Ur. 155« Kbomttments-ZediNAungen: SbonnemenlZ-PreiZ pränumerando: vierteljährl. 3,S0 Mr., monall- 1,10 Mr.. wöchentlich SS Pfg. frei in» Hau». Simelne Numm-r 6 Psg. Sonntag»« Nummer mir iiiunricntr Sonntag»» Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Post» Ibonnement: 1,10 Marl pro Monat, Singetragen in der Post- Zeitung», Preisliste sür 10 01 unter lir. 7071. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich- Ungarn 2 Marl, sür da» übrige Ausland S Marl pro Mona«, 18. Jahrg. Erschelul lüglich auger Wonlag». Berliner Volksblnkt. Die Instrilons-Gelilly, beträgt sür die sechsgespaltene Koloner» zcile oder deren Raum so Pfg., für politische und gswertschaslltchc V-rsinZ» und BersammlungS- Anzeigen 20 Pfg. „Kleine Anscigen" jedes Wort S Psg. (nur daL erste Wort fett). Inserate sür die nächste Nummer müssen bi» S Uhr nachmittags in derExpeditionabgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bi» 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis suhr vormittags geöffnet, Telegramm-Adresser »Sorlatdemokral 1) erlitt" Csntralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Kedsktion: L�iV. 19. BeuHt- Striche 2. Fernsprecher! Zimt I Rr. 1S«8. Expedition: 19. BeM- Striche 3. Fernsprecher: sjliii« I, Rr. 5121. Zur wirtschaftlichen Krise. Die wirtschaftliche Krisis vertieft sich nun immer mehr und ergreift allmählich alle Zweige des Geschäfts' I e b e n s. Die Börse, die so lange den Lobliedern der kapita listischen Presse vertraut hat und dieses Vertrauen nun all wöchentlich mit Millionenverlusten büßt, ist denn auch durch alle Trostlieder nicht mehr„aufzumuntern". Die Börsen berichte machen einen jammervollen Eindruck, das Vertrauen ist dahin und so scheint der Pessimismus nicht mehr zu über winden. Tie Krise ergriff zunächst die Eisenindustrie, als die glorreichen Heldenthaten des Welt- und Khaki-Militaris mus die Absatzstockungen im Auslande hervorriefen. Die Händler konnten die Lieferungsverträge nicht innehalten und die westfälischen Werke kamen in eine schlinime Lage, die bald durch keine Börsenlügen mehr zu verdecken war. Dies rief die Börsenkrisis in den Montanwertcn hervor, die sich bald zu einer allgemeinen Krisis auf dem Effektenmarkt lo w eiterte. Dann wurde von ihr der Markt der Hypotheken Pfandbriefe ergriffen und die Krisis verschlang das Schwindel' gebäude der Spjelhagenbanken. Die Aengstlichkeit der soliden Banken rief den Mangel an Baugeldern hervor, der das Bangewerbe schwer in Mitleidenschaft zog und im weiteren auch alle mit dem Baugewerbe direkt oder indirekt zusammen' hängende Fabrikationszweige schwer schädigte. Die Krise zog nun immer finsterer über den deutschen Banken zusammen, die, auf den Fortgang der guten Konjunktur bauend, die tollsten industriellen Gründungen finanziert hatten. Unter allen Industriezweigen litt zunächst am schwersten die mit faulen Gründungen überladene Elektricitätsindustrie. Das in eine Aktiengesellschaft umgewandelte Dresdener Kummerwcrk war durch seine im„Platz in der Tinte" Tientsin angelegten Millionen, sowie durch seine bayrische Bahngründung zuni Krach gekonimcn. Die fromme Passionsspielbahn Murnau Obcramniergau, bei deren Anlage nian überdies um nicht weniger als anderthalb Millionen Mark zu gering kalkuliert hatte, rentierte nicht und als das Werk stürzte, brach auch die Dresdner Kreditanstalt zusammen. Der agrarische Trebertrocknungs- Schwindel kostete der Leipziger Bank die Existenz und einer Menge kleiner Sparer ihr angelegtes ttapital. Wenn nun noch am Ende voriger Woche die Börsew Offiziösen der Berliner Großbanken die Krise für überwunden erklärten und eine neue Aufschwungsperiode unter Aus- fcheidung der unlauteren Elemente ankündigten, so haben schon wenige Tage genügt, das Manöver in sein Nichts zerrinnen zu lassen. Das E ssener Coaks-Syndikat sah sich nämlich wegen der dauernden Minderabnahme seitens der Roheisen- Produzenten gezwungen, eine alles bisher dagewesene überschreitende Produktions- Einschränkung von 33Vs Prozent vorzuschlagen. Vom rheinisch- westfälischen Eisen markt wird gemeldet, daß dort die Pro- duktion nur noch von den ausländischen Aufträgen lebt. Sobald diese in den nächsten Wochen ausgeführt sein werden. wird man um eine bedeutende Produktions-Einschränkung und Ausblasen von Hochöfen nicht herumkommen. Für den Rest des Jahres erwarten selbst die Werke keinerlei Besserung. Unter solchen Umständen weichen die Preise rasch, die offiziellen Preisnotierungen des Syndikats haben kaum noch eine thatsächliche Bedeutung, denn hundert Hände bieten dem Käufer zu billigeren Preisen an. Diese Thatsachen zeigen besser als alle Schwindelberichte die wirkliche Lage der Industrie. »Wenn der Bedarf an Rohmaterial täglich sinkt, so muß eine starke Ueberfüllung des Marktes vorhanden sein. Ter allgemeine Niedergang zeigt sich auch in dem Rück- gang des Emissionsgeschäfts, worüber die Zahlen von 1900 vorliegen. Während noch im Jahre der Hoch- konjunktur 1899 an der Berliner Börse 264 neue Emissionen im Nominalwerte vom 2431 Millionen Mark zugelassen wurden, kamen 1900 nur noch 249 Emissionen im Werte von 2297 Millionen Mark an die Börse, ein Rückgang um 134 Millionen. So hatte also schon im vorigen Jahre die Verschlechterung der Konjunktur die Gründer erschreckt. Lluch die amtliche K o n k u r s z i f f e r hat eine weitere Steigerung erfahren. Zwar liegen erst die Zahlen über 1899 vor, doch zeigen sie, daß der ganze gerühmte wirtschaftliche Aufschwung nur dem Großkapital zu Nutzen gewesen ist, während die kleinen Leute im Geschäfttzleben. ebenso wie jetzt an der Börse die kleinen Effektcnbesitzer, ihr Geld verloren haben. Es waren an neuen Konkursen zu verzeichnen 1896: 6760. 1897: 6997. 1898: 7364, 1899: 7742. Eine fortgesetzte Steigerung I Die Ziffer wird namentlich 1900, 1901 enorm eniporschnellen. Daß die kleinen Leute in erster Linie die Opfer der sich verschlechternden Konjunktur sind, zeigt die Statistik ebenfalls. Es entfielen von je hundert im Jahre 1899 beendeten KonkurSverfachren nach der Höhe der Schuldenmaffe auf die Größenklaffe von unter 6000 M. 23.1 Konkurse. 5—10000 M. 22,4. 10—20000 M. 22,0, 20—50000 M. 19,8, 50-100000 M. 6,9, 100-500000 Mark 5,3, 500-1000000 M. 0,3. darüber 0.2 Konkurse. So haben, während die Großen sich bereicherten, die Kleinen schon während der gerühinten Prosperitätspenode die Sünden der Großen gebüßt. Das ganze Gebäude des Aufschwungs war eben errichtet auf das vage Vertrauen in die weitere Steigerung des Absatzes, auf den Kredit. In welcher bc- ängstigend steigenden Weise dieser in Anspruch genommen wurde, zeigen die W e ch s e l st e m p e l st e u e r- E i n nahmen. An Wcchselstempclstcuer wurden erzielt in Tausend Mark 1895: 8734.5, 1896: 9187,0, 1897: 9947,0, 1898: 10 989,4, 1899: 12 035,4. 1900: 13 025,7. Die Kredit anspannung, welche diesen fortgesetzten Mehr-Einnahmen zu Grunde liegt, illustriert wirksam, wie ungesund die Lage längst war. In einem Teile der Vörsenpresse beginnen jetzt die Ge rupften gegen die A u f s i ch t s r ä t e zu donnern, die an den Millionenverlusten mit die Schuld tragen. Bei all' den Zusammenbrüchen der letzten Zeit konnte ja immer konstafiert werden, daß die AufsichtsratSmitglieder der Aktien-Unter nehmungen ihre Pflichten in gröblicherWeise vernachlässigt hatten. Je fauler eine Gründung war, desto klangvollere Namen wurden als Aufsichtsräte an deren Spitze gestellt, um die kleinen Geldbesitzer einzusaugen. Und die Träger der klang vollen Namen ließen sich bezahlen. Sie liehen nicht nur einer sondern mehreren Gründungen ihren Namen nnd sackten als Aufsichtsratsmitglieder von cincin halben Dutzctid Unter nehmungen Ministergehälter in Form von Tantiemen ein Von einer wirklichen Thätigkeit, einer kaufmännischen Kontrolle der Unternehmungen aber war keine Rede, so daß die Direktoren frei schalten und walten konnten. Jetzt verlangt vielfach die Börsenpresse die Ersetzung der Aufsichtsräte durch gewandte Revisoren. Als ob solche Mittelchen noch etwas am Zusanunenbruch des bis in den Grund faulen Schwindel gcbäudes ändern könnten! So rächen sich nun die Ueberspekulation, die Gründungs' wut, die Betriebsvergrüßerungen, die ganze tolle anarchische Produktionsweise. Und die ganze Last des kapitalistischen Wahnsinns wird schließlich auf das Proletariat gewälzt. Der Niedergang kommt in einer Zeit, wo schlechte Ernte-Aus- sichten eine ivciterc Verteuer irng der Lebens- niittel herbeiführen. Lohnreduktionen. Arbeiter- Entlassungen, Arbeitslosigkeit und Elend folgen dem herrlichen wirtschaftlichen Aufschwung, von dem man wähnte, daß er kein Ende nehmen könnte. Unsren marine- und khaki-begeisterten Weltpolitikern aber wird der Krach ein tiefes Loch in ihre Rechnung reißen und sie für eine Weile verstummeil machen. Den Verlust der Hunderte von Millionen, die Ein- schränkung des Konsums namentlich der Haushaltsartikel wird das Reich bald fühlbar an seinen Finanzen merken. Neue Belastungen der notwendigen Konsumartikel der Masse wird man durchzuführen versuchen. Mit hohen schwärmenden Worten zogen unsre Weltpolitiker aus, die Flottenprofessoren bewiesen uns den Anbruch einer strahlenden Zukunft— und das Ergebnis all' der Hoffnungen ist der Krach— der politische Krach(China, Transvaal, die Spannung der Mächte), die finanzielle Verlegenheit und die wirtschaftliche Krisis I In welcher Weise der Kusammenbruch der Trcbergescllschaft in Kassel gewirkt hat, das schildert die„Hessische Morgeuzeitimg" wie folgt: „Wenn die Aiigelegenheit nicht für viele, die ohne Schuld in den Strudel des Verderbens gezogen werden, so überaus traurig wäre, so könnte man, so schreibt das citierte Blatt, bald damit fertig werden, und auch für Kassel wäre eS kein Verlust, wenn ein' Unternehmen, das ans so fauler Grundlage basiert, vcr- schwinden und seine überaus reiche Beisteuer zur Anfbrüignng der städtischen Lasten ausfallen würde. Es wäre fürwahr ein betrübendes Gefühl, wen» wir nnS kürdcrhin jagen,»übten, daß ein reicher Goldstrom unsrcr städtischen Kasse zuflösse, dessen Ursprung keine lautere und reine Quelle wäre. Leider wird aber der ungeheure Z Ii s a m m e n b r u ch auch viele treffen, die ganz ohne Schuld in ihrer Existenz geschädigt, ja gänzlich ruiniert werden. Denken wir zunächst an die Beamten und sonstigen Angestellten der Treber- trocknung. Die Kasseler Centrale soll jetzt noch lachdcin erst vor vor kurzen« eine Reduktion des Personals stattgefunden hat, etwa 109 Beamte, darunter ca. 60 Verheiratete, beschäftigen. Tie Zahl der Arbeiter in den Fabriken der Trebergesellschaft soll sich auf etwa 3000 belaufen. Alle diese Leute»verde n auf die Straße gesetzt, sind ohne Lohn, nnd die Beamten sind zum Teil sehr verwöhnt, denn in der Zahlung der Gehälter hat die Trcbertrockiiung von jeher als nobel gegolten. Die hiesigen sKasscler) Bankgeschäfte sollen bis auf eins, dessen Fortbestand jedoch durch Eingreifen einer anderen Bank gehalten werden wird, ohne Schaden davonkommen. Man spricht von im Ganzen etlva fllnfnndzwanzig Konkursen, die ans dem Zusammenbruch der Trebertrocknung resultieren würden. Ueber- Haupt sind die Konseguenzen, welche der schwarze Tag für 51 a s s e l in seinen! Endergcbnifsen noch haben wird, noch gar nicht abzusehen. Der Steuerausfall, den Kassel allein durch daS Fehlen der Steuern, welche die Trebertrocknung aufgebracht hat, erleidet, lvird auf 220 00V M. angegeben. Der Ausfall wird aber, da auch noch viele andre Steuerzahler im nächsten Jahre ausfallen werden, sich auf mindestens ö— 800 000 M. belaufen. Eine Erhöhung der Steuerquote ist also unausbleiblich. Der Kaufmann Felix Schäffer, Mitglied dcS AufsichtsratS der Leipziger Bank, erschoß sich in seiner Wohnung. Schäffer war Inhaber der Garn-Engrosfirma Berger u. Voigt. Der Superinteudcnt Müller in Gräfentonna ist wegen Vcr- luste an der Leipziger Bank irrsinnig geworden nnd hat in eine Heilanstalt gebracht werden müssen. Die„Flechsig- nnd Bohle-Werkc, Akticn-Gesellschaft".-ine Streich- garn-, Vigogne-«uid Shoddy-Spinnerei in Werdan, haben Konkurs angemeldet. AnS dem Großherzogtum S a ch s e n- W e i m a r wird uns ge» fchricbcn: Durch den Leipziger Bankkrach entsteht für das Land eine schwere Kalamität. Von den Ersparnissen früherer Finanzperioden ist eine bedeutende Summe dort angelegt gewesen, und der Landtag hatte davon einen beträchtlichen Teil zu Bauzwecken bewilligt, geht die Summe verloren, so bedeutet dies für unser Läudchen mit scincii selbst vom Staatsminister kürzlich als traurig geschilderten finanzielle» V»rhältnissen einen harten Schlag. Politische MebeLUcht. Berlin, den 5. Juli. Im Dienst der Gerechtigkeit. i'le„Norddeutsche Allg. Ztg." erhält zu dem Fall des GerichtShcrrn v. Alten eine Zuschrift, die in dem Gedanken gipfelt, daß ein militäri« scher Richter nur die eine Aufgabe habe, dem Verbrechen Sühne zu schaffen, gleichgültig, mit welchen Mitteln. Dem Formalistc» gelte aller- dingS die peinliche Handhabnng prozeßrechtlichcr Vorschriften mehr, als die Gefahr, daß dadurch die Sühne der That vereitelt werde. Hickel fei nicht freigesprochen worden wegen erlviescncr Unschuld, sondern wegen unzureichenden Beweises. Das ist ein toller Rechtfertigungsversuch. Seine Unschuld kann fast niemals ein Angeklagter beweisen, das ist auch gar nicht seine Aufgabe. Das Gericht hat die Pflicht, dein An- geklagten seine Schuld nachzmveiscn, nnd wenn ihm dies nicht gelingt, so ist der Verdächtigte eben imschnldig. Wenn der Jurist der „Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" verdächtigt wird, er habe vor einem Jahre einen Mord begangen nnd er kann für die Zeit der Thal sein Alibi nicht nachweisen, das heißt seine Uu- schuld beweisen, so bleibt er nach seiner Logik sein Leben lang verdächtig, wenn er auch zehnmal freigesprochen wird. Es ist merkwürdig, daß die Verteidiger der Gnmbiniier Rechtswidrig- leiten die clementarsten Grundsätze dcS Rechts preisgeben. Freilich, der Jurist der„N. Allg. Ztg." tröstet sich nnd den Sergeanten Hickel, indem er meint: „Wenn bei Anweiidting der§§ 175, 176 a. a. O. seitens der zuständigen Kommandostelleii Formfehler vorgekommen sind, so ist dies bei der kurzen Zeit der Geltung der Militär-StrafgerichtS« Ordnung erklärlich nnd entschuldbar. Ist Hickel unschuldig, so mag er sich über die Fortdauer der UntersuchniigShaft damit trösten, daß er gelitten hat im Dienste der strafenden Ge- rcchtigkcit." Hoffentlich gesckncht es dem Juristen der„Nordd. Allg. Ztg." recht bald, daß er als„Geisel" für irgend eine begangene Unthat rechtswidrig in Haft genommen wird. Und wenn er dann frei- gesprochen wird, so wird er gern noch ein Jährchen weiter rechts« widrig in Haft bleiben, in dem herrlichen Bewußtsein, um jener „Gerechtigkeit" willen zu leiden, die auS RechlSverletzungen besteht I— Dentschfcindliche Umtriebe in Oestrcich. Ans Wien, 4. Juli, wird miS geschrieben: Die guten Präger, die sich bor nicht langer Zeit an dem Besuche des Kaisers Franz Joseph zu entzücken hatten, haben sich dieser Tage eine Begeisterung ganz andrer Art geleistet. Vor 14 Tagen schwamm die böhmische Hauptstadt in„östreichischem" Patriotismus, diesmal war es ein„gesamt- slavischcs", antideutsches Fest. daS die unermüdliche Hurrakanaille auf die Beine brachte. Mit der Regickniist, in der die Juiigczechen unerrcichtc Meister sind, wurde eine ziemlich mibcdenteiide Wer- anstaltnng— ein Turnertag, die Znsammenkilnft der skavischcn „SokolS"(Sokol heißt Falke)— zu einer kolossalen Schaustellung gestaltet, deren eigentlicher Charakter eine Deinonstration für Ruß- land und Frankreich, ein Protest gegen den Dreibwid war. Die böhmischen Sokolbereine ivaren einst die Pflanzstätten demokratischen, im gewissen Sinne sogar revolutionären Geistes; heute sind sie die Brutstätten des zügellosesten ChnnbiiiiSmuS; ihre nationale Gesinnung besteht hauptsächlich im Hasse gegen die Deutschen, deren turnerische Einrichtungen sie noch sklavisch nachahmen. Neben dem bei Prager Festen niientbchrlichen rnssischen General tvar es vornehmlich eine Abordnung des Pariser MunizipalratS mit ihrem Präsidenten Dansset an der Spitze, die von den hnrrafähigcn Czechen in geradezu närrischer Weise gefeiert wurden. Von der Grenze an, wo sie ein Vertreter der Stadt Prag erwartet hatte, waren die Franzosen unmiterbrochen der Gegenstand heftigster Ovationen; die Zahl der ihnen gegebenen„Ehrentränke", Bankette, der sie feiernden Reden stieg ins Unermeßliche. Herr Dmisset redete in Prag, als od der Gesandte Frankreichs gekommen wäre, nm mit dem„mächtigen" czechischcn Volk ein Bündiiis zu schließe», dessen kleinste Folge die radikale Umgestaltung der europäischen Landkarte sein werde. Die alten und die jüngsten Phrasendrescher der Czechen, der alte Ricger, Herr Dr. Herold, Bürgermeister Sub und Ex-Bürgcr- meister Podlipny, überflössen von Begeisterung für das herrliche Frankreich— nicht für die französische Republik, fsoudcrn für das Frankreich Deroulödes. für die nationalistischen Borkenkäfer am Stamme der Republik; nicht sür die Erben der Revolution, sondern für daS dem Zarismus verbündete und miterthäiiige Frankreich. Die dummen Franzosen, die nicht wissen, daß sie den Czechen eigentlich mir als Staffage gedient haben, kehren natürlich mit der Ucberzeugimg heim, der Dreibund sei min zerschmettert, die Restauration der Monarchie sei im Gange, und nichts stehe im Wege, daß die Sokols morgen zum Entsatz des verbannten Döronlöde ausrücken. Und die großmannssüchtigen Czechen bilden sich jetzt ein, in der Bewegung der europäischen Verhältnisse seien natürlich sie der wichtigste Faktor I Die Begeisterung der Czechen für Frankreich hat ctlvaS unsäglich Kindisches. Äußer ihrer eignen Begabimg verdnuken die Czechen ihre Kultur ausschließlich den Deutschen; ihre junge Kunst hat bei der deutschen stets liebevolle Würdigung, freundliche Pflege ge- furtbcn. Den Franzosen gelten die Czechen nur aus dem Gesichts- Punkt etwas, daß auch sie die Deutschen hassen; für die nationale Eigenart, die Kunst, die Kultur der Czechcn hatten und haben die Franzose» weder Interesse noch Verständnis. Es ist sicher noch niemals ein czechisches Buch ins Französische übersetzt worden! was die Franzosen— und zwar der fragwürdigste Teil der französischen Poliliker— für die Czcchen übrig haben, sind aufgedonnerte, in ihrem sinnlosen Schivulst einfach widerwärtige Phrasen. Die.Liebe" der Ezechen fiir die Franzosen hat mit Kultur, mit der schönen Anhänglichkeit einer kleinen Nation an die gebende große, gar nichts zu thu»! sie ist einfach ein politischer R e ch e n p o st e n. Was diese zwei Völker, die mit einander weder räumlich, noch geistig etwas zu thun haben, zn einander zieht, ist nur der Haß gegen die Deutschen bei den Ezechen der Haß gegen den nationalen Gegner im Inner» bei den Franzosen der gegen den glücklichen Rivalen in der Welt. Die sich in der Begeisterung für Frankreich ausdrückende Abneigung der Czeckien gegen den Dreibund ist nichts Neues; Herr Kramarsch predigt diese Staatskunst in jeder Delegationsrede. In solchen Dingen zeigt sich mir wieder die Unverträglichkeit und U n m L g- lichkeit OestreichZ! die Raison des Staats steht im direkten Gegensatz zu den Gefühlen eines großen Teils seiner Bevölkcrnng� Wenn sich die Ezechen für die französischen Monarchisten echauffieren, so vornehmlich aus der boshaften Freude, daß dies ihrem„Vater lande", Ocstreich, Verlegenheiten bereiten kann. Während ver czechisch- russisch- französischen„Allianz" in Prag eine gewissermaßen moralische Bedeutung zukommt, ist die in deutschen Blättern so riesig aufgebauschte„Affaire" des Herrn U g ro n ohne jeden Belang. Dieser Ugro» ist der Typus eines ungrischen Beutepolitikers, und dieser Typus wird nicht sympathischer, weil Herr Ugron die Eigenheit hat, sich als Klerikaler zu geben. Herr Ugron hält alljährlich in den Delegationen dieselbe Brandrede gegen Deutsckiland, aber es nimmt sie in ganz Oestreich kein Mensch ernst. Denn wenn jemand Deutschland dafür vcrantlvortlich macht, daß sich Oestreich-Ungarn nicht rasch genug entwickle, das Bündnis für den Fall eines Angriffskrieges als eine Verpflichtung ansieht, den Verbündeten ökonomisch und innerpolitisch zu unterstützen, so ist das schon Tollheit ohne Methode, lieber diesen Herrn Ugron sind nun jüngst von einem gewissen Nim l er, einem davongejagten Beamten des Auswärtigen Amts, ganz merkwürdige Dinge erzählt ivorden. Er habe mit Herrn Deleasss, dem französischen Minister des Aeußern, Verbindungen gesucht, die scheinbar politische Zwecke, im Grunde genommen aber nur den einen Zweck verfolgt haben, Herrn Ugron eine Million Frank zu verschaffen, die der gcldhungrige Mensch Ivohl weniger für die Partei, als für sich selbst ver- wendet hätte. Herr Rimler ist ein vulgärer Abenteurer, der die Jntriguen gegen den Dreibund zn einem regelrechten Geld- erwcrb gemacht hat, und Herr Ugron ist ein Bentcpolitiker, der das Geld nimmt, wo er's kriegt, und es selbst dort verlangt, wo es zu begehren eine Schande ist. Aber zu mehr als zur Verachtung gegenüber einem Sumpfpolitiker ist wahrlich kein Anlaß vorhanden. Wir haben oben bemerkt, daß in Prag der obligate russische Operettengeneral anwesend war. Der Herr General Feodcrowitsch Ritick erließ nun bei seinem Scheiden ein„Manifest" an das czechische Volk, in dein er den Ezechen knndgiebt,„sie können volles Vertrauen auf die lvt acht Rußlands hegen." Es dürste wohl noch nicht oft vorgekommen sein, daß die Bürger eines Staats so feierlich und öffentlich auf die Macht eines fremden Reichs verwiesen werden. Dieses Oestreich bleibt doch ein komischer Staats— »• » Deutsches Zteich. Der große Unbekannte. Der Scherl-Anzeiger hatte kürzlich jene Kaiserrede veröffentlicht, in der der Kaiser auch die Zaren-Dcpesche über die„undankbare" Mission des Grafen Waldersee erwähnte. Die Rede war in einem Militärkasino gehalten vor rein militärischen, Publikum. Dennoch kam sie in die Oeffentlichkeit, was nicht nur die konkurrierenden bürgerlichen Blätter verdroß, denen nicht das Scherlsche indiskrete Finderglück beschicden war, sondern auch die verantwortliche Regierung. Es muß da irgend etwas nicht in Ordnung gewesen sein und die Veröffentlichung muß bei dein schwierigen Verhältnis, das gegcmvärtig zwischen Deutschland und Ruß land herrscht, die diplomatischen Kreise empfindlich gestört haben. Man leitete deshalb eine Untersuchung ivider den große» Unbekannten ein, der Scherl die Rede übermittelt hatte. Natürlich konnte nichts dabei heranskonimen. Die„Tägliche Rundschau" ist jetzt entzückt, als Resultat der Untersuchung niitteilen zn können,„daß kein An- gehöriger des Offizierkorps den Verlraucnsmißbranch begangen hat." Aber kleinlaut fügt das Blatt hinzu:„�o er- freulich es nun ist. daß unter den Offizieren eines deutschen Regiments sich keiner befand, der sich eines solchen Vertraucnsbruchs gegenüber seinein Kriegsherrn schuldig machte, so bedauerlich ist es, daß es der Untersuchung nicht gelang, den un- lauteren Ursprung von Herrn Scherls Neuigkeiten ausfindig zu machen." Ja, wer war denn außer Offizieren noch da? Und wie hat man festgestellt, daß es kein Offizier war? Hat man etwa allen das Ehrenwort abgenoinmen? Und wie konnte man überhaupt an- nehmen, daß ein Offizier derartige Rcporterdienste leistet?— Wen» der Kaiser reist! Zum Schutze des Kaisers gelegentlich seines Aufenthaltes in Emden. Mainz, bei der Denkmalsenthüllung auf der Hohensybnrg zc. im nächsten Monat ivcrden außer mehreren Polizciosfizieren insgesamt 1 Kriminalkommissar, 4 berittene Wacht- meister, 10 berittene Schutzleute, sowie 90 uniformierte und Krinünal- schntzleute kommandiert werden. Auch die Berliner Polizei wird mit einer gelvissen Zahl an diesem Kommando betheiligt sein. Deutsches Vereins- und Versammlungsrecht. Auf Gnind Reichsgesetzcs ist es allen politischen Vereinen gestattet, miteinander in Verbindung zu treten: es ist ihnen aber darmn noch lange nicht gestattet zu existieren. So besteht z. B. heute noch im Fürstentum Schwarzbnrg-Sondershansen eine Bestimmung, welche lautet: „Arbeitervereine und Verbrüderungen, welche politische, socia- listische oder kommunistische Zwecke verfolgen, werden andurch als ordnungswidrig verboten." Ende vorigen Jahres hatten Parteigenossen eine Petition um Aushebung dieses Verbots an den Landtag gerichtet und dieser hatte die Petition der Regierung als Material überwiesen. Jetzt hat nun, wie das„Berliner Tageblatt" berichtet, die Regierung dem Landtage den Entwurf eines neuen Vereins- und BersainmlungS- gesetzcs vorgelegt, worin dieses Verbot nicht mehr enthalten ist. An seiner Stelle enthält aber der Gesetzentwurf andre, gegen die Social- Demokratie gerichtete Vorschriften, die bei einigem guten Willen— und wo wäre der nicht vorhanden— den Polizeibehörde» dieselben Dienste leisten kann wie das bisherige direkte Verbot. So werden im§ 2 Vereine, welche die religiösen, sittlichen oder gesellschaftliche» Grundlagen des Staates zn unter- graben bestrebt sind, verboten. Ebenso hat die OrtSpolizei- bchörde Versammlungen zu verbieten, wenn eine Gefährdung der öffentlichen Ruhe, Sicherheit und Ordnung oder der Sittlichkeit zu befürchten ist. Es wird abzuwarten sein, wie sich die liberalen Herren des sondershausischen Landtägchcns zn dieser reaktionären Bestiammiig verhalten werden; der Umstand, daß sie sich gegenüber der Petition um Aufhebung des direkten Verbotes nur zu'einer Ueberweisung als Material aufschwingen konnten, läßt schon von vornherein nicht viel Gutes erwarten. Daß aber ein solcher Gesetzesvorschlag, wie der vorliegende, heute überhaupt noch gemacht werden kann, zeigt aufs iiene, wie notwendig die reichsgesctziichc Regelung des ganzen Vereins- und Versammlungsrechts ist. Tarifreform. Wie der„Schwäbische Merkur" hört, hat nun- mehr auch die Gcncraldirektion der w ü r t t e m b e r g i s ch e n Staatseisenbahnen bestimmt, daß die Rückfahrkarten vom 6. Juli dieses Jahres ab 4ötägige Gültigkeit haben. Zwischen Bayern, Württemberg und Baden wurde eine Vereinbarung ge- troffen, nach welcher die Gültigkeitsdauer der Rückfahrkarten sowohl für den Verkehr innerhalb Württenibergs als auch im wechselseitigen und Durchgangsverkehr eingeführt ist. Vom 6. d. M. ab werden 45tägige Rückfahrkarten auch für den innerbayerischen Verkehr eingeführt.— Die Gesetzgebung und der Anarchismus. Unter diesem Titel wendet sich in der nationalliberalen„S t r a ß- burger Po st", dem oberrheinischen Ableger der„Kölnischen Zeitung", ein Richter gegen den von der Berliner„Post" ge- machten und von den„Hamburger Nachrichten" und einer Reihe andrer gcsinnimgsverivandter Blätter gutgeheißenen Vorschlag, au dem Wege eines Ausnahmegesetzes gegen den Anarchismus vor zugehen. Nachdem der richterliche Gewährsmann des Straßburger Blattes die totale Unlvirksamkeit eines solchen Vorgehens nach gewiesen, falls sich deniselben— ivaS er für völlig ansgeschlossen hält— nicht die sämtlichen Knlturstaatcn anschließen sollten, fährt er fort: „Nach dem jüngst zur Debatte gestellten Gesctzesvorschlag sollen unter anarchistischen Bestrebungen solche verstanden werden. die den g e iv a l t s a m e n Umsturz jeder Staats ordnung' herbeiführen, befördern oder vorbereiten wollen. Professor Senffert hat in seinem vorjährige» Werk„Anarchismus und Strafrecht" eine ganz ähnliche Definition gegeben, indem er ei» Verbrechen als zn anarchistischen Zwecken begangen angesehen wissen wollte, wenn der Thäter bei dem Verbreche» uunnttelbar oder mittelbar die Beseitigung jeder staatlichen Ordnung bezweckte. Run wird man heute gewiß anerkennen müssen, daß die Socialdcmokratic nicht jede staatliche Ordnung be s e i t i g e n will, im Gegenteil beruht ihr Princip auf einer llebcrspannung des StaatsgedankeuS. lind von Gewalt thaten will die Socialdemokratie auch nichts wisse n. Sie hat st e t s alle G e lv a l t t h a t e n von sich abgewiesen und schon im Jahre 1870 hat Bebel im norddeutschen Sieichstag erklärt:„Als das Attentat auf König Wilhelm im Jahre 1863 bekannt wurde, war, wie ich glaube, kein Mensch in Deutschland die äußerste radikale Partei, zu der ich mich bekenne, nicht ans geschlossen, der einen solchen Mordanfall gebilligt hätte." Freilich hat es nicht an Leuten gefehlt, welche auch innerhalb der Social dcmokratic die Propaganda der That vertraten, man denke nur an M o st. Aber die Partei hat diese Leute abgeschüttelt und heute wird man die Erklärungen der socialdem akratischen Presse, daß ihre Parte entschiedene und grundsätzliche Gegnerin der anarchistischen Bestrebungen sei, g e iv i ß für durchaus ernst gemeint ansehen müssen. Wird aber jemand mit Sicherheit sagen können, daß ein gegen den Umsturz jeder Staatsordnung gerichtetes Gesetz nicht auch auf di e S o c i a l d e»i o k r a t i e Ä n w c n d u n g finden wird? Schon dieser Umstand, die Dehnbarkeit der Begriffe muß das Zustandekommen eines derartigen Gesetzes hindern. Aber mai. darf auch stark bezlveifeln, ob ein solches Gesetz überhaupt irgend einen Einfluß auf die„Propaganda der That" haben würde. Mit der abschreckenden Wirkung der Strafandrohungen ist es eine ganz besondere Sache. Man übersieht bei der A b s ch r c ck u n g s t h e o r i e in der Regel, daß der Verbrecher damit rechnet, daß seine Thätigkeit nicht entdeckt ivird. Würde der Ver- brcchcr auch nur mit einiger Sicherheit darauf rechnen»liissen, bei der That ertappt zn werden, so würde der bei weitem größte Teil der Verbrechen sicherlich nicht begangen werde». Dies gilt aber in ganz besonderem Maße von den anarchistischen Fanatikern. Diese ziehen das Maß der ihnen drohenden Strafe sicherlich nicht in den Kreis ihrer Berechnung. Sie ivcrden sich nicht von einer ihrer unsinnigen Thaten ab- halten lassen, wenn ihnen an Stelle der gegenwärtigen Gefängnis- strafen Zuchthaus oder Deportation oder auch die Todesstrafe droht. Sind sie doch meist so fanatisch, daß es ihnen gleichgültig ist, ob sie bei einer Explosion mit ihrem Opfer in die Luft ge- schleudert werden." Diese vernünftigen Ausführungen eines ini praktischen Dienste der Justiz erfahrenen Fachmanns werden die Scharfmacherprcsse vom Schlage der„Post" schon deshalb nicht abhalten, ans der Hetze gegen den„Umsturz" der bestehenden„Ordnung" für ihre reaktionären Zwecke auch fernerhin Kapital zu schlagen, als sie sich ja überhaupt für Anarchisten nur ans dem Grunde interessieren, weil sie durch angebliche Anarchistengesetze die Socialistcn treffen zu können glauben.—_ teilnng wurde durch einS der bekannten offiziösen Dementis feierlich als durchaus unbegründet bezeichnet. Jetzt schon kommt die amtliche Nachricht, der Vielgenannte werde am 16. Juli wirklich in Pension gehen. Diese besonders bei der bayrischen Regierung beliebten Manöver müssen mir dazu beitragen, daß die offiziösen Dementis kein Mensch: mehr ernst nimmt. Und in der That ist auch der„München er Allgemeinen Ztg.", die bisher als hochoffiziöses Negiexungsprga» galt, die Sache zu dumm geworden. Wie man von durckiaus eingeweihter Seite erfährt. bedeutete sie dem bayrischen Ministerpräsideuten schon vor einigen Wochen, sie leiste ans die aus dem Ministerium kommenden Mitteilungen Verzicht und werde sich lediglich darauf beschränken, in einzelnen Fällen persönliche Informationen zu erholen. Seit jener Zeit hat sich die„Süddeutsche Reichskorrespondenz" in Karlsruhe in de» Dienst des Grafen Crailsheim gestellt. Ihr Vertreter in München ist ein früherer Redacteur der„ÄNgemeinen Zeitung". � AuS dem Großherzogtnm Sachfcn-Wcimar.(Eigner Bericht.) Sieben Versammlungen verboten! Natürlich ini Lande der liberalen Traditionen, und zwar im Machtbereiche des Eiscnachcr Bezirksdireklors Eucken-Addenhausen, der auch zugleich Landtags. Abgeordneter ist, und mit eignen Ohren vor ein paar Monaten ge hört hat. wie nach einer scharfen Kritik dieser Verhältnisse, der Herr Staatsminister sogar erklärte, daß er diese Ver. böte für politisch unklug und unpraktisch halte. Im ganzen Lande war seit jener Zeit Ruhe eingetreten, und noch wenige Tage zuvor konnte der Abg. B a u d e r t über das- selbe Thema, die Handelsverträge und die Erhöhung der Getreide- zölle im Eisenacher Obcrlande sprechen. Jedoch im Dircktionsbezirk Eisenach änderte sich sofort, bis auf einige Versammlnngen. die trotz alledem ungehindert stattfanden, die Sachlage. Die alte faden- schcinige Begründung, daß der Referent, Abg. Baudcrt, socialdcmo- kratischcr Agitator sei, der aufhetzend wirke, nmßtc wieder herhalten. In der Stadt Eisenach wurde die Situation noch interessanter, denn der dortige Oberbürgenncister weigerte sich, die Versammlung mit dem Thema:„Für des Reiches Größe, Macht und Herrlichkeit" ans eigner Initiative zn verbieten, so daß der Bezirksdirektor, als Obcrbehörde, das Verbot mit der Begründung verfügte, weil der Referent A. Baudcrt social- demokratischer Agitator ist, welcher in g i f t i g st e r Weise ver- hetzend wirkt und von dem nur eine gehässige B e h a n d I n u g des gewählten Themas zu gewärtige» ist. Eine darauf für zwei Tage später mit den» Thema:„M ein Landtagskollege u ck e n- A d d e n h a u s e n und das V e r s a m m l u n g's- recht" angemeldete Versammlung wurde in gleicher Weise mit der- selben Begründung vorn Bezirksdircktor wieder verboten. Ein bürgerliches Blatt' bemerkt zu dieser neueste» Ruhmesthat des Eisenacher Bezirlsdircktors: „Durch den persönlichen Beigeschmack, den das Verbieten der Versammlung bekommen hat, indeni der Kollege Encken- Addcn- Hausen die Versammlungen seines LandtagSkollegen Baudert-Apolda verhindert, bekommt die Sache, die sonst sehr ernst und bitter ist, einen komischen Beigeschmack, und der Herr Bczirksdirektor, dessen Verfahren in der gesamten politisch ehrlichen und unabhängigen Presse Deutschlands wieder gebührend kritisiert werden wird, braucht für den angemessenen S p o t t zu seiner neuesten That nicht besorgt zu sein." Wenig schmeichelhaft für den Herren Bezirksdircktor ist eS auch, wenn in Bezug auf diese VcrsammlungSvcrbote von einem„nicht hervorragenden Berwaltungsbeamteu" in den Zeitungen geschrieben wird, und jedenfalls ist es ein neuer Beweis dafür, daß die Verhältnisse in einem Lande ungesund sind, wo nach dem persönlichen Ermessen eines Mannes die Reaktion, die politische Rechtlosigkeit, noch solche I Triumphe feiern kann.— Gelogen wie ein— Offiziöser. Aus München wird uns berichtet: Vor einigen Monaten schon brachte die socialdcmokratische und die Centrumspresse in Bayern die Mitteilung, daß der Pcrsonal- referent in der Generaldirektion der Staatsbahnen, Dr. v. Lippe, die Absicht habe, sein Abschiedsgesuch einzureichen. Diese Mit-' Ausland. ChristlichsocialcS Presigefindek. Zeitungsstrolche nennt die„Wiener Arbeiterzeitung" mit einem fast noch zu gelinden Ausdruck die Urheber der bodenlosen Gemein- heilen, die von der christlichsocialen Presse in der Wut über den Wahlsieg Victor Adlers produziert werden. Ein solcher Grad von Verlogenheit und Niedertracht, wie ihn diese christlichsociale Presse Wiens erreicht, wird selbst in den schmutzigsten Blättern Reichs- Deutschlands nicht erreicht. Man glaubt sich in einem T o l l h a n s e moralisch Irrsinniger zu befinden, wenn man die christlich- socialen Betrachtungen über die Wahl liest.. Es verdient als ein Knlturzengnis an den Pranger geheftet zu werden, was die„D e u t s ch e Z e i t u n g" über die Wahl schreibt. In der socialistischen Agitation waren auch Frauen in rührigster Weise thätig. Diesen Umstand benutzt das genannte christliche Blatt zu den folgenden unflätigen Lügen und Verleumdungen: Sie haben's also wirklich erreicht, die Socialdemokraten und ihre Verbündeten von den Prostituierten an bis hinauf zu den A n t o m o b i l b e s i tz e r n! Der Nachfolger Schlesingers im Landtag wird ein Jude sein, der schädlichsten, gemeingefährlichsten einer, der Konsument der Arbeiterkreuzer. Dr. A d l e r! Und mit was für Mitteln ist es ihnen gelungen! Was sich mir ersinnen läßt an niederträchligster Gewaltthat, an unerhörtestem TerrorismuS, das haben sie heute ins Werk gesetzt zum höheren Ruhm der internationalen, jüdisch-liberalen Socialdemokratie. Aus dem Wagen hat man Wähler herausgerissen, gemißhandelt und neben der Wahllcgitimatio» auch gleich der Vrieftasche beraubt, auf offener Straße antisemitische Ngi- tatoren angefallen und ihnen nicht nur das Agitationsmaterial, nein, auch den gesamten Inhalt ihrer Taschen entwendet, die Gewerbetreibenden in einer Flugschrift gewarnt,»nr ja nicht durch antisemitisches Wählen die Boykottiernng ihres Betriebes durch die Socialdemokraten heraufzubeschwören. Von den einfachen Mitteln der Wahlbceinflnssung bis zum offenen Straßenraub haben die Socialdemokraten und ihre Helfershelfer geleistet, was mir zu leisten war. Doch damit nicht genug, setzten sie noch einen neuen Trick in Scene, der hiermit allen Geistcsverivandten der Socialdemokraten empfohlen, für alle Zeit aber znr Schmach und Schande dieser Partei, die Thron, Altar uiid Familie den Tod gcschivorcn hat, festgenagelt sei: Dutzende von„Pricsterluneu" der freien Liebe, von denen ein Teil alö Insassinnen eines in der Novaragasse unschwer aufzufindenden Hauseö fest- gestellt wurden, wurden mit der bekannten Talmi-Eleganz auf- geputzt und in Fiaker gesetzt, um säumige Wähler für Dr. Adlers Wahl zu— interessieren. Mit was fiir Mittel» diese Dirnen es dahin gebracht haben, die Wahlberechrigten zn überzeugen, daß der Jude Adler der richtige Vertreter für den Bezirk Favoriten sei. das iveiß außer den„Beteiligten" nur noch die Polizei, welcbe mehrere dieser Hetären abfing und ihnen ihr sauberes Handwerk zumindest fiir die Dauer des heutigen TagcS legte. Die Arbeiter aber, ivelche von ihrem sauer erworbenen Verdienst zn den verschiedenen socialdeniokratischen Fonds beizusteuern gezwungen sind, mögen cS wissen, wohin ihre Arbcitcrkreuzer gewandert sind. Billig sollen die„P e n s i o» s v o r st e h c r i n n e n" aus der Novaragasse ihre lebende Ware nicht alißerdienstlich ivciter- geben.' Einem künftigen Sneto» möge es vorbehalten fein, dieses Schandkapitcl aus der Geschichte socialdemokratischer Korruption festzuhalten I Für die Bundesgenossen der Socialdemokraten muß es aber ein erhebendes Gefühl sein, Schulter an Schulter mit diesem weiblichen Abschaum der Menschheit gekämpft zu' haben für den Juden Adler, in einer Reihe gestanden zu sein uiit öffentliche» Schanddirncn, als es galt, den Antisemiten ein Mandat zn entreißen. Diese Sudelei ist ja so hirnverbrannt,, daß man über sie lachen sollte. Daß aber ehrliche Genossinnen in dieser bübischen Gemeinheit besudelt werden, das ist doch ein zu trauriges Zeichen ür die Wiener Verhältnisse unter christlich-socinler Herrschaft, als daß man eS achtlos passieren lassen könnte. Wahrlich, wir sind stolz auf uns« üstreichsschen Genossen, daß sie trotz des eklen christlichsocialen Geschmeißes, mit dem sie Tag für Tag zu känipfen haben, den KampfeSmut und die Begeistenuig für unsre Ideale nicht verloren haben. Schtueiz., Bern, 3. Juli.(Eigner Bericht.) Ans der am letzten Sonn» abend beendeten vierwöchigen Session der Buubcöversainuilung ist erwähnenswert die Beschwerde unseres Genossen Wall- ch l e g e r über einen charakteristischen Akr von Polizei« ch n ü f f« l e i. Es handelte sich um die polizeiliche Be« a u f s i ch t i g ii n g n n s e r e s Genossen G o b b i, P o st- a n g e st c l I t e n in Zürich, wegen angeblicher� A n a r ch i st e r e i. Es wurden die an ihn gelangenden Postsendungen von der Polizei kontrolliert und beschlagnahmt und das alles, weil derselbe einige Nummern des in Genf erscheinenden anarchistischen„Revcil" bezogen hatte. Darnn» sollte Gobbi ein Anarchist sei» und außer Gesetz und Verfassung stehen. Denn da? polizeiliche Vorgehen gegen ihn war, wie Wullschleger nachwies, verfassnngs- und gesetzwidrig. Der seiner Zeit von Genosse Greulich' deswegen in Zürich zur Rede gestellte kantonale Polizcihanptmann Dr. Ztnppold, ein früherer Advokat mit viel freier Zeit, hatte erklärt, daß er zu seinem Vorgehen von der Bundes« nwaltschaft in Bern den Auftrag erhalten hatte. Bundesrat C o m t e s s e, der gegenwärtige reaktionäre Chef des Justiz- und PolizeideparteinentS, erklärte, daß die Bundesanwalt- chaft keinerlei derartigen Auftrag nach Zürich erteilt habe. also eine Eigenmächtigkeit der Züricher Polizei und eine unwahre Behauptung ihres schneidig- reaktionären Hnilptmaniis Dr. Rappold voriicgt. Die Vorgänge zeigen neuerdings, wie unheimlich sich in unserm Lande' die polizeilichen llebergnffe mehren und wie einzig die Socialdemokraten es sind. die dagegen entfchieden Front machen und die Freiheit verteidigen. In den bürger- lichen Kreisen kann man nachgerade die Gegner der Reaktion und die Verteidiger der Freiheit mit der Laterne suchen. Frankreich. Das Altcrspcnsious- Gesetz wird in dieser Session nicht mehr zum Abschluß gelangen. Nachdem der Artikel I des Gesetzcs angenommen war. wurde die Weiter- beratung deS EntwursS plötzlich abgebrochen und Über die Parlaments- 'erieii hinaus verschoben. Trotz energischer Gegenwehr des Ministers Milleran d nahm die Kammer den Antrag Gailhard-Banal und L a s i e S an, durch den der Minister bcanstragt wird, während der ParlamentSfcrien eine Umfrage zu veranstalten, um festzustellen. wie die Handelskammern, Unternehmerverbände, ländlichen Genossen- ichaften, sowie die Gewerkschaften und Uiitcrstützimgsvcreine ic. sich zu dem Entwurf stellen. Mit 300 gegen 237 Stimmen f.tiib der Antrag Gailhard Aliiiahnle. Die ganze Rechte stimmte geschlviscu fiir ihn; hat er doch den' Zlocck, die ganze Rcsorm zu verschleppen und zum Scheitern zu dringen. Es ist klar, daß sich sämtliche Unternchmerverbände und Handels- kannueru gegen ein Gesetz aussprechen werden, das die Kassen der Uiiteruehnier ein wenig belastet. Währendj die Landarbeiter, denen nach dem bereits angenommenen Artikel l des Gesetzes die Wähl- tbatc» desselben ebensalls zu gute kommen sollen, über gar keine Organisationen verfügen, und deshalb gar kein Urteil werden ab- geben können, sind die Großgrundbesitzer in Genossenschaften sehr gut organisiert. Ter Handelsminister ivics darauf hin, daß die Fvage seit zlvei Jahren schwebe und daß fast alle Beteiligten, die sctzl befragt werden sollen, sich längst geäußert hätten. Der Negierlmgseiitwnrs habe allen diesen Äeiißernngcn möglichst Rcchiinng getragen. So war das landwirtschastliche Gesinde nrsprnnglich»ichr mit einbezogen, erst die Kainmerkommission brachte diese Eriveitcrnng hinein. Jaurss bedauert in der„Petite Rspublique", daß auch Socinlisten für diese„Karikatur eines Referendums" gestimmt haben. Was soll geschehen, so fragt er, wenn die Arbeitcrsyndikate in dem einen, die der Unlernehmer in dem entgegengesetzten Sinne ant- Worten. Solle die Umfrage zu bloßer Information dienen, so hätte sie zu einem früheren Zeitpunkt vorgenommen werden nuisscli, jetzt, nachdem die N o t>v e n d i g k e i t der Reform längst nachgelvicsen und im PriiVcip' von allen Seiten anerkannt worden, sei keine Zeit inchr für Enqueteit. Die s o c i a l i st i s ch- r e v o l u t i o n ä r e Gruppe sVaiNnnt n»d Genossen) hat geschlossen für die Enquete gcstinunt. Diese Unter- stützung der reaktionären Manöver glaubt Jaurss darauf zurück- führen zu sollen, daß die betreffenden'socialislischen Abgeordneten sich entweder haben blende» lassen durch die Karikatur der � Z i.k s a b st i ni m u Ii g oder aber, daß sie sich von ihrem„Auti- miuisterialismus" haben hinreißen lassen. Trotzdem rechnet James mit der endgültigen Annahme des Entwurfs in der Herbstsession, die sich sofort bei' ihrem Zusammen- tritt damit zu beschäftigen haben wird.— _ Frankreich und Marokko. Jin Senat machte am Freitag der Minister des Aeußern, D e I c a s s ö. über die Beziehungen Frankreichs zu Marokko folgende Ausführungen: Die Anivesenheit der marokkanischen Gesandtschaft in Paris ist ein Beweis für die herzlichen Gefühle, welche die b e i d e n S t a a t e n verbinden. Als die Ereignisse uns dahin brachten, die Oasen von Südalgerien zu besetzen, er- Iläxteu lvir feierlich, daß wir ö st l i ch von der Eisenbahn- l i n i e nach Jgli Herren auf u n s r e m Gebiete sein lv o l l e n, aber darüber hinaus nichts unter- nehmen würden. Dieses Bersprcchen haben wir ge- wisscnhast gehalten und iv e r d e n ihm treu bleiben. Niemand auf der Welt hatte nach dem von uns beob- achteten Berhalten das Recht, daran zu zweifeln. fBeifall.) Wir baben uns darauf beschränkt, die Angriffe znrückznwcisen, wobei wir in der Mäßigung und der Loyalität bis zum Acnßcrsten gingen. Aber wir haben die marokkanische Regierung eruiahnt,' die an Algerien grenzenden Stämme zu bcaufsichligen, bei denen sich der Mord an der Riffkiste ereignet hat. Wir haben die nötige G e n u g t h u u n g erlangt. Heute i st alles beigelegt. Marokko weist, daß wir entschlossen sind, den unversehrten Bestand seines Gebiets zu achten. Mit diesem herzlichen Wohlivollen haben wir die frenndschastlichen Versichernngeu der marokkanischen Gesandtschaft beantwortet,(Lebhafter Beifall.) Nach dieser Erklärung Dlecassees wird der Gegenstand verlassen. Ob Marokko ivirklich so sehr vom Wohlivollen Frankreichs und seiner unerschütterlichen Absicht, die Integrität Marokkos künftig zu respektieren, überzeugt ist?— Rückkehr von Chinatruppe«. Am Freitag früh ist der �Mytbo" mit den ersten ans China zurückbeförderten französischen Soldaten in M a r s e i l l e eingetroffen. Die Zahl der zurückbeförderten Soldaten beträgt 1271, darunter befinden sich 120 Kranke. „Petite Republiquc" veröffentlicht einen Aufruf an die Socialisten, worin mitgeteilt wird, daß der socialistische Generalrat nunmehr zusaimnengcslellt ist und daß derselbe sein Programm fest- legen werde.— Doiinerstagabend hielt die amerikanische Kolonie ei» größere? Fest ab zur� Frier der Unabhängigkcitö-Erklärung der Per- eniigtr» Staaten. Der der Feier beiivohncnde Handels- in i n i st e r M i l l c r n n d hielt eine Rede. Die Präsidenten der rusi.jchen, italienischen und belgischen Handelskammern nahmen gleichfalls an dem Feste teil. In Grenoble wurden aus Anlaß der jüngsten«ationalistischen Kuiidgcbunge» 14 Personen, welche sich an den Deinottstrationcii beteiligt hatten, vom Schwurgericht zu Gefängnisstrafen von 10 Tagen bis 3 Monaten verurteilt. Die Tcputicrtenkamincr nahm in ihrer Sitzung am Freitag- vormittag die Vorlage betreffend die direkten Steuern an.— Belgien. DaS allgemeine«nd gleiche Wahlrecht um jeden PreiS— das ist die Kampfcsparole nnsrer belgischen Genossen. Wie wir kürz- lich mitgeteilt, hatte die Kamniermajorilät den Antrag auf Befragung des Landes über die Einfuhrnng des allgemeinen Wahlrechts ab- gelehnt. Der Generalrat der socialistischeii Partei hat sich darauf durch einen Aufruf an die Genossen deS Landes gewandt, in welchem diese aufgefordert werde», die Agitationen für das Wahl- recht nicht einen Augenblick ruhen zu lassen. Der Aufruf wirft einen Rückblick auf die Erfolge der Arbeiterklasse in Belgien. Agitation, Aufklärung in Wort und Schifft. Versammlungen, das seien die Mittel des Kampfes. Zum Schluß aber heißt es:„Seiner bis- berigen Taktik getreu, wird die Arbeiterpartei sich nur legaler und friedlicher Mittel bedicuen, um das gleiche W a h l r c ch t zu er- reichen, jedoch wenn diese Mittel erschöpft sind, wird sie auch nicht mehr zurückschrecken vor der revolutionären That.— Brüssel, 5. Juli. Rcpräscntautenkammcr. Der Jnstizminister erklärt in Bcnntwortuiig der Interpellation Lorand über Andries De Wet, es sei richtig, dqß De Wet auf die Polizcidirektion bc- schieden sei, jedoch nicht, um ihm von feiner Ausweisung Kenntnis zu geben, sondern um ihn wegen seiner Absichten während seines Aufenthalts in Belgien zu befragen, damit verhindert werden könne, daß seine Vorträge ferner zum Vorwandc für feindselige Kund- geviingen gegen eine befreundete Mächt gebraucht würden. Der Socialiit Dcmblon ergeht sich in beleidigenden Acußcrnnacn gegen Chamberlain und wird zur Ordnnug gerufen. Der Minister des Aeußern weist die Sprache Tcmblons als unerhört zurück und betont, die Rechte erhebe einmütig Einspruch gegen die unwürdigen Aenßerungen eines belgischen Abgeordneten, der doch wissen müsse, welche Dienste England Belgien geleistet habe. Woeste und Tournah schließen sich den Worten des Ministers an. Der Präsident erklärt trotz Protestes von feiten Tcmblons die Jnter- pcllation für erledigt.— Italien. Diäten für die Deputierten. Zur Beratung eines Projekts betreffend die Eiitschädignng der Kaimncrdeputicrle» ist eine parla- mentarische Kommission gebildet worden. Zanardelli und Giolitti gaben in der Konnnission die Erklärniig ab, daß sie dein Projekte(das nicht von der Regiernng selbst ansgegangen) sympathisch gegeiiüberständeii; jedoch hielten sie die gegenwärtige Zeit nicht für gelegen, sondern empfehlen ans Gninden finaiizicllcr Natur die Hinmisschiebnug des Projekts. Die Kommission hat darauf eine Subkommissioi! ernannt, der es obliegt, die einschlägige ausländische Gesetzgebung, sowie die finanzielle Tragweite zu studieren und das Material der Äominiision zu unterbreiten.— England. Eine stürmische Boerendebatte entspann sich ani Donnerstag im Unterhaus im Anschluß an die Rede von H i ck s B e a ch üher die momentane Kriegslage und den Standpunkt der englischen Regierung. Lloyd George greift die Politik der Regierung in Südafrika an und bespricht die Gefahren, welche ihr entspringen. Hierauf bedauert Brodrick, welcher unter vielfachen Unterbrechungen von feiten der Iren spricht, den Ton der Reden von George und andern, welche geeignet seien, de» Krieg zu verlängern. Er teilt mit. daß Botha vor kurzem. von Lord Kitcheper die Er- lanbnis erhalten habe, an den Präsidenten Krüger Chiffre-Telegramme abzusenden. Als die Antwort eiygctroffen Ivar, sei unter dein 20. Juni eine von Bürger nnd Steijn unterzeichnete Mit- teilung ausgefertigt worden, welche den Passus enthalten habe,' Präsident Krüger habe erklärt, daß er und die B o c r e n- D e p u t a t i o» noch immer der f e st e n Z n v e r s i ch t s e i e n, d e r l a n g e 5k a m p f w e r d e i u befriedigender Weise beendet werden und daß nach den Opfern an Gut und Blut der Krieg fortgesetzt werden müsse; was ihn und die Boercndcputatioii betreffe, so seien alle Schritte gethmi worden nnd würden alle Schritte gethan werden, um für die Frauen und ikiiider sowie für die jkricgsgefangeiicii zu sorgen. Ferner sei, fährt Brodrick fort, in einer Versammlung, der auch Botha, De Wet, Delarey und andre Führer der Boeren beiwohnten, eine Reiolntioii gefaßt worden, in welcher erklärt wird, d a ß l e i n F r i e d e g c s ch I o s s e n o d e r a n g e n o ni ni e n w e r d e n s o I l e n in d e n P r e i S d e r Aufgabe der Unabhängigkeit der Boeren oder der I n t c r e ss e n der K a p h o l l ä ii d e r und daß der Krieg anfö lebhafteste fortgesetzt werden solle. ES seien, fährt Brodrick fort, in den letzten drei Monaten befriedigende Fortschritte in der Führung des Kriegs gemacht worden und die Regiernng werde sich der verbrecherischen Thorhcit nicht schuldig inachen, auf Geheiß der Opposition heute Bedingungen ziiziigestchcn, welche sie im vorigen Jahre nicht bewilligt hätte. Schließlich spottet Brodrick über das Schweigen Campbell Bannermaiis in dieser Debatte. Campbell B a n n e r m a n ergreift hierauf das Wort nnd erwidert, die dem gesunden Menschenverstand entsprechenden An- schauunge» von Lloyd George seien die der großen Mehrheit des Volks.' Die Regierung wende nach Ansicht der großen Mehrheit der Opposition verlchrte Mittel an. Der einzige Weg zu einer bc- friedigenden Bccndigung dieses Kriegs sei der, dein Feinde ver- söhnlich entgegenziikonunen. Redner fordert das Haus auf. gegen den Satz Einspruch zu erheben, daß England die Boeren ohne Gnade und Rücksicht niederschlagen müsse. Allerdings müsse der Krieg zu crfolgreickicm Ende gebracht werden; die Hcrbeifühnmg dieses Endes müsse aber durch vcrjöhnliche und freundliche Haltung bc- jchlcuiiigt werden. B a I f o n r bemerkt hierauf, Campbell Bannerman habe sich ja selbst als auf Seite der Boeren stehend bezeichnet, C a ni p b e l l Bannerin an erhebt Einspruch gegen die Bczeichnimg„Pro-Boer", worauf Balfour den Ausdruck zurücknimmt. B a l f o u r führt darauf weiter ans. manche Mitglieder des Hauses zeigten sich sehr«in die Frauen und Kinder der Boeren besorgt, thäten aber alles, was sie tönnteu, um den Krieg in die Länge zu ziehen und dadurch Leiden über die unschuldige Bevölkerung zu bringen. Die Boeren rühmten sich, daß sie in England eine große Partei zu ihren Gunsten hätten, welche schließlich die Geschicke des Reichs bcstiinmcn nnd den Boeren ihre Unabhängigkeit geben werde. Nach Schluß der Debatte wird die zweite Lesung der A n l e i h e b i l l mit 267 gegen 37 S t i m m e n a n g e n o ni m e n.— Amerika. Unruhen in Argentinien. Nach einer Depesche ans Buenos Aires fanden in der vorletzten Nacht bedeutende Kund- g e b u n g e n gegen den Präsidenten der Republik und den F i n a ii z m i n i st c r P e l l e g r i n i statt. Ihre W o h- ii u n g c ii wurden z e r st ö r t, auch mehrere Schüsse fielen. Pellegrini versuchte die zum größten Teile aus Stndeiitcii und junge» Leuten bestehende Menge zu beruhigen, wurde aber von einem Stell! wnrf am Kopf getroffen. Die Regierung niiter- breitete dem Kongreß den Beschluß der V e r h ä ii g u n g d e s B e- l a g e r n n g s z ii st a n d e s über Buenos Aires auf die Dauer v o ii 6 Monaten. Der Senat nahm diesen Beschluß bereits an, 'wr auch von der Kammer gebilligt werden wird. Nach der weiteren Meldung hat der Finanzminister Pellegrini seine Entlassung eingereicht. Der Boeren- Krieg. Sprengung eines englischen ZugeS. Eine Depesche Lord Kitchcners meldet auS Pretoria, daß gestern ein von Pietersburg kvmmcnder Zug fünf Meilen nördlich von N a b o o n s p r ii i t von Boeren in die Luft gesprengt worden ist. Ein Offizier, elf Soldaten, der Lokomotivführer, der Heizer, et» Schaffner und vier Eingeborene wurde» getötet. Dies ist der erste Fall dieser Art auf der nördlichen Linie. DaS ist wieder einmal eine arge Hiobspost. Aber wie gc- wöhnlich hat Lord Kitchcncr ein Pflaster bereit, das er ans die Wunde legen kann. Er meldet nämlich gleichzeitig aus Pretoria: Oberst G r e n f e l l hat am 1. Juli bei H o p e w e l I 33 Boeren gefangen genommen, 66 Wagen, 100 Gc- wehre und große Mengen Munition von dem Kommando Beyers erbeutet. Ein Boer wurde getötet. Die Engländer hatten leine Verluste. Nach dieser Meldung müßten sich die Boeren ganz gegen ihre Gewohnheit ohne jeden ernstlichen Widerstand ergeben haben, was nicht gerade sehr wahrscheinlich klingt, lieber LoniS Botha liegen zwei verschiedene Meldungen vor. Nach der einen soll er ans den Höhen von Spring sein Lager aufgeschlagen, nach der andren soll er seine Stellung unweit Carolina aufgegeben und sich nach WitSburg zurückgezogen haben. Die Zahl der mit ihm im Feld stehenden Boeren betragt noch immer 3000. Die Tages-Bcrlnstliste der Engländer vom 4. Juli umfaßt 3 Tote, 6 Verwundete und 10 an Krankheiten Verstorbene. Präfidtnt Krüger über den Krieg. In der neuesten Niimnier des„Boerenfrennd*, deS offiziellen Organs der Internationalen Boerenliga. teilt Freiherr v. Reilniitz Aeußerungeii des Präsidenten Krüger mit, die dieser bei einen dem Verfasser gewährten Interview über die Lage in Südafrika gemacht hat. Kryger ist danach der festen Zuversicht, daß der Krieg so lange mit unermüdlicher Zähigkeit von den Boeren geführt werden wird. bis entweder die eiiglische Armee aufgerieben oder die Langmut des englischen Parlaments im Bewilligen von Kriegsanleihen erschöpft ist. Krüger hat sich dem Interviewer gegenüber unier andrem dahin ausgelassen: „Unsre Gegner erlvarten, daß unsre Frauen unter dem Druck ihrer Leiden die Männer veranlassen, die Waffe» nicdcrzn- legen, aber auch hierin werden sie, wie in allen ihren Berechnungen, eiiie Enttäuschung erleben. Es ist eigentümlich, wie wenig die Engländer das innerste Wesen unsrcs Volks leiiiieu, es scheint, als ob ihnen bei der einseitigen Entwickeluiig ihres Geschäfts- sinnes die Fähigkeit zur Wertung idealer Kräfte verloren gegangen sei. Hieraiis erklären sich auch die großen Rechenfehler, welche sich bei ihren Uiiternehmiingcn gegen uns eingestellt haben. Die Kette der Eiittäiischiingeii begann, als Jameson allen Ernstes glaubte, mit seinen 1400 Mann Transvaal erobern zu können, und setzte sich fort durch das voNkominene Versagen der Schätzungen und Prophezeiungen, welche die englischen Heerführer und Staats- männer misstellteii bis zur Rückkehr des Generals Robert». -' In dieser Kette von Irrungen und Elittanschnngcn steht aber dem dauernd falsch nnterrichteten englischen Volke die größte und schwerste noch bevor. In dem Grade, wie sich die Leistnngs- fähigkeit der englischen Armee vermindert, ninimt die Kriegs- tüchtigkeit der nnscrn zu, unsre Verluste werden durch dauernden Zuzug gedeckt, Mimition und Proviant erbeuten wir über Bcdars. So kann der skrieg dauern, wenn eS sein muß, noch Jahre, bis eniwedcr' die englische. Armae oder aber, was wir hoffen wollen, das englische Parlament�versagt."; Die gefangenen Boeren ans St. Helena. Von der Insel St. Helena laufen Nachrichten ein, die darauf hindeuten, daß unter den Boeren, welche dort seit Monaten in Ge- fangcnschaft sind, Fluchtversuche vorbereitet werden. Vor einigen Wochen wurden in der Nähe von Banks Battery, eines der" besten Landungsplätze der Insel, große Quantitäten von Lebensmitteln' vergraben aufgefunden: 5?ouservc»fle>ich, Schinken, kondensierte Milch, große Behälter mit Trinlwasser usiv. Die englische Besatzung nimmt an, daß Kriegsgefangene von hier an» einen Fluchtversuch nnteriichmeii und die Lebensmittel mitführen wollten. Vor einiger Zeit schwamincn zlvei Boeren von Ruperts Bay ans nach einer russischen Barke, welche Kohlen auslud; als die Besatzung der Barke es ablehnte, sie anfzunchmen, kamen die Flüchtlinge zum Ufer znrückgeschlvoinineii. In der Nacht zum 13. Mai, so wird von Reuters Korrespondenten weiter berichtet, habe man allgemein unter dein Gefühl gestanden, daß etwas im Gange sei. Die britischen Besatziliigstrnppen hatten alle wichtigen Punkte, namciitlich Landungsplätze besetzt; man habe den Ausbruch einer Meuterei erwartet. Wahrscheinlich durch die vor- beugenden Maßnahmen der Engländer seien die Boeren davon ab- gehalten worden und es sei alles ruhig geblieben. Die gefangenen Boeren geben jetzt ein eignes Blatt:„De Kricgsgcvaiigene" heraus. Dasselbe war früher geschrieben und daher nur in wenigen Exemplaren erhältlich, jetzt erscheint es im Druck. Das Blatt, das ganz und gar von Boeren hergestellt wird, darf politische Artikel in seine Spalten nicht aufnehmen. Davkei-LlAchcvichken. Gegen die Verbreiter socialdeuiokratischer Flugblätter gehen im Rheinland die Polizei- und Anklagebehörde» mit einem Eifer vor, der einer besseren Sache würdig wäre. Ans die Anzeige eines Polizisten oder Geudarinen gicbt es zunächst ein polizeiliches Strafmandat. Da die Flngblattvcrteiler aber als erfahrene Partei- genossen die gesetzlichen Bcstiuimiingcii keimen il»d imiehalteii, so erfolgt vor dem Schöffengericht fast stets Freisprechung. In solchen Fällen, wie sie in der letzten Zeit in Aachen, Stolberg, Miil- heim a. Rh.. Köln usw. zu verzeichnen waren, greift der Staatsanwalt zu dem Mittel der Bernfuug, ohne allerdings vor der Strafkammer in der Regel Glück zu haben. Das Ergebnis der ganzen Aktion ist für die Gerichte Arbeit und für die Parteigenossen erhebliche De- lästignng. Dieser Tage wurde wieder vor der Kölner Strafkammer ein Genosse freigesprochen, nachdem ihn vorher das.Schöffengericht von der angeblichen Verbreitung von Druckschriften an öffentlichen Orten freigesprochen hatte. Poliirilrchcs, Gerichkliches usw. — Zu 30 M. Geldstrafe nnd zur Zahlung der Kosten ver- urteilte das Schöffengericht in Labia» am Mittwoch, den 3. Jnlj, die Gciwsscn Noske-Kynigsberg und Zink-Groß Nudlauken im Kreise Labia». Zink soll eine nicht angemeldete Bersamnilnng in seiner Wohnimg geduldet, RoSke in dieser Versammlung gesprochen haben. Gegen das Urteil wird Berufung eingelegt werden. GemevkPisMfkliches. Berlin«nd Umgegend. A» die Arbeiterschaft Berlins«nd der Vororte. Um nnsrer Lohnbewegung Nachdruck zu verleihen, haben wir bekanntlich die„ g r ü n e»' K o n t r o I l k a r t e n" eingeführt, welche wir an solche Kollegen ausgeben, die zu den neuen Bedingungen arbeiten und Mitglied der Organisation sind. An der Arbeiterschaft liegt es imii, niis ihre moralische Unterstützung weiter zu geben, dainit wir nicht wieder in solche elenden Verhältnisse zurückgeworfen werden, welche wir durch den Ausstand ziemlich beseitigt haben. Jeder organisierte Arbeiter mache eS sich zur Pflicht, nach der Kontrollkarte zu fragen, niii diejenigen Kollegen, welche nun durch die Aufhebung des Streiks zu dem Heer der Arbeitslosen zählen, wieder in feste Stellungen zu bringen. Die Stellen der Streikenden waren fast sämtlich von „Arbeitswilligen" besetzt, aber mittels der Kontrollkarte war es uns möglich, die Streikenden bis auf 33 uiitcrznbriiigcn. ' Um das lästige Fragen nach der Karte den Arbeitern zu ersparen, ersuchen wir die Kollegen, welche die Kontrollkarte besitzen, dieselbe an ciucm sichtbaren. Orte a n z n b r i n g e n. widrigenfalls die Arbeiterschaft annehmen muß, daß keine solche vorhanden ist. Nun ersuchen wir die Arbeiterschaft noch, mit der Kontrolle auch kein Geschäft zu verschonen, da selbst die scheinbar Ueberzengnugs- treiiestci! noch Streikbrecher beschäftigen. Auf der Karte muß die 27. Woche abgestempelt sein, wenn sie Gültigkeit baben soll. Die zahlreichen Zuschriften ans gewerkschaftlichen Kreisen be- weisen uns ein reges Interesse für unsere Bewegung. Falls die eiiizelucii Gewerkschaften nähere Aufklärung über unsere Bewegung wünschen, sind wir gern bereit, Referenten nach allen gewcrkschaft« lichen Versainmluiigen zu entsenden. Anfragen dieserhalb sind an das Bureau, Rosenthalerstr. 57, zu richten. Zu der Bemerkung, welche der„Vorwärts" gestern an den Bericht über die Aufhebung nnsers Streiks knüpfte, erlauben wir uns, folgendes zu erklären: Daß wir den„Vorwärts" von der betreffenden Abstimmnng nicht in Kenntnis gesetzt haben, war keine absichiliche Nichtbeachtung des Organs der Berliner Arbeiter, sondern lediglich eine Versäumnis deS Kollegen, der diese Angelegenheit zu erledigen hatte. Wir be- dauern dieses Versehen nnd hoffen, daß uns die Berliner Arbeiter- schaft die lliiterstützimg. welche sie uns bisher gewährt hat, auch ferner zu teil werden läßt. Die L o h n k o in in i s s i o n. I. A.: K. Lubert. Von den B a r b i e r g e h i l f e n in C h a r l o t t e n b u r g, Rixdorf, Weißen see sind uns gleichfalls Aufrufe an die Arbeiterschaft zugegangen, die sich inhaltlich mit dein vorstehenden Aufruf der Berliner Lohiikominissioii decken, nnd deren Abdruck sich deshalb erübrigt. Es ist wohl selbstverständlich, daß die Arbeiter in de» Vororten auch für ihre Orte das beherzigen, was in dem vor- stehenden Aufruf gesagt ist.(Red. d.„Borw."). Deutsches Reich. Der Bäckerstreik i» Breslau ist beendet. Wie die„Volk?- wacht" berichtet, fand am Mittwoch eine gemeinschaftliche Sitzung des JniiungSvorstandcs mit dem nengewählten GesellcnauSschuß statt, in welcher nach vierstündiger Verhaudlung eine Einigimg erzielt wurde. welche einen unbestrittciieii Erfolg der streitenden Bäckerei- Arbeiter bedeutet. Die geforderten Lohnstufcn: 14 M.. 12 Mi. und 10 M. wurden von der Jiinnng anerkannt, doch erklärten sich die Gesellen mit einer vierten Lohnstnfe für ganz junge, wenig leistungsfähige Gesellen einverstanden. Die Beseitigung von Kost und Logis beim Meister für verheiratete oder überhaupt ältere Gesellen wurde von den Meistern ebenfalls ziigestandeii, ebenso Juiiehaltmig des Maximalarbeitstages und Schaffung vorschriftsmäßiger Schlaf- räume. Auch über die drei freien Nächte im Jahr fand eine de» Wünschen der Gesellen entsprechende Verständigniig statt. Die Forderung der Anerkennung der Gesellenorganisation konnte von den Meistern in der gestellten Form nickt erfüllt werden, da der Jnniiiig die Machtbefugnis fehlt, alle Bäckermeister zur Aiierkenimng der Organisation zu veranlassen. Doch hat die Innung gegen die Organisation der Arbeiter nichts einziUvenden. Unter diesen Um- ständen mußte die Jnmmq auch ablehnen, die Beschwerden der Meister über Geselle» der OrtSvcrtvaltung des Verbands der Gesellen mitzuteilen. Ein Bericht, der uns soeben aus Breslau zugeht, sagt: Eine Bäckergesellen- Versammlung hob am DonnerStagnach- mittag den Streik auf. da alles Wesentliche erledigt ist. Der rasche Sieg ist sowohl der Geschlossenheit der Streikenden, wie der thalkräfligcn Unterstützung des konsumierenden Arbeiter- Publikums zu danken. Die streikenden Weber in Cuncwalde haben, wie unsrc Leser bereits wissen, unter Vermittclung des Schriftstellers, Ritterguts- besitzers von Polenz, eine Vereinbarung mit der Firma Karl Ka'lauch getroffen und bei dieser Firma die Arbeit wieder aufgenommen. Zu den Einigungsbedingungen. deren Hmiptpuiiltc wir ebenfalls mitgeteilt haben, bemcrst die neueste Nummer des„Textilarbeiter": «Nicht viel ist für die Arbeiter gerettet worden � Sieger ist Herr Kalauch geblieben. aber sein Sieg über die Arbeiter ist kein voll- ständiger. Ja. betrachtet man den Kamps nur in seiner jüngsten Phase, kann man sogar von einem vollen Siege der Arbeiter reden, denn schon vor circa drei Monaten erboten sie sich, die Arbeit unter den jetzt angenommenen Bedingungen anzunehmen. Die Unter- nehmcr, mit Einschluß des Herrn K,, gingen aber damals nicht darauf ein. Daß einer von ihnen jetzt dieselben Bedingungen anbot, ist einem sachlichen Siege der Arbeiter gleich zu erachten, Doch auch finanziell ist das Ergebnis der Unterhandlungen für die beteiligten Arbeiter nicht bedeutungslos. Die ursprüngliche Lohnreduktion mußte auf verschiedene Warengattungen von 10 auf 5 Proz. herabgesetzt worden. Durch die Normierung des Stück- maßcs und Bezahlung des Uebermaßcs kann der Weber etwa in zwei von zehn Fällen air Lohn für 2—4 Meter gewinnen, Ivas einer Lohnerhöhung von 1—2 Proz, gleich zu erachten ist, so daß die wirtliche Reduktion nur 3-4 Proz, beträgt. Viel gewichtiger als die Rettung von 1—2 Prozcntchen ist aber, daß der nun vereinbarte Lobnsatz auf die Dauer eines Halbjahrs festgelegt ist und das Stücklängenmaß zum Schaden des Webers nicht verlängert werden kann. Für de» Ausgang des Gesamtkampfs in Cnnewalde dürfte diese Wendung entscheidend werden. Gegen die andern drei Unter- nehiner wird der Kampf nun leichter zu führe» sein, ivcil die Kosten sich nicht unerheblich verringern: sie iverden auch um so eher nach- geben müssen, je mehr Herr K. ihnen durch intensivste Ausnützung seiner Betricbskrüfte die Kundschaft abzunehmen in die angenehme Lage kommen wird. Müssen infolgedessen auch sie siib dann bald ergeben, dann Ivird, weil dies selbstverständlich nur auf Grundlage des niit K. geschlossenen Vertrags geschehen könnte, für alle Weber nud Weberinnen CuncwaldeS ein NormalarbcitSvertrag zur Geltung gebracht ivorden sein. Auch dieser Erfolg wäre nicht hoch genug zu veranschlagen. Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands, thut angesichts des nahen Endes dieses langwierigen, eigenartigen Kantpfs weiter Eure Schuldigkeit für die Baucrnwcber des Cunewalder Thals! Erst bei einem der vier in Frage kommenden ländlichen Parvenüs ist der landheimische Trotz gebrochen, bei drei andren der Herren soll das erst geschehen. Je schneller und je mehr von Eurer Seite zu diesem Ziveck geopfert wird, um so eher wird dies Ziel erreicht, um so eher wird das Produkt schier unbeugsamen Bauerntrotzes beseitigt Werden." Zum Ausstand der Nordljänser Tabakarbciter berichtet die Kommission der Ausgesperrten: Auch die Firma A t h e n st ä d t u. Bachrodt hat nunmehr den Schiedsspruch des Einigungsamts anerkannt und damit zugleich den Revers zurückgezogen. Im Frieden mit den Arbeitern befinden sich nunmehr die Firmen: Grimm u. T r i e p e I, H e n d e ß u. Schumann, Walter n. S e v i Ii, A t h e n st ä d t u. B a ch r o d t. Die Erzeugnisse dieser vier Firmen sind somit boykottfrci, während die Produkte der übrigen neun Nordhäuser Firmen nach wie vor zurückzuweisen sind. So kapituliert ein Fabrikant nach dem andern, hoffentlich können die Tabakarbeitcr bald einen vollen Sieg melden. Der Streik der Töpfer in Wittenberge ist zu Gunsten der Ausständigen beendet. Die Unternehmer haben den Tarif unter- schrieben. Das Kost- und Logiswescn beim Meister ist abgeschafft und der Stundenlohn um 3 Pf. erhöht. Die AnSspcrrung der Zimmerer von Wiesbaden und Um- gegend ist aufgehoben. Die von den Zimmermcistern ausgegebene Geschäfts- und Arbeitsordnung ist zurückgezogen und wird nun eine von den Zimmerern anerkannte Geschäftsordnung zum Unter- zeichnen vorgelegt. Die eingereichte Lohnforderung ist vorläufig zurückgezogen und die Arbeit am Mittwochmorgeii wieder aufgenommen. Wegen Maßregelung eines Kollegen haben in der G i e ß e r e i von H c r r i ch u. C o. in Merseburg 14 Former und Gießerei- Arbeiter die Arbeit niedergelegt. Tie gerichtlichen Vernrteilnngcn aus Anlaß des verfloffenen Streiks der Harburger Gummi-Arbeiter dauern fort. Neuerdings sind ivicder zwei Arbeiterinnen, welche als Streik- Posten in der Nähe der Fabrik standen, mit je 3 M. bestraft worden, weil sie durch ihr Postenstehcn angeblich den Verkehr gestört haben sollen. Das Streikposten-Stchen ist ja an sich nicht verboten, aber an Handhaben zur Bestrafung desselben fehlt eS trotzdem nicht. Christliche Unternehmer gegen christliche Arbeiter. Wie in andren Städten des Rheinlands, so hat sich auch kürzlich im heiligen Köln eine ch r i st l i ch e Gewerkschaft der Maler gegründet, Wenn die Mitglieder aber geglaubt haben, sie würden,«auf christlicher Grundlage" organisiert, den Arbeitgebern weniger unangenehm er- scheinen als die Mitglieder der«Vereinigung der Maler", der modernen Arbeiterorganisation, so haben sie sich geirrt. Der In- haber des k a t h o l i s cki e n S t. Josephs-Jnstituts für kirchliche Kunst in Köln hat nänilich bereits zwei Mitglieder des neuen christlichen Verbands wegen ihrer gewerkschaftlichen Thätig- kcit gemaßregclt. Vom Schutz der Arbeitswilligen. Mit ganz besonderem Eifer ging ein Staatsanwalt in L i e g u i y vor. Er beantragte 14 Tage Gefängnis gegen einen Angeklagten, der sich dadurch gegen den K 163 der Gewcrbe-Ordnnng vergangen haben sollte, daß er zu einem Arbeiter, der eine von den übrigen Arbeitern des Betriebs zurückgewiesene Arbeitsordnnng unterzeichnet hatte, sagte:«Na, da haben sie(die Unternehmer) wieder einen Dummen gefunden, die Arbeitsordnung ist falsch," DaS Gericht stellte sich allerdings nicht ans den Standpunkt des Staatsanwalts. Es sprach den Angeklagten frei, weil seine Aeußerung nichts andres sei als eine Kritik der Arbeits- ordnung. Aber warum, so fragen wir, wurde dann der Mann überhaupt augeklagt? Die Scheibcntöpfer in Coswig haben im Wege der Ber- Handlungen einen einheitlichen Lohntarif zu stände gebracht. Der- selbe ist seit den: 1, Juli in Kraft und bedeutet einen nicht un- wesentlichen Worteil für die Arbeiter, von denen 200 hierbei in Betracht kommen. Der Tarif gilt bis 1. Oktober 1902. Die Drechsler Rostocks sind in eine Lohnbewegung getreten; sie haben von ihren Arbeitgebern die zehnstündige Arbeitszeit und 30 Pf. Minimallohn pro Stunde gefordert. Bisher erhielten die Drechsler bei lO'/eftüudigcr Arbeitszeit 16 M. Wochenlohn. AuSlaud. Im Streik der Vndapcster DamcukonfcktioiiS-Arbeiter ist eine Wendung eingetreten. Am Dienstag verhandelten Delegierte der Arbeitgeber uiid Arbeitnehmer unter Vorsitz eines Beamten der Gewcrbebehvrde. Man einigte sich auf folgende Punkte, die aber noch der Beschlußfassung der Versammlungen beider Teile de- dürfen:____ Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Verl 1, Die Arbeitszeit wird auf lOVe Stunden festgesetzt. 2. In eine Erhöhung der Stücklöhne können die Meister momentan nicht einwilligen, sind jedoch zu diesbezüglichen Verhandlungen bereit, nach- dem sie sich hierüber vereinbart haben werden, 3, Den Büglern und „Maschinisten" werden die geforderten Wochenlöhne von 30 bis 36 Kronen bewilligt, 4, Die Ilcberstunden der Bügler und „Maschinisten" werden in Zukunft mit 80. jene der Hilfsarbeiter mit 60 Heller entlohnt, 6. Der Lohntarif wird in die Werkstätten- Ordnungen aufgenommen, die, von den Bezirksvorstehungen unter- fertigt, in den Werkstätten ausgehängt werden. 6. Einhaltung der vollen Sonntagsruhe, 7, Wegen Teilnahme an dem Streik darf innerhalb vierzehn Tagen nach Aufnahme der Arbeit kein Arbeiter entlassen werden, Von cinein Bäckerstrcik meldet das Tclegraphenbureau „Herold": In Tours sind die Bäckergeselle» in den Ausstand ge- tretc», Sie verlangen Lohnerhöhung, Die Militärbäckcrcien geben an die Bevöllerung Brot zum Selbstkostenpreise ab. Ucbcr den Streik am Simplon wird aus Zürich gemeldet: Ans der Nordscitc des Tunnels ist am Donnerstag ein Uebercin- kommen zwischen den Streikenden und den Unternehmern getroffen und der Streik infolgedessen beigelegt Zehn„Agitatoren", so de- sagt die Meldung, sind polizeilich' abgeschoben worden. Auf der Südseite des Tunnels ruht die Arbeil noch völlig, Aus der Fvaurttbcwcgttng. Fraiienagitation. Die Genossin Ziey aus Hamburg hat außer dem Woitrag in Schöneberg, über den wir neulich, berichteten, ini Laufe der Woche in zwei weiteren Vororten Berlins Vorträge gehalten. Am Mittwoch sprach sie im Prälaten zu Weiße nsee über das Thema: Mehr Schutz gegen Schlotbarone und Junkertum! In wirkungsvollen Ausführungen belenchlcte sie treffend die Mangelhaftigkeit unsrer Arbcilerschutz-Gcsctzgebnng. indem sie besonders eingehend die Verhältnisse der Frauen als Arbeiterinnen behandelte. Für sie forderte sie wegen der Eigenart ihres Organismus und seiner Funktionen außerordentlicheii Schutz. Es wäre ganz richtig, wenn Frauen wegen Vergehen gegen keimendes Leben streng bestraft würden: aber ein großes Unrecht sei es. daßdiemüdcrischeVernichtnng der Lebenskeime im Mutterleibe durch die Ausbcutungsmethoden der Unter- nehmer nicht mit Strafe bedroht sei. Die anwesenden Arbeiterinnen stimmten diesen Worten lebhaft zu. Die Rednerin würdigte dann die brotwucherischen Pläne der Großagrarier. Als besten Schutz empfahl sie voll Wärme den Zusainmenschlnß alles dessen, was vom Ertrage der Arbeit seiner Hände und seines Kopfes lebt. jLebhafter Beifall,) Die Diskussion hielt sich im Nahmen des Vortrags, Unter andcrm wurde hervorgehoben, daß sich die Inhaber der Weißcnsecr Geflügel-Schlächtercien vielfach gegen die Arbeiterschutz-Bestimmungen vergehen, Am Donnerstag hatten sich in C h a r I o t t e n b n r g bei W ernicke hauptsächlich Arbeiterinnen und Arbeiter der Wäschcbranche ver- sammelt. vor denen Genossin Z i e tz über die Macht der Organisation sprach. Im Banne ihrer feurigen Beredsamkeit lauschten die Anwesenden, namentlich die Frauen und Mädchen, andächtig den Darlegungen der Rcfcrentin und spendeten ihr großen Beifall.— Als erster Diskussionsredner nahm Plättercibe sitzer Lösche vonr„Verein der Wasch- und Plätterei- An st alts- Inhaber" das Wort, Er rühmte von sich und seinen Vereins- genossen, daß sie für die Organisation der Plnttcrinncn gewirkt und den Plätterinnen und Wäscherinnen die Lohn- erhöhnng gleichsam präsentiert hätten. Pflicht der Ar- beitcriiinen-Organisation wäre es seiner Meinung nach gc- wcsen, nun gegen die Dampfwäschereieu vorzugehen, wo die Löhne viel geringer seien. Das wäre unterblieben. Die Konseguenz sei, daß seine Freunde und er, die sie ehrlich bei der Preiserhöhung nach einer Verbesserung ihrer eignen Lage und der Lage ihrer Arbeiterinnen gestrebt hätten, durch die Konkurrenz der billiger arbeitenden Großbetriebe die Kundschaft verlören, Redner ist von seiner Organisation beauftragt, zu erklären: Entweder sorgt die Arbeiterin neu- Organisation dafür, und zwar binnen kurzer Zeit, daß in den Dampfwäschereieu und in Köpenick die Löhne auf die vorm Ge Werbegericht vereinbarte Höhe ge- bracht würden, oder der Verein der Wasch- und Plättanstaltsinhaber sehe sich gezwungen, die Löhne und seine Preise wieder herabzusetzen. (Vielfache Entrüstungsrufe.) Frau L e p i o r s trat dem Vor- redncr entschieden entgegen. Sie wies vor allein darauf hin, daß sich die Organisation der Arbeiterinnen zuerst geregt habe und daß nur die Angst vor den paar Frauen die Freunde des Vorredners auf den Plan gebracht habe. Man habe eben mit den Frauen rechnen müssen; von einem großmütigen Ge- schenk tönne absolut nicht die Rede sein. Noch verschiedene Redner und Rednerinnen, darunter auch die Refcrentin, übten scharfe Kritik an den Ausführungen deS Herrn Lösche. ES wurde festgestellt, daß Anhänger des durch Lösche repräsentierten Vereins die Organisierung ihrer Arbeiterinnen eher hintertrieben als gefördert hätten.— Die Debatte zog sich bis nach Mitternacht hin. Socinles- Preußische Schulzilstäiidc. In dem Kreise Gostyn im Rc- gierungsbezirk Posen(meist polnische Bevölkerung) entfallen nach einer Mitteilung der„P, N N," auf einen Lehrer durchschnittlich 180 Schulkinder, In der Gemeinde Brodzowo hat der Lehrer sogar Äll Kinder zu unterrichten. Die professionsmäßigeii Germani- saloren sollten doch gerade im Interesse der Gcrmanffation, für die ja unter der Marke der Ansiedelungskommission Hunderte von Millionen ausgegeben werden, dafür sorgen, daß auch für den Schulunterricht etliche Zehntausende übrig bleiben. Das wäre jeden- falls das lvirksamste Gcrmanisicrungsmittel. Zur Backstnbeii-Vcrordnung. Wir haben vor einigen Tagen berichtet, daß die«Kommission der vereinigten Hausbesitzer- und Bäckermeister- Verbände" eine Protcsteingabe gegen die Backstnben- Verordnung an die Staatsniinisterien aller deutschen Bundesstaaten, an den Reichskanzler wie an den Bundesrat abzusenden be- schloffen hak, Darin heißt es:«In Berlin sind allein bei etwa 1700 Bäckerei- Inhabern 90 P r o z. a I l e r B a ck st üben von solcherBeschaffenheit, daß sie nach lOJahren für Bäckereibetriebe geschloffen werden müßten"— zehn Jahre ist nämlich den Herren Bäckermeistern Zeit gelassen. Gegenüber der Unverschämtheit der Hausbesitzer und Bäckermeister, die' für die Aufrechterhaltung unleidlicher Zustände, für ihre Ver- ewigung eintreten, bringen wir in folgendem einige Angaben über die Einrichtungen der Bäckerei deS Breslauer Koniumvereins, die wir einem längeren Artikel der bürgerlichen.Breslauer Morgen- Zeitung" entnehmen(Nr. 33. 20. Januar 1901). Vorweg bemerken wir, daß die Bäckerei zur Zeit 62 Bäcker beschäftigt. Gegenwärtig besteht die achlstündige Arbcitsschicht, und zwar arbeiten die Bäcker im Sommer wöchentlich nur 48 Stunden. In der übrigen Jahreszeit tritt im wöchentlichen Durchschnitt eine Erhöhung bis zu 61 Stunden ein. In den Wochen mit Feier- tagen ist die Arbeitszeit entsprechend kürzer. Die schwere Arbeit deS Mchlmischens besorgen jetzt automatische Maschinen, die von hierzu besonders angestellten Bäckergesellen bedient werden, so daß jeder Bäcker vor Antrit seiner achtstündigen Arbeit nur verpflichtet ist, sich in der Garderobe umzuziehen und Hände und Arme gründlich zu waschen. DaS Einschaufeln des gemischten MehlcS in die Zuführungsbehälter der Sieb- und Knet- Maschinen, das ebenfalls viel Mchlstaub verursachte, besorgen die Mchlmischmaschincn. Ebenso gehört das AuSstäuben und Ordnen der leeren Säcke, täglich ca. 300, nicht mehr zu den Obliegenheiten der Bäcker. Ferner ist eine erhebliche Verminderung der Mchlstaub- entwicklung auch im Arbcitssaale geschaffen worden, und zwar durch n Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck ur Anbringung eines zweckmäßigen Verschlusses der Knetmaschinen, die nicht mehr, wie in früheren Jahren, während ihrer Füllung und des Knetens offen stehen.— Die anstrengendste Arbeit der Bäcker war früher das Entleeren der Tciggährbehälter, Diese Arbeit ivird jetzt leicht und schnell mittels Dampf-Hebekrähnen ausgeführt. Nachdem die vorbezeichnetcn schweren Arbeiten und der Mchlstaub durch maschinelle Einrichtungen und bauliche Aenderungen be- seitigt waren, bestand eine weitere Gefahr für die Gesundheit der Bäcker nur noch in der Entfernung der Klosetanlage, Um diese Anlage zu erreichen, mußten die sehr leicht angekleideten Leute über den Hof gehen, wobei(namentlich im Winter) dieselben stets der größten Gefahr der Erkältung ausgesetzt waren. Die heutige derarlige Anlage, welche auf daS komfortabelste eingerichtet ist, hat ihren Zugang vom Treppenhause aus und ist heizbar... .., Heule ist eine sehr geräumige Garderobe vorhanden, die ii, a, nnt großen Tischen und Bänken soivie niit Vorrichtungen für übersichtliche Ausbewahrung der Bäckerkleidung ausgestattet ist. Die Wasch- und Bade- Einrichtungen, welche durch eine Well- blechwand von einander getrennt und in größerem Stile an- gelegt sind, gestatten einer größeren Anzahl von Personen die Benutzung gleichzciug und halten stets Wasser in jeder Temperatur, Handtücher k. bereit, so daß auch das früher übliche Warten aus- geschlossen ist. Zur Anwärmung von Speisen und Getränken bietet ein eiserner von Danips durchströmtcr Tisch jederzeit Gelegenheit. Die Arbeitskleidung und Handtücher liefert der Verein, wähend die Bäcker nur für Waschen der Kleidung zu sorgen haben. Zur Auf- rechtcrhaltung der Sauberkeit bestehen besondere Vorschriften. Die durchschnittliche Anzahl der Krankheitsfälle hat gegen früher erheb- lich abgenommen je. Achnliches ist auch in andren Städten von Arbeiter-Konsum- genosseuschafien geschaffen worden, wir erinnern nur an Leipzig- Plagwiy, Es ist kaum denkbar, daß nach der Errichtung solcher Musterbetriebe die Behörden dem unverschämten Verlangen der„ver- einigten Hausbesitzer und Bäckermeister" nachgeben könnten. Auf der andern Seite wäre es wünschenswert, daß auch bei uns in Berlin das Koniumgenosscnschaftswesen sich so kräftig entwickelte, daß es recht bald recht viele der 90 Proz, Bäckcreibcsitzcr mit ungenügenden Backstuben der Arbeit in denselben enthöbe. Wohnungswesen. Der Stuttgarter Gemeinderat beschloß, wie die„Volks- Zeitung" meldet, die Errichtung eines städlijchcn Wohnungsamts nud die Bildung einer Abteilung des Gcmeinderats für Wohnungswesen._ Uehke und DepefiLzen« Feuer in der Kaserne deS Telegraphen- BaiaillonS in der Köpenickerstraßc, Ecke Zeughosstraßc, alarmierte Freitagabend 10 Uhr die gesamte zweite Lösch-Compagnie. Der Brand war aus noch nicht criniltcltcr Ursache in dem Belleidungsdepot. in welchem auch die gesamte Kriegsausrüstnug der Garde-Pionicre lagert, aus- gekommen. Er wurde glücklicherweise noch so rechtzeitig bemerkt, daß seine Ablöschuug noch durch Soldaten erfolgen konnte und ein Eingreifen der Wehr sich erübrigte. Der verursachte Schaden ist daher auch unwesentlich._ Fortsetzung der Marincdebattc im Unterhaus. London, 6, Juli.(83. T.©.) Bei der fortgesetzten Verhandlung über das Marinebudget erklärt der Parlamentssekrctär der Admiralität, Arnold Forster, die Admiralität beabsichtige hin- sichtlich der Angriffs- und Verteidigungskraft der Schlachtschiffe einen Schritt vorwärts zu thun. Es würden drei neue Schiffe gebaut werden mit einem Gehalt von 16 600 Tonnen nud eine Geschwindig- keit von 18Vz Knoten; diese Schiffe würden mit einer verbesserten Panzerung versehen werden und würden— so weit der Admiralität bekannt sei— jede» Vergleich aushalten können mit jedem Schiffe, das von irgend eine europäischen Macht gebaut werde, Sie würden die Namen„King Edward".«Dominion" und«Commonwealth" führen. Ferner beabsichtigt die Admiralität den Bau von 6 gepanzerten Kreuzern von der.Mvumouth"- Klasse mit einem Gehalt von 9800 Tonnen und einer Fahrgeschwindigkeit von 23 Knoten. aber mit stärkerer Armierung. Diese Kreuzer würden nach Ansicht der Admiralität jedem feindlichen Kreuzer die Spitze bieten können. Die neuen Torpedobootszerstörer würden von stärkerer Bauart sein, als der jetzige Typ. Arnold Forster erklärt weiter, eine große Anzahl von Schiffen fei bereits mit Apparaten fiir drahtlose Telegraphie ausgerüstet und alle neuen Schiffe sowie alle zur Ausbesserung kommenden Schritte würden mit solchen App"aten versehen. Hinsichtlich der Kesselfrage sei die Admiralität entschlossen, alles zu thun, um den besten Kesseltyp zu erlangen.— Parlaments-Untersekrctär des Aeußern Cramborne er- widert auf eine Anfrage, soweit der Regierung bekannt sei. habe die chinesische Regierung nicht den Wunsch ausgesprochen, den Opium- zoll zu erhöhen_ Die englischen Verluste im Junk. London, 8, Juli.(W- T. B.) Nach der amtlichen Verlustliste fielen in Südafrika im Monat Juni 16 Offiziere, 162 Mann, verwundet wurden, ausschließlich der verwundeten Gefangenen, 42 Offiziere. 444 Mann, ihren Wunden erlegen sind 6 Offiziere und 60 Mann, vermißt und gefangen 3 Offiziere und 76 Mann, Thor», 8, Juli.(Privatdepefche des„Vorwärts".) Die im Mai vor dem Ober- Kriegsgericht gegen den Sergeanten Abromeit wegen Achtungsvcrletzung, Gehorsamsverweigerung, Be- leidigung gegen Vorgesetzte stattgefundene Verhandlung, die dazu führte, die Strafe von vier Monaten Gefängnis auf sechs Wochen Mittelarrest herabzusetzen, weil der Gerichtshof die Ucberzeugung erlangte, daß Adromcit vorschriftswidrig behandelt sei, fand in der letzten Sitzung des Kriegsgerichts ein Nachspiel. Hauptmann Huber und Lieutenant Prcy halten sich wegen vorschriftswidriger Behandlung und Beleidigung von Untergebenen zu verantworten. Die Beleidigung bestand iii'decJAu- Wendung grober Schimpfworte. Auf Grund des 8 121, der FreihcitS- strafen bis zu zwei Jahren androht, wurden Hauptmann Hubcr zu einer Woche und Lieutenant Prcy zu zwei Tagen Stuben- arrest verurteilt. Beuthcu(Obcrschles,). 6. Juli. �(B. H.) Die hiesige Straf- kammer verurteilte den Mädchenhäudler Mcyerowicz wegen ver- suchter schwerer Kuppelei zu drei Jahren Zuchthaus, Ehrverlust und Stellung unter Polizeiaufsicht. Dünkircheu, 6. Juli.(B. H.) Zwei Matrosen, welche sich im unteren Räume eines Dampfes befanden, haben durch ausströmendes GaS den Tod erlitten. Prag, 6. Juli.(B. H,) HilSncr, der wegen des Polnacr Mordes zum Tode verurteilt und zu lebenslänglichem Zuchthaus begnadigt worden war, verüble im Ziichthaus Pankraz einen Selb st Mordversuch durch Erhängen, wurde jedoch vom Gefaiigenenwärter rechtzeitig gerettet. PariS, 5. Juli.(B. B) Wie aus Vourgcs gemeldet wird. stieß daselbst ein niit Offizieren und einem Soldaten besetzter Wage» mit der elektrische» Bahn zusaiuinen. Drei Hauplleute und der Soldat wurden verwundet. Paris, 6. Juli. Verlag von Max Vading in Berlin. Hierzu S Beilagen. IIM55. 18. Mw. 1. Killlgt Uokctlvs. Die Schnlhöfe als Spielplätze freigegeben.! Unter dieser Spipinnrle ist von den bürgerlichen Blättern die Nachricht verbreitet worden, dast denjenigen Gcnicindcschulkindcrn, die während der Ferien in Berlin bleiben, die Schulhvfe geöffnet werden sollen, damit sie sich dort unter Aufsicht und Leitung von Lehrern und Lehrerinnen nach Herzenslust im Tpicl tuinuiel» könne». Diese Mitteilung bedarf einer Einschränkung. Es ist keineswegs in sämtlichen Ge- nieindeschnlcn die Aufforderung an die Kinder gerichtet worden, die Schulhvfe in den Ferien zum Spiele» zn bcnlltzen. Es scheinen also nicht„die Schnlhöfe" freigegeben zn sein, das heißt nicht sämtliche, sondern nur eine gewisse Anzahl von ihnen. Wie viele das sind, entzieht sich unsrer Kenntnis. Vielleicht sind es nicht viel mehr als im vorigen Jahre, Ivo jener„Versuch" geinacht wurde, der angeblich so schleckt ausfiel. Was den Wunsch betrifft, daß mit den Kindern in den Ferien auch S p a z i e r g ä n g e nach den Parkanlagen und Ausflüge in die Umgegend gc- macht werden, so haben sich hier der Magistrat und die Schul- dcputation nicht einmal bis zn einem„Versuch" aufzuschivingen vcr- «locht. Für so ctlvns hat ja die Stadt Berlin kein Geld I Zur Milchfragc. Von milchhändlekischer Seite geht uns zu dem Artikel„Eine entscheidende Wendung in der Milchversorgung Berlins", welcher von einer Anzahl hiesiger Tageszeitungen gebracht wurde, folgende Notiz zn, der wir ebenfalls' die Spalten' unsrer Zeitung hiermit öffnen wollen. Trotz der vielen ivohlgemeinten Raischläge und Mahnrufe, welche von berufener Seite an die Führer der Beivegnug i» dem letzten halben Jahre ergangen, sind die Märkischen Landwirte nicht gewillt, die V.ollmilch unter lÖVe Pf, franko Berlin an Wilder- Verkäufer zu verpachten, so daß den, Berliner" Mischhändler bei gleichzeitiger Stellmig eines Kühlers und d«. TranSportgesäße chas Liter Vollmilch frei Bahnhof Berlin rund 15 Pf. kosten würde. Vis zum Sommer vor. Js. Ivurde für Vollmilch frei Berlin pro Liter 11— IIVs Pf. gezahlt, so daß nach Abzug der Frachtspesc», welch« sich, je tinch der Entfernung von der Prodilktionsstätte, höher oder niedriger, im Durchschnitt auf 1— Il/z Pf. stellen, dem Land- Wirt ein Nctto-Erlös vo» 10— IlW» Pf. vorblieb, glso eine um 2 Pf. böhcre Verwertung, als wenn er seine Milch zu Butter und Käse hätte verarbeiten niüssen. Ausdrücklich hervorgehoben sei, daß im Deutschen Reich täglich circa hundert Millionen Liter Milch erzeugt werden, von denen nur etwa 1/ö direkt als Milch und*/& ans Butler»md Käse verarbeitet in den Handel gelangen. Die Verarbeitung der Milch durch Sannnel-Mvlkercie» zn letzteren Erzengnissen, worauf der weitaus größte Teil der Deutschen Landwirtschaft angewiesen ist, crgiebl aber nur eine Nettoverivertnng von 8— 6l/e Pf. pro Liter und zeigt uns dies Resultat, wie nutzbringend gerade der direkte Verkauf von Milch als solche ist. Als Regel kann jedenfalls gelten, daß. je näher die ProduktionSstätte bei Verlin liegt, desto vorteil- haftcr die Verwertung bei direktem Verkauf ist. Es ist nachgewiesen, daß die Milcherzeugung z» einer Quelle des Wohl- staudes für die Deutsche Landwirtschaft geworden ist und hätten gerade diejenigen, welche in der glücklichen Lage sind, durch Liefe- rungen nach den Großstädte» Vorzugspreise zu erzielen, am wenigste» Ursache zum Klagen. Trotzden, diese Thatsachcn das Gegenteil beweisen, kamen im Laufe des vorige» Sommers einige Landlvirte dahinter, daß der bisherige Erlös für die Milch viel zu niedrig sei. und schon.seit langem nicht einmal die PrödNkt.ioiiskosten decke, die letzteren sich vielmehr auf ISl/e Pf. pro Liter.bei einer rationell betriebene» Landivirtschaft stellen. Lhne ans die begründetet, Vorstellungen, bon Leuten zu hören. die Berlin und seine Hausfrauen als gute Rechiierinncn kennen, da bei einem Eiukaufspreis von 15 Pf. uotgedruugcii auch der Ver- lkausspreiS drmeutsprechcud erhöht werden muß. wurde, wie Ciugaugs erwähnt, seitens der Landwirts beschlossen, für jedes nach Berlin gelieferten Liter Milch vom 1. Oktober 1001 ab 13V, Pfg, zu verlauge». Da dies jedoch ein Einkaufspreis ist, welcher jede» Händler bei einem Verkaufspreise von 20 Psg. zn Grunde richten ,»»ß, so blieb denselben nichts anderes übrig, sich gleichfalls zn- sänimenzuschließcn, indem sie sich verpflichteten. für den Liter Voll- milch frei Bahnhof Berlin inkl. aller Kosten nicht mehr lvic 12 Pfg. zu zahlen. Wie die Berliner Milchhändler auch schon durch die Thai bewiese» haben, sind sie bereit, de» Landwirte» eine den Zeitvcrhältinffen entsprechende Preiserhöhung zn gewähren, keineswegs sind sie aber willens. einS der wichtigsten Nahrungsmittel, welches jede», kleinen Erdenbürger bei seinem Eintritt in die Welt zuerst gereicht wird, durch imberechtigte und maßlose Preistreibereien einer Anzahl Land- Wirte willkürlich verthenern z» lassen. I» der Zuschrift wird des weiteren auseinandergesetzt, wie die Milchverteuerung eine Ei»- sckränkung des Konsums zur Folge haben müsse und wie von einer. Verbilliguug der Butler nicht die Rede sein könne. Die Milch- Händler hoffe», daß die Berliner Bevölkerung den Bcstrebnngeii ans Verleummg der Milch entgegentreten werde. Neglenient, Begeisterung betreffend. Ueber daS Grüßen der Kriegervereine beim Abreiten der Fronten durch den Kaiser wird in der neuesten Nlunmer der„P a r o l e", dem amt- lichen Organ der Kriegervereine, eine Bekanntmachung dcS Vor- sitzrnde» des preußische» Kriegerverbands, General der Infanterie z.D. von Spitz, veröffentlicht, in der es heißt:„Seine Majestät der Kaiser und König, der A l I e r h ö ch st e Protektor de§ Preußischen LandeS-KriegervcrbandS haben de», unterzeichneten Vor- sitzenden»ntteilcn zn lassen geruht, daß A l l e r h ö ch st d e in s e l b e n beim Abreiten der Fronten der Kriegervcreine die Verschieden� artigkeit des GrüßenS aufgefallen sei. Die einen schwenken die Kopfbedeckung, die andern behalten sie auf, nehmen eine gerade Haltung an und legen die Hände an die Hosennaht, die dritten nehmen einfach bei strammer Haltung die Kopfbedeckung ab. Seine Majestät wünschen Einheitlichkeit im Grüßen der Kriegervereine und zlvar dahin, daß die Kopsbedccknng abgenommen wird." Eine grundsätzliche Entscheid,»ig in Sachen der hiesigen ZwangSinmmg der Schneider ist, wie der„Dtsch. Kons." mit- teilt, vom L. erpräsidenten der Provinz Brandenburg gefällt worden. Der Oberprästdcnt hatte, wie seiner Zeit gemeldet, tm Gegensatz zur Entscheidung der Gewerbedcpntation des Magistrats die großen Kon- fektionsgeschäfte als verpflichtet erachtet, der Zwangsinnung der Schneider anzugehören und diese Entscheidung wurde auch Gegenstand einer Interpellation des Abg. Kopsch im Ab- geordnetenhause. Der Minister versprach Prüfung der An- gelegenheit und inmmehr ist der Erfolg der Prüfung der hiesigen großen Knabengarderoben- Fabrik Lotiis Levin, Michaelkirchstraße 17, bekannt geworden. Die Gewerbedeputation des Magistrots hatte die Firma nicht für verpflichtet jcrachtet, der Sch'iieiderzwangsiimniig anzugehören. Der Vorstand der Innung hatte dagegen Beschwerde beim Oberpräsidenten eingelegt und diese Beschwerde ist»»» endgiltig zurückgewiesen worden»nt der Bc- gründtmg. daß die sämtlichen von der Firma LoniS Levin in ver- schiedenen Häusern betriebenen Schneideriverkstätten als ein einheitlicher Betrieb zu betrachten seien. Bei der sehr großen Zahl der darin beschäftigten Werkführer. Zuschneider, Schneider und Bügler müsse der Betrieb als fabrikmäßiges Handwerk angesehen werden. Ks jotliitte" Tcutschnatiounlc Raucherklnbö will einer Korrespondenz zufolge der vom ReichStagS-Abgeordneien Dr. Bockel geleitete Detitsche LolkSbund ins Leben rufen. Er gedenkt auf diese Weise juttge Leute für die antisemitische Sache heranzuziehen und sie als Redner und Agitatoren anSznbildcn. Die Organisation soll der der socialdemokratischcn RauchklubS nachgebildet werden. Wie er sich räuspert und wie er spuckt... Weint es nur ans die Nachahmung der Form ankäme, dann könnte den, geistigen und pekuniären Dalles der Antiscuiitcn immerhin noch einige Hoffnung winkelt. Ter schweizerische BesreitingSkampf gegen die Scherlfche „Woche" scheint mit großem Eifer betrieben zu werden. Die „Züricher Post" meldet': Ucberall her aus der ganzen Schweiz kommen Berichte, daß die„Woche", seit sie den von uns mitgeteilten Schmühärtikel gegen die Schivciz und die Schweizer brachte, zurück- gewiesen wird. In Zürich lag sie fast in allen RestanraiitS und bei den Coiffeuren auf— auch da ist sie ausgeräumt worden. Der Kmnpf um die Arbriterleiche. Eigentümliche Zustände hat der Tod unsrcs Parteigenossen D u in k e enthüllt. Der Arbeiter Dum!« war am Dienstag, den 25. Juni, mit den. Abbeizen von Metall besckäftigt', infolge der Einatmung der sich hierbei ent- wickeluden Dünste starb'er aber, wie gemeldet, in der darauf- folgenden Nacht um 12Ve Uhr. Die Leiche Ivurde sofort vo» der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt und sollte im Laufe des Tages/, Uhr: Gastspiel der 8 echt Japan. Geishas aus Tolilo. Zum 086. Male: Oic Geisha. Operette in 3 Alten v. Sidney Jones. Einlagen hn 1. und 2. Akt: 1 Fcietlicher Tanz. 2. Ballspicl-Tanz 3. Schinctterlings-Tanz. 4. Pfänder- spiel- Tanz. 5. Frühlingsfeier- Tanz. 6. Schirm- Tanz. 7. Erntefest- Tanz. 8 Siegesfest-Tanz, ausgeführt von den 8 echt iapaiiilchen Geishas aus Tokio. IVeiissi-talsi' Graste Fraukfiirterstr. 132. Volks-Bor st ellung. IJndlnc.> Romant. Oper in 4 Akten von Lortzing. Ermäbigle Preise. Parkett 1 Marl. Ansang 8 Uhr. Morgen: Martha. Im Garten: Sommernachtsfest. Theater- und Specialitäten-Vor- stelliing. Anfang sr/z Uhr. ||ramSa Tautoen-Strasse 48/49. Im Theater um 8 ühr: „Malerische Wanderungen dnrch die Mark Brande ubnrg", 1. InTalldcnstr. 57/02. Täpl. Sternwarte. ipollo-Theater Vollständig neues Specialitäten•Programm! IO I>ebüts! FiutiaLuBta Luftballett Grigolatis. Anfang 8 ühr, Sonntags T'/t Uhr. SdjIMjditfr tWalliier-Theiiier». i®-"" Morwitz-Oper. WU Sonnabendabend 7'/- Uhr: Claatapl«! Heinrich Itötcl. Oer?o stillen von Iionjnmeau. Komische Oper in 3 Akten von Adam. So»»tag»ach mittag 3 Uhr: bei halben Preisen: Marie, oder Die Regimentstochter. Sonntagabend 71/3 Uhr: Der Prophet. Montagabend 7V2 Uhr: Klassische Opern-Vorstellung bei halben Preisen: PiLnros Uochxelt, üSfitropol-IiiGater. Das sensationeile Juli- Speciaiilälen-Programm ? Madame Konorah? Das ungelöste Bätsei. Ausserdem 14 brillante Heulieiten. Bauchen überall gestattet. Anfang 8 Uhr."96 Caaim'Kmrtgarten Krenzbcrgstr. 43, an der Katzbachstraße. Jeden Sonntag gr. Frei-Komert und Ball. Montag und Tonnerstag Ham- burger Sänger(Steidl, Böhmer, Willi Wolff usw.) Jeden Freitag Norddeutsche Sänger. Bei ungünstiger Witternna im Saal. Nachber Kränrchen Castans Panopticum. Wen! Wen! 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Schwanz verstorben ist.• Die Beerdigung findet am Sonntag'. nachmittag 5 Uhr vom Lazarus: Krankenhause, BernaucrstrIS, auS statt Um rege Beteiligung bittet 250/11 Der Verstund. W. Noacks Thealer. Bnmiteiistraße IG. Wich: fioujeitWtcMi. *9 Amor" der macht es. Operetten- Bnrlesle in 1 Akt vqn W. Gerick«. Musik von M. Schmidt. Im Saale: Tanrkritniehe». Ostbahn-Park. Am Küstrlnerplatz. RUdersdorforslr. 7J Hermann luiks. mr Täglich:"-»a kroßes Koiizert, Theater- ll. Rabatt Spar Verein„Snb-Ost". Vereinsbureau: Kottbuser Ufer 44 a. Montag, den 8. Juli, abends 8 Uhr. im KonzcrthauS„Sanssouci",, ftottlmferfit. 4 a: General-Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Bericht des Vorstands. 2. Sasieiibericht. 3. Ersatzwahlen des Vorstands. cheireffend die Auszahlung im Dezember. 5. Verschiedenes. UJp- Mitgliedsbuch legitimiert."TKS .. Antrag des Vorstands 263/10 Der Torstand. I. Stippekohls Wamiit Köpenick, Tchönerlinderstr. 5. Arbeiter- Verkehrslokal. Für gute Speisen u. Getränke ist bestens gesorgt. 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Schulz, Memclerstr. 60 a, Eine goldene Damenuhr (Doppclkapsel) ist verloren gegangen, abzugeben bei Nltechh«, Warschauerstr. 68, Der Vorstand. Achtung!"WU WZ?" Achtung! Miisikiiißriüiieiiteil-Ärbtiter. Am Montag, den 8. Juli, abends 8 Uhr. im Gewerkschaftshaus, Engel-ltfer IS(groher Saal): Oeffeutliche Versammlung Tages-Ordnung: 1. Lokal- ober Ccntralorganisation 2 Referent Gewcrlschafts-Sekretär .Alvln Hörsten. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 141/17* Zahlreiches Erscheinen erwartet Die W erkstatt-KontrolIkonimtssion. Llchttuberg-Fricdrichsbcrg! Nachstehende Barbiergcschäfte haben die Forderungen ihrer Gehilfen und die Beschlüfle des Berliuei! Einigüngsamtes anerkannt und empschlcn sich der organisierten Arbeiterschaft des Ostens sowie Lichtenberg-Friedrichsbergs: P. Lange. Frankfurter Allee 177. R. Ztziiizclbcrg. Frankfurter Allee 28. R. Mantey, Scharniveberstr. 3. S. Kempa, Rummelsburgerstr. 7. R. Witte, Ruuimelsburgerstr. 66 Ilsltestelle äer elektrischen Strassendahn. 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Seidel, Stobsack, Wiese nihal und Milde gesprockien, hauptsächlich zur Sache Pawlowitsch-Näther nnd zumeist gegen Näther, wurde die Diskussion, zu der noch etwa 2» Redner eingezeichnet waren, unterbrochen und beschlossen, innerhalb 14 Tajje nochmals eine Generalversainmlung einzuberufen, in der die Diskussion fortgesetzt und über die vor- liegenden Anträge Beschluß gefaßt werden soll. Bisher sind zwei Resolutionen eingegangen, welche ein Mißtrauensvotum gegen Näther aussprechen und seine Entfernung aus dem An'.te fordern. Die in der Blnmeu-, Blatter- nnd Pntzfedern-Fabrikation und verwandten Berufen bofchäftigten Ardeiterinnen und Arbeiter hielten am Dienstag, den 2. Juli, in den Arminhallen eine gut be- suchte Bersaminlnng ab. Eine lebhafte Debatte entspann sich über die in verschiedenen Geschäften Usus gewordenen drei verschiedenen Preise. Eine gute Arbeiterin bekommt wenig, eine kleine Arbeiterin weniger und die Heimarbeiterin am wenigsten! Für ein und das- selbe Dessin. Da es jedoch nicht möglich ist. schon jetzt in dieser An- gelegenheit vorzugehen, wurde dieselbe zurückgestellt. Hierauf be- richtete Frau Ihrer über ihre sächsische Agitatioustour, Leider sei der Erfolg in Dresden nicht groß gewesen, doch habe sich ein kleiner Kreis von Personen gefunden, welche bereit seien, ihre ganze Kraft für die Bewegung einzusetzen. In Sebnitz, der Centrale der Blumen- und Blätter-Fabrikation, liegen die Verhältnisse ganz anders wie in Berlin. Da sei jedes Haus, jedes Heim«ine Fabrik. Der Mann geht in die Fabrik, die Frau und die Kinder schuften zu Hause für ciiien Hungerlohn. Nach Erledigung des Berichts hielt Herr Dr. Zadel einen Vortrag über Arbeiterinnenschutz. Viele Kolleginnen beteiligten sich an der DiSlussion, welche dem Vor- trage folgte. Sie schilderten die Lohn- und Arbeitsbedingiingc» in ihren Betrieben. Herr Dr. Zadel enipsahl in seinem Schlußwort, daß der Verein eine Statistik aufnehme und von Zeit zu Zeit die schlimmsten Fälle in unsrer Arbeiterpresse veröffentliche. Die freie Vcrcinignng der Civil-BcrufSmusiker hielt am 2. Juli eine außervrdcntliche Generalversammluiig ab. An Stelle des bisherigen 1. Vorsitzenden Jrrgang wurde Kollege Schvncrt ge- wählt. Der 2. Punkt der Tagesordnung, Antrag Hoch: Central!- sation der Arbeitsverniittelung rief eiiie lebhafte Debatte hervor, und wurde schließlich mit kleiner Majorität abgelehnt. Ein Antrag des Kollegen Behnfeld: den streikend«» Tabakarbcitcrn in Rordhuusen 30 M. zu bewilligen, wurde ebenfalls abgelehnt. I» Rixdorf tagte am Donnerstag eine Volksversammlung, die sich mit den Ausständen der Nienburger Glasarbeiter, der Nordhäuser Tabakarbeiter und der Berliner Barbicrgehilfeu beschäftigte. Ueber den ersten Punkt referierte G i r b i g, über den zweiten Max Kiesel, über den dritten Ludert und Deichsel. Die Vcr- sammlung erklärte durch Annahme entsprechender Resolutionen die drei Lohnkämpfe in jeder Hinsicht zu unterstützen, den Nordhäuser AuSständiaen besonders dadurch zu Hilfe zu kotnmen, daß die Er- zeiigmsse der boykoltierten Firme» streng gemieden werden, und die Bewegung der Barbiere zu unterstützen, indem nur solche Rixdorfer Barbiergeschäftc in Anspruch genommen werden, wo mit Kontroll- karten versehene Gehilfen arbeiten. Wilmersdorf. Hier tagte am 3. Juli eine gut besuchte Generalversammlung des socialdemotratischcn Wahl- Vereins. Der Vorsitzende gab den Bericht vom 2, Quartal. ES haben 1 Generalversainmlung und 2 Mitgliederversammlungen statt- gefunden. Die Mitgliederzahl des Vereins ist 117. Der Kassierer gab den Kassenbericht vom 1. nnd 2. Quartal: Einnahme 287, öS M., an den Kreis abgeliefert 181,71 M.. Bestand am Ort 45, 4ö M. Der Kassierer wurde entlastet. Dann gaben die Delegierten einen Bericht von der Generalversammlung des Central-WahlvereinS. Die Vcr- sammlung verurteilte aufs Schärfste das Verhalten der Berliner Parleigeiioffeu betreffs der Lotalfrage im Tcltower Wahlkreise. Schließlich erledigte die Versammlung interne Angelegenheiten des Vereins. Obcr-Schöneweide. Eine hier am Dienstag abgehaltene, sehr zahlreich besuchte öffentliche Volksversammlung beschäftigte sich in ihrem zweiten Punlte mit dein eigenmächtigen Vorgehen der Berliner L o k a 1 k o m ni i s s i o n in Sachen der Lokale„Hassel- werder" und„Sedan".— Genosse Gastwirt Otto John hatte zu diesem Punkte das Referat übernommen und verurteilte ganz cnt- schieden die zum niiiidesten eigentümliche HaiidlungSweisc der Berliner Lokalkommission, über den Köpfen der Lokalkommission deS Teltolver Kreises hinweg Lokale für frei zu erklären, deren Inhaber »nS nicht mir nnsyinpathisch, sondern direkt feindlich gegenüberstehen. Stedncr bemerkte zum Schlüsse seiner Ausführungen, daß die Lokal« frage bei diesen Tendenzen einsach aufhört, alö solche zn existieren und die Kreise aus naheliegenden Gründen gezwungen wären, eine e i g n e L o k a I k o m m i s s i o n zu gründen. Die Berliner Lokal- kommisston niit den Genossen Gottfried Schulz, Hinz, Hackebusch wußten den Ausführnngen des Vorredners nicht anderes entgegen« zusetzen, als daß für die Berliner Genossen zn wenig Lokale am Wasser gelegen frei sind, nnd sie aus diesem Grunde die Sperre für die' betreffenden beiden aufgehoben haben, entgegen den Vc- stinmnmgen, welche in dieser Frage getroffen worden sind. Zum Schluß nahm die Versammlung einstimmig folgende Resolution an: Die heute für Ober-, Niedcr-Schöiiewcide und Johannisthal ini Wilhelminenhof tagende öffentliche VolkSversaimnlung erhebt energisch Protest gegen dn§ Vorgehen der Berliner Lokaltommission, da derartige Vvrkommnisic nnd Machinationen unsrc Bewegung nicht nur schädigen, sondern dieselbe direkt lahmlegen. Wir vcr- pflichten deshalb die Berliner Lokalkommission moralisch, das Ge- schehene wieder gut zu machen, das heißt, die beiden Lokale Sedan und Hasselwerder in Nieder-Schöncweide, welche in keiner Weise für die Partei zu haben sind, anö der Lokalliste zn streichen, und nnS in unsrem Knnipf durch Agitation— die gesperrten Lokale zu meiden und nur freie Lokale zu besuchen— zn unterstützen und nicht eine mühsam aufgebaute Organisation zu untergraben. Freireligiöse Genielnbc. Soinitag, den 7. Juli, vormittags 8'/« Uhr, In der A n l a der 6!). Öl e m c i n d« s ch n l e, Kleine Fronlfiirtcrslr.«1: «ersommlung.„Freireligiöse Vorlesung."— lim 1(8/, Mr vormittogS ebendaielbst: Vortrag deS Jräulein Ida Altmann:„Menschen der Renaissance-Zeit". Vor- und Nachspiel auf dem Pariser M» st e l- H a r m o n in in.— Gäste, Damen unb Herren, sehr will- lommen. Tocioldcmokrotischer Agitationsverein für den Reichstags- Wohlkreis Stralsund. Araiizburg- Stiigen. Sonntag, den 7. Juli, vormittags 10 Uhr, bei H. Ramlow, Schönhauser Allee lüö: Gencral- versammumg. Brrei» der Buchdrucker und Schrlftgiesser für Rixdorf> Britz. Sonntag, den 7. Juli, nachmittags 1 Uhr, im Apollo-Theater, Hcrmnnu- stra&e 48—50: Bereinsversammlmig. Piiiittltchcs Erscheinen erwünscht, da die Versammlung präcise 1 Uhr eröffnet wird. WitterungSüberstcht vom 5. Juli 1901, moegcnS 8 Uhr. Wetter-Prog nose für Sonnabend, de» 0. Juli I1I01. Ziemlich kühl und trübe mit leichten Regensällcn und mti feigen nordwestlichen Winden. Berliner-vi e t t e r e u r- a». Briefkasten der Redaktion. Die jurisiische Sprechstnude findet am Montag, Dienstag. DonnerStag unb Freitag vo» 7—9 Nhr abends statt. (f. ft. 26. Wenden Sie sich an den Berliner Spar- und Baiiverein, Berlin NW., Sickingenstrafee 7. (9. S. Gumbinncn zählt etwa 1.8 000 Einwohner. 7659. Ein solches Mittel giebt cS nicht. R. Landshut. Für die Neue Friedrichstrafee lommen drei Stadtbezirke in Betracht. Sie müssen die Nummern des HanseS mittetlm. UebrigenS würde in ihrcni Falle vielleicht auch eine Zuschrift an die Armendirektion, Berlin C, Am Mühtendamiil I, genügen. St. St.. Zlutonstrasie. Die Frage liefe sich genau nicht feststellen. Wir haben uns deshalb an iemand gewandt, der dabei gewesen ist. Wenn wir dessen Antwort erhalte», sollen Sie sofort benachrichtigt werden. P. W. Die Entfernung zwischen Berlin und Paris beträgt aus der Etsenbahnroute 1070 Kilometer. I. Brniiiiert. Briefliche Antwort zu erteilen lehne» wir ab. Sie haben, da Sic zu Strafe verurteilt sind, auch die Kosten zu zahle». Sollten Sache», die andren(dem Abzahlungsgeschäft oder Ihrer Fron) gehören, ge- pfändet werden, so müfetcii die Eigentümer dieser Sache» intervenieren. Ihre Frau haftet für Ihre Schulden nicht.— Z. 6. Die Kosten habe» Sie nicht zu tragen, sie fallen der Polizei zur Last.— E. Z. 79. 1. Sie sind zur Weigerung des Unterhalts nicht berechtigt, die Klage Ihrer Frau auf Ali- mentation würde Erfolg haben. 2. Sic löimteit aus Grund der von Ihnen vorgetragenen Thatsache auf Herstellung des ehelichen Lebens, eventuell aus Scheidung klagen.— X. L-, Kopenhagenerstroste. I. Ja. 2. Nein. — Nenscelaud. 1. Die Möglichkeit einer Lcrschlechteiung der Lage, ins- besondere eines verheiratete» Arbeiters, ist nicht»usgeichloffeu. Die Ueber- stedclung wäre nicht ohne Risiko. 2. New. 8. Die Eiieiibahn-Aiiskuiifts- stellen(Alexänderplatz und Anhalter Bahnbos) geben Ihnen die zutreffendste Auskunft. 4. In der Regel ja.— Richard H. 1. Ja. 2, Das ist möglich.—®. B. 11. Es genügt Ihr und Ihrer Frau schriftlicher Bei- tritt zu dem gerichtlichen Bertrag. Jedoch müsien Ihre Unterschriften notariell oder gerichtlich beglaubigt sein. Polizeiliche Beglaubigung genügt nicht.— F. Sch. Die Kündigung ist, falls keine ciitgegensteheude loiitralt- lichc Vcrciiibarung getroffen ist, keineswegs an die Zeit bis 1 Uhr mittags gebunden, söltder» kann bis zum Ablauf deS Tags erfolgen. Das ist viel- fach an dieser Stelle hervorgehoben.— W. M., Britz. 1. Ja. 2. Nein. — 91. f». 33. Ihre Mutter würde gut thun, sich selbst weiter zu vcr- sichern, also eine Marke beliebiger Höhe weiter zu kleben und nach etwa einem halbe» Jahre den Antrag auf Invalidenrente bei der hiesigen Ver- stchcrungSanstalt(Breitestr. 24) zu wiederholen. Diese Wcitervcrsicheriiiig ist auch dann gültig, wen» Sie statt Ihrer Mutter kleben.— H. 1868. Di« Aintlichen Nachrichten des Neichs-Versichennigsamts erscheinen bei A. Ascher und sie sind von jeder Bitchhaiidlung zu beziehen. Der Preis für den Jahrgang beträgt acht Mark, der für die eiiizelnrn Hefte ist verschieden- artig. Diese A. N. enthalten nur einzelne Entscheidungen. Ferner er- scheinen alljährlich„Die RekurSentscheide deS Reichs-BersicherungSamtS als Spruchkollcginm in UnsaNversichrrmigssachen". Einige Bescheids und Eni- scheidungen und tu Büchein, zum Beispiel von Schmitz und Götze, systematisch zusammengesteltt. Die Mitglieder des Neichs-BersicherungSamls haben seiner die Grundsätze ihrer Eittscheidungcii herausgegeben. Endlich finden sich eine Reihe von Eiitscheiduiigcil in Zeitschriften und Zeittliizen> Wer lachen will der kaufe die bisher er- > schienenen Bände der humoristisch- satirischen Bibliothek Die Berliner Für Reisezeit und Sommerfrische! von|| Preis pro Band „.„|| broch.... Ulk. 1.— Ernst Georgy.|| gebd..... mi£. 1.50 Zu haben in allen Buchhandlungen oder bei Rieb. Boui», Kunstverlag, Berlin W. Denkbar grösste Auswahl. 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Juli 1901. voriuittoiiS. vlur lue ijiemiuue über Lg Ml. fiuli deu belreffeadt» Nummern in klommail deigejügt (Oliue Eewödr.) 23 IM 20 537 50 613«61 020 1010 21 341 85 492 6o0 93 637 821 95 2061 164 66 359 595 826(1501 9b9 97 11001 3029 59 206 196 761 852 4039 53 173 204 416 80 85[100] 516 808 19 917 65 5041 48 108 51 64 243 371 443 582 631 805(1001 6002 37 75 154 260 429 393 734 802 950 78 7076 260 525 62 76 836 945 bSlö[100] 507 872 78 9017 58 116 313 541 602 732 73 . 10043(1501 157 82 311 37 91 407 508(1001 13 688(1001 702 13 004 11175 221 510 16 760 99 821 62(1001 92 909 31 02 1 2129 51t, 77 629 765 848 65 69 932 13014 176 331 35 770 808 951 14026 176 267 452 76 506 782 991 15064 86 422 51 624 33 751 61 655 932 73 1 6059 92 135 535 77 614 72 1 7093 181 91 203 91 393 402 62(100) 95 508 625 845[1501 54 64 77 901 30 1 8000 10 567 688 776 81(IM) 951 19028 147 1,1001 77 253 00 342 52 544 95 786 97(1901 838 92 20005 40 55 325 439 96 548 648 99(1001 832 S1101 60 341 440 564 730 949 2 2020 289 334 6.56 87 760 826 45 54 23134 284 442 591 963(1001 24067 129 213 69 309 90 559 703 891 2 5006 139 223 83 393 450 684 877 82 927 1300] 01 26015 92 136 308 19 655 729 30 971 2 7037 160 208 359 453 89 575[100] 78 909 2 8 059 118 84 205 347 73 502 7 668 888 97 955 2 9031 392 419 29 667 937 71 30104 240 315 529 38 46 54 622 65 99 725 29 3 1033 197 339 419-62 568 766 834 974 3 2175 225 365 624 73 912[160] 23 44 3 3044(1001 163 343 452(1001 728 944 50 3 4072 89 170 284 308 27(1001 495 336 620 SSI 35182 274 395 570 647(2001 725 69 844 66 98 919 81 90 3 6144 69 154 203(1001 12 306 15 457 603 52 838 3 7134 226 42 357 64 566 79(1001 761 38131 83 256[2001 437 632 634 918 47 98 39019 215 480 99 586 610 12 37 954 82 40088 613 781 862(1501 4 1 063 390 401 67 542 620 882 4 2217 59 97 326 462 589 949 55 4 3228 37(1501 352 90 494 537 62 90 649 820 24 30 43 44 000(1001 33 4 4001 214 63 460 508 734 900 4 5163 233 323 71 625 89 90 93 817 007 52 4 6052 155 210 346 626 27 4 7029 226 30 331 500[1501 74 607 797 «97 4 8095 192 312[100] 36 59 700 40 47 937 4 9069 361 439 99 579 601[100] 744 59 92 861 83 5 0005 19 425 568 651 773 945(1501 51167 80 285 353 73 456 784 886 5 2077 320 62" 85 517 677 726 32 97 854 5 3395 492 529 818 987 5 4000 266 93 347 495(2001 588 810 828 917 63(1001 5 5068 176 267 312 31 526 40 869 917(100! 27 5 6181 266 347 58 464 558 603 079 57160 233 88 824 934 41 61 5 8019 35 95 157 676 83 702 4 891(1001 939 83 5 9090 174 £97 697 835 38 47 50[1001 92 «0957 161 279 81(1501 323 25 520 71 686 761 819 «9 937 61298 332 447 778 988 62019 60 91 272 599 63175 246 92 361 409 27 754 76 877 912 6 4021 69 294 309 694 933 72 6 5082 148 77 232 73 425 701 841 «6438 91-622 732 67067 242 09 77 538 48 54 814 «67 72 68 367 81 415 60 716 892 924 42(1001 6 9006 7 562 79 868 928 70023 07 157 68 90 319 672 828[5000] 925 30(1001 73 75 7 1 216 469 719 880 7 2074 109 223 313 23 25 41 {1001 410 42(1501 97 661 902 56 71 7 3047 76 173 241 463 624 715 944 87 7 4185 245 335 468 828 82 909 16 89 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