Nr. 140. Abonnements- Bedingungen: W Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Posts Abonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Poft- Beitungs Preisliste für 1901 unter Dr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gelnye beträgt für die fechsgespaltene Kolonels geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. Kleine Anzeigen" jebes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Schleichende Krisis. " Mittwoch, den 19. Juni 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. wieder wachsen. Als Beweis für die beiden ersten Momente sonst nur einem vollen Drittel der Kommissionsmitglieder( also sechs führte er an, daß in den ersten drei Monaten die Roheisen- Gemeinde- Abgeordneten bei beispielsweise 18 Mitgliedern) zusteht. erzeugung sich beinahe ebenso hoch wie im ersten Quartal In allen Verhandlungen der Kommission hat der Kreisarzt beBekanntlich sprach noch zu Anfang dieses Jahres die des Vorjahres belaufen habe, dagegen aber diesmal im April ratende Stimme und muß jederzeit gehört werden. Sogar alle Hamburger Handelskammer in ihrem Jahresbericht die An- 36 000 Zonnen weniger erzeugt worden seien, als im Sigungsprotokolle sind dem Kreisarzt alsbald nach Feststellung in sicht aus, die in der zweiten Hälfte des vorigen Jahres ein- April 1900. Budem ergebe sich aus den Mitteilungen des Abichrift mitzuteilen, während dies für die bürgerlichen Mitgetretene Ermattung der industriellen Thätigkeit bedeute nur statistischen Amts, daß in den ersten Monaten dieses Jahres glieder nicht vorgeschrieben ist. Daß der preußische Staat diese eine Periode der„, Ruhe und Sammlung", wenigsteus weniger Eisenwaren eingeführt, gleichzeitig aber mehr aus- Machtbefugnisse für seine beamteten Aerzte in einem Organ der bestehe kein Grund zu der Annahme, daß fie der Vorbote geführt worden seien, als in denselben Monaten des Vorjahres. tommunalen Selbstverwaltung nicht deshalb durchgesetzt hat, um eines einsehenden allgemeinen Rückgangs der wirschaftlichen Das sind recht seltsame Gründe. Gewiß sind im Frühjahr nun im Sturmlauf Hygienische Reformen zu Gunsten der großen Entwicklung sei". Noch nicht sechs Monate sind seit Ver- und sogar noch im Mai erhebliche Mengen an Eisenprodukten Masse bei den Städten zu veranlassen, müßte jedem klar sein, der öffentlichung dieses Berichts verflossen, und wie hat sich nach dem Ausland verkauft worden, vornehmlich sogenanntes auch nur die letzten Jahre preußischer Verwaltung einigermaßen aufseitdem die Wirtschaftslage verändert! Eine bleierne Schwere Halbzeug: Stabeisen, Grubenschienen, Bleche, Draht usw.-merksam verfolgt hat. Vielmehr fennzeichnet C. Hugo in seinem auch lastet heute auf dem ganzen Geschäftsleben, trübe schleppt doch unter welchen Umständen? Es handelte sich zumeist von uns schon eingehend besprochenen, bahnbrechenden Buche über sich der Geschäftsgang fort, ein Tag wie der andre. Ueberall feineswegs um reelle Exportgeschäfte. In nicht wenigen Die deutsche Städteverwaltung"( Stuttgart, Diez, 1901) die Absicht Mutlosigkeit; überall Abneigung, neue Unternehmungen zu Werken hatten sich eben derartige Massenvorräte angesammelt, jener Gesegesbestimmung sehr flar und richtig( S. 5 ff.) dahin:„ Wie beginnen oder auch nur das Angefangene in bisheriger Aus- daß sich ihre Besizer, teils um die in diesen festliegenden wir noch öfter sehen werden, benutzt die staatliche Bureaukratie jedes dehnung fortzusehen. An der Börse aber völlige Haltlosigkeit, Kapitalien flüssig zu machen, teils um für die Abnahme der Mittel, ihr Machtbereich auf Kosten der Selbstverwaltung zu verwillenloses Hingeben an augenblickliche Einflüsse und Be- früher bestellten Roheisenmengen Platz zu schaffen, zu größeren größern. Nur soweit die Regelung auch auch der wichtigsten fürchtungen; je unbestimmter, je bager sie sind, desto größer Verkäufen gedrängt sahen, und da auf dem ge- Materie, wie zum Beispiel der im höchsten Grade rüdihre Wirkung. Kein Debacle im eigentlichen Sinne, fein drückten Inlandsmarkt eine schnelle Absetzung nicht ständigen Organisation der öffentlichen Gesundheitspflege, ihr die reinigender Gewittersturm, nach dessen Verlauf neues Schaffen zu erwarten war, so warfen sie ihre Vorräte Gelegenheit hierzu bietet, wird dieselbe von ihr in Angriff genommen. beginnen kann, eine schleichende Krisis, eine allgemeine Er- auf fremde Märkte. Ein Vorteil ist bei diesen Massenverkäufen Ihr ist die Medizinalreform so gleichgültig wie die Reform des schlaffung der Kräfte. nach auswärts fast nirgends herausgesprungen; im Gegenteil, in Krankenkassenwesens. Die eigne Macht, die Knechtung jeder freiheitvielen Fällen ist mit Verlust verkauft worden. Aus solchen lichen Selbstverwaltung ist das Ziel ihres Strebens. Für sie läuft Exporten eine Belebung des Geschäfts zu folgern, zeugt von die ganze Medizinalreform darauf hinaus, daß den Städten der einem seltsamen Optimismus. Kreisarzt aufottroyiert, in die Selbstverwaltungslörper die staatBald meldet dort ein Etablissement Zahlungsschwierig feiten an und bricht zusammen, dann wieder sieht ein andres fich zu bedeutender Einschränkung seines Betriebs und zu Arbeiterentlassungen gezwungen. Aengstlich geworden, Von andrer Seite wird betont, daß doch die wirtschaftlichen Beamten hineingezwängt werden." Nur einen Ausweg vor suchen die Inhaber von Industriepapieren diese abzustoßen, liche Lage keineswegs so schlimm sein könne, da ja die Hoch- dieser wahrlich nicht zu arg geschilderten und erst im ZusammenVerkaufsorders erfolgen, aber bei dem absoluten Mangel an öfen noch immer beträchtliche Roheisenmengen erzeugten. Diefe hang mit den sonstigen staatlichen Bevormundungsbestrebungen Kauflust und Aufnahmefähigkeit finden sich keine Säufer Ansicht ist noch unzutreffender wie die obige. Die Hochöfen haben auf tommunalem Gebiet in Preußen recht verständlich unmotivierte Kursstürze folgen. Der industrielle Kassamarkt bekanntlich in den Prosperitätsjahren mit Gruben und Rotereien werdenden Gefahr läßt des neue Gesetz, nach§ 10 Absatz 3 beruhigt sich wieder, die Schläfrigkeit gewinnt wieder die Verträge auf Lieferung bestimmter Quantitäten von Erz,( Schlußsaz) kann der Minister für Medizinalangelegenheiten auf Oberhand. Dann eine erneute Erschütterung Einige Kohlen und Coats abgeschlossen und sehen sich daher jetzt Antrag städtischer Verwaltungen diesen die eignen Gesundheitsgrößere Eisenwerte haben sich gezwungen gesehen, ihre genötigt, diese zu verwerten; außerdem aber haben sie sich tommissionen ohne Staatsarzt belassen. Und diesen Weg Lagerbestände auf den Markt hinauszuwerfen, um sich Geld selbst wieder durch Lieferungsverträge mit den Halbstoff gilt es schnell und energisch zu beschreiten und den Antrag beim für ihre Verpflichtungen zu verschaffen; doch auf dem Markt produzenten gedeckt, so daß sie der Abnahme eines bestimmten Ministerium durchzusetzen. ist keine Nachfrage nach ihren Produkten vorhanden, und so verursacht das Massenangebot nur weiteren Preisdruck. Wieder erfolgen an der Börse im Anschluß an die Verschlechterung der geschäftlichen Konjunktur neue Versuche zu Realisationen, die natürlich abermals zu Kursrückgängen führen. Dazwischen tauchen deprimierende Nachrichten auf über politische Vorgänge oder über bedenkliche Vorkommnisse auf fremden Märkten, z. B. in den letzten Wochen über die Vorkommnisse auf dem amerikanischen Eisenbahnmarkt, die, indem sie das Gefühl der völligen Unsicherheit verstärken, ebenfalls auf den Geschäftsverkehr lähmend zurückwirken. Teiles ihrer Erzeugung sicher sind. Sie können es also noch immer aushalten; schlimmer steht es schon um die Werke, die Halbstoffe fabrizieren. Ihr Absatz ist beträchtlich zurückgegangen, und doch müssen sie der unter andern Verhältnissen eingegangenen Verpflichtung zur Abnahme bestimmter Mengen Roheisen nachkommen. Politische Uebersicht. Berlin, den 18. Junt. • Nun haben die wenigen Freifinnigen zusammen mit dem einzigen bürgerlichen Demokraten aus Frankfurt a. M., die mehrfach nur infolge der Wahlhilfe der Arbeiter im preußischen Abgeordnetenhause figen, ihre Schuldigkeit in der parlamentarischen Bekämpfung der neuen reaktionären Bestimmungen während der Beratung des „ Reform"-Gefeges in den Jahren 1898 und 1899 einigermaßen Geradezu als eine Gefahr für das nationale Wirtschaftsleben gethan, bei der Zusammensetzung des Landtags natürlich in der erweist sich in der jezigen haltlofen Situation bas Bestehen der Hauptsache mit negativem Erfolg. Die Junker setzten nicht Syndikate. War schon ihre vielgerühmte Regulierung der Pro- bloß mit Miquel jenes Eindringen des Kreisarates in duktion in der abgelaufenen Prosperitätsperiode recht zweifelhafter die städtischen Gesundheitskommissionen, sondern auch die AbNatur, so zeigen sie sich jetzt geradezu als Konservierungs- lehnung des Verbots der Privatpragis für die Streisärzte Rebenher laufen allerlei Fäulniserscheinungen, wie der Institutionen des wirtschaftlichen Weißstands, indem sie, und durch. Sonst hätte ja der Staat für seine Kreisärzte Hypothekenbank- Standal oder der neuerliche, nur durch das zwar gilt dies besonders von den Rohstoffverbänden, unter jeder wirklich etwas bezahlen müssen, statt der ärmlichen paar hundert Dazwischentreten der Deutschen, Dresdener und Reichsbant Bedingung die in den guten Jahren Hochgetriebenen Preise ihrer Mart, die er ihnen jezt mit Wohlbedacht nur giebt, damit sie durch abgewehrte Zusammenbruch der Kreditanstalt für Industrie Produkte auf demselben Niveau zu erhalten suchen. Haben umfangreiche Privatpraxis bor allzu regem Gifer für das und Handel in Dresden. Und jeder solcher Standal enthüllt doch z. B. erst dieser Tage wieder die Kohlen- und Coats- öffentliche Wohl abgelenkt werden und nicht durch ihre neue wundersame Geschäftspraktiken und Geschäftsmoral- syndikate, um ihre Preise hochzuhalten, ihre Produktions- wissenschaftlichen Forschungen gerade in ärmeren Bezirken anschauungen der nach Bildung und Besik maßgebenden" einschränkung erhöht( das Kohlensyndikat auf 15, das Coats- mitunter sehr gefährlich wirken", wie der Herr von Groß- Klanin Schichten. Hat doch beispielsweise die Dresdener Kredit- syndikat auf 25 Prozent). im Herrenhause so schön deutsch sagte( vergl. Wurm, Gesundheitsanstalt nicht nur fast ihr gesamtes Stapital und ihre pflege in Staat, Gemeinde und Familie, Diez 1901, S. 22 ff.), Referben in den Aktien der von ihr gegründeten industriellen Thaten die paar Freifinnigen im Abgeordnetenhause das Gesellschaften angelegt, sondern auch diesen noch die nötigste gegen die schlechtesten Bestimmungen des Gesetzes, fo weitgehendsten Kredite eingeräumt, zu denen sie sich die sehen wir nun, daß sich selbst in den von Freifinnigen Mittel selbst erst durch ausgedehnte Wechseltransaktionen Eine Probe für den Gemeinde- Freifinn. beherrschten Gemeindeverwaltungen größerer preußischer Städte beschaffte. Und doch sind die Elektricitätswerte vor- In der Zeit bis zum 1. Juli d. J. Hat der Gemeinde- Freifinn in gerade jetzt, wo es darauf ankäme, rasch und entschieden zu handeln mals D. 2. Kummer u. Co., welche den größten Teil dieser Preußen wieder einmal Gelegenheit, sich zu bewähren. Bis dahin ist und durch Inanspruchnahme der oben angeführten AusnahmeKapitalien berschlangen, nicht etwa ein regulärer solider die Organisation für Gesundheitspflege in den größeren preußischen bestimmung die Selbstverwaltung auch auf diesem Gebiet zu retten, Geschäftsbetrieb, der sich in geschäftsmäßiger Weise mit Städten, in denen ja die bürgerliche Demokratie vielfach die entweder alles still und stumm verhält, oder gar noch Schlimmeres elektrischen Anlagen befaßte, sondern vielmehr so eine Gemeindeverwaltung beherrscht, dem neuen Gesetz vom 16. Seps passiert. Aus Frankfurt am Main kommt nämlich die Kunde, daß Art Gründungstrust, der selbst wieder als Hauptsache die tember 1899 anzupassen, das die Dienststellung der Kreisärzte und dort bereits eine Magistratsvorlage die vollkommene Anpassung an spekulativen Gründungen von andern Gesellschaften, sogenannten die Bildung städtischer Gesundheitskommissionen regelt. Und bei dieser das reaktionäre, Reform"-Gesetz den Stadtverordneten vorschlägt, statt Tochtergesellschaften, betrieb und sie fundierte, garantierte und Anpassung tommt es sehr wesentlich darauf an, wie sich die in der von ihnen die Ermächtigung zu einem schleunigen Antrag an den Minister auf dem Wege eigentümlicher Kreditoperationen mit den Gemeindeverwaltung herrschenden bürgerlichen Kreise als Verteidiger wegen Beibehaltung des eignen Gesundheitsrats einzuholen, der nötigen Mitteln verjah. Schwerlich dürfte es deshalb auch der städtischen Selbstverwaltung bethätigen. bisher schon mit genau denselben Befugnissen bestand, wie sie das bei dem Zusammenbruch der Summerschen Werke bleiben; Es handelt sich dabei um den Kampf gegen einen jener staat neue Gesez bringt, nur ohne Kreisarzt. Und als unser einziger verschiedene ihrer famosen Gründungen werden noch nachlichen Versuche, auf Umwegen Staatsbeamte mit maßgebendem Bertreter im Stadtparlament diefer Nachgiebigkeit scharf entgegen purzeln. Einfluß in die städtische Verwaltung zu bringen, wie es bei trat, erhob sich der freifinnige" Frankfurter Landtagsabgeordnete So geht es nun schon seit Wochen, bald tann man sagen den Schuldeputationen mit den bekannten verhängnisvollen Folgen Fund als freiwilliger Magistrats- und Regierungskommissar, um feit Monaten, und so dürfte es vorläufig auch noch eine gelungen ist und augenblicklich mit dem Spreepräfekten insofern zusammen mit verschiedenen ebenso freifinnigen" ParteiWeile weiter gehen, nur daß, allerlei Gerüchten über eine vorbereitet wird, als an Stelle eines sich selbst vervaltenden Groß- freunden seiner Hellen Entrüftung über die fortwährende Reihe industrieller Unternehmungen nach zu urteilen, sich in Berlins eine Anzahl ungeeinigter Gemeinden unter der fürsorglichen Mäkelei" des Socialdemokraten an Magistratsvorlagen Ausden nächsten Wochen die Zahl der unliebsamen Ueber- Obhut eines töniglich preußischen Oberpräsidenten fonferviert werden brud zu geben und fogar an die- Galerie zu appellieren, raschungen" noch beträchtlich vermehren wird bis schließlich sollen. Es kommt darauf an, auch vom wohlverstandenen bürger- die jenes fluchwürdige Verhalten des Arbeitervertreters ebenso verder als Ausgang der jeßigen Situation immer unvermeidlicher lichen Interessenstandpunkt aus jene Gesamtrichtung zu beurteilen werde, wie die bisher so sehr an Ruhe und Behaglichkeit werdende Krach folgt. Vielleicht ist er trotz alles Leidens und fämpfen und, wo es geht, abzuwehren, auch wenn im gewöhnte freifinnig demokratische Stadtparlamentsmehrheit. Die Ungemachs, das er über weite Boltsschichten bringen wird, Einzelfalle die Erheblichkeit der staatlichen Einmischung im Galerie that nun zivar dem wackeren Freifinnigen" nicht diesen Geimmerhin noch einem langsamen, ständig weitere Teile des ersten Augenblick nicht fo groß und verhängnisvoll er fallen, auch nicht die Bürgerschaft der Mainstadt und das ArbeiterErwerbslebens ergreifenden Siechtum borzuziehen. scheint. Es gilt dabei das berühmte Wort einmal in die volks- blatt; wohl aber die„ demokratische" Preffe der einst freien NeichsDaß es übrigens auch jetzt noch nicht an Leuten fehlt, tümliche Gemeindepolitik zu übernehmen, das da in seiner junkerlich stadt, die alsogleich davon schrieb, daß der Sack des denen der Himmel voller Geigen hängt, zeigt die Rede des gielbewußten Fassung so klaffisch gelautet hat:" Die janze Richtung Bandels nicht wert" sei und daß der Socialist die Angriffe Herrn Geh. Kommerzienrats Meyer- Hannover, des Vorsigenden paßt uns nicht!" Der Sinn für bürgerliche Selbständigkeit in der an den Haaren herbeigezogen" habe. Der demokratische Frank des Aufsichtsrats der Jlseder Hütte und des Peiner Walzwerts Kommunalverwaltung hat sich im vorliegenden Falle insofern zu furter Stadtverordnete Saenger hielt eine Rede mit vielen„ Einerin der am 6. d. M. abgehaltenen Generalversammlung. Der bewähren, als nach§ 10 des oben genannten und bis 1. Juli feits" und" Andrerseits", aus denen bekanntlich nach Marr der Herr Geh. Kommerzienrat gab zwar die augenblickliche Depression durchzuführenden Gesetzes der beamtete Staatsarzt auch in die Philister zusammengefeßt ift. Ein einziger Demokrat, ein zu, meinte aber, daß bereits die Anzeichen einer Besserung aus Magiftratsbeamten, Stadtverordneten und Bürgern zu bildenden alter ehrlicher Arzt, sprang unfremt Genoffen tapfer gegen zu beobachten seien, denn die Roheisen Erzeugung nehme Gesundheitskommissionen aller größeren Städte einrückt und sie wesent- feine eignen Parteifreunde bei. So ist in Frankfurt a. M., wo die ab, der Export hingegen zu; ferner werde, sobald lich durch seinen Einfluß beherrscht, wenn nicht balb die nötigen nachgiebige Magistratsvorlage einer Kommiffion überwiesen wurde, erst die Geldverhältnisse sich günstig gestalteten, die Bau- Schritte dagegen gethan werden. Der Kreisarzt tann an allen die Sache einstweilen sehr im Ungewissen geblieben, während aus thätigkeit in den Städten einen erneuten Aufschwung Sizungen der Gesundheitskommission teilnehmen und darf sogar andren preußischen Städten es tamen u. a. Berlin mit seiner genehmen, also auch die Nachfrage nach eisernem Baumaterial jederzeit die Zusammenberufung derselben verlangen, ein Recht, das mischten Deputation für Gesundheitspflege von 1874, Charlottenburg = Nur evangelisch. " Schutzöllner sind und daß die weitaus überwiegende Mehrheit der Wähler dem Arbeiterstande angehört. Man ertennt hieraus, wie wenig angebracht es ist, die gesamte deutsche Arbeiterschaft für den Freihandel in Anspruch zu nehmen. Unter diesen Umständen kann man mit Recht sagen, daß ein Teil der Schlußfolgerungen, welche die Demokratie beider Richtungen seiner Zeit an den Ausfall der Wahl im Kreise Greifs wald Grimmen geknüpft hat, sich schonjekt als hinfällig erwiesen hat." mit einer gleichen seit 1897, Hannover mit seinem Gesundheitsrat| dachtsgründen und Beweismitteln wissen, dann können die Gerichtsvon 1890 und Köln mit einer städtischen Sanitätskommission von herren hiervon wohl kaum Kenntnis haben, denn die Gerichtsherren 1894 in Betracht dürfen nach§ 167 an Untersuchungshandlungen nicht teilnehmen, überhaupt noch nichts verlautet. Wenn aber die bürgerliche Demokratie im halb süddeutschen als solche auch nicht vornehmen. Frankfurt am Main mit seiner vielgerühmten städtischen Social- 179 der Militär- Strafgerichtsordnung, sondern auch über§ 345 desDie Gerichtsherren haben sich jedoch nicht nur über§§ 177 und reform" sich schon so schmählich blamiert hat( sie müßte denn ihr selben Gefeßes hinweggejezt. Nach§ 345 ist dem verhafteten Angetrauriges Verhalten noch gut machen, und sie könnte es noch!), wie flagten schriftlicher und mündlicher Verkehr mit dem Verteidiger wird sich dann der Gemeindefreifinn im übrigen Preußen bewähren? gestattet. So lange die Anklage nicht erhoben ist, kann der Das dürfte in der allernächsten Zeit ein erbauliches Schauspiel für Gerichtshof schriftliche Mitteilungen zurückweisen, deren Einsicht Es wird der Kreuz- Zeitung" schwer werden, den angeblichen aufmerksame Beobachter abgeben, die gewohnt sind, auch auf pratti- ihm nicht gestattet wird. Der Rechtsanwalt Horn ist dem An- Nacheschwur in allen möglichen Tonarten" nachzuweisen. Wir haben schem kommunalpolitischen Gebiet den jämmerlichen Verfall unsrer geklagten Hidel erst nach Erhebung der Anklage von Amtswegen für die Ersatzwahl im Stummschen Streife keinerlei Hoffnungen ge bürgerlichen Opposition in politischen Principienfragen zu verfolgen. zum Verteidiger bestellt. Hickel und Rechtsanwalt Horn durften äußert, denn wir wissen, daß das Stummsche Bevormundungs- und daher völlig ungehindert Briefe wechseln; tein Dritter war be- Bergewaltigungssystem nicht mit dem Ableben seines typischen Die standalösen Wahlbeeinflussungen, rechtigt, diese Briefe zu öffnen und zu lesen. Der Gerichtsherr hätte Vertreters beseitigt ist. im Kreise doch mächtige Centrumspartei vor Erhebung der Anklage auch nicht das Recht gehabt, die Briefe deren selbst die Die sogenannten evangelischen Arbeitervereine, deren des Rechtsanwalts Horn an hidel ohne weiteres aufzubrechen und feitens der Grubenverwaltung ausgesetzt war, haben gezeigt, daß Vertreter sich auf dem letzten Verbandstage demonstrativ von zu lesen; er mußte sie uneröffnet dem Verteidiger zurückgeben, falls die Stummlinge in Saarabien ihrem Herrn und Gebieter trefflic ihren etwas mehr naumannisch gesinnten Brüdern in evangelicis der Verteidiger die Einsicht ihm nicht gestattete. Wie die Sache nacheifern, so trefflich, daß die ungültigkeit der Wahl in trennten, haben jetzt in Bochum eine Tagung gehabt, auf der aber hier lag, durfte Generallieutenant v. Alten die Briefe des Aussicht gestellt ist. Ein gar billiger Trost ist aber das beste an der Sache", die sie ihren Austritt aus dem Gesamtverbande in aller Form Berteidigers an Hickel nicht einmal zurückweisen. Hidels Briefe an den Verteidiger sind diesem stets auch uneröffnet zu Thatsache, daß beide Parteien, die um den Wahlfieg kämpften und vollzogen. Sie thaten dies mit einer Art programmatischer gegangen. Der Vorsteher des Arresthauses in Gumbinnen, die fast sämtliche Stimmen des Kreises auf sich vereinten, schutzErklärung, aus der nach der„ Rhein.- Westf. 8tg." das Folgende Hauptmann von Rentendorf, hat durchaus korrekt angeordnet, daß zöllnerisch sind. Die Konservativen müssen schon sehr bescheiden wenn sie Tröstung für den Verlust eines mitgeteilt sei: Hickel diese Briefe verschließen solle. Es war dem Verteidiger geworden sein, " Nach rheinisch- westfälischer Auffassung sind die evangelischen unter diesen Umständen auch nicht im entferntesten der Gedanke Kreises, der stets konservativ und schutzzöllnerisch vertreten war, Arbeitervereine in erster Linie evangelisch; nach Naumanns Rezept gekommen, daß seine Briefe an Hickel geöffnet wurden. Erst an die Schutzzoll gegner, in der Bewahrung eines andern, stets follen sie ausschließlich social sein. In Rheinland- Westfalen stehen jetzt ist durch eine gelegentliche Aeußerung Hickels dieses dem Ver- urreaktionären, jedem freiheitlichen Lufthauch versperrten Wahlkreises die religiösen, die nationalen, die idealen Zwecke teidiger bekannt geworden. Sidel hat es nämlich für selbst- finden. Die Kreuz- Zeitung" dürfte sich selbst gestehen, daß ihrer und Ziele der Vereine im Vordergrund; Naumann dagegen betont verständlich gehalten, daß seine Korrespondenz von den Mitgliedern Partei Tage längst gezählt sein werden, wenn auch in dem ausschließlich die materiellen, die wirtschaftlichen, die social- des Kriegsgerichts gelesen würde, und hat sich bei seinem Verteidiger Stummschen Kreise der Umsturz" Einzug hält. politischen Aufgaben. In den westlichen Provinzen hält deshalb darüber nicht beklagt. Es steht mit unzweifelhaft feft, daß Begas und der Umsturz. An dem neuen Begasschen man an dem Grundsatze feft, fest, daß die evangelischen alle Briefe des Verteidigers an Hickel erbrochen und dem Au Bismard- Denkmal zu Berlin find nicht nur die Klerikalen als Raben Arbeitervereine bei politischen Wahlen denjenigen Kandidaten geklagten offen zugestellt find. Alle diese Briefe waren in BriefKirche am nächsten stehen; Nanmann dagegen gefährdet feite trugen:„ Rechtsanwalt Paul Horn in Justerburg". Briefe des einer Raubtierkage, die verendend am Boden liegt, den Schädel den Vorzug zu geben haben, welche der evangelischen umschlägen enthalten, die den deutlichen Aufdruck auf der Vorder- verewigt, sondern auch der Umsturz hat seine Stelle gefunden. Es giebt nämlich dort eine stolze Frauensperson zu schauen, die irgend aufs ärgste die Wiederwahl selbst eines solchen Abgeordneten, der, Verteidigers, die den Poststempel vom 5. und 6. Juni trugen, sind eingedrückt hat. Nach einer Erläuterung dazu soll die Riesendame wie Franken, direkt von den Arbeitervereinen auf den Schild er- Hickel erst am 13. Juni zugestellt. hoben worden ist. In Rheinland- Westfalen vertritt man den Es bleibt abzuwarten, ob sich jemand finden wird, der es unter die Staatsgewalt" darstellen,„ die über die Mächte des Umsturzes triumphiert". Grundsatz, daß in den evangelischen Arbeitervereinen die Annimmt, diese Gesetzwidrigkeit zu verteidigen. Der Verteidiger wird Wenn Herr Reinhold Begas uns als ein wildes Tier verhänger aller Parteien willkommen sind, so weit sie nach§ 299 des Reichs- Strafgesetzbuches Strafantrag wegen herrlicht, so lassen wir uns das schließlich gefallen. Es muß ja auch auf evangelischem und nationalem Boden stehen, und daß dem Verlegung des Briefgeheimnisses stellen. Es wird für Bismard nicht ganz angenehm sein, unter dem Bilde eines gemäß die Konservativen, Freifonservativen, sich dann ergeben, wer die Briefe geöffnet hat. Dem Verteidiger Löwen gefeiert zu werden, der wie alle die großen Kazen Nationalliberalen, Freifinnigen, Christlich ist die allerdings unkontrollierbare Mitteilung gemacht, seine an naturgeschichtlich längst als feige Bestie entlarvt ist. Aber das Socialen und Nationalsocialen den evangelischen den Sergeanten hidel in Gumbinnen gerichteten Briefe würden llebermaß von historischer unwahrhaftigkeit ist doch anstößig, daß Arbeitervereinen näher stehen, als die Ultramontanen beim Kommando des Dragoner- Regiments von Wedel von der Post die Bestie des Umsturzes von Bismard zertreten sein soll, während und Socialdemokraten; für Naumann dagegen ist sein abgegeben, das Regiment habe die Briefe an das Kriegsgericht in Staffeler Ausspruch Regel und Richtschnur, daß die evangelischen Justerburg gesandt, von dort fämen fie offen an das Regimente fich in Wirklichkeit gerade unter ihm und durch ihn gedeihlich entwickelt und gekräftigt hat. Arbeitervereine der nationalliberalen Partei zum mindeſten zurück und würden dann dem Angeklagten Hickel offen zugestellt. Herr Reinhold Begas, der Schöpfer des Denkmals, ist allerdings, so gegensätzlich gegenüber stehen müssen, wie der Socialdemokratie und dem Ultramontanismus." Die Ankündigung, daß der Verteidiger wegen einer der be- wenn nicht künstlerisch, so doch in seinen Anschauungen von großer be- Wandlungsfähigkeit. Im Verlage der Buchhandlung Vorwärts ist Es ist nicht recht ersichtlich, aus welchem Grunde sich diese gangenen Gesezwidrigkeiten Strafantrag stellen wird, würde die An- die dreibändige Ausgabe von Ferdinand Laffalles Reden und Schriften fläglichen Vereinsgebilde noch Arbeitervereine nennen; die gelegenheit ins Rollen bringen, wenn auch diese Verhandlung nicht erschienen. Das Titelbild im ersten Band zeigt das Portrait unires Naumannsche Richtung hat wenigstens immer noch ein wieder vor dem Militärgericht stattfinden würde. Der Fall ist wie fein zweiter, wie wir schon früher betonten, großen Vorkämpfers nach einer im Privatbesiz befindlichen Büste von- Reinhold Begas". Scheinrecht auf diese Bezeichnung, weil sie auch von Im Jahre 1889 war auf ein Wert von Reinhold socialen Aufgaben, von der Förderung von Arbeiterinteressen geeignet, zu zeigen, daß der für den Krieg erzogene Militär under Pariser Weltausstellung auch Begas ausgestellt. Damals war, wie erinnerlich, Frankreich und redet; die rheinischen Dissidenten aber wollen nur noch tauglich zu einer geordneten Rechtspflege ist. seine Ausstellung in Hoffreisen aufs aufs strengste boykottiert. evangelisch sein, eine politische oder sociale Unterscheidung giebt Chinesische Dokumente. In der Pariser Revue blanche" Daß trotzdem Begas sich an der Ausstellung beteiligt hatte, wurde es nicht mehr für sie. Ebensowenig können sie nach diesem veröffentlicht Alexander IIar eine Anzahl von Briefen, deren Ver- ihm sehr verdacht. Herr Begas aber, allezeit bereit umzulernen und Programm der Programmlosigkeit noch darauf Anspruch faffer Chinesen sind und die den europäischen Einbruch in sich einer besseren Einsicht zu fügen, ließ schleunigst das von ihm gemachen, als politische Organisation zu gelten. Ein patriotischer Betichili, unter dem sie und ihre Familien furchtbar gelitten haben, fchickte Werk aus Paris verschwinden. Regelflub oder eine Spiritisten- Gesellschaft hat dieselbe Be- als Antläger schildern. Der Herausgeber der Briefe leitet die Verdeutung fürs öffentliche Leben. Was zu konstatieren war. -> * Deutsches Reich. Erhaben über dem Gesek! Die National Zeitung" berichtet über neue Gesetz= widrigkeiten", die die Militärbehörde in Gumbinnen in dem Verfahren gegen den Sergeanten hidel sich zu Schulden kommen läßt. § 115 der bürgerlichen Strafprozeß Ordnung und§ 177 der Militär- Strafgerichts- Ordnung verordnen, daß der Verhaftete spätestens um Tage nach seiner Einlieferung in das Gefängnis gehört werden soll. = öffentlichung also ein: Künstler, wenn er, was wir ihm wünschen, die Eroberung der poli Aus diesen Anzeichen dürfen wir wohl annehmen, daß der tischen Macht durch die Socialdemokratie noch erleben sollte, gern bereit sein wird, das Bismarck- Denkmal im Sinne der historischen Wahrheit zu korrigieren und die Leoparden- Gruppe umkehren wird. Die Anti- Bismarckfeier. Die Klagen über die schwächliche Bismarc- Begeisterung finden in einem Teil der Provinzpresse eine rückhaltlosere Deutlichkeit, als in den Berliner Meinungsbazaren. Die Rheinisch- Westfälische Zeitung" widmet dem Verhalten des Regierungsblatts, der„ Norddeutschen Allgemeinen 8tg." die folgende Bemerkung: " Sie sagt in ihren beiden Sonntagsausgaben garnichts. Doch, etwas: auf der vierten Spalte findet sich eine Beschreibung des Denkmals, die mit den Worten eingeleitet wird: Unser 6- Berichterstatter giebt von dem Denkmal folgende Schilderung. Das Blatt thut die Sache also ab wie irgend ein Lokalereignis, etwa einen Mord oder eine Zugsentgleisung. Von dem Versuch, der Bedeutung des einzigen Mannes auch nur mit ein paar Worten gerecht zu werden, keine Spur." „ Die Dokumente, die zu veröffentlichen ich mich als Mensch freue, als Europäer mich schäme, find mir von chinesischen Freunden während einer Reise übergeben worden, die mir erlaubte, die chinesischen Vorgänge gewissermaßen aus den Coulissen zu beobachten. Zwischen mir und den europäischen Truppen lag das Gebiet der militärischen Operationen. Diese Dokumente sind von Wichtigkeit, indem sie einesteils die Situation in China so schildern, wie sie den Chinesen erscheint, indem sie ferner den kläglichen Mißerfolg der europäischen Politik in China erweisen und indem sie endlich unsre Civilisation in Nacktheit bloßstellen." Die beiden ersten Briefe sind aus Kalgan geschrieben und Hat nun der Generallieutenant von Alten Hickel vorläufig fest- behandeln die Einnahme dieser Stadt durch die Truppen der nehmen laffen, so sezt diese Maßregel doch voraus, daß Sidel aus Expedition des verunglückten Grafen York von Wartenburg. In der Untersuchungshaft entlasse war; so wäre ja die vorläufige diesen wie in den andren Briefen werden die deutschen Truppen Festnahme gänzlich überflüssig gewesen. Ist aber Hickel vorläufig aufs schwerste beschuldigt. Es ist uns unmöglich, die Briefe hier festgenommen gewesen, so war er jedenfalls aufs neue verhaftet, wiederzugeben, da gewisse Persönlichkeiten uns Absichten der und er hätte deshalb gemäß§ 177 M. St. G. O. spätestens am Beleidigung unterstellen dürften, wo wir die Absicht verfolgen, Tage nach seiner Einlieferung in das Gefängnis gehört werden Verwahrung einzulegen, daß die deutsche Kultur durch solche müssen. Das ist aber nicht geschehen. Gleichgültig war es, daß Unthaten, wofern sie wirklich begangen wurden, geschändet werde. Hickel thatsächlich in derselben Zelle verblieb. Er wurde vor der Untersuchungshaft in eine andre Art Haft als vorläufig Fest Bohl aber müßten diejenigen Blätter, die von der civilisatorischen genommener übergeführt. Ebenso veränderte der kommandierende Aufgabe Deutschlands in China zu sprechen belieben, diese Briefe General die Art der Haft, indem er statt vorläufiger Festnahme der Oeffentlichkeit übergeben, und die eeresverwaltung hat Untersuchungshaft anordnete. Auch hier mußte§ 177 angewendet die Pflicht, gründliche Untersuchungen anzustellen über die Vorwürfe und Hidel vernommen werden. Aber auch hier ist es nicht geschauerlichster und unflätigster Scheußlichkeiten, die gegen deutsche schehen. Soldaten in der französischen Zeitschrift erhoben werden. Wohlgemerkt: für jemand, der annimmt, die ursprüngliche Ferner ist es von Jntereffe, aus diesem Briefe kennen zu lernen, Untersuchungshaft dauerte noch fort, brauchten diese beiden Vernehmungen nicht stattfinden. Wer aber so, wie die beiden welche Auffassungen sich in China verbreitet haben über die bekannte Generäle, mit der vorläufigen Festnahme und dem neuen Haftbefehl Rede des deutschen Kaisers: Pardon wird nicht gegeben, operierte, der mußte tonfequenterweise die beiden Vernehmungen Gefangene werden nicht gemacht... Endlich bestätigen die chinesischen Briefe die Richtigkeit unsrer Das schaurige Märchen eines anarchistischen Racheaktes, stattfinden lassen. Wenn man nun aber den Wort des§ 177 sich vor Augen hält, Auffassung, daß gerade Deutschland den erbittertsten Haß das wichtig thuende Budapester Polizeispigel in die Während Welt gesetzt haben, hat sich wieder einmal als eitel Schwindel wird sofort klar, weshalb diese beiden gesetzlich vorgeschriebenen der chinesischen Bevölkerung gegen sich erregt hat. Vernehmungen für die Generäle fortfallen mußten.§ 177 verbie Briefschreiber von den Russen Hülfe gegen die Barbaren er- erwiesen. Am 15. Mai d. J. war in Budapest aus der Donau die eines Unbekannten gezogen worden, die etwa vier Vielleicht gereicht es dem Bismarckblatt zu einigem Trost, daß die„ Norddeutsche" dafür um so eifriger die übereinstimmenden Lobgefänge der Presse aller bürgerlichen Parteien auf Bülows Aufgefallen ist es übrigens auch, daß Miquel an der Feier oratorische Größe wiedergiebt! nicht teilgenommen hat! Anarchistenspnk. Aus Meißen wird berichtet: Auf der Senftenberger Grube bei Großenhain wurden drei italienische Arbeiter, wie es heißt, unter Verdacht aus archistischer Umtriebe und wegen angeblicher Verbindung mit dem Mörder König Humberts verhaftet und den italienischen Behörden abgeliefert. vert. Eine amtliche Aufklärung über diese Mitteilung ist wünschensordnet nämlich:„ Der Verhaftete muß spätestens am Tage nach hoffen, während sie Feindschaft gegen die übrigen europäischen Leiche Monate im Wasser gelegen haben haben mochte. Der Körper seiner Einlieferung in das Gefängnis über den Gegen Nationen hegen, erscheinen ihnen die Deutschen als Personifizie des Verstorbenen war unter dem Mantel mit schweren stand der Beschuldigung gehört werden" usw. Der Schwerpunkt ist auf die Worte über den Gegenstand der rung alles Unmenschlichen. " Beschuldigung" zu legen. Weder der Divisionsgeneral, noch der Die Subventionierten des Bundes. Jetzt endlich äußert tommandierende General konnten Hickel vernehmen lassen, denn sich die„ Deutsche Tageszeitung" zwar nicht zu unsren Mitteilungen, wessen sollten sie ihn beschuldigen? So ist die Disciplinargewalt, die die Diätenspenden des Bundes betreffen, sondern zu einer nicht von traft deren Generallieutenant von Alten Hickel vorläufig festnehmen will, doch wohl nicht beschaffen, daß er einen völlig unschuldigen uns ausgegangenen nebensächlichen Andeutung der„ Schwäb. Tagwacht". festnehmen laffen kann. Nahm er Hickel feft, so mußte Sidel nach Allerdings hat die Schwäbische Tagwacht" falsch geraten, wenn sie der Freisprechung etwas Strafbares begangen haben. Das hatte er im Abgeordneten Schrempf einen der Subventionierten vermutete. nicht gethan, folglich fonnte Generallieutenant von Alten ihn keiner Will aber die Deutsche Tageszeitung" ernstlich leugnen, daß der strafbaren Handlung beschuldigen, und deshalb konnte er Hickel über Bund mehrere rechtsstehende Reichstags- Abgeordnete, welche die die Beschuldigung auch nicht nach§ 177 bernehmen lassen. Es Kosten ihres Aufenthalts in Berlin aus eignen Mitteln nicht be= wurde also ebenso wie§ 179 nun auch§ 177 verlegt. Der kommandierende General befand sich in derselben Lage. Er- streiten zu können erklärten, subventionierte? Es wäre weit ließ er einen neuen Haftbefehl, so mußte er nach§ 179 neue Ber- chöner, wenn die frommen Bündler in sich gingen und selbst dachtsgründe oder Beweismittel anführen und Sidel mußte gemäß die Wahrheit bekennen würden; das machte doch einen § 177 über diese neue Beschuldigung vernommen werden. Der befferen Eindrud, als wenn andre Leute die Sache enthüllen müßten. kommandierende General kannte aber feine neuen Verdachtsgründe Nur nicht zu großspurig. oder Beweismittel, daher konnte er Hickel nicht nach§ 177 ber- i Von Herrn Bauer schweigt das bündlerische Blatt nach wie nehmen laffen. Daß aber bei Erlaß des neuen Haftbefehls weder vor mit größter Hartnädigkeit. Generallieutenant von Alten noch der fommandierende General v. Finckenstein neue Verdachtsgründe oder Beweismittel tannten, desjenigen durch das Zeugnis wird bewiesen werden Kriegsgerichtsrats, welcher Sidel den neuen Haftbefehl des tommandierenden Generals bekannt machte. Hickel, der von seinem Verteidiger angewiesen war, auf diese neuen Verdachtsgründe und Beweismittel genau zu achten, sagte dem Kriegsgerichtsrat, es lägen doch teine neuen Thatsachen und Momente" gegen ihn vor. Darauf erwiderte der Kriegsgerichtsrat: Die haben wir allerdings noch nicht, aber die Untersuchung ist eingeleitet. Diese Aeußerung wird, außer dem Kriegsgerichtsrat und Hickel, der als Militärgerichtsschreiber zugezogene Sergeant und der das Arresthaus in Gumbinnen verwaltende Feldwebel befunden. Wenn aber die Kriegsgerichtsräte nichts von neuen VerKetten bewidelt. Man fand bei dem Toten kein Geld, aber eine goldene Uhr und Kette, Stassenschlüssel und eine Anzahl von Rezepten einer Dresdener Apotheke. Auf Grund dieser Rezepte wurde in Dresden ermittelt, daß es sich um den Fabrikanten Dr. Löwenstein aus Dresden Handele, der vor etwa fünf Monaten Spurlos aus Dresden verschwunden war. Dieses magere Thatsachenmaterial genügte den Budapester Polizeispitzeln, um den sensationslüfternen bürgerlichen Zeitungen folgenden Roman mitzuteilen, der durch zahlreiche deutsche Blätter ging: Man ist in polizeilichen Streifen Budapests auch der Ansicht, daß der aus Dresden verschwundene Dr. Löwenstein mit jenem Berliner Journalisten Ernst Löwenstein identisch ist, der vor einigen Jahren in dem großen Prozesse gegen den Kriminal- Polizeihaupts mann Tausch und gegen den Journalisten Normann- Schuntain, der sich als Spigel der Berliner politischen Polizei entpuppte, häufig genannt wurde. In Bezug auf Ernst Löwenstein wurde in jenem Sensationsprozeß ferner festgestellt, daß er, ebenfalls im Dienste der Berliner politischen Polizei stehend, die Aufgabe hatte, die in England und in der Schweiz lebenden deutschen Anarchisten aufzuspüren und auszuspionieren. Wenn dies thatsächlich der Bescheidener Troft. Die Kreuz- Zeitung" schreibt: Fall ist, so ist es feineswegs ausgeschlossen, daß das mysteriöse Ende Dr. Löwensteins einen politischen Hintergrund " Die Erwartungen der Socialdemokratie sind wohl noch niemals so jämmerlich enttäuscht worden, wie durch den hat und sich als ein Ra cheatt der Anarchist en erweist." An all diesem Gefasel ist kein wahres Wort. Dr. Löwenstein hat Ausfall der Ersagwahl in Ottweiler- St. Wendel. Bald nach dem Ableben des Frhrn. v. Stumm wurde bekannt sich niemals mit anarchistischen Theorien und nicht einmal viel mit lich daß gepredigt, allen möglichen Tonarten die Politik befaßt. Wie alle seine Verwandten glauben, hat er sich selbst Rache nehmen werde für gewaltige Arbeiterschar den den Tod gegeben. Bevor er verschwand, zeigte er sich oft schwerDruck, unter dem sie dort bisher geseufzt habe. Die Social- mütig und sprach von Selbstmord. Dabei äußerte er unverhohlenen demokratie stellte auch in dem Wahlkreise einen eignen Abscheu über das Aussehen der Wasserleichen und meinte, die SelbstKandidaten auf. Aber dieser hat es trotz der ungewöhnlich starken mörder sollten dafür sorgen, daß sie nicht mehr gefunden würden. Wahlbeteiligung nur auf eine ganz winzige Stimmenzahl ge- Aus diesen gelegentlichen Bemerkungen Löwensteins erhellt, daß er bracht. Das beste an der Sache ist aber, daß sowohl der Sieger sich wahrscheinlich selbst mit Ketten beschwert hat, um ein Aufim Wahlkreise als auch sein Gegner aus dem Centrumslager schwimmen der Leiche zu verhindern. Der Anlaß zur Schwermut in -des Toten ist in feinem geschäftlichen Verhältnis zu find. Im Jahre 1901 betrug das Mehr an weiblichen Personen| Aachener Parteigenoffen zunächst vor dem Schöffengericht und auf. suchen. Dr. Löwenstein, der mit einem Dr. Ruhr in Dresden 896 723. Auf je 100 männliche tamen 106,9 weibliche Personen. die Berufung des Staatsanwalts vor der Straffammer zu verant eine chemische Ladfabrik betrieb, fonnte sich mit seinem Geschäfts- Die Rate der Zunahme im legten Jahrzehnt betrug für männliche worten. In beiden Instanzen erfolgte Freisprechung, danicht nachgewiesen teilhaber nicht vertragen. An dem Ausscheiden aus der Firma Personen 11,9 Proz. und für weibliche 12,4 Proz. werden konnte, daß die Angeklagten den Kalender auf der Straße hinderte ihn aber ein zehnjähriger Vertrag. Vor seiner Abreise nahm Die Bevölkerung Londons nahm von 1881-1891 gum verteilt hätten. Nach den Aussagen eines als Zeuge auftretenden Löwenstein nur 2000 M. an sich. Seine beträchtlichen Geschäfts- und erstenmal langsamer zu, als diejenige von England und Wales; Gendarmen war die Polizei des betreffenden Landorts von Aachen Bantguthaben ließ er unberührt. Man nimmt an, daß er die die erstere um 10,39 Proz., die letztere um 11,65 Broz. In der aus behördlich aufmerksam gemacht worden, daß die Verbreitung 2000 M. in Budapest, das er als lustigste Stadt der Welt seinen legten Periode ist der Gegensatz noch größer. Londons Bevölkerungs- stattfinden solle. Erst als die Parteigenossen nach gethaner Arbeit fam die Bekannten gegenüber pries, verjubelte und dann in den Tod ging.. zuwachs betrug nur 7,28 Proz., der von England und Wales zur Stärkung in ein Gasthaus eingefehrt waren, dagegen 12,17 Proz. In jedem der letzten zwei Berichte über die Verteilung zur Kenntnis der Ortspolizei. Als unsre Freunde Bestrafte Hunnenbriefe. Die„ Schwäbische Tagwacht“ ber- Bolkszählung war darauf hingewiesen worden, daß im Centrum bereits auf dem Heimweg waren, wurden sie von dem Gendarni öffentlicht das Schreiben eines Chinakriegers aus Baotingfu vom Londons eine Gruppe von Distrikten existiert, in welcher die eingeholt und zum Bürgermeisteramt gebracht, wo die Personalien 8. April. Wir entnehmen dem Schreiben die folgenden Säge: Bevölkerungszahl seit langem abnahm, und zwar infolge Ber- festgestellt wurden. Wenn auch die Polizei wie fürzlich in einem „ Der größte Teil unsrer Kranten sind venerische. Was für Borsichtsmaßregeln hier getroffen find, um wendung der Häuſer dieser Gebiete zu Geschäfts: statt zu ähnlichen Prozeß mit ihrem Strafantrag hineingefallen ist, so ist es den Geschlechtskrankheiten vorzubeugen kann ich Dir nicht mitteilen. Wohnzweden, und daß um dieses centrale Gebiet ein Ring von ihr doch gelungen, wieder einigen Staatsbürgern wegen der AusObwohl der größte Teil der abscheulichen Damen längst die Stadt Distrikten gelagert ist, die alle mehr oder weniger schnelle Be- übung gefeßlich garantierter Rechte erhebliche Belästigungen zu berlassen mußten, tommen immer wieder welche ins Laz. Hier weiter der betreffende Distrikt vom Centrum entfernt liegt, und daß völkerungszunahme zeigen, und zwar ist der Zuwachs größer, je bereiten. giebt es Damen aller Farben und aller Nationen. Inter nationale Bordells, sogar eine internationale außerhalb des amtlichen London ein weiterer Gürtel von Vorstädten Räuberbande trieb in lezter Beit sich umher, die aus mehreren liegt, der als äußerer Ring zu bezeichnen ist, in dem die Be100 Mann größtenteils desertierte Soldaten aller Staaten bestand. völkerungszahl mit außerordentlicher Schnelligkeit zunimmt. des chinesischen Abenteuers Die Bevölkerungszahl des Vereinigten Königreichs Mit den Briefmarken und Ansichtskarten ist es hier schlecht be- belief sich am 31. März 1901 auf 41 454 578 Personen, was ein Plus wird jetzt mit großer Geschwindigkeit betrieben. Die Gesandten in stellt. Die chinesische Post ist uns streng verboten worden und sind von 3 721 656 gegenüber der letzten Volkszählung vom Jahre 1891 Peking haben sich über die Zahlungsweise der von China zu Briefmarken schlecht aufzutreiben deshalb. Mit Ansichtskarten ist's fast noch schlimmer... Kürzlich wurde angefragt, wer sich auf ein weiteres Jahr verpflichten wolle; von uns meldete sich kein Der Bericht falkuliert, daß die Bevölkerung von England und leistenden Entschädigungen, sowie über das für diese Zahlung zu gewährende Unterpfand geeinigt. Wales, die jetzt 32 596 075 Seelen zählt, 1911 sich auf 36 588 288 Die Vertreter der Mächte sind der Ansicht, daß sämtliche Untereinziger. Warum ich mich nicht meldete werde ich Dir später münd- belaufen wird. Die Bevölkerung südlich der schottischen Grenze hat handlungen mit China vor Ende des nächsten Monats beendet, lich mitteilen, nicht daß mir's geht wie türzlich einem Intffz.( Unteroffizier), der es heimschrieb und dafür fich in 58 Jahren verdoppelt und würde sich bei der jetzigen Rate und daß die Truppen, mit Ausnahme der Schuhwache für drei Wochen Mittelarrest erhielt." in weiteren 60 Jahren abermals verdoppelt haben. Bevor jedoch die Gesandtschaften, vor Ende August eingeschifft sein werden. diese Zeit kommt, wird der Fall in der Geburtsrate, der bereits Deutschen verlassen bereits den Winterpalast, damit die notwendigen bemerkbar ist, wahrscheinlich den Punkt erreicht haben, wo er als Vorkehrungen zur Rückkehr des Hofes getroffen werden können. Hindernis excessiver Zunahme wirft. Andrerseits tündigen englische Sensationstelegramme einen chinesischen Aufstand im Yangtse- Thal Posen, 18. Juni. Die Posener Regierung hat, dem Bojener Tageblatt" zufolge, den tatholischen Schul- Vor stand in Schroda wegen Bethätigung deutschfeindlicher Gesinnung" aufgelöst und die Mitglieder ihrer Aemter enthoben. Eigentümliche Zustände in Nord- Schleswig. ergiebt. Deftreich- Ungarn. Frankreich. Kanalpolitik. Der Arbeitsminister Baudin hielt am Montag in Orléans bei einem Bankett des Kongresses für Schiffbarmachung der Loire eine Rede, in welcher er die Politik des Kabinetts verteidigte und die eingebrachte S anal- und WasserstraßenVorlage besprach. Unter anderm erklärte Baudin unter dem Beifall der Versammlung, daß Schienenwege und Waffer straßen einander teine konturrenz machen, sondern sich gegenseitig ergänzen und unterstützen. Italien. Die Liquidation Die Verwundet find insgesamt 258 Mann, davon 76 schwer. Die Gesamtschwächung der ostasiatischen Armee beträgt also 608 Mann, was bei Annahme eines Durchschnittsstandes unsrer Armee in Ostasien von 25 000 Mann( Flotte und Landheer) etwa 2,4 Proz. ausmacht. Prag, 18. Juni. Ein kaiserliches Handschreiben an den Statthalter Grafen Coudenhove drückt den be: an, weil in Shanghai eine deutsche Garnison bleiben soll. jonderen Dank des Monarchen über die ihm von beiden Daß die deutsche Besatzung in Shanghai nicht dazu beitragen Völkern in Böhmen dargebrachten Kundgebungen aus und wird, die friedlichen Beziehungen zu China zu fördern, ist sicher. Eine E⚫tscheidung von weittragender Bedeutung für die politischen fährt dann fort: Der überall sichtbare Fortschritt, den ich Nur stammen die englischen Meldungen nicht aus dieser Erwägung, Verhältnisse in Nord- Schleswig- so wird uns von dort geschrieben auf allen Gebieten des geistigen und wirtschaftlichen Lebens sondern aus dem militärischen Konkurrenzneid der englischen Jingos. hat fürzlich der Straffenat des Oberlandesgerichts wahrzunehmen Gelegenheit hatte, die überraschende Entwicklung, Die deutschen Verlufte in China zu Kiel in folgender Veranlassung gefällt: die meine fönigliche Hauptstadt Prag, ebenso wie andre von betrugen bis Mitte Mai bei den Mannschaften der Flotte 155 Tote und Im Monat Dezember vor. Js. ward plöglich eine junge Dame mir besuchte Städte aufweisen, haben mich hoch erfreut und be- 132 Verwundete, insgesamt 287. Dazu 300 Mann vom Expeditions= aus angesehener Familie in Sonderburg von dem Köller- träftigen auf's neue meine Hoffnungen, daß auch das sichere Unter- corps. Eine Korrespondenz stellt folgende Einzelheiten zusammen: ichen Regiment als" lästig" erachtet und ohne weitere Angabe von pfand der dauernden Blüte des Landes, der so heiß ersehnte Gefallen find insgesammt 62 Mann, nämlich 25 von den Gründen des Landes verwiesen, weil ihr Vater, ein geborener nationale Friede, welcher durch die erfolgreiche Annäherung Schiffen, 22 von den Seebataillonen und 15 vom ExpeditionsSchleswiger, seiner Zeit in Gemäßheit des Artikel 19 des Wiener der beiden Nationen auf wirtschaftlichem Gebiete angebahnt wurde, corps. Dagegen sind an Krankheiten verstorben oder verunFriedens für Dänemark optiert hatte. Die Ausgewiesene, Fräulein meinem geliebten Königreich bald beschieden sein wird." glückt insgesamt 277 Mann, also über viermal so viel, davon entHelene Reimers, tam jedoch der Ausweisungsorder nicht nach, Der Zwist zwischen der czechischen und der deutschen Bourgeoisie fallen auf die Schiffe 25 Mann, auf die Seebataillone 63 Mann, sondern verblieb ruhig in ihrer Familie, indem sie behauptete, die ist natürlich nach dem Kaiserbesuch genau so heftig wie zuvor.- auf die kleineren Marineformationen 15 Mann, auf die Infanteriedänische Staatsangehörigkeit nicht zu besitzen. Trotzdem ward sie, als die Regimenter 103 Mann, auf die Kavallerie 12, Artillerie- und ihr gegebene Frist verstrichen war, durch einen Polizeibeamten über die Munitionsfolonnen 30, Pioniere 13 und sonstige Formationen des Grenze nach Dänemark gebracht. Hier wandte sie sich an den Amtmann Expeditionscorps 16 Mann. Vermißt werden 11 Mann. des Bezirks, der ihr eröffnete, sie könne nicht als dänische Staatsangehörige angesehen werden. Daraufhin kehrte Fräulein Reimers nach Schleswig zurück und wurde Anfang Januar wegen unerlaubter Rückkehr von dem Echöffengericht zu Sonderburg zu einer zwei tägigen Haftstrafe verurteilt. Gegen das Urteil des Schöffengerichts legte Fräulein Reimers Berufung ein, jedoch hielt das Landgericht in Flensburg die Entscheidung des Schöffengerichts aufrecht. Die beim Straffenat des Oberlandesgerichts in Siel angemeldete Revision tam am 8. Mai zur Verhandlung und rügte einen Verstoß gegen den Art. 19 des zwischen Dänemark, Preußen und Oestreich am 30. Oftober 1864 geschlossenen Friedentraktats als des Aeußern, Prinetti, antwortet auf Anfragen der eine Verlegung einer materiellen Rechtsnorm. Die Revision ward Deputierten Maresca und de Nicolo über den Zwischenfall für begründet erachtet und die Sache zur anderweitigen Verhandlung in Prevesa. Brinetti führt aus, daß die Pforte, um den und Entscheidung an das Berufungsgericht zurüdgewiesen. Streitfall beizulegen, folgende Bedingungen angenommen hat: Das jetzt vorliegende schriftliche Urteil des Kieler Straffenats erstens daß die türkischen Civil- und Militärbehörden um Entschul- Freyer wurde heute vormittag die Generalversammlung vom gipfelt in der Auffassung, daß eine Optionserklärung des Vaters digung bitten sollen; zweitens daß die an den Gewaltthätigkeiten Vereinspräsidenten Egold eröffnet. Anwesend sind 27 Delegierte, noch nicht genüge, um die wirkliche Staatszugehörigkeit zu beweisen; Schuldigen bestraft werden; drittens daß eine Entschädigungs- 2 Bertreter des Hauptvorstands, 1 Vertreter der BeschwerdeRevisions Kommission hierzu sei auch der Beweis der völligen Ueberfiedelung summe an den italienischen Bürger, der verletzt wurde, gezahlt wird. und des öst Nach Ererforderlich; sei diese nicht erfolgt, so verbleibe Frl. Neimers Die Entschuldigungsbesuche fanden am 18. Mai statt. Bezüglich der reichischen Verbands Kollege Setirnjak- Wien. preußische Staatsangehörige und könne nicht ausgewiesen werden. Erfüllung der beiden andren Bedingungen zögerte die Pforte einige ledigung der Bureauwahl usw. erstattet der Präsident den Diese Entscheidung steht im größten Widerspruch zu der bis- Zeit; aber das feste Auftreten der italienischen Regierung hatte zur Vorstandsbericht, umfassend die Jahre 1898-1899-1900. herigen Handhabung ähnlicher Fälle seitens der preußischen Behörden Folge, daß die beiden andren Bedingungen auch erfüllt wurden. Die Die Einnahme des Vereins inkl. 21 720,32. Vortrag von 1897 in Schleswig. Von den ca. 22 000 Optanten und Optantenkindern Nord- anfragenden Deputierten erklären, daß sie durch diese Antwort voll- beziffert sich auf 172 339,59 M., die Ausgabe beträgt 107 113,96 m. fchleswigs ist nur eine geringe Anzahl nach Dänemart über fommen befriedigt seien. Darauf nimmt die Kammer die Beratung Die hauptsächlichsten Ausgabeposten sind: Arbeitslosen- Unterstützung gesiedelt. Die übrigen dürften demnach in Zukunft als preußische des Budgets des Innern wieder auf. 39 310,50 M., Wander- Unterstügung 7278,40 M., Fahrgelder, Unterthanen betrachtet werden. Umzugstoften, Familien- Unterstüging 11 747,86 M., Gemaßregelte und Ausständige 6532,74 M., Abonnement des Fachblatts 16 072,14 M., persönliche Verwaltungskosten 10 485,29 M., sächliche 7000 M., Generalfommission 2423,10 M., Rechtsschutz 754 M., Agitation 800 M. 2c. Es ist höchste Zeit, daß die Optantenfrage geregelt wird, wenn man bedenkt, daß diese Tausende nach der bisher üblichen Verwaltungspraris weder hüben noch drüben heimatsberechtigt waren und darum ohne Angabe von Gründen hin und her geschoben werden fonnten. Ausland. Zwei Volkszählungen. 7. ordentliche Generalversammlung des UnterstützungsNom, 18. Juni. Deputiertentammer. Der Minister vereins für alle in der Hut- und Filzwaren- Industrie beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. Afrika. Von der Somaliküste wird dem Londoner Auswärtigen Amt gemeldet: Die Expedition des Obersten Swayne verließ Somala, eine Tagesreise südöstlich von Eldat, am 2. Juni mit der Hauptmacht der Truppen, um gegen das Lager des Mullahs in ahel zu ziehen. 300 Mann ließ er in Bariba als Wache zurück. Seit der Zeit sind zwei Angriffe auf Bariba gemacht worden und zwar von 500 Mann zu Pferde und 1500 Mann zu Fuß. Beide Angriffe wurden zurückgeschlagen. Der letzte Angriff des Mullahs wurde zurückgeschlagen, nachdem der Feind 400 bis 500 Mann verloren hatte. Auf britischer Seite wurden 10 Mann getötet, 9 verwundet. Kein Frieden! Kitcheners Streckenrapport. Luckenwalde, den 17. Juni. Nach der Begrüßung der Delegierten durch den Ortsvorsitzenden V und als Vertreter Die Einnahme in der dem Verein direkt angeschlossenen Ins validen-, Krankengeldzuschuß- und Frauensterbefasse beläuft sich inkl. 65 047,68 M. Vortrag von 1897 auf 165 679,97 M. und die Ausgabe auf 96 810,16 M., so daß ultimo 1900 im Verein und seinen Unterstüßungszweigen ein Kassenbestand von 134 095,44 m. verblieb. Die Erträgnisse der freiwilligen Sammlungen zur Unterstützung der Stämpfe anderer Gewerkschaften und notleibender Kollegen erreichen soweit es sich feststellen ließ die Höhe von 4800 M. Bevölkerungsstill stand in Frankreich. Aus Paris wird berichtet: Der Direktor des Statistischen Amtes, Dr. Jacques Bertillon, publiziert die vorläufig festgestellten Ergebnisse der Volkszählung vom 24. März 1901 und sicht Die Mitgliederzahl ist in der Berichtsperiode von 2400 auf fich veranlaßt, angesichts dieser Resultate, welche noch schlimmer 2700 gestiegen, darunter 148 weibliche Mitglieder. Nach den Beis find, als befürchtet wurde, einen Alarmruf auszustoßen. trägen gerechnet, bezahlten in den drei Jahren 2300 Mitglieder Bertillon teilt mit, daß die Bevölkerungsziffer am 24. März un Aus dem Haag wird berichtet: Präsident Krüger dementiert per Jahr 52 Beiträge. Obwohl der Geschäftsgang günstiger bea gefähr 38 600 000 betrug. Nur jene Departements, persönlich alle Friedensgerüchte; seiner Ansicht nach werde der Krieg zeichnet wird, wie während der Berichtsperiode 1895-1898, die welche große Städte besitzen, weisen eine Zunahme noch sehr lange dauern. weist Arbeitslosenstatistik doch 90 000 Tage Arbeitslosigkeit auf. Streits, ant denen auf, während in allen übrigen Departemente die Bevölkerung abnur wenige Mitglieder genommen hat. Die Einwohnerzahl Frankreichs ohne das Seinebeteiligt waren, wurden geführt: Angriffsstreits sechs, mit Lord Kitchener telegraphiert aus Bloemfontein von gestern: vollem Erfolg 3, teilweisem Erfolg 1 und 1 ging verloren. AbwehrDepartement beträgt ungefähr 35 Millionen, was gegen 1896 eine Zunahme von bloß 39 000 bedeutet. Das Seine Departement Seit meinem legten Bericht sind 24 Boeren getötet, 14 verwundet, streiks waren 15 zu unterstützen; davon verliefen günstig für die weist eine Zunahme von 292 000 Einwohnern auf, doch ist diese 265 gefangen genommen worden. 165 Boeren haben sich ergeben. Arbeiter 9 und verloren gingen 6. zumeist auf die Weltausstellung zurückzuführen. Die Bevölkerung 1500 Pferde und 3000 Stück Vieh. Hierin sind die Verluste, welche weise in der Damenhut Branche war es möglich, ohne Streits eine Erbeutet wurden 137 Gewehre, große Mengen Munition, 198 Wagen, In der Seidenhut-, Haarhut- und Filzwaren- Branche sowie teilFrankreichs hat alles in allem seit 1896 nur um etwa 330 000 zu die Boeren während der Operationen des Generals Elliot erlitten Verbesserung der Arbeitsbedingungen zu erzielen. genommen; und dieser geringfügige Zuwachs ist höchst wahrscheinlich der Fremdeneinwanderung zu danken. Frankreich, haben, nicht eingerechnet. Die schwachorganisierten Wollhutmacher, besonders in Luden Das Rätsel, woher alle diese unzähligen getöteten, verwundeten walde schließt Dr. Bertillon, ist auf dem Wege, rasch eine Nation dritten und gefangenen Boeren eigentlich herkommen, löst der englische reduktionen zu leiden. Konstatiert wird, daß der Arbeitsnachweis wo noch zwei Lokalvereine bestehen hatten unter LohnRanges zu werden; feine wirtschaftliche Straft, seine militärische Generalissimus nicht. Die Gesamtsumme aller in Gefangenschaft mit Ausnahme der Strohhut- und Wollhut- Branche allgemein einMacht, sein intellektueller Einfluß sind von einer immer wachsenden geführt ist und von den Unternehmern anerkannt wird. Gefahr bedroht. Frankreich ist sich selbst schuldig, gegen diese Gefahr befindlichen Voeren soll gar 19 242 betragen. Englische Schlappen. Die Diskussion über den Vorstandsbericht und den Bericht der Die Ergebnisse der Volkszählung. Eine amtliche zusammenfassende Mitteilung über die legten Beschwerde- und Revisionskommission füllte den ersten VerhandlungsDer Bericht über die letzte Volkszählung im Bereinigten Murraysburg am 13. b. Mts. genommen und die Läden geplündert. teilt. Den Cunewalder Webern bewilligte die Generalversammlung Zusammenstöße befagt: Ein Teil des Kommandos Scheepers hat tag aus. Dem Vereinsvorstand wurde einstimmig Decharge er Königreich ist soeben veröffentlicht worden. Es geht aus ihm, nach einem Auszug in der" Post", hervor, daß die Ferner haben 150 Boeren unter Mariz eine britische Patrouille von 100 m. Vermehrung der Bevölkerung in der letzten Dekade in der 29 Mann umzingelt und gefangen genommen, nachdem 2 Engländer getötet und zwei verwundet waren. Im Kakamasdistrikt sind State von 12,17 Proz., in dem vorgehenden Jahrzehnt da 200 Aufständische aufgetaucht, die nach Südwesten ziehen. gegen zu 11,65 Proz. vor sich gegangen ist. Während die „ Daily Mail" meldet aus Kroonstad vom 15. Juni, daß zweinumerische Zunahme größer als zu irgend einer früheren Periode mal versucht worden sei, den Kommandanten Beyers, welcher noch ist, ist die Rate niedriger, als während einer andren Dekade des immer bei Zand- River Pool lagert, von dort zu vertreiben. Durch Jahrhunderts, außer den mit den Jahren 1861 und 1891 endigenden. Die Gesamtzahl der Personen, die am 31. März 1901 beide. Bersuche wurde wenig mehr erreicht, als daß einige Gefangene in England und Wales lebten, beträgt 32 526 075. Die gemacht und einige Vorräte erbeutet wurden. Die Obersten Gren: Zahl der Geburten beträgt in England gewöhnlich mehr als fell, Mac Miding, Wilson und Colenbrander waren in das Gefecht die Zahl der Todesfälle, während die Zahl der Auswanderer feit 1851 zahlreicher zu sein pflegte, als die der Einwanderer. Der Verluft durch die größere Auswandererzahl betrug während der letzten Detade taum ein Zehntel des Verlustes während der vorhergegangenen Dekade. anzufämpfen. verwidelt. Partei- Nachrichten. Gewerkschaftliches. Berlin und Imgegend. den Verkehrslokalen der Arbeiterschaft, um die Jnnungsmeister zu Die streikenden Barbiergehilfen arbeiten nach wie vor in veranlassen, daß sie mit der organisierten Gehilfenschaft vor dem Einigungsamt verhandeln und unsre Forderungen bewilligen. Wir ersuchen die Arbeiterschaft, sich in den unten bekannt gegebenen Lokalen von den Streifenden bedienen zu lassen. Beschwerden jeder Art sind an das Central- Bureau, Rosenthalerstr. 57, zu richten. In folgenden Lokalen wird Mittwochs von 11-8 Uhr gearbeitet: Simonis, Beuthsir. 21. Rofin, Ruppinerstr. 42. Brinkmann, PrinzenBauer, Rosenthalerstr. 57. Preuß, Neue Friedrichstr. 20. Allee 21. Wils, Burgsdorf-, Ecke Wildenowstraße. Pfarr, Butlizstraße 10. Fabra, Quizow, Ede Havelsbergerstraße. Luhni, Rostockerstr. 12. Fischer, Beusselstr. 66. Diete, Ackerstr. 123. Hoppe, Aderstr. 21. Baumgarten, Königsbergerstr. 7. Matthes, Roppenjir. 41. Bethge, Rüdersdorferstr. 60. Georgi, Frankfurter Allee 70. Goru, Totenliste der Partei. In Köln a. Rh. starb am Sonntag infolge eines Herzschlags der Drechsler Louis esse. Der Ver Es ist interessant zu sehen, daß die Bevölkerung sich seit dem ftorbene war ein eifrig thätiger Parteigenoffe und hat zahlreiche Regierungsantritt der verstorbenen Königin Victoria mehr als verdoppelt hat. Von den 32 526 075 Bertrauensstellungen in der Partei bekleidet. Seine Freunde werden Personen waren 15 721 728 männlichen und 16 804 347 weiblichen ihm ein treues Andenken bewahren. Geschlechts, was ein Mehr von 1 082 619 Personen weibPolizeiliches, Gerichtliches usw. lichen Geschlechts ergiebt, das sich jedoch teilweise dadurch er- Minglückte Staatsrettung. Wegen Verbreitung des Agiflären läßt, daß die im Auslande im Heer, in der Marine und tationskalenders, den das socialdemokratische Agitationskomitee für Handelsflotte dienenden Männer nicht in dem Bericht einbegriffen die obere Rheinproving alljährlich herausgiebt, hatten sich drei Markusstr. 23. Höhlke, Grüner Weg 33. Markowski, Wallnertheater* LK prajjc 20. Schröder, Fruchtstraße 33/34. Schulze, Gr. Frankfurterstr. 3. Wilke, Andreasstr. 26. Martens, Langestr. SO. Bieberstein, Adalbert- straße 61. Bügen. Nauiiynstr. 30. Solomon, Naiiliynstr. 65. Krüger, Naiiiiynstr. 6. Schulze, Waldemarstr. 2. Seidler, Muskauerstr. 14. Teichert, Elisabcth-Ufer 28. Erbe. Cuvrhstr. 25. Bathe, Ritterstr. 32. Katz, Diesteubachstr. 31. Köpenick, Schiüiugstr. 30a. Bachmann, Eisen- bahnstraße 36a. Franke, Pallifadenstr. 9. Metzner, Skalitzcrstr. 5g. Schaller, Skalitzerstr. 125. Schumann, Tilsiterstr. 85. Böchel, Petersburgerstr. 81. Nichter, Mariannenstc. 41. Warschanerstratze 64. Wuttke. Grandenzerstr. 13. Schick. Manteuffelstr. 74. Hampel, Lausttzer Platz 10. Bartel, Bülomstr. 59. Die Lohnkommission. Zur Lohnbewegung der Barbiere. Der Jnnnngsbezirk der Barbiere, Friseure und Perrückenmachcr zu Deutsch-Wilmersdorf hat beschlossen, den Gehilfen die aufgestellten Forderungen zu bewilligen und eine allgemeine Preiserhöhung eintreten zu lassen. Wer von den Beteiligten gegen diesen Beschluß verstößt, hat laut allseitigem Einverständnis eine Buße von 15— 20 M. an die Armenkasse zu zahlen, auch sollen die betreffenden Geschäftsinhaber öffentlich bekannt gegeben werden. Achtung, Dachdecker! Am 23. Mai sind die Dachdecker von Aachen in den Streik getreten, um ihre gerechten Forderungen zur Durchführung zu bringen. Da der Lohn in Aachen ein äußerst niedriger ist, er beträgt gegenwärtig 3— 8,50 M. pro Tag für einen tüchtigen Gesellen, so ist die Forderung auf eine Lohnerhöbung von 25 Proz. gewiß eine bescheidene zu nennen. Die Unternehmer von Aachen glaubten aber mit der Gesellenschaft am besten fertig zu werden, indem sie deren Forderung überhaupt nicht beachtete» und bis auf den heutigen Tag zu Verhandlungen überhaupt nicht geneigt sind. Da die Unternehmer nun alles aufbieten, um Streik- brecher nach Aachen zu ziehen und solche namentlich vom Auslände, aus Belgien und Holland, einzuschleppen suchen, so seien die Kollegen hiermitj nachdrücklichst gewarnt, nach Aachen zu gehe» und den dort kämpfenden Kollegen in den Rücken zu fallen: denn ihr Sieg ist auch der unsre. Agitations-Kom Mission der Dachdecker Berlins. Celluloidarbeiter! In der Celluloid- und Stockgriff- Fabrik von Mendelsohn in Leipzig- Lindenau wird gestreikt. Werksührer Ulrich soll sich gegenwärtig in Berlin aufhalten, um Streikbrecher für die genannte Fabrik anzuwerben. Die Kollegen werden hieran' aufmerksam gemacht und ersucht, den Zuzug nach Leipzig streng fern zuhalten. Der Obmann der Stock- und Celluloidarbeiter Berlins. Deutsches Reich. Der Streik in der Gummifabrik zu Harburg ist beendet. Die Streikenden erklärten sich mit den folgenden Vereinbarungen, die am Sonnabend vor dem Oberbürgermeister abgeschlossen wurden, einverstanden: Die Direktion wird die in der Fabrik beschäftigt gewesenen Ar> beiter und Arbeiterinnen nach Möglichkeit wieder einstellen, behält sich aber freie Auswahl bei der Wiedereinstelluug vor. Die Fabrik wird die von ihr am 25. März d. I. bewilligten und bereits in Kraft getretenen höheren Lohnsätze für diejenigen Sorten Schuhe, bei deren Herstellung durch veränderte Konfektion eine Mehr- arbeit entstanden ist, auch den wiedereintretenden Arbeitern und Arbeite- rinnen zahlen. Der tägliche Lohn für eine mittlere in der Fabrik beschäftigte Arbeiterin wird bei genügendem Fleitze und regelmäßiger Arbeit mindestens 2 Mark betragen, selbstverständlich nach vollendeter Lehrzeit. Eine Lohnerhöhung auf CanevaSschuhe kann die Direktion bis auf weiteres nicht in Aussicht stellen. Der Streik hat somit nur einen teilweisen Erfolg für die Arbeiterinnen gehabt. Nahezu 13 Wochen hat der Kampf gedauert und ist auf beiden Seiten mit Anstrengung aller Kräfte gestritten An Streikunterstützung sind bis jetzt nahezu 60 000 M.' gezahlt. Außerdem ivcrden eventuell nachträglich noch an Gemaßregelte Unterstützungen gezahlt werden müssen. Die Organisation hat be- wiesen, daß sie Ivohl in der Lage ist, den Arbeitern und Arbeiterinnen Rückenstärke zu gemähreu. Die 5liilidiguilg von 50 Arbeitern der Kohlengrube Ponzberg in Oberbayern haben wir bereits gemeldet. Die Ver waltung giebt Arbeitsmangel als EutlasiungSgruud an. Wenn diese Begründung an sich auch glaubhaft erscheinen mag, so ist eS doch sonderbar, daß von der Kündigung— wie in einer Versammlung der Ponzbergcr Bergarbeiter ausgeführt wurde— hauptsächlich ältere Arbeiter betroffen wurden. Ganz besonders aber muß es auffallen, daß auch dem Obmann des ArbeiterausschuffeS die Kündigung zugestellt worden ist. Diese Umstände lassen vermuten, daß es sich bei den Entlassungen um eine Maßregelung und um Abschiebung älterer Arbeiter handelt, die man nicht in den Genuß der ihnen später zustehenden Pension kommen lassen will. Unter den Gekündigten befinden sich auch östreichische Arbeiter, die von der Zechenverwaltung erst vor einigen Jahren veranlaßt worden sind, in das Ponzberger Revier zu ziehen. Der gekündigte Obmann dcS ArbeiterausschuffeS ist am Sonnabend im Auftrage seiner Kameraden bei dem köuigl. Bergiuspektor in München gewesen und hat ihm vor- geschlagen, er möge dahin wirke», daß die Verwaltung, wenn Arbeits mangel vorliegt, Feierschichten einlege, anstatt Arbeiter zu entlassen. Der Berginspcktor billigte diesen Vorschlag und versprach, am Dicus- tag in Ponzberg einzutreffen. Auch die nicht von der Kündigung betroffenen Arbeiter erklärten sich einstimmig für Einlegung von Feierschichten. Zum Lübecker Kohlenarbeiter-Streik. Am Sonnabendabend wurden, um etwaigen Demonstrationen aus dem Wege zu geben, die Streikbrecher bereits um 5V« Uhr nach ihrem Logis gelotst. Die Ablohnung wird manchem Arbeitswilligen eine bittere Enttäuschung gebracht haben. 25 M. Wochenlohn war ihnen zugesichert worden, und waS erhielten sie? Ein großer Teil der Arbeitswilligen bekam am Sonnabend nur sage und ichreibe: Neun Mark fünfzehn Wfennige für 4 Arbeitstage ausbezahlt; das ist der.hohe" Verdienst.— Uebrigens läßt die gute Behandlung der Kapitalsretter bereits nach DaS Gcwerkschaftskartell in Uetersen ist von der Polizei als Verein erklärt und ihm auf Grund dieser Feststellung die Ab> Haltung eines Festes verboten worden. Der Polizei in Uetersen scheint' die jüngste obergerichtliche Entscheidung, daß ein Gewerkschafts kartell kein Verein ist, noch nicht bekannt geworden zu sein. Tabakarbciter. Maßregelungen von Cigarrensortierem und große Arbeitslosigkeit Ivcrden aus Bremen gemeldet. Sattler. Der Streik in der Kofferfabrik Lippold, Dresden, dauert uiiverändert fort. Zuzug nach dieser Werkstelle ist fernzuhalten. Eine Sperre über etwa 100 Ziminergcselle» ist laut Mel- dung des„Wiesbadener General-Anz." durch die Zimmermcister- Vereinigung von Wiesbaden und Umgegend verhängt worden, weil die Gesellen eine Arbeitsordnung nicht unterschreiben wollten, die eine ganze Anzahl unbilliger Zumutungen enthält. Arbeitswillige aus Berlin hatten sich die Bauunternehmer in der mecklenburgischen Stadt Brüel. wo die Maurer zur Zeit ini Streik stehen, verschrieben. Der Arbeitsnachweis der Berliner Bau- Unternehmer hat auch wirklich 12 Leute aufgetrieben, die er als Streikbrecher nach Brüel senden konnte. Brauchbare Maurer sind daS natürlich nicht. Welcher Berliner Maurer würde auch nach Brüel gehen, wo die dortige» Maurer um einen Stundenlohn von 35 Pf. streiken. Die nach Mecklenburg versandten„echten Berliner Maurer" sind solche Elemente, die die Berliner Bauunternehmer nicht gebrauchen können, die deshalb meist ohne Arbeit, aber gerade„gut" genug sind, um Streikbrecherdienste zu leiste». Unter polizeilicher Bedeckung und der Begleitung von Unternehmern wurden die importierten Arbeitswilligen an die Arbeitsstätten geleitet. Während die Bauunternehmer den streikenden Maurern nicht 35 Pf. Stunden» lohn zahlen wollen, gewähren sie ihre» arbeitswilligen Ransreitzern 40— 45 Pf., außerdem Kost, Logis und Wäsche. Die Geschäftslage muß demnach doch wohl gestatten, daß man die Lohnforderung der Streikenden bewilligen kann. Allem Anschein nach wollen die Unter- nehmer in Brüel, berühmten Mustern folgend, eine Machtprobe ver- anstalten. Wenn sie dabei an den gekennzeichneten Streikbrechern eine kräftige Stütze gefunden zu haben glauben, so dürften sie sich täuschen. Mit solchen Elementen besiegt man klassenbewußte Arbeiter nicht. Von einem Tagelöhner- und Landarbciterstreik berichtet der„Kottbnser Anzeiger": Im benachbarten T.