Nr. 146. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. Nummer mit tllustrierter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Posts abonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Post Beitungss Preisliste für 1901 unter Br. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montage. Vorwärts Berliner Volksblaff. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebüye beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Ursache der Unfälle. Mittwoch, den 26. Juni 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. faffung. Aber diese Schwierigkeiten durften nicht dazu führen, die die unter 8( ungeeignete Kleidung) und der größte Teil der unter 4 Beantwortung dieser so wichtigen Frage den allerungeeignetsten und 5 aufgeführten Fälle( Unachtsamkeit und Nichtbenutzung von Die Unfälle sind in den versicherungspflichtigen Betrieben Deutsch- Organen anzuvertrauen. Eine solche Grundlage tann nur zu Schußvorrichtungen). Ebenso dürfte die Kategorie 9( Schuld des lands von Jahr zu Jahr in stärkerem Maße als die Zahl der einer tendenziös gefärbten Statistik führen und hat zu einer solchen Arbeitgebers und Arbeitnehmers) dem Arbeitgeber zuzurechnen sein. zu weit, wenn man als Arbeiter gestiegen. Diese Thatsache wird durch die alljährlichen geführt. Die Unzuverlässigkeit der Bählfarten- Ergebnisse ist dem Denn man geht wohl nicht Nachweisungen über die Rechnungsergebnisse der Berufsgenoffen- Reichs- Versicherungsamt nicht entgangen. Es ist deshalb eine Schuld des Arbeitgebers das bezeichnet, was nach Ansicht des schaften mit erschreckender Deutlichkeit bewiesen. Die tödlichen besonders hierfür gewonnene technische Kraft" mit der Nach- Reichsgerichts den Arbeitgeber strafrechtlich oder vor dem Unglücksfälle betrugen im Jahre 1896: 7101, 1897: 7416, 1898: 7984, prüfung aller Karten an der Hand der Schilderung des Hergangs Unfallgesetz civilrechtlich verantwortlich macht. Mit Recht hat das 1899: 8124. Die Zahl der Verwundeten, deren Erwerbs- des Unfalls im einzelnen" betraut und die Ursache der Unfälle ent- Reichsgericht aber wiederholt sich zu folgender Erkenntnis bekannt: fähigkeit infolge eines Betriebsunfalls über 13 Wochen hinaus sprechend den Grundsätzen festgestellt, die nach Beratungen Die Unachtsamkeit des Arbeiters ist eine naturgemäße Folge der beeinträchtigt ist, betrug Gefahr und seiner Ges betrug im Jahre 1896: 79 302, im mit Vertretern einiger in Berlin domizilierten feines steten Umgangs mit Jahre 1897: 84 910, 1898: 90 039, 1899: 97 912. Die Zahl der Berufsgenossenschaften aufgestellt worden sind". wöhnung an dieselbe; gerade dieser Unachtsamkeit gegensorgen, daß Schutzsorgen, auf dem Schlachtfeld der industriellen Armee Verwundeten und Die so gewonnene Auszeichnung ist dann von den technischen Mit über muß der Unternehmer dafür Toten ist auch relativ von Jahr zu Jahr gestiegen. Auf 1000 gliedern des Reichs- Versicherungsamts nachgeprüft. Weder Ar- vorrichtungen geschaffen, daß auch die vorhandenen Schutzeinrichtungen versicherte Personen tamen 1891: 12,4, 1892: 13,1, 1893: 14,6, beitervertretungen noch Gewerbe Inspektoren in Benutzung genommen werden und daß die Art des Betriebes der 1894: 15,6, 1895: 16,8, 1897: 21,8, 1898: 22,8, 1899: 23,9 ge- sind zu der Ermittelung der Ursachen der Unfälle Rücksicht auf Menschenleben sich unterordne.") meldete Unfälle. herangezogen! Ebenso ist die Zahl der entschädigungspflichtigen Unfälle in Der Aufbau der Statistik beruht ferner auf den 1887er stetem 8unehmen begriffen: auf 1000 versicherte Personen 13 Leitfägen, die jeglichen objektiven Maßstab vermissen lassen, und tamen im Jahre 1891: 2,8, 1892: 3,0, 1893: 3,4, 1894: 3,8, ebenso wie die aus solcher Statistik gefolgerten Ergebnisse 1895: 4,1, 1896; 4,8, 1897: 5,1, 1898: 5,3, 1899: 5,6 entals Nichtschnur die erkennen lassen: ist es nicht möglich, in Anschädigungspflichtige Unfälle. Wie läßt sich eine Verminderung der Unfälle herbeiführen? Sind Maßnahmen möglich, um Unfälle in größerem Maße zu verhüten? D lehnung an die oft geäußerten Wünsche des Bueckschen Verbands und an die neuere Rechtsprechung des Reichs- Versicherungsamts die Fälle aus der Unfallversicherung auszuscheiden, die auf" grober Fahrlässigkeit" des Arbeiters beruhen? Ist dieser Wunsch der Unternehmerkasse erfüllt, dann ist deren Bestreben erreicht, an Stelle der Vorschriften des Unfallversicherungs- Gefeßes die des Haftpflichtgefezes, aber mit den Nachteilen der Nichtentschädigung des vollen Schadenersatzes zu setzen. Eine auf zuverlässigen und umfassenden Erhebungen beruhende Statistik über die Ursachen der Unfälle fann wert bolles Material für die Beantwortung dieser Frage bieten, wenn in ihr die Ursachen der Unfälle rücksichtslos und parteilos largelegt werden. Fehlen diese für eine objektive Statistit unerläßlichen Trotz dieser Grundtendenz der Arbeit des Reichs- VersicherungsVoraussetzungen, dann kann freilich eine unter dem Namen amts läßt sich aus den Ergebnissen über die Ursache der Unfälle einer Unfallstatistik erscheinende Arbeit das das gerade Gegen- entnehmen, wie wenig Rücksicht auf Leben und Gesundheit der Arteil herbeizuführen geeignet sein. Sie fann anstatt zu einer beiter in unfallversicherungspflichtigen Betrieben genommen wird. Unfallverhütung zu einer Unfallvermehrung führen. Die jetzt endlich vom Reichs Versicherungsamt herausgegebene „ Unfallstatistik für das Jahr 1897" entspricht trotz ihrer wiederholten Betonung, welch großen Wert eine Statistik der Betriebsunfälle für eine Unfallverhütung hat, keineswegs dem Jdeal einer Unfallstatistik. D Nach den durch die Berufsgenossenschaften beantworteten Zählfarten über die Ursache der 45 971 Unfälle sind die Unfälle zurückzuführen auf: 1. mangelhafte Betriebseinrichtungen. 2. fehlende oder ungenügende Schußvorrichtung 3. fehlende oder ungenügende Anweisung 4. Ungeschicklichkeit, Unachtsamkeit der Arbeiter 5. Nichtbenutzung oder Beseitigung vorhandener Schutzvorrichtungen. 6. Handeln wider bestehende Vorschriften oder erhaltene Aniveisung 7. Leichtsinn( außer den Fällen zu 5 und 6) 8. ungeeignete Kleidung in Fällen Prozent 8 210 oder 7,15 8511 826 9 363 7,82 1,64 20,85 861 1,92 4 2 092 2 442 5,44 538 1,19 220 0.49 4,66 . . 2370 18 878 5,28 42,05 9. Schuld des Arbeitgebers und Arbeitnehmers zugleich 10. Schuld von Mitarbeitern oder andren dritten Personen. 11. unvermeidliche Betriebsgefahr 12. sonstige Ursachen( höhere Gewalt, Zufälligkeit, 3. B. Erfrieren, Blizzschlag, Sturm, Epilepsie, Ohnmacht) Was die Notwendigkeit einer Aufsicht insbesondere des ungelernten Personals betrifft, so hätte das Neichs- Versicherungsamt gut gethan, vor seiner Klassifizierung sich der Worte zu erinnern, die der Kaiser Wilhelm II. am 11. November 1890 im Landes- Octonomietollegium sprach. Die damaligen Aeußerungen lauteten u. a.: vent " „ Es zeigt sich also hier einerseits eine gewiffe Gleichgültigteit seitens des Besigers oder bes jenigen, der den Betrieb zu leiten hat, gegen das Leben der von ihm beschäftigten Arbeite rinnen und andrerseits auch eine Gleichgültigkeit der Arbeite rinnen selbst, die sich daran geivöhnt hatten, in der Nähe der bewegten Maschinenteile zu arbeiten und die Stellen zu überschreiten, und schließlich geschah dann das Unglück. Ich glaube nämlich, daß es nicht genügt, wenn der Staat den Arbeitern die Verpflichtung auferlegt, sich in acht zu nehmen, und er ihnen Vorschriften macht, wie sie sich bei den Maschinen zu benehmen haben.' Es ist dies nicht durchführbar. Ich glaube vielmehr, daß, wenn solche Wünsche vorhanden sind, wenn sich Nachteile in der Beziehung herausgestellt haben, daß die Arbeiter zu leichtsinnig verfahren, so ist es viel besser, man legt de m betreffenden Besizer oder dem, der mit der Leitung von Maschinen beauftragt ist, die Verpflichtung auf, das Personal besser au beaufsichtigen. Kann der Besizer sich selbst nicht darum fümmern, dann möge er sich doch solche Beamte Halten, die auf die Arbeiter genügend einwirken, daß sie sich in acht nehmen. Man muß nicht vergessen: was ist meistens ein solcher Arbeiter? Was versteht er von einer Maschine? Er weiß häufig mir, fie schneidet oder ist sonst gefährlich; es ist ihm ein gewisser Handgriff gezeigt worden: so soll er es machen. Aber das andre, das versteht er nicht und ist ihm gleichgültig. Also Verordnungen, welche sich nur oder vorzugsweise auf die Arbeiter beziehen, würden nichts nützen, denn die Leute würden nicht begreifen. was sie bezwecken, und würden, wenn ihnen die Sache langweilig oder unbequemt wird, es doch immer außer acht lassen und sich dadurch den Unfällen aussehen. Ich glaube also, die Hauptsache ist, beim landwirtschaftlichen Maschinenbetriebe auf eine gehörige Beaufsichtigung der Arbeiter durch die Arbeitgeber hinzuwirken. Wenn das geschicht, so werden die Unfälle schon abnehmen." Der Umfang der erschienenen Statistit ist ein recht stattlicher: gegen 1000 große Druckseiten. Der erste bereits 1899 er= schienene Teil stellt auf 237 Seiten die örtliche Verteilung der ge werblichen Berufsgenossenschaften und die Unfallhäufigkeit nach dem Reichsgebiet, die von entschädigungspflichtigen Unfällen betroffenen Betriebe, die Unfallereignisfe und die hierbei Verlegten, die Zeit der entschädigungspflichtigen Unfälle, die Art der Verlegungen und die verlegten Körperteile dar. Der zweite Teil des Werks zerfällt in zwei Abteilungen. Die erste dieser Abteilungen behandelt auf 242 Seiten den wichtigsten Teil der Statistit. Er enthält die Abschnitte: Die Ursachen der Unfälle, das Alter und Geschlecht der Verletzten, die entschädigungsberechtigten Hinterbliebenen, die Rentenbeträge und Bezugsdauer nach dem Grade der Erwerbsunfähigkeit, die Unfallhäufigkeit nach den Gruppen der Industrie, die Unfallbelastung nach Beachtet man diese Umstände, so sind auf Conto des Arbeit Betriebseinrichtungen und Vorgängen, bei welchen sich die Unfälle gebers nicht nur die 16,81 Broz. von den Berufsgenossenschaften zu ereigneten, und sonstige Ergebnisse, insbesondere die Berlegten nach gegebenen Unfälle zu setzen. Vielmehr treten ihnen noch hinzu: ihrem Hauptberuf zur Zeit des Unfalls. Die zweite Abteilung des 0,49( ungeeignete Sleidung), 4,66( Schuld des Arbeitgebers und des zweiten Teils endlich giebt uns 479 Seiten Tabellenwerk und Er- Die 13 angeführten Unfallursachen sind für die Erfassung der Arbeiters), ferner etwa 10 Proz. der als Ungeschicklichkeit und Unläuterungen über Betriebseinrichtungen und Vorgänge, bei welchen eigentlichen Ursachen ungenügend. Die 13 Kategorien sind nicht achtsamkeit des Arbeiters bezeichneten. Danach erhöht sich das sich entschädigungspflichtige Unfälle ereigneten. scharf gegeneinander abgegrenzt. Außerdem fehlt eine Reihe selbst Schuldconto des Arbeitgebers von 16,81 Proz. auf etiva 31,96 Proz. Unfallstatistiken sind in Deutschland sehr selten aufgestellt. Eine von einer Anzahl Gewerbe- Inspetoren mit Recht jahraus, jahrein Auch die recht tendenziös zugespitzte Arbeit des Reichs- Verim Jahre 1881 aufgestellte Statistit sollte Unterlagen für das Unfall- hervorgehobener Ursachen, so die Länge der Arbeitszeit, sicherungsamts läßt flar erkennen: eine erhebliche Verringerung versicherungs- Gesetz geben. Unter dem 15. Mai 1890 veröffentlichte die eberanstrengung infolge Accordarbeit oder eines der Unfälle ist möglich. Als Mittel zu solcher Herabsetzung der ferner das Reichs- Versicherungsamt eine Statistit über 15 970 im ähnlichen Lohnsystems, der Mangel eines Rückhalts an Unglüdsfälle darf auf Grund der nur in geringem Grade von der Jahre 1887 bei den gewerblichen Berufsgenossenschaften eingetretenen einer Arbeiter Organisation, Mangel an Schulung Statistik berücksichtigten, oft angeführten Thatsachen angeführt Unfälle. Dieser reihte sich im Jahre 1893 eine für das Jahr 1891 massenhaft eingestellter ungelernter Arbeiter, Mangel werden: 590 1,81 13. nicht zu ermittelnde Ursache( angenommen, wenn die Ursache auch durch genaue Untersuchung nicht ermittelt worden ist).... 1075 aufgenommene Statistik der entschädigungspflichtigen Unfälle der an Aufsicht auch bei nicht besonders gefährlichen 1. bolle Entschädigung der erlittenen Unfälle an Stelle der Land- und Forstwirtschaft an. Ihr ist die jetzt veröffentlichte Statistit Arbeiten, ungenügende Bekanntmachung der Schutzvorschriften, heutigen„ Renten", Politische Mebericht. gefolgt. Ihre Erhebungen erstrecken sich auf 45 971 entschädigungs- 3. B. Bekanntmachungen in deutscher Sprache polnisch sprechenden 2. persönliche Haftung des Arbeitgebers der Berufsgenossenschaft pflichtige Unfälle, mit deren Feststellung im Jahre 1897 die gewerb- Arbeitern gegenüber, Alle diese Unfallursachen fehlen: gegenüber, lichen Berufsgenossenschaften, die Baugewerks-, die Tiefbau- Berufs- für sie hat die amtliche Statistik teine Kategorien, sie sind von der 3. Anteilnahme der Arbeiter an der Verwaltung der Unfallgenossenschaft und die Ausführungsbehörden befaßt waren. Sie ist lange Jahre sich hinziehenden Arbeit nicht erfaßt! Das muß um versicherungskörper, die umfassendste der bisher erschienenen Unfallstatistiken. so mehr in Erstaunen sezen, als das Reichs- Versicherungsamt 4. Heranziehung der Arbeiter zur Anordnung und Neberwachung Der Inhalt der umfangreichen Arbeit, auf deren baldiges mindestens von den Berichten der Gewerbe Juspektion doch wohl von Sicherheitsmaßregeln, Erscheinen seit Jahren vertröstet wurde, entspricht leider den Er- Kenntnis genommen hat. An einer Stelle der statistischen Arbeit 5. Schutz der Arbeiterorganisationen, damit Arbeiter aufgeklärt, wartungen nicht, die man mit Recht an eine objektive, in erster Seite 37 des ersten Teils- sagt der Verfasser bei Betrachtung der den Arbeitern für bessere Lohn- und Arbeitsbedingungen ein Rückhalt Reihe auf Verminderung von Unfällen abzielende Statistik stellt. Tabellen über die nach Gebietsteilen verteilte Unfallhäufigkeit ganz geboten wird, Der herbste Tadel, der gegen eine Statistit zu richten ist, ist der, erstaunt:" Jedenfalls ist es eine überraschende und 6. gesetzliche Festlegung des Achtstundentages, daß sie auf unzuverlässigen Grundlagen beruhe und daß sie tendenziös bemerkenswerte Erscheinung, daß in Niederbayern, sowie 7. bessere und unentgeltliche Schulen. abgefaßt sei. Dieser Tadel trifft auf die amtliche im äußersten Osten des Reichs die Unfallhäufigkeit in Statistit in vollstem Maße zu. Auf dem Gebiet der Unfalls gewerblichen Betrieben am höchsten ist." Diese Erscheinung verhütung sollte ein Beamter, ein Statistiker, ein in wissenschaft- fonnte nur den überraschen, der achtlos an den Thatsachen licher Methodik erfahrener Mensch nach der Ehre geizen, voraus vorbeigegangen ist, daß die bezeichneten beiden Gebietsteile die setzungslos und unbeirrt um die Interessen der Unternehmerflasse jämmerlichsten Schulverhältnisse haben und daß in immer wachsendem Bankbruch in Leipzig. rücksichtslos die Wahrheit zu ergründen und die Quellen zu erforschen, Maße ungelernte Arbeiter für gefährliche Arbeiten eingestellt sind. Seit Wochen gehen dunkle Gerüchte um über bevorstehende die alljährlich Hunderttausende seiner Mitbürger an Leben und Der Tendenz, welche diese statistische Arbeit beherrscht, entspricht Schwierigkeiten im Betriebe einiger Effektenbanken. Am Dienstag Gesundheit schädigen. Die im Etat mit 57 000 m. bewertete jahre es denn auch, daß möglichst viel Unfälle auf die Schuld des ist das Unwetter ausgebrochen und zwar zunächst Lange Arbeit des Neichs- Versicherungsamts wird aber in ihrer Arbeiters, möglichst wenig auf die des Arbeitgebers in Leipzig. Die Leipziger Bant, eins der ältesten deutschen BankGrundlage, in ihrem Aufbau und in ihren Ergebnissen von den zurückgeführt werden. Auf die Schuld des Arbeitgebers führt der Ver- institute- im Jahre 1839 gegründet- ist ein Opfer der legten Anschauungen und Wünschen der Unternehmer Bueckscher Observanz fasser nur 16,81 Proz., auf die des Arbeitnehmers 29,89 Proz. zurück. Bu Gründerära geworden und hat ihren Bankrott angemeldet. völlig beherrscht. diesem Ergebnis gelangt die Statistik dadurch, daß sie der Schuld Die Folgen dieses Baufbruchs, der die ganze Geschäftswelt Die Grundlage für die Erforschung der Ursachen der Un- des Arbeitgebers nur die oben unter 1-3 angeführten Unfallursachen in die heftigste Erregung versezt hat, sind noch nicht abzusehen, aber fälle bietet keinerlei Gewähr für ihre Richtigkeit: die Unfall( mangelhafte Betriebsursachen usw.), der des Arbeiters die unter sicher werden sie sehr schwere sein. Als erstes Opfer ist die statistik beruht auf 45 971 Zähltarten, die von den Berufs- 4-8 aufgeführten Kategorien zurechnet und die Ziffern 9-13 als schlimmste der Gründungen des letzten Aufschwungs, die Trebergenossenschaften auch bezüglich der Frage wen trifft die für die Frage, ob Arbeitgeber oder Arbeiter an dem Unfall ein VerSchuld des Unfalls?" ausgefüllt sind. Gewiß bietet die Frage der schulden treffe, belanglos erachtet. Mit Unrecht wird da z. B. dem*) So Reichsgerichte- Entsch. Bd. 8 S. 151, Bd. 12 S. 16, d. 13 Ursache der Unfälle besondere Schwierigkeiten der statistischen Er- Conto des Arbeiters zu- und dem des Arbeitgebers abgeschrieben: 1S. 357, d. 18 S. 116, Bd. 19 S. 191, Bd. 21 S. 79, 170. Berlin, den 25. Juni. Deutsches Reich. Katholische Arbeiter und Gewerbegerichts- Novelle. trodnungs- Gesellschaft ebenfalls in Konkurs. Jm Grunde mit denen Herr Ruhland Gedankenaustausch gepflogen, hatten allerdings müßte man wohl umgekehrt die Leipziger Bant als das Opfer für einen wesentlich andren Zwed ihre Mittel angeboten, sie wünschten ihres Schüßlings, der Trebertrocknung, halten. Wer die Börsenbewegung socialistische Schriften, die am socialdemokratischen Programm zer der lezten Jahre verfolgt hat, der wußte längst, daß die A. G. Das neueste Argument der Unternehmer gegen die von ihnen sezende Kritit übten, eine Zerstörung der Socialdemokratie von innen für Trebertrocknung auf der Strecke des Krachs bleiben und in ihrem so gefürchtete Verbesserung der Gewerbegerichte lautet bekanntlich, heraus. Herr Ruhland als Diplomat verschwieg natürlich diesen EndZusammenbruch den ganzen Rattenkönig ihrer Kommanditen und daß die Arbeiter nur Schaden davon hätten, namentlich von der zweck und sprach nur von ruhigeren Schriften, die nicht so maßlos Einführung des Erscheinungszwangs bei Einigungsverhandlungen, Unter dieser Maste der Banken, die sich mit den schwindelhaften Geschäften der Treber- daß die Arbeiter selbst dies gar nicht wollen, daß der Erscheinungs- gegen Alter, Thron und Eigentum wüteten. trocknung eingelassen haben, mit sich ziehen würde. Als die zwvang vielmehr nur von den socialdemokratischen Führern mit der Objektivität sollte dann die zersetzende socialistische Stritit Sandenbanken zusammenbrachen, spielte ein bedenkliches Geschäft Freuden begrüßt werde als ein Mittel, die Unzufriedenheit zu eingeschmuggelt werden, die scheinbar aus socialdemokratischem Lager zwischen der Grundschuld- Bank und der Trebertrocknung eine Rolle, ein fördern. Wie recht die Herren mit dieser außerordentlich flugen hervorging, in Wirklichkeit von den Großkapitalisten bezahlt wurde. Die Rolle, die Herr Ruhland sich hier selbst spielen läßt, ist so Millionengeschäft. Seit Jahr und Tag ist die Geschäftsführung der Darstellung haben, beweisen die Verhandlumgen des Delegiertentags Trebertrocknung schwer bloßgestellt, trotzdem standen die Aktien am der katholischen Arbeitervereine in der Erzdiözese Köln, der am unwürdig, daß seine Gegner ein lebhaftes Interesse daran hätten, Montag noch 171, nachdem sie im Jahre 1895 mit 135% an der Sonntag in Düsseldorf stattfand. die Wahrheit der Ruhlandschen Erzählung anzuerkennen. Nur hat fie Berliner Börse eingeführt und bald darauf auf 370 und sogar auf Gewerbegerichte und trat dafür ein, daß unbedingt eine Agitation ahnungsvollsten Großkapitalisten unsere Der Arbeiterfekretär Meher aus Düsseldorf referierte über die leider nicht die geringste innere Glaubwürdigkeit, weil 1893 auch die späteren Programm 645 getrieben waren; die Gesellschaft hatte in den letzten Jahren eingeleitet werden müsse, daß auch Städte mit weniger bistusfionen nicht voraussehen konnten. 38, 50, 40, 40 und 25 Proz. Dividende gezahlt. Ueber das als 20000 Einwohnern ein Gewerbegericht erDagegen bestand allerletzte, Ende März abgelaufene Geschäftsjahr liegt noch Teine Bilanz halten, eventuell sollen Bezirks- Gewerbegerichte errichtet werden. dings in jener Zeit der Agrarfrage und der Gründung des und Gewinnberechnung vor. Aber die Gesellschaft ist bankrott. Nach einer längeren Debatte wurde folgende Resolution an- Bundes der Landwirte ein höchst aktueller Anlaß, in der Socialgenommen: demokratie eine flingende Agitation für den Schußzzoll zu versuchen. Der VII. Delegiertentag der katholischen Arbeitervereine der Und so müssen wir denn Ruhland von seiner schweren SelbstErzdiözese Köln fordert die katholischen Arbeitervereine auf, au bezichtigung, daß er bemüht gewesen, int Interesse des Großallen Orten mit zahlreicher gewerblicher Bevölkerung, wo noch tapitals die Socialdemokratie zu bestechen, freisprechen, und ihm feine Gewerbegerichte bestehen, für die Errichtung solcher einzuWelche Folgen dieser Zusammenbruch haben wird, mag allein aus der Liste der Zweigniederlassungen und Kommanditen der Trebertrocknung hervorgehen. Fabriken, Filialen der Gesellschaft befinden sich in Schweinfurt, Weißwasser in Schlesien, Hamburg, Wien, Lemberg, Helsingfors in Finnland, Illava in Ungarn, Rußland, Nantes in Frankreich, Genua. Beteiligt ist die Gesellschaft ferner an Fabriken in Altona, Dortmund, Wien und an einem großen russischen Waldbesiz. Sie besitzt Patente zur Trocknung aller Arten von Trebern und zur Holzverwertung. Der Delegiertentag erklärt es als eine Ehrensache der katholischen Arbeitervereine, für eine rege Beteiligung der christlichen Arbeiterschaft an den Gewerbegerichtswahlen zu wirken. treten, ferner dahin zu wirken, daß die Gewerbegerichte mehr als das vom agrarischen Standpunkt gottgefällige Werk zuschreiben, daß bisher durch Anträge und Gutachten, wie durch die Wirksamkeit er in der That eine Parteidiskussion im schutzöllnerischen als Einigungsamt sich bethätigen. Die sociale Schulung der Sinne zu entfachen unternommen habe. ihnen nahestehenden Gewerbegerichts- Beisitzer sollen sie sich be- Herr Ruhland enthüllt schließlich eine gigantische Verschwörung sonders angelegen sein lassen. der Börse und des Großkapitals, die diesen Mächten in der Social demokratie gelungen. Die neueren an den Namen Bernsteins aufnüpfenden Programmdiskussionen seien das Ergebnis jenes 1893er Derselbe begrüßt die in der vom Reichstage mit großer Projekts der Großkapitalisten, durch Hergabe von Mitteln eine Mehrheit beschlossenen Gewerbegerichts- Novelle geforderten Verbesse- kritisch zersetzende socialistische Litteratur in Fluß zu bringen. Und rungen des Gewerbegerichts- Gesetzes. Angesichts der gegen diese Professor Ruhland deutet auch gleich an, wer der materielle GeldVerbesserungen von industriellen Verbänden eingeleiteten Agitation geber für diese inmnere Revolution in der Socialdemokratie sei: der fordert der Delegiertentag die katholischen Arbeitervereine auf, Schwiegersohn des Barons Bleichröder, der beiläufig 1893 bereits auf Versammlungen wie durch die Presse die einmütige Zu- Parteigenosse war. Vermutlich findet Herr Ruhland auch diese Anstimmung der gesamten Arbeiterschaft zu diesen Gesetzes deutung harmlos, die die Ausgeburt eines durch die bündlerische Bevorschlägen zum Ausdruck zu bringen. Sie beauftragt das stechungspolitik verwirrten Kopfes ist. Diözesankomitee, namens des Delegiertentages den Bundesrat um Annahme der Novelle zu ersuchen.' Der Vorstand hat sich mit Erfolg allen Anforderungen auf Karlegung der Verhältnisse der Filialen und der Hauptgesellschaft zu entziehen gewußt. Als einmal sehr ungünstige Nachrichten aus Nantes tamen, veranlaßte die Trebertrockiung einige Mitglieder der Handelskammer zu Kassel, nach Frankreich zu fahren und die Tochtergesellschaft in Nantes zu revidieren. Man täuschte die Revisoren aber gröblich; sie kamen mit einem günstigen Gutachten zurüc aber ein paar Monate nachher stellte es sich heraus, daß die Filiale in Nantes bankrott war. Dieses schwindelhafte Polypengewächs der letzten GründerMera war also längst zum Zusammenbruch reif! Aber die Großbanken durch Vermittelung der mun zusammengebrochenen Außerdem wurde der Centralvorstand beauftragt, im Namen der Uubrauchbar erwiesen ist endgültig der Epileptiker Leipziger Bank wurden mit Wechseln der Gesellschaft überschwemmt, 30 000 Berbandsmitglieder eine Betition betreffend die Gewerbe- eiland. Der erste Straffenat des Reichsgerichts, dis die Blase plaẞteam schwarzen Dienstag", den die deutsche gerichts- Novelle an die Regierung zu richten, die genau das Gegen- dent es obliegt, über die Eröffnung des Hauptverfahrens gegen Bank- und Börsenwelt so bald nicht vergessen wird, sind die Treber- teil von dem befürwortet, was die Scharfmacher wollen. trocknung und ihre Bank, wie gesagt, in Ronkurs gegangen. Selbstverständlich greift der Konkurs der Leipziger Bank auch Der Bund der Harmlosen. einen wegen hochverräterischer Handlungen Angeklagten zu be schließen, hat am Dienstag auf Grund der medizinischen Gutachten die Eröffnung des Hauptverfahrens abgelehnt und den Angetlagten außer Verfolgung gefegt. weit über den Trebertrocknungs- Klingel hinaus. Die Bank hatte Der Bund der Landwirte schweigt noch immer auf die von Die geistige Unzurechnungsfähigkeit des Epileptikers war allzu 48 Millionen Aktienkapital. Sie besaß bis 1875 auch das Recht, Bank- uns und jetzt auch von der N. Bahr. Landesztg." erhobene An- unzweifelhaft, so daß alle heißen Bemühungen, ein Attentatchen noten auszugeben; dann hat sie auf das Recht verzichtet. Ihre klage, daß er in den politischen Parteien bezahlte Geheimagenten fertig zu machen und die wünschenswerten politischen Schlüſſe daraus Dividenden waren in den letzten Jahren stark gestiegen: von 6 Proz. unterhalte, obwohl selbst die„ Germania" inzwischen zu der Er- zu ziehen, scheitern mußten. in 1894 auf 10 Proz. in den drei letzten Jahren; die Aktien, die tenntnis gelangt ist, daß angesichts der Häufung von Anklagen" Aus Bremen wird vom 25. Juni gemeldet: vor ein paar Jahren an 200 standen, waren in den letzten Tagen erwartet werden müsse, daß die Deutsche Tageszeitung" endlich immer auf dem Kurse der Aktien der Dresdener Bank und standen ein flares und unzweideutiges Dementi diesen Nachrichten über Montag noch 140. Auf dem Papier besaß die Bank außer dem Subventionierungen entgegenstelle". Das thut nun das Organ des Attienkapital von 48 Millionen noch über 16 Millionen Reserven. Bundes der Landwirte freilich wohlweislich nicht. Dafür aber verSchuldner und Gläubiger standen bei der Bank natürlich mit großen öffentlicht es den folgenden höchst merkwürdigen Brief der wissen Beträgen zu Buch. Die Trebertrocknung soll 85 Millionen schaftlichen Agrarleuchte, des Prof. Ruhland. Diesen Brief muß schuldig sein. man im Wortlaut genießen; er sieht so aus: Der Aufsichtsrat machte am Dienstag noch den Versuch zu beruhigen. In einer Bekanntmachung stellte er die Lage so dar, als handle es sich nur um eine zeitweilige Zahlungseinstellung und gab die Erklärung ab, daß die Bank bei sachgemäßer Abwickelung der Geschäfte nicht nur jeden Verlust für die Gläubiger als ausgeschlossen ansehe, sondern auch ein günstiges Ergebnis für die Aktionäre glaube erwarten dürfen. Wenn auch temporär die Kassenauszahlungsschalter geschlossen gehalten werden müssen, so bleiben andrerseit die Effektenschalter geöffnet und es können daselbst während der Geschäftsstunden Aufbewahrungsdepositen abgehoben und Vorschußdepots Zug um Zug gegen Zahlung der darauf lastenden Vorschußbeträge nebst Zinsen und Spesen eingelöst werden." Inzwischen aber hatte der Direktor Erner in Berlin bereits Aufklärungen gegeben, nach denen das ganze Aktienkapital der Bank als verloren angesehen wird und auch die Gläubiger mit 25 Broz. Verlust zu rechnen haben. " " Die nächsten Tage werden weitere Nachrichten über die Folgen des Zusammenbruchs bringen; sie werden sich in Sachsen vor allem fühlbar machen. Die Deutsche Bank" veröffentlicht prompt, gleichzeitig mit der Leipziger Konkursnachricht, eine Erklärung, daß sie in Leipzig eine Filiale errichtet, was in diesem Augenblicke für Industrie und Handel in Sachsen ganz besonders wertvoll" erscheinen müsse. Industrie und Handel würden sich noch mehr freuen, wenn die Deutsche Bank einen flüssigeren Geldstand mitbrächte, als es der Fall ist. Aber der Leipziger Krach hat das Mißtrauen gegen alle Effektenbanken bestärkt, und die Kurse auch der Aftien der Berliner Großbanken fielen am Dienstag um 8 Proz.! Gefährdet ist die Leipziger Hypothekenaktienbank mit etwa 75 Millionen Mark Pfandbriefen. Mit diesem Banffrach entwidelt sich die wirtschaftliche Krife, die noch in den letzten Tagen von den gewerbsmäßigen Schönfärbern des Kapitalismus als bald überwunden geschildert wurde, in einer rapiden Schnelligkeit, daß selbst die Krachvorgänge der ficbziger Jahre übertroffen scheinen. Die in Mitleidenschaft gezogenen Bankfapitalien sind seit der Krise der siebziger Jahre um ein Vielfach es gesteigert:- ein neuer Beweis für die Mary sche Lehre, daß jede Krise in dem ihr folgenden Aufschwung nur ihre eigne Wiederholung auf erweiterter Grundlage vorbereite. Der Weferzeitung" zufolge ist auf Antrag des Ersten Staatss anwalts in Bremen von der zuständigen Medizinalbehörde hierſelbſt die zwangsweise Unterbringung des Arbeiters Weiland als eines gemeingefährlichen Geisteskranken in die Irrenanstalt be schlossen worden. Die Ueberführung hat gestern abend stattgefunden." Und Graf Posadowsky selbst?. Graf Ballestrem, der Reichstags- Präsident, hat in einer Er widerung auf eine Protesterklärung aus seinem Wahlkreise sich für eine mäßige Erhöhung der Getreidezölle" ausgesprochen. Er glaubt sich, wie er sagt, mit dem weitaus größten Teil seiner Wähler in Uebereinstimmung zu befinden. Hierin dürfte Graf Ballestrem fich irren. Eine Militärvermehrung wünschen die Brotwucher arteien anzuregen, indem sie durch die Aufwerfung einer solchen Frage die Regierung vor der Annäherung an die Handelsvertragsfreunde zu bewahren hoffen. Die" Post" deckt in naiver Offenherzigkeit auf, zu welchen Zwecken von unsren Konservativen Militärvorlagen gefordert werden: „ Die Forderung von 7006 Mann genügt vollkommen, nach allen Richtungen hin klarzustellen, daß eine kraftvolle nationale Politit nach außen sich nur auf die schutzZöllnerische Mehrheit des Reichstags stützen kann, während ihr das Gros der Freihändler völlig ablehnend gegen übersteht." Der 12 000- Mark- Woedtke soll nun in der That aus dem Reichsamt des Innern in die Präsidentenstelle bei dem neuen Hochverehrter Herr Redacteur! Trop meiner vor längerer Reichsamt für das private Versicherungswesen versetzt werden. Die Zeit schon in der Frankf. Ztg." veröffentlichten Berichtigung fann Vermutung liegt nahe, so bemerkt dazu die„ Nat.- 8tg.", daß die sich der„ Vorwärts" mit der ihm verwandten Presse von der Ernennung des Direktors v. Woedtke, für den dieselbe weder unwahren Behauptung nicht trennen: ich hätte der Münchener eine Rangerhöhung, noch eine finanzielle Verbesserung bedeutet, auf Post" Geldunterstützungen für schugzöllnerische die gespannten Beziehungen zurückzuführen sein würde, die zwischen Artitel angeboten. Zumeist läßt man dabei durchblicken, ihm und dem Staatssekretär Grafen Posadowsky seit der 12 000daß diese Gelder dem Bunde der Landwirte ge- Mark- Angelegenheit bestehen. hörten. Dieser ganzen Schauergeschichte liegt folgender Thatbestand zu Grunde: In großkapitalistischen Streifen, die mit dem Bunde der Landwirte auch nicht im entferntesten in Beziehung stehen oder standen tam in meiner Gegenwart im Herbst 1893 die Rede darauf, auch noch diesen oder jenen Herrn in den deutschen Reichstag zu wählen, damit der Angriff gegen die Socialdemokratie noch erfolgreicher ausgeführt werden könne. Die Herren hatten für ihre Reichtümer vor den Socialdemokraten Angst, weil sie vorgeblich be= absichtigten, das Privateigentum aufzuheben. Ich erlaubte mir, diese Befürchtungen mit dem Hinweis abzuschwächen, daß bereits alle Anzeichen dafür vorlägen, daß auch die Socialdemokraten ihr radikales Programm selbst be feitigten. Die Großkapitalisten meinten darauf sehr erfreut, daß sie zur Unterstützung dieser socialdemokratischen Litteratur, welche an dem eigenen Programm zersehende Kritik übt, gern beliebige Geldsummen bereit halten würden. Kurze Zeit darauf habe ich mich als Dozent für Nationalökonomie habilitiert und zur Ausarbeitung meines Kollegienhefts in München alle neu erschienenen socialdemokratischen Flugschriften aufgekauft. Es fand sich darunter als billige Volksausgabe die Vorrede von 2. Bucher zu Lassalles. System der erworbenen Rechte, die Sammlung von Universitätsvorträgen des Professors Huber über die Philosophie der Socialdemokratie usw. Beim Einkaufen dieser Schriften bemerkte ich dem Geschäftsführer der socialdemokratischen Münchener Post", daß solche ruhiger gehaltene fritische Schriften das Ansehen der socialdemokratischen Partei jedenfalls eher zu fördern in der Lage wären, als blinde Verhetzungen gegen Altar, Thron und Eigentum, und daß nach meiner Information die großkapitalistischen Kreise geneigt wären, gerade diese Bewegung eventuell mit Geldmitteln zu unterstützen. Jedermann weiß, daß inzwischen der Schwiegerjohn des Bantiers Bleichröder Socialdemokrat geworden ist und daß die bekannte Bernsteinsche Litteratur von der kapitalistischen Preffe, wie„ Frantf. 8tg."," Berliner Tageblatt" usw., in alle Himmel gehoben wird. Es ist also genau gekommen, wie ich 1893 bereits erwartet hatte. Aber gewisse Leute können die Wahrheit nicht brauchen, deshalb hat man heute diese meine harmlose Bemerkung von 1893 in eine der socialdemokratischen Münchner Post" vom Bund der Landwirte durch mich ge= machte Offerte in Geldunterstüßungen für schutzöllnerische Artikel"-umgedichtet. Und wer das alles nicht glaubt, zahlt einen Profeffor Dr. Ruhland." " Thaler! " " " Bezüglich der Forderung der 7006 Mann, die 1899 durch das Centrum von der damaligen Militärvorlage abgehandelt worden waren, sagt die Freis. 8tg." zutreffend: N " Neulich haben wir bereits darauf hingewiesen, daß die Frage der 7006 Mann sich wesentlich verschoben hat auch für die Minorität, welche 1899 dieser Bewilligung zustimmte, durch die durch das Gesetz von 1900 angebahute weitere Verstärkung der Flotte. Bei der Beratung der Flottenvorlage wurde vom Centrum unter Hinweis auf einer die Leutenot die Frage Magimal Präsenzziffer, für Heer nnd Flotte zusammengerechnet, im Interesse der Landwirtschaft" aufgeworfen. Auch wurde in Anbetracht der fünftigen Steigerung der Reichsausgaben durch das Flotten gesetz Umfrage gehalten bei den verschiedenen Ressorts, welche Mehrforderungen seitens derselben in den nächsten Jahren bevorständen. Darauf antwortete das Kriegsministerium nach dem Kommissionsbericht wörtlich, daß im Jahre 1903 die Anforderung der 7000 Köpfe, deren Bewilligung der Reichstag durch die Resolution vom 16. März 1899 in Aussicht gestellt habe, beginnen müsse. Also das Kriegsministerium selbst hat damals zugegeben, daß erst zu m Ottober 1903 die Erhöhung der Friedenspräsenzstärke um 7006 Mann in Frage kommen fönne." " Die Bestürzung in der Geschäftswelt. Natürlich würde die damalige Aeußerung die Regierung nicht Leipzig, 25. Juni.( Telegr.) Das„ Leipziger Tages hindern, dennoch jetzt nicht nur jene 7006 Mann, sondern weit mehr blatt" berichtet: Ungeheuere Aufregung bemächtigte sich heute Dieser Brief sieht wie eine jener schönen Geschichten aus dem zu fordern, wenn sie die konservative Parteipolitiz vormittag der hiesigen Geschäfts- und Handelstreise, als die Zahlungseinstellung der Leipziger Bank bekannt wurde; es entstand fatholischen Arbeiter" aus, die man nur als ulfige Kuriosität zu unterstügen geneigt ist. Militärische Gründe" finden sich eine ungewöhnliche Menschenansammlung im Bankgebäude selbst würdigen kann. Dennoch verdient er zur Kennzeichnung bündlerischer ja ohne jede Schwierigkeit. und auf der mit Schuhleuten befeßten Klostergaffe. Wie ein Lauf Geistesverfaffung ein paar Bemerkungen. Versorgung von Kriegsinvaliden und Hinterbliebenen. feuer verbreitete sich die Nachricht von der augenblicklichen Herr Ruhland verlegt die Bemerkung, die er als harmlos" Jm Armee- Verordnungsblatt" find umfangreiche AusführungsZahlungsstockung des Bankinstituts und wirkte niederschlagend auf empfindet, in das Jahr 1893. Damals gab es teine Programm- bestimmungen des Kriegsministers zu dem be Handels- und Finanzwelt ein. Von allen Seiten eilten betroffene Nach denselben finden die Bestimmungen dieses Gesetzes nur auf Ereignis hat den heimischen Play schwer erörterungen über die Gewerkschaftsfrage standen im Vordergrunde, folche Invaliden Anwendung, bei denen„ Kriegsinvalidität" anPrivatpersonen zwecks Einholung eines Aufschlusses herbei. Das diskussionen, von einer sanfteren" Richtung war feine Rede. Er- treffenden Gesez vom 31. Mai d. I. veröffentlicht worden. daneben begannen auch die Debatten über das Agrarprogramm. erkannt ist. Eine Nachprüfung der Frage, ob Kriegsinvalidität vorschüttert. Dresden, 25. Juni. Die Nachrichten der Bahlungseinstellung Dagegen war im Februar 1893 der Bund der Landwirte gegründet, liegt, findet nicht statt. Für die Unteroffiziere und Mannschaften, der Leipziger Bant, welche heute vormittag in der zehnten der allerdings ein Interesse hatte, auch in der Socialdemokratie die bereits als Kriegsinvaliden anerkannt sind, erfolgt die Zuerkennung der Pensionszuschüsse auf Antrag der Bezirkskommandos Stunde hier bekannt wurde, hat in allen Streifen des agrarische Sympathien zu erfinden oder zu erzeugen. Die Neuanerkennung eines Kriegsinvaliden Bublifums größte Bestürzung hervorgerufen. Vor der hiesigen Aber Herr Ruhland leugnet, daß er im Bundes interesse durch die Brigaden. dem auch die ZuFiliale der Leipziger Bank in der Ferdinandstraße fammelte sich eine die harmlose" Bemerkung zu dem Geschäftsführer der Münchener geschieht durch das Generalkommando, Alterszulage obliegt. Auf letztere haben große Menschenmenge, Wagen auf Wagen fuhr vor, deren Insassen Bost" geäußert hatte. Er bezichtigt sich vielmehr mit großartiger erkennung der Er bezichtigt sich vielmehr mit großartiger alle Ganzinvaliden Anspruch, die entweder mehr als 55 Jahre fich in das Innere des Bankgebäudes begaben, um ihre Depots in Naivetät einer nach bündlerischer Auffassung- unverzeihlichen alt sind und weniger als 600 m. jährliches Einkommen haben, oder Empfang zu nehmen. Die Aufregung wuchs von Stunde zu Stunde. Seitens der Leitung der Bautfiliale wurden alle Bar- Todsünde. Er will im Interesse der Großkapitalisten, der" Börſe", die vor Vollendung des 55. Lebensjahres bei einem Einkommen von auszahlungen veriveigert mit dem Hinweis auf die notwendige dem Geschäftsführer des socialdemokratischen Organs in Aussicht ge- noch nicht 600 m. jährlich dauernd völlig erwerbsunfähig sind. Die stellt haben, daß die Millionäre gern bereit sein würden, für„ ruhiger Bensionszuschüsse sollen möglichst bald spätestens bis Ende August 1901, Kündigungsfrist. gehaltene kritische Schriften" Geld herzugeben. Jene Großkapitalisten, zur Anweisung kommen. Ferner sollen demnächst öffentliche Bekannt " " Kriegsverwüstungen. machungen erlaffen werden, in denen die Kriegsinvaliden auf die für das dritte Bierteljahr zeigt doch, wie wenig Wahres an dieser in eine Reihe von Gefechten Mann gegen Mann auf, in deren neuen Bestimmungen hingewiefen und aufgefordert werden, baldigft Schilderung ist. Das Westfälische Coatssynditat in Bochum Verlauf die Boeren schließlich zurüdgetrieben wurden. Auf allen ihren Militärpaß dem Bezirkskommando einzureichen. Eines hat bisher gegen die gleiche Zeit des Vorjahres einen Minder- Seiten wurde mit großer Tapferfeit gefochten. Die Engländer erbesonderen Antrages auf Gewährung der Pensionszuschüsse bedarf versand von 23 153 Tonnen= 75 Broz. gehabt. Nun, da sich beuteten 71 Wagen. Ein Offizier von De Wets Stab wurde vers wundet und gefangen. es nicht. Die Bewilligung der Zuschüsse für Hinterblicbene der Kriegsinvaliden aus der Gruppe der Mannschaften erfolgt durch die zeigt, wie die starre Preispolitik der Syndikate den Zechen und Das Vorrücken der Boeren. Generalfommandos. Ist bis zum 1. September 1901 noch feine Werken schweren Schaden bringt, beginnen diese auch, den SyndikatsDem„ Neuterschen Bureau" wird aus Barkly East vom 24. Juni Entscheidung getroffen, so können sich die Beteiligten mit entreifen zu sprengen. So hat es Aufsehen erregt, daß eine dem sprechenden Gesuchen an die vorstehend genannten zuständigen Stellen oheisen- Syndikat angehörige Siegerländer Hütte, um sich gemeldet: Fouchi ist mit zwei Boerenkommandos über Glenalmond hinaus vorgerückt. Boerenpatrouillen haben sechs Meilen von hier wenden. Zuschüsse nach dem Reichsgesch vom 1. Juli 1899 werden Luft zu machen" in ihren anschwellenden Vorräten, 3000 Tonnen mit britischen Patrouillen Schüsse ausgetauscht. fortab nicht mehr bewilligt. Roheisen trop des Syndikats freihändig zu einem sehr billigen Kitcheners ,, Streckenrapport" Der Gumbinner Gerichtsherr und das Militärrecht. Die Preise abgestoßen hat. Der wirtschaftliche Niedergang wird eben flingt wieder großartig. Er meldet, daß seit seinem letzten Bericht rechtswidrige Verhaftung des freigesprochenen Sergeanten Sidel schließlich auch die Syndikate zersprengen. über die Erfolge seiner Truppen 41 Boeren getötet, 27 verwundet inchen selbst freisinnige Organe zu rechtfertigen, indem sie sich auf Dieser jänumerlichen Lage der Industrie entsprechen die und 160 gefangen genommen feien, 70 hätten sich ergeben, den Kommentar des bayrischen General- Auditeurs v. Koppmann Millionenverluste an der Börse. Die Börsenberichte große Massen Munition, 264 Wagen, viele Pferde und Vorräte feien zum§ 179 der Militärgerichts- Ordnung berufen. v. Koppmann wissen nur noch von einer beständig fortschreitenden Entwertung der erbeutet. fagt: Güter zu melden und namentlich die letzten Tage haben dabei in Und dabei haben die Engländer eine Schlappe nach der andern Wenn nach der Aufhebung der Untersuchungshaft eine neue bem ganzen bisherigen Verlauf der Krise die sichtbarsten Spuren erlitten. gesetzliche Veranlassung(§ 176 Nr. 2-4) als Fluchtverdacht, Aufrechterhaltung der Disciplin, Kollusionsgefahr usw. für die hinterlassen. Kaum ist die erste Beunruhigung über den ZuDer„ Bossischen Zeitung" wird aus Amsterdam geschrieben: Haftnahme sich ergiebt, so ist die Wiederverhaftung durch einen sammenbruch der Dresdner Kreditaustalt überstanden, als die Der offizielle Bericht des Generalkommandanten der Boeren, neuen Haftbefehl nicht ausgeschlossen. Auch im Fall der Frei- Allgemeine Deutsche Kleinbahn Gesellschaft ihre Aktien um sprechung dürfte deshalb erfolgte Aufhebung der Unter- mehr als 30 Prozent stürzen sah; auch Eschweiler Walzwerks- 3. C. Smuts, an den Präsidenten Steijn über die Art und Weise, wie die englischen Generale und die Offiziere in fuchungshaft einer Wiederverhaftung nicht entgegenstehen, attien stürzten um 25 Proz., während die Montanwerke in langer den Republiten hausen und den Krieg gegen Frauen und wenn nach Einlegung des Rechtsmittels der Berufung ein gesch- Reihe mit mehr oder minder großen Verlusten folgten. Die Panik Kinder führen, ist ein wichtiges geschichtliches Attenstück. Diesem licher Anlaß zur Erlaffung eines neuen Haftbefehls sich ergiebt, der enttäuschten Aktionäre ist allgemein. Auch eine neuerliche Bericht sei Folgendes entnommen: zum Beispiel Kollusion der in der Berufungsinstanz aufgebotenen Distontermäßigung der Reichsbant, die billiges Geld Zeugen oder dringender Verdacht der Flucht, indem nach Einlegung des Rechtsmittels durch den Gerichtsherrn( auch ohne neue Ver- schafft, machte keinen Eindruck. Man weiß eben, daß es rapide abdachtsgründe oder Beweismittel in Bezug auf die Anklage) der wärts geht, und die Angst, das in der Industrie angelegte Geld rasch Angeklagte, die diesmalige Verurteilung besorgend, seine nun- noch zu retten, trägt nur dazu bei, den Verlauf der Krise nach abwärts zu beschleunigen. mehrige Freilassung bemugend, Zurüstungen zur Flucht trifft." Selbst wenn man diesen Kommentar zu Grunde legt, ist das Berfahren nicht gerechtfertigt. Auch v. Koppmann erklärt die Wiederberhaftung nach einer Freisprechung nur dann für möglich, wenn neue Thatsachen vorliegen, wenn beispielsweise der Angeklagte nach seiner Freilaffung Zurüstungen zur Flucht trifft. Der bloße Flucht verdacht genügt nicht, und Zurüstungen zur Flucht konnte Hickel gar nicht treffen, da er ja überhaupt nicht freigelassen worden ist. Der Kommentar setzt voraus, daß der nach der Freisprechung gesetzmäßig Freigelassene, nachdem der Gerichtsherr Berufung eingelegt, fich offensichtlich zur Flucht vorbereitet; alsdann erscheint ihm In Tierpoort wurde eine 70jährige Frau mit ihrer die Wiederverhaftung zulässig. Das einfache Festhalten in der Haft nach der Freisprechung, ohne daß eine neue Thatsache vorliegt, ist tranten Tochter und Enkelin aus ihrem Hause gejagt, nicht Hochverratsprozek. unter allen Umständen gesetzwidrig! Paris, 25. Juni. Nachdem am Montag die Formalitäten der einmal das nötigste durften sie mitnehmen; dann wurde die Prozeßführung erledigt waren, wurde in der heutigen Sigung des einem Australier, Vorwürfe über seine Unmenschlichkeit gemacht Pour le mérite. Der Bülow Kurs scheint Wert darauf zu als Staatsgerichtshofs zusammengetretenen Senats mit Wohnung angezündet, nachdem die Enkelin, die dem Offizier, legen, daß er die Freiheit der Wiſſenſchaft und ihrer freien Ver- 3eugenvernehmung begonnen. Mehrere Polizeikommiffare hatte, von diesem einen Fauftschlag ins Gesicht erhalten hatte. treter zu ehren weiß. Der alte Virchow iſt trotz seines politischen lagen aus, daß sie gesehen hätten, wie Lur Saluces und Guérins herrschte damals eine grimmige Stälte, ſo daß selbst verFreisinns und der Göttinger Orientalist Prof. Wellhausen ist, obwohl er ein radikaler Bibelkritiker ist, mit dem Orden Pour le zusammen nach London reisten oder von dort zurückkamen. General ſchiedene englische Soldaten erfroren sind, aber die Frauen wurden ihrem Zustande überlassen. In der Tasche eines bei mérite bedacht worden. Das schließt die Hätschelung des Dunkel- geführte Zwischenfall beim Begräbnis Faures nicht vortereitet war. Brief, in welchem er einem Freunde in London in scherzendem Burlinden erklärt, er glaube, daß der von Déroulède herbei Boschfontein gefallenen englischen Offiziers fanden wir einen mannstumisi incht aus. Der Bülow- Kurs fann steuern links und er Die Offiziere hätten keineswegs daran gedacht, ihre Pflicht zu ver- Tone die Art und Weise beschrieb, wie man mit den Boeren und fann steuern rechts! geffen. Das Heer werde niemals pflichtwidrig handeln. Es werden ihren Familien verfahre; in einem Hause hat er die Frauen und hierauf General Florentin und der Polizeipräfekt vernommen. Kinder zusammengerufen, sie mußten zugegen sein, wie er auf dem Klavier God save the Queen spielte und dann wurde das An einem andren Haus mit allem, was darin war, verbrannt. Blage wurde den Frauen und Kindern bedeutet, daß sie alles, was sie wollten aus dem Haufe tragen durften, da das Haus angezündet werde; fie thaten dies, legten alles auf einen Haufen und dann befahl der Offizier, auch diesen Haufen in Brand zu stecken. Fälle, daß Frauen und Kinder geschlagen wurden, tamen häufig vor; als ich am Doorenfluß antam, fand ich ebenfalls London, 25. Juni.„ Daily Mail" erfährt, der Sultan von alles verwüstet und verbrannt, ich schlief dort unter freiem Himmel und Marokko habe den Wunsch ausgesprochen, daß sein zur Beit in glaubte, daß in der Umgegend feine lebende Seele mehr wäre; London sich aufhaltender Specialgefandter ein andels- aber zu meinem Erstaunen sah ich bei Tagesanbruch, daß a blommen mit England abschließe. Bezügliche Verhand- Frauen und Kinder, wie Dachse aus ihren Höhlen, von lungen seien bereits eingeleitet worden. Ausland. Frankreich. Als ich im Juli 1900 im Distrikt Krügersdorp zwischen den Witwaters- und Magaliesbergen antam, bewunderte ich eine der schönsten, fruchtbarsten und am besten bekannten Gegenden SüdUnd jetzt ist diese Gegend eine dürre, unfruchtafrikas. bare Wüste, die Gärten sind verwüstet, alle Fruchtbäume umgehauen, die Wohnungen nicht nur verbrannt, sondern teils mit Dynamit gesprengt, so daß kein Stein auf dem andern blieb und wo kurz vorher noch alles Leben, Bewegung und Freude war, da haust jezt der Tod, selbst kein lebendes Tier ist hier mehr Paris, 25. Juni. Der Heeresausschuß des Senats hat heute zu sehen. Ich glaube nicht, daß die Welt seit dem 30jährigen Krieg folche Scenen der Verwüstung und Zerstörung gesehen hat, Tilly die zweijährige Militärdienstzeit im Princip angenommen. Im Laufe der in der heutigen Vormittagssigung der Deputierten- und Wallenstein haben nicht grausamer und unbarmherziger fammer fortgesetzten Beratung über das Arbeiter: Invalidi- gehaust, als Lord Roberts und Kitchener: der erstere wird in tätsgefez wurden zwei neue Anträge zu dem Geseze eingebracht, ber Geschichte aber auch den Beinamen„ Mordbrenner" führen. vom Hause aber abgelehnt. Spanien. der Barcelona, 25. Juni. Die auf dem Wege nach Madrid befindlichen regionalistischen( katalanischen) Abgeordneten sind hier eingetroffen und von der Bevölkerung mit den begeisterten Burufen: „ Es lebe das freie Katalonien"," Tod den Dieben"," Nieder mit Madrid" begrüßt wurden. England. Eine agrarische Drohnote. Der Bund der Landwirte arbeitet nicht nur mit klingenden Versprechungen, sondern auch, je nach Umständen mit Bedrohung. Der„ Fränkische Sturier" teilt mit: In einem langen Schreiben des Bundes weist dieser darauf hin, daß die Angriffe sich gegen ihn derart gehäuft und solche Formen angenommen hätten, daß man mit entsprechender Abwehr und Aufklärung an weitere Kreise herantreten müsse. Es sei nun in Erwägung zu ziehen, ob diesem Mangel durch Schaffung eines größeren Tageblatts bezw. durch Gründung von Tageszeitungen oder Wochenblättern für die einzelnen Kreise Bayerns abzuhelfen sei. Ehe aber damit begonnen werde, richte der Bund an eine Reihe„ ansehnlicher Zeitungen" die Anfrage, ob sie geneigt feien, gelegentlich rein sachliche und vollkommen der Wahrheit entsprechende" Mitteilungen über den Stand der Agrarbewegung auf zunehmen. In den folgenden Ausführungen wird noch einmal mit lobenswerter Deutlichkeit auf die Gründung neuer Konkurrenz blätter hingewiesen. Was dieser Wink mit dem Zaumpfahl be= Konstantinopel, 25. Juni. Der Ober Ceremonienmeister deuten soll, das liegt auf der Hand: man beabsichtigt, die Ibrahim Beh stattete den Vertretern der vier Schußmächte für Kreta kleinen Blätter auf dem Lande so ins Bockshorn zu jagen, Besuche ab und drückte ihnen den Dank des Sultans aus daß sie es nicht mehr wagen, den Bestrebungen des Bundes der für die Entschließung, den bestehenden Zustand auf Kreta Landwirte entgegenzutreten und sich vollständig ihm zur Verfügung aufrecht zu erhalten. stellen. Amerika. Allerdings dürften dem Bund die Bestechungen billiger zu stehen fommen als derlei teure Gründungen. Zur wirtschaftlichen Lage. Angesichts der gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation hat sich der Kapitalisten eine wahrhaft kazenjämmerliche Stimmung bemächtigt, die in den Induſtrie- und Börsenblättern zum Ausdruck kommt. Verrauscht sind die schmetternden Fanfaren, mit denen noch vor anderthalb Jahren jeder neue veröffentlichte Geschäftsbericht irgend einer fragwürdigen Gründung begleitet wurde; statt dessen Türkei. New York, 25. Juni.( Frankf. 8tg.") Ein Vertreter des " Mailand Expreß" hatte mit dem früheren Hilfsschaßsekretär Vanderlip ein Interview, der mit einer besonderen Mission in Europa war. Banderlip erklärte, Europa bereite sich auf einen 3ollkrieg mit Amerita im Jahre 1903 vor. Goluchowski sei das Haupt einer regelrechten Propaganda zur Beschränkung des amerikanischen Handels in Europa. Vanderlip stattete dem Schatzsekretär Gage. einen Bericht ab. Internationaler Salztrust. Der Boeren- Krieg. mur verlegenes Stammeln, wenn die neueste Publikation irgend New York, 25. Juni. Dem Vernehmen nach hat sich ein eines Werkes selbst die noch erhoffte fleinste Dividende internationaler Salztrust mit einem Kapital von ungefähr 50 Millionen streicht. Berrauscht ist auch der patriotisch- geschäftige Jubel, mit dem Dollar gebildet, zu dem die National Salt Company of the United die Khati- Heldenthaten der Weltpolitik" begrüßt wurden. Der States, die Salt Union of England und die Canadian Salt Company weltpolitische Ausflug nach Ostasien sollte Handel und Industrie gehören. Der Trust wird den Namen International Salt Company dauernd günstig beeinflussen. Jetzt konstatieren große Handels- führen und unter dem beherrschenden Einflusse der Rockefellers und tammern das Gegenteil. Die Handelstammer zu Saar- mehrerer mit ihnen in Verbindung befindlichen Firmen stehen. Der brücken, im verwaisten Königreich Saarabien, fagt in ihrem Trust erstrebt die absolute Herrschaft auf dem Salzmarkt an und soeben herausgegebenen Jahresbericht: Wie lange die derzeitige hält dieses Biel für gesichert. ungünstige Konjunktur fortbestehen wird, läßt sich zur Zeit nicht absehen. Zweifellos wird dieselbe zum Teil auch durch die äußere Politik, die Vorgänge in Ost= asien und Transvaal bedingt; aber selbst eine baldige günstige Gestaltung der Dinge in diesen fernab gelegenen Ländern würde In der Umgebung Krügers versichert man mit der größten Beden mit Waren aller Art überfüllten Markt schwerlich stimmtheit, daß der Aufstand der Holländer in der Kapkolonie in beträchtlichem Umfange entlasten." Der Bericht erhofft zwar bedeutend an Ausdehnung gewönne. General French sei ohnmächtig, eine weitere günstige Gestaltung des Geldmarkts, verspricht sich aber der Lage Herr zu werden. auch davon keine Besserung für die Zukunft:„ Nichtsdestoweniger Daß die Boeren nicht an Unterwerfung denken, geht aus Aeußefönnen wir uns nicht verleugnen, daß die Aufnahmefähig- rungen des Boerenkommandanten Banlier hervor, der mit einem keit des Inlandmarkts nicht start genug ist, um Auftrag für Dr. Leyds in Europa eingetroffen ist. die auf den Werken und bei den Händlern angesammelten Vorräte in kurzer Zeit aufzubrauchen und der Jndustrie lebhaftere Beschäftigung zu bringen. leber den Keine Unterwerfung! Kampf bei Reite, den Kopjes herabkamen; sie waren dahin geflohen, denn sie hatten sich bei wilden Tieren sicherer geführt, als unter dem Schutz der Flagge Ihrer Majestät. Als ich weiter ritt, fand ich an Copterfluß sieben Familien unter Bäumen in freier Luft gelagert, während es in Strömen regnete; die englischen Soldaten hatten ihnen aus Mutwillen die Belte verbrannt, die sie hatten. Bei Cyferfontein wurde die Hochbetagte Mutter des Besizers einer Hufe, eine Frau, die die Gefahren des großen Treks miterlebt hatte, von den englischen Soldaten auf den Boden geworfen; diese rissen ihr die Kleider vom Leibe und nahmen das Geld, das sie hatte, weg. Nicht genug, daß alles verbrannt wurde, auch die Lebensmittel, welche die englischen Soldaten nicht mitnehmen konnten, wurden vernichtet, ohne daß man sich an den Hammer der hungernden Sinder fehrte. Wüßte man im Auslande und in Europa nur den hundertsten Teil aller hier verübten Unmenschlichkeiten, die ganze Christenheit würde die flehenden Hände zum Himmel er heben, um dessen Strafgericht über die Räuber und Mörder herabzuflehen. Was in dem Bericht über die Verwendung von Raffern gegen die Boeren gemeldet wird, grenzt an oder übertrifft vielmehr zwar nach Kaffernart auf bestialische Weise, Frauen und das Unglaubliche. Ganze Familien wurden ausgemordet und Kinder find geschändet worden; ja man hat Frauen nichts vorgeworfen werden konnte, als daß ihre Männer bei einem Kommando im Felde standen, mitten unter Kaffern verbannt, von denen sie natürlich ermordet wurden, wenn ihnen nicht ein noch schlimmeres Los zu teil wurde. Es braucht wohl kaum gejagt zu werden, daß die Art und Weise, gegen wehrlose Frauen und Kinder Krieg zu führen und Privateigentum zu vernichten, allen Gesezzen des Völkerrechts Hohn spricht. In China haben allerdings die vereinigten Kulturtruppen noch entseglicher gehaust. Partei- Machrichten. Genosse Motteler, dessen Verdienste um die Partei wir schon vor längerer Zeit ausführlich gewürdigt haben, hat nunmehr England verlassen, um sich nach Deutschland zu begeben. Er will sich in Leipzig niederlassen. Wir heißen den Zurückgekehrten herzlich willkommen in der Hoffnung, daß es ihm vergönnt sein möge, nunmehr noch recht lange der deutschen Partei seine Sträfte zu widmen. Erfurt in Paris. Der" Betit Sou". das Organ der französischen Guesdisten, bringt unter dem Datum„ Berlin, 23. Juni" die folgende Sensationsmeldung über den Fall Bernstein": Die Erfurter, Tribüne", ein einflußreiche& socialistisches Organ, nimmt Stellung zu den Theorien Bernsteins und erklärt, daß die Spaltung unvermeidlich ist, denn es könne nicht geduldet werden, daß Bernstein weiter einer Partei angehört, deren Brincipien er untergräbt. Banlier erklärt den dem General Botha unterstellten Plan, den Rampf einzustellen, für durchaus unbegründet. In den letzten Tages befehlen Bothas feien als unerläßliche Bedingungen für einen Friedensabschlußz besonders angeführt worden: Anerkennung der Wenn jetzt schon die Handelskammern, die sonst immer unabhängigkeit der beiden Republiken und völlige Amnestie für die noch Worte der Ermunterung haben, die Lage derart pessimistisch Kapholländer, welche zu Gunsten der Boeren zu den Waffen griffen. beurteilen, muß es sehr schlimm bestellt sein. Thatsächlich können denn Banlier hält die Lage augenblicklich, was die Boeren betreffe, für die Werke ihre schwierige Lage nur noch schwer verhüllen. Die Ver- sehr zufriedenstellend. waltung der Westfälischen Stahlwerte, die voriges Jehr noch 17 Proz. Dividende gegeben haben, kündigt an, daß sie dieses Jahr auf die Ansammlung einer größeren Reserve für das kommende der in der Wegnahme von Dewets Convoi gipfelte, liegen nummehr Jahr Bedacht nehmen müsse. Diese armen Aktionäre, denen sich die nähere Mitteilungen vor, aus denen hervorgeht, daß die Engländer den Wagenzug überrumpelt en. Die Boeren flohen; als sie aber sahen, gelobte Prosperitätsperiode so rasch ins Gegenteil verkehrt! daß die Zahl der Engländer nur gering war, fehrten sie zurück und Bei einem andern großen Werke, den Meggener Walzgriffen mit großer Verve an. Da sie an Bahl überlegen waren, werken, die im vorigen Jahre die Aktionäre mit 20 Proz. be- gelang es ihnen, nach verzweifeltem Stampfe die Wagen wiederglückten, erscheint dieses Jahr eine Gewinnverteilung überhaupt fraglich. zunehmen. Inzwischen war aber Oberst Delisle mit Verstärkungen Das Eschweiler Eisenwalzwerk- vorjährige Dividenden eingetroffen und das Gefecht begann mit größter Heftigkeit von neuem. Es wäre interessant, festzustellen, wer der Baron Münchhausen ausschüttung 22/2 Pro3. teilt gleichfalls mit, daß es dieses Jahr Die Boeren lagen unter ihren Wagen und schossen unablässig zwischen keine Dividende verteilen wird. Die noch bestehenden Abnahme- den Rädern hindurch, während ein Teil ihrer Kameraden schleunigft ist, der ein französisches Parteiblatt derart über die Vorgänge in der verpflichtungen auf Roheisen und Halbfabrikate fressen den ganzen die von den Engländern weiter entfernt stehenden Wagen bespannten deutschen Partei irreführt. und fortschafften. Die Engländer sprangen nunmehr zwischen Wenn auch der Petit Sou" das Grundverlangen der„ Erfurter Geschäftsgewinn fort. Die„ Köln. 8tg." weiß zwar zu melden, daß der rheinisch von dem Bayonnet Gebrauch. Geschossen wurde nur auf fürzeste nur die individuelle und isolierte Meinungsäußerung eines Die„ töln. 8tg." weiß zwar zu melden, daß der rheinisch. Stränge und Deichsel vor die Wagen und machten nach Möglichkeit Tribüne" dem Sinne nach richtig wiedergegeben hat, so ist das einmal westfälische stohlenmarkt die neuerliche Verschlechterung Entfernung. Der Boerenkommandant Delarey nahm selber am Barteiblatts, die, soweit wir sehen, von keinem andren deutschen wenig spüre und der Absatz der Syndikatszechen sich sogar sehr rege Gefecht teil, neben ihm wurde ein Boer getötet und sein Nachbar Parteiblatt geteilt, von den zweien oder dreien aber, die sich bisher vollziehe. Allein die beschlossene Förderungseinschränkung von 15 Broz. auf der andern Seite verwundet. Schließlich löfte sich der Stampf überhaupt Samit beschäftigt haben, sehr entschieden zurückgewiesen Die gegenwärtige Situation ist unerträglich, sagt die Tribüne", weil sie zur Verwirrung und zum Ruin der Partei führen würde. Wir sind entzückt über die letzten Angriffe Bernsteins, weil sie uns die Gelegenheit geben, einer unerträgiichen Lage ein Ende zu machen. Das ist die Meinung des Parteivorstands, der sich den Ernst der Situation nicht verhehlt und es vorzieht, sich von denen zu trennen, die die socialistischen Principien verraten." " Die Altenburger Barbier: und Friseurgehilfen sind in eine Lohnbewegung eingetreten. Sie haben ihre Forderungen den Brinzipalen eingereicht, es haben auch Verhandlungen zwischen beiden Parteien stattgefunden, bis jetzt jedoch ohne Resultat. Wenn die Forderungen der Gehilfen nicht bewilligt werden, dann soll, wie bereits beschlossen ist, die Arbeit niedergelegt und seitens der Streifenden Barbierstuben wie beim Berliner Streit eingerichtet werden. wird. Dann aber hat auch die„ Erfurter Tribüne" nichts davon ge- Der Streit der Hamburger Kupferschmiede dauert un Der Streit der Samburger Kupferschmiede dauert un- Pankow. In einer gut besuchten Boltsversammlung. sagt, daß der deutsche Parteivorstand irgendwie der Ansicht des verändert fort. Die Bemühungen der Unternehmer, Streifbrecher die am 24. Juni im Lokal der Witwe Röll tagte, besprach Genosse Blatts ist und einen nicht sonderlich aufregenden und unsres Er- heranzuziehen, haben keinen nennenswerten Erfolg. Kürzlich hatte Freiwaldt das Urteil des Ober- Verwaltungsachtens mißglückten Versuch über die Beziehungen von Wissenschaft ein Agent in Genua glücklich 17 Kupferschmiede aufgetrieben, die er gerichts, durch welches seine Wahl zum Gemeindevertreter für und Socialismus zum Anlaß einer Haupt- und Staatsaktion zu unter glänzenden Versprechungen und unter Ableugnung der That- ungültig erklärt worden ist. Der Vorwärts" hat seiner Zeit ausnehmen gewillt sei. Die Wahrheit ist, daß der akademische Vortrag sache, daß die Hamburger Kupferschmiede streifen, nach Hamburg führlich über die Entscheidung berichtet. Das Gericht hatte ausBernsteins im deutschen Parteileben überhaupt keinerlei tiefen Ein- gelockt hatte. Obgleich man diese Arbeiter sorgfältig vor jeder Be- gesprochen, daß ein Vertreter eines auswärts wohnenbruck hervorgerufen hat. rührung mit den Streifenden hütete, erfuhren sie doch den wahren den Besizers( Forensen) nach§ 50 der LandgemeindeCentralausschuß der polnischen Socialdemokratie in Sachverhalt, verließen die Arbeitsstätten, schloßen sich den Streikenden Ordnung, in Verbindung mit den§§ 41 und 46 desselben Gesezes, nicht ohne weiteres einem mit Grundbesitz Angesessenen" Deutschland heißt das von den Genossen in Posen auf ihrem an, und werden demnächst wieder in ihre Heimat reisen. zweiten Provinzial- Parteitage gewählte Organ und nicht Centralgleich erachtet werden kann. Freiwaldt, der eine Vollmacht eines Agitationsfommission, wie in Nr. 144 des„ Vorwärts" fälschlich mitBerliner Besizers von Pankower Grund und Boden hatte, wurde geteilt worden ist. durch Endurteil des Ober- Verwaltungsgerichts für nicht gewählt erklärt, weil er selber nicht mit Grund und Boden in Pankow Zu einer bedeutsamen socialdemokratischen Demonstration angesessen" ist, ein Angesessener aber zu wählen war. in Anbetracht des Orts- geſtaltete sich am Sonntag die Die Ausführungen des Redners gestalteten sich zu einer Anklage Fahnenweihe des socialdemokratischen Vereins in Urberach, der gegen das elende Dreiklassen- Wahlsystem mit seiner ungerechtfertigten schwarzen Ecke" des Dieburger Kreises. Waren doch nicht weniger Bevorzugung des Grundbesizes. Er übte scharfe Kritik ant verals circa 60 socialdemokratische Vereine und Gewerkschaften der Umschiedenen Beschlüssen der Gemeindevertretung und wandte sich be= gegend der Einladung gefolgt und kann die Teilnehmerzahl am Die Baumeister Innung in Dresden beabsichtigt eine fonders gegen den Beschluß, die erforderliche Ersaywahl bis zum Feste wohl über 3000 geschäßt werden. Ein solches Fest und Arbeitsordnung einzuführen, deren Fassung die Deutung zuläßt, daß Frühjahr zu vertagen. Dagegen müsse umsomehr protestiert werden, einen solchen Festzug hat dieser ultramontane Ort, an dem bei anstatt der zwischen den beiderseitigen Organisationen festgelegten als bereits jegt infolge der Üngültigerklärung seiner Wahl 1800 Wähler der letzten Reichstagswahl noch in der Mehrzahl ultra- Arbeitsbedingungen Vereinbarungen zwischen den einzelnen des 2. Wahlbezirks unvertreten, also rechtlos seien. Nachdem Ge montane Stimmen abgegeben wurden, noch nicht gesehen. Aber Unternehmern und Arbeitern getroffen werden sollen. Die Bau- meindevertreter Klingenberg über seine amliche Thätigkeit einen es muß auch konstatiert werden, daß trotz aller frommen Heßereien arbeiter verlangen eine Fassung der Arbeitsordnung, welche jede Bericht gegeben hatte, entspann sich eine interessante Debatte über der Ort ein Festgewand angelegt hatte, was sich sehen lassen konnte, Umgebung der zwischen den Organisationen getroffenen Ber- Schulfragen, an der sich einige Herren aus dem bürgerlichen Lager und was den Festredner Genossen Singer wohl am meisten über einbarungen ausschließen. beteiligten. Schließlich wurde folgende Resolution angenommen: rascht haben dürfte. Daß die Festrede Singers lebhaften Beifall fand, namentlich auch, als er ersuchte, dafür zu sorgen, daß aus der nach welchem der Stundenlohn von 48 auf 50 Bf. erhöht wird und Verwaltungsgerichts. Sie protestiert gegen den Beschluß der GeDer Zimmererstreit in Bant ist durch einen Vergleich beendet," Die Versammlung nimmt Kenntnis von dem Urteil des OberManchen der ultramontanen Herren war das Fest natürlich ein Dorn foll. Außerdem ist eine Kommission zur Entscheidung fünftiger jezt noch schwarzen bald eine rote Ecke werde, ist selbstverständlich. in Zukunft mit dem Lohn der Maurer auf gleicher Höhe bleiben meindevertretimg, keine Erfugwahl vorzunehmen, obwohl seit dem März 1900 an 1800 Wähler des zweiten Bezirks im Auge gewesen, und speciell der Herr Pfarrer hatte sich insbesondere Lohnstreitigkeiten eingesetzt worden. Das Bureau wird beauftragt, beim Der Ausstand der Maurer ohne Vertretung sind. durch die versuchte Abtreibung des Festplates, der ein der Kirchen- dauert noch fort. Kreisausschuß Beschwerde zu erheben. Die Versammlung gemeinde gehöriger Acker war, hervorgethan. Da aber der bisherige verpflichtet sich, dafür zu sorgen, daß trotz der Hindernisse, welche Bächter fest blieb und unsre Genossen dem Herrn Pfarrer begreiflich der socialdemokratischen Partei am Orte entgegenstehen, die dritte machten, daß eingegangene Verpflichtungen auch gehalten werden Wählerabteilung nur socialdemokratische Vertreter in die Gemeindemüßten, so mußte der etwas voreilige Herr die schon anderiveitige Verpachtung des Plages wieder rückgängig machen, was sicher seine vertretung entsendet." Autorität nicht gerade gefördert hat. Bei der Gemeinderatswahl in Hainstadt( Hessen) wurde am Sonnabend Genosse Franz gewählt. Hätte ein noch aufgestellter Genosse eine Stimme mehr erhalten, wäre auch dieser gewählt gewesen. In Straßburg i. E. faßte eine am Sonnabend stattgehabte Parteiversammlung den Beschluß, den Genoffen Schriftfezer Trag, der seit etwa vier Jahren Mitglied des dortigen Gemeinderats ist, dieser Vertrauensstellung verlustig zu erklären. Trag ist fürzlich aus seiner Stellung als Beamter der Allgemeinen OrtsStrankenkasse Straßburg wegen eines groben Vertrauensbruchs plöglich entlassen worden. Polizeiliches, Gerichtliches usw. - Oberschlesisches. Der Genosse Georg Haase wurde am 21. 5. M. um 9 Uhr abends in seiner Wohnung zu Königshütte verhaftet. Die Ursache der Verhaftung ist bisher unbekannt geblieben. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Arbeiter Berlins! Wer Nordhäuser autabat konsumiert, der denke bei feinen Einkäufen daran, daß nur die beiden Firmen der Arbeiter anerkannt wurden. Hendes u. Schumann Grimm n. Triepel boykottfrei sind, da mur in diesen beiden Betrieben die Forderungen Streng zu meiden sind dagegen alle Produkte, welche von denjenigen Firmen herrühren, die ihre Arbeiter mit brutaler Gewalt niederzwingen wollen. Arbeiter Berlins! Beachtet den Boykott und helft dadurch den um ihre Existenz und um ihr gutes Recht kämpfenden Nordhäuser Tabatarbeitern zum Siege! Zum Barbierstreik. Nachdem die Freie Vereinigung" Plakate ausgegeben hat, um die Geschäfte zu kennzeichnen, welche unsre Forderungen bewilligt haben, hat sich die Meinung gebildet, daß in diesen Geschäften alles in Ordnung sei. Es kommt jedoch vor, daß auch in solchen Geschäften Streitbrecher arbeiten. Darum ist es notwendig, daß auch in den Geschäften, wo die Plakate aushängen, die dafelbst arbeitenden Gehilfen stets nach der Kontrolltarte gefragt werden. Wir ersuchen die Arbeiterschaft, sich in unsren Barbier stuben bedienten zu lassen. In Heilbronn treten die Barbier- und Friseurgehilfen diefe Woche in den Ausstand. Fachorgan heraus, das im Format des„ Grundstein" wöchentlich vierDer Centralverband der Stuccateure giebt jezt ein eignes seitig erscheint. Ausland. wöchentlichem äußerst zähen Kampf sind die Agramer Bäckereiarbeiter Der Bäckerstreik in Agram ist beendet. Nach fast dreiin dem Ringen um menschenähnliche Existenz unterlegen. Nachdem schon elf Meister alle Forderungen der Arbeiter bewilligt hatten, mußte der Kampf eingestellt werden, da zu viel Streitbrecher aus der Provinz zuftrömten. Streit am Simplontunnel. Wie dem Berl. Tagbr." aus Zürich gemeldet wird, haben am Montagmorgen die Arbeiter an der Südseite des Tunnelbaues mehr als 2000 die Arbeit niedergelegt. Sie verlangen Abschaffung des Trucksystems, 50 Centimes Lohnerhöhung und den Sechsstundentag im Innern des Tunnels. Am Montagabend haben auch die Arbeiter an der Nordseite des Tunnels den Streik erklärt. Fast die gesamte Arbeit ruht. Aus Rußland. Nachdem vor mehreren Wochen die Arbeiter der staatlichen Geschützgießerei in Petersburg in den Ausstand getreten waren, bei dem sie zwar nichts erreicht haben, wo aber über 100 ihrer Kameraden durch die Waffen der eingreifenden Soldaten getötet resp. verwundet worden sind, traten vor kurzem die Arbeiter eines andren staatlichen Betriebs, der Kronswerft, in den Ausstand, der sich auch auf einige große Privatbetriebe erstrecte. Was uns über die Ursachen dieses Streits und die Verhältnisse in dem staatlichen Betriebe berichtet wird, ist recht bezeichnend für russische Zustände. Die Arbeiter streiken, weil ihnen weil ihnen die Löhne zu niedrig sind. Bei näherer Untersuchung der Lohnlisten stellte sich heraus, daß diese bedeutend höhere Löbne verzeichnen, als den Arbeitern gezahlt wurden, und daß die Differenz in die Taschen der betreffenden Beamten geflossen ist. Lohntage ausgezahlt werden sollen, sind schon seit Jahresfrist nicht Die Ueberschüsse von Accordarbeiten, die den Arbeitern an jedem mehr zur Auszahlung gelangt. Seitens der Behörde ist eine Kom mission zur Untersuchung dieser Angelegenheit eingesetzt worden. Auch bei diesem Streit ist es zu blutigen Zusammenstößen zwischen Streikenden und Polizisten gekommen. Auf der Kronswerft arbeiten zur Zeit nur Soldaten und wenige Arbeiter, die sich dem Streit nicht angeschlossen haben. Sociales. Baukontrolle durch Arbeiter. In Effen fand eine von Vertretern christlicher Organisationen und Hirsch Dunderscher Vereine besuchte, von den freien Gewerkschaften arrangierte Konferenz statt, in der beschlossen wurde, eine Baukontrolle einzurichten, an der sich sämtliche Organisationen beteiligen. China. scheint ihrer Lösung durchaus nicht nah. Es ist den Chinesen auch Die Entschädigungsfrage durchaus nicht zu verdenken, daß sie die Fremden für die Verwüstungen nicht entschädigen wollen, die diese in ihrem eigenen Lande angerichtet haben, zumal wenn die Fremden unter sich selbst uneinig sind. Die Times" veröffentlichen folgendes Telegramm ihres Belinger Korrespondenten Dr. Morrison: Man darf hoffen, daß die Indemnitätsfrage auf eine befriedigende Weise geregelt wird und war nach den englischen Vorschlägen. Die Vertreter der Mächte sind militärischen Besatzung, für welche ebenfalls eine Entschädigung gefordert einig hinsichtlich der Gesamtsumme der Entschädigung, der Dauer der wird, der Art und Weise der Zahlung der Entschädigung, die durch Schazanweisungen erfolgen wird, sowie der Deckungsfrage, welche durch Seeund Inlandssteuer auf Salz und durch die Erhöhung des Einfuhrzolls bis zu 5 Proz. vom Werte erfolgt. Nur zwei Fragen berhindern augenblicklich den Abschluß der Unterhandlungen: Japan fordert nämlich, daß seine Entschädigung erhöht werde, unter Hinweis darauf, daß es ihm unmöglich ist, augenblicklich eine Anleihe zu nur 4/2 Proz. zu gewähren. Rußland dagegen stellt die Forderung auf, daß die Einfuhrsteuer auf 10 Broz. erhöht werde, falls die übrigen Steuern das gewünschte Ergebnis nicht hätten. Sämtliche Mächte werden bis zur endgültigen Lösung ihre Entschädigungsforderungen aufrecht erhalten. Die diesbezügliche Note wird China demnächst zugestellt werden. Das sieht alles nicht sehr nach„ befriedigender Lösung" aus. Neue Unruhen. Bureau Reuter meldet aus Tientsin: Nachrichten aus Taijüanfu dem Marsche dorthin, der Gouverneur von Schansi suche um zufolge befindet sich Tangfubfiang dem Verehmen nach auf hem fremde Hilfe nach. Fragezeichen! Lehte Nachrichten und Depelthen. Budapest, 25. Juni.( B. H.) Der Profeffor am bischöflichen Priesterseminar in Veszprim, Bater Coloman Kozma, ist nach Entrierung großer Schulden und unter Mitnahme ihm vom Bischof Hornit anvertrauter 3000 Gulden geflüchtet. Stockholm, 25. Juni.( W. T. B.) König Oskar hat den Reichstagsbeschluß betreffend die neue Verteidigungsorganisation und das neue Wehrpflichtgesez genehmigt. Das Protokoll hierüber schließt folgendermaßen: Ju Uebereinstimmung mit sämtlichen Mitgliedern des Staatsrats billige ich den vorliegenden Beschluß des Reichstags, erkläre jedoch gleichzeitig ausdrücklich, daß ich damit die Verteidigungsfrage nicht für vollständig gelöst halte. In folgenden Lokalen arbeiten streifende Gehilfen: Simonis, Beuthstr. 21. Bauer, Rosenthalerstr. 57. Preuß, Neue Friedrichstr. 20. Hoppe, Ackerstr. 21. Dieke, Aderstr. 123. Aus der Frauenbewegung. Rofin, Ruppinerstr. 42. Dierke, Schwedterstr. 33. Abendroth, Der Verein für Frauen und Mädchen Schönebergs hielt Badstr. 42/43. Wils, Burgsdorf-, Ecke Wildenowstraße. Pfarr, Paris, 25. Juni.( W. T. B.) Staatsgerichtshof. Butligstr. 10. Fabra, Savelbergerstr. 17. Zuhm, Rostoderstr. 12. am 19. Juni ſeine regelmäßige Mitgliederversammlung ab, in welcher Nach dem Verhör einiger Entlastungszeugen begann der GeneralEr beantragte, den Angeklagten Fischer, Beuſſelſtr. 66. Baumgarten, Königsbergerstr. 7. Matthes, Herr Dr. Freudenberg über:" Die Fürsorge für Frauen und Kinder, Staatsanwalt sein Plaidoyer. Stoppenstr. 41. Georgi, Frankfurter Allee 70. Gorn, Markusstr. 23. eine Aufgabe der Gemeindeverwaltung" einen sehr interessanten Vor- schuldig zu sprechen und hob die Teilnahme des Grafen Lui Saluces an den revolutionären Unternehmungen der Ligen hervor und ver Schröder, Fruchtstr. 33/34. Schulze, Große Frankfurterstr. 5. Wilfe, trag hielt. Eine Diskussion fand nicht statt. Andreasstr. 26. Bieberstein, Adalbertstr. 61. Salomon, Naunyn- Frauenarbeit in Braunschweig. Der Gewerbe- Inspektor für langte die Anwendung der Strenge des Gesezes, Hierauf wird die straße 65. Krüger, Naunynstr. 6. Seidler, Muskanerstr. 14. Erbe, Braunschweig sagt in seinem Bericht in dem Abschnitt Arbeite- Sigung geschlossen. Cuvrystr. 25. Bathe, Nitterstr. 32. Kaz. Dieffenbachstr. 31. Köpenick, rinnen": London, 25. Juni.( W. T. B.) Unterhaus. Auf eine AnSchillingstr. 30a. Bachmann, Eisenbahnstr. 36a. Megner, Stalizer- Rücksichtlich der für Konservenfabriken gestatteten Arbeits- frage erwidert Schazkanzler Hids Beach, er habe vorgeschlagen, eine straße 59. Schaller, Stalizerstr. 125. Schumann, Tilsiterstraße 85. verlängerungen besteht bei den maßgebenden(? D. Red.) Fabrikanten Befreiung vom Stohlenausfuhrzoll bis zum 31. Dezember( nicht bis Böschel, Petersburgerstr. 81. Richter, Mariannenstr. 41. Schick, die Ansicht, daß bei plöglich gesteigerter Zufuhr von Robgemüsen zum 30. September) bei solchen Abschlüssen, frei an Bord und eins Manteuffelstr. 74. Hampel, Laufizer Plaz 10. Bartel, Bülowstr. 59. die Verarbeitung innerhalb der durch die Verordnung erweiterten schließlich der Versicherungsprämien, zu gewähren, welche vor EinDie Lohntommission. Grenzen nicht immer möglich sei." Also selbst die erweiterten bringung des Budgets zu stande gekommen seien. In keinem Fall J. A.: K. Lubert. Grenzen sind der Profitwut der Fabrikanten zu eng. Im Gegensas würde aber diese Befreiung über diesen Zeitpunkt hinaus ausgedehnt hierzu steht es, daß eine ländliche Konservenfabrik überhaupt nicht werden. " " Der Rechenschaftsbericht des Vereins Berliner Buch- in der Lage ist, von den durch die Bekanntmachung vom 11. März London, 25. Juni.( W. T. B.) Im Unterhause erklärte Kriegsdrucker und Schriftgießer"( Gauverein des Verbands deutscher 1898 zugestandenen Erleichterungen Gebrauch zu machen. Den MitBuchdruder) für das Jahr 1900 ist soeben veröffentlicht worden. teilungen des Juhabers zufolge weigern fich die Arbeiterinnen, Ueber Raptolonie tausend bis zweitausend Mann gegen England unter Waffen minister Grodrick, daß nach den neuesten Meldungen in Kapland der Aus dem Bericht geht folgendes hervor: Der Mitgliederbestand hat stunden zu machen." sich im Berichtsjahre un 706 erhöht und beträgt am Ende des Der Umstand, daß dieser Unternehmer noch immer existiert, ständen und daß der wöchentliche Kriegsaufwand etwa auf felben 6216. Gimahme und Ausgabe balanzieren mit 368 489,82 M. trotzdem feine Berufskollegen noch mehr Ueberstunden machen 1250 000 Pfund Sterling zu beziffern sei. Unter Einnahmen figurieren unter anderm neben dem Vermögens- lassen, wie gesetzlich erlaubt sind, beweist flärlich, wie haltlos das London, 25. Juni.( W. T. B.) Im Finanzausschuß des bestand im Betrage von 219 300 Mark die Mitgliederbeiträge mit Gerede von der Schädigung der Industrie" durch Verkürzung der Unterhauses brachte Hicks Beach bei Artikel 3 der Finanzbill be108 484,80 m. Die Ausgaben seßen sich zusammen hauptsächlich Arbeitszeit ist. treffend den Kohlen- Ansfuhrzoll den Antrag ein, daß für alle aus: Verwaltungsfosten mit ca. 20 000 W., Gauzuschuß zur Ver- Ueber die Unterbringung der weiblichen Wanderarbeiter bemerkt Stohle, deren Wert in einer für die Zollkommissare ausreichenden bandsunterstützung an konditionslose Mitglieder mit 30 743 M., an der Suspektor, daß sie mitunter jedwede Rücksichtnahme auf das Weise nachgewiesen wird als 6 Shilling per Tonne nicht Krankenunterstützung 35 666 M. und Darlehen an einige Gewerk- fittliche Gefühl der Arbeiterinnen vermissen lassen. In einem übersteigend ein Bollnachlaß eintreten soll, desgleichen für schaften, die sich im Streit befanden. Ueber 900 arbeitslose Mit- alle ergab ergab der Befund einer Dampfziegelei, daß in alles aus Koblen hergestellte Feuerungsmaterial, das nachgewiesener glieder erhielten Ertra- Unterstützungen von je 3 M. zur Maifeier, zur einem größeren Unterkunftsraum 12 Arbeiterinnen und ein maßen den obenerwähnten Wert nicht überschreitet.( Beifall.) Nach Gutenbergfeier, zum Johannisfest, zum Stiftungsfest und je 5 M. Ehepaar untergebracht waren. Das als Schlafstelle für das Ghepaar diesem Vorschlag würden, wie angenommen wird, Kohle und zum Weihnachtsfest. bezeichnete Bett stand in der Reihe der übrigen. In einer andren Brennmaterial aus Kohle von dem angegebenen Werte ganz vom Dampfziegelei war für ein Ehepaar sowie für zwei Jugendliche nur Kohlenausfuhrzoll befreit sein. Der Antrag wurde angenommen. Sandsteinbruch- Betrieb, in welchem vorzugsweise Italiener be ein Unterkunftsraum vorgesehen. In einem dritten Falle, in einem schäftigt werden, teilte das Kochmädchen mit ihrem Bruder ein und denselben ziemlich eng bemessenen Unterkunftsraum. Dentsches Reich. Dersammlungen. wo Unruhen ausgebrochen, sind hier Flüchtlinge eingetroffen, die Tschifu, 24. Juni.( W. T. B.) Von der koreanischen Grenze, berichten, daß drei russische und zwei englische Kriegsschiffe vor der Yalumündung seien. Zum Gunewalder Streit. Die Fabrikanten machen jetzt verzweifelte Anstrengungen, um ihre Waren anderwärts herstellen zu Lassen. Sie haben bald bei jedem Fabrikanten der Lausitzer LeinenIndustrie nachgefragt, ob sie ihre Ketten abweben wollen. Die Ant wort war bisher stets ablehnend. Eine Firma in Zittau hatte Pamplona, 25. Juni.( W. T. B.) Während einer Prozession Arbeit für Gunewalde angenommen. Es waren drei Stühle fam es heute hier zu ernsten Ruhestörungen. Ein Soldat hatte beim in Gang gesetzt worden und 50 sollten noch hergerichtet werden. Der Inhaber der Firma hat feinen Arbeitern versichert, daß Der Verband des technischen Bühnenpersonals hielt am Vorüberziehen der Prozession die Kopfbedeckung nicht abgenommen er nur, um für sie Arbeit zu schaffen, die Arbeit angenommen habe. 22. Juni eine Mitgliederversammlung ab. Ueber die Zustände im und es kam zu einem heftigen Zusammenstoß zwischen Soldaten und Die Arbeiterinnen verzichteten aber auf solche Arbeit und auch, ale Central- Theater wurde mitgeteilt, daß die dortigen Abendarbeiter Civilpersonen, bei dem drei Personen verwundet und eine Anzahl ihnen 50 Pf. mehr gezahlt werden sollten, gingen sie nicht darauf für 75 Pf. pro Abend noch fogar Statisterei mitmachen sollten, was leichter verlegt wurden. Die Prozession mußte auseinandergehen, ein. Die Firma ließ nunmehr in einer am Dienstag stattgefundenen fie jedoch ablehnten und sämtlich die Arbeit niederlegten. An Stelle worauf die Ruhe wieder hergestellt wurde. Versammlung in gittau erklären, daß sie die Arbeit zurücksenden der Ausständigen wurden Portiers aus der Nachbarschaft und ein Yokobama, 25.( W. T. B.) Bei den Flottenmanövern stießen pensionierter Beamter geholt, welche die notwendigen Arbeiten ver- in der Höhe von Tsushima drei japanische Torpedoboote zusammen. Hoffentlich wird das solidarische Zusammenhalten der Weber richteten. Aus diesem Anlaß gab auch der Theatermeister seine Wie berichtet wird, soll ein Boot gesunken und mehrere Mann erben Starrfinn der Fabrikanten bald besiegen. Stellung auf. trunten sein. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Berlag von Mag Bading in Berlin. würde. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. Nr. 146. 18. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. mitos, 26. Juni 1901. Die Vertrauensämter der Berliner Socialdemokratie. A. Bertrauenspersonen: I. Wahlkreis: Christ. Bohn, Kanonierstr. 35, v. III. b. Hahn. Gust. Seiler, Manteuffelstr. 9, III, II. Wahlkreis: Paul Scholz, Fidicinstr. 35, IV. Gustav Schmidt, Solmsstr. 43, Hof. III. Wahlkreis: Franz Hoch, Admiralstr. 7, v. IV. IV. 23a Itreis: Nob. engels, Große Frankfurterstr. 133, ( Oft) Hof part. Otto Frante, Ballisadenstr. 9, H. part. IV. Wahlkreis: Emil Voigt, Bidlerstr. 31, part. ( Südost) Paul Böhm, Oppelnerstr. 14, vorn IV, V. Wahlkreis: Jacob Reul. Barnimstr. 42. Wilhelm Schrolle, Landwehrstr. 3. VI. WahItreis:( Wedding und Oranienburger Vorstadt): August Hinze, Bankstr. 13, Laden. ( Moabit): Johann Pfarr, Butligstr. 10, born parterre. ( Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen): Herm. Raschke, Grünthalerstr. 65. ( Schönhauser Vorstadt): K. Wünsch, Schliemannstr. 45. Teltow Beestow Charlottenburg: August Schnell, Charlottenburg, Bismardstr. 84. Niederbarnim: Adolf Garg, Weißensee, Lehderstr. 5. B. Prekommission: I. Wahlkreis: August Täterow, Prinzenstr 45. Oswald Schensch, Nixdorf, Berlinerstraße 99 IV. II. Wahlkreis: Richard Köderig, Plan- lfer 92 e. Albrecht Fülle, Mariendorferstr. 1. III. Wahlkreis: Gustav Ladewig, Kommandantenstr. 65. Oskar Mahle, Lausigerstr. 8. IV. Wahlkreis O.: Paul Schneider, Blumenstr. 48. SO.: Paul Hoffmann, Oppelnerstr. 21 v. II. V. Wahlkreis: Ad. Roth, Schönhauser Allee 2. W. Friedländer, Elsasserstr. 25. VI. Wahlkreis: Wilhelm Freythaler, Gartenplatz 1, vorn III. Teltow Beestow Stortow Charlottenburg: Otto Görte, Charlottenburg, Wallstr. 69. Fritz Hoppe, Nigdorf, Erfstr. 10, 11. Nieder Barnim: Emil Gerstenberger, Weißensee, KönigChaussee 41. Oswald Grauer, Friedrichsberg, Frankfurter Allee 127. C. Lokalfommission: I. I. Wahlkreis: F. Lucht, Hasenheide 51, Quergeb. IV. Wilh. Kierfeldt, Jüdenstr. 43/44 IV. II. Wahlkreis: Wilh. We ws, Gräfeftr. 6, Hof Quergeb. Gustav Lehmann, Frobenstr. 33. III. a hitreis: Wilhelm Hinz, Prinzenstr. 66, v. IV. Ernst Lier, Alte Jakobstr. 119 part. IV. Wahlkreis: O. Blume, Gubenerstr. 6, part. ( Ost.) D. Galle, Koppenstr. 8, vorn II. abifreis: Karl Scholz, Wrangelstr. 110, part. ( Südost.) Wilh. Seidler, Forsterstr. 19, v. IV. Rich. atebusch, Cuvrystr. 16, of IV, für Treptowv. IV. V. Wahlkreis: Wilhelm Spät, Weinstr. 28, part. Wilh. Schulze, Fehrbellinerstr. 17, v. II. VI. Wahlkreis: Garbo, Emdenerstr. 43 v. III( für Moabit). J. Kaiser, Dalldorferstr. 20, Quergeb. IV. ( für Oranienburger Vorstadt und Wedding). brunnen). G. Wizel, Brummenstr. 164( für Rosen thaler Vorstadt und Gesund O. Rißmann, Wörtherstr. 11, Seitenfl. III ( für Schönhauser Vorstadt). Quitt, Rigdorf, Hobrechtstr. 82. Teltow Beeskow: Nieder Barnim: Allee 20 a. Paul Kette, Friedrichsfelde, PrinzenObmann der Lokalkommission Karl Scholz, Wrangelstr. 110. Dorthin find alle Anfragen und Brieffendungen zu richten. D. Vorsitzende der Wahlvereine. I. Wahlkreis: Frig Felgentreff, Oranienftr. 188 part. II. Wahlkreis: Hermann Werner, Steinmegstr. 29 5. IV. III. Wahlkreis: St. Frit, Oranienstr. 157 IV. IV. Wahlkreis O.: Ernst Bader, Große Frankfurterstr. 34. SO: Richard Weise, Forsterstr. 39. V. Wahlkreis: Leo 8ucht, St. Frankfurterstr. 3/4. VI.. Wahlkreis: E. Fahrow, Hochstr. 35, Hof I. Teltow Beestow Charlottenburg: Otto Görte, Charlottenburg, Wallstr. 69. # E. Agitations- Kommission für die Provinz- Brandenburg: I. Wahlkreis: Alwin Schuster, O., Straßmannstr. 2. II. Wahlkreis: Fr. 3inte, SO., Reichenbergerstr. 128. III. Wahlkreis: Albert Dimmid, S., Luisen- Ufer 11. IV. Wahlkreis O.: Albert Wajewig, Pallisadenſtr. 83. SO.: Wilhelm Jöchel, Köpnickerstr. 190. V. Wahlkreis: Fr. Kopte, Marienburgerstr. 11. VI. Wahlkreis: Mag Kiesel, N., Schulstr. 22. Wilh. Schmidt, N., Chorinerstr. 30. Teltow Beestow- Charlottenburg: Hermann Schubert, Schöneberg, Roburgstraße 12. Nieber Barnim: Mittwoch, schied gemacht wird, so ist es jedes Genoffen oder Arbeiters Pflicht, der Schöneberger Orts Krantentasse angestellt, bei der so schnell wie möglich seine Aufnahme in den preußischen Staats- auch eine in der Schweiz approbierte erztin thätig ist. Es folgt verband nachzusuchen. Die Aufnahme in den preußischen Staats- das Referat des Geheimrats Brähmer über die ärztlichen Gutachten verband ist kostenfrei. Durch die Aufnahme in den preußischen zur Aufnahme in die Zungenheilstätten. Die LandesStaatsverband geht die bisher bestandene außerpreußische Staats- Versicherungsanstalten Brandenburg und Berlin haben einen angehörigkeit nicht verloren, falls der Betreffende nicht aus seinem Fragebogen aufgestellt, der von den Aerzten als zweckmäßig früheren Staatsverbande austreten will. Formulare zur Erleichterung erachtet wird und daher nach der Untersuchung der Kranken sorgder Antragsteller sind in der Parteispedition von W. Bäumler, fältig auszufüllen ist. Die damit verbundene längere Arbeit und Apostel Paulusstraße 13, Quergeb. hochparterre, in Empfang zu Müheaufwendung, die den Aerzten durch die eingehende Untersuchung nehmen, auch ist Bäumler persönlich zur Erteilung von Auskunft verursacht wird, soll mit einem Honorar von fünf Mark bebereit. Der Vorstand des Socialdemokratischen Wahlvereins für glichen werden. Die Kammer schließt sich diesen Ausführungen an. Schöneberg. ohne jedoch für das Honorar einen festen Satz zu normieren. Ferner beschloß die Aerztekammer, daß Sanitätsvereinen, die ärzt lichen Einzelleisiungen mindestens zu den Mindestfäßen der preußischen Gebührenordnung berechnet werden sollen. träge sollen bis zum 1. Juli 1902 gekündigt werden. bierbei auch Vereine wie der Verein junger Kaufleute und der Kaufmännische Hilfsverein in Betracht. Auch die Prüfung der Verträge mit der Krankenkasse soll von einer Stommission vorgenommen werden. Waidmannsluft. Die Mitglieder des Wahlvereins werden ersucht, in den am Mittwoch in Dalldorf bei Noll, am Donnerstag in Borsigwalde bei Bethwall, Wittestraße 22, am Freitag in Tegel bei Krause, Berlinerstraße 92, stattfindenden Diskutier- Abenden ihre alten Mitgliedsbücher gegen neue einzutauschen. Tokales. Der Einfluß der Wohnungsnot lauf die Gestaltung des Armenetats. Die Charlottenburger Armenverwaltung veröffentlicht in der nenesten Nummer ihrer amtlichen Nachrichten einen lehrreichen Artikel über den Zusammenhang zwischen der Wohnungsnot und dem Steigen des Armenetats. Wenn auch diesen Ausführungen die speciellen Charlottenburger Verhältnisse zu Grunde liegen, so darf man doch mit ziemlicher Sicherheit behaupten, daß auch in Berlin und den übrigen Vororten dieselben Erscheinungen zu Tage treten. Bestehende VerEs kommen Der Magistrat ersucht die Stadtverordneten um ihre Zustimmung zum Bau zweier Ninderställe für je 576 Rinder und um die Bewilligung der Kosten in Höhe von 446 000 m. Nach Fertigstellung dieser Stallungen können auf dem hiesigen CentralBiehhof 6600 Rinder in Stallungen untergebracht werden. Der Garten des Gewerkschaftshauses bietet, wenn auch nur der eine weitästige Götterbaum" in der Erde wurzelt und die übrigen Bäume und Anpflanzungen, wie es in Berlin meistens die Regel ist, in Kübeln stehen, einen freundlichen Anblick und an warmen Sommertagen einen angenehmen fühlen Aufenthalt. Es ist hier den Parteigenossen die Möglichkeit gegeben, sich nach des Tages Last und Mühen im Kreise von Gleichgesinnten in frischer Luft zu unterhalten. Verschiedene Gewerkschaften haben auch bereits einen Wochentag bestimmt, an dem sie sich mit ihren Kollegen und Vorstands- und Kommissionssizungen hier im Garten ab. Es ist nur zu begrüßen, wenn sich im Gewerkschaftshause ein reges Leben entwickelt; das Zusammengehörigkeitsgefühl wird dadurch gestählt und der politische und gewerkschaftliche Stampf erleichtert. Staatssekretär im Reichspostamt, empfing gestern einen BeitungsEine excellente Idee. Excellena raette, der neue berichterstatter, um sich mit diesem Herrn über allerhand weltbewegende Fragen zu unterhalten. Dabei gedachte der Nachfolger Podbielskis auch der Frage des Vorortportos, für die er eine ausgezeichnete Lösung vorschlug. Auf die Bemerkung des Fragenden, daß die Anwohner der Wannsee bahn in dieser Beziehung verschiedene Wünsche an die Oeffentlichkeit bringen, bemerkte der Staatssekretär:" Die Anwohner der Wannseebahn haben am Orts brief age. allerwenigsten Grund zur Klage über die Anwendung der Da fährt nicht ein Mitglied Der fortdauernde Mangel an kleinen Wohnungen, der den Haus eigentümern die Möglichkeit gewährt, sich ihre Mieter aussuchen und ihnen nicht genehme Familien abweisen zu können, auch wenn ſie die Gewähr der regelmäßigen Zahlung bieten, hat die Armenverwaltung bor eine schwierige Aufgabe deren Angehörigen zwanglos zusammenfinden, andre halten ihre gestellt. Zu einem nicht geringen Teil hat hierzu nach Ansicht der Armenverwaltung auch die Aufhebung des Kahl pfändungsrechts beigetragen. Im Interesse der Mieter ein geführt, hat es zur Zeit nahezu den Charakter eines gegen fie erlassenen Gesetzes angenommen, das von dem Bauen von Häusern mit fleinen Wohnungen zurückhält, bei den vorhandenen aber die Vermieter, um sich gegen böswillige Mieter zu schützen, dahin geführt hat, Mieter, deren Sicherheit auch nur im geringsten zweifelhaft erscheint, entweder überhaupt nicht aufzunehmen, oder bei nicht pünktlicher Zahlung sofort zur Zwangsausweisung zu schreiten. Der Mangel an kleinen Wohnungen hat in Verbindung hiermit die 3 a hI der obdachlos gewordenen und von der Armenverwaltung unterzubringenden Familien im letzten Jahre so hoch anschwellen laffen wie nie zuvor, und zugleich die Armenverwaltung gezwungen, in zahlreichen Fällen Aufwendungen zu machen, um eine wegen der Familie, sondern mehrere alle Tage nach Berlin. Nichtzahlung der Miete drohende Ermission abzuwenden und dadurch Dort angelangt, finden sie ein bequem gelegenes Bostamt dicht beim die Zahl der unterzubringenden Familien zu vermindern. Recht Bahnhof, wo sie ihm Briefe und Karten für Berlin und die zu charakteristisch für gewisse Sansagrarier ist es, daß nach den Er- feinem Ortsverkehr gehörigen Orte in den Kasten stecken. Der Rück fahrungen der Armendirektionen dieses Eintreten der Armenpflege schlag kommt allerdings mit den Antworten, die mit Straf für manchen Vermieter einen Aureiz bildet, schneller als sonst mit porto belastet sind. Doch wird sich das Publikum mit der Zeit der Ermission zu drohen, weil er weiß, daß die Armenverwaltung an die neuen Verhältniffe gewöhnen und richtig frantieren lernen." Der Herr Staatssekretär hätte noch einen Schritt weiter gehen und es nicht dahin kommen lassen wird. den Anwohnern der Wannseebahn empfehlen sollen, die Briefe in Das ist noch billiger. Berlin gleich den Adressaten zuzutragen. eben die Empfänger der Briefe von Berlin aus ein gleiches, dann ist auch die Frage des Strafportos aus der Welt geschafft. Nicht nur ist die Zahl der leer stehenden Kleinen Wohnungen in Charlottenburg von Jahr zu Jahr zurückgegangen, sondern auch die für die wenigen leer stehenden Wohnungen geforderten Mieten sind zum Teil so hoch, daß es für eine Arbeiterfamilie mit normalem Einkommen, wenn fie beim Vorhandensein mehrerer Kinder überhaupt auf Aufnahme rechnen tömte, nahezu ausgeschlossen ist, auf die Dauer eine solche Miete bezahlen zu können. Die Zahl der Obdachlosen ist bis in die legte Beit hinein ständig im Steigen begriffen, und diese Obdachlosen, die von der Armenverwaltung untergebracht werden mußten, sind keineswegs etwa mir folche Leute, die ohnehin der Armenpflege anheimgefallen wären, sondern es befindet sich unter den obdachlos Gewordenen eine Reihe von Familien, bei denen sich der Mann zum Teil seit einer Reihe von Jahren in fester Arbeitsstelle mit gutem Lohn befindet und durch Vorlegung seines Mietsquittungsbuches die bisherige pünkt Ii che Mietszahlung nachweisen konnte. Diese Mitteilungen der Armenverwaltung sprechen für sich selbst; fie legen ein beredtes Zeugnis ab für die Richtigkeit der Anschauung, daß unter der Herrschaft des Treillassen- Wahlsystems, das dem gemeingefährlichen Element der Hausagrarier gefeßlich die Mehrheit in den Stadtparlamenten sichert, von einer wirklich ersprießlichen Fürsorge für die arbeitende Bevölkerung nicht die Rede sein kann. Wenn solche Zustände in der zweitreichsten Stadt Preußens herrschen, wie muß es da erst in ärmeren Gemeinden aussehen! Die Sommerurlaub für Bühnenarbeiter. Im Auftrage des technischen Personals am Schiller- Theater wird uns berichtet: Die Direktion des Schiller- Theaters hat während der Sommermonate eine an den Berliner Bühnen bisher unbekannte Einrichtung getroffen, indem sie ihren Bühnenarbeitern aus eigner Entschließung ohne Kürzung des Lohnes einen Sommerurlaub gewährt. Dauer des Urlaubs richtet sich nach der Länge des Dienstalters und währt 5-8 Tage. Ermöglicht wird diese Einrichtung durch Ein ftellung von einem resp. zwei Aushilfsarbeitern. Der im vorigen Jahre eingeführte Ruhetag erleidet jedoch hierdurch feine Unterbrechung. Berlin weilen, waren Dienstagnachmittag der Einladung der Firma Etiva 150 englische Elektrotechniker, welche zur Zeit in Siemens u. Halste nach Groß- Lichterfelde gefolgt, um auf der dortigen Verfuchsstrecke der genannten Firma sich die Vorversuche zur Lösung des Problems der elektrischen Schnellbahn praktisch demonstrieren zu lassen. Bald nach 4 Uhr trafen die Herren auf dem Wannsee- Bahnhof Stegliz ein. In sechs bereit gestellten Wagen der elektrischen Straßenbahn Steglig- Groß- Lichterfelde der Firma Siemens u. Halske wurden die britischen Gäste von dort nach merkt, hatten die sachverständigen Herren von jenseits des Kanals Groß- Lichterfelde( Haltestelle Wiesenbaude) befördert. Nebenbei behierdurch Gelegenheit, auf der überhaupt ersten„ Elektrischen" Deutschlands eine Fahrt mitzumachen. Während die fremden Ingenieure sich dann von der Wiesenbaude zu Fuß nach der Umformer- Station Die Stadtverordneten Versammlung hält Donnerstagnach der Firma Siemens u. Halste begaben, fuhr neben ihnen auf den mittag 5 Uhr eine Sigung ab, auf deren Tagesordnung unter anderm Gleisen der Versuchsbahn die für die elektrische Schnellbahn eigens folgende Gegenstände stehen: Die Akten, betreffend die Wahl des konstruierte Drehstrom otomotive die Teltowerstraße entStadtrats a. D. und Stadtältesten Johannes Kaempf, Schinkel- lang hin und her und zwar unter der enormen Stromstärke von platz 2, und des Bezirksvorstehers Albert Daber, Staliger 10 000 Bolt mit fabelhafter Geschwindigkeit. Mit ersichtlich hohem straße 42, gu Stadtverordneten.- Vorschläge Aus Interesse folgten die fachverständigen Briten diesen Fahrmanövern, schusses für die Wahlen von unbesoldeten Gemeindebeamten. nach deren Beendigung die Drehstrom- Lokomotive nach der Um Berichterstattung über die Vorlagen, betreffend den Erwerb former- Station übergeführt, dort geöffnet und in ihren einzelnen Straßenland für die Zufahrtsstraßen zu der geplanten Teilen den Versammelten erklärt wurde. vont in des V Der Brücke im Zuge der verlängerten Manteuffelstraße und Ein falscher Gascontroleur treibt gegenwärtig sein Unwesen den Anlauf des Grundstücks Lausitzerstr. 28/30. Vorlagen, be- und mahnt zur ganz besonderen Vorsicht." Der Betreffende, welcher treffend die Bewilligung von Ruhegehalt und inter- in Arbeiterkleidung die Gastonsumenten der städtischen Werke aufbliebenen Versorgung für die ohne Pensionsberechtigung sucht, bezeichnet sich diesen gegenüber als Controleur, der den Gasim Dienste der Stadt dauernd beschäftigten Personen. Die Vermesser zu revidieren und das Wasser zu erneuern habe. befferung des Anlegens von Schiffsgefäßen am Ablagegrundstückstädtische Beamte" benugt dann die Gelegenheit, um sich irgendRummelsburg. Antrag von Mitgliedern der Ver- welche Wertgegenstände anzueignen und mit seiner Beute zu ver sammlung, betreffend die Uebelstände in der Straße Sieg schwinden. So stattete er auch gestern dem in der Schillingstr. 18 Georg Frehwaldt, Pankow, Floraftr. 36. mundshof. Vorlagen, betreffend die Bewilligung eines wohnenden Strumpfwaren Fabrikanten D. einen Besuch ab und stahl Zuschusses zu den Kosten der Errichtung der Personen- und Güter verschiedene Kleidungsstücke. haltestelle Teltow, den Grundstücks- Erwerbungs- Fonds, die Die Pocken in Berlin. Drei neue Pockenfälle werden geBerliner Partei- Angelegenheiten. Nachweisung der Flammen der öffentlichen Beleuchtung, sowie des meldet: Die vierjährige Tochter Charlotte der Witwe Löther vom Umfangs der Gas produktion und des Gasverbrauchs während Luisenplay 3 ging am Sonnabendnachmittag um 4 Uhr ganz gefund Achtung! Sonntag, den 14. Juli, von morgens 8 Uhr ab, des Vierteljahrs Januar- März 1901, die Festsegung einer neuen mit dem Dienstmädchen nach dem Luisenplay, spielte dort und saß findet im Schloß weißensee das Sommerfest des sechsten Fluchtlinie für die Südostseite der Alten Jakobstraße längere Zeit mit zwei andren unbekannten Kindern zusammen auf der Sebastian und der Dresdener Straße, Wahlkreises statt. Trotz des billigen Entrees von 20 Bf. ist in zwischen einer Bank. Bei der Heimkehr klagte sie über Kopfschmerzen und des Anschlußgeleises für für das Wasserwerk weitgehendstem Maße für das Vergnügen sowohl der Erwachsenen die Abänderung die Erweiterung der Dünger Verladestelle auf worden. Dieser stellte fest, daß das Kind an den Pocken leidet, als der Kinder gesorgt. Wir verweisen auf die Sonntags- Annonce. Müggelfee, die Erweiterung der Dünger Verladestelle auf Mattigkeit in den Gliedern. Es ist gestern ein Arzt zu Rate gezogen dem Viehhofe, den Vau zweier Rinderställe auf dem Viehhofe Bei der Beliebtheit, welche diese Feste des sechsten Streises sich in und den Anlauf eines an der Wullenweberstraße und der Spree und ließ es sofort in eine Anstalt bringen. Leider ist durch der Berliner Arbeiterschaft errungen haben, ist wohl ein zahlreicher belegenen Grundstücks.- Vorlage betreffend die Festlegung der Berspätung der ärztlichen Hilfe die' Krankheit in diesem Falle schon ziemlich weit vorgeschritten. Die beiden andern Fälle find Besuch zu erwarten. Bedingungen für die Wiederbefezung der Stelle des Vieh- und wieder im Norden der Stadt vorgekommen, in dem Hause Anklamermerstraße 6, das von den Häusern Elisabethkirchstr. 15 und Bernauer1 Dritter Wahlkreis. Heute abend 8 Uhr, spricht in der Schlachthofs- Direktors. Ressource, Kommandantenstraße 57, Reichstags- Abgeordneter WolfDie Aerztekammer für die Provinz Brandenburg und straße 114c, in denen in den letzten Tagen die Kinder Bluhm und gang eine über:" Politische Zeitfragen". Außerdem Diskussion. den Stadtkreis Berlin trat gestern nochmals zu einer Sigung im Müller erkrankten, nur je eine Minute entfernt ist. Hier zeigte sich Rege Beteiligung der Genossinnen und Genossen erwartet hiesigen Provinzial- Ständehause zusammen. Unter den geschäftlichen die Krankheit gestern in der Familie des Dachdeckers Grimm, die im Der Vertrauensmann. Mitteilungen, die der Vorsitzende Geheimrat Becher macht, ist be vierten Stock des Vorderhauses wohnt, morgens bei der 53/4 Jahre intereſſant, Schöneberg. Wie in Berlin und andren Orten hat sich bisher sonders sein daß Dr. Schaeffer Amt als alten Tochter Frieda, nachmittags bei einem erst acht Monate alten des auch in Schöneberg der Nebelstand herausgestellt daß eine ganze Vorstandsmitglied infolge jüngst ergangenen Kammer- Töchterchen. Die Kinder sollten gestern abend in eine Anstalt geder Anzahl Parteigenossen bei Stadtverordneten- Wahlen ihr Wahlrecht beschlusses, das Zusammenwirten Aerzten mit bracht werden. Die Mutter widersetzte sich jedoch dieser Maßregel. nicht ausüben tonnten, weil sie zwar Deutsche, aber nicht Preußen in Deutschland nicht approbierten Kollegen für standes- Die Wohnung wird daher von der Revierpolizei mit einem WarnungsWir meinen muur, weil im Steuerzahlen auch kein Unters unwürdig erklärt, niedergelegt hat. Dr. Schaeffer ist nämlich bei schild versehen. bon Von der Juwelen Diebesbande. Der unter dem Verdachtsfein die besten Echutzmittel gegen die Gefahren durch Wasser und Eugen Jänide vor den Geschworenen daselbst stand, um sich ber Teilnahme an der Verwertung des gestohlenen Gutes verhaftete Feuer find. Das Standesbewußtsein als Mittel gegen Gruben- wegen der Ermordung der Schneiderin Luise Bergner zu ver Auftionator Eisfelder befindet sich noch immer in der Unter- unfälle ist eine Idee, die der Herr Bergrat sich wohl patentieren antworten. Letztere ist, wie erinnerlich sein wird, ein Opfer des fuchungshaft. E., der sich auch gleichzeitig Tagator nennt, erscheint laffen wird. Ein Fachmann und Gelehrter sollte an solcher Phrase, trasfesten Aberglaubens geworden, den der Angeklagte in der un dadurch sehr verdächtig, daß er bei den freiwilligen Versteigerungen, die höchstens gewiffenlose Grubenbefizer entzüden tann, doch eigent geheuerlichsten, phantastischten Art zu schüren wußte. Er wußte sich die zum Teil in der Neuen Schönhauserstraße abgehalten wurden, lich keinen Gefallen finden. mit einem mystischen Halbdunkel zu umgeben und erwarb jeinen Goldsachen zu außerordentlich billigen Geboten, wie die Anklage be= Im wissenschaftlichen Theater der Urania hauptet, sogar unter Metallwert zuschlug. Der Auktionator war fo- Donnerstag, Herr Profeffor Raoul Pictet einen Vortrag:" l'oxygène dem Ei ihre Zukunft prophezeite. Die Bergner war ein besonders wird morgen, Lebensunterhalt damit, daß er seinen Kunden aus den Karten und wohl mit dem Juwelenhändler Wolf als auch mit dem angeblichen industriel par l'emploi de l'Air Liquide avec des expériments geeignetes Objekt für seinen Hokuspokus. Da sie gehört Einbrecher Ende bekannt und hat die beiden zusammengeführt. Er démonstratives"(" Die Herstellung des Sauerstoffs für industrielle Zwecke hatte, daß Jänicke in allerlei schwarzen Künsten sehr bewandert bat, da in den beiden Wolfschen Läden in der Spandauer- und unter Anwendung von flüssiger Luft") halten und u. a. über neue Methoden war und den Zauberbüchern auch die auch die Kunst entnommen Belle- Alliancestraße große Mengen gestohlener Waren nicht ohne Ge- zur Herstellung von Sauerstoff in großen Mengen, über die Verflüssigung fahr veräußert werden konnten, bedeutende poſten des Diebesgutes, von Auft fowie über ihre Deſiſſation ſprechen; Herr Profeſſor Pictet wird bindung getreten und hatte von ihm die tröstliche Gewißheit hatte, Liebe tvar fie mit ihm in Verbesonders Ringe und Diamanten, zur Versteigerung übernommen. Darstellung bringen, über die industrielle Verwertung des Sauerstoffs, über erhalten, daß sie durch seine Vermittlung sehr viel Geld würde erEisfelder ist übrigens nicht in der Lage, den Ende zu re- seine Anwendung bei der Beleuchtung und bei der Fabrikation von Wasser werben fönnen. Sie opferte zunächst das Geld für ein Lotterielos; rognoscieren, da er ihn auch nur unter diesem Namen kennen ge- gas interessante Mitteilungen geben. Der für Donnerstag bereits angesetzte der Angeklagte benutzte dieses aber zu persönlichen Zwecken und jernt hat. Vortrag Malerische Wanderungen durch die Mark Brandenburg", II. Teil, machte ihr bezüglich des angeblich angekauften Loses falsche Angaben. Arbeitslos. Die Scheu, sich seiner Frau zu offenbaren, hat Herr Professor Pictet wird seinen Vortrag am Donnerstag in französischer und war ganz felig, als ihr Jänicke die Versicherung gab, daß das Charakterbilder aus der Mark, wird dafür am Freitag gehalten werden. Dann spielte sie mit ihm zusammen in der Aachener Geldlotterie den 45 Jahre alten Arbeiter Karl Hüttner aus der Ramlerstraße 37 Sprache halten. in den Tod getrieben. Der Mann, der sich durch Erd- und betreffende Los bestimmt mit einem großen Gewinn herauskommen Bauarbeiten ernährte, hatte seit vierzehn Tagen keine Be Aus den Nachbarorten. werde, da er es Dämpfen aus Stechapfelblättern, Myrrhen schäftigung mehr. Um seine Frau das nicht wissen zu lassen, Aber der Gewinn blieb aus und Weihrauch ausgesetzt habe. ließ er sich wie früher jeden Morgen von ihr seine Zehrgroschen Neu- Weißensee, Gäblerstr. 8, 4 Treppen wohnhafte Arbeiter ein böser Geist, der Aus nichtigen Ursachen zum Mörder geworden ist der in und die bethörte Bergner ließ es sich einreden, daß irgend geben und that so, als ob er die alte Arbeitsstelle aufsuchte. Lange uwe. Mit seinem Flurnachbarn, dem Tischler Haberstroh, Hand im Spiele habe. Sie tröstete sich, denn Jänicke versprach ihr, der erst überwunden werden müsse, seine konnte diese Täuschung nicht dauern. Einmal gelang es Hüttner, sich von seinem Schwiegersohn so viel zu borgen, daß er am Bahl- hatte Huwe vor kurzer Zeit einen Wortwechsel auf dem Lauben- daß er ihr durch seine Kunst, mit den Geistern zu verkehren, im tage seiner Frau etwas nach Hause bringen konnte. Da sich das gelände an dem Lichtenberger Wege. Von Natur aus gewaltthätig Handumdrehen feine halbe Million zu ihren Füßen herbeizaubern aber auch nicht wiederholen konnte, so ging er am vergangenen veranlagt, reifte in ihm der Plan, dem in jeder Beziehung ruhigen fönne. Ende März vorigen Jahres ging dann die große GeisterSonntag schon in aller Frühe wieder weg, nachdem er ani Sonn- und besomenen abend erst sehr spät heimgekommen war. Am Montag fand man zu geben. Am Montagabend gegen 3/410 Uhr brachte Huve Bergner in aller Frühe nach dem Teufelssee verschleppt und dort Haberstroh einen gehörigen Denkzettel beschwörung am Teufelssee bei Potsdam in Scene, deren mystischromantisches Beiwerk geradezu ungeheuerlich war. Jänicke hatte die ihn in Plögensee erhängt auf. den Plan zur Ausführung. Begünstigt wurde er in Einen schweren Unfall erlitten hat gestern in Spandau feinem Vorhaben durch die üble Gewohnheit einiger Weißen- tollsten Unfug getrieben. Die Bergner mußte ihr Portemonnaie unter Assistenz seines zehnjährigen Pflegefohus Bruno Misch den ein Berliner Radfahrer. Als er in schneller Fahrt durch die Wilhelm- seer Hausbesizer, die Beleuchtung der Aufgänge und Treppen weglegen, er zog um fie einen Zauberkreis, verschwand dann auf straße kam, brach das Vorderrad und er stürzte vornüber herab; der während einiger Monate überhaupt zu unterlassen. Auch im Hause einige Minuten, um als Mönch verkleidet wieder zu kommen und Verunglückte, der ohne Bewußtsein war und aus mehreren Stopf- Gäblerstr. 8 herrschte zu dieser Zeit aus unangebrachten Spar- bereitete alsdann, wie die Geister beschwörend, die Hände wunden stark blutete, wurde von Trainsoldaten in die benachbarte samkeitsrücksichten völlige Dunkelheit. Wäre der Hausflur beleuchtet wiederholt gegen den Teufelssee aus, wobei er allerlei un Kaserne getragen, wo ihm ein Militärarzt die erste Hilfe zu teil werden ließ. Der Zustand des Verunglückten verschlimmerte sich gewesen, so wäre der Ermordete sicherlich dem Gewaltsmenschen aus Bulver ein, wonach sie einschlafen und beim Erwachen angeblich die verständliche Worte murmelte. Er gab der Bergner ein weißes bald derart, daß der Arzt die Ueberführung des schwer verletzten dem Wege gegangen. Arglos. betrat Haberstroh den zu seiner halbe Million in Gold zu ihren Füßen liegen sehen sollte. Die Mannes mittels eines Krankenwagens des Trainbataillons nach dem Wohnung führenden Treppenpodest, um dem dort lauernden Lazarus- Krankenhause in Berlin veranlaßte. Die bei dem Radfahrer bösen Nachbar in die Arme zu laufen. Einige Messerstiche und sie erwachte nie wieder. Das weiße Pulver enthielt Strychnin, arme abergläubische Person nahm das Pulver, sie schlief ein, aber vorgefundene Ausweiskarte Tautete auf den Schloffer Weller von Haberstroh war eine Leiche. Von der grenzenlosen Roheit des welches den Tod der Bergner verursacht hat. Jänicke hat die der Allgemeinen Elektricitätsgesellschaft. An dem Wiederaufkommen Mörders zeugt der Umstand, daß seiner Wut auch hierdurch noch Leiche an Ort und Stelle liegen laffen, sich das Portemonnaie und des Verunglückten, der ein Mann in den 50er Jahren ist, wird ge- nicht genügt war. Den Kopf der Leiche bearbeitete er jetzt noch in die Schlüssel der Bergner angeeignet und mit Hilfe der letzteren aus zweifelt. Er hat einen doppelten Schädelbruch, Zersplitterung des wahrhaft bestialischer Weise mit einem Knüppel, so daß das Gesicht der Wohnung der Verstorbenen Geld und Wertsachen entwendet. Unterkiefers und eine schwere Gehirnerschütterung davongetragen. heute völlig unkenntlich war. Die Festnahme des Mörders, welcher daß nicht ein geistesverwirrter Phantast, sondern ein abgefeimter BerGerade diese Thatsache brachte die Geschworenen zu der Ueberzeugung, Einen Selbstmordversuch beging gestern der Sergeant Stoof fich nach vollbrachter That in der Wohnung aufhielt, er: brecher vor ihnen stand, der den Hokuspokus lediglich als Mittel von der 4. Eskadron des 3. Garde- Ulanen- Regiments in Potsdam. folgte durch den Gendarmen Schieriz. St., der bereits im elften Jahre diente und sich bisher vorzüglich gelang es dem Beamten, Nur mit Mühe zum Zweck benutzte, und die Bergner nicht nur in fahrlässiger geführt hatte, war vor einiger Zeit in eine Schlägerei verwickelt den Mörder vor der Lynchjustiz Weise, d. h. infolge falscher Zusammenstellung des Zaubermittels", worden und wurde deswegen zu zehn Tagen Arrest verurteilt. der empörten Volksmenge zu retten. Der Erstochene hinter- sondern in selbstsüchtiger Absicht plänmäßig vom Leben zum Tode Nachdem der Sergeant den Strafantritt noch immer verzögert hatte, läßt eine Frau mit 3 Kindern im Alter von 8 Monaten, 3 Jahren befördert hatte. Der Wahrspruch der Geschworenen lautete daher follte er gestern ins Militärgefängnis gebracht werden. Kurz vorher und 7 Jahren. Huwe zeigte nach seiner Festnahme auch nicht eine auf Schuldig des Mordes und Jänide wurde am 23. Juni z um jedoch jagte er sich mit einem Revolver eine Kugel in den Kopf und Spur von Neue; er gab vielmehr seiner Freude über den gelungenen Tode verurteilt. Das Reichsgericht hat das Urteil bekanntlich aufverletzte sich so schwer, daß er in hoffnungslosem Zustande nach dem Streich unverhohlen Ausdruck. Die Leiche, welche die Nacht über in gehoben. Es ergab sich in weiterer Folge die Notwendigkeit, den Garnisonlazaret gebracht werden mußte. der Wohnung belassen war, wurde gestern nach der Leichenhalle des verfallen ist, zur Beobachtung seines Geistes zustands einer Frren Angeklagten, deffen Ehefrau inzwischen auch einer Geisteskrankheit Das Polizeipräsidium teilt mit: Einem feit längerer Zeit Gemeindefriedhofs gebracht. inhaftierten Diebe ist ein Bosten sogenannter Stabattmarten, anstalt zu überweisen. Das Urteil der Sachverständigen soll dem wie sie in verschiedenen Geschäften geführt werden, abgenommen bevölkerung ist nach den Berichten der Stadtärzte im abgelaufenen ſtande von krankhafter Störung der Geistesthätigkeit begangen hat, Der Gesundheitszustand der Charlottenburger Armen- Bernehmen nach dahin gehen, daß Jänicke die That in einen Zu worden. Die Marken sind aus gelbem Papier gefertigt und tragen Rechnungsjahr im allgemeinen günstig, zum Teil besser als in durch welchen seine freie Willensbestimmung ausgeschlossen war. Die die Aufschrift E. V. Borteilhaft 10 Berlin."" Es liegt die Ver- früheren Jahren gewesen. Besonders wird dies bezüglich des Vor- heutige Schlußverhandlung vor dem Potsdamer Schurgericht wird mutung vor, daß die Marken bei einem Diebstahle mitgestohlen sind. kommens von epidemischen und Infektionskrankheiten betont; auch daher im wesentlichen sich auf die Entgegennahme der Gutachten be= Etwaige Geschädigte wollen sich zu der Nummer 4600 IV/ 8. 01 in die Kindersterblichkeit wird als gering angegeben. den Vormittagsstunden von 8 bis 1 Uhr im Zimmer 244 II im verhältnisse werden in einigen Bezirken als im ganzen, mit einzelnen Grund des§ 51 St.-G.-B. endigen. Die Wohnungsschränken und voraussichtlich mit der Einstellung des Verfahrens auf Polizeipräsidium am Alexanderplatz oder schriftlich melden. Ausnahmen, leidlich bezeichnet, in anderen Bezirken dagegen ent- Drei höchft gefährliche russische Juwelendiebe standen Einen schweren Zusammenstoß auf der elektrischen Straßen- sprachen die Wohnungen zum Teil nicht den hygienischen Anforde- gestern wegen eines in Berlin verübten Diebstahls vor der vierten bahu gab es gestern mittag auf dem Alexanderplatz. Der rungen. Hervorgehoben wird die oft beobachtete geringe Größe des Strafkammer des Landgerichts I. Die Angeklagten waren: der Kutscher der Tarameterdroschke 8027, in der ein Herr und eine Wohnraums im Verhältnis zu der Bewohnerzahl und das enge Saufmann und Schuhmacher Aron Klein, der jegt 4 Jahre drei Dame faßen, versuchte dicht vor dem Wagen Nr. 1944 der Linie Zusammenliegen von 4-5 Wohnungs- Eingängen auf einem Monate Zuchthaus in Luckau absigt, die unverehelichte Anna Moabit- Görliger Bahnhof vorüberzukomunen. Dieser Versuch Treppenflur, das die Ausbreitung von Infektionskrankheiten, Rother, die auf 1 Jahr 3 Monate dem Zuchthause zu Delitzsch wurde ihm verhängnisvoll. Der Straßenbahnwagen faßte namentlich unter den Kindern, begünstigt. In einem Bericht überwiesen ist, und der Kaufmann Michael Misopti, der in Köln fein Gefährt, obwohl der Führer bremste, und schleifte es gegen werden die ärmlichen Wohnungsverhältnisse neben mangel eine Strafe von 5 Jahren Zuchthaus verbüßt. Auch die Mutter des hundert Schritte nach der Neuen Königstraße, da die Bremse hafter Pflege und schlechter Kost als eine der Ursachen der häufigen Angeklagten Klein, Frau Gold Klein, die zu dem Kleeblatt ge versagte. Das Pferd lag mit dem Vorderteil der Droschke Fälle von englischer Krankheit bezeichnet. Die mangelhafte Ernährung hört, sitzt zur Zeit im Zuchthaus. Sie sind offenbar aus Rußland vor der vorderen Plattform. An der Neuen Königstraße wird auch in einem andren Bericht hervorgehoben und das häufige zu dem Zweck nach Deutschland gekommen, kam nun von der Münzstraße her der Motorwagen Nr. 1368 der Vorkommen von Tuberkulose unter der Armenbevölkerung wird auf verschiedensten Orten Gold und Juwelendiebstähle zu ver Linie Hafenhaide( Fichtestraße)-Schönhauser Allee auf den Unglücks- fie zurückgeführt. In einem Bezirk ist nach Ansicht des Stadtarztes üben. Ihre Vorstrafen haben sie in Magdeburg und zug zugefahren. Vor dem Grand Hotel gab es den zweiten die Ernährung der Armen noch mangelhafter wie früber geworden Köln erlitten. In den Vorverfahren ist festgestellt worden, Busammenstoß zwischen der Droschte und dem neuen Wagen. Die und häufiger als sonst die Ursache von förperlicher Schwäche und Droschke mit dem Pferde wurde mm zwischen beide Straßenbahn- Krankheit gewesen. Auch wird auf die Schwierigkeit der Unter wagen eingeflemmt, der Kutscher vom Bock geschleudert. Die Dame bringung von Kranken wegen Ueberfüllung des Krankenhauses und fiel in Ohnmacht und mußte nach dem Grand Hotel getragen werden, auf die Ueberbürdung der Stadtschwestern hingewiesen. ihr Begleiter hatte sich ohne fremde Hilfe retten können. Der Droschkenkutscher, der zwischen beide Motorivagen gestürzt war, fam mit ungefährlichen Verlegungen davon. Er konnte sich selbst befreien. Zur Rettung seines Pferdes, das in der Angst fortwährend um sich schlug, wurde die Feuerwehr gerufen. Unterdessen griff aber schon das Bublifum träftig ein, so daß das Tier schon befreit war, als die Wehr anfam. Es hatte bedeutende Verlegungen an einer Seite und an den Beinen erlitten. Die Droſchke war ebenfalls arg mit genommen. Der Verkehr wurde für längere Zeit unterbrochen. An der Unglücksstelle sammelte sich eine ungeheure Menschenmenge, die Miene machte, den Straßenbahnfahrer zu Ihnchen". Die Polizei mußte fie in Schranken halten. Den Fahrer trifft nach den Zeugen aussagen keine Schuld, da er zwar aus Leibeskräften bremste, die Bremse jedoch versagte. " Ertrunken ist gestern nachmittag 5/2 Uhr der 13 jährige Sohn des Arbeiters Vogt aus der Neuen Friedrichstraße. Er badete mit andren Knaben hinter dem Hause Stralauerstraße 40 in der Spree, wo er plötzlich vor den Augen seiner Kameraden versant. Da keine Hilfe zur Stelle war, ertrank der Knabe; feine Leiche wurde bald aufgefunden und nach dem Schauhause gebracht. Die Beduinen im Zoologischen Garten treten Donnerstagabend ihre Reise nach Kopenhagen an. Bemerkt sei, daß Schüler für den Preis von 10 Pf. zu den Wüstensöhnen Zutritt haben. 11117 int den und daß die Gaunerbande immer nach derselben Methode arbeitet: sie betreten gemeinschaftlich ein Juwelengeschäft, zwei von ihnen beschäftigen den Verkäufer, bei dem sie die Vorlegung von Brillants nadeln und andren Wertsachen verlangen und der dritte benutzt die Schwere Gewitterregen find Montag in unmittelbarer Nähe Zeit, in welcher ihm keine besondere Beachtung geschenkt wird, um Berlins herniedergegangen, während in unsrer Stadt selbst gegen Etuis und Juwelen zu estamotieren. So haben sie es in Magde4 Uhr nachmittags nur ein ganz leichter Regenfall stattgefunden hat. burg und auch in Köln gemacht. In Köln haben sie bei dem Namentlich sind Treptow und Grünau start mitgenommen worden. Juvelier Peters ein Etuis mit Brillantnadeln erbeutet. Eine von Die Treptowver Chaussee war dermaßen überschwemmt, daß der Peters ergangene Warnung vor den Angeklagten ist hier in Berlin Straßenbahnverkehr für einige Zeit eingestellt werden mußte. leider etwas zu spät eingetroffen, denn sie hatten schon Berlin ihren Nen- Weißensee. Auf der Tagesordnung der Sigung der Besuch abgestattet und hier genau in derselben Weise wie in MagdeGemeindevertretung stand zunächst die Wahl von fünf Kreistags- burg und Köln operiert. Am 10. Oktober erschienen fie in dem Abgeordneten. Die Mehrheit der Vertretung hatte dieser Wahl im Juweliergeschäft bon Alex Wolff, Friedrichstraße 160 geheimen schon vorgearbeitet; die Zahl sechszehn( die Zahl der ließen sich Brillant- Ohrringe vorlegen. Der Verkäufer holte folche Mehrheit) spielte hierbei eine ganz merkwürdige Rolle. Wie am aus dem Schaufenster und ließ die von dem Schaufenster nach dem Schnürchen vereinigten sich bei jedem Wahlgange diese Stimmen Laden führende Thür offen stehen. Während zwei der Kauflustigen auf einen Anhänger der Mehrheit, die sieben Mitglieder der Minder- um die Brillanten feilschten, muß der Angeklagte Klein Gelegenheit heit blieben unvertreten. Es mag vorher nicht geringe Mühe gefunden haben, unbemerkt einen fühnen Griff in den Schaufenstergemacht haben, der Mehrheit die Reihenfolge der zu schreibenden Raum zu thun. Die Angeklagten fanden schließlich angeblich nichts Namen beizubringen. Gewählt wurden Gemeindevorsteher Feldt- Passendes und verließen das Geschäft, ohne etwas gekauft zu haben. mann, Fabrikbefizer Henniger, Zimmermeister 8 ipprich, Bald darauf vermißte man aus dem Schaufenster einen Ständer Kaufmann Heidemann, Kontrolleur Rothe. Fast durch mit Krawattennadeln im Werte von 1400 M. Als die Angeklagten weg entfielen auf Rentier Kühn 4 und auf Gersten- in Magdeburg abgeurteilt wurden, war auch der Verkäufer des berger( Soc.) 3 Stimmen. Wiederholt ist die Frage der Juveliers Wolff als Zeuge zum Verhandlungstermin geladen worden Eingemeindung Weißensees zu Neu- Weißensee behandelt worden. und hat dort seiner bestimmten Ueberzeugung Ausdrud ver Auch in dieser Sizung wurde erneut und zwar einstimmig die liehen, daß die drei Angeklagten mit den am 10. Oftober im Bereitwilligkeit der Gemeindevertretung Neu- Weißensees zu diesem Wolffichen Juwelierladen erschienenen Personen identisch seien. Die Schritt in folgendem Beschlusse ausgedrückt:" Die Gemeinde- Angeklagten bestritten entschieden, den Diebstahl begangen zu haben, Vortrag in der Feuerschutzausstellung. Professor Dr. H. vertretung wird sich einer Einverleibung Weißensees, sobald diese die beiden ersten Angeklagten leugneten, überhaupt in Berlin gewesen Wedding hielt in der Internationalen Ausstellung für Feuer- bebufs gemeinsamer Erlangung der Stadtrechte vor sich geht, nicht zu ſein. Sie bestritten auch, einer internationalen Gaunerbande schutz und Feuerrettungswesen Berlin 1901" einen gemeinverständ- hinderlich zeigen und thunlich st den Wünschen Weißensees ent- anzugehören; nach ihrer offenbar erfundenen Darstellung wollen sie lichen Vortrag über den Schuh des Kohlen Bergmannes gegenkommen." von Rußland weggegangen sein, um teils in England, teils in gegen Feuer und Wassersgefahr. In der Einleitung Die vom Gemeindevorsteher aus amtlichen Rücksichten nur Amerika Beschäftigung zu suchen und der reine Zufall soll sie angab Redner einen Ueberblick über die dem Bergmann überhaupt verblümt angedeuteten weitergehenden Wünsche" der über fleinliche geblich in Bremen zusammengeführt haben. drohenden Gefahren, erörterte die Geologie unsrer Erde und die Bedenken erhabenen Gemeindevertretung Weißensees wurden worden, daß die Arbeitsverhältnisse in England und Amerika sehr un Entstehung der Erz- und Kohlenlagerstätten an der Hand von Wand- viel betrittelt und belacht; ein böswilliger Spötter behauptete günstig seien und so seien sie denn zusammengeblieben.- Der Staatstafeln. Die Erläuterung der Vorrichtungen des Bergbaus zur allen Erustes, daß einem gewissen Tiere an jedem Tage der Heu- anwalt hielt es für zweifellos, daß die Angeklagten eine Gannerbande Gewinnung der Erze und Kohlen( Schächte, Strecken, Stollen) gab genuß das Höchfte sei!" bilden, deren Haupt Wisoyky darstelle. Er beantragte gegen den Veranlassung zu dem Vergleich der Tiefe Vergleich der Tiefe der Bergwerke Unser Nachbarstädtchen Teltow soll nun endlich auch die letzteren, der sich in Magdeburg noch eines Widerstands gegen einen gegen den Halbmesser unsrer Erde( noch nicht 1/3000). Der Vor- lang erstrebte Eisenbahn- Haltestelle bekommen. Diese soll Gefangenenaufseher schuldig gemacht hat, 5 Jahre 3 Monate tragende ging dann auf den ersten Hauptteil seines Vortrags, das an der Bahnstrecke Berlin- Halle mit Genehmigung des Miniſters der 3 Jahre Zuchthaus und je 3 Jahre Ehrverlust und wollte Zuchthaus, gegen die beiden andren Angeklagten je Waffer über, erläuterte deffen Ursprung in den Bergwerken, deffen öffentlichen Arbeiten, falls die Interessenten die kosten eine Zusammenziehung mit den in Magdeburg und Köln ausBewältigung durch Stollen und Pumpwerke, deffen plögliche Durch aufbringen, errichtet werden. Die Stadtgemeinde Teltow hat brüche und das Abschneiden der Bergleute von den Ausgängen durch dem Eisenbahnfistus ichon 15 000 m. bar gezahlt, während der gesprochenen Strafen einem späteren Verfahren vorbehalten wissen. das Aufgehen der Wasser, sodann den Schutz vor solchen Durch erforderliche Grund und Boden im Wert von 10 000 M. schon von Rechtsanwalt Leonh. Friedmann bezeichnete es als einen brüchen durch Verbohren, Verdämmen und Anordnung unterirdischer den angrenzenden Befizern zur Verfügung gestellt ist. Die Haltestelle besonderen Nachteil für die Angeklagten, daß fie für BandenPumpen mit ausreichenden Sümpfen. Im zweiten Hauptteil foll unmittelbar au der Kreuzung der Anhalter Bahn und der diebstähle gewissermaßen in drei Katen abgeurteilt würden. In der wurde das Feuer behandelt, die Art der Luftströmungen( frische, Mahlower Chaussee an der Grenze des städtischen Rieselgutes Sache selbst sei die Rekognition der Angeklagten nicht sicher genug, schlechte matte, böse Wetter); der Vortragende ging dann auf Heinersdorf errichtet werden. Der Gerichtshof hatte Wegen der Vorteile für die Riesel- um deren Verurteilung zu rechtfertigen. die Ursachen von Grubenbränden durch Anbrennen der Zimmerung, güter dort will der Magistrat von Berlin mit Zustimmung der bezüglich der Identität der Angeklagten keinen Zweifel und ver durch Entzündung von schlagenden Wettern und Kohlenstaub, Stadtverordneten ebenfalls 3000 M. zu den Kosten beitragen. urteilte, unter Einbeziehung der in Magdeburg und Köln erkannten durch Selbstentzündung der Kohlen über, beleuchtete den Schuß das Strafen: gegen Klein 5 Jahre Zuchthaus, gegen die gegen durch elektrische Beleuchtung, Sicherheitslampen, Reinlichkeit, Rother 4 Jahre Zuchthaus, gegen Wisopky 6 Jahre zeigte, wie das Löschen mit Wasser wenig Erfolg habe, dagegen das 6 Monate 8uchthaus, außerdem Ehrverlust auf je 5 Jahre Absperren durch Mauern oder Wagnersche Wände das einzige Schutz- Der letzte Aft der Tragödie vom Teufelsfee soll sich und Polizei- Aufsicht. mittel sei. Am Schlusse hob er hervor, daß die Eigenschaften des nun heute, Mittwoch, vor dem Schwurgericht in Potsdam abspielen. Bergmannes: Mut, Gottvertrauen, Standesbewußt- Es ist jegt gerade ein Jahr her, als der jegt 25 jährige Töpfer Gerichts- Beitung. Unter der Beschuldigung, im Jähzorn ihren Mann er schlagen zu haben, stand gestern die Frau Emilie Fehse, geb. Wandile, vor dem Schwurgericht des Landgerichts I. Die auf sieben Personen erftredt habe. Dieser Vorwurf sei indessen ein Angeklagte lebte mit ihrem Manne, dem Fabritarbeiter Fehse, in unberechtigter. Die Gemeinde Prag läßt aus Anlaß der Dreihundertfahr Es sei nicht Sache des Gerichts, das erforder- Feier des Todestages Tycho Brahes seine in der Teinkirche bes sehr unglücklicher Ehe. Nach ihrer Behauptung soll der Grund liche Material herbeizuschaffen, sondern Aufgabe der Stadt- findliche Grabstätte wiederherstellen. Bei der Aufdeckung der Gruft Hierzu in schlechten Charaktereigenschaften des Mannes, nach der verordneten- Versammlung sei es, nähere Behauptungen aufzustellen fand man zwei Särge, die unzweifelhaft die leberreste Brahes und Behauptung ihrer Hausgenossen in ihrer Herrschsucht und ihrem und speciellere Angaben zu machen. Der Bezirksausschuß seiner drei Jahre nach ihm verstorbenen Gattin enthalten. Beide Jähzorn gelegen haben. Der Mann, schwächlich und etwas ver- habe mir die Pflicht, eventuell Beweis zu erheben, ob die Leichen sind noch gut erhalten, insbesondere Brahes Bart; auch ängstigt, soll nach der Darstellung der Nachbarsleute von der Frau einzelnen bestimmten Angaben auf Wahrheit beruhten. Gewand, Barett und die hohen Schaftstiefel Brahes sind ununerträglich drangsaliert und wiederholt mit Zuckerhammer, Reibe- Solche näheren Angaben seien, abgesehen von den sieben Namen der zerstört. Versammlungen. Marktpreise von Berlin am 23. Juni 1901 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. D.- Ctr. Kartoffeln, neue, D- Ctr. Welgen, gut " Roggen, gut " * Gerste, gut So. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter 7, mittel gering " Nindfleisch, Keule 1 kg 5, 1,60 1,20 1,30 1." " " " 1,60 1,20 mittel gering 1,60 1,10 " " 1,60 1,10 " 9 " " mittel " gering 16, 14,80 13,70 13,60 12,50 16,20 15,40 14,90 2,60 2, Eier 60 Sint 3,60 2,20 mittel gering 15,30 14,50 14,40 13,70 Starpfen Aale Bander 1 kg 2,50 1,20 " " 2,80 1,20 Hechte 2,40 1,20 " Barsche 1,80 0,80 " Schleie 2,50 1,20 25, Bleie Krebse per Shot 18, 1,40 0,60 3, safer, gut " keule und dergleichen bedroht worden sein. Es kam in der vernommenen Zengen, nicht gemacht worden. Im übrigen führe eine Wohnung der Angeklagten sehr häufig zu den lärmendsten Auf- Wahlbeeinflussung air fich noch nicht die ungültigkeit einer Wahl Montagabend in der Kaserne am Boulevard de La Tour Maubourg Ueber eine Explosion wird aus Paris berichtet. Als tritten, so daß die Nachbarn mehrfach energisch dazwischentreten herbei. Es müsse dargethan werden, daß ohne die unzulässige der diensthabende Korporal die Thür eines Schuppens schloß, in und Nuhe gebieten mußten. Wie gestern einige Zeugen Wahlbeeinflussung das Resultat der Wahl leicht ein andres hätte fein dem Patronenkisten aufbewahrt werden, erfolgte eine furchtbare behundeten hat die Frau bei solchen Gelegenheiten tönnen. Bei dem Stimmverhältnis von 108 zu 37 fehle hierfür jeder Explosion, durch welche der Korporal verlegt wurde und die im ganzen oftmals die bösartigsten Drohungen gegen ihren Ehemann Anhalt. ausgestoßen. Am 11. April abends hörten die Nachbarn wieder aus Invaliden- Viertel verspürt wurde. Die Ursache der Explosion ist der Wohnung der Angeklagten übergroßen Lärm heraustönen und unbekannt. zivar hörte es sich so an, als ob die furchtbar schimpfende Frau ihren Mann fortgesetzt gegen die Thür stieß. Endlich erlangte einer Die Herren- Maßschneider Berlins hielten am Montag eine der Hausbewohner Eintritt in die Küche und fah deutlich, daß die start besuchte Versammlung im Friedrichstädtischen Stafino" ab, in Frau mit einem Theekessel, den sie in der Hand hatte, auf den der der Vertrauensman Ritter über die Einflüsse des ArbeitgeberMann eingeschlagen haben mußte. Sie gab dies auch zu und be- Verbandes auf die Lohn- und Arbeitsverhältnisse und die den hauptete, daß der Mann sie dazu gereizt habe. Letzterer wankte, Arbeitern daraus entstehenden Verpflichtungen referierte. Der Redner indem er etwas vor sich hin nurmelte, zu einem Schemel und fam zu dem Schluß, daß die gelegentlich der verflossenen Lohnfeste fich dort nieder." Etwas später sahen ihn Hausbewohner bewegung in Berlin gegründete Unternehmer- Vereinigung der ohne jede auffallende Begleiterscheinung das Haus verlassen. Herren- Maßbranche, die nun über ganz Deutschland verbreitet Etwa nach zwei Stunden fant er in der Stargarderstraße werden soll, keinesweg geeignet ist, die verschiedentlichen, die plöglich zur Erde, er verfiel in epileptische Krämpfe, mußte in be- Bekleidungsindustrie schwer schädigenden Mißstände zu beseitigen, wußtlofem Zustande nach dem Krankenhause geschafft werden und ist sondern daß diefelbe, nach den Mustern andrer Scharfmacherverbände, daselbst noch in derselben Nacht gestorben. Nach dem überein- fich namentlich gegen die Arbeiterschaft richtet und daß es demgegenstimmenden Gutachten des Anstaltsarztes Dr. Statiche und der über die Pflicht aller Kollegen sei, sich einheitlich zu organisieren, Nichtftrob Gerichtsärzte, Sanitätsrat Dr. Mittenzweig und Dr. Störmer, Sonderorganisationen zu vermeiden und mit aller Energie ihre Hen ist der Tod infolge eines Schädelbruchs und einer dadurch ver- Interessen zu vertreten. 40, Eine Diskussion über den mit lebhaftem Erbsen ursachten Gehirnblutung eingetreten. Die Sachverständigen hielten Beifall aufgenommenen Vortrag wurde nicht beliebt. Speiset ohnen 45, 25, den Schlag mit dem Theekessel, den der Verstorbene gegen den Kopf Bom Verband deutscher Schneider und Schneiderinnen( Filiale Linsen 65, 30, erhalten, für die wahrscheinliche Veranlassung zum Tode, erklärten auf Berlin) werden zur Zeit Fragebogen ausgegeben, um die Lohn- und * Frei Wagen und ab Bahn. Befragen aber auch die Möglichkeit nicht für ausgeschlossen, daß die Arbeitsbedingungen in den einzelnen Geschäften der Berliner Herren- Produktenmarkt vom 25. Juni. Der heittige Getreidemartt Schädelverlegung durch einen Fall verursacht sein könnte.-Staatsanw. Maßbranche zu ermitteln. Es ist unbedingt notwendig, daß diese zeigte anfänglich ziemlich feste Tendenz, die sich nachher aber abschwächte, Braut beantragte, die Angeklagte auf Grund ihres eignen Fragebogen von allen in Betracht kommenden Arbeitern genau ba sowohl aus New York wie Chicago schwache Notterungen gemeldet Zugeſtändnisses der Körperverlegung mit tödlichem Ausgange schuldig beantwortet werden, da hierdurch auch der Beweis erbracht werden wurden. Writtags gaben die Preiſe noch weiter nach, da auch Deſtreichzu erklären und ihr mildernde Umstände zuzubilligen. Rechts wird, daß die von den Unternehmern aufgestellten Behauptungen dem Getreidemartie die Katastrophe der Leipziger Bant aus. Das Geschäft Ungarn und Liverpool niedriger tamen. Bedeutenden Einfluß übte auch auf anwalt Plonster empfahl die letzteren dringend und gab zur über den hohen Verdienst und die übertriebenen Forderungen der war sehr gering und allenthalben zeigte sich große Zurückhaltung. Die Erwägung anheim, ob der Verstorbene innerhalb der längeren Zeit, Schneider der Wahrheit durchaus nicht entsprechen. Preise für Weizen stellten sich 1/2 M., die für Roggen durchweg etwa 3/4 M. die nach der Körperverlegung durch die Frau vergangen war, nicht Die Möbelpolierer hielten am Montag eine stark besuchte Ver- niedriger als gestern. Aus Amerita wird noch berichtet, daß die sichtbaren doch auf andre Weise zu Schaden gekommen sein könne. Die sammlung ab, um über die Beseitigung der Mißstände in ihrem Borräte in den Bereinigten Staaten nm 2 Millionen Bushels abGeschworenen gaben ihren Wahrspruch nur auf Schuldig der Körper- Berufe zu verhandeln. Stob. Weber referierte über die Ab- genommen haben. Mehl war matt. Hafer lag bei etwas lebhaftem Handel verlegung mittels gefährlichen Werkzeugs ab. Das Urteil lautete machungen mit der Freien Vereinigung der Holzindustriellen von nachlässigt. Rüböl 20 Pf. niedriger. ziemlich behauptet. Mais in guten Qualitäten wie gestern, schlechter verauf ein Jahr Gefängnis. 1899 und über die Beseitigung der Ueberstunden, ins- Spiritus unverändert gegen die letzte Notiernng, die am Freitag Die Kölner Sternberg- Affaire. Aus Köln wird vom besondere bei der Firma 3 elder u. Plathen. Obwohl vorgenommen wurde, 70er loco 43,30 Wt. Dienstag berichtet: Die hiesige Straffammer verurteilte nach drei nicht mir diese sondern auch die meisten andren Firmen tägiger Verhandlung den Großlaufmann Salomon, ein Mitglied der Berliner Einigungsamt mit den Arbeitern eine Vereinbarung über im September 1899 wie auch im März 1900 bor dem sogenannten Kölner Sternberg Gesellschaft, zu acht Monaten Ge- eine Arbeitszeit von 52 Stunden bei 21 M. für Ausgelernte, 24 M. fängnis. Salomon wird beschuldigt, eine Anzahl bereits in früheren für Grundierer, 27 M. Mindestlohn für geübte Arbeiter pro Woche Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. Brozessen genannter Kinder zu unzüchtigen Handlungen verleitet zu getroffen, habe man die gegenwärtig schlechte Geschäftskonjunktur haben. In fünf Fällen wurde ihm dies nachgewiesen. Ein Antrag dazu benugt, längere Arbeitszeit und schlechtere Bezahlung ein Waldläufers nicht erforderlich. Wenden Sie sich an eine Oberförsteret. auf vorläufige Haftentlaffung wurde abgelehnt. Zu den nächsten Tagen wird sich wegen desselben Verbrechens der Millionär Commans zuführen. Jufolge der der großen Arbeitslosigkeit haben sich Die städtische Desinfektionsanstalt, Grünauerstr. 23/24, übernimmt die Deszu verantworten haben. In die Kölner Sternberg- Prozesse sind überwiegend unorganisierte Arbeiter leider bereit gefunden, infizierung von Krankenzimmern sowie der von Krauten benutzten Sachen. insgesamt 60 Personen verwickelt, die von Fall zu Fall abgeurteilt Redner empfahl eine Resolution des Inhalts, daß alle Gebühren tönnen auf Antrag ratenweise bezahlt oder im Armutsfall ganz den Zumutungen der Unternehmer Der Ueber die Preise giebt der in der Anstalt aushängende Tarif Auskunft, die Ungültige Bestimmung einer Verfrommungs- Verordnung. Unternehmern getroffenen Vereinbarungen bestrebt zu sein, keine G. G.. b. S., NW., Sidingenftr. 7. erlassen werden. Möbelpolierer verpflichtet sind, für Aufrechterhaltung der mit den E. 5. 26. Wenden Sie sich an den Berliner Spar- und Bauverein, Gegen die Oberpräsidialverordnung vom 22. August 1900, die die Ueberstunden zu leisten und sich der Organisation anzuschließen. äußere Heilighaltung der Sonn- und Feiertage zu schüßen bestimmt ist. Nach lebhafter Diskussion gelangte die Resolution einstimmig zur sollten sich die Leiter der Harburger Feuerwehr vergangen Annahme. haben. Sie hatten ein geschlossenes Tanzvergnügen veranstaltet, das Sonnabends begann und bis zum Sonntag früh 3 Uhr dauerte. Die angezogene Verordnung bestimmt nun u. a.:" Tanzmusiken, Bälle und ähnliche Luftbarkeiten dürfen in öffentlichen Gast-, Schank- und andren öffentlichen Vergnügungslokalen an Sonnabenden nicht über 12 Uhr nachts hinaus dauern." Die Angeklagten wurden in allen Instanzen freigesprochen. Das Kammergericht führte begründend aus: Die citierte Bestimmung sei rechtsungültig, denn sie könne nicht als ein berechtigter Schutz der äußeren Heilighaltung des Sonntags angesehen werden. Die religiöse Feier des Sonntags beginne erst mit Sonnenaufgang, nicht schon nach 12 Uhr nachts, so daß jenes Verbot hinfällig sei. Was die in der Revisionsinstanz aufgeworfene Frage angehe, ob Verordnungen über die äußere Heilig haltung der Sonn- und Festtage sich überhaupt auf geschlossene Gesellschaften erstrecken könnte, so sei diese zu bejahen. Es sei werden. das an sich zulässig. sich zu Gehilfen Charlottenburgs. Generalversammlung am Donnerstag, den Verband deutscher Barbier, Friseur- und Verrückenmacher: 27. Juni, abends 10 Uhr, Bismarckstr. 34. Sizung jeden Donnerstag, abends 9 Uhr, bei Fischer, Waldstr. 8. Gäste „ Es werde Licht!" Verein zur Unterhaltung und Belehrung. willkommen. Vermisites. -Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, B. N., Berlin. Eine besondre Vorbildung ist für das Amt eines Königsberg, Gumbinnen, Danzig, Berlin, Frankfurt a. D., Lübben, Stettin, M. M. 1. Ausbildungsinstitute für Hebammen befinden sich in: Greifswald, Breslau, Oppeln, Posen, Magdeburg, Wittenberg, Erfurt, Marburg, Trier. Die Anstalten in Lübben, Paderborn, Köln und Trier Baderborn, Kiel, Aurich, Celle, Hannover, Hildesheim, Osnabrück, Köln, sind städtische, die audren staatliche. 2. Die Genehmigung zur Zulassung einer über 30 Jahre alten Person soll nur selten( nur dann, wenn eine werden. jüngere gleich Qualifizierte unter feinen Umständen zu ermitteln ist) erteilt Zuständig für die Genehmigung ist der Regierungspräsident, in Berlin der Polizeipräsident und für die über 35 Jahre alten Personen der Kultusminister. Witterungsübersicht vom 25. Juni 1901, morgens 8 Uhr. F. B. Der außercheliche Erzeuger hat auch dann Alimente zu zahlen, wenn die Mutter seines Kindes sich weigert, ihn zu heiraten.- Gerichtstr. Wenn Sie zur Bestellung eines Jahrgangs der Druckschrift, D. B. g. d. H." tötlichem Ausgange wird dem„ Berliner Tageblatt" aus Deutsch dem Reisenden Ihre Adresse aufschreiben, veranlaßt sind, und diesen Schießprügelei. Von einem schweren Pistolen duell mit durch Vorspiegelung des Reisenden, daß Sie nicht bestellen, sondern lediglich Strone und Umgebung Meldung gemacht. Danach hat auf dem Betrug beweisen tönnen, jo sind Sie zur Abnahme nicht berRittergut off städt am vergangenen Sonnabend, nachmittags pflichtet. Ferner sind Sie zur Abnahme nicht verpflichtet, wenn die in 6 Uhr, ein Pistolenduell zwischen dem Rittergutsbesizer Lieferungen erscheinende Druckschrift nicht auf jeder einzelnen Lieferung an v. Hartmann und dem zur Vertretung des Amtsgerichtsrats Sonst würden Sie zur Abnahme des Jahrgangs bezichentlich zur Bezahlung einer in die Augen fallenden Stelle den Gesamtpreis enthält(§ 56 G.-D.) Thiegler zur Zeit in Dt.- Krone stationierten Gerichtsassessor des wertlosen Erzeugnisses verpflichtet sein. Bei den letzten Stadtverordneten- Wahlen in Wriezen war Bandelo w aus Schneidemüht stattgefunden. Bandelow wurde K., Charlottenburg. Ja. der Schlossermeister Rupprecht mit 108 gegen 37 Stimmen ge- am Schulterblatt und Oberarm schwer verwundet. Erst am wählt worden. Die Wahl wurde wegen Wahlbeeinflussungen Sonntagmorgen nach dem Krankenhause in Dt.- Krone geschafft, durch Polizeibeamte von der Stadtverordneten- Versammlung erlag er bald nach der Einlieferung seiner Wunde. v. Hartfür ungültig erklärt. Rupprecht klagte darauf beim Bezirksausschuß, mann ist nicht verlegt worden, weil Bandelow seine Waffe a b vor dem der Vertreter der Stadtverordneten- Versammlung auf die sichtlich auf die Erde gerichtet hatte. Anlaß zu dem Duell Klage erwiderte, drei Polizeisergeanten hätten in unzulässiger war ein Hotelstreit. Auf eine Aeußerung des hochagrarischen Weise für den Kläger agitiert und eine Reihe von Wählern be- Junters: er trinte nur französische Weine", erwiderte nämlich einflußt. Die Agitation sei von den Beamten in Uniform während Bandelow: Und das sind die notleidenden Agrarier!" Das Ritterder Dienststunden betrieben worden. Der Bezirksansschuß vernahm gut Hoffstädt, wo das Duell stattfand, ist Befigtum v. Hartmanns. fieben vom Vertreter der Beklagten namhaft gemachte Leute über Nach einer zweiten Version soll auch Rittergutsbefizer v. HartDas Verhalten der Polizeibeamten und erklärte dann die Wahl Rupprechts mann leicht verlegt sein. für gültig. Die Berufung der Stadtverordneten- Versammlung wurde vom Ober Verwaltungsgericht mit folgender Begründung verworfen: Die Stadtverordneten- Versammlung fühlte sich dadurch beschwert, daß der Bezirksausschuß nicht ihrer Behauptung näher getreten sei, daß sich die Agitation der Beamten auf viel mehr als Steinbildhauer! Donnerstag, den 27. Juni, abds. 8 1hr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal 3! Branchen- Abend. Tages Ordnung: 1. Geschäftliches. 2. Centralverein, Lokalverein oder Steinarbeiter: Verband? 3. Budenberichte und Verschiedenes. Kollegen! Erscheint Mann für Mann! 21/1 Die Kommiffion. Achtung, Maurer! Auf dem Bau des Unternehmers Quick in Marienfelde wurde bis gestern der Mehrzahl der Kollegen ein Lohn von 60 Pf. gezahlt. Am Freitag hatte die Achtzehner Kommission dazu Stellung genommen und den p. p. Quick nochmals aufgefordert, den Vertragsbestimmungen nachzukommen. Nachdem derselbe cine bejahende Erklärung zur Innehaltung des Vertrages bis gestern Mittag nicht gegeben hatte, wurde um diese Zeit die Sperre über diesen Bau von uns verhängt. Wir ersuchen um Fernhaltung des Zuzugs. 143/3 Die Verbandsleitung. J. A.: Karl Panser. Ausverkauf aus der chen H. Schlesinger Ronkursmasse Erste Berliner Patent- Schlafmöbel- Fabrik Spandauerstraße 48, am Molkenmarkt. Für Sommerwohnungen ist noch ein bedeutender Posten zusammenleg barer Polsterbetten, Chaiselongues Betten, Bettstühlen und Bett: Sofas mit und ohne Raum zum Aufbewahren der Betten in solider Ausführung vorhanden, welche zu [ 17952* billigsten Preisen verkauft werden sollen. 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Für die vielen Beweise der Teilnahme bei der Beerdigung meiner Konsum- Verein. vergeblichen Frau, sage ich allen Abt. IV. Rummelsburg- Stralau. Donnerstag, 27. Juni, abds. 81/2 Uhr, Restaur. Wwe. Schonert in Stralau: Mitglieder- Bersamminng. Tagesordnung: 1. Vortrag über Genossenschafts: wesen. 2. Diskussion. 3. Wahl des Obmanns, Schriftführers und der Vertrauensleute. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. aufgenommen. Mit: Freunden und Kollegen, insbesondere Herrn Nürnberger sowie dem Handschuhmacherverein meinen herzlichsten Dant. 2065b Karl Wilde nebst Kindern. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise herzlicher Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau, Mathilde Nitschke, fagen allen Bekannten und Genossen unsren herzlichen Dank. Die trauernden Hinterbliebenen. glieder werden in der Bersammlung Charlottenburg. Gäste willkommen. 263/5 Der Vorstand. Hiermit nehme ich meine Beleidi gungen gegen Herrn und Frau Wagner, Bremerstr. 72, zurück und erfläre dieselben für ehrenhafte Leute. 2066b* Frau Kowalski, Beusselstr. 56. M. Schmerberg[ 12492* Wilmersdorfer- Strasse 127, Uhrmacher und Goldarbeiter. Großes Lager von Uhren und Goldwaren zu äußerst billigen Preisen. Optische Artikel. Ohrlöcher werden schmerzlos gestochen Brauerei Germania Actien- Gesellschaft Berlin O., Frankfurter Allee 53. Teleph. Amt VII. 2645. 1865L*] empfiehlt für M. 1,50 frei Haus: 15 Flaschen Tafel- Weissbier 20 1 To. M. 1,75. dopp. Weissbier 1/16 To. M. 0,90. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 26. Juni. Urania Central- Theater. Metropol- Theater. Ostbahn- Park. Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Unser Rhein. Im Hörsaal: Heute Anfang 8 Bum 676. Male: In erster Besetzung: Mittwoch, den 26. 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