Nr. 161. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illustrierter Sonntages Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Post ZeitungsPreisliste für 1901 unter Mr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. = Erscheint täglich außer Montags. Vorwürts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebüge beträgt für die fechsgespaltene Roloneta zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Bfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: " Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Sonnabend, den 13. Juli 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Politische Uebersicht. Berlin, den 12. Juli. mäßig großen Zahl der ermittelten Vergehen ist zu ersehen, überlassen, sich zu schützen, indem sie sich orga Die preußische Gewerbe- Aufsicht 1900, daß die Arbeitgeber der Kleinbetriebe vor nisieren und alle Uebelstände ihrer Betriebe durch ihre Sonntagsrevisionen sich ziemlich sicher Sonntagsrevisionen sich ziemlich sicher glauben. Vertrauensleute den Aufsichtsbeamten zur Kenntnis Die Jahresberichte der preußischen Regierungs- und Ge- Viele von ihnen handelten in thatsächlicher Unkenntnis über bringen! Die vom Staate zur Aufrechterhaltung der werberäte und Bergbehörden für 1900, die wir unmittelbar die Bestimmungen der Sonntagsruhe." Dieses Gefühl der Arbeiterschutzgesetze gestellten Beamten sind nicht in der Lage, nach ihrer Herausgabe bereits furz würdigten, sind wie die Sicherheit, wie die nach unsrer Meinung nur angebliche, nicht überall für Ordnung zu sorgen; dazu ist ihre Zahl viel zu schon früher erschienenen der andren Bundesstaaten bedeutend thatsächliche Unkenntnis der gesetzlichen Vorschriften herrscht gering ein Beweis, wie wenig es deni kapitalistischen weniger umfangreich als früher. Zum Teil wird dies da- auf allen Gebieten des Arbeiterschutzes bei den Unter- Stlassenstaate mit der Durchführung des Arbeiterschutzes durch veranlaßt, daß im Berichtsjahre keine vom Reichs- nehmern, und die Kleinbetriebe sind es zu allermeist, in denen ernst ist. Kanzler angeordnete Beantwortung von Specialfragen zu die Arbeiter ganz schußlos sind. Auch im Merseburger geben war, wie dies im Vorjahre betreffs der Frauenarbeit Bericht heißt es:" Bei den Sonntagsrevisionen handwerks- s der Fall gewesen; zum Teil sind auch unnötige Wieder- mäßiger Betriebe zeigte sich, daß dort Uebertretungen des holungen, die früher häufig vorfamen, vermieden und die Verbots der Sonntagsarbeit besonders häufig sind." statistischen Mitteilungen auf die Tabellen beschränkt worden. Uebrigens ist die Zahl der Betriebe, denen Sonntags. Liberale Feinde des Koalitionsrechts. In der freien Reichsstadt Bremen Doch dies alles ist nicht genügend, um die außerordentliche arbeit gestattet war, eine verhältnismäßig sehr große. wird den Arbeitern erstenmal eine die Kürze des diesjährigen Berichts der Gewerberäte zu erklären, Der diesjährige Bericht bringt zum eine die Ausübung des Koalitionsrechts praktisch unmöglich ges durch dessen Umfang nur 60 Prozent des borjährigen beträgt, wäh- tabellarische Zusammenstellung. In 667 Betrieben waren macht verständnisvolle Anwendung verkehrspolizeilicher rend der der Bergbehörden nur auf 80 Prozent des früheren für 1382 Sonn- und Festtage nicht weniger als Vorschriften seitens wohlinstruierter Polizisten. In der Bürger601 209 Arbeitsstunden bewilligt, sich schaft der deshalb Republik hatten Umfangs zurückging. Welcher Teil der Berichterstattung fort unsre Parteigenoffen gelassen wurde, darüber schweigen sich die Berichte aus, 53 812 Arbeiter, das sind 37 Proz. der in jenen Betrieben schon einmal gelegentlich des Holzarbeiter- Ausstandes selbst gegen genau so wie es nicht für nötig gehalten wird, mitzuteilen, gewiesenen Anträge betrug 96; sie hätte bei etwas weniger fach von der Straße zu weisen, um der Möglichkeit einer solchen strafBeschäftigten, beteiligen mußten. Die Zahl der zurück das Verfahren, Streitposten, welche in feiner Weise sich einer noch Die Zahl der zurück so geringfügigen strafbaren Handlung schuldig gemacht hatten, einwelcher Art die in den Vorbemerkungen erwähnte neue Anleitung zur Erstattung der Jahresberichte" ist. Sie Berücksichtigung der Unternehmer- Interessen bedeutend größer baren Handlung vorzubeugen, Protest erhoben. Wergebens. Man war von solchem Einfluß auf die tabellarischen Zusammen- sein müssen. Und die Sonntagsarbeit wäre noch umfang fuhr fort, dem§ 128 der Straßenpolizei- Ordnung eine Auslegung stellungen, daß diese mit denen der Vorjahre nicht verglichen reicher, wenn sie nicht seitens der Arbeiter durch zu geben, die eine derartige Schädigung der Interessen der werden können. Das ist sehr bedauerlich, weil dadurch der Selbsthilfe eingeschränkt würde, indem diefe, wie der streitenden Arbeiter ermöglichte. Deshalb hatten nunmehr unsre Maßstab zur Beurteilung der jetzt obwaltenden Verhältnisse Arnsberger Bericht meldet, sich immer weniger zu dieser Genossen folgenden Antrag gestellt. Arbeit geneigt zeigen und sie möglichst zu umgehen suchen". berloren geht. Würden die Aufsichtsbeamten Zeit und Lust haben, bei jeder Bewilligung der Sonntagsarbeit auch an Ort und Stelle nachzuforschen, ob dieselbe wirklich durch§ 105f der GewerbeOrdnung begründet ist, dann würden sie oft genug das Gegenteil davon erfahren. waren. denen ant " Die Bürgerschaft ersucht den Senat, die Polizeidirektion zu veranlassen, ihre Beamten dahingehend zu instruieren, daß dieselben den Arbeitern die Ausübung des durch§ 152 der Reichss Gewerbe- Ordnung gewährleisteten Koalitionsrechts nicht dadurch erschweren oder unmöglich machen, daß sie bei Lohnkämpfen ohne Veranlassung das Ausstellen von Streitposten verhindern und sor nach zu Gunsten der Arbeitgeber Partei ergreifen." Genosse Ebert begründete den Antrag in ausführlicher, In den Tabellen sind verschiedene praktische Aenderungen borgenommen, vor allem ist endlich unsrem so oft aus gesprochenen Wunsch willfahrt und eine Uebersicht über die Zahl der revidierten und revisionspflichtigen Betriebe gegeben worden. Danach waren im Jahre 1900: 132 201 revisions. pflichtige Fabriken u. dergl. vorhanden, in denen 2464 974 Der Mangel an Beamten hat auch zur Folge, daß diese Arbeiter beschäftigt wurden. Revidiert wurden 50 510 Fabriken, bei Unfällen nur sehr selten in der Lage sind, Unter- wirkungsvoller Rede. Die Herren des Reederparlaments machten es also nur 39 Prozent, so daß durchschnittlich eine Fabrit suchungen an Ort und Stelle vorzunehmen. Und ich leicht; sie redeten nicht viel, nur zwei der Herren redeten einiges von Sympathie für das Koalitionsrecht, aber die Streifenden gehen bolle 22 Jahre einmal revidiert wird. Daß doch liegt es auch im dringendsten Interesse der Verunglückten, in brutaler Weise gegen die Arbeitswilligen vorze. Dadurch, daß, brutales" es hauptsächlich die größeren Betriebe sind, in daß dies geschieht, da ja die von der Berufsgenossenschaft Vorgehen getroffen werden kann durch die Gewerbe Ordnung und denen Revisionen vorgenommen werden, ergiebt sich auch entsendete Vertreter nur die Interessen seiner Brotgeber" daß diefes Argument gar nichts befagt gegen die vollständige Ver daraus, daß in diesen 39 Proz. der Fabriken 1849 992 Arbeiter, im Auge hat und nicht die der Arbeiter. Daher kommt es hinderung der einfachen Beobachtung der Arbeitsplätze 2c. durch die das sind 75 Proz. der überhaupt beschäftigten, vorhanden denn, daß so vielfach die Verunglückten nicht in Besitz der Streifenden, was ein unentbehrliches Mittel zur Ausübung des ihnen eigentlich zustehenden Rente gelangen, sobald sich Koalitionsrechts ist, ließen sie sich nicht anfechten. Nur eine kleine Gruppe von Socialreformern fand sich, die zwar nicht für den social Es herrscht also noch die alte Misere, durch die der später Krankheiten entwickeln, die zwar eine Folge des Unfalls demokratischen Antrag stimmten, wohl aber folgenden eignen Antrag Arbeiterschutz in den weitaus meisten Fällen null und nichtig sind, aber von der Berufsgenossenschaft nicht als solche an einbrachten und vertraten: wird. Mindestens zweimal jährlich müßte jeder erkannt werden. Bei den Prozeßverhandlungen wird dann Nachdem das Reichsgericht erkannt hat, daß die Verordnung Betrieb besucht werden, nicht alle zweiundeinhalb Jahre ein auf das Protokoll des Unfalls Bezug genommen des Senats zu Lübeck, welche das Streifpostenstehen verbietet, mal! Freilich würde das eine Vermehrung des Aufsichts- und dieses ist nicht immer so gewissenhaft oder auch so sach- rechtsungültig ist, spricht die Bürgerschaft ihre Ansicht dahin aus, personals erfordern, für die der Militärstaat kein Geld übrig verständig, daß sich der Zusammenhang innerer Leiden mit daß den Arbeitern die Ausübung des ihnen durch§ 152 der ReichsGewerbe- Ordnung gewährleisteten Koalitionsrechts auch nicht das hat, zumal er ja vom Dreiflaffenhause nichts weniger als dem Unfall aus der Art desselben nachweisen ließe, während gedrängt wird, den Arbeiterschutz auszubauen. Zu den 27 Auf- bei alle forgfältiger Nebenumstände durch erschwert werden darf, daß durch einzelne polizeiliche Maßbeobachtenden nahmen das Ausstellen von Streikposten verhindert wird." sichtsbezirken ist im Berichtsjahre nur ein neuer durch Teilung Protokollierung sehr wohl dieser erste Bericht eine HandAber auch dieser fand keine Gnade bei den republikanischen größerer Kreise in der Provinz Hannover hinzugefommen; habe für den Verletzten bieten kann, damit er eine Rente Kapitalisten. Der socialdemokratische Antrag erhielt außer den das ergiebt ein Mehr von drei oder vier Beamten! Auch über erhält. Selbstverständlich liegt es ebenso im Interesse socialdemokratischen nur noch 3, der bürgerliche noch 14 Stimmen; die Beamtenzahl giebt der Bericht keine summarische Mit der Mitarbeiter des Verunglückten, vor Wiederholung beide waren damit abgelehnt. Das Parlament der Republik hat Wim teilung, wie sie in Bayern und Baden schon längst üblich. des Unfalls geschützt zu sein und auch das ist nur möglich, damit ausgesprochen, daß den Arbeitern zwar das Koalitionsrecht, Der Mangel an Beamten hat zunächst zur Folge, wenn rechtzeitig, das heißt möglichst sofort nach dem Unfall nicht aber dessen Ausübung gewährleistet ist. daß eine sehr große Anzahl von Verstößen gegen die Schutz- nicht nur der Vertreter der Unternehmer- Interessen, der Begeseze nicht gesehen wird und daher die Arbeiter der nicht auftragte der Berufsgenossenschaft, sondern der Gewerberevidierten Betriebe nach wie vor schutzlos bleiben. Außer Aufsichts- Beamte inspiziert. Im Regierungsbezirk Düssel. Die einheitliche Regelung der allgemeinen Schulpflicht für dem aber bildet er mit eine der Ursachen, daß die dorf hat, wie der diesjährige Bericht meldet, der Regierungs- Preußen soll jezt endlich durch einen Gesezentwurf erfolgen, Arbeiter fein Vertrauen zur Gewerbe Auf- präsident die Polizeibehörden angewiesen, von allen der im Kultusministerium ausgearbeitet worden ist und sicht fassen und daher auch, wie die diesjährigen Klagen der schweren Unfällen, sobald sie zu ihrer Kenntnis ge- bereits der Provinzialbehörden zur Begutachtung übersandt Beamten abermals beweisen, nur in verhältnismäßig verlangen, dem zuständigen Aufsichtsbeamten un- wurde. schwindender Zahl mit ihnen in Verbindung treten. Wie berzüglich, eventuell telegraphisch Mit- Ueber die wichtigsten Bestimmungen des Gesezentwurfs foll auch ein Arbeiter glauben, daß die Ge.teilung zu machen. Diese Anordnung hat sich dort wird mitgeteilt: werbe Aufsicht zu seinem Schute besteht, sehr gut bewährt, so daß 600 Unfälle mehr als im Vorjahre wenn er deren Beamte taum alle paar Jahre von den Aufsichtsbeamten an Ort und Stelle untersucht einmal zu Gesicht bekommt! Nur 7891 Betriebe wurden. Es ist daher zu verlangen, daß sie in allen Bevon den 50 510 revidierten sind in demselben Jahre zweimal zirken durchgeführt wird. Daß allerdings die ohnehin überund 3804 dreimal revidiert worden; in ihnen lagen besonders lasteten Beamten in der Lage sein werden, der Benachrichtigung ungünstige Verhältnisse vor. Wechselt ein Arbeiter innerhalb auch Folge zu leisten, ist leider nicht zu erwarten. jedes Jahres auch nur einmal die Arbeitsstelle, so fann es Der Mangel an Personal wird auch von den Aufsichtspassieren, daß er Zeit seines Lebens niemals einen Aufsichts. beamten selbst schwer empfunden. Der einzig richtige Weg zur Abbeamten zu Gesicht bekommt- und wir haben schon hilfe wird von den Regierungen noch immer nicht beliebt: außerordentlich viel Arbeiter gesprochen, denen das so daß Arbeiter als Hilfsbeamte beigegeben werden, erscheint erging. Der Mangel an Beamten zumal ist das Haupt- ihnen wie der erste Schritt zum Abgrund. Nun sollen ja den übel der deutschen Gewerbe Aufsicht und es ist Aufsichtsbeamten die Polizeibehörden zur Mithilfe # " außer dem Mangel an Geld für Kulturzwede auch dienen. Da aber die Gendarmen, Gemeindediener und Schutzdie Rücksicht auf das Unternehmertum, durch die er verschuldet leute keine Ahnung von den gefeßlichen Vorschriften haben, wird. Die Regierung will den Unternehmern die bei diesem Dienst in Betracht kommen, haben sie sich, nicht lästig fallen! Und daß diesen selbst das bischen wie die Aufsichtsbeamten oft genug beklagten, als völlig unGewerbe- Aufsicht, das heute ausgeübt wird, ein Dorn im zulänglich erwiesen. Im Potsdamer Bezirk benutzt nun Auge ist, darüber bringen die Berichte der Beamten oft genng feit zwei Jahren der Gewerberat die Wandersprechstunden, Beweise. Wie notwendig aber die Vermehrung des Personals die er in den verschiedenen Orten seines Bezirks abhält und und damit die Ausdehnung der Besichtigung auf die Klein- in denen Arbeiter niemals erschienen"- die Ursachen haben betriebe ist, dafür giebt diesmal der Bericht aus dem wir oft genug erörtert um die Ortspolizei. Regierungsbezirk Potsdam ein lehrreiches Beispiel. Die beamten im gewerbepolizeilichen Aufsichts. Beamten desselben wollten sich Kenntnis über die Inne dienst zu unterrichten. Er hält ihnen Vorträge über haltung der Sonntagsruhe in denkleinbetrieben gewerbepolizeiliche und hygienische Fragen und nimmt verschaffen und machten zu diesem Zweck am frühen Sonntag mit ihnen gemeinsam Revisionen vor. Der Aufsichtsbeamte morgen unvermutefe Streifen durch kleinere Anlagen und meint, daß seine Bemühungen gute Resultate gezeitigt haben Handwerksstätten ihrer Bezirke. Der Erfolg war, daß in und noch bessere zeitigen werden; das wäre im Interzu wünschen, 138 Betrieben 36 Vergehen gegen die Sonnesse der Arbeiter aber ferner auch, tagsruhe festgestellt wurden. Die Nicht- Sünder litten daß dieser Unterricht überall eingeführt wird. Ist die wahrscheinlich an Mangel von Aufträgen, sonst hätten polizeiliche Aufsicht auch selbst im besten Falle nur ein schwaches sie ebenso auf das Sonntagsruhegebot gepfiffen wie Surrogat, so ist sie doch besser als gar nichts. Im übrigen die andren. Der Beamte schreibt: Aus der verhältnis bleibt es nach wie vor hauptsächlich den Arbeitern allein Regelung der Schulpflicht. Die Schulpflicht beginnt mit dem( auf das se ch ste Lebensjahr folgenden Aufnahmetermin. Die Regierung fann den Beginn aus örtlichen Gründen bis zu einem Jahre, der Kreisschulinspektor aus persönlichen Gründen( wegen zurückgebliebener förperlicher oder geistiger Entwicklung) auf angemessene Zeit hinausschieben. Die Entlassung erfolgt mit dem auf das 14. Lebensjahr folgenden amtlichen Ent Iassungstermin. Ob die Entlassung einmal oder zweimal im Jahre stattfindet, bestimmt die Regierung. Bei mir einmaliger Entlassung im Jahre werden die Kinder auf Antrag der Eltern mit dem Schluß des ersten Halbjahrs entlassen, falls sie dann das 14. Lebensjahr bereits vollendet haben. Blinde und taub stumme Kinder sind der Schulpflicht unterworfen, so weit besondere Veranstaltungen für ihren Unterricht bestehen. Für taubstumme Für taubstumme Kinder dauert das schulpflichtige Alter bis zum vollendeten 16. Lebensjahre. Zum Besuch der Volksschulen sind die Kinder nicht verpflichtet, die im Inlande andre öffentliche Schulen besuchen oder von Hauslehrern nach einem mindestens die Ziele der Volksschule erreichenden Lehr plan unterrichtet werden. Schulpflichtige Kinder können der Schule zwangsweise auf Anordnung der Bezirksregierungen zugeführt werden, wenn sie ohne genügenden Grund die Schule beharrlich versäumen. Eltern oder ihre Vertreter, Dienst- oder Lehrherren die es unterlassen, die ihrer Obhut unterstehenden Kinder zum Schulbesuch anzuhalten, werden für jeden Tag der Versäumnis mit Geldstrafen von 10 Pf. bis 2 M., im Unvermögensfalle mit Haft von drei Stunden bis zu zwei Tagen bestraft. An Stelle der Haft kann die Leistung von Gemeinde- Arbeiten treten. Arbeit geber, die schulpflichtige Kinder während der Schulzeit beschäftigen, werden mit 1 bis 150 M. bestraft. Die Eltern oder ihre Stellvertreter find zur Beschaffung der Lehrmittel und des Materials für weibliche Handarbeiten verpflichtet. Andrerseits erfolgt die Beschaffung durch den Schulverband, der zur Zivangsbeitreibung der Kosten von den Eltern berechtigt ist. Daß für die Dauer der Schulpflicht jezt allgemeingültige Bestimmungen für das Königreich gesetzlich festgelegt werden, verschämt die 1 ist immerhin ein Fortschritt, wenn man bedenkt, wie z. B. in Riefenspekulation der Bollerhöhung agitieren zu können. Und um Der Gewährsmann des rheinischen Centrumsblatts, der sich Schleswig- Holstein der Termin der Schulentlassung die Dummen zu köbern, bietet der biedere christlich- germanische Bund über die Entrüstungsverschwendung deutscher Blätter im allgemeinen nach dem Muster der„ Lockmittel" in den Bazaren gleich und die der, Kölnischen Volkszeitung" im besonderen von den Schulbehörden zur Chikanierung der Eltern benutzt aufregt, löst übrigens seine Aufgabe, die Manneszucht der werden konnte, falls diese als Dissidenten ihre Kinder nicht vier Prozent Binsen an. Seute schreibt die" Germania" über diese agrarische Gründung: deutschen Truppen gegenüber den Verleumdungen der Hunnenbriefe fonfirmieren ließen. Während allgemein die Schulentlassung der Die Deutsche Tagesztg." hat die Notlage der Landwirte", möglichst herauszustreichen, herzlich schlecht. Er fühlt instinktiv, Kinder bei erfolgter Konfirmation nach Zurücklegung des die sich zum Bunde der Landwirte zusammengeschloffen daß es nicht angeht, eitel Lob auf die Scheitel der Chinakämpfer zu 14. Lebensjahrs erfolgte, wurde in manchen Fällen der erwähnten haben, bisher in so schwarzen Farben gemalt, daß man fast häufen, daß er das Licht durch geschicht verteilten Schatten heben Art die Schulpflicht bis zur Vollendung des 15. oder 16. Lebens- glauben möchte, die Herren fönnten nur angesichts des Deficits muß. Deshalb macht er gleich im Anfang folgendes denn doch etwas jahres ausgedehnt. Die Anrufung der Gerichte förderte in ihrer landwirtschaftlichen Betriebe von ihren Schulden und zu weitgehendes Geständnis: Gewiß sind von deutschen Soldaten und zwar folchen Fällen die widersprechendsten Urteile zu Tage. Im Hypotheken leben. Um so erfreulicher ist es, zu ſehen, daß felbft besonders im Anfang Grausamteiten begangen Junkerparadies, in Ost- und Westpreußen, erfolgte hin- in diefen notleidenden" Kreisen eine Sapitalansammlung worden. Das war nach gewissen, wohl verstümmelten oder mißgegen die Schulentlassung bereits mit dem Tage, an dem Spargroschen von Privatleuten, nennt es offizielle Korrespondenz des Bundes der Landwirte verstandenen Auslassungen und noch mehr nach der noch unglüc das Kind das vierzehnte Lebensjahr vollendet hatte, fich bemerkbar gemacht hat, die es dem Vorstande licheren Ausschlachtung derselben in Instruktionen, Trinkohne Rücksicht auf den Abschluß des laufenden Schul- des Bundes der Landwirte angezeigt oder als Be sprüchen usw. während der langwierigen und stofflosen Ueberjahres. Bedeutet die gesetzliche Festlegung einer dürfnis hat erscheinen lassen, eine genossenschaft- fahrt nicht anders zu erwarten. Die Soldaten mußten achtjährigen Schulpflicht im Vergleich zu den ursprünglich liche Centraltasse des Bundes der Landwirte" als bei der Landung meinen, jegt gelte es, blindbildungsfreundlichen Bestimmungen der schleswig- Holsteinischen eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht ins Leben zu lings drauf loszuschlagen, und je le mehr deſto besser. Dann aber waren auch namentlich im Anfang die Schulordnung auch gerade keinen kulturellen Fortschritt, so rufen. Dieses Bankinstitut des Bundes der Landwirte mit Verhältnisse in Tientsin und Umgegend derart, daß es einem schiebt sie wenigstens jeder Willfür einen Riegel vor. Ob beschränkter Haftung empfiehlt sich jetzt in einer öffentlichen BeMusketier schwer wurde, sich immer zu bezwingen: Ueberall die Dekanntmachung zur Berwahrung und Verwaltung von Depojiten freilich die Junker, denen wenigstens in etwas die zeitige gegen vier Prozent ginfen, wobei ein Finanzgenie, das den Beweise der scheußlichen Graufamkeiten der Chinesen, dazu nächt Ausbeutung des jugendlichen Landproletariers erschwert Spekulationsbanken" alle Ehre machen würde, vorsichtigerweise liche erneute Ueberfälle auf einzelnstehende Posten, Schändung der werden würde, ihr Volksbildungsinteresse nicht durch heftige im gleichmäßig fettgedruckten Tenor dieser Ankündigung das„ bis begrabenen Leichen usw., ferner das Bewußtsein, als Opposition befunden werden? fiegreicher Rächer in einem fernen halbwilden Lande aufzutreten, dessen Bewohner eine merkwfirdige Mischung von Verbrecher und Bestie und findlicher Guts mütigkeit sind." So it all Deutsches Reich. # 97 Dired " auf weiteres so nebenbei hat einfließen lassen. Selbst verständlich wird dabei die Solidität dieses Bantinstituts des Bundes der Landwirte, das jede Spekulation- natürlich nur ftatutengemäß ausschließe, in ein helles Licht gestellt, Der Kampf gegen die Fabrikinspektion. 9 die befchräntte aftpflicht der genoffenschaftlichen Central- Mehr als der Gewährsmann der Köln. Bolteztg." hier zugesteht, Im vorigen Jahre wollte ein Fabrikinspektor in München nach- kaffe des Bundes der Landwirte dagegen um so mehr im Schatten ist auch von den Veröffentlichern der Hunnenbriefe nicht behauptet Es sind Erzesse vorgekommen, Graufamkeiten begangen mittags 1/22 11hr eine Revision der dortigen Schülerien Belaffen. Aber was bedeutet heutzutage eine Haftiumme von worden. Metallwaren- Fabrit vornehmen und verlangte zu diesem des Bundes der Landwirte alle Depositen von ihren Mit- die ja meist nur von den gröbsten Selbstbeschuldigun ungefähr sechs Millionen Mart", wenn die Bank worden nichts andres berichteten auch die Zwecke Einlaß durch das Fabritthor. Der Portier verweigerte ihm gliedern auffangen und dazu noch Depots auch von stroßten und dadurch allerdings einen erschreckenden Maßstab für die den Eintritt mit der Begründung, daß der Betriebsleiter Ingenieur nichtmitgliedern, wie ausdrücklich hinzugefügt wird, an- fitliche Verwilderung durch den unſeligen Krieg lieferten. Daß Deisenhofer dies verboten habe. Der Fabrifinspektor mußte erst nehmen will! Man braucht in Bant- und Finanzsachen auch nicht nicht alle Soldaten sich an diesen Ausschreitungen beteiligten, einen Polizeibeamten holen, mit deffen Hilfe er dann Einlaß er gerade bis ins Kleinste bewandert zu sein, un es mehr als bewiesen ja schon jene„ Nicht- Hunnenbriefe", die ihrem Abscheu über Iangte. Deisenhofer wurde durch Strafbefehl zu durch Strafbefehl zu 15 Mart Geldstrafe( 30 Mark ist die Höchststrafe) verurteilt und diese auffällig zu finden, wie gerade die Bant des Bundes der vorgekommene Greuel Ausdrud gaben. Die Selbsttasteiung, der sich die Köln. Volksztg." durch die Strafe wurde auch vom Schöffengericht, das Deisenhofer anrief. Brozent zu verzinsen. Ein maßgebendes Urteil darüber über- Beröffentlichung der Zuschrift unterzieht, vermag also an unsrer Landwirte es fertig bringen will, sogar Depofiten zu vier aufrecht erhalten. Der Herr Betriebsleiter legte Berufung ein und laffen wir natürlich den maßgebenden Finanzmännern. Als ehemaligen Buffaffung der ostasiatischen Civilisationsarbeit nichts zu ändern. das Landgericht München I sprach ihn frei. Der in der Archivar" der Deutschen Bant würde man ja auch den Herrn Berufungsinstanz als Beuge vernommene Hausmeister hatte erklärt, Dr. Diedrich Hahn dazu halbwegs rechnen tönnen, aber seine Unter- Gesetz, Vernunft und militärischer Ehrenkodeg. Ueber wohl den Auftrag erhalten zu haben, durch das betr. Thor nur schrift fehlt auffälligerweise unter der Bantreklame des Bundes eine Duellaffaire, die im Februar d. J. im Reichstag zur Sprache Arbeiter einzulaffen, deshalb habe er auch dem Fabrikinspektor den Tam, giebt jetzt die Straßb. Bürgerztg." eine eingehende, Butritt zur Fabrik durch dieses Thor nicht gestattet, nicht aber deshalb, um eine unvermutete Revision zu verhindern. Deisenhofer redete jeher seine Mitglieder mit einer mehr als mangelhaften Rechnungs- Verlauf: Die„ Germania" weist auch darauf hin, daß der Bund seit hochinteressante Darstellung. Die Affaire nahm danach folgenden fich darauf hinaus, der Weg durch die Bureauräume seit der türzere; nehme der Fabrikinspektor durch diese seinen Weg, so sei es legung über Einnahmen und Ausgaben abspeist.ausgeschlossen, vor ihm etwa schnell etwas verbergen zu wollen. Es fei für ihn, den Angeklagten, als er den Auftrag an den Hausmeister gab, auch die Absicht mit bestimmend gewesen, nach der Revision( eine persönliche Aussprache über die gerügten Beanstandungen herbeizuführen. Das Berufungsgericht glaubte diesen Er will nicht glauben, daß die Regierungen gerade die ruhigsten Freiherr v. Thüngen referierte im Stile Ruprecht- Rauferns. fadenscheinigen Ausflüchten und kam zu dem freisprechenden Urteil Elemente des Staates zur Verzweiflung treiben wollen. aus der fonderbaren Erwägung, daß der Angeklagte durch seine Regierungsvertreter erklärte Ober- Regierungsrat Brettreich, fiber die Handlungsweise die Verpflichtung, die amtliche Revision zu geftatten, Borgänge bei der Ministerkonferenz in Berlin feinen Auf nicht verlegte, die Revision auch nicht verhinderte oder verzögerte schluß geben zu können, da die Beratungen streng geheim gehalten und aus der ferneren Erwägung, daß der Angeklagte berechtigt ge- werden müßten. Er könne aber bestimmt erklären, daß die wesen sei, von den Zugängen zur Fabrik einen bestimmten dem Fabrik bayrische Regierung nicht Erniedrigung, inspektor anzuweisen. sondern für eine angemessene Erhöhung der 8ölle vertreter, die bayrische Regierung sei bestrebt, die Höhe der eingetreten sei. Später bersicherte derfelbe Regierungs 3 ölle jo weit zu treiben als es möglich ist. Gegen dieses Urteil legte der Staatsanwalt Revision ein. Der Staatsanwalt beim Oberlandesgericht erklärte die Revision in formeller und materieller Hinsicht für begründet und stellte sich auf den durchaus richtigen Standpunkt, daß der Zwed der gefeßlich borgeschriebenen Revision nur erreicht werden könne, wenn fie un bermutet vorgenommen werden könne. Es fämen aber noch andre Gesichtspunkte in Betracht. der Landwirte. fürzlich im bayrischen Landwirtschaftsrat ihre BollAgrarische Sollforgen. Die bayrischen Junker" haben wünsche und Rollforgen lebhaft geäußert. Als Die übereinstimmenden Mitteilungen von sehr sachverständigen und Der Vorsitzende, Frhr. v. Soden Frauenhofen erklärte dann: orientierten Herren gingen dahin, daß die Lage seit der Zoll konferenz in Berlin total verändert sei. Bis dahin sei sie noch Es müsse die amtliche Revision im vollen Umfange nach jeder günstig gewesen, wenn sie auch vielleicht durch den Miniſterwechsel Nichtung gestattet werden. Wenn der Zweck der Bestimmung er- in Breußen schon etwas ungünstig beeinflußt war. Da sei es nun reicht werden soll, dann muß der Fabrik- und Gewerbe- Inspektor sehr betrübend, wenn ein Bayer im Gespräche mit Preußen die die Befugnis haben, die sämtlichen Räume seiner Kon- Antwort bekäme:" Ja, meine Herren, was wollen Sie denn, trolle zu unterstellen, nicht blos die Räume, welche fich beschweren Sie sich doch in Süddeutschland; von dort ist die abals Arbeitsräume im engsten Sinne des Wortes darstellen, in lehnende Stimmung gekommen." Diefe Anklage bezieht sich allerdings welchen der technische Betrieb erfolgt, sondern alle Räume, welche zu auf die süddeutschen Minister insgesamt, aber dem betr. Fabrikunternehmen in notwendiger Beziehung stehen. ohne Zweifel haben die bayrischen Minister ihr gut Teil daran. Außer den eigentlichen Arbeitsräumen im technischen Sinne gehören Die heutigen Aeußerungen des Regierungsvertreters hätten mit aller dazu noch Treppen, Verbindungsgänge und Hofräume und die Zu- Deutlichkeit zu erkennen gegeben, daß die Hoffnungen der and Ausgänge, die für das Arbeiterpersonal bestimmt find. Die Landwirte nicht erfüllt werden; von einer Erniedrigung Kontrolle foll insbesondere auch nach der Nichtung geübt werden, ber Rollsäge sollte doch überhaupt nicht geredet werden können und daß nicht die Räume der Fabriksanlage so beschaffen find, daß bei eine Erhöhung der Handelsvertragssäge halte er für selbstAusbruch von Bränden oder Paniken eine Gefahr für das verständlich. Leben und die Gesundheit der Arbeiter entsteht. Aus diesem Gesichtspunkte heraus muß der Fabrikinspektor auch in der Lage sein, die Zu- und Ausgänge der Kontrolle zu unterstellen. Entsprechend dem Autrage des Staatsanwalts wurde das freisprechende Urteil aufgehoben und die Sache an das Landgericht zurückverwiesen. Bei der Strafe von 15 M. dürfte es nach dieser Entscheidung des Oberlandesgerichts wohl bleiben, aber recht bezeichnend ist es doch, daß das Landgericht das erste Mal zu einer Freisprechung kommen konnte. Die Knebelung der Landarbeiter soll, nach einer Brivatmeldung der„ Berliner Neuesten Nachrichten", auch in Gotha geplant sein. Wie das Blatt meldet, würde die Regierung des Herzogtums dem Landtage nach deffen Wiederzufammentritt einen Gesetzentwurf gegen den Vertragsbruch der Land- und forstwirtschaftlichen Arbeiter zugehen lassen. Es ist zwar in Deutschland nichts derartiges unmöglich und nach dem bisherigen Vorgehen mehrerer Kleinstaaten im Zusammenhang mit den auch im preußischen Landtag laut gewordenen dreisten Forderungen nach völliger Verstlavung der Landarbeiter muß man annehmen, daß System in der Sache ist; doch soweit Gotha in Frage kommt, möchten wir borläufig doch noch an der Richtigkeit der Meldung zweifeln. Es " " Bei dem fächsischen Artillerieregiment Nr. 12 in Metz stand bis zum vorigen Herbst der Oberlieutenant H. Der Offizier hatte eine vollkommen tadellose Conduite; er war für China in Aussicht genommen und stand bei allen Ehren und Vergünstigungen, die das Regiment zu vergeben hatte, obenan. In etwa zwei Jahren hatte er die Beförderung zunt Hauptmann zu erwarten. Jm vorigen Sommer war beim Regiment ein junger Lieutenant eingestellt, der die fatale Eigenheit hatte, in der Betrunkenheit alle Selbstbeherrschung und gänzlich den Verstand zu verlieren. Bei einem Liebesmahl betraut sich der junge Manu wieder wurde, sinnlos und wie δαξ üblich ist, in einer Kiste in die Leichenkammer ge= tragen, wie man das für solche Fälle reservierte Zimmer fcherzend benennt. Gerade als die Kiste niedergesetzt wurde fuhr der Betrunkene aus seinem Taumel ein wenig auf und traf den Oberlieutenant H. mit einem Schlage am Kopfe. Weil es bisher allgemein üblich gewesen ist, in Fällen sinnloser Truntenheit der artige Geschichten mit einer Entschuldigung am andern Tage zu erledigen, legte niemand Gewicht auf den Vorgang. Es wurde ruhig weiter getafelt. Am andern Morgen schickte der Oberlieutenant H. einen Kameraden, der dem Ehrenrat des Regiments angehörte, zu dem jungen Manne mit dem Auftrage, fich zunächst zu vergewissern, ob jener sich des Vorganges noch erinnere, und weiter ihm zu sagen, daß die Sache dem Ehrenrat unterbreitet werden solle. Der junge Mensch wußte nichts von der ganzen Geschichte, stürzte aber sofort zum Oberlieutenant H. und bat diesen um Entschuldigung. Der Ehrenrat des Regiments, der trotzdem um sein Votum angegangen wurde, entschied einstimmig, daß sich der Oberlieutenant H. forrett benommen habe, daß die Geschichte mit der Entschuldigung erledigt und dem jungen Lieutenant X. eine Rüge zu erteilen sei. Die Entscheidung wurde vom Regimentskommandeur dem kom mait= dierenden General v. Treitschke in Leipzig unterbreitet. Der General erwirkte eine Order des Königs von Sachsen, durch welche der Spruch des Ehrenrats tassiert und die Sache zur Entscheidung an ein in Leipzig unter den Augen des Corpskommandeurs garnisonierendes Regiment gegeben wurde. Der Ehrenrat dieses Regimenrs entschied nun, daß sich Oberlieutenant H. nicht torrett benommen habe, weil er in der Form des Auftrags an den Kartellträger zu er tennen gegeben habe, daß ihm eine friedliche Erledigung willkommen sei. Der Oberlieutenant sei deshalb mit schlichtem Abschied zu entlassen. Der Oberst des Regiments Nr. 12 teilte diese Entscheidung den Offizieren des Regiments unter Zeichen tiefer Erregung mit und fügte hinzu, daß nach diesem Spruch es schwer fei, in Ehrensachen das Richtige zu treffent; ich tann Ihnen nur raten, meine Herren, fordern Sie in allen Fällen mindestens auf Säbel!" Jm wirtschaftlichen Ausschuß hätten sich die Vertreter der Landwirtschaft und der Industrie auf gewiffe Bollfäße geeinigt und diese in Berlin unterboten worden. Nochmals versicherte Ober Säße seien anscheinend in den jüngsten Verhandlungen der Minister regierungsrat Brettreich, die bayrische Regierung fei unbedingt für eine Erhöhung der Zölle eingetreten. ing 1 full and om du h Bestätigende Ablengnung der Hunnenbriefe. Bekanntlich war es die Kölnische Volts 8eitung", die feiner Zeit die alarmierende Meldung aus China veröffentlichte, daß die deutsche China- Armee mehr Mannschaften durch kriegsgerichtliche Verurteilungen wegen der fchwersten Ausschreitungen verliere, als durch den ob der Absender dieses Strieg selbst. Wir wissen nicht, Alarm- Telegramms identisch ist mit dem Beschwichtigungs- Hofrat, Die Sache flingt wie eine boshafte Satire auf die„ Offiziersehre" von dem jezt die„ Köln. Bolts- 3tg." eine vom 19. Mai datierte und den Duellunfug. Da die Angelegenheit speciell die Herren im Buschrift veröffentlicht, die den Kritikern des Hunnentums folgender- vornehmsten Rock angeht, können wir es uns ersparen, unmaßgebmaßen die Leviten lieft: liche Laienbetrachtungen über die Unvereinbarkeit eines solch " Möge man zu Hanse etivas mehr bedeuten, was für Mühen eigenartigen Ehrenkoder mit der civilen Vernunft und dem und Arbeiten unsre Soldaten in ihrer Gesamtheit hier ertragen, civilen Gesez anzustellen. Die Erregung des Obersten beweist freilich, anstatt mit großer Entrüstungsverschwendung daß sich noch nicht alle Offiziere jene Feinfühligkeit im Bunkte der aufeinzelnen Ausschreitungen herumzureiten." Ehre angeeignet haben, die die unwillkürliche Bewegung einer„ BierDie Zuschrift erzählt dann auch eine kleine Anekdote über den leiche" als blutig zu fühnende Ehrenkränkung empfindet. dürfte sich wohl mehr um einen Wunsch der auch in Gotha Ursprung der Hummenbriefe, deren Erfindung den Schwurzeugen Offizier weiß gleichwohl, was er der höheren Instanz schuldig ist: heimischen Agrarier handeln. Die Regierung des Herzogtums eines Khatiblattes vom Schlage des„ Kleinen Journals" alle Ehre Fordern Sie in allen Fällen wenigstens auf hat gezeigt, daß sie der durch die Landtagswahlfiege unfrer machen würde: Partei geschaffenen neuen Situation nicht völlig verständnislos gegenüber steht, sie hat vielmehr in den letzten Monaten schon in verschiedenen Fragen verständiges Entgegenkommen gezeigt und es ist nach der Zusammensetzung des Landtags auch nicht allzu wahr scheinlich, daß sie, falls sie wirklich einen solchen Gesezentwurf vor legte, die Zustimmung des Landtags dazu fände; das dürfte der Regierung auch klar sein. Jedenfalls wäre die Vorlegung solchen Entwurfs oder gar deffen Votierung durch den Landtag nur ein Mittel, die Erfolge unsrer Partei noch zu verstärken und zu bes schleunigen. Säbel." dod Ein Wir können uns hier des Verdachtes nicht erwehren, daß eine Menge dieser Hunnenbriefe dirette Fäl Chrouik der Majestätsbeleidigung8: Prozesse.id schungen sind. Vor längerer Zeit erhielt in Beting ein Vor der Straffammer in Greifswald wurde am 9. Juli Soldat ein ganzes Patet Briefe aus Europa; ein Schreiben bat ihn, sämtliche Briefe auf der gegen den domizillosen Tischler Ernst Kryszolm wegen MajestätsBelinger Post abzugeben, es sei für Sammler. beleidigung verhandelt. Der Angeklagte, deffen Water den Krieg Die Adresse war an ein schweizerisches( wenn ich nicht gegen Frankreich 1870/71 mitgemacht, inzwischen erwerbsunfähig und irre, Züricher) Bureau gerichtet. Nun find wir an ähn ohne Rente ist, hat eine heftige Aversion gegen die Feldzüge und liche Bitten äußerte im Laufe eines Gesprächs, wenn er nach Stettin fomme, werde er sich den Kaiser„ lapern". In dem Ausdruck tapern wurde eine Beleidigung gefunden und Angeklagter deshalb zu zivei Monaten Gefängnis verurteilt. lange ja schon gewöhnt, Ausland. Schweiz. " sid ted du jedoch durch irgend einen Umstand schöpfte ich Berdacht, man öffnete etliche von den Briefen, und siehe da, die ganze Sammlung bestand aus„ HunnenDiäten. Aus Berlin wird der Frankfurter Beitung" ge- briefen", die man auf diese Weise aus China zu beziehen geSollten nicht auch manche von den wirklich nach schrieben: Daß die Ablehnung des Diäten- Antrags für den dachte. Grafen Bülow eine Unmöglichkeit sei, glauben wir nicht, denn der Deutschland gelangten Briefen ähnliche Mystifikationen sein?" Begriff der Unmöglichkeit hat für einen verantwortlichen Staats- Wir erlauben uns die Gegenfrage: Sollte der augenscheinlich Zürich, 11. Juli.( Eig. Ber.) Jnmitten der Luzerner Festtage mann unter Wilhelm II. einen sehr engen Umfang. Graf Bülow zum 8 we de der Entdeckung eingefädelte Briefschwindel nicht hat thatsächlich aus eigner Ueberzeugung, allerdings nur in Brivat- etwa nur als Diskreditierung der echten Hunnenbriefe wegen in hat der schweizerische Bundesrat die nötige Zeit und die richtige gesprächen, sich für die Notwendigkeit und Rüglichkeit fceniert worden fein? Die" Hunnenbriefe", die in der deutschen Stimmung gefunden, dem türkischen Despoten in Konstantinopel zu bon Diäten ausgesprochen." Preffe veröffentlicht wurden, waren an Angehörige der Brief- liebe den in Genf wohnhaft gewesenen jungtürkischen Das beweist gar nichts! schreiber gerichtet und von diesen den Redaktionen übermittelt Journalisten Ali Fahri aus der Schweiz auszuworden, jede Mystifikation war dabei ausgeschlossen. Die bürgerweisen wegen angeblicher Beschimpfung und Bedrohung des Eine Brotwucher- Bant. Wir haben gestern bereits auf den lichen, zum Teil tonservativen Blätter, die ebenfalls Sultans und feiner Regierung und offenbar auch wegen der damit famosen Versuch des Bundes der Landwirte hingewiesen, ihre eine ganze Anzahl Hunnenbriefe zum Abdrud brachten, teilten im Zusammenhang erwähnten Behauptung, daß der türkische Ge Genossenschaftskasse zu gründen". Sie stellen an die Vertrauens- meist sogar die des Absenders und fandte von seiner Regierung 140 000 Frank zur Verteilung an feligen das Anfinnen, in ihrer Kaffe die von der landwirtschaftlichen Empfängers mit, so daß nicht Not erübrigten Spargroschen anzulegen. Der Bund wünscht eine Briefe, sondern sogar die Wahrheit des Inhalts der daß nach früheren Erfahrungen Zweifel an der richtigen UeberKapitalmacht zu werden, um desto wirksamer für die brotwucherische selben leicht hätte festgestellt werden können.( half setzung des Türkischen ins Deutsche berechtigt sind, muß diese neueste volle Adre nur die Echtheit der einflußreiche Schweizer Bürger erhalten habe. Abgesehen davon, Berlin und Umgegend. An die Arbeiter Berlins. Ausweisungsaktion verurteilt werden als eine pure Liebedienerei fwundeten zu Verbrechern geworden wären, an Leuten, die ohnehin Gewerkschaftliches. gegenüber dem monarchischen Ausland, insbesondere gegenüber dem friegsdienstunfähig geworden waren. Auch daß man einen forrumpierten türkischen Regiment und man fängt dann auch schon Rachealt verübt hätte, ist ist unwahrscheinlich, δα es widerin fonservativen Kreisen an, darüber mißmuthig zu werden. So bolt den Boeren als Thorheit angerechnet worden ist, schreibt der Genfer Korrespondent der konservativen Allgemeinen daß sie sich dagegen sträubten, auf fliehende Engländer Feuer Schweizer Beitung" in Bajel, daß in Genf die Ansicht herrscht, daß zu geben. Von allen Seiten ist es dagegen bestätigt worden, daß Bersammlung von& autabathändlern Berlins beschlossen, Wie gestern schon an andrer Stelle mitgeteilt worden ist, hat eine ein folches ungestümes Vorgehen des Bundesrats fich taum recht bie englischen Lancers nach dem blutigen Gefecht bei auch ihrerseits dem Boyfott, welcher über diejenigen Nordhäuſer fertigen lasse. In der That dürfte man wohl diese Unterthanen land slaagte am 21. Oftober 1899 verwundete Boeren Rautabakfabriken verhängt ist, die ihre Arbeiter durch den bekannten der osmanischen Majestät ihre Ansicht über die heimischen Angelegen- und Freischarler erbarmungslos niedergestochen beiten in unserm Lande ungehindert aussprechen lassen. So viel haben. Selbst Offiziere sollen Verwundete mit dem Re- Knebelrevers niederzwingen wollen, zur Durchführung zu verhelfen. Die Händler haben sich damit verpflichtet, nur solchen Freiheit sollte doch in unsrem Lande noch gelten, auch wenn sie dem volver niedergeschossen haben, Durch eine Nachahmung ihrer Kautabat zu führen, der aus einer derjenigen Fabriten stammt, deren Schüßling der europäischen Diplomatie am Bosporus umbequem englischen Vorbilder würden die Boeren nicht nur nichts zu geliegt. Es ist beschämend, daß man auch bei uns in der Schweiz winnen, sondern auch alle Sympathien zu verscherzen befürchten Juhaber mit den Arbeitern Frieden geschlossen haben. Alle Kautabat dem Mörder der Armenier seine Reverenz erweist. Dahin geht die müssen. Die Boeren sind gewiß auch keine Engel, aber eine solche führenden Händler, Shantwirte zc., welche nicht in der allgemeine Auficht in Genf und es scheint uns, sie habe nicht unrecht." Gemeinheit und Dummheit ist ihnen doch nicht ohne weiteres zuzutrauen. Deshalb nicht mitgewirkt haben, aber gleichwohl auf Arbeiter Bersammlung waren, an dem Zustandekommen dieses Beschlusses So tönt es bereits aus dem konservativen Lager. Wird der Bundesrat nicht endlich mit dieser überwuchernden Ausweisungspraxis fundschaft rechnen, werden in ihrem eignen Interesse brechen, die allen Freunden der Freiheit als eine bedauerliche Ge gut thun, den von ihren Berufsgenossen gefaßten Beschluß fälligkeitspolitik gegenüber der europäischen Reaktion erscheinen muß? 8leichfalls durchzuführen. Frankreich. Die marokkanische Gesandtschaft hatte gestern eine längere Konferenz mit dem Minister des Aeußern Delcaffé. Die Verhandlungen betrafen den zwischen beiden Ländern abzufchließenden Handelsvertrag. Da diese Verhandlungen noch mehrere Tage in Anspruch nehmen, so wird die Gesandtschaft Paris nicht vor dem 20. d. Mis. verlassen können. Gestern abend waren die Mitglieder zu einem Diner beim Präsidenten Loubet geladen. Der Bischof von St. Die richtete an sämtliche Priester seiner Diözese eine Cirkularnote, welche in hiesigen katholischen Kreisen großes Aufsehen erregt. Der Bischof erinnert in derselben die Priester daran, daß fie weder mit Wort noch That sich in die Politit Frankreichs einzumischen haben. Es ist dies das erste Mal, daß eine so energische Note an die katholischen Priester Frankreichs seitens der obersten Kirchenbehörde gerichtet worden ist. Du 3 mod England. Die tägliche Verluftlifte über die Verluste der englischen Truppen in Südafrika umfaßt für Sen 11. Juli vier Tote, 11 Verwundete und neun an Krankheiten Verstorbene. Partei- Nachrichten. Die Sigung des Internationalen Komitees, welche das Sekretariat für diesen Monat in Anregung gebracht hatte, famn, wie letzteres bekannt giebt, nicht stattfinden, da ein großer Teil der Delegierten an der Teilnahme verhindert ist. Die Berliner Gewerkschaftskommission hat seiner Zeit einen Beschluß gefaßt, der die Arbeiter Berlins verpflichtet, auch ihrerseits für die strikte Durchführung des Bohkotts Sorge zu tragen. Sache aller flassenbewußten Arbeiter ist es deshalb, strenge darauf zu achten, daß in ihren Bekannten und Stollegentreisen ein bontottierter tautabat getauft Arbeiter Berlius! Die Nordhäuser Tabakarbeiter stehen Das Internationale socialistische Bureau hat eine Bibliothet angelegt, welcher bis jetzt regelmäßig die Publikationen der Arbeits- und konsumiert wird. einigten Staaten von Nordamerika jowie die des italienischen in einem schweren Kampf. Es handelt sich nicht mur um ihre Eriſtenz, bezw. Gewerbe- und Handelsminister von Frankreich und den Ver Ackerbauministeriums zugehen. Außerdem senden die socialistischen sondern es steht für sie auch eines ihrer vornehmsten Rechte: das Parteien der verschiedenen Länder, so die deutsche, französische und Recht ihrer gewerkschaftlichen Organisation auf schweizerische, ihre Publikationen, Broschüren, Berichte 2c. ein; andre, dem Spiele. Dieser Kampf famm für die beteiligten Arbeiter mir dann wie die bulgarische, finnländische, argentinische und australische, siegreich zu Ende geführt werden, wenn er unterstützt wird durch schicken regelmäßig ihre Zeitungen. die Konsumenten der Nordhäuser Fabrikate, und das sind die Arbeiter. Zwar haben die Ausständigen in Nordhausen bereits insofern Erfolge erringen, als fünf Firmen den Nevers zurückgezogen, den Schiedsspruch anerkannt und die Arbeiter wieder eingestellt haben. Die Mehrheit der Tabakfabrikanten verharrt dagegen noch auf dem schroff ablehnenden Standpunkt und hat Bermittelungsversuche, die Totenliste der Partei. Eduard Hirsch, einer der ältesten von verschiedenen Seiten gemacht wurden, mit bekanntem UnterParteigenossen in Bremen, ist in der Nacht auf Donnerstag vernehmer- Hochnut abgelehnt. storben. Hirsch war einer der ersten, der sich an der Bethätigung des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins beteiligte, er war lange brechen, ihre Waren so lange zurückzuweisen, bis auch fie bas Es gilt muninehr, den Widerstand auch dieser Fabrikanten zu Beit Staffierer desselben. Er war seiner Zeit ein eifriger Anhänger Koalitionsrecht der Arbeiter anerkannt haben. der Gruppe der Lassalleaner. Noch unter dem Socialisten- Gesetz Arbeiter Berlins! Thut Eure Pflicht, sorgt für ftritte war Hirsch in der Partei thätig, seit den 90er Jahren hielt er sich Durchführung des Boykotts, damit Eure Arbeitsbrüder in Nordhausen von der Parteithätigkeit zurück. Bei mehreren gelegentlichen Wer- fiegen! öffentlichungen ist seines Wirkens gedacht worden. " Die franzöfifchen Parteiverhältniffe Aus dem liberalen Lager. Das Diner für den Führer der liberalen Rechten, Asquith, das für den 19. Auguft geplant war, wird wahrscheinlich erst später stattfinden, da Asquith am fraglichen Tage bei der Beratung des Etats des Junern im Unterhause als Redner der Partei fungieren soll. Die Einladungen zu dem Diner find an alle liberalen mit glieder ergangen, um den Schein einer sich vorbereitenden Sezession zu vermeiden; doch werden die Gegner des Kriegs nicht an= wesend sein. Harcourt hielt am Donnerstag im Klub der Achtzig eine Rede, in der er scharf gegen Chamberlain polemisierte, weil er be- sind durch den Lyoner Kongreß keineswegs gebessert worden. hauptet hatte, die Unionisten seien die eigentlichen Vertreter des Der Einigungskongreß" brachte nicht den Zusammenschluß; im alten Liberalismus. Harcourt kritisierte die Unterlassungsfünden der Gegenteil, eine starke Minorität verließ den Kongreß, als eine ihr jezigen Regierung in Bezug auf sociale Reformen. Ferner erklärte genehme Resolution feine Annahme fand, während eine Gruppe, die er, die Opposition tönne nicht schweigen, wenn ein Krieg gegen ihren Partie Ouvrier Français"( Guesdisten) dem Kongreß Willen begonnen oder durchgeführt werde. Der Vorwurf, daß sie damit überhaupt fern geblieben waren. Die letzteren haben sich sodann den Widerstand des Feindes stärte, sei unbegründet; mit den Blanquisten"( Vaillant), der Kommunistischen Alliance" und einer Anzahl sogenannter autonomer es müsse sonst jede Opposition aufhören. Den Kriegsminister Brodrick bezeichnete Harcourt als einen Mann, der stets falsche Gruppen vereinigt, d. h. nicht etwa verschmolzen, sondern nur Dinge au falscher Stelle zu falschen Personen fage. Seine Aus- fartelliert zur Socialistisch revolutionären Union." laffung, der Krieg werde mit zu großer Nachficht geführt, ent. Auf der andren Seite steht das General- Komitee" Spreche nicht der Würde eines Ministers. dent sich außer den unabhängigen Socialisten ( Jaurès) eine große Anzahl autonomer Gruppen angeschlossen hat; first day ist von ihren socialistischen Freunden von links werden sie kurzweg die ,, Ministeriellen" genannt. Italien. Asien. " " " du Rom, 12. Juli. Wie verlautet, finden zwischen dem Vatikan Dieselbe Scheidung hat sich im Parlament vollzogen; die socia und der italienischen Regierung Verhandlungen statt wegen Disci- listische Fraktion der Kammer, die bis zum Lyoner Kongres trop plinierung der von der Kirche nicht anerkannten religiösen Genossen aller vorhandenen Gegensäge nach außen geeint dastand, bei den schaften. Abstimmungen auch meist zusammenging, hat sich in zwei Gruppen gespalten: in die socialistisch- revolutionäre Gruppe( Vaillant 2c.) und die parlamentarische Gruppe. Die beiden Fraktionen haben seitdem Aus Simla wird berichtet, daß eine Abteilung des bei den meisten Abstimmungen im entgegengesetzten Sinne votiert. 45. Siths Regiments am 10. d. Mts. in der Nähe von So trat z. B. bei Beratung des Altersrenten- Gesetzes der linke Jandola von Eingeborenen angegriffen worden ist. Flügel für eine nachträgliche Befragung der Unternehmer und Zwei Soldaten wurden getötet und einer schwer verwundet. Eine Arbeiterorganisationen ein, während der andre Flügel dies abenglische Abteilung von 80 Mann begab sich sofort zur Verfolgung lehnte. des Feindes auf den Weg und nahm mehrere von ihnen gefangen. Sie erbeutete zahlreiches Vieh und bemächtigte sich der Leichen der beiden Gefallenen. olish isdain die Bevölkerung des mittleren Laos erhoben. Die franzöfifchen An Den aus Tougking eingelaufenen Meldungen zufolge hat sich fiedler werden von den bewaffneten Banden des Chasstammes bedroht.- Hihi sandal hilje stmatronichi Afrika. St Algier, 12. Juli. Hier wurde ein reicher eingeborener Händler, der mit dem Herausgeber eines in Aegypten erscheinenden musel manischen Blatts in eifriger Korrespondenz stand, wegen auf rührerischer Umtriebe verhaftet; weitere Verhaftungen sollen bevorstehen. diadrado Amerika. sridal dru Die Erute Aussichten in der Union haben sich nach eingelaufenen Telegrammen infolge der anhaltenden abnormen Hiße und Trockenheit sehr verschlechtert. Die Nachrichten lauten: Boykottfret sind nur die folgenden Nordhäuser Firmen, welche mit ihren Arbeitern Frieden geschlossen und den Schiedsspruch des Einigungsamts anerkannt haben: Grimm u. Triepel. Hendeß u. Schumann. Walther u. Sevin.- Athenstädt u. Bachrodt. Steinert u. Hellmund. Boykottfreier Nordhäuser Kantabak ist in nachfolgenden Niederlagen( Bezugsquellen für Wiederverkäufer) zu haben: Karl Röcker, Grüner Weg 8( auch dänischer Ankertabak). Stud. Lempp( Nachf. Gustav Steinsch), Artillerieſtr. 9. Max Schröder, Blumenstr. 77. Julius Balis, Neue Schönhauserstr. 14, part. Emil Büttner, Neue Königstr. 36. Salzmann, Luifenufer 3( auch Magdeburger Kaufabat). August Schmidt, Schmidftr. 37, part. Joseph Dom 3. Neue Friedrichstr. 72, part. A. C. Thud, Schlegelstraße 30. Es ist aber in diesen Geschäften ausdrücklich zu ver langen Tabat von Grimm. Triepel, Hendek u. Schumann, Waltheru. Sevin, Athen städtu. Bachrodt, Steinert u. Hellmund. Beide Gruppen sind nun auch mit Manifeften an die socialistisch denkende Arbeiterschaft hervorgetreten, beide wenden sich an ihre uns Genossen mit der Aufforderung, möglichst viele Anhänger zu werben. Das Manifest der linken Gruppe haben wir schon früher erwähnt; ein Absatz citiert, der die gegenwärtige Auffaffung dieser Gruppe aus dem des rechten Flügels, das in diesen Tagen erschienen ist, fei über den Ministerialismus" charakterisiert. 1 Berliner Kantabakfabriken sind uns bis jetzt angegeben: Brunzlow u. Sohn, Neue Königstr. 84. Karl Brunz low, Königstr. 22. Wilh. Ermeler u. Co., Breitestr. 11. Jakob Douffin u. Co., Auguststr. 69. Die& ommission der Tabatarbeiter Berlins. um Beröffentlichung des Folgenden: Die Lohukommission der Berliner Barbiergehilfen ersucht Die vielen Mißverständnisse über die uns seitens der Arbeit Aeber in betreff der Kontrollfarten geklagt wird, veranlassen uns, diese Sache endgültig richtig zu stellen. Bisher haben alle diejenigen Kollegen, welche zum neuen Tarif " Die Teilnahme eines oder mehrerer Socialisten an einem arbeiteten und vier Wochen Mitglied der Organisation sind, die Kontrollkarten erhalten. bürgerlichen Ministerium, über die schon zweimal auf einem interDie festgesetzte Frist mußte innegehalten werden, da nationalen und auf einem nationalen Stongreß entschieden wurde, wir zunächst unsre Streifenden unterbringen müssen; denn ist ausdrücklich abgelehnt worden. Die socialistische Partei hätten wir die Frist nicht, so hätten die Gehilfen nichts ist und muß bleiben: antiministerie II. Andrerseits muß die Giligeres zu thun gehabt, als diefe paar Pfennige zu zahlen und der Stellung der Partei gegenüber dem jezigen Ministerium ganz Organisation beizutreten, wenn sie seitens der Kundschaft nach der die gleiche sein, wie gegenüber allen andren bürgerlichen Ministerien. Stontrollfarte gefragt würden. Erst müssen die Streifenden in Arbeit, d. h. sie hat sich einzig und allein leiten zu lassen von dem Interesse und dann wird mit Nachdruck an der Stärkung der Organisation gedes socialistischen Proletariats." arbeitet, es erhält dann jedes Mitglied der Organisation eine KontrollVon diesem Gesichtspunkte aus soll in Zukunft Jaurès furz nach dem Lyoner Kongreß erklärt so hatte schon tarte. Die Karte hat mir Gültigkeit, wenn die laufende Nummer( jezt bei Beratungen 28. Woche) abgestempelt ist. Die Stollegen ersuchen wir deshalb, und Abstimmungen in der Kammer vorgegangen werden. Liegen Chicago, 11. Juli. In den von, Dürre heimgesuchten Gebieten die Handlungen des Ministeriums im Intereffe des Proletariats, bequem auch danach sehen fann, ob dieselbe ordnungsgemäß abdie Karten sichtbar anzubringen, und zwar so, daß man des Westens ist noch kein Regenfall eingetreten. Die Tang andauernde Hize hat in vielen Bezirken der Vereinigten Staaten foll es seitens der Socialisten Unterstüßung finden, wo nicht, bequem auch danach sehen kann, ob dieselbe ordnungsgemäß abTang andauernde Size hat in vielen Bezirken der Vereinigten Staaten foll es angegriffen werden ohne Rücksicht darauf, daß ein gestempelt ist. die Mais- und Obsternte ernstlich beschädigt, wenn nicht Socialist ihm angehört. Der Fall Millerand, so heißt es im Manifest J. A.: K. Lubert. vernichtet. weiter, müsse aus den Parteidiskussionen ein für allemal ausscheiden, An die organisierte Arbeiterschaft Charlottenburgs! Da durch die Annahme der Resolution Briand sei er endgültig erledigt. die selbständigen Barbiere und Friseure Charlottenburgs die an Sind durch den offenen Bruch die Parteiverhältnisse gewiß nicht erkannten Forderungen der Gehilfen unbeachtet lassen, so hat die gebessert, die Gegensätze vielmehr, zunächst wenigstens, verschärft, so Lohnkommission mit Zustimmung des Gewerkschaftskartells die ist doch nicht zu verkennen, daß eine gewisse St Iärung vor sich sontrolltarte eingeführt. Wir ersuchen nun die Arbeiterschaft, gegangen ist. Der oben bezeichnete Standpunkt der Ministeriellen" uns dadurch zu unterstützen, daß sie sich nur in solchen Geschäften ist geeignet, die vom linken Flügel gewissermaßen zu entwaffuen, bedieneu läßt, wo der Gehilfe im Besitz einer Stontrollfarte ist. beide kommen einander näher. Dies und der Druck der äußeren Dieselbe siebt grün aus, und das erste Feld muß darauf abge Umstände dürften vielleicht doch dazu beitragen, die endliche Ver- stempelt sein. ständigung im Interesse des gesamten französischen Proletariats zu beschleunigen. New York, 12. Juli. Im Süden und Westen der Wer einigten Staaten hält die große Hize noch in einem Grade an, wie es bisher in keiner Stadt der Union festgestellt wurde. Nach Meldungen aus Topeka ist die Ernte in allen Counties von Kansas schwer geschädigt, wenigstens um 50 Pro Ende der Silberbewegung. Den Times" wird aus New York telegraphiert, die Weigerung der demokratischen Konvention von Ohio, Bryans frei- Silber- Bolitit gut zu heißen, werde als ein Anzeichen dafür angesehen, daß die Partei dem Bryanismus entfagen und damit die Silberfrage aus der amerikanischen Politik verschwinden werde. Aus Buenos Aires wird telegraphiert: Der Abgeordnete Sorn ift zum Unterrichtsminister ernannt worden. Der Landwirtschaftsminifter hat seine Demiffion eingereicht. Australien. Verstaatlichung der Eisenbahnen und Verkehrsmittel. Wie aus Sydney telegraphiert wird, hat das Landesparla ment seine Sigungen mit der Beratung eines socialistischen Gesetz entwurfs eröffnet. Das Gesetz befaßt sich mit der Regelung der Transportmittel und schlägt vor, daß der Staat die Eisenbahnen und andren Berkehrsmittel übernehme. " Die Lohntommission. Arbeiter, helfet nun Euren zurückgebliebenen Arbeitskollegen ihre gerechten und anerkannten Forderungen zu erringen. Fragt soviel wie möglich nach der Kontrollkarte, mur wo dieselbe existiert, ist Gewähr Es dürfte zur Beurteilung der franzöfifchen Verhältnisse von für geregelte Zustände geboten. Die Kontrollkarten find beim Stollegen Wert sein, daß der Ausschuß des allgemeinen Bergarbeiterbundes, Frohnert jeden Abend von 9 bis 10 Uhr mit Ausnahme des Sonndeffen Sigungen am Donnerstag gefchloffen wurden, nach einer Mel- abends im Lokal von Wernice, Bismarckfir. 34, zu haben. Dieselben dung der Voss. 8tg." fast einstimmig eine Tagesordnung beschloß. werden aber nur an solche Gehilfen ausgegeben, deren Arbeitgeber in der ausgesprochen wird, daß von parlamentarischen sich durch Unterschrift zur Haltung der Gehilfenforderungen verMethoden nichts für das Proletariat zu erwarten sei und die pflichtet hat. Teilnahme eines Socialisten an der Regierung sich nicht empfehle. Ebenfalls tann die Unterschrift daselbst geleistet werden. Solcher Beschluß wäre in Deutschland unmöglich. J. A. der Lohnkommission: Val. Frohnert. Achtung, Brauerei Arbeiter! Von der Direktion der Bers Die Arbeiterbewegung auf den Sandwich- Inseln. Seit liner Bodbrauerei ging uns die Erklärung zu, daß fie die der Annexion der Sandwich- Inseln durch die Vereinigten Staaten von noch ausständigen gemaßregelten Arbeiter unter den alten BeNordamerika entwickelt sich die Arbeiterbewegung auf den dingungen wieder einstellen wird. Auf Grund dieser Erklärung beInseln sehr rasch. Vor sechs Monaten hat sich in der trachten wir die bestehenden Differenzen für beigelegt und ist die Hauptstadt Honolulu eine Sektion ber socialdemokratischen Sperre aufgehoben. Die Agitationstommiffion. Partei Amerikas gebildet. Vor der Annegion bestanden bereits zivei Deutsches Reich. Gewerkschaften; seither find noch vier gegründet worden. Bald nach Das angebliche Nichtpardon- Geben der Boeren. der Annegion brach der erste Streit auf Hawai aus. Die Bleiarbeiter Die„ Times" veröffentlichten einen längeren Bericht ihres Kriegs- legten die Arbeit nieder, um die Einführung des Achtstundentages und die forrespondenten, welcher das Gefecht bei Vlakfontein mitgemacht hat. Erhöhung des Tagelohns auf 5 Dollar( ca. 28 Kronen) zu erzwingen. In dem vom 4. d. M. datierten Briefe wird eingeteilt, daß die( Die Forderung scheint übertrieben. Ein Dollar hat aber auf den Boeren großen Mut an den Tag legten, indem sie die Geschütze der Sandwich- Inseln feine größere Kauffraft, als anderwärts ein Drittel Engländer erstürmten. Dagegen fah der Korrespondent, dollar.) Der Streit endete mit einem Sieg der Arbeiter. Bald darauf er wie ein Boer einen Offizier, welcher seine Wunden ver- zwangen auch die Häuseranstreicher durch einen Streit die Berbinden ließ, mit dem Revolver niederschoß. fürzung der Arbeitszeit auf acht Stunden. Weniger Erfolg hatten Trotzdem auch nach dem Bericht Kitcheners acht britische Soldaten die Arbeiter in andren Branchen, in denen teine qualifizierten zeugeneidlich die Ermordung englischer Verwundeter durch Arbeiter verwendet werden. In diesen Branchen arbeiten HauptBoeren bei Blatfontein bekundet haben, erscheint die Meldung ganz fächlich Eingeborene; die qualifizierten Arbeiter sind fast durchweg unglaubhaft. Es wäre ganz sinnlos, wenn die Boeren an den Wer- Weiße. Der Boeren- Krieg. " Der Ansstand der Steinbrucharbeiter in Gommern ist beendet. Die Magdeburger Boltsstimme" schreibt hierzu: 22 Wochen haben die Arbeiter einen energischen Kampf geführt. Ihre Forderungen waren außerordentlich minimale. Sie verlangten nicht mehr und nicht weniger als die Wiedereinführung des Lohnes, der ihnen vor mehr denn Jahresfrist von den Steinbruchsbesitzern zugestanden war: 30 Bf. pro Stunde. Die Arbeitgeber weigerten sich später, diesen Lohn fortzuzahlen und reduzierten denselben auf 27 Pf. getrieben durch pro Stunde. Die Arbeiter traten also nur in den Streit, um eine ehemals innedie Unternehmerwillkür gehabte Position wieder zu erringen resp. zu erhalten. Und wir find heute noch fest überzeugt, dieser Lohn wäre von den Steinbruch Die befizern wieder gezahlt worden, wenn die Arbeiter sich des ihnen gefeßlich garantierten Rechts der freien Koalition begeben hätten. Die Organisation der Arbeiter war den Herren Steinbruchbefizern ein Dorn im Auge. Das ist nicht einmal, nein, hundertmal öffentlich ausgesprochen worden. Arbeiter mußten in ihrem Kampfe schließlich bedingungslos unterliegen. Gegen das koalierte, mit Millionen arbeitende Unternehmertum, dem noch die nicht gerade günstige Konjunktur, wie überhaupt die Eigenart des Berufs hilfreiche Hand leisteten, konnten die Arbeiter, die nur von der Hand in den Mund leben, auf die Dauer nicht ankämpfen. Die Kapitulation der Arbeiter war eine durchaus ehrenhafte und die Steinbruchbefizer haben keine Ursache, über diefelbe zu jubeln. Der Streik der Zeugdrucker in Krefeld, der nur wenige Tage währte, hat mit einem vollständigen Siege der Arbeiter geendigt. Bewilligt wurde eine Lohnerhöhung von 2-5 M. pro Woche je nach Leistung, Bezahlung der Feiertage, Ueberstunden werden bis 10 Uhr abends mit 25 Proz. und nach 10 Uhr mit 75 Proz. vergütet, Anerkennung der Organisation. Auslaud. Bociales. " habe, wurde mir bedeutet; ich sollte weiter arbeiten auf dem Holz- Das Schwurgericht Dortmund verurteilte den angeblichent hofe. Wie ich jedoch mit austreten wollte, sagte mir der Aufseher, Händler Otto Pfeiffer aus Berlin wegen Mädchenhandels ich solle drinbleiben, er würde mich vorführen, was denn auch zu drei Jahren Zuchthaus und 8 Jahren Ehrverlust. geschah. Bei der Vorführung wurde mir eine zurechtweisung zu In dem vor dem Schwurgericht zu Altona verhandelten feil, als wenn ich aus Faulheit krant wäre. Ich mußte sofort Prozeß gegen den Erdarbeiter Hohendorf wegen Totschlags und in Einzelhaft und Rohr flechten und durfte mich nicht hinlegen, Werbrechens wider die Sittlichkeit, begangen an einem minderjährigen obgleich ich nicht auf den Füßen stehen konnte. Der Arzt Mädchen, haben die Geschwornen den Wahrspruch auf nicht tam nicht. Am dritten Tage wurden mir vier Pulver gegeben, die der Arzt, ohne mich untersucht zu haben, verschrieben hatte. chuldig abgegeben. Sohendorf war bereits zweimal in dieser Ich habe mich seit der Zeit langsam wieder erholt, und werde Sache zu 15 Jahren Zuchthaus verurteilt worden, wurde aber nun in der dritten Verhandlung kostenlos freigesprochen. wohl mit Gottes Hilfe auch noch den Rest meiner Strafe hinbringen. Eines muß ich Euch noch Trauriges mitteilen, ich habe richt wiederum einen in die Kölner Sternberg- Affaire verwickelten Zur Kölner Sternberg- Affaire. Gestern bestrafte das Gehier einen Bruch bekommen. Ich habe gestern, Sonnabendmorgen, Kaufmann Josef 8istig mit 7 Monaten Gefängnis. Gegenwärtig dem Aufseher gesagt, ich möchte vor den Arzt, und werde ich denn Kaufmann Josef Bistig mit 7 Monaten Gefängnis. Gegenwärtig dieser Tage wohl auch vorkommen. Ich habe sehr viele Schmerzen sind bereits 30 Fälle abgeurteilt, ebenso viele kommen noch zur Verhandlung. davon, ich kann öfter das Stehen nicht aushalten." Es ist doch wohl nicht der Zweck der Strafe, die Gesundheit des Inhaftierten zu schädigen. Inhaftierten zu schädigen. Wir sind zwar sehr für Gleichheit vor dem Geseze, aber diese Art Gleichmacherei gleicht doch ganz derjenigen des Unternehmers, der besser bezahlten Arbeitern Lohnabzüge macht, um- Gerechtigkeit zu üben. Gerichts- Beitung. Schiller verhandelt, der beschuldigt wird, im Prozeß Levy zwei In Konik wurde von der Straffammer gegen den„ Detektiv" Belastungszeugen, Käthe Pelenath und Klempner Rideleit, zum Meineide verleitet zu haben. Das Urteil liegt noch nicht vor. Infolge Meinungsverschiedenheiten unter den Sea binetten sind die Gesandten noch immer außer stande, über verschiedene Punkte der Entschädi gungs Frage sich zu einigen. Es besteht noch die Möglichkeit, daß die ganze Entschädigungsfrage dem inter nationalen Schiedsgericht im Haag zur Entscheidung unterbreitet wird. Englische Aufregungen. Die Es sei an der Zeit, fügt das Blatt hinzu, Rußland endlich zur Räumung Niutschwangs zu veranlassen. Da Rußland feiner Zeit mit offenem Hohn erklärt hat, daß es annettiere, hat England eigentlich feinen Grund mehr, sich über die zur Strafe dafür, daß gewisse Mächte den Mandschureivertrag mit China hintertrieben hätten, nun in aller Form die Mandschurei Niutsch- wang fünstlich aufzuregen. Festsetzung der Russen in den mandschurischen Hafen Niutsch- wang künstlich aufzuregen. Lehte Nachrichten und Depelihen. Dem Volke muß die Neligion erhalten werden. Dieser Grundsatz gilt in Preußen im vollen Umfange nur für das gemeine Volt, dessen Kinder die Gemeindeschulen besuchen, während bei dem Die Zündholzarbeiter und Arbeiterinnen von Pantin zahlungsfähigeren Teil des Volkes, der seine Kinder auf höhere Die chinesische Entschädigungsfrage ( Frankreich) befinden sich, wie schon telegraphisch fura mitgeteilt Lehranstalten schicken kann, auch dissidentischen Eltern gegenüber hin- giebt noch immer harte Nüsse zu Inaden. Nicht einmal die Mächte wurde, im Streit; an demselben sind 650 Personen beteiligt. Die fichtlich der Teilnahme der Kinder am Religionsunterricht etwas haben sich untereinander über die Sache einigen fönnen, obgleich fie Zündholzfabrikation befindet sich in Frankreich, wie die Tabak- mehr Rücksicht geübt wird. In Sachsen- Weimar will man mun, doch davon überzeugt sein könnten, daß selbst nach glattester fabrikation, ausschließlich in den Händen des Staats. Die Arbeiter wie aus einer Mitteilung der„ Ethischen Kultur" zu ersehen ist, diplomatischer Abwickelung der Angelegenheit der matevon Pantin verlangen eine Lohnzulage von 1 Fr. pro Tag, weil auch den zahlungsfähigen Volksgenossen die Religion zwangsweise riellen Regelung durch China noch Schwierigkeiten genug erdie feit einiger Zeit eingeführten Produktionsänderungen die Arbeiter erhalten. Es sollen nämlich auf Grund einer Ministerialverfügung wachsen werden. Das Bureau Laffan" meldet aus Beting vom zu größeren Leistungen zwingt. Das Syndikat der Arbeiter war die Kinder dissidentischer Eltern, wenn sie nicht am Religions 12. Juli: schon mehrfach bei dem Direktor Bloch vorstellig geworden; dieser hat unterricht teilnehmen wollen, relegiert werden. es aber stets abgelehnt, bei der Finanzverwaltung eine Erhöhung der Lohnsätze zu beantragen. Die Streifenden haben nunmehr drei Delegierte gewählt, welche beauftragt find, ihre Sache vor der Finanz- Verwaltung und dem Finanzminister zu vertreten. Außer der Lohnzulage fordern die Arbeiter noch die Abstellung ver schiedener Mißstände in sanitärer Beziehung, und vor allem verlangen sie eine bessere Fürsorge im Strankheitsfalle. Jetzt werden die Arbeiter von dem der Verwaltung unterstehenden Arzt in der Im polnischen Geheimbundsprozeß wurde gestern die AnDer Morning Post" wird aus Riutschwang vom 8. Juli ges Stegel ſehr bald" ge find" gie Mieter Palamen, bag in der flageſchrift weiter verlesen, aus ber it. a. berpigehen Genf die meldet: Der Hafen von Dalnij in der Talienwan- Buch wir Dads im Krankheit nur 2 Franks pro Tag. verlangen, daß ihnen den nationalpolnischen Kongressen Leipzig und während der Dauer der Krankheit drei Viertel des Lohnes bezahlt und Socialdemokraten versucht haben sollen, ihrer Anschauung Gehör Laufe des Herbstes teilweise eröffnet werden; die Medikamente frei verabreicht werden. Ferner fordern sie, daß den zu verschaffen, jedoch überstimmt worden feien. werden dann für 6 oder 7 große Dampfer Platz bieten. Wladiwostock zu kurzen militärischen Uebungen Eingezogenen der Lohn weiter bezahlt tann mit Dalnij als Endpunkt der transsibirischen Bahn nicht verAlsdann wird ein in polnischer Sprache von dem Angeklagten werbe, wie dies bei den städtischen Arbeitern gehandhabt wird. Dr. Kowalczyk an den Studenten Petruschka in München gerichteter ist noch nicht eröffnet, obgleich die Bahnlinie fertig ist. glichen werden. Der Verkehr zwischen Charbin und Niutschwang Dasselbe verlangen sie beziehentlich der unfreiwilligen Feiertage Brief vom 8. März 1899 verlesen. In diesem teilt Dr. Kowalczyk tussen haben anscheinend feine Absicht, Niutschwang während der Zeit der Juventur. mit, daß in Breslau die„ Konkordia" und der„ Wissenschaftliche VerDie drei Delegierten der Streifenden sind von Minister der ein oberschlesischer Studenten" polizeilich aufgelöst worden seien.„ Wir 3 räumen. Finanzen empfangen worden. Beziehentlich der Lohnforderung gab sind hier der Bereinigung und dem Verbande beigetreten und haben der Minister die Erklärung ab, daß die Veränderung der Produktion Anderschewski zum Delegierten für den Kongreß in Genf gewählt. nur eine vorübergehende sein werde. Alle übrigen Beschwerden der Ich empfehle, wenn etwas in der polnischen Sache mitzuteilen ist, Antwort befriedigte die Streifenden, und sie beschlossen in einer nach Breslau, zu adressieren. Es liegt sonst die Gefahr vor, daß die Arbeiter wolle er auf das Eingehendste prüfen. Die ministerielle nicht an einen Studenten, sondern an meine Wirtin, Fran Dykier in folgenden Versammlung, den Streit aufzuheben. Briefe in die Hände der Polizei fallen. Es ist eine alte Erfahrung, wenn die Polizei erst einen Faden hat, dann hat sie sogleich die ganze Sache. Dr. Kowalczyk beklagt sich in dem Briefe ferner, daß er teinen Rechenschaftsbericht erhalten habe. Es folgt mumehr die Beweisaufnahme betreffs des Verbands der polnischen Jugend in Deutschland. Es wird zunächst eine„ AdressenLiquidation der Dresdner Kreditanstalt.? tafel" verlesen, die kurz vor dem am 6., 7. und 8. Februar 1897 zu Dresden, 12. Juli.( W. T. V.) In der heute abgehaltenen Leipzig stattgefundenen Kongreß erschienen ist. Auf dieser Adressen außerordentlichen Generalversammly der Dresdner Sereditanstalt tafel werden die Adressen der einzelnen Vereine, die zu dem Ver- berichtete Direktor Dr. Getz über die eschäftslage und betonte, daß bande gehören, mitgeteilt. Zumeist werden die Adressen von die Bewertung der Aktien sehr niedrig sei und Verluste Studenten, zum Teil auch Restaurants angegeben, an die Briefe nicht ausschließen; bei ruhiger Liquidation dürfte sogar mehr adressiert werden sollen. Alsdann verliest Landgerichts- Sekretär herauskommen, als der jetzt berechnete Ueberschuß von rund Dalste in polnischer Sprache den Bericht über den ersten am brei Millionen Mart. Die Generalversammlung be 11. und 12. Juli 1896 zu Leipzig stattgefundenen Kongres. schloß die Liquidation und wählte Direktor Dr. Getz, Der Präsident verliest danach eine Auskunft des Polizei- Prokurist Hoerißsch und Rechtsanwalt Pleiffen zu Liquidatoren. Amts der Stadt Leipzig, gezeichnet Brettschneider, Polizeidirektor", Sämtliche Mitglider des Aufsichtsrats haben ihr Wohl würden bei Neubauten nur Bäckereien hergestellt wonach die in Leipzig am 11. und 12. Juli 1896, am 6., 7. und Amt niedergelegt; Rittmeister Groß und Direktor Schnizing iverden, welche den neuen reichsrechtlichen Vorschriften entsprechen, 8. Februar 1897 und am 18. und 19. Februar 1898 stattgefundenen wurden wieder- und 6 Herren neugewählt. Außerdem wählte die allein diese würden bei der durch dieselben bedingten größern Kongresse polnischer Studenten polizeilich nicht angemeldet waren, Versammlung 5 Herren zu Mitgliedern der Revistonskommiſſion. Ausdehnung einerseits und der verhältnismäßig geringen Anzahl obwohl dies der§ 2 des sächsischen Vereinsgefezes ausdrücklich derselben anderseits nur zu einem so erheblichen Mietspreise er vorschreibe, und daß die Leipziger Polizei von diesen Kongressen Großfeuer in Leipzig. hältlich sein, daß im allgemeinen nicht ein einzelner mit be- auch keine Kenntnis hatte. Verteidiger Rechtsanwalt Dr. scheidenen Mitteln versehener Bäckermeister dieselben zu mieten im Seyda: Kann vielleicht der§ 2 des sächsischen Vereins- brauerei zu Reubnig, Riebeck& Co., Attiengesellschaft" brach heute Leipzig, 12. Juli, abends 10 Uhr. In der„ Leipziger Biers stande wäre, vielmehr würden sich vorwiegend nur mit besonders geseges mitgeteilt werden? Präs.: Ein Exemplar des reichlichen Mitteln versehene Personen oder Gesellschaften finden, fächsischen Vereinsgefezes steht dem Gerichtshofe nicht zur Verfügung: großer Schnelligkeit über die ganze Anlage verbreitete, so daß zur abend gegen 8 Uhr ein großes Schadenfeuer aus, das sich mit welche fortan die Bäckereien betreiben würden. In den Peripherien Verteidiger: Vielleicht kann es beschafft werden?- Präs. Beit sämtliche Gebäude in Flammen stehen. Die Feuerwehr ist der größeren Städte würden Großbetriebe, Aktien- oder Privat- Das wird sich schwer thun lassen. Vert.: Dann bin ich auch nicht außer stande, des Feuers Herr zu werden, und beschränken sich gesellschaften erstehen, welche sich mit der fabrikmäßigen Her- in der Lage, die Auslegung des§ 2 des sächsischen Vereinsgefeges außer stande, des Feuers Herr zu werden, und beschränken sich stellung und dem großkaufmännischen Vertriebe der Backwaren seitens des Polizei- Amts der Stadt Leipzig, wonach Kongreffe der darauf, die Nachbargebäude zu schüßen. fortan befaffen würden; in diesen würden vielleicht Polizei angemeldet werden müssen, als richtig anzuerkennen. ein Teil der früher selbständigen Bäckermeister Der Präsident verliest im weiteren Auskünfte der Polizeieine Lohnstelle als Wertmeister oder einfacher behörden in Halle, Breslau und München, wonach auch bei diesen Paris, 12. Juli.( W. T. B.) Der Luftschiffer Dumont untere Gehilfe mit durch das starke Angebot von Arbeitnehmern Kongresse oder Versammlungen polnischer Studenten nicht angemeldet nahm heute vormittag bei fast windstillem Wetter mit einem von herabgedrückten, färglichen Lohnfäßen finden. und ihnen auch nicht bekannt waren. Der Präsident teilt alsdann ihm erfundenen Luftschiffe mehrere Fahrten, welche, wie Schwere, berechtigte Unzufriedenheit und tiefgehende Erregung mit, daß Gerichtssekretär Dalsti unwohl geworden sei; er frage, ob Augenzeugen versichern, vollständig gelungen sind. würden einen ganzen Stand, der bisher eine Stüße von Thron etwas einzuwenden sei, wenn Polizeirat Bacher als Dolmetscher ver- Santos Dumont stieg in St. Cloud auf, machte fünf Rundund Altar gewesen ist, erfassen." eidigt werde. Er bemerke dabei, daß die Uebersetzungen sämtlich fahrten oberhalb des Rennplages von Longchamps im Boulogner von Herrn Dalski gemacht worden seien. Die Verteidiger erklären, wäldchen und kehrte sodann nach dem Ausgangspunkt zurück. Hierdaß sie sich mit dem Vorschlag des Präsidenten nicht einverstanden auf unternahm er noch eine Fahrt nach dem Eiffelturm. In der' erklären können, da sie bei den Uebersetzungen des Polizeirats Zacher Nähe des Turms riß das Steuerfeil, Santos Dumont landete vor ganz erhebliche Unrichtigkeiten wahrgenommen haben. demi Trocadero, besserte den Schaden aus und erhob sich neuerdings bis zur Spize des Eiffelturms, fuhr um denselben herum Morgen und kehrte zur Abfahrtstelle nach St. Cloud zurüd. beabsichtigt Santos Dumont abermals eine Fahrt zu unternehmen, um sich um den 100 000 Frank Preis des Aero- Klubs zu bewerben, welchen der Großindustrielle Henri Deutsch für das erste lenkbare Luftschiff gestiftet hat, das innerhalb einer Stunde eine bestimmte Zahl von Kilometern zurücklegen und an den Ausgangspunkt zurückkehren sollte. Bäckermeister als Gegner niedriger Arbeitslöhne. Die Bädergesellen werden uns das nicht glauben wollen, aber es ist wirklich so. Die Bäckermeister von der Germania" und der„ Concordia" fürchten die Herabsetzung der Arbeitslöhne und rufen deshalb allen Ernstes die Hilfe der Regierung an. Das Merkwürdige erklärt sich auch recht merkwürdig. Sie haben nämlich die übrigens ganz unbegründete Befürchtung, daß sie, wenn die hygienischen Vorschriften für die Backstuben nach dem Regierungsentwurfe Gesetz würden, selbst wieder als Gehilfen arbeiten geben müßten, und das möchten sie doch wenigstens nicht zu schlechten Löhnen thun. In ihrer schon mehrfach erwähnten Petition heißt es nämlich: Da wir nicht glauben können, daß die Herren Bäckermeister schlechte Löhne als ein Uebel nur für die Stügen von Thron und Altar, sondern für jedermann ansehen, so dürfen die Bäckergesellen nunmehr hoffen, in ihren Herren Meistern die besten Bundesgenossen in dem Kampfe um höhere Löhne zu finden. " Nach einer kurzen Pause meldet sich wieder Gerichtssekretär Die Subventionierung eines Arbeitersekretariats aus staat- Dalsti mit der Erklärung, daß er munmehr in der Lage sei, die lichen Mitteln hat bekanntlich der gothaische Landtag einstimmig Verlesung fortzusetzen. empfohlen. In einer am Sonnabend in Gotha stattgefundenen Es wird hierauf mit der Verlesung des Protokolls über den Bersammlung teilte Genosse Bock noch einige interessante Details ersten, am 11. und 12. Juli 1896 zu Leipzig stattgefundenen Kongreß über die Geschichte des Antrags mit:" In der Kommission des fortgefahren. Landtags habe anfangs die Befürchtung geherrscht, daß das Es gelangt alsdann ein Brief zur Verlesung, den der Vorsitzende Institut Parteizwecken dienstbar gemacht werden soll. Unire des Leipziger Kongresses im Februar 1898 um Aufnahme dieses Erklärungen haben hierüber völlige Beruhigung geschaffen. Kongresses an den Vorsitzenden des Vereins„ Adelphia" in GreifsWir haben zugesagt, daß erstens völlige Unparteilichkeit in jeder Bewald gerichtet hat. In diefen Brief wird mitgeteilt, daß der ziehung gewahrt bleiben soll, und daß zweitens in die zur Ueber- Kongreß den Mitgliedern der Adelphia" seine Entrüftung aus wachung des Sekretariats zu bildende Kommission ein Re- gesprochen habe, weil diese an der Universitätsfeier aus Anlaß des gierungsvertreter zuzuziehen sei. Wie die Wahl des Sekretärs Geburtstages Wilhelms II teilgenommen haben. Der Vorsitzende zu erfolgen habe, bleibe noch näheren Erörterungen über der Adelphia". Dr. Kaminski, hat im Auftrage der Mitglieder erwidert, Tassen, die ein heute abend zu wählendes Komitee ,, daß eine Entrüstung nur nach vorheriger genauer Information aus zustellen habe. In der Finanzkommission des Landtags war gesprochen werden sollte. Dies habe aber der Kongreß unterlassen, sonst auch ein Antrag gestellt worden, wonach der Arbeitersekretär hätte er wissen müssen, daß die polnischen Studenten von jeher an ein vom Staat anzustellender Beamter sein soll. Dem konnten wir den aus Anlaß von Kaisers Geburtstag stattfindenden Universitätsnicht zustimmen und wollten wir lieber auf unfren Antrag ver- feierlichkeiten teilgenommen haben, da auf diesen nur wissenschaftzichten. Der Staatsminister Hentig gab jedoch in der Kommissions- liche Vorträge gehalten werden und jede Politit ausgeschlossen fei. fizung seiner Zustimmung und Sympathie zu unsrem Vorschlag so Von den Kommerjen, Fackelzügen usw., die aus Anlaß der Kaiserdeutlich Ausdruck und bekämpfte den Vorschlag, aus dem Arbeiter- Geburtstagsfeierlichkeiten und sonstigen patriotischen Anlässen verfekretariat eine staatliche Einrichtung zu machen, mit so triftigen anstaltet werden, und auf denen politische Reden gehalten werden, Gründen, daß dieser Antrag zurückgezogen und der unsrige einstimmig halten sich die polnischen Studenten fern. Die Mitglieder der Adelphia" erniedrigen sich nicht vor den Unterdrückern ihrer Nation. Der Songreß hätte sich also erst unterrichten müssen, ehe er einen Da er dies nicht gethan solchen Entrüftungsbeschluß faßt. hat, so fann dem Kongreß der Vorwurf der Oberflächlichkeit und Boreiligkeit nicht erspart werden." angenommen wurde." ant= Ein wirklich lenkbares Luftschiff? V Der Militarismus in Spanien. Frankfurt a. M., 12. Juli.( B. H.) Die Frankfurter Zeitung" meldet aus Madrid: Gestern wurde in einer Unterredung Weylers mit dem Finanzminister beschlossen, einen außerordentlichen Kredit von 13 Millionen für Schnellfener- Kanonen, auf die zwei letzten Budgetjahre verteilt, von den Cortes zu verlangen. Der Schluß der Cortes erfolgt nächste Woche. Schiffsstrandung. Madrid, 12. Juli.( W. T. B.) Der von Buenos Aires Kommende Dampfer Merito" ist infolge Rebels bei Vigo gestrandet. Die Paffagiere und die Mannschaft, im ganzen 580 Personen, wurden durch Fischerböte, die nach der Unglücksstätte eilten, gerettet. Man glaubt, daß das Schiff verloren ist. Boerenkrieg. Die Versammlung nahm schließlich folgende Resolution an: London, 12. Juli.( W. T. B.) Lord Kitschener meldet Die heute, Sonnabend, den 6. Juli, im„ Anter" tagende allgemeine Gewerkschaftsversammlung der vereinigten Gewerkschaften Gothas bom heutigen Tage aus Pretoria: Der Posten der südafrikanischen Polizeitruppe bei Houtkop, nordwestlich von Dreeningen, wurde beschließt, ein Arbeitersekretariat zu errichten und sich um die Begestern angegriffen. Die Boeren eroberten einen alten gezogenen willigung der Subvention seitens der Regierung für ein derartiges Musikalisches aus der Potsdamerstraße. Wir erwähnten Siebenpfünder, wurden aber dann zurückgetrieben; wir hatten Sekretariat zu bewerben. Zu diesem Zwecke wählt die heutige Ver- vor wenigen Tagen an dieser Stelle eines Prozesses, bei dem es sich drei Tote und sieben Verwundete. dete. In einem Gefecht, das sammlung eine Kommission aus sieben Personen, die sich aus um die Störung des Geschäftsbetriebes eines der angesehensten Garten Methuen ant 5. Juli östlich von Zeerust hatte, wurden hiesigen noch bestehenden Arbeitervereinen kooptiert, um die nötigen Restaurants des Westens, des Ullmannschen Winzergartens" in der 3 Boeren getötet und 43 gefangen genommen; desgleichen wurden Vorbereitungen in dieser Sache iu die Wege zu leiten." Potsdamerstraße, handelte. Gin freundlicher Nachbar, der kgl. Rittmeister Kriegsbedarf und Vich erbeutet; wir hatten zwei Verwundete. Gefangenenbehandlung in Preußen. In der„ Ethischen der Landwehr, Alexander Mardwald, hatte an fast allen Abenden Kultur"( Nr. 28 vom 13. Juli 1901) wird der Brief eines wegen durch seinen Portier auf einem verstimmten Herophon zwei Stunden Frankfurt a. M., 12. Juli.( B. H.) Der„ Frankf. 3tg." wird Unterschlagung zu Gefängnis verurteilten Gefangenen veröffentlicht, lang die schöne Melodie Stille Nacht, heilige Nacht" ableiern aus Konstantinopel telegraphiert: Die bulgarische Regierung ist den dieser aus dem Gefängnis, also unter Censur der Gefängnis- lassen, wodurch den Gästen des genannten Gartens der Aufenthalt im höchsten Maße verstimmt darüber, daß der türkische verwaltung geschrieben hat. Darin heißt es: nicht gerade angenehm gemacht wurde. In der gestrigen Sigung Kommissär in Sofia Nedjib Melham seine Reise durch das " Mit meinem Gesundheitszustand ist es auch schlecht bestellt; der 24. Civilkammer des Landgerichts I hat das Gericht die seiner Innere Bulgariens fortsetzt. Er sendet mit Bezug auf die Ers vor ca. 14 Tagen bekam ich des Nachts einen sehr starken Frost Beit hiergegen erlassene schleunige Verfügung aufrecht erhalten, wo- gebenheit der Bevölkerung für den Sultan übertriebene Depeschen und mußte mich übergeben: ich blieb des Morgens im Bette liegen, nach dem Rittmeister für jeden zukünftigen Fall der Uebertretung nach dem Yildiz- Kiost. Falls von Konstantinopel aus nicht den ich wurde aber vom Aufseher aufgefordert, sofort aufzustehen, denn 200 M. Strafe angedroht und ihm auch sämtliche Kosten auferlegt Fahrten desselben Einhalt geboten wird, ist zu erwarten, daß es dürfe feiner liegen bleiben, wenn der Arzt es nicht befohlen werden. Bulgarien dagegen ein Beto einlegt. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage. Ht. 161. 18. IahrMg. Berliner Partei-Angelegenheiten. Vo» der Berliner Lokalkommission erhalten wir folgende N e s o l u t i o n vonl 9. Juli zur Veröffentlichung: Resolution. Der Oekonom des Berliner Bockbrauerei-Ausschanks, Herr Wolf, bedauert die von ihm auf dem am 22. Juni b. I. stattgehabten Sommerfest verlautbarteu Aeußerungen und Maßnahmen gegenüber den Partei- genossen des 2. Berliner Wahlkreises und den organisierten Maurern des Ceutralverbands der Maurer Deutschlands und erklärt, daß die Lokalitäten nach wie vor der socialdemokratischen Partei und den Gciverkschoftcn zu Versammlungen sowie Festlichkeiten zur Verfügung stehen. Der Vertreter der Brauerei. Herr Kuhn, giebt die Erklärung ab, mit der Organisation des Ceutralverbands deutscher Brauer in Verbindung zu' treten, uni die Differenzen der Brauerei- Hilfs- arbeiter mit der Brauerei beizulegen. Im Anschluß an die in der Sitzung vom 9. d. M. gefaßte Resolution sind wir mit der Vertretung der Brauerei-Arbeiter in Verbindung getreten und haben uns dahin verständigt, die noch unbeschäftigten Arbeit- nehmer zu den alten Bedingungen bei uns wieder einzustellen. Die Lokalkommission ersuchen wir höflichst, dies der Allgemeinheit zur Kenntnis zu bringen. Damit ist für beide Teile der Fall als erledigt zu betrachten. I. A.: Karl Scholz, Wrangelstr. 110. Fünfter Wahlkreis. Sonntag früh 7 Uhr findet im 29. und 41. Wahlbezirk eine Flugblattverbreitung statt. Die Genossen werden ersucht, sich zahlreich daran zu beteiligen und sich pünktlich in den folgenden Lokalen einzufinden: I. Abt. bei Drescher, II. Abt. bei W i l k e. in. Abt. bei K n ö t s ch. IV. und V. Abt. bei O p i tz. Elsasserstr. 56. Ober-Schöneweide. Sonnabendabend SVe Uhr, Versammlung des„Arbeiter-Bildungs-VereinS". Vortrag des Genossen Dr. Bern- stein. Gäste willkommen. Die Mitglieder werden ersucht, das Mitgliedsbuch mitzubringen. Schmargendorf. Montagabend 8Vs Uhr findet im Lokale „Sanssouci", Ruhlaerstr. 29— 21, eine Volksversammlung statt. Tagesordnung:»Der Grund- und Bodenwucher und die Gemeinde- Verwaltung zu Schmargendorf". Die Parteigenossen wollen sich Sonntag früh 7V» Uhr bei Herrn Albrecht einfinden, um Handzettel auszutragen. Der Wahlvercin Alt-Glicnicke hält Sonntagnachmittag 4 Uhr seine Mitgliederversammlung bei Saß ab. Referent Paul Jahn. Vortrag über das bürgerliche Recht und die besitzlosen Klassen. Auch gelangt die Broschüre»Die Knebelung der Arbeiterklasse durch das preußische Junkerparlament" zur unentgeltlichen Verteilung. Mariendorf-Tempelhof. Sonntagnachmittag findet bei Adel, Tempelhof, Germaniastraße, ein gemütliches Beisammensein der Mit- glieder des„Socialdemokratischen Wahlvereins" mit ihren Familien statt, wozu um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. RummelSburg. Den Mitgliedern des hiesigen socialdemo- kratischen Vereins zur Nachricht, daß morgen, Sonntag, den 14. Juli, eine Herrenpartie stattfindet. Treffpunkt früh 6 Uhr 15 Minuten Bahnhof Kictz-Rummclsburg(Prinz Albertstraße). Billets sind bis Sadowa zu lösen. Der Vorstand. Vokales« „Arzneiwucher" oder nicht? In der neuesten Nummer der „Apotheker-Zeitung" ruft der Apotheker S ch m i d t- Riinpar die Hilfe des Staats gegen diejenigen an. welche angesichts des Vor- gehenS der Apotheker„laut und öffentlich" von„Arzneiwucher" sprechen. Das sind nach Herr Sch.s Meinung Angriffe,„wie solche ungerechtfertigter und skandalöser niemals erhoben werden können." Zu dieser Behauptung heute nur zwei kleine Beiträge. Wenn heute in Berlin ein Arzt einem Kassenkranken versehentlich aus der Apotheke„für 20 Pf. Ricinusöl" verschreibt, so fordert der Apotheker dem betreffenden Kranken statt 20 Pf. 45 Pf. ab, und liefert für diese Summe 40 Gramm R icinusöl. Dabei werden nach Ausweis der vom hiesigen Apothekervereins herausgegebenen „Handverkaufs-Taxe" jedem Privaten, auch dem Millionär, in jeder Berliner Apotheke, für 10 Pfennig mindestens 30 Gramm RicinuSöl geliefert, wozu dann nach derselben Taxe allenfalls noch 5 Pf. für eine Flasche hinzukommen. Ist das nun Arzneiwucher, Herr Schmidt, wenn unter diesen Umständen Kassenkranke, also arme Arbeiter, für 40 Gramm 45 Pf. zahlen müssen? Ferner: in derselben Nummer der„Apotheker Zeitung", welche den Erguß des Herrn Schmidt bringt, findet sich im Briefkasten die folgende Antwort der Redaktion: „Der hier(in Berlin) übliche Preis für 250,0(Gramm zu- sammengesetzte Eisentinktur) in entsprechender Aufmachung beträgt in den Apotheken 80 Pf." Nun, für diese 250 Gramm zusammengesetzte Eisentinktur, die „in entsprechenderAufmachung". derPrivate, auch derMillionär, in Berliner Apotheken für 80 Pf. kauft, muß heute der Kassen- kranke in der einfachsten denkbaren„Aufmachung" mit 1,80 M. bezahlen! Ist das A r z n e i w u ch e r, Herr Schmidt, oder nicht? Ans der Magistratssitz, mg vom Freitag. Der schon an- gekündigte Entwurf einer neuen Polizeiverordnung über den L a st- ivsa genverkehr in den Hauptstraßen Berlins ivurde, nachdem die Verkehrsdeputation sich eingehend mit diesem Gegenstande be- schäftigt hatte, nochmals einer Beratung im Magistratskollegium unterzogen. Auf Grund der von der genannten Deputation ge- machten Vorschläge wurde beschlossen, den Polizeipräsidenten zu er- suchen, wegen Abänderungen des Enttvurfs kommissarische Beratlingen eintreten zn lassen. Die bisher probeweise beschäftigten Assefforen Pietsch, Wölbling und Voigt sind gestern in der Magistratssiyung als Magistrats- a s s e s s o r e n eingeführt und verpflichtet worden. Magistratsaffessor Dr. Brasch wurde lebenslänglich angestellt. Zur Förderung des städtischen B i b li o th e ktv es en s ist der Magistrat den Beschlüssen der Stadtverordneten und des Ausschusses beigetreten und hat der Bildung eines Kuratoriums für die Stadt- bibliothek und die städtischen Volksbibliotheken und Lesehallen zu- gestimmt. Das Kuratorium soll aus 5 Magistratsmitgliedern und i.0 Stadtverordneten bestehen und alle die genannten Institute ver- ivalten. Straßenbahn„nd Feuerwehr. Sehr energisch klingt folgende Mitteilung des Magistratsberichterstatters: Die Nachricht, daß die Berliner Feuerwehr für Hilfeleistungen bei Unfällen der Großen Berliner Straßenbahn 75 M. in Zukunft liquidieren wird und daß infolgedessen diese Gesellschaft ihren Beamten verboten hat, die Berliner Feuerwehr in Zukunft zur Hilfe zu rufen, ist in dieser Form nicht richtig wiedergegeben. Die Feuerivehr wird auch in Zukunft in allen Fällen, wo Menschenleben in Gefahr schiveben oder ein öffentliches Interesse vorliegt, unentgeltlich Hilfe leisten, in allen andren Fällen aber, wenn die Straßenbahn es verlangt, nur dann Hilfe leisten, wenn die Gesellschaft den Mannschaften den üblichen Stundenlohn vergütet. Sollten die Angestellten der Straßenbahn bei Unglücksfällen mit der Benachrichtigung der Feuer- wehr zögern, dann kann dem Publikum nur empfohlen werden, s of o r t' entweder die Polizei oder die Feuerwehr zu benachrichtigen und nicht erst auf die Ankunft höherer Beamten der Straßenbahn zu warten. Die Polizeireviere werden in allen Fälle» schon das te Lmiirls" Erforderliche veranlassen, ganz gleich ob es der Straßenbahn genehm ist oder nicht. Das ist recht schön. Hoffentlich werden aber einem Menschen- freund, der bei etwaiger Gefahr die Feuerwehr benachrichtigt, im ZweifelSfalle nicht unter dem Hohngelächter der Großen die Kosten aufgebürdet. Gegen die Schankwirte und Destillateure, welche ge- färbten Himbeersaft feilhalten und verkaufen, wird zur Zeit energisch vorgegangen. Fast täglich finden dieserhalb vor den Schöffengerichten Verhandlungen wegen Vergehens gegen das Nahrungsmittel-Gesetz statt. Der gerichtliche Sachverständige Dr. B i s ch o f f begutachtet stets, daß ein Zusatz von H i m b e e r zu einer Weißen in Berlin vielfach gebräuchlich sei. Um dem Himbeersaft eine etwas lebhaftere Farbe zu geben, pflege der Fabrikant etwas Kirschsaft zuzusetzen und wenn dies in mäßiger Weise geschehe, pflege dies nicht beanstandet zu werden. Etwas andres sei es dagegen, wenn ein künstlicher, wenn auch unschädlicher Färb- stoff zur Anwendung gelange. Es werde dadurch in dem Publikum der Anschein einer besseren Beschaffenheit erweckt und Himbeersaft, der durch langes Lagern an seiner Farbe eingebüßt habe, solle dadurch den Anschein eines frischen Saftes gewinnen. Dies sei zweifellos eine Täuschung. Der Verein der Destillateure hat sich der Sache angenommen und schickt stets mehrere Gegen- Sachverständige ins Feld, welche den Standpunkt vertreten, daß der Himbeersaft nur als Färbeinittel und nicht als Genußmittel anzusehen sei. Der Vorsitzende des Gastwirtsvereins, Herr Kuckenburg, führte kürzlich in einer Verhandlung an, daß der Gast eine Weiße mit Himbeer, die nicht genügend gefärbt sei. einfack zurückweisen würde mit der Behauptung, daß' überhaupt kein Himbeer darin sei. Der Vorsitzende hielt dem Gutackter vor, daß dies ja gerade dafür spreche, daß das Publikum durch den Farbzusatz getäuscht werden solle. Er möge das Publikum darüber aufklären, daß der wesentliche Bestandteil' der Himbeerfrucht nicht die rote Farbe, sondern das Aroma sei. Wenn das mißbräuchliche Färben aufhöre, werde das Publikum nach und nach auch zu einer vernünftigen Einsicht kommen. Da auch das Kammergericht in einem Falle zu Ungunsten eines Angeklagten entschieden hat, so erfolgt stets ein verurteilendes Erkenntnis. An den Strastenbahn-Haltestcllen der Schönhauser Allee giebt es jetzt jeden Vormittag erregte Auftritte. Die Anhängewagen der Straßenbahnlinie Britz— Nieder-Schönhausen(Nordend) laufen bis mittags 12 Uhr nur bis zum Ringbahnhof Schönhauser Allee. Der Verkehr nach Nieder-Schönhausen ist aber jetzt auch in den Vormittagstunden so stark, daß die bis Nieder-Schönhausen laufenden Motorwagen oft schon am Schönhauser Thor und nicht selten sogar schon am Hackeschen Markt voll besetzt sind. Zahlreiche Personen, die von den weiter hinausgelegenen Punkten aus den Nieder-Schönhausener Wagen benutzen wollen, müssen dann zurück- bleiben. Manche von ihnen versuchen es zunächst mit dem Anhänge- wagen, denn am Ringbahnhof darf in den Motorwagen umgestiegen werden. In diesem wird aber manchmal auch hier' noch kein Platz frei, und wiederholt haben Fahrgäste deshalb die Weiterfahrt auf- geben müssen— ein Mißgeschick, das selten jemand ohne Lärm über sich ergehen läßt. Der Anhängewagen bleibt. bis er von einem aus Nieder- Schönhausen zurückkommenden Motorwagen wieder nach der Stadt mitgenommen wird, am Ring- bahnhof 43 Minuten stehen. In dieser Zeit könnte er die Fahrt nach Nieder-Schönhausen hin und zurück machen. Thatsächlich be- kommen diejenigen Motorwagen, die schon an der Nieder-Schönhausener Kirche umkehren, auf der Rückfahrt am Ringbahnhof tvieder den- selben Anhängewagen, den sie 48 Minuten vorher hier zurück- gelassen haben. Der Sinn dieser Einrichtung wird weder vom Publikum verstanden noch von den Schaffnern, denen die 48 Minuten des Wartens bestimmungsgemäß nicht als Arbeitszeit angerechnet werden können. Die Selbstverwaltung im Zeichen des Verkehrs. Einer Zeitungsmeldung zufolge hatte Oberbürgermeister K i r s ch n e r den Wunsch geäußert, vom Kaiser empfangen zu werden, um ihn da- von zu überzeugen, daß' die Ueberführung der städtischen Straßen- bahn über die Linden eine Verkehrsnotwendigkeit sei. Der Kaiser habe es jedoch abgelehnt, den Oberbürgermeister in dieser Sache zu empfangen. Wie weiter berichtet wird, soll der Kaiser dem Plan die Randglosse hinzugefügt haben:„Drüber weg nicht! Unten durch?" Das heißt in die Praxis übertragen: Der oberirdischen Leitung für die Niveau- bahnen wird die Konzession versagt, aber gegen eine Unterpflaster- bahn wird ein Widerspruch nicht erhoben werden! In der Magistratssitzung des gestrigen Freitags ist die An- gelegenheit angeblich zur Erörterung gekommen. Bald nach Eröffnung der Sitzung erhob sich Oberbürgermeister Kirschner und beantragte über die zur Rede stehende Sache amtliches Stillschweigen zu pro- klamieren. Der Antrag wurde zum Beschluß erhoben.' Alle nicht dem Magistrats-Kollegium ungehörige Personen mußten den Saal verlassen. An der Thüre wurde die für geheime Sitzungen vor- gesehene Tafel:„Geschlossen!" aufgehäugt. Die Geheimhaltung der Diskussion wird damit begründet, daß die Veröffentlichung der ge- samten Sachlage die Verhandlungen mit den zuständigen Ressorts erheblich erschweren würde. Eine diskrete Behandlung sei aber um so mehr geboten, als keineswegs die Hoffnung auf eine anderweitige Entschließung zu grinsten der Stadt aufgegeben werden müsse. Die Zahl der Telegraphcnämtcr Groß-BerlinS wird abermals um eine vermehrt. Laut amtlicher Mitteilung wird am 15. Juli bei dem Postamt 84(Camphausenstraße) der Telegraphenbetrieb eröffnet Iverden. Die Dienststunden für den Verkehr mit dem Publikum sind ans 8 Uhr morgens bis 7 Uhr abends festgesetzt. Die neue Dienst- stelle ist nur an Werktagen geöffnet. Die Bannerwcihe des von der Direktion aufgepäppelten Vereins der Straßenbahn-Angestelllen fand vorgestern in der Unions- Brauerei statt. Mit welchen Gefühlen mag die Mehrzahl der An« gestellten dem Fest beigewohnt haben? Ist doch ihnen so gut wie dem großen Publikum bekannt, in welcher Weise die Direktion die aus Anlaß des Streiks gemachten Zusagen zu brechen suchte und müssen sie doch ferner gleich blutigem Hohn tagtäglich erkennen, lvas es mit der Arbeiterfürsorge im Straßenbahnbetriebe auf sich hat. Hoffentlich haben die Angestellte» auf dem Fest im Stillen gelobt, ihrer wirklichen Organisation, dem Verbände der Handels- und Transportarbeiter, um so treuer anzuhängen. Unter dem Verdacht der Hochstapelei ivurde vor einiger Zeit eine Dame in Haft genommen, die sich Comteffe Gisela v. Heyde- b r a n d t nannte und unter diesem Namen in die Gefangcncnregister eingetragen wurde. Es hat sich dann herausgestellt, daß man es mit einer argen Schwindlerin zu thun hatte, der zetzt 30jährigen Stickerin Elise E r d m a N n, ivelche in ihrem langen Strafregister als Kellnerin, Kassiererin und Tänzerin aufgeführt ist. Nachdem sie im Oktober vorigen Jahres eine dreijährige Zuchthausstrafe verbüßt hatte, hat sie ihr früheres Gewerbe wieder aufgenommen. Machte sie die Bekannt- schaft eines Herrn— und dies geschah zumeist in der Friedrich- straße— so gab sie sich als eine adlige Dame aus. die dem- nächst ein kolossales Vermögen zu erwarten habe. Bald nannte sie sich Elise v. Padarowska, bald Comtesse Gisela v. Stutterheim. Sie fand merkwürdigerweise verschiedene Leute, die ihr Glanben schenkten und sich der Hoffnung hingaben, die reiche Dame würde ihr sehr schnell abgegebenes Eheversprcchcn halten. Sie opferten ihr vorläufig so viel, wie in ihren Kräften stand. Einer der Bethörten gab in Anbetracht der in Aussicht stehenden reichen Heirat sogar seine gute Stellung auf. Die Schwindlerin hatte durch gefälschte Briefe und Depeschen sowie durch Formulare, die sie bei einem Besuche im Bureau eines Rechtsanwalts entwendet hatte, ihre falschen Angaben zu bekräftigen verstanden. 4 Sonnadtnii, IB. Juli 1901. Im Streit UM eine Billardpartie wurde der 25 Jahre alte Arbeiter Max Krause aus der Putbuser Straße 32 getötet. Der bei den Elektrizitätswerken Siemens und Halste am Nonnendamm be- schäftigte Krause kehrte Donnerstag Abend nach beendeter Arbeit auf dem Nachhauselvege in dem Schulzschcn Restaurant am Tegeler Weg in C h a r l o t t e n b u ra ein, Ivo er mit dem Wirt und dem 23 Jahre alten Arbeiter Max Bode aus der Wilmersdorfer Straße 133 zu Charlottenburg eine Partie Billard zu spielen begann. Später trat für den in Geschäftsangelegenheiten iveggerufenen Wirt der zufällig anwesende Arbeiter Bernhard Sodemann aus der Galvanistr.' 5 ein. Bode hatte Unglück im Spiel, indem er bei er- höhtem Einsatz drei Mark an Krause verlor. Infolgedessen kam es zu Hänseleien zwischen Krause und Bode und bald darauf zu Thätlich- leiten, bei denen Bode von Sodemann sekundiert lvurde. Krause wurde von seinen Gegnern durch eine Glasthür auf einen Veranden- artigen Vorbau des Lokals gedrängelt, Ivo der Kampf aufs neue begann. Hierbei faßte Bode den Krause so heftig an die Kehle, daß dieser das Bewußtsein verlor, worauf er von Bode und Sodemann über das Geländer der Veranda in den Hof hinab- gestürzt wurde. Hier fand man Krause als Leiche. Bode und Sode- mann wurden von der Charlottenburger Kriminalpolizei verhaftet. Die Leiche des Krause, der erst im April ds. Js. seine Hochzeit ge« feiert hatte, wurde nach dem Charlottenburger Schauhause gebracht. Die Obduktion soll ergeben, ob Krause durch die Würgung am Halse oder durch den Sturz in den aufgeweichten Hof getötet worden ist. Vom Hitzschlag getroffen wurde am Donnerstagmittag ein armes Mädchen, das einen ihm plötzlich zugefallenen Reichtum ab- zuheben im Begriff stand. Die 25 jährige Fabrikarbeiterin Antonie Strauch aus der Reinickendorferstrahe ist die Tochter eines Ober- lehrers, der 6 Monate nach ihrer Geburt starb. Ihre Mutter verlor sie als achtjähriges Mädchen. Sie stand als Waise allein in der Welt und verdiente sich ihr Brot durch ihrer Hände Arbeit. Sie ist mit einem Arbeiter verlobt und steht, vor der Heirat. Da stirbt ein Onkel der armen Waise, der sich niemals um sie bekümmert hatte. Er hatte. keine Familie und hinterließ 200 000 M., die nun der Nichte zu-; fallen und am Donnerstag auf dem Gericht in der Neuen Friedrich- � straße abgehoben werden sollten. In Begleitung ihres Bräutigams wollte sie sich um IlVe Uhr auf einer Bank am Alexanderplatz aus- ruhen, als sie infolge eines Hitzschlages bewußtlos umsank. Ders Bräutigam brachte sie in einer Droschke nach der Unfallstation X, von wo sie dem Krankenhaus im Fricdrichshain zugeführt wurde. Des Gattenmordcs bezichtigt hat der Bäcker Bergmann, Holzmarktstr. öS, wohnhaft, seine eigne Mutter. Seine von ihm eines so furchtbaren Verbrechens bezichtigte Mutter Frau Auguste Götze, verwitwete Bergmann und geborene Hcnze, wohnt in Baruth in der Mark als Eigentümerin des Hauses Haupt- straße 68. Die That soll am Sylvestertage 1378 verübt worden sein. Es ist noch nicht festgestellt, ob es sich um eine wahre Be- gebenheit oder um einen Racheakt wegen Erbschaftsstreitigkeiten handelt. Ueber die That selbst teilt Bergmann folgendes mit: Sein Vater war Ackerbürger in Baruth und Fuhrherr. Mit seiner Frau, der der Sohn nachsagt, daß sie immer einen lockeren Lebenswandel ge- führt habe, lebte er in Unfrieden und ergab sich dem Trünke, weshalb eS häufig zu den wüstesten Auftritten kam. Die Wirtschaft ging zurück und schließlich mußte Bergmann sein Haus am Marktplatze in Baruth verkaufe», rettete aber seine Accker und kaufte dann außerhalb des Orts ein Bauernhaus. Einige Wochen vor Weihnachten fand der Sohn, der inzwischen in die Lehre gekommen war, in der Küche seiner Eltern eine Flasche mit Schwefelsäure. Damit sie seinen kleinen Ge- schwistern nicht in die Hände fiel, vergrub er sie im Sande. Am Sylvestertage war Bergmann, als der Sohn wieder einmal seine Eltern besuchte, schwer betrunken. Die Mutter suchte nach der Flasche mit Schwefelsäure, angeblich um den Ofen zu reinigen, und der Sohn, holte sie aus dem Versteck hervor. Wie nun Bergmann behauptet, goß die Mutter die Schwefelsäure in eine Schnapsflaschc, schleppte ihren Mann mit Hilfe von zwei andren Frauen in eine kleine Kammer und gab ihm dort von dem Gifte zu trinken, worauf sie die Kammerthüre abschloß. Zwei Tage lang rang der Unglückliche mit dem Tode, und sein Geschrei soll furchtbar gewesen sein. Erst kurz vor seinem Tode ivurde ein Arzt gerufen, der als Todesursache Alkobolismus feststellte. Ein Jahr' später heiratete Frau Bergmann erneu gewissen Götze, von dem sie sich aber schon vor dreizehn Jahren trennte. Seit zwei Jahren sind sie geschieden. Der Bürgermeister von Baruth hat die Anzeige an die Staats- anwaltschaft weitergegeben. Bergmann sagt, er habe so lange ge- zögert, weil seine Mutter gedroht habe, sie werde sich aufhängen. wenn er Anzeige erstatte. Zwischen Himmel und Erde schwebte am Donnerstagabend um 7Vs Uhr der 13 Jahre alte Schlosserlehrling Paul Kittel aus der Langenstraße. Der eigenartige Unglücksfall trug sich auf folgende Weise zu: Nach Feierabend kletterte er vor einem Hause in der Linkstraße, wo cr gearbeitet hatte, auf das Verdeck eines Omnibus, um nach Hause zu fahren. Als er seinen Sitz einnehmen wollte, legte sich der Leitungsdraht einer elektrischen Bogen- lampe, die an dem Neubau Nr. 9 hängt, um seine» Hals und riß ihn, da der Omnibus weiterfuhr und nicht so schnell zum Halten gebracht werden konnte, von oben herunter, so daß er nnt dem Kopf in der Drahtschlinge hangend etwa 2Vs Meter hoch über dem Fahrdamm in der Luft schwebte. Schaffner der Straßen-> bahn, die von ihrer dort belegenen Haltestelle aus den Vorgang be- obachtet hatten, befreiten den Unglücklichen ans seiner verzweifelten Lage. Er war etwa zwei Minuten lang thatsächlich erhängt gewesen. � Nachdem er sich etwas erholt hatte, fuhr er nach Hanse und suchte die Retttmgswache I in der Frankfurter Allee auf, wo der Arzt eine vom linken Ohr abwärts um den Hals und Kehlkopf herum nach der rechten Halsseite laufende etwa 20 Zentimeter lange, finger- breite Strangnlattonsmarke feststellte. Auch starke Hautabschürfungen hatte der junge Mann davongetragen, der auf der Rettungswache vor Erregung noch am ganzen Körper zitterte. Ein Glück für ihn war, daß sich der Unfall zu einer Zeit zutrug, wo die Lampe noch nicht brannte, da er sonst durch den starken elektrischen Strom wohl unfehlbar getötet worden wäre, wenn man ihn auch der Gefahr des Erhängtwerdens entzogen hätte. Der Bankier Löwenberg hat seine Flucht in der raffiniertesten Weise vorbereitet. Ende vorigen Monats kündigte er seinen An- gestellten an, daß er eine Erholungsreise machen werde. Am; Sonntag, 30. Jnni, begab cr sich abends„auf Reisen", nachdem er vorher alle Dokumente, in erster Linie seine Photographien, vernichtet hatte, die der Polizei hätten eine Handhabe zur Ermittelung seines j Aufenthalts bieten können. Erst am Montngnachniittag schloß die� Kriminalpolizei das Geschäft und beschlagnahmte die Geschäftsbücher.! Diese befinden sich in voller Unordnung.' Die Bücher sind offenbar � absichtlich regellos geführt worden. Die Passiva dcS verhältnismäßig kleinen Geschäfts betragen 300 000 M.; die Aktiven sind kaum nennenswert. Es steht bereits fest, daß L. ihm anvertraute Depots in beträchtlicher Höhe unterschlagen hat. Den 44 Jahre alte» Löwenberg, der unverheiratet war, hat vor allem das Ewig-Weibliche stark angezogen und in große Unkosten gestürzt. Jetzt ist ein Steck- brief hinter ihm erlassen. Ein roher Patron. Mit einem Stiefelabsatz wurde der 44 Jahre alte Maurer Hermann Grund aus der Friedenstr. 49 schwer verletzt. Auf dem Bau der städtischen Gasanstalt in der Danziger- straße, wo er arbeitete, war ein neuer Maurer eingetreten, der am ersten Feierabend von Grund nach seiner Organisationskarte befragt wurde, aber schroff abweisend antwortete. In dem aus diesem Anlaß entstandenen Streit gab ein Wort das andre, bis Grund einen Schlag mit dem Absatz eines Stiefels, den sein Gegner gerade anziehen wollte, in das rechte Auge erhielt. Daraus entstand eine Gehirnhautentzündung, so daß G. gestern nach einem Krankenhause sie wohnen, die Hausreinigung. Der Frau war es nun kürzlich 1901. Sum Preise von 2 M. durch die Buchhandlung des„ Vorwärts" 31 gebracht werden mußte. Der Name des Thäters, der nicht wieder wegen eines offenen Fußes unmöglich, die übernommene Pflicht beziehen. an die Arbeitsstelle zurückkehrte, ist nicht bekannt. zu erfüllen. Herr 2. behielt seine älteste Tochter, die schon Atheist in H. 7. Ein bekannter Bantier soll mal auf eine ähnliche Mißhandlung eines Geisteskranken. Gegen einen Pfleger eingefegnet, aber noch bis Ende September schulpflichtig ist, Anfrage, deren Inhalt doch dahin geht, wie kann ich mein Kapital hochder städtischen Frrenanstalt in Dalldorf ist auf Veranlassung der auf einige Tage vom Schulbesuch zu befreien. Die Wirkung war papieren an, wollen Sie gut effen, so suchen Sie sich ein industrielles zu Hause und bat schriftlich den Lehrer, berzinslich aber durchaus sicher anlegen?" geantwortet haben: Wollen Sie das Mädchen gut schlafen, so legen Sie Ihr Geld in preußischen oder deutschen StaatsDeputation für die städtischen Krankenanstalten eine gerichtliche eine ganz unerwartete. Jufolge unbegründeter Redereien einiger Bapier aus, das hohe Zinsen abwirft. But schlafen und gut eſſen Untersuchung wegen Mißhandlung eines fiechen Patienten eingeleitet Schülerinnen mag der Lehrer geglaubt haben, die Krankheit der giebt es teinen Rat. Befolgen Sie diesen Rat.-P. S. Nur verschlossene Pfeife. dafür worden. Auf eine bei ihm eingegangene Denunziation erstattete der Direktor der Anstalt, Geheimrat Sanden, der Deputation An- Mutter ſei nur vorgespiegelt. Kurz und gut, die Polizei wurde zeige, worauf diese von der Deputation kurzer Hand an die Staats- Schumann das Mädchen aus der Wohnung und brachte sie benachrichtigt und am nächsten Morgen fünf Uhr holte ein anwaltschaft weitergegeben wurde. Ein Verschulden des Bezichtigten nach dem Polizeirevier in der Selchowerstraße. ist zunächst noch nicht erwiesen, und der beschuldigte Pfleger ist daher fie in einem berfinsterten Raum bis neun Uhr, also Hier wurde vorerst vom Amte nicht enthoben worden. bier Stunden, festgehalten, um dann endlich der Beim Spielen überfahren wurde am Donnerstagabend um Schule in der Koppstraße zugeführt zu werden. Diese Maßregel 81/2 Uhr der sechs Jahre alte Sohn Paul der Arbeiter Thoratschen erscheint geradezu unglaublich, wenn man bedenkt, daß der SchulEheleute aus der Parochialstraße 1/2. Der Knabe befand sich in der unterricht um 7 Uhr beginnt. Das Kind, das im höchsten Grade Spandauerstraße, wurde dort von der Straßenbahn gefaßt und erlitt bleichsüchtig ist, hatte nicht einmal Gelegenheit erhalten, auch nur einen Bruch des linken Oberschenkels. Die Eltern mußten ihn in das geringste zu genießen. Es wäre zu wünschen, daß die Polizei einem Lückschen Wagen am Freitagnachmittag einem Krankenhaus bei Ausübung ihrer Befugnisse zweckmäßiger verführe und auch allzuführen. Das Publikum sollte doch endlich einsehen, daß gemein menschliche Rücksicht nicht außer Acht ließe. Straßen mit einem lebhaften Bahnverkehr sich zu Spielplägen für Kinder nicht eignen. Zwei Feuerwehrleute verunglückten bei einem DachstuhlBrande, der Freitagmittag in der Müllerstr. 165a zum Ausbruch kam. Zwei Mieterinnen hatten den Bodenraum erst furze Beit verlassen, als bereits helle Flammen aus dem Dache hervorschossen. Die Feuerwehr war zwar rasch zur Stelle, doch gestaltete sich die Löscharbeit insofern schwierig, als die fengenden Sonnenstrahlen den Rauch derart nach unten drückten, daß zeitweise nicht nur der Hof, sondern auch die benachbarten Straßen in dicken Qualm eingehüllt waren. Unter diesem Umstande hatten die Löschmannschaften schwer zu leiden und zwei von ihnen wurden durch Rauch und Hitze derart mitgenommen, daß ihnen Sauerstoff eingeflößt werden mußte, worauf sie nach ihren Wohnungen befördert wurden. Der Dachstuhl des Quergebäudes brannte größtenteils nieder. Durch Selbstentzündung war nachmittags 3 Uhr in der Hannoverschenstraße 7 trockenes Gras auf einem Holzcementdach in Brand geraten. Kurz vorher war Elisabethstraße 65 ein kleiner Zimmerbrand abzulöschen. Laubenbrand. In der in der Elbingerstraße gelegenen Lauben folonie Stairo brach gestern vormittag gegen 11 Uhr in einer dem Behrendschen Ehepaar gehörenden Laube Feuer aus. Die Leute haben dort zwei große Buden, deren eine als Wohnung, die andre als Stall dient; in legterem hatten sie schon für den kommenden Winter Heu aufgestapelt, welches sich nun infolge der Hize der legten Tage entzündete. Das Feuer wurde erst bemerkt als die Flammen bereits zum Dache hinausschlugen. Nur mit Mühe gelang es der geistesgegenwärtigen Frau, wenigstens die Ziegen, Kaninchen und Hühner zu retten, während die Tauben, 20 Stück an der Bahl, in dem Feuer umtamen. Versammlungen. Marktpreise von Berlin am 11. Juli 1901 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. D.- Ctr. Kartoffeln, neue, D- Ctr.| 12, Rindfleisch, Keule 1 kg Roggen, gut Hammelfleisch 16, 14,80 14,70 13,60 Eier wetzen, gut " " mittel gering " 7, 1,60 1,20 " do. Bauch 1,30 1, " 13,90 13,88 " Schweinefleisch " 1,60 1,20 " Berste, gut mittel gering 13,86 13,84 " Kalbfleisch " 1,60 1,10 13,82 13,80 " 1,60 1,10 Butter 2,60 2, " mittel gering 60 sind 4, 2,40 * Hafer, gut 13,50 12,40 16,30 15,50 Karpfen 1kg 2, Aale 2,80 1,40 " mittel gering 15,40 14,70 Bander 2,80 1,20 " 14,60 13,90 Hechte " 2,40 1,20 Richtftroh Hen 7, 6,50 Barsche " 1,80 0,80 7, 4,80 Schleie 2,40 140, 25, Bleie 1,40 0,80 45, 25, Krebse 65,- 30, per Schot 16,- 3, Linsen †) Frei Mühle.*) Frei Wagen und ab Bahn. Wetters, unter der Amerita und Europa leiden, hat sich eher noch verProduktenmarkt vont 12. Juli. Getreide. Die Trockenheit des schlimmert, und der Eindruck dieses Uebelstands tritt im internationalen bei steigenden Preisen zu Tage. Die Tendenz des hiesigen Martts war Getreidehandel in Form von zunehmender Kaufluft von Herbstlieferungen heute als stramm zu bezeichnen. Auch Amerika meldete sehr feste, DestreichUngarn und Frankreich etwas höhere Notierungen. Bereits bei Beginn des Verkehrs wurde Weizen bei lebhafter Nachfrage unter großer Zurückhaltung der Abgabe 2 M., Roggen 1-1,25 M. beffer bezahlt. Das effektive Angebot war in Weizen größer als in Roggen. Am Mehlmarkte war kein Safer erzielten Preisausbesserungen. Rüböl war ohne Umfas, nominell Geschäft. Futterartifel verkehrten gleichfalls in fester Tendenz; Mais sowie unverändert. In einer öffentlichen Versammlung der Schlächtergesellen, Erbfen die am Donnerstag, den 11. Juli, in den Arminhallen tagte, wurde Speisebohnen wiederum die in Aussicht stehende Lohnbewegung lebhaft erörtert. Vorerst hatte Genosse Paul Jahn einen beifällig aufgenommenen Vortrag über das Thema:" Die Gewerkschaftsbewegung in Gegenwart und Zukunft" gehalten. Die Diskussion hierüber gestaltete sich mehr zu einer Aussprache über führbarkeit eines Schlächterstreiks. Alle Redner waren der Meinung, die Durch daß eine Lohnbewegung im Herbst wohl notwendig sei. Die Organisation laffe aber noch sehr viel zu wünschen übrig. Der Ausgang der Bewegung hänge eben nur von der künftigen regfameren oder flaueren Thätigkeit der Fleischergesellen ab. Hieran anschließend wurde berichtet, daß die Sonntagsruhe nur in den seltensten Fällen wirklich innegehalten werde. Ein im achten Jahre im Berufe thätiger Kollege erklärt sogar, daß er im ganzen bloß zweimal die Sonntagsruhe wirklich durchgeführt habe. Aus diesen Gründen wurden die Anwesenden ermahnt, alle Berstöße gegen die irgend möglich die Sonntagsarbeit nach 10 Uhr vormittags zu ver Vorschriften über die Sonntagsruhe einfach zu melden und wenn weigern. Die Berichterstattung vom Schlafstellenwesen wurde auf die nächste Versammlung vertagt. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 14. Juli, vormittags 83 Uhr, in der Aula der 69. Gemeindeschule, Kleine Frankfurterstr. 6: Bersammlung." Freireligiöse Vorlesung." Um 10 Uhr vormittags ebendaselbst: Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille: Wesen und BeBariser Mustel Harmonium. deutung der Weltanschauung. II." Bor- und Nachspiel auf dem Gäste, Damen und Herren, fehr willkommen. Vermischtes. Witterungsübersicht vom 12. Juli 1901, morgens 8 1hr. Stationen Swinemde Hamburg Berlin Frankf./M. München Wien Barometer stand mm Wind Bunipa 765 NNO 765SO 764 NNO 764 NO 766 SW Windstärke Wetter 1 heiter 5° 4° R. Stationen Barometerstand mm Wind richtung Windstärke Wetter Temp. n. C. 20 aparanda 764 NO 2516.bed. 14 770 NNW 3Heiter 14 1 wolfent 22 Betersburg 2 wolfen! 21 Cort 1 wolfen! 22 Aberdeen 2 heiter 18 Paris 762 NNW 2 bedeckt 18 765 1wolfen! 21 Wetter Prognose für Sonnabend, den 13. Juli 1901. Sehr warm und schwül bei mäßigen nördlichen Winden, zunehmender Bewölkung und Gewitterneigung. Berliner Wetterbureau. Bei einem Einbruchsdiebstahl festgenommen wurden Freitag abend 10 Uhr zwei Burschen von 16 und 20 Jahren, als sie der Export- Agentur von Adolf Frankfurther in der Kommandantenstraße einen Besuch abstatteten. Der auf sie aufmerksam gewordene Portier Ein neues Unglück hat die deutsche Marine betroffen. Aus holte drei Schußleute herbei, die die Diebe stellten. Einer derselben Wilhelmshaven wird darüber berichtet: Bei einer be= bersuchte mit gezücktem Messer auf die Schutzleute einzubringen, schleunigten Dauerfahrt des kleinen Kreuzers Ariadne" am 11. Juli wurde aber durch einen Säbelhieb kampfunfähig gemacht und gleich havarierte um 11 Uhr 10 Min. abends der Backbord 1. Kessel. Das feinem Gefährten festgenommen. Ein Schmiere stehendender Complice Bersonal konnte den Heizraum verlassen, doch wurden vier Seizer Arbeiter- Konsum- Genossenund zwei Werftarbeiter schwer verbrüht; die Verletzten wurden am Freitag hier ausgeschifft. entfam. ,, Zwischen Elbe und Oder." Unter diesem Titel ist im Ver= lage des Deutschen Radfahrer Bunds, Kochstraße, ein durchaus brauchbares Reisehandbuch erschienen, das sowohl Radfahrern als Fußgängern schäßenswerte Dienste leisten wird. Es giebt Auskunft über die gangbarsten Partien vom Laufißer Grenzwall im Süden bis zur Mecklenburgischen Seenplatte im Norden und enthält, in gewissenhafter Zusammenstellung alles, was den Touristen für die Wanderschaft interessieren kann. Der Preis des Buchs beträgt 2 m. Im wissenschaftlichen Theater der Urania findet am Sonntag noch eine Aufführung des dekorativen Vortrags unser Rhein, von der Quelle bis zur Mündung" statt. An allen übrigen Tagen der Woche werden Projektionsvorträge au fleinen Preisen gehalten werden, und zwar soll am Montag und Freitag der Vortrag: schaft ,, Befreiung“ zu Berlin. Sonntag, den 14. Juli 1901, vormittags 10 Uhr Ausserordentliche General Versammlung im Lokale von F. Felgentreff, Oranienstraße 183. Antrag auf Auflösung der Genossenschaft. 263/11 Der Vorstand. G. Friedrich. D. Witte. Socialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis Osten. Todes- Anzeige. Am Mittwoch, den 10. d. M., starb unser langjähriges Mitglied, der ister Franz Ehmke an der Lungenschwindsucht. Ein Eisenbahnunglück hat sich in Kassel ereignet. Ein amtlicher Bericht meldet: Donnerstagabend 6 Uhr 45 Min. bei Einfahrt des mit zwei Lokomotiven bespannten D- Buges fuhr derselbe, augenscheinlich infolge Versagens der Luftdruckbremse, mit ziemlicher Wucht gegen den hydraulischen Prellbock. Infolgedessen entgleiste die Vorspannmaschine und die Puffer des in der Mitte des Zuges stehenden 5. und 6. Wagens schoben sich unter einander. Zwei Reisende erlitten geringe Verlegungen. Im Speisewagen wurde zahlreiches Geschirr zertrümmert. Sonstige Beschädigungen find nicht vorgekommen. Nach Einsetzung der erforderlichen Ersagwagen tonute der Zug mit 1/ 2stündiger Verspätung weiterfahren. Ueber zwei Wahufinnsthaten wird berichtet: In Detter. Kranken- und Sterbe- Friedhofs in Weißensee aus ftatt. " Malerische Wanderungen durch die Mark Brandenburg", Teil i bach bei Würzburg hat ein irrfinniger Böttchergehilfe seine Mutter Kaffe aller gewerblichen belmsberg nach weißenſee.) und II gehalten werden, am Dienstag und Donnerstag der Vortrag: mit einem Beilhieb getötet und seinen Bater schwer verletzt. „ Die Höhlen des Harzes und ihre Ümgebung", und am Mittwoch In dem Dorfe Garlig bei Rathenow hat gestern die Ehefrau und Sonnabend der Vortrag: Mittelmeerfahrten". des Büdners Eckardt ihre 1/2 jährige Tochter, ihren zweijährigen Sohn und sich selbst in einem Waschkübel ertränkt. Ursache: Geistesstörung. " Aus den Nachbarorten. Pankow. Die von uns bereits besprochene Grundsteinlegung über Chicago nach St. Louis gehenden Bahnlinie ist nahe bei Einsturz einer Eisenbahnbrücke. Auf der von New York des bis zum ersten Stockwerk fertiggestellten neuen Rathauses Springsfield in Pennsylvanien eine Brücke eingestürzt. Neun Arbeiter fand gestern unter den üblichen Ceremonien statt. Nachdem die wurden getötet und acht schwer verletzt. Die Verunglückten sind Urkunde verlesen und versenkt war, wurden von den anwesenden meist Italiener. Gemeindevertretern die drei Hammerschläge vollzogen. GemeindeBriefkasten der Redaktion. Arbeiter für Schöneberg und Berlin. E. H. Nr. 115. Ehre feinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 14. d. M., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Auferstehungs: ( Lichtenberger Weg, Straße von WilUm zahlreiche Beteiligung bittet 244/9 Der Vorstand. Deutscher Den Mitgliedern zur Nachricht, General- Versammlung Holzarbeiter- Verband. mittags 10 Uhr, im Lokale von daß der Kollege Tischler Franz Ehmke am 10. d. Mr. verstorben ist. am Sonntag, den 21. Juli, vor Krüger, Grunewaldstr. 110. Tages- Ordnung: 1. Halbjährliche Kassenabrechnung. 2. Statutenänderung. 3. Berschiedene Kaffenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Um pünktliches Erscheinen ersucht 273/ 8* Der Vorstand. Ober- Schöneweide! Max Schwan, Die Beerdigung findet am Sonntags nachmittag 4 Uhr von der Leichenhalle des Friedhofes der AuferstehungsGemeinde in Wilhelmsberg aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 106/12 Die Ortsverwaltung. Landmannschaft d. Schlesw.Holsteiner zu Berlin. unser früheres Vorstandsmitglied, der Mittwoch, den 10. Juli, verstarb Tischler Franz Ehmke Lichtenberg. Richard Olm vertreter Genoffe Klingenberg wünschte, daß die Mauern des Waldbrand. An der Kreisgrenze der Lüneburger Kreise Gebäudes in Zukunft auf ein freies, unabhängiges Volt Gifhorn und Isenhagen entstand zwischen Gifhorn und Brohme ein herabblicken möchten, was von den anwesenden Bauhand- Waldbrand, durch welchen mehr als 4000 Morgen Forst und wertern mit einem Bravo begrüßt wurde. Haide vernichtet wurden. Zwei Arbeiter aus Boizenhagen, Bur Charakterisierung gewisser Herren wollen wir hervorheben, die verdächtig sind, den Brand durch Fahrlässigkeit verschuldet zu daß einer der bürgerlichen Vertreter das Verlangen stellte, in der haben, wurden in Haft genommen. Nacht einen Gendarmen Posten stehen zu lassen, da die Socialdemo traten den Grundstein herausbrechen wollten, um socialistische Jahren. Das Thermometer zeigte im Schatten 85 Grad Fahren- mein Restaurant und Garten mit In London war Donnerstag der heißeste Tag seit vielen Empfehle Genossen bei Ausflügen Schriften hineinzulegen". Wörtlich! heit. Viele Menschen wurden auf der Straße ohnmächtig, mehrere Eingang vom Walde. Spielplatz, Die letzte Pferdebahn wird das Gebiet der Stadtgemeinde Personen wurden vom Higschlag getötet. Hunderte von Pferden Kegelbahn, Kaffeeküche. Raum für Charlottenburg endgültig nächsten Sonntag, 14. Juli, verlassen. fielen vor Erschöpfung nieder. Seit Mittwoch herrscht auch in 250 Personen. [ 18439* Morgen findet die landespolizeiliche Abnahme der elektrischen Aus- Brüssel eine außergewöhnlich große Hize. Otto John, Wilhelminenhofstr. 18. In den letzten rüstung dieser Straßenbahnlinie, der Linie Gesundbrunnen- 48 Stunden sind nicht weniger als neun Personen an Higschlag ge- tannten und Gesinnungsgenossen von Meinen werten Freunden, Be aus Ploen. Charlottenburg( Luisenplatz) statt. Sonntagabend mit Dienstschluß storben. Die Beerdigung findet am Sonntag, Dühringshof und Köpenick, fowie 14. Juli, nachmittags 4 Uhr, von der wird der Pferdebetrieb, der legte in Charlottenburg, eingestellt und meiner verehrten Nachbarschaft die Leichenhalle des Auferstehungs- KirchMontag früh der elektrische Betrieb aufgenommen. Da die Arbeiten bei der Zugbrücke beim Charlottenburger Schloß noch nicht zu Ende ergebene Mitteilung, daß ich hierorts, hofs in Weißenfee statt. Löweftr. 4 einen 23876 Um zahlreiche Beteiligung ersucht geführt sind, so wird der Betrieb der neuen elektrischen Linie vorDer Vorstand. läufig nur bis zur Brücke von Berlin aus durchgeführt. In wenigen Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, Rasier-. Frisier- und Haarschneide- 23796] Salon und zahntechnisches Atelier, Socialdemokrat. Wahlverein Wochen fann die Linie wieder bis zum Luisenplatz geleitet werden. natürlich Separat- Zimmer, B. P. 25. Vor dem Institut ist mehrfach sowohl amtlich als auch eröffnet. Ans Lichtenberg wird uns gemeldet: Die Gemeindes privatim von medizinischer Seite gewarnt worden. Am 11. Juli starb unser Mitglied, Da ich erst halber Millionär bin, so der Hausdiener Bertretung mußte ihre Ferien unterbrechen, um zu einer Anzahl der Müller 2c. 2. In Berlin, Charlottenstr. 84," Der Müller", Organ ber D. Sch. 19 576. 1. In Altenburg, Mauergaffe 4b ,, Einigkeit", Organ bitte um geneigten Zuspruch. 14/6 Vorlagen Stellung zu nehmen. Die Abänderung des Bebauungs- Mühlenindustrie. planes der Abth. XII, XIII wurde genehmigt. Die von dem A. Sch. 1. Ja. 2. Das ist unwahrscheinlich. Rechtlich möglich ist es, Vertreter des Fürsten Henkel von Donnersmard wiederum der Ges da ein Ausländer als läftig ohne Grund ausgewiesen werden kann. meinde Vertretung zugemutete Einwilligung in die Aus- F. J. Ist nichts vereinbart, so muß zu angemessener Zeit die Wohnung gemeindung eines Teils seines auf Lichtenberger Gebiet gezeigt werden. Als solche gilt in Berlin 9 bis 5 Uhr. V. 3. Nein. belegenen Terrains Berlin fand durch unsre Genossen 2. D., Wiesbaden. Der aus der Landeskirche Ausgeschiedene ist scharfe Abwehr mit Ablauf des auf die Austrittserklärung folgenden fertige feine Anzüge nach Maß, für wurde durch einstimmige Annahme des Autrags auf Uebergang zur Tagesordnung erledigt. Vertagt Kirchengemeinde- Angehörigkeit beruhen Jahres zu Kirchensteuern, welche auf der persönlichen Kirchen- oder 30 Mt. ff. Sommer- Baletots nach Maß, wurde nach kurzer Diskussion die Stellungnahme zu der von der Kirchensteuern genannt insgemein schlechtweg persönliche für 10-12 Mt. feine Hosen nach Maß. nicht mehr verpflichtet. Zu den Kosten eines Regierung beliebten Maßregelung der Gemeinde in Sachen der zu außerordentlichen Baus, dessen Notwendigkeit vor Ablauf des Kalender errichtenden Schulkommission. Demselben Schicksal verfiel die jahres, in welchem der Austritt aus der Landeskirche erklärt wird, feft: Borlage über die Beanstandung des Beschlusses der Gemeinde- gestellt ist, find die Leistungen noch bis Ablauf des zweiten auf die Ausvertretung vom 25. April d. J. betreffend die Petition gegen die trittserklärung folgenden Kalenderjahres zu zahlen. Leistungen, die nicht Erhöhung der Getreidezölle. Die Beanstandung datiert vom auf der Kirchenangehörigkeit beruhen, sondern von jedem zu zahlen find 24. Juni; die Angelegenheit wird die Versammlung beschäftigen, aus der Kirche Ausgetretenen zu zahlen. ( z. B. Grundstücks- Kanou, Grundstücks- Dezem) find natürlich auch von den Urlaub des Gemeinde- Vorstehers abgelaufen ist. N. M. 31. Eine Abhandlung über den Gegenstand ist uns nicht be: Eine Mehrausgabe von 3000 Mark beim Schulbau in tannt. Vielleicht giebt die Berufs- und Gewerbezählung für 1895 einige der Kronprinzenstraße wurde bewilligt. Mitgeteilt wurde, daß Herr Auskunft darüber; gewiß ist das auch nicht, da möglicherweise wir haben Bankdirettor Plonz seine Klage gegen die Gültigkeit der Wahlen teine Zeit das nachzuschlagen diese Arbeiter mit verschiedenen andren der ersten und zweiten Wählerklasse zurückgenommen hat. Gruppen zusammengezählt sind. Die Bände 107 bis 111 der vom Kaiserlichen Danach werden sich also die feindlichen Brüder darauf beschränken, Bibliothek, vielleicht auch in der Bibliothek in der Alexandrinenstraße 26 Statistischen Amte herausgegebenen Berufsstatistit, die sie in der Königlichen die Wahlen der dritten Wählerklasse anzufechten und die Kassen- nachsehen können, find die einzigen Beröffentlichungen, die etwas darüber mittel des Bürgervereins von Lichtenberg" zur Entrechtung der enthalten könnten. 6000 Wähler der dritten Wählerklasse frei zu machen. Wohl betomm's ihnen. wenn der und an Aus Rigdorf wird uns berichtet: Während der Arbeiter 2. in Nixdorf seiner Berufsthätigkeit nachgeht, besorgt seine Frau dort, wo Barbier, Friseur und Zahntechniker. im Alter von 40 Jahren. Für 30 Mark Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet am Sonntag nachmittag 4 Uhr vom Trauerhause, Pfarrstr. 34, nach dem Krugstege statt. Um recht zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Allen Verwandten, Freunden und Bekannten hierdurch die traurige NachRiesenstofflager richt, daß meine liebe Frau Krausenstr. 14 1, tein Laden. Minna Knötsch, geb. Großmanu nach kurzem Leiden am Donnerstag, Holzmarktstr. 20. Bäckerei, den 12. Juli, verstorben ist. Die Be: auch für andre Zwecke zu ver: erdigung findet am Sonntagnachmittag mieten. 1399 42 Uhr, von der Leichenhalle des St. Georgen- Kirchhofs in Neu- WeißenAn der Michaelbrücke 1 bei der see aus, statt. Holzmarktstraße noch zu vermieten Wilh. Knötsch, nebst Kindern u. Geschw. 2378a Fabrik- Räume: I. Etage cplt. 325 Meter, Allen Freunden und Bekannten hier: 325 durch die traurige Nachricht, daß unfre 115 Meter, Tochter Martha am 11. Juli im Alter von 19 Jahren plöglich ver150 " 23885 storben ist. in II. " III. " IV. " " 19402* Doppellicht, beliebigen Teilen. Fahrstuhl, Wafferladestelle. F. Simon, Gerichtl. Bücher- Revisor. An der Michaelbrücke 1. Donnerstag jeden Tag frei. Oranien Große Vereinszimmer außer International. 1. Schreiben Sie an Redaction„ Le Peuple", Brüssel; Redaction ,, Het Volk", Amsterdam; Redaction ,, SocialDemokraten", Stockholm; Herrn P. Knudsen, Kopenhagen, Namsensgade 46 A. Sie müssen sich zur Adresse der lateinischen Buch staben bedienen. 2., 3., 4." Statistisches Jahrbuch des Deutschen Reiches". straße 183 parterre. 710* Die Beerdigung findet am Sonntag, den 14. Juli, nachmittags 12 Uhr, von der Leichenhalle des städtischen Friedhofs in Friedrichsfelde aus statt. Die trauernde Familie: Emil, Auguste und Paul Hennig. Samariterftr. 36, Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 13. Jult. Opernhaus. Geschlossen. Schauspielhaus. Geschlossen. Urania Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: ,, Malerische Wanderungen durch die Mark Brandenburg", II. Invalidenstr. 57/62. Neues Opern Theater( ron). Tägl. Sternwarte. Mamfell Angot. Anfang 8 Uhr. Jut Trianon Theater: Lebende Lieder". Anfang 8 Uhr. Im Garten: Täglich großes Konzert. Schiller.( Morwis Oper.) Der Troubadour. Anfang 71/2 Uhr. Dentsches. Geschlossen. Leffing. Die dritte Estabron. Anfang 8 Uhr. Berliner. Geschlossen. Residenz. Das blaue Kabinett. Anfang 8 Uhr. Nenes. Gastspiel des Meßthaler: Ensembles. Die Hoffnung auf Segen. Anfang 8 Uhr. Westen. Der Registrator auf Reisen. Anfang 8 Uhr. Secessionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 8 Uhr. Zoologischer Garten Täglich 5 Uhr nachmittags: Militär- Doppel- Konzert. Gastspiel der Kapelle des BadiSportpark Friedenau. Sonntag, den 14. Juli, nachm, 4 Uhr: Welt- Meisterschaften. Billet- Vorverkaufsstellen: Brennabor- Filiale, Leipzigerstrasse 111; Louis Krafft, Friedrichstr. 157, Ecke U. d. Linden ( Kranzler); Adler- Fahrradwerke, Markgrafenstrasse 43/44; Agte& Wendt, Krausenstr. 15; Schneider, Alexanderstr. 28a Lindenpark Friedrichsfelde. Haltestelle der elektrischen Strassenbahn. Von Spittelmarkt- Friedrichsfelde 10 Pf. Familien fönnen Staffee tochen. ( 18852*) A. 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Der Inhaber dieses Geschäfts hat sich mit Namensunterschrift ge: empfiehlt sich aufs beste bei Ausflügen den geehrten Gesellschaften und bunden, den von der Gehilfenschaft und der Freien Vereinigung am 3. Juni 1901 auf dem Einigungsamt des Gewerbegerichts abgeschloffenen Vergleich innezuhalten." Dies Plakat giebt jedermann die Garantie, daß, wo dasselbe aushängt, die Lohnforderung, Preiserhöhung, strikte zur Durchführung kommt. Folgende Kollegen haben ihre Unterschrift gegeben: Norden. Neumann, Graunstr. 14. Bahr, Ramlerstr. 37. Haberland, Trescowstr. 54. Krüger, Graunstr. 3. Kolodzcizit, Wollinerstr. 34. Brandt, Dunderstr. 75. Schulz. Neue Hochstr. 38. Apollo. Specialitäten Borstellung. Carl Weiss- Theater Oberländer. Neue Hochstr. 6. = Frau Luna. Anfang 8 Uhr. Paffage Theater. Damen: Ring: Große Frankfurterstr. 132. Die Zauberflöte. fämpfe. Specialitäten- Vorstellung. Oper in 2 Atten von W. A. Mozart Anfang nachmittags 3 Uhr. Passage Panoptikum. Speciali täten Borstellung. 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Schiller Theater täten Borſtelung und Ball. cit., ( Walluer Theater). Morwiz- Oper. Sonnabendabend 72 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel. Der Troubadour. Große Oper in 4 Atten von G. Verdi Sonntagnachmittag 3 Uhr: Bet halben Preisen: Zar und Zimmermann. Sonntagabend 72 Uhr: Die Zauberflöte. Montagabend 72 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel. Der Postillon von Lonjumeau. Central- Theater. Heute Anfang 8 Uhr. Letzte Woche des Gastspiels der 8 echt japan. Geishas aus Tokio. Bum 693. Male: Volksbelustigungen aller Art. Jeden Abend 10 Uhr: Moderne Don Juans. Reichshallen Heute und folgende Tage: Gastsp. des altberühmten NeumannBliemchen mit seiner Gesellschaft. ( Herren Bliemchen, Horvath, Gipner, Tieck, Zimmermann, Feldow und Ledermann.) Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Am 1. Auguft: Wiederbeginn der Soireen der Stettiner Sänger. Hampel, Usedomstr. 14. Kraeft, Stargarderstr. 80. Hampel, Schliemannstr. 45. Drzymala, Lortzingstr. 3. Porath, Lychenerstr. 12. Schwarz, Swinemünderstr. 55. Bahnke, Schwarzkopffftr. 12. Metzheimer, Raumerstr. 54. Ermisch, Schulzendorferstr. 17 a Fasinski, Ackerstr. 109. Kappe, Feldstr. 4. Mehling, Utrechterstr. 5. Wirth, Brunnenstr. 90. Daunert, Pappel- Allee 33. Neye. Schliemannstr. 20. Gahde, Dunderstr. 10. Baumann, Belforterstr. 27. Zwirner, Schulstr. 39. Böhme, Reinickendorferstr. 43a. Leopold, Liebenwalderstr. 5. Selzer, Liebenwalderstr. 40. Bojack, Schliemannstr. 27. Deichsel, Pappel- Allee 9. Wittkopf. Lorgingstr. 8. Dahlke, Ramlerstr. 33. Barowski, Ruppinerstr. 25. Borges, Kolbergerstr. 12/13. Die Geisha. Sanssouci degener, Boyenftr. 28. Operette in 3 Aften v. Sidney Jones. Einlagen im 1. und 2. Aft: 1. Feierlicher Tanz. 2. Ballspiel- Tanz. 3. Schmetterlings- Tanz. 4. Pfänder: spiel Tanz. 5. Frühlingsfeier: Tanz. 6. Schirm Tanz. 7. Erntefeft ang 8. Siegesfeft- Tanz, ausgeführt von den 8 echt japanischen Geishas aus Tokio. Metropol- Theater. W., Behrenstrasse 55-57. Der Zauberer am Nil. Im Garten: Täglich: Hoffmanns Nordd. 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Urban, Breslauerstr. 6. Reim, Krautstr. 3. Kühn, Grünerweg 50/51. Klimpel, Grüner Weg 14. Meier, Königsbergerstr. 31. Wege, Tilsiterstr. 82. Holz, Petersburgerstr. 10. Krafft, Weidenweg 31. Reint, Posenerstr. 26. Morgenstern, Tilsiterstr. 88. Müller, Weidenweg 35. Nedel, Warschauerstr. 23. Stier, Fürstenbergerstr. 11. Kruschte, Gr Frankfurterstr. 37. Strät, Zorndorferstr. 22. Nowacki, Langestr. 102. Schmidt, Rigaerstr. 123. Blaßner, Thaerstr. 24. Schneider, Blumenftr. 30. Südosten. Plan, Mustauerstr. 31. Gräbnik, Sorauerstr. 29. Majewski, Sorauerstr. 3. Viehweg, Liegnigerstr. 43. Fechner, Staligerstr. 54c. Seele, Kottbuserstr. 59. Behle, Manteuffelstr. 68. Neisch. Wienerstr. 32. Stade, Melchiorstr. 5. Heidmann, Liegnizerstr. 35. Kohle, Grünauerstr. 4. Prenzel, Engel- Ufer 13. Kuschke, Stalizerstr. 18. Stolpe, Glogauerstr. 32. Schulze, Forsterstr. 41. Wolff, Wienerstr. 64. Jeeze, Grünauerstr. 28. Bolkmann, Forsterstr. 7. Baritsch, Mariannenplag 26. Nega, Sorauerstr. 22. 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Tages Ordnung: 1. Die gegenwärtige Arbeitslosigkeit in unsrem Berufe. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Theater- Vorstellung für Kinder. Fackelzug. Jeder Handwerker follte zur Arbeit die Lederhose Herkules tragen. Allein- Verkauf. Sehr starke Ware in praktischen grauen u. braunen Streifen. Sinten u. vorn am Bund aus einem Stück gearbeitet. Nietknöpfe ut. Kapp: nähte. Feste Leder Pilot Taschen, Große Flicken umsonst. Die Hose bet Entnahme von 4 MI. 50 6 Stück 26 Mt. Echt blaues Monteur- Jackett 1 M. 90 Echt blaue Monteur- Hose.. 1 M. 50 Echt blaues Monteur- Jackett Prima Köper- Gewebe..2 M. 50 Echt Monteur- Hose Montag, den 15. Jull, abends 8% Uhr, im Gewerk- GROSSES FEUERWERK. Gt blame one- ofe schaftshaus, Engel- Ufer 15: Versammlung der Klempner. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Cohen über: Unire gegenwärtige wirtschaft: liche Lage. 2. Diskussion. 3. Berbandsangelegenheiten. Montag, den 15. Juli, abends 8 Uhr, in den Arminhallen", Kommandantenstr. 20: Versammlung Im Bal champêtre: Grosser Ball. Die Kaffeeküche ist von 2 Uhr an geöffnet. Billet 20 Pfennig, an der Kasse 25 Pfennig. Anfang 4 Uhr. Billets find heute noch in den Zahlstellen, bei den Werkstuben- Bertrauenspersonen, sowie in unserm Bureau, Engel- Ufer 15, II., zu haben. 25/8 Zahlreichen Besuch erwartet Das Komitee. Achtung! Sonnabend, den 18. Juli 16 Achtung! der Mechaniker and Optiker. Am Königsther Schweizergarten Tages Ordnung: 1. Stellungnahme zu den im Auguft d. J. stattfindenden Verbandstag der Deutschen Gesellschaft für Mechanit und Optif, und event. Wahl von Delegierten hierzu. 3. Verbandsangelegenheiten. Montag, den 15. Juli, abends 8 Uhr, in den Arminiushallen, Bremerstraße 72-73: Bersammlung für Moabit. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags: Abgeordneten E. Rosenow über: Der wirtschaftliche Niedergang, feine Ursachen und feine Folgen. 2. Diskussion. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 3. Verbandsangelegenheiten. 116/17] Die Ortsverwaltung. Fahrgelegenheit nach allen Richtungen. Am Friedrichshain GROSSES SOMMERFEST verbunden mit Sommernachts- Ball arrangiert vom Vertrauensmann der Berliner Kürschner. 93/ 15* * Konzert und Specialitäten- Dorkfellung.* Auftreten sämtlicher Künstler. Gesang- Aufführungen des Gesangvereins Berliner Kürschner.( M. d. A.: S.-B.) Den geehrten Damen steht von 3 Uhr nachmittags ab die Kaffeeküche zur Verfügung. Eintritt 30 Pf. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pf nach. Anfang 4 Uhr. Prima Köper- Gewebe..2 M. 10 Brima Manchester Hose 9,-, 5,50, 4,25 Gefüttert. Manchest. Jadett 13,-9, Operations- Mantel f. Aerzte 4,90-3 m. 40 Maler- Kittel. 3,-, 2,50, 2 M. Mechaniker- Kittel( braun) 3,-, 2 M. 40 Weißes Leder- Jadett, 2reihig gefüttert. 7 M. 50 Weiße Lederhose, Prima Ware 3 M. 75 Baer Sohn En gros. Export. En detail. Chauffeestr.24a/ 25. Brückenstr.11. Gr. Frankfurterstr. 20. Die 17. 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