Nr.38. M Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Prets für Berlin: Vierteljährlich 3,30 mt., monatlich) 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg fret in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pig. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 8,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 m., für das üb ije Ausland 3 Mf.pr.Monat. Eingetr. in der Poft- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Mr. 6652. Vorwärts S 9. Jahrg. Jasertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Bor mittag geöffnet. Fern spred- Anschluß: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Auf den Puffkamer gekommen. Sonntag, den 14. Februar 1892. schaftliche Krisis und der Nothstand verschlimmerten die Lage der Regierung. Ihre Verlegenheiten wurden größer und größer, und schließlich warf sie sich mit dem Schulgeset den Pfaffen und Junkern zerknirscht in die Arme. Expedition: Beuth- Straße 3. Wir danken ihm; er hat uns zu einem glänzenden Sieg verholfen und er darf überzeugt sein, daß der geistige, fittliche und politische Bankrott seiner Gesellschaft, den er gestern so offenherzig anzeigte, uns aufrichtig freut, und Wie aber soll der Kapitalismus der unaufhaltsam gründlichst von uns ausgenugt werden wird. Wir können vordringenden Sozialdemokratie sich erwehren? Sie macht den Herren Stumm und Genossen die ehrliche Versicherung keine Butsche, sie bietet keine Biel- und Angriffspunkte. Sie geben: wir werden nichts thun, was sie wünschen, daß wir weiß, daß sie bessere Waffen hat, als die Achtmillimeter- thun sollten, wohl aber Alles thun, was sie wünschen, daß Gewehre, und giebt diesen nicht die Gelegenheit, Wunder wir nicht thun sollten. Wir sind mit Puttkamer fertig geworden, wir werden auch fertig mit Butttamer's Geist. Wie König Stumm. Das war fein gewöhnlicher König, das war Gott Mammon in eigener Person, der gestern im Reichstage losdonnerte, nicht gegen die Sozialdemokratie, nein, gegen die Monarchie, gegen den Staat, gegen die Gesellschaft, gegen alle Kulturmächte. Kniet Die Bedeutung der gestrigen Sozialistendebatte liegt nicht in dem, was gesagt wurde, sondern in der Thatsache, daß eine solche Debatte überhaupt stattfinden konnte. Jeder mann im Reichstage fühlte, was Bebel aussprach: es war Aehnliches in der Luft wie 1878. Herr Stumm verrichtete zwar sicherlich feine bestellte Arbeit"- dazu würde man zu üben. nicht einen so heillosen Tölpel gewählt haben, allein er Was ist da zu thun? brachte in seiner naiven Tölpelhaftigkeit Stimmungen und Nun was hat man unter ähnlichen Verhältnissen Gedanken zum Ausdruck, die in sogenannt maßgebenden früher gethan? Aus der Geschichte soll man lernen. Kreisen obwalten. Und hierdurch hat er ohne Zweifel zur der Terzerolschuß des Stöckerlings Hödel fruktifizirt" Klärung der Lage beigetragen und uns einen Dienst geleistet. wurde, ist in frischem Gedächtniß. Und wir Alle erinnern Seit Beginn der neuen Auflage des alten Kurses war uns, wie dann später regelmäßig, wenn es galt, das für Jeden, der nicht Vogelstrauß- Politik treibt, tiar zu er- Sozialistengesetz zu erneuern, anarchistische Verschwörungen kennen, daß die Sozialistenfurcht, welche in dem auftauchten. Bald war es der belgische Polizeispigel Pour politischen Inventar des Fürsten Bismarck eine so wichtige baix, der gruselige Dynamit- Attentate verübte, bald war Rolle gespielt hatte, nach wie vor auf's Gifrigste gepflegt es ein anarchistischer Weltkongreß, den das nieder und betet mich an. Alles, was eristirt, eristirt nur wurde und offenbar noch zu großen Dingen außersehen war. internationale Lockspielthum in Szene setzte, bald ein durch mich, und wer mir die Huldigung versagt, den zerStaat und Gesellschaft wurden nach dem Fall des sozialistischer Weltstreik, den die nämlichen schmettere ich. Sozialistengefeßes in aufregender Aufregung gegen die Biedermänner den entsetzten Spieß- und Ordnungsbürgern Nur ein Thor kann die geftrige Rede des Herrn von Stumm Sozialdemokratie mobil gemacht- Schule und Kirche zum als Schreckgespenst vor den Augen herumtanzen ließen. Wir als einen Schlag gegen die Sozialdemokratie auffaffen, denn Kreuzzug gegen den gottlosen Feind aufgerufen. Herr kennen den Text und wir kennen die Verfasser. nichts konnte ihr willkommener sein, als diese Stede. Alle gerechtdon Caprivi erklärte, daß er alle Maßregeln nach ihrer Und siehe da, seit einigen Wochen stoßen wir wieder Gesellschaft haben ihre Bestätigung durch Herrn Stumm felbft fertigten und auch ungerechtfertigten Angriffe gegen die bürgerliche Wirkung auf die Sozialdemokratie beurtheile die Sozial- alltäglich und allstündlich auf denselben Text und dieselben erhalten, und nur aus dem Haß gegen uns erflärt sich die Ber demokratie war der gemeinsame Feind, dem wirksamer zu Verfasser. In einer Vorstadt Londons eine gräßliche blendung, mit welcher ihm die Konservativen, als er in ihr eigenes Leibe gegangen werden sollte, als es mit dem Sozialisten- Anarchisten- Verschwörung. In Frankreich und Spanien Fleisch schnitt, Beifall zuriefen. gesez möglich gewesen. Anarchistenverschwörungen. In Deutschland geheimnißvolle Das sic volo sic jubeo( so will ich, so befehle ich), das Eine Zeit lang konnten sich unerfahrene Optimisten dem Berhaftungen, deren Methode uns so bekannt vor- voluntas regis suprema lex( Des Königs Wille ist das höchste Wahn hingeben, wenigstens der Gedante einer gem a It- tommt, daß wir meinen, die Thring Mahlow Gesez) und ähnliche Aussprüche des Kaisers haben manches Be famen Bekämpfung der Sozialdemokratie sei aufgegeben. und denken unter den treuesten Anhängern der Monarchie erregt, Buttkamer mit Fingern greifen zu können. Die berühmte Rede des Herrn von Caprivi über die Und dazu das bekannte Zeitungs- Konzert. Rein Zweifel, den bewußten Kundgebungen des Königs Stumm"! Was ist aber wie harmlos erscheinen diese Improvisationen gegenüber Unteroffiziers- Prämien ließ alle Illufionen zerplazen. Die es wird wieder„ fruftifizirt"- und zwar in der alten ihm der Kaiser? Mag er immerhin in seinen Erlaffen von der herrschende Staatsweisheit glaubte nicht mehr an die Weise und mit den alten Instrumenten und Virtuosen. Gleichberechtigung der Arbeiter sprechen! Jch, König Stumm, tleinen Polizeimittel und setzte ihre Zuversicht auf die Der Beunruhigungs- Bazillus ist selbst in der besten Bismarck von Mammons Gnaden, werde ihm zeigen, wer in meinem Flinten und Kanonen. Großer Belagerungszustand statt des Buttkamer'schen Zeit nicht systematischer und nicht mehr Reiche Herr ist. Die Staatsregierung, die Gesezgebung erläßt fleinen! en gros gezüchtet worden. Wer irgend schwache Nerven Bestimmungen über die Arbeitsordnung. Gut! laßt sie nur " ich Das war der ganze Unterschied zwischen der zweiten hat und wir leben in der Hera der schwachen Nerven- an die Wände meiner Fabriken anschlagen, ich hefte und der ersten Auflage des alten Kurses. Und Herr nuß Angst bekommen. Und alle mysteriösen Gefahren, die neben sie meine Ufase, und wir werden sehen, ob das Gesetz oder mein Utas größere Macht hat. Kirche und Religion von Puttkamer fonnte sich ins Fäuftchen lachener hatte an die Wand gemalt werden, fie haben ihren Ursprung in protegire fie in meinem Reiche, aber sie müssen mich als Oberfich schon vor Herrn von Caprivi zum Apostel der neuen, einer Quelle: in der sozialdemokratischen Bewegung. Die herrn anerkennen. Die Herren Lingens und von Schalscha find erweiterten Lehre gemacht. Sozialdemokratie hängt als dräuende Wetterwolke über mir lieb und werth, wenn sie mir huldigen aber, sie mögen Die Regierung fand nach keiner Richtung den ge- Staat und Gesellschaft keine Ruhe, kein Frieden, kein eingebent sein, daß im anderen Falle in meinem Reiche Jeder hofften Erfolg die Sozialdemokratie fümmerte sich Wohlstand, kein Ende der politischen und wirthschaftlichen mann geächtet war, der einem Zentrumsmanne seine Stimme nicht um alten oder neuen Kurs und die Kapitalistentlasse Krise, ehe die Sozialdemokratie niedergeschmettert oder zum gab. Da gab es für mich zwifchen ihm und einem Sozialnügte den feindlichen Gegensatz, in welchen die Regierung Mindesten geknebelt ist, so daß sie sich nicht regen und demokraten keinen Unterschied. fich zur Sozialdemokratie gestellt hatte, vortrefflich im rühren kann! Interesse des Kapitalismus aus und trieb dem Racker Und diesen Gedanken, der seit Monaten in der Luft von Staat erfolgreichst seine rebellischen Gelüste und die herumfliegt, ausgesprochen zu haben, das ist das Verdienst findlichen Utopistereien von Sozialreform und über den des Freiherrn von Stumm. Er hat uns nichts gesagt, Selaffen stehendem sozialem Königthum aus. König Stumm, was wir nicht schon gewußt hätten, allein er ist der einen Moment im Sattel gewantt hatte, saß wieder fejt einer der Auserwählten der heutigen Gesellschaft Herr v. Caprivi zwischen zwei Stühlen. Die wirth und er hat deren Geheimnisse verrathen. und Feuilleton. Nachbruc verboten.) ( 89 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. Der Philosoph nickte zustimmend, und Frank rief hunmehr: Frisch auf zur That. Vorwärts marsch!" An der verhängnißvollen Thür stand der junge Schlosser mit seinem Handwerkszeng und einer Blendlaterue. Die Thür selbst war bereits von ihm geöffnet. schien. Unbedenklich verfolgte Frank seinen Weg von einem Bimmer zum andern, während die Uebrigen im jogenannten Gänsemarsch" hinter ihm dreingingen, bis endlich die letzte Thürklinke dem Drucke seiner Hand nicht nachgab. Der junge Schloffer trat vor, beleuchtete das Schlüsselloch, setzte sein Instrument an, und schon im nächsten Augenblicke ächzte das Schloß die Thür ging auf. Jch, Gott Mammon, dulde keine Götter neben mir; alle anderen Götter und Autoritäten gelten nur insoweit, als sie sich mir unterwerfen. Was ist gegen die Herrschaft des Königs Stumm die Despotie des absolutesten Regenten, die Anmaßung und der Uebermuth des hochfahrendsten Feudalherrn? Es ist bezeichnend für unsere Gegner von rechts bis links, daß fie die Rede des Herrn Stumm nicht als einen Faustschlag in Gewalt bringen kann. Schlösser öffnen, welche unter dem unmittelbaren Schuhe Ihrer Majestät, der allerheiligsten Frau Justitia stehen. Warten Sie einmal, was würde man wohl Alles herauskalkuliren können, wenn man uns zu dieser Stunde hier betreffen sollte: Der Herr Staatsanwalt würde zunächst auf das ganz Außergewöhnliche des Falles, auf die besondere, an den Tag gelegte( wenn auch nur zur Aber vergeblich wurde ein Lichtstrahl nach dem andern Nachtzeit bewiesene) Frechheit hinweisen. Er würde es dem aus der eingekapselten Laterne entsendet, nichts war zu Gerichtshofe anheimgeben, ob hier nicht noch außerdem eine entdecken, als ein leerer Raum, eingeschlossen von vier weiß- offenbare Verhöhnung von Staatseinrichtungen und Ge was so ein Staatsgetünchten Wänden. richtsbeamten vorliege. Denn was so Wir sind auf einen Jrrweg gerathen," flüsterte Frant anwalt, wenn er einmal in Eifer geräth, den den Anderen zu und trat leise den Rückzug nach dem eben Verdachts- oder Anklagekoller, wie wir Studenten es verlassenen Zimmer an. Dort eilte er geräuschloß nach dem nennen, den Leib bekommt, auszuflügeln und das ist ift gar Fenster und schaute nach dem oberen Stockwerke, von auszufinden vermag, gar nicht abzusehen. welchem herab einiges Licht auf sichere Spuren leiten konute: Wir würden aber hier auch des nächtlichen Einschleichens in Wir sind im Winkel," meinte er dann, wenn der Un- in eine fremde Wohnung, der Schädigung öffentlichen Eigen" Jezt, meine Herren, die Stiefeln aus und unter den Arm, daß Niemand hört, wie wir uns auf die Socken glücksmensch, der Mensch, nicht etwa im falschen Zimmer thums angeklagt werden können, wenn wir aus Versehen machen!" und er ging selbst mit gutem Beispiele voran. Licht brennen läßt. Das leere Zimmer da muß den End- im Dunkeln einen Spucknapf zertreten sollten. Und dann Langsam und vorsichtig schritten die Witglieder der punkt der Reihe bilden und ist noch nicht in Gebranch ge- würden vielleicht noch zweiundzwanzig verschiedene Sorten Besellschaft, eins hinter dem Andern, Stufe für Stufe hinab, nommen worden. Folglich muß hier ein hier ein zweiter von Versuchen auftauchen, zu deren weitere Erörterung bis endlich Alle am Fuße der Treppe in einem dunklen Ausgang sein, oder wir müssen noch weiter zurück. Doch uns die Zeit mangelt. Als Erschwerungsgrund, schwerer dann noch Staume versammelt waren, in welchem sie sich athemlos und still! ich höre im Hofe Geräusch!" Erschwerungsgrund ersten Grades würden Stumm verhielten. In der That vernahm man in dem lautwiderhallenden die gemeinschaftliche Verabredung, das Komplott, die Der junge Schloffer ließ nunmehr einen schwachen Licht- Hofe Stimmen und Schritte. Die Gesellschaft verhielt sich Verschwörung, die vertragsmäßige gleiche Theilnahme allen Arten und Graden des Verbrechens ftrahl aus seiner Blendlaterne heraus und man konnte beinahe athemlos, und Jeder blieb wie angewurzelt auf dem in Dabei in dem gänzlich leeren Raume zwei Thüren unter- Plaze stehen, auf dem er sich gerade befand. in concreto angesehen werden müssen. O, ich komme gleich Scheiden. Frank überlegte und schritt auf die eine Thür Frant aber ließ sich in einen Lehnsessel fallen und noch auf mehr Delikte. Doch es ist still geworden, und wir wollen weiter wandern." 3. Der Drücker ging geräuschlos nieder und die Thür flüsterte, hingerissen von der Situation: Es würde eine reizende Geschichte werden, wenn man Jm nächsten Zimmer fand man den Ausgang, der in Die Gesellschaft gelangte jegt in ein geräumiges Lokal, uns hier überraschte. Freiwillig einzudringen in diese ge- den beiden letzteren vergeblich gesucht worden war, und er in welchem eine Wanduhr der einzige bewegliche Gegenstand heiligten Räume. in die man die Dienschen sonst nur mit war viel bequemer. Da er nicht verschlossen war. Die Gefellffnete fich. " in ihr eigenes Gesicht empfanden. Gott Mammon hat die Geister der bürgerlichen und feudalen Gesellschaft bereits so weit nnter- jocht. um dieses zu erkennen. Klicke man nur zurück auf eine Zeit, die man als die der ärgsten Reaktion zu bezeichnen pflegt. Es waren die Jahre, in denen die Erinnerungen des„tollen Jahres" ausgerottet werden sollten. Die Demokratie war aus dem öffentlichen Leben verschwunden. In der sogenannten„Land- rathskammer" der 50er Jahre dominirten die Junker, ihnen gegeniiber standen einige Schwach- Liberale und eine damals verhältnismäßig kleine Anzahl Ultramontaner. Es galt damals die„Errungenschaften" der Revolution von I8t8, welche die unter dem Belagerungszustande oktroyirte Verfassung noch nicht zu beseitigen wagte, aus derselben zu streichen. Eine ganze Reihe Anträge, die von der späteren„rechten Hand" Bismarck's, Wagener, dem damals die Kreuzzeitungs-Partei in Anerkennung seiner Dienste ein Rittergut schenkte, ausgingen, bezweckten, jene Artikel der Verfassung, in welchen ausgesprochen war, daß alle Preußen vor dem Gesehe gleich sind, daß Standesvorrechte nicht stattfinden, daß der Genuß der bürgerlichen und staats- bürgerlichen Rechte unabhängig vom religiösen Bekenntniß ist, und andere ähnliche Bestimmungen zu beseitigen. Man war damals noch sehr naiv, man war noch nicht durch die Bismarck- Bennigsen'fche Schule gegangen und glaubte, daß solche Be- stimmungen, weil sie auf dein Papier stehen, auch etwas zu bedeuten haben. Statt sich damit zu be- gnüaen, sie unuudenten, wollte man sie auch formell fortschaffe». Daß dieses nicht gelang, ist zum großen Theil ein Verdienst der Ultramontanen, insbesondere auch der Brüder Reichensperaer, von denen Einer heute noch im Reichs- tage sitzt, freilich hente im Hintertreffen derer von Schalscha, Ballestrem und LiiigenS. In jener Zeit wurde auch der Antrag gestellt, die Verfassungsbestimmung zu streichen, ivonach die Guts- Herren in Ausübung der Polizeiverwaltung ebenso verantwortlich seien, wie andere Beamte. Ein Graf Pfeil sprach, annähernd in der Weise des Königs Stumm, sur diesen Antrag. Er führte aus, wie widerstnnig.diese Bestimmung der Verfassung sei, denn nach ihr hätte er selbst— und hierbei führte er einzelne Fälle an, in denen er als„patriarchalischer" Guts» und Polizeiherr kurzen Prozeß gemacht hatte— ins Zuchthaus kommen müssen; und daß ein Graf Pfeil ins Zuchthaus gesperrt werde, weil er einige Kerls ein paar Tage habe einsperren oder durchprügeln lasse», das könne man doch nicht wollen. Auf diese Rede des Grafen Pfeil antwortete der altliberale Abgeordnete, Gerichtspräsident Wenhsl, mit kurzen und wuchtigen Worten, die wir aus dem Gedächtniß— es sind seitdem 36 Jahre verflossen— wieder- geben. Er sagte:„Meine Herren, wenn Ihnen das, was der Vorredner gesagt, noch nicht die Augen geöffnet hat über daS, was wir von den„kleinen Herren" zu erwarten haben, dann wollen Sie nicht sehen, dann wollen Sie sich knechten lassen von Personen, welche die Dreistigkeit haben, die Redefreiheit zu mißbrauchen, um hierher zu treten und sich Verbrechen zu rühmen, auf welche das Strafgesetz mit gutem Recht Zuchthaus setzt. Ich erwarte, daß der Redner das, was er hier im Hause sagte, auch außerhalb des Hauses wiederholen wird, und hoffe, daß der Staatsanwalt dann seine Schuldigkeit thun wird." Tiefes Schweigen herrschte im Hause auf diese Worte, die auf allen Seiten desselben den Eindruck machten, nicht als ob ein Ab- geordneter zum andern gesprochen, sondern als ob ein Richter das Urtheil über den Verbrecher gesprochen. Und die große Mehrheit des Abgeordnetenhauses gehörte zur Partei des feudalsten Junkerthums I Das war vor 36 Jahren. Hellte— nun, man fühlt sich nicht mehr durch Versassungsparagraphen belästigt, ja man führt sie sogar, siehe Volksschul-Gesetz,»och nach 43 Jahren aus, man weiß auch Gesetze auszulegen, und der„König Stumm" ist nicht mehr so naiv, wie der Graf Pfeil, so primitive Gewaltmittel wie dieser zu gebrauchen, er hat bessere und schneidigere. Aus der ganzen Gesellschaft der herrschenden Klassen aber tritt ihm Keiner entgegen mit ähnlichen Worten, wie damals der Abg. Wentzel, und ruft dem Reichstage zu:„Wenn Euch das, ivas der Abg. Stumm hier sagte, noch nicht die Augen geöffnet hat über das, was wir von der Herrschast des Kapitalismus zu erwarten haben, dann wollt Ihr nicht sehen, dann gebt Ihr alle Kultur- Errungenschaften, die ganze Menschheit preis den unverschämtesten Ausbeulergelüsten und dem frechsten Protzen- hochmuth." Und wollte selbst wer so reden, welchen Wiederhall fände er? Der christliche Staat liegt auf den Knieen und betet an vor G o t t M a m m o n. Es lebe König Stumm! Volittsche MtebevNckk. Berlin, den 13. Februar. Taft der Gtatstitel der Reichs-Eisenbahnen den Reichstag durch volle drei Sitzungen beschäftigt hat, ist während der LI Jabre, wo die Reichslande zu Deutschland gehören, noch nicht dagewesen. Freilich wäre es eine durch die That- fachen nicht gerechtfertigte Annahme, zu glauben, daß die schaft gelangte auf einen schmalen Gang, welcher binnen Kurzem bei einer verschlossenen Thür endigte, die aufs sorgfältigste gegen Solche verwahrt war, welche etwa die Absicht haben möchten, von Außen Hereinzugelangen; an Solche aber, die von Innen kommen könnten, um hinaus zu gelangen, schien man nicht gedacht zu haben, denn sobald man die beiden soliden Riegel zurück- geschoben und der Schlosser lediglich mit dem Zeigefinger das letzte Hinderniß beseitigt hatte, welches durch den Schlüssel von außen geschaffen worden, öffnete sich diese Thüre, und die Flüchtigen standen nunmehr auf dem offenen Gange des dritten Stockwerke?. Dort erwartete sie der Buchdrucker und erbot sich zum Rekognosziren, welches Anerbieten Frank mit einem Händedruck stillschweigend annahm. „Meine Herren", flüsterte nun Frank,„in der Zentral- halle sehen«er uns wieder. Das Uebrige wird sich finden. Jetzt kommen Sie; die nächste Treppe ist frei." Geräuschlos, gleich wandelnden Gespenstern, folgten in Entfernungen von zwei bis drei Stufen und abwechselnd rechts und links vertheilt die Uebrigen ihren Führern nach. Diese Vertheilung im Marschiren hatte der Offizier an- gerathen, damit bei einem etwa nothwendig werdenden strategischen Rückzüge in beschleunigter Eile die Fliehenden sich nicht gegenseitig in den Weg gerathen möchten. Ohne Aufenthalt ging es auf diese Weise von der dritten zur zweiten, von dieser zur ersten Etage hernieder. „Nun langsam Einer nach dem Andern," mahnte Frank und war iin nächsten Augenblicke hinunter und in der Nacht verschwunden. Iwan folgte unmittelbar darauf, und eine Minute später war die Gesellschaft ihrem unfreiwilligen Auf- enthaltsorte entflohen. Achtzehntes Kapitel. G e i st e r e r s ch e i n ,l n g e n. Der Saal der„deutschen Halle" war an diesem Abend Noch zahlreicher besucht, als bei jeuer ersten Versammlung, über welche wir berichtet, denn allgemach hatte sich in der Stadt daS Gerücht verbreitet, die, beiden hauptsächlichsten erregten Debatten, welche in den letzten drei Sitzungen den Reichstag beschäftigten, sich im Wesentlichen mit der Ver- waltung der Reichseisenbahnen beschäftigten. Nichts weniger als das. Die Redner sprachen von allem Möglichen, nur nicht zu dem Etatstitel, welcher gerade zur Berathung stand. Die Verhandlung wurde nur durch das mehr oder minder große Geschick der betreffenden Redner mit der Tagesordnung in lose Verbindung gebracht und dabei so mancherlei erörtert, was eigentlich mit der Tagesordnung nichts zu thun hatte. Wenn gestern Herr von Stumm eine Sozialisten- debatte im großen Stile einleitete, so gelaug es heute unserem Genossen Bebel den Bochumer Skandal und Baare's Schicnenfälschungen einer recht gründlichen Erörterung unterziehen. Anknüpfend an die unseren Lesern zur'Genüge be- kannten Vorgänge auf der Georgs- Marien- Hütte bei Osnabrück und die von Fusangel aufgedeckten Stempel- fälschungen und Schienenflickereien in Bochum lverlangte unser Genosse, daß die Reichs- Eiseubahnverwaltuiig mit Werken, welche ihre Kunden in solcher Weise benachtheiligen, keine geschäftlichen Beziehungen mehr unterhalte, daß die- selben von ver Betheiligung an den Schienen-Snbmissionen für die Reichs-Eisenbahnen ausgeschlossen werden. Das letztere Verlangen lehnte der Regierimgskommissar als unausführbar(!!?) ab. Im Uebrigen suchte der Ver- treter der Regierung darzuthun, daß die Verwaltung der Reichs- Eisenbahnen nicht so„naiv" sei, um sich bei der Abnahme der Schienen übervortheilen zu lassen. Angesichts der Thatsache, daß auf der Georgs- Marien- Hütte die Schwindeleien zwanzig Jabre lang betrieben wurden, ehe man sie entdeckte, und daß in Bochum die älteren Fälle so weit zurückliegen, daß sie verjährt sind, konnte das Pochen auf die Schlauheit der Eisenbahn-Verwaltnngen gerade keinen imponirenden Eindruck machen. Der Herr Regierungskommissar mochte das selbst einsehen, denn er machte seine Sache sehr kurz und ging auf den Fall Baare in alleil wesentlichen Punkten gar nicht ein. Einen rück- haltlosen Verlheidiger fand Herr Baare nur in seinem Parteigenossen, dem Landgerichtsrath Schneider in Essen. Dieser Herr war in dem Prozeß Fusangel wegen Be- leidigung der Bochumer Steuerpreller Beisitzer des Gerichts- Hofes und wer heute seine Rede f ü r Baare gehört hat, der wird jetzt begreisen, was seiner Zeit vielen unbegreiflich er- schien, warum Fusangel, trotzdem er schwere Gebrechen in Bezug auf das Steuerwesen in Bochum aufdeckte und obwohl seine Behauptungen in allen wesentlichen Punkten sich als richtig erwiesen, wegen einfacher Beleidigung doch zu fünf Monaten Gefängniß verurtheilt wurde. Herr Schneider war Feuer und Flamme für die Interessen Baarcs; ein schwer interessirtes Mitglied des Bochumer Vereins hätte nicht entschiedener und rückhaltloser für den General- direktor desselben eintreten können wie dies Herr Schneider that, der Richter im Prozeß Fusangel. Viel reservirter verhielt sich Herr Stumm. Derselbe sprach ein Langes und Breites über die Manipulationen der Schienenkartelle und Kohlenringe; über das Treiben in Bochum aber gab er ein Urtheil ab, daS— wenn man zwischen den Zeilen zn lesen versteht— geradezu vernichtend lautet. Herr v. Stumm erklärte, daß auf großen Werken Betrügereien, wie solche von Bochum behauptet werden, einmal durch iuteressirte Meister und Arbeiter vorkommen können, unmöglich aber auf d i e D a u e r be- trieben zu werden vermögen, ohne z n r K e n n tni ß d er Werkleitung zu gelangen, und daß, wenn ein solches Borkomniniß sofort mit der nöthigen Energie geahndet wird, eine Wiederholung ausgeschlossen sei. Wir denken, das ist deutlich gesprochen und genügt. Außer Herrn Hitze, der seinen Parteigenossen Fus- angel gegen den Vorwurf der Verleumdung in Schutz nahm, betheiligte sich aus dem Zentrum Niemand an der Debatte. Bezeichnenderweise nahm auch von der freisinnigen Partei Niemand zur Sache das Wort; Herr Schräder öffnet doch sonst in allen Eisenbahn- Angeleaenheiten regelmäßig die Schleusen seiner Beredtsamkeit! Sollte er sich als Eisen- bahndirektor a. D. sagen:„Ich plauder' nichts aus"?— Natürlich schwieg auch die Rechte. Baare zu vertheidigen, schien Niemand die Neigung zu haben; in die allgemeine Verurtheilung der Bochumer Vorgänge aber einzustimmen, dazu sind für die Herren Konservativen die Leute vom Bochumcr Verein viel zu— reich. Der Muth der Herren Führer der Fortschrittspartei, Dr. Raffmaus und Dr. Ben- jamin, seien in einen Meinungskonflikt gerathen, und es würde infolge dessen wahrscheinlich zu einem parlamentarischen Kampfe zwischen Beiden in der Versammlung kommen. ahre lang hatten Beide gemeinschaftlich an einem trange gezogen, Jahre lang gemeinschaftlich alle entstehenden politischen Gegner oder Nebenbuhler nieder- geschmettert, so daß man keine Ahnung hatte, welcher von Beiden bei einem entstehenden Kampfe unter jihnen selbst den Sieg davontragen würde. Infolge dessen waren auch Viele gekommen, die sonst für politische Angelegenheiten weniger Interesse empfanden oder sich für gewöhnlich nicht entschließen konnten, ihnen zu Liebe das Theater oder ihren Spielklub aufzugeben. Nach einem klimen, erfolglosen Versuche seiteus der Anhänger des Dr. Benjamin, das Präsidium zu erobern, war der Sieg auf Seiten des Dr. Raffmaus geblieben, da Rollmanu als der Vorsitzende der letzten Verstimm- lung diese neu eröffnet und den allgemein be- liebten und geachteten Dr. Raffmaus als Vor- sitzenden vorgeschlagen, ein Vorschlag, welchem die Versammlung durch Akklamation beinahe einstimmig beitrat. Ermuthigt durch diesen ersten Erfolg hatte der Advokat nunmehr dem Dr. Benjamin das Wort ertheilt und wartete, sowohl wie Dr. Lutz, mit dem Bleistifte in der Hand, aus diejenigen Stellen in der Rede des Gegners, welche die besten Angriffspunkte darbieten möchten. Dr. Benjamin war sich's bewußt, daß er um seine politische Rolle in der Zukunft zu känipfen haben würde und daß von seiner Eröffnungsrede das Schicksal des Abends abhängen konnte. Danach hatte er denn auch seine Vor- bereitungen und Maßregeln getroffen. Aengstliche Rück- sichten glaubte er nicht nehmen zu müssen, deshalb erklärte er, der geehrten Versammlung mittheilen zu sollen, daß ihm das Programm des Professor Birnenbaum als durchaus nicht weitgehend genug erscheine. Ihm fehlten darin eine ganze Reihe von dringend nothwendigen Reformen, nament- lich: Erweiterung des Wahlrechts, freiere Bestimmungen im Vereins- und Versammlungsrecht. Bei iedemdiejer einzelnen Punkte führte er einige drastische v. Helldorf und Dr. Hartmann schwillt nur an, wenn es gegen Unterdrückte und speziell arnie Arbeiter geht. » Am nächsten Montag beginnt die zweite Lesung des Militäretats. Dabei dürfte der Erlaß des Herzogs Georg zu Sachsen schon die ersten Stunden zur Erörterung konimen. Im Ansturm gegen das Volksschul-Gesetz legen sich bereits die Wellen. In der Konimission des Abgeord- netenhauses sind Freisinnige und Nationalliberale bereits mit Eifer bemüht, dem Gesetzentwurf diese und jene Flicken anzuheften, gerade als ob durch dieselben ein Gesetz, dessen Grundgedanken und dessen Ziele man vollständig verwirft, verbessert werden könnte. Wo der ganze Unterricht ein konfessioneller ist, da bleibt es sich gleich, ob man die Zahl der Stunden des Religionsunterrichts beschräukt, da die andern Lehrgegenstände der konfessionellen Religion ebenso dienstbar sind, wie der formelle Religionsunterricht. Die Frage, wie man am praktischsten den konfessionellen Unter- richt vertheile, wie viel Stunden man dem Katechismus, wie viele der biblischen Geschichte, wie viele man der kirch- lichen Moral und der Einflößung des Autoritätsglaubens im Unterricht des Deutschen und der Geschichte widmen will, das werden die Fachmänner, die in der Grundlage einig sind, schon unter sich diskutiren und entscheiden. Was soll die Volks- schule? Das ist die Hauptfrage. Soll sie freie Menschen oder stumpfsinnige Knechte erziehen? Diese Frage ist nicht zu umgehen, und weil der bürgerliche Liberalismus diese Frage scheut, deshalb bleibt sein Kampf gegen das Volksschul- Gesetz ohne jede Wirkung. Die Gegner stehen mit festen Knüppeln bewaffnet da, die Liberalen hauen mit Schweins- blasen auf sie los. Die Schweinsblasen-Hiebe knallen zwar, aber thun Niemandem weh, aber die Knüppelschläge dnngen durch die Haut bis auf die Knochen.— Die servile»nd volksfeindliche Stellung, weicht das Zentrum einnimmt, seitdem es zur Regierungs- parte: geworden ist, erregt bereits in den Kreisen seiner Wähler Unwillen. Die ultramontane„Kölnische Volks- eitung' nahm bereits den Abg. Lingens wegen seiner eußerung über den Unteroffizier als Stellvertreter Gottes ins Gebet, und wendet sich auch gegen die verschrobenen Anschauungen des Abg. v. Schalscha, der im Abgeordneten« hause bei Berathung des Berg-Etats sagte, die Erhöhung der Löhne komme nur der Sozialdemokratie zu gute. Sie erklärt die Verbesserung der Lage der Arbeiterklasse für ein durch- aus berechtigtes und vielfach sehr nothwendiges Bestreben. Freilich ist nicht zu erwarten, daß der Standpunkt de« „Kölnischen Volks-Zeituna" im Zentrum auf vielen Anklang zu rechnen hat. Der reaktionäre Charakter desselben wird im Gegentheil sich täglich deutlicher offenbaren. Der grobe Unfug hat eine erweiterte, wenn auch nur erst polizeiliche Auslegung erhalten. In einer Versamm- lung in Berlin, die sich gegen das Volksschul» Gesetz kehrte, sah der überwachende Polizeibeamte in de« Aufforderung zum Austritt aus der Landeskirche einen „groben Unfug". Nun ist uns zwar der Polizeibeamte nicht gerade eine Rechtsautorität, aber eine Witterung von dein, was in der Luft liegt, hat er doch. Er weiß, die Religion liegt jetzt in der Rcgierungsluft und da greift er zu. Ueber die juristische Begründung des„groben Unfugs" braucht er sich nicht den Kopf zu zerbrechen; da? werden schon die Rechts-Praktiter besorgen.— Padletvski, der polnische Flüchtling, welcher am 13. November 189(1 den russischen Spitzel-General Silberstoff in einem Hotel zu Paris erschoß, und der seinen Verfolaern glücklich entkam, soll sich am 23. Oktober vorigen JahreS in San Antonio, Texas, erschossen haben. So meldeten schon vor mehreren Tagen die Zeitungen, und auch unser Blatt erwähnte der Nachricht, jedoch ohne derselben vollen Glauben zu schenken. Heute finden wir nun, daß auch unsere Freunde in Amerika an den Tod Padlewski's glauben. Der Leichnam soll von einem Freunde erkannt worden sein. Nur wollen Viele nicht an einen Selbst- mord glauben, sondern vermuthen, Padlewski, auf dessen Kozif von der russischen Polizei ein Preis gesetzt war, sei von einem russischen Geheimpolizisten, der das Blutgeld verdienen wollte, ermordet worden. Trotz des ausführlichen Berichtes, den wir in der„New-Aorker Volkszeitung' vom 29. Januar finden— sie bringt auch das Bild Päd» Beispiele aus der Tagesgeschichte vor und erntete sowohl hierfür, wie bei Anwendung einiger kräftiger Schlagwörter und drastischer Vergleiche Beifallsstürme, welche dem Dr. Raffmans den Angstschweiß ins Gesicht trieben, zumals als Dr. Benjamin unter anhaltendem Beifallsgeklatsche von der Rednertribüne abtrat und einen vielsagenden Siegerblick auf den verrätherischen Kollegen warf. Einen Augenblick lang überlegte RaffmauS, ob er nicht noch in der letzten Stunde die Hand zur Versöhnung bieten sollte; aber ehe er mit sich darüber einig geworden, war der Beifall erstorben, und Dr. Lutz rollte kampfbereit seine Notizen zusammen. In aller Majestät erhob sich der Präsident, stellte durch den Ruf der Glocke die Ruhe wieder her und rief: „Herr Dr. Lutz hat das Wort." �Dr. Lutz drückte nun zunächst seine Verwunderung darüber aus, wie ein Mitglied der Fortschrittspartei, als welches Dr. Benjamin doch jederzeit innerhalb der Partei gegolten, seinen eigenen Kampfgenossen Lauheit, Mangel an Freiheitssinn u. s. w. vorwerfen, und ihnen gegenüber einzelne Punkte des gemeinschaftlichen Programms hervor« heben könne. Selbstverständlich wollten das, was Dr. Ben- jamin hervorgehoben, Dr. Raffmaus, Professor Birnenmann und die übrigen Vorkämpfer für Freiheit und Fortschritt auch, so gut, wie der Dr. Benjamin, aber gerade weil diese Sachen schon längst tm Programm aufgenommen und hin- reichend besprochen worden seien, habe man es für überflüssig gehalten, sie diesmal wieder von Neuem und ausdrücklich hervorzuheben. Einzig und allein um die Versammlung nicht mit Diskussions- und Verhandlungsgegenständen zu überlasten, habe man das hervorgehoben, was augenblicklich als das Dringlichste erscheine. Man mußte es dem Dr. Lutz zum Lobe nachsagen, daß er nicht nur mit ziemlichem Witze die Angriffe des Vor' redners znrückzmveisen verstand, sondern auch für die Punkte des aufgestellten Programms eine gewisse Begeisterung hervor« zurufen vermochte. Auch er wurde mit lebhaften Zeich» des Beifalls entlassen. tForffetzung folgt.) lcw-ki's nach einer Pariser Photographie— hegen wir doch vorlänfig noch Zweifel und wollen weitere Mit- theilungen abwarten. Gewiß ist, daß Padlewski im Februar vorigen Jahres nach den Vereinigten Staaten kam, und daß er dort auch vor Auslieferung sicher war, da seine That in Amerika nicht als gemeines, sondern als politisches Verbrechen galt. Die Verkümmerung des Asylrechts, wie sie in der Schweiz Thatsache geworden, hat in den Vereinigten Staaten noch nicht stattgefunden. Aus Calais(Frankreich) schreibt man uns: Andere Länver, andere Sitten, sagt man zwar, eine Sitte lndep findet man wohl uberall; diezenige der systematischen Unterdrückung jeder sozialistischen Regung. Hier, in Frankreich, wo Constans genau dieselben geistigen Waffen anzuwenden beliebt, wie weiland Herr v. Puttkamer seliaen Angedenkens, kann man beobachten, wie enorme Fortsetzte unsere Partei macht. Die gewaltsame Niederdrückung des sozialistischen Gedanken? hat auch hier, zum Schrecken der Gegner, gerade das Gegentheil ihrer Absicht bewirkt. Speziell hier im Norden Frank- reichs. wo die Arbeiter am allerschlechtesten gestellt find, wächst die Zahl unserer Anhänger rapide, so daß wir hoffen dürfen, bei den am l. Mai er. stattfindenden Gemeinderathswahlen den ge- wünschten Erfolg zu erzielen. Die Genossen Delcluze und Salemdier beriefen mit Rückficht auf diese Wahlen eine Ver- sanimlung zusammen, welche am L. er. stattfand und von circa 3000 Personen, darunter einigen hundert Frauen, besucht war. Als Redner waren Dr. Paul Lnfargue, der neugewählte Deputirte von Lille, und Jules Guesde. Sekretär der Partei, erschienen. Nach- dem Genosse Delory, Gemeinderath aue Lille, einen interessanten Ueberblick Uber die Entstehung und Organisation der Partei im Departement du Nord gegeben, erhielt Genosse Lafargue das Wort. Sein Thema war„Trennung der Kirche vom Staat". Er führte aus, daß die Frage, die schon seit IS Jahren in der Kammer von den Parteien hin- und bergezerrt werde, ohne zur Lösung zu gelangen, eigentlich keine Frage sei, mit welcher sich der Sozialismus befasse. In den Vereinigten Staaten; wo diese Trennung bereits existire, sei die Lage der Arbeiter durchaus keine bessere, als in Frankreich. Mit der Verwirklichung der so- iialistischen Ideen sei diese Frage schon von selbst gelöst. An den heutigen Staat indessen stelle die Sozialdemokratie den Anspruch auf Aenderung des bestehenden Verhältnisses vom Staat zur Kirche. Die Kirche, die Geistlichen seien den ausbeutenden Klassen gleichfalls zuzuzählen, sie, die das Budget jährlich mit 47 Millionen Franks belasten, durch billige Klosterarbeit dem Proletarier dre schlimmsteKonkurrenz machen, aus Waisenhäusern, unler dem Scheine guter Werke, dem Patronate Arbeitskräfte zu Schundlöhnen zuführen und im Besitze reicher Stiftungen dem Volk», dem Proletnriate von Rechtswegen den ihm zustehenden Wohlstand entziehen. Constans habe vor Kurzem die Idee einer Arbeiter-Altersversorgungs- klaffe gefaßt, mit einer Rente vom KV. Jahre ab. Selbstredend sei die Idee an und für sich ein Phantom, da ein Jeder wiffe, wie viel Arbeiter ihr KV. Jahr erreichen. Abge- sehen jedoch hiervon, sei es auch diesmal der Arbeiter, der die Zeche bezahlen muß. Es sei zu empfehlen, daß die er- wähnten 47 Millionen des Kirchenbudgets der Allersversorgungs- Kasse zugeführt werden und daß man zur Konfiskation der von der Revolution übrig gebliebenen Güter zum gleichen Zwecke schreiten müsse. Seiner Zeit habe die Bourgeoisie einen Anfang gemacht, ohne jedoch von diesem Vermögen dem vierten Stande etwas zufließen zu lassen. Lafargue kommt weiter auf die nieder- trächtig« geistig« Unterdrückung der Arbeiter in gewissen Werkslatten zu sprechen. Die Patrone gründeten in ihren Werkstätten Kirchen wie votrs äame de l'usine und zwängen, da sie in ihrem Eigenlhum dem Arbeiter gegenüber die unumschränkten Herrscher seien, dem Arbeiter ihre Religion auf. Es sei an der Zelt, daß man endlich vor der Trennung der Kirche vom Staat die Trennung der Kirche von der Werkstatt herbeiführt. Im sozialistischen Staate, der die Vorsehung im Himmel durch eine aus Erden ersetze, verschwinde die Kirche von selbst. Die Zeit nahe heran, die bevorstehenden Wahlen würden es zeigen. Die neuen Zolltarife, die jetzt bereits de» Preis der nothivendigsten Lebensmittel auf das ungeheuerlichste steigerten, würden die Wahl sozialistischer Männer auf das äußerste begünstigen und die Partei ihren Zielen stetig näher rücken. Nicht endenwollender Beifall lohnte den bekannten Redner für seine trefflichen Aussührnngen. Eine junge Arbeiterin überreichte bei dieser Gelegenheit dem Genossen Lafargue eine rothe Fahne im Namen eines hiesigen Arbeiterinnenvereins mit entsprechender Widmung. Hieraus meldete sich Charles Simon, der Sohn des Senators Jules Simon, der geistige Kämpe der hiesigen Bourgeoisie, als Gegenredner, ohne eben mehr als einige Phrasen von einer VersAinung des Arbeiters mit der besitzen- den Klafft vorzubringen. Im Eingang seiner Rede drückte er seine Zustimmung zu Lafargue's Ausführungen aus, um schließlich„in Nichts dahinzusinken". Jul. Guesde fertigte, die Aasführungen Siinon's, daß der Sozialismus den Klassenhaß predige und das Individuum unterdrück«, glänzend ab. Er antwortete mit der Entwickelung der allgeineinen Theorien des Sozialismus, die den Lesern bei„Vorwärts" hinreichend be- kannt sind. Ich unterlasse es nicht, Ihnen diesen Theil der Rede wörtlich zu übersetzen. Guesde sagte: Es ist ein seltsamer Jrrlhum, zu behaupten, daß das indivibuale Besitzthum von ehemals noch existire, daß der Berfertiger sein Produkt für sich verwendet. In einer Eisenbahn, wo sind die Eigenlhümer? man weiß es nicht. Sie sind überall und nirgends. Ihre Hände sind da, um alle drei Monat« ein kleines Papier vorzulegen, ihre langen Finger(doigts crochus) stnd da, um sich den Nutzen anzueignen. Es hat sich ei» neues Besitzthum gebildet, begründet auf die Nichtarbeit der Eigenthümer. ' Wir wollen den Arbeitern die Werkzeuge geben und damit die Produktionsmittel, die Minen, die Eisenbahnen und die Fabriken. Rur dann werden die Arbeiter frei sein und nicht Sklaven, wie man behauptet. Sie find Republikaner, CharleS Simon, und eifriger Republikaner, ich weiß das. Aber wie kommt es, daß Sie nicht begreifen, daß wir noch größere Republikaner find? Wir sind, wenn ich mich so ausdrücken darf, Republikaner der zweiten Potenz, da wir die Repubsil in der Werkstatt einführen wollen. Das allgemeine Stimmrecht, welches Sie arbeiten lassen, um Deputirte, Senatoren und weiterhin Minister Zu ernennen, wir wollen es auf die Werkstatt ausdehnen, an der wir alle Miteigenthümer sind. Sie haben, sage» Sie, den Sozialismus studirt? Aber wenn Sie den Sozialiemus gründlich kennen lernen wollen, so müssen Sie ihn nicht bei falschen Sozialisten suchen, nicht bei Feinden des Sozialis- UM», wie es der frühere österreichische Minister, Echäffle, den Sie soeben zitirten, ist. Der dritte Einwurf, den Sie ge- macht haben, ist eigentlich nur eine Phrase.„Ihr habt kein Baterland, sagt man, Ihr führt den Zusammenbruch Frankreichs herbei." Zwingen Sie uns nicht, ein Äuge auf die Handlungen Ihrer Klasse zu werfen, gelegentlich der traurigen Zeit unserer Geschichte. Wir würden sehen, wie Männer der kapitalistischen Klaff, unseren Truppen fehlerhafte Gewehre lieferten, wie sie «chuhe aus Pappe für unsere Soldaten fabrizirten, wie sie die Anleihe Morgan zum Preise des Blutes der J.ffwZösischen Armee verhandelten und zusammen mit den Bokhfchtld'» wie wilde Thier« hereinbrachen, um auf die Hausse ul' Baisse unserer Niederlagen zu spekuliren. Ich höre im Geiste ,5" Bankier Bleichröder zu Bismarck sagen,„man muß Fraiikreich �Milliarden Kriegsentschädigung auferlegen, um es zu erdrücken, und uh seh, gleichzeitig 4 Jahre später den Orden der Ehren- wglon auf der Brust dieses„Franzosenfreundes' prangen. Die Sozialisten dagegen, wie Liebknecht und Bebel, haben mit Ent- »«ilmig gegen die Erdrückung Frankreichs protestirt und als man °°r« Jahren neue Htlismitttel für die deutschen Truppen im J*5U*•*«*» Krieges gegen uns verlangte, hat sich Bebel erhoben und »lagtc„Um gegen Frankreich tu kämpfen, bewilligen wir nicht einen Mann, keinen Pfennig",— und während dieser Zeit ging die französische Bourgeoisie der deutschen Monarchie ent- gegen. Ich habe gesehen wie Herr Courcelles, unser Berliner Gesandter, in seinen Händen ein Geschenk von 7S 000 Franks hielt. Dieses Geschenk war mit unserem Gelds gekauft und für den Fürsten Bismarck bestimmt. 'Der endlose Beifall der Zuhörer bewies schließlich zur Ge- nüge, daß unter sozialistischen Franzosen der erdichtete Chauvi- nismus nicht existirt, und wir können hoffen, daß in absehbarer Zeit der größere Theil der Bevölkerung im echten Sinne des Wortes„Sozialdemokraten" werden. Mit dem Rufe„Vivo I-atarKuo",„Vive Guesde",„Vive le Parti Ouvrier" schloß die Versammlung. D. L. Tie Hinrichtiinge» in Xerez haben die von uns vorausgesehene Wirkung— der Eindruck auf die Massen des spanischen Volkes ist nach allen Berichten ein ungeheurer—, Mitleid mit den Opfern, Wuth auf die Regierung und der Ruf nach Rache. Selbst der Regierung freundliche Organe geben zu, daß die Hinrichtung der vier„Anarchisten" ein schwerer Fehler war; und daß, bei der allgemein herrschenden Unzufriedenheit die Mutter des sechsjährigen Königs klug gethan hätte, das Begnadigungsrecht auszuüben. Es gilt für sehr wahrscheinlich, daß die republikanische Partei einer- ilitd die s�für die Bourbonendynastie thätige) Carlistenpartei andererseits die Gelegenheit zum Losschlagen benutzen werden. Niemand glaubt an die Festigkeit und den Bestand des Thrones, auf dem ein schwächliches Kind sitzt, und Zünd- stoff ist überall in Hülle und Fülle aufgehäuft.— Die englische Regierung geht, wie wir bereits an- deuteten, mit dem Plan um, kleine Bauerngüter zu schaffen, die an Landarbeiter unter gewissen Bedingungen vergeben werden sollen. Man sieht daraus, wie ideenarm die Vertheidiger der heutigen Gesellschaftsordnung sind, und wie sie in allen Ländern auf dieselben Pfuschmittel und Kinder-Steckenpferdchen kommen. In England, wo der Bauernstand seit Jahrhunderten ausgerottet ist und der Großgrundbesitz so vollständig herrscht, daß das Wort peasant(Bauer) vom Volke garnicht mehr verstanden wird, ist dieser Plan geradezu aberwitzig. Die Regierung weiß das auch ohne Zweifel sehr wohl, und ihre Absicht ist nicht, den Plan zu verwirklichen, sondern, nur ihn als Köder zum Stimmenfang bei den bevorstehenden Wahlen zu verwenden. Mit Recht erinnert die„Justice" daran, daß der Kleingrundbesitz, den man in England angeblich her- stellen will, in allen Ländern, wo er noch besteht, sich ans dem Aussterbe-Etat befindet. Sie macht bei dieser Gelegenheit aus die elende Lage der Kleinbauern, nament- lich in Italien und Frankreich, aufmerksam. In Italien wüthet bekanntlich die Pellagra— eine Art Aussatz, hervorgebracht durch unzureichende Ernährung— und nach den neuesten Mittheilungen fängt diese furchtbare Krankheit auch in S ü d f r a n k r e i ch an sich zu verbreiten. Und wenn in Deutschland durch die Brotvertheuertlngs- Politik das Maisbrot, in dem der Pellagra-Keim enthalten ist, zum ständigen Volksnahrungsmittel gemacht wird, können auch wir Deutsche aus die Pellagra gefaßt sein.— Gute Ultterschast. Das Interesse an der Militärseelsorge, daS neuerdings mancherlei tristige Anregung erfahren hat und das auch das Landeskonsistoriiim lebhaft bewegt, hat demselben die Frage nahe gelegt, ob nicht schon dem Eintritt der einberufenen m i l i t ä r p s l i ch t i g e n Rekruten in den Dienst der Waffen von Seiten der Kirche eine besondere Beachtung zu schenken und dieselbe seelsorgerlich zu behandeln sei, gewissermaßen als der erste der seelsorgerlichen Akte, an den Söhnen unseres Volkes, welche die Waffen zu tragen haben, vom Eintritt in ihre Dienstzeit an. Dieser Vorgang, der vor anderen ähnlichen Vorgängen im sozialen Leben und nach Außen hin bemerkbaren Wendepunkten im Berufsgange ssch schon dadurch wesentlich unterscheidet, daß er bei der großen Menge der Militärpflichtigen vielmehr ins öffentliche Leben hinaustritt, als andere, wie er auch besonders fühlbar in das Leben des Ein- zelnen eingreift, ist bei der Wichtigkeil, welche das deutsche Heer als einer der hervorragendsten Faktoren der Erziehung des Volkes hat, unleugbar bedeutsam für unser Volksleben und bewegt die weitesten Kreise, insbesondere neben den Nächstbetheiligten, die Angehörigen der Militärpflichtigen. Dazu kommt, daß in unserer Zeit mit der lebhafteren Bewegung des öffentlichen Lebens von Seiten der Kirche und des geistlichen Amtes, Alles mit Sorgfalt gepflegt werden muß, was geeignet ist, die innige Berührung der Landeskirche, als Volkskirche, mit dem allgemeinen Volksleben zu fördern. Um dem Bedürsniß einer seelsorgerlichen und kirchlichen Be- Handlung des gedachten Vorgangs im Interesse der Militär- Pflichtigen und ihrer Augehörigen wie der Gemeinde gerecht zu werden, empfiehlt es sich, nicht sowohl ganz neue Wege ein- zuschlage», als vielmehr an vorbandene Ansätze kirchlicher Sitte aiizukiiilpfen. Solche Ansätze find gegeben in der in verschiedenen Geineindeii der Landeskirche üblichen Praxis, daß kurz vor dem Zeitpunkt des Eintritts der Rekruten in den Militärdienst, die- selben mit ihren Angehörigen gemeinsam das heilige Abendmahl genießen. Eine solche Feier, eingeleitet durch eine entsprechende Abkün- digung vor der Gemeinde, beziehentlich durch geeigneten Hinweis aus dieselbe in der Predigt, sowie im seelsorgerlichen Berkehr init den Gemeindegliedern, begonnen mit einer herzanfassenden und gewissen- schärfenden Beichtrede, ausgeführt in Gegenwart der fttrbittenden Gemeinde, kann nicht verfehle», ans die Betheiligten nnd die Gemeinde einen nachhaltigen, erhebenden Eindruck zu machen. In der Beichttede wkrd jedoch zu vermeiden sein, in einseitiger und extremer Weife die sittlichen Gefahren zu schildern, welche mit dem Eintritt in den Militärdienst für den innerlich nicht ge- sestigten jungen Mann entstehen. Gefahren, welche mit dem Eintritt in jeden anderen Berufsdienst ebenfalls mehr oder weniger ver- knüpft sind; es gilt vor Allem dabei positiv zu wirken durch den Nachdruck, welcher auf die Gründung der Treue gegen König nnd Vaterland, Kaiser und Reich, in der Treue des Glaubens gegen Gott und Gottes Ordnungen, gegen Christus und seine Kirche zu lege» sein wird. An die Fürbitte, welche für die Kommunikanten am Tage der gedachten Abendmahlsfeier zu thun ist, wird sich, um der bewegten Theilnahme der nächsten Angehörigen der Rekruten und der Gemeinde überhaupt besonderen Ausdruck zu geben, am zweck- mäßigsten im uiimittelbaren Anschluß daran eine Fürbitte für die nächste Zukunft der Militärpflichtigen, für ihren Dienst und für das Wohl ihrer Seelen anknüpfen lassen. Wo eine solche AbendmahlSfeier, von der dringend zu wünschen ist, daß sie sich immer weiter in unserer Landeskirche verbreite und einbürgere, nicht zu Stande z» bringen ist. wird es sich doch empfehlen, an geeigneter Stelle»ach der Predigt eine solcheFürbitte einzuschalten. Für dieselbe ist, um einen bestimmten Anhalt zu bieten, das unter (7) nachstehende Formular beigelegt worden, ohne jedoch damit den einzelnen Geistlichen zu hindern, je nach lokalen Bedürfnissen, der Fürbitte eine andere Wendung zu geben. Indem Vorstehendes der Kreis hau ptm an» sch aft zu Bautzen, als Konststorialbehörde, sowie den Euperintendenturen eröffnet wird, werden dieselben aukaefordert. dieser An- regung weitere Folge zu gebe», zu diesem BeHufe gegenwärtige Verordnutig den Geistlichen und nicht minder den Kirchenvorstände» zur Kenntniß zu bringen und die Angelegenheit in geeigneter Weise bei Konferenzen, in Diöcesanversammlungen, bei Kirchenvisitationen und sonstigen Gelegenheiten zur Besprechung zu bringen. Von dem Erfolg ist im nächsten Jahresberichte Anzeige anhe» zu erstatten. Dresden, den 4. Januar 1892. Evangelisch-lutherisches Landeskonsistorium. T Gebet für die militärpflichtigen Rekruten. Wir befehlen auch Dir und Deiner gnädigen Obhut die Sühne unseres Volkes, die in diesen Tagen zum Dienste der Waffen berufen werden. Stärke sie mit Deinem Geiste in der Treue gegen König und Vaterland, Kaiser und Reich, hilf, daß sie im Glauben und christlicher Zucht eine gute Ritterschaft üben in Deinem und ihres Königs Dienst und bewahre sie unter allen Gefahren und Anfechtungen, daß sie wacker bleiben und Stand halten. Varkeinkrrftvtrhken. Der preußische Bolksschul-Gesetzentwurf i» der Veurtheilunn der sozialdemokratische» Presse. Slugsburger„Volks-Zettung": Immer spricht nlan vo» Versöhnung der Klassen und doch stellt man schon fast die Wiege in Feindesstellungen! Geht das Gesetz durch, sc ist der Pfarrer Souverän, der Lehrer Sklave! Belgien wird dann in Schntten gestellt! Damit aber das Aufräume» mit der „bösen Rothen" rascher gehe, hat der„Gesetzesmacher" Privat- schulen gestattet und diese mit herrlichen Freiheiten ausgerüstet; solche Anstalten werden wie Pilze aus dem Boden wachsen und einen passenden Tummelplatz kampfgieriger Hetzkapläne abgeben. Anmuthiges Ende des glorreichen 19. Jahrhunderts! Der Erlaß deS Herzogs Georg z« Sachse« und das Urtheil der sozialdemokratischen Presse. „Sächsische Arbeiterzeitung": Da? Schriftstück beweist, daß dem Militarismuß, dem auf Krieg und Parademarsch abzielenden Drillsystem endlich ein Ende gemacht werden muß. Das Militär soll die herrschende Klasse gegen ihre Feinde außerhalb und innerhalb Deutschlands schützen. Straßenkämpf« stellte v. Caprivi in Aussicht. Schießen auf Väter und Geschwister soll von sog. höchster Stelle alß Möglichkeit in Aussicht gestellt worden sein. In solchen Fällen würde weit mehr noch als im Kriege der„unbedingte Gehorsam" nothwendig sein, obwohl wir an einem Gehorsam in solchen Fällen überhanpt starke Zweifel hegen. Der unbedingte Gehorsam aber macht den Ge- horchenden zu einer Maschine; der heutige Soldat ist nichts weiter als ein Automat, der rein mechanisch die Arme und Beine hebt und senkt; er ist einem starren, äußerlichen Zwange unter- morsen; ob er etwas für richtig oder falsch hält, das ist gleich- giltig,„Disziplin muß sein!" Auf dm Befehlenden aber, vom Unteroffizier aufwärts, bringt das Doppelgefühl, daß er nach oben hin unbedingt gehorchen muß und daß ihm von unten her un- bedingt gehorcht werden muß, die schlinimsten Einwirkungen her- vor. Nach oben hin muß er aufs Wort pariren, muß sich harte Reden gefallen lassen, wie wohl thut es da, nach unten hi« das Empfangene weiter zu geben, sein Müthchen zu kühlen. Das langjährige Unteroffiziers- Leben, das fast jeder geistigen oder moralischen Anregung bar ist, ist erfüllt von dem Bewußt- sein einer Macht über eine Anzahl von Menschen, wie sie kein absoluter Herrscher auf dem Thron besitzt. Nur sehr starke und zugleich edle Charaktere— wie selten ist das Zusaminevtreffen beider Eigenschaften!— werden dem Anreiz widerstehen können, ihre Macht zu mißbrauchen. Ja selbst der Unteroffizier mit den besten Absichten wird leichr zum Mißbrauch seiner Macht getrieben. Gesetzt, er habe einige ungeschickte Leute in seiner Abtheiliing, die beim Marschiren krumme Knie machen; er wird vom Vor- Öetzten getadelt, daß er„seine Leute" bezw.„Kerls" nicht ser„im Zug habe"; das passttt einmal, zweimal und öfter, schließlich geht ihm die Geduld aus und er probirt, ob er nicht aus„andere Weise" zu dem erhabenen Ziele des„Knie- Durch- drückens" gelangen kann; ein roher Patron geht dabei noch einen Schritt weiter und wir sind bei dem Sergeaiiten Pflug von der 7. Kompagnie des 104. Regimentes angelangt, vo» dem das Schrift- stück sagt:„Das Unmenschlichste hat Pflug aber geleistet, als er die Rekruten, welche beim Gxerziren die Knie nicht ordentlich durchgedrückt hatten, derart über je zivei Stühle sich legen ließ, daß die Knie hohl lagen, und sich dann etwa 19 Minuten lang auf die Knie setzte und sie durchwuchtete. Als die Leute vor Schmerz laut ausschrien, hielt er ihnen mit der einen Hand den Mund zu, während er sie mit der anderen heftig ins Gesicht schlug." Man sieht also, es ist das System im Allgemeinen, welches solche Früchte zeittgt; es sind keine zufälligen„Ausartungen", sond-rn nothwendig« Folgen einer im Innern deS ganzen Organismus wuchernden Krankheit. Das System bedarf einer Umformung von Grund aus entsprechend dem Geiste der Zeit. An Stelle des Militarismus, des Drills, des Parademarsches, der scharf ab- gegrenzten Rangstufen, des sklavischen Gehorsams trete das Volksheer, dos Aufrücken in die höheren Grade nach dem Verdienst, die s r e i iv i l 1 i g e und deshalb gern beobachtete Disziplin. Nach dieser Richtung hin wollen wir das Aktenstück ausnützen und unS nebenbei über die klägliche Verlegenheit unserer ehrenwerthen Ordnungsblätter amüsire». '»' Zum Fall Pens sagt das katholische„Zentral-Volksbkatt für den Regierungsbezirk Arnsberg":„Mit schnierzlichem Be- dauern haben wir jüngst die Thatsache vernommen, daß es einem Ehemanne, welcher sich in Untersuchuiigshaft befand, vo» Seiten eines königlichen Staatsanwaltes trotz de» Angebotes einer Kaution verweigert wurde, an die Seite seiner sterbenden Gottin zu eilen und ihr so die letzte schwere Stunde zu erleichtern. Was Mann und Frau infolge dieser Verweigerung gelitte», das auszumalen, mögen uns die Leser erlassen. Ein Jeder, der menschlich fühlt, wird sich in die Lage der bedauernswerthen Ehegatten versetzen können. Daß jener Ehemann ein Sozial- demokrat ist, thut nichts zur Sache. Auch ein Sozialdemokrat ist Mensch mit menschlichen Empfinduiigen, menschlicher Freude, menschlichem Schmerze. Wir mögen seine Anschauungen be- klagen, sie verdainme», aber das Recht der Gerechtigkeit können und dürfen wir ihm seiner Anschauungen wegen nicht streitig machen."— Daß am Ende des 19. Jahrhunderts noch ein Blatt ver- sichern muß, auch ein Sozialdemokrat sei ein„Mensch mit menschlichen Empfiiidllngen, menschlicher Freude, menschlichem Schmerze", zeigt, wie tief noch verhältnißmäßig der Kulturstand des Deutschen Reiches ist, wie wenig dieser neuerdings aller« christlichste Staat von dem Gebots de? mythischen Nazareners thalsächlich prositirt hat:� Liebe Deinen �Nächsten wie Dich selbst. Im badische« Landtage* kritisirtm Dreesbach und Dr. Rüdt bei Berathung des Budgets des Justizministeriums scharf die Zustände in den dortigen Strafanstalten. Rüdt schil» derte seine Erfahrungen im Heidelberger ÄmtZgefängniß und tadelte das Benehmen des Gesängnißarztes, der sich geweigert hätte, ihn zu untersuchen, obschon er ein Krankheitsattest bei- gebracht und der ihn mit der charakteristischen Bemerkung zurück» gewiesen habe:„Strafe muß sin l" Auch die Kost sei eine un- fenügende, in der Woche werde nur einmal Fleisch verabfolgt, onst gäbe es außerordentlich wässerige Suppen. Weiterhin be- mängelle er die Strafart der Dunkelkauimer, die an das hoch«, notbvewliche Halsgericht Kaiser Karl's V. erinnere. Theater. Sonntag, den 14. Februar. Opernhaus. Die Afrikanerin. Montag: Cavalleria rusticana Die Verlobung bei der Laterne Der Dorfbarbier. Schauspielhaus. Der neue Herr. Montag: Der Bibliothekar. Deutsches Theater. Crampton. Kollege Circus Renz, Circus G. Schumann. Karlstraße. Friedrich- Karl- Ufer, Edke Karlstr. Sonntag, den 14. Februar, Bwei Sonntag, den 14. Februar Zwei Vorstellungen. Nachmittags 4 Uhr große Vorstellungen. Nachmittags ( 1 Kind frei). Mazeppas Verbannung, 32 Uhr und Abends 72 Uhr. Zu gr. historische Pantomime, ausgeführt der Nachmittags- Borstellung hat jeder von 150 Kindern mit Ballet( Pol- Besucher das Recht, ein Kind unter nischer Nationaltanz vom ges. Corps 10 Jahren frei mitcinzuführen. de Ballet). Neu arrangirt und in- Beide Vorstellungen sind mit verschie fzenirt vom Direktor E. Renz. denen vorzüglichen Programmen ausgestattet. In beiden Vorstellungen zum letzten Male: V E Montag: Don Carlos. Abends 71/2 Uhr: Leffing- Theater. Unter vier Augen. ,, Auf Helgoland" Fräulein Frau. Der sechste Sinn. oder: Ebbe und Fluth. Be Berliner Leben. 3 Montag: Die Großstadtluft. Große hydrologische Ausstattungs- Große Waffer- und Feuer- PantoBerliner Theater. Schlimme Saat. Pantomime in 2 Abtheilungen mit mime in 2 Abtheilungen mit 9 Bildern. Montag: Der Hüttenbesizer. National Tänzen( 60 Damen), Auf- Neues Schlußtableau:„ Berolina im Residenz- Theater. Musotte. Vorzügen. Neue Einlage: Die Garde- Feuer." her: Modebazar Violet. Husaren und lanen. Dampf In der Abend- Vorstellung AufMontag: Dieselbe Vorstellung. schiff und Bootfahrten, Wasserfällen, treten des berühmten, anerkannt Wallner- Theater. Der Bärenführer. Riefenfontänen mit allerlei Lichteffekten besten Schulreiters der GegenEin berühmter Mitbürger. u. f. w., arrangirt und inszenirt vom wart Mr. James Fillis E Montag: Dieselbe Vorstellung. Direktor E. Renz. mit feinem Ech Ipferde Germinal. Friedrich- Wilhelmnädt. Theater. Das Sonntagskind. Montag: Dieselbe Borstellung. Thomas Theater. Reif- Reiflingen. Montag: Diefelbe Vorstellung. Bellealliance- heater. Der Nothhelfer. Montag: Dieselbe Vorstellung. Oftend- Theater. Cavalleria rusticana.( Sizilianische Bauern- Ehre.) Montag: Dieselbe Vorstellung. Adolph Ernst Theater. Tanzteufel. Der Montag: Dieselbe Vorstellung. Alexanderplay- Theater. Berliner Blafter. Montag: Dieselbe Vorstellung. Frenpalat. Spezialitäten- Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spe zialitäten Borstellung. Theater der Reichshallen. Spe zialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Borftellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Konkordia- Palast- Theater. Spe zialitäten- Borstellung. American- Theater. SpezialitätenBorstellung. Gratweil' sche Bierhallen. Kommandantenstr. 77-79. Heute sowie täglich: Auftreten der Hamburger Gaudebrüder Konzert- und Roupletsänger. Anfang Wochentags 71/2 Uhr, Sonntags 6 Uhr. Entree: Wochentags 10 P., Sonntags 25 P. Empfehle meinen berühmten Mittagstisch à la Duval. 8 Regelbahnen 6 Billards, 2 Gäle. 1169L Etablissement Buggenhagen am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Pazenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. 841 F. Müller. In beiden Borstellungen Auftreten sämmtlicher Künstler- Spezialitäten. sowie Reiten und Vorführen der beft brefsirten Schul- und Freiheitspferde. Romische Entrees und Intermezzos von fämmtl. Klowns 2c. Täglich Auf Helgoland. Volks- Versammlung am Montag, den 15. Febrnar, Abends 8 Uhr, im großen Saale von Joël, Andreas- Straße Nr. 21. Tages- Ordnung: 1. Die Bedeutung der Gewerkschaftsbewegung für die Frauen. Referent: Reichstags. Abgeordneter Förster. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Es wird ersucht, an diesem Tage die Fach- Versammlungen möglichst ausfallen zu lassen. Zu dieser Versammlung sind die Arbeiterinnen ganz besonders Die Agitations- Kommission. J. A.: Ottilie Post. eingeladen. 376/6 Sozialdemokratischer Wahlverein für den 3. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Grosse Versammlung am Dienstag, den 16. Februar, Aberds 8 Uhr, in Mundt's Salon, Köpnickerstr. 100. Tagesordnung: 1. Bortrag über:" Kultur und Sozialismus". Referent: Reichstags Abgeordneter Genoffe Bruhns. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Gäste haben Zutritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Montag, den 15. Februar, Abends 71/2 Uhr: Große Vorstellung mit neuem Programm. Auftreten des berühmten Schulreiters Mr. James Fillis. Zum Schluß der Vorstellung: 399/26 Eine Nacht in Venedig. Gr. komische Der Vorstand. Driginal- Wasserpantomime. Sozialdemokr. Wahlverein f. d. 5. Berl. Reichstags- Wahlkreis. W. Gründel's Gasthaus, S., Dresdenerstraße 116. E. Renz, Direktor. AktienBrauerei Friedrichshain am Königsthor. Deute, Sonntag: 2 Billards, Vereinszimmer und Saal. Grosses FRIEDRICHSH ICHSHAIN InstrumentalKonzert Arbeitsnachweis und Verkehr der Maler, Buchbinder, Metallarbeiter, Drechsler, Sattler, Gärtner und Schuhmacher. 1868L L Fragekaiten. Versammlung Um zahlreichen Besuch bittet am Dienstag, den 16. Februar, Abends& Uhr, in Paster's Salon. Neue Königstr. 7. Tagesordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und 385/11 Der Vorstand. NB. Das Stiftungsfest des Vereins findet am Sonnabend, den 27. Februar, in der Brauerei Königstadt" statt. Billets hierzu sind zu haben bei Wagner, Neue Rönigstr. 89; Gumpel, Barnimstr. 42; Krüger, HirtenKl. Hamburgerstraßen- Ecke; F. Berndt, Neue Schönhauserstr. 18. Achtung Achtung! und Amalienstraßen- Ece; Drescher, Linienſtr. 50; Wittchow, Elſaffer- und Vereinen Berlins und Umgegend Arnold. empf. sich H. Oiang, Voltshumorist, Anfang 42 Uhr. Berlin SO., Mariannenstr. 10, Hof Eintritt 30 Pf. Kinder 10 Pi. part., 2. Ging. rechts. Programm unentgeltlich. 1992L Berliner Bockbrauerei, Tempelhofer Berg. Sonntag, den 14. Februar 1892: 1972L Gr. Vocal- u. Instrumental- Concert ausgeführt vom Männer- Gesangverein ,, Liedesfreiheit" ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes.) Dirigent Rudolf Tiek. Zur Aufführung kommt u..: Das Wintermärchen von H. Heine mit Orchesterbegleitung. Die Musik wird ausgeführt von der Freien Vereinigung der Zivil164/1 Berufsmusiker. Anfang 5 Uhr. Entree 25 Pf. Beerdigungsverein Berliner Zimmerleute. Sonnabend, den 20. Februar: Gr. Wiener Maskenball in Joël's Salon, Andreasstraße 21. Mitglieder, Freunde und Gönner des Vereins sind bestens eingeladen. 1 Anfang 82 Uhr. Billets für Herren à 50 Pf., für Damen à 25 Pf. find bei Sozialdemokratischer Wahlverein für den VI. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Versammlung am Dienstag, den 16. Februar, Abends 8 Uhr, in Schneider's Salon, Belforterstraße Nr. 15. Tages- Ordnung: 1. Materialistische Geschichtsauffassung. Referent: Genoffe Wach. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten, Verschiedenes und Fragekasten. F Gäste haben Zutritt. B 428/11 Der Vorstand. Achtung! Tapezirer! Große öffentliche Versammlung S Montag, den 15. Februar, Abends 8½ Uhr, in Feuerstein's gross m Saale, Alte Jakobstr. 75, Tages- Ordnung: 1. Wie stellen sich die Tapezirer Berlins und Umgegend zum Gewert schafts- Kongreß in Halberstadt. Referent: Herr G. Keßler. 2. Diskussion. 3. Bericht der Delegirten der Streif- Kontrollkommission. 4. Verschiedenes. Alle Tapezirer Berlins und Umgegend sind eingeladen und werden auch gum Erscheinen ersucht. Der Einberufer. 383/15 Allgemeine Bersammlung der Bäder Berlins und Umgegend am Dienstag, den 16. Februar, Nachmittags 3 Uhr, ben unterzeichneten Komitee- Mitgliedern bis zum Donnerstag, den 18. Februar in der Brauerei Friedrichshain( früher Lips), am Königsthor. zu haben, von da ab treten erhöhte Preise ein. Klebb, Mariendorferitr. 2; Gieche, Andreasstraße 59, 3 Tr.; Girke, Adalbertstraße 81, vorn part.; Mahn, Tages Ordnung: 1. Die Verkürzung der Arbeitszeit. Referent: Reichstags- Abgeordneter Castan's Panopticum arianner. 29, 3 Tr.; Dorn, Belforterſtr. 20, 3 Tr.; Bremer, Stromstr. 36, Metzger. 2. Vorlage der Denkschrift an den Bundesrath in Betreff des Friedrichstr. 165a, Ece Behrenstr. Interesantene Völkerschaft Inner- Afrikas: Schuli b. Emin Pascha- Reich. 30 Personen, Männer, Frauen, Kinder. Vorstellungen: 11, 12 u. 1 Uhr Vormittags, 4, 5, 6, 7, 8 und 9 Uhr Nachmittags. Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Ab. Um zahlreiches Erscheinen bittet Seitenflügel 2 Tr.; Dietrich, Willibald Alexisstr. 40, Quergeb. 2 Tr.; Gruse,§ 120e Abs. 3. 3. Verschiedenes. Höchstestraße 18; Schacht, Prenzlauer Allee 232 und Herrn Bandelow, Lange straße 13 im Restaurant. 1401b Das Comité. J. A.: August Klebb, Mariendorferstr. 2. Adlershof. Sonnabend, den 20. Februar 1892, im Lokale der Herren Wiedemann n. Manofski Großer Wiener Maskenbal arrangirt vom Arbeiter- Gesangverein ,, Freiheit", Beluftigungen und eberraschungen aller Art. Entree für Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. Anfang 82 Uhr. Das Comité. Passage- Oeffentliche Schneider- u. SchneiderinnenPanopticum. Lebensgrohe Versammlung am Sonntag, den 14. Februar, Nachmittags 4 Uhr, Wachsfiguren und im Lokal der Freireligiösen Gemeinde, Rosenthaler- Str. 38. Gruppen, Dioramen. 179/10 Tages Ordnung: Sündfluth Panorama 1. Der Arbeiterfang bei verschiedenen Ronfektionsfirmen. Ref.: Kollege mit Gewitter. 2. Pfeiffer. 2. Diskussion. Jm Theater- Saal( ohne Extra- Entree): Täglich v. 6 Uhr ab Vorstellung von Spezial. I. Nang. Entree 50 Pf. Viel neue Spezialitäten. Die Firma Baer Sohn ist schriftlich eingeladen. Alle Kollegen und Kolleginnen werden ersucht, zu erscheinen. Die Arbeiter Berlins werden ebenfalls auf diese Versammlung hingewiesen. Die Agitationskommission. NB. Die Versammlung wird präzise eröffnet, da das Lokal um 7 Uhr geräumt sein muß. La belle Irene, Achtung, Maurer! die tätowirte Präuscher's anatomischem Museum nur noch kurze Zeit Rommandantenstr. Täglich für erwachsene Herren. Dienstag und Freitag für Damen. Restaurant ,, Zukunftsstaat", Dienstag, den 16. Februar, Abends 8 Uhr: Gr.öffentl. Maurer- Versammlung in Feuerstein's großem Haale, Alte Jakobftraße 75. Tages Ordnung: B 1. Wie stellen sich die Maurer Berlins zum Gewerkschafts Rongreß in Salberstadt? 2. Wahl der Delegirten. 3. Gewerkschaftliches. Alle Maurer Berlins find dazu eingeladen, aber nur Maurer Raftanien- Allee 35. 1984L Vereinszimmer, 30-40 Perf. faffend, haben Zutritt und Stimmrecht. Der Vertrauensmann. mit Piano, noch einige Abende an Ber. 427/10 eine, auch zur Zahlstelle, zu vergeben. Garbe, Am Ostbahnhof Nr. 15. Beiträge zum Generalfonds für Moabit werden entgegenStempel u. Gra- genommen jeden Sonnabend bei Holzbecher, Dreißestr. 8. Der Vertrauensmann. Wagner. Vereinsabzeichen, sirung, empf. b. Genossen G. Kleist, Waldemarstr. 48. Berantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Die Agitations- Kommission. Grosse General- Versammlung des Allgem. Arbeiterinnen- Vereins Berlins und Umgegend 1438b Dienstag, den 16. Februar, Abends 8 Uhr, bei Säger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Kaffenbericht vom Vierteljahr. 2. Vorlesung aus dem Vereinsgesetz. 3. Diskussion. 4. Vereinsangelegenheiten. Pflicht eines jeden Mitgliedes ist es, in dieser Versammlung zu ers scheinen. Neue Mitglieder werden vor der Versammlung aufgenommen. Um zahlreichen Besuch bittet 176/6 Der Vorstand. Verband aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umg. Grosse Versammlung Dienstag, den 16. Februar, Abends 8,2 Uhr, bei Säger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Vortrag über: Sozialismus und Anarchismus" Ref.: Dr. Lütgenau. 2. Diskussion. 8. Verschiedenes. Aufnahme neuer Mitglieder. Gäste willkommen. Der Vorstand. 889/17 Sozialdemokratischer Agitationsklub für den Osten Berlins. Versammlung für Frauen und Männer am Sonntag, den 14. Febrnar, Abends 6½ Uhr, in Schneider's Gesellschaftshaus, Proskauerstraße 37/38 ( früher Neustädter Volksgarten). Vortrag des Genossen Strißkowsky über:" Den Entwurf des neuen Volksschul- Gefeßes". Nach der Versammlung geselliges Beisammensein, ver bunden mit Vorträgen und Tanz. Entree 10 Pi. Damen und Herren als Gäste willkommen. 1408b Arbeiter Bildungsschule. Sonntag, den 14. Februar, Abends 6 Uhr: 3wei große Versammlungen. Für den Ostbezirk in Joël's fleinem Saal, Andreasstraße 21. Vortrag des Herrn Dr. Cantorowitz:" Die Abstammung des Menschen." Diskussion. Verschiedenes. Für den Südost- Bezirk in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20. Vortrag des Herrn Dr. Borchardt: Die Bildung der Arbeiter." Diskussion. Verschiedenes. In beiden Versammlungen nach dem Vortrag geselliges Beisammensein mit Tanz. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Druk und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2431/18 Dierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum„, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 38. Parlamentsberichte. Dentscher Reichstag. 171. Sigung vom 18. Februar, 1 Uhr. Am Tische des Bundesrathes: v. Bötticher und einige Rommiffarien. Sonntag, den 14. Februar 1892. nunmehr so gedreht, daß ein Ingenieur und der betreffende Ar beiter angeklagt wurden. Präsident v. Levehow: Ich möchte fragen, wie eine Verbindung zwischen dem Reichs- Eisenbahnamt und dieser preußischen Eisenbahnangelegenheit herzustellen ist? " 9. Jahrg. schlag zu ertheilen. Die Stempelfälschungen interessiren so außerordentlich wenig, die Stempel spielen bei eins eine sehr geringe Rolle. Die Prüfung der gelieferten Schienen erfolgt in sehr gründlicher Weise auf unseren eigenen Werkstätten, nachdem die Fabrikation durch Staatskontrolleure von Aufang bis zu Ende auf den Werken überwacht worden ist. Abg. Bebel( fortfahrend): Sehr einfach. Das erwähnte und andere Werke haben der Reichs- Eisenbahnverwaltung Angebote Abg. Schneider- Hamm( ntl.) hält es für eine Pflicht der Die zweite Berathung des Etats der Verivaltung der gemacht, und ich möchte sie ersuchen, solche Werke, die Gerechtigkeit, einen Mann wie den Geh. Kommerzienrath Baare, Reichs Eisenbahnen wird mit den Titeln 18 und 14 des fich Betrügereien haben zu Schulden kommen lassen, fünftig gegen den bis jetzt nichts erwiesen sei, vor solchen unqualifizirRap. 4( Persönliche Ausgaben der Betriebsverwaltung) fortgefeßt. von der Submission auszuschließen. Die Verwaltung hat baren Angriffen zu schüßen. Redner geht näher auf die VorSie sollen für 1892/93 betragen 1 131 892 m., um 78 845 m. vermuthlich von allen diesen Thatsachen keine Kenntniß.( Heiter- geschichte des Prozesses Fusangel- Baare ein, deffen Ergebniß man mehr als im vorigen Etatsjahr, weil in Zugang gebracht sind keit.) Der technische Leiter beschwor, daß er von den ganzen doch erst abwarten müsse, ehe man in dieser Weise im Reichsdie Stellen für 1 Betriebskontrolleur, 3 technische Eisenbahn- Fälschungen nichts wisse; der Jugenieur und der Arbeiter wurden tage über einen Mann wie Baare zu Gericht size. Die Sozialsekretäre, 2 technische Betriebssekretäre und 30 Bureau- Assistenten. verurtheilt. Einer der Berurtheilten reichte ein Gnadengeſuch demokratie erwärme sich so sehr für die Entschädigung unschuldig Die Budgetkommission empfiehlt die Bewilligung dieser Mehr- ein und führte als Entschuldigung an, er fönne eine ganze Reihe Verurtheilter; hier aber verurtheilt sie einen Mann, ohne ihn geforderung. deutscher Eisenwerte nennen, die es ebenso machen. Das läuft hört zu haben( Sehr gut! rechts), hier heißt es bei ihnen wie im Referent Abg. Hammacher berichtet hic hei über eine also auf dasselbe hinaus, wie das Wort Baare's: Geflickte Mittelalter: Der Jude wird verbrannt!( Beifall bei den National Petition der Betriebssekretäre um Gehaltserhöhung eventuell Schienen laufen in der ganzen Welt herum". Unter den Werken, liberalen und rechts.) Schnelleres Aufrücken in die Stellen der Eisenbahn Betriebs die bei Schienenlieferungen betheiligt sind, ragt der Bochumer Abg. von Stumm( Rp.): Der Arbeiter und Unterbeamte fekretäre, sowie um anderweitige Ordnung der Zahlung der Verein ganz besonders hervor; noch 1890 und 1891 machte er habe allerdings ein ganz besonderes Interesse daran, schlecht geDienstalterszulagen. Die Kommission hat das erite Petitum mit den Staats- Eisenbahnverwaltungen Angebote. Im vorigen Jahre rathene Schienen zu verheimlichen. Bei allen Fabrikations: Rücksicht auf die in Aussicht genommene allgemeine Erhöhung ist infolge eines Prozesses, der mit diesen Dingen zunächst nichts formen ist es nothwendig, den Arbeitern für solche Waaren, die der Beamtengehälter und in Anbetracht der derzeitigen Finanz- zu schaffen hatte, gegen den Direktor Baare die Beschuldigung nicht vorschriftsmäßig find, in irgend einer Weise verantwortlich Tage abgelehnt, das zweite dagegen den verbündeten Regierungen erhoben worden, daß auf den Bochumer Werken schon seit einer zu machen. Ist das Material ganz schlecht, dann giebt es gar als Material zu überweisen empfohlen. langen Reihe von Jahren systematisch und im großartigsten Maße feinen Lohn; ist es weniger gut, dann wird der Lohn gekürzt. Bei Der Titel wird bewilligt. Fälschungen, Umwandelungen von schlechtem Eisenbahnmaterial mir z. B. werden Schienen, welche noch für Nebenbahnen gut Beim Titel 23: Für Erneuerung des Oberbaues 2, 625, durch falsche Stempel in gutes, vorgekommen feien, so daß sich im find, aber den strikten Anforderungen der Eisenbahnverwaltung 400 M., bemerkt Laufe der Jahre hunderte von falschen Stempeln angesammelt nicht entsprechen, nur mit der Hälfte des Lohnes berechnet. Wenn Abg. Bebel: Infolge der auf Anregung Richter's be hätten. Es bestanden dort besondere Werkstätten mit Dußenden nun der Arbeiter versucht, durch Manipulationen der geschilderten fchloſſenen Resolutie ist in diesem Jahre eine Uebersicht über von Arbeitern, die Fälschungen von Schienen, Schwellen, Laschen Art seinen vollen Lohn zu bekommen, so ist das Betrug. Diesen die Submiſſionen von Eisenbahnschienen gegeben, aus der hervor vornahmen, und als diese Arbeiter von einem der kontrollirenden Dingen muß seitens der Beamten die allergrößte Aufmerksamkeit geht, daß 1890 eine größere Anzahl von Firmen ein Angebot Beamten der Staatswerkstätten erwischt wurden, verlegte man zugewendet werden. Trotzdem sind auch bei mir durch die Obervon 145-150 M. per Tonne machte. Die Angebote im die Fälschungswerkstätten von Bochum nach einem nahe gelegenen meister ähnliche Unterschiebungen vorgekommen. Ich habe die Jahre 1891 bewegten sich zwischen 124-132 M. Die Firmen Ort, wo sie vor Störungen ficher waren; zwei Graveure waren Leute sofort entlassen und habe damit ein warnendes Erempel Gebrüder Stumm und de Wendel in Hayingen erhielten den Zu- lediglich mit dem Herstellen falscher Stempel beschäftigt, die statuirt. Der Ausspruch, es kommen solche Dinge auf allen schlag zu dem Mindestangebot von 124 refp. 125 M. In dem Affordlöhne dafür wurden wie alle anderen Affordlöhne ver- Werken vor", ist also nicht in dem Sinne aufzufassen, wie Herr Berzeichniß der Bewerber sind fast gar keine ausländischen einbart. Nach meiner Ueberzeugung ist es zweifellos, daß von Bebel es eben gethan hat. Der eine dieser Obermeister ist später Firmen zu finden und die deutsche Eisenbahnverwaltung zahlte allen diesen Vorgängen Herr Baare genau unterrichtet war und allerdings als einfacher Arbeiter wieder eingestellt worden, aber nur Durchschnittlich höhere Preise an die deutschen Firmen, als die Nichts that, dem Unfug zu steuern. Aus den Aften folgt, daß mit der Hälfte seines früheren Verdienstes. Bei den Schienen handelt felben Firmen vom Auslande erhielten. Gebr. Stumm, welche er mindestens bis 1880 von den Fälschungen Kenntniß hatte, es sich häufig um Schönheitsfehler, die auf kaltem Wege unter im v. J. 124 M. per Tonne verlangten, schlossen mit der Gott und die gegentheilige Aeußerung des Abg. Möller wird durch Bulaffung der Staatskommiffare beseitigt werden; in diesem hardbahn einen Schienenlieferungs- Bertrag bis 1894 ab, wonach eine auf Grund des Preßgefeges in der„ Köln. 3tg." veröffentlichte, Sinne kommen auch bei mir geflickte Schienen vor, das hat mit sie die Tonne mit 98 M., also um 26 M. billiger liefern, von Herrn Fusangel veranlaßte Mittheilung widerlegt, wonach der Ehre des Werkes und mit der Sicherheit der Eisenbahnen als an die deutsche Eisenbahnverwaltung.( Hört, hört! die Staatsanwaltschaft aus eigener Initiative erklärte, daß gegen nichts zu thun. Ich muß dann die Richtigkeit der Preßnachrichten links.) = Eine wunderbare Bekundung des deutsch- industriellen Baare die Anklage wegen Betheiligung an den Schwindeleien bestreiten, daß ich Schienen ins Ausland zu 88 M. an Patriotismus! Aber es kommt noch besser. Im Januar d. I. nicht erhoben werden tönne, weil die Dinge, um geboten hätte. Allerdings müssen wir nach dem Ausboten in Breslau rheinisch- westfälische Werke die Tonne zu welche er wußte, zeitlich zu weit zurücklägen, um lande niedrigere Preise stellen, aber übersieht man denn, 115-117 M. an, während sie nach Süd- und Mittelamerika noch verfolgbar zu fein; also giebt der Staatsanwalt zu, daß wir seinerzeit unter Billigung der ganzen linken Seite 40 000 Tonnen zu 83 M. frei Antwerpen zu liefern übernahmen, daß, wenn diese Thatsachen nicht zu weit zurücklägen, fie aus- des Hauses Erleichterungen für den Veredlungsverkehr eingeführt nach A zug der Fracht zu 78 M. pro deutsch- patriotische Tonne gereicht hätten, um gegen Baare die Anklage zu erheben. Dann haben, welche es ermöglichen, nach dem Auslande zu billigeren Schienen.( Heiterfeit links.) Die Lieferung fostet den Abnehmern fährt Fusangel fort: Außerdem wurde mitgetheilt, daß die Preisen abzusehen? Schon die Zolldifferenz allein deckt die ganze 1520 000 9. weniger, als sie der deutschen Eisenbahnverwaltung Voruntersuchung gegen Baare neuerdings wieder aufgenommen Differenz von 26 M., die Herr Bebel anführt. Die Schienenzu stehen kommen würde, die inzwischen doch begriffen zu haben fei auf Grund folgender Thatsachen: Unter den Zeugen, die für preise verfolgen außerdem eine rückläufige Bewegung, der Preis scheint, daß die Dinge so nicht weiter gehen können. Der Rück- Baare's Mitwissenschaft au traten, befand sich ein gewiffer finkt und wird in diesem Sommer weiter sinken. Auch die Rückgang des Personen- und Frachtverkehrs legt ihr die Verpflichtung Defontaine, und bezüglich seiner gravirenden Aussagen fam in ficht auf die Arbeiter spielt hier sehr mit; denn ein Wert, welches auf, möglichst zu sparen, und so hat denn zuletzt in Bromberg den Aften ein Schreibfehler vor; dort hieß es nämlich, die Mit- für 83 M. thatsächlich verkauft hätte, muß einen Verlust von ein englisches Werk die Lieferung von 10 000 Tonnen bekommen, wissenschaft Baare's erstreckte sich nach Defontaine's Aussagen 13-14 m. pro Tonne machen. Daß in Straßburg fremde weil es 10 m. billiger war als alle deutschen Werke. Die Eisen- bis 1880, es sollte aber heißen bis Ende 1889 oder Anfang Firmen sich wenig betheiligen, liegt daran, daß die Ausländer bahnverwaltung erspart dabei 100 000 m. und der Reichsfiskus 1890". Defontaine fezte nämlich Herrn Baare vor zwei Jahren dort keinen Frachtvorsprung haben. Sie haben sich aber ge erhält außerdem noch 250 000. an 3oll. Die links- rheinische die ganze Sachlage auseinander, der aber war darüber nicht meldet, nur nicht als Mindestfordernde. Der„ Schienenring" ist Eisenbahnverwaltung hat bei einem belgischen, die sächsische bei einem erstaunt oder entrüstet, sondern sagte, dergleichen käme auf allen dahin gerichtet, eine Verschleuderung der Waare zu verhüten. englischen Wert neuerdings Bestellungen gemacht. Liefern nun unsere Werken vor, und ließ sich von dem Zeugen versprechen, über die Die Staatsverwaltung findet darin nichts, sondern betheiligt sich deutschen Werke so billig nach dem Auslande, so begreife ich, daß Vorgänge Schweigen bis zum Grabe zu bewahren. Ich will Herrn sogar an ähnlichen Konventionen, wie bezüglich des KalifalzHerr v. Stumm am Donnerstag so eindringlich eine Ermäßigung Baare auf Grund dieser einseitigen Aussage nicht schuldig sprechen, werks Staßfurt. Die Freifinnigen haben sich ja auch zu einem der Eisenbahn- Tarife für Rohstoffe gewünscht hat; er will noch fest steht aber seine Schuld bis 1880, für die er der Verfolgung Ringe gegen die Anforderungen der Buchdruckergehilfen zusammeneinen, wenn auch geringen Profit herausschlagen bei den nur wegen Verjährung entging. Es entsteht dabei die Frage, ob geschlossen. Gegen den Kohlenring habe ich mich nicht Schleuderpreisen, die er vom Auslande bezieht. Gegen den es denkbar ist, daß der Direktor, der bis 1880 von den ausgesprochen. Wenn man Zeitungsartikel auf mich zurückRoblenring ist er lebhaft aufgetreten( Widerspruch des Abg. Schwindeleien unterrichtet war, es auf einmal nicht mehr sein führen will, so muß ich das ablehnen. Ich übe 37 öffent v. Stumm), gegen den Schienenring nicht. Der Kohlen und sollte; das ist einfach undenkbar, man müßte mindestens nach- liche Geschäfte und Funktionen aus, fann mich also nicht auch Rokering hat allerdings, wie seine eigenen Publikationen ergeben, weisen, daß Baare 1880, als er von den Vorgängen erfuhr, Alles noch um Artikel bekümmern, die in Blättern stehen, im vorigen Jahre nicht weniger als 147 000 M. Entschädigungen aufbot, um in seinem und des Werkes Interesse alle weiteren Be- welche mir befreundet sein sollen. Ich habe nur getadelt, daß an diejenigen Werke gezahlt, welche nach Spanien u. s. w. zu trügereien hintanzuhalten. Aber im Gegentheil, 1889 ist ein ge- man den Eisenwerken, die an der Grenze liegen, die Kohlen ganz außerordentlich niedrigen Preisen geliefert hatten. Diese wiffer Arbeiter Luning, der beim Herstellen falscher Stempel in billiger liefert als den inländischen. Der Verkauf billigerer ganze Ring- und Kohlenwirthschaft wird nicht etwa im Inter- Bochum abgefaßtt wurde, mit einer Empfehlung des Werkes nach Schienen nach dem Auslande verlegt fein inländisches Interesse; esse der Arbeiter, wie Herr von Stumm voriges Jahr be- dem vorhin erwähnten Osnabrücker Wert gegangen, wo er An- bei den Kohlen liegt die Sache nicht ganz so. Im Namen der hauptete, sondern nur für die Kapitalisten selbst gemacht, um ftellung fand.( Heiterfeit links.)" Gine Hand wäscht die andere", Werke, welche in den Konventionen eine Lebensfrage sehen, danke möglichst hohe Profite herauszuschlagen, und sie haben dabei das ist die Moral unserer Bourgeoisie; es bedarf nur des Hin ich dem Herrn Bebel für seine Angriffe, fie werden wesentlich ihr Schäfchen, den Staat, sehr hübsch geschoren. Aber nicht weises auf die Steuervorgänge, um zu zeigen, es handle fich hier dazu beitragen, daß die Konventionen erneuert werden. genug damit, daß das Reich geschröpft wird, obwohl nicht um einzelne Personen, sondern um ein System, das in den Abg. Hine( 3.): Ich stehe auf dem Standpunkt des Kollegen es das gar nicht nöthig hätte, denn es könnte ohne herrschenden Klaffen Plaz gegriffen hat. Im Vordergrund steht Schneider, möchte dann aber auch die andere Seite bitten, fich Mühe diefe ganze Wirthschaft unmöglich machen; durch das dabei, daß am 5. Juni 1891 Herr Baare als Beuge vorgeladen nicht in Ausdrücken über Herrn Fusangel zu ergehen, wie Verbleiben von den Submissionen Abstandsgelder gezahlt werden, Schienen stehe, gefagt hat: Sel stverständlich ist so etwas nie- als begründet, so muß doch allseitig anerkannt werden, daß die wird es zur Anlegung noch höherer Preise genöthigt. Dazu mals vorgekommen; daß einmal geflickte Schienen mit unter- Dinge im öffentlichen Interesse Klargestellt werden; sie dürfen tommt, daß die Staats- und Reichs- Eisenbahnverwaltung nicht laufen, fommt bei allen Werken vor. Es würde beiläufig nicht im Stadium der staatsanwaltlichen Boruntersuchung vermehr die Sicherheit hat, daß ihnen nicht für ihr theueres Geld interessant sein, wenn Herr von Stumm heute gegen bleiben. A U noch schlechte, geflicte Schienen aufgehängt werden. Zu meiner diese Befchuldigung Baare's protestirte. Ich bin fest Abg. Bebel( Soz.): Die Ausführungen des Regierungs Hererraschung befinden sich unter den Werken, welche 1890 und überzeugt, daß solche Dinge auf den Stumm'schen tommissars haben mich etwas überrascht; er hat gesagt, die Ver 1891 bei der Reichs- Eisenbahnverwaltung Angebote auf Liefe Werken nicht vorkommen.( Lachen links.) Nein, ich bin wirklich waltung sei nicht in der Lage, Jemanden zu verwehren, sich an zungen gemacht haben, nicht allein der Bochumer Verein mit davon überzeugt. Aber in seinem Interesse muß es liegen, wenn einer Submission zu betheiligen. Das ist ein ganz falscher Baare an der Spitze, sondern auch die Georg- Marienhütte bei er sich feierlichst gegen solchen Verdacht verwahrt: Herr Baare Standpunkt, der von anderen Verwaltungen nicht immer getheilt Osnabrück. Dieses Wert hat, wie gerichtlich feststeht, 20 Jahre hat unter seinem Gide ausgesagt, daß er von Fälschungen nichts wird. In dem Augenblick, wo ich erfahre, daß ein Unternehmer lang systematisch die Fälschung von Schienen betrieben. Zum wisse. Jest weist ihm die Staatsanwaltschaft das Gegentheil mich betrogen und beschwindelt hat, hört meine Verbindung mit ihm Anfertigen falscher Stempel war ein besonderer Graveur an- nach. Dies sollte einmal einem Sozialdemokraten passiren. Wie auf. Warum die Verwaltung der Reichs- Eisenbahnen das nicht gestellt, der in der gesammten Belegschaft unter dem Namen würde es dem ergehen!( Präsident v. Leveßow: Soll das auch so machen soll, das verstehe ich nicht. Auch dem jezigen Stempelfrige" bekannt war. Er arbeitete in einem Raum, etwa Alles dazu dienen, die Verwaltung vor einzelnen Werken Chef der Reichs Eisenbahnen waren die Dinge von der Georgder die Aufschrift trug:„ Für Arbeiter verboten." Es zu warnen? Ich habe meine Ausführungen zur Genüge ge- Marienhütte amtlich mindestens ebenso gut bekannt wie mir, dem ist ganz undenkbar, daß die Betriebsleitung von einer macht, es folgt daraus mit Nothwendigkeit, daß die Eisenbahn- Chef der preußischen Eisenbahnen auch. Die Rücksicht auf die solchen Einrichtung nichts wußte. Die Sache ging so Verwaltungen sich entschließen, Werke, bei denen jetzt oder früher beschäftigten Arbeiter soll die Regierung auch nicht abbatten, mit weit, daß auch der Fallbär, durch welchen die Schienen solche Betrügereien und Schwindeleien vortamen, wie Osnabrück aller Strenge gegen die Betriebsleitungen vorzugehen. Wenn auf ihre Berreißbarkeit geprüft werden, auf eine Gummi- Unter- und Bochum, ein für alle Mal von der Betheiligung an Sub- eine Verwaltung unmöglich wird, so find tausende von anderen lage fiel, damit seine Kraft abgeschwächt würde. Bei der Prüfung missionen auszuschließen: denn auch bei der schärfsten Kontrolle Kapitalisten bereit, die Werke zu übernehmen. Noch überraschender der Schienen hat der betreffer de Regierungs- Baumeister festgestellt, giebt es, wie die Erfahrung zeigt, Mittel und Wege, schlechte war mir die Ansicht des Regierungsvertreters, daß das Schienendaß unter den bereits gestempelten Schienen sich 25 unbrauchbare waare für gute anzubringen, die Verwaltung müßte denn flicken ihm gar feine Sorge macht. Die Kontrolle sei eine so mit gefälschtem Stempel befanden. Dieser Baumeister hat dann geradezu fortwährend Beamte auf den Werken installiren, daß ausgiebige und ausgezeichnete, daß die Verwaltung kaum hinterseinem Vorgesetzten in Hannover berichtet, daß solche Fälschungen nicht in einem Winkel des Werkes oder in der Nachbarschaft gangen werden könne. Hier liegen Thatsachen vor, aus denen Ein Ende muß gemacht hervorgeht, daß die Verwaltungen Jahre lang hintergangen worden Umfange betrieben worden; ob auch die geschäftlichen Leiter der werden einem solchen Verfahren von Personen, die an der Spize find, ehe sie dahinter gekommen. Und da erklärt der Herr RegierungsGesellschaft von dieser Sachlage unterrichtet seien, wage er nicht unserer heutigen Staats- und Gesellschaftsordnung stehen und vertreter: Das genirt uns nicht! Die Jahreszahlen werden nicht zu behaupten, daß sei eben Sache näherer Untersuchung. Dem ihre wärmsten Bertheidiger find, in deren Augen wir Sozial- im Beisein der Kommissare entfernt, sondern bei Seite geworfen. Herrn Minister ständen zwei Wege offen: entweder durch einen demokraten der Abschaum der Schlechtigkeit sind, weil wir Gigen- Dann flickt man die ausrangirten Schienen und schiebt sie unter die zuverlässigen Kriminalfommiffar an Ort und Stelle die nöthigen thum, Staat, Familie und was weiß ich Alles zerstören wollen, von den Kontrolleuren abgenommenen, indem man gute Schienen Untersuchungen anzustellen, wobei bei einer etwaigen Schuld der während diese Spigen der heutigen Staatsordnung darauf aus: dafür wieder wegnimmt. Diese Mogelei wird natürlich hinter leitenden Personen die schwerwiegendsten Folgen für das ganze gehen, den Staat zu betrügen. Ueber diese Uebelthäter muß der dem Rücken des Kontrolleurs vorgenommen. Wenn die EisenWerf, möglicherweise der geschäftliche Zusammenbruch desselben Staat strenges Gericht halten, was bis jeht nicht der Fall ge- bahn Verwaltung das Vertrauen hat, daß nichts Böses vorund die größte Schädigung der Arbeiter zu fürchten sei, wesen zu sein scheint. In diesem Sinne richte ich die Anfrage kommt, so wird das auf allen Schienenwerken sehr deutlich gehört die belasteten Arbeiter und Beamten vor- an die Verwaltung, ob Maßregeln ergriffen sind, um für die Zu- und verstanden werden. Die Kohlenringe werden nicht era zugehen. Der Minister betrat den letzteren Weg. Er veranlaßte funft solche Schwindeleien zu verhindern, und ob sie nicht geneigt mangeln, die Preise so hoch zu schrauben, daß sie auch dem bie Eisenbahndirektion in Hannover, durch Vermittelung des ist, in der von mir angedeuteten Weise vorzugehen, daß solche Freiherrn von Stumm anfangen müffen, unbequem zu werden. Ersten Staatsanwalts in Osnabrück' das Weitere zu thun. Gs Werke nicht mehr zu Submissionen zugelassen werden. Aus seinen Ausführungen haben wir wenigstens erfahren, daß oder aber gegen heißt in diesem Resfript: Die mögliche bedenkliche Tragweite Geheimrath Kinel: In den Submissionen tann jeder ein der hohe Eisenzoll eigentlich nur eingeführt ist, damit die Eisender Sache für die betreffende Arbeiterbevölkerung wird, wie ich Gebot machen; ob er berücksichtigt wird, hängt von der Prüfung industriellen möglichst hohe Preise bei den Konsumenten, hier annehme, dem Ersten Staatsanwalt nicht entgehen." Damit war ab, welcher die Angebote unterliegen. Der Bochumer Verein hat speziell der Eisenbahn- Verwaltung, zu fordern in der Lage find. bem Staatsanwalt sehr deutlich die Richtung gegeben, in welcher auch hier Angebote gemacht; er war nicht Mindestfordernder Wir sehen den Reichstag durchaus nicht als eine Art Gerichtshof er die Anklage zu erheben hatte. Obwohl es für keinen Menschen und ihm ist der Zuschlag nicht ertheilt worden. Nach uns vor an, der über einen einzelnen Fall urtheilen soll. Aber in dem zweiselbaft war, daß der technische Betriebsdirektor und Andere liegenden sehr genauen Nachweisungen würde fein Be- Prozeß gegen Fukangel find alle Befchuldigungen desselben don diesen Schienenfälschungen Kenntniß hatten, wurde die Sache denken vorgelegen haben, dem Bochumer Verein den Bu- gegen Baare und Genossen bis auf kleine nebensächliche Punkte als wahr angesehen worden, vor allem die Betrügereien 1 tragen, während die Brutto- Einnahmen sich auf 1843 Mill. stellen. I hat durch seine Ausführungsbestimmungen gesprochen, jetzt haben in den Steuerangelegenheiten. Fusangel ist auch nicht wegen Die direkten Steuern decken also etwa 40 pet. des Staatsbedarfs. wir das Wort.( Heiterkeit.) Aber darum keine Feindschaft nicht, verleumderischer, sondern nur wegen einfacher Beleidigung in- Wenn man die Reichsausgaben nach dem Verhältniß auf Preußen Herr Minister.( Heiterkeit.) folge seiner heftigen Ausdrücke gegen Baare verurtheilt berechnet, so werden alle Ausgaben gedeckt zu 21,4 pct. durch Abg. Lehmann( 3): Verschiedene Steuerpflichtige bes worden. In der Schienenangelegenheit ist festgestellt, daß er direkte Steuern, zu 51,4 p& t. durch indirekte Steuern im Reiche, schweren sich darüber, daß ihnen zugemuthet wird, ihre Bücher bis 1880 zweifellos die Fälschung gewußt hat, zu 5 p& t. durch indirekte Steuern in Preußen, und zu 21 pCt. zur Begründung der Steuererklärung einem Konkurrenten vorzus obgleich er das im vorjährigen Prozesse abgeschworen hat. Herr durch Betriebsüberschüsse. Daraus folgt, daß die Bedeutung der legen, der zufällig Mitglied der Kommission ist: Sie sind bereit, Schneider hat also teine Ursache, seinen Parteigenoffen Baare preußischen direkten Steuern eine sehr große ist und bleiben muß. jedem anderen Mitgliede der Kommission die Bücher vorzulegen. in Schuß zu nehmen. Herr Baare könnte ja selbst die Sache Die Grundsteuer wird genehmigt, ebenso ohne Debatte die Finanzminister Miquel: Die Steuerpflichtigen sind übervor Gericht bringen, wenn er gegen Fusangel wegen der neuer Gebäudesteuer. haupt nicht verpflichtet, irgend Jemandem ihre Bücher vorzulegen. lichen Beschuldigungen die Verleumdungsanflage einreichte. Das Abg. Rickert( dfr.): Die Steuerpflichtigen sind meiner Die Einkommensteuer und ebenso die übrigen Titel der Ein Verhalten Baare's in dem Steuerprozeß hätte Herrn Schneider, Ansicht nach nicht verpflichtet, sich an die Instruktion des Finanz- nahmen werden bewilligt. der ja als Richter in diesem Prozeß fungirte, veranlassen sollen, ministers zu halten. Sie können ihr Recht bis in die höchste weniger Baare's Partei zu nehmen. Natürlich werden wieder Instanz geltend machen, bis zum Ober Verwaltungsgerichte. nicht Diejenigen auf der Anklagebank erscheinen, die von Rechts Deshalb will ich es unterlassen, einige interessante Streitfragen wegen dahin gehören, sondern untergeordnete Beamte und hier vorzubringen. Erwähnen will ich nur die Verfügung des Arbeiter, die nur willenlos Befehle ihrer Borgesetzten ausgeführt Finanzministers, wonach die Beiträge für Unfallversicherung bei haben. Das beweist, daß in der ganzen Art unserer Prozeß- Aktiengesellschaften nicht abzugsfähig sein sollen. Das entführung etwas faul ist.( Sehr richtig! bei den Sozialdemokraten.) spricht nicht der Vorschrift des§ 9, welcher in Bezug auf diese Läge gegen einen sozialdemokratischen Arbeiter soviel Material Frage durch einen Antrag des Abg. Richter abgeändert worden ist. für einen Falscheid vor wie gegen Baare, so würde er sofort in Der Finanzminister macht einen Unterschied zwischen VersicheUntersuchungshaft tommen und von jedem Gericht verrungskassen und Versicherungs- Attiengesellschaften; ein solcher urtheilt werden. Das gleiche Recht für Alle ist eben zur Phrase Unterschied ist aber im Hause nicht gemacht und namentlich vom geworden. Abg. Richter ausdrücklich zurückgewiesen worden. Der Minister hat auch damals keinen Widerspruch erhoben. Geb. Rath Kinel: Mit Kitt verklebte Schienen sind ein für mich unfaßbarer Begriff. Die Kontrolleure muß ich gegen den Vorwurf der Gewissenlosigkeit in Schuh nehmen. Abg. Schneider- Hamm wiederholt, daß er nur gefordert hat, man möge das Urtheil des Gerichts abwarten, und verlangt von dem Abg. Bebel die urkundliche Vorlegung des staatsanwaltlichen Bescheides.( Lachen links; Rufe: Es steht ja in allen Zeitungen!) Damit schließt die Diskussion. Der Titel und der Rest des Ordinariums wird bewilligt. Im Extraordinarium werden 14 348 500 m. verlangt und ohne Debatte bewilligt, desgl. die Einnahmen in Höhe von 55 639 000 M. Damit ist der Etat der Reichs Eisenbahnen erledigt. Es folgt die Berathung von Kommissionsberichten über Petitionen. Die Petition des Kaufmanns und Holzhändlers Fischer in Bofen um Geftattung der zollfreien Einfuhr von Rundholz nach feiner früher jenseits der Grenze gelegenen, vor dem 1. Oftober 1885 nach dem Grenzorte Podsnamsze verlegten Brett- Schneidemühle wird entsprechend dem Kommissionsantrage und nach Befürwortung durch den Abg. Holkmann dem Reichskanzler zur Berücksichtigung überwiesen. M Bei den Ausgaben bittet Abg. v. Puttkamer- Trebbin um Anstellung eines besonderen Katasterbeamten für den Kreis Rummelsburg, für welchen jetzt der Beamte des Kreises Bütow die Geschäfte mit verfehe. Finanzminister Miquel: Die Anstellung eines Ratasterbeamten für Rummelsburg ist nur zur Zeit abgelehnt wor den, weil die Geschäftslast noch nicht so groß sei, daß eine neue Stelle nothwendig sei. Auf eine Anregung des Abg. Lehmann erklärt Geheimer Finanzrath Fuisting, daß eine Regelung der Gehälter der Rent meister in Rheinland und Westfalen erst nach Abschluß der Steuergesetzgebung zur Ausführung kommen könne. Die Ausgaben werden bewilligt. Schluß 34 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag, den 18. Februar, 11 Uhr.( Etat der Eisenbahn- Verwaltung.) Parlamentarisches. Finanzminister Miguel: Wenn ich mich geirrt haben sollte und davon überzeugt würde, würde ich die Verfügung gern auf: heben. Ich kann mich aber nicht davon überzeugen und weil der Minister nach seiner Auffassung des Gesetzes entscheiden muß, so tann ich meine Verfügung nicht aufheben. Präjudizierlich sind ia diese Verfügungen des Ministers doch nicht; jedem Steuerzahler steht es frei, die Entscheidung des Ober- Verwaltungs- Ge richts anzurufen, welcher Entscheidung sich der Minister zu fügen Die Kommiffion für Abänderung des Wahlgefehes hat. Es war schwer, dieses schwierige Gesetz bis heute durch- hätte gestern die erste Lesung des Antrages Barth- Rickert zu zuführen; ich bin meinen Herren Räthen, die durch Aufbietung Ende gebracht, wenn nicht in letzter Minute der Abgeordnete ihrer Intelligenz und durch freudige Leistung jeder Mehrarbeit Dr. Hahn, natürlich nur um die Verhandlungen zu verzögern mich dabei unterstützt haben, dafür außerordentlich dankbar. und hinauszuziehen, einen neuen Paragraphen in Vorschlag ge Einige zweifelhafte Fragen von genereller Bedeutung haben bracht hätte, nach welchem jeder Wähler, sobald er seine Stimme wir durch Verfügung entschieden. Andere Fragen haben wir abgegeben, verpflichtet sein sollte, das Wahllokal zu verlassen. trotz des Drängens der Interessenten entschieden abgelehnt. Herr Hahn will also, daß außer dem Wahlvorstand niemand Wir können alle diese zweifelhaften Fragen sine ira behandeln; im Wahllokale anwesend sein dürfe. Im Interesse gewiffenloser die Entscheidung wird durch das Oberverwaltungsgericht gefällt Wahlvorstände, welche gewillt sind, die Wahl zu fälschen, mag werden. Die ganze Diskussion, welche sich damals an den An- so ein Antrag liegen, aber daß der Antragsteller sich zum Anwalt trag Richter fuüpfte, bezog sich garnicht auf diese Streitfrage, die folcher zweideutiger Ehrenmänner machen möchte, ist doch ausheute angeregt worden ist. Vielleicht geht mein Kommiffarius auf geschlossen. Wozu also so ein Antrag! diese Dinge noch weiter ein. Es würde zu weit führen, wenn wir alle diese Streitfragen hier behandeln. Die Finanz Die Petition der Stadtgemeinde Spandau und der Ge- verwaltung hat bewiesen, daß sie das Einkommensteuer- Geset meinden Ellerbeck und Gaarden betr. Die Heranziehung des nicht in fleinlicher fistalischer Weise ausführen will; sie hat sich Reichsfiskus zu den Kommunallasten beantragt die Petitions- bestrebt, das Gesetz vorsichtig und allmälig in allen Konsequenzen fommission der Reichsregierung als Material bei einer etwaigen durchzuführen. Regelung der kommunalen Besteuerung des Reiches sowie zur Erwägung dahin zu überweisen, ob nicht den Gemeinden Ellerbeck und Gaarden ein einmaliger Beitrag zur Tilgung ihrer Schulden zu gewähren sei. Die Bundeskommiffare Geh. Admiralitätsrath Holt und Geh. Oberregierungsrath Plath widersprechen dem Kommissionsantrage speziell mit Rücksicht auf Gaarden und Ellerbect; in Ellerbeck feien Unregelmäßigkeiten in der Gemeindeverwaltung vorgekommen, wodurch die mißliche Lage der Gemeinde sich erkläre. Abg. Münch( fr.) tritt dagegen sehr lebhaft für die SchadToshaltung der beiden durch die Bauten der Marineverwaltung fo fehr benachtheiligten Nachbargemeinden der Stadt Riel ein. Nicht die schlechte Gemeindeverwaltung, sondern direkt die Maß nahmen der Werftverwaltung seien die Ursache der Finanznoth, in welche jene beiden Gemeinden gerathen find. Der Kommissionsantrag wird angenommen. Die auf die reichsgefeßliche Regelung der Weinfrage sich beziehenden zahlreichen Betitionen werden dem Reichstanzler als Material zu der in Aussicht gestellten Gesetzgebung überwiesen, so weit sie die ungeschmälerte Forterhaltung der besonderen Weinund Traubenzölle betreffen, durch die Genehmigung der Handelsverträge für erledigt erklärt. Ueber die Petitionen, welche die Ausdehnung der Novelle zum Reichsbeamten- Gesez vom 21. April 1886 betreffen, geht der Reichstag zur Tagesordnung über. Die Betitionen verabschiedeter Postbeamten um Erhöhung ihrer Pensionen werden dem Reichskanzler als Material überwiesen. Lokales. Abg. Enneceerus( ntl.): Bon großer Wichtigkeit ist die Mit einem orfanartigen Sturm endete der vorgestrige Tag, Frage, wie die Abnutzung bei Gebäuden berechnet werden folle; der von Falb als ein fritischer Tag zweiter Ordnung vorauss die Entscheidung dieser Frage ist von größter Wichtigkeit für die gesagt worden war. Namentlich in den westlichen Vororten ganze Ausführung der Veranlagung. Der Minister hat verfügt, machte sich das Unwetter bemerkbar. Der Sturm wüthete mit daß die Abnutzung vom Gebäudewerth berechnet werden soll, aber elementarer Gewalt, hob Ziegel von den Dächern, entwurzelte unter Berechnung der Zinseszinsen. Das ist ein Fehler. Redner freistehende Bäume und richtete namentlich an offenen Neubauten erbringt einen mathematischen Beweis für die Unrichtigkeit dieses großen Schaden an. Erst gegen drei Uhr Morgens legte sich Systems. das Tosen des Sturies, und ein sonnenklarer Tag, der an Finanzminister Miquel: Die Frage tann wohl besser in Frühlingswiederkehr erinnerte, folgte dem kritischen 12. Februar. einem Kolleg als hier im Hause untersucht werden. Die Frage Der Landmann ist übrigens mit solchen Sturmtagen in jetziger der Abschreibungen ist die schwierigste. Die Jdee der Abschreibung Jahreszeit sehr zufrieden, namentlich wenn zahlreiche Regentage ist, daß das Kapital für eine Neubeschaffung oder einen Neubau vorangegangen sind: denn der Sturm trocknet den zu naß ge angesammelt werden soll. Dabei fährt der Staat schließlich sehr wordenen Erdboden, auf dem die Wintersaat grünt, aus und schlecht. Denn das angesammelte Rapital wird der Versteuerung fördert dadurch deren Gedeihen. entzogen. Soll die Abnutzung berechnet werden nach der Zeit, die ein vorhandenes Gebäude jetzt noch stehen wird, oder nach der Zeit, die ein Haus vom Neubau ab gestanden hat und stehen wird. Es muß also der Neubauzustand des Hauses in Betracht gezogen werden. Die gründliche Prüfung dieser Frage Die gründliche Prüfung dieser Frage durch das Oberverwaltungsgericht wird wohl auch hier abzuwarten sein. " Zu unserem Artikel über die Verpflegungsstationen wird uns geschrieben: Wenn der Genosse erzählt, daß er auf den Verpflegungsstationen auf Stroh geschlafen, so muß derselbe einen glücklichen Strich gewalat fein. glücklichen Strich gewalzt sein. In der reichen Provinz Sachsen in einer Stadt über 36 000 Ginwohner fam Schreiber dieses einmal im Winter früh Morgens zufällig auf die Verpflegung 3" station. Er öffnete die Abg. Herold( 3.) hält es für nothwendig, daß bei solchen Thür eines Hinterzimmers, etwa 3-4 Meter breit, 5 Meter lang tleinen landwirthschaftlichen Betrieben, wo Haus- und Land- und mäßig hoch und erblickte dort etwa 25 arme Reisende auf wirthschaft nicht auseinander zu halten sind, eine Deklaration Tischen, Holzbänken und an bloßer Erde ruhend", Bündel als nicht verlangt, sondern nach allgemeinen Normen eingeschätzt wird. Kopftiffen ohne jede Decke oder Stroh. Die Stube war geheizt, Finanzminister Miquel: Das würde dahin führen, daß aber es herrschte eine fürchterliche Lust. Dieser Anblick aus der Jemand deswegen nicht zur Deklaration kommt, weil er feine Bücher herrlichsten der Welten wird mir stets in Erinnerung bleiben. führen will. Entscheidend ist der Gesichtspunkt, daß die Landwirthe zur Führung von Büchern angehalten werden sollen, nicht Ein erfolgreicher Einbruch ist in der Nacht zum Donners J. V. H. Hannesen aus Ruhrort bittet, der Reichstag möge gewesen, sondern hauptsächlich die Möglichkeit, eine Deflaration tag auf dem Grundstück Friedrichsir. 216 verübt worden. Das dem Bundesrath veranlassen, dem Reichstagsbeschlusse vom herbeizuführen. In dem ganzen Steuersystem liegt eine Auf- Grundstück stößt hinten an den Schulhof des Friedrich- Wilhelms 14. Mai 1889 Folge zu geben, wodurch seine damals eingereichte forderung dazu, sich der eigenen Einnahmen und Ausgaben be- Gymnasiums. In dem nach dem Schulhof belegenen Quergebäude Petition um Herabsetzung des Zolls auf rundgebogene, un- wußt zu werden. Uebrigens liegt diese Frage nicht blos bei den befindet sich im ersten Stock das Exportgeschäft von Fröhlich u. gefchälte Reifenftäbe dem Reichstanzler zur Berücksichtigung über- fleinen Landwirthen so, sondern bei allen kleinen Existenzen im Ruttner. Als gestern früh die Angestellten der Firma erschienen, fanden sie die sonst wohlverschlossene Eingangsthür geöffnet. wiesen war. Handwerk u. f. w. Durch die am 1. Juli 1888 in Kraft getretene Abände Abg. Höppner( fons.): Daß zur Buchführung angehalten Spitzbuben hatten sich mittels Nachschfüffel Eingang in das Lokal rung des amtlichen Waarenverzeichnisses hatte der Bundesrath werden soll, ist eine Absicht des Gesetzes gewesen, aber meine verschafft, waren anscheinend sofort in das unverschlossene Privat die Reifenstäbe als grobe Böttcherwaaren klassifizirt und Freunde halten es für nöthig, das Gesez so zu interpretiren, daß fomtoir geeilt und hatten dort gleichfalls mittels Nachschlüssel danach mußten fie von da ab ftatt 40 Pfg. 3 Mart Zoll tragen. Derjenige, welcher nicht beflariren kann, auch nicht deklariren den Schreibtisch des hiesigen Chefs der Firma, Herrn Fröhlich, Nach dem am 18. Januar 1891 erstatteten Kommiffionsbericht, braucht, mag der Grund in der Natur des Einkommens oder in geöffnet. In dem Schreibtisch befanden sich zwei Ersatzschlüffel welcher die Petition zur Neberweisung zur Berücksichtigung der Person des Steuerzahlers liegen. Bei den Kommissions- zum Geldschrank, mit deren Hilfe die Diebe zwei Schlösser das britte Schloß hatte empfiehlt, war in der Kommission erklärt worden, daß die auf verhandlungen hat man ausdrücklich nach dieser Richtung hin den geöffnet hatten; für Grund des Beschluffes von 1889 eingeleiteten Grörterungen des§ 27 als einen Schutz betrachtet. Die allzu rigorose Anwendung offenbar einen Nachschlüssel benutzt. Das im Schrant anf Reichs Schazamts noch nicht abgeschlossen, aber dem Abschluß der Deklaration würde große Unzufriedenheit hervorrufen; es bewahrt gewefene Gold und Silber im Betrage von mehreren nahe seien. sollte daher nicht blos im ersten Jahre, sondern überhaupt Rück- Tausend Mark war entwendet, Kupons und sonstige Papiere aber Abg. Hammacher beklagt, daß dem Reichstag Tein Mittel ficht auf diese Verhältnisse genommen werden. Das Prinzip der hatte man liegen laffen. Auch die im Schreibtisch verwahrten aufteht, den Abschluß diefer Berathungen zu beschleunigen, da Steuererklärung wird dadurch nicht durchbrochen. Redner ftreift fleinen Kaffen wurden ausgeräumt. Wie es scheint, haben die auch heute, wo wieder ein Jahr seit jener Erklärung vergangen dann die Frage der Diäten für die Mitglieder der Einschätzungs- Diebe über den Schulhof des Friedrich- Wilhelms- Gymnasiums ungestört ihren Rückzug angetreten. Bisher fehlt jede Spur von sei, fein Bertreter des Bundesraths fich bewogen fühlt, irgend Rommiffionen. eine Bemerkung zur Sache zu machen. Redner fündigt an, daß Finanzminister Miquel: Die Thätigkeit in den Einschätzungs- den Einbrechern. er zu geeigneter Beit den Antrag auf Einrichtung eines Gerichts- Kommissionen ist meist als ehrenamtliche betrachtet; es sollen nur Aus einem an der Spandauer Berücke 1 belegenen hofes für Bollstreitfachen wiederholen werde. die baaren Auslagen ersetzt werden. Darüber wird vielleicht in Romptoir sind in der Nacht vom 11. zum 12. d. M. WerthGeheimer Rath Bauschning: Bis zur Stunde hat der der nächsten Session ein Gesezentwurf vorgelegt werden. Bundesrath in der Sache noch keinen Beschluß gefaßt. Beranlagungs- Kommission soll nach dem weiteren Wunsche des papiere und baares Geld im Betrage von 800 M. gestohlen worden. Die Diebe haben sich mittelst Nachschlüssels Zutritt zu Die Petition wird dem Reichskanzler zur Berücksichtigung Borrebners darüber entscheiden, ob ein Mann Bildung genug dem Geschäftslokal verschafft und darauf in den Geldschrank ein überwiesen, ebenso die Betionen einiger Heiner Gemeinden aus befigt, um von einer Thatsache, von seinem Einkommen, eine Erfo großes Loch gebohrt, daß sie mit der Hand in ben Schrank so großes Loch gebohrt, daß sie mit der Hand in den Schrank bem Bezirk Baffau um Herabfegung des Bolles für österreichische flärung abzugeben. Das ist eine bedenkliche Sache. Ich will in greifen konnten. Auf diese Weise haben sie einen Theil des Ins Bugochfen und um Rückerstattung von Zoll für Kokosgarn. Erwägung ziehen, ob nach den Erfahrungen eine Aenderung des halts herausgeholt. Unter den gestohlenen Papieren befinden sich Zwei Betitionen, betreffend das Geheimmittelwesen und die Gefeßes erforderlich ist; aber eine bestimmte Zusicherung möchte mehrere Stückt preußische Konsols, einige 4 proz. ostpreußische öffentliche Anpreifung medizinischer Präparate, werden dem ich in keiner Weise in Aussicht stellen. Meine Auffassung des Pfandbriefe im Werthe von je 200 M., eine Attie der San Reichskanzler zur Kenntnißnahme überwiesen. § 27 ist eine andere als die des Vorredners; ich habe darüber Louis- und San Francisto- Bahn( Nr. 11'806) im Werthe von Darauf wird die Bertagung beschloffen. im Herrenhause eine ganz bestimmte Erklärung abgegeben. Wer 1000 Dollars, eine Lebensversicherungs- Polize und mehrere Schluß 5½ Uhr. Nächste Sigung Montag 1 Uhr. mehr als 3000 M. Netto- Einnahme hat, wird wohl im Stande Wechsel. Ein Checkbuch der Reichsbank ist gleichfalls entwendet ( Militäretat.) sein, sein Ginkommen ziffernmäßig aufzuschreiben. Warten wir worden. Mit dem Einbruch werden zwei gut gekleidete Männer doch erst die Erfahrung des ersten Jahres ab. in Verbindung gebracht, die am 11. b. M. in den Vormittags # Abgeordnetenhaus. 10. Sigung vom 18. Februar, 12 Uhr. Am Ministertische: Miquel und Kommiffarien. Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der zweiten Berathung des Staatshaushalts- Etat für 1892-98 und zwar der Etat der diretten Steueru Die man Abg von Buch( tons.): Wir können uns bei der Erklärung stunden auf dem Korridor, der zu dem Komptoir führt, gefehen des Ministers nicht beruhigen; wir haben den§ 27 anders auf- worden sind, letzteres aber nicht betreten haben. Bestärkt wird gefaßt als er. Wir würden aber vorläufig zufrieden sein, wenn diese Bermuthung durch die Thatsache, daß gehört worden ist, der Minifter dem Takt des Vorsitzenden der Einschäßungs- Kom- wie einer dieser Männer zu seinem Gefährten sagte:„ Du, hinten miffion eine Berücksichtigung unserer Wünsche überließe. schläft feiner." Abg. von Bockelberg bespricht die Frage der Normalfäße für solche Personen, welche nicht deklariren, sondern eingeschäßt werden. Am 23. Januar hatte der Kaffenbote A., der seit 27 Jahren bei einer hiesigen Firma in Dienst steht, in der Bei dem ersten Titel der Einnahmen, Grundsteuer Geheimer Finanzrath Wallach erklärt, daß die Normalfäße Reichsbaut 25 100 n. in Papiergeld in Gold und Silber umzu 89 907 000 90., weist nur ein Nothbehelf seien; in erster Linie stehe immer die Steuer- wechseln und erhielt u. A. fünf Rollen Zwanzigmarkstücke, von Abg. Euneccerus( natl.) darauf hin, daß die direkten erklärung, dann die persönliche Einschätzung und erst in legter denen jede 1000 m. enthielt. Als er nach seinem Geschäft zurücks Steuern scheinbar nur eine kleine Summe in dem großen Etat Linie tönnen die Normalsäge zur Anwendung gebracht werden. fehrte und das empfangene Geld ablieferte, fehlte ihm eine ausmachen; es empfiehlt sich, einmal eine Nettoberechnung aufDer Kaffenbote konnte den Verlust Abg. Lückhoff( frt.) spricht sein Einverständniß mit den Goldrolle von 1000 m. auftellen. Redner berechnet die Reineinnahmen aus Domänen Ausführungen Ridert's über die Abzugsfähigkeit der Prämien für nicht aufklären, der ihm erhebliche Unannehmlichkeiten zugezogen hätte, wenn nicht Sonntag, 24. Januar, in einem Vororte ein und Forsten, Lotterie, Seehandlung, Bergwerken und Eisenbahnen Unfallversicherung aus. auf 429 Millionen Mart; davon ab die Ausgaben für die Abg. Rickert bleibt den Ausführungen des Finanzministers junger Mann dadurch Aussehen erregt hätte, daß er in einer Staatsschulden mit 267 Millionen Mart, bleibt eine Rein- gegenüber bei seiner Auffaffung dieser Fragen. Bezüglich der Restauration mit einer reich mit Gold gespickten Börse prablte einnahme von 162 Millionen Mark. Dazu kommen andere kleinere Auslegung des§ 27 wird es sich wohl empfehlen, wenn der und fremde Leute mit großer Freigebigkeit bewirthete. Dieser Einnahmen mit 12 Millionen, die direkten Steuern mit 164, die Finanzminifter für die ersten Jahre eine mildere Auffassung gelten junge Mann erregte dadurch Verdacht, obgleich er fein Vers indiretten mit 88,7 millionen und die Ueberweisung aus dem fäßt. Die baldige Beseitigung der Normalsäge wäre allerdings halten durch die Bersicherung zu erklären suchte, daß er in der Reiche nach Abzug der Matrikularbeiträge 24,4 Millionen Mart, bringend zu wünschen. Daß diese einzelnen Fragen hier zur Antiftlaverei Berloosung eine größere Summe gewonnen habe. so daß die Reineinnahmen in Wirklichkeit 400,7 Mill. Mart be Sprache gebracht werden, ist selbstverständlich. Der Minister Er ist in dem Handlungsgehilfen S. ermittelt worden, und die Behörden haben festgestellt, daß er am 28. Januar zu gleicher jetzt zu unserer Organisation gehalten und werden dies auch Bergnügungsverein, Freundestreue", 9% Uhr, im Restaurant Gerth, Prinzenstraße 106.- Vergnügungsverein Fidel to", Montag Abends 9 Uhr Zeit mit dem Kaffenboten A. im Auftrage seines Prinzipals im ferner thun, stehen unseren Bestrebungen doch die Arbeiter und im Restaurant„ Sum Reichsgarten", Oranienstr. 108. Damen und Herren als Wechselbureau der Reichsbank gewesen ist, und sich eine Tausend- Genossen sympathisch zur Seite, und nur durch ihre Hilfe sind Gäste willkommen. Vergnügungstlub Mephisto", Montag Abend Bergnügungsverein„ Edelweiß 2" martrolle angeeignet hat, welche von dem Boten auf dem wir im Stande, unsere Organisation vor dem geplanten Unter- 8% Uhr bei Wolff, Brunnenstr. 35a. jeben Montag im Restaurant Reichsgarten, Oranienstr. 108. VergnügungsWechseltisch liegen gelassen worden war. Zum Glück für den gange zu retten und den Sieg zu erlangen. Verein, Amicitia" Sigung Sonntags um 3 Uhr im Bereinshaus, WilhelmKaffenboten ist S. fistirt worden, ehe er einen nennensiverthen Darum, Arbeiter, Genossen, verlaßt uns nicht, wir werden ftraße 118. Damen und Herren willkommen.- Privat- Theatergesellschaft, off= Betrag von dem Gelde durchgebracht hatte. Euch, wenn es Noth thut, auch nicht verlassen und stets Eurer nung", Sonntag, Abends 8 Uhr, bei Krebs, Ohmgaffe 2. Gäste, Damen und Herren, willkommen. Privattheater- Gesellschaft Augusta Victoria", Sonntag 3 Uhr im Vittoria- Saal, Perlebergerftr. 13. Gäfte willkommen. uns jetzt geleisteten Hilfe dankbar eingedent sein. Die Lohntommission Bollack- Club Eintracht", bei Gustav Schulze, Wienerstr. 68. Gäste will tommen. Sonntag NachGefelliger Vergnügungsverein Nord" mittag 4 Uhr bei Rade, Müllerstr. 161. Gäste, Herren und Damen, will fommen. Theater- und Pantomimenvereinideler Geift" bet Krebs, In den Werkstätten der Allgemeinen Elektrizitäts- Dhmgaffe 2. Geselliger Klub ,, Namen to 3". Jeden Montag bei Abra Gesellschaften zu Berlin, Ackerstraße 76, haben am Sonnabend ham, Straßburgerstr. 5. Gäste, burch Mitglieder eingeführt, willkommen. Vormittag 21 Mann des Personals( Klempner und Gürtler) Theater- und Vergnügungs- Verein„ Amor", Sigung Montag, Uhr, bet Nach der Sigung Fidelitas. Vergnügungsverein and in hand". die Arbeit wegen Lohnreduktion und unbefriedigender Be- Kummer, Ackerstr. 13 Aufnahme." Herren und Damen dazu willkommen. handlung seitens eines Meisters niedergelegt. Bis zum Sizung jeden Sonntag, Abend 6 Uhr, tm Lotale des in. Meißner, GartenAustrag der Sache bitten die Ausständigen um Fernhaltung des ftraße 162. Aufnahme. Gäste willkommen. Buzugs. Kupfer und Bink scheinen auf die Berliner Spitzbuben neuerdings eine besondere Anziehungskraft auszuüben. Aus einer Gießerei am Engelufer sind in verflossener Nacht 1250 Kilo Zink in einzelnen Platten, welche den Stempel Lazi" tragen und 625 M. werth sind, gestohlen worden. Gastwirthe sind in letzter Zeit wiederholt von Gästen ihrem Aussehen nach Schlächtergesellen, betrogen worden, die sich ein Darlehen ausboten und als Unterpfand eine scheinbar goldene Uhr anbaten, die fich später als werthlos erwies. Die Leute, welche diese Schwindeleien ausgeführt haben, sind jetzt ergriffen worden. Der Leiter dieser Schwindeleien ist der Handelsmann Robert Krause. Ein Dienstmädchen Namens Bertha D., die bei einem Schlächtermeister am Königsgraben in Stellung war, ist wegen Kindestödtung in die Gefangenenstation der Charitee eingeliefert worden. der Glacé Handschuhmacher. " Psyche", Theater- und Vers gnügungs- Verein. Sigung jeden Sonntag, Abends 6 Uhr, Königstadt- Kafino Holzmarktstr., part. Lese- Uebungen. Fidelitas. Gäste mit Verständniß für Der Unterſtügungsverein der Kupferschmiede Deutsch- Literatur, Damen nicht unter 16, Herren über 20 Jahre, willkommen. Freie Vereinigung der aufleute. Jeben Montag Abend: Ge lands hält am 3. April und folgende Tage in Halle seine fellige Sufammenkunft der Mitglieder bet Bodenburg, KommandantenGeneralversammlung ab. Hauptsächlichste Punkte der Tages- straße 10-11, Dafelbft Ausgabe der Bibliotheksbücher. ordnung sind: Antrag der Filiale Berlin, dem Verein den Charakter einer Versicherungsanstalt zu nehmen; Einführung eines Rechtsschutz- Reglements; ferner die Beseitigung des letzten Reftes alter Bunstgebräuche; Anschluß an die Generalfommission der Gewerkschaften Deutschlands. Dermifdhytes: Versammlungen. berat auf, daß es im Saale bröhnte. Wir wünschen, daß Herr Eine Selbstmörderin, welche ein volles Vierteljahr in ihrer Wohnung als Leiche an einem Thürpfoften gehängt haben muß, ist gestern aufgefunden und dem Schauhause überwiesen worden. Die 27 Jahre alte unverehelichte Blätterin Bertha Krüger, welche im Keller des Quergebäudes Landsberger Plaz 1 eine aus Stube und Küche bestehende Wohnung inne hatte, war zu einer Polizeiftrafe herangezogen worden und sollte am 15. November v. J. zur Verbüßung derselben eingeliefert werden. Der Schuhmann konnte jedoch nicht in die bei Unglücksfällen( weibl. Abth.) Montag, den 15. Februar, Abends Lehrkursus der Berl. Arbeiter u. Arbeiterinnen zur ersten Hilfe Wohnung gelangen, und da man die Inhaberin auch später nicht sy uhr, bet Feuerstein, Alte Jakobftr. 75. Vortrag des praft. Arztes Herrn sah, wurde sie als vermißt gemeldet. Gestern nun sah der Haus- Dr. Gutmann. Lehrstunde. Bücher- Umtausch. Nur Damen haben als Gäste wirth durch das Schlüsselloch der Eingangsthür den Schlüssel Butritt. Allgemeine und Zentral- Kranken- und Sterbekasse der Metallvon innen stecken. Er schritt nunmehr zu einer gewaltsamen arbeiter( Ging. Silfst. 29 u. 89$ bg.), Filiale Berlin 3. Bersammlung MonDeffnung der Wohnung und fand die bereits in Verwvefung über- tag den 15. b. M., Abends 8% Uhr, Manteuffelstr. 90. Staffenbericht. gegangene Leiche der Krüger in der angegebenen Weise vor. Verein deutscher Schuhmacher( Filiale Berlin). Montag, den 15. Febr., Abends 8½ Uhr, Versammlung bei Bolzmann, Andreasstr. 26. Tagesordnung: Siebe Inferatentheil der Sonntagsnummer. In der Poliklinik von Professor Dr. Litten, Dorotheenstraße 8, werden innerlich Kranke wochentäglich von 12-2 Uhr unentgeltlich behandelt. Auch sind dort Apparate zur mechanischen Behandlung von Lungenkranken aufgestellt. Polizeibericht. Am 12. d. M. Vormittags erschoß sich in einem Gasthofe in der Invalidenstraße ein unbekannter, etwa 30jähriger Mann von außerhalb.-Vor dem Hause Linienstr. 246 wurde Abends ein obdachloser Arbeiter von einer Droschke überfahren und erlitt mehrere Rippenbrüche, so daß er nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden mußte. Im Laufe des Tages wurden vier Personen in ihren Wohnungen er hängt vorgefunden und zwar in der Stegligerstraße, am Landsbergerplay, in der Mulackstraße und in der Bernauerstraße. Gerichts- Beifung. Volks- Verfammlung am Montag, den 15, Februar, Abends 8 Uhr, im großen Gaal von Joel, Andreasstr. 21." Tagesordnung: Die Bedeutung der Gewerkschaftsbewegung für die Frauen. Referent: Reichstagsabgeordn. Förster. Fachverein der in Buchbindereien u. verw. Betrieben beschäftigten Arbeiter. Montag, den 15. Februar, präz. 9 Uhr: Ordentl. General- Versamm 1. Geschäfts- u. Kaffenbericht. lung in Feuerstein's Salon, Alte Jatobitr. 75. 2. Bericht über Arbeitsnachweis. 8. Neuwahl des gesammten Vorstandes. Die Mitglieder des ehemal. Fachvereins der Leber- Arbeiter haben Zutritt. Mitgliedsbuch legitimirt. Zentral- ranken- und Sterbekasse der Tischler und anderer gewerblichen Arbeiter( E. S. 3 Hamburg). Dertliche Verwaltung Berlin A. Sonntag, den 14. Februar, Vormittags 11 Uhr: Mitglieder- Bersammlung im Lotale des Herrn Roll, Adalbertstr. 21. Verein Waldesgrün. Sonntag Damenabend bet Nebelin, Langestr. 108. anfang 6 Uhr. Herren und Damen als Gäste willkommen. Bormittags 10 Uhr, im Feenpalaft, Burg u. Wolfgangstr.- Ecke. TagesAbgeordneter Moltenbuhr. Einen bösen Fall machte heute der Abgeordnete Möller furz vor Schluß der Reichstags Sigung, als er sich nach dem Präsidium begeben wollte. Der Abgeordnete machte auf der aweiten Stufe einen Fehltritt, fiel und schlug mit dem Kopfe Möller über einen ordentlichen westfälischen Schädel verfügt, der Schaden zu nehmen, davon kommt. Uebrigens ist Möller nicht einen Puff vertragen kann, so daß der Herr ohne weiteren der erste Abgeordnete, der auf den abgetretenen glatten Teppichen zu Falle tam. In der Nothwehr hatte der Koch Wilhelm Johannes School mann aus Barth den Kapitän Johann Peter Friz vom bremischen Schooner Therese" getödtet. Das Kopenhagener Schwurgericht sprach ihn deshalb frei. An einem nud demselben Strick haben sich im Walde bei Wetter a. D. Ruhr zwei junge Arbeiter( 16 und 17 Jahre alt) er hangen aus welchem Grunde, weiß Niemand. Mit 7000 M. ist der 24jährige Kommis Georg Ernst August Ronnete aus Leer in Ostfriesland einem Leipziger Konfektionsgeschäft durchgegangen. Auf seine Ergreifung sind 300 M. Belohnung ausgesetzt. Wieder eine Hinrichtung, die des Raub mörders 2ux, wurde am Sonnabend in Saarbrücken vollzogen. dabei. 53 000 Mark soll der Direktor Dr. Tiedemann von Verein der Stralfunder. Sonntag, Abends 7% Uhr: Tanzkränzchen in der Zuckerfabrik unterschlagen haben. Er wird jetzt steckBeau's Festsaal, Kommandantenstraße 62, 1 Tr. Billets für 50 f. find zu brieflich verfolgt. Bei seiner Verheirathung hat er, wie es heißt, haben bei den Herren Buchow, Leipzigerftr. 65; Krüger, Solmsstr. 15; Schupper, eine Mitgift von 160 000 Mark erhalten da er wahrscheinlich Rosenthalerstr. 13, 3 Tr. Große öffentliche Volksversammlung am Sonntag, den 14. februar, damit noch nicht austam, so spekulirte er und verspekulirte sich ordnung: 1. Die Novelle zum Krantenfaffengefez. Referent: Reichstags= Auch eine Monarchie. In Monaco sind seit Neujahr Humanistische Gemeinde, Kommandantenstr. 79, hält am Montag, den schon 14 Selbstmorde infolge von Spielverlusten an der 15. Februar, Abends 8 Uhr, Herr Schäfer einen Vortrag über Medizin- dortigen Spielbank zu verzeichnen gewefen. Der letzte Selbstwiffenschaft und Naturheilkunde. Friedrichsberg. Am Montag, den 15. Februar, Abends 8½ Uhr, findet mörder war ein Spanier, der mangels befferer Beschäftigung an die Februar- Bersammlung des Arbeiter- Bildungsvereins im Spizig'ichen der Spielbank arbeitete und dabei sein ganzes Vermögen, das 1 Million Franken betrug, verfor. Er zog, dem Loose eines Privat- Theater- Gefellhaft Walhalla". Jeben Sonntag um 4 Uhr Sigung bet Lautenbach, Guvrystr. 77. Anständige junge Damen und Herren besitzlofen Arbeiters den Tod vor. Privat- Theatergesellschaft ,, Preziosa". Sonntag Nachmittag 4 Uhr: Gigung in Keller's Gefälen, Röpniderstr. 96 bis 97( Zummelfaan. Machher Fidelitas und Tanz. Gefelliger Verein Neue Welt". Sigung Sonntags 7% Uhr bei StrohGäfte willkommen. 1 " " Wegen Beleidigung durch die Presse stand gestern der frühere Redakteur des Vorwärts", Kurt Baafe, welcher 3. 3. in Glückstadt eine ihm wegen Breßvergehen zuerkannte vier- Saale ftatt. monatliche Gefängnißstrafe verbüßt, vor der 2. Straffammer des Landgerichts I. Aus der Bielefelder Volkswacht" hatte der willkommen. Fidelitas. Schamlos. Zu der vom Vorwärts" veröffentlichten säch " Borwärts" am 10. Mai v. J. die Schilderung eines Vorfalles fischen Ministerialverfügung, betreffend die Handhabung des übernommen, welcher sich in Lippstadt bei der Aushebung der fächsischen Vereinsgesetzes, bemerkt das Leipziger Tageblatt": Militärpflichtigen ereignet hatte. Es wurde erzählt, daß ein Durch die Verfügung erflärt sich manches, was seit Jahresfrist Trupp der letzteren unter Führung eines roth- ausstaffirten jungen hänt, ptetr. 48( Ecke Wörtherstraße). Nach der Sigung Lanz. Fidelitas. in Bezug auf die Haltung der Polizeibehörden insbesondere Mannes, der eine rothe Fahne getragen, durch den Ort ge Privat- Theater- Gesellschaft Boccaccio" tagt jeden Montag Abend gegenüber der sozialdemokratischen Partei als befremdlich erzogen fei. Kaum hatte das Auge des Gesezes die rothe 8% Uhr bet Schneider, Adalbertfir. 8. Gäſte willkommen. schienen ist." Dasselbe Blatt hat von jeher zu den be= Fahne gesehen, als sich fünf Gendarmen zur Verfolgung des Abends 9 Uhr, in Kürschner's Restaurant: Uebungsstunde. Mukk- Vergnügungsverein„ Deutsche Treue". Montag, den 15. Febr., fremdlichsten Maßnahmen gegen die sozialdemokratische frevelhaften Fahnenjunkers aufgemacht, der aber schnellere Füße Gefelligkeits- Verein Vorwärts"( ehem. Tambour- Berein). Sonntag Arbeiterschaft gerade am meisten gehegt und nie ein Wort gehabt habe und fortgerannt sei. Zu seiner Ergreifung Nachmittag Uhr bei Raecke, Langeftr. 65, Sigung. Nachher Fidelitas. des Tadels gegen die in Rede stehenden befremblichen", polizeihabe sich der Gensdarm D. auf ein Pferd geworfen, Sonntag Nachmittag 8 Uhr, im Restaurant zur Schneekoppe", Noftizitr. 29. Lese- und Diskutirklubs. Lese- und Diskutirklub" Mar Kayserlichen Maßnahmen gehabt. welches aus einem Stalle geholt worden fei, die Sozialbem. Lese- und Diskutirklub Spinoza". Jeden Montag, Gäfte, Damen und Rosinante habe aber diese Aufgabe nicht erfüllen wollen, abends 8% Uhr, bet Hoffmann, Wrangelstraße 32. sondern Lefetlub, Sozialdemokrat", Sigung Montag den Reiter in den Sand Der Herren, willtommen. geworfen. Abends 9 Uhr bei Behrend, Blumenthalftr. 6. Gäfte, durch Mitglieder einGendarm Dickmann zu Lippstadt fühlte sich durch diesen Artikel geführt, haben Zutritt. und namentlich deswegen beleidigt, weil von ihm, als altem Arbeiter- Sängerbund Berline und Untgegend. Sonntag von 2-4 Uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder. Gesangverein Ravalleristen, behauptet worden war, daß ihn das Pferd ab- yra 2", Charlottenburg, Charlottenburger Ufer 3 bei Benzin. Gefang geworfen habe. Der Staatsanwalt hob hervor, daß hier die verein der Glasarbeiter zu Stralau Vorwärts 7" Rummelsburg, bei BorgBeamten wieder ohne Grund durch eine aufgebauschte Geschichte mann. Mühlhausen i. E., 18. Februar. In den Spinnereien bor den Sozialdemokraten dortiger Gegend lächerlich gemacht 7. b. M., Bormittags 10 Uhr, bet Kuhlmey, Schönhauser Allee 28, findet KonGefangverein Borwärts 3", Friedrichsberg, haben zahlreiche Entlassungen von Arbeitern stattgefunden. 19 werden sollten. Da das Vorleben des Angeklagten auf ein fort- Berlinerstr. 10, bet Momber. Diedenhofen, 18. Februar. Auf dem hiesigen Bahnhofe gefegtes bewußtes und gewolltes Auflehnen gegen die Geseze und Arbeiter- Sängerbund Berlins und Umgegend. Montag, Abends die Staatsgewalt hindeute, beantrage er 6 Wochen Ge- Deutsche Schleife", Naunynitr. 86 bet Bubeil. 9 Uhr: Uebungsstunde. Aufnahme neuer Mitglieder.- Gefangverein Nord- sind zwei Leute, Familienväter, durch eine Maschine getödtet Gesangvereins me worden. fängniß. Rechtsanwalt Freudenthal beantragte die ralda", Stoppenftr. 86 bet Keller. Männer- Gesangverein Bieber luft", ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Gefangverein„ Senefelder", Jüdenstr. 55 bei Freisprechung, weil er glaubte, daß es doch keine Beleidigung sein Fichteftr. 29 bei Kröfche. Trischmann. Siebertafel ber Maler und verwandten Berufsgenossen Lübeck, 18. Februar. Durch den herrschenden heftigen tönne, wenn man behaupte, felbst ein alter gedienter Kavallerist Kaiser- Franz- Grenadier- Blas 7, bei Berg.- ,, Moabiter Liedertafel", Nordweststurm wird das Wasser der Ostsee in die Trave ges fei vom Pferde gefallen. Der ganze Artikel trage ein humo- Wilhelmshavenerstr. 25 b. Brosch. Gefangverein armonie", Meyer trieben, die infolge dessen über die Ufer getreten ist. Die Kauf ristisches Gepräge. Der Gerichtshof erachtete eine bewußte Be- beerstr. 9 bei Dornblatt. leidigung für vorliegend. Da dieselbe aber feine besonders bei Tolts dorf. Gefangverein" Blüthe"," Brenzlauer Allée 26 bet Riebel. Leute bergen die Waaren aus den Schuppen am Hasen. Die Sängerchor der Chirurgifchen Branche", Alte Schönhauser Bevölkerung wurde durch Kanonensignale gewarnt. schwere sei, erkannte er auf 300 Mart Geldbuße event. traße Nr. 43 bei Reimann. Gefangverein ,, Morgenroth" 2, Char30 Tage Gefängniß. Tottenburg, Bismarckhöhe, Wilmersdorferstr. 80. Gefangverein Sänger gruß" Friedrichshagen bei Blant. Gesangvereinrob' offnung" Der Bimmerer Berlin West. Gefangveretn Gletchheit", Pappel Allee 3-4 bet Kruse. Boziale Uebersicht. Arbeiter Gesanvverein ferenz ftatt. " " Vorwärts 2". Sonntag, den Gesangverein Tonblüthe", Görligerstr. 58 " Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend, Sonntag: Privat- Theatergesellschaft und Artistentlub Sumor", Nachmittag4 Uhr, bei Heinrich, Blücherstraße 61. Montag: kollegienschaft Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Briefkaffen der Redaktion. Körsten. Informationen über das preußische Gemüthlich feit", Gefelliger Verein der Berliner Barbier- und Friseur Landtags- Wahlsystem sind in der im Verlage der gehilfen, alle 14 Tage, Abends 10 Uhr, Sendelstraße 30. Theaterverein Proletariat" bet Hoffmann, Waldemarstraße 61. Theaterverein" Berliner Arbeiter- Bibliothet" erschienenen gut orientirenden " offnung" bei Schneider, Adalbertstr. 8.- Rauchtlub Deutscher Broschüre May Schippel's geboten. Privat Theatergesellschaft Stern", Alte N. Labins. Nein. Michel" Koppenstraße 43c. Jatobftraße 120. F Gefang-, Turn- und gesellige Vereine. Lübeck'scher Turnverein R., Marheinekeplatz 9. Es fehlt uns wirklich an Zeit, am Sonntag, Abends von 6-8 Uhr, 2. Lehrlingsabtheilung; am Montag, Abends jede Wirthshauswette zu entscheiden. Wenn Ihnen soviel daran von 8-10 he, Männerabtheilung.-Berliner Turngen offenfchaft" liegt, zu wiffen, wieviel Zimmer der Polizeipräsident bewohnt, effing- Gymnaflum. Turnverein. Often, of Bant ft. 9-10 tm fo wiffen Sie ebenso gut wie wir, wo der Herr zu finden ist. Lehrlingsabtheilung, Montag von 8-10 Uhr Abends, Blumenftr. 63a. Männer- Gefangverein, Fragen Sie ihn gefälligst selbst. $. Sch., Sivinemünderstr. Als Handelsmann sind Sie Fanjimann, Reichenbergerstr, 78 a. Gäste willkommen. Neue Mitglieder nicht altersversicherungspflichtig und auch nicht berechtigt, freiwerden aufgenommen. Gefangverein ,, Harmonie 2", Bandsberger willig der Versicherung beizutreten. straße st, bet Muschold. Rauchklub Weiße Wolte". Montag Abends von 9-11 Uhr, " 1 Tyrolienne". Montag und Sonnabend 9 Uhr Uebungsstunde bei Ueber den Streit der Handschuhmacher in Friedrichs hagen und Burg ist zu berichten, daß derselbe in den genannten Orten noch fortdauert. Die gegentheiligen Meldungen sind alsch. Beigelegt ist der Streit nur an einzelnen Orten, wo es hum bloße Lohnreduktion ohne Einführung der Alles schädisenden Theilarbeit durch Nichtberufsangehörige handelte, und in Diesen Fällen wurde die Sache zu Gunsten der Streitenden entfchieden. In den Fabriken Friedrichshagen und Burg, wo es fich gerade um Einführung der Theilarbeit handelt, dauert der Streit, wie gesagt, fort. Haben wir auch nicht mehr mit der großen Anzahl Streifender zu rechnen, da ein großer Theil derselben Streligerstraße Nr. 16, bei Becker. Nauchklub Deutscher Michel" bereits anderweitig Unterkommen gefunden hat, so ist immerhin montag Abend von 8-10% Uhr bei Schöneburg," Grüner Weg Nr. 9. noch nicht abzusehen, wie lange es dauert, bis Alle untergebracht Rauchtiub Freiheit", jeben Montag um 9 Uhr bei Wuttte, FriedrichsbergerRauchklub, Blaue Quast e", Abends 9 Uhr Pflugftraße 16 bet find, weil die Geschäftskrisis auch in anderen Orten vielfach straße 4.Dudeck. Rauchtiub ,, Brüderlich tett" jeden Montag von 9-11 Uhr bei Arbeitslose gezeitigt hat. Und dieser Krisis verdankt es der Willy Schmidt, Wrangelfir. 141: Sigung. Gäste willkommen. Friedrichshagener Fabrikant, daß sich eine größere Bahl Verein der Oberlaufizer", Montag, Abends 9 Uhr im Restaurant Gehilfen momentan der Theilarbeit willig zeigte, Verein der Solbiner". Jeben Sonntag der Theilarbeit willig zeigte, auf Sebwig, Rofenthaleritr. 45.gefelliger Abend, Görligerstr. 38, beim Landsmann Wuttke. Friedrichs= mie lange, liegt an der Hebung der Geschäftslage, die Berein", ehemal. Schüler des Friedrichs- Waisenhauses, Montag, Dranten nicht mehr lange auf sich warten lassen kann. Wir haben bis straße 34. 1 " 3. S. 100. Nur der Aftermiether hat sich strafbar ges macht. Natürlich können Sie die Geldstrafe und Kosten für ihn bezahlen. O. B. 500. Die Mutter wurde beerbt von ihren Kindern Ihren Stiefgeschwistern) zur einen, von Ihrem Vater zur anderen Hälfte. Beim Tode des Letzteren fiel dessen Vermögen an die 5 Kinder erster und zweiter Ehe nach Kopftheilen. Die Kinder zweiter Ehe haben also doppelt geerbt. Genauer läßt sich Ihre allgemein gehaltene Frage nicht beantworten. Herren- u. Knaben- Garderobe, Arbeitssachen, Bestellungen nach Maak, empfiehlt wie bekannt in reellster Ausführung und allerbilligsten Preisen J. BAER, Berlin N., Gesundbrunnen, Badstrasse 18, Gde der Stettinerstraße. 1420b Brandenburger Garten. 1915L Wasserthorstrasse 54. 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In dieser Versammlung gelangen die vom Vorstand erreichten ermäßigten Billets zur Vertheilung. 197/12 Dem Budifer Genossen Spider- 1 mann zu feinem heutigen Geburtstage ein dreimal donnerndes Hoch. Die Kinder und Väterchen. Unserm Pfropfenbruder Wilhelm Baer zu seinem heutigen Geburtstage ein dreimal donnerndes Hoch. 1436b Pfropfenverein Wedding. Wilhelm treibe feste rund um! Unserm Genossen, dem SchusterPhilosophen Heinrich Lau ein Donnerndes Hoch zum heutigen Tage. Die drei Rothen von Berlin I. Heinrich sei nicht knickerig, Nothstand existirt nicht. Fachverein der in Buchbindereien und verwandten Betrieben Aegintha beschäftigten Arbeiter. Montag, den 15. Februar, Abends präzise 9 Uhr: Ordentliche General- Versammlung in Fenerstein's Salon, Alte Jakobstr. 75. Tages- Ordnung: 1. Geschäfts- und Kassenbericht. 2. Bericht der Arbeitsnachweis- Rommission. 3. Neuwahl des gesammten Vorstandes. 4. Titel- und Statuten Menderung. 5. Abrechnung vom Sommerfest und den am 12. September und Fragetaften. Ju Anbetracht der außerordentlich wichtigen Tagesordnung 31. Dezember stattgefundenen Bergnügungen. 6. Vereinsangelegenheiten und werden die Kollegen ersucht, recht zahlreich und pinktlich zu erscheinen. 439/11 Der Vorstand. NB. Die Mitglieder des ehemaligen Fachvereins der Lederarbeiter haben Zutritt und werden ersucht, ihre Mitgliedsbücher baldmöglichst einzutauschen. Mitgliedsbuch legitimirt. D. O. Verband deutscher Gold- u. Silberarbeiter und verwandten Berufsgenossen.( Zahlelle Berlin.) Außerordentl. General- Versammlung Dienstag, den 16. Februar, Abends 81/2 Uhr, im Lokal des Herrn Feuerstein, Alt Jakobstr. 75. Tagesordnung: 1. Wahl des 2. Vorsitzenden. 2. Vortrag über Organisation. Ref.: Herr Fritz Zubeil. 3. Diskussion. 4. Wahl von zwei Delegirten zum Gewerkschaftstongreß. 5. Verschiedenes. Zeitungen und Beiträge in der Versammlung beim Kassirer. Mitgliedsbuch legitimirt. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht aller Mitglieder, in dieser Versammlung zu erscheinen. 188/4 Zentral- Kranken- u. Sterbekasse der Tischler 1. s. w. Der Vorstand. Deutscher Schneiderund Schneiderinnen- Verband. ( Filiale Berlin.) Oertliche Verwaltung Berlin H. Am 11. Februar verstarb nach jahre: Am Montag, den 15. Februar 1892, langem Leiden an der Proletarier Abends 81/2 Uhr, frankheit eins der ältesten Mitglieder Gr. Versammlung unserer Rasse, der Möbelpolirer Oskar Quittschreiber. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 14. Februar, Nachmittags 2/2 Uhr, Don der Leichenhalle des Thomaskirchhoses aus statt. Um zahlreiche Betheiligung ersucht 307/10 -O Die Ortsverwaltung. Verband der PosamentenArbeiter,-Arbeiterinnen u. Berufsgenossen. bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75, ( overer Saal). Tages- Ordnung: 1. Die tapitalistische Massenproduk tion und die Bedeutungslosigkeit kleinlicher Maßnahmen, zur Kritik des Handwerkertages. Referent Kollege Timm. 2. Diskussion. Die Theilnehmer des Handwerkertages, fowie Herr Haupt sind hierzu legen und Kolleginnen ist nothwendig. eingeladen. Das Erscheinen aller Rol 417/9 Die Ortsverwaltung. Versammlung Verein deutscher Schuhmacher. Mittwoch, den 17. Februar, Abends 82 Uhr bei Feuerstein, Alte Jakobstr. 77. Wichtige Tages- Ordnung. Das Erscheinen Aller ist nothwendig. Medicinal- Verein 248/7 ( Filiale Berlin.) Montag, 15. Februar, Abends 81/2 Uhr: Versammlung bei Bolzmann, Andreasstraße 26. Tagesordnung: 1. Diskussion über den Organisations [ 1422b Gr. Vogel- Ausstellung. Grand Hotel Alexanderplatz. Vom Donnerstag, d. 11. bis Dienstag, d. 16. d. M., Vorm. 9 bis Ab. 9 Uhr geöffnet. Eintrittspreis 50 Pf. E Am 17. Febr. Vorm. findet eine Verloosung von lebenden Vögeln der Ausstellungskasse. Preis- Verzeichniß von Carl Stier Fabrik für Herren- u. Knaben- Garderobe 168 Oranienstrassse 168. Ich empfehle zu nachstehenden sehr billigen Preisen: A. Anzüge. 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Ist es Aufgabe des Vereins, der Frage um Einführung einer Schuß marte näher zu treten? 8. Verschiedenes. 809/11 Der Bevollmächtigte. 2. Verschiedenes. 3. Fragetasten. 293/15 Der Vorstand. Die ausgeschriebenen Stellen sind durch die eingegangenen Offerten bis auf Belegerinnen alle vorgemerkt, was die Kollegen zu beachten ersuche. K. Fries, Earlsheaton near Dewsbury, England. W. Lindemann, Heimtr.24. Schuhe u. Stiefel mit kontrollmarke für Herren, Damen und Kinder empfiehlt G. Zerbe, Ritterstr. 114, 1787L] nahe Fürstenstraße. Feste Preise. 1982 An Sonn- und christlichen Feiertagen von 2 Uhr an geschloffen. Musik- Instrumente Cohn's Hosenfabrik Cohn's Hosenfabrik Einsegnung 7. Pallifadenstraße 7. Carl Kröning Gerichtsstr. 29, I. Verleih- Institut. Schwarze Cachemirs und Kleiderstoffe in größter Auswahl, empfiehlt D. Levin, Reinickendorferstraße 18. Voltsbughandel, J. 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Die Kollegen und Kolleginnen sind ersucht, in dieser Versamm lung zahlreich zu erscheinen. Die Arbeiterschaft Berlins wird hierdurch ebenfalls auf die Versammlung aufmerksam gemacht. Die Agitationstommission der Schneider und Schneiderinnen. Drei Spekulanten schlauester Sorte brachten den Häuser Inhabern verschiedener Konfektionsfirmen angewandt werden, um fomplex in ihren Besitz, auf welchem heute der Prachtbau des Produkte an die Arbeiter abzusehen; dabei sind es oft Waaren, ehemaligen Kaiser- Bazar errichtet ist. Ein Herr Hans van die unter den schlechtesten Arbeitsbedingunge. hergestellt sind. Westerhagen faufte das Grundstück Werderscher Markt Nr. 5 für Wenn es aber gilt, eine Besserstellung der Arbeiter und Arbeite Im Prozeß zu Rom wegen des Tumultes am 1. Mai wird 1 350 000 m. Gin Herr Konful a. D. Fuchs das Haus Werder- rinnen zu ermöglichen, so ist feiner derselben Herren dafür zu Im Fortgang des Verhörs der deutsche Student Wilhelm scher Markt Mr. 6 für 630 000 m. Ein Herr Schmalling das haben, die sonst öffentlich vor Arbeiterfreundlichkeit überfließen. Körner vorgeführt. Die Leser des Vorwärts" werden sich Haus Jägerstr. Nr. 37 für 600 000 m. Macht in Summa Scheut sich in der Oranienstraße des ersten öffentlichen Verhörs Wilhelm Körner's vom Oktober 2580 000 m. Jest ging das" Bediren" Ios. Wenige Tage nach Konfettions firma nicht, ein Arbeiterliederbuch zu vertheilen vorigen Jahres noch erinnern. Seine von idealer Begeisterung perfekt gewordenem Kauf erwarb Herr v. Westerhagen die Rechte und die schönsten Arbeiterlieder zur Geschäftsreklame zu be getragenen Erklärungen über Kern und Wesen des Sozialismus, aus den beiden anderen Kaufverträgen mittelst 3effion. Die nußen. über seine Auffassung von Evolution und Revolution und über beiden anderen Käuser verschwinden in der Versenkung und Herr welche besonders Um gegen diejenigen Firmen Stellung zu nehmen, an die Arbeiter appelliren, feineswegs ſeinen Eindruck von der herzzerreißend elenden Lage der Westerhagen ist der alleinige Besitzer des ganzen Komplexes! Un aber gewillt sind, unter menschenwürdigen Bedingungen ihre italienischen Arbeiter erregten allgemeine Aufmerksamkeit und demselben Tage noch verkaufte" W. die drei Grundstücke weiter, Waaren anfertigen zu laffen, findet Sonntag, den 14. Februar, wurden nicht nur in radikalen und demokratischen, son- d. h. er trat alle drei Rechte an die„ Königstädtische Baugesell Nachmittags 41/2 Uhr, im Lokale der Freireligiösen Gemeinde, dern auch in konservativen und reaktionären Blättern Italiens fchaft" ab für 3 723 000 M. Das ergab für W. einen Gewinn Rosenthalerstr. 38, eine öffentliche Versammlung statt. vielfach besprochen. Heute wird vom Vorsitzenden auf höhere von 1145 000 M.!!! Einwirkung- dem Angeklagten nicht gestattet, allgemeine längere Erklärungen abzugeben. Jezt wollen wir uns diese„ Königstädtische Baugesellschaft" Die Vertheidiger Körners find die etwas näher ansehen. Dieselbe war mit einem Aftienkapital von Advokaten Mazza und Del Medico. Der Angeklagte beschwert 30 000 m. gegründet worden. Davon waren aber nur 25 pGt., fich wiederholt über die Bezeichnung der sogenannte Student" also gegen 5000 m., bei der Gründung eingezahlt worden. Jetzt welchen die Anklageatte enthält. Er sei regelrecht und gesetz kommt die Hauptsache: der einzige Aktionär dieser Baugesellmäßig eingeschrieben in die Liste der Studirenden an der Uni- schaft war derselbe Herr von Westerhagen, der zwei Jahr später versität zu Rom und habe die angenommenen Vorlesungen regel- feiner Gesellschaft seine Grundstücke verkaufte. mäßig besucht. Die Zeugnisse darüber seien in den Händen der Freilich übernahm der einzige Aktionär der Bank dieser Deutscher Schneider und Schneiderinnen- Verband. Vertheidigung. Er erzählt von Neuen, wie man ihm einen gegenüber auch Verpflichtungen, er wollte Hypothekengelder heranGelegentlich des Handwerkertages findet am Montag, den Polizeispiel ins Haus geschickt, der in der Maste eines schaffen. Das glückte denn auch. Die Mecklenburgische Spar- 15. d. M., Abends 8½½ Uhr, in Feuerstein's Salon, Alte Jakobhungernden Proletariers sein Herz für die Arbeiter anrufend, bank pumpte 4 700 000 m. auf die zweite Sypothet. Jeßt er- straße 75, eine Versammlung statt mit der Tagesordnung:„ Die ihm Geld und Bücher herausgelockt habe. Diese Bücher mit scheint wieder die berühmte„ Königstädtische Baugesellschaft." fapitalistische Massenproduktion und die Bedeutungslosigkeit den später bei ihm konfiszirten bildeten dann einen Theil des An- Diese verkaufte die Grundstücke an die neu gegründete Kaiser- leinlicher Maßnahmen. Zur Kritik des Handwerkertages." flagematerials und so wurden streng wissenschaftliche Werte wie Bazar- Aftiengesellschaft für 4093 048,75 Mart. Referent Rollege J. Timm. Die Theilnehmer des HandwerkerEngels Ursprung der Familie" als erzrevolutionäre Schriften Außerdem mußte die letztere Gesellschaft an zwei„ Agenten", die tages sowie der Einberufer der legten Versammlung selbständiger vorgeführt. Diesen selben Polizeispitzel habe er auf der Piazza angeblich auch noch irgend welche„ Rechte" an dem Grundstück Schneidermeister, Herr Haupt, Zimmerstraße, find eingeladen. Santa Croce am 1. Mai wiedererkannt; ihm habe er es zu ver- besaßen, einen tüchtigen Posten berappen, so daß sie der Kauf Wir ersuchen die Kollegen und Kolleginnen um zahlreiches Grdanken, daß er seit nun 10 Monaten eingeferkert sei. Alle diese auf 4543 000. zu stehen kam. Thatsachen stehen in einem logischen Zusammenhange; sie decken fich mit den Aussagen der anderen Verhafteten, in erster Linie mit den wiederholten laren Angaben Cipriani's. Er spreche feine feste Ueberzeugung aus, daß dieser ganze Tumult am 1. Mai von Lockspige In( Agents provocateurs) hervorgerufen sei. Er fordere den Staatsanwalt auf, ihn einen Prozeß wegen Verleumbung der Polizeibeamten zu machen, dann werde die Wahrheit herauskommen. Der Staatsanwalt Bico erklärt, die Wahrheit müsse bereits in diesem Prozeß herauskommen und sollte sie ergeben, daß der Tumult von Beamten der Quästur( Polizei) hervorgerufen wurde, so würde er keinen Anstand nehmen, gegen die PolizeiAgenten vorzugehen. Bertheidiger Mazza: Hierzu kann der Angeklagte dem Herrn Staatsanwalt vielleicht noch weiter behilflich sein. Rennt Herr Körner vielleicht einen gewissen Paolo Nulli, der zum Kongreß der Anarchisten nach Capolago ging Körner: Ja. Er zeigte sich mir stets als einer der wüthendsten Anarchisten; ich habe ihm niemals getraut und ihn mir stets vom Leibe gehalten. Bertheidiger: Nun, es wird der Quästur gewiß nicht schwer fallen, den Paolo Nulli zu entdecken.( Heiterkeit.) Wie hieß jener erste Lodspizzel, der Sie in Ihrer Wohnung auf fuchte? Körner: Arturo Mezzetti. Vertheidiger: Auch von einem Dritten, der sich Ihnen aufdrängte, hat sich dasselbe Ergebniß herausgestellt. Wie ist sein Name? Körner: Emilio Massari, von dem heute feststeht, daß er im Regierungsbureau arbeitet.( Bewegung.) Auf Anordnung des Präsidenten wird von diesen drei Namen besondere Kenntniß genommen. Körner wird in den Käfig der Angeklagten zurückgeführt, nachdem der Vertheidiger Del Medico das Zeugniß der deutschen Aerzte verlesen, in welchem dem Angeklagten Körner wegen eines Herzleidens der Aufenthalt im südlichen Italien angerathen wurde. A Es war also seit dem Erwerb der Grundstücke der ungeheuere Betrag von 1963 000 Mark in den Händen der 3 wischenbesitzer( Spekulanten) leben geblieben!!! Die Gründer der Kaiser- Bazar lediglich Strohmänner des Herrn v. Westernhagen, der sich Aktiengesellschaft waren jetzt ruhig auf sein Altentheil zurückziehen konnte, er hatte sein Geschäft gemacht". Daß der Kaiser- Bazar schon vom Eröffnungs tage an pleite war, wußte der Herr ganz genau, was aber störte ihn das? Er hatte sein Schäfchen im Trocknen und konnte der Weiterentwickelung der Geschichte ruhig zusehen. Dieselbe entwickelte sich auch neun Monate lang zu der furchtbaren Pleite, aus welcher die Gläubiper etwa 30 Prozent retten werden. Ist dann die Masse ausgeschüttet", dann kann der Grundstücksschacher und der Waarenschwindel von Neuem losgehen! " Das ist die Geschichte einer Gründung am Ende des 19. Jahrhunderts. Die tapitalistische Gesellschaft erzeugt fürwahr herrlich dustende Blüthen! scheinen. " Die Ortsverwaltung. J. A.: H. Möbius, Seydelstr. 24, H. IV. Aufruf an sämmtliche Haus- und Geschäftsdiener, Pader, Kellerarbeiter und Berufsgenossen Deutschlands! Bezugnehmend auf die Resolution, welche in der am 2. Februar stattgehabten öffentlichen Versammlung der Hausdiener Berlins einstimmig angenommen wurde und folgendermaßen lautet: Die am 2. Februar bei Feuerstein tagende öffent liche Versammlung der Hausdiener erklärt es für nothwendig, mit den Berufsgenossen an anderen Orten in Verbindung zu treten, um gemeinsam die Frage der Organisation zu berathen und zu beschließen. Da eine Verständigung nur auf mündlichem Wege möglich, bes schließt die Versammlung: Der Vertrauensmann ist aufzufordern, durch einen öffentlich zu erlassenden Aufruf alle Recht lehrreich dürfte ein Krankheitsfall sein, welcher Berufsgenossen Deutschlands zur Theilnahme an einer ge jüngst vom Professor Gerhardt in seiner Klinik im Chariteemeinschaftlichen Besprechung aufzufordern. Der Ort und Krankenhause zum Gegenstand der Besprechung gemacht wurde. die Zeit, sowie die Tagesordnung der Konferenz sind geEs handelte sich um einen fleinen 13 jährigen Knaben, der seit meinsam mit den Kollegen derjenigen Orte, in welchen beeiniger Zeit an Veitstanz leidet. Fortwährend treten in furzen reits Organisationen unserer Branche bestehen, festzuZwischenräumen zuckende Bewegungen an Fingern, Händen, stellen. Inzwischen darf nichts verabsäumt werden, Lie Beinen, an den Mundwinkeln und Augenbrauen auf, von Zeit Organisation unserer Kollegen auch dort, wo noch keine zu Zeit schneidet der kleine Patient eigenthümliche Grimassen, Vereine bestehen, zu fördern und zu betreiben. Die und es ist ihm geradezu unmöglich, gewisse Handhabungen in Kollegen hier und auswärts werden dann aufgefordert, durch Vertrauensleute geordneter Weise vorzunehmen. Solche wirklich frankhaften, unfür die Beschaffung eines ruhigen Muskelbewegungen werden in den meisten Fällen von gemeinsamen Agitationsfonds einzutreten, die GeldfammEltern und Lehrern verkannt und den Kindern als Unfungen rege zu betreiben und zu unterstüßen, auch Verart und Eigensinn zur Last gelegt. Auch in dem vorständigung darüber zu suchen, ob durch Bons oder Listen iegenden Falle hat der kleine Patient manches böse Wort in gesammelt werden soll," von Hausdienerder Schule und im Hause hören müssen, und bittere Thränen fordert der Unterzeichnete alle Vertreter rinnen ihm bei der Erinnerung an die ausgestandenen Organisationen Deutschlands, resp. Berufsgenossen auf, ihm umNeckereien und Scheltworte über die Wangen. Der Junge war gehend ihre genaue Adresse zukommen zu lassen. In Orten, wo nicht im Stande, zu schreiben oder auch nur ein Buch ruhig zu feine der genannten Organisationen bestehen, ist es das Zweckhalten, Geschirr, welches er in die Hand nahm, fiel flirrend zu mäßigste, öffentliche Versammlungen einzuberufen, und Vertreter In der Sigung vom 8. Februar begann das Verhör der Boden, selbst sein Gang war ein ewig zappelnder und unruhiger, zu wählen, um auf diesem Wege Stellung nehmen zu können, Beugen. Es find deren nicht weniger als 500 vorgeladen, zu auf der Schulbank rückte er unruhig hin und her und alle Augen welche Form der Organisation für unseren Beruf in Deutschland einem Drittel Frauen. Unter den vornehmsten Augenzeugen blicke traf ihn der Vorwurf seines Lehrers, er zerstreue sich durch die zweckentsprechendste iſt. befindet sich Carlo Costa Rocchis, Major des Spielen mit den Fingern. In Wahrheit handelte es sich um eine Mit sozialdemokratischem Gruß 14. Infanterieregiments. Er erzählt ausführlich seine Wahr- frankhafte Erscheinung, die noch um so stärker hervortritt, je Otto Plath, Vertrauensmann der Hausdiener Berlins, nehmungen auf dem Plate Santa Croce. Er hörte deutlich die mehr die Kinder angehalten werden, ihre angebliche Unart zu Berlin, Neue Promenade 5. ganze Rede Cipriani's und ihm schien sie von dem Be- unterdrücken, sie werden höchstens mürrisch und weinerlich, und Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck diefes Aufrufes treben erfüllt, die Gemüther zu beruhigen. nur eine geeignete, zugleich schonende und wohlwollende Behand gebeter Der erste Schuß aber fiel in der Nähe des Baltons. Dann ging lung im Berein mit sorgfältiger Pflege bringt in längerer oder Eine Depranon der sogenannten„ Gewerkvereine" die Kavallerie zum Angriff vor, er selbst ließ seine 200 Leute zur fürzerer Zeit Heilung des Zustandes, der übrigens insofern an- des Herrn May Hirsch war beim preußischen Eisenbahnminister Räumung des Plazes vorrücken und es begann unter Schreien steckend" ist, als er durch Nachahmung unter den Altersgenossen in Betreff der Entlassungen von Arbeitern aus den Staatsbahnund einzelnen Schüssen ein verteufeltes Handgemenge"( un verbreitet werden kann. Die Kinder müssen daher sofort aus der betrieben vorstellig" geworden. Die Herren wurden, wie jede tafferuglio indiavolato"). Schule entfernt und isolirt werden. andere Deputation, vom Minister sehr höflich empfangen und Rittmeister Angelo Bozzi griff, nachdem der erste Schuß gefallen, zuerst die Menge an, so war seine Ordre gewesen, die In der Kroll'schen Wohnung in Weißensee hielt der alle Hirsch- Dunckerianer werden darüber in Entzücken schwimmen, er auszuführen hatte. Von seinen Reitern wurden fünf mehi Gerichtschemifer Dr. Bein gestern die Fortsetzung des Lokaltermins denn bei der weichlichen Haltung, die sie überall dem Unteroder weniger schwer verwundet. ab, zu dem zwei Gendarmen requirirt wurden. Außerdem ließ nehmerthum gegenüber einnehmen, muß es ihnen jedenfalls Oberstlieutenant De Andreis hatte am 1. Mai Herr Dr. Bein die kleine neunjährige Marie Kroll aus der Schule wunderbar vorkommen, wenn sie einmal anständig angeredet werden. Das Resultat ihrer Antichambrirerei war natürlich das Kommando der Gesammttruppen auf dem Plaze Santa vorführen, damit sie über die Lage der blutbefleckten Gegenstände null. Der Minister sagte ihnen, was die Gewerkvereinler, wenn Croce, es waren 1200 Mann Soldaten, davon wurden im ganzen Ausfunt geben sollte. Es wurden beschlagnahmt: ein Lehnstuhl aus Tumult einer schwer verwundet und etwa se ch 33 ig leicht Rohr, auf dem die mit Blut befprizten Sachen gelegen haben sie gescheidter wären, sich selber sagen fonnten. Aber das macht perlegt. sollen und an dem verdächtige Stellen sichtbar waren, ferner von bei den Hirsch- Dunckerianern nichts aus: sie haben schon allzuAls unter den folgenden Zeugen der Polizeibeamte Giuseppe einem gepolsterten Stuhl ein Theil der Polsterung und ein Stück viele Reinfälle erlebt, als daß sie nicht jeden neuen als Retlame Trento mit lebhaften Gebercen schildert, wie er überall um sich der Holzlehne, sodann ein Paar Pantoffel, die der Artist Kroll für ihre harmlofen Klubs zu benüßen wüßten. Bessere Dienste in den Händen der Aufrührerischen Dolche, Messer, ja sogar an dem Abend getragen hat, zwei Läu erstücke und endlich ein als diese Beute hat die Sozialdemokratie den Arbeitern der Staatslange spige Nägel gesehen, erhebt sich im Zuschauerraum so leb: Sack, in welchem der Vater anscheinend die Leiche seines Kindes bahnbetriebe geleistet, indem sie die bekannten Zirkulare der Bahnhafter Widerspruch, daß der Präsident die diäumung des Saales fortgetragen hat. Die fleine Marie Kroll erzählte bei dem Lofal verwaltungen veröffentlichte und dieselben gebührend kritisirte termin, taß ihre Schwester Amalie gegen elf Uhr nach Hause Daraufhin wurde mit den Entlassungen inne gehalten. gekommen und von ihrer Mutter durch das Fenster eingelassen Eine Volksversammlung in Wandsbeck nahm zum worden sei. Als sie die Stube betrat, meinte der Vater: Die Ausstand der Brauergehilfen von der MarienAmalie hat noch alle ihre Hampelmänner, sie hat wohl nichts thaler Brauerei Stellung. Es tamen dabei so unglaub verkauft!" und begann fie sogleich zu prügeln. Die Amalie foll liche Dinge zur Sprache, daß wir uns verpflichtet halten, den geschrien und dabei ausgerujen haben:" Vater, davor tann ich Bericht des" Hamburger Echo" über jene Versammlung ausführe Einen lehrreichen Einblick in Berliner Grundstücks nich, wenn die Leute mir nichts abkaufen wollen" Die Schwester lich wiederzugeben. Redner Klein führte an, daß, trotzdem den spekulationen bietet der Konkurs des famosen Kaiser- Bazars. babe dann jämmerlich weiter geschrien, bis die kleine Marie sich Brauergehilsen früher versprochen worden sei, Jeder könne eſſen, Gelegentlich der ersten Gläubigerversammlung sind nach dieser vor Angst in ihrem Bett versteckte und dann einschlief. wo er wolle, die Zwangsküche heute noch bestehe. Wer nicht in Richtung hin wirtlich erbauliche Einge an die Deffentlichkeit der Brauerei effe, werde entlassen. Es ward Alles so hoch angelangt. Der Maffenverwalter schenkte den amen Gläubigern effante afritanische Karawane- Frauen, Männer gerechnet, daß sie ohne Abendbrot 65 M. für den Monat zu von vornherein flaren Wein ein, indem er ertiärte: und Kinder nach einer langen und wie berichtet wird, recht bezahlen hätten. Wie viel dabei verdient werde, beweise am Die Geschichte des Kaiser- Bazars ist eine Kette von Mißstürmischen Seefahrt, heute Sonntag angelangt sein und besten, daß die Köchin, welche zwei Mädchen hat, 200 000 m. griffen und Unregelmäßigkeiten, den leitenden Per- sich bereits häuslich niedergelassen haben, so daß die Vorstellungen in fünf Jahren sparen konnte und bei Ber= fonen scheint es an Erfahrung und Vorsicht gefehlt zu haben, icon am heutigen Tage beginnen werden. Die Karawane be- heirathung ihrer Tochter mit dem Leiter der und die Gewinnsucht der Gründer hat derart am Mart steht aus Angehörigen der Schuli, jenes großen, unmittelbar Brauerei diefer 80-100 000 art als Aussteuer des Unternehmens genagt, daß seine Lebensfähigkeit von Anfang bei Wadelai wohnenden Stammes, der Emin Pascha bei mitgeben fonnte. Jezt habe dieselbe sich eine Billa an in Frage gestellt sein mußte. der Begründung seines Reiches so viele Schwierigkeiten ent- getauft und lebe von ihrem Gelde. Für Ueber gegensezie und auch den Durchzug Stanley's auf feiner arbeit werde nichts bezahlt. Das Freibier, welches Emin Pascha- Expedition durch verschiedene harte Kämpfe sehr die Brauer erhalten, sei ein solches Gemisch, daß es nicht zu erschwerte. androhen muß. Lokales. Also die Gewinnsucht der Gründer ist schuld an dem ganzen Kladderadatsch! Wir wollen noch bemerten, daß die ganze Herrlichkeit des Kaiser- Bazars nur neun Monate gewährt hat, und uns dann die famose„ Gründung" näher ansehen. Es geschieht dies, um unseren Lesern zu zeigen, wie's gemacht wird" und auf welche Weise sich in Berlin noch Millionen verdienen" laffen. Die Nuzanwendung kann sich jeder unserer" Leser selbst machen: auf der einen Seite der Grundstücksspekulant, der mit ungezählten Summen Fangball spielt, auf der anderen der Proletarier, der froh sein muß, wenn er sich gerade satt essen tann. In Caftan's Panoptikum wird die große, sehr interBoziale Leberlicht. Achtung Schneider und Schneiderinnen! Es ist von unserer Seite, in der Presse sowohl wie in verschiedenen Verfammlungen, darauf hingewiesen worden, welche Mittel von den genießen wäre. Redner ersuchte, so lange fein Bier von der Marienthaler Brauerei zu trinken, bis die Forderungen der Brauer bewilligt sind. Redner Appel erklärte, daß er selbst früher in der genannten Brauerei gearbeitet habe und die Zustände daselbst jeder Beschreibung spotteten. Es entspann sich hierüber eine längere Debatte, wobei sämmtliche Redner das Berhalten der Direktion abfällig beurtheilten und sich für die Unterstützung der Brauer aussprachen. Appel verlas noch die Hausordnung, welcher sämmtliche auf der Brauerei beschäftigte Arbeiter sich unterwerfen müffen. Dieselbe zeigt, daß die dortigen Arbeiter in einer noch| Dachdecker, Müller, Sattler, Schäfte branche, wähnte der Bibliothek, welche jetzt im Norden errichtet und größeren Zwangslage sind, als die Soldaten in der Kaserne. Schlächter, Töpfer und Vergolder. Sonntags von 10 bis 12 und Mittwochs von 1/29 bis 10 Uhr Es kann vorkommen, daß Einer für den Besuch eines seiner Angehörigen Strafe zahlen muß, wenn er es unterlassen bert'schen Lokale eine Versammlung statt, in welcher der Schrift. bis 10 Uhr Abends bei Rasper, Bernauerstr. 72, entgegen Arbeiter Bildungsschule. Am Mittwoch fand im Nor- Abends eröffnet ist. Die Beiträge werden Sonnabends von 8 hat, um Erlaubniß nachzufragen. Trotzdem daß sie ihr Logis fteller Wilh. Bölsche seinen zweiten Zyklusabend hielt. genommen. Ulbricht wies auf den Aufruf vom 6. Februar bezahlen müssen, sind sie nicht selbst Herr darin. Auf Nachdem der Redner in seinem ersten Vortrage die verschiedenen hin, welcher von der Agitationskommission im Vorwärts" erlassen Anregung aus der Versammlung forderte der Vorsitzende zu Anschauungen über die Entstehung der Weltförper entwickelt und war, und laut welchem sich die Kollegen mehr an der Beitragsder Brauerei auf, sich auszusprechen, es meldete sich jedoch mehr erfaltete und ihre Oberfläche sich allmälig zu einer Kruste zum Ziel gelangt. Malen Werk endlich Niemand, trotzdem die Anwesenheit eines Angestellten verdichtete, gewährte er den Zuhörern diesmal einen Einblick in N Versammlungen. nur Der konstatirt wurde. Hierauf wurde folgende Resolution einstimmig das Innere der Erde selbst. Da nach den bisherigen Ergebnissen Henning über das Thema:„ Freie Wissenschaft und freies Im Fachverein der Uhrmacher sprach fürzlich Hert angenommen:„ Die Volksversammlung erkennt die Arbeitsnieder der Wissenschaft das Gewicht der Erde fünfmal so schwer sei als Denten" unterm Beifall der Versammlung. Auf Antrag des legung der Brauer in der Aktien Bierbrauerei Marienthal für ein ebenso groß gedachtes Bolumen Wasser ist, und die auf die Kollegen Krause wurde von der Diskussion abgesehen. Für vollständig berechtigt an. Die Anwesenden erklären sich mit den Grde nieberfallenden Meteoriten größtentheils aus Eiſen be- das nächste Stiftungsfest wurde eine Kommiſſion von 5 Mits Brauern solidarisch und verpflichten sich, mit allen zu Gebote stehen, so sei mit Wahrscheinlichkeit anzunehmen, daß der Kern gliedern gewählt, welche das Arrangement zu beſorgen bat stehenden Mitteln diefelben thatfräftig in moralischer und in moralischer und hat. finanzieller Hinsicht unterstüßen zu wollen. In Anbetracht, daß des Erdinnern aus Eisen bestehen müsse. In seinem Kollege Nottrobt verlas dann einen Artikel des Vorwärts bei der herrschenden Arbeitslosigkeit es der Brauerei gelungen feit weiteren, von den den Zuhörern mit größter Aufmerksam über Soldatenmißhandlungen, worauf die Versammlung über ist, einen Theil der Plätze der streikenden Brauer zu besetzen, zweier Photographien eine genaue Schilderung verfolgten Vortrag gab Redner unter Vorzeigung diese Vorkommnisse ihr Mißfallen aussprach. Bur Unterstützung wird empfohlen, um den Ausstand der Brauer siegreich durch auf der gesammten Erde bekannten vulkanischen Krater und deren der ausgesperrten Weißgerber wurden 14,55 M. gezeichnet. führen zu helfen, über die Brauerei Marienthal den Boytott zu verhängen. Es verpflichten sich die An- verheerende Ausbrüche, insbesondere desjenigen auf Java im Die arbeitslosen Maurer hatten sich, etwa 700 an der wesenden, so lange die Sache nicht geregelt ist, fein Bier aus der Jahre 1822 und des auf der Insel Krakatoa im Jahre 1883 Bahl, am 12. Februar Vormittags im großen Saale der Lips Brauerei Marienthal zu beziehen und zu konsumiren." vorgekommen, sowie der damit im Zusammenhang stehenden Erd- fchen Brauerei versammelt, um ihre Lage zu besprechen. Als beben, indem er zugleich betonte, daß die sogenannte Falb'sche erster Redner nahm Herr Blaurock das Wort. Nachdem er Gotha braucht nach Ansicht des dortigen Magistrats kein Theorie eine auf rein willkürlicher Annahme aufgebaute und bis den Kapitalismus und seine Wirkungen auf die Arbeiter im AllGewerbegericht. Derselbe schlug das Gesuch um Erjeht durch kein Gesez bewiesene Sypothese sei. An den mit leb- gemeinen geschildert, nahm er ausführlich Bezug auf die Verrichtung eines solchen den Gewerkschaften ab. Unserer haftem Beifall aufgenommenen Vortrag reihte sich eine Anzahl hältnisse im Maurergewerbe. Tausende von Maurern liefen zur Ansicht nach müffen die Arbeiter besser wissen als der Magistrat, Fragen aus der Mitte der Versammlung, welche zugleich das Beit in Berlin arbeitslos umber und tämen sie auf die Bauten, ob ein Gewerbegericht nothwendig ist oder nicht. Interesse und Verständniß der Arbeiter für die Wissenschaft dar um nach Arbeit anzufragen, so würden sie oft in cynischer Weise legten und vom Vortragenden eingehend beantwortet wurden mit abgewiesen, wie überhaupt die Behandlung der Kollegen burch die Um den Auswüchsen der weiblichen Bedienung in dem Hinzufügen, daß in den weiteren Vorträgen auch die so- Boliere häufig überaus ungebührlich sei. Dieſelben Mißstände, welche Wirthschaften äußerlich ein Ende zu machen, hat der Breslauer genannte Eiszeit der Erde besonders besprochen werden solle. auf den Privatbauten herrschten, beständen auch auf den Bauten Polizeipräsident eine Polizeiverordnung erlassen.§ 1 derselben Diese Vorträge finden jeden Mittwoch Abend präzise 81/2 Uhr der Stadt, ja fie träten hier noch fraffer hervor. Die Bezahlung besagt: In Gast- und Schenkwirthschaften mit Kellnerinnen find bei Norbert, Beuthstraße 21, statt und werden daselbst auch Mit- fei infolge des Submissionswesens auf städtischen Bauten faft alle Einrichtungen verboten, durch welche Plätze versteckt, verhüllt glieder in die Arbeiter- Bildungsschule aufgenommen. G3 steht zu allgemein schlecht und entspreche nicht den heutigen Theuerungsoder in irgend einer Weise dem freien Einblick entzogen sind. hoffen, daß die Arbeiter und Arbeiterinnen nicht nur durch regen verhältnissen. Das, was der Bau- Unternehmer bei der Ber Die Polizeistunde ist auf 11 Uhr Abends festgesetzt. 8. Die Besuch dieser Versammlung, sondern auch durch ihre Mitglied- gebung der Arbeit durch die Stadt, veranlaßt durch das dabei Kellnerinnen dürfen nur so lange in unmittelbarer Nähe der schaft ihr Interesse für das Gedeihen der Arbeiter- Bildungsschule grassirende Sichunterbieten der tonturrirenden Unternehmer, Gäste verweilen, als es deren Bedienung und Bezahlung er- bethätigen werden. weniger für diefelbe bekomme, als er Anfangs zu bekommen er fordert; das Zusammenfißen, sowie das gemeinschaftliche Essen und Trinken mit den Gästen ist ihnen untersagt.§ 9. Die zuschlagen. Eine öffentliche Versammlung der Maler, Auftreicher hoffte, suche er dann auf Kosten der Arbeiter wieder herauszuschlagen. Derartiger Uebelständen gegenüber helfe Kellnerinnen dürfen weder für sich noch für Andere Speisen oder und verwandten Berufsgenossen tagte am 10. Februar, um eine durchgreifende Intervention der städtischen Ver Getränke von Gästen erbitten oder annehmen, noch Gäste zum den Bericht der Delegirten zum Maler- Kongreß zu Frank waltung, und zwar nach der Richtung hin, daß das Trinken auffordern oder bereden. Auch Bestimmungen über die furt a. M. über die Verhandlungen desselben entgegenzunehmen. ganze bestehende Submissionswesen abgeschafft werde. Kleidung der Kellnerinnen werden getroffen. Hierzu erhielt Herr W. Schweiter zunächst das Wort. Er Magistrat sei jedoch nicht gewillt, einem solchen Wunsche Folge führte aus: Der Kongreß sei von 58 deutschen und 2 aus zu leisten, wie der ablehnende Bescheid beweise, den die Freie Wegen des Nothstandes, welcher in den Gemeinden ländischen, einem belgischen und einem schweizerischen, Delegirten Vereinigung der Maurer auf ihre an denselben gerichtete Forde Desterreich Schlesiens infolge der Mißernte herrscht, besucht gewesen. Zum ersten Bunft der Tagesordnung, rung erhielt, wonach die Kommunalarbeiten an die Arbeiter versprach die österreichische Regierung die baldige Vorlage betreffend die Organisation, habe er, Schweizer, referirt selbst in Regie vergeben werden sollten. Der Redner schildert eines kredits zur Linderung der Noth. Die Noth und dabei seinen, vor dem Kongreß in Berlin vertretenen dann die Leiden, welche die Arbeiter bei der zur Zeit herrschen. herrscht meist in den an Preußisch- Schlesien grenzenden Bezirken. ablehnenden Standpunkt gegenüber dem Projekt der den enormen Arbeitslosigkeit gleich anderen Arbeitern durchzu Auch typhöse Krankheiten treten schon auf. Unionen mit der General Kommission als Spige ver- fosten haben, und stellte demgegenüber das Verhalten des treten. Nach erregter Debatte sei dann mit nur 30 gegen Magistrats und der städtischen Bertreter Berlins, welche nicht 28 Stimmen die Resolution abgelehnt worden, welche für den einmal in dem Maße wie andere Kommunen wirklich Anschluß an die beabsichtigte Bauhandwerker- Union sich aussprach, helfend eingriffen, sondern sich an der Errichtung von und die sich dagegen wendende Resolution zur Annahme gelangt. Wärmestuben und Der Bertheilung von Almosen ge Die letztere fordere eine Ausbauung der bestehenden Zentralisation. nügen ließen. Zum Schluß verwies der Redner noch Der zweite Punkt der Tagesordnung, betreffend die Streit auf die Machtlosigkeit der Arbeiter, sofern fie in teiner Organi bewegung der deutschen Maler, habe ebenfalls eine sehr lebhafte fation fest zusammengeschlossen find, und ermahnte die AnwesenZu der öffentlichen Versammlung der Delegirten zur Debatte gezeitigt, in deren Verlauf sich einige Redner sogar gegen den, sich der Interessenvereinigung der Maurer Berlins anzu Berliner Streif- Kontrollkommission am 12. d. Mis. gab vor jeden Streit ausgesprochen hätten; hauptsächlich wurde der Vor- schließen.( Lebhafter Beifall.) An der weiteren Diskussion Eintritt in die Tagesordnung der Delegirte der Handschuhschlag ma cher einen furzen Bericht über den fortdauernden Streit in schlag diskutirt, eine obligatorische Streifmarte einzuführen. Der betheiligten sich die Herren Hupke, Bendin und Fänsch dahin zielende Antrag wurde abgelehnt, ebenso feiner Branche und eine Schilderung der traurigen Verhältnisse Antrag abgelehnt, einen Haupt- Vertrauensmann der deut Deputation von fünf Mann zu wählen, welche den Oberbürger der im Sinne des ersten Redners. in der Fabrik von Hopp in Friedrichshagen. Als Illustration schen Maler und Berufsgenossen zu wählen, welcher sich mit meister von Berlin von den wirklichen Verhältnissen auf den hierzu führte derfelbe die Thatsache an, daß in voriger Woche ben Vertretern der Maler anderer Länder in Verbindung zu seßen Rommunalbauten unterrichten soll. Gewählt wurden die Herren sage und schreibe zwei Pfennige Wochenhätte, um neben anderen Dingen die Einführung einer inter- Bendin, Jänsch, Blaurock, Roll und Redans. In lohn ausbezahlt erhalten habe. Da die Geldmittel erschöpft sind, nationalen Streifmarke der Maler und damit verbunden die der Bause meldeten sich weit über 100 der anwesenden Maurer zur aber Aussicht auf einen Sieg der Streitenden vorhanden ist, so Gründung eines internationalen Streitfonds anzubahnen. Der Aufnahme in den Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer" bat der Delegirte um thatkräftige Unterstügung und wurden die Delegirten vom Vorsitzenden ersucht, nach dieser Richtung hin in belgische Kollege hätte sich dazu verpflichtet, dafür zu sorgen, daß unentgeltliche Aufnahme war den Beschäftigungslosen zugesichert ihren Gewerkschaften zu wirken. Ueber den ersten Punkt der solche Kollegen, welche der deutschen Organisation angehört worden. Nach Wiedereröffnung der Bersammlung beauftragte Tagesordnung: Die Bewegung der Arbeiter: haben, im Falle sie nach Belgien kommen, ohne Einschreibegeld man das Bureau, in nächster Zeit eine öffentliche Versammlung Rontrollmarfe" refrirte sodann Genoffe Völkel( Hut zahlen zu brauchen, in die dortige Organisation, mit Zubilligung aller arbeitslosen Maurer uno Bauarbeiter einzuberufen, in aller Rechte eines Mitgliedes, aufgenommen macher), den Werth des Kontrollmarken- Systems, ohne demselben werden. welcher diefelbe Tagesordnung verhandelt werden soll, wie in der als Optimist gegenüber zu stehen, anschaulich zergliedernd und Die Deutschen hätten sich darauf verpflichtet, für den umgekehrten eben stattgehabten. Nach einigen Ausführungen der Herren Die verhältnismäßig noch geringe Anerkennung dieses Systems privater Natur gewesen. Bezüglich der Einzelvorgänge des Kon- nochmals die Nothwendigkeit der Vereinigung hervorgehoben und Fall das Gleiche zu thun. Natürlich sei dieses Abkommen Blaurod, Bendin, Wilte und König, in welchen feitens der Arbeiterschaft bedauernd. Der Referent legte den Der Referent legte den gresses verwies der Redner auf das demnächst erscheinende auch die Frage: Verband oder Lokalverein? angeschnitten wurde, Delegirten folgende Resolution vor: " In Erwägung, daß von dem heutigen kapitalistischen Unter- Protokoll. Bevor er seine Ausführungen schloß, wies er noch endete die Bersammlung. nehmerthum den gerechten Forderungen der Arbeiter in feiner darauf hin, daß sich die Generalversammlung des Verbandes in einem Beschluß der ablehnenden Haltung des Kongresses in Friedrichsberg. Vorigen Sonntag tagte hier eine zahlreich Weise Rechnung getragen wird, und in fernerer Erwägung, daß Bezug auf die Union angeschloffen habe, was zur nothwendigen besuchte Gemeinde wähler Versammlung, in welcher diese Forderungen durch Streits, welche zum Theil Hunderttaufende kosten( wie der letzte große Buchdruckerstreit gezeigt hat), Folge gehabt hätte, daß sich der Verband nicht auf dem Rongreß Stadtverordneter Klein aus Berlin über Die bevorstehenden nicht zum Durchbruch zu bringen, vielmehr die Arbeiter nach zu Halberstadt vertreten lassen werde. Die Herren Riesop, Gemeindewahlen" sprach. Genosse Klein wies u. A. darauf hin, einer derartigen Niederlage noch mehr der Unterdrückung und Wendtker und hohlwegler, Kölln und Link vervoll- daß der Erfurter Parteitag beschlossen hätte, an diesen Wahlen Ausbeutung der Unternehmer preisgegeben sind, beschließt die ständigten theils den Bericht Schweizers, theils sprachen sie ihre theilzunehmen, und bemerkte, er verspreche fich gerade hier einen heutige öffentliche Versammlung der Delegirten der Streit- Kontroll- Befriedigung über die Beschlüsse des Kongresses aus. Hohlwegler schönen Erfolg. In der Diskussion meldete sich trok Aufforde Kommission, für die Einführung des Arbeiter- Kontrollmarken- betonte besonders, daß die ablehnende Haltung der Berliner rung keiner der anwesenden Gegner zum Wort. Im Sinne des Syftems als modernes Stampfmittel, soweit es in den verschiedenen Delegirten der Unionfrage gegenüber eine prinzipielle, teine aus Bortragenden sprachen Günther, Dies, Flügge, inte, Gewerkschaften anwendbar ist, mit aller Kraft einzutreten, um" Berschiedenem" billigte die Versammlung, daß der Vertrauens hierbei der jetzigen Gemeindevertretung gemacht. Ein anwesender Gewerkschaften anwendbar ist, mit aller Kraft einzutreten, um augenblicklichen Zweckmäßigkeitsrücksichten entsprungene sei. Unter Thielsch und Haberland. Verschiedene Vorwürfe wurden der schamlosen Ausbeutung der Arbeiter seitens des Kapitalismus mann Kölln jedem der Delegirten für jeden der drei Tage, Gemeindevertreter suchte die Vorwürfe zu entfräften, konnte aber einen Damm entgegenzusetzen." Nach einer zustimmenden Diskussion, in welcher besonders welche der Kongreß gedauert, 9 Mart als Diäten über die Versammelten nicht überzeugen. Bei der nun folgenden auch hervorgehoben wurde, daß die event. Bertheuerung der wiesen hat. Nachdem der Vertrauensmann die Anwesen- Aufstellung von Kandidaten bemerkte der Vorsitzende B. Lange, Produkte durch die Kontrollmarte für den Einzelnen bei Weitem den gebeten, sie sollten dafür sorgen, daß die Kongreß- daß sich das Wahlkomitee erft über jeden der Aufzustellenden in nicht so viel austrage, wie die Unterstützungen von Streifs, und marken schleunigst eingezogen und ihm überliefert werden, Bezug auf deffen Partei- Angehörigkeit informiren müffe. Nach Die Namen der zur Wahl Stehenden werden in der nachdem auch seitens der Delegirten der Wirker, Schneider, Zabak- wurde über die diesjährige Maifeier verhandelt. arbeiter, welche das System der Kontrollmarte theils eingeführt längerer Debatte beschloß man, wie im vorigen Jahre die Marken nächsten Versammlung bekannt gegeben. Es wurden dann drei haben, theils zur Einführung zu bringen gedenken, für dasselbe à Mark abzusetzen, das Geld aber in den Händen des Berliner Resolutionen angenommen, welche folgendes besagen: Vertrauensmannes zu belassen. Weiter beschloß man, am 1. Mai Die heute in Friedrichsberg tagende Wählerversammlung Propaganda gemacht worden war, wie auch einer eingehenden Vormittags eine Versammlung abzuhalten und für den Nach erkennt das Eintreten der Sozialdemokraten in die Gemeinde. Erörterung dieser Sache und Anempfehlung der thatkräftigsten mittag ein gemüthliches Beisammensein der Kollegen mit Familie wahlen für richtig an und befchließt, mit allen gefeßlich zu Ges Pflege der Geivertschaftsbewegung troß der Kontrollmarke gelangte die vorstehende Resolution seitens der anwesenden Dele- zu arrangiren. Das Ganze wurde dem Vertrauensmann und bote stehenden Weitteln für dieselben zu agitiren; fie erklärt fich ben drei Revisoren zur Regelung anvertraut. Angeregt wurde mit den Ausführungen des Referenten betreffs des Boltsschul girten einstimmig zur Annahme. Die Bersammlung beschloß ferner: Die Sammelbons dann noch, in nächster Zeit eine Versammlung arbeitslofer Maler Gesetzes einverstanden, protestirt entschieden gegen ein folches Gefeß und erwartet die Ablehnung desselben; endlich spricht ste der Berliner Kellnerinnenbewegung sind laut abzuhalten und darauf die Versammlung gefchloffen. ihren Abscheu über die in der fächsischen Armee vorgekommenen Veröffentlichung im Vorwärts" von den Mit Soldaten- Mißhandlungen aus und beauftragt die sozialdemo gliedern der Gewerkschaften nicht mehr zu kratischen Vertreter im Reichstage, diese Scheußlichkeiten gebührend zu beleuchten. eine Arbeiterin taufen." Eine öffentliche Versammlung der gewerblichen Hilfs arbeiter fand am Mittwoch bei Feuerstein unter dem Borsis des Kollegen Thal statt, um die Frage der für die gewerblichen Nachdem gelangte der Antrag der Bäcker zur Verhand- Silfsarbeiter besten Organisationsform zu diskutiren und event. Im Verschiedenen äußerte der anwesende Gemeindevertreter lung. Derfelbe lautet: einen provisorischen Borstand zu wählen. Der Referent Dr. Herr Schubert seine Verwunderung darüber, daß in dieser Ver Die heutige Versammlung der Delegirten zur Streit- Kontroll-& ütgenau empfahl die lokale Zentralisation, da eine Ben- sammlung die politischen Ansichten so hervorgekehrt würden. Er tommission erklärt sich mit den Bestrebungen der Bäcker und der tralisation über ganz Deutschland bei den bestehenden Ber- meint, ihm sei es ganz gleich, ob er mit einem Sozialdemokraten anderen Arbeiter in der Nahrungsmittelbranche zur Erlangung hältnissen im Beruf gegenstandslos wäre. Dieser Standpunkt oder Freisinnigen zusammen in der Gemeindevertretung size. der Sonntagsruhe und einer geregelten Arbeitszeit folidarisch und wurde in der Debatte von sämmtlichen Rednern, nämlich den Zum Schluß gab Abg. Stadthagen eine Beleuchtung des verpflichtet sich ihrerseits, alle geeigneten Mittel zu ergreifen, Herren Günther, Wendt, Solisch, Hoffmann, Schwarz, Hartmann Submissionswesens. damit diese Bestrebungen mit Erfolg gekrönt werden.' und Scholz, getheilt, während die Diskussion, wo sie in das Diefer Antrag gelangte ohne Diskussion zur einstimmigen Allgemeine der Arbeiterbewegung hinübergriff, einige Gegensätze Annahme, ebenso auch der weitere Antrag: zeigte. Nachdem nunmehr in der Organisationsfrage Einigkeit Insbesondere werden in nächster Zeit Boltsversammlungen erzielt war, tonnte ein provisorischer Vorstand gewählt werden, einberufen werden, um den Wünschen und Forderungen der der aus den Herren Solisch, Beland, Mehr, Rodrian, Arendt Bäcker u. f. w. bei den maßgebenden Behörden besseren Nachdruck und Wendt besteht. Ein Antrag, die Tellersammlung den jüngst zu geben." Der Antrag der Hausbiener, den Verein Berliner Berhafteten zu überweisen, wurde ohne Widerspruch angenommen. Die Redaktion ftellt die Benutzung des Sprechfaals, fowelt der Raum dafür abzugeben ist, dem Publitum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen Hausdiener( Alte Leipzigerstraße 22) für nicht mehr auf dem Fachverein der Musikinstrumenten Arbeiter. In der Interesses zur Verfügung; file verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dent Inhalt desselben identifizirt zu werden. Boden der allgemeinen Arbeiterbewegung stehend zu erklären, letzten Versammlung für den Norden machte der Vorsitzende zuIn der Schneider- Versammlung vom 9. Februar, welche wurde als undistutirbar durch Uebergang zur Tagesordnung nächst Mittheilung vom Tode des Kollegen Wisosky. Die erlebigt. Die Rommission berief sich auf ihre früher gefaßte Rollegen ehrten bas Andenken des Berstorbenen durch Erheben Invalidenstr. 1 tagte, äußerte der Vorsitzende, Herr Pfeifer, prinzipielle Refolution. In weiterer Folge legte die Versamm von den Plätzen. Alsdann hielt Herr Dr. Pinn einen Vortrag daß ich für eine Weste 3 M. bekäme, aber nur 2 M. an ben lung Protest ein sowohl gegen die Berichterstattung als auch über" Soziale Zustände im Alterthum", wofür ihm großer Beifall Arbeiter zahle. Dies entspricht den thatsächlichen Verhältnissen gegen die Art und Weise derselben seitens des Herrn 8ad zu Theil wurde. Unter Vereinsangelegenheiten machte der Vor- nicht. Ich zahle 3.50 M., 2,50 und nur für ganz geringe Arbeit in einer stattgehabten Versammlung der Graveure, da figende die Kollegen auf das Gewerkschaftsorgan Solidarität" 2 M. Außerdem sollen auch sonst noch die Verhältnisse meiner Herr Zack schon seit 6 Monaten der Streit- Kontrollkommission aufmerksam, welches durch Beschluß der Versammlung bei Deig- Werkstatt zu Beschwerden Veranlassung geben( Boltsblatt, 2. Bei fern geblieben ist, demnach wohl schwerlich in der Lage und be- müller als Publikationsorgan des Vereins anerkannt ist, und er- lage der Nummer vom 12. Februar.) Ich ersuche Herrn Pfeifer, fugt fein dürfte, über die Kommission Bericht zu erstatten. fuchte, auf dieses Blatt zu abonniren. Dann bat der Vorsißende sich in meiner Werkstatt persönlich davor zu überzeugen, daß ihm Bertreten roaren 48 Gewerkschaften. Unentschuldigt fehlten die Rollegen, die Vereinsversammlung im Norden pünktlicher und unwahre Thatsachen unterbreitet wurd B " die Delegirten der Böttcher. 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Fallers 6 Pf.- Cigarre No. 24. fünftige form unſerer Organiſation herbeiführen foll. 80 Pf. Stimmen 1 M. 20 Pf. La Marseillaise v. Rouget de Lisle. Deutscher Text. Arrangirt Don E. Kirsch. Umdichtung von Audorf. Partitur 40 Pf. Stimmen 60 Pf. Für Orchester 75 Pf. Für Zither 60 Pf. Riva Heinrich. Zwei Lieder: a) Noch ist die Freiheit nicht verloren ( v. R. Prug). b) Es dämmert im Osten und Westen( Dichter unbekannt). Partitur 80 Pf. Stimmen 1 M. Riva Heinrich. Aufforderung. Schlägt noch dein Herz. ( Dichter unbekannt.) Mit Begleitung des Piano. Partitur 80 Pf. Stimmen 60 Pf. Clem. Zahn. Aufruf". Gedicht von Georg Herwegh. Auch für eine Gingfiimme mit Pianofortebegleitung eingerichtet. Partitur 40 P1. Stimmen 60 Pf., Lied 80 Pf. Clem. Zahn. Op. 12. Drei Lieder: a) Georg Herwegh: Das freie Wort. b) Heinr. Heine: Erleuchtung. c) Emanuel Geibel: Gondoliera Partitur 1 M. Stimmen 1 M. Ter freie Sänger. ieder für vierstimmigen Männerchor( nur Partiturausgabe). Herausgegeven von Carl Gramm. 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Verschiedenes. Referent: Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein nebst Tanz. 95/4 Zur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. NB. Am Dienstag, den 16. Februar, Abends 82 Uhr, findet im Lokale des Herrn Fey, Brunnenstr. 140( am Rosenthaler Thor), die Interessenten- Versammlung zur Konstituirung der Genossenschaft statt. Tages- Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Wahl des Vorstandes und des Aufsichtsrathes. 3. Geschäftliches. Mitgliedstarte legitimirt. Die Kommission. J. A.: E. Mahliz. Graveure und Ziseleure. Große öffentliche Versammlung mit Frauen am Montag, den 15. Februar, Abends 8½ Uhr, Sonntags bis 6 Uhr geöffnet. im großen Saale des Hrn. Bachmann, Dresdenerstr. 45. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Direktor Herrn Max Kanik, Die Bettfedern, Daunen, Naturheilkunde und ihr Einfluß auf die sozialen Verhältnisse". 2. Freie Disfertige Betten. tussion. 3. Verschiedenes. Gr. Bettfedern- Spezial- Geschäft In folgenden Geschäften sind Hüte mit on L. Beutler, Berlin. Kontrollmarken zu haben: H. Aertsens, Prinzenstr. 28. 0. Arnold, Dresdnerstr. 116. Rud. Beisse, Chauffeestr. 70. A. Becker, Reinickendorferstr. 14a. 0. Böttcher, Lichtenbergerstr. 1. A. Bracklow, Schönhauser Allee 29. Alb. Binn, Landsbergerstr. 43. W. Böhm, Blücherstr. 11. 99 Dresdenerstr. 123. L. Cohn, Andreasstr. 67. H. Diederich, Dranienstr. 9. 99 Mariannenstr. 43. 0. Dittlof, Pantitr. 24a. E. Dittmer, Acferstr. 68b. G. Dunsing, Dresdenerstr. 6. Ernst Nauen, Oppelnerstr. 45. A. Nauen, Wrangelstr. 99. Ch. Otto, Chausseestr. 22. C. Polvoigt, Frobenstr. 28. C. Pimpel, Landsbergerstr. 103, P. Pohle, Schwerinstr. 12. Böhme, Botsdamerstr. 104. W. Rother, Arndtstr. 31, vis- à- vis der Schenckendorffstraße. E. Rieck, Babstr. 64. C. Schulz, Swinemünderstr. 145. A. Schlegel, Brunnenstr. 33. Carl Stark, Neue Königstr. 73. H. J. Stoboy, Oranienstr. 170. Stresemann, Neue Königstr. 11. Paul Drenske Nachflg., Oranienftr. 172.| F. Sporrenter, Poststr. 16. A. Ernst, Barnimftr. 17. P. Fraude, Müllerstr. 188. A. Fuchs, Manteuffelstr. 35/86. Staligerstr. 39. Th. Gerlach, Sinienſtr. 89. Gust. Gross, Frankfurter Allee 167. G. Gottmann, Frankfurterstr. 180, R. Haase, Rastanien- Allee 36. Pr. Haupt, Große Frankfurterstr. 145. W. Hildebrandt, Schönhauser Allee 4. 0. Jörs, Pantstr. 5a. A. Kehr, Röpnickerstr. 126. W. Kliem, Bernauerstr. 108. G. Köpke, Prinzenstr. 60. Potsdamerstr. 126a. 99 Kriegshammer, Bellealliancejir. 91. G. Knaake, Andreasstr. 24. G. Kuhlee, Waldemarstr. 28. P. Kunz, Prinzen- Allee 87. Emil Kunze, Brunnenstr. 87. Ph. Krull, Rheinsbergerstr. 50. Franz Köppen, Müllerstr. 14a. 0. Liskow, Dranienstr. 47a. Arnold Lange, Brunnenstr. 136/137. 0. Schulze, Ruppinerstr. 27. H. Meissner, Neue Hochstr. 43. W. Sy, Brunnenstr. 139. Carl Wolter, Münzstr. 8. A. Wittenbecher, Moabit, Lübeckerstr. 4. Rud. Wegener, Stromstr. 59. W. Zapel, Staligerstr. 131( neben Frister u. Roßmann). A. Zechelius, Eisenbahnstr. 10. C. Rättig, Fehrbellineritr. 88. E. Bergmann, Markgrafenstr. 100. C. Sarsch, Fehrbellinerstr. 36. W. Benecke, Potsdam, Jägerstr. 36. C. Böttcher, Friedrichshagen. 1. Geschäft: Ackerstr. 35. 2. Geschäft: Mariannenstr. 11. 3. Geschäft: Kurfürstenstr. 148. 4. Geschäft: Gr. Frankfurterstr. 42. Hundert Sorten in Bettfedern, Pfund 50 Pf. bis zu den hochfeinsten Qual. Hundert Stand Betten; Stand: Ober bett, Unterbett und 2 Kissen 12 M. bis zu den hochfeinsten Brautbetten, jabel. haft billig. Stempel! * H.GUTTMANN Stempel-, ( Schablonen-, SchilderFabrik Berlin N.. Brunnenstr. 9. * 1933L Stempel! 1407b Um rege Betheiligung ersucht Der Einberufer. Müllerstr. 178. Restaurant Wedding. Müllerstr. 178. ( Früher Weddingpark.) Sonnabend, den 20. Februar: Gr. Wiener Maskenball veranstaltet vom Bauarbeiter- Verein der Rosenthaler Vorstadt. V Die Ballmunk wird von Zivil- Berufsmusikern ausgeführt. Einlasskarten à 50 Pf. find in den mit Plakaten belegten Handlungen und bei folgenden Festkomitee Mitgliedern zu haben: W. Kersten, Arfonaplay 7; A. Kleinert, theinsbergerstr. 32; G. Berger, Wollinerstr. 9; C. Wallenthien, Liebenwalderstr. 20; P. Deich, Grünthalerstr. 68; H. Bernhöft, Puttouferstr. 20; W. Genz, Bernauerstr. 114c. We Freunde und Gönner sind hiermit eingeladen. E Des Vergnügens wegen findet die nächste Versammlung am Sonntag, den 28. Februar, statt. J. A.: W. Genz, Bernauerstr. 114 c. E. Strauss, Shneidermitr., 1875b Blumenstr. 46, part.,[ 1960L empfiehlt sich zur Aniert. eleg. HerrenGarderole 1. Für guten Sitz u. saubere Arbeit wird garantirt. Lager v. Stoffen in grosser, geschmackvoller Auswahl. Roulante Zahlungsbedingungen! Die rühmlichst bekannte Bosselmann, Charlottenburg, Betten- Fabrik Scharrenstr. 11a. T. Koschel, Charlottenburg, Sophie Charlottenstr. 27. E. Radow, Charlottenburg, Berlinerstraße. P. Julow, Pantow, Breitestr. 24. G. Schaudt, Neu- Weißensee, Langhanssir. 71. C. Schmidt, Röpenick, Rießzerstr. 41. A. Klinge, Röpenick, Grünstr. 38. C. Wanke, Rigdorf, Bergitr. 9. R. Weidner, Dresdenerstr. 100. Bon Seiten der Händler wird sehr oft der Kniff angewendet, indem sie sagen: Für diese Torte Hüte giebt es feine Marken. Wir machen darauf aufmerksam, daß es süte mit Marken in allen Preislagen und Qualitäten giebt und die Ausrede nur gemacht wird, um den Käufer irre zu führen. Judem wir die Genossen bitten, nur die von uns veröffentlichten Geschäfte zu berücksichtigen, ist es auch hier nöthig, sich zu überzengen, daß die Marke sajon vorher im Hute flebt. Jedes Einkleben der Marke beim Kauf ist Betrug. Alle Unregelmäßigkeiten bitten wir an uns zu berichten. 172/20 Die Arbeiter- Kontroll- Kommission. J. A.: C. Kempe, Georgenkirch Play 8, NO. N von R. Kirschberg 1b Spandauer Brücke 1b Gegr. 1870 verkauft streng reall Neue Bettfedernpfl.0,50bis zu den vorzüglich füllend allerbest. nur 3, prima Halbdaunen 1,10 1,50 M. Chinesische von vorzüglicher Daunen Füllkraft 2,50, 3,- Mk., allerfeinsto Schwanen- Daunen 4,50, 6,- Mk. 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Februar, Grosser Wiener Masken- Ball in Joel's Festfälen", Andreas- Straße Nr. 21, arrangirt von Mitgliedern des Vereins deutscher Schuhmacher und der Zentral Kranken- und Sterbekasse( Bahlstellen Berlin). Anfang 7 Uhr. 10 Uhr: Demastirung. Entree 50 Pfg. Billets sind in allen mit Plakaten belegten Lokalen und bei folgenden Kollegen zu haben: Karl Fleischer, Buckowerstraße 4, Hof links 8 Tr.; August Fleischer, Höchstestraße 11, 2 Tr.; Kördel, Forsterstraße 7, Reller; Gründel, Dresdenerstraße 116; Manuel, Fehrbellinerstraße 14, Keller. 293/16 Achtung! Kistenmacher! Der Maskenball des Juteressenvereins der Kiften- und Koffermacher findet am Sonnabend, den 27. Februar, im Lokale Feuerstein( Bolg), Alte Jakobstr. 75, statt. Billets find bei Ladeburg, Naunynstr. 18; im Arbeits nachweis Markusstraße 25, in den mit Plakaten belegten Geschäften und bei fimmtlichen Vorstandsmitgliedern zu haben. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 14. Februar, Abends 6% hr, 190/15 2 Versammlungen. Kommandantenitraße, Gratweil's Bierhallen, Bortrag des Herrn Dr. Carl Pinn über:" Mohamed und seine Lehre". und Prenzlauer Allee, Bötzow's Brauerei, Bortrag des Herrn Stadtv. E. Vogtherr über:" Bildung und Verbildung". Nach den Vorträgen in beiden Bersammlungen gesellige Unterhaltung und Tanz. Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Berlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 487/12