Nr. 143. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 fg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mir illuftrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1901 unter Br. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. na Norwürts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebaye beträgt für die fechsgefpaltene Rofonet geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: ocialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Bently- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Gegen die Gewerbegerichts- Novelle. Die Presse der Großindustrie wütet mit vollem Dampfe weiter gegen die Gewerbegerichts- Novelle. " Die Berliner Neuesten Nachrichten" teilen zunächst über die Aussichten der Novelle im Bundesrat folgendes mit: ber „ Sicherem Vernehmen nach sind die Meinungsäußerungen z a hI= reicher kleinen deutschen Bundesstaaten, welche bis zum 17. Juni eingegangen waren, allerdings der Auffassung geneigt, daß das Gesetz ausrein politischen Rüdsichten vielleicht am besten anzunehmen sei. Dem steht jedoch gerade in den größeren Bundesstaaten mehrfach eine entgegengesetzte Auffassung entgegen. Ganz neuerdings haben sich wieder schwere Bedenken erhoben, ob das Gesetz nicht sogar den Arbeitern mehr Schaden als Nutzen bringen werde. In Preußen, das allein über fiebzehn Stimmen Bundesrate im fügt, ist ein bindender Beschluß in der Sache überhaupt noch nicht gefallen. Gerade weil man in den leitenden Kreisen Preußens und des Reichs dem Gesetz eine um stürzende Bedeutung beimaß, hat man den ungewöhnlichen Weg beschritten, während der Entwurf im Bundesrat noch in den Händen der Ausschüsse für Justizwesen und Handel und Verkehr lag, die einzelnen Bundesstaaten um ihre Meinungsäußerung zur Sache anzugehen. Die Aussichten auf eine Verwerfung des Gesetzes find so günstig wie nur je." Trotz dieser günstigen Aussichten bieten die Soldschreiber des Unternehmertums besondere Bemühungen auf, um die Regierungen einzuschüchtern und das„ umstürzende" Gesetz zu verhindern. Zwar ist die Reform, die das Gesetz bringen soll, eine recht geringfügige, aber den Kapitalsgewaltigen ist die mindeste Förderung des Arbeiterrechts ein Entsetzen. " Sonnabend, den 22. Juni 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Thätigkeit des neu einzuführenden besonderen Einigungs- dem ihm hochinteressanten Land und Volt". Es ist immerhin erfreulich, wenn wenigstens einige Offiziere zu dem richtigeren amtes. " In der Begründung zu dem Entivurf eines Gesetzes über die Urteil über das chinesische Bolt gelangen, um dessentwillen man Gewerbegerichte von 1890 haben die verbündeten Regierungen her- uns unflätig beschimpfte. vorgehoben, daß es bei vorhandener Geneigtheit zu Einigungsverhandlungen bei Arbeitgebern und Arbeitern bisher an Organen Auch in einem von der Kölnischen Zeitung" abs gefehlt habe, welche die Verhandlungen hätten in die Hand nehmen gedruckten Briefe aus Peking vom 2. Mai kommt der schwere können, und damit die unerläßliche Grundlage bezeichnet, welche Chinaverdruß der weilenden Truppen zum Ausdruck. Ein Der gänzlich freuzzugsbegeisterte Verfasser des Briefs muß doch es für die Thätigkeit eines Einigungsamts giebt. Einigungsamt, das zu Zwang oder Druck auf eine Seite gestehen: ein schreiten muß, ist kein Einigungsamt mehr, sondern Zwangsamt. 11111 dort ... Es ist die Enttäuschung auf Kosten des Selbstgefühls, der notwendige Rückschlag nach einer allzu hoch gespannten Erwartung. Wir alle hatten große Dinge hier draußen in China mitzuerleben und mitzuvollbringen gehofft, und uns allen fällt es schwer, uns in die veränderte Sachlage und die bescheideneren Ausfichten zu fügen." * Bestätigung der Hunnenbriefe. Jede unberufene Einmischung eines Dritten in wirtschaftliche Streitigkeiten ruft an sich auf der Seite, gegen die der Dritte vornehmlich Partei nimmt, Erbitterung hervor. Handelt es sich aber nicht nur um die Entscheidung einer Gegenwartsfrage, sondern die Reges lung von Verhältnissen vorwiegend geldlicher Natur auf lange Zukunft hinaus, wie das alle Lohnfragen sind, so muß jeder In dem soeben erwähnten Brief der Kölnischen Zeitung" findet solche Eingriff dem Unternehmer unerträglich werden. Wie sich auch eine Bestätigung der Hunnenbriefe, deren Veröffentlichung die Entscheidung auch ausfalle: der Arbeiter ist jederzeit in lauten Lärm gegen uns erregte und den preußischen Kriegsminister der Lage, sich ihrer Wirkung zu entziehen, indem er nach dem Zuflucht zum Strafrichter nehmen ließ. Der Briefschreiber ist völlig Bereiche eines anderen Gewerbegerichts übersiedelt, der Unter- unverdächtig", denn der Hauptteil seines Schreibens richtet sich nehmer dagegen ist an seinen Grund und Boden, seine gegen die Hunnenbriefe, ihre Verfasser und ihre Veröffentlicher. Gebäude und seine Maschinen gebunden, oft obendrein noch an Dann aber kann er doch nicht umhin, ein Zugeständnis zu machen, Wasserkräfte oder Kohlenlager und kann nicht beliebig zum Wander- das eine vollkommene Bestätigung und Rechtfertigung unsrer Verjtab greifen. öffentlichungen bedeutet; er sagt: Der Centralverband deutscher Industrieller hat stets au der Grundauffassung festgehalten, daß der Arbeitsvertrag innerhalb der von der Gesetzgebung gezogenen Grenzen den Gegenstand privater Abmachung zwischen Unternehmer und Arbeiter bilden muß, und daß jedem Unternehmer freistehen muß, welche Arbeiter er beschäftigen will und zu welchen Bedingungen, ebenso wie es jedem Arbeiter freistehen soll, wo er in Arbeit treten will. Mit diesem Grundsaze brechen die Reichstags- Beschlüsse... Arme Arbeiter! Aermere Unternehmer! " Gefeßentwurf beschlossen worden, als diese Gewerbegerichts- Novelle. Es ist sicherlich im Reichstage noch niemals ein seltsamerer Sie schädigt zugleich Arbeiter und Unternehmer. Sie giebt die Arbeiter der Unternehmerwillfür preis und bereitet den socialistischen Staat vor. Mehr konnte der Reichstag nicht leisten. " Gewiß ist ja, zumal anfangs, manches vorgekommen, was besser ungeschehen geblieben wäre: manche Roheit, manches Vergehen am Eigentum, mancher Verstoß gegen die zu Hause so streng geübte Selbstzucht. Aber das waren stets nur einzelne Fälle, die durch die Neuheit der Verhältnisse hervorgerufen und entschuldbar waren, deren Wiederholung dann, sobald nach Ankunft der Armee Ober tommandos alles in regelmäßigere Bahnen geleitet wurde, mit der unnachfichtlichsten Strenge geahndet wurde." Den entschuldigenden Hinweis des Pekinger Briefschreibers auf die„ Neuheit der Verhältnisse" müssen wir jedoch Taffen können die Erfüllung der Truppen bei ihrem Ausmarsch aus entschieden verwerfen. Wir haben als mildernden Umstand nur gelten der Heimat mit falschen Darstellungen über das chinesische Volk und mit wilden Rache- Jideen. Reizvoll ist nun zu sehen, wie die Bedienten der Großindustrie in ihrem Zorn wider die Novelle in Begründungen verfallen, die einander aufheben. Wie schon die Berliner Neuesten Nachrichten" im obigen Citat andeuten, hat man plöglich schwere Und weiter schmäht die Eingabe des Centralverbandes über Die von uns veröffentlichten Hunnenbriefe schilderten fast ausBedenken" entdeckt, ob nicht die Arbeiter von der Durchführung" gröblichsten Eingriff in die wirtschaftliche Freiheit, den es in der schließlich Vorkommnisse vor Ankunft des Armee- Oberkommandos Wenn einer Wiederholung derartiger Vorder Beschlüsse des Reichstags Schaden haben werden. Diese Gesetzgebung irgend eines civilisierten Landes giebt".... Würde in Petschili. Arbeiterfürsorge findet bei Herrn Schweinburg, der nie für die eine solche Bestimmung jemals Gesez, so würde das einen Bruch kommunisse nach Ankunft des Armee- Oberkommandos vorgebengt Unternehmer, immer für die Arbeiter wirkt, lebhaften und umfassenden mit allen Grundsätzen bedeuten, die bisher für Handel und Wandel wurde, so dürfen wir die Meinung aussprechen, daß uusree Ausdruck. Schweinburgs Berl. Pol. N." eröffnen den Arbeitern gegolten habe. Es wäre mit der Freiheit des Vertragsschlusses Veröffentlichungen und unsrere Kritik diesen schreckliche Aussichten, wenn die Reichstagsbeschlüsse Gesetz werden: zu Ende. Wir wären dem socialistischen Zwangsstaat einen Befferungsprozeß herbeigeführt haben. Sobald sich der Unternehmer überhaupt in eine Erörterung Schritt näher gekommen." der Arbeitsbedingungen mit den Arbeitern einläßt, kann er vor das Einigungsamt geladen werden, denn es liegt jeden Augen blick bei den Arbeitern, die Frage der Fortsetzung des Arbeitsverhältnisses aufzurollen. Da er Wert darauf legt, feine Privatangelegenheiten selbst zu ordnen, wird er das nicht wünschen. Das Mittel, dies zu vermeiden, liegt in seiner Hand. Er braucht sich nur nicht auf einen Streit über die Arbeitsbedingungen einzulassen, und wo ein solcher zu entstehen droht, die betreffenden Arbeiter zu entlassen, und die Möglichkeit des Eingreifens des Einigungsamts ist aus geschaltet. Daß die deutsche Industrie ent In der Rhein. West f. 3 tg." wird der Brief eines deutschen schlossen ist, diesen Weg zu gehen, darf als fest Offiziers aus Beting veröffentlicht, der den vielleicht ausstehend angenommen werden. Es ist der natürlichste. fchlaggebenden Grund für den endlichen Abzug des Gros Daß dieser Weg unnötige Härten für die Arbeiter der Truppen aus China angiebt. Der Offizier schreibt am schafft, ist nicht zu bestreiten, daß er das Verhältnis zwischen 26. April: Unternehmer und Arbeiter weiter verschlechtern muß, ebenfalls nicht. Aber nicht die Industrie hat dieses Gesetz gemacht, sondern der socialpolitische Unverstand, der sich am Studiertische Dinge ausflügelt, die auf das wirkliche Leben gar nicht zutreffen." Es sind schreckliche Drohungen, die Schweinburg erhebt. Die armen Arbeiter! Blind laufen sie, gedrillt von den nur auf ihr Unheil bedachten Socialdemokraten und dem socialpolitischen Unverstand des Centrums, in ihr Verderben. Glücklicherweise erscheinen noch die Herren Unternehmer als getreue Eskorte auf dem Plan, um fie gegen ihre Feinde zu schützen. Nun veröffentlicht jedoch fast gleichzeitig mit den Berl. Pol. Nachrichten" das Direktorium des Centralverbands deutscher Industrieller eine Eingabe an den Bundesrat in Sachen der Gewerbegerichte". Diese Eingabe schildert gleich inständig die schweren Gefahren, die aus der Novelle erwachsen für die Unternehmer! Da heißt es in wohlbekannter Scharfmachersprache: " Der vom Reichstag beschlossene Gefeßentwurf will nicht nur die städtischen Gemeinden dazu zwingen, sondern auch die ländlichen Gemeinden gleicher Größe, in denen ein Bedürfnis nachgewiesenermaßen überhaupt nicht vorliegt und denen somit eine unnüze Last aufgebürdet würde. Schon bisher haben die Gewerbegerichte durch Vermehrung der Wahlen die socialdemokratische Agitation gestattet. Sollten solche Gerichte jetzt auch für ländliche Gemeinden von mehr als 20 000 Einwohnern errichtet werden müssen, so würde. diese Agitation planmäßig nach zahlreichen ländlichen Gemeinden des Reichs getragen werden, was sicherlich nicht im Interesse der staatlichen Ordnung liegt. Die Beschlüsse des Reichstags find ferner geeignet, die Ge= werbegerichte völlig an die Socialdemokratie and zuliefern und sie zu einem ausschließlichen Organ der Klassenjustiz zu machen. Die schwersten Bedenken aber erheben sich gegen die in den Reichstags- Beschlüssen enthaltenen Bestimmungen über die Politische Ueberlicht. = Berlin, den 21. Juni. Das ,, berwünschte China". „ Auch bei uns wie bei allen andren Truppenteilen sind schon viele Kranke und Tropen Dienstunbrauchbare nach Hause gesandt worden, dann liegt immer ein ganz hübscher Prozentsatz im Lazarett, so daß jeder Mann ausnahmslos Pferde puzen muß, davon die meisten drei Pferde. Es sieht überhaupt in der Beziehung schlimm aus. Wenn wir die beiden Wachen, die wir stellen müssen, noch dazu abrechnen, jo tönnen. wir schon lange nicht mehr alle Munitionswagen voll besetzen, und dazu hat sich bei uns anf die Anfrage, wer hier bleiben will, auch nicht ein einziger gemeldet trok des erhöhten Kapitulations Handgelds und trotz der erhöhten Zulage. Bei den anderen Truppenteilen sieht es auch nicht viel besser aus, meist haben sich nur solche Leute gemeldet, die bei späterer Ent laffung hier eine geeignete Civilanstellung finden. Verdenken kann man es schließlich den Leuten in mancher Beziehung auch nicht. Die meisten sind mit ganz verkehrten Anschauungen herausgetommen. Mancher Abenteuerlustige hat hier auch kein solches gefunden, sondern nur ein Garnisonleben mit schlechter Unterkunft, strengem Dienst und ohne jedes Amisement, wie es wohl jede Garnison in Deutschland mit sich bringt. Uebrigens ist es mit dem Drange nach Hause bei Engländern, Franzosen, Italienern auch nicht ums Haar anders, fie wollen alle ans dem verwünschten China weg. 8071 Ich persönlich habe immer die Anficht gehabt und bin einer von denjenigen, der sie stets verteidigt und sie stets vertreten hat, daß ich nicht nur zum Vergnügen nach China gegangen bin, um hinterher, wenn ich kein Vergnügen finde, darüber zu schimpfen und mit aller Gewalt nach Hause zu drängen, sondern daß ich mich freue, das Glück gehabt zu haben, auf diese leichte Art und Weise ein fremdes, hochinteressantes Land und Volk kennen zu lernen. Trotzdem ich nach meinem vielen Pech doch wirklich genug haben könnte, trotzdem bin ich neulich sofort der erste gewesen, der sich gemeldet hat, feruer hier zu bleiben." Der Briefschreiber will also auch nicht in China bleiben um des christlichen Rachewerks willen und damit die Chinesen auf 1000 Jahre feinen Europäer scheel anzusehen wagen, sondern aus Interesse an Während die deutschen Soldaten in China sich nach der Heimat sehnen und der deutsche Kaiser den glücklichen Ausgang des ChinaUnternehmens preist, erhebt der in Shanghai erscheinende, O st= asiatische Lloyd", ein eifriger Dränger deutscher China- und Weltpolitik, Organ für die deutschen Interessen im fernen Osten" die Frage: Stehen wir vor dem Ende? Die Beantwortung dieser Frage im„ Ostafiat. Lloyd" bestätigt gleichfalls unsre Auffassungen der chinesischen Vers hältnisse. Das Blatt führt aus: Die Chinesen haben aus dem Verkehr mit den Mächten im Laufe der legten 40 Jahre sehr viel gelernt nnd die Mächte, wie es scheint, recht wenig. An Versprechungen haben es die Chinesen noch nie fehlen lassen. Gehalten haben sie aber niemals febr viel und, was die Hauptsache ist, sie haben sich ihren Verpflichtungen fast in allen Fällen entziehen können, weil sie sehr wohl erkannt haben, daß die Eiferfüchteleien der Mächte diese schließlich doch an einem energischen gemeinsamen Borgehen hindern würden, und daß die Mächte so grundverschiedene Interessen in China verfolgten, daß es bei einiger Aufmerksamkeit nicht schwer fallen tönnte, eine gegen die andre auszuspielen und damit zu verhindern, daß überhaupt etwas Nennenswertes geschieht. Und haben die Chinesen nicht Recht? Haben nicht auch die Ereignisse der letzten Monate gezeigt, wie weit die Einigkeit der Mächte reicht? Man gebe sich doch keinen Täuschungen darüber hin, daß die Chinesen sich heute ins Fäust chen lachen..! Und selbst wenn China die geforderten 450 Millionen Taels bezahlt, was ist dann erreicht, das auch nur in irgend einem Verhältnis zu der aufgewandten Kraft und den aufgewandten Kosten steht? Garnichts! Wir haben schlechterdings teine Bürg schaft dafür, daß nicht morgen sich wiederholt, was gestern geschehen ist. Daß die Boyerbewegung von den verbündeten Truppen nur vorübergehend niedergehalten worden ist, aber durchaus noch nicht ihr Ende erreicht hat, unterliegt für uns feinem 8weifel. Wir wollen niemandem einen Vorwurf machen, daß die Dinge so gekommen find, wie sie sich gestaltet haben. Weder die Gesandten in Peking, noch das Armee- Oberkommando trägt die Verantwortung für den wenig erfreulichen Stand der Dinge. Gab der Höchst tommandirende Befehl, etwas zu thun, so stieß er auf äußerlichen Gehorsam und geheimen Widerstand. Man denke doch nur an die lezte Expedition nach der Großen Mauer, wo zwar General Voyron in Uebereinstimmung mit dem angeordneten deutschen Vormarsch auch französische Truppen in Bewegung setzte, diese aber den bestimmtesten Befehl hatten, einen Schuß aufeuern. ab- 1 Das deutsch ostasiatische Organ befürchtet weiter, baß neue Unruhen in China entstehen werden, und zwar vielleicht in ver" Die Fronde. Ein unzufriedener westfälischer Industrieller| Eisenbahn- Linien das Vorzugsrecht eingeräumt erhalten habe. Die schreibt in der Rhein. Weft f. 8tg."" Nachträgliches zur Ein- Abg. Baudert und Casselmann kritisierten scharf die preußische weihung des Berliner Bismard- Denkmals" Betrachtungen, die Eisenbahn- Politit. scharf gegen den Grafen Bülow und seine erhabene Rede zugespizt schlimmertem Maße und in gar nicht allzu langer Zeit; es schließt find. Sehr boshaft und zutreffend ist die folgende Gloffe über den die Städte bezi. Dörfer des platten Landes wurden im Vorjahre seine Betrachtung mit besorgtem Ausblick: Wir halten es für unsre Pflicht, auch den Ansichten zum Ausdruck zu verhelfen, die in allen Kreisen der ausländischen Bevölkerung herrschen, die mit dem chinesischen Volk in direkte Berührung kommen, sei es als Kaufleute, sei es als Missionare. Sie alle fehen trübe in die Zu kunft und versprechen sich von der Lösung der chinesischen Frage, wie sie wir sagen nicht in Beting heute zwischen den Kabinetten zu stande gekommen zu sein scheint, nicht viel Gutes." Das chauvinistisch- weltpolitische Blatt zieht aus seinen Be trachtungen den Schluß, daß der Rückzug der deutschen Truppen berfrüht sei und daß Deutschland noch in ganz andrem Maße seine Macht in China hätte zeigen sollen. Die vorhergehenden Bes trachtungen selbst aber beweisen den Unfinn dieser Schlußfolgerung. Wenn nicht Gerechtigkeit und Humanität einer noch vermehrten Ver gewaltigung Chinas widerraten, so sollte die Erkenntnis der Aus fichtslosigkeit der Gewaltpolitik diejenigen belehren, welche ernstlich den Wunsch haben, daß Europa friedlichen Handelsverkehr mit der chinesischen Bevölkerung pflege und wahre. Die Verwüstung einer Provinz, die Hinschlachtung vieler Tausende Menschen, die Expeditionen bis zur Großen Mauer und darüber hinaus haben China nicht bezwungen, sondern nur gegen die fremden Eindringlinge unfäglich erbittert. Vermehrte Bergewaltigung müßte diese Erfolglosigkeit steigern. Für den ruhigen Urteiler giebt es aus den Mitteilungen des Ostafiat. Lloyd" nur den einen Schluß: Umkehr in unsrem Ver halten zu China! Fort mit der gepanzerten Faust"! Altenburg, 20. Juni.( Eig. Ber.) Zwei neue Baugeseze füt „ Die fritische Würdigung eines toten Helden ist natürlich von der Altenburger Landschaft verabschiedet. Beide Gesetze trugen erlaubt, aber man empfindet sie nur in einer wirklich kritisch an den neuzeitlichen Anforderungen, die im Bauwesen im allgemeinen gelegten Studie als richtig. Wird vielleicht bei der demnächstigen Interesse zu stellen find, etwas mehr als seither Rechnung. Die Enthüllung unfres Nationalbenkmals Wilhelms I. auf hohen Bauarbeiter hatten diese Gelegenheit benutzt, durch eine Betition inburg in Gegenwart des Kaisers ein Feftredner, 3. B. Graf auch ihre Wünsche nach besserem Schuße der Bauarbeiterschaft geltend Bülow oder der westfälische Oberpräsident, ganz tritisch au machen. Unfre Vertreter im Landtag waren selbstverständlich wie ein Geschichtsschreiber die Thaten Wilhelms I. bes eifrig bemüht, den Wünschen der Bauarbeiterschaft im Gesez selbst leuchten, wird er z. B. erklären, daß Wilhelm I. gegen Rechnung getragen zu sehen. Wenn sie auch das nicht durchdie Mehrzahl der Landschaft besteht aus Bauern Bismard eine verschwindende Natur gelvesen sei, fetten fo versprach doch die Regierung, wird er sagen, daß auch Wilhelm I. einmal gebangt hat und und Hausbefizern nur durch Bismard aufgerichtet wurde, wird er sagen, daß er im die Wünsche der Arbeiterschaft in den Ausführungsbestimmungen zu höchsten Alter den an sich ja verzeihlichen Drang nach Ruhe berücksichtigen. Vor Erlaß derselben sollten Sachverständige hatte? Alles das wird sicherlich unterlassen werden, und aus dem Baugewerbe gehört werden und unsre Vertreter im LandWilhelm II. würde sehr verletzt sein, wenn ein Redner eine solche tag fetzten es durch, daß die Regierung versprach, zu dieser BegutStritit abhalten würde wie ein General nach der Parade." achtung nicht nur Unternehmer, sondern auch Arbeiter heranAuch die weiteren Bemerkungen des Industriellen werden die zuziehen. Jetzt meldet die amtliche Alt. 8tg.", daß die Regierung des Induſtriellen h ihrem Versprechen nachzukommen bereit ist und eine zu gleichen Bülowisten nicht gern hören. Teilen aus Unternehmern und Arbeitern der Baubranchen zusammengesetzte Kommission zusammenberuft, die über Maßregeln zum Schuße der Arbeiter bei Bauten beraten soll. " fann." Aus der Kaserne. Das ,, National"-Denkmal mit dem Bismarck hat seinem Schöpfer, obwohl es von allen Sachverständigen übereinstimmend als völlig mißlungen bezeichnet wird, ein Honorar von 500 000 M. eingebracht. Das ganze Wert hat die Summe von 1 200 000 m. geloftet. Uebrigens hat auch Herr Begas seine Zeitungsoffiziösen. Vor dem Kriegsgericht zu Breslau standen am Donnerstag Eine mehr dreiste als geschickte Korrespondenz versichert nämlich ihren wegen Körperverlegung eines Retruten der Grenadier Abnehmern: Sein Werk findet in den Kreisen der ersten Künstler, August Mandel und der Tambour Josef Schiegan von der 8. Comauch solcher, die ihm fernstehen, gebührende Anerkennung; man pagnie des 10. Infanterie- Regiments in Schweidnitz. Mit den ist hier vielfach empört über die Urteile, die nach flüchtigem Be- Genannten in einer Stube lag der Rekrut Robert Spizer. Nun trachten von manchen Seiten gefällt werden, die so thun, als ob nehmen sich bekanntlich die alten Leute an den Rekruten So auch die Anfie von Kunst etwas verstehen und zur Kritik berufen sind. Ernst- etwas vorgefegtenrechte heraus. Eines Tags follte er einen lich wird in diesen Kreisen erwogen, wie man jenem Treiben, geklagten gegenüber dem Rekruten. Sommer- Freifinn. Die Freifinnige Zeitung" meint, wir das die deutsche kunst so schädigt, wirksam begegnen Tisch holen. Als er sich erst die Schuhe dazu anzog, rief ihm der Grenadier Mandel zu: Wart nur, Du wirst schon springen lernen." hätten unrecht, in der Besatzung von Shanghai die eigenmächtige Vielleicht erhalten wir nun eine lex Begas, die dem Manne Die beiden beschlossen mun, an dem Refruten, der sie nach ihrer Schaffung einer Kolonial- Armee ohne Befragung des Reichstags zu und seinen Werken, zum Heile der deutschen Kunst, den Schuß des Meiming nicht genügend respektierte, einen fleinen sehen. Von einer Kolonial- Armee fönne man erst dann reden, Majestätsbeleidigungs- Paragraphen angedeihen läßt. Derselbe findische raiehungsatt vorzunehmen. In der Nacht zum 15. Mai wenn die vorübergehenden Verhältniffe, welche die Entsendung von Begas- Offiziöse versichert auch, mit den Krähen sei nicht das beschlossen sie ihm eine gehörige Tracht Prügel ausTruppen nach Ostasien veranlagt haben, aufgehört haben und gleich Centrum und mit dem zertretenen Panther nicht der Umsturz. 3uteilen. Um 1/211, als der Rekrut schlief, gingen sie an die Sie nahmen ihm die Decke weg und wohl dort Truppenteile zurückbleiben. sondern die deutsche Zwietracht gemeint. Bugleich erfahren wir, daß praktische Ausführung. das Denkmal ein beliebtes Aufsatzthema in den höheren Lehr- prügelten erbarmungslos in roher Weise beide anstalten geworden sei. Die armen Schüler! Sollte es nicht rätlich zufammen um die wette mit einer Klopfpeitsche sein, lieber die jungen Leute in die Museen zum Studium echt er auf den bloßen Körper des Refruten los, baß er als Kunstwerke zu schicken! Andenken an das, was ein preußischer Waterlandsverteidiger leisten kann, am ganzen Körper blaue lede erhielt. Die beiden Angeklagten, welche gut als Bogervertilger nach China paßten, wurden jeder zu nur 6 Mart Geldstrafe verurteilt. Der Freifinnige Zeitung" scheint den Ehrgeiz zu haben, in jedem Sommer den Gegnern des Konstitutionalismus Waffen zu liefern. Im Vorjahr verteidigte sie gegenüber dem Vorwärts" die Nichteinberufung des Reichstags und lieferte dadurch dem Reichs, fanzler Grafen Bülow das Mittel zu einem großen parlamentarischen Erfolg über den Freifinn. In diesem Jahre will sie nichts davon wiffen, daß es sich in der Besagung von Shanghai um die verfaffungswidrige Schaffung einer Kolonialarmee handle, obwohl sie selbst die Dislotation von Das monarchische Gefühl wurzelt lediglich in dem Befig eines Hauses und wenn dies Besitzrecht irgendwie beschränkt wird, dann ist das monarchische Gefühl futich- so führt die Deutsche Hausbefizer Zeitung" aus, das Orgau des Centralverbands der Haus- und Grundbefizer- Vereine Deutschlands: Was ist es denn, was dem Menschen das erhebende Gefühl der " Die gefährdeten militärischen Intereffen. Aus Halle a. S. Truppen in Shanghai mißbilligt. Graf Bülow wird sich also auch Freiheit und Unabhängigkeit, den Stolz und das rechte Selbstbewußtsein wird uns berichtet: Die gefährdeten Militärinteressen" spielten im nächsten Winter, wenn Eugen Richter gegen ihn die Anklage giebt, als das Gefühl, Herr zu sein auf eigner Scholle? wieder einmal eine bedeutende Rolle in der Sache des Unteroffiziers erhebt, verfassungswidrig vorgegangen zu sein, auf die" Freifinnige und dieses Gefühl, aus dem die Souveränität der Gustav Roz vom Feldartillerie- Regiment Nr. 75. Zeitung" berufen dürfen. Fürsten erwachsen, aus dem der monarchische Gedanke foll von seinem Untergebenen, Kanonier Derlacke ohne Vorwissen Die Freifinnige Beitung" beruft fich auf den§ 5 des Gesetzes entsprungen ist, das sollen wir Deutsche uns rauben, sollen die des Vorgesezten eine Apfelsine gefordert, Derlades Spind ers vom 25. Februar 1901, der lautet:„ Die nach China entsandten Thatsache unfres Eigentums eintauschen lassen gegen ein bloßes brochen und daraus ein Stück Burst entwendet und schließlich dem Derlade unter Androhung nachteiliger Folgen von Truppentörper, für welche eine gefegliche Basis nicht Recht, einen Begriff?" besteht oder nicht zu Zweden dauernder ober vorüber- Das Organ der Bodenreformer macht demgegenüber darauf einer Beschwerde abzuhalten versucht haben. Der Vertreter der Anaufmerksam, daß in Berlin von 400 000 Familien nur 15 000 flage beantragte, wegen Gefährdung militärdienstdie Interessen Oeffentlichkeit gehender Besehung chinesischen Gebiets geschaffen nominell im Besitz einer eignen Scholle sind, und auch dieſe lichen wird, find fobald sie ihre Aufgabe in China erfüllt haben werden, Schollenherren zu erheblichem Teile Hörige der Hypothekengläubiger aufließen. Das Gericht lehnte zunächst den Antrag auf aufzulösen." Gerade dieser Paragraph bestätigt unsere Auffassung. Die Aufgabe in China ist gelöst. Wir haben dafür das Zeugnis der höchsten Instanz, die in Frage kommt. Vor wenigen Tagen hat der Kaiser zu den Hanseaten nach der offiziellen Feststellung des Wortlauts gefagt: Sch erblicke in den Ereignissen, die sich in China abgespielt haben und die in der jezigen Heimkehr der werden. " Das ist so klar, daß es nur die Freisinnige Beitung" nicht sicht, die damit die Berantwortung für die eigenmächtige Schaffung einer Kolonialarmee übernimmt. Wir nehmen zu ihrer Entlastung an, daß Eugen Richter verreist ist. find. Danach fönne es also höchstens 10 000 Familien mit monarchischem Gefühl geben. Das dürfte ungefähr stimmen! Der verkannte Dreschgraf. Von dem Dresdener Landgericht ist der Graf Bückler nun wirklich einmal verurteilt worden, was das Vertrauen des Grafen in die germanische Rasse erheblich erschüttern wird. Die erste Verhandlung wide vertagt, weil der Herr Graf nicht erschienen war. Es erging ein Vorführungsbefehl gegen ihn. Am Mittwoch war er denn auch zur Stelle. Stecht Abgeschworen. Die katholische Märkische Volkszeitung" ist bon einem Banustrahl bedroht gewesen und widerruft nun nach gut katholischer Sitte die tezzerische Wahrheit, zu der sie sich gestern bekannt hatte. Ihr gestriger Artikel über die Subventionierten des Bundes stamme, so winselt sie heute, von einem Mitarbeiter, und sei vor Kenntnis des Rückzugs"-Artikels des" Vorwärts" ge- Das Gericht hätte lieber einen ärztlichen Sachverständigen zu schrieben. Die Märkische Volkszeitung" vollzieht ihre löbliche Unterwerfung in überaus dummer Weise. Gestern hatte sie unfre Mitteilung für richtig erklärt, obwohl sie annahm, daß der„ Vorwärts" Das Urteil lautet auf 100 Mart Geldstrafe unter Annahme mildernder Umstände. Das Gericht nimmt an, Bückler babe nur darauf hinweisen wollen, daß bei etwaigen Reibereien zwischen Christen und Juden die ersteren energisch vorgehen sollen. Rate ziehen sollen, Solch ein Hang zur Bildlichkeit ist nicht mehr normallaus der ab. Oeffentlichkeit Als aber der Zeuge Ausschluß Derlade vernommen werden sollte, kam der Ankläger von neuem mit einem Ausschlußantrag, da durch die Vernehmung des Zeugen, der von der Beschwerde abgehalten sein soll, doch die Militärintereffen gefährdet werden könnten. Nunmehr schloß das Gericht nach einer zweiten Beratung die Vertreter der Presse aus. Wir Nichtmilitärmenschen können es nicht verstehen, wie durch die Vernehmung des Derlacke über solche einfachen Dinge, die bereits bekannt waren, die Militärintereffen gefährdet werden konnten. Der Unteroffizier wurde schließlich zu einem Monat und einem Tage Gefängnis und Degradation verurteilt. Wegen Majestätsbeleidigung in zwei Fällen wurde die russische Arbeiterin Franziska Stankewitz aus AlbrechtDie Verurteilte kann kein Wort deutsch naujehnen vom Landgericht Stallupönen zu vier Monaten Gefängnis verurteilt. sprechen. Truppen thre Beendigung finden, eine Gewähr dafür...." Wir bedürfen feines weiteren Zeugnisses, um nachzuweisen, daß die Bedingung, aus der verfassungsmäßig die Auflösung der Truppen Die Auflage lautet auf Aufreizung der christlichen Bevölkerung folgt, erfüllt ist. Was insbesondere die Garnison in Shanghai zu Gewaltthätigkeiten gegen die Juden. Es handelt sich um seine betrifft, so lag Shanghai überhaupt außerhalb der Aktion, für Radaurede im Tivoli- Saale am 20. November v. J. Inkriminiert die der Neichstag Mittel bewilligt hat. Die dauernde oder vorüber- find folgende Ausführungen:„ Wir müssen mit eiserner Hand gehende Bejagung von Shanghai ist unter allen Umständen ver- dazwischenhauen, daß die Feßen fliegen. Wir müssen die Sterle zuriid: flegel müssen wir daraufloshauen, daß fie der Teufel holt. faffungswidrig. Aber auch die Truppen, die in Betschili zurüd. faffen, daß fie auf den Rücken fallen. Mit Sinüppel und Dresch Es bleiben, bedürfen erst des Rechtstitels. Jedes weitere Verbleiben ist besser, wir verhauen erst die Juden und dann die Chinesen. von Truppen in China fann nur durch ein neues Gesetz ermöglicht Ihre( der Versammelten) Väter haben die Franzosen verdroschen, Die bevorstehenden Landtagswahlen in Baden. geben Sie den frechen Judenlümmels echte Sachsenhiebe. Die Zweite Stammer der badischen Landstände wird bekanntlich hinein in das giftige Geschwür, schneidet so lange, bis die Operation gelungen ist."( Hier hat der überwachende Beamte interveniert.) alle zwei Jahre zur Hälfte erneuert, wobei verfassungsmäßig auf Zum Schluß:" Ich kann Ihnen nur sagen, dreschen Sie auf die die möglichst gleichmäßige Verteilung der jeweils neu zu besetzenden Judenbande, bis sie genug haben" uiw. Der Angeklagte giebt zu, dies Bezirke über das ganze Land Bedacht genommen ist. Diesmal gefagt zu haben, will aber nur bildlich gesprochen haben. Er wollte stehen 31 von den 63 Mandaten zur Wahl, 9 städtische und 22 in nur bewirken, daß man die Juden geschäftlich und sonstwie isolieren ländlichen Bezirken. Von den erledigten Sigen hatten die Klerikalen solle. bisher 12, die Nationalliberalen 10, die Demokraten bezw. Freieiner den Antisemiten und Konservativen gehörte. Die ausscheidenden finnigen 4, die Socialdemokraten drei inne, während je Mitglieder der socialistischen Kammerfrattion find Adolf Geck und Schaier( beide gewählt in Karlsruhe- Stadt), sowie Kramer( Mannheim- Stadt); die Mandate unfrer 1899 ge= wählten Parteigenossen Dreesbach und Geiß( Mannheim Stadt), Fendrich( Durlach- Stadt) und Opifizius( Pforzheim- Stadt) bleiben Konsistorialrat Reide, den die orthodoxe Kirchenbehörde noch bis 1903 in Straft. Das Hauptinteresse des Wahlkampfs och bis 1903 in Straft. wegen der„ geſchidten Buchung" des Bundes der Landwirte die fürzlich im Interesse des Dienstes" von Brandenburg nach Stönigs- dürfte fich auf die Entscheidung in der Residenz Karlsruhe berg strafversetzt hat welche Maßregelung der Betroffene durch Namen nicht nennen und die Beweise nicht angeben könne. Welche Amtsnieberlegung zu beantworten antiindigte- foll, wie jetzt mit- tonzentrieren, die vor vier Jahren ihre drei Mandate an zwei Socia neue Offenbarung konnte ihr also der Rückzugs"-Artikel des geteilt wird, der Macht der Kirchenbehörde entzogen und in den listen und einen Demokraten vergeben und den Nationalliberalen Vorwärts" bringen? Nein, die„ Märkische Volkszeitung" ist Bereich des Staatssekretariats des Innern berufen werden. damit eine äußerst empfindliche Wahlniederlage bereitet hatte. Die offenbar auch heute überzeugt, daß wir recht haben. Sie hat auf Unter diesen Umständen, bemerkt hierzu die Freis. 8tg.", ist seine feither faum zur Ruhe gekommene Entrüstung der Patrioten über äußeren Zwang wider ihre bessere Ueberzeugung die Wahrheit ab- Berufung in das Ressort des Reichsamts des Innern eine Genug- diese Auslieferung der Residenz an den Radikalismus" läßt es bethuung für den ob seines mannhaften Eintretens für seine Ueber: greiflich erscheinen, wenn die Nationalliberalen jezt alles aufbieten, geschworen! Durch den ganz auffälligen Eifer, mit dem sich die Centrums- zeugung als freimütiger Dichter wie als Mitbegründer des Goethe- um einen abermaligen Sieg der äußersten Linken zu verhindern. Bundes gemaßregelten Beamten. Zu diesem Zwecke wurden in Karlsruhe in letzter Zeit Versuche zin presse des Bundes der Landwirte annimmt, der bis zur Stunde eines Kartells aller bürgerlichen Parteien gegen mit feiner Silbe unsre Behauptung bestritten Abschluß hat, getvinnt die Angelegenheit noch ein erhöhtes politisches Interdie Socialdemokratie unternommen, die jedoch sowohl beint effe. Die Centrumsblätter plaidieren so eifrig und so unehrlich für Centrum wie bei den Demokraten ohne Erfolge geblieben find. Das Centrum will, wie aus den Beschlüssen seiner am verflossenen Sonntag die Unschuld des Bundes, als ob fie für sich selbst in Offenburg stattgehabten Delegiertenversammlung hervorgeht, die alte kämpften. Das läßt auf eine solche Intimität zwischen Tattit: Unter allen Umständen gegen die Nationalliberalen! auch Centrum und Bund der Landwirte schließen, daß dies brüderlichfür den diesjährigen Wahlkampf beibehalten, und das Zusammenverdächtige Verhältnis in der Zeit des Kampfes um die Handelspolitik die allergrößte Aufmerksamkeit verdient. gehen der Demokraten mit der Socialdemokratie ist, wie vor Es ist bisher nicht dagewesen, daß eine politische Partei bezahlte Ein. Bum fächfifchen Justizminister ist an Stelle des verstorbenen vier Jahren, für Karlsruhe auch diesmal in der Weise gesichert, daß schleicher aus fremdem Lager, auch nachdem sie entlarvt Dr. Schurig. wie das amtliche Dresd. Journal" mitteilt, General- ersteren ein Sig, unsrer Partei die beiden übrigen zugestanden Iverden. Die Wiedereroberung unfrer beiden Sarlsruher find, ruhig in ihren Reihen duldet. Wenn das Centrum nun an dem staatsanwalt Dr. Rüger ernannt worden. Dr. Rüger ist für weitere Kreise durch sein Auftreten im Mandate ist danach kaum zweifelhaft, und auch in Mannheim Fall Bauer schen vorüberhuscht und, anstatt alle Mittel anzuwenden, Reichstage bei Gelegenheit der Debatte über das 2öbtauer steht die Wahl Kramers außer Frage. Ueber diese Behauptung um Aufklärung zu schaffen, vielmehr geradezu Hehlerdienste leistet, Buchthausurteil höchst unliebſam bekannt geworden. Dr. Rüger unfres bisherigen partmentarischen Befihstandes hinaus ist der Sieg steht die Wahl Kramers außer Frage. Ueber diese Behauptung muß da nicht der Argwohn entstehen, daß zwischen dem Centrum erlitt damals eine schmähliche Niederlage im Reichstage. und dem Bund so viele und so dunkle Fäden laufen, daß es nicht Die bei jener Gelegenheit verbiffene Feindschaft gegen die Social: unsrer Partei in Pforzheim und damit die Eroberung des mehr in der Lage ist, in einem besonders standalösen Einzelfall demokratie macht ihn ohne Zweifel äußerst geeignet zu einem Minister zweiten von der badischen Goldstadt zu vergebenden Sizes durch der Gerechtigkeit in Sachsen. die Socialdemokratie gesichert, und auch die Bezirke DurlachAufklärung zu wagen? and, Karlsruhe Land und Lörrach- Stadt bieten uns recht günstige Chancen. In diesen Bezirken ist die Aufstellung der socialistischen Standidaten nahezu abgeschlossen, und unfre Partei tann mun wohlgerüstet und hoffnungsfreudig in den eigentlichen Durch die Behandlung, die die Centrumspresse dem Fall Bauer und der Angelegenheit der vom Bunde subventionierten Abgeordneten au teil werden läßt, wird die ganze Partei aufs fchwerste tompromittiert und zugleich die politische Situation höchst eigenartig beleuchtet. Anarchistensput. Zu der jüngst von uns mit dem nötigen Vorbehalt wiedergegebenen Nachricht von der Verhaftung von drei Italienern wegen angeblicher Teilnahme an der Ermordung König Humberts schreibt der Senftenberger Anzeiger", ein Amtsblatt: Bei Großenhain liegt feine Senftenberger Grube. Es find allerdings drei Italiener verhaftet worden, aber in Kansche bei Drebkau und schon am 1. Pfingstfeiertage und zwar nur, weil sie trop Ausweisung sich in Deutschland aufhielten." Weimar, 20 Juni.( Eig. Ber.) Der Landtag wurde heute, nachdem der Staatsvertrag wegen Erbauung verschiedener Eisen: bahnen genehmigt worden war, vom Staatsminister Rothe bis auf unbestimmte Zeit wieder vertagt. In den Verhandlungen machte die Regierung davon Mitteilung, daß Preußen bei dem Bau neuer Wahlkampf eintreten. Ausland. Schweiz. Die goldene Haud. " Vor der 150. Abteilung des Amtsgerichts I zu Berlin unter Bern, 21. Juni. Der Bundesrat Dr. Deucher hat im National- Vorsiz des Amtsrichters Frise wurde Freitag in Sachen der rat die Erklärung abgegeben, daß der neue Zolltarif wahrschein- goldenen Hand", verhandelt. Es handelt sich um die Privatflage lich in der Dezembersession, spätestens aber in der nächsten des Berliner Vertreters der Leipziger Neuesten Nachrichten", Frühjahrssession der Bundesversammlung vor- Dr. Paul Liman, gegen den inzwischen in den Ruhestand gegelegt werden könne. tretenen Chefredacteur der Kölnischen Zeitung", Dr. A. Sch mits und den Nedacteur Dr. von 200 d. Lettere treten als wider fläger auf. Frankreich. Dr. Liman wird vom Rechtsanwalt Jansen, die Privatbeklagten und Wiederkläger werden vom Justizrat Wagner und Rechtsanwalt Schmits Köln vertreten. Vor Eintritt in die Verhandlung macht Justizrat Wagner den Einwand der örtlichen Unzuständigkeit, da die Kölnische Zeitung" in Köln und nicht in Berlin erscheine. Der Einwand wird vom Gerichtshofe nicht für gerechtfertigt anerkannt. plöglich eine andre Haltung annahm, als der Korrespondent Gehl in seinen Stimmungsbildern schilderte, wie scheußlich alles in Transbaal sei. Dr. v. 2ood bestreitet dies, die Haltung, die die„ Kölnische Beitung" in der Boerensache schließlich angenommen, sei schon be= stimmt getvesen, ehe Herr Gehl seine Storrespondenzen begann. Rechtsanwalt Schmits: Herr Gehl sei nicht festangestellt für die Köln. 8tg.", sondern ein gelegentlicher Berichterstatter. Er habe der Stöln. 3tg." nie Anlaß gegeben, an seiner Ehrenhaftigkeit zu zweifeln, er habe auch nie Einfluß auf die Haltung der Köln. 3tg.1 in der Boerenfrage gehabt, vielmehr nur in dieselbe Kerbe gehauen, die die Köln. Big." schon angeschnitten hatte. " Ein nochmaliger Versuch des Vorsitzenden, einen Vergleich herbeizuführen, scheitert wieder. Rechtsanwalt Schmits erflärt, daß bei einem Vergleich doch allerlei Verdachtsgründen Thür und Thor geöffnet bleiben würde. Der„ Köln. 3tg." müsse daran liegen, daß völlige Aufklärung geschaffen werde. Artikel des Dr. Liman. Paris, 21. Juni. Mehrere nationalistische Blätter melden, daß der Präsident des Staatsgerichtshofes im Einvernehmen mit dem Ministerpräsidenten beschlossen babe, das von Déroulède, Habert und Buffet als Zeugen des Grafen Lur- Saluces verlangte sichere Geleit zu verweigern. Der Verteidiger werde gleich zu Beginn der am nächsten Montag stattfindenden Verhandlung gegen diesen Beschluß Einspruch erheben. Ferner macht Justizrat Wagner darauf aufmerksam, daß die Der Gerichtshof lehnt hierauf die sämtlichen BeweisDie republikanisch gesinnten Bretonen ver- Privattlage zunächst außer gegen den Chefredacteur Schmits gegen anträge ab, weil hier nur zur Frage stehe, ob in Stölu anstalteten gestern Abend ein Bankett. Bei diesem brachten der den Verleger Du Mont- Schauberg gerichtet gewesen sei. Da eine Bestechungen stattgefunden haben, es sich dagegen um Be Person solchen Namens nicht existiert, sondern nur eine solche Firma, ftechungen in Pretoria nicht handele. Der Gerichtss Deputierte Guieysse und Admiral Réveillière Trintsprüche auf fei nachträglich der Angeklagte Dr. v. Lood als Verfasser in Anspruch hof unterſtelle es übrigens als wahr, daß in journalistischen und den Kriegsminister André aus, in denen sie versicherten, genommen worden. Er halte dies nicht für zulässig und protestiere anderen Streifen verschiedene Ansichten darüber obwalteten, ob die daß er das volle Vertrauen der Republikaner befize. Der Kriegs- bagegen, daß gegen Herrn v. 2ood fachlich erkannt werde. Der Köln. 8tg." durch den Artikel getroffen werden sollte oder nicht. minister erwiderte, daß er dieses Vertrauen nicht täuschen werde; Protest wird zu Protokoll gegeben. Justizrat Wagner beantragt die Verlesung eines älteren und die zahllosen Angriffe Angriffe der nationalistischen Die beiden unter Anklage gestellten Artikel der„ Köln. 8tg." eines neueren Artikels des Dr. Liman, die in beleidigenden Blätter seien ihm vollständig gleichgültig und er und die darauf in den Leipz. N. N." erfolgten Antworten werden Wendungen die„ Köln. 3tg." verhöhnt haben. Er will damit bewerde sich bei der Erfüllung seiner Aufgaben durch nichts ent- zunächst verlesen. Angefl. Dr. v. Lood erkennt seine und des Chef- weisen, in welcher erregten Stimmung die Privatangeklagten sich mutigen lassen. redacteurs Schmits Verantwortlichkeit für die beiden Artikel der befunden haben. Rechtsanw. Jansen beantragt alsdann die VorBelgien. Köln. 8tg." an. Auf die Frage des Vorsitzenden, welche Gründe lesung eines stenographischen Reichstagsberichts, in welchem Fürſt dafür vorliegen, daß der Artikel der Leipz. N. N." auf die Stöln. 8tg." Bismard die Stölnische Zeitung" eine politische Weiterfahne" Brüffel, 21. Juni. Der Sonderausschuß für die Kongo- Bezug habe, erwidert Justizrat Wagner: Die Köln. 8tg." und genannt habe. Justizrat Wagner: Bei einer anderen Gelegenborlage sprach sich heute mit sieben gegen zwei Stimmen, bei die Leipz. N. N." stehen schon seit zehn Jahren in heftiger Fehde. heit habe Fürst Bismard gesagt: Die Kölnische Zeitung" wiege einer Stimmenthaltung, zu Gunsten der Regierungs- Dazu komme, daß der Reichstags Abgeordnete Prof. Saife, der ihm ein Armeeeorps auf. Dr. Liman: Er tönne borlage aus. Vorsitzende des Alldeutschen Verbandes, der mit dem Dr. Liman eventuell auch Zeugen dafür beibringen, daß Fürst Bismarck und den alldeutschen Leipz. N. N." in enger Berührung stehe, im in einer Gesellschaft die„ Köln. Zeitung" als das schäbigste Blatt" Reichstage am 12. Dezember es direkt ausgesprochen habe, daß die bezeichnet habe. Der Gerichtshof begnügt sich mit der bes Köln. 8ig." aus dem Agitationsfonds der De Beers- Company Geld antragten Verlesung der beiden gegen die Köln. Zeitung" gerichteten erhalten habe. Dr. Liman giebt zu, daß die Leipz. N. N." und er persönlich Die Beweisaufnahme wird hiermit geschlossen. seit längerer Zeit wiederholt Beranlassung gehabt haben, gegen die Rechtsanwalt Jansen beantragt die Bestrafung der PrivatKöln. 8tg." zu polemisieren. Das sei namentlich zu der Zeit ge- angeklagten und führt aus, daß diese nicht das Recht gehabt hätten, wefen, als die Stöln. 8tg." das Wort gesprochen hatte: Fürst Bis in so beleidigender Weise persönlich zu werden. Für die„ Köln. mard laufe polternd hinter dem Reichswagen her, und als die Beitung" habe kein zwingender Grund vorgelegen, die Bemerkung Köln. 8tg." dem Fürsten Bismard gewissermaßen Hochverrat vor- in dem Artikel des Dr. Liman auf sich zu beziehen, es liegen viel Italien. werfen wollte. Er habe damals vielfach, mitunter auch in mehr die verschiedensten Möglichkeiten vor, wie der Name Köln Rom, 21. Juni. Deputiertentammer. Auf eine An- Gesinnungslosigkeit der„ Kölnischen 8tg.", die alle acht Tage ihre Angeklagte habe schon die Erklärung abgegeben, daß er die direktem Auftrage des Fürsten Bismarck, selbst gegen die in dem Geheimbericht gedeutet werden könne. frage von Sommi- Bicenardi bezüglich der Anwendung fichten wechsele, scharf polemistert. Zu dem Dr. Hasse babe er weiter beiden Privatangeklagten persönlich nicht bezichtigen wolle, des Gesezes über die Arbeiter- Unfallversicherung auf teine Beziehungen, als daß diefer gleichfalls in Leipzig wohne und bestochen zu sein, es solle auch gar nicht die Behauptung aufgestellt Grundlage der Reciprocitätsbehandlung wiederholt der Unter- denselben nationalen Standpunkt vertrete, wie die Leipz. N. N.". werden, daß von den Geldern der de Beers- Company, die nach Köln staatssekretär des Auswärtigen de Martino seine Mitteilungen, Im übrigen sei sein Artikel zunächst zur Abwehr gegen die geflossen, etwas an die Köln. 8tg." gelangt sei. Der§ 198 stehe die er lezthin auf eine Anfrage di Bagnascos bezüglich der unverschämte Behauptung des Daily Telegraph geschrieben worden, ben Angeklagten nicht schüßend zur Seite. Unterhandlungen mit Deutschland über diesen Gegenstand welcher es so dargestellt, daß die Begeisterung für den alten Justizrat Wagner und Rechtsanwalt Schmits führen dem gemacht hat. De Martino fügt hinzu, daß die deutsche Regierung dem Bundesrat eine Vorlage im Sinne der Reciprocitäts- Präsidenten Krüger durch enorme Bestechungsgelder künstlich erzeugt gegenüber aus, daß niemand, der im politischen und journalistischen Leben irgendwie Bescheid wisse, darüber den geringsten Zweifel behandlung für deutsche und italienische Arbeiter unterbreitet habe. Der deutsche Minister des Innern habe dem italienischen daß mit dem Artikel der„ Leipziger N. N." die„ Kölnische Zeitung" follte, Bestechungsgelder erhalten zu haben. Justizrat Wagner behauptet, daß in weiten Kreisen die Ansicht, haben könne, daß der Köln. 8tg." der Vorwurf gemacht warden Ein fo ge= Botschafter in Berlin die Hoffnung ausgesprochen, daß der Bundes- getroffen werden sollte, durchaus geteilt wurde. Er beantrage, zu wiegter Journalist wie Dr. Liman habe doch, wenn er rat diese Vorlage vor den Ferien annehmen werde. Sommis diesem Behufe Artikel der Rheinisch- Westfälischen Zeitung", der einen solchen Artitel schreibt, einen ganz bestimmten Zived und Picenardi erklärte sich mit diesen Mitteilungen de Martinos zu„ Konstanzer Zeitung", des" Berliner Tageblatts" zu verlesen und können sich nicht dahinter verschanzen, daß er nicht wisse, was der frieden. den Vertreter der Frankfurter Zeitung", Herrn Aug. Stein, Ausdruck nach Köln" in dem geheimen Bericht eigentlich bedeuten solle. als Zeugen darüber zu vernehmen, daß in Journalistenfreifen tein Dr. Liman: Sein gwed sei lediglich der gewesen: Da 3weifel darüber obwaltete, daß die„ Köln. 3tg." gemeint war. Dieselbe Auffassung habe an der Börse geherrscht, wie Kommerzienrat Landau, den er als Zeugen zu laden bitte, werde bezeugen tönnen. Außerdem sei an die Privatbeklagten eine Reihe anonymer Briefe und Schmähschriften gelangt, in welchen direkt von Bestechungen gesprochen wurde. Spanien. Madrid, 20. Juni. Bei Gelegenheit einer Prozeffion fam es am Dienstag in Ronda( Provinz Malaga) zu einem Zusammenstoß zwischen Katholiken und Antiklerikalen; am Mittwoch fand ein neuer Zusammenstoß statt; die Ruhestörer zerstörten die Beleuchtungs anlagen, so daß Dunkelheit in der Stadt herrschte, schleuderten Steine gegen die Gendarmerie und zerstörten verschiedene Läden. Aehnliche Ruheſtörungen werden aus Braganza( Portugal) gemeldet, wo der Bischof mit Steinen beworfen und ausgepfiffen wurde. Amerika. New York, 20. Juni. Vom 4. Juli ab soll auf den Philip. pinen an die Stelle der Militärverwaltung die Civilverwaltung treten. Zum ersten Gouverneur ist Richter Taft bestimmt. China. Alarm- Bläser, Nach einem alarmierenden Telegramm des Standard" aus Shanghai bestehen dort Befürchtungen vor ernsten Unruhen in den nordwestlichen Provinzen des eigentlichen China. Aus vertrauenswürdiger Quelle stammende Berichte besagten, General Tungfubftang treffe Vorbereitungen und sammile ein großes Heer wohlgeschulter Truppen in der Absicht, sich gegen den Kaiser zu erheben. Diese englischen Tendenz- und Alarmnachrichten entspringen dem Wunsch, auf's neue Deutschland in China zu fesseln- ale Bulldogge gegen Rußland. Partei- Nachrichten. Polizeiliches, Gerichtliches uŢiv. Wieder freigegeben ist die wegen angeblicher Minister beleidigung beschlagnahmte Nr. 44 der Königsberger Volkszeitung" vom 9. Mai d. J. Erklärung. Da dies jedoch erst frühestens im Augustheft der genannten Zeitschrift geschehen kann, möchte ich hier noch eine Richtigstellung gegenüber der Welt am Montag", deren lezte Nummer mir erst jezt zu Gesicht kommt, einflechten. worden sei. Rechtsanwalt Jansen beruft sich dagegen auf Artikel des Reichsboten", des Kleinen Journals", des" Bolt", der Deutschen Tagesztg.", um zu beweisen, daß in journalistischen Kreisen doch auch die Auffassung obwaltete, daß die„ Köln. 8tg." den Vorwurf nicht notwendigerweise auf sich beziehen mußte, sondern noch alle möglichen Eventualitäten denkbar seien, zum Beispiel, daß in dem Geheimbericht die Bezeichnung Köln nur ein Dedmantel sei. Dr. Liman beantragt seinerseits eventuell die Vorladung des Chefredacteurs Nippler und des Redacteurs Hint von der Täge lichen Rundschau" und des Redacteurs Eichler von der Deutschen Beitung". " Der Andreisterweise den Nationalen vorgeworfen worden sei, daß sie durch Boerengelder bestochen worden seien, habe er feststellen wollen, daß gerade von England Bestechungsgelder fließen, und da sei es allerdings für ihn pikant gewesen, daß dabei gerade Köln in Frage fam, wo fie, die Andeutschen, angeblich bestochen sein sollten. Wenn sich die Köln. 8tg." getroffen fühle, so liege das nicht subjektiv an feinem Artikel, sondern objektiv an ihrem Gewissen. Nach kurzer Beratung verkündet der Vorsitzende das Urteil des Schöffengerichts dahin: Daß die Artikel in Nr. 1000 und 1014 der Köln. 8tg." beleidigend seien, stehe außer Zweifel und es könne fich mir fragen, ob die Beklagtent in Wahrnehmung berechtigter Interessen sich befunden haben. Die Faffung des Artikels der „ Leipz. N. N." und die begleitenden Umstände zwingen nicht dazu, zu folgern, daß der Köln. 8tg." oder deren Leitern der Vorwurf gemacht werden sollte, daß sie Bestechungsgelder bekommen haben. Dr. Liman habe dies direkt bestritten. Zwar habe Dr. Hasse im Reichstage offen erklärt, daß die„ Kölnische Zeitung" der de BeersDer Vorsigende giebt hierauf den Parteien anheim, ob es nicht Company ihre Spalten geöffnet habe, ein Zusammenhang zwischen möglich sei, zu einem Vergleiche zu kommen. Dr. Liman erklärt, dieser Nede und dem Dr. Liman sei aber nicht dargethan. daß er bereit sei, zu erklären: er sei überzeugt, daß die beiden Was die Ansicht der übrigen Zeitungen betrifft, so fann Privatbeklagten nicht bestochen seien, eine Ehrenerklärung für die bem Brivatkläger nicht nachgewiesen werden, daß er selbst den Vorölnische Beitung" lehne er ab. Dr. v. 2ood meint, es würde wurf gegen die Köln. 8tg." erheben wollte. Auch der Beweis, daß doch wohl Anstandspflicht des Privatklägers sein, zunächst den ge- ein Korrespondent in Südafrika Bestechungsgelder erhalten habe, fälschten Bericht der De Beers- Company vorzulegen. Dr. Liman betreffe nicht die Köln. 8tg." als solche. Bezüglich des Dr. Liman erwidert: Es bestehe keine Anstandspflicht, einen gefälschten Bericht fehle es sowohl an dem objektiven Nachweis, als auch an der borzulegen. subjektiven Absicht der Beleidigung. Der Gerichtshof hebe aber Dr. v. 200 d: Wenn der Bericht nicht vorgelegt werde, müsse hervor, daß in teiner Weise dargethan sei, daß die Mit dem Abdruck meiner Einsendung im Vorwärts" vom behauptet werden, daß er nicht existiert. Rechtsanwalt Schmitsölnische Beitung" Bestechungsgelder erhalten 18. Juni, und nachdem der Recensent in seiner Antwort die Debatte erklärt, daß nunmehr jeder Bergleich abgelehnt werde. habe und daß fie irgendwie auf Grund empfangener Gelder eine auf denjenigen Punkt zugespigt hat, wo in der That der Gegenfaz Justizrat Wagner: Er müsse behaupten, daß der ganze Be- boerenfeindliche Stimmung insceniert habe. Was bei dem Beklagten zwischen mir und ihm liegt, habe ich das Recht, in dieser Sache noch richt der De Beers- Company nicht existiere, sondern erfunden fei. den Schutz des§ 198 betrifft, so habe der Gerichtshof angenommen, daß weiter den Raum des Vorwärts" in Anspruch zu nehmen, für er nunmehr stellt Rechtsanwalt Jansen eine große Reihe von Be- fich die Kölnische Zeitung" nach dem Artikel des Dr. Liman und schöpft, gehalten und bin noch dieser Ansicht. Da aber mein weisanträgen: Maurice Guepratt, zur Zeit la Rochelle in Frankreich, nach der Nede des Dr. Hasse in begreiflicher Erregung befinden Schweigen mißdeutet worden ist, möchte ich hier nur noch bemerken, werde befinden: 1. daß ein Syndikat gebildet aus Borstands- fonnte und den Vorwurf scharf zurückweisen durfte. Die Form ihrer daß ich sowohl dem Recensenten des Vorwärts" wie andren mitgliedern der De Beers- Gesellschaft und andrer füdafrikanischer Abwehr zeige aber die beleidigende Absicht. Demgemäß sei Dr. Kritikern meines Schriftchens in den Socialistischen Monatsheften" Gesellschaften besteht, welches über Mittel der Gesellschaften Schmi zu 100 art event. 10 Tagen Gefängnis, Dr. v. Lood antworten und in Verbindung damit die positive Seite der dort be- verfügt, die bestimmt sind, in politischen Angelegenheiten verwendet zu 200 Mart Geldstrafe event. 20 Tagen Gefängnis verurteilt gonnenen Untersuchung zu erörtern gedenke. zu werden, ohne daß den Aktionären oder sonstigen Vorstands- und dem von der Anklage der Beleidigung freigesprochenen mitgliedern Rechenschaft darüber abgelegt wird; 2. daß diefes Syndikat Dr. Liman die Publikationsbefugnis zugesprochen worden. bei der Standardbank, in Salisbury ein Conto für politische Zwede hatte, auf welches jedes Mitglied des Synditats persönlich und einzeln ziehen konnte; 3. daß dieſes Syndikat an den Vertreter 7. ordentliche Generalversammlung des Unterstühungsder ,, Köln. 3tg." Gehl durch Check gezogen auf obigers Conto monatlich 4000 W. gezahlt hat, und daß die Zahlungen an vereins für alle in der Hut- und Filzwaren- Judustrie Einladung zu der Versammlung formuliert war, eine von mir voll- Gehl unter der Rubrik Lechelleland- Koncession a/ c. gebucht worden zogene Umwandlung einer Fanfare" in eine" Chamade". Ich kann sind. Ferner sollen Stadtrat Bohm und Stadtrat Wilhelm Bahr in beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen. darauf nur erwidern, daß ich auch das Thema des Vortrags genau Johannesburg bekunden, daß Gehl eingestandenermaßen von den Luckenwalde, den 20. Juni. so formuliert hatte, wie es jetzt auf dem Titel der Broschüre steht. Gesellschaften bestochen worden ist, um in der„ Köln. 8tg." Stimmmg Beratungsgegenstand: Statutenänderung. Die UnterDer Borsigende des Socialwissenschaftlichen Studentenvereins und gegen die Boeren zu machen. Kommandant Eisenbrand werde bes stügungsdauer Arbeitsloser auf der Reise wird von 120 auf 156 Tage andere Leute, mit denen ich vorher über den Vortrag sprach, werden kunden, daß Gehl vor dem Kriegsgericht gestanden und dort wegen resp. von 60 auf 78 Tage a 70 Pf. in der ersten und zweiten mir dies bestätigen. Außerdem ergiebt es sich schon aus der Stelle Verrats zum Tode verurteilt worden ist, und daß bei seiner Ber- Beitragsstufe erhöht. Die Unterstützungsdauer am Orte ist von auf S. 19 meiner Schrift, wo ich die Fragestellung wiederhole, daß haftung bei ihm ein Ched über 200 000 m., gezogen auf die 10 auf 13 Wochen erhöht worden. Den weiblichen Mitgliedern kann ich das Thema nur so ansezen konnte. Standardbank, gefunden wurde. für 5 Wochen a 4 M. Arbeitslosen- Unterstüßung gewährt werden.-Zweitens wirft mir die Welt am Montag" vor, aus meiner Eine große Zahl von Zeugen sollen bekunden, daß sie den Bericht Bei einwöchentlichem Aussegen tritt Beitragsbefreiung und bei Schrift eine Stelle des Vortrags fortgelaffen zu haben, wo ich von der De Beers- Company selbst gelesen haben. Ein Exemplaar befinde längerem Aussehen Unterstügung ein. dem gegenwärtigen Parteiprogramm der Socialdemokratie gefagt sich im Pariser Kolonialmuseum in den Händen eines in Paris Mit Rücksicht auf die alljährlich zur Saison in großer Anzahl habe, daß es mit der Wissenschaft teilweise im Widerspruch stehe. lebenden Engländers. Ferner beantragt der Verteidiger, amtliche im Rheinland erscheinenden belgischen Strohhutmacher, die nach Ich muß das entschieden bestreiten. Auskunft der tönigl. Museen zu Berlin zu erfordern, Schluß der Saison in ihre Heimat zurückkehren, wurde beschlossen, Ich kann diese Aeußerung nicht gemacht haben, weil ich mir, daß seit dem Jahre 1899 und später Beit und Wernherr namhafte denselben im Fall der Arbeitslosigkeit ein Abreisegeld zu gewähren. nachdem ich über den Charakter meines Auditoriums informiert und wertvolle Schenkungen an diese Anstalten gemacht haben. So- Die Beschlüsse zum Streikreglement zielen auf eine größere Sicherung war, es zur Pflicht gemacht hatte, an jener Stelle zu feiner Frage dann wurde die Verlesung eines Artikels des„ Berliner Tageblatte" gegen unüberlegte Streits ab. Versagt kann die Genehmigung von Stellung zu nehmen, über welche in den Kreisen der Socialdemokratie vom 20. Juni 1899 beantragt, aus welchem hervorgehen wird, daß Streits werden, wenn nur vier Fünftel der beteiligten Perselbst größere Meinungsverschiedenheiten bestehen. Möglich, daß ich die Kölnische Zeitung" davon Kenntnis gehabt habe, daß fonen eines Betriebs organisiert sind. Eine Erhöhung der der Debatten über das Parteiprogramm referierend erwähnt habe ihr Korrespondent Gehl in Pretoria beftochen sei nun dennoch Streifunterstützung von 10 auf 12 M. wird abgelehnt. dann aber lediglich in der Weise, wie ich im Nachtrag 5 meiner weiter die Stimmungsbilder für die„ töln. 3tg." geschrieben habe. Der Mitglieder, die als Beauftragte ihrer Filiale resp. des VereinsSchrift darüber spreche. Protest der 200 angesehenen Bürger in Pretoria laffe darüber gar keinen vorstands für die Vereins- und Mitgliederinteressen eintreten und daDaß das Programm der Socialdemokratie nicht reine Wissen- gweifel. Endlich teilt der Verteidiger mit, daß sich neuerdings der durch arbeitslos werden, können bis 18 M. pro Woche erhalten. Im schaft sein tann, steht außer Frage. Es ist in seinem fordernden Staatssekretär Reig in Pretoria bereit erklärt habe, zu bekunden, daß Streitfall wird für jedes noch volksschulpflichtige Kind pro Woche 1 W. Teil der Ausdruck der Tendenzen einer lebendigen Bewegung, die, der fragliche Geheimbericht wirklich existiert. gewährt. Der Rechtsschutz kann entzogen werden, wenn sich weit entfernt, ausschließlich Produtt der Wissenschaft zu sein, selbst- Justizrat Wagner: Wenn ein Mann in Pretoria bestochen in der Verhandlung herausstellt, daß unwahre Angaben gemacht oder wie ich es vor einiger Zeit ausgedrückt habe- Wissenschaft bezw. fein sollte, so sei darauf hinzuweisen, daß hier nicht die Behauptung wichtige Umstände bei Stellung des Rechtsschutzgesuches verschwiegen wissenschaftliche Theorie schafft. von einer Bestechung in Pretoria, sondern in Stöln aufgestellt worden find. Der Invalidenkaffe, die an der Deutschen Hutfabrit worden sei. starte Verluste erlitten hatte, werden aus der Vereinskasse 10 000 m. Dr. Liman: Fest stehe, daß die Kölnische Zeitung" zunächst, in Jahresraten von 1000 M. überwiesen. Das Obligatorium der wie die Deutschen überhaupt, boerenfreundlich gewesen sei und dann Invalidenkasse für alle männlichen Vereinsmitglieder wird abgelehnt. Das genannte Blatt konstruiert aus dem Umstande, daß der Titel meiner Schrift anders lautet als das Thema, wie es in der Wer sich darüber ftlar ist, den können die Fanfaren der Welt am Montag" wahrhaftig nicht außer Fassung bringen. Groß- Lichterfelde, 20. Juni 1901 Ed. Bernstein. " Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Zum Streit der Barbiere. Be Die Verschmelzung des Centralvereins derjan die Arbeit zu gehen. Der Vorstzende Curt Baate deutschen Former mit dem Deutschen Metallgab seiner Genugthuung über die Zustimmung der Genossen arbeiter Verband ist, gemäß einem Beschluß der General- und zugleich der Hoffnung Ausdruck, daß durch die versammlung des legtgenannten Verbands fürzlich in einer teiligung an den Landtagswahlen es früher oder später auch zur verhandelt und unsre Forderungen bewilligt hat, giebt jezt Plakate Die Beratung endete mit der Eine große Anzahl neuer Mitglieder hatten sich in den Wahlverein aus an diejenigen Meister, welche die Abmachungen auch voll ein- Annahme einer Resolution, welche die Bedingungen der Verschmelzung aufnehmen lassen. Nachdem Baate noch über die Generalversamm halten. Die Plakate, welche in den Geschäftslokalen anzubringen sind, festsegt. Für den Fall des korporativen Uebertritts der Mitglieder lung des Central- Wahlvereins berichtet, wurde die Versammlung mit des Centralvereins der Former in den Metallarbeiter Verband einem begeisternden Hoch auf die internationale Socialdemokratie geDer Juhaber dieses Geschäfts hat sich mit Namensunterschrift ist für die ersteren eine gewisse Selbständigkeit, soweit es sich schlossen. gebunden, den von der Gehilfenschaft und der Freien Vereinigung den Formern und Gießereiarbeitern in der„ Metallarbeiter Zeitung" für um specielle Berufsangelegenheiten handelt, vorgesehen, auch soll am 3. Juni 1901 auf dem Einigungsamt des Gewerbegerichts ab- ihre besonderen Fachangelegenheiten ein entsprechender Raum unter geschlossenen Vergleich innezuhalten. Die Lohnkommission. dem Titel„ Glück auf" zur Verfügung gestellt werden. Die Bildung besonderer Berufssektionen innerhalb des Verbandes steht den Formern frei. Die von der Kommission getroffenen Vereinbarungen sollen den Mitgliedern des Centralvereins der Former zur Urabstimmung unterbreitet werden. Die Freie Vereinigung", die mit uns vor dem Einigungsamt mission beraten worden. aus Mitgliedern beider beider Organisationen Organisationen bestehenden Kom- Erlangung des allgemeinen Wahlrechts fommen werde. lauten: Freie Vereinigung der selbständigen Barbiere, Friseure und Perrückenmacher Berlins und Umgegend. Der Stand unfrer Bewegung ist so ziemlich derselbe geblieben. Wir müssen unsre Barbierstuben" beibehalten und können die Arbeiterschaft mur immer wieder darum ersuchen, dieselben recht eifrig aufzusuchen, da es sonst unmöglich ist, den Streit zu einem für uns fiegreichen Ende zu führen. Sociales. Arbeiter, bedenkt, daß unsre Organisation zu Grunde gehen Statistik der Krankenversicherung. Nach der neuesten Vers tann, wenn der Streit verloren geht, und daß jeder organisierte öffentlichung der Reichsstatistik( Cierteljahrshefte 1901 II.) bestanden Arbeiter dabei interessiert ist, die einzelne Arbeiterorganisation nach im Jahre 1899: 4623 Ortstassen, 7344 Betriebskassen, 90 Bautassen, Möglichkeit zu unterstüßen, wenn es in seiner Macht liegt. 612 Jnnungskassen, 1447 eingeschriebene und 235 landesrechtliche Arbeiter, unterstützt unfren Kampf dadurch, daß Ihr Euch Hilfetassen( dem§ 75 des Kr.-B.-G. genügende) sowie 8521 Gemeindein unsren Barbierstuben" bedienen laßt, oder aber, wo feine solchen Strankenversicherungen. Die Mitgliederzahl betrug im Durchschnitt des mehr vorhanden sind, in den freigegebenen Geschäften streng Jahres bei den Ortstassen 4 283 370, bei den Betriebskassen 2 398 659, nach der grünen Kontrollfarte forscht. Wir verweisen bei den Baukaffen 19 726, bei Innungskassen 169 328, bei eindarauf, daß auf den Karten die laufende Kalenderwoche abgestempelt geschriebenen 805 354 und bei landesrechtlichen Hilfskassen 44 709, sein muß( jezt also die Nummer 25"), wenn die Karte noch Gültig während die Gemeinde Krankenversicherungen 1434 436 Personen feit haben soll. umfaßten. Dazu kommen noch 583 793 Personen, die in Knappschaftstassen versichert waren. " In folgenden Lokalen stehen die Streikenden der Arbeiterschaft Sonnabend von 11-10 Uhr und Sonntag von 7-1 Uhr zur Verfügung: In den Barbiergeschäften Weißenfees, welche die Forderungen der Gehilfen bewilligt haben, sind die arbeitenden Gehilfen mit grünen Kontrollfarten versehen. Die Lohnkommiffion ersucht die Arbeiterschaft von Weißensee, bei Inanspruchnahme eines Barbiergeschäfts nach der Kontrollkarte zu fragen und sich nur in folchen Geschäften bedienen zu lassen, wo die Gehilfen in Besitz der Kontrollkarte sind. Achtung! Buchbinder. In der Buchdruckerei und Geschäftsbücher Fabrik von Otto Ente in Rottbus befinden sich unsre Kollegen wegen Maßregelung eines Verbandsmitglieds im Ausstand. Zuzug ist streng fernzuhalten. Der Bevollmächtigte. = Der Boeren- Krieg. Das Bureau Laffan meldet aus London: über die Die„ Daily News" deutet an, daß sie sehr ungünstige Berichte Ausbreitung der Rebellion in der Kapkolonie empfangen habe, und ferner berichtet sie, daß ungefähr 6000 Kolonisten, fast ausschließlich Farmersöhne, sich mit dem Boerenkommando vereinigt haben. * hat von Anfang an den Krieg gegen die Boeren verurteilt. In The Speaker", eine der angesehensten englischen Wochenschriften, einer der legten Nummern brachte das Blatt ein Sonett. In der Uebersetzung lautet die schneidende Satire: Erreicht. Wer sagt, wir sänken? Wir wachsen mehr als je! Als Meister der Zerstörung gleicht uns feiner! Bloß Heime einzuäschern dachten wir, Und Menschenherzen sezten wir in Flammen! Wir wüßten nicht zn bau'n? Mag sein; jedoch Vernichtend schaffen mehr wir als wir ahnen; Aus Bauern lassen Helden wir erstehen! Wir haben gut gewütet: es bringt Frucht! Auf unserer roten Spur wird röter nur Der Freiheit wilde Rose sich entfalten; Wir lassen sie ersteh'n, uns selbst zum Trog, Gleichwie die Nacht den lichten Tag gebiert. Wenn sonst auch nichts wir hätten, mein' ich, Gäb' das an Nachruhm Anspruch schon genug!" Ergebung Bothas? breitet die bisher jeglicher Bestätigung von andrer Seite entbehrende London, 21. Juni.( W. T. B.) Das Abendblatt„ Sun" verMeldung, daß General Botha und seine Unterführer beschlossen hätten, sich zu ergeben, und daß man in Downing Street jogar glaube, daß die Uebergabe bereits erfolgt sei. Bei Die Einnahmen sämtlicher Kassen( mit Ausschluß der Knapp schaftstassen) betrugen 194 682 188 M., wovon 154 711 407 7. Simonis, Beuthstr. 21. Bauer, Rosenthalerstr. 57. Preuß, auf Beiträge und Eintrittsgelder kommen. Die Ausgaben ausNeue Friedrichstr. 20. Hoppe, Ackerstr. 21. Diefe, Ackerstr. 123. schließlich der Kapitalanlagen betrugen 161 699 618 M. Die Ausgaben Rosin, Ruppinerstr. 42. Dierke, Schwedterstr. 33. Brinkmann, nur für Krankheitskosten beliefen sich auf 145 324 242 M. Davon Prinzen- Allee 21. Abendroth, Badstr. 42/43. Wils, Burgsdorf, entfallen auf Arzthonorar 31 918 163 M., auf Arznei und Heilmittel Ecke Wildenowstraße. Pfarr, Butligstr. 10. Fabra, Quigow, 24 562 651 M., auf Krankengeld 63 558 390 M. und der Rest auf Ede Havelsbergerstraße. Luhm, Rostockerstr. 12. Fischer, Beuffel- Anstaltsverpflegung, Sterbegeld, Wöchnerinnenunterstüßung und Fürstraße 66. Streit, Kirchstr. 22. Baumgarten, Königsbergerstr. 7. forge für Rekonvalescenten. Bethge, Rüdersdorferstr. 60. Gorn, Markusstr. 23. Schröder, Auf ein Mitglied werden verzeichnet 0,38 Erkrankungsfälle, Fruchtstr. 33/34. Wilte, Andreasstr. 26. Bieberstein, Adalbertstr. 61. 6,60 Strankheitstage und 15,87 m. Krankheitstoften. Sowohl die Krüger, Naunynstr. 6. Salomon, Naunynstr. 65. Seidler, Muskauer- Bahl der Erkrankungen als auch die Krankheitsdauer ist seit 1894 straße 14. Bathe, Ritterstr. 32. Köpenick, Schillingstr. 30a. Schaller, nicht unbeträchtlich gestiegen und war in den 6 Jahren noch niemals Staligerstr. 125. Megner, Staligerstr. 59. Böschel, Petersburgerstr. 81. so hoch wie 1899. Richter, Mariannenstr. 41. Butte, Graudenzerstr. 13. Hampel, Lanfizer Plaz 10. Matthes, Koppenstr. 41. Reorganisation der Gefängnisarbeit. Das hessische Märten, Frankfurter Ministerium der Justiz hat eine Verfügung über die Beschäftigung Allee 70. Miarkowski, Wallnertheaterstr. 20. Schulze, Große Frank- der Gefangenen in den Strafanstalten erlassen. furterſtr. 5. Märtens, Langeftr. 90. Schulze, Waldemarstr. 2. Erbe, nehmen, daß die dauernde Beschäftigung der Gefangenen thunlichst Lehte Nachrichten und Depeschen. Daraus ist zu ent Cuvrystr. 25. Katz, Dieffenbachstr. 31. Bachmann, Eisenbahnstr. 36a. durch Arbeiten für den Staatsbetrieb zu sichern sei. Schumann, Tilsiterstr. 85. Kaiser, Warschauerstr. 61. Schick, Man- Beschäftigung der Gefangenen nicht zu vermeiden, soll eine Wo andre Regierung und Streiks in Italien. teuffelstr. 74. Bartel, Bülowstr. 59. Regelung dabin erfolgen, daß die Interessen des Privat- Rom, 21. Juni.( W. T. B.) Deputiertentammer. Die Lohntommission. gewerbes möglichste Schonung erfahren. Insbesondere sei der Beratung des Budgets des Jumern erklärt der Minister des J. A.: K. Lubert. der Arbeitsbetrieb auf zahlreiche Geschäftsbetriebe zu verteilen Innern Giolitti, die Bewegung unter den ländlichen Arbeitern sei vergeben. und die Arbeit, soweit angängig, im Stück- oder Tagelohn zu etwas Neues für Italien, nicht aber für andre Länder. Die Bewegung niemand Eine Unterbietung der freien Arbeit sei sei bedauerlich, aber fönne fie verhindern.( Beis unter Berücksichtigung der besonderen Verhältnisse der Anstaltsarbeit fall.) Giolitti bespricht sodann die über die Lage der ländlichen zu vermeiden. In der Regel dürfe die Arbeitszeit der Gefangenen Arbeiter angestellte Untersuchung, welche beweise, wie traurig die an den Werktagen mindestens 10 und nicht mehr als 11 Stunden Lage der Arbeiter in den Provinzen sei, wo Ausstände in größtem betragen. Bezüglich des Verdienstes der Gefangenen ist bestimmt, Umfange vorkamen. Die Regierung habe früher nicht nur keine Hilfe daß den Gefangenen für jedes an einem Tage vollendete volle Ar- gewährt, sondern sich sogar den von den Landbewohnern anbeitsmaß sowie für die an einem Tage geleistete Mehrarbeit ein gestrebten Lohnerhöhungen widersetzt, indem sie eine Organis Viertel des Verdienstes, insgesamt jedoch nicht mehr als 30 Pf. für fation derselben verhinderte. Die Löhne seien daraufhin in vielen den Arbeitstag gutgeschrieben werden. Gegenden heruntergegangen. Die diesjährige Bewegung sei eine wahrs haft großartige gewesen. Bis zum 17. d. M. seien 511 Ausstände, an Arbeiterschutz auf Bauten. Der Rat der Stadt Leipzig er denen 600 000 Arbeiter beteiligt waren, gütlich beigelegt worden, wobei die sich auf das neue Baugesez stützt. Aus ihr ist besonders hervor nicht mitrechne. Hierdurch sei eine Lohnerhöhung erzielt worden, läßt eine neue Bekanntmachung für den Schutz der Bauarbeiter, er die freiwillig von den Arbeitgebern gewährten Zugeständnisse zuheben, daß Arbeiterinnen auf Bauten nur dann beschäftigt werden welche sich auf 48 Millionen jährlich belaufe. dürfen, wenn die Rüstungen dicht abgedeckt sind und die Verbindung infolge davon, daß den Arbeitern billige Zugeständnisse gemacht Auch sei es der einzelnen Stockwerke der Rüstung nicht durch Leitern, sondern wurden, durch schiefe Ebenen bewerkstelligt wird. teinen Ruheſtörungen gekommen. Die ganze Bewegung würde thatsächlich eine politische geworden sein, ,, Streikbrüder" and königlichem Geblüte. Dem Streit wenn die Regierung offen Stellung gegen die Arbeiter genommen verband der bayrischen Aerzte sind die Herren Dr. Prinz Ludwig hätte.( Beifall.) Das Intereffe derjenigen, welche die Löhne Ferdinand von Bayern und Dr. Herzog Karl niedrig halten wollten, stehe aber nicht im Einklang mit dem Theodor von Bayern beigetreten. Es ist erfreulich, daß der Interesse der staatlichen Einrichtungen. Ausstände und friedNutzen der gewerkschaftlichen Organisation selbst bis in diese hohen liche Thätigkeit, folche herbeizuführen seien nicht verboten. Die Res und höchsten Kreise bereits Anerkennung findet. Wir sehen die Zeit gierung müsse neutral bleiben und das freie Vereinsrecht und die tommen, wo das Streikpostenstehen salonfähig wird. Freiheit der Arbeit müßten gewährleistet werden. Redner betont soDie Central- Kranken- und Sterbekaffe der Tabakarbeiter dann, daß die Behörden alle zu ihrer Kenntnis gelangten Gewalts die erſten drei Tage der Erkrankung auf die Hälfte des sonst üblichen augt hätten, daß die Regierung nicht ihr Feind sei. Er freue fich. beschloß zur Ausgleichung des Defizits die Krankenunterstüßung für maßregel gegen Arbeitswillige verfolgt und die Arbeiter davon überKrankengeldes herabzusetzen. Die Mehrleistung an Doppeltversicherte beweise, wie reif das italienische Volt für die Freiheit ſei.( Beifall darauf hinweisen zu können, daß auch die Haltung der Arbeiter an Stelle von nicht begehrter ärztlicher Behandlung und Verabfol- links.) Wenn die Regierung gegen die Bewegung hätte einschreiten Dauer dieser Leistungen aber von 18 auf 26 Wochen verlängert. Die Arbeitervereinigungen vorzugehen und die öffentlichen Versamm gung von Medikamenten wird auf 25 Pf. pro Tag herabgesetzt, die wollen, so würde sie kein andres Mittel gehabt haben, als gegen Das Sterbegeld wird um 15 Proz. gekürzt. Außerdem wird für lungen zu verbieten. diejenigen, welche während der ersten 13 Wochen ihrer Mitgliedschaft geführt haben und das Ansehen Italiens gegenüber dem AusDies würde zu schweren Ausschreitungen liche Mindestleistung herabgesetzt. Der seit einiger Zeit erhobene erfranken, die Unterstützung von dem vollen Betrage auf die gefez- lande geschädigt haben.( Lebhafter Beifall links.) 14. Wochenbeitrag in jedem Quartal kommt in Fortfall. Dafür werden die Beiträge in Klasse I und II um 5 Pf., in Klasse III und IV Giolitti bespricht sodann die socialpolitischen Vorlagen, welche die Rom, 21. Juli.( Deputiertenkammer.) Schluß. um 3 Pf. und in Klasse V um 2 Pf. erhöht. Die Harburger Gummifabrikanten durchbrechen die FriedensRegierung im Parlament eingebracht hat und noch einbringen wird bedingungen nicht nur dadurch, daß sie von den sich zum WiederDas internationale Arbeitsamt", das von der inter- und fügt hinzu, man müsse sich auch mit der politischen Erziehung eintritt meldenden Arbeitern den Austritt aus der Partei- und Ge- nationalen Vereinigung für Arbeiterschutz" in Basel errichtet worden der Arbeiter und der Steuerreform beschäftigen. Um gegen die werkschaftsorganisation verlangen, sondern sie haben, wie der Vor- und dessen Aufgaben hauptsächlich informatorischen Charakters Arbeiterverbände vorzugehen, würde man auf den Gedanken einer der verfassungsmäßigen Freiheit zurückkommen jeinen Antrag bewilligte die Bundesversammlung 8000 Fr. für die müssen.( Widerspruch rechts. sein sollen, wird vom schweizerischen Bundesrat unterſtügt. Auf Beschräntung Beifall links.) Die Regierung Zwecke der Einrichtung und außerdem hat der Bundesrat seine sei verfassungsmäßig forrekt vorgegangen. Es werde einer Diplomatischen Vertreter im Auslande angewiesen, dem Amte bei der langen Reihe von mußbringenden Arbeiten bedürfen, um die WirSammlung von Material behilflich zu sein. " Den Streikabwehrfonds der Bäckermeister hat die Regierung gesperrt. So berichtet die Deutsche Tagesztg." Das Geld, etwa 25 000 M., liegt auf der Reichsbank. Nach einer Regierungsverordnung darf der Immungsverband über das Geld vorläufig nicht disponieren. Es ist dies darauf zurückzuführen, daß eine Anzahl Mitglieder der Germania- Jumung gegen den Beschluß, nach welchem jedes Mitglied zu Beitragsleistungen für den Fonds verpflichtet wurde, protestierte und ihn als umgesetzlich bezeichnete. Deutsches Reich. Aus Landsberg a. W. meldet die Neum. 3ta." vom 20. Juni: Elf ausständige Maurerlehrlinge wurden heute früh durch Gendarmerie aus Stolzenberg nach der Stadt gebracht und zunächst nach dem Polizeibureau geführt, von wo aus sie den einzelnen Meistern und Arbeitsstellen überwiesen wurden. Sie ausgesperrten Nordhäuſer Tabakarbeiter richten an die gesamte Arbeiterschaft die Aufforderung, fie in ihrem Kampfe um das Koalitionsrecht dadurch zu unterstützen, daß nur die von den Firmen endeß u. Schumann, Grimm. Triepel herrührenden Kautabat- Fabritate gekauft, die Erzeugnisse aller übrigen Nordhäuser Firmen aber zurückgewiesen werden, weil diese nach wie vor von den Arbeitern die Unterzeichnung des Reverses, der sie zum Verzicht auf ihr Koalitionsrecht zwingt, verlangen. Zur Situation des Kampfs wird noch mitgeteilt, daß 11 Lehrlinge nebst Hilfsarbeitern bei der Firma Reddersen die Arbeit einstellten. Also selbst Arbeitswilligen leuchtet ein, wie ungerecht der Kampf gegen die Arbeiter ist. Arbeite int Derlammlungen. welches als bon zu beweise. figende der hier in Frage kommenden Arbeiterorganisation feststellte, noch vier Tage nach dem Abschluß des Streits aus wärts Arbeiterinnen anverben lassen. Dieses Verhalten fungen jener traurigen Zeit wieder gut zu machen, in welcher das denen sich die Fabrifleitung berpflichtet, die in der Fabrik beschäftigt gewesenen Arbeiter und Dekreto Legge die Thätigkeit des Parlaments lahmgelegt hatte, rinnen nach Möglichkeit und man die Freiheit des Parlaments anzutasten suchte. wieder einzustellen. Man müsse dem Volke daß Dieser Passus fann gar nicht anders ausgelegt werden, als zeigen, jeder Fortschritt und jede Freiheit unter der Monarchie daß fremde Arbeiter nicht eher eingestellt werden, als bis die möglich sei. links.) Die Das Wahlrecht zum preußischen Landtag lautete das( Beifall Regierung habe Ausständigen, so weit es die derzeitigen Betriebsverhältnisse ge= Geseze durchstatten, wieder in Arbeit getreten sind. Was wäre das auch für ein Thema, worüber Fri 3ubeil in der Versammlung des Wahl- gebracht, deren Bewilligung durch die Kammer den früheren Die wahre Stärke einer Regierung Friedensschluß, wenn eine der kämpfenden Barteien noch nach dem vereins für Charlottenburg am Donnerstag referierte. Ministerien nicht gelungen sei. Zustandekommen der Einigung von der andren Partei rücksichtslos u seinem etwa zweistündigen Vortrage erläuterte Redner die müsse in ihrer Uebereinstimmung mit dem Willen des Landes liegen. verfolgt werden dürfte? Entstehung dieses reaktionären Gesetzes, Der schnöde Wortbruch der Harburger Mittel bezeichnet werden müsse, das eigentliche Volk ( Beifall links.) Die Wahlen von 1900 müßten eine bittere Lehre ein für die Konservativen bilden und sie davon überzeugen, daß man Fabrikleiter kennzeichnet nicht mir deren Gesinnung, sondern er dem Einfluß auf die Gesetzgebung im Klassenstaat fernzuhalten. den Fortschritt des Volkes nicht mit Gewalt verhindern könne, schädigt auch in hohem Grade das Ansehen des Unparteiischen diesem Fall des Oberbürgermeisters vor dem die EinigungsDa nun aber der Mainzer Parteitag beschlossen habe, daß unsre wie das Beispiel Frankreichs bedingungen festgesetzt worden sind. Hoffentlich achtet der Herr Parteigenossen sich mit aller Energie an den preußischen Landtags- diesen Fortschritt hindern wollte, so würde sie blind sein und ihre Oberbürgermeister darauf, daß die unter seiner Mitwirkung zu stande alle bisherigen Gegner der Beteiligung sich rechtzeitig mit den müsse klar und deutlich zwischen dem Programm Somminos und dem wahlen beteiligen, erfordere es die Disciplin unsrer Partei, daß auch Verpflichtungen gegenüber der Verfassung verletzen. Die Kammer gekommenen Friedensbedingungen nicht schnöde mißachtet werden. so vielgestaltigen, schwierigen und verschlungenen Bestimmungen der Regierung sich entscheiden.( Anhaltender Beifall links.) Hierauf Die Steinseher und Rammer in Wandsbek legten am dieses jämmerlichsten aller Wahlsysteme" vertraut machen. Dies sei werden verschiedene Tagesordnungen eingebracht und die Sigung 20. Juni fämtlich wegen Lohndifferenzen die Arbeit nieder. um so mehr erforderlich, da man, in Anbetracht der durch die Kanalsodann aufgehoben. Zum Nienburger Glasarbeiter Streik wird dem Volfs vorlage geschaffenen Situation, selbst bei der reaktionären Zusammenwillen" geschrieben: Die Petition der Nienburger Bürger um Bei- jezung des gegenwärtigen preußischen Landtags immerhin auf Ueber die heute vom Amtsgericht Berlin I verurteilten Privatbeklagten Köln, 21. Juni.( W. T. B.) Die Kölnische Zeitung" meldet, daß legung des Streits hat den Erfolg gehabt, den wir voraussagten raschungen gefaßt sein müsse. Bei der Kampfesluft und dem Opfernut Dr. Schmits und Dr. v. Lood gegen das Urteil Berufung eingelegt und der bei dem Glasgewaltigen Heye zu erwarten war. Den unsrer Genossen werde man allmählich auch hier alle Schwierigkeiten Betenten wurde, schon bevor die Petition zur Absendung fam, in so überwinden und die Macht des Junkertums brechen. An die von deutlicher Weise zu verstehen gegeben, daß ihr Bemühen nutzlos fei, der gut besuchten Versammlung mit lebhaftem Beifall aufdaß sie schon gar nicht den Versuch wagten. Aus Gesprächen mit genommenen Ausführungen knüpfte sich eine sehr rege Besprechung, Beamten der Fabrik wollen die Bürger die Ueberzeugung gewonnen in deren Verlauf Sellin, Siegrist, Paul Hirsch einige erhaben, daß ihre Petition gar nicht angenommen würde, und im gänzende Bemerkungen über einzelne Bestimmungen des Wahlgesetes Yokohama, 21. Juni.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus.") übrigen gingen ja auch die Streitigkeiten, die Hehe mit seinen" machten und darauf hinwiesen, daß die Wahl der Wahlmänner selbst Der frühere Verkehrsminister im Kabinett Marquis Jtos, Hoschi Toru, Arbeitern habe, die Bürger nichts an. Weiter teilt das genannte nur für die dritte und event. auch zweite Abteilung im Wahlkreis wurde heute in einer Sigung der Städtevertretung durch einen Parteiblatt mit, das das Betreten des sogenannten Fabritviertels Teltow- Beeskow- Storkow eine Riesenarbeit verursachen werde, be- Dolchstich verwundet und starb alsbald. Der Ermordete war geradezu mit Gefahr verfnüpft sei, weil die rohen Ausschreitungen sonders in den ländlichen Bezirken. Aus Parteirüdsichten aber gelte früher Präsident des Repräsentantenhauses und Gesandter in der Arbeitswilligen gegen Streifende und unbeteiligte Einwohner fich es, was schon Zubeil bewiesen habe, die bisherige Abneigung gegen Washington. Der Beweggrund zu dem Morde scheint ein politischer fortwährend wiederholen. die Beteiligung zu überwinden, um frisch und kampfeslustig zu fein. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin. N " haben. Leitmerit, 21. Juni.( B. H.) Das Kreisgericht hat über die hiesige Zweigniederlassung der Summerschen Elettricitätswerke den Konkurs eröffnet. Hierzu 1 Beilage. Hr. 148. 18. mm KtilM in.Fmirts" Keriiill DcksM-- z» Berliner Partei-Angelegenheiten. Die Genossen des ersten Wahlkreises veranstalten am Sonntag einen Ausflug nach Pferdebucht. Treffunkt 8� Uhr f lcsischer Bahnhof, nicht wie in gestriger Notiz irrtümlich an- den. 7 Uhr. Fahrt bis Köpenick. Für Nachzügler Treffpunkt debucht. Tritter Berliner Reichstags- Wahlkreis. Der Wahlverein unternimmt morgen fSonntag) den 23. Juni einen Familienausflug nach dem Restaurant„Pferdebucht" bei Köpenick. Um rege Be- teiligung ersucht Der Vorstand. Die Parteigenossen von Pankow werden ersucht, sich recht zahlreich zu der am Sonntag früh 7 Uhr stattfindenden Flug- blattverbreitung im Lokal von Hoffmann, Mühlen- straße 25, einzufinden. Eine pünktliche Beteiligung ist geboten, da- mit die Parteigenossen in die Lage kommen, möglichst zeitig das Volksfest in Weihensee zu besuchen, zu welchem bei Hofstnann Einlahkarten zu haben sind. Vokales. Die Gchullasten der Vororte Berlins und der Kultusminister. In einer Verfügung an den Gemeindevorstand eines Vororts hat der Kultusminister den Grundsatz aufgestellt, dah die größeren Berliner Vorortgemeinden die laufenden Kosten für das Volksschulwesen selbst- ständig aus eignen Mitteln aufzubringen hätten. Bei der Aufstellung des Etats soll die Finanzierung entsprechend vorgenommen werden. Der Minister meint, die.meisten Gemeinden seien bei dem außer- ordentlichen Steigen der Bodenwerte zur Aufbringung der Mittel sehr wohl im stände. Zur Gewährung von außerordentlichen Zu- schüssen aus Staatsmitteln will der Minister von jetzt ab nur noch in ganz besonderen Fällen seine Zustimmung geben. Rixdorf bezieht bekanntlich einen solchen Zuschuß von 23 000 M. jährlich, der der Stadt kürzlich entzogen werden sollte. Der Kultusminister hat sich allerdings bereit gefunden, diesen Zuschuß der Stadt bis auf weiteres zu belassen, nachdem die Regierung in Potsdam solches befürwortet und eine Deputation dem Minister über die Rixdorfer Schul- und Finanzverhältniffe aufgeklätt hatte. Thatsächlich steht bei der Zusammensetzung der Be- völkerung in Rixdorf die Zunahme der Steuerkraft zur Vermehrung der Schnlerzahl in keinem günstigen Verhältnis. Und ähnlich find die Verhältnisse in verschiedenen andern großen Vororten Berlins. Falsch dürste die Annahme sein, daß in allen Vororten Berlins die Steuerkrast mit dem außerordentlichen Steigen der Bodenwerte gleichen Schritt halte. Von den Großgrundbesitzern Rixdorfs z. B. wohnen die meisten in Berlin lV, so daß der Löwenanteil aus der durch das Steigen der Grundwerte erhöhten Steuerfähigkeit der Herren nicht Rixdorf zu gute komint. Auch in dieser Beziehung gleichen die Verhältnisse einiger andrer Vororte Berlins denen der Stadt Rixdorf._ Stadtverordneten- Wahlen. Auf Grund der UebergangS- beftimmungen für das neue Kommunalwahl-Gesetz sind dem Magistrat mit Zustimmung des Oberpräsidenten die Genieinde-Wahlbezirke be- zeichnet worden, in denen Neuwahlen stattfinden sollen. Von den in den letzten zwei Jahren gewählte» Stadtverordneten haben sich sechs, die gestern ausgelost wurden, einer Neuwahl zu unterziehen, obwohl ihre Wahlperiode noch nicht abgelaufen ist. Es sind dies die Stadtverordneten: G o I d s ch m i d t II in der 1. Abteilung des 9. Wahlbezirks, Nelke in der I. Abteilung des 7. Wahlbezirks, Dr. B ü t o w in der II. Abteilung des IS. Wahlbezirks, Lange in der II. Abteilung des 6. Wahlbezirks, Ulrich II sCurt) in der III. Abteilung des 45. Wahlbezirks und Glocke in der III. A b• teilung des 44. Wahlbezirks. Wegen der Wahl von Glocke(Moabit) schwebt in zweiter Instanz' ein Streitverfahren, das nun für diesen gegenstandslos geworden ist. Die Neuwahlen sollen im Herbst stattfinden. Aus der MagistratS-Sitzung vom Freitag. Der Magistrat genehmigte die Anlagen neuer Kühlvorrichtungen auf dem alten Schweine-Schlachthofe für die beiden Fleisch- Koch- küchen. Der Kosteuanschlag belauft sich auf rund 103 000 M. Femer genehmigte das Kollegium die Erbauung von zlvei Rinderställen auf dem Viehhofe, beren Kosten sich auf rund 338 000 M. beziffern. Der Magistrat ist dem Beschlüsse der Stadtverordneten nicht beigetreten, wonach künftig an Stelle der Be- kanntmachung durch Auflegung der Steuerlisten auch den Steuerzahlern mit einem Einkommen von 600 bis 900 M. die Steuerveranlagungen besonders zugestellt werden sollen. Der Magistrat kommt vielmehr auf seinen früheren Vorschlag zurück, die gedachte Steuerstufe ganz aufzuheben, lveil die Kosten der Erhebung zu hoch sind. Ter„Freiwillige Erziehnngsbeirat für schulentlassene Waisen" legt Wert darauf, aus dem schriftlichen Entwurf der von Herrn Lehrer Suck. dem Leiter des Lehrstellen- und Pflege- Wesens, in der Generalversanimlung gehaltenen Rede denjenigen Passus im„Vorwärts" wörtlich veröffentlicht zu sehen, der sich auf die bei der schulentlassenen Jugend nicht sonderlich beliebten Berufe bezog. Die Stelle lautete: „Es findet zur Zeit zum Schlosser-, Mechaniker- und Elektro- technikerberufe ein so großer Andrang statt, daß die Zahl der auf- gebrachten Lehrstellen nicht immer genügte. Dabei sind die späteren Aussichten bei der vorhandenen Ueberfüllung recht problematisch. Wir haben uns darum auch genötigt gesehen, in einzelnen Fällen, wo die Waisen in Lehrwerkstätten mit wahrer Lehrlingszüchterei untergebracht werden sollten und wo von uns die Be- willigiing des meist sehr erheblichen Lehrgeldes verlangt wurde, davon Abstand zu nehmen. Andre Berufe, wie der Bildhnuerberuf, die Damcnschneiderei, Bäckerei und andere konnten keine Lehrlinge finden. Da einzelne dieser Berufe nicht ohne günstige Aussichten sind, so wäre es zu wünschen, daß derZudrang zu den verschiedenen Berufen in geregeltere Bahnen geleitet würde. Eine Handhabe dazu wird unsren Pflegen: der Leitfaden für die Berufswahl bieten, den wir in diesem Jahr herausgeben werden." Diese Ausführungen decken sich dem Sinne nach durchaus mit dem, was wir darüber berichtet haben. Irrtümlich war nur die An- nähme, daß Herr Suck im Namen des Vorstandes sprach. Die Wohnungsfrage. Aus dem Rathause wird berichtet: Eine Kommission bestehend aus dem OberbürgermeisterK i r s ch n e r, den Stadträten Kauffmann, Fischbeck, Ramsla n und Wagner sowie dem Stadtkämmerer M a a ß und Stadtbaurat Krause ist vom Magistrat neu gebildet worden, um sich mit der Wohnungsfrage zu beschäftigen.— Diese Mitteilung ist nicht ganz klar, da doch bereits ein städtischer WohnungSausschutz besteht. Vielleicht handelt es sich um Erörterungen über die bekannte Ministerialverfügung. Oder sollte der nichtssagende Beschluß, mit dem der Wohnungsausschuß am S. Juni seine Thätigkeit krönte, den Magistrat veranlaßt haben, nunmehr selber einmal forsch dem krassen Notstand entgegenzutreten? Die neue Noßstraßcnbrücke erhält jetzt den lange angekiin- digten Schmuck. Auf der Ostseite der Brücke befindet sich ein archi- tcktonisch schön ausgebildeter Erker, der zugleich als Wasserbecken dient. Darüber erhebt sich eine Brunnenanlage, bestehend aus zwei Walroßköpfen, aus deren Mäulern sich Wasserstrahlen ergießen. Das Ganze wird von dem Wahrzeichen der Straße und Brücke, einem Roß, gekrönt, welches das Wappenschild der Stadt Berlin hält. Der Schöpfer dieser Anlage ist Professor August Vogel. Die„Jnsel". Der„Jnselspeicher", dessen Ankauf von der städtische» Baudeputation zur Verbreiterung der Straße An der Fischerbrücke und zum Neubau der Jnselbrücke gefordert wird, steht auf einem Grundstück, das früher wirklich eine Insel war. Sie lag mitten in der hier sehr breiten Spree, aus der sie emporgestiegen war, als sich infolge der 1358 begonnenen Anlegung der neuen Festungswerke und Gräben der Wasserspiegel des Flusses gesenkt hatte. Das neu entstandene„Eiland auf der Spree" wurde vom Amt Mühlenhof in Besitz genommen und zunächst nur als Bleiche verwendet. 1687 wurde darauf eine Spinnerei errichtet, die aber bald wieder einging. 1699 kam die Insel samt den Gebäuden in den Besitz eines Schönfärbers, der sie für seinen Gewerbe- betrieb benutzte. 1725 kauften die Gebrüder Wegeli die Jnsel, er- wetterten die Gebäude und richteten darin eine Wollfabrik ein. Dabei wurde der Wasserarm zwischen der Jnsel und der Straße An der Fischerbrücke zugeschüttet, so daß die Insel mit dem Stadtteil Alt- Cölln vereinigt wurde und nun eine Halbinsel war. Später wurde das Grundstück von der Stadt erworben, aber im Jahre 1824 wurde es wieder an eine Gesellschaft verkauft, die den„Jnsel- Speicher" darauf erbaute. Damals bekam vie Stadt 60 000 Thaler, heute soll sie für das 6966 Quadratmeter große Grundstück(von dem rund 1000 Quadratmeter zur Straßenverbreiterung verwendet werden sollen) 3 Millionen Mark zahlen. Ueber den Fall Moritz Lewy sprach am Donnerstagabend in dem„Humanitätsoerein für jüdische Gewerbetreibende" Herr Rechts- anwalt Sonnenfeld, der Verteidiger im Konitzer Prozeß. Herr Sonnenfeld kritisierte dann die Unterredung, die der Verleger der „Staatsbürger- Zeitung", Herr Bruhn mit dem Kriminalinspektor Braun gehabt. Bruhn habe den Beamten auf das eminent politische Moment, das diesem Morde anhafte, aufmerksam gemacht und betont. daß ein Jude der Mörder sein müßte. Damit sei festgestellt, daß Herr Bruhn in vollem Bewußtsein nach dort gekommen sei, um politische Hetze nach Könitz zu tragen und eine solche Hetze sei bei der durchschnittlich wenig gebildeten Bevölkerung dieses Städtchens auf sruchtbaren Boden gefallen, und die Belastungszeugen seien wie die Pilze aus der Erde gewachsen. Weiter äußerte sich der Redner: Ich spreche die Thatsache aus, daß wir fühlen, wie Moritz Lewy, der mir sagte:„Wenn ich, trotzdem ich unschuldig bin, zehn Jahre Zuchthaus bekomme, so behalte ich doch das Bewußtsein, ein anständiger Mann zu sein." Ich spreche es offen und frei aus, in meinen Augen ist Moritz Lewy unschuldig und ich habe die Achtung vor ihm, die man einem solchen Manne schuldig ist. Redner teilte sodann mit, daß man den Moritz Lewy während der Untersuchungshaft in eine Zelle gesteckt, die nur für schlvere Verbrecher bestimmt sei. Auf eine eingelegte Beschwerde erklärte der Gefängnisinspektor dem Staatsanwalt,'er übernehme, falls L. in eine andre Zelle gebracht würde, keine Verantwortung, wenn der Gefangene daraus flüchte. Mit dem Postverbot der Glimmcrkarte» beschäftigte sich am Donnerstag eine Sitzung, die von Vertreten: der Luxuspapier- Arbeiter und des'Buchbinderverbands gemeinsam mit Vettretern der Glimmerkarten-Fabrikation abgehalten wurde. Die Fabrikanten wünschen zum Zweck eines Protestes gegen das Verbot mit den organisierten Arbeitern in Verbindung zu treten. Die Verfügung des Staatssekretärs, so wurde behauptet, habe zu einer schweren Schädigung der Industrie und der betreffenden Arbeiter und Arbeiterinnen' geführt, aber nur ein Teil der vom Ver- bot betroffenen Fabrikate könne als gesundheitsschädlich angesehen werden. Eine Kollektion von Glimmerkarten wurde in der Sitzung herumgereicht. Die Vertreter der Arbeiter hoben hervor, daß für sie kein Grund vorliege, diese Industrie, soweit sie als Heimarbeit bettieben werde, besonders zu schützen. Es wurde beschlossen, eine Enquete zu veranstalten, die sich auf folgende Fragen erstrecken soll: 1. Wieviele Arbeiter werden mit der Glin:mer- karten-Fabrikasion beschäftigt? a) wieviele innerhalb der Fabriken, b) wieviele als Heimarbeiter? 2. Wieviele sind durch das Verbot arbeitslos geworden? 3. Wie verhält es sich init der Arbeitszeit? 4. Welche Schädigungen iu gesundheitlicher Hinsicht sind mit der Arbeit verbunden? In recht unnötiger Weise kommen, wie uns mitgeteilt wird. diejenigen Staatsbürger oft um ihre freie Zeit, welche zu militäri- scheu Uebungen einberufen werden und der Ueberzeugung sind, daß sie wegen Krankheit ihrer Militärpflicht nicht nachkommen können. Der Absatz 3 der auf dem Gestellungsbefehl abgedruckten Bestim- mungen besagt für solchen Fall, daß die Betreffenden sich täglich mittags beim Bezirkskommando zur Untersuchung melden können. Recht' enttäuscht sind aber diejenigen Ucbungspflichtigen, die Mitt- wochs und Freitags nach dem Tempelhofer Felde hinauspilaern. Es wird dann den Kranken bedeutet, daß an diesen Tagen keine ärztlichen Untersuchungen stattfinden. Wäre es nicht möglich gewesen, solches gleich auf dem Gestellungsbefehl zu vermerken? Der Typendruck-Telegraph. Das Reichs-Postamt hat mit der Gesellschaft für elektrische Femdrucker, welcher der alleinige Ver- trieb der von der Firma Siemens u. Halske hergestellten, auch von Ungeübten zu benutzenden Typendruck-Telegraphen, genannt Ferndrucker, übertrage:: ist, einen Vertrag abgeschlossen, aus Grund dessen voraussichtlich noch in: Laufe des Jahres 1901 die Einführung des Apparats in den öffentlichen Verkehr Berlins erfolgen wird. Auf Wunsch wird der Apparat von der Gesellschaft schon jetzt bei Privaten aufgestellt zur Abgabe von Telegrammen an das Haupt- Telegraphenamt. Mit dem Bau des ArbeitsvermittclnngsamtS, welches die Landes- Versicherungsan st alt Berlin errichten läßt, wird im nächsten Monat begonnen. Der Bauplatz ist ein Trennstück des alten Garnisonlirchhofs und liegt mit seinen Fronten an der Gormann- und Rückerstraße. Es sind zwei Gebäude vorgesehen, von denen das eine den Arbeitsnachweis für„ungelernte Arbeiter", das andre den Arbeitsnachweis für„Facharbeiter" aufnehmen soll. Am 1. Oktober 1902 soll das Unter- nehmen, welches das einzige dieser Art auf dem Kontinent ist, der Benutzung übergeben werden. Die Baukosten sind auf etwa 300 000 M. veranschlagt. Bei den Erdarbeite» am Spittelmarkt auf der Stelle der längst abgebrochenen Spittelkirche, die wegen Verlegung der Kanali« sationsröhren notwendig geworden, sind die Arbeiter bei 21/a Meter Tiefe auf verfallene Särge gestoßen und haben eine große Menge menschlicher Ueberreste, Schädel, Schulter-, Becken- und Beinknochen zu Tage gefördert. Die Gebeine werden zur Wieder- bestattung auf einem Kirchhof gesammelt. Mit den Arbeiten zur Berbreiternng der Potsdamer- straffe zwischen L ü tz o w- und B ü l o w st r a ß e ist gestern be- gönnen worden. Der Bürgersteig wird auf jeder Seite um 1,30 Meter eingerückt, so daß der Fahrdamm um 3/ Meter breiter wird. Ein langgesuchtcr Verbrecher, der„Latten-Emil", ist in- folge eines Zufalls in die Hände der Kriminalpolizei geraten. Der in der Karlstraße wohnende Kaufmann A. passierte in Begleitung seines siebenjährigen Sohnxs die Friedrichstraße und sah sich ge- nötigt, den Ktwben einer Unart wegen auf der Straße zu züchtigen. tinter ihm ginge» zwei elegant gekleidete Männer, die sich über das erhalten des Herrn A. aufhielten und ihn bis nach seiner Wohnung verfolgten. Auf dem Hausflur stellten sie sich Herrn A. entgegen und erklärten, ihn siftieren lassen zu wollen. Der Kausinann drehte jedoch den Spieß um, suchte nach einem Schutzmann, und als die Fremden nunmehr'sahen. daß Herr A. enist machte, beabsichtigten sie, sich schleunigst zu entfernen. Der Aufforderung eines inzwischen hinzu- gekommenen Polizeibeamten, mit nach der Wache zu kommen, setzten sie so energischen Widerstand entgegen, daß sie gewaltsam nach dem Bureau de's 5. Polizeireviers geführt werden mußten. Während der Telegraphist mit der Feststellung der Nationale der Sistierten be- schäftigt war, betrat der Reviervorstand zufällig das Wachtzimmer und erkannte in dem einen der beiden jungen Leute einen seit Jahresfrist gesuchten schweren Verbrecher, der unter seinesgleichen als der„Latten- Emil" bekannt ist. Der Bursche wurde natürlich sofort festgenoinmen und dem Polizeipräsidium zugeführt, während sein Freund nach Feststellung der Personalien'wieder entlassen wurde. An seinem Geburtstag erhängt hat sich Freitagmorgen der 51 Jahre alte Arbeiter Robert Wiesner aus derKöpnickerstraße. Der Mann hat in seinem Leben viel Unglück gehabt. Schon als junger Mensch verlor er sein linkes Auge; es wurde ihm bei einem Streit aus- geschlagen. Früher als Sackträger auf Getreidespeichern beschäftigt, war er infolge eines Unfalls seit einem Jahre arbeitsunfähig. Am Schlesischen Bahnhof war er unter einen Postwagen geraten, der ihm das rechte Beir�so schwer verletzte, daß er dreimal längere Zeit im Krankenhanse l:egen mußte. Gestern morgen holte seine Frau zu seinem Geburtstage etwas Kuchen. Als sie um 7Vz Uhr von diesem Ausgang zurückkehrte, fand sie ihren Mann, mit den: sie in kiuder- loser Ehe lebte, als Leiche an der Kammerthür hängen. Beim Anspannen eines Pferdes ist gestern, Donnerstag- nachmittag, der 23 Jahre alte Stallmann Heinrich Philipp aus der Marienstr. 23 schwer verunglückt. Er erhielt einen Hufschlag an die Brust, der ihm den Brustkasten eindrückte und schwere innere Ver- letznngen beibrachte. Der Verunglückte wurde besinnungslos nach der Charitö getragen. Durch einen Sturz von der Leiter verunglückte gestern nachmittag der 46 Jahre alte Maler Ferdinand Schmidt auf dem Grund- stück Stralanerstr. 11. Er zog sich eine Verletzung der Wirbelsäule zu und wurde von einem Schutzmann des 55. Reviers einem Kranken- Hause zugeführt. Ein Augenleiden hat den 20 Jahre alten Korbmacher Richard Krüger, der bei dem Korbmachermeister Quade in der Sebastian- straße 36 beschäftigt war, in den Tod getrieben. Der junge Mann mutzte wegen seines Leidens, das ihn vor einem Jahre befiel, erst kürzlich 14 Tage in einer Klinik zubringen. Da er auch jetzt noch nicht arbeiten konnte, so entfernte er sich vorgestern mit dem Bemerken, daß er spazieren gehen wolle. In Wirklichkeit ging er nach Plötzen- see und erhängte sich. Gestern fand man ihn als Leiche wieder. Mit Cyankalt vergiftet hat sich der 47 Jahre alte Arbeiter Richard Hönning ans der Schulstr. 7, der seiner Frau und seiner er- wachsenei: Tochter, die für ein Geschäft Jacketts nähten, bei ihrer Arbeit half. Frau Hönning hörte in der vorletzten Nacht in dem Nebenzimmer, in dem ihr Mann schlief, plötzlich ein schweres Stöhnen und fand den Mann mit einer Flasche in der Hand da- liegend. Sie suchte ihm die Flasche zu entreißen, konnte es aber nicht verhindern, daß er auch den Rest noch austrank. Hönning starb nach kurzer Zeit; er hatte Cyankali genommen. Was ihn dazu veranlaßte, ist den Angehörigen nicht bekannt. Straffenfperrung. Der Alexanderplatz von der Neuen König- straße bis Alexanderstr. 66 einschließlich des Kreuzdammes der Prenzlauerstraße wird wegen Asphaltierung vom 24. d. M. ab bis auf Weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Die Stadt Berlin hat dem Verein für volkstümliche Kurse von Berliner Hochschullehrern(Vorsitzender Geh. Mcdizinalrat Prof. Dr. W a l d e y e r) zur Förderung seiner Unternehmungen für das Geschäftsjahr 1901 einen Beirrag von 1000 M. bewilligt. De» Besuchern der Treptow-Sternwarte wird von heute bis zum 30. Juni allabendlich der Mond von 8V2— 12 Uhr nachts mit dem großen Fernrohr gezeigt Sonntag, den 23., nachmittags 6 Uhr, spricht Direktor A r ch e» h 0 l d über„Die Bewohnbarkeit der Welten", um 7 Uhr abends über den„Mond"._ AnS den llkachbarvticn. Der Giftmörder vom Tenfelsfee, Töpfer Eugen Jänicke, ist am Donnerstag von der Irrenanstalt in Dalldorf, woselbst er sich seit kurzer Zeit als genreingesährlichcr Geisteskranker befand, nach den: Potsdamer Gerichtsgefängnis gebracht worden, weil in der nächsten Woche vor den: Schwurgericht dortselbst die erneute Ver- Handlung des gegen ihn schwebenden Mordprozeffes stattfindet. Die Verhandlung wird nur kurze Zeit in Anspruch nehmen, da man sich nunmehr darüber schlüssig gemacht hat, nur die gerichtsärztlichen Sachverständigen vorzuladen, welche über den Geisteszustand Jänickes Auskunft geben sollen. Ein abscheuliches Verbrechen hat ein„altgedienter" Zucht, Häusler, der ö4jährige SchuhmacherjAugust Lehr in S p a:: d a u, begangen. Er war erst in dieser Woche, nach vielfacher Vor- bestrafung, aus der Strafanstalt entlassen worden und nach Spandau gekommen, wo er früher mal gearbeitet hatte. Gestern lockte er am hellen Tage ein siebenjähriges Mädchen, das von der Mutter zu einer Besorgung ausgeschickt war, an sich und verschleppte es in ein Gebüsch, wo er sich in unsittlicher Weise an der Kleine» verging. Dabei wurde er aber betroffen und zur Haft gebracht. Eine Radfahrerin wurde gestern als Leiche unter einem Posten Floßholz auf der Oberhavel entdeckt. Das Floß war vor einigen Tagen aus der Weichselgegend angekommen und beim Auseinandernehme:: der zusammengefügten Stämme bemerkte man einen weiblichen Leichnam, der mit der Kleidung an einem zur Befestigung der Floßhölzer dienenden Nägel hing. Die Tote, welche mit einem Radfahrer-Anzug bekleidet war. ist fast bis zur Un- kenntlichkcit infolge vorgeschrittener Verwesung entstellt. Die Spandaner Polizei hat die Leichenrestc nach der Leichenhalle schaffen lassen; die Rekognoscierung der Toten wird dadurch noch erschwert, daß keinerlei Ausweispapiere bei ihr vorgefunden wurden. Man vermutet, daß der Leichnam unterwegs auf der Fahrt von der Weichsel bis Spandau an dem Floßnagel haften geblieben ist. y GvPMzks-Bell unfl. Der traurige Abschluß cineS RichtefestcS beschäftigte gestern die vierte Strafkammer des Landgerichts I in einer Anklage gegen den Maurerpolier Höhne wegen fahrlässiger Tötung. Auf einem Neubau in der Aorkstraße fand am 23. März ein Nichtefest statt, bei welchem den am Bau beschäftigten Maurern und Arbeitern in einem Kellerraum des Neubaues eine größere Zeche bereitet wurde. An dieser nahm auch der verheiratete Maurer Emil Schöwe teil. Er ver- ließ in angeheitertem Zustand gegen 8 Uhr abends die Gesellschaft und da er nicht wiederkam, so glaubten seine Genossen, daß er schon nach Hause gegangen sei und zeckten in fröhlicher Stimmung weiter. Schöwe war aber die ganze Nacht über nicht nach Hanse gekommen und als seine aufs höchste beunruhigte Ehefrau a»: nächsten Morgen in aller Frühe nach dem Neubau eilte und die sämtlichen Räume absuchte, fand sie ihren Mann auf dem Boden eines im Seiten- gcbände des ersten Hofs befindlichen Keller als Leiche vor. Er war offenbar verunglückt. Die Anklage nahm an, daß der Verunglückte infolge der m ä n g e l n d e n Beleuchtung den Weg verfehlt, in der Dunkelheit die Latte verschoben habe, die eine zu dem Keller führende Oeffnung verdeckte und auf diese Weise hinabgestürzt sei. Die An- klage machte den Polier für den traurigen Unfall verantwortlich, indem sie behauptete, daß dieser nicht für genügende Beleuchtung ge- sorgt und deshalb fahrlässig gehandelt habe. Der Gerichtshof war jedoch mit dem Rechtsanwalt Heine der Ansicht, daß es nicht auf- geklärt erscheine, auf welche Weise und durch wessen Schuld der Verunglückte zu Tode gekommen. Es wurde deshalb auf Frei- s p r e ch u n g erkannt. Ein polizistischer Ehiuapatnot. Die„Saarbrücker Zeitung" vom 20. Juni berichtet: Wegen Ueberariffe im Amte ist hier der Polizeisergeant Otto Körner' aus Wiebelskirchen zu vier Monaten Gefängnis verurteilt worden. Körner hat sich in schwerer Weise 15 und 8 Jahren, darunter ein 8willingspaar, vergiftet. Nietzsche gegen den pensionierten Bergmann Jakob Keßler vergangen. Am und zwei der Kinder sind tot, das dritte Kind wurde noch lebend in 20. Oftober v. J. hielt Keßler in einer Wirtschaft in Wiebels das Krankenhaus gebracht, jedoch glaubt man nicht, dasselbe noch firchen einen Vortrag über die China Wirren und retten zu können. Man ninimt an, daß Nietzsche in einem Anfall hierbei soll er sich nach Ansicht Körners einer Staatsbon Jrrsinn gehandelt habe. " Briefkasten der Redaktion. R. 3. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7-9 1hr abends statt. G. F., Budapest. Der Seemann", Hamburg, St. Pauli, Hafens ftraße 116. 23. R. Starte Blutadern an den Beinen, die sich aber noch nicht zu O.M., Ruppinerstr. 38. An die Versicherungsanstalt, Breitestr. 24. Sie können den Antrag dort auch zu Protokoll erklären. 1. und 2. Nein, falls nicht etwa die Schenkung nur erfolgte, um die Gläubiger zu benachteiligen. 3. Ja, die Kosten richten sich nach der Höhe des Objekts.- Krull 100. Die Antrittszeit des städtischen Gesindes ist, falls nichts andres vereinbart ist, der 2. Januar, 2. April, 2. Jili, 2. Oktober. Fällt die Antrittszeit hiernach auf einen Sonntag, so zieht das Gesinde am vorhergehenden Werktag an. G. 5. Das bedeutet: der Wirt will ausdrücken, daß troz nachträglicher Annahme der Miete sich sein etwaiges Ermiffionsrecht vorbehalte. beleidigung schuldig gemacht haben. Körner schritt daher zur Beim Abbruch eines alten Saales in Benninghofen wurden, Verhaftung des Keßler, den er auf dem Wege nach dem Arrest lokal wie aus Dortmund gemeldet wird, zwei Arbeiter durch eine ein sogenannten Krampfadern ausgebildet haben. schwer mißhandelte. Um die Folgen seiner Handlungsweise abzuschwächen, brachte er den Mißhandelten in seine Wohnung. stürzende Mauer verschüttet. Dieselben blieben sofort tot. Die Behauptung der angeblichen Staatsbeleidigung tonnte er auch nicht aufrecht erhalten, weshalb sich das ganze Vergehen als ein schwerer Amtsübergriff darstellt, für den das Gericht jetzt die viermonatige Gefängnisstrafe als Sühne verhängt hat Körner ist übrigens schon vorbestraft worden, und zwar zu sechs Monaten Gefängnis, weil er sich die goldne Uhr eines Selbstmörders aneignete; dabei wurde ihm auch die Fähigkeit, ein öffentliches Amt zu bekleiden, ab gesprochen. Wie es ihm trotzdem möglich war, die Stellung eines Polizeibeamten wieder zu erlangen, müßte wohl noch Klargestellt werden. In dem schon eine volle Woche andauernden Strafprozeß gegen die Direktoren Cornelius und Kluge ist gestern die Beweisaufnahme endlich geschlossen worden. Am Sonnabend sollen die Plaidoyers beginnen. Aus der Frauenbewegung. Frauenorganisation. Für Steglig wurde Frau Röthig, Forststraße 5 daselbst, als Ortsvertrauensperson gewählt. In der öffentlichen Versammlung, in der die Wahl vorgenommen wurde, hatte Frau Mesch einen Vortrag gehalten über die Pflicht der Frau, am proletarischen Klassentampfe teilzunehmen. Der Vortrag fand bei den zahlreich anwesenden Frauen lebhaften Beifall. In der Diskussion wurde besonders auf die Organisation der Plätterinnen und Wäscherinnen aufmerksam gemacht, deren Zahlstelle für Steglitz dort bei Frau Dräger, Fichteftr. 5, ist. Auch auf den Nutzen der Konsumvereine wurde aufmerksam gemacht. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 23. Juni, vormittags 83 Uhr, in der Aula der 69. Gemeindeschule, kleine Frankfurterstr. 6: Versammlung. Freireligiöse Vorlesung." Um 10% Uhr vormittags ebendaselbst: Vortrag des Herrn Professor Dr. Albert Gehrke: Kirchen: tum und Moral." Bor- und Nachspiel auf dem Pariser Mustel Harmonium. Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen. Montag, den 24. cr., abends 81/4 Uhr pünktlich, im unteren Saale des Englischen Gartens, Alexanderstr. 27c: Beschließende Versammlung. Weiße Quittung legitimiert. Bildungsverein ,, Mehr Licht". Sonntag, den 23. Juni, Ausflug nach Schönholz. Treffpunkt nachmittags 2 Uhr, Restaurant Setteforn, Niederschönhausen. Vermischtes. Ueber eine Familientragödie wird aus Wiesbaden berichtet: Der 47 Jahre alte Witwer, frühere Glasermeister Ottomar Nietzsche hat gestern Abend sich und drei seiner Kinder im Alter von Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Der russische Erbfreund. Der Voss. 8tg." wird aus Breslau gemeldet: Bivei Myslowißer Bürger, Johann Lysczors und Jakob Czypionka, wurden beim Abmähen ihrer an die russische Grenze stoßenden Wiesen von Grenzkosaken wegen angeblicher Grenz verlegung verhaftet und ins Bendziner Gefängnis gebracht. Die Russen behaupten, daß die Wiesen über die Grenze hinaus reichen, haben aber nie die Bearbeitung des angeblich russischen Wiesenanteils verhindert. Jn Myslowitz herrscht größte Erregung über diesen neuen russischen Gewaltakt. Eisenbahn Unglück in Rußland. Ein Personenzug ist zwischen den Stationen Krasnojejelo und Ligowo mit einem Güterzug zusammengestoßen. Ungefähr 20 Passagiere wurden mehr oder minder verlegt. Marktpreise von Berlin am 20. Juni 1901 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. D.-tr. Kartoffeln, neue, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg Weizen, gut " mittel gering Roggen, gut * Gerste, gut do. Bauch 7, er K. Ja. 2. S. 86. Mobiliar und Geschäftseinrichtung sowie die Kaution haften für die gesamte Dauer des Mietsvertrags. Ist die Kaution so hoch, wie die hiernach zu berechnende Summe, so haften die Möbel und Geschäftsutensilien nicht. Ist die Kaution höher, so ist der überschießende Teil heraus: zuzahlen. Da Sie wahrscheinlich auf längere Zeit Vertrag geschlossen haben, Zabrze. Unzählige Male empfiehlt sich in Ihrem Fall ein Vergleich. haben wir davor gewarnt, sich mit Versicherungsgesellschaften auf Gegen seitigkeit, wie es Prometheus ist, einzulaffen, weil die sogenannte Prämie flein, der sogenannte Nachschuß aber sehr groß ist. Unzählige Leute sind dadurch schwer geschädigt, daß nun jezt ein sechsmal so hoher Nachschuß, als die Jahresprämie ist, erhoben wird. Nachträglich ist aber nicht zu helfen. Das kann auch die Behörde, die ja die Konzession erteilt hat, nicht. Zu5, 1,60 1,20 ständig ist das Polizeipräsidium in Berlin und das Ministerium des Innern. Bln. 1. Ja. 1,30 1- Tragen Sie diesen Instanzen Ihre berechtigte Klage vor. 1,60 1,20 2. K. Ein Zeuge wird in der Regel nicht danach befragt, ob er wegen 1,80 1,10 andrer Thaten als wegen Meineids bestraft ist. Um sicher zu gehen, teilen 1,60 1,10 Sie in Kürze schriftlich den früheren Sachverhalt dem Gericht mit und richten gleichzeitig an das Gericht die Bitte, Sie mit Rücksicht auf die von hnen erwähnten Umstände nicht befragen zu wollen, noch befragen zu lassen, R. S. 100. Mit vollendetem 21. Lebensjahre ob Sie bestraft sind. wird man mündig und bedarf nicht mehr der elterlichen oder vormundlichen W. G. 52. 1. Nein. 2. An die Ersatz: 1,20 Einwilligung zur Eheschließung. 1,20 tommission wäre das Gesuch zu richten, aber Aussicht auf Erfolg ist gering. Plato 100. 1.- 3. Ja. G. H. 1. Ja. 2. Die Witwe foll zunächst 0,80 schleunigst Unfallrente bei der Berufsgenossenschaft( nicht InvalidenD. 100. Kommen Sie in die Sprechstunde. rente) beantragen. Witterungsübersicht vom 21. Juni 1901, morgens 8 1hr. " " " " Schweinefleisch " mittel gering " Kalbfleisch " " Hammelfleisch " 16, 14,90 Butter 2,60 2, " " mittel gering 14,80 13,70 Eier 60 Sind " 3,60 2,20 Karpfen Aale Bander 1 kg 2,40 2,60 1,20 2,80 Hechte 2,40 Barsche " 40, 25, " 45, 25, 65,- 30, Schleie Bleie Krebse 1,80 2,50 1, 1,20 0,60 ger Schot 18,- 3, safer, gut " mittel gering Nichtstroh Hel Erbsen Speisebohnen Vinsen 13,60 12,50 16,20 15,50 15,40 14,70 14,60 13,90 * Frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 21. Juni. Die Haltung auf dem Getreide: martte war heute nicht einheitlich. Für Roggen machte sich entschiedene Festigkeit geltend, da hiesige Kommissionshäuser, anscheinend wieder für ruffische Rechnung, Käufer waren, das Angebot flein war, und die Abgeber sich äußerst reserviert hielten. Der Artikel war durchschnittlich 1/2 Mark höher gehalten, während Weizen um 12 Mart nachgab. Per Juli wurden in letzterem Artikel Realisierungen vorgenommen, außerdem drückte die Bu nahme der argentinischen Verschiffungen um 19 000 auf 133 000 Bush. auf die Preise. Amerika kam unverändert, Destreich- Ungarn fest, England meldete sehr ruhigen Verkehr ohne wesentliche Preisveränderungen. Mehl blieb äußerst still. Am Hafermarkte nahm das Geschäft einen schleppenden Verlauf, Mais war auf größere Anfünfte weiter abgeschwächt, Rüböl nach sehr mattem Anfange und verschiedentlichen Schwankungen wieder wie gestern. Spiritus. 70er loco 43,30 M. oder 20 Bf. Höher. Urania CartWeiss- Theater Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Unser Rhein. Invalidenstr. 57/62. Gr. Frankfurterstr. 132. Heute Sonnabend, den 22. Juni 1901 Eröffnung der Sommer Oper. Der Troubadour. Oper in 4 Aften von Giuseppe Verdi. Anfang 8 Uhr. Sonntagnachmittag 22 Uhr: Volks: Vorstellung: Der Waffenschmied. Preise für alle Plätze 60 Bf. an der Sonnabend, den 22. Junt. Tägl. Sternwarte.affe zu haben. Abends 8 Uhr: Der Opernhaus. Der Ring des Nibelungen. Das Rheingold. An fang 71 Uhr. Schauspielhaus. Die Journalisten. Anfang 71/2 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Mamsell Angot. Anfang 8 Uhr. Jm Trianon- Theater: Zoologischer Garten Lebende Täglich ab 5 Uhr nachmittags: Lieder". Anfang 72 und 9 Uhr. Schiller.( Morwiß- Oper.) Undine. Anfang 72 Uhr. Deutsches. Flachsmann als Erzieher. Anfang 8 Uhr. Lessing. Die Kindsfrau. 8 Uhr. Anfang unfre Straft. ( 1. Teil.) Anfang 71/2 Uhr. Residenz. Das blaue Boudoir. Anfang 72 Uhr. Neues. Gastspiel des Meßthaler: Ensembles. Die goldne Brücke. Anfang 72 Uhr. Westen. Robert und Bertram oder: Die lustigen Vagabunden. Anfang 8 Uhr. Secessionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 8 Uhr. Die Geisha. Anfang Berliner. Ueber Central. 8 Uhr. Thalia. Geschlossen. Freischütz. Im Garten: Sommer nachtsfest. Specialitäten, Theater, Stonzert. Anfang 51/2 Uhr. Castans Panopticum. Neu! Neu! Neu! Der Champion aller Billardkünstler Prof. Léon Goffard aus Bruxelles tritt täglich auf um 1/212 Uhr vorm., 5, 7, 8 Uhr nachm. Lebende Photographien, die eiserne Jungfrau usw. Sanssouci Gossmann Konzertgarten Im Garten: Täglich: Hoffmanns Militär- Doppel- Konzert. Nordd. Sänger Entree Mark. Ab 6 Uhr 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. In der ,, Völker- Arena": Die und Konzert. Anfang d. Konzerts 5 Uhr, der Soiree 7 Uhr, Wochen: tags 6 Uhr, d. Soiree 8 Uhr. Entree 30 Pf. Sonntag, Montag und Donnerstag: Tanzkränzchen. Stationen Swinemde 768 9 Hamburg 768OSO 768NNO Berlin Frankf./M. 7680 München Wien Wetter Stationen 3 wolfent 16 Haparanda 765 SM 1 wolfent 16 Petersburg 1 wolfen 17 Cort Wetter Temp. n. 6. 16° 6.4° R. 2 bedeckt 12 761 SW 4woltig 14 76750 1h1b.bed. 17 1 wolfen 17 Aberdeen 769 Still-wolfent 15 Paris 763 NNW 3 Regen 14 Wetter: Prognose für Sonnabend, den 22. Juni 1901. Etwas wärmer, zunächst meist heiter bei mäßigen füdlichen Winden; später zunehmende Bewölkung ohne erhebliche Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Gentral- Kranken- u. Sterbekasse der Tapezierer Filiale Berlin III. Am 19. d. Mt. verstarb unser langjähriges Mitglied Otto Krüger im 46. Jahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Sonntag, den 23. d. M., nachmittags 2 Uhr, vom Trauerhause, Wienerstr. 14, nach dem alten Jacobi- Kirchhof am Roll frug( Rirdorf) statt. Umi zahlreiche Beteiligung bittet 178/5 Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Bekannten die Kreuzbergstr. 48, an der Katzbachstraße. traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, der Tischler Jeden Sonntag gr. Frei- Konzert und Ball. Montag und Donnerstag HamBeduinen Bocjena ereinsbillets gültig, burger Sänger( Steidl, Bohmer, mit Pferden, Dromedaren, Eseln usw. Besichtigung des Bazars, der Truppe, des Zeltlagers; Eselreiten v. 3-8 Uhr abends. Schaustellungen: 4, 6, 7 Uhr. direkt v. d. Strasse an d. Entree Stadtbahn: 50 Pfennig, Kinder 25 Pf., Gartenbesucher zahlen 25 Pf., Kinder 15 Pf. Kinder mit Schüler- Billets für in Begleitung derselben 25 Pf. Carl Weiß. Der Troubadour. An: Beduinenarena 10 Pf., Erwachs. fang 8 Uhr. Luisen. Geschlossen. Friedrich Wilhelmstädtisches. Geschlossen. Belle Alliance. Die Schwäbin. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Anfang 7/2 Uhr. Apollo. Specialitäten- Borstellung. Frau Luna. Anfang 7 Uhr. Passage Panoptikum. Specialt täten Vorstellung. Central- Theater. Heute Anfang 8 1hr. Bum 672. Male: In erster Besetzung Die Die Geisha. Operette in 3 Atten v. Sidney Jones. Ermäßigte Preise. Paffage Theater. Damen Ring. Morgen u. folgende Tage: Die Geisha. fämpfe. Specialitäten- Borstellung. Anfang nachmittags 3 Uhr. Reichshallen. Anfang 8 Uhr. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal) Abends 8 Uhr: Apollo- Theater Täglich mit kolossalem Erfolge: ,, Unser Rhein von ber Quelle bis Frau Luna zur Mündung." Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr. Sternwarte. Schiller Theater ( Wallner Theater). Morwizz Oper. Sonnabendabend 7/2 Uhr: Undine. Romantisch- komische Oper in 4 Aften von Albert Lorging. Sonntagnachmittag 3 Uhr: bei halben Preisen: Der Freischütz. Sonntagabend 72 Uhr: Die Hugenotten. Montagabend 72 Uhr: Martha, ober: Der Markt zu Richmond. mit dem Luftballet ,, Grigolatis". Ferner: 10 sensationelle Specialität. Gartenkonzert 7 Uhr. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Sonntags 72 Uhr. Metropol- Theater. Sonnabend, den 22. Juni: Ringkämpfe unter dem Protektorat des Profeffors Reinhold Begas. Wochentags Tanz frei. Deutsche Konzerthallen. An der Spandauer Brücke 3. Im schattig. Sommergarten: Täglich: Internationale Künstler Konzerte. Die Boeren- Kapelle. Neapol.Tarantella- Kapelle ,, Sacco!" Wiener Damen- Kapelle Raymond. Theater- Abteilung( KünstlerVariété) erstklass. Specialitäten. Von mittags 12 Uhr bis 3 Uhr nachm.„ Bürgerliches Diner". Preis pro Couvert 75 Pf. 4 Gänge. Willi Wolff usw. 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Montag, den 24, Juni 1901, abends 7 Uhr: Versammlung aller in. Metallschrauben- Fabriken beschäft. Arbeiter u. Arbeiterinnen bei Graumann, Naunynstr. 37. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Fellenberg über:„ Gewerkschaftliches". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Zahlreiches und pünktliches Erscheinen ist notwendig. 116/3] Die Ortsverwaltung. ( Verwaltungsstelle Berlin). Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonnabend, den 22. Juni 10jährige Stiftungs- Feier dsax im Etablissement Seeterrasse, Lichtenberg, Röderstrasse 6. Verband der Möbelpolierer. Großes Sommernachts- Feſt. Großes Doppel- Konzert. Specialitäten Vorstellung. Großes Landund Wasser- Feuerwerk. Kinder- Fackelpolonaise. Auftreten der Turmfeilläufer Mr. Cronje- Boston und Billets zur Dampferpartie am 30. Juni nach Hessenwinkel Dämerissee. und Donna Eriona. Velozipedfahrt im Brillant- Feuerwerk auf dem 70 Meter hohen Turmfeil über dem See. 4 Kegelbahnen. Gondelkorso auf dem See. 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Juni 1901 auf dem Einigungsamt des Gewerbegerichts abgeschlossenen Bergleich innezuhalten." Dies Plakat giebt jedermann die Garantie, daß, wo dasselbe aushängt, die Lohnforderung 2c. bewilligt ist. Folgende Kollegen haben ihre Unterschrift gegeben: Norden. Kutner, Kolonieftr. 127. Schnorr, Badstr. 67. Müller, Putbuserstr. 38. Schmidt, Badstr. 18. Dienst, Gropiusstr. 5. Gahde, Dunckerstr. 10. Sommerkorn, Husfitenstr. 38. Wittkopf, Lorgingstr. 8. Deichfel, Bappel- Allee 9. Reyning, Bajewalkerstr. 8. Bape. Gerichtsstr. 80. Bath, Aderstr. 70. Kappe, Feldstr. 4. Fajinski, Ackerstr. 109. 28ittkowski. Gartenstr. 165. Bojat, Schliemannstr. 27. Hainpel, Schliemannstr. 45. Weye, Schliemannstr. 20. Porath, Lychenerstr. 12. Pahnke, Schwarzkopffstr. 9. Welsheimer, Raumerstr. 54. Scholz, Biesenthalerstr. 6 a. Olowson, Wörtherstr. 14. Luze, Stralsunderstr. 59. Leuffen, Vernauerstr. 18. Drzymalla, Lortzingstr. 3. Woi, Ruheplagstr. 8. Kraeft, Stargarderstr. 80. Trott, Putbuserstr. 41. 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