Nr. 147. Abonnements- Bedingungen: 3 Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mis tlluftrierter Sonntage Beilage, Die Neue Welt" 10 Bfg. PoftAbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Poft- Beitungss Preisliste für 1901 unter Mr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montage. we have them 18. Jahrg. Vorwärts C Berliner Volksblatt. sid ellat Dte Insertions- Gebaye beträgt für die fechsgespaltene Kolonets geile oder beren Raum 40 fg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Kleine Anzeigen" jebes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Befttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- breffer Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Mit dem 1. Juli 1901 eröffnen wir ein neues Abonnement auf den ,, Vorwärts" mit seinem wöchentlich fünfmal erscheinenden Unterhaltungsblatt und der Sonntags- Beilage ,, Die Neue Welt". Im Unterhaltungsblatt wird Zolas Roman „ Arbeit" weiter geführt. Neu eintretende Abonnenten erhalten den bisher erschienenen Teil dieses Romans kostenlos nach geliefert. Donnerstag, den 27. Juni 1901. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. großen Gedanken des 19. Jahrhunderts, in den beherrschenden wiffen- gleich der Biffern berücksichtigen, daß sich der Eisenbahnbau während schaftlichen Gedanken der Evolution", der Entwicklung eingeführt. der früheren Gründer- era in den Händen des Privatkapitals Sie kritisieren seitdem als Bioniere einer höheren Stufe befand, während er jetzt nur in Form von Staatsanleihen an die der Wirtschaft, sie wollen über die tapitalistische Börse tommt. Epoche hinaustommen. Wohl macht die agrarische Rohorte auch jetzt eine Anläufe, um Diese beiden, einander so ganz entgegengesetten mit ihrer Art von Kritik die Krisenvorgänge zu behandeln. Aber Richtungen der Kritik mögen in der Behandlung von sie ist lendenlahm. Ihre politischen Verbündeten aus der Einzelheiten sich manchmal begegnen, wie in ihrem Industrie hängen ihr an den Rockschößen. Umsonst ber gemeinsamen Widerwillen gegen die Excesse des Kapitalismus. Aber sucht sie zween Herren zu dienen mit den Kohlenes liegt auf der Hand, daß sie trotzdem entgegengesezte wucherern Politik, Bölle, anti- sociale Gesetze zu machen und Bole der Wirtschaft sind. Nur sorgt die tapitalistische den Kohlenwucher zu bekämpfen. Die reaktionäre Kritik ist matt Für Berlin nehmen sämtliche Zeitungsspediteure, Wolfswirtschaft selbst dafür, daß dieser Gegensatz Gegensatz ihrer und traftlos. Um so energischer wird die socialistische Kritik geführt sowie unsre Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum Kritiker aus der Welt verschwinde. Jeder Aufschwung bringt werden, die heute mit ganz andren Waffen bereit steht, um die monatlichen Preise von eine gewaltige Verschiebung der Erwerbsklassen zu Ungunsten kapitalistische Erwerbsverfassung des Wahnsims einer Anarchie zu der rückständigen. Die Industrialisierung der Bevölkerung hat überführen, die ihre planlose Wirtschaft, ihr Schwanken zwischen bekanntlich in Deutschland in den letzten fünf fetten Jahren so Schwindel und Krach den Menschen als die beste aller möglichen erhebliche Fortschritte gemacht. daß der politische Einfluß rück- Welten und als heilige Ordmmg aufbinden möchte.s ständiger Selassen unmöglich danern kann. In demselben Mage aber wächst die revolutionäre Kritik der kapitalistischen Epoche und ihrer immer neuen Katastrophen. 1 Mark 10 Pfennig frei ins Haus. Für das übrige Deutschland nehmen sämtliche Postanstalten Bestellungen zum Preise von Die Krise der siebziger Jahre hat beiden Richtungen der an sie anknüpfenden Kritit große Erfolge gebracht. Damals wuchs die Socialdemokratie zu einer gefürchteten Partei. Damals aber entstanden auch jene Parteien, deren Ausläufer heute in Deutschland die Mehrheit im Reichstage haben. 1 Mark 10 Pfennig pro Monat ( ausschließlich Bestellgeld, 14 Pfennig pro Monat) entgegen.( Eingetragen ist der Vorwärts" in der Post- Beitungsliste unter Nr. 7671.) Im Auslande kann der„ Vorwärts" gleichfalls bei der Post bestellt werden; der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich 5 Fr. 1 Cts. in Belgien, 3 Fl. in Holland, 3 Kr. 59 Dere Der Zusammenbruch der Gründerära begann zwar mit einer in Dänemark, 5 Fr. 71 Cts. in Italien, 5 Fr. 15 Ets. in Entlarvung einiger tonservativer Gründlinge", des Fürsten Putbus, 2uremburg, 4 Kr. 66 Heller in Oestreich Ungarn, 6 Fr. Obersttruchsez des Königs, der jegt wieder als Aufsichtsrat der 10 Cts. in Rumänien, 4 Sr. 17 Dere in Schweden, 5 Fr. in der Bommernbant am Strach beteiligt ist, und des Kreuz- BeitungsSchweiz; 9 M. in Frankreich, England, Spanien und Wagener". Aber Herr Lasker hatte in ein für seine Freunde fatales Portugal, den Vereinigten Staaten von Nord- Wespennest gestochen, als er die beiden konservativen Gründer anamerika und andren zum Weltpost verein gehörenden außer griff. Die versprochenen weiteren Enthüllungen unterblieben, eine europäischen Ländern. " Unter Kreuzband direkt von der Expedition bezogen kostet der Vorwärts" pro Monat 2 Mark innerhalb Deutschlands und seiner Kolonien und in Oestreich Ungarn, im Ausland 3 Mart pränumerando. Redaktion und Expedition des Vorwärts". " Politische Webericht. Berlin, den 26. Juni. Frieden mit den Boeren? fa Abermals taucht das Gerücht auf, daß England seinen Frieden mit den Boeren machen wolle und daß Deutschland dabei eine Art Vermittlerrolle spielen werde. Die„ Bolts- 3tg." erfährt von einer der Brüsseler Transvaalgesandtschaft nahestehenden Seite, daß gegenwärtig wichtige, der unmittelbaren Lösung harrende Fragen in Sachen des südafrikanischen Kriegs den Transvaalgesandten Leyds, sowie die übrigen Mitglieder des Boerenkomitees derart beschäftigen, daß Leyds vor der Hand keinerlei Besuche empfängt und fortgesezt regen Depeschenwechsel mit den fämpfenden. Boerenkommandanten unterhält. Entgegen gegenteiligen Meldungen wird bestimmt versichert, daß Graf Bülow heute eine boerenfreundlichere Stellung einnimmt. Jedenfalls dürften die nächsten Tage bereits wichtige Entschlüsse zur Reife bringen. parlamentarische Untersuchung verlief im Dunkeln. Da traten Wortführer reaktionärer Klassen auf, und sie verfuhren gründlich. Eine Reihe von Schriftstellern eröffnete eine äußerst wirksame Attade gegen die Gründerei, gegen die liberalen" Kapitalisten und gegen die liberale Aera, deren Gesetzgebung nicht ganz mit Unrecht für die Excesse der Gründerei vers, Wir haben schon fürzlich, als ein aus Hoftreisen gespeistes antwortlich gemacht wurde. Hatte doch Herr v. Miquel Journal eine ähnliche Meldung brachte, darauf hingewiesen, daß es der als Intimer der Staatsbürger Beitung" für eine nach müheloser Popularität strebende Regierung gar nicht aus dem Amte gegangen ist, bei der Beratung so unwahrscheinlich sei, daß sie in einem Augenblick zu Gunsten des des Aktiengesetes im Jahre 1870 den An- Friedensschlusses interveniert, wo solch Thun gänzlich verant trag gestellt, daß dem Aufsichtsrat gestattet wortungslos sei. Heute für den Frieden agitieren, wo man fein sollte, straflos durch Verbreitung falscher bisher für die Boeren mur verlegende Abweisungen und für England Nachrichten das Publikum übers Ohr zu hauen! die wärmsten Sympathiekundgebungen zur Verfügung hat, das wäre Der bestimmende Einfluß, den wirtschaftliche Verhältnisse auf Der Antrag wurde zwar zurückgezogen, aber er gehört ein Verfahren, das auf denkende Beurteiler den entgegengesezten die Geschichte ausüben, tritt niemals deutlicher hervor, als in den auch Ju den Personalien des vielseitigen Mannes, der Eindruck machen muß, wie den, welchen man beabsichtigt. politischen Wirkungen der volkswirtschaftlichen Krisen. Politische Krisenwirkungen. I. aus der alten Buchererstadt Cahors stammend, nach einer so glänzenden fapitalischen Carriere noch eine feudale Amtslaufbahn zu stande gebracht hat. Als es noch möglich war, daß die Großmächte wenigstens durch den Versuch einer Intervention dieser ungeheuerlichen Ausrottung eines kleinen Volks durch eine gewaltige ebermacht ein Ende machten, verteidigte das Diplomatentum mit ängstlichen Minen und wichtigthuerischer Geheimniskrämerei den Grundsatz strikter Nichteinmischung, der allerdings zu Gunsten des Stärkeren wiederholt durchbrochen wurde. rodriut pisis Sub Diese Wirkungen sind in den politischen Bewegungen in zwei Richtungen zu verfolgen. Gemeinsam ist diesen beiden Rich tungen der kritische Zug gegen den Kapitalismus und vor allem Es traf sich, daß die liberale Aera auch mit den Klerikalen angebunden gegen seine Spekulantenercesse. Von der Krise hat immer und und durch die unglaubliche Thorheit des Kulturkampfes die geistigen aus naheliegenden Gründen die Kritik ihren Ausgang ge- und ökonomischen Kräfte des Katholizismus gewaltsam zusammennommen; wie diese beiden sprachlich dieselbe Wurzel haben, so geschweißt hatte. Kein Wunder, daß sich in der Reaktion gegen jene sind sie auch historisch verwandt. Die kapitalistische Volkswirtschaft era bald die konservativ- kleritale Koalition zusammenfand. Und Jezt ist die entsetzliche Schandthat, dieser ruchlose Frevel, der selbst erkennt, daß die Krise mit ihrem„ See von Plagen", mit wenn sich die Beteiligten inzwischen auch mannigfach gemausert ihrer Entwertung der Kapitalien, mit ihrer Lähnung aller haben, wenn die Taktik von Windthorst die Koalition vorübergehend jüngst noch so blühenden, ja excessiven Unternehmungsluft, mit sprengte thatsächlich ist die agrar- fleritale Mehrheit im Reichstag ihrem Ruin so vieler Existenzen und der Not für die Enterbten, in ihrer Abstammung direkt zurück zu verfolgen auf die daß dieses Ungeheuer die Quittung und der Beweis der Planlosigkeit reaktionäre Erhebung gegen die kapitalistische liberale Aera und des Unvermögens der kapitalistischen„ Ordnung" ist. Aber die und ihre Gründerausschreitungen. Die agrarische Kohorte Art von Optimisten, die nur dem Augenblid die beste Seite umfaßt genau diejenigen Klassen und sogar die einzelnen Männer, abzugewinnen fich müht, ist bekanntlich im Lager der kapitalistischen die gegen Ende der siebziger Jahre durch Stöder mobil gemacht Gelehrten sehr zahlreich; sie begnügen sich achselzudend zu erklären, find. Die Agrarier ernten die Saaten Stöckers, die selber eindas Uebel der Krise sei eben in der Unvollkommenheit der mensch zuheimsen dem letzteren nicht möglich war, weil er im Grunde eine lichen Natur begründet und unvermeidlich. unpolitische Halbnatur ist, im Streit zwischen Hofamt und Demagogie ersteres vorzog und darum mit Recht beide verlor. als Brandmal auf unsrer militärisch- kapitalistischen Barbarei haftet, im wesentlichen vollendet. Transvaal ist in eine Wüstenei verwandelt, die Männer zum großen Teil getötet und zu Krüppeln geschoffen, die Familien von ihrem Hof vertrieben, schmählich mißhandelt, einem unheilbaren Siechtum überliefert. Heute ist es der starke Sieger. der an dem Verzweiflungskampf derer, die nichts mehr zu verlieren haben, zu verbluten droht. England darauf deuten alle Beichen hin- bedarf des Friedens, und wenn jetzt eine andre Macht den Frieden vermittelt, so hat sie sich damit in erster Linie den britischen Dank verdient. Wir wünschen die Beendigung des niederträchtigsten Kriegs, den die neuere Geschichte kennt, aber es ist keinerlei Verdienst darin, wenn die Großmächte jetzt intervenieren. Gegenwärtig ist das mehr eine Hilfsaktion für England als für die Boeren. Nie hat sich der Menschengeist mit solchen Tröftungen abspeifen lassen, am allerwenigsten in diesem Falle, in dem Der typische Vertreter der rüdständigen Kritit des alle mehr oder weniger das Uebel an ihrem eignen Leibe spüren. Kapitalismus aus jener Zeit nach dem siebziger Krach ist Otto In den Jahren des Aufschwungs ist das Juteresse an der Kritik der Giagau. Seine Schriften über die Gründer- Mera zeichnen sich durch Der Boerenkrieg wie der chinesische Feldzug haben die Blöße der Volkswirtschaft gering, aber die Krise mit ihren erbitternden große Sorgfalt in der Auswahl und Darstellung des Materials tapitalistischen Scheinkultur unbarmherzig aufgedeckt, die Civilisation Wirkungen, mit ihren Enthüllungen von Schwindel und Schwelgerei und der Thatsachen aus; sie werden in dieser Hinsicht jedem liegt blutend am Boden, ein paar verspätete elegante Friedensworte auf der einen Seite und der Not der Massen und dem Ruin so vieler Historiker als Quelle unentbehrlich sein. Aber so sorgfältig die und Versöhnungsbemühungen löschen die Schuld nicht aus, und auch Kleinerer Vermögen auf der andren Seite, stellt jenen Zustand von Darstellung der Thatsachen ist, so beschränkt ist Glagaus nicht die Mitschuld des zu allem Guten ohumächtigen Juteresse her, welcher der Kritik einen fruchtbaren Boden gewährt. Denn Urteil. Ihm ist, wie seinem Gesinnungsgenossen Dr. Perrot, waffenklirrenden Europa. Wir ersehnen schnellen Frieden, aber es fruchtbar ist dieser Boden und fruchtbringend die ihm anvertraute die Aktie und die Gründung selbst ein Greuel, und wer ist kein Anlaß, um darob in dankbarem Jubel auf die Knie zu tritische Saat. Die socialdemokratische Arbeiterbewegung ist ein Be- als Gründer, Direktor oder Aufsichtsrat in den Listen des fallen. weis dafür; denn sie ist hervorgegangen aus der Kritik der Handelsrichters stand, war ihm ein„ Gründer" und gehörte an den tapitalistischen Boltswirtschaft und ihrer Krisen im 19. Jahrhundert. Branger. Die zwei Richtungen, welche diese Kritik nehmen muß, sind leicht Von dieser reaktionären Kritik aus ging die antikapitalistische erkennbar. Die kapitalistische Epoche trägt die Rudera vorangegangener und antisemitische Welle, die für den Agrarstaat und die Zunft einWirtschaftsverfassungen noch mit sich umber; sie muß in einem trat und Börse und Attie auf den Tod haßte. Schritt um Schritt Staate, in einer Volkswirtschaft hausen mit agrarischen Landschaften ist bis in die letzte Zeit die Börse von dieser Welle eingeengt worden. oder Teilen, Ueberbleibseln von solchen, und bürgerlichen Klein- Das Börsenregister, der Spieleinwand und andre Dinge sind auf existenzen, die nur mittelbar in den Kreis des kapitalistischen Groß- jene Reaktion gegen die Gründer- Aera ebenso zurückzuführen, wie betriebs gezogen werden. Diese rückständigen Klassen erheben sich einige sehr berechtigte Kautelen gegen Schwindel und Betrug. auch fritisch gegen die kapitalistische Volkswirtschaft; aber nicht Seit Jahren hat diese Reaktion das Heft in der Hand. Aber etwa, um über diese hinaus zu kommen, sondern alle ihre Maßregeln haben nicht vermocht, das Schwergewicht der hinter sie zurüd. Ihre Kritit wird eine re- Entwicklung außer Wirkung zu setzen. Wie vor 28 Jahren nach einer attionäre. ,, liberalen", Aera, so stellt sich jetzt unter einer agrar- klerikalen Aera Anders die Arbeitermassen, welche in den kapitalistischen Wirt- der Krach ein, und die Unternehmungen waren unter diefer Aera schaftsprozeß unmittelbar verflochten sind. Auch sie und sie vor so exceffiv wie unter jener. In den drei großen Gründerjahren 1871, allem erheben sich zur Kritik der Krise und der Wirtschaft, deren 1872 und 1873 wurden in Deutschland 928 Aktiengesellschaften mit trügerische Fülle nur der Sturmvogel der Krise" ist. Auch sie sind 2 Milliarden 7801/2 Millionen Mark Kapital gegründet. 1878 fiel ehe sie durch ihre großen Führer und Lehrer geschult, wurden, dem die giffer eines Jahrs auf 42 fleine Gesellschaften mit nur Kapitalismus als Reaktionäre begegnet, indem sie Maschinen zer- 131/4 Millionen Kapital. Von 1895 bis 1900 find 1551 Gesellschaften trümmerten und Fabriken zerstörten. Aber sie sind durch Karl Marx in den mit 2 Milliarden 246 Millionen gegründet. Man muß beim VerDie Kölnische Zeitung" pfeift einstweilen noch das alte schrille Offiziösen- Lied, das man zur Zeit des Nichtempfangs Krügers austimmte. Sie erläßt folgenden Utas: " Mit Rücksicht darauf, daß neuerdings zwei unbekannte, angeblich in einem Kölner Gasthof abgestiegene Herren ver sucht haben, ohne Unterschrift, lediglich mit der Unterzeichnung Das provisorische Komitee" eine Anzeige zu veröffentlichen, worin alle Boerenfreunde aufgefordert wurden, zu einer Verfammlung zwecks Beratung der dem Präsidenten Krüger bei einer demnächstigen Durchreise durch Köln darzubringenden Ovationen zu erscheinen, da es jetzt endgültig feststehe, daß unser Kaiser den Präsidenten Krüger in der nächsten Zeit empfangen werde, haben wir uns veranlaßt gesehen, nochmals an maßgebender Stelle über den Sachverhalt Erkundigungen einzuziehen. Auf Grund derselben können wir mit aller Bestimmtheit versichern, daß ein Empfang des Präsidenten Krüger durch den deutschen Kaiser nicht in Aus sicht genommen ist. Es handelt sich bei jenen Ausstreuungen offenbar um eine Wühlarbeit mit namenlosem, vermutlich ausländischem Ursprung." Die»Kölnische Ztg.-!ann auch anders! Wenn eS demnächst doch zur Wahrheit werden sollte, daß Deutschland in der populären Rolle des.Friedeusvsrmittiers" glänzen möchte, so wird daS Blatt das erste sein, das die unermeßliche Güte und Weisheit der Regierung Preist. Güte und Weisheit wird dann sein, was heute als aus- ländische Wühlarbeit gelästert wird. Der ivankbruch. ES wird alleS aufgeboten, um die Folgen deS Leipziger Krachs einzuschränken; allerdings haben die Berliner Großbanken es ab- gelehnt, die Leipziger Bank zu stützen. Ein Leipziger Blatt macht dies Verhalten den„Berliner Juden* zum Vorivurf und spricht sogar davon, daß sich der Direktor des alten Leipziger Geldinstituts dazu erniedrigt habe, die Berliner Finanz um Hilfe anzugehen. In der That, eine unerträgliche Demütigung für eine Verwaltung, die ihre Depositäre und Aktionäre auf die frivolste Weise hinter- gangen hatl In Wahrheit muß es den Berliner Banken als ein Verdienst angerechnet werden, daß sie wenigstens nicht so wahnsinnig handeln, dem Dreberschwindel das Leben retten zu wollen, tvas sie nicht einmal könnten, wenn sie es auch möchten, denn bei ihnen allen liegt der Knüppel beim Hunde. Als die Berliner Hilfe versagte, hoffte mau noch auf die sächsische Regierung. Es scheint in der That, daß die letztere wenigstens mit dem Plane umgeht, einzugreifen. Die s ä ch s i- schen Staatsfinanzen sind nicht nur indirekt, sondern auch direkt an dem Leipziger Bankrott interessiert, weil die Kasse der Staatslotterie für 10 Millionen Mark Wechsel der Leipziger Bank im Besitz hat. Auch die Sächsische Bank(Notenbank) ist beteiligt. In Dresden hat sich das erwachte Mißtrauen der Bankgläubiger besonders gegen die Dresdener Bank gerichtet, die schon lange und besonders seit ihrer letzten Bilanz als diejenige Großbank be- kannt ist. welche am leichtesten Kredit gewährte und ihre Mittel am meisten festgelegt hat. Wie uns aus Dresden mit- geteilt wird, hatte die Dresdener Bank am Dienstag einen Sturm- lauf ihrer Gläubiger zu bestehen. Die Bank zahlte aber ohne Um- stände alle Forderungen aus und ließ das Geschästslokal sogar bis 7 Uhr abends offen. Auch bei der Bankierfirma Günther u. Rudolf wurden Einlagen zurückgezogen. Den Sparkaffen fließen dagegen Einlagen zu. Die Nachrichten über die Wirkungen des Bankrotts fließen übrigens äußerst spärlich. Wolfis Bureau bringt nur wenige Nach- richten, meist ohne Belang. Ueber die Wirkung in den Provinzstädten des Königreichs Sachsen, in denen die Leipziger Bank Filiale» oder Kommanditen unterhält, ist noch nichts bekannt. Auch den Sturm auf die Dresdener Bank verschweigt das »Bureau Wolff*. Dagegen verbreitet es eine geradezu alberne Nachricht aus Caffel, wo der Aufsichtsrat der Trebertrocknung eine Nachtsitzung abgehalten hat, bei der weiter nichts zu stände gebracht ist, als ein Beschluß, eine Uebersicht aller Schulden zu Wege zu bringen; das soll einige Tage in An- spruch nehmen und dann will der famose Anffichtsrat weiter sehen. Die Herren markieren ein sehr ruhiges Gemüt; innerlich steht'S anders aus;«8 würde uns nicht wundern, wenn dieser und der die paar Tage, die zur Klarlegung erforderlich sind, benutzte, um auf«ine längere Sommerreise zu gehen. Denn der Treber- trocknungS-Schwindel ist für die Gerichte reif. Man muß sich wundem, daß die Staatsanwaltschaften in Leipzig und Kassel sich der Dinge noch nicht angenommen zu haben scheinen, obwohl jähre- lang betriebene dreiste Täuschungen nachgewiesen sind. Der AufsichtSrat der Trebertrocknung besteht auS folgenden Personen: Rittergutsbesitzer Hermann Sumpf- Kastel, Bor- sitzender, Fabrikant R. Schlegel-Guxhagen, Rittergutsbesitzer Arnold Sumpf« Greifswald. Kanfmann F. E. Otto- Dortmund nnd Lttttergutsbesitzer Th. Schulze» Dellwig- Aplerbeck. Diese Ltörperschaft, die bemfen war, über die kompliziertesten Unter- «ehmungen in aller Herren Länder zu wachen, besteht also zu drei Fünfteln aus Rittergutsbesitzern. Dem Aufsichtsrat der Leipziger Bank gehören die reichsten Finanz- firmen Leipzigs an: Stadtrat und Konsul Heinrich Dodel, Bor- sitzender; Georg Schröder, stellvertretender Borsitzender; Kammerrat und Stadtverordnetenvorsteher Alex. Mayer; Fel. Schaeffer; General- konsul Wilhelm Wölker; Alfred Börster; F. L. WilkenS, sämtlich in Leipzig, und Dr. O. Fiebiger in Dresden. Selbstverständlich find diese meisten Herren regreßpflichtig, aber eS ist bezeichnend genug, daß man auf die Ergebnisse der Regreß- klagen so wenig giebt, daß man sie erst gar nicht in Rechnung zieht« Wir haben ja in der Behandlung der Regreßpflicht der Erben des Baron Cohn bei den Sandenbanken gesehen, wie gelind die Dinge schließlich ausfallen. Aus Leipzig wird vom Mittwoch gemeldet: »Die Aufregung in der Stadt dauert noch fort, bei allen größeren Bankin st ituten herrscht großer Zulauf der Gläubiger, welche Depots abheben, doch glaubte man heute ein geringes Nachlassen dieser Bewegung zu verspüren. Auch ist die öffentliche Meinung über die Frage, ob etwa weitere hiesige Institute dem Sturze der Leipziger Bank folgen könnten, einiger- maßen geklärt; außer der Leipziger Hypothekenbank hat auch die Kredit- und Sparbank eine entsprechende Erklärung veröffentlicht. DaS Ergebnis der seit heute niittag andauernden Beratungen der Hauptgläubiger der Leipziger Bank war bis drei Uhr nachmittags noch nicht bekannt, doch hegt man keine Hoffnungen mehr auf eine Intervention irgend welcher Art." Ueber die Wirkungen deS Bankkrachs auf die Berliner Großbanken ist Genaues nicht bekannt. Mehrere große Finanzfirmen sind mit Millionen be- t e i l i g t. Die Firma von der Heydt war in den Verdacht großer Berluste gekommen, hat aber ibre Wechsel am Mittwoch prompt reguliert; man sagt, daß ihr dazu allerdings außerordentliche Hilfe zu statten gekommen sei. Die mit der Börse in Fühlung stehende Presse giebt sich be- greiflicherweise die größte Mühe zu»beruhigen*. DaS»Berliner Tageblatt* hat sich von der jüngst erlittenen Abfuhr sogar so weit erholt, daß es die eklatante Genugthuung, die eine Marxsche Lehre er« fährt, wie wir gestern kurz andeuteten, uns gegenüber zu bestreiten wagt. Dabei passiert es Herrn Schmock, die»allgemeine* Krise zu leugnen. Offenbar wissen diese glänzenden Oekonomisten immer noch nicht, was eine»allgemeine*, eine die Produktion lähmende und alle Zweige der Wirtschaft ergreifende Krise ist. Der Beschwichtigungsrat des„Berliner Tageblatt" giebt sich die größte Mühe zu erweisen, daß es sich in den Krisenvorgängen nur um den Zusammenbruch von schwindelhnften, betrügerischen Einzelunternehmungen handle. DaS ist um so lächerlicher, als der Handelsteil des„Berl. Tagebl." seit Monaten die zahlreichen kritischen Vorgänge mitgeteilt und einigermaßen redlich erörtert hat, welche das Vorhandensein einer allgemeinen, einer Produktionskrise längst offenbart haben. Daß unter solchen Verhältnissen des Marktes der wahnsinnige Schwindel zuerst zusammenbricht, ist klar. Aber weiß nicht jedermann, daß unsre Großbanken ins- gesamt im«Aufschwung* der Ueberspekulation gehuldigt haben? Und darin liegt daS W e s e n der Krise, daß die übertriebene An- läge und die Kreditüberspannung die Grundlagen der Wirtschaft zerrüttet haben. Es existiert in Berlin keine einzige Groß- bank, die in der Lage wäre, einen wirklichen Run ihrer Gläubiger auSzuhalten. Diesen Zustand geschaffen zu haben ist auch ein schwerer Vorwurf und dieser Vorwurf trifft das System; diese Uebergänge von scheinbarer Ueberflllle zum elendestenBankrott sind die immanente Eigentümlichkeit und die schlimmste Schwäche deS kapitalistischen Systems. Ans Leipzig wird vom Mittwochabend gemeldet: Die an der Berliner Börse herrschende Meinung, die sächsische Regierung beabsichtigte auS Anlaß der jüngsten Bankkatastrophen eine Hilfsaktion, scheint sich nicht zu be- st ä t i g e n; in hiesigen matzgebenden Kreisen ist davon nichts be- kannt. Die Leipziger Bank wird heute abend noch beim Amtsgericht Leipzig Konkurs anmelden, doch bleibt die Entschließung des Konkurs- richters noch abzuwarten. Leipzig, 2S. Juni.(W. T. B) I» der heute mittag im Ge« bände der Leipziger Bank abgehaltenen Versammlung der Haupt- gläubiger, an welcher Vertreter der RcichSbank, der Sächsiscken Bank, sowie verschiedener Leipziger und auswärtiger Häuser und Banken teilnahmen, stellte sich als unmöglich heraus, ein Moratorium sämtlicher Gläubiger herbeizuführen, so daß die Konkursanmeldung gesetzlich geboten erschien. Nach dem en bloc aufgestellten Status der Bank hat dieselbe an Verbindlichkeiten circa 29 000 000 M. Accepte, 24 000 000 M. Depositen- und Checkkonto, sowie 39 000 000 M. Kreditoren, zusammen etwa 92 Millionen Mark. Demgegenüber stehen an Aktiven circa 2(3>/s Millionen Mark Wechsel, wovon 10 000 000 bei Staatsanstalten gegen Depositen ruhen, ferner S'/s Millionen Mark Effekten, 2 Millionen Mark Kasse, 111�/2 Millionen Mark Debitoren, iVa Millionen Mark Pfänder, 7 Millionen Mark Konsortialbestände nnd L'/eMillionenjM. freier Wert des Bankgebändes, zusammen circa ISOVa Millionen Mark. Wenn alle Aktiven voll- ständig eingehen sollten, so würben nach Berechnung der Direktion 67 Millionen Mark für die Aktionäre vorhanden sein. Es kommt aber vor allem darauf an, welche Verluste für die Leipziger Bank bei der Realisierung ihrer etwa achtzig Millionen Mark betragenden Engagement» mit der Aktiengesellschaft für Trebertrocknung in Kassel und der ihrer Gruppe angehörenden inländischen und ausländischen Gesellschaften und Firmen ent- stehen. Die Engagements bestehen laut Bericht der Direktion zum Teil in Debitoren, Pfändern, Wechseln und Konsortialbeteiligungen, zum Teil auch in Vorschüffen, welche gegen Sicherheit der- schiedenster Art, so gegen Bürgschaft,' an Mitglieder des AufsichtSratS und der Direktion der Kasseler Gesellschaft gegeben wurden. Die Berichte, die der Vorstand der Bank, ferner die AufsichtSratSmitglieder Georg Schröder, Kammerrat Fritz Mayer und Generalkonsul W. Wölker über ihre persönlichen, zum Teil im Auslande gewonnenen Erfahrungen über die Aktiengesellschaft für Trebertrocknung erstatteten, suchten nachzuweisen, daß im Jnter- effe der Aktionäre behufs Erzielung einer möglichst hohen Quote das Kasseler Unternehmen in irgend einer Form erhalten bleiben müsse. * Hypothekenbanken. Die Leipziger Hypothekenbank, die mit der Leipziger Bank in Verbindung steht, veröffentlicht eine Darstellung der Verhältnisse zwischen ihrem Pfandbriefumlauf und de» zu seiner Deckung vor- handeuen Hypotheken. Danach sind 86 242 500 M. wirklich umlaufende Pfandbriefe durch mehr als 92 Millionen Mark Hypotheken gedeckt. Die Zinszahlung zum Juli ist gesichert. Welche Verluste die Bank erleidet, wird nicht gesagt. In diesen Tage» ist auch das Ergebnis der staatlichen Revision der Pommerschen Hof-Hhpothekenbank im»Reichs- Anzeiger' veröffentlicht worden. Die Mitteilung belegt im einzelnen das schon früher bekannt gewordene Ergebnis, daß zwar Hypotheken vorhanden sind, die auf Uebertaxat beruhen, daß aber die Pfand- bliese nichts zu befürchten haben. Wir haben bekanntlich von An- fang an in dem Falle der Pommernbank�diese Ansicht vertreten. Deutsches Weich. Der Tündcnbock. Herr v. Woedtke, der jetzt mit einem unpolitischen Amt abgefunden werden soll, ist, wie man längst vermutete und wie die»Freis. Ztg." besonders betont, in keiner Weis« durch die 12 000 Mark-Asfaire belastet. DaS betreffende Schreiben ist nicht von Herrn v. Woedtke, sondern von Herrn v. Posado wsky selbst unter- zeichnet worden. Wäre seitdem Herr v. Woedtke einmal im Reichstag erschienen, so würde er provoziert morden sein, dies klar zu stellen. Eben deshalb war es Herrn o. Woedtke von seinem Chef untersagt worden, im Reichstage wie sonst zu erscheinen. So verhält es sich also in Wahrheit damit. Auch der Berliner Vertreter der»Franks. Ztg.* erklärt, daß Herr v. Woedtke bei der 12 000 Mk.-Affaire als Sündenbock gedient habe. Man habe eigentlich erwartet, daß er gelegentlich zu einer höheren Stellung befördert und dadurch entschädigt werden würde. Statt dessen gehe er mit der Ernennung zum Präsidenten deS neuen Reichsamts für da? private Versicherungswesen definitiv in eine unpolitische Stellung über.»Besonders beliebt ivar der eifrige Mann nicht. DaS hindert aber nicht, anzuerkennen, daß er schweigend die Schuld eines Höheren auf sich genommen hat und trägt. So denkt man auch in den Kreisen der höheren Beamten und seiner Kollegen und man denkt im Zusammenhang damit noch manches andre." Und nun erinnere man sich jener offiziellen Erklärung, die un- mittelbar nach der Enthüllung des schmählischen Handels abgegeben wurde. Am 25. Oktober 1900 schrieb die»Berliner Korrespondenz* wörtlich: »Auf Anordnung und durch Bermittelung deS Direktors im Reichsamt des Innern, Dr. v. W o e d t k e, hat der General- sckretär eine Summe von 12 000 M. zur Verfügung gestellt. Welche Ehrbegriffe müssen in den höheren Kreisen herrschen, wenn derart ein Unschuldiger für den Schuldigen unterschoben wird? Damals wurde ja sogar ein Alibi für Posadowsky fabriziert, von dem behauptet wurde, er sei zur kritischen Zeit in England ge- wese». UebrigenS lvurde in jener Auslassung der ministeriellen Korrespondenz noch erklärt, daß der»genannte Beamte*, also Herr v. Woedtke, die»urkundlichen Belege* für die Verwendung der Summe besitzt. Ist es wahr, daß Herr v. Woedtke in keiner Weise durch den immer noch dunklen Handel belastet sei, so war auch jene Angabe des ministeriellen Organs falsch und nicht bei Herrn v. Woedtke, sondern beim Grafen Posadowsky wären die urkundlichen Belege zu suchen und vermutlich auch zu sin den. Was soll man unter solchen Umständen noch glauben? Daß die Angelegenheit zu keiner Klarheit gediehen ist, das ist in erster Linie die Schuld der Freisinnigen, die heute den Fall wieder aufrühren. Auch sie haben gegen die von u»S beantragte parlamentarische Untersuchung gestimmt. So ist heute noch jeder Ver- mutung und jedem Argwohn Thür und Thor geöffnet— nicht zum Vorteil der Regierungsautorität.— Preußische Finanzeu. Bei dem am 16. d. M. vorgenommenen Endabschluß der preußischen Generalstaotskasse dürfte sich der wirkliche Ueberschuß des Rechnungsjahres 1900 um etwas niedriger ge st ellt haben als der Ueberschuß des Vorjahr?, und auch wie dieser Ueberschuß bei der Vorlegung deS Staatshaushalts für das laufende Jahr im Januar d. I. geschätzt lvurde. Der Grund liegt nach den»B. P. N." vornehmlich darin. daß der Ueberschuß der Eisenbahnverwaltung zum Teil infolge der Sistierung der Verkäufe von Altmaterialien im Winter dieses JahreS sowohl hinter dem vorjährigen Ueberschuß als der jener Schätzung zu Grunde liegenden vorläufigen überschläglichen Ermittelung zurückgeblieben ist.— Die NotstandSaktion. Nach den„B. P. N." wird angenommen, daß der Betrag, welchen der Staat zur sofortigen Linderung des Notstands in den neulich von den Ministern besuchten östlichen Pro- vinzen zur Verfügung zu stellen haben wird, sich a u f etwa 7— 8 Millionen Mark belaufen dürfte.— Eine köstliche Entdeöknng in der Socialdemokratie hat die„Post* gemacht. Sie schreibt zum Zolltarif-Gesetzentwurs: „Uebrigens ist die Socialdemokratie in ihrem AgitationS- eiset gegen die Kornzölle recht lahm geworden. Die Erkenntnis, daß der wirtschaftliche Niedergang durch den Einfluß der Preisunterbietungen mit fremden Waren bewirkt wird, ringt sich immer mehr durch und erzieht allmählich auch die Socialdemokratie zu einem schütz- z ollfreu»dliiben Standpunkte. Bedauerlich ist es freilich, daß die Not sie erst zur Erkenntnis der Wahrheit reif zu machen vermochte, während in den Tagen der blühenden Rosen jeder Hinweis auf die segenspendende Bedeutung eines nationalen Grenzschutzes wirkungslos verhallte." Wir bedauern, das Lob der„Post* nicht zu verdlenen. Den Herren Kapitalisten und Großgrundbesitzern, die durch Schutzzölle möglichst hohe Preise für ihrc Waren einstreichen, dürfte der»schütz- zöllnerische Standpunkt", zu dem sich die Soeialdemokratie„durch- ringt*, noch ebenso unangenehm werden wie die„recht lahme* social- demokratische Agitation. Dem Kapitalisten ist es bekömmlich, wenn er seine Produkte dem deutscheu Arbeiter teuer verkauft, um sie im Ausland billig verschleudern zu können. Nicht ober dem Arbeiter. Der Wahn- witz internationaler Preisiiberbmungen fordert mehr als irgend ein andres Uebel heraus zur Beseitigung des Schutzzolls.— Die Reichstag»-Ersatzwahl im Kreis« Duisburg-Mülheim- Ruhrort. Aus dem Judnstriebezirk wird uns geschrieben: Die Wahlbeivcgung kommt langsam in Fluß. Der konservativ- nationalliberale Kudde'lmuddel-Kandidat Herr Dr. Beumer hielt in einer am Sonnabend in Duisburg stattgehabten Versammlung seine Programmrede. Die BersamMlcmg war gut besucht, allerdings repräsentieren Wahlkomitee und Vertrauenslente, die wohl sämtlich zur Stelle waren, allein schon die stattliche Zahl von 500 Personen. Herr Dr. Beumer sprach sich für eine entsprechende Erhöhung der Getreidezölle, bei laugfristigcu Handelsverträgen aus. Ein langes und breites redete Herr Dr. Beumer von dem notwendigen Schutz der Arbeit; über die Not- wendigkeit des Schutzes der deutschen Arbeiter schwieg er sich natür- lich aus. Daß man ihn als bezahlten Agitator bezeichnete, hat Herrn Dr. Beumer offenbar sehr gekränkt, obwohl es ja ein von ihm selbst gemünztes Wort ist. Daß er, so meint er, für seine Thätigkeit beim Verein der Großindustriellen bezahlt werde, löiine ihm doch nicht zum Vorwurf ge- gemacht werden. Es komme doch darauf an, ob man dabei seine wirkliche innere Ueberzeugung vertrete. Stimmt! Will Herr Dr. Beumer etwa dann den Angestellte» der socialdemokratijchen Partei und der Gewerkschaften, die er durch das von ihm gemünzte Wort zu mißkreditiercn suchte, die innere ehrliche Ueber- zeugung absprechen? Mit Entschiedenheit eintreten will Herr Dr. Beumer für Erhaltung eines starken schlagfertigen Heeres und einer Marine, die im stände sei, unsren englischen Freunden ernste Kopfschmerzen zu machen. Diskusston war nicht gestattet. Sine Anfrage über seine Stellung zur Diätenfrage beantwortet« Herr Dr. Beumer dahin, er betrachte die Thätigkect eines Reichstags- Abgeordneten als eine ehrenamtliche, für die Diäten nicht zu zahlen feien. In einem durch Maueranschlage und diejLokalpreffe berbreiteten, mit einer größeren Anzahl von Unterschristen versehenen Aufruf zu Gunsten des Dr. Beumer, wird letzterer den Arbeitern sogar als Socialpolitiker empfohlen I Auch die Namen von zwei Arbeitern, eines Fabrik- und eines Bergarbeiters, finden sich unter dem Aufruf. Rcnommierarbeiter I Interessant ist die Mitteilung der»Rh. Wests. Ztg.", daß Ver- Handlungen wegen Uebernahme ver Kandidatur mit Herrn Ober- bürgermeister L e h r stattgefunden habe», der seine Zusage jedoch von der Bedingung abhängig machte, daß auch das Centruin ihm das Mandat antrage. Ein konservativ-centrümlich-nationalliberaler Kandidat wäre eine ebenso neue wie interessante Erscheinung ge- Wesen. Unsrerseits wurde der Wahlkampf mit einem am Sonntag- vormittag in 76 000 Exemplaren verbreiteten Flugblatt eingeleitet. Am Soiuiabendabeiid fand in Mülheim a. d. R., am Sonntagabend in Duisburg eine Wählerversammlung statt. In beiden Versamm- liiiigeii sprachen der Kandidat des Kreises Genosse Hengsbach und Genosse Hofrichter-Köln. Die Versammlung in Duisburg tagte in demselben Lokale, in dem am Abend vorher die nationalliberale Versammlung statt- gefunden hatte. Trotz des Schützenfestes war dieselbe sehr stark be» sucht, der große, an 1000 Personen fassende Saal bis auf das letzte Plätzchen besetzt. Zunächst sprach H o f r i ch t e r- Köln, der, oft von Beifall unterbrochen, die politische Lage schilderte, den Zickzackkurs kritisierte, eine gründliche Abrechnung mit Nationalliberalen und Eentrum vornahm, sich eingehend mit Herrn Dr. Beumer und seiner Programm-Rede beschäftigte und mit einer Empfehlung de? Kandidaten der Socialdemokratie schloß. Genosse Hengsbach, mit demonstrativem Beifall empfangen, beschäftigte sich mit dem Brotwucher, der keineswegs, wie Herr Dr. Beumer meine, ein Schlagwort sei. Die Brotpreisfrage sei für den Arbeiter eine Lebensfrage. Gegen den Brotwucher müsse vor allem die Arbeiterschaft ebenso einheitlich ihre Stimmen erheben, wie seiner Zeit gegen die Zuchthausvorlage. Die beste Gelegenheit biete den Arbeitern dieses Kreises die am 25. Juli stattfindende Wahl. In der Diskussion sprach zunächst ein Anhänger der national« liberalen Partei, der die Soeialdemokratie im Reichstage für not- wendig erklärte, die Bildinigsfreundlichkeit seiner Partei im Gegensatz zum Eentrum pries und schließlich ein Loblied auf den Oberbürger- meister Lehr sang. Dann sprach ein Anhänger der Centrumspartei, der erklärte, den Darlegungen der beiden socialdenwkratischen Redner im allgemeinen, und zu seinem Bedauern müsse cr eS gestehen, auch der am Centrum geübten Kritik ziiziisiiinmen. Daun suchte er»ach« zuweisen, daß dem Centrum auf socialpolitischem Gebiete vieles zn danke» fei, und die Socialdemokratie bei der zu erwartenden Stich- wähl daher für das Centrum einzutreten habe. Beide Diskussionsredner erhielten die gebührende Antwort. Was die Socialdemokratie bei der Stichwahl thun werde,»verde zur gegebenen Zeit entschieden werden, auf keinen Fall könne fie sich für einen Brotlvncherer entscheiden. Eine Resolution, die den Kandidaten der Socialdemokratie als den für die Arbeiterschaft als einzig in Frage kommenden bezeichnet und zur Agitation für seine Wahl mit allen Kräften auffordert, wurde eiustiinmig angenommen. Mit einem Hoch auf die Social- demokratie lvurde die Versammlung, die um 8 Uhr begonnen hatte, ggen 12 Uhr geschlossen._ Der Gumbtnner Militiirprozeß. Wie die»Preußisch- Littauische Zeitung* von» Oberkriegsgcricht in Königsberg erfährt, kann zur Zeit noch nicht festgestellt»verde», Ivan» die Verhandlung de« Obermegsgerickts in Sachen Marten-Hickel stattfindet. Die Meldung, daß das Oberlriegsgericht in Jnsterburg tagen werde, erscheine unbegründet. Hickel ist immer noch nicht freigelassen!— Internationale Konferenz für Revision de» KriegsrechtS- Die Genfer Koiiventioi» vom Jahre 1864 strebte eine Ver- meidung von Härten im Kriege an, die für den KriegSziveck selbst unnötig sind; außerdem befaßte sie sich">it dem Schutz� der Verivundeten. Die Bestimmungen der Konvention sind längst als rmzureichend selbst für ihren nur so bcschränlteu Zivcck erkannt worden. HB er der internationale Militarismus vermochte sich nicht zu einer Reform auf diesem Gebiete zu erheben, da er zu viel mit Erfindung neuer Massenmordwafien und mit ihrer Be- thätigung beschäftigt war. Fast ausschließlich die Schweiz hat wiederholt versucht, die veraltete Konvention einer Verbesserung ent» gegenzuführen, lieber neuere Schritte des schweizerischen Bundes- r a t s in dieser Angelegenheit wird jetzt der„Neuen Fr. Pr." aus Genf geschrieben: „Eine von der Haager Konferenz angenommme Konvention regelt bekanntlich nur die Verhältitisse des Seekrieges. Mit der Genfer Konvention hatte sich der Schweizer Bundesrat schon vorher befaßt. Bereits im Jahre 1896 hatte der Chef des schweizerischen MUitärdepartemeutS beim Bundesrat den moti- vierten Antrag gestellt, die Genfer Konvention zu revidieren. Der Antrag war von einem Gutachten des seither verstorbenen Ober- Feldarztes Dr. Ziegler begleitet. Kein andrer Staat zeigte indesien damals Neigung, sich mit der Sache zu befassen. Schon einige Jahre vorher hatten die schweizerischen Stabsoffiziere einen revidierten Entwurf der Genfer Konvention ausgearbeitet und dem Bundesrat zugestellt. Die Revisionsbcdürftigkeit der Genfer Konvention hat sich in sämtlichen neueren Kriegen gezeigt. Bei den mit derGenferKonvention in Beziehung stehenden Beratungsgegenständen der Haager Konferenz wurde dies ausdrücklich, und zwar einstimmig anerkannt, zugleich der Wunsch nach einer in Kürze zusammen- zuben, senden Spezialkonferenz für diese Frage beschlossen. Die Einberufung dieser Konferenz wurde, wie Professor Dr. Zorn-in einer Abhandlung im Januarheft der„Deutschrn Rundschau" von 1900 bemerkt, als ein„Ehrenrechl der Schweiz" anerkannt, indem die Haager Konferenz die bereits gethanen vorbereitenden Schritte der Schweizerischen Eidgenossenschaft nach dieser Richtung billige. Mit Wärme und Energie war für diese Prärogative der Schweiz der rumänische Delegierte Beldimann eingetreten, lebhast uiiterstützt in erster Linie von Deutschland, Der Bundesrat hat seither ein vorläufiges unverbindliches Revisions-Programm ent- warfen und als Zeitpunkt der Konferenz den Herbst dieses Jahres oder das nächste Frühjahr in Aussicht genommen. Der Bundesrat hat jetzt an die der Genfer Konvention zur Verbesserung des Loses der im Kriege verwundeten Militärs vom 22. August 1864 beteiligten Staaten eine offizielle Anstage ge- richtet, ob sie bereit wären, an der in Aussicht genommenen Konferenz teilzunehmen. Zusagende Antworten haben bisher Frankreich, Italien, die Vereinigten Staaten von Nordamerika und England geschickt. Dabei machte England den bemerkens- werten Vorbehalt. eS wünsche, daß die Konferenz uicht zusammentrete vor der Beendigung des südafrikanischen Kriegs. Offiziös ist im Bundesratshause die Mitteilung eingetroffen, daß mit der Konferenz auch Oestreich- Ungarn, sowie Deutschland einverstanden sind. Ausstehend ist noch die Autwort Rußlands. Hat auch dieses zugesagt, so haben sich die maßgebenden Staaten für die Konferenz ausgesprochen, und sie ist als gesichert anzusehen."— Ausland. Die italienische Regierung uud die Socialisten. Ueber die bemerkenswerten Verhandlungen in der italienischen Kammer haben wir bereits ausführlich berichtet. Nachzutragen ist noch die Erklärung, in der Genosse Fern das Verhältnis der Social- demokratie zur gegenwärtigen Regierung klarlegte. Ferri sagte: „Die gegenwärtige Regierung ist eine ökonomische und polittsche. Die Grundlage der italienischen Arbeiterbewegung ist eine ökonomische, aber die ökonomische Bewegung tragt die politische. Diese Bewegung ist nur eine Wirkung der Entwicklung der industriellen Bourgeorsie. In dem Maße, in dem sich die italienische Bourgeoisie entwickelte, wurde auch die Bewegung des Proletariats notwendig. Das Ideal des Proletariats ist das Kollektiv- e t g e n t« m. Aber wir wollen es nicht mit Gewalt er- rerchen. Ueberhaupt müssen wir die bestehenden Formen respektieren. Aber wir haben das Recht. zu agitieren. um zu zeigen, daß der Gang der Geschichte zum Kollektiveigentnm führt. Das Mittel, durch das wir dieses Ideal erreichen wollen, ist der Klassenkampf. Wo die socialistische Provaganda die Arbeiter zum Klassenkampf organisiert hat, können sich die Ereignisse von Minervino Murge nicht wiederholen; im Jahre 1898 kam eS zn keinem Aufruhr, wo die Bevölkerung bereits für den Socialismus gewonnen war. Wir erkennen die Verdienste der Bourgeoisie an. Sie hat uns das Vaterland und die Freiheit gegeben, aber heute will uns ein Teil der Bourgeoisie einen Teil der Freiheit wieder nehmen, so daß wir die Errungenschaften der Bourgeoisie gegen die Angriffe der Bourgeoisie verteidigen mußten. DaS Ideal, das die Zukunft verwirklichen wird: die Soria- lifiernng des Eigentums, ist mit dem monarchischen Re- giment unvereinbar. Aber dieseUmwandlung kann sich nicht in vier- undzwanzig Stunden vollziehen. Es bedarf einer langen Entwicklung. Wie sollen wir nun diese Umwandlung bewerkstelligen? Mit dem Gewehrs? Nein. Wir haben das�nie gesagt: wir haben stets das Gegenteil gesagt. Das.Gewehr und die Barrikade können eineiAendcrung des politischen EystrmS herbeiführen, nie eine Aeudcrnng der ökonomifchen'Berhält- uisse. Aber wir wollen heute den morgigen Tag vorbereiten. Wir arbeiten, um unser Ziel zu erreichen. Aber wie arbeiten wir? Dos ist die Frage. Antwort: Eine revolutionäre Partei, die auf die Straße steigt, ist leicht zu besiegen, wenn die Regierung nicht den Kopf verliert. Viel gefährlicher ist eine Partei, die mit gesetzlichen Mitteln kämpft. Es fläßt sich nicht leugnen, daß sich die politischen Be- dingungen uiy res Landes in den letzten acht bis zehn Jahren geändert haben. Der König befindet sich in einer kritischen Situation, ähnlich der Victor Emanuels II. im Jahre 1848, als er auf die Ideen der Reaktionäre nicht einging. Heute stellt die Arbeiterklasse den König wie die Monarchisten vor die Frage: Soll man sie in ihrem Aufstieg durch reaktionäre Maßregeln aufzuhalten versuchen, oder ihr alle Freiheiten lassen? Will man zur Taktik Pelloux' zurückkehren, oder wollt Ihr eine freiheitliche Taktik befolgen? Und hier liegt der Grund, warum wir das Ministerium Zanardelli-Giolitti unterstützen. Die Berufung Zauardellis hat eS möglich gemacht, daß das Militärbudget glatter durchgegangen ist als früher. Denn es ist nicht wahr, was Sonnin o gesagt: daß wir jede? Gesetz, das uns mißfällt, obstruieren. Wir machen nur Obstruktion, ivenn es sich um die elementaren Bedingungen des gesellschaftlichen Lebens handelt. Man sagt, daß unsre Unterstützung eine Gefahr für die monarchischen Institutionen bedeute. Nun, man erinnere sich, daß zur Zeit der afrikanischen Expedition die Konservativen aus der Lombardei eine unkonstitutionclle Agitation entfalteten. Im „Corriere della Sera" stand zu lesen, daß die Konservativen Monarchisten aus Berechnung seien, Und die separatistischen Gelüste gewisser Konservatioer aus dem Süden werden von den Socialisten nicht geteilt, weil sie glauben, daß die nationale Einheit für die südlichen Provinzen notwendig ist. Das Ministerium Zanardelli hat die Lehren der beiden Obstrnltionscampognen beherzigt: eS will sich gegen die un- aufhaltsame Bewegung der Arbeiterklasse neutral verhalten uud die Freiheit respektieren. Es ist eine Frage der Taktik: entweder Sie wollen uns den Weg versperren— dann fällt alle Verantwortung aus Sie— oder Sie wollen den normalen Uebergang von, Feudalismus zum bürgerlichen Liberalismus mit friedlichen und gesetzlichen Mitteln zulassen. Das Proletariat hat ein Interesse daran, daß sich dieser Uebergang ungehindert vollziehe. Aus diesem Grunde werden wir für das Ministerium stimmen."— Schweiz. Zürich» 25. Juni.(Eig.©er.) Die am Sonntag in der Stadt Zürich stattgesiindenen Wahlen in den Großen Stadtrat haben unserer Partei wohl einen Zuwachs von einer Anzahl Ver- tretern gebracht, indem deren 32 gewählt wurden, aber sie blieb damit weit zurück hinter dem gesteckten Ziele von 43, auf die sie nach ihrer Stimmenzahl volles Anrecht hätte. Die Ursache davon liegt einmal in der brutalen Ausschlietzlichkeit und Vergewaltigungs- Politik der bürgerlichen Parteien gegenüber den Socialdemokratcn und sodann in dem offensichtlichen Mangel an Parteidisciplin zahlreicher Genossen. So hat die socialdemokratische Partei im 1. Kreise mit 22 Sitzen und im 2, Kreise mit 11 Sitzen, also von 33 Sitzen keinen einzigen, trotzdem ihre Stimmenzahl eine nicht unerhebliche ist; im 4. Kreise hat sie 5 Vertreter aus 14 und im 5. Kreise von 29 bloß 2, trotzdem sie hier über 1290 Stimmenjhat, denen nur 2590 bürgerliche gegenüber stehen, so daß entsprechend dem Stimmenverhältnis auch die Vertreterzahl wie 1: 2 sein müßte. Im 3. Kreise sind von 49 Vertretern 25 Social- demokraten geivählt, oder genauer gesprochen, es sind 34 Social- demokratsn und 36 bürgerliche Kandidaten gewählt, aber davon 24 überzählig, die sich auf beide Parteilager verteilen. Die höchste Stimmenzahl von den socialdemokratischen Kandidaten erhielt Genosse Lang mit 4793, während die andren mehrere Hunderte, bis auf 3899, weniger erhielten. Man muß darin einen bedauerliche» Mangel an Parteidisciplin erblicken, der die Niederlage von 12 socialdemo- kratischen Kandidaten verschuldet. Die meisten Stimmen mit 7923 erhielt der auf den Listen beider Parteien gestandene Lehrer Müller. Unter den Gewählten sind die Genossen Greulich, Erisman, Pfarrer Pflüger, Seidel zc. Frankreich. PariS, 26. Juni. Im heutigen Ministerrat im Elhsöe unter- zeichnete Präsident L o u b e t ein Dekret, durch welches die General- ratöwahlc» auf den 21. Juli festgesetzt werden.— Vom HochverratSprozest. Die meisten Pariser Blätter er- klären, der einzige wirklich bemerkenswerte PunN in dem Prozeß gegen den Grafen L n r- S a I u c e S sei die Aussage des Generals Zurlinden. Die nationalistische Presse erblickt in der Zeugenaussage dcS Generals eine Ehrenrettung des Generals P e Ii ieux, gegen welchen von radikaler Seite die Beschuldigung erhoben war, daß er sich in eine Verschwörung mit Deroulöde oder den Monarchisten eingelassen habe: ebenso sei durch die Aussage des Generals Zurlinden festgestellt worden, daß jeder Versuch, die Arniee zur llnbotmäßigkeit zu verleiten, vergeblich gewesen sei. Die radikalen Blätter erklären, es stehe nunmehr fest, daß P e 1 1 i e n x von dem beabsichtigten Staatsstreich unterrichtet war und sich aus irgend einem Grunde in letzter Stunde entschlossen habe, nicht mit- z u t h u n.„Laiiterne" deutet an, daß der General Pcllieur vielleicht jener Royalist sei, gegen den Deroulede den Vorwurf des Verrats erhoben habe.— Spanien. Madrid, 26. Juni. In Valencia rotteten sich die Anti- klerikalen vor einer Kirche, in welcher eine Feier stattfand, zusammen, zertrümmerten die Kirchensenstcr und suchten eine Prozession am Verlassen der Kirche zu hindern. In dem Getümmel wurde eine Anzahl Frauen ohnmächtig. Darauf machten sich die Ruhestörer daran, das erzbffchöfliche Seminar und das Karmeliter« Kloster mit Steinen zu bewerfen. Die Polizei nahm mehrere Ver« Haftungen vor. In einer Kirche in G i j o n fand man einen Aufruf angeschlagen, in welchem angekündigt wird, daß sämtliche Kirchen der Diözese in Brand gesteckt werden würden. Italien. Rom, 26, Juni. In ihrer heutigen Vormittagssitzung bewilligte die Deputiertenkammer den geforderten Kredit für Her- stellung einer Telephonverbind nng Italiens mit der Schweiz.— ' England. London, 26. Juni. Bei der Ersatzwahl zum Unter- hause in Stratford-on-Avon wurde Foster skonservativ und für Chamberlains Boeren Politik) mit 4755 Stimmen ge- wählt. Sein Gegenkandidat Bolton King(liberal) erhielt 2977 St. Der vorige Vertreter, der verstorbene Oberst Milward(konservativ). wurde im Jahre 1999 unbeanstandet gewählt. Im Jahre 1395 war er mit einer Majorität von 1771 Stimmen gelvählt worden.— Die Kriegsgrcuel in Transvaal. Miß Hobhonse hielt einen Vortrag in Oxford über die Greuel des Lagersystcnls in Südafrika. Nachdem ihr auch dort eine große Halle aus Furcht vor den Imperialisten gekündigt war, stellte ihr der Reforniklub seinen Saal zur Verfügung. Sie erklärte, vor dem Kriege glaubten die Boeren gegen eine civilisicrte Nation zn Felde zu ziehen, die Aenderung ihrer Ansicht hierüber sei entmutigend für alle Engländer. Der Rektor der Oxfordcr Universität erklärte, falls die Tyatsachen über die Lager gründlich in England bekannt wären, würden solche Zustände nicht weiter ge- stattet werden. Oberst Skott Skirving sagte, die Armee müßte über solche Arbeit Ekel empfinden.— Dänemark. Di« Landwirtschaft ohne Schntzzölle. Wir teilten vor einiger Zeit mit, daß die dänischen Agrarier sich auf ihrem Kongreß in Aarhus für landwirtschaftliche Schutzzölle ausgesprochen haben. Daß aber dieser Forderung kein wirklicher„Notstand" zu Grunde liegt, das scheint aus den folgenden Zahlen hervorzugehen, die ein ungefähres Bild von dem großartigen Aufschwung der landwirtschaftlichen Produktion in Däucmcirk in den letzten beiden Jahrzehnten des vcrfloflencn Jahr- Hunderts geben. Der Wert der Ausfuhr von Schweinen und Speck betrny in den Jahren 1876—1889 im Durchschnitt pro Jahr 19 Millionen Kronen; 1999 aber 58 Millionen: der von Butter 1376— 1889 pro Jahr 29 Millionen: 1999: 199 Mil- lionen: Eier, damals 1 Million, nun 16V» Millionen. Alles in allem betrug der Wert der Ausfuhr der genannten land- Ivirtschaftlichen Produkte 1876— 1880 durchschnittlich pro Jahr 49V» Millionen, 1999 aber 184 Millionen Kronen. Diese großartige Entivicklung wurde wesentlich gefördert durch die Gründung landwirtschaftlicher Genössen- ch a f t e n. Die erste Meiereigenossenschaft wurde im Jahre 1832 gegründet: jetzt giebt es in Dänemark 1932 Meiereigenoffenschaften mit ungefähr 169 999 Mitgliedern. Die Zahl der Milchkühe beträgt in Dänemark 1 199 999: die Milch von 999999 dieser Kühe wurde in den Genossenschaftsmeiereien ver- arbeitet und 134 999 999 Pfund Butter wurden dort produziert.— Die erste Schlächterei-Genossenschaft wurde 1837 ge- gründet: jetzt giebt eS 26 mit 62 000 Mitglieder». Diese Genossenschaften schlachteten im Jahre 1999 669 999 Schweine uud verkauften für 36 Millionen Kronen Speck.—„Des dänischen Laudnianns Eierverkaufs- Genossenschaft" wurde 1895 gegründet; 1999 gab es 459 solcher Genossenschaften mit 25 999 Mitgliedern. Diese verkauften für 2 999999 Kronen Eier.— Jedesmal, wenn das Gcnoffenschaftssystem eine neue Branche erobert hat, läßt sich bald eine starke Steigerung der Ausfuhr konstatieren. Dänemark hat im Jahre 1999 für 289V2 Millionen Kronen Waren exportiert, davon für 259 Milli'onen Kronen land- wirtschaftliche Pr o d u k t e— 89.>3 Proz,; an Industrie- Produkten ca. 24 Millionen Kronen � llV« Proz., und der Fischexport betrug mir etwas über 1 Proz. der gesamten Ausfuhr. „Diese großartige Entwicklung der Landwirtschaft", schreibt „ S o ci a l d em o kra ten",„ist unter dem Freihandelssystem vor sich gegangen. JnDeutschland.Frankreichund Schweden hat die Landwirtschast ihre Zuflucht zum Schutzzoll genommen, aber nun jammern die Land ivirte mehr lvieje. Die dänischen Bauern und Häusler haben dagegen ihre Rettung im genossenschaftlichen Betrieb gefunden, also in einem socialistischen Princip. Unsre Industrie, die teilweise Z o l l s ch u tz genießt, konnte nur einen lächerlich kleinen Teil zu ynserm Export_ beitragen. Unsre Landwirtschaft hat dagegen unterm Freihandel und durch das Genossenschaftsshstem' unfern Export kolossal vermehrt." Amerika. Der amerikanisch-rnsfische Tarifstreit. New Dork, 25. Juni. Dem„New Jork Herald" wird aus Washington gemeldet: Schatzsekretär Gage äußerte gestern, er denke, wenn er sich nur eine Stunde mit dem russischen F i n a n z m i n i st e r v. Witte unterhalten könnte, so würde dieser darlegen, wo seiner Ansicht nach, er(Gage) im Irrtum sei und er würde im stände sein, Witte gegenüber fein Verhalten zu rechtfertigen. Er sei überzeugt, daß sie zu emem freund- schaftlichen Einvernehmen gelangen würden. Hingegen sei es aussichtslos, den Meinungsstreit durch die Presse fortzuführen, und da eine persönliche Besprechung unmöglich sei, so müsse der gewöhn- liche Weg des Verkehrs zwischen den Regierungen benutzt werden. Der frühere Hilfssekretär des Schatzamts Vanderlip, der soeben aus Rußland eingetroffen ist, erklärt, Finanzminister v. Witte sei den Vereinigten Staaten freundlich gesinnt, er wünsche keinen Tarif- krieg und glaube auch nicht, daß es zu einem solchen komnien werde. London, 26. Juni. Den„Times" wird aus New Jork vom 25. Juni gemeldet: Der russische Botschafter Cassini, der sich heute nach Europa einschiffte, erklärt« einem Vertreter des „Coimncrcial Adoertiser" daß die die Tariffrage» betreffenden Miß- Verständnisse von den Amerikanern herrühren. Cassini fügte hinzu, daß, wenn es zun, Zollkrieg zwischen den beiden Ländern kommen sollte, die Vereinigten Staaten und nicht Rußland dadurch getroffen würden. Der Korrespondent des„Commercial Adoertiser" setzt hinzu, daß Cassini als Diplomat die Sachlage»och immer optimistisch ansehe. In Neiv Dork ist man allgemein der Ansicht, daß Schatzselretär Gage die Vereinigten Staaten in einen unnützen lo st spieligen Streit verwickelt hat, bei welchem, wie Cassini sagt. Amerika alles zu verlieren und nichts zu gewinnen hat.— Gegen die Trusts. Washington, 26. Juni.(„Bureau Lassan".) Die industrielle Kommission, welche von dem Kongreß ernannt worden war, hat die Tagung ihrer Sitzungen beendet, Sie hat einen Bericht entworfen, welcher eine schwere Anklage gegen die große» Trusts darstellt. Der Bericht empfiehlt die Ergreifung ernster Maßregeln uud erklärt die Anti-Trustgesetz«. welche unter dem Namen„Sherman Lalv" bekannt sind, für gänzlich unzulänglich, um das rasche Anwachsen der Trusts zu bekämpfen. Einige Mitglieder der Kommission haben einen von diesem völlig uuabhängigen Bericht verfaßt, in welchem sie das„Sherman Law" für so wirksam, wie es in der SlaatSbcrfassnng möglich sei, erklären.— Australien. Melbourne, 25. Juni. Die gesetzgebende Ber- s a m m l y n g der Kolonie Victoria nahm mit 64 gegen 17 Stimmen den Antrag auf Ausschluß des Mitglieds für Melbourne, F i n d I a y, q». Findlay ist der Herausgeber des Ivöchentlichen Organs der Arbeiterpartei, daS«inen Artikel gegen König Eduard VII, aus dem„Jrish People" ab- gedruckt hatte, Findlay erklärte, daß er die in dein Artikel aus- gesprochene Gesinnung nicht teile. Die der Arbeiterpartei zugehörigen Mitglieder des Hauses stimmten gegen den Antrag. Das verwünschte China! Nachdem Deutschland sich aus China flüchtet, nimmt Plötzlich die für das auswärtige Amt offiziöse Presse die Alarmnachrichtcn über neue Unruhen nicht mehr ernst, die man bis vor kurzem noch weidlich ausbeutete, hin die Wetterführung der Expedition zu rechtfertigen. Die„Post" rät, die Meldungen mit Vorsicht anfzu- nehmen und mit bewunderungswürdiger Ruhe fügt ssie hinzu, man solle„berücksichtigen, daß Äuöschrcittmgen gegen Fremde in China vorgekommen sind und vorkommen werde», so lange Fremde dort weilen. Ja, ivenn man dieser fatalistischen, gemütlichen Anschauung huldigt, wozu hat man überhaupt dann den Rachezng erst begonnen? Die Gemütsruhe hätte mau vor einem Jahre bewähre» sollen. Statt dessen ging die Regierung, unfähig und urtcilsloS blindlings in das Abenteuer, durch das mim nichts erreicht hat als grauenhaste Verwüstiiiigen, Nicdermctzelung Tausender von Menschen und schwere Opfer an Gut und Blut! Diplomatische Nendmmgen. Der russische Gesandte in China, v, GierS, erhält, nach dem „Lokal-Anzeiger", denmächst seine Abberufung ans Peking und dürfte als Gesandter für München ernannt werden. Nach Peking soll Lessar, der ehemalige russische diplomatische Kommissar in Bukarest, augenblicklich im russisch- indischen Grenzgebiet thätig, kommandiert werden. Vermutlich steckt hinter dem Wechsel daS persönliche Bedürfnis des Herrn v. GierS, auch seinerseits aus dem verwünschten China herauszukommen. Der Sühneprinz. Prinz Tschun. das Haupt der nach Deutschland gehenden Sonder- gesandtschaft, wird Peking am 12. Juli verlassen und von Shanghai am 29. Juli nach Deutschland Weiterreisen. ZDsvkei-Machvichten. Ein Produkt sommerlicher Flaue. In Gera beschlossen an, 8. Juni die Buchdnicker, ihren Vertreter aus dem Gcwcrkschafts- tartcll zurückzuziehen. Der Beschluß wurde mit einigen beschimpfen- den Redensarten gegen daS Kartell begründet. Wir hatten von dein gleichgilttgcn Vorgange nicht Notiz genommen, weil er wirklich keinen Menschen außerhalb der reußischen Residenz an der weißen Elster interessieren konnte. Unter dem Einfluß der sommerlichen Stille und gleichermaßen der Hitze ist aber auch diese Winzigkeit unter freisinniger Pflege zu einem kleinen Nu- getüm angeschwollen, das jetzt nach drei Wochen der hanpt- städtischen Presse den Doppcldienst leisten muß, den öden weißen Raum und zugleich die Socialdemokratie anzuschwärzen. Deshalb sei doch nun zunächst konstatiert, daß der Beschluß der Buchdrucker, deren Ortsverein in Gera 199 Mitglieder zählt, in An- Wesenheit von33 Mitgliedern mit 16 Stimme» gefaßt wurde; 15 stimmten dagegen, 2 enthielten sich der Abstimmung. Die Begründung wurde von den 8 im„fortschrittlichen"„Geraischen Tageblatt" beschäftigten Antragstevern fabriziert. Der Beschluß ist nur eine Episode in einer langen, der Bede, ittnig des Orts durchaus angemessenen Zänkerei zwischen dem dortigen Freisinnsblatte einerseits und unsrem Parteiblatte sowie den Arbeiterorganisationen andrerseits, die sich um alles mög- liche und noch etwas dreht, und anscheinend noch ein langes Leben verheißt. Er ist offenbar auf diese Streitereien zurückzuführen, in denen daS„Geraische Tageblatt" bisher nicht gut abgeichnitten hat und seine Begründung ist von unsrem dortigen Parteiblatt als eine freisinnige Verleumdung gekennzeichnet worden. Wie faul die Sache ist, geht unter anderm auch aus der Thatfache hervor, daß die„Freisinnige Zeitung", die der Geschichte erst in Berlin Eingang verschaffte und als Quelle die„Gcraer Zeikmg' angab. von diesem fürstlich reußischen Amtsblatte genöttgt wurde zu erklären. daß nicht dieses sondern das dortige Freisinnsblatt die trübe Quelle ist, aus der sie geschöpft. Selbst ein Amtsblatt mag vor derOeffent- lichkcit nicht als Urheberin des tristen Klatsches gelten, der der Berliner Freistnusprelie gut genug ist zun,„geistigen Kampf" gegen die Socialdemokratie. Eine Versaniiulnng polnischer Arbeiter in Altona, in der Jylinski über den poliiisch-socialistischen Parteitag in Berlin Gesundheitsverhältniffe der Schulkinder. Im Dresdener Lehte Nachrichten und Depeschen. die referierte, nahm, wie die„ Gazeta Robotnicza" berichtet, folgende Resolution an: Lehrerverein sprach ein Elementarlehrer, Herr Schanze, über die Wir polnischen Socialisten streben nicht nach der Un- Gesundheitsverhältnisse der dortigen Elementarschüler abhängigkeit Bolens, sondern wir wollen auf dem Boden des Schularztfrage. Programms der deutschen Socialdemokratie stehend und von ihr nur durch den Unterschied der Sprachen getrennt, die Befreiung des polnischen Proletariats aus dem Joche des Kapitalismus, wir wollen, daß in polnischen Gegenden bei der Aufstellung eines Kandidaten nicht die Zugehörigkeit zur P. P. S. maßgebend sein soll, sondern wir wollen eine Verständigung mit den deutschen Genossen, schließlich protestieren wir dagegen, daß ein Antrag abgelehnt wurde, nach dem ein polnischer Vertrauensmann gemeinsam mit einem deutschen Socialdemokraten thätig sein soll." Polizeiliches, Gerichtliches usw. Geldstrafen davon. und mit drei bis bier Schwere Wetterschäden. Königsberg, 26. Juni.( W. T. B.) Wie erst jetzt bekannt wird, Bugentgleisungen. Die ärztliche Untersuchung der Kinder, die sich teilweise auf die wurde am 24. Juni mittags der nordöstliche Teil des Goldaper Beobachtungen des betr. Direttors oder Lehrers stügen, war noch Kreises, namentlich die Felder der Ortschaften Szittlehmen, Nonicht in allen Schulen vorgenommen gewesen, auch nicht nach minten, Tegeln und Groß- Trafischten von starkem Hagelwetter einheitlichen Gesichtspunkten durchgeführt worden. Daher mußten mit wollenbruchartigem Regen schwer heimgesucht. Getreide, Karauch die vom Redner gefundenen Prozentzahlen hinter der Wirtlich- toffeln und Klee wurden vollständig vernichtet. In Rominten durchfeit zurückbleiben. Die vorgefundenen Krankheiten der Kinder hatte brachen die Wasserfluten den Eisenbahndamm am Bahnhof, auch Herr Schanze in 15 Rubriken gebracht: Blutarmut, Bahnkrankheiten, wurden durch den Sturm viele Fensterscheiben zertrümmert. förperliche, geistige Schwäche, chronische Krankheiten, vergrößerte Die Rominte stieg über zwei Meter. Bei Dönhoffstädt wurde Mandeln, vergrößerte Halslymphdrüsen, Strophulose, Nervosität. am Montagnachmittag ebenfalls die Ernte auf den Feldmarken durch Rachitis, Augenkrankheiten, Ohrenleiden, Stammeln, Stottern walnußgroße Hagelförner stellenweise gänzlich zerstört; die niedrig sonstige Leiden und Gebrechen. Das Krankheitsbild gelegenen Ländereien und Wiesen wurden überschwemmit; ein war geradezu ein erschreckendes. Nicht Der Mai- Spaziergang in Halle hatte am Dienstag vor nur, daß ein orfanartiger Sturm entwurzelte Bäume, die fast zwei Meter im Aleinen großer Teil der ber Straftammer noch ein gerichtliches Nachspiel gegen den VerKrankheiten Umfang maßen. trauensmann Steimand und den Verleger des„ Volksblatts" die Anzahl der Leidenden übersteigt, behaftet ist, die Zahl der Krankheiten also bei weitem Groß. Beide waren vom Schöffengericht wegen Vergehens gegen gut die Hälfte der Kinder, nicht, wie man gewöhnlich annimmt, sondern auch, daß das Vereinsgesetz zu der auffällig hohen Strafe von je 10 Tagen ein Drittel, als anormal bezeichnet werden muß! Auffallend ist, 81/8 Uhr entgleiste, wie die Königsberger Hartungsche Beitung" Königsberg i. Pr., 26. Juni.( W. T. V.) Gestern abend Gefängnis verurteilt worden, weil sie einen festzug vor dem daß sich nicht etwa besonders frante oder besonders gesunde meldet, der Personenzug Lyck Justerburg bei der Station Spiroken erfolgten polizeilichen Verbot im Boltsblatt" inferierten. Das Berufungsgericht erniedrigte die Strafe auf je 8 Tage Gefängnis. muten laffen tönnen. Es scheinen somit in den verschiedenen Teilen Maschine sant außerhalb des Geleises tief in den Erdboden ein, Schulen fanden die Lage der einzelnen Stadtteile hätte es berinfolge Bersandung der Strecke durch starke Regengüsse. Die Studenten kommen aber zuweilen wegen grober Ausschreitungen mit Dresdens einander ähnliche Verhältnisse vorzuliegen in Bezug auf Maschine fant außerhalb des Geleises tief in den Erdboden ein. Ernährung, Wohnung, Wartung und Pflege der Kinder und in während sich der Postwagen mit eingedrückter Wand quer über das Bezug auf die Familienverhältnisse, in denen sie aufwachsen. Der Geleise stellte. Verletzt wurde niemand. Der Heizer rettete sich Bortragende fam daher zu folgenden Leitsägen, denen die Ver- durch einen Sprung, der Maschinenführer wurde auf den Tender gesammlung rückhaltlos zustimmte: schleudert. Nach vier Stunden langte erst ein Hilfszug von Inster1. Der Gesundheitszustand unfrer Elementarschüler ist nach den burg an, der die Paffagiere mit etwa fünfstündiger Verspätung nach im vorigen Jahre stattgefundenen ärztlichen Untersuchungen ein sehr Insterburg brachte. ungünstiger und erfordert daher fortgesetzt die größte Aufmerkſam- Königsberg i. Pr., 26. Juni.( W. T. B.) Nach Meldung keit. 2. Es ist wünschenswert, daß die erste schulärztliche Unter- der Abendblätter ist gestern abend 6 Uhr der von Lück nach Allenfuchung des förperlichen Zustandes furz nach Ostern und allgemein ftein bestimmte Perfonenzug zwischen Klaukendorf und Mertinsdorf nach einheitlichen Gesichtspunkten vorgenommen wird. Das Schulamt infolge Ueberschwemmung der Bahngeleise entgleist. Drei Reisende soll gebeten werden, zu veranlassen, daß die Untersuchung fämt wurden erheblich aber nicht lebensgefährlich verlegt, mehrere licher Elementarschüler für das laufende Jahr noch geschieht, da- andre trugen leichte Verlegungen davon. Die Lokomotive, der Posts mit eine eingehende Statistik zum Besten der Schulgesundheits- wagen und vier Personenwagen sind entgleist. Der Verkehr muß pflege aufgestellt werden kann. 3. Es ist weiter zu wünschen, bis auf weiteres durch Umsteigen bewirkt werden. daß die Beilage zum Aufnahmebogen, die das ärztliche Zeugnis ent hält, für jedes Kind durch die ganze Schulzeit geführt werde. 4. Die Vorbereitungen für die Ausbeutung Südafrikas. mit chronischen Krankheiten behafteten Kinder sind im Sommerhalbjahr so lange als nötig zum Gebrauche einer Kur zu beurlauben. Bei versammlung von A. Goerz u. Co. Limited wurde trop eines Saldos von London, 26. Juni.( W. T. B.) Jn. der heutigen General gänzlicher Mittellosigkeit hat die Stadt für Unterbringung in eine 104 713 Pfd. Sterl. von der Verteilung einer Dividende abgesehen Seilanstalt Sorge zu tragen. 5. Die beiden Nachhilfeschulen für im Hinblick auf die noch nicht genügend geklärten Verhält geistig schwache Kinder sind zu decentralisieren. Die Errichtung von niffe in Südafrika, welche es Nachhilfellassen für jede größere Schulgruppe ist ein dringendes Be- lassen, die Mittel der Gesellschaft für die nach Wiederaufnahme der wünschenswert erscheinen dürfuis. 6. Zur Förderung des gesundheitlichen Zustandes unsrer Arbeiten am Rande herantretenden Aufgaben bereit zu halten. Kinder empfiehlt sich die Errichtung von Schulbädern. werden kann. Gewerkschaftliches Berlin und Umgegend. Diejenigen Inhaber von Friseurgefchäften, die nicht Mitglieder der Freien Vereinigung" find, aber doch unsre Forderungen bewilligt haben, ersuchen wir, sich das Plakat bei dem Sollegen Klarbaum, höchste str. 1, abzuholen. Falls die einzelnen Arbeitgeber den Zarif noch nicht unterschrieben haben sollten, so kann das jederzeit auf dem Bureau Rojen thalerstr. 57 gefchehen, da sonst das Plakat nicht ausgehändigt Wir machen ausdrücklich darauf aufmerksam, daß die„ Nichtmitglieder der Freien Vereinigung" denen das Plakat veriveigert wird, dies der Lohnkommission zu unterbreiten baben, falls sie sich selbst nicht schädigen wollen. Im Intereffe der Arbeitgeber liegt es, die nötigen Schritte fofort zu thun, da diejenigen, welche Plakate bekommen haben, von der Lohnkommission, resp. der Freien Vereinigung" am nächsten Sonnabend veröffentlicht werden. Die Lohnkommission. J. A.: K. Lubert. Achtung, Porzellan- und Steingutdreher! In Renens bei Lausanne( Schweiz) find seit 40 Tagen die Steingutdreher im Ausstand. Während der eine Fabrikant den bescheidenen Forderungen der Arbeiter entgegengekommen und einen Vertrag mit ihnen abgeschlossen hat, bemühen sich die Besizer der Firma Levy u. Schwab, die Streifenden nieder zu zwingen. Sie bedienen fich dabei recht unsauberer Mittel. Unter der falschen Vorspiegelung, er brauche, anläßlich der Erweiterung einer Porzellan- lauds vom 8. Januar bis 18. Mai 1901. fabrit in der französischen Schweiz, eine Anzahl Borzellanarbeiter, ist es ihm gelungen, a dit Mann von Berlin hinzulocken. Wir haben, so schreibt uns der Vorsigende der dortigen Steingutarbeiter Gewerkschaft, die Angekommenen sofort bon der hiesigen Situation unterrichtet und sieben von den acht deutschen Porzellanarbeiter haben der internationalen Solidarität Rechnung getragen und es abgelehnt, die Arbeit aufzunehmen. Obgleich die Kassen der hiesigen Organisation infolge des langen Streits ziemlich geschwächt sind, werden die Betreffenden entsprechend unterstützt und es soll versucht werden, sie wieder nach der Heimatschem Voigtland, Köln, Ostzu befördern. Wir ersuchen unsre deutschen Kameraden, Porzellan- und Steingutarbeiter, das obige zu beachten und sich nicht nach hier verloden zu lassen. Im Auftrag des Komitees: Jean Caftella. Deutsches Neich. Aus der Frauenbewegung. Abrechnung der Vertrauensperson der Genoffiunen Deutsch Einnahmen: Bestand am 8. Januar Aus Berlin Von auswärts " Summa: Ausgaben: 39,73 m. 158,20" 292,20 490,13 m. 45,00 m. Porto und fleine Ausgaben Für Agitationstouren nach: Schlesien, Thüringen, sächsis preußen als Beihilfe gezahlt Einnahmen Ausgaben. • 340,60 385,60 m. 490,13 M. 385,60 " • " Bestand: 104,53 M. Nevidiert und richtig befunden: Berlin, 18. Mai 1901, Schuh den Streifbrechern. Mit sechs Wochen Gefängnis wurde ein Maurer in Halle bestraft. welcher den auf einem Bau Frau Meiling. Frau Scering. Frl. Ida Baar. arbeitenden Streifbrechern Vorhaltungen über ihre unsolidarische Handlungsweise machte und ihnen bei dieser Gelegenheit was er Eine wackere Mitkämpferin verloren die Genossen in jedoch bestreitet die Worte zugerufen:„ Wenn Ihr morgen wieder Sagan an der Parteigenossin Pauline Hermstädt, die am tommt, schlagen wir Euch die Knochen entzwei." Diese Redensart, 22. Juni dort verstarb. Sie hat als Zeitungsexpedientin unsre dort falls fie gebraucht sein sollte, ist ja nicht schön, aber sicher nicht ernst verbreiteten Parteiblätter, den„ Proletarier aus dem Eulengebirge" gemeint, wie jeder, der öfter Gelegenheit hat, erregte Auseinander- und die" Breslauer Volkswacht" in alle Hütten getragen und war segungen zwischen nicht gerade salonmäßig ausgebildeten Leuten zu bei jeder Flugblattverbreitung eine treue Helferin. Ehre ihrem Anhören, zugeben wird. Ünd dennoch sechs Wochen Gefängnis! Das denken. beweist, daß sich die Streikbrecher nicht über ungenügenden geseg= lichen und richterlichen Schutz beklagen können. 3 Den Mitteilungen des Vorsitzenden ist zu entnehmen, daß während des Krieges in Kapstadt seitens der Mitglieder der Witwatersrand Minenkammer die Nand Native Labour Association" gegründet wurde, von deren Thätigkeit man in Zukunft eine bessere Versorgung der Gruben mit eingeborenen Arbeitern erwartet, als es vor dem Kriege der Fall war. Bezüglich der Aussichten der Bergwerksindustrie äußerte sich der Vorsitzende dahin, daß dies selbe seiner Ueberzeugung nach unter englischer Verwaltung so vorteilhaft wie möglich arbeiten würde, da es im eigensten Interesse der letzteren läge, der Hebung der so bedeutenden Mineralschäße im Transvaal ihre Fürsorge angedeihen zu lassen, Man dürfe daher annehmen, daß die zukünstige Besteuerung der Industrie feinen Hemmischuh für die Entwidlung derselben bilden würde, daß vielmehr eine gerechte Verteilung der Lasten zu erwarten wäre, welche zur Jnangriffnahme neuen Bergwerksgrundes und zur Nutbarmachung auch der zahlreichen Lagerstätten mit geringerem Goldgehalt ermutigen würde. Kenhardt, 26. Juni.( Meldung des Reuterschen Bureans".) Aus Katamas sind den Engländern ergebene Farmer hier eingetroffen und berichten, daß nach einem Gefecht in der Nähe von Narvegas, das zwischen Grenzschüßen und dem Kommandanten Conroy vorfiel, die Boeren sich nach Kakamas zurückgezogen hätten, bont wo aus sie den Oranjefluß in größter Uns ordnung überschritten hätten. Conroy habe sich mit einem Kap- Rebellen Namens Viders aus Brandvlei auf deutsches Gebiet begeben, mit den deutschen Behörden zu verhandeln. Die Deutschen hätten es abgelehnt, bewaffnete Boeren aufzunehmen, Schließlich seien 38 Familien nach Deutsch- Südwestafrika gezogen, wo die deutschen Behörden Frauen und Kinder in einem Lager nahe bei Schmidtdrift unterbringen und die Männer internieren ließen. Harrismith( Oranjefreistaat), 25. Juni.( Meld. des Neuterschen Bureaus".) Zwei englische Truppenabteilungen machten, gemeinsam vorgehend, einen Beutezug durch das Gebiet zwischen Harrismith und Bethlehem. Sie erbeuteten 43 Wagen und Karren, 182 140 Bfd. Fourage, 598 900 pfd. Korn und Mehl sowie eine Menge landwirtschaftlicher Geräte und Munition auf dem Wege nach Bethlehen und außerdem 37 Ladungen Fourage auf dem Rüdwege. Sittliche Gefahren der Frauenarbeit. Der Jahresbericht der Gewerbe- Aufsichtsbeamten für Mecklenburg Schwerin auf das Die Hamburger Bauarbeiter befinden sich zur Zeit in einer Jahr 1900 sagt in dem übrigens sehr furzen Kapital, Arbeiterinnen" Lohnbewegung. lleber 18 Baugeschäfte, welche die Forderung der Einzelne Vorkommnisse bei Unterbringung fremder Arbeiterinnen Arbeiter nicht anerkennen, ist die Sperre verhängt worden. in giegelei und 8uderfabrit Kasernen bestätigten Gescheiterte Einigunge- Bestrebungen im Gärtnerberufe. als wünschenswert die völlige Ausschließung solcher Eine Konferenz der Hauptvorstände des Allgemeinen Deutschen Beschäftigungen, da sittliche Ausschreitungen sich erfahrungsMannheim, 26. Juni.( B. H.) Die mit einem Kostenaufwand Gärtnervereins und der Deutschen Gärtnervereinigung fand am mäßig auch durch Aufsicht und Bestrafungen nicht verhindern lassen." 9. Juni in Wittenberge statt. Gegenstand der Verhandlung war die Wir möchten aus diesem Grunde allein die Forderung der bon 150 000 M. neu erbaute Leichenhalle auf dem hiesigen FriedFrage des Zusammenschlusses der beiden sich bisher scharf Ausschließung der Arbeiterinnen von diesen oder andren Be: hofe ist heute nachmittag 3 Uhr plöglich eingestürzt. Bei dem Einbekämpfenden Organisationen. Als Grundbedingung der Ver- schäftigungsarten nicht vertreten, soweit nicht etwa die Umstände, sturz verunglückten zwei Arbeiter zu Tode und fünf find schwer schmelzung der beiden Organisationen stellte der Hauptvorstand der aus denen die Gefahren für die Sittlichkeit resultieren, von der verletzt. Die Feuerwehr ist zu den Aufräumungsarbeiten aufgeboten. Deutschen Gärtnervereinigung die Forderung: Anschluß an die Arbeitsweise aus technischen Gründen untrennbar find. Solche lm: Die Sachverständigen sind der Ansicht, daß die zu weite Spannung des Mittelbaues die Ursache des Einsturzes war. modernen Gewerkschaften bezw. an die Generalfommission der Ge- stände macht der Bericht hier nicht geltend, sondern nur die UnWien, 26. Juni.( B. H.) Die große Ortschaft Wiener- Neudorf werkschaften. Wie vorauszusehen, scheiterten an dieser Hauptforderung wirksamkeit von Aufsicht und Bestrafungen. Daran dürfte aber der Unternehmer schuld sein, steht seit heute nacht in Flammen. Zahlreiche Wohnhäuser sowie die ganzen Verhandlungen. Der Hauptvorstand des Allgemeinen weit mehr der böje Wille Deutschen Gärtnervereins glaubt, daß seine Mitglieder für solchen die cs offenbar an anständigen Einrichtungen beim Betriebe die uralte Ortskirche sind abgebrannt. Mau befürchtet, daß mehrere und bei der Unterbringung der Arbeiter und Arbeiterinnen Personen in den Flammen umgekommen sind. Schritt noch nicht reif seien, daß die Anerkennung der modernen Gewerkschaften unter ihren rückständigen Elementen böses Blut er- fehlen lassen und die durch die üblichen geringfügigen Strafen auch regen und den Austritt einer ganzen Reihe Zweigvereine zur Folge nicht zu einer Aenderung ihres Verhaltens veranlaßt werden können. haben werde. Da der Vorstand der Deutschen Gärtnervereinigung Ernste Bestrafung würde da schon eher eine Wirkung erzielen. Es aber nicht von dieser Hauptforderung zurüdtreten wollte, waren die mag ja sein, daß vielfach auch die erfahrungsgemäß ziemlich tief weiteren Verhandlungen überflüssig und wurden nach 31stündiger stehenden fremden Arbeiterinnen dieser Betriebe, die ja gerade um dieser Eigenschaft willen herzugeholt werden, den an Daner abgebrochen. sie herantretenden sittlichen Gefahren leichter fittlichen Gefahren leichter erliegen als andre. Dagegen ist die Hebung des wirtschaftlichen Niveans der Arbeiter und Arbeiterinnen ein recht wirksames Mittel: Anständige Bezahlung, die ein menschliches Leben ermöglicht, anständige Behandlung durch die Unternehmer und deren Angestellte, volle Bewegungsfreiheit für die Arbeiterorganisationen, damit sie auch diese Arbeiterkategorien für die Organisation gewinnen fönnen. Das würde den beobachteten sittlichen Gefahren sehr bald ein Ende Die Töpfer in Wittenberge befinden sich feit Montag fcüh im Ausstande und ersuchen um Fernhalten des Zuzugs. Ausland. Zwischen den Streifenden am Simplontunnel und der bewaffneten Macht foll es einer Meldung aus Arona zufolge zu blutigen Zusammenstößen gekommen sein, wobei es Tote und Verwundete gegeben habe. Die Behörden am Thatort verweigern die Annahme von Depeschen mit der Meldung der ernsten Vorgänge. Grenoble. Der Ausstand der Bergarbeiter in La Motte d'Aveillans ist beendet. Die Bergwerksgesellschaft verpflichtet sich, sechs Monate hindurch nur 15 Proz. aus ländische Arbeiter zu beschäftigen. Bociales. bereiten. Der Frauen und Mädchen- Bildungsverein Nigdorf hielt am Dienstag eine Mitgliederversammlung ab. Es wurden zunächst zwei belehrende Artikel aus dem Gebiete der Gesundheitspflege vor gelesen, die mancherlei Belehrung boten und mit regem Interesse verfolgt wurden. Antwerpen, 26. Juni.( B. H.) Ein Wachtposten wurde gestern von Unbekannten überfallen und erhielt mehrere Dolchstiche. Er wurde blutüberströmt ins Hospital gebracht. Paris, 26. Juni.( B. H.) Der hiesige Gerichtshof verurteilte heute zwei junge Anarchisten, die eine Bombe in eine Bedürfnis anstalt geworfen hatten, welche durch die daraus entstandene Explosion zerstört wurde, zu einem Jahr Gefängnis. Paris, 26. Juni.( B. H.) Der hiesige Gemeinderat beschloß mit 35 gegen 32 Stimmen die Verweltlichung der Spitäler durchzuführen. Paris, 26. Juni.( W. T. B.) Der Staatsgerichtshof verurteilte den Grafen Lur- Saluces zu fünf Jahren Verbannung unter Zu billigung mildernder Umstände. Für die Verurteilung ftimunten 72 Senatoren; 58 enthielten sich der Abstimmung. Die Sigung wurde geschlossen, ohne daß es zu einem Zwischenfall gekommen wäre. Rom, 26. Juni.( W. T. B.) Die Kammer genehmigte den Etat des Ministeriums des Innern in geheimer Abstimmung mit 187 gegen 59 Stimmen und ging dann zur Beratung des Etats des Ministeriums der öffentlichen Arbeiten über. Aus dem Geschäftsbericht, den die Schriftführerin vortrug, ist zu entnehmen, daß 13 Vorstandssitungen und 10 Versammlungen statt- Holzlager ist gelöscht. Der Schaden an verbranntem Holz wird auf Jekaterinoslaw, 26. Juni.( W. T. B.) Das Fener in dem gefunden haben. Im Durchschnitt waren die Versammlungen von drei Millionen Rubel, der an Mühlen, Sägemühlen und WohnFür den Wert der Kinderarbeit auf den Gütern hat die 54 Personen besucht. Seitens der Rigdorfer Polizeibehörde erfreut sich der häusern auf zwei Millionen Rubel geschätzt. Das Holz war nicht Regierung in Königsberg volles Verständnis. Im Kreise Rastenburg Verein einer besonderen Aufmerksamkeit, indem sie den Beweis erbringen fehlt es an Arbeitsträften auf den Rübenfeldern. Deshalb ist den will, daß der Verein auf öffentliche Angelegenheiten einzuwirken fucht. versichert. Eisenbahn-, Wasserleitungs- und einige andre Gebäude Kindern der Stadt Barten an 21 Nachmittagen- so lange werden Gegen das freisprechende Urteil vom 3. Juni ist vom Staatsanwalt Be find beschädigt. Es verbrannten 42 Gehöfte. fie wohl gebraucht werden der Schulunterricht erlaffen worden. rufimg eingelegt worden, aber das wird die Frauen nicht hindern, New York, 26. Juni.( W. T. B.) Giner Depesche aus Wenn die Schulen geschlossen werden, stehen schon Wagen ihr Wissen in jeder Weise zu bereichern. Das Stiftungsfest ergab St. Johns( New Foundland) zufolge ist der Oceandampfer„ Lufitania", bereit, um die Kinder schnell auf die Felder hinaus zu ein Defizit von 50 M. Ein Antrag von Fr. Jeeze, im Juli nach der von Liverpool nach Montreal mit 500 Baffagieren unterwegs bringen. Je nach der Leistungsfähigkeit erhalten die Kinder 20 bis dem Botanischen Garten zu gehen, wurde angenommen. Der Tag war, gestern nacht auf der Höhe von Kap Ballard gescheitert. 40 Pf. pro Nachmittag. Damit aber der Unterricht nicht leidet, soll in der nächsten Versammlung bestimmt werden. Die nächste Alle Passagiere des Dampfers wurden gerettet. haben die Kinder in der Schule schon am Vormittag das Nach Versammlung findet am 2. Juli bei Mercier, Steinmeßstraße, statt. Indianapolis, 26. Juni.( W. T. B.) Einer später eingetroffenen mittagspensum zu leisten. Wie das nach anstrengender Arbeit auf Herr Grundmann spricht über: Das Innere der Frau". Meldung zufolge hat sich das Eisenbahnunglück auf der Wabashbahn dem Felde am Tage vorher geschieht, kann man sich denken. Ob in Der Vortrag wird an einer lebensgroßen fünstlichen Frau, welche, während der Nacht ereignet. Sechszehn italienische Auswanderer, allen Kreisen, die Kinder zur Arbeit hergegeben werden, ist uns noch mit herausnehmbaren Organen versehen, volksverständlich erklärt. welche sich auf dem Wege nach der Salzseestadt befanden, find ums nicht bekannt. Unwahrscheinlich ist es nicht. Damen haben als Gäste Zutritt. gekommen. Fünfzig Reisende find verlegt, darunter viele schwer. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mar Vading in Berlin. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. " St. 147. 18. Iahrgavg. KMßt des Jmilrls" Krwcr JaMlutt S"«*?»'« Der Prozeß Jamcke. Aus Potsdam wird uns vom Mittwoch berichtet: Vor bem kiesigen Schwurgericht fand heute die erneute Verhandlung gegen den„Geisterbeschwörer vom Tcufelssee", Töpfer Eugen Jäni'cle statt. De» Vorsitz führt Landgerichtsrat Nixe, die Äntlage vertritt Erster Staalsanwalt Wagner, der Angeklagte wird vom Rechts- anwalt Dr. Friedländer- Potsdam verteidigt. Bei Eröffnung der Verhandlung ist der Zuhörerraum nur sehr mäßig besetzt. Der Angeklagte I ä n i ck e hat sich seit der Verhandlung im Juui v. I. fast gar nicht verändert; er ist noch etwas schmächtiger geworden. sein verträumtes Gesicht zeigt etwas kräftigere Züge, wie früher Als Zeuge ist nur Oberaufseher Wildgrube anwesend, als Sachverständige sind Sanitätsrat Dr. Passauer, praktischer Arzt Dr. K a r st- Potsdam und Mcdizinalrat Professor Dr. König zur Stelle. Die Anklage lautet auf Mord. Auf Befragen erklärt der Angeklagte mit fester Stimme, daß er 1876 in Nowaives geboren und verheiratet sei. Seine Eltern leben noch. Er hat zuletzt Gotzkoivskystr. 16 in Berlin gewohnt und ist mehrfach vorbestraft. Im Jahre 189S hat er ein Bett gestohlen und ist mit 1 Woche Ge» fängnis bestraft worden, in Hamburg erhielt er wegen Unterschlagung 2 Wochen, im Jahre 1897 in Berlin wegen schwere» Diebstahls 6 Monate Gefängnis. Auf weiteres Befragen erklärt der Angeklagte ohne viel Be- sinnen, daß er weit in der Welt herumgekommen sei, u. a. auch nach Kopenhagen und London, wo der Hypnotiseur Prof. Smith Vor stellungen gab und ihn als Medium benutzte. Er hatte 22 Ge fchwister, von denen außer ihm nur noch ein 7jähriger Bruder lebt. Die übrigen Geschwister sind gestorben, teilweise an Krämpfen. Nach seiner Konfirmation hat er bei seinem Vater, der Töpfermeister ist, gearbeitet. Nach seiner ersten Vorstrafe hat sein Vater seinen Wohusitz nach Berlin verlegt und auch er ist dann nach Berlin gezogen. Er hat vor- übergehend in der Lölveschen Fabrik gearbeitet und ist in Moabit bei dem Bäcker Kroschke Portier gewesen. Durch Inserat in Berliner Zeitungen bot er sich zum Kartenlegen und Wahrsagen an. Er ivollte, ivie er sagt, eine Nebenbeschäftigung haben. Die Kunst habe er von seiner noch lebenden Großmutter gelernt, zu der immer sehr viel Soldaten und Mädchen gekommen seien, um sich Karten legen zu lassen. Der Vorsitzende hebt sodann in großen Zügen die Haupt' Momente aus dem Verkehr dcö Angeklagten mit der ennordeten Bergner hervor und der Angeklagte giebt auf alle Fragen deutliche u»d klare Antlvorten, welche zeigen, daß fein Eriiiuerungsvermöge» völlig ungetrübt ist. Seine ganze Haltung ist völlig unbefangen, bei seinen Antlvorten gestikuliert er lebhaft mit den Händen und ivenn er ungeduldig wird, gefällt er sich in Zivischen rufen wie„Gewiß!",„Versteht sich!",„Natürlich I", ,J bewahre 1' Was das Zauberzeichcn betrifft, welches sich auf seinen Briefen an die Bergner vorfindet, so erklärt er, daß er dieses Zeichen von seiner Großmutter habe. Richtig sei es, daß er von der Berger mehrfach Geld erhalten und mit derselben Lotterie gespielt' habe. Die Glücksnummer habe er berechnet aus dem Alter der Person selbst, aus dem Alter dcS Vaters und der Mutter und aus der Zahl der Hauptlinien der Hand. Die daraus gewonnene Zahl ergebe die Nummer des Loses, welches man sich dann durch Sympathie beschaffen könne.— Präs.: Sie haben bei Ihren Zaubereien allerlei Räucherungen vorgenommen und Mixturen zu' jammengebrant. Wollen Sie sagen, ivoraus die letzteren bestanden? — A n g e k l.: Warum soll icb das nicht sagen? Sie bestanden aus Weihrauch, Myrrhen, Stechblätter und essigsaurem Natron.— Der Vorsitzende geht dann auf das Verhältnis des Angeklagten zu dem Diener Just ein, der bekanntlich verheiratet ist, aber trotzdem durch die Kunst des Angeklagten gern mit weiblichen Personen Liaisons an knüpfen wollte. Auch von diesem hat der Angeklagte wiederholt Geld erhalten und ihm verschiedene Mittel gegeben, die aber nichts ge' Holsen haben.— Präs.: Haben Sie nicht dem Just auch ei» Pulver gegeben, welches er auf die Treppe streuen sollte. Das be- stand ja wohl ans Thonerde?— A n g e k l.: Ach Unsinn! P r ä s.: � Hören Sie, Angeklagter, betragen Sie sich hier bescheiden und anständig!— A n g e k l.: Ja was soll ich Weiler dazu sagen? Just hatte leinen Erfolg, weil er jedenfalls die Anweisungen nicht richtig befolgte.— Präs,: Sie haben ja wohl verschiedene Zanberbücher gehabt, in denen Sie studiert haben wollen.— A n g e k l.: Ja wohl. Unter andren:„Das Herz des Menschen' und„Der Zauber- salon Bcllachinis II.'— Präs.: Inst soll Ihnen dann auch noch Bücher gegeben haben. Welche waren das?— A n g e k l.: „Das große Sympathiebuch",„Der Hölleuzwang von Cyprian", „Gründlicher Unterricht zum Höllenzwang, von Dr. Faust",„Kabale und Liebe, Handbuch des Dr, Faust".— Präs.: Alle Ermittelungen nach diesem letzteren Buche sind vergeblich gewesen. Es wird be- stritten, daß es überhaupt existiert, Inst hat außerdem unter seinem Eide bestritten, es Ihnen gegeben zu haben.— A n g e k l.: Ja, er hat's bestritten! Wanim' auch nicht? Er hat gewiß Angst, weil man mich nun gefaßt hatte, und dachte vielleicht, er kriegt auch Strafe I— P r ä s,: Haben Sie denn aus den Büchern etwas gelernt? — A n g e k l.: Natürlich habe ich aus den ganzen Büchern schrecklich viel gelernt.— Präs.: Sie haben nun mit Inst in Ihrer Küche allerlei Räucherungen vorgenommen. Welche Vorbereitungen ge- hörten dazu?— A n g e k l.: Es mußte alles ganz ruhig und still sein, das Zimmer mußte ganz dunkel sein, bis auf eine magische Flamme, die aus Weinessig und Alaun bestand.— Präs.: Sie gebrauchte» auch noch ein Zanberwasscr?— A n g e k l.: Das hatte sich Just anfertigen lassen, um den Zauberkreis damit zu ziehen. — Präs.: Das Messer enthielt auch noch drei Buchstaben. WaS bedeuteten diese? � A n g e k l.: DaS waren drei Geister, die Fürsten der Pygmäe». Prä?.: Was sind denn Pygmäen? Habe» Sie solche schon'mal gesehen? Kann niau sie greifen?— A u g e k l.: Natürlich habe ich ffc schon gesehen. Das ist so, als ob man. wenn mau über eine Wiese geht, Nebel aufsteigen sieht.— Präs.: Was haben denn die Pygmäen für eine Bedeutung?— A n g e k l.: Die Pygmäen haben die Schätze der Erde unter sich und wenn man sie durch Zauber- formcln citiert. so gewinnt man Macht über sie und sie müssen die Schätze aus der Erde bringen, die man haben will.— Präsident: Bei Just hat aber Ihr Zauber gar nichts geholfen. Sie haben auch, wie die Beweisaufnahme das vorige Mal ergeben hat, auch bei anderen Personen gar nichts geleistet.— Angel l.: O gewiß, ich habe viel geleistet. Die Leute sind doch gekommen und sind wieder gekommen und haben sich be- dankt, Natürlich, wenn sie hier vor Gericht kommen und es sind so viele Zuhörer da, dann genieren sie sich und sagen, es hat nichts geholfen. Meine Großmutter betreibt doch schon seit so vielen Jahren das Geschäft und die Leute kommen noch immer zu ihr, also muß es doch helfen!— In aller Ausfiihrlicbkeit und in voller Uebereinstimmuug mit seinen früheren Aussagen schildert der Angeklagte alsdann die bekannte Beschwörungs- sceue, die er unter Assistenz seines Pflegesohns Bruno Misch »nit der Bcrgner am 21. März 1900 am Teufelssee ausgeführt hat. Er erzählt, wie er zu der Beschwörung die aus einer Masken- garderobe entnommene Mönchskutte und Maske mitgenommen, das änßcrdem eine Räucherschale dazu gehörte, daß außerdem Just aus der Scheringschen Apotheke Strychnin und Blausäure besorgen mußte,".die zur Zauberei gehörten. Angeblich sollte Just' mit nach dem Tcnfelssee. da er das Herz der Bergner erringen sollte. Just war aber zu seinem Glücke am Erscheinen verhindert. Er erzählt, wie die Bergner zunächst eine Vorbeschwörung machen mutzte, die darin bestand, daß sie allerlei Zauberformeln sprechen, siebenmal hin ruid her gehen und dreimal niesen mußte. Dann kam der weitere Spuk mit der Mönchskutte. Dpr Aygellagte braute alsdann seinen Zaubertrank, dessen Zusammensetzung er angeblich aus jenem nicht existierenden Zauberbuch entnommen haben will. Da Blausäure und Strichnin Gifte seien, habe er als Gegengift Heidekraut, Fichteuharz und Kieferrinde zugeihan und den Zaubertrauk in dieser Form der Bergner gereicht. Er giebt zu, daß diese davon getrunken und dann umgefallen sei. Er habe dann eine fürchterliche Angst be' kommen, habe das Portemonnaie der Bergner und ihre Schlüssel go nommen und sei mit dem Bruno Misch nach Berlin geeilt. Bekannt ist, daß er dann in die Bergnersche Wohnung gegangen, dort Geld und Sachen, die er versetzte, gestohlen hat und schon einen Möbel- wagen bestellt hatte, um die gesamten Möbel der Bergner wegzu- bringen. Er ist dann schließlich von Berlin nach Dalniin, dem Wohn- ort seiner Eltern gegangen und später verhaftet worden. Der Präsident hält ihm wiederholt vor, ob er denn gar keine Gewissensbisse ge- habt habe, als er die Bergner so hilflos liegen ließ und ob er denn gar nicht gedacht habe, daß er einen Diebstahl an deren Sachen be- ging. Der Augeklagte erklärt, daß er sich dabei nichts gedacht habe, — Der Vorsitzende läßt noch einen Brief des Angeklagte» an seinen Verteidiger Justizrat Atzmq vom IS. Februar d. I. ver- lesen. Er bittet darin nm Auskunft, wann denn eigentlich Termin fei und beklagt sich, daß er der Gegenstand von allerlei Chikanen sei „Ich hatte ein Abenteuer, welches so recht zeigt, wie man gegen mich vorgeht und was daS für Menschen sind, die mir hier nachstellen. Da kamen neulich ein Dutzend Männer zu mir herein, sagen, meine Frau und mein Kind sei da, statt dessen ziehen sie mich aus und legen mich in Ketten wie ein wildcS Tier. Ich möchte den Antrag stellen, daß ich doch zu meinen lieben Eltern gehen kann aufs Land, zu nieiuer Frau und meinem lieben Kinde, wo ich doch so schön leben kann, ach, so glücklich, ach so frei! Ich halte es nicht mehr aus, ich sterbe vor Sehnsucht nach meiner Frau und meinem Jungen. Ich hatte den Antrag gestellt, mich zu meiner Frau zu lassen, damit unser Ge- schlecht nicht aussterbe. Aber, denken Sie, man hat es erlaubt? I bewahre! Und dann das schlechte Essen I Nicht einmal des Morgens Kaffee! Stellen Sie den Antrag, daß man mich abholt nach Dalmin. wo ich meinem Vater so schön helfen kann! Aber man will mich nur dnmni machen zc.?c,— Präs.: Weshalb lag Ihnen denn so sehran einerFortpflanzung JhresGeschlechts.—-Angekl. Wcilichdochvon besserer Abstammung bin.— Präs.: Wie so?— Angekl. Ich habe mal ein Gespräch zivischen meinen Eltern belauscht, ivoraus ich sah, daß die Familie aus Polen stammt und gräflich ist.— Präs.: Wie sollten denn die Eltern eigentlich heißen?— Angekl.: von Janicowska.— Präs.: Haben Sie sich nicht auch an das Heroldsamt geivendet?— Angekl.: Ich habe öfter an den Kaiser geschrieben, daß mein Adel anerkannt werde, ich sollte aber Papiere beibringen, und diese gab mir mein Vater nicht. Das Jnquisitorium wird hiermit beendet. Der als Zeuge vernommene Oberaufseher Wildgrube wird über das Verhalten des Angeklagten ini Potsdamer Gefängnis ver- nommen. Der Angeklagte war' in der Zeit vom 7. November bis 18. Dezember in der Charits und ist dann wieder in das Potsdamer Gefängnis übergeführt worden. Er hat dort dreimal Anfälle gehabt, die der Zeuge aber nicht selbst gesehen hat. Schließlich haben seine Mitgefangenen gesagt:1„Wir werden uns doch nicht länger von Dir' kujonieren lassen" und sie haben ihm eins ausgewischt, Darauf habe er keine Ansälle mehr gehabt. Er habe dann auch auszubrechen versucht, indem er den Ofen abbrach. AlS man ihm, dem Zeugen, dies gemeldet und er in die Zelle hineinwollte, habe er die Thür nicht aufmachen können und Jänicke habe auf die Anffordening, zu öffnen, geantwortet:„Ich habe Besuch!" Er sei erst durch eine List bewogen tvorden, zu öffnen, indem die Mit gefangene» ihm vorredeten, daß seine Frau da sei. Vom Wert der Sachverständigen- Urteile. Erster wissenschaftlicher Gutachter ist Medizinalrat Dr, König, Oberarzt der Irrenanstalt in Dalldorf und Mitglied des Medizinal- kollegiums. Er berichtet von den absurden Ideen, denen der Augeklagte nachjage, von den krampfhaften Zuständen. zu denen er neige und von seiner Behauptung, gräflicher Abstammung zu sein. Jänicke versicherte dabei, daß ihm selbst nichts an dem gräflichen Titel liege, daß es ihm aber wegen seines Sohnes darum zu thun sei. Ob er sich wirklich an das Civilkabinet gewendet oder ob er sich dies bloß einbilde, habe nicht festgestellt werden können. Das Civilkabinett habe auf Anfrage erwidert, daß ein Mann Namens Jänicke eine Eingabe dieser Art nicht gemacht habe. Jänickes Gedankengang gehe dahin: Man benutze den.Unglücksfall" — wie er die Affaire vom Teufelssee bezeichne— dazu, um ihn unschädlich zu machen und da man ihn nicht verurteilen könne, « die Staatsanwaltschaft von oben her instruiert worden, ihn ver- rückt zu machen. Aufgebaut aus seinem Schwachsinn habe sich der Angeklagte ein völliges Wahnsystem gebildet und es liege kein Grund vor, an' der Richtigkeit dieses Wahnshstems zu zweifeln, d, h. ihn für einen Simulanten zu halten. Der Angeklagte zeige das typische Bild eines chronischen Geisteskranken, eine Sinmlation sei aus- geschlossen, denn selbst wenn er ein noch so guter Schauspieler wäre, würde er die geistige Anstrengung, welche zur Hervorrufung dieses Bildes gehörte, nicht aushalten. Er thue so, als ob er eigentlich der Ankläger wäre. Er leide an einer scharf ausgebildeten ?ar»ll0l» cdronica und im wissenschaftlichen Sinne sei er nicht verhandlungsfähig. Mit einer au Gewißheit grenzenden Wahrscheinlichkeit sei er auch schon zur Zeit der That geisteskrank gewesen.— Präs.: Dem Herrn Sachverständigen dürfte bekannt sein, daß in neuerer Zeit die An- ichten der Psychiater sich nicht immer mit den Ansichten der Gerichte im Einklang befunden haben. Hält der Herr Sachverständige trotzdem an seinem' Gutachten fest, ist es geschlossen und enthält es keine Lücke, oder sind noch Maßregeln notwendig, um das Gutachten nach dieser oder jener Seite zu sichern?— Med,-Rat Dr. König: Die Krankheit des Augeklagten ist so typisch, daß gar kein Zweifel obwalten kann.— Präs.: Das Medizinalkollegium hat in seinem Gutachten gesagt, daß kein Schatten eines Zweifels vorhanden sein könne, daß der Angeklagte zur Zeit geisteskrank und nicht ver- handlungsfähig ist und auch zur Zeit der That geisteskrank tvar.— Dr. König: Der Angeklagte habe, von falschen Prämissen aus- fehend, ein ganzes Wah'usysteni logisch entwickelt. Mit großer Wahr- cheinlichkeit sei er auch zur Zeit der That schon verrückt gewesen, denn diese Form der Krankheit bilde sich nicht von heute zu morgen aus, SanitätSrat Dr. P a s s a u e r schließt sich dem Vorgutachter dahin an, daß der Augeklagte jetzt nicht verhandlungSfähig ist. Bezüglich der Vergangenheit stehe er auf anderm Standpunkte. Nachweisbare Wahnideen haben früher nicht bestanden. Die jetzige chronische Verrücktheit sei wohl entstanden auf dem Boden einer entarteten Anlage, begünstigt durch die Haft und durch seine Beob- achtung in der Abteilung der Charits für Geisteskranke. Es sei nicht ausgeschlossen, daß sich der Augeklagte in der Charitä im Ver- kehr mit Geisteskranken psychisch angesteckt habe.— Mediziualrat Dr. König hält letzteres für ausgeschlossen; eine solche psychische Ansteckung komme zumeist in Fannlien vor. Sachverständiger Dr. Karst ist mit dem Angeklagten schon im Jahre 1395 in Berührung gekommen. Er hat Bedenken, dem Gutachten der Sachverständigen beizu- treten und hält ihn für verhandlungsfähig. Nach seiner Meinung habe der Angeklagte in Berlin simuliert. 1895 habe er ihn keineswegs geisteskrank befunden, sondern eine gute Portion von List und Verschlagenheit an ihn, entdeckt und die Fähigkeit, sehr schnell aufzufassen und zu überlegen. Schlauheit, Hinterlist, Verlogenheit, ein Stück Brutalität und Betrugssinn, das seien die hauptsächlichsten Charaktereigenschaften dieses raffinierten Menschen. Jänicke wisse ganz genau, was im vorigen Jahre mit ihm passiert und welches verhängnisvolle Urteil gegen ihn gefällt worden sei, und so greife er nach dem letzten Nettungsanker, dem Irrenhaus, und nehme nun alle Kräfte zusammen, um zu täuschen. Er simuliere. Das beweisen u. a. gerade die Briefe, die er geschrieben und die den haarsträubendsten Blödsinn enthalten. Ein Mensch, der solch' vielseittgen Unsinn schreibe, müßte, wenn er ihn als Geisteskranker geschrieben hätte, von jedem Laien sofort als solcher erkannt werden, was bei dem Angeklagten keines- Ivegs der Fall sei. Nach seiner vollen Ueberzeugung sei Jänicke ein perfekter Phantast, ein perfekter Betrüger. Der Sachverständige resümiert sich dabin: Ob Jänicke zur Zeit geistesgesund und ver- handlungsfähig fei, wolle«er nicht nüt Bestimmtheit entscheiden. obwohl er es glaube. Dagegen habe er die feste Ueberzeugung, daß Jänicke zur Zeit der That geistcsgesund und ein bettügerischer Ver- brccher tvar. Die Beweisaufnahme wurde hierauf geschlossen. Erster Staatsanwalt Wagner beantragt die vorläufige Ein- stellung des Veisahrens und die Ueberweisung des Angeklagten an eine Irrenanstalt, Wenn auf Grund der längeren Beobachtungen dort sich herausstellen sollte, daß der Angeklagte doch ein schlauer Simulant ist, so würde es später möglich sein, das Verfahren wieder aufzunehmen. Verteidiger Rechtsanwalt Dr, F r i e d l ä n d e r schloß sich be« züglich des augenblicklichen Geisteszustandrs des Angeklagten durch- aus der Ansicht deS Staatsanwalts an, meinte aber, daß mit einer vorläufigen Einstellung des Verfahrens dem Angeklagten nicht sein volles Recht werde, Die Verhandlung vertagt. Nach kurzer Beratung seitens des Gerichtshofs verkündete der Vorsitzende: Nach Ansicht des Gerichts ist die Sache noch nicht so weit vorbereitet, um in dieser oder jener Hinsicht den Geschwornen eine Frage vorzulegen. Der Gerichtshof glaubt, daß noch nicht völlige Aufklärung'darüber geschaffen ist, ob Jänicke gegenivärtig geisteskrank ist und zur Zeit der That geisteskrank war. es sind in dieser Beziehung vielmehr noch erhebliche Zweifel übrig geblieben. In Hinsicht auf die Wichtigkeit der Sache hat der Gerichtshof be- schloffen, ein Obergutachten der iv i s s e n s ch a f t l i ch e n Deputation für' das Medizinalwesen darüber ein- zuholen, ob der Angeklagte verhandlungsfähig ist und ob er zur Zeit der That in einem Zustande der Geistesverimr-rung sich befunden habe, die seine freie Willensbestimmung ausschloß. Die Verhandlung, welcher vorübergehend auch der Landgerichts- Präsident v. L i m p i u s und der Oberstaatsanwalt Dr. W a ch I e r beiwohnten, war hiermit beendet. Unmittelbar nach Schluß der Sitzung wurde Jänicke von zwei Transporteuren wieder nach dem Untersuchungsgefängnis in Moabit übergeführt._ ToÜÄlvSs Zauberbücher. Die Tragödie vom Teufelssee ist nunmehr dadurch in eine neue Phase gerückt, daß der des Mordes angeklagte Jänicke wohl für geisteskrank erklärt werden und somit vor der früher ausgesprochenen Todesstrafe bewahrt bleiben muß. Damit ist die Ursache des Falls Jänicke, der schauderhafte Aberglaube, der in Berlin nicht niinder wuchert Ivie in ländlichen Gefilden, allerdings nicht aus der Welt gesSafft. Wenn so thörichte Weiber, wie die durch Jänicke einem' besseren Jenseits zugeführte Luise Bergner. auch nicht alle Tage vorkommen, so ist das Vertrauen in Sympathie- und Zauber- werke dennoch nicht minder verbreitet, wie der Glaube an Karten- legen und Bleigießen. Wie diese Künste vor allem in Berlin ein stattliches Heer von klugen Frauen und Männern in Nahnmg setzen, so bat der Aberglaube auch eine eigne Litteratur, die zwar durch die besseren Sortiments- bnchhäudler wohl kaum vertrieben wird, jedoch für einen Teil des Kolportagebuchhandels außerordentlich wichtig ist und neben dem Vertrieb der Schauerromane ihm die besten Einnahmen liefert. Denn die minder skrupulösen Kolporteure empfangen durch den außerordentlich hohen Profit, den der Vertrieb der Zauber- bücher abwirft, einen Anreiz, gerade diese Sorte Litteratur unter- zubringen, und so stehen auch hier Dummheit und Gewinnsucht in Wechselwirkung zu einander. Es kommt bei der noch fromm der Religion anhangenden Landbevölkerung des ferneren in Betracht, daß die erwähnte Schuudlitteratur sich zum große» Teil mit dem Schein der kirchlichen Approbation spreizt und so die Befürchtung zu verwischen sucht, als ob etwa die Religion der Wunderthäterci nicht grün wäre. Um ein Spiegelbild vom wuchernden Aberglauben zu geben, wollen wir aus dem Katalog einer gar nicht einmal unbekannten Berliner Großbuchhandlung einige der verbreitetstcn Werke herausgreifen. Da ist zunächst das bekannteste, das s e ch st e und siebente Buch M o s i s, gebunden mit drei Siegeln. Im Katalog ist be- anders vermerkt, daß dies Buch sehr stark verlangt wird. Der Verkaufspreis des Buches beträgt 7,50 M,, der Kolporteur er- hält es für 1,50 M. Ein ähnliches Werk,„Die große MosiS-Bibel", das ist das sechste und siebente Buch Mösts oder der magisch broschierte Hausschatz, nach einer uralten Handschrift broschiert."' kostet ebenfalls 7 Mark 50 Pf., die Großbuchhandlung läßt es dem Wiederverkäufer ur 1 Mark ab.„Die 90 Geheimnisse oder Mittel für jedermann in landwirtschaftlichen und häuslichen Verhältnissen" kosten 1 Mark. der Kolporteur zahlt— 8 Pf. für das Buch. Die„Geheime Kunst- Schule magischer Wunderkräfte, oder das Buch der wahren Praktik in der uralten göttlichen Magie, wie sie durch die heilige Cabbala und durch Elohym mitgeteilt worden ist" wird für 30 Pf. abgelassen, der Verkaufspreis ist 1 Mark. Sehr groß ist die Auswahl der religiös gefärbten Schundlitteratur. Eines heißt:„Der wahre Geistliche Schild, o vor 300 Jahren von dem heiligen Papst Leo X. bestätigt worden, wider alle gefährliche und böse Menschen sowohl, als aller . e x e r e i und Teufelswerk entgegengesetzt. Darinnen sehr kräftige Segen und Gebete, so teils von Gott offenbart, teils von der Kirche und heiligen Vätern gemacht und approbiert worden. Nebst einem Anhang heiliger Segen, zum Gebrauch frommer Christen, um in allen Gefahren, worin sowohl Menschen als Vieh oft geraten, gesichert zu sein." Sechs Mark sind als regulärer Preis für ein Buch mit so ver- trauenerwcckendem Titel nicht zuviel und dem Kolporteur sind die vier Mark Verdienst, die er daran hat. wohl zu gönnen. „Ein schöner und wohl approbierter H e i'l i g e r S e g e n zu Wasser und zu Land wider alle seine Feinde, so ihm begegnen auf allen seinen Wegen und Stegen, zum Gebranch frommer Christen, um in allen Gefahren, worin sowohl Menschen als Vieh oft geraten, gesichert zu sein", kostet dem Laien nur eine Mark, dem Verkäufer dreißig Pfennig, Gleichen Preis haben die Werke eistliche Waffe oder: Heiliges und kräftiges Schutzmittel gegen alle sichtbaren und unsichtbaren Feinde des menschlichen Heiles" und die„G e i st l i ch e S ch i l d- W a ch t, darinnen Einer alle Stund einen besondren Patron erwählen kann", ebenso das„R o m a n u s- Büchlein oder Gott der Herr bewahre meine Seele, meinen Aus- und Eingang; von nun an bis in alle Ewigkeit. Amen. Hallelujah", owie die„E n g e l s- H i l f e zu Schutz und Schirm in großen Röten". Welche Geldsummen zum Teil für solche Art Bücher geopfert werden, zeigt ein Werk, das unter dem folgenden Titel angepriesen wird:„DaS Buch Jezira älteste kabbalistische Urkunde I Kabbala deaudata! Staunenerregend Z Dieses mit 13 OrißlnatPcgeTn verschlossene Buch enthält die Offenbarungen auS den Büchern Moses und ist das Geheimnis aller Geheimnisse. Einzig in seiner Art/ Für dies einzigartig! Buch mit 13 Originalsiegeln hat der, Käufer bare S5 M. zu zahlen, dem Kolporteur kostet es 5 M. Daß eine solche Litteratur nicht allem Absatz findet, sondern dem Anschein nach auch ziemlich iveit verbreitet ist, mag den Freund der Wolksbildung und des geistigen Fortschritts tief betrüben. Aber auch hier gilt dos Wort, daß Geld nicht riecht; und die Buchhandlungen, die dem verrücktesten Aberglauben um deS hohen Geldgewinns willen Vorschub leisten, haben ein Vorbild an Herrn Campe, dem Verleger von Heines Wertem Als Herrn Campe einst von guten Freunden bedeutet wurde» daß der Kampf für Licht und Freiheit wenn auch nicht dem Dichter, so doch dein Verleger ein gutes Stück Geld einbringen müsse, antwortete er lakonisch, daß nicht Heine, sondern der fromme Behandlung nach Zander: Ruder», Klimmzug», Turnübungen usw. aus- gestattet, ebenso für die Fränkelsche Behandlung der Tabes. Im Erd- geschoß ist ein größerer Saal für Douchen verschiedener Art ein- gerichtet, mehrere kleine Räume für permanente Bäder, fließende Bäder und Sandbäder sowie für einen Tallerinannschen Apparat, so daß auch nach dieser Richtung ollen Anforderungen der Neuzeit ent- sprachen werden kann. Für die Benutzung der Apparate und Bäder wird von den AnstaltskrailkeN erster llltd zweiter Klasse eine mäßige Gebühr erhoben, während die Patienten dritter Klasse st« frei haben. Kranke, die nicht im Augusta- Hospital behandelt werden oder nach ihrer Entlassung aus der Anstalt einer Nachbehandlung bedürfen, zahlen für die medicomcchantsche nnd hydrotherapeutische Behanb- lung bv Pf. für jede Sitzung. Die Krankenkassen find völ» diesen Einrichtungen in Kenntnis gesetzt worden. Das Prodinzial-Echulkollegium verlangt von de» KoMmunäl- (ün r.frf,»,, nrüllü!« �ehöibcH eingehende Äuskunst über die Art und Zeit der Reinigung Glaube ihn zum re.chrn Mann gemacht habe. Dann fvhrte Eamp« I dem Unterricht dienenden Schuiräume. Demgemäß find die Zweisler in ein apatte« Geschäftszimmer, wo Unmassen von blöden Heiligen» und Höllengeschichten aufgestapelt lagen, die rn spanischer Sprache gedruckt und grellbunt mit dem Abbild des höllischen Feuers illustriert, für Südamerika bestimmt waren. Das sei seine Goldquelle. Heute, vierzig Jahre später, brauchen wir nicht mitleidig nach Südamerika zu blicken. Auch bei uns wuchert noch der schlimmste Aberglaube. Wie die Regierung des Staats der Intelligenz sich zur Verbreitung der geschilderten Litteratur stellt, wissen wir nicht. Wohl aber ist nnS bekannt. daß sie vielfach die Gewerbe-Orduuna benutzt, um das sicherste Gegenmittel gegen den gedruckten Aberglauben, nämlich eine Anzahl der besten naturwissenschaftlichen und freigesinnten Schriften und Bücher für den Kolportagehandel zu verbieten, weil diese Schriften— im socialdemolratischen Vertag er« schienen sind!_ Der Kampf rnn das„Gotteshaus". Der Ausschuß der Landesversicherungs-Anstalt Berlin hat in seiner Sitzung am Dienstag der Vorlage deS Vorstands über den Ankauf eines 300 Ouadratrnten großen Grundstücks ani Köllnischen Pars (gegenüber dem Neubau des Märkischen ProvinzialmuseumS) für den Zweck der Errichtung eines neuen Verwaltungsgebäudes zugestimmt. Ii, derselben Sitzung gab die Vorlage des Voo stauds wegen Brwilligrng von 52 000 M. für den Bau eines �Gotteshauses" auf dem Heilstätten» Grundstück Beelitz wieder zu lebhaften Erörterungen Anlaß. Wie erinnerlich wurde seiner Zeit die grundsätzliche Frage, ob überhaupt eine Kirche errichtet werden sollte, mit sämtlichen Stimmen der Arbeitgeber gegen sämtliche Stimmen der Arbeitnehmer durch die ausschlaggebende Stimme des Borsitzenden des Ausschusses, Kommerziellrats Richard Rösicke, bejaht. Ohne sich an diese grundsätzliche Entscheidung zu kehren, versuchten die Vertreter der Arbeiter, die Vorlage des Vorstandes, welche die De willignng der Bausumme verlangte, zu Fall zu bringen. Hierüber kam es zu scharfen Auseinandersetzungen zivischen den Vertretern der Arbeiter und dem Vorsitzende» des Vorstands Dr. Freund, der insbesondere den Arbciterverlretem das Recht absprack, im Namen der gesamten Berliner Arbeiterschaft zu sprechen. Die Vorlage wurde schließlich wieder mit Stlmmeiiglcichhcit � ucuu Stimmen der Arbeitgeber gegen S Stimmen der Arbeiter— durch die ausschlaggebende Stimme des Vorsitzenden, Direktors Rösicke angenommen. Der Beschluß, eine Kirche in Beelitz zu bauen, sollte namentlich von denen bedauert werden, die aufrichtig die Erhaltung der etwa noch vorhandenen Religion wollen. Sieht man von der Rolle der geistlichen Gendannerie ab, in der Kapitalistenpfaffen » la Hülle Christentum und Staatsordnung diskreditierten, so hat wohl keine Erscheinung die arbeitende Bevölkerung mehr gegen die Kirche eingenommen als die bekannte Art Kirchen bauerei des letzten JahrzebutS. die offen vor aller Welt von Kapitalisten jüdischer und christlicher Provenienz um deS Knopflochs willen gefördert wurde. Wir geben rückhaltlos zu. daß die Absichten der Herren Dr. Freund und Rösicke durchaus lauterer Natur find, aber dennock hätten sie bedenken sollen, daß durch den Bau eines Gotteshauses gegen den Wille» derer, für die das Institut bestimmt ist, d e r R e I i g i o n ein sehr schlechter Dien st erwiesen tvird. Und daran, daß die Arbeitervertreter die Meinung der erdrückenden Mehrheit der Berliner Versicherten zum Ausdruck gebracht haben, werden auch die Herren Dr. Freund und Rösicke wohl nicht zweifeln, mögen sie die Doktorfrage, ob die offiziellen Vertreter im Namen der gesamten Arbeiter zu sprechen ein Recht haben, auch noch so lange nutzlos in die Diskussion ziehen. lieber de» freisinnige» Manneöstolz vor Königsthrone» spottet die„Kreuz-Zeitung":»Die.Berliner Zeitung" wundert sich darüber, daß Herr Vircholv nicht schon längst den Orden „xour le mörite" für Wissenschaft und Kunst erhalten habe. Man sieht hier wieder einmal deutlich, wie schroff selbst bei den.ziel- bewußtesten" Freisinnigen Theorie und Praxis einander gegenüber- stehen. Gerade die„Berliner Zeitung" findet sonst nicht genug Worte, um alles Titel- und Ordenswesen zu ver- spotten, aber so eine richtige �rcisinnsgröße wie Herr Virchow kann nicht früh genug seinen Orden bekommen. Sehr freisinnig l' Schon vor der„Kreuz-Zeitung" muß der deutsche Dichter die Natur deS Berliner Freisinns erkannt haben, als er saug Es singt der Knecht ein FrciheitSlied Gern abends in der Schänke, Das fördert die Verdauungskrast Und würzet die Getränke. DaS Rabenaaslicd keine Parodie. Unter diesem Titel meldet das„Wiesbadener Tageblatt": Von einem unsrer Leser, dessen Glaubwürdigkeit in Zweifel zu ziehen wir keine Veranlassung haben, wird uns geschrieben:„Unter Bezugnahme auf den Artikel in Nr. 287 Ihres geschätzten Blattes, in ivelchcm mitgeteilt wird, daß von dem Gencrnlsekrctariat der freien lirchlich-socialen Konferenz in Berlin ein Preis von 100 M. ausgesetzt ist für denjenigen, welcher den RabenaasverS in einem evangellschen Gesangbuch nachweist, und in welchem als erwiesen angenommen wird, daß der RabenaaS- Vers eine Parodie sei, beehre ich mich, Ihnen folgendes mit- zuteilen: Bor mehr als 30 Jahren wurden in de» Bodenräumen ,»eines elterlichen Hauses in L. einige Bücher aus der Ecke gezogen, welche aus dem Nachlasse meines Urgroßvaters, Pfarrers H., welcher zu Ende deS 18. und zu Anfang des 19. Jahrhunderts zu M. im Amte war, herrührten. Unter diesen Büchern befand sich auch ein evangelisches Gesangbuch nnt dem Rabenaas-Liede. Einen Teil dieses LiedeS habe ich ziemlich genau im Gedächtnis behalten, weil ich ihn oft citiert habe. Er lautet: Ich bin ein altes RabenaaS, Ein alter Sünderlümmel, Der seine Sünden in sich fraß, Gleich wie das Roß den Kümmel. Herr, nimm mich Lumpenhund beim Ohr. Werf mir den Gnadenknochen vor Und zieh mich Sündenliimmel In Deinen Gnadenhimmel. Wo das Buch hingekommen ist, weiß ich nicht. Ein Teil der Bücher wurde damals einem Geistlichen, Herrn B., übergeben, welcher zur Zeit noch in L. im Amt ist. Ob das Gesangbuch darunter war, kann ich nicht mehr angeben. Da aber nicht anzunehmen ist, daß dieses das einzige noch existierende Buch mit dem Rabenaas- Liebe ist, so könnten die Herren Lic. Mumm und P. Böhme vielleicht doch noch in die Lage kommen, den Preis von 100 M. zu zahlen." die hiesigen Schulrektoren aufgefordert Wörden, folgende Fragen zu beantworten:„Wie"'''" � � wird naß öder mit gewischt? Wann werden....... welcher Zeit im Jahre findet außerordentliche gründliche Reinigung statt? Wird Sternolith, Dustleß oder ein ähnliches Reiniaungs- mittel gebraucht? Werden bei den Reinigungen die Bänke bewegt oder nicht? Sind die Kleiderriegel auf den Korridoren oder in den Klassen angebracht? Wie viel Svuckuäpfe sind vorhanden und womit lind sie gefüllt? Wie hoch ist Nie Dienstaufwauds-Entschädigung ük den Schuldiener? Endlich ist die Zahl der UittertiKtSräume. der Fensterflügel, der Kußkratzer usw. anzugeben." Dies« 8* mitteltingen erstrecken sich auch auf die Zeichensäle, Korridore. Turn hallen und Aborte. Auf Brandstiftung znriickgefiihrt wird«in großer Dachstuhl brand, der Dienstag gegen Abend in der D u n ck e r stra ße 87 daS Dach des Vorderhauses total einäscherte. DereitS am letzten Sonntagabend war im selben Hanse die Eingangsthür eines Grün- kramkellers mit Petroleum begösse» und angezündet worden, doch wurde damals das Feuer durch Hausbewohner zeitig bemerkt und gelöscht. Dienstagnachmittag wurde nun die stets unter Verschluß gehaltene Bodenthür offen vorgefunden und von Mietern wieder sorgfältig geschloffen. Als' dann später von der Straße aus Feuerrufe laut wurden und man zum Boden eilte, stand die eisenbeschlagene Thür wieder offen, der Dachstuhl aber in hellen Flammen. Ersichtlich waren zwei Brandherde an den entgegen- gesetzten Ende» des Dachbodens vorhanden, und da in dessen Kaminern viel Gerümpel lagerte, daS dem Feuer reiche Nahrung bot, so mußte sich die Feuerwehr auf Lokalisierimg des Brandes be schränken, waS auch nach längerem Wassergeben mit vier Rohren ge lang. Bei den Löscharbeiten brach ein Wcbrmann durch die Decke ins oberste Stockiverk, ohne sich indes ernsthaft zu beschädigen. Ein ziveiter Feuerwehrmann zog sich Brandwunden an den Händen zu. An den Pocken gestorben ist der 5 Jahre alte Sohn Konrad des Arbeiters Gebler am Rordhafcn. Der Knabe erkrankte am Sonn- abend vor acht Tagen und wurde am folgenden Tag« in eine An- statt gebracht. Auch der Charlottenburger Polizeipräsident hat jetzt eine Ver- ordiluug in Sachen der Pockengefahr erlassen, die im wesentlichen dasselbe besagt, wie die Bekanntmachung des Berliner Polizei präfidiiims. Die Genossenschaft deS Verbands der Gast- und Schankwirte für Berlin und Umgegend hat gestern in ihrer zweiten außer- ordentlichen Generalversammlung zu Fciedrichshagcn mit großer Mehrheit beschlossen, die Brauerei„Müggelschlößchen" zu kaufen. Da sie die angekaufte Brauerei selbst betreiben will, so wurde der Vertrag der' Genossenschaft mit der Brauerei Hohen Schönhausen gelöst. Die Geiiossenschaft wurde vor einigen Jahren von sieben Gastwirten gegründet. Die Persönlichkeit deS angeblichen JnwelendiebeS Ende ist nunmehr als diejenige des aus Berlin stammenden ehemaligen berufslosen Richard W senke erkannt worden. Auf einem Korridor des Polizeipräsidiums, und zivar bei der Abteilung der Krimiiialpolizel, befindet sich eine Holztafel, auf der die Photv' graphien aller unerkannten zu ermittelnden Personen ausgehängt werden. Ein gestern auf dem Präsidium kommissarisch vernommener Mann erblickte' das Bildnis des angeblichen Ende und erkannte in ihm den oben erwähnten Wienke, der allerdings begründete Ursache hatte, seine Personalien zu verheimlichen. Wienke ist wegen Eigenwmsvergeheiis scbon vielfach vorbestraft nnd hatte sich einer ihm vor' einigen Jahren drohenden Verhaftung durch die Flucht nach Amerika entzogen. Die weiteren Ermittelungen der Kriminalpolizei haben ergeben, daß Wienke, entgegen einer früheren Annahme, nicht Mitglied einer intenlationalen Räuberbande ist. sondern daß er von Fall zu Fall, selbständig oder mit einzelne» Komplicen, wie sie ihm der Zufall brachte,„arbeitete". Er hat, be- vor er nach Berlin zurückkehrte, Einbrüche in Juwelengeschäften in London und Kopenhagen verübt. Gram über die Krankheit seiner Frau, mit der er seit zehn Jahren in kinderloser Ehe lebte, hat den 40 Jahre alten früheren Krankenwärter Wilhelm Kaul in den Tod getrieben. Kaul war seit dem Tode eines alten Herrn, den er gepflegt hatte, zur Aushilfe im Postdienst beschäftigt. Seine Frau leidet schon seit 3 Jahren an der Leber und liegt seit einem halben Jahre im Krankenhause. Aus Gram nahm der Mann in seiner Wohnung Karlsbad 3 Opium und Mandelöl und wurde auf dem Sofa liegend tot aufgefunden. Straffcnspcrrnngen. Die Kochhannstraße von der PeterS- burgerstraße bis zur Ebertystraße wird Ivegcn Neupflasteruug vom 27.'d. M. ob für Fuhriverke und Reiter gesperrt. Eine gleiche Sperning tritt für die Bellevue-Allee vom Kemperplatz bis zum Spreeweg, ausschließlich der Kreuzung mit der Charlottenburger- Chaussee ein. Arbeiter« BtldungSschule. Der Unterricht in National- Ökonomie fällt heute abend a u S. Die Vortragende ist am Erscheinen verhindert und wird daS Versäumte in nächster Woche nachgeholt._ DaS medtcomechanische und hydrotherapeutische Institut, mit dessen Errichtung im Augusta-Hospital im vergangenen Jahre begonnen wurde, ist jetzt fertig und in Betrieb genommen. In einem besonders für diese» Zweck aufgeführten Neubau ist ein geräumiger! Saal mit den verschiedensten Apparaten für die medicomechanische I AnS de» Nachbarorten. Rlxdorf soll jetzt eine BezirkSeinteilunjj gemäß§ 60 der Städte-Ordnung erhalten. In ihrer nächsten Sitzung wird die Stadtverordneten-Versammlung über die BezirkSvorsteher-Ordmmg zu beschließen haben. Nach 8 7 des Entwurfs ist eS Aufgabe der Bezirksvorsteher: 1. in ihrem Bezirk daS öffentliche Eigen- tum der Stadt, als Grundstücke, Gebäude, Straßen, Plätze, Brücken, Brunnen, öffentliche Anlagen:c. im Auge zu behalten, deren entdeckte Mängel oder Beschädigungen zur Kenntnis des Magistrats zu bringen, diesen auf etwa erforderlich werdende Reparaturen auftnerksam zu inachen, bei vorhandenen Gefahren auch selber unverzüglich nach Kräften die nötige Abhilfe zu schaffe»; 2. alle die Gemeindeverwalhing angehende» Aufträge des Magistrats, seiner Kommisfionen und Deputationen pünktlich zur Ausführung zu bringen; 3. in den Angelegenheiten der öffentlichen Armenpflege nach Maßgabe der in dieser Beziehung erlassenen Armenordnuiig nnd Instruktion für die städtische Armenverwaltung mitzuwirken.— Die Stadt soll in 24 Ortsbezirke eingeteilt lverden. Der Entwurf einer neuen Armenordnung liegt ebenfalls vor. Im allgemeinen wird es danach bei der bisherigen Organi- sation der Armenpflege bleiben. Die Amiendeputation bleibt oberste Instanz in allen Armenangelegenheiten. Indessen soll der Deputation die Beschlußfassung über Unterstützungsgesuche abgenommen und der Armeiikommission überttagen werden. Vom 1. Oktober ab soll sich die Armendeputation nur mit principiellen und generellen Fragen der öffentlichen Armenpflege beschäftigen und in Bezug auf Unter- stützungsgesuche letzte Instanz sein. Das Waise nratSamt wird noch in die Armenpflege eingesügt, den mit der Wahrnehmung dieses Amts betrauten Personen wird Sitz und Stimme in der Kommission verliehen. Die PflegeanstaltS-Kommission. die wegen einer Differenz mit dem Magistrat einmütig ihr Anrt niedergelegt hat, will der Magistrat Nicht wieder erstehen lassen. Er hat beschlossen, bei der Stadtverordneten-Versammlung zu beauttageu, die Deputation überhaupt aufzuheben und ihre Geschäfte der Armendeputatiou zu übertragen. Reinickendorf. In der letzten Sitzung der Gemeindevertretung wurde Genosse S ch i l l t Ii g mit in die K a N a l i s a t i o n s- K o m m i s s i o si gewählt und wSge» der Kanalisationsarbeiten zur Jnfottuation»ach Münsterberg gesandt. Eine VetbinduNgs- st r a ß e zwischen der Berliner- und Eichbornstraße wurde unter de» ortsüblichen Bedingungen genehmigt. Bei der Forderung von Mitteln zur Erwerbung von Schulgrundstücken machte der Vorsitzende darauf aufmerksam, daß auf Veranlassung des Re- gigkungS-PrästdeUtett von den, Kreis- Landrat eine Verfügung 'ergangen sei, wonach die Gemeinden gehalten sein sollen, schon jetzt die demnächst nötigen Gelände für Schul- grundstücke zu erwerben und die dazu nötigen Gelder aus einer Anleihe zu decken. Dir Landesverfichernug«- a n st a l t der Provinz Brandenburg hat sich bereit erklärt, der Ge- meinde ein« Anleihe von 300 000 M. zu 4'/» Proz. zu gewähren. Die Vertretuitg beschloß die Anleihe anzunehmen. Da sich die Ue Verla stun g der Schulräume und der Lehter in der I. Gsmeindeschuli empfindlich bemerkbar macht und gegenwärtig von niorgcus 7 bis nachmittags 5 Uhr Schule gehalten werden muß, werden die Zustände sür den Winter völlig unhaltbar, da in der Schule keine Lichtanlagen vorhanden find und starker Zuzug' zum Oktober bevorsteht. Die Schul- kommisston empfiehlt, aushilfsweise da« Spritzenhau» in ein« Schulklasse umzuwandeln. Die Bertretimg genehmigte diesen Vorschlag und beauftragte den Vorstand, für die erforderlichen Terrainc'rwerbungen zu einem neuen Schulhause Sorge zu tragen. Gleichzeitig wurde beschlossen, für die dritte und vierte Gemeinde- schule eine neue Lehrkraft einzustellen. Ferner wurden zur Erbauung eines Depotgebäudes in der Kopenhagenerstraße zur Unterbringung einer Spritze, der dazu gehörigen Wagen und Utensilien nebst einem Stall für sechs Pferde' und einem' Steigerturm 30000 Mark be» willigt. Die Gemeindebertretuiig bon Tempelhok bewilligte in ihrer Sitzung vom 25. d. M. 1500 M. zur Beschaffung eines zweiten Sprengwagens und eines Straßenabfuhrwaacns, sowie 500 M. s..r die notwendigen Utensilien. Für die Anstellung elNeS Sttaßeu- aufsehers als Gcmeindebeamten wird das Gehalt Nach der V. und VI. Bcamtcnkategorie festgesetzt, welche? anfangs 1500 M. beträgt und m 10 Jahren auf 2200 M. inklusive WohnungsgSldznschuß und Kleidergeld steigt. Die Anstellung erfolgt außer Ortsstatitt und auf vierteljährliche Kündigung. Für Straßenbauzwecke und den Erwerb eines Grundstücks mm Bau eine? Armenhauses wirb eine Anleihe von 200000 M. beschloffen. Die Anleihe soll bei der Kreis- Sparkasse mit einer Verzinsung bon höchstens 4 Proz. vor- läufig aufgenommen werden. Wie der Gemeinde» Baumeister hierzu bemerkte, belaufen sich bis jetzt die Gesamtausgaben für den Ausbau der Berlinerstraße auf 1120 000 Mark; Veranschlagt waren hierfür 1 260 000 M. Als eilige Sache wurde sodann eine Angelegenheit des Gemeindeverordneten Hahn auf Borschlag des Gemeindevorstehers auf die Tagesordnung gesetzt. Der betreffende Gcmeindcvertreter verlangt für die Abtretung feineS Vorgartens 1500 M., gestattet aber die Durchlegung von Röhren usw., wenn bis zum 15. Juli er. das Enteignungsverfahren gegen ihn ein- geleitet ist. Eine diesbezügliche Bescheinigung seitens des Gemeinde- Vorstehers an den Adjacenten tvird von der Versammlung gut- geheißen._ Gevithks �Jeikuttg. Wegen einer bestialischen Mißhandlung hatte sich gestern der Kutscher Walter R i s ch vor der neunten� Strafkammer des Landgerichts I zu verantlvorten. Als der 57jährige Webermeister Wunderlich in der Nacht zum 26. November vorigen JahreS mit feinem erwachsenen Sohn durch die Langestraße ging, bemerkten sie, daß der Angeklagte seinen Hund in der rohesten Weise züchtigte. Der ftmge Wunderlich sagte im Vorbeigehen zu seinem Vater: Der arme Hund I" Diese Aeußerung veranlaßte den Angeklagten, dem junge» Wunderlich einen so furchtbaren Faustschlag gegen den Hinterkopf zu versetzen, daß der Geschlagene sich zweimal überschlug und' besinnungslos auf dem Pflaster liegen blieb. Nun wandte der Wüterich sich ohne weiteres gegen den älteren Wunderlich. Diesen schlug er mit einem dicken Knittcl zu Boden, dann sprang er auf dcffen Körper und trat mit den Füße» auf den Wehrlosen herum. Nachdem er ihm dann noch einige Schläge nnt dem Knittcl gegen den Kopf versetzt, ergriff der Angeklagte die Flucht. Der alte Wunderlich blieb tu einem bejainmeniswerte» Zustande liegen. Durch die Fußtritte des Un- m«»schen war ihm der Knochen des rechten Oberschenkels zersplittert und gebrochen, außerdem hatte er schwere Kopfverletzungen erlitten. Nach dem Gutachten des Sachverständigen wird der Mißhandelte vor- aussichtlich Zeit seines Lebens ein siecher Mann bleiben. Der Staats- anwalt führte aus, daß bei der Schwere der That von mildernden Umständen keine Rede sein könne, er beantragte{jegen den Angeklagten eine Zuchthausstrafe von 4 Jahren. Der Gerichtshof erkannte auf zwe» Jahre sechs Monate Gefängnis. DaS öffentliche Interesse am Pergbau. Daß Ober- V e r>v a l t u n g s g e r i ch t hat anläßlich eines Rechtsstreits mehrerer Landwirte gegen einen A m t s v o r st e h e r. der im Interesse einer Grubengesellschaft die Verlegung eines über deren Terrain führenden öffentlichen Weges angeordnet hatte, folgende Grund- sätze aufgestellt: Auch alle volkswirtschaftlichen Interessen gehörten zu denjenigen Interessen, die bei einem Streit um eine wegepolizeiliche Aiiordmnig berücksichtigt werden müßten. Wenn der Vorderrichter die Förderung deS Bergbaues nicht als ein von der Polizei wahrzunehmendes öffentliches Interesse ansehe, dann beruhe diese Auffaffimg auf einer rechtsirrtllmlichcn zu engen Begrenzung des Begriffs.— Die Bedeutung gewisser großin'dustrieller Uiiteruehmiiiigen hebe dieselben offenbar über den Bereich privater Verhältnisse hinaus. und wenn sich die lolizei des Schutzes und der Förderung der- elben durch Beseitigung entgegen st ehender Hindernisse annehme, dann handle sie durchaus n den Grenzen ihrer Befugnisse, daß die Gelviniiung der für die Lebensführung der Menschen nach den verschiedensten Richtungen hin unentbehrlichen Boden- chätze zu den hiernach von der Polizei wahrzunehmenden öffent- iichen Jiiteresscn gehört, sei klar und finde seinen Ausdruck auch in der bezüglichen Gesetzgebung. Insbesondere sei zu verweisen auf die im größeren oder geringeren Umfange zugclaffene Verleihung des Eiiteignuiigsrechts an die Unternehmer bergmännischer Betriebe.— Bei freier Beurteilung der Thatsachen kam nun das Gericht zu der Ueberzeugung, daß im vorliegenden Falle das Interesse deS Bergbaues höher stehe, als das der klagenden Gutsbesitzer, weil hier die Ausbeutung eines beträchtlichen, reiche Kohlenschätze enthaltenden Landstreifeiis erst durch die Wegeverlegung möglich zu machen sei, wohingegen durch diese Maßregel den Klägern lediglich Uiibeqiienilichkeiteii oder Erschwerungen von minimaler Be- deutung für ihre landwirtschaftlichen Betriebe erwüchsen. Der Ein- 'pruch der vier Gutsbesitzer gegen die Wegeverleguug wurde endgültig verworfen. Ein alter Sünder. Zumutimgen unsittlicher Art gegen seine weiblichen Dienstboten führten gestern den 78 jährigen Kausmann Hermann Goldberg unter der Anklage der wiederholten Be- leidigung vor die 131. Abteilung des Slböffengerickts. Der Polizei war es seit längerer Zeit ausgefallen, daß die Dienstmädchen bei dein Angeklagten außerordentlich häufig wechselten. Verschiedene von ihnen ließen bei der polizeilichen Ab- Meldung Aeutzcrungen fallen, wonach ihr ftüherer Dienstherr sie in unanständiger Weise behandelt habe. Als sich dies End« April wiederholte, wurde das betreffende Mädchen veranlaßt, sich deutlicher auszusprechen. Sie erklärte, daß Goldberger fie fortgefegt mit un- I anständigen Redensarten belästigt habe. Es gelang der Polizei, noch zwei Mädchen zu ermitteln, welche im Verlauf der lezten drei Monate bei Goldberger gedient und gleiche Erfahrungen bei ihm gemacht hatten. Da es zu einem thätlichen Angriff gegen die Mädchen nicht gekommen war, so lautete die Anklage nur auf Beleidigung. Die Beuginnen bestätigten insgesamt, daß der Angeklagte es liebte, sie durch unanständige Rebensarten zu belästigen, bei dem hohen Alter desselben hätten sie aber nicht allzuviel Gewicht darauf gelegt. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Werthauer, wies darauf hin, daß man es mit einem alten Mann zu thun habe, der anfange findisch zu werden, er bat, ihn mit einer Geldstrafe davon kommen zu laffen. Das Urteil lautete auf 50 M. Geldstrafe.00 Eingegangene Druckschriften. Kühe und Färfen 00-00; d) mäßty genährte Kühe und Färfen 46-49; Kälber: a) feinste Mastder Nummer 10 fg. Vom Süddeutschen Postillon erschten soeben Nr. 13. Preise gering genährte Kühe und Färsen 41-44. fälber( Bollmilchmast) und beste Saugtälber 64-70, b) mittlere Maftund gute Saugtälber 56-60, c) geringe Saugfälber 52-55, d) ältere, gering Annalen des Deutschen Reichs für Gefezgebung, Bertaltung und genährte( Fresser) 00-00. Schafe: a) Maftlämmer und jüngere MasiBoltswirtschaft. Herausgegeben von Dr. K. Y. Cheberg und Dr. Anton hanımel 62-65, b) ältere Masthammet 57-61, e) mäßig genährte Dhroff. München. J. Schweizers Verlag( Arthur Sellier). Das soeben Hammel und Schafe( Merzschafe) 53-55, d) Holsteiner Nieberungserschienente 6. Heft des 34. Jahrgangs enthält: Der Mangel an allgemeinen Schafe( Lebendgewichty 00-00. Schweine: a) vollfleischige, der feineren Vorschriften über die Fähigkeit zur Bekleidung von Ehrenamtern und die Raffen und deren Krenzungen im Alter bts zit 1, Jahren 220-280 Pfund Streitfrage über den Einfluß des Skonkurse auf die Eigenschaft als Ab- schwer, 55; b) schwere, 280 Pfund und darüber( Ståſer) 00-00; c) fleischige Distontpolitit der Centralnotenbanken unter Berücksichtigung der Bant von mit 20 pet. Tara. geordneter. Von Dr. jur. L. Baute in Berlin. Studien über die 53-54; d) gering entwickelte 50-52; e) Sauen 49-51. Für 100 Pfund England, Bant von Frankreich und der Reichsbank. Bon Dr. Franz Verlauf und Tenbenz. Vom Rinberaustries blieben 225 Stück Richter in Straßburg. Das Koalitionsrecht der Arbeiter. Ein Beitrag unverkauft. Der Kälberhandel gestaltete fich langfam, es wird kaum auszur Gefchie Socialpolitit. Von O. Goldschmidt, Regierungsverkauft. Bei den Schafen fanden ungefähr 750 Stück Abfag. Der In Schlächterkreisen erregte die Flucht des Großschlächter- feffor in Polent. 1.- Gold erfparende Zahlungsmethoden in dem heutigen Schweitemarkt verlief ruhig und wird voraussichtlich geräumt. meliters Paul Griebe, der eine Schuldenlast von etwa 20 000 m. Bantverkehr Deutschlands. Von Dr. N. Dunker in Frankfurt a. M. zurückließ, im Ottober b. J. Aufsehen. Griebe fandte von New York aus an den Rechtsanwalt Grünschild 7000 m. ein mit der Aufgabe, damit eine Vereinbarung mit seinen Gläubigern herbeizuführen, er felbft tehrte auch bald nach Berlin zurück, wurde aber wegen Verdachts des betrügeriſchen Bankerotis in Haft genommen. Die Antlage wurde später auf wiederholten Betrug beschränkt, der dariu gefunden wurde, daß Griebe noch wenige Tage vor seinem Berschwinden Vieheinläufe auf Kredit gemacht und den Feuersbranft in Jekaterinoslaw. Aus der genannten russischen Erlös aus dem Wieh mitgenommen hatte. Gestern follte Stadt wird berichtet: Dienstagmittag brach in einent hiesigen Holz in dieser Sache vor der ersten Straff ammer des Landlager Feuer aus, welches bei heftigem Winbe schnell um fich griff gerichts I verhandelt werden. Im Laufe des Prozesses kamen That- und die Elsenbahnstation sowie die umliegenden Häuser bedrohte. paß ber Angeklagte sich bennoch bes betrügerischen Bankrotts schuldig gemacht habe, er beantragte deshalb die Ueberweisung der Sache an das Schwurgericht. Der Gerichtshof erkannte in diesem Sinne, be= Schloß aber auf den Antrag des Verteidigers Rechtsanwalts Grün schild ben Angeklagten gegen eine Raution von 6000 M. aus der Untersuchungshaft zu entlassen. si かばか andren Lehre von den Gewerben, insbesondere vom Handel. Von N. Th Der Weg des Geistes in den Gewerben. Grundlinien zu einer Briefkasten der Redaktion. Reinhold. Griter Band: Arbeit unb Werkzeug. Berta Verlag von Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, T. L. Hirschfeld, Leipzig. Preis 6,60 M. Donnerstag und Freitag von 7-9 Hye abends statt. . Vermischtes nos jog M. G. 42. Wozu denn die ganze Quäleret? Ohne das ist es beffer..bomdoll A. B. 17. Dunterstraße. Der Ruberklub Borwärts" hat in Stralau ein eignes Klubhaus. Daselbst treffen Sie jeden Sonntag und auch wohl abends in der Woche Mitglieder, welche Ihnen die gewünschte gern Firiertem Krantengeld hat das Reichs- Versicherungsamt in einem BeSiebig. Ueber die Unfallzuschushöhe Bet Krankenkaffen mit we find bereits viele Solgar benteng geler bauert grantengels an die Stelle bes bet anbren Strantenfaffent, nach dem erbensMühlen und Wohnhäuser vernichtet. Das Krantengeren Strandengeldes tritt und das letztere nach§ 6, 20, 75 bes noch fort. verwundet wurden. John bemessenen Die Anklage legte ihm zur Last, in den fünfzehn unglück hat sich auf der Wabash- Eisenbahn Gesetzes 2/3 von Außergewöhnliches Aufsehen erregt die Verurteilung des Rechtsanwalts und Notars Dr. jur. Lothar Henning in Greiz wegen Urkundenfälschung in 52 Fällen zu sieben Monaten Gefängnis. Jahren 1896 bis 1898 in zusammen 52 Fällen dadurch Urkundenfälschung begangen zu haben, daß er bei Wechselprotest erhebungen auf der betreffenden Urkunde fälschlich angegeben oder durch einen seiner Expedienten habe angeben lassen, er sei persönlich bei den betreffenden Geschäftsleuten gewesen, während er vielmehr teils über haupt niemand, teils einen seiner Expedienten hierzu abgesandt, teils aber auch die Angelegenheit mittels des Fernsprechers erledigt habe. In allen diesen Fällen sei gegen den Wortlaut der betreffenden Urkunde verstoßen, welcher mit den Worten beginnt:„ Der unter zeichnete Notar war heute bei der Firma" usw. Die umfangreiche Beweisaufnahme verlief für den Angeklagten recht ungünstig; 45 Fälle wurden als unzweifelhaft erwiesen, da der Angeklagte in einer Reihe von Fällen über Dertlichkeiten, in welchen er auf ben gedachten; Ausgängen gewesen sein wollte, entweder falsche Auskunft gab oder Auskunft überhaupt nicht geben konnte. Derlammlungen. oleHib medal of 163mo rebai 4 2X3 " Krankenversicherungs- Gesetzes der Hälfte des bezüglichen Arbeitslohne gleichUnglücksfall in der englischen Armee. Dienstag fand auf fommt, aber nach§ 5 Abf. 9 bes Unfallversicherungs- Gesezes unter ben ber Redoute Friſhwater auf der Insel Wight bei Schießübungen mit bort bezeichneten Vorauslegungen/ des Arbeitslohns betragen foll, also einem Günellerergefcit eine Gelofion statt, but welde en bon 1, duf 7/8 bes gobeitsteine bettungen Berbatinisjas bes ArbeitsArtilleriehauptmann und ein Artillerist getötet, fteben Artilleriften man bas Krankengelb als einen bestimmt en Verhältnisfat bes verdienstes ins Auge faßt, für die Krantentassen mit firiertem Krankengelde zu folgern sein, daß im Falle der§ 5 Abs. 9 des UnfallversicherungsEin westlich von Peru bei Inbianapolis, er figierten rather beboppelten Betrage biefes zu gewähren sind bber mit eignet. Eine Bockbrücke wurde vom Hochwasser weggeschwemmt und andern worten, baß das firierte Krantengelb um ein Baffagierzug, welcher mit großer Geschwindigkeit dahinfuhr, feines Betrages für Rechnung des Unternehmers zu erhöhen ist. fürzte infolge hiervon in die Tiefe. Die Lokomotive und fünf Dieser Zuschuß kann, weil zunächst§ 20 Abs. 2 des KrantenversicherungsWagen wurden zertrümmert. Wie man hört, find 15 Personen um Gefeges der ben Krankenkassen zu Grunde liegende Arbeitslohn den Betrag gekommen. von 4 Mart nicht übersteigen darf, 0,66 M. für den Tag nicht überAus dem dunkelsten Rußland. Petersburger Blättern wird setgen." Bet 1,50 M. fixiertem Series, laßt sich genal nur an der Hand bes beträgt demnach der Zuschuß 50 Pf. aus Wjatta geschrieben: Ein Menschenopfer hat, wie vermutet wird, A. B. 25. Wie die Sache liegt, unter den Wotjaten im Kreise Malmyst stattgefunden. Gelegentlich Aftenmaterials fagen. So wie Ihre Frau es annimmt, liegt ble Sache der heidnischen Feste, die die Wotjaten im Mai im Dorfe fucho- schwerlich. Satte Ihre Frau einen Anwalt, fo ist ber prattischte Weg, ſich waja- Ruffsa feierten, wurden große Scheiterhaufen errichtet und an- bei diesem und dem Vormund des Kindes zu erkundigen. Was die Rechtsgezündet. Am Tage nach der Hauptfeler fand man in der Nähe des lage anlangt, fo liegt diese so: 1. Der Vater hatte das Recht, die Erziehung des Kindes vom vierten Lebensjahre ab zu übernehmen und falls die Scheiterhaufenplages den halbberkohlten Leichnam eines Botjaken. Serausgabe des Kindes abgelehnt wurde, urde, fernerhin nicht zu zahlen. Wenn Da der Kopf auffälligerweise unversehrt war, gelang es, festzustellen, lesoch auf Betreiben des Bounds oder der Mutter das Vormundschaftsdaß der Verbrannte ein Bauer aus einem benachbarten Dorfe war, gericht beschlossen hatte, dem Bater solle das Kind im Interesse des Kindes der sich an den Festen in stark betrunkenem Zustande beteiligt hatte. nicht herausgegeben werden, die Zahlungspflicht folle aber fortdauern, so Die Leichenschau hat ergeben, daß der Bauer lebendig verbrannt waren und find noch Alimente über das vierte Jahr hinaus zu verlangen. 2. Lohnbeschlagnahme ist zufäffig. Dieſe iſt unter Ueberreichung bes Grworden ist. arshal kenntnisses beim Unitsgericht des Bezirks zu beantragen, in dem der Bater wohnt. E. R. 100. Da der schriftliche Bertrag Ste berechtigt, bis zum 1. April 1903 dort zu wohnen, so ist das Verlangen des Wirts unberechtigt. Sie brauchen nicht vor bent 1. April 1903 zu ziehen. Ob Sie darauf ein 7,5,- geben, gegen Zahlung eines Abstandsgeldes zu ziehen, hängt lediglich von 1,60 1,20 hnen ab. A. O. Nein. Adam. Das Gesuch ist an die Ober1,30 1Staatsanwaltschaft beim Kammergericht, Lindenstr. 14, zu richten. Es ist 1,60 120 möglich, aber unwahrscheinlich, daß eine Genehmigung erfolgt. 1,50 M. für 1,60 1,10 den Arbeitstag werden voraussichtlich ats Erfaz ber entzogenen 1,60 1,10 Arbettstraft verlangt werden. 11. 2. 83. Ja. 23. Nein. 2,60 2- G. K. 30 a. 1. Der Meister trägt nach Ihrer Darstellung keinerlei 3,60 2,20 Schuld, er hat, abgesehen von dent, wozu er sich freiwillig verpflichtet hat, nichts zu zahlen. 2. Nein. " sign Martpreise von Berlin am 25. Juni 1901 Welzen, gut mittel gering Hierauf Noggen, gut mittel gering Geißte, gut In der Versammlung der Lederarbeiter( Lohgerber, Weiß gerber, Färber ac.), die am Dienstag in der Badstraße stattfand und sehr start besucht war, erstattete Trapp einen längeren, sehr ausführlichen Bericht als Delegierter bei der Berliner Gewerkschaftstommiffion. Seinem Antrage, entsprechend der Mitgliederzahl zwei Delegierte zu wählen, stimmte die Versammlung zu. Hierauf wurden Trapp und Haferland als Delegierte, eimlich als Stellvertreter gewählt. Als Revisoren wurden Trapp, Hafer land, Braun und Runge ernannt. Als Vertrauensmann wurde noblich auf 1/2 Jahr gewählt. Den ausständigen Tabakarbeitern in Nordhausen sowie den Glasarbeitern in Nienburg wurden je 100 M. Unterstügung bewilligt. Safer, gut " nach Ermittlungen des Tgl. Polizeipräsidiums. D.- Ctr. Kartoffeln, nene, D- Ctr. Mindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch mA wor Hammelfleisch Butter Eter Karpfen 14,80 13,70 Babe 16, 14,90 mittel " " gering " 13,60 12,50 16,20 15,40 60 sind 1 kg 15,30 14,50 14,40 13,70 7,16 6,82 7,60 5,20 40, 25, hechte nogna Barsche Schleie of das Bleie mittel gering Nichtstro en m Gröfen Speisebohnen Linsen Krebse per Shot 2,50 1,20 Restaurationsräume Vermietet migdorf 27. 1. Wenn die Räume als find und im Mietsvertrage die Last solcher 2,80 1,20 Einrichtungen nicht Ihnen auferlegt ist, so hat der Wirt die stosten zu 2,40 1,20 zahlen. 2. Gs tommt darauf an, welche Art Vertrag Sie meinen( Rauf, 1,80 0,80 Schenkungs, Miets, Arbeitsvertrag?). M. R. 32. 1. Falls Thre 2,50 1- Eltern nicht mehr leben und nicht etwa mur Ihr Mann adoptiert hatte: ja. 1,40 0,60 2. a. 3. Seine. Sie können auch ein eigenhändig unter Angabe des Orts 18,3,- ind Datums ge- und unterschriebenes Testament errichten, etwa folgenden Inhalts: Berlin, den 1. Juli 1901. Hierdurch setze ich zu meinem alleinigen Erben ein N. N.( Darunter Ihr Name.)" Dies Testament ist unter den ans i ersichtlichen Voraussetzungen ein Testament nicht. brauchen Sie nicht zur gerichtlichen Verwahrung zu geben. Notwendig 175 Die Direktion des Central- Theaters fendet uns zu dem in der Mittwochnummer des„ Vorwärts" enthaltenen Bersammlungsbericht des Verbands des technischen Bühnenpersonals, in welchem von einem Ausstand der Theaterarbeiter des Central- Theaters die 45, 25, Rede ist, eine Zuschrift, in der gesagt wird, daß die Arbeiter des 65, 30, betreffenden Theaters 1 M. pro Abend erhielten, und nicht, wie in* Frei Wagen und ab Bahn. der Versammlung behauptet, 75 Bf. Die Arbeitsniederlegung sei er- ob Produktenmarkt vom 26. Juni. Die matte Haltung des geftrigen folgt, weil einer der Arbeiter, der sich weigerte, eine Sänfte heraus- Getreidemarits, welche die Insolvenz der Leipziger Bant infolge der vieltragen zu helfen, entlassen wurde. An Stelle der Ausständigen seien verzweigten Beziehungen zwischen hiesigen und sächsischen Händlern veran Arbeiter eingestellt worden, die nicht wie bisher pro Abend, sondern laßte, übertrug sich auch auf den heutigen Verkehr und wurde sogar ver für den Monat engagiert wurden. Der Theatermeister sei entlassen schärft burch billiges Angebot von Kansasweisen. Die Weizenpreise fetzten über 1 M. niedriger ein, befestigten sich jedoch bald auf höheres Deftreich worden aus Gründen, die mit dem Ausstand nicht zusammenhängen. Ungarn und überstiegen schließlich, als stärkere Kauflust zu Tage trat und Adlershof. Am 20. d. Mts. tagte bei Schmauser eine Ver- Abgaben sich zurüchielten, ihr gestriges Niveau um 14 bis 1/2 M., so daß B. fammlung des Socialdemokratischen Wahlvereins. im Laufe des Verkehrs eine Preisbefferung um 12 M. zu konstatieren war. Genosse Dr. Rudolf Steiner hielt einen Vortrag über die wichtigsten Roggen setzte unverändert ein und gewann später bei sehr kleinem Angebot naturwissenschaftlichen Fortschritte des 19. Jahrhunderts. Hierauf und einiger Nachfrage ½ M. im Preise. Mehl war gut behauptet, Hafer Central- Wahlvereins. Der Vorsitzende gab bekannt, daß die Feier des zehnjährigen Bestehens des Wahlvereins am 27. Juli abam gehalten wird. etwas schwächer. Spiritus wurde nicht gehandelt. Briefkasten der Expedition. M. P. Zittau. Die gewünschten Pfeifenköpfe erhalten Sie bet Günzel, Berlin N., Lothringerstr. 52. Witterungsübersicht vom 26. Juni 1901, morgens 8 1hr. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke Wetter Städtischer Schlachtviehmarkt. Berlin, 26. Juni 1901. Aunt: licher Bericht der Direttion. Zum Verkauf standen: 491 Rinder, Verein abstinenter Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins. 2293 Rälber, 2139 Schafe, 9675 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Pfund Heute 8½½ Uhr präcife bei Landau, An der Stadtbahn 5, Versammlung. oder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Mart( beziehungsweise für 1 Pfund Swinemde 767 S 4 bedeckt Tagesordnung: Das Wirtschaftssystem des Menschen." Berschiedenes. in Pf.): Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlacht- Hamburg Arbeiter Samariter- Kolonne. Heute abend 9 Uhr, Dresdenerstr. 45, wertes, höchstens 7 Jahre alt 00-00, b) junge fleischige, nicht aus Berlin Versammlung. Verteilung der Aufträge für Juli. Zweds Juventuraufnahme gemäßtete und ältere ausgemäftete 00-00; c) mäßig genährte junge und gut Granff./m. 772 ONO 1 heiter find die Verbandstaschen mitzubringen. Bullen: Mündjen genährte ältere 00-00; d) gering genährte jeden Alters 00-00. 770 NNW eine Versammlung von Krankenkassen- Vorständen und Vera) vollfleischige höchsten Schlachtwerts 00-00; b) mäßig genährte jüngere waltungsbeamten findet am Donnerstag, den 27. Juni, abends 81%, Uhr, und gut genährte ältere 00-00; c) gering genährte 00-00. Färsen und in der Berliner Ressource, Kommandantenstraße 57, statt. Tagesordnung: Stühe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 00-00; 1. Der gegenwärtige Stand der Apothekerfrage. Ref.: Herr Dr. C. Freuden b) vollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren berg. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 00-00; c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Socialdemokratischer Central- Verband der Bau-, Wahlverein für den 6. Berl. Erd- u. gewerblichen HilfsReichstags- Wahlkreis. Den Parteigenoffen zur Nachricht, baß unser Mitglied, der Schmied Albert Jhn eted Hochstraße 29a am 24. d. M. plöglich verstorben ist. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet am Freitag, den 28., nachmittags 6 Uhr, von der Leichenhalle des Neuen Pauls- Kirch hofs( Plößensee) aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 247/15 19 Der Vorstand. Bauanschläger Berlins und Umgegend. Am 23. Juni verstarb unser langfähriges Mitglied, der Kollege 0. Panzer. Die Beerdigung findet heute Donnerstag, nachmittags 5 Uhr, von ber Reichenhalle des Sophten- Ki hofs statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 33/19 Der Vorstand. Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme bei der Beerdigung meines lieben Mannes fage ich allen, besonders dem Chef fowie den Kollegen der Tischlerei Friedrich. Fruchtstr. 30, meinen herzlichsten Dant. 20776 Hermine Förster. arbeiter Deutschlands. Zahlstelle Berlin II. Am 25. d. M. verſtarb unſer lang: jähriges Mitglied, der Bauarbeiter Heinrich Hauf im 38. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Freitag, den 28., nachmittags 4 Uhr, vom Städtischen Krankenhaufe Moabit aus nach dem Heiland- Friedhof statt. Um rege Beteiligung bittet ada 141 Der Vorstand. Achtung! Protest- Versammlung der Mitglieder des ,, Vereins socialdemokratischer Gast- und Schankwirte", welche den Ausschluß des Kollegen Lorenz mißbilligen Freitag, den 28. Juni, nachmittags 5 Uhr, bei dem Kollegen Fritz Wilke, Badstraße 56, im vorderen Saal. Die Tages- Ordnung lautet: 287/15 " Ist der Ausschluß des Kollegen Lorenz mit unserm Statut und den socialdemokratischen Principien vereinbar, und welche Schritte sind zu thun, um in Zukunft derartiges zu verhüten?" Die Vertrauensleute der Partet, sowie der Vorstand obigen Vereins find eingeladen. Oeffentl. Versammlung ingallstido der Achtung: Berliner Kupferschmiede. Einkaufs- Genossenschaft Möbelstoffe! Wien Temp. n. 6. Stationen Barometerstand mm Wind richtung Windstärke 13 paparanda 760S 2 heiter 1 heiter 17 Wetter Temp. n. T. Hot Do 2 wolfig 22 76923 4 bedeckt 12 Petersburg 769 WNW 4 bedeckt 14 Cort 774 RNA 2 wolfig 15 13 berbeen 772 14 Baris 773NO 2wolfen! 15 Wetter Prognose für Donnerstag, den 27. Juni 1901. Kühl und vielfach wollig mit etwas Regen und ziemlich frischen nord: westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Sonnabens, den 29. Juni: by Hudos Gr. BrauerIst auch die Size noch so groß, Ein Wurm thut wohl und wirkt famos. Mondscheinfahrt mit Mufit nach Karolinenhof. lich Wurms Magendoktor! Berlangen Sie geil, ausbrüde art 50 Pf. Alle Wanzen sterben sofort nebst Brut durch meinen Wanzentod. Fl. 0,50 u. 1 M. Schwaben, Russen, Flöhe ze. werden durch mein Pulver vollständig vernichtet. Schtl. 30 Pf.. 60 f., 1 M. 1000 Mark Belohnung zahle demjenigen, der mir einen Nichterfolg nachweist. Zahlreiche Anerkenn 18492* Hugo Barth, Droguerie, Brunnenstr. 18, Ede Veteranenstr. Freitag, den 28. Juni, auch Reste somatit.jetten billig ungen, nur allein echt bei Sonnabend, den 29. Juni, abends abends 82 Uhr, 81, Uhr im Gewerkschaftshaus( Saal 7) Engel- Ufer 15: im ,, Englischen Garten", Allgemeine Aleranderstraße 27c. Kupferschmiede- Versammlg. räber, ähmaschinen, Möbel usw. auf Tagesordnung: T.- D.: Wie beschaffen wir uns Fahr genossenschaftlichem Wege? dup Referent: Hans Loos. Der Einberufer. 1. Vortrag des Genoffen Dr. Karl+95) Liebknecht. 2. Der Hamburger Strett. 3. Verschiedenes. 20746 Der Vorstand. Hiermit nehme ich meine Beleidi gungen gegen Herrn und Frau Wagner, Bremerstr. 72, zurück und erkläre die 2066b* felben für ehrenhafte Leute. Frau Kowalski, Beuffelstr. 56. Elektra. Neuer Abendkursus für Elektrotechnik und Montage. 4. Juli. Keine Vorkenntniffe. Anmeldungen schleunigst Neander- Strasse 4. Prospekt gratis. Gelegenheitstauf: Mocquett- Plüsche 5,3 35M. per Meter( 130 Centimeter breit). S., Wüſter bei näher. Angabe franco. Hausfrauen, lefet dies Emil Lefèvre, Orantenite. 158. und 3hr werdet viel sparen! Rünliche Bähne Nicht viel über 68/ 8* ohne Wurzel 4 fg, toftet 1 Liter Bier Entfernung! hergestellt aus Apotheker Ernst Garantiert schmerzlos! Kochs Bier Extrakt. = Tanz Abfahrt abends 9 Uhr von der Stralaner Brücke 5. Billets im Vorverkauf u. am Dampfer. 2075b Es ladet ergebenst ein 2) H. Gärtner, Moltenstr. 12. F BALZER S OPTIMUM ist das einzige, Koptwaschwasser, welches alle in den Handel gebrachten Mittel für Kopfnerv& Haarpflege Jajedem Drogen& Friseurgeschaft, Kauflich übertrifft Sommerpreise. 必 Zahn- u. Wurzel- Leicht bekömmlich, wohlschmeckend, Prima Senftenberger Briquets 63oll lg., ca. 135 St. nur 85 vf. operat., Plomben etc. nahrhaft, erfrischend. Einfache er: 1Str. 630 g, ca. 135 Langjährige Garantie. ftellung. Zahlr. Anerkennungen. Tenzahlung Woche 1 Mart. Oberschlesische Steinfohlen Nuß II Probefendung 3,- M. franco geg. Bruno Steffens, Neanderft. 21 Bachn. Gebrauchsaniv. liegt bei. Etr. 1,10, Scheffel nur 90 Bf. verlauft Ernst Koch, Nordhausen. 6. ab Play Fischer, Brombergerstr. 14. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 27. Juni Opernhaus. Martha. Anfang 71 Uhr. Schauspielhaus. Geschlossen. Neues Opern Theater( Kroll). Die Fledermaus. Anfang 8 Uhr. Jm Trianon: Theater:" Lebende Lieder". Anfang 8 Uhr. Schiller.( Morwitz Oper.) Die Opernprobe. Hierauf: Die Regimentstochter. Anfang 7 Uha. Deutsches. Flachsmann als Erzieher. Anfang 8 Uhr. Lessing. Die Kindsfrau. Anfang 8 Uhr. Berliner. Ueber unsere Kraft. ( I. Teil.) Anfang 7 Uhr. Residenz. Das blaue Kabinett. Anfang 7 Uhr. Neues. Gastspiel des Meßthaler: Schiller Theater Urania Metropol- Theater. Neue freie ( Walluer Theater). 25 Morwis Oper. Donnerstagabend 72 Uhr: Die Opernprobe. Komische Oper in 1 Att von Albert Lorging. Hierauf: Marie, die Regimentstochter. Kom. Oper in 2 Aften von Donizetti. Freitagabend 72 Uhr: Die Hugenotten. Sonnabendabend 72 Uhr: bei halben Preisen: Der Freischütz. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Populäre Borst. bei halben Preisen: Martha, oder: Der Markt zu Richmond. Sonntagabend 72 Uhr: Don Juan, ober: Der steinerne Gast. Apollo- Theater Enſembles. Die goldne Brude. Gr. Specialitäten- Programm. Anfang 8 Uhr. Westen. Lump acivagabundus. An- FrauLuna fang 8 Uhr. Seceffionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 8 Uhr. Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Professor Raoul Pictet: Die Herstellung des Sauerstoffs für industrielle Zwecke unter Anwendung von flüssiger Luft. Invalidenstr. 57/62. Tägl. Sternwarte. Castans Panopticum. Nen! Neu! Nen! Der Champion aller Billardkünstler Prof. Léon Goffard aus Bruxelles tritt täglich auf um 1212 Uhr vorm., 5, 7, 8 Uhr nachm. Lebende Photographien, die eiserne Jungfrau usw. Luftballet Grigolatis. Zoologischer Central. Die Geisha. Anfang Garten- Konzert 7 Uhr. 8 Uhr. Thalia. Gefchloffen. Carl Weiß. Anfang 8 Uhr. Sonnabend, 29. d. M.: Figaros Sodzeit. Fest- Vorstellung. Puisen. Geschlossen. Friedrich Wilhelmstädtisches. Specialitäten in Garten. Belle Alliance. $ Die Schwäbin. Zum 300. Male: Frau Luna. Anfang 8 Uhr. Sonntags 72 Uhr. Hierauf: Das Bersprechen hinterm W. Noacks Theater. Herd. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Anfang 8 Uhr. Apollo. Specialitäten Vorstellung. 3 Fran Luna. Anfang 8 Uhr. Brunnenstraße 16. Täglich im Garten: Baffage. Panoptikum. Speciali. Konzert, Theater- und täten Borstellung. Paffage Theater. Damen RingV Specialitäten- Borstellung. fämpfe. Specialitäten- Vorstellung.„ Amor" der macht es. Operetten- Burleste von W. Geride. Musit von M. Schmidt. Anfang nachmittags 3 Uhr. Meichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Brania. Taubenstr. 48/49.( Jm Theatersaal) Abends 8 Uhr: Prof. Raoul Pietet: Die Her stellung des Sauerstoffs für inIm Saale: Tanzkränzchen. Puhlmanns duſtrielle Zwede unter Anwen Vaudeville- Theater wendung von flüssiger Luft. Juvalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr. Sternwarte. Schönhauser- Allee 148. Täglich: Große Theater: und Specialitäten- Vorstellung. Nur Kräfte ersten Ranges. Garten Täglich ab 5 Uhr nachmittags: den 27. Ringkampte unter dem Protektorat des Herrn Prof. Reinhold Begas. Pohl( Abs II). Gambier. Hackenschmidt Lassartesse. Petroff..... Sauerer. Cotch- Mehemet. Petersen. Das brillante JuniSpecialitäten- Programm. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Sanssouci Im Garten: Täglich: Hoffmanns Nordd. Sänger und Konzert. Anfang d. Konzerts 5 Uhr, der Soiree 7 Uhr, Wochen: tags 6 Uhr, d. Soiree 8 Uhr. Entree 30 Pf.ital Sonntag, Montag und Donnerstag: Tanzkränzchen. Wochentags Vereinsbillets gültig, Tanz frei. Reichshallen Militär- Doppel- Konzert. Seute Donnerstag, 27. Juni: Entree 1 Mark. Von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Letzter Tag der Beduinen! Besichtigung des Bazars, Lagers usw. 3-8 Uhr. Schaustellungen 4, 126, 7 Uhr. von der der 50 PL., Entree on Strasse Kinder 25 Pf., Gartenbesucher zahlen 25 Pf., Kinder 15 Pf. Kinder mit Schülerbillets 10 Pf., Erwachsene in Begleitung derselben 25 Pf. Schweizergarten Grosser Erfolg! Grosser Erfolg! Am Königsthor. Am Friedrichshain. Central- Theater. Susanne im Bade. Hente Anfang 8 1hr. Bum 677. Male: In erster Besetzung: Die Geisha. Operette in 3 Akten v. Sidney Jones. Morgen u. folgende Tage: Die Geisha. Carl Weiss- Theater Sommer- Oper. Große Frankfurterstr. 132. Große Ausstattungsoperette. Wochentags 5 Uhr. Anfang: Sonntags 4 Uhr. F. Lehmann, Direktor. Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferstr. 71. Hermann Imbs. Täglich: Die Hochzeit des Figaro. Großes Konzert, TheaterOper in 4 Aften von Mozart. Anfang 8 Uhr. Im Garten: Konzert, Theater und Specialitäten. Anfang 5 Uhr. Specialitäten- Vorstellung. Wer lachen will der kaufe die bisher erschienenen Bände der humoristisch- satirischen Bibliothek Jedes Wort: 5 11. Täglich: Konzert, Theater, Specialitäten- Borstellung und Ball. Volksbelustigungen aller Art. Jeden Abend 10 Uhr: Moderne Don Juans. Honig! Oldenb. Bienenhonig, beste Qualität, ver: fendet 9 Pfd. netto zu 6,50 M., 5 Pfd. netto zu 4 M. fr. Nachn. Gar. Zurüdn. Nordloh, E. Reil, Bahnhof Augustfehn, Oldenburg. Die Berliner Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Gardinenhaus Große Frankfurter: Straße 9, parterre. +45 Waschanzüge, Waschtleidchen, so: wie Stofffachen sehr billig. Hoffmann, Beteranenstraße 14. [ 17062* Viertletzte Soiree der Stettin er Sänger vor ihrer Abreise nach Wiesbaden. Anfang 8 Uhr. Montag, 1. Juli: Erstes Gastspiel des altberühmten NeumannBliemchen unit feiner Geſelſchaft. freie Volksbühne. Sonntag, den 30. Juni, nachmittags 22 Uhr, im Schiller Theater: Opern- Vorstellung( Morwitz- Oper). Martha, Der Markt zu Richmond. oder: Starten für Mitglieder a 90 Pf., für Gäste a 1 M.( inkl. Garderobe) find in nachstehenden Zahlstellen sowie beim Raffierer zu haben: E. Knapp, Grünthalerstr. 5. E. Schmidt, Tresdowstr. 22. Ad. Löhr, Aderstr. 38, II. Becker, Gozłowskystr. 9. J. Pech, Mödernstr. 120. H. Bobsien, Kommandantenstr. 62. Th. Stampehl, Mariannenstr. 26. H. Köhn, Naunynftr. 83. H. Kaufhold, Wrangelstr. 52. P. Gees, Rüdersdorferstr. 18. 150/ 10* J. A.: H. Neft, Rassierer, Georgenkirchstr. 47, I. Max Kliems Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. [ 16492* Täglich: Gr.Konzert, Theater- u. Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Kegelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. Sonntag, Montag und Donnerstag in den Sälen: Familien- Kränzchen. Dresdener Kasino 96 Dresdenerstrasse 96 empfiehlt seine 2-800 Personen fassenden Festsäle zu Privat: und Vereinsfestlichkeiten, Hochzeiten u. Versammlungen zu coulanten Bedingungen. 15419* Martin Herzberg, Gastwirt. Berufs- Bekleidung und Wäsche- Fabrik 11612*] D. Wurzel& Co. Ecke jetzt: Köpnickerstrasse 160, Manteuffelstrasse. Magdeburger Kautabak empfiehlt die Tabakfabrik und Handlung von H. Saltzmann, Berlin S., Luisen- Ufer No. 3, am Engelbecken. Gegründet 1863. Einladung. 120816* Wir laben jeden Radfahrer zur Besichtigung unserer Unikum Lenkstange ein; dieselbe macht Glocke und Laterne überflüffig und ist in jeder alten Lentstange einzubauen. +95 Berliner Einkaufsgenossenschaft, Marfiliusstr. 19. Gossmann Konzertgarten Prater- Theater Streuzbergſtr. 48, an der Raybachstraße. Kastanien- Allee 7/9. Täglich: Aus dem Volke. Boltsstück mit Gesang und Tanz in 4 Bildern. Auftreten der Excentric- Chansonnette Hedwig Döring, des Grotesque Komikers Paul Coradini, der Gebrüder Damm, Afrobaten. The Garays, Radfahrer. Mr. Bartlings lebende Photo: graphien. Konzert und Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Platz 50 Pf. Kalbo. E Jeben Sonntag gr. Frei- Konzert und Ball. Montag und Donnerstag Hamburger Sänger( Steidl, Bohmer, Willi Wolff usw.) Jeden Freitag Norddeutsche Sänger. Bei ungünstiger Witterung im Saal. Nachher Kränzchen. Deutsche Konzerthallen. An der Spandauer Brücke 3. Im schattig. Sommergarten: Täglich: Internationale Künstler- Konzerte. Die Boeren- Kapelle. Neapol.Tarantella- Kapelle ,, Sacco Wiener Damen- Kapelle Raymond. Theater- Abteilung( KünstlerVariété) erstklass. Specialitäten. Von mittags 12 Uhr bis 3 Uhr nachm.„ Bürgerliches Diner". Preis pro Couvert 75 Pf. 4 Gänge. Kauarienhähne, Vorsänger, KnorrHohl- und Klingelroller. Röpniders 15276 ftraße 154a, IV. Für Reisezeit und Sommerfrische! Range Kleine Anzeigen. Rechtsbureau, Rechtshilfe, Rat: von Ernst Georgy. Preis pro Band broch.... Mk. 1.gebd..... Mk. 1.50 Zu haben in allen Buchhandlungen oder bei Rich. Bong, Kunstverlag, Berlin W. für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, in der Hauptexpedition Beuthstr.3 bis 4 Uhr angenommen. tauft aller Art Metallbruch Nähmaschinenlager sämtlicher Systeme ohne Anzahlung, Woche 1,00. erteilung Andreasstraße Dreiund- Broderid, Oppelnerstraße 16. 1811b [ 2043b Lieferung sofort, Landsbergerstraße 82. fechzig Große Rundschiffmaschine 40 Mart, Ihren repariert Flade, Putbuser: verkauft Hannemann, Greifenhagener Straße 45. + 138* ftraße 13. (+ 51* Kunststopferei von Frau Kolosły Steinmeßstraße 48. Neue Zeit, alte Jahrgänge, verfauft Sering, Greifenhagenerstraße 77. Elegante vorjährige Herrenhosen, feinste Stoffe 9-12 Mart. Verkauf Sonnabend und Sonntag. VersandhansGermania, Unter den Linden 21 II Junge Staare lernen sprechen, Achtung, Radfahrer! Wir statten pfeifen, 1 Mart, Papageien, finger- jetzt unfre fämtlichen Fahrräder mit Wer Stoff hat? Fertige Herren: 565 zahm, sprechend, 25 Mart. Richter, Unifumlentstangen aus. Unikum anzüge mit Futterfachen 15 Mart. 20336* bauen wir in jeder alten Lentstange Wagner, Schneidermeister, Spottbillig. Teppiche, Betten, Oranienstraße 87. Frank Steppdeden, Gardinen, Remontoir: Malzkraftbier, blutbildend, für ein. Berliner Einkaufs- Genossenschaft, furterstraße 59 III.( Namen be achten.) [+95 uhren verkauft Leighaus, Neander: Blutarme, Brustkrante, Schwächliche, Marfiliusstraße 19. Buchbinder- Arbeit jeder Art 69/ 10* Gewichtszunahme, bessere Gesichts- Schankgeschäft. Altershalber muß fertigt Ferdinand Kleinert, W. Bülows Nunbaummöbel, vollständige Ein: farbe, überraschend, 14 Flaschen mein nachweislich reelles, gangbares straße 56, 2. Hof parterre. 23876 richtung spottbillig, auch einzeln, Nicht Flaschenzahl, Qualität ent- Miete 1200. 3 Mark, 1/16 Tonne 3,50 erflusive. Geschäft zum Inventarpreis verkaufen. Meyerlerikons, Brockhaus, Brehm, Gartenstraße 148, I lints. Erforderlich 600 Mart. + 135* Geschichtswerte und alle andren Bücher scheidet. Portertellerei Ringler Comptoir Holzmarktstraße 40.(+95 Kinderwagen, beleiht und fauft Hannemann, Koch Sportwagen, Bernauerstraße 119. 97/ 10* Borkostgeschäft, Grünkram, Rolle ftraße 56 I, Amit 4a 6944. Riesenauswahl, Bazar Baby, Inva7188* Kindernährmittel, ftets frisch, verkäuflich Rüdersdorferstraße 47. Tidenstraße 160, Frankfurterstraße 115, Vereinszimmer, Bahlstelle passend, Oranienstraße 31, Belle: Alliance: offeriert zur Zeit des Brechdurchfalls Singermaschine( wie neu) 22,-Fernsprecher III 1785. J. V. Wilhelm reelle Garantie. Koch, Moabit, Bremer Gaßmann, Badstraße 14. straße 57. Straße 6. beim 1646b * (+75 2 Vereinszimmer, auch für Gesangvereine, Arbeitsnachweis, Kegelbahn, ranſfurterstraße 9, potrebe, Vermischte Anzeigen. empfiehlt inzer, Schützenſtr. 18/19. parterre.+ 45* Vereinszimmer, 20 und 50 Per: sonen faffend, mehrere Tage in der Woche frei. Schulz, Pflugstraße 6.* Vermietungen. Fabrikräume, Doppellicht, große, Kleine und mittlere, unter günstigen Bedingungen zu vermieten. F. Simon, Michaelbrüde 1. Zimmer. 7098* Billiges möbliertes Borderzimmer, 1 oder 2, Ritterstraße 107, III. Möbliertes Zimmer für 2 oder 1 Herren, Parkaussicht, Stralauer: play 14, II, Wittwer. 20736 Schlafstellen. Anständiger Herr findet Schlafstelle bei Frau Hinz, Gräfe Straße 35. Möblierte gute Möblierte Schlafstelle für einen Herrn Sebastianstraße 64, born bret Treppen rechts. [ 69/14 Arbeitsmarkt. Stellenangebote. Kinder- Versicherung. Sterbekasse. Tüchtige, energische Inspektoren, auch Damen, gegen sofortige tägliche Be züge gesucht. Offerten unter E. 7 Expedition des Vorwärts".[ 2082b Kinderhütchen erlernt junges Mädchen unentgeltlich. Franz, Faldensteinstraße 39, vorn IV. [+2 10 tüchtige 8widerinnen auf Plüschpantoffeln. G. Remané, Rheinsbergerstraße 24. Mamfells auf Jacketts und Pale tots verlangt Schulze, Görlizers straße 41. 20296* ftraße 107, Reinickendorferstraße 2d, e, 311 ermäßigten Preifen. Flora Charlottenburg, Wilmersdorferstraße Drogerie Paul Lemde, Rigdorf, Nr. 55. Teilzahlung gestattet. 647* Kaiser Friedrichstraße 242, Hermannplag. Kinderwagen, spottbillig, Andreas: ftraße 23. 553* Radfahrer. Wer sich ein billiges Fahrrad sowie Herren, Damen- und Restauration, gutgehend, möchte tindersandalen faufen will, wende sich ich andrer Stellung wegen sofort Französisch( billig) Breitestraße 5. Möblierte Schlafstelle mit Bade Im Arbeitsmarkt durch an die Berliner Einkaufsgenossenschaft, billig verkaufen. Aderstraße 93. Englisch( billig) Breitestraße 5.* benugung zu vermieten Pappel- Allee 24, besonderen Druck hervorgehobene Friebel, vorn IV. Berlin, Marfiliusstraße 19.+ 95* Grüntramgeschäft verkauft billig Schriftliche Arbeit jeder Art, 20526* Anzeigen fojten 40 Pf. pro Zeile Teppiche mit Farbenfehlern, wegen Uebernahme eines Grundstücs. Klagen und Gerichtssachen, Steuer Schlafstelle Char Fabrikniederlage Große Frankfurter Gitschinerstraße 78. 20796 Reflamationen, Briefe, fertigt erfolg lottenburg, Pestalozzistraße22, Dittmer. Achtung, Straße 9, parterre. + 45* mit reich und billigst Franz Wildhagen, Gutgehendes Restaurant Schlafstelle für zmei Herren, große Nähmaschinen und Feuer- Ver: Garten, sieben Vereine tagen. Miete Christburgerstr. 32, Quergebäude III. Für meine geschützten Batente, gebäude 2 Treppen, Meyer. Stube, Hollmannstraße 6, Quer Brauerei- Arbeiter! ficherung bermittelt Gustav Schmidt, 2500, wegen Uebernahme einer Patentanwalt Dammann, Ora- Maffenartikel Schlofferbranche, suche Die Berliner Bockbrauerei ist. Solmsstraße 43, Hof Keller. 857b Schlächteret sofort billig zu verkaufen nienstraße 57, Moritplay. Erfindern Teilhaber mit 1000 Mart zur An- Möblierte Schlafstelle für einen auf Grund der Maßregelung von 2076b Toftenfreier Rat abends bis neun. Halbrenner, neu, komplett, 80. Brüdenstraße 2. fertigung von Mustern, zur Engros- oder zwei Herren Tilsiterstraße 83, 28 Flaschenteller Arbeitern für ors 20786 Friſeurgeſchäft, Dresdenerstraße 70. Gebrauchtes Küchenspind, Näh- Unfallsachen, Klagen, Eingaben, fabrikation muß Gesellschaft gegründet Bach. ganisierte Arbeiter gesperrt.[ 41/11 Möblierte Schlafstelle Mathieu- Agitations- Kommission Ringschiffchen, gebraucht, Neue maschine billig zu verkaufen Frieden- Reklamationen. Pugger, Stegligers werden. Offerten Stolzenburg, Wiesen19396 ftraße 41/42. [+ 65* ftraße 40 bei Treff, Papierhandlung. straße 65. [+65 ftraße 18, vorn III. lints.[ 2083b der Brauerei Arbeiter. 1 Jakobstraße 11, Restaurant. Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Berlag von Mag Bading in Berlin. Ehrenerklärung. Herr Selder ist ein Ehrenmann. Die fräntenden Worte, welche ich am 17. Juni gegen ihn gebraucht habe, thun mir auf: richtig leid. Päch. [+2 20706