Nr. 160.. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 fg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags= Nummer mit illuftrierter Sonntages Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poftbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Zeitungss Preisliste für 1901 unter Br. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebaye beträgt für die fechsgespaltene Kolonel seile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Robert Schweichel. Zu Wiesbaden in der Stille begeht unser Parteigenoffe Robert Schweichel, der Vollsmann und Dichter, seinen 80. Geburtstag, unversehrt an förperlicher Frische, Geisteskraft und Willen. Unser unvergeßlicher Liebknecht hatte des öftern davon gesprochen, daß er seinem alten Kameraden, mit dem ihn Freundschaft verband, seitdem er aus dem Londoner Eril in die deutsche Heimat zurückgekehrt, bald zum 80. Geburtstag seine Glückwünsche darbringen werde, nun hat er den Feiertag seines Freundes nicht mehr erlebt, und nicht er kann die jüngeren Barteigenossen mit seiner frischen Anschaulichkeit in jene Zeiten zurückführen, da Robert Schweichel in entscheidendem Augenblick mitwirkte an dem Werden unsrer Partei. Des Achtzigjährigen Lebensschicksale, wie er in der Achtundvierziger Bewegung aufrecht und voran stand, seine Jahre der Verbannung, seine schweren Daseinstämpfe und seine Dichtungen sind in der letzten Nummer unsrer„ Neuen Welt" von berufener Seite geschildert worden. Ein Mann der Freiheit und des Volkes war er auch in seinem Dichten, das in der treuen Liebe zur Masse, in lebenbiger Anschauung des einfachen Daseins der Kleinen und Unterdrückten, in socialer Erkenntnis und demokratischem Temperament tief und fest wurzelte. Robert Schweichel war niemals ein blaffer blasierter Artist, der es verschmähte, sich mit dem politischen Parteitampfe zu befaffen, und sich eitel einspiunt in die mehr oder minder läppischen Geheimnisse seiner Künstlerseele er schöpfte aus dem Born des Volksdaseins in allen seinen Regungen und Strebungen. An dieser Stelle wollen wir nur an jene Periode aus Robert Schweichels Leben erinnern, da er berufen war, in einem historischen Augenblick, als es für den deutschen Socialismus galt, sich auf sich selbst zu stellen, das werbende Wort zu sprechen. Es war auf dem Nürnberger Vereinstag der deutschen Arbeitervereine, Anfang September 1868, als Robert Schweichel jene Programmrede hielt, die für den Auschluß der unter dem Einfluß Liebknechts und Bebels stehenden Vereine die von Marg geleitete Internationale wirkte. Jn Nürnberg wurde der folgenschivere Schritt gethan: das Bekennt nis zum Programm der Internationale und die Loslösung von den bürgerlich- parteilojen Genossenschaften. Aus dieser Nürnberger Entfcheidung folgte die Eisenacher Parteibildung, die dann in gerader Linie zu unsrer heutigen Socialdemokratie führte. ant Freitag, den 12. Juli 1901. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Schweichels Nürnberger Programmrede. angeschwollen sei. Diese Summe ist ungefähr der dreifache Betrag Schweichel Leipzig: Meine Herren! Fasse ich die Gründe gegen den von 1843. Aber zugleich mußte Gladstone zugestehen, Für und Wider zusammen, welche in der gestrigen Vorversammlung daß die Arbeitslöhne inzwischen um teinen Pfennig sich vermehrt laut geworden sind, ob ein Programm überhaupt von dem gegen hätten. Sehen wir genauer zu, welches die Lage des englischen wärtigen Tag aufgestellt werden soll oder nicht, so drängt sich die Arbeiters war zur Zeit dieses ungeheuren Nationalreichtums, welcher ausging, indem er die Programmfrage auf die Tagesordnung setzte, öfters geschieht, den Zustand der öffentlichen Gesundheit im Jahre Notwendigkeit einer Klärung der Geister, von welcher der Vorort Herrn Gladstone förmlich beauschte! Das Parlament hatte, wie dies uns noch entschiedener auf. Klarheit in dem, was wir sollen und wollen, 1863 untersuchen lassen. Der von Dr. Smith abgestattete Bericht, ist es vor allem, was der Arbeiterklasse not thut, und daß dieses welcher auf Befehl des Parlaments im Jahre 1864 veröffentlicht Bedürfnis lebendig empfunden wird, davon zeugt die außerordentlich wurde, konstatiert zunächst das geringste Maß von Stickstoff und Kohlenzahlreiche Versammlung in diesem Saale. Kein Vereinstag der stoff, welches unerläßlich in den Nahrungsmitteln vorhanden sein müsse, deutschen Arbeitervereine ist von einer so großen Anzahl von Ab- um einen Erwachsenen vor den Hungerkrankheiten zu bewahren.*) geordneten besucht worden, wie der gegenwärtige. Es muß endlich Diese Quantität vontohlen- und Stickstoff stimmte mit der dürftigen eine Fahne aufgepflanzt werden in dem Klassenkampfe der Gegenwart, Nahrung überein, auf welche die äußerste Not die armen Baumwollman sich flar ist über das Ziel, dann kann man die ganze Kraft auf Handschuhmacher, Strumpfivirker und andre Arbeiter erhielten nicht um die sich die ganze Arbeiterpartei scharen kann, und erst, wenn weber thatsächlich angewiesen hatte. Die Seideniveber, Näherinnen, die Mittel wenden, dieses Ziel zu erreichen. Durchdringen Sie sich einmal die Notstandsration der Baumwollarbeiter, die gerade hin mit den Ideen, welche das Programm des Vororts enthält, und der reicht zur Abwehr von Hungerkrankheiten, Noch schlimmer stand Sieg gehört Ihnen, meine Herren. Den Ideen widersteht man nicht es auf dem Laude. Von den Familien der ländlichen Arbeiter auf die Dauer; und nur fürzlich ist es in dieser selben Stadt Nürnberg nahmen mehr als 1/5 weniger zu sich, als das notdürftigste von dem Vorsißenden des Fürther Arbeitervereins es betont worden, Quantum tohlenstoffhaltiger Nahrung, und in drei Landschaften war wie die Vereinigten Staaten von Nordamerika ihre Unabhängigkeit unzulänglichkeit stickstoffhaltiger Speisen die Durchschnittskost ganzer dem Umstande verdankten, daß die Idee der Freiheit in jeder Brust Ortschaften.„ Es müsse darauf hingewiesen werden, fügt der unansrottbar Wurzeln geschlagen hatte. offizielle Bericht hinzu, daß Entbehrung der notwendigsten Nahrung Der Vorort schlägt Ihnen, meine Herren, das Programm der mir mit großem Widerstreben ertragen wird und daß in der Regel Internationalen Arbeiteraffociation vor, weil es die Forderungen große Notdurft der Nahrung erst dann sich einstellt, wenn andre der Arbeiter mit Schärfe und Klarheit hinstellt, und weil es einer Entbehrungen vorangegangen sind." Nach diesem offiziellen Berichte Standarte bedarf für die gesamte Arbeiterklasse der gesamten werden Sie es vollkommen wahr finden, wenn Herr Gladstone in civilisierten Welt. Die letzte polnische Insurrektion gab Veranlassung seinem Entzüden ausruft:„ Diese berauschende Vermehrung von zu einer Versammlung, welche am 28. September 1864 in London Reichtum und Macht ist ganz und gar auf die besitzenden Klassen statthatte; Arbeiter aus allen Ländern hatten sich dazu ein- beschränkt. gefunden: Engländer, Deutsche, Franzosen, Polen, Italiener. Meine Herren, ich habe dieses Beispiel England entlehnt, weil Es galt, Lord Palmerston zu bewegen, sich des zit des unglück- dort die industriellen Verhältnisse am entwickeltsten sind und ein lichen Bolens anzunehmen. Es fomute nicht fehlen, daß in dieser vollkommeneres statistisches Material uns zu Gebote steht als in Versammlung von Arbeitern auch die besonderen Angelegenheiten Frankreich oder gar in Deutschland. Aehnlich, das wissen Sie, steht der arbeitenden Klasse zur Sprache kamen und es stellte sich heraus, es in allen civilisierten Ländern, in Frankreich, Belgien, Deutschland: daß die Leiden des Arbeiters in allen Ländern diefelben seien. Ge- auf der einen Seite der Nationalreichtum, der sich in dem Besitz meinſames Leid führte zu gemeinsamen Forderungen, und aus weniger befindet, auf der andern Seite die entbehrende Arbeiterdieser Uebereinstimmung in der socialen Frage ward die Juter- klasse. nationale Arbeiterassociation geboren, deren Programm auf Aber wie ist ein solches Verhältnis möglich, m. H.? Wissen wir der Versammlung zu Genf im Jahre 1866 endgültige Billigung nicht, daß die Arbeit die einzige Quelle alles Reichtums ist, wie und Bestätigung erfuhr. Schließen also auch Sic, meine Herren, sie zugleich das Maß aller Werte ist? Und dennoch darbt Den Bestrebungen dieser Association sich an, denn Ihre Leiden sind die Arbeiterklasse, während die Bourgeoisie den großen Neichdieselben, folglich muß auch Ihr Ziel dasselbe sein. Die fociale tum unter sich verteilt? Wenn der Wert jedes Produkts Frage ist eine Weltfrage, und ihre Lösung fann nur gelingen der der Arbeit durch die darauf verwendete Arbeitszeit beſtimmt wird, vereinigten Anstrengung der Arbeiterklasse aller Länder ohne Unter- gleiche Arbeitszeit gleiche Werte erzeugt und es doch eine Thatsache schied der Farbe, welche die Grenzpfäle tragen. ist, daß im Handel und Verkehr nur gleiche Werte gegen einander Um der Gerechtigkeit willen wollen wir gern zugestehen, meine ausgetauscht werden, woher kommt dann der Gewinn des ArbeitMit dieser Programmrede ist der Name Schweichels auch poli- Herren, daß unsre Gegner nicht schlecht sind, weil sie sich gebers, jener Gewinn, aus dem sich der Reichtum anhäuft? Bis der Lösung der socialen Frage entgegenstellen. Schlechte, von auf unsre Tage hat die Wissenschaft der Ursache vergebens nachtisch mit der Geschichte der deutschen Socialdemokratie für immer Haß erfüllte Menschen giebt es ebensoviel unter den Arbeitern, wie gespürt; heute ist sie gefunden. Sie alle, meine Herren, kennen das verknüpft, und wir können deshalb kein ehrenvolleres Gedenkblatt unter den Bourgeois und den Konservativen. Wir haben es in dem Gesetz, welches den Wert der Arbeitskraft oder den Lohn des zu des Achtzigjährigen Geburtstag darbringen, als daß wir dieses großen Stampfe der Gegenwart nicht mit einzelnen Personen zu Arbeiters auf jenes Minimum bestimmt, welches unerläßlich ist zu heute noch frische Dokument im Wortlaut abdrucken. Schweichel hat ihun. Demselben Zwange des socialen Gesetzes, unter welchem der feiner Unterhaltung, Wohnung und Fortpflanzung. Für diesen Lohn noch die gewaltige Saat aufgehen sehen, die aus den Gedanken Arbeiter seufzt, müssen auch seine Gegner gehorchen, und das Intereffe verkauft der Arbeiter seine Wochenarbeit. Nehmen wir an, daß der entsproßte, deren Künder und Mittler er in Nürnberg war. Was ist es, welches das Urteil unserer Gegner fälscht, welches die Arbeiter täglich 5 oder 6 Stunden arbeiten muß, um einen Wert zu damals eine fast überfühne Hoffnung schien, ist heute eine herrliche Sapitalpartei irre leitet. Aber trifft nicht derselbe Vorwurf auch schaffen, der seinem Lohn gleichkommt. Aber arbeitet er nur diese Thatsache: Das zum politischen und ſocialen Freiheitskampf un- Intereſſe und die Leidenschaft des entbrannten Stampfes getrübt? der notwendigen Arbeit, durch welche er feinen Lohn produziert, eine Mehr die Arbeiterklasse? Wird nicht auch ihr Urteil durch das Zeit? Keineswegs; er fährt fort zu arbeiten und verrichtet mithin neben überwindlich organisierte Proletariat der Welt. Schweichels Rede wirkt durch die schlichte, klare und erwärmende Gewiß, meine Herren; aber es giebt ein Seriterium, einen Masistab, Gewinns, allen Reichtums. Eine Woche fann nicht über 7 Tage arbeit, die nicht bezahlt wird. Diese Mehrarbeit ist die Quelle allen Art, in der er das Programm der Internationale erläuterte, das welcher unverrückbar über die entfesselten Leidenschaften hinausragt, ausgedehnt werden; aber jeder Tag gestattet eine Ausdehnung der in den Grundzügen noch mit dem allerdings reiferen Programm und dieser Maßstab, an welchem die Fehlurteile forrigiert werden, Arbeitsstunden. Ist mun in der Woche, welche der Arbeitgeber kauft, übereinstimmt, das heute Ziel und Bewegung der Socialdemokratie ist die Wissenschaft. An diesen Maßstab gehalten, sind die Forderungen der Arbeitstag zu 8 oder 18 Stunden gerechnet? Daß die Mehrbestimmt. Der Grundsatz des Klassenkampfes zur Ueberwindung der Internationalen Arbeiter- Affociation feine Fehlurteile. Die arbeit, die nicht bezahlte Arbeitszeit die Quelle des Reichaller Klassenprivilegien wurde hier flar bewußte Einsicht des deutschen geschichtliche Erfahrung wie die Volkswirtschaft, welche durch tums ist, ersehen Sie am besten aus dem Beispiel der ländlichen Proletariats. Die ökonomische Abhängigkeit des Mannes der Arbeit Karl Marx hoch über die ökonomische Wissenschaft der Kapital- Frohnarbeiten des Mittelalters. Der Bauer mußte eine bestimmte von den Monopolisten der Arbeitswerkzeuge wurde als die Grund- partei hinausgehoben worden ist, meine Herren, welche alle Ein- Bahl von Wochentagen für seinen Feudalherrn arbeiten; die übrigen lage der Knechtschaft in jeder Form des socialen Glends erkannt. wendungen der Bourgeoisie gegen die Forderungen der Arbeiter- Tage gehörten ihm. Nun wohl, durch jene Arbeit, die ihm nicht beEs wurde die Eroberung der politischen Macht durch die Arbeiter, lasse in ihr Nichts zurückweist. die demokratische Gesellschaft und die Einheit der Arbeiter aller Länder gefordert. Es ist eine hohle Phrase, eine leere Redensart, wenn die Bourgeoisie der Arbeiterpartei die Heiligkeit der individuellen Freiheit" entgegenhält. Wohl ist die individuelle Freiheit heilig. aber wo ist sie? zahlt wurde, blühte und gedieh das Gut seines Herrn, während er felbst Zeit seines Lebens ein armer Teufel blieb. Es ist das Ver dienst von Karl Marx, den Gewinn und mithin den Nationalreichtum als das Produkt unbezahlten Arbeitslohns nachgewiefen zu haben. Die ökonomische Wissenschaft der Bourgeoisie ist vor seiner Beweisführung ohnmächtig verstummt. Der hohe Gipfel, zu dem jene ersten Pioniere der socialistischen Bewegung damals emporgestiegen waren, wird ermessen, wenn man Freiheit setzt gleiches Recht voraus; doch vergebens fuchen wir Wenn aber der Arbeiter mehr Arbeit leistet, als er bezahlt aus dem Protokoll liest, welche Gegengründe die Minderheit in im Staate nach der Gleichstellung der Arbeiter gegenüber den erhält, wer wagt es, ihm die Gerechtigkeit seiner Forderung zu be Nürnberg anführte. Ein Redner warnte, man solle sich nicht be- beiden herrschenden Klassen. Das größere Maß der Rechte, das streiten, daß er seinen Anteil an dem Arbeitsprodukte erhalte? stricken laffen von dem dämonischen Zauber der Phrase. Ein größere Maß der Freiheit gehört der Bourgeoisie und Aristokratie, Nicht um eine Zerstörung des Nationalreichtums handelt es sich, andrer meinte: Statt nutzlose Programme aufzustellen, solle man und diese Ungleichheit stempelt die individuelle Freiheit, welche die sondern umt eine gerechte Verteilung des Erbeitsertrages. Das ist lieber etwas für die Konsumvereine thun. Die heutige Gefeggebung herrschenden Selassen im Munde führen, zur Willkür. Diese das sociale Problem, welches zu lösen ist, oder mit andren Worten: in Deutschland verbiete allerdings nicht die Annahme des Pro- individuelle Freiheit der Bourgeoisie heißt: Unantastbarkeit und an die Stelle der Armut, Ohnmacht und Unwissenheit, welche das gramms und die Thätigkeit im Sinne desselben, allein wie Rapitalherrschaft! And ebenso nichtig ist die Warnung dieser Partei, Los der Arbeiterklasse sind, sollen Wohlstand, Bildung und Freiheit leicht könnten doch dabei gesetzliche Schwierigkeiten und Kollisionen nicht zu rütteln an den bestehenden socialen Verhältnissen; denn die treten. Folge davon würde unausbleiblich eine Verschlimmerung der Lage Das Programm der Internationalen Arbeiterassociation giebt mit den Behörden auftauchen?" Und in der Protesterklärung der ber Arbeiter selbst sein. Nun, meine Herren, ich wüßte nicht, was die Wittel an, welche zu diesem Ziele führen, zunächst Herabsehung ausscheidenden Minderheit hieß es: sich in deren Lage noch verschlimmern könnte. Mehr als der Arbeitszeit und Genossenschaften oder Kooperation. Wie vorhungern kann der Arbeiter nicht und das thut er schon. trefflich die Streits oder Arbeitseinstellungen sein mögen, um die Sie kennen ja das unerbittliche Lohngefeß; gleich der Nadel des Arbeitszeit herunterzusetzen, so bedarf es wohl dafür keines BeStompasses weist es mit einer kleinen Schwankung nach der einen oder weises, daß sie zu ihrem Gelingen, abgesehen von den unentbehrandren Seite stets auf den Nordpol des Hungers. pflichen Geldmitteln zur Unterhaltung der Feiernden, die unbeschränkteste Aber vielleicht beruht die Klage der Bourgeoisie, daß die Be- Koalitionsfreiheit erfordern. Aber diese Freiheit ist in Deutschland schränkung der Kapitalherrschaft den Untergang der Industrie nach sich nicht vorhanden; sie muß also erst erobert werden. Ferner wird ziehen, den Nationalreichtum zerstören müßte, auf einem besseren die Kooperation, wie vortrefflich im Princip, wie nüßlich in der Grunde? Nun, meine Herren, in England ist nach langen Kämpfen Bragis, niemals im stande sein, die Massen zu befreien und die die tägliche Arbeitszeit auf 10 Stunden gesetzlich herabgemindert Wucht ihres Elends merklich zu erleichtern, so lange sie auf den worden und die Industrie ist nicht zu Grunde gegangen, ebenso engen Kreis gelegentlicher Versuche einzelner Arbeiter beschränkt wenig, wie es ihr den Untergang bereiten wird, wenn auch bei uns bleibt. Die Lage der Arbeiterklasse durchgreifend zu verbessern, das in Europa die jüngste Errungenschaft der nordamerikanischen Arbeiter vermag die Kooperation mir zu leisten, wenn sie im großen eine Thatsache und wie dort, so auch bei uns die tägliche Arbeitszeit Wlaßstäbe durchgeführt wird, wenn sie nationale Dimensionen Schreckensgespenst, welches die Bourgeoisie vor den Augen der Arzur Staatshilfe werden. Aber, meine Herren, unter Staatshilfe sind auf 8 Stunden herabgesetzt wird. Gestatten Sie mir, das annimmt. Die bis jetzt thätige Selbsthilfe muß zu diesem Zwede beiter vorüberschreiten läßt, vollends zu enthüllen! " Die Erörterung solcher Programme, die auf ein mehr oder weniger flares staatliches und gesellschaftliches Zukunftsideal verweisen, müssen notwendigerweise den Eifer für die auf Selbst Hilfe gegründeten Vereinigungen lähmen, und find nur geeignet, an die Stelle rüstiger Arbeit ein Spiel mit leeren Worten und unklaren Phantasien zu setzen." Wie stolz und zufunftsvoll flingt gegenüber diesem liberalen Gewäsch der sichere, ruhige Gedankengang von Schweichels Programmrede! Zwar ist unser Jubilar späterhin, als er der Kunst sich völlig hingab, nicht mehr aktiv in unserm Parteileben hervor getreten. Wenn er aber heute den ungeheuren Aufschwung der socialistischen Sache, der auch der Dichter alle Zeit gedient hat, übersicht, so wird er freudig das Gefühl empfinden: Auch ich habe au der großen Menschheitsbewegung mitgeholfen. Kein größeres Glücksempfinden können wir dem rüstigen Greise wünschen, als diese Höhenschau über den Siegeszug des Socialismus, dem er schon diente, als er noch winzig und gering war und fast aussichtsIos schien... Ein gemäßigtes Organ der englischen Bourgeoisie weisjagte im Jahre 1850, daß die Armut in England auf den Nullpunkt sinken würde, wenn Aus- und Einfuhe dieses Landes um 50 Proz. stiegen. Am 7. April 1864 fonnte der Staatskanzler Gladstone das Parlament durch den Nachweis entzücken, daß der Gesamtwert der englischen Ein- und Ausfuhr im Jahre 1863 auf 443 955 000 Pfd. Sterling nicht jene Almosen zu verstehen, durch welche Graf Bismarck und feine feudalen Socialisten die Arbeiter an sich zu locken suchen. Nur der freie Staat, nur der demokratische Staat vermag zu helfen, denn sein Zweck ist die freie Arbeit gleichberechtigter Staatsbürger. Eben diese Konservativen sind es ja, welche im Verbande mit der *) 1330 Gran Stickstoff und 28 000 Gran Kohlenstoff. Kapitalpartei Front gegen die Arbeiterklasse machen. Sie haben die völkerung derartig gegen ihre abtrünnigen Landsleute Dieser Darstellung zufolge hat also Deutschland im Jahre 1899 Macht, und diese Macht muß ihnen entrissen werden, wenn die zu erbittern, daß sie sich zu Ausschreitungen gegen dieselben nicht nur um Einräumung des Vorkaufsrechts, fondern sogar um Fesseln fallen sollen, welche die Bestrebungen nach Verkürzung der hinreißen lassen, so reiben sich die Weltpolitiker erst recht sofortige täufliche Abtretung der Jusel nachgesucht. Wenn Spanien, Arbeitszeit, nach Aufhebung des Kapitalmonopols, nach Ausbreitung schmunzelnd die Hände: es ist dann ein noch triftigerer Anlaß sowohl wie später das Handelsgeschäft ablehnte, so böte das leider immer die Richtigkeit der„ Standard"-Meldung vorausgesetzt, damals, der Cooperation einschnüren. Der Arbeiter muß eine Stimme dort baben, wo bis jetzt über ihn wie über eine Sache entschieden wird, gegeben, einen„ Nagel einzuschlagen". noch immer keine Garantie daffir, daß Spanien auch künftig auf Deren Nußen für die Herrschenden Parteien allein in Frage kommt. einen bitteren Vorgeschmad davon gegeben haben sollte, wäre vielmehr höchst wahrscheinlich nur ein Händlertrick, durch den Trotzdem nun der Boreraufstand den Weltpolitikern seinem ablehnenden Standpunkt beharren wird. Spaniens Sträuben Er muß politische Macht sich erringen. Aber es ist nicht allein die Ausbeutung seiner Arbeitskraft durch wohin die dreiste Annerionspolitik in China führen muß, zum es den Kaufpreis in die Höhe zu treiben hofft. das Kapital, welche den Arbeiter zu Boden drückt. Auch der schwerste furchtbarsten Verzweiflung stampf der gelben Teil der Steuern an Geld und Blut lastet auf ihm. Die für ihn Staffe gegen ihre famosen 3wangscibili liche Thätigkeit wir bei den Subvention für Geheimagenten jüngst Seißt'n Geschäft. Der Bund der Landwirte, dessen geschäftumentbehrlichsten Lebensmittel find es, von welchen der Staat die fatoren nämlich, begrüßt das freisinnige" Mosse- Blatt bewundern fonnten, benutzt den Zusammenbruch der Leipziger Bank, größten Steuern erhebt und, nicht genug damit, reißt er ihn plöglich die französischen Eroberungsabsichten noch mit unverhüllter um einen Füllungsversuch für seine Stassen zu unternehmen. Er rät von der Arbeit hinweg und zwingt ihn, nicht nur die schönsten Jahre feiner Jugend unproduktiv in der Uniform zu verlieren, sondern auch Genugthuung: seinen Gläubigen, ihre Gelder lieber der genossenschaftlichen für Zwecke, die nicht die seinigen sind und nie sein werden, Daß Deutschland den Absichten Frankreichs in Centraltasse des Bundes der Landwirte als Depofiten an feine gefunden Glieder und sein Leben einzusetzen. Giebt es ein Südchina keine Schwierigkeiten bereiten wird, darf wohl zuvertrauen als den Banken. Der Bund verspricht dabei, um die andres Mittel für den Arbeiter, diese Uebelstände zu beseitigen, als als sicher angenommen werden. Doch würde sich Deutsch- Leute auzulocken, die ganz ungewöhnlich höhe Depofitenverzinsung daß er nach politischer Macht trachtet, daß er der Bourgeoiste und land wohl dieselben Rechte in Shantungnehmen, von 4 Proz. Dabei beträgt die Haftsumme der Genossenschafter nur der Feudalpartei das Recht entreißt, ausschließlich Politik zu machen? die Frankreich in Jünnan erhielte." ungefähr" 6 Millionen. Der Arbeiter muß gleichberechtigt neben ihnen stehen; er muß die Wie will die Bundeskasse die Depositen verwenden, um die Warum auch nicht? Das englisch- deutsche China- Abkommen Macht haben, dem Ehrgeizigen und Herrschsüchtigen, der ihn im sichert ja für die beiden Vertragsmächte in aller Form das 4 Prozent herauszuwirtschaften? in all neunzehnten Jahrhundert in Krieg und Tod schicken will, um Recht", sich an der Aufteilung Chinas in dem Augenblick zu etwa dem Nachbar einen Fegen Landes zu entreißen, oder beteiligen, wo eine andre Macht ihren Appetit auf den chinefischen Kuchen nicht länger bezähmen kann. Und unsre oft thun haben. Daß die zweifelhafte Herrlichkeit der Weltfeldmarschallschaft Waldersee's uns erst 300 millionen gekostet hat und Deutschlands Wirtschaftsleben in diesem Augenblic gerade in den Maalstrom der Krise gerissen wird, spielt weiter feine Rolle. Centrum und Geschichtematerialismus. Einer übertriebenen fismus. geschichtsmaterialistischen Auffassung huldigt, wie die Frankf. 8tg." um fich den wertlosen Lorbeer des Kriegsrud zugleich die Fessel asiatische Kolonialarmee würde dann wenigstens etwas zu zeitung", die also philosophiert: che„ Kölnische Wolfs= flechten, entschieden zu widerstehen. gelöst, mit welcher die Kriegsfurcht die Welt lähmt und die fruchttragende Thätigkeit stört, da der Zustand von heute keine Garantie bietet, was morgen sein werde. Frieden ist es, was die Arbeit braucht, und der Ehrgeiz der Dynastien ist es, der ihn, gestüßt auf die stehenden Heere, fortwährend bedroht. Darum fort mit den stehenden Heeren, auf daß die Arbeit zu ihrem vollen Recht gelange! Wer den Arbeitern sagt, daß sie sich nicht an der Politik beteiligen brauchen, um alle diese Uebelstände zu beseitigen, der ist ein Verführer, welcher fie mißbrauchen will zu Zwecken, die gegen ihre eignen Interessen gerichtet sind. Er will fie mißbrauchen in Interesse entweder der Bourgeoisie oder der Konservativen. Oder glauben Sie, meine Herren, daß der parla mentarisch aufgeputzte Absolutismus der Gegenwart uns volle Gleichberechtigung, allgemeines Wahlrecht, freies Versammlungsund Koalitionsrecht gewähren und an die Stelle der stehenden Heere, welche unsern Schweiß nußlos verzehren, die Volts bewaffnung feßen werde, wenn wir die Hände in den Echoß legen? Werfen Sie einen Blick auf den Nordbund, einen Blid auf die Schweiz, und dann verschließen Sie sich noch länger der Ueberzeugung, daß nur der demokratische Staat den Forderungen der Arbeiterflaffe gerecht zu werden vermag Der demokratische Staat ist es daher, welchen wir erstreben müssen! Deutsches Reich. Kahlpfändungsrecht und Wohnungsnot. 811 In den Erörterungen über die Wohnungsnot spielt die Frage, welchen Einfluß die Aufhebung des Kahlpfändungsrechts auf die Zunahme der Obdachlosigkeit ausübt, eine große Rolle. Die Organe der Hausagrarier und in holder Harmonie mit ihnen die Freifinnige Beitung" Eugen Richters vertreten die Anschanung, daß die Beseitigung des Kahlpfändungsrechts den Mangel an fleinen Wohnungen verstärkt und dadurch üble Folgen für die Mieter gezeitigt habe. Auch in den maßgebenden städtischen Kreisen der Reichshauptstadt ist man, einer magistratsoffigiösen Notiz zufolge, mehrfach der Ansicht, daß die Aufhebung des Vorenthaltungsrechts an den eingebrachten Sachen der Mieter wie die Bestimmungen des Die Gelegenheit ist für die Arbeiterklasse so günstig, wie nie, um Bürgerlichen Gesetzbuchs bezüglich der Räumung von Wohnungen politische Macht zu erlangen. Bourgeoisie und Demokratie, National- im Falle der Nichterfüllung der eingegangenen Verpflichtung die liberale und Konservative bekämpfen einander um die Alleinherrschaft Wirte vorsichtiger in der Wahl der Mieter machen und daß sie inim Staate, und da keine der beiden Barteien start genug ist, um den folge dessen angesichts der gesteigerten Nachfragen nach kleinen Sieg an sich zu reißen, so buhlen beide um die Arbeiter. O, was Wohnungen vorzugsweise solche Mieter vorziehen, deren Hausstand verspricht man ihnen nicht alles, wie schmeichelt man ihnen nicht! voraussichtlich zu keinen Beschwerden Anlaß giebt. Aber nur, wenn die Arbeiter eine festgeschlossene, ihres Biels be- Kürzlich ist nun den Hausagrarischen Bestrebungen auf Bewußte Partei bilden, können sie mit dem Gegner unter- seitigung jener im Interesse der Mieter getroffenen Bestimmung Handeln, ohne Furcht, hinterher betrogen zu werden; nur des Bürgerlichen Gesetzbuches ein neues Material fo ihn schließlich zwingen, zwingen, daß er die eingegangenen geführt worden durch ein Gutachten der Charlottenburger Verpflichtungen erfülle. Bei der jezigen Berriffenheit und ünklarheit Armendirektion, wonach die Aufhebung des Kablpfändungsunter den Arbeitern wird man nach dem Siege alle Zugeständnisse rechts zur Zeit nahezu den Charakter eines gegen die Mieter erlassenen zurücknehmen, den Arbeiter mit Hohn hinwegweisen oder im besten Gesezes angenommen hat, das von dem Bauen von kleinen Wohnungen Fall zwischen die Ketten und seine wundgedrückten Glieder die Watte zurückhält, bei den vorhandenen aber die Vermieter, um sich gegen bösder Almosen schieben, der Suppenanstalten, Hospitäler, Armenhäuser, willige Mieter zu schützen, dahin geführt hat, Mieter, deren Sicherheit auch Krankenkassen und Debattiervereine. Ein Erfolg ist nur von der nur im geringsten zweifelhaft erscheint, entweder überhaupt nicht Einigkeit zu hoffen, wenn der deutsche Arbeiter mit den aufzunehmen oder bei nicht pünktlicher Zahlung sofort zur ZwangsArbeitern aller Länder, mit denen er die Leiden gemeinsam ausweisung zu schreiten. hat, fest zusammensteht. Darum, meine Herren, nehmen Die Hausagrarier scheinen in ihrer Siegesfreude, die sie über Sie die Resolutionen des Vororts an, die Ihnen den Anschluß an die Auswucherung der Mieter empfinden, ganz zu übersehen, daß die die Bestrebungen der Internationalen Arbeiterassociation empfehlen. Aufhebung des Stahlpfändungsrechts keineswegs die Ursache dafür Die Internationale Association ist eine Macht, eine gefchloffene ist, daß zu wenig fleine Wohnungen gebaut werden. Sier Phalang, die in Europa allein bereits 60 000 Mitglieder zählt, daß für tommen in der Hauptsache ganz andre Momente fie eine Macht ist, beweist der jüngst in Genf glücklich durchgesezte in Betracht, die die Bodenspekulation, verkehrte Bauordnungen, Streit der Bauhandwerker, das beweist die Freisprechung der Arbeiter Versteifung des Geldmarktes, Wietskasernentum und Bau in dem Kohlenbecken Belgiens, welche ohne An- schwindel, eine mir die Interessen der Befizenden wahrnehmende wälte, die ihnen die Association stellte, jezt unfehlbar in Gesetzgebung, falsche Steuerordnungen. Kurz, die verschiedensten den Gefängnissen schmachteten, weil sie es gewagt hatten, Front gegen die Soldaten zu machen, die von den Arbeitgebern auf fie gehegt wurden, um sie zur Annahme des gebotenen HungerIohnes zu zwingen. Nur wenn die Arbeiter aller Länder innig zu sammenstehen, ist die Lösung der socialen Frage möglich, ist es möglich, daß auch fie gelangen zu Wohlstand, Bildung und Freiheit. Darum laffen Sie mich mit den Worten unsres Schiller schließen, die auf dem Rütli an der Wiege der Schweizer Freiheit ertönten, mit jenem Burufe, dessen Beherzigung auch für Sie die Geburts stunde der Befreiung bezeichnen wird: Seid einig, einig, einig! Politische Meberlicht. Ursachen wirken zusammen, um die Wohnungsnot zu steigern. Daß unter solchen Umständen auch die Aufhebung des Stahlpfändungsrechts einmal üble Folgen zeitigen kann, ist möglich, aber jedenfalls treten derartige Mißstände nur dann hervor, wenn überhaupt eine allgemeine Wohnungsnot herrscht. Sobald für die Befriedigung des Wohnungsbedürfnisses in ausreichender Weise gesorgt ist, wird die Aufhebung des Kahlpfändungsrechts nur fegensreich wirken tönnen, weil es dann den obdachlosen Familien im Besitz ihres notwendigen Hausrates eher möglich sein wird, eine neue Wohnung zu finden. " Die theoretisterende Neigung des Deutschen zeigt sich nirgendwo bentlicher, als in den vielfachen Erörterungen der Presse über die Bedeutung der neuen socialdemokratischen Lehren des Herrn Bernstein. Wie unsre Leser wissen, haben wir keineswegs die Absicht, dieselben en bagatelle zu behandeln, aber wir möchten uns gegen die Anschauung aussprechen, welche diese Erörterungen so behandelt, als müßten sie unbedingt gleiche Folge zeitigen, wie beispielsweise die Entdeckung einer neuen naturwissenschaftlichen Wahrheit für diese gelehrte Disciplin. In der wissenschaftlichen Welt fomnien allerdings die neuen Anregungen von oben herab und sickern schließlich von der Universität bis zur Elementarschule durch, aber im politischen Leben ist der modus procedendi ein ganz andrer. Ist etwa die Centrumspartei fo start geworden, weil ultramontane" Theoretifer für unsre Weltanschauung geworben haben? Nein, der Kulturkampf hat uns stark gemacht. Die nationalliberale Partei kam in die Höhe, als dem großen Publikum durch die Begründung des Reichs die Jdeen des Nationalvereins verwirklicht erschienen. Die Socialdemokratie nahm zu, als die wirtschaftliche Entwicklung der Neuzeit Deutschland in einen Industriestaat zu verwandeln begann und die Bismardiche Ausnahmegesetzgebung den socialdemokratischen Arbeitern das bis dahin fehlende Klassenbewußtsein einimpfte. Eine Partei nimmt meist zu, wenn die äußeren Umstände ihr günstig find, im andern Fall schmilzt sie zusammen. Auch der Charakter einer Partei richtet sich nach ihrer Gesamtlage. Die Socialdemokratte wird desto revolutionärer werden, je schlechter es materiell ihrer Wählerschaft ergeht und je mehr fie politisch vom Staate bedrängt wird, um so zahmer, je besser es den Arbeitern geht. Solchen Beitverhältnissen folgt dann auch vielfach die Theorie, wie der Apfel sich aus der Apfelblüte entwickelt. Die Lehre Bernsteins scheint uns die Frucht dieses Prozesses, aber feineswegs ihr Samen. Die große Masse wird desto rabiater, je mehr ste der Schuh brückt, desto lentfamer, je wohler fite fich fühlt. Wenn es ihr schlecht geht, machen die schönsten tonzilianten Theorien keinen Eindruck auf sie, sondern dünten ihr unerquicklich wie der Nebelwind, der herbstlich durch die dürren Blätter fäufelt". Bildet man sich wirtich ein, Lassalle und Marg hätten die Socialdemokratie ge= macht"? Alle ihre Lehren wären Druckerschwärze auf Papier gewesen, wenn ihre Gedanken nicht ein Echo in dem Empfinden der breiten Massen gefunden hätten. Ein mächtiges Gefühl, das sich im Volk gebildet hat, findet jederzeit einen Reflex durch bereitwillige Theoretiker, die es in Formeln fassen. Wer die Ideen, die im Bewußtsein der Oeffentlichkeit schlummern, in ge= eigneter Weise auszusprechen weiß, hat Glück", mit seinem Unterfangen, der andere aber bleibt ein ftandener Prophet". Wäre Barnum zufälligerweise in die Diplomatie geraten, fo würde ihn vielleicht die Nachwelt als einen unserer größten Staatsmänner preisen. Daß man die öffentliche Meinung versteht, ihren Gefühlen entgegen tommt und die Imponderabilien" zu behandeln weiß, mit denen sie beherrscht werden kann, das ist die Hauptsache." " " unverSo geschichtsmaterialistisch ist selbst die Socialdemokratie nicht, daß sie meint, das Schicksal des Socialismus hänge davon ab, ob es den Arbeitern ein wenig schlechter oder besser geht. Wie erklärt nun das Blatt die katholische Religion geschichtsmaterialistisch? in einem Andrerseits sollten doch die Hausagrarier nicht vergessen, in welch Aus einer Polizeiverwaltung. Aus Mülhausen wird uns gemeingefährlicher Weise sie in früheren Jahren das Kahlpfändungs- geschrieben: In zweitägigen öffentlichen Sigungen verhandelte zu recht zu ihrem eignen Vorteil und zum Schaden der Gesamtheit aus Ihausen i. Els. das Kriegsgericht der 29. Division zunuzen verstanden. Wir erinnern nur an den Verwaltungsbericht gegen den 41jährigen katholischen Divisionstüster Robert Hentel des Magdeburger Magistrats, in welchem ausdrücklich konstatiert wegen mehrfacher Beleidigung des Polizei- Inspektors Maurach und wird, daß durch das preußische Gesetz vom 1. Oftober 1894, welches anderer Polizeipersonen in Mülhausen. Der Angeklagte war bekanntlich das Retentionsrecht des Bermieters auf die auch sonst mehrere Jahre Schutzmann in Mülhausen und litt in dieser an den Jahren 1895/96, pfändbaren Sachen beschränkte, dem Treiben derjenigen Hauswirte Beit, insbesondere ein Ziel gesetzt wurde, die notorisch mit Vorliebe an solche Familien Magenleiden mit starken Magenblutungen, eine Krankheit, die er auf vermieten, welche eben aus dem Obdach entlassen waren, um die- die Unregelmäßigkeit und Ueberanstrengung im Dienst zurückführte selben dann unter Einbehaltung ihrer Sachen nach kurzer Zeit wieder und die er nach seinem Ausscheiden aus dem Schußmannsdienst in zu ermittieren und den Magistrat dadurch in die Zwangslage verseßen, der Stellung als Divisionstüster im Laufe des vergangenen Jahres die einbehaltenen Möbel entweder gegen Zahlung der rückständigen Miete zum Anlaß dreier Eingaben an die vorgesezte Behörde der Müleinzulösen oder aber diese Familien längere Zeit in Obdoch zu haujer Polizeiverwaltung nahm. Er verlangte darin Entschädigung verpflegen". für die ihm durch die Krankheit erwachsenen Kosten und erhebt eine Reihe schwerer Beschuldigungen gegen seine ehemaligen Vorgesetzten, die in der Folge Strafantrag wegen Beleidigung stellten. Als Divisionstüster untersteht Henkel der Militär- Gerichtsbarkeit, an welche das zuerst damit befaßte Landgericht die Sache Berlin, den 11. Juli. Die Aufteilungsgelüfte auf China scheinen trotz der schlimmen Erfahrungen des internationalen Kreuzzugs nicht geschwunden zu sein. Zunächst wird Frankreich die Absicht zugeschrieben, eine chinesische Provinz seinem Kolonialbesitz in Südost- Asien anzugliedern". Das„ Berliner Tageblatt" läßt sich aus Konstantinopel schreiben: Ueber die französischen Absichten in China äußerte sich ein nach Tongting gehender Ingenieur folgendermaßen: Nachdem die Kammern die erforderlichen Summen für den Ausbau des Wir verstehen es, daß die Hausagrarier sich nach diesen idyllischen Bahnnetzes der Kolonie bewilligt haben, wird sofort an den Zuständen zurückiebnen. Daß aber städtische Verwaltungen ihnen in Bau herangegangen. Damit wird ein wichtiger Schritt zur An- diesem Streben Vorschub leisten, ist uns unverständlich, um so mehr gliederung der chinesischen Provinz Fünnan vorwärts gethan. als nach dem Magdeburger Bericht die Aufhebung des KahlpfändungsJünnan ist schon jetzt ganz unter unsrem Einfluß, rechts für die Gemeinde vorteilhaft ist, da es die Armenlasten ver- verwies. Zu der Verhandlung vor dem Kriegsgericht waren über unfre Missionen sind dort stärker als irgendwo sonst und mindert. Im Gegenteil, die Stadtverwaltungen sollten alles daran 40 Beugen geladen, zum großen Teil noch in Dienst stehende Schutzverfügen über Tausende von Konvertiten, die nur wünschen, unter seßen, um der Agitation für Wiedereinführung des Kahlpfändungs- leute, deren Bernehmung über die behauptete schlechte Beunser Protettorat zu tommen. Die chinesische Regierung rechts die Spize abzubrechen. Vor allem hätten sie ihre Pflicht zu handlung, Ueberanstrengung und angebliche unfaubere Vorwird dem Bahnbau in die Provinz Jünnan, die überhaupt erfüllen und energische Mittel zur Beseitigung der kommnisse durchweg ergebnislos war, weil sich die Leute nur nominell zum chinesischen Reich gehört, wie der An- Wohnungsnot zu ergreifen, unbekümmert um das Gejammer entweder trot der bisweilen noch so präciſen Frage legung von Bergwerken und Hütten keine Schwierigkeiten in den und Gezeter jener Klique, die ja leider in den städtischen Vertretungen stellung des Angeklagten nicht erinnerten" oder eine günstigere Weg legen. Da Jünnan ungeheuer reich an Mineralien ist, das große Wort führt. bildet es eine wertvolle Ergänzung unsrer mehr auf die Land" Darstellung von den Dienstverhältnissen gaben. Unter den infriminierten Behauptungen befand sich auch die, daß die Polizeikommiffare wirtschaft angewiesenen Kolonie Longting. Diese hat bereits Gegen die Vereinsgefehvorlage in Sondershausen hat der in der Behandlung der von der Schußmannschaft eingereichten Strafwährend der letzten Jahre Ueberschüsse ergeben. Nach der An- Vorstand des nationalliberalen Vereins in Arnstadt eine Petition an anzeigen nicht nach den Grundsäßen der Billigkeit und Unparteilichgliederung Jünnuns würden die Einnahmen verzehnfacht werden. den Landtag gerichtet, worin er um Ablehnung des von uns schon keit handelten, indem sie Anzeigen gegen gewisse Personen gerne Da ich jahrelang dort war, kann ich ohne Uebertreibung sagen, mitgeteilten& 2 des Entwurfs ersucht. Begründet wird das Er- unter den Tisch fallen ließen. Demgegenüber dürfte über den daß es die beste Kolonie sein wird, die wir besigen." suchen echt nationalliberal damit, daß diese Bestimmung die Hand- Bezirk der Mülhauser Polizeidirektion hinaus von Interesse Von den Auslassungen des annexionslüsternen chinesischen habe bieten fönne zur Unterdrückung auch„ liberaler und harm- sein die Erklärung des als Zeuge vernommenen PolizeiIngenieurs verdient eine Stelle besondere Beachtung, die loser"," durchaus staatserhaltender" Vereine. Wenn nur die eigent- nipettors Maurach, dahin lautend: Wenn Wenn er, der jede nämlich, die von dem großen Einfluß spricht, den Frankreich lich revolutionären" Bestrebungen allein verhindert werden sollten, Polizei- Inspektor, durch die Stadt ginge und wollte jetzt schon in der Provinz Fünnan befize. Dieser Ein- und wenn genau definiert wäre, daß unter der Untergrabung der Buwiderhandlung gegen eine Polizeiverordnung protofollieren, fluß ftüße sich auf die Stärke der Missionen, die religiösen, fittlichen und gesellschaftlichen Grundlagen des Staats die o würde er jedesmal mit mindestens 30 Protoüber Tausende von Konvertiten verfügen", die sich angeblich nationalliberalen Bestrebungen nicht zu verstehen seien, dann hätten ollen nach Hause kommen. Wo die Kommissare glaubten, die Herren vermutlich nichts dagegen. daß eine Verwarnung ausreiche, seien fie verpflichtet, die Anzeigen nach dem französischen Protettorat sehnen. Die hohe fürstliche Regierung von Schwarzburg- Sondershausen zurückzuhalten. Natürlich ohne Ansehen der Person," bestätigt der Der Passus beweist wieder einmal, daß die Kolonial- wird sich gewiß beeilen, nach dieser Richtung die beruhigendsten Zu- Herr Inspektor auf die Erinnerung des Vertreters der Anklagepolitiker die Missionen nur als Agenturen für die sicherungen zu geben und die nationalliberalen Betenten werden sich behörde. Zu der weiteren inkriminierten Behauptung vernommen, Eroberungspolitik betrachten. Die frommen Heiden- beruhigen. das Bureau des Revier Polizeitommissars Schwantge befehrer werden nach China geschickt, um dort die Bewohner fei eine Mißhandlungsanstalt für twehrlose Kinder, erklärt dieser nicht nur ihrem Glauben sondern auch ihrem Staate, Nochmals Fernando Po. Der Madrider Korrespondent des Beamte: Er gebe gern zu, daß er Jungen, die nicht in ihrer Nationalität zu entfremden, damit die Standard" meldet, seitens der spanischen Regierung werde die Ab- die Schule gehen wollten, auf dem Kommissariat ficht, Fernando. Bo an Deutschland abzutreten, entschieden bestritten., manchmal ein paar runterhaue". Ein zur Sache ver eroberungslüsternen Weltpolitiker einen Vorwand erhalten, ihr Deutschlands Borialag vom Jahre 1899, ihm die Insel nommener 17jähriger Junge bestätigt in der That, daß er im Jahre Protektorat" über eine chinesische Provinz als eine Aftion Fernando Bo fäuflich zu überlassen oder ihm 1896( als 12jähriger Knabe) von einem Schuhmann auf das PolizeiHinzustellen, die im Wunsche der christlichen Bewohner wenigstens das Vorlaufsrecht einzuräumen, sei in tommiffariat geführt worden sei, wo ihm der Kommissar mit der Provinz selbst gelegen habe. Bringen es die San Sebastian während der Amtszeit Silvelas erneuert, einem Ochsenziemer 25 Stodschläge aufzählte, worauf frommen Emissäre vollends fertig, die nichtbekehrte Be- aber abgelehnt worden. ein Schumann ihn in die Schule brachte. Den Kom6 4 missar erkennt der Junge nicht mehr. Er befindet sich heute in einer Zwangserziehungsansialt.... Die Verhandlung endigte damit, dah der Angeklagte wegen wiederholter Beleidigung auf Grund des Z 186 des Strafgesetzbuches zu einer Gesammtgefängnisstrafe von drei Monaten verurteilt wurde.— Ausland. Ein klösterlicher Skandalprozeß. lieber die Enthüllungen eines Prozesses, der in Frankreich von einem Frl. Lecoanet gegen die klösterliche Anstalt„Zum guten Hsirten' angestrengt worden, macht die„Franks. Ztg." nach dem „Temps" folgende Aufsehen erregende Mitteilungen: Der Prozeß war vertagt worden, um dem Gericht wie den Parteien Zeit zum Studium' verschiedener von den Behörden ver- anstalteten Untersuchungen über das Gebahren der Anstalten vom „Guten Hirten" zu gewähren. Die Zeugen bestätigen, daß die Arbeit in den Anstalten außerordentlich lange dauert und besonders beschwerlich und schädlich für die Augen ist. Sie bezeugen ferner, daß die Nahrung schlecht und ungenügend ist. Es fehlte an den nötigen Mitteln der Reinlichkeit. Ein Mädchen, das zwanzig Jahre in der Anstalt ivar, erzählt: „Wir hatten nicht einmal das Notwendig sie für die Be- dürfnisie der Reinlichkeit des Körpers, denn wir hatten nicht ein- nial Seife und zum Waschbecken mußten»vir uns des NachttopfS bedienen." Der Speck, der serviert wurde, war schlecht und es waren Würmer darauf. Eine andre Zeugin er- zählte:„Es war nicht selten, daß man im Essen Gcmiise-Abfälle, Fetzen Küchenwäsche und Kohlenstücke fand." Daher waren Magenkrankheiten und Blutarmut in der Anstalt sehr häufig. Ein junges Mädchen, Fräulein Hartmann, die den Namen Solange trug, starb an der Schwindsucht und bekam nicht die g e r i n g st e Pflege; sie mußte sogar noch a m T a g e vor ihrem Tode arbeiten, und als sie bat, man möge sie zu Bette gehen lassen, wurde ihr dies verweigert mit dem Bedeuten, erst müsse die Arbeit fertig werde». Andre starben unter ähnlichen Verhältnissen an der nämlichen Krankheit. Wer sich beklagte, wurde bestraft; die Strafe bestand meist darin, daß die Mädchen eine St un de lang mit ausgebreiteten Armen knien und zun: Schluß den Boden küssen mußten. Ein Mädchen, das vergeblich seine Freiheit verlangte, wurde verrückt und mußte in ein Irrenhaus gebracht werden. Eine Zeugin sagte, sie habe neun Tage laug um den Tod gebetet, um von dem elenden Leben erlöst zu werden. Die einzige Erholung be- stand darin, daß man nach dem Mittagessen drei Viertelstunden lang in einem kleinen Hof zivischen hohen Mauern unter scharfer lieber- wachung sich ergehen konnte. Namentlich wurde verhindert, daß die Mädchen einander klagten oder sich sonst verständigten. Der Polizei- kommissar, der eine der Untersuchungen leitete, erzählt:„Was die Entdeckung der Heimat oder des Wohnorts der Zöglinge so schtvierig macht, das ist der Umstand, daß sie einander, mit höchst seltenen Ausnahmen, nur bei ihrem Vornamen kennen. der ihnen beim Eintritt in die Anstalt ge geben ivird. Wenn also auch eins der Mädchen die Freiheit gewinnt, so hat die Anstalt nicht zu besorgen, daß es die Verwandten seiner Leidensgenossen benachrichtigt." Eine Einmischung der Verwandten wird nicht zugelassen; die Zöglinge können Vater, Mutter, Bruder oder Schwester nur durch ei» Gitter und im Beisein einer Nonne sehen; Briefe werden aufgefangen und konfiSciert; der staatliche Arbeitsinspektor wird getäuscht oder voreingenommen usw. Der Anwalt des Frl. Lecoanet, Maltre Prövost, schließt auS allen diesen Zeugnissen, daß die Anstalt ein wahres Bagno. ein Zuchthaus mit Zwangsarbeit ist. Dann dankte er dem Bischof Turinaz, der zuerst den Mut hatte, sich gegen die in der Anstalt begangenen Verbrechen, wie er cS nannte, zu erheben. Dann erinnerte er daran, wie durch diese Arbeit die Nonnen sich be reichern. Unter dem Vorwand und Deckmantel der Mildthätigkeit hat sich die Anstalt ein Personal von 47 000 Arbeiterinnen verschafft, die fast nur Reingewinn erzielen, denn die schlechte Nahrung kostet nicht viel und Lohn bekommen sie nicht. So ist es begreiflich, daß der.Gute Hirte" in sechzig Jahren 210 Güter kaufen und darauf so weite Bauten errichten konnte, daß darin 47 000 Arbeiterinnen und 7000 Nonnen, das sind 64 000 Personen Unter- kunft finden. Eine ganze Großstadt! Der Anwalt schloß mit folgenden Sätzen:„Bischof Turinaz hat gesagt, angesichts dieser traurigen Thatsachen und der unglücklichen Mädchen habe sein Herz geblutet, aber was es ihn auch gekostet babe, er habe seine Pflicht gcthan als Ehrenmann und als Bischof. Man begreift, daß seine Pflicht ihm schivcr fiel, aber er hat sie erfüllt. Sie auch, meine Herren Richter, werden ebenso tapfer Ihre Pflicht thun. Jeder von Ihne» wird sich sagen: Die Pflicht wäre zu leicht und beinahe ohne Verdienst, wenn sie nicht zuweilen beschwerlich und schmerzlich wäre. Und vor den Thal fachen, die hier bewiesen wurden, werden Sie sagen: Ich bin ein Ehrenmann und bin Richter, und welches auch meine Gefühle sein mögen, ich werde nur der Gerechtigkeit folgen und dem Rechte zum Siege verhelfen I Das Urteil ist noch nicht gesprochen. Frankreich. Mit Enthüllungen über die Faschoda-Nngelcgcnheit wartet der.Figaro" auf. Nach der Erklärung eines Freundes Felix F a u r e s soll Faure seiner Zeit geäußert haben, in einem Kriege mit England sei Frankreich der Neutralität Deutschlands sicher. Der deutsche Kaiser hätte den Krieg dazu benutzt, dem deutschen Handel und der deutschen Industrie weitere Absatzgebiete zu erschließen. Nur Italien würde sich vielleicht England angeschlossen haben. Auf alle Fälle wäre aber der Krieg nur ein Seekrieg geblieben. Das Mißliche sei jedoch gewesen, daß Frankreich auf einen Krieg völlig unvorbereitet gewesen sei, sodaß es der Forderung Englands, den Zug Marchands nach dem Oberlauf des Nils sofort ein- zustellen,' nachzugeben genötigt gewesen sei. Es sei zwar von Eng- land kein Ultimatum gestellt worden, jedoch habe der englische Botschafter eine so schroffe Sprache geführt, daß im Weigerungsfalle Frankreichs der Krieg mit dem damals init aller Energie rüstenden England unvermeidlich erschienen sei. Die Zurückberufung Marchands habe übrigens umso ruhiger erfolgen können, als Marchands Zug keinerlei politische Bedeutung gehabt, sondern einen rein wiffen- schaftlichen Charakter getragen habe. Dieser Darstellung des„Freundes Felix FaurcS'" tritt nun im „GauloiS" ein Minister des zur Zeit der Faschoda-Angelegenheit am Ruder befindlichen Kabinetts Meline entgegen. Derselbe behauptet, Marchands Zug habe keineswegs wissenschaftlichen Forschnngszwecken gedient, sondern einen ausgesprochen politischen Charatter getragen. Der damalige Minister des Auswärtigen habe Marchand beauftragt, bis zum Oberlauf des Nils vorzudringen und sich dort festzusetzen,»m dadurch der französischen Regierung für die beabsichtigte Aufrollung der ägyptischen Frage günstige Bedingungen zu sichern. Da man jedoch verabsäumt habe, gleichzeitig die nötigen Borbereitungen für einen Kriegsfall zu treffen, habe man im kritischen Augenblick vor England einen kläglichen Rückzug antreten müssen. Das alte ehrliche Spiel der Diplomaten I— England. Die Kundgebung der Imperialisten, die zur Ergänzung der Thätigkeit der in die auti-imperialistischen Versammlungen geschickten Spreugkolonnen einberufen worden war, hat am Mittwochmichnnttag in der G u il d h a ll stattgefunden. Der Lord-Mayor führte den Vorsitz der Versammlung. Die von den Rednern, unter denen sich mehrere Parlamentsmitglieder befanden, vorgeschlagene Resolution, welche der Regierung ihr Vertrauen ausspricht und die Pro-Boer- Bewegung verurteilt, wurde selbstverständlich angenommen. Das Bedeutsame der Kundgebung liegt freilich nicht in der Annahme eines Verauensvotums für die Boerenpolitik der Regierung, sondern darin, daß man sich genötigt sieht, zur Abschwächung der oppositio- uellen Kundgebungen seine Loyalität so demonstrativ zu bekunden.— Spanien. Ju der Mittwochö-Sihung der Dcputiertenraniuier kamen die letzten Vorfälle in C o r u n n a und Sevilla zur Sprache. Hierauf bespricht im weiteren Verlaufe der Debatte über die Antwort auf die Thronrede Melquiaden Alvarez die Frage der religiösen Gesellschaften. Seiner Ansicht nach müffe das Konkordat ab geändert und die religiösen Gesellschaften dem gemeinen Recht unter ivorfen werden. Der Minister des Innern erklärt, daß in An gelegenheit der religiösen Gesellschaften ohne den Vatikan nichts geschehen könne. Hierauf erwidert Melquiaden Alvarez, daß neue Verhandlungen mit dem Vatikan bezüglich der religiösen Orden nicht nötig seien. Die Regierung müsse Herr im eignen Hause sein und die für das Gemeinwohl nötigen Gesetze er- lassen.— Amerika. Buenos AyreS, 10. Juli. Marco Avellaneda wurde zum Finanzminister ernannt.— Der Boeren- Krieg. Nach Meldungen aus Pretoria treffen dort noch immer zahlreiche Boereufaniilien ein, die sich in der Umgegend v e r st e ck t hielten. Die meisten sind ohne Kleidung Und bor Hunger vollständig ermattet. „Daily Expreß" berichtet aus Lourenco-MarqueS: Bei Machabo- dorp und bei Lydenburg sollen heftige Kämpfe stattgefnndrn habe». „Daily Expreß" nimmt gleichzeitig von dem Gerücht Notiz, welches gestern in der Kammer verbreitet war und nach welchem d,e Negierung gute Nachrichten aus Südafrika erhalten habe. Danach soll der Krieg noch vor September beendet sein.(??) »* Aus Bloemfontein wird gemeldet: Ein englischer Admi- n i st r a t o r ist aus dem Konzentrationsgebiet des Oranjefreistaats zurückgekehrt und erklärte sich mit der Behandlung der Boereufaniilien durch die Engländer befriedigt, ebenso über die Art und Weise, wie für die Ausübung der religiösen Pflichten der Gefangenen gesorgt ist. » Die Verlustliste der englischen Truppen in Südafrika umfaßt für gestern einen Toten, 16 Verwundete, einen Gefangenen und sechs an Krankheiten Verstorbene. Haag, 11. Juli. Nach Meldungen aus Lourenyo Marques wird Botha, falls England die Absicht durchführt, die Boerc» nicht mehr alS kricgftthreude Macht anznerkennr», sofort allen Kommandante'n Befehl erteilen, keinem Eng länder mehr Pardon zu geben. streikten mit gutem Erfolg 160 Gerber. Sie erzielten eine Ver- kürzung der Arbeitszeit um eine Stunde und eine Lohnerhöhung. Auch die kleine Stadt S ch i s ch l o w i tz hat einige Streiks zu ver- zeichnen. Die Bewegung findet Wiedcrhall auch' in den kleinsten Nestern; es ist dies ein sehr erfreuliches Zeichen für die Ver- sckiärfung der Klassengegensätze. In D w i n s k sDünaburg) streikten 128 Mädchen auf der Tabakfabrik von Leiscrowski. Es ivurde gefordert: Zeitverkürznng, Lohnerhöhung, pünktliche Auszahlung, ein Fabrikarzt, gekochtes Wasser zum Th'ee und andre hygienische Verbeffernngen.' Die Fabrik stand zwei Wochen, der Streik ivurde gewonnen. In Warschau war eine Reihe von erfolgreichen Streiks bei den Cigarettenarbeiterinnen, Handschuharbeitern und -Arbeiterinnen, Damenschneidern, Vergoldern und Gerbern. Die Handschuharbciter wurden vom Ortskomitee des„Jüdischen Arbeiter- bundes" durch eine Proklamation zum Kamps aufgefordert. In Lodz waren in letzter Zeit mehrere Streiks. Einige wurden ge- Wonnen, zwei, bei Meisel und Hnnimer, verloren. Zum Schluß noch ein Fall aus Riga. Unweit Riga Iverden vom Staate große Erdarbeiten begonnen, es ivird dort ein mehrere Werst langer'Kanal zur Verbindung der Düna mit der Aa gegraben. Anfangs arbeiteten dabei Letten, die einen Lohn von 1,10 Rubel täglich bekommen haben. Später meldete» sich in Gestalt der weniger anspruchsvollen Littauer Konkurrenten, die fiir 80 Kopeken täglich arbeiten wollten. Letztere wurden sofort engagiert; die Ver- waltung mite auch den lettischen Arbeitern mit, daß sie von mm ab nur 80 Kopeken täglich bekommen werden. Unter der Arbeiter- schaft in Riga entstand deswegen eine große Aufregung. Da dort jetzt eine Ausstellung ist, bekam die Regierung Angst vor der Wiederholung der Arbeiteruuruhen von 1899 und gab ivenigstenS«tivas nach. Die Arbeiter bekommen jetzt 90 Kopeken täglich, darunter auch d'� Littauer, die für 80 Kopeken arbeiten wollten. Wen» der proletarische Kampf in der ganzen Welt schwer ist. so ist der Kanchf des russischen Proletariats durch die schauderhafte Barbarei deS zarischen RegimS, durch den von demselben systematisch geschürten Nationalitätenhaß. durch die völlige Rechtlosigkeit der russischen Arbeiterklasse, die nur auf die Macht der Zahl' und ihr Solidaritätsgefühl angewiesen ist, doppelt und dreifach schiverer. Und doch wird der Sieg nicht ausbleiben! Die Streikbewegung ln Littauen und Nus�isch-Poleu. Im nordwestlichen Rayon des Zarenreichs, in Liltauen und in Russisch-Polen, hat die Streikbewegung festen Fuß gefaßt. Es ist dies um so mehr zu bewundern, da die Regierung in jedem Streik einen politischen Aufstand erblickt und die streikenden Arbeiter als schwere politische und alS gefährliche Krimlnalvcrbrccher behandelt. Für die Teilnahme an einem Streik werden nicht selten die Arbeiter auf mehr als ein Jahr in die Kerker geworfen und nachher au einige Jahre in die wüsten Eisfelder Sibiriens verbannt— sie sind also m den Augen der Regierung schwere politische Verbrecher. Andrerseits behandelt sie die Regierung aber auch als Kriminal Verbrecher: nach den Bestimmungen des russischen Gesetzes niüssen die politischen Verbannten eine Unterstützung von ca. 20 M. monatlich von der Regierung bekommen. Die Regierung hat zwar stets diese 20 M. stark gekürzt und niemals pünktlich gezahlt, aber ca. 16 M. monatlich hatten die verbannten Arbeiter bis zum vorigen Jahre doch bekomme». Seitdem aber die Bewegung die breiten Massen ergriffen hat und mehr und mehr Arbeiter weithin über den Ural verbannt iverden, hat die Regierung aufgehört, den verbannten Arbeitern auch diese Hungerunterstützu'ng auszuzahlen. In Sibirien iverden die streikenden Arbeiter den Kriminalverbrechern gleichgestellt und bc konimen dort eine Unterstützung von nur ö— 6 Mark monatlich, d. h. die Regierung läßt sie systematisch gransam v e r h u n g e rn. Doch trotz dieser Knutenpolitik, trotz allgemeiner finanzieller Not in Rußland, trotz Hunger und aller andren specifisch russischen guten Dinge wird der Kamgf tapfer weiter geführt und bringt die Arbeiterklasse von einem Siege zum andern. Besonders reich waren die letzten zwei Monate an Streiks. Wir werden heute über eine Reihe von solchen berichten. In B i a l y st o k begann am 30. Juni ein allgemeiner Streik der jüdischen Bäcker; es streiken dort 260 Mann. Die Streikenden haben folgende Forderungen aufgestellt: 1. Teilung der Arbeitszeit in zwei Schichte», in Tages- und Nachtarbeit, damit die Arbeiter nicht, wie bis jetzt, Tag und Nacht arbeiten müssen 2. Aufhebung des Zwange? beim Arbeitgeber zu wohnen und zu essen; 3. bessere Behandlung im allgemeinen. Die Streikenden halten sich sehr energisch. Der Polizeichef nebenbei bemerkt wurde er nach Bialystok geschickt, um speciell die Arbeiterbewegung„auszurotten"— spielt die Rolle eines un- parteiischen Vernnttlers zwischen den Streikenden und den Bäckerei- besitzern. Außerdem streiken dort noch Bürstenarbeitcr. Am 23. Juni traten i m K o w n a s ch e n R a y o n, in den am Njemen gelegenen Dörfern und Flecken Slobodki, Sapieschischki, ilki, Wilsni, Sredniki, Kruki, Georgen bürg 600 jüdische Floßarbeiter in den Ausstand. Sie forden:: 1. Verdoppelung des Lohns; 2. Beseitigung der Vermittler; 3. Ver- größerung der Zahl der dauernd veschäftigteii Arbeiter, um die Zahl der Arbeitslosen zu vermindern; 4. einen normalen Arbeits« lag; 6. Wiederaufnahme von drei Kollegen, die nnt der Beschuldi- girng, den Streik angestiftet zu haben, von den Holzherren ent- äffen wurden. Am 24. Juni versammelten sich in der Vorstadt Kownas— in Slobodki— ca. 700 Arbeiter— 200 streikende Floßarbeiter und 600 Arbeiter andrer Branchen— und veranstalteten eine Demonstration. Die Demonstranten zogen»ach der Stadt; sie verhielten sich ruhig, man hörte nur laut die Forderungen ausrufen. Die Not unter den Streikenden ist eine schreckliche; die meisten sind verheiratet, es giebt unter ihnen 70— 80jährige Greise, die Ar- beiter andrer Branchen versetzten ihre Fahnen n den Leihhäusern, um den Streikenden zu helfen. Vor den: Beginn des Streiks erschien dort eine Proklamation des„Bundes" an die Floßarbeiter. — In Neustadt. Gouv. Kowna. siegten vor kurzem die Bürstenarbeiter in einem Streik. Die Ursache des Streiks war 'olgende. Die Bürstenarbeiter auf der Bernsteinschen Fabrik m Neustadt hatten sich nach langen und schweren ystematischen Kämpfen einen lOstündigen Arbeitstag errungen. Ende Mai d. I. verlängerte mit einem Male der Fabrikant die Arbeitszeit um zwei Stunden. Als die Arbeit niedergelegt wurde, ließ der Fabrikant den Fabrikinspektor holen, um den Arbeitern Furcht einzujagen. Doch die braven Bürstenbinder— sie sind f a st alle organisiert; ihre Organisation ist der Stolz der russischen Arbeiterbewegung— ließen sich nicht einschüchtern. Kein Mittel verfing, der Fabrikant mußte nachgeben und der Inspektor reiste blamiert ab. In K a l w a r y a, Gouvernement Sulvalki, streikten die Bürsten- binder erfolgreich. I» K r e m e n t s ch u g streikten die Arbeiter auf der Njemetzschen Mühle. Der Streik ivurde gewonnen. Die Arbeitszeit wurde um eine Stunde verkürzt. Mehrere Arbeiter ivurde» verhastet. In G r o d n o waren mehrere kleinere Streiks bei den Tischlern. Außerdem war ein größerer Streik der Buch- binder. Auch diese Streiks wurden gewonnen. In Witebsk Parteiprefse. Einen recht erfreulichen Erfolg errangen»nsre Parteigenossen in Hamburg durch ihre neuliche Agitation für das „Echo". Sie gewannen ca. 2000 neue Abonnenten. Im Socialdemokratischen Verein in Bremerhaven teilte der Vorsitzende, Redacteur Dittmann, mit, dah sich die iuucre Not- wendigkeil ergeben habe, das ZeitnngSwescn auf eine andre Basis zu stellen. ES sei dem Vereinsvorstand gelungen, den Parteivorstand in Berlin fiir die Sache zu interessieren. Mit dessen UuterstÜtznng und der thatkräftigen Mithilfe der Arbeiterorganisationen in den Iliiterweserorteu sei die Ueberführung der im Privatbesitz des Genossen Havcrkamp befindlichen Druckerei der„Norddeutschen Volksstimme" in den Besitz der Partei am Orte geplant. Die erforderlichen Schritte seien soiveit gediehen, daß sie 1icr Generalversammlung jetzt zur Sanktion unterbreitet würden. Nach längerer Diskussion, die sich um Ncbenfragcn drehte, wurde fast einstimmig im Sinne eines vom Vereiusvorstand gestellten Antrages beschlossen. Ein Maulkorb soll dem Genossen Stücklen in Altenburg für den Bezirk des LandratSamtS Ronneburg angelegt werden. Eine Versammlung in Ronneburg, in der Stücklen spreche» sollte, wurde mit der Begründung verboten, daß dem Genossen Stücklen in dem Bezirk der genannten Behörde das Sprechen nicht mehr gestattet iverden könne, da er in einer früheren Versammlung aufreizend gesprochen habe. Danach müßte doch dem Genossen Stücklen das Reden konscquentcrweise in ganz Deutschland verboten iverden, denn wenn er im Bezirke Nonne- bürg aufreizt und das ein Grund zu einem Verbot von vornherein ist, so muß doch anderorts dieselbe Wirkung eintreten. Poliieiliches, Gerichtliches usw. — Zum Dresdner Maifeierstrozeß ist noch berichtigend nach- zutragen, daß nicht 4, sondern 6 der Verurteilten je 160 M. Strafe zahlen sollen, und nicht 21, sondern 20 je 100 M. GemeMsikMfZlUszes. Berlin und Umgegend. Die Cigarrensortlrrer der Firma Paul I u h l, Pankow, Berlinerstr. 29, haben wegen Lohndifferenzcn die Arbeit niedergelegt. Zuzug ist fernzuhalten. Deutsches Reich. Zum Glaöarbeitcrstrcik. Auf der eifrigen Suche nach Streik- blechern hat sich Herr Heye neuerdings auch an den Arbeitsnach- weis der Metallarbeiter in Bielefeld mit nachfolgendem Schreiben gewandt: Ich könnte einige geschickte Arbeiter einstellen, einsttveilen innerhalb 4 Wochen etiva 6, später mehr, für die Herstellung von Flaschen an der FlaschenblaSmaschine, am besten eignen sich dazu Handivcrkrr: Schlosser. Schmiede ec., aber auch intelligente Tagearbeitcr. Am liebsten nehme ich jüngere verheiratete Leute, die sich eine dauernde Beschäftigung sichern wollen. Arbeitszeit inklusive s/4 Stunden Pansen IG/« Stunden. Anfänglicher Lohn 3 M. pro Tag, der sich bald nach Einübung auf 3,60 bis 4 M. erhöht. Wohnung auf der Fabrik für einen monatlichen Abzug von 6 M.. auch teilweise freie Feuerung. Wenn sich für diese Plätze geeignete Leute melden, so können sie sich erst mal hier vorstellen, ich bezahle die Rückfahrkarten dritter Klasse. Ich nehme aber nur solche, die keinem social- demokratischen Verband angehören. Mit Hochachtung! H. Heye, Glasfabrik. H. Gewecke. Selbstredend ist der millionenschwere Glasfabrikant mit seinem Gesuch an die unrechte Stelle gekomme». Dem Zlnöstaud der Nordhäuscr Tabakarbcitcr haben sich am Dienstag noch 31 Rollenmacher der Firma E. A. Kneiff an- geschlossen, nachdem schon vorher, wie wir bereits mitgeteilt haben, die übrigen Arbeiter der Firma— 85 männliche und 85 weibliche— dem Streik beigetreten sind. Bei den fünf Firmen, die den Schiedsspruch anerkannt haben, arbeiten 263 männliche und 260 weibliche Personen. Im Ausstände befinden sich bei den übrigen acht Firmen 616 Personen mit 403 Kindern. Die Haltung der Ausständigen ist musterhaft. Ter Webcrstreik in Ennewalde— so schreibt die„Sächs. Arb.-Ztg."— wird nunmehr die achtzehnte Woche weitergeführt. In Köblitz sind alle ausständig gewordene» Weber mit ihren Meistern wieder in voller Thätigkeit, d. h. es sind von 162 nur 90 wiedergekommen, da die andern 72 ausgewandert sind. Herr K. Kolauch ist in anerkennenswerter Weise bemüht, das Geschehene in Vergessenheit zu bringen. Er kommt nicht nur allen erfüllbarer Wünschen der Weber in zuvorkommender Weise entgegen, sondern hat auch gestern durch Anschlag bekannt gegeben, daß er sofort alle Reisenden hiuausgeschickt hat und wenn diese gute Auf- träge bringen, will er die verbliebenen 6 Prozent Abzug wieder zulegen. Das ist wenigstens eine erfreuliche Nachricht in dem langen Kampfe. W. Kalauch in Cunewalde möchte auch gern anfangen. Sein Sohn will aber Großes Tochter heiraten, Wissende erzählen 'ich, daß dem zukünftigen Schwiegersohn von Große die Tochter verweigert werden soll, wenn der Vater„aus der Reihe tanzt".— Herr Kloß, Cunewalde-Beiersdorf, ließ am Sonnabend etliche„Aus- gewählte" benachrichtigen:„daß er bereit sei, zu den K. Kalauchschcn Löhnen anzufangen." Mit dem Streikkomitee wollte er auf einmal nichts zu thun haben. Natürlich verzichten die Streikenden auf solche ragwürdigen Angebote.— Von Herrn Große ist noch keine Antwort «ingegangen. Der Streit der Drahtzieher auf dem Düsseldorfer Wilhelm Heinrichswert ist zu Gunsten der Arbeiter beendet worden. Die Streifenden haben die Arbeit bereits wieder aufgenommen. Die Lohubewegung der Hamburger Bauarbeiter ist beendet, nur ein Abbruchsgeschäft bleibt noch gesperrt. Durch den Lohnkampf, der sechs Wochen währte, ist eine wesentliche Besserstellung der unteren Lohnstufen erzielt worden. Der Die Nachrichten über die koreanischen Unruhen Die Textilarbeiter in Reichenbach i. V. haben wie wir, wegen Diebstahls vor, wie im ganzen Reiche Verurteilungen über-, erschienen. Erfte Staatsanwalt beantragt, in die: gestern bereits mitteilten beschlossen, in eine Lohnbewegung einzu- haupt. In den Kreisen Briesen, Strasburg, Thorn, Verhandlung einzutreten, während die Verteidiger deir treten. Zunächst soll den Fabrikanten ein einheitlicher Lohntarif Kulm und Graudenz des Regierungsbezirks Marienwerder Antrag stellen, die Verhandlung zu vertagen, da nicht genügeno unterbreitet werden. Die Arbeiter in einigen Fabriken, insbesondere beträgt die jährliche Diebstahls- Kriminalität 63.3. Jm ganzen Zeit zur Vorbereitung gelassen worden sei. Der Gerichtshof be in den Färberei und Appreturanstalten, sind in den letzten Wochen Regierungsbezirt Bromberg 62,4, in den Streisen Inowra zichließt aber, den Antrag der Verteidiger abzulehnen, weil die Aus bereits mündlich bei ihren Arbeitgebern vorstellig geworden, ohne la w und Strelno 83,6. geklagten die Anklageschrift Anfang Juni erhalten, somit hins indes etwas zu erreichen. Der Geschäftsgang in der Textilindustrie In der Provinz Schlesien, die infolge der günstigen Ver- reichend Zeit zur Vorbereitung gehabt hätten. Daß sie erst ist noch ein leidlicher; in einigen Betrieben wurde sogar mit Ueber- hältnisse des Regierungsbezirks Lieguiß mit 85,2 Verbrechen und so spät Verteidiger angenommen hätten, könne nicht bes stunden gearbeitet. Zuzug ist fernzuhalten. Vergehen überhaupt und 26 Diebstahlsverurteilungen mur 138,2 rücksichtigt werden. Darauf erklärt Rechtsanwalt Seyda, Verbrechen und Vergehen überhaupt und 35,7 Diebstahls- er lege sein Mandat nieder. Auch die weiter int Der Streit der Celluloidarbeiter bei der Firma Joseph verurteilungen aufweist, ist es der Regierungsbezirk Oppeln, das Verlaufe der Verhandlung bon übrigen Verteidigerir Mendelssohn in Leipzig dauert unverändert fort. Die Aussichten gesegnete Oberschlesien, das wieder erschreckende Zahlen zeigt. Da gestellten Bertagungsanträge werden vont Gerichtshof abauf Erfolg find noch ebenso gut wie vor vier Wochen, da es dem find Kreise wie Lubliniß mit 244,3 und 70,3, Gleiwis gelehnt. Der Prozeß soll mehrere Wochen dauern. Soweit die Ans Meister Ulrich tros größter Anstrengung nicht gelingen will, Celluloid- und Tost- Gleiwiz mit 216,6 und 51,1, 3 a brze mit 250 geklagten preußische Staatsbürger find, sind sie vor Gericht erschienen. bläser zu erhalten. Mittels eines Flugblatts sollen demnächst und 52,4, Kattowig mit 288,3 und 61,8, Beuthen Stadt Die Bertagungsanträge wurden wesentlich damit begründet, daß das Mitteilungen über die Gründe des Ausstands gegeben werden. und Land mit 317,1 und 69,7. Anklagematerial unrichtig ins Deutsche übersezt sei und eine genaue' Nach wie vor ist Zuzug streng zu vermeiden. Die Arbeiterpreſſe, Dagegen weist die Stadt Berlin nur eine Kriminalität Prüfung bis jetzt nicht möglich gewesen wäre. namentlich in Offenbach, Nürnberg und Mannheim, wird ersucht, von 134,6 und eine Diebstahlskriminalität von 34,1 auf. Die hiervon Notiz zu nehmen. Provinz Brandenburg mit Berlin mur 117 und 29,8, der Frankfurt nur 95,4 und 26,1, Die Provinz Sachsen zeigt Regierungsbezirk Potsdam 113 und 27,5, der Regierungsbezirk nur eine Kriminalität von 103,6 im ganzen und 25,5 für Diebstahl, stcht also schon unter dem Reichsdurchschnitte; noch niedriger die Proving Schleswig- Holstein mit 75 und 19,4, Westfalen mit 76 und 14,3, das Königreich Sachsen mit 89,8 und 27,8 usw. Im mittleren Deutschland, im Westen und Nordwesten, im Süden, werden von der„ Köln. 3tg." als vermutliche Wiederholungen älterer überall ganz unverhältnismäßig günstigere Verhältnisse wie im Nachrichten bezeichnet. So fet es namentlich zweifelhaft, ob die Often. Meldung von dem Christenmassacre auf der Insel Quelpart, Es ist eine längst unanzweifelbar festgestellte Thatsache, daß der Dieb- bei dem 300 Missionsschüler ums Leben gefonimen sein sollten, nicht stahl als allgemeine Erscheinung eine Folge der wirtschaftlichen Not und nur eine Variante einer früheren Meldung sei. Die„ Köln. 3tg." schreibt: „ Aus der Nachricht läßt sich nicht ersehen, ob es sich um erneute der meist mit ihr in Verbindung stehenden geistigen und sittlichen Verfümmerung ist. Was auf anderm Wege und durch andre Thatsachen Unruhen auf Quelpart handelt, oder ob man es mit einer verspätet in schon oft festgestellt wurde, das enthüllen uns aufs neue die unanfecht- Söul eingetroffenen Nachricht über die kürzlich vorgekom baren amtlichen Zahlen: wo das Elend haust, da haust das Verbrechen; menen Unruhen zu thun hat, die inzwischen beigelegt das Verbrechen, der Diebstahl haust, wo die Junker herrschen! Wo worden sein sollen. Damals hatte Rußland drei und Engdie Junker herrschen, da haust das Elend. Eine eindringliche Lehre land zwei Streuzer nach der Insel abgesandt. Es erscheint kaum für den Kampf, den die arbeitende Klasse zu kämpfen hat. denkbar, daß die Bevölkerung der Insel Quelpart es gewagt haben sollte, in Amvesenheit der freindländischen Kriegsschiffe neue Angriffe auf die Missionen zu miternehmen. In hiesigen Marinekreisen wird behauptet, die betreffenden Kreuzer feien schon längst wieder abes ist danach nicht unmöglich, daß es sich um neue, gedampft; durch den fanatischen Christenhaß der eingeborenen Bevölkerung hervorgerufene Ausschreitungen handelt." Auch die Grenzbedrohungen durch chinesische Truppen sollen nach der Meldung desselben Blattes nunmehr eingestellt sein: " Nach soeben aus Söul eingetroffenen, sicheren Nachrichten zogen fich die chinesischen Truppen zurück, sodaß zur Zeit die Bedrohung der koreanischen Grenze aufgehoben ist." Neber die Lage in Petschilt Gebiete bekunden. Ausland. Der foeben beendete Streit der Arbeiter am Simplon so schreibt man uns aus der Schweiz ist in mehrfacher Hinsicht Lehrreich. Die Forderungen waren: achtstündige Arbeitszeit für die Tunnelarbeiter einschließlich der Zeit für Ein- und Ausfahrt; zehnstündige Arbeitszeit für die Arbeiter außerhalb des Tummels; 50 Centimes Lohnerhöhung per Tag für alle Arbeiter; Wahl der Vermittlungskommission; Wiedereinstellung der streikenden Arbeiter; das Recht der freien Organisation; bessere Ausführung des Haft pflicht- Gesezes. Die Forderungen gestatten einen Rückschluß auf die Arbeitsverhältnisse, die offenbar nicht befriedigend sind und die Der gebundene Grundbesitz in Preußen im Jahre 1899. Rückständigkeit der Schweiz oder doch des Kantons Wallis auf diesem Nach der soeben erschienenen amtlichen Statistit gab es im Jahre 1900 An den Simplon- Durchstich leisten der Bund, in Preußen 1102 Fideikommisse mit einer Gesamtfläche von Kantone und verschiedene westschweizerische Städte aus den Geldern 2 140 757 hektar, das sind 6,14 Proz. der ganzen Staatsfläche. Im der Steuerzahler Subventionen von zusammen 20 Millionen Frank. Jahre 1895 umfaßten die Fideikommisje 6,09 Proz. der ganzen Wäre es da nicht am Blaze gewesen, den Unternehmern Bedingungen Staatsfläche. Das find natürlich zumeist große und allergrößte Güter, für die Gestaltung der Lohn- und Arbeitsverhältnisse zu stellen? denn nur 102 davon waren unter 100 hektar groß, während 498 Und wäre es nicht Sache des Bundesrats gewesen, dafür Sorge über 1000 Hektar groß waren, davon 29 über 10000 hektar. Die über zu tragen, ein Inspektor daß zur Ueberwachung aller 1000 Hektar großen Güter umfaßten mehr als 88 Proz. der Gesamtfläche dieser Verhältnisse angestellt worden wäre und der Kanton aller Fideikommisse und die über 10 000 Hettar großen noch fast Wallis ein Gesetz zum Schutz der Arbeiter, wie es z. B. der Kanton 28 Proz. der Gesamtfläche. Die meisten und größten dieser allerObwalden anfangs der achtziger Jahre schuf, erlassen hätte? Von größten Güter( 13 mit 277 629 Hektar Fläche finden sich in der alledem geschah nichts, dagegen ist die fromme katholische Kantons Provinz Schlesien, von deren Gesamtfläche über 14 Prozent fideiregierung jedesmal, so oft die Simplonarbeiter sich rühren, an der fommissarisch gebunden sind. Das größte aller Fideikommißgüter wird vom" Bureau Laffan" gemeldet: Arbeit, Militär aufzubieten, Redner zu verhaften und abzuschieben dürfte das eine in Sigmaringen mit 68 815 Heftar Fläche sein. Im Kampfe mit Borern von der Gesellschaft der vers und so mit einer reaktionären Brutalität zu verfahren, die sie als Gin gebundenes Gut mit einem einzigen Hektar Fläche findet sich bündeten Dörfern" erlitten 3000 Mann faiserlich eine Handlangerin des Geldsacks erscheinen läßt. Andrerseits im Regierungsbezirk Hildesheim. chinesische Truppen, die unter dem Kommando von Lupenfordert auch die Taktik der Arbeiter die Kritik heraus. Es Die 1102 Giter gehörten 983 Besitzern, von denen 97 mit juan standen, bei Tschitschau, vierzig Meilen südöstlich von fehlt offenbar immer noch an genügender Organisation und 39 632 Hektar nicht adelig find. Aus regierenden Häusern find Baotingfu, eine Niederlage. Das frühere Oberhaupt des an Ueberlegung, denn denn wie Arbeiterfekretär Sigg Genf feft- 24 Befiger, 38 sind deutsche Standesherren und 25 aus fürstlichen von den Boxern heimgesuchten Bezirks traf hier ein und stellte, traten die Arbeiter in den Streit ein, ohne daß Häusern, die übrigen gemeiner Adel. Die drei Gruppen des ausrichtete an Li Hung Tschang die Bitte, 1000 Mann zur Interfie vorher der Leitung des Unternehmens ihre Forderungen ein- erlesensten Adels besitzen zusammen 720 129 Heftar. Ihnen ge- stügung der Kaiserlichen von Hotschiefu zu senden, wo 2000 Main gereicht hatten. Das ist eine Unbesonnenheit, die unfehlbar mit gehören auch vornehmlich die Güter über 10 000 hektar. Die Gruppe Schanting- Truppen die Erlaubnis der verbündeten Mächte einer Niederlage enden mußte. Diese ist denn auch nicht aus dieser allergrößten Güter, die zusammen 696 850 Hektar umfassen, erwarten, nach Beting marschieren zu dürfen. Die geblieben. Wer nicht abgereist ist, hat die Arbeit zu den alten Be- verteilen sich auf 34 Befiger, so daß auf jeden rund 20 500 hektar Franzosen, welche den Shantungtruppen vor einigen Wochen dingungen wieder aufgenommen und damit auch die unzweifelhaft entfallen. in hotfchienfu alt geboten, find infolge des vorhandenen Mißstände wieder mit in den Kauf genommen. Da michgreifens der Rebellion jest geneigt, das während der ungefähr zweijährigen bisherigen Bauzeit erst etwa die Sch an tungmilitär behufs Unterdrückung von unHälfte des Tunnels ausgeführt ist und die Ausführung der andren ruhen in irgend einen Bezirk der Provinz Tschili Hälfte wohl ebenfalls zwei Jahre erfordern wird, so wäre es noch Beit, einen staatlichen Aufsichtsbeamten zum Schuße der Arbeiter anziehen zu lassen. zustellen. Die organisierte schweizerische Arbeiterschaft sollte diese Forderung aufstellen und durchsetzen. 4 Von den jetzt bestehenden Fideikommißgütern sind noch 588 mit einer Fläche von fast 900 000 Heftar nach dem Jahre 1850, also nach der bürgerlichen Revolution, errichtet worden. in Hannover. Energisches Vorgehen gegen die Straßenbahngesellschaft Kollegien in Hannover nach langer Debatte, der dortigen StraßenIn der lezten Sigung beschlossen die städtischen bahn die Konzession zu entziehen, wenn nicht die vertragsmäßige Abgabe, eine rückständige Summe von 88 000 M., binnen drei Wochen geleistet wird. Die Straßenbahn ist der Ansicht, daß sie nach der von ihr beliebten findigen Auslegung des Konzessionsvertrags diese Abgabe nicht zu zahlen brauche. Das energische Vorgehen der Stadtkollegien berührt angenehm gegenüber der Verhätschelung der Straßenbahngesellschaften durch andre Gemeinden und durch die Staatsbehörden. Gerichts- Beitung. # D Danach lägen die Dinge in der Provinz Tschili nach Beso, wie vor derselben: Die Bogerbewegung wäre nicht endigung der großen China- Aktion der Mächte noch ungefähr gerade erst i dt, sondern deren Unterdrückung den chinesis chen regulären Truppen überlassen. Vor kurzem machte man aber zwischen„ Borern“ und„ Regulären" kaum einen Unterschied. * London, 11. Juli. Der Daily Mail" wird aus Peking von gestern gemeldet, Japan habe jetzt dem Vorschlage der Mächte, daß China die Entschädigung in Bonds zu 4 Proz. zahle, zugestimmt. Ein internationaler Buchdrucker- Kongreß wird am 8. Auguft und folgende Tage in Luzern abgehalten. Von den bis jetzt vorliegenden Anträgen ist zu erwähnen ein von der ungrischen Organisation gestellter, der die Errichtung einer internationalen Widerstandskasse wünscht. Die Holländer beantragen eine gleichmäßige Reise- Unterstützung für alle Verbandsgebiete. Die deutschen Buchdruder beautragen die Anstellung eines Sekretärs, welcher folgende Aufgaben zu erfüllen hat: a) die Beziehungen unter den einzelnen Buchdruckerverbänden, soweit sie internationale Interessen betreffen, zu vermitteln; b) eingehende Informationen über Verfassung, Shanghai, 10. Juli.( Meldung des Reuterschen Bureaus.") Leistungen, Unterstügungs- Einrichtungen, Bermögensbestand, TarifDer Horcher an der Wand. Eine beachtenswerte Episode Nach Meldungen chinesischer Blätter ist der gesezmäßige verhältnisse usw. aller bestehenden Verbände einzuholen und fort- aus dem Kampf gegen die Arbeiterschaft bietet folgender Prozeß: Thronerbe Puch yn seinem Vater, dem Prinzen Tuan laufend Berichte darüber den Fachblättern bezw. Verbandsvorständen Wegen Ehrverlegung im Sinne des§ 153 der Reichs- Ge- nach der Umgegend von Yulin an der nördlichen Grenze von werbe Ordnung hatte sich gestern der Tischler Max Shansi nachgereist, zugängig zu machen. Schröder vor der ersten Strafkammer am Landgericht II zu verheer stehen soll. Der Ausschuß des französischen Bergarbeiter- Bunds antworten. Der Angeklagte ist Vorsitzender der Zahlstelle Weißensee fo meldet Wolffs Telegraphenbureau beschloß unter Bezug auf die Beschlüsse des Londoner Kongresses, das internationale Bundeskomitee davon zu unterrichten, daß die Möglichkeit eines allgemeinen internationalen Bergarbeiter- Ausstands am 1. November zu erwägen sein werde. Wenn die Forderungen der französischen Bergarbeiter ein äußerlicher Grund vorgelegen hätte. Die Gesellen waren damit nicht erfüllt würden, so würden sie am 1. November in den allges meinen Ausstand treten. Der Ausschuß hat ferner beschlossen, das internationale Komitee zu ersuchen, die verschiedenen Regierungen zur Veranstaltung einer internationalen diplomatischen Konferenz aufzufordern, durch die ein Mindestlohn für alle Länder eingeführt werden soll. Sociales. Wo wird am meisten gestohlen. 10 סטן ein fremdenfeindliches Köln, 11. Juli.( W. T. B.) Die Kölnische Zeitung" meldet aus Metz von heute, das Urteil des Kriegsgerichts gegen den Oberlieutenant Rüger sei vom Kaiser bestätigt worden. Leipzig, 11. Juli.( W. T. V.) Ju der heutigen Sigung der Handelskammer wurden Schreiben verlesen, in denen der stellvertretende Vorsitzende Dodel, sowie die Mitglieder Meyer und Schröder( Mitglieder des Aufsichtsrats der Leipziger Bant" um Genehmigung ihres Austritts aus der Kammer und um Enthebung von ihren sonstigen von der Kammer abhängigen Aemtern bitten. des Deutschen Holzarbeiter Verband 3. Er arbeitete mit verschiedenen andern Gesellen bei dem Tischlermeister Groneberg. Im Februar d. J. fiel es dem Meister ein, plöglich eine ehte Nachrichten und Depeschen. Lohnherabsetzung von 20 Prozent vorzunehmen, ohne daß irgend Kitchener beschuldigt die Boeren der Ermordung Verwundeter. nicht einverstanden und da gütliche Verständigung seitens des Meisters abgelehnt wurde, so legten die Gesellen die Arbeit nieder und es Unterhaus. Der Staatssekretär des Krieges, Brodrick, vers wurde über die Werkstatt die Sperre verhängt. Nun fingen aber las ein Telegramm des Generals Kitchener, in welchem mitgeteilt andre Gesellen der Werkstatt an, darunter auch Verbandsgenossen, wird, Lieutenant Hearn von der Imperial Yeomenty denen die Sperrung der Werkstatt nicht bekannt geworden war. Der und sieben Soldaten hatten zeugeneiblich be= Angeklagte berief zum 28. Februar eine Werkstattversammlung. tundet, daß sie gesehen hätten, wie Boeren bei Meister Groneberg erfuhr von diesem Vorhaben, ging ebenfalls in am Boden liegende das betreffende Versammlungslokal und horchte an der Thür. Blatfontein auf verwundet Da will er denn gehört haben, daß der Angeklagte zu den andern fagte: englische Mannschaften geschossen, ein Vorgang, der " Ihr müßt Euch schämen, als Verbandsmitglieder in einer gesperrten bereits von dem Berichterstatter des„ Renterschen Bureaus" ge Die jüngst erschienene Bearbeitung der deutschen Kriminalstatistik Werkstatt zu arbeiten! Wollt Ihr aufhören oder nicht?" Groneberg meldet wurde. für die Jahre 1897 und 1898 enthält eine Sondertabelle, die nach öffnete nun die Thür und rief dem Angeklagten zu, daß er ihn an fleineren Berwaltungsbezirken feststellt, wie viel von je zehntausend zeigen werde. Letzterer erklärte aber:" Meister Groneberg, Sie find strafmündigen Civilpersonen im Durchschnitt der Jahre 1883 bis 1897 zu der Versammlung nicht geladen, machen Sie die Thür von jährlich wegen Diebstahl verurteilt wurden. Die Tabelle ist draußen zu!" Groneberg hielt Wort. Er erstattete Anzeige, die außerordentlich lehrreich. Liefert sie doch den Beweis dafür, da Untersuchung wurde eingeleitet und da einer der Arbeitswilligen" bei nirgends im Deutschen Reich mehr gestohlen wird, seiner eidlichen Vernehmung vor dem ersuchten Richter den Inhalt der wie in den gelobten Gefilden Osielbiens, wo die Anzeige bestätigte, so wurde Anklage erhoben. Der Angeklagte bestritt die preußischen Junker herrschen und über das Wohlergehen ihrer Hinter- inkriminierte Aeußerung und gab an, daß er die Kollegen, die bei Gronefaffen mit väterlichem Wohlwollen wachen. Und nicht allein der berg Arbeit genommen hatten, nur darauf aufmerksam gemacht habe, daß Diebstahl, sondern das Verbrechen überhaupt findet die ergiebigste die Werkstatt gesperrt und aus welchem Grunde die Maßregel geBrutstätte in dem Junkerparadies. Auch die Kriminalität im ganzen ist troffen worden sei. Einer der Verbandsgenossen, sogar ein altes nirgends im Reiche so hoch wie östlich der Elbe. Und diese Fest- Mitglied, jei muu über den Verband hergezogen, habe dessen EinDie Leipziger Zeitung" meldet die Entbindung des Bankiers stellung fann nicht etwa mehr als ein zufälliges ungünstiges Jahres- richtungen, die Höhe der Reise- Unterstügung zc. bemängelt, und da Dodel von den Obliegenheiten eines östreichisch ungrischen Stonsuls. ergebnis behandelt werden, denn die Zahlen sind, wie gesagt, aus habe er zu diesem gesagt:„ Du solltest Dich schämen, in dieser Weise Budapest, 11. Juli.( B. H.) Die socialistische dem Durchschnitt von 15 Jahren gewonnen. über den Verband zu reden!" Der Zeuge Groneberg gab an, die Im ganzen Reiche wurden in der genannten Periode von je Aeußerung jenseits der Thür nicht genau verstanden zu haben. Auf Parteileitung hat beschlossen, bei den kommenden Wahlen in dreißig Bezirken Kandidaten aufzustellen. zehntausend strafmündigen Civilperfonen 107,5 wegen Verbrechen und Befragen des Rechtsanwalts Lie bine cht gab er die Möglichkeit zu, Riga, 11. Juli.( W. T. B.) Gestern brach in der Moskauer Vergehen überhaupt und 26,9 wegen einfachen und schweren Dieb- die Aeußerung könne auch so gelautet haben, wie der Angeklagte angebe. stahls verurteilt. Das Königreich Preußen steht schon etwas um- Der Zeuge, Tischler Henry Schleinitz, derjenige, der bei seiner eidlichen orstadt Großfeuer aus, das die breite Fahrbrücke bei Kojen günstiger, nämlich 110,3 wegen Verbrechen und Bergehen überhaupt Bernehmung vor dem ersuchten Richter dem Angeklagten die in- holm, drei Sägemühlen und viele Holzvorräte zerstörte. und 28,1 wegen Diebstahls. Wie aber die Junkerbezirke! Die kriminirten Worte in den Mund gelegt hatte, wußte sich nicht mehr Schaden ist sehr bedeutend. Provinz Ostpreußen zeigt 165,5 Berurteilte im ganzen genau zu erinnern und machte im übrigen einen so verworrenen Namur, 11. Juli.( B. H.) In einem benachbarten Orte und 49,2 wegen Diebstahls, die Provinz West- Eindruck, daß auf seine Aussage fein Gewicht zu legen war. Da- wurde gegen die Wohnung eines Postbeamten ein Dynamit Die Dynamitpatrone explodierte und zer preußen 155,5 und 49,9, die Provinz Posen 159,7 gegen bekundete der Zeuge Gollig, ein Mitglied der Kontroll- Attentat verübt. und 52,2. Einzelne Kreise darin erheben sich zu geradezu Kommission, daß der Vorwurf des Schämens lediglich an die störte Thüren und Fenster des Hauses; auch die Maueru unheimlichen Kriminalitätszahlen. So der Kreis Ortelsburg Adresse eines Verbandsmitglieds gerichtet war, welches den Ver- wurden schwer beschädigt. Die Bewohner des Hauses hielten sich in 271,1 und 73,7, der Kreis Neidenburg 265,1 mmd 83,4, band schlecht machte. Unter diesen Umständen hielt der Gerichtshof den Hinterzimmern auf und kamen deshalb mit dem Schrecken der Kreis Labiau 244,6 und 82,9, der Kreis Osterode den Thatbestand nicht für erwiesen und erkannte auf Freidavon. in Ostpreußen 218,5 und 66,7. Im Regierungsbezirk Gumiprechung. Schanghai, 11. Juli.( Meldung des„ Reuterschen Bureaus".) binnen der Kreis Heydefrug 261,6 wegen Verbrechen und Ueber den Geheimbundsprozeß in Posen( siehe gestrige Ein Dekret der Kaiserin- Regentin bestimmt, daß die chinesischen Bergehen überhaupt und 80,4 wegen Diebstahl, der Kreis Lyk Nummer) berichtet ein Telegramm: Heute begann vor der zweiten Gesandten diejenigen im Auslande lebenden jungen Chinesen nam 252,2 und 76,2, der Kreis Lögen 228,3 und 70,4, der Strafkammer unter großem Andrang des Publikums der Prozeß haft machen sollen, die in ihren Studien oder ihrer Kreis Sensburg 248,2 und 86,1, der reis gegen die dreizehn polnischen Akademiker, welche wegen Bergehens sonstigen Thätigkeit hervorragende Fähigkeiten gezeigt haben; sie sollen Johannisburg 317,2 und 102,8. In dem letzt gegen§ 128 des Strafgesetzbuchs( Teilnahme an einer Ge- auf Kosten der chinesischen Regierung nach China zurückgesandt genannten Kreise kommen alljährlich beinahe so viel Verurteilungen heimverbindung) angeklagt sind. Es sind nur 5 Augeflagte werden und für geeignete Aemter gewählt werden können. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. Der Hr. 160. 18. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Justizrat Cassel und die ,, Staatsbürger- Zeitung". Freitag, 12. Juli 1901. tadellosen Rufes erfreuten. Der Zenge meinte auf Befragen, daß Verwaltungsbeamten Berlins und der Vororte eingeladen das Material zu dem beanstandeten Artikel von dem früheren d Reichsbankbeamten Engen Olbrich geliefert worden sei. find. Herr Geheimer Medizinalrat Liebreich, ordentlicher Professor für Arzneimittellehre an der Berliner Universität, wird Ueber die zweckmäßigste Verabreichung der Medikamente" sprechen. Ein Aufsehen erregender Artikel, der am 18. April d. J. in der Staatsbürger Zeitung" erschien, hat deren verantwortlichem Re- Zeugen beharrte, glaubte der Staatsanwalt, daß es im Interesse our Meinungsäußerung gegeben werden. Da der Angeschuldigte auf Ladung der von ihm vorgeschlagenen In der anschließenden Diskussion wird allen Parteien Gelegenheit dacteur, Otto Böckler, eine Anklage wegen Beleidigung zu beider Parteien liege, die Sache möglichst aufzuklären, er beantragte Die Verbreiterung und Regulierung der Schönhauser gezogen, die gestern vor der zweiten Straffammer des Landgerichts I deshalb die Vertagung des Termins. Dieser Antrag wurde Allee auf der Strecke vom Ringbahnhof bis nahe an die Weichbildverhandelt wurde. Böckler wird beschuldigt, den Justizrat und Notar vom Justizrat Cassel und seinem Vertreter unterstützt und dem- grenze ist jetzt beendet. Von einer stattlichen Breite ist die MittelRechtsanwalt Cassel durch den beanstandeten Artikel beleidigt und gemäß vom Gerichtshofe beschlossen. Zur nächsten Verhandlung, die promenade, die an Stelle der früheren Chaussee entstanden ist und durch Behauptung nicht erweislich wahrer Thatsachen in der öffent- voraussichtlich erst im Herbst stattfinden und einen erheblichen Um sich zwischen zwei neu angelegten seitlichen Fahrdämmen hinzieht. lichen Meinung herabgesetzt zu haben. Bei Aufruf der Sache war fang nehmen dürfte, sollen die Handakten des Justizrats Cassel zur Nur am Ringbahnhof selber hat der Straßenzug die bisherige mäßige der Angeschuldigte nicht zur Stelle, dagegen war von ihm Stelle geschafft werden und außer den vom Angeschuldigten vor- Breite behalten und ist ohne Promenade geblieben. Die Eisenbahncin Schreiben eingegangen, worin er um Verlegung des geschlagenen Zeugen noch der Vormundschaftsrichter, der Kalkulator, überführung bildet hier einen Engpaß. Leider hat aus Anlaß der Termins bat mit der Begründung, daß er nicht recht- der die Rechnungslegung des Justizrats Cassel geprüft, der Rechts-| Straßregulierung die uralte Allee von Linden und Pappeln, die die zeitig geladen sei. Der Gerichtshof war andrer Ansicht und verfügte anwalt Ulrich, der Verleger der Staatsbürger- Zeitung, Bruhn, und Chaussee einsäumte und nun auf der Mittelpromenade steht, stark die sofortige Vorführung des Angeklagten, der denn auch bald er- der Kaufmann Kayser geladen werden. schien. Er machte geltend, daß ihm am 28. Juni d. J. die Vorladung zum 11. Juli vormittags 112 Uhr zugestellt worden sei. Dann ſei ihn am 5. Juli eine neue Vorladung zugegangen mit Berliner Partei- Angelegenheiten. dem Bemerken, daß der Termin auf 914 Uhr des 11. Juli an beraumt worden sei. Da in der letzten Vorladung vermerkt sei, daß gelichtet werden müssen. Viele der knorrigen Baumriesen sind teils wegen Altersschwäche, teils deshalb, weil sie die Ausführung der Regulierungsarbeiten hinderten, niedergeschlagen und durch junge Bäumchen ersetzt worden. Zum Ordonnanz- Anzuge gehört beim Militär bekanntlich der helm, bei großer Sige freilich keine angenehme Behauptung". Seitdem das Zweirad als öffentliches Transportmittel anerkannt und sogar hoffähig“ geworden ist, läßt man die Ordonnanzen auch radeln. Den Helm auf dem Kopfe, den Spieß auf der Lenkstauge Radfahrer gar schneidig aus. Ob das aber bei der jetzt herrschenden und die Mappe zwischen dem Rahmen, sieht ein solcher MilitärGluthige den Leuten bekommt, ist eine andre Frage. Gestern sah man eine Ordonnanz, gestiefelt und gespornt, mit dem metallenen Sürassierhelm auf dem Haupte, die Linden- und Jerusalemerstraße auf dem Stahlroß hinauffaufen; dem Mamme entlockte die Feuer. Der Civil- Radfahrer kleidet sich jetzt so luftig wie möglich, insbesondere wählt er eine leichte Kopfbedeckung, da sonst die Gefahr darunter leiden, wenn man auch die Militär- Ordonnanzen mit Mütze eines ißschlags nahe liegt. Sollte das dienstliche Interesse" und Litewka fahren läßt? die frühere dadurch aufgehoben werde, so habe der An- Sommerfest des vierten Wahlkreises( S.0.). Am Sonntag, geklagte angenommen, daß der 5. Juli auch als der gültige den 14. Juli, findet bei Joel und Ludwig in Treptow das Tag der Ladung anzusehen sei. Staatsanwalt Dr. Kug ent- Sommerfest vom 4. Kreise( S.O.) statt. Die Arrangements find vorgegnete, daß das Gesetz eine Ladungsfrist von einer Woche züglich; Musit sowie Gesangsvorträge ernsten und heiteren Inhalts vorschreibe, um dem Beschuldigten hinreichend Zeit zur Vorbereitung werden von den ausgewähltesten Kräften ausgeführt. Das bei den seiner Verteidigung zu gewähren. Dadurch, daß der Termin um Arbeitern so beliebte Berliner„ Ulftrio" ist auch zu diesem Feste 24 Stunden früher anberaumt werde, könne von einer Beschränkung wieder gewonnen, ebenso die Turner. Die an der Kasse sowie im der Verteidigung nicht die Rede sein. Sowohl der Sinn wie der Vorverkauf entnommenen Billets haben für beide Lokale Gültigkeit. Wortlaut des Gesetzes seien gewahrt und es liege deshalb ein Grund zur Vertagung nicht vor. Der Gerichtshof schloß sich dieser Auf- Der geringe Eintrittspreis von 20 Pfennig pro Person ermöglicht fassung an und trat in die Verhandlung ein. Den Vorsitz führte es den Genossen, sich einen genußreichen Sonntag zu verschaffen. Mittagssonne Ströme von Schweiß und sein Gesicht glühte wie Landgerichtsrat Ziehm. Der Beleidigte, Justizrat Cassel, wurde Das Komittee ersucht um zahlreichen Besuch. Siehe Annonce. als Nebenkläger zugelassen und durch Rechtsanwalt Justizrat Kleinholz vertreten. Aus dem Inhalt des beanstandeten Artikels, der unter der Spigmarke nächste Lokalliste. Es werden alle diejenigen, die ein Blakat im Besiz Zur Lokalliste. Am Sonntag, den 14. Juli cr., erscheint die haben, aufgefordert, sich unverzüglich an die in der Lokalliste genannten Mitglieder zu wenden, um die neue Liste in Empfang zu nehmen. J. A. der Lotaltommission: Carl Scholz, Wrangelstr. 110. Die Berliner Lokalkommission ersucht die Parteigenossen Berlins, zahlreich und pünktlich zu erscheinen. Die Lokalkommission. Fünfter Reichstags- Wahlkreis. Am nächsten Sonntag früh 7/2 Uhr erfolgt eine Flugblatt- Verbreitung. Die Parteigenossen werden ersucht, sich pünktlich in folgenden Lokalen einzufinden: Drescher, Linienstr. 218; Wilke, Grenadierstr. 35; Snötsch, Hirtenstr. 10. Die Vertrauensleute. Der Bau des neuen Vorort- Bahnhofs ,, Bapestraße" ist jetzt vollendet. Der Bahnhof, welcher mit dem Ringbahnhof gleichen Namens durch eine Unterführung in Verbindung steht, wird am 1. Oktober d. J. mit der an diesem Tage stattfindenden Verlegung des gesamten Vorortverkehrs der Anhalter Bahn nach dem Potsdamer Ringbahnhof dem Verkehr übergeben werden. Bahnhof fommt besonders den Bewohnern Schönebergs zu gute, Der neue welche bisher, falls sie einen an der Anhalter Bahn gelegenen Vorort aufsuchen wollten, erst die Fahrt nach Berlin antreten mußten, während sie vom 1. Oktober ab vom Schöneberger Ringbahnhof aus zunächst bis zur Ringbahnstation Papestraße fahren und dort in die Wagen der Anhalter Vorortbahn umsteigen können. Dumme Jungen. Hiesige Blätter melden: Eine Gyms. nasiastenmensur mit eigenartigem Ausgange fand vorgestern. nachmittag im Walde in der Nähe von Nieder- Schöneweide statt. Dort hatten sich ein Dutzend bunte Müßen und Bänder tragende junge Herren eingefunden, denen man es trotz ihres Bramarbasierens ansehen konnte, daß fie bis zum Abiturienteneramen noch einige Hosen auf den Schulbänken abzunügen haben. Wie sich auch bald herausstellte, gehörten die Jünglinge in der That sogenannten Pemäler- Verbindungen"( Schülerverbindungen) an, die namentlich ,, Auch ein jüdischer Notar" erschien, ist folgendes hervorzuheben: Zunächst wird betont, daß der Artikel auf Grund aktenmäßigen Materials verfaßt sei. Justizrat Cassel habe viele Vormunds- und Pflegschaften, die er aber teil- Wir erhalten von der Verliner Lokalkommiffion folgendes weise in wenig umeigennütziger Weise wahrnehme. Es müsse dieser zur Veröffentlichung: Am Freitag, den 12. Juli, abends 8 1hr, Vertrauens- und Respektsperson sogar der schwere Vorwurf der findet eine Versammlung in Sanssouci, Kottbuserstr. 4a, fortgesezt äußerst gesetz- und pflichtwidrigen Handlungsweise gemacht statt. Die Versammlung ist einberufen vom Kreise Teltow- Beeskow werden. Im Oktober 1896 sei Cassel zum Vormunde des uns mit folgender Tagesordnung: Die Freigabe der zwei bekannt abwesenden Rentiers O. bestellt worden. Er wurde auch Lokale an der Oberspree durch die Berliner 2otalmit der Verwaltung des Mündelvermögens betraut. Durch ein Versehen tommission habe das Vormundschaftsgericht es unterlassen, einen Gegenvormund zu genossen Berlins dazu. wie stellen sich die Partei bestellen. Herr Caffel habe nicht, wie es seine Pflicht gewesen, auf diese unzulässige Unterlassung aufmerksam gemacht und es sogar unter Lassen, dem Vormundschaftsgericht alljährlich Rechnung über die Vermögensverwaltung zu legen. Volle drei Jahre lang habe er über das Vermögen nach seinem Ermessen geschaltet. Er habe auch das Vormundschaftsgericht über die Höhe des verwalteten Vermögens im Inflaren gelassen. Im Jahre 1897 seien rund 6300 M. Zinsen an ihn gezahlt, ferner in demselben Jahre ein Kapital von 3800 W., alfo int ganzen mehr als 10000 M. Für diese Beträge wolle Caffel f. 8. Wertpapiere gekauft haben, von denen er jedoch nur 3800 M. Konsols im Juni 1897 als Gegentvert für das an ihn zurückgezahlte Stapital von 3800M. Storkow- Charlottenburg. An die Parteigenoffen des Wahlkreifes Teltow- BeeskowDer Vorstand des Central- Wahlbei der Reichsbank auf Anordmung des Vormundschaftsgerichts hinter- vereins richtet an alle Nichtpreußen die dringende Aufforderung, in der Ferienzeit in den Großstädten üppig wuchern. Die Baukanten, legte; den Reſt habe er ohne Vorwissen des Vormundschaftsgerichts möglichst bald ihre Aufnahme in den preußischen Sekundanten und der Unparteiische hatten eben erst die Schläger erhinter sich behalten. Dasselbe habe sich in den beiden folgenden Unterthanenverband nachzusuchen, damit sie in die Rage griffen und Aufstellung genommen, als, bevor noch das Kominando Jahren wiederholt. Wenn man bedenke, daß Cassel mit vielen Pfleg kommen, bei Stadtverordneten- und Landtagswahlen ihr Wahlrecht" os" ertönte, plößlich einige ältere, mit derben Stöcken wohlſchaften betraut sei, so ergebe fich, wenn er dieselbe Verwaltungs- ausüben zu können. Das Verfahren ist ein einfaches. Es genügt bewehrte Männer aus dem Gebüsch hervortraten und ohne jedes weise überall angewendet habe, ein recht bemerkenswertes Resultat. ein an den Regierungspräsidenten von Potsdam( für den Kreis Federlesen die Waffenführenden und die meisten ihrer Freunde ant Dazu komme noch ein recht bedenklicher Punkt. Caffel habe in Beeskow- Storkow an den Regierungspräsidenten von Frankfurt a. D.) Bickel packten und gehörig durchwalften. An Widerstand dachten die dem vorliegenden Fall die Wertpapiere, die er angeblich in seiner zu richtendes Gesuch, welches unter Beifügung der polizeilichen An- Buntfarbigen" nicht, denn in den Angreifern erkannten sie zu. Verwahrung habe, weder den im Jahre 1899 endlich auf dringende meldung, der Geburtsurkunde und der Militärpapiere die näheren ihrem Schrecken ihre Bäter. Einem der Herren, dem Bater Beschwerdeführung bestellten Gegenvormund, noch auch dem Beschwerde- Angaben darüber enthält, welche Staatszugehörigkeit der Antrag des Verbindungs- Schriftwarts waren die Schriftstücke der schlagenden führer selbst vorlegen können. Er habe sie angeblich in seinem Geldschrank steller befigt und seit wann er sich an seinem jezigen Wohnort Burschenschaft Franconia" in die Hände gefallen, welche nicht nur nicht finden können. Es sei daher" so heiße es wörtlich in der niedergelassen hat. Kosten erwachsen dem Antragsteller nicht. die Namen und Wohnungen der Mitglieder dieser und andrer Beschwerdeschrift nicht ausgeschloffen, daß Cassel, wenn auch nur Zur Erleichterung der Antragstellung find Formulare durch die Schfilerverbindungen enthielten, sondern auch Nachricht von der auf vorübergehend, in strafbarer Weise darüber verfügt hat". Dies sei Vorsitzenden der Lokalvereine und durch den Unterzeichneten zu be- Mittwoch angesezten Bestimmungsmensur" gaben. der Hergang, wie er sich aus den Aften ergebe; die Sache beschäftige ziehen.. Paul Hirsch, Charlottenburg, Herderstr. 13. zur Zeit noch die Gerichte. So der Inhalt des Artikels, den ver faßt und unter seiner Verantwortung veröffentlicht zu haben, der Friedrichshagen. Die hiesigen Parteigenossen feiern ihr diesAngeschuldigte zugab. Die Frage des Vorsitzenden, wer pflicht- jähriges Sommerfest Sonntag im Restaurant Wilhelmsbad. Das widrigerweise das Konzert wird von Mitgliedern des Berliner Sinfonie- Orchesters und vom Friedrichshagener Sängerchor ausgeführt. Außerdem finden humoristische Vorträge statt. Im Saale ist von 4 Uhr ab Tanz. Um zahlreichen Besuch wird gebeten. Das Komitee. " Aftenmaterial preisgegeben habe, wollte der Angeklagte nicht genau beantworten können; er habe eines Tags ein Aftenbündel auf seinem Schreibtisch gefunden wie er annehme auf Anordnung des Verlegers der Zeitung Nieder- Schöneweide. Der Socialdemokratische Wahlverein und nach Prüfung des Materials den Artikel verfaßt. Auf eine weitere hält am Sonnabendabend 82 Uhr seine Generalversammlung bei Frage des Vorsitzenden, ob vielleicht Rechtsanwalt Ulrich das Franz, Grünauerstr. 5, ab. Auf der Tagesordnung steht unter anderm Material geliefert habe, erwiderte Bödler: Nein, ich will aus- Wahl eines ersten Borfizzenden. Die Versammlung wird pünktlich drücklich betonen, daß Rechtsanwalt Ulrich mit der eröffnet. Sache nicht das geringste zu thun gehabt hat." Des Lokales. Das hier angewandte Verfahren ist übrigens auch schon wirklichen Couleurstudenten zu gute gekommen, wenn sie sich gar zit ruppig benahmen. Freilich waren es dann nicht die Herren Väter, die den deutschen Jünglingen einen Dämpfer auffezten, sondern Arbeiter, vor denen die Blüte der Nation daher auch meist einen Heidenrespekt hat. Das Nachrichtenbureau des Reichs- Marineamts befindet sich von heute ab in dem Hause Leipzigerplatz 17, parterre links. Ein großer Fabrikbrand beschäftigte die Feuerwehr in der Nacht zu gestern längere Zeit in der Kastanien- Allee 75. Dort stand gegen Mitternacht auf dem Hofe das Fabrikgebäude, in dem sich eine Maschinenfabrik, eine Geldschrankfabrik und eine Fabrik für chirurgische Bedarfsartikel befinden, in großer Ausdehnung in In Französisch Buchholz wird Sonntagnachmittag bei Karl Flammen. Diese hatten schon die Dachkonstruktion und ein Bergs weiteren erklärte der Beschuldigte, daß er den Beweis der Wahrheit Kähne, Berlinerstraße 39, eine Volts- Versammlung abgehalten, in der lager ergriffen, als man die Gefahr erst bemerkte. Von mehreren antreten wolle; es müsse ihm dies gestattet werden, da ihm zum Reichstags- Abgeordneter Nosenow über:" Junker, Bauer und Seiten gleichzeitig alarmiert, erschien die Wehr bald in großer Stärke Vorwurfe gemacht werde, nicht erweislich wahre That Arbeiter" spricht. und nahm unter Leitung des Brandmeisters Bliesener gleich von fachen verbreitet zu haben. Der Vorsitzende hielt ihm vier Dampfsprigen Schläuche vor. Nach 1 Uhr war die Macht des bor, бав alle Punkte schon in umfangreichster Weise Feuers, das bedeutenden Schaden verursacht hat, gebrochen. Die geprüft und für umvahr befunden worden seien und Justizrat Kleinholz als Vertreter des Nebenklägers, wies darauf vollständige Ablöschung und Aufräumung der Brandstelle nahm dann noch einige Stunden in Anspruch. Neber die Entstehung des hin, daß sowohl vom Landgericht wie vom Kammergericht aus- ,, Einen befriedigenden Vergleich" nennt die„ Pharmaceutische Brandes, der vermutlich schon stundenlang in den Fabrifräumen uns brüdlich anerkannt sei, daß Justizrat Caffel seine Bormunds- und Beitung" den Ausgang des Kölner Apothekenstreits. Ueber bemerkt geschwelt hatte, konnte sicheres nicht mehr ermittelt werden. Pflegschaften in durchaus korrekter und gewissenhafter Weise geführt den Geschmack läßt sich nicht streiten, und so gönnen wir es dem habe. Der Angeschuldigte beharrte dennoch auf seinen Anträgen. Er bat um Ladung des Rentiers Olbrich, auf den sich der in den Apothekerorgan, daß es sich durch diesen Ausgang„ befriedigt" fühlt. Gestern abend gegen 7 Uhr begegnete Ede der Prinzen- und Annenbeanstandeten Artikel erwähnte Fall beziehe. Außerdent wollte er Die Strankenkassen werden jedoch nach wie vor in dem Ausgang des straße ein mit Stiften beladener Rollwagen der Baketfahrt- Gesellschaft den Beweis dafür erbringen, daß Justizrat Caffel auch in einem Kampfs einen vollen Sieg der Arbeiterschaft erblicken, dem Motorwagen 2044 der Straßenbahn- Linie Görliger Bahnhofandern Falle in wenig uneigennütziger Weise seinen Vor der es den Kölner Krankenkassen ermöglichte, ihrerseits die Friedens- Moabit. Der Rollwagenkutscher suchte, das Geleise kreuzend, in die mundschafts- Pflichten nachgekommen sei. Derselbe sei auch bedingungen zu diftiereen. Die Kölner Apotheker haben von den Annenstraße einzubiegen. Der Kraftwagen fuhr aber mit solcher Pfleger der Kinder der geschiedenen Mertinsschen Eheleute vor dem Kampfe aufgestellten Forderungen nichts, aber auch gar Gewalt gegen den Wagen der Patetfahrt- Gesellschaft, daß dieser zur gewesen. Er habe die Kinder in Süddeutschland unter nichts erreicht. Sie haben nicht durchsetzen können, daß die Seite geworfen und der Kutscher auf den Straßendamm geschleudert gebracht. tage nach Frankfurt a. M. und Baden- Baden gereist und habe er zur Apotheken zu entnehmen; sie müssen trotzdem fünftig 15 Prog. Rezeptur- fasten beschädigt. Die Passagiere tamen ohne Verlegungen davon. Um sie zu besuchen, sei Caffel während der Pfingst- Krankenkassen sich verpflichteten, auch alle Handverkaufsartikel in den wurde. Das Schutzblech der Vorderplattform des StraßenbahnWaggons wurde eingedrückt und abgerissen und der Automatens Bestreitung der Kosten von den Eltern einen Betrag von 1300 M. verlangt, der ihm aber nicht bewilligt worden sei. Außerdem be- rabatt, statt der zuvor angebotenen 10 Broz. gewähren, und sie müssen hauptete der Angefchuldigte, daß Justizrat Cassel es zugelassen habe, obendrein noch ihrerseits den Außenseiter, welcher durch seine Einen Selbstmordversuch machte vorgestern Abend die daß seine Pfleglinge fich in einer Gesellschaft bewegten, in Lieferung den Kölner Krankenkassen den Sieg ermöglichte, für seine Strantenpflegerin Margarete Freitag. Nachdem sie Morphium ge= der fie weiteren Ansprüche an die Kassen abfinden. Das letztere verschweigt nommen hatte, sprang sie von der v. d. Heydt- Brücke in den Landfittlich gefährdet seien. natürlich die„ Pharmaceutische Zeitung" mit derselben Gewissen wehr- Kanal, wurde aber von einem ihr sofort nachspringenden gerettet und nach der Charité gebracht, 100 ste In betreff des Mertinsschen Falles berufe er sich auf das haftigkeit, welche auch für die Berichterstattung der Apotheker- schwer frank daniederliegt. Vor dem Sprung ins Waffer Beugnis des Rechtsanwalts Regeln. Der Kaufmann zeitungen über den Berliner Kampf charakteristisch ist. Wenn aber Hatte fie ant Ufer einen Brief niedergelegt. In diesent Kayser, welcher zum Gegenvormund der Olbrichschen dieser Ausgang des Kölner Streits ein„ befriedigender Vergleich" ist, teilt fie mit, daß sie früher Bonne gewesen sei. Jezt Kinder ernannt worden ivar, werde bekunden, daß Cassel ia warum hat dann vor Beginn des Berliner fei fie völlig mittellos. Sie habe vergebens ihre frühere ihm die Wertpapiere nicht vorzuzeigen vermochte. Der Gerichtshof Stampfes nicht die Pharmaceutische Zeitung" Herrschaft um Hilfe gebeten. 15 M. war die große Summe, die beschloß, zunächst den Zeugen Caffel zu vernehmen. An der Hand ihren Kollegen zu einem ebensolchen befriedi- mich retten konnte. Sie verweigerten mir diese Hilfe und ließen feiner Atten legte er flar, daß er im Falle Olbrich mit pein- genden Vergleich" augeredet? Für diesen Preis mich gänzlich mittellos fortgehen. Ich mache meinem elenden Dasein lichster Gewissenhaftigkeit vorgegangen sei, und daß man wären vor dem Kampf auch die Berliner Strantentassen zu einem ein Ende. Es thut mir leid, daß( ein Wort ist hier unleserlich) ich ihm auch nicht in einem einzigen Punkte einen Borwurf machen Bergleich bereit gewesen! das St... hilflos verlassen muß und nicht zahlen tann; ich könne, wie das Kammergericht auf die Eingaben des Beschwerdehabe nichts mehr. Meine arme Mutter und Schwester in Dresden, führers ausdrücklich anerkannt habe. Die neuen Beschuldigungen in Zum Apothekenboykott. Wir erhalten folgende Buschrift: Witwe Auguste Freitag, geborene Ahlers, und Nosa Freitag, betreff des Falles Mertins werde er ebenfalls als in jedem Punkte hinfällig Der Verein zur Einführung freier Aratwahl, der vor einigen Wochen lasse ich grüßen. Mein Vater ist tot. Ich liebe meine beweisen können. Er habe für die Reise, die er im Interesse seiner vergeblich eine Einigung herbeizuführen versuchte, ist weiter um eine arme Mutter so innig und ich bin nicht im stande, für sie zu sorgen. Pfleglinge nach Süddeutschland unternommen, vom Vormundschafts- Klärung der Streitfrage bemüht. Zu diesem Zwecke hat er zu Sch fühle mich so elend, und niemand hilft mir. Ich muß sterben, richter 500 M. bewilligt erhalten, von einer Forderung von 1300 M. Montag, den 15. d. M., abends 81/2 Uhr, eine Versammlung nach der sehe keinen Ausweg. Bei sind noch Sachen von mir, auch jei gar keine Rede gewesen. Ebenso könne er nachweisen, daß er Berliner Ressource, Kommandantenstr. 57, einberufen, zu welcher die Manuskripte. Wenn man meine litterarischen Versuche zu Geld die Mertinsschen Kinder bei Leuten untergebracht habe, die sich eines Aerzte, Apotheter, Krantentassen Vorstände und machen würde, wäre das eine Unterstützung für meine arme Mutter. " brannte der Man Die Vermitte= Angesichts des Todes bin ich so merkwürdig ruhig, wie ich es nicht| Mit dem Boykott der Nordhäuser Kautabakfabrikate 21 unterwarf die Bestimmungen der längst veralteten Gefinde- Ordnung erwartet hätte. Ich habe abgeschlossen. Meine einzige Sorge ist, beschäftigte sich am Mittwoch eine von seiten der Tabatarbeiter ein einer scharfen Kritik und erklärte es für das einzig richtige, die daß die Dosis Morphium nicht ausreichen könnte. Nur nicht noch berufene öffentliche Versammlung bon Rautab at Dienstboten der Gewerbe- Ordnung zu unterstellen. Insbesondere einmal in das Leben zurück! Lebt wohl, geliebte Mutter und händlern. Der Referent, Hermann Schmidt aus Nord- müßte darin ihr häusliches Verhältnis zu den Herrschaften geregelt Schwester!" hausen schilderte in markanten Bügen die elende Lage der Kautabat- werden. Nachdem Redner ausführlich die bekannten Mißstände beIn geradezu unheimlicher Weise häufen sich in den letzten arbeiter Nordhausens, sowie das brutale Verhalten der Arbeitgeber, leuchtet hatte, kam er zu dem Schluß, daß die Dienstboten von den Tagen, vermutlich infolge der großen andauernden Sommerhiße, die und widerlegte die unwahren Behauptungan, die von diesen über das gewerkschaftlich organisierten Arbeitern lernen und sich so fest wie sie Brände in Berlin. Im Laufe dieses Monats tamen schon zurückziehen des bekannten Reverses in die Welt gesetzt wurden. Wenn von zusammenschließen müßten. Er empfahl den„ Verein Berliner Dienst114 Feuer zur Meldung. Am Donnerstagnachmittag um 5 Uhr tam den Vertretern der Fabrikanten behauptet würde, es könnten nicht alle herrschaften und Dienstangestellten". Seine Ausführungen fanden lebein großer Dachstuhlbrand in der Koblantstraße 3/4 zum Ausbruch. Ausständigen wieder eingestellt werden, so sei das durchaus falsch; haften Beifall.- In die Diskussion griff auch der Parteigenosse Pfeiffer ein. Als die Wehr mit sechs Löschzügen an der Brandstelle erschien, es wären, meint Redner, so viele abgereist, daß die übrigen Aus- Die gemeinschaftliche Organisation von Dienstherrschaften und DienstDachstuhl des Hauses Koblankstraße 3 schon ständigen jedenfalls alle wieder gebraucht würden. Auch sei es eine boten fönnte er nicht empfehlen. Wie die Arbeiter müßten auch die in ziemlicher Ausdehnung. Die Flammen fanden an dem unwahre Behauptung, daß in einer Fabrit 20-36 m. verdient| Dienstangestellten in ihrer Organisation unter sich bleiben. Dieser Inhalt der Bodenräume reiche Nahrung und ergriffen würden; im Gegenteil sei 20 M. der höchste Wochenverdienst. Der Standpunkt wurde von Fräulein Koschniti, Herrn Weinauch den Dachstuhl des Hauses Nr. 4. Die erste Compagnie Streit sei feineswegs im Erlöschen begriffen, sondern nehme immer hausen, Fräulein Czech und Herrn Tischendörfer bekämpft. unter Leitung des Brandmeisters Bliesener griff sofort mit mehreren noch en Ausdehnung zu, und bilde sich mehr und mehr zu Die Unterstützung der Forderungen der Dienstboten durch die guten Schlauchleitungen über die vollständig verqualmten Treppen mit einem Kampf des Unternehmertums gegen die Arbeiterschaft Herrschaften könne für die Bewegung nur von Vorteil sein. zwei großen mechanischen Leitern an. Unausgesetzt wurde längere aus. Zum Schluß wies der ferent darauf hin, daß die Kau- erörterte ferner die Frage der Stellenvermittelung. Beit träftig Waffer gegeben und gegen 7 Uhr die Macht des Feuers tabat händler viel dazu beitragen fönnten, den lungsstelle des Vereins der Dienstherrschaften und Dienstboten hat gebrochen. Die Entstehung des Feuers ist nicht ermittelt.3m von der Berliner Gewerkschaftsfommission verhängten Boytott die auf sie gefeßten Hoffnungen nicht gerechtfertigt. Viele Mädchen, Equitable- Palast, Friedrichstr. 59, mußte gestern ein Kellerbrand wirksamer zu gestalten, und daß die fünf Firmen, die bes die als Vereinsmitglieder Anspruch auf ihre Benutzung haben, gehen gelöscht werden. Es schweben deshalb jeyt VerIn der Wilhelm Stolzestraße brannte willigt haben, von denen zwei sefonders große und leistungsfähige doch zu der Stellenvermittelerin. Gras u. a. auf dem freien Felde. Durch die Ent- feien, wohl im stande wären, den an sie gestellten Anforderungen handlungen mit Herrn Dr. Freund wegen Schaffung eines paritäti zündung von Petroleum tam in schen Nachweises für alle Dienstboten und Herrschaften, nicht bloß in einer Drechslerei in der zu genügen und ihre Betriebe noch erweitern tönnten. Boppstr. 5 Feuer aus, das zum Glück bald gelöscht werden konnte. In der Diskussion wurde unter anderm auch auf die Qualität für Vereinsmitglieder, der dem Centralverein für Arbeitsnachweis Wohnungsbrände wurden aus der Schlesischenstraße 21 und Rüders- der Fabrikate eingegangen. Ein Redner pries Hanewader als einen angeschlossen werden soll. Herr Tischendörfer befürwortete dies dorferstraße 59 mittags gemeldet. Ferner wurde die Wehr noch nach weltberühmten" Mann, deffen Fabrikate teiner in derselben Güte Projekt und verwies noch auf die Schäden der privaten Berder Mühlenstr. 33, Hussitenstr. 44, der Pappel- Allee ohne Nummer nachmachen könne. Andrerseits wurde dagegen behauptet, daß mittelung. und andren Orten aus den verschiedensten Anlässen gerufen, so daß der Hanewaderie autabat teineswegs mehr Am Dienstag fand eine Mitgliederversammlung des Frauendie Züge in ununterbrochener Bewegung waren und fast gar feine Primaware sei, und auch der Referent stellte fest, daß es mit und Mädchen Bildungsvereins in Rigdorf statt. Herr Otto Ruhe hatten. der Güte dieses Produkts nicht weit her ist. Die Versammlung Grundmann hielt einen Vortrag über das Thema: Ein Blid in nahm schließlich zwei Resolutionen an. 1. Die folgende von der das Innere der Frau. Der Redner wies darauf hin, daß Kommission vorgelegte: Frauen oft aus Unwissenheit Krankheitserscheinungen nicht beachten. " Die Versammlung der Rautabakthändler( Gastwirte, Cigarren, Manche schwere Operation würde vermieden, wenn die Frauen bei und Tabakhändler) Berlins verurteilt auf das entschiedenste die sich und ihren Töchtern rechtzeitig einen Arzt zu Nate ziehen würden. Handlungsweise der Rautabat- Fabrikanten Nordhaufens, die bis jetzt unzweckmäßige Kleidung( Roriettragen) trägt sehr viel zur Entstehung allen Bestrebungen sowohl der Arbeiter Nordhausens als auch des der sogenannten Frauenleiden bei. Bei den mannigfachen dortigen Einigungsamts und auch den Bemühungen des Ausschusses Verrichtungen, welche die Frau als Näherin, Handlungsgehilfin FabrikIn der heutigen Aufführung Der Prophet" in der der Berliner Gewerkschaftskommission Troß geboten und da- arbeiterin, auszuführen hat, verhindert das Korsett das richtige Atmen. Morwiz Oper im Schiller Theater singt Harriet Beham bom durch gezeigt haben, daß es ihnen nur um eine Machtprobe zu thun Die Frauen müßten nicht erst auf eine Pariserin warten, welche das Breslauer Stadttheater die Fides". Die neue Einsturz- Dekoration ist, indem fie, die doch selbst in einer Organisation vereinigt find, Storfett und die Schleppe verbietet, sondern selbst zweckmäßige im 5. Aft ist vom Maschinenmeister Eugen Richter. Morgen, Sonn- dem andern Teil jedes Recht zur Organisation unmöglich zu machen Kleidung tragen. abend, tritt Heinrich Bötel zum erstenmal als" Manrico" auf, willens sind. Reicher Beifall und lebhafte Diskussion zeigten, Leonore" fingt Henny Borchers," Acuzena": Frieda Hawliczed, daß der Vortrag den zahlreich Erschienenen sehr interessant war. Die Versammlung erklärt deshalb den von seiten der Berliner " Graf Luna": Otto Goritz. Der Bericht der Kaifiererin zeigte eine Einnahme von 188,95 M. Gewerkschaftskommission verhängten Boytott für gerecht und eine Ausgabe von 95,20 m. Der Kassiererin wurde Decharge fertigt und verpflichtet sich, diesen Boykott mit erteilt. Ferner wurde bestimmt, am Mittwoch, den 17. Juli, uach allen Mitteln zu unterstützen und zur vollständigen dem Botanischen Garten zu gehen. Treffpunkt Bahnhof HermannDurchführung bringen zu helfen, und zwar so lange, als die Be- straße, mittags 1 Uhr. dingungen des Einigungsamts nicht anerkannt werden und der Revers nicht zurückgezogen wird." Theater. Im Metropol Theater ist die Ausstattungspoffe" Der Zauberer am Nil" neu einstudiert jezt wieder auf dem Repertoire erschienen. In der bekannten tomischen Darstellung übt das Stück auch heute noch seine Wirkung aus. Ganz vorzüglich debütierte Frl. Annie Tharau in der Rolle des Lehrlings; auch die Herren Jülich, Hummel und Steiner thaten ihr Bestes. " Aus den Nachbarorten. 2. Folgende von Wilh. Börn er eingebrachte Resolution: = Vermischtes. The Centralfrankenkasse der Tischler und anderer gelverblicher Arbeiter, Verwaltungsstelle Johannisthal 2c. feiert heute mit Konzert, turnerischen Aufführungen 2c. das Fest ihres 25jährigen" Die versammelten Händler erwarten von den KautabakJubiläums und ersucht die Arbeiterschaft, sich zahlreich hieran zu Fabrikanten in Nordhausen, welche den Schiedsspruch des Gewerbebeteiligen. y gerichts bis zur Stunde noch nicht anerkannt haben, daß sie es genug sein lassen mit dem grausamen Spiel, d. h. ebenfalls den SchiedsUeber die Typhusepidemie beim 2. Bataillon des achten Eine Versammlung des Vereins Schöneberger Wohnungs- spruch anerkennen. Aus der legten veröffentlichten Aeußerung be- Bayrischen Infanterie- Regiments in Me meldet die mieter nahm gestern zur Frage der Wohnungsnot folgende von fagter Fabrikanten glaubt die Versammlung entnehmen zu können, Münchener Korrespondenz Hoffmann": Seit dem 26. Juni konnten Herrn Dr. Maurenbrecher eingebrachte Resolution an:" Die daß dieselben sich nur nicht mit Arbeitern oder deren Abgesandten von den in Bestand verbliebenen 101 Rekonvalescenten wieder 43 Heute im Klubhause stattgehabte Versammlung des Vereins einlassen wollen. Aus diesem Grunde ermächtigt die heutige als genesen entlassen werden. Von den noch in Lazarettpflege Schöneberger Wohnungsmieter richtet an den Magistrat und die Versammlung die Kollegen Cigarrenfabrikanten De hand, befindlichen 58 Retonvalescenten find 8 im Garnisonlazarett MegStadtverordneten- Versammlung die dringende Bitte, daß fie jede sich Butry und Sperber mit den besagten Fabrikanten auf ihnen Stadt, die übrigen 50 zu ihrer weiteren Erholung in den Baracken bietende Gelegenheit benußen möchten, neues Bauterrain für die Stadt geeigneter Weise in Unterhandlung zu treten behufs des Garnisonlazaretts Mez- Montigny untergebracht. zu erwerben und dann dies Terrain an gemeinnügige Bau- Gesell- Beendigung des Ausstandes. Die drei Genaunten haben schaften oder Genossenschaften zu mäßigem Pachtzins in Erbbau die Berliner Kautabakshändler, ebenfalls auf ihnen geeignet ervergeben. Die Versammlung richtet weiter an die Schöneberger fcheinender Weise, von dem Erfolg in Kenntnis zu sezen." Mieter die Aufforderung, bei den kommenden Stadtverordneten- 3. Wurde noch ein von Stiefel beantragter Busaz angenommen, wahlen nur solche Kandidaten zu wählen, welche einem derartigen der lautet:„ Die Versammlung verpflichtet sich, um den Boykott Vorgehen der Stadt zuzustimmen sich bereit erklären." sammlungen einzutreten". wirksamer zu gestalten, für die bezirksweise Abhaltung von Verwählten Kommission überlassen. Alles weitere wurde der bereits in einer Borbesprechung geDie Stadtverordneten Versammlung in Schöneberg ist dank der gefeßlichen Begünstigung des Grundbesitzertums aus 41 Hauswirten und 6 Mietern zusammengesetzt. Sie wird der Resolution daher bolle Sympathie entgegenbringen. In dem zum Typhushospital umgewandelten Schulsaal in Sastenrath bei Düren liegen 12 männliche und 14 weibliche Personen, darunter 6 Kinder, typhuskrank danieder. Auch in Privatpflege sollen sich noch einige typhustrante Personen befinden. Jedenfalls übersteigt die Zahl der Erkrankten 30 nicht. Die vom Typhus ergriffenen Personen wohnen in ein und derselben Straße, was die Vermutung rechtfertigt. daß es sich bei der Epidemie um eine lokale Entstehungsurfache handelt. Alles deutet darauf hin, daß die Epidemie ihren Höhepunkt überschritten hat. " Brückeneinsturz. In der Nähe von Caiemné( Rumänien) Die Wohnungsmifere in Groß- Richterfelde wird mit jedem Der Verein deutscher Schuhmacher( Zahlstelle Berlin) hielt stürzte die über den Oltfluß führende Hängebrücke ein. Auf derselben Tage fühlbarer für die befißloſe Klaſſe und zeitigt immer traffere am 10. d. M. eine gut besuchte Generalversammlung ab, um den befanden sich während des Einsturzes eine Menge Personen, die Nur 7 davon konnten gerettet werden. Stegliger- Straße, ein arbeitsamer Mann", wie ein Lokalblättchen abrechnung entgegen zu nehmen. Die Einnahmen für die Central- Die Zahl der Ertrunkenen ist noch nicht festgestellt. hervorhebt, wegen rückständiger Miete samt seiner Hochschwangeren fasse belief sich auf 3186,85 M., die örtlichen Verwaltungsausgaben Frau und 5 Kindern auf's Straßenpflaster geworfen. Alle Be- betrugen 516,26 M. Die Einnahme des Lokalfonds pro I. und wird, sind bei Litorka in der hohen Tatra zwei Wiener BankAbsturz. Wie der Frankf. 8tg." aus Budapest telegraphiert mühungen der bedanernswerten Familie, ein Obdach zu erhalten, II. Quartal betrug 8210,65 M. Davon wurden 7159,55 W. für institutsbeamte bei einer Bergpartie abgestürzt und sofort tot gewaren vergebens. Es blieb nichts weiter übrig, als an die Streikunterſtügung verausgabt. Die Gesamtausgabe für den steben- blieben. Polizei zu appellieren, welche die ganze Familie im Amts- wöchentlichen Kampf der Arbeiter der mechanischen Schuhwaren: Die Best. Aus Marseille wird gemeldet: Unter den im Hofpital gefängnis des vornehmen" Villenortes unterbrachte. In einer fabriken gegen das Unternehmertum beziffert sich auf Gefängniszelle schenkte die arme Frau einem Kinde das 39 297,91 Mart. Außer der aus dem Lokaloids ge zu Frioul in Behandlung befindlichen arabischen Heizern ist seit Leben. Ein einziges Wort der Stritit könnte den Eindruck, den dieses flossenen Summe hat die Centralverwaltung 26 005,51 M., gestern ein Todesfall an der Pest vorgekommen; an Bord des Kulturbild" auf jeden machen muß, bei dem die Gier nach Gold die Berliner Gewerkschaftskommission 6077,85 m. zur UnterGabare", wo die gefunden arabischen Heizer untergebracht sind, ist nicht den letzten Stest menschlichen Gefühls erstickt hat, nur abstützung des Stampfes beigetragen. Außerdem wurden den Aus- jedoch kein neuer Erkrankungsfall festgestellt worden. Der Ge schwächen. Die Gemeindevertretung von Groß- Lichterfelde besteht nur aus Gewerkschaftskartell 50 M. überwiesen. Nach Erledigung einiger, auf gefeßt gut. ständigen von den Schuhmachern in Posen 5 M. und dem Weißenseer fundheitszustand der Passagiere und der Schiffsmannschaft ist fortGrundbefizern, für die eine Wohnungsnot ebensowenig die Streifabrechnung bezüglichen Anfragen wurde dem Kassierer einexistiert tvie eine andre Not. Und vielleicht empfindet stimmig Decharge erteilt. man es in gewissen Kreisen sogar als selbstverständlich, Nach längerer Diskussion beschloß die Versammlung mit großer das für Elemente", deren traurige Lage es nicht einmal gestattet, Majorität die Uebernahme der von einigen Kollegen errichteten die bescheideeen Ansprüche eines Hauswirts zu befriedigen, das Ge- Betriebswerkstatt. fängnis als angemessenster Aufenthaltsort zu betrachten ist. Für die Arbeiter am Orte ist dies aber eine ernste Lehre; mögen fie mehr als bisher zum Klassenbewußtsein erwachen und sich insbesondere auch jene Leute aus dem andren Lager genau ansehen, die in den Arbeiterversammlungen mit ihrem angeblichen„ warmen Serzen" für die Arbeiter haufieren gehen und daneben am eifrigsten für schwarze Listen und, Wahlentrechtung agitieren. " Derlammlungen. Marktpreise von Berlin am 10. Juli 1901 nach) Ermittlungen des tgl, Polizeipräsidiums. D.-tr. Kartoffeln, neue, D- Ctr.| 12, Rindfleisch, Keule 1 kg Weizen, gutt mifiel gering Wegen der vorgeschrittenen Seit wurden sodann die weiteren Punkte der Tagesordnung zu einer am Mittwoch, den 17. d. M. statt- Roggen, gut findenden zweiten Versammlung vertagt. bo. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Eier 7, 1,60 1,20 " 1,30 1" " " " 1,60 1,20 mittel 1,60 1,10 " " " gering " 1,60 1,10 * Berste, gut 16,- 14,90 2,60 2, mittel 14,80 13,70 60 St 4. 2.40 " " 13,60 12,50 24 Starpfen 1 kg 2, 16,20 15,40 Aale 2,80 1,40 15,30 14,60 Bander 2,80 1,20 Hechte 2,40 1,20 1,80 0,80 2,40 11,40 0,80 gering afer, gut mittel gering Nichtstroh en Grbsen Binien 14,50 13,80 7 ,. 6,50 Barsche R Speiset ohnen 45, " 25, 70,- 30, 7, 4,80 Schleie 40, 25, Bleie Krebje * Frei Wagen und ab Bahn. per Sajot 16- 3, Die Musikinstrumenten Arbeiter hielten am 8. d. M. eine öffentliche Versammlung im Gewerkschaftshause ab. Scheffler referierte über das Thema: Central- oder Lokalorganisation. Er trat für die Centralisation ein. Die meisten Diskussionsredner stimmten ihm zu, nur zwei Redner vertraten den lokalistischen Standpunkt. Schließlich wurde folgende Resolution mit allen gegen vier Stimmen angenommen: Die am 8. Juli im Gewerkschaftshause versammelten Musikinstrumenten Arbeiter erklären sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden. Eine stark besuchte Versammlung des Wahlvereine für Sie find der Ueberzeugung, daß nur durch den Anschluß sämtlicher ben zweiten Berliner Reichstags- Wahlkreis tagte am Mitt Musikinstrumenten- Arbeiter an den deutschen Holzarbeiter- Verband woch in Habels Brauerei. Reichstags- Abgeordneter& 8nbeil ber allmählichen Verschlechterung ihrer Lage Einhalt geboten werden sprach unter lebhaftem Beifall der Versammelten über:" Die Stadt- tann. Sie erklären sich gegen jede Sonderorganisation, die mur zur Schlesien vor, in denen es heißt, daß dort die Aussicht auf Sommer forn Produktenmarkt vom 11. Juli. Sente lagen Privatnachrichten aus verordnetenwahlen". Redner bespricht das neue Kommunal- Wahl- Bersplitterung der Kräfte führt und verpflichten sich, mit allen Mitteln fast ganz vernichtet ist. Was die von starken Winden begleitete Dürre gesetz und macht dann auf die Bedeutung der Stadtverordneten- dahin zu wirken, daß dem Unternehmertum eine geeinte, fest organi- nicht vernichtet hat", so heißt es in einem uns vorliegenden Schreiben, wahlen für den zweiten Wahlkreis aufmerksam. Reiner möge ver- fierte Waffe gegenübersteht. " bas haben der Wurm und die Made zerfressen; die einzige Rettung wäre säumen, die Wählerlisten einzusehen, damit rechtzeitig gegen die ausgiebige Nässe." Auf diese Nachrichten hin sowie im Anschluß an Nichteintragung Beschwerde erhoben werden kann. Ferner ist es not- Der socialdemokratische Wahlverein für Weißenfee und höhere Preismeldungen aus Nordamerika war der Getreidemarkt sehr feft, wendig, daß sich alle Barteigenossen, soweit sie nicht dem preußischen Umgegend hielt am 9. d. Wits. im" Prälaten" eine General- Weizen und Roggen 1 M. höher gehalten. Matteres Pest, Paris und Staatsverband angehören, naturalisieren laffen, 111 als versammlung ab. Der Vorsitzende Peudert erstattete den Halb- Biverpool blieb unbeachtet. In den Offertenverhältnissen hat sich nichts Preußen ihr Wahlrecht ausüben zu können. Die Bezirke, die im jahrsbericht und machte darauf aufmerksam, daß wir seit dem 1. Juli geändert. Mehl war gleichfalls fester. Safer still und unverändert, Mais zweiten Wahlkreise zur Wahl stehen, können mit leichter Mühe ge- den Vorwärts" in eigner Regie haben. Er ersuchte um tüchtige auf geringere Ernte- Aussichten in Amerika für Herbstlieferungen höher, wonnen werden. Thue ein jeder seine Pflicht als Parteigenoffe und Agitation für die Zeitung. Die Einnahme des Vereins nahe Sichten und loco schwach behauptet. Am Delmarkte war kein Geschäft. Die Mitgliederzahl als Wähler, dann wird das Proletariat wiederum neue Siege er betrug 658,05 M., die Ausgabe 516,04 m. ringen und verstärkt in das Stadtparlament trop des Dreiklassen- Wahl systems einziehen. In der Diskussion spricht Scholz im Sinne des Vortragenden und fordert zur regen Beteiligung an der am Dienstag, den 16. d. M. stattfindenden Flugblattverteilung für die Stadtverordneten wahlen auf. ist 465. Laut Kreisstatut werden an den Kreisvertrauensmann 33,80 M. abgeführt. Die Neuwahl des Vorstands ergab folgendes Resultat: a at, erfter, Stahlberg, zweiter" Vorfizender; Bautert, Staffierer; Wegner, Schriftführer; Neste, Gehr hardt, Ment, Gustavus, Wendt, Abteilungsführer; Winkler, Jacobs, Peudert, Revisoren; Kalister, Unter Partei- Angelegenheiten berichtet der Vorsitzende Genoffe Sittler, Bibliothekare. Die Ausgabe der Bibliothekbücher findet Werner über die Angelegenheit des Vereins Arbeiterpresse bezw. der jeden Sonnabend von 9-10 Uhr abends im Lokale Schmulz, Redacteure des Borwärts" betreffs Erhöhung der Gehälter. Fülle König- Chaussee 38, statt. als Breßkommissions- Mitglied verteidigt seine Stellung in der Angelegenheit. Genoffe Auer bemerkt, daß in dieser Angelegenheit volle Uebereinstimmung zwischen Parteivorstand und Preßkommission geherrscht habe. Man kann und darf den Redacteuren nicht das verweigern, was dem letzten Arbeiter gewährt wird. Ein Antrag des Genossen Fischer, die Debatte bis zur nächsten Versammlung zu vertagen, wird angenommen. Hierauf wurde die Versammlung ge schlossen, Aus der Frauenbewegung. Etwa 250 fast ausschließlich weibliche Dienstboten und einige Hausfrauen hatten sich am Mittwoch im Lotal Lutherstr. 31 versammelt, um einen Vortrag des Herrn Tischendörfer über die Notwendigkeit der Dienstboten Bewegung zu hören. Redner # " Witterungsübersicht vom 11. Juli 1901, morgens 8 Uhr. Stationen Wetter Stationen 1 heiter 19 aparanda 761 Still 1 heiter 20 Petersburg 2 wolfent 19 Cort 2 wolfen! 22 Aberdeen 765SO 3 hlb.bed. 17 Paris 761 NNW 2 516.bed. 18 Swinembe 765 Hamburg 767 NNO Berlin 765 NO Franff./M. 764 NO München Wien Windstarte 11 Wetter Temp. n. 6. Boto 1519 Regen 16 766 WSW 3bedeckt 17 764 9 2wolfen! 19 Wetter. Prognose für Freitag, den 12. Juli 1901. Trocken und zunächst meist heiter, sehr warm und schwül bei schwachen füdöstlichen Winden; später zunehmende Bewölkung. Berliner Wetterbureau. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, Donnerstag und Freitag von 7-9 1hr abends statt. W. N. 7. Kreatur heißt das Geschöpf. F. K. Die Stalizerstraße ist etwa 1850 Meter lang. Th. O. Melden Sie sich direkt schriftlich oder mündlich in dem Bureau der einen oder andern Gesellschaft. Ueber den„ Unterschied" werden Sie sich am besten nach und nach selbst klar werden. M. K. 4. 1. Nein. 2. Ja, thut er dies nicht, muß eine Interventionsklage erhoben und Einstellungsantrag gestellt werden.( Beispiel: Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Freitag, den 12. Juli. Opernhaus. Geschlossen. Schauspielhaus. Geschlossen. Nenes Opern Theater( Kroll). = Der Mikado. Anfang 8 Uhr. = Jm Trianon Theater:" Lebende Lieder". Anfang 8 Uhr. Im Garten: Täglich großes Konzert. Schiller.( Morwitz Oper.) Der Prophet. Anfang 72 Uhr. Deutsches. Geschlossen. Arbeiterrecht S. 432.) 3. Das verbleibt Eigentum der Frau.-P. Funt 77. Iftimmten Blatte bekannt zu machen. Diese Bekanntmachung braucht dem 1. Nein. 2. Ja. Alt- Nahnsdorf. 1. Nein. 2. Rebt beim Tode der Verpfänder persönlich nicht zugehen, fie muß aber den Namen des Ver 2. 3. 100. Sie müßten sich beim Bezirksphysikus Schulz, Tempelhofer zwei bis vier Wochen vor dem Verkaufstermin erfolgt fein. Schwester noch deren Kind, so erbt nur das Kind und sein Vater. pfänders und die laufende Nummer des Pfandbuchs enthalten und innerhalb M. Nein. Ufer 29 melden, um zur Ausbildung zugelassen zu werden. A. 8. Ja. N. F. 60. Ja. Ein Adoptionsvertrag bedarf der Bestätigung des A. P. Ja. Der gewerbsmäßige Pfandleiher ist berechtigt, das Pfand Amtsgerichts. Der an Kindesstatt Aunehmende muß mindestens 50 Jahre zum Zweck der Befriedigung seiner Forderung nach eingetretener Fälligkeit alt und mindestens 18 Jahre älter sein als das Adoptivkind. Jedoch ist des Darlehus zu verkaufen. Die Erlangung eines vollstreckbaren Schuld:| Dispension zulässig. Ist der Adoptierende verheiratet, so ist die Zustimmung titels oder die gerichtliche Ermächtigung zum Verkauf ist nicht erforderlich. feines Ehegatten erforderlich. Ferner ist bis zur Vollendung des 21. Lebens Der Verkauf ist in öffentlicher Auktion vorzunehmen. Ort und Zeit der jahrs des Adoptivfinds die Zustimmung der Eltern, falls das Kind ein eheVersteigerung sind unter allgemeiner Bekanntmachung der zu versteigernden liches, und der Mutter, falls das Kind ein uneheliches ist, erforderlich. Sachen in dem für solche Bekanntmachungen von der Polizeibehörde be: M. N. Fa. Urania Verband der Sattler und verw. Gewerbe. Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Unser Rhein. Invalidenstr. 57/62. Mitglieder Versammlungen. = Filiale 1: Sonnabend, den 13. Juli, abends 8½ Uhr, im Englischen Hof, Neue Roßstraße 3. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Brückner über: Arbeiterorganisationen und Unternehmerverbände. 2. Disfussion. 3. Verschiedenes. Tägl. Sternwarte. Filiale 2: Sonnabend, den 13. Jult, abends 8½ Uhr, Zoologischer Garten Täglich 5 Uhr nachmittags: Leffing. Die britte Estabron. An- Militär- Doppel- Konzert. 8 Berliner. Geschlossen, bei Schulze, Grenadierstraße 33. Filiale 3: Dienstag, den 16. Jult, abends 8½ 1hr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal 7. Filiale 4: Sonnabend, den 13. Juli, abends 8½ Uhr, im Tagesordnung: 1. Bortrag des Genoffen Dr. Weyl über: Reform Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal 1. des Krankenversicherungs- Gesezes. 2. Diskussion. 3. Antrag des Centralvorstands auf Erhöhung der Beiträge. 4. Verschiedenes. Filiale 5: Jeben Montag nach dem 1. u. 15. eines jeden Monats Residenz. Das blaue Kabinett. Anschen Leib- Grenadier- Regiments Filiale 6: Dienstag, den 16. Jult, abends 8½½ Uhr, bei fang 8 Uhr. Neues. Gastspiel des Meßthaler Ensembles. Die goldne Brüce. Anfang 8 Uhr. Kgl. Musik- A. Boettge. direktor Entree 1 Mark. Von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Mörschel, Jüdenstraße 34/35. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen erwarten Die Vorstände. Sonnabend, den 3. August: Central- Kranken- und Sterbekasse der deutschen Wagenbaner. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß 2371b unser Mitglied Joseph Weidlich am 10. d. M. verstorben ist. Die Be: erdigung findet am Sonnabendnachmittag 5 Uhr von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofs in Brit aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung Berlin 4. Kranken- und SterbeKaffe aller gewerblichen Arbeiter für Schöneberg und Berlin, 115. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater, Bruder und Schwager nach langem Leiden am Dienstag, den 9. Juli, nachm. 3 Uhr, verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag: nachmittag 6 Uhr von der Leichen: halle des Elisabeth- Kirchhofs, Prinzen [ 1974 Allee, aus statt. Fran Lonise Roede nebst Kindern. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Den Witgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Modelltischler Wilhelm Röde am 9. d. m. verstorben ist.[ 106/9 Die Beerdigung findet Freitagnachmittag 6 Uhr von der LeichenGeneral- Versammlung balle, Brinzen- life, aus flatt. am Sonntag, den 21. Juli, vormittags 10 Uhr, im Lofale von Krüger, Grunewaldstr. 110. Tages Ordnung: Weften. Der Regiſtrator auf Reifen. Kinder unter 10 Jahren die Hälfte Große Dampferpartie zum Sommernachtsball 1. Saljährliche Kaffenabrechnung. Anfang 8 Uhr. Secessionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 8 Uhr. Central. Gastspiel der acht japanischen Geisha aus Tokio. Die Geisha. Anfang 8 Uhr. Thalia. Gefchloffen. Carl Weiß. Undine. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Specialitäten im Garten. Belle Alliance. Gastspiel Konzert Thomas Koschats und der Wiener Hof- Opernsänger. Specialitäten im Garten. Metropol. Specialitätenvorstellung Castans Panopticum. Neu! Neu! Neu! Der Champion aller Billardkünstler Prof. Léon Goffard aus Bruxelles tritt täglich auf um 1/212 Uhr vorm., 5, 7, 8 Uhr nachm. Lebende Photographien, die eiserne Jungfrau usw. Der Bauberer am Nil. Anfang Prater- Theater 8 Uhr. Apollo. Specialitäten Borstellung. Frau Luna. Anfang 8 Uhr. Passage Theater. Damen Ringfämpfe. Specialitäten- Vorstellung. Anfang nachmittags 3 Uhr. Kastanien- Allee 7/9. Täglich: Aus dem Volke. Pasinge Panoptikum. Speciali Boltsstück mit Gesang und Tanz in täten Borstellung. 4 Bildern. ganan im Schloßpark Wilhelminenhof. Brillant- Feuerwerk, ausgeführt vom Kunstfeuerwerker Hrn. Massow. Abfahrt abends präcise 8 Uhr von der Stralauer Brücke 5, an der Waisenbrüde. Billet intl. Fahrt und Tanz 90 Pf. Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht Das Vergnügungskomitee. sind, gelten als verkauft. 2. Statutenänderung. 3. Verschiedene Kaffenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Um pünktliches Erscheinen ersucht 273/ 8* Der Vorstand. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Todes- Anzeige. Dienstag, den 9. Juli, verstarb unser Mitglied, der Schlosser NB. Billets, welche bis Sonnabend, den 27. Zult, nicht zurückgegeben General- Versammlung Willy Trispel. Schöneberg. 157/9 der Kranken- Unterstützungsund Begräbniskaffe der Lederzurichter Berlins ( S. H. Nr. 50), Sonnabend, 13. Juli, in Weimanns Klubhaus, Hauptstr. 5/6 5. Stiftungsfest des Verbandes der Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands. Reichshallen. Neumann- Bliemchen Auftreten der Excentric- Chansonnette Um 1 Uhr: Kaffeepause, während derselben mit seiner Gesellschaft. Anfang 8 Uhr. Urania. Zaubenstr. 48/49.( Jm Hedwig Döring, des Grotesque Somifers Paul Coradini, der Gebrüder Damm, Afrobaten. The Garays, RadFestrede, gehalten vom Genossen Knüpfer. Theatersaal Abends 8 Uhr: fahrer. Mr. Bartlings lebende Photo: Anfang 8 Uhr abends. Eintritt: Herren 50 Pf., Damen 25 Pf. Bahlreiche Beteiligung aller Verbandskollegen der Bahlstelle Schöneberg wird erwartet. Gäste willkommen. Unser Rhein". Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr. Sternwarte. graphien. Konzert unb Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Platz 50 Pf. Kalbo. Schiller Theater W. Noacks Theater. ( Wallner Theater). Morwig Oper. Freitagabend 72 Uhr: Der Prophet. Brunnenstraße 16. Täglich: Konzert, Theater- u. Das Komitee. Das Kassieren der Beiträge und zum Streitfonds fällt an diesem Sonnabend aus. Neue freie Volksbühne. 2% 43/7 Specialitäten- Borstellung. Sonntag, den 21. Juli, nachmittags 2 Uhr, im Schiller- Theater: Gr. Oper in 5 Atten v. G. Meyerbeer. Novität! Onkel Fallstaff. Novität Sonnabendabend 72 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel. Der Troubadour. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Bet halben Preisen: Zar und Zimmermann. Sonntagabend 7 Uhr: Die Zauberflöte. Montagabend 72 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel. Operetten Burleste in einem Aft von Opern- Vorstellung( Morwitz- Oper). Bolten- Bäders. Musik von R. Thiele. bon ,, Die Zauberflöte, Momoniae Over von Jm Saale: Tanzkränzchen. Schweizergarten W. A. Mozart. Starten für Mitglieder a 90 Bf., für Gäste a 1 M.( infl. Garderobe) sind in nachstehenden Zahlstellen, sowie beim Stassierer zu haben: G. Knapp, Grünthalerstr. 5. G. Schmidt, Trescowstr. 22. Ad. Löhr, H. Kommandantenstr. 62. Laura Behrend, Neue Jakobstraße 6. 8. Bobſtest, Stommander, folowsthfiraße 9. 3. Bech, Möckernſtr. 120. Th. Stampehl, Mariannenstr. 26. H. Köhn, Naunynstr. 83. H. Kaufhold, Am Königsthor. Am Friedrichshain Wrangelftr. 52. P. Gees, Nüdersdorferstr. 18. [ 150/11 J. A.: H. Neft, Kassierer, Georgenkirchstr. 47, I. Täglich: Central- Theater. Konzert, Theater, Speciali- Max Kllems Sommer- Theater Heute Anfang 8 Uhr. Letzte Woche des Gastspiels der 8 echt japan. Geishas aus Tokio. Zum 692. Male: Die Geisha. Operette in 3 Atten v. Sidney Jones. Einlagen im 1. und 2. Att: 1. Feierlicher Tanz. 2. Ballspiel- Tanz 3. Schmetterlings- Tanz. 4. Pfänder: fpiel Tanz. 5. Frühlingsfeier Tanz. 6. Schirm Tanz. 7. Erntefest- Tanz. 8. Siegesfeft- Tanz, ausgeführt von den 8 echt japanischen Geishas aus Tolio. Carl Weiss- Theater J Große Frankfurterstr. 132. Bolts Vorstellung. Undine. Anfang 8 Uhr. Parkett 1 Mart. Morgen: Die Zauberflöte. Im Garten: Konzert, Theater und Specialitäten Vorstellung. Anfang 5/2 Uhr. täten- Borstellung und Ball. Volksbelustigungen aller Art. Jeden Abend 10 Uhr: Moderne Don Juans. Reichshallen Heute und folgende Tage: Gastsp. des altberühmten Hasenheide 13-15. Täglich: Artistische Leitung: Paul Milbitz. [ 16492* Gr. Konzert, Theater- u. Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Jeden Donnerstag: Glite- Tag. Kinderfefte. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 Hochelegante Regelbahnen, Würfelbuden, Konditorei, Blumenstand 2c. Sonntag, Montag und Donnerstag in den Sälen: Familien- Kränzchen. Neumann- Cossmann Konzertgarten Bliemchen mit seiner Gesellschaft. ( Herren Bliemchen, Horvath, Gipner, Tieck, Zimmermann, Feldow und Ledermann.) Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Am 1. August: Wiederbeginn der Soireen der Stettiner Sänger. Metropol- Theater. Sanssouci W., Behrenstrasse 55-57. Der Zauberer am Nil. Im Garten: Täglich: Hoffmanns Ausstattungsoperette in 3 Bildern Nordd. Sänger und das sensationelle JuliSpecialitäten- Programm Rauchen überall gestattet. Anfang 8 Uhr. Apollo- Theater Vollständig neues und Konzert. Anfang d. Konzerts 5 Uhr, der Soiree 7 Uhr, Wochen: tags 6 Uhr, d. Soiree 8 Uhr. Entree 30 Pf. Sonntag, Montag und Donnerstag: Tanzkränzchen. Wochentags Vereinsbillets gültig, Tanz frei. Brauerei Specialitäten- Programm! K. Gregory, Frau Luna Luftballett Grigolatis. Badstr. 67 u. Hocnstr. 21-24, Defonom H. Vopel. Puhlmanns Streuzbergstr. 48, an der Staybachstraße. Vaudeville- Theater Jeden Sonntag Frei- Konzert und Ball. Montag und Donnerstag: Schönhauser- Allee 148. Täglich: Große Theater und Specialitäten- Vorstellung. Nur Kräfte ersten Ranges. Grosser Erfolg! Grosser Erfolg! Hamburger Susanne im Bade. Sänger. Freitag: Norddeutsche Sänger. Während der Ferien ermäßigt. Entree. Entree 20 Pf. Große Ausstattungsoperette. Wochentags 5 Uhr. Anfang: Sonntags 4 Uhr. F. Lehmann, Direktor. Borzugstarten 10 Bf. Nachzahlung, Ostbahn- Park. I für alle Soireen gültig. W. Münzers Ball- Salon und Garten Rixdorf, Knesebeckst. 113, Hermannst. 119, empfiehlt seinen Saal( 600 Person. faffend) und schönen Natur Garten zu Festlich feiten und Versammlungen. Jeden Sonntag: BALL. Honig! Oldenb. Bienenhonig, beste Qualität, vers fendet 9 Pfd. netto zu 6,50 M., 5 Pfd. netto Empfehle meine hocheleganten zu 4 M. fr. Nachn. Gar. Zurüdn. 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Zahlstelle Berlin II. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege 143/9 Karl Lüdecke Boyenstr. 28, am 9. Juli verstorben ist. folle der Generalversammlung Ehre seinem Andenken! am Donnerstag u. Freitagabend Die Beerdigung findet heute nach: dieser Woche zur Verteilung ge- mittag 4 Uhr von der Leichenhalle laugen. Die Vertrauensmänner der des Augusta- Hoſpitals aus nach dem Bauten haben sich zu dem zweck mit Friedhof der Gnaden- Gemeinde, Barden Mitgliedsbüchern der Kollegen fusstraße, statt. zu versehen und in der Zeit von 6-8 Uhr bet Preuß, Neue Friedrichftraße 20, einzufinden. Nur gegen Vorzeigung der Mitgliedsbücher wer den die Protokolle ausgehändigt. 196/5 Der Vorstand der Filiale Berlin. Herren- Anzüge, auch fertige Garderobe am Zager, liefert J.Kurzberg, Teilzahlung gestattet. Paletots u. Maß, eleg. Ausführung, Landsbergerstr. Eine Million Um rege Beteiligung ersucht Die Verbandsleitung. Verband der Möbelpolierer. Am 9. Juli verstarb unser Kollege Johann Johann Grasnickel im Alter von 56 Jahren. Die Beerdigung findet am Sonn abend, den 13. Juli, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle der Emmaus- Gemeinde in Nixdorf, HerDer Vorstand. Wanzen ohne Gnade mitsamt der 147/11 Der Brut sofort und gründlich beseitigt mein Wanzenfluid in Fl. 50 Pf. 1. 1 t. Sprizapparat 50 f. Schwaben mit der Brut schnell Centralverband der Elektromein Schwabentod. Dose 50 Pf. und monteure u. Berufsgenossen und für immer beseitigt 1 Mf. Radikaler Erfolg. Motten, Flöhe, Fliegen, Ameisen, Blatt: länse vertilgt sicher mein Special: mittel. Garantiert nur direkt beim Erfinder Georg Pohl, Droguerie, 19298* Berlin, Brunnenstr. 157. Für 30 Mark fertige feine Anzüge nach Maß, für 30 Wt. ff. Sommer- Baletots nach Maß, für 10-12 Wt. feine Hosen nach Maß. Riesenstofflager Krausenstr. 14 1, tein Laden. Deutschlands. Sektion Berlin. Den Mitgliedern die traurige Nach richt, daß unser Kollege Alwin Vieweg [ 58/16 am 9. b. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet heute, Freitag nachmittag 3/45 Uhr von der Zeichenhalle des Schöneberger Kirchhofs, Marstraße aus statt.( Treffpunkt 4%, Uhr Hauptstraße, Ecke Marstraße). Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand der Sektion Berlin. Kinderwagen- Bazar ,, Baby". 9, 12-75 Mk. 1. Invalidenstr. 160, an Brunnenstr. 2. Oranienstr. 81, an Adalbertstr. 3. Relie- Alliancestr. 107, am Blücherplatz. 4. Gr. Frankfurterstr. 115, an Andreasstr. 5. Brunnenstr. 92, an Rügenerstr. 6. Reinickendorferstr. 2 d- e, Wedding. 7. Beusselstr. 18, an Thurmstr. 8. Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 55. Sportwagen von 4,50-6,00-60 Mk. S, 15-100 MK, Riesen- Auswahl. Thellzahlung gestattet. Bei grösseren Raten Cassapreise. Liefer. d. Post- Spar- u. Vorschussvereins. Tel. Amt III. 1767. Kinderwagen, portwagen, Leiter und Ziegenbod wagen, Polsterbetten, Kinderklapp. ftühle, Triumphstühle, Krankenwagen für Erwachsene und Kinder, auch leibweise. Eiserne Bettstellen in jeder Größe. Größte Auswahl. 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Zu zahlreichen Besuch ladet ein 106/10 Die Kommission. Achtung, Parkettbodenleger! Montag, den 15. Juli: Große Dampferpartie nach Nedlik lautet: Die Krankenunterstützung wird für die Dauer der Krankheit gewährt; fie endet spätestens mit dem Ablauf der sechsundzwanzigsten Woche nach Be ginn der Krankheit, im Falle der Erwerbsunfähigkeit( Absatz 1 Biffer 3) spätestens mit Ablauf der sechsundzwanzigsten Woche nach Veginn des Krankengeldbezugs. Endet der Bezug des Krankengeldes erst nach Ablauf der sechsundzwanzigsten Woche nach dem Bezuge des Krankengeldes zugleich auch der Anspruch auf die im Absatz 1 unter Ziffer 1 und 2 be: zeichneten Leistungen. bet Potsdam. Abfahrt früh punkt 7 Uhr vom Café Gärtner( Bellevue). Beginn der Krankheit, so endet mit Deutsch. Metallarbeiter- Verband ( Verwaltungsstelle Berlin). Bureau: Engel- fer 15, 3immer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonnabend, den 13. Juli, abends 81/2 Uhr, im Lokal des Herrn Dieke, Ackerstraße 123: Vertrauensmänner- Konferenz für den Norden. Sonntag, den 14. Juli, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15: IF Versammlung § 18 Absatz 1 wird dahin geändert: An Sterbegeld wird den Mitgliedern gewährt: I. für Mitglieder der I. Klaffe 120 Mart, II. für Mitglieder der II. Klaffe 100 Mart, III. für Mitglieder der III. Klaffe 80 Mart. § 19 Satz 2 wird dahin geändert: In Unterstützungsfällen, welche der Gas-, Wasser- und Heizungs- Rohrleger und Helfer. innerhalb der ersten drei Monate der Tages Ordnung:. 1. Bericht der Agitationskommission. 2. Ergänzungswahl zur Kommission. 3. Verbandsangelegenheiten. 116/15 Sonntag, den 14. Juli, vormittags 10 Uhr, bei Wehel, Wrangelstraße Nr. 136: Morgensprache der Schraubendreher. Die Ortsverwaltung. Centralverband der Maurer 2c. ( Bezirk Süden.) Mitgliedschaft eintreten, wird jedoch die Krankenunterstützung bis zur Dauer von dreizehn( 13) Wochen nach näherer Bestimmung des§ 6 Abteilung II des Gesetzes, das Krankengeld im Betrage der Hälfte des durchschnittlichen Tagelohns, das Sterbe geld jedoch in dreißigfachen Betrage dieses Lohnsates gewährt. § 52 Abt. I Satz 2 wird dahin geändert: Der Rendant wird vom Vorstand unter Vorbehalt einer sechsmonatlichen Kündigung angestellt. Artikel II. Sämtliche von der Generalver: fammlung gefaßten Beschlüsse und Abänderungen treten mit dem Tage Sonntag, den 14. Juli, nachmittags 5 Uhr, im Lokal der Genehmigung in Kraft. des Herrn Ewald, Schönleinstr. 6: Versammlung mit Frauen. Tages Ordnung: 1. Vortrag über:" Die wirtschaftlichen Kämpfe einst und jetzt". Refer.: Frl. Imle. Nachdem gemütliches Beisammensein mit Tanz. Um zahlreichen Besuch bittet 143/ 8* Die Verbandsleitung. Tischler- Verein zu Berlin. Berlin, den 26. November 1900. Der Vorstand der Orts- Krankenkasse der Dach: decker Berlins. G. Krebs, 1. Borsigender. H. Apel, Schriftführer. Berlin, den 4. Juni 1901. Befchlu f. Der Bezirksausschuß hat be: schlossen, den in der Anlage enthaltenen Abänderungen des Statuts Am Sonnabend, den 13. Juli, abends 8½ 1hr, im Lokal der Orts- Krankenkasse der Dachdecker des Herrn Lippke, Melchiorstraße 15: Berlins in der aus der An: Iage ersichtlichen Fassung General- Derlammlung eine Suftimmung zu ertetlen. Tages Ordnung: 1. Raffenbericht vont 2. Vierteljahr 1901. 2. Bericht der Bibliothek. 3. Wahl eines Bibliothekars. 4. Rechnungslegung von der Dampferpartie. 5. Vereinsangelegenheiten. Das Mitgliedsbuch ist vorzuzeigen. Regen Befuch erwartet Achtung! Mitglieder der Der Vorstand. Achtung! Freien Volksbühne. Mittwoch, den 31. Juli, abends 8 Uhr, in Cohns Festsälen, Beuthstrasse 20/21: General- Versammlung. Tagesordnung: Geschäfts- und Kassenbericht, Bericht der Revisoren, Anträge, Verschiedenes. Der Zutritt zur General- Versammlung ist nur Mitgliedern gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte gestattet, die zu diesem Zweck aus der Zahlstelle abgeholt werden kann. Zahlstellenveränderungen. Die Zahlstelle No. 31, bisher bei Mörschel, Jüdenstr. 36, befindet sich jetzt in G. Weihnachts Restaurant, Grünstr. 20/21, nahe der Petri- Kirche. Die in der Zahlstelle No. 31 zahlenden Mitglieder werden ersucht, sich dort ihre Karten abzuholen. Nene Zahlstellen: No. 35 O., W. Henze, Cigarrenhändler, Petersburgerstr. 41. No. 36 SW., Quandt, Restaurateur, Belle- Alliancestr. 74a. Die Ausgabe der neuen Karten erfolgt vom Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. 20. Juli ab. 230/ 9* Jedes Wort: 5 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Gardinenrefte Große Frankfurterftraße 9, parterre. + 33* Die Genehmigung der Abänderung des§ 39 des Statuts ist als den gesetzlichen Bestimmungen wider: sprechend abgelehnt worden. Der Bezirksausschus zu Berlin, Abteilung II. Kayser. [ 23706 II C. 24./3 01. Orts- Krankenkasse der Möbelpolierer. Die vom Bezirksausschuß genehmigte V. Abänderung zum Statut der Kasse tritt am 15. Juli 1901 in Straft. ( Herabsetzung auf 26 Wochen.) Die Abänderungen können in den Zahlstellen sowie im Kaffenlokal in Empfang genommen werden. Berlin, 11. Juli 1901. 273/9 Der Vorstand. Köpenick. Anläßlich unsrer heutigen Abreise nach Riga( Rußland) sagen wir hiermit allen Genossen, Freunden und Bekannten ein herzliches Lebewohl. Köpenick, den 12. Juli 1901. Karl Eichler, Färber. Georg Geisler, Färber. 24 Achtung! IV. Wahlkreis( Osten). Sonntag, den 14. Juli 1901, in ,, Mentes Volksgarten", RöderStrasse 35-36, Lichtenberg und Landsberger Chaussee: Gr.Sommer- Fest bestehend in ww Grossem Konzert w w ausgeführt von 2 stark besetzten Kapellen. Massen- Gesänge Radfahrer- Reigenfahren- Grossartige athletische Volks- und Kinderbelustigungen, Aufführungen ausgeführt vom Athletenklub Armin) als: Kasperle- Theater, Karussell- Freifahrt, Sacklaufen, Eselreiten. Bei eintretender Dunkelheit: Grosser Kinder- Fackelzug wozu jedes Kind eine Stocklaterne gratis erhält. Grosser BALL. Die Kaffeeküche steht den geehrten Damen von nachmittags 2 Uhr an zur Verfügung. a Liter Milch 60 Pfennig. Eröffnung 2 Uhr. Anfang des Konzerts 32 Uhr. Billet 20 Pf. An der Kasse 25 Pf. Achtung! Gesangvereine des Ostens( Mitgl. des A.-S.-B.). Hiermit zur Nachricht, dass die Probe zum Sommerfest am Sonnabend, den 13. Juli, abends 82 Uhr, in Louis Kellers Festsälen, Koppenstrasse 29, stattfindet. Um zahlreiches Erscheinen wird gebeten. Achtung! [* IV. Wahlkreis( Südosten). Sonntag, den 14. Juli in Treptow, Joels Victoria- Garten ROGIOSO Ludwigs Park- Restaurant: Gr.Sommer- Fest bestehend in ww Grossem Konzert ww ausgeführt von der Fischer schen Symphonie- Kapelle. Gesangs- Aufführungen Turnerische Aufführungen. ausgeführt von Mitgliedern des Arbeiter- Auftreten des so beliebten Berliner Ulk- Trio. Sängerbundes. Kasperle- Theater bei freiem Entree. Bei eintretender Dunkelheit: Grosser Kinder- Fackelzug. Jedes Kind erhält beim Eintritt einen Bon zu einer Stocklaterne. In beiden Sälen: Grosser Ball. Die Kaffeeküche steht den geehrten Damen von 2 Uhr an zur Verfügung. Anfang des Konzerts 4 Uhr. Kassenöffnung 2 Uhr. Entree 20 Pf. Kleine Anzeigen. Nähmaschinenlager sämtlicher Große Vereinszimmer außer Softene, obe zabite, the Vermischte Anzeigen. Prae 183 parterre. ft. 10 * 19396 ftraße 7108* Unfallflagen, Invalidensachen, Cheverträge, Eingabengefuche, Schulze, 22535* Bergmannstraße 107. 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