Nr. 127. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mir illuftrierter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Post- Zeitungss Breisliste für 1901 unter Br. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebane beträgt für die fechsgespaltene Kolonets geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derErpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Besttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Dienstag, den 4. Juni 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Ein Fiasko der evangelisch- socialen Referenten für seine Ausführungen dankte. Nur ein werden soll und Stöcker wie Liebermann sprechen werden. Bewegungen. Der Kongreß aber faßte eine Resolution, in der er auch diesem Stellung der Christlichsocialen und Deutschsocialen verhandelt einziger, der Landgerichtsrat Kulemann, auch ein ehemaliger Endlich die evangelischen Arbeitervereine. eifriger Befürworter des Ausnahmegesezes im Reichstag. Auch hier auf der diesjährigen Zusammenkunft in Speyer Außer den Gewerkschaften haben vor allem auch kirchliche erhob gegen diese Socialpolitik" Delbrücks Protest, an der Krach. Zwar, sie waren nie ganz einig: Die rheinischprotestantische Organisationen die vergangene Pfingstwoche scheinend ohne auf Wiederhall zu stoßen. Der Ausspruch westfälischen löften wider die süddeutschen, die sächsischen zur Abhaltung ihrer Jahreskongresse benutzt. Wir haben ja Delbrücks aber, dieses einen der geistigen Väter der National wider den Gesamtverband; die einen folgten nationalgemeinhin keine Veranlassung, uns mit ihnen und ihren socialen, ist zugleich der bisher erschreckendste Beweis, bis zu liberalen Größen, wie dem Reichstags- Abgeordneten Franken, Resultaten zu befassen. In diesem Jahre sei dreien welcher Grenze der moderne politische Kuhhandel demorali- die andern waren mehr nationalsocial gerichtet", die Dritten gegenüber eine Ausnahme gemacht: dem Evangelisch- sieren kann. standen ganz im Banne konservativer Stadtgeistlicher. In focialen Kongreß, der kirchlich- socialen Konferenz und dem Nach alledem ist es nicht verwunderlich, daß es seit jedem Provinzialverbande spielten und spielen ein paar Evangelischen Arbeitervereins- Tag. Einmal weil sie ihrem Jahren mit dem Kongreß rückwärts gegangen ist. Auch in Männer die ausschlaggebende Rolle, die sich in ihm ihr Wesen und ihren allgemeinen Zielen nach zu einander ge- Braunschweig sollen kaum 200 Besucher anwesend gewesen Herrschafts- und Führungsgebiet" geschaffen haben. Stöcker hören, wie sie in Wirklichkeit einer Wurzel entsprungen sind; sein, während man früher an die 1000 zu zählen pflegte. hat auch hier seine Hand im Spiele; Naumann, den er seit andrerseits weil alle drei in diesem Jahre bei etwa einem Und erst recht nicht verwunderlich ist es, daß es in Jahren bekämpft, wählt" in seiner Weise und hofft aus den und demselben Punkte, dem inneren Bankrott an- Braunschweig gleichsam zu einer theoretischen weichen kleinen Köpfen dieser Arbeitervereinler noch immer gekommen zu sein scheinen, einer Thatsache, die angesichts Selbstnegierung des Kongresses durch einen schließlich harte Sturmläufer für seine große nationalsociale Politik dieser einst mit großen social politischen Ansprüchen auf hannoverschen Pastor Dörries gekommen, der über die zu machen. Ueber allen aber und mit allen in irgend welchem getretenen Organisationen immerhin nicht ganz übersehen Erziehungspflicht der Kirchengemeinden gegenüber socialen Gegensatz der Licentiat Weber, bremsend, obgleich nichts zu werden darf. Mißständen referierte und dabei jede derartige Pflicht ver- bremsen ist, kleisternd, wo Risse sind, die evangelischen = " unWie gesagt, früher zu Anfang der 90er Jahre waren die neinte. Die Kirche hat sich nur mit Religion zu be- Arbeitervereine als die Garde der kaiserlichen Socialreform drei ein Herz und eine Seele. Die kirchlich- sociale Konferenz fassen"; sie hat mehr wie genug auf ihrem eignen Gebiete feiernd, und ihre Erfolge offenbar start nach der Anzahl eriſtierte überhaupt nicht. Ihre jezigen Anhänger, meist Christ zu thun"; sie hat nur echte sociale Gesinnung zu pflegen faiserlicher und sonstiger allerhöchster Telegramme wägend, lich fociale und kirchlich Orthodoxe, unter Stöckers Führung, und zu verbreiten" bei solchen und ähnlichen Sägen ist die im Laufe des Jahrs bei ihm eingegangen sind. Dabei fazen einträchtiglich neben den kirchlich verhaßten Ritschlianern, allerdings die Thätigkeit und Existenz eines evangelisch ist die Zahl der Mitglieder seit Jahren im Rückgang; früher geführt von Harnack, im Evangelisch- socialen Kongreß zusammen. socialen Kongresses mehr wie überflüssig. Der wurde sie auf etwa 100 000, jetzt ist sie nur noch auf 80 000 Die Evangelischen Arbeitervereine marschierten in dessen aller- Braunschweiger Stongreß erhob dagegen natürlich heftigen angegeben; davon aber find ca. 10 000 nicht einmal im Gesamtgetreuefter Gefolgschaft. Was der Kongreß an Gedanken- Widerspruch niemand läßt sich, nicht einmal theoretisch, verbande. Aber das alles hat den Schriftführer, auch einen material produzierte, sollte von diesem alljährlich in die Praxis, gern totschlagen, aber aber die übrigen Referate der Pastor, nicht abgehalten, zu erklären, daß die Vereine immer in die socialpolitische That umgesetzt werden. Dieser Kongreß Tagung bewiesen auch praktisch die Richtigkeit der mehr sich zu einer Macht gestalten, mit der man rechnen aber hatte die fühne Aufgabe, die socialen Probleme der Dörriesschen Darlegungen. Das Referat des ehemaligen muß". Und nun ist auch diese Macht von 70 000 nicht zuGegenwart an dem Maßstab der sittlichen Forderungen Ministers von Berlepsch nach den Zeitungsberichten fammengeblieben. Nachdem man seit Jahren die für einen des Evangeliums zu messen", sie von ihnen aus zu war im großen und ganzen schlecht und hätte eigentlich am Arbeiter heute ganz selbstverständliche Frage der Beteiligung beleuchten, mit ihnen zu befruchten. befruchten. Einzelne ganz besten auf einer Zusammenkunft des gemischten Kränzchens an der Gewerkschaft seines Berufs auf die Tagesordnung Kühne unter seinen Angehörigen träumten sogar davon, für sociale Reform gehalten werden müssen. Mit einer gesetzt hat, nachdem man sie immer und immer wieder zu auf diesem Wege einen evangelischen Socialismus schaffen zu Empfehlung dieser Verlepschen Gründung klang übrigens der verdunkeln und zu verschieben versucht hat, ist sie in Speyer können, der durch eine neue aus den evangelischen Arbeiter- ganze Kongreß aus hat man damit schon die Brücke schlagen die Ursache der Teilung geworden: 30 000, die rheinländischbereinen zu schaffende evangelisch- socialistische Arbeiterpartei wollen, über die sich die Trümmer des Kongresses in jene westfälischen Vereine sind ausgeschieden. Die größere Hälfte also, verwirklicht werden sollte. hineinretten wollen? 40 000 haben die Frage der Beteiligung ihrer" Arbeiter an Ganz abgesehen davon, daß man in transcendentaler Die kirchlich sociale Konferenz Stöckers Gewerkschaften bejaht. Auf den Augenblick erscheint das Ideologie direkt Unmögliches wollte, so verhinderte schon die hat dagegen einen äußerlich direkt entgegengesetten Verlauf wenigstens als ein Erfolg. Aber es ist nur Schein. Denn Spaltung der ganzen evangelisch- socialen Bewegung" um die genommen. Sie tagte in Stuttgart. Bis zu 1500 Menschen einmal muß man bedenken, daß unter den 40 000 allerMitte der 90er Jahre die auch nur beginnende Verwirklichung. sollen anwesend gewesen sein, darunter eine wirkliche Herzogin. höchstens die Hälfte der Mitglieder Arbeiter sind. Von diesen Als damals immer deutlicher wurde, daß Stöcker bei Hofe ein Allerdings, Stöcker hatte auch eine glänzende Attraktion in fommt wieder allerhöchstens die Hälfte bei der Frage der abgethaner Mann war, als die Konservativen ihn deshalb Aussicht gestellt: ein Redeturnier über die Frage, ob ein gewerkschaftlichen Organisierung in Betracht, da für die und aus andern Gründen obsägten, als sein famofer Scheiter- Christ Socialdemokrat und ein Social andre, vielleicht kleinere Hälfte Gewerkschaften zunächst haufenbrief bekannt wurde, da wollte man auch im de motrat Christ sein tönne, zwischen sich und noch nicht vorhanden vorhanden oder möglich find. Andrerseits Evangelich focialen Kongreß nicht mehr neben ihm siken. unsrem Genossen Blumhardt. Freilich wurde, was Stöcker hat man keineswegs beschlossen, die Mitglieder Er wurde herausgedrängt, ließ dabei einige seiner ehe- wahrscheinlich schon längst vorher gewußt hat, als es zum bedingt zu verpflichten, oder gar zu zwingen, sich den Gemals Intimsten, darunter Adolf Wagner, auf auf der Klappen kam, die Sache zu Wasser: Genosse Blumhardt hatte werkschaften anzuschließen; sondern es wird ihnen dies nur Strecke, d. h. im Evangelisch socialen Kongreß zurück, auf diese Anrempelung Stöckers selbstverständlich nicht empfohlen; die Initiative dazu bleibt außerdem den einzelnen nahm aber immerhin so viele Anhänger mit sich, daß er mit reagiert und war nicht erschienen. Nun wohl, so rang Vereinen überlassen, was eine neue Abschwächung des ganzen ihnen nun die Konkurrenzfirma der kirchlich- socialen Konferenz und redete Adolf Stöcker denn allein, wie er das ja auch im Vorgangs bedeutet. Drittens ist zunächst der Eintritt in die aufmachen konnte. Die evangelischen Arbeitervereine, deren Reichstag schon des öfteren hat thun müssen. Und er hatte christlichen, wo diese nicht vorhanden sind, in die Hirsch- Dunckeroberster, wenn auch ungeschriebener Programmsat es ist, in sich diesmal ein besonders unschuldsvolles geistiges Tricot schen, erst, wo auch diese fehlen, eventuell in die neutralen Gechristlicher Liebe es mit niemand zu verderben, waren dazu angelegt: er triefte voll Rücksicht, Nachsicht, Güte und werkschaften angeraten. Die Folge davon ist nur eine Zunahme der damit zwischen zwei Thüren gestellt. Und um Eingang Anerkennung gegen uns Socialdemokraten. Gegen unser Zersplitterungstendenzen der Arbeiter- Gewerkschaftsbewegung zu beiden und noch mehreren Thüren zu behalten, Programm hatte er von seinem„ christlichen" Standpunkte in Deutschland. Denen allein kommt schließlich der ganze machten auch sie sich selbständig und separierten aus beinahe überhaupt nichts mehr, gegen uns, seine An- Beschluß zu gute. Nimmt man das alles zusich namentlich auf Betreiben des mit besonders feurigen hänger nur wenig einzuwenden; schließlich kam er zusammen, so darf man in der That von einem Zungen ausgestatteten Licentiaten Weber, der schon längst die dem indirekten Resultat, daß ein unbewußter Christ Fiasto der evangelischen Arbeitervereine Harnack, Stöcker, Naumann usw. um ihre Führerrolle be- unbewußter Socialdemokrat nicht nur seine könne, sondern wie des Evangelisch- socialen Kongresses neidete. Mit der Separation der Evangelischen Arbeiter auch dürfte gewiß alles mögliche. Aber wie fam Stöcker und der Kirchlich- socialen Konferenz reden, vereine, zu deren Vorsitzenden er sich aufschwang, schuf er sich plötzlich zu diesem Trick der Wilde? Ein Mann wie Adolf von dem sie sich in Zukunft schwerlich erholen die„ Massen" unter seiner" Führung. Stöcker hat immer Gründe für sein Auftreten und auch werden. Seitdem sind die drei Größen" schiedlich und meist auch die nötige Vielseitigkeit dazu. Im übrigen täuscht diese ganze friedlich nebeneinander hergegangen. Aber nicht bergauf! gelungene Veranstaltung wegen einer Frage, die längst entschieden Insonderheit der Evangelisch sociale Kongreß ist, nicht über die tlägliche Situation der kirchlich- socialen Konferenz hatte seit jener Zersplitterung den Höhepunkt seiner Ent- hinweg. Sie steht augenblicklich auf zwei nicht nur sehr widlung überschritten. Im großen und ganzen aber schwachen, sondern auch sehr verschiedenen Beinen. Das eine Chinas Zukunft. ist bei diesen evangelisch- socialen Beleuchtungs- und Ver- ist die immer mehr zusammenschmelzende Gemeinde der Sir Robert Hart, der während der Chinawirren wiederholt messungsarbeiten nicht viel, wenn nicht zu sagen, gar nichts Chriftlich- socialen, dem sogar neuerdings eine Hauptperson, eindringlich die Schuld Europas betonte, ist jezt in einem Auffaz in Herausgekommen. Wie sollte es auch, in einem Kreise, in dem der alte leistungsunfähige Graf Solms, verloren gegangen ist. der Deutschen Revue" bemüht, durch klugen Ratschlag dahin gerade die selbständigeren geistigen Leistungen nur noch ängst- Das andre ist die Schar der sog. Gemeinschaftsleute, denen zu wirken, daß die Beziehungen zwischen Europa und China nunlich angehört, bertuscht und verwässert zu werden pflegten. sogar der heutige kirchliche Betrieb für ihre Frömmigkeit nicht mehr endlich sich besser und friedfertiger gestalten. Harts auf jahr Es ist darum gänzlich unverständlich, wie auf der dies- genügt, und die sich deshalb noch in privaten Zirkeln beseel- zehntelanger Kenntnis Chinas und der Chinesen beruhende Meinung jährigen Tagung in Braunschweig der Vorsitzende Landes- forgen. Sie sind durchaus überweltlich gerichtet, während die ist furz zusammengefaßt die: China muß reformieren, ökonomierat Robbe nach Worten großer Selbsterkenntnis für Chriftlich- socialen immerhin politisch und social interessiert sind. lichkeit und jeden die Selbständigkeit Chinas veraber die fremden Mächte müssen jede Aufdring den Kongreß doch das eine dauernde Verdienst in Anspruch Beide haben außer ihrem persönlichen Christentum für ihr legenden Privilegienanspruch aufgeben. nahm, daß er, in einer Zeit socialer Ermüdung, in der man öffentliches Wirken schlechterdings nichts gemein, und nur der Sir Robert Hart ist ein überaus unparteilicher Urteiler und nur noch an patriarchalische Einrichtungen dachte( gemeint ist unübertrefflichen Geschmeidigkeit und Wandlungsfähigkeit Vermittler zwischen Europa und China. Ja er beurteilt unfres wohl die zweite Hälfte der 90er Jahre), die Notwendigkeit Stöckers ist dieses merkwürdige Zweigespann zu danken. Aber Grachtens das europäische Eindringen, die christlichen Missionen viel des Fortschreitens focialer Reform betont hat". Ganz auch in Stuttgart wieder ist ihre Ünzusammengehörigkeit au gün stig; um so beachtenswerter auch für den aufgeblafenen abgesehen von der unendlichen Geringfügigkeit dieses offenbar geworden: fast alle Gemeinschaftsleute haben in Suliurſtolz der europäischen Khatipresse sollte dasjenige jein, was Verdienstes, soweit es vorhanden sein sollte, wirft zwar sehr höflicher und verblümter, aber doch entschiedener Hart auch jetzt wieder über das wahrheitswidrig verlästerte China der Ausspruch zugleich ein unendlich charakteristisches Licht Weise jede Beschäftigung mit den socialen Problemen, wie sie jagt. auf die socialpolitische Gesinnung dieses Kongresses, der da- die Christlich- socialen wollen, abgelehnt und sich merknach offenbar der Meinung ist, daß wir heute, in der Zeit würdigerweise auf einen ganz ähnlichen Standpunkt festder Brotberteuerungspolitik, des China Abenteuers, der gelegt, wie ihn in Braunschweig der Pastor Dörries dem 12000 Mark- Affäre und des Ministeriums Möller, in eine Evangelisch- socialen Kongreß entwickelte. Stöcker selbst hat neue Aera der positiven Socialpolitik eingetreten sind. Die- offenbar die Hoffnung aufgegeben, diese Leute für seine Zwecke selbe merkwürdige socialpolitische Gesinnung ist außerdem noch zu gewinnen. Und so hat der Vielgewandte sich bereits nach in einem Wort des Professors Hans Delbrück zum Aus- einer neuen Stüße umgesehen und scheint sie auch in der selbst druck gekommen, der ebenfalls in Braunschweig ausführte, daß der Unterstügung sehr bedürftigen deutschsocialen Partei Lieberer, wie schon 1878, so auch von neuem für ein manns gefunden zu haben. Für diese Woche werden hier in Socialisten gesek stimmen würde, wenn er damit Berlin vertrauliche und öffentliche christlichsociale Versammlungen Arbeitslosenversicherung und Wohnungsreform erkaufen könnte. angekündiat, in denen mit Liebermann über die gegenseitige " " Politische Uebersicht. Berlin, den 3. Juni. So sagt Sir Robert Hart: Wenn wir versuchen, dem chinesischen Reich die Diagnose zu stellen, so finden wir, daß es ein Staat ist, der dem Militarismus entgegenwirkt und die Vernünftigkeit auf den Thron erhebt und von nicht aggressiver Naturist. Die Chinesen stehen in ihrem Respekt vor der Bildung niemand nach. Indessen ist das Ziel der chinesischen Erziehung mehr die Charakterbildung als das, was wir die Erwerbung von Kenntnissen nennen, und daß dieses Streben von Erfolg begleitet gewesen ist, hat man an dem unermüd lichen Gewerbsfleiß, dem unveränderlichen Frohsinn, dem einsichtsvollen Fortschreiten, dem allgemeinen Wohlverhalten und der gesetzestreuen Natur der veliölkerung jeder Provinz gesehen. Zugleich darf man nicht an« nehmen, daß die chinesische Wissenschaft gehaltlos oder daß das Land ohne eine Litteratnr ist: im Gegenteil, der Umfang der litterarischen Thätigkeit und die Quantität des veröffentlichten Lesestoffs sind enorm, und der gebildete Chinese i st eine wahre Mine von intelleltuellen Schätzen. Geschichte, Biographie, Philosophie, Poesie. Romandichtung. Ncisel beschreibung, Kritik, Essay- und Mcinoirenlitteratur usw. habcn� das Land mit Veröffentlichnngen überschwemmt; voluminöse Enchklopädien sind vorhanden, und erschöpfende Wörterbücher sind herausgegeben und neugedruckt worden, lange ehe Johnston erschien oder Webster an der Arbeit war oder von der französischen Akademie die Rede war. Ausländer, die die Sprache studieren, werden von ihr bezaubert und wünschen sich manchmal die biblischen siebzig Jahre des Menschen, um in den Millionen von Büchern zu schwelgen und zu lesen, was sie über jeden erdenklichen Gegenstand zu sagen haben." Zunächst behandelt dann' Sir Robert Hart die militärischen Folge» der jüngsten Ereignisse: „Unglücklicherweise drängt der Gang der Ereigniffe und die Macht der Umstände jetzt China zu der Erkenntnis, daß es sich auch auf eine militärische Aktion andrer Staaten gefaßt mache» und sich dafür r ü st e n muß; und so kommt es, daß China F c g e n seinen W nii s ch und Willen in Zukunft eine Militärmacht werde» muff. Es wird viel Plackerei und manche Mißgriffe und Katastrophen geben, aber früher oder später wird der Staat gesund, kräftig und ergrobt daraus hervorgehen, im Besitz dessen, was die Welt ihm aufzwingt— militäri- scher Kraft, und sobald er die haben muß, wird er sie schließlich von der besten Art haben: die besten Waffen, den vortrefflichsten Drill, die höchste Ausbildmig, und Soldaten in solcher Zahl, wie die Bevölkerung erlaubt und die Unistünde erfordern, und von einer Qualität, wie sie die Körper- bcschaffenheit, die moralische Kraft und die Schulung im Laufe von Generationen schaffen wird. Gegenwärtig, wo es sich darum bandelt, China für die Thatcn der Boxer vom vorigen Jahre zu bestrafen, verbietet der Westen unter andcrm die Einfuhr von Waffen; im Hinblick darauf sagte ein Sprößling einer vornehmen Familie zu mir:«Sehr gut; das zwingt uns, Selbst Produzenten zu werden. Jetzt— denken Sie an mich! werden wir selbst in angemessener Zeit Exporteure sein, und nicht nur das, sondern wir werde» die gegenwärtigen Fabrikanten unterbieten." Weiter ist eine Reform der Rechtspflege nötig, insbesondere «unr den Alp der den Ausländern zugestandenen Exterritorialität" lNichtuntcrwcrfung unter die Landesgesctze) loszuwerden. Die Exterritorialität ist eine schwere B e e i n- trächtig» ng der Souveränetät und darf nur so lange aufrecht erhalten bleiben, als die Umstände es rechtfertigen. Sobald China nach japanischem Vorbild NechtSeinrichtnngen schafft, die die Ausländer sichert, sollte die Exterritorialität aufgehoben werden.«Der Stachel einer abgepreßten Konzession, wie es die Ex territorialität ist, gehört nicht z» denen, die die Zeit abstumpfen wird; im Gegenteil, jedes weitere Jahr seines Vorhandenseins, jeder Ford schritt an Macht und Wissen verschärft ihn. Die Exterritorialität ist eine Gabe, die früher oder später zurückgegeben oder zurückgenommen werden muß." Sodann behandelt der kundige Verfasser eingehend die nötigen Reformen auf dem Gebiete des B e a m t e n w e s e n s sbessere Be- soldung, um Bestechungen zu beseitigen), des Verkehrs und deS Handels, bezüglich der V e r t r a g s h ä f e n. Endlich bespricht er das M i s s i o u s w e s e n.«Die Chinesen, sagt Hart, sind nicht intolerant, weder die Regierung noch das Volk"; andrerieits erkennt Hart den Misstouen erhebliche Verdienste in Werken der Wohlthätig- keit und Krankenpflege zc. bei. Aber die Missionare müssen lernen, sich ganz auf ihren Zweck zu konzentrieren und jede außerreligiöse Einmischung in Sitten unv Gebräuche des Landes zu unterlasse». «Vor allen Dingen sollte der Missionar sich absolut versagen, s i ch in einen Rechtshandel oder ein Amtsgeschäft in irgend einer Form oder Gestalt einzumischen, und er sollte seine Leute lehren, es dem Heiden in der Ehrfurcht vor dem Gesetz, der Auf rechtcrhaltung der Autorität und der Vermeidung jedes Unrechts zu- vorzuthun." Man sollte keine auffallend stolzen Gebäude bauen und die einheimische Architektur achten. Sir Robert Hart schließt seine Betrachtungen mit eindringlichem Appell an die Vernunft und Gerechtigteit Europas: „Solche Aendcrungen, wie sie in den verschiedenen im vor- hergehenden besprochenen Beziehungen vorgeschlagen ivorden sind, würden die Ausländer in China keines ihrer Rechte oder Privilegien, die sie unter den gegenwärtigen Verträgen genießen, berauben, Ivährend sie viel dazu beitragen würden, die Vor: würfe der Kritiker zum Schweigen zu bringen und eine freund: liche Aufnahme gegenseitistcn Verkehrs durch das Volk und wirb sanien Schutz durch die Behörden zu bewirken. China hat eine Zukunft, und des einen oder andern Tages in dieser Zukunft wird China, abgesehen von dem Schutz, den ihm die Natur in der Gestalt des Klinias gewährt, mächtig sein: soll diese mächtige Zukunft für uns frenndjchaftllch sein oder das Gegenteils? Das Vorgehen der Gegenwart wird viel dazu thun, darüber zu entscheiden!... China ist der fried fertigste und am wenigsten aggressive der Staaten, rind eS wird eine gute Politik sein, ihn in dieser Richtung sich weiter entwickeln zu lassen und nicht in die Notwendigkeit zu versetzen, sich anders zu verhalten. Ein per- niinftiges Vorgehen schließt nicht kategorisches Fordern aus, aber dieses sollte, mehr als irgend etwas andres, nicht nur gerecht. sondern auch vernünftig sein; eine Verschiedenheit der Ansichten bedeutet nicht nolwcndig Unvernunft— es ist nur die falsche Ansicht. die unvernünftig ist; ein frenndschaftlicher, wenn auch lange dauernder Austausch von Ansichten bietet die einzige Gewahr für gegenseitige Verständigung, gegenseitiges Wohlwollen und gegenseitiges Entgegenkommen. Der Chinese ist am Ende doch ein Mensch, und die beste Art, gut mit ihm aus zukoinmen, ist, ihn zu behandeln, wie man einen Menschen be: handeln muß." ES wird sich zeigen, ob Europa seine Triebe zn zähmen und in Lennnift und Gerechtigkeit mit einem Volke zu leben sich entschließen wird, dessen Kultur sich sicherlich vielfach mit der vielgerühmte» europäischen Zivilisation messen darf.— Die„Berliner Neueste Nachrichten" erfahren authenttsch, daß die Einleitung einer Untersuchung befohlen und bereits im Gange sei. Es sei hierbei zugleich festgestellt, daß, da die Veröffentlichung ausdrücklichen allerhöchsten Befehlen zuwider erfolgt ist, von einem Uebergehcn deS Reichskanzlers resp. deS Auswärtigen Amts, wie in mehreren Blättern ausgesprochen wird, nicht die Rede sein könne. Uebrigens hat sich die Aufregung der offiziösen und offiziellen Well über die Veröffentlichung der neuen zur Aufregung Anlaß gebenden Rede wohl nur wegen der darin enthaltenen Depesche des Zaren an den Kaiser erhoben. Es scheint da irgendwo wieder einen Haken zu geben, wie denn in den Kundstebungcn, die ztvischen Berlin und Petersburg getauscht werden, fast immer ein höfisch diplomatisches Rätsel zu lösen übrig bleibt.— Der landwirtschaftliche Ernteberlust wird von agrarischer Seite für Preußen auf 1833/4 Millionen beim Weizen und 103 Mill. beim Roggen berechnet. Den von dein Notstand bettoffenen Kleinbauern wird schnelle Hilfe seitens des Staates nicht versogt werden können. Andererseits wird bei den zu erwartenden steigenden Brotpreisen im Interesse der Arbeiter gebieterisch die Aufhebung der verteuernden Getreidezölle zu verlangen sein.— Die Wahl in Greiföwald. Das amtliche Wahlergebnis lautet: Bei der Reichstags- Stichwahl im Wahlkreise Greifswald- Grimmen am 29. Mai wurden insgesamt 17 123 Stimnien abgegeben. Davon entfiele» auf den Bergrat a. D. G o t h e i n- Berlin freisinnige V,e r e i n i g u n g> 9666 Stimmen und auf den Landrat v. B e h r Greifswald(l o n s.) 7457 Stimmen. Ersterer ist somit gewählt. Die konservativen Blätter suchen die Bedeutung dieses Wahlausfalls mit allerlei höchst komischen Ausflüchten abzuleugnen. So schreibt z. B. heute abend der„Reichsbote „Dieser Ausfall der Wahl hat in vielen Kreisen große Veo wunderuna erregt und am meisten in den Kreisen der Liberalen— dieselben sind ganz erstaunt über ihren großen Wahlsieg, den sie mit Hilfe der Socialdemokraten errungen haben. Viel iverden sie auch dem Umstand verdanken, daß jetzt die Bauern im Felde alle Hände voll zu thun haben, zumal bei dem jetzigen Arbeiter: mangel, so daß wahrscheinlich viele Bauern und landwirtschaftliSe Arbeiter bei dem Mangel der Wahlpflicht gar nicht zur Wahl gckonimcn sind, wahrend die städtischen Industriearbeiter und das gebildete Bürgertum. die der Pfeife des freisinnigen Rattenfängers folgen, jedenfalls Mann für Mann an der Wahlurne erschienen sind, gehorsain der Parole: gegen de» Brotwucher. Es ist einfach lächerlich, wenn die Liberalen aus dieser Wahl große politische Konsequenzen ziehen, indem sie im Geiste schon eine neue liberale Aera aufsteigen sehen und die Regierung dementsprechend einzuschüchterir suchen. Die Regierung wird wissen, wie die Dinge im Laude liegen und nach ivelcher Notwendigkeit sie zu handeln hat. AuS solchen Ersatzwahlen sind nie allgemeine Schlüsse zu ziehen.' Die liberalen Hoffnungsseligkeiten sind freilich ebenso erheiternd wie die erheuchelte Geringschätzung des Wahlausfalls seitens der Konservativen. Wohl aber giebt der„Reichsbote" selbst zu. daß einesteils die Bauern keineswegs da? ihnen von den Junkern zu gemutete heiße Interesse an der Erhöhung der Kornzölle haben, daß aber andrerseits die städtische und arbeitende Bevölkerung die schwere Gefahr, die ihr droht, erkannt hat. Hieraus ist folgerichtig der„all: gemeine Schluß' zu ziehen, daß bei Wahlen im ganzen Reiche die Brotverteuerer eine vernichtende Niederlage erleiden würden.— Reichstags- Ersatzwahl I« Memel. Für die durch da« Ab: leben des Rcichstags-Abgeordneten S m a l a k y S erforderlich ge wordene ReichSIags-Ersatzwahl im �Wahlkreise Memel-Hchdekrug Die Zollkonferenz. Beim Reichskanzler Grafen v. Bülow hat am Montagvormittag, wie die„B. P. N." mitteilen, eine Vorbesprechung zu der am Dienstag beginnenden zollpolitischen Konferenz stattgefunden. Die Verhandlungen der Konferenz sollen ver- trauliche sein. Das Nätselspiel über die Art des neuen Zolltarifs und die Höhe der Kornzölle wird also weiter gehen. Deutsch- französische Höflichkeiten. Der Kaiser hat den Besuch zweier französischer Offiziere dazu benutzt, um Frankreich eine kleine Liebenswürdigkeit zu erweisen. Er hat genehmigt, daß in der Erteilung von Erlaubnisscheinen für den Besuch französischer Offiziere in den Neichslanden unter den notwendigen Kautclen Erleichterungen eintreten.! Näher läge und unendlich wichtiger wäre, wenn endlich deutsche Reichsbürger von dem Ausnabmezuftand des Diktaturparagraphcn befreit würde»!— Der indiskrete„Reichs-Anzeiger", d. h. August Scherls „Lokal-Anzeiger"' hatte die Ansprache Wilhelms II. an die stau- � zösischen Offiziere veröffentlicht. Diese Publikation ärgerte nicht"ur I auäecechnet�— die konkurrierende bürgerliche Presse, die vor Neid über das Scherl-' Glück zu platzen drohte und deshalb allerlei Baunflüche gegen den indiskreten„Rcichs-Anzeiger" schleuderte— Mosse würde natürlich niemals eine solche Sensation veröffentlichen, wenn sie ihm in die Hände käme—, sondern sie scheint auch der verantwortlichen Re- gierung unbequem gewesen zu sein. Die Veröffentlichung, die übrigens auch ein wenig abweichend im Pariser„Figaro" erschien, wird deshalb als grober Bertrauensbruch behandelt. wurde von einer l i t t a'u i s lfi e n Wählerversammlung der Gutsbesitzer M a t t s ch u l l aus Mitzko als Kandidat aufgestellt. Kandidat der vereinigten liberalen Parteien ist der Direktor der Mcmeler Sägewerke,' Kaufmann S ch a a k, während unsrerseits der Partei genösse Otto Braun- Königsberg aufgestellt wurde. Auch diese Wahl wird unter der Losung ausgcfochtcn werden: Für oder wider die Erhöhung der Getreidezölle.— Eine kleine Kanalprrdigt hielt Prinz Ludwig von Bayern auf der Wauderversammlung bayrischer Landwirte in Zwiesel sNiederbayern). Prinz Ludwig sprach den Wunsch aus, daß die Landwirtschaft wie in früheren Jahrhunderten blühen möge; sie dürfe aber nicht in Gegensatz zu andren Erwerbs- st ä n d e n treten. Die Landwirte seien heute nicht mehr Gegner neuer Verkehrswege, sie wünschten Anschluß an den Welt- verkehr. Neben den Eisenbahnen seien iv eitere Verkehrs- wege nötig.— Beförderung der Kanalrebellen. Der neue Minister des Innern hat sich den wegen seiner Kanalabstimmung gcmaßregelten Landrat v. Dallwitz zum vortragenden Rat erkürt. Den gemaßregclten Landräten wird nicht eher von der Regierung die angemessene Sühne gewährt sein, als bis sie sämtlich zu Ministern oder Staatssekretären ernannt sind.— „Lästig" gewordene Lohndrücker. AuS Halle a. S. wird der„Franif. Zig." geschrieben: Durch den acht Monate andauernden Maurer-AuSstand sind zahlreiche italienische Arbeiter hierher gezogen worden und die Polizeivrrwaltnng hat sich dieser Leute, durch deren K o ni ni e n der Maurer-AuSstand allmählich in den Z u st a n d der Versunipfung ge raten i st, liebevoll angrnonime». Sie hat die Leute zu und von den Arbeitsstätten geleitet, sie auf den Bauten beschützt usw. Ende August soll nun das Kaiser W i l h e l m- D e u k m a I eingeweiht werden und der Kaiser hat ans Einladung der städtischen Behörden sich bereit erklärt, d e r E n t h ü 1 1 u n g bei zuwohnen. Jetzt werden die Italiener der Polizei„lästige und sie beginnt mit der Abschiebung der Leute, erst langsam, aber anscheinend stetig, und es ist anzunehmen, daß die Polizei aus nahe- liegenden Gründen sorgen wird, daß Ende August lein Italiener mehr in Halle weilt! Man benutze Ausländer nicht als Lohndrücker, sondern zahle ihnen, wenn sie nach Deutschland kommen, denselben Lohn, den die einheimischen Arbeiter fordern. Dann wird man sie auch nicht mehr als Atteutatsgcfahr empfinden.— Freiherr v. Stauffcnberg, ein Führer de« gemäßigten Libe- ralismus. ist, 67 Jahre alt, aus seinem Gute Rißtissen in Württem- bcrg gestorben. Franz v. Stauffenberg gehörte zu den Gründern des NatioualvereinS, niachte aber nach der Reichsgründnng die Rechtsschwenkung zahlreicker seiner früheren Gesinnungsfreunde nicht mit. Er gehörte als Mitglied des bayerischen Abgeordnetenhauses sowie des'Reichstags der d e u t s ch f r e is i n n i g en Richtung an; er war 1876— 1879 erster Vicepräsident des Reichstags, aus dem er 1893 ausschied. Der Freisinn hatte in ihm einen seiner besten Männer.— Chronik der MajestätSbeleidignngS- Prozesse. Vor der Strafkammer in Köln stand ei» 46 jähriger Dach- dcckergesclle unter der Anklage der MajcstätSbeleidigung. Er war am 8. Januar auf die Polizeiwache in Mülheim a. Rh. gegangen und hatte verlangt,«rngesperrt zu werden, da er betrunken sei. Als der anwesende Polizeisergeant ihm empfahl, nach Hause zu gehen, meinte er: Dann muß ich eS anders anfangen I Er schlug auf den Tisch und stieß Schimpfredcn auf den deutschen Kaiser aus. Run wurde er verhaftet. Der Staatsanwalt beantragte ein Jahr Gefängnis. Das Urteil lautete auf drei Monate Gefängnis. Auf' die lange Untersuchungshaft wurden Ausland. Frankreich. PariS, 3. Juni. Die Beratung_.. Senate beginnt morgen und wird circa zehn Sitzungen ,n An- fpruch nehmen. Das Gesetz soll jedenfalls bis zum Schluß der! Session zur Annahme gelangen.— deS VereinSgefetzeS im Spanien. Madrid, 2. Juni. Die Posten der Militär« AttachSs bei den Vertretungen Spaniens im Auslande sollen aus Sparsamkeitsgründen eingezogen werden— Ausstand in Cornnna. Vom 3. Juni wird gemeldet: Die Ruhe dauert fort. Die Arbeitergescllschaften veröffentlichen eine Kundgebung, in welcher sie allen Arbeitern anraten, die Arbeit wiederaufzunehmen. Eine Abordnung Arbeiter wird sich nach dem Kirchhofe begeben, um Kränze auf die Gräber der bei den Unruhen ums Leben gekommenen zu legen. Von den Verwundeten find bis- her 5 gestorben, der Zustand von 9 andren, welche sich im Kranken- hause befinden, ist sehr ernst. Trnppenabteilungen durchziehen fort- dauernd die Straßen; von den Verhaftungen sind über fünfzig aufrecht erhalten worden. Gendarmerie bewacht das Zollamt, dessen Beamte noch immer ausständig sind; voraussichtlich wird der Be- lagerungsznstand morgen aufgehoben werden.— Scnatswahlen. Der Senat wird einschließlich der lebens- länglichen Mitglieder folgendermaßen zusammengesetzt sein: 163 Liberale, 112 Konservative, 24 Anhänger des Herzogs von Tetuan. 10 Unabhängige, 4 unabhängige Liberale, 3 Demokraten und An- Hänger Gamazos, 2 Karlisten, 2 Anhänger Romero Robledos, 2 Republikaner, 2 Angehörige der nationalen Union, 13 ohne be- stimmte Parteistellung' szu diesen gehören namentlich die Bischöfe). 11 Sitze sind zur Zeit erledigt. Das ministerielle Blatt«Correo Espannol" erllärt. die Regiernngsmajorität sei zwar gering, doch werde es bei straffein Zusammenhalten derselben möglich sein, alle Schwierigleiten zu überwinden.— Portugal. Lissabon, 3. Juni.(„Franks. Ztg.") Die Regierung beabsichtigt, die Kammer aufzulösen und die D i k t a t u r zu erklären. Alsdann will sie zunächst nur das Weingesetz dekretieren.— Italien. Amnestie. AuS Anlaß der Geburt einer Prinzessin ist ein Amnestie-Erlaß ergangen für Vergehen auf dem Gebiete der Presse, für Dnellvergehcn, für Strafen von Desertionen auf Handelsschiffen und für Verbrechen aus Anlaß der aufrührerischen Bewegung im Jahre 1898, ausgenommen der Fälle von Mord. Endlich bezieht sich die Amnestie auf eine große Reihe von Uebertrctungen auf straf- und civilrcchtlichem Gebiete.— England. Soldatenanfrnhr. Die Londoner Morgenblätter melden: In deni Truppen Inger von Shorncliffe brach eine Meuterei aus. Es kam zwischen den Aufrührcrn und der Wache, welche den Befehl hatte, die Ordnung wieder herzustellen, zu einem Zusammen- stoß. Die mcutcriideii Soldaten gaben auf die Wache mehrere scharfe Schüsse ab und widersetzten sich' dann mit aufgepflanztem Bajonett ihrer Verhaftung. Zwei Mann von der Wache erlitten durch Bajonett- stiche erhebliche Verwundungen. Zehn Dublin- Füsiliere wurden in Haft genommen.— Norwegen. Christiania, 3. Juni. Der S t o r t h i n g bewilligte heut« mit 69 gegen 37 Stimmen 3 380 000 Kronen für die B e- f e st i g n n g C h r i st i a n i a s nach der Landscite hin.— Asien. Ende der Kabinettskrise in Japan. AuS Yokohama wird vom 3. Juni gemeldet: Vicomte Katsura hat die Kabinettbilbung durch« geführt. Soue Arosute übernahm provisorisch das Aeuhere, Kiyoura Keigo übernahm das Portefeuille der Justiz, Kikutschi Unterricht, Hirata Toske Ackerbau, lltsumi Tadakatsu Inneres, Vicomte yoschikawa Verkehrswesen. jDie Ministerien deS Kriegs und der Marine werden von General Kodama und Admiral Damamoto weitergeführt.— Afrika. Der Bocrcnkricg. Die tägliche Verlustliste der Englander vom südasrikanischen Kriegsschauplätze umfaßt für den 2. Juni 8 Tote. 29 Verwundete, 14 an Krankheiten Verstorbene und neun chiverkranke. Zwei Vermißte sind wieder in das Lager zurückgekehrt. Aus Kapstadt wird gemeldet: Bisher sind hier 684 Er- kranlunge» und 318 Todesfälle an Pest festgestellt. Amerika. New Jork, Sonntag, 2. Juni. Dem„Herald" zufolge erklärte Senator Hanna in einer Unterredung, die Mitteilung, die vor einigen Tagen der frühere französische Minister Jules Siegfried in Montreal gemacht habe, daß McKinley, wie dieser ihm selbst sagte, kein Ultra-Schutzzöllner mehr sei. beruhe auf einem Mißverständnis. McKinley sei nach wie vor Schutzzöllner. Hanna glaube, daß, falls Anierika zum Zwecke der Ausdehnung deS auswärtigen Handels irgendwelche Konzessionen im Zolltarif machen sollte, dies n u r d u r ch R e c ip r o er t ä t S- vertrag e geschehen könne.— Ter chilenische Kongreß ist in Valparaiso am Sonn- abend eröffnet worden. Die Botschaft deS Vice Präsidenten besagt, die Beziehungen der Republik zu den auswärtigen Regierungen seien fortdauernd herzlich und befriedigend. Der zwischen Chile und Argentinien schwebenden Grenzfrage werde fortgesetzt sorgfältige Ausmerksamkeit gewidmet. Es werden alle Beweisstücke vorbereitet, durch die Chiles Rechte vor einem Schiedsgericht erhärtet werden können und es bestehe die Hoffnung, daß die endgültige Lösung der bestehenden Schwierigkeiten bald erreicht werde. Mit Bezug auf den bevorstehenden inter-ame- rik anischen Kongreß in Mexiko erklärt die Botschaft, Chile wünsche das Zustandekommen von Bestimmungen, nach denen künftig alle Fragen schiedsrichtlicher Entscheidung zu unterbreiten sind.— Waldersees Abschied. Der Weltmarschall Graf Waldersee ist am 3. Juni vormittags nach Japan mit der ihm aus dem Brand etwa noch geretteten Habe" abgereist; von dort wird er über Ostafrika nach Deutschland zurückkehren. Zu Ehren der endlichen Abreise gab es noch ein Festesten beim deutschen Gesandten in Peking, bei dem sich die Herren gegenseitig ihre glorreichen Berdienste attestierten. Dem Major Förster wurde der Orden xour Is möiits. Auch ein»euer 'eiertag wurde gestiftet. Und zwar wird dieser Feiertag jedes �ahr am 17. Oktober— einen Tag vor dem Gedenktag der Schlacht bei Leipzig— von dem Offiziercorps des ExpeditionScorps begange» werden. Für diejenigen, die nicht wissen sollten, was am 17. Oktober sich denn Weltgeschichtlich-BedeutsameS begeben habe, sei bemerkt, daß an diesem ewig denkwürdigen Tage Waldersee— in Peking ein» getroffen war. Oberlieutcnant v. Rauch bleibt noch in Peking, um seiner Zeit den Prinzen Tsching»ach Berlin zu begleiten, wo dieser oaS Bedauern des Kaisers von China über die Ermordung deS deutschen Gesandten aussprechen soll. Die zurückgelassenen Truppen sind immer noch reibt beträchtlich. Waldersec läßt in Peking neun „Skelelt'-Bataillone von je 200 Mann. Ungefähr eben so viel werden die Engländer dort stationicren. Die Franzosen räumen Tschili, die Japaner vermindem ihre Truppen um 9000 Mann. Der chinesische Dreibund. Daily Telegraph" meldet aus Washington: Deutschland, England und Frankreich werden die einzigen Mächte sein, welche die Garnisonen für die Peking mit der See verbindenden Punkte stellen, da Rußland die Teilnahme an den Beratungen der militärischen Behörden über diese Frage abgelehnt hat. Amerika hat fich geweigert, seine Truppen anzuweisen, diesen Dienst zu über- nehmen. Die Versammlung der verbündeten Generale beschloß, den chine- fischen Beamten die Verwaltung der Stadt Peking im Laufe des Juni allmählich zu übergeben. Während dieser Woche iverden täglich zwei Sonderzüge mit Truppen nach Talu abgehen. Nach dem Lyoner Kongreß. Paris, 30. Mai. Die ausgezogene Minderheit des Kongresses hat ihrerseits über die Spaltung folgende Erklärung erlassen: «Die Delegierten der„Kommunistischen Alliance", der„Revol.- Soc. Partei", der autonomen Föderationen von Doub, Haute- Saüne und Haut-Rhin, vonSeine-et-Oise, Deux-Ssvres und Vendöe, die den Lyouer Kongreß verlassen haben, der durch Ablehnung der Resolution Delaporte es verweigerte, die ministerialistische Politik zu verleugnen, ungeachtet deren Verurteilung auf den National- kongressen von 1899 und 1900 und auf dem internationalen Kon- greß von 1900,— bekräftigen ihren Willen, ihre Sache entschieden von derjenigen der Gefolgschaft(dos suivants) des Ministeriums Waldcck-Roüsseau-Millercind zu trennen; sie bestätigen ferner ihren Willen, unter Anfrechterhaltung der vollen Autonomie ihrer Gruppen die sie vereinigenden Bande von heute an enger zu knüpfen, um den socialistischen und antiministerialistischen Kampf zu fuhren und so die Bedingungen der Bildung einer vereinheitlichten socialistischen Partei Frankreichs auf dem Boden der Opposition und Revolution vorzubereiten. „Am nächsten Dienstag werden sie sich in der Sitzung des Revolutionäre» Centralkomitees(Parteileitung der Blanquisten) zusammenfinden, um die Grundlagen eines neuen Ueder- einkommens(entente) zu entwerfen, nachdem dessen Princip die Billigung ihrer respektive» Organisationen und Gruppen gefunden haben wird. „Sie senden ihren brüderlichen Gruß nebst dem Ausdruck ihrer Bewunderung den wackeren Kämpfern von Montceau-les-Mines und SaSne-et-Loire(die Organisation dieses Departements hat den Lyoner Kongreß nicht beschickt. Der Berichterstatter.) von denen sie im voraus wissen, daß sie nrit ihnen von ganzem Herzen in dem unternommenen Kampfe zusammengehen werden,— und acclamieren zum Schluß die einzige und wahre Einigkeit, die revolutionär- socialistische Einigkeit." Man sieht, die genannten Organisationen denken nur an ein Uebereinkommen unter sich, nicht an eine Verschmelzung zu einer Organisation, trotzdem unter ihnen gar keine principiellen oder auch nur taktischen Meinungsverschiedenheiten vorhanden sind. Die nächste Zeit wird zeigen, ob das geplante Uebereinkommen, das die„volle Autonomie" der einzelnen' Gruppen gewahrt wissen will, auch auf die„Fanzösische Arbeiterpartei"(Guesdisten) sich er- strecken wird. Die logische Folge der Lhoner Spaltung wäre die Entstehung einer so oder anders vereinigten socialistischen Partei der „Antiministeriellen" als Gegenstück zu der auf dem Lyoner Kongreß organisierten„Französischen socialistischen Partei". Käme es freilich dazu, dann würde die E n t z w e i u n g des französischen Socialismus zu einem in absehbarer Zeit unüberwindlichen Hindernis der Ver- einigung zu einer Partei. Deshalb liegt es wohl im Gesamt- i n t e r e s s e des französischen Socialismus, daß die Organisationen der„Antiministeriellen" ihre Autonomie beibehalten, was eine Ver- ständigung mit der andern Seite erleichtern würde. Um so mehr, als in Lyon das vorläufige Fortbestehen der Sonderorganisationen im Rahmen der allgemeinen Parteiorganisation vorgesehen wurde. Eine andre Folge der Lyoner Spaltung ist bereits zur That fache geworden. Die Deputierten der„Revolutionären socialistischen Partei" und der„Kommunistischen Alliance' sind aus der socio- listischen Kammerfraktion ausgetreten, um eine neue„revolutionär-socialistifche" Fraktion zu bilden. Zusammen mit den GueSdisten, die sich ihr wohl anschließen werden, wird diese Fraktion etwa Vs der bisherigen, 42 Mann zählenden Kammerfraktion umfasicn. »» * ES ist angezeigt, den Mitteilungen unsres Korrespondenten einige Aeußerungen der französischen Presse über den Ausgang des Lyoner Kongresses beizufügen. Die nationalistischen Blätter sind äußerst zufrieden und Natschen den Blanquisten Beifall, die endlich das entwürdigende Joch abgeworfen hätten. „La Patrie" schreibt: „Ihre(der Dissidenten) Geduld wurde auf harte Proben ge- stellt. Die Verirrungen der Ministeriellen haben sie aufs höchste erregt. Die Blanquisten und Revolutionären be> freien sich mit Glanz aus einer unwürdigen Situation, aus einer Knechtschaft, welche ihre Principien. ihre Popularität und ihre Ehre an eine Verbindung fesselte, die ihr Gewissen ver- urteilte." Wie die„Patrie" hofft, daß diese„schöne Manifestation der Un° abhändigkeit" Bestand haben möge, so äußert auch R o ch e f o r t seine Befriedigung über die Haltung von V a i l l a n t. Deutlich genug bekundet R o ch e f o rt die Gründe seiner Zufriedenheit: „Auf dem Kongreß in Lyon sehen wir Leute, die bisher durch ihre Abstimmungen das Ministerium gestützt haben, mit Stolz und Entschiedenheit sich als. a n t i m i n i st e r i c I l" bezeichnen. ... Es wird leicht sein, ihnen zu bemerken, daß diese Erklärungen weniger in Lyon, als vielmehr in Paris im„Palais Bourbon" von Wert sind." Auch Rochefort rechnet also auf einen baldigen Ministersturz durch den Zustoß des linken Flügels der socialistischen Fraktion zu den nationalistisch- reaktionären Gegnern der gegenwärtigen Regierung. Weniger hoffnungsfreudig ist das„I o u rn a l des Debats": „Wir glauben nicht, daß die Spaltung der socialistischen Partei in zwei Flügel, die in ihrer Stärke einander ziemlich gleich sind, der Propaganda viel schaden wird.... Seit zwei Jahren nehmen die autonomen Föderationen immer zu. Auf dem Lyoner Kongreß waren 40 vertreten, aus dem nächstjährigen Kon- greß in Tours werden es deren sicher noch mehr sein. Diese autonomen Föderationen saugen nach und nach immer mehr die alten in Paris centralisierten Sekten auf. Sie ver- folgen keinen andren Zweck, als nur recht viele Wahlstimmen zu- sammen zu bringen und die Zahl der socialistischen Abgeordneten in der Kammer zu vcnnehren, eine große parlamentarische socialistische Partei zu gründen, deren Unterstützung für die Republik untenbehrlich wird." Die R a d i k a'l- S o ei a li st e n, die am weitesten links stehende bürgerliche Partei, scheinen der Hoffnung zu sein, daß sie von der neuen Situation profitieren werden. Sie glauben, daß V i v i a n i und Genossen sich nun ihnen nähern werden. Der„Petit Sou", das Organ des antiministeriellen Flügels der Socialisten, rechnet ebenfalls mit dieser Möglichkeit. Dem steht freilich eine Erklärung Jaurös entgegen, die dieser schon vor dem Lyoner Kongreß ab- gab und in der er de» Radikalen den entschiedensten Kampf bei den nächsten Wahlen ankündigte. Die socialistische Partei, so erklärte James, werde überall mit selbständigen Kandidaten vorgehen. In der„Petite Republique" schreibt jetzt Jean I a u röS einen Artikel„Ans Werk". Er kommt aus Lyon zurück. „fest entschlossen", sich nicht zu„ärgern", sondern, gemäß den Kongreßbcschlüssen, seine Arbeit sofort tvieder aufzunehmen: „Wir sind fest entschlossen. in der Periode des Kampfs und der Organisation, in die wir nun eintreten Iverden, so zu handeln, als ob die Teilnahme des Socialismus an der Regierung definitiv beseitigt wäre und als ob das Proletariat die Verwirklichung seines Programms nicht zu erwarten hat von der direkten Ein- Wirkung auf den ministeriellen MechamSmus. sondern nur von dem Druck, den eS auf die bürgerlichen Parteien ausübt..._. Die Durchführung des socialistischen Programms, die Organisierung aller socialistischen und proletarischen Kräfte, das sind die Auf- gaben, an deren Lösung wir mit ganzem Herzen arbeiten werden." ' Im„Petit Sou", dem Organ der„anttministeriellen" Gruppen,' tritt Edwards den zuversichtlichen Aeußerungen JauröS' entgegen. Der Lyoner Kongreß sei eine vollständige Niederlage Jaurös'. Dieser habe geglaubt, der„Generalissimus" einer großen, discipliniertcn Partei zu werden, er sei zurückgekehrt an der Spitze einer Masse, die wenig und schlecht mit einander verbunden. Sem Artikel„Ans Werk" sei nichts weniger als ein Sieges-Bulletin. „Die in Lyon besiegelte„Einigung" lasse sich nicht anders kennzeichnen, als die von n u r O f f i z i e r e n(d. h. es fehlen die Massen. D. Uebers.), wenn auch Jaurös anders glauben machen will."_ Polizeiliches, Gerichtliches uNv. — Wegen Beleidigung des Polizeifergennten Maar in Höchst stand vorgestern Genosse Lehendecker vor de» Schranken des dortigen Schöffengerichts. Der Vorgang, wobei die angeblich be- leidigende Äeußerung gefallen ist, ereignete sich einige Tage nach einer Versammlung, in welcher die Behandlung städtischer Arbeiter den Gegenstand der Besprechung bildete, bei welcher Lehendecker auch unter Hinweis auf eine Mitteilung, die ihm zugegangen war, die Behandlung und Belastung einzelner städtischen Beamten er- wähnte. Diese Mitteilung gab dem Polizeisergcanten Maar Ver- anlassung, dem Bürgermeister zu erklären, innerhalb 2 Tagen heraus- zubekommen, welcher Beamte die Mitteilung dem Gen. Lehendecker zugehen ließ. Dieses Vorhaben schlug fehl, da L. von einer Seite zeitig diese Absicht mitgeteilt wurde. Bei einer Begegnung mit dem Polizei- Wachtmeister Dinges machte L. denselben aus die Handlungsweise des Maar aufmerksam, und er soll bei dieser Gelegenheit die beleidigende Äeußerung gethan haben. Lehendecker bestritt, das angebliche Wort gebraucht zu haben. Es wurde aber durch das Zeugnis des Polizei- Wachtmeisters bewiesen, daß die in der Anklageschrift behauptete Beleidigung gefallen ist. Der Amtsanwalt beantragte eine Geld- strafe von 10 M. Das Urteil lautete auf 6 M. Geldstrafe und billigte das Gericht dem Angeklagten den Schutz des Z 193 zu. Eine Verurteilung wegen formeller Beleidigung mußte nach der Urteils- begründnng erfolgen._ Wnfte Cenmlvechmlullg M HMeu MMMiter- VerbaM. Nürnberg, 1. Juni 1901. Vormittags-Sitzung. Auf Antrag der Beschwerdckommission wird den streikenden Mit- gliedern in Kelsterbach Streikunterstützung gewährt. Der Streik war vom Hauptvorstand nicht genehmigt. Dann gelangt zur Beratung der Kommissionsentwnrf zur Ganeinteilung und Anstellung besoldeter Bezirksleiter. Der Entwurf wird nach längerer Debatte mit 12ö gegen SS Stimmen unverändert angenommen. Die wesentlichsten Bestimmungen desselben sind folgende: Das Wirkungsgebiet des Verbands wird in zehn Bezirke ein- geteilt. Jedem Bezirk steht ein besoldeter Bezirksleiter vor, dessen Obliegenheiten sind: Leitung der Agitation, Eingreifen bei Lohn- bewegungen und Arbeitsdifferenzen, Revision der Verwaltungs- und Geschäftsstellen, Schlichtung von Differenzen unter den Mitgliedern. Der Bezirksleiter wird in seiner Thätigkeit durch eine viergliedrige Komnnssion unterstützt. Die Gehälter aller Verbandsbeamten(nicht Zahlstellenbeamten) werden auf Antrag derselben Kommisston folgendermaßen geregelt: DaS Anfangsgehalt für alle Beamten beträgt im Minimum 160 M. monatlich. Es steigt in den ersten fünf Jahren jährlich um 100 M., in den folgenden Jahren jährlich um 7S M. bis zum Höchst- betrage von 3000 M. Die Annahme des vorstehenden Antrags erfolgte in nament- licher Abstimnmng mit 88 gegen 86 Stimmen bei etlichen Stimm- enthaltungen. Ein Antrag, über den Beschluß der Generalversammlung be- treffend Gan-Einteilung usw. eine Urabstimmung zu veran- stalten, wird abgelehnt. Der Punkt 4 der Tagesordnung: Unsre Taktik bei Lohn- bewegungen, Differenzen, Ausständen usw. wird der vorgerückten Zeit wegen von der Tagesordnung abgesetzt. Das Referat über diesen Punkt soll als Agitations-Broschüre gedruckt werden.. Alsdann wird zur Wahl der Verbandsbeamten geschritten. Auf Antrag Basel- Nürnberg werden die Vorstandsmitglieder in geheimer Wahl gewählt. Per Acclamation wird S ch e r m- Nürnberg als Verbands- redacteur einstimmig wiedergewählt, D e j u n g- Frankfurt a. M. als Vorsitzender des Ausschusses gegen 4 Stimmen. Die Gehaltsverhältnisse der Hilfsarbeiter des Verbands (nicht der Zahlstellen) sind vom Vorstand und Ausschuß zu regeln. Der nächste» Generalversammlung ist eine diesbezügliche Gehaltsskala vorzulegen. Nachträglich wird noch beschlossen, daß das neue Ge- haltSregulativ für die schon längere Zeit im Dienste deS Verbands stehenden Beamten nicht sofort rückwirkende Kraft haben, sondern vom Vorstand und Ausschuß Uebergangsbestimmungen geschaffen werden sollen. Da die Wahlkommission ihre Arbeiten noch nicht beendet hat, wird in die Statutcnberatung eingetreten. Die wichtigsten Aende- rungen sind folgende: 8 2 wird derart geändert, daß eS nicht mehr Beseitigung, sondern Beschränkung der Accordarbeit heißt. Das Bei- trittsgeld wird für männliche Mitglieder auf S0 Pf. erhöht, für weibliche Personen bleibt es wie bisher. Nachmittags sitzung. Zunächst wird das inzwischen festgestellte Wahlresultat be- kannt gegeben. Demnach ist der bisherige Vorstand in seiner alten Zusammensetzung mit großer Majorität wiedergewählt. Abgegeben ind 179 Stimmen. Auf Schlicke, 1. Vors., entfallen 164, auf Pfeifer, 2. Vors., 161. auf Hauptkassierer Werner 174 und auf Sekretär Reichel 161 Stimmen. In der Statutenberatung wird fortgefahren. Angenommen wird ein Antrag Berlin, wonach denjenigen Kollegen, die ausgelernt und sich innerhalb 4 Wochen nach vollendeter Lehrzeit in den Verband aufnehmen lassen, bereits nach 26 wöchentlicher Karenzzeit Reisegeld gewährt werden kann. Ferner wird in größeren Orten Auf- enthalts-Unterstützung gewährt, um den Reisenden das Umschauen nach Arbeit zu ermöglichen. Das Reisegeld beträgt 1 M. pro Tag, doch müssen 2S Kilometer zurückgelegt sein. Für die Arbeitslosen- Unterstützung gelten in Zukunft folgende Unterstützungssätze: Nach einjähriger Mitgliedschaft 1 M., nach 2 Jahren 1,20 M., nach 3 Jahren 1,3S M., nach 4 Jahren 1,50 M., nach 5 Jahren 1,70 M. täglich für 42 Tage. Zu§ 16 spricht sich die Kommission in scharfer Weise gegen den „Unfug der Sektionsbildung" aus, verzichtet aber auf eine Aendcrung des Paragraphen. Die Generalversammlung stimmte den Ausführungen, die protokollarisch festgelegt werden, zu.' Angenommen wird ein Kommissionsantrag, demzufolge in Zu- kunft 7S0 Mitglieder statt bisher SOO einen Delegierten zur General- Versammlung zu wählen haben. Die andern Aenderungen deS Statuts find nicht wesentlich. ES folgen die Anträge zur Durchführung der Statuten. Angenommen wird ein Antrag Berlin, der den Vorstand be- auftragt, mehr noch als wie dies bisher geschehen ist, statistische Er h e bun g en zu veranstalten. Ferner wird der Antrag Stutt- gart angenonimen:ZurVereinfachuugderVerwaltungs- g e s ch ä f t e sind die einzelnen SektionSverwaltungen eines Orts an- zuweisen, eine gemeinschaftliche Ortsverwaltung mit einheitlicher Kassenführung einzurichten. Beschlossen wird ferner, alle VerbandSbeamten, auch die Lokal- beamten, auf Verbandskosten gegen Unfall bei einer leistungs- fähigen Gesellschaft zu versichern. Die Versicherung soll auch die Agitatoren umfassen. Zur Berichterstattung der gegnerischen Presse wurde folgende Resolution angenommen: 1. Die fünfte ordentliche Generalversammlung des deutschen Metallarbeiter-Berbands erklärt die Mitteilungen einzelner bürgerlicher Zeitungen, welche den ersten Bevollmächtigten der Verwaltungsstelle Berlin O. Näther der Polizei- Konspiration verdächtigen, als unwahr. 2. Sie bedauert, daß aus den Reihen der Arbeiterschaft der gegnerischen Presse Gelegenheit gegeben wurde, derartige, von ihr stets mit Behagen aufgenommenen Behauptungen zu verbreiten. Alsdann werden die Diäten auf Vorschlag der Haushalts- komnnssion auf 8 M. pro Tag und 4 M. Lohnentgang festgesetzt. Die Delegierten, deren Gehalt während der Tagung fortbezahlt wurde, haben die Entschädigung für Lohnentgang zurück zu zahlen. Genosse Hansen aus Kopenhagen überbrachte die Grüße des nordischen Bruderverbands und dankte für die Hilfe, die die deutschen Kollegen dem dänischen Verbände bei der letzten großen Aussperrung hatten zu teil werden lassen. R i e m a n n- Chemnitz dankt den Nürnberger Verbandskollegen für die gastliche Aufnahme und Bewirtung, welche die Delegierten in Nürnberg gefunden. Kollege R u d o lp h-Nürnberg sprach im Namen der Nürnberger Kollegen die herzlichsten Abschiedsgrütze aus. Der Vorsitzende D e i ß i n g e r- Hamburg warf einen kurzen Rückblick auf die Verhandlungen der Generalversammlung und er- mahnte dringend zur Einigkeit, damit die gefaßten Beschlüsse dem Verband zum Segen gereichen. Mit einem dreimaligen begeistert aufgenommenen Hoch auf den Deutschen Metallarbeiterverband wurde die fünfte Generalversammlung geschlossen. Die tardiillg dts Rittmeisters v. Krosigk m dem (Telegraphischer Bericht.) (Fünfter Tag der Verhandlung.) Gumbinnen. 3. Juni. Der Angeklagte Hickel bestreitet mit großer Entschiedenheit. bei dem Kriminalkommissar von Bäck mann angegeben zu haben: er sei im Remontestall gewesen. Er habe dies auch bei Herrn Kriegsgerichtsrat L ü d i ck e nicht zu Protokoll gegeben.— Kriminal- kommissar von B ä ck m a n n: Ich halte meine Aussage aufrecht.— Die Berliner Polizeibcamten werden darauf vereidigt�(im kriegsgerichtlichen Verfahren ist der Nacheid eingeführt); ihnen wird' alsdann gestattet. nach Berlin zurückzukehren.— Präs.: Es muß noch festgestellt werden, ob die Fußspuren, die vorgefunden wurden, mit den Matzverhältnissen der Stiefel Martens übereinstimmen.— Es wird nun der Dragoner- Wachtmeister Buppersch als Zeuge aufgerufen. Derselbe bekundet: Ich habe nachgeforscht, welche Stiefel in die Fußspuren paßten. Es konnte aber nicht festgestellt werden. Alsdann werden verschiedene im Gefängnis geschriebene Briefe der Angeklagten verlesen, worin diese ihre Unschuld in herz- ergreifenden Ausdrücken beteuern. Präsident: Ich habe noch eine Frage an Marten zu richten. Da zu befürchten steht, daß Marten in Gegenwart Hickels nicht die volle Wahrheit sagt, so soll Hickel den Saal verlassen.— Hickel wird hinausgeführt.— Präs.: Unteroffizier Marten, treten Sie einmal vor. Wollen Sie zugeben, daß Sie nicht beabsichtigt hatten, den Rittmeister zn töten, daß Sie aber den Karabiner auf ihn richteten, um ihn zu verletzten?— Marten: Ich bin eS nicht gewesen.— Präs.: Geben Sic auch nicht zu, am Guckloch gestanden zu haben? � Marten: Ich habe nicht am Guckloch gestanden.— Präs.: Sie wissen doch, daß die Beweis- aufnähme ungünstig für Sie ausgefallen ist. Sie können die Zeit von 10 bis 15 Minuten nicht angeben. Sie können auch nicht sagen, w o Sie gewesen sind in dieser Zeit. Wir wollen gern Ihre Unschuld feststellen. Sie müssen uns aber doch wenigstens eine Unterlage geben, wo Sie die 10 bis 15 Minuten gewesen sind.— Marten: Es ist möglich, daß ich irgendwo länger verweilt habe.— Präsident: Die Entfernungen sind genau abgemessen; die Zeit ist reichlichst berechnet; aber 10—15 Minuten Ihres Aufenthalts sind nicht aufzuklären gewesen. Wollen Sie zugeben, daß es nicht Ihre Absicht war, den Rittmeister zu töten, aber mit dem Karabiner geschossen haben, um ihn zu verletzen?— Marten: Ich habe nichts mit der Sache zu thun, das kann ich tausendmal vor Gott beschwören. Wenn ich es gewesen wäre, würde ich es sagen.— Präsident: Marten, Sie stehe» mit der Wahrheit nicht auf vertrautem Fuße. Sic haben mehrfach die Unwahrheit gesagt. Sie leugnen, auf dem Korridor gewesen zu sein, obwohl Sie von zwei Leuten bestimmt er- kannt worden sind?— Marten: Ich kann n«r wieder- holen, das bin ich nicht gewesen.— Präsident: Sie hlciben also dabei, überhaupt nicht mit dem Karabiner geschossen und auch nicht vor dem Guckloch gestanden zu haben?— Marten: Nein.— Präsident: Hickel soll wieder eintreten.— Hickel wird hereingeführt.— Präsident: Sergeant Hickel, ich habe Marten gefragt, ob er vielleicht nicht beabsichtigt habe, den Rittmeister zu töten, aber) mit dem Karabiner geschossen habe, um ihn nur zu verletzen. Das wird von Marten bestritten. Wollen Sie zugeben, daß Marten in dieser Absicht doch geschossen hat?— Hickel: Das weiß ich nicht, ich kann es auch nicht glauben, daß Marten geschossen hat.— Präs.: Geben Sie auch nicht zu, daß Sie am Guckloch gestanden haben?— Hickel: Nein, ich bin voll- ständig unschuldig und in keiner Weise beteiligt.— P r ä s i d e n t(zu dem Zeugen Dragoner Skobeck): Nun, Skobeck, Sie hatten Zeit, genau mit Ihrem Gewissen zu Rate zu gehen und zu überlegen, ob Sie die volle Wahrheit gesagt haben. Haben' Sie dieses gethan?— Zeuge Skobeck:. Ja- wohl.— Staatsanwalt Kriegsgerichtsrat Lü dicke: Ich beantrage, den Zeugen Skobeck zu vereidigen. Er macht einen vollständig glaubwürdigen Eindruck. Er ist allerdings verhaftet ge- wesen, weil sich zunächst in seiner Aussage einige Widersprüche vor- fanden. Diese sind aber sehr bald aufgeklärt worden. Verteidiger R.-A. Horn: Ich beantrage Skobeck nicht zu vereidigen. Skobeck hat sich derartig verdächtig gemacht, daß er längere Zeit verhaftet war. Erst Kriminalkommissar v. Bäckmann erklärte ihn für glaubhaft und vcranlaßte seine Freilassung. Daß Skobeck unglaubwürdig ist, das beweist dieser Brief.— Der Verteidiger will auf den Inhalt deS Briefes eingehen, wird vom Präsidenten aber darauf aufmerksam gemacht, daß der Brief nicht verlesen worden ist.— Staats- a n w a l t: Der Brief war nicht Gegenstand der Hauptverhandluug und ist deshalb nicht erwähnt worden.— Verteidiger Rechtsanwalr Horn: Nur der Präsident ist berechtigt zu unterbrechen. nicht der öffentliche Anklüger. Skobeck ist von geringer Intelligenz, der die Folgen seiner Aussagen nicht erfassen kann. Er ist verhaftet gewesen und hat Angst, etwas zurückzunehmen. Er muß gewußt haben, daß mit einem Karabiner geschossen worden war und woher der Schuß kam. Er kann auch nicht genau die Zeit angeben, wo er zur kritischen Zeit gewesen ist. Er bat ferner dem Wachtmeister M e l z e r gegenüber verneint, daß die zwei Leute am Guckloch Unteroffiziermützen getragen haben. Ich behaupte, daß Skobeck mlndstens den Mörder gekannt und sich selbst in den Krümperstall zurückgezogen hat. Jedenfalls ist Skobeck nicht ein Mann, dem man so ver- trauen kann, daß nach seiner Aussage das Todesurteil gefällt werden kann. Ich protestlere deshalb ganz entschieden gegen seine Vereidigung.— Verteidiger, Rechtsanwalt B u r ch a r d schließt sich dem Vorverteidiger an.— A t a a t S a n w a l t: Ich wiederhole, daß ich meine Anträge auftecht erhalte. Nach langer Beratung des Gerichtshofs erklärt der Präsident: Der Gerichtshof hat beschlossen, noch e r n- mal in die Verhandlung einzutreten.— Auf Antrag der Verteidiger wird die Oeffentlichkeit ausgeschlossen. Nach längerer Verhandlung, in der Skobeck in seinen vorher be- stimmten Aussagen widerspruchsvoll und schwankend wurde, kam das Gericht zu dem Beschluß, Skobeck nicht zu vereidigen» da er nach einstimmiger Ansicht des Gerichtshofs vollständig unglaubwürdig fei. Die Beweisaufnahme wurde beendet und dann beschlossen, auf Grund einer kaiserlichen Kabinettsorder während der nun folgenden Plaidoyers die Oeffentlichkeit auS- zuschließen- Am 5. Mai vorigen Nach Beendigung feines Plaidoyers beantragt der Staatsanwalt Vor Schluß der Beratung teilte die Borsigende, Frau Rönsch- feine Schwägerin Frl. Hanau beschäftigt war. erschien Wernede, der mit mit, daß 104 Mitglieder Jahrs gegen Marten und Hickel die Todesstrafe, Ausstoßung aus dem Heere, auch Vorsigende des Vorstands in GeschäftsHinze Ehrverlust und Versetzung in die zweite Klasse des Soldatenstands, fich angeschlossen haben. Mit lebhafter Freude begrüßte sie diesen verbindung stand, in dessen Comptoir, verschloß dasselbe hinter sich außerdem wegen Meuterei gegen Marten zweieinhalb und gegen schönen Anfang, der sie mit Zuversicht erfülle, daß die heute be- und attadierte Fräulein Hanau in unsittlicher Absicht. Eine ganze Sidel zwei Jahre Zuchthaus. Bezüglich des Angeklagten Domning gründete Gemeinschaft wachsen und gedeihen werde zum Wohle des Anzahl weiblicher Personen, gegen welche Wernede ebenfalls in uns beantragte der Staatsanwalt Freisprechung. ganzen Gewerbes. Den Einzelnen gebe sie Rückhalt in dem Gefühl fittlicher Weise vorgegangen, wurde bei der Verhandlung vor dem der Gemeinsamkeit mit den Arbeitskollegen, lehre sie ihre schöne Schöffengericht vernommen. Dasselbe verurteilte Wernecke zu Arbeit, deren Produkte so viele Augen erfreuen, hochzuhalten und 1000 M. Geldstrafe, wogegen sowohl er, wie die Nebenklägerin Beberleihe ihnen das Bewußtsein ihres Rechts, sich zu höherem und rufung einlegten. Der Gerichtshof hielt die Verfehlungen Werneckes freierem Leben zu entwickeln. für so schwer, daß er den Angeklagten trog seines hohen Alters zu drei Monaten Gefängnis verurteilte. Der Staatsanwalt hatte 6 Monate Gefängnis beantragt. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Nachdem noch die nächste Vereinsversammlung für den 2. Juli gleichen Lokal anberaumt worden, schloß die Versammlung mit einem frischen, freudigen Hoch auf die junge Vereinigung. Sociales. Tehte Nachrichten und Depeschen. Chinadebatte in der franzöfifchen Kammer. Das Elend der Hausarbeiter in der Textil- Industrie. Paris, 3. Juni.( W. T. B.) Bei der Begründung seiner AnDie Kreishauptmannschaft Bwidau hat gemäß§ 34 des Invaliden- frage über die Lage in China fagt Destournelles: Wir stehen versicherungs- Gesetzes den durchschnittlichen Jahres- Arbeitsverdienst einer doppelten Gefahr gegenüber, nämlich der amerikanischen, der versicherungspflichtigen Hausgewerbetreibenden der Textil- die uns unmittelbar bedroht, und der gelben Gefahr, die noch Industrie für die Amtshauptmannschaften Auerbach und Zwidau weiter entfernt ist. Die amerikanischen Imperialisten verbergen sowie die Städte Crimmitschau, Falkenstein, Reichenbach und Zwickau es nicht mehr, daß sie sich der Kolonien der europäischen Staaten auf 450 M. festgesezt. bemächtigen wollen. Redner fragt, ob der Minister des Aeußeren Das Elend der Hausarbeiter in der Textil- Industrie fann nicht das Gerücht von der Rückkehr eines Teils der französischen Truppen drastischer illustriert werden, als durch vorstehende behördliche beſtätigen könne. Zum Ausstand der Dekateure. Von den 24 wegen der Mai- im feier Ausständigen liegen noch 16 auf der Straße. Es find fast ausschließlich alte, bewährte Sträfte, die ihre halbe Lebenszeit in ein und demselben Berufe gearbeitet haben. Sie halten fest zu fammen und sind entschlossen, in andre Berufe überzugehen. Es thut uns leid, einen nach dem andern scheiden zu sehen, aber jeder Kampf toftet Opfer und wir bringen fie gern. Wir sind nicht die Unterlegenen, wie man von gewiffer Seite gern fagt, sondern wir stehen moralisch hoch über unsren Gegnern und sie wissen ja auch, daß uns bekannt ist, was ihnen der Kampf kostet. Wie es mit dem angeblichen Ueberfluß an arbeitswilligen Elementen ausfieht, geht am besten daraus hervor, daß die Unternehmer heute Leute einstellen und behalten, bei deren Namensnennung fie früher schon Widerwillen empfanden. Ferner versucht man fortgesetzt auf die Arbeiter einzuwirken, daß sie zur Arbeit zurüdlehren. Uns liegen bier Karten bor, worin die Empfänger förmlich Bekanntmachung. gebeten werden, ihre Kräfte doch zur Verfügung stellen; diese Arbeiter aber verzichten auf die Ehre. Wir fönnen unsrer Freude unverhohlen Ausdruck geben, daß die Herren bei allen ehrlich denkenden Arbeitern abfallen. Uns Arbeitern ist es gleichgültig, mit welchen Kräften die Firmen Rudolph Tad, Otto Blumenthal und C. Kleyer arbeiten, wenn die Kundschaft, in diesem Fall die Konfektion, damit zufrieden ist. Den übrigen Detaturbefizern geben wir hierdurch bekannt, daß die Ausständigen fich nicht dazu hergeben, dort Arbeit zu nehmen, wo ungerechtfertigte Entlassungen vorgenommen werden. Da von Unternehmerseite darauf hingewiesen ist, Arbeiter von außerhalb( Ludentvalde) heranzuziehen, machen wir die auswärtigen Kollegen auf diesen Umstand aufmerksam. Anfragen sind zu richten an B. Manaffe, Alte Jakobstraße 47, IV. Filiale III.( Dekateure) des Textilarbeiter- Verbands. Deutsches Reich. zu Jetzt versuchen die Unternehmer durch Vermittelung Berliner Kleinmeister und Großfabrikanten Ersatz für die Streifenden zu schaffen und zwar unter sehr günstigen Bedingungen, Be zahlungen nach dem Berliner Lohntarif, Montagezuschlag usw. Die Kupferschmiede werden hiermit dringend gewarnt, derartige verlodende Arbeitsangebote anzunehmen. Jede Arbeit nach den Seestädten, sowie jede Schiffsarbeit nuß zurückgewiesen werden, gleichviel von welcher Firma das Angebot gemacht wird. " Gerichts- Beitung. Die erklärte weiter, Er der endder Delcassé erwidert, ein Teil der Truppen sei bereits vor einem Dem Schutz der Bauarbeiter dient eine Polizei- Verordnung, Monat zurüdberufen worden und fürzlich seien neue Befehle welche der Oberbürgermeister von Essen fürzlich erlassen hat. für die Heimkehr französischer Truppen erlassen worden. Verordnung berücksichtigt, wie unser Eſſener Partei- Organ berichtet, hoffe bestimmt, daß nächstens das Gros des Expeditionscorps zwar noch nicht alle Forderungen der Bauarbeiter, sie bedeutet aber es hänge diese Maßregel von zurückkehren könne, gegenüber den bisherigen Zuständen einen guten Schritt vorwärts. gültigen Regelung der Verhältnisse ab. China habe bereits Der Streit der Ortskaffe IV in München mit ihren Kaffen einige Schuldige bestraft und die Frage des Schutzes ärzten ist nunmehr, wie bereits berichtet, erledigt. Es drehte sich, der Gesandtschaften sei so geregelt worden, daß ihm Sicher E2 bleibe nur nachdem die Kasse die Honorarforderungen der Aerzte schon vorher heit für die Zukunft verbürgt erscheine. bewilligt hatte, nur noch um die Gewährung einer würdigen noch die Frage der Entschädigung übrig, deren Erledigung Stellung für die Aerzte. Der Hauptinhalt des Ausgleichs ist der, einige Verwidlungen mit sich bringe. Frankreich sei daß ohne Mitwirkung des ärztlichen Bezirksvereins ein Kaffenarzt Anschauung, daß eine sofortige Zahlung der ganzen ganzen Ent Es sind Normen fest- schädigungssumme unmöglich fei, Garantien auf weder angestellt noch entlassen werden kann. HandelsGebiete feien gestellt, unter denen Kassenvorstand und Bezirksvereine ihre Rechte politischem weil borzuziehen, dadurch alle wahren können. Entlassen darf ein Arzt nicht aus Willkür werden, Mächte an der Aufrechthaltung der Integrität Chinas interessiert sondern nur unter ganz bestimmten Voraussetzungen. würden. Er wisse nicht, welche Lösung schließlich gefunden werden würde, hoffe aber, daß die Lösung demnächst erfolgen würde. Eine ErDer Streik der Hamburger Kupferschmiede dauert unverhöhung des chinesischen Zolltarifs würde in Wirklichkeit auf die Chinesen ändert fort. Am Streit waren 211 Mann beteiligt, davon arbeiten jezt mindestens 34 zu den neuen Bedingungen, abgereist find 26 und Der Prozeß gegen den Milchhändler Rudolf Theiß und zurückfallen, nicht aber den Handel des Auslands treffen. Es sei nur werde die Regierung feinerlei französische von den 67 ledigen werden in den nächsten Tagen wieder eine deffen Kutscher Hermann Belade, welche beschuldigt sind, fort- gerecht, daß China die Kosten für die Expedition trage. Delcassé größere Bahl abreisen. Bu unterstützen sind 88 verheiratete Kollegen gefeßt die Milchkannen ihrer Berufsgenossen auf dem Lehrter Bahn: Interessen im äußersten Orient vernachlässigen; ob finanzielle oder mit 167 Kindern. In der letzten Zeit haben sich einige Arbeitshofe beraubt zu haben, ist gestern vor der neunten Straftanmer des industrielle Unternehmungen später in China mit Erfolg werden willige eingefunden, doch ist es gelungen, dieselben auf die Seite Landgerichts I zu Ende gelangt. Ein Teil des Berliner Milchbedarfs thätig sein können, wisse er nicht. Das chinesische Volt stelle einen der Streikenden zu bringen. wird durch die Vereinigten Pommerschen Meiereien" gedeckt, deren wesentlichen wirtschaftlichen Faktor dar, aber es habe keinen Erzeugnisse zugleich mit denen aus der Khrizer Gegend allnächtlich militärischen Wert gezeigt. Er hoffe, die gemeinsamen Anstrengungen mittels des sogenannten Milchzuges auf dem Lehrter Bahnhofe ein- der Mächte zur Herbeiführung einer Lösung würden bald zum Ziele treffen. Im Winter des Jahres 1899 stellte der Direktor der Pommerschen Meierei", Herr Düfing, fest, daß die Plomben, führen. Der Zwischenfall ist damit erledigt. welche als Sicherungsverschluß der Fässer und Kannen dienen, Internationale Abschiedsfeier in China. abgerissen oder wiederholt beseitigt worden waren.& Tientsin, 2. Juni.( W. T. B.) Lezte Nacht tam es in hiesiger waren stets Sahnenfässer, die hiervon betroffen wurden. Gleichzeitig liefen Beschwerden von den Kunden ein, daß die ihnen ge- etwas berüchtigter Takustraße zu einem Zusammenstoß zwischen englieferte Sahne nicht den vorschriftsmäßigen Fettgehalt habe, sondern lischen Polizeisoldaten und französischen Soldaten. Leztere griffen mit verdünnt sein müsse. Es wurde angenommen, daß die betreffenden dem Bajonett und Steinwerfen die Engländer an, von welchen darauf Behälter durch unehrliche Personen von der Plombe befreit, geöffnet Feuer gegeben wurde. Die Engländer erhielten pflichtmäßige Unterund einen Teil ihres Inhalts beraubt worden seien, worauf die ftüßung von der deutschen Polizei. Nachdem den Franzosen japaDa nische und, wie es heißt, auch einzelne deutsche Soldaten zu Hilfe gefehlende Menge Sahne durch Magermilch ersetzt worden sei. die Milchhändler den für sie bestimmten Betrag selbst vom Bahnhof fommen waren, entwickelte sich ein Krawall, wobei angeblich ein Franzose Zum Cunewalder Weberstreik. Wie berichtet wird, hatte abholen, so konnte nur einer von diesen der Thäter sein. Als die Dieb- tot blieb, während etwa 10 Soldaten verwundet wurden. Details der Fabrikant Kloß in Beiersdorf die Absicht, am Montag feine Fabrit stähle troß einer ausgeschriebenen Belohnung kein Ende nahmen, fehlen vorläufig. Auch die japanische Polizeistation wurde an zu öffnen, ohne etwas mit den etwa Anfangenden über den Lohn wurde zu einer List gegriffen, um den Thäter zu ermitteln. Ein gegriffen. zu vereinbaren. Einer der größten Fabrikanten der Laufiger Leinen- leerer Eisenbahnwagen wurde auf einem Nebengeleise so in der Berlin, 3. Juni.( W. T. B.) Anläßlich der ihm über den industrie kündigt daraufhin dem Streiffomitee an, daß, wenn Ar- Nähe des Milchzuges aufgestellt, daß man von demselben aus den Saatenstand in den östlichen Provinzen zugegangenen bedrohlichen beiter in der Kloßschen Fabrik zu den reduzierten Löhnen anfangen, in Frage kommenden Wagen des Milchzuges genau übersehen konnte. alle Fabrikanten der Umgegend gezwungen feien, ebenfalls die In dem leeren Wagen hielten sich der erwachsene Sohn des Direktors Nachrichten hat der Ministerpräsident Graf v. Bülow die Minister Löhne herabzusetzen. Die Arbeiter werden also die eminente Gefahr Düsing und der Bahnaufseher Kannenberg während mehrerer Nächte des Innern, der Finanzen und für Landwirtschaft ersucht, alsbald begreifen, die darin liegt, wenn es Kloß gelingt, Arbeiter zu erberstedt. Sie wollen wiederholt festgestellt haben, daß die Plomben eine gemeinsame Bereifung der gefährdeten Bezirke vorzunehmen. halten. Die Arbeiter und Arbeiterinnen, die so lange heldenmütig verschlüsse so lange unversehrt blieben, bis der Milchhändler Theiß nebst Kutscher seinem mit ihrem Fuhrwerk eintrafen. gefänipft haben, werden alles daransezen, um das zu verhindern. Die Streitleitung bemerkt hierzu: Herr Kloß hat wieder einmal während der Kutscher die für seinen Dienstherrn bestimmten feine Rechnung ohne die Streitenden gemacht. Steiner wird an Fässer aus dem Wagen herausholte, wobei er länger als nötig war, fangen; es fann ihm Gegenteil passieren, daß nächsten Montag acht im Innern verweilte, stand Theiß auf dem Bahnsteig und berlub Arbeitswillige, die bisher von Beiersdorf nach Cunewalde tamen, die Fässer auf seinen Wagen. Theißlließ sich nach seiner Stompromittierung sich den Streifenden anschließen. herbei, der Direktion der Pommerschen Meiereien einen Schadens Barzin, 3. Juni.( W. T. B.) Bei der Beerdigung des Grafen erfas von 1000 M. zu leisten. Die Sache war aber bereits Wilhelm Bismard ließ sich der Kaiser durch den Generallieutenant Auf Grund des geschilderten Thatbestands zur Anzeige gelangt. hielt der Gerichtshof die Angeklagten für überführt und verurteilte v. Kessel vertreten; ebenso hatte der Kaiser einen Kranz gespendet. Auf die Frankfurt a. M., 3. Juni.( B. H.) Der Agent Valentin Theiß zu neun, Belade zu sechs Monaten Gefängnis. von den Verteidigern Rechtsanwälten Jaredi und Dr. Werthauer Ehrmann wurde heute vormittag mit seiner Familie, bestehend aus eingelegte Revision hob das Reichsgericht das Urteil auf, weil die Frau und drei Söhnen im Alter von ca. 20, 18 und 11 Jahren, tot in seiner Wohnung aufgefunden. Man nimmt an, daß Ehrmann in gemeinschaftliche Thätigkeit der Angeklagten nicht genügend festgestellt der Nacht den Hahn der Gasleitung öffnete, nachdem er jämtliche aus New York gemeldet wird, ist wegen der philippinischen ZollThüren geschlossen hatte. Frankfurt a. M., 3. Juni.( B. H.) Wie der Frankf. 8tg.". verwicklung eine Extrafeffion des Kongreſſes wahrscheinlich. Vertrauensmann der Kupferschmiede Berlins. Die Schanerleute in Lübeck haben durch Verhandlungen mit den Reedern auf ein Jahr eine Lohnvereinbarung getroffen, die bestimmt, daß der Tagelohn 4 Mark beträgt, Ueberstunden an Wochentagen mit 60 Pf., an Sonntagen mit 75 Pf. pro Stunde bezahlt werden. Ju geheimer Abstimmung mittels Stimmzettel befchloffen am Freitagabend die Streitenden einstimmig: Weiterstreifen bis zum Sieg! Es sind noch 327 Streikende vorhanden. Diese Woche ist wieder eine Anzahl fort, weitere werden folgen. Auf eine Frage, wer noch auswandern will, hoben allein von der Firma Karl Stalauch 25 Streifende die Hand. Ueber ein Drittel der Weber dieser Firma ist schon abgereift. Achtung, Bauarbeiter! Nach Schwerin ist der Zuzug von Maurern, Zimmerern und Bauhilfsarbeitern wegen des Generalstreits streng fernzuhalten. Die Dachdecker in Aachen befinden sich seit dem 29. Mai im Ausstand. Sie fordern einen Lohnaufschlag von 25 Proz., 9/ 2stündige Arbeitszeit, 10 Proz. Zuschlag für Ueberstunden. Der bisher gezahlte Tagelohn beträgt 2,80-3,50 M. Von den 120 Dachdeckergesellen Aachens haben sich 95 dem Ausstand angeschlossen. Die Meister lehnten jede Verhandlung mit dem Verband der Dachdecker ab. worden war. wiederum für überführt und beantragte, sie wie früher zu nenn Der Staatsanwalt hielt im gestrigen Termin die Angeklagten bezw. sechs Monaten Gefängnis zu verurteilen. Die Verteidiger Rechtsanwalte Jaredi und Dr. Werthauer, suchten auszuführen, daß die Verdachtsumstände keineswegs ausreichten, um daraufhin ein berurteilendes Erkenntnis zu fällen. Der Gerichtshof war aber mit dem Staatsanwalt der Ansicht, daß nur die Angeklagten die Thäter sein tönnten und verurteilte wiederum Theiß zu neun, Zelade zu sechs Monaten Gefängnis. An einem Gumbinnen, 3. Juni.( W. T. B.) In dem Prozesse wegen Ermordung des Rittmeisters von Krosigk wurden alle Angeklagten von der Anklage wegen Mordes freigesprochen. Unteroffizier Marten wurde wegen Fahnenflucht und Freiheitsberaubung zu einem Jahr Gefängniß verurteilt. Nürnberg, 3. Juni.( B. H.) Infolge Blizschlages geriet der Ort Pfaffenreuth in Flammen. Bis jetzt sind 10 Anwesen mit allen Nebengebäuden niedergebrannt. Das Feuer wütet noch fort. Neschita, 2. Juni.( B. H.) Da die Staats- Eisenbahn- Gesellschaft geneigt ist, den Arbeitern die zehnstündige Arbeitszeit zu bewilligen, dürfte bereits morgen von dem größten Teile der Ausständigen die Arbeit wieder aufgenommen werden. Paris, 3. Juni.( W. T. B.) Die Deputiertentammer hat heute nach mehrtägiger Beratung die Gefeßvorlage betreffend Abänderung einiger Buntte des Gesetzes vom Jahre 1898, betr. Betriebennfälle einstimmig angenommen. Als schamlos und niederträchtig bezeichnete gestern der Vorfizzende der dritten Straffammer des Landgerichts I, Landgerichtsrat Aus der Frauenbewegung. Neumann, die Handlungsweise, welche den Kellner Bruno Koege Die ,, Vereinigung der Blätter, Blumen: und Putfedern auf die Anklagebank geführt hatte. Durch die Beweisaufnahme war Arbeiterinnen und Arbeiter Berling" ist die jüngste Gründung festgestellt worden, daß Koege sich der Freiheitsberaubung und der Brüffel, 3. Juni.( B. H.) Gestern fanden auch bei der hiesigen unter den Arbeitervereinen. Ju einer ersten Versammlung am wissentlich falschen Anschuldigung schuldig gemacht hatte. 15. Mai angeregt und unter Mitwirkung der Gewerkschaftskommission Ottoberabend des vorigen Jahres hatte der Angeklagte auf der Bürgerwehr Auftritte statt, wie fie sich kürzlich in Antwerpen vorbereitet, wurde sie am 1. Juni in einer zweiten Versammlung ins Straße ein junges Mädchen getroffen, das er anredete, obgleich es ereigneten. Mitglieder der Bürgerwehr beklagten sich über die Forts Das Mädchen war unvorsichtig genug, feiner fegung der Uebungen trotz der großen Hige und trotzdem mehrere Leben gerufen. Wie sehr die Organisierung den fortgeschrittenen ihm fremd war. Mitgliedern der beteiligten Branchen am Herzen lag. bewies am Einladung, mit ihm ein Glas Bier zu trinken, Folge zu geben, Bürgergardisten bereits vom Uebungsplaße wegen Erkrankung an und begleitete ihn in ein Lokal. Als das Paar wieder die Sonnenstich weggetragen worden waren. Die Mitglieder der Bürgerbesten der wohlgefüllte Saal bei der drückenden Sommerhiße. Nach einer furzen Einleitung las Frau Thiede den Statuten- Straße betrat, stellte der Angeklagte an seine Begleiterin unfittliche wehr zogen unter Pfeifen und Hohnrufen auf den Kommandanten entwurf vor, dessen Paragraphen dann einzeln zur Beratung und Anträge. Boller Empörung wies das Mädchen ihn ab und versuchte, ab. Mehrere Verhaftungen wurden vorgenommen, aber nicht aufDie Presse steht ausnahmslos auf feiten der Abstimmung gelangten. Die meisten derselben wurden ohne Wider- dem Zudringlichen zu entkommen. Als ein Schußmann sich näherte, recht erhalten. spruch angenommen; sie bieten die gleichen Vorteile und Rechte, wie faßte Roege, um sich an dem Mädchen zu rächen, einen teuflischen London, 3. Juni.( W. T. B.) Die Kommission zur Prüfung bie meisten Fachvereine sie befizen. Einigemal entspann fich eine Blan. Er verlangte von dem Beamten die Verhaftung des Mädchens Debatte, welche in einem Falle mit einer kleinen Wenderung des unter der Begründung, daß er soeben eine Zuſammenkunft mit dem der Entschädigungsforderungen der aus Südafrika ausEntwurfs ihren Abschluß fand. Die rege Aufmerksamkeit bei dem selben gehabt und es ihm bei dieser Gelegenheit sein Portemonnaie gewiesenen Personen trat heute wieder zusammen. Der nieder ziemlich eintönigen Geschäft bewies, welcher Ernst die Anwesenden gestohlen habe. Trotz aller Beteuerungen der Beschuldigten, daß ländische Vertreter Bishop erklärte, daß er keine Reklamanten vor beseelte. Nach vollendeter Annahme der Statuten fand in einer an der Geschichte kein wahres Wort ſei, mußte sie mit zur Wache zuführen habe. Der östreichisch ungrische Vertreter Luvada erklärte längeren Bause die Einschreibung der Mitglieder statt, welche sich kommen, wo sie zwei Stunden festgehalten wurde, bis von dem im allgemeinen im Namen der fremden Vertreter, die Arbeiten der zum großen Teil schon in der ersten Versammlung angemeldet hatte. zuständigen Revier die Nachricht eintraf, daß sie ein fittlich Kommiffion schritten nicht schnell vorwärts. Die fremden Vertreter Die Vorstandswahl vollzog sich rasch; 4 Kolleginnen und ein Kollege unbescholtenes Mädchen sei und sich des besten Rufs erfreue. erkennen an, daß die britische Regierung die Rechte der Neutralen werden die Geschäfte der neuen Vereinigung wahrnehmen, ein Der Angeklagte verschlimmerte im Termin seine Lage noch dadurch, mehr geachtet hatte, als dies je geschehen sei. In Würdigung daß er bei seiner Bezichtigung mit Bezug auf die Zeugin blieb. deffen hätten die fremden Regierungen ihre Vertreter angewiesen, Revisor und eine Revisorin ihnen zur Seite stehen. Bürgerwehr. Das Organ der Arbeitgeber für die„ Hutschmuckbranche" hatte in Diese hatte aber auf den Gerichtshof einen durchaus glaubwürdigen die günstige Stimmung zu erhalten zu suchen, welche durch das einem sehr gehässigen Artikel die erste Versammlung angegriffen, der Eindruck gemacht und ihre Aussage beschworen. Der Staatsanwalt Vorgehen der britischen Regierung hervorgerufen worden sei. Es Rednerin bewußte Wahrheitsentstellung vorgeworfen und drohend die wies darauf hin, daß das Verhalten des Angeklagten ein so gewären fast zweitausend Ansprüche erhoben worden. Das persönliche Anwesenheit zahlreicher Unternehmer in Aussicht gestellt, welche mit meines sei, daß ihn eine harte Strafe treffen müſſe, die er auf Erscheinen aller Reklamanten sei absolut unmöglich. Er( Lujada) mehr Geschick und daher auch mit mehr Erfolg die Sache der drei Jahre Gefängnis zu bemessen beantrage. Der Gerichts schlage daher vor, eine Liste der Reklamanten zu unterbreiten, auf Herren führen, und die Schlechtigkeiten der Agitatorinnen entlarven hof erkannte auf 1/2 Jahre Gefängnis und dreijährigen Ehrverlust welcher die Ansprüche im Einzelnen angegeben werden unter Hinzufügung einer Begründung derfelben. Der Vertreter würden.. Man war daher auf einen Besuch von jener Seite, auf bei sofortiger Juhaftnahme des Verurteilten. erklärte fich Kriegsamts im allgemeinen mit den Ein Skandalprozeß beschäftigte am Sonnabend in 81/2 stündiger des Angriffe und Einwürfe vorbereitet; aber kein Fabrikant meldete sich, der fremden Vertreter einverstanden. Der tein Gegner licß sich vernehmen. Der Verfasser des betreffenden Verhandlung die Potsdamer Straftammer, vor welcher Vorschlägen Artikels, welcher die erste Versammlung nicht einmal besucht hatte, fich der jetzt in Schöneberg wohnende 78 jährige Rentier Andreas Borsigende fügte hinzu, die Kommission wolle allen Gerechtigkeit zu Die großmütige Handlungsweise der verließ die zweite, ehe Gelegenheit gegeben war, seine Angriffe ernede wegen thätlicher Beleidigung des Frl. Hanau zu ver- teil werden lassen. zurüdzuweisen. In scharfer Weise tadelte Frau Ihrer diese Art des antworten hatte. Wernecke ist ein schwer reicher Mann und befigt britischen Regierung stehe einzig in der Geschichte da. Chriftiania, 3. Juni.( W. T. B.) Der Henrik Ibsen bes Vorgehens und kennzeichnete es unter allgemeinem Beifall als Ein- in Potsdam vor dem Berliner Thor mehrere Villen, deren er bewohnte. In seiner Nachbarschaft wohnte der handelude Arzt äußerte sich auf Befragen dahin, daß die Besie. geständnis der Echwäche von seiten derjenigen Arbeitgeber, welche eine Kaufmann und Kohlenhändler Hinge, in deffen Comptoir rung in deffen Befinden beständig fortschreite. dem Verein feindlich gesinnt sind. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt Berantwortl. Redacteur: Heinrich Wekker in Gr.Lichterfelde. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glyde in Berlin. Drud und Berlag von Max Babing in Berlin. Nr. 127. 18. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Ueber den Streit der Barbiere " Grund vereinbart habe, -= " Dienstag, 4. Juni 1901. V Das Centralrat empfiehlt sie, diesem Bestreben keine Hindernisse zu be- begonnen werden. Die zuerst zu verlegenden unteren Klassen reiten." müssen demnach in provisorischen Räumen untergebracht wurde gestern unter dem Vorfiz des Getverbegerichts Direktors nicht. Eine Genugthuung enthält die Resolution für den Centralrat werden, haben also einen zweimaligen Umzug durchzumachen. v. Schulz vor dem Einigungsamt des Gewerbe= Das Friedrich Real Gymnasium soll schon zu Michaelis Es folgt die Beratung des Falles Hirsc". Der Referent, 1901 die legte Vorschulklasse und vielleicht auch schon die vorlegte gerichts verhandelt. Als Beifizer waren die Arbeitgeber Denker Landtags- Abgeordneter Goldschmidt, der Redacteur des Ver- nach dem Hause einer Gemeindeschule vor dem Halleund Huff und die Arbeitnehmer Kiesel und Scheffler erschienen. Die bandsorgans, bemerkte hierzu folgendes: In der Sitzung des schen Thor verlegen, und die nach oben hin sich anschließenden Barbiergehilfen wurden durch Kaiser, Liere, König und preußischen Landtags vom 21. Mai, zwei oder drei Tage nach dem klassen sollen in halbjährigen Zwischenräumen nachfolgen. Langner, die Freie Vereinigung der selbständigen Ausbruch des Straßenbahner- Ausstands, habe der bekannte Zeitungs- wurde bereits im Frühjahr gemeldet, und es wurde hinzugefügt, Barbiere" durch Klarbaum, Baritsch und Kalbe vertreten. Im Namen der Arbeitnehmer erklärt Kaiser, daß sie nicht ge- gekommene Unruhen scharfe Maßregeln gegen die Ausständigen ge- ausersehen sei. Wir haben damals gezeigt, daß diese Schule Geheimrat Freiherr v. Zedliz- Neukirch unter Hinweis auf vor- daß dazu die Schule in der Wartenburgstraße willt seien, zu verhandeln, weil nur die Vertreter der schwächsten fordert. In seiner Antwort habe der Minister des Innern, Freiherr seit Jahren voll besetzt ist, daß also eine oder mehrere ihrer Arbeitgeber- Organisation anwesend seien und damit keine Garantie v. Rheinbaben, geäußert, daß er mit den militärischen Machthabern Klassen entweder in fliegende" Klassen umgewandelt für die allgemeine Durchführung eventueller Abmachungen geboten von Berlin wäre; daß die nötigen Truppenteile oder aber durch Umschulung auf andre Schulen ver Klarbaum erklärt, daß die Verhandlungen für die Meister tonsigniert würden, um nötigenfalls gegen die Excedenten ein- teilt werden müßten; denn den Vorschulklassen wird man ja nicht von der Freien Vereinigung" überflüssig seien, weil diese zuschreiten. Ferner habe der Minister nach dem Stenogramm erklärt: zumuten, zu fliegen". Somit bekämen auch die Gemeindeschulen ihr bereits alle Forderungen der Gehilfen bewilligt bewilligt hätten. Ich sehe davon ab, auf die Frage der Lohndifferenzen zwischen tüchtiges Stück von dem großen Schulumzug ab, so wenig sie dieser Nach Rüdsprache mit dem Vorsitzenden des Eingungsamts und der Straßenbahn und ihren Angestellten einzugehen; denn ich glaube, Umzug im übrigen angeht. Mit der Verlegung des Friedrichdem Beisiger Kiesel erklärten sich jedoch beide Parteien, die Staatsregierung thut gut, an dem alten Standpunkt fest- Werderschen Gymnasiums soll womöglich im Jahre 1902 vorbehaltlich der Zustimmung ihrer Organisationen, zur Festlegung zuhalten, daß die Austragung von Lohnstreitigkeiten den Beteiligten begonnen werden. Dieser Anstalt will man, bis sie ein ihres Tarifs bereit und gaben unter dieser Bedingung ihre Zu zu überlassen ist, und daß die Regierung nicht den Beruf hat, sich eigenes Schulhaus erhalten kann, den für die 13. Realstimmung zu folgendem Vertrag: in derartige Angelegenheiten zu mischen." Diese schule bestimmten Neubau am Schleswiger Ufer I. Die Parteien sind darin einig, daß der von der Gehilfen- Erklärung sei durchaus nicht der„ alte Standpunkt" der Regierung, einräumen. Natürlich muß dann die Eröffnung der Realschaft aufgestellte Tarif seitens der Meister der freien Vereinigung und darum habe Dr. Hirsch von der Fraktion den Auftrag erhalten, schule noch um ein paar Jahre weiter hinausin allen Punkten anerkannt ist. Hierzu heben die Meister hervor, den Minister auf seiner Erklärung, daß die Regierung nicht geschoben werden. Die Realschule hat also diesmal das Schicksal daß sie die Löhne nur infolge der Preiserhöhung bewilligen Partei ergreifen wolle, festzunageln. Denn wenn die Regierung des Aschenbrödels Gemeindeschule und gleichfalls einer höheren fonnten. Sie gaben beiderseits die Erklärung ab, daß sie auf Partei ergriffen hätte, wozu fie in gewisser Beziehung auf Lehranstalt Blaz zu machen. Vielleicht wird man aber die Realschule eine besondre Verhandlung vor dem Einigungsamt verzichten. II. Der von den Parteien vereinbarte Tarif lautet: des Kleinbahn- Gesetzes befugt sei, so würde die doch nicht so lange warten lassen, sondern den Ausweg wählen, auch sie in A. Wochenlohn: a) 10,50 m. mit kost und Logis; b) 13,50 m. Parteinahme ohne Zweifel zu Gunsten der Straßenbahngesellschaft, provisorischen Räumen unterzubringen. Das gäbe zwar für später nochA. Wochenlohn: a) 10,50 M. mit Koſt und Logis; b) 13,50 M. Ser Unternehmer, erfolgt sein. Eine solche Festnagelung durch die mals einen Umzug, aber das Hansaviertel wird am Ende nicht auf seine mit halber Soft und Logis; c) 20 M. ohne Soft und Logis. B. Arbeitnehmer, die zur Aushilfe eingestellt sind, erhalten betreffende Redner nicht seine Worte in dem Verhandlungsstenogramm bekommt. Die provisorischen Räume für die RealWiederholung einer Aeußerung sei parlamentarisch üblich, damit der Realschule verzichten wollen, bis das Gymnasium sein eigenes Heim pro Woche: a) 13, M. mit Kost und Logis, b) 22 M. ohne ändern könne. Dr. Hirsch habe mun nach dem amtlichen Steno- fchule würden natürlich wieder für einer Gemeindeschule Kost und Logis, für Aushilfsarbeit vom Sonnabendnachmittag gramm folgendes gesagt:" Im Namen meiner Fraktion will ich nur abgenommen werden. Zu diesem Zweck würde auch hier 2 Uhr bis Sonntagnachmittag 2 Uhr: 7,- Mark mit Soft, eine kurze Erklärung abgeben in drei Punkten. Der erste Punkt ist der, tüchtig umgeschult werden, würden fliegende" Klassen eingerichtet für Aushilfsarbeit wochentags von 7 Uhr morgens bis 9 Uhr abends: daß wir uns freuen, daß von der königlichen Staats- werden, sodaß auch die Gemeindeschulen von Moabit bei dem großen 3 M. mit Kost und 4 M. ohne Kost; für Aushilfsarbeit an einem regierung und ihren Organen irgend welche Partei Schulumzug nicht leer ansgingen. halben Tag entweder von 7 bis 2 oder von 2 bis 9 Uhr 2 M. mit Kost. nahme in diesem Interessenkampfe nicht beabsichtigt ist und nicht stattfinden wird. Der zweite Punkt, daß wir III. Die Arbeitszeit dauert von 7 Uhr morgens bis 9 Uhr abends. ebenfalls durchaus einverstanden sind, daß in die Art des Kampfes, tagte gestern im Rathause, um sich über die Kandidatenfrage Der zur Wahl eines Stadt Schulrats eingesetzte Ausschuß Die Arbeitgeber haben ihre Geschäftslokale um 9 Uhr abends zu soweit er durch gesetzliche Mittel geführt wird, ebenfalls ein Eingriff schließen. Eine Ausnahme bilden die Sonnabende und jeder Tag nicht stattfindet. Und der dritte ist, daß wir in der gegenwärtigen schlüssig zu werden. Von den elf Ausschußmitgliedern, welche an vor Festtagen. Lage uns durchaus nicht für berechtigt oder verpflichtet halten, zu vesend waren, gaben sieben für Herrn Schulze, den Direktor des IV. Die Arbeitgeber werden dafür Sorge tragen, daß allmählich dieser Angelegenheit Stellung zu nehmen, da es eine rein wirtschaft- Französischen Gymnasiums zu Berlin ihre Stimme ab; durchweg die noch vorhandenen schlechten Schlafstellen verschwinden. liche Frage ist, um die es sich handelt." drei Stimmen erhielt Reichstags- Abgeordneter Oberlehrer Eickhoff Zur Kontrolle, betreffs Schaffung gesunder und angemessener Schlafstellen, wird eine Kommission von je 2 Arbeitnehmern und 2 Arbeit mehr dem Verbandsanwalt den Vorwurf der Verlegung der Mithin wird der Ausschuß der Stadtverordneten- Versammlung in der Herr Goldschmidt hofft, daß nach dieser Klarstellung niemand zu Remscheid; eine Stimme wurde für einen dritten Bewerber abgegeben. gebern gebildet. Für den Fall, daß sich die Kommissionsmitglieder Arbeiterinteressen mache. Aus dem Wörtchen freuen" habe man Sigung am Donnerstag die Wahl des Herrn Schulze empfehlen; die nicht einig werden, sind sie gehalten, einen Obmann zu wählen; dem Anwalt einen Strick gedreht, obwohl er sich nur gefreut habe Wahlhandlung selber erfolgt in der Sitzung der nächsten Woche. Sollte kommt die Wahl nicht zu stande, so soll der Vorsitzende des über die verheißene Nichtparteinahme, die im schroffsten Gegensatz Herr Direktor Schulze Stadtschulrat werden, so wird im deutschen Gewerbegerichts auf Antrag der Kommission einen solchen bestand zu dem noch bestehenden Buttkamerschen Streiferlaß. Damals stimmen. habe kein Blatt in der Erklärung Dr. Hirschs etwas gefunden. Vier lottenverein eitel Freude herrschen. Denn Herr Schulze, der V. Die Arbeitgeber erkennen die Organisation der Arbeitnehmer Wochen später sei in der Berliner„ Boltszeitung" der Artikel eines übrigens den Staatssekretär des Reichs- Marineamts, Herrn v. Tirpik, vorbehaltlos an, ebenso den paritätischen Arbeitsnachweis. Arbeitgeber erklären, daß sie bezüglich des letzteren noch Differenzen griffe auf Hirsch sei. Der Chefredacteur der Volkszeitung". Flottenverehrung auch dadurch Ausdruck gegeben, daß er sein Die Charlottenburger Herrn erschienen, der der Ausgangspunkt der An- zum Vetter hat, ist ein begeisterter Marineschwärmer und hat seiner mit den Arbeitnehmern haben. Dieserhalb hätten sie den hiesigen Herr Vollrath, sei bei der Landtagswahl der Konkurrent Hirschs Gymnasium mit zahlreichen Abbildungen von Kriegsschiffen ausGewerkschaftsausschuß zur Entscheidung angerufen. Die Parteien gewesen, und habe wohl den Eingang des Artikels für eine Ge- staffierte. erklären, daß sie sich dem Urteil des Gewerkschaftsausschusses belegenheit gehalten, dem Gegenkandidaten etwas am Zeuge zu dingungslos unterwerfen werden. Sollten zukünftig bezüglich des flicken. Dann sei in Düsseldorf die Verurteilung des Anwalts als Zur Frage der Prügelpädagogik hat die Regierung zu Arbeitsnachweises Differenzen entstehen, so soll die unter Nr. IV Verräter an der Arbeiterfache in öffentlicher Versammlung von den Frankfurt a. D. auf Grund der im letzten Schuljahr darin gegenannte Kommission diese zu schlichten suchen, wie überhaupt diese eignen Verbandsgenossen erfolgt. sammelten Erfahrungen an die Kreisschulinspektoren türzlich nachRommission beauftragt wird, alle übrigen Streitigkeiten zu begleichen. In der nun folgenden Disfuffion wird zwar die Aeußerung stehende, allgemeines Interesse erregende Verordnung erlassen: EinGegen die Entscheidung der Kommission steht den Beteiligten die Hirschs nicht gutgeheißen; es sei besser gewesen, wenn er die Abgabe zelne Lehrer haben auf die Ausübung der körperlichen imerhalb 8 Tagen nach der Entscheidung anzurufen. Die Arbeit- Arbeiterinteressen habe er nicht verlegt. Ketzer- Düsseldorf: Für zu erinnern sein, wenn festgestellt werden kann, daß durch sonstige geber und Arbeitnehmer verpflichten sich hiermit ausdrücklich, vor die Düsseldorfer sei der stenographische Bericht maßgebend gewesen, geeignete Mittel eine gute Schulzucht aufrecht erhalten worden ist. dem Einigungsamt zu erscheinen und sich dessen Entscheidung zu den sie sich allerdings infolge des Artikels der„ Volkszeitung" ver- Als Art der Züchtigung wurden in den Straflisten mehrfach Ohrfeigen verzeichnet gefunden. Wo dies beobachtet wird, ist von der zuVI. Die Parteien erklären endlich, daß sie bis zum Freitag, den Dieser Redner sowohl als der andre Düsseldorfer Vertreter, ständigen Schulaufsichtsstelle sofort mit ernsten Weisungen einzuschreiten. 7. Juni, mittags, dem Gewerbegericht mitteilen werden, ob ihre Biegler, bleibt auch nach den Darlegungen Goldschmidts dabei, Gine solche Art der körperlichen Züchtigung ist in teinem Fall für Organisationen den in diesem Schriftstück niedergelegten Tarif als daß der Anwalt die Erklärung nicht habe abgeben dürfen: daß er statthaft zu erachten, sondern als grober pädagogischer für sie bindend anerkennen. Sollte eine der Organisationen gegen sich über die Unparteilichkeit der Regierung frene. Von Unparteilich- i B griff abzustellen und zu untersagen. Mehrfach hat sich den vorstehenden Bergleich sein, so verzichten die Parteien hiermit feit der Regierung könne keine Rede sein. Die von den Düffel- ergeben, daß die körperliche Büchtigung viel zu oft vollzogen nochmals ausdrücklich auf die Anrufung des Einigungsamts. dorfern geübte Kritik des Auftretens des Anwalts sei durchaus maß- wird, als daß sie noch als eine nur für Ausnahmefälle bestimmte Dieser Vertrag soll Gültigkeit haben bis zum 15. Juni 1902. voll gewesen. Jeder grüne Junge habe nach seiner Aeußerung sagen Maßregel betrachtet werden oder den Schülern erscheinen könnte. Sobald der Vertrag von den beiderseitigen Organisationen als dürfen: Seht, so vertritt Euer Anwalt die Interessen der Arbeiter! As Grund der Büchtigung wird oft ein durch Thatsachen gültig anerkannt worden ist, müssen sofort die Sperren aufgehoben Der Verbandstag nahm schließlich mit 39 Stimmen bei zwei nicht weiter belegtes und gerechtfertigtes Urteil angezogen:„ wegen werden. Enthaltungen( der beiden Düsseldorfer) folgende Resolution an: Faulheit, Ungehorsam, Unaufmerksamkeit u. dgl." Das ist nicht VII. Maßregelungen von Gehilfen infolge der Lohnbewegung" Der Verbandstag verurteilt entschieden die von Düsseldorfer ausreichend und zur Prüfung und Anerkennung der Notwendigkeit dürfen nicht stattfinden. Verbandsgenossen in Sachen des Berliner Straßenbahner- Streits der vollzogenen förperlichen Büchtigung ziemlich bedeutungslos. Es gegen den Verbandsanwalt Abg. Dr. Max Hirsch und andere Führer wird überall darauf hinzuwirken sein, daß der zu Grunde liegende Der Verbandstag der Hirſch- Dunderſchen Gewerkvereine. ber Organisation gerichteten gehäffigen persönlichen Angriffe, durch und für die Ausführung der Strafe beſtimmt geweſene That welche der Verband aufs schwerste geschädigt worden ist. Der Ver- bestand genau in der Liste verzeichnet wird. Zum Schluß der In der Sizung am Sonntag beschäftigte sich der Verbandstag bandstag fordert die Düsseldorfer Verbandsgenossen auf, die per- Verfügung werden die Kreisschulinspektoren ersucht, die hier angedeuteten Gesichtspunkte in ihren Bezirken zur Geltung zu bringen mit der Düsseldorfer Angegenheit und mit dem Auflichen Feindseligkeiten einzustellen." und über die dabei gesammelten Erfahrungen nach Jahresfrist treten des Verbandsanwalts Dr. Mar Hirsch in Bericht zu erstatten. seiner Eigenschaft als Sprecher der freisinnigen Fraktion des preußischen Abgeordnetenhauses in Sachen des Berliner Straßenbahner Ausstands. Die Düsseldorfer Angelegen unterwerfen. Köln, 2. Juni. schafft haben. Berliner Partei- Angelegenheiten. Zur Lokalliste. Den Mitgliedern der Lokalkommissionen Berlins heit ist von einer vom Verbandstag eingesetzten Beschwerde- und der Umgegend zur Nachricht, daß am Sonntag, den 16. Juni, tommission geprüft worden. Abgeordneter Goldschmidt erhebt die nächste Lokalliste erscheint. Einsendungen über Neuaufnahme heftige Vorwürfe gegen die Düsseldorfer. Er redet von unflätigen resp. Streichung von Lokalen sind bis spätestens Montag, den Angriffen auf leitende Personen; die Sache der Gewert 10. Juni, an folgende Genossen zu senden: Für Nieder- Barnim vereine sei in den Schmuz gezogen worden. Der Streit an Paul Kette, Friedrichsfelde, Lichtenberger Brinzen- Allee 20a; trage einen durchaus gehässigen Charakter. Das schlimmste für Teltow Beestow an Quitt, Nigdorf, Hobrechtstr. 82, IV; sei, daß die Düsseldorfer die Sache an die Oeffentlichkeit für Potsdam Osthavelland an Albert Neue, Spandau, getragen hätten. Was in der gewerkvereinsfeindlichen Presse stand, Jagowstr. 9; diverse Orte an Gustav Stein, Briezen a. D.; kann nur von einem Beteiligten herrühren. Der Centralrat in für Berlin an den Obmann Genossen Karl Scholz, WrangelBerlin habe sich die größte Mühe zur Beilegung des Streits ge: geben. Auf einen Brief, worin die Düsseldorfer gebeten wurden, die persönlichen Angriffe einzustellen und sich auf das Sachliche zu beschränken, sei zurückgekommen:„ Wir haben für diesen Brief nur ein Lachen!" Darauf erfolgte die Auflösung des Ortvereins. P Lokales. Großer Schulumzug. A Ob auch für Berlin eine ähnliche Verfügung erschienen ist? Einige, wenn auch als Ausnahmen vermerkte Uebergriffe von Lehrern denten darauf hin, daß für die hiesigen Schulen ein solcher Hinweis nicht völlig überflüssig ist. Dem Oberbürgermeister Kirschner, der am Sonnabend die Königin von Holland und deren Gemahl bei deren Eintreffen in Berlin an der Spitze einer Deputation unserer Stadtbehörden ant Brandenburger Thor begrüßt hatte, ist von der Königin Wilhelmina das Großoffizierkreuz des Oranien- Nassau- Ordens verliehen worden. Eine Ehrung, die gewiß alle Freisinnsherzen höher schlagen läßt. Der Nachtdienst im Fernsprechverkehr wird demnächst eine weitere Ausdehnung erfahren. Bis jetzt besteht ein ununterbrochener Fernsprechdienst außer in Berlin auch in Budapest, Köln, Kopenhagen, Paris und Stuttgart. Mit all' diesen Orten tönnen auch von Berlin aus während der Stunden von 10 Uhr abends bis 7 Uhr morgens Gespräche geführt werden. Innerhalb des Reichspostgebiets soll der Nachtdienst deshalb in Hamburg und Frankfurt a. M. eingeführt werden. Ferner bereitet man in München die Einführung des Nachtdienstes vor. Auch Wien kommt für die Ausdehnung des Nachtdienstes in Betracht. Vom Berliner Krankenkassenwesen. Ende April d. J. bestanden in Berlin 55 Orts- Krankenkassen, 44 Betriebs( Fabrik-) Krankenkassen und 20 Junungs- Krankenkassen. Das sind zusammen nicht weniger als 119 Krankenkassen. Gewiß eine arge Zersplitterung, welche den versicherten Arbeitern sicher nicht zum Nutzen gereicht. straße 110. Spätere Einsendungen können nicht berücksichtigt werden. Ferner mache ich darauf aufmerksam, daß von der nächsten Liste ab die Veröffentlichung der vielen Hinweise und späteren Einsendungen von Lokalen im Vorwärts" nicht mehr stattfindet. Die Lotal tommissions- Mitglieder wollen hiervon Notiz nehmen und das Als das Haupthindernis betrachten die Düsseldorfer den Weitere veranlassen. Im Auftrage der Lokalkommission: Verbandsanwalt Dr. Hirsch. Der Streit tam zum Ausbruch, Karl Scholz, Wrangelftr. 110, part. als der Centralrat sich gegen die Einrichtung eines gewert Der Diskutierabend des Socialdemokratischen Wahlvereins vereinlichen Arbeiterfekretariats in Düsseldorf wandte. Als dann für Reinidendorf und Umgegend, Bezirk West, findet für den die Berliner„ Bolts Zeitung" den Artikel gegen das Auftreten Monat Juni bei Herrn Restaurateur Engel, Eichbornstr. 68, alle des Verbandsanwalts in Sachen des Berliner Straßenbahner Dienstagabend, pünktlich 81/2 Uhr, statt. Ausstands brachte, da erreichte der Unwille den Höhepunkt und es erfolgte die Auflösung des Ortsverbands. Diese Auflösung würde in der Form etwa der Auflösung einer örtlichen Kartellkommission der Gewerkschaften entsprechen. Die Ortsvereine bestanden nach wie bor weiter. In der Debatte fanden zwar die Düsseldorfer in sachlicher Hinsicht vielfach Anerkennung, nicht aber die Art ihres Vor- Die Verlegung des Friedrich- Realgymnasiums von Ein Bau- Unfall, welcher leicht eine folgenschwere Katastrophe gehens. Das ist erklärlich, denn sie haben durch ihre Aufdeckung der Albrechtstraße nach der Tempelhofer Vorstadt und des hätte herbeiführen tönnen, hat gestern, Montag, nachmittag in der der Mißstände in den Gewerkvereinen diesen die so schon Friedrich Werderschen Gymnasiums von der Dorotheen- Schönhauser Allee stattgefunden. Die Grundstücke 9 und 9a in der faft wirkungslose Konkurrenz die gegen freien Gewerk- straße nach Moabit soll nicht bloß diesen Anstalten, sondern auch noch Schönhauser Allee, welche früher Eigentum der Rentiers Gebr. schaften noch mehr erschwert. Eine Resolution, wonach der verschiedenen andren Schulen die Unruhen und Störungen eines Um- Neumann waren, sind in diesem Frühjahr abgetragen worden, um Centralrat im Recht sei und der Verbandstag über die Be- zugs bringen. Der Magistrat hat beschlossen, die frei werdenden einem großen Neubau Plaz zu machen. Die Arbeiten gestalteten sich schwerde der Düsseldorfer zur Tagesordnung übergehe, wurde bei Räume des Friedrich- Realgymnasiums dem Friedrich- Gymnasium dadurch außerordentlich schwierig, daß das nebenan belegene elf Stimmenthaltungen gegen fünf Stimmen abgelehnt. Dagegen und die des Friedrich- Werderschen Gymnasiums der Friedrich Grundstück der Brauerei Königstadt etwa 6 Meter wird folgende Resolution der Beschwerdekommission mit 35 Stimmen Werderschen Oberrealschule zu überweisen, so daß dann über dem Straßenniveau liegt und So einen gewal= bei 10 Stimmenthaltungen angenommen: nicht zwei, sondern vier höhere Schulen umziehen müßten. tigen Erddruck nach dem Neubau zu ausübte. Gestern nach" Die Auflösung des Ortsverbands Düsseldorf war nach Lage Das Friedrich- Gymnasium und die Friedrich- Werdersche Ober- Neal- mittag um 2 Uhr waren etwa zehn Arbeiter damit beschäftigt, der damals vorgelegenen Verhältnisse unvermeidlich, und befand sich schule werden den Umzug allerdings gern auf sich nehmen, da sie Waffer resp. Mauersteine nach dem Vordergrundstück zu schaffen und der Centralrat dabei im Recht. Der Verbandstag bedauert den ge- dabei zu besseren Schulhäusern kommen, als sie jetzt in der Friedrich- der Maurermeister Herschel, der die Maurerarbeiten leitet, war im reizten Charakter der Korrespondenz vor der Auflösung des Orts- straße bezw. in der Niederwallstraße befizen. Bei diesen vier Um- Begriff, die im Hintergrund beschäftigten Leute nach vorn zu rufen, verbands und wünscht dringend, daß in Zukunft auch bei Meinungs- zügen wird es aber nicht bleiben. Die Verlegung des Friedrich- Real- um dort den Bau der Brandmauer in Angriff nehmen zu lassen, verschiedenheiten die genossenschaftliche Achtung unter allen Umständen gymnasiums und des Friedrich Werderschen Gymnasiums soll nicht als plöglich mit donnerähnlichem Getöse die Schuzhalle des Brauereigewahrt werde. Die Kommission empfiehlt den Düsseldorfer Kollegen, auf einmal, sondern allmählich durch Abbau der alten und Auf- gartens in einer Länge von ca. 20 Metern bis zum Orchester zuan die Neugründung eines Ortsverbands heranzutreten, und dem bau der neuen Anstalt ausgeführt werden, und zwar soll sofort damit sammenbrach und mit der Rückwand des letzteren in die Tiefe ftürzte. Der Bauarbeiter bemächtigte fich eine große ausgeübt haben. Ob der Eisenbahnfiskus sich darüber flar ist, wie Bestürzung, δα man befürchten mußte, daß daß eine große fehr folche Maßnahmen die Arbeiter über das Wesen des Staats Durch von Personen verunglückt sei. Namensaufruf der Socialreform aufklären? Zahl feit sei es auch nicht, wenn zwei Familien in einem gimmer untergebracht würden. Dies erkannte auch der Oberbürgermeister Rölge an und bemerkte, er habe deshalb bei den Familien im Stadthause konnte jedoch glücklicherweise festgestellt werden, daß unter Durch einen Revolverschuß in die Brust versuchte sich gestern angefragt, ob sie wünschen, daß die Geschlechtet.geden Trümmern niemand begraben war; nur Herr Maurerbei den bürgerlichen Stadtverordneten.) In die Kommission für meister Herschel sowie ein Arbeiter Strauſse hatten durch seitwärts bormittag gegen 11 Uhr der 24 Jahre alte Bankbeamte Franz Weiß trennt würden; das habe man aber nicht gewünscht.( Laden aus Hamburg in der Zimmerstraße 43/44 zu töten. Weiß tam am fallende Steine ganz unerhebliche Verletzungen erlitten. Die fofort Sonnabend hier an, um sich mit einem an der Jerusalemer Kirche 3 das Wohnungswesen wurde an Stelle der freiwillig ausgeschiedenen Hinzugerufene Feuerwehr legte den hinteren Teil der Halle, der ebenfalls einzustürzen drohte, nieder, während die Polizei die Weiter- wohnenden Mädchen zu verloben. Er glaubt, daß seine Braut ihm Genossen Rieger der Genosse stunkel gewählt. untreu gewesen sei. Sie beschwörte ihre Unschuld und schlug bei Lichtenberg. Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer legten arbeit inhibierte. Die Unfallſtätte bietet ein Bild furchtbarer Ver- einer Auseinandersetzung gestern Abend vor, fich mit ihm zu er- Sigung die Aufnahme einer Anleihe im Betrage von 670,000 M. wüftung. Balfen, Steinblöde und Schuttmassen bilden einen wüsten, wüstung. Balken, Steinblöcke und Schuttmassen bilden einen wüsten, schießen. Weiß hörte darauf nicht, sondern lief weg. Gestern morgen die als Baugeld für die Errichtung eines Armenhauses, einer zwölf Meter hohen Trümmerhaufen, der von dem zerborstenen Dach ichidte er durch seine wirtin einen Brief an das Mädchen, in dem Schule, sowie zur Umpflasterung und Neupflasterung von der Halle überbedt tvird. er die Ueberzeugung aussprach, daß sie ihm nicht treu bleiben werde. Straßen, zur Bezahlung des Bauplages für ein Amtsgerichts. Ein sehr grober Unfng. Zu Gerüchten von einem Mord Beim Empfang des Briefes tönne sie überzeugt sein, daß er nicht gebäude und zur Erweiterung der Gas- und Wasserwerke dienen und einer Berstückelung der Leiche gab ein Fund Veranlassung, den mehr lebe. Bald nachdem die Wirtin weggegangen war, schoß er foll. Die Röckner- Rothesche Kanalisation, die, wie der Gemeindeam Sonnabend ein Naturforscher" in der Gegend des Bahnhofs fich aus einem fleinkalibrigen Revolver eine Kugel in die linke Brust. vorsteher ausführte, ein Schmerzenskind der Gemeinde ist, soll auf VerEbersstraße machte. Dort wird ein Feld aufgeschüttet, u. a. auch Die Frau fand ihn auf dem Teppich liegen und ein Stabsarzt der fügung der Regierung einer Aenderung im Klärverfahren unterzogen mit Berliner Müll. In diesem fand nun der Mann ein Bein, eine Feuerwahr, der zufällig vorbei fam, verband ihn und ließ ihn in ein werden. Beschlossen wurde, Berlin anzugehen, den östlich der Verbindungsbahn belegenen Orttsteil an die Berliner Kanalisation Hand und einen Arm eines Menschen, die bereits in Ver- Krankenhaus bringen. wesung übergegangen waren. Die Schöneberger Kriminalpolizei ließ Pockenverdächtige Erkrankungen. Zu besonderen Vorsichts- anzuschließen. Ebenso stimmte die Versammlung der Abänderung das ganze Feld absuchen, fand aber nichts weiter. Sie lam bald zu maßregeln hat eine Anzahl von podenverdächtigen Erkrankungen dem des Bebauungsplans für die Straßen- westlich der Fankfurter Chaussee der Ueberzeugung, daß die Zeichenteile von einem Körper herrühren, Kultusministerium und der Charité Veranlassung gegeben. Die Er- 3. Der vom Fürsten Henkel v. Donnersmard geforderten Ausder von einem Mediziner bearbeitet worden ist und von diesem in einen Mülltaften geworfen worden sind. Um vielleicht durch Um zu verhindern, daß sich etwa von den Baraden aus, in denen fie berordneten Grauer( Soc.), Plonz, Bleckmann( Bürgerliche) führten um desselben in Berlin wurde lebhaft widersprochen. Die Gemeindekrankten ſelbſt befinden sich alle auf dem Wege der Wiedergenesung. verleibung feines 200 Morgen großen Terrains und Einverleibung Papierstücke einen Anhalt für die Herkunft des Fundes zu gewinnen, behandelt werden, Krankheitserreger verbreiten, dürfen die Wärter berordneten Grauer( Soc.), Plonz, Bleckmann( Bürgerliche) führten fuchte die Kriminalpolizei auch nach solchen das Feld genau ab. In der Baraden diese bis auf weiteres nicht verlaffen. Besuche in den übereinstimmend aus, daß, wenn Berlin Lichtenberger Grund und Boden einverleiben wolle, es ganz Lichtenberg nehmen müsse. folgedessen sammelten sich nach und nach viele Menschen an, und so Baraden find streng untersagt. Alle Leute, welche die Baraden als Boden einverleiben wolle, es ganz Lichtenberg nehmen müſſe. entstand und verbreitete sich das Gerücht von dem Mord und der geheilt berlaffen, werden genau untersucht und müssen noch ein Leichenzerstückelung. Die Nachforschungen nach dem gewiffenlosen Sublimatbad nehmen. Mediziner werden heute fortgesetzt. breitet, worin die Vorzüge der ausschließlichen TagesVon einem Rollwagen überfahren wurde Montagmittag In der Versorgung Berlins mit frischem Gebäck werden Renderungen angeſtro Troz der arbeiterfeindlichen Stellungnahme gegen 12 Uhr an der Ede der Lothringer- und Gormannstraße der Renderungen angeſtro Troz der arbeiterfeindlichen Stellungnahme 21 Jahre alte Handlungsgehilfe Walter Störmer aus der Simeondes Obermeisters Bernhardt von der Bäckerinnung Germania wird die Bewegung für Abschaffung der Nachtarbeit in den Bädereien Straße 44. Der Berunglüdte erlitt außer Abschürfungen am Gesicht einen Bruch des rechten Oberschenkels und schwere innere Verfortgesetzt. Leiter dieser Bewegung ist der Obermeister Gemeinlegungen. Die Rettungswache in der Kastanien- Allee leistete ihm die hardt von der Bäckerinnung Konkordia. Gegenwärtig wird ein Aufruf unter den Bäckermeistern Berlins erste Hilfe und ließ ihn mit einem Lüdschen Wagen nach dem ber= Krankenhaus am Friedrichshain bringen. arbeit im Bäckergewerbe vorgeführt werden. Man plant die Der Arbeiter, welcher am Freitagnachmittag in der BeuthAbsendung einer Eingabe an die Behörden mit der Forderung, straße beim Abladen von Thonröhren verunglückte, ist erfreulicherdaß die Arbeiten in den Berliner Bäckereien vor 4 Uhr morgens weise noch am Leben und befindet sich auf dem Wege zur Befferung. nicht in Angriff genommen werden dürfen. Es könnte dann, so Unfre Mitteilung vom Sonntag, wonach der Arbeiter seinen Verheißt es in der Begründung, um 7 Uhr früh die erste frische Vac- legungen erlegen wäre, ist also eine irrtümliche gewesen. ware an das Publikum geliefert werden. Die Markthallen, Militär- Beim Aufspringen auf einen elektrischen Straßenbahnwagen tantinen, Bahnhöfe und Gasthöfe müßten sich zum Teil abends borher mit Badware versorgen, ebenso diejenigen Kreise der Be- während der Fahrt verunglückte am Sonnabendabend an der völkerung, die außergewöhnlich früh Kaffeegebäck wünschen. Die Kronprinzenbrücke die 17 jährige Stenographin Marie Buckow aus Hälfte der Berliner Bädermeister soll schon für die Aenderung in der Neuenburgerstr. 1a. Sie geriet unter den Anhängewagen und der Versorgung Berlins mit Weißbrot gewonnen sein. Hoffentlich 80g fich eine so starke Quetschung der Wirbelsäule zu, daß sie durch einen Schußmann nach der Charité gebracht werden mußte. wird die Bewegung auch vom Publikum entsprechend unterstützt. Arbeiter- Bildungsschule. Wegen plöglicher Verhinderung des Vortragenden fällt heute abend der Unterricht in Gesezes tunde aus. Wird später nachgeholt. störte, schimpfte diese Großmutter auf bas arme Aus den Nachbarorten. Die Gemeinde Lichtenberg läßt längs der Grenze bei Friedrichsfelde ein Wasserdruckrohr verlegen. Diese Arbeiten cheinen in gefährlicher Weise beschleunigt zu werden. Am Sonnabend stürzte das nicht abgefteifte Erdreich in die Grube, einen Ar beiter, der sich nicht mehr in Sicherheit bringen konnte, unter sich begrabend. Der Schwerverletzte wurde nach der Unfallstation in der Warschauerstraße gebracht. Am Montag aber wurde die Absteifung der Baugrube vorgenommen. Auf Anordnung des Gemeinde- Bauamts? Wer weiß? Eine abermalige Schwurgerichts- Verhandlung gegen den Giftmörder vom Teufelssee, Töpfer Eugen Jänide, wird nun dennoch stattfinden. Jänice wurde bekanntlich nach längerer irrenärztlicher Beobachtung für geistestrank erklärt, so daß seine Bestrafung wegen des Mordes der Luise Bergner nicht erfolgen kann. Formell muß aber trotzdem das gegen ihn bei dem Potsdamer Schwurgericht schwebende Verfahren zu Ende geführt werden, weil das Reichsgericht das Todesurteil aufgehoben und die Sache zur nochmaligen Berhandlung an die Borinstanz zurüdverwiesen hat. Infolge dessen wurde auf Anordnung des Kammergerichts das Potsdamer Schwurgericht zum Montag, den 24. Juni, einberufen. In Werder find die ersten Kirschen Sonnabend und Sonntag infolge der großen Size zur Reife gelangt. Die unter dem Namen Früheste der Mart" bekannte und geschätzte Kirschenforte, welche zuerst Blüten angesetzt hatte, hat auch die ersten reifen Früchte gebracht. Ihre Qualität ist aber noch nicht so bedeutend, daß sich ihr Transport nach Berlin lohnte. Vielmehr trifft der mit Kirschen be ladene Dampfer der Werderschen Obstzüchter Genoffenschaft am nächsten Montag früh in Berlin zum erstenmale vor der Dorotheen Markthalle ein. Eingegangene Druckschriften. Von der Nenen Zeit"( Stuttgart, Diez' Berlag) ift foeben bas 35. Heft des 19. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Mit einem blauen Auge. Blanqui und der Blanquismus. I. Blanquis Lebensgang. Von Baul Louis. Die Lage der Textilindustrie und ihrer Arbeiter. Bon einem Textilarbeiter.- Bernsteins alte Artikel und neue Die deutsche Städteverwaltung. Eine Schmerzen. Von K. Kautsky. Aerzte im Gewerbe- Aufsichtsdienst. Von Selbstanzeige von T. Hugo. Helene Simon.- Litterarische Rundschau: Eduard Fuchs und Hans Krämer, Die Karikatur der europäischen Völker. Feuilleton: Tschechows Novelle In der Schlucht". Von Profeffor Owsianito Kulikowskij. Aus dem Russischen übertragen von Eugenie Kliorin. Ein Kindesmord, der mit einer beispiellosen Unmenschlichkeit ausgeführt wurde, versetzte Sonntag in der elften Abendstunde die Bewohner des Hauses Oberwasserstraße Nr. 10 in große Aufregung. Hier wohnt seit dem 4. v. M. der von der Wiesenstraße Nr. 19 zu- Ein zweitägiges Fliegerrennen begann Sonntag auf der gezogene Arbeiter, frühere Kellner Ostar Walter mit seiner Radrennbahn Friedenau. Am Sonntag war das Rennen nur da Frau und drei Kindern, von denen das älteste 5 und das zweite durch bemerkenswert, daß der Franzose Jacquelin sich eine böse 3 Jahre alt ist, während das jüngste, ein Mädchen namens Editha, Niederlage holte. Im Vorlauf wie im Hoffnungslauf wurde erst am 13. April vorigen Jahres geboren war. Walter, der augen- Jacquelin geschlagen; die Rennen endeten damit, daß Willy Arend blicklich stellungslos ist, hat von einem Stickereibefiger im zweiten gegen Ellegard und Seidl Sieger blieb. Die andren Preise wurden Stock eine Wohnung abgemietet. Das Ehepaar behandelte von Schilling, Mündner, Demke und dem Tandempaar Huber Seidl das jüngste Kindchen oftmals in der gemeinsten Weise und gewonnen. Der Besuch der Bahn war am Sonntag nur mäßig. belegte es mit Ausdrücken, die sich nicht wiedergeben lassen. Das internationale Hauptfahren am Montag hatte folgendes Gestern machten die Eheleute, obwohl Walter durch Gelegenheitsarbetten Resultat: Erster Lauf: Arend Erster, Huber Zweiter, Jacquelin nur wenig verdient, einen Ausflug, um ein Konzert zu befuchen. Dritter; zweiter Lauf: Taylor, Seidl, Ellegard; dritter Lauf: Huber, Zur Beaufsichtigung der Kinder hatten sie aus der Putbuserstr. 37 die Ellegard, Jacquelin. Im Endlauf siegte Taylor glänzend Mutter der Frau Walter, eine am 27. April 1833 zu Schneidemüht über seine Mitbewerber Arend und Huber. geborene Frau Helene Lanck geb. Dahlse kommen lassen, eine dem Trunt ergebene und auf der niedrigsten Stufe der Menschheit stehende Frau. Dieses Weib genoß auch gestern nachmittag eine Menge Schöneberg. Nach deni Muster der Orts- Krankenkassen andrer Der Wahre Jakob" hat soeben die 12. Nummer seines 18. Jahr Alkohol, schickte dann bie beiden ältesten Stinder auf die größerer Städte beabsichtigt nun auch die hiesige Orts Kranten gangs erscheinen laffen. In dem farbigen Titelbild„ General Kitcheners Straße, enilleidete fich hierauf vollständig und legte fich folaise, zu welcher auch noch die Nachbargemeinde Friedenau gehört, Geniestreiche in Südafrika" werden die angeblichen Erfolge Kitchentes Bollauf ein als Lagerstatt dienendes altes Sofa. Aergerlich eine Reorganisation vorzunehmen. An Stelle des Altersklassen den Boerenführer De Wet verspottet; das farbige Rückbild„ Ein daß die hungernde kleine Entelin sie durch ihr Geschrei systems soll, womöglich schon zum 1. Januar 1902, das Lohnwert" gloffiert die Auffassung, welche der preußische Junker von seiner Kind. tlassensystem gesetzt werden, welches sechs aufsteigende klassen Mission gegen den Umsturz hat, um mit dieser Mission die Forderung ber Das half natürlich auch nicht gegen den Hunger, und nun nahm enthalten soll. Natürlich dürfte es dabei ohne Erhöhung der Beiträge erhöhten Getreidezölle zu begründen. Weitere Bilder beschäftigen sich mit der Niederlage der Schnapsbrenner in der legten Reichstags: Sigung, mit das Weib die Kleine, hielt sie eine Zeitlang unter die Wasserleitung nicht abgehen. Nach dem Vorschlage des Vorstands sind vorgesehen der Affaire Draga u. a. Das Leitgedicht ist dem Reichstag in Ferien" geund schlug sie dann so lange, bis sie vor Erschöpfung einschlief für die erste Klasse ein Lohnjay von 3,51-4 W., die zweite widmet; ferner erwähnen wir die Gedichte„ Wir wühlen"," Die GendarmenHausgenossinnen, die das Geschrei des Kindes gehört hatten, glaubten, 3,01-3,50 m., die dritte 2,51-3 W., die vierte 2,01-2,50 M., die nafe", das Gedicht in Prosa„ Befreiung“ von Klara Müller und die fatirische daß es den Eltern an Milch fehle, und boten von ihrem Vorrat der fünfte 1,51-2 m. und für die sechste Klaffe ein Lohnjay von 1,50 M. Skizze Bölker- Pſychologie" Frau Land an, damit das Kind seinen Hunger stillen könne. Die Sollte die Aufsichtsbehörde( in diesem Fall der Jm Verlage von J. H. W. Die Nachf. in Stuttgart ist soeben in Großmutter wies fie zurück. Gegen 10 Uhr abends schrie das Kind Landrat) sich zustimmend äußern, so dürften die einleitenden russischer Sprache erschienen: Selbstherrschaft und Landstände in wieder jämmerlich. Die Nachbarn hörten, wie die Großmutter Schritte zur Verwirklichung des gewiß berechtigten Wunsches ukland. Geheime Dentſchrift des russischen Finanzministers Witte aus wieder schimpfte und drohte. Wenn Du nicht ruhig bist, Du Aas, bald gethan werden und zwar zum Segen der Versicherten. dem Jahre 1899. XLIV und 212 Seiten gr. Oktav. Preis 4 M. Die beiden neuen Schulgebäude in der Feurig und in der Ausbrüde. Gleich darauf hörten die Leute auch ein dumpfes Rubensstraße sind in ihrer äußerlichen Form vollendet und werden Aufschlagen auf den Fußboden. Nochmals wollten sie Wilch hoffentlich noch dieses Jahr ihrer Bestimmung übergeben werden geben. Das Weib aber faßte ihre Enkelin und warf sie durch das können. Beide sind mit allen hygienischen Einrichtungen, mit BadeFenster der unten auf dem Hofe stehenden Pförtnerfrau zu mit den gelegenheit 2c. versehen. In dem neuen Viertel( Friedenauer OrtsWorten:" Da hast Du das as!" Mit zerbrochenen Gliedmaßen und teil) in der Nähe der Rubensstraße wird sich außerdem noch das zerschmettertem Schädel blieb die kleine auf dem Pflaster liegen; fie nene Schöneberger Krankenhaus erheben, zu dessen Fertigwar tot. Nun versuchte die entmenschte Großmutter, die Verrückte zu stellung 3 Jahre in Aussicht genommen sind und das vorläufig mit spielen. Der Aufforderung der Polizei, die sie splitternacht antraf, 350 Betten belegt werden soll. Der Errichtung des Krankenhauses ihr auf die Wache zu folgen, wollte fie teine Folge leisten. Sie habe ist eine jahrelange Agitation vorangegangen und sie war schon feine Zeit, fagte fie, und werde am nächsten Morgen kommen. Die Beamten brachten sie aber doch dahin, daß sie sich ankleidete und längst dringendes Bedürfnis. Nicht zum wenigsten hat die hiesige Arbeiterschaft durch rastlosen Hinweis auf die Notwendigkeit eines ihnen folgte. Mittlerweile kehrten auch die Eltern des er solchen durch Wort und Schrift, in Versammlungen und bei den mordeten Kindes nach Hause zurück. Als sie auf der Straße berufenen Körperschaften zur endlichen Verwirklichung des Plans beihörten, was vorgefallen war, versuchten sie, wieder umzukehren, getragen. wurden aber von der Polizei daran gehindert. Heute Vormittag wurden Walter und seine Frau auf dem Polizeipräsidium über ihre Behandlung des Kindes eingehend verhört. Frau Land befindet sich noch im Gewahrsam der Kriminalpolizei. schmeiß ich Dich aus dem Korbe!" war noch einer ihrer mildesten und weniger. Weizen, gut Marktpreise von Berlin am 1. Juni 1901 nach Ermittlungen des fgt. Polizeipräsidiums. D.- Ctr. Kartoffeln, neue, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch" Schweinefleisch Noggen, gut " * Gerſe, out " Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Fier Karpfen mittel gering " " " mittel gering " " 16, " afer, gut mittel gering 14,90 15, 13,90 " 13,80 12,90 2 16,20 15,50 mittel gering 15,40 14,80 Bander 14,70 14,10 Hechte " 7,32 6,66 Barsche 8, 5,60 Schleie " 40, 25,- Bleie 45, • 20,- Krebse 70, 25, " Nichtstroh pen Male 7,- 5. 1,60 1,20 1,30 11,60 1,20 " 1,80 1,10 " 1,60 1,10 " 2,60 2, 60 1 kg d 3,60 2,20 2,60 1,20 2,-1,40 2,60 1,20 2,40 1,20 1,60 0,80 2,80 1,20 1,20 0,60 per Sod 18,- 3, In der Spandauer Stadtverordneten- Bersammlung be- Grösen schäftigt man sich wieder einmal mit der Wohnung suot. Anlaß Speisebohnen hierzu gab eine Magistratsvorlage, welche die Bewilligung von 15 M. Linsen monatlich auf 3 Monate vom 1. Mai cr. ab für die Hauswärterin* Frei Wagen und ab Bahn. Zwei Automatenplünderer wurden Montag früh im Süden Seefeldt verlangte. Die Frau hat die Reinigung in dem Stadt: Produktenmarkt vom 3. Juni. Der Getretbemarkt zeigte der Stadt festgenommen. Bei dem Restaurateur Aßmann an der Hause Morigftr. 9, in welchem zur Zeit die Wohnungslosen( zwölf heute feste Tendenz, namentlich Weizen. Beranlassung dazu gaben besonders Ecke des Plamufers und der Grimmstraße hatte man im vergangenen Familien) untergebracht sind. Motiviert wurde die Vorlage damit, die Meldungen aus Destreich- Ungarn über große Dürre und Beschädigung Monat schon zweimal versucht, die Automaten im Vorgarten zu daß die Frau durch die dort untergebrachten Obdachlosen eine erhebber ungarischen Weizenfelder durch Roſt. Auch bei ung mehren sich die leeren. Jedesmal waren die Spitzbuben durch den Hund des Nachtliche Mehrarbeit habe und daß sie häufig den erst nachts slagen über den andauernden Mangel an Regen. Amerika fandte ebenfalls wächters verscheucht worden. Auch gestern morgen sprangen fie heimkehrenden Männern die Hausthür öffnen höhere Notierungen. Peſt meldete Weizen- Hausse und 32 Heller höhere wieder über das Gitter, als der Wächterhund anschlug, der Wächter müsse. Auf die aus der Versammlung gestellte Frage, ob Weizenpreise für Oktober. Infolge all dieser Momente, zu denen noch Deckungsund zwei Schußmänner holten sie jedoch ein und brachten sie nach denn die dort Untergebrachten auch Miete zahlen müßten, und Neutäufe namentlich für September kamen, zogen die Lieferungspreise der Wache des 47. Reviers. Die Ergriffenen, ein 23jähriger Arbeiter erklärte der Oberbürgermeister Kölge, daß Behrend und ein 19 Jahre alter Arbeitsbursche Schneider, sind beide schon vorbestraft. e8 für Weizen per Juli um etwa 11/2 M., per September 2 M. an. Roggen wurde dadurch mitbeeinflußt und notterte durchschnittlich 3 bis 1 M. höher. Für Mehl, das 5 Proz. höher lag, zeigte sich etwas mehr Kaufluft. Hafer war wenig verändert und still; Mais gut behauptet. Rüböl fest, 50 f. höher. Spiritus blieb ohne Notiz. Dermischtes. Ueber ein Eisenbahn- Unglück wird amtlich aus Dresden der Magistrat weil Mieten zu erheben, dadurch abgelehnt habe, schließlich Emissionsprozesse entstehen könnten und die Aus dem Reich des Herrn Thielen. Uns wird berichtet: Stadt doch keine Miete erhalte. Wie es ihm vorkomme, scheinen Für die ersten drei Arbeitstage dieser Woche sind etwa 20 Streden die im Stadthause untergebrachten Familien gar keine Anstalten zu arbeiter, die Hälfte des auf den Bahnhöfen Stralau- Rummels: machen, sich eine andre Wohnung zu besorgen; er hoffe aber, daß burg, Frankfurter Allee und Landsberger Allee thätigen Personals von dies sich zum 1. Juli ändern werde, da dann ja wohl wieder wohihren Vorgesetzten ausgesperrt worden. Und das tam so: Sonnabend- nungen zu haben sein werden. Ein ständiges Asyl für Obdachabend wurde bei der Lohnzahlung durch den Bahnmeister der„ Be- lose werde für Spandau nicht nötig sein, denn er stehe auch fehl" ausgegeben, daß alle Stredenarbeiter um 11 Uhr wieder heute noch auf dem Standpunkt, daß die Wohnungsnot eine vorüberanzutreten hätten, um Kies zu laden. Das ist eine Arbeit, für die gehende sei. Die im Stadthause untergebrachten Familienväter seien gemeldet: Ale Sonntagvormittag gegen 10 Uhr der Vorzug für den ein Stundenlohn von 26-32 Pf. gezahlt wird, wofür aber in einer meist junge rüstige Leute, die wohl arbeiten können, zwei davon nach Reichenbach im Vogtland verkehrenden Personenzug 1008 Nacht nicht mehr wie 5 Stunden zur Verrechnung und Bezahlung haben beim Kohlenabladen fogar 83 Pf. pro Stunde verdient( wie an der Haltestelle Edle Krone hielt, fuhr die vom Zuge abgebliebene kommen dürfen, wenn auch die Arbeit 6 bis 7 Stunden andauert. lange die Arbeit gedauert, fagte der Herr aber nicht). Das Stadt Schiebmaschine heftig gegen den Schlußwagen des Bugs. Acht Die während zehn Stunden des Tags unter steter Lebensgefahr haus werde pünktlich um 10 Uhr geschlossen. Hausschlüssel werden eisende wurden am Kopfe verlegt, aber so leicht, daß und in brennender Sonnenbize abgeraderten Leute getrauten sich nicht verabfolgt, da erstens die Stadt nicht so viele Hausschlüssel fie sich an ihr Reiseziel begeben konnten. In Karlsbad wütete am Sonntag ein' arges Unwetter. nicht, dem gestrengen Herrn Bahnmeister zu widersprechen, waren machen lassen tann( schrecklich!) und zweitens jeder, der sich von der aber in ihrer Mehrzahl auch nicht im stande, den Befehl" zu er- Stabt unterbringen lasse, sich auch n Hausordnungen fügen müffe. Von den Bergen strömten Waffermengen herab, rissen Straßen auf, füllen und erschienen daher nicht zur Nachtarbeit. Bemertt sei, daß Vom Genoffen Dudsch wurde bemerkt, daß er nicht glaube, die überfluteten die Läden und entwurzelten Hunderte von Bäumen in Diese Arbeit für einen Privatunternehmer zu leisten ist, der Wohnungsnot werde sich vom 1. Juli ab vermindern. Familien ben umliegenden Wäldern; ein startes Gewitter vermehrte noch das feine" Arbeiter, weil diese zu teuer waren, nicht zur Nachtarbeit mit viel Kindern werden auch nach dem 1. Juli ohne Wohnung Unheil, so daß die Hilfe der Feuerwehr vielfach in Anspruch ge Ein Verlust an Menschenleben ist nicht zu be stellte. Die Folge war, wie gesagt, daß jeder, der gestern sich zur sein. Er sprach dann sein Bedauern darüber aus, daß die gemischte nommen wurde. Arbeit meldete, den Bescheid erhielt, daß er 3 Tage aussegen müsse, Kommission für das Wohnungswesen keine weiteren Schritte gegen flagen. Abends hatte die Stadt wieder ihr gewöhnliches Aussehen. weil er nicht zur Nachtarbeit erschienen sei. Es find Arbeiter darunter, die Wohnungsnot gethan. Mit folchen Mitteln werde man die Auf der Strede 8eiz- Gamburg ist der Teil von Cam Die fünf Jahre und länger den gefahrvollen Dienst auf der Bahn Wohnungsnot nicht aus der Welt schaffen. Fördernd für die Sittlich- burg bis Schloelen, nach amtlicher Meldung, infolge Unterwaschung Bei Choffelles im Departement Loire entgleiste gestern ein Personenzug, wobei die Wagen einen Abhang hinunter in ein Kornfeld fielen. 42 Personen wurden mehr oder minder schwer berlegt, ba von zwei lebensgefährlich. An der Nordküste von Californien wurden bedeutende Petroleumquellen entdeckt, welche sehr reichhaltig sein sollen. Vereinskalender. Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be: nukung für jedermann. Berlin, Alexandrinenstr. 26, Gartenhaus. Geöffnet werftäglich von 51/ 2-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-1 und 3-6 Uhr. Reichhaltige Bibliothek und 415 Zeitungen und Beitschriften eder Art und Richtung. Diskutierklub Reimer", Seidel, Hochstr. 38. Verein der Mineralwasser Arbeiter. Jeden Dienstag nach 28eg 38, Helmke. dem 15., Hecht, Schmidstr. 21. % " " -OVO " Witterungsübersicht vom 3. Juni 1901, morgens 8 Uhr. Der Geleise burch wollenbruchartigen Regen unfahrbar. Beohnhardt, Kolonieftr. 147. Wacht auf", Französisch- Buchholz, Haupt- schreiberstraße 54; 9. Männerabt.: Müllerftr. 158, Ede Triftstraße; Dauer der Verkehrsunterbrechung unbestimmt. In der Umgegend straße, Gasthof zum Storch. 1. Lehrlings abt.: Friedenstr. 37; 3. Lehrlingsabt.: Boechstr. 17/20; bon hon ging gestern ein furchtbares Gewitter, verbunden mit Arbeiter- Raucherbund Berlins und der Umgegend. Aenderungen 6. Lehrlings abt.: Reichenbergerstr. 67/70; 1. Damenabteilung: MariannenTurnv.„ Eiche", Köpenid, Männer u. Jugendabteilung: Hagelschlag nieder. Die Ernte wurde zum größten Teil vernichtet, im Vereinskalender sind zu richten an Albert Liebetrau, Berlin, Butbufer- ufer 1a. straße 44, IV. Dienstag: Rauchkl.„ Eldorado", Grüner Weg 120, Scheer, Wilhelmsgarten, abends 7/ 2-91/ 2 Uhr: Uebungsst." Freie Der Schaden ist bedeutend. Bluhm. ,, Grüne Eiche", Urbanstr. 51, Bech.. Ambalema", Forster Turnerschaft Rixdorf Briz", Bethge, Briz, Chauffeeſtr. 39, 61/2 bis Neuer Berl. Rauchflub", Reichenbergerstr. 146, Anflam. 812 Uhr: 2. Schülerinnen Abteilung, 81/2 bis 10% uhr: 2. Frauenstraße 19, Udel. " Domingo", Waldemarstr. 16, Abteilung." Turnerschaft d. V. Nereus"( gegründet 1882), Männerabt., Phönix", Schöneberg, Hauptstr. 97, Ruz. Scheibe. Kollegia", Reichenbergerstraße 157, Bergner. Ginigkeit I", Reichenbergerstr. 131/132, abbs. 8-10 Uhr., Damenabt. Manteuffelstr. 7, Prinz Handferystr. 72, Bum Ambos. Korea", Weidenweg 45, Schumta. abbs. 8-10 Uhr. Turno. Froh und Frei", Groß: Lichterfelde, Bagel, Freie Männer", Gr.- Lichterfelde, Dürerstr. 42, Kuzner. ,, Neuer Hain", Chausseestr. 104, abends 81/2 bis 10 Uhr." Freie Turnerschaft" in Friedrichsfelde, abends 81/ 2-102 Uhr, bei Bube, Prinzen- Allee 30. Langenbeckftr. 7, Techtmeter. Bruderbund", Grünauerstr. 5, Gallowsky. " Blütenduft", Cotheniusstr. 1, Fedtte." Ruhiga", Brizerstraße 46, Herzog, Arbeiter Schwimmerbund. Anfragen an E. Bratte, Schulstr. 24. Pfeifentopf", Falkensteinstr. 5, Gonell. Gemütlichkeit I", Manteuffel: Dienstag: Schwimmklub„ Neptun"( Weißensee), abends 71/2 Uhr, Seebad, ftraße 101, Gläser." Diana", Schötz, Bremerstr. 71." Immergrün", Weißensee. Schwimmverein" Oft", Berliner Schwimmschule, Stralauer Hecht, Beughofstr. 9. Kairo", Buttmannstr. 9, Engler. ,, Blaue Allee. Schwimmklub„ Hellas", Berliner Schwimmschule, Stralauer Allee. Wolfe IV", Putbuserstr. 30, Reimann. Rein Strett", Weidenweg 87, Arbeiter Stenographenverein" Stolze".( Ginigungssystem.) Gillert. Beilchenblau", Winsstraße 56, Dimte. Veronita", Stalizer: Bezirk Norden", bei Gleinert, Schulstr. 29, abends 81/2 Uhr. „ Eldorado I", Arbeiter Radfahrerbund" Solidarität". Gau 9( Prov. Brandenstraße 22, Nau. Kräftiger Bug", Manteuffelstr. 49, Goerte. " Granium", Zorndorferstr 8, Müller. burg.). Alle Zuschriften und Anfragen den Bund betreffend, sind zu richten Rüdersdorferstr. 11, Neumann. Seegras", Liegnigerstr. 18, an den Gau- Borsitzenden Karl Fischer, Berlin NW., Waldstr. 8. Dienstag: Weichfelduft II", Röslinerstr. 3, Krabbenhöft. Manegold. selsenfeft", Schliemannstr. 42, Schwarz. Voldampf", Arb. Radf. Verein Rirdorf", Thomas, Hermannstr. 48/50. Radf. Verein Münchebergerstr. 9, Ludsee. Lustige Brüder", Neu- Weißensee, Heinersdorfer Frisch auf" in Baumschulenweg jeden 1. und 3. Dienstag im Monat, Fidele Brüder II", Graubenzerstr. 2, Drefoll. Dabelow, Baumschulenstr. 14. Arb. Radf. Verein" Stern" in Lucen" Fibele Brüder III", Hidinger, Butbuferstr. 19. Victoria", Heiler, walde, jeden Dienstag nach dem 1. und 15., Helau, Friedrichstr. 29. Borhagenerstr. 21. Edelweiß", Rirdorf, Ringbahnstraße 24, Faustner. Arb. Radf. Verein Vorwärts" in Schöneberg, teben Dienstag nach dem 1 Arbeiter Sängerbund Berlins und der Umgegend. Borsigender: Einsiedler", Neu Weißensee, Langhansstr. 136. Steegemann." Flora", und 15., Hauser, Sedanstr. 31. Arb. Rabf. Verein Fester Wille" in Adolf Neumann, Brunnenstraße 150. Erster Kassierer: Seifrit Fidicin Wilfen, Friedrichsberg, Kronprinzenstr. 14. Abguß II". Schulz, Höchste: Berlin, tagt alle 14 Tage Dienstags, Bachgänger, Swinemünderstr. 34. Straße 16. Alle Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten an straße 30. Sonnenblume", Scholz, Prenzlauer Allee 208. Bukunft", Friedrich Kortum, Lausigerstraße 33. Dienstag, Uebungsstunde abends Neu- Weißensee, Neuendorf, Friedrichstr. 5.Tabat zur Asche", Kant, 9-11 Uhr. Gerechtigkeit"( Westen), Bartel, Bülowstr. 59. Olympia", Charlottenburger Ufer 2." Thonpfeife", Schöneberg, Schieder, Sedan: Zimmermann, Grüner Weg 29.„ Hand in Hand I", Turan, straße 52. Naunynftr. 88. Edelweiß", Streuzberg", Heinze, Bergmannstr. 70.. Central Raucherbund. Buschriften an Max Koch, Rixdorf, HermannLüpple, Melchiorstraße 15. Echo", Mündner, Linienstr. 19. straße 34. Dienstag: Florida", Rixdorf, Schüttfe, Bergstr. 31. Wiederhall", Schnieber, Admiralstr. 21. Freiheit II", Schmauser, Morgenrot", Rirdorf, Seidhaus, Hermannstr. 52. ,, Concordia", Rixdorf, Adlershof, Bismardstr. 16.- Myrthenblätter", Spät, Georgenkirchstr. 65. Neumann, Karlsgartenstr. 19. Alpenhöhe", Rirdorf, Köpke, KarlsgartenUnverzagt II", Bachstein, Salzwedelerstr. 16. ,, Rote Nelte II", Rosin, ftraße 1. Starte Raucher", Nixdorf, Schenk, Sermannstr. 42. Blaue Ruppinerstr. 42. Vorwärts IV", Schulze, Rathenow, Jägerstr. Wolfe", Steglitz, Schimrod, Düppelstr. 7." Helgoland", Steglitz, Thieme, Alpenglode", Gold, Große Frankfurterstr. 133. Weddinger Harmonie", Rugeftr. 6. Deutsche Eiche", Stegliz, Kliemann, Düppelstr. 26. Milbrodt, Müllerstr. 7. Vorwärts VIII", Schurbaum, Marwig in ,, Grüne Linde", Friedenau, Hegebt, Kaiser- Allee 85. Kanafter", Marien: der Mart. Sangesluft II", Bergmann, Basewalkerstr. 3. Weiße felde, Betsch.„ Brasil", Nowawes", Schmidt, Wilhelmstr. 3. Rose I", Buffe, Reinickendorf, Gesellschaftsstraße. Arbeiter- Mai: Germania", Lichtenrade, Reifel. Nordpol", Berlin, Neumann, Rieben: bund", Siemke, Nowawes, Wallstraße 55.„ Glasarbeiter", Köpenick, walderstr. 43. Hand in Hand", Briz, Schrammer, Chauffeeftr. 27. Wien Müggelheimerstr. 29. Esmeralda", Schammler, Warschauerstraße 14. Rauchklub„ Ohne Zwang", Spät, Weinstr. 28. Kreuzberger Harmonie", Möhring, Admiralstraße 18 c. Nord Oft", Gesang, Turn- und gesellige Vereine. Dienstag: Gesangverein Mehlis, Lichtenbergerstr. 17." Freie Feldblume", Schmidt, Stalizer: Maiglöckchen Nord", Ramlow, Schönhauser Allee. Neuer Berl. Schachklub ftraße 51/52. Einig", Schulz, Blumenftr. 38.- Morgenroth", Rummels: Stralauerstr. 3-6. Musikverein Frisch- Auf", Lehmann, Reichenberger: burg, Müller, Türrschmidtstr. 37.- Cäcilia", Brandenburg a./H., Bettermann, straße 19. Gesangberein, hnscher Humor", Mann, Landsbergerstr. 3 b. Wilhelmsdorferstraße 111. Schneeglöckchen II", Potsdam, Glaser, Theaterverein Othello I", Nowad, Manteuffelstr. 9. Landsm. Verein Brandenburger Kommunikation 16. Tertilia", Wezel, Wrangelstr. 136. v. Plauen t. V. u. Umg. zu Berlin", Thiede, Seydelftr. 30. Mufik " Froh- Hoffnung", Schilling, Kyffhäuserstr. 16.-Vereinte Sänger Wilmers verein" Corging", Vogel, Schlesischestr. 44. Bitherverein Einigkeit", dorf", Wilmersdorf, Witte, Berlinerstr. 40. Rosenrot", Pornich, Schweden: Hilscher, Mariannenstr. 19.„ Landmannschaftl. Berein Fürstenberg a. D.", ftraße 11 a. Alpenröslein", Hilgenfeld, Bergstr. 60. Stupferschmiede", Restaurant Weltisch, Alexanderstr. 24, am 1. u. 3. Dienstag jedes Monats. Feind, Weinstraße 11. Schuhmacher", Weigmann, Andreasfir. 32. Gesangverein Schildhorn", Olböter, Usedomftr. 33. Vergnügungs: " Frohsinn I", Rummelsburg, Beutling, Göthe- und Kantstraßen Ede. berein Allemania"," Fuchsbau", Alexandrinenstr. 37. Berliner RadfahrerAtazie"( gem. Chor), Dalg, Stalizerstr. 94 b. Moabiter Liederkranz", Klub Orfan 1898", Strüger, Naunynstr. 6, jeden Dienstag nach dem 1. u. 15. Beper, Quizomstr. 62/63. Eichenkranz", Prenzlau, Lorenz, Klosterstraße. Turnverein„ Often", Gr. Frankfurterstr. 23, 7 Uhr Mädchen- Abteilung, Hand in Hand II", Friedrichsberg, Beidler, Frankfurter Allee 176. 82 Uhr Damen- Abteilung. Touristenverein„ Borwärts", Vater Philipp, „ Vorwärts IX", Charlottenburg, Wernicke, Bismarckstr. 34. Mai: Bionsfirchplatz 15. glöckchen II", Köpenick, Pielemann, Müggelheimerstr. 35.„ Einigkeit", Arbeiter Turnerbund. Dienstag: Turno. Fichte", Berlin, abbs. Rummelsburg, Rechlin, Neue Prinz Albrechtstr. 44. Freiheitsklänge", 8-10 Uhr: 2. Männerabt.: Stalizerstr. 55/56; 4. Männerabt.: Moabit, Weihnacht, Grünstr. 21.„ Einig“, Schulz, Blumenstr. 38. ,, Alte Eiche", Siemensstr. 20; 5. Männerabt.: Ackerstr. 67; 6. Männerabt.: Stall: " Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, den 4. Junt. Opernhaus. Marie, die Tochter bes Regiments. Bergißmeinnicht. Anfang 7/2 Uhr. Schauspielhaus. Mäbel sei schlau. Der Hochzeitstag. Anf. 71/2 Uhr. Nenes Opern Theater( Kroll). Italienische Oper Marcella Sembrich. L'elisire d'amore. Anfang 72 Uhr. Schiller. Der Kaufmann bon Venedig. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Nora. Anfang 712 Uhr. Lessing. Ein Blizmädel. Anfang 712 11hr. Berliner. Der Bankapfel. Aus der tomischen Oper. Mitten in der Nacht. Anfang 7½ Uhr. Residenz. Leontinens Ehemänner. Vorher: Teremtete. Anfang 72 Uhr. Neues. Gastspiel des Schlierseer Bauern Theaters. Haberfeld: treiben. Anfang 8 Uhr. Weften. Die schöne Ungarin. Anfang 7 Uhr. Seceffionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 8 Uhr. Thalia. Gastspiel der Deutschen Genossenschafts Bühne: Frau Eva. Anfang 8 Uhr. Central. Die Geisha. Anfang 8 Uhr. Luisen. Geschloffen. Friedrich- Wilhelmstädtisches. Geschlossen. Carl Weih. Pension Schöller. Anfang 8 Uhr. Belle Alliance. Auftreten der echten Geisha Truppe. Die Schwäbin. Anfang 8 Uhr. " い 19 Schiller Theater Urania Reichshallen ( Wallner Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Gastspiel Ferdinand Bonn. Der Kaufmann von Venedig. Lustspiel in 5 Aften von Shakespeare. Mittwoch abend 8 Uhr: Das Gefängnis. Donnerstagabend 8 Uhr: Gastspiel Ferdinand Bonn. Der Kaufmann von Venedig. Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Pension Schöller. Anfang 8 Uhr. Morgen: Sie weiss etwas. 22. Juni: Eröffnung der Sommer- Oper. Im Garten: Täglich Specialitäten und Theater- Vorstellung, Konzert. Anfang 52 Uhr. Apollo- Theater Vollständig neues Special.- Programm. Frau Luna mit Luftballett Grigolatis. Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Das Land der Fjorde. Invalidenstr. 57/62. Tägl. Sternwarte. Neu! Neu! Neu! Die sensationellen Mintra- Malayen v. Malakka und Singapore. Castans Panopticum geöffnet v. 9 Uhr früh bis 10 Uhr abds. Entree 50 Pf. Kinder die Hälfte. Stettiner Sänger. Eine Hochzeit in de Müllerstraße. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Deutsche Konzerthallen. An der Spandauer Brücke 3. Im schattig. Sommergarten: Täglich: Internationale Künstler Konzerte. Die Boeren- Kapelle. Neapol.Tarantella- Kapelle ,, Sacco Wiener Damen- Kapelle Raymond. Theater- Abteilung( KünstlerPrater- Theater Variété) erstklass. Specialitäten. Kastanien- Allee 7/9. Täglich: Aus dem Volke. Boltsstück mit Gesang und Tanz in 4 Bildern. Auftreten der Excentric- Chansonette Hedwig Döring, des Grotesque: Romifers Paul Coradini, der Gebrüder Damm, Afrobaten. The Garays, Rad: Von mittags 12 Uhr bis 3 Uhr nachm.„ Bürgerliches Diner Preis pro Couvert 75 Pf. 4 Gänge. Schweizergarten Anfang 8 Uhr. Sonntags 72 Uhr. fahrer. Mr. Bartlings lebenbe Photo: Am Königsthor. Am Friedrichshain. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Metropol. Specialitätenvorstellung. Täglich im Garten: Anfang 72 Uhr. Apollo. Specialitäten Vorstellung. = Frau Luna. Anfang 7/2 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Paffage Panoptikum. Speciali täten- Borstellung. Konzert, Theater- und graphien. Konzert und Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Platz 50 Pf. Kalbo. Specialitäten- Borstellung. Ostbahn- Park. Täglich: Konzert, Theater, SpecialiStationen Barometers stand mm Windrichtung Windstärke Wetter 1 bedeckt Temp. n. 6. 5° C.= 4º R. Stationen Barometer= stand mm Windrichtung 16 Saparanda 756 Still 764 2 heiter 15 Petersburg 757 23 3 wolkig 18 Cort 1 Regen 17 Aberdeen 7669 Windstärke Wetter Temp. n. G. woltig 12 3wolfig 14 3 bedeckt 14 2 wolfen! 17 Swinembe 766 NO 7660S0 Hamburg Berlin 7650 Frankf./M. 765 S München 765 23 2 bebectt 18 Barts 763 Still-woltent 21 Wetter Prognose für Dienstag, den 4. Juni 1901. Ziemlich heiter, am Tage wärmer bei schwachen südlichen Winden; teine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, Tonnerstag und Freitag von 7-9 1hr abends statt. Bei Anfragen juristischer Art ist es praktisch, Zeit sparend und darum sehr zu empfehlen, wenn man adreffiert: Redaktion des„ Vorwärts", Juristischer Briefkasten, Beuthstr. 2, Hof II. Moabit. Die Gummischlauch- Affaire am Friedrichshain war am 18. Januar 1894. Drontheimerstr. 1000. Wilhelm Imperator Rex. A. 2. D. Japan. Max Kliems Sommer- Theater Hasenheide 13-15.- Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: [ 16490* Gr. Konzert, Theater- u. Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. 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Kaffeeküche täglich ab 4 Uhr geöffnet. Zum Besuche d. Restaurationsgartens ( ohne Entree) wird höft. eingeladen. Herren- Anzüge * nicht. Wedding- Park Müller- Strasse 178. Jeden Dienstag: Jeden Dienstag: Norddeutsche Sänger. Biegler, Wolff, Hohenberg etc.[* Entree 20 Pf., Borzugsbillets 15 Pf. MECHT BERLI 2 Stempel Fabrik bon[ 10612* Robert Hecht, Berlin Nähere Auskunft erteilen gerne die Generalvertreter der Gesellschaft ( siehe Band II, Seite 28, im Annoncenteil des Adreßbuches), sowie die Subdirektionen der Feuervers.- Ges.„ Kolonia", Taubenstraße 30, und der Bayrischen Hypotheken- und Wechselbank, Kochstraße 53. Aus China tehrt die Mannschaft jetzt nach Haus', Mit ,, Wurm" ging's rein, Mit Wurm" geht's wieder raus'. " [ 66/ 4* Bruch- Pollmann empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensors, sowie sämtl. Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Lieferant [ 11069* für Orts: und Hilfs- Krankenkassen. 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Die Beerdigung findet am Mittwoch, nachmittags 43 Uhr, vom Trauerhause, Oppelnerstr. 22, nach dem Emmaus- Kirchhof statt. Die trauernden Hinterbliebenen Auguste Meeser geb. Dellrich nebst Kindern. 10776 Außerordentliche General- Versammlung der Am Sonntag, den 2. Juni starb Orts- Krankenkasse uujer altes Mitglied, der Bauarbeiter Ferdinand Geitner. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Mittwoch, ben 5. Juni, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle der Andreas- Gemeinde in Wilhelmsberg aus statt. Um rege Beteiligung bittet 244/13 Der Vorstand. der Gelb- u. Zinngießer findet am Mittwoch, den 12. Juni cr., abds. 8 Uhr, bei Herrn Jannascht, Inselstr. 10, statt, wozu fämtliche Vertreter der Arbeitnehmer hiermit eingeladen find. Tages Ordnung: Am Sonnabend, den 1. Juni 1901, früh 5 Uhr, starb nach kurzen Leiden 1. Statutenänderung resp. Abände mein guter Mann, unser guter Vater, rung der 10. oder 11. Abänderung Bruder und Schwager, der Metall- um Statut Herabsetzung der schleifer [ 1083b Leistungen oder Erhöhung der Beiträge". 2. Verschiedenes. 10786 Hermann Rösler im Alter von 42 Jahren. Um stille Teilnahme bittet im Namen der Hinterbliebenen Karl Bade. Die Beerdigung findet am Diens: tag, den 4. Juni, nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause, Wöhlertstraße 19, aus statt. Todes- Anzeige. Am 1. Juni vormittags starb nach furzem Krantenlager unser Kollege, der Metallschleifer [ 17428 Hermann Rösler int 42. Lebensjahre. Die Beerdigung findet am Diens tag, den 4. Juni, nachmittags 5 Uhr, vom Trauerhause, Wöhlertstraße 19, aus statt. Die Kollegen der Deutschen Waffen- und Munitions- Fabriken. " Berlin, den 3. Juni 1901. Der Vorstand. feinster Kaffeezusatz. Marly- Schrot Giebt dem Kaffee eine vorzügliche Farbe u, reinen kräftigen Geschmack. - Pfd. Original- Packet 15 Pf. Deutsche Kaffee- Rösterei A. Pennitz, Berlin C., Rosenthalerstr. 59 und in den mit Placat versehenen Handlungen. Verein der Tischler Berlins u. Umgegend ( Vertrauensmänner- Centralisation). für Männer und Frauen. Tages Ordnung: Deutscher Holzarbeiter- Verband. Zahlstelle Berlin. Mittwoch, den 5. Juni, abends 84 Uhr: Vertrauensmänner- Versammlungen 219/13 Often und Nordoften: bei Mann, Strausbergerstr. 3. 1. Die Thätigkeit der Socialdemokratie im Roten Hause. Re: ferent: Stadtverordneter Augustin. 2. Diskussion. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vertrauensmann. Arbeiter- Vertreter- Verein. Donnerstag, den 6. Juni, abends 82 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel: Ulfer 15: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. med. Sommerfeld über 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gewerbe- Hygiene". 53/7 Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Achtung! Barbiere. Der Vorstand. Achtung! Donnerstag, den 6. Juni 1901, abends 10 1hr, bei Wernau, Schwedterstraße Nr. 23/24: Große öffentliche Versammlung der selbständigen Barbiere u. Friseure der Schönhauser Vorstadt. Tages Ordnung: 1. Wie stellen wir uns zu den Forderungen der Gehilfen? 2. Zur Preiserhöhung?( Bei jedem Punft findet Diskussion statt.) NB. Kollegen! Erscheint Mann für Mann! Es gilt unsre fernere, Eristenz zu sichern. Der Einberufer. 10876* Brauerei! Teile der geehrten Kundschaft hierdurch ergebenst mit, daß ich die Brauerei des Herrn Louis Tabbert, Oberschöneweide, Wilhelminenhofftr. 19, täuflich erworben habe. Es wird mein Bestreben dahin gehen, nur gutes Bier aus bestem 150/17 Malz und Hopfen meiner Kundschaft zu verabreichen. Weißbier- Brauerei, Hans Lorenz, Oberschöneweide, Wilhelminenhofstr. 19. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Werkstatt- Kontrollkommission. 2. Werkstattangelegenheiten. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Südosten: bei C. Behrend, Manteuffelstr. 95. H Tages Ordnung: 1. Werkstattangelegenheiten. 2. Verschiedenes. Süden: bei Retzolk, Wafferthorstraße 68. Tages Ordnung: 1. Bericht des Obmanns und der Kontroйfommission. 2. Verbandss angelegenheiten. 3. Verschiedenes. Die Kollegen folgender Werkstellen sind hierzu eingeladen: Haffte, Prüfer und Celina, Brandenburgstr. 19. in Habels Brauerei, Westen und Süd- Weften: Bergmannstr. 5-7. Tages Ordnung: , 1. Bericht der Kommission. 2. Bericht der Vertrauensleute. 3. Ver schiedenes. Sämtliche Vertrauensleute sind verpflichtet die Karten umzutauschen. Moabit: im totale des Herrn Jocksch, Turmftr. 84. Tages Ordnung: Bericht der Vertrauensmänner. Folgende Werkstellen sind eingeladen: Hergesell, Nees, Herrmann, Thierbach, Radtke, Glasenap. Wedding und Gesundbrunnen: bei Sen Raabe, Tages Ordnung: Kolbergerstraße 23. 1. Bericht der Kommiffion. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Die Adresse des Obmanns ist: Robert Fendel, Gerichtsstr. 64. Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt: bei Wernau, Schwedterstr. 23. Tages Ordnung: 1. Bericht der Werkstatt- Kontrollkommission. 2. Verbands: und Werk statt- Angelegenheit. 3. Verschiedenes. Den Kollegen zur Nachricht, daß unsre Dampferpartie nach Schmöckwitz am 11. August stattfindet. Näheres wird noch mitgeteilt. Konsum- Verein Berlin- Rixdorf. Modell- u. Fabriktischler, sowie ModellE. G. nt. b. H. Am Dienstag, abends 9 Uhr, Mitglieder Versammlung drechsler im Lokal von Dieke, Ackerstr. 123. Tages Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Der Obmann. H. Desinghaus, Reichenbergerstr. 3. im Thomaschen fleinen Saal, Hermannstraße, für die dir Musikinstrumenten- Arbeiter bei Nowack, dorfer Mitglieder. Dienstag, den 4. Juni, abends 8 Uhr, bei Franke, Pallisadenstr. 9: fohlen. 2. Verschiedenes. Vertrauensmänner- Versammlung. Achtung! Mitgliedsbuch und Karte legitimiert. Süd- Osten. Achtung! Den Mitgliedern zur Nachricht, daß bei Schüßel, Grünauerstr. 17, eine Bahlstelle eröffnet ist. Der Vorstand. Für das Wirtschaftslokal der Vereinigten Gewerkschaften in einer bedeutenden Industriestadt Württembergs wird ein tüchtiger Wirt, der über Kapital verfügt, gesucht. Frequenz der WirtTages Ordnung: 1. Wie stellen sich die Mitglieder zum gemeinsamen Einkauf von PreßDa Punkt 1 der Tagesordnung von weittragender Bedeutung ist, so ersuchen wir dringend um zahlreiches Erscheinen. Proben von Preßkohlen liegen in den Verkaufsstellen aus. Der Vorstand. J. J.: Hoede. Kinderwagen- Bazar ,, Baby". schaft kann nachgewiesen werden. Gefl. ausführ9, 12-75 Mk. 1. Invalidenstr. 160. 2. Oranienstr. 31. 3. Belle- Alliancestrasse 107, am Blücherplatz. 4. Gr. Frankfurterstrasse 115. 5. Brunnenstr. 92. 6. Reinickendorferstrasse 2d- e. 7. Charlottenburg, Wilmersdorferstrasse 55. 99/17 Sportwagen v. 4,50, 6,00-60 Mk. 8, 15-100 Mk. Riesenauswahl. Teilzahlung gestattet.[ 1561L* liche Offerten sub Chiffre P. 6 an die Exp. d. Bl. Bei grösseren Raten Cassapreise. Liefer. des Post- Spar- u. Vorschussvereins. 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Der Obmann. Gifler, Schulzendorferstr. 17a. Achtung, Parkettbodenleger! Mittwoch, den 5. Juni 1901, abends 8 Uhr, Engel- Ufer 15, Saal II: Kommiffionsfißung mit Vertrauensleuten und fämtlichen Vergnügungskomitee- Mitgliedern. Die Kollegen Grap und Karl Lange sind eingeladen. Um pünktliches Erscheinen ersucht Kleine Anzeigen. Nähmaschinen und Feuer- Ver ficherung bermittelt Gustav Schmidt, Solmsstraße 43, Hof Keller. 8576 Fahrräder! Teilzahlungen. Riesenauswahl, Halbrennräder, Touren fahrräder, Damenräder. Gebrauchte 35 Mart an. Gratisunterricht. Repa raturen sachgemäß, preiswert. Fahr Nähmaschinenlager sämtlicher Systeme ohne Anzahlung, Woche 1,00. Lieferung sofort, Landsbergerstraße 82. Möbel fortzugshalber billig zu verkaufen Böchstraße 50, Quer+120 gebäude IV. Große Vereinszimmer außer Donnerstag jeden Tag frei. Oranien: 710* ftraße 183 parterre. Vereinszimmer, groß und Klein, 60 und 30 Personen faffend, noch einige Tage frei. 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