37. ☐ Vorwärts Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mt, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne. Nummer 5 Pfg. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mr., für das übrige Ausland 3 Mr.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652, 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins: und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonn und Festtagen bis 9 Uhr Vore mittags geöffnet. Gern Sprech- Anschlu: amt 1,. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Rheinisch- Westfälisches. Sonnabend, den 13. Februar 1892. " Expedition: Beuth- Straße 3. " Zeit der Hörigkeit nicht mehr. Soweit sind wir mit werden diejenigen Bechen, die augenblicklich nicht in der den Herren einig und quittiren gern über das Zu- Lage find, ein derartiges Opfer(!) zu bringen, in eine schiefe Ein wahres Schatzkästlein kapitalistischer Profitsucht ist geständniß, das sie der zielbewußten Arbeiterbewegung Stellung zu ihren Arbeitern gerathen", sagte der Andere. ber stenographische Bericht über die XXXIII. General- machen. Aber wir müssen noch weiter drücken, um auch den Setzen wir gleich den Schluß der erhebenden Verhand versammlung des Vereins für die bergbaulichen Interessen Unternehmertroß zu brechen, der dem Staate frech ins lung wörtlich hierher: Herr Generaldirektor im Oberbergamts- Bezirk Dortmund" vom 30. Dezbr. 1891, Gesicht lacht. Ihr denkt uns durch eine Berggesetz- Novelle Boniver:? Es würde einen schlechten Eindruck machen, der als zweites Blatt von Nr. 9 des Zechenorgans Glück zur Vereinbarung unserer Arbeitsordnungen mit den Berg- wenn die Zechen, welche jetzt das Geleuchte abziehen, das auf" in Essen in diesen Tagen erschien. Er sei hiermit Leuten zwingen zu können? So höhnen die Zechen- durch Lohnermäßigung machen wollten. Ich glaube, die allen Genossen, die in Bergwerksgegenden zu agitiren haben, gewaltigen den Geheimräthen im Ministerium entgegen. Beiten sind nicht dazu angethan, solche Experimente(!) zu ebenso warm zur Benutzung empfohlen, als unsere eigenen Wir schlagen Euch ein Schnippchen! Wir machen" machen. Es würde sehr übel sein, wenn auf einigen Parteischriften, selbst auf die Gefahr hin, daß künftig die unsere Arbeitsordnung" vorher selber, verkünden sie als Bechen das Wort stünde und auf anderen nicht. Ich Drucklegung dieser werthvollen Stenogramme wegen unseres unseren Ukas, und wer nicht unter ihr arbeiten will, der möchte daher beantragen, das Wort Geleuchte" einzuMißbrauchs" mit denselben eingestellt wird. Be- mag tündigen und gehen! Aber es kommt auch noch schieben. Borsigender: Es hat sich Niemand weiter sonders belehrend dürften allerwärts die Seite 12 ff. eine Drohung: Solltet Ihr in unsere geheiligten Rechte zum Wort gemeldet, wir schreiten also zur Abstimmung. wiedergegebenen Verhandlungen der Zechenversammlung eingreifen wollen, so werden wir den offenen Wider Ich bitte diejenigen Herren, welche für den Antrag find, über die famose„ Normal- Arbeitsordnung" für Bergwerke stand gegen den Staat proklamiren. Unser Profit ist das Wort„ Geleuchte"( soll heißen Bezahlung desselben durch wirken, welche in ihren materiellen Bestimmungen seit uns heiliger als alle Loyalität und aller patriotischer die Bergleute. Red.) einzuschalten, die Hand zu erheben längerer Zeit schon bekannt ist. Dieselben bestehen u. A. Plunder. Versucht's mur, an unseren Ukas zu rühren; unsere( Geschieht). Der Antrag ist mit großer Mehrin den willkürlichsten und lächerlichsten Strafbestimmungen, Macht ist vielleicht größer als die Eure! Das ist der heit angenommen." So der stenographische Bericht. in der Festsetzung anderthalbmonatlicher Lohnfristen und Sinn der offenen Aeußerungen des Vorsitzenden auf der Der Werth dieses Dokumentes ist unschätzbar, auch für den ähnlichen schönen Dingen, auf die heute nicht näher ein- Dortmunder Bechenversammlung. Das ist der Patriotismus fünftigen Verfasser des deutschen Kapitals". Die Gegegangen sein soll. Hier beschäftige uns zunächst einmal und die Vaterlandsliebe, der Ordnungssinn und die Gewinngier der westfälischen Zechen schillert durch die die Art und Weise, wie diese Musterordnung" überhaupt rechtigkeit der herrschenden Klaffen. Druckt noch recht oft angeführten Zeilen in allen Farben, einmal in der blassen nach dem stenographischen Berichte zu Stande kam. solche Aeußerungen nach dem stenographischen Protokolle ab. Farbe der Furcht vor dem Eindruck, den die Aufhebung des Bergrath Erdmann Willen begründete zuerst die Eile, Eure Berglente in ihrer Uneinigkeit, in ihrem Knechtssinn, Delgeldes dort machen muß, wo es noch weiter den Armit welcher man die Arbeitsordnung auf den westfälischen können mehr daraus lernen, als aus allen Agitationsreden. beitern abgepreßt wird, dann wieder in der eklen Farbe Bechen gerade jetzt einführt, ganz offen folgender- und der Staat braucht sich nun keine Mühe mehr zu geben, der Geldgier, der es beim Gedanken an eine„ Lohnerhöhung maßen. Er sagte wörtlich:" Wir wollen die Arbeits- die Harmonie zwischen Unternehmern und Arbeitern zu von 6-10 Pf." in diesen schlechten Zeiten" in den Einordnung vor dem Zusammentreten des Landtages predigen. Er ist ja verhöhnt und verspottet von seinen eigenen geweiden schmerzt ob der verlorenen Arbeiterpfennige, die dann ( und dem Bekanntwerden der Berggesetz- Novelle) durch Kauen Auftraggebern. Es geht doch nichts über eine gewisse nicht mehr in die Unternehmerkaffe wandern; und den anschlag den Arbeitern bekannt machen und alsdann ein- Klarheit der Verhältnisse. würdigen Abschluß bildet die„ große Mehrheit" führen, weil wir glauben,... daß wir alsdann diese be- Aber das ist nur eine Probe für das eine Ver- der wohlgepflegten Direktorenhände, die sich für die Weiter reits eingeführte Arbeitsordnung den Arbeitern zur Aeuße- fahren der Zechenbarone; ihr Register ist noch viel reichhebung des schmachvollen Delabzuges in die Lüfte reckt rung nicht vorzulegen brauchen. Sollte dies nicht der Fall haltiger. Es handelte sich im weiteren Verlauf der Verein Bild, das als Illustration zur bürgerlichen Welt sein, so haben wir das unserige gethan und werden jede handlungen darum, eine Bestimmung in die Arbeitsordnung ordnung von einem Photographen hätte festgehalten werden Berantwortung ablehnen... Sollte die Absicht bestehen, aufzunehmen, nach welcher die Zeche oder die Bergleute die sollen. Für uns Zeitgenossen verliert der feierliche Abden Bergbau zum Versuchsfelde für sozialpolitische Neue- Beleuchtung der Arbeitsstätte tragen. Die Kommission, stimmungsvorgang Nichts durch den Mangel einer bildlichen rungen zu machen, so haben wir alle Ursache, dem zu wider welche die Musterarbeitsordnung" verfaßt hatte, bestand Darstellung; er wird auch ohnedies seine Wirkung für die ftehen... Sie erlassen mir wohl, auf dieses Thema näher ans einer Anzahl weißer Raben, die, wie die Wirklichkeit Bergarbeiter- Bewegung thun. einzugehen." Soweit der westfälische Zechenvertreter. zeigte, jede Fühlung mit ihren Vollblutkollegen verloren Also nochmals: veröffentlicht noch recht oft solche Rann man cynischer eingestehen, um was es sich bei dieser hatten. Sie beging die unverzeihliche Schwäche, die Ab- Stenogramme Eurer kapitalistischen Intimitäten, werthe Reform"„ veralteter Arbeits Ordnungen" handelt, schaffung der Bezahlung des Dels durch die Bergleute zu Bechenvertreter in Rheinland- Westfalen! Sie machen Euch die nach einer einer weiteren Aeußerung des genannten beantragen. Der eine von ihnen erging sich in sträflichen jedenfalls mehr Ehre, als die heuchlerischen Tiraden Eurer Herrn Anlaß zu scheinbar berechtigten Angriffen bieten" Anspielungen. Er sagte:" Der Herr Referent hat ganz Kohlentante, der" Rheinisch- Westfälischen Zeitung". Dort fonnten? Nicht die Sorge um das Wohl und Wehe der Recht, wenn er das Delgeld als einen alten Zopf be- gebt Ihr Euch doch, wie Ihr seid, und das ist immerBergarbeiter, nicht einmal das Bestreben, äußerlich zeichnet. Ueberall werden dem Arbeiter die Arbeitsräume hin lobenswerth; wenn Euch die Rheinisch- Westfälische honett dazustehen, leitet die westfälischen Bechenverwaltungen erleuchtet, der Bergmann ist der einzige, der für die Be- Zeitung" in den zerschliffenen Tugendmantel hüllen will, bei der Ordnung ihrer Arbeiterverhältnisse. Die Furcht leuchtung etwas bezahlt." Aber da kam er bei den anderen erntet Ihr zum Fluche der Profitsucht auch noch denjenigen vor der Arbeiterkritik auf der einen Seite und auf der Herren schön an. Ich wüßte doch nicht, warum wir bei der Lächerlichkeit, und das ist doch schließlich zu viel anderen höhnender Unternehmertroz gegenüber den matten niedergehenden Kohlenpreisen( zur selben Zeit einigten sich für Eure würdevolle Stellung im christlich- sozialen Staate. Reformversuchen des christlich- sozialen Staates sind die einzig die westfälischen Zechen zu einem großen Kartell, das die bestimmenden Momente. Weil scheinbar berechtigte An- exorbitanten Preise auf der alten Höhe hält! Redaktion) griffe" gegen die veralteten Arbeitsordnungen" gerichtet eine Lohnerhöhung von 6 bis 10 Pf. durch Wegfall des wurden, geht es mit diesen Ueberresten aus der Delgeldes einführen sollten" so meinte der Eine.- Es Feuilleton. Radbrud verboten.) [ 37 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. " Ja, wir, wir selbst in höchft eigener Person." Aber wie sollten wir das ermöglichen können?" fragten Mehrere zu gleicher Zeit. " " Ja, darin liegt eben die Jdee! Urlaub wird man uns schwerlich geben." " Schwerlich, schwerlich!" tönte es unter Lachen. " Folglich müssen wir ausziehen!" ,, Ausziehen!? " Ja, ausziehen, und zwar heimlich, wie de Kinder Jsrael's aus Egypten. Kommen Sie einmal mit, meine Herren, und überzeugen Sie sich selbst von der Ausführbar " Halt!" ruft aber der Angeredete, seien Sie nicht so schnell, benn bevor das letzte Glas geleert wird, drängt es mich, feit meines Planes." Ihnen einen Vorschlag zu machen. Ich habe nämlich eine Idee, eine großartige Idee!" Alle folgten erwartungsvoll dem Führer, der aus dem Familienzimmer", in welchem die. Gesellschaft sich befand, Lange. „ Eine Idee! Lassen Sie hören, Herr Frank," meinte nach der„ Esplanade" und von da nach dem Zwischenlokal schritt, das diese von dem Meditationszimmer" trennte. Ja, meine Herren, hören Sie und erstaunen Sie, Sier blieb er stehen und deutete auf eine massive Thüre, Welch' verwegene Gedanken einen ſelbſt an einem solchen welche augenscheinlich nach einer Treppe führte. Orte erfassen können. Wir haben doch gelesen, daß morgen Sehen Sie diese Thüre, meine Herren? Die ist nicht eine große Bolksversammlung in dem Saale der Bentral umsonst hier angebracht worden, die muß irgendwo hinhalle" abgehalten werden soll. Diese darf doch unmöglich führen." " Wer aber wohin?" " abgehalten werden, ohne daß die große demokratische Höchst wahrscheinlich," meinte Barth, die Frage ist nur: Partei ein Lebenszeichen von sich giebt. soll in ihrem Namen sprechen, wenn nicht wir, Aus diesem Stockwerk jedenfalls und wahrscheinlich feitdem die sogenannten Fortschrittsmänner wohlweislich die nach dem unteren," meinte Frank. Aber wer befindet sich hervorragendsten Intelligenzen an ihr Interesse zu fesseln in den Räumen unter uns? Bei Lage aller Vermuthung verstanden haben. Diese neue Versammlung, sage ich, darf nach die Herren vom Gericht und nach fieben Uhr Abends nicht ausfallen, wie die letzte. Wir müssen diesen liberalen Niemand. Stimmt das?" Heuchlern ein„ memento mori" zurufen, und deshalb scheint Das wird schon stimmen," meinte Barth, aber wenn es mir unbedingt nöthig, daß wir selbst in dieser Ver- wir auch in die Gerichtsstuben eindringen können, so sind Sammlung erscheinen." wir damit doch noch nicht im Freien!" Wie? wir?" riefen die Anwesenden im höchsten Grade verwundert und sahen den Sprecher zweifelhaft an. " „ Da sind wir noch nicht im Freien, sehr richtig bemerkt, aber wir gelangen von da bis zur Vorsaalthüre des unteren Stockes, welche wir auf dem Flügel dort drüben sehen, und diese Thüre wird doch zu öffnen sein? Ist sie aber einmal offen, dann gewinnen wir die Treppe. Gegen 8 Uhr ist es bereits ganz finster, da ist auch die Hausthür noch offen. Wir schleichen also ganz geräuschlos die Treppen hinunter, zur Hausthür hinaus und-hurrah in's Freie! Was jagen Sie dazu, meine Herren, ist meine Idee nicht töstlich?" Es ist ein gewagtes Ding", meinte der alte Schuhs machermeister bedenklich. Gewagt? wie so, Herr Draht. Das Schlimmste, das uns passiren könnte, wäre, daß wir nicht hinaus können, und mit diesem Schlimmsten sind wir nicht schlimmer daran, als jetzt." Gericht?" Aber der Herr Wachtmeister und die Herren vom Können uns den Hobel ausblasen, wenn sie wollen. Ich wüßte nicht, was mir gleichgiltiger wäre, als das, was diese Herren dazu sagen würden. Oder meinen sie vielleicht, es sei unsere Pflicht, hier so lange zu fizen, bis es unseren verehrlichen Herren Gläubigern beliebt, uns wieder in Freis heit zu sehen? Warten Sie einmal, still! ich höre die Thüre gehen; verschwinden Sie meine Herren." In der That war noch kaum die kleine Gesellschaft auseinandergeflogen, als Frank, der nach den vorderen Zimmern schritt, sich beim Deffnen der Thüre einem Gerichtsdiener gegenüber befand. Ach, Sie Herr Anton? Der Einzige Ihrer ganzen verehrlichen Korporation, den man mit Freuden hier oben erscheinen sieht, weil Sie Freiheit und Frieden bringen. Nahen Sie vielleicht mir diesmal mit der Friedensbotschaft?" „ Leider nein, Herr Frank," erwiderte der alte Mann Politische Itebericht.[ ber Form einer persönlichen Bemerkung erklärte. Es wäre ist vielleicht bloß nicht erwiesen. Und nun benke man fich, ein Berlin, den 12. Februar. Aber Ueber die gesellschaftlichen Ursachen der Verbrechen veröffentlicht der bekannte Strafrechtslehrer Professor Franz von Lißt in Halle im„ Sozialpolitischen Zentralblatt" einen Aufsatz, dem wir folgende Ausführungen entnehmen: auch gar zu niedlich gewesen, wenn die Sammlung der solcher Verbrecher solle nicht blos dem Strafgefez entgehen, großen liberalen Partei, deren Nothwendigkeit der einstige sondern noch mit klingendem Lohne in der Tasche der Ge Die Herren Reaktionäre spüren Frühlingsahnen in Führer des Nationalvereins kürzlich verkündigte, sich auf rechtigkeit Hohn sprechen! Nein, dreimal nein! Eher mögen der Basis der Preisgebung des deutschen Reichs- Wahlrechts 100 unschuldig Juhaftirte und Gefangene mit ihren Famider Brust und einer ihrer rücksichtslosesten aber auch offen vollziehen würde. Im Uebrigen wollen wir uns nicht ver- lien im Elend umkommen, ehe solch ein der christlichen herzigsten Vertreter, Herr von Stumm- Halberg, empfand hehlen, daß die gestrige Debatte eine symptomatische Be- Gerechtigkeit widersprechender Fall eintrete. Gewöhnen wir das Bedürfniß von dem, wovon sein Herz voll ist, aller deutung für die in gewissen politischen Kreisen angestrebte uns an den Gedanken, daß wir in einem christlichen Welt Mittheilung zu machen. Zwar war die Gelegenheit, Richtung hat. Die Situation hat eine gewisse Aehnlichkeit Staat leben; die innere Zufriedenheit, die allein das Glück bei der heute der„ König" Stumm seine groß beabsichtigte, mit den Frühjahrs- Monaten des Jahres 1878. Unsere gewährt, wie Herr v. Stephan es so schön sagt, wird den aber schlecht ausgefallene Rede, gegen die Sozialdemokratie Bourgeoisie ist wüthend, daß der schlechte Geschäftsgang unschuldig Leidenden auch im Zuchthaus trösten. Gelegentlich des Etatstitels der Verwaltung der Reichs- Eisenbahnen kann ihren Profit schmälert, die Regierung steckt in einer Bwickmühle Religion muß man haben. man von geflicten Schienen, schlechten Löhnen der Arbeiter, kredit ist mächtig erschüttert, wie das flägliche Ergebniß der hauses setzte gestern Nachmittag die Berathung des§ 5 fort, wie Jemand, der zwischen zwei Stühle gerathen ist, der Staats- Die Volksschulgesetz- Kommission des Abgeordnetenschlechter Behandlung oder unmotivirten Entlassungen der letzten Anleihe zeigt. Was Wunder, daß unter solchen Ver- welcher von dem Lehrplan und der inneren Einrichtung ber felben reden, aber zu einer großen Sozialistendebatte diesen hältnißen man wieder nach einem Sündenbock Ausschau Bolksschule handelt. Abg. Rickert will ſtatt„ vaterländischer Titel zu benußen, das kann nur einem Manne einfallen, hält, über den man den ganzen Unmuth und Groll ergießen Geschichte" gesagt wissen Geschichte, insbesondere vater der gewohnt ist, über Alles sich mit souveräner Ber- fann. 1878 war es die Sozialdemokratie, warum soll die- ländische Geschichte." Der Antrag wird abgelehnt. Was achtung hinweg zu setzen, was nicht die Billigung seines felbe nicht noch einmal als Prügelknabe dienen! werthen Jch's gefunden hat. wäre übrigens mit dem Rickert'schen Antrag erreicht? GeSo denken zweifellos die Herren von Stumm und schichte im konfessionellen" und" patriotischen" Sinne ge So schob Herr von Stumm auch heute die Geschäfts- Kardorff. Ob auch an maßgebenderen Stellen dieselben ordnung kurzer Hand bei Seite und statt über die Verwal- Erwägungen gepflogen werden, wir wissen es nicht. Das lehrt, würde nur die tendenziöse Geschichtsfälschung fördern. Die Anträge Rickert und Enneccerus auf Festsetzung der tung der Reichs- Eisenbahnen in Elsaß- Lothringen sprach der aber wissen wir: mag die nächste Zukunft bringen was sie Bahl der Religionsstunden wird abgelehnt. In der Konunumschränkte Herrscher von Neunkirchen über die Gefahren will, die Sozialdemokratie wird nicht überrascht und noch fessionsschule nach dem Schulgesetz würde auch die Annahme ber Sozialdemokratie, Atheismus, freie Liebe, Königsmord viel weniger erschüttert werden. Haben unsere Gegner an dieser Anträge nichts genugt haben. Fast alle Unterrichtsund andere Kleinigkeiten. ihren Maßnahmen von 1878 und deren Wirkungen während fächer werden sich auf die„ Religion" und die„ vaterDie Rede war wohl vorbereitet, was sich schon daraus er- der Zeit des Sozialistengesezes nichts gelernt, die Sozial- ländische Geschichte" im Sinne der Hahn'schen und Borgiebt, daß Herr v. Stumm schon am Donnerstag in Bekannten demokratie hat gelernt und vor allem mann'schen Lehrbücher zuspitzen. An diesem Schulgesetzfreisen sie verkündigte, und sie war außerdem augenscheinlich nichts vergessen. Entwurf ist nichts zu verbessern. bestimmt, ganz wo anders als im Reichstage Wirkung zu. thun. So viel nämlich hat auch Herr von Stumm schon Die Entschädigung unschuldig Berurtheilter begelernt, daß er weiß, daß man mit den alten, hundert Mal schäftigte gestern wieder den Reichstag. Es ist dieses eine schon vorgetragenen, aus dem Zusammenhang geriffenen und der Kulturfragen ersten Ranges", betreffs derer selbst die meistens gefälschten Zitaten über Aeußerungen von Sozial- National- Zeitung" beklagt, daß Deutschland immermehr demokraten, im Reichstag feine Wirkung mehr erzielt. In ins Hintertreffen gerathe. Deutschland hat auch andere bem Buche des Pfarrers Schufter und in den Lügen des Kulturfragen zu lösen, in denen es den anderen Staaten Dr. Hans Blum sind ja die Sachen längst abgedruckt und weit voraus ist. Wie findig weiß unsere Rechtspraxis den vor allem beffer gruppirt, als sie sich in einer Rede vor- Begriff des groben Unfugs" auszudehnen! Die Veranttragen laffen. wortlichkeit für den Inhalt von Breßerzeugnissen wird bereits Vielleicht überlegt sich deshalb Herr Stumm jeßt, nach auf den Maschinenmeister ausgedehnt und der Reihenfolge bem er mit seiner Rede so elend Schiffbruch gelitten hat, nach demnächst noch auf den Falzer, Zeitungsjungen die Sache, und verweist dort, wo er es für nothwendig und schließlich wohl noch auf den Lumpensammler, der hält, mit seiner Rede einzuwirken, auf Blum's Lügen. zur Herstellung des Papiers, auf welchem das strafDas erfüllt den Zweck auch und der Gewaltige von Neun- bare Breßerzeugniß gedruckt ist, die Lumpen geliefert fizchen erspart sich weitere Blamagen. Die heute erlittene hat, erstreckt werden. Trunksuchts- und Unsittlichkeitsnimmt ihm freilich Niemand mehr ab, und eine recht gründ- gesetz werden uns auch demnächst mit einer Fülle gesetzliche Blamage war es, die Herr Stumm bei seinem Borstoß geberischer und juristischer Weisheit beglücken. Auf den eingeheimft hat. Abgesehen davon, daß Stumm, als dem nnpatriotischen" Vorwurf der National- Zeitung", der uns präsidirenden Grafen Ballestrem endlich die Geduld riß und anderen Staaten gegenüber herabwürdigt, geben wir nichts. berselbe den Redner zur Sache rief, der Faden so vollständig Der ultramontane Abg. von Strombeck meint zwar, es verloren ging, daß man glauben konnte, der Redezug sei sei eine Forderung christlicher Gerechtigkeit, daß ein plöglich auf eine geflicte Schiene" gerathen und diese ge- unschuldig Verurtheilter entschädigt werde. Da weiß Herr borsten,- so fand der Schlotjunker in unserem Genossen von Strombeck sehr wenig von christlicher Gerechtigkeit. Bebel auch einen so gewappneten Gegner, daß selbst den Auf der Generalversammlung der katholischen Vereine hätte eigenen Parteigenossen Stumm's das Mißbehagen über er sich belehren lassen können, daß, wenn ein Arbeiter für seinen fein verunglücktes Reiterstücklein auf den Gefichtern Schweiß keinen Lohn erhält, er dafür reichlich im Jenseits ent abzulesen war. Unser Genosse hatte wieder ein schädigt werden wird. Da weiß der Staatssekretär im Reichsmal feinen guten Tag und die beste Frucht aus der Justizamt, Bosse, besser, was christliche Gerechtigkeit ist. Debatte tann die Partei dadurch ziehen, wenn sie die Bunächst führt er aus, daß es Imponderabilien( unwägRede Stumm's und die Antwort Bebel's darauf in einem bare Dinge) giebt, für die es überhaupt keine Entschädi besonderen Flugblatt zu Hunderttausenden im Lande ver- gung geben könne. Diese Imponderabilien sind uns ein alter Bekannter; wir begegneten ihnen bereits vor 30 Jahren Stann der geplante große Reaktionsstreich gegen den im Kolleg eines juristischen Professors. Derselbe führte die Ießten Reft unserer politischen Freiheiten nicht geschickter Nichtentschädigung auf die ideale Auffassung des Deutschen ein- und durchgeführt werden, wie dies heute König Stumm zurück, die sich verletzt fühle durch die Zumuthung, er that, dann erscheint uns die besonders in gewissen liberalen könne für die Entziehung der persönlichen Freiheit durch Kreisen darüber vorhandene Aufregung zum Mindesten sehr irgend eine Geldsumme entschädigt werden. Wer mich übertrieben. auch nur für 24 Stunden der Freiheit be= raubt, kann diese Beraubung mit allen Schätzen Rothschild's nicht wieder gut machen. Bist du, ehrsamer deutscher Reichsangehöriger, also unschuldig aus dem Kreise deiner Familie und deines Geschäftes ins Gefängniß geführt, geht während deiner Haft dein Geschäft zu Grunde und verfällt deine Familie beni Elend wer kann dich für alles erfahrene Leid entschädigen? Und da das nicht geht, so giebt man dir lieber gar nichts, und wenn du ein guter Chritz bist, so betrachte das dir von Menschen zugefügte Leid als eine Prüfung von oben", die dir, oben" vergolten werden wird. Dann hat der Herr Staatssekretär auch noch ein Bedenken. Wer soll entschädigt werden? Ist der Freigesprochene denn immer auch ein Unschuldiger? Seine Schuld breitet. Gründliche Arbeit scheinen die Herren vom heiligen Rock bis zu Herrn v. Kardorff ja allerdings machen zu wollen, wenigstens muß man dies aus einer Aeußerung des lektgenannten Herrn, dieses enfant terrible der Rechten, schließen. Danach ist es auf nichts Geringeres abgesehen, als auf eine Zurückrevidirung unserer gesammten Breß, Vereins- und Strafgefeßgebung. Vielleicht kommt dann noch ein bischen großer Belagerungszustand dazu und die gequälte Seele des Herrn v. Stumm würde Ruhe finden. Vorläufig jedoch sind wir noch nicht so weit, verbittet sich doch Herr von Bennigsen sogar noch den Verdacht, daß er bas allgemeine, gleiche und geheime Wahlrecht zu opfern bereit sei, wie er heute, auf eine Anzapfung Bebel's hin, in „ obwohl ich es schon längst gewünscht hatte. Doch ver lieren Sie nur nicht die Geduld; es ist selten Einer hier oben gestorben!" " Auch ein Trost," meinte Frank lächelnd. Und da wollen Sie wahrscheinlich zu Herrn Barth?" So ist es," erwiderte der Bote. " Eine bessernde Umgestaltung unserer Gesellschaftsordnung wird den Antrieb zum Verbrechen in den heute lebenden Menschen wesentlich mindern. Aber unendlich viel wichtiger, un endlich viel dauernder wird ihre Wirkung auf die kommenden Geschlechter sein. Sie wird, indem sie die Zahl der erblich Belasteten mindert, die Bestie im Menschen zähmen. Das ist feine Utopie. Es wird wohl leichter sein, die Wirkung einer solchen Umgestaltung zu unterschäzen, als sie richtig in ihrer vollen Tragweite zu würdigen. Aber welche Umgestaltung? Das ist die Frage, auf die wir Antwort geben müssen, wollen wir nicht als harmlose Schwärmer bei Seite geschoben werden. Auf der Suggestion beruht unsere ganze Erziehung, in der Schule wie im Leben. Was uns vom Verbrechen abhält, das sind die Hemmungs vorstellungen, die uns anerzogen, die uns eingeprägt werden, bis sie in unser Fleisch und Blut übergehen und unser Thun und Lassen beherrschen, ohne daß wir uns dessen bewußt werden.„ Das sollst Du"," Das sollst Du nicht" diese all: gemeinen Vorschriften des Rechtes und der Sitte, der Religion und der Menschenliebe oder wie Ihr es nennen wollt, die müffen uns bestimmen, ohne daß wir überlegen, ohne daß wir schwanken oder zaudern. Was die.Rechtsordnung von und verlangt, das müssen wir leisten können, wie die Gewehrgriffe, auf Eins, Zwei, Drei, selbst im Halbschlummer. Wer Haltung hat, verliert sie nicht, auch wenn der Alkohol feine Sinne um nebelt. Die Hemmungsvorstellungen aber bewahren ihre Kraft nur, wenn wir im Kreise der Genossen, im geschlossenen, durch gleiche Anschauungen und durch die Gemeinschaft der Inter effen zusammengehaltenen Kreise leben. Auf sich selbst gestellt, bewährt sich der echte Mann. Aber die sind dünn gefät, die das vermögen. Die große Mehrzahl von uns braucht äußeren Halt. Wer hat es nicht an sich selbst erfahren, wie Urtheil und Vorurtheil, wie Glauben und Aberglauben seiner Genossen bestimmend auf ihn wirkten; wie er die anderen hielt und wie er von ihnen gehalten wurde? Zerstört die ge Schloffenen Kreise, und ihr schwächt oder vernichtet bie Hemmungsvorstellungen; atomisirt die Gesellschaft, daß jeder auf sich gestellt ist im Kampfe aller gegen alle, und ihr ent feffelt, was an bösen Trieben in uns wurzelt, deklassirt den Menschen, und ihr habt ihn dem Verbrechen in die Arme ge trieben. Und diese Deklassirung hat unsere heutige Wirth schaftsordnung reichlichst besorgt. Sie hat den Egoismus ent feffelt, ohne ihm Schranken zu ſeheu. Sie erntet, was sie gefäet. In dem Proletariat hat sie den Nährboden selbst gefchaffen, in dem der Mikrobe des Verbrechens gedeiht. Neben dem Reichthume einzelner das Maffenelend. Dann wundern wir uns noch, wenn der Kriminalstatistiker über die steigende Menge der Zählfarten flagt. Jede Gesellschaft hat die Ver brecher, die sie verdient, wobei neben den vielen Kleinen die wenigen Großen nicht vergessen werden sollten. Das ist das Problem der Kriminalität. Mit der Erkenntniß des Uebels ist der Weg zur Heilung vorgezeichnet." " " Ich habe Sie kennen gelernt als einen Menschen, nahm, kam es vor, als herrsche ein eigenthümlicher Geist welcher ist reell; wenn Sie sollten kommen in große unter den Leuten. Schwulität, kommen Sie zu dem alten Levy. Wenn ich In der sechsten Abendstunde erschien endlich auch Barth auch bin ein armer Mann, habe ich doch Freunde, die zu Besuch, und ihm folgten in Zwischenräumen eine ziem Ihnen borgen sollen ohne Provision zu landesüblichen liche Anzahl seiner Leute, die sich einzeln oder paarweise Zinsen. Vergessen Sie's nicht, es sind keine Flunkereien wieder entfernten. Schließlich war von allen Besuchern nur " Nun, der Mann braucht's nöthiger, als ich, da kommen dabei." noch ein junger Mann mit ihm zurückgeblieben. Da wandte Sie nur mit hier herein. Herr Barth," rief er sodann, Meine Herren," rief der Buchdrucker mit gerührter sich der Buchdrucker zu der im Studirzimmer" ver die Thüre öffnend, Ihr Friedensbote ist erschienen." Stimme, ich habe nicht geglaubt, daß man auch von einem fammelten Gesellschaft und sagte: " Ja, Herr Barth," erklärte der Gerichtsdiener, der folchen Ort mit Schmerz und Wehmuth scheiden könnte." Ich habe Ihnen hier Herrn Habicht, einen jungen Herr Gerichtsrath schickt mich herauf, um Ihnen an- Ich trete aus einem Kreis von Freunden, und ein treuer Schlosser, mitgebracht, der entschlossen ist, Ihnen mit seiner zukündigen, daß Sie frei sind, daß Sie geben tönnen." Freund werde ich Ihnen verbleiben. Den nächsten Freund- Kunst zu dienen. Die anderen Leute hatte ich nur ver " Ich danke für die frohe Botschaft," verfekte Barth, schaftsdienst sollen Sie morgen von mir erfahren. Ich werde anlaßt, hierher zu kommen, damit Wachtmeisters nicht merkten, und labe Sie ein, auf dieses mir so freudige Ereigniß Ihnen einen zuverlässigen Schlosser schicken und selbst für daß Einer mit hereingekommen ist, welcher auf einem anderen Den Nothfall mit zur Hand sein. Selbstverständlich ist Jeder Wege hinauszukommen gedenkt. Meine Aufgabe ist mil von Ihnen, der nächsten Sonntag nach Hasselbach kommen der Zuführung dieses Helfers beendigt." Beim Abendessen um 7 Uhr erschienen zwei große tann, freundlichst eingeladen." Erst jetzt kam auch der Advokat aus dem„ Studirzimmer" Krüge Bier, das Abschiedsgeschenk des Buchdruckers. Man herbei und beschloß die Abschiedsszene mit seinen Glücknahm die Mahlzeit mit aller Ruhe und Behäbigkeit ein. Als es aber 8 Uhr schlug, mahnte Frank mit den Worten bies Glas Wein zu leeren." " Sehr verbunden; ich trinke auf Ihr spezielles und auf aller Anderen Wohl!" Keiner der Anwesenden empfand den geringsten Neid gegen den Glücklichen, nicht einmal der Mime, welcher von Barth mit den Worten Abschied nahm: Gedenkt Ihr mein ein kleines Weilchen nur, Ich werde Zeit genug, an Euch zu denken, haben!" und dann mit dumpferem Zone hinzufügte: Leb' wohl, Madrid, nie wende sich dein Glück!" " Leben Sie wohl, Herr Barth, ich hoffe Sie bald braußen in der Freiheit wieder zu sehen," rief Lange. Mein Freund, mein Leidensgefährte!" rief Jwan erregt. Sie werden mir während der Tage, die ich hier noch zubringen muß, sehr fehlen, aber wir werden uns unter glücklicheren Verhältnissen wiedersehen, als die da sind, die uns jegt in der Scheidestunde umgeben." Ich hoffe, Sie werden mich nicht ganz vergessen und nichts für ungut," bat der alte Schuhmachermeister. Ich habe meine alten Kameraden und Freunde verloren," erklärte der Offizier, aber ich habe einen neuen und besseren in Ihnen gefunden." Der Normalmensch sagte nichts, sondern drückte dem Scheidenden nur stumm die Hand. Der alte Jsraelit dagegen zog den Buchdrucker Seite und flüsterte ihm in's Ohr: bei wünschen. Die folgende Nacht vom Freitag zum Sonnabend wurde sehr unruhig von den Bewohnern der„ Wechselstube" verbracht. Jeder entwarf sich seinen Feldzugsplan, und erst spät nach Mitternacht erstarb das Gespräch zwischen denen, welche ein Zimmer gemeinschaftlich bewohnten. Aber selbst nachdem man sich wiederholt ,, gute Nacht" gewünscht, träumte Jeber noch für sich im Stillen weiter. Selbstverständlich erwachte am anderen Morgen die Aufregung zugleich mit dem wiederkehrenden Bewußtsein, aber wie auf gemeinschaftliche Verabredung wurde allgemein ge schiegen von dem, was die Geister am Meisten beschäftigte. Nur einmal, beim Mittagessen, bemerkte Frank: Leute, vergeßt nur nicht, Eure etwaigen Vorräthe aufzuzehren, damit während unserer Abwesenheit nichts verdirbt oder von den Mäusen weggefressen wird," eine Anspielung, die ein vergnügtes Gemurmel hervorrief. Die alte Magb fonnte fich feit langer Zeit nicht er innern, so viele fröhliche Gesichter zusammen gesehen zu haben, und selbst dem Wachtmeister, als er seinen Rundgang unterUnd nun machen Sie Ihre Reise Toilette, meine Herren! Alle halten sich bereit für den großen Moment." Langsam schlichen die Minuten für die Erwartungs vollen hin, bis der Wachtmeister seinen letzten Besuch ab gestattet und sich mit einem herablaffenden gute Nacht, meine Herren", nach seinem Stammtische vertagt hatte. Frant unternahm eine Musterung der disponiblen Mannschaften und wurde dabei zu seinem Erstaunen gewahr, daß der" Normalmensch" noch immer im Schlafrock und in Pantoffeln verblieb. Wollen Sie denn nicht mit uns ausziehen, Herr Mensch?" fragte er. Dieser antwortete mit einem stummen Ropfschütteln. ,, Nicht? also wirklich nicht? Nun, dann bleibt mir nichts übrig, als Ihnen bis auf Weiteres die Vertretung der Gesellschaft zu übertragen und Ihnen angenehme Ges sellschaft zu wünschen. Sie wollen so freundlich sein, im Familienzimmer" bis um 10 Uhr Licht brennen zu lassen, damit bei etwaiger Beobachtung keine verdächtigen Zeichen Argwohn erregen. Nicht wahr, das werden Sie thun?" ( Forts. f.) Wir finden, daß diese vortrefflichen Ausführungen auch das Vorgehen gegen die protestantischen Setten zu geißeln, in eine Anzahl von Blättern übergegangen find, welche der denn für sie ist ja die ganze protestantische Kirche nichts Sozialdemokratie grundsäßlich entgegenstehen. Es wird weiter als eine Gefte. hierdurch die alte Wahrnehmung von Neuem bestätigt, daß unsere Gegner die theoretischen Konsequenzen unserer Lehre anzuerkennen genöthigt find, so sehr sie auch gegen die prattischen Konsequenzen sich sträuben mögen. Wer die Richtigkeit der Lißt'schen Ausführungen zu giebt, muß logischerweise die Nothwendigkeit einer sozia Listischen Gesellschaftsorganisation zugeben, denn es liegt auf der Hand, daß, wenn eine mangelhafte Gesellschaftsorganisation die Ursache der Verbrechen ist, in einer ver nünftigen und gerechten Gesellschaftsorganisation die Verbrechen aufhören müssen. Der industrielle Großbetrieb ist nach jeder Richtung hin ein Fortschritt gegenüber dem Kleinbetrieb; er ist nicht blos produttiver, er bietet auch dem Arbeiter besseren Schutz für Gesundheit und Leben. Wir sehen dies in der Statistik über die Wirkungen des Unfallversicherungs- Gesetzes. Dem soeben der sächsischen Kammer vorgelegten Detret das Umlageverfahren bei der land- und forstwirthschaftlichen Berufsgenossenschaft für das Königreich Sachsen betreffend", ist zu entnehmen, daß der Prozentsatz der Unfälle in den fleinen Betrieben am höchften ist. Wir lesen da: 11 Während im Durchschnitt aus 2863 Unfällen innerhalb der 3 Jahre( 1889, 1890 und 1891) gegenüber 34 831 395 Einheiten sich auf 12 166 Einheiten ein Unfall berechnet, sind aus den 124 152 Rlein betrieben mit 3 208 441 Einheiten 385 Unfälle zu verzeichnen gewesen, so daß also bereits auf 8334 Einheiten ein Unfall entfällt. In den 55 669 Mittelbetrieben mit 19 659 667 Steuereinheiten sind 1546 Unfälle Dor gekommen, und entfällt also ein Unfall auf 12 716 Einheiten. In den 3828 Großbetrieben mit 11 963 307 Einheiten haben sich 932 Unfälle ereignet, es entfällt somit ein Unfall auf 12 836 Einheiten." Unter Kleinbetrieben sind die mit 100 beitragspflichtigen Einheiten verstanden; unter Mittelbetrieben die mit 100 bis 1200, und unter Großbetrieben die mit mehr als 1200 Einheiten. Je größer der Betrieb, desto größer der Schuh gegen Unfallsgefahr sogar in der heutigen kapitalistischen Gesellschaft der Ausbeutung. In dem sozialistischen Großbetrieb, der weit größer ist als der kapitalistische Großbetrieb, weil er die Gesammtheit der Produktion umfaßt, und in welchem das Prinzip der Ausbeutung nicht mehr herrscht, sondern das Wohi der Arbeiter und der Gesammtheit maßgebend ist, wird die Unfallsgefahr bis auf ein Minimum verschwinden. Die Brüsseler Sozialisten haben sich durch das Berbot der Versammlungen unter freiem Himmel in ihrer Agitation nicht beirren laffen. Das Verbot gilt nur für die Stadtgemeinde und so halten sie jetzt ihre VerTodte Hand nennt man dem lebendigen Verkehrsammlungen in den Vorstädten ab, die selbständige entzogenes Eigenthum, welches für die Kirche und kirchliche Gemeinden bilden und wo die Arbeiter vorherrschen. Stiftungen( Klöster u. f. m.) festgelegt ist. Der Betrag So war der Utas des Bürgermeisters von Brüssel solchen todten" Eigenthums ist in verschiedenen Ländern ein Schlag ins Wasser. Das Bündniß der So. ein ungeheurer. Für Böhmen finden wir in einem zialisten mit den radikalen Bourgeois hat sich böhmischen Blatt, der Reichenberger Zeitung" vom 5. Fe- bis jest gut bewährt. Auf beiden Seiten täuscht man sich bruar, folgende Angaben: nicht über die prinzipiellen Gegenfäße hinweg, und mit 5 197 025 Hektar( 9 027 231 Joch) gehören dermal nicht weniger rückhaltloser Offenheit wird, wo immer beide Parteien zuals 102 315 Hektar( 177 834 Joch) oder 1,97 pt. der todten sammenwirken, von den Rednern hervorgehoben, daß das Hand, der Katastral- Reinertrag beträgt 868 966 Gulben oder Bündniß nur bis zu dem Tage reicht, wo das allgemeine 1,77 pet. vom gesammten Statastralertrage Böhmens( 50 828 060 Wahlrecht erkämpft ist, und daß dann sofort jede der Gulden). Der größte Antheil von dieser Fläche entfällt auf beiden Parteien wieder selbständig ihre eigenen Bege zu das Erzbisthum Prag 41 467 Joch( 24,8 pet.) auf den Orden gehen hat. Ohne solche Offenheit würde das Bündniß der Prämonstratenser 38 358 Joch( 21,7 pet.), auf das Metro- allerdings verwirrend und korrumpirend wirken. politan- Domkapitel Prag 21 156 Joch( 11,7 pet.), auf den Von der gesammten Fläche Böhmens im Ausmaße von Orden der Benediktiner 17 978 Joch( 10,8 pet.), der Die Lage in Spanien gestaltet sich von Tag zu Tag Cistercienser 15 095 Joch( 8,4 pt.), der Malthefer ernster. Zwischen den Ausbrüchen der Unzufriedenheit an 13 119 Joch( 7,4 pct.) und der Kreuzherrn 9465 Joch( 5,3 pt.), verschiedenen Orten besteht unzweifelhaft ein zusammender Rest von 21 195 Joch( oder 11,62 pt.) auf den Orden der Augustiner, Dominitaner, Piaristen, die Bisthümer von König- bang, wenn auch wohl schwerlich ein gemeinsamer Plan gräß und Leitmeriz, auf die Rapitel in Prag, Königgräs, Alt- vorliegt. Der bedenklichste Umstand ist, daß diese Ausbunzlau und Wyfchehrad, auf die Domprobsteien in Krummau brüche sowohl unter der ländlichen wie unter der städtischen und Wyschehrad, auf den Religionsfonds, auf den Fonds der Bevölkerung stattgefunden haben und stattfinden ein Bea Kirchen und des erzbischöflichen Alumnats zu Prag. Von weis dafür, daß die Gährung eine allgemeine ist. Industrialien gehören: 1 Zuckerfabrik( Horomerig), 51 Brauereien Daß die Regierung sich für gefährdet hält, geht aus den Er( 7 pt. der gesammten Brauereien Böhmens), 13 Spiritus fchießungen in Xerez hervor. Es ist dies eine Maßregel, brennereien, 17 Mahlmühlen, 18 Brettfägen und 45 Biegeleien welche bei der Eigenthümlichkeit des spanischen Boltsden geistlichen Orden, dem Klerus und den Kirchengütern. Die angesammte Grundsteuer dieser Besitzungen beträgt 191 172 fl. charakters voraussichtlich die schwersten Folgen nach sich Der Werth der Grundfläche beträgt approximativ( annähernb) ziehen wird, und zu der die Regierung sich sicherlich nicht 52 057 950 fl., der Werth der Industrialien 28 460 000 fl., der entschlossen hätte, wenn sie nicht auf eine größere Erhebung Werth der anderen Dekonomiegebäude, 68 Herrschaftsschlösser, gefaßt wäre. Hat in Spanien einmal das gegenseitige 237 Meierhöfe und 147 Förstereien 10 500 000 fl., des Fundus Erschießen angefangen, dann weiß man nie, wann es instructus( Unterrichtsfonds) 8 000 000 fl., der Ordensklöster aufhören und wann der letzte Schuß fallen wird. Es und der Wohnhäuser 20 000 000 f der Stiftungs- fragt sich nun, ob die zahlreichen Gegner der Regierung fl., tapitalien 24 000 000 fl. Außerdem bestehen in Böhmen und der Monarchie die Gelegenheit benügen wollen oder und 3448 Pfarrereien, Dechanteien Lokalien mit - wohl gemerkt sehnlichen Dekonomien ob nicht vielleicht gerade der proletarische Deren Werth approximativ 120 000 000 fl. beträgt. Man fann daher den Werth der un- nicht sozialistische Charakter der gegenwärtigen Bea beweglichen Güter der todten Hand ohne Uebertreibung auf wegung die bürgerlichen Gegner der Regierung ent= rund 300 000 000 fl. angeben. Die Gesammtzahl des Klerus in waffnet und zur Annäherung, wo nicht zum Anschlusse Böhmen beträgt nach dem neuesten catalogus cleri 3650 Per- an dieselbe drängt. Es ist dies ein Moment, mit dem ge= sonen; es entfällt daher in Böhmen auf eine Person geistlichen rechnet werden muß. Angesichts einer proletarischen Be Standes ein unbewegliches Vermögen von mehr als 80 000 fl., wegung pflegt der bürgerliche Radikalismus und Republiwährend in Böhmen bei 5 843 250 Bewohnern wenn man tanismus in die Brüche zu gehen. Dies gesammte unbewegliche Vermögen mit 3 500 000 000 fl. tagirt auf einen Bewohner nur 600 fl. entfallen." Soweit das böhmische Blatt. Der fogenannte chilenisch- amerikanische Ronflikt dürfte ausnahmsweise einmal für den stärkeren Staaten wird nämlich, seit jener Konflikt" gütlich beigelegt Theil unangenehme Folgen haben. In den Vereinigten worden ist, von einem Theil der Presse mit einer auf Methode schließen lassenden Beharrlichkeit, für eine Vers stärkung der amerikanischen Kriegsflotte und für umfangreiche Küsten befestigungen Reklame gemacht. Die Regierung der Vereinigten Staaten, so wird zur Begründung gesagt, hätte, wenn es wirklich zum Krieg gekommen wäre, der chilenischen Flotte keine ihr gleiche, geschweige denn überlegene Seemacht entgegen zu stellen vermocht, wohl aber hätte es, bei der mangelhaften Küstenbefestigung der Vereinigten Staaten, in der Macht der Chilenen gestanden, die amerikanischen See- und Hafenftädte nach Belieben zu bombardiren. Dies ist dem Buchstaben nach richtig. Die chilenische Flotte war, als der Konflikt" ausbrach, stärker als die amerikanische und sie hätte ein paar amerikanische Seestädte beschießen können. Das ist gewißs - ebenso gewiß, als daß eine Bande von Verbrechern den Jezt fcheinen auch in dem verkrachten Savona Stempel- Präsidenten und sämmtliche Beamten der amerkanischenRepublik fälschungen entdeckt worden zu sein.. Wenigstens wird von hätte ermorden können. Allein welchen vernünftigen Sinn gewöhnlich gut unterrichteter Seite folgende Nachricht verbreitet: fonnte ein Angriff des kleinen Chili auf die atlantische Mailand, 7. Februar. Es ist bekannt, daß vor einigen Riesenrepublik haben? Einige Wochen lang hätte die Tagen auf Veranlaffung der Staatsanwaltschaft die Stahlwerte chilenische Flotte den Amerikanern großen Schaden zugefügt, in Savona polizeilich besetzt worden sind und dort eine Haus- dann aber, sobald die Vereinigten Staaten Zeit gehabt, ihre fuchung stattgefunden hat. Ueber die Gründe dieses vom könnte geschaffen werden, wenn dieses kolossale Eigenthum Die Zahlen sprechen für sich selbst. Wie viel Gutes der todten Hand, das für die Allgemeinheit so gut wie verloren ist, gemeinnüßig verwandt würde! Daß der Unteroffizier als Stellvertreter Gottes vom untergebenen Soldaten anzusehen sei, hat im Zentrum Angesichts dieser Zahlen begreift man aber auch die selbst Achselzucken erregt, und Herr Lingens sucht durch Unzufriedenheit, welche in Böhmen herrscht. Vor 400 Jahren allerlei Sophismen seinen Ausspruch als nicht auf den war das böhmische Volk hussitisch, es neigte sich später dem Unteroffizier bezüglich hinzustellen. Er will ihn nur all- Protestantismus zu, und erst durch den 30jährigen Krieg gemein auf den Gehorsam gegen die Obrigkeit angewendet und die Inquisition wurde es mit Feuer und Schwert wiffen. Das Zentrum hat diesen Gehorsam nicht gepredigt wieder gewaltsam unter das Joch der katholischen Kirche zu der Zeit, als ihm der Kullmann offiziell an gebracht. Die Erinnerung an jene Zeiten ist in dem die Rockschöße gehängt wurde, der ihm noch nicht böhmischen Volk nicht erstorben es erblickt noch heute abgehängt ist. Um aber die Anschauung des Herrn in dem katholischen Klerus einen Feind, und sieht in den Lingens und das Zentrum gegen jede fernere Miß- Millionen der todten Hand sein des böhmischen deutung sicher zu stellen, so möchten wir sie hier fest Volks- rechtmäßiges Eigenthum. definiren. Entweder die Obrigkeit befiehlt, was das Zentrum will, dann ist sie unbedingt Stellvertreterin Gottes, der Jedermann Gehorsam schuldet, oder die Obrigkeit verordnet, was das Zentrum nicht will, dann muß man Gott ( d. h. dem Willen des Zentrums) mehr gehorchen als den Menschen( d. h. der Obrigkeit). Das ist übrigens nicht blos die Logit des Zentrums, sondern auch die allgemeine Pfaffenlogit, sowie überhaupt die der herrschenden Klaffen. " Und der König absolut, wenn er unseren Willen thut", denken nicht blos die altpreußischen Juuker. Gegen den Volksschul- Gesetzentwurf haben die freireligiösen Gemeinden in Preußen eine Petition an das Abgeordnetenhaus gerichtet. In derselben wird ausgeführt: Nach dem Sinne des Gefeßentwurfes und insbesondere nach§ 17 Abschn. 2 desselben dürfen Kinder, deren Eltern einer anerkannten Religionsgesellschaft angehören, niemals zur Theilnahme an dem Religionsunterrichte einer anderen Ronfeffion genöthigt werden. Dahingegen wird es nach dem vierten Abschnitt desselben§ 17 als Regel hingestellt, daß solche Kinder, welche einer vom Staate nicht an ertannten Religionsgesellschaft angehören, an dem Religionsunterrichte der Schule theilnehmen, wofern fie nicht vom Regierungspräsidenten hiervon befreit werden. Was diese Einschränkung in unserem Staate zu bedeuten habe, bedarf feines weiteren Nachweises. Selbst die nach§ 17 Abschnitt 4 in Aussicht genommene, gefeßliche Befreiung vom konfeffionellen Religionsunterrichte wird noch von der Bedingung abhängig gemacht, daß der Nachweis erbracht werde, daß den Kindern in der ihrem Bekenntnißstande entsprechenden Form und durch einen nach der Lehre ihres Bekenntnisses vorgebildeten, auch im Uebrigen(?) befähigten Lehrer Religionsunterricht ertheilt werde." die " Baare im Ausland. Es wird immer schöner, schreibt Westfälische Volkszeitung": Juftizminister angeordneten Borgehens wird Folgendes ge. Uebermacht zu entfalten, wäre der Spieß umgedreht und meldet: Seitens der Terni Gesellschaft soll bei dem Juftiz- das kleine Chili vollständig erdrückt worden. In Chili hat minister Anzeige gemacht worden sein, daß auf dem Savona- deshalb auch kein Mensch an einen Angriff auf die Verwerte, ähnlich wie in Bochum, Falschstempel angefertigt und einigten Staaten gedacht. Der Konflitt" ist von korrupten gebraucht worden seien. Das dem Justizminister gleichzeitig amerikanischen Politikern zu Wahlzwecken künstlich gemacht unterbreitete Beweismaterial foll angeblich so überwältigend worden, und der gegenwärtige Rüstungslärm rührt un gewesen sein, daß derselbe sofort die obenerivähnten ſtrengen zweifelhaft von denselben korrupten Politikern her, die ein Maßregeln anordnete. Man erwartet die Erhebung der Auflage gegen verschiedene an der Angelegenheit Mitbetheiligte Interesse daran haben, daß dem Volk der Vereinigten und schwebt bereits eine Untersuchung nach anderer Richtung, Staaten etliche Duhend oder gar Hundert Milliönchen da sich in der Buchführung Unregelmäßigkeiten ergeben haben für Kriegsschiffe und Küstenbefestigungen abgenommen werden. sollen." Es ist das nicht der erste Versuch, die Vereinigten Staaten Die Nachricht ist nicht unwahrscheinlich; denn an der mit den Segnungen des europäischen Militarismus zu bes Spiße des Schienen- Walzwertes in Savona steht der Ober- glücken. Hoffentlich schlägt der Versuch auch diesmal fehl. meister Wilhelm Rosendahl, früher in Bochum, ein wahrer Die Vereinigten Staaten sind so start, daß kein Feind Virtuos im Gebrauche falscher Stempel und mit den Fein- ihnen gefährlich werden kann, und wenn sie nicht frivol heiten des Schienenflickens vollständig vertraut. Jetzt versteht Konflikte heraufbeschwören, werdea sie keinen Feind haben.man auch, warum die Staatsanwaltschaft damals Savona polizeilich besegt und die einzelnen Beamten körperlich unterfucht hat. Untlar ist uns nur, was die Terni- Gesellschaft bewogen haben mag, die Strafanzeige zu erstatten. Sollte Herr Bernh. Baare, der zum Abschlusse der Verkaufsverhandlungen nach Savona geschickt worden war, durch seine hochfahrende Art die Terni- Gesellschaft, welche sehr triftige Gründe gehabt haben mag, non den Verkaufsverhandlungen zurückzutreten, beleidigt und so zu diesem Schritte veranlaßt haben? Die nächsten Tage werden hierüber wohl Klarheit bringen. So viel ist aber heute schon sicher, daß es dieses jüngsten Zwischenfalles nur noch bedurft hat, um Herrn Baare nebst Anhang vollständig fertig zu machen. Literarisches. Die lehte Nummer der Berliner Volks.Tribüne" Db der Lehrer alle die vorhin genannten Eigenschaften be enthält folgende Artikel: Aus der Woche. Das Saisongeschäft. fige, darüber hat nun aber der Regierungspräsident zu ents Christenthum und Sozialdemokratie. Federzeichnungen. scheiden, sodaß schließlich die Befreiung eines Dissidentenkindes Deutscher Reichstag. Bom Schlachtfelde. Verschiedenes. von dem fonfessionellen Religionsunterricht ganz und gar in Gedicht. Novelle. Das Recht auf Nahrung in der Thierdas Belieben eines Beamten gegeben wird, der nach seiner welt. Freie Volksbühne. Der verunglückte Reichspump. politischen Stellung dem freisinnigen Diffidententhum abgeneigt Die Gebahrung der österreichischen Arbeiter- Unfallversicherungs= fein muß. Belgien. Für das Institut der Monarchie Anstalten im Jahre 1890. Von der Bewegung.- Gewerk Wir fühlen und deshalb durch den in Rede stehenden Ge- in Belgien ist das reaktionäre, winkelzügige, durch und schaftliches 2c. febentwurf in unserer Gewissensfreiheit be durch unehrliche Verhalten der Regierung in Sachen des droht, und da wir überdies der Ansicht sind, daß das ent- allgemeinen Stimmrechts jedenfalls sehr nachtheilig. Das Verlag) ist soeben das 20. Seft des 10. Jahrgangs erschienen. Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, J. H. W. Diet' fchiedene Herausfehren Konfessionalismus in dem Entwurfe falls biefes Gefes würde nur dazu beitragen könnte, die Königthum besteht dort erst seit Anfang der dreißiger Jahre, Aus dem Inhalt heben wir hervor: Das Bolt in Waffen.-Gerhart Hauptmann. Von Gustav Landauer. Das Wahlrecht Boltsschule noch mehr, als dies heute bereits der Fall ist, an und es ist gleich dem französischen Bürgerkönigthum Die Kirche auszuliefern und den firchlichen Zwiespalt in der das Produkt einer Revolution. Mit göttlichem Recht" der Frauen im Auslande. Die ökonomische Lage der andalu Bevölkerung zu schüren, so bitten wir das Hohe Haus der Ab- und Recht von Gottes Gnaden" kann man den Belgiern fischen Bauern. Literarische Rundschau. Feuilleton: Die geordneten, dem Gesetzentwurse seine Zustimmung zu versagen. nicht kommen, die nach der Julirevolution ihren König von Lessing- Legende. Eine Rettung von Franz Mehring.( Fortsetzung.) Gottesgnaden fortjagten und einen König von RevolutionsGegen die Sektirerei sollen jetzt auch Maßregeln er gnaden einsetzten. Daß eine solche Monarchie doppelte Ur Arbeiterinnen( Stuttgart, J. H. W. Diet' Berlag) ist uns fo Von der ,, Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der griffen werden. Die Kreuz- Zeitung" schreibt: fache hat, sich im Einklang mit den Volksmassen zu halten und eben die Nr. 3 des 2. Jahrgangs zugegangen. Aus dem Inhalt „ In Königsberg werden am 18. d. M. die Super- ihre Boltsthümlichkeit zu bewahren, das liegt auf der Hand. In dieser Nummer heben wir hervor: Die alte Geschichte vom intendenten der Proving Ostpreußen sich versammeln, um der gegenwärtigen Krise hat aber die Krone sich auf Seiten der Eplitter und Balten.- Wirthschaftliche Abhängigkeit und sittunter dem Vorsize des Präsidenten des Evangelischen Kirchenrathes, Birtlichen Geheimen Rathes Dr. Bart- reattionären Parteien gestellt, und die natürliche Folge ist liche Widerstandskraft.- Jessa Helfmann. Arbeiterinnenhaufen, über Maßregeln gegen bas Gettenwesen zu die, daß die Bewegung zu Gunsten des allgemeinen Stimm- Bewegung. Kleine Nachrichten. Feuilleton: Weihnachten, Erberathen. In jener Provinz nimmt die Settirerei in un rechts mehr und mehr ihre Spige gegen die Monarchie zu zählung von Minna Kautsky( Fortsetzung). gewöhnlichem Make überhand; schon seit Jahren hat man sich richten beginnt. Die republikanische Strömung wird stärker Nummer 10 Pf., durch die Poft bezogen( eingetragen in der in den berufenen Kreiſen mit dieser Angelegenheit beschäftigt. und stärker, und die Monarchie sucht in dem Bewußtsein Reichs post- Zeitungsliste für 1892 unter Nr. 2564a) beträgt der Jest soll ernstlich vorgegangen werden." ihrer Schwäche mehr und mehr eine Stüße an dem Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf.; unter Wenn erst das Volksschul- Gesetz unter Dach und Fach deutschen Kaiserreich erreicht dadurch aber blos, Kreuzband 85 Pf. sein wird, dann werden die Ultramontanen nicht verfehlen, daß sie nur noch unpopulärer wird, Inferaienpreis die zweigespaltene Petitzeile 20 Pf. Theater. Sonnabend, den 13. Februar. Opernhaus. Tristan und Isolde. Schauspielhaus. Der zerbrochene Krug. Der eingebildete Kranke. Dentsches Theater. Kollege Crampton. Circus Renz. Circus G. Schumann. Fachr. de Musifinstrumenten- Arbeiter. Abends 74 Uhr: Friedrich- Karl- Ufer, Karlstraße. Sonnabend, den 13. Februar, Heute Abend 72 Uhr: Große Gala- Sport- Vorstellung mit vorGala- Vorstellung zum Benefiz für züglich gewähltem Programm. Non die Geschwister Oceana u. Ernst Renz. plus ultra!! Grosser Erfolg!! AufZum ersten Male: Fahrschule, ger. treten des berühmten, anerkannt von der Benefiziantin Fräul. Oceana beften Schulreifers der GegenRenz mit 2 Vollblutpferden. Montag, den 15. Februar: Vereins- Versammlung in Deigmüller's Saal, Alte Jakobftr. 48a. Tages- Ordnung: 1. Die Lügen des Jahrhunderts. Referent Dr. Pinn Zum wart Mr. James Fillis 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten und Berschiedenes. Auf vielseitigen Wunsch: Leffing- Theater. Die Großstadtluft. Berliner Theater. Schlimme Saat. Residenz- Theater. Musotte. Vor 1. Male: Vorführung zweier Blumen- mit feinem Schulpferde Germinal. her: Modebazar Violet. pferde( Vollblut- Araber) durch die Außerdem Auftreten der vorzüglichsten Wallner- Theater. Der Bärenführer. Benefiziantin Fräulein Oceana Renz. Reitfünftlerinnen und Reitfünſtler. Ein berühmter Mitbürger. Coriolan, geritten von der Benefizian- Reiten und Vorführen der bestdressirten Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. tin Fräulein Oceana Renz. Kande- Schul- und Freiheitspferde. Komische Das Sonntagskind. laber, geritten von dem Benfizianten Entrees sämmtlicher Klowns. Thomas- Theater. Reif- Reiflingen. Herri Ernst Renz. Sisters Lawrence Bellealliance- Theater. Der Noth- am flieg. Trapez, Gebr. Briatore, helfer. 3 Akrobaten. Auftreten der besten Ostend- Theater. Cavalleria rusti- Reitfünstlerinnen und Reittünstler. Rocana.( Sizilianische Bauern- Ehre.) mische Entrees und Intermezzos von Adolph Ernst Theater. Der sämmtl. Klowns 2c. 3. Schluß d. Vorst.: Tanzteufel. ,, Auf Helgoland" Alexanderplatz- Theater. Berliner oder: Ebbe und Fluth. Pflaster. Große hydrologische AusstattungsFeeupalat. Spezialitäten- Vorstellung. Pantomime in 2 Abtheilungen mit Sonnabend, den 13. Februar: Großer Wiener Maskenball im ,, Feen- Palast", Burg- und St. Wolfgangstraßen- Ede. Um 12 Uhr: Großer Festzug. ,, Der Triumph der Arbeit." 4 Berliner Leben. E Billets à 50 Pf. find zu haben bei den Kollegen Lukas, Wrangel Große Waffer- und Fener- Vanto- straße 32, 3 Tr., und Westermann, Lausigerstraße 3, 1 Tr. mime in 2 Abtheilungen mit 9 Bildern. 435/11 Der Vorstand. Neues Schlußtableau:„ Berolina im Feuer." Sonntag& Borfellungen: Nach. Achtung! Filzschuh- Arbeiter. Achtung! 31/2 Uhr( 1 Kind frei), Zirkus unter Wasser. Eine ländliche Hochzeit. Ab. 7/2 Uhr: 3um letzten Male: Berliner reiters Mr. James Fillis. Oeffentliche Versammlung für sämmtliche Gebrüder Richter's Variété. Spe- National- Tänzen( 60 Damen), Auf- Leben. Auftreten des berühmten Schul- in der Filzschuhbranche beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen zialitäten- Vorstellung. Thenter der Reichshallen. Spezialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Vorstellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. zügen. Neue Einlage: Die GardeHusaren und lanen. Dampf schiff- und Bootfahrten, Wasserfällen, Riefenfontänen mit allerlei Lichteffekten u. f. w., arrangirt und inszenirt vom Direktor E. Renz. Morgen, Sonntag, Zwei VorKonkordin- Palast- Theater. Spe- ftellungen. Nachmittags 4 Uhr( 1 Kind zialitäten- Vorstellung. American- Theater. SpezialitätenVorstellung. Gratweil' sche Bierhallen. Kommandantenstr. 77-79. Heute sowie täglich: Auftreten der Hamburger Gaudebrüder Konzert und Roupletfänger. Anfang Wochentags 71/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Entree: Wochentags 10 Pf., Sonntags 25 Pf. Empfehle meinen berühmten Mittagstisch à la Duval. 3 Kegelbahnen 6 Billards, 2 Gäle. 1169L Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion 3. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Pazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. 641 Castan's Panopticum Friedrichstr. 165a, Ecke Behrenstr. eu: No Die fliegende eigen- Fee. Lebend, ohne Ertra- Entree. Neueste mufitalische Illusion. 12 Uhr u. 1 Uhr. 9 Uhr Nachmittags. Vorstellungen: 4, 5, 6, 7, 8 und Kolossal- Gruppe: Bauern- Aufstand! Entree 50 Bf. Kinder 25 Pf. Beöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Ab. PassagePanopticum. W Lebensgroße Wachsfiguren und Gruppen, Dioramen. Sündfluth Panorama mit Gewitter. Jm Theater- Saal( ohne Extra- Entree): Täglich v. 6 Uhr ab Vorstellung von Spezial. I. Rang. Entree 50 Pf. Viel neue Spezialitäten. La belle Irene, I die tätowirte Amerikanerin in Präuscher's anatomischem Museum jur noch kurze Zeit Kommandantenstr. Täglich für erwachsene Herren. Dienstag und Damen. Freitag für Vereinszimmer bis 50 Personen f. bei Fürstenau, Manteuffelstr. 53, Ecke Schöne Kegelbahn, 25 Meter lang, Beughofstraße 8. aal ist noch einige Sonntage zu ver frei). Mazeppas Verbannung, gr. hiftorische Pantomime von 150 Kindern mit Ballet( Polnischer Nationaltanz C. Kramer's Restaurant Rixdorf, Herrmannstraße 140, neben den Kirchhöfen, früher Hasenhaide. Empf. fich allen Kirchhofsbesuch. am Montag, den 15. Februar, bei Feind, Weinstraße 11. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über Sozialismus und Anarchismus. 2. Diskussion. 3. Jahresbericht der Agitationskommission. 4. Neuwahl der Agitationskommission. 5. Verschiedenes. 3nr Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. Der Einberufer. 784/6 vom ges. Corps de Ballet). Abends Vereinsabzeichen, Stempel u. Gra: Verband der Vergolder, Goldleistenarbeiter 71/2 E. Renz, Direktor. empf. d. Genoffen G. Kleist, Waldemarstr. 48 Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstrasse No. 2. Wir halten ständig auf Lager: Robert Seidel's sozialpädagogische Schriften: Der Arbeits- Unterricht eine pädagogische und soziale Nothwendigkeit, zugleich eine Kritik der gegen ihn erhobenen Einwände. VIII und 120 Seiten. Preis brosch. 2,- M. Friedrich der Grosse Der Heros der deutschen Volksbildung" und die Volksschule. 116 Seiten. Preis brosch. 1,50 M. Sozialpädagogische Streiflichter über Frankreich und Deutschland. Zugleich Bericht über den I. internationalen Lehrerkongreß zu Havre 1885. 2. Auflage. 125 Seiten. Preis 2 M. Der Achtstundentag vom Standpunkte der Sozialökonomie, der Hygiene, der Moral und Demokratie. Rede an der Feier des 1. Mai 1890 auf dem Tonhallenplatz in Zürich. 7. Auflage. 16 Seiten. Preis 10 Pf. Tie Lebensmittelzölle und die Sozialreform. Rede in der Protestversammlung in Zürich vom 27. Juli 1890. 5. Auflage. 16 Seiten. Preis 10 Pf. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Bestellungen von Auswärts bitten wir den Betrag ( Porto extra) beizufügen. und Berufsgenossen Deutschlands. Monatsversammlung am Montag, den 15. Februar, Abends 8 Uhr bei Scheffer, Inselstraße 10. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Th. Meyner, über: Zentral- und Lokalorganisation. 2. Diskussion. 3. Wahl des ersten Verbands- Vorsitzenden und des Filial- Kassirers. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 5. Abrechnung von der Matiné. Die Ortsverwaltung. 327/3 Die Mitglieder werden ersucht, die Bücher aus der Bibliothek jeden Monat zu wechseln. Folgende Herren werden besonders aufgefordert, die Bücher bis spätestens Montag, den 15. d. M., abzuliefern: Blenkner, Scholz, Gräve, Albrecht. Die Vertrauensleute werden ersucht, mit den Billets vom Stiftungsfest abzurechnen. D. D. Arbeiter- Bildungsschule( Süd- dt- Bezirt). Sonntag, den 14. Februar, Abends 6 Uhr: Gr. Versammlung E in den ,, Arminhallen, Kommandanten- Straße Nr. 20. Tages Ordnung: 431/7 1. Vortrag des Herrn Dr. Borchwardt über:„ Die Bildung der Arbeiter." 2. Diskussion. Nachher geselliges Beisammensein und Tanz. Achtung! Stuckateure! Große öffentliche Versammlung am Dienstag, den 16. Februar, Abds. 72 Uhr, im Saale des Herrn Deigmüller, Alte Jakobstr. 48a. Tages- Ordnung: 1. Abrechnung vom Unterstützungsfonds. 2. Neuwahl eines Vertrauensmannes. 3. Stellungnahme zu dem Gewerkschaftskongreß zu Halberstadt. 4. Verschiedenes. 393/11 NB. Die Kollegen werden ersucht, zahlreich zu erscheinen und die statistischen Bücher und Fragebogen abzugeben. Die Vertrauenslente. Freie Vereinigung aller in der chirurg. Branche besch. Arbeiter. Grosse Versammlung am Dienstag, den 16. Februar 1892, Abends 8½ Uhr, in Seefeldt's Salon, Grenadierstraße Nr. 33. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Theodor Mehner über:" Sozialismus und Anarchismus." 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. " NB. Das Stiftungsfest findet am Sonnabend, den 5. März, in der Berliner Ressource," Rommandantenstraße 57, statt. Die Festrede hält der Reichstags- Abgeordnete Herr Wilhelm Metzger. Billets sind in der Ver sammlung zu haben. 132/1 Verband der in Holzbearbeitungs- Vereinigung der Drechsler Fabriken und auf Holzplätzen und Berufsgen. Deutschlands Freie Volksbühne. beschäftigten Arbeiter Deutschl. II. Abtheilung( grüne Karten). ( Ortsverwaltung Berlin II Nord). Versammlung Fünfte Vorstellung im zweiten Vereinsjahr morgen, Sonntag, am Dienstag, den 16. Februar, Nachm. 2 Uhr, im Belle- Alliance- Theater. Aufgeführt wird: geben. Wienecke, Alte Jakobstr. 83. 2 Uhr geschloffen. Vereinszimmer, 15 u. 50 Pers. faff. zu vergeb. Flick, Simeonftr. 28.( braune Karten). Eisgang. N Modernes Schauspiel in 4 Akten von May Halbe. Das Theater wird um 1 hr geöffnet und 10 Minuten nady Am Sonntag, den 6. März, diefelbe Vorstellung für die III. Abtheil. Die Mitglieder, auch der III. Abtheilung, werden gebeten, den Monatsbeitrag# tatutengemäß bis spätestens am 15. jeden gutes Geschäft, große Räume, Vereins Monats zu entrichten. zimmer, Pianino, Sommerhalle, billig 1416b Der Vorstand. fofort zu verkaufen. Vorzügl. für GeRestaurant Abends 81/2 Uhr, im Lokale des Herrn Rehlitz, Ortsverwaltung Berlin. Versammlung am Montag, den 15. Februar, Abends 81/2 Uhr, bei Kessner, Annenstrasse 16. Tagesordnung: Bergftr. 12. 1. Vortrag des Reichstags- Abgeord Tagesordnung: 1. Vortrag des Hrn. neten Franz Tutzauer über: Gewerbes Henning über:" Freie Wissenschaft und Schiedsgerichte. 2. Antrag des Bor freies Denten." 2. Verschiedenes und standes betr. Rechtsschuh. 3. Wahl Fragetasten. Um recht zahlreiches des Delegirten zum GewerkschaftsErscheinen ersucht 166/12 Rongreß. 4. Verschiedenes. Gaste Der Vorstand. haben Zutritt. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Achtung, Ladirer! noffent. Offerten unter E. 20 am bie Fachv. der Stellmacher Berlins und Umgeg. Deffentliche Bersammlung Expedition d. Bl. Destillation, 1414b Versammlung am Sonntag, den 14. Februar d. I., Vorm. Punkt 10%/ 2 Uhr, Tages- Ordnung: altes Geschäft, zu vertaufen, billigst. am Sonntag, den 14. d. M., Vormittags 10 Uhr, im bei Rällig, Neue Friedrichstraße 44. Näheres Köpnickerstr. 47, im Laden. Möbl. Schlafstelle für 2-3 Herren Fürstenstr. 9, vorn 2 Tr. rechts.[ 19782 Lokale des Herrn Keller, Bergmannstraße 68. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über Gewerbe- Schiedsgerichte. Referent Stadtverordneter 188/9 Die ausgeschriebenen Stellen find durch die eingegangenen Offerten bis auf Belegerinnen alle vorgemerkt, was die Kollegen zu beachten ersuche. K. Fries, Earlsheaton near Lewsburg, 1411b in Berlin, Wasserthorstr. 44. Größtes LagerBerlins Julius Henke. 2. Bericht der Dele- Kinderwagen. Andreasstr. 23. P. 1. Berichterstattung über die Unterstützung arbeitslofer Rollegen. 2. Unser Fachorgan. 3. Bereinsangelegenheiten und Verschiedence. Diejenigen Mitglieder, welche mit ihren Beiträgen im Rückstande sind, girten vom Kongreß. 3. Verschiedenes. werden ersucht, diefelben zu entrichten, widrigenfalls dieselben in der Ber- Um recht zahlreiches und pünktliches Alte Stiefel für Herren, Damen und Erscheinen 203/13 Maschinenmeister, erste Kraft, verl. Landsberg, Chauffeestr. 2e. 66/6 Goldleisten Belegerinnen verlangt sammlung bekannt gemacht werden. Gutthat, Reichenbergerstr. 154. 1405b 14006 Der Vorkand. Der Vertrauensmann. Stallschreiberstr. 6. Berantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. billig 1398b Hierzu zwei Beilagen. 1. Vellage zum„Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 37. Sonnabend, de» 13. Februar 189I. 9. Jahrg. Darlnmenkslecrichke. Deutscher Reichstag. 170, Sitzung vom 12. Februar, 1 Uhr. . Tische des Bundesrathes: Bosse, Thielen, Reichs- vankprasident Dr. Koch, von Maltzahn. Eingegangen ist der Gesetzentwurf betreffend die Gesellschaften Mit beschränkter Haftpflicht. Auf der Tagesordnung steht die dritte Berathnng des Ge- setzentwurfes betreffend die Bereinsthaler öfter- rerchrschen Gepräges. Abg. Leuschner(Rp.) weist darauf hin, daß das Abstoßen ver Sllberthaler jetzt gerade die ohnehin schon niedrigen Silber- preffe noch mehr drücken wird. Die Meinung der wissenschaftlich gebildeten Geologen geht dahin, daß große Goldsunde, die einen dauernden Charakter haben, nicht mehr zu erwarten find. Des- halb ist das Bestehen einer Goldwährung sehr in Frage gestellt. Redner bittet den Verkauf des disponiblen Silbers zu verschieben bis eine Steigerung des Preises stattgefunden bat. Staatssekretär von Malvahn: Aus der Annahme des Ge- setzes folgt nicht sofort der Verkauf des Silbers. Die Außer- kourssetzung der österreichischen Thaler wird erst erfolgen, wenn die österreichisch-ungarische Regierung die aus sie entfallenden Thaler in natura übernommen haben wird. Die Vorlage wird daraus unverändert mit großer Mehrheit angenommen. Darauf wird die zweite Berathung des Reichshaushalts-Etats für 1892— 93 fortgesetzt und zwar beim Etat der Reichs- e»senbahn-Ver waltung. Bei den Ausgaben für die Werkstätten hatte vorgestern, am Mittwoch, Abg. Singer die Entlastung von sozialdemokratischen Arbeitern aus den Wertstätten getadelt. Abg. v. Stumm(Reichsp.): Nicht blos für fiskalische Werkstätten sind die Sozialdemokraten ungeeignete Arbeiter, sondern auch für jeden Betrieb. Ich muß den Sozialdemokraten bestreiten, daß sie überhaupt eine politische Partei sind. I(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Sie treten allerdings hier als politische Partei aus und die Zahl ihrer Anhänger vermehrt sich. Sie nehmen an den parlamentarischen Arbeiten Theil und zwar m so hervorragendem Maße, daß ihre Anhänger draußen schon unruhig werden und sie sich in jeder Volksversammlung vertheidigen Müssen.(Widerspruch bei den Sozialdemokraten, Zustimmung �chts). Jedes Gesetz, welches etwas für die Arbeiter thut, ist von den Sozialdemokraten abgelehnt.(Sehr richtig! bei denSozialdemokraten.) jjch bitte bei allem, was ich jetzt sage, die anwesenden Mitglieder der Sozialdemokratie als ausgeschlossen zu betrachten. iZuruf bei den Sozialdemokraten: Warum diese Rücksicht?) Die Sozial- demokratie ist eine wirthfchaftliche Gruppe, welche Gift und Haß gegen die besser situirten Klassen verbreitet und alles bekämpft, was dem Menschen heilig ist oder wenigstens heilig sein sollte. Die Partei vertheidigt den Meineid(Zuruf: Stöcker, Baare), den Diebstahl(Zuruf: Schienenstempelsälschung!) und alle mög- lichen Dinge, jede sittliche Ordnung wird verhöhnt, so daß schließlich die Menschen zur Bestie gemacht werden. Redner ver- liest den Brief eines Arbeiters, welcker bedauert. daß schon die Kinder durch die Lektüre sozialistischer Schriften verdorben werden; was solle aus dieser Jugend anders werden, als eine rechtlose Räuberbande.(Lachen bei den Sozialdemokraten.) Der Staat hat in erster Linie die Pflicht, von feinem Betriebe die sozialistische Agitation fern zu halten. Das Leitmotiv der ganzen Sozialdemokratie lautet doch: die Monarchie muß fallen(Zuruf: Was hat das mit dem Eisenbahnetat zu thun! Abg. Frohme: Das ist der 73 er Unfug in neuer Auflage! Bestellte Arbeit! Präsident von Levetzow: Ich bitte den Redner, nicht so weit von der Sache abzuschweifen.) Es muß dafür gesorgt werden, daß die jungen Leute, iven» sie zur Armee eingezogen werden(Zuruf links: Eisenbahnen!), daß sie schon vorher, wenn sie in fiskalischen Werkstätten arbeiten, so bis- ziplinirt werden, daß sie nicht den sozialdemokratischen Ideen verfallen.(Zustimmung rechts.) Das ist berechtigter, als wenn die Sozialdemokraten ihren Genossen verbieten, mit andern als mit ihren Vereinsgenossen zusammenzuarbeiten oder Waaren zu laufen, welche keine Kontrollmarke haben. Die Reichs-Eisenbahnen könnten jeden Augenblick einen Streik haben, wenn sie die freie» Arbeiter schützen wollen gegen die Sozialdemokraten. Das ist bedenklich, wenn der Streik nicht blos ein nothwendiges Uebel, sondern ein Kampsmittel ist. Einx Broschüre von B. August— Man sagt, es heißt umgekehrt August Bebel(Widerspruch Bebel's) führt diesen Gedanken aus. Aus solchen Streiks könnte die größte Gefahr entstehen, namentlich für die Reichs-Eisenbahnen, welche dicht an der französischen Grenze liegen.(Zustimmung rechts.) Von Sozialdemokraten ist die Pariser Kommune ver- herrlicht worden, die Pariser Kommune hat ihren Kampf aus- gefochten, während der Feind vor den Thoren stand. So könnte auch bei denen Reichs-Eisenbahnen...(Gelächter links.) Wenn wir das Sozialistengesetz noch hätten, würde man es jetzt Mohl nicht aufheben. Gerade weil wir das Gesetz aber nicht Mehr haben, müssen wir die Disziplin besonders streng handhaben. Eine starke Regierung hat noch niemals eine Revolution zu furchten brauchen. Wenn Herr Bebel die Revolution verhindern will, dann müßte er die Regierung stärken, also auch die R-ichs- Elsenbahnen ermächtigen(Heiterkeit), die umstürzenden Elemente >irn zu halten. Ich danke dem Minister für seine vorgestrige Erklärung und hoffe, daß sie im Lande allgemeinen Anklang finden Mird.(Beifall rechts.) Abg. Bebel(Soz.): Wenn ich nach dem Eindruck, den ich hatte, urtheilen soll, war die Rede des Abg. von Stumm recht schwächlich, ich muß ihr aber nach den begleitenden Umständen große Bedeutung zuschreiben; das zeigt sich schon daran, °aß sie nur einen sehr losen Zusammenhang mit dem zur Ver- Handlung stehenden Gegenstand hatte, und ich bedauere, daß der Herr Präsident mit seinem Hinweis dem Abg. von Stumm das Konzept verdarb, denn sonst hätten wir etwas ganz Außerordenb iij ftfiron fzufrtmmim t ia.,-----> Beziehungen und Fühlung. '>1 1«, daß ein solches Gesetz vorbereitet wird; dann ist Abg. von Stumm aber in Bezug auf dies neue Gesetz herzlich schlecht Unterrichtet. Denn Alles, was er an Zitaten heranzog, W°g sich auf eine längstvergessene Zeit, wo viele der jetzigen -Mitglieder des Hauses noch nicht hier saßen, und was er sonst m>n der Sozialdemokratie sagte, ist allbekannt, und es ist nichts MkueS in dem, worüber er sich in seiner langweilig gehaltenen med« verbreitete. Ich bedauere, daß der Abg. v. Stumm nicht oen Muth gehabt hat, die Anklagen, die er gegen die Sozial- jMuiokraten im Allgemeinen geschleudert hat, auch gegen die Partei wi Reichstage zu richten. Wir haben keine Veranlassung, die , Uberlingen, die draußen fallen, zu desavouiren. Wir können nmurlich nicht für die Worte jedes Parteimitgliedes verautwort- 'lh gemacht werden, ebenso wenig wie Sie vielleicht für alle meußerungen Ihres Fraktionsgenossen Stöcker eintreten �oven. Unsere Partei soll keine politische Partei sein. Jedes a 5' um das Gegentheil zu beweisen, wäre verloren. Herr wird wohl selbst nicht glauben, was er gesagt hat. me Partei, die seit LS Jahren hier im Hause sitzt, die die stärkste in Deutschland ist, die ein bestimmt formulirtes Pro- gramm hat, wie keine andere Partei, die einen ganz bedeutenden Einfluß auf die gesammte innere und äußere Politik des Deutschen Reiches ausübt(Rufe rechts: Oho!)— jawohl, hat doch selbst der Reichskanzler gesagt. daß jeder Gesetzentwurf daraus hin geprüft wird. welchen Einfluß er auf die Sozialdemokratie aus- übt; ist dies doch auch beim Volksschulgesetz geschehen!(Vize- Präsident Graf Ballestrem: Ich möchte den Redner bitten, all- mälig zum Gegenstand der Tagesordnung zu kommen.) Ich will nur kurz bemerken, daß Fürst Bismarck hier im Reichstage im Jahre 1885 es ausgesprochen hat, daß die ganze Sozialreform im Deutschen Reiche nicht da wäre, wenn wir keine Sozialdemokratie hätten. Da machen die Aeußerungen des Abg. von Stumm, daß wir weder eine wirthschaftliche noch eine politische Partei seien, einen eigenthümlichen Eindruck. Ferner hat er ausgeführt, unsere Partei bezwecke nur, Haß, Neid und Mißgunst gegen die Besitzenden zu erregen. Das sagt der Mann einer Richtung, die in den letzten Jahren die Klinke der Gesetzgebung ausschließlich gehandhabt hat, um sich besondere Vortheile zu schaffen; ich er- innere nur an die Schutzzölle, Zuckerprämien, Schnapsprämien und die Betrügereien, die seine Klassengenossen in Bochum B. fertig gebracht haben in Bezug aus die Schienen- fälschuugen und bezüglich der falschen Angaben über das Einkommen zur Feststellung der Steuer. Das sind die Vertreter der besitzenden und gebildeten Klassen, nach der Auffassung des Abg. v. Stumm die Repräsentanten der Sitte, der Moral und des Christenthums. Auch die freie Liebe kommt hier in Betracht; davon sollte der Abg. v. Stumm doch schweigen, es giebt Klassen, wo die Maitressenwirthschaft so ausgeprägt ist, daß der Abg. von Stumm in seinen Kreisen wohl eine ganze Reihe von Fällen kennen wird, die man völlig als freie Liebe bezeichnen kann. Dann hat er einen Brief vorgelesen, dessen ganzer Stil und Inhalt in mir den Zweifel erweckt, ob er überhaupt von einem wirklichen Fabrikarbeiter verfaßt ist oder ob derselbe nicht vielmehr ein durch den Gang der Dinge deklassirter Mann ist. der vorher wirthschaftlich selbständig war. Die Zahl solcher Arbeiter in Deutschland ist eine ganz außer- ordentlich geringe, die Mehrzahl hat Roth, ihr Leben zu fristen. Hunderttausende, ja Millionen Arbeiter verdienen noch nicht so viel, um sich an Brod satt essen zu können. Ich habe eine Lohn- statistik hier, die nicht nur Fabrikarbeiter umfastt. Nach dieser ver- dienen viele Arbeiter, wenn sie überhaupt Arbeit bekommen, bei einer 15— IKstündigen Arbeitszeit höchstens 13 M. die Woche.(Rufe rechts: Wo denn?) In Glauchau z. B. Wenn Sie sich darüber wundern, dann beweist das nur, daß Sie die Verhältnisse gar nicht kennen, denn viele Arbeiter verdienen noch weniger. Der Vorredner hat dann Bezug genommen auf eine Broschüre, welche unterzeichnet ist B. August,„ein Pseudonym, welches den wahren Verfasser deutlich kennzeichne." Wenn ich meine Anonymität so wenig verbergen wollte, dann würde ich lieber meinen vollen Namen darauf schreiben, was ich übrigens stets thue. Diese Broschüre ist von einem Manne geschrieben, der nicht einmal zu dem engeren Kreise unserer Partei gehört, also hier gar nicht maßgebend ist. Maßgebend sind nur die offiziellen Be- schlüsse unserer Parteikongresse, und wenn Sie diese lesen— das Protokoll von Halle ist in der Partei- Buchhandlung„Vorwärts" für SO Pfennige zu haben dann werden Sie sehen, wie wir in Wahrheit über Streiks und Boykotts denken. Ich habe mich übrigens selbst noch am 13. Ja- nuar darüber hier geäußert. Alles, was der Abg. von Stumm gegen uns auszuspielen versucht hat, ist also neben die Scheibe gegangen. Die Beschuldigung der Parteityrannisirung müssen wir immer hören; wollen Sie etwa sagen, es sei keine Tyranni- sirung, wenn die Gebr. Stumm keine sozialdemokratilchen Arbeiter in ihren Fabriken beschäftigen, wenn die Eigenthümer eine Fabrikordnung erlassen, die einer Zuchthausordnung so ähnlich sieht, wie ein Ei dem andern, und die erst unter dem Druck der Gewerbe-Ordnungs-Novelle so umgeändert ist. daß man sie als halbwegs menschlich bezeichnen kann?(Vizepräsident Graf B a l l e st m: Ich kann es nicht dulden, daß der Abgeord- nete Bebel einem Mitgliede des Hauses vorwirft, daß es eine Fabrikordnuug erlassen hat. die nicht als menschlich be- zeichnet werden könne. Ich rufe ihn deshalb zur Ordnung.) Ich komme zum Gegenstand der Tagesordnung. Abgeordner v Stumm proklamirt den Grundsatz, daß die Eisenbahuvcrwal- tung sozialdemokratische Arbeiter nicht beschäftigen dürfe; nian muß dem Abg. v. Stumm die Gerechtigkeit lassen, daß er zu den wenigen Männern gehört, die rücksichtslos ihre Meinung sagen, er will also die in seinem Betrieb geltenden tyrannischen Grund- sätze auch für den Staatsbetrieb in Geltung gesetzt sehen. Ist aber die Regierung zur Anwendung solcher Prinzipien berechtigt? Abg v. Stumm sagt, es genügt nicht. Arbeiter zu entlassen, die, wenn auch nur außerhalb der Arbeitszeit, sozialdemokratisch ciastiren, sondern die auch nur sozialdemokratisch denken; zum Trost für den Abg. v. Stumm sage ich. daß diese Idee in den in elsaß-lothringischen Eisenbahuwcrkstätten veröffentlichten An- schlügen schon verwirklicht ist: da ist gesagt, daß Beamte und Arbeiter, die der Regierung Opposition machen, nicht verwendet werden können. Danach müßten auch Arbeiter, die der sreisinnigen Partei, oder dem nach den früheren Bezeichnungen als Reichsfeinde" bezeichneten Zentrum angehören, nicht ver- wandt werden und in Zukunft wohl überhaupt keine Liberalen. wenigstens nach der Stellung, die sie zum Volksschulgesetz ein- nehmen. Aber der ganze Grundsatz ist ein falscher, und die Konservativen sollten sich nach dem Fall Graf Limburg wohl besinnen, solche Grundsätze zu vertreten, und hier Handelle es sich doch um einen Beamten, der angestellt ist mit der Verpflichtung, die Politik der Regierung zu fördern, dort um Arbeiter, die nur ihre Arbeit pflichtgemäß zu erfüllen habe». Das Verhallen der Reichs-Eisenbahnverwaltung kontrastirt auch sehr scharf zu den vom Staatssekretär von Bötticher vertretenen Ansichten, der noch am 13. Januar sagte, in seinem Ressort wenigstens werde ein Arbeiter nicht seiner politischen Ansicht wegen aus der Arbeit entlassen; ich freue mich, daß Herr von Bötticher sich dem Beispiel des Herrn Thielen nicht angeschlossen hat. Die Auffassung des Herrn Thielen steht anch im Widerspruch zu der des Reichs-Oberhauptes(Oho! rechts). Jawohl, als es sich im Jahre 1889 um die Berliner Unfallverhütungs-Ausslellung handelte, sagte der Kaiser in einer Audienz zum Abg. Rösicke, man müsse den Arbeitern die Ueberzeugung verschaffen, daß sie völlig gleichberechtigt im Staate seien; dieser Satz ist nirgends in Zweifel gezogen worden, danach soll also auch kein Unter- schied wegen der politischen Ueberzeugung gemacht werden. (Widerspruch rechts.) So lange das Sozialistengesetz galt, hatte man wenigstens einen Schein von Berechtigung— nur einen Schein, solche Unterscheidungen zu mache», jetzt aber ist anch nicht ein solcher Schein vorhanden. In dem bekannten kaiserlichen Erlaß vom 4. Februar 1890 ist ferner ausdrücklich ausgesprochen, daß die Staatsbetriebe Musteranstalten sein sollen— aus Muster- iverkstätten Arbeiter ihrer politischen Ansicht wegen zu entlassen. das ist ein Widerspruch.(Widerspruch des Abg. von Stumm.) Ja, Herr v. Stumm, Ihre Betriebe sind freilich keine Muster- anstalten.(Heiterkeit.) Es ist gerade so unanständig, Leute ihrer politischen Ansicht ivegen zu chikaniren, wie wenn man sie weg, ihrer religiösen Ueberzeugung schlecht behandelt. Es ist eine d größten Errungenschaften des modernen Staats, daß er in seine Grundsätze auwenonwien hat, daß Jedermann seine religiösen und politischen Ansichten frei äußern und vertreten kann.„Jeder Preuße hat das Recht, seine Meinung durch Wort, Druck, Schrift und Bildwerke frei zu äußern", sagt die preußische Verfassung. Damir steht es im Widerspruch, privilegirle Gesinnungen schaffen iU wollen. Wenn man Arbeiter hindert, gewissen politischen An- sichten zu huldigen, so ist es ein kleiner Schritt, die Arbeiter zu zwingen, gewisse politische Ansichten zu haben. Diesen Schritt hat in der That Herr Thielen schon gethan, denn als Chef der Eisenbahn- direktion Hannover verfügte er, daß in dem damaligen Wahlkampf zwischen einem Sozialdemokraten und einem Welsen die Beamten und Arbeiter der Eisenbahn-Berwaltung sich der Stimmabgabe zu enthalten hätten, weil Beide gleich staatsgefährlich seien. Man verlangt von den Arbeitern, daß sie ihrer Militärpflicht genügen und' für das Vaterland Gesundheit und Leben eventuell opfern, und ihre direkten und ihre indirekten Steuern zahlen, da muß man ihnen auch die entsprechenden Rechte geben. Wo aber ein solches Verbot erlassen wird, da beraubt man sie der ihnen ge- währleisteten Grundrechte. Nun sagt Herr von Stumm: ja, das ist nothwendig, und ganz besonders bei der Eisenbahn- Verwaltung mit Rücksicht auf die große Gefahr, die für den Staat aus einem anderen Verhalten resultiren könnte. Diesen Punkt hätte sich doch Herr von Stumm über- legen sollen. Die Sozialdemokratie ist die stärkste Partei in Deutschland, sie wird immer stärker und in kurzer Zeit überhaupt die Mehrheit der Bevölkerung umfassen. Daher muß sie auch in alle Zweige der Verwaltung und in das Heer eindringen. Wenn nun, was ich nicht wünsche, der Moment konimt, wo Deutsch- land das Schwert ziehen muß— und dann wird es das Schwert ziehen müssen für seine Existenz und Unabhängigkeit—, dann braucht es den letzten Mann, auch die Sozialdemokraten, und es könnte den Herren schlecht bekommen, wenn man heute den Sozialdemokraten die Ueberzeugung beibringt, daß sie einen solchen Staat, dem solche Rechte zur Seite stehen, zu vertheidigen nicht mehr uöthig haben. Bis jetzt haben die Sozialdemokraten in allen Betrieben ihre Schuldigkeit gethan, wie jeder Betriebsleiter bestätigen wird, daß die Sozialdemokraten die pflichttreuesten und tüchtigsten Arbeiter sind.(Widerspruch des Abg. Grafen Vehr.) Ja, Herr Graf Behr, in Pommern sind freilich keine sozialdemo-, kratischen Arbeiter beschäftigt. Darum sollten Sie wohl zusehen. daß Sie sich die Gunst der Sozialdemokraten nicht verscherzen. (Zuruf rechts: Wir find nicht feige!) Wenn man die Sozial- Demokraten so behandelt, wie Herr v. Stumm, so heißt das Vogel Strauß-Politik treiben, die im Lause der Geschichte so häufig schweres Unglück herbeigeführt hat. Solche Maßregeln muß man unterlassen, sie stehen im Widerspruch mit unserer Kultur, dem Staatsgesetz und der Wohlanständigkeit, die die Staatsregierung auch jedem Arbeiter gegenüber wahren müßte; sie darf nicht Maßregeln ergreifen, bei denen kein Ruhm und keine Ehre zu holen ist, sondern nur Blamagen und Niederlagen!(Lebhafter Beifall bei den Sozialdemokraten.) Abg. Hnusmaun(Dem.): Wenn solche Reden wie die des Herrn v. Stumm gehalten werden, dann darf das Haus sich nicht wundern, wenn solche Antworten wie die Rede Bebel's darauf folgen. Herr Bebel war so unhöflich, die Rede des Herrn v. Stumm langweilig zu nennen. Ich fand sie interessant, denn sie ist ein naiver Ausbruch der Anschauungen, welche jetzt plötzlich in seiner Umgebung wieder zu herrschen scheinen. Hat Herr von Stumm denn nicht gemerkt, daß Herr Bebel, der voll innerer Begeisterung spricht, ihm in der Dialektik weit über- legen ist?(Zustimmung links.) Wenn die beiden Reden neben einander gedruckt werden, so wird man die Rede des Herrn von Stumm nicht lesen.(Widerspruch rechts), die Rede des Herrn Bebel wird einen großen Eindruck machen. Wenn man immer von der Sozialdemokratie bei allen Gelegenheiten spricht und die Gefahr derselben so groß als möglich darstellt, so wird dadurch die ganze Staatsleitung geschädigt und man giebt dem Herrn Bebel die Gelegenheit, die Gefahr immer als eine noch größere hinzustellen. Denn eine immense Sozialistensurcht herrscht in den höheren Schichten, daher das Hepp-hcpp des Freiherrn v. Stumm gegen die Sozialisten(Vizeprästdent Gras Ballestrem: Hepp-Hepp ist kein passender Ausdruck einem Abgeordneten gegenüber!) Die Gehässigkeit des Herrn von Stumm...(Vizepräsident Gras Ballestrem: Gehässigkeit ist unparlamentarisch; ich rnfe den Ab- geordneten Hausmann zur Ordnung.) Ich freue mich, daß das Wort Gehässigkeit in einer Rede unparlamentarisch ist! Ich hoffe, daß Herr von Stumm sich das zu Herzen nehmen wird für seine späteren Reden. Als letztes Ziel der Sozial- demokratie die Beseitigung der Monarchie hinzustellen, war von Herrn von Stumm sehr ungeschickt, wo sich heute die Sozial- demokraten auf Aeußerungen der allerhöchsten Person berufen könnten. Höchstens haben sich die Angriffe heute als Angriffe auf das sogenannte„kkönigreich Stumm" hingestellt. Wenn Sie die Sozialdemokratie bekämpfen wollen, so schaffen Sie die Miß- stünde aus dem Wege, welche der Sozialdemokratie neue Nahrung geben. Ein Fall Pens macht mehr Sozialdemokraten, als jemals durch andere Maßregeln wieder bekehrt werden können. Wenn wir später die Frage der Soldatenmißhandlungen berathen, dann sollten die Herren von der Rechten durch die That und nicht durch schwächliche Resolutionen beweisen, daß sie helfen wollen. Geheimer Ober-Regierungsrath Kinel entschuldigt die durch Amtsgeschäfte veranlaßte Abwesenheit des Chefs der Reichs- Eisenbahnverwaltung. Abg. v. Stumm: Daß in den höheren Gesellschaftsklassen auch Ilnsittlichkeitcn w. vorkommen, habe ich nicht bestritten, wir haben solche llnsittlichkeiten aber niemals vertheidigt.(Zuruf: Die„Kölnische Zeitung" hat Baare vertheidigt.) Mit Herrn Stöcker stimme ich in vielen Punkten überem, aber er gehört meiner Partei nicht an. Bei uns fliegt überhaupt nicht Jeder sofort ans d er Partei wegen einer abweichenden Meinung. Der Standpunkt, den ich der Sozialdemokratie gegenüber vertrete, widerspricht durchaus nicht der Gleichheit der Staatsbürger, sondern ich will nur den freien Arbeiter schützen gegenüber der Tyrannei der Sozialdemokraten. Ich muß es entschieden ab- lehnen, daß ich die Debatte angefangen habe. Herr Singer hat der Eisenbahnverwaltung Vorwürfe gemacht; Herr Bebel hat dieselben Angriffe gegen die Verwaltung des Innern gerichtet; darauf wollte ich antworten. Die Verwaltung hat 2 Arbeiter entlassen; ich habe in der letzten Zeit überhaupt keine Arbeiter entlassen, also bin ich noch viel milder als die Reichs-Eisenbahn» Verwaltung.(Heiterkeit rechts; Zurufe links: Au!) Abg. Möller(ntl.): Sozialdemokratische Arbeiter beschäftige ich auch in meinem Betriebe, aber Agitatoren kann ich nicht ge- brauchen, und gerade in der Eisenbahn-Verwaltung, wo so viel auf die Betriebssicherheit ankommt, können nur zuverlässige Ar- beiter gebraucht werden. Die stärkste Partei ist die Sozial- demokratie nicht, denn nicht der vierte Theil derer, die für einen Sozialdemokraten gestimmt haben, sind wirkliche Sozialdemokraten. Bei allen Nachwahlen sind die Sozialdemokraten mit geringerer Stimmenzahl hervorgetreten. Der Einfluß der Sozialdemokratie bei den Arbeitern ist im Fallen; das liegt an den Mißersolgen, welche vielfach erzielt sind. Offiziell erklärt sich die Partei aller- dings gegen die Streiks, aber unter der Hand werden die Streiks begünstigt zur Steigerung der Unzufriedenheit. Ein ausländischer Sozialdemokrat, mit dem ich mich einmal unterhalten, sagte: Die d-uttchen Soiialdemokra�e» seien A�antosten«Zuruf links- Kamen!), Burt mar eS(Zuruf Singers: Ist nicht unser Partei. genösse!). Sie schüren nur immer die Unzufriedenheit, ohne etwas für die Arbeiter zu erreichen. Gegen Herr Baare Wö hier ganz unqualifizierbare Vorwürfe gefallen. Die gehasugen Angriffe gegen Herrn Baare gehen von einem Redarieur ,n Bockum aus. der in mehr als 30 Fällen wegen Beleidigung und Verleumdung bestraft ist. Die Papiere, weiche dem Gericht präsenlirt sind, sind geprüft worden, soweit, die Veriahrung noch nicht eingetreten war. Die Prüfung hat nichts ergeben. Bezüglich der verjährten Sache konnte das Gericht nicht einschreiten. Sollte die gerichtliche Untersuchung etwas ergeben, so werde ich der Erste sein, der solche Tinge ver- urtheilt. Abg. Hirsch(dfr.): Herr von Stumm soll, wie mir berichtet ttnrb, nur den Vorwurf gemacht haben, daß meine Reden denen der Sozialdemokraten so ähnlich seien, wie ein Ei dem andern. Ich bin einer der ältesten Gegner des Sozialismus. Ich habe die Alters- und Invalidenversicherung bekämpft, während Herr von Stumm sich immer als den eigentlichen intellektuellen Ur- Heber dieser Versicherungen hinstellt, also nähere Beziehungen hat als ich zur Sozialdemokratie, die auch dieses Gesetz vertheidigt. Wie kann man von Wohlwollen für die Arbeiter reden angesichts gewisser Arbeitsordnungen, welche die Arheiter de- drücken und sie zum Haß gegen das Kapital verleiten. Die Entlassung von Arbeitern wegen ihrer politischen Gesinnung kann ich nicht billigen. Die Sozialdemokraten sind ja eigentlich die wärmsten Anhänger der Staatsbahnen. Durch die Entlassung aus politischen Gründen wird man die sozialdemokratischen Ideen nicht verdrängen, ein solches schwächliches Surrogat für das Sozialistengesetz würde nur die Unzufriedenheit wachrufen. Abg. Hitze(Z.): Diese Gelegenheil war wohl nicht de- sonders geeignet für solche prinzipiellen Debatten, die sich sonst bei jeder Gelegenheit wiederholen könnten, ohne daß wir sie zum Anstrag zu bringen vermögen. Nicht die sozialdemokratischen Arbeiter, sondern die christlichen Arbeiter, die voll Pflichtgefühl sind, sind die besten Arbeiter. Wenn Fürst Bismarck auch er- klärt hat, daß es ohne die Sozialdemokraten keine Sozialpolitik geben würde, so braucht dies doch noch nicht wahr zu sein. (Heiterkeit.) Wir sind für die sozialpolitischen Maßnahmen immer eingetreten, ohne Rücksicht auf die Sozialdemokratie. Wir folgten damit nur echt christlichen konservativen Bestrebungen. Mit kleinlichen Maßregeln sollte man die Sozialdemokraten verschonen, weil dadurch die Sache nur verschlimmert wird. Wenn ein Arbeiter von seinen Genossen mit einem Vertrauensposten betraut wird, dann soll man 'hn deshalb nicht gleich als Agitator betrachten, Aber wenn ein Agitator gegen den Arbeitgeber hetzt, wie z. B. hier in Berlin die Jungen gegen die Alten, dann hat der Arbeit. geber das Recht, ihn aus seinem Betrieb zu entfernen, wie die Zungen aus der Partei ausgeschlossen sind. Abg. v. Helldorff(k.): Tie Sozialdemokraten verfolgen auch ideale Ziele, aber daneben auch materielle Zwecke mit recht materiellen Mitteln. die zum Theil sehr bedenklich sind. Die Aufhebung des Sozialistengesetzes war nur eine Probe, ich fürchte, daß diese Probe bald als gescheitert angesehen sein wird, daß wir uns nach anderen Mitteln umsehen müssen. Jedenfalls mu«. dem Arbeitgeber ebenso gut das Recht gegeben werden, seine Anschauungen zu verbreiten, wie dies seitens der Sozialdemo- kraten geschieht. Tie Unzufriedenheit wird durch die Agitation der Sozialdemokraten geschürt, sie erwächst nicht aus der Natur der Arbeiter heraus. Abg. Bebel: Die Bestimmungen der zitirten Werkstatt- Ordnung verbieten nicht etwa blos agitatorische Bestrebungen der Sozialdemokraten, sondern Bestrebungen, welche gegen Kaiser und Reich gerichtet sind. Dasselbe thut Herr v. Stumm in seinem eigenen Betriebe, indem er verbietet, daß ein Arbeiter tn seiner Gesinnung sich zur Sozialdemokratie bekennt. Ich erkenne vollständig an, daß kein Arbeitgeber es sich gefallen zu lassen braucht, daß in seinem Betriebe irgend welche politische Agitation, sei es sozialdemokratische, katholische oder sonstige, betrieben wird. Es ist aber falsch— und das ist bei dem einen von dem Kommissar erwähnten Ar- beiter geschehen—, wenn dieser Arbeiter nur deshalb entlassen wurde, weil er von seinem Rechte als Mitglied des Arbeiter- Ausschuffes Gebrauch gemacht hat. Ich halte es für ungesetzlich, einen Arbeiter zu entlassen, weil er an Vereinen und Versamm- lungen außerhalb des Betriebes theilgenommen hat. Es wäre etwas Anderes, wenn in den betreffenden Versammlungen direkt gegen die Eisenbahn-Werkstütte gehetzt worden wäre. Dies ist aber nicht der Fall gewesen. Wenn Herr von Stumm uns für keine politische Parte: hält, so stellt das seiner geistigen Kapazität ein sehr böses Zeugniß aus, die Regierung hält uns aber für eine politische Partei, sie ist also nicht entschuldigt. Die Maß- regeln des Herrn von Stumm richten sich übrigens gar nicht gegen die sozialdemokratischen Arbeiter allein, sondern auch gegen freisinnige Arbeiter.(Widerspruch des Abg. v. S t u m m.) Sie haben doch seiner Zeit denjenigen Arbeitern mit Kündigung gedroht, welche das damals fortschrittliche„Neun- kirchener Tageblatt" hielten! Bei uns„fliegt nicht hinaus", wer unsere Meinung nicht theilt, sondern wer systematisch unsere Partei verleumdet. Darum handelte es sich auch auf dem Erfurter Kongreß. Wir habenffnicht die Schriften des Dr. Wille boykottirt, sondern ihm nur das Privileg entzogen, daß seine Schriften im Kommissionsverlage der Buchhandlung des„Vorwärts" verblieben. Wenn Herr Hitze heute den Versuch machen will, in der Buch- Handlung des„Vorwärts" die Schriften des Herrn Dr. Wille zu bestellen, so bekommt er sie ebenso wie die„Irrlehren" des Herrn Eugen Richter. Ich habe dem Abg. v. Stumm nicht nachgesagt, daß er Unsittlichkeiten rechtfertigt, sondern nur: in dieser Klaffe ist Unsittlichkeit in Hülle und Fülle, welche der Staats- anwalt sogar mit dem Mantel der christlichen Liebe bedeckt, wie im Fall Baare. Wenn er meint, wir hätten kein Programm und wüßten nicht, wie wir unseren Zukunftsstaat einrichten wollen, so sage ich: an dem Tage, wo der Bauplatz für den Zukunfts- staat frei ist, haben wir auch die Pläne fertig. Haben wir die Macht, unsere Ideen zu verwirklichen, dann haben wir auch die Möglichkeit; hoffentlich erleben Sie es noch.(HeUerkeit.) Ohne unsere Partei hätten wir kein Gesetz über die Sonntagsruhe che- kommen. Die Anschuldigung, als ob sozialdemokratische Arbeiter mit dem Feinde gemeinsame Sache zu machen bereit seien, eine Anschuldigung, die auf Landesverrath hinauskommt, muß ich auf das Allerentschiedenst« zurückweisen. Wir haben in öffent- lichen Kundgebungen ausdrücklich betont, daß wir nicht im Interesse der herrschenden Klaffen und der Regierung, wohl aber im Interesse der nationalen Existenz, also auch unserer eigenen Existenz, gegen den äußere» Feind zu Felde ziehen würden. Es ist nicht bewiesen worden, daß sozialdemokratische Arbeiter oder Beamte ihre Pflicht im Eisenbahnbetriebe vernachlässigt hoben. Weit gefährlicher für die Sicherheit des Betriebes scheint mir die Schienenflickerei.(Zustimmung links.) Zahlreiche Schienen sind so geflickt, daß sie im Falle einer stärkeren Benutzung im Kriege eine ernste Gefahr herbeiführen können. Die sozialdemokratischen Arbeiter könnten viel- leicht eines Tages Sie und Ihre Eefeöfchaft retten. Wenn Herr Möller bezweifelt, daß unsere Partei die stärkste ser, so bitte ich ihn, einmal den Versuch zu machen, die fünfjährige Legislatur- Periode aufzuheben. Wir fürchten die nächste Wahl nicht, wohl aber seine Partei. Herr v. Bennigsen hat sich für die Gewährung von Diäten nur erklärt als Kompensation des Wahlgesetzes.(Wider- spruch bei den Nationalliberalen.) Sie wollen eben kein allge- meines Stimmrecht. Das Zentrum hat durch die Zustimmung zu den Schutzzöllen, insbesondere zu Branntwein- und Zucker- Prämien, den reichen Leuten geholfen; es ist nach dem Friedens- schluß mit der Regierung gewillt, aus dieser Bahn fortzuschreiten; wir können das ruhig abwarten, denn mir sind sicher, daß wir davon den Erfolg haben werden.(Beifall bei den Sozial- demokraten.) Abg. Haußmau»(Dem.): Ich habe die Sozialdemokraten vertheidigt, weil sie ungerecht angegriffen waren, aber ich bin kein Begünstiger der Sozialdemokratie. Begünstiger derselben sind die Vertreter der Schutzzölle und jeder anderer Interessen- Politik.(Zustimmung links.) Geheimer Rath Wackerzapp erklärt, daß die beiden Ar- beiter entlassen seien, weil sie sich an einem sozialdemokratischen Parteitage betheiligt hätten, was als agitatorisches Auftreten zu bezeichnen ist. Zwei andere Arbeiter seien nickt wegen agitatorischer Umtriebe, sondern wegen dringenden Verdachtes der Untreue entlassen worden. Abg. Schräder(dfr.): Nach den Erklärungen des Eisen- bahn- Ministers glaubte ich, die Werkstättenordnung sei aufgehoben; denn er hat ausgeführt, daß er der Generaldirektion gegenüber betont habe, der Ausschuß solle nur bei agitatorischer Belhätigung eriolgen. Die Werkstättenordnung lautet aber viel allgemeiner. Ich halte es für falsch, eine Anordnung zu treffen, welche bestimmte politische oder wirthschaftliche Ueberzeugungen besonders trifft. Man schließe alle Arbeiter aus, welche Hetzen, aber nicht eine bestimmte Richtung. Eine bloße Theilnahme an einem Parteitage ist noch keine eigentliche Agitation. Täuschen wir uns darüber nicht; es giebt keine größeren Werkstätten ohne Sozialdemokraten; auch Freiherr von Stumm hat Sozial- demokraten in Arbeit; er weiß es nur nicht, und wenn er es erfahren wird, wird er sehr enttäuscht sei». Es hat mich erschreckt, daß man rechts das lebhafte Bedürfniß fühlt, in irgend welcher Weise auf das Sozialistengesetz zurückzukommen. Sind Sie noch nicht klug genug geworden(Zuruf Kardorff's: Werden wir nie werden!), um einzusehen, daß durch eine solche Gesetzgebung die Sozialdemokratie gefördert wird?(Zustimmung links.) Durch eine gerechte Politik wollen wir die Sozialdemokraten be- kämpfen, dadurch, daß wir den Arbeitern geben, was ihnen gebührt und namentlich ihre volle Gleichberechtigung anerkennen. Wenn die Sozialdemokratie als eine nicht politische, als eine nicht sittliche Partei dargestellt wird, so werden dadurch die Arbeiter verletzt, die sich jemals mit der Sozialdemokratie ver- Hunden haben. Wenn wieder die Sozialdemokratie stärker geworden sein wird, schreiben Sie es sich selber zu.(Zustimmung links.) Abg. von Stumm: Das„Neunkirchener Tageblatt" ist da» mals von mir verboten worden, weil es schlimmere Agitation trieb als die sozialdemokratischen Blätter. Bezüglich der neuen Arbeitsordnung kann ich Ihnen schon heute erklären, daß ich allerdings die Bestimmungen, welche jetzt in der Arbeitsordnung beanstandet werden würden, das Verbot des frühen Heirathens, das Treiben eines anderen Geschäftes außerhalb der Fabrik:c., in einer besonderen Verfügung den Arbeitern bekannt mache und jeden, der dagegen handelt, mit der Kündigung bedrohe.(Aha! links.) Man nennt das ein Umgehen des Gesetzes; ich bin anderer Ansicht. Ich könnte ohne eine solche Maß- rege! die Verantwortung für den Betrieb nicht übernehmen. Herr Haußmann meinte, Herr Bebel sei mir in der Dialektik überlegen. Jedenfalls höre ich Herrn Bebels Ausführungen lieber als Herrn Haußmanns Redensarten.(Präsident v. Levetzow: Der Ausdruck Redensarien ist unzulässig.) Abg. Singer(Soz.): Die Enthüllungen des Abg. v. Stumm haben mich nicht überrascht, denn es war ja wohl zu erwarten, daß ein Ukas des Königs Stumm in Neunkirchen mehr Bedeutung hat, als(Präsident v. Leveyow bittet die Wendung„König Stumm" nicht zu gebrauchen) als die unter Mitwirkung des Abg. v. Stumm erlassene Gcwerbe-Ordnung. Das Verfahren des Herrn v. Stumm, einzelnen Ardeitern neben der allgemeinen Fabrikordnung noch zum 1. April bestimmte Vorschriften zu machen, ist eine direkte Umgehung der Gewerbeordnung; das werden vielleicht auch die Gerichte entscheiden, wenn sich die Arbeiter die besondere Verfügung nicht gefallen laffen, deswegen die Kündigung erhalten und dagegen klagbar werden. Ich weiß in der Thal mit der Ge- sinnung der Arbeiter des Herrn v. Stumm besser Bescheid, als er selbst, denn er mag es mir wirklich glauben, daß in dem Be- triebe des Herrn von Stumm Sozialdemokraten vorhanden sind. Die entlassenen Arbeiter der Werkstätten haben keinen sozial- demokratischen Parteilag besucht, sondern einen Kongreß der Eisenarbeiter, der nur Fachfragen behandelte. Da ich natürlich nicht annehmen kann, daß der Herr Regierungsvertreter bewußt die Unwahrheit sagte, muß ich annehmen, daß seine Beamten ihn sehr schlecht unterrichten. Nach der neuen zum I. April in Kraft tretenden Gewerbe-Ordnung kann die Arbeitsordnung sich gar nicht mehr um das Verhalten der erwachsenen Arbeiter außerhalb des Betriebes kümmern. Das würde ungesetzlich sein und gegen§ 134 d verstoßen. Vielleicht will aber die Eisenbahn- Verwaltung das Gesetz eben so umgehen, wie Herr von Stumm. Ein entlassener Arbeiter wurde als solcher bezeichnet, der im Verdacht der Untreue gestanden habe; der detreffende Arbeiter hat die besten Zeugnisse von feiner vorgesetzte» Behörde und von der Polizeibehörde erhalten, wie man sie einem der Unredlichkeit Verdächtigen nicht zu geben pflegt. Er hatte nicht ermitteln können, aus welchem Grunde er entlassen wurde. Das Verhalten des Regierungsvertreters diesem Manne gegenüber ist parlamentarisch unqualifizirbar(Pfui! links). (Präs. von Levetzow verbittet sich solche unparlamentarischeu Bemerkungen.) Für die Ehre dieses Mannes muß ich gegenüber den Ausführungen des Regieruvgsvertrelers eintreten.(Zustimmung links.) Im Uebrigen bekenne ich mich dazu, die De- batte angeregt zu haben. Sie war für unfere Zwecke sehr frucht- bringend, namentlich durchf die unfreiwillige Wirksamkeit der Zerren von Stumm und Möller für unsere Partei. Wenn die erren recht fleißig so fortfahren, werde ich Veranlassung nehmen, für sie die Ehrenmitgliedschast bei der sozialdemokratischen Partei an geeigneter Stelle zu beantragen.(Heiterkeit). Geheimer Rath Wackerzapp: Die beiden Arbeiter haben sich nicht an einer Versammlung der Eisenbehnarbeiter betheiligt, fondern an einem sozialdemokratischer Parteitage in Offenburg. Der Arbeiter, der wegen des Verdachtes der Untreue entlassen ist. ist ein anderer, als der, von dem Herr Singer sprach. Das wird sich herausstellen, wenn der Name genannt wird. Abg. v. Kardorff(Rp.): Wenn die Sache so weiter geht wie jetzt, wo Herr Singer sagt: Der Kriegsminister möge doch einmal den Versuch machen, die sozialdemokratischen Unteroffiziere auszu- merzen, dann können wirnichtmehr auskommen.dannmüffen wir eine Verschärfung des Preßgesetzes und des Vereinsgesetzes herbeiführen. Die Eisenbahn-Verwaltung geht nicht scharf genug vor gegen die Sozialdemokraten. Sie sollten sich nicht blos auf die Entlassung der sozialdemokratischen Agitatoren beschränken, denn jeder, der sich zur Sozialdemokratie bekennt, darf nicht einen Augen- blick länger in einer königlichen Werkstatt bleiben.(Zustimmung rechts.) 4 Abg. Barth: Was Herr v. Kardorff ankündigt, geht ja noch weit hinaus über das Sozialistengesetz. Herr Hänel hat damals zur Abwehr des Sozialistengesetzes eineVerichärjung des gemeinen Rechts versucht, aber den Versuch bald aufgegeben. Aus der Handhabung des Sozialistengesetzes hat er aber die Ueberzeugung gewonnen, daß nichts verderblicher ist als das Sozialistengesetz. Es ist ein Glück, daß das Gesetz endlich ausgehoben wurde, denn sonst hätte die Sozialdemokratie noch mehr Zuwachs erhalten. Ein solcher Erlaß, wie er hier diskutirt wird, ist so gut wie ein Wechsel auf 1000 weitere sozialistische Stimmen. Wenn die Herren von der Rechten glauben, durch solche Beschränkungen der Presse und der Versammlungen etwas zu verbessern, so ver- gessen sie, daß sie dadurch einen Kamps herausbeschwören, der nahezu an den Bürgerkrieg streift. Abg. v. Kardorff: Wir wollen erst mal warten bis zu den nächsten Wahlen. Aber ich sehe nicht ein, weshalb Herr Barth sich bei den Sozialdemokraten noch mehr insinuiren will; er hat ja bei der Wahl des Fürsten Bismarcks genug geleistet, indem er seinen Freunden den Rath gab, für den Sozialdemokraten zu stimmen. Abg. Barth: Herr v. Kardorff hat meinen Worten die Be- deutung beigelegt, daß ich mich bei den Sozialdemokraten insinuiren will. Ich habe die Sozialdemokraten mehr bekämpst als Herr v. Kardorff, der durch die Unterstützung der Interessen« Politik die Sozialdemokratie gefördert hat. Abg. v. Kardorff: Herr Barth meint, ich hätte seinen Worten die und die Bedeutung beigelegt. Ich lege seinen Worten überhaupt keine Bedeutung bei.(Heiterkeit rechts.) Abg. Barth:. Ich merke, daß den Worten des Herrn v. Kardorff die Bedeutung eines Witzes beigelegt wird. Nachdem ich mich davon überzeugt, sehe ich ein, daß wir unZ nicht mehr verständigen können. Damit schließt die Debatte. Persönlich bemerkt Abg. v. Bennigsen: Aus einer Bemerkung des Herrn Bebel könnte hervorgehen, daß ich für die Beseitigung des geheimen Wahlrechts eingetreten sei. Ich habe bei dem Diätenantrage darauf hingewiesen, daß die Anregung der Diätenfrage die Neigung auf anderer Seite stärken könne, das Wahlrecht über- Haupt zu ändern. Abg. Bebel: Der stenographische Bericht wird beweisen, daß bei dieser Stelle von links her ein lebhaftes hört! hört! erklang, weil man diese Stelle so auffaßte, wie ich sie heute aufgefaßt habe. Ich muß auch nach der heutigen Erklärung des Herrn v. Bennigsen annehmen, daß in der nationalliberalen Partei ein gewisser Widerwille gegen die geheime Wahl vorhanden ist. Tie Ausgaben für die Eisenbahnwerkstätten werden darauf genehmigt und um SV« Uhr die weitere Berathung bis Sonnabend 1 Uhr vertagt. ZtarlsmenkKeifötes. Die Wahlpriisungs-Kommissio» erledigte gestern die in Bezug auf die Wahlen der Abgeordneten Hastedt(Harburg), Hermes(Brandenburg), von Janka Polczynski(4. Danzig), von Normann(7. Stettin) seiner Zeit vom Reichstag beschlossenen und mittlerweile eingegangenen Erhebungen. Die letzteren er- gaben die theilweise Richtigkeit der behaupteten Beschwerden. doch sind dieselben nicht derart, daß daraus ein störender Einfluß auf die Giltigkeit der Wahl hergeleitet werden könnte. Nur in Bezug auf die Wahl in Brandenburg wurde wegen der dort, in- folge landräthlichen Erlasses, erfolgter Beschränkung der Oeffent- lichkeit der Wahl, die Ungiltigkeit beantragt. Der Antrag wurde aber mit 6 gegen 2 Stimmen abgelehnt. VelrkeittElstvirhken. Der Erlaß des Herzogs Georg zu Sachsen und das Urtheil der sozialdemokratischen Presse. „Stettiner Volksbote": Die Mißhandlungen der Soldaten sind ollen Heeren gemeinsam zu eigen. Wurde doch vor ganz kurzer Zeit gemeldet, daß sogar in der freien Schweiz derartige Dinge passirt sind. Und soeben durchläuft eine Nach- richt aus Warschau die Presse, nach welcher ein Oberst einen Feldwebel und einen Unteroffizier, weil diese den Morgengruß nicht erwiderten, mit dem Revolver niederschoß wie tolle Hunde! Und der Mörder spaziert frei herum und ist nach wie vor ein „achtbarer Mann", denn die bunte Uniform hat ein Vorrecht. Wer die Soldatenmißhandlungen beseitigen will, muß den ganzen Militarismus beseitigen. Einen anderen Ausweg giebt es nicht. Elberfelder. FreiePresse": Wir möchten gewisse ?>erren, die bei solchen Mißhandlungen vielfach mitzuthun de- ommen, deren Wort von schwerer Bedeutung ist, da es von denselben in gar vielen Fällen abhängt, ob man Gerechtigkeit walten läßt oder schreiende Ungerechtigkeit begeht, welche Herren aber im dunklen.Hintergrunde stehen und darum gar leicht überseht werden, diesen Herren möchten wir eine größere und einer größeren Aufmerksamkeit empfehlen. Wir meinen nämlich, die- zenigen Herren Aerzte, welche über vor- gekommene Soldatenmißhandlungen ihr Gut- achten abzugeben haben, welches für die richterliche Behandlung des vorliegenden Falles, für Verurtheilung oder Freisprechung des Beschuldigten maßgebend ist.... Wir erinnern hier nur an den einen vor ein paar Jahren in der Stadt Kempten vorgkommenen Fall. Ein Unteroffizier hatte einen Soldaten, um dessen Kniee„durchzudrücken", so lange aus zwei Stühle legen und in so barbarischer Weise dessen Beine zwischen den Stühlen beschweren laffen, daß der Arme für sein ganzes Leben ein Krüppel ist. Der Unteroffizier wurde aber freigesprochen, weil die zu Rathe gezogenen Aerzte einen Zusammenhang des krankhaften Zustandes des Soldaten mit der vorhergegangenen Mißhandlung nicht finden konnten. Ein Schrei der Entrüstung ging durch die Bevölkerung, als man diese Freisprechung erfuhr. Aber was war zu machen? Nichts, einfach nichts, es war Alles geschehen im Interesse der—„Disziplin", auch die Beurtheilung der Aerzte, und da zog Michel die Zipfelkappe wieder herunter und schlief weiter. Und wie es in diesem Falle g«« schehen, geschah und geschieht es noch oft, viel öfter als man erfährt und glaubt. Was soll man von solchen Vertretern der medizinischen Wissenschaft sagen? Man neigt vielfach der An- ficht zu, der Mililärrichter sei in seinem Urtheile befangen. Aber wie sollte, könnte auch der gerechteste und unbefangenste Richter urtheilen, wenn ihm ein ärztliches Gutachten vorgelegt wird, in welchem eine schwere Mißhandlung als unbedeutend bezeichnet wird. Danach hat der Richter zu urtheilen. Wie man sieht, kann durch ein solches Gutachten der schreiendsten Ungerechtigkeit Thür � und Thor geöffnet werde». „Thüringer Volksfreund"(Sonneberg): Die „Kameraden" in den Kriegervereinen können„stolz" sein, daß cs angesichts solcher Erlebnisse, die nicht nur allein:m sächsische» Armeekorps vorkommen, imnier noch ausgediente Soldaten giebt. die an dem Tratsch der Kriegervereine ihre einzige Freude haben.— Dummheit und Heuchelei fordern halt auch ihr« Opfer I »» Polizeiliches, Gerichtliches»e. — Die Staatsanwaltschaft zu Nordhansen hat gegen das Urtheil des dortigen Landgerichts Revision an- gemeldet, welches den Redakteur I l l g e vom Halleschen „Bolksblatt" von der Anklage freisprach, durch den Artikel „dem Arbeiter eine tüchtige Last und die Peitsche!" aufgereizt und Slaaiseinrichtungen verächtlich gemacht zu habe». Es handelt sich um dieselbe Sache, in welcher das Hallesche Landgericht den Genossen Jllge zu einem Jahre Gesängniß verurtheilte. Dos Reichsgericht hob seinerzeit dieses Erkenntniß aus und verwies die Angelegenheit zur anderweitigen Verhandlung nach Nordhausen. — Genosse Berg in Zeitz sollte nach Ansicht des Staatsanwalts durch die Boykottirung einiger dortiger Lokale sich der Nöthignng und des groben Unfugs schuldig gemacht haben. Sowohl das Zeitzer Schöffengericht wie das Landgericht zu Naumburg erkannte» zedoch aus Freisprechung. — Der Redakteur Hülle von der �Thüringer Tribüne" wurde vom Landgericht Erfurt zu 3 Monaten Gesängniß ve tut theilt. weil er durch Abdruck des Liedes„Halt« Wort" die Soldaten des deutschen Heeres zum Bruch des Fahnen- eides und die Reichs- und preußischen Staatsbeamten zum Bruch ihres Diensteides aufgefordert haben sollte. Im letzten Vers« dieses Liedes fordert der Dickter aus, einen erzwungenen Schwur, dein„Fürsten- oder Pfaffenthum" für's ganze Leben zu dienen, nicht zu halte». Hülle erklärte in der Verhandlung, di« be- hanpteten Vergehen könnten in dem Gedicht um so weniger enthalten sein, als weder der Fahneneid der Soldaten, noch der Diensteid der Beamten sie zu lebenslänglicher Dienst- leytung verpflichte und was mindestens die letzteren anbelange, vei rhnen doch von keinem erzwungenen Eide die Rede sem könne. Das_ half aber Alles nichts. Das Gericht ging im Gegentbeil noch über den Antrag des Staats- anwalts hinaus, welcher nur 4 Wochen Gefängniß be- antragte. Revision ist angemeldet.— Die Berufung Hülle's gegen ein Erkenntniß. das ihn wegen Beleidigung eines Allsiedter Schneidermeisters zu 30 M. Geldstrafe verurtheilte, wurde ver- worfen. Gegen Hülle schweben außer den vorerwähnten noch neun Anklagen. „. In Ichtershausen(Thüringen) sollte Redakteur Adolf Hoffmann aus Zeitz über das Thema:„Die zehn Gebote und die besitzenden Klassen" referircn. Als die Bersamm- lung kurze Zeit im Gange war. erklärte der Ortsschulze, die zehn Gebote hätte er bereits in der Schule gelernt, darüber brauche Hoffmann hier also nicht zu reden, und schloß die Versammlung. Punktum! Beschwerde gegen diese absvi.derliche Amtshandluim wird selbstverständlich geführt. LoKnles. Bou de« VerpflegungSstationcn.„Einer, der's praktisch durchgemacht hat", sendet uns ein„Tagebuchblatt aus seinem Handwerksburschenleben" mit dem Ersuchen, aus dem Kapitel von den Berpflegungsstationen unseren Lesern Einiges miltheilen zu wollen. Wir kommen diesem Ersuchen nach und lassen den Hand« werksburschen, oder wie die bürgerliche Presse sich ausdrücken würde, den„Strolch" selbst reden: Ich bin Tapezirer und mußte im Februar vor einigen Jahren Berlin verlassen, weil es mir absolut nicht gelingen wollte, in irgend einer Werkstätte Arbeit zu bekommen. Mein Nothgroschen war aus— 79 Pfennig zusammengeschmolzen und mit diesem„Kapital" in der Tasche ging ich„auf die Walze" in der Hoffnung, in der Provinz Arbeit und somit Brot zu finden. Ich kam aber aus dem Regen in die Traufe. In Berlin war die Beschäftigunaslosigkeit groß, in der Promyz noch bedeutend größer. Mein„Kapital" war natürlich schon am zweiten Tage aufgezehrt— und jetzt mußte der Leib- riemen enger geschnallt werden, denn es ging mächtig ans Hungern. Nachts wurde in Scheunen kampirt, in denen meist eine bittere Kälte herrschte. Unter Entbehrungen aller Art hatte ich endlich das Slädlchen M.... erreicht, wo eine Verpflegungs- station existirte. Das war auch äußerlich zu bemerken, denn an jeder Werkstatt fand sich ein Schild mit den Worten: Umschau ver- boten! Unterstützung im Rathhause! Ich mochte nun etwas erbarmungswürdig aussehen, in dem einlachen Anzüge klapperte ich vor Frost. Die Leute hätten mir wohl gern warmes Essen gegeben, sie getrauten sich aber nicht, denn„wenn es der Gen- darm sieht, werden wir noch bestrast". Ich mußte also nach dem Rathhaus trotten und wurde von da nach der Herberge geschickt. Hier traf ich mehrere Leidensgenossen, denen schon das Waffer im Munde zusammenlief, denn man hatte ihnen gesagt, sie würden bald„warmes Abendessen" erhalten. Das wurde denn auch bald ausgetragen, es bestand aus— Pellkartoffeln und Herina! Die Kartoffeln waren erfroren, der Heruig schmeckte wie thramges Oel. Nachdem uns die Papiere abgenommen worden waren, konnten wir„zu Bett" gehen, d. h. die Stube wurde ausgefegt und aus dem Hofe Sttoh geholt, wo dasselbe in einer Ecke unter Eis und Schnee gelegen hatte. Das Stroh wurde ausgebreitet, als Kopikissen diente ein Brett, das war das Nachtlager. Wer in einem Bett schlafen wollte, mußte 25 Pfennige extra zahlen. Früh um 6 Uhr wurde ge- weckt. Zum Frühstück gab es Zichorienbrühe und eine Schrippe. Um W Uhr kam der Polizist und holte die„Pennbrüder" nach der Polizei, weil sie das„abverdienen" sollten, was sie verzehrt hatten. Ter Polizeikommissar war ein gestrenger Herr, er hatte so seine eigene Polizei-Auffassung von der Würde seines Amtes. „Wie viel Strolche bringen Sie?" herrschte er seinen Unter- gebenen an.„Ein Dutzend, Herr Kommiffar."„Was soll ich mit den Banditen anfangen? Lassen Sie die Hunde arbeiten, bis sie schwitzen. Tie Gesellschaft ist nur faul, sonst würde sie sich bei der Kälte nicht auf der Slraße herumtreiben." Gegen diese wunderbare Auffassung war nichts einzuwenden und so wurden wir zur Arbeit getrieben. Einige mußten die Straße kehren, die Anderen die Kirche reinigen, die Dritten Holz hacken. Um 11 Uhr waren wir mit unserem Pensum fertig, wir hatten also 4 Stunden gearbeitet. Dann ging's wieder zu dem Kommiffar, der inzwischen die Papiere durchgesehen hatte. Zwei meiner Leidensgenossen hatten acht Tage lang die berühmten Berpflegungsstationen nicht benutzt und das mußten sie büßen. „Ihr verfl..... Hallunken. wo habt Ihr Euch herumgetrieben Gestohlen habt Ihr Bande." Die beiden armen Kerle wurden in Haft genommen, bis sich herausgestellt hatte, wovon sie während der acht Tage gelebt hatten. Wir anderen konnten unserer Wege gehen. Wir hatten 4 Stunde» gearbeitet und dafür ein miserables Abendessen erhalten und auf dumpfigem Stroh schlafen können. Wollte man das zifferngemäß nachrechnen, so würde es sich herausstellen, daß die Station noch etwas dabei verdient haben muß. Und so sieht's überall in den vielgerühmten Verpflegungs- stationen aus. Ja F... sollte ich eingesperrt werden, weil ich für Hering und Kartoffel und ein Nachtlager auf Stroh nicht länger wie zwei Stunden arbeiten wollte. Mich rettete vor dem Loch nur der Umstand, daß ich Berliner war und meine Ver- theidigung mit großem Geschick führte. In einem Dorfe in der Nähe von L... wurde ich bei 10 Grad Kälte ins Spritzenhaus gesperrt, weil ich beim Schulzen um ein Nachtlager im Stall ge- beten hatte. Aehnlich« Zustände herrschen im ganzen Reiche. Die Verpflegungsstationen sind doch nur deshalb errichtet worden, damit der biedere Bürger nicht zu oft durch einen bettelnden Handwerksburschen in seiner Ruhe gestört werde. Man dirigirt einfach die Armee der auf der Landstraße umher Laufenden von einer Verpflegungsstation nach der anderen, füttert sie nothdürflig ab. läßt sie aus Stroh schlafen und schiebt sie bis zur nächsten Station weiter. Das ist der Kern dieser «menschenfreundlichen" Einrichtung! Ein offenes Geständnist. In einem Jnnunasorgane äußert sich der Verfaffer einer Borbesprechung des bevorstehenden Handwerkertages in Berlin u. A. in folgender beachtenswerthen Weise:„Wenn ich oben von gewiffenhasten Meislern«gesprochen habe, so darf es nicht unerwähnt bleiben, daß es auch sehr vielegewissenloseMeifter giebt, und s o g a r i n d e n Innungen, welche ihre Pflicht in der unverantwortlichste» Weise an den ihnen von den Eltern übergebenen Lehrlingen ver« säumen. Der Lehrling ist das Karnickel im Hause, das Mädchen für Alles, und wird mehr als Hauskneckt oder Laufbursche ver« wendet. Manchem Vater oder mancher Mutter würde das Herz bluten, wenn sie wüßten, wie wenig sich der Meister um ihren hoffnungsvollen Liebling kümmert. Der Lehrling besucht keine Fortbildungsschule, weil der Meister ihm keine Zeit dazu giebt und in den meisten Fällen selbst kein Verständniß dafür hat. Die Folge ist, daß der Junge in einigen Jahren das Meiste von dem vergessen hat, was er in der Schule gelernt hat."— Wir hoben dem kaum etwas hinzuzusetzen. Der Zentralverei« für Arbeitsnachweis hält seine «Dienststunden" auf das Strengste inne. Als Dlenilag früh 'iS Uhr zwei„Eingeschriebene", d. h. solche, welche für Zahlung ber üblichen Gebühren in das Riesen-Arbeitsnachweis-Register eingetragen worden waren, die Vorhalle betraten, bekamen sie von einem der feudalen Angestellten sofort einen furchtbaren Anschnauzer.„Machen Sie, daß Sie'raus kommen. Immer raus— kommen Sie um 8 Uhr wieder!" Als ein etwas weniger schroffer Ton verlangt wurde, machte der Angestellte Anstalten, die Arbeiter gewaltsam an die frische Luft zu befördern. Der Vorsitzende des Vereins hat nun zwar im„Vorwärts" erst er- klärt: Ich halte streng darauf, daß seitens des Aufstchtspersonals den Besuchern des Instituts wohlwollend entgegen gekommen wird. Das galt allerdings in erster Linie für die Angestellten der Wärmehalle, aber die des Arbeitsnachweises können sich ge- trost auch ein Exempel daran nehmen. Auf jeden Fall erscheint es angebracht, wenn solche Rücksichtslosigkeiten an die Oeffentlich- keit gelangen. Die Leiter dieser Unternehmen sehen dann weniastens, daß das Personal ihre humanen Intentionen nicht durchführen will. Und erst dann ist die so dringend gebotene Abhilfe zu erwarten. Unter den Briefe« scheint es ebensolche Pechvögel zu geben. wie unter den Menschen. Wenn einmal ein solcher„pechöser" Brief seinen Adressaten verfehlt hat, dann kann sich die gesammte deutsche Reichspost mit ihrer vielgerühmten„Findigkeit" auf den Kopf stellen, der Brief aber kommt doch nicht an seine richtige Adresse. Ein solcher Unglücksbrief liegt vor uns. Das Kouvert ist mit Zetteln und Allongen beklebt und mit allen möglichen behördlichen Notizen versehen und sieht aus, als ob es die Reise um die Welt durchzumachen gehabt hätte. Aufgegeben war der Brief in Cornwall am Hudson(U.-St.-A.) und abressirt an eine Arbeiter ini Feuerwerks-Laboratorium in Spandau. Der Adressat war inzwischen nach Berlin. L... straße 12a., verzogen und hatte dem Spandauer Postamt seine neue Adresse auch mitgetheilt. Der dortige Briefträger versah das Kouvert mit dem Vermerk: Adressat verzogen nach Berlin, L... straße Nr. 11 oder 12. Der Brief wanderte nach Berlin und dann wieder zurück nach Spandau, denn auf dem Kouvert steht: Adreffat L... straße 11 unbekannt. Nicht gemeldet. Polizeilich bestätigt. In Spandau erhielt der Brief zunächst eine Allonge angeklebt und auf dieser heißt's an erster Stelle: Äldressat bestimmt nach Berlin, L... str. 12a, Hinterhaus 2Tr., verzogen. Also zum zweiten Mal nach Berlin. Hier wieder der Vermerk: Adressat ist L... str. 12a nicht zu ermitteln. Polizeilich bestätigt. Nicht zu ermitteln. Einw.-Melde-Amt. Endlich noch mit grüner Tinte die schwer zu lösende Frage: Anderer Nachweis möglich? Da die Post überzeugt gewesen sein muß, daß sie hier vor ber Lösung einer unmögliche» Aufgabe stehe, ist der Brief zum zweiten Mal nach Spandau zurückgesandt worden, so daß er also die Räume des Spandauer Postamts zum dritten Mal kennen zu lernen das Vergnügen hatte. Inzwischen hatte aber der Adreffat in Erfahrung gebracht, daß ein Brief für ihn wiederholt in dem Spandauer Postamt aufgetaucht sei und so lheilte er diesem seine Adresse nochmals mit. Das war denn auch von so durchschlagendem Erfolg begleitet, daß die Irrfahrten des Brieses endlich aufhörten und derselbe seinem Empfänger zugestellt wurde. Wäre aber der günstige Zufall nicht dazwischen gekommen, dann wäre das Schreiben wohl wieder über das „große Wasser" zurückgewandert, da der Absender auf der Rück- seile des Kouverts seine Adresse vermerkt hat. Etwas boshaft fügt unser Gewährsmann seiner Mittheilung hinzu: Wenn also schon die Post so außerordentlich„fi» ig" sein soll, so ist die Steuerbehörde noch sehr viel„findiger",— der Steuerzettel hat meine Adresse noch nie verfehlt! Neber die Reste des Weudiscbe« im Berliner Dialekt entnehmen wir dem„Bär": Im Be-einer Dialekt, wenn man so sagen darf, sind nur wenige Reste des Wendischen. Wem ist nicht schon die Bezeichnung„Latschen" in ihrer dreifachen Be- deutung aufgefallen? Der in den großen„Latsche» latschende Schusterjunge hat seinem Gegner eine gelatscht, und wat for eene!"— Die Ohrfeige heißt im Wendischen lacs.(latsch): ohrfeigen laonus. licnus und wulacowas; schleudern lazys; schleppen, schleifen lac und looys; der unschlüssige Mensch lacak. Mit diesen Hilfsmitteln kann man sich wohl durch das Latschen hindurchwinden.— Du sollst nicht kokeln!" ruft die desorgte Mutter dem mit einem glimmenden Stäbchen spielenden Kinde entgegen. LioUc(sprich kostk) heißt das Stäbchen, das Streichhölzchen. Ob nun der Ausdruck„kokeln," das heißt also mit Stäbchen spielen, aus jener Zeit stammt. wo das Feuer auf die primitivste Art dem Holze entlockt wurde, oder ob er neueren Datums und somit importirt ist, vermag ich nicht zu entscheiden.— In Berlin wird oft„ein Fluntsch" gemacht. Die heidnischen Wenden harten einen Götzen mit nnscbönen, aufgeworfenen Lippen und häßlichem Gesicht, Namens Flins, an den ein in der Niederlausty beliebtes Gebäck, der Plinz, zu erinnern scheint. Im Branitzer Park bei Kotlbus befand sich vor Jahren an einem alten Baume eine Tafel mit der Inschrift:„Hier wurde dem Götzen Flins geopfert." Manche behaupte» nun, es habe überhaupt keinen wendischen Gott Flins gegeben. Das soll uns aber nicht abhalten, die Ansicht auszusprechen, daß„einen Fluntsch machen" soviel besagen mag als„einen Flins machen", oder gar einen Pluto, der ja sprachlich und nach indogermanischem Begriff mit ihm nahe ver- wandt ist. Daß daS Naturlebe» immer im und am Waffer beginnt, kann man jedes Jahr beobachte». Gegenwärtig balzen die Schwäne an der Spree und entfalten dabei alle ihre Charaktereigen- schaflen. Auch die Fische sind theilweise aus ihrer winterlichen Er- ftarruiig im Schlamme des Grundes erwacht und„steigen", einzelne kräftige Hechte„stehen" sogar schon, um zu laichen, wie die Schiffer be- haupten. Die sonst so behenden Räuber erscheinen noch völlig schlaftrunken und sind in kleinen, seichten Gewässern selbst mit der Hand leicht zu erlangen, während sie in größeren mit der Hechtgabel gestochen werden. Obgleich der Thiergarten noch einer flüchtigen vielgliederigen Winterlandschaft gleicht, birgt er doch schon Blüthen. Die große Kornelkirsche(Cornus rnascula) an der Brücke zur Louisen-Jnsel. unfern der Thiergartenstraße, hat infolge ihres günstigen Standes am Wasser unter Mitwirkung der milden Witterung eine außergewöhnliche Fülle von Blüthen- knospen entwickelt, dt« sich tagsüber bereits theilweise entjalten, sich aber gegen Abend wieder schließen. Unter den Ziersträuchern einzelner Garten präsentirt Calvoantlrns praecox, die Winterblume. ihre ansehnlichen gelben Blüthen, während aus Friedhöfen die grüne und weiße Nießwurz florirt. AnS„Berti« bei Nacht". Unsere Leser erinnern sich ge- wiß der ivundersanien Mär vom„Goldonkel", welche wir vor einigen Monaten nach den Mittheilungen der hiesigen Kriminal- polizei erzählten. Drei jener„Dame»", die nur bei Nacht aus- zugehen pflegen, machten sich damals durch unverhältnißmäßig hohe Geldausgaben verdächtig. Zwei derselben wurden fest- genommen, die dritte, eine Oesterrelcherin. war bereits nach Wien verduftet. Die beiden verhasteten Ätachtvögel erzählten nun eine ganz merkwürdige Geschichte, wonach sie einen fremden Herrn in einem hiesigen Kaffee kennen gelernt, mit demselben Champagner getrunken und das Zechgelage in der Wohnung einer der „Damen" noch fortgesetzt hätten, wohin sie mit ihrem neuen „Freunde" und diversen Flaschen Sekt per Droschke gefahren seien. Beim Abschiede hätte der Fremde jeder von ihnen die Summe von 800 Mark, zusammen also 2400 Mark geschenkt. Diese romantisch klingende Erzählung mußte man für richtig halten, nur konnte der„Goldonkel" damals nicht ermittelt werden, und in der Annahme, daß dieser, vielleicht ein Ausländer, wohl inzwischen weitergereist sei, entließ die Kriminalpolizei die Mädchen, welche übrigens das geschenkte Geld in einer ziemlich vernünftigen Weise, nämlich in erster Linie zur Zahlung von Schulden, verwandt hatten. Jetzt hat sich nun aber die Sache aufgeklärt, und zwar hat sich ein recht überraschendes Resultat ergeben. Das Geld, nicht 2400, sondern 9000 Mark, ist jenem „Herrn" gestohlen worden, und dieser hinwiederum hat sich nicht gemeldet, weil er seine guten Gründe dafür hatte: er hatte das Geld nämlich selber gestohlen. Am 17. v. Mls. logirte nämlich in einem hiesigen am Schiffbauerdamm belegenen Hotel ein Mann, der sich Kaufmann Lauska aus Prag nannte und nach einigen Tagen ohne Bezahlung seiner Hotelrechnung wieder verschwand. Er wurde indeß vierzehn Tage später ermittelt und sistirt. Der Polizeibehörde gegenüber erklärte er. der Student Georg Jander zu sein. Indeß auch diese Angabe erwies sich als falsch, da es gelang, festzustellen, daß man es mit einem Postdefraudanten zu thun hatte, nämlich dem Post- kommis Glaesener aus Luxemburg, der im November v. I. aus drei bei einem dortigen Postamt eingelaufenen Einschreibebriefen den Betrag von 16 000 M. entnommen und dann aus Luxemburg flüchtig geworden war. Glaesener hatte sich damals direkt nach Berlin gewandt, woselbst er eine Kellnerin kennen lernte, mit der er Lustreisen nach Wien. Prag-c. unternahm. Dabei verpraßte das Pärchen die Summe von 7000 M.! Den Rest der 9000 M. haben ihm die obenerwähnten„Damen" in der Wohnung einer derselben gestohlen, wohin der stark Angetrunken« mitgefahren war. Als er die drei„Grazien" verließ, ivar Glaesener völlig mittel- los— wie gewonnen, also zerronnen! Das weibliche Kleeblatt fühlte sich inzwischen wieder sicher; denn auch die Oesterreicherin hatte in der Meinung, daß die„Luft rein" sei, ihr Domizil wieder hier aufgeschlagen. Jetzt schmachten alle drei hinter den ver- gitterten Fenstern des Polizeigefängnisses und zehren von der Erinnerung an jene schöne Stunden, die sie mit dem„Goldonkel" verlebt. Ihren Bes serungen, daß das Geld, dessen Betrag sie heute nicht mehr wiflen, ihnen doch geschenkt worden sei, glaubt die Behörde nicht, wohl aber der Angabe der Wienerin, daß sie von dem Raube nicht 800. sondern 2300 Mark„abbekommen'" habe. Für die Luxemburger Postbehörde ist die jetzt endlich aus!» geklärte Affäre immerhin sehr fatal, da die 16 000 Mark so ziemlich ganz den Weg allen Fleisches gegangen sind. Nur em Paar Brillant-Ohrringe, Plüsch- und Pelz-Jackets sind in d<« Wohnimg der Mädchen beschlagnahmt worden, und an diese letzten Reste einstiger Herrlichkeit wird sich die Luxemburger Bie-- Hörde hallen können. Verhaftet worden ist in Malchin in Mecklenburg, wie hier- her mitgerheilt worden ist, ein Mensch, welcher sich zuerst tanT- stumm stellte, später aber sich zu der Angabe bequemte, daß er zu der letzterwähnten Heoeamme und erzählte dieser triumphilend, daß er seinen Willen doch durchgesetzt habe, und gab dabei die Adresse ber verbrecherischen Helferin preis. Auf diese Weise kam die Angelegenheit zur Kenntniß der Behörde, welche die Vcrhaf- tung der„klugen Frau" veranlaßte. Ein Durchgänger wird aus Leipzig hierher signalisirt. ES ist der Kommis Georg Hönicke, der mit 7O00 M. am 9. d. M. von dort geflohen ist. H. ist 24 Jahre alt. Er pflegt einen' Stahlklemmer zu tragen. Als besonderes Kennzeichen wird«in linsengroßer Fleck an einer Schläse angegeben. Bon einer merkwürdige« Erpressungsgeschichte macht die �Allg. Fleischerztg." Mittheilung. In den Friseurladen von F. Munligel in der Kesselstr. 41 kam dieser Tage eine etwa dreißigjährige blonde Dame und ließ sich von dem sechzehn- jährigen Frl. Muntigel srisiren. Plötzlich erklärte die Dame, sie fühle sich sehr unwohl und bat um«ine Tasse schivarzen Kaffee. Das junge Mädchen war gern bereit, der Fremden ge- fällig zu sein und ging durch das für die männlichen Kunden bestimmte Zimmer, das zufällig leer war, in die Wohnräume, um schnell den Kaffee zu bereiten. Die Dame folgte ihr alsbald, und als sie sich mit dem jungen Mädchen allein sah, bat sie dasselbe, ihr doch die Uhr und Kette, die Frl. Muntigel trug, zu leihen— sie müsse sie haben, denn sie müsse sich damit ber der Direktion des Friedrich- Wilhelmstädtischen Theaters, wo sie engagirt werden solle, vorstellen. Die seltsame Bittstellerin unterstützte ihr Gesuch sehr nachdrücklich, indem sie das Mädchen mit einem Revolver bedrohte. Das eingeschüchterte Mädchen mußte sich wohl oder übel entschließen, der Fremden Uhr und Kette auszulie>ern. Die unheimliche Dame nahm die Sachen dankeüd in Empfang und ließ als Pfand ein unechtes Armband und den sechsläufigen geladenen Revolver zurück. Sie hat Uhr und Kette noch nicht zurückgebracht. Die seltsame Sache wird jetzt von der Polizei weiter untersucht.! Ein schweres Geschick hat den Schlächtermeister Porsch, Waldemarstr. 77, betroffen. Mitten in der Arbeit, bei der er stark dem Zuge ausgesetzt war, ist der noch jugendliche Meister plötzlich erblindet. Ein Versuch, durch eine Operation ihm die Sehkraft wieder zu gewinnen, ist leider erfolglos geblieben. Da seine Frau, wie die„Allgemeine Fleifcher-Zeitung" mittheilt. nicht in der Lage ist, das Geschäft allein zu führen, so muß Porsch, der seit sechs Jahren erst etablirt ist, sein Geschäft auf- geben. I« der Köpenicker Mordsache fanden am gestrigen Donuerstag wieder zahlreiche Zeugeuvernehmungen statt, obwohl die Sache in der Hauptsache ausgeklärt ist. Es hat sich heraus- gestellt, daß Rüttle erst in den Morgenstunden gegen halb 5 Uhr über die Lange Brücke gegangen ist, so daß es den Anschein ge- winnt, als hätte sich das Mörderpaar während der ganzen Nacht am Orte des Mordes aufgehalten, um erst die vierte Morgen- stunde abzuwarten, danlit sie nicht von einem Nachtwächter angehalten werden konnten, weil diese in der Regel nach Hause gehen, sobald sie 4 Uhr abgepfiffen haben. Aus diese Weise er- klärt es sich erst, daß die Mörder vom Orte der That nach der Wohnung der Schutt gelangen konnten, ohne von irgend Jemand gesehen zu werden. Außerdem kamen bei der erneuten Zeugen- Vernehmung verschiedene schwere Diebstähle in Betracht, welche dem Ruttke zur Last gelegt werden.> Polizeibericht. Am 11. ds. Mts. wnrde«in Schneider in seiner Wohnung, in der Eisenbahnstraße, mit einer tiefen Schnitt» wunde am Halse, die er sich selbst beigebracht hatte, aufgefunden und nach Anlegung eines Verbandes nach der Charitee gebracht. — Vor dem Hause Potsdamerstraße 96a wurde Vormittags eine Frau von einem Geschäftswagen überfahren und am Kopf und am Arm so bedeutend verletzt, daß ihre Ueberführung nach dem Elisabeth-Krankenhause erforderlich wurde.— Am Kronprinzen» User, nahe der Alsenbrück«, stürzte sich Mittags eine Frauens» person in die Spree, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen und nach der Charitee gebracht.— Auf dieselbe Weise versuchte Nachmittags eine Frauensperson ihrem Leben em Ende zu machen, indem sie gegenüber dem Grundstück Weidendamm 1 in die Spree sprang. Auch sie wurde gerettet und nach der Cha- ritee gebracht.— Im Laufe des Tages und in der daraus folgen- den Nacht fanden sechs Brände statt. Gerickiks-FZeikunfl. Eine Anklage wegen Brandstiftung beschäftigte gestern das Schwurgericht hiesigen Landgerichts I. in mehrstündiger Verhandlung. Der Angeklagte, Korbmachermeister Theodor 40 Lithographen, Steindrucker und Berufsgenossen. Gesangverein Das Stuttgarter Landgericht verurtheilte den früheren Senefelder Sonntag, den 14. Februar: Herrenparthie nach Friedrichshagen. Ober- Inspektor, jetzigen Finanzrath Lang, und den BahnhofTreffpunkt und Abfahrt Morgens 9 Uhr Bahnhof Alexanderplatz. Freunde verwalter Schwenninger, durch deren Verschulden das und Kollegen willkommen. Sonntag öffentliche Bersammlung für Frauen und Männer in Schneider's herbeigeführt worden ist, zum solidarischen Erfaz des Sozialdemokratischer Agitationsklub für den Often Berlins. Am Eisenbahnunglück vom 1. Oftober 1889 bei Vaihingen Gesellschaftshaus, Brostauerstr. 37 bts 38. Vortrag des Genoffen Stripkowsky vorläufig mit 3000 m. eingeklagten Schadens. Die ganze Ersatzüber den neuen Voltsschul- Gefeßentwurf. Nordschule. Sonntag, den 14. Februar, Abends 8 Uhr, Müllerstr. 179a: summe dürfte sich auf 320 000 M. belaufen. Bortrag des Herrn Dr. Sonntag: Bedürfen wir der Naturerkenntniß? Tambour- Verein Deutsche Eiche. Sonntag, den 14. Februar: Partie nach Königs- Wusterhausen. Abmarsch 7 Uhr Bärwaldbrücke. Freunde und Genossen sind eingeladen. Wählers zu kommen. Günftiges Zeichen. Das Karlsruher Tageblatt" brachte folgendes Inserat: Lauffrau oder Mädchen, arbeitssam, sauber, willig und" nicht sozialdemokratisch wird sofort gesucht. Hirschstr. 79 im 2. Stock." Rich. Nagel, betrieb seit dem Jahre 1870 in dem Hause] Zentral- Krankenkaffe der Buchbinder ste. Sonnabend, den 13. Febr., I mit der fünfjährigen Zochter des Geistlichen zu spielen pflegten, in bis 21: Wiener Maskenball. EinlaßNiederwallstraße 8/9, welches der Katholischen Wohlthätigkeits- ta orbert's Reifäten, Beuthstr. 19 ftante, quen uns mitglieder vorgenommen worden. Vor der Flucht pumpte der Herr Pastor Anstalt zur heiligen Elisabeth in Breslau gehört und von den deren Hinterbliebenen verwendet. den Gutsinspektor um 200 M. an, welche Summe er wohl als Grauen Schwestern bewohnt und verwaltet wird, in den Keller- Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter( E. H. Reisegeld nöthig hatte. Dieser beklagenswerthe Fall ist seit zirka räumen sein Korbwaarengeschäft. Ein zweites Geschäft be- 29 u. 89 Samburg). Den Mitgliedern zur Nachricht, daß die Bahlstelle nebit 12 Jahren der dritte m der( protestantischen, wie die GerBersammlungslotal von der Weinmeisterftr. 6 nach der Alten Schönhauser= trieb er in der Holzmarktstraße, wo er auch seine Wohnung ftraße 42 bei Reimann verlegt ist. Die Beiträge sowie neue Aufnahmen mania" hervorhebt) Diözese Droffen, in welcher ein Geistlicher hatte, während sein Gefelle Wirth in der Niederwallstraße werden jeden Sonnabend Abend von 8 bis 10 Uhr entgegengenommen. wegen Unzucht auf die Anklagebant fommt. Ob hier, analog Vereinigung der Drechsler und Berufsgenossen Deutschlands, die Geschäfte versah und Abends nach Schluß des Lokals die zahlstelle Riedorf und Umgegend. Sonnabend, den 13. Februar, Abends dem Staatsanwalt Woytasch, wenn auch in umgekehrter Weise, Schlüffel zu ihm brachte. In dem Kellergang, der zu der sühr, bet Bapte, Siethenſtr. 71. Bersammlung.' Wahl des Delegirten zum der Staatsanwalt vor der Religiosität warnen wird? Werkstätte führte, lagerten alte Bretter und größere Gewertschafts- Kongreß. Zur Charakteristik der Kriegervereine. Der Verlag Bündel Korbweidenruthen. Am 8. Oktober nahm der Verein Bildung und Geselligkeit Berlin. Sonnabend, den 13. Februar, Geselle wahr, daß in dem Kellergang Schwefelfäden gelegt, die Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Dr. Julius Thilo. Thema: Aus der Schriften über die Behandlung der Soldaten, das Beschwerde= Abends 8½ Uhr, im Augustgarten, Auguststr. 24 bis 25: Vereinsversammlung von Robert Luz in Stuttgart, der eine Anzahl bemerkenswerther Weidenruthen mit leicht brennbarem schwarzen Lack begossen und Chemie.( Mit Experimenten.) die Schwefelfäden zu den Weidenruthen hinaufgezogen und dort 10 uhr: Deffentliche Bersammlung bei geile, Sichtenbergerjtr. 21. Tages: Beobachter" mittheilt, im September v. J. an sämmtliche KriegerBerliner Nagelschmiede. Am Sonntag, den 14. Februar, Vormittags recht u. f. 1. herausgegeben hat, sandte, wie der„ Stuttgarter umgewickelt waren. Er theilte seine diesbezüglichen Wahr- ordnung: Bortrag: Welche Organisation ist für uns die beste? Referent: vereinszeitungen, deren es in Deutschland eine erkleckliche Anzahl nehmungen dem Angeklagten mit, dieser aber war feineswegs Herr Dito Klein. darüber sehr erschrocken, sondern schimpfte über die Schwestern, Bersama Sonntag, ben 14 Ders halle: orta es nicht ein einziges der Blätter nahm indeß von der Zusendung Ethische Gesellschaft. Februar, Abends 6 Uhr: 3wei giebt, je fünf Broschüren des erwähnten Inhaltes zur Rezension. die ihm angeblich einen Bossen spielen und ihn aus dem Hauſe Berrn Dr. Kari ginn, und Prenzlauer Allee, Bogow's Brauerei: Bortrag Notiz, nur eines war wenigstens so höflich, die Schriften zurückheraus haben wollten und bat den Gesellen, kein Aufhebens des Herrn Stadtv. E. Vogtherr. Nach den Vorträgen: Gesellige Unterhaltung zuschicken. von der Sache weiter zu machen. Am Sonnabend, den und Tanz. Gäfte sehr wiltommen. 10. Oktober, Abends, verschloß der Geselle in gewohnter Weise den Keller, vergaß aber den Kellergang Schlüssel bei dem Angeklagten abzugeben. Am Sonntag, wo Niemand in dem Kellergeschäft war, hat Jemand einen verbrecherischen Plan vorbereitet. Am Montag, den 12. Oftober, Morgens 514 Uhr, bemerkte nämlich die Schwester Marianne Rauch aus dem Keller aufsteigen, sie alarmirte zwei Hausdiener, welche in den Keller drangen und dort den Anfang eines Brandes vorfanden, welchen fie alsbald durch Ausgießen löschten. Wieder jeigten sich in dem Kellergang deutliche Spuren, daß Schwefel- Charlottenburg. Boltsversammlung am Sonntag, fäden gelegt und zu den Weidenruthen hinaufgeleitet worden 10% Uhr, in der Gambrinus- Brauerei. Bortrag: Wahlen zum Gewerbegericht. waren. Es lag offenbar Brandstiftung vor, als deren Thäter Referent: Reichstags- Abgeordneter Paul Singer. Es ist Pflicht eines jeden die Auklagebehörde den Angeklagten betrachtet. Letzterer Eisenbahn- Katastrophe. Der aus Braila nach Bu. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 14. Februar, Rosenthalerstr. 88, ftritt zwar sehr energisch jede Schuld ab, einige schwer 1. Borm. 10% Uhr: Herr Walded- Manaffe: Religion und Schule. 2. Abendé farest fahrende Schnellzug ist am 7. d. M. von einem entfezviegende Verdachtsmomente sprachen jedoch gegen ihn, nicht Goethe in Italien. 7 Uhr: Gesellige Versammlung. 8 Uhr: Vortrag des Herrn Waldeck- Manaffe: lichen Brandunglückt heimgesucht worden. Zwischen den Stationen rber gegen den Gesellen, den der Angeklagte zu verdächtigen Deutscher Tischler- Verband( Siz Stuttgart), 3 ahlstelle Berlin 78. Muftin und Urleasca gerieth ein Waggon erster Klasse durch Suchte. Zunächst lag zwischen ihm und der Oberin der Schwestern Jeden Sonnabend von 8-10 Uhr werden in folgenden Zotalen Beiträge faffirt einen Fehler der Heizungsleitung in Brand. 3wanzig Per ein Rechtsstreit über die Räumung des Kellerlokals vor und er und neue Mitglieder aufgenommen bei: Lorenz, Koppenstraße 43 e: Sente, fonen, die sich in diesem Waggon befanden und sämmtlich Blumenstr. 38; Zubeil, Naunynftr. 86; Siemer, Cuornstraße 17; Stramm; nußte befürchten, daß er gerade am 12. Oktober exmittirt werden Ritterstr. 123; Scheuer, Gneisenaustraße 35; Riging, Bülowstr. 52; Holzbecher schliefen, find infolge des Rauches erstickt und theilweise ürde. Sodann hatte er sein Waarenlager für 2050 m. ver- Drenfeftr. 3; Gleinert, Fenn- und Müllerstraßen- Ede; Gnadt, Brunnenstr. 38, verbrannt. Nur zwei Passagiere, ein Kapitän und der fichert, thatsächlich waren aber nur für 300 M. Waaren vor- Schmidt, Treschow- und Diedenhofenerstraßen- Ecke; Klein, Schönleinstraße 6, Galager Ingenieur Danielescu, tamen mit dem Leben davon. Haase, Königgrägerstr. 47; Brückner, Lothringerstr. 67 und Golz, Grünauerhanden, und die besten Korbwaaren hatte er vor dem Brande fraße 3.Das Eintrittsgeld beträgt 30 Pf.( wofür Statut), der wöchentliche Merkwürdigerweise hatte Niemand das Feuer bemerkt, da, wie nach der Holzmarktstraße gebracht. Er soll auch versucht haben, Beitrag 15 Bf.( intl.„ Neue Tischler Beitung"). Die Zusendung der Beitung gesagt, fast alle Passagiere schliefen und die wenigen, die sich seinen Gesellen dazu zu bestimmen, die von ihm geltend ge- erfolgt durch Spediteure frei ins Haus. machten Brandschaden- Ansprüche als richtig zu bestätigen, und coralen: 1. Friedrichsbergerstr. 25 bei Schmidt, 2. Staligerstr. 107 bet stunst- umkamen. Der Zug wurde in Ürleasca angehalten. Fachverein der Tischler. Die Bahlstellen befinden sich in den folgenden retten wollten, die Thüren verschlossen fanden und elendiglich verlangte einen Schadenersah von 60 M., trozdem sein Verlust mann, 3. Belleallianceplay 6 bei Silfcher, 4. Schwebterstr. 44 bei Thierbach, In der Stadt Grzegorzewo im Gouvernement Warschau fich auf höchstens 20 Mart bezifferte. Das wichtigste Verdachts- better- rebeneteauren- dederitage 41 Det mathias, wurden durch Brandstiftung 45 Häuser eingeäschert. moment ist aber das folgende: Am Thatorte fand 9. Breslauerstraße 27 bei Tempel, 10. Rirdorf, Bergftr. 7, bei Duschet, Drei Personen tamen in den Flammen um. Der Schaden mem eine Düte, Düte, welche offenbar Schwefelfäden ent- 11. Fennftr. 5 bei Krüger, 12. Görliger- und Sorauerstraßen- Ecke, 13. Weißen ist bedeutend. halten hatte und die Firma trug:" Droguerie zum goldenen fee: Bölter- und Charlottenstraßen- Ecke bet klebs, 14. Treschow- u. Diedenhofenerstraßen- Ecke bei E. Schmidt, 15. Walter, Badstraße Nr. 23. Der Einen scheußlichen Doppelmord beging in Petersburg Stern, Friedrichsberg, Chauffeestraße." Es ist nun festgestellt, Arbeitsnachweis befindet sich Wallstraße 7 8 und ist von 8 Uhr Morgens bis der an einer schlechten Krankheit" leidende 31jährige Reservedass der Angeklagte am Sonntag Nachmittag in Geschäften nach 7 Uhr Abends, mit Ausnahme der Mittagsstunden von 12 3 Uhr, und Fredrichsberg gefahren war und von dort nicht weit nach Sonntags Vormittags von 8-11 Uhr geöffnet. Die Arbeitsvermittlung ge- Offizier und frühere Reichsbank Beamte Michail Petrow. schieht unentgeltlich. Er erschlug seine 32 jährige Schwester und deren unehelichen Friedrichsfelde hatte. Die Verkäuferin der betr. Drogerie aber Lese- und Diskutirklubs. Sonnabend. Lefe und Diskutirklub 5 jährigen Sohn mit einem Beil. Die Unthat geschah am 1. He wollte mit aller Bestimmtheit den Angeklagten als denjenigen Feuerbach" im totale des Herrn Schröder, Reichenbergerstr. 24. bruar. Der Mörder versteckte sich dann im Dachraum und blieb Mann wieder erfennen, welcher an jenem Tage in der vor eine", Abends 9 Uhr, im Lotale des Herrn Zechlin, Hornstr. 11. Lese- und Diskutirklub des Arbeiterbildungs Vereins in daselbst, bis er in Haft genommen wurde. Im Verhör machte gefundenen Düte für 20 Pf. Schwefelfäden gekauft hatte. Es weißensee, Restaur. Dufedann( Vereinshaus), Charlottenburgerstraße 150 er den Eindruck eines Verrückten; weshalb er den Mord bes war ihr sowohl diese ungewöhnliche Länge, als auch der Umstand im fleinen Saal. Gäfte haben Zutritt. Paris Deutscher sozialaufgefallen, daß der Käufer die Schwefelfäden in unzerschnittenem de motratisches Lefetlub im Cafe de la nouvelle Bofte", Ecte Rue gangen, war nicht aus ihm herauszubringen. Montmartre und Rue Etienne- Marcel. Jeden Sonnabend öffentliche VerZustande verlangte. Angesichts dieser erdrückenden Belastungs- fammlungen. Eine gefährliche Reise hat der vom Rongo nach AntKomm. Arbeiter- Bildungsverein, London W. 49, Tottenhammoniente beantragte Staatsanwalt v. d. Reck das Schuldig, Street, Tottenham Court Road. Jeden Sonnabend, Abends 9 Uhr, Ber- werpen heimgekehrte Dampfer" Atassa" hinter sich. Unterwegs während R.-A. Rawnig die Sache für nicht genügend auf fammlung. brach das Kongofieber an Bord aus, welchem 18 Fahrgäste er Die Geschworenen gaben ihren Spruch aufuhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein Grüne Die Banik auf dem Dampfer voll zu machen, strandete das Schiff. Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Sonnabend, Abends lagen; ein Mann der Besagung erlag dem Sonnenstich. Um geflirt erachtete. fchuldig unter Zubilligung mildernder Umstände ab und der Siche", Rixdorf, Hermann- und Knesebeckstr.- Ecke bei Beyerle. Gesangverein Gerichtshof verurtheilte den Angeklagten zu 2 Jahren Geranta", Landsbergerſtr. 31 bei Musehold. Gefangverein" Sanges: Die ganze Ladung Palmöl mußte in das Meer geworfen werden; Echo", Naunynstraße 86, bet Zubeil. fängniß. Gesangverein" Freund der zufällig vorüberfahrende englische Dampfer Benin" befreite ich) a ft 2", Friedenstraße Nr. 48 bei Tolltühn. Gefangverein Glück zu", Knebel, Badstr. 58( Gesundbrunnen). Gefangverein Phönir". Bülow- den Akassa" aus seiner bedrohlichen Lage, aber der Kapitän des ftraße 65 bet Bredlow. Gefangverein armonie 3" Friedrichshagen, Akassa" wurde irrsinnig und mußte in Las Palmas ausgeschifft Gefangverein Felfenburg" Blumenstraße 21a. werden; durch die auf dem Schiffe wüthenden Krankheiten und Esmeralda", Königsbergerstr. 24.- Gefangverein Siebertranz" alles Unheil hatte er den Verstand verloren. 5. 6. Steinmeßstr. 57 Soziale Uebersicht. Sämmtliche Rohrschmiede der Firma Fuhrmann u. Redicker in Hamm legten die Arbeit nieder, weil der ohn für den Zentner Rohre von 85 auf 65 Pf. her abgesett werden sollte.. Die Kohlenträger Londons streiten wegen Maßregelung und Bahnreduktion. Die Berglente in Südwales und Monmouthshire nahmen die Arbeit wieder auf, nachdem sie erreicht hatten, daß ihnen nur 2½ pet. gegenüber der früheren Lohnstala abgezogen werden. Auf dem königlichen Steinkohlenwerke Zaucerode bei Dresden sollen die Gedingefäße( Akkordlöhne) pro Monat Februar um 10 bis 20 Prozent herabgesezt worden sein. Gesellschaftshaus. " Gef angverein Teltow in Teltow, Schwarzer Adler. Gesangverein in Brandenburg Mengert's Boltsgarten. Bund der gefelligen Arbeitervereine Berline resben Sonnabend: Vergnügungsverein ,, ustige 13" Blöß, Dresdenerstr. 28. Zambourverein, Deutsche Eiche" bei Gabed, Fürbringerfir. 7, Sigung. Bergnügungsverein reusfiber" bei Springstube, Manteuffelstr. 67. Bergnügungsverein Grüne Schleife" bei Sperling, Inselstraße 1. Bergnügungsverein Lustige Brüder" bei Kowald, Oranienstr. 126. Rauchtlub, Dornröschen" bei Döhring, Prinz Eugenstr. 19.-Gut Heil" bet Lehmann, Fruchtstr. 69. Rönigsbergerst. 24. " " Humoristischer Stattlub Antiquitäten Schwindel. Die Leitung des britischen Museum 3 hat eine betrübende Entdeckung gemacht. Es unterliegt feinem Zweifel, daß zwei in dem sog. Terrakotta- Saal befindliche Statuen, welche einen Mann und eine Frau darstellen und um schweres Geld als Erzeugnisse der ältesten etrurischen Kunst angekauft wurden, das moderne Fabrikat eines unternehmenden italienischen Antiquitätenschwindlers und nicht so viele Schillinge werth find, als die Leitung des britischen Museums Pfunde dafür bezahlte. Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Männer- Geſangverein" Phönir". Bülowfir. 65, bet Bredlow. Aufnahme neuer Mitglieder. Männer- Gefangverein Sängertrans", gegründet 1853, Annenstr. 9, Abends 9 Uhr. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Paul Nickel'scher Nach dem britischen Kriminalgesete muß gegen einen Musitverein ,, Allegro", bei Bogel, Sorauerstr. 13. Aufnahme neuer Mitglieder. Mufitverein„ Vorwärts", b. 8%-10% Uhr, Annenstr. 14, prt.- Bitherflub Angeklagten binnen 110 Tagen, von dem Zeitpunkt feiner walbrofe", Ab. 9 Uhr bei Kleemann, Lausigerstr. 41. Zitherklub„ ar Versegung in den Anklagezustand an gerechnet, die gerichtliche monie", 9 Uhr Uebungsstunde, Kaiser Franz- Grenadierplay 7.- Tambour Berein Deutsche Eiche", Sigung 9 Uhr im Restaurant Techow, Waterloo- Verhandlung stattfinden. Seit dem vorigen Oktober lagen nun ufer 14. Aufnahme neuer Mitglieder. Gefangverein Barzantria" in dem Gefängnisse zu Dundee ein Mörder und drei wegen eines Bersammlung bet Hopfer, Chorinerstr. 55. Gefangverein„ Esmeralda" schweren Falles von Nothzucht verhaftete Personen. Die Ge Berliner Turngen offenschaft. 5. Männer- Abtheilung Abends von richtsbeamten vergaßen aber, die Verhandlungstermine innerhalb 8-10 Uhr, Zurnlofal Mariannenplay 1a. 8. Männer Abtheilung. Abends der legalen Frist anzuberaumen, und so mußten neulich auf VerDer Kongre der Bürsten- und Pinselmacher Deutsch- 9-11 uhr.-Lübec'scher Turnverein. Die 1. Lehrlingsabtheilung anlassung der Vertheidiger alle vier Angeklagten freigelassen lands, welcher in Magdeburg vom 7. bis 9. Februar tagte, furnt abends 8-10 Uhr. Der Turnfaal befindet sich stönigstädtische en werden, ohne daß ihnen das Gericht für die begangenen Ver Turnverein Fichte( voltsthümlich), jeben war von 23. Delegirten, welche 28 Orte vertraten, besucht. Der- nafium, Eliſabethstraße 57-58. Sonntag 4-6 Uhr in Schölzels Seeschlößchen, Lichtenberg 3.- Männer- Turn- brechen mehr etwas anhaben kann! selbe beschloß den Uebertritt des Unterstüßungsvereins zum verein" Jahn", Rirdorf( eigene Turnhalle Biethenstr. 72a). Heute von Zentralverband und ein monatlich zweimaliges Erscheinen des 6-8uhr Schülerabtheilung, von 8%-10% Uhr Männerabtheilung. Fachblattes der Bürsten- und Pinselmacher. Die Berichte über in Billy Schmidt's Restaurant, Wrangelstr. 141. Genoffen find freundlichfi Stattlub Rams ch", gegründet 1. Oftober 1890. Abends 9 Uhr, Sigung die Lage der Arbeiter dieser Branche lauteten trostlos. Troß eingeladen. Stattlub, Ramsch", Fürstenbergerstr. 10. größter Genügsamkeit und übermenschlicher Arbeitszeit können in Klub Adonis" bei Heid, Koppenftr. 75. Gäste willkommen. verschiedenen Bezirken Deutschlands Mann, Frau und Kind Kreuzbube" jeden Sonnabend, Abends 8% Uhr, bet Steuer, Weinstr. 22, Gäste willkommen. Statklub Gemüthlich feit" tagt jeden Sonnzusammen kaum das Nothwendigste für den Familienunterhalt abend und Montag, Abends 8½ Uhr, bet G. Wächter, Brikerstr. 22. erfchwingen. Gradezu grauenhaftes Elend herrscht im Schwarz- Montags Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. walde. Um so zeitgemäßer war die organisatorische Einigung, nachts Hochstr. 32a bet Wilte. Gäſte, durch Mitglieder eingeführt, hiesigen Rathhause etwa 500 Arbeiter angesammelt, die Bes flub Nulle tagt jeben Montag und Sonnabend Abends von 8-2 Uhr Memel, 12. Februar. Heute Vormittag hatten sich vor dem welche der Kongreß vollzog. haben Zutritt. Privat- Theatergesellschaft, Schneeglöckchen" im Lotal Beteranensir. 9 bet Bettin.- Privat- Theatergesellschaft ,, Augusta Victoria" schäftigung verlangten. Dieselben zerstreuten sich ruhig, nachdem Der Unterstüßungsverein der Tabakarbeiter 9 Uhr, Victoria- Saal, Perlebergerstr. 13, Sigung, Aufnahme, Gäste willkommen. ihnen thunlichste Unterstützung zugesichert worden war. vereinnahmte vom 1. Juli bis 31. Dezember des vorigen Jahres Nach der Sigung Probe.- Theaterverein Giaconda", Abd. 9 Uhr, Sigung. Dilettanten Bühne", alle Sonnabend um Karlsruhe, 12. Februar. Bei der heutigen Landtags 34 127,95 M. Die Ausgabe betrug 33 621,19 M., es blieb fonach Theater- Berein 9 Uhr Sigung bei Barta, Rirdorf, Bergstr. 120. Gäste willkommen. Ersatzwahl im Wahlkreise Eberbach- Buchen wurde der klerikale nur ein Raffenbestand von 506,76 M., während sich derselbe am Berein Lustige Brüder" Abends 9 Uhr, Brüderstr. 26. Ver 1. Juli auf 4937,19 M. belaufen hatte. Der Rückgang wurde gnügungs- Verein Zuftige 13", Abends 9% Uhr, bei Schacknat, Dresdener Bürgermeister Kiefer mit 62 gegen 61 Stimmen neuerdings durch die Rückzahlung eines Darlehns von 5000 m. verursacht; Bergnügungs- Verein child born, gewählt. Es ist dies dasselbe Stimmverhältniß, mit welchem Kastanien- Allee 52, bei Weber. Sigung Abends 9% Uhr. Aufnahme Kieser bei der ersten, für ungiltig erklärten Wahl gewählt Der Verein hat also trotz der ungünstigen Geschäftslage gut ge- neuer Mitglieder. Herren und Damen dazu willkommen wirthschaftet. Die Einnahmen( Eintrittsgelder und Beiträge) gnügungsverein Sorgenbrecher". Gegründet 26. Juni 1886. Jeden worden war. vertheilen fich auf die einzelnen Monate folgendermaßen: Juli Sonnabend, Abends 8 Uhr, Sigung im Restaurant Scholz, Zukunftsstaat, Raftanien- Allee 35. Gäste, burch Mitglieder eingeführt, willkommen. 6531,70, August 4547,94, September 3480,18, Ottober 4652,91, Bergnügungsverein, humor", jeden Sonnabend, 9 Uhr, Buckowerstr. 9. November 4877,65, Dezember 5100,38 M. Der ungünstigste Touristenverein., Wanderluft". Sizung jeden Sonnabend, Abends 9 Uhr, Rauchklub, Goldene Monat war also der September. Die Kaffe für freiwillige märkischer Hof, Admiralstr. 18c. Gäste willkommen. Rauchklub, Dorn Beiträge vereinnahmte in derselben Halbjahresperiode 938,87.öschen", Abends 9-11 Uhr, Prinz Eugenftr. 19 bet Dyhring. Regel und verausgabte 201,75 M., demnach verblieben Ende Dezember tubelgoland". Jeden Sonnabend von 10 Uhr Elisabethstr. 30, im Restaurant Herrmann. Mitglieder willkommen. Verein ehemaliger Schüler 737,12 M. Ueberschuß. der 30. Genteinde- Schule. Sonnabend Gigung. Gäste willkommen. Geselliger Klub ,, urfidelitas" Abends 9% Uhr, Rosenthalerstr. 11/12. Auf- Madrid, 12. Februar. Heute Nachmittag haben Anarchisten nahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Rauchklub" Freiheit" in Keres eine Plünderung begonnen, wurden aber durch die Polizei Versammlungen. In einer gut besuchten Versammlung für Männer und Frauen, welche am 7. Februar im Restaurant Klein, Schönleinstraße 6, stattfand, referirte Genoffe Koblenzer über die Chartistenbewegung in England. Der Vortrag wurde mit Beifall aufgenommen. Unter Verschiedenem wurde von mehreren Genoffen das Verhalten der tgl. Staatsanwaltschaft in Magdeburg gegenüber dem Genossen Peus scharf kritisirt. Der Versammlung folgte eine gemüthliche Abendunterhaltung, welche vom Leseund Diskutirklub Bereinte Kraft" arrangirt war. Lefe und Distutir- Abend. Gäfte haben Zutritt. " " ftraße 28. Gäste willkommen. Quafte", 9 Uhr, Lothringerstr. 67 bet Brückner. Jeden Sonnabend Görligerfir. 38 bet Wuttke. " KartenBer ( Depeschen des Bureau Herold.) Brüffel, 12. Februar. In Freilingen( Belg.- Luxemburg) hat zwischen Bauern und Gendarmen infolge Straßenunfugs ein Zwanzig Gendarmen, die mit heftiger Kampf stattgefunden. Steinen beworfen wurden, gaben Feuer in die Luft. Trotzdem wurden viele Personen verwundet. Zahlreiche Verhaftungen erfolgten. Gefelliger Berein ,, Cypreffe". Sonnabend, den 30. Jan., Abds. 9 Uhr: vertrieben. Zahlreiche Verhaftungen wurden vorgenommen. Die Sigung im Restaurant Keller, Köpnickerstr. Nachher Tanz. Theaterverein Stadt ist unter dem Druck des Schreckens beinahe verödet, Undine". Jeden Sonnabend 9 Uhr im Märtischen Hof, Admiralstr. 18 e: Theater und Cafes sind geschlossen. In der Umgegend von Heres Sigung mit Fidelitas. Bühnenverband Normanta" tagt von jetzt ab jeben Sonnabend vor dem Erften im Restaurant Leichniß, Königsberger wurden ebenfalls 3 Anarchisten durch die Gendarmerie verhaftet. ,, Lustige Jugend" Abends 9 Uhr: Sigung mit Damen im Rom, 12. Februar. Die unbeschäftigten Arbeiter Turins Straße 24. Bereinige sech erleben Golfiates and fans, Bergnügungs- wollen morgen eine Versammlung abhalten, die wegen der Eruftige Becher" Sonnabend Uhr Mendelssohnstr. 9. regung der Theilnehmer der Polizei ernste Besorgnisse einflößt. Gäste wiüfommen. Es werden Truppen für morgen in Bereitschaft gehalten. Vermischtes. Ein Beitrag für staatsanwaltliche Religiousvorträge. Briefkasten der Redaktion. Jm Bericht über die öffentliche Versammlung der Gra Sozialdemokratischer Arbeiterverein für Weihensee und Umgegend Wie der Sonnenburger Anzeiger" mittheilt, ist der Prediger veure und Biseleure( Nr. 35) ist zu berichtigen bezw. zu Jeden Sonnabend, Abends 8 Uhr, beim Pfeifen- Müller, Königs- Chaussee 38: Dessin in Gleißen( Kreis Oftsternberg) flüchtig geworden, weil ergänzen: den Bericht der Agitationskommission gab Kollege Den Militär- Schneidern zur Nachricht, daß die für den 18. Februar ihm die Verhaftung wegen Bergehen gegen§ 174( unzüchtige 3 act( nicht Gall) und zum Vertrauensmann wurde Kollege geplante Berfammlung am Donnerstag, den 18. Februar, in der Johannis Handlung mit Kindern und Schülern) unmittelbar bevorstand. Nerreter gewählt. ftraße 20 bet Müller stattfindet. Bei dem Amtsgericht in Zielenzig waren bereits in der VorPrivat- Theater- Gesellschaft Borussia. Gonnabend, Abends 8 Uhr: Gesellschaftsabend. Sonntag: Sigung. Aufnahme neuer Mitglieder Beughof- untersuchung die Eltern und die betreffenden Kinder verhört worIden. Die Handlungen find an 9 bis 14jährigen Mädchen, welche Araße 8 bei Bifter. Anfang 4 Uhr. Fidelitas und Tanz. Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Verlag von Maz Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 37. Parteinachrichten. Sonnabend, den 13. Februar 1892. niedergelegten Gesichtspunkte zu erhalten, ist es nothwendig, daß es doch ein Eingeständniß sei, daß 9. Jahrg. auch hierort sich die Gemeindevertreter, welche an dem Gemeindetage theil- viele wohlhabende Leute bisher den Staat und zunehmen beabsichtigen, mit geeignetem Material rechtzeitig ver- die Allgemeinheit in Betreff Steuerzahlung geschädig sehen und daffelbe möglichst bald, spätestens aber bis zum hätten, meinte der Herr Oberbürgermeister:" Ja, meine waren und find 5. April d. J. an den Vorsitzenden der Kommission, Georg Horn Herren, die edlen Männer in Dresden- Löbtau, einsenden. Dieses Material hätte insbesondere felten, welche ihr Vermögen auf dem Altare des zu beſtehen: In Darlegung von wahrgenommenen Uebelständen Waterlandes opfern!" Auf den Vorhalt, daß doch andere in den Gemeinde Verwaltungsangelegenheiten, über Steuerwesen, Städte, wie z. B. Grefeld, größere Summen zur Unterstützung der Armen- und Schulwesen u. dergl. m. Soziale Itebersicht. Arbeitslosen aufgewendet als Elberfeld, erklärte der Herr Ober bürgermeister, daß diese Summe von den Zeitungen entstellt und die dortigen Vorkehrungen theilweise arg übertrieben seien. In Crefeld follten es 75 000. sein, in Wirklichkeit waren e 20 000 M. Die Zahl der ausgesperrten Buchdruckerei- Arbeiter, beträgt nach einer Schäßung des Korrespondent" zur Zeit noch 3500, worunter 500 Silfsarbeiterinnen. Der preußische Volksschul- Gefehentwurf in der Beurtheilung der sozialdemokratischen Preffe. Sächsische Arbeiterzeitung": Von einem ernst lichen Konflikt zwischen den verschiedenen Richtungen der Bourgeoisie ist, bei Lichte besehen, überhaupt nicht zu reden; im Grunde will der liberale Geldsack dasselbe, wie der konfer pative Geldsack; beiden ist die Kirche gut für das dumme Volk, beide wollen fonfessionellen Volksschul- Unterricht, beide wollen, daß die Staatsmacht dafür sorgt, daß die Religion dem Volke erhalten bezw. wiedergegeben werde.... Wenn daher auch die Liberalen ein großes Geschrei erheben, so lasse man sich dadurch nicht täuschen; es ist ein Sturm im Glase Wasser und auch dieser Sturm wird bald ausgestürmt haben.... Während die Zur Kritik der bürgerlichen Weltordnung. Liberalen zwischen den Erinnerungen an ihre freiheitlichere Vergangenheit und Der Deputation, welche beim Elberfelder Magistrat im der Angst vor der Sozialdemokratie Auftrage einer großartig besuchten Volksversammlung in Sachen hin und her schwanken Die Lübecker Genossenschafts- Bäckerei hat im ver, und sich daher, wie es allen der Arbeitslosigkeit vorstellig wurde, hat der Oberbürger flossenen Jahre einen bedeutenden Aufschwung genommen, wie halben Menschen" geht, sehr ungemüthlich fühlen, sind die meister folgenden nichts weniger als tröstlichen Bescheid gegeben. aus dem in der letzten Generalversammlung vorgelegten Geschäft Konservativen, die Brutal Orthodoxen nicht von Erinnerungen Er wäre leider nicht in der Lage, vorläufig einer noch größeren bericht hervorgeht. Eigenthum der Genossenschaft ist: das Grung, und Bedenken irgendwelcher Art angetränkelt, sie sind die Kon- Anzahl von Arbeitslosen Beschäftigung zu gewähren. Daran stück Töpferweg Nr. 65/67. Dasselbe besteht aus einem Woh fequenten, fie wollen etwas Ganzes, nämlich die gänzliche Gin feien einestheils die Witterung, die zu frühe Jahreszeit, andern haus, worin sich Komtoir und Brotlager befinden, einem Ba schnürung des Volksgeistes in die Bande des Kirchenthums, was theils diejenigen Einrichtungen schuld, welche alle derartigen An- haus mit 4 Defen, einer Scheune mit Pferdestall, einer Wage natürlich nur Mittel fein soll zur Abtödtung der Ansprüche der gelegenheiten nur in der durch das Gesetz vorgeschriebenen Weise remise und einem unbebauten Areal von 700 Quadratmeter, Arbeiter und zur Aufrechterhaltung der junferlich- kapitalistischen erledigen Laffen. So sei es mit verschiedenen größeren Arbeiten, ferner dem Mühlengewese( Solld. Windmühle, Dampfmaschin Ausbeutungsherrschaft. Wenn daher die„ Kreuz- Zeitung" den die noch alle die vorgeschriebenen Instanzen zu paffiren hätten. Kessel mit Kesselhaus und Kornspeicher). Außerdem besißt be, Kampf, der sich jest wegen der preußischen Volksschule abspielt, Vor Beginn der bessern Jahreszeit könne also feinenfalls Genossenschaft 7 Wagen, 5 Pferde, sowie alles zum Bäckerei- un als ein Borpostengefecht zu dem fünftigen großen Kriege zwischen auf ihre Jnangriffnahme gerechnet werden. Allerdings Mühlenbetrieb nöthige Inventar. Am 1. Januar 1892 waren i Christenthum und Atheismus bezeichnet, so ist das habe er die Hoffnung und sei es sogar sehr wahrscheinlich, daß der Genossenschafts- Bäckerei beschäftigt: 2 Vorstandsmitglieder, eine doppelte Berdrehung. Einestheils werden die das für den äußersten Westen der Stadt am Zoologischen Garten 1 Buchhalter, 17 Bäckergesellen, 4 Kutscher und 2 Arbeiter. In Liberalen, welche jetzt von der Kreuz Zeitung" " Kreuz= Beitung" be- projektirte Straßennetz von etwa 20 Straßen baldigit zu Stande der Mühle: 1 Müllermeister und 2 Gesellen. Die Brutto- 1 tämpft werden, bald das Händefalten und Gebete tomme. In etwa 10 Tagen würden dann vielleicht noch gegen Jahreseinnahme des Jahres 1891 betrug: plärren ebenso gut verstehen wie die" Kreuz- Beitung" selbst 200 Mann auf längere Zeit Beschäftigung erlangen. Außerdem " 11, 11 . 369 776,04 345 627,87 24 148,17 verbleibt. " " 4 067,01 8. Abschreibungen verw. " 20 081,16 Reingewinn. Versammlungen. Beund es werden als heisten" nur die bösen Sozial- fei er erfreut, daß ein Herr B. beabsichtige, auf seinen hinter dem die Ausgabe: demokraten übrig bleiben. Andererseits ist nichts alberner als Egerzierplaze gelegenen Grundstücken mehrere Straßenanlagen so daß ein Gewinn von die Redensarten von Christenthum und Atheismus. Darum ausführen zu lassen, es würde aber noch 14 Tage dauern, bis handelt es sich gar nicht und mit diesen bloßen Worten ist gar Arbeiter hierfür eingestellt werden könnten. Im Uebrigen könne hiervon wurden nichts gethan. Was die„ Kreuz- Zeitung" Christen nennt, nämner die Arbeitsuchenden nur auf den einzig zulässigen Weg ver verbleibt lich ihre eigenen Hintermänner, das sind Leute, die wohl Chrifti weisen, der darin bestehe, daß der Arbeitswillige sich In Anbetracht der ganz erheblichen Verbindlichkeiten, die im Namen im Munde führen, die vielleicht viel in die Kirche laufen zunächst bei dem Armenpfleger resp. Bezirks, laufenden Jahre erfüllt werden mußten, beschloß die General und die Augen fromm aufschlagen, aber die Lehre Christi, vorsteher seines Bezirks melbe, dorfum Arbeit versammlung, von der Vertheilung einer Dividende Abstand zu seine Gebote der nächstenliebe treten diese pfäffischen nachzufragen habe, and wenn solche nicht vorhanden, nehmen und den ganzen Reingewinn dem Reservefonds zu überJunker mit Füßen, vertheuern dem Arbeiter und dem Landmann um Armen unterstützung eintommen solle. Diese würde weisen. Die Jahreseinnahme des Jahres 1890 betrug. 261 159,98, ſein täglich Brot und benußen in abgefeimtefter und unchrift ihm dann, wenn die Unterstützungsbedürftigkeit nachgewiesen, in die Jahreseinnahme des Jahres 1891 m. 869 776,04, ergiebt für lichster Weise den Namen des Christenthums dazu, um die Maffen der reglementarisch festgefeßten Weise gewährt werden. Ginen das Jahr 1891 eine Mehreinnahme von M. 108 616,11. des Volkes in Unwissenheit und Unterwürfigkeit zu erhalten. anderen Ausweg gebe es nicht! Die Deputation erwiderte hierauf, merkenswerth ist noch, wie erheblich die Kornpreise in den vers Das Wort„ Atheisten" aber ist ein bloßes Schlagwort, eine daß die Stadtverwaltung doch von diesem Heranziehen der schiedenen Monaten von einander abwichen. Im Februar 1891 hohle Phrase, mit der man den Unerfahrenen vor der Sozial- Armenverwaltung absehen möge, und statt dessen etwa eine foftete 1 Sack Roggen( zu 200 Pfd.) M. 16,50, ein dito Weizen Demokratie grufeln machen will. Wenn man nicht jede fabel- 3entral stelle, ein Arbeitsamt, welches unabhängig W. 18,00. Dieser Preis hielt sich bis Ende März. Alsdann hafte Erzählung des Alten und Neuen Testaments glauben mag, von der Armen verwaltung funktionire, eingerichtet würde. fliegen die Preise erst langsam, dann rapide, so daß Ende Auguft so ist man deshalb kein Atheist; jeder Mensch macht sich seine Dieses Gesuch wurde damit motivirt, daß die Unterstützungs- der Roggen 28-30 M., der Weizen 27-29 m. toftete. Sodann Gedanken über das Wesen unserer Welt, über den Werth alles bedürftigen sich scheuten, mit der Armenverwaltung in Berührung erhielten wir die neue Ernte, der Preis stellte sich für Roggen menschlichen Daseins und dergleichen mehr; Hunderte von be- zu kommen. Ein gewisses Odium klebe nun einmal daran, weil und Weizen auf 22,50-25,00 M. Dieser Preis hielt sich bis deutenden Philosophen, Religionsstiftern und Naturforschern haben berjenige, welcher auch nur ein einziges Mal die geringste Armen Neujahr. Am 28. Januar 1892 foftete der Roggen und Weizen die verschiedensten Ansichten über Natur und Menschheit unterstügung empfangen, auf ein Jahr feine 20,00-20,50 m. ausgesprochen; die Sozialdemokratie läßt einem Jeden über diese bürgerlichen Ehrenrechte verloren habe. Dinge eine Anficht, welche er mag, sie zwingt Niemanden, sich zu Der Oberbürgermeister entgegnete, daß von Seiten der einem ganz bestimmten Bekenntniß zu bekennen; sie wirft sich sozialdemokratischen Partei die politische Seite dieser nicht zum Richter darüber auf, ob die Ansichten der Philosophen Frage zu fehr betont werde! Wenn, wie er Plato oder Kant richtiger find als diejenigen der buddhistischen es sich wohl vorstellen könne, es einem jeden selbstbewußten Der Leseklub Karl Marg" hielt am Sonntag in det oder katholischen Religion oder als diejenigen der neuen Natur- Menschen schwer werde, sich zu diesem Schritte zu entschließen, Bockbrauerei eine von über 1500 Personen besuchte öffentliche forscher, eines Du Bois Reymond oder Helmholtz. Das find so müsse doch die Rücksicht auf die Familie weit größer sein, als Bersammlung für Männer und Frauen ab, in welcher Genoffe Fragen, Die der einzelne Mensch mit fich felbst das Bedenken, eine Gabe der Armenverwaltung anzunehmen. Theodor Mehner über„ Die Ethik der heutigen Gesellschaft" abzumachen hat und wegen derer Niemand den An Eine Organisation im Sinne der Antragsteller referirte. Der Redner erntete" für seine treffenden Ausführungen Deren verdammen soll. Am wenigsten aber foll die halte er für vorläufig unausführbar. Bei der reichen Beifall. Unter Verschiedenes" schilderte Genosse Schule dazu dienen, eine bestimmte, vielleicht von der Mehr- Armenverwaltung müsse es einfach verbleiben, im Uebrigen nehune Schulz das traurige Schicksal, welches unseren Genossen Peus zahl des Volkes für ganz falsch angefehene Lehre den Kindern er Vorschläge in Betreff Beschaffung von Arbeitsgelegenheit, die betroffen hat, und tabelte aufs Schärffte das Verhalten des einzupfropfen. Deshalb fordern die Sozialdemokraten mit Recht, ihm gemacht würden, dankbarst entgegen. Die Deputation machte Magdeburger ersten Staatsanwalts Maizier in dieser Angelegen daß in der Schule über alle folche verschiedene Ansichten nur darauf in einem Schreiben 18 Vorschläge, welche sich auf eine heit. Es wurde hierauf einstimmig beschlossen, eine Tellersammlung historisch und objektiv berichtet werden soll; wenn irgend- Anzahl kleinerer Arbeiten, wie Reparaturen, Wegeverbesserungen, vorzunehmen, und als Zeichen des tiefsten Beileids der Frau Peus welche Boltskreise das Bedürfniß fühlen, für eine beliebige Lehre Treppenanlagen, aber auch für größere Unternehmungen, wie Weiter einen Kranz zu widmen und das Bureau zu beauftragen, den einen besonderen Stultus einzuführen, so mögen sie das getroft ausbau der Kanalisation, Eindeichung der Wupper, Neubau der selben nach Dessau zu übermitteln. Der Ueberschuß der Teller thun, Niemand wird sie hindern, aber der Staat, d. b. die ge- Alexander- und Isländerbrücke, Regelung des Neumarktes zc. beziehen. Janımlung soll der Familie Beus überwiesen werden, die Sammfammte Gesellschaft soll nicht für die Bedürfnisse einiger Weniger Das Schreiben schließt mit dem Saze:" Wir verkennen feines- lung ergab eine Summe von 84,15 M. Es ist dies die letzte mit feiner Macht und feinen Geldmitteln eintreten. Die eifrigen wegs, daß sich der Ausführung vorhin angeführter Punkte ge- Bersammlung gewesen, welche der Befetlub Karl Mary" in diesem Bertheidiger des Christenthums stellen demselben wahrlich ein wisse Schwierigkeiten in finanzieller, wie in privatrechtlicher Be Frühjahr veranstaltete. Die zahlreichen sehr gut besuchten Bus sehr schlechtes Zeugniß aus, wenn fie glauben, daß es nur sichung entgegenstellen, wir sind aber auch der Meinung, daß sammenkünfte geben dem genannten Berein die Gewißheit, daß burch Bwang und Druck erhalten werden werden könne; wenn dieselben mit Rücksicht auf den Nothstand über derselbe seiner Aufgabe im vollsten Maße gerecht geworden ist das Christenthum wahrheitsvoll ist, so wird es fich verwunden werden können und müssen. Ferner möchten wir im und wohl hoffen darf, ein stetes volles Haus zu haben, wenn im möge seiner inneren Kraft auch ohne Staatshilfe ohne Staatshilfe ent- Interesse der Arbeitslofen bitten, etwaige Rommunal- nächsten Herbst die Versammlungen fortgefeßt werden. Die Ans falten. Man sieht an alledem, was es mit dem Geflunter der iteuer- Rückstände derfelben nicht mit der ganzen gefeß- wesenden blieben noch längere Zeit bei Vorträgen, Gesang und orthodoxen Junkerblätter auf sich hat. Chriften nennen sie sich lichen Strenge beizutreiben, sondern auch hierin mehr Rüd Tanz gemüthlich beisammen. und beuten dabei das Bolt in ungeheuerlichster Weise aus; ficht walten zu lassen." Der Oberbürgermeister ging die Tanz gemüthlich beisammen. Atheisten nennen sie Diejenigen, die ihrer Mißwirthschaft ein einzelnen Punkte durch, und gab seine Meinung über die vor- Der Verein der Plätterinnen und verwandter Ende machen wollen, um sie bei den gläubigen Gemüthern ver- gebrachten Angelegenheiten dahin ab, daß ihm die Berufsgenossen wählte in seiner legten Versammlung ächtlich zu machen. Christen nennen sie sich, indem sie gegen alle Ausführung vieler dieser Wünsche erwünscht sei, daß aber folgende Mitglieder zu Krankenbesuchern: für den Norden Andersdenkenden hegen; als Gottlose bezeichnen sie alle Die vor der Hand noch nichts zu machen sei, da die Vorarbeiten Fräulein Grothe, für den Osten Frau A. Schulz, für den Süden jenigen, welche Jeden denken und glauben lassen, was er will, in den verschiedenen Instanzen erst verarbeitet und berathen und Westen Fräulein Bamberger, ferner zur Revisorin Fräulein welche aber nicht eher ruhen werden, als bis sie für Alle, gleich- werden müßten. Andere halte er indessen für unbedeutend, und Brauer und zu Kontrolleurinnen für den am 27. Februar im giltig zu welchem Glauben oder zu welcher Philosophie man sich einige für undurchführbar, weil dabei zu viele Privat- Saale der Brauerei Friedrichshain stattfindenden Maskenball die bekenne, das Ende der Ausbeutung herbeigeführt haben werden. interessen seitens der Betheiligten vorhanden Damen Thiel, Bittner, Hinze, Rennert, Schell und Loway. Unter feien. Die Vorarbeiten sollten aber möglichst beschleunigt, Berschiedenem wurde mitgetheilt, daß Sonntag, den 6. März, 3. B. sollen die Arbeiten an der neuen Quaistraße entlang der Vormittags 9 Uhr, für den Verein eine Vorstellung in der Wupper zwifchen Jsländerbrücke und der Döppersberger Brücke Urama" au ermäßigten Preisen( à Person 50 Pf.) stattfindet, mit dem Monat Mai begonnen werden. Die Anregung, die wozu 400 Billets angenommen worden sind, welche bis zum Armenverwaltung möge dann doch Denjenigen, die es über sich 25. b. M. abgefegt werden müssen. Weiter wurde bekannt ge= gewinnen, ihre Hilfe in Anspruch zu nehmen, ausreichen macht, daß der Vorsitzende Herr Möhring jeden Mittwoch bere Unterstügungen gewähren, als jetzt, wurde dahin Abend von 5/2 Uhr bis 7 Uhr im Restaurant Deter, HolzmarktMagdeburg's Bevölkerung ist bekanntlich, wie die Reichs erledigt, daß hierin die Verwaltung selbst zu entscheiden straße 3, in Vereinsangelegenheiten zu sprechen ist. tagswahl ergab, in ihrer Mehrheit fozialbemo habe. von Auf die Frage, welchen Gesichtspunkten sich Im Verein deutscher Schuhmacher schilderte_am fratisch. Der dortige Magistrat thut aber so, als wüßte er die Behörde in der Behandlung der Arbeitslosen leiten 8. Februar Herr Türk in einem Vortrage über Sibirien treffend das nicht. Zur Berathung des Ortsstatuts für das zu schaffende laffe, überreichte der Oberbürgermeister folgende von ihm selbst das russische Verbannungssystem. Im Verschiebenen wurde auf Gewerbegericht lud er nicht die Arbeiterschaft in ihrer Gesammt auf Papier niedergeschriebenen Worte:" Für die Entschließungen den am 21. Februar in Joël's Festsälen stattfindenden Maskenheit und damit die Sozialdemokratie ein, sondern nur die Hirsch- der Stadtbehörde ſind maßgebend: das Gefeß, das menschliche ball aufmerksam und ferner bekannt gemacht, daß die nächste BerMitleid und der gesunde Wienschenverstand; hiernach wird ver- fammlung am 15. Februar bei Bolzmann, Andreasstr. 26, statt Die Magdeburger Arbeiterschaft wird darauf die nöthige fahren werden." Auf die weitere Frage, ob die im laufenden Antwort geben, indem sie in das Gewerbegericht nur Sozial- Jahre der Stadt Elberfeld auf Grund der lex Huene findet und der wichtigen Tagesordnung wegen zahlreiches Ere Demokraten wählt. Andere Leute können ihr nicht das( Getreidezölle) überwiesenen 200 000 Mart, pie doch scheinen erwünſcht ſei. Geringfte nüßen. zu 95 Prozent von der Arbeiterschaft auf- Charlotten burg. Der Wahlverein hielt am 10. Februar gebracht worden, nicht zum Besten der Nothleidenden eine Mitgliederversammlung ab, in welcher Genosse Roland Einen allgemeinen Gemeindevertretertag Sachfens ge- verwendet werden könnten, wurde mitgetheilt, daß diefelben weg" aus Berlin über die technischen und geistigen Fortschritte der denkt die Kommission der sozialdemokratischen Gemeindevertreter feien, d. h. genannte 200 000 Mart find im städtischen Etat Menschheit während des verflossenen Jahrhunderts sprach. Der am 20. April abzuhalten. In Anlehnung an die Vorschläge, mit verrechnet worden, so daß auch hierin die wohlhaben- Redner führte aus, wie durch die Entdeckungen und Erfindungen welche die Konferenz sächsischer Gemeindevertreter am 16. August deren Schichten in bebeutendem Maße profi- namentlich in der Neuzeit die menschlichen Lebensbedingungen in Döhlen aufstellte, hat die Kommission befchloffen, vorbehältlich tiren auf Rosten der ärmeren Klaffen. Da alle auf das Vortheilhafteste beeinflußt wurden, und zeigte, daß durch weiterer Vorschläge, die jeder einzelne Gemeindevertreter machen Vorschläge nicht zu greifbaren Ergebnissen geführt haben, so die Popularisirung der Wissenschaften die Menschheit sich von tann, folgende Punkte auf die Tagesordnung zu sehen: wurde zuletzt die Frage erörtert, ob nicht die Privatwohl. Vorurtheilen und vom Aberglauben mehr und mehr befreit. In 1. Ift eine Revision der revidirten Landgemeinde- Ordnung thätigkeit der befizenden Klaffen zu Gunsten der der Natur gehorche Alles einer ftarren Nothwendigkeit und nothwendig, und wenn ja, in welchen Punkten Armen aufgerufen werden könne. Der Herr Oberbürgermeister Gefeßmäßigkeit und unsere Aufgabe sei es, immer mehr diese 2. Welche Mittel und Wege sind nothwendig, um die immer bezweifelte den Erfolg dieses Vorschlages, indem er fagte:" Sie Gefeße tennen zu lernen, um möglichst alle Kräfte der Natur in mehr steigenden Lasten der Landgemeinden zu mildern? können doch denken, daß jezt, wo die Selbst den Dienst der Menschheit stellen zu können. Der Vortrag fand 8. Anträge aus der Mitte der Versammlung. einschäßung zur Einkommensteuer vorgenom allseitigen Beifall, Debatte fand nicht statt. Nachdem der VorZu diesem Gemeindevertretertage sind alle Vertreter sächsischer men ist, die wohlhabenderen Schichten den sigende die Mitglieder zu regerer Betheiligung an den Versamm Landgemeinden ohne Ausnahme und unbeschadet ihrer Daumen fest auf den Geldbeutel balten! lungen aufgefordert und der Referent zum Schluß noch einige Klaffen- und Parteinellung eingeladen. Um eine möglichst flare Jeder will warten und sehen, was für ihn Worte an die Versammelten gerichtet hatte, ging man aus Uebersicht über die Behandlung der in vorstehender Tagesordnung dabei berauskommt!" Auf die Einwendung, daß einander. Der Düsseldorfer Sozialdemokratische Verein hat einen Archivar ernannt, welchem die Pflicht obliegt, gelesene Parteibroschüren und Beitungen, die ihm zu gestellt werden, an ländliche Genossen zur Agitation abzuschicken. Dunckerianer. " Sozialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Fachverein der Tischler. Bentral- Kranken- u. Sterbelaffe Grosse Versammlung am Dienstag, den 16. Februar, Abends 8 Uhr, in Reinhardt's Neuem Gesellschaftshaus, Hasenhaide 57. Tages- Ordnung: 1. Vortrag Ueber Gewerbegerichte". Referent Stadtverordneter Sabor. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Fragen. 5. Verschiedenes. Gäste haben Zutritt. 450/1 Um recht zahlreichen Besuch ersucht Achtung! Der Vorstand. Achtung! Für den Osten: fm Freischütz, Fruchtstraße 36a. Für den Süden, Südwesten und Westen: bei Habel, Bergmannstraße 5-7. Montag, den 15. Februar, Abends 812 Uhr, Versammlung. Tagesordnung: 1. Unsere Organisation. ( st): Referent Th. Glocke.( Südwest): E. Wiedemann. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. der Tischler u. s. w. Oertliche Verwaltung Berlin A. Sonntag, den 14. Februar 1892, Vorm. 11 Uhr: Mitglieder- Versammlung im Lokale von Roll, Adalbertstraße 21. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1891. 2. Verschiedenes.- Mitgliedsbuch legitimirt. Jedes Mitglied ist vers pflichtet, in dieser Versammlung zu ers scheinen. Nach Schluß der Versammlung findet die MitgliederDie Kollegen aus den genannten Bezirken werden ersucht, zahlreich Versammlung d. Zentral- Krankenzu fünstige Form unserer Organisation herbeiführen soll. Sozialdemokratischer Wahlverein f. den erscheinen, da die Discuffion liber obige Tagesordnung Klärung über die und Sterbekaffe aller Arbeiter IV. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Außerordentl. Generalversammlung am Dienstag, 16. Februar, Abds. 8 Uhr, in Joel's Salon, Andreasstr. 21. Tagesordnung: 1. Vortrag: Die Entstehung und Entwickelung des Eigenthums. Referent Genosse Th. Glocke. 2. Diskussion. 3. Endgiltige Beschlußfassung betreffs Theilung des Vereins. 4. Wichtige Vereinsmittheilungen. 5. Verschiedenes. 387/11 Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Verlag des Vorwärts" Berliner Volksblatt Berlin SW., Beuthstrasse No. 2. Wir haben noch folgende. Reden und Schriften Ferdinand Lassalle's in Einzelausgaben am Lager: Ferdinand Lassalle, Assisen Rede vor den Geschworenen zu Düsseldorf am 3. Mai 1849 gegen die Anklage: Die Bürger zur Bewaffnung gegen die fönigliche Gewalt aufgereizt zu haben. 62 Seiten. Preis 25 3f. Die Philosophie Fichte's und die Bedeutung des deutschen Volksgeistes. Feftrede, gehalten bei der am 19. Mai 1862 von der Philosophischen Gesellschaft und dem Wissenschaftlichen Kunstvereine in dem Arnim'schen Saale veranstalteten Fichtefeier. 26 Seiten. Preis 10 Pf. - Ueber Verfassungswesen. Ein Vortrag, gehalten in einem Berliner Bürger- Bezirksverein. Was nun? Zweiter Vortrag über Verfassungswesen. Macht und Recht. Offenes Sendschreiben. 56 Seiten. Preis 15 Pf. Arbeiterprogramm. Ueber den besonderen Zusammenhang der gegenwärtigen Geschichtsperiode mit der Idee des Arbeiterstandes. 31 Seiten. Preis 15 Pf. -- Offenes Antwortschreiben an das Zentralfomitee zur Berufung eines Allgemeinen Deutschen Arbeiter- Rongresses zu Leipzig. 32 Seiten. Preis 10 Pf. 3ur Arbeiterfrage. Rede bei ter am 16. April 1863 in Leipzig abgehaltenen Arbeiter- Versammlung. Nebst Briefen der Herren Prof. Wuttke und Dr. Lothar Bucher. 24 Seiten. Preis 10 Pf. - Arbeiterlesebuch. Rede, gehalten zu Frankfurt a. M., am 17. u. 19. Mai 1863. 63 Seiten. Preis 25 Pf. -- Rede vor der forrektionellen Appellkammer zu Düsseldorf am 27. Juni 1864. 24 Seiten. Preis 10 Pf. Kleine Auffäße.( I. Die französischen Nationalwerkstätten von 1848. II. Antwort an Herrn Professor Rau. III. Lassalle und die Statistik von W. Wackernagel. IV. Herr Wackernagel oder der moderne Herostratus. V. Erwiderung auf eine Rezension der Kreuzzeitung".) Die Bevollmächtigten. Deutschlands( Buschuß- Kasse) statt. Tagesordnung: 1. Abrechnung vom Sonnabend, den 20. Februar, findet in den Räumen von 4. Quartal. 2. Verschiedenes. 300/11 Die Ortsverwaltung. Sanssouci, Kottbuserstr. 4a, der diesjährige Wiener Maskenball des Vereins statt. Billets sind bei allen Vorstandsmitgliedern, sowie auf den Bahlstellen des Vereins zu haben. Der Vorstand. 324/13 Deffentliche Versammlung für Männer und Frauen am Sonntag, den 14. Februar, Abends 5% Uhr, im Restaurant Klein, Schönleinstr. 6. Tages- Ordnung: 1. Vortrag über Prostitution. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 433/7 Nachdem findet vom Lese- und Diskutirklub ,, Vereinte Kraft" gemüthliches Beisammensein, musikalische Abendunterhaltung statt. Um zahlreichen Besuch ersucht Der Einberufer: Klemrath. Graveure und Ziseleure. Fadverein der Steinmetzen. Sonntag, 14. d. M., Vorm. 10 Uhr, in Deigmüller's Salon, Alte Jakobft. 48a, Versammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag über: Das Weltsystem. Referent wird in der Versammlung bestimmt. 2. Abrechnung der Vereins tasse, 3. Gewerkschaftliches. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht 291/11 Der Vorstand. Mitglieder- Versammlung der Zentral- Kranken- und Sterbetaffe der Tabak- Arbeiter Deutschl. Berlin I. am 15. d. M. bei Herschleb, Adalbertvom 4. Quartal 1891. 2. Verschiedenes 1413b J. A.: B. Prengel. Große öffentliche Versammlung mit Frauen traße 4, Abends 9 Uhr. 1. Abrechnung am Montag, den 15. Februar, Abends 8½ Uhr, im großen Saale des Hrn. Bachmann, Dresdenerstr. 45. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Direktor Herrn Max Kanik,„ Die Naturheilkunde und ihr Einfluß auf die sozialen Verhältnisse". 2. Freie Disfussion. 3. Verschiedenes. 1407b 8 Um rege Betheiligung ersucht Der Einberufer. Arbeiter- Bildungs- Schule. Lehrplan für L. Quartal 1892. Die Stunden fallen wie bisher Wochentags von bis 10% Uhr Abends, Sonntags von 9-11 und von 11 bis 1 Uhr resp. von 10-12 Ühr früh. Montag Dienstag. Mittwoch Donnerstag • Freitag.. do. Sonnabend Sonntag do. do. Montag Dienstag Mittwoch do. Donnerstag Mit Freitag. Sonnabend Sonntag do. • Herr Julian Schmidt, der Literarhistorifer. Seher- Scholien herausgegeben. 4. Auflage. 108 Seiten. Preis 50 Pf. Herr Bastiat Schulze von Delitzsch, der ökonomische Julian, oder Kapital und Arbeit. 226 Seiten. Preis 1 M. --Franz von Sickingen. Eine historische Tragödie. 2. Auflage. 224 Seiten. Preis 2 M. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Bei Bestellungen von auswärts bitten wir den Betrag( Porto extra) beizufügen. 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Die mit bezeichneten Stunden werden mit Benutzung der DoppelRäume ertheilt. Für alle vier Schulen: an jedem Sonntag Vorm. 10-12 Uhr im Saale Beuth# tr. 21/22: National- Oekonomie. In alle Lehrfächer können noch Schüler und Schülerinnen, auch jekt im Laufe des Semesters, eintreten. Die Zahlung der Beiträge und Aufnahme neuer Mitglieder kann an endstehenden Zahlstellen, deren je eine auch in jeder Schule errichtet ist, erfolgen. Daselbst wollen auch die Theilnehmer und Theilnehmerinnen am Unterricht ihre Schulkarten einlösen. Beitrag mindestens 25 Pf. monatlich, Schulgeld monatlich 50 Pf. An den mit* bezeichneten Zahlstellen sind auch Billets zum Aquarium à 40 Pf. und zur Urania à 25 Pf.( welche lettere dann nur noch eine Nachzahlung von 25 Pf. bedingen) gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches zu haben. Die Zahlstellen find folgende: S. Südschule, Hagelsbergerstr. 43. * Börner, Ritterstr. 108. Gründel, Dresdenerstr. 116. Klein, Rottbuser Damm 14. SO. Südostschule, Reichenbergerstr. 183. Kehr, Röpnickerstr. 126. Schmidt, Wrangelstr. 141. * Schulz, Admiralstr. 40 a. Ulrich, Wrangelstr. 84, Zubeil, Naunynſtr. 86. Linke, Forsterstr. 45. Schayer, Reichenbergerstr. 54. SW. Grube, Mariendorferstr. 10. * Fafforke, Junkerstr. 1. Goepel, Razbachstr. 1. * Antrick, Steinmegstr. 60. 0. Ostschule, Markusstr. 81. A. Böhl, Rüdersdorferstr. 8. E. Böhl, Frankfurter Allee 74. Radke, Krautstr. 48. * Lock, Friedrichsbergerstr. 11. Tempel, Breslauerstr. 27. Rusch, Markusstr. 31. lich. Amtsrichters a. D., Alte Jakobstrasse 130. Alle Sonntage von früh 91/2 Uhr Gewissenhafter Rath, Hilfe in allen Zwiebel- Kuchen beim rothen Ba ch, Angelegenh. Unbemittelten unentgeldStraußbergerstr. 34. 1412b lich. Sonntags bis 4 Uhr.[ 1356L 441/8 C. * Berndt, Neue Schönhauserstr. 18. Kuhlmey, Rosenstr. 80. N. Nordschule, Müllerstr. 179a. Krause, Pappel- Allee 3/4. Abraham, Straßburgerstr. 5. * Gleinert, Müllerstr. 174. Gnadt, Brunnenstr. 38. Kleinau, Gartenstr. 171. Lehmann, Brunnenſtr. 88. 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