Nr. 149. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit tauftrierter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungss Preisliste für 1901 unter Br. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebayt beträgt für die sechsgespaltene Kolonels geile oder beren Raum 40 Pfg., für polittsche und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: „ Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Der radikale Kongreß. " Sonnabend, den 29. Juni 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. aber nichts an der Thatsache, daß die Radikalen zwei Jahre und fleidet und den Himmelweiten Abstand der noch Stehenden von den länger eine Regierung unterstützt haben werden, die mit dem famosen Bankrotteuren vollkommen„ beweist". radikalen Programım" ebenso respektlos umsprang, wie ein gewöhnliches radikales Ministerium. " " Judessen: das Geschwätz der Beschwichtiger mag die Banken vor dem Sturmlauf retten, der schon im Anmarsch war, die Reichsbank mit außerordentlichen Krediten mag zu diesem Ziele helfen, die Entwicklung der Krise geht ihren Gang, ja fic wird durch den Bankkrach, der die Unternehmungen lähmt, be schleunigt. Erst dann, wenn Elektricität, Eisen und Kohle die Liqui dation von der Hochkonjunktur zur Baisse überstanden haben, erst dann, wenn die leberproduktion durch Einschränkung überwunden ist, erst dann wird man das Leichenfeld der Krise überblicken können. Die socialistische Aufgabe ist die gewissenhafte Kritik der Krise als der offenbarsten Schwäche und Wunde der kapitalistischen „ Ordnung". Mögen die Toten ihre Toten begraben, die Interessenten ihren Interessen dienen, unser ist die ökonomische Kritit. * Paris, 25. Juni. Was man im freien Sprachgebrauch radikale Bartei" nennt, existiert in Frankreich seit etwa 20 Jahren, seitdem die zur Macht Also heraus mit dem Programm", dem vergessenen und vergelangten Republikaner ihr altes gemeinsames Oppositionsprogramm, achteten Aschenbrödel! Heraus mit der blank geputzten und neu dasjenige von 1869, über Bord geworfen haben, was zur Spaltung geflicten Parteifahne, die der Wählerschaft kund thun soll, daß die der republikanischen Partei in einen regierenden, opportunistischen Radikalen eine eigne, von dem Regierungsborn unabhängige Lebensund einen oppofitionellen, radikalen Flügel geführt hat. quelle haben! Eine Partei aber im wahren Sinne des Worts ivaren Auf der andren Seite wird die Regierungsmehrheit in den Neudie Radikalen ebenso wenig wie die opportunistischen Re- wahlen einem ebenso geschlossenen, wie durch das lange Fernbleiben publikaner: es fehlte ihnen bis zu den letzten Jahren selbst der von der Regierungsgewalt erbitterten Ansturm der Klerikal Keim einer Partei- Organisation mit einem festen Parteiprogramımı. melinistisch- nationalistischen Reaktion stand zu halten haben. Auf Wenn für die reinen" Bourgeoisrepublikaner, die so ziemlich un- den gouvernementalen Wahldruck aber dürften die Ministeriellen um unterbrochen am Ruder waren, die Regierungsorganisation, der so weniger rechnen können, als das Ministerium- ebenso wie jedes bureaukratische Mechanismus die Dienste einer Partei Organisation echt radikale Ministerium das noch von Meline und seinen reakTeistete, so suchten die Radikalen einerseits soweit als mög- tionären Vorgängern eingesetzte Präfettenpersonal so ziemlich un- Ju Dresden hat die Stadtvertretung sich mit der Lage der lich denselben Mechanismus in den eignen Dienst zu pressen, angetastet der Republik erhalten hat. dortigen Banken beschäftigt; unser Korrespondent schreibt uns während auf der andren Seite die moralische, d. h. niemand Also her mit der eignen Pariei, genauer, Wahl organisation! darüber: verpflichtende und doch thatsächlich entscheidende Leitung Dies in raschen Zügen die Ursachen, die die bisher einzigartige„ Die sächsische Bankkrise ist Donnerstagabend, wie bereits geihrer Partei" in der Hand der parlamentarischen Gruppen, genauer Erscheinung eines bürgerlichen Parteitags in Frankreich gezeitigt hat. meldet, im Dresdner Stadtverordneten- Kollegium Gegenstand einer der führenden Barlamentarier ruhte. Die letteren aber fannten Es war der erste Kongreß der Radikalen, der Gründungs- Interpellation geworden. Auf die Anfrage des Bezirksdirektors selbstverständlich einen andren Zwang, als die mitunter recht biffige, fongreß einer seit 20 Jahren als" Partei" angesprochenen Richtung. A h Ihelm, ob der Rat den beunruhigenden Gerüchten über die aber praktisch wirkungslose Kritik der radikalen Journalisten, die ihrer Selbstverständlich kann dabei von einem Kongreß nur in fehr Streditunivürdigkeit einer Anzahl weiterer Banken Glauben schenke feits nach eignem Gutdünken die Partei" leiten und mißleiten bedingtem Sinne die Rede sein. Die 700 oder 1000 Delegierten" und die städtischen Gelder den Privatbanken entzogen habe, ergriff vertraten entweder ihre eigne Person oder ihr„ Wahlkomitee"( eine der Oberbürgermeister Dr. Beutler das Wort zu einer Erklärung, aus Wahlagenten zusammengesetzte Gruppe), oder im besten in der er etwa folgendes sagte: Fall eine kleine schlummernde politische Gruppe bezw. Frei maurerloge. " fonnten. " In vier kurzen Plenarsigungen und zwei oder drei desto längeren Kommissionssizungen wurde die Partei gegründet". Der Hauptzweck des Kongresses, die Schaffung einer Wahl organisation, stach so aufdringlich in die Augen, daß von den vier Sitzungen drei diesem Zweck galten. Erst in der letzten kurzen Sigung wurde- an Stelle eines Programms! cine programmatische Erklärung" von Pelletan, dem Führer der Linksradifalen, namens der bestellten Kommission verlesen und vom Kongreß debattelos, dafür aber per Acclamation angenommen. - So bildeten die französischen Radikalen vielleicht das abschreckendste Beispiel einer zerfahrenen Parteigliederung. Ihre anerkannten„ Chefs" durften getrost als Mitglieder von Konzentrations" Ministerien oder auch als leitende Minister eines radikalen Kabinetts ihre eigene Partei verraten, ohne einen Verlust an Ansehen und Einfluß befürchten zu müssen. Die einfachen Parlamentarier und die Parlamentskandidaten kannten keine andre Richt schnur als die Rücksicht auf ihre Wahl oder Wiederwahl. Jede demagogische Strömung fand zahlreichen Zulauf aus den Reihen der radikalen Politiker, so des Boulangismus und teilweise des Nationalismus. Eine treue Abspiegelung des französischen Klein bürgertums, besonders in seiner Pariser Abart, taumelte die radikale Partei zwischen rechts und links, stets nur darauf bedacht, Hier die allbekannten Hauptpunkte der Erklärung": Kampf einige Brocken unmittelbarer, handgreiflicher Vorteile zu erhaschen... gegen den Klerikalismus, aber Vertagung auf unbestimmte Zeit Es ist ein von den Radikalen beliebtes und ihre eigene principielle der bom altrepublikanischen Programm geforderten Trennung Berfahrenheit tennzeichnendes Schlagwort, daß die Bourgeois- zwischen Kirche und Staat; Stampf gegen die hohe Spekulation" durch republikaner die„ Nepublik und die Demokratie verraten." In Wirk lichkeit bildet dieser Verrat" gerade die Existenzberechtigung einer Partei, die, ihrem inneren Wesen getreu, die Intereffen der von ihr bewußt vertretenen Bourgeoisie wahrnimmt. Der Vorwurf des Berrats trifft hingegen mit voller Wucht die Radikalen, die ja sich nicht nur auf die„ Republik" und die„ Demokratie" berufen, zu verhindern und„ den Arbeiter zum Eigentümer seines Werkzeugs sondern auch ihre Existenzberechtigung als Partei lediglich in der Wahrnehmung der republikanisch- demokratischen Interessen schöpfen tönnen. Diese Interessen aber wurden von ihnen systematisch verraten. Gefahr die Anwendung der( nicht angewendeten, weil unanivendbaren) Gesetze gegen die Agiotoge; Kampf gegen die Konzentration und Handhabung der großen Kapitalien" durch die allmähliche Verstaatlichung gewisser Monopole und öffentlicher Dienste"; sociale Reformen, die zum Zweck haben, die Entwicklung eines industriellen Feudalismus" zu machen", sowie ihm eine rechtmäßige Entlohnung" zu sichern; Steuerreformen, namentlich progressive Einkommensteuer, und zweijährige militärische Dienstzeit. " Näheres über die socialen Reformen" erfährt man nicht, nur die Altersversicherung, die eben in der Kammer auf der Tagesordnung steht, wird erwähnt. Dafür aber läßt der socialistische" Radikale laut die übliche Absage an den Kollektivismus und den ebenso üblichen Lobgesang auf das leidenschaftlich" geliebte individuelle Eigentum" ertönen. Die Erklärung" flingt aus in einem herben Vorwurf an das " Die Bankkrisis hat den Nat selbstverständlich mit großer Sorge erfüllt, zumal durch sie die Steuerkraft des ganzen Landes ver mindert erscheint. Nicht nur die besitzenden Klassen, auch die Arbeiterschaft wird von ihr betroffen. In betreff unsrer städtischen Finanzen ist kein Anlaß zur Beunruhigung vorhanden. Wir haben unser Geld nur bei den ersten Bankhäusern untergebracht: bei der Sächsischen Bank, der Deutschen Bauf, die an der Spitze der deutschen Banken steht, der Dresdner Bant und der Nationalbant in Berlin. Mit der Tegteren Bank find wir in Verbindung getreten, seitdem sie unsre Emission besorgt hat. Sie ist uns von der Reichsbant empfohlen worden. Daß die Dresdner Bank als kreditwürdig gilt, ist allgemein bekannt. Wir haben ja in der letzten Zeit dem widersprechende Gerüchte gehört. Diese Gerüchte sind aber unberechtigt. Die Deutsche Bank und die Reichsbank haben uns die be ruhigendsten Versicherungen über die Solidität der Dresdner Bank gegeben. Am Freitag erhielten wir die Auskunft, und ant Sonnabend haben wir darauf be: schlossen, unsre Depositen nicht zurückzuziehen. Wir hoffen auf Billigung unfres Verhaltens bei den Stadtverordneten.( Lebhaftes Bravo!) Mit der Leipziger Bant haben wir seit Jahren nicht mehr in Verbindung gestanden. Früher als sie noch solide geleitet wurde, war das anders. Je t befinden sich nur zwei Stiftungsfonds der Stadt in der Leipziger Bant. Sie sind als Depofiten nicht ge= fährdet. Unser Verkehr erstreckt sich vorwiegend auf die Süddeutsche Bank. Wir haben haben ihr fünf Millionen Depofitengelder anvertraut. Die Angriffe gegen die Dresdner Bank sind nicht ohne eine gewisse Absicht erfolgt. Die Partei, die vorgiebt, die Interessen der Arbeiterschaft zu schüßen, follte aber bedenken, daß solche Beunruhigungen des Kredits auch der Arbeiterschaft indirekt schaden. Baumeister Hartwig suchte in drastischer Weise die KreditWürde die geschichtliche Entwickelung mit der glatten und rafchen Logit eines Theorems vor sich gehen, die radikale Partei wäre schon längst, wie in einer Zwickmühle, zwischen den zwei aufeinanderprallenden Kräften der bourgeoisen und der proletarischen Partei restlos gerrieben. Immerhin hat auch der holprige und lang fame Entwickelungsgang allgemach den Radikalen den Weg zum Abgrund in sichtbare Nähe gerückt. Die Ministerium wegen dessen Schonungspolitik gegenüber den reaktionären fähigkeit der Dresdner Bank darzuthun, indem er mitteilte, er habe wurde zuerst natürlich von der Vorhut bemerkt, von Beamten. dem linken Flügel der Radikalen, dem der aufkommende Socialismus Man würde irren, wenn man annähme, daß dieses harmlose ihr erst am Tage vorher eine ziemlich hohe Summe überzunächst den Boden, d. h. die parlamentarischen Size streitig zu Programm auch von allen radikalen Kandidaten in den Wahlen be- geben. Er fand, daß der Wohlstand des Landes in keiner Weise Dank der kolossalen Aufmachen begann. Dieser Teil der Radikalen suchte sein Heil in der thätigt werden wird.| Nur in Punkto individuelles Eigentum" wird durch den Banktrach erschüttert sei. der Marine hätte die Hinzufügung des Beiworts socialistisch" zum eignen Barteinamen die Erklärung treu befolgt werden. Sonst heißt es: jedem Standi- träge zu Schiffsbauten feitens so entstanden seit 1898, seit den ersten großen Wahlerfolgen der daten muß die Bewegungsfreiheit gewahrt bleiben. Briffon hat die nächsten Jahre in Hülle und Fülle(!). Anderwärts deutsche Eisenindustrie Arbeit und Brot für Socialisten, die„ socialistischen Radikalen"( radicaux- socialistes). bas, ehe die Erklärung zur Verlesung kam, überflüssigerweise aus- feien die Arbeiter von ihren gemeinsamen Interessen mit der InDann kam die Konsolidierung des Ordnungskartells unter dem zwei bedungen und zwar zu Gunsten der mit den Radikalen zusammen- buſtrie- Entwickelung überzeugt, nur die guten Dresdner ließen sich jährigen Ministerium Meline( 1896-1898), unter dessen zielbewußt gehenden„ Gruppe Jambert", eines Mitteldings zwischen Radikalen buſtrie- Entwickelung überzeugt, nur die guten Dresdner ließen sich reaktionärer Herrschaft auch die zahmsten Nadikalen das bittere Brot und gewöhnlichen Bourgeoisrepublikanern. Die Sächs. Arb.- 3tg." hat die hier in Rede stehenden Artikel dem Beamten Apparat bekämpften Opposition Was die„ Organisation" betrifft, so wird sie provisorisch" bis effen mußten. Mit der Herrschaft des Ordnungskartells fiel andrer- zum nächsten Kongreß als ein centrales Wahlkomitee fungieren, das in bor dem Leipziger Krach gebracht. Eine fachliche Widerlegung der seits die Dreyfus- Krise zusammen, die die schwersten moralischen der Mehrheit aus Parlamentariern und sonstigen„ Erwählten" 3 der Arbeiter gegenüber der Krise haben wir andre Meinungen als dann mitgeteilten Einzelheiten ist nicht erfolgt. Ueber die Juteressen Verwüstungen in den Reihen der Radikalen anrichtete. Das quasi- sammengesetzt ist. Das ist immerhin ein Fortschritt gegenüber dem radikale Kabinett Brisson, das auf Meline folgte, und das nach ganz eigenmächtig entstandenen„ Aktionskomitee", das die Wahlen Herr Oberbürgermeister Beutler. Unser Korrespondent bemerkt in folgende gemischte radikal- opportunistische Kabinett Dupuy haben die von 1898 mehr oder minder leitete und übrigens diesen Kongreß ins dieſer Hinsicht: radikale Bartei und ihre Führer so weit abgenutzt, daß das eigen Leben gerufen hat. artig zusammengesetzte Kabinett Waldeck- Rousseau, welches auf die hergebrachten Regeln einer Ministerkombination feine Rücksicht nahm, zur Notwendigkeit wurde. Und gegenwärtig rücken die Neuwahlen zur Kammer( Frühjahr 1902) heran, die allem Anschein nach vom bereits zweijährigen Kabinett Waldeck- Rousseau geleitet werden dürften.... einer bon In der offiziellen Bezeichnung des Kongresses als eines republikanischen, radikalen und socialistisch- radikalen" ist treffend die Buntscheckigkeit der neugegründeten Partei ausgedrückt. Was ihren Zusammenhalt betrifft, so wird hierüber der nächste Kongreß entscheiden, der ihr erst eine wirkliche Organisation geben soll." Politische Uebersicht. Der Baufkrach. Berlin, den 28. Juni. von ihrem socialdemokratischen Hezblatt irre führen. " Der Direktion der Dresdner Bank wird diese Form der Erledigung der ihr höchst peinlichen Kritik ihrer Geschäftshandhabung nur willkommen sein. Sie kann sich nun weiter ausschweigen. Fein heraus ist auch die durch den Bankskandal start bloßgestellte fächsische Bourgeoisie. Von der Verantwortung, die sie als Organisatorin der Arbeit gegenüber den stellenlos gewordenen Arbeitern schuldet, sprach kein Mensch. Dafür wußte man aber die allgemeine Entrüstung der öffentlichen Meinung über die Bankverluste auf die Socialdemokratie abzuleiten. Die alte Geschichte vom Wolf und Lamm. Das memento mori der Neuwahlen hat nun die Organisationsbestrebungen der Radikalen beschleunigt und ihr Gewissen geschärft. Sie treten nämlich vor die Wählerschaft in einer eigentümlichen Lage: als die Kerntruppen des Ministeriums Waldeck- Rousseau tragen sie die volle Verantwortlichkeit für die Handlungen und In Leipzig ist auch der zweite Direktor Dr. Genzich ver Unterlassungen einer Regierung, in welcher nur zivei untergeordnete Obwohl noch immer die Folgen des Leipziger Banffrachs nicht ha ftet. Es scheint, daß die sächsische Justiz in diesem Falle radikale Minister fizen, an der kein einziger ihrer eigentlichen Ver- zu übersehen sind, haben die vereinten Anstrengungen aller interessierten energischer vorgeht, als es bei den Berliner Zusammenbrüchen der treter teilnimmt. Sie haben also alle Nachteile einer durch eine Mächte und die von der Reichsbank protegierte und unterstützte Fall war. In Leipzig ist sofort eine Beschlagnahme des Vermögens relativ lange Herrschaft abgenutzten Regierungspartei, trotzdem sie Solidarität der Großbanken den Sturm beschworen. Es ist einst der meisten( nicht aller?) Aufsichtsräte erfolgt. Auch find Hausnur indirekt, d. h. nicht immer wirksam die Politik der Regierung weilen etwas Ruhe eingekehrt; das Privatpublikum wenigstens ſuchungen vorgenommen, die kompromittierende Papiere zu Tage gebeeinflussen konnten. Mit andren Worten, fie laufen Gefahr, daß wird von der Börse nahestehenden Blättern wegen seiner fördert haben. Der Stadtrat Dodel, der in Amerita ist, hat seine Rückkehr ihnen alle Fehler und Mißgriffe der Regierung zur Last gelegt, Besonnenheit gelobt, die Nervosität gelobt, die Nervosität der Börse, die noch angekündigt; auch er gehört zum Aufsichtsrat. Der Stadtverordnetens während ihre Verdienste ihnen nicht zu gute geschrieben werden. andauert, wird getadelt, die schleichende Verleumdung wird Vorsteher, Kammerrat Frizz Mayer, ebenfalls Aufsichtsrat der Leipziger Es ist wahr, kein einziges radikales Ministerium hat auch nur gebrandmarkt, die verbrecherische Geschäftsführung der Ge- Baut und Mitglied des Vorstands der Fondsbörse hat sein Amt als so demokratisch regiert, wie das gegenwärtige Kabinett. Das ändert fallenen mit einem Fußtritt bedacht, der seinen Urheber vortrefflich Stadtverordneter niedergelegt. gramms geschrieben: 黃 Deutsches Reich. Herr Dr. Ruhland. " die Gesellschaften mit beschränkter Haftung zur Einkommensteuer zu befürchten mit Zu diesen Gesellschaften gehören ministeriumis Der Sturm auf die Banken hat nachgelassen, sowohl in Dresden Hamburg, 27. Juni.( Eig. Ber.) Der Patriotismus" der 1 Laufe dieses Sommers von seinem Amte zurüdtreten, und an feiner wie in Leipzig. Den in Verlegenheit gebrachten industriellen Ge- hamburgischen Geld und Pfeffersäcke zeigte sich in der letzten Stelle der bisherige Minister des großherzoglichen Hauses, Herr sellschaften ist die Hilfe der Großbanken zugesagt. Bürgerschafts- Sigung wieder einmal in seinem ganzen Glanze. Der v. Brauer, von dem auch die Generaldirektion der badischen Trotz alledem war die Börse am Freitag noch sehr nervös. Hamburger Senat hat ein neues Einkommensteuer- Gesez ausarbeiten Staats- Eisenbahnen ressortiert, zum Staatsminister ernannt werden. Der Uebergang der Kapitalien zu den Staatspapieren und damit und der Bürgerschaft vorlegen laffen. Die progressive Einkommen- Das Eisenbahn- Ministerium solle dann mit dem Ministerium der steuer, die Hamburg bisher schon hatte, ist beibehalten. Die Finanzen verbunden und beide in die Hände des bisherigen Finanzdie Steigerung der Kurse der letteren, die auch für Arbeiter Grenze der Progression ist bei Einkommen von 50 000 Mart ministers Dr. Buchenberger gelegt werden. Zu diesem Zeitpunkt werde organisationen von Bedeutung ist, setzt sich fort, festgelegt. Dagegen erhob außer dem Liberalen Dr. Wer dann auch der in letzter Beit viel angefochtene langjährige General eine Erscheinung, die allen Industriekreisen eigentümlich und natür unser Genoffe Stolten energischen Protest, indem er aus direktor der badischen Staatseisenbahnen, Eisenlohr, seinen Ablich ist. führte, daß Einkommen über 50 000 m. sehr wohl noch eine schied nehmen. Herrn Eisenlohrs Einfluß ist es in erster Linie In Zittau hatte die Löbauer Bant einen Sturm auszuhalten. höhere Besteuerung vertragen könnten und durch ein weiteres Hinaus zuzuschreiben, wenn das seit dem Amtsantritt v. Brauers angeschlagene rüden der Grenze der Progression die Steuer ja erst besonders lebhaftere Tempo der Reformthätigkeit in der Verwaltung unsrer ergiebig würde. Dafür solle man lieber die geringeren Einkommen Eisenbahnen die letzten Jahre hindurch wieder wesentlich verentlasten, so z. B. wie von Dr. Wer gewünscht, daß von Einkommen langsamt wurde. Sein Scheiden wäre deshalb im Interesse der bis zu 1000 M. überhaupt teine Steuer erhoben werde. Heftige Durchführung weiterer volkstümlicher Verkehrserleichterungen und Anfeindung fand die Bestimmung des Gesezentwurfs, nach der Verbilligungen warm zu begrüßen, wenn andrerseits auch ist, daß die Vereinigung des Verkehrsherangezogen werden sollen. demjenigen der Finanzen die fiskalischdie sich bisher unter andern diverse Kolonialgesellschaften. Der frühere Reichstags- bureaukratischen Einflüsse stärken würde, Abgeordnete Großreeder Boermann erklärte rund heraus: Die als größtes Hindernis jeder durchgreifenden Verkehrsreform eriviefen Kolonialgesellschaften würde man durch die Heranziehung zur Steuer haben. aus Hamburg vertreiben, wenigstens würden die Gefell- Die„ Badische Landeszeitung" glaubt zu wiffen, daß die Er schaften, an denen er beteiligt sei, ihren Siz nach Verlin öffnung des Landtags im laufenden Jahre einem früheren als dem bisher üblichen Zeitpunkte, also bereits anfangs statt Ende berlegen. Auch diesen Herrschaften sagte Genoffe Stolten einige bittere November erfolgen werde. Dadurch werde es möglich, einen erheb wahrheiten. Dazu rügte er unter Beibringung eines reichen lichen Teil des Budgets schon vor Weignachten fertigzustellen und die Bahlenmaterials die sonderbaren Praktiken der großen Attien- allerseits als Misstand empfundene Tagung des Parlaments bis in die Gesellschaften, die alle Jahre ungeheure und ungerechtfertigte Ab- heißen Sommermonate hinein zu vermeiden. In diesem Fall würde schreibungen vornehmen, um ein möglichst geringes Einkommen auch die Frist bis zur Vornahme der Wahlmännerwahlen bersteuern zu brauchen. So hat die Hamburg- Amerika Linie erheblich verkürzt und der Termin derselben in die legte Septemberim letzten Jahre 8 000 000 m. Dividende verteilt und für oder erste Oktoberwoche vorgerückt werden. Dann hätten die ParWie bei den Ab- teien mit der Inangriffnahme der eigentlichen Wahlagitation aller15 449 532 W. Abschreibungen vorgenommen. ichreibungen verfahren wird, geht daraus hervor, daß große Besitz dings keine Zeit mehr zu verlieren. stücke der Gesellschaft mit lächerlich geringen Preisen zu Buch stehen, Leichter bei St. Thomas mit zusammen 500 m. usw. Durch der so z. B. ein großer Lagerfchuppen in Montreal mit nur 1 M., zwei artige Machinationen wird der Fiskus um beträchtliche Steuerbeträge gefchädigt. Der Gesezentwurf wurde an eine Kominission verwiesen. " Aus München wird uns in Ergänzung unsers gestrigen TeleDie Münchener Post" antwortet auf die neueste Leistung des Herrn Dr. Ruhland. Unser Parteiblatt erinnert zunächst daran, daß der Herr Professor im April d. J. ausdrücklich erflärt hatte, es sei unwahr, daß er Mitte der neunziger Jahre Verbindung mit einem socialdemokratischen Blatte gesucht habe. Herr Ruhland giebt jetzt durch seinen letzten Brief an die Deutsche Tageszeitung" schon zu, wenigstens über die Sache geredet zu haben. Aber gegenüber dieser Darstellung erklärt der Verwalter der Münchener Post" nochmals Es ist unwahr, daß Herr Dr. Ruhland von Großtapitalisten- Kreisen" sprach, die bereit wären, eine litterarische Bewegung( die 1893 noch gar nicht existierte) mit Geldmitteln zu unterstützen. Er hat vielmehr direkt von Summen in beliebiger Höhe gesprochen, die er infolge feines Einflusses auf die Bismardschen Kreise beschaffen könne, wenn in der„ Münchener Post" Artikel zu Gunsten der Wirtschaftspolitik Bismarcks Aufnahme finden würden. ausdrücklich: " Jm 23. Landtags- Wahlbezirk( Wolfach- Triberg) ist in der Person Landtagstandidatur aufgestellt worden. Der Bezirk, bisher des Holzschnizers Frig Fleig eine weitere socialistisch terifal vertreten, umfaßt die wichtigsten Plätze der berühmten Schwarzwälder Uhrenindustrie. Versammlungsrecht in Ostpreußen. 1913 6 390 Es ist unwahr, daß Herr Dr. Ruhland dieses Anerbieten gelegentlich des Einkaufs von Schriften en passant vorbrachte. Ein Rekrutenschinder stand dieser Tage vor dem Ober- KriegsHerr N. ist sehr oft zum Einkauf von Schriften in der Expedition gericht des IX. Armeecorps zu Altona. Der Auflage lag Folgendes Aus Königsberg in Preußen wird ums berichtet: Windenmacherstraße 5 gewesen, wobei er längere socialpolitische zu Grunde: Am 15. November v. J. waren die Rekruten M. und B. Mit der Versammlungsfreiheit haben die Arbeiter im Städtchen Gespräche anknüpfte, deren Ziel immer darauf hinauslief, für die vom IX. Pionier- Bataillon zu Harburg angeblich unsauber zum Dienstag nit im Wahlkreise des Grafen Kanis eigentümliche Ers Bismarcksche Politik Propaganda zu machen. Dieses Bemühen angetreten. Der Corporalschaftsführer, Unteroffizier Biester, gab fahrungen gemacht. Im vorigen Jahre wurde in Ragnit nach ein Naum zu Bersammlungs gipfelte schließlich in einer Einladung zu einer Taffe Kaffee im deshalb den Befehl, die Corporalschaft solle die beiden Refruten mancherlei Verhandlungen ,, waschen", nahm denselben nachher aber wieder zurück, weil er Unheil zwecken gemietet. Gewißigt durch Erfahrungen, welche an Börsencafé, wo Herr R. mit seinem Anerbieten in oben ge- befürchtete. Als die beiden später aber auch beim Griffe floppen" andren Orten gemacht sind, wurde alles daran geſetzt, um de schilderter präciser Weise herausrückte. Nach der ebenso präcisen den Anforderungen des Unteroffiziers nicht entsprachen, gab er den Raum so herzurichten, daß er allen Anforderungen genüge, die die selbstverständlichen Ablehnung hörten auch die Ein- Befehl, M. und B. sollten unter Aufsicht eines Gefreiten 50mal Polizei stellen kann. Zu dem Zweck setzten sich die Mieter des käufe und Besuche des Herrn N. auf. Lonis Cohn. „ umgeschnallt" das auf dem Exerzierplaze stehende Leitertlettergerist Raums mit dem Polizeiverwalter, dem Bürgermeister, in VerIn dem langen Zeitraum nun, der zwischen dem neuesten auf und niederklimmen. Der Rekrut M. machte mit Erlaubnis des bindung. Als sie die Zusicherung erhalten hatten, daß AusBrief des Herrn Ruhland und den letzten Veröffentlichungen des Gefreiten einige Pausen, B. nicht. Auch wurde B. die Bitte, feinstellungen am Lokal nicht mehr zu machen seien, wurde zum Borwärts" und der„ Münchener- Post"( Mitte April) liegt, nahm der Seitengewehr abschnallen zu dürfen, abgeschlagen. Die Folge November vorigen Jahres die erste Versammlung angemeldet. Der Herr Profeffor zwar nicht die Hilfe der agrarischen Bresse in Anspruch. war, daß B., der früher schon an Herzklopfen gelitten hatte, Bürgermeister, der kurz vorher an dem Lokal nichts auszusetzen hatte, eine schwere Herzerweiterung davontrng, ant der er Wohl aber erschienen im Mai dieses Jahres zwei Münchener Freunde bis untersagte aber die Abhaltung der Versammlung; Gründe andes Herrn in dem Redaktionslokal der„ M. Post" mit der Mission, zum 30. April im Lazarett behandelt werden mußte. Diese schwere zugeben hielt er nicht für nötig. Es wurde sofort wegen des VerFolge hat man dem Unteroffizier Piester zwar nicht zur Last ge- sammlungsverbots beim Landrat Beschwerde geführt und gleichzeitig um eine Art Erklärung zu bitten, daß Herr Ruhland die Sache ja legt, weil eben B. schon vorher einen Herzfehler hatte, aber Piesker ersucht, den Bürgermeister anzuweisen, daß er mitteile, welche Aendedoch nicht so gemeint habe. In der Politik käme gewiß manches wurde vom Ober- Kriegsgericht zu acht Tagen Mittelarrest rungen noch vorzunehmen feien, um den Raum zur Abhaltung von vor, ehrenrührig sei eine solche Offerte doch auch nicht, aber die wegen unvorschriftsmäßiger Behandlung eines Untergebenen ver Versammlungen geeignet zu machen. Zweimal mußte das Landratsglatte Aufrechterhaltung unsrer Angaben sei dem Herrn Professor urteilt. Dagegen legte er Revision ein, und das Reichs Militär- amt an die Angelegenheit erinnert werden. Endlich Ende Januar sehr unangenehm. Die beiden Herren wurden aber natürlich mit der gericht bob richtig das Urteil auf, weil es allerhand Bedenken dieses Jahres schrieb der Landrat ganz kurz, die Beschwerde set Das unbegründet. Mit keinem Wort wurden die Gründe für Bemerkung abgewiesen, daß man leider nicht in der Lage sei, die bezüglich der Feststellungen des Vorderrichters hatte. Anfang Februar dieses Wahrheit zu Gunsten ihres Schüßlings zu biegen. Dies sahen die Oberkriegsgericht hat aber in erneuter Verhandlung Piesker wieder das Versammlungsverbot angedeutet. verurteilt, und zwar wieder zu der milden Strafe von 8 Tagen Jahres wurde beim Landratsamt eine an den Regierungsbeiden Abgesandten, deren einem übrigens die Dinge Mittelarrest, obgleich es in seiner Urteilsbegründung selbst jagt: präsidenten gerichtete Beschwerde eingereicht, in der unt fchon bekannt waren, ehe sie in der Frankf. 8tg." das Verfahren des Angeklagten, ungeübte Refruten 50 mal das Angabe der Gründe für die Untersagung der Versammlung veröffentlicht wurden, auch schließlich selbst ein. Und mit Leiter gerüst erklettern zu lassen, also insgesamt eine Höhe, die die mit den Hinweis gebeten wurde, daß ein Koalitions- und Ber der Klage: Hätte er doch den Mund gehalten!" ber- des Kölner Doms erheblich übertreffe, sei unerhört. sammlungsrecht in Preußen besteht. Bier Monate vergingen und ließen sie die Redaktion. tein Bescheid erfolgte. In der Zeit ging ein Genosse zweimal zum Landratsamt, um sich nach dem Stand der Angelegenheit zu erkundigen. Beide Mal wurde geantwortet, die Sache liege bei der Regierung in Gumbinnen. Anfang Juni ging ein ganz geharnischtes Schreiben an den Minister des Junern, Herrn v. Hammerstein, ab, in dem derselbe nach ausführlicher Schilderung der Angelegenheit ersucht wurde, etwas Zug in die Sache zu bringen. Der sehr verständliche Ton des Schreibens scheint auf den Minister den gewünschten Einworin zwar das Verbot der Versammlung für gerechtfertigt erklärt druck gemacht zu haben. Wenigstens tam schon am 12. Juni ein Schreiben des Regierungspräsidenten bei dem Beschwerdeführer an, wurde, in dem aber auch gleichzeitig angegeben wurde, Aendenebenbei bemerkt ganz geringfügigen weldje " " Deutscher Handelsverkehr mit Rußland und Oestreich. sprochene Statistit des Handelsverkehre mit Großbritannien die Statistik betreffend den Außenhandel Deutschlands mit Nußland in Sie bestätigen vollinhaltlich die Kritik, die wir aus inneren den vier letzten Jahren veröffentlicht. Dem umfangreichen Tabellen Gründen an der famosen Note Ruhlands übten. Es hat sich that wert geht eine kurze Besprechung der Entwicklung des deutschsächlich nicht um die Förderung der Interessen einiger um ihr russischen Handels im legten Jahrzehnt voraus. Der Special Eigentum besorgter Großkapitalisten, sondern um die schutz- Handelswert betrug 1900: zöllnerische Wirtschaftspolitik gehandelt. Und da diese einschließlich der Edelmetalle 716,5 Will. Mark, 824,9 Mill. Mark, in der Einfuhr: in der Ausfuhr: Bismardsche Wirtschaftspolitik und die Bismardsche Froude ihre einschließlich der Edelmetalle ausschließlich Organisation im Bund der Landwirte hatte, dem Herr Die Einfuhr aus Rußland hat 14,8 millionen Mart 2 Broz. mit Ruhland sich damals zur Verfügung stellte, so ist der Schluß und 50 Millionen Mark= 8 Proz. ohne Edelmetalle zugenommen, rungen alt dem Lokal vorgenommen werden sollen. Nach zwingend, daß auch die Geldquelle, aus der Ruhland die während die Ausfuhr 71,7 millionen Mark 18 Proz. mit, Münchener Post" zu speisen versprach, die Bundeskasse war, die 12,1 Millionen Mart= rund 4 Proz. ohne Edelmetalle ab- fieben Monaten und einer Woche und nach Beschwerdeführung durch alle Instanzen ist nun endlich mitgeteilt, was schon am Tage nicht nur das Centrum, die Konservativen und die Antisemiten zu genommen hat. berieseln strebte, sondern auch die Socialdemokratie, bei letterer des Berbots der Versammlung gesagt werden konnte. Man braucht allerdings ebenso erfolglos blieb, wie bei den andern Parteien in fich nicht den Kopf zu zerbrechen, um zu erraten, weshalb die Sache so lange dauerte. Einzelfällen höchst erfolgreich. Soweit die Mitteilungen unfres Münchener Parteiblatts, die im Notfall auch noch von andrer Seite in interessanter das Statistische Amit hat soeben im Anschluß an die bereits beWeise ergänzt werden können. " Durch seinen in der Deutschen Tageszeitung" veröffentlichten Brief hat sich Herr Dr. Ruhland auch noch nach andrer Richtung gehörig in die Tinte geritten. Er behauptet da, zu Gunsten der um ihren Mammon geängftigten Großtapitalisten die Herausgabe„ ruhiger gehaltener kritischer Schriften" durch die Partei empfohlen zu haben. Da er angeblich für diesen Fall auch die eventuelle Hergabe von Geldmitteln in Aussicht stellen konnte, so giebt der Herr Profeffor in aller harmlosigkeit zu, daß er bei diesem reinlichen Geschäft als Vermittler dienen wollte. Nun hat aber Herr Ruhland am 25. März 1901 in München in einer Versammlung über die Getreidezölle gesprochen. Und zwar war seine Rede hauptsächlich für die katholischen Arbeiter berechnet. Bei dieser Gelegenheit äußerte er laut Stenogramm unter stürmischem, minuten langem Beifall": 670,7 313,0 Haupt- Einfuhr waren aus Rußland sind Roggen, Bauund Rugholz, Gold, Eier, Gerste, Hafer, Weizen, Kleie, Flachs, Leinsaat, Haute und Felle, Delfuchen, Pferde, Gänse, Hanf, Kalb felle, mineralische Schmieröle, Borsten, Kautschuk und Guttapercha und Abfälle von Kautschukwaren. Haupt Ausfuhrwaren nach Rußland sind Maschinen, Eisenwaren, nicht besonders genannt, Edelmetalle, Baumwolle, Kohlen, Häute. Außer der Goldausfuhr hat auch die Ausfuhr von Stabeifen, Maschinen, Eck- und Winkeleisen, groben Eisenwaren, rohen Platten und Blechen aus schmiedbarem Eisen, wollenem Streichgarn 2c. bedeutend abgenommen. Ausland. Die Wahlen in Holland. Wie wir bereits im gestrigen Depeschenteil mitteilten, haben unfre Parteigenossen in Holland einen bedeutenden Sieg in den Stichwahlen errungen. Während sie in der vorigen Kammer vier Sige hatten, haben sie jetzt sieben Sie erobert. Dieser erheb liche Mandatserfolg ergänzt erfreulich den großen Stimmenzuwachs der jungen Partei bei der Hauptwahl. Auch dem Tabellenwert, das den Außenhandel Deutschlands mit Oestreich- Ungarn in den legten vier Jahren barstellt, ist eine furze Besprechung der Entwicklung des deutsch- östreichisch- ungrischen Der Liberalismus hat bei den Stichwahleu nicht so übel abHandels im letzten Jahrzehnt vorausgeschickt. Der Special- Handels- geschnitten wie bei der Hauptwahl. Aber die Tage seiner Majorität wert betrug 1900: in der Rammer sind dahin; Kleritalismus und Mittelstands"-Politik in der Einfuhr: in der Ausfuhr: Lösen die liberale Herrschaft ab. socialistische Für die einschließlich der Partei dürfte dieser Wandel in der Majorität heiße Kämpfe, aber Edelmetalle 724,3 Millionen Mart, 510,7 Millionen Mart, auch Aussicht auf noch schnellere Gewinnung der Arbeitermassen ausschließlich der bringen als bisher. Edelmetalle.. 704,4 " 486,3 " Die Fortschritte der socialen Arbeitsgemeinschaft sind heute fo gewaltig, daß diese Anforderung längst in reichstem Maße erfüllt fein tönnte, wenn nicht in dem Kapitalismus der Arbeit ein gefährlicher Feind erwachsen wäre, der in tausend ber gefährlicher Feind erwachsen wäre, der in tausend verschiedenen Formen es versteht, den früheren, gegenwärtigen oder fünftigen Arbeitsertrag in die Form eines Kapitalsgewinns umzuwandeln und in seine Tasche zu stecken.... Wenn heute die Im letzten Jahrzehnt war stets die Einfuhr aus Oestreich größer großen Emissionsbanken jährlich ungezählte Millionen an Gründergetvinn in ihre Tasche stecken, so ist das nichts andres, als eine der modernsten Auswucherungsformen der Arbeiter, mit der sich seltsamerweise die Socialdemokraten immer noch nicht befchäftigen. Die Einfuhr aus Oestreich- Ungarn ist gegen das Vorjahr um 6.1 Millionen Mart= 0,8 Proz. mit und 11,1 Millionen Mart gleich 1,6 Proz. ohne Edelmetalle gefallen, während die Ausfuhr 44,7 Millionen Mart= 9,6 Proz. und mit 36,4 mil. Mark= 8,1 Proz. ohne Edelmetalle gestiegen ist. · Das gesamte Wahlresultat ist folgendes: neue zweite Rammer zusammen aus 27 Liberalen, 25 Statholiten, Amsterdam, 28. Juni. Nach den Stichwahlen fetzt sich die 30 Protestanten, 7 Socialdemokraten, 8 Demofraten, 3 historischen Christen". Der linken Seite gehören 42, der rechten 58 Mitglieder an. Die Liberalen haben 13 Gige verloren, die Protestanten haben 8 und die Socialisten drei Sige gewonnen. Der Minister des Innern Borgefius und der Handelsministers Lely wurden zweimal gewählt. Die historischen Christen haben zwei Siß ge wonnen, die Katholiken und die Demokraten je zwei Sige ber loren. 020 Frankreich. als die Ausfuhr dahin; der Einfuhrüberschuß schwankt nach Abzug der Edelmetalle zwischen 139,1 und 265,6 Millionen Mark. Haupteinfuhrgegenstände bilden: Bau- und Nußbolz, nament lich rohes und gesägtes, Braunkohlen, Eier, Gerste, Ochsen, Malz, Aleie, Gold, Kühe, Bettfedern, Faßbier, Kleesaat, Leinengarn, Pferde, Aepfel, Birnen, Lederhandschuhe, Steinkohlen, Bücher, Kalbfelle, Sie alle haben den gleichen Feind an bekämpfen, näm- Hopfen, feine Schuhe, Jungvieh, Maschinen, Butter, feuerfester Thon, Paris, 28. Juni. Die Deputiertentammer feste heute lich den Kapitalismus." Gemälde, Eisenerz, Wein, Lohrinden. in ihrer Vormittagssigung die Beratung der Vorlage über die Jus Derselbe Herr Profeffor Dr. Ruhland also, der in öffentlicher Hauptausfuhrgegenstände sind: Kohlen, Bücher, Karten, Maschinen, validitätsversicherung der Arbeiter fort. Es wurde beschlossen, Versammlung zum Kampfe gegen den Kapitalismus aufforderte, Gold, Rohbaumwolle, gefämmte Wolle, Coats, Wollengarn, ladiertes, awei Abänderungsanträge des Deputierten Bienvenu Martin in Er möchte privatim dessen ärgsten Feind durch Bestechungen zum gefärbtes Leder, Handschuhleber u. a., grobe Eisenwaren, Edelmetall- wägung zu ziehen, wonach das Gesetz auch den ländlichen Schweigen bringen. Was werden dazu die christlichen Arbeiter waren, Rohwolle, Anilin- 2c. Farben, Sämereien, Bint, Gemüse, Arbeitern und den kleinen Arbeitgebern zu gute unbedruckte Wolltuchwaren, Häute und Felle zu Belzwerk, feine tommen foll. fagen? Dem bayrischen Centrum aber gratulieren wir zu dem hervor. Eisenwaren, Rindshäute, Rohtupfer, Stämmlinge, Flachs, Blasen, Därme. ragendsten Nationalökonomen der Gegenwart", den es sich an Herrn Ruhland gedungen haben will. Außerordentliche Frachtermäßigungen auf den Eisenbahnen will die Regierung den von der Mißerute betroffenen Provinzen vom 1. Juli dieses Jahres bis 1. Juli 1902 gewähren. An den Er mäßigungen sollen auch die Händler teil haben, denen diese Bergünstigung vom vorigen Handelsminister Brefeld bei früherer GeTegenheit nicht gewährt worden war. Spanien. Madrid, 28. Juni. Deputiertentammer. Silvela Ministerkrisis in Baden. Aus Baden wird uns geschrieben: berlangt von der Regierung Auskunft in der Angelegenheit der Seit dem im Frühjahr vorigen Jahrs stattgehabten Wechsel im jüngsten Vorkommnisse auf firchlichem Gebiete, beklagt sich über Ministerpräsidium bildeten die Gerüchte über einschneidende Ver Verlegung der Geseze und verlangt Achtung vor den Rechten Der Minister des änderungen in den obersten Beamtenstellen des Landes fort der Katholiken.( heftige Unterbrechungen.) während den Gegenstand der öffentlichen Diskussiou. In den Innern Moret erwidert, er heiße die Haltung der Be haben sich dieselben nun gu bestimmten hörden gut und fügt hinzu, die Katholiken tönten offen legten Tagen Breßmeldungen verdichtet, die eine in allernächster Zeit er- Rundgebungen rein religiöser, jedoch nicht solche politischer Natur Redner erinnert daran, daß unter konservativen folgende Neu organisation des Ministeriums in Aussicht veranstalten. stellen. Der hochbetaate Staatsminister Nod werde danach noch im Ministerien häufig Truppen die Straßen besetzt gehalten hätten und erklärt, die Regierung werde jedermann die Achtung vor den Gefegen aufzwingen. Die Sigung wird sodann, während im Saale große Aufregung und Lärm herrscht, geschlossen. England. der„ Tribüne" auch den letzten Rest unbegründeter Scheu abschütteln Gemisch dieser beiden Flüssigkeiten entsteht. Dabei befindet sich der wird, und bereits in den nächsten Nummern auch in dieser Hinsicht mit leichtere Stickstoff über dem schwereren Sauerstoff. Da der flüssige Ruhlandscher Deutlichkeit reden wird. Erst dann wird unser Ver- Stickstoff auch früher stedet als Sauerstoff bei 194 Grad Kälte, gnügen vollkommen sein. während der Sauerstoff erst bei 184 Grad Kälte wieder gasförmig London, 28. Juni. Das Unterhaus nahm nach längerer Der Partei- Ausschuß in Nürnberg, der aus Vertretern der wird so verdampft aus der Flüssigkeit beständig Stickstoff, bis sie Der Partei- Ausschuß in Nürnberg, der aus Vertretern der schließlich nur noch aus Sauerstoff besteht. Man kann das leicht Debatte den Paragraphen der Finanzbill, der sich auf den Kohlen- einzelnen Reichstags- Wahltreise besteht, befaßte fich am Mittwoch zeigen, indem man z. B. das rotglühend gemachte Ende eines Stahlausfuhrzoll bezieht, mit 211 gegen 125 Stimmen an. His mit dem Kompetenzkonflikt, der aus Anlaß der Gehaltserhöhung des stabs in die aufsteigenden Dämpfe hält; es find Stickstoffdämpfe, Be a ch führte im Laufe der Beratung aus, die Ansicht, daß englische Geschäftsleiters der Fränkischen Verlagsanstalt, Genossen Sydow, und daher erlischt die Glut sofort. Ist aber ein größerer Teil der Kohlen durch den Zoll von ausländischen Märkten ausgeschlossen zwischen der Preßkommiſſion und der Handelsgesellschaft entstanden Flüssigkeit verdampft, so bleibt das Ende glühend und wird sogar werden würden, sei lächerlich. Er habe Belege aus Frankreich, ist. Der Vorsitzende der Preßkommission, Genosse Stoßtopf heller, weil reichlich Sauerstoff darauf strömt; sehr bald ist der StidBelgien und Dänemark in Händen, daß er sagen könne, der Roll schlug folgende Resolution vor: würde den Konsumenten im Auslande zur Last fallen. Der Partei- Ausschuß erklärt sein Einverständnis mit den von der stoff völlig verdampft und nur noch Sauerstoff vorhanden, so daß bas Stahlstüd mit blendend weißer Flamme verbrennt. Aber wie Preßkommission am 21. Juni gefaßten Resolutionen. gesagt, die Gewinnung der flüssigen Luft in großen Mengen blieb u tener, und in den größeren Sauerstoffwerken wurde von diesem Verfahren abgesehen. Amerika. masi 妾 间: Valparaiso, 27. Juni. Gelegentlich der Präsidenten fo ahl fam es in der legten Nacht hier, in Concepsion und in Antofagasta zu Nuheftörungen. In Antofagasta feuerte die Polizei auf eine Anzahl Menschen, die zu Ehren Riescos einen Umzug veranstalteten; drei Personen wurden getötet, mehrere verwundet. Der Polizeipräfett wurde verhaftet. 916 Boeren- Erfolge.finding sid on Die Boeren haben einen kühnen und nicht erfolglosen Angriff auf die Stadt Richmond inmitten der Kapkolonie unternommen. Der „ Lokal- Anzeiger" berichtet darüber: pluim Die Kommandanten Malan und Smith griffen Richmond mit 300 Mann Dienstag früh an. Die Stadt wurde von Kapitän Hawkshaw mit einem Detachement von North Staffordshire- Miliz verteidigt. Das Fort war dem Feuer der Boeren schwer ausgesetzt, die jedoch keine Geschütze hatten. Die Boeren kamen bis 200 Meter an das von den Engländern gehaltene Gefängnis und hatten das Fort sicher unter ihrem Feuer. Ein Posten von elf Engländern, welcher eine andre Position in der Stadt hielt, tapitulierte um fünf Uhr nachmittags. Malan ließ den Kapitän Hawkshaw wiederholt zur llebergabe auffordern, doch dieser weigerte sich. Der Kampf dauerte zwölf Stunden. In der Nacht hörten die Boeren, daß englische Verstärkungen herankämen, fie zogen sich daher unter Mitnahme zahlreicher Beute zurück. Die Boeren hatten fünf Tote, sieben Verwundete, der englische Verlust wird verschwiegen." Präsident Krüger äußerte in Rotterdam verschiedenen Abordnungen gegenüber, der Krieg werde feineswegs mit dem Siege der Engländer aufhören, sondern mit dem Verlust der südafrikanischen Kolonien. Partei- Nachrichten. " Der Partei- Ausschuß hält die Aufstellung einer Geschäftsordnung und eines Regulative, eventuell auch die Abänderung des Gesellschaftsvertrags für erforderlich. die Die Jezt hat nim Professor Pictet, der unausgesetzt auf diesem Dieſem muß die genannte erfte Resolution der Preßkommission, Gebiete weiter thätig geblieben ist, weitere Verbesserungen an dem sowie die Bestimmung, daß alljährlich ein Teil der Preßkommission Gebiete weiter thätig geblieben ist, weitere Verbefferungen an dem Verfahren angebracht, wodurch eine billige Gewinnung des auszuscheiden hat, zu Grunde gelegt werden. Sauerstoffs und damit eine starke Verwertung in der Mit der Ausarbeitung wird eine Kommission, bestehend aus Judustrie von neuem in Aussicht gestellt erscheint. Am Donnerstag 3 Mitgliedern des Partei- Ausschusses, 8 der Preßkommiffion und erläuterte Prof. Pictet sein Verfahren in franzöfifcher Sprache in einem der Handelsgesellschaft betraut. der Urania zu Berlin. Er geht von flüssiger Luft aus, die beDie von dieser Kommiffion ausgearbeiteten Vorlagen find einer reits nach einem andren Verfahren gewonnen ist und sich in einem außerordentlichen Generalversammlung des Socialdemokratischen offenen Gefäße befindet. Aber man braucht nur geringe Mengen Vereins zu unterbreiten. flüssiger Luft in diesem Gefäße zu haben. In dasselbe wird nun Genoffe Scherm sprach der Breßkommission das Mitbestimmungs- ein spiralförmig gewundenes Rohr eingesetzt, deffen eines Ende mit recht ab, sie habe lediglich als Kontrollinstanz resp. als Schiedsgericht zu fungieren, wogegen Roßkopf geltend machte, daß in Berlin, einer Handpumpe verbunden ist, so daß man ganz bequem Luft hineinpumpen kann, die in dem Schlangenrohr durchaus Hamburg, Frankfurt, Stuttgart 2c. die Preßkommissionen ein Mit nicht auf besonders hohen Drud komprimiert wird. Trog bestimmungsrecht haben. Zur Gehaltsfrage bestritt Scherm, daß des geringen Druckes und der geringen Arbeit, die infolge dem Genossen Sydow bei seiner Anstellung bindende Versprechungen gegeben worden seien, es sei ihm nur von ihm( Scherm) und Herr Schlangenrohr durch die starke Abkühlung, die sie von der um deffen beim Bumpen aufzuwenden ist, wird die Luft im mann in Aussicht gestellt worden, daß die Summe von 3600 M. als Anfangsgehalt zu betrachten sei und daß später Zulagen gewährt Gude in ununterbrochenem Strome, so lange die Pumpe in Thätiggehenden flüssigen Luft erfährt, flüssig und fließt aus dem gebogenen werden sollen; ein bestimmter Betrag sei nicht figiert worden. feit ist. Einen Teil der so erhaltenen flüssigen Luft kann man zum Gesellschafter Verschner und Reuß betonten, daß fie Ersatz der verdampfenden ersten Quantität Luft benutzen; den Rest für Gehaltserhöhung gestimmt hätten, um nicht schon nach einjähriger Geschäftsthätigkeit einen Wechsel in hat man zu beliebiger Verwendung, und kann somit flüssigen Sauerer seine der Geschäftsleitung eintreten zu lassen, denn Sydow habe stoff der Industrie recht billig zur Verfügung stellen. Sauerstoff aber ist, wie Pictet passend bemerkte, das tägliche seine Forderung so bestimmt gestellt, daß ein Wechsel möglich geweien fei. Das Gehalt von 5000 M. sei durch Sydows den Feuerungen der Dampflefiel, der Lokomotiven und Dampfschiffe. Wechsel Brot der Industrie. Er befördert die Verbrennung der Kohlen in geschäftliche Tüchtigkeit wohl gerechtfertigt. Gen. Herrmann Er erhöht die Wirkung der Flamme für Leucht- und Heizzwede. bemerkte, daß die Handelsgesellschaft sich in einer Zwangslage be- Das letztere zeigte Professor Pictet in einer ganz eigenartigen Weise, funden habe, da Sydow erklärte, daß er sich moralisch nicht mehr indem er verschiedenen Flammen, z. B. den Auerlicht, der Acetylenfür gebunden halte, wenn seine Forderung nicht bewilligt werde. flamme, der Flamme einer gewöhnlichen Betroleumlampe, von außen Nach längerer Diskussion wurde die Sigung wegen vorgerückter reinen Sauerstoff zuführte, wodurch sie zu blendendster Helle ges Beit auf nächsten Mittwoch vertagt. langten. So tommt man mit Hilfe des Sauerstoffs, den man gerade durch Herabgehen bis zu den tiefsten Temperaturen gewonnen hat, zu den allerhöchsten Hizegraden, die wir auf Erden erzeugen fönnen. Die Zuführung reinen Sauerstoffs giebt nicht nur eine erhebliche Ersparnis an Bremmaterial, indem die Heizkraft der Stohle bedeutend erhöht wird, fie gestattet auch die Benutzung minder wertiger Brennstoffe, die gegenwärtig sehr zurückgetreten find. Mit wertiger Brennstoffe, die gegenwärtig sehr zurückgetreten find. Mit billigem Sauerstoff könnte man ferner Eisen, Stahl und Bronze mit Leichtigkeit schweißen resp. löten. Ferner würden die Herstellungskosten aller Chemikalien, die Sauerstoff enthalten, z. B. Salpetersäure und Schwefelsäure, bedeutend geringer werden. Gemeindewahlen. In Freiheit bei Osterode wurde in der der III. Wählerklasse ein Parteigenosse in den Gemeinderat gewählt. Er erhielt 98 von 162 abgegebenen Stimmen. Totenliste der Partet. Einer der langjährigsten und ältesten Die neue Kraft. Es war allerdings die höchste Zeit, daß Parteigenossen der Pfalz, der Cigarrenmacher Nicolaus Honeter endlich der Socialdemokratie ein Mann erstand, der num endgültig starb in Mandach, 64 Jahre alt. Der Verstorbene trat 1863 schon dem Allgemeinen deutschen Arbeiterverein" in Mannheim bei. Später, die Partei vor der sonst nicht mehr aufzuhaltenden Bersumpfung zu als dieser sich auflöſte, schloß er sich int Jahre 1869 den Eisenachern retten bestimmt und befähigt ist. Wir persönlich haben ein uni so Herzlicheres Bergnügen an dieser glücklichen Wendung durch des neuen an. Während der schweren Zeit des Socialistengesezes war er mit Redacteurs der einflußreichen Erfurter Tribüne" Fügimg, als einer der ersten, wenn es galt, Versammlungen einzuberufen, Schriften wir in dieser verheizungsvollen Kraft die staunenswerte Entwicklung zu verbreiten oder den Schandgeseze ein Schnippchen zu schlagen. eines unsrer Mitarbeiter mit einem gewissen Stolz begrüßen dürfen, Er erfreute sich allgemeiner Beliebtheit und die Genossen gaben ihm eines Mitarbeiters, der sich vordem nur durch freundliche Bu- in großer Bahl das legte Geleite. vorkommenheit auszeichnete, jezt aber mit üppig wachsenden Schwingen zu einer fast erhabenen Forsche gediehen ist. " Wo alles gerettet werden muß, darf natürlich der in jedem Betracht erziehungsbedürftige Vorwärts" nicht fehlen. Wir werden jezt tagtäglich von der neuen hydraulischen Kraft der„ Erfurter Tribüne" gehoben, und es wird geit, daß wir die uns und der Partei dermaßen erwiesenen Wohlthaten nicht schweigend begraben, sondern über fte öffentlich quittieren. Wir erlaubten uns vor zwei Tagen, gelegentlich der Ruhlandschen Note durch Anführung einiger historischer Erinnerungen die innere Wahrscheinlichkeit der Ruhlandschen Behauptungen zu bezweifeln. Unsere Wahrscheinlichkeitsrechnung hat sich nun zwar inzwischen als richtig erwiesen. Aber was beweist dies? Gar nichts! Die neue Kraft in der einflußreichen Erfurter Tribüne" macht uns gütig auf die unglaubliche Dummheit und Unwissenheit unsrer Beweisführung auf mertfam, an der allerdings nichts zu loben war als der fleine Nebenumstand, daß sie mit mit der Wahrheit übereinstimmte. Die neue Kraft gewissermaßen das hohe C der SocialDemokratie tonstatiert wohlwollend, daß es immer bedenklicher werde, wie der Vorwärts" in der Parteigeschichte Bescheid wisse oder vielmehr nicht Bescheid wisse. Unfre Ünwissenheit auf diesem Gebiet habe höchstens noch ein Gegenstück in unsrer Ignoranz über die franzöfifchen Vorgänge, die wir neuerdings nach Berichten der Kreuz- Zeitung" behandeln. Das ist richtig, nur ist es nicht ganz forrett. Nicht nur für Frankreich, sondern für alle Gebiete der Politik und des Lebens schöpfen wir unfre mangelhafte Weisheit aus der Kreuz- Zeitung" nur stimmt das„ neuerdings" nicht. Neuerdings können wir die wegen ihres großen Formats unbequeme Streng- Beitung" entbehren, weil uns ja die Erfurter Tribüne" inzwischen in der verjüngten Gestalt erstanden ist. Die Chinafreiwilligen wider Willen. In seinem Vortrage zeigte Pictet das Princip feiner Methode, indem er ein Schlangenrohr aus Glas benutte, um es in das Gefäß mit flüffiger Luft zu tauchen. Durch einen Projektionsapparat wurde ein genaues Bild, dem ganzen Publikum sichtbar, an die Wand geworfen, und während nun die kleine Pumpe arbeitete, fonnte man deutlich die Vorgänge im Schlangenrohr wahrnehmen. Die Kohlenfäure, die ja auch immer in geringen Mengen in der Luft enthalten Eine schlimme Botschaft ist den Reservisten zu teil geworden, ist, gefror bei der tiefen Temperatur und fiel in festen Stücken zu die fich im Vorjahre im ersten Abenteuerrausch des Khakizugs für Boden. Man bekommt also als Nebenprodukt auch die wertvolle feste China meldeten, damals aber nur vorgemerkt wurden. Jetzt, wo Kohlensäure. niemand mehr nach China will, macht man von ihrem damaligen Nach Pictets Angaben ist eine Anlage von 500 Pferdestärken im Anerbieten Gebrauch. Zahlreiche Reservisten sind dieser Tage durch stande, in 24 Stunden eine Million Subiffuß flüssigen Sauerstoffs zu einen Gestellungsbefehl für die ostasiatische Besatzungsbehörde erzeugen; dabei kann die doppelte Menge verdampfenden Stickstoffs überrascht worden. Nachdem sich viele von ihnen verheiratet auch aufgefangen und verwertet werden. Bei einer weiteren Aushaben und niemand mehr an die vorjährige Meldung führung der Pictetschen Ideen würden daher wohl viele Industries dachte, ist ihnen der Gestellungsbefehl zugegangen, weil auf Grund zweige einen fördernden Anstoß und manche Aenderung der Arbeitsder neueren Anfragen sich zu wenig Lente für den chinefischen weise erfahren können. Kriegsdienst gemeldet hatten. Die eingelegten Reklamationen werden zwar nach Möglichkeit berüdsichtigt werden, doch hat kein Mann Anspruch auf Zurüdstellung, da sich die Leute seiner Zeit ver pflichtet haben, auch für spätere Zeit friegsbereit" au sein. Anläßlich dieser zwangsweisen Verschickung von Freiwilligen" nach China ist daran zu erinnern, daß die ganze Besazungsattion der gesetzlichen Grundlage entbehrt. Gegen die Befehung Shanghais, deren Verfassungswidrigkeit wir wiederholt nachgewiesen haben, hebt mun China seinerseits Protest. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Zum Streik. der Barbiere. " Bt. Da die Arbeitgeber, welche. bewilligt haben, jetzt selbst ihre Geschäfte bekannt geben, so. ersuchen wir die Arbeiterschaft, bei diesen Meistern, welche Blafate aushängen haben, die Gehilfen nach der er grünen Kontrollfarte zu fragen und auch danach zu sehen, daß dieselbe ordnungsgemäß abgestempelt ist( jezt also die 26. Woche). Das„ Bureau Reuter" meldet darüber aus Shanghai: Wenn aber die Karte, nicht vorhanden. oder nicht abAuf Ersuchen Liukunyis stattete Taotai Scheng allen gestempelt ist, dann ersuchen wir die Arbeiterschaft, diese Gehiesigen Konsulu Besuche ab, um darauf zu bringen, dak, da alle schäfte streng zu meiden; vor allem aber darf tein Arbeiter das Geschäft eines Junungsmitglieds besuchen. fremden Streitkräfte Peking verlaffen, auch Shanghai ge Wir bitten die Arbeiterschaft, unsre Barbierstuben", räumt werde. Dem Vernehmen nach haben die Konsuln diese die alle von Geschäften, welche nicht bewilligt haben, umgeben sind, Frage ihren Regierungen zur Entscheidung unterbreitet. nach Möglichkeit zu unterstützen und für die Benugung derselben zu Wir hatten uns erfühnt, gegenüber Herrn Ruhland zu behaupten, Das Verlangen der Chinesen ist in jeder Beziehung durchaus agitieren. Streifende arbeiten, in folgenden Lokalen: daß es 1893 keine Programmstreitigkeiten und keine sanftere Richtung gerechtfertigt und zweckmäßig. Die willkürliche Garnisonierung Simonis, Beuthstr. 21. Bauer, Rosenthalerstr. 57. Preuß, gegeben habe, daß aber wohl die Agrarfrage diskutiert zu werden fremder Truppen in Shanghai fann nur dazu dienen, die Reibungen Neue Friedrichstr. 20. Hoppe, Ackerstr. 21. Diefe, Aderstr. 123. begann. Welche grobe Unwissenheit, ruft unser freundwilliger Gönner Rosin, Ruppinerstr. 42. Dierke, Schwedterstr. 33. Abendroth, aus! Gab es nicht 1891 und 1892 den Vollmar- Streit, und wurde zu verewigen. Badstr. 42/43. Wils, Burgsdorf, Ecke Wildenowstraße. Pfarr, Eine militärische Kritik des Rachezugs die Agrarfrage nicht erst 1894 aufs Tapet gebracht! Wir zerbrechen Butligstr. 10. Fabra, Quißow, Ede Havelbergerstraße. Luhm, uns nicht den Kopf, wie Behauptungen über das Jahr 1893 durch aus Washington berichtet Laffan: Rostockerstraße 12. Baumgarten, Königsbergerstraße 7. Matthes, Borgänge im Jahre 1891 und 1892 widerlegt werden; denn in die General Chaffees Bericht enthält eine bedeutende Kritik über Stoppenſtr. 41. Georgi, Frankfurter Allee 70. Schröder, Fruchts Geheimnisse des Socialismus als Tribünen- Wissenschaft ver- die militärischen Operationen in China. Daher hat sich das Kriegsstraße 83/84. Wilfe, Andreasstr. 26. Märtins, Langestr. 90. Achtermögen wir doch nicht einzudringen. Wir bekennen aber gern, ministerium entschlossen, den Bericht bis nach der Rückkehr des berg, Adalbertstr. 62. Salomon, Naunynstr. 65. Strüger, Naunyndaß wir unsre Behauptung aus zwei sehr trügerischen Quellen Kriegssekretärs Root zurückzuhalten. Inzwischen sind die unab- straße 6. Seidler, Muskauerstr. 14. Erbe, Gubrystr. 25. Bathe, geschöpft haben, erstlich aus unsren persönlichen Erinnerungen hängigen Berichte der Befehlshaber einzelner amerikanischer Ritterstr. 32. Staz, Dieffenbachstr. 31. Bachmann, Eisenbahnstr. 36a. eine zweifelhafte Quelle, die die der Mann der Erfurter Expeditionen, welche die britischen Operationen tritifieren, Sefgid, Staligerstr. 46a, Ede Laufigerstraße. Megner, StaligerTribüne" gottlob entbehrt und zweitens aus den als publiziert worden. Unter andrem erzählt General Wilson, straße 59. Schaller, Staligerstr. 125. Schumann, Tilsiterstraße 85. Fonds aller Unwissenheit bekannten Berichten des Parteivorstands. wie die Amerikaner sich geweigert hätten, an dem britischen Beschel, Petersburgerstr. 81. Richter, Mariannenstr. 41. Hampel, Schrieb doch dieser über die Parteivorgänge gänzlich ununterrichtete Plan teilzunehmen, Bataichow in Brand zu sehen, als Rache für die Baufiger Platz 10. Bartel, Bülowstr. 59. Parteivorstand in seinem Bericht für den Kölner Kongreß 1893 das Berstörung der dortigen Mission und des britischen Sommerquartiers folgende nieder:„ Der Parteitag im vorigen Jahre, welcher in der der Gesandtschaft. Gin zweiter Lieutenant Turner klagt die Briten Zeit vom 14. bis 21. September in Berlin stattfand, hat die Partei an, daß sie die Instruktionen, fich zu kooperieren, um den Gebirgs in voller Einigkeit gezeigt und den Beweis erbracht, daß die paß nahe von Bataichow einzunehmen, nicht erfüllt hätten. Wenn fachlichen und persönlichen Differenzen, welche zu fie diese Befehle ausgeführt hätten, so wäre die ganze chinesische den Auseinandersetzungen in Halle und Erfurt geführt haben, voll Streitkraft, ohne daß ein Kugelschuß gefallen wäre, gefangen geständig ausgeglichen waren. Die Partei tomte sich deshalb nommen tvorden. mit voller Kraft und ungestört durch innere Wirren der Bildung neuer Organisationen und der Agitation für unsere Grundsäge widmen." Diese Säße wird nun der Parteivorstand nachträglich infolge der Erfurter Belehrungen zurücknehmen müssen, Neues von der flüffigen Luft. Die Verflüssigung der Luft Ein Arbeitsvertrag der Spandauer Zimmerer ist fürzlich und der Vorwärts" wird es dann gleichfalls thun. hat die großen Erwartungen, die man anfangs von ihr hegte, nicht zwischen der Lohntommission und dem Arbeitgeber Verbande ver Ebenso haben wir unsere Ansicht darüber, daß bereits 1893 erfüllt. Als im Jahre 1877 gleichzeitig Prof. Pictet in Genf einbart worden. Danach beträgt der Stundenlohn 55 Pf. unter ( und nicht erst 1894) die Agrarfrage in Fluß kam, aus den und Cailletet in Paris die bis dahin für permanent( be- Beibehaltung der zehnstündigen Arbeitszeit. Ueberstunden und genannten beiden Quellen der Irrung gewonnen, denn in ständig) geltenden Gafe, Sauerstoff, Wafferstoff, Stickstoff, in den Nachtarbeit dürfen nur in dringenden Fällen geleistet werden und Dem gleichen Vorstandsbericht wurde es als eine der dringendsten flüssigen Bustand überführten, war dies eine wichtige wissenschaft find dann mit einem Buschlag von 5 Bf. pro Stunde zu vergüten. Aufgaben der Zukunft bezeichnet, den antifollettivistischen Bauern liche That, deren große Bedeutung dadurch nicht geringer Bei Waffer, Ramm- und Tiefbau- Arbeiten wird ein Zuschlag von schädel" zu gewinnen, und auf dem 1893er Parteitag stand, nach werden kann, daß zunächst an eine praktische Verwertung 10 f. pro Stuude bezahlt. bem nunmehr als falsch erwiesenen Protokoll die Frage der Land nicht gedacht wurde. Vor einigen Jahren gelang es bekanntDeutsches Reich. agitation bereits auf der Tagesordnung. lich, atmosphärische Luft, die ja im wesentlichen ein Gemenge Der Streit der Hamburger Kupferschmiede dauert unIn einem Punkte aber ist die neue Kraft der Erfurter von Sauerstoff und Stickstoff ist, in größeren Mengen zu verflüffigen, Tribüne" noch durch allerlei Rücksichten gebunden und verschüchtert. und es trat nunmehr der Gedanke an eine technische Verwertung verändert fort. Die Unternehmer schenen weber Kosten noch Mittel, Sie betont mur mit Ruhland, daß alle besigenden Klaffen ein Inter- fehr erheblich in den Vordergrund. Aber wie so oft bei neuen Er- um Streitbrecher von auswärts, sogar aus dem Auslande heraneffe daran haben, daß die Berfegung der Socialdemokratie von findungen mußte man auch hier die hoch gespannten Erwartungen zuziehen. Um dem vorzubeugen und die Arbeiter zu warnen, fei innen heraus fich vollziehe. Warum so schüchtern, verschleiert, an nicht unerheblich ermäßigen, da die Herstellung im großen Maßstabe hiermit barauf hingewiesen, daß der Buzug von Kupferschmieden nach Hamburg fernzuhalten ist. deutungsweise, von solcher Halbheit des Denkens? fich als zu teuer erwies. In erster Reihe war es flüffiger Sauerstoff, den man durch die Warum nicht gerade herausgefagt, daß Ruhland in der That Rum Nordhauser Streik. In Leipzig ist eine Centralstelle Recht hat, daß die tapitalistischen Geldleiher von 1893 in der Verflüssigung der Luft in Maffen zu bekommen hoffte. Wie schon eingerichtet worden, von der Händler und Wiederverkäufer bontottThat die jetzigen Programm- Diskussionen erzeugt und unterhalten gefagt, ist ja die Luft wesentlich ein Gemenge aus Sauer- freien Stautabat beziehen können. Die Geschäfte, in denen die haben? Wir hoffen in Ehrfurcht nnd Ergebenheit, daß die neue Kraft stoff und Stidstoff, so daß bei der Verflüssigung ein Konsumenten Kautabat von boykottfreien Fabriken erhalten, stud " " Kunft und Wissenschaft. Die selbständigen Mitglieder unsrer Organi fation befizen an Stelle des Blatats eine Bescheinigung, daß fie die Forderungen in allen Bunkten anerkannt haben. Da diese Inhaber feitens der Freien Vereinigung" nicht veröffentlicht werden, geben wir sie hiermit extra bekannt: Wermte, Usedomstr. 9. Wittkopf, Lorgingstr. 8. Müller, Bankstraße 32c. Otto, Rigdorf, Reuterstr. 23. madh Die Lohntommission. J. A.: K. Lubert. 10 dim by Durch Biatate gekennzeichnet. Es wäre wünschenswert, daß auch in und um die Vorschläge zur Errichtung und Konzessionierung einer einen kleinen Vorschuß zu überweisen, von dem er die Kosten der andren Städten das Beispiel Leipzigs Nachahmung fände, da auf neuen Herberge handelte es sich bei dem Nachsuchen einer Audienz Medikamente für die Kaffenmitglieder in Abzug bringt, so daß keine solche Weise die Durchführung des Boykotts wirksam unterstützt wird. für die besondere Deputation des sogenannten" Gewerkschafts- Barbezahlung erforderlich ist. Von mehreren Stassenvertretern wurden In Landshut( Bayern) sind die Bäcker am 27. d. M. in eine fartells. Daß die durchreisenden Handwerksburschen sich über Miß- verschiedene Einzelfälle mitgeteilt, in denen Apotheker anscheinend Lohnbewegung eingetreten. In 15 Betrieben wurden die Gehilfen- dee, über die wir der Oeffentlichkeit und allen Klassen der Bürger- kannte Erlaß des Polizeipräsidenten, nach welchem das Büchlein zur stände bei dem Magistrat selbst beklagen sollen, ist eine originelle gefezwidrig gehandelt haben. Einer lebhaften Kritik wurde der be= forderungen bewilligt, in 4 Bäckereien: vird gestreift. schaft das Urteil überlassen. Warum übrigens hat der Magistrat sparsamen Arzneiverordnung ohne nähere Angabe als nicht einwands Die Justiz gegen Streikende. Nachdem der lange und schwere feine ressortmäßigen Bedenken, wenn es sich um Arrangierung des frei bezeichnet und den Aerzten mit Strafverfolgung gedroht wird, Lohntampf, den die Harburger Gummi- Arbeiter geführt haben, Sedanfestes oder eines Festeffens zu Kaisers Geburtstag handelt? unterzogen. Es wurde angeführt, daß dieser Erlaß für die Apotheker beendet ist, kommen nunmehr die Nackenschläge, welche durch richter Gehört es nicht zu seinem Reffort, innerhalb der Stadt den Ge- zunächst günstig wirkte, daß derselbe aber feineswegs zutreffend ist. liche Auslegung von gefeßlichen Bestimmungen einzelnen Opfern des fahren zu wehren, die der Sittlichkeit der jungen, noch unerfahrenen Außerdem wurde mitgeteilt, daß eine nach Ansicht der Beteiligten Streits versetzt werden. Dieser Tage standen gleichzeitig neun Ar- Handwerksburschen in gewissen Herbergen drohen? begründete Beschwerde über das Verfahren eines Apothekers beiter vor dem Harburger Schöffengericht, weil sie für die Streifenden beim Polizeipräsidenten keinen Erfolg hatte. Um Klarheit über Sammlungen auf Listen veranstaltet hatten. Das Gericht erblickte die verschiedenen Punkte zu schaffen, sollen einzelne Fälle in diesen Sammlungen, obwohl nicht nachgewiesen werden konnte, Aus der Frauenbewegung. bis zur legten in Betracht kommenden Instanz verfolgt daß fie öffentliche waren, sondern sich nur auf die Kreise von Gewertschaftsmitgliedern beschränkten, eine nicht Das Frauenstudium in Italien. Die italienische Kammer werden. Auch die Rechnungen der Apotheker sollen einer genauen Prüfung unterzogen und bei eventuellen Ueberschreitungen der Tare hat mit bedeutender Mehrheit folgende Tagesordnung angenommen, Rollette und verurteilte acht der Beitragsammler zu Geldstrafen der auch die Regierung beitrat:„ Die Kammer fordert die Re- gegen dieselben vorgegangen werden. Außerdem ist beabsichtigt, von je 6 M. Gegen einen Zeugen, auf dessen Aussage hin der neunte Angeklagte freigesprochen wurde, beantragte der Amtsanwalt gierung auf, einen Gesezentwurf einzubringen, um die Frauen, die gegen diejenigen Apotheker, welche zur Lieferung für die Kaffen nicht neunte Angeklagte freigesprochen wurde, beantragte der Amtsanwalt bas Studium der Rechtswissenschaft absolviert haben, zur Ausübung alle Staffen zu liefern und Rezepte für Kaffenmitglieder anfertigen, fofortige Verhaftung wegen Verdachts des Meineids. Das Gericht ihres Berufs zuzulassen. Aehnliche Tagesordnungen sind bisher die Anzeige wegen unlauteren Wettbewerbes eventuell wegen Betrugs gab dem Antrage nicht statt. Auch diese Episode aus dem gewerkschaftlichen Kampf zeigt vierzehn Stimmen. Diesmal stimmten nur wenige Abgeordnete des zu erheben. Aus den übrigen Mitteilungen war zu entnehmen, daß erlaubte an den nötigen Handhaben fehlt, um selbst die harmlosesten und selbstverständlichsten Dinge, wie es die Streitfammlungen sind, zu verfolgen und zu bestrafen. machen will. Ansland. Centrums dagegen. Versammlungen. zugelassen, aber trotzdem Plakate aushängen, in denen sie angeben, für längere Dauer des Kampfes, dem sich seit einigen Tagen auch der Gewerksverein angeschlossen, eingerichtet hat und schon Beratungen über die weiteren Maßnahmen gepflogen werden. In der Vers fammlung waren vertreten 41 Orts-, 32 Hilfs, 11 Betriebs-, sechs In Porta( Westfalen) wurden sämtliche organisierte Zum Apotheker- Boykott. Die Krankenkassen- Vorstände und Innungs- und 6 Bororts-, insgesamt 96 Krantentassen. Glasarbeiter gemaßregelt. Es gewinnt somit immer Berwaltungsbeamten hielten am Donnerstag eine gut besuchte Vermehr den Anschein, daß der Ring der Glasflaschen- Fabrikanten eine sammlung in der Ressource, Kommandantenstraße, ab. Nach dem eine sehr gut besuchte Voltsversammlung statt, in welcher der In Weft- Reinickendorf fand am Sonnabend, den 22. Juni Kraftprobe zur Vernichtung der Glasarbeiter- Organisation Bericht, den Herr Dr. S. Freudenberg erstattete, ist der gegen Reichstags- Abgeordnete Rose now über das Thema:" Das Bauernwärtige Stand des Kampfs gegen die Apotheker und für die Kranken- und Junkertum im Lichte der Geschichte und der Kornzoll" referierte. faffen ein durchaus günstiger. Der von den vereinigten ApothekenAnd schiedenem" teilte der Vorsitzende Gramm mit, daß vom Aus der Schweiz. Im Kanton Tessin haben die Granit befizern gefaßte Beschluß, vom 20. Juni ab den Krankenkassen den Der Vortrag wurde mit großem Beifall aufgenommen. In„ Bersteinarbeiter wegen Mißachtung der Tarifgemeinschaft durch ihnen bis dahin gewährten Kredit zu entziehen und Arzneien an 1. Juli ab der„ Vorwärts", welcher jegt in Barteiregie die Unternehmer die Arbeit eingestellt. Sie fordern: Abschaffung Staffentrante nur gegen Barzahlung zu verabfolgen, hat den Kranken übernommen ist, den Abonnenten pünktlich zugestellt wird. Ferner der Accordarbeit, Minimalſtundenlohn von 38 Cts. für Handlanger faffen keineswegs geschadet. Die Kassenmitglieder haben sich sofort erläuterte er in längerer Ausführung die Notwendigkeit der Anund 10 Proz. Lohnerhöhung für alle übrigen Kategorien, Abschaffung dieser veränderten Situation angepaßt und den von der Central- schließung aller Arbeiter an den Socialdemokratischen Wahlverein, des Trucksystems( Kost und Logis), ausschließliche Benutzung des kommission bezw. den Kassenverwaltungen getroffenen Maßnahmen was den Erfolg hatte, daß sich eine große Anzahl neuer Mitglieder Vereins- Arbeitsnachweises. Der Streit der Bahnarbeiter bereitwilligst Folge geleistet. Der Umstand, daß die Apotheken aufnehmen ließen. Nachdem noch der Vorsitzende auf die gesperrten an der Linie Lausanne- Bern ist durch ein von der Regierung in diesen Beschluß inmitten der vom Verein zur Einführung der freien Lokale aufmerksam gemacht und die Beachtung der Lokalliste dringend Lausanne bestelltes Schiedsgericht dadurch erledigt worden, daß Arztwahl angebahnten Einigungsverhandlungen gefaßt und damit dasselbe den Zehnstundentag festsegte, sowie Stundenlöhne von den ganz selbstverständlichen Waffenstillstand in der schnödesten Weise empfohlen hatte, schloß er mit einem Hoch die imposante Ber30 Cts. für Mörtelträger, bis zu 55 Cts. für Schmiede und Stein- gebrochen haben, hat auch unter den Aerzten eine große Erbitterung fammlung. hauer. Sociales. hervorgerufen und viele Aerzte, die dem Stampf noch indifferent Die Centralschweigen beobachtet. Leipzig, 28. Juni.( W. T. B.) Jn der heutigen Sigung der hiesigen Handelskammer führte bei Beginn derselben der Präsident, Sommerzienrat Zweininger, folgendes aus: Wir stehen unter den Ausdrude der unheilvollen Katastrophe, die das wirtschaftlicheLeben nnsrer Staat und unfres Landes durch den Zusammenbruch der Leipziger Bank betroffen hat. Für uns, die berufenen Vertreter des Handels und der Industrie Leipzigs, ist dieses Ereignis besonders deshalb tief beklagenswert, weil dadurch das Vertrauen in die Solidität Leipzigs, auf welche wir sonst stolz zu sein pflegten, eine weit gehende Erschütterung erfahren hat. Wir dürfen jedoch die Zuversicht zu unsern Staufleuten und zu unsern Banten haben, daß fie ruhig und besonnen dieses besonnen dieses traurige traurige Ereignis in feinen Folgen Fleiße mehr denn je bestrebt sein werden, ihren Ehrenschild rein zu halten und das Vertrauen in unsern Handel und Verkeh wiederzustellen. Wir dürfen überzeugt sein, daß Leipzig diesen Schlag überwinden wird. Amerika. Die amerikanischen Steinflaschen Steinflaschen Fa- gegenüberstanden oder gar mit den Apothekern sympathifierten, sind Lehte Nachrichten und Depeschen. brikanten und Arbeiter haben eine gemeinschaftliche Vor- nunmehr auf die Seite der Krankenkassen getreten. Vom Leipziger Bankkrach. besprechung gehalten, um über Lohn- und Arbeitsverhältnisse im tommission hat für die Zeit der Einigungsverhandlungen die bereits Leipzig, 28. Juni.( W. T. B.) Die Meldung, daß das VerJahre 1902 eine Vereinbarung zu treffen. Die Arbeiter forderten in Aussicht genommene Herausgabe neuer Flugblätter, fowie die 10 Proz. Lohnzuschlag und wollten auf 20 Arbeiter einen Lehrling Ginberufung von Versammlungen 2c. vertagt und damit be- mögen der beiden verhafteten Direktoren der„ Leipziger Bank" Eyner gestatten, statt bisher auf 15 Arbeiter einen. Aehnlich verlief die wiesen, daß sie aufrichtig bemüht war, wenn möglich den und Dr. Genzsch sowie der meisten Aufsichtsmitglieder der Bank Konferenz der Arbeiter in der grünen Flaschenbranche. Ueber eine Frieden herbeizuführen. Durch den Beschluß der Apotheker und beschlagnahmt sei, ist unzutreffend. Ueber das Ergebnis einer heute giveimonatliche Ferienpause im Sommer 1902 waren beide Teile durch den unerhörten Bruch des Waffenstillstands war die Kommission vormittag vorgenommenen Haussuchung wird amtlicherseits Stilleinig. Sämtliche Flaschen, welche in Amerika in solchen Fabriten natürlich gezwungen, wollte sie nicht das Ansehen der Kaffen herabhergestellt werden, in welchen nur gewerkschaftlich organisierte Arbeiter segen, die Berhandlungen abzubrechen. Diese neue Kriegserklärung thätig sind, werden mit einem Stempel versehen. Kein organisierter der Apotheker wurde wohl von keiner Seite erwartet, zumal sie bei Arbeiter in Amerika kauft Bier oder Wein in einer Flasche, welche Beginn des Kampfs erklärten, als sich die Kassen auf die eventuelle nicht diesen Stempel trägt. Kreditentziehung einrichteten, daß sie die armen Kranken nicht für die Sünden der Vorstände büßen lassen wollen" und deshalb den Kredit nicht entziehen würden. Allerdings waren die Apotheker damals noch der Meinung, die Kassenmitglieder würden sich dem Vorgehen der Kassenverwaltungen nicht anschließen und sie könnten Lebensmittelpreise in Holland. Aus dem Bericht der die Mitglieder gegen die Vorstände aufheßen. Hierin haben sich die Handelskammer für Ruhrort teilt die" Rhein- Westf. Arbeiterzig." Apotheker gründlich getäuscht. Die Kassenmitglieder haben, wohl folgende interessante Stelle mit: wissend, daß der Stampf nur in ihrem eigenjten Interesse geführt " Die Verschiedenheit in den gesamten Wirtschaftsverhältnissen, wird, die damit verbundenen fleinen Unannehmlichkeiten außerdem aber das Fehlen von Zöllen auf wichtige gern in den Kauf genommen und auch die verschiedent- thunlichst beschränken und treu und gewissenhaft mit vollem Lebensmittel in Holland, gestalten das häusliche Leben dort lichen Chikanen der Apotheker ertragen. Beschwerden über die Maßum ein nicht unerhebliches billiger wie bei uns, zumal im rheinisch- nahmen der Kaffenverwaltungen sind bisher wenig oder eigentlich westfälischen Industriebezirk. Nachstehend eine vergleichende Zusammen gar keine zu verzeichnen und der ganze Groll richtet sich gegen die stellung der gewöhnlichen Ausgaben eines bescheidenen Hausstands Apotheker, welche den Kranken allerlei Schwierigkeiten zu bereiten von sechs Köpfen in Gelderland( Arnheimer Gegend) und im Nuhr- versuchen. In verschiedenen Fällen wurde den Kranken die vom bezirk: Arzt verordnete Medizin, entgegen den gesetzlichen Bestimmungen, verweigert, und ein Teil der zugelassenen Apotheker läßt die Kranten abfichtlich recht lange auf die Arzuci warten, um sie glauben zu machen, daß infolge des Boykotts der übrigen Apotheken eine UeberDaß dies in der lastung der zugelassenen vorhanden sei. That nicht zutrifft, ist bereits festgestellt und nachgewiesen worden, daß die Mehrproduktion einer zugelassenen Apotheke mur etwa 25 Prozent beträgt, so daß die behauptete Ueber lastung der einzelnen Apotheken durchaus ungerechtfertigt ist. Aber andrerseits ist erwiesen, daß die Droguengeschäfte einen bedeutenden Prozentsatz von der Lieferung der Arzneimittel übernommen haben. Karlsruhe, 28. Juni.( W. T. B.) Der Großherzog hat den Den Apothekern ist es also nicht gelungen, trotzdem sie nichts unversucht ließen und teilweise auch nicht einwandsfreie Mittel an- Reichsminister Dr. Nott auf sein Ausuchen wegen leidender Gesundwandten, den Kassenmitgliedern den Bezug der Arzneimittel aus heit unter besonderer Anerkennung seiner ausgezeichneten lang den Droguengeschäften zu verleiden. Durch die von der Central- jährigen Dienste in den Ruhestand versetzt. Der bisherige Minister tommission mit der Droguisten- Jmung unter der Leitung von Fach der Auswärtigen Angelegenheiten, v. Brauer, wurde unter Belaffung Lenten eingerichtete Kontrolle ist noch mehr die Gewähr gegeben, daß in dieser Stellung zum Staatsminister und Präsidenten des Staatsdie aus den Droguenhandlungen bezogenen Waren nicht minder ministeriums ernannt. Ober- Staatsantvalt Geheimer Obers wertiger find, als die durch die Apotheken bezogenen. Auch die Regierungsrat Freiherr von Dusch wurde zum Präsidenten des übrigen Bereinbarungen mit der Droguisten- Innung haben sich sehr Ministeriums der Justiz, des Kultus und des Unterrichts und Die Stassenmitglieder, welche den Preis für das Domänendirektor Reinhard unter Belaffung in dieser Stellung zunt gut bewährt. Medikament in den Apotheken nicht verauslagen können, erhalten von stimmführenden Mitglied des Staatsministeriums ernannt. den Mitgliedern der Droguisten Innung( die Mitgliederzahl der Junung hat in furzer Zeit um über 90 zugenommen) ohne Umstände einen entsprechenden Vorschuß. 3 Pfd. Nind- und Kalbfleisch mit Knochen 4 Speck, Schweinefleisch und Wurst Schmalz 1 " 3 " 4 " Mehl, Reis, Gerste und dergleichen Hülsenfrüchte 10 " Kochobst Für 5 Tage Gemüse und Salat Holland Deutschland . 1,35 M. 1,80 2,80 " " • 0,45 0,60 " " 0,42 0,51 " " 0,56 0,72 " " 0,60 " 1, " 0,75 " 1,50 " 35 Pfund Kartoffeln 0,90 1,20 B " Effig, Oel, Senf, Zwiebel usw. 0,40 0,40 " " 14 Liter Milch 2,10 2,52 " " 15 Pfd. Roggenbrot 1,32 1,86 " " 15 " Weißbrot 1,75 " 2,50 " 2 Butter " 2, " 2,50" 0,70 " 1/2 Pfd. Zucker 0,20 " 1, 0,15 " " 1 0,65 1,10 " " 3 Liter Petroleum 0,48 0,63" Seife, Soda usw. 0,50 0,50 " " 2 Centner Kohlen nebst Holz 2,40 2,20 . " " Käse, Eier, Heringe usw. Staffee( oder entsprechend Thee) Hierzu 1 Pfd. Tabak mittlerer Qualität 7 Liter Braunbier • • 19,33 m. 25,79 m. · 0,50 " 1, " " " 1,18 1,40 21,01 M. 28,19 M. Es spielt keine Rolle, daß kein Arbeiterhaushalt im stande ist, so viel fürs Leben pro Woche aufzuwenden; worauf es ankommt, ist der gewaltige Preisunterschied von über 33 Prozent, den die Rechnung aufweist. Und dabei geht man in Deutschland mit dem Plane unt, dem Volte das Brot noch mehr zu verteuern. Sehr schlechte Erfahrungen find mit einer Anzahl Apotheker gemacht worden. Von den zur Lieferung für die Krankenkassen zu gelassenen Apothekern haben 17 mündlich oder schriftlich die Verficherung gegeben, darunter der Apotheker Beutel, Landsberger straße 3, und der Apotheker Dr. Wedel, Schöneberg, Sedanstr. 3, erst vor ganz kurzer Zeit. daß sie den Kassen den Kredit nicht entziehen würden. Troz dieser Versicherung werden auch von diesen Leipzig, 28. Juni.( W. T. B.) Der vorläufige Ausschuß der Gläubiger der Leipziger Bank, der bis zur Wahl des endgültigen Ausschusses durch die Gläubigerversammlung in Thätigkeit tritt, ist wie folgt zufammengefeßt: Kaiserlicher Bankdirektor Staläne( Reichsbant), Direktor der Leipziger Filiale der Sächsischen Bant, Kotte, Direktor der Leipziger Filiale der Deutschen Bant, Herrmann, Vertreter der königlich sächsischen Lotterie Darlehnstasse, Oberfinanzrat Dr. Mehr, Direktor der Leipziger Hypothekenbank, Dr. Rothe sowie ein noch abzuordnender Bevollmächtigter der Großherzoglich SachsenWeimarischen Landesregierung. M Ministerschub in Baden. Ein mildes Urteil. Gießen, 28. Juni.( B. H.) Die hiesige Straffammer ver urteilte den großherzoglichen Amtsgerichtsrat Stammler aus Fürth ( Odenwald) wegen Bergehen im Dienst( Sittlichkeitsverbrechen) zu einer Geldstrafe und einem Verweis. Die Milde des Urteils ist darauf zurüdzuführen, daß ärztliche Autoritäten eine krankhafte Beranlagung bei Stammler feststellten. un den durch die Wettfahrten der Automobile veranlaßten Unglücksfällen entgegenzutreten. Gestern habe eine Wettfahrt von Paris nach Bordeaux stattgefunden, heute sei eine solche von Paris nach Berlin. Der Redner nimmt Bezug auf das Unglück in Reims. Walded- Rousseau erwidert, er hätte die Automobilwettfahrten nicht zugelassen, wenn es sich dabei nur um eine Frage des Sports und des Vergnügens handeln würde. Er habe sie aber dennoch nur ers laubt unter sehr strengen Bedingungen. Künftig werde er indessen eine Wettfahrt mehr genehmigen, welche eine höhere als die normale Geschwindigkeit des Verkehrs habe. Die Landstraßen werden künftig für Rennzwede nicht mehr zur beliebigen Verfügung gestellt werdent und Automobile, welche auf den Landstraßen verkehren, sollen künftig gehalten sein, sehr deutliche Nummern zu tragen.( Beifall.) Gegen die Automobil- Wettfahrten. Ach, äh! Schneidig! Das Gewerkschaftskartell in StaßApothekern Arzencien an Kaffentrante nur noch gegen Barzahlung Paris, 28. Juni.( W. T. B.) Deputiertentammer. furt, das rund 1200 organisierte Arbeiter vertritt, ist auf Grund verabfolgt. Nur ein einziger von diesen Apothekern hat sich formell In der heutigen Nachmittagssigung fragt Gauthier an, welche Maiz fortgesetter Klagen durchreifender organisierter Arbeiter über das und mit der Begründung, daß er sonst eine Konventionalstrafe von regeln der Ministerpräsident Waldeck- Rousseau zu ergreifen gedente, dortige erbergswesen zu der Ueberzeugung gekommen, daß 5000 M. bezahlen müsse, von seinem gegebenen Versprechen entbinden die Errichtung einer ordentlichen Herberge im Interesse der laffen. Angesichts dieser kaum glaublichen Thatsache wird die Central reifenden Kollegen dringend wünschenswert fei. Versuche um tommiffion weitere Maßregeln treffen und u. a. in Erwägung Abstellung der Mißstände bei den privaten Herbergen ziehen, ob die kassen nicht selbst, soweit wie möglich, waren erfolglos. Es faßte den Beschluß, beim Magistrat die Lieferung der Medikamente für die Mit durch eine besondere Deputation vorstellig zu werden, um diesem in glieder übernehmen sollen und insbesondere ob nicht der mündlicher Verhandlung die Uebelſtände vorzutragen und zugleich vom Profeffor 2. Lewin bereits angedeutete Weg, das Publikum einen Weg zur Abhilfe vorzuschlagen. Vorerst richtete natürlich das über die Selbstbereitung von Arzneien zu belehren, Kartell durch seinen Vorsitzenden ein Schreiben an den Magistrat, zu beschreiten ist. Allerdings ist die gegenwärtige Situation für die in welchem es unter kurzer Darlegung von Zweck und Gründen um Kasien günstiger als zuvor, und wenn die Kassenmitglieder so wie Gewährung und Festsetzung einer Audienz für die besondere Deputation bisher verfahren und weiter dafür sorgen, daß auch ihre Familien bat. Auf dieses höfliche Schreiben ist dem Kartellvorsitzenden folgende angehörigen nur die zugelassenen Apotheken benutzen und die frei Antwort zugegangen: gegebenen Mittel aus den Droguenhandlungen beziehen, so wird dieser Kampf zweifellos mit dem Siege der Kassen enden. Dem Bericht folgte eine längere Diskussion, in der von gutdas Vorgehen der Centralfommission Auf die Eingabe vom heutigen Tage wird Ihnen zum Be- allen Rednern scheide erteilt, daß wir keine Veranlassung haben, uns mit den geheißen und allgemein behauptet wurde, daß durch die Kredit jenigen Personen irgendwie einzulassen, welche sich hier als so- entziehung den Kaffen ein wesentlicher Vorteil erwachsen ist, schon genanntes Gewerkschaftskartell aufgethan haben und die Geschäfte dadurch, daß die Rezepte fofort einer Stontrolle unterzogen werden der Socialdemokratie besorgen. Ist Grund zu Klagen vorhanden können. Auch von diesen Rednern konnte konstatiert werden, daß die über Mißstände, mit denen wir uns überbaupt reffortmäßig zu Rassenmitglieder mit den getroffenen Maßnahmen völlig einverstanden Brüffel, 28. Juni.( W. T. B.) Die Kammter lehnte mit 88 befassen haben, so mögen die Geschädigten selbst sich an uns wenden. find, in legter Zeit sogar, nachdem sie über die Verhältnisse aufs Reinhard. geflärt, noch besser als vordem die Anordnungen beachtet haben. gegen 50 Stimmen, bei zwei Stimmenenthaltungen, den Antrag des Unser Halberstädter Parteiblatt, dem wir die Mitteilung ent: Der Vertreter der Charlottenburger Orts- Krankenkasse berichtete, daß Mitglieds der Fortschrittspartei Janson, ab, dahingehend, die Bes nehmen, liest dem mehr schneidigen, als socialpolitisch umsichtigen die dortige Kaffenverwaltung, nachdem die Einigungs- Verhandlungen fragung des Landes in Sachen der Einführung des allgemeinen und Herrn Oberbürgermeister sehr hübsch den Text, indem es unter resultatlos verlaufen sind, mit einem Apotheker einen Vertrag ge- gleichen Stimmrechts auf dem Wege des Referendums in Erwägung anderm sagt: schlossen hat, nach welchem derselbe für die Kassen sämtliche Rezepte zu ziehen. Haag, 28. Juni.( W. T. B.) ( W. T. B.) Nachdem das Ergebnis der Wunderbar find auch die Bedenken des Magistrats über seine mit 20 Broz. Rabatt anfertigt, die Handverkaufsmittel ohne Aufschlag Zuständigkeit im Herbergswesen. Der Magistrat ist die erste Instanz, abgiebt und die Medikamente den Patienten ins Haus liefert. Der Lichter- Wahlen zur zweiten Stammer endgültig bekannt geworden ist, steht die über Konzessionierung von Gastwirtschaften zu entscheiden hat, I felder Stasse ist von einem Apotheker das Angebot gemacht worden, ihm die Demission des liberalen Kabinetts unmittelbar bevor. Magistrat zu Staßfurt. Staßfurt, den 21. Juni 1901. Essen a. d. Ruhr, 28. Juni.( W. T. B.) In Neumühl bei Ruhrort wurde ein Kind von einem an der Rennfahrt teilnehmenden Automobil überfahren. Das Kind erlitt schwere Verlegungen. Paris, 28. Juni.( W. T. B.) Die Deputiertenkammer nahm mit 313 gegen 249 Stimmen das Vereinsgefet in der vom Senat angenommen Fassung an. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin Für den Inferatenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage. % 149. ts. mm Killlge des Lmillts" Kriiner WsdlM So«°dt°d.-9. ZMi 1991. Berliner Partei-Angelegenheiten. In der vorgestern veröffentlichten Liste der Vertrauens» ä m t e r der Partei befindet sich ein Fehler. Mitglied der Lokal- k o m nr i s s i o n für den Wedding und die Oranienburger Borstadt ist nicht Kaiser, sondern O. Wegener, Boyenstr. 4. Die Adresse des Pceßkommissions-Mitgliedes O. G r a u e r ist 0. 34, Frankfurter Allee 197. Die Lokalkommission von Adlershof giebt folgendes be- kanut:„In der Zeit vom 27. Juni bis 7. Juli findet auf dem Arbeiter-Turnplatz am Bahnhof, vor der„Paddenvilla", ein Volksfest statt, über welches vielfach die Meinung herrscht, daß es von der Arbeiterschaft veranstaltet sei. Wir machen darauf aufmerksam, daß dicS nicht der Fall ist und das Fest von �den Besitzern zweier gesperrten Lokale arrangiert und deshalb zu meiden ist." Uoksrles. Die Stadtverordnetenwahle» im Herbst. In der gestrigen Magistratssitzung wurden die folgenden zur Ergänzungswahl stehenden Gemeindewahlbezirke ausgelost, in denen nach dem neuen Kommunal- wahl-Gesetz, um die erforderliche Hälfte Hausbesitzer in jeder Ab- teilung zu erhalten, Hausbesitzer im Herbst gewählt werden niüsicn: In der I. Abteilung der Wahlbezirk 1. 6, 7, 13 und 15; in der II. Abteilung der Wahlbezirk3 und in der III. Abteilung die Wahlbezirke 4. 10, 11. 12. 22, 29, 32. 34. 36. 44. 45 und 48. Mit den schon am vorigen Freitag ausgelosten sechs Stadtverordneten. die sich einer Wiederwahl zu unterziehen haben, und den durch den Tod der Gewählten erledigten Mandaten sind somit 33 Stadtverordnete im Herbst zu wählen. Von den Wahlbezirken der dritten Abteilung die gegenwärtig durch unsre Parteigenossen vertreten sind, kommen in Betracht der 32.(Herzfeldt), der 44.(Th. Glocke) und der 43.(Pfannkuch). Zu dem Kampf um de» Kirchenbau, der nach dem Willen der Unternehmervertreter im Ausschuß der Landes-Versichernngsaustalt Berlin auf dem Grundstück der Heilstätte Beelitz errichtet werden soll, geht uns im Anschluß an den am Donnerstag veröffentlichten Sitzungsbericht noch eine Mitteilung zn, die über die Abstimmung noch einige recht interessante Einzelheiten bringt. Bereits am vorigen Sonnabend hatte sich die Baukommission des Ausschusses mit dem Äirchenbau beschäftigt und mit 4 gegen 1 Stimme beschlossen, dem Ausschuß zu empfehlen, daß er die Genehmigung des mit 52 700 M. abschließenden Kostenanschlags für den Bau ablehne. Darauf hatte sich der Ausschuß in seiner Sitzung am Dienstag mit der Angelegenheit zu befassen. Es waren sämtliche Mitglieder, 10 Arbeitgeber und 10 Arbeitnehmer zugegen, den Vorsitz führte Herr Richard Rösicke, der lautSatzung in dieser Eigenschaft bei Stimmew gleichheit über 2 Stimmen verfügt. Nach Erörterung der Angelegenheit kam es zur Abstimmung, und hierbei ereignete es sich, daß aus den Reihen der Arbeitgeber ein Mitglied erklärte, sich der Abstimmung enthalten zu müssen, da ihm die Angelegenheit noch nicht ge- nügend aufgeklärt erscheine. Somit waren, den Vorsitzenden Herrn Rösicke abgerechnet, nur acht Arbeitgeber für den Kirchen- bau zu haben, und die Arbeitnehmer wären in der Majorität gewesen. Doch diesem schon aufsehenerregenden Zwischenfall folgte ein zweiter; auch aus den Reihen der Arbeit- n e h m e r enthielt sich ein Mitglied, der Tischler Georg Seibt, der Abstimmung, so daß wieder Stimmengleichheit eintrat und der Vor sitzende nunmehr zu Gunsten des Kirchenbaues den Ausschlag gab. Die Stadtverordneten-Bersammlung hat den Magistrat um den Druck und die Veröffentlichung der Berichte von der Pariser Weltausstellung ersucht. Der erste Bericht, der den Stadt- verordneten zugegangen ist. ist der des Stadtrats Dr. Münsterberg über den internationalen Kongreß für Armenwesen und Wohlfahrts pflege, der in der vom Stadtrat Dr. Münsterberg herausgegebenen Zeitschrift für Armenwesen erschienen ist und durch Sonderdruck den Mitgliedern des Magistrats und der Stadtverordneten-Bersammlung zugänglich gemacht worden ist. Die Bestätigung der Wahl des Stadtrats Dr. Hirsekorn zum Stadtsyndikus ist aus dem Ministerium des Innern beim Magistrat gestern eingetroffen, während die des Stadtrats Kaufs mann, der vordem zum Bürgermeister gewählt worden war, noch nicht eingegangen ist. Bremsvorrichtungen an den ArbeitSfuhrwcrken. Zwischen dem Berliner Polizeipräsidium und den Aeltesten der Berliner Kaust Mannschaft finden gegenwärtig Verhandlungen wegen dem Erlaß einer Polizeiverordnung statt,»ach welcher sämtliche Arbeitsfuhrwerke vom 1. Oktober dieses' JahrcS ab mit Bremsvorricbtungen versehen sein müssen. Die Verordnung soll in Anbetracht des großen Ver- kehrS in den Berliner Straßen und der durch ihn hervorgerufenen Gefahr von Zusammenstößen ec. erlassen werden. Auch m den Städten Charlottenburg, Schöneberg und Rixdorf sollen später gleiche Polizei- Verordnungen geschaffen werden. Der Stadtrat Bail hat dem Magistrat angezeigt, daß er wegen Kränklichkeit zu Anfang des nächsten Monats sein Aint niederlegen müsse. An Stelle von Bail haben vorläufig die Stadträte Mugdan das Dezernat für Polizei und Feuerwehr, Dr. Münsterberg das für die Stiftungsfonds und Dr. Straßmann das für die städtischen Krankenanstalten übernommen. AuS der Stadt der Intelligenz. Im Südosten Berlins werden auf der Straße Handzettel folgenden Inhalts verteilt:„Auf Grund vieler Anerkennungen, welche mir zur Seite stehen, bringe icb hiermit zur gefl. Kenntnis, daß ich mit Erfolg Karten l e g'e. Tischklopfen mit Erfolg. Hochachtungsvoll Frau R., Oranienstraße. Auch Sonntags." Die neue Epoche der Weltgeschichte. Der Erfinder Herr Hermann Ganswindt hat, wie eine Lokalkorrespondeuz nieldet, Freitagabend an den Kaiser nach Kiel folgendes Telegramm gerichtet: „Kaiserliche und Königliche Majestät I Soeben habe ich Versuche betreffend die F I u g m a s ch i n e gemacht, welche ganz unzweifelhaft die Lösung dieses Problems nach meinem System experimentell dar- legen, wenn auch der endgültige Apparat jnoch nicht ganz vollendet ist. Damit diesem Moment eine neue Epoche der Welt- g«schichte beginnt, halte ich es für meine Pflicht, Eure Majestät allerunterthänigst von diesem wichtigen Ereignis in Kenntnis zu setzen. Ich würde hoch beglückt sein, wenn Ew. Majestät diese Experimente allergnädigst in Augenschein zu nehmen geruhten. Morgen werde ich das Kriegsministerium zu der in Aussicht gestellten Besichtigung einladen. In tiefster Ehrfurcht verharrt(gez.) Hermann GanSwmdt." Wenn bei dem Unternehmen nur nicht Herr Ganswindt selber in die Luft fliegt. Berlin eine rnssifche UnidersttätSstadt? Eine Korrespondenz weiß zu melden: Aus Anlaß der Studentenunruhen in Rußland sind daselbst bekanntlich scharfe Matznahmen ergriffen worden, um die Umtriebe der Studenten einzudäinmen. Diese Maßnahmen haben sich bis auf die großen deutsche» Universitätsstädte ausgedehnt, u. a. auch auf Berlin und Charlottenburg. Von verschiedenen Seiten wird uns nun mitgeteilt, daß man die Art und Weise, wie sich diese russischen Geheimpolizisten hier bewegen, nachgerade r e cht lästig empfindet. Die Herren verfolgen deu Zweck, die hier weilenden russischen Studenten zu überwachen und ihre etwaige Thätigkeit in nihilistischer Hinsicht zu ermitteln, soweit sie im Ver- dachte stehen, mit der Studentenbcivegung in Rußland enge Beziehungen zu unterhalten. Wie nun aus einzelnen Vorkommnissen ersichtlich, begnügen sich die Polizisten, denen man ihr Metier schon auf zwanzig Schritt Entfernung ansehen kann, nicht mit der bloßen Ueberwachung ihrer Schutzbefohlenen, sondern sie be- lästigen auch Deutsche, welche sie auf der Straße bis in die Häuser, ja in die Ga st wirtschaften hinein ver- folgen. Wie man sich in Charlottenburg erzählt, soll es schon vorgekommen sein, daß die Herren die Briefträger in den Hausfluren gestellt haben zu dem Zweck, sie auszufragen, von wo die russischen Studenten Briefsendungen erhalten. Unsre Stephansjllngcr dürften aber sicher den Verlockungen nicht unterlegen sein. Unwill- kürlich mutz man sich aber angesichts der Belästigungen fragen, ob die russische Regierung wirklich in Berlin einen Sitz etabliert hat. Die Automobilrcnnfahrten Paris— Berlin und umgekehrt scheinen zu einer öffentlichen Gefahr ausgeartet zu sein, vor deren Wiederholung man sich hoffentlich hüten wird. Auch vom gestrige» Tage werden eine ganze Anzahl Unglücksfälle gemeldet. So aus Aachen: Graf PSrigord, der gestern in Aachen als Viertbester eingekommen war, ist schwer erkrankt und mußte die Weiterfahrt aufgeben. Mehrere Wagen erlitten infolge des starken Nebels Defekt. Am Aachener Start erschienen früh nur 75 Automobilisten, alle übrigen sind auf dem Wege Paris— Aachen zurückgeblieben. Ein späteres Telegramm besagt: Die Zahl der hier ein- gelaufene» Automobilwagen hat sich noch um 8 erhöht. Von de» insgesamt eingetroffenen 81 Wagen sind 78 weitergefahren, drei sind wegen Beschädigungen hier zurückgeblieben. Leider sind die Unglücksfälle nicht auf die Teilnehmer der Rennfahrt allein beschränkt geblieben. Bei der Wettfahrt stießen, wie aus Düsseldorf gemeldet wird, an der Kontrollstation im Nachbarorte Oberkassel die Wagen 4 und 6 zusammen. Dabei gerieten die Fahrzeuge ins Publikum, wodurch ein Knabe schwer verletzt wurde. Die beiden Wagen konnten die Fahrt fortsetzen. Aus M e i d e r i ch bei Nnhort wird jedoch folgender Unglücksfall berichtet: Der Autoniobilwagen Nr. 9(Pinson) stieß hier mit einem Wagen der elektrischen Straßenbahn zusammen. Dem Straßenbahnwagen wurde der Vorderperron eingedrückt, das Automobil ist unbrauchbar. Personen sind nicht verletzt. Was die Entfernung anbetrifft, welche die Rennfahrer in den drei Tagen zurückzulegen haben, so betrug der Weg: bis Aachen 465 Kilometer, bis Hannover 445 KiGmeter, bis Westend 297 Kilometer, so daß für heute nur noch die kleinste Strecke zu fahren übrig bleibt. Die Ankunft der Touristen und der Rennwagen der Fernfahrt Paris— Berlin erfolgt heute früh von 9 Uhr ab auf der Trabrenn- bahn Westend, wo große Tribünen für die Zuschauer errichtet und Bequemlichkeiten für die Fahrer getroffen werden. Zur Ankunft der Automobil-Rennfahrer am Sonnabend sind auch sonst umfassende Vorbereitungen getroffen. Heutigen nach- mittags um 3 Uhr crfolgf der Zug durch das Brandenburger Thor, den südlichen Teil der Linden, die Universitätsstraße entlang nach der Kaiser Alexander-Kaserne. Hier wird der Zug aufgelöst; die Fahrzeuge werden teilweise in die Automobilausstellung, teilweise in die alte GardeS du Corps-Kaserne übergeführt. Ucber die Ermordung eines Handlnugslehrlings Wilhelm Lange aus der Königsbergerstraße auf der Chanssee bei N e u t o m i s ch e l werden in einem hiesigen Blatte ausführliche Mit- teilungen verbreitet. Die Berliner Kriminalpolizei soll eifrig be- müht sein, volles Licht in diese mysteriöse Mordaffaire zu bringen, und alle Umstände sollen darauf hindeuten, daß ihr dieses auch ge- lingen werde. Thatsächlich aber weiß die Berliner Kriminalpolizei nichts von einem Morde bei Neutomischel. Sie hat davon keine Anzeige bekommen, noch weniger einen Schritt gethan, ihn aufzu- klären. Auf andrem Wege aber ist schon bekannt geworden, daß es sich in dem fraglichen Falle um einen Selbstmord handelt. Der letzte Akt einer Liebestragödie hat sich in der Nacht um Donnerstag in dem Hause Karistratze 20» abgespielt. Der !5 Jahre alte Kaufmann Kurt Frank, der Sohn eines früheren Kaufmanns, jetzigen Rentiers in Königsberg i. Pr., verliebte sich in die 19 jährige Verkäuferin Emma Bartsch, die ebenfalls aus Königs« berg stammt. Frank, der früher in Berlin beschäftigt war und wohnte, reiste.zuletzt für ein Droguengeschäft in Posen. Dort war auch seine Geliebte in einem großen Kaufhause angestellt. Der von beiden gewünschten ehelichen Verbindung legten die Eltern Schwierig- leiten in den Weg, obwohl daS Verhältnis Folgen gehabt hatte; sie söbeiterte anscheinend an der Verschiedenheit des religiösen Bekenntnisses. Das jetzt ungefähr ein Jahr alte Kind, ein Mädchen, ist hier in der Choriner-Straße in Pflege. Da die Liebenden die Ehehindernisse für unüberwindlich hielten, so beschlossen sie gemeinsam in den Tod zu gehen. Zu diesem Zlveck kamen sie von Posen nach Berlin und mieteten unter der Angabe, daß sie ein Ehepaar seien, in der Karlstr. 20» ein möbliertes Zimmer. Als sie Donnerstag nicht zum Vorschein kamen und auf iviederholtes Klopfen nicht antworteten, benachrichtigte die Wirtin schließlich die Polizei, die um 4 Uhr nachmittags das Zimmer öffnen ließ und die Insassen tot daliegen fand. Ein Arzt aus der Nachbarschaft konnte nicht mehr helfen. Er stellte fest, daß beide Gift genommen hatte»; ein Rest davon befand sich noch in einem Fläschchen, das auf dem Tische stand. Es ist anscheinend Cyankali. In Briefen an ihre Angehörigen und die Pflegemutter des Kindes nehmen die Lebensmüden Abschied und baten, für das Kind zu sorgen. Risiko der Arbeit. Von gewerkschaftlicher Seite wird uns berichtet: Der Arbeiter Max Dumke aus der Neuen Hochstr. 8 war in der Kunstschmiede von Krüger in der Vorkstraße mit den, Abbrennen von Bronzeblechen beschäftigt, welche für einen Krön- leuchter für das Potsdamer Schloß bestimmt ivaren. Da sämtliche Schutz matzregeln, welche für diese Arbeit vorgeschrieben sind, eblten, so wurde der Arbeiter das Opfer seines Berufs. Beim llbbrennen deS Metalls mit Schwefel und Salpetersäure entwickeln ich gefährliche Gase. Zum Aufsaugen derselben war kein Ventilator vorhanden, ebenso wenig besitzt der Betrieb einen Respirator zum Schutze des Arbeiters und so mutzte der Verunglückte, der Frau und zwei Kinder hinterläßt und gerade seinen 31. Geburtstag feiern wollte, das Leben lassen. Er halte am 25. er. von morgens 7 Uhr bis nachmittags 2 Uhr die Bleche abgebrannt, worauf er anfing. Blut zu spucken, so daß er seine Arbeit unterbrechen mußte. In der Nacht um 12'/« Uhr war er bereits tot. Die Leiche wurde von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt. Selbstmord oder Unfall? Das 19 jährige Dienstmädchen des Inspektors im Krankenhaus am Friedrichshain ließ sich vorgestern morgen nicht zur gewohnten Zeit sehen. Man suchte die Vermißte und fand sie schließlich bei geöffnetem Gashahn in der Badetvanne liegen. Da sie noch schwäche Lebenszeichen von sich gab, so trug man sie schleunigst nach dem Operationshause der Anstalt. Auf dem Wege dorthin aber starb sie bereits. Es scheint, daß das früher sehr lebenslustige und muntere Mädchen eines Leidens wegen selbst den Hahn geöffnet hat, um sich durch das ausströmende Gas zu ver- giften. Von einem überaus tragischen Geschick ist die Familie deS durch feine populären Experimental- Vorträge in den weitesten Kreisen bekannt gewordenen Physikers Clausen betroffen worden. Beim Experimentieren mit Röntgenstrahlen zog sich Herr Clausen eine derartige Verbrennung der rechten Hand zu, daß zunächst ein Finger und dann der ganze rechte Arm amputiert werden mußten. Die Operation wurde gut überstanden, jedoch machte am 27. Juni eine L u n g e n l ä h m un g seinem rastlosen Streben ein jähes Ende. In ihm, der es verstand, durch seine populäre Ausdrucksweise auch die schwierigsten Probleme dem Laien faßbar zu machen, verlieren die deutsche Vereinswelt und zahlreiche Vereine des Auslandes einen der befähigsten Wander- redner. Drei DiebstahlS-Specialitäten stehen in der letzten Zeit in hoher Blüte. Es vergeht kein Tag, an dem nicht die Kriminalpolizei auf allen drei Gebieten in den verschiedensten Stadtvierteln� zu thun hat. Am gefährlichsten sind die Specialisten, die es auf Hähne und Arme von Gasleitungen in den Treppenhäusern abgesehen haben. Ihr Treiben kann leicht Gasexplosionen zur Folge haben. Die Hausverwalter und Lichtanzünder werden daher gut thun, auf die Leitungen jetzt besonders zu achten. Am meisten wird äugen- blicklich die Gegend des Spittelmarkts von Dieben dieser Art heim- gesucht. Eine andre Klasse bilden die Langfinger, die Metall- schilder von den Häusern und Wohnungen wegstehlen; wieder andre treten als Fachmänner auf und suchen Schulen und andre öffentliche Gebäude heim, indem sie mit einer Zange die B l e i- röhre der Wasserleitungen zukneifen, meterlauge Stücke heraus- schneiden und damit verschwinden. An den Pocken ist wieder ein Kind erkrankt, der sechs Jahre alte Sohn Roland des Schneiders Claussen aus der Tieckstr. 23a. Der Erkrankte wurde gestern nachmittag nach den Baracken der Charitö gebracht. Auf eine traurige Weise ist der vier Jahre alte Sohn HanS des Buchhalters Karing aus der Thaerstraße 7/3 tödlich verunglückt. Der Knabe war auf einem Bntterwagen»ach der Müllerstrnße mit- gefahren und auf dem Wagen sitzen geblieben, während der Kutscher ablud. Als nun ein Wagen mit leeren Fässern vorbeifuhr, fchlua er mit der Peitsche nach diesem. Hierbei geriet die Schnur so fest zwischen zwei Fässer, daß der Knabe, der den Stiel festhielt, von seinem Wagen gezogen und von dem andern überfahren wurde. Die nächste Unfallstation ließ den Verunglückten nach dem Krankenhaus am Friedrichshain bringen. Dort starb er. Auch ein Beitrag zum Wohnungswucher. Die„Deutsche Tageszeitung" schreibt: Der gestrige Kündigungstag für Wohnungen, die am 1. Oktober geräumt werden müssen, hat mancherlei Ucber- raschungen gezeitigt. Das Originellste dieser Art ist jedenfalls der Steigernngsbrief eines Hauseigentümers in der Köpe- n i ck'e r st r atze. Dieser Mann schreibt einem seiner Mieter:„Werter Herr l Wie ich höre, begehen Sie heute Ihr fünfzigjähriges Amts- jubiläum und gleichzeitig Ihre goldene Hochzeit. Wie ich aus meinen Büchern ersehe,' sind es auch gerade 25 Jahre her. seitdem Sie in das nun mir gehörende Haus eingezogen sind. Aus Anlaß dieses drei- fachen Erinnerniigstages sende ich Ihnen meyie» herzlichsten Glückwunsch. Da Sie nun während der langen Zeit, in der Sie bei mir wohnten, doch gewiß Gelegenheit hatten, es zum Wohlstand zu bringen, werden Sie in Anbetracht der heutigen Verhältniffe wohl mit einer Mietssteigernng von jährlich 60 M. einverstanden sein. Sollte dies nicht der Fall sein, so kündige ich Ihnen hiermit die Wohnung. Nochmals zu den Jubiläen Glück wünschend, zeichnet hochachtend P. I...." Der gemütvolle Kündigungsbrief wurde von dem Empfänger und den zur Jubiläumsfeier erschienenen Gästen mit Humor aufgenommen und man beschloß, dem Absender ein Ständchen zu bringen. Der Inhalt der gewählten Lieder muß dem Wirt jedoch nicht recht gefallen haben, denn er schlug bereits nach dem ersten Liede das Fenster zu und vergaß schließlich jeden Dank.� Tie Direktion der Trcptow-Sternwarte hat für Sonntag, den 30. Juni, wieder einen billigen Sonntag angesetzt. Die Beobachtung mit dem Ricsen-Fernrohr tostet die Hälfte, der Besuch des„Aftronomischen Museums" ist ganz fteigegcben. Ilm 5 Uhr nachmittags spricht Direktor A r ch e n h o l d über„Die Sonne und ihre Flecken", um 1 Uhr abends über den„Mond". Nach Bedarf werden noch weitere Vorträge ein- gelegt. Mit dem großen Fernrohr werden beobachtet am Tage die Sonne, Doppel st erne, abends von 8'/z Uhr bis Mtternacht der Mond. An» de» Stachbnrorte». m Die Rixdorfer Stadtvcrorductc»- Versammlung billigte i ihrer letzten Sitzung gegen die Stimmen der Socialdemokraten folgendes Ortsstatut':„Bis zum 1. Januar 1904 beträgt die Zahl der Stadtverordneten 48 und die Zahl der unbesoldeten Stadträre 8. Nach dem 1. Januar 1904 kommen hinsichtlich der Zahl der Stadt- verordneten und Schöffen die Bestimmungen des 8 12 bezw. des 8 29 der Städte-Ordnung wieder in Anwendung." Der socialdemokratische Redner, Stadtv. Conrad, hatte den Standpunkt seiner Freunde damit gerechtfertigt, daß den Rixdorfer Bürgern trotz der beschränkten Raumverhältnisse im Sitzungssaal die ihnen jetzt zukommende Vermehrung ihrer Vertreter von 48 auf 60 nicht auf drei Jahre vorenthalten iverden dürfte. Eine Vorlage des Magistrats, betreffend den Bau der neuen Gasanstalts führte zu einer stundenlangen Debatte. Be- sonderen Anstoß nahmen einige Stadtverordnete an den Vorschlägen, die Gasdeputation zu ermächtige», alle zur AuS- führung der beschlossenen Bauprojekte und auch zur Ab- änderu'ng derselben erforderlichen Beschlüsse zu fassen, soweit, dadurch nicht erhebliche Ueberschreitungen der Anschlagsumme statt- stnden, und zuzustimmen, daß bereits vor der Begebung der neuen Anleihe mit dem Bau der neuen Gasanstalt begonnen werde. Dem Antrag deS Stadtv. Abraham auf Vertagung trat u. a. der Stadtv. Conrad(Soc.) entgegen. Die vorhandene Gasanstalt werde am 1. November 1902 die laufenden Bedürfnisse nicht mehr ganz befriedigen können. Schon jetzt grenze die Art. nnt der man mancher guten Neuerung entgegentrete, an Krähwinkelei. Es wäre lächerlich, wollte man nicht daS einzige produktive Unternehmen, daS die Stadt habe, existenzfähig erhalten.— Schließlich wurde die Magistratsvorlage trotz der Gegnerschaft einiger der redegewandtesten bürgerlichen Vertreter angenommen. Der Magistratsantrag, die Deputation für die Pflege-An- stalten in dei Armen-Deputation aufgehen zu lassen, fand bei den Socialdemokraten, für die Dr. Silberstein sprach, heftigen Widerspruch; der Antrag wurde jedoch von der Mehrheit gebilligt, unter der sich auch mehrere der bisherigen Mit- gliedcr der Kommission für die Pflege- Anstalten befanden, die bekanntlich ihr Amt niedergelegt hatten, weil der Magistrat einen Kommissionsbesiblnß nicht beachten wollte. Kurz vor 10 Uhr abends kamen die Entwürfe einer neuen Armen-Ordnung und einer Bezirksvorsteher-Ordnung zur Verhandlung. Die socialdemo- kratischcn Stadtverordneten O st ermann, Wutzky und Conrad protestierten gegen die sofortige Erledigung der Vorlagen, weil die zuständige Kommission bei der Vorbcratung stundenlang bcschluß- unfähig gewesen sei. Die Mehrheit stimmte aber den Vorlagen ohne »veitercs zu. Aus Adlershof wird uns berichtet: In der letzten Gemeinderats- sitzung wurde betreffs des Antrags zur Errichtung des Gewerbe- g e r i ch t s am Ort beschlossen, mit dem Nachbarorte Köpenick in Verbindung zu treten. Die selbständige Errichtung eines Gewerbe- gcrichts wurde für AdlcrShof als zu kostspielig angesehen; in Gemeinschaft mit andren Gemeinden in Verbindung von Köpenick herbeizuführen, erscheint passend und muß als bequemste Lösung der Kostenfrage gelten. Nach Annahme der Kommissions'- Vorschläge betreffs Verbesserung der GewcrbegerichtSnovelle im Plenum' des ReichStagS würde für Köpenick als Stadt mit über 20 000 Einwohnern die GewerbegerichtS-Errichtung zur Pflicht werden. Wegen Regulierung und Pflasterung der Kaiser Friedrich- und der Waldstraße wird der Gemeinbe-Vorsteher ermächtigt, die in Stendal. Gerichts- Beitung. willkommen. Vermischtes. Bei Thorn ist die Weichsel, wie die„ Danziger Zeitung" waren. notwendigen Verhandlungen einzuleiten. Dann wurde bekannt ge- Itammer des Landgerichts I. Im Jahre 1897 und anfangs 1898 deutung der Weltanschauung." Bors und Naistel auf dem geben, daß am 12. Juli Termin ansteht in Sachen Köhler gegen die wurde ganz Deutschland von zwei Schwindlern unsicher gemacht, Bariler Mapel harmonium.- Gäste, Damen und Herren, sehr Gemeinde wegen der Wahl des Gemeindeschullehrers Proge zum die eine Unzahl von Personen dadurch schädigten, daß sie ihnen sohiesigen Gemeindevertreter. Desgleichen steht am 16. Juli Termin genannte Original- Anteillose zu allen möglichen Obligations an in Sachen Adlershof gegen die Betriebsgemeinden zwecks Heran- Ausspielungen, die sämtlich gefälscht waren, verkauften. Der ziehung derselben zu den Schulunterhaltungskosten. eine dieser Schwindler, Kellner Brändel, ist schon abgeurteilt Ueber einen schweren Unfall auf der Militär- Eisenbahn worden und verbüßt zur Zeit eine mehrjährige Gefängnisin 3ossen wird berichtet: Auf der Militär- Eisenbahn bei Bossen strafe. Seinem Genossen Trippe gelang es, fich längere Zeit vor den aus Thorn meldet, auf 4,18 Meter gestiegen. Die Geleise der Uferwerden gegenwärtig die Einrichtungen für die demnächst stattfindenden Augen der Polizei zu verbergen und erst nachdem ein gegen ihn eisenbahn sind überschwemmt. Die Holzflößerei ist unterbrochen, die elektrischen Versuchsfahrten getroffen und die Masten für die elektrische erlassener Stedbrief mehrmals wiederholt worden war, ist er ding Flöße haben an den Ufern festgelegt. In der Niederung sind die Oberleitung aufgestellt. Um einen die Ausführung dieser Arbeiten fest gemacht worden. Er ist ein alter Verbrecher, der zuletzt drei und Außendeichsländereien größtenteils überschwemmt. Feldfrüchte vier Jahre Zuchthaus abgemacht hat. Er operierte, teils mit, teils hinderlichen Signalmast niederzulegen, war gestern ein Trupp vier Jahre Zuchthaus abgemacht hat. Er operierte, teils mit, teils Soldaten vom Eisenbahn- Regiment unter Leitung eines Offiziers ohne Mitwirkung des Brändel in folgender Weise: Sie stellten und Wiesenheu sind vernichtet, soweit sie nicht abgeerntet tommandiert worden. Sierbei wurde der Pionier Heinrich mittels Drudes auf farbigem Papier angebliche Anteilscheine zu allen Fenersbrunft. Aus Mannheim wird gemeldet: FreitagBehrends von der Betriebs- Abteilung, 2. Compagnie, getroffen möglichen preußischen und außerpreußischen Obligations- Verlosungen und starb unmittelbar darauf. Er war der Sohn eines Zugführers her, indem mittels Handpresse und Gummistempel die Verlosungen als nacht gegen 3 Uhr brach in der hiesigen Portland- Cement- Fabrik Braunschweiger Zwanzig- Thaler- Los",„ Köln- Mindener 100- Thaler- Großfeuer aus. Der ganze am Neckar liegende Fabrikteil fiel den Los" 2c. bezeichnet wurden. Mittels des Gummistempels wurde Flammen zum Opfer. Der Brand konnte erst nach dreistündiger Lichtenberg. Das Ortsstatut, die Bildung und Befugnisse der ferner eine Nummer aufgedrückt, ein Adler mit der Umschrift, Staat- angestrengter Thätigkeit der Mannheimer Feuerwehr gelöscht werden. für den Gemeindebezirk Lichtenberg eingesezten Gesundheits- lich garantiert 1897" hinzugefügt und dem Ganzen die Unterschrift Ans Eisleben wird gemeldet: Jm Senkungsgebiet wurden Kommission betreffend, hat die Genehmigung der Regierung Wagner, Berlin- Charlottenburg" verliehen. Mit diesen wertlosen Erdstöße wahrgenommen. Dieselben machten sich besonders in gefunden und somit dürfte diese Kommission demnächst ihre Thätig- Papieren machten sich die beiden Gauner auf die Reise und ver- der Sangerhauserstraße und in der Hohenthorstraße bemerkbar. feit beginnen. tauften recht flott Anteile. Sie wußten es gewöhnlich so Ein Eisenbahnüberfall wird aus Moskau vom 27. Juni geZehlendorf. Der stille Teilnehmer des verschwundenen Bau einzurichten, daß sie fie ihre Offerten Frauen zu einer Beit meldet: In der Nähe einer Station der Kasan- Eisenbahn bei Moskau unternehmers Grothe von hier, Baumeister Wudtke, hat machten, wo deren Ehemänner nicht zu Hause waren. sprangen drei Männer auf einen Güterzug, um diesen zu berauben. fich vergiftet. Von Grothe wird behauptet, daß er überall ge- Sie erzielten auch dadurch große Erfolge, daß sie erklärten, jedes Das Dienstpersonal des Bugs hielt den Zug an, um die Verbrecher borgt hat; sogar bei seinen Zimmergesellen hat er Schulden. Es Los müsse mit einem Gewinn gezogen werden. Angeblich sollte die festzuhalten. Diese feuerten Revolverschüsse ab, ohne jedoch zu sollen Löhne bis zu 10 Wochen ausstehen. Firma Wagner sich im Besiz der Originallose befinden. Für jeden treffen, und ergriffen dann die Flucht. Anteilschein wurden 5-7 M. bezahlt. War der Schein abgesetzt, dann erschien der Angeklagte nach kurzer Zeit bei dem betreffenden Kunden, teilte ihm mit, daß sein Los mit dem niedrigsten Gewinn Die Verhandlung gegen den Räuber Franz Pfuhl wurde herausgekommen sei, und wußte ihn zu überreden, dem Glück weiter gestern fortgesetzt. Da weitere Beweisanträge nicht gestellt wurden, die Hand zu bieten und für die noch im Gange befindliche Ziehung so wurde sofort zur Verlesung der Schuldfragen übergegangen, welche noch einen neuen Anteilschein zu erstehen. Für diesen mußte dann Vorsichtsmaßregeln getroffen. auf schweren Diebstahl in drei Fällen und zwar unter Führung einer die Summe von 2,50 M. hinzugezahlt werden. Der Abwechslung Waffe, auf versuchten Mord, versuchten Totschlag und Raub bezw. daß der Kunde einen großen Gewinn gemacht habe, der bei der wegen erschien aber der Angeklagte manchmal auch mit der Meldung, Erpressung lauten. Staatsanwalt Wildering führte aus, daß die Geschwornen Deutschen Bank ausgezahlt werde. Er hatte sich Check Formulare Weizen, gut angesichts des Ergebniffes der Beweisaufnahme mit ruhigem Herzen auf die Deutsche Bank anfertigen lassen und füllte sie für die anan die Prüfung der Schuldfragen herangehen könnten. Es seien geblichen Gewinner aus, die in ihrer Glückseligkeit gar nichts da- Noggen, gut schwere Verbrechen zu fühnen. Den Diebstahl beim Lithographen Lehmann gegen einzuwenden hatten, daß sie für Steuer, Stempel 2c. 10 Proz. des Gewinns an den Angeklagten zahlen mußten. hielt der Staatsanwalt nicht für genügend erwiesen und ebenso wenn sie dann den Check bei der Deutschen Bant präsentierten, wenig, daß der Angeklagte es bei der späteren Begegnung mit Lehfie allen ihren Himmeln gerissen, denn mann auf deffen Tötung abgesehen hatte. Es sei ebenso gut möglich, erfuhren, daß das Stück Papier völlig wertlos fei. Bahlreiche daß Pfuhl ihn durch Abgabe des Schusses nur habe schrecken wollen, wie Lehmann unmittelbar vorher auch dem Angeklagten gegenüber Personen in Berlin und Umgegend, in Mannheim, Elberfeld, Freiburg, Solingen, Barmen, Duisburg und andren Orten Deutschlands dies thun wollte. Wegen dieser beiden Strafthaten beantragte der find in dieser Weise geprellt worden. Gegen den Angeklagten lagen Nichifroh Staatsanwalt die Freisprechung. Aber in betreff aller übrigen VerEr war in vollem Umfange geständig sen 77 Fälle solcher Art vor. brechen könne an der Thäterschaft des Angeklagten tein Zweifel sein und dem Leugnen desselben könne nicht das mindeste Gewicht bei- und machte zu seiner Entschuldigung geltend, daß es ihm nach seiner Erbsen gelegt werden. Dagegen sei es wohl nicht anzunehmen, daß Pfuhl bei Entlassung aus dem Zuchthause nicht möglich gewesen sei, einen Speiſebohnen Der Gerichtshof verurteilte ihn zu Gebrauch des Revolvers im Siegmundschen Lokale es auf die Er- ehrlichen Erwerb zu finden. mordung des ihn Ueberraschenden abgesehen hatte, er habe sich viel Jahren Buchthaus und 5 Jahren Ehrverlust, sowie zu mehr nur, auf frischer That ertappt, im Besiz des gestohlenen Guts 11 550 M. Geldstrafe eventuell noch 1 Jahr 4 Monaten Zuchthaus. erhalten und sich selbst in Sicherheit bringen wollen. Die Schuldfrage sei also mit dieser Beschränkung zu bejahen. Die Prüfung der Frage, ob einem Manne wie dem Angeklagten mildernde Umstände zuzubilligen seien, dürfte wohl Schwierigkeiten nicht bereiten. Pfuhl sei ein schwerer Verbrecher, der weit mehr Strafthaten begangen habe, als jetzt zur Erörterung gelangt seien und der noch von den Be hörden in Neu- Ruppin und Potsdam verfolgt werde. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Reinhard, versuchte noch einen Diebstahlsfall mangels hinreichender Ueberführung zum Ausscheiden zu bringen. Die Geschwornen sprachen den Angeklagten schuldig der räuberischen Erpressung, des schweren Raubes und des schweren Diebstahls. Mildernde Umstände wurden versagt. Die übrigen Schuldfragen wurden verneint. Der Staatsanwalt beantragte wegen des Falles Siegmund eine lebenslängliche Zuchthausstrafe. Der Angeklagte sei ein Geschwür an der menschlichen Gesellschaft, das unschädlich gemacht werden müsse. Wegen der übrigen Strafthaten beantragte der Staatsanwalt formiell eine Zuchthausstrafe von fünf Jahren und Ehrverlust. wurden sie aus D Unter dem Verdacht des betrüglichen Bankrotts hat der Filzschuhfabrikant Emil Strauch aus der Usedomstraße 11 Wochen in Untersuchungshaft zugebracht. Er hatte die Fabrik, in welcher durchschnittlich 30 Arbeiter beschäftigt waren, von seinem Better, dem Fabrikanten Röseler, übernommen und war auf die finanzielle Unterstüßung durch diesen angewiesen. Am 27. Februar d. J. ist er in Konturs geraten. Der Verdacht, daß er Vermögensstücke beiseite geschafft habe, hat sich nicht bestätigt. Im gestrigen Termin vor der Straffammer beantragte der Staatsanwalt selbst nur wegen un ordentlicher Buchführung 14 Tage Gefängnis, während Rechtsanwalt Dr. Davidjohn den Angeklagten nur mit einer Geldstrafe belegt wissen wollte, da derselbe offenbar an den schweren finanziellen Verpflichtungen, die er übernommen, zu Grunde gegangen sei. Der Gerichtshof erkannte auf 50 M. Geldstrafe. Versammlungen. Die schwarzen Pocken sind durch Wallfahrer in den Kreisen Neisse und Grottkau in der Provinz Schlesien eingeschleppt worden Die Peft in Konstantinopel. In der Vorstadt Galata ist ein Es find achtzehnjähriger Grieche an Pesterscheinungen erfranft. " " Marktpreise von Berlin am 27. Juni 1901 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. D.- Ctr. Kartoffeln, neue, D- Ctr. mittel gering " " " mittel gering " " * Gerfte, gut mittel gering mittel gering Safer, gut Linsen " 16, 14,90 14,80 13,70 13,60 12,50 16,20 15,40 15,30 14,50 Schweinefleisch Kalbfleisch 7,- 5, Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch 1,60 1,20 1,30 1, " 1,60 1,20 " 1,60 1,10 " Hammelfleisch Butter 1,60 1,10 2,60 2, 60 Stud 3,60 2,20 Karpfen Aale 1 kg 2,60 1,20 2,80 1,20 2,40 1,20 1,80 0,80 " 2,50 1, " Gier Bander 14,40 13,70 Hechte 7,- 6,66 Barsche 7,30 5,20 Schleie 40, 25,- Bleie 45,- 25,- Krebse 65, 30, * Frei Wagen und ab Bahn. 1,40 0,60 per Sajot 18,- 3, = Produktenmarkt vom 28. Juni. Getreide. Der Getreidehandel war sehr ruhig. Käufer halten sich zurück, da man offenbar erst die Er ledigung der Julilieferungen abwarten will, von der man eine Ermäßigung der Breise erwartet. Thatsache ist, daß der Juli September Report steigt und für Roggen bereits 4 M. beträgt. Die Tendenz bes Marties war fest auf höhere Meldungen aus Frankreich, England und Am hiesigen Platz war Amerika. Destreich- Ungarn war unverändert. Weizen besonders für hintere Sichten etwas mehr gefragt und M. an. Größere Preissteigerungen höher im Preise. Roggen 30g 1/2 M. der bereits vorerwähnten Reserviertheit der wurden, abgesehen von Nehmer, durch stärkeres Warenangebot verhindert. Im weiteren Verlaufe schwächte sich Weizen auf vorliegende Kassa- Offerten ab und schloß etwas billiger als gestern. Roggen blieb gut behauptet, da russische Offerten fehlen und sogar Kauforders für russische Rechnung am Markt waren. Mehl wurde bei einigem Handel 5 Pf. beffer bezahlt. Hafer war gut behauptet, Mais unverändert. Rüböl war nur zu wesentlich billigeren Preisen zu verwerten. Spiritus. Spiritus tam nicht zur Notiz. Witterungsübersicht vom 28. Juni 1901, morgens 8 Uhr. Swinemde 76723 769 NW Hamburg 768 WNW Der Ausschuß der Charlottenburger Gewerkschafts- Stationen Der Angeklagte hatte auf den Antrag nur zu erwidern, daß er in der Nr. 135 des Kommission ersucht um Aufnahme des folgenden:" Auf Grund des Vorwärts" bekannt gegebenen Berichts der von der Verhandlung wenig gehört habe. Der Präsident erwiderte ihnt, daß dieser Einwand nicht stichhaltig sei; es sei ihm alles ins Sigung des Hauptvorstands des Verbands der Gemeinde- Arbeiter, sehen ivir uns veranlaßt, zu erklären, daß wir niemals gegen die Ohr geschrien worden und seine Antworten hätten gezeigt, daß er Beschlüsse des Frankfurter Stongresses berstoßen, noch viel weniger verstanden habe. Das Urteil lautete dem Antrage des Staatsanwalts uns in die Angelegenheiten eines Verbands- Vorstands eingemischt gemäß. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 30. Juni, vormittags 83% Uhr, Umfangreiche Schwindeleien mit Lotterie- Anteilscheinen in der Aula der 69. Gemeindeschule, Kleine Frankfurterstr. 6: führten gestern den Artisten Alexander Prippe unter der An- Bersammlung. Freireligiöse Vorlesung." Um 103 Uhr vormittags flage der Urkundenfälschung und des Betruges vor die 7. Strafe bendaselbst: Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille: Wesen und BeTodes- Anzeige. Am 27. d. M. berstarb mein innig geliebter Mann, unser guter Vater, Schwiegervater u. Bruder, der Gastwirt Ferdinand Grimm int 57. Lebensjahr. Dies zeigen tiefBetrübt, um stilles Beileid bittend, an Wwe. Louise Grimm nebst Kindern, Langestraße Nr. 60. Die Beerdigung findet am Sonn tag, den 30. ds. Mets., nachu. 2 Uhr, von der Leichenhalle des Central Friedhofs zu Friedrichsfelde aus statt. Allen denen, die meinem lieben Mann die letzte Ehre erwiesen, sowie für die zahlreichenkranzspenden sage ich meinen Herzlichsten Dant. 69/15 Louise Kopecki. Allen Verwandten und Bekannten zur Nachricht, daß meine Frau, Emilie geb. Hennig, Donnerstag früh fanft entschlafen ist. 210766 Die Beerdigung findet Sonntag, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen halle des Bionstirchhofs in NiederSchönhausen aus statt. Um stille Teilnahme bittet Hermann Malchert. Danksagung. Sage den Gesellen der Pianofabrit Gast u. Co. und der Werkstatt von L. Schmidt meinen innigften Dant für die Teilnahme an der Beerdigung meines Mannes Anton Klupsch. Die trauernde Witwe. Dampfer jeder Größe vermietet billigst Keddig, Friedrichshagen, Seestraße 51.[ 21286* Schmöckwitz Gasthaus zur Palme ( Endstation der ,, Stern"-Dampfer) Telephon: Nr. Inhaber: Hermann Peter. Grünan. 39. Empfehle mein allbekanntes, herrlich an Wald und Wasser belegenes Lokal den geehrten Vereinen und Gesellschaften zu Ausflügen. Ausspannung und Dampferstege, Regelbahnen, große Kaffeeküche. Gute Küche und beftgepflegte Biere zu foliden Preisen.[ 18150* Restaurant ,, Wilhelmshof", Hirschgarten. Am Bahnhof Hirschgarten. Juh. W. Keller, Gastwirt. 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Juli, sowie Beschwerden gegen diese Beschlüsse an Mar Klarbaum, Höchstestr. 1, zu richten. Achtung! 6. Wahlkreis. Atung! Deutsch. Metallarbeiter- Verband] ( Schönhauler Dorladt.) ( Verwaltungsstelle Berlin). Am Sonntag, den 30. Juni 1901, vormittags Bunkt 10 1hr, im Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353 Saal des Genoffen Wernan, Schwedterstraße 23: Volks- Versammlung. Tages Ordnung: Die wirtschaftliche Krise, der Beutezug der Junker und die Lage der Arbeiterklasse. Referent Genoffe E. Rosenow. Zu dieser Versammlung ersucht um rege Beteiligung 219/15 Der Vertrauensmann. Verband der Sattler und verw. Gewerbe. Mitglieder Versammlungen. = Sonnabend, den 29. Juni, abends 8 Uhr, abends 8½ Verfammlung der Gold- und Silberarbeiter Jeder Arbeiter und Berufsgenossen im ,, Dresdener Garten", Dresdenerstraße 45. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Wollheim. 2. Diskussion. 3. Bericht von der Nürnberger Konferenz der Gold- und Silberarbeiter. 4. Verbands: angelegenheiten. Jeder Handwerker sollte zur Arbeit die Lederhose Herkules tragen. Allein- Verkauf. Sehr starke Ware in praktischen grauen u. braunen Streifen. Hinten u. vorn am Bund aus einem Stück gearbeitet. Nietknöpfe n. Kapp: Heute Sonnabend, den 29. Juni, abends 8 Uhr, bei Hummel, nähte. Feste Leder- Pilot- Taschen, Sophienstraße 5: Große Flicken umsonst. Die Hose Vertrauensmänner- Konferenz für die chirurgische Branche. 116/6 Filiale 1: im Englischen Hof, Neue Roßstraße 3. I: Tagesordnung: 1. Wie stellen sich die Mitglieder zu einer Er- Achtung! höhung der Beiträge. 2. Beratung des Statuts zur Lokalkaffe. 3. Verschiedenes. Filiale 2: Sonnabend, den 29. Juni, abends 8 Uhr, bei Buske, Grenadierstraße 33. Filiale 3: Dienstag, den 2. Juli, abends 8 Uhr, im 9. Gewerkschaftshaus, Eugel- Ufer 15, Saal 7. Filiale 4: Sonnabend, den 29. Juni, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- llfer 15, Saal 1. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Link über Arbeitslofen- Unterstützung. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Filiale 5: Jeden Montag nach dem 1. u. 15. eines jeden Monats ( Handelsst. Belle- Alliance), Friedrichstr. 16. Filiale 6: Dienstag, den 2. Juli, abends 8 Uhr, bek Mörschel, Jüdenstraße 34/35. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen erwarten Die Vorstände. Sonnabend, den 3. August: Große Dampferpartie zum Sommernachts- Ball im Schloßpark Wilhelminenhof. Brillant- Feuerwerk, ausgeführt vom Kunstfeuerwerker Herrn Maffow. Abfahrt abends präc. 81/2 Uhr, von der Stralauer- Brücke 5, an der Waisenbrüde. Billets intl. Fahrt und Tanz 90 Pf. Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht Das Vergnügungskomitee. NB. Billets, welche bis Sonnabend, den 27. Juli, nicht zurückgegeben 157/18 find, gelten als verkauft. Deutsche Metallarbeiter- Gewerkschaft. Ortsverwaltung Berlin. Sonntag, den 30. Jnni, vorm. 11 Uhr, bei Herrn Feuerstein, Alte Jakobstraße 75( oberer Saal): Große öffentliche Versammlung aller der in den 24 Bahnhöfen und Betriebs- Werkstätten der Großen Berliner Straßenbahn- Gesellschaft beschäftigten Arbeiter. Tages Ordnung: 1. Wie stellen fich die im Betriebe der Großen Berliner Straßenbahn beschäftigten Arbeiter zu der zwangsweisen Einführung in die Ruhegehaltstaffe. Referent: Stollege Dannenberger. 2. Diskussion. Wir erwarten von unsren Kollegen, daß sie recht zahlreich zu dieser Versammlung erscheinen. 280/8] Die Ortsverwaltung. Verband der Möbelpolierer. Morgen Sonntag Dampferpartie as Hessenwinkel ( Dämerizfee). Abfahrt früh 7 Uhr. Billets a 1,20 m. sind noch bei den Herren Jrmer, Swinemünderstr. 26, Schulz, Blumenstr. 38, Mohn, Oranienstr. 197, zu haben. Daselbst unser unentgeltlicher Arbeitsnachweis. Die Mitglieder müssen für ihre Person auch ein Billet lösen und das Mit-. gliedsbuch betreffs der Abstempelung mitbringen. Die Abstempelung erfolgt Die Billets müssen aufbewahrt bon 11-12 Uhr in der Gartenhalle. werden, wer sie verliert, hat den Schaden zu tragen. Montag, den 1. Juli, abends 8 Uhr in Nixdorf, Hermannstraße 197: Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. ( Das Nähere baselbst.) Um zahlreiches Erscheinen der Kollegen wird ersucht. Mittwoch, 3. Jult, abends 7 Uhr, Friedrichsbergerstr. 11: 146/19 Sihung der Vertrauensmänner. Jedes Wort: Pfennig. Der Vorstand. Die Ortsverwaltung. = bet Entnahme von 4 Mt. 50 6 Stück 26 Mt. Et blanes Monteur- Jackett 1 Mr. 90 1 m. 50 Echt blaue Monteur- Hose Allen Freunden, Kollegen und Genoffen die ergebene Anzeige, daß ich die Echt blaues Monteur- Jackett Restauration Achtung! 33 Andreasstraße 33 ( vis- a- vis der Markthalle) käuflich erworben habe. 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Broderid, Oppelnerstraße 16. 1811b ftraße 35. Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Zb. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Nähmaschinen und Feuer- Ber ficherung bermittelt Gustav Schmidt, Solmsstraße 43, Hof Keller. 8576 Abreisehalber verkaufe fofort meine Möbel. Oranienstr. 38, Kley. Gebrauchtes Küchenspind, Nähmaschine billig zu verkaufen Frieden Zimmer. Marheinike- Platz 14, born IV bei Art Schmauch, möbliertes Bimmer zu ver 21015* mieten. 23876 7189 Schlafstellen. Anständiger Herr findet gute Möblierte Schlafstelle, separat, zweiter Redacteur Auguststraße 6a, II lints, Oranien- gesucht, der selbständig und verants burger Thor. 12236 wortlich die Leitung des lokalen und provinziellen Teils zu übernehmen und auch die Korrekturen der Zeitung zu lesen hat. Arbeitsmarkt. Stellenangebote. Bewerbungen mit Angabe der Ges haltsansprüche und furzer Darlegung der bisherigen Thätigkeit bis zum 7. Juli erbeten an Chr. Buder& Co.s Forst i. L.