Mr. 148. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Pofts Abonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Boft- 8eitungs Preisliste für 1901 unter Mr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebaye beträgt für die fechsgespaltene Kolonet. geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pig. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in berExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Politische Krisenwirkungen. II. Freitag, den 28. Juni 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. feiner in den Verteidigungszustand gedrängt. Um so fester aber Historiker, die von der Leidenschaft des Profits nicht getittet die Krise, um so mehr begünstigt sie die politische Organisation blendet sind und die die Erfahrungen der Vergangenheit besser und die kritische Aufgabe. Wie die Geschichte der Krisentheorien würdigen. Diese Oekonomisten behalten aus diesem Grunde immer nahezu die Geschichte der Volkswirtschaftslehre im letzten Jahr- Recht, so sehr man sie auch verspottet und so lange man dies irgend Uns quält", so sagt Marg im Vorwort zur ersten Auflage seines hundert ist, so ist die Arbeiterbewegung, der demokratische vermag. großen Wertes,„ nicht nur die Entwicklung der kapitalistischen Pro- Socialismus, ein Kind der Krisen. Durch Marg aufgeklärt Sehr im Widerspruch mit ihren optimistischen Beschwichtigungsduktion, sondern auch der Mangel ihrer Entwicklung. und hineingestellt in den großen Leitgedanken der Entwicklungs- artikeln sind, wie gesagt, die Thatsachen und Nachrichten. Wir leiden nicht nur von den Lebenden, sondern auch von den lehre, der Evolution, ist die Arbeiterklasse dem triebhaften Zunächst ist in Leipzig der Staatsanwalt eingeschritten. Der Toten". in dumpfen Schrei der reaktionären Empörung gegen die Bankdirektor Egner ist verhaftet Mit diesen Toten", den Rückständigen, ihrem kritischen Verhalten Erceffe und Zusammenbrüche und Zusammenbrüche des Kapitalismus entivachsen. Villa man erinnert sich, daß jedesmal, wenn von einem verhafteten zu jener Entwicklung der kapitalistischen Produktion und zu den Krisen Um so entschiedener und klarer kann und wird ihre revolutionäre Bankdirektor berichtet wird, auch eine luxuriöse Villa als Ort der dieser Produktion haben wir uns im ersten Aufsatz beschäftigt. Von Kritik sein, mit der sie die Menschen überzeugen wird, daß unmög- Verhaftung erwähnt wird. Die Verhaftung ist jedenfalls wegen vornherein aber drängte sich uns der innere Gegenjas bei dem scheinlich das letzte Wort der Volkswirtschaft eine Ordnung" fein kann, Berschleierung, Täuschung der Generalversammlung erfolgt. baren Zusammentreffen auf. Scheinbar übereinstimmend im Urteil deren höchste Blüte und Erfolg immer und immer nur der Vorbote Bezeichnend für die Gründe, aus denen sich das Urteil der über die Korruption des Erwerbslebens, über Schwindel, Gier und des Bankerotts ist. Kapitalistenwelt zusammensetzt, ist die Wirkung der Verhaftung des Krach, stehen wir dennoch in Wahrheit jenen Atavismen, UeberWir vermögen jene Industrieritter" nicht zu schonen, welche die Direktors Exner in Leipzig. Diese Verhaftung, die an den Umlebseln und ihren Anstrengungen noch schärfer gegenüber, als der Seuche der Profitfucht gewissermaßen verkörpern. Wir werden uns ständen doch wahrlich nichts mehr verschlimmert, hat eine größere kapitalistischen Entwicklung selbst. Denn wir wissen durch Marx, noch öfter zu beschäftigen haben mit den heute noch so üppigen Wirkung auf die Geschäftswelt gehabt, als der Zusammenbruch selbst. baß diese Entwicklung eine historische Kategorie, eine unvermeidliche, Kohlenwucherern, auf deren erneute Raubzüge mitten im Nuin wir Nach Meldungen des„ Berliner Tageblatt" ist in Leipzig eine notwendige Stufe des ökonomischen Fortschritts, die Bor- wiederholt hingewiesen haben. Auch für sie wird die Stunde wahre Panik ausgebrochen. Das Blatt berichtet: bedingung für die Vereinigung von Arbeit und Kapital des Verzagens und des Zähneklapperns kommen. Wir enthüllen in einer höheren Verfassung des Erwerbslebens ist. Indem den Größenwahnsinn unsrer Bankleiter, denen die Herrschaft wir den Kapitalismus bekämpfen, bekämpfen, um ihn über über halbe Milliarden den Verstand verdunkelt. Wir werden sie sich selbst hinauszuführen, verteidigen wir anklagen und thun es schon jetzt, daß sie, als ihre letzten Bilanzen zugleich seine historische, vorübergehende Aufgabe und sein Recht. tro aller Verdunkelungsversuche aller Welt offenbarten, Uns ist auch er vernünftig"- aber im Sinne der Jung hegelianer, wie weit über ihre Kapitalfräfte sie sich in den Dienst der Ueberim revolutionären Sinne, in dem Sinne des treffenden Bildes, das spekulation gestellt hatten, dennoch die Hand dazu boten, auch Marr anwendet in den Worten:„ daß selbst in den herrschenden jene alles übersteigenden Orgien der Spekulation Klassen die Ahnung aufdämmert, daß die jetzige Gesellschaft kein an der New Yorker Börse der letzten Wochen mitzumachen! Daß fester Krystall, sondern ein umwandlungsfähiger sie mitwirkten, als das Kapital nach dem letzten Zipfel des letzten und beständig im Prozeß der Umwandlung begriffener Organis- Profits, den der Moment versprach, griff, unbeklimmert um den mus ift." drohenden Ruin der heimischen Industrie und ihres Kapitalmarttes! Diese Sünden schreien gen Himmel, und den Verantwort lichen darf nichts geschenkt werden. Die Arbeiterklasse, als die Trägerin einer besseren Zukunft und wahrhaftigen Ordnung, nicht als reaktionäre Zerstörerin, sondern als kritische Lehrmeisterin, wird den Haushalter der Ungerechtigkeit", den Kapitalismus zur Rechenschaft ziehen und ihm und aller Welt zeigen, daß er hinfort nicht Haushalter, Oekonom sein kann. In den Tagen der Krise pflegt der zur Hochkonjunktur maßlos geschwollene Uebermut der herrschenden Klassen sich zu mäßigen. Wenn ihre Sünden offenbar, die persönlichen Uebergriffe ihrer Organisatoren ans Licht und zugleich das große Defizit, die Unvernunft ihres Systems an den Tag tommt, dann wird die von Eifer und Genuß gerötete Miene fahl, und die Ueberhebung, die den Unterbrüder tennzeichnet, schlotterig. Wir können den dreisten AnKlägern des Arbeiterstandes diesen Zustand nicht schenken; heute, Die Arbeiter, denen die Krise alle Leiden auferlegt, werden wie einst und wie seit einem Jahrhundert ist die Krise dennoch aus dieser Krise neue Kraft, neue Waffen, neues Leben gedie Zeit der Buße und Büchtigung für die Herren". winnen für ihre große Organisation, deren erzieherische Wirkungen Heute, wie immer, erhebt die Krise den Richterstuhl ihnen selbst nur zu Gute fommen, um sie in den Stand zu setzen, der Kritik auf eine Warte, daß selbst der Uebermut der Unzugäng die politische und ökonomische Macht in die Hand zu nehmen lichen sich bequemen muß, vor diesem Richterstuhl nicht nur zu und die Welt der blinden Gier, der zerstörenden Profitsucht durch erscheinen, sondern vor ihm Recht zu nehmen. In der Hand ein System fruchtbarer und befreiender Arbeit abzulösen. der Kritik ruht das Schicksalso bieler zitternder Direktoren und Aufsichtsräte, die eben noch den Uebermut der Aemter gegen uns ausspielten. Ein Wort und die wankenden Ziffern großer Banken sind ein Nichts. Denn es giebt taum eine Erwerbsgesellschaft, die nicht irgend ein ängstlich gehütetes Geheimnis zu verbergen und irgend eine Enthüllung zu fürchten hätte. Politische Meberlicht. Der Bankkrach. Berlin, den 27. Juni. In der hiesigen Bank- und Geschäftswelt herrscht heute früh eine geradezu sensationelle Depression. Die Verhaftung des Direktors Erner hat wie ein Donnerschlag gewirkt. Uebrigens sind die sämtlichen Depots der Leipziger Baut vorhanden. Dabei wächst der Andrang auf die übrigen Geldinstitute enorm. Man befürchtet den Zusammenbruch zahlreicher mit der Leipziger Bank eng literter industrieller und kommerzieller Unternehmungen." Diese lettere Befürchtung ist in den Umständen hinreichend bea gründet; sie mußte sich von Anfang an aufdrängen. Wie bald die Verlegenheiten sich geltend machen werden, geht aus folgender Nachricht desselben Blatts aus Plauen hervor: Die Einstellung der Zahlungen seitens der Leipziger Bank hat hier große Verwirrung hervorgebracht. Die hiesige Filiale der Bank genoß großes Vertrauen und hatte einen ausgedehnten Kundenkreis. Viele Arbeitgeber werden Ende dieser Woche nicht wissen, wo sie das Geld zum Auszahlen der Arbeitslöhne, daß sie regelmäßig dort abgehoben haben, herbekommen sollen. Der bedauerliche Vorfall bildet das Tagesgespräch. Man jagt, die Bewohner unserer Stadt hätte ein schwererer Schlag, als es dieser ist, noch nicht getroffen." Wenn die Deutsche Bank mit ihrer neuen Filiale ernstlich der Industrie helfen will, wird sie dazu also sehr viel Gelegenheit haben. In Dresden hat am Donnerstag die Panik anscheinend insofern nachgelassen, als der Sturm auf die Dresdener Bank und andre Finanzfirmen geringer geworden ist. Wenigstens meldet es der Börsen- Courier". In der Filiale der Leipziger Bank wurden am Donnerstag auch die geschlossenen" Depots, die ja nur zur Aufbewahrung anvertrautes Gut find, wegen der Konkurserklärung nicht mehr ausgehändigt. Wie in der oben angeführten Meldung aus Leipzig schon gesagt ist, sind aber diese Depots unversehrt. Die Scenen vor den Banklokalen in Dresden und Leipzig find von derselben Art, wie sie immer bei solchen Anlässen sich abspielen: Aufgeregte Menschen aus allen Ständen, Aristokraten, Offiziere, Geschäftsleute, Handwerker, aber auch Arbeiter, Dienstmädchen, Witwen, die ein wenig erspart oder ererbt haben, drängen sich vor Weit schlimmer, als diese direkten Verluste, sind aber natürlich Armee" der Industrie wird wieder auschwellen, und um so mehr, als die Vermehrung der Arbeiterbevölkerung während der fünfjährigen Gründer- Wera eine ganz außerordentliche gewesen ist und in Großindustrie- Bezirken sogar in den fünf Jahren bis zu 50 Proz. betragen hat. Immer noch ist das Schlachtfeld nicht abgesucht; weder über Nicht um Rache zu üben, sondern um der Vernunft zum Siege die Wirkungen in der Provinz, noch über diejenigen auf die Berliner zu helfen und der Entwicklung zu dienen, aus evolutionären Bantwelt ist genaueres bekannt. Aber fest steht, daß eine Reihe von Tendenzen müssen wir diese Kritik führen. Wäre die Arbeitertlaffe Bahlungseinstellungen in der Provinz zu erwarten ist, und was noch befangen in den Vorurteilen reaktionärer Schichten, so würde Berlin angeht, so war die Börse am Donnerstag noch nervöser ihre Erbitterung brutale Formen annehmen, wenn sie nun sich als als am Dienstag. Die mangelhafte Uebersicht über die Opfer des spekulativen Uebereifers des Kapitalismus auf die Straße Wirkungen der Katastrophe in Leipzig begünstigt die Ent- den Eingängen und werden durch die Aufregung offenherziger. geworfen sieht. Je nach dem Entwicklungsgrad der Arbeiterklasse stellung und Verbreitung von Gerüchten, und mehrere der die Wirkungen auf die Gewerbethätigkeit, die Arbeit. Die Reservefelbst", sagt wieder Marg, wird sich der Umwälzungsprozeß in Börse nahestehende Blätter bringen Mitteilungen, aus denen brutaleren oder humaneren Formen bewegen," und er zieht daraus den Schluß, daß den jetzt herrschenden Klaffen ihr eigenstes Interesse die Wegräumung aller Hindernisse, welche die Entwicklung der Arbeiterflaffe hemmen, gebiete. Die brutale Scharfmacherei, die an maßenden Wortführer, der kapitalistischen Ueberhebung wollen sich dies gefälligst merken. Wenn sie aber für besonnene Erwägungen unzugänglich sind, so wird man ihnen zeigen und mit kritischen Beitschenhieben einbläuen, daß ihre Anmaßung ein hohles Gespenst ist und daß eben in diesem Augenblick die planlose Unvernunft ihres Systems, zugleich mit dem Schwindel und der Schwelgerei ihrer Gönner, all ihr Geschwätz weit übertönend, offenbar geworden ist. Das Blatt hat sich wieder einmal gewandt. " Mehrere Banten und Industriefirmen teilen mit, daß sie bei dem Zusammenbruch nicht oder nur mäßig beteiligt sind. Die Kredit- und Sparbank in Leipzig, die Berliner Bank, die Bayrische Hypotheken- und Wechselbank veröffentlichen derartige Erklärungen. Die Leipziger Hypothekenbank giebt zu, daß fie 2 200 000 W. bei der Leipziger Bank stehen hat, die Berliner Bank ist mit einer halben million beteiligt, Bleichröder mit 8 Millionen 2c. tag früh behauptet wurde, gerade jene Wechsel seien gut und nicht von der Trebertrocknung, heißt es nun, daß es sich dennoch um Treberwechsel handelt. Außerdem ist die Sächsische Bant start Treberwechsel handelt. Außerdem ist die Sächsische Bant start bei dem Leipziger Konkurs beteiligt. hervorgeht, daß das Mißtrauen keinen Respekt mehr kennt. Wehleidige Beschwörungen des Publikums, sich doch ja von diesen Gerüchten und dem Mißtrauen nicht anstecken zu lassen, find der kennzeichnende Charakterzug der Aufsäße der Berliner Abendblätter vom Donnerstag. In herabeweglichen Worten weisen sie auf die großen Aufgaben der hohen Bank hin und mit einem Rest von Stolz wird betont, daß hier am Blaze nie eine namhafte Kreditbank gefallen sei. Sehr richtig! Indessen muß im Interesse der Wahrheit vermerkt werden, daß alle Gerüchte und alles Mißtrauen nur deshalb eine Macht sind, weil thatsächlich die Kreditbanken die ihnen zufließenden Hundertmillionen Depofitengelder in den Jahren des Aufschwungs ganz in derselben überhitzten Weise der Industrie zu- Die Sächsische Lotteriedirektion hat in der letzten Zeit noch Um in den Gedankengängen von Marg, des unerreichten Kritikers führen, wie sie dem Gründungsfieber durch Emission von für 10 Millionen Mark Wechsel von der Leipziger Bank aufgenommen! der Krise, zu bleiben, erinnern wir an sein Wort von der socialen Aktien dienen. Die Beschwichtigungsversuche der Abendblätter vom Wie eine derartige Staatskaffe zu solchen Geschäften in solchem Statistik Deutschlands, die damals noch ganz in den Windeln lag: Donnerstag find wenigstens nicht ganz so thöricht, wie der gestern Umfange tommt, bedarf der Aufklärung. Während noch Donners „ Im Vergleich zur englischen ist sie elend. Dennoch lüftet sie den von uns gewürdigte Aufsatz des" Berliner Tageblatt". Aber wenn Schleier geradezu genug, um hinter demselben ein die Bossische Zeitung" von dem„ kunstvollen Gebäude der Medusenhaupt ahnen zu lassen... Perseus brauchte Elettricitätsindustrie" spricht, so muß ergänzt werden, daß dies Geeine Nebelkappe zur Verfolgung von Ungeheuern. Wir ziehen die bäude nur deshalb so kunstvoll" und bedenklich üppig bat werden Nebeltappe tief über Aug' und Ohr, um die Existenz der können, weil die Kredit- und Effektenbanken die Ueberspekulation Der Krach hat seine Wellen auch nach New York hin übertragen, ermöglicht haben. Da aber die Elektricitätsindustrie, wie wir vor wo sich seit einigen Monaten bekanntlich die internationale Ungeheuer wegleugnen zu können." Bögernd und widerstrebend, gedrängt von der Bewegung der einigen Wochen dargelegt haben, der für den letzten Aufschwung Sapitalistenwelt ein beliebtes Stelldichein gab. Die New Yorker Arbeiterklasse, hat inzwischen Deutschland ein wenig Licht in jene charakteristische Zweig des Großgewerbes ist, so ist gerade von ihr Börse war am Donnerstag schwarzseherisch; der Binsfuß stieg heftig dunklen Verhältnisse fallen lassen. Aber der Uebermut der Unter- aus ein bedenklicher Rückschlag auf den Kapitalmarkt zu erwarten. nehmer wütet gegen diese Offenbarungen, verhängt das elende Macht Wir stehen gerade in dieser Hinsicht erst am Beginn der Rück- Das Bureau Laffan" bringt folgende Depesche mittel der Censur über die Fabrik- Jnspektion, die Statistik, über die wirkung, keineswegs am Ende. Da auch die Eisenwerke zu einer Wahrheit. Umsonst! Lauter und deutlicher als alle Ziffern der wahrscheinlich alle Vermutungen noch übersteigenden Kreditso ist auch gezwungen find, so Statistik und alle Berichte der Beamten reden die harten anspammung längst auch da Zusammenstoß der haarscharfen Kreditpassagen" 811 Thatsachen der Krise. Sie lüften nicht nur den Schleier, ein sondern sie enthüllen das furchtgebietende Antlig des Ungeheuers erivarten. Diesen Aussichten gegenüber sind die verfügbaren Der Stand der Leipziger Bank ist nach der Bilanz so, daß das und rufen weit und breit das fritische Interesse wach, das in den Stapitalien der Banken ungenügend, weil die Ueberhigung des AufJahren des Ueberflusses und der Blüte zu schlummern schien. schwungs diese Banken zu jenem Optimismus verleitet hat, der zur Institut 29 Millionen in Wechseln, 24 Millionen in Depofiten und Die Arbeiterbewegung hat sich naturgemäß in den Jahren der Zeit der Hochkonjunktur das Großgewerbe und die Finanzwelt er 39 Millionen auf Contocorrent schuldig ist, also insgesamt 92 Millionen Hochkonjunktur den positiven Aufgaben zugewandt und gewerkschaft greift. Wenn auch diese Kreise in ihrem Geschäft äußerst tüchtig Mark während es 26%, Millionen in Wechseln, 1111/2 Millionen fehlt es ihnen doch an ber bon ihnen Buchforderungen ausstehen und an Bargeld, Grundstücken, Pfändern liche Organisationen ausgebaut. Erfahrungsgemäß sind die Zeiten sind, so Einsicht der wirtschaftlichen Theoretiker der Krise den gewertschaftlichen Körperschaften ungünstiger; diese sind verachteten und und Wertpapieren noch 211/2 Millionen, zusammen also 1591/2 Millionen ,, New York, 27. Juni. Hier verbreitet sich das Gerücht, daß mehrere New Yorker Bankfirmen sich in einer ernsten Lage befänden und ihre Zahlungen werden einstellen müssen. Jufolge dieser Gerüchte herrscht in gewissen Kreisen eine fieberhafte, nervöse Spekulationswut. Ueber die Zuverlässigkeit der Gerüchte tann man Sicheres jedoch nicht fagen." befigt". Unter den ausstehenden Forderungen befinden sich die 87 Millionen bei der Trebertrocknung. Es ist nicht im geringsten zu übersehen, wie viel diese Forderung wert ist. # * Dresden, 27. Juli.( Privat- Depesche des Vorwärts".) Der Oberbürgermeister erklärte im Stadtverordneten- Kollegium, die Dresdener Bank sei unerschüttert. Die Stadt belasse dort ihre Depositen. Frankfurt a. M., 27. Juni.( B. H.) Wie der Frantf. 8tg." aus Leipzig gemeldet wird, hat Kammerrat Frizz Mayer, Chef des Bankhauses Frege 1. Co., sein Amt als Vorsteher des Stadtverordneten- Sollegiums niedergelegt. Mayer war Aufsichtsratsmitglied der Leipziger Bank. New York, 27. Juni.( W. T. B.) Die Siebente Nationalbank hat die Zahlungen eingestellt. Die in Nede stehende Bank ist diejenige, von der es am letzten Dienstag hieß, daß sie sich in Schwierigkeiten befinde. Der legte veröffentlichte Ausweis führt an Depositengeldern 5 712 000 Dollars auf. " * Deutsches Reich. Herr Ruhland. Die, Münchener Post" erklärt sich heute zu der verrückten Note des Agrarprofeffors vom Bund der Landwirthe, des Herrn Ruhland. Wie uns ein Privattelegramm aus München berichtet, teilt die Münchener Post" mit, daß bereits im Mai zwei Freunde Ruhlands um die Veröffentlichung einer Erklärung baten, nach der er die Sache nicht so gemeint habe. Nachdem die Redaktion das Ersuchen abgelehnt hatte, verabschiedeten sich die Abgesandten mit den Worten: Hätte er doch den Mund gehalten!" Eine neuerliche Erklärung des Geschäftsführers der Münchener Post" bestätigt ferner, daß Herr Ruhland sich wiederholt in der fraglichen Angelegenheit bemüht habe. Ruhland habe auch die Aeußerung nicht im Vorübergehen gethan, sondern bei einer Einladung zu einer Tasse Kaffee im„ Börsencafé", wo er ganz präcis mit seinen Anerbietungen herausrückte. Ueber die Tendenz der versuchten Bestechung läßt sich aus dem uns zugegangenen Telegramm nichts erkennen. Auch die Frankfurter Beitung" steuert zur Charakteristik Ruhlands einen interessanten Beitrag bei, indem sie zu der Erklärung Ruhlands schreibt: " Auch im Fall Weiland wurde ähnlich gearbeitet. Die Frautf. 8tg." schreibt darüber: Die zivar aufs geratewohl herausgegriffenen Säße beweisen, daß zivischen Goethe, dem großen Kinder der völkereinenden Humanität, Der Kaiser selbst hat anfänglich den Vorfall in Bremen sehr und zwischen dem junkerlichen Blut- und Eisenmenschen und seinen leicht genommen. Seine ersten, noch während der Reise nach staatsmännischen Epigonen ein Abgrund klafft. Berlin aufgegebenen Depeschen schlugen sogar einen heiteren Ton In den Tagen des bornierten Chauvinismus, des Hunnentums, an. Später aber, vielleicht unter dem Einfluß einsamen Nachdenkens der Unterdrückung und Ausbeutung, des Byzantinismus und der ausund wohl auch unter andren Einflüssen hat er einer ernsten und schweifenden Frömmelei sollte man wirklich nicht an den gefährlichen trüben Auffassung zugeneigt. Die Ansprachen, die er an die Präs Namen Goethes rühren. Unfre offizielle Welt kann überhaupt keinen sidenten der Parlamente gehalten hat und von denen ja nur wenig Lichtstrahl aus dem Sonnenland der großen Heroen des Geistes veran die größere Oeffentlichkeit gekommen ist, ließen das sehr deutlich tragen. Jedes Wort aus dieser Welt ist tödlich für sie, die doch erkennen. Nur waren die gewöhnlichen Scharfmacher in Irrtum, ihre Armseligkeit so gern mit den leeren Namen aufpuzen, deren wenn sie annahmen, daß der Kaiser in diesem Fall an einen social- Inhalt sie nicht kennen oder verhehlen, wenn sie ihn nicht gar- entdemokratischen oder anarchistischen Ursprung gedacht habe. Das stellen. war nicht der Fall. Seine pessimistischen Vermutungen zielten nach einer andren Richtung. Der Kaiser suchte die Feinde im Lager der alldeutschen Englandbasser und Boerenfreunde! = " 1 Die 18. Hauptversammlung des Dentschen Freidenker: Bundes tagte am 17. und 18. d. M. in Wiesbaden. Es wird aus den Kreisen des Bundes hierüber berichtet: Es waren 27 DeleDer Krieg des Köpfens. Aus seinen chinesischen Kriegs- gierte erschienen, welche nach der Anzahl der Bundesmitglieder, die sie vertraten, 53 Stimmen ausübten. Unter diesen befand sich erinnerungen erzählt der Korrespondent der" Frankfurter Zeitung". Wutschel- Wien und als Gast der socialistische Abgeordnete Léon Nicht ganz unberechtigt scheint ein Alarm gewesen zu sein, durch den die todmüden Soldaten am 27. Oftober um 11 1hr nachts Furnemont aus Brüssel. Die Berichte über die Lage in den einzelnen Bundesvereinen lauteten durchweg viel günstiger als auf der aus dem Bette geholt wurden. Ein französischer Oberst 17. Hauptversammlung. Von allen Rednern wurde konstatiert, daß lieutenant bat nämlich um Unterstützung von seiten der dant des Versuchs des evangelischen wie fatholischen Deutschen, da eine japanische Wache niedergemacht und ein Klerus, das Volk wieder ganz unter den Krummstab französischer Zug in der Stärke von 60 Mann zum Rückzug stellen und die Bildungsquellen zu verstopfen, ein frischer gezwungen worden sei. Man vermutete. daß diese Ereignisse mit freier Hauch durch das Land gehe und Bevel thatsächlich in einer Meldung von dem Anmarsch von 2000 Borern in Zusammenseinem neuen Vorwort zur 2. Auflage der kleinen Broschüre hang zu bringen seien. Die Deutschen traten sofort unter das Christentum und Socialdemokratie" recht habe, daß sich ein I neuer, Kommando des Franzosen. Da gemeldet war, daß die Borer ein anderer und besserer Kulturkampf vorzubereiten scheine. Die MitDorf befestigt hätten, wurde der Angriff auf dieses Dorf be- gliederzahl des Freidenkerbundes ist im verflossenen Jahr um 160 schlossen. Die Borer ließen das Dorf im Stich. Die Verbündeten zündeten es an, nachdem sie requiriert gestiegen, der Kassenbericht lautet äußerst günstig. Es wurde beschlossen, Kassen- und Schriftamt des Freidenferbundes, da Wiesbaden hatten, was zu requirieren war, und gingen dann in ihre Quartiere es nicht länger verwalten wolle, nach Berlin zu verlegen. Ebenso zurüd. wurde Berlin als nächster Kongreßort bestimmt. ferner mit der Redaktion des Bundesorgans„ Der Freidenker" betraut, der Sprecher der Freireligiösen Gemeinde Breslau, Tschirn, einstimmig zum Präsidenten des Bundes erwählt. Außerdem wurden in den Vorstand gewählt die Herren Wutschel- Wien, Heberlein- Solingen, Hoch- Wiesbaden, W. Gerling- Degerloch; als Stellvertreter Hugo Gerling- Köln, Hoffmann- Berlin und HoffmannRuhrort. Zwei öffentliche Versammlungen, in welchen die Herren Dr. Bruno Wille- Friedrichshagen, Tschirn- Breslau und Dr. RüdtMünschen sprachen, waren bis auf den legten Blazz gefüllt und nahmen einen glänzenden Verlauf. Die Hirten" waren natürlich, wie immer, wenn die Wölfe" der Herde" nahen, nicht zur Stelle, und dürfen sich daher nicht wundern, wenn sich wieder einige Mitglieder derselben verirren". Die Garnison Yangtfun blieb nicht ganz ohne Berührung mit dem Feind. Patrouillen wurden beschossen und am 6. November wurde eine Djunke mit Waffen angehalten, an deren Bord man 24 Boger fand, die nach Tientsin geschafft und dort enthauptet wurden. " Der treue Diener. Die katholische Germania" will sich den bekannten Stimmungen des neuen Kurjes gegenüber angenehm machen, indem sie die Bismarck- Fronde an eine Aeußerung erinnert, die Bismarck 1873 zu Professor Schulte in Bonn gethan hat:" Ich habe als Ministerpräsident seit zehn Jahren nichts zu thun gehabt, als den alten Herrn durch Deduktionen, VorWir wissen nicht, was die„ Germania" mit dieser Erinnerung bezweckt. Bismarck hat sich über diesen historisch unzweifehaften Thatbestand des öfteren noch erheblich derber geäußert. Diese zähe und erfolgreiche Bearbeitung des alten Wilhelm war gewiß nicht die leichteste Arbeit und vom Standpunkt der herrschenden Klassen jedenfalls nicht das kleinste Verdienst des Kanzlers. Will die„ Germania" etwa bestreiten, daß Bismarck in diesem Falle die Wahrheit ausgesprochen hat? Dem Diener ist jedenfalls kein Vorwurf aus den Qualitäten seines Herrn zu machen. Herr Ruhland giebt zu verstehen, daß unsre Beurteilung Bern steins von dem Motive der Verfechtung großkapitalistischer Inter- stellungen mürbe zu machen." essen geleitet werde, und er hat es schon im Jahre 1893 voraus gesehen, daß wir zu solcher Verworfenheit gelangen würden. Allah ist groß, und groß ist Ruhland, der Prophet! 1893 das war also um dieselbe Zeit, in der Herr Ruhland sich bemühte, eine Liga zu stande zu bringen, die etwa das Gegenteil von dem sollte, was der Bund der Landwirte will; es war also um dieselbe Zeit, in der Herr Ruhland auch auf der Redaktion der Frankfurter Zeitung" erschien, um uns für diese Liga zu gewinnen.... Herr Dr. Ruhland, auch Professor, ist dann, als ihm die Liga nicht gelang, furzen Wegs zum Bund der Landwirte selbst gegangen. Seither faßt er es nicht mehr, daß man aus Ueberzeugung schreiben kann. Ein solcher Mann fann uns nicht beleidigen." " Die Deutsche Tageszeitung", die immer noch teine Ableugnung der Subventionen von Geheimagenten und Abgeordneten wagt, veröffentlicht zu dem Fall Ruhland ein Gewäsch, das so verworren ist, daß es füglich von Herrn Ruhland selbst herkommen fönnte. Da soll der Geschäftsführer der„ Münchener Post" zwei Rechtsanwälten gegenüber die Erklärung abgegeben haben, es sei Unfinn, zu behaupten, die seiner Zeit ihm von Ruhland gemachte Geldofferte sei vom Bund der Landwirte ausgegangen. Dann heißt es weiter: Goethe und Bismarck. Der Graf v. Bülow hat in seiner Bismarck- Nede nicht nur Perikles und Fichte citiert, sondern auch Goethe. Solche Namen flingen gut; der fie citiert, giebt sich den Anschein, als ob er in der Gedankenwelt der Großen heimisch und von dem Hauch ihres Geistes berührt sei. Die Abgeschmacktheit, Goethe mit Bismard zu vergleichen und auf den gleichen Sockel zu stellen, gehört nun einmal zu den gezierten Thorheiten des gegenwärtigen Kurses. Der Ver gleich der beiden Naturen, die nichts mit einander gemein haben, ist eine Goethe- Beleidigung. Die Fürsten im Reiche der Kunst und des Dentens bleiben ewig jung. während die heute angestaunten Staatsmänner, selbst wenn sie im Sinne des menschlichen Fortschritts größer sind als Bismarck, schon über ein Weilchen der Vergessenheit anheimfallen. Goethe selbst kannte die Gattung Bülow sehr gut. Zu Eckermann sagte er einmal am 23. Dezember 1828 die trefflichen Worte: " Es giebt zwar viele( Fürsten und Staatsmänner), die fähig find, über alles sehr geschickt mitzureden; aber sie haben es nicht im Innern und trabbeln unr an der Oberfläche. Und es ist kein Wunder, wenn man die entseglichen Zerstreuungen und Zerstücklungen bedenkt, die das Hofleben mit sich führt und denen ein junger Fürst ausgesezt ist. Von allem soll er Notiz nehmen. Er soll ein bißchen das kennen und ein bißchen das und dann ein bißchen das und wieder ein bißchen das. Dabei kann sich aber nichts setzen und nichts Wurzel schlagen und es gehört der Fond einer gewaltigen Natur dazu, um bei solchen Anforderungen nicht in Rauch aufzugehen." „ Der Münchener socialdemokratische Geschäftsführer foll bei Abgabe der obigen Erklärung haben durchblicken lassen, daß jene Ruhlandsche Geldofferte vom Jahre 1893 sich auf den Fürsten Bismard zurückführe. Der Haß gegen die bösen Agrarier hat offenbar den Socialdemokraten das Gedächtnis so sehr getrübt, daß sie gar nicht mehr wissen, wie lange vor dem Jahr 1893 schon Fürst Bismard aus dem Reichs= tanzleramt geschieden war. Sehr beachtenswert ist in der neuesten Auslaffung des Vorwärts" die Erklärung, daß der Bantier Bleichröder schon vor dem Zusammentreffen Ruhlands mit der Münchener Post" Mitglied der socialdemofratischen Partei geworden wäre. Die Umwandlung der Socialdemokratie muß also schon vor dem Jahre 1893 in vollem Gange gewesen sein. Sie Das ist begann demnach anscheinend mit der Caprivischen Aera. allerdings im höchsten Maße interessant. Daß Ruhland damit nichts geht zu thun hatte, war immer selbstverständlich. Aber einen schweren Fehler hat er sich in diesem Falle im Jahre 1893 zu schulden kommen laffen: Er hat- wenn auch nur für wenige Minuten beim Einkauf von Broschüren mit einem socialdemokratischen Geschäftsführer und Redacteur verkehrt, wie man mit anständigen Menschen verkehrt. Die jüngsten Erfahrungen aus dem Vorwärts" dürften ihn wohl für alle Zukunft gegen die Wiederholung einer solchen Frrung sichern." Das ist zuviel für ein normales Gehirn, zuviel des Blödsinns auf einmal. Das Geld soll nicht vom Bund der Landwirte stammen, sondern vom Fürsten Bismarck. Das ist aber auch nicht wahr, denn Bismard war 1893 nicht mehr aktiv", woraus zu schließen ist, daß die ,, D. Tagesztg." annimmt, es sei ausgeschlossen, daß Fürst Bismard mit privaten Mitteln die Welfenfondskorruption fortgesetzt habe, nachdem ihm durch seinen Sturz die Verwendung fremder Gelder entzogen worden sei. Dann erfahren wir im fraufen gidzad die überraschende Neuigkeit, daß der„ Bankier Bleichröder" unser Parteigenosse sei und zwar schon von 1893. Daraus folgt mun wieder, daß die Umwandlung der Socialdemokratie schon seit Caprivi vor sich gegangen sei. Aber Herr Ruhland sei an dieser Umwandlung so wird feierlich versichert unschuldig. Schließlich giebt es noch einen besonderen Trumpf: Einen Fehler habe Herr Ruhland allerdings begangen, weil er, wenn auch nur für wenige Minuten, mit einem Socialdemokraten wie mit einem anständigen Menschen verkehrt habe. So, jet wissen wir endlich, was der christlich- germanische Bund der Landwirte, der einen Reservelieutenant seinen Direktor nennt, unter anständigen Leuten versteht. Anständige Menschen sind für den Bund solche, benen man ruhig Bestechungen anbieten tann. Der anständige bündlerische Verkehrston besteht in der Frage: Wie viel kostet es, wenn Du Deine Freunde verrätst?" Unanständig aber werden die Personen und eines Verkehrs mit anständigen Agrariern unwürdig, wenn sie sich für solche Anerbietungen unzugänglich erweisen oder sie gar bekannt geben. Die journalistische Leitung des Bundes der Landwirte scheint durch die letzten Enthüllungen und vielleicht noch durch andre Ereiguiffe in einen Geisteszustand versezt zu sein, daß die Herren schleunigst Prof. Mendel zu Rate ziehen sollten. Quellen der hohen Politik. Der Epileptiker Weiland ist nunmehr dem Frrenhause verfallen. Auch Hödel war zweifellos gestört, und doch wurde dieser Anhänger der Chriftlichsocialen geföpft Wie und die Socialdemokratie unter ein Ausnahmegesetz gestellt. leicht hätte unter andren Umständen auch Weiland zum hochverräterischen Attentäter gemacht werden können! An Bemühungen in dieser Richtung hat es wahrlich nicht gefehlt, und das MilitärKabinett dient seit den Tagen Friedrich Wilhelms IV. eifrig und hartnädig der edlen Aufgabe, durch persönliche Verbreitung von Furcht und Schreden die giele reaktionärer Politik zu fördern. " Dr. Br. Wille wurde Braunschweig, 27. Juni. Der welfische Parteitag sandte am verflossenen Sonntag an den Herzog von Cumber land ein Begrüßungstelegramm, in welchem die Worte unirem angewendet waren. Das Tele allverehrten andesherrn" graphenamt in Braunschweig nahm das Telegranım anstandslos an, das Berliner Telegraphenamt schloß jedoch dasselbe von der Weiterbeförderung aus mit der Begründung, daß die Worte ,, unfrem allverchrten Landesherrn" unzulässig seien. Der Führer der Braunschweiger Welfen Graf von der Schulenburg hat an zuständiger Stelle Beschwerde gegen die Berliner Anweisung angestrengt. Ausland. Neues Leben in Italien. Rom, 24. Juni 1901. Die jeßige Kammersession, welche als das Vorspiel einer neuent politischen Phase angesehen werden kann, hat einen würdigen Schluß durch die Debatte über das Budget des Jumern gefunden. Die ganze Verhandlung bewegte sich um das Associations und Streitrecht der Arbeiterklasse und im besonderen der Landarbeiter. Zum erstenmal erscholl im Parlament laut und vernehmlich die Stimme der Landarbeiterklasse, die von der italienischen Revolution unberücksichtigt gelassen war und bisher in Unwissenheit unter dem lastenden Joch des Pfaffentums und der Großgrundbesitzer ein dumpfes Dasein lebte. Neuerdings hat eine energische ländliche Organisations- und Streitbewegung, den Norden und das mittlere Italien überzogen, und dieser Bewegung verschafften nun in der Kammer die zwei socialistischen Aerzte, Gatti und Badaloni, Gehör. Der Abgeordnete Gatti bewies mit Ziffern und Thatsachen, daß die Berufsgenossenschaften der Landarbeiter in jeder Beziehung gesetzliche Berechtigung haben, daß sie die wirtschaftliche Hebung der Lage der Arbeiter austreben und daher die Billigung aller focial Gesinnten finden müssen. Wie Goethe über die Bismarcksche Gewaltpolitik geurteilt hätte, Badaloni deckte die Leiden der Landarbeiter auf, welche erst jetzt, aus einer Aeußerung zu Eckermann vom 4. Januar 1824 hervor: nach verschiedenen siegreichen Streiks, einen Tagesverdienst ,, Ebenso wenig war ich ein Freund herrischer Willkür. Auch von 70 Centesimi erlangt hätten, und er bewies, daß die war ich vollkommen überzeugt, daß irgend eine große Revolution gepriesene Freiheit der Arbeit", zu deren Nuß die Grundbesizer nie Schuld des Bolts ist, sondern der Regierung. Revolu die Jutervention der Regierung anriefen, nichts andres sei als die tionen find ganz unmöglich, sobald die Regierungen fortwährend Freiheit der Ausbeutung, welche jene Herren immer und immer un gerecht und wach sind, so daß sie ihnen durch zeitgemäße Ver- gestört zu genießen wünschen. besserungen entgegenkommen und sich nicht so lange streuben, bis das Notwendige von unten her erzwungen wird." Vom 26. September 1827 teilt Eckermann folgendes Geständnis Goethes mit: " Ich will nun just eben nicht damit prahlen, aber es war so und lag tief in meiner Natur: ich hatte vor der bloßen Fürstlichkeit als solcher, wenn nicht zugleich eine tüchtige Menschennatur und ein tüchtiger Menschenwert dahinter steckte, nie viel Respekt... Als man mir das Adelsdiplom gab, glaubten viele, wie ich mich möchte dadurch erhoben fühlen. Allein, unter uns, es war mir nichts, gar nichts." Goethe hätte sich sicherlich nicht auf sein Grabdenkmal den Spruch setzen laffen: Ein trener Diener seines Herrn! Am 11. März 1832 äußerte Goethe u. a. zu Eckermann: „ Es ist gar viel Dummes in den Sagungen der Kirche. Aber sie will herrschen, und da muß fie eine bornierte Klasse haben, die sich duckt und die geneigt ist, sich beherrschen zu lassen. Die sehr reichdotierte Geistlichkeit fürchtet nichts mehr als die Aufklärung der unteren Massen." Bismard aber forderte mit seinem Herrn, daß die Religion gewaltsam dem Volte erhalten werden müffe. Von dem kollektiven Wesen" der Meuschheit war Goethe tief durchdrungen. Aus dem Jahre 1832 stammt die folgende Aeußerung: Jm Grunde aber find wir alle follettive Wesen, wir mögen uns stellen, wie wir wollen. Denn wie weniges haben und sind wir, das wir im reinsten Sinne unser Eigentum nennen! Wir müssen alle empfangen und lernen, sowohl von denen, die vor uns waren, als von denen, die mit uns find. Selbst das größte Genie würde nicht weit fommen, wenn es alles seinem eignen Innern verdanken wollte." Und welche Liebe hatte Goethe zu dem„ niederen Volt"! 1777 schreibt er an Charlotte v. Stern: " Wie sehr ich wieder auf diesem dunklen Zuge Liebe zu der Klasse von Menschen gekriegt habe, die man die niedere nennt, die aber gewiß vor Gott die höchste ist." Und in einem andren Briefe an dieselbe findet er die geradezu aufreizenden" Worte: „ Aber rief Badaloni aus, rührt Sie denn nicht eine der= artige Bewegung von Geistern, welche humaner Handlungen und erhebender Beweise von Solidarität fähig sind, wie sie uns berichtet werden? 100 Arbeiterinnen benußen die Stunde der Essens pause und graben das Feld um, um mit diesem Opfer der Nuhepause z: vci erkrankten Genossinnen zu Hilfe zu kommen. Jm Süden, 100 Proledie wirtschaftliche Lage des tariats die die allerelendeste ist, Landarbeiter nicht mit dem Lohutarif wie ihre Genossen im Norden auf, sondern mit Mord und Totschlag. Aber für sie fordert man keine gouvernementalen Präventivmaßregeln, wohl aber für die organisierten Landarbeiter des Nordens. treten Sie wollen, daß die Freiheit in den Konflikten zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer auf dem Lande unterdrückt werde, wir hingegen wollen, daß sie unter allen Umständen gewahrt werde." Die mutigen und schwungvollen Reden der Socialisten blieben selbst auf die reaktionären Richtungen in der Kammer nicht ohne Einfluß; schweigend hörte man die Anklage, denn alle die Herren der Reaktion empfanden, wie ungezählte Stimmen leidender Menschen in diesen Reden laut wurden und wie viel fester Zusammenhalt der Massen hinter ihnen steckt. An die warmempfundenen und treffenden Worte der Socialisten schlossen sich die des Theoretikers der modernen Bourgeoisie, des bekannten anti- socialistischen Nationalökonomen Professors Panta leonian, der seinen Siz auf dem linken Flügel der Radikalen hat. Dieser bekämpfte jede Art von Intervention in dem Kampf zwischen Arbeit und Kapital, sei es unter der Form von obligatorischem oder gouvernementalem Schiedsspruch oder sei es vou Arbeitskammern. Pantaleoni sprach für die absoluteste„ Freiheit" sowohl der Unternehmer wie der Arbeiter, sich aller der Wittel zu bedienen, die ihnen in ihren Konflikten zu Gebote stehen: Man gebe, sagte der Redner, den Berufsgenossenschaften der Arbeiter die Rechte einer juristischen Person, damit sie einem Verfahren unterworfen werden können, wenu fie die Grenzen der mit den Arbeitgebern abgeschlossenen Verträge überschreiten; die Regierung aber beschränke sich darauf, die Wahrung der öffentlichen Ordnung im Auge zu behalten. Einen andren Ton schlugen die„ Brattifer" der Bourgeoisie an. Ein " So sehe ich den Bauersmann der Erde das Nötige abfordern, Millionär, der Abgeordnete Papadopoli erklärte:" Jezt, da wir das doch auch ein behagliches Auskommen wäre, wenn er nur für uns in der Ernte befinden, haben die Landarbeiter das Heft in sich selbst schwigte. Du weißt aber, wenn die Blattläufe auf den Händen, doch es wird der Winter kommen! Ich habe keine Furcht Rosenzweigen fizen und sich hübsch dick und grün gesogen haben, vor der Landarbeiterbewegung und bin zu allem bereit." Ein junger dann kommen die Ameisen und saugen ihnen den filtrierten Saft Abgeordneter der Rechten erflärte: Die Bourgeoisie ist erimüdet, aus den Leibern, und so geht's weiter, und wir haben es so weit ist unterdrückt und deshalb hat sie die Hilfe der Regierung nötig". gebracht, daß oben immer in einem Tage mehr verzehrt Aber in welcher Weise wurde er gefragt-; dadurch, daß die wird, als unten in einem beigebracht werden kann." Regierung den Besitz schüt", war seine Antwort, Viel flarer fiel die Erwviderung des Führers der Neaktion, Sonninos, aus. Er entwarf ein furchtbares Bild von der Bu tunft Italiens und schloß: Kommunales. Stadtverordneten Versammlung. = 24. Sigung vom Donnerstag, den 27. Juni, nachmittags 5 Uhr. habt, daß die dänische Orlogswerft" bei der öffentlichen Licitation über 300 Tonnen Cement das einzige eingegangene Angebot abgelehnt hat. Die vier dänischen Cements Die Streiffreiheit erkenne ich an, aber diese Freiheit kann fabriken haben für Licitationen und Lieferungen von Cement die Rechte und Interessen der Besizenden verlegen, deshalb muß Die heutige Sigung ist die letzte vor den die Monate Juli und man sie beschränken, und zwar dadurch, daß man den in folgende Bestimmungen aufgestellt: 1. Bevor die Angebote gemacht werden, versammeln sich die Kraft stehenden Artikeln des Strafgesetzbuches andre aus dem Das Andenken der in der letzten Woche verstorbenen Mitglieder engliſchen Geſetz von 1875 entnommene hinzugefügt, welche die Fabrikanten auf dem gemeinsamen Comptoir in Kopenhagen. Hier August umfassenden Sommerferien der Versammlung. Streitenden strafrechtlich belangen." wird bestimmt, wie viel auf jede Offerte aufgeschlagen mießner und leefeld ehrt die Versammlung durch Erheben In dieser außerordentlichen Bewegung des italienischen werden soll. von den Sitzen. Broletariats behufs Erlangung einer befferen wirtschaftlichen Lage 2. Jeder Fabrikant ist verpflichtet, sein Angebot in der Form Für die Stellvertretung in der Führung der laufenden Geschäfte auf dem Wege des loyalen und gesetzmäßigen Kampfs weiß der und mit dem Preiszuschlag einzureichen, wie es die Mitglieder der Versammlung während der Ferien wird das Erforderliche be= Politiker der Reaktion nur mit polizeilichen Gewaltmaßregeln zu des Ringes beschlossen haben. llebertretungen dieser Bestimmung schlossen, Sodann kommt eine lange Reihe von Anstellungs- und fämpfen. Durch die Erfolge der parlamentarischen Obstruktion und Die Ueberbrückung der Spree zur Verbindung durch die Lehren, die das Land bei den letzten Wahlen erteilt hat, werden mit dem Fünffachen des Wertes der Ware Pensionierungsfachen u. dergl. zur Erledigung. ist die Neigung zu Ausnahmegesetzen bei Herrn Sonnino nicht ver- bestraft. der Frucht und Manteuffelstraße ist von den städtischen 3. Der Preisaufschlag wird zwischen den vier Fabriken Behörden schon vor längerer Zeit beschlossen worden. Die AusFerner aber versuchen die reaktionären Parteien, die große Frage zu gleichen Teilen verteilt. führung des Projekts scheiterte bisher an den übertriebenen Fordeder Arbeiterbewegung in eine kleinliche ministerielle rage Dieser Ring ist um so gefährlicher, als es die dänischen Fabriken rungen der betreffenden Grundstückseigentümer in der Köpnickerumzuzaubern. Sie erklärten:" Durch die berufsgenossenschaftliche verstanden haben, die ausländische Konkurrenz zu straße. Für die Grundstücke Nr. 20a und 21 hatte der Eigentümer Bewegung und die Streits wollen die Socialisten zum Kollektivbesis neutralisieren. Sie haben mit den norwegischen, schwedischen Cabanis bei 5411 Quadratmeter Fläche früher 1800 000. vergelangen, die Regierung aber begünstigt diese Aktion dadurch, und deutschen Fabriken ein Uebereinkommen getroffen, wonach langt. Dieser Preis ist infolge neuer, auf Wunsch des schon im daß sie den Socialiſten als Entgelt für die dem Ministerium ge- teine von ihnen sich an Licitationen über Lieferungen nach außer Dezember v. J. eingesetzten Ausschusses vom Magistrat geführter Verhandlungen um 100 000 m. ermäßigt worden. Für Nr. 18-20, das Ministerium stützt sich also nicht auf eine tonstitu halb der Landesgrenzen beteiligen darf. das Grundstück der Berliner Velvetfabrik, von dem ebenfalls ein tionelle Majorität, es ist nicht die starke Regierung, die wir Teil zur Brücken- bezw. Straßenanlage verwendet werden muß, ist nötig haben. Also mag es uns den Plaz räumen!" eine Forderung von 4 300 000 M. gestellt worden. Der Ausschuß für nachdem auch mindert worden. währte Unterstügung der äußersten Linken Propagandafreiheit läßt; Der Ministerpräsident liberalem Sinne. Er erkannte an, daß die italie= nische Arbeiterklasse den Beweis geliefert habe, Das Eindringen der Boeren in die Kapkolonie soll sich noch für die Freiheit reif zu fein, daß die aktuelle Organi immer ausdehnen. Die Boeren entwickeln eine eifrige Thätigkeit fations- Bewegung des Proletariats unaufhaltsam sei, und daß man und haben verschiedene Distrikte unter ihre Gewalt gebracht. die Grundlagen der Verfassung kompromittieren würde, wenn man Auf Graafreinet wird gemeldet: In einer Versammlung von sich ihr etwa widersetzen wollte, wie dies gegenüber dem dritten Stande Farmern erklärte das Parlamentsmitglied Maasdorp, wenn er zu im 18. Jahrhundert geschehen sei. Der Staat müsse neutral wählen habe zwischen dem Ruin und der Sympathie der Boeren, bleiben, die Freiheiten respektieren, und durch eine gute Gesetzgebung fo spreche er sich zu Gunsten des Anschlusses an die den Beweis führen, daß die Arbeiterklassen das, was sie wünschen, Boerenkommandos aus. auch unter der jezigen Verfassung erreichen können. Und auf alle reaktionären Auslassungen faßte Herr Zanardelli sich dahin zu fammen: man fönne auf keinen Fall die socialistische Propaganda bekämpfen, so lange sie sich auf dem Gebiete der Jdeen hielte. Nun befand sich die socialistische Fraktion in einem Dilemma und gegenüber der Gefahr, daß die reaktionären Gegner das Stabinett stürzen würden, blieb ihr nichts andres übrig als zu dessen Gunsten zustimmen. evale minifter prättat erwiderte in ausgesprochen Das Vordringen der Boeren im Kapland. ficht diese Forderungs jeiner Mitte gemachter Borschlag, durch anderDie Jnterventions- Frage, erörtert die Möglichkeit einer russisch- franzöfifchen Intervention in Eine Zuschrift der Kölnischen Volkszeitung" aus Petersburg Südafrika. Es heißt in diesem ziemlich stark orakeluden Artikel: Die ausländische Diplomatie glaubt gegenwärtig Anlaß zu haben, mit einer besonderen Aufmerksamkeit eine zweifellos vor handene russisch französische Evolution in Sachen Das treibende EleSüdafrikas verfolgen zu müssen. des weite Anordnung der Fluchtlinien das Fabrikgrundstück zu ums gehen, feinen Anklang gefunden, einstimmig die Magistratsvorschläge auf freihändigen Ankauf der Grundstücke 20a und 21 und auf Ent abgelehnt und Fabrikgrundstücks beantragt, eignung den Magistrat zu ersuchen, in abermalige Verhandlung wegen freihändigen Erwerbes der qu. Grundstücke zu angemessenen Breifen einzutreten. Das Referat erstattet der Ausschußvorsitzende Lüben. Projekts hin. gesezt. eine Aus Stadtv. Haberlandt( A. L.) spricht sich im Sinne des Ausschußvorschlags aus. Die geforderten Preise seien so exorbitant, daß Brücke im Zuge der Eisenbahnstraße werde die Situation eine andre man an den Bau gar nicht denken könne. Nach der Vollendung der fein. Auch dränge nichts auf überhaftete Durchführung des Stadtv. Rosenow( N. 2.) schließt sich diesen Ausführungen an unter besonderer Betonung der Einstimmigkeit, mit welcher der AusUnfre Frattion stimmte geschlossen, zusammen mit der gesamten schuß die übertriebenen Forderungen verurteilt hat, welche hier von äußersten Linken, für das Ministerium, nachdem Enrico Ferri er- ment in dieser Frage scheint Frankreich zu sein. Man hat alteingesessenen Berliner Familien gegen die Stadt erhoben flärt hatte: Die socialistische Partei republikanisch und bisher die Lage insofern noch nicht scharf genug erfaßt, als man worden seien. kollektivistisch Die Ausschußvorschläge werden angenommen. betrachte den gegenwärtigen politischen Moment sich nicht klar machen kann, in welcher Weise namentlich Rußland Den Anlauf des Grundstücks Lausigerstraße 28-20 für als eine Uebergangsperiode vom agrarischen Feudalis- eine größere Thätigkeit entfalten könnte, um den Engländern zur Vorherrschaft des liberalen Da unangenehm zu werden, deren derzeitige Lage in Süd- 280 000 M. genehmigt die Versammlung ohne Debatte. Bürgertums. und Ost mun das Kabinett Zanardelli- Giolitti darthut, daß es diesem afrika auszumuzen. Russische Vorstöße in MittelIn der Angelegenheit der Pensionierung und ReUebergang keine Hindernisse in den Weg legt, hingegen die Freiheit afien scheinen ausgeschlossen, so vielfach auch die Militärpartei bei littenversorgung der städtischen Arbeiter hat der respektiert und Neutralität beobachtet hinsichtlich der unaufhaltsamen Hofe in diesem Sinne auf den Baren einzuwirken gesucht hat. Bei Magistrat die legten Beschlüsse der Versammlung acceptiert un Organisationsbewegung der Arbeiterklassen, so stimmt die socialistische einer gewissen Schwäche des Charakters hält der Bar doch mit den somit zu stande gekommenen Gemeindebeschluß in Wirksamkeit Partei für die innere Politit des Kabinetts. großer Festigkeit an der Anschauung fest, daß er durch die Be Die liberale Richtung hatte bei der Abstimmung eine Majorität rufung der Haager Friedenskonferenz eine neue politische Aera, die Zur Verbesserung des Anlegens von Schiffsgefäßen am Abvon ca. 100 Stimmen. Es meldet sich also eine neue Periode Fiedensära, eingeleitet habe und daß man von ihm nicht verlangen lagegrundstück in Rummelsburg foll politischen Lebens in Italien an, und zwar eine Periode, fönne, daß er sein eignes Werk vernichte. Und dennoch scheint baggerung erfolgen, die circa 870 Kubikmeter Schlamm be= die zugleich vom Lande, bon der Regierung und von der Frankreich mit einer gewissen Zuversicht zu erwarten, daß es gelingen Kammer gewollt wird. So kehrt das Bürgertum zu den ihm wird, Rußland mindestens in eine diplomatische eigentümlichen Aufgaben zurück, nachdem es diese Aufgaben längere Campagne gegen England hineinzuziehen, die Zeit allein der äußersten Linfen überlassen hatte. So kann andrer- nicht ohne Folgen bleiben kann. Ein gewisse hemmende feits die socialistische Partei ihre Aufgabe als Klaffenpartei Wirkung hat allerdings ein Telegramm Krügers an Delcaffé aus Für die neue Station. Teltow an der Anhalter Bahn -die sie übrigens nie im Stich gelassen hat erst recht auf geübt, das der französische Minister sofort zu Anfang der jetzt abnehmen wenn sie auch bisher gewissermaßen als Vorkämpfer gelaufenen Woche nach St. Petersburg übermittelt hat. In diesem hat die Stadt Teltow dem Eisenbahnfiskus u. a. einen baren Zudes Bürgertums auftreten mußte. Telegramm beklagt sich Krüger scharf über die Haltung Bothas. Sollte schuß von 15 000 m. geleistet. Mit Rücksicht auf die für die Berliner es sich jedoch ergeben, daß das Friedensbedürfnis Bothas mur auf Rieselfelder durch die Neuanlage erwachsenden Vorteile wird, dem einen verhältnismäßig kleinen Teil der Transvaaler ansteckend wirkt Magistratsantrage entsprechend, an Teltow ein Beitrag von und daß De Wet und Steijn doch noch über genügende Machtmittel 3000 M. gewährt. verfügen, um die Engländer in der bisherigen Weise in Südafrika zu beschäftigen, so wird die französische Diplomatie die ins Stoden geratene Arbeit wieder aufnehmen. Ganz ablehnend kann sich die Die Versammlung beschließt, den Magistrat um sofortige Auskunft zu ersuchen, auf welche Weise derselbe den in der Straße russische Diplomatie dem französischen Drängen gegenüber nicht verhalten. Das amtliche Rußland legt Gewicht darauf, in keine Deutschland Siegmundshof herrschenden, die Anwohner aufs äußerste feindliche Politik zu geraten, im Gegenteil eher an der Besserung belästigenden Uebelständen schleunigst abzuhelfen beabsichtigt. der deutsch- französischen Beziehungen trotz all der Hezereien unsrer Stadtv. Louis Sachs( A. L.): Die Uebelstände, welche den Presse mitzuarbeiten. Dies war auch Delcassé, als er St. Peters- Anwohnern der Straße durch die Bebauung der Judenburg besuchte, bereits bekannt. Aber Frankreich glaubt denn doch, wiese und den Bau der unglückseligen Achenbach- Brücke erwachsen irgend welche greifbaren politischen Dienste von Rußland beanspruchen sind, können unmöglich länger andauern. Berg und Thal zu dürfen, zumal es fast sicher ist, daß Rußland im Spätherbst noch sind in der Straße gar nicht mehr zu unterscheiden; eine Menge eine weitere Eisenbahnanleihe in Frankreich machen wird. Bei alledem ist jedoch immer noch nicht gesagt, daß die Schlacht für die freie Entwicklung endgültig gewonnen ist. Vielleicht muß die Regierung sogar zu neuen Wahlen vorschreiten, um die Reaktion total und definitiv zu vernichten. Jedenfalls aber ist es die erste Siegespalme, die die socialistische Partei aus den bisherigen Schlachten davongetragen hat. Den Arbeitern muß es jest obliegen, die mühsam errungene Freiheit zu beschützen und auszunügen. Frankreich. Paris, 27. Juni. Die Deputiertenkammer fegte in ihrer heutigen Vormittags Sigung die Beratung der Vorlage über die Arbeiter Invaliditätsversicherung fort. Ein Gegenantrag des Abbé Lemire, in welchem die obligatorische Versicherung aller Arbeiter, Dienstboten und Angestellten mit einem Jahreseinkommen unter 2400 Fr. verlangt wird, wurde abgelehnt.-Dänemark. er= " Partei- Nachrichten. Polizeiliches, Gerichtliches usw. seitigt. Die Kosten im Betrage von 3500 M. werden bewilligt. Mit dem An- und Neubau einer Stellmacherwerkstatt und Beschlagschmiede auf dem Riefelgut Ma I chow erklärt sich die Verfammlung einverstanden. Die Kosten, 4900 m., find bereits im Etat bewilligt. Vom Stadtv. Louis Sachs ist der folgende Antrag eingebracht worden: Wohnungen sind durch die Straßenaufhöhung unbrauchbar geworden. Der Verkehr ist aufs äußerste behindert. Wir verlangen Abhilfe namentlich aus gesundheitlichen Rücksichten. Eine au uns gekommene. Petition hebt hervor, daß der durch den Verkehr der Arbeitswagen nach dem Stätteplatz auf der Judenwiese erzeugte Staub den gesündesten Menschen dort in acht Tagen zum Krüppel machen muß. Hier wohnt eine besonders steuerkräftige Bevölkerung; hier sind ganz erhebliche Baubeschränkungen auferlegt worden. Was die Wagen da abfahren, soll Schutt und Müll sein; ich würde den Inhalt sehr mäßig mit„ Dred" bezeichnen. Erbarmen Sie sich der Anwohner; die llebelſtände, die ihr Vermögen angehen, wollen fie ertragen, aber nicht können sie ertragen die Uebelstände, welche ihre Kampf gegen Unternehmer- Ringe. Infolge des in einer Generalversammlung vorgenommenen Ausschlusses einer angesehenen Firma aus der Malerinnung in Ueber die Verhaftung des Genossen G. Haase in Stopenhagen erlangte die Oeffentlichkeit Kenntnis von dem Bestehen Königshütte berichtet das freifinnige Oberschlesische Tageblatt": Die Verhaftung des Agitators Haase, der der polnisch- sociageheimer Unternehmer- Ringe, die sich damit beschäftigen, listischen Barteirichtung angehört, entbehrt, wie wir vernehmen, nicht die Preise zu„ regulieren", sie aber so regulieren", daß sowohl eines interessanten Beigeschmacs. Die polnisch- socialistische Partei private Kunden als auch Staat und Gemeinden in unverschämter hat auch in unsrem Induſtriebezirk, um ihren Agitationsfonds Weise überteuert werden. Dies wird so betrieben, daß einzelne zu stärken, ein Beitragssystem eingeführt, das nach seiner Gesundheit erschüttern. Auf die Polizei soll man sie nicht herMeister nur davon existieren, daß sie bei Submissionen recht hohe ganzen Art dem der deutsch- socialistischen Partei ähnelt. Es werden weisen. In einer Nachtragsvorlage beantragt der Magistrat die BeForderungen stellen, dadurch die Preise in die Höhe schrauben, Starten ausgegeben, in welche die Parteiangehörigen die Marken einund, ohne ein Stück Arbeit zu übernehmen, an dem auf kleben, für die sie 10 Pf. wöchentlich zu entrichten haben. In dieser willigung von 1141 888 2, zum freihändigen Ankaufe des auf der erzielten Ueberschuß partizipieren. diese Weise Die Art der Beitragszahlung scheint nun die Staatsanwaltschaft zu Judenwiese an der Spree und an der Wullenweberstraße( der Beuthen eine unerlaubte Kollette zu erbliden, gegen deren Urheber, Fortsetzung der Straße Siegmundshof) belegenen 2284 Quadrat wähnte Malerfirma wurde deswegen ausgeschlossen, weil sie sich die ihr nicht bekannt sind, sie strafrechtlich einschreiten will. Um ruten großen Grundstücks, welches seit 1890 der Bebaubarkeit entgegen ein geheimes Statut vergangen haben soll, das neben dem die Urheber zu ermitteln, hat die Staatsanwaltschaft das in legter 30gen und zum Anlege- und Ladeplatz bestimmt ist. eigentlichen behördlich genehmigten Jnnungsstatut die Grundlage für Beit vielfach beliebte Beugniszwangsverfahren in Anwendung Stadtrat Friedel: Die Verhandlungen mit den Adjacenten, den Meister- Ring bildet. gebracht. Am Freitag ist nun Haase in Königshütte in seiner um zu einem friedlichen Uebereinkommen zu gelangen, find „ Socialdemokratens" Veröffentlichungen über diese Wohnung wie ein Verbrecher verhaftet und nach Beuthen in vollem Gange. Der Juhaber des großen Atelier- Grundstids hat Ausbeuterkartelle haben unter anderm dahin geführt, daß die Stadt- ins Gerichtsgefängnis gebracht worden, jedenfalls soll durch Haft sich bereits vollständig mit uns in der Baudeputation auseinanderverordneten Versammlung Kopenhagens sich damit befassen mußte, ein Drud auf ihn ausgeübt werden, damit er zum Angeber werde. gefegt; eine betreffende Vorlage gelangt demnächst an die Verund diese faßte gelegentlich der Verhandlungen über den Bau eines Es mag dahingestellt sein, ob die Staatsanwaltschaft ihren 3wed fammlung. Die Herrschaften sind selbst daran schuld, daß der Brückenbau so ausgeführt werden mußte, wie es geschehen ist, weil sie Verwaltungsgebäudes den Beschluß, die Arbeit nicht mehr subWir vermissen in diesen Angaben vor allen Dingen den demselben alle möglichen Schwierigkeiten in den Weg legten. Die missionsweise zu vergeben, sondern nur einen Meister aufzufordern, Busammenhang Haases mit dem verruchten Staatsverbrechen. Durchfuhr zum Stätteplas auf der Judenwiese kann der Magistrat jein Angebot zu machen, ihm aber zugleich mit der Aufforderung Es muß doch irgend eine Wahrscheinlichkeit dafür bestehen, nicht hindern; daß der Staubentwicklung möglichst gesteuert werde, einen detaillierten und genauen Ueberschlag über daß Haase etwas davon wissen kann. Schließlich müßte ist natürlich nur zu wünschen und wir werden diese Wünsche bei der Die Adjacenten waren bis jetzt in einer die Arbeitslöhne zuzustellen, die die betreffende Arbeit doch ein Verfahren vorhergegangen sein, in dem Haase sein an- Polizei unterstützen. Straße gelegen, die jegt eine durch= erfordert. Außerdem soll die Gemeinde in allen Fächern, wo es nur gerufenes Beugnis auch wirklich verweigert hat und wes- ruhigen, stillen irgend möglich ist, die Materialien selbst liefern. Zur halb ihm Zwangsmittel angedroht worden sind, und schließ- gehende Verkehrsstraße werden wird; damit haben sie sich das Uebergangsstadium wird auch überBerechnung der Arbeitslöhne sollen dem Magistrat die Lohnlich müßte die Anwendung des Zwangsmittels angeordnet abzufinden und und Haase zum Antritt der Haft aufgefordert worden wunden werden. Was die Petenten über den Lagerplaz fagen, ist tarife, eventuell auch Konferenzen mit den Ver= sein und erst wenn er dieser Aufforderung nicht Folge geleistet hätte, unverantwortliche Uebertreibung, fie nennen ihn eine„ Brutstätte tretern der Gewerkschaften dienen. wäre ein gesetzlicher Grund vorhanden, ihn zum Antritt der Haft der Unsittlichkeit und des Verbrechens".( hört! Hört! und Heiterkeit.) aus der Wohnung zu holen. Die Bebauung der Judenwiese wird noch viele Jahre Ruhestörungen im Sigmundhof zur Folge habeu. erreicht. Es sind also, sofern der von dem„ Oberschl. Tagebl." angegebene Haftgrund zutrifft, eine ganze Reihe Unklarheiten, deren rasche Aufflärung sehr erwünscht wäre. China- Typhus. Von den heimgekehrten „ Man wird sehen", schreibt, Socialdemokraten", daß, wenn dieser Beschluß durchgeführt wird, die Meister zu einer Art fommunaler Beamten werden. Die Höhe des Arbeitslohns ist gegeben, das Material wird ihnen geliefert von der Kommune, und dann ist es leicht, für ihre Leitung ein passendes Honorar festzusetzen. Später wird die Kommune natürlicherweise mehr und mehr im stande sein, selbst über die nötigen technischen Sträfte zur Leitung der Arbeit zu disponieren und wir gehen dann zu reinem Der Dampfer Wittekind" traf am Donnerstag mit 415 Kranten tommunalen Betrieb über... Die Privatleute können sich und Rekonvalescenten aus China ein. nicht so leicht gegen die Ausbeutung durch die Ringe schützen. Aber Soldaten bleiben 200 Typhus- und Ruhrkranke im Militärlazarett; wenn es den Kommunen( und später dem Staat) glückt, sich von den die übrigen begeben sich nach Berlin. arbeitverteuernden Meistern zu emanzipieren, Der blutige Prinz Tuan soll nach einer Shanghaier Meldung werden sich die Privatleute vermutlich an die Kommune oder den Staat wenden, um ihre Arbeit mit deren Hilfe ausgeführt zu er- des" Standard" bereits auf dem Wege nach Peking sein. halten." Auch diese Alarmnachricht dient offenbar der englischen Tendenz, „ Socialdemokratens" Veröffentlichungen über den Abmarsch der deutschen Truppen zu verzögern. den skandinavisch- deutschen Cement- Ring haben zur Folge geTuans Marsch nach Peking? Stadtv. Wurm( Soc.): Ich freue mich, daß der Stadtrat die unqualifizierbare Beschimpfung ehrlicher Arbeiter durch die Petenten schon zurückgewiesen hat.( Bustimmung.) Die Straße war früher eine Sadgasse und stille Straße; jetzt wird eine Verkehrsstraße daraus. Das Schlimme war lediglich die planlose Ausführung des Brückenbaues. Es mußte doch schon bei der Bearbeitung des Brückenprojekts sich herausstellen, daß es nötig werden würde, einen Damm aufzuschütten, der bis 4 Meter hoch reichte und die Parterrefenster einfach verklebte. Die Brücke selbst ist eins der geschmacklosesten Bauwerke. An der Aufschüttung leiden ja die Adjacenten hauptsächlich; am wenigsten wird übrigens das Ateliergrundstück davon betroffen. durch städtische Anlagen im Werte erhöht werden, dann zahlen unfre Biel stärker sind die Häuser 12 und 7 betroffen. Wenn die Gebäude Hausbesitzer der Stadt keinen Pfennig dafür; wenn aber dafür auch nur der Verdacht einer vorübergehenden Entwertung eintritt, dann bombardieren sie die Stadtverwaltung mit derartigen Petitionen. Wer das Glück hat, in der Potsdamerstraße zu wohnen, der hat Stadtbaurat Krause: Der Magistrat wollte ursprünglich dort bloß eine Fußgängerbrüde herstellen. Wir haben dann mit den Adjacenten unterbandeln wollen, aber diese lehnten das ab. Die Brücke konnte nicht anders ausgeführt werden, wie geschehen, da die Strompolizei Pfeiler anzulegen nicht gestattete. Stadtv. Dinse( N. L.) bedauert nach der Motivierung, die Herr Louis Sachs dem Antrag gegeben hat, seinen Namen unter diesen Antrag gesezt zu haben. Mit der komischen" Vorlage wegen des Ladeplages werden wir uns wohl heute gar nicht mehr noch besonders befaffen, sondern sie einfach ablehnen oder einem Ausschuß überweisen. Stadtv. Caffel( U. 2.) protestiert gegen die Unterstellung des Stadtv. Wurm, daß die Betenten bloß einen Druck auf die Annahme der erwähnten Magistratsvorlage hätten ausüben wollen; gegen lettere hätte auch seine Fraktion die allerschwersten Bedenken. S Die Bauanschläger Hamburgs beschlossen, von jest ab Attordarbeit nur unter der Bedingung anzunehmen, daß der von ihnen aufgestellte Lohntarif anerkannt wird, welcher die Garantie eines Stundenlohus von 60 Pf. vorsieht. Sociales. olche Büge von Schuttwagen noch in viel größerer Menge au ge- 1 Konsumbereine) erklärten sämtliche antvesende Konsumvereins Ber- demokratische Fraktion im Reichstage in der verflossenen Seffion nießen. Die ganze Petition steht offenbar im Zusammen- treter, ihren Bedarf an Kautabat nur von denjenigen Firmen zu eingebracht hatte, infolge der sonderbaren Umstände nur wenige zur Hange mit der Vorlage, welche der Magistrat uns wegen des entnehmen, welche die Forderungen der Arbeiter bewilligt haben. Beratung gelangten. Der Beginn der Reichstags- Session stand Ladeplages demacht hat. Es scheint hier ein feiner Plan vorzu- Die Sympathien der Arbeiter Deutschlands für die Ausgesperrten unter dem Eindruck der 12 000 Mart- Affaire, die eine 12 Tage liegen, erst an unser gutes Herz zu appellieren und damit uns in Nordhausen bekunden sich fortgesetzt durch Versammlungsbeschlüsse. dauernde Debatte veranlaßte und wobei das eigentümliche Verhältnis den Kauf des Ladeplatzes schmackhaft zu machen. welche dem Boykott über die mit den Arbeitern im Kampf stehenden zwischen den einzelnen Regierungsvertretern selbst und die Intimität der Nordhauser Firmen beitreten. Regierung mit dem Centralverband der Industriellen so fraß in die Erscheinung trat. Nachdem nun auch noch der Großindustrielle Möller zum Minister berufen worden ist, kann ruhig behauptet werden, daß die Regierung völlig im Einklang mit dem Central verband der Industriellen steht und sich gegen jede socialreformerischen Maßnahmen wenden wird. Dieser Umstand und die bisher gemachten Erfahrungen werden die Nationalsocialen und die zur freisinnigen Gruppe gehörigen Socialreformer nicht daran hindern, an ein demos Die obligatorische Krankenversicherung der Dienstboten tratisches Kaisertum zu glauben und das Verhalten der Social und ländlichen Arbeiter sollte so bald wie möglich eingeführt demokratie zur Regierung als einen politischen Fehler zu bezeichnen. werden, um der Abhängigkeit solcher erkrankten Personen vom guten Bei der Beratung des Gewerbegerichts- Gefeßes hat die socialwillen der Arbeitgeber ein Ende zu machen. Was heute franke demokratische Fraktion mit ihren Anträgen einige Erfolge aufzus Dienstboten auf dem Lande zu gewärtigen haben, mag an nachweisen, indem die vom Reichstage beschlossene Novelle, gegen die stehendem Fall gezeigt werden: Ein im Dezember vorigen Jahres der Centralverband der Industriellen in geradezu grotester beim Gutsbesizer Damm in agenblid( Ostpreußen) in Dienst Weise wütet, doch verschiedene Berbefferungen für die Arbeitergegangenes Mädchen mußte im fehr feuchten Keller Startoffeln schaft enthält. Es ist aber immer noch sehr fraglich, ob diese auslesen und erkrankte infolge dessen an Händen und Füßen heftig Novelle unter den gegenwärtigen Zuständen die Zustimmung des an Reißen. Das Mädchen litt starf an Schmerzen. Als sie auf ihre Bundesrats findet und ob nicht etwa gerade die preußische Regierung Bitte hin nicht aus dem Dienst entlassen wurde, und da der Guts- in Rücksicht auf ihre Verhältnisse zu dem Industriellenverbande und befizer auch nicht für ärztliche Behandlung Sorge trug, wozu er nach unbekümmert um ihre Stellung gegenüber dem Reichstag ihren § 86 der Gesinde Ordnung verpflichtet ist, ging das Mädchen ganzen Einfluß im Bundesrat gegen die Gewerbegerichts- Novelle zu ihren Eltern. Prompt wie das üblich ist, erhielt sie vom Amts- geltend machen wird. Der Referent schilderte dann die verfehrte vorsteher ein Schreiben, längstens innerhalb 12 Stunden in den Tendenz in der auswärtigen Politik und wies nach, daß der Gang Dienst zurückzugehen, wenn sie nicht wolle, daß fofort eine Zwangs- der Ereignisse in China das schlimmste bestätigt hat, was von den strafe von 6 M. oder 2 Tagen Haft an ihr vollstreckt werde. Als das socialdemokratischen Vertretern längst vorausgefagt worden war. Er Mädchen refp. die Eltern dem Amtsvorsteher mitteilten, daß der Dienst beleuchtete ferner das Verhalten der verschiedenen Parteien zu der wegen Erkrankung aufgegeben sei, erließ derAmtsvorsteher an das Mädchen Politit der Regierung, die durchaus günstigen Aussichten der Attest einzureichen, wonach" sie durch Krankheit verhindert sei, den die der eine Verfügung“ bei ihm fofort" auf ihre Kosten ein ärztliches Agrarier in Bezug auf den geplanten Brotwucher und die Aufgaben, Socialdemokratie dadurch erwachsen. Zum Schluß Dienst wieder anzutreten. Wenn sie das Attest nicht einreiche, werde behandelte der Redner noch mit dem Hinweis auf die Vorkommnisse die Strafe fofort" vollstreckt. Ein Arzt bescheinigte dem Mädchen, in Hamburg das Verhältnis der Gewerkschaften zur Socialdemokratie daß Strankheit sie an der Verrichtung schwerer Arbeit hindere. Troß- und gab der Meinung Ausdruck, daß die Gewerkschaften gut thun, dem bestimmte der Amtsvorsteher das Mädchen in den Dienst zurück- fich nicht als Anhängsel der Partei zu betrachten, die Parteizugehen. Offenbar hält er die Arbeit auf den Gutshöfen nicht für Agitation in den Gewerkschaftsversammlungen vermeiden und nicht schwer. Die Eltern des Mädchens forderten vom Amtsvorsteher, er die Zugehörigkeit der Gewerkschaftsmitglieder zur Partei als Vorauss solle veranlassen, daß Damm das Mädchen von einem Arzt jebung betrachten. Die Gewerkschaften müssen darauf bedacht sein, behandeln lasse. Statt des Arztes fam eines Tages eine möglichst alle Berufsgenossen in sich zu vereinigen um ihre wirtDiakonissin, um das Mädchen zu untersuchen. Die„ fromme schaftlichen Kämpfe mit Erfolg führen zu können. Die Zuſammens Schwester" gab ihr Gutachten dahin ab, das Mädchen sei gehörigkeit der Gewerkschaften und der Partei würde sich doch vollständig gesund. Da die Schmerzen des Mädchens nicht immer wieder ergeben, da ja schließlich nur die Socialdemokratie nachließen, sondern heftiger wurden, ging fie zu einem zweiten Arzt, allein für die Interessen der Arbeiter eintritt. Aber ebensoder bescheinigte, sie dürfe keine schiere Arbeit machen und wenig dürfe die Partei das Anhängsel der Gewerkschaften bedürfe unter allen Umständen ärztlicher Be bilden; sie müsse sich auf ihr Gebiet, den politischen Kampf, bes handlung." Da das Mädchen andauernd zur schweren schränken und sie könne sich nicht mit gewerkschaftlichen, religiösen Arbeit angehalten wurde, ging fte wieder zu den Eltern. und sonstigen mit dem politischen Kampf nicht in unmittelbarem ZuDie Mutter wandte sich beschwerdeführend an den Landrat, damit sammenhang stehenden Streitfragen einlassen. Damm angehalten werde, das Mädchen ärztlich behandeln zu lassen. Der Landrat antwortete aber, nach seinen Ermittelungen liege tein Grund vor, der das Mädchen zum Verlassen des Dienstes berechtige. Sie müsse erst ein Attest des Kreisarztes beim Landratsamt einreichen. Wenn das nicht in acht Tagen geschehe, erfolge die wang 8 weise 8urüdführung in den Dienst. Die Eltern ganz arm sind, ist das Mädchen noch immer ohne ärztliche Behandlung. Stadtv. 2. Sachs verwahrt sich gegen die Mißbeutungen, die feine Bezugnahme auf die Petition erfahren habe, erklärt, sich bei den Ausführungen des Stadtrats beruhigen zu wollen, und zieht feinen Antrag zurück. Stadtv. Wurm: Es ist die größte Geschmacklosigkeit, den armen Leuten so wie es in der Petition gefchehen ist, ihre Armut beschimpfend vorzuhalten. Ich bin gestern 21/2 Stunden an Ort und Stelle gewesen; während dieser Zeit sind acht bis zehn Wagen über die Brücke gekommen. Die Unterzeichner der Petition habe ich nicht persönlich verdächtigen wollen; aber offenbar sind sie mit dem Be: fizer der Lagerstätte in Verbindung getreten und haben sich unbewußt von jener Seite scharf machen lassen. Damit ist die Angelegenheit für jetzt erledigt. Für die Verbreiterung der Alten Jakobstraße zwischen Sebastian- und Dresdenerstraße auf 18 Meter sollen auf der Südostseite neue Fluchtlinien festgesetzt werden. Stadtv. Rosenow begrüßt die Vorlage, freut sich des prompten Eingehens des Magistrats auf die Wünsche der Versammlung und beantragt Ausschußberatung. Im Ausschuß werde auch die von dem Stadto. Manegold beantragte Verbreiterung auf 19 Meter näher zu Die Vorlage geht an einen Ausschuß von 15 Mitgliedern. Hierauf tritt die Versammlung in die Beratung der schon vor: hin berührten Vorlage wegen Erwerbes des Ladeplages auf der Judenwiese ein. erwägen sein. Stadtv. Esmann beantragt Ausschußberatung, da die Angelegenheit sehr viel zweifelhafte Punkte aufweise. Stadtv. Rosenow schließt sich diesem Antrage an; am liebsten hätten seine Freunde freilich die Vorlage fofort abgelelehnt. Stadtrat Weise protestiert erregt gegen die letztere Andeutung; die Versammlung sei es doch dem Magistrat schuldig, seiner Vorlage etwas mehr als eine Viertelstunde zu widmen. Stadtv. Caffel: Die Vorlage ist so voll von bedenklichen Einzelheiten, daß Ausschußberatung unumgänglich ist. Stadtv. Wurm: Der schleunige Ankauf des Terrains durch die Stadt ist durchaus nicht notwendig. Der Grund und Boden ist für einen Spottpreis in die Hand des jezigen Befizers Beer gelangt, während die Stadt einen enormen Preis zahlen soll. Gleichzeitig sollen wir einen Vertrag über die Benutzung des Plages als Stätte und Abladeplay, aber eventuell auch als Vogelwiese übernehmen, der noch 15 Jahre läuft. Zunächst muß dieser Vertrag aus der Welt geschafft werden, denn so lange können wir den Blaz ja gar nicht brauchen. Durch die Ausschußberatung muß festgestellt werden, was an dem Terrain überhaupt dran ist. Die Vorlage geht an einen Ausschuß von 15 Mitgliederr. Gewerkschaftliches. " Die Diskussion über den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag wurde jehr beeinträchtigt durch einen Herrn Freitag, der troy allem Protest der Versammlung eine lange tonfuse Rede vorlas, mit der er anscheinend nachweisen wollte, daß die ganze bisherige Thätigkeit der Partei und der Gewerkschaften zwecklos Da gewesen ist und daß mur etwas erreicht werden fönne, wenn die Arbeiterschaft ihren Besitz bereinigt und da= mit alle Betriebe und Ländereien usw. auftauft. Ge= noffe Fröhlich polemisierte in einigen Punkten gegen Heine, der nach seiner Meinung den Nationalsocialen zu viel Bedeutung beimeffe und Ausführungen über den preußischen Landtag gemacht habe, die mit seiner sonstigen Ansicht als Befürworter der Be einem furzen Schlußwort des Referenten und nachdem der Vorfigende teiligung an den Landtagswahlen in Widerspruch ständen. Nach erfolgte der Schluß der gut besuchten Versammlung. Genosse och zum Anschluß an den Wahlverein aufgefordert hatte, Man sieht, die patriarchalische Fürsorge der Gutsbesitzer kann recht sonderbar sein. Es ist durchaus notwendig, daß Dienstboten und Arbeiter den Arzt aufsuchen können, ohne den Arbeitgeber erst fragen zu müssen, ob er auch die Kosten tragen wolle. Arbeitslosen- Statistit. Das Gewerkschaftskartell in Chemnitz veröffentlicht bas Ergebnis der von ihm für die an geschlossenen Organisationen aufgenommenen Arbeitslosenstatistik für das erste Quartal 1901. Danach hatten 28 Organisationen mit 5186 Mitgliedern am Schlusse des Quartals 388 Arbeitslose, die Arbeiter Berlins! Gedenkt der ausgesperrten Tabalarbeiter zusammen 18 824 Tage arbeitslos waren. Die durchschnittliche Dauer in Nordhausen und unterstügt ihren Kampf für das Koalitionsrecht, der Arbeitslosigkeit schwankte bei den einzelnen Organisationen sehr Lehte Nachrichten und Depeschen. indem ihr streng darauf achtet, daß nur solcher Nordhäuser start. Sie war am fürzesten mit drei Tagen bei den Kupferschmieden Kautabat gekauft wird, der von den beiden Firmen und am längsten bei den Brauern mit 541/2 Tag. Die stärkste Hendes u. Schumann- Grimm u. Triepel absolute Arbeitslosigkeit hatten die Metallarbeiter mit 63 Mann und herrührt. Unbedingt zurüď zu weisen sind die Kau- 3946 Tagen, die allerdings mit 1776 Mitgliedern auch die stärkste tabatfabritate der nachstehend benannten Firmen, Organisation find. welche die ausständigen Arbeiter zum Verzicht auf ihr Koalitions- Es wurde außerdem festgestellt, daß im ersten Quartal 611 recht zwingen wollen: G. A. Hanewader, Berlin und Mitglieder der beteiligten Organisationen durch Chemniz reisten, ohne demokraten gewählt. Bisher gehörten der Kammer nur 3 SocialBona, F. C. Lerche, G. Reddersen, Athenstädt und Arbeit zu finden. demokraten und der wilde Socialist van der Zwaag an. Bachrodt, C. A. Kneiff, H. und R. Wittig, Rothardt und; Komp., Salfeld und Stein, Steinert und der östreichisch- ungrische Konsul in Auckland, daß sie im Durchschnitt Ueber die Arbeitslöhne in Neuseeland( Australien) berichtet Hellmund, Walther und Sevin. des Jahres 1900 betrugen: Arbeiter mit Kost ohne Kost Pflüger mit Kost ohne Kost Schnitter mit Kost ohne Kost. Farm- Köche mit Soft Farm- Mägde mit Kost. Hirten mit Kost Zum Barbierstreik. Eine in der Nacht zum Donnerstag abgehaltene Versammlung von Innungsgehilfen protestierte lebhaft gegen das Verhalten der Gehilfen- Ausschüsse der Innungen, welche sich zwar für ein Hand- in- Handgehen mit den Meistern zweds Durch führung einer Preiserhöhung erklärt haben, mit der Lohnaufbesserung aber warten wollen bis nach der Durchführung der erhöhten Preise. Die Versammlung erklärte sich mit dem Vorgehen der Lohntommission der organisierten Gehilfen einverstanden, sprach sich gegen die zwischen den Gehilfen- Ausschüssen und den Innungsmeistern ge= troffenen Sonderabmachungen aus und verpflichtet sich, nur die von der Lohnkommission mit der Freien Vereinigung der Selbständigen getroffenen Vereinbarungen anzuerkennen und auch bei den Innungsmeistern durchzuführen. Zn dem Arbeitsvertrage, den der Verband der Bau= geschäfte Berlins mit der von den Unternehmern ins Leben gerufenen Organisation der arbeitswilligen" Buyer abgeschlossen hat, bemerkt der Grundstein": „ Dieser Arbeitsvertrag" wird aller Wahrscheinlichkeit nach nur in verschwindend wenigen Fällen zur Anwendung kommen, denn die übergroße Masse der Puzer wird sich gegen die geplante weitgehende Verschlechterung der Arbeitsbedingungen mit aller Entschiedenheit zur Wehr sehen. Darauf werden auch die Abmachungen der Unternehmer mit einigen Streitbrecherkolonnen, die fich mißbräuchlich den Titel„ Organisation" beilegen, nicht viel ändern. Die Buzzer Berlins und Umgegend haben seit zwei Jahren die 81/2 stündige Arbeitszeit und einen Abschlagslohn von 8 Mart pro Tag durchgeführt; die Bezahlung der Mörtelträger geht sie nichts an, sondern ist Sache des Unternehmers. Vor dem Ginigungsamte haben die Vertreter der Puzzer nach= gewiesen, daß durch über 200 Verträge mit einzelnen Unternehmern die von den Buzern aufgestellten Be= dingungen anerkannt und befestigt worden seien. Diese Feststellungen waren ein Grund mit, daß das Einigungsamt von einem Schiedsspruch Abstand nahm." Dentsches Reich. Landwirtschaft. • . " " " Tag pro Woche 15 sh*) bis 20 sh Tag 5 sh 7 sh Woche 15 sh 30 sh 6 sh 7 sh " " 糖 " Woche 20 sh " • " Tag 5 sh 8 sh " . " Woche 20 sh " 8 sh " " " Jahr 50 L 12 sh 60 L " Schaffcherer mit Soft für je 100 geichorene Schafe 16 sh 8 d Gewerbe. Maurer Ziegelarbeiter Tischler Schmiede Wagner . • • 35 sh 30 sh 20 sh " • täglich 8 sh 6 d bis 12 sh 8 sh 6 d 12 sh " " 8 sh 6 d 10 sh " # 8 sh 10 sh " " 8 sh " 10 sh " 7 sh 9 sh " " 8 sh 10 sh " " 6 sh 6 d 8 sh " 7 sh 8 sh " " • 6 sh 8 sh 20 6 sh 6 d 7 sh " 7 sh 6 d 8 sh D Schiffszimmerleute Klempner Zimmermaler Sattler Schuhmacher Faßbinder Uhrmacher . Hausgesinde. Verheiratete Paare ohne Familie mit Roſt pro Jahr 60 L bis 90 L Verheiratete Paare mit Familie mit Kost pro Jahr 56 L Woche 10 sh 13 sh Tag 5 sh Woche 15 sh Stallknechte mit Kost Gärtner mit Kost ohne Kost Köchinnen mit Kost Wäscherinnen mit Kost Dienstmädchen Näherinnen • • " 80 L 20 sh 20 sh " 8 sh " 25 sh " 12 sh 20 sh " " 8 sh 12 sh " " " " 10 sh " " " ohne " Tag 12 sh 3 sh Großer Wahlfieg in Holland. Amsterdam, 27. Juni.( Privatdepesche des„ Vorwärts"). Nach den heute vorgenommenen Stichwahlen besteht die neue Kammer aus 57 Klerifalen und 43 Antiklerikalen. Es wurden 7 Social: Die Gibraltarfrage. London, 27. Juni.( W. T. B.) Oberhaus. Jn Ertviderung auf eine Anfrage hinsichtlich der neuen Marke auf Gibraltar erflärt der Erste Lord der Admiralität, Earl of Selborne, er könne die Frage der Befestigung von Gibraltar nicht besprechen; er habe eine starte Empfindung von der Achtung, die England seinen nächsten Nachbarn von Gibraltar schulde. Er könne nicht vergessen, daß die Spanier bei vielen Gelegenheiten Englands zuverlässige Verbündete gewesen seien. Spanien habe das Recht, von der eng lischen Regierung vollkommene Aufrichtigkeit und sogar große Zurüc haltung in Behandlung dieser Fragen zu erwarten. Er bedauere, daß in spanischen Blättern Befürchtungen ausgesprochen werden, zu denen nicht der geringste Grund vorliege. Im Hinblick auf die Einmütigkeit der Ansichten der Marine Sachverständigen habe die Regierung beschlossen, das dritte Dock auf der Westseite von Gibraltar fertig zu stellen; die Sachverständigen seien der Ansicht, daß drei Docks für den Friedensdienst der Flotte dringend notwendig seien. Hinsichtlich der Möglichkeit des Banes eines Hafens an der Ostieite werde die Regierung sich über die Kosten und über die zum Bau erforderliche Zeit gewissenhaft unterrichten. Der Parlaments- Sekretär der Admiralität, Arnold Forster, giebt im Unterhause die gleiche Erklärung über die Befestigung von Gibraltar ab, wie Selborne im Oberhause; er fügt noch hinzu, die Admiralität glaube, ein weiteres Dock an der Westseite würde der Mittelmeerflotte in Friedenszeiten und auch für den Fall eines Sectriegs große Dienste leisten. Aachen, 27. Juni.( W. T. B.) Jufolge des Gedränges, das sich beim Eintreffen der Automobil- Wettfahrer entwickelte, wurde der 64 jährige Wirt Formanns aus Aachen von der Kleinbahn überfahren und sofort getötet. In den Straßen und am Stariplaz hat sich das Gewoge der Menschenmenge gegen Abend noch vermehrt. Frankfurt a. M., 27. Juni.( B. H.) Der„ Frankf. 8tg." wird aus New York gemeldet: Alle Passagiere des Dampfers " Lufitania" find gerettet. Frankfurt a. M., 27. Juni.( W. T. B.) Wie die Franff. 8tg." aus Konstantinopel meldet, haben starke, andauernde Hagelschläge den größten Teil der Ernte in der europäischen Die Arbeitszeit ist durchgehends eine achtstündige im Tag. Türkei vernichtet. Auch im Vilajet Smyrna ist mehr als die Dabei sind die Lebensmittel in den australischen Kolonien so Hälfte der Ernte, namentlich Weinfulturen, arg mitgenommen worden. billig, daß wir trotz der ungeheuren Entfernung fünstlicher Schutz- In den übrigen anatolischen Vilajets, wo die Ernte glänzende mittel bedürfen, um nicht durch die Einfuhr billiger australischer Resultate versprach, find durch Hagelschläge, wenn auch nicht so Lebensmittel an ein besseres Leben gewöhnt zu werden. bedeutende, so doch immerhin wesentliche Schäden angerichtet worden. Zum Weberstreit in Cunewalde. In dem nun bereits 16 Wochen währenden, auf beiden Seiten mit großer Energie geführten Lohnkampf der Weber des Cunewalder Thales ist noch kein Ende abzusehen. Die neuerdings eingeleiteten Einigungsverhand lungen haben am vergangenen Montag stattgefunden. Handelskammer sekretär und Landtags- Abgeordneter Rollfus aus Bittau leitete Dieselben als unparteiischer Vermittler. Ein Resultat ist jedoch nicht zu stande gekommen. Die Ausständigen wollten den Fabrikanten so weit entgegenkommen, daß sie sich einverstanden erklärten mit einer Lohntürzung, welche die Hälfte dessen beträgt, was die Fabrikanten von den bisherigen Löhnen abziehen wollten, was bekanntlich die Ursache des Ausstands bildet. Die Fabrikanten bestanden aber auf einer Lohukürzung von mehr als der Hälfte der ursprünglich gemachten Eine Volksversammlung, einberufen vom Vertrauensmann Abzüge. Andre Fabrikanten fündigten für den Fall, daß die des dritten Wahlkreises, tagte am Mittwoch in der Ausständigen unterliegen, die gleichen Lohnabzüge an. Da die in Refsource, Kommandantenstraße. Reichstags- Abgeordneter W. Heine Frage kommenden Fabrikanten meist an Sonsumvereine liefern, so sprach über" Politische Zeitfragen". Der Redner erinnerte daran, beabsichtigen die Ausständigen, den Boykott dieser Fabrikate durch daß von den vielen und wichtigen Anträgen, welche die focials setzen. Zum Ausstand in Nordhausen. Auf dem am Sonntag ab*) sh( Schilling) 1.= 12 d( pence). L( Pfund Sterling) gehaltenen Einkaufstage der Einkaufsgruppe Arnstadt( Thüringer= 20 M. Versammlungen. Budapest, 27. Juni.( B. H.) Bei der Renovierung der ehemaligen Trainfaserne stürzte heute vormittag ein dreistöckiges Gerüst ein und zwar infolge Verwendung verfaulten Holzcs. Drei Arbeiter wurden schwer verletzt. Ferrara, 27. Juni.( W. T. B.) In Berra im Bezirk von Copparo wollten fünfhundert Ausständige eine von den Truppen bewachte Brüde überschreiten. Es tam hierbei zu einem Zusammenstoß zwischen den Truppen und den Ausständigen, von denen zwei getötet und etwa zehn verwundet wurden. Bon den Militär- und Civilbehörden wurde über den Vorfall eine Untersuchung eingeleitet. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. r. 148. 18. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Märkische Räuberromantik. gereift Luft ab. Nun gab der Angeklagte, den die Zeugen mit aller Bestimmtheit wiedererkennen, einen Schuß auf Lehmann ab. Die Kugel verfehlte ihr Ziel, fegte dem Herrn Lehmann aber am Stopf vorbei. Der Angeflagte bestreitet auch in diesem Fall die Thäterschaft, wenn er feinen Revolver abgeschossen haben würde, so müßte den so betonte Bengen die Stärke des Knalls aufgefallen sein, denn fleine Kanone". Am folgenden Tage tauchte der Angeklagte in der ,, mein Revolver knallt wie eine er mit einem gewissen Stolz Gegend der Woltersdorfer Schleuse freitag, 28. Juni 1901. ,, Da lieg' ich heßliches Höllen- Maß in meinem Sünden- Kothe, Davon ich vor den Narren fraß als wie an Zucker- Brodte; Da lieg' ich rasend toller Hund, an Seel' und Leibe frant und wund und fann nichts mehr als heulen." „ Märkischer Hiesel", so nennt man im Volksmund den Gärtner Franz Pfuhl, deffen Strafthaten heute und folgende Tage Gegenstand der Schwurgerivchtserhandlung vor dem Landgericht II bilden sollen. Pfuhl soll nach Art des bayrischen Näubers Kneist gehaust, ein echtes Räuberleben, das einer gewissen Romantik nicht Man wird uns zugeben, daß sich das, Höllenaas", das der entbehrte, geführt und die Umgegend Berlins lange Zeit hindurch in Herr Oberpfarrer da aufgestöbert hat, getrost neben dem„ Rabenaas" Furcht und Schreden versetzt haben. Er soll früher ein geschickter sehen lassen darf. Dabei hat es den Vorzug, daß man ihm die Gärtner gewesen und als solcher von vielen Villenbefizern geschäßt worden sein. Sein unumschränktes Walten auf den Grundstücken, auf. Die unverehelichte Pauline Scholz befand sich auf dem Wege, Echtheit nicht abstreiten kann. Der wadere Grunwald, der 1716 als sowie seine dadurch erlangte Kenntnis von von den örtlichen der von Alt- Buchholz nach der Woltersdorfer Schleuse führt. In Archidiakonus in Zittau starb, war ein eifriger Vertreter der sächsischen Verhältnissen in mag ihm den haben, ihrer Begleitung befanden sich ein 12jähriges Kind und ein Hündchen. Orthodorie und hat außer dem Liede vom„ Höllenaas" eine ganze in den zumeist nur spärlich bewachten Villen nächtliche Ein- An einer einsamen Stelle blieb die Scholz einige Minuten stehen, Reihe andrer Lieder gedichtet, die in Fachkreisen als wirklich erbruchsdiebstähle zu begehen. Jedenfalls betrieb er in den letzten um durch eine Waldesecke einem in der Ferne dahinziehenden baulich" gelten. Sollte die Rabenaas". Strophe thatsächlich eine Jahren die Gärtnerei nur zum Schein und wurde gewerbsmäßiger Dampfer zuzusehen. Plötzlich brach ein Mann aus dem Gebüsch Dieb. Pfuhl besaß eine besondere Fertigkeit im Radfahren und dies hervor, stellte sich dicht vor das Mädchen und herrschte es unter Fälschung sein, so findet sie in der Höllenaas" Strophe einen volltam ihm bei seinen Raubzügen besonders zu statten. Wie ein Pfeil drohenden Blicken mit den Worten an:" Gelb will ich haben!" Die wertigen Ersatz. Allerdings wird Grunwalds Bußfertiger Sünder" flog er während der Nacht auf der Chaussee dahin, vor sich auf dem vor Schrecken fast Fassungslose griff in die Tasche und händigte dem nicht als Gesangbuch, sondern als Beichte und Stommunionbuch be Rabe die geraubte Beute haltend, im Gürtel den geladenen Revolver Räuber ihr Portemonnaie aus. Dieser schüttelte den Inhalt in zeichnet. Dem Laien wird nicht ganz klar sein, was durch diese und geschliffenen Dolch. Innerhalb weniger Stunden hatte er eine seine Hand und warf das Portemonnaie fort. Frl. Scholz fiel Unterscheidung an dem Wesen der Sache geändert wird. Herr weite Strecke zwischen sich und dem Thatort vollbracht, niemand ver- jetzt in Ohnmacht und wurde dadurch vielleicht vor Schlimmerem Mumm aber samt seinen Helfern darf, auf diesen äußerlichen mutete, daß der Mann, der anscheinend mit größter Gemütsruhe bewahrt. Als sie wieder zu sich tam, war der Unhold verschwunden. Unterschied gestützt, behaupten, daß auch nie eine Strophe, die der beim Anbruch des Tags seine friedliche Beschäftigung aufnahm, während Es wiederholte sich die alte Geschichte, der Angeklagte erklärte der verflossenen Nacht einer 4 bis 6 Meilen entfernt liegenden Villa einen gleichmütig:" Ich bin es nicht gewesen." In einem weiteren Rabenaas" Strophe ähnlich ist, in einem Gesangbuch, gestanden räuberischen Besuch abgestattet hatte. Pfuhl hatte bereits wegen ver- Falle handelt es sich um einen Einbruchsdiebstahl, den der Angeklagte schiedener Strafthaten schwerster Art eine fiebenjährige Buchthaus- in der Nacht zum 17. August v. J. bei dem Gasthofsbesizer strafe hinter sich, als er fein gemeingefährliches Gewerbe in der vers Boigt Zum Aussichtsturm" begangen haben sollte. Der Dieb hatte wegenſten Weise wieder aufnahm. Daß es ihm nicht darauf anfam, nur ein Fahrrad mitgenommen. Auch in diesem Falle schien der im Fall einer lleberraschung von dem Revolver Gebrauch zu machen, Angeklagte trot seines Leugnens überführt. bewies der Fall, bei dem endlich seine Ergreifung erfolgte. Jmi November v. J. fehrte Pfuhl in dem etwas abseits von der Heerstraße gelegenen Schüßenbaus" in Now awes ein. Der " Schüßenwirt Sigmund Frauen und Mädchen Von dem Verteidiger wird darauf hingewiefen, daß dem Angeklagten ursprünglich noch ein Notzuchtsfall zur Last gelegt wurde, von dem er indeffen mangels Beweises freigesprochen worden sei. Nachdem noch ein früherer Arbeitgeber des Angeklagten ver: nommen worden, der ihm ein gutes Beuguis ausstellt, wurde die Verhandlung auf Freitagvormittag 10 Uhr vertagt. Berliner Partei- Angelegenheiten. D Lokales. Auf der Jagd nach dem Nabenans. habe. Aus der Stadtverordneten- Versammlung. Die gestrige Sigung, die letzte vor den Sommerferien, bot wenig Bemerkenswertes. Die Brücke im Zuge der verlängerten Manteuffelstraße fann zunächst nicht zu stande kommen, weil der Erwerb des für die Zufahrtstraßen erforderlichen Landes zu teuer werden würde. Die Bevölkerung des Stadtteils hat sich dafür bei einem der in Betracht kommenden Grundbefizer zu bedanken, der bei der Sache ein zu gutes Geschäft machen wollte. Die Versammlung lehnte die Vorlage über den Erwerb des Straßenlandes ab.- Etwas lange wurde über die Mißstände geredet, die in der Straße Siegmundshof durch den Bau der Spreebrücke herbeigeführt worden sind. Die Bewohner dieser Straße beklagen ich unter andrem darüber, daß sie in ihrer idyllischen Ruhe gestört find. Besonders peinlich empfinden sie es, daß sie sich sogar den Anblick der Arbeiter, die auf einer benachbarten Schuttabladestelle beschäftigt sind, gefallen lassen müssen. In ihrer Petition haben sich die Herrschaften eine dreiste Beschimpfung dieser Arbeiter geleistet, die selbst vom Magistratsvertreter getadelt und nachher noch von unsrem Genossen Wurm gebührend zurückgewiesen wurde. . ließ eine Aeußerung fallen, daß er nach Schluß des Geschäfts einer benachbarten befreundeten Familie noch einen Besuch abstatten wollte. Pfuhl horchte auf; es bot sich ihm wiederum eine Gelegenheit zum Stehlen. Kurz vor Feierabend entfernte Pfuhl sich anscheinend, schlich sich aber sofort wieder ins Haus und hielt sich versteckt, bis er hörte, daß Sigmund das Haus verließ. Nach einiger Zeit begab Der fünfte Reichstags Wahlkreis hält am Sonnabend, er sich an die Arbeit. Er plünderte im Schantlokale mit großem 6. Juli, in der Brauerei Friedrichshain sein Sommerfest ab, Eifer, als er von dem heimkehrenden Sigmund, der wider Erwarten das diesmal ein ganz besonders reichhaltiges Programm aufweist. die zu besuchenden Nachbarn nicht angetroffen hatte, überrascht Es wirken mit das Berliner Konzert- Orchester unter Leitung des wurde. Als Sigmund Miene machte, sich auf den Dieb zu stürzen, Musikdirektors Graß, der Gesangverein" Myrtenblätter" und die tam Pfuhl ihm zuvor. Er feuerte aus seinem Revolver Gesellschaft Strezelewicz. Außerdem findet Ball statt; für die Kinder drei Schüsse ab, welche sämtlich in den Unter- find ebenfalls passende Vergnügungen vorgesehen. Da das Billet leib des Sigmund draugen. Dieser brach 811= mur 30 Pf. fostet, so wird eine rege Beteiligung zu erwarten sein. sammen. Nun wollte der Einbrecher das Weite suchen, Bei ungünstiger Witterung findet das Fest im Saale statt. die Schüsse waren aber in der Nachbarschaft gehört worden, der Die Wohnungsuot hat auch jetzt zum Quartals ersten die Die Parteigenoffen der Schönhauser Vorstadt( VI. Wahl Hansbefizer veranlaßt, gegen die kleineren Mieter mit Kündigungen Nachtwächter und zwei Gendarmen eilten herbei und holten den über freis) werden hiermit auf die am Sonntag bei Wernau, Schwedter- und rücksichtslosen Steigerungen vorzugehen. Von der Kündigung das Feld Flüchtenden ein. Es tam zu einem harten Kampfe, denn straße 23, vormittags 10 Uhr, stattfindende Volksversamm- sind selbstverständlich vor allen die mit zahlreichen Stindern Pfuhl, der über Riesenträfte verfügte, segte sich verzweifelt zur Wehre, ung aufmerksam gemacht. Der Referent Genosse Abgeordneter gefegneten Familien betroffen worden, die in den Arbeitervierteln, und es währte geraume Zeit, bis die drei Beamten ihn bewältigt G. Rosenow wird über das Thema:" Die wirtschaftliche Krise, der wie es scheint, grundsätzlich an die Luft befördert werden hatten. Sigmund wurde schwerverletzt ins Krankenhaus gebracht, er Rückzug der Junker und die Lage der Arbeiterklasse" referieren. Um sollen. ist noch nicht genesen und wird voraussichtlich zeitlebens ein fiecher rege Beteiligung ersucht Jedoch auch über wucherische Mietssteigerungen laufen Der Vertrauensmann. zahlreiche die Mitteilungen ein, darauf schließen laffen, Mann bleiben. Mit der Verhaftung des Angeklagten kehrte das daß der Grundbesig weiter mit rüdjichtslofer Gewalt seine Gefühl der Sicherheit bei den Willenbewohnern zurück, die Umgegend Tyrannei über die Bevölkerung auszuüben gedenkt. Wie arg Berlins wurde gleichsam von einem Bann erlöst. Es stellte sich nach und nach heraus, daß Pfuhl in der furchtbarsten Weise gehaust die Mietssteigerungen diesmal find, möge unter anderm ein Beispiel aus Charlottenburg zeigen, wo ein Regierungsbaumeister H. hatte. Er hatte nicht nur mit bewaffneter Hand geplündert, was eine seiner aus zwei Stuben bestehenden Wohnungen in der er erreichen konnte, er überfiel auf einsamer Landstraße auch Der Streit um die Echtheit oder Unechtheit der„ Nabenaas". straße, die vor zwei Jahren 330 M. tostete Strophe geht weiter. Herr Licentiat Mumm hat behauptet, nie habe und voriges Jahr auf 380 M. gesteigert wurde, jetzt und vergewaltigte sie. Es soll ihm manche einsame Spaziergängerin ein solcher oder ähnlicher Vers in einem Gesangbuch gestanden. gleich mit einem Schlag auf 492 m. hin jaufgetrieben hat. zum Opfer gefallen sein. Ein Teil dieser Sittlichkeits- und Eigen- Hinterher hat er sich aber erboten, demjenigen 100 M. zu zahlen, In den östlichen Stadtteilen, wo nach einem Bericht des Magistrats tums- Verbrechen ist bereits am 23. April d. J. vor dem Land der ihm ein Gesangbuch einer evangelischen Gemeinde mit einer die Zahl der leerstehenden Wohnungen besonders klein ist, find ebengericht II zur Aburteilung gelangt. Pfuhl wurde damals zu„ Stabenaas"-Strophe vorlegen kann. Selbstverständlich hat er damit falls ganz enorme Mietssteigerungen von 10-25 Proz. erfolgt. Die fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Jetzt stehen der Einbruch bei dem Schüßenwirt Sigmund und der damit nur vor aller Welt bekunden wollen, wie sicher er seiner Sache sei; geforderten Mieten find so hoch, daß eine große Zahl der Mieter nicht in der Lage ist, den gestellten Anforderungen Rechnung zu verbundene Mordanschlag auf denselben, einige andre Einbruchs- denn für ihn steht ja im voraus fest, daß ein solches Gesangbuch tragen, und so wird am 1. Oktober in diesen Stadtteilen außer diebstähle, mehrere räuberische Erpressungen auf offener gar nicht vorgelegt werden kann, daß er also auch nicht in die Ver- ordentlich stark gezogen werden. Von 14 Parteien in einem Hause Landstraße und ein Sittlichkeitsverbrechen zur Anklage. Es sind zwei legenheit komunen fann, die 100 M. auszahlen zu müssen. Wir ver- in der Gollnowstraße haben nicht weniger als 12 die Kündigung anTage für die Verhandlung angesetzt. Der Zuhörerraum ist über muten indes, daß die Berechtigung dieser Zuversicht von der Mehr- genommen. füllt, besonders die Landbewohner wollen den märkischen Siesel", zahl derjenigen, die von seinem Preisausschreiben Kenntnis erhalten, Aehnliche Beispiele ließen sich weiter in langer Neihe anführen. der sie so lange in Furcht und Schrecken verjetzt hat, sehen und doch sehr stark angezweifelt werden wird. Die„ Rabenaas"-Strophe Dabei werden, wie bekannt, faft gar keine Häuser, wenigstens feine hören. Den Vorsitz führt Landgerichtsdirektor Dr. v. Hangsdorf, die Anklagebehörde vertritt Staatsanwalt Wildering, dem Beſt ſeit langer Zeit in weitesten Kreisen bekannt und wird solche mit kleinen Wohnungen errichtet; im weiten Nordosten Berlins, wo die Habgier der Hausbesizer die Bevölkerung besonders arg schuldigten ist Rechtsanwalt Dr. Reinhardt als Official- Verteidiger fast allgemein für echt gehalten, auch von sehr frommen Leuten. drückt, sieht man faft nie einen Neubau. Dieſem krassen Notstand, zugewiesen. Pfuhl ist ein intelligent aussehender Mensch, dessen Auch die bisher beigebrachten„ Beweise" für ihre Unechtheit haben der sich aller Wahrscheinlichkeit nach zum Oktober besonders hart Oberlippe von einem Kleinen gutgepflegten Schnurbart beschattet diese Ansicht nur bei wenigen zu erschüttern vermocht. Jedenfalls fühlbar machen wird, steht die Kommunalvertretung phlegmatisch wird. Er hat nur Mittelgröße und sein Körperbau läßt mehr auf dürfte das Preisausschreiben unter Frommen wie Unfrommen eine mit Beschlüssen und Untersuchungen gegenüber, die bis jetzt noch Gewandtheit als auf besondre Kraft schließen. Seine Vernehmung eifrige Jagd nach dem„ Rabenaas" zur Folge haben, und die Be- keinen Hund hinter dem Ofen hervorgelockt haben und auch wahr macht dem Präsidenten erhebliche Schwierigkeiten, denn der Angeklagte teiligung an diesem Vergnügen wird recht vielen noch keineswegs scheinlich in Zukunft ohne Wirkung bleiben werden. Wozu auch? ist so schwerhörig, daß er aus dem Anklageraum heraus und unmittelbar als von vornherein aussichtslos erscheinen. Manches alte, abgegriffene Die Hausbefizer- Mehrheit in der Stadtverordneten- Versammlung vor den Richtertisch treten muß, um die an ihn gerichteten Fragen verstehen zu können. Er giebt an, daß er im Jahre 1867 zu Greifenberg in Gesangbuch wird da noch einmal hervorgeholt werden solche, die zieht ja gleichfalls ihren Nugen aus der krassen Not. Warum sich da Pommern als Sohn eines Handelsmanns geboren sei. Er ist sieben als liebes Andenken an Großvater und Großmutter, fein säuberlich besonders beeilen? Ueber die Frequenz der Berliner Gemeindeschulen am mal wegen der verschiedensten Verbrechen vorbestraft, insgesamt mit in ein Taschentuch eingewickelt, im sicheren Stasten verwahrt werden, 1 Jahr 9 Monaten Gefängnis und 12 Jahren 3 Monaten Zuchthaus. und auch solche, die, als wertlofe Scharteten beijeite geworfen, 1. Mai 1901 macht der Magistrat der Stadtverordneten- Versammlung u. a. folgende bemerkenswerte Mitteilungen: Es bestehen Seiner früheren Gepflogenheit gemäß leugnet der Angeklagte auch unbeachtet in der Rumpelkammer verstauben und verschimmeln. jetzt sämtliche ihm zur Last gelegten Strafthaten. Auch wenn es keinem der durch Herru Mumm mobil gemachten 134 fiebenklaifige. Die Gesamtzahl der verfügbaren Klassenzimmer 248 Gemeindeschulen mit 4324 Stlassen, darunter 114 achtklassige und Zunächst wird der Fall Sigmund erörtert, dessen kommissarische Jäger gelingt, das„ Rabenaas" zur Strecke zu bringen, so braucht ist 4295, davon sind 48 unbesetzt. Von den Klassenzimmern beAussage sich mit den mitgeteilten Thatbestand deckte. Auch die Familienmitglieder Sigmunde befundeten mit aller die Jagd deshalb doch nicht völlig ohne Ertrag zu sein. Es kann finden sich 426 in gemieteten Räumen. In den GemeindeBestimmtheit, daß der Angeklagte derselbe Mann sei, der ihr Lokal da statt des" Rabenaases" ein andres Stück Wild aufgespürt werden, schulen waren eingeschult am 1. Mai 1901: 105 199 Knaben und Die Zahl der besucht und dort Billard gespielt habe. Wenn er ein Glas Bier be- das auch nicht zu verachten ist. Dem Laien wird hinterher vielleicht 106 611 Mädchen, zusammen 211 810 Kinder. zahlt habe, habe er stets ein größeres Geldstück genommen, so daß schon das als ein ganz annehmbarer Lohn für seine Mühe erscheinen, fliegenden Klaffen ist von 49 auf 72 Klaffen gefstiegen, weil er gesehen habe, wenn es an der Stasse gewechselt wurde. Sämtliche daß er bei dieser Gelegenheit die saftigen Kernlieder, an denen sich die im Bau befindlichen Schulhäuser erst nach dem 1. Mai fertigZeugen meinen, daß der Angeklagte damals nicht so schwerhörig ge- unfre Vorfahren gläubigen Herzens erbaut haben, auch auf sich eine gestellt werden konnten. Von den 4324 bestehenden Klassen sind 59 wesen sei wie heute. Wahrscheinlich verstellte er sich. Der Angeklagte mal wirken laffen durfte. Das ist ein Genuß für Gläubige und für Snaben und 55 Mädchen- Oberklaffen. ließ alle diese belastenden Aussagen ruhig und ohne Spur von Ge- Ungläubige, für jeden natürlich nach seiner Art. Aber auch der Fachmütsbewegung über sich ergehen. Er erklärte stets, daß er möglicher- mann kann, wie die Erfahrung gezeigt hat, von einer Jagd nach weise im Schüßenhause Billard gespielt haben könne, aber von dem den„ Nabenaas", wenn es ihm auch nicht geglückt ist, das Diebstahl wisse er nichts. dennoch zu erlegen, Die Aerzte, welche den verletzten Sigmund behandelt haben, bezeichnen es als ein Wunder, daß er mit dem Leben davongekommen hübschen Jagdbeute heimkehren. Eine solche Jagd wurde ist, er werde Beitlebens ein fiecher Mann bleiben. z. B. im Jahre 1885 veranstaltet. Nach dem Gutachten des Waffen- Sachverständigen passen die Kugeln, die dem Körper des Geschossenen entnommen wurden, zu dem Revolver, der dem Angeklagten bei seiner Verhaftung fort genommen wurde. Dieser Fall ist somit erledigt. Der Lithograph Lehmann „ Rabenaas" selber mit cine Unter anderm traten Gesuchte Steuerpflichtige. Die städtische Deputation für die Kranken- Anstalten und die öffentliche Gesundheitspflege hat beschlossen, in den städtischen Krankenhäusern mit Zustimmung des Magistrats entsprechend große Warteräume für die Krankenbesucher bereit zu stellen, wo solche recht noch nicht vorhanden sind. Nahezu tausend unbestellbare da zwei Geistliche, der Archidiakonus D. Linke in Alten- Aufforderungs- bezw. Veranlagungsschreiben der Staatssteuerbehörde burg und der Oberpfarrer Böhme in Reichenau bei Zittau, mit hängen im Sorridor der Stadthauptkaffe des Rathauses öffentlich der Behauptung auf, als Primaner des Gymnafiums zu Zittau die reist find, ohne ihre Adresse zu hinterlassen, und so muß, nach§ 53 aus. Sie find an Leute gerichtet, die unbekannt verzogen oder verRabenans" Strophe in einem Gefangbuch( schmales Duodez, dreimal des Einkommensteuer- Gefeßes vom 24. Juni 1891( das eben erit so hoch als breit) gelesen zu haben, das ihnen ein Mitschüler Auguft sein zehnjähriges Jubiläum feierte!) das betreffende Schreiben un Vetter, der Sohn eines Colporteurs Herrnhutischer Schriften und eröffnet zwei Wochen öffentlich aushängen, wonach es als ist Eigentümer eines allein liegenden Grundstücks in der Nähe des zugleich eifrigen Sammlers von Seltenheiten, als eins der ältesten 8 ugestellt" gilt. Die Leutchen, welche nun nicht wissen, daß Rahnsdorfer Bahnhofs an der Köpenicker Forst. Am 15. Auguſt v. J. Herrnhuter Liederbücher vorgelegt habe. Das Buch soll später an fie eine Steuererklärung einfenden oder so und so viel Mart Steuer war die Ehefrau Lehmann allein zu Hause. Als ihr Ehemann am den Fabrikanten Gocht in Ebersbach gelangt sein, konnte aber nicht da ist der kgl. Oberlieutenant a. D. Herr Knorr v. N. neben den Frhrn. zahlen sollen, rekrutieren sich aus allen Klassen der Bevölkerung: Abende heim fam, erzählte sie ihm, daß ein fremder Mann während der Mittagszeit ein Fahrrad aus dem Keller mehr aufgefunden werden. Der Schriftsteller Carel Morawet in Egon v. E. und Karl R. v. R., der praft. Arzt Dr. med. Heinr. Sch. stohlen habe. Obgleich mit wenig Hoffnung auf Erfolg Bittau, eine Autorität für laufizische, böhmische und schlesische neben den Assistenzärzten Dr. L. und M. Da finden wir Doktoren der steckte Lehmann seinen Revolver zu sich, um die Umgegend Antiquitäten, wollte das Lied in einem Görlitzer Gesangbuch Philosophie, Zahnärzte, Gerichts Assessoren, einen Referendar nach dem Diebe abzustreifen. Seine Ehefrau und ein von 1601 oder 1602 gelesen haben. Von andrer Seite wurde( Dr. Hansen), Regierungs- Bauführer, Architekten und Ingenieure, Sommergast begleiteten ihn. Ein Zufall wollte es, daß ein Mann die Ansicht vertreten, daß die„ Nabenaas"-Strophe mur eine Parodie legtere besonders zahlreich, einen Dolmetscher, mehrere Schauspieler, ihnen begegnete, bei dessen Anblick Frau Lehmann sagte:" Das ist auf die ältere Kirchenlieder- Dichtung set. Der Oberpfarrer Fischer Kaufleute, Maler, Bildhauer 2c. und selbst ein Seemann ist verer!" Lehmann fragte den Bezeichneten: Sind Sie in meinem in Groß- Ottersleben entdeckte dann auch eine Strophe, von der er treten wo mag der jetzt schwimmen? Bei den weiblichen Seller gewesen?" Was wollen Sie von mir?" lautete die in Steuerpflichtigen beginnt die Hauptmannewitwe Frau M. den barschem Tone gegebene Erwiderung. Als Lehmann den Weiter annehmen zu dürfen glaubte, daß sie das Modell der„ Rabenaas"- Reigen und ihr schließen sich die Privatieren und Sentieren gehenden folgte, drehte dieser sich um und rief, einen Revolver Her Strophe gewesen sei. Sie steht in dem 1702 erschienenen Beicht- ant, die fast immer auf Reifen Reisen find und sich den vorziehend:" Unterstehen Sie sich nicht, mir nachzukommen!" und Kommunionbuch„ Der bußfertige Sünder" von Martin Grun Teufel um Steuerangelegenheiten bekümmern; dann folgen Lehmann erwiderte:" Darauf sind wir vorbereitet!", Holte seinerseits wald und ist auf die Melodie Aus tiefer Not schrei ich zu Dir" ein- die weiblichen Angestellten aller Branchen. Bahlreich vertreten auch einen Revolver hervor und gab einen Schuß in die gerichtet. Die Strophe lautet: ist endlich auch das Nomadenvöllchen der leichtgeschürzten Muse: die " " ge= Der Stadtverordnete Bildhauer August Kleefeld ist gestern im 56. Lebensjahre nach kurzem Leiden gestorben. Der Verstorbene ivar feit 1890 Stadtverordneter. Gewählt war Kleefeld von der zweiten Abteilung des 13. Gemeinde- Wahlbezirks. Das Papier- Industrie verein eine Eingabe an den Justiz für Groß- Berlin zu stande käme. Falle die Verordnung für Berlin, Artiſtinnen, Sängerinnen, Schauspielerinnen, und unter den letteren abgejagte Beute fofort wieder zurückgegeben werden. Bei den Ver- der Berlinerstraße, Marchstraße und Hardenbergstraße, in unmittelfiguriert sogar ein Mitglied der Tegernseer"( Frl. 3er bs) mit hafteten fand man außerdem noch mehrere Portemonnaies, die sie bare Verbindung gebracht werden. Auf diese Weise wird vermittelit deren Sekretär Quitt. Auffallen müssen in dieser bunten Gesell- ohne Zweifel ebenfalls gestohlen haben. der auf Wilmersdorfer Gebiet belegenen Württembergischen schaft zwei Victoria Schwestern und eine Ober= ein Straße Lente, die von der Berliner Polizei lernen wollen. zusammenhängender Straßenzug Schwester, deren Dienst sie wohl plötzlich in weite Fernen verStraßenzug zwischen Wilmersdorf und Moabit geschaffen. Auch für den lokalen schlagen hat, so daß sie sich bei Herrn v. Miquel nicht ver- Polizeipräsidium hat wieder mehrere Gäste. Nachdem im Laufe des abschieden konnten. Eine kurze Spanne von 14 Tagen, dann ist die Frühjahrs bereits schwedische und dänische Beamte hier weilten, sind erkehr ist die neue Straße von Wichtigkeit, insofern als fir Beranlagung zugestellt, dann subsummiert der Gesetzgeber, daß ist ein russischer Privatdocent, ein ungrischer Stadthauptmann und große Teile der Schiller-, Grolman- und Schlüterstraße, sowie für die Herderstraße der Zugang zu dem am Nordende der Hardenbergsie alle wissen, wie viel Steuer sie zu zahlen haben, wollen sie sich ein indischer Major gekommen, um besonders die Einrichtungen straße geplanten Bahnhof der Unterpflasterbahn nicht unerheblich abnicht den Schrecken aller fäumigen Zahler, den Gerichtserklärt Kriminalinspektor Klatt den Gästen das Bertillonsche Meß Ausschuß zur Vorberatung überwiesen. unsrer Kriminal- und Sittenpolizei zu studieren. Augenblicklich gekürzt wird. Nach längerer Debatte wurde die Vorlage einem vollzieher, auf den Hals laden. Der wird die Steuern auf Eine Interpellation, Heller und Pfennig beitreiben, wenn er findiger ist, als der und der photographischen Anstalt des Polizeipräsidiums, die als beantwortete der Vertreter des Magistrats, Stadtrat Dr. Jastrow, wenn er findiger ist, als der verfahren und die verbesserten Einrichtungen des Erkennungsdienstes betreffend die von der Polizei geplante neue Schließordnung, Postbote. eine Musteranſtalt auf ihrem Sondergebiete bezeichnet werden kann. dahin, daß der Magistrat sich nur unter der Voraus Gegen die Konkurrenz der Gefängnisarbeit hat der segung für die Verordnung ausgesprochen habe, daß sie einheitlich minister abzusenden beschlossen. Er will darin hauptsächlich darüber so sei sie damit auch für Charlottenburg gefallen. Von den Beschwerde führen, daß einzelne Gefängnisverwaltungen sich durch übrigen Vorlagen ist nur noch die betreffend die Uebernahme der Deutsches Heldentum. Die„ Tägl. Adsch." berichtet:" Ein Rundschreiben zur Anfertigung von Ilmschlägen, Kartons usw. zu Kosten für die bei dem Brande in der Gutenbergstr. 3 am langer Chinesenzopf schmückt zur Beit das Unteroffizierkafino Breisen erbieten, die noch niedriger find, als die Selbstkosten der 24. Oftober 1899 verunglückten Berliner Feuerwehrleute zu erwähnen. der Leibschwadron der Gardes du Corps in Potsdam. Der 1/2 Meter privaten Industrie, so daß dieser jede Konkurrenz unmöglich gemacht Für die Zeit bis zum 31. März 1902 belaufen sich die der Stadt lange Zopf ist vor etwa drei Wochen durch einen wegen Krankheit wird. Dazu werden die Kunden noch durch das Angebot freier Berlin zu erstattenden Kosten auf etwa 2500 m. heimgekehrten Chinakrieger im Auftrage eines Regimentskameraden, der Verpackung und frachtfreier Lieferung angelockt. Auf diesbezügliche Die erste Sigung nach den Ferien findet am 4. September statt. in besagter Schwadron früher gedient hatte, den Unteroffiziercorps Beschwerden hat die Oberstaatsanwaltschaft ablehnend geantwortet, überbracht worden. Dieser Schwadronskamerad hatte bei seiner Wegen fortgesetzter Betrügereien und Unterschlagung von Ausreise in China feierlich gelobt, daß er einem Chinesen den und die Erkrankung ihrer Mutter scheint die 24 Jahre alte Ver- Garde- Husaren- Regiments, Unteroffizier Brandt, verhaftet und in Eine Elendstragödie. Verzweiflung über ihr eigenes Leiden Dienstgeldern wurde der Quartiermeister der 3. Estabron des LeibZopf abschneiden und ihn zur Ausschmückung des Kasinos nach fäuferin Klara Kleinpels aus der Brumenstr. 178 in den Tod ge- Untersuchungsarrest abgeführt. Brandt, welcher ein Sohn wohl Potsdam senden werde. In einem Schreiben giebt er zuletzt zu, trieben zu haben. daß er den Zopf nicht selber abgeschnitten habe, aber er hätte in der letzten Zeit arbeitsunfähig und äußerte schon in der ver- längerer Zeit einem bei seiner Eskadron stehenden Fähndrich, der für Seit einem halben Jahre lungenleidend, war sie habender Eltern ist und furz vor seiner Verheiratung stand, hat seit den Träger desselben zum Gefangenen gemacht, ihn an seinem Kopfschmuck gehalten und neben seinem Pferde hertraben lassen. Ge gangenen Woche Selbstmordgedanken. Am Montag wurde ihre seine Pferde die Fourage gegen Bezahlung aus den Beständen des habe nicht lange gedauert, so sei ihm der bloße Zopf in der Hand 64jährige Mutter vom Schlage gerührt und mußte mit einem Proviantamts geliefert bekam, die Nationen aus den ihm untergeblieben und der Gefangene verschwunden gewesen. Wer könne Lückschen Rettungswagen in eine Anstalt gebracht werden. Seitdem ſtellten Fouragebeständen der Eskadron, die er heimlich beiseite auch vorher wissen, daß der Chinese für das Aeußerste sogar eine var die Kranke nicht mehr zu beruhigen. In der Nacht zum Mittwoch schaffte, geliefert und sich das Geld dafür von dem Fähndrich, der Scheere bei sich geführt habe." So ein dummer Chinese, der in stand sie um 24 Uhr heimlich auf. Nachdem sie sich angekleidet teine Ahnung von der Unredlichkeit des Quartiermeisters hatte, besolchem Fall seinen Zopf nicht am Ende oder doch in der Mitte, hatte, rief sie ihrer im Nebenzimmer schlafenden Schwester zu:„ Ich zahlen lassen, ohne dasselbe abzuliefern. Auf diese Weise soll foxdern hart am Schädel abschneidet! gehe ins Wasser!" und lief davon. Die Schwester eilte ihr nach, Brandt im Lauf der Zeit ca. 600 M. unterschlagen haben. fonnte sie aber nicht mehr einholen, da sie bald ihren Augen entschwunden war. Die Unglückliche ist nach Hause nicht mehr zurüd- Arbeiter in der Westfälischen Straße zu Halensee. Dort werden Bei der Kabellegung verunglückt ist gestern vormittag ein gekehrt und auch sonstwo nicht ermittelt worden. Wahrscheinlich hat augenblicklich Kabel zur elektrischen Beleuchtung gelegt, und vor dem sie ihren Plan ausgeführt. Hause 47/48 waren zwei Arbeiter damit beschäftigt, die Leitung in Das Spielen mit einer Schußwaffe hat gestern wieder ein mal ein junges Menschenleben schwer gefährdet. Die Frau des Buchbinders Dertz aus der Cuvrystraße 26 mußte. als sie ihrem Manne das Mittagessen brachte, ihre vier Kinder im Alter von 1-10 Jahren ohne Aufsicht in der Wohnung zurücklassen. Alle vier spielten in der Eine Hochftaplerin, welche unter dem Namen einer Fran die Erde zu versenken, als hinter ihnen das Erdreich und zwei hart Stube. Da siel es dem zehnjährigen Sohn Paul ein, die klein- b. Morbach- Dietrich in Stegliz lebte, nachdem sie wegen zahlreicher am Rande des ungefähr 11/2 Meter tiefen Schachts liegende falibrige Büchse, die der Vater als Mitglied eines Schießvereins be- Schwindeleien in Dresden bestraft worden war, wurde gestern nach- Trottoirplatten ins Rutschen kamen und in den Schacht stürzten. fizt, aus dem nicht verschlossenen Schrank herauszuholen, um sie mittag auf dem Anhalter Bahnhof verhaftet. Die 44jährige, ge- Während der eine der Arbeiter noch rechtzeitig die Gefahr bemerkte beim Spiel zu gebrauchen. Daß sie geladen war, wußte der ſchiedene Fabrikantenfrau Morbach, geborene Dietrich, aus Dresden und sich in Sicherheit bringen konnte, wurde sein Kollege verschüttet. Knabe nicht. Der hatte die Waffe gesichert, indem er das Schloß mietete am 1. April d. J. bei dem Hauseigentümer Gericke in der Nach anderthalbstündiger Arbeit erst gelang es, den Berunglückten, mit einem Bindfaden umwickelt hatte. Schloßstr. 16 zu Steglitz eine hochherrschaftliche Wohnung für der schwere Quetschungen an den Unterschenkeln und an den Füßen Der Junge machte 1200 M. und bezog diese mit ihrer 18jährigen Tochter und einer erlitten hatte, zu befreien. Er wurde nach dem Charlottenburger sich aber gleich daran, diesen zu entfernen, und während jüngeren Schwester. Ein Fabrikant aus Gr. Lichterfelde, der aus Krankenhaus gebracht. er noch dabei war, ging schon der Schuß los. Die Kugel drang der der Glanzperiode der Dame mit ihr bekannt sein muß, stellte sie als fechsjährigen Hedwig, die vor ihrem Bruder stand, während die Groß- Lichterfelde. Die legte Gemeindevertreterfleineren geschlossen ihm zur Seite spielten, über dem linken Ange sehr vermögend hin, und so trug Herr G. kein Bedenken, der vor- Sizung war nicht beschlußfähig, obwohl auf der Tagesordnung in den Kopf ein. Auf das Geschrei der Kinder kamen Nachbarn gewähren. Dasselbe thaten zahlreiche Kaufleute und Gewerbe- von einem außerordentlichen Maß von Interesse und Pflichtgefühl nehm aussehenden neuen Mieterin zunächst eine Zeitlang Kredit zu wieder einmal ein Millionen- Pump zur Beratung stand. Das zeugt herbei und holten einen Arzt, der der Schwerverwundeten einen treibende des Orts, bei denen Frau Helene von Morbach- Dietrich bei den Auserwählten des Dreiklassen- Wahlsystems. Die VerhandVerband anlegte. Die inzwischen nach Hause gekommene Mutter fortgesetzt Waren bestellte. Schließlich stellte es sich heraus, daß die lungen konnten erst beginnen, nachdem der fehlende Mam, der zur brachte sie dann mit einer Droschte nach dem Krankenhauſe am Dame feinen Heller besaß und daß die Dresdener Behörden ein Hebung der Beschlußunfähigkeit notwendig war, durch einen AmtsFriedrichshain. Die Verletzte wird schwerlich mit dem Leben davon lebhaftes Interesse an dem derzeitigen Aufenthalt ihres„ Schüßlings" diener nach dem Rathause geschafft war. kommen. Warum Derz nicht einfach das Geschoß aus der Waffe nahmen. Man nahm die Hochstaplerin in dem Augenblick auf dem die Zahlung Beschlossen wurde herausgenommen hat, statt sie umständlich mit einem Bindfaden zu Anhalter Bahnhof fest, als sie sich eben aufchickte, mit Tochter und für das Recht der Errichtung 2070 M. an die Teltow- Kanal- Verwaltung umwickeln, ist nicht recht verständlich. Schwester in die Ferne zu eilen, da ihr der Boden hier zu heiß Der Vertrag mit einer Anlegestelle am Kanal. geworden den Berliner Vororts- Elektricitätswerken var. Ihre Koffer wurden beschlagnahmt und die wurde genehmigt. Der Aufnahme einer Anleihe von 2 Millionen Schwindlerin selbst ist nach Moabit in das Untersuchungsgefängnis bei der Kur- und Neumärkischen Darlehnskasse mit dem Rechte derabgeführt worden. selben auf Ausgabe von Gemeinde- Obligationen zum Zinsfuße von 3/2 Broz. und zum Kurse von 933/4 Proz. wird zugestimmt. Den Rest der Tagesordnung betrafen die Remunerierung der außeretatsmäßig angestellten Hilfslehrer an den höheren Lehranstalten, die Errichtung einer Elementar- Lehrerstelle an der Realschule, sowie die Bewilligung von 600 M. für die Reparaturkosten des Pfarrhauses. Unser täglicher Drahtbruch. Die üblichen Verkehrsstörungen durch Brüche von Oberleitungsdrähten der elektrischen Straßenbahn erfolgten am Donnerstag in der Blücherstraße vor dem Hause Nr. 14 und am Rosenthaler Thor. Arbeiter der Union E.-G." besserten mit ihren Turmivagen den Schaden aus, so daß die alarmierte Feuerwehr bald wieder abrücken konnte. etwa Der in weiteren Kreisen bekannte Kanfmann Franz Juhasz zu Charlottenburg, der sich seit einigen Wochen in Untersuchungshaft befindet, wird sich am Montag wegen Betruges vor der Siraffammer zu verantworten haben. Ihm wird vorgeworfen, daß er bei der Entnahme eines Darlehns von 4000 m. gegen Wechsel über seine Kredit- und Zahlungsfähigkeit falsche Angaben gemacht habe. Die Rechtsanwalte Morris und Leonhard Friedmann haben für ihn einen umfangreichen Entlastungsbeweis angetreten. die dorf. Die Postagentur in Dalldorf umfaßt nämlich nur einen Postalische Mikstände herrschen in dem benachbarten Da IIfleinen Teil des Orts, der Verkehr mit den übrigen Ortsteilen( WittV = Gerichts- Beitung. Zur internationalen Automobilfahrt Paris- Berlin erläßt der Polizei- Präsident von Potsdam folgende Bekanntmachung: Die staatlich genehmigte internationale Automobilen- Touristen- und Fernfahrt Paris- Berlin berührt auch den Bezirk der Residenzstadt Boisdam. Die Touristen- Automobilfahrer treffen am Freitag, den 28. Juni, von Beelig- Michendorf kommend, vormittags etwa von 9-11 11hr ab an der Grenze des Stadtbezirks Potsdam ein und werden in mäßiger Fahrgeschwindigkeit bis zum Sammelpunkt, Möllmanns stellung am Kurfürstendamm treten in den nächsten Tagen einige daß ein Brief von einer Straße Dalldorfs nach einer anderen oft Zu den Feuerwehr Vorführungen in der Feuerschutz- Aus- straße- Borsigwalde) wird durch das Postamt Regel vermittelt, so Fahrradbahn geleitet, von wo sie am Sonnabend, den 29. Juni, andre, die geeignet sind, das Interesse der Besucher zu erregen. Im 24 Stunden zu seiner Beförderung braucht, während jeder Fußgänger früh über die Glienicker Brücke ihre Fahrt nach Berlin fort großen Kuppelsaal wird das neue Wunder der Telegraphie, die die Strecke in 20 bis 25 Minuten durchmißt. Außerdem ist für fegen. Die Fernwettfahrer treffen mit ihren Fahrzeugen Sonnabend, den 29. Juni, von Groß Kreuz kommend, Telegraphie ohne Draht an einem Apparat mit 32 000 Bolt einen Brief von einem Ortsteil in den anderen das übliche von 8 1hr 30 Minuten bis 11 Uhr ab an der Grenze Spannung durch die Allgemeine Elektricitäts- Gesellschaft vorgeführt 10 Pfennig Porto maßgebend und bei lebertretungen wird mit des Stadtbezirks Potsdam ein und durchfahren die Neue und Alte werden, ferner die Erfindung der singenden Bogenlampe", durch Strafporto nicht gespart. Die Einwohner Dalldorfs wollen deshalb und Mig Genest; die Luisenstraße, Obeliskenstraße, Mauerstraße, Jäger- Allee, Nedliger- Lampe ist von der Elektricitäts- Gesellschaft Hansen( Leipzig) Dalldorf und um Einführung der Ortstage für den ganzen Ort vorbetreffende bei der Reichspost Verwaltung um Errichtung eines Bostamts in straße über Nedlig nach Spandau- Westend. von Unglüdsfällen sowohl bei den Automobilfahrern, wie bei den station für die telegraphischen Versuche befindet sich auf dem Kirch Zur Vermeidung geliefert. Die mit der Ausstellungsstation forrespondierende Empfangs- stellig werden. Fußgängern, Fuhrwerken und Reitern, bitte ich die letzteren, die turme der Zwölf- Apostel- Kirche; die singende Bogenlampe wird jede oben angeführten Strecken und Straßen, namentlich die Fahrdämme Art Musik aus weiter Ferne direkt übermitteln. Dazu treten Darin den angegebenen Zeiten thunlichst wenig zu berühren, wenn es stellungen durch den Kinematographen, die durch die Firma Ed. Meßzter angängig ist, andre Verkehrsstraßen zu wählen und auf jeden Fall ausgeführt werden und welche Ecenen von Bränden in Europa und fingiert zu haben, um Versicherungsgelder herauszuschlagen, stand Unter dem schweren Verdacht, einen Einbruchsdiebstahl sich nur mit äußerster Vorsicht und Aufmerksamkeit in denselben zu Amerika wiedergeben. Die Vorstellungen im Kuppelsaal beginnen gestern der Uhrmacher Karl Kuippschild vor der 4. Straf bewegen. Den Weisungen der auf den Strecken aufgestellten Polizeibeamten, den Fahrordnern und den die Kraftwagen bei- am Sonnabend dieser Woche. kammer des Landgerichts I. Die gegen ihn erhobene Anklage gegebenen Begleitmannschaften ist bereitwilligst Folge zu geben. Den Wirkungen des Gifts erlegen ist der Arbeiter Hermann lautete auf Betrug und Unterschlagung. Der Angeklagte Die für die Fahrer in den Straßen angebrachten Signale, Fahnen Weber aus Neu- Weißensee, ein vielfach vorbestrafter Verbrecher, der hatte im Oktober v. J. in dem Hause Fidiciustr. 10 ein Uhren- und und Anschlagzettel dürfen im allseitigen Interesse nicht beschädigt vor einigen Tagen im Amtsgefängnis zu Weißensee Sublimat nahm, mit der er sich kurz vorher verheiratet hatte, hergegeben. Er verGoldwaren- Geschäft eröffnet. Die Mittel dazu hatte seine Ehefrau, als er bei einem Einbruch auf frischer That ertappt und festgenommen ficherte sich bei der Hamburg- Breiner Versicherungsgesellschaft gegen worden war. Einbruchsdiebstahl. Am Sylvesterabend will er zwischen 8 und begab sich von dort mit seiner Ehefrau zu einem ihm bekannten 814 1hr sein Geschäftslokal ordnungsmäßig verschlossen haben; er Schlossermeister, wo er turze Zeit verweilte, und dann zur Sylvester der dortigen Adlerwerke fahrend, ist ca. 6 Kilometer vor Eisenach am Der vielgenannte Juwelendieb Richard Wienke alias Ende feier zu seiner in der Ansbacherstraße wohnenden Schwiegermutter. Klausberg in einer scharfen Surve umgestürzt. Der Gefährte blieb wird auch des Mordversuchs beschuldigt. Vor seinem Einbruch in Gegen 1/23 Uhr nachts traf das Ehepaar wieder in seiner Wohnung unverlegt; Benecke wurde auf eine Barriere geschleudert, er ist am das Hilscheriche Geschäft in der Kommandantenstr. 38 hatte er ein in der Fidicinstraße ein. Nach seiner Darstellung hat er wie geAuge verlegt und hat anscheinend auch innere Verlegungen davon giftiges Betäubungsmittel, Chloradin, in seine Wohnung mitgebracht, wöhnlich in Begleitung seiner Frau, die ihm mit der Lampe in der getragen; er wurde ins Diakonissenhaus übergeführt. Sein Wagen die er im Hause Stommandantenstr. 38 direkt über dem Hilscherichen Hand folgte, Wohnung und Laden abgeleuchtet, ist dabei über eine wurde aus Ziel geschleppt. Geschäft bei Frau Herrmann gemietet hatte. Kurz vor der That nach dem Keller führende, bisher vernagelt gewesene, jetzt aber Ueber einige Unfälle, die sich auf der Fahrt von Paris nach goß er der Frau Herrmann in Getränke, die sie gewohnheitsmäßig offenstehende Fallthür gestolpert und einige Stufen in den Champigny ereigneten, wird berichtet: In Joinville wollte der Fahrer am späten Abend zu sich nahm, das Gift zu und zwar in einer Keller hinabgefallen. Nun will er, als er sich mit seiner eines deutschen Wagens jeine Laterne anzünden, die auf der Fahrt solchen Menge, daß es für Frau H. beinahe verhängnisvoll geworden Frau im Laden umfah, entdeckt haben, daß bei ihm einausgegangen war; er wurde durch einen heftigen Stoß vom Bagen wäre. Sie lag den nächsten Tag über ganz betäubt im Bette und gebrochen worden sei. Die Scheiben der auf dem Ladentisch heruntergeworfen, geriet unter die Räder und wurde ziemlich schwer konnte fich nicht befinnen, was um sie herum vorgegangen war. stehenden Glaskästen seien zertrümmert und die in denselben sowie verwundet nach einem nabe liegenden Wirtshaus gebracht. In der Das Geräusch, das die Einbrecherbande ini Laden verursacht hatte, Nähe von Champigny stießen zwei von Amateurfahrern geführte war ein so starkes, daß es von verschiedenen Hausbewohnern, die Automobile zusammen. Eines derselben wurde zerschmettert, eine über Fran H. wohnen, gehört wurde; nur bei der letzteren hatte das Person wurde verlegt. Unangenehm genug, wenn auch mehr Mittel seine Schuldigkeit gethan. tragikomischer Natur, ist ein andrer Zwischenfall: Die Hamburger Automobile„ Condor" konnte nicht starten, da sie aus der Nemise. gestohlen war. oder von Unberufenen entfernt werden. Ein Vergnügen scheint die Automobilfahrt, die bekanntlich auch von hier aus nach Paris unternommen worden ist, gerade nicht zu fein. Ein Fahrzeug, welches gestern furz vor der Station Eisenach vorigen Sonntag ist eine Tasche liegen geblieben, die bei Späth, Bei der Dampferpartie des Rauchklubs„ Ohne 8tvang" am verunglückte, hatte Benecke- Hamburg als Infassen. Ueber den Unfall Weinstr. 28, abgeholt werden kann. wird gemeldet: Benecke- Hamburg, mit einem Gefährten im Wagen = Eine Flascheupoft fand vorgestern der Schiffer Kurz, als er mit seinem Rahu die Strecke befuhr, an der Schleusenbrücke. Ein Zettel, der sich in einer Selterflasche befand, enthält die Worte: Suchet nicht nach mir, ihr suchet vergebens." Ob es sich dabei um eine ernsthafte Mitteilung eines Selbstmörders oder um einen groben Unfug handelt, steht dahin. " " い im Schaufenster aufbewahrten Goldwaren verschwunden gewesen. Auch ein Bult, in dem sich die Kaffe befunden, sei erbrochen worden. Der Angeklagte ist nach dieser Entdeckung zu seinem in der Nachbarschaft wohnenden Bruder geeilt und hat mit diesem und einem Nachtwächter eine eingehende Besichtigung der Räume vorgenommen, um festzustellen, auf welchem Wege die Diebe den Laden verlassen hätten. Er behauptet, daß die Einbrecher ihren Weg durch den Keller genommen, die vernagelte Fallthür gewaltsam aufgedrückt haben und so in den Laden gelangt sein müßten. Der Bruder habe im Keller noch eine augenscheinlich von den Dieben verlorene Uhrkette gefunden. Der Angeklagte hat den Einbruch bei seiner Versicherungsgesellschaft angezeigt und am 2. Februar cr. eine Entschädigung von 2250 M. ausgezahlt erhalten. Die Kriminalpolizei ging der Sache weiter nach und die von ihr festgestellten Thatsachen führten zur Verhaftung des Angeklagten. Die Anklagebehörde behauptet, daß er die angeblich gestohlenen Sachen selbst beiseite geschafft und somit den ganzen EinbruchsDiebstahl fingiert habe, um sich auf Kosten der Versicherungsgesellschaft zu bereichern. Sie hielt den Angeklagten für einen Manu, bei dem man sich der That versehen könne, da er schon einmal eine Vorstrafe wegen Betrugs erlitten hat. Das gegen ihn eröffnete Verfahren wurde ursprünglich auch auf seine Frau ausZwei Taschendiebe, die erst vor vierzehn Tagen die Freiheit wiedererlangt hatten, wurden gestern nachmittag von der Sonderpatrouille der Kriminalpolizei auf frischer That abgefaßt. Der 27jährige Arbeiter" Karl Diezel und der 25 Jahre alte Kellner Gustav Dietrich, Theater. Zwischen Herrn Direktor Ferenczy und dem Vertreter der zwei gewerbsmäßige oft bestrafte acht japanischen Geisha aus Tolio, Herrn Arno, ist ein Vertrag zum AbTaschendiebe, verließen vor vierzehn Tagen das Zuchthaus zu schluß gebracht worden, wonach die acht Geisha von Sonntag, den 30. Juni, Sonnenburg und wanderten zu Fuß nach Berlin, um Arbeit zu ab in Geisha" am Central Theater auftreten und ihre Tänze fuchen". Da sie teine fanden, hungern aber auch nicht wollten, so ausführen werden. In der Sommeroper des Carl Weiß Theaters verlegten sie sich wieder auf ihr altes Gewerbe. An der wird im Laufe der nächsten Woche der Hof Opernfänger Herr Richard Mühlendamm Schleuse sammeln sich nun stets viel Menschen Rübsam vom Hoftheater in Dresden ein dreimaliges Gastspiel absolvieren. au, die zusehen, wie ein Kahn oder ein Dampfer durch- Herr Rübsam wird am Mittwoch als Wilhelm Tell, am Freitag als Graf geschleust wird. Diese noch nicht viel ausgenugte Gelegenheit in Figaros Hochzeit" und als Nelusko in der„ Afrikanerin" auftreten. erschien den beiden günstig. Sie hatten aber das Pech, daß gerade auch die Kriminalpatrouille da war, der besonders die Verfolgung Aus den Nachbarorten. der Taschendiebe obliegt, die daher ihre alten Leute kennt und für Die Charlottenburger Stadtverordneten Versammlung gedehnt, gegen lettere aber wieder eingestellt. Bei der Geltendihr Treiben ein besonders scharfes Auge hat. Als eben einer der beschäftigte sich am Mittwoch, in ihrer legten Sizung vor den Ferien, machung seiner Ansprüche an die Versicherungsgesellschaft hat der Langfinger, den der andre zu decken versuchte, einem jungen Mädchen mit der wichtigen Vorlage betr. die Verlängerung der Angeklagte auch einen Posten Goldwaren im Werte von 616 M. als das Portemonnaie mit 11 Mart aus der Tasche genommen hatte, Schlüterstraße. Die Schlüterstraße soll bis zum Knie ver- iein Eigentum bezeichnet und dafür die Versicherungssumme in wurden beide festgenommen. Der Bestohlenen konnte die den Dieben längert und dadurch mit den Hauptverkehrslinien des Stadtgebiets, Empfang genommen, obgleich er diesen Posten nur in Kommission hatte. Witterungsübersicht vom 27. Juni 1901, morgens 8 1hr. Barometerftand mm Wind: richtung Windstärke Wetter Dies wird ihm von der Anklagebehörde als Unterschlagung aus gelegt. Der Angeklagte bestritt mit Entschiedenheit nach jeder Richtung hin seine Schuld. Auf Grund der mehrstündigen Beweisaufnahme fam Staatsanwalt Bee d zu der Stationen vollen Ueberzeugung von der Schuld des Angeklagten. Er hielt die von den Polizeibeamten hervorgehobenen Verdachtsmomente für so beveiskräftig, daß er es für ausgeschloffen erachtete, daß der Einbruch von einem andern als dem Angeklagten selbst ausgeführt sei. Eminemde 763 WSW 6 bedeckt Vor Verkündigung Berlin Er beantragte 21/2 Jahre Gefängnis. Hamburg des Urteils fiel der Angeklagte plöglich in eine schwere Ohn Frants./M. 7700 macht und konnte auch durch die Kunst des herbeigerufenen Ge- München fängnisarztes Dr. Puppe nicht gleich wieder verhandlungsfähig ge- Wien macht werden. Die Verkündigung des Urteils wurde daher bis nächsten Dienstag vertagt. = Die Frommen in Weißensee. Pastor Luze in Neu- Weißensee hatte den Amitsvorsteher Feldtmann und den Hauptlehrer Trebbin sowie den Lehrer Eduard Rietsch wegen Beleidigung verklagt und Amtsvorsteher Feldtmann hatte Widerklage erhoben. Gestern sollte der Streit durch das Schöffengericht am Amtsgericht II entschieden werden. Es handelte sich um gegenseitige Reibereien gelentlich der im November stattgehabten Kirchenwahlen. Zwischen Pastor Luzze und Amtsvorsteher Feldtmann herrscht seit längerer Zeit eine gewisse Gegnerschaft. Feldtmann betrieb den Bau einer neuen Kirche, Luze durchkreuzte ihm den Plan und setzte den Ausbau der alten Kirche durch. Nun fanden im November v. J. die Kirchenvertreter- Wahlen statt. Pastor Luze bestimmte als Wahllokal die Aula der Gemeindeschule. Feldtmann beschwerte sich darüber, daß die Wahl nicht in der Kirche stattfinden sollte. Wegen der Kürze der Zeit ließ sich die Beschwerde nicht erledigen, obwohl das Konsistorium die Berechtigung der Beschwerde anerkannte. Der Wahlatt fand dann auch in Der Aula statt und wurde vom Amtsvorsteher Feldtmann geleitet. Dieser erwähnte bei Beginn des Wahlakts, daß selbst der Hofmarschall Freiherr v. Mirbach das Verhalten des Predigers Luze mißbilligt habe. Auch die beiden Lehrer, die beklagt waren, haben ein Urteil in der Kirchenbausache gefällt, welches für Pastor Luze nicht schmeichelhaft war. Der anscheinend sehr empfindliche Herr Pastor Luze strengte dieferhalb Privatklage an. Amtsvorsteher Feldtman erhob Widerklage, die er auf vermeintliche frühere Beleidigungen durch Pastor Luze zurückführte. Auch die beiden Lehrer haben den Pastor Luze in einem be: sonderen Verfahren wegen Beleidigung verklagt. In der gestrigen Ver: handlung gelang es aber dem Vorsitzenden, durch gutes Zureden einen Vergleich zwischen den Parteien zu stande zu bringen, dahin gehend, daß die Streitagt ein für allemal begraben werden soll. Die gegenseitigen Klagen wurden zurückgenommen und jede Partei trug die Hälfte der Gerichtskosten und die Gebühren der Verteidiger. Ober: Schöneweide. Sonnabendabend 812 Uhr bei Otto John, Wilhelminenhofstraße 18, Versammlung des Arbeiter Bildungsvereins. Vor: trag des Gen. Schlegel. Gäste willkommen. Regen Besuch erwartet Der Vorstand. Vermischtes. Der Mufifer- Steward Magers, der unter dem Verdacht, den Golddiebstahl an Bord Kaiser Wilhelm des Großen" begangen zu haben, verhaftet war, ist gestern abend, wie aus Bremer= haven gemeldet wird, aus der Haft entlassen worden. Der Verdacht gegen ihn hat sich, wie„ Boesmanns Bureau" erfährt, als unhaltbar erwiesen. In Oporto, wo die Pest vor zwei Jahren bei ihrer Einschleppung nach Europa zuerst auftauchte und lange gehauft hat, ist diese Seuche jetzt von neuem ausgebrochen. Heimlich muß sie dort schon einige Zeit herrschen, denn es sind bereits 12 Fälle amtlich fonstatiert worden, von denen 4 tödlich verlaufen sind. Nach den früheren Erfahrungen muß man darauf gefaßt sein, daß die Best sich in dieser Hafenstadt wieder einnisten wird; bei der leichten und kaum zu kontrollierenden Art ihrer Weiterverschleppung ist es die höchste Zeit, daß zu ihrer Abwehr energische Vorbeugungsmaßregeln getroffen werden. Auch aus Kapstadt werden drei neue Erkrankungen und sieben Todesfälle an der Best gemeldet. Fenersbrunft. Die Ortschaft Tapoluzafo im Veszprimer Komitat( Ungarn) ist niedergebrannt. Drei Personen sind in den Flammen umgekommen; auch viel Vieh ist verbrannt. Schwere Hagelschläge richteten in den letzten Tagen in den südlichen Komitaten Ungarns und in Siebenbürgen fortgesezt großen Schaden an. Der Bahnverkehr ist durch die Wegschwemmung von Brücken und Unterwaschung von Bahndämmen vielfach gehenimt. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Bublifum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 28. Juni. Opernhaus. Der Ring des Nibelungen. Götterdämmerung. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. Geschlossen. Neues Opern Theater( Kroll). Mamjell Angot. Anfang 8 Uhr. Jm Trianon Theater:" Lebende Lieder". Anfang 8 Uhr. Schiller.( Morwizz Oper.) 1 Die Hugenotten. Anfang 7 Uhr. Deutsches. Die Zwillingsschwester. Anfang 8 Uhr. Leffing. Die Kindsfrau. Anfang 8 Uhr. Berliner. Ueber unsere Kraft. ( 2. Teil.) Anfang 72 Uhr. Residenz. Das blaue Stabinett. Anfang 712 Uhr. Nenes. Gastspiel des Meßthaler: Ensembles. Die goldne Brücke. Anfang 8 Uhr. Westen. Lumpacivagabundus. An: jang 8 1hr. Secessionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 8 Uhr. Central. Die Geisha. Anfang 8 Uhr. Thalia. Geschlossen. Carl Weiß. Der Troubadour. Anfang 8 Uhr. Luisen. Geschlossen. Friedrich Wilhelmstädtisches. Spe cialitäten im Garten. Belle Alliance. 0 76623 7662 Temp. n. C. 5° 4° R. Stationen Barometers stand mm Winds richtung Windstärte Wetter 2 bedeckt Temp. n. C. 5151 5° C.-4° R. 16 13 aparanda 3 Regen 13 Petersburg 764 WNW 4 bedeckt 14 Cort 770 OSO 2 heiter 2 wolfent 15 Aberdeen heiter 14 Baris 770NO 1 wolfen! 15 2 hlb.bed. 18 Wetter Prognose für Freitag, den 28. Juni 1901. Zunächst noch fühl und ziemlich trübe mit leichten Regenfällen und frischen nordwestlichen Winden; später aufflarend und etwas wärmer. 769 Still 7679 Berliner Wetterbure ait. Marktpreise von Berlin am 26. Juni 1901 do nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. D.-tr. Startoffeln, neue, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg Welgen, gut " " mittel gering " " Roggen, gut " * Gerfte, gut mittel " " gering * pafer, gut do. Bauch Schweinefleisch 7, 5, 1,20 " " " 1,60 1.10 " mittel " Kalbfleisch gering " Hammelfleisch 16, 14,90 Butter 14,80 13,70 13,60 12,50 16,20 15,40 Eier 60 Stit Karpfen Aale 1 kg mittel gering 15,30 14,50 Bander 14,40 13,60 7, Hechte 6,66 Barsche 7,30 5,20 Schleie Bleie Krebse Nichtstroh den Grbsen Speiset ohnen Linjen 40, 25, 45, 25, 65,-30, * Frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 27. Juni. 2,60 2, 3,60 2,20 2,50 1,20 2,80 1,20 2,40 1,20 1,80 0,80 2,50 120 1,40 0,60 per Shot 18,3, " R. S. 28. 1. Ja. 2. Falls die Forderung nicht in der Zwischenzeit durch Ratenzahlung, Anerkenntnis oder sonstwie anerkannt ist, liegt Verjährung vor. P. K. 15. Ein Recht auf Namensänderung steht Ihnen nicht zu Legen Sie nochmals die an sich berechtigten Gründe in einer Beschwerde. an den Oberpräsidenten dar. F. B. 100. 1. Die Steuer haben Sie nur hier zu zahlen. 2. Etwa im Jahre 1898. A. G. 9. 1. Nein, nur der Schläger haftet für die Kosten. 2. Den Strafantrag hätten Sie schrift lich an die Polizeibehörde zu richten. Die Strafe tann in Geldstrafe von drei Mart an oder in Gefängnisstrafe bis zwei Jahren bestehen; voraus fagen läßt sich in solchem Falle nichts. 3. Leider nein. P. M. Nein. 23. R. 8/9. 1. Ersatzreservisten sind zum Dienst taugliche, aber aus irgend einem Grunde, z. B. Ueberzähligkeit, zurückgestellte Militärpflichtige. Die Ersatzreserpepflicht dauert 12 Jahre, vom Oktober des Jahres, in dem das 20. Lebensjahr vollendet ist ab, gerechnet. Die E. werden zu drei Uebungen eingezogen, von denen bie erfte 10, die zweite 6, die dritte 4 Wochen dauert. Nach 12 Jahren treten die E. in die Landwehr zweiten Aufgebots. 2. Falls Ihrer Reklamation stattgegeben wird, werden Sie aufgefordert, das zu viel Gezahlte an der Kaffe sich zu holen. Deffentliche Kassen haben in Preußen das Privileg, daß auch ihre Gläubiger sich das Geld holen müssen. R. 500. Ihren Verpflichtungen müssen Sie nachkommen. W. K. in Fr. Sie brauchen, da Sie den Schein nicht unterschrieben haben, nichts zu zahlen. Agenten für Vermittelung eines Kaufs, einer Stelle u. dgl. haben nur dann Anspruch auf Gebühr, wenn infolge der 1,60 1,30 1- Vermittelung der Kauf erfolgt oder die Stelle nachgewiesen ist. Anders liegt es, wenn ein Schein unterschrieben wird, der unter allen Umständen 1,60 1,20 die Gebühr verlangt. Aufwendungen, die der Vermittler durch Annoncen, 1,60 1,10 Bänge und dergleichen gehabt hat, sind nur dann zu ersetzen, wenn dies ausdrücklich vereinbart war. Hätten Sie den Schein unterDer Rat, der: schrieben, hätten Sie zahlen müssen, so nicht. artige Scheine nicht zu unterschreiben, ist durchans befolgungswert. Fischer. Solche Baugenossenschaften sind: Baugenossenschaft Freie Scholle"( Vorsitzender Baumeister Lilienthal zu Groß- Lichterfelde, Marthastraße 5) betrifft Terrains in Waidmannslust und Marienfelde, Berliner Baugenossenschaft( Vorsitzender Schrader, Berlin, Bureau Steglizerstr. 19) betrifft Häuser in Adlershof, Baumschulenweg, Hermsdorf und GroßLichterfelde, Berliner gemeinnüßige Baugesellschaft( Bureau Hollmannstr. 23) betrifft Wohnhäuser in Berlin, Berliner Spar- und Bauverein( Geschäftsstelle Sickingenstr. 7), Villen- und Landhaus Baugesellschaft HeimstättenAktiengesellschaft"( Linfstr. 4) betrifft Schlachtensee, Nikolsköe, Karlshorst und Malchow. Wegen der Bedingungen müffen Sie sich schon selbst an die Genossenschaften wenden. Bevor Sie einer solchen Genossenschaft beitreten, überlegen Sie sich, ob Sie das Haus in der Gegend stets gebrauchen und ob Sie unter allen Umständen die Bedingungen des Vertrags erfüllen können. R. 37. Das Blaumontagmachen ist in Bayern allerdings mit Strafe bedroht, das Münchener Oberlandesgericht nahm in seinem Urteil vom 15. Mai 1875 an, daß diese Strasbestimmung neben dem von Blaumontags= strafen verschonten Reichsrecht zu Recht bestehe und hat an dieser irrigen Ansicht festgehalten. Das Reichsgericht hat keine Entscheidung getroffen. Es fönnte mit der Frage allenfalls dann befaßt werden, wenn der Angeklagte auch wegen schwererer Dinge angeklagt ist oder wenn es sich um eine öffentliche Aufforderung zum Ungehorsam gegen den Blaumontags: paragraph handeln würde. Genossenschaft. Jede Forderung( nicht die Schulden, wie Sie wohl versehentlich schreiben), kann einem andern abgetreten werden. 2. K. 97. An die Polizeibehörde. Meegaring. Die das Militär- Pensionsgesetz angehenden Vorschriften haben wir seiner Zeit und neulich ausführlich gebracht. Die gesetzlichen Bestimmungen finden Sie zusammengestellt in der Mainummer der Fadel"( Luisen- Ufer 11). Wenn Sie eine bestimmte einzelne Frage beantwortet wiffen wollen, so stellen Sie diese. Die gesamten gesetzlichen Bestimmungen können wir unmöglich beliebig oft wiederholen.- C. 1., Charlottenburg. Am 1. Oktober cr. Reserve. Der Anspruch auf Unterstützung der Familien: angehörigen zu Friedensübungen eingezogener Mann ich aften ist bei der Gemeindebehörde des. Orts zu erheben, an dent der Einberufene zur Zeit vor der Uebung seinen gewöhnlichen Aufenthaltss ort hatte. Es genügt etwa folgendes Schreiben: An den Magistrat( Ges meindevorstand) von bis. Ich bin( war) vom zu einer Reserve ( Landwehr) Uebung eingezogen. Ich beanspruche für meine Familie die ihr zustehende Unterstüßung. Meine Familie besteht aus meiner Frau und Kindern. Die Kinder sind geboren: Hedwig ant... August am... usw. ( Datum, Name, Wohnung.) Der Anspruch erlischt, wenn er nicht spätestens binnen vier Wochen nach Beendigung der Uebung erhoben wird. Die Unterstützung beträgt für die Ehefrau 30 Proz, für jedes Kind unter 15 Jahren 10 Broz.( insgesamt aber für die ganze Familie höchstens 60 Proz. des ortsüblichen Tagelohns. Solche Unterstüßungen sind keine Armen: unterstützungen. Wo der ortsübliche Taglohn 3 M. beträgt, beträgt also der höchste Sat 1,80 M.; wo er 2,70 M. beträgt, 1,62 m. täglich. Getreide. Beffere Preis: meldungen aus Nordamerika und ganz besonders aus Frankreich ver: anlaßten am hiesigen Blaze Meinungsfäufe, die allerdings nicht gerade sehr umfangreich waren, aber dennoch bei dem Mangel an effettivem Angebot und der fortgesetzten Zurückhaltung der Abgeber für Lieferungen eine Erhöhung der Weizen- und Roggenpreise um 3/4 bis 1 M. zur Folge hatten. Diese Avancen blieben durch wesentlich mattere Preismeldungen aus Oestreich- Ungarn unbeeinflußt. Am Weizenmarkt waren besonders spätere Sichten gesucht. Roggenmehl fand flotten Absatz nach Bayern, Sachsen und Thüringen und notierte 5 Pf. höher. Hafer und Mais behaupteten bei ruhigem Geschäft ihre letzten Preise. Rüböl war 0,30 M. schwächer im Anschluß an mattes Paris und billigere Saatenpreise in Destreich- Ungarn. Schluß für Getreide sehr fest. Spiritus. Spiritus wurde int Kurse gestrichen. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7-9 1hr abends statt. P. 2. 20. Geldsendungen an die Streifenden in Nordhausen und Gunewalde fönnen Sie durch die Berliner Gewerkschaftskommiffion, Engel user 15, übersenden lassen. Daselbst erfahren Sie auch die Adressen, an die Sie direkt Gelder senden können. N. L. Die Hygiene- Ausstellung ist im Mai 1882 abgebrannt. 0426. Stellen Sie das mit Hilfe des Vertrauensmannes fest. Uns ist der Fall unbekannt. Radfahrer, Neanderstraße. Gauvorsitzender Karl Fischer, Berlin NW., Waldstr. 8.. Sandpapier 99. Sie können unbesorgt sein. Naether Fried. Es liegt feine Urkundenfälschung vor, weil Sie die Genehmigung des Bevoll: mächtigten annehmen konnten. F. H. 1. Ihnen liegt die Beweislast ob es fame also in erster Reihe auf einen Eid Ihrer Wirtin an. 2. DaE. 5. 18. Sie könnten gegen hilft feine Klage, nur faltes Blut. allenfalls etwas durch eine Vorstellung beim Bezirkskommando er reichen. J. W. 501. Ja. Rote Fahne 14. Die Kündigung ist gültig. M. H. Am ersten, also abends, etwa um 7, 8 Uhr. Ni. 44. War die Che vor dem 1. Januar 1900 in Berlin oder der R. 100. Zur Zahlung sind Sie verpflichtet. 2. K. Die am 21. er Mart geschlossen, so hat der verwitwete Ehegatte das Recht, innerhalb sechs folgte Kündigung ist gültig. Denn eine Kündigung ist gültig, auch wenn sie Wochen nach dem Tode seines Gatten. in gerichtlich oder notariell beist am in. K. 1. Die Summe glaubigter Form zu erklären: Mein.. verstorben. früher als am letzten zulässigen Tage erfolgt ist. ist mit erreichter Volljährigkeit fällig. Lehnt der Stiefvater die Zahlung ab, Anstatt der nach märkischem mir zustehenden Rechte wähle ich die„ Erbso fann gegen ihn auf Bahlung geflagt werden. 2. Die Frage ist ohne Kenntnis folge nach dem Bürgerlichen Gesetzbuch". Diese Erklärung ist innerhalb der des Urteils der betreffenden Testamentsbestimmung nicht zu beantworten. 6 Wochen dem Nachlaßgericht( Amtsgericht des Bezirks, in dem der Ver00. Mag, Christburgstraße. Falls ein wirklicher Kauf, nicht nur ein storbene zuletzt wohnte) einzureichen. Thut der Verwitwete dies rechtzeitig, Mietsvertrag( fog. Möbelleihvertrag) vorlag, ist die Forderung verjährt. so behält er sein Vermögen und erbt von dem Vermögen seiner Ehefrau 1/4 E. J. 155. Ihrer Mutter steht ein Anspruch auf Rückerstattung nicht den Rest erben die Kinder. Läßt er die Frist verstreichen, so erbt er nach zu, weil Ihr Vater Altersrente bezogen hatte. Westend 8. Das ist märkischem Recht. In diesem Fall hat er sein Vermögen mit dem Ver: möglich, aber, falls die Mutter nicht einen dahin gerichteten Antrag stellt, mögen zusammenzuwerfen, daß am Todestage der Frau da war. Vont höchst unwahrscheinlich. Malmö. Die Mutter könnte gegen den Sohn dieser Gesamtmasse erbt er eine, die andern Erben die andre Hälfte. End: auf Bahlung einer monatlichen Unterstützung flagen. 11. 10. Ihre Ge- lich kann er auch die Erbschaft ausschlagen. Zum Nachlaß gehören auch burtsurfunde und Ihre Militärpapiere werden bei der Heirat erfordert. die Schulden.. Carl Weiss.Theater Metropol- Theater. W. Noacks Theater. Schiller Theater Urania Carl Weiss- Theater ( Wallner Theater). Morwit- Oper. Freitagabend 72 Uhr: Die Hugenotten.s Gr. Oper in 4 Aften v. G. Meyerbeer. Sonnabendabend 72 Uhr: bei halben Preisen: Der Freischütz. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Populäre Vorst. bei halben Preisen: Martha, oder: Der Markt zu Richmond. Sonntagabend 72 Uhr: Don Juan, oder: Der steinerne Gast. Central- Theater. 8 Uhr. Heute Anfang Grmäßigte Preise. Zum 678. Mal: Die Geisha. Operette in 3 Aften v. Sidney Jones. Sonnabend, den 29. Juni, zum 679. Mal: Die Geisha. Sonntag, den 30. Juni, Anfang 72 Uhr: Gastspiel der 8 echten japanischen Geisha aus Tofio. Zum 680. Mal: Die Geisha. Im ersten und zweiten Aft Einlagen: 8 japanische Tänze, ausgeführt von den 8 Geisha. Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: ,, Malerische Wanderungen durch die Mark Brandenburg". Invalidenstr. 57/62. Tägl. Sternwarte. Sommer- Oper. 132. Der Troubadour. Anfang 8 Uhr. Freitag, den 28. Juni. Ringkämpfe Brunnenstraße 16. Täglich im Garten: Morgen: Zar und Zimmermann. unter dem Protektorat des Herrn Konzert, Theater- und Sonntagnachmittag 3 Uhr: VoltsVorstellung. Der Waffenschmied. Galerie 40 Pf., die übrigen Plätze 60 Pf. Abends: Die Jüdin. Im Garten: Konzert, Theater u. Specialitäten. Anfang 52 Uhr. Castans Panopticum. Schweizergarten Neu! Nen! Nen! Der Champion aller Billard künstler Prof. Léon Goffard aus Bruxelles tritt täglich auf um 12 Uhr vorm., 5, 7, 8 Uhr nachm. Lebende Photographien, die eiserne Jungfrau usw. Am Königsthor. Am Friedrichshain. Täglich: Prof. Reinhold Begas. Pons gegen Pienning und Sauerer. Hitzler gegen Petersen. Gambier gegen Koch. Petroff gegen Lassartesse. Bis zur Entscheidung. Specialitäten- Programm. Rauchen überall gestattet. Anfang 8 Uhr. Konzert, Theater, Speciali- Gossmann Konzertgarten täten Vorstellung und Ball. Sereuzbergstr. 48, on der Kazbachstraße. D Volksbelustigungen aller Art. Jeden Abend 10 Uhr: Moderne Don Juans. Zoologischen Reichshallen Garten Täglich ab 5 Uhr nachmittags: Apollo- Theater Militär- Doppel- Konzert. Sonnabend, 29. d. M.: Entree Mark. Die Schwabin Jubiläums- Vorstellung. Von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Hierauf: Das Bersprechen hinterm Herd. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Anfang 8 Uhr. Apollo. Specialitäten Borstellung. V Frau Luna. Anfang 8 Uhr. Passage Panoptikum. Speciali täten Borstellung. Fest- Ouvertüre. Zum 300. Male: 4 Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. FrauLuna Prater- Theater Ausstattungs- Operette von BoltenMusik von Paul Lincke. Bäckers, Paffage Theater. Damen Ring Carola- Steidl- Rieck tämpfe. Specialitäten- Vorstellung. Anfang nachmittags 3 Uhr. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Kröchert- Malkowska. Gastspiel des berühmten Kastanien- Allee 7/9. Täglich: Aus dem Volke. Urania. Taubenstr. 48/49.( 3m Luftballett Grigolatis. Somiters Paul Coradini, der Gebrüder 8 Uhr: Malerische Wanderungen durch Theatersaal) Abends die Mart Brandenburg. Jnvalidenstraße 57/ 6%. Vorher: Volksstück mit Gesang und Tanz in 4 Bildern. Auftreten der Excentric- Chansonnette Hedwig Döring, des Grotesque Damm, Afrobaten. The Garays, Nadgraphien. Konzert und Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Grosser Specialitäten- Teil. fahrer. Mr. Bartlings lebende PhotoTäglich abends von 5-10 15r. Souvenier- Verteilung. Numerierter Platz 50 Pf. Sternwarte. Kassenöffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Kalbo. Heute Freitag, den 28. Juni: Drittletz te Soiree der Stettin er Sänger vor ihrer Abreise nach Wiesbaden. Anfang 8 Uhr. Montag, 1. Juli: Erstes Gastspiel des altberühmten NeumannBliemchen mit seiner Gesellschaft. Specialitäten- Vorstellung. Amor" der macht es. Operetten- Burleske von W. Gerice. Musik von M. Schmidt. Jm Saale: Tanzkränzchen. Deutsche Konzerthallen. An der Spandauer Brücke 3. Im schattig. Sommergarten: Täglich: Internationale Künstler- Konzerte. Die Boeren- Kapelle. Neapol.Tarantella- Kapelle ,, Sacco!" Wiener Damen- Kapelle Raymond. Theater- Abteilung( KünstlerVariété) erstklass. Specialitäten. Von mittags 12 Uhr bis 3 Uhr nachm.„ Bürgerliches Diner". Preis pro Couvert 75 Pf. 4 Gänge. Puhlmanns Jeden Sonntag gr. Frei- Konzert und Vaudeville- Theater Ball. Montag und Donnerstag Hamburger Sänger( Steidl, Bohmer, Willi Wolff usw.) Jeden Freitag Norddeutsche Sänger. Bei ungünstiger Witterung im Saal. Nachher Kränzchen. Sanssouci Jim Garten: Täglich: Hoffmanns Nordd. Sänger und Konzert. Anfang d. Konzerts 5 Uhr, der Soiree 7 Uhr, Wochen: tags 6 Uhr, d. Soiree 8 Uhr. Entree 30 Pf. Sonntag, Montag und Donnerstag: Tanzkränzchen. Wochentags Vereinsbillets gültig, Tanz frei. Berliner Ulk- Trio F. Scheuer, Stralsunderstr. 1. Schönhauser- Allee 148. Täglich: Große Theater und Specialitäten- Vorstellung. Nur Kräfte ersten Ranges. Grosser Erfolg! Grosser Erfolg! Susanne im Bade. Große Ausstattungsoperette. Wochentags 5 Uhr. Anfang: Sonntags 4 Uhr. F. Lehmann, Direktor. Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferstr. 71. Hermann Imbs. Täglich: Großes Konzert, Theater- n. Specialitäten- Borstellung. Achtung! 6. Wahlkreis. Achtung! Achtung! Zimmerer. Agtung!| Arbeiter- Radfahrer- Berein ( Schönhauser Dorfkadt.) Vertrauensmänner- Centralisation.) Am Sonntag, den 30. Juni 1901, vormittage Punkt 10 the, im Am Sonntag, den 30. Juni, vormittags 10 Uhr, bei Herrn Cohn, Saal des Genoffen Wernau, Schwedterstraße 23: Benthstraße 20( gr. Seal): Volks- Versammlung. Ausserordentliche General- Versammlung Tages Ordnung: Die wirtschaftliche Krife, ber Beutezug der Junker und bie Bage der Arbeiterklasse. Referent Genoffe E. Rosenow. Zu dieser Versammlung ersucht um rege Beteiligung 219/15 Der Vertrauensmann. des Vereins der Zimmerer Berlins und Umgegend. Tages Ordnung: 99 Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, insbesondere meinen Kollegen und ihren Frauen meinen besten Dant für die herzliche Teilnahme und tranzspenden bet der Beerdigung meiner lieben Fraut. Berlin". Sonntag früh 6 Uhr n Potsdam( Glafer, Bran benb. Kommunikation 16). Mittag 2 Uhr Wannsee ( Fürstenhof, P. Krüger) beide Starts Kaiser Wil: 20926 helm- Gedächtniskirche. Donnerstag: Generalversammlung Gustav Kasporick und Kinder. Brauerei bei Wilke, Andreasstraße 26. Tages: 1. Fortsetzung der Diskussion über die Beschaffung von Mehreinnahmen. orbuung: Neuwahl des Borfianbes K. Gregory, 257/3 und der Fahrwarte. Gäste will 12/10 tommen! NB. Es wird gebeten, die Billets vom Gaufest abzurechnen. 2. Beschlußfassung. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Atung! Kürschner. Atung Heute, Freitag, abends 81% Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Sitzung der Orts- Verwaltung. Sonntag, den 30. Juni, vormittags 10 Uhr: Versammlung der Einsetzer im Gewerkschaftshaus, Engel- lfer 15, Saal Nr. 1. Tages Ordnung: 1. Bericht der Kommission und der Vertrauensmänner. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 106/1 Mitgliedsbuch legitimiert. Bu zahlreichem Erscheinen labet ein Die Kommission. Montag, den 1. Juli, abends 8 Uhr, im ,, Alten Schützenhause", Linienstr. 5: Grosse öffentliche Versammlung aller in der Kürschnerei besch. Arbeiter u. Arbeiterinnen Berlin8. Tages Ordnung: 93/14 Lieber jeder Freud' entsagen, Badstr. 67 u. Hochstr. 21-24, Defonom H. Bopel. Empfehle meine hocheleganten Säle, 300 Personen fassend, für Vereinsfestlichkeiten. 18400* Im Garten: Gr. Freikonzert. Herren- Anzüge, Paletots n. Maß, eleg. Ausführung, auch fertige Garderobe am Lager, liefert 1. Die Handlungsweise des Werfführers und Gemeindevertreters Als sich ohne wurm herumzuplagen. J. Kurzberg, Telzahlung gestattet. Wedeweyer den Arbeitern und Arbeiterinnen gegenüber, dazu das Urteil des Schiedsgerichts des Kreises Nieder- Barnim, unter Vorsitz des ReichstagsAbgeordneten Genoffen Stadthagen. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. Um pünkt: liches und zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vertrauensmann. Tischler- Verein zu Berlin. Sonnabend, den 29. Juni, abends 82 Uhr, bei Mörschel, Sonnabend, den 29. Juni, abends 8%, Uhr, im Lokal des Herrn Jüdenstraße 35-36: Kommissions- Sizung der Drechsler. Deutscher Buchbinder- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Bureau: Engel- Ufer 15, II. Fernsprecher: Amt VII. Nr. 162. Morgen, Sonnabend, den 29. Juni, abends 8½ Uhr: Dampfer- Mondscheinfahrt mit Musik nach Wilhelminenhof( Ober- Schöneweibe), verbunden mit Lipke, Melchiorftr. 15: Versammlung. Tages Ordnung: [ 199/5 1. Vereinsangelegenheiten. 2. Abrechnung vom Sommerfest in Kliems Sommer- Theater und Ausgabe der Billets zur Dampferpartie am 7. Juli nach Hessenwinkel. Die Mitglieder werden ersucht, ihre Billets rechtzeitig zu entnehmen, widrigenfalls dieselben an Gäste verkauft werden. Der Vorstand. Partei- Speditionen: Berlin vierter Wahlkreis O.: Robert Wengels, Große Frankfurterstraße 133, Hof part.- SO.: Paul Böhm, Stalizerstraße 35, born part. Sechster Wahlkreis( Moabit): Karl Anders, Salzwedelerstraße 8, part. im Laden. Wedding und Oranienburger Vorstadt: Emil Stolzenburg, Wiesenstraße 41/42. Gesundbrunnen: Wilhelm Gaßmann, Nachfolger Hermann Raschte, Grünthalerstraße 65. Rosenthaler Vorstadt und Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Kastanien- Allee 95/96. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sesenheimerstraße 1, Ede Deutsch- Wilmersdorf: Th. Müller, Goethestraße, b. I. Grossem Sommernachts- Ball. Berlinerstr. 132/133, rechter Seitenfl, und W. Ni del, Augustaftr. 3, v. I. Um 12 Uhr: Große Fackelpolonaise. Bon 3 Uhr ab: Gemütliches Kaffeekochen. Billet 75 Pf. für Hin- und Rückfahrt inkl. Tanz. Abfahrt präcise 82 Uhr von der Dampferstation" Jannowitz Brüde" ( Brückenstraße.) 25/6 Billets find noch bis morgen abend 6 Úhr in unsrem Bureau, fowie, falls noch Platz vorhanden, an der Abfahrtsstelle zu haben. Das Bureau und sämtliche Zahlstellen bleiben morgen abend geschlossen. Bahlreiche Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Konsum- Verein Berlin- Rirdorf. ( E. G. m. b. S.) Friedrichsberg Friedrichsfelde: Oswald Grauer, Berlin O., Frankfurter Allee 197. Grünau: Adolf Gündel, Köpenickerstraße 89. Rixdorf: Ostermann, Erfstraße 6. Schöneberg: Wilh. Bäumler, Apostel Paulusstraße 13, Quergeb. Hochp. Ober- Schöneweide: Otto John, Wilhelminenhofstr. 18. Nieder Schöneweide: Karl Weber, Cigarrengeschäft. Johannisthal: Paul Mann, Friedrichstr. 39, I. Adlershof: Emil Vollmann, Selchowstr. 14. Köpenick: Friedrich Woid, Schönerlinderstraße 8. Friedenau- Steglitz: H. Bernfee, Kirchstr. 15 in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. Mohr, Düppelstraße 8, und Fr. Schellhafe, Ahornstraße 15a. Baumschulenweg: Stod, Ernststraße 2, II. Neu- WeissenRummelssee: Heinrich Bachmann, Lehderstraße 1, part. links. burg: orgbert, Prinz Albertstr. 5 a. Außerdem ist sämtliche Parteilitteratur sowie alle wissenschaftlichen Am Freitag, den 28. Juni 1901, abends 8%, Uhr, im Lokal Werke bort zu haben. Auch werden Inserate für ,, Sanssouci", Kottbuserstraße 4a: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht des Borstands und des Aufsichtsrats. 2. Ersatzwahlen für den Vorstand und Aufsichtsrat. 3. Anträge: a) Abänderung der§§ 1-8-26-40 und 42; Neueinfügung des§ 9a. b) Der Verwaltung auf Stellung von Kaution seitens der Lagerhalter. c) Des Genossen Hoede= Berlin. d) Des Genoffen Möller Treptow. 4. Verschiedenes. 263/6 Der wichtigen Tagesordnung wegen ist das Erscheinen der Genoffen notwendig. Mitgliedsbuch legitimiert; ohne dasselbe kein Eintritt. Der Vorstand. J. A.: Hoede. Schultzki. Der Aufsichtsrat. J. A.: Müller. Denkbar grösste Auswahl. Feinste Mass- Anfertigung. [ 1711L* Jedes Wort: den ,, Vorwärts" entgegengenommen. Tel. Amt III. 1767. Bitte ausschneiden! Kinderwagen, portagen, Leiter und Ziegenbockwagen, Polsterbetten, Kinderklapp. ftühle, Triumphstühle, Krankens wagen für Erwachsene und Kinder, auch leibweise. Eiserne Bettstellen in jeder Größe. Größte Auswahl. Preise außergewöhnlich billig, auch Teilzahlung. A. W. Schulz, N. Brunnenstr. 95, vis- a- vis Hum boldthain a. Bahnhof Gesundbrunen. Verlangen Sie gefl. ausdrück lich Warms Magendoktor! W. 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