Nr. 136. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Prets pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Bfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mu tlluhrierter Sonntags. Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Pofts Abonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Poft Beitungs Breisliste für 1901 unter Dr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn, 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. = Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Rolonet zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Aleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der& rpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin, Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. 100,-. Quittung. = 5,20. Freitag, den 14. Juni 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Ferusprecher: Amt I, Nr. 5121. Es ist das ein Der Reichsbote", das Organ der Orthodoxen, freilich stand mit sprochen. Die socialdemokratische Forderung der Beseitigung seiner unumschränkten Billigung, ja Bewunderung des gerichts- des besonderen Militärrechts und der Unterwerfung Ge Im Monat Mai gingen bei dem Unterzeichneten folgende herrlichen Verfahrens allein. Aber auch in andren Organen finden auch des Heeres unter die bürgerliche Parteibeiträge ein: fich die sonderbarsten und zugleich bezeichnendsten Entschuldigungs- richtsbarkeit hat durch die Massowschen Darlegungen Berlin, Beiträge der Wahlkreise: 1. Kreis 100,-. 2. Kreis versuche. eine unwiderleglich beweisende Rechtfertigung gefunden. Militär600,( darunter Ueberschuß von Wahren Jakob" 3,-, Bierprozente In der„ Täglichen Rundschau" geht zwar Herr v. Massow personen sind ihrer Natur nach, zufolge ihrer Erziehung v. d. Werkstatt v. Poot f. Schacht 10,-.) 3. Kreis 200,-( darunter v d. nicht so weit, den Verstoß gegen die Strafprozeß- Ordnung zu billigen. zum gesetzlosen Krieg, untauglich und unfähig, eine Rabizpuzern Bau Schirmer, Ausstellung, eingef. d. F. S. 3.) 4. Kreis Im Gegenteil hält er es für„ wünschenswert, daß auch im Heere juristisch strenge Rechtspflege auszuüben, wie denn beispielsOft 1000,-( darunter Buchbinderei M. Bading 13,20, Nauchflub Kern bald rechte Klarheit darüber durchdringe, wie ungefeßlich weise die Erscheinung des Duells längst bewiesen hat, mit spite 15,-, rote Tapezierer 2,-). 4. Kreis Südost 1000,-( darunter feiten dieser Art mit dem Geiste der neuen Militärrechts- welcher Gelassenheit sich die Jünger des Militarismus über Ueberschuß bei Kubisch, durch Dylleurandt 17,80, von Kutschern der Firma Curth, Cuvryftr. 26, 5,50, Langescher Gesangverein durch Ordnung durchaus unverträglich find". Er bemerkt sehr richtig, das bürgerliche Rechtsgebot hinwegsegen. Fröhlich 15, Fußparthie vom 112. Stadtbezirk 9,50). 5. Streis daß der Ruf und das Interesse des Heeres sehr viel stärker hat Herr v. Massow glänzend gezeigt nicht der Beruf des Militärs, 6. Kreis Wedding und Oranienburger Vorstadt 600,- geschädigt werde, wenn sich die Meinung verbreitet, daß die Recht zu sprechen. Darum muß ihm diese Aufgabe abgenommen 6. Kreis Rosenthaler Vorstadt u. Gesundbrunnen 1400,-( darunter militärischen Befehlshaber im tiefen Frieden in der Lage sind, sich werden. Insofern ist der Gerichtsherr in Gumbinnen mur R. G., Pankow 2,-). 6. Kreis Moabit 503,15( darunter G. J. über die Gesetze hinwegzusetzen, als wenn irgend ein Schuldiger Opfer jener unmöglichen, dem Heer auferlegten Zumutung, 3,-). 6. Streis Schönhauser Vorstadt 850,-( darunter amerikanische der Strafe oder ein Verdächtiger der Untersuchung ent- richterliche Funktionen auszuüben. Der Fall sollte die Auktion Bezirk 463/64 und der Liedertafel Freie Sänger" zogen wird." Er tadelt schließlich auch die in die Zeitungen Hüter der gegenwärtigen Ordnung zu ernstem Nachdenken anregen, 14,90, Maibeitrag Buchdruckerei Wigel 9,50, A. B. Mister 1,-, gelangte, Ungeheuerlichkeit", daß man den General damit ob denn die Erklärung eines latenten Kriegszustandes im Frieden. Stiller Freund 13,20, bezahlte B. Schulden Musiker von der Maifeier durch Behnfeld 7,25, zum 1. Mai durch herauszureden suchte, er brauche ja gar nicht als Gerichtsherr die des bürgerlichen Rechtsstaates geeignet sei, die Autorität des Gesetzes Otto Stegmann 10,- Berlin, diverse Beiträge: Ueberschuß vom Haft verfügt haben, er könne vielmehr jederzeit einen Untergebenen zu stüßen. gemütlichen Abend bei„ Schorsch" in Mainz durch Dähne 4,-. Zum aus Gründen des Dienstes in Haft setzen lassen. 1. Mai von der Seidenhutfabrik Berlett( außer 3 Mann) 11, Cigarrenfabrik R. Schulze, Friedrichsfelderstr. 21, 10,70. Von den am 1. Mai beschäftigt gewesenen Musikern der Freien Vereinigung der Civil Berufsimusiker von Berlin und Umgegend 30,-. Kontobuch Arbeiter vom Wedding 5,-. Sechs Hutmacher Königstraße 10,- Dr. L. A. 50,-. Von den Arbeitern der neuen Genossenschaftsbäderei 20,-. Von Mitgliedern des Verbands deutscher Buchdrucker im Vorwärts" die Hälfte der MaiSammlung 29,- Vogler, Erfurt 0,50. Gef. von Mitgliedern des Arbeiter Raucherbunds beim Begräbnis in Neuendorf- Nowawes durch M. u. S. 3,-. J. M. 2.-. Hempel 2,-. Mitglieder der U.-Dr. 7,90. Ueberschuß vom silbernen Hochzeitsgeschenk für Kohler 5, N. am Vorwärts" 9,- Beuthen( Oberschl.), Stuccateure, Theater- Neubau 12,-. Borgstedt, vun de Piepenmoters und H. M. 6,80. Breslau, socialdemokratischer Verein 50,-. Bern 50,-. Bamberg, den Bedrückten den zu Nutz, Eflavenzüchtern zum Trup 50,-. Bamberg, Solitarins 5,-. Chemniß, 16. sächsischer Reichstagswahlkreis 150,-. Dresden, 2. Sch. 1,-. Dortmund, Wahlfreis Dortmund Hörde durch den Kreisvertrauensinann 100,-. Erfurt, Wahlkr. Erf. Schl. Ziegenr. 50,- Faltenberg( Oberschl.) 2, Gotha, durch den Vertrauensmann H. 75,-. Gießen, E. K. für März- Mai 30,-. Gera ( Reuß), von den Parteigenossen 100,-. Hannover 1000,-. Hamburg, Gustav B. u. Paul R., Tagesverdienst vom 1. Mai 13, Hastedt, von Parteigenossen 10,-. Hamburg, im Monat Mai in der Expedition des" Echo" eingegangen 414,-, Maisteuer von der Redaktion und Expedition des„ Echo" 113,-. Sa. 527,-. Haßfurt a. M., 2. Richter 3,-. Hagen i. W., Ungenannt 3,-. Khriz, von den Tabatarbeitern der Zahlstelle R. 2,- Lucken 9 = V walde, socialdemokratischer Wahlverein 50,-. Leipzig, gutes Geschäft, 1000,-, G. St.( für Löbtau bestimmt gewesen) 100,-, Sa. 1100,-. Lahr i. B., Altvater 5,-. Löbau i. S., Parteibeitrag des 2. sächsischen Reichstagswahlkreises I. Quartal 1901 60,-. Nürnberg, socialdemokratischer Verein Nürnberg- Altdorf 20,-. Offenburg( Baden), durch d.„ Alten Offenburger" vom roten Karle in Freiburg 4,-, desgl. von einer auf den and geratenen Nichtspießbürgerin 10,-, Sa. 14,-. Ober- Langenbielau, von den Arbeitern aus dem Eulengebirge 100,-. Ottendorf b. Neustadt, Ueberschuß von einem Begräbnis der Cigarrenarb. 2,30. Delsnig i. V. 35,( darunter von freien Sängern Sängern Bergschlößchen 5,-). Potsdam- Osthavelländischer Reichstags- Wahlkreis durch d. KreisBertranensiam Baris 100,-. Regensburg, von den Parteigenossen für das 2. Vierteljahr 10,-. Reichenbach i. Schl., socialdemokratischer Lese- und Diskutierklub Gleichheit 5,-. Solingen, durch den Kreisvertrauensmann 100,-( darunter v. d. Gesamtpersonal der Arbeiterstimme" als Abgabe vom Tagesverdienst am 1. Mai 22,75, vom Volksverein Solingen 10,-). Stuttgart, G. U. 10,-. Sagan, durch den Kreisvertrauensmann von Saganer Parteigenossen 10, von Sprottauern desgleichen 10,-, Gumma 20, Torgau, Wahlkreis Torgau- Liebenwerda durch den Kreisvertrauensmann 10,30. Treuen i. V., unter Parteigenossen von Treuen und Falkenstein am Himmelfahrtstage in Rebesgrün gesammelt 3,-. Bilbel, von der Maifeier- Kommission 10,-. Warnemünde, vom Gewerkschaftsausflug durch H. S. 30,-. Witten, gesammelt auf einer roten Hochzeit durch den Vertrauensmann 2,70. 3eiz, von dem Parteigenossen durch E. K. 50,-. Berlin, den 11. Juni 1901. Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Kreuzbergstr. 30. Krieg oder Recht? Aber weit über die Rechtsfrage hinaus ist die Massowsche Zeichnung der besonderen Psychologie des Militarismus bedeutsam. Sie weist auf den jähen Abgrund der militaristischen Gefahr. Welche dauernde Bedrohung für unsre Kulturentwicklung ergiebt sich daraus, daß es eine mächtige taste in unsrer Gesellschaft giebt, die dazu erzogen ist, in den Konflikten des Lebens ihren Willen. und handelte er nach peinlichstem Pflichtbewußtsein, anstatt das allgemeine Gesetz durchzusetzen, und daß ungezählte Massen genötigt find, in Kadabergehorsam diesen Willensentscheidungen das Instru „ Es scheint zweifellos, daß in diesen Punkten thatsächlich ment der Ausführung zu sein. Dergestalt ist der Militarismus seiner gegen das Gesetz gehandelt worden ist. Nun ist es aber bei der Seelenverfassung nach in Wahrheit disponiert, die Revolution der Persönlichkeit des in Frage fonimenden Gerichtsherrn vollständig Reaktion zu vollführen. Er ist das Organ des Krieges und des ausgeschlossen, daß seinen Anordnungen irgendwelche Gering- Staatsstreichs. schätzung des Gesetzes oder eine Neigung zur Willfür und GewaltVielmehr fann thätigkeit zu Grunde liegen fönnte. Alle diese einsichtigen Bemängelungen hindern aber Herrn v. Massow nicht, für das Vorgehen des Gerichtsherrn entschuldigende, selbst bis zu einem gewissen Grade rechtfertigende Momente anzugeben. v. Massow erörtert die Sache psychologisch, und aus der seelischen Artung des Militarismus sucht er die Gesezwidrigkeit des Der Militär hat eben, so meint Generals begreiflich zu machen. Herr v. Massow, unter dem umviderstehlichen Zwang seiner milita ristischen Schulung gehandelt. Er schreibt: mit man " Politische Webericht. Berlin, den 13. Juni. Sicherheit überzeugt sein, daß er pflicht mäßig nicht anders handeln zu können glaubte, weil hier nach feiner Auffassung ein Konflikt Bollnot. Das Gerücht, die Regierung beabsichtige im Zolltari verschiedener Pflichten vorlag. Daß er in diesem nicht über den 5 Mart- Boll auf Brotgetreide hinausgehen, erregt in Konflikt sich so entschied, wie er gethan, mag allerdings weiteren tonservativen Streifen zwar Zweifel, doch auch startes Befürchten. Kreisen befremdend erscheinen; für den mit dem Leben des Die Kreuz- 3eitung erklärt einen 5 Mart- 8oll als NichtHeeres näher Vertrauten ist es teineswegs einlösung des Versprechens des preußischen Ministerpräsidenten, daß wunderbar. Der deutsche Offizier wird auf eine Thätigkeit eine Erhöhung der landwirtschaftlichen Zölle eintreten soll. Diese hin erzogen, bei der er viel weniger als mancher Auslegung der Bülowschen Busage beruht natürlich auf der Unterandere, und namentlich der juristisch vorschlagung der Thatsache des wirklich bestehenden, in den Handelsgebildete Beamte, einem Widerspruch der an ihn verträgen festgelegten 31/2 Mart- Bolls. Weiter aber schreibt die " Kreuz- Zeitung": Herantretenden Forderungen ausweichen kann. Der Krieg, auf den sich vorzubereiten doch sein Beruf ist, ist ein Ausnahmezustand, der fortwährend sachgemäßes Handeln nach freier Entscheidung unter höchfter persönlicher Verantwortung und unter steter Befiegung von Widerständen fordert. Die Charaktereigenschaften, die der Krieg fordert, sollen im Frieden erzogen werden; dadurch erhält auch die Friedensthätigkeit des Offiziers ein besonderes Gepräge. So kommt es, daß unsre besten Offiziere, zu denen wir im Notfall das größte Vertrauen haben können, zwar von der höchsten Achtung für das Gesez erfüllt sind, sich aber in Konfliktsfällen, wo ihre lebhaft gefühlte Verantwortung für die Sache ins Spiel kommt, nicht so leicht damit beruhigen, daß nur der Buchstabe und die Form zu wahren seien. Es ist dasselbe Berantwortungsgefühl das den tüchtigen Führer gelegentlich zwingt, in der Schlaat gegen den Befehl zu Durch die Drohung der Nichterhöhung industrieller Schutzölle Handeln, mit dem Klaren Bewußtsein, nach der Schlacht dem wird die Kreuz- Zeitung" nicht viel erreichen. Die schutzöllnerische Könige den Kopf zur Verfügung zu stellen. Dazu kommt die Großindustrie hat sich ja bereit erklärt, höhere Agrarzölle zu beUngewohntheit der neuen Militärstrafgerichts- willigen, aber tonservative Agrarier und nationalOrdnung. Es ist menschlich verzeihlich, daß der Gerichtsherr liberale Leibeigne des Centralverbands deutscher Industrieller bilden noch immer dieselbe Befugnis zu haben glaubt, wie unter den noch keine Mehrheit im Reichstag und das Centrum dürfte der Realten Verhältnissen, wo er mit seiner ausgedehnten, fast selbst- gierung willig bleiben, auch wenn diese nicht alle Wünsche der agrarischen herrlichen Befugnis in vielen Fällen geradezu berufen recht, wenn sie sich durch die neuerlichen Gerüchte von gemäßigteren und industriellen Zöllner erfüllt. Im übrigen hat die„ Kreuz- Zeitung" war, die aus einer zu formalistischen Handhabung der gesetzlichen Bollplänen der Regierung nicht„ aufregen" laffen mag. Die Agrarier Bestimmungen erwachsenden Nachteile zu korrigieren." haben wenig Anlaß, der Regierung zu mißtrauen; sie wird ihnen spenden, was nur irgend möglich. Wir haben keinen Grund, die Richtigkeit dieser psychologischen Analyse des Militärs in irgend einem Punkte zu bezweifeln. Sie schöpft in der That aus den Tiefen des militärischen Seelen lebens. Nur ziehen wir nicht, wie Herr v. Massow, aus solcher Beobachtung die Schlußfolgerung, daß es sehr hübsch und nett wäre, wenn die Herren Militärs sich in Zukunft ein wenig mehr an das nun einmal unvermeidliche Gesetz halten würden. Empfindet Herr v. Massow nicht, daß er mit seiner lauen Mahnung Bis zur Stunde ist nichts davon bekannt geworden, daß der feine eigne psychologische Feststellung verhöhnt und zugleich den AnGeneral v. Alten, der im Prozeß Krosigk das Amt des Gerichtsherrn schein erweckt, daß die von ihm gerühmte auf den Krieg gerichtete bersehen hat, die Haftentlassung des freigesprochenen Sergeanten Charakterbildung des Militärs sehr lose und oberflächlich sein müsse, Hickel verfügt hat, obwohl die Verlängerung der Haft zweifellos wenn sie schon auf eine zahme Ermahnung hin sich selbst aufzugeben gegen eine flare Bestimmung der Militär- Strafgerichts- Ordnung ver- bereit ist? stößt. Nein, wir nehmen die Auffassung des Herrn v. Massow ernst, Es ist allgemein zugestanden worden, daß die Haftverlängerung formell gegen die Strafgerichtsordnung ver- wir sind der Meinung, daß der zum Kriege und unter den Waffen stößt, und das nicht zu bezweifelnde subjektive Bewußtsein des Gefchweigen die Geseze!- erzogene Militär in der That richtsherrn, daß er materiell berechtigt handelt, genügt nicht, um unfähig ist, eine geordnete Rechtspflege zu verschen. Für den im Sinne des Gesezes die Haftverlängerung als berechtigt Strieger gilt der Entschluß freier eigenmächtiger Entscheidung als erscheinen zu lassen. höchstes Gebot, vom Richter wird peinliche Unterverfung unter das Gesetz erheischt. Die Justiz ist kein Husarenritt und ein Prozeß teine Bataille. Bei der Verteidigung des in der civilen Rechtspflege unmöglichen Vorgehens haben einige Blätter Argumente ins Feld geführt, die wieder einmal ein höchst aufklärendes Material liefern, Erkennt man aber einmal diese notwendige Wesenheit des das erkennen läßt, welche Rolle der sich souverän fühlende Mili- Militärs an, und ist man ferner der Ansicht, daß im Frieden des tarismus in unfrem Staatsleben überhaupt spielt. Der Militaris: Rechtsstaats das Gesez, nicht die Willkür der Getvalt die Konflikte des mus erscheint nach diesen Verteidigern formeller Rechtswidrigkeiten Lebens zu entscheiden haben, so wird damit das Urteil über die nicht nur als Staat im Staate, sondern als Staat über dem Staat. Möglichkeit einer Militärjustiz überhaupt geNun legen wir zunächst allen diesen sich widersprechenden Meldungen( über die beabsichtigten Zollsäge) teinen Wert bei, es weiß eben niemand, was die 8olltonferenz beschlossen hat. Sollte es aber wirklich bei den Säßen des alten Tarifs bleiben, mit der Aussicht, beim Abschluß von Handelsverträgen unter sie wiederum herabzugehen, so ist der Reichstag ja in der Lage, die Sätze des neuen Tarifs zu erhöhen. Gelingt ihm das nicht, so wird seine Mehrheit sich gründlich überIegen müssen, ob dann irgend eine Erhöhung industrieller Schutzölle zuläffig set. Es schlüge doch aller Billigkeit ins Gesicht, auch diesmal wieder mur der Industrie Vorteile zuzuwenden, und zwar auf Kosten der Landwirtschaft, als ob es etwa dieser so gut ginge, daß sie der notleidenden" Industrie Opfer bringen müsse. Sich jetzt aber schon über ganz unbekannte Absichten der verbündeten Regierungen aufzuregen, scheint uns nicht am Blaz zu sein." Die Deutsche Tageszeitung", welche die ruhige Tonart der Arenz- Zeitung" durch agitatorische Accente zu ergänzen berufen ist, bekundet allerdings recht lebhafte Aufregung ob des gegenwärtigen Standes der Zollfrage. In einem Warnungs" artifel droht sie den Bäckern, Fleischern und Müllern mit fürchterlicher Anfündigung: „ Die Erörterungen über die Lage der Landwirtschaft nehmen in der Presse einen immer größeren Raum ein, und aus unserm Lesertreise häufen sich die Zuschriften, aus denen zu ersehen ist, daß die Landwirte, ganz abgesehen von dem jetzigen durch die Auswinterung des Getreides hervorgerufenen Notstand, mit lebhaften Sorgen in die Zukunft sehen. Die Frage, in welcher öhe schließlich die Zölle auf die landwirtschaftlichen Erzeugnisse werden festgesetzt werden, spielt natürlich die Hauptrolle, aber es machen sich auch Stimmen bemerkbar, welche auf die schweren Verluste hinweisen, die die Landwirtschaft in den Jahren seit Inkrafttreten der Handelsverträge erlitten haben, für eine Umwandelung des Wirtschaftsbetriebes eintreten und den städtischen Zwischenhandel in weitester Form ausschließen wollen. Es wird nachgerechnet, welche Preise der Landwirt für feine Erzeugnisse erhält und wie hoch sie der Zwischen= handel verwertet. Bleiben die Verhältnisse so wie sie sind, so werden die Landwirte gezwungen sein, den Verdienst der städtisch en Gewerbe: Bäckerei, Fleischerei, des Gemüsehandels und der Mühlenindustrie, für sich in Ausp ruch zu nehmen. Wir haben mehrfach betont, daß der Bund der Landwirte eine derartige NuS dehnung des ländlichen Betriebes mißbilligt und es lebhaft bedauern würde, wenn eine solche Entwicklung� die er n a t ü r- I ich n i ch t h e m m e n könnte, durch die Not heraufbeschworen würde. Also liegt es auch im Interesse der erwähnten Gewerbe, für angemessene Getreide« ec. Zölle einzutreten, denn dadurch sichern sich dieselben ihren Fort bestand, der sonst in hohem Maße gefährdet ist.... Niemand kann von den deutschen Landwirten verlangen, daß sie sich w i d e r st a n d S l o s in ihr Schicksal, das Verlassen der Scholle als Bettler, ergeben. Man wird eS vielmehr nur natürlich finden, daß, Ivenn der Staat sie teilnahmslos der übermächtigen auswärtigen Konkurrenz überläßt, sie alle Anstrengungen machen, sich zu halten. Einen andren Weg aber als den, daß sie danach streben, die Müllerei und Bäckerei, sowie die Flcischverwertung selbst in dir Hand zu nehmen und da durch ungezählte selbständige Existenzeu zu vernichten, giebt es nicht. Dieser Ausweg würde also zu traurigen Ver> schiebungen und in socialer Beziehung höchst bedauerlichen Er scheinungen führen, die kein Freund des Mittelstandes wünschen kann, die also auch die Regierung mit aller Kraft verhindern muß. Das einzige Mittel, dies zu thun, liegt in der ausreichenden Erhöhung der Zölle. Wir wollen hoffen, daß diese Warnung bei'ollen, die sie angeht. den Eindruck hervorrufen wird, den sie ver« dient." Die»Deutsche Tageszeitung" bedroht den„Mittelstand" mit demselben Mittel, dessen Anwendung durch die Arbeiter, deren Not sich gewiß noch mit der erschrecklichen Not der agrarischen Notleidenden vergleichen darf, als schwerste wirtschaftliche Ver> sündigung verlästert wird und durch die Gesetzgebung möglichst gehindert werden soll. Sollte ab« die Nichtgewährung von Wucherzöllen wirklich zu der weiteren Ausbildung landwirtschaftlicher Berkaufsgenoffenschaften führen, so wäre übrigens vom Standpunkt der Allgemeinheit nichts dagegen emwenden. Es soll uns nur wundern, wo die Landivirte. die in nächster Stunde schon»als Bettler die Schollen verlassen" müssen, die nötigen Kapitalien auftreiben wollen zur Gründung der geplanten gewerblichen Unternehmungen. Der Bundesrat hat am Donnerstag die Gesetze über das Berlagsrecht und über das Urheberrecht au Werken der Litteratur und der Tonkunst in der Fassung der Beschlüsse des Reichstags angenommen. Den Ausschußberichten über den Eni- wurf eines Gesetzes zum Schutze des Genfer Neutralitätszeichensso« wie über die Borlage betreffend die Unfallversicherung der Seefischer wurde die Zustimmung erteilt. Im Stummsche» Wahlkreise hat die Ersatzwahl am Mittwoch zu folgendem Resultat geführt. Bergrat P r i e tz e. Kandidat der vereinigten Nationalliberalen, Konservative» und Agrarier siegte mit 15 721 Stimmen über den Centrumskaudidaten Fuchs, der 14 552 Stimnwn erhielt. Der Wahlkreis Ottweiler- St, Wendel- Meiseuheim, in dem das »Königreich Stumm" liegt, ist seit 1871 stets in de» Händen der frerkonservativen Partei gewesen, wurde aber auch stets vom Centrum heiß umstritten; 1871, 74. 81 und 98 fanden Stichwahlen zwischen beiden Parteien statt. 1898 siegte Freiherr v. Stumm in der Stichwahl mit 13 898 Stimmen gegen 13492 EentrumSstimmen, Das Centrum hat also einen nicht unerheblichen Fortschritt zu verzeichnen. Dabei klagen seine Blätter überaus lebhaft über schwere amtliche Wahlbeeinflussuugen. Die .Germania" sagt: »Unzweifelhaft ist aber, daß die Wahl deS GeHelmen Bergrat Prietze angefochten werden wird, und ebenso darf eS als unzweifelhaft angesehen werden. daß der R esi ch s t a g Prietzes Wahl für ungültig erklären wird, wenn die in den von uns mitgeteilten Telegrammen des Centrums-Kandidaten Fuchs angegebcneil und unter Beweis gestellten amtlichen Wahl- decinflussuiigen durch gerichtliche Vernehmungen festgestellt worden sind." Ferner sagt das Centrumsorgan: »Wir glauben mit der Annahme nicht fehlzugehen, daß neben einem Wahlprotest an den Reichstag aus dem Wahlkreis Ottiveiler St. Wendel-Meiscuheim auch eine wohlbegründete und mit»»abweise baren Beweismitteln unterstützte Beschwerde über dieWahl> b e e i n f luss u n g e n und Wahlbedrückungen von feiten königlicher B e rg b a u b e a m t e n au den vorgesetzten Minister Möller abgehen wird, um die Einleitung des DisciplinarverfahrenS gegen die betreffenden Berg- beamten zu veranlassen. Wenn nämlich die Thatsachen. welche in den Beschwerdetelegrammen des Abg. Fuchs unter Beiveisaugabe angegeben sind, gerichtlich oder im Disciplinarversahren festgestellt werden, so liegt unzweifelhaft nicht nur eine der Wahlfreiheit all- gemein widersprechende und durch eine UngültigkeilSerklärung der Wahl zu redrejsierende amtliche Wahlbeeinflussung vor, sondern zu- gleich ein kriminelles Vergehen gegen ß 3S9 des Straf- gesetzbuchs."— Die offiziöse Prcßsperre. Die»StaatSbürger-Zeitung' erzählte kürzlich von einer Sperre, die Graf v. B ü l o w gegen Einsendungen v. Miguels an die»Nordd. Allg. Ztg." verhängt hätte. In einer heutigen Polemik mit der»Tägl. Rundsch." berichtigt sich die »StaatSb.-Ztg." und plaudert zugleich einige weitere recht interessante ministerielle Intimitäten auS: »Wir wollen in diesem Falle von unsrer Gepflogenheit, solche Anzapfungen, wie„Miquel-Freund",.Miquel-Mouitenr", zu ignorieren, abgehen und der»Täglichen Rundschau" verraten, daß wir in diesem Falle nicht von Herrn von Miguel informiert worden sind und auch nicht informiert lverden konnte». Iveil dieser von der Sperre er st durch die jetzigen Preßerörterungeu Kenntnis er- halten haben dürfte. Die Preßsperre wurde nicht gegen die Person des Herrn v. Miguel, sonder» ganz allgemein verhängt, weil in Bezug auf die 12 000 Mark- Ülffaire von einem nicht unbeteiligten Herrn der Reichsregierung eine Auslassung in der»Norddeutschen Allgem. Ztg." erschien, die sich mit den Anschauungen des Grafen Bülow nicht deckten und den Anschein von Zer« fahrenheit innerhalb der Reichsregierung«rlveckte». Daraufhin erfolgte die Weisung an die»N. A. Ztg.". offiziöse Noten von Staatssekretären oder Ministern erst zur Approbation in der Reichs- kanzlei oder im Ausivärligen Amte vorzulegen," Die»St,-Ztg." wirft sodann dem Reichskanzler vor. daß er jene Sperre erlassen habe,»ohne daß die Beteiligten vorher oder nach- her davon etwas erfuhren". Die Folge dieser„peinlichen und zurück- setzenden" Maßregel sei gelvesen, daß„drei Minister a u S diesem Anlaß ihre Entlassung genommen haben". Die Leckerts und LützowS scheinen ivieder eifrig im Gange.— WalderserS„undankbare Aufgabe". Nach dem Bericht des »Lokal-Anzeigers" sollte die Zarendepejche, die der Kaiser im Offiziers- kasino des 2, Garderegiments mitgeteilt hatte, die Wendung von der„undankbaren" Aufgabe deS Grafen v. Waldersec in Ostasien enthalten. Jetzt, nach Wochen, wird in der„Post" erklärt— und die»Norddeutsche Allgemeine Zeitting" entlehnt die Er- klärung—, daß dieser Ausdruck überhaupt»ickit in der Depesche gestanden habe und daß der Kaiser die Depesche nicht dem Wortlaut, solider» nur dem Inhalt nach mitgeteilt habe. Der Kaiser soll aber die Mitteilung der Depesche niit den Worten ein- geleitet haben:„Sie lautet" und es ist höchst unklar, wie der Ausdruck.undankbar" in den sonst unbestrittenen Bericht deS»Lokal- Anzeiger" hineingelangt sein soll, wenn ihn der Kaiser nicht ge- braucht hat.— Uebcr die deutschen Truppen in China wird' in einer Hamburger P-Korrespondenz der„Frankfurter Zeitung" erzählt: Allmählich mehrt sich die Zahl der vom chinesischen Kriegsschauplatz Zurückkehrenden und in den Hafenstädten bekommt man Manche? zu hören, wa? der berufsmäßigen Berichterstattung entgehen mußte. Eine un frohe Stimmung hat sich über das Ende der ostasiatischen Heerfahrt ausgebreitet. Bon den Chinesen und den fremden Truppen hat jeder genug. Aber auch über unser deutschen Soldaten wird manche» erzählt, wa z u denken giebt. Besonders der zweite, im Ser tember 1900 abgegangen» Transport scheint ein minder wertige« Matertal enthalten zu haben. ES waren darunter bestrafte Leute in nicht ganz geringer Zahl, wie eS überhaupt der Oberleitung zum Vorwurf gemacht wird, ausschließlich auf die Tropen dienstfähigkeit, nicht auch auf die moralisch Eignung des einzelnen Mannes gesehen zu haben.... Einen schlechten Eindruck mutz eS auch machen, daß so viel von den Liebesgaben verloren gegangen ist. Die Kisten mit Biskuit und SelterSwaffer sind gut angekommen, aber Sekt, Bier und Cognac verflüchtigten sich auf den Stationen ohne Halt, Es sind deshalb verschiedentlich Strafen verhängt worden, sogar Gefängnis,... »Im ganzen herrscht in Handelsmarine-Kreisen die Meinung, daß die Mililärverwaltung sich zu wenig um die Raischläge von erfahrenen Ostasiaten bemüht und daher viel Geld über- flüssig ausgegeben hat." Zu Ver Verurteilung des Hauptmanns HonrichS vom Infanterieregiment Nr. 33 in Oppeln wegen Soldaten miß- Handlung geht uns noch folgender Bericht zu: Hauptmann HonrichS war vor einiger Zeit wegen Mißhandlung Untergebener vom Kriegsgericht in Neisse zu drei Monaten Festungs hast verurteilt worden. Gegen dieses Urteil hatte er bei dem Ober- Kriegsgericht in Breslau Berufung eingelegt, dem nunmehr die Angelegenheit zur Entscheidung vorlag. Die Oeffentlichkeit wurde für die ganze Dauer der Ver Handlung ausgeschlossen und dieser Beschluß aufs strengste durchgeführt. Der Tag deS Termins selbst war streng geheim gehalten worden. Vertretern der Presse war auf ihre An« frage vom Gerichtsbiener ausdrücklich erklärt worden, daß an dem anberaumten TerniinStage eine Sitzung des Ober-Kriegs gerichts nicht st a t t f ä n d e. Durch die Ergebnisse der neuen Ver Handlung gelangte das Obcr-Kriegsgericht zu einer weit milderen Aus fassung über die Verfehlungen des Angeklagten, als sie das Kriegsgericht durch sein Urteil kundgethan hatte. Das Urteil des Kriegsgerichts wurde aufgehoben und Hauptmann HonrichS, wie berichtet, zu der geringen Strafe von zivanzig Tagen Stubenarrest wegen Mißhandlung Untergebener verurteilt.— Eine Ducllaffaire. Wegen Zweikampfs war der Lieutenant der Reserve im 11. hessischen Jäger-Bataillon, Rechtsanw. Dr. Lübbe aus Braunschiveig, vom Kriegsgericht in Brau«schweig mit neun Monaten Festungshaft bestraft worden. Sein Gegner, Rese rendar Reiche, hatte drei Monate Festungshaft erhalten und der Kartellträgcr. Oberarzt Dr, Deitmer, war freigesprochen worden. Rechtsanwalt Dr, Lüdde hatte gegen das Urteil Be rnfnng eingelegt, die vor dem Ober-Kriegsgericht i» H a n» o v e r zur Verhandlung kam. Das Duell, das durch ein Rencontre der beiden Genannten im Dezember v. I. im Cafe Sürk in Braunschweig verursacht war, fand im Januar d. I. im Timnier- laher Holz statt; beim dritten Kugelwechsel erhielt der Referendar einen Schuß in den Oberschenkel und wurde dadurch kampfunfähig. Die Verhandlung fand vor dem Oberkriegsgericht unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt, da eine Gefährdung des militärischen Interesses zu besorgen ist. DaS Urteil des Kriegs gerichts wurde aufgehoben und Rechtsanwalt Dr. Lüdde zu sechs Monaten Festnngsbaft verurteilt. In der Begründung wurde aus- geführt, daß die Hauptschuld an dem Ziveikampf nicht überwiegend den Angeklagten treffe; dieser habe zwar bei dem Zivist im Restaurationslokal zuerst zugeschlagen, doch sei es nicht festgestellt, wer von beiden zuerst geschimpft habe,— Dresden, 13. Juni,(88. T.©.) Nachdem bekannt geworden ist, daß die K r e d i t a n st a l t f ü r I u d u st r i e und Handel ihre» Verpflichtungen nachkommt, haben heute nur noch vereinzelt Rückforderungen slattgefundeu. Der Geschäftsverkehr bei der Bank zeigt heute wieder das gewohnte Bild. Der blutige Prinz. I» den Khakimonaten wurde da« deutsche Publikum nach den: Rezept eines wüsten Kolportageromaus moralisch und intellektuell bearbeitet. Auch die gloriose Chinapolitik des Grase» Bülow war aus diesen Ton gestimmt. Die Hauptsache war für sie, möglichst viele und hohe Würdenträger. Prinzen. Reichskanzler, Minister zu köpfen. Das Blut floß stromlveise, kurz es war etwas fürs deutsche Gemüt. Auch die Charakteristik der handelnden oder vielmehr leidenden Personen geschah nach den Vorschriften deS„Scharfrichters von Berlin" und ähnlicher Litteraturerzeugniffe. Die Chinesen waren allesamt gelbe Bestien, die in demselben Maße— die Bülowisten entwickelten eine ultrademokratische Phantasie— scheusäliger wurden, als sie im Range stiegen. Das größte Scheusal aber war der Prinz Tuan, der Vater aller Greuel, ein Unhold, in dem sich die sämi- lichen Laster und Verbrechen aller in der Geschichte bekannten Ver- brecher vereinigten. Das boShafte Mißgeschick nun. da? dem deutschen China- Programm von Anfang an beschieden worden ist, wollte es, daß nun gerade dieser Prinz Tuan nicht geköpft wurde und damit eine der berühmten.Vorbedingungen" des Grafen Bülow schmählich auf dcni Papier verendet. Aber im Reiche der deutschen Politik geschieht nichts, was nickt einer höheren Weisheit entspringt, auch wenn eS äußerlich als eine noch so schwere Blamage erscheint. Und so findet sich jetzt in einem der wildesten Khaki-Bläitcr, der„Münchener Allgemeinen Zeitung" plötzlich eine regelrechte Ehrenerklärung des blutigen Prinzen, so daß jetzt mäimiglich einsehen kann, wie klug und gerecht eS von den Deutschen gewesen ist, daß sie den Prinzen Tuan nickt köpften, dessen sie allerdings— aber das war nur ein gleich- gültiger Zufall— auch nicht habhaft werden konnten. In ders.Münchener Allgem. Zeitung" wendet sich ein Dr. Friedrich Haker, arg verspätet, gegen die in Europa verbreiteten Vorstellungen vom Prinzen Tuan.„Bekanntlich ist ja," schreibt Haker,„über diesen Prinzen in europäischen Zeilungen unsäglich viel geschrieben worden. Bald wurde er als Hauptanstister deS BoxeraufstandeS, bald als willenloses Werkzeug dieser Geheinigesellschaft, fast immer aber als ein grausamer, blutdürstiger Hallunke dargestellt. Die Ansicht, die ich im Nachfolgenden über die Thätigkeit deS vielgeschmähten Prinzen entwickle und die bisher meines Wissens in der Presse nicht vertreten wurde, habe ich mir im Lande selbst gebildet. Gerade beim Ausbruch der chinesischen Wirren weilte ich in China, und in einer Audienz, die mir Li-Hung-Tschang bald nach der Ermordung KettelerS am 5. Juli vor. IS. in Kanton gewährte, fiel mir eine Bemerkung de» Vice- königs über den Prinzen Tuan auf. Auf meine Frage, wer zur Zeit die Centralregierung Chinas repräsentiere, antwortete Li:»Prinz Tuan im Namen des Kaisers!" Was Haler jetzt, da der Khakiraufch dem moralischen Katzen- jammer gewichen ist, schreibt, ist nun zwar für die Socialdemokratie nicht überraschend, die stets der Meinung Hakers gewesen ist, daß dieser Prinz nach europäischem Sprachgebrauch einfach ein„Patriot" ist. Allerdings haben w i r dieser Ueberzeugung Zlusdruck verliehen, als wir uns damit noch dem allgemeinen Stunn verlogener Eni- rüstung und unflätigen Hasses aussetzten. Die„Münchener All- gemeine Zeitung" eindeckt ihr Herz erst, nachdem es nicht gelungen ist, den Patrioten zu köpfen. Auch über die Geheimgesellschaften urteilt das Blatt heute anders. „Man findet in diesen Geheimgesellschaften auch durchaus nicht immer nur blutdürstige und habgierige Mijsethäter, sondern auch l hochintelligente, patriotische Männer, die daS Best« deS Laude? wollen, gehören zu ihnen." Nach Haker habe Tuan die ursprüngliche antidhnastische Volks- strömung von ihrem Ziel abgelenkt, indem er sich an ihre� Spitze setzte und sie gegen die Fremden lenkte: »Aber ist der Prinz Tuan darum nur der Rädelsführer einer Mordbrennerbaude?... Von seinem Chinesenstandpuukt aus hat Prinz Tuan eine patriotisch«, g u t e That vollbracht. Er hat vielleicht seinem Kaiserhaus den Thron gerettet. Daß der kaiserliche Hof, daß jeder Mandarin, der der Mandschtt- Dynastie ergeben ist, gegen die Bestrafung dieses Prinzen protestieren muß, ist selbstverständlich, und ich glaube, die Mächte würden sich selbst einen schlechten Dienst leisten, wenn sie auf der Hinrichtung dieses ManneZ beständen, der vielleicht einzig und allein im stände ist, die gesunkene Macht und das schwindende Ansehen des chinesischen Kaiserhauses wieder her- zustellen," Nach dieser Darstellung ist also der blutige Prinz geradezu ein bewunderungswürdiger Monarchist, dem man in Berlin als herrliches Vorbild monarchischer Treue ein Denknial setzen sollte. Frage: Hätte die„Münchener Allgemeine Zeitung" den Ar- tikel gebracht, wenn es gelungen wäre, den patriotischen Netter des Throns zu köpfen! Und wie hätte sie dann die Ab- schlachnmg des Patrioten und treuen Dieners seines Herrn beurteilen müssen?— Ausland. Frankreich. Zweijährige Dienstzeit. PariS, 13. Juni. Nachdem der K rie g s m i n i st e r A n d r 6 sich in der gestrigen Sitzung des Armee-Ausschusses zu Gunsten der Einführung der zweijährigen Dienstzeit ausgesprochen, scheint die Annahme dieser Vorlage endgültig gesichert.— Türkei. Konstantinopel, 13. Juni. Ein kaiserliches Jrade weist die türkischen Delegierten an, die Verhandlungen über die Handels- konveiitiouen mit Rumänien. Serbien und Griechenland so rasch wie möglich zum Abschluß zu bringen.— Amerika. Havana, 12. Juni. Der Konvent zur Beratung der kubani- scheu Berfassung hat mit 16 gegen 11 Stimmen den Plattschcn Antrag angenommen, welcher die Aufrechterhaltung der amerikanischen Kontrolle in Kuba empfiehlt.— Der Boeren- Krieg. „Morning Post" läßt sich aus Brüssel telegraphieren: Die Transvaal- Gesandtschaft macht Mitteilung davon, daß Frau B o t h a zu dem Präsideiitcn Krüger als Friedensvermittlerin komme. Sie sei vom Oberkommando der Boerenstreitkräste ab- Itfanbi, um Krüger die Lage in Südafrika auseinanderzusetzen. Die Zoerenbehörden erklärten gleichfalls, daß eventuelle Friedensoorschläge vom Präsidenten Krüger ausgehen müßten und daß weder Botha noch irgend ein andrer Boereufllhrer ohne speciellen Befehl die Waffen 'trecken dürften. Nach einem Telegramm des.Standard' soll Krüger eine längere Konferenz mit seiner Umgebung gehabt haben. Wie verlautet, soll Krüger die Absicht haben, die Zusammenkunft mit Frau Botha zu verschieben.—»Daily Expreß" will wiffen, daß Frau Botha mit zwei Missionen betraut sei, und zwar von ihrem Gatten und von Lord Kitchener. Letzterer soll dem Präsidenten Krüger freies Geleit für seine Rückkehr nach Süd« afrika anbieten, in der Hoffnung, hierdurch den Friedensschluß zu beschleunigen. Alle diese Nachrichten dürften leere Zeitungskombinationen sein. Nstekei-NÄchvichteNt Unser Genosse Hofmau», Reichstags- Abgeordneter für Reichenbach-Kirchberg, ist in seinem Wohnort Chemnitz von einem rechr bedauerlichen Unglücksfall betroffen worden. Auf der Straßenbahn stcheud, wollte er seine Frau daran hindern, in ver- kchrter Richtung avzuipriugcn, wobei er selbst zu Fall kam nnd sich einen Bruch des rechten Unterschenkels zuzog. Poliieilicheo, Gerichtliches usw. — Staatsgcsährliche Rosen. Mehrere Arbeiter, die am 1. Mai auf dem Bahnhofe in Werdau von einein Gendarm— weil ie rote Rosen im Knopfloch trugen— verhindert wurden, den Eiscnbnhnziig zu besteigen, der sie nach Zwickau zur Versammlung bringen sollte, sind jetzt mit Strafbefehlen von ie 6 M. oder— cchS Tagen Haft bedacht worden. Die strafende Behörde sieht nämlich die roten Rosen für republikanische Abzeichen an, deren Träger in der angegebenen Weise bestraft werden müssen. sehr China. Der deutsch-englische Jntereflen-Konflikt im Dangtse- Thale wird neuerdings in der englischen Presse ruhig besprochen. Ein Arlikel der„St. JameS-Gazette' tritt der Anschauung andrer Blätter enrgegen, welche die deutsche Besatzung in Shanghai als den englischen Interessen schädlich hinzustellen suchen. In Shanghai, wo sich große, gut abgegrenzte Niederlaffungen befinden. sei die Anwesenheit internationaler Truppen bei weitem nicht so gefährlich, als in Ticntsin. Die englischen Jntereffen in China seien ' omincrziell, nicht territorial. Die Verstärkung der brittschen "ttotte in den chinesischen Gewäffern würde der internationalen Jkkilpation Shanghais das Gegengewicht halten. Die Anwesenheit von 800 deutschen Truppen daselbst lasse die britischen Vertragsrechte unberührt. Tie Wasserstraße des Dangffe bleibe England offen. Eine beschränkte internationale Besetzung Shanghais sei, wen» sie von einer vollständigen Räumung Petschilis begleitet sei, eher ein Vorteil als eine Drohung für England, welches Shanghai niemals rir sich selbst beansprucht, niemals das Protektorat über das Dangtse- Thal angestrebt habe. Die europäische Besohimg in China. Das„Bureau Laffan" meldet aus Peking: Die Briten, Deutschen und Italiener beabsichtigen das Oberkommando über ihre eignen Corps beizubehalten. Die auswärtigen Slreiiträste werden wahrscheinlich in Tieutsin stationiert werden. Die Italiener wollen 12 war bisher durch ö Ab- geordnete im Kreistage vertreten und zwar durch 2 konservativer und 3 freisinniger Observanz. Nach den neuen Verteilungsplänen sind der Gemeinde 0 Mandate zugeteilt. Bei der durch die Genieindevertreter vorzunehmenden Wahl, die am 13. Juni stattfand, wurde neben Konservative und Freisinnige unser Parteigenosse Oswald Grauer gewählt, der somit der erste preußische Kreistags-Abgeordnete ist. Der Rtxdorfer Magistrat stimmte in seiner letzten Sitzung den Beschlüssen der Wohnungs-Deputation zu, welche abzielen auf die Einrichtung von Räumen in dem Gebäude der alten Straßen- reinigungs-Anstalt an der Kirchhofstraße zu M a s s e n qn a r t i e r e n, auf die Aufstellung eines Projekts für zwei auf demselben Gnmd- stück zu errichtende Baracken behufs Unterbringung von Wohnungs- losen und auf die Einholung mehrerer Auskünfte von der Armen- Verwaltung.— Dem Beschlüsse der Stadtverordneten-Versammlung über die Aufnahme einer Stadtanleihe von 3 200 000 M. wurde gleichfalls zugestimmt. Ebenso billigte der Magistrat die Be- schlüsse der Stadtverordneten, betreffend die Bewilligung einer Bei- Hilfe von 1000 M. für die Rixdorfer Ferienkolonien, sowie die Bildung einer gemischten Kommission zur Vorberatung eines Nachtragsvertrags mit der Großen Berliner Straßenbahn über den Straßenbahnbetrieb. D i e Beibehaltung der bisherigen Zahl der Magistratsmitglieder und Stadtverordneten bis zum 1. Januar 1904 soll durch Ortsstatut bestimmt werden. Mit allen gegen eine Stimme entschied sich der Magistrat dahin, daß die Linie der Straßenbahn Moabit— Cannerstraße und die halbe Linie Danzigerstratze— Rixdors nicht durch die Hermannstraße, sondern im Verkehrsintereffe durch die Bergstraße geführt werden müßten.— Die Dienstanweisung für die Armenärzte wurde genehmigt. Im Z 1 soll dem Magistrat das Recht vorbehalten werden, über den Um- fang der armenärztlichen Bezirke nach Anhörung der Armendeputation zu bestimmen. Der Vorstand der Allgemeinen OrtS-Kranken« lasse für Rixdorf hatte gegen die vom Magistrat vorgenommene Normierung des ortsüblichen TagelohnS Einspruch erhoben. Der Magistrat hat nunmehr verschiedene der Einwände des Vorstands als gerechtfertigt anerkannt, seinen früheren Beschluß aufgehoben und beschlossen, dem Regierungspräsidenten vorzuschlagen, er möge für Rixdorf als ortsüblichen Tagelohn folgende Sätze bestimmen: für männliche Arbeiter über 16 Jahre 3 M., für weibliche Arbeiter über 13 Jahre 1,30 M., für männliche Arbeiter unter 16 Jahren l.S0 M. und für weibliche Arbeiter unter 16 Jahren 1 M. Mit dem Projekt der neuen Rixdorfer Gasanstalt be- fchäftigte sich eingehend die Belenchmngsdeputation der Stadt Rixdorf. Angeordnet wurde die Einrichtung de? Kohlenschuppens, des Retorten- Hauses, der Reinigerhalle, des UhrenhauseS und eines Arbeiter- WohlfahrtsgebäudeS. Im Parterre des letzteren soll eine allen Anforderungen genügende Kantine erstehen. Im zweiten Stock sind zwei große, getrennt liegende Speisesäle und ein Raum mit ö0 Spinden für die Arbeiter vorgesehen, während im Ober- geschoß, das Oberlicht erhält, ein Waschraum und je ein Saal für Brause- und Wannenbäder eingerichtet werden sollen.— Von der Errichtung einer eigenen elektrischen Centrale für die Gasanstalt, die erst beabsichtigt war. soll Abstand genonnnen werden. Zur weiteren notwendigen Beschlußfassung über den Bau, zur Entscheidung über Zuschläge k. wurde eine Unterkommission eingesetzt, der auch Stadtv. Conrad(Soc.) angehört. Ober-Tchöneweide. In der letzten Sitzung der Gemeinde- Vertretung ivurde der Bau einer zweiten Gemeinde- Doppelschule mit einem Kostenaufwand von rund 300 000 M. endgültig beschlossen. Ferner wurde die Schaffung von zwei neuen Lehrer- und zlvei Lehrcrinnenstellen pro 1. Oktober 1901 bewilligt; desgleichen die Beschaffung von Echul-Ersatzräumen. Der Bericht des Schularztes gab zu längerer Diskussion Anlaß. Genosse John gab der Meinung Ausdruck, daß es un- möglich sei. daß ein Arzt, der an und für sich schon sehr belastet ist, die genügende zweckmäßige Untersuchung einer so enornien Zahl Kinder vornehmen könne. Sein Antrag: schon jetzt, bis zur Fertig- stellung der zweiten Schule, einen zweiten Arzt mit 300 M. Gehält für die neu eingerichteten Klassen anzustellen, ivurde abgelehnt. Bemerkt sei hierbei, daß erst vor kurzem eine ungefähr gleich hohe Summe für eine patriotische Festlichkeit anstandslos bewilligt wurde. Im Verlauf einer Debatte über die Vermietung einer Wohnung im Feuerwehrhaus mit gleichzeitiger Verpflichtung der Instand- Haltung der Gerätschaften durch den Mieter nagelte Genosse John die Aeußerung des Vertreters der Allgemeinen Elektricitäts- Gesellschaft gebührend fest, welcher meinte, die in Aussicht ge- nommene Person, welche auf diesem Werk beschäftigt fei und auch der Fabriks-Feuerwehr angehöre, würde wohl dann dort nicht mehr beschäftigt werden können. Genosse John sagte treffend, daß es ein Unding wäre, wenn die Gesellschaft über die freie Zeit ihrer Arbeiter verfügen wolle. „Seeräuber" auf der Spree. Dem„Berliner Ruder-Klub" und dem„Hellas" ist durch„Spreepiraten" in der Nacht der Training- dampfer gestohlen ivorden. Die Spitzbuben hatten den Dampfer ivährend der Nacht von den fesselnden Ketten befreit und ihn unter Dampf spreeaufwärts befördert, ein Motorboot, das am Anlegesteg eineS andren Vereins vorgefunden ivurde, noch im Schlepptau mit- nehmend. Weit sind die Spitzbube» allerdings nicht gekommen. Schon beim Eierhäuschen ging den Booten der Dampf aus— und die Fahrt hatte ein frühzeitiges Ende gestmden. Die Unholde ver- liehen ihrem Umnut über das Mißlingen ihres Plans dadurch Ausdruck, daß sie die Maschinen und einzelne Beschlagteile teilweise zerstörten. GeviMs-'Äeituntg. Eine entuicnschte Mutter. Einer der Fälle, in denen niit Hilfe des neuen Fllrsorge-Erziehungs-Gesetzes bessernd wird gewirkt werde» können, beschäftigte gestern das Schöffengericht. Vor diesem hatte sich die Frau Rosalie Neu mann wegen roher Mißhandlungen ihrer siebenjährigen Tochter Agnes, die sie mit in die Ehe gebracht hatte, zu verantworten. Die Bewohner des Hatises Brunneustraße 118 hatten schon lange Zeit Anstoß genommen an den barbarischen Züchtigungen, die die Angeklagte ihrer Tochter an- gedeihen ließ. Das Wchgeschrei der letzteren alarmierte wiederholt das HauS und die Nachbarcn äußerten ihre Empörungen oftmals in drastischer Form. Besonders reichlich waren die Mißhandlungen in der Zeit vom 27. Februar bis 2. März. In dieser Zeit hörte man fast täglich das Schmerzensgeschrei des Kindes, die Nachbaren vernahmen deutlich die Stockhiebe, die auf das Mädchen niedersansten. manchmal hörte eS sich auch so an, als ob der Körper des Mädchens gewaltsam auf den Fußboden gestoßen würde. Man holte schließlich die Polizei herbei und der Polizeilieutenant führte das Mädchen zum Bezirks- Armenarzt. Als letzterer das Kind sah, erinnerte er sich, daß ihm dasselbe drei Jahre vorher schon einmal durch die Polizei zu- geführt worden war und er bereits damals Spuren arger Miß- Handlungen festgestellt hatte. Dasselbe war diesmal in noch stärkerem Maße der Fall. DaS Mädchen hatte zahlreiche Striemen und Flecke auf dem Körper, lind im Gesicht viele Narben, Hautabschürfungen und offene Stellen, die davon her- rührten, daß die gute Mutter in unbarmherziger Weise mit einem Rohrstock dem Mädchen Schläge über den Kopf und das Gesicht ver- setzt hatte. Dem Kinde wurde ein Pfleger bestellt, der einen Straf- antrag einreichte. Die vernommenen Zeugen gaben Kunde von dem Martyrium, welches das bedauernswerte Mädchen durchzumachen hatte. Der Staatsanwalt beantragte 4 Monate Gefängnis, der Gerichtshof ging aber über diesen Antrag hinaus und erkannte auf sechs Monate Gefängnis. Ei» nächtlicher Skandal in einem CTafö beschäftigte gestern die 6. Strafkammer des Landgerichts l in der Berufmigsinstanz. Eine Anzahl junger Kaufleute hatte eine Bierreise unternommen, die in einem Cafs beschlossen wurde. Wegen einer ganz geringen Ursache gerieten hier die Kanfleute Steffen und Müller in einen Wortivechsel, wobei Steffen seinen Platz verließ, sich dem ihm gegen- über sitzenden Müller näherte und zur Bekräftigung seiner Worte seine Hand auf dessen Schulter legte. Sofott erhielt er von dem Bruder de? Müller einen wuchtigen Hieb mit dem Stock über den Kopf, so daß der Getroffene blutüberströmt zusammensank. Das Schöffen- gerickst hatte die That mit einer Geldstrafe von 30 M. geahndet. In der Berufungsinstanz erzielte der Verteidiger, RechtSantvalt Sonnenfeld, eine Freisprechung aus eigenartigen Gründen. Es stellte sich nämlich heraus, daß der jüngere Bruder des Angeklagten an einem Lungenfehler litt, der bei der geringsten Gemütsbewegung die schwersten Folgen nach sich ziehen konnte. Als der Angeklagte nun befürchten nnißte, daß Steffen im nächsten Bugenblick gegen den Kranken thätlich werden würde, hatte er' den Ersteren ohne weiteres zu Boden geschlagen und dadurch schwerere Folgen von seinem Bruder abgewendet. Der Verteidiger wies daraus hin, daß dieser Fall so rechi geeignet sei, den Paragraphen des Straf- gesetzbuchS zur Anwendung zu bringen, wonach derjemge Angeklagte, der aus Furcht, Bestürzung oder Schrecken die Notwehr überschreite, straffrei ausgehen solle. Der Gerichtshof schloß sich diesen Aus- führungen anundsprachdenAngeklagtenfrei. Die Verhandlung einer umfangreichen Anklage wegen Un- tteue und Unterschlagung begann gestern zum zweitenmal vor der 2. Strafkammer dcö Landgerichts l. Angeklagt sind der in der Geschäfts- Welt weit bekannte ehemalige Direktor Paul Cornelius und der Kaufmann Paul Kluge, deren Strafthaten auf dem Gebiete eines Gründungs-Unternehmens liegen. Cornelius, der früher in Berlin mehrere Restaurants innegehabt hat, hat sich später darauf geworfen, neue Feuerungsanlagen zu konstruieren und ein" Patent für ein ganz neues Feuerungs- Verfahren unter großer Kostenersparnis und gleichzeitiger Rauchverbrennung erworben. Auf Grund dieses Patents' kam eine Aktten- gesellschaft mit ziemlich bedeutendem Aktienkapital zu stände, zu deren Direktoren die beiden Angeklagten gewählt wurden. Bei einer vorgenommenen Revision hat sich ein Fehlbetraa von 26—27 000 M. herausgestellt und es wird behauptet, dag die beiden Angeklagten diesen doloser Weise verschuldet haben. Die Angeklagten dagegen versichern, daß dieser Fehlbetrag nicht in ihre Tasche geflossen, sondern durch mangelhafte Buchführung veranlaßt worden sei. Die im Januar stattgefundene mehrtägige Verhandlung führte zur Verurteilung der beiden Angeklagten. Der Gerichtshof hielt dieselben der fortgesetzten Unterschlagung und des Vegehens gegen das Aktiengesctz für überführt und für nachgewiesen, daß sie zum Nachteil der Aktionäre über Vermögensstücke derselben verfügt haben. Cornelius wurde damals zu drei Jahren sechs Monaten Gefängnis und 5000 M. Geldstrafe. Kluge zu t'/e Fahren Gefängnis und 3000 M. Geldstrafe verurteilt; beid'e Angeklagte wurden auch in Hast ge- nonimen, die inzwischen gegen Kluge wieder aufgehoben worden ist. Die hiergegen»ingelegte Revision hatte Erfolg: das Reichsgericht hob das erste Urteil wegen formeller und materieller Mängel auf und verwies die Sache zur erneuten Ver- Handlung an die Vorinstanz zurück. Infolgedessen müssen die ganzen verwickelten Verhältnisse der Gesellschaft noch ein- mal in aller Ausführlichkeit klargelegt werden, wozu mindestens vier SitzungStage nötig sein werden.' Den Vorfitz führt Landgerichtsrat Z i e h m, die Anklage vertritt Staatsanwalt Uhle, die Verteidi- gung führen Justizrat Dr. S e l l o und Rechtsanwälte Holländer und Werner II. Wir werden das Urteil demnächst mitteilen. Wahrnehmung berechtigter Unternehmerintcressen. Unser Hannoversches Parteiblatt berichtet: Vor der Strafkammer in Verden gelangte vor einigen Tagen abermals die schon einige Male erwähnte Privatklage des Cigarren- arbeiters Wilhelm von hier gegen den königl. preußischen Geh. K o m m e r z i e n r a t Heye, den bekannten GlaSköntg von Nienburg zur Verhandlung. Wilhelm, der Vertrauensmann der Glasarbeiter, erhob im September v. I. die Privatklage gegen den königl. prcutz. Geh. Kommerzienrat, weil dieser in einer„Bekannt- machung" auf der Glashütte durch öffentlichen Ansch'.<<; gesagt hatte: „Es wird die Lüge verbreitet, daß ich die unverschämten Forderungen des Cigarrenmachers Wilhelm ausHannover... bewilligt hätte usw." Das Schöffengericht in Nienburg hatte den königlich preußischen Geheimen Kommerzienrat zunächst gegen alle? Er- warten des Klägers freigesprochen, dagegen Wilhelm wegen einer angeblichen Beleidigung des Heye, die in einem Briefe enthalten' war, zu 60 M. Geldstrafe verurteilt. Selbstverständlich legte Wilhelm gegen das Urteil Berufung ein, da er nicht be- greife» konnte, daß er wegen seines Briefes eine Strafe verdient habe, während der königlich preußische Geh. Kommerzienrat wegen des öffentlichen Mauer'anschlags frei aus ging. Die Straf- k a m m e r in Verden war denn auch ganz andrer Ansicht als das Schöffengericht in Nienburg. Sie � erklärte am 30. Januar er. das Schöffengerichtsurteil für rechtsirrtümlich und verurteilte nun den Heye zu 60 M. Geldstrafe, legte die Kosten erster Justanz den Parteieu je zur Hälfte, die Kosten zweiter Instanz aber dem Angeklagten Heye allein auf. Dies Urteil focht dann der königlich preußische Geh. Kommerzienrat Heye mit dem Rechts- mittel der Revision an. Der Strafsenat in Celle hob zur allgemeinen Verblüffung auch das Strafkammcrurtcil mit den zu Grunde liegenden Feststellungen auf und verwies die Sache zur anderweitigen Verhandlung und Entscheidung an das Berufungsgericht in Verden zurück und zwar wegen Verletzung des§ 193 Str.-G.«B. Das Revifions« gericht führte' aus, das Berufungsgericht habe angenommen, daß mich die fragliche Bekanntmachung deS Angeklagten vom 4. August 1900 zur Wahrnehmung berechtigter Interessen deS An- geklagten gegenüber seinen Arbeitern geschehen sei, doch dies in Bezug auf den Gebrauch der Worte„Lüge" und„unverschämte Forderungen" deshalb nicht der Fall sei. weil beides Schimpftvorte und der Form nach beleidigend seien.— Die? fei ein Rechts- irrtum.(!I) Die bezeichneten Worte seien keineswegs Schimpf- worte< I!). Das Wort„Lüge" bezeichne wissentlich falsche D a r st e l l u n g v o n T h a t s a ch e n. Mit„unverschämten Forde- rungen" würden solche Forderungen gekennzeichnet, die von dem Fordernden wissentlich in hohem Maße übertrieben seien. Wenn»un der Angeklagte Heye der Meinung(II) gewesen sei, daß der Privatkläger Wilyelni„wissentlich falsche Thatsachen" darstelle und mit Forderungen hervorgetreten sei, von denen er sich sagte, daß sie„in hohem Maße übertrieben" waren, so habe der Angeklagte Heye zur Wahrung berechtigter Interessen die Worte. Lüge" und„unverschämte Forderungen" gebrauchen dürfen(!!). Er habe dann die Handlung des Privatklägers Wilhelm mit dem richtigen Namen be- zeichnet(!I). Das Urteil ging dahin, daß die Berufung deS Privatklägers Wilhelm gegen' das Urteil des Schöffengerichts Nienburg vom 11. Dezember 1900 verworfen wird. Die Kosten dieser und auch der Revisionsinstanz fallen dem Privatkläger Wilhelm zur Last. Das Urteil erster Instanz belegt Wilhelm mit einer Geldstrafe von 60 M. evcntl. 6 Tagen Gefängnis, dieS Urteil ist also bestätigt. Der Schutz des§ 193 Str.G.-B. wird dem Angeklagten Heye in der im Urteil des Oberlandesgerichts angegebenen Weise zugebilligt. Vevsainmlunjgrn. Mit dem Slchtnhr-Ladcnschluß beschäftigte sich am Mittwoch- abend eine vo» dem gemeinsamen Komitee hiesiger Organisationen von Angestellten im HandelSgewerbe einberufene Versammlung, die bei Cohn in der Benihstraße tagte. An die Ausführungen deS Refe- renten, Herrn Döring, der unter anderm daraus hinwies, daß es die Vcrivaltungsbehörden in vielen Städten an der nötigen Förde- rung der Sache des Achtuhr- Ladenschlusses fehlen lassen. ferner auf die Mängel des Gesetzes und auf den noch immer vorhandene» Mangel an den Ausführungs« Be- stimmungen, schloß sich eine lebhafte Aussprache. Von einem Redner wurde hervorgehoben, daß Ladenschluß für die Angestellten nicht immer auch Feierabend bedeute; in Äonsektious» geschäften würde jetzt bis 11 und 12 Uhr(Zwischenruf aus der�Ver- sammlnng:„Bis 3 Uhr") gearbeitet und ebenso in Bankgeschäften. Eine Bankfirma wurde genannt, Ivo die Angestellten bis 12 Uhr nachts gegen geringe Vergütung arbeiten müßten. Die Sonntagsruhe sei für diese Leute auch nur in sehr beschränktem Maße vorhanden.� Die darauf folgenden, etwas konfuse» Ausführungen eines Kleinhändlers, der gegen den Achtuhr- Ladenschluß sprach, riefen lärmenden Widerspruch hervor. Ein Straßeiihändlcr sprach dem gegenüber für den Achttchr-Ladenschluß und wünschte nur, daß die Stratzenhändler auch bezüglich der SonntagSnihe den Ladeninhabern gleichgestellt würden. Auch der in der Versammlung anwesende Öbermeister der Goldschmiede- Innung sprach für' den Achtuhr- Ladenschluß, wünschte sogar, daß der Siebenuhr- Ladenschluß verlangt- werde; er schließe sein Geschäft seit 20 Jahren um 8 Uhr. trotzdem seine Konkurrenten früher bis 10 und 11 Uhr aufgehalten hätten, und sei dabei nicht verhungert.— Die Versammlung nahm schließlich die folgende Re- solution einstimmig an: „Die von Frauen und Männern zahlreich besuchte Versammlung richtet an das kaufende Publikum aller Bevölkerungsschichten das = Marktpreise von Berlin am 12. Juni 1901 bringeude Ersuchen, alle Einkäufe vor 8 Uhr abends zu belangelegten Werten 4 800 000 m2. Sorgen, um dadurch sämtliche Ladeninhaber Berlins für die 2 000 000 wt.; Peterspfennig Einführung des gesetzlichen Achtuhr- Ladenschlusses zu gewinnen. Grabe 17 500 000. die Sommermonate sind dazu angethan, in allen an der Einführung des gefeßlichen Achtuhr Ladenschlusses beteiligten Kreisen das Ver langen nach dieser angemessenen Feierstunde aufs neue wachzurufen, denn durch die Durchführung dieser Reform wird es ihnen erst ermöglicht, außer dem Geschäft sich auch der Erhaltung und Kräftigung ihrer Gesundheit, der Pflege des Familienlebens und der eignen geiftigen Fortbildung zu widmen." welgen, " Roggen, gut mittel nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. D.- Ctr. SELLE Kartoffeln, neue, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Banch Schweinefleisch gut mittel gering n mittel gering Kalbfleisch 16, 14,90 14,80 13,70 Butter Gier gering 13,60 12,60 16,20 15,50 Male mittel 15,40 14,70 gering 14,60 14, Hechte 7,16 6,50 Barfche 7,80 5,50 Schleie 25, Bleie Krebse Außerdem wurde noch eine Resolution ohne Widerspruch angenommen, in der die Versammelten den Bundesrat und Reichstag " dringend bitten", daß fie für die Einführung des Achtuhr- Laden- Werfte, gut schlusses wirken möchten. Am Schluß der Versammlung wurden die Anwesenden aufgefordert, durch einen scharfen Ueberwachungsdienstthafer, gutt für die strikte Innehaltung des gesetzlichen Neunuhr- Ladenschlusses zu sorgen. Weißensee. Der socialdemokratische Arbeiterverein befchloß am 11. d. M. in einer außerordentlichen Generalversammlung: Die Uebernahme des Vorwärts" in eigene Regie erfolgt am 1. Juli. Der bisherige Spediteur Bachmann wurde als Regie Spediteur gewählt. Eine öffentliche Versammlung für Lichtenberg- Friedrichsberg, die am 11. d. M. tagte, nahm eine Resolution an, worin die Gemeindevertreter aufgefordert wurden, für die Errichtung eines Gewerbegerichts zu wirken. 3 Socialwiffenfchaftlicher Studenten Verein. Vortrag des Herrn Adolf Damaschte: Wie tann ber deutschen Landwirtschaft geholfen werden?" Gäste, besonders Kommilitonen, herzlich willkommen. Näheres schwarzen Brett. ant Vergolder. Am Montag, den 17. Juni, abends 8 Uhr, in den Armin hallen, Recitationsabend. Vortrag des Herrn Wallotte:" Die Weber" von Gerhart Hauptmann. Vermischtes. Ein grauenhafter Mord ist gestern in Brüssel entdeckt worden. Ein Versicherungsagent hatte am vergangenen Sonntag. nach einem heftigen Wortwechsel mit seiner Frau, diese ermordet, den Leichnam zerstückelt und dann in einer Kiste verpackt. Der durch den entseglichen Geruch aufmerksam gewordene Hausbefizer verständigte die Polizei. Der Mörder ist verhaftet und hat sein Verbrechen bereits gestanden.athiga mi Der Brand unter den Trümmern der großen 23arenniederlage au Antwerpen ist noch immer nicht gelöscht. zu Beit explodiert ein Faß mit Alfohol, wodurch die Aufräumungsarbeiten mit Gefahren verknüpft sind. Viele Arbeiter sind durch den Brand beschäftigungslos. Das Elend des Gefangenen im Vatikan. Obgleich eine bestimmte Angabe der Einnahmen im Batitan nicht zu erlangen ist, ist es, wie eine englische Zeitschrift schreibt, doch nicht schwer, aus einer Reihe bekannter Thatsachen eine ziemlich genaue Vorstellung von dem päpstlichen Budget zu gewinnen. Das Einkommen des Bapstes schwankte während seines dreiundzwanzigjährigen Pontifilats zwischen 9 600 000 m. und 15 000 000 m. jährlich; seit Leo XIII. Bapst ist, sind über 300 000 000 m. durch seine Hände gegangen. So weit es möglich war, darüber Sicherheit zu erlangen, bestanden die Einkünfte des Papstes im vorigen Jahre aus Einkommen von Grundbesig in Italien und außerhalb 700 000 m.; Einkommen aus Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 14. Juni Opernhaus. Hänsel und Gretel. Aschenbrödel. Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. Mädel sei schlau. Der Hochzeitstag Anf. 7 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Der Mikado. Anf. 8 Uhr. Schiller. Das Gefängnis. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Flachsmann als Er zieher. Anfang 8 Uhr. Leffing. Zu Hause. Die Ablösung. Der gemütliche Kommissär. An fang 8 Uhr. Berliner. Des Meeres und der Liebe Wellen. Anfang 7 Uhr. Residenz. Frauen von heute. Anfang 7 Uhr. Neues. Gastspiel des Schlierseer Nichistroh beu Erbfen Speisebohnen Linjen Hammelfielsch Karpfenst Bander 1,60 1,10 " 60 1 kg 2, 1 Besondere Geschenke und Gaben I wenig rechtliche Wirkung wie ein Hochzeitsschmaus. 2. Ja. 3. und 4. ATS 10 000 000 802. aufammen Ausländer müffen Sie ein 8eugnis der zuständigen Behörde Ihres Staats betbringen, daß der Behörde ein nach den Gesetzen dieses Staats bestehendes Ehehindernis nicht bekannt geworden ist, und daß Sie durch die Ehes schließung Ihre Staatsangehörigkeit nicht verlieren, sondern auf Ihre Frau und Kinder übertragen. Dieses Beugnis ist von einem Konsul oder Ges sandten des Reichs mit der Bescheinigung zu versehen, daß die das Zeugnis 7, 5, ausstellende Behörde für dessen Ausstellung zuständig ist. Von diesen Vors 1,60 1,20 fchriften find durch Staatsverträge teilweise Italiener. Schweizer und 1,30 1Belgier befrett. Ste thun gut, fich an den Gesandten oder Botschafter 1,60 120 ihres Staats mit der Anfrage zu wenden, welche Behörde in Ihrem Fal 1,80 1,10 zuständig ist.-K. 60. Nein. x.900. Kommen Sie zur Sprechstunde. eine rechts: 23. 2. 29. Als angemessene Gebühren für Hebammen 2,60 2,-gültige Tare giebt es nicht werden erachtet: für eine einfache Entbindung a 3,60 220 4-10 m., für eine verzögerte( Tag und Nacht) 6-15, für eine Zwillings entbindung 6-15, für eine Tagwache 1,50 bis 3, für eine Nachtwache 3-4, 2,60 1,20 für eine Tag und Nachtwache 4-6, für einen Befuch am Tage 0,50, für 2,60 1,20 einen solchen in der Nacht 1-2, für Ratserteilung in der ber Wohnung ber 2. G. 100. 1. Die Alimente waren nur bis 2,40 1,20 ebamme 0,50-2 M. 1,80 0,80 aum vollendeten 14. Jahre zahlbar. Dem Kind steht, da 30 Jahre feit 2,60 1,20 feiner Geburt noch nicht verflossen sind und die fürzere landrechtliche Vers 1,40 0,60 jährungsfrist nur für den Fall. daß die Alimentenpflicht an sich feststand, per Shot 18-3- gilt, noch heute das Klagerecht zu, der Mutter nicht. 2. und 3. Ja. Sie thun gut, in der Klage anzuführen, daß der Vater bislang fpurlos vers schwunden war. C. S. Der Mann muß die Todesurkunde seiner Frau und seine Geburtsurfunde vorweisen. Wenn Kinder aus der ersten Ehe vorhanden sind, muß er überdies eine Auseinanderseßungs- Bescheinigung haben. Die geschiedene Frau muß das mit Rechtsfraftsattest versehene Die Wartezeit beträgt Scheidungsurteil und ihre Geburtsurkunde haben. 10 Monate vom Tage der Rechtstraft des Urteils ab, in Ihrem Falle also etwa vom 1. Mai ab, gerechnet. Sie können aber Abkürzung der Wartezeit beantragen. Ein Beispiel für solchen Antrag finden Sie S. 224 Nr. 18 des zum Arbeiterrecht. Dasselbe liegt in der Bibliothet Anhangs Alexandrinenstraße 26 und in den städtischen Lesehallen aus. A. 2. 40. 1. Mein. 2. Ja. 3. Nein. Schentung könnten Sie vornehmen. Sie wäre indes allen Gläubigern, die Sie haben, nicht nur dem gegenüber, der beretts geklagt hat, unwirksam. 2. Die Gebühren richten sich nach der Höhe des Obfefts. 3. Der Gläubiger tann von seiner Stundungsbewilligung zurüdtreten. P. 11. 30. 1. Die. Eltern müssen im Testament nur dann mit dem Pflichtteil bedacht werden, wenn Kinder nicht vorhanden sind. 2. Ein Testament in der Form Nr. 56 und 57, S. 238 des nhangs zum Arbeiterrecht genügt. Mal. Sie würden nachzahlen müssen. Eine Reklamation hätte nur dann einen Zweck, wenn Sie etwa zu hoch eingeschäßt sein sollten. Erst nach fünf Jahren geht das Recht der Behörde, nachträglich einzuschätzen, verloren. Reins hold W. 50. Ihre Schwester ist wahrscheinlich zur zweiten Klaffe veranlagt und hat deshalb feine Einschätzung erhalten. Daß für die Klaffen bis 900 M. Ginkommen eine Steuereinschätzung nicht zugestellt wird, die nur ausliegt, Lifte vielmehr haben wir wiederholt tadelnd er wähnt und zum Nachsehen der Liste feiner Zeit aufgefordert. 40, 45, 20, 65. 25, † Fret Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 13. Juni. Die ausländischen Getreidemärkte landten heute feste Notterungen. Außerdem wurden Bemängelungen des Saatenstandes in Frankreich laut, und Oestreich- Ungarn flagt über dauernden Regenmangel. Diese Momente in Verbindung mit der unverändert en Knappheit des Warenangebots veranlaßten bei uns die Abgeber für Brot getreide, ihre Forderungen zu erhöhen. Weizen war 3 bis 1 M., Roggen M. höher gehalten. Käufer verhielten sich jedoch den Preissteigerungen gegenüber äußerst reserviert, so daß das Geschäft sehr klein war und die Das im Inlande eingetretene reichliche Notterungen faft nominell blieben. Regenwetter wird für die Saaten äußerst günstig beurteilt. Mehl war ohne Handel, Safer still und unverändert, Mais loto inapp, im Preise gut beHauptet, für spätere Lieferungen schwächer, Rüböl leicht nachgebend. Spiritus unverändert; 70er Toko 43,30. 21 dan ladoljebiker WIS Briefkasten der Redaktion. Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( awei Buchstaben ober eine Baht) anzugeben, unter der die Antwort erteilt werden soll, und die letzte Abonnementsquittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beunt: wortet und schriftliche Antwort wird nicht erteilt. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. O. B. 12. I. Bruchanlage. Sehschärfe normal. II. Dasselbe ton: Rettung 22. Nicht genau zu bestimmen, wahrscheinlich eine Herzerkrankung, welche vorübergehend zum Dienst untauglich macht. attention ter wenden. 009. Ja. 2. A. 13. 1. Solche Witterungsübersicht vom 13. Juni 1901, morgens 8 Uhr. Stationen Wetter Stationen 26 Swinembe 748SSD 4 bebedt 744 NNO 748 SS 749 SSW 7543 7535 2 Regen 3 Regen 12 aparanda 74692 8 Petersburg 754S 13 Cort 6 Regen 13 berbeen 6 wolfig 16 Baris 2voltent 19 758 NNA 756 N Wetter 2 bebedt 16 2616.bed. 12 6 heiter 11 H. B. 22. Oberflächliche Narben. Schwache Körperkonstitution. Schwache Brust, Landsturm mit Waffe. F. L. Und ist über das Schicksal dieses Unternehmens nichts bekannt. Bielleicht erfahren Sie durch Vermittlung des Berlegers der genannten Schrift etwas. Barbier Gerichtsstraße. Sie müssen sich an die Streikkommission P. n. Berlin. Wenden Sie sich an die deutsche Kolonialgesellschaft, Samburg Abteilung Berlin. Ausländer 100. 1. Die Che wird in Deutschland gültig ausschließlich Grantf./m. Minchen vor dem Standesbeamten geschlossen, gleichviel, um es sich um Dissidenten, Proteftanten, Katholiken, Juden, Mohamedaner oder sonst wen handelt. Wien Gine firchliche Trauung ohne vorangegangene ftandesamtliche erzeugt Wetter Prognose für Freitag, den 14. Juni 1901. feinerlei Rechtswirkung. Eine dem standesamtlichen Eheschluß nachfolgende Kühl und veränderlich, vorwiegend trübe mit Regenfällen und frischen sogenannte kirchliche Trauung ist rechtlich nicht erforderlich und hat ebenso- westlichen Winden. Berltu Schiller Theater Urania Metropol- Theater. Reichshallen ( Wallner. Theater). Freitagabend 8 Uhr: Letzte Schauspiel- Vorstellung: Lustspiel Das Gefängnis. von in 4 Aufzügen Robertch Benedig. Sonnabendabend 72 Uhr: Eröffnung der Opern- Satfon. ( Morwig- Oper.) Hans Heiling. Sonntagnachmittag 3 Uhr: ne bei halben Preisen: Undine. Sonntagabend 72 Uhr: Die Jüdin. Zoologischer Garten Täglich ab 5 Uhr nachmittags: Bauern- Eheaters. Der Amerita Grosses Doppel- Konzert. sepp't. Anfang 8 Uhr. Weften. Robert und Bertram oder: Die luftigen Vagabunden. 2n:( Gastspiel von Johann Strauss jun.) Entree I Mark. fang 8 Uhr. Seceffionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 8 Uhr. Central. Die Geisha. Anfang 8 Uhr. Thalia. Gefchloffen. Luisen. Geschloffen. Friedrich Wilhelmstädtisches. Geschlossen. Belle: Alliance. Das Bersprechen hinterm Herb. Die Schwäbtn. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Anfang 7 Uhr. Ab 7 Uhr nachmittags 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. In der Völker- Arena": BeduinenKarawane Freitag, den 14. Juni: Tauben- Strasse 48/49. Entscheidungs- Ringkämpfe Im Theater um 8 Uhr: Das Land der Fjorde. Invalidenstr. 57/62. Tägl. Sternwarte. Castans Panopticum. New! Neu! Neu! Der Champion aller Billardkünstler Prof. Léon Goffard aus Bruxelles tritt täglich auf um 1/12 Uhr vorm., 5, 7, 8 Uhr nachm. Lebende Photographien, die elserne Jungfrau usw. Pons Petersen bis zur Entscheidung! Ferner: Hitzler- Cotch Mehemet Das brillante JuniSpecialitäten- Programm. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Apollo- Theater Täglich mit kolossalem Erfolge: Frau Luna mit dem Luftballet„ ,, Grigolatis". Ferner: 10 sensationelle Specialität. Gartenkonzert 7 Uhr. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Schweizergarten W. Noacks Theater. Am Königsthor. Am Friedrichshain. Täglich: Konzert, Theater, SpecialiBesichtigung des Bazars, der täten Borstellung und Ball. Truppe, des Zeltlagers; fermer Volksbelustigungen aller Eselreiten von 3-8 Uhr. Schaustellungen: 4, 126, 7 Uhr. Apollo. Specialitäten Borstellung. Entree direkt v. d. Strasse an d. Frau Luna. Anfang 7 Uhr. Passage Panoptikum. Speciali täten Borstellung. Oleichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Stadtbahn: 50 Pfennig, Kinder 25 Pf., Gartenbesucher zahlen 25 Pf., Kinder 15 Pf. Art. Jeben Abend 10 Uhr: Moderne Don Juans. Rixdorf. Brunnenstraße 18. Täglich im Garten: Konzert, Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Neu! Eine fidele Kiste. Neu! Schwank mit Gefang von E. Braune. Mustt von R. Thiele. Der Dieb. Komische Operette in einem Att von C. Millöcker. Jm Saale: Tanzkränzchen. Theaterfaal) bends 8 Uhr: Apollo- Theater, Hermannstrasse 48-49. Prater- Theater Das Land der Fjorde. Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr. Sternwarte. Central- Theater. Heute Anfang 8 11hr. Mit ganz neuer Ausstattung an Kostümen, Dekorationen u. Requisiten, zum 664. Male( in erster Besetzung): Die Geisha. Operette in 3 Aften v. Sidney Jones. Morgen und folgende Tage: Die Geisha. Anfang 8 Uhr. Das Theater ist vorzüglich ventiliert. Carl Weiss- Theater Gr. Frankfurterstr. 132. Letzte Woche. Pension Schöller. Schwant in 3 Atten von E. Laufs. Anfang 8 Uhr. Morgen: Sie weiss etwas. Im Garten: Konzert, Theater und Specialitäten Vorstellung. Anfang 52 Uhr. Sonntag, den 16. Juni 1901: Volks- Fest Kastanien- Allee 7/9. Täglich: Aus dem Volke. Boltsstud mit Gefang und Tanz in 4 Bildern. Auftreten der Excentric- Chansonnette veranstaltet vom Socialdemokrat. Wahlverein. Hedwig Döring, des Grotesque Konzert, humoristische Sotrée, ausgeführt von Kummers Quartettgesellschaft, Romiters Paul Coradini, ber Gebrüder lebende Bilder, turnerische Aufführungen, Voltsbeluftigungen. Von 4-6 Uhr: Damm, Afrobaten. The Garays, Rab: Damen- und Kinderspiele. Bei eintretenber Dunkelheit Fadelzug. Jedes fahrer. Mr. Bartlings lebende Photo: Kind erhält eine Stoclaterne gratis. Jm großen Saale Tanz. graphien. Konzert und Ball. Eintritt 30 Pf. Entree 20 Pf. Tanz 50 Pf. Anfang 4 Uhr. Anfang 4 Uhr. Billets sind in den Zahlstellen des Vereins und an der Kaffe zu haben. Numerierter Platz 50 Pf. Der Vorstand. 232/10 Max Kliems Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. Täglich: [ 16492* Gr. Konzert, Theater- u. Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. Sonntag, Montag und Donnerstag in den Sälen: Familien- Kränzchen. Kalbo. Puhlmanns Vaudeville- Theater Schönhauser- Allee 148. Täglich: Große Theater: und Specialitäten- Vorstellung. Nur Kräfte ersten Ranges. Grosser Erfolg! Grosser Erfolg! Susanne im Bade. Große Ausstattungsoperette. Anfang: Wochentags 5 Uhr. Sonn tags 4 Uhr. F. Lehmann, Direktor. Stettiner Sänger. Eine Hochzeit in de Müllerstraße. Anfang: Wochentags 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Sanssouci Im Garten: Täglich: Hoffmanns Nordd. Sänger und Konzert. Anfang d. Konzerts 5 Uhr, der Soiree 7 Uhr, Wochen: tags 6 Uhr, d. Soiree 8 Uhr. Entree 30 Pf. Sonntag, Montag, und Donnerstag: Tanzkränzchen. Wochentags Vereinsbillets gültig, Tanz frei. Deutsche Konzerthallen. An der Spandauer Brücke 3. Im schattig. Sommergarten: Täglich: Internationale Künstler Konzerte. Die Boeren- Kapelle. Neapol.Tarantella- Kapelle ,, Sacco Wiener Damen- Kapelle Raymond. Theater- Abteilung( KünstlerVariété) erstklass. Specialitäten. Von mittags 12 Uhr bis 3 Uhr nachm.„ Bürgerliches Diner Preis pro Couvert 75 Pf. 4 Gänge. 4616.6eb. 10 Berliner Wetterbureau. Erfläre, daß ich die Forderunge" der Barbiergehilfen bewilligt habe. mein Name aber nicht im Vor18486 wärts" angegeben ist. Emil Fechner, Egerzierstraße Nr. 21 a. Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferstr. 71. Hermann Imbs. Täglich: Großes Konzert, Theater- u. Specialitäten- Vorstellung. Arbeiter- Radfahrer- Berein Berlin". Sonntag früh 6 Uhr: Königs- Thor nach Eberswalde, circa 52 Kilometer. Mittags 2 Uhr: Prenzlauer Thor nach Liepnitz- See. Montagabend 81% Uhr: Hallesches Thor nach Lichterfelde, Chauffeeftr. 104. Donnerstag: Versammlung bei Raabe, Rolbergerstr. 23.( 12/7 Gurkensalat, fühler Trank Machen jetzt den Magen frant. Trinist Du aber ,, Wurm" dabei, Bleibt Dein Magen frantheitsfrei. Verlangen Sie gefl. ausdrüc lich Wurms Magendoktor! Kinderwagen- Bazar ,, Baby". 1. Invalidenstr. 160, an Brunnenstrasse. 2. Oranienstr. 31, an Adalbertstrasse. 3. Belle- Alliancestr. 107, Blücherplatz. 4. Gr. Frankfurterstr. 115, an Andreasstr. 5. Brunnenstr. 92, an Rügenerstrasse. 6. Reinickendorferstr. 2d/ e, Wedding. 7. Beusselstr. 18, an Turmstrasse. 8. Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 55. Sportwagen v. 4,50, 6,00-60 Mk. 8, 15-100 Mk. Riesenauswahl. Teilzahlung gestattet.[ 1561L* Liefer. des Post- Spar- u. Vorschussvereins. 9, 12-75 Mk. Bel grösseren Raten Cassapreise. Tel. Amt III. 1767. 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Verband aller im Vergoldergewerbe beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Filiale Berlin. Anstatt der nächsten Filial- Versammlung findet am Montag, den 17. Juni cr., in den Arminhallen Kommandantenstraße 20( großer Saal), abends präcise 8 Uhr, ein 225/11 Recitations- Abend des Schauspielers und Recitators Herrn Emil Walkotte statt. Zum Vortrag kommen ,, Die Weber" Hauptmann. Deutsch. Metallarbeiter- Verband anten- und Sterbears Gupt ( Verwaltungsstelle Berlin). Burcan: Engel- fer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonnabend, 15. Juni, abends 8%, Uhr, bei Fischer, Waldstr. 8: Vertrauensmännerkonferenz für Moabit. Sonnabend, 15. Juni, abends 8% ihr, bei Dieke, Aderstr. 123: Versammlung der Maschinenarbeiter, als Hobler, Bohrer, Stoßer, Fräser 2c. Sonntag, den 16. Juni, vormittags 10 Uhr, bei Meissner, Chauffeestr. 72: Versammlung der Feilenarbeiter. Sonntag, den 16. Juni, vormittags 10 1hr, bei Wetzel, Wrangelstr. 136: Morgensprache der Schraubendreher. Montag, den 17. Juni, abends 81 Uhe General- Versammlung in der Brauerei„, Friedrichshain". Am Friedrichshain 22/29. 1. Wahl eines 7. Beamten. 2. Berichterstattung über den Verbandstag in Nürnberg. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Die Vertrauensleute sind verpflichtet, den Mitgliedern die Mitgliedsbücher auszuhändigen. Saaleingang 2 Stimmzettel verabfolgt werden. Spätere Reklamationen bleiben unberücksichtigt. fasse der Metallarbeiter ( E. H. Nr. 291, Hamburg.) Filiale Berlin 4. Sonnabend, den 15. Juni cr., Der Vortrag beginnt pünktlich um 8 Uhr und wird ein Entree von 10 Pfennig erhoben. Einen genußreichen Abend versprechend, erwartet einen zahlreichen Besuch Der Vorstand. NB. Vor dem Vortrage, 1/ 28-8 Uhr, tönnen die Billets zum Sommernachtsball, welcher am 13. Jult stattfindet, entgegengenommen werden. D. D. abends 9 Uhr, bei Friz Witte, Charlottenburg. Andreasstr. 26: 18466 Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Kassenbericht pro Mai 1901. 2. Wahl der Ortsverwaltung. 3. Innere Kassenangelegenheiten. Um zahlreiches und pünktliches Er: scheinen der Mitglieder ersucht Die Ortsverwaltung. M. Schmerberg[ 12492* Wilmersdorfer- Strasse 127, Uhrmacher und Goldarbeiter. Neue freie Volksbühne. Großes Lager von Uhren Sonntag, den 16. Juni, nachmittags 22 Uhr, im Schiller Theater: und Goldwaren zu äußerst billigen Preisen. Optische Artikel. Ohrlöcher werden schmerzlos gestochen. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Heute, Freitag, abends 814 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: 750 Opern- Vorstellung( Morwitz- Oper). Undine. Karten für Mitglieder a 90 Pf., für Gäste a 1 M.( inkl. Garderobe) find in nachstehenden Zahlstellen sowie beim Raffierer zu haben: G. Knapp, Grünthalerstr. 5. E. Schmidt, Tresckowstr. 22. Ad. Löhr, Aderstr. 38, II. Becker, Gozkowskystr. 9. J. Pech, Mödernstr. 120. H. Bobsien, Kommandantenstr. 62. Th. Stampehl, Mariannenstr. 26. H. Köhn, H. 3. A.: H. Neft, Raffierer, Georgenfirchstr. 47, I. Sitzung der Orts-Verwaltung.nr. 83. S. Kaufhold, Wrangelſtr. 52. P. Gees, Rüdersdorferstr. 18. Bezirk Moabit: her, Stromst. 28: Lokal von Schössler, Bezirks- Versammlung. Tages- Ordnung: Geder Sollege hat darauf zu achten, daß ihm am auffaſſung". 2. Diskussion. 3. Wahl des Bezirksleiters, des Schriftführers Sonnabend, den 22. Juni: 10 jährige Stiftungs- Feier 115/16 im Etablissement ,, Seeterrasse", Lichtenberg, Röderstr. 6. Großes Sommernachts- Fest. Großes Doppel- Konzert. Specialitäten Borstellung. Großes Land- und Wasser- Feuerwert. Kinder- Fackelpolonaise. Auftreten der Turmseilläufer Mr. Cronje- Boston und Donna Eriona. Velosipedfahrt im Brillant- Feuerwerk auf dem 70 Meter hohen Turmseil über dem See. 4 Kegelbahnen. Gondelforso auf dem See. Vergnügungspart. Große Kaffeeküche. Jedes Kind erhält eine Stocklaterne gratis. Verband der Sattler und verw. Berufsgen. Versammlungen der Filialen Berlins: Filiale 1: Sonnabend, den 15. Juni, abends 8½ Uhr, 1. Vortrag des Herrn Dr. Wollheim über: Materialistische Geschichts: im Englischen Hof, Neue Roßstraße 3. und zweier Beitragsammler. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Schlegel: Die Die Kommissionsmitglieder werden ersucht, um 9 Uhr zur gewirtschaftlichen Umwälzungen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. schäftlichen Sigung zu erscheinen. Uin zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Sonnabend, den 15. Juni, abends 82 Uhr: Brauchen- Versammlung der Bürsten- u. Pinselarbeiter u.-Arbeiterinnen Berlins und Umgegend im ,, Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 15. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Ingenieurs Herrn P. Grempe über: Hoch- und Untergrundbahnen". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Ver schiedenes. 105/11 In Branchenangelegenheiten wird ersucht, sich an den Obmann Billets zum Preis von 20 Pf. sind bei allen Staffierern, Zahlstellen: F. Beiner, Engel- Ufer 4 a, zu wenden. Inhabern, sowie im Verbandsbureau erhältlich. Die Branchenkommission. In beiden Sälen: Grosser Ball. Herren zahlen 30 Pf. nach. Beginn des Festes 5 Uhr nachmittags. Tischler- Verein zu Berlin. Verbindungen: Eisenbahn- Stationen: Frankfurter- Allee und Lands: berger- Allee. Mit der elektrischen Straßenbahn: Spittelmarkt- CentralBiehhof- Eldenaerstraße u. Morigplaz- Central- Biehhof- Landsberger- Allee. Sonnabend, den 15. Juni, abends 8 Uhr, im Lokale des Herrn Die Ortsverwaltung. Fordern Sie in den Cigarrenhandlungen dänischen Anker- Kautabat, Geschmack. vorzüglicher Ganz neu, in 5 und 10 Pf.- Schleifen. Lipke, Melchiorstraße 15: Versammlung. Tages- Ordnung: Vereinsangelegenheiten; Ausgabe der Einlaßfarten zum Sommerfest am Montag, den 17. Juni, in Max Kliems 17450 Sommertheater, Hafenheide 13/15, sowie der Billets zur Dampferpartie am 199/4 Der Vorstand. Generalvertrieb: Carl Röcker, Berlin, Grüner Weg 8. Amt 7, 3861. 17. Juli nach Hessenwinkel. au St. Hedwig Geld- Lotterie zum Besten des St. Hedwigs- Krankenhauses zu Berlin. 7079 Geldgewinne Baar ohne Abzug zahlbar im Betrage von 372,600 Mark. Die Hauptgewinne sind: 100.000, 30.000, 20.000. 10.000 mk. etc. Loose à 3,30 Mark( Porto u. Liste 30 Pf. extra) empfehlen und versenden BankOscar Bräuer& Co. Nachf., Geschäft Berlin W., Friedrichstr. 181. Filiale: NW., Wilsnackerstr. 63. Ziehung 25. und 26. Juni cr. Jedes Pfennig. Gentral- Kranken- u. SterbeKasse der Tischler u. ( Ortsverwaltung Berlin C.) Montag, den 17. Juni cr., abends 81/2 Uhr, bei Habel, Bergmannstr. 5/7: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Feststellung der Entschädigung für Verwaltungsmitglieder. 2. Neuwahl der gesamten Ortsverwaltung. 3. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Um recht regen Besuch ersucht 182/10 Die Ortsverwaltung. Filiale 2: Sonnabend, den 15. Juni, abends 8½½ Uhr, bei Buske, Grenadierstraße 33. Filiale 3: Dienstag, den 18. Juni, abends 8, Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. Filiale 4: Sonnabend, den 15. Junt, abends 8½ Uhr, im Gewerkschaftshaus Engel- Ufer 15. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Distusfion. 3. Verschiedenes. Filiale 5: Jeden Montag nach dem 1. u. 15. eines jeden Monats Filiale 6: Dienstag, den 18. Juni, abends 8½ Uhr, ( Handelsst. Belle- Alliance), Friedrichstr. 16. bei Mörschel, Jüdenstraße 35. Zahlreichen Besuch erwarten 157/7 Die Vorstände. Verein d. Arbeiterinnen an Buchdruckschnellpressen Sonnabend, den 15. Juni, in den Arminhallen: Versammlung. E Tages Ordnung: Vortrag der Genoffin Frau Emma Jhrer über: Die Förderung des Kulturfortschritts durch Arbeiterinnenschutz. Diskussion. 18365 Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein und Tanz. Gäste willkommen. Der Vorstand. Achtung! Fachverein der Holzträger und Brettschneider Berlins und Umgegend. Sonntag, den 16. Juni 1901, im Königstadt- Kasino", Holzmarktstr. 72: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Delegierten vom Gewerkschaftskartell. 2. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. 84/11 Leichter Erwerb für Hausfrauen! Alle Sorten Strumpf- Stridmaschinen und Zubehörteile verkauft zu Fabrikpreisen. Teilzahlung gestattet. Anlernen gratis. May Pfüller, Berlin O., Frankfurter Allee 124, part. Reparaturen werden fachgemäß in der eignen Werkstatt schnellstens und billigst ausgeführt. 5 Kleine Anzeigen. Wort: Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Eckreftauration mit Vorgarten Gaskocher! Sparsysteme! 1,50, Zweilochkocher 6,- Dreilochkocher 10, Gas- Plätteisen, Bügelapparate billig, Gas Bratöfen 12,- Wohlauer Wallnertheaterstraße 32. 1709b Für Laubenbefizer sämtliche Baumaterialien, Dachpappe, Brennholz 5 Mart Meter Charlottenburg, Bis: verkaufen. Auskunft erteilt Schöneberg, Rixdorf, Herthastraße 1a. Restauration verkauft billig marckstraße 89. 18065* 650 Mark) ( Miete Lichtenberg, 17916 Laubenbau! Gebrauchtes und Pfarrstraße 25. 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