Nr. 165. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 r., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mit illuftrierter Sonntags. Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Poft Beitungss Preisliste für 1901 unter Mr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwirts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gelinge beträgt für die fechsgespaltene Rotonets geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Bereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg. " Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für Die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Zelegramm Adresse: Bocialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Hunnenrettungen. Donnerstag, den 18. Juli 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. warnt worden sind, unwahres nach Hause zu berichten, ist offenbar überzeugt, daß sie durch ihre seit einem Jahr veröffentdaß aber die Eröffnung von Privatbriefen und die Ausübung einer Kontrolle nirgends stattgefunden habe. Das Igl. preußische Kriegsministerium benutzt die Ferienzeit zu Hochtrabend beginnt die amtliche Auslassung: Einer Lügen Rettungen. Neulich rettete die„ Berliner Korrespondenz" den er fabrik von sogenannten Hummenbriefen sind die Behörden auf die mordeten Rittmeister v. Krosigt, heute befaßt sie sich wieder einmal Spur gekommen." Und was folgt dann? Die bereits bekannte Ermit den geliebten Hunnen. Allerdings hat das Kriegsministerium zählung, daß ein Luzerner Handelskommis, also nicht einmal ein mit seiner neuesten Rettung Bech. Es beabsichtigte offenbar, die Reichsdeutscher, versucht habe, fabrizierte Hunnenbriefe aus Beting socialdemokratischen Verteidiger von Kultur und Civilisation durch zu beziehen, was ihm aber nicht gelungen. Wir beneiden die Bereine ebenso überraschende wie zerschmetternde Enthüllung zu Boden liner Korrespondenz" um ihr kindliches Gemüt. Ein einigermaßen zu ftreden, Aber das Unglück, das unfrer Militärverwal- aufgewedter Knabe von fünf Jahren würde freilich einen solchen tung seit dem China- Abenteuer verfolgt, hat es gewollt, logischen Unfinn nicht mehr verbrechen. Die höchst- amtliche daß ein Blatt die famose Enthüllung dem Kriegsminister bereits vor der Nase weggeschnappt hat; es handelt sich nämlich um jene von der„ Kölnischen Volkszeitung" bereits erzählte Anekdote von den „ Künstlichen" Hummenbriefen, deren Fabrikation aber beim vergeblichen Versuch geblieben ist. Der Artikel der„ Berliner Korrespondenz" ist zu charakteristisch für die journalistische Kriegsführung der Hunnenretter, als daß wir ihn nicht wortwörtlich abbruden sollten. Er lautet: Berliner Korrespondenz" aber ist der weisen Meinung, daß man mit Messern ohne Klinge, denen das Heft fehlt, schneiden könne. Sie glaubt vermutlich auch, daß man mit Haudegen, die nicht geboren find, gewaltige Siege erringen tönnte. Denn also schließt der amtliche Logiker des Kriegsministeriums: in 1. Ein Luzerner Commis hat versucht, gefälschte Hunnenbriefe die Oeffentlichkeit zu bringen. 2. Es ist ihm aber nicht geglückt. 3. Wenn es ihm geglüdt wäre, würden sie wahrscheinlich ver4. Daraus folgt mit zwingender Notwendigkeit, daß alle die Hunderte von Hunnenbriefen, die die Blätter aller Parteien, namentlich auch Kreisblätter, veröffentlicht, umecht sind. lichten Meinungen über den Rachezug ihre Leser so rettungslos verblödet hat, daß sie ihnen alles zumuten könne, denn sonst würde man nicht dem Publikum auf der ersten Seite des Blattes die furchtbarsten Kriegsgreuel aus Transvaal breit und ausführlich schildern, und auf der zweiten Seite erklären, es sei ein Verbrechen und ein Wahnsinn, auch nur zu glauben, daß dieselbe Soldateska in China mit dem Feinde anders verfahren wäre als mit dem ganzen Komfort neueuropäischer Civilisation..... Politische Uebersicht. Berlin, den 17. Juli. " Graf Goluchowski in Bosen? Einen ganz sonderbaren Verdacht hat, wie man uns aus Posen berichtet, die dortige Polizeibehörde. Sie ist nämlich der Meinung, daß der Verfasser oder Inspirator der deutschfeindlichen Artikel der in Bosen erscheinenden polnischen Wochenschrift Braca" niemand Einer Lügenfabrik von sogenannten Hunnenanders sei als der östreichische Minister des Auswärtigen Graf briefen sind die Behörden auf die Spur geöffentlicht worden sein. Goluchowski. Deshalb werden die auffallend zahlreichen Haustommen. Wenn auch jeder Einsichtige sich sein Urteil über die fuchungen in der" Praca" abgehalten. Die Polizeibehörde vermutet Glaubwürdigkeit solcher Briefe längst gebildet haben wird, so ver besonders bei den Artikeln, in denen die preußischen Minister dient doch das nachstehende Vorkommnis, als ein bezeichnender in der heftigsten Weise angegriffen werden, den Grafen Beitrag zu diesem Kapitel, der Oeffentlichkeit nicht vorenthalten zu Wahrhaftig, Lord Kitchener sollte sich diesen Schriftsteller des Goluchowski als Verfasser. Auffällig ist es allerdings, daß die angewerden. Gelegentlich der Ermittelungen über die Urheberschaft eines preußischen Kriegsministeriums zur Herstellung seiner Siegesberichte lagten Braca"-Redacteure, deren es in letzter Zeit eine recht stattin der deutschen Presse veröffentlichten Briefes hat ein zur Unterleiben. Der stampft aus dem Nichts Millionen niedergemegelter liche Anzahl gab, entgegen den sonstigen Gepflogenheiten den Veroffizierklasse zählender Angehöriger des Ostasiatischen Expeditions- Boeren und mindestens einen Tagesverbrauch von zehn englischen fasser der Artikel genannt haben. Sie bezeichneten hierfür stets den corps bei seiner verantwortlichen Bernehmung durch Siegen. in Lemberg lebenden Schriftsteller Dr. Rakowski, der selbst den Gerichtsoffizier ausgesagt, ein Handlungsgehilfe B. Dr. Rakowski erhielt nach Bielleicht aber gelingt es der Berliner Korrespondenz" noch früher Redacteur der„ Praca" war. hätte ungefähr Mitte Februar d. J. ein Paket Briefe, in einigermaßen zu Verftande zu kommen, wenn wir nach ihrem Muster seiner Ausweisung durch hohe Protektion die Stellung eines Couverts mit vollständigen Adressen und der Ortsangabe Beting die folgende Fabel erfinden: Sekretärs des Landesausschusses für Galizien. versehen, aus Luzern an ihn gesandt und ihn im Anschreiben gebeten, die Briefe an ihre Adressen seine Verwandten und Freunde von Peking aus abzusenden. Er habe dem B. damals auf offener Postkarte anheimgestellt, selbst nach China zu kommen und die Briefe selbst abzusenden, und, da ihm die Angelegenheit ohne besonderen Wert erschien, von einer Meldung an seinen Vorgesetzten abgesehen. Seinem Empfinden nach wollte B. bei seinen Angehörigen den Glauben feiner persönlichen Anwesenheit in China erwecken. Die fraglichen Briefe sieben an der Zahl find inzwischen an die Heimatliche Behörde gelangt; aus ihnen einige Proben: Hier wird Tag und Nacht gemordet und gebrannt.... Wenn es gelingt, so werde ich defertieren Euer Stiefsohn." Werte Freunde! ... Wollte ich von den Mordthaten erzählen, was ich gesehen, die Feder würde sich sträuben " Werte Verwandte! so wüßte ich nur von Mordthaten zu schreiben.... Sobald ich kann, werde ich über Nacht zu entrimmen suchen. Werde viel Chinageld heimbringen.. " Werter Freund! ... Nächstens werde ich Dir über Mordthaten berichten.... „ Herrn Carl # " ... Habe granenhafte Mordgruben gesehen. Wären diese Briefe von dem betreffenden Unteroffizier, der Bitte ihres Verfaffers entsprechend, mit ihren genau bezeichneten Adressen zu " Seine hohe Protektion" scheint ihn nunmehr vorzuschieben, wenn es gilt, gegen Deutschland herzuziehen. Das ausgezeichnete" Verhältnis der Dreibundsmächte zu ein ander wird hierdurch scharf charakterisiert, wenn der Verdacht der Behörde auch falsch sein sollte. Daß man überhaupt einen folchen Berdacht hegt, beweist, mit welchem Vertrauen die„ verbündeten" Minister sich gegenseitig beehren. Deutsches Reich. Das Zolltarif- Geheimnis. Einer Lügenfabrik amtlicher deutscher Kriegsberichte ist der Bekinger Berichterstatter des Vorwärts" focben auf die Spur gefomnien. Eine Hebamme aus Altona hatte eine Anzahl Kriegsberichte angefertigt, die davon erzählten, daß die Deutschen die glänzendften Siege über die Chinesen errungen, ohne irgend welches Blutvergießen. Die zehntausend getöteten Chinesen hätten sich einfach selbstgemordet und die Deutschen hätten sogar alle Mittel in Bewegung gesetzt, um die armen Opfer der Lebensmüdigkeit wieder ins Dasein zurückzurufen. Im übrigen aber sei es den Deutschen gelungen, oft mir mit zehn Mann, ohne Kanonen und Flinten, Hunderttausende von Chinesen in die Flucht schlagen usw. Die Altonaer Hebamme übersandte Je mehr sich die Regierung über die Gestaltung des Bolltarifs diese Phantasieprodukte dem Weltmarschall Grafen Walderseeleuchtung von außen hofft, die es ihr ermöglicht, zwischen den Brotin Schweigen hüllt vermutlich, weil sie immer noch auf eine Be und bat ihn, diese Berichte an das Kriegsministerium in wucherern und den Handelsvertrags- Freunden auf der mittleren Berlin zu senden. Graf Waldersee hat es allerdings Linie" durchzuwischen um so eifriger gedeihen die privaten, abgelehnt, diesem Anfinnen Folge zu leisten. Es ist aber kein Informationen„ von zuverlässiger Seite". So will der Stuttgarter Zweifel: Hätte Graf Walderjee sich dem Wunsche gefügt, so Beobachter" von einem Gewähremann, au dessen Glaubwürdig würde der Kriegsminister v. Goßler diese Berichte der Hebamme feit er nicht einen Augenblick zweifeln kann, erfahren haben, in der„ Berliner Storrespondenz" veröffentlicht und im Reichstag daß den den weiten Volksfreisen, die den angeblichen Verzicht herbe verlesen haben. Jedenfalls folgt darans, was jeder auf den Doppeltarif freudig begrüßten, eine Einsichtige längst wußte, daß die von Enttäuschung bevorstehe, da, wenn auch nicht der Form, so doch der Sache nach, der Militär Verwaltung früher veröffentlichten entwurf die Bollsäge für eine Reihe landwirtschaftlicher Erzeugnisse ausgearbeitete GesetzBerichte und Mitteilungen, nunmehr als unecht nach unten hin binde. Das Blatt feilt mit: erwiesen sind!" " der " Der allgemeine Tarif, der fertig gestellt wurde, sieht folgende Säße vor: für Roggen 6, für Weizen 6,50, für Hafer 6 M., und bei Handelsvertragsverhandlungen soll nach einer Vorschrift des Entivurfs nicht unter 5 M. für Roggen, 5,50 M. für Weizen, 3 für Gerste und 5 M. für Hafer heruntergegangen werden. Das find gegen die jetzt gültigen Vertragssäge von 3,50 Mark für Roggen und Weizen, 2 Mark für Gerste und 2,80 Mark für Hafer ganz außerordentliche Erhöhungen, für Weizen um 57, für Hafer um fast 80 Broz. Weiter aber sollen auch für andre Volks. nahrungsmittel die Säge im Generaltarif ganz bedeutend hinaufgefchraubt werden; z. B. für Stiere und Kühe von 9 auf 25 M. pro Stück, Jungvieh von 5 auf 15 M., Schweine von 5 auf 10 M. für den Doppelcentier, Gänse, jegt frei, auf 0,70 m. das Stück. Fleisch und Speck auf 30 und 35 M. pro Doppelcentner, 23 ur st vont 17 auf 45 M., Butter und Käse( 16 und 20) auf 30 M., Eier( 2) auf 6 M. So ungefähr müßten wir schreiben, wenn uns die logischen in Beting zur Bost gegeben, so würden sie wohl Fähigkeiten der Berliner Korrespondenz" zur Nachahmung reizten. zum größten Teil in die bekannten Sunnen um aber ein ernstes Wort hinzuzufügen, so sind wir aufrichtig erbriefmappen gelangt, als echtes, unumstößliches staunt, daß es all den amtlichen Ermittelungen nicht gelungen ist, Beweismaterial und als Lederbissen für die Hunnenthaten- Entrüsteten in einem gewissen auch nur eine in den veröffentlichten Hunnenbriefen mitgeteilte ThatTeile der Preffe mit Genugthuung veröffent- fache zu entkräften, sondern daß die ganze Ausbeute in der Fälschung licht worden sein! besteht, die beinahe begangen worden wäre, wenn sich nämlich Uebrigens ist dieses Vorkommnis in einer von der Köln. ein deutscher Unteroffizier zu der Fälschung verstanden hätte. AllerBoltszeitung" neuerdings gebrachten Zuschrift aus China vom dings kann auch die„ Berliner Korrespondenz" mit der thatsächlichen 19. Mai bereits erwähnt worden. Den unentwegten Verfechtern Feststellung einer unwahrheit aufwarten. Leider ist auch diese der Echtheit der Hunnenbriefe muß diese Entdeckung und Enthüllung ein alter abgetriebener Schinder. Jene Wasser- Geschichte, Veröffentlichung recht unbequem geworden sein, die zuerst ein katholisches Blatt veröffentlicht hat, ist ja bereits denn von der in dieser Hinsicht führenden Zeitung wird schleunigst in dem Blatt wiederrufen worden, nachdem der Vorgesetzte der der Spieß umgekehrt und zu der kleinen Anekdote über den Ursprung der Hunnenbriefe, deren Erfindung den Schwurzeugen Soldaten nachdrücklich zu solchem Thun angeregt" hat. Wir haben eines Khatiblattes vom Schlage des... alle Ehre machen würde" natürlich niemals behauptet, daß jeder Buchstabe in den Hunnendie Gegenfrage gestellt:„ Sollte der augenscheinlich zum Zwecke briefen den Thatsachen entspreche, andrerseits beweist es aber auch Ist diese Mitteilung richtig, so würde sie die schlimmsten Beder Entdeckung eingefädelte Briefschwindel nicht etwa nur als Dis- wenig, wenn ein energisch von seinem Vorgesetzten zur Rede gestellter fürchtungen übertreffen. Das wäre dann nicht nur eine Art" kreditierung der echten Hunnenbriefe wegen insceniert worden sein?" Soldat in der Angst vor Strafe alles ableugnet. Aber hat das Doppeltarif, sondern für die genannten Positionen ein Doppeltarif Blatt hinzu:„ Die Hummenbriefe, die in der deutschen Presse vers beispielsweise immer noch nicht ermitteln können, daß die sonntag Generaltarif zur Beschlußfassung vorgelegt, unter den die Regierung Und um die Echtheit seiner Hunnenbriefe zu retten, fügt das Kriegsministerium wirklich nicht mehr Material auf Lager? Hat es in aller Form. Gerade diese Mitteilungen über einen verhüllten Doppeltarif sind recht unklar. Entweder wird dem Reichstag ein öffentlicht wurden, waren an Angehörige der Brief= ichreiber gerichtet und von diesen den Redaktionen übermitteltliche Waffenhinrichtung von einigen 80 wehrlosen, gefangenen bei den Handelsvertragsverhandlungen heruntergehen kann, oder sie Chinesen erlogen ist und aus der Luzerner Fabrik stammt? Dann fordert für alle oder einige Positionen den Doppeltarif, der die Hierbei jei erwähnt, daß sich die Fälle mehren, in denen begreift man schließlich, warum sie sich selbst mit der„ beinahigen" Regierung auch nach unten hin bindet. Ein drittes, ein Mittelding, einer leider auch Angehörige des Expeditionscorps überführt Lügenfabrik begnügt. halben" Doppeltarif giebt es nicht, wenn es auch dem Wesen unsrer worden find, Lügen über Greuelthaten nach der Heimat be Die ganze offiziöse Schriftstellerei ist überhaupt wie im Falle derzeitigen Regierung sehr angemessen wäre, einen solchen„ Aus richtet zu haben. Der amtlichen Sendung der vorerwähnten sieben rosigt, so auch hier völlig unbegreiflich. Wozu der Eifer? Der gleich zu suchen. Aber das mögliche ist eben nicht zu finden Briefe war auch das Ergebnis der gerichtlichen Untersuchung Chinatrieg wird ja vor Gericht erscheinen, wo höchstens könnte die Regierung zwar den Generaltarif vorlegen eines solchen Falles beigelegt. Der betreffende, f. 3. von vielen endlich Gelegenheit gegeben ist, durch den Zeugeneid die lution- dem Reichstag die Absicht aussprechen, man babe den jester aber für gewisse Positionen in einer Art unverbindlicher Reso und ſein Kamerad hätten je einen Chineſen tot Wahrheit festzustellen. Kann der Kriegsminister nicht die Zeit er willen, bei bestimmten Pofitionen nicht unter gewisse Säße herunter geschossen, weil diese nicht von dem Wasser, das sie gebracht, warten, bis die Wahrheit über China gerichtsnotorisch wird? Freilich, zugeben. Aber solch eine Willensäußerung, die nicht bindende unt irinten wollten. Das sei eine große Freude gewesen. Es werde die Staatsanwälte scheinen ja nicht der Meinung des Striegs- verpflichtende Gejegestraft erhält, wird weder die Agrarier befriediger nämlich niemand geschont. Der Brieffchreiber hat aber ministers zu sein, der die Anklage nachsuchte: Die Anlage noch die Anhänger einer vernünftigen Handelsvertragspolitik be ausgesagt, er habe in dem Brief sehr start gefchriften bezweifeln weder weder die Echtheit der ruhigen. Das wäre ein Ausgleich", der beide Parteien gleicher logen; weder er noch irgend ein andrer Mann Hunnenbriefe noch die Richtigkeit der darin bemaßen abstößt. feiner Batterie hätte einen Chinesen getötet. Als haupteten Thatsachen, sie werfen uns nur formelle Möglicherweise handelt es sich bei der Mitteilung des„ Beobachter bie Chinesen eines Tags von dem gebrachten Wasser nicht trinken Beleidigungen vor. Vielleicht werden mm die Enthüllungen neuerdings aufgegeben haben soll. Für uns und das arbeitend um jenen älteren Pojadowsfy- Miquel'schen Entwurf, den mat habe er sie mit dem 23ailer Davougejagt. Das sei über den Luzerner Commis V. die Staatsanwaltschaft zu einer Rende- Bolt aber ist es schließlich gleichgültig, ob derartige Ausstremunger rung ihrer Anschauung bewegen. mehr oder minder zuverlässig find. So lange die Regierung nich die ganze Thatsache! Natürlich wird die Kathipresse auch die neneste Leistung der den Tarif veröffentlicht, fürchten wir das Schlimmste Berl. Korr.", so albern sie ist, andächtig nachdrucken. Diese Presse und wir haben umsoweniger Grund, uns irgend welchen Hoffnunger worden; jede Mystifikation war dabei ausgeschlossen."!! wollten Ferner ist die nochmalige amtliche Bestätigung eingetroffen, daß wohl die Mannschaften wiederholt davor ges . nun " 1 hinzugeben, als auch ein„gemäßigter* Schutzzalltarif von uns immer »loch grundsätzlich zu bekämpfen ist. Die Abrechnung mit dem Vlgraricrhim und seinen Schleppträgern ist unaufschiebbar. Die Arbeiterschaft nnd die Socialdemokratie bleibt wachsam und thut ihre Schuldigkeit.— Belastung durch Schutzzölle. Einen angesichts der heutigen Schutzzoll-Bestrebungen recht lehrreichen Nachweis, wie stark seit dem 187g erfolgten Uebergang zum Schutzzoll-System die Belastung des deutschen Volkes durch die Zölle gewachsen ist, liefert der neueste Band des„Statistischen Jahr- buchs für das Deutsche Reich.* Während von der Gründung deS Zollvereins bis zum Beginn der Bismarckschen reaktionären Wirtschaftspolitik die Belastung pro Kopf der Bevölkerung— Frauen und Kinder natürlich miteingerechnet— sich im Durchschnitt nur auf ungefähr LVs Mark pro' Jahr gestellt hatte, in 1877 beispielslveise au � 2,66 M. und in 1378 auf 2.62 M., stieg sie im Jahre 1879 bereits auf 3,21 M. Und seitdem ist die Zollbelastuiig fröhlich weitergcstiegen; schon in 1884 wurde der Satz von 6 M. überschritten, 1888 wurde die sechste Mark erreicht, im folgenden Jahre schon die siebente, 1831 die achte und das Iaht 1899 bildet mit 9,24 M. den bisherigen Höhepunkt. Im Jahre 1899 sind sie dann wieder um 38 Pf., also auf 8,89 M. gefallen, was wohl vorwiegend dem günstige» ErntcauSfall deS VorfahrcS zu verdanken ist, der bewirkte, daß 1899 die Getreidezölle um 20 Millionen Mark weniger ein- brachten als im Vorjahre.— Von Interesse ist auch eine Betrachtung des Verhältnisses der Zollerträge zum Werte der eingeführten Waren. Im allgemeinen Durchschnitt betrugen die Zollsätze etiva 18 Proz. des Wertes, im einzelnen stellte sich das Verhältnis selbstverständlich bei den ver- fchiedenen Warengruppen recht verschieden. Bei Rohstoffen ftir Industrie zwecke betrug z. B. der Zollbctrag nur 7 Proz. des Wertes, bei Jndustrie-Erzeugnissen etwas über 18 Proz., und endlich bei Vieh, Nahruugs- und Genußmitteln über 22 Proz., also rund zwei Neuntel des Wertes. Wenn diese Zölle dem agrarischen Verlangen ent- sprechend nach Ablauf der Handelsverträge verdoppelt werden sollten, so würde das also einen Zollsatz bedeuten, der nahe an die Hälfte des Wertes der eingeführten Nahrungsmittel heranreichen würde.— Die Staatsstreichler. Die„Berliner Neuesten Nachrichten* entwickeln einen neuen Plan, Ivie der Reichstag zu verbessern sei. Sie berufen sich für diese Idee auf den armen toten Hohenlohe, der sich nicht mehr wehren kann. Hohenlohe scheine— so behaupten die „Berliner Neuesten Nachrichten"— den Gedanken für diskutier- bar gehalten zu haben,„dem Reichstage, unter entsprechender Ver- mehrung der Mitglieder, durch Verleihung eines Repräsentations- rechts an die' deutschen Hochschulen, die großen Städte, die H a n d e l s k a mm e rn, Landwirtschaftskaminern, vielleicht mich an die Berufsgenossenschaften und andre Korporationen einen festen, in allen nationalen Fragen ziv verlässigen Kern zu geben.* Hohenlohe war zwar alt, aber doch sicherlich nicht schwachsinnig, daß er im Ernst eine solche an ihn gelangte scharfmacherische„An- regung", den Reichstag in ein— Herrenhaus und eine Stände- kammer zu verivandeln, für diskutrcrbar gehalten hätte. Die„Er- innernng* zeigt aber wieder einmal, wie es um die Sicherheit der Verfassung steht. Die StantSstreichler nnd Umstürzler warten nur auf einen günstige» Augenblick, um aufzuräumen mit dem verhaßten Wahlrecht.— „Die ne«e Thatfache" des Hern, Romen, die dieser zu Gunsten deS Gumbinner Gerichtshcrrn entdeckt hat, findet seitens des V�r- teidigers des Sergeanten Hickel die gleiche Abiveisnng, die wir ihr zu Teil haben werden lassen. Auch Rechtsanwalt Horn weist in der „Rat.-Ztg." darauf hin, daß Herr Romen behaupte,„die die Ver- Haftung rechtfertigende Thatsache sei für den Gerichtsherrn neu gc- Wesen. Aber wohlgcmcrkt, die angebliche neue Thatsache war bereits dem Kriegsgericht' vor dem Urteil bekannt". Es handle sich n», eine Vernehmung des Vicewachtmeistcrs Schneider, der selbstverständlich bei der Urteilsfindnng berücksichtigt sei und keine neue Thatsache im Sinne der Militär-Strafprozeß-Ördnnng bilde; denn eine derartige Thatsache sei nur dann„neu", wenn sie nach Erlaß des ersten Urteils ans Licht komme.— Zum Kapitel der Majestiitöbeleidigungcn wird uns aus S t r a ß b u r g i. E. geschrieben: Die Blätter berichteten dieser Tage über eine Verhandlung vor der Strafkammer der Landgerichts Mainz, in der sich der 32jährige Buchbinder Viktor Eugen Becker aus Saargenründ sLothringen) wegen M a j c st ä t s beleidigung zu verantworten hatte. Becker war ans der Wanderschaft nach Mainz gekommen und hatte dort einem Schutzmann einen Zettel in die Hand gedrückt, auf dem er vorher einige beleidigende Worte gegen den Kaiser niedergeschrieben hatte. Genau dasselbe Manöver brachte er damit zum drittenmal zur Anwendung, und zwar jedes- mal in der ausgesprochenen Absicht, um Unterkunft im Ge- f ä n g n iS z u f i n d e n. Zuletzt ist er deshalb hier in Straßbnrg mit zwei Jahren Gefängnis bestraft worden. Becker ist ein kranker Mann, der deshalb nirgends Arbeit zu finden vermag und dessen sich bisher auch die Heimatgemeinde nicht angenommen hat. Im Straßburger Falle hatte er bei seiner Verhaftung sowohl wie in der Verhandlung vor Gericht das seiner Strafthat zu Grunde liegende Motiv, im Gefängnis Obdach und Nahrung zu finden, offen bekannt, war aber trotzdem zu der schiveren Strafe verurteilt worden. Anders scheint dies in Mainz gewesen zu sein. Dort billigte ihm das Gericht mildernde Umstände zu und erkannte gegen ihn. trotz der wieder- holten RückfäNigkeit, nur auf sechs Monate Gefängnis.,— Soldatenschinder. Ein Fall brutaler Soldatenmißhandlung gelangte in D r e s d e n vor dem Kriegsgericht der 7. Division zur Verhandlung. Wegen Körperverletzung waren ein G e- f r e i t e r und zwei ihm Helfersdienste leistende Gemeine vom Husarenregiment Nr. 19 m Grimma angeklagt. Die schon einige Wochen in Untersuchungshaft befindlichen An- g eUagten sollen nach der Anklage, was Richter anbelangt, am Morgen des 24 Mai d. F. auf dem Ääserneuhofe dem Husaren Kurt Müller mehrere heftige Faust schlüge ins Gesicht versetzt haben. sowie alle drei im Hornigschen Quartier den Müller m i t O b e r- gurten furchtbar über die Rückseite des ganzen Körpers geschlagen haben. Während Pfützner und Richter takt weise auf Müller ihre wuchtigen Hiebe niedcrsausen ließen, wodurch dem Müller nicht unerhebliche Wunden ent- standen, hat der Angeklagte Fenner den Husar Müller gehauen und dessen Kopf nach unten gedrückt. Sobald sich Müller g e- wehrt, hat ihn Feuner heftig ins Gesicht geschlagen. Nachdem der z e h n t e Schlag gegeben war. fiel Müller von der Bank, Ivorauf er von einem der Angeklagten in einen offen st ehenden Schrank gestoßen wurde. Müller fiel so unglücklich, daß er mit dem Kopfe auf den unteren Teil des Sch rankes auftraf und bewußtlos liegen blieb. Kurze Zeit darauf stellten sich epileptische Anfälle bei Müller ein, die seine Unterbringung in die Revier- krankenstube bezw. ins Lazarett nötig machten, wo sich Mölln heute nach befindet. Die Untersuchung hat am Kopf, Rücken, Gesäß und Oberschenkel erhebliche Anschwellungen und blutunterlaufene Wunde» ergeben. Durch die Beweisaufiiahme konnte zu Gunsten der An- geklagten festgestellt werden, daß die Krampfanfälle nicht allein von der gransamen Behandlung der rohen Soldaten herrührten, sondern daß Müller dazu etwas veranlagt gewesen sein mag. Nach dem Ergebnis der Beweisaufnahme hielt der Gerichthof die Anklage für gedeckt und belegte unter Ausschluß mildernder Umstände den Ge- freiten und den einen Husar mit je sechs Monaten Ge- f ä n g n i s, während der andre mit drei Monaten davonkam.— Ausland. Rosebery als GewifsenSmacher. Lord Rosebery veröffentlicht ein M a n i f e st als Antwort auf einen Brief, der ihm von 114 Mitgliedern der liberalen Partei zugesandt worden ist mit dem Ersuchen, am 14. Juli in ihrer Ver sammlung eine Rede zu halten. Rosebery erklärt in dem Manifest, er habe 1896 die Leitung der liberalen Partei in der Er- Wartung aufgegeben, daß die Einheit der Partei dadurch gestärkt werde. Mit diesem Tage habe er sich von der Partei ferngehalten habe jedoch durch zahlreiche Gesellschaften immer mit den Liberalen Fühlung gehabt. Da die Erwartung einer Einigung nicht in Erfüllung gegangen sei, halte er sich jetzt für frei von der Beschränkung, die er sich während der letzten fünf Jahre auferlegt habe. Gleichwohl wünsche er nicht die Arena der Parteipolitik wieder zu betreten. Er werde sie freiwillig nie- mals wieder betreten. Sodann drückt Lord Rosebery seine Anschauungen über die Haltung der liberalen Partei aus und sagt, die liberale Partei könne nur dann eme Macht werden, wenn sie sich über die imperialistische Frage einigen könne, die in diesem Augenblick in dem Kriege verkörpert sei. Die gegenivärtige Haltung der Partei mit ihrer Neutralität und freien Meinungsäußerung sei unmöglich und offenbar nur ihre Ohnmacht. Keine Partei könne unter solchen Verhältnissen bestehen. Der Krieg in Südafrika sei entiveder gerecht oder ungerecht. Sei der Krieg ungerecht und seine Methoden unge sittet, so seien Regierung und Nation verbrecherisch und er sollte um jeden Preis abgeschlossen werden. Sei der Krieg aber gerecht, so sei es die Pflicht der Nation, ihn mit ihrer ganzen Kraft zu unterstützen, um ihn zu einem erfolgreichen Abschluß zu bringen. Lord Rosebery bezweifelt, ob die Meinungsverschiedenheit über diese Fragen mit dem Ende deS Kriegs verschwinden und die liberale Partei sich dann wieder einigen werde. Die wirkliche Ursache ihrer Schwäche sei der ehrliche und unversöhnliche Meinung?- ztvist über eine Gruppe von Fragen von höchster Wichtigkeit, eine Richtung oder die andre müsse die Oberhand geiv innen, wenn die Partei wiederum kräftig werden soll. So lange die Zeit dafür nicht erschienen ist, nütze es nichts, von den großen alten Grundsätzen der liberalen Partei zu reden. Betrübend und beunruhigend sei es, die Schwäche der Regierung gegenüber einer schwächeren Opposition zu sehen in einem Augenblick, Ivo die Feindseligkeit des Auslands und der internationale Wettbewerb alle unsre Wachsamkeit, Macht und Fähigkeit erheische. Ich glaube, so schließt Lord Rosebery, daß die öffentliche Meinung gewahr werden wird, daß dies eine Krisis in unsrer Ge- f ch i ch t e ist, die eine unabsehbare Wirkung auf unsre Zukunft haben muß. Doch erblicke ich für den Augenblick keine Möglichkeit eines günstigen Ausgangs. Die Nation hat eben erst ihr Parlameut und ihre Negierung durch eine überwältigende Mehrheit gcivählt. Auf fünf oder sechs Jahre scheinen daher uusre innere» Angelegen- heiten festgelegt. Aber eine gleichartige Opposition könnte sich, wenn sie auch numerisch schwach ist, auch unter diesen Umständen zum Heil des Landes bewähren. Ob Roseberhs scheltende Sorge um die durch den Bruderzwist gefährdete Regicrungsfähigkeit der liberalen Partei die centrifugalen Tendenzen innerhalb derselben abschwächen Ivird? Oder ob sie nicht im Gegenteil den auf der letzten Konferenz mühselig ver- kleisterten Riß wieder erweitern wird? Freilich wird die liberale Linke andrerseits wiederum aus einer viel zu ge- mischten Gesellschaft gebildet, als daß ihr Fähigkeit und ernste Absicht zugetraut werden könnte, sich entschlossen auf die eignen Füße zn stellen. Erst die Entwicklung einer kräftigen o c i a I i st i s ch e n Partei, die die wirklich radikalen Elcmeute des Liberalismus aufsaugen würde, dürfte dem englischen Parlament ein anderes Gesicht geben und an die Stelle ewiger K o m p r o m i s s e l e i eine grundsätzliche oppositionelle Politik treten lassen. ». » Die Morgenblätter besprechen das Manifest Lord RoseberyS. „Daily Chrouicle" erklärt, dasselbe liefere den Beweis, daß die Bildung einer neuen Partei notwendig sei.—„D a i l y T e l e g r a p h" sagt, Lord Rosebery habe, indem er sich von der liberalen Partei lös- gesagt, das Urteil über die beiden Flügel der Partei abgegeben Dasselbe laute dahin, daß nicht eine bedeutungslose Frage die Ursache der Spaltung sei, sondern daß es sich um eine Priucipien- rage handele.— �,M o r n i n g l e a d e r" erklärt, Lord Rosebery habe einen großen Fehler begangen und die Möglichkeit eines Sieges der liberalen Partei in ihrem Bemühen, das Blutvergießen in Südafrika zu beenden, noch schwieriger gestaltet.— Dänemark. Demission deS Ministeriums. Der Ministerpräsident reichte am Dienstag die Demission des Ministeriums ein. Der König nahm die Demission an und beauftragte die Minister, ihre Aemter noch bis zur Ernennung eines neuen Ministeriums weiterzuführen.— Frankreich. Z» dem Attentat anf Bandin wird noch gemeldet: Der Gatte der Frau Olzewski ist in Frankreich geboren, er diente während des Krieges 1876 im französischen Heere nnd erhielt dann in Nizza eine Stelle als Straßen- ingenieur. Im Jahre 1896 wurde er in Savoua von der italienischen Polizei unter dem Verdacht der Spionage verhaftet, jedoch nach einem Monat wieder aus der Untersuchungshaft entlassen. Olzewski verlangte, daß die französische Regierung von Italien eine Entschädigung von KXXXW Frank für ihn fordern olle; diesem Verlangen wurde nicht entsprochen, Olzewski er- hielt jedoch von den Ministern des Aeußern und des Kriegs wiederholtGeldunterstützungen, die später indessen trotz seiner zahlreichen Bittgesuche eingestellt wurden. Seine �rau.eine geborene Französin, richtete deshalbjim Jahre 1899 an Delcassö einen Drohbrief; sie wurde verhaftet, jedoch nach längerer Unter- ückningShaft wieder freigelassen. Olzewski erhielt nun eine Tabaks- verkäuferstelle in Nanterre bei Paris, geriet aber immer tiefer in Not. Olzewski behauptet, er habe von dem Vorhaben seiner Frau nichts gewußt und erst später bemerkt, daß sie seinen Revolver mit- genommen hatte.— ErlaubuiSgcsuche der Kongregationen. Bis zur Stunde find beim Ministerium des Innern keine Erlaubuisgesuche zum weiteren Aufenthalt in Frankreich von männlichen Kongregationen eingegangen, die bisher eingelaufenen Erlaubnisgcsuche stammen 'ämtlich von weiblichen Kongregationen. England. Unterhaus. Das Haus berät in dritter Lesung über den Finanz- Gesetzentwurf. Harcourt lenkt die Aufmerksamkeit des Hauses auf ver- chiedene Schwierigkeiten bezüglich der k ü n f t i g e n R e g i e r u n g on Transvaal und deS Oranje-Freistaats. Chamberlain erwidert, er glaube, daß, wenn die Boeren erst völlig besiegt seien sein Nationalist ruft:„Wenn!*) und ihre 'riedliche Beschäftigung wieder aufgenommen hätten, man keine eträchtliche Truppenmacht mehr in Transvaal und im Oranje-Freistaat beizubehalten brauche. Bezüglich der finanziellen Lage der beiden Staaten erwähnte Chamberlain, daß selbst das e r st e Jahr der britischen Verwaltung(?) mit einem U e b e r s ch u ß im O r a n j e- Freistaat abgeschlosfen habe.(?) Welche Ent- scheidung auch schließlich hinsichtlich der Expropriierung der Niederländischen Bahn getroffen werde, so hätte doch England an diese immer einen wertvollen Aktivbestand. Es gebe eine große Menge Gold in Transvaal, welches nicht ver- arbeitet sei. Ein großer Teil dieses Goldes sei jetzt minderwertiges Erz. Wenn es England auf irgend eine Weise gelingen würde, so schloß Chamberlain, die Verarbeitung dieses Erzes nutzbringend zu machen, so würde dadurch die Minenindustrie bedeutend gehoben werden.— Rußland. Ein Hungerstreik im Kiewer Gefängnis. Den letzten zwei tragischen Ereignissen im Gefängnisleben in Rußland, der Ermordung des Palkin in Lodz und dem qualvollen Tode des Gymnasiasten Robert Kreycr in Mitau, reiht sich eine neue, nicht minder fchauder- hafte Begebenheit an. Wie uns aus Kiew mitgeteilt wird, brach im dortigen Gefängnis am 19. Juni unter den politischen Gefangenen ein Hungerstreik ans. Dieses Mittel wird gewöhnlich nur dann angewandt, wenn die Lage der Verhafteten durch die systematisch von der Regierung betriebene kleine und große Gefängnisfolter nicht mehr zu ertragen ist und den unglücklichen Gefangenen nichts mehr übrig bleibt, als durch den Hungertod ihren Qualen ein rasches Ende zu machen. Die Geschichte der russischen revolutionären Bewegung hat eine An- zahl von solchen Fällen zu verzeichnen. Die Ursache des Streiks war folgende. Die am 30. April nnd 19. Mai verhafteten 140 Mann wurden bis zum 19. Juni nicht verhört und mehrere von ihnen wurden vor dem Verhöre ohne die m i N d est e Festst eilung ihrer Schuld grausam be st rast. Die Arbeiter, die sich unter den Verhafteten befanden, wurden ohm: weiteres in ein Zuchthaus übergeführt, in welchem nur schwere Kriminalverbrecher ihre Strafe abbüßen; mehrere wurden in kleinen. schmutzigen und stockfiustern Einzelzellen gehalten; einen ganzen Monat hintereinander wurde niemand im Gefängnishof spazieren geführt. Alle Klagen und Bitten der Verhafteten halfen nichts. Da bc- schloffen sie, vom 19. Juni ab keine Nahrung zu sich zu nehmen. Die ersten drei jTage hungerten 35 Mann; mehrere von ihnen wurden ernstlich krank. Am vierten Tage schloffen sich ihnen diejenigen Politischen an, die am 24. März bei der großen Demonstration verhaftet wurden; auch die Kriminal- Verbrecher beschlossen, dasselbe zu thun.(Die politischen.Ver- brecher" üben zum großen Aerger der Regierung auf die Kriminal- Verbrecher einen gewaltigen Einfluß aus und werden von denselben mit Recht als Märtyrer und Helden betrachtet.) Da bekam die Ge- fängnisverwaltung Angst; es begann ein Telephonieren und Rennen; der Prokurator Korsakoff lief von einer Zelle zur andren und bat die Arrestanten, sich nicht zu Tode zu hungern; der Gouverneur Trepoff flehte sie ebenfalls au, Nahrung zu sich zu nehmen. Aber die Hungernden, die alle vor Schwäche auf ihren Betten lagen, gaben nicht nach und verlangten, sofort verhört zu werden. Das Verhör mußte der Chef der Äiewer Gendarmerie, General Nowitzky leiten, der anfangs keineswegs nachgeben wollte. Es entstand ein Konflikt zwischen ihm und den übrigen Stützen der russischen Selbstherrschaft in Kiew. Der Gouverneur drohte Nowitzky, dem Minister des Innern zu depeschieren, daß er jede Verantwortung in dieser Sache ablehne. Noivitzky gab nach und befahl, die kaum noch lebendigen Politischen zum Verhör zu bringen. Letztere konnten aber infolge schrecklicher Schivächc nicht gehen... In der Befürchtung, daß manche von den Hungernden sterben würden, was Unruhen in der Stadt und viel- leicht auch in ganz Nußland nach sich ziehen konnte, entließ Nowitzky 12 Manu sofort vollständig aus dem Gefängnis und bat sie, nach der Erholung zum Verhör zu kommen. Erst dann nahmen die Ver- hafteten Nahrung zu sich. Auch im Zuchthause soll ein Hungerstreik stattgefunden haben, es sind aber darüber vorläufig noch keine Einzelheiten bekannt geworden. Und so gelingt es manchmal auch zwischen den finster» und feuchten Kerkermauem, hinter eisernem Gitter, unter dem ewig wachsamen Blick der bis an die Zähne bewaffneten Scherge» von russischen Gefängnisaufsehern, sich etwas Menschen- recht zu ertrotzen. Aber die Mittel, und besonders das besprochene, welches in den letzten 25 Jahren der russischen Märtyrologie nicht selten angewandt worden ist. und gewöhnlich mit schauderhaft tragischem Ende, geben beredtes Zeugnis für die Gefängnistorturen, die die russischen Revolutionäre erleiden müssen.— Türkei.. Konstantinopel, 17. Juli. Der serbische Gesandte unternahm im Aildiz- Palast und bei der Pforte Schritte, weil Alba n es e» angeblich serbische Ortschaften des Distrikts Mitrowitza angegriffen und einige Serben getötet und verivundet hätten, ferner wegen der Ver- Haftung des Leiters der serbischen Schule in Mitrowitza. Die Pforte versprach, eine Untersuchung einzuleiten.— Afrika. Oran, 16. Juli. Max Rögis wurde heute hier auf dem Wege zum Kasino durcheinen Messer st ich im Nacken ver- w u n d e t. Der Angreifer wurde alsbald verhaftet. Infolge des Anschlags kam eS zu Tumulten, bei denen etwa 30 Personen fest- genommen wurden, darunter Louis Rögis.— Unruhen im Kongogcbict. Aus Anversville vom Kongo cingegnngene Nachrichten besagen: Am Helle tritt allmählich wieder Ruhe ein. Major Lahaye ist Anfang Juni mit 500 Mann abmarschiert. Der Aufstand der Budjas ist ganz zu Ende, ihr Anführer hat sich ergeben. Ein vom französischen Kongo- gebiet in Anversville eingetroffener Franzose erzählt, Frankreich ziehe die Seiwgal-Trnppen zurück, da sie mehr Schaden als Nutzen stifteten. Die Sangos. die sich seit der Ermordung eines Agenten des„Reuterschen Bureaus" im Djumagebiet aufhalten, haben sich in großen Scharen empört und suchen das portugiesische Kongogcbiet zn passieren.— Der Boeren- Krieg. Die angeblichen Boerengrenel nach dem Gefecht von Vlakfontein werden in immer neuen Lesarten aufgetischt, wodurch sie natürlich nicht an Glaubwürdigkeit gewinnen. Nach einer dieser Darstellungen sollen die Boeren einen Offizier und einen Sergeanten, die in ihre Gefangenschaft geraten ivaren, erschosfen haben, weil sie sich geweigert hatten, zwei von den Boeren eroberte englische Geschütze auf ihre Laudslente zu richten. Diese zuerst von dem Korrespondenten der„Daily Mail* telegraphisch gegebene Darstellung ist von K i t ch e n e r alsbald dementiert worden. Der betreffende Korrespondent hielt jedoch seine Angaben aufrecht und sandte brieflich angebliches Bcweismaterial an die Redaktion des Blattes, worauf Kitchcncr erklärte, daß auch er nachträglich die von dem Korre- spondenten gegebene Darstellung von sieben Personen habe be- stätigen hören, daß er jedoch'die Zeugen erst vereidigen lassen werde. In dem Privatbrief eine? englischen Offiziers, den die Kölnische Zeitung" veröffentlicht, wird hingegen behauptet, daß die Hunnenthaten der Boeren sich ganz anders abgespielt hätten. Ein verwundeter Boer ans der Kapkolonie NamenS van der Byl sei zwischen den englischen Verwundeten herumgekrochen und habe mehrere derselben durch Schüsse getötet. Einem verwundeten A eoma n r Y-Offizier, dem gerade der Daumen verbunden worden sei, sei ferner von einem andern Boer ein Kugel durchs Gehirn geschossen worden. Jedenfalls thut man gut. mindestens erst die nktcnmäßige Darstellung des Lord Kitchcner abzuwarten, umsomehr, da es zur objektiven Benrtciluug der Vorkommnisse tvohl nötig wäre, auch die Darstellung der be- fchuldigten Seite zu berücksichtigen. Sollten wirklich von einigen auf der Seite der Boeren kämpfenden Individuen derartige Hunnenthaten begangen worden Die Einkerkerung von Frauen fein, so wäre es anf alle Fälle nicht uninteressant, nicht zur Ent- 1 Gruben herrscht. Die versuchte Kompetenz Einschränkung der! In seinen ersten Sizungen beschäftigte fich der Kongreß mit der müffe verhindert werden, zumal man Organisationsfrage. Bio wollte, daß das Oberhaupt der Partei eine schuldigung, aber doch zur Erklärung solcher Roheitsatte Arbeiterausschüsse auch die Motive derselben zu erfahren. Jedenfalls tönnte es sich nicht bestreiten könne, daß gerade im Bergbetrieb die Betriebs- ziemlich unbeschränkte Stellung einnehmen sollte, um nötigenfalls um Rache atte handeln, um Nache für englische sicherheit wesentlich von der Höhe des Lohnes abhänge. rasch und energisch handeln zu können. Eine andre Gruppe von Frevel, die auch nicht allzu glimpflich beurteilt zu werden ver- Auch sei es notwendig, Kautelen zu finden, die die Maßregelung Genossen, die sich in der Gewerkschaftsbewegung praktisch herandienten. von Ausschußmitgliedern unmöglich machen. Der Centrumsgebildet hatten, der Vorsitzende des Verbands der Tischler, C. C. Andersen, Abgeordnete Schirmer bezweifelte, daß es möglich sein werde, in der der Schuhmacher, C. Hördum, der der Schneider, P. Holm, und durch die Engländer scheint noch in unerhörterem Umfang geübt zu dieser Hinsicht wirksame gefeßliche Bestimmungen zu formulieren. der der Handschuhmacher, B. Knudsen, die, während die drei oben gewerden, als bisher schon bekannt war. Nach einer Mitteilung der Reichstags- Abgeordneter Wolfg. Heine entgegnete darauf, man solle nannten im Gefängnis saßen, die Leitung der Partei übernommen " Daily News" hat man es schon früher mit der bekannten analog dem neuen Gewerbegerichtsgesetz eine Bestimmung in das hatten, wollten die Partei- Organisation auf möglichst demokratischer Schriftstellerin Olive Schreiner ebenso gemacht, wie Berggefez aufnehmen, wonach gemaßregelte Ausschußmitglieder ihre Basis aufgebaut wissen. Ihre Ansicht siegte. Pio wurde zwar zunt jetzt mit der Gattin Schalk Burgers. Olive Schreiner, die Funktionen behalten bis zur nächsten ordentlichen Neuwahl. Dann Vorsitzenden gewählt, doch außer ihm noch neun Genossen in den Berfasserin von Novellen, in denen unter anderm die Krieg würde den Unternehmern die Luft zu Maßregelungen schon vergehen. Parteivorstand. Damals waren die politische und die gewerkAbg. v. Vollmar kündigte sodann an, man werde im kommen- fchaftliche Bewegung in der Partei vereinigt. Seitdem hat man aus führung der Engländer gegen Eingeborenenstämme geschildert praktischen Gründen eine Arbeitsteilung zwischen den beiden Richwird, die Schwester des früheren Ministers der Kap: den Landtag gehörig mit der Regierung abrechnen. Nach der Mittagspause referierte Hue über die Notwendigkeit tungen der Arbeiterbewegung eintreten lassen und auch in andren folonie W. P. Schreiner, ist nach der Schilderung des Er unterbreitete der Punkten ist die alte Organisationsform abgeändert worden. Der genannten Blatts nach einem Ort in der Kapkolonie transportiert einer Aenderung einer Snappschaftsordnung. worden, wo sie mit einem Stacheldrahtzaun umgeben Bersammlung einen Entwurf, der vom Verband gemeinschaftlich mit demokratische Charakter ist ihr aber geblieben, ja, er ist noch schärfer und von Schildwachen bewacht ist, die Befehl haben, jeden den christlichen Gewerkvereinen ausgearbeitet ist und zum Teil von zum Ausdruck gekommen, indem jetzt auch der Parteivorstand direkt 311 erschießen, der durch den Zaun entkommen will. Sie wohnt in der preußischen Regierung ausgehende Verbesserungsvorschläge mit durch die Mitglieder der Partei gewählt wird. Der preußische Entwurf ist finngemäß auf bayrische Ver In der letzten Sigung wurde das Parteiprogramm aufgestellt, einem fleinen Zimmer, für welches sie bezahlt, und hat nur ihren enthält. hältnisse übertragen. Er bezweckt hauptsächlich, den Bergarbeitern wesentlich auf Grundlage des deutschen Gothaer Programms, mit Hund bei sich. Sie kocht selbst für sich und darf nachts in Knappschaftswesen faktisch gleiche Rechte mit den Unternehmern den gleichen Fehlern, die von Marg Το scharf kritisiert fein Licht haben, nicht einmal ihr Gatte darf sie beim suchen. Aber es enthielt Der Westminster Gazette" zufolge hält der einzuräumen und legtere zu den gleichen finanziellen Leistungen wurden, den Lassalleschen Produktionsgenossenschaften mit Staatshilfe", der einen reaktionären Masse" usw. Verleger von Olive Schreiner, Fisher Unwin, es für wahr, heranzuziehen, die von den Arbeitnehmern gefordert werden. Es wurde beschlossen, den Entwurf in Form einer Petition dem die reinen und klaren Principien des Socialismus und ein praktisches daß Olive Schreiner in einer Stadt gefangen gehalten wird Reformprogramm, ein Programm, das der Gesetzgebung mum seit und daß ihr Gatte sie nicht besuchen darf; er glaubt nicht, daß ihr Landtag zu überweisen. Mit der Veranstaltung der Konferenz hatte der Bergarbeiter einem Vierteljahrhundert die Wege gewiesen hat. Das Parteiein großer physischer Zwang auferlegt iei, aber er hat erfahren, daß fie thatsächlich von der Außenwelt und von ihren Freunden ab- Verband einen glücklichen Gedanken sehr geschickt zur Ausführung programm wurde dann in den Jahren 1888 und 1894 entsprechend geschnitten ist, daß ihre Papiere und Manuskripte vergebracht. Die Vertreter der beiden großen bürgerlichen Parteien dem Erfurter Programm abgeändert. Nachdem die Partei die Schwierigkeiten, die ihr anfangs der brannt sind und daß ihre Freunde einen kleinen Fonds für sie wie die prafische Socialpolitik der bayrischen Regierung in Wirtlich 80er Jahre, entstanden durch die große wirtschaftliche Kriſe, durch konnten sich nun wenigstens einmal an Ort und Stelle überzeugen, sammeln. Die englische Kriegsführung, die sich sogar an Frauen vergreift, feit aussieht. Den beiden in Frage kommenden Ministern wird das die Flucht Pios und die ersplitterung in den eigenen Reihen, die am Krieg ganz unbeteiligt sind und die Boeren durch durch die Möglichkeit genommen, im Landtage ihren altbewährten glücklich überwunden hatte, ist sie in beständigem Fortschritt benichts als ihre Sympathien unterstügen, erscheint immer fläglicher Trid zur Anwendung zu bringen und die socialdemokratischen Ber- griffen. treter und Führer als Hezer hinzustellen, Die Herren sind nun ge Johannesburg, 18. Juli. Die Boeren entwickeln in der letzten nöthigt, einmal Farbe zu bekennen. Beit in der Umgebung Johannesburgs eine sehr leb= hafte Thätigkeit. Gestern erschienen sie wieder bei Roodeport, als sie die Vorposten aber auf der Hut fanden, verschwanden sie wieder. General Allenby operiert nordwestlich von Krügersdorp. Pretoria, 16. Juli. Die in Reis gefangenen Mit glieder der Freistaat Regierung sind hier eingetroffen. Bayerische Bergarbeiter- Konferenz. ( Eig. Ver.) München, 16. Juli. Vor anderthalb Jahren nahm der Landtag einige Verbesserungen an dem bayerischen Berggesez vor, als deren wichtigste zweifellos die obligatorische Einführung bon Arbeiter ausschüssen zu betrachten ist. Seit dem 1. Oktober 1900 find die neuen Bestimmungen in Wirksamkeit. Gar bald aber mußte man die Erfahrung machen, daß ein Teil der Unternehmer die zum Schutz der Arbeiter erlassenen Vorschriften einfach ignoriert, ohne daß die Bergpolizeibehörde Veranlassung nimmt, ernstlich dagegen einzuschreiten. Ja, die Verwaltung der fiskalischen Grube Beiffenberg ging den Besitzern der Privatwerke mit schlechtem Beispiel voran und suchte zunächst die Wahl eines Arbeiterausschusses zu hintertreiben oder diese Körperschaft doch wenigstens mit ihren Kreaturen zu besetzen. Als ihr das nicht gelang, wurden die dem Ausschuß angehörigen Arbeiterführer einfach brotlos gemacht. Unfre bayrische Parteipreffe nahm sich energisch der Interessen der Bergarbeiter an und enthüllte geradezu standalöse Gesegesverlegungen. Die Regierung versuchte anfänglich, diese Mitteilungen zu dementieren. Als ihr aber handgreifliche unwahrheiten nachgewiesen wurden, hüllte sie sich in vornehmes Schweigen und ließ die Werksverivaltungen, darunter auch die staatliche, ruhig fortwursteln. Partei- Machrichten. Zwanzig Jahre Kampf. Unser Parteiblatt in Brünn, Mähren, der Volksfreund", feiert nächsten Sonntag das Fest seines zwanzigjährigen Bestehens und sendet uns dazu eine Einladung mit dem Bemerken, daß wir ihr wohl gewiß Folge leisten würden, Wir bedauerit wenn nicht besondere Hindernisse" bestehen. Noch ein Maigefallener. Der Genosse Nigsche in un auf's lebhafteste, daß wirklich solch' besondere Hindernisse Dresden hatte einen Strafbefehl über 50 m. bekommen, weil er bestehen, die es uns unmöglich machen, der freundlichen Einfich den Weisungen der Polizei ant 1. Mai nicht gefügt haben sollte. ladung folgen. Wir wissen es zu folgen. trotzdem wohl Vom Schöffengericht, das Nitzsche angerufen, wurde der Strafbefehl würdigen, was es bedeutet, unter den verrotteten östreichischen Ver bestätigt. Ueber die Art, wie solche Strafbefehle und solche Gerichts- hältniffen zwanzig Jahre lang die Interessen des Proletariats zu urteile in Sachsen zu stande kommen, giebt der Bericht der Sächf. vertreten. Daran erinnert lebhaft die uns zugesandte EinladungsArbeiterzeitung" eine so charakteristische Auskunft, daß wir hier das karte. Selbst dieses Kleine, wenige Quadratcentimeter große Wesentliche daraus wiederzugeben für nötig halten. Kärtchen trägt am Kopfe den ominösen Vermerk:„ Nach der Konfistation zweite Auflage". gu Sönnen wir auch nicht persönlich dabei sein, so wünschen wir doch herzlich Glück und hoffen auf ferneres Gedeihen. Und wird wieder konfisziert, so macht man halt eine zweite Auflage. Polizeiliches, Gerichtliches usw. Vertagt wurde in Posen die Verhandlung gegen die Genossen Rosa Luxemburg und Kasprzak, die bekanntlich der Bes leidigung des Kultusministers Studt angeklagt sind. Die neue VerHandlung wird vermutlich erst nach den Gerichtsferien stattfinden. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. In der bereits einmal vertagten Verhandlung bekundeten die Gendarmen, Nitsche sei an der Spige eines Trupps oder mit einem solchen den Weg gekommen, der um den nordöstlich vom Albertplaß liegenden Diezschen Brunnen führt, was Nizsche entschieden bestritt. Er gab vielmehr an, mit der Straßenbahn die Antonstraße hergekommen und direkt, und zivar allein nach der Königsbrücker Straße zugegangen zu sein, wo er allerdings erst Auskunft verlangte, weshalb gesperrt sei, ehe er sich zurückzog. Darin erblickte ein Gendarm eine strafbare Weigerung, deshalb der Strafbefehl.. Die Verhandlung drehte sich fast ausschließlich um die Feststellung, ob Nizsche allein die Antonstraße her oder mit einem Trupp vom Diezschen Brunnen hergekommen sei. Die Gendarmen beeideten das; die anderen Zeugen aber bekundeten, daß der Beklagte sich von der Antonstraße nach der Königsbrücker Straße zu be geben habe. Der den Vorsitz führende Amtsrichter aber hielt deshalb die Möglichkeit nicht für ausgeschlossen, daß Nigsche wieder zurückgegangen, fich einem Trupp angeschloffen und in Gemeinschaft mit diesem auf die Gendarmen zugekomnien fei. Ein Maßstab zur BeMu die Arbeiter Berlins und der Vororte. Wie bekannt, urteilung der Zeugenaussagen der beiden Gendarmen ist durch deren zeugeneidliche Aussage gegeben, der Vorgang habe sich um 1/22 Uhr haben die Glasarbeiter beschlossen, am 27. Juli in den Generalnachmittags abgespielt, während in dem Prozeß gegen die 29 vor streit einzutreten. Infolge dessen haben auch die Arbeiter der einigen Tagen bereits durch die Aussagen des Polizeiinspektors Born Stralaner Glashütte am vergangenen Sonnabend die Kündigung Um nun einmal die Art der t. b. Socialpolitik unzweifelhaft und anderer Zeugen bekundet wurde, daß die Scene am Nachmittage eingereicht. Sie müssen nu am 27. d. M. die FabrikDas mert 10ohnungen, welche sie inne haben, räumen. Es kommen festzustellen und namentlich auch den Vertretern der verschiedenen zwischen 1/4 und 1/23 Uhr beobachtet worden war. Landtags- Fraktionen Gelegenheit zu geben, sich über die Verhältnisse würdige aber ist, daß beide Gendarmen gemeinsam mit der größten bier etwa 250 Arbeiterfamilien in Betracht. Da es begreiflicherzu informieren, hatte der Vertrauensmann des Deutschen Bergarbeiter Sicherheit aussagten, es sei um 1/22 Uhr gewesen. In derselben weise den Betreffenden unter den in Berlin und Umgegend Verhältnissen nicht Leicht ist, sogleich ein Verbands für vorigen Sonntag eine Revierkonferenz nach Penz- Weise schilderten sie auch das Herankommen des Beklagten innerhalb herrschenden berg einberufen. eines Trupps von Personen; dieser ist nach dem einen Zengen anderweitiges Unterkommen zu finden, so wenden wir uns an Zu den Verhandlungen hatte die Staatsregierung einen Berg- 15 Mann, nach dem andren aber 50-60 Mann stark gewesen. die Arbeiterschaft Berlins und der Vororte mit dem inspektions- Assistenten abgeordnet. Als Vertreter der Landtags- und das Gericht glaubte den Gendarmen, obwohl diese Nitzsche noch Ersuchen, uns bei der Unterbringung der Wohnungsfraktionen waren erschienen Herr Ober- Landesgerichtsrat Wagner nie gesehen hatten und dennoch behaupteten. ihn schon in dem für die Liberalen, Herr Redacteur Karl Schirmer für das Centrum Zuge von 50-60 Personen erkannt zu haben. Die diesen Beund die socialdemokratischen Abgeordneten v. Bollmar, Segiß und hauptungen entgegenstehenden Zeugenaussagen wurden nicht beachtet. Dr. v. Haller. Außerdem war Reichstags- Abgeordneter Wolfgang Als Genosse Nizsche in der Berteidigungsrede auf den Widerspruch Heine als Gaft anwesend. Die organisierten Bergarbeiter hatten hinweisen und durch Anführung einiger Thatsachen erhärten wollte, 83 Delegierte entsendet. daß die Aussagen der Entlastungszeugen die größere Wahrscheinlichkeit für sich hätten, wurde er vom Vorsitzenden unterbrochen, so daß er seine Ausführungen nicht fortsetzen konnte. Als erster Punkt stand auf der Tagesordnung Berichterstattung über die in Bezug auf die neu eingeführten Arbeiter ausschüsse gesammelten Erfahrungen. Dabei wurde von allen Seiten geklagt, daß man seitens der Werksverwaltungen den Ausschüssen alle möglichen Schwierigkeiten in den Weg legt und deren Kompetenzen möglichst einzuschränken versucht. Man will die Ausschußmitglieder überall verhindern, die Beschwerden einzelner Stollegen zu vertreten und insbesondere bestreitet man den Ausschüssen die Berechtigung, sich mit Lohnfragen zu befassen. Die Arbeitervertreter, die sich energisch ihrer Kollegen annehmen, versucht man einzuschüchtern. Ein Teil wurde schon entlassen. Aus Penzberg insbesondere wurde berichtet, daß dort ein Wertbeamter geäußert habe, man müsse die Mitglieder des Arbeiterausschusses entlassen, um zu zeigen, daß man keinen Respekt vor ihnen habe! Von allen Berichterstattern wurde deshalb der Wunsch ausgesprochen, daß den Mitgliedern der Arbeiterausschüsse ein geseglicher gegen Schu. Hue- Eſſen gab hierauf im Auftrag der Vorstandschaft des Bergarbeiter- Verbandes eine principielle Erklärung ab, in der u. a. gesagt wird: Ganz ähnlich gestaltete sich übrigens schon im Jahre 1894 die Beweisaufnahme in dem großen Prozeß gegen die Maispaziergänger. Auch damals ergaben sich die merkwürdigsten Widersprüche in den beeideten Aussagen der Gendarmen in allen den Fällen, wo sie von den Angeklagten ins Kreuzverhör genommen und gezivungen wurden, bestimmte, faßbare Angaben über die Handlungen einzelner zu machen. Die Sache war damals so, arg, daß das Amtsblatt der Dresdener Polizei das Bedürfnis fühlte, eine Ehrenrettung der Gen darmen zu unternehmen. Es rühmte namentlich den„ kaltblütigen Mut", mit dem die Gendarmen gegenüber den angeblichen Verwirrungs-, in Wirklichkeit Feststellungsversuchen auf ihren( einander direkt widersprechenden) Aussagen beharrten. Dem Gericht gegenüber war das ja mun nicht nötig gewesen, denn ihm hatte dieser kaltblütige" Mut so imponiert, daß es mit ebenso faltblütigem Mute auf diese Aushin verurteilte und die Kaltblütigkeit hielt auch weiter bei den losen behilflich zu sein. Wer in der Lage ist, von seiner eignen Wohnung ein Zimmer abzugeben, oder sonstwie einer der ihres Obdachs beraubten Glasarbeiter- Familien ein Unterkomunen zu bieten oder ihnen ein solches nachzuweisen, den ersuchen wir, dies an die unterzeichnete Adresse mitzuteilen. Die Wohnungskommission der Stralauer GlasAugust Dörwald, Berlin, Bödickerftr. 81. arbeiter. Die Arbeiter Charlottenburgs werden ersucht, bei In anspruchnahme von Barbiergeschäften die Gehilfen nach der grünen kontrolltarte zu fragen. Das 1. Feld derselben muß abgestempelt sein. Die Stoutroffarten werden wie bisher vollständig kostenlos jedem organisierten Gehilfen, welcher in einent bewilligten Geschäfte arbeitet, jeden Abend von 9-10 Uhr mit Ausnahme des Sonnabends im Restaurant Wernice, Vismardstr. 34, ausgestellt. Hier findet auch jeden Abend Aufnahme neuer Mitglieder des Verbands deutscher Barbiere, Friseure und Berrückenmacher statt. Ebenfalls liegt auch hier der von seiten der Freien Vereinigung sowie von der Immung angenommene Vertrag aus, auf welchem die Geschäftsinhaber ihre Unterschrift zu leisten haben. J. A. der Lohukommission: V. Frohnert. heit als der hauptsächlichste Gegner der Arbeiterschaft auf, wie er es ja auch bekanntlich ist, der in Nienburg und Schauenstein die Ursache des schon seit Monaten währenden opferreichen Kampfes gegeben hat. Jezt, wo die Glasarbeiter zum letzten Mittel gegriffen haben, wo es ernst wird mit dem Generalstreit, tritt auch die Firma Heye in Gerresheim wieder als erste auf den Plan, um ihre Maßnahmen gegenüber dem drohenden Kampfe zu treffen. sonstigen Stellen an: tein Staatsanwalt erwärnite sich dafür. Dem sam, a hit Berlin jowie in den Vororten, wo die Bublifum gegenüber aber war das Amtsblatt erfolglos; ihm impo- Barbiergehilfen im Streit standen, im Interesse der Lohnnierte die Kaltblütigkeit an dieser Stelle ganz und gar nicht. bewegung und der Organisation der Barbiergehilfen die Kontroll= Die neue Maifeier- Staatsaktion zeigt, daß sich Polizei und karte nach wie vor zu beachten ist. ( Ned. d. Voriv.") Früher wurde uns von den Unternehmern immer vorgeworfen, wir seien nicht die Vertreter der gesamten Arbeiterschaft. Wir be- Gericht in Sachsen die damals konstatierte Kaltblütigkeit bis heute Deutsches Reich. schlossen deshalb, uns mit der größten Energie auf die Wahl von bewahrt haben. Aber nicht immer ist Kaltblütigkeit eine beneidensDer Generalftreit der Glasarbeiter macht sich, obwohl der Arbeiterausschüssen zu werfen und wollen nun einmal schauen, wie werte Eigenschaft. Riefenkampf noch nicht begonnen hat, wie alle bedentenden Erdie Unternehmer mit diesen Vertretern ihrer gesamten Arbeiterschaft Totenliste der Partei. In Pyrmont starb nach längerem eignisse durch die verschiedenartigsten Vorboten bemerkbar. Herr verfahren. Wenn früher ein Streit ausbrach, behauptete man immer, Strantenlager der Cigarrenarbeiter Wilhelm Stroh im 53. Lebensman habe von den Wünschen der Arbeiter nichts gewußt, die Sache jahre. Der Verstorbene war einer der thätigsten und bekanntesten Hehe, der vielfache Millionär, der als Führer des Fabrikantentums schon seit Jahren den Vernichtungskampf gegen die Arbeiterfei wie ein Blitz aus heiterem Himmel gekommen. Seit nun die Arbeiterausschüsse bestehen, haben wir überall die gleiche Erfahrung Barteigenossen in Waldeck und der Provinz Heffen und auf jedem organisation proklamiert hat, tritt natürlich auch bei diefer GelegenProvinzialparteitag anwesend. Bei allen praktischen Parteiarbeiten praktisch zu arbeiten, schrecken die Unternehmer vor Maßregelungen Pflicht zu thun. gemacht. In dem Augenblick nämlich, da die Ausschüsse anfangen, war er immer der eifrigste, der fich durch nichts abhalten ließ, seine Er wird den Jüngeren noch stets ein leuchtendes nicht mehr zurüd. Als vor zwei Jahren durch die Berggesetz- Novelle die Arbeiter- Beispiel bleiben. ausschüsse in Bayern obligatorisch eingeführt wurden, freuten wir Zum Parteitag der dänischen Socialdemokratie. uns über das Vorgehen Bayerns. Heute sehen wir mun, wie diese socialpolitischen Buffer wirken: Die Thätigkeit der Ausschußmitglieder Heute, am 18. Juli, wird in Kopenhagen der 8. Stongreß der wird hauptsächlich behindert durch das persönliche Uebelwollen Socialdemokratie Dänemarks eröffnet. Der erste Kongreß fand vom einzelner Leute. Die Ausreden, die Ausschüsse seien dem Betriebe 6. bis zum 8. Juni 1876 statt; es sind somit 25 Jahre seit dem hinderlich u. dergl., find nicht stichhaltig. Die Hauptfache ist jetzt, ersten Parteitag verflossen. Das Gründungsjahr der Partei ist das daß die Ausschußmitglieder vor willkürlicher Maßregelung geschützt Jahr 1871; 1872 wurden die 3 Führer Bio, Brig und Geleff Die notwendige Folge der Einsetzung der Arbeiter verhaftet; die beiden legten wurden nach zwei Jahren wieder frei ausschüsse ist der Schutz ihrer Mitglieder gegen Maßgelassen, Pio erst im Frühjahr 1875. Dann kam eine Zeit starken Aufschwungs für die Partei; sie zählte beim ersten Kongreß schon regelung. Wir legen einen großen Wert auf ein gutes Funktionieren der 7000 Mitglieder. Der Kongreß begann mit einem dramatischen Auftritt. Zwei Arbeiterausschüsse. Wir verlangen nicht, daß diese eine ständige Heze gegen die Unternehmer führen. Aber wir verlangen auch, daß Polizeibeamte fanden sich ein, um den Kongreß zu überwachen. man die Arbeiter und ihre Vertreter achtet als Menschen. Läßt man Pio verbot ihnen den Zutritt, und als sie sich weigerten, den Saal ab von dem Herrenstandpunkt, dann werden sich die Ausschüsse inner- zu verlassen, verlangte er, daß sie eine Vollmacht ihres Vorgesetzten halb ihrer Grenzen zur allseitigen Zufriedenheit bewähren. Ihre vorzeigen sollten, daß man diesen wegen Verfassungsbruchs anWirksamkeit darf freilich nicht überschätzt werden, und wo diese auf- flagen könne. Dann verschwanden sie, fanden sich aber bei der nächsten Sigung mit Vollmacht versehen wieder ein. Bio wollte sich hört, dort muß die Thätigkeit der Organisation einsetzen." In der Diskussion nahm auch Ober- Landesgerichtsrat Wagner, sofort beim Justizminister beschweren; der war aber in die Ferien der Führer der Liberalen, das Wort. Er tadelte entschieden gegangen, und sein Stellvertreter war auch nicht anwesend. Der die Paschawirtschaft, die insbesondere auf den ärarealischen Protest wurde dann schriftlich eingereicht. werden. In einem Flugblatt wendet sich die genannte Firma an die Arbeiter der Gerresheimer Glashütte und sucht sie zu überreden, daß sie vom Generalstreit ablaffen. Das Flugblatt, welches am Kündigungstage jedem Arbeiter in die Hand gedrückt wurde, beginnt mit den Worten: Was wir vor einem Jahre fürchteten, als die hiesigen Glasmacher, mit denen wir so lange in Frieden gelebt und gearbeitet hatten, sich von fremden Aufwiegelern, denen jedes Verständnis für die deutsche Flaschenindustrie fehlte, in die Organisation hineintreiben ließen, ist also endlich Wahrheit geworden. Ein großer Teil, start die Häfte unfrer Glasmacher, hat gekündigt. Hezer, die nicht in Arbeit stehen und daher bei einem Streit nichts zu verlieren, sondern nur zu gewinnen haben, haben es mit leichtem Herzen in frivoler Weise dazu gebracht, daß Taufende von Menschen, Männer, Frauen und Kinder, ins Unglüd gestürzt werden." usw. Es entspricht durchaus der in Unternehmerkreisen herrschenden] ,, Bom Montag, den 8. d. M. ab haben alle Tagesarbeiter( das Ibereite. Die Entschädigungsfrage sei vielmehr bis auf einige unAuffassung, wonach der Arbeiter nichts andres fein darf als ein find meistens die Handwerker, Schreiner, Schmiede, Klempner usw., wesentliche Nebenpunkte als gelöst zu betrachten. Leider versäumte willenloses Werkzeug in den Händen der Ausbeuter, wenn Herr Heye velche alle zwölfftündige Arbeitszeit haben) zehn Minuten vor sechs das china- offiziöse Organ, die Glaubwürdigkeit seiner Versicherung glaubt, die Arbeiter, welche nach reiflicher Ueberlegung und ein- Uhr ihre Nummer zu empfangen. Wer zu dieser Zeit nicht im Be- durch Mitteilung dessen zu erhöhen, was denn nun eigentlich bezüglich gehender Erörterung den Generalstreit beschlossen haben, gleich einer fige seiner Nummer ist, auf dessen Leistung wird für den betreffenden der Entschädigungsfrage beschlossen worden ist. Wenn nur noch willenlosen Herde den„ Heßern“ und„ Aufwieglern" folgen, um sich Tag verzichtet. 3/4 Schicht giebt's nicht." über einige untergeordnete Punkte Differenzen bestehen, so wäre es von diesen blindlings ins Unglück stürzen zu lassen. Wenn man hier von Hegern" reden kann, die die Ursache zu dem folgenschweren Entschluß der Glasmacher gegeben haben, so sind diese Sezer nirgend wo anders zu finden, als in den Reihen der Fabrikanten, welche seit Jahren gegen die Organisation der Arbeiter gehetzt und sie zu vernichten gesucht haben. Die Firma Heye erklärt es in ihrem Flugblatt als puren Unsinn", wenn behauptet wird, daß die Unternehmer das Koalitionsrecht antasten wollen. " Wie sehr diese Behauptung begründet ist, dafür wollen wir aus dem reichen Beweismaterial nur einiges anführen: Im Jahre 1890 wurde in Hamburg ein Ring der Glasfabrikanten gebildet, dessen Mitglieder sich bei hoher Konventional strafe gegenseitig verpflichteten, keinen Glasmacher während 6 Monaten in Arbeit zu stellen, der einen Fachvereine angehört, bezw. durch die sogenannte„ schwarze Liste" bekannt gegeben ist. Gleichzeitig wurde beschlossen, sämtliche bestehenden Fachvereine der Glasarbeiter aufzulösen"!! Trotz aller Chikane und brutaler Verfolgungen gründeten die Glasarbeiter vom 4. bis 6. August 1890 in Bergedorf den Verband der Glasarbeiter. Sofort erschien auch Herr Hehe wieder auf dem Kampfplatz mit einer Bekanntmachung, in der es heißt: Würde ich die Socialdemokratie aufkommen lassen, würde ich also den von Socialdemokraten ähnlicher Art wie Horn geleiteten Verband der Glasarbeiter Deutschlands dulden, dann wäre das Ende jeder ruhigen Arbeit gekommen und die Industrie damit dem Untergange geweiht. " An demselben Tage, als vorstehender Ukas in Kraft trat, haben doch gerade kein Verrat diplomatischer Geheimnisse gewesen, durch über 15 Mann, welche 10 Jahre und länger ihre Kräfte im Dienst Bekanntgabe des positiven Resultats der Verhandlungen die Zweifelder Zeche und zur größten Zufriedenheit der Zechenvertreter auf- füchtigen zu überzeugen und den schwarzfärberischen englischen Ausgewandt haben, den ganzen Tag feiern müssen. Sie waren streungen entgegenzutreten. 9 Minuten vor 6 Uhr an dem Schalter, erhielten aber ihre Da die„ Köln. 3tg." es jedoch für gut fand, nichts Derartiges Nummer nicht mehr." mitzuteilen, setzt sie sich nur dem Verdacht aus, daß sie eben nichts Solche brutale Rücksichtslosigkeit erregt Mißfallen fogar bei mitzuteilen weiß und daß die englischen Meldungen das einem bürgerlichen Blatt, der Bochumer Zeitung", welche dazu größere Butrauen verdienen. Hente nun übermittelt das„ Neutersche schreibt: Bureau" wieder eine nichts weniger als hoffnungsvoll lautende Meldung " Vorausgesetzt, daß diese Mitteilung den Thatsachen entspricht, über den Stand der Entschädigungsangelegenheit. ist das Vorgehen des Betriebsführers im Interesse des focialen Sie besagt: Friedens sehr zu bedauern. Man hüte sich, die Arbeiter zu chikanieren, auch wenn kein Mangel an Arbeitern mehr ist. Das erzeugt böses Blut und kann, wie wir 1889 gesehen haben, unberechenbare Folgen zeitigen. Ordnung, gewiß, die muß sein, aber keine Drangsalierung." Solche und ähnliche Vorkommnisse sind übrigens im rheinischwestfälischen Industriebezirk nicht vereinzelt. Besonders macht sich das Hereinbrechen der Kerise dadurch recht unangenehm bei den Arbeitern fühlbar, daß schon seit einiger Zeit auf den verschiedensten Werken der Betrieb eingeschränkt, Feierschichten eingelegt und Arbeiter entlassen werden. Ausland. Streik auf der Jungfraubahn. Aus einer in der„ Bern. Tagw." veröffentlichten Korrespondenz ist ersichtlich, daß anfangs Juli die Arbeiter und Beamten der Jungfraubahn mit seltener Solidarität die Baus wie Betriebsarbeiten einstellten, um die Durch Ich warne daher jeden Arbeiter, sich nicht verleiten zu lassen, feßung folgender Forderungen zu erreichen: Wiederentlassung des weder dem socialdemokratischen Fach verein oder dem erneuernannten Tunnelbauführers Quirin Klassen von Preußen wegen band der Glasarbeiter Deutschlands beizu brutalen Vorgehens gegen Arbeiter und Beamte, Zurücknahme der treten, ich würde genötigt sein, denselben sofort zu ent von Klassen verhängten Kündigung des Bauschreibers Schwald, keine Iaffen. Kündigung bezw. Maßregelung der Beteiligten und Bezahlung des vollen Tagelohns für den Streiftag. Zugleich wurde der Statthalter ( Landrat) davon verständigt und um seine Vermittlung ersucht, welchem Ersuchen derselbe auch sofort entsprach. Die Forderungen wurden sodann bewilligt und die bezügliche schriftliche Vereinbarung auch vom Statthalter mit unterschrieben. Die Tunnelarbeiter find gegenwärtig in einer Höhe von ca. 3000 Mann beschäftigt. Bu jener Zeit begann eine systematische Heze gegen alle Arbeiter, die es gewagt hatten, von ihrem Koalitionsrecht Gebrauch zu machen, und diese Hezze hat bis auf den heutigen Tag nicht aufgehört. Die Vernichtung der Arbeiterorganisation war und ist das Ziel der Unternehmer. Und was gerade jetzt von den Versicherungen des Flugblatts zu halten ist, das beweist der Umstand, daß Arbeitern, die feit 30 Jahren bei Heye beschäftigt sind, die Kündigung zugestellt wurde, weil deren Söhne, die als Glaspfleger in der Fabrik be= schäftigt sind, gekündigt hatten. Ein derartiges Schriftstück liegt uns im Original vor. Es lautet: " Wir fündigen Ihnen hiermit per 14 Tage. Das zwischen uns bestehende Arbeitsverhältnis ist also am 27. dieses Monats beendet. Um 12 Uhr mittags dieses Tages müssen Sie die Wohnung, falls Sie eine solche von uns haben, räumen, und wird Ihnen der mit der Uebernahme der Wohnung betraute Beamte durch Anschlag bekannt gemacht werden. Für den Fall, daß Ihr Verwandter die heute eingereichte Kündigung zurüdnimmt, sind wir auch bereit, Sie in Arbeit zu behalten. Ist das etiva tein Terrorismus? Ein Arbeiter, der durch ähnliche Mittel versuchen würde, einen Kollegen zur Teilnahme an einer Lohnbewegung zu veranlassen, würde unter dem Beifall des gefamten Unternehmertums angeklagt und verurteilt werden. Aber die Firma zeigt sich in ihrem Flugblatt auch von einer ,, liebenswürdigen" Seite. Sie wendet sich an diejenigen, welche die Solidarität mit ihren Arbeitsbrüdern zu brechen geneigt sein tönnten und schreibt: " Den Glasmachern nun, die treu zu uns halten und unter ficherem Schute weiter arbeiten werden, wollen wir hiermit das Versprechen geben, daß drei Jahre lang die Lohnjäße für sie nicht verringert werden sollen, so daß ihnen für diese Zeit der gute Verdienst gewährleistet wird." Wer wird sich wohl, wenn er die bisherigen Praktiken in den Heheschen Fabriken tennt, durch solche Versprechungen verlocken lassen, und seinen Kampfgenoffen untreu werden? Die Firma, die der Streitbrecher ja so dringend bedarf, verfehlt nicht, den arbeitswilligen Elementen den Weg zu zeigen, auf dem sie, während des Streiks wenigstens, die Gunst des Unternehmers gewinnen können, wie das folgende, uns ebenfalls im Original vorliegende Schreiben zeigt: Herrn Glasmacher.. Wohnung Nr. Die Angestellten der korsischen Eisenbahnen sind, einer Wolffschen Meldung zufolge, am Mittwoch früh in den Ausstand getreten, fie verlangen in der Hauptsache Lohnerhöhung. Nur wenige Züge verkehren noch auf den Eisenbahnlinien. Sociales. Die Gewiffenlosigkeit der Bauunternehmer wird scharf gekennzeichnet in einem Bericht des unterelfäffischen Sektionsvorstandes der südwestlichen Baugewerks- Berufsgenossenschaft. Darin heißt es über den Punkt„ Baukontrolle": " Die Gesandten geben offen zu, daß die Aus. sichten auf Abschluß der Verhandlungen immer düsterer werden und die Lage sehr ernst ist. Schon seit länger als einem Monat befindet man sich auf dem toten Puntt. Eine auf heute angesezt gewesene verschoben, Zuſammenkunft der Gesandten wurde wieder weil es flar war, daß sie doch zwecklos ſein würde. In der Versammlung vom 11. Juni erreichten die Meimungsverschiedenheiten ihren Höhepunkt; seitdem ruhen die Verhandlungen völlig. Der Hauptgegensag zwischen England und Rußland betrifft die Einzelheiten des Plané der Entschädigungsbezahlung. Alle Gesandten hatten sich bereits zu Beginn des Monats Juni vorbehaltlich der Zustim> mung ihrer Regierungen über einen Plan geeinigt. als England seine Zustimmung versagte mit der Be gründung, daß jeine Handelsinteresset schüßen müsse. Die Gesandten der neutralen Mächte meinen, daß entweder Rußland oder Englant wesentliche Zugeständnisse werde machen müssen ein Abschluß der Verhandlungen möglich sei. Jr. der Zwischenzeit bearbeiten die Gesandten verhältnismäßig 1 wichtige Detailfragen, z. B. Verbesserungen der Schiffahrtsvers hältnisse. Wenn aber die finanzielle Frage erledigt wäre, könnten die Verhandlungen in einem Tage zum Abschluß gelangen Li- Hung Tschang sandte an die Gesandten die dringende Aufforderung, einen vollständigen plan der Friedenss bedingungen vorzulegen. China sei bereit, alle vernünftigen Bedingungen anzunehmen, wo Ile aber endlich wissen, was die Mächte denn eigentlich ver langten, damit es mit der Erfüllung der Bedingungen bc= ginnen könne." Wert. es Die Meldung des„ Neuterschen Bureaus" erhält eine Art Bes Am amerikanischen Stahlarbeiter- Streik find nach den stätigung durch die gestern im Depeschenteil wiedergegebene neuesten Meldungen jegt 74 000 Ausständige beteiligt. Der Streit Pariser Meldung, daß China feine allgemeine Anleihe aufbedeutet ein gewaltiges Ringen zwischen einer mächtigen, einfluß- nehmen, sondern an die einzelnen Staaten Obligationen reichen Unternehmer- Vereinigung und einer starten, kraftvollen in der Höhe der geforderten Entschädigungssumme ausgeben Arbeiter- Organisation, die ihre Anerkennung als eines gleichberechtigten werde. Eine Lösung der Frage wäre das natürlich auch nicht, denn China müßte doch gleichzeitig 8insgarantien Sontrahenten verlangt. bieten. Und gerade um die Art der Aufbringung der Zinsen scheint sich der diplomatische Streit zu drehen. England will wahrscheinlich durch eine Erhöhung der Seezölle und ähnliche China aufzuzwingende Einnahmequellen seine Handelsintereffen nicht gefährdet wissen. Aber selbst wenn England nachgäbe, befäßen die China- Obligationen bei der unsicheren Lage in Ostasien nur einen sehr zweifelhaften „ Die Thätigkeit des Beauftragten wurde im Berichtsjahr im Peking, 17. Juli. Drei Amerikaner wurden, während sie gleichen Maße wie in den Vorjahren fortgesetzt und erwies fich auch in der Nähe von Peking in einer Ortschaft plünderten, von Chials wieder äußerst notwendig; vielfach hatte der Beauftragte nejen gefangen genommen, von dem Konsul der Vereinigten Gelegenheit, ungenügende Gerüstungen, Abdeckungen Staaten in Tientsin verhört, des Verbrechens überführt und zu usw. anzutreffen, deren Beseitigung wir dann, ehe es es zu vier Jahren Gefängnis verurteilt. spät, bezw. ein Unfall geschehen war, bewirken konnten. Bei einzelnen Revisionen allerdings ergaben sich so schwere Verstöße gegen die Unfallverhütungs- Vorschriften, daß es Lehte Nachrichten und Depeschen. geradezu ein Wunder zu nennen ist, wenn sich dabei nicht ein Unfall ereignete. In diesen Fällen konnte der Vorstand die Auferlegung eines Beitragszuschlags nicht mehr um gehen, und solche erfolgten denn in Höhe bis zu 50 Broz.; selbstredend wurden den Betreffenden die Kosten der durch fie notwendig gewordenen zweiten und dritten Nachrevision auferlegt." Hier wird man wenigstens nicht zu behaupten wagen, daß es sich um hezzerische Uebertreibungen handelt; es sind Unternehmer selbst, die dies feststellen. Dersammlungen. Russische Umtriebe in der Mongolei. Frankfurt a. M., 17. Juli.( B. H.) ( B. H.) Die Frankf. 8tg." meldet aus Petersburg: Nach Mitteilungen aus chinesischer Quelle mißt man am chinesischen Kaiserhofe der russenfreundlichen Bewegung in der Mongolei eine sehr ernste Bedeutung bei und ist geneigt, gefährliche Folgen der felben zu befürchten. In der Mongolei find neuerdings besonders muhamedanische Emissäre eifrig thätig, deren Agitation von Rußland geleitet werde. In der Mongolei hege man im Stillen die Hoffnung, unter die Herrschaft Rußlands zu kommen. Annahme der Kongovorlage. Als er Unter Bezugnahme auf Ihre schriftliche Kündigung, die wir hierdurch annehmen, teilen wir Ihnen mit, daß Sie Ihre Wohnung gemäß§ 16 der Arbeits- Ordnung bis zum 27. d. M., mittags 12 Uhr zu räumen haben. Der Name des Beamten, der mit der Der Centralverband der Maurer ze. hielt am Dienstag Abnahme Ihrer Wohnung beauftragt wird, wird Ihnen noch mit eine gut besuchte Versammlung im Gewerkschaftshause ab. Genosse Brüffel, 17. Juli.( W. T. B.) In der Repräsentantenkammer geteilt, beziehungsweise durch Anschlag bekannt gemacht werden. Drunjel referierte über: Die französische Revolution und die erklärt gelegentlich der Debatte über die Kongovorlage Beernaert, Sie haben nach Ablauf der Kündigungszeit den Fabrikplay heutige Gesellschaftsordnung" unter Beifall der Anwesenden. Einem die Strömung, welche die Völker zur Kolonisation dränge, sei nicht mehr zu betreten und werden wir die Ausnahme der letzten Antrag Borigkeit gemäß verhandelte die Versammlung über die von nicht zu umgehen, lege aber ernste Pflichten auf. Schichten für unsre Rechnung besorgen. Die Abrechnung werden einer Gruppe verhängte Bausperre in der Pautstraße. Nach längerer, feinen Antrag bezüglich sofortiger Uebernahme des Kongostaates wir Ihnen nebst dem Restbetrag per Postanweisung zugehen oft sehr erregter Besprechung, gelangte mit großer Mehrheit ein einbrachte, sei er der Ansicht gewesen, daß die zehnjährige Erfahrung laffen und wollen Sie uns zu diesem Zwecke ihre Adresse auf Antrag Panser zur Annahme: Die Baufperre in der Bant- genügend gewesen sei, habe aber nicht geglaubt, mit den Wünschen geben. Sollte Ihr Name gegen Ihren Willen auf die Kündigungs- straße wird als zu unrecht bestehend erklärt und den aus diesem des Kongostaats in Wiederspruch zu geraten. Nachdem er seinen Anlaß Ausständigen jede moralische und materielle Unter- Antrag zurückgezogen, stimme er für die Regierungsvorlage, nicht liste gesetzt, oder sollten Sie zur Unterschrift gezwungen worden stüßung verweigert. Die übrige Tagesordnung soll in der weil sie ihn befriedige, sondern in Ermangelung eines besseren. sein, so bitten wir Sie, im Comptoir eine entsprechend Erklärung nächsten Versammlung erledigt werden. Darauf wird der einzige Artikel der Gesetzesvorloge mit 71 gegen abzugeben. Sprechstunde hierfür ist den ganzen Tag. Gerresheim, den 13. Juli 1901. Attien Gesellschaft der Gerresheimer Glashüttenwerke. Ferd. Heye. Also den ganzen Tag ist man bereit, Meldungen von Arbeitswilligen entgegenzunehmen. An so viel Rücksicht sind die Betreffenden gewiß nicht gewöhnt. Aber die Aussicht auf den drohenden Riesentampf macht selbst einen progigen Fabrikanten zeitweise höflich. Hoffentlich find die Liebeswerbungen der Fabrikanten, die sich an die Unsolidarität einzelner wenden, unisonst. Die Bedingungen, um deren Erfüllung die Arbeiter in den Kampf treten, find bekannt, und nur, wenn die Unternehmer diese anerkennen, wenn sie vor allem ihre gehässige Verfolgung der Organisation einstellen wollen, nur dann ist der Generalstreit abzuwenden und der Friede herzustellen. In Weißenfels( Prov. Sachsen) sind die Metallarbeiter aller Branchen in den Streit getreten. Achtung! Achsenschmiede. Wegen Maßregelung von vier Kollegen ist der Zuzug nach der Hof- Wagenfabrik von Did und Kirschten in Offenbach a. M. fernzuhalten. Kolonialbestien. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Die Bürsten- und 31 Stimmen bei 6 Stimmenthaltungen angenommen. Pinselmacher beschäftigten sich in ihrer Branchenversammlung am 15. Juli mit der Aufstellung der Kandidaten zum JunungsAntwerpen, 17. Juli.( B. H.) Aus Auversville am Kongo Gesellenausschuß und wurden folgende Kollegen nominiert: Müller, Wiese, Rüffte, Faber, Warschuß. Fritzsche und Bartsch. Eine längere zurückgekehrte Passagiere berichten, daß die beiden Offiziere, welche Diskussion zeitigte die Milzbrand- Desinfektion, welche, wie mehrere wegen der Ermordung von 31 Schwarzen, darunter, Kollegen berichteten, von den Arbeitgebern fast gar nicht oder doch mehreren Frauen, angeklagt waren, vom Schwurgericht in ungenügend vorgenommen wird. Die Kommission wird daher Anversville zu je 25 Jahren Gefängnis verurteilt worden sind. Bebeauftragt, in dieser Sache Material zu sammeln und sich mit der kanntlich wurden die Schwarzen auf Befehl der Offiziere Nürnberger Milzbrandkommission in Verbindung zu setzen. erschossen, weil sie sich ge weigert hatten, vor ihnen zu tanzen, da sich zur Zeit eine Leiche im Orte befand, Die Rabitspanner hielten am 7. Juli bei Jannascht, Inselstraße 10, ihre regelmäßige Mitgliederversammlung ab. Zum ersten Bunft, Abrechnung vom 2. Quartal, berichtete Rollege Mercier: Italienisches Kongregationsgesetz in Vorbereitung. Einer Einnahme von 265 M. stand eine Ausgabe von 185,25 M. Rom, 17. Juli.( B. H.) Angesichts der zunehmenden Ein gegenüber, so daß der Bestand fürs dritte Quartal 79,75 M. beträgt. wanderung französischer Kongregationen bereitet die italienische Der Kassierer wurde entlastet. Nach Erledigung verschiedener Regierung ein Gesetz über die religiösen Genossenschaften vor. Verbandsangelegenheiten wurde folgender Antrag angenommen: Ueber die Firma August Krauß, Moabit, Paulstraße, die Sperre zu verhängen, wenn der Kollege Jautsch dort weiter spannt. Im 1/41 Uhr Schluß der Versamnilung. 9 Eine englische Schlappe. Amerikanische Lhuchjuftiz. Loudon, 17. Juli.( W. T. B.) Nach amtlicher Meldung find Der focialdemokratische Wahlverein für Lichtenberg hielt in einem Gefecht, welches am 14. d. M., 24 Meilen von Aliwal Die Hungerpeitsche. Eine Arbeiterin, die am Streit in der am Dienstag eine Mitgliederversammlung ab, in welcher Genosse North entfernt, stattfand, auf englischer Seite 7 Mann gefallen, Harburger Gummifabrit beteiligt war, hat kürzlich in der dortigen Hirsch- Charlottenburg über:„ Warum und wie beteiligen wir uns 3 Offiziere und 17 Mann verwundet worden. Jutefabrit Arbeit erhalten. Nach drei Tagen wurde sie aber wieder an der Landtagswahl?" sprach. An der Hand reichen Materials geißelte entlassen mit der Begründung, daß sie während des Streits Arder Redner unter Beifall der Versammlung das Dreiklassen Wahlbeitswillige belästigt habe und deshalb nicht weiter be- system, und am Schlusse sich auch an die Gegner der Beteiligung schäftigt werden könne. Wegen der angeblichen Belästigung Arbeits- wendend, empfahl er denselben, sich den gefaßten Beschlüssen zu fügen, williger hat das Schöffengericht die betreffende Arbeiterin bereits und mit aller Kraft unter dieser Bedingung sei überhaupt mir bestraft. Aber die Strafe, welche die Justiz verhängte die auf Erfolg zu rechnen sich an der kommenden Wahlarbeit zu befelbe ist übrigens noch nicht rechtskräftig, weil die Arbeiterin Be- teiligen. rufung eingelegt hat genügt dem Unternehmertum nicht. Man Eine Diskussion wurde nicht beliebt. will die„ Streifsünderin" für alle Zeit brotlos machen. Das Elend der China- Diplomatie. New York, 17. Juli.( B. H.) In Horeford( Texas) fand zwischen Negern und Merikanern, welche beim Bau einer Eisenbahn beschäftigt waren, ein blutiger Kampf statt, bei dem 15 Neger getötet und eine große Anzahl verwundet wurden. Die Ursache des Zusammenstoßes war die Ermordung eines Merikaners durch einen Neger. London, 17. Juli.( W. T. B.) Das Unterhaus nahm diet dritte Lesung der Finanzbill mit 291 gegen 121 Stimmen an. Madrid, 17. Juli.( W. T. B.) Nach einer amtlichen Depesche Die Wirkungen der Krise machen sich unter andrem auch in der Behandlung der Arbeiter seitens der Unternehmer und ihrer Organe bemerkbar." Der Winter ist gekommen, die Meister werden stolz." heißt es in einem alten Handwerksburschenliede. Unter An- Die Köln. 8tg.", die als anpassungsfähige Offiziöse seit dem aus Saragossa gaben heute vormittag dort Leute aus der Bes wendung auf moderne Verhältnisse fann man jest sagen:" Die Augenblick, wo der Befehl zur Auflösung der China- Expedition völkerung auf die Teilnehmer an der Jubelfeieier der Kirche Krisis ist gekommen, die Unternehmer werden brutal." Was tani, ganz im Gegenteil zu ihrer früheren Darstellungsmethode des heiligen Philipp Schüsse ab. Eine Person wurde getötet, Unter letzteren befindet sich der Karlistent man den Arbeitern während der schlechten Zeit" zu bieten wagt, alle China- Verhältnisse im Lichte des rosigsten Optimismus sieht, mehrere verwundet. dafür ein Beispiel: daß General Cavero. hat fürzlich mit der größten Bestimmtheit bestritten, Auf der Zeche Lothringen" in Westfalen machte der Betriebs- die Lösung des Entschädigungs- Problems der Konstantinopel, 17. Juli.( W. T. B.) Heute wurden zivek führer türzlich durch Anschlag bekannt: internationalen Diplomatie noch irgendwelche Schwierigkeiten nene Bestfälle in Galata festgestellt. Hierzu 1 Veilage v. Unterhaltungeblatt. Beran twortlicher Redacteur: Carl Zeid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glode in Berlin. Dind und Berlag von Mar Bading in Berlin. Br. 165. 18. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 18. Juli 1901. Das Schiedsgericht über die Hamburger Accordmaurer. Am 11. Juni d. J. beschloß eine Mitgliederversammlung des focialdemokratischen Vereins in Wandsbek und am 18. Juni auf Antrag v. Elms eine kombinierte Mitgliederversammlung der drei socialdemokratischen Vereine Hamburgs beim Parteivorstande den Ausschluß der vom Centralverbande der Maurer als Streit brecher bezeichneten Personen zu beantragen. Es wurde dem Parteivorstande darauf eine Liste von 103 Maurern über: reicht, die auf gesperrten Bauten gearbeitet haben sollen. Von diesen 103 find 42 Mitglieder der drei Hamburger Parteivereine. Vom Wandsbeker Verein wurden außerdem 8 Mitglieder genannt, so daß sich der Ausschlußantrag auf 50 Personen erstreckte. Das Schiedsgericht, bestehend aus den Genossen 2. Grünwaldt, P. Hoffmann, F. Evers als Vertreter der drei hamburgischen Vereine und dem Genossen Rosbizki für Wandsbek, sowie den Genossen H. Ostfeld, L. Lendholt, W. Lück und F. Vieth als Vertreter der Angeschuldigten und dem Genossen Auer als Vorsitzenden hat am 15. Juli in Hamburg getagt. Haben einzelne Maurer Zimmererarbeit auf gesperrten Bauten 4. Die Verhandlungen über den neuen Tarifvertrag sind gemeinsam von Vertretern beider Organisationen mit den Unter- verrichtet?" nehmern zu führen. 5. Die Accordmaurer( Freie Vereinigung) verpflichten sich, nach getroffener Verständigung über den neuen Tarifvertrag, ihre Sonderorganisation aufzulösen und dem Centralverbande beizutreten. Der vorstehende Vorschlag wurde nach Wiedereröffnung der Sigung zur Kenntnis der beiden Parteien gebracht und dieselben aufgefordert, fich unter sich zu beraten und dann das Ergebnis ihrer Besprechung mitzuteilen. Beide Parteien erklärten zwar principiell ihr Einverständnis mit einem Vergleich, hatten aber gegen den gemachten Vorschlag Einwendungen im einzelnen, so daß der Vorschlag als gescheitert angesehen wurde. Dem Schiedsgericht, das nunmehr in die Beratung eintrat, wurde zunächst folgende Frage gestellt: Jit Streifbruch eine ehrlose Handlung im Sinne des Paragraphen 2 des Organisationsstatuts der Partei? Diese Frage wurde vom Schiedsgericht einstimmig mit Ja! beantwortet. erkennen. kommenden Arbeiterorganisationen zu. Das gleiche Recht steht natürlich auch allen andren in Betracht Ebenso einstimmig wurde aber anerkannt, daß der Partei und ihren Organen das Recht vorbehalten bleiben müsse, als selbständige Organisation in jeden einzelnen Falle die Frage zu prüfen, ob ein Außerdem waren noch als Sachwalter der Antragsteller die Verstoß gegen die Bestimmungen des§ 2 des Organisationsstatuts Genossen Baeplow, Kober und Hittmann und als Sachivalter der vorliege? Angeschuldigten die Genossen Bargstedt, Sass und Stüben an- Die Partei fann in der Frage über die Zugehörigkeit der einwesend. Zur Begründung des Ausschlußantrags wird in einer dem Ge- zelnen Genossen auf das Recht selbständiger Prüfung in einzelnen Zur Begründung des Ausschlußantrags wird in einer dem Ge- Falle nicht verzichten und kann unmöglich von vornherein Beschlüsse richt vorgetragenen Schrift ausgeführt: Im vorigen Jahre wurde zwischen der hiesigen Baubütte" und Entscheidungen andrer Organisationen als für sich bindend an ( Arbeitgeber- Organisation) und der Maurerorganisation eine Tarifvereinbarung getroffen, welche die Accordarbeit ausschloß. Die Maurer haben sich in drei Versammlungen mit diesem Tarif beschäftigt und demselben zugestimmt. Ein kleiner Teil hat sich diesem Beschlusse nicht gefügt und arbeitete im. Accord weiter. Der Centralverband der Maurer hat darauf über die Bauten, wo in Accord gearbeitet wurde, die Sperre ber hängt und die betreffenden Mitglieder ausgeschlossen. Die Ausgeschlossenen haben dann eine selbständige Organisation " Freie Vereinigung" gegründet und sollen den Beschluß gefaßt haben, an allen Bauten die Arbeit aufzunehmen, wo der Central verband die Sperre verhängt. Die Freie Vereinigung" soll 200 Mitglieder zählen." In einem Schriftstück der Angeschuldigten, das an den Parteiborstand gerichtet war, heißt es: Im Namen aller vom Ausschluß Betroffenen fann ich mitteilen, daß sich keiner diesem stillschweigend fügt. Es ist uns im Gegenteil sehr viel daran gelegen, einer Partei anzugehören, deren Fahne wir schon größtenteils während der ganzen Dauer des Socialistengesetzes und bis heute hochgehalten haben. Betreffs Lohn- oder Accordarbeit stehen wir bis heute, bei der hier üblichen Intensivität im Tagelohn, auf dem Standpunkt der Accordarbeit. Einige Kollegen sind aus dem Verband der Maurer ausgeschlossen worden und deshalb alle übrigen freiwillig aus getreten. Schließen wir min mit dem Arbeitgeber Accord ab, dann verhängt der Centralverband über den betreffenden Bau die Sperre und bezeichnet dann diejenigen von uns, die nach den Accordbedingungen weiter arbeiten, als Streif- oder Sperrebrecher." Die beiden Parteien kamen vor dem Schiedsgericht in langer und erschöpfender Debatte zum Worte. Ehe sich das Schiedsgericht zur Fällung des Schiedsspruches zurückzog, stellte der Vorsitzende auf Grund der stattgefundenen Debatten und der vorliegenden Beweisstücke fest, daß die Anschuldigung sich auf folgende Punkte stütze: wurden. Die zweite Frage lautete: Liegt in dem Verhalten der Accordmaurer ein Streif- oder Sperrebruch vor und haben sich die fünfzig namhaft gemachten Mit glieder der vier Parteivereine in Hamburg und Wandsbek desselben mit schuldig gemacht? Beschluß des Schiedsgerichts: Einstimmig: Nein! Aus den gepflogenen Verhandlungen, sowie den beigebrachten sonstigen Beweisstüden hat sich zweifellos ergeben, daß der Ausgang des ganzen Konflikts sich aus der Differenz über die Beurteilung der Accordarbeit in den beteiligten Kreisen ergiebt. Der erste Ausschluß aus dem Verband und die ihm folgenden gleichen Beschlüsse sind erfolgt, weil die Ausgeschlossenen der Tarifvereinbarung, nur im Tagelohn zu arbeiten, nicht folgen wollten. Diese Nichtanerkennung der Majoritäts- Beschlüsse der eignen Organisation ist zweifellos eine Handlung, die der Zahlstelle des Maurerverbandes ein energisches Vorgehen dagegen nabe legte. Ob der Ausschluß der betreffenden Mitglieder aus dem Verbande das einzig mögliche oder zweckmäßigste Mittel war, darüber steht dem Schiedsgericht kein Urteil zu; wohl aber stimmte die Mehrheit darin überein, daß das Verhalten der Accordmaurer ihrer Organisation gegenüber, im Interesse der für die Kämpfe der Arbeiter so absolut notwendigen Solidarität auf das tiefste zu bedauern sei. Beschluß des Schiedsgerichts. Einstimmig: Ja! Es ist aus den Verhandlungen klar ersichtlich, daß auf einem Bau die Accordmaurer Zimmererarbeiten verichteten, soweit diese notwendig waren, um die Maurerarbeiten fortsetzen zu können. In dem bezeichneten Falle haben die beschäftigten Zimmerer mit den Verbandsmaurern gemeinsame Sache gemacht und die Arbeitsstätte verlassen, weil sie mit den dort beschäftigten Accordmaurern nicht gemeinsam weiter arbeiten wollten. Das Schiedsgericht ist in seiner Mehrheit der Ansicht, daß auch hier die Accordmaurer in eine Zwangslage versetzt waren, die bei Aburteilung des Falles zu ihren Gunsten spricht. Die vierte Frage lautet dahin: it in der Freien Vereinigung der Accordarbeiter" ein Bes schluß gefaßt worden, dahin gehend: sich den Unternehmern in aller Fällen zur Verfügung zu stellen?" Beschluß des Schiedsgerichtes: Einstimmig: Nein! Die in der vorstehenden Frage aufgestellte Behauptung stützt sich ausschließlich auf Angaben von Berichten in bürgerlichen Blättern über angebliche Vorgänge in Versammlungen der Accordmaurer. Das Schiedsgericht war einstimmig der Ansicht, daß solchen Quellen in Arbeiterangelegenheiten mit großer Vorsicht zu begegnen sei. Von den Vertretern der Accordmaurer wurde zugegeben, daß sie nicht in der Lage seien, jedes Wort eines beliebigen aufgeregten Redners in ihren Versammlungen zu vertreten; sie bestritten aber auf das entschiedenste, daß in ihrem Verein jemals Beschlüsse gefaßt worden seien, wie sie in der Frage angedeutet werden. Was sie ut Wirklichkeit beschlossen haben, sei in dem Protokoll- Auszug vom 14. Mai 1901 flar und deutlich ausgesprochen. Da auch von den Verbandsvertretern irgend ein andrer Beweis als die Berichte bürgerlicher Blätter nicht angeboten wurde, so beschloß das Schiedsgericht über diese Frage, wie angegeben. Damit waren alle dem Schiedsgericht vorliegenden Einzels fragen beantwortet und wurde mun einstimmig folgender Beschluß gefaßt: Das am 15. Juli 1901 in dem Konferenzsaale des„ Echo" tagende, vom Parteivorstand berufene und aus neun Personen be stehende Schiedsgericht hat nach eingehender Prüfung aller in Bes tracht kommenden Thatbestände den Antrag der vier Parteivereine von Hamburg und Wandsbek „ auf Ausschluß sämtlicher vom Centralverband der Maurer als Streifbrecher bezeichneten Personen aus der Partei" einstimmig abgelehnt." Das Schiedsgericht. ( Folgen die Namen.) Berliner Partei- Angelegenheiten. Zur Bokalliste. Am Freitag, den 19. Juli, findet bei Karl Keller, Köpnickerstraße, das 25jährige Stiftungsfest des Vereins Berliner Tanzlehrer statt. Wie den Genossen bekannt ist, steht genanntes Lotal uns zu Versammlungen nicht zur Verfügung. Ferner sei noch darauf hingewiesen, daß ein Teil Mitglieder des Wahlvereins sind sowie auch einer gewerkschaftlichen Organisation angehören. Dennoch beschloß man, oben genanntes Vergnügen mitzumachen, und wird versucht, Billets in Arbeiterkreisen umzusetzen. Die Lokalkommission. Dieses Verhalten erschien der Mehrheit des Schiedsgerichts um so bedauerlicher, als deffen Mitglieder, mit Ausnahme eines einzigen, auf dem Standpunkte stehen, daß die Abschaffung oder doch möglichste Einschränkung der Accordarbeit eine Aufgabe sei. deren Lösung von den gewerkschaftlich organisierten Arbeitern auf das entschiedenste anzustreben ist. Besonders im Baugewerbe sei mit der durch die Das von den Parteigenossen des 6. Wahlkreises am Accordarbeit fast immer verbundenen Treiberei und Hatz die Möglichkeit Sonntag im Schloß Weißensee veranstaltete Sommerfest nahm von Gefahren für Gesundheit und Leben der beteiligten Arbeiter einen ausgezeichneten Verlauf. Trotz der immenien Hize waren durch zahlreiche Unfälle so nahe gelegt, daß der Widerstand von wohl 15 000 Personen anwesend, die auch bei dem drohenden Gewitter Arbeitern gegen die Beseitigung dieser Arbeitsmethode fast unbegreif- bis in die späte Abendstunde aushielten, um dem vorzüglich gelich erscheint. lungenen Feuerwerk beizuwohnen. Die vom Arbeiter- Sängerbund vorgetragenen Lieder fanden den lebhaften Beifall der zahlreichen Besonderen Dank erwarb sich die Sanitätstolomne, denn sie wurde in Zuhörerschaft, ebenso die Reigen- Aufführungen des Radfahrerbundes. 25 Fällen in Anspruch genommen. Unter Leitung des anwesenden Arztes wurde bereitwilligst ausreichende Hilfe geleistet. Die Kolonne des Schwimmerbundes, die für die Hilfeleistung auf dem Wasser sich erboten hatte, brauchte glücklicherweise nicht in Aktion zu treten. Gefundene Gegenstände, darunter 1 goldener Ring, 1 Kinderschuh usw. sind bei Raschke, Grünthalerstraße 65, in Empfang zu 1. Der Ausschluß einer Anzahl Accordmaurer aus dem Verbande sei erfolgt, weil von denselben, trotzdem zwischen den Bertretern der Hamburger Maurer und Zimmerer einer- und Die überwiegende Mehrheit des Schiedsgerichts steht in der Beder Innung andererseits neben Festsetzungen bezüglich der urteilung der Accordarbeit auf den Grundsägen, wie sie von den Arbeitszeit und des Stundenlohnes nur Arbeit im Tage- Vertretern des Centralverbands der Maurer bei dem Abkommen mit John abgemacht war und frog wiederholter Ver- der Junung hochgehalten wurden. warnung und guten Zuredens Arbeiten im Accord ausgeführt Das Schiedsgericht beschloß deshalb ausdrücklich, seine Sym pathie für das Bestreben des Verbandes, die Accordarbeit für das 2. Es haben weiter die Accordarbeiter auf gesperrten Bauten Baugewerbe abzuschaffen, auszusprechen und sein Bebauern nicht nur Maurerarbeiten, sondern sogar Bimmererarbeiten darüber auszudrücken, daß es über diese Frage im Verbande verrichtet. Sie haben nach unwidersprochen gebliebenen Be- zu Differenzen mit Berufsgenossen gekommen ist, die als Gewerks richten bürgerlicher Blätter damit geprahlt, daß sie stark ge- kollegen und Parteigenossen seit einer Reihe von Jahren sich bemug feien, jede Sperre illusorisch zu machen und sie haben bewährt und große persönliche und materielle Opfer für die Arbeiterschlossen, sich den Unternehmern in allen Fällen zur Verfügung bewegung gebracht haben. zu stellen. Diesen Anschuldigungen gegenüber wurde von den Accordarbeitern geltend gemacht: 1. Es ist richtig, daß die in der Freien Vereinigung" vereinigten Accordarbeiter die Bestimmung des§ 1 der Tarifvereinbarung für das Baugewerbe, wonach nur Arbeit im Tagelohn zugelassen werden soll, nicht anerkennen. 2. Gegenüber den weiteren Anschuldigungen und der Berufung auf Berichte bürgerlicher Blätter wurden Auszüge aus dem auf Berichte bürgerlicher Blätter wurden Auszüge aus dem Protokollbuche( welches dem Schiedsgerichte vorlag) der Sizungen der Freien Vereinigung" vorgelegt, die den wahren Sachverhalt wiedergeben sollen und mit denen sich auch die mündlichen Ausführungen der Redner deckten. Diese Auszüge lauten: Beschluß vom 30. Ottober 1900. Wenn das Schiedsgericht, trotz seiner vorstehend geschilderten Stellung zur Frage der Accordarbeit, dazu gekommen ist, einstimmig dem Gesichtspunkt aus, daß nach feiner Richtung ein Beweis dafür die zweite Frage zu verneinen, so geschah dies ausschließlich von erbracht ist, daß die aus dem Verbande Ausgeschlossenen sich bei ihrem Verhalten irgendwie durch ehrlose Motive haben leiten laffen. Daß die Accordarbeit an sich, so sehr vom Standpunkt der BeMakel nicht mit sich bringt, bedarf nicht erst des Beweises. Ist es wertung der Arbeitskraft auch gegen fie anzufämpfen ist, einen doch notorisch, daß in ganzen und großen Berufen das System der Accordarbeit vorherrscht, in vielen andren Berufen aber wenigstens sehr stark verbreitet ist. nehmen. Charlottenburg. Heute abend 812 Uhr hält der Socialdemokratische Wahlverein in Hoffmanns Voltsgarten, Westend, seine ordentliche Generalversammlung ab. Auf der Tagesordnung steht: Diskussion. Abrechnung vom 2. Quartal 1901. Wahl der Delegierten Vortrag des Genossen Dr. Borchardt Ueber das Bevölkerungsgesetz", zur Generalversammlung des Central- Wahlvereins. Vereinsangelegenheiten. In dieser Versammlung wird eine Broschüre verteilt. Eingang legitimirt das Mitgliedsbuch. Am Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder ersucht Der Borstand. Adlershof. Heute abend findet in Scheers Wilhelmsgarten", Köpnid, die außerordentliche Generalversammlung des socialdemo fratischen Wahlvereins für Adlershof statt. Auf der Tagesordnung Legteres trifft besonders auch für das Baugewerbe in Hamburg steht unter anderm die Regelung der Lofalfrage. Zur Verteilung zu, wo bis vor wenigen Jahren der Accord die fast allgemein angelangt die Broschüre:„ Die Knebelung der Arbeiterklasse." gewendete Arbeitsmethode war. Die Angeschuldigten haben bei dieser Arbeitsmethode seit Jahren Spandan. Die Kommunal- Wählerlisten liegen hier in der Zeit Wir werden in jeder Beziehung uns eingehend erkundigen über den Grund der Sperre, werden in erster Linie, wo es sich um Lohn- ihr Auskommen gesucht und, recht und schlecht, auch gefunden. Sie vom 15. bis 31. Juli in Rathause, Zimmer 25( Stadtsekretär reducierung oder Arbeitsverlängerung handelt, sowie infolge schlechter sind überzeugt, daß das, was sie seit Jahren im Bunde mit ihren Schneider) zur Einsicht aus. Im Interesse jedes wahlberechtigten Behandlung unter teinen Umständen die Arbeit aufnehmen da Kollegen und gewerkschaftlichen und politischen Kampfesgenossen Steuerzahlers liegt es, daß er sich davon überzeugt, ob sein Name gegen, wo es sich um Einführung von Accord fowie Weigerung gemeinsam geübt haben, nun unmöglich mit einem Schlage eine in der Wählerliste aufgeführt ist. Wem die Zeit mangelt, dies zu thun, der mag sofort einen der bekannten Parteigenossen mit der andrer Maurer, mit Mitgliedern der Freien Vereinigung" zusammen ehrlose Handlung geworden sein könne. Es haben sich hierzu bereit erklärt, die zu arbeiten, handelt, jederzeit die Arbeitsstellen beseßen; wir werden Diese Auffassung fann man bedauern, aber sie als den Ausfluß Einsicht beauftragen. weiter auf Bauten, wo wir in der Mehrheit sind, nicht verlangen, ehrloser Gesinnung zu betrachten, das hat das Schiedsgericht ein Genossen Halleder, Pieper, Radke, Kunkel, Rummte und Ducksch. Es ist um so mehr schon jetzt alles daran zu setzen, als es in diesem daß Mitglieder des Centralverbandes fich uns anschließen, sondern stimmig abgelehnt. wollen es jedem überlassen, nach seiner eignen Ueberzeugung zu Herbst, bei den regelmäßigen Ergänzungswahlen, gelten wird, nicht handeln. nur drei Mandate, die sich bereits in unfren Händen befinden, zu behaupten, sondern eine Reihe neuer Mandate dazu zu erkämpfen. Es scheiden aus: in der dritten Abteilung die Stadtverordneten Dudsch, Kunkel und Pieck( Socialdemokraten) sowie die Herren Döring und Lambrecht. Beschluß vom 14. Mai 1901. Es wird mitgeteilt, daß die Verbandsgesellen und Zimmerer die Arbeit beim Bau des Herrn Baumgarten eingestellt haben, um nicht mit den Mitgliedern der Freien Vereinigung" zusammen zu arbeiten. Diefes wurde einer scharfen Kritik unterzogen und die Mitglieder aufgefordert, weil es sich um unsre Vernichtung handelt, die Baustelle zu besetzen. bon feiner Seite erhoben. Es ist von den Angeschuldigten zugegeben, daß die einzelnen von ihnen auf Bauten weitergearbeitet haben, obwohl über diese Bauten vom Verbande die Sperre verhängt worden war. Aus den Verhandlungen aber hat sich klar ergeben, daß in all den in Frage kommenden Fällen es sich um Bauten gehandelt hat, o der Verband die Sperren verhängte, weil dort entweder in Accord gearbeitet wurde oder weil Mitglieder der Freien Vereinigung" auf diesen Bauten beschäftigt worden sind. об c3 sich 11112 Tokales. Au s= Daß Accordmaurer an einer Arbeitsstätte weiter gearbeitet Gegen die vorstehende Fixierung der Anklagepunkte und die da- haben, über welche der Verband wegen Differenzen aus dem Arbeitsverhältnis, sei es wegen Lohn, Arbeitszeit oder inhumaner Behand gegen geltend gemachten Verteidigungsgründe wurden Einwendungen lung der Arbeiter die Sperre verhängt hat, ist weder erwiesen, noch werden, wie uns zugegangene Mitteilungen ergeben, den nachsuchenden Bei der Aufnahme in den preußischen Staatsverband In den nun folgenden Verhandlungen des Schiedsgerichts wurde während der Verhandlungen behauptet worden. Es muß als fest- Angehörigen nichtpreußischer deutscher Staaten hier und da Schwierig zunächst der Vorschlag gemacht, ehe man in die Entscheidung über gestellt erachtet werden, daß sich die Angestellten strikte in dem feiten in den Weg gelegt, die mit dem Reichsgesetz unvereinbar sind. die strittige Frage eintrete, einen Vorschlag zur Verständigung beider Sime verhalten haben, wie es in den Protokollauszügen vom Es wird einfach mit den sich Meldenden so verfahren, als die Naturalisation von streitenden Teile zu machen. Dieser Vorschlag fand einstimmige 30. Oftober 1900 und 14. Mai 1901 ausgedrückt ist. nicht aber um die In der Differenz über die Beurteilung der Accordarbeit liegt ländern, Annahme und einigte sich das Schiedsgericht über nachstehenden VerAufitahme Deutscher gleichsvorschlag: der Grund für den ganzen Streitfall. Konnte das Schiedsgericht in in den preußischen Staatsverband handelt. Worauf diese völlig falsche 1. Bis zum 1. September d. J. steht der Ausführung von der abweichenden Auffassung der Angeschuldigten teine ausschluß Behandlung der Aufnahmegesuche beruht, mag ununtersucht bleiben. Accordarbeit nichts im Wege und sind diesbezüglich ein würdige ehrlose Handlung erblicken, so fann die Nichtberücksichtigung Jedenfalls mögen fich die die Aufnahme Nachsuchenden durch die gegangene Verpflichtungen zu erfüllen, ohne daß Vorwürfe des Sperreverbots soweit dies mur erlassen war, um die Accord- falsche Behandlung ihrer Gesuche nicht abschrecken lassen. cinige Folgenden der 11115 mitgeteilten arbeit unmöglich zu machen oder die Accordarbeiter außer Brot zu heben Saraus hergeleitet werden dürfen. Da ist zunächst von einigen Beamtent 2. Die Accordmaurer verpflichten sich, teine Accordaufträge zu bringen als eine solche Handlung ebenfalls nicht betrachtet schwerdepunkte hervor. Aufnahmesuchenden gesagt, die Aufuahine Urkunde koste übernehmen, deren Erledigung sich über den 1. September d. J. werden. hinausziehen würde. Die Augeschuldigten, von ihrem Standpunkte aus, befanden 50 Mart, könne aber im Bedürfnisfalle auf 5 Mark ermäßigt 3. Die Vertreter des Centralverbands treten vor Abschluß eines sich gewissermaßen im Stande der Notwehr, wenn sie die Sperre- werden. Diese amtliche Belehrung ist falsch. Die Naturali. sation von Aus ländern kostet etwas. Hingegen ist die Ers neuen Tarifvertrags gemeinsam mit den Vertretern der Accord- gebote ignorierten. für nichtmaurer( Freie Vereinigung) in eine erneute Prüfung der Frage Die dritte Frage, die das Schiedsgericht zu beantworten hatte, teilung von Aufnahme Urkunden preußische Deutsche nach§ 24 des Staatsangehörigkeits. der Accordarbeit ein. lautet: im Wir Bes Gesetzes«kostenfrei'. ES ist wohl auch noch nie seitens einer höheren Verwaltungsbehörde der Versuch gemacht worden, Kosten zu fordern. Ferner wird hier und da den Antragstellern von untergeordneten Polizeiorganen erklärt: ob dem Gesuch statt- gegeben werde, stehe im Belieben der Behörde. Auch das ist falsch. Die Naturalisation von Ausländern hängt von dem Pflicht- mäßigen Ennessen der höheren Polizeibehörde ab, nicht aber die Aufnahme Deutscher in den preußischen Staatsverband. Diese mutz vielmehr nach K 7 des citierten Gesetzes dem Antragsteller erteilt werden, sobald er nachgewiesen hat, daß er Angehöriger eines andern Bundesstaates ist und in Preußen sich niedergelassen hat. Abgelehnt werden darf das Gesuch nur aus den im Reichsgesetz angeführten Gründen. Diese sind: 1. Daß der Antragsteller nicht im stände ist, sich an dem Orte seiner Nieder- lassnn'g eine eigne Wohnung oder ein Unterkommen zu verschaffen, oder 2. wenn er Aufenthaltsbeschränkungen sauf Grund des Jesuitcngesetzes oder auf Grund richterlichen Erkenntniffes durch Stellung unter Polizei-Aufsicht oder als ein vorlänsig entlassener Strafgefangener oder als für die öffentliche Sicherheit oder Moraiität gefährlicher Mensch zu Recht polizeilich ausgewiesen ist unterliegt oder 3. wenn ihn: innerhalb der letzten 12 Monate wegen wiederholten Bettelns oder wegen wiederholter Landstreicherei der Aufenthalt in einem Bundesstaat untersagt ist oder 4. wenn er nicht hinreichende Kräfte besitzt, um sich imd seinen nicht arbeitsfähige» Angehörigen den notdürftigen Lebensunterhalt zu be- schaffen und solchen weder aus eignem Vermögen noch von einem dazu verpflichteten Verwandten erhalten kann. D i e S allein find die Gründe, a u S denen ein Aufnahmegesuch abgelehnt werden darf. Dem Gesuch kann trotz des Vor- liegens eines dieser Gründe stattgegeben werden. Der Antrag- steller hat nicht den Nachweis zu führen, daß keiner der AblehnungSgrllnde vorliegt. Insbesondere ist also das Verlangen, Leumundszeugnisse aus früheren Aufenthalten beizubringen, nicht gerecht- fertigst. Ein Ansinnen, solche Leumundszeugnisse beizubringen, lehne der Antragsteller in allen Fällen grundsätzlich ab, weil die Beschaffung der Atteste langwierig und das Verlangen solcher Atteste zu beschaffen als ein Verstoß gegen daS politische Recht des Antragstellers, aufgenommen zu werden, aufgefaßt werden kann, der bei der Natur der Ablehnungsgründe fast etwas Beleidigendes an sich trägt. Vom Antragsteller kann nur verlangt werden, daß er seine uicht-prcußische Staatsangehörigkeit und seine Niederlassung in Preußen nachweist. Die Staatsangehörigkeit wird bereits durch seine Militärpapiere bewiesen. Nimmt man an, diej'er Beweis genüge nicht, so unterstellt man damit der Militärverwaltung, daß sie entgegen dem Gesetz Nicht- Deutsche als militärpflichtig erachtet habe. Zu dieser Unterstellung ist die Behörde freilich befugt und kann einen ausdrücklichen Staats- angehörigkeits-Ausweis verlangen. Von welcher Behörde solcher in den verschiedenen deutschen Ländern erteilt wird, ist bereits früher dargelegt' und wird von den bekannten Auskunftsstelle» mitgeteilt. Ferner wird wiederholt auch Beibringung der Geburtsurkunden der Ehefrau und der Kinder verlangt. Auch hierzu ist die Behörde nicht berechtigt. Das Recht des Antragstellers ist völlig unabhängig davon, ob er verheiratet oder Vater ist. Seine Ehefrau und seine minderjährigen Kinder werden mit seiner Auf- »ahme in den preußischen'Staatsverband kraft Gesetzes auch Preußen. Man lehne also ab, Geburtsurkunden und dergleichen, falls man sie nicht zur Hand hat, einzureichen. Endlich ist es seit einigen Jahren in Berlin und Umgegend üblich geworden, in den Aufnahme- Urkunden zu bemerken: eS wird Ihnen anheim- gestellt, aus dem sächsischen(oder einem der andren) Staatsverband auszutreten. Wem solche Mitteilung wird, beachte sie nicht. S i e ist völlig wertlos, vermehrt lediglich die Schreibarbeit der Polizcibeamtcn und befindet sich auch im Widerspruch mit dem Cirknlarerlaß des preußischen Ministers des Innern vom 5. Juni 1871 und 3. Oktober 1872. Ist demnach die Aufnahme in den preußischen Staatsverband nach dem Reichsgesetz kostenfrei und ein politisches Recht, das im Gegensatz zu der Gesetzgebung vor 1871 jedem Deutschen zusteht, so ist es andrerseits eine Pflicht des Einzelnen, von diesem Recht Gebranch zu machen. Der höheren Polizeibehörde würde es wohl anstehen, wenn sie ihrcUnterbeaniten über den Unter- schied zwischen einer Naturalisation eines Ausländers und der Aufrahme eines Deutschen in den preußischen Staatsverband nochmals gehörig in- formiert. Sache des Reichstags wird es sein, die Gründe' der mangelhaften Kenntnis der diesbezüglichen Gesetzesvorschriften durch den Reichskanzler zn erfahren. Wie kommt es, daß just zu der Zeit solcher Mangel an Kenntnis sich offenbart, Ivo Socialdcmokraten zwecks Erweiterung ihrer politischen Rechte von ihrem reichsgesctzlich garantierten politischen Recht Gebrauch machen? Zum Apotheker- Boykott erhalten wir folgende Zuschrift aus Leserkreisen: Die von der Ccntralkommission der Krankenkassen ver- breiteten Flugschriften gegen den Arzneiwucher veranlaßte» mich, aufmerksam den Kampf der Centralkommisston gegen die Apotheker zu beobachten. Ein günstiger Zufall belehrte mich, aus welcher Seite von beiden Parteien das Recht ist, und machte nieinem Schwanken, mich dieser oder jener Partei anzuschließen, ein Ende. Am 8. d. M. verschrieb mir Herr Dr. med. W., den ich meines Haares wegen konsultierte, ein Haarwasser(Loxtol. 0,5, Spirit. at 100), welches ich um einen Preis von 80 Pf. gegen sofortige Bezahlung aus der Apotheke„Zum schwarzen Adler", Königstr. 51. entnahm. Eine Woche später holte ich dieselbe Medizin aus der M. Froelichschen Apotheke„Zum gekrönten schwarzen Adler", Auguststr. 60, und mußte dafür den um mehr al? ein Drittel gesteigerten Preis von 1,25 M. bezahlen. Als ich im Begriff war zu gehen, überreichte man mir ein Flugblatt, betitelt„Der Wahrheit die Ehre", mit der Bitte. ich möchte es lesen, es sei sehr wichtig. Ich komme dem Verlangen nach, doch kaum bin ich über die ersten Zeilen hinaus, wo es heißt, daß„mit Verleumdungen gröbster Art und mit Unwahrheit" gegen die Apotheker operiert wird, als sich mein Innerstes empörte über diese Verdrehung von Recht und Wahrheit, wovon ich den Beweis in meiner Hand hatte. Ich fragte den Mann,>vie er die Kasse in der Weise ausbeuten könne, und zeigte ihm das Rezept der früheren Apotheke, das ich nur mit 80 Pf. bezahlt habe. Ob denn das„Verleumdung und Unwahrheit" sei? Darauf kommt mir der Herr mit dem lächerlichen Einwände,„seine Materialien seien bessere" als die der andern Apotheke. Dazu braucht man wohl nicht erst Fachmann zu sein, die UnHaltbarkeit einer solchen ungeschickten Aus- rede bei einem so einfachen Rezepte leuchtet auch jedem Laien ein. Wer könnte da noch bei eineni so klare» Beweis schwankend sein, auf welcher Seite von beiden kämpfenden Parteien das Recht ist? Zch zweifle nicht daran, daß gleich mir nunmehr auch' alle andern, Hie noch im Zweifel waren oder�sind, die Ueberzeugung erlangen werden, daß der Kampf gegen die Apotheker ein gerechter und mit allen Mitteln zu unterstützender ist. Eine große Unsitte des Berliner Publikums tritt jetzt in der Obstzeit wieder in Erscheinung. In allen Straßen, hauptsächlich in den Arbeitervierteln, sieht man jetzt die Bürgersteige mit Obswesten übersät. Abgesehen vom hygienischen Standpunkt ist dadurch aber eine direkte'körperliche Gefahr für die Passanten geschaffen. Wie viele Menschen find schon durch Ausgleiten auf derartigen Resten zeitlebens Krüppel geworden oder haben' gar ihr Leben eingebüßt? Sollte doch jeder, welcher auf der Straße sein Obst verzehrt, daran denken, daß seine Mitmenschen in die Gefahr kommen, aus den von ihm achtlos weggeworfenen Kirschen- oder Pflaumensteinen ouszugleiten. Auch den Kindern muß in der Schule und von den Eltern immer und immer wieder vor Augen gehalten werden, welch „amenloses Unglück durch ihre weggeworfenen Obstreste herbeigeführt Werden kann. Mit Hochdruck gearbeitet wird z. Z. an allen Teilen der Hintergrund- und Hochbahn. Aeußerlich vollständig fertiggestellt ist die Strecke vom Wittenbergplatz bis zur Kaiser Wilhelm- Ge- dächtniskirche. Die Bretterwände sind hier verschwunden und die Mittelpromenade fast gänzlich wiederhergestellt. Dagegen ist jetzt der letzte kurze Teil an der Kaiser Wilhelm-Gedächtniskirche in An- griff genommen worden und soll die dadurch veranlaßte Sperrung in denkbar schnellster Zeit wieder beseitigt werden. Bus der andern Seite, zwischenWittenberg- und Nollendorfplatz, find die Ausschachtungen so gut wie beendet und wird gegenwärtig mit den Cementienmgs- arbeiten des Tunnels begonnen. Die Uebergangsstrecke von der Untergrundbahn zur Hochbahn geht ihrer Vollendung in den nächsten Tagen entgegen. Der Bahnhof Nollendorfplatz ist im Rohbau fertig- gestellt, während man auf der Strecke zwischen hier und der Froben- stratze bereits die durch die Bauarbeiten der Hochbahn gesperrt ge- wesene Promenade wieder mit gärwerischem Schmuck versieht. Der Bahnhof Potsdamerstratze ist abgerüstet und läßt das nunmehrige architektonische Bild der Bülowstraße ein abgeschlossenes Urteil zu. Das fast ganz aus Sandstein hergestellte Gebäude hat der Straße nicht« von ihrer Schönheit genommen, sondern patzt sich mit seinen zahlreichen hohen Sandsteinpilastem den umliegenden Gebäuden in ansprechendster Form an. Die ersten Knospen der VlciorU regia im alten Botanischen Garten sind abgeschnitten worden, da durch allzu frühes Blühen die berühmte Pflanze in ihrer Entwicklung gehemmt wird und die später kommenden Knospen durch eine solche Maßregel sich auch viel kräftiger entfalten. Die Arbeiten für den Erweiterungsbau des Ttettiner Bahnhofs sind so weit vorgeschritten, daß die umfangreiche Neu- anlage noch im Laufe des' Sommers ihrer äußeren Vollendung entgegcngeführt werden wird. Auf dem Terrain des frühereu Eil- güter-Bahnhofs wird eine zweite Halle errichtet, welche mit der alten Bahnhofshalle zu einem Doppeldach verbunden wird. Die neue Halle, welche nicht weniger als sechs Gleise erhält, wird aus- schließlich den abfahrenden Zügen dienen, während der alte Bahnhof als Ankunftsseite in Benutzung genommen wird. Der gesamte Ssernverkehr, auch der der Krcmmener Bahn, wird in die Hallen ineinaeleitet. Die rechts von dem jetzigen Bahnhof belegenen Wartesäle werden abgerissen und auf der Ostseite der neuen Halle erbaut werden. „Die Apotheker und die Sicherheit des Arzneimittel- Verkehrs." Zu der unter diesem Titel veröffentlickten Notiz(„Vor- wärts", Nr. 159) schreibt uns der Einsender, Dr. Curt Frenvenberg: „Ich hatte behauptet, daß in der Gustav Adolf- Apotheke, 17., Ko- lonicstr. 1, eine„gänzlich unleserliche Verschreibnng" angefertigt worden sei. Ich halte es für ein Gebot der Loyalität, dcmgegen- über zu konstatieren, daß in der vom„Verein für Einführung freier Arztwahl" veranstalteten Versammlung von anwesenden Apothekern diese Verschreibung als„Sahhatpastillen" entziffert wurde. Mein Irrtum rührt daher, daß diese„Sahhatpastillen" ein hier ganz ungebräuchliches Präparat sind, das nicht allein verschiedenen Kollegen unbekannt war, sondern das auch in einer von mir befragten hiesigen Apotheke erst durch Nachschlagen in ver- schiedenen Katalogen ermittelt werden mußte. Jedenfalls trifft die betr. Apotheke insofern also keine Schuld; dagegen bleibt bestehen, daß meines Erachtens bei einiger Aufmerksamkeit dem ausführenden Apotheker das Rezept hätte verdächtig vorkommen müssen und daß er demzufolge den betr. Arzt befragen mußte. Wäre das geschehen, dann wäre das Rezept als gefälscht festgestellt worden, wie es in Wirklichkeit war. Auö Furcht vor einer zweiten Operation hat sich vermutlich die 25 Jahre alte Näherin Marie Lange ein Leids angethan. Zur Beseitigung eines inneren Gewächses hat sie sich vor zwei Jahren einem chirurgischen Eingriff unterwerfen müssen. Das Uebel wurde nicht beseitigt und hat jetzt wieder eine bedrohliche Ausdehnung an- genommen. Sie fragte einen Arzt um Rat und ist von diesem Gang in ihre Lindenstr. 33 belegene Wohnung nicht zurückgekehrt. Eine Nachfrage bei dem Arzt ergab, daß er die Notlvendigkeit einer er- neuten Operation in nahe Aussicht gestellt hatte. Aus Angst davor hat sie sich wahrscheinlich das Leben genommen, da alle Nachfragen nach ihrem Verbleib ergebnislos geblieben sind. Der Verein der Anschläger teilt uns mit, daß in unsrer Wiedergabe der ivtißhelligkeiten, die er am Montag auf seiner Dampferpartie nach Nedlitz zu bestehen hatte, eine kleine Un- richtigkcit enthalten ist. Dem Arrangeur der Partie war ein ge- richtlicher Arrest auf die als Fahrgeld ausbednngene Summe zu- gestellt. Er durfte also an die Firma Schulz, der die Dampfer ge- hörten, keine Zahlung leisten. Um Klarheit über die Situation zu gewinnen, hatte der Auftraggeber nochmals nnt der Firma Schulz Rücksprache genonimeu und die Zusicherung erhalten, daß die Fahrt pünktlich ausgeführt wird. Am Abend verlangte diesem Versprechen entgegen der Schiffsführer vor Beginn der Rückfahrt das Fahrgeld ausgezahlt, und als es verweigert wurde, beförderte er keinen Passagier nach Berlin zurück. Diese unerhörte Rücksichts- losigkeit wird natürlich zur Folge haben, daß die Finna auf Schadenersatz verklagt wird, vorausgesetzt, daß ein solcher zu er- halten ist. Das wifienschaftliche Theater der Urania bringt in den nächslen Tagen ein abwechielungsreiches Programm, indem am Donnerstag„Die Höhlen des Harzes und ihre Umgebung", am Freitag„Malerische Wände- rungen durch die Mark Brandenburg(Charakterbilder aus der Mary" und aui Sonnabend„Mittelmeerfahrten" zur Darstellung gelaugen. Eine interessante Sehenswürdigkeit ist in der„Jnlernationalen Ausstellung für Feuerschutz und Feuerreltungswesm Berlw 1901" neu hinzu- gekommen: Eine Sonderausstellung der Feuerwehr der Stadt Tokio, der Hauptstadt Japans. Zweiundzwanzig Bilder und Photographien zeigen die bisherige Entwicklung und den gegenwärtigen Stand des Feuerlöschwesens in Japan und lasten in sehr bemerkenswerter Weise erkennen, wie schnell die Japaner auch auf dicsenl Gebiete es verstanden haben, sich alle Fortschritte der europäischen Kultur anzueignen, nachdem auch dort schon seit dem An- fange des achtzehnten Jahrhunderts die ersten Feuerlösch-Organisationen sich gebildet hatten. Fcuerbericht. Ein großer Dachstuhlbrand wütete Mittwoch- nachmittag in her Ackerstr. 83. Obgleich die Feuerwehr mit vier Schlauchleitungen vorging, wurde doch der größte Teil des Dach-. tuhls eingeäschert. Früh 6 Uhr hatte Gartenstr. 170 die Dach- Konstruktion der 124. Gemeindeschnle Feuer gefangen, das indes mit Leichtigkeit abgelöscht werden konnte. In der F e n n st r a ß e war um Mitternacht auf dem Kohlenbahnhof ein Prcßkohlenbrand ent- standen, auch vom Potsdamer Güterbahnhof wurde ein 'olcher Brand gemeldet. Fcuermeldungen, die auf unbedeutende Anläsfe zurückzuführen waren, liefen noch von A n d r e a S st r. 40 und Dunckerstr. SOa ein. SluS den Nachbarorten. I« eine Klemme geriet am Dienstagnachmittag um 5 Uhr der 31 Jahre alte Tischler Wilhelm Brase aus der Berlinerstr. 27 zu Rixdorf. Als er am Oranienburger Thor die Stratze überschritt, wurde er plötzlich von einem Wagen der Ringbahn und einem Arbeitsfuhrwerk so eingekeilt, daß er nach keiner Seite zu entweichen vermochte. Bald wurde er auch von dem Trittbrett der Straßen- bahn umgerissen und eine Strecke mirgeschleift. Brose trug schwere Verletzungen am Kopf und am rechten Arm davon und wurde von einem Schutzmann in einer Droschke einem Krankenhaus zugeführt. Die Einführung deS Schwimmunterrichts an den Char,'- lottenburger Gemeindeschulen ist vom Magisttat in Aussicht genommen. Seit einer Reihe von Jahren ließ der Charlottenburger Schwimmverein von 1887 es sich angelegen sein, eine Anzahl fleißiger Schüler auf eigne Kosten im Schwimmen ausbilden zu lassen. Bei der andauernden Ausdehnung des hiesigen Schulwesens ist jedoch der Verein nicht in der Lage, die nicht unerheblichen Kosten für diesen Zweck auch weiterhin zu bestreiten. Nach- dem der Berein noch im vorigen Jahre 60 Schüler mit einem Gesamtaufwand von 540 Mark im Schwimmen hat ausbilden lafsen, hat er in diesem Jahre dem Magistrat mitgeteilt, daß er davon.absehen müsse, in Zukunft die Kosten für den Schwimmunterricht von Gemeindeschülern zu tragen. In richtiger Würdigung der gesundheitlichen wie nicht minder der erziehlichen Bedeutung, die' dem Schwimmen zugesprochen werden muß, hat der Magistrat auf Anregung des Stadtschulrats Dr. Neuser! die Einführung deS Schwimmunterrichts an den Volksschulen be- schloffen. Maßgebend für diesen Beschluß waren vornehmliÄ auch die günstigen Erfolge, die man in Hamburg mit der Einführung des Schwimmunterrichts an den Gemeindeschulen erzielt hat. Die Schwierigkeiten, die dem Schwimmen als Unterrichtsfach insofern entgegenstanden, als anscheinend eine Aenderung des jetzigen Schulbetriebs damit verbunden war, hat man in Hamburg dadurch beseitigt, daß das Schwinimen als ein Teil des Turnens angesehen wird. Selbstverständlich mußte der übliche Weg, den Schwimmunterricht als Einzelunterricht zn erteilen, verlassen werden. Die Schmiinmabteilung, jedesmal 25—30 Knaben, wird in der Turnhalle vorbereitet und kommt erst nach völliger Beherrschung der Schwimmbcwegungcn ins Wasser. Hier schwimmen sie zunächst einzeln an der straffen Leine und können gewöhnlich nach der zweiten oder dritten Schwimmstunde im flachen Wasser auf Schwimmkorken ihre selbständigen Schwiinmbewegungen anfangen. Auf den Korken müssen sie so lange schwimmen, bis sie bei ganz gleichmäßigen Be- wcgungcn ruhig zu atmen vermögen. Dann werden sie abermals an die Leine genonnnen, wobei die Hilfeleistung durch Vorschwinnncr ausgeübt wird, und nach kurzer Zeit ist der Schwimmkursus beendet. Der Charlottenburger Magistrat beabsichtigt, bereits im kommenden Sommer das Schwimmen als Unterrichtsfach, selbstverständlich nur fakultativ, einzuführen. Die Entwicklung Spandans znr Industriestadt. Vor zwei Jahren hatte die Berliner Tcrraingesellschaft in Spandau, außerhalb der Umwallung, große Terrains von der Stadt und von Privaten erworben, um ans denselben eine Reihe von Privatfabrikcn und Wohnhäusern zu erbauen. Wie die„Grundbesitzer-Zeitung" nun be- richtet, soll das Gesamtterrain zum Teil an die Attiengesellschast Ludwig Löwe und an eine Berliner Wellblechfabrik weiter verkauft worden sein. Die Grundrentengesellschaft hat jedoch die vertragliche Verpflichtung übernommen, da! Terrain zunächst durch den Bau der projektierten und städtischerseits auch genehmigten neuen Straßen zu erschließen und einen Stichkanal zu erbauen. Mit dem Bau des letzteren ist bereits begonnen und auch die neuen Straßen dürften in aller kürzester Zeit in Angriff genommen werden. Ueber den gegenwärtigen Stand der Entfestigungs- frage ist zur Zeit nichts bekannt und dabei ist gerade mit Rücksicht- auf diesen neuen Stadtteil die höchste Be- schlermigung notwendig, kann doch gegenwärtig die direkte Ver- bindung mit demselben nur über eine schmale Fußgängerbrücke über den Fcstungsgraben(Stteitbrücke) unterhalten werden. Bevor die Entfestigungsfrage aber nicht definitiv entschieden ist, wird die Heeresverwaltung schwerlich den völligen Umbau dieser Brücke in eine Fahrbrücke ermöglichen. Woran liegt die Verzögerung?? Marienfclde. In der am Montag den 15. Juli stattgefundenen Gemeindevertreter-Sitzung wurde ein Antrag, die Kolonie zu pflastern und zu kanalisieren, mit einem Kostenanschläge von 27 000 M. angenommen. Ein Vorschlag, die Abortanlagen im Schulhause neu an- zulegen, wurde abgelehnt und der Reparatur der alten Anlage, welche nicht auf dem Kanalisationssystem beruht, zugestimmt. Ein Antrag betr. Einführung der Wasserleitung wird angenommen und eine 5gliedrige Kommission beauftragt, die Sache in die Wege zu leiten. Ferner wurde beschlossen, die Handwerkskammerbeiträge auf die Genieindckasse zn übernehmen. Der Bau eines Spritzen- Hauses lehnte man ab und an Stelle dessen soll der Schuppen der Witwe Krüger für einen jährlichen Mietspreis von 120 M. gemietet worden. Ferner wird ein Antrag, das Bauen an ungepflasterten Straßen gestatten zu wollen, abgelehnt. Als letzter Punkt der Tagesordnung stand eine Anfrage des socialdemokratischen Wahlvereins für Mariendorf und Umgegend, was die Gemeindevertretung in Anbetracht der herrschenden Wohnungsnot, welche sich in unsren Ortschaften gerade im Hinblick auf die Konzessionierung größerer Etablissements tvesentlich fühlbar macht, zu thun gedenkt. Es ist natürlich und entspricht ganz der Praxis für unsre örtlichen Verhältnisse, daß über diesen Punkt ge- heim verhandelt wurde, damit de« interessierten Kreisen nicht Gelegen- heit gegeben wird, zu hören, welche Würdigung ihren eigensten Interessen entgegengebracht wird. GevirTzks Eine eigentümliche Art des Betrugs hatte frijher der Steppcr Alfred Ludwig, welcher gestern wegen Zechprellerei vor der 3. Ferienstrafkammer des Landgerichts I stand, zu seiner Specialität erkoren. Er mietete sich, zumeist bei kleineren Leuten, ein Zimmer, gab an, daß er von auswärts gekommen sei und sein Gepäck noch ans dem Bahnhofe habe und bat, ihm einen Mann mitzugeben, um es zu holen. Zumeist erbot der Vermieter sich selbst zu dieser Dienst- leistung. Ans dem Wege zum Bahnhofe verspürte der Angeklagte dann Lust zur Einkehr und lud seinen Begleiter ein, sein Gast zu sein. In der betreffenden Restauration that der Angeklagte sich dann nach Herzen gütlich und ließ auch seinen Begleiter keine Not leiden. War die Zeche zn einer beträchtlichen Höhe angewachsen, so ging der Angeklagte, angeblich für wenige Minuten, hinaus. Er kehrte nicht zurück imd überließ' den Zechgenossen seinem Schicksale, der dann die Rechnung wohl oder übel begleichen mußte. Diesen Trick hatte der Angeklagte so häufig wiederholt, daß er zuletzt mit Zuchthaus bestraft' wurde. Kaum auf freien Fuß gesetzt, begab der An- geklagte sich in eine Damnkneipe. Hier spielte er sich als den reichen Mann auf und erklärte, daß er die 70 M., die er bei sich führe, dranfgehen lassen wollte. Der Wirtin war dies natürlich angenehm. Sie und die Kellnerin thaten ihr möglichstes, um zum An'wachfen der Zeche beizutragen, und eS gelang ihnen dies auch bis zur Höhe von 50 M. Als dem guten Gast dann aber die Rechnung vorgelegt wurde, erklärte dieser trocken, daß er mittel- los sei. Der Staatsanwalt wollte ihn wieder mit anderthalb Jahren Zuchthaus bestraft wissen. Der Gerichtshof beließ es aber bei einem Jahre Gefängnis und sofortiger Verhaftung. Ei» überaus frecher Diebstahl führte gestern den Schlächtergesellen Paul N i t s ch k e vor die 7. Ferien-Strafkammcr des Landgerichts I. Am 4. Juni betrat der Angeklagte das Post- amt 51, um sich eine Freimarke zu holen. Zufällig befand er sich allein im Schalterraum. Als der Postbeamte damit beschäftigt war, die Marke von dem Bogen zu trennen, griff der Angeklagte blitz- fchnell durch das geöffnete Schalterfenstcr und packte einen Hundert- mnrkschein, der ans einem Zahlbrett lag. Dann eilte er mit der Beute davon. Die Postbeamten eilten hinter ihm her, eine Anzahl Vorübergehender schloß sich den Verfolgern an und eS gelang, den Dieb einzuholen. Da der Angeklagte bereits mehrfach wegen Dieb- stahls vorbestraft ist, konnte bei der Dreistigkeit, mit der die That begangen war. von der Zubilligung mildernder Umstände keine Rede sein; der Gerichtshof verurteilte ihn zu anderthalb Jahren Zuchthaus, Ehrverlust und Polizeiaufsicht. y■. Wegen KindcSaussctzung hatte sich heute daS Dienstmädchen A n n a W e l l i n vor der ersten Fcrien-Strafkammer am Landgericht II zu verantworten. Die Angeklagte war am 17. Februar d. I. in der Charits entbunden worden und wurde am 25. Februar entlassen. Am nächsten Tage fuhr sie mit dem Kinde nach Eich- walde hinaus. Dort begab sie sich in das erstbeste Haus, welches dem Eisenbahnsekretär Ewig gehörte, legte das Kind auf der mittleren Treppe nieder und entfernte sich. Ein Sohn des Hausbesitzers begab sich ganz zufällig die Treppe hinauf und fand das Kind, das sofort dem Gcmeindcdiener in Pflege gegeben wurde. Die Mutter wurde ermittelt und unter Anklage gestellt. Sie gab an, daß sie die gänzliche Unmöglichkeit, das Kind zu pflegen und zu ernähren, ohne selbst zu'verhungern, zu dem verzweifelten Schritte getrieben habe. Sie sei auch über- zeugt gewesen, daß das Kind sehr bald gefunden und verpflegt werden würde. Der Staatsanwalt nahm nicht au, daß ein Aus- setzen in„hilfloser Lage" vorliege und beantragte Freisprechimg. Der Gerichtshof nahm aber an, daß ohne einen Zufall das Kind viele Stunden in»hilfloser Lage" hätte zubringen können und er- tannte auf einen Monat Gefängnis. Die Angeklagte heißt, tritt ein allmählicher Kräfteverfall ein infolge eines jahrelangen! gab an, nicht zu wissen, wo sich das Kind zur Zeit befindet. Magenleidens. Der Dichter Teidet an starten Krampfanfällen, Wie socialdemokratische Agitation bekämpft wird. Wegen die nur durch heiße Umschläge gelindert werden. Die Aerzte erBeleidigung des Amtsvorstehers Schröder in Laurahütte Klären den Zustand für hoffnungslos. Aus Moskau haben sich viele ist am 26. April vom Landgericht Bochum der Redacteur der Freunde und Verehrer des großen Schriftstellers nach Jaßnoj „ Berg- und Hüttenarbeiter- Beitung", Friedrich Langhorst, zu Boljana begeben. 50 M. Geldstrafe verurteilt worden. In einer Notiz des genamiten weil er Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet am Montag, Dienstag, Nr. 30. Das Bureau ist von 5 bis 7 1hr nachmittags geöffnet. Nitsche. Das erfahren Sie in Riesels Reisebureau, Unter den Linden 57. Parteiamt. Nein! Donnerstag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. dem Kinde recht um: C. K. 17. Wenden Sie sich an den Vorstand der betreffenden KrankenBlattes vom 4. August v. J. wurde folgendes bemerkt: Ein wunder- Die vergessene Station. Der Frankf. Gen.- Anz." erzählt: taffe. volles Mittel, unsre Organisation zu vernichten, hat eine ober- Bei der am Sonnabend stattgehabten Einweihung der neuen BahnSdj. 1, 2, 3, a und c. Das Klima Kameruns ist ein tropisch heißes, schlesische Behörde entdeckt: sie stellt einfach unsre Vertrauens- strecke Homburg- Friedberg ereignete sich ein heiterer Zwischenfall die Mitteltemperatur ist etwa 25 Grad Celsius. Die alljährlich dem Reichstag Dort hatten sich nämlich die überreichten Dentschriften über die Entwicklung der deutschen Schutzgebiete personen auf die Säuferliste, und mun dürfen sie nicht auf der Station Seulberg. mehr in die Versammlungen kommen. In einem andren Artikel hieß Vertreter der Gemeindebehörde nebst einer Abordnung der ergeben, daß Malaria und Fiebererkrankungen sowie nervöse Störungen häufige es dann: Wir berichteten damals, daß unser Zeitungsbote Schibet Industrie, sowie der Landwirtschaft eingefunden und Harrten in Folge der dortigen Hiße und Dürre sind. Ueber die Höhe der Lebensmittelauf die Säuferliste gefegt worden fei. Er beschwerte sich über die stummer Erwartung der Ankunft des von Homburg kommenden preise usw. läßt sich aus dem vorliegenden Material eine zuverlässige Auskunft Darauf erhielt er vom Landrat den Bescheid, es sei richtig, daß ihm teilzunehmen. Endlich ist der Zug in Sicht; alles ist aufs höchste Gesetzes und das Statut. Danach besteht die Generalversammlung entweder eigenartige Maßregel des Amtsvorstehers Schröder in Laurahütte. Festzuges, um ihn zu begrüßen und an der festlichen Fahrt nicht geben. Das Betreffende erfahren Sie am besten im Auswärtigen Amt. $. Sch. 100. Maßgebend ist der§ 37 des Krankenversicherungsder Aufenthalt in den Gaststuben verboten sei, aber nicht, gespannt. Da fei es, daß man vergessen hatte, die Seulberger aus fämtlichen Kassenmitgliedern oder aus Vertretern, die von den Kaffenals Trunkenbold gelte, sondern als Arbeitsscheuer. mit auf den Festplan zu fegen, fet es, daß die fo liberaus schön mitgliedern aus ihrer Mitte gewählt sind. Solche Vertretung muß stattErfüllen die Vor: Der Amtsvorsteher glaube, ihn als arbeitsschen ansehen zu können, geschmückte Kleinbahn- Lokomotive, im Bewußtsein ihrer Schönheit finden, wenn die Staffe 500 ober mehr Mitglieder hat. es unter ihrer Würde hielt, anzu- ftandsmitglieder diese Voraussegungen, fo haben sie das Stimmrecht, sonst weil er, obwohl zu leichter Arbeit fähig( Sch. ist Invalide), eine übermütig wurde und halten Stelle als Wächter mit 2 M. täglich nicht angenommen habe und furzum, der 8ug saust in voller Geschwindigkeit, ohne nicht. Von dem Ausfall Ihrer Beschwerde setzen Sie uns wohl in Kenntnis. A. S. 2. 25. 1. Nur der ungesetzliche Teil, nicht die ganze Arbeitsfeine Familie nicht ernähre, auch Armen- Unterstüßung annehme. Er auch nur Miene zum Anhalten zu machen, durch die Station, könne, so schließt der Landrat sein Schreiben, die Verfügung nicht vorbei an den erwartungsvollen Gesichtern und eilt nach Friedrichs- ordnung gilt als unverbindlich. Indeffen besteht hierüber Streit. 2. Maßgebend ist Ihre Wohnung zur Zeit der Listenoffenlegung. Die Wahlen aufheben. Gegen diesen Bescheid, so fährt der Artikel fort, hat Sch. dorf. Aber die von Seulberg sind Männer der That und lassen finden im November statt. Sie haben das Wahlrecht für den Bezirk, in sich durchaus nicht so leicht aus der Fassung bringen. Nasch dem Sie jetzt wohnen. Nach§ 31 bes rankenversicherungsfofort Beschwerde eingereicht. Inzwischen steht er noch immer auf entschloffen fetten fie fich in Trab, derselbe verwandelt sich in Galopp, Gefeges und$ 36, Biffer 3, findet ſtets eine getrennte Abstimmung der Liſte der Laurahütter Säufer. Sch. arbeitete aber mit dann in Kleinbahngeschwindigkeit und endigt damit, daß die tapfere ftatt, wenn es sich um Bettingerboater ist nicht 5. Nein. ganz besonderem Erfolge für unfren Verband, und Vormund, Spandau. 1. und 2. mehr zur Weitersein Name auf jener Liste steht, So bleibt bas eine Be- Schar fast gleichzeitig mit dem durchgegangenen Festzug auf der Alimente zu zahlen. Der von Ihnen geschlossene leidigung für ihn. Er ist vom Arzt für arbeitsunfähig er- Station Friedrichsdorf eintrifft, gerade noch rechtzeitig genug, um zahlung der Alimente verpflichtet. Wohl aber hat er die ridständigen klärt worden, und es muß sich, da in jener Gegend die Bahl der in das Hoch der Friedrichsdorfer einzustimmen, ben ungetreuen Bug günftige Vergleich ist nur giltig, wenn das Vormundschaftsgericht ihn Jnvaliden eine sehr große ist, schon um einen hohen Grad der zu besteigen und nach Friedberg zu dampfen, wo der gemeinsame genehutigt. 3. Beide Cheleute müßten zum Gericht oder zu einem Notar gehen. 4. Nein. 20. G. 101. Die Forderung ist längst verjährt. Invalidität handeln. Der Artikel schließt mit der Behauptung, Sch. Durst bald alle Festteilnehmer in schönster Eintracht vereinigte. Habe die ihm angebotene Arbeit, die auch nicht mit 2 M., sondern Ein Eisenbahnfrevel. Aus Köln wird gemeldet: Ver: Ostar 2. 1. Turnen ist weder eine Arbeit, noch eine öffentlich bemerkbare nur mit 1,60 m. bezahlt werden sollte, nicht leisten können, er habe brecherische Hände haben dadurch, daß sie schwere Steine auf die Arbeit. Beschweren Sie sich über das Verbot. 2. Gin Pichtexemplar zwar, weil seine Frau niederkant, eine Armenunterstützung erbeten, Schienen wälzten, heute die Wagen des ersten Frühzuges der Vor- brauchen Sie nicht einzureichen, weil es sich um keine periodische Druckschrift handelt. R. 28. Das Mädchen ist berechtigt, unterstützung von aber nicht erhalten usw. Der Artikel klingt, wie das Landgericht an- gebirgsbahn in der Nähe von Roisdorf zum Entgleifen gebracht. ber staffe zu verlangen. Sie sind aber, weil sie zu spät gemeldet nimmt, in den Vorwurf aus, der Amtsvorsteher habe nur die Thätigkeit Die Maschine sowie das Geleis wurden start beschädigt, der Heizer haben, verpflichtet, der staffe die gesamten Stoſten zu erlegen, falls sich des Schibet für den Verband unmöglich machen wollen und dem tödtlich verletzt. Mehrere Passagiere erlitten leichtere Verlegungen. es nicht etwa Handelt. eine Jnnungs Krankenkasse Landrat unwahre Angaben gemacht. Das Landgericht hat den anFrik Ct. 1. Ueber die Kosten der Reise tönnen Sie sich auf den Das Seiltänzergewerbe hat wieder ein Opfer gefordert. Aus ausfunftsstellen ber Eisenbahn( Alexanderplat, Anhalter Bahnhof) er getretenen Wahrheitsbeweis als mißlungen erachtet und dem An- Radeberg i. Sachs. wird berichtet, daß der Seiltänzer Gersten fundigen. 2. Ihre Schwester würde zur Hebammenschaft nicht zugelassen geklagten den Schutz des§ 198 nicht zugebilligt, weil er Ausdrücke bei seinen waghalsigen Produktionen auf dem hohen Turmseil ab- werden, weil sie über 30 Jahre alt ist. 23. 92. 100. 1. Ja, falls er wie wundervoll"( statt gesezwidrig), an den Pranger stellen", stürzte und sofort tot blieb. Aller Wahrscheinlichkeit nach ist das 24 Jahre oder älter ift. 2. Wegen geringer körperlicher Fehler vorläufig " Achtung" usw. gebraucht und durch diese Form gezeigt habe, daß Unglück darauf zurückzuführen, daß eine Kette nachgegeben hatte. auf ein Jahr zurückgestellt. 9. T. 19. Wenden Sie sich an einen Arzt. er nicht nur das Verhalten des Amtsvorstehers rügen, sondern ihn Wenige Augenblicke vor dem Sturz in die Tiefe hatte Gersten noch d. 1. 2. 3. 1. Aeltere Nummern tönnen Sie in der Expedition, lächerlich machen und beleidigen wollte. Die Revision des vom Seil aus eine Ansprache an das Publikum gehalten und das- Beuthstr. 2, taufen. 2. Das Buch ist nicht schlecht. 3. Demnächst. S. S. 42. Sie haben für die Bemühungen nur einmal zu zahlen. Angeklagten, der darzulegen versuchte, daß das Gericht Form und selbe gebeten, dem Sammelteller nicht auszuweichen; jeder Arbeiter Inhalt verwechselt habe, wurde vom Reichsgericht als unbegründet sei seines Lohnes wert, und seine Arbeit sei besonders schwer; mancherar auf der ersten Rechnung ein Besuch oder ein sonstiger Posten vergessen, so würde auch die zweite Rechnung zu zahlen sein. O. B., Lucken: berworfen. finde dabei seinen Tod. walde. Spätestens in den ersten drei Tagen des Quartals ist eine A. N. Nein. Wohnung zu fündigen, falls nichts andres vereinbart ist. 3. 5. 81. 1. Etwa 1-2 Monate. 2. bis 4. Der Antrag ist an die Landes- Versicherungsanstalt Berlin, Breitestr. 24, zu richten. Seiratsurkunde und Quittungskarten sind beizulegen. 5. An die Polizeibehörde zu Weimar. A. 8 A. 1. Mit einer selage wäre nichts mehr von Ihrer Seite aus zurichten: Sie sind zur Zahlung verpflichtet. 2. Die Uhr können Sie zurückverlangen. 3. S. 10. In beiden Fällen ist der Ehemann zur Alter Abonnent 50 D. Wenn der StaatsBahlung verpflichtet. Marktpreise von Berlin am 15. Juli 1901 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. D.-tr. Kartoffeln, nene, D- Ctr.| 12,- 6, Rindfleisch), Keule 1 kg 1,60 1,20 eigen, gut mittel gering † Roggen, gut * Gerste, gut 1118 do. Bauch Schweinefleisch Hammelfleisch Durch die Geburt eines gesunden Mädchens wurden hocherfreut Paul Horsch u. Frau, 2011] geb. Dittmann. Berlin SO., Gewerkschaftshaus. 5. Wahlkreis. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß am 16. d. M. das Mitglied des Socialdemokratischen Vereins für den 5. Wahlkreis, Restaurateur Donnerstag, den 25. Juli, Ferdinand Scholz, abends 81/2 Uhr, Gewerkschaftshaus, Engelufer 15: Außerordentliche Meyerbeerstr. 9, gestorben ist. 245/8 Die Beerdigung findet Freitag, den 19. d. M., nachmittags 43 Uhr, von Kirchhofs( Weißensee)_aus statt. General- Versammlung der Leichenhalle des Bartholomäusber 1.60 110 Orts Krankenkasse 240 des Korbmacher- Gewerbes. 1,40 Tagesordnung: " 1,30 1" " 14,30 " 1,60 1,20 mittel Kalbfleisch " " 1,60 1,10 gering " " 16, 14,90 Butter 2,60 2, " mittel 14,80 13,70 Eier 60 Stüd 4, # " gering 13,60 12,50 " Karpfen 1kg 2, * Hafer, gut mittel gering 16,40 15,70 Aale 3, " 15,60 14,90 Bander 14,80 14,10 Hechte 2,40 1,20 " 6,82 6,32 Barsche " 1,80 0,80 6,80 4,70 40,- 25, Schleie 2,40 1, " " 65, 45,-25, Krebse 30, Bleie 1,20 0,80 2. Verschiedenes. per Schot 16, 3, †) Ab Bahn. 2,80 1,20 1. Erhöhung der Beiträge sowie Unter stützungen nach Maßgabe des in Der letzten General Bersammlung angenommenen Antrags. Der Vorstand. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Todes- Anzeige. Am 15. d. M. starb unser Mitglied, der Schlosser Kollegen! Es ist bringend nötig, Paul Herrmann daß ihr alle erscheint. Die Fahrlässigkeit des Vereinsvorstehers. Wegen Ver Abgestürzt. Die Münchener Neuesten Nachrichten" melden aus gebens gegen die§§ 2 und 13 des Vereinsgesetzes war der Arbeiter Griesen: Der Hamburger Kapellmeister Schwormistaedt und seine Henning als Vorsitzender der Zahlstelle Köslin des Verbandes Frau verirrten sich am 15. Juli auf dem Wege über die Thörlen am der Fabrik-, Land- und Hilfsarbeiter angeklagt worden. Eibsee und mußten die Nacht im Freien zubringen. Schwormstaedt Der Angeklagte hatte, entgegen dem Verlangen der Polizei, feit dem stürzte ab, erlitt starke Kopfwunden und, wie es scheint, auch innere 3. August 1900 Veränderungen im Mitgliederbestande Verletzungen. der Behörde nicht angezeigt. Er machte geltend, daß die Eine heftige Explosion ereignete sich Dienstagnachmittag in Bahlstelle Köslin kein selbständiger Verein § 2 des Vereinsgesetzes sei und daß Veränderungen der Sieben Gebäude flogen in die Luft, vier Personen wurden ge- Privatklage, so ist zur Erhebung einer solchen nicht zu raten, falls Sie nicht im Sinne des der eine halbe Weile von Nora gelegenen Pulverfabrit Gyttong. anwalt auf Ihre Anzeige Anklage erhebt, tönnen Sie als Zeuge vernommen werden. Lehnt er es ab und verweist Sie auf den Weg der Mitglieder nicht vorgekommen seien. Festgestellt wurde, daß in tötet, fünf leicht verlegt. Der Wald in der Nähe der Fabrit fing noch einen Beugen ausfindig machen. N. 1. Ja. Th. 100. 1. Der der fraglichen Zeit ein Mitglied K. zwar ausgetreten ist, seinen Aus- Feuer. Sohn hat fein Recht zur Fortnahme. 2. Sie müßten sich an den tritt aber widerrufen hat und binnen 4 Wochen wieder Mitglied ge2. M. 9. Nein. Unglückliche Ballonfahrt. Der Ballon General Sabotkin" Armentommissions- Vorsteher Ihres Bezirks wenden. worden ist. Henning wurde in zweiter Instanz zu einer Geldstrafe verurteilt. Das Landgericht führte aus: Die Zahlstelle Köslin des von der Petersburger Militärluftschiffer- Abteilung verbrannte in der Nähe von Schlüsselburg auf ebener Erde, bald nachdem er Verbands der Fabrik-, Land- und Hilfsarbeiter sei ein selbständiger Die Explosion wurde vermutlich durch UnBerein, und bezw. wie der ganze Verband, eine Einwirkung auf niedergegangen war. 20 Personen wurden öffentliche Angelegenheiten. Der Bevollmächtigte solcher Bahlstelle achtsamkeit rauchender Bauern veranlaßt. fei als ein Vereinsvorsteher im Sinne des Gesetzes anzusehen und verlegt, davon 7 schwer. Ein Knabe starb an den erlittenen Brandverpflichtet, der Polizei die vom Gesetz vorgeschriebenen Meldungen wunden. zu machen. Im vorliegenden Falle wäre es unerheblich, daß das ausgetretene Mitglied binnen 4 Wochen wieder Mitglied geworden sei. Sein Austritt sowohl, wie der spätere Wiedereintritt hätten eben polizeilich gemeldet werden müssen. Und des Angeklagten Pflicht wäre auch es gewesen, sich über den Charakter der Zahlstelle als einen selbständigen Vereins im Sinne des§ 2 sich zu unterrichten. Henning legte nun noch Revision ein und bestritt, daß ihn irgend ein Verschulden treffe. Er sei von dem Austritt des K. gar nicht unterrichtet gewesen, denn K. habe seinen Austritt dem Hilfs taffierer gegenüber erklärt, der zur Entgegennahme von Austrittserflärungen statutengemäß berechtigt gewesen sei. Ihm sei der Austritt nicht mitgeteilt worden. Das Kammergericht verwarf die Revision mit folgender Begründung: Die§§ 2 und 13 des Vereinsgefeßes seien ohne Rechtsirrtum angewendet Nichtstroh tvorden. Der Verband bezwecke eine Einwirkung auf öffent- seu liche Angelegenheiten und die Zahlstelle sei ein selbständiger Erbfent Verein. Was die unterlassene Ab- und Anmeldung des Mitglieds K. Speifebohnen angehe, die hier allein in Betracht komme, so habe Angeklagter Linsen mindestens fahrlässig gehandelt. Weil nach dem Statut der Austritt durch Anzeige beim Hilfskassierer erfolgen konnte, wäre der*) Frei Wagen und ab Bahn. Bevollmächtigte verpflichtet gewesen, sich stets von dem Hilfskafsierer Produktenmarkt vom 17. Juli. An der heutigen Getreidebörse war unterrichten zu lassen, damit er seinen gefeßlichen Pflichten nach- Unternehmungslust so gut wie gar nicht vorhanden, das Geschäft blieb sehr tommen konnte. Unterließ er es und konnte er deshalb der gesetz- still, die Grundtendenz schwach, wenn auch festes Nordamerika, wo die für das Goldschmiedegewerbe zu Berlin. lichen Pflicht nicht genügen, dann treffe ihn ein strafbares Ver- weifelhaften Aussichten der Maisernte stimulierten und höheres Liverpool Weizen notierte wie eine weitere Abschwächung der Preise verhinderte. Achte Abänderung schulden. gestern, Roggen/ bis 1/2 M. weniger niedriger, das effetti ve Angebot war zu dem nach wie vor unbedeutend. Privatnachrichten von den russischen Börsen be: Statut der Orts- Krankenkasse fagen, daß Roggenzufuhren auch im Norden des Landes fehlen. Wehl war für das Goldschmiedegewerbe zu schwach behauptet, Hafer sehr still. Mais wurde durch den amerikanischen Im Wahlverein für den vierten Reichstags- Wahlkreis Saatenstands- Wochenbericht wenig beeinflußt; nur spätere Lieferungen waren leicht befestigt. ( Südost) hielt am Dienstag Genosse Karl Wiesenthal einen Städtischer Schlachtviehmarkt. Berlin, 17. Juli 1901. Bortrag über: Warum muß die Socialdemokratie ficher Bericht der Direktion. 8um Verkauf standen: 754 Rinder, fiegen?" Der Vortragende spricht zunächst von der Entwicklung 2315 Sälber, 2275 Schafe, 10 768 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Bfund der menschlichen Gesellschaft und kommit zu dem Schluß, daß der oder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Mark( beziehungsweise für 1 Bfund Kampf für den Socialismus auf dem politischen sowohl, als auch in Pf.): Ochsen: a) voltfleischige, ausgemäftete, höchsten Schlachtauf dem gewerkschaftlichen und genossenschaftlichen Gebiet geführt wertes, höchstens 7 Jahre alt 00-00, b) junge fleischige, nicht aus werden müsse. gemästete und ältere ausgemästete 00-00; c) mäßig genährte innge und gut Bullen: An den Vortrag schloß sich eine kurze Diskussion, in der ins- genährte ältere 00-00; d) gering genährte jeden Alters 00-00. a) vollfleischige höchsten Schlachtwerts 00-00; b) mäßig genährte jüngere besondere auch auf die Margiche Krisentheorie und auf die Bernsteinschen und gut genährte ältere 00-00; c) gering genährte 46-51. Färsen und Anschauungen eingegangen wurde. Auf die Frage, wie bei ihm die Stübe: a) vollfleischige, ausgemästete Färjen höchsten Schlachtwerts 00-00; Wandlung vom Anarchismus zum Socialismus vor sich gegangen b) bollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren sei, erwidert der Referent u. a., er habe vor allem in der Gewerk- 00-00; c) ältere ausgemäftete Stühe und wenig gut entwickelte jüngere schaftsbewegung, innerhalb des Metallarbeiter- Verbandes gelernt, Stühe und Färjen 00-00; d) mäßig genährte Kühe und Färsen 43-47; Stälber: a) feinste Mast: daß schrittweise an der Herbeiführung befferer Zustände gearbeitet e) gering genährte Kühe und Färjen 36-41. tälder( Bollmilchmast) und befte Saugtälber 62-65, b) mittlere Mast werden müsse. Unter Vereinsangelegenheiten wird es vom Genossen Kart und gute Saugtälber 61-57, c) geringe Saugfälber 46-50, d) ältere, gering genährte( Freffer) 00-00. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Mast Scholz scharf getadelt, daß die von der Lokalkommission für hammel 63-66, b) ältere Masthammel 58-62, c) mäßig genährte Teltow- Beeskow im Konzerthaus Sanssouci veranstaltete Versamme sammel und Schafe( Merzschafe) 54-56, d) Solsteiner Riederungslung von den Berliner Genossen so schwach besucht war. In der fchafe( Lebendgewicht) 00-00. Schweine: a) volfleischige, der feineren nächsten Woche werde eine Versammlung stattfinden, die sich mit Raffen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1 Jahren 220-280 Pfund derselben Angelegenheit befaffen solle. Da sollten besonders die Ge- schwer, 55; b) schwere, 280 Pfund und darüber( stäfer) 00-00; c) fleischige 53-54; d) gering entwickelte 50-52; e) Sauen 50-52. nossen von Südosten und Osten Mann für Mann erscheinen. Jm gleichen Sinn spricht sich Genosse Emil Voigt zu der Angelegenheit aus. " Versammlungen. Zum Schluß werden die Anwesenden noch aufgefordert, dafür zu sorgen, daß alle Genossen im 11. und 12. Bezirk es nicht verfäumen, Einsicht in die Listen zur Stadtverordneten Wahl zu nehmen. Verband deutscher Barbiere, Frisenre zc.( 8weigverein Berlin.) Donnerstag, den 18. d. Mts., abends 10 Uhr, bei Bauer, Rosenthaler: straße 57: Außerordentliche Generalversammlung. Verein abftinenter Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins. Heute 82 Uhr bei Landau, An der Stadtbahn 5: Versammlung. Tagesordnung: 1. Fortsetzung der Diskussion über das Wirtschaftssystem des Menschen. 2. Mitteilungen und Verschiedenes. 3. Geselliges Beisammensein. Gäste willkommen. Vermischtes. Graf Leo Tolstoj lebensgefährlich erkrankt! Mehrfach eingetroffene Nachrichten besagen, daß Graf Leo Tolstoj, der bekannte russische Romanschriftsteller, lebensgefährlich erkrankt ist. Wie es Amt: Verlauf und Tendenz. Vom Ninderauftrieb blieben etwa 460 Stüd unverkauft. Der Kälberhandel gestaltete sich gedrückt und schleppend, es wird nicht ganz ausverkauft. Bet den Schafen fand ungefähr die Hälfte des Auftriebs Absatz. Der Schweinemarkt verlief langsam und wird nicht geräumt. Witterungsübersicht vom 17. Juli 1901, morgens 8 Uhr. Stationen Barometerftand mm richtung Wind Windstärte Wetter 2 Hetter Temp. n. C. 5° G. 4° R. Stationen Barometer ftanb mm Wind rigtung Windstärke Wetter Temp. n. 6. Go Do S 19 paparanda 76790 2 bedeckt 14 16 1 wolfent 18 Petersburg 2 heiter 20 Cort 2 wolfen! 19 Aberdeen Swinembe 768 N Hamburg 769 OSO Berlin 769 NA 769 SS 3 Dunst Frankf./M. 7700 München 77230 2 wolfent 17 Baris 770 Still -wolfent 20 Wien 768 NNW 2 Hlb.beb. 18 Wetter. Prognose für Donnerstag, den 18. Juli 1901. Etwas wärmer, trocken und vorwiegend heiter bei schwachen füdwest: Berliner, Wetterbureau. lichen Winden. 24396] Der Vorstand. J. A.: Karl Schwebler, Vorsitzender. Orto- Krankenkasse Berlin am 3. Mai 1893. Artitel I. § 16 diefes Statuts wird wie folgt abgeändert: 273/10 § 16. Für Mitglieder, welche von der Staffe entweder für eine und dieselbe Krankheit ununterbrochen für 52 Wochen oder gemäß§ 13 Absatz 2, Buchstabe a, des Statuts ununterbrochen im Alter von 23 Jahren an Lungenschwindfucht. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet Donnerstag, den 18. Juli, nachin. 6 Uhr, von der Reichenhalle des Neuen Thomaskirchhofs in Rixdorf aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. Berlin, den 17. Juli 1901.[ 116/19 Central- Verband der Stuccateure Deutschlands, Filiale Berlin. Ant 15. Juli verschied nach langen Leiden unser Mitglied, der Stuccateur Robert Siebke im 24. Lebensjahre. Der Vorstand. Die Beerdigung findet am Donners tag, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle der Charité, nach dem oder im Laufe eines Zeitraums Charité- Kirchhof in der Müllerstraße von 12 Monaten für 13 Wochen statt. eine Strantenunterstützung bezogen Bahlreiche Beteiligung erwartet haben, werden bei Eintritt eines neuen 173/17 unglücksfalles, sofern dieser durch die Danksagung. gleiche nicht gehobene Krankheitsursache veranlaßt worden ist, im Laufe Allen Freunden, Bekannten und der nächsten 12 Monate als Stranfen: Verwandten, sowie dem Gesangverein unterstützung nur die im§ 13 Absatz 1 der Metallarbeiter des Ostens für die Biffer 1 und 2 des Statuts bezeich: herzliche Teilnahme und vielen Kranzneten Leistungen, sowie die Hälfte des spenden bet der Beerdigung meines burchschnittlichen Tagelohnes als lieben Mannes und Baters Serankengeld, Beibes aber nur für die Otto Becker Gesamtdauer von 13 Wochen, gewährt. meinen innigsten Dank. Artikel II. Vorstehende Abänderung tritt mit dem Montage nach statutenmäßig er: folgter Bekanntmachung in Kraft. Berlin, den 26. März 1901. Der Vorstand der Orts- Kranken[ 24406 Luise Becker im Namen der Hinterbliebenen. Sterbe- Raffe kaffe für das Goldschmiedegewerbe ehemalig. Plugscher Arbeiter Hegelsche Kaffe. zu Berlin. E. Davidshäuser, Vorsitzender. E. Rabe, Schrifführer. Sonntag, den 28. Juli cr., vor Vorstehende Abänderung wird hier: burch genehmigt. Berlin, den 26. März 1901. ( L. S.) 5 Der Bezirks Ausschuß. ( gez.) Sayfer. mittags 10 Uhr: General- Versammlung in Nümanns Saal, Brunnenstr. 188. Tagesordnung: 1. Verlesung des Protokolls vom 27. Januar 1901. 2. Kassenbericht des Rendanten pro 1. Halbjahr und Pfund Brot 50 Pfg. Bericht der Revisoren. 3. Fejfſetung Albrechts der Zeitungen pro 1902. 4. Vers schiedene Kaffenangelegenheiten. Das Mitgliedsbuch legitimiert. Otto Winkler, Vorfizenber. Bäckereien Wrangelstraße 9, Krautstraße 19, Falkensteinstr. 28, 2ausikerfir. 2. 124336 Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, den 18. Juli. Opernhaus. Geschlossen. Schauspielhaus. Geschlossen. Neues Opern Theater( Kroll). # Urania Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Die Höhlen des Harzes und ihre Umgebung. Kleine Preise. Invalidenstr. 57/62. Im Trianon: Theater: ebende Tägl. Sternwarte. Lieder". Anfang 8 Uhr. Schiller.( Morwitz- Oper.) Undine. Anfang 72 Uhr. Deutsches. Geschlossen. Leffing. Die dritte Eskadron. Anfang 8 Uhr. Berliner. Geschlossen. Residenz. Das blaue Kabinett. Anfang 8 Uhr. Ensembles. Die Hoffnung auf Segen. Anfang 8 Uhr. Max Kliems Sommer- Theater Hasenheide 13-15. Artistische Leitung: Paul Milbitz. [ 16492* Täglich: Gr. Konzert, Theater- u. Specialitäten- Vorstellung. Jeden Montag: Sommerfest. Jeden Mittwoch: Die beliebten Kinderfeste. Jeden Donnerstag: Elite- Tag. Die Kaffeeküche ist täglich von 2 Uhr ab geöffnet. 2 hochelegante Kegelbahnen, Würfelbudeu, Konditorei, Blumenstand 2c. Sonntag, Montag und Donnerstag in den Sälen: Familien- Kränzchen. Zoologischer Schweizergarten Garten Täglich 5 Uhr nachmittags: Am Königsthor. Am Friedrichshain Täglich: Nenes. Gastspiel des Meßthaler Militär- Doppel- Konzert. Sonzert, Theater, SpecialiGastspiel der Kapelle dadi täten- Borstellung und Ball. Weften. Theater Charivari"( Se: schen Leib- Grenadier- Regiments Kgl. Musik- A. Boettge. " cefftons- Brettl). Anfang 8 Uhr. Secessionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 8 Uhr. Central. Die Geisha. Anfang 8 Uhr. Thalia. Gefchloffen. Carl Weik. Die lustigen Weiber von Windsor. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Specialitäten im Garten. Belle Alliance. Friz Reuter. Anfang 8 Uhr. Im Garten: Großes Gartenkonzert und„ Lustiges Brettl". Anfang 6 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstelling. Der Zauberer am Nil. Anfang 8 Uhr. Apollo. Specialitäten Borstellung. Frau Luna. Anfang 8 Uhr. Paffage Theater. Damen: Ringfämpfe. Specialitäten- Vorstellung. Anfang nachmittags 3 Uhr. Passage Panoptikum. Speciali täten Borstellung. Reichshallen. Neumann- Bliemchen mit seiner Gesellschaft. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im 8 direktor Entree 1 Mark. Von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Castans Panopticum. Nen! Friedrichstr. 165. Nen! Neu! Der künstliche Mensch! Die sensationellste Erfindung der Neuzeit! Der, Clou" der Pariser WeltAusstellung. Vorstellungen: 12Uhrmittags, 3, 5, 6, 7 Uhr nachmittags. Apollo- Theater Vollständig neues Specialitäten- Programm! Zu meinen Preiſen: Die Söhlen Frau Luna zu des Harzes und ihre Umgebung. Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr. Sternwarte. Luftballett Grigolatis. Schiller Theater Metropol- Theater. ( Wallner Theater). Morwitz- Oper. Donnerstagabend 71/2 Uhr: Volksbelustigungen aller Art. Jeden Abend 10 Uhr: Moderne Don Juans. Reichshallen Hente und folgende Tage: Gastsp. des altberühmten NeumannBliemchen mit seiner Gesellschaft. ( Herren Bliemchen, Horvath, Gipner, Tieck, Zimmermann, Feldow und Ledermann.) Anfang: Wochentags 8 Uhr, Sonntags 7 Uhr. Am 1. August: Wiederbeginn der Soireen der Stettiner Sänger. Prater- Theater Kastanien- Allee 7/9. Täglich: Aus dem Volke. sortstud mit Gejang und ganz in Volksstück 4 Bildern. Auftreten der Excentric- Chansonnette des Hedwig Döring, Grotesque Anfang 8 Uhr, Sonntags 72 Uhr. Somiters Paul Coradini, der Gebrüder Damm, Afrobaten. The Garays, Rad: fahrer. Mr. Bartlings lebende Photo: graphien. Konzert und Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Platz 50 Bf. Kalbo. W., Behrenstrasse 55-57. Der Zauberer am Nil. Mit neuen Deforationen, Koftümen Ausstattungsoperette in 3 Bildern W. Noacks Theater. und Maschinerien: Undine. und das sensationelle JuliRomantisch- komische Over in 4 Atten Specialitäten- Programm Freitagabend 72 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel. Der Troubadour. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Brunnenstraße 16. Täglich: Konzert, Theater- u. Specialitäten- Boritellung. Novität! Dutel Falstaff. Novität: Sonnabendabend 7% Uhr: Sanssouci Operetten Burleste in einem Att von Zum erstenmal: Josef in Egypten. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Bei halben Preisen: Die Zauberflöte. Sonntagabend 72 Uhr: Gastspiel Heinrich Bötel. Der Postillon von Lonjumeau. Carl Weiss- Theater Große Frankfurterstr. 132. Leyte Opernwoche. Die lustigen Weiber von Windsor. Komisch phantastische Oper in 3 Aften nach Shakespeares gleichnamigem Lustspiel, gedichtet von H. Mosenthal. Musik von Otto Nicolai. Anfang 8 Uhr. Morgen: Die Afrikanerin. Im Garten: Konzert, Theater: and Specialitäten Vorstellung. Anfang 52 Uhr. Im Garten: Täglich: HoffmannsNordd. Sänger und Konzert. Anfang d. Konzerts 5 Uhr, der Soiree 7 Uhr, Wochentags 6 1hr, d. Soiree 8 Uhr. Entree 30 Pf. Sonntag, Montag und Donnerstag: Tanzkränzchen. Wochentags Vereinsbillets gültig, Tanz frei. Gossmann Konzertgarten Kreuzbergstr. 48, an der Katzbachstraße. Central- Theater. 8 Zum 698. Male: Die Geisha. Operette in 3 Aften v. Sidney Jones. Morgen und folgende Tage: Die Geisha. Sonnabend, den 20. Juli: Souvenirabend. Bum 700. Mal: Die Geisha. Jeder Besucher erhält ein schönes Souvenir. Jedes Wort: Jeben Sonntag Frei- Konzert und Ball. Montag und Donnerstag: Bolten- Bäckers. Musik von R. Thiele. Jm Saale: Tanzkränzchen. Puhlmanns Vaudeville- Theater Schönhauser- Allee 148. Täglich: Große Theater: und Specialitäten- Borstellung. Nur Kräfte ersten Ranges. Grosser Erfolg! Grosser Erfolg! Susanne im Bade. Große Ausstattungsoperette. Anfang: Wochentags 5 Uhr. Sonntags 4 Uhr. F. Lehmann, Direktor. Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferstr. 71. Hermann Imbs. Täglich: Hamburger Großes Konzert, Theater- u. Sänger. Specialitäten- Borstellung. Freitag: Norddeutsche Sänger. Während der Ferien ermäßigt. Entree. Entree 20 Pf. Vorzugskarten 10 Bf. 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Quartal 1901. 4. Wahl der Delegierten zur Generalversammlung des Central- Wahlvereins. 5. Vereinszahle demjenigen, der mir einen Nicht- Angelegenheiten. In dieser Versammlung wird eine Broschüre verteilt. Ant Eingang legitimiert das Mitgliedsbuch. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen der Mitglieder ersucht Der Vorstand. erfolg nachweiſt zahlreiche Anerkenn ungen. Nur allein echt bei 18499* Hugo Barth, Droguerie, Brunnenstr. 18, Ecke Veteranenst r Vorzeiger Dieses hat 4 M. Ermäßigung bei Bestellung v. 20 M. an, unt. 20 nur 2 M. erst bei Abholung vorzeigen! Schönheit der Zähne ist eine Zierde. Um Mißtrauen zu vermeiden, Achtung! Fliesenleger! Achtung! Freitag, den 19. Juli, abends 82 Uhr, im Lokal des Herrn Schulz, Grenadierstrasse 33: Oeffentliche Versammlung. Tages Ordnung: 1. Abrechnung des Vertrauensmannes vom ersten Halbjahr. 2. Neuwahl des ersten Delegierten zum Gewerkschaftskartell. 3. Gewerkschaftliches. Um zahlreiches Erscheinen bittet 56/5 Der Vertrauensmann. Achtung! 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