Mr. 152. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags. Nummer mit illuftrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Posts Abonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Post- Beitungs Preisliste für 1901 unter Dr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebüge beträgt für die fechsgespaltene Kolonels geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Borialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Ferusprecher: Amt I, Nr. 1508. Proletarierblut. Rom, Ende Juni. In der Ebene von Ferrara hat die Aktiengesellschaft Turiner Bant" eine große Fläche in Besitz genommen, um Bodenmeliorationen vorzunehmen; es handelt sich um ein Areal von 30 000 hektaren. Die landwirtschaftlichen Arbeiter der ganzen Provinz haben, wie bekannt, in der letzten Zeit Forderungen auf Lohnerhöhung gestellt. Die meisten der Grundbefizer bewilligten die Forderungen oder aber fie famen wenigstens den Arbeitern insofern entgegen, als sie unter Leitung des Präfekten mit den Vertretern der Arbeiterschaft in Unterhandlung traten. Nur die„ Turiner Bant", deren Aktien schon infolge der vorhergehenden Streits start gesunken waren, weigerte sich, selbst die Wünsche der Arbeiter zur Kenntnis zu nehmen. Sie ließ unter der Vorspiegelung, es fehle an Arbeitsfräften, Arbeiter aus Piemont kommen und versprach diesen einen Tagelohn von 7,50 Fr., währenddem sie den Streifenden die geforderten 7 Fr. verweigerte. Die Ankunft der piemontesischen Arbeiter rief unter den Streifenden eine wohl erklärliche starke Aufregung hervor. Die große Mehrzahl der Piemontesen weigerten sich indes, die Arbeit aufzunehmen, so bald ihnen der Stand der Dinge bekannt wurde. Nur in einem ab= gelegenen Teil der Besitzung nahm eine Anzahl piemontesischer Arbeiter, die von der Situation nicht unterrichtet waren, die Arbeit auf. Und so machte sich ein Trupp von etwa 500 Bauern, Frauen und Kindern auf, um die Arbeitenden von der Lage der Dinge zu unter richten, ihnen zu sagen, daß der größte Teil ihrer Kameraden sich mit den Streifenden bereits solidarisch erklärt hatte. Mittwoch, den 3. Juli 1901. Der Zwischenfall Ferri kontra Kriegsminister ist, wie wir schon erwähnt haben, mittlerweile ebenfalls erledigt. Außerhalb der Kammer dagegen herrscht noch große Aufregung über die brutale That des Offiziers. Am vergangenen Sonntag fand in Rom eine Protestversammlung der Arbeiterschaft statt; die Polizei unterließ diesmal die gewöhnlichen provokatorischen Eingriffe. Ferri und Andreas Costa ergriffen nach einander das Wort. Costa sagte: Man solle nicht auf Rache sinnen, sondern immer mehr für Aufklärung der Arbeitermassen sorgen. Auch einige radikale Redner ergriffen das Wort. * * * Der oben erivähnte Journalist Adolfo Rossi, ein Gegner der Socialdemokraten, ist im Auftrage eines bürgerlichen Blattes in Berra Ferrarese. Er hat festgestellt, daß die friedlich dahinziehenden Arbeiter keinerlei Gewaltthätigkeiten gegen die aufgestellten Soldaten unternommen haben. Desno habe, mit weißem Taschentuch und Hut schwenkend, sich dem Offizier genähert, um ihm den Zweck ihres Kommens auseinander zu setzen. Da seien die Schüsse gefallen. Die Opfer des dem Kapitalismus dienenden Militarismus find am Sonntag beerdigt worden. Ein wirtschaftliches Spiegelbild. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. dem inzwischen eingetretenen Preisfall für Roheisen, welcher für einzelne Sorten bis zu 20 M. und mehr beträgt, ist es erklärlich, daß diejenigen Verbraucher, welche sich zu den höchsten Preisen gebunden haben, schwere Verluste erleiden und zum Teil ihrem Ruin entgegen sehen. Unter diesen Umständen wird es schmerzlich empfunden, daß das Syndikat nicht längst( 1) durch geeignete Konzessionen den schwierigen Verhältnissen Rechnung getragen hat. Das Roheisen Syndikat hat seiner Zeit, durch gleiches Verhalten des Coats- und Eisenerz Synditats veranlaßt und im Hinblick auf die damaligen Auslandspreise für Roheisen, den allerdings verzeihlichen Fehler begangen, die Zwangslage der Verbraucher etwas mehr als billig und flug zu seinen Gunsten auszumußen und es hat diesem nun auch den zweiten Fehler hinzugefügt, einer gänzlich veränderten Konjunktur gegenüber auf seinem Rechtstitel zu bestehen. # Geradezu unterbunden durch die teneren Nohstoffe wurde das Auslandsgeschäft, welches an und für sich schon dadurch große Schwierigkeiten zu überwinden hatte, daß ihm in der vorhergehenden guten Zeit teine genügende Pflege zu Teil geworden noch hatte zu teil werden können, wodurch manche Verbindung eingegangen war und nun aufs neue angeknüpft werden mußte. Und das angesichts eines überaus starten rücksichtslosen Wettbewerbs amerikanischer Werke. Das konnte auf alle Fälle mur unter Opfern geschehen. In der That war es hohe Zeit, daß Anfang des laufenden Jahres der Halbzeugverband sich entschloß. den exportierenden Werken eine Ausfuhrvergütung von 15 Mark pro Tonne auf 33/3 Proz. der ausgeführten Mengen von Stabeisen und Blechen, auf 50 Broz. der ausgeführten Drahtmengen zu gewähren." Ein wirtschaftliches Spiegelbild, welches allgemeineres Urteil zuDer Bericht spiegelt wieder die jubelnde, dividendensichere Hoffnung Opfer zu bringen, obwohl seit Mitte Juni v. J. die Verkaufsläßt, giebt der Handelskammer- Bericht von Ruhrort pro 1900/1901. Die Rohstoff- Syndikate zeigen sich aber heute noch nicht geneigt, im Beginn des Geschäftsjahrs, dann die mit Schrecken wahr möglichkeit im Roheisengeschäft abgeschnitten und seit dem Spätherbst genommene Krise, den rücksichtslosen Interessenkampf der Rohprodukte die Flaue vollständig und allgemein ist und eine Belebung des Markts Auf ihrem Marsche dahin hatten sie eine Brücke zu überschreiten, Syndikate, das Jammern der im Wettlauf um Profit Zurück noch gar nicht in Aussicht steht. Unter dieser gemeinschädlichen auf der ein Offizier mit etwa 20 Soldaten aufgestellt war. Dieser bleibenden, die Schädigung der Gesamt- Volkswirtschaft durch die Haltung der Syndikate litten sämtliche Werke. Bezüglich der gebot Halt und forderte die Streitenden auf, sich zurückzuziehen; Preispolitik der Syndikate und die Efaurolle des Arbeiters, der Stahl und Walzwerke konstatiert der Handelskammerbericht als diesem Befehl nicht stattgegeben wurde, kommandierte er Fener. während der Glanzperiode mit einem Linsengericht abgespeist wurde seit Herbst vorigen Jahres: Betriebseinschränkungen und FeierZwei Tote blieben auf dem Plage liegen und 35 waren verwundet. und nun durch Lohnreduktionen und Maßregelung aufs schwerste ge- fchichten standen auf der Tagesordnung... Dieses Mißverhältnis Jetzt, nachdem Blut geflossen, hat sich die„ Turiner Bank" troffen, auch noch durch verstärkten Brotwucher in seiner Lebenshaltung zwischen den Preisen der Rohstoffe und der Fertigfabrikate machte sich bedroht sieht. den Betrieb der Stahl- und Walzwerke, namentlich letzterer, herbeigelassen, mit den Arbeitern zu unterhandeln, hat sich dem Schiedsspruch des Präfekten unterstellt und schließlich die Be befriedigendes, in seiner ersten Hälfte glänzendes Geschäftsjahr zurüd". Bon " Der Kohlenhandel", so heißt es in dem Bericht, blickt auf ein selbst dort, wo genügend Arbeit hereintam, verluftbringend. den Brückenbau- und Eisenkonstruktionswerken heißt dingungen der Arbeiter angenommen. Es wird sodann konstatiert, daß zur Befriedigung der Nachfrage fo- es:" Sogar kleine Bestellungen wurden zuletzt selten und gar englische Kohle im rheinisch westfälischen Industriegebiet Auf- mußten von Betrieben, die feinen größeren Arbeiterstock mehr nahme fand. Das Kohlensyndikat ließ sich erst zum Abschluß der hatten, um nur den Betrieb aufrecht zu erhalten, mit Verlust über Verträge drängen, um dann natürlich Preis- und Abnahmebedingungen nommen werden. In den Werken für Maschinenbau, Eisengießerei Spätere, ins Einzelne gehende Berichte unfres römischen Korre- ſtellen refp. aufzuzwingen, die dem Syndikat auf ein Jahr hinaus und Refselfabrikation wurden seit Mitte Juli Arbeiterentlassungen sicheres Geschäft garantierten. und Lohnreduktionen vorgenommen." Aehnliches wird berichtet von spondenten zeigen, daß die ganze Schuld den Offizier trifft: Durch diese Politit mußten die Preise der verschiedenen Kohlen- der Fabrikation von Messing und Bronze, Bleiverarbeitung und werke in die Höhe gehen. Es betrug die Steigerung, bei melierten elektrischen Accumulatoren; dasselbe gilt von der Fabrikation feuerund Förderkohlen durchschnittlich 1 M., bei Nuß I, II und III 1,25 fester Produkte, Portland Cement, Cementivaren und Ziegelbis 1,50 M., bei Nuß IV 1,50 M. auf die Tonne. Ruhrsteinkohlen steine usw. Besonders ungünstig entwickelten die Verhältnisse sich in notierten je nach Qualität 2-4 m. höher wie im Vorjahr. der Textilindustrie, was schon daraus hervorgeht, daß die Produktion fuhr eine Steigerung von 2 134 558 Tonnen pro Auch die Produktion der Zechen im Handelskammer- Bezirk er an Kunstwollen von 720 000 Kilogramm im Jahre 1899 2 752 427 Tonnen in 1900. Die Verhältnisse auf dem Coatsmarkt vermerkt: Am Schlusse der Berichtszeit stand die ganze Wollbranche 1899 auf zurückging auf 550 000 Kilogramm im Jahre 1900. Der Bericht waren gleich glänzend für die Unternehmer, wie beim Stohlengeschäft. unter dem Einfluß einer Mutlosigkeit ohnegleichen; mit Bestürzung Die Produktion stieg von 346 275 Tonnen in 1899 auf 591 460 fab man auf die ungeheueren Schäden, welche der jähe Preissturz Tonnen im Berichtsjahr. Der Preis für Coats stieg seit 1898 um des Rohmaterials verursacht hat." 100 Proz. und mehr. Der Sieg gehört den Arbeitern. Ein teuer ertaufter Sieg. " Der Zug der Arbeiter hielt auf der Brücke an und verlangte von dem Offizier einen Parlamentair. Die Streikenden wollten dem tommandierenden Offizier wissen lassen, daß sie ohne Waffen seien, daß sie ohne böse Absichten gekommen wären; nur auftlären wollten sie ihre Arbeitsbrüder, fie auffordern, die Arbeit wenigstens so lange rufen zu lassen, bis der Präfekt einen Schiedsspruch gefällt habe. Die Leute winkten mit blauen Taschentüchern und der Leiter der Arbeiter- Liga, Desvo, ging ruhig, den Hut in der Hut, auf den Lieutenant zu. „ Ich bitte das Wort!" rief er dem Lieutenant zu. Hier haben Sie's!" Damit feuert der Lieutenant di Benedetto drei Kugeln aus seinem Revolver auf ihn ab. Da die Eisenerzproduzenten ähnlich wie das Kohlen- und Coatssyndikat den Verbrauchern langwierige Verträge aufnötigten, war auch für sie das laufende Jahr ein noch sehr ergiebiges. Zu Anfang 2,60 m. für Rohfpat und 3,50 M. für Röstspat auf. 1900 zwang man den Abnehmern noch eine Preissteigerung von 4 Und so zieht sich durch den ganzen Bericht die Klage: Mit stolzen Hoffnungen zog man ein in das neue Jahr und am Ende: Busammenbruch überall. Und daran ist zum großen Teil die nationale Wirtschaftspolitik" der Rohstoff- Verbände schuld, deren Mitglieder allerdings das Bewußtsein haben können: unsre Dividenden stehen noch hoch! " Desvo, von drei Kugeln in den Kopf getroffen, stürzt tot zu Boden. Sodann kommandiert der Offizier Feuer, und als er beDas waren zu Anfang 1900 die Verhältnisse, die, wie der Be- Bei alledem haben die Arbeiter teine Seide gesponnen. merkt, daß die Soldaten abfichtlich zu hoch schießen, schlägt der Unmensch richt besonders hervorhebt, zum Teil gefördert wurden durch über- Trotz der verteuerten Lebenshaltung stieg das Einkommen der in den die Gewehrläufe der Soldaten nach unten, damit die Kugeln ihre triebene Befürchtungen der Verbraucher bezüglich der weiteren Ge- vier Werken des Handelstammer- Bezirts beschäftigten 18 008 Arbeiter Opfer treffen. Zwei Salven wurden abgegeben; die Zahl der Ver- staltung des Marktes. Nahrung fand diese Befürchtung in nur um 3,44 M. pro Jahr und Kopf. Für das laufende Jahr wundeten, von denen viele in den Rücken geschoffen waren, beläuft sich tendenziösen Berichten und Auslassungen einer parteiisch befangenen mit den allgemein vorgenommenen Lohnreduktionen wird sich ein auf 50. Ein Bauer Fussati, der, von einer sugel getroffen, zu- Presse". Unter dieser künstlich gesteigerten Angst vor einer Kohlen- bedeutendes Minus ergeben. ſammenbricht, ruft: Mut, Kameraden! Hoch der Sociadas Verlangen der Rohstoffverbände auf Uebernahme bestimmter not wurden die übertriebenen Preisforderungen acceptiert, ebenso Iismus! Der Offizier, der das Blutbad angerichtet hat, ist als ein brutaler Patron bekannt. Schon einige Tage früher soll er geäußert haben:„ Diese Leute müssen mit Blei gefüttert werden." Mengen auf Zeit. Unter diejen wenig günstigen Umständen wurden die übrigen Industrien durch die fast unvermittelt hereinbrechende Strife überrascht. Obwohl für Halbzeug und Fertigfabrikate noch ansehnliche Aufträge vorlagen, zeigte sich doch bald, daß die Werte weit über Das Blutbad von Berra ist dann, wie schon telegraphisch ge- material eingegangen waren. das Bedürfnis hinaus Verpflichtungen auf Abnahme von NohDie gesteigerten Preise für die Roh meldet, Gegenstand einer Interpellation in der Kammer gewesen. stoffe ließen natürlich auch die Preise für Eisenwaren in die Höhe Bissolati brachte sie im Namen der socialistischen Fraktion ein. schnellen, dies reizte die ausländische Konkurrenz, notgedrungen Der Minister Giolitti beantwortete sie und verteidigte die mußten die Preise nachlassen, und dazu zeigte sich, daß die Händler Haltung des Militärs im Namen des Rechts des Besizes und unter weit über den Bedarf hinaus Aufträge erteilt hatten. Berufung auf die Freiheit der Arbeit. Biffolati fonnte sich, Die Specifikationen blieben aus, weiterer Preisdruck war die Folge. indem er die Thatsachen in wesentlich andrer Weise darstellte als Von dem höchsten Stande im April 1900 gingen die Preise zurück: der Minister, auf die Berichte eines bürgerlichen Journalisten, für Hematite I von 107 M. bis auf 75 m.) .} ab Werk Deutsch III Adolfo Rossi, berufen, der an Ort und Stelle eine Unter" Lugemburger III 92 fuchung angestellt hatte. Bissolati geißelte in scharfen Worten das Englisch III Verhalten des Offiziers; seine Rede wurde zu einer Anflage gegen den Militarismus überhaupt. Dies führte den Kriegsminister auf den Plan. Ponza di Martino suchte den Offizier in Schuß zu nehmen; Bissolati habe, so führte der Kriegsminister aus, feine Eigenschaft als Voltsvertreter dazu benutzt, die Armee mit Unrat zu bewerfen. Bissolati rief:" Nehmen Sie das zurüd! Sie sind der würdige Vorgesetzte jenes Lieutenants!" Mirabella:" Unverschämte Soldatesta!" Ferri: Nehmen Sie das Wort zurück, wir sind nicht in der Kaserne hier, Sie Schuft." Der Kriegsminister geriet in Wut, will sprechen, der Kammerpräsident Silva hebt die Sigung auf. Nachdem Ruhe eingetreten, erklärte der Kriegsminister, daß er weder die Kanner, noch Biffolati habe beleidigen wollen. Bissolati erklärt, daß er nur Thatsachen angeführt, die von glaubwürdigen Zeugen herrühren. Damit ist der Zwischenfall erledigt. " " 104 " # " " " " " 70 54 ab Luxemburg 98 " " Was es sodann in Wirklichkeit mit der von den Kohlenmagnaten immer wieder behaupteten Leistungsverminderung der Bergarbeiter und der angeblichen Aufsaugung des Mehrerlöses durch erhöhte Löhne auf sich hat, darüber giebt der Bericht auch dankenswerten Aufschluß. Es betrug: die Zahl der Arbeiter 8 590 10 447 Jahr 1899 1900 Einkommen pro Kopf Mark 1258,10 1384,70 Leistung pro Kopf Tommen 248,5 263,4 Der Einkommensteigerung, die zum Teil durch Ueberzeitarbeit eingeholt wurde, steht eine Mehrleistung von rund 15 Tonnen gegenüber. Legt man die oben angegebene Preissteigerung von durchschnittlich 1,25 M. pro Tonne zn Grunde, gewinnt man folgendes Bild: Leistung pro Kopf Mehrerlös Einkommen- Bleibt f. Unternehmer pro Kopf steigerung M. M. 310,6 76,6 pro Kopf Gewinn M. 234,00 Tonnen 66 Lager Ruhrort. 248,5 Bu diesem Preissturz saben sich die Werke auch noch genötigt, Die Syndikatsmänner verstehen sich wirklich ausgezeichnet auf ihren Abnehmern für die vertraglichen Verpflichtungen Abnahme- nationale Wirtschaftspolitik". Nehmen wir zu dem Angeführten noch Erleichterungen zu gewähren, erfuhren aber ihrerseits mit gleichen die mit unheimlicher Sicherheit steigenden Unfallaiffern, das Ansprüchen an die Ruhrkohlenverbände schlankweg, fogar höhnend Seer von Krüppeln und Kranken, welches das Schlachtfeld der JuAbweisung. dustrie im vergangenen Jahre wieder lieferte, dann haben wir ein Jezt zeigte sich die Gemeinschädlichkeit der angeblichen natio- Bild der gelobten kapitalistischen Ordnung, und doch ist das Bild für nalen Wirtschaftspolitik" der Syndikate. Die Konkurrenzfähigkeit die Zukunft noch nicht vollständig. Zu der jetzt schon herrschenden der einheimischen Eisenindustrie unterband man durch Hochhalten Arbeitslosigkeit, zu den Lohnreduktionen, tritt die Gefahr weiterer der Prosperitätspreise, dagegen exportierten die Syndikate zu be- Schädigung des Arbeitsmarkts und weiterer Vertenerung der Lebensdeutend billigeren Preisen und setzten die ausländischen Erzeuger in mittel und damit Verschlechterung der Lebenshaltung durch die die Lage, die einheimischen Werte weiter erfolgreich im Preise zu junterliche Schutzzollpolitik. Was die weitere künstliche Steige unterbieten. Die Schwierigkeit der inländischen Industrie wurde so rung der Lebensmittelpreise selbst bei der vorjährigen Erwerbs. durch die rücksichtslose, von blindem Tascheninteresse diktierte anti- Gelegenheit bedeutet, darüber giebt die bereits im„ Borwärts" Handelskammer urteilt über diese Syndikatspolitik folgendermaßen: Bericht finden, deutlichen Fingerzeig. nationale Politit der Syndikate ganz bedeutend verschärft. Die socialen Teil erwähnte Aufstellung, die wir im HandelskammerBei Besprechung der im " Nicht ganz unberechtigte Kritik hat das unnachgiebige Fest- Produktionsbedingungen des Flußschiffbaues am Rhein und in halten des Roheisen- Syndits an den Bedingungen der zur Zeit Holland, werden als günstig für Holland die dortigen niedrigeren der Hochkonjunktur abgeschlossenen Lieferungsverträge, sowohl hinsicht Löhne angeführt. Dazu wird dann die interessante Stelle sei lich des Preises als auch der Abnahmefristen gefunden. Bei wiederholt mitgeteilt- weiter bemerkt: Deutsches Reich. Tas Fehlen von Zöllen auf wichtige Lebensmittel in p Holland gestaltet das häusliche Leben dort um ein nicht unerhebliches billiger wie bei uns, zumal im rheinisch- west- Wie die Legende einer Verschwörung gegen das Leben des fälischen Industriebezirk." deutschen Kaisers entstand. " Falls aus der Neugründung aber nichts wird, hat Herr Ruhland auch schon anderweitig für sich Vorsage getroffen; cr übt durch die preußischen Landwirtschaftskammern auf die Regierung dahin Aus Zürich wird uns geschrieben: Seit der im September 1900 einen Druck, daß er die Anstellung nationalökonomischer Professoren an Wegen des Fehlens der Zölle auf Lebensmittel stellt sich, wie aus erfolgten Ermordung des Königs von Italien vergeht taum eine Woche deutschen Hochschulen, die auf agrarischem Boden stehen, verlangt. Als einer im Vorwärts" gleichfalls schon veröffentlichten Preisstatistik mehr, in der nicht von neuen anarchistischen Verschwörungen und erster Fachman Deutschlands wird natürlich Herr Professor Ruhland hervorgeht, das Wochenbudget eines holländischen Arbeiters um ein Attentatsprojekten gegen irgend einen monarchischen Herrscher oder der Regierung vorgeschlagen. volles Viertel niedriger als das des deutschen Arbeiters! Die Präsidenten einer Republik geschwindelt wird. Jüngst hieß Herr Ruhland versteht, wie man sieht, das Geschäft sehr gut, Wochenausgabe für den gleichen Konsum in einem bescheidenen es, in seiner Heimatgemeinde Schio, Provinz Vicenza, habe ein haut aber trotzdem gewöhnlich daneben, so daß selbst in agrarischen Haushalt" wird nämlich für Holland auf 21,01 M., für Deutschland Staliener einen Selbstmordverfuch begangen und als Grund zu dem Kreisen große Opposition gegen ihn besteht. Als er im Verein der auf 28,19 M. berechnet. Einen solchen bescheidenen" Haushalt kann selben angegeben, daß er Mitglied eines anarchistischen Komplotts Steuer- und Wirtschafts- Reformer" Wirtschafts- Reformer" in vorigen Jahre eine sich der deutsche Arbeiter jetzt nicht einmal leisten und dabei wird in dem sonst so friedlichen und idyllischen Wädensweil am Zürichsee gewaltige Rede schwang und die internationale Regulierung der in der Unternehmerpresse eine Herabjegung der Löhne als vollständig gewesen und von demselben beauftragt worden sei, Kaiser die Getreidepreise durch Landwirte verlangte, trat zint gerechtfertigt verteidigt. Nach den obigen Ausweisen beträgt der Wilhelm II. zu ermorden. Er habe aber nicht gewagt, den berühmte hohe Lohn pro Woche 25,67 M. Der„ bescheidene" Haus- Auftrag auszuführen, sondern wollte sich lieber selber das Leben Beispiel der Geschäftsführer der Centralstelle der Preußischen Landhalt verlangt also noch eine Zulage von 2,52 M. und dann fehlt nehmen. Natürlich wurde sofort nach Rom und Berlin telegraphiert wirtschaftskammer gegen ihn auf, was gewiß nicht geschehen wäre, noch Micte, Steuern, Kleidung usw.! und auf Veranlassung der dortigen Regierungen nahm sich der wenn letzterer nicht viele Persönlichkeiten hinter sich gehabt hätte. schweizerische Bundesrat bezw. die Bundesanwaltschaft der Sache an. Damals war die Frage, ob man international oder national der Schleunigst reiste der Bundesanwalt Kronauer von Bern nach Wädens- deutschen Landwirtschaft helfen könne, jetzt will es Herr Dr. Ruhland weil, um da an Ort und Stelle die Untersuchung selbst zu führen. Diese als Nationalökonom an einer deutschen Hochschule versuchen, falls er ergab indessen ein völlig negatives Resultat. In Wädensweil arbeiten nicht mit seiner Zeitungsgründung durchdringt. allerdings mehrere Schioten, die sich nicht durch besondere monarchische Politische Leberlicht. Berlin, den 2. Juli. Zum Ministerschub in Baden wird uns von dort geschrieben: Gesinnung auszeichnen; aber der Gelbstmörder hat nicht Wädensweiler wegen eines anarchistischen Auftrags verlassen, sondern weil er Die Moral der Subventionen. Die Deutsche Tageszeitung" einem Nebenarbeiter 270 Fr. gestohlen hatte! Als spielt fortgefeht mit verwirrtem Eifer die Entrüstete, weil die er diese Summe verjubelt hatte, kehrte er in seine Heimat zurück, wo" Schwäbische Tagwacht" den Abg. Schrempf als einen Subven Wenn eine Regierung sich unmittelbar vor einer wichtigen Wahlentscheidung zu größeren Veränderungen in der Zusammensetzung ihm seine Pflegemutter, die inzwischen von dem Diebstahl unterrichtet tionierten bezeichnet hatte und weil wir dazu erklärt hatten, sie hätte ihres Ministeriums entschließt, so liegt von vornherein die Vermutung worden war, wohl einen sehr unfreundlichen Empfang bereitet haben falsch geraten. Angesichts diefes unglaublichen Zugeständnisses, daß es sich nahe, es möchte diese Entschließung durch Erwägungen politischer mag. Aus Verzweiflung darüber beging er dann einen Selbstmorddenn hier bei dem Vorwurf, daß ein Mann bestochen sein soll Natur veranlaßt worden sein. So auch bei dem bereits gemeldeten verfuch, zog es aber nachher im Spital vor, statt der beschämenden das soll in dem Ausdruck subventionieren liegen Lediglich um badischen Ministerwechsel. Selbst das hohe Alter des mumehr Wahrheit eine Attentatsgeschichte zu erzählen. aus feinem Amte scheidenden Präsidenten, des Staatsministers die Scharfmacherpresse mit gewohnter Gewissenlosigkeit für ihre lichtSo entstehen anarchistische Komplotte und Attentate", die dann eine Vermutung, ein Raten gehandelt hat, weiß die socialNott, vermag nicht die erschöpfende Erklärung dafür zu geben, schenen Zwecke zu fruttifizieren versucht. demokratische Presse kein Wort der Entschuldigung oder der Erklärung vorzubringen." warum die Regierung es vorgezogen hat, die Entscheidung der Wähler über den zur Zeit im Lande gesteuerten politischen Kurs nicht erst abzuwarten, sondern bereits vorher eine Aenderung " 1 " Herr Ruhland. Zum Schluß heißt es: „ Das sind die Helden der Brotwucherschreier! Wie schlecht muß es mit der inneren Wahrheit einer Sache, hier mit der Agitation gegen die agrarischen Auffassungen, stehen, wenn die Träger dieser Agitation zu solchen schmählichen und jämmerlichen, dem sittlichen Empfinden Hohn sprechenden Waffen greifen!" Wir freuen uns dieser Auslassung, ucil damit der sein Ver in der Besetzung der wichtigsten Stellen auf dem Staatsschiffe vor- Ruhland mit einer verblüffend einfachen Abwehr. Er hält sich beide Den gegen ihn gerichteten Anklagen begegnet Herr Professor zunehmen. Wie die Verhältnisse einmal liegen, war die Gefahr Ohren zu und ruft ohne Unterlaß mit größter Anspannung seiner einer Niederlage des bisherigen Regierungssystems bei den bevorstehenden Landtagswahlen nicht gering, und das Bestreben der Re- Stimme: Es ist unwahr, es ist unwahr, es ist unwahr! Schade gierung, lieber einer ihr feindlichen Kundgebung des Volksunwillens ur, daß eine von Herrn Ruhland bestrittene Thatsache dadurch erst vorzubeugen, als hinterher unter dem Eindruck der Wucht einer recht an Glaubwürdigkeit gewinnt, daß er sie als unwahr bezeichnet. Bund der Landwirte das schärfste Urteil über solchen sich zu beugen, erscheint durchaus begreiflich. Ebenso verständlich Den Münchener Neuesten Nachrichten" schreibt er: Subvention Herr Ruhland beglückt zwei Blätter mit seinen„ Univahrheiten". halten selbst ausspricht. Die Deutsche Tageszeitung" erklärt und Bestechung für gleichbedeutend und hält es aber ist es auch, wenn die Regierung den Anschein, als ob jene 1. Es ist unwahr, daß ich dem Vertreter der„ Münchener Post" für den schimpflichsten Vorwurf, daß man von jemand be= nach Stadſten zu vermeiden juc Boltsstimmung getroffen worden sei, jemals auch im Jahre 1803 nicht- eine Offerte gemacht hauptete Kräften sucht. Die Wahlchancen der badischen Regierung standen, so viel bis- habe. 2. Es ist eben deshalb auch unwahr, daß sich eine solche diese sittliche Beurteilung der Subvention doch wohl nicht nur dann Geldofferte meinerseits auf Artikel zu Gunsten der Bismarckschen gilt, wenn der Vorwurf zufällig gegen eine falsche Person gerichtet her aus der Stellung der einzelnen Parteien im beginnenden Wahl- Politik bezogen hätte. 3. Es ist nicht minder un wahr, daß eine ist, sondern auch dann, wenn das gebrandmarkte Verfahren übertampf zu ersehen war, überaus schlecht. Die Weigerung des Centrums, ſeine bewährte und der Regierung bereits bei solche Geldofferte von einem Vertreter der Münchener Post" zurück- haupt geübt wird, so entsteht die Frage: Wie kann es der Bund den früheren Wahlschlachten sehr gefährlich gewordene Offensiv- gewiesen worden wäre. 4. Es ist unwahr, daß meine sogenannten der Landwirte über sich gewinnen, diese von ihm selbst als unmoralisch empfundene Methode geheimer Subvention selbst flanke gegen die Nationalliberalen nunmehr gegen die Social- Besuche in der Münchener Post" von dem Momente ab aufhörten, und ehrlos demokratie zu kehren und damit die Position der Regierungswo diese Offerte zurückgewiesen worden wäre; sie hörten vielmehr auszuüben. Denn das dies im Fall Bauer und Abgeordneten partei in erster Linie in der Residenz Starlsruhe gegen den radifal- auf, als ich alle mich interessierenden Broschüren und Echriften gegenüber einer Anzahl von geschehen ist, darüber besteht nicht der geringste oppositionellen Angriff zu decken, drohte die Regierung von vorndaselbst gekauft hatte. Dadurch, daß Herr Rubland die unzweideutigen Bekundungen 3 weifel. Serr Bauer gesteht das jetzt selbst ein, indem herein dermaßen in taktische Nachteile zu bringen, daß ihre erneute der Münchner Post" bestreitet, werden ste natürlich nicht unrichtig. er zwar alles für unwahr erklärt, dann aber, wie wir Niederlage unausbleiblich schien. Die abermalige Auslieferung der Residenz an den Radikalismus" mußte für die Regierung aber einen Die Frankfurter Zeitung" wird mit folgender famosen vorausgejagt haben, wohlweislich hinzufügt, daß nicht eine Klage gegen den Vorwärts" um so schmerzlicheren Schlag bedeuten, weil man fich im Lande eben Berichtigung" des Herrn belästigt: anschickt, mit großem Pomp das im nächsten Jahre fällige Jubiläum 1. Es ist unwahr, daß meine seiner Zeit Ihnen zugeschickte führen werde, weil dieses Blatt ihn nicht be= der fünfzigjährigen Regierung des Großherzogs Friedrich zu feiern, Berichtigung keine Berichtigung war. Jede diefer meiner Erflärung leidigen könne und der Vorwärts" selbst be der seiner leidenschaftlichen Gegnerschaft gegen die Socialdemokratie entgegenstehende Aeußerung ist unwahr. 2. Es ist nicht wahr, daß weispflichtig sei". bereits des öfteren in öffentlichen Rundgebungen Ausdruck ich in meiner letzten Erklärung in der Deutschen Tages- Zeitung" verliehen hat. Die Rettung der Residenz aus den Händen des, limein Märchen erzählt habe; diese Angaben entsprechen vielmehr sturzes" schien also des Preises einer Konzession an die dem thatsächlichen Hergang in allen Teilen. 3. Es ist nicht wahr, Klerikalen wohl wert, deren versöhnlicher Flügel ohnedies nur daß ich im Jahre 1893 eine„ Liga" zu Stande bringen wollte, auf eine günstige Gelegenheit wartete, um der Regierung zum gedie etwa das Gegenteil von dem sein sollte, was der Bund der meinsamen Kampfe gegen die Socialdemokratie die Hand zu Landwirte ist. 4. Es ist nicht wahr, daß ich im Jahre 1893 auf reichen. der Redaktion der Frankfurter Zeitung" erschien, um dieselbe für eine solche oder irgendwie geartete Liga zu gewinnen. Die Frankfurter Zeitung" bemerkt zu diesem mit Hilfe des § 11 ausgeführten Attentat: „ Das ist, bitte, kein Wig, sondern die Berichtigung ist uns wirklich zugegangen. Wir erwarten jetzt nur noch, daß Herr Ruhland Sonne, Mond und Sterne lengnen und beweisen wird, Bülow reist nach Nußland, so meldet die Nowoje Bremja". daß die Frankfurter Zeitung" um das Jahr 1893 gar nicht Die Reise soll mit den deutsch russischen Handelsvertragsexistiert hat. Dann ist alles in Ordnung. Bis dahin aber sind Verhandlungen in Zusammenhang stehen. wir so frei, alles aufrecht zu erhalten, was wir " " 1 " cr " " Hinter der einfältigen Ausrede von der Beweispflicht" verkriecht sich eben Herr Bauer, weil er nicht tlagen tann und es unter allen Umständen verhütet werden muß, daß die leitenden Herren des Bundes der Gefahr zeugeneidlicher Bernehmung ausgesetzt werden. Die katholische Märkische Volkszeitung" wiederholt zwar auch noch das Gefasel von der Beweispflicht" des Vorwärts", auf dem der Vorwurf verleumderischer Beleidiging" haften bleibe, aber sie meint doch ängstlich, Herr Bauer hätte allen Anlaß, zur Wahrung seiner Vermutlich hat Herr Bauer wichtigere eignen Ehre zu flagen. Sorgen, als die Wahrung seiner vom Bund der Landwirte subventionierten Ehre. V Es kann unter diesen Umständen nicht wunder nehmen, wenn gerade Herr Nokk, der Präsident des Staatsministeriums, der seit munmehr 20 Jahren als Leiter des Ministeriums für Justiz, Kultus und Unterricht den klerikalen Brätensionen einen ebenso entschiedenen als er folgreichen Widerstand entgegen stellte, diesen Bestrebungen zum Opfer fiel. Seine Ersetzung im Präsidium des Staatsministeriums durch den bisherigen Minister des großherzoglichen Hauses und der aus wärtigen Angelegenheiten v. Brauer, der, wie selbst die nationalliberale Straßburger Post" zugiebt, vielleicht um eine Kein Politiker. Bei einem Frühstück im Lübecker Ratskeller, Kleinigkeit weiter rechts" steht als Herr Noff, wird in ihrer über den Professor Dr. Ruhland mitteilten und schrieben. Sv- an dem Prinz Heinrich teilnahm, hatte der Bürgermeister symptomatischen Bedeutung noch verstärkt durch die Ernennung wohl das, was die Münchener Post", wie das, was uns betrifft, Sluge in einer Ansprache auch die Verhältnisse in China gestreift. des Domänendirektors Dr. Reinhard zum stimmführenden ist durch Zeugen festgestellt, und es wird der Dreistigkeit Rub- In seiner Antwort meinte der Bruder des Kaisers gelasien:„ Zum Mitglied des Staatsministeriums. lands nicht gelingen, der öffentlichen Meinung auszureden, daß Dritten muß ich erklären, daß ich auf den Teil der Rede, der die Mit der Berufung Reinhards ist dem oft geäußerten Wunsch des Centrumpresse, er, um sich rein zu waschen, fabuliert. Insbesondere wieder Politik betraf, nicht eingehen kann. Mit der hohen Politik habe ich holen wir, daß Ruhland vor dem Abschluß des deutsch- russischen nichts zu thun. Das überlasse ich besser St Iügeren, überlasse es es möchte endlich auch ein Satholit ins Ministerium berufen Handelsvertrages das genaue Datum fönnen wir nicht mehr denen, die dafür verantwortlich sind." werden, stattgegeben worden, wenn Dr. Reinhard seinem politischen Glaubensbekenntnis nach auch der nationalliberalen Partei angehört feststellen auf der Redaktion der" Frankfurter Zeitung" er schien, um uns für eine Liga zu gewinnen, die etwa das Gegen- Ein Duellmord? Wie man der„ Kölnischen Volkszeitung" und als solcher noch vor wenigen Jahren bei einer Nachwahl im teil von dem sollte, was der Bund der Landwirte will. Das kann aus Bonn berichtet, bildet dort das Tagesgespräch ein Säbelduell. Reichstagskreise Offenburg- Kehl gegen das Centrum kandidierte. Auf jederzeit vor Gericht erhärtet werden, und wenn Herr Ruhland es das unter den schwersten Bedingungen ausgefochten worden und bei alle Fälle ist weder er, noch der Nachfolger Notts im Justiz-, Kultus und Unterrichtsministerium, der bisherige Oberstaatsanwalt von ableugnet, so sagt er eben auch hier die Unwahrheit." dem der Angehörige eines studentischen Corps, der bei den Bonner Dusch, ein Kulturkämpfer" im Sinne der badisch- liberalen Nachdem nun einmal Herr Ruhland, der Philosoph des Agrarier- Husaren dienende Sohn eines hohen Staatsbeamten, infolge durchTraditionen. Dem Katholiken Reinhard speciell schreibt man die tums, das öffentliche Interesse in stärkerem Maße erregt hat, dürfte schneidens der Halsschlagader zu Tode gekommen sein soll. ThatAufgabe zu, im Ministerium im Sinne des Ausgleichs der Kirchen- es an der Zeit sein, einige Einzelheiten zum Charakterbilde des vielfache ist, daß das betreffende Corps das übliche Trauerabzeichen trägt. politischen Gegenfäße zu wirken, was ihm wesentlich erleichtert seitigen Mannes beizusteuern. werden dürfte durch die freundliche Haltung, die er den Forderungen Herr Dr. Ruhland war früher als Sachverständiger beim Bund Tarifreform. Die sächsische Staatsbahn Verwaltung hat, des Centrums auf Einführung von Klöstern und Orden gegenüber der Landwirte engagiert, wurde aber den Herren später unbequem, wie die„ Dresdener Nachrichten" melden, beschlossen, dem Beispiele sodaß sein Vertrag zwar nicht erneuert wurde, ihm aber eine weitere Preußens folgend, die Gültigkeitsdauer der Rückfahrtkarten, und Der badische Ministerschub stellt sich so dar als ein Ausfluß Jahreszuwendung blieb, für die er von Zeit zu Zeit der Deutschen zwar sowohl im inneren Verkehr als im wechselseitigen Verkehr mit des Bestrebens der Regierung, dem Centrum einigermaßen entgegenzukommen und insbesondere dem einer Verständigung mit der Tageszeitung" Leitartikel zu schreiben hatte. Der Bund wollte es den preußischen Linien, auf 45 Tage auszudehnen. Die amtliche Regierung geneigten Flügel desselben, der sich unter die Führung des mit Herrn Professor Ruhland nicht verderben und fürchtete feine Bekanntmachung, nach der die neue Bestimmung sofort in Kraft Landgerichtsdirektors Behnter gestellt hat, das Abschwenken von Gegnerschaft, falls er nicht auch in Zukunft gut honoriert würde. einnimmt. zu suchen, trete, steht unmittelbar bevor. waren durch den der vom intransigenten Parteiführer Pfarrer Wacker vorgezeichneten Herr Ruhland wandte sich an die Dominikaneruniversität in Der Köln. 8tg." zufolge findet am 3. Juli auf Veranlassung Stampflinie: Unter allen Umständen gegen die Nationalliberalen! Freiburg in der Schweiz, die damals drei deutsche Professoren Bayerns eine Sonferenz der Eisenbahn- Verwaltungen zu erleichtern. Der eigentliche und legte Grund für diese bereits ihrer Nationalität wegen entlassen hatte. Die stockkatholische Bayerns, Württembergs und Badens statt, wobei als mit der Berufung des konservativ angehauchten" Herrn Schenkel Universität konnte außer Herrn Ruhland feinen deutschen Professor sicher gilt, daß die 45 tägige Gültigkeit der Rückfahrkarten in Südan Stelle des Kulturfämpfers Eisenlohr zum Ministerpräsidenten finden. Was gleich befürchtet wurde, trat alsbald ein. Herr Dr. deutschland sowohl für den inneren Verkehr wie für eingeleitete Rechtsschwenkung unsrer Regierung ist allerdings Ruhland fand keine Hörer und mußte daher versuchen, anderweitig den Verkehr mit den Nachbarstaaten beschlossen werden in der wachsenden Angst vor der immer mehr Sämtliche füddeutsche Eisenbahnen erstartenden Socialdemokratie deren feine Talente nugbar anzulegen. Chancen auch bei den diesjährigen Kammerivahlen aller= Zuerst versuchte er es mit der Centralstelle der Preußischen Beschluß Preußens vollkommen überrascht. Die erste Nachricht feits wieder als sehr günstige betrachtet werden. Die Landwirtschaftskammern, der er versprach, ein großes national von diesem Beschluß ist den Regierungen erst am 28. Juni zu in der inneren Politit des Reichs beobachtete Erscheinung, daß ökonomisches Werk zu schreiben, das die bisherige Nationals gegangen. Da Eachsen einen gleichen Beschluß gefaßt hat und die die Furcht vor dem„ Umistura" die Regierung in die Arme des ökonomie als veraltet hinstellen und die Volkswirtschaft auf agrarischer Reichslande zweifellos nachfolgen werden, wäre mit einem Schlage Klerikališnus treibt, beginnt sich auch im kleinen badischen Muster- Basis neu aufbauen sollte. Das Geld ist bezahlt worden, das Buch hinsichtlich der Gültigkeitsdauer der Rückfahrkarten in ganz Deutschländle" zu zeigen und wird hier zu denselben Konsequenzen führen ist nicht erschienen. Dann gründete Herr Dr. Nuhland eine Ge- land eine umfassende Einheitlichkeit erzielt, und wird Bayern die wie draußen. Die Socialdemokratie Badens wird von diesem treidepreis warte, indem er vorgab, aus den statistischen besondere Vergünstigung für das Oktoberfest sowie für landwirtschaftFrontwechsel der Regierung in ihrer principiellen Haltung Zahlen mit einiger Sicherheit eine Prognose für die zukünftige Ge- liche Berjammlungen nicht fallen lassen. natürlich nicht im geringsten berührt und auch ihre bisherige staltung der Getreidepreise erkennen zu können. Auch auf diese Aus Karlsruhe wird der Frankf. 8tg." gemeldet. Die wahltaktische Stellungnahme kann selbst dann keine Verände- Beitung fand er nur ganz wenig Abonnenten, da niemand dem badische Staatsbahn Verwaltung wird die von der rung erfahren, wenn das Centrum auf den stöder der Regie- Juternationalen Bureau zur Regulierung der Getreidepreise" glaubte. preußischen Staatseisenbahn angenommene 4ötägige Gültigkeit der rung anbeißen und seine auf der Offenburger Landesversammlung Der Abonnementspreis beträgt für Deutschland 20 M. per Jahr. Rückfahrkarten im Verkehr mit den Stationen der preußisch- hessischen festgelegte Wahlparole mit Rücksicht auf den inzwischen erfolgten Jetzt hat der Bund der Landwirte einen Aufruf erlassen zur Grün- Eisenbahnen vom gleichen Tage ab ebenfalls einführen. Im inneren Ministerschub nachträglich einer Revision zu Gunsten der national- bung einer täglich erscheinenden Zeitung, die sich„ Der Getreide- Verkehr der badischen Bahnen bleibt es bis auf weiteres bei den liberalen Regierungspartei unterziehen sollte. Wir haben nirgends im Lande auf die Wahlhilfe des Centrumsmarkt" nennen wird und vom 1. Oktober ab in Berlin erscheinen bisherigen Bestimmungen. gebaut und sind anderseits diesem gegenüber auch keinerlei Ver- foll. Das Kapital dieses neuen Unternehmens ist mit 150 000 m. pflichtungen eingegangen. Mag also kommen, was da wolle: unsre in Anteilen a 500 M. projektiert, doch sollen bisher nur Antcile Stellung im bevorstehenden Wahlkampf ist tlar, und das Centrum wenige von Landwirtschaftskammern und Abteilungsmöge gegebenenfalls sehen, wie es sich mit der Wählerschaft abfindet vorständen des Bunds der Landwirte gezeichnet worden sein. als Helfershelfer einer Regierung, die der primitivsten politischen Zu dieses neue Unternehmen verschmilzt Herr Dr. Ruhland seine Forderung des Volkes, der Einführung des direkten, all- Monatlichen Nachrichten" aus dem Internationalen Bureau zur gemeinen und gleichen Wahlrechts zum Landtag, Regulierung der Getreidepreise", die jetzt allmonatlich erscheinen, seit Jahren einen hartnäckigen Widerstand entgegensett. und zwar zum Preise von 17 000 m Herr Dr. Ruhland sorgt also nicht nur auf dem Gebiete des Brottorns für angemessene Preise. = " Der Leipziger Baukkrach. Die Stadt Leipzig hat eine Hilfsaktion eingeleitet, um den ver Heerenden Wirkungen des Zusammenbruchs der Leipziger Bank entgegenzuwirken. Um namentlich kleinen Gewerbetreibenden, denen durch die Eröffnung des Konkurses über das Vermögen der Leipziger Bank die Verfügung über die auf Einlagebücher bei der genannten Bank eingezahlten Gelder genommen ist und die nicht die Möglich 0 Von dem Leipziger Krach ist auch der Altenburgische Staat finanziell betroffen. Bon Sachsen- Weimar wird das Gleiche behauptet. " " Serbien. feit haben, auf andre Weise sofort bare Mittel flüssig zu machen,| Ablauf des erwähnten Zeitraums wird die Zeitschrift von den Regierung anerkannte, daß nicht weniger als 13 673 böllig insbesondere mit Rücksicht auf den Monats und Quartals erhaltenen Verwarnungen befreit, und eine hierauf erfolgte Ver- erwerbsunfähige Kriegs Teilnehmer wegen fchluß zu Hilfe zu kommen, hat der Rat beschlossen, einer: warnung wird wiederum als erste gerechnet. Die Wirkung dieser Mangels an Mitteln abschläglich beschieden waren. seits bis zum Gesamtbetrage von einer Million Mart aus Regel wird auch auf alle bisher an die periodischen Zeitschriften Die im Gesetz vom 22. Mai 1895 enthaltene Beschränkung, daß allgemeinen Mitteln der Stadtgemeinde unter denselben Bedingungen, erlassenen Verwarnungen rückwirkend angewendet. Der Minister des nicht mehr als 2 400 000 Mart in Portionen von je 120 Mark für nach denen verzinsliche Gelddarlehen durch die Sparkasse gewährt Junern befreite die Zeitungen Birschewija Wjedomosti" und den erwähnten Zweck verwandt werden dürfen, wurde deshalb durch werden, Einlagebücher der Leipziger Bant bis zur Höhe von 30 Proz. Voschod" sowie die Monatsschrift Chosjain" von den Folgen des Gesez vom 1. Juli 1899 aufgehoben. des Einlegerguthabens, jedoch das einzelne Buch nur bis zum Höchst- Gesezes nach dritter Verwarnung, nämlich von der Censur vor der Troydem verstummten die berechtigten Slagen ehemaliger betrage von 1000 M. zu beleihen und andrerseits auch Einlage- Herausgabe. Kriegsteilnehmer darüber nicht, daß ihnen das bißchen Unterstützung, bücher der genannten Bant bis zur Höhe von 30 Proz. des Einlegerauf die sie einen Anspruch haben, nicht zu teil werde. guthabens als geeignet zu erklären zur Leistung von Sicherheit für Verpflichtungen der Stadtgemeinde gegenüber. Der Rat hat die Belgrad, 2. Juli. Aus Sjeniya, im Sandschak Novibazar, Besonders wurde die engherzige Auslegung des Begriffes völliger Abermals gelangten die Klagen im Reichstage zur Besprechung. Stadtverordneten um beschleunigte Zustimmung zu diesen Beschlüssen werden abermals ferbenfeindliche Ausschreitungen Erwerbsunfähigkeit allseitig beklagt. Der Bauernbündler Nißler ersucht, die in der Plenarsizung am nächsten Mittwoch zweifellos dortiger Albanesen und türkischer Soldaten ge- verlangte, daß der Begriff Erwerbunfähigkeit dem im Invalidenerfolgen wird. meldet. Letztere hätten mehrere serbische Dörfer besetzt und die versicherungs- Gesetz enthaltenen nachgebildet werden solle. Freunde Bevölkerung unter dem Vorwande, daß sie Waffen bei sich versteckt der Getreidezollerhöhung mochten einen Augenblick eingesehen haben, halte, verfolgt. daß es eine außerordentlich unbillige und ungerechte Forderung iſt, Türkei. zu verlangen, daß auch der Haushalt der erwerbsunfähigen StriegsKonftantinopel, 2. Juli. Jüngst eingelaufenen Nachrichten zu teilnehmer mit 50 bis 100 m. jährlich künstlich zu Gunsten der Ju Koburg geriet der Privatier Greiner über die folge hat im Vilajet Musch die Spannung zwischen Kurden notleidenden" Großgrundbefizer verteuert und daß unter allerlei Berluste bei dem Leipziger Bankkrach in ſolche Verzweiflung, daß er und Armeniern eine drohende Ausdehnung angenommen. Vorwänden bedürftige Kriegsteilnehmer mit ablehnenden Bescheiden gesich erschoß, nachdem er zuvor seine Frau und Tochter durch Schüsse In Musch selbst verursachten die Kurden eine schwer verletzt hatte. allgemeine füttert werden. Selten sah man solche Einstimmigkeit bei allen Parteien Banit. Bewaffnete Türken und Kurden durchzogen die Stadt, so als in dem Verlangen, daß endlich wenigstens die 120 M. allen, die In Wer dan konnte, wie unser Zwidauer Parteiblatt mitteilt, daß die Armenier ihre Häuser nicht zu verlassen wagten und der diese Beihilfe nach der Absicht des Reichstags erhalten sollten, zu die Maschinenfabrik von Popp u. Co. am Sonnabend ihnen etwa Bazar leer blieb. Vierzehn Armenier wurden von den teil werde. Nur das socialdemokratische Verlangen, die 120 M. zu 250 Arbeiter keinen Lohn auszahlen, da es der Firma an- kurden getötet. Der Verkehr zwischen Musch und mehreren erhöhen, fand keine Gnade vor der„ patriotischen" Reichstagsmehrheit. geblich nicht möglich war, Geld von der Bant zu erhalten. Laut umliegenden Dörfern ist unterbrochen. Die Hauptangriffe der Kurden Diese Einmütigkeit bei der ersten Beratung des Antrags Nißler am Anschlags an der Fabrik werden die Arbeiter bis zum Dienstag verrichteten sich gegen das Dorf Mogunt. Die Kurden beschuldigten 11. Januar 1901 ließ die Hoffnungen vieler darbender Kriegsteildie Armenier, den Scheriff- Aga von Musch, durch den mehr als nehmer höher schwellen. Wie sollten die Armen enttäuscht werden! 150 Armenier eingekerkert worden sind, getötet zu haben. Eine An- Bei der zweiten Beratung am 6. März 1901 stimmte die Reichstagszahl Dörfer wurde von Kurden geplündert. mehrheit selbst den bescheidenen Antrag Nißler nieder. Sie war inzwischen zu der tiefen Erkenntnis gelangt, daß Zahlungen Geld erfordern, und vertröstete sich und die Darbenden mit der Zuversicht, daß selbst in Preußen nach den Darlegungen des damaligen Ministers Innern v. Rheinbaben fünftigs hin nicht absolute Erwerbsunfähigkeit", sondern der Ansicht des würde, und daß der Minister selbst erklärt hatte: wir haben alle Veranlassung, das Gesetz im Interesse der Veteranen wohlwollend auszulegen". tröstet. Chronik der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. Wegen Majestätsbeleidigung wurde der noch im jugendlichen Alter stehende Holzbildhauer Oskar Reimann aus Würtsch, Kreis Lüben, von der Strafkammer des Landgerichts Liegniß zu einem Jahr Gefängnis verurteilt. Die Strafe war deshalb so hoch bemeſſen worden, weil es nach der Meinung des Gerichtshofs als besonders strafwürdig zu erachten sei, wenn sich junge Leute bereits derartiger Vergehen schuldig machten. Sonst pflegt Jugend als mildernder Umstand angesehen zu werden. Asien. London, 2. Juli. Wie aus Peking gemeldet wird, haben die Chinesen gestern einen Teil der von den Engländern bisher bewachten Gebiete besetzt. Die Engländer haben nur noch den Oberbefehl über diesen Bezirk und haben in den besetzten Hauptstraßen Wachtposten ausgestellt. Oder wollte das Gericht sagen, daß mit wachsendem Alter und Der Boeren- Krieg. wachsender Erfahrung die Majestätsbeleidigung verzeihlicher werde? Ausland. Frankreich. Belgien. 16m Kitchener der Siegreiche " " des Es blieb wie es war. Neines tam schlimmer. Die wohlwollende Auslegung" der Behörden gelangte nunmehr in vielen Fällen zu einer noch stärkeren Einengung des Begriffs völlige Erwerbsunfähigkeit". hat wieder einmal eine Leporelloliste angeblich errungener Erfolge nach London gemeldet. Seit dem 24. Juni, heißt es darin, seien Vor uns liegen die Aktenstücke eines Falles, der dies recht drastisch nach den Meldungen der britischen Abteilungen 74 Boeren gefallen, illustriert. Ein 55 jähriger Veteran, der den Feldzug als Unteroffizier Paris, 2. Juli.( Bureau Laffan".) In einem Handelsbericht ergeben. 60 wurden verwundet, 160 gefangen genommen und 136 hätten sich mitgemacht hat, ist ausweislich des ärztlichen Attestes" durch gichtischim" Figaro" sagt„ Davenay" in Bezug auf die finanzielle 304 Wagen erbeutet. Ferner wurden 131 Gewehre, 15 800 Patronen und neuralgisches Leiden des linken Arms und Beins vollständig Krisis in Leipzig, daß er Gründe habe, die Thatsache auserwerbsunfähig". Sein Gesuch um Gewährung der VeteranenDanach wären im Laufe einer Woche wieder einmal annähernd pension ist vom Polizeipräsidium abgelehnt worden. Der Abzusprechen, Frankreich sei bei deutschen Unternehmungen mit einem fünfthalbhundert Boeren unschädlich gemacht worden. Schier rätsel- lehnungsbescheid bestreitet keineswegs die völlige Erwerbs= Sapital von über einer Milliarde Frant behaft ist nur, woher imter solchen Umständen immer noch Boeren unfähigkeit des Mannes. Troydem lehnt er das Gesuch ab, weil teiligt. Das Kapital sei in den letzten 18 Monaten in Deutsch- herkommen, um den Engländern immer neue Schlappen bei- mit Rüdsicht auf die Einnahmen der bei Ihnen land angelegt worden. Er glaubt, daß dieje Kapitalsanlagen teine zubringen. Die englische Presse nimmt diese telegraphische Massen wohnhaften Söhne nicht anerkannt werden Erfolge haben werden, da ein großer Theil der Gelder nicht ge- vernichtung der Boeren auch schon längst nicht mehr ernst. Hinter kann, daß Sie sich in unterstützungsbedürftiger sichert sei. In seiner Schlußbetrachtung ist der Verfasser der jeder derartigen Siegesdrahtung wittert sie vielmehr den Be- Lage befinden." Es ist also die wohlwollende" AusMeinung, daß, Geld in Frankreich angelegt, einträglicher und mäntelungsversuch neuen Unheils. So schreibt jetzt wieder Daily legung des Gesetzes nun gar dahin gelangt, nicht nur Erwerbssicherer sei. Mail": Wir haben keine Nachrichten vom Kriegsschauplatz erhalten, unfähigkeit, sondern auch noch Unterstützungsbedürftigkeit im armien trotzdem wissen wir, daß ein längeres Telegramm am ver- rechtlichen Sinne und darüber hinaus entgegen dem Wortlaut Neue Greuel aus dem Kongostaat werden Pariser Blättern gangenen Freitag abgesandt worden ist, das uns bis und der Absicht des Gesetzes zu fordern. Nebenbei sei erwähnt, aus Antwerpen gemeldet: Die letzte Poſt aus dem Kongo hat eine et aber nicht übermittelt wurde. Es find An daß die Söhne des völlig erwerbsunfähigen Veteranen arme Nachricht über eine grauenvolle That, begangen von belgischen geichen vorhanden, daß in diesem Telegrammi die zeichen vorhanden, daß in diesem Telegrammi die Lage in Schluder sind, die eine rechtliche Verpflichtung zur Unterstützung Offizieren gebracht. Die betreffenden Offiziere sollen total der Napkolonie als sehr beunruhigend Hingestellt wird. ihres Vaters nicht haben, aber ihre moralische Pflicht gern er betrunken dem Häuptling des Dorfes, in dem sie sich der Boerenkommandant Fouché Ein Telegramm aus Kapstadt spendet dagegen den Trost, daß füllen. Als die Socialdemokraten im Jahre 1895 Erhöhung der zwar nicht geschlagen oder 120 auf 360 m. verlangten, meinten der Minister Graf v. Pojadowsky befanden, befohlen haben, die Frauen zum Tanz gefangen genommen worden sei, daß aber seine Gefangennahme und der Führer der Stonservativen, Abg. v. Leipziger, unter dem herbeizuholen. Der Häuptling foll geantwortet haben, das zweifellos bevorstehe: Oberst Dalgety ist in das Eingeborenen- Neservat Beifall der bürgerlichen Reichstage Mehrheit: mit 120 M. würden ginge nicht, weil ein Toter im Dorfe sei. Darauf hätten Maclear im Transkei- Distrift einmarschiert. Die Boeren haben den vollkommen arbeitsunfähige Striegsteilnehmer ein sehr bescheidenes, die Offiziere den Häuptling und sämtliche Frauen Distrikt verlassen und ziehen jegt in der Nachbarschaft sehr bedürftiges, doch von der öffentlichen Wohlthätigkeit unabhängiges niederschießen lassen. Die Meldung bedarf zwar der Be- umher. Der Kommandant Fouché, der genötigt ist, sich zurück- Leben“ führen, weil Verwandte, verheiratete Kinder usw." sie für stätigung, doch klingt sie nach dem, was über frühere Scheußlichkeiten zuziehen, muß einen der drei Wege einschlagen, die 120 M. in Pension nehmen würden. der Kongostaat- Truppen verbürgt bekannt geworden ist, keineswegs von den Engländern besezt gehalten werden. unglaubhaft. Die lage Behandlung dieser früheren Bestialitäten Wege entschlüpft? Ob der Umstellte nicht am Ende doch noch auf einem vierten durch Regierung und Parlamentsmehrheit würde es zudem erklärlich machen, daß es den Leist, Wehlan und Arenberg des Kongostaats nicht an hoffnungsvollem Nachwuchs fehlt. England. Chamberlain wehrt sich. Bei einem zur Feier des KanadaFans veranstalteten Festessen, an dem sich auch mehrere kanadische Minister beteiligten, hielt Chamberlain eine Rede auf Kanada, in daß man heute wieder die Geburt einer welcher er darauf hinwies, in Glied des größten Reichs der i Friedensunterhandlungen Der Mann, dessen Fall wir auf Grund der Aften geschildert haben, ist sicher nicht der einzige darbende Kriegsteilnehmer, dem selbst über den Rahmen des Gesetzes hinaus die Unterstützung vorenthalten wird, die ihm zu geben aus einfacher Anstandspflicht das Gesetz verlangt. Wäre die Reichstags- Mehrheit der Regierung gegenüber stellt eine Buschrift aus Amsterdam in Aussicht. König Eduard nicht so nachgiebig und thäte sie nicht so vertrauensselig, so wären wünscht dringend einen schleunigen Friedensschluß, da ihm nicht nur Fälle, wie der angeführte, unmöglich. Daran, daß die Reichstagsdie Stimmung des Auslands nur zu gut bekanut sci, sondern ihn Mehrheit so zusammengesetzt ist, find freilich zum guten auch zahlreiche in seine Hände gelangende Zuschriften aus England Teil die Striegsveteranen und Kriegervereine selbst schuld, selbst über die wachsende Kriegsunlust breiter Schichten des Volkes von denen noch immer cin Teil glaubt, der unter genau unterrichteten. patriotisch bombastischem Wortgeklingel die Interessen der besigenden Klaffe vertretenden Reichstags- Mehrheit gegen die socialdemokratische Partei Handlangerdienste leisten zu müſſen. Fälle wie der erwähnte und die Behandlung derer, die in Erfüllung ihrer gejeglichen Pflicht ihre Gesundheit durch Militärdienst eingebüßt haben, mögen etwas aufffärend wirken. So manchem Kriegsteilnehmer wird durch solche Vorkommnisse das Sprüchlein eingebläut: Wer nur solch Neichstags- Mehrheit lässet waltenUnd hat nischt, König Eduard persönlich sieht das dem Ansehen und der Weiterentwicklung seines Landes drohende Unheil und der Gegensay, in den ihn dieses sein persönliches Gefühl und Empfinden zu seinen Ministern bringt, verschärft sich von Tag zu Tag. Ja, man geht sogar noch weiter und behauptet, daß das Ende des Kriegs nahe ist, daß aber noch näher als dieses ist das Ende der ministeriellen Laufbahn einiger Minister." Nation feiere, welche Erde bilde, und daß nichts erhebender anzusehen gewesen jei, als die Art, wie die Kolonien England im südafrikanischen Kriege zu Hilfe gekommen feien. Die Einigung des Britenreiches sei mit Blut besiegelt worden. Er glaube nicht, daß sich die heutige Meinung des gebildeten Europa mit dem Urteil der Nachivelt decke. Er bewerte vielmehr die Meinung der englischen Kolonien weithöher, als die irregeleitete Anschauungsweise Europas, welche auf Lügen gegründet sei, die von auswärtigen Feinden und einheimischen Verrätern verbreitet worden seien. Wenn je einmal das Scepter seiner Herrschaft für Englands Hände zu schwer zu werden Schließlich wird versichert, daß die Regierung des Oranje- Freidrohe, so blicke es hin auf die jungen Nationen, um sich in den staats noch nachdrücklicher als die von Transvaal jede Friedens Stand zu setzen, den Hohn seiner Feinde mit dem Jubel seiner bedingung zur idweist, die nicht völlige Unabhängigkeit Kinder zu beantworten. in inländischen Angelegenheiten gewährleistet. Sollten die Weiter wird behauptet, daß Chamberlains Benehmen cine sehr gedrückte Stimmung verrate und er sich mit dem Gedanken feines Rücktritts vertraut zu machen scheine, eine Darstellung, der Chamberlains an andrer Stelle erwähnte jüngste Rede allerdings widerspricht. Tas ,, dankbare" Vaterland. 4 Und auf sie bauet alle Zeit Und kriegt nischt, Der wird gar wunderbar erhalten Denn et fost' nischt, Für alle Zeit und Ewigkeit Et hilft nischt. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Achtung, Maurer! Die Versammlung des Vereins zm Umstände halber erst am Donnerstag, den 4. Juli, abends 8½½ Uhr, Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend kann in demselben Lokal stattfinden. J. A.: Julius Gehl. An die Berliner Gewerkschaften. Auf Wunsch der Berliner Tabakarbeiter bemühte sich der Aushuß der Berliner Gewerkschaftskommission, mit dem Verein der Nordhäuser Tabakfabrikanten Verbindung anzuknüpfen, um den Streit beizulegen. Mehrere Briefe wurden gewechselt, unsrerseits mit der Absicht, eine Einigung zu erzielen. Wenn die deutschen Ueberfee- Politiker den völkerrechtswidrigen Umstände es erfordern, so wäre der Freistaat eventuell bereit, eine Einfall in China für einen heiligen Krieg und die Bogerjagden für Suzeränität Englands in ausländischen A 11= eine zwedeatsprechende Form modern- humaner Kriegführung er- gelegenheiten anzuerkennen. Ueber diesen Punkt sind die flärten, so kann man es schließlich auch Joe Chamberlain nicht ver- Unterhandlungen im Gange. Man erwarte binnen wenigen Wochen übeln, wenn er gegen das Urteil entrüsteter Zeitgenossen über die Shati- eine neue Friedensgesandtschaft mit ausgedehnten Vollmachten. Mordbrennerei in Südafrika an das Revisionstribunal einer ge- Was an alledem Wahres ist, läßt sich natürlich nicht beurteilen. rechter urteilenden Nachwelt appelliert. Und in der That Daß Versuche im Gange find, einen Friedensschluß anzubahnen, ist wird das geschichtliche Urteil dahin ausfallen, daß der ja möglich, in erster Linie könnten Frankreich und Rußland die Transvaalfrieg troß aller Khati- Brutalitäten gegenüber dem China- Hand im Spiele haben. Sollte England trotz Chamberlains GroßKreuzzug noch als sentimentale Schlächterei zu betrachten ist. THE sprechereien in für die Boeren acceptable Friedensbedingungen Daß Chamberlain die Gelegenheit benuzte, den Kolonien saftige willigen, so wäre allerdings dieser Ausgang weniger dem energischen Schmeicheleien zu sagen, ist bei der Verstimmung, die sich auch in Bernittelungseifer dieser Mächte als Englands wachsender Australien und Kanada über den Transvaalfrieg verbreitet hat, noch Ohnmacht zuzuschreiben. England könnte sich im Gegenteil bei begreiflicher. Und bis zu einem gewissen Grade haben die Kolonien den den Mittelsmännern für die Maskierung seiner Retirade bedanken. Dant Chamberlains auch verdient. Freilich hat der Kolonialminister ein wenig aufgetragen, denn die England von den Kolonien ge您 Nach längerer Korrespondenz erhielten wir die Nachricht, daß für leistete militärische Unterstützung war denn doch nicht so groß und den Fabrikantenverein fein Grund zur Verhandlung vorläge. Mit vou Enthusiasmus zeugend, wie Chamberlain glauben machen will. den Arbeitern bezw. den Kommissionen könne man nicht Der etwa vorhandene Kriegsenthusiasmus ist im Laufe des Krieges verhandeln auf Grund der von jenen geübten Kampfesweise. vollends verflackert. Das phantastische Zukunftsbild Chamberlains Von den Teilnehmern des Krieges 1870/71 sind tausende Das ist eine strikte Absage. Man will eben nicht ver von dem Greater Britain, dem unlöslich zusammengeschweißten ehemaliger Soldaten vorhanden, die zwar unverlegt aus dem Feld- handeln. Wir ersuchen nunmehr die Arbeiter Berlins, die imperialistischen Weltreich, entbehrt vollends der realen Unterlagen: 8uge zurückgekehrt, aber infolge erlittener Strapazen vorzeitig fiech Produkte der Nordhäuser Tabatfabrikanten zu Diese Armen hatten seit meiden. der notwendigen Gleichheit der wirtschaftlichen und politischen und erwerbsunfähig geworden waren. Interessen. Wenn wirklich dem Mutterlande einmal die Last des Jahren um Gewährung eines Ehrensoldes gebeten. Im Jubiläums- Nur die Tabake der Firmen Grimm u. Triepel, Hendeß Scepters zu schwer werden sollte, oder unbildlich gesprochen, wenn jahr 1895 konnte über die Bitten nicht mehr gut himveggangen u. Schumann und Walter u. Sevin sind für den Gebrauch England selbst nicht mehr Geld genug haben sollte, seine Riesenflotte werden. Es kam das Gesetz vom 22. Mai 1895 zu stande, das, den zu entnehmen. zu unterhalten und seine Eroberungsfriege zu führen, so dürften die völlig erwerbsunfähig gewordenen Teilnehmern an Gelder für die Ausgesperrten werden jederzeit auf unfrem Kolonien schwerlich Luft bezeigen, die schmerzende Last auf ihre Feldzügen eine Ehrenbeihilfe von jährlich 120 m. versprach. Der Bureau, Engelufer 15, II. Flureingang, entgegengenommen. Schultern zu nehmen. Antrag der Socialdemokraten, den Sold auf 360 M. zu erhöhen, da Ebenso werden dort Sammellisten an die Vertrauensleute der Rußland. doch 1 M. täglich das Mindeste für einen völlig Erwerbsunfähigen Gewerkschaften auszugeben. sei, dessen er zum Lebensunterhalt bedarf, wurde von der Regierung beDer Aussch it B Kuebelung der Presse. Der Regierungsbote" veröffentlicht tämpft, von den bürgerlichen Parteien abgelehnt. Aber es tam noch besser: der Berliner Gewerkschafts- Sommission. folgende, die Berwarming. der periodischen Presse betreffende Ver- das zur Verfügung gestellte Geld reichte nicht aus. Völlig erwerbsunfähige ordnung: Die erste Berwarnung behält während eines Jahres Striegsteilnehmer wurden mit lithographierten Formularen, daß kein Boykottfreier Nordhäuser Kantabak ist in Berlin zu haben bei: Kraft, vom Tage der Verkündigung an, wenn in diefer Frist nicht Geld zur Verfügung stehe, abgespeist. Solche Formulare veröffentJoseph Doms. Neue Friedrichstr. 72, part. eine zweite Verwarnung erfolgt. Wenn eine Zeitschrift während eines lichten wir seiner Zeit. Die Thatsache, daß Kriegsteilnehmer Ver August Schmidt, Schmidstr. 37, part. Jahres zwei Verwarnungen erhält, so behalten beide zwei Jahre hin- tröstungen an Stelle der 120 Mart erhielten, gelangte auch im Reichsdurch Kraft, und zwar vom Tage der Verkündigung der zweiten Ver- tag zur Sprache. Umville über die Beschränkung der Mittel für warnung an, vorausgesezt, daß die betreffende Zeitschrift nicht eine diesen Zweck wurde trotz der Klage des Reichsschazzministers, der dritte Verwarmung innerhalb dieser Frist erhalten hat. Nach dem Juvalidenfonds sei bankrott, seitens aller Parteien geäußert. Die l Salzmann, Luifenufer 3( auch Magdeburger Kautab.) Emil Büttner, Neue Königstr. 36. Julius Palis, Neue Schönhauserstr. 14, part. Max Schröder, Blumenstr. 77. I Es ist aber in diesen Geschäften ausdrüdlich zu ver Tangen Tabat von Hendeß u. Schumann, Grimm u. Triepel oder Walter u. Sevin. Berliner Kautabat abriten sind uns bis jetzt an: gegeben: Brunzlow u. Sohn, Neue Königstr. 84. Karl Brunzlow, Königstr. 22. Wilh. Ermeler u. Co., Breitestr. 11. Jakob Doussin u. Co., Auguftr. 69. Die Kommission der Tabatarbeiter Berlin 3. Deutsches Reich. G Fingers der rechten Hand erlitten. Durch Vorbescheid der Norddeutschen Edel- und Unedelmetall- Berufsgenossenschaft wurde die Sente auf 25 Proz. bemessen. Da der Vorbescheid ihm nicht völlig klar erschien, verlangte A. unter ausdrücklichem Verzicht, sich zu dem Vorbescheid zu äußern, einen berufungsfähigen Bescheid, welcher ihm auch furz darauf zugestellt wurde. In diesem Bescheid war die Rente auf 20 Proz. festgesetzt. Dersammlungen. = Eine öffentliche Kürschner Versammlung befaßte sich am Montag mit der Angelegenheit des Werkführers Wedemeyer und dem hierzu ergangenen Spruch des Schiedsgerichts, welcher fürzlich in einer Wahlvereins- Versammlung in Lichtenberg verkündet worden ist. Nach längerer eingehender Debatte beschloß die Versammlung, Gegen diese durchaus willkürliche Herabjegung der Rente von daß aus den Mitgliedern der beiden Schiedsgerichte, welche 25 auf 20 Broz. legte A. unter Beifügung eines ärztlichen Attestes, in dieser Angelegenheit zu entgegengefeßten Urteilen gedaß seine Erwerbsfähigkeit um mindestens 25 Proz. beeinträchtigt sei, tommen sind, ein neues Schiedsgericht gebildet werden soll, welches Berufung ein. Die Berufung wurde von dem hiesigen Schiedsgericht nochmals den Fall untersuchen und darüber urteilen soll. Außerdem für Arbeiterversicherung unter Vorsiz des Reg.- Ass. Dr. Guthzeit unter beschloß die Versammlung, daß die Kosten der Aussperrung zur Hinweis auf die Entscheidungen des Reichs- Versicherungsamt ab Hälfte von der Organisation und zur Hälfte von dem Vertrauens. gewiesen. mann getragen werden sollen. Der Breslauer Bäckerstreik, der am Sonnabend beschlossen wurde, hat bereits einen nennenswerten Erfolg zu verzeichnen. Bis Unter der Herrschaft dieser eigentümlichen Rechtsauffassung Montagmittag traten 100 Gesellen zu den neuen Bedingungen wieder fönnen die Berufsgenossenschaften ihre Kassen recht bequem um in Arbeit. 36 Meister hatten bis dahin die Forderungen bewilligt. mancherlei„ nur“ 5 Proz. betragende Rententeile bereichern. Sie Am Streit sind 300 Gefellen beteiligt. Einige auswärtige Bäcker- werden ganz genau wissen, daß auch 5 Proz. noch das Einstecken Innungen haben versucht, den Breslauer Meistern durch wert sind. Zuweisung von Streifbrechern unter die Arme zu greifen, ohne daß diese Bemühungen Erfolg gehabt hätten. Von Berlin sind wie unser Breslauer Partei Organ mitteilt 20 Arbeitswillige durch Vermittelung der Meister eingetroffen, die: felben haben sich jedoch, nachdem sie von der Sachlage unterrichtet wurden, den Streifenden angeschlossen. Das Breslauer Gewerkschaftsfartell erflärte sich am Montag für die Unterſtügung des Streiks und beschloß, dahin zu wirken, daß die arbeitende Bevölkerung ihren Bedarf an Backwaren nur von solchen Bäckermeistern kauft, welche die Forderungen der Gesellen anerkannt haben. Der Weberstreik in Cnnewalde, der am Sonntag 16 Wochen währte, hat nun unter Vermittelung des von der Gewerbekammer ins Leben gerufenen Schiedsgerichts zu einem teilweisen Erfolg der Streifenden geführt. Es ist gelungen, mit dem Fabrikanten Karl Kalauch einen Vergleich zu schließen, bei dem allerdings beide Teile etwas von ihren Forderungen nachgelassen haben. Montagmittag wurde der Betrieb in der Kalauch schen Fabrit wieder aufgenommen. Es ist also that fächlich gelungen, den Cunewalder Fabrikantenring zu sprengen. Die Hauptpunkte der Vereinbarungen sind folgende: Die Lohnreduktion von 10 Proz. wird auf 5 Proz. gemildert. Das Normalin welcher Schmargendorf. Am 24. Juni hielt der socialdemokratische Wahlverein im Lotale Sanssouci, das uns jetzt wieder nach kurzem Kampfe zur Verfügung steht und das einzige Versammlungslokal hier am Orte ist, eine Mitgliederversammlung ab. Brille sprach in einem 1/4 stündigen Vortrag über die schädigenden Wirkungen der Die Anwendung des§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuch8 Vivisektion. Unter anderem wurde beschlossen, daß 10. Stiftungsfest auf die Bezahlung militärischer Uebungszeiten durch den Arbeitgeber am 27. Juli durch Konzert, Vorträge und Tanz im Lotale Sanssouci Offenbach a. M. Es war dies überhaupt der erste Klagefall, der unterstand am Freitag der Beurteilung des Geiverbegerichts zu zu feiern. auf Grund dieses Paragraphen anhängig gemacht war. Der Fenster- Wilhelmsgarten" seine Vereinsversammlung ab, Der Wahlverein Köpenick hielt am 25. Juni im Lokal anschläger Lauterbach verlangte von der Fenſterfabrik Fig für 14 Tage chubert Schöneberg über„ Biele und Forderungen der Socialohn abzüglich des beim Militär erhaltenen Soldes und des Brot demokratie" sprach. Eine Diskussion wurde nicht beliebt. Hierauf geldes. Nachdem die Sache vor acht Tagen auf heute vertagt war, wurde heute das Urteil im Sinne des türzlich gefällten Wiesbadener gab der Vorsitzende Schulze den Bericht über die GeneralUrteils in gleicher Sache gesprochen. Auch das Offenbacher Gericht versammlung des Central- Wahlvereins. Ehe er jedoch damit zu stellte sich auf den Standpunkt, daß eine 14tägige Militärübung als Ende kam, löste der überwachende Beamte um 11 Uhr die Vereinseine nicht erhebliche" Zeit der Dienstverhinderung anzusehen sei, versammlung wegen des Eintritts der Polizeistunde auf. auf die§ 616 Anwendung finde, der sich nach Ansicht des Gerichts auf§ 63 des Handelsgesetzbuchs und§ 133e Nr. 4 der GewerbeOrdnung stüße. Auch die Vergütung für die durch Wahrnehmung des ersten Termins versäumte Zeit, die der Arbeitgeber in Abzug gebracht hatte, wurde dem Kläger zugesprochen. Der Kläger hat freilich die Vermessenheit, die Wohlthaten des§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs für sich in Anspruch nehmen zu wollen, mit dem Verlust seiner Stelle büßen müssen. Abermals ein Riesentrust. Wie aus New York gemeldet In Kagel( Kreis Niederbarnim) tagte am 30. Juni eine Boltsversammlung, in welcher Genosse Schubert Schöneberg über Warum will man der arbeitenden Bevölkerung den Brotkorb höher hängen" referierte. Diskussion fand nicht statt. Unter Verschiedenes erörterte Genosse Otto Schröder Herzfelde einen Unfall auf der Ziegelei von Gustav Mann in Herzfelde, wo ein Arbeiter durch her abstürzende Tonmassen getötet wurde. F Stüdmaß, das bisher bis 56 Meter Länge hatte, soll hinfort wird, hat sich eine Vereinigung gebildet, die die gesamte Blei Lehte Nachrichten und Depeschen. nur 50 bis 521 Meter betragen. In der zweiten Hälfte des Dezember tritt das Schiedsgericht wieder zusammen, um fest- förderung im Südosten des Staates Missouri monopolisieren will. Sie verfügt über ein Kapital von 20 Millionen Dollar. zustellen, ob die Geschäftslage eine weitere Verbesserung der Arbeitsbedingungen ermöglicht. Aus der Verkürzung des Normalstückmaßes berechnen sich die Arbeiter einen Mehrverdienst von 2-3 M. in der 12tägigen Lohnperiode. Die Lohnreduktion, welche zum Streit führte, erfährt dadurch eine weitere Minderung bis auf etwa 2 Proz. Da von den Arbeitern der Kalauchschen Fabrit etwa ein Drittel abgereist ist, werden viele der noch Streifenden, deren Bahl etwa 250 beträgt, bei Kalauch Arbeit finden. Die übrigen Fabrikanten geraten dadurch in eine Zwangslage, die ihre Hartnädigkeit bald brechen wird. Zum Glasarbeiter- Streik in Nienburg berichtet der Boltswville", daß der Bürgermeister einen Versuch gemacht hat, die Streitenden zur Wiederaufnahme der Arbeit zu bewegen. Der Herr Bürgermeister hatte sich nicht an die Leiter des Streiks gewandt, sondern einige der„ Besonnensten" zu sich geladen, denen er eröffnete, daß die Fabrikanten nicht zum Nachgeben bereit seien und insbesondere nicht daran dächten, ihre Forderung: Austritt der Arbeiter aus der gewerkschaftlichen Organisation, fallen zu lassen. Dieser bürgermeisterliche Versuch, den Frieden herzustellen, hatte keinen Erfolg. Die„ besonnenen Elemente" lehnten die Aufnahme der Arbeit unter diesen Bedingungen ebenso entschieden ab, wie es vorher schon die Gesamtheit der streifenden Glasarbeiter gethan hat. Gerichtliche Vernrteilungen aus Anlaß des Streits der Harburger Gummi- Arbeiter fommen jegt in größerer Zahl vor. Kürzlich wurden an einem Tage gleich 5 Personen abgeurteilt, die teils Streifbrecher beleidigt, teils als Streitposten die öffentliche Ordnung" gestört haben sollen. Aus letzterer Ursache erfolgten zwei Verurteilungen zu je 5 M., während wegen Beleidigung von Arbeitswilligen zwei Angeklagte zu je 14 Tagen Haft und einer zu 15 M. Geldstrafe verurteilt wurden. Auch eine Handwerksrettung. Die gwangsinnung der Kölner Zimmermeister hat an ihre Berufsgenossen eine Liste berfandt mit 192 Namen solcher Gesellen, die sich an dem Kölner Zimmererstreit beteiligten. Der Innungsvorstand ersucht, die in der schwarzen Liste verzeichneten Gesellen nicht zu beschäftigen, beziehungsweise wo solche beschäftigt sind, sie zu entlassen. Die Innungen haben bekanntlich nach dem Gesetz die Aufgabe, die gemeinsamen Interessen des Handwerks wahrzunehmen. Ganz davon abgesehen, ob man die Führung schwarzer Listen als verwerfliches oder als einwandsfreies Stampfmittel betrachten will, wird doch niemand behaupten wollen, daß die Aufforderung, 192 Arbeiter brotlos zu machen, eine Angelegenheit sei, welche die gemeinsamen Interessen des Handwerks fördert. Wenn die Arbeitgeber ihre Interessen im Gegensatz zu den Arbeitnehmern vertreten wollen, so ist nicht die Innung der Ort dazu. Mögen sie dann eine besondre Interessenorganisation gründen. Was würden wohl die biederen Innungsmeister sagen, wenn sich der Gesellenausschuß der Innung einfallen ließe, in diefer seiner Eigenschaft die Gefellen aufzufordern, bei bestimmten Meistern die Arbeit niederzuTegen. Ausland. Zu dem Stahlarbeiterstreik in Amerika, Eine Meldung des Bureaus Laffan" giebt die Zahl der Ausständigen für den wahrscheinlichen Fall, daß sich der Streit auf alle mit der United States Steel Corporation" in Verbindung stehenden Firmen ausdehnt, auf 200 000 an. = Bociales. Fünf Prozent 0. Diese famose Gleichung stammt bekanntfich vom Reichs- Versicherungsamt. So hat es namentlich am 12. Oftober 1896 die Aufhebung eines Schiedsgerichts: Urteils folgendermaßen begründet: Genosse Adler in den niederöstreichischen Landtag gewählt. Im Wiener Wahlbezirk Favoriten ist am Dienstag, wie uns ein Privattelegramm aus Wien meldet, Genosse Dr. Adler mit 4248 Stimmen zum Landtags Abgeordneten für den niederöstreichischen Landtag gewählt worden. D Aus der Frauenbewegung. Das Mandat war bisher durch einen Christlich. Socialen Genoffin Zieh aus Hamburg wird Donnerstag, den vertreten und die Lueger Garde war selbstverständlich vor keinem 4. Juli, abends 82 Uhr, im Lokale von Wernice, Charlotten- Mittel zurückgeschreckt, sich das Mandat zu erhalten. Durch burg, Bismarckstr. 34, in öffentlicher Versammlung über das Thema sprechen: Organisation ist Macht. Die Versammlung ist Haupt- Wahlrechts- Verkürzungen aller Art, durch Einschüchterungen und die fächlich, da die Gambrinus- Brauerei zur öffentlichen Versammlung wüstefte Wahlheze versuchten sie, der Socialdemokratie den Sieg verweigert wurde, zur Agitation für die Blätterinnen bestimmt. streitig zu machen. Ein reger Besuch der Versammlung ist deshalb sehr wünschenswert. Der Wahlkampf war deshalb, trotzdem der Wahlbezirk Favoriten Frauenftudium in Finnland. Der Bar gab seine Zustimmung zu fünf Sechsteln von Arbeitern bewohnt wird, ein außerordentlich zu einem Vorschlage des Universitätskonsistoriums, wonach die weib- heißer und die Chancen des Erfolgs waren bei dem Wahlmodus lichen Studenten der Universität in Helsingfors fünftig dieselben und dem ungenierten Wahlrechtsraub, den man an zahlreichen ArRechte genießen wie die männlichen. Hierdurch werden die Frauen beitern versuchte, feineswegs die sichersten. von der bisher geltenden Verpflichtung, ein besonderes Gesuch um Zulassung zum Studium einzureichen, befreit. Sociale Rechtspflege. Mit um so größerer Genugthuung darf die Wiener Arbeiterschaft ihren Erfolg begrüßen. In den eisernen Ring, den die fleritalen Volksverdummer um Nieder Oestreich gelegt hatten, ist endlich die erste Bresche geschossen! Trinmph der Mordtechnik. Marseille, 2. Juli.( B. S.) Hier fanden gestern interesante Schießübungen der Festungs- Marine- Batterie statt. Die 27 Millimeter- Geschüße zeigten große Treffsicherheit; fast kein Schuß gegen die mit 8 Knoten Geschwindigkeit schwimmenden Ziele ging fehl. Im Ernstfalle wäre eine feindliche Flotte unrettbar verloren gewejen. Englisches Unterhaus. Der Hauptmann Schulz. Gegen die Firma Schulz u. Co. ( Geschäft für Baubedarfsartikel) klagte der Wächter H. auf Lohnentschädigung wegen unberechtigter Entlassung, indem er folgendes geltend machte: Er gebe zu, daß er 1894 als Arbeiter unter Ausschluß der Kündigungsfrist eingestellt worden sei. Dann sei er aber Wächter geworden und habe einen höheren Lohn erhalten. Durch diese Veränderung seiner Stellung sei von selbst der Kündigungsausschluß beseitigt und die gesetzliche Kündigungsfrist London, 2. Juli.( W. T. B.) Der Unterstaatssekretär des Aus Kündigungsausschluß beseitigt und die gesetzliche Kündigungsfrist wieder in Kraft getreten. Der Chef, Hauptmann a. D. Schulz, wärtigen Cranborne erklärt auf eine Anfrage, die Regierung have habe ihn trotzdem am 16. Mai dieses Jahres ohne vorherige Kün erfahren, daß eine Mission aus Tibet in Rußland angekommen digung entlassen, weil er die Ziegen des Hauptmanns nicht sei, doch habe die Regierung keine nähere Nachricht über den habe füttern wollen, was er als Wächter nicht hätte thun brauchen. Charakter dieser Mission erhalten. Die englische Regierung habe au In der Verhandlung wurde über die Entlassung festgestellt: Im die russische keinerlei Mitteilung über diese Angelegenheit gerichtet. Auftrage der Frau Hauptmann" forderte ein junges Dienstmädchen Gibson Bowles fragt an, ob bei der Regelung der englischen den Kläger auf, die Biegen zu füttern, die sich der Hauptmann für seine Friedensbedingungen mit den Boeren die Regierung beabsichtige, die Kinder hält. Der Wächter, ein älterer Mann, hielt dies seiner unwürdig und den Einfall Jamesons begleitenden Umstände in Erwägung zu ziehen weigerte sich, die Arbeit zu thun. Darauf ging der Hauptmann a. D. und eine Kommission einzusegen, welche über den Einfall eine einBalfour erwidert, die Reins Gefecht und machte H. träftige Vorhaltungen, wie sie beim gehende Untersuchung anzustellen habe. Militär gebräuchlich sein mögen, von Arbeitern jedoch nicht gelitten gierung wolle diese Angelegenheit nicht wieder aufs Tapet bringen. werden. Wenn seine Frau ihm sagen laffe, er folle die Ziegen Die Pest in Aegypten. füttern, dann habe er das zu machen." Kläger meinte nun, das sei er nicht gewöhnt, worauf der Hauptmann ihn anfuhr:" Scheren Sie sich nach Hause, Sie Flapps!" Der Kläger bedankte sich für den während seiner siebenjährigen Thätigkeit erworbenen Titel und ging. Er selber behauptete vor Gericht, daß ihn der Hauptmann am Kragen gepadt und hinausgeworfen habe. Nach längerer Beratung versuchte der Vorsitzende, einen Vergleich herbeizuführen. Der Versuch scheiterte jedoch an dem Widerstande des Beklagten. Er gebe nichts, Kläger sei doch Soldat gewesen und hätte nicht so in einem Brunnen ertränkt. etwas sagen" dürfen. " Die Kammer VIII wies die Klage mit der Begründung ab, daß der Kündigungsausschluß von vor sieben Jahren feine e chtstraft auch für die Zeit beibehalten habe, wo der Kläger Wächter war. Die Veränderung in seiner Stellung habe an der Kündigungsbedingung, die Kläger als Arbeiter eingegangen sei, nichts geändert. Damit falle der Anspruch H.'s und es fomme nicht mehr darauf an, ob ein Entfassungsgrund vorlag. Neu Kairo, 2. Juli.( W. T. B.) Seit dem 23. Juni find in ganz Aegypten 15 Bestfälle und 6 Todesfälle infolge von Best vorgekommen. Die Gesamtzahl der Bestfälle seit dem 7. April beträgt 73, wovon 30 einen tödlichen Ausgang hatten. Leipzig, 2. Juli.( W. T. B.) Wie das„ Leipziger Tageblatt" meldet, hat sich heute nachmittag ein Kaffenbote der Leipziger Bank Prag, 2. Juli.( W. T. B.) Landtag. Der Antrag Buquoy und Genossen auf Abänderung der Landtags- Wahlordnung in Böhmen, nach welchem bei den Wahlen des Großgrundbefizes analog den Reichstagswahlen sechs Wahlgruppen gebildet werden sollen, wurde nach längerer Debatte mit allen gegen die Stimmen der Deutichen und Baga's einer Sonderfommission von 18 Mitgliedern überwiesen. N Paris, 2. Juli.( W. T. B.) Die Deputiertenkammer hat Artikel 1 des Alters- und Juvaliditätsversicherungs Gesetzes angenommen. Sie nahm alsdann im weiteren Verlaufe der Etwas von der Kontraktbruchsbuke gemäß§ 124 b der Sigung einen Antrag Gailhard Lancet an, in welchem die Gewerbe- Ordnung. Der Spediteur Neumann hatte den Eheleuten Regierung ersucht wird, während der Ferien die Berufssyndikate L., die für ihn als Zeitungsausträger thätig waren, gekündigt. Der wegen der Frage der Alters- und Invaliditätsversicherung der Mann legte darauf die Arbeit sofort nieder und Frau L. folgte Arbeiter zu Rate zu ziehen. Ein Nachtragskredit von 2 500 000 Fr. Beide verlangten dann im Klagewege von für die Civilpenfiouen wurde einstimmig genehmigt. Das Schiedsgericht hat den Bescheid der Berufsgenossenschaft seinem Beispiel. London, 2. Juli.( W. T. B.) Das Oberhans verivarf in lediglich dahin ändern zu sollen geglaubt, daß es dem Kläger statt Neumann rückständigen Lohn von zusammen 19,50 M. 20 Proz., 25 Proz. der vollen Rente zusprach. Es hat sich damit mann erhob Widerklage wegen Kontrattbruchs und beanspruchte seiner heutigen Sigung mit 88 gegen 46 Stimmen einen Gesetznicht im Rahmen seiner eigentlichen Aufgabe, eine nachprüfende gemäß§ 124b der Gewerbe- Ordnung eine Buße in Höhe entwurf, durch welchen es den Frauen ermöglicht werden sollte, Der Gesez Instanz zu sein, gehalten. Bom Standpunft der Nachprüfung des ortsüblichen Tagelobus für eine Woche. Er legte feiner Mitglieder der Londoner Bezirköräte zu werden. eines Festsetzungsbeschlusses der Genossenschaftsinstanz aus Forderung den für Berlin festgesetten ortsüblichen Tagelohn gewöhn- entwurf war nicht von der Regierung ausgegangen. behaupten, eine läßt sich fich nicht füglich Schäßung Petersburg, 2. Juli.( B. H.) Infolge der anhaltenden Dürre auf licher Tagearbeiter zu Grunde, der für männliche Arbeiter über 20 Proz. sei deshalb unrichtig, weil die nachprüfende Stelle der 16 Jahren 2,70., für weibliche Arbeiter 1,90 m. beträgt. herrscht in den Gouvernements Saratow, Samara und Astrachan verdienten die Leute Derartige geringe Ab- Thatsächlich Meinung ist, 25 Broz. fei angemessen. beim Zeitungsaustragen Hungersnot. weichungen liegen noch innerhalb der natürlichen Fehlergrenze, die täglich mur 70 Pfennig der Mann und 60 Pfennig die New York, 2. Juli.( Bureau Laffan.") Die außerordentlich für jede Schätzung besteht, und berechtigen nicht dazu, die höhere an Frau. Die Stammer VII des Gewerbegerichts unter dem Vorfis des große Size in New York hat in dem Zeitraum von 24 Stunden die Stelle der geringeren Schäßung zu jezen. Dr. Gerth verurteilte Neumann zur Zahlung des rückständigen von Sonntag Mitternacht bis Montag zur felben Stunde Lohns und erkannte auf die Widerklage N.'s, daß die Eheleute 2. 75 Todesfälle und Hunderte von Schwächezuständen herbeigeführt. verpflichtet seien, ihm wegen Stontrattbruchs 4,90 M. und 4,20 M. zu Die Temperatur schvantt zwischen 98-114 Grad Fahrenheidt im Es wird berechnet, daß erstatten. Der Gerichtshof ging davon aus, daß bei dem geringen Schatten. Alles eilt nach Coney Island. Tagesverdienst, den die Kläger und Wiederbeklagten aus der Thätig 15 000 Personen am dortigen Strande zur Nacht geschlafen hätten. leit als Beitungsausträger bezogen, nicht der behördlich festgelegte Sie wurden von der Polizei bewacht. ortsübliche Tagelohn gewöhnlicher Tagesarbeiter die Grundlage Tientsin, 2. Juli.( Meldung des Reuterschen Bureaus".) Es einer Kontrattbruchsbuße gemäß§ 124b der Gewerbe Ordnung wird von einem Gefecht gemeldet, welches bei Scheuyang an der bilden könne. Vielmehr wäre hier als ortsüblicher Tagelohn im Grenze von Tschili und der Mandschurei zwischen Mogaminedanern Sinne des§ 124b der wirkliche Tagesverdienft von 70 Bf. für den und Eingeborenen stattgefunden hat. Die ersteren wurden geschlagen, Mann und 60 Pf. für die Frau zu nehmen, so daß bei einer fieben ein mohammedanischer Bosten wurde getötet. tägigen Arbeitswoche die Summe von 4,90 M. und 4,20 M. HerausFünf Prozent sollten überhaupt in Renten streitigteiten als eine erhebliche Größe nicht angesehen werden, weder bei der ersten Renteufestsetzung, noch bei der Rentenminderung, noch endlich wie hierbei der Nachprüfung vorinstanzlicher Entscheidungen.( Amil. Nachr. des R.-B.-A. 1897, Seite 267.) Berufsgenossenschaften haben unter Berufung auf diese ober gerichtlichen Entscheidungen schon erklärt, daß sie für eine Verminderung der Erwerbsfähigkeit von nicht mehr wie 5 Broz. über haupt teine Reuten zahlen. Ein standalöser Fall solcher wohl nur auf dem Gebiet der Socialpolitik möglichen Zimmermannsrechnung wird uns jetzt wieder mitgeteilt: fämen. # Yokohama, 2. Juli.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) Berichten aus Söul zufolge hat Korea plöglich von Japan verlangt, daß es seine Postämter in Korea schließe und seine Beamten zurüdberufe. Der Presser A. hat am 15. 6. 1900 einen Unfall durch Zer trümmerung des Mittel- und Endgliedes des dritten und vierten Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in BerlinHierzu 1 Veilage u. Unterhaltungsblatt. Nr. 152. 18. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. M Tokales. Vom Apotheken- Boykott. " Mittwog, 3. Juli 1901. Kleinen trat mag der Hausbesizermehrheit im Rathaus ein Greuel gewesen müden noch am Montag zu Abend gegessen, schritten sie zur AusBerliner Partei- Angelegenheiten. sein, und daher begnügte man sich mit dem lendenlahmen führung der traurigen That. Zunächst lösten sie Chantali in Milch Der fünfte Reichstags Wahlkreis hält am Sonnabend, Beschluß, der die Möglichkeit einer Unterstützung von Baugenoffen- auf und goffen diese, um sie schmackhafter zu machen, mit Himbeer6. Juli, in der Brauerei Friedrichshain sein Sommerfest ab, ichaften behandelt, und fah im übrigen vergnügt und mit verschränkten ſaft vermischte Flüssigkeit in eine Milchflasche und gaben dem Kinde Zu trinken. Der Tod der das diesmal ein ganz besonders reichhaltiges Programm aufweist. Armien dem wachsenden Notstand zu. Die Arbeiterschaft Berlins vermutlich sehr schnell ein. Die Leiche wurde int ein Es wirken mit das Berliner Konzert- Orchester unter Leitung des wird bei passender Gelegenheit die Quittung über dies Verhalten Bett gelegt und dann mit Geraniumblüten überstreut, die von Mufildirektors Graß, der Gesangverein" Myrtenblätter" und die ausstellen. Vielleicht, daß die Stadtverordnetenwahlen im Herbst den auf dem Fensterbrett stehenden Blumen abgepflückt waren. Dann Gesellschaft Strzelewicz. Außerdem findet Ball statt; für die Kinder hierzu schon einige Gelegenheit geben. fertigte. für sich und die Wirtschafterin in zwei Tassen eine find ebenfalls passende Vergnügungen vorgesehen. Da das Billet Chantali Auflösung an. H. schrieb noch eine Postkarte an mur 30 Pf. toftet, so wird eine rege Beteiligung zu erwarten sein. in welcher er seine furchtbare That entBei ungünstiger Witterung findet das Fest im Saale statt. Das Stiefkind der Eisenbahnverwaltung ist und bleibt die feinen Wirt, vierte Wagentlasse. Das zeigt sich von neuem bei der schuldigte und als Motiv als Motiv derselben Nahrungssorgen angab. Rigdorf. Die Genossen und Genossinnen machen wir noch be- Tarifreform, die der Eisenbahnminister durch Einführung der Rück- Die Witwe legte sich sodann auf das Sofa in die Nähe der Leiche sonders auf die heute bei Gröblers stattfindende Bolts- fahrttarten mit 45tägiger Dauer geschaffen hat. Diese Reform ist ihres Kinds, während H. das im Nebenzimmer befindliche zweite versammlung aufmerksam. für die ärmeren Bevölkerungsschichten, denen sie am ehesten not Bett aufsuchte und in dieser Lage fanden beide ihren Tod. Gestern thäte, nicht vorhanden, weil für die vierte Klasse teine vormittag fiel es den Hausbesitzern auf, daß die Zeitung, welche Rückfahrtkarten ausgegeben werden. Mittelstand und obere Haglund hielt, sich noch im Briefkasten befand, und da auch auf Zehntausend profitieren von der Reform, die breite Masse der Be- wiederholtes Klopfen nicht geöffnet wurde, so benachrichtigte man völkerung fährt um teinen Deut billiger als Diese ließ die Thür durch einen Schlosser vor zehn, die Polizeibehörde. zwanzig, dreißig Jahren. Und doch lehrt die Statistik, daß die aufbrechen, und nun wurden die drei Leichen in der geschilderten Wie ein hiesiges Blatt mitteilt, hat der Verein der Apotheker vierte Wagentlasse im Eisenbahnverkehr Deutschlands eine immer Lage vorgefunden. Auf dem Tisch stand noch eine Flasche, die den Berlins am Sonnabend beschlossen, an die Aufsichtsbehörde eine größere Rolle zu spielen beginnt. Hat sich doch in dem Jahrzehnt Rest des Cyankalis enthielt, und daneben lag die erwähnte Postkarte. Eingabe zu richten, in welcher jede Verantwortung für die fernere von 1889 bis 1899 der Prozentanteil der Wagentlassen an den ab- Der sofort von der Unfallstation XIV in der Alexandrinenstraße ordnungsmäßige Arzneiabfertigung in den nicht boykottierten gefahrenen Personenkilometern in den drei ersten Selassen vermindert, herbeigerufene Arzt stellte fest, daß bei allen drei Personen die Apotheken in Hinsicht auf die ungesunde Mehrlast an Arbeit ab- während einzig der Anteil der vierten Klasse von 26,28 Proz. Leichenſtarre schon seit mindestens fünf Stunden eingetreten war. gelehnt werden soll". Ein beschämenderes Armutsauf 31,43 Broz. gestiegen ist. Die erste Klasse ging in dem ges Die Leichen wurden im Laufe des Nachmittags nach dem Schauhause nannten Jahrzehnt von 1,93 auf 1,63 Proz. zurüd, trotz Luruszüge gebracht. zeugnis als dies konnten sich die Neumundneunzig Bardon! und alledem, die zweite Slaffe von 16,50 auf 13,68 Broz., die die Hundertundfünfzig- Prozenter nicht ausstellen. Nach Feststellungen dritte aber Für die elektrische Schnellbahn Berlin- 3ossen sind die von 50,33 auf 48,84 Proz. Auch lehrt die hölzernen Trägermasten zwischen Marienfelde und Zossen bereits der„ Centralkommission der Krankenkassen Berlins" tann angenommen Statistik, daß die vierte Wagenklasse an der Gesamt sämtlich aufgestellt worden und werden jezt mit eisernen Auslegern werden, daß die zur Kaffenlieferung zugelaffeuen Apotheken in einnahme der deutschen Eisenbahnen im Gegensatz zu den versehen, welche zur Befestigung der Drähte dienen. Es werden, diesem Jahre von den Kassen einen Betrag vereinnahmen übrigen Wagenklassen in hervorragendem Maße Anteil hat; wie das auch auf der Groß- Lichterfelder Versuchsstrecke der Firma werden, der durchschnittlich nur um etiva ein während hier der Anteil der ersten Klasse von 4,89 auf 4,54 Proz, Siemens u. Halste für den elektrischen Betrieb von Vollbahnen der Viertel höher ist als im Vorjahre. Da nur ein Drittel der vorder zweiten Klaffe von 26,87 auf 23,16 Proz., der dritten lasse Fall ist, drei Drähte übereinander gespannt werden, an denen die handenen Apotheken zur Lieferung zugelassen ist, erscheint das on 49,11 auf 47,73 Broz. 8 trüdgegangen ist, stieg einzig stontaltbügel entlang laufen. Ferner ist beim Bahnhof Marienfelde der Anteil der vierten Klasse von 16,73 auffallend, erklärt sich aber leicht dadurch, daß eben zur Beit 22,42 roz. Die Bedeutung der vierten Klaffe würde noch viel die zugleich zur Unterbringung des in der Montage befindlichen auf vor kurzem mit dem Bau einer eignen Kraftstation begonnen worden, der größere Teil des Arzneibedarfs der Kranken- stärker hervortreten, wenn in der Statistik Norddeutschland allein Motorwagens dienen wird. Die Versuche werden bekanntlich auf tassen von den Droguisten geliefert wird. Es ist in Betracht gezogen wäre, da der Süden die vierte den Geleisen der Militär- Eisenbahn unternommen werden. aber bezeichnend: selbst eine so geringe Mehrleistung nötigt den Klasse bekanntlich nicht kennt. Solange die, wie wir gerne zugeben Apothekern das Geständnis ab, daß sie für die fernere ordmmgs- wollen, menschenunivürdige Art der Personenbeförderung vierter Klaſſe Von der Straßenbahn erfaßt wurde am Dienstagmorgen mäßige Arznei- Abfertigung die Verantwortung ablehnen müssen! besteht und Dank unserer trotz industriellen Aufschwungs immer mehr um 103/4 Uhr der 42jährige Magistratsbeamte Robert Breuniger Als er an der Frankfurter Allee und Wie wollen da die Herren eine solche Berant- muß, solange für die dritte Wagentlasse nicht ein Preis eingeführt Gubenerstraße den Fahrdamm überschreiten wollte, wurde er von der Proletarisierung zuneigenden Zustände wohl bestehen bleiben aus der Immanuelfirchstr. 16. wortung übernehmen, wenn einmal eine gehörige ist, der zum Nutzen der Bevölkerung und zum Nußen des Staats als der vorderen Plattform des Wagens umgeworfen. Auf der RettungsEpidemie kommt, die doch ganz andre Steige Eisenbahnbefizer die vierte Wagenklasse überflüssig macht, wache stellte ein Arzt einen lintsfeitigen Unterschenkelbruch fest und rungen des Arzneibedarfs mit sich bringt? Man solange haben die niederbemittelten Bevölkerungsschichten ein An- ließ den Verletzten nach dem Moabiter Krankenhaus bringen. Der muß fich aber weiter fragen: Warum privilegiert eigentlich der rechi darauf, ebenfalls berücksichtigt zu werden, wenn eine Reform Führer soll tein Glockenzeichen gegeben, aber dann sofort versucht Staat die Apotheker, warum hält er ihnen jede anliebsame Kon- eingeführt wird, die in andern Ländern zwar längst überholt ist, für haben, durch Anziehen der Bremse den Unfall zu verhüten. furrenz so sorgfam fern, wenn die Herren dafür nicht einmal die Preußen jedoch immerhin einen Fortschritt bedeutet. Das Jnteresse Berpflichtung haben, für alle Fälle gerüstet zu sein, sondern schon der Bevölkerung wie auch der Vorteil des Eisenbahnfiskus sprechen bei einer so geringen Steigerung des Bedarfs erklären: gleichermaßen für eine solche Berücksichtigung. fönnen nicht weiter!" " Wir In dem neuen Tier Asyl in Lankwitz hat der Deutsche Tierschutzverein munmehr auch eine Klinit eröffnet. Es finden dortselbst bis auf weiteres unter Leitung des Tierarztes Drews wöchent lich zweimal, Mittwochs und Sonnabends, von 212-31 a Uhr nachmittags Untersuchungen von Tieren aller Arten statt. Die täglichen Sprechstunden des Tierarztes in dem Depot An der Stadtbahn in Berlin bleiben jedoch nach wie vor bestehen und ebenso werden bis zum Oftober d. J. in dem alten Asyl in der Hochstädterstraße noch 31veimal wöchentlich Sprechstunden für Tiere abgehalten. Die Frauen in den Gemeinde- Waisenräten. Die städtische Interessant ist aber auch noch folgendes: Während die Herren Waifenverwaltung veröffentlicht für 1900 einen Bericht über die Thätigkeit der Waisenpflegerinnen in den Gemeinde- Waisenräten. hei der Aufsichtsbehörde über die„ ungesunde Mehrlast an Arbeit" Sie stellt mit Befriedigung fest, daß die Zahl der Waisenpflegerinnen Klage führen, machen sie sich Arbeit, die gar nicht von ihnen ver- im letzten Jahre weiter zugenommen hat. Am 1. Januar 1901 langt wird, Arbeit, die weder im Interesse der Kaffen, noch dem( bezw. 1900 und 1899) waren von überhaupt 261( 259, 250) Waisen der Kranken, sondern ausschließlich im Interesse des Geldbeutels rats- Kollegien noch 54( 59, 68) ohne Waisenpflegerin. In den Seit dem 24. Juni ist der in der Friedrich Karlstraße 13, der Apotheker liegt. Vielfach werden nämlich von den Aerzten jetzt übrigen 207( 200, 182) Stollegien waren 488( 438, 397) Pflegerinnen Berlin O., wohnhafte Zimmerer Wilhelm Laser verschwunden. Tabletten( Plätzchen) und Kapseln verschrieben mit dem Zufaz thätig.( Inzwischen hat übrigens eine weitere beträchtliche Ver- Längere Arbeitslosigkeit hat den als sorgsamen Familienvater befabrikmäßig hergestellt" oder mit Beifügung der Marke einer mehrung stattgefunden.) Die Zahl der Kollegien ohne Pflegerin war fannten Mann trübfinnig gemacht; die Frau, die mit den Kindern pharmaceutischen Fabrik. In sehr vielen dieser Fälle haben sich nun bis zum 1. Januar 1901 auf rund ein Fünftel aller Kollegien herab- im Jammer und Kummer zurückgelaffen ist, bittet jeden, der eine die Apotheker erlaubt zum Teil unter widerrechtlicher Verände gegangen, doch erscheint auch das der Waisenverwaltung wegen Mitteilung über den Verbleib des Verschwundenen machen kann, unt rung des Rezepts- statt der verordneten Medikamente solche zu ver- viel zu hoch, und sie richtet daher an die Waisenräte aufs neue die Invalidenkarte, Streiffarte) bei sich. Geboren am 6. Juni 1863, ist der Bedeutung, die sie der Mitarbeit der Frauen beimißt, noch Nachricht. Laser hat sämtliche Legitimationspapiere( Verbandsbuch, abfolgen, die sie selbst hergestellt hatten. Das liegt nicht im Bitte, sich die Gewinnung von Frauen als Waisenpflegerinnen an- er an einer Narbe am linken Ohr kenntlich. Interesse der Kaffe, denn die fabrikmäßig hergestellten gelegen sein zu lassen. Bei eifrigem Bemühen der Waisenräte, bes sind wesentlich billiger; das liegt nicht im Interesse des fonders ihrer Borsigenden, sei es wohl zu erreichen, daß jeder Bezirk Einer nur furzen Freiheit erfreuten sich die beiden Schau Kranken, denn es ist ganz einwandsfrei festgestellt, daß die große mindestens eine Pflegerin habe; wie denn auch in 131 Bezirken fastendiebe Habet und Dollfuß, die erst am Freitag aus dem Zuchtpharmaceutische Fabrik solche Präparate wesentlich besser herzustellen schon jetzt mehr als je eine Pflegerin thätig sei, nämlich in 65 Be- haus entlassen waren. Sie hatten ihre Ersparnisse in Berlin bald vermag, als der Apotheker, selbst wenn er im Nebenamt Hilfsarbeiter zirken je 2, in 31 je 3, in 15 je 4, in 9 je 5, in 7 je 6, in 1 Bezirk aufgezehrt und sich ihrem alten Verbrechergewerbe wieder zuim Kultusministerium ist. Aber wohl liegt das im Interesse des 7, in 2 Bezirken je 9, in 1 Bezirk 10 Pflegerinnen. Der Bericht gewandt. In der Nacht zum Montag überraschte sie eine Kriminalverkennt nicht, daß es in manchen Stadtteilen schwer ist, Pflegerinnen Patrouille, als sie in der Potsdamerstraße den Schaukasten eines C.ldbeutels des Apothekers, der auf diese Weise z. B. anstatt zu finden, hebt aber andrerseits hervor, daß es gerade denjenigen Goldwarengeschäfts zu plündern begonnen hatten. Sie wurden 1,80 m., an denen er nur etwa 1 m. verdient, über Baisenrats- Kollegien, die von dem Wert der Mitarbeit der Frauen gleich wieder in Untersuchungshaft abgeführt. 4 M. schluckt und davon über 3. verdient. durchdrungen sind, vielfach gelungen ist, eine größere Anzahl Frauen zu gewinnen. " Der Deutsche Apothekerverein" giebt anfangs Juli ein deutsches Homöopathisches Arzneibuch" heraus. Das Werk soll die einheitliche Ausführung homöopathischer Verordnungen in gleicher Weise herbeiführen und sichern, wie das deutsche Arzneibuch". man auch für die Herstellung von Lösungen des betrügerischen Glazkopfs" darin einheitliche Vorschriften geben wird? Ein ausgedehnter Fabrikbrand fam Montagabend um 9 Uhr in der Helmholzstraße in Charlottenburg in der Fabrik der Aktiengesellschaft für Asphalt und Dachbedeckung, vormals Joh. Jeserich, Salzufer 18, aus unbekannt gebliebener Ursache zum Ausbruch. Das Feuer war erst bemerkt worden, als es schon eine große Ausdehnung erlangt hatte. Die Charlottenburger und auch die Berliner Feuerwehr waren schnell zur Stelle. Die Charlottenburger griffen mit mehreren Schlauchleitungen vom Salzufer aus an, während die Berliner Wehr von der Helmholzstraße vorging. Der Angriff war infolge großer Qualmentwicklung sehr erschwert. Es brannten Vorräte ant Teer und Del, die ungeheure Hize und Nauch verursachten, wodurch die Uebersicht fast unmöglich war und grenzenden Fabriken, besonders das Charlottenburger Wert der nur mit Mühe der Brandherd festgestellt werden konnte. Die ane Firma Siemens 11. Halste, Franklinstraße und die Fabrik der Bereinigten chemischen Fabriken auf Aftien waren gefährdet. Antfänglich schien es sogar, als ob diese in Flammen ständen. Um 10 Uhr war die größte Gefahr schon beseitigt und konnte ein Teil der Wehr wieder abrücken. Die Charlottenburger Wehr hatte noch bis Mitternacht zu thun, um die Flammen zu löschen. Der bedeutende Schaden ist durch Versicherung gedeckt, eine Betriebsstörung soll nicht eintreten. Die Wohnungsnot wird allem Anschein nach zum Oktober dieses Jahres sich weit empfindlicher als im vorigen Jahre fühlbar machen. So arg wie gegenwärtig war es noch nie um fleine Wohnuigen bestellt. In den Arbeiterquartieren sind in den letzten Tagen teilweise sämtliche Mieter der Hinterhäuser aufgekündigt worden; eine Ausnahme wurde mur mur bei denen gemacht, die, pünktliche Mietezahlung vorausgesetzt, so glücklich sind, keine Kinder zu besitzen. Die wissenschaftliche Dauer Ballonfahrt, die von Herrn Vor allem leidet der Nordosten Berlins. Dort denken die Haus- Bekeli- Potsdam im September vorigen Jahrs veranstaltet worden ist. aber infolge der Verwendung des Schleppseils ein vorzeitiges Ende wirte meistens gar nicht mehr daran, durch Zettel anzuzeigen, daß in Bernau gefunden hat. soll demnächst wiederholt werden. Auf fie kleine Wohnungen zu vermieten haben; auch ohne Ankündigung dem Gelände der Luftschiffer- Abteilung in Tegel sind bereits alle werden sie von Wohnungsuchenden überlaufen, die sich einem rigo- Vorbereitungen getroffen, so daß der Aufstieg bei günstigem Winde rosen, vielfach geradezu beleidigenden Examen zu unterziehen haben. jeden Augenblid erfolgen fann. Für die Fahrt wird wieder der alte Die Tyrannei der Hausbefizer wird dadurch noch besonders Ballon vom vorigen Jahr verwendet. Er ist in Tegel ausgebreitet unerträglich, daß sie außer den schwarzen Listen noch worden, so daß die Schäden, welche die Hülle bei dem unglücklichen ein besonderes kontrollsystem über die gekündigten Mieter Niedergang genommen hatte, ausgebessert werden konnten. Auch eingerichtet haben. Bevor ein Wirt sich herbeiläßt, einem Arbeiter das Tragnet ist erneuert worden. Das lange Schleppjeil, das die eine Wohnung zu vermieten, holt er sich von dem früheren Wirt eine vorzeitige Beendigung der großen Fahrt verursacht hat, ist durch ein fürzeres ersetzt worden, das lediglich für den Niederstieg Verwendung genaue Auskunft, und wenn diese dahin lautet, daß die Auffündigung finden soll. Die Leitung der Fahrt liegt wieder in den Händen des der Kinder wegen erfolgt ist, so kann der Mieter sicher sein, daß Herrn Berson vom Meteorologischen Institut. alle Mühe, eine neue Wohnung zu erhalten, umsonst ist. Die Mietssteigerungen gehen dabei ins Unglaubliche. Es ist durchaus nichts Seltenes, daß Wohnungen von Zimmer und Küche, die voriges Jahr noch mit 15-20 D. vermietet wurden, jetzt um 50 Proz. gesteigert sind. Natürlich hat das Wohnungselend auch zur Folge, daß die ihrer Gesundheitsschädlichkeit wegen unbewohnbaren Quartiere mit ihren beiden kleinen den schwarzen Erdteil zu verlassen und immer häufiger werden. Wo tein Kläger ist, da ist auch kein Richter; find alle drei an Gift gestorben. und bei dem gänzlichen Mangel einer behördlichen Wohnungs- und lebte mit der Reinbold in wilder Ehe. Hierzu wird uns weiter gemeldet: Haglund ist 1847 geboren nach Berlin überzusiedeln, während der Ehemann als Bürger von Transvaal nicht fortgelassen wurde. Hier in Berlin traf und sie Anfang Mai ein fand bei einer Kontrolle können die Hauswirte jetzt für teures Geld Höhlen an den 1. April dieses Jahres Verwandten von dem im Hause Kommandanten- in der Graudenzerstr. 16 gastliche Aufnahme. Dort lebte Mann bringen, in denen der Schimmel an den Wänden wuchert und straße 29 wohnenden Gastwirt Kube eine aus zwei Stuben die unglücklichen Bewohner sich sicheres Siechtum auf den Hals und Küche hinter dem Laden, nach dem Hofe zu belegene Wohnung Frau Pietschka bisher sorgenlos, ohne sich darum zu fümmern, Denn jeder kleine Mieter ist jetzt überhaupt froh, ein ab. Die Wohnung bezog er mit seiner Geliebten, die er als Wirt- daß fie ihrer Cousine mit den Kindern zur Last fiel. Endlich wurde Gelaß zu haben, möge es auch in einem noch so schauerlichen Zu- fchafterin anmelden ließ, deren vierjährigen außerehelichen Tochter ihr von dem Ehemann der Verwandten angedeutet, daß sie sich nun auch nach einer Beschäftigung umsehen müsse. Das veranlaßte die stande sein. Niemand wagt, den Hauswirt um die nötigsten Reparaturen Berhältnissen. Er suchte sich als Agent für Photographen zu er Frau, fich am Montagnachmittag mit ihren Rindern aus der gastzu nehmen, die sicher die Verrufserklärung des Mieters nach sich Monaten mit der Miete im Rückstand blieb und seit Wochen kaum Augen der beiden Kleinen in selbstmörderischer Absicht aus einer ziehen würde. noch den Hunger zu stillen vermochte, und so beschloß der Flasche äßende Säure zu trinken. Die Polizei brachte sie nach der Rettungswache und dann nach einem Krankenhause, während die Welch eine schwere Schuld die liberalen Stadtväter Berlins im Unglückliche, mit seiner Geliebten und deren Kindern den Kinder nach der Wohnung zurückgeführt wurden und heute im WaisenAngesicht dieses unerträglichen Notstands auf sich geladen haben, Tod zu suchen, wozu auch die R., allem Anscheine nach, leuchtet aus allem hervor. Seit über Jahresfrist wiffen sie, wie es ihre Einwilligung gab. Am Montagvormittag begab sich Haglund hause Unterkommen finden sollen. Schwer verbrannt ist am Dienstagnachmittag gegen 4 Uhr um das Wohnungselend bestellt ist, und rechtzeitig hat die social- nach der Wache des 28. Polizeireviers in der Alten Jakobstraße und demokratische Fraktion der Stadtverordneten- Versammlung ließ sich einen auf Chantali lautenden Giftschein ausstellen, der der fünfjährige Sohn Georg der Aufwärterin Kaminsky aus der ihm auch als Photographen ohne weiteres ausgehändigt wurde. Er Pallisadenstr. 46. Während die Mutter ihrer Beschäftigung nachging, eine Reihe Anträge unterbreitet, deren Annahme die Not schon besorgte sich dann dieses Gift von einem Droguisten. Der 17jährige hatte sie ihre beiden Kinder in der Wohnung zurückgelaſſen. Zu jetzt hätte wesentlich mildern können. Die Ausführung dieser An- Sohn der N., der vermutlich in den Plan eingeweiht worden, ihnen gesellten sich noch zwei Kinder und Georg K. wollte auf einem träge hätte der Stadt keinerlei Nifiko auferlegt, wohl aber die segens- aber mit demselben jedenfalls nicht einverstanden war, ver Spirituskocher Milch warm machen. Da der Juhalt des Kochers reiche Folge gehabt, daß den Unverschämtheiten der Hausbesizer ein ließ noch an demselben Nachmittag das Haus; sein Verbleib ziemlich ausgebrannt war, goß er aus einer Flasche nach, ohne die Dämpfer aufgesetzt worden wäre. Aber gerade diese Wirkung konnte bisher noch nicht ermittelt werden. Nachdem die Lebens- Flamme vorher zu löschen. Dadurch entzündete er auch den Inhalt Auch ein Opfer des Transvaalkriegs. Auf offener Straße Gift genommen hat die in Transvaal ansässige 35 Jahre alte Frau Anna Pietsch ta. Dort lebte sie mit ihrem Mann, der ein BarbierEine Familientragödie. Ein furchtbares Drama meldet mit geschäft betreibt, und zwei kleinen Mädchen im Alter von 7 und furzen Worten der Polizeibericht: Heute mittag wurden der Photo- 3/ 4 Jahren seit mehr als einem Jahrzehnt. Infolge des Kriegs graph Haglund, 57 Jahre alt. die Näherin Louise Reinbold, stockten die Geschäfte, und bei der Familie stellten sich Nahrungs37 Jahre alt, und deren Kind Frithjof Reinbold, 3 Jahre alt, in sorgen ein. Außerdem will Frau Pietschka die Greuel des Kriegs ihrer Wohnung, Kommandantenstr. 29, tot aufgefunden. Anscheinend mit anzusehen nicht im stande gewesen sein, so daß sie sich entschloß, laden. Er mietete am nähren, doch verdiente er hierbei so wenig, daß H. schon seit zwei no Socialwissenschaftlicher Studenten Verein. Mittwoch, S 0 Vermischkes. den der Flasche und wurde am Kopf und im Gesicht erheblich verletzt. 1 Richters sehr weit gegangen zu sein scheine, und der Klägerische Ver- 1 Auch seine Schwester, die das Fener mit Papier ersticken wollte, erlitt treter Rechtsanwalt Dr. Hahn erkannte uumwunden an, daß der 3. d. M., abends 82 Uhr, zweite wissenschaftliche Sigung der Untergruppe was zum Studium der Zollfragen. Referat des Herrn stud. jur. A. Schulz erklärte, Brandwunden. Hausbewohner griffen auf das Kindergeschrei helfend erste. Richter manches für gerichtsnotorisch" über das Thema: Inwieweit ist eine Notlage der Landwirtschaft an ein und der Knabe wurde an einem Brummen abgelöscht. Die herbei- notorisch unrichtig sei. So sei es fälschlich als„ gerichtszuerkennen? gerufene Feuerwehr fand keine Arbeit mehr. Der verletzte Knabe notorisch" hingestellt worden, daß der Schlächtermeister Hoffmann unter erhielt auf der Rettungswache I. in der Frankfurter Allee einen dem Verdachte des Mordes längere Zeit im Untersuchungsgefängnis Verband. zugebracht habe", ferner sei es zu Unrecht als gerichtsnotorisch" Feuerbericht. Dienstag früh brannte an der Stromstr. 30 auf durch dessen lange unfreiwillige Haft ruiniert worden sei". Ebenso Jusel Rügen wird der„ Greifswalder Zeitung" gemeldet, daß zwei hingestellt worden, daß das einst blühende Geschäft des Hoffmann Zwei Ruaben auf Rügen ermordet. Aus Baabe auf der freiem Felde ein Posten Stroh. Durch Selbstentzündung war verwechsele der erste Stichter offenbar die Personen Martha und Lützowstr. 5 ein Preßkohlenbrand entstanden. Wegen eines Wohnungsbrandes wurde die Wehr nach Schönhauſer Alle 158 ge- Soffmann habe längere Zeit unter dem falschen Verdacht gestanden, aus Göhren, die sich Montagabend im Walde verirrt hatten, gestern Anna Hoffmann, wenn er in den Urteilsgründen sage: Martha Knaben im Alter von 6 und 8 Jahren, Kinder eines Fuhrmanns rufen. Ein ähnlicher Brand war Langestr. 106 abzulöschen. Kleider mit Ernst Winter geschlechtlich verkehrt zu haben. Rechtsanwalt morgen dort als Reichen aufgefunden wurden. Dem einen Knaben und Wäsche wurden Potsdamerstr. 12 durch Feuer beschädigt. In Dr. Hahn stellte fest, daß er die Klage Hur auf war der Hals durchschnitten, dem andern der Kopf völlig vom einer Fahrradfabrik in der Schönhauserstr. 9 hatte Benzin Feuer ge- Die beleidigende Gegenüberstellung der besonderen Art von Rumpfe getrennt. Der Thäter konnte bisher nicht ergriffen werden. fangen, das indes glücklicherweise noch im Seime erstickt werden Belastungszeugen und der Privatklägerin begründet habe. Man vermutet, daß es ein fremder Tischlergeselle sei, der früher in fonnte. Rechtsanwalt Sonnenfeld stellte hierauf eine Reihe von Göhren gearbeitet hat. Vom Cirkus Busch. Es wird uns mitgeteilt, daß Herr Anträgen: Während eine Reihe von Bengen ihr Wissen einfach bes Direktor Busch seinen Mietsvertrag mit dem Fiskus auf weitere fundet haben, trage die Privatklägerin die Verantwortung dafür, daß Unwetter in Frankreich. Aus verschiedenen Zeilen der Prozehn Jahre verlängert hat. Der Cirkus bleibt also auf seinem jetzigen sie herumgegangen sei und versucht habe, mehreren Personen nahe vinz laufen Meldungen über durch gestern niedergegangene Gewitter Play( Kleine Präsidentenstr. 7) bis 1915 stehen. zu legen, daß fie doch wohl den Moritz Levy in Gesellschaft von angerichtete Berheerungen ein. In Thou schlug der Blizz in ein Aus dem Zoologischen Garten haben wir über eine Reihe Ernst Winter gesehen haben, wobei sie fälschlich ausgesprengt habe, Haus, tötete ein im Bett liegendes jechsjähriges Kind und verlegte sehr bemerkenswerter Zuchterfolge zu berichten. Ein kräftiges Wisent- daß andre Leute schon ebenso ausgesagt hätten. Sie habe hierzu ein andres Kind schwer. In Vezoul zündete der Blizz ebenfalls und kalb hat die kleine Herde dieser kostbaren, in absehbarer Zeit dem gar keinen Grund gehabt, denn thatsächlich habe die Familie Levy äscherte eine Scheine ein. Aussterben verfallener Wildbüffel um ein sehr willkommenes Mitglied weder direkt noch indirekt Herrn Hoffmann der Thäterschaft verIn New York herrscht zur Zeit eine furchtbare Hitze. In den zur Zeit bereichert. Auch in dem Gehege der Kamele und Rentiere erblickt dächtigt. Die Privatklägerin selbst könne gar nicht wissen, ob Levy man possierliche junge Tiere. Ein reizendes Bild gewähren zwei mit Winter verkehrt habe, denn sie sei längere Zeit in Rußland legten 24 Stunden waren, wie vom Dienstag berichtet wird, 183 Fälle junge Virginier- Hirsche; die sehr hübsch gezeichneten Stäbchen um gewesen. Rechtsanwalt Dr. Hahn erwiderte: Er wisse nicht, ob von Higschlag nnd 87 Todesfälle infolge von Higschlag zu verzeichnen. fpringen ihre Mutter und jagen sich in dem weiten Gehege mit dem Levy den Hoffmann verdächtigt habe, thatsächlich seien aber von In den letzten fünf Tagen betrug die Gesamtzahl der auf die lebermut der Jugend. Beim Weiterschreiten bemerken wir ein hier Juden in Konig, die doch recht eng zusammenhalten, die verschiedensten herrschende Hitze zurückzuführenden Todesfälle 136. geborenes, jetzt vier Wochen altes Reh und am Gemsenfelsen eine Anschuldigungen gegen Hoffmann erhoben worden. Er beantrage junge Tharziege und einen Mischling zwischen dem Schraubenziegen- übrigens zwei Artikel aus den Nummern 12 und 14 der„ Laterne" bod und der portugiesischen Ziege. Alle diese günstigen Erfolge sind zu verlesen, in denen der Angeklagte das Urteil in chnischer und Dies beweise, daß eine milde ein Beweis dafür, daß die Tiere im Zoologischen Garten trotz ironischer Weise kritisiert habe. Geldstrafe ihm gegenüber nicht am Plage sei. Nachdem ihrer Gefangenschaft sich verhältnismäßig wohl fühlen. Rechtsanwalt Sonnenfeld es als unzulässig bezeichnet hatte, später geschriebene Artikel zur Urteilsfindung heranzuziehen, beschloß der Gerichtshof, den Antrag abzulehnen. Rechtsanwalt Mustergültiges aus Spandau. Im Anschluß an unsre gestrige Sonnenfeld beantragte nunmehr: die Vorlegung der Straf Nachricht„ Wie der Magistrat die Obdachlosen behandelt" wird uns akten wider Hoffmann, die Vernehmung der Frau Martha Lehmann geschrieben: Es ist bekannt, welchen Standpunkt die Stadtverwaltung geb. Hoffmann und die Vernehmung des Berichterstatters Lurch in in Spandau zur Wohnungsfrage einnimmt; man weiß, daß sie nicht Sonitz, welcher bekunden werde, daß Frau Lehmann in der ge-* afer, gut von Haus zu Haus nur jedes Eingreifen zu Gunsten der wirtschaftlich Schwachen, im schilderten Art gegangen ist. Sinne der von socialdemokratischer Seite gemachten Vorschläge, ans- Gerichtshof beschloß zur weiteren Benennung von Zengen nach dieser drücklich und definitiv abgelehnt hat und daß man in den maß- Richtung hin dem Angeklagten eine Frist von 4 Wochen zu gewähren, gebenden Kreisen noch bis auf den heutigen Tag das die Zeugen durch einen ersuchten Nichter vernehmen zu lassen und Bestehen einer Wohnungsnot abzulenguen abzulenguen versuchte. Die dann erst einen neuen Termin anzuberaumen. obdachlos gewordenen Familien wurden mehr oder minder verblümt als Taugenichtje, Trunkenbolde, moralisch Ber Die IV. Straffammer des Landgerichts I fällte gestern das tommene usw. geschildert; von den 11 Familien, die seit April Urteil in der Straffache gegen den Urmacher und Goldwarenhändler dieses Jahres ein städtisches Gebäude( die alte Feuerwerfer- Start Snippschild. Wie wir berichteten, stand derselbe Kaserne) bewohnten( je zwei Familien ein Zimmer), behauptete der dieser Tage vor der Straffammer unter der Beschuldigung Weizen gab 1 Wart nach, während Noggen nur bis 1/2 Mart billiger zu Oberbürgermeister sogar in der letzten Stadtverordneten- Sitzung, des Versicherungsbetrugs. Es wurde ihm vorgeworfen, einen Eindaß es den Leuten so gut in dem provisorischen Obdach gefalle, bruchsdiebstahl, den er bei der Hamburg- Bremer Versicherungsdaß sie überhaupt nicht daran dächten, sich um eine andre gesellschaft angemeldet hatte, erdichtet und die angeblich gestohlenen Wohnung umzusehen, sie wollten eben keine Miete zahlen. Goldfachen und Juwelen selbst beiseite gebracht zu haben. Der AnAm Montagvormittag nun wurden sämtliche Insassen der alten geklagte war bei dem auf 2/2 Jahre Gefängnis lautenden Antrag Feuerwerker- Kaserne( darunter zwei Frauen mit je sieben des Staatsanwalts in Ohnmacht gefallen und die Verkündigung des Kindern) auf die Straße gesetzt, wo ihre Habseligkeiten von zahl- Urteils mußte daher auf Dienstag vertagt werden. Das letztere reichen Leuten umilagert wurden. Auf dem Heinrichsplay, in der lautete auf 1 Jahr Gefängnis und 2 Jahre Ehrverlust. Moltkestraße sowie auf einem Hofe in der Neuendorferstraße lagerte außerdem noch der Hausrat mehrerer am gestrigen Tage obdachlos Der Hauseigentümer Bark. Die unter eigentümlichen Ver= gewordenen Familien. Am späten Abend( Montag) konnten die vorhältnissen erfolgte Verhaftung des Eigentümers Leo Bark aus der alten Feuerwerker- Stajerne lagernden Familien infolge plötzlicher Anordnung wieder in das Haus hineinziehen. Was die Stadt verwaltung jetzt in der Wohnungsfrage thun wird, ist noch nicht abzusehen; vielleicht zwingt jezt aber die Regierung sie, die unerhörten Zustände nach Möglichkeit zu bekämpfen. 〃 Aus den Nachbarorten. " = Marktpreise von Berlin am 1. Juli 1901 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. D.- Gir. Startoffeln, neue, D- Ctr. Rindfleisch, Neule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Fier Welzen, gut 7, 5 " mittel gering 1,60 120 " 1,30 1" " Roggen, gut " " 1,60 1,20 " Gerste, gut mittel gering 1,60 1,10 " " " " " mittel gering " Der " " mittel gering 16, 14,90 14,80 13,70 13,60 12,50 16,20 15,40 15,30 14,60 14,50 13,80 Hammelfleisch Butter 1,60 1,10 " 2,60 2, 60 Stitt Karpfen Nale 1kg 3.60 2,20 1,80 Bander 2,80 1,20 " Hechte 2,40 1,20 " Nichtstreh Hel Erbsen Speisebohnen Linsen 7, 6,50 Barsche 1,80 0,80 " 7,40 5,30 Schleie 2,50 1." 40, 25, 45,- 25, 65,- 30, Bleie Krebse 1,20 0,60 per Sjot 18-3, * Frei Wagen und ab Bahn. 2,50 1,20 Produktenmarkt vom 2. Juli. Getreide. Weizen und Roggen waren heute für nahe Sichten auf Realisierungen gedrückt; namentlich haben war. Von dem Auslande lagen fast durchweg mattere Tendenz und Preismeldungen vor, nur Destreich- Ungarn kam einige Heller feſter. ba effektive Offerten flein und teilweise nicht rentabel sind und überdies die Spätere Lieferungen beider Brotartikel fonnten sich gut behaupten, zumal Frachtsätze steigen. Für die Saaten wird sehnlichst Regen gewünscht. Das Geschäft war beschräuft. Mehl still und unverändert, ebenso a fer und Mai 3. Rüb öl wurde an gestriger Nachbörse zu billigeren Preisen gehandelt und war heute ohne umfaß bei matter Tendenz. Spiritus blieb ohne Umsatz und Notiz Briefkasten der Redaktion. führlich bejahend beantwortet. -mit der Waldemarstraße erregte derzeit Aufsehen. Barß war an einem Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, Maitage dieses Jahres im Kriminalgerichts- Gebäude erschienen, treffenden Tage gehörte er nicht zu den Ausgeloften, er konnte des- E. J. B. W. 1. Sie meinen Göhren auf Rügen. 2. G3 giebt fieben um seinen Pflichten als Geschworner nachzukommen. An dem be- Tonnerstag und Freitag von 7-9 ihr abends statt. halb einer Vorladung des Untersuchungsrichters nachkommen, der zu solcher Orte, darunter tein Kur- und Badeort. 3. Lindau a. B. iſt klima4. Ohne Abonnements: Quittung giebt es fünftig teine demselben Vormittag gegen Barz einen Vernehmungstermin tischer Kurort. Zu der bereits kurz gemeldeten Aufhebung eines Spieler- anberaumt hatte, weil dessen Dienstmädchen ihn eines Sittlichkeits- Antwort. # 9999 G. Kl. Rechtzeitige Kündigung. Jit in Ihrem Ver nestes in Weißenfee wird uns noch folgendes mitgeteilt: Die verbrechens bezichtigt hatte. Barz kehrte nicht nach Hause zurück, trage als Kündigungsfrist 3 Monate und 3 Tage vereinbart, so muß die Spielhölle befand sich in dem im Kellergeschoß des Hauses konnte in der damaligen Schwurgerichtsperiode seinen Verpflichtungen Sündigung spätestens am 27. Juni Ihrem Wirt zugegangen sein, um rechtRembrandtstr. 6 belegenen Ausschank der Frau Wiezoreck, die jedoch als Geschworener auch nicht mehr nachkommen, denn der Unter- zeitig zu sein. Ist in Ihrem Vertrage 3 Monate als Frist vereinbart, jo dem Lokal nicht selbst vorstand, sondern einem Steinträger die Versuchungsrichter ließ ihn sofort in Haft nehmen. Gegen eine erheb muß die Kündigung, weil der 30. Juni auf einen Sonntag fiel, spätestens treter- Konzession übertragen hat. In der betreffenden Gastwirtschaft liche Kaution ist Bark dann wieder auf freien Fuß am 1. Juli dem Wirt zugegangen sein. Ist im Vertrage nichts über die verkehrten Buchmacher, Jockeys usw., die dort dem Spiel fröhnten gesetzt worden. Gestern wurde bor der zweiten Straf Kündigungsfrist vereinbart, so ist eine am 3. Juli dem Wirt erflärte Künund schon lange war es bekannt, daß in den W.schen Räumen an tammer des Landgerichts I gegen ihn verhandelt. Die digung rechtzeitig. Die angegebenen Fristen gelten auch dann als inneden Weißenfecer Renntagen große Geldsummen im„ Vierblatt", Auflage lautete auf wiederholtes Sittlichkeitsvergehen, begangen gehalten, wenn der Wirt die Annahme an dem betreffenden Tage Meine Tante, Deine Tante" und ähnlichen Hazardspielen umgesetzt gegen sein 20jähriges Dienstmädchen. Der Beschuldigte gab zu, mit( 27. Juni, 1., 3. Juli) ablehnt,( zum Beiſpiel weil auf dem Brief der Absender nicht angegeben ſei, oder weil er einen frantierten, wurden. Schon mehrfach hatten Civilbeamte das Lokal besucht, doch dem Mädchen unjittliche Handlungen vorgenommen zu haben,( eingeschriebenen oder nicht eingeschriebenen) Brief nicht annehmen will, oder vergeblich, da in Gegenwart Fremder nur erlaubte Spiele be- es sei dies aber mit dessen Einwilligung geschehen. Wie aus der weil er nur bis 6 Uhr abends Briefe annimmt, oder wenn der Brief recht trieben wurden. Am vergangenen Sonntag aber wurde ein Urteilsverkündigung hervorging, hatte der Angeklagte die Glaub- zeitig eingelaufen war, der Wirt aber erst an einem späteren Tage Kenntnis entscheidender Schlag gegen die Spielhölle ausgeführt. Berliner würdigkeit der Belastungszengin angefochten. Die Beweisaufnahme von dem Briefe gewonnen hat, oder wenn der Wirt verreist, ohne für einen Striminalbeamte und Ortsgendarme, die in unauffälliger Weise die war nach dieser Richtung hin aber nicht zu seinen Gunsten Vertreter zu sorgen, dem der Brief abgegeben werden kann und dergl.; furz: Eingänge zu dem Restaurant besetzt hatten, draugen plöglich von ausgefallen. Nach dem Antrage des Verteidigers Rechtsanwalts in allen Fällen, in denen durch Schuld des Vermieters die Kündigung überhaupt oder verspätet zur Kenntnis verschiedenen Seiten in die Gastzimmer und ertappten die Spieler Dr. Schwindt habe der Gerichtshof dem Angeklagten mildernde Um- des Vermieters gelangt, gilt die Frist als gewahrt, ist bei voller Arbeit. Diese suchten schmell Karten und das in großen stände zugebilligt, weil derselbe einerseits unbescholten sei und andrer also die Kündigung rechtzeitig. Was gegenüber dem Wirt nach Mengen auf den Tischen liegende Geld verschwinden zu lassen, was feits das Mädchen sich nicht energisch genug( 1) gegen seine dieser Richtung hin Rechtens iſt, iſt es auch gegenüber dem Mieter, dem ihnen jedoch nur zum Teil gelang. Die Kriminalpolizei beschlag- unanständigen Angriffe gewehrt habe. Es jei deshalb nur thätliche gefündigt wird. 3. M., Rigdorf. 1. Ja. 2. Das war leider zu spät. nahmte noch eine größere Summe, wie es heißt insgesamt circa Beleidigung angenommen und nicht nach dem Antrage des Staats2. O. 18. Der Erfolg einer Schadensersatzklage in Ihrem Falle läßt 3000 M. Einem der Spieler, einem Banthalter gelang es, die anwalts auf sechs Monate Gefängnis, sondern auf eine Geldstrafe sich nicht voraussagen. Sie würde auf den an dehnbaren Begriffen reichen § 826 sich stüßen. Danach ist wer in einer gegen die guten Sitten ver: Beamtenkette zu durchbrechen und die Flucht zu ergreifen. Obwohl von 500 M2. erkannt worden. stoßenden Weise einem anderm vorsätzlich Schaden zufügt, dem andern zum er sofort verfolgt wurde, entkam er doch den Händen der Kriminalpolizei. Von den Spielern wurden sechs Mann nach dem AmtsDer Kampf zwischen socialdemokratischen und deutsch- Ersatz des Schadens verpflichtet". Der Erfolg Ihrer Klage würde also bureau in Weißensee sistiert, während von den übrigen an Ort und nationalen Handlungsgehilfen tam auch in einer am Montag davon abhängen, ob das Vorgehen der Firma, gegen die( nicht gegen den vor dem hiesigen Schöffengericht verhandelten Beleidigungsklage zum Berein) die Klage zu richten ist, als ein gegen die guten Sitten verstoßendes Stelle die Personalien festgestellt wurden. Ausdruck. Der antisemitiſche, Agitator Victor zum in der letzten Inſtanz erachtet wird... Can Diefelbe srage Lichtenberg. G. 2. 100. 1. Die Kündigung, die dem Die Klage gegen den Gemeindevorstand auf sicherungsjurist und Handlungsgehilfe im Sinne des Gesezes, ist bereits im Briefkasten vom 2. Juli unter Georg W., A. M., F. D. ausUngültigkeitserklärung der als Angesessene" gewählten Gemeinde- fühlte sich beleidigt durch einen Artikel des Handlungs- Manne zugeht, wird als auch der Frau gegenüber gültig erachtet. 2. Ja. verordneten Genossen Sette, Weißpfluck, Wedemeyer und gehilfen Blattes, welcher sich mit einer der sattsam A. B. F. Liegt nur Geistesschwachheit vor. so ist das Mädchen leider des als nicht Angesessenen" gewählten Genossen Grauer, die bekannten Bücklerversammlungen beschäftigte, in welcher Blobel hilflos, anders wenn sie geistestrank sein sollte. Wer eine geisteskrante Beischlafe mißbraucht, ist bekanntlich durch den Werkmeister" Ignaz Meißner angestrengt als Assistent des Grafen Püdler auftrat. Blobel citierte den da Frauensperson zum außerehelichen wurde, ist nunmehr den Beteiligten durch den Kreisausschuß zur maligen Redacteur dieses Organs, Genossen& alisti- vor den Buchthaus bis zu 10 Jahren bedroht und hat auch civilrechtlich Rüdersdorf. Ja. Beantwortung zugegangen. Herr Meißner kann ja dabei nicht viel Kadi. Während der Kampf der Antisemitenhäuptlinge bekanntlich in für die Folgen seiner Handlung einzustehen. E. S. 100. 1. Verlobte haben dem Standesbeamten zwecks Aufverlieren; der Bürgerverein", dessen Mitglied er ist, hat beschlossen; der Form des ödesten Beschimpfens geführt wird, flüchten die Herren gebots ihre Geburtsurfunden und die zustimmende Erklärung derjenigen diese Klage und die des Herrn Plonz, die den gleichen Gegenstand unter den Schutz des Richters, wenn ihr Verhalten ein- beizubringen, deren Einwilligung nach dem Gesez erforderlich ist. Es iſt betrifft, auf Vereinskosten" zu übernehmen. Uns scheint nach dem mal fernig gebrandmarkt wird. Rechtsanwalt Victor Fränkt erforderlich für eheliche Kinder bis zur Vollendung des 21. Lebensjahres klaren Wortlaut der gesetzlichen Bestimmungen der Liebe Müh ver- gab eine Schilderung des Kampfs zwischen beiden Organisationen die Einwilligung des Vaters; für uneheliche Kinder die der Mutter. Ferner gebens. und erklärte einen Wahrheitsbeweis für die in dem Artikel auf- müssen Militärpersonen des Friedensstandes sowie die vorläufig in die gestellten Behauptungen führen zu wollen, verlangte aber in jedem Seimat beurlaubten Refruten und Freiwilligen außerdem die Genehmigung der Militärbehörde haben. Sie bedürfen einer solchen Genehmigung nicht, Falle für den Beklagten den Schutz des§ 193. Unter Ablehnung müssen aber Ihre Militärpapiere mitbringen. Endlich müssen Sie, wenn des angebotenen Wahrheitsbeweises wurde Genosse Kalisti bei Zu- Sie Bayer sind, noch einen Erlaubnisschein Ihrer bayrischen Heimats: behörde billigung des§ 193 zu 50 M. Geldstrafe verurteilt. beibringen. Wollen Sie solchen in der Regel kost: spieligen Schein sparen, so lassen Sie sich zuvor in den preußischen Die Speisewirtschaften und der Neunuhr- Ladenschluß. Staatsverband aufnehmen. Wegen Beleidigung der jetzigen Frau des Buchdruckereibesitzers Die Aufnahme kann sich aber recht in der Regel gegen ein halbes Jahr hinziehen. Lehmann in Konig, Martha, geb. Hoffmann, stand gestern der Wegen Bergehens gegen§ 139e der Ge: verbe- Ordnung war die hier lange Herausgeber des„ Satyr", Dr. Alexis Schleimer, vor der achten in der Königstraße wohnende Frau Burgmann in erster Instanz zu Ausländer. 1. Erst falls die Zeugen wegen Meineids verurteilt werden Strafkammer des Landgerichts I. Als Moritz Levy in Konig wegen einer Geldstrafe verurteilt worden, weil sie in ihrer Speise wirt- sollten ist eine Wiederaufnahme in Ihrem Fall möglich. 2. Die Ber Meineids verurteilt worden war, veröffentlichte der„ Satyr" eine schaft( nicht zu verwechseln mit einer Ga st wirtschaft) noch nach jährungsfrist beträgt in Ihrem Fall 5 Jahre. Diese Frist wird von der all Gäste Speisen und Bouillon verkauft Rechtskraft des Urteils ab gerechnet, aber durch jede gegen Sie gerichtete furze Notiz, in welcher ohne Namensnennung die Aussage der 9 Uhr abends Handlung des Richters( z. B. Steckbriefs- Anordnung, Necherchen) unter: Tochter Martha des Fleischermeisters Hoffmann kritisiert wurde. hatte, die in der Wirtschaft verzehrt wurden. Das Schöffen- brochen. Von der Unterbrechung ab beginnt eine neue Frist. 3. Ja. 4. Nein. Diese fühlte sich dadurch beleidigt, daß in jener Notiz eine gericht hielt die Speisewirtschaft für eine offene Gegenüberstellung stattgefunden hatte zwischen den fanatischen, stelle im Sinne des§ 139e, Abfaz I, die um 9 Uhr abends hätte ingebildeten oder schon wegen Körperverlegung, Betrugs und geschlossen werden müssen. Auf die Berufung der Angeklagten sprach ähnlicher Strafthaten vorbestraften thörichten Menschen, die vor dem sie jedoch das Landgericht I frei, und das Kammergericht hat jezt Forum der Justiz darauf losschivatzen", und der„ teutschen Jungfrau", die hiergegen von der Staatsanwaltschaft eingelegte Revision mit die wandelnd und ratschlagend mit Herrn Speisiger die Regungen folgender Begründung verworfen: Unter offene Berkaufsstellen im der Gewerbe- Ordnung icien, wie der ihrer schönen Seele in die Worte ausklingen läßt:„ Wir müssen den Sinne des§ 139 e Juden meineidig machen!" Der jezige Ehemann der Martha Hoff Wortlaut der Bestimmung, zum Beispiel die Wahl der Bezeichnung mann strengte daraufhin durch Rechtsanwalt Dr. Hahn Charlotten- Ladenschluß", und die Verhandlungen des Reichstags ergäben, nur 3 heiter 15 paparanda 761 NNO 2 wolkig burg die Privatbeleidigungsklage an. Die 150. Abteilung des Amts- Läden und ähnliche dem Publikum geöffnete Stellen zu verstehen, Swinemide 17 Betersburg gerichts 1 unter Vorsiz des Amtsrichters Frige verurteilte den in denen Waren zum Mitnehmen für das Publikum verkauft hamburg 2 blb.bed. 18 Cort Gaft-, Schant- und auch Speisewirtschaften fielen nicht 3 bedeckt Frautf./M. Angeklagten zu 600 Mart Geldstrafe. Gegen dies Urteil würden. 16 Aberdeen hlb.bed. 16 Baris München legte der Angeklagte durch Rechtsanwalt Sonnenfeld Be- unter die Bestimmung über den Neunuhr- Ladenschluß, da in ihnen die rufung ein. Die 7573 Begründung des ersten Urteils hat Waren zum Genuß auf der Stelle verkauft würden. Für ihre Ge- Wien 3 Regen 16 in der Oeffentlichkeit Aufsehen erregt, weil es eine Anzahl schäftszeit wären die Bestimmungen des Straf- Gesetzbuchs über die Wetter Prognose für Mitttwoch, den 3. Juli 1901. von Thatsachen als gerichtsnotorisch" hinstellte, die überhaupt feine Polizeistunde maßgebend. Die Speisewirtschaften seien in dieser Etwas fühler, veränderlich, vielfach wolfig mit leichten Regenfällen Thatsachen sind. In der gestrigen Verhandlung hob der Vorsitzende Beziehung so wie die Schaut und Gastwirtschaften zu behandeln. und mäßigen südwestlichen Winden. Landgerichtsrat Reinde hervor, daß die Notorietät" des ersten Die Angeklagte sei deshalb mit Recht freigesprochen worden. Gerichts- Beitung. Konių in Berlin. VerkaufsWitterungsübersicht vom 2. Juli 1901, morgens S 1hr. Stationen Berlin Barometer stand mm. Wind760 NO Bumpa Windstärte Wetter 759 ONO 1 wollig 758D 757 SW 760 Still Temp. n. C. 50(= q". Stationen Barometer stand mm richtung Wind Winditärte Wetter Temp. 11. 6. 160 Do 13 755 OND 1 Regen 755S2 2 bedeckt 15 14 Berliner Wetterbureau. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 3. Jult. Opernhaus. Geschlossen. Schauspielhaus. Geschlossent. Neues Opern Theater( Kroll). Urania Deutscher Metallarbeiter- Verband. Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Unser Rhein. Im Hörsaal: Franz Goerke:" Bornholm." Invalidenstr. 57/62. Mansell Angot. Anfang 8 Uhr. Tägl. Sternwarte. Ju Trianon Theater:" Lebende Lieder". Anfang 8 Uhr. = Schiller.( Morwitz Oper.) Undine. Anfang 72 Uhr. Deutsches. Geschlossen. Lessing. Die Kindsfrau. Anfang 8 Uhr. Berliner. Geschlossen. Residenz. Das blaue Kabinett. Anfang 7 hr. Neues. Gastspiel des Meßthaler: Ensembles. Die goldne Brücke. Anfang 8 Uhr. Westen. Robert und Bertram oder: Die lustigen Vagabunden. fang 8 Uhr. AuSecessionsbühne. Buntes Theater: 11eberbrettl. Anf. 8 Uhr. Central. Gastspiel der acht japanischen Geishas aus Tokio. Die Geisha. Anfang 8. Uhr.. Thalia. Geschlossen. Carl Weiß. Die Jüdin. Anfang 8 Uhr. Quijen. Geschlossen. Friedrich- Wilhelmstädtisches. Specialitäten im Garten. Belle Alliance. Specialitäten im Garten. Metropol. Specialitätenvorstellung. Anfang 8 Uhr. Apollo. Specialitäten Borstellung. Frau Luna. Anfang 8 Uhr. Specialis V Pajjage Panoptikum. T täten Vorstellung. Passage Theater. Damen RingV fämpfe. Specialitäten- Borstellung. Anfang nachmittags 3 Uhr. Reichshallen. Neumann- Briengen mit Gesellschaft. 8 1hr. ( Im Castans Panopticum. Nen! Neu! Nen! Der Champion aller Billardkünstler Prof. Léon Goffard aus Bruxelles tritt täglich auf um 1212 Uhr vorm., 5, 7, 8 Uhr nachm. Lebende Photographien, die eiserne Jungfrau usw. Zoologischer Garten Täglich ab 5 Uhr nachmittags: Militär- Doppel- Konzert. Entree Mk. Von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Apollo- Theater Vollständig neues Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- fer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Mittwoch, den 3. Juli 1901, abends 8% 11hr: General- Versammlung im Friedrichstädtischen Kasino", Friedrichstraße Nr. 236. Tages Ordnung: 1. Wahl eines Revisors und zweier Beisitzer zur Ortsverwaltung. 2. Diskussion über den Bericht vom 116/11 Verbandstag. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt! Die Vertrauensleute sind verpflichtet, den Mitgliedern die Mitgliedsbücher auszuhändigen. Die Ortsverwaltung. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Prater- Theater els( Zahlstelle Berlin.),„ Engligen Aus Belli Volke. Am Mittwoch, den Am Mittwoch, den 3. Juli, abends 84 Uhr, im ,, Englischen Lorismaglle ne Garten", Alleganderstraße 27c: Vertrauensmännerversammlung Kastanien- Allee 7/9. Täglich: dem Volksstück mit Gesang und Tanz in 4 Bildern. des Auftreten der Excentric- Chansonnette Hedwig Döring, Grotesque der Deutsche Metallarbeiter- Gewerksch. Am Sonntag, den 30. Juni, starb unser Mitglied, der Maschinenformer Gustav Fenner ant Lungen und Nierenleiden. Er war einer unsrer ältesten und besten Mitglieder. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet am Mitt: woch, den 3. Juli, nachmittags 6 Uhr, von der Halle des Elisabeth- Kirchhofs aus statt. 280/8 Um rege Beteiligung bittet Die Ortsverwaltung. Allen Freunden und Genossen die traurige Nachricht, daß meine Tochter Martha im Alter von 14 Jahren am 28. Juni ertrunken ist. Die Beerdigung findet heute, Mittwoch, abends 6 Uhr, von der Zeichenhalle des Central- Friedhofs 22466 in Friedrichsfelde aus statt. Wilh. Hannemann nebst Familie. Danksagung. Allen Freunden, Bekannten und Verwandten meinen herzlichsten Dant scorder Drechsler aller Bezirke. fadil Bamiters Paul Coradini, bar Gebrüder für die Teilſtahnte bei der Beerdigung Tages Ordnung: 1. Die Arbeitsverhältnisse in unsrem Beruf. 2. Werkstattangelegen heiten. Jede Werkstatt muß vertreten sein.- Mitgliedsbuch legitimiert. Turnverein b ,, Fichte". 106/4 Damm, Afrobaten. The Garays, Rad: fahrer. Mr. Bartlings lebende Photo: graphien. Konzert und Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Platz 50 Pf. Kalbo. Donnerstag, den 4. Jult, abends 8 Uhr, im Gewerkschafts- Schweizergarten haus, Engel- tfer 15: Außerordentt. Vereinsversammlung. Tages Ordnung: Am Königsthor. Am Friedrichshain. dlob- h Täglich: 1. Berichterstattung vont Bundes turntag in Harburg. 2. Distuifion. Konzert, Theater, Speciali287/18 täten Borstellung und Ball. 3. Verschiedenes. Specialitäten- Programm! I 10 Debüts! Um pünktlichen und zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Rixdorf. d. Urania. Taubenstr. 48/49. Frau Luna Donnerstag, den 4. Juli v. J., abends 8½ 1hr, in Gröplers Theatersaal) Abends Uhr: Unser Rhein." Ju Hörsaal: Franz Goerte: Bornholm". Juvalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 1hr. Sternwarte. Luftballett Grigolatis. Anfang 8 Uhr, Sonntags 72 Uhr. Metropol- Theater. Heute: Schiller Theater Schluss der Ringkämpfe ( Wallner Theater). Morwizz Oper. Mittwoch abend 7/2 Uhr: Mit neuen Dekorationen, Kostümen und Maschinerien: Undine. Romant. Oper in 4 Aften von Lorking. Donnerstagabend 72 Uhr: Don Juan, ober: Der steinerne Gast, Freitagabend 7½½ Uhr: Hans Heiling. Sonnabendabend 72 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel. Der Postillon von Lonjumeau. Sonntagnachmittag 3 Uhr: bei halben Preisen: Marie, oder Die Regimentstochter. Sonntagabend 72 Uhr: Der Prophet. Central- Theater. Mittwoch, 3. Juli, Anfang 72 Uhr: Gastspiel der 8 echt japan. Geishas aus Tokio. Bum 683. Male: Die Geisha. Operette in 3 Atten v. Sidney Jones. Einlagen im 1. und 2. Att: 1. Feierlicher Tanz. 2. Ballspiel- Tanz. 4. Pfänder: 3. Schmetterling blingsfeier 6. Schirm Tanz. 7. Erntefest Tanz. 8. Siegesfest- Lanz, ausgeführt von den Entscheidung Pons- Hackenschmidt um den I. und II. Preis. Dazu das vollständig neue Juli- Programm. Beginn des Ringkampfs 9 Uhr. HU Salon, Bergstraße 147: Volksbelustigungen aller Art. Jeden Abend 10 thr: Moderne Don Juans. meines Mannes. 22496 Frau Martha Dumke. Reichshallen Heute und folgende Tage: Gastsp. des altberühmten NeumannBliemchen mit seiner Gesellschaft. ( Herren Bliemchen, Horvath, Gipner, Tieck, Zimmermann, Feldow und Ledermann.) Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Am 1. August: Wiederbeginn der Soireen, der Stettiner Sänger. Partie warenhaus! Friedrichstr. 250( Belle- Alliancept.). Großze Posten reinwoll. Capes M. 71% M. Blusen M. 3; Oberhemdenblusen M. 1 fertige und aufgezeichnete Handarbeiten 2c. 2c. 3ut billigsten Breijen! S001 Sanssouci Waſchkoſtume V. 8½; ſeid. Volks- Versammlung. Tages Ordnung: Im Garten: Täglich: Hoffmanns 1. Die Aussperrung der Tabakarbeiter in Nord Nordd. Sänger hausen. Referent Genosse Kiesel. 2. Die Aussperrung der Glasarbeiter in Nienburg und Umgegend. 3. Die Bewegung der hiesigen Barbiergehilfen. 4. Verschiedenes. Der Ueberschuß der Tellersammlung wird den Ausgesperrten Der te überwiesen. Besuch bittet as Der Vertrauensmann der Gewerkschaften. W 202/18 Socialdemokrat. Wahlverein für Coepenick Sonnabend, den 6. Juli, in Lokale des Herrn Scheer ( Wilhelmsgarten): Stiftungsfelt hobial Beginn der Vorstellung 8 Uhr. bestehend in Vokal- und Instrumental- Konzert Die Jüdin. Carl Weiss- Theater Große Frankfurterstr. 132. Oper in 5 Atten von J. F. Halévy. Anfang 8 Uhr. Morgen: Die Regimentstochter. Sonnabend: Boltsvorstellung, fleine Preise: Undine. Im Garten: Kinderfest. Neues Sneewittchen. Programm. Anfang 5 Uhr. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Täglich: Konzert, Theater- 11. Specialitäten- Vorstellung. „ Amor" der macht es. Operetten Burleste in 1 Aft von 28. Geride. Weusit von M. Schmidt. 8 echt japanischen Geishas aus Totio. Jm Saale: Tanzkränzchen. Puhlmanns Vaudeville- Theater Ostbahn- Park. Schönhauser- Allee 148. Täglich: Große Theater- und Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferstr. 71. Specialitäten- Vorstellung. Nur Kräfte ersten Ranges. Grosser Erfolg! Grosser Erfolg! Hermann Imbs. Täglich: Susanne im Bade. Großes Konzert, Theater- u. Große Ausstattungsoperette. Anfang: Sonntags. 4 Uhr. Wochentags 5 Uhr. F. Lehmann, Direktor. Specialitäten- Borstellung. unter gütiger Mitwirkung der Arbeiter- Gesangvereine " Morgeurot"," Heimatklänge" u.„ Glasarbeiter"( Mitgl. d. A.-S.-B.) sowie Theater, komischen Vorträgen und Tanz. Zur Aufführung gelangt: Eine Frau mit Vorurteilen. Eintritt 30 Pf. Anfang abends 7 Uhr. Billets sind zu haben bei Aug. Rochlitz, Müggelheimerstr. 2; Karl Niecke, Riez 1; Alb. Stippekohl, Schönerlinderstr. 5; Franz Weber, Grünauerstr. sowie bei den Vorstands- und Komitee- Mitgliedern. Das Komitee. Zu recht zahlreichem Besuch ladet ein Vereinsbrauerei- Ausschank( Rixdorf). 7/2 Am Mittwoch, den 10. Juli 1901, von nachmittags 4 Uhr ab: Grosses Kinder- und Ernte- Fest verbunden mit grossem Konzert und Gratis- Verlosung. 1. Hauptgewinn: 1 goldene Damenuhr; 2. Hauptgewinn: 1 Sport wagen, Ball 2c., und Hunderte von andren nüßlichen Geschenken. Jedes Kind erhält 1 Müße oder 1 Schärpe oder 1 Stocklaterne und 1 Los gratis. Die Kaffeeküche ist von 3 Uhr ab geöffnet. Für gute Entee: Erwachsene 15 Pf., M. Berndt, Gastwirt. Bei eintretender Dunkelheit: Fackelpolonaise, Luftballonsteigen, FeuerSpeisen und Getränke ist bestens gesorgt. gejorgt. vert 2c. Kinder 10 Pf. 19049* Wo amüsiert man sich grossartig? In Schnegelsbergs Festsälen, Hasenheide 21 und Jahnstrasse 8. Heute: Grosser Ball und Thaler- Regen verbunden mit Cigarren, Bonbon- Regen und diversen 14819 Täglich: Specialitiet leherstellung. Gntree feet. Empfehle meine Säle, 300 und 1200 Personen faffend( mit Bühne), den geehrten Gewerkschaften, Vereinen, Fabriken 2c. zu Versammlungen und Festlichkeiten jeder Art. Max Schindler. plagen ihn Magenverstimmungen und VerdauungsEine neue Nerven- Therapie! hörungen. Blakangit, Menschenfurcht; der Kopf iſt ein( Neurasthenie, Hypochondrie, Hysterie, Melancholie 2c.) Es giebt wohl kaum eine härtere, grausamere Strafe für bewußt oder unbewußt begangene Sünden( Fehler in der Lebensweise) als die Nervenschwäche( Neurasthenie). Körperliche und seelische Qualen wirken hier zusammen, um den davon Betroffenen das Dasein zur Hölle zu machen. Wen das Nervenelend einmal erfaßt hat, den hält es unerbittlich fest. Weder in der Arbeit noch im Vergnügen findet er Befriedigung; überallhin folgen ihm frankhafte Reizbarkeit und Verstimmung, tranthafte Furcht- und Angstzustände, Hoffnungslosigkeit und Verzweiflung. Er ist in der Regel unfähig, feinen Geist auf irgend eine Aufgabe( Lesen, Denken 2c.) zu fonzentrieren. Jede geistige und körperliche Anstrengung, auch die kleinste, hat bei ihm eine peinvolle Ermüdung und selbst körperliche Schmerzen im Gefolge. Die fleinen Unannehmlichkeiten des täglichen Lebens, welche der Gefunde kaum beachtet, geringe Geräusche und sonstige nichtige Ursachen reizen den Neurasthenifer zu Heftigkeit und Zorn. Die Gemütsstimmung dieser Kranten ist cine düstere, pessimistischer Lebensauffaffung zuneigende, ja, mitunter völlig mut- und hoffnungslose( Melancholie). Eine unüberwindliche Willensschwäme zeitigt in ihnen die immerwährende Angst, was wohl das Leben noch bringen werde. Allerhand hypochondrische Ideen pflegen nebenher zu gehen, geringfügige Schmerzen werden als Vorzeichen schwerer Krankheit gedeutet. Wirklich orga nische Leiden sind beim Nervenkranten selten nachweisbar, und trotzdem fühlt er sich krant und elend. Nicht selten genommen, die Glieder schwach und kraftlos. Sein Schlaf ist unruhig und ohne Erquicung; abgespannt und müde verläßt er am Morgen sein Lager. Die Qualen dieser armen Kranten sind taum zu beschreiben, und sie werden geradezu unerträglich dadurch, daß fie von ihrer Umgebung, von ihren eignen Angehörigen und besten Freunden soweit diese nicht selbst Neurasthenifer sind, nicht verstanden, als eingebildete stranke, ja sogar als arbeitsschene Menschen behandelt werden. Es würde uns zu weit führen, die Ursachen dieser weit: berbreiteten Krankheit ausführlich zu besprechen; sie liegen in der Hauptsache in den Zeitverhältnissen und einer verkehrten, den hygienischen Anforderungen nicht entsprechenden Lebensweise. Man kann ohne weiteres annehmen, daß bei allen Nervenkranten eine Verschlech terung des Blutes und der gesamten Säfte des Körpers vorliegt, daß unvollkommen orydierte Produkte der regressiven Stoff- Metamorphose( Harnsäure, Leuromaine, Amidoderivate) im Blute freisen oder an falscher Stelle abgelagert sind. Daher die behinderte Funktionsfähig teit der Organe, die schlechte Ernährung der Nerven, die krankhaften Erscheinungen. Nationelle Methoden zur Beseitigung von Nervenleiden giebt es sehr wenige; barunter zählen: längere Ruhepausen mit Ortsverände rung, Aufenthalt an der See oder im Gebirge, der Be such von Nervenheilanstalten. Diese Heilquellen find jedoch nur dem bemittelten, über seine Zeit frei ver fügenden Kranken zugängig; dem minder bemittelten, durch Beruf an die Scholle gefesselten Leidenden sind sie unerreichbar. und Konzert. Anfang d. Konzerts 5 Uhr, der Soiree 7 Uhr, Wochentags 6 Uhr, d. Soiree 8 Uhr. Entree 30 Pf. Teilzahlung 22476* monatlich 10 M. liefert elegante Herren- Garderobe nach Maß, auch Bar Kaffe allerbilligste Breise. Fert. Garderobe stets vorrätig, Schneidermeister, Sonntag, Montag und Donnerstag: Tomporowski, Neanderstr. 16. II. Tanzkränzchen. Wochentags Vereinsbillets gültig, Tanz frei. Elektra. Gossmann Konzertgarten Heuer Abendkursus Serenzbergstr. 48, an der Katzbachstraße. 馆 für Elektrotechnik und Montage. 4. Juli. Keine Vorkenntnisse. Anmeldungen schleunigst Neander- Strasse 4. Prospekt gratis. Herren- Anzüge, Paletots n. Maß, eleg. Ausführung, auch fertige Garderobe am Lager, liefert Landsbergerstr. 13 prt. J.Kurzberg, Teilzahlung gestattet. Für 30 Mark Jeden Sonntag gr. 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Allen Freunden und Genoffen zur Nachricht, daß mein neues Weiss- und Bayrisch- Bierlokal mit großem Vereinszimmer ( 50 Personen) eröffnet ist und bitte um geneigten Zuspruch. Und doch wollen jene Nervenkranken, die zu Hause bleiben müssen, auch gesund werden. Wo aber finden Sie die ersehnte Hilfe? Wenn sie nicht Geheimmittelschwindlern in die Hände fallen, so gehen sie zum Arzte. Dieser aber wird sich auf hygienische Vorschriften beschränken oder symptomatisch behandeln. Es ist un leugbar, daß den hygienischen Maßnahmen ein gewiffer prophylaktischer( vorbeugender) Wert innewohnt, und daß sie als unterstützender Heilfaktor von wohlthätiger Wirkung sind, aber zur Heilung reichen sie nicht aus. Ebensowenig fann ein durch jahrelangen Mißbrauch degeneriertes Nervensystem durch Bekämpfung der Symp tome allein gesunden, wie ein feuchtes Gebäude durch Entfernung des Schwammes nicht trocken werden kann. So lange die Feuchtigkeit bestehen bleibt, kommt auch der Schwamm wieder. Alle nervösen Erscheinungen sind nur ein äußerlich wahrnehmbares Spiegelbild der inneren Erkrankung. Was nüßt es, diese Erscheinungen zu unterdrücken, wenn die Ursache fortbestehen bleibt! Ein solches Ver: fahren ist Vogel Strauß- Politik und um so gefährlicher, weil die angewendeten Mittel zumeist scharfe Gifte sind, welche die daniederliegende Nerventhätigkeit noch weiter lähmen. Es soll damit nicht gesagt sein, daß wir den Symptomen keine Beachtung schenken; auch wir suchen Schmerzen unserer Patientin nach Möglichkeit zu lindern, jedoch nur durch unschädliche, naturgemäße Anwendungen, die keinerlei schädliche Nachwirkungen haben. Unser Hauptaugenmerk aber richten wir auf Beseitigung der Gründursache, auf die Be: 12536* freiung der Nerven von den abgelagerten Selbst: giften durch gesteigerte intracellulare Oxydation und auf bessere Ernährung derselben durch leichtere, vollkommenere Berdanung der anfgenommenen Nahrung. Jedem Neubau muß die Wegräumung des Schuttes vorangehen, und auch die rationelle Erneuerung des Nerveninaterials kann nur dann erfolgen, wenit der Organismus von den abgelagerten Stoffwechsel- Produften entlastet wird. Wir erreichen diesen Zweck durch gesteigerte Sauerstoffzufuhr. Eine nene patentierte Sauerstoff. verbindung: Magnesiumsuperoryd( Mg O₂) in Put er form gestattet uns, den Kranten mit beliebigen Mekgen von Sauerstoff zu versorgen. Dieses einfache Princip ist in seinen Wirfungen ganz hervorragend. Es führt dem fiechen Körper neues Leben zu, und die lebhafte Thätigkeit der Aufnahme und Ausscheidungsorgane führt einen energischen Stampf gegen die Krankheit, welcher bei einiger Ausdauer zum siegreichen Ausgang führt. Es sind keine bloßen Theorien, die wir hier vertreten; es ist ein an vielen Tausenden von Kranken erprobtes und oft in verzweifelten Fällen bewährtes Heilverfahren, welches wir dem Leser vorführen. Näheren Aufschluß darüber mit zahlreichen Heil: berichten enthält ein Prospekt, welchen das ärztlich ge leitete Institut für Sauerstoff Heilverfahren , Vitafer", Berlin W., Leipzigerstraße 26, gratis und frauto versendet. Warenhaus A.Wertheim. Rosenthalerstr. 27-29. Leipzigerstr. 132-135( Versand- Abteilung). Oranienstr. 52-55. Saison- Verkauf zu bedeutend herabgesetzten Preisen. Sämtliche Sommer- Artikel sind im Preise ermässigt. Ausgenommen sind nur vereinzelte Artikel, deren allgemeine Preislage eine Herabsetzung nicht zulässt. Aus der grossen Zahl der im Preise herabgesetzten Artikel führen wir heute die folgenden an: Bade- Artikel Herren- Artikel Knaben- Garderobe Bade- Anzug für Mädchen 85, 95 Pf., 1.05 Loden- Reisehüte fig " " Bade- Laken . für Damen 1.25, 1.40, 1.55 Weisse Strandmützen Bade- Mäntel weiss 3.45, m. Kappe 4.50 Mk. Bade- Kappen 14, 20, 32, 42 Pf. 2.40, 3.-, 3.60 Mk. Leinene Kragen Formen Farb. Oberhemden mit Manschett. 1.25 u. 1.60 Mk. 42 u. 80 Pf. 2.75 u. 4 Mk. moderne 30 u. 35 Pf. Manschetten " Weisswaren Damen- Selbstbinder • Foulard- Selbstbinder Schleifen 18 u. 23 Pf. Batist- Kravatten . 38 Pf. Sammetbinder mit Goldspitzen.. 55 Pf. Weisse Tüllschleifen Farbige Damenwesten .90 Pf. Halsband m. Schloss, farb. Seidenstoff 75 Pf. Tapisserie- Artikel Reise- Artikel grau oder braun Leinen, 2.25 bis 3.10 braun Panama, Stofffutter, braun Panama, Passend für ca. Jahre 2-4 6-7 8-10 Handkoffer, Matrosenbluse, gestreift 95 Pf. 1.15 1.35 4 Grössen. Faltenkoffer, Waschbluse, 1.35 1.50 1.65 Faltenkoffer, 4 Grössen. 5.25 bis 6.75 Matrosenbluse 2.25 2.50 2.75 Koffertaschen, braun Rindleder, 7 Grössen 18. bis 26.50 Passend für ca. Jahre 2-4 5-7 7-8 Hutkoffer schwarz Wachstuch 2.60 bis 3.50 blau- weiss gestreift blau und mode • 45 u. 65 Pf. Waschbeinkleider dunkel- 1.05 1.20 1.35 Rucksack braun 1.60, 2.25, Schilfleinen 3,90 45 Pf. 45 Pf. blau Passend für ca. 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