Nr. 178. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 M., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftrierter Sonntages Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Postbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post- Beitungs Preisliste für 1901 unter Er. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwirts Berliner Dolksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebüye beträgt für die fechsgespaltene Kolonel zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. " Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Quiffung. " Freitag, den 2. August 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. ant Es Rechtsinstanz fortgeführt hat, und vermittelst deren sie die genau auszubedingen, für welche bestimmt abgegrenzten Zwecke Gewerkschaft als solche für gewisse Handlungen ihrer Beamten und die Persönlichkeits- Rechte und Pflichten gelten sollen, nahmen Jm Monat Juli gingen bei dem Unterzeichneten folgende Agenten beim Ausstand rechtlich haftbar zu machen suchte. Sie verdie Arbeitervertreter, die der Kommission Parteibeiträge ein: suchte damals einen richterlichen Befehl zu erwirken, durch den der gehörten( Tom Mann, James Mawdsley, William Abraham und Aachen, durch H. F. 7,30. Altenburg S. A., Wahlkreis 300,-. Gewerkschaft unter Androhung der Haftbarkeit bei guwiderhandlung Michael Austin) doch Anlaß, in ihrem Minderheits- Gutachten sich Altona, von den Parteigenoffen 2000,-. Berlin, Beiträge d. Wahl- berboten werden sollte, die Bahnhöfe der Taff- Thal- Bahn in lästiger fe hr entschieden gegen den Vorschlag auszusprechen. freise: 1. Streis 300,-. 2. Streis 250,-( barunter Ueberschuß vom Weise zu besetzen bezw. besetzen zu lassen. Der erste Richter, würde die größte Ungerechtigkeit sein," schrieben sie, die großen Wahren Jakob" durch Schröder 3,-). 3. Streis 600,-( darunter Farwell, bewilligte den Einhaltsbefehl und wies den Einspruch der gewerkschaftlichen Verbände des Landes mit ihren, in einigen Fällen Dr. R. F. 50,-, Dampferpartie der Landsmannschaft der Schlesw. Gewerkschaft, daß sie keine juristische Körperschaft sei, ab. Gegen fich auf eine Viertel Million Pfund Sterling belaufenden Fonds der Holst. 10,-). 4. Kreis( Südost) 1000,- 4. Kreis( Oft) 1000, dies Urteil legte die Gewerkschaft Berufung ein und erzielte auch Möglichkeit auszusetzen, an irgend einem Orte von irgend einem 5. Streis 100,-( darunter vom Rauchklub" Ohne Zwang" 50,-). bei der Berufungskammer Umstoßzung desselben. Das Obergericht, Unternehmer oder unzufriedenen Mitglied oder Nichtgewerkschaftler 6. Kreis( Schönhauser Vorstadt) 700,-( barunter alter Parteis an das sich jetzt die Eisenbahngesellschaft wandte, hat jedoch nach für Handlungen irgend eines Sekretärs oder Delegierten eines genosse Buchholzerstraße 10,-, A. B. Mister 1,-). 6. Streis breitägiger Verhandlung das erste Urteil wiederhergestellt und es damit Zweigvereins auf Schadenersaß verklagt zu werden. Wenn jede ( Wedding und Oranienburger Vorstadt) 600,-( darunter Land- für zulässig erklärt, gegen Gewerkschaften civilrechtliche Slagen anhängig, Gewerkschaft dem ausgesetzt wäre, auf Grund von Handlungen partie der ollen ehrlichen Seeleute 2,-, F. V ,, Borfig- bezw. fie für Schädigungen haftbar zu machen, welche ihre Beamten einzelner Mitglieder fortgesetzt belästigt zu werden, wenn die Straße 3,-). 6. Kreis( Moabit) 317,36( darunter Kranz- oder Agenten durch gesetzwidrige Handlungen andern zufügen. Kaffen der Gewerkschaften durch Advokatenkosten und Gerichtsgebühren, überschuß der Tischlerei D. 1. E. G. 11,20). Berlin, diverse Wenn der Gesetzgeber", erklärte der Lordkanzler, der den Vorsitz von auferlegten Lasten und Schabloshaltungen ganz zu schweigen, Beiträge: M. B. 75,-. J. B. 25,-. Dr. 2. A. 50,-. Ueberschuß im Obergericht führt, etwas geschaffen hat, was Eigentum follen geleert werden dürfen, so würde dies viel dazu beitragen, die der Sechserkasse der Buchdruckerei von Baß u. Garleb 11,68. 2. u. befizen, Beamte anstellen und Schädigungen zufügen kann, so Aufrechterhaltung von Gewerkschaften allen Arbeitern, außer den bests Aufgelöster Vergnügungsverein der Gürtler und muß nach meiner Ansicht angenommen werden, daß er es auch gestellten und erfahrensten der gelernten Arbeiter, unmöglich zu Bronzeure 10,-. Stontobucharbeiter v. Wedding 5,-. Von d. Mitgl. fähig gemacht, in den Gerichtshöfen für Schädigungen belangt machen." Weiter heißt es: d. Gewerkschaft d. Buchdrucker i., Vorwärts" 10,-. 33. 50,-...50,- 3u werden, die vorsätzlich auf Grund seiner Zustimmung und Vol-" Die gegenwärtige Freiheit der Gewerkschaften von jeglicher Und ein andres Mitglied des Ober- Einmischung der Gerichtshöfe ist, so unnatürlich sie den Juristen Kaufmann 2. Qu. 1, Bant Wilhemshaven, 10 Proz. der Ein- machten bewirkt werden." nahmen von 2. Quartal 97,-. Bern 50,-. Breslau, focial- gerichts, Lord Macnaghten, erklärte, er finde in den Gesezen von erscheinen mag, nach langem Kampf und parlamentarischer Agitation demokr. Verein 50,-. Bochum, die Hälfte vom Ueberschuß der Maifeier 1871 und 1875, die vom Gewerkschaftswesen handeln, nichts, was zu im Jahre 1871 zugestanden und im Jahre 1876 gejeklich festgelegt 400,- Cottbus- Spremberg, Wahlkreis 100,-. Duisburg, von den der Annahme berechtigt, daß die Gesetzgebung die Schaffung von worden. Jeder Versuch, diesen hart erkämpften Freibrief des Gewerks organisierten Böttchern, welche am 1. Mai nicht feiern fonnten 17,80. zahlreichen Körperschaften, die große Vermögen anhäufen und schaftswesens zu widerrufen oder in irgend einer Weise an Dresden, L. Sch. 1,- Durlach, v. d. Parteigen. 50,-( darunt. Uebersch. Beamte halten tönnen, genehmigt und diese Körperschaften bem rein freiwilligen Charakter der Organisationen herumzupfuschen von der Weihnachtsfeier 5,-) Eisenach, Brozentabgabe der Wähler- gleichzeitig jeder Verantwortung für Nachteile enthoben habe, die sie würde unfres Erachtens auf den erbittert sten Widerstand zahl 15,-. Eisleben, gesammelt von Parteigenossen 10,-. Falken- andren Personen durch den Gebrauch jener Vermögen und die der ganzen Gewerkschaftswelt stoßen und nach unsrer berg( Oberschl.) 2,-. Hanau, Uebersch. der Frauen und Jungfrauen Thätigkeit jener Beamten etwa zufügten. Seines Erachtens fönne Ueberzeugung von jedem Gesichtspunkt aus vom Fahnenjubiläum der socialdemokr. Partei 100,-. Hamburg, ie de Gewerkschaft, ob eingetragen oder nicht, in den Ber- er wünscht sein."( Schlußbericht der königlichen Untersuchungs2. Wahlkreis 1000,-. Harburg a. G., 17. Hannov. Wahlkreis 150, fonen ihrer Vertreter belangt werden, sobald die betreffenden Ber- tommission. S. 146.) Hastedt bei Bremen, Parteigenossen 10,-. bon sonen mit guten Gründen als die Vertreter der Gesamtheit( der HausGewerkschaft) betrachtet werden dürfen. Der Einwand, daß die Gelder der Gewerkschaft zum großen Teil für Hilfsfaffenzwede ver wendet und Witwen und Waisen Schaden leiden würden, wenn die Gewerkschaft in solcher Weise mit ihrem Vermögen für die bezeichneten Handlungen haftbar gemacht würde, fönne nicht für stich haltig erachtet werden, weil die Gewerkschaften ihre Beiträge unter fchiedslos in einen gemeinsamen Fonds zusammenwerfen.( Was in England allerdings meist der Fall ist.) # D Wahl" " un Danach ist zu erwarten, daß die englischen Gewerkschaften das dorf b. Neurode, Kopfspieler 3,-. Hamburg, 3. Erkenntnis der Lordskammer nicht stillschweigend hinnehmen werden. freis 3000,-. Stönigsberg i. Br., Beitrag der Parteigenossen 100, Allerdings wird sich auf dem Wege der formalen Rechtsbeschwerde Langenbielau und Umgebung, socialdemokratischer Wahlverein 50, faum noch etwas thun lassen. Es handelt sich also zunächst darum, Landeshut i. Schl., durch W. Schr. 15,-. Lahr i. B., Altvater 5,-. durch Sachverständige feststellen zu lassen, welches die volle Be M. Gladbach, durch die Fa. Büdermann Hoster von einem deutung und Tragweite des Erkenntnisses ist, um, falls diese un Berliner 3,- München, Waldläufer 5,-. München, 20 Prozent günstig lautet, von der Gesetzgebung selbst Abhilfe zu verlangen. bedeutet ersten Blick der Einnahmen des Gaues Südbayern 2. Quartal 1901 91,80. Auf den das Erkenntnis geradezu eine Revolution. Mit einem Schlage erklärt es die Gez Mariendorf, Sparverein Namenlos 20,- Nürnberg- Altdorf, socialdemokr. Verein 20,-. Neuhaldensleben- Wolmirstedt, Wahlkr., socialDiese Gründe schlugen bei den andren Mitgliedern des Ober- werkschaften für rechtsfähige Körperschaften. Welche Nachteile demokr. Verein 50,-. Oberlangenbielau, Arbeiter aus dem Eulen- gerichts durch, und so wurde die Gewerkschaft der Eisenbahner dies für sie haben kann, ist oben angedeutet worden. Aber gebirge 100.- Oberstein, 2. Quartal 8,56. Offenbach- Dieburg, nach dem Antrage der Klagenden Eisenbahndirektion für Haftpflichtig die Sache hat auch ihre andre Seite. Richard Bell, der GeneralWahlkreis 500,-. Pieragen bei Schirwind, A. P. 1,30. Pforz- erklärt. sekretär des Eisenbahnerverbandes, äußert sich denn auch keineswegs heim, durch Genossen St. vom socialdemokratischen Verein Daß durch dieses Erkenntnis neues Recht geschaffen worden ist, sehr niedergeschlagen über den Entscheid. Er werde, sezte er einem 13,81. Ronsdorf, allgemeiner Arbeiterverein, 2. Quartalsbeitrag fteht außer Zweifel. Das bestehende Gesetz ist in einer Weise aus- Vertreter des Daily Chronicle" auseinander, die Gewerkschaften 25,-, Gen. E. 28. 1,-, Ga. 26,-. Stuttgart, G. 11. 10,- gelegt worden, wie sie die bisherige Rechtspraris nicht fannte, und zur Stärkung der Centralleitungen beranlassen. Es Sommerfeld, durch Gen. B. 10,20. Sorau, von den Parteigenossen damit einer neuen Rechtspragis der Weg frei gemacht worden, deren wird fortan für sie unmöglich sein, noch länger unverantwortlichen 25,- Tönisheide 20,-. Vorwärts" 2. Quartal 1901 30 044,45. Folgen sich noch gar nicht absehen lassen. So läßt es sich noch Mitgliedern oder untergeordneten Beamten zu erlauben, ganz nach Bielau bei Zwickau, für die notleidenden Agrarier gesammelt zum nicht mit Sicherheit beurteilen, ob die Wirkungen dieses neuen Rechts Laune und Belieben zu handeln. Die Mitglieder werden stärkere Sommerfest Lößniz 2,10. Württemberg 100, Wurzen, von im Ganzen der Gewerkschaftsbewegung mehr vorteilhafte oder mehr Disciplin zu üben haben. Viele Streiks der letzten Jahre waren die Folge von Zuwiderhandlungen von Beamten oder Mitgliedern den Barteigenoffen des 11. sächsischen Reichstags- Wahlfreises 25,-nachteilige sein werden. Waldheim, socialdemokr. Wahlverein 30,-. Beiz, Wahlkreis Beiz- und entsprechenden Pflichten auszustatten, hat es bisher nicht gefehlt. werkschaften." Das werde sich jest ändern müssen. Andrerseits An Bestrebungen, die Gewerkschaften mit Körperschaftsrechten von Zweigvereinen gegen die Statuten und Instruktionen der Ge Weißenfels- Naumburg 50, gegen In der Quittung in Nr. 162 des Vorwärts" vom 14. Juli d. J. Noch in der königlichen Untersuchungskommission von 1892/94 über würden aber auch die Unternehmer ihre Haltung zu zu ändern haben. Wir haben muß es unter den Einzelbeiträgen des 4. Berliner Wahlkreises Südost die Arbeiterfrage kamen sie zum Ausdruck. Acht Mitglieder jener über den Gewerkschaften Kommission, darunter mehrere Großindustrielle,*) ein sehr angesehener einen Kompletten Rechtsboden erhalten, den die Prin nicht heißen Tischlerei Pork u. Specht, sondern Pook u. Schacht. Rechtsgelehrter( Sir Fred. Pollock) und ein radikaler Socialpolitiker zipale anzuerkennen haben werden. Denn angenommen, ein Für Flugblätter gegen den Brotwucher, 1. Serie,( Sir Leonard Courtney) schlugen in einem Sondergutachten vor, den Gewerbezweig habe 50 000 Arbeiter, von denen die Hälfte Gewerksind bisher eingegangen: Gewerkschaften das Recht zu verleihen, für den Zweck des Abschlusses schaftsmitglieder und die Hälfte Nichtgewerkschaftler sind was Guben, durch O. F. 16,- Gelsenkirchen durch M. 12.- dauernder und gegenseitig bindender Verträge mit Unternehmer- würde da eintreten? Die Prinzipale würden mit der Gewerkschaft Potsdam- Osthavell. Reichstags- Wahlkreis durch P. in Welten 50,- verbänden Körperschaftsrechte zu erwerben. Wir ersehen aus den in dem sichern Gefühl verhandeln können, daß sie durch das zu era 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis durch Sch. 408,- Brieg, durch Zeugenaussagen," schrieben sie, daß ein beträchtlicher und sehr zielende Abkommen die Mitglieder persönlich verpflichten würden. 3. 20,-. Halle a. d. S. 152,- Neumünster 24-. Strauß wichtiger Teil der britischen Industrie nach den Regeln von Nicht so im Fall der Nichtgewerkschaftler. Weder die Gewerkschaft berg 6, Köln a. Rhein 80,-. Hanau 56,-. Berlin, 4. Wahl- Stollettiv- Verträgen zur Ausführung kommt, die zwischen Hoch- noch die Unternehmer hätten diese in der Gewalt; ohne über eine treis Südost 200,-. Berlin, 3. Wahlkreis 144,-. Werdau organisierten Gewerbsverbänden in formgerechtester Weise geschlossen eigne Gewerkschaft zu verfügen, tönnten fie fich foalieren und einen 14,35. Deffaut 140,-. Niederbarnimer Reichstags- Wahlkreis 224,45. werden, und daß es immer mehr Praxis wird und in engem Bu- Ausstand veranstalten und über alle Abmachungen sich hinwegsetzen. Teltow- Beeskow- Charlottenburger Reichstagswahlkreis 477,35. Ham- fammenhang mit der Art und dem Umfang steht, auf Grund deren Die Unternehmer hätten kein Mittel in der Hand, sich außer gegenburg durch H. 23,90. Glauchau 4,90. Meerane 64,30. Wilhelmsburg 19,- heute die moderne Industrie betrieben wird, an die Stelle über einzelnen für die durch den Ausstand erlittenen Verluste schadBerlin, 1. Kreis 88,-. Königsberg i. Pr. 111,10. Magdeburg, von Verträgen zwischen Einzelunternehmer und den einzelnen los zu halten."" Im ganzen", schließt Bell, wird das Erkenntnis durch P. 201,20. Dresden, durch 5. 232,10. Lengen Arbeitern Verträge zwischen Vereinigungen zu setzen. Es scheint uns meiner Ansicht nach unsre Position stärken. Es muß auf die Nichtfeld i. V. 4,90. Velbert 9,50. Bremerhaven, durch aus den Beugenaussagen von Unternehmern und Arbeitern gleich gewerkschaftler großen Eindruck machen und die Wirkung haben, das D. 52,80. Lüdenscheid 24,-. Dortmund, durch den Kreis mäßig hervorzugehen, daß die Vorteile dieses Systems Wachstum der Gewerkschaften im Lande sehr zu fördern." vertr. 109,60. Beig, durch K. 151,-. Offenbach a. M. 54.10. feine Nachteile bei weitem übertreffen... Solche So Bell. Seine Bemerkungen weichen erheblich von dem oben Berlin, 5. Wahlkreis 140,-. Görlig, durch St. 148,60. Sorau 23,90. Verträge find thatsächlich die Anerkennung jener im Absatz 865 des mitgeteilten Gutachten der Arbeiter- Mitglieder der königl. ArbeitsR. Gera( Reuß) 65,80. Forft i. 2. 41,90. Durlach, durch W. 85,75. Berichtes erwähnten„ virtuellen" Teilhaberschaft zwischen denen, fommission ab, was sich wohl hauptsächlich dadurch erklärt, daß die Salzungen 9,50. Harburg( Elbe) 103,20. Neumünster, durch L. welche die Arbeitskraft, nnd denen, welche die Leitungsfähigkeit letzteren vor einem bloßen Vorschlag standen, der Führer des Eisen148,50. Ottensen, durch Kr. 180,10. Gießen 36,-- Mylau 7,20. liefern, und stehen daher im ganzen im Einklang mit dem Interesse bahner- Verbandes aber vor einer vollendeten Thatsache steht und schon Brandenburg a.. 100,- Verden 19,30. Rottbus 23,70 Sprem- des Gemeinwesens und den Bedingungen der modernen Industrie." daran denkt, im Fall ihrer Unabwendbarkeit ihr die günstigsten Berg 19.-. Gifenach 38,- Oldenburg 14,- Bamberg 14,50.( Schlußbericht S. 116.) Um aber den Gewerkschaften diese Fähigkeit Seiten abzugewinnen. Im übrigen ist abzuwarten, welches die AusWesterhüsen 29,30. Mannheim, durch Str. 157,50. Breslau, durch des Erwerbs der Rechte einer juristischen Bersönlichkeit zu sichern, funft der vom Eisenbahner- Verband angefragten Rechtsverständigen ist. H. 253,50. Greiz, durch N. 62,-. 4. Berliner Streis( Oft) 400,- genüge es nicht, heißt es weiter, Absay 4 des vierten Abschnitts vom Je nachdem sie ausfällt, wird die Gruppe der Arbeitervertreter im bestehenden Gefeß über die Gewerkschaften einfach aufzuheben. Selbst Barlament, der Bell angehört, ihre Aktion einrichten. Jedenfalls ist Die Partei Orte, die noch mit ihren Beträgen im Südftande wenn defien Bestimmung( wonach Gewerkvereine nicht auf Grund soviel sicher, daß die organisierten Arbeiter Mittel und Wege finden find, werden um baldige Regulierung ersucht. Bruchs von Verträgen mit andren Gewerbevereinen civilrechtlich werden, der Unbequemlichkeiten Herr zu werden, welche der neue Ed. B. Berlin, den 31. Juli 1901. haftbar gemacht werden können) fiele, könnten die Gewerkschaften Rechtszustand ihnen etwa zunächst verursachen sollte. solche Verträge nicht eingehen, Mangels ihrer Fähigkeit, als andrer Handlungen der Art ber Verwaltung Nachschrift: Soeben melden die englischen Zeitungen, daß ihrer Kassen und ihres Grundbesizes rechtlich belangt zu werden." Keir Hardie im Parlament den ersten Schaplord, Minister Balfour, ( Ebendaselbst.) interpellieren wird, ob und welche gesetzgeberischen Schritte die NeMan sieht, diese acht Sachverständigen waren damals der Ansicht, gierung unternehmen wird, um die durch das Obergerichts- Erkenntnis daß das, was jetzt das Obergericht als zu Recht erkannt hat, auf bedrohten Gewerkschafts- Fonds gegen Schädigungen durch chikanöse Grund des bestehenden Gesezes unmöglich sei. In einem Klagen sicherzustellen. Es wird von den verschiedensten Seiten beSondergutachten über das Recht der gewerblichen Koalitionen spricht stätigt, daß bei Abfassung des Gesezes von 1875 mit VorSir Frederic Bollock zwar davon, daß im Fall vou Streit unter bedacht davon abgesehen wurde, den Gewerkschaften KorporationsDer Rechtsentscheid, den der höchste Gerichtshof des Bereinigten Kontraktbruch der Unternehmer möglicherweise das Recht habe, charafter beizulegen. Das Erkenntnis des Obergerichts legt also britischen Königreichs, die Rechtstammer des Hauses der Lords, am die Anstifter des Ausstands für den Kontraktbruch zu belangen, aber nicht etwa bloß etwas in das Gesetz, was der Gesetzgeber seiner Beit 22. Juli d. J. gefällt hat, bedeutet eine große Veränderung dies geht auf die Personen, nicht auf die Gewerkschaft als Körper zu erwähnen vergessen hat, sondern etwas, was er nicht hineinlegen in der Rechtsstellung der britischen Gewerkschaft und ihr Vermögen. wollte. Indes find außer Bell auch noch andre Vertreter der schaften. Er verwandelt sie aus Verbindungen, die das Gesetz Obwohl nun die Urheber des vorerwähnten Vorschlags aus- Gewerkschaftswelt darüber im Zweifel, ob es zwedgemäß ist, rundbisher zwar ausdrücklich zugelaffen, aber als Körperschaften außer brüdlich betonten, das Recht, die Fähigkeit der juristischen Person weg die Herstellung des Bustandes zu verlangen, wie er vor Fällung halb der civilrechtlichen Haftbarkeit betrachtet hat, in Körperschaften zu erwerben, folle in feiner Weise einen Zwang einschließen, und des Erlenntnisses war. Bielmehr scheint man auf allen Seiten mit eivilrechtlicher Haftung. es außerdem den betreffenden Organisationen freistehen, sich darüber einig, daß die zu ergreifenden Schritte von sorgfältiger Anlaß zu dem Entscheid bot, wie schon gemeldet, eine Einhaltstlage, welche die Direktion der Taff- Chal- Eisenbahn- Der Herzog von Devonshire, Sir David Dale, Mr. George Prüfung der rechtlichen Tragweite des Erkenntnisses abhängig gemacht werden sollen. Sa. 5295,80. Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Kreuzbergstr. 30. Die Umwälzung im Rechtsstand der englischen Gewerkschaften. wegen Gesellschaft( Wales) im vorigen Jahre gegen die Gewerkschaft der Livesay, die ersten beiden Inhaber großer Eisenwerke, der lettere Eisenbahn Angestellten angestrengt und bis zur höchsten Leiter der Süd- Londoner Gasgesellschaft. Der Wuchertarif. Bulow der Starke. Ein Berichterstatter des„Pestcr Lloyd" deckt die Gedankentiefe des zollpolitischen Bülow auf. In Ermangelung der bisher angst- voll verheimlichten Begründung des Wuchertarifs kann die Ver- öffentlichnng im„P. Lloyd" eine Ahnung der Genialität geben, die jene Begründung dereinst offenbar machen:vird. Der Berichterstatter der durch einen dem Grafen Bülow nahestehenden Beamten unter richtet sein will, erzählt: „Graf Bülow hat niemand darüber im Zweifel gelassen, daß er eine Erhöhung der landwirtschaftlichen Zölle für nötig hält namentlich wegen der Ergänzung des HeereS, also derjenigen Einrichtung, auf der die Grundlagen des Deutschen Reiches ruhen und die keinen Augenblick vernachlässigt werden darf. Ohne den Anteil, den die übrigen Bevölkernngsklassen an der sogenannten Blutsteuer zu übernehnien haben, i'rgendivie zu unterschätzen, i't der Reichskanzler doch von der Uebcrzeugung durchdrungen, daß die Erhaltung eines kräftigen Vauernstandes und eines blühenden landwirtschafilichen Gewerbes zu den«»bedingten Voraussetzungen gehört, die eine zureichende und regelinästige Hecresergänzung sichern. Damit soll jedoch nicht gesagt sein, dag Graf v. Büloiv sich etwa die direkt Handels- und v'erkchrsfeindlichen Ansichten gewisser extremer l�yrarier zu eigen macht und gesonnen ist, seine tvirtschaftliche l�vlilik auf einer solchen Grundlage einznrichtcn. Wie sollte er sich der gewaltigen Entwicklung verschlicjzen, die durch die Aus breitung des Handels und Verkehrs in den letzten zehn Jahren im Anschlüsse an die Handelsverträge eingetreten ist, n»d ivaS sollte ihn veranlassen, mit einem' System zu brechen, von welchem auch der einseitigste Kritiker nicht wird behaupten können, das; es der deutschen Wirtschaft zum Schaden gereicht habe. Freilich andere Ilmstände erfordern andre Mittel. In den maßgebendsten Parlamenten der Bundesstaaten und im � Reichstage selbst sind unumstößliche Mehrheiten vorhanden, die gewillt sind, die Erhöhung der Einfuhrzölle für landwirtschaftliche Erzeugnisse zum Beschlutz'zu erheben. Damit muß auch der Reichs kanzler rechnen. Will die Reichsregierung dazu gelangen, überhaupt irgend welche Handelsverträge abzuschließen, und dazu ist sie natürlich fest entschlossen, so muß sie mit der Zusammensetzung des Reichs tags in erster Linie rechnen. Es wäre geradezu thöricht, über diese hinwegzusehen und ein Zollschema zu konstruieren, von dem im voraus feststeht, daß es niemals die Zustimmung der Reichsvertrctung finden wird. In derAngele-zenheit derBindung der landwirtschaftlichen Zölle nach unten verwies der Gewährsinann darauf, daß diese Bindung lediglich für die Getrcidezölle festgesetzt sei, alle übrigen Zollsätze des Tarifs aber als freie Verhandlungsvor- schläge bestehen bleiben, auf deren so weit ausgedehntem Gebiete die Nationen, die mit dem Deutschen Reiche zum Abschluß von Handelsverträgen zu gelangen wünschen, die erforderlichen Aus> gleiche suchen und finden könnten. Nalürlich ist der Zolltarif aus schließlich vom deutschen Interesse inspiriert und aus ausländische Ansprüche dabei zunächst keine Rücksicht genommen Ivorden. Daß die ausländische Presse an dem Entwurf kein gutes Haar läßt und sogar mit Drohungen arbeitet, werde gewiß hier keinen Eindruck machen. Graf v. Büloiv ist nickt der Mann, sich in irgend einer Weise einschüchtern zu lassen. Es wird für die inländische wie für die ausländische Presse in nicht ferner Zeit der Tag kommen. sich auf die wirklichen Interessen zu besinne», die bei eventuellen Verhandlungen über neue Handelsverträge auf allen Seiten au* dem Spiele stehen, und dann wird auch der Charakter des jetzt so sehr bekämpften Entwurfes als derjenige eines autonomen Tarifs, dessen geeignete Abänderung gerade de» Verhandlungen über Handelsverträge verbleibt, in seinem richtigen Lichte er« scheinen: Der Reichskanzler hat Zeit zu warten, bis dieser Tag kommt." Was hier als Bülowsche Weisheit dargeboten wird, mag dem großen Staatsmann wirklich als geistiges Eigentum gehören. Es ist ein rechter Bülow. Gewiß, die Junker und Großbauern müssen durch Zolltribute bereichert werden, auf daß die deutsche Armee bestehe» kann. Die Auswucherung und Aushungerung der Massen, die das Vater land verteidigen sollen, bedeutet gegenüber jenem vornehmsten Soldaten- und Offiziersmaterial eine gleichgültige Nebensächlichkeit. Nebensächlich sind auch die Drohungen des Auslandes. Wie einer derer von Frege kennt ein Bülow kein Erblassen. Mag auch das Ausland seine Grenzen gegen die deutschen Waren sperren, Graf Bülow läßt sich nicht einschüchtern. Der die glänzende Chinapolitik vollbracht, wie sollte der nicht mit einigen widerhaarigen Ocstreichern, Russen und Amerikanern fertig werden? Nur eine Macht ist da, der sich ein Büloiv beugt. Das ist das Parlament, der Reickstag. Graf Bülow will künftig nicht mehr um nachträgliche Indemnitäten bitten, er ahnt voraus, was der Reichs- tag lvill und vollbringt seine Wünsche, ehe sie ausgesprochen. Graf Bülow hat aus dem Geschick der Kanalvorlage gelernt und wird hinfort nur Gesetzentwürfe vor die Parlaniente bringen, für die eine Mehrheit gewiß ist. Der deutsche Reichskanzler erreicht in der Zollpolitik die absolute Vollendung. Hier ist höchste Weisheit mit unerschütterlicher Festig keit gepaart, beide Tugenden geziert durch verfassungstreues Be kenntnis zum Konstitutionalismus und Parlamentarismus. Glück liches Deutschland! Verunglückte Zollrechtfertigungs-Versuche. Die„Berk. Neuesten Nachrichten" haben nach langem Bemühen herausgefunden, daß unsere Zusaminenstellung deutscher und fremder Zollsätze im Leitartikel der S v n n t a g s n u m mer gänzlich wertlos ist. Das Blatt bemängelt unsere Berechnung der fremden Zollsätze in deutscher Währung, und vor allem wirft es uns vor, daß uns gar nicht bekannt sei, daß Frankreich einen„autonomen Minimaltarif" habe. Wäre das wirklich so, würde dadurch an unserer Tabelle nichts geändert, denn wir haben nirgends die Sätze des Minimaltarifs angezogen; indes ist die Angabe der„Verl. N, Nachr." nur eine Flunkerei. Deutlich heißt es in dem der Tabelle voraufgehenden Satz, daß unsere Zusanimcnstcllung die Sätze der Generaltarife Frankreichs und Ocstreichs iviedergebe,„nicht des Minimal- und Vertragstarifs, die bedeutend niedriger sind, vielfach um über 5 0 Prozent." Wie man von Sätzen eines Mini maltarifs sprechen kann, wenn man gar nichts von einem Minimaltarif weiß, ist wohl nur dem„Scharfmacher-Organ" verständlich. Doch lassen wir diese Versuche, durch allerlei Mätzchen die Auf- merksamkeit von der Thatsache abzulenken, daß die Agrarzollsätze der beiden genannten Länder von denen deS neuen deutschen Tarifentivnrfs bei tveitem übcrtroffen werden, und sehen wir uns die einzelnen Beschwerden an: „In Frankreich beträgt der Zoll für Tafeltrauben nicht 1,60 M., sondern 10 M., für verpackte Acpfel und Birnen nicht 1,60 bis 2,40 M., sondern 4 M., für Wurstwaren nicht 40—80, sondern nur 80 M. Die Tabelle unterläßt anzugeben, daß unverpackte Aepfel und Birnen und frische Gemüse in Frankreich zollpflichtig sind, und zivar mit 1,60 und 6,40 M., daß Frankreick sogar einen Kartoffelzoll von 0,32 M. hat. Der Verfasser thut ferner so, als ob die Kosten der Lebenshaltung sich nur durch die Getreide- und Viehpreise bestimmte».... Wir gestatte» uns deshalb, die Tabelle des„Vorwärts" noch durch einige derartige Artikel zu ergänzen. Es beträgt der künstige autonome Zoll für: in Deutschland in Frankreich in Oestreich * 40 80 20 Einfuhr verboten 6 Wir sollen also die französischen Zölle für Weintrauben, Aepfel, Birnen und Wurst zu niedrig angegeben haben. Die Sache verhält sich folgendermaßen: Der französische Tarif hat mehrere Zollsätze für Weintranben. Im Treibhaus gezogene kosten, wie wir angaben, 2 Frank pro 100 Kilogramm, andre Tafeltrauben 12 Frank Minimaltarif— 8 Frank). Weinlesetrauben in Fässern ebenfalls 12 Frank. Die„Berl. N. Nachr." nehmen den höheren Satz an und rechnen 12 Frank— 10 Mark. Selbst in diesem Fall aber bleibt bestehen, daß Frankreich einen niedrigeren Zollsatz hat; denn der deutsche Tarif fordert ohne Unterschied 15 M. pro 100 Kilogramm. Aehnlich' steht es mit dem französischen Zoll für Aepfel und Birnen. Sie trogen, wenn zur Bereitung von Aepfelwein, Most zc. bestimmt, einen Zoll von 2 Frank pro 100 Kilogramm, gewöhnliche Tafelbirnen und-Aepfel 3 Frank, andre 5 Frank. Wir stellten die beiden unteren Sätze in unsre Tabelle ein, die„Berliner Neuesten Nachrichten" wählen für ihre Zwecke natürlich den höchsten Satz; immerhin erreicht auch dieser noch nicht den deutschen Zollsatz von 6 Mark. Nun zur Wurst. Wir haben den Zollsatz mit 40—80 M. an- gegeben, das Sckarfmacher-Organ läßt nur 80 M. gelten. Richtig ist,' daß der Generaltarif nur 100 Frank für Wurstwaren nennt; 50 Frank(40 M.) ist der Minimalsatz, aber durch Beschluß der Kammer und des Senats ist der Regierung die Vollmacht erteilt worden, diesen Minimalsatz provisorisch auch den Ländern ein- zuräunien, zu denen Frankreich nicht in einem M e i st b e g ü n st i g u n g s v e r h ä l t ir i s st e h t. Gegen unsren Nachweis, daß Deutschland auf die betreffenden Artikel'den höchsten Zollsatz zu legen beabsichtigt, verschlagen diese Ausstellungen natürlich absolut gar nicht, und so greift das hoch- schutzzöllnerische Blatt dazu, hervorzuheben, daß Frankreich auch von Kartoffeln und frischem Gemüse Eingangszölle erhebt und zudem Zucker, Kaffee, Petroleum ze. höher besteuert als Deutschland. Letztere- ist richtig. Frankreich erhebt für einzelne Kolonial- waren höhere Zölle? aber gleichen denn diese die weitaus stärkere Belastung des deutschen Volks durch Getreide-, Fleisch-, Butter-, Obst- zölle usw. aus? Zudem aber gestatten sich die„Berliner Neuesten Nachrichten" hierbei einen kleinen Trick? sie vergessen hinzuzufügen, daß für P r o d u k t e aus s e i n e n K o l o n i e n und Schutz- l ä n d e r n, z. B. für Kakao. Kaffee, Thce und verschiedene Ge- würze, Frankreich durchschnittlich nur die Hälfte des gewöhnlichen Zolls fordert. Koniisch ist die Bemerkung:„Rauchtabak— Einfuhr verboten". Soll damit der Anschein erweckt werden, als dürfe in Oestreich und Frankreich nur einheimisches Kraut geraucht werden? Die Maßregel, die übrigens viele Ausnahmen zuläßt, erklärt sich einfach aus dem Bestehen des Tabaksmonopols in Frankreich und Oestreich.— Es bleibt also dabei, daß Deutschland das Reich der höchsten Lebensmittelzölle ist und selbst das hochschutzzöllnerische Frankreich übertrifft. Warum ist denn den„Berliner Neuesten Nachrichten" diese Feststellung so unangenehm? Schämt eS sich etwa der Politik des Wuchers, die sie doch sonst mit so starkem Nationalgefühl grund- sätzlich verficht. » Die Ccutrumswucherer. Nach Dr. Bachem hat sich ein Führer des bayerischen Centrums zum Zolltarifentwurf geäußert: Dr. P i ch l e r erklärte die Viehzölle als hinreichend, die Getreide- zölle aber bleiben hinter den Erwartungen der Landwirte zurück? ein Mindestzoll von 6 M. für alle Getreide- arten sei„sicher maßvoll". Was sagen die katholischen Arbeiter zu ihren Führern, denen der Brotwuchcr der agrarischen Regierung bei tveitem nicht genügt? Ter Ocrtelsche Dreister» �leuchtet wieder in der„Deutschen Tages- Zeitung" nach längerer Feriendnnkelnis. Das agrarische Hanptorgan hatte schon bisher einige Unzufriedenheit mit dem nicht genügend wucherischen Zolltarif aufgetragen, jetzt aber verstärkt es aus breiten Oertel-Lungen den geheuchelten Lärm Der Entwurf der Rcichsregicrung ist nichts als„halbe Arbeit"? er ist in„Verhältnis mäßigen Kleinigkeiten und Nebendingen anerkennenswert", aber in der Hauptsacke erweckt er„gewaltige Enttäuschung'. Ein M i n d e st tarif müßte für alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse estgesetzt werden. der für Getreide festgesetzte Mindest tarif ist„selbstverständlich keineswegs genügend";„die Mindest- Zollsätze für sämtliche Getreideartcn müssen unbedingt wesent iich erhöht werden." Schließlich erklärt das schreigewaltige Blatt: „Wenn man mit einem solchen Tarif die deutsche Landwirt- schaft zu retten und zu halten, zu festigen und zu sichern gedenkt, so giebt man sich einer fast unglaublichen Selbsttänschiing hin." So wird denn gewiß Herr Oertel durch seiner Rede Allgewalt mit uns den Sturz dieses unseligen Tarifentwurfs im Reichstag herbeiführen.—_ Aebevlrchk. Berlin, den 1. August. ).?■ Wer ist der Commis Aus der Schweiz wird uns geschrieben: Die amtliche„Berliner Korresp." war kürzlich in der Lage, eine höchst geheimnisvolle Gc- chichtc der Hunnenbricfe zu erzählen. Ein Luzerner Commis B. sollte danach dieselben in Luzern fabriziert und sie sodann nach China zur Spedition nach Deutschland gesandt haben. Vorausgesetzt, daß an dieser Geschichte etwas wahres ist, fragt es sich dann, wer denn wohl dieser merkwürdige Commis war und welches Interesse er an dieser sonderbaren Manipulation hatte? Wir erinnern uns nun. daß ja in Luzer» der berüchtigte Spitzel Normann-Schumann sein Hauptquartier aufgeschlagen hat. Da drängt sich denn der Verdacht auf, daß er. wenn er stächt clbst der mythische„Kaufmann" ist, der die Sache machte, jedenfalls seine Hand im Spiel gehabt hat. Ob er. der„diplo- malische Spitzel", dabei aus eigener Initiative handelte, oder von irgend einer andern Seite dazu angeregt wurde und zwar in Ver- ölg eines bestimmten Zweckes, wäre eben klarzustellen. So weit die Zuschrift unseres schweizer Korrespondenten! Wir haben, wie erinnerlich, als der Possenulk mit den fabrizierten Hunnenbriefen zuerst auftauchte, gleich einen ähnlichen Verdacht ge- äußert. Jeht aber geivinnt die Angelegenheit ein enistercs Interesse. Unser Kricgsministerium ist bekanntlich außerordentlich darauf erpicht, die Namen der Schreiber der Hunncnbriefe zu ermitteln. Auch im Reichstag hat Herr v. Goßler sich wiederholt darüber entrüstet, daß unsere Genossen ihm nicht durch Preisgebung der Namen die Möglichkeit einer Untersuchung geben wollten. Nun, Herr v. Goßler hat hier Gelegenheit, feine Sehnsucht nach Namen selbst einmal praktisch zu bethätigen. Wer ist der Fälscher der Hnnnenbriefe, wer t der märchenhafte Kommis B.? Es steht übrigens fest, daß der Allerwelts-Spitzel Normann- Schumann auch in den Diensten des Grafen W a l d e r s e e ge- landen hat. Wir kennen Zeugen, die in der Lage sind, das zu be- schwören. Der Spitzel gehört eben zu den Großen dieser Erde; auch der berüchtigte Lockspitzel Reuß befand sich, sogar in der photo- graphischen Verewigung, in der intimsten Nachbarschaft eines Bismarck— wer dies Verhältnis mit eignen Auge» sehen will, der blicke in die„Woche" vom 20. Juli S. 1279. AuS alledem ersieht man, daß der spaßhafte Kommis B. in Luzern jetzt wichtig zu werden anfängt. Der KriegSniinister möge also, als Opfer des Luzerner Schwindels, wie schon früher ein von den Normännischcn Hintermännern bedrängter Minister in die Oeffentlichkeit flüchten, und zunächst den Namen des Luzerncr Commis B. nennen. Er mag die Antwort auf unsere Frage nicht vergessen; denn Se. Excellenz kann sicher sein, daß wir unsere Frage nicht vergessen werden. Abtretung WcihaiwciS an Deutschland. Ein englisches Blatt läßt sich aus Shanghai die Sensations- Nachricht zugehen, daß zwischen England und Deutschland VerHand- lungen im Gange wären, die sich um die Abtretung Weihai- weis an Deutschland drehten. Die„Voss. Ztg." läßt sich darüber aus London telegraphieren: Eine Drahtung des„Daily Expreß" aus Shanghai vom 31. Juli meldet:„Hiesige gut informierte Kreise hegen die Be- sorgnis, daß England über kurz oder lang Wcihaiwei an Deutsch- land abtreten werde als Anerkennung für Deutschlands g u t e D i e n st e i ni I a n g t s e- G e b i e t".„Daily Expreß" bemerkt dazu, es veröffentliche die Meldung mit allem Vorbehalt. aber es läge nichts Unwahrscheinliches in dem Gc- danken. Wcihaiwei den Deutschen zu übertragen. Wcihaiwei habe sich ivenig oder gar nicht wertvoll für England erwiesen. Für Deutschland würde die Erwerbung des Hafens und des Forts von weit größerem Vorteil sein, als für England, und indirekt dürfte Weiha'iwei im Besitze Deutschlands sich vor- t e i l h a f t für England erweisen, weil es dann einen st a r k e n P u f f e r g e gen Rußlands Vordringen nach Süden bilden würde. Für die Wahrscheinlichkeit des Ge- rüchts spreche auch ein jüngst eingegangenes Telegramm, dem zufolge der Bau des Forts in W e i h a i w e i e i n g e st e l l t worden i st. Allzu wahrscheinlich klingt die Meldung gerade nicht.„Daily Expreß" ist als Sensationsblatt bekannt, und die Zumutung Englands an Deutschland, ihm Weihaiwei abzunehmen und sich künftig in Englands Interesse Rußlands Vordringen entgegen- zuwerfen, setzt denn doch eine größere— Naivetät der deutschen Regierung voraus, als selbst wir ihr zutrauen. Andrerseits verrät das Blatt so offenherzig die A b s i ch t e n der englischen Verhökerung. daß Deutschland schon fest auf den englischen Köder angebissen haben müßte, um nicht durch derartige freundschaftliche Zumutungen vom Handel abgeschreckt zu werden. Es ist keine Frage, daß Deutschland keine größere Dummheit begehen könnte, als sich durch Abnahme dieses verlorenen englischen Postens noch mehr zum Puffer Englands herzugeben, als das schon durch die„Pachtung" Kiautschous und den China-Krenzzug gc- schehen ist. Freilich türmt die ganze deutsche Chinapolitik Fehler auf Fehler. Der erste Fehler war schon, daß Deutschland sich von Ruß- land 1395 dazu mißbrauchen ließ. Japan zu Gunsten Riißlands die Errungenschaften seiner Siege zu entreißen. Hätte Deutschland Japan gewähren lassen, so wären die Absichten des Polypen Ruß- land auf China in der natürlichsten Weise durchkreuzt und die Vicrtelmilliarde des China-Krcuzzugs wäre erspart worden. Der zweite Fehler war die„Pachtung" KiantschouS, die Rußland sofort veranlaßte, ebenfalls eine Pachtung vorzunehmen. Am 15. No- veinbcr 1897 wurde Kiautschou von den deutschen Truppen besetzt, am 16. Dezember trat Prinz Heinrich seine Chinareise an, am 13. Dezember bezog ein russisches Geschwader Port Arthur als„Winterquartier." Am 5. Januar 1393 wurde der„Pachtvertrag" über Kiautschou mit China abgeschlossen; im März 1893 wurde ein gleicher Ver- trog Rußlands über Port Arthur mit China ratifiziert und im April ließ sich England das Port Arthur gerade gegenüber belegene Wcihaiwei von China abtreten. England glaubte sich in Weihaiweih einen Puffer gegen Ruß- land geschaffen zu haben, nachdem eS aber inzwischen seine Ohn- macht Rußland gegenüber eingesehen hat, sucht es jetzt einen robuste» Dummen, der an seiner Stelle die russischen Püffe pariert. Wie gesagt, einstweilen trauen wir der deutschen Regierung die Naivetät nicht zu? immerhin kann eS nichts schaden, der Sache einige Aufmerksamkeit zuzuwenden.— »« * Deutsches Iteich. Albert Ziethen gestorben. Im Zuchthanse zu Werden ist am Mittwoch, 56 Jahre alt, der Barbier Albert Ziethen gestorben, an einer Lungenentzündung. Siebzehn Jahre hat der Unglückliche im Zuchthause gesessen und Ivähreud der ganzen Zeit ward er nicht müde, seine Unschuld zu be- tenern. Ja, er war so durchdrungen von seinem Recht, daß er jedes Begnadigungsgesuch verschmähte. Er war' wegen angeblicher Ermordung seiner Frau zum Tode verurteilt worden? die Strafe wurde dann in lebenslängliche Zucht- hausstrafc umgewandelt. Zu feiner Verurteilung führte ein lose auf- gebauter Jndizienprozeß. Von Anfang an gab eS Stimnien, die an seiner Schuld zweifelten. Paul Lindau hat seiner Zeit mit geradezu mathematischer Sicherheit den Nachweis zu führen versucht, daß er unmöglich der Mörder sein konnte. In den letzten Jahren bildete sich ein Komitee, das energisch eine Wiederaufnahme des Ver- fahrens anstrebte. An seiner Spitze standen zwei Männer, die.miii selbst tot sind: Moritz v. Egidy und unser Wilhelm Liebknecht. Wie immer man zu der Schuldfrage stehen mag, ob man die Unschuld für erwiesen, für wahrscheinlich oder nur für zweifelhaft hält, das Rcchtsgefühl bäumt sich dawider auf, daß die deutsche Justiz nicht einmal die von allen Seiten gewünschte Wiederaufnahme des Verfahrens über sich gewann. Jetzt ist Albert Ziethen tot. Er hat seine Schuld gesühnt, Iv e n n er schuldig war. Ist er aber unschuldig gewesen, so ist die Justiz nicht mehr im stände, ihren furchtbaren Irrtum zu sühnen, so weit das persönliche Schicksal des Mannes in Betracht kommt. Nur für seinen Name n kann noch etwas geschehen I Rechtsanwalt Victor Fränkl. der Verteidiger Ziethens, fügt der Todesnachricht in einer Zuschrift an uns folgende Bemerkungen hinzu: Welche Folgen dieses traurige Ereignis für das Betreiben eines Wiederallfnahn'ie-Verfahrens haben werden, kann im Augenblick noch nicht gesagt werden; der Z 401 der Straf-Prozeßordnung läßt ein solches auch für den Fall des Todes des Verurteilten zu. Jedenfalls aber wird man nunmehr mit einer genauen Ver- öffentlichnng des gesamten Materials und einer Publikation der Briefe Ziethens, die einen psychologisch höchst wertvollen Einblick in die Tragödie bieten, nicht mehr zu zögern brauchen; das Bedenken, dem Inhaftierten. dem der schriftliche Verkehr mit seinem Brudergänzlich untersagt war, durch die Ver- öffentlichlingen etwa' zu schaden, braucht jetzt ja nicht mehr obzu- walten.— Hintertreppe»- Politik. Herr Martin H i l d e b r a n d t. der vorgestern in Sachen der Verhökcrung des Zolltarifs genannt wurde. esndet uns eine längere Erklärung, aus der wir das Folgende ent- nehmen: Nachdem der Polizei-Offiziosus des„Berliner Lokal« Anzeiger" in der Zolltarif- Affaire der Oeffentlichkeit auch meinen Name» als den eines der Berliner Journalisten genannt hat. die mit einer Haussuchung beglückt worden sind, sehe ich mich, schon um der Marke willen, die man der Sache anzuhängen sucht, veranlaßt, das Wort dazu zu nehme». Hat man mich recht unterrichtet, so verdanke ich die Hailssuchung bei mir dem Umstände, daß bei der Haussuchung, die der in meiner Wohnung voranging, ein Brief abgefangen wurde, in dem ich als der vermutliche Veranlasser jener Londoner Meldung des„Berliner Lokal-Anzeiger" bezeichnet werde, durch die angeblich die Einleitung einer Untersuchung herbeigeführt worden ist. In welchem Irrtum der Schreiber jenes unzeitigen Briefes befangen war, als er seiner für mich nichts weniger als schmeichel- haften Vermutung Ausdruck gab, wird die verehrliche Redaktion des „Berliner Lokal-Anzeiger" sehr viel schlagender als ich beweisen können, indem sie ihren mir von Namen und Person unbekannten Londoner Korrespondenten bittet, sich darüber zu erklären, ob und Ausland. Dänemark. Der Boeren- Krieg. Uebertritt eines Boerenkommandos auf portugiesisches Gebiet. Ein Boerenkommando mit zwei Geschützen ist auf portugiesisches Gebiet übergetreten und lagert bei Guane g. 500 Maun portugiesischer Truppen sind bereits dort. Artillerie ist heute früh von hier abgegangen und weitere 360 Mann find zum Abmarsch dorthin bereit, falls sich die Boeren nicht ergeben. welcher Einfluß seine Drahtung etiva bestimmte? Ich fürchte nicht, Schnellzug nacheilen. Die Schweizer Blätter aber machen sich jetzt daß seine Erklärung mich als Hintertreppen- Politiker entlarvt. mit Recht über die Kleinlichkeit unsrer 8ollbehörden lustig und Ich hege übrigens berechtigte 3 weifel daran, einmal, daß preisen die gute, alte Zeit, wo man den Gefühlen historischer die thatsächlichen Behauptungen jener Londoner Bundesfreundschaft noch praktischen Nachdruck verleihen konnte, ohne Drahtung richtig sind und ferner daran, daß der Reichs- dabei in engmaschigen Zollgehegen hängen zu bleiben. kanzler durch die Befürchtung, es habe ein Druderemplar der für den Bundesrat gedruckten Zolltarifgeschesvorlage seinen Weg in die Redaktion der Londoner Finanz- Chronik" gefunden und befinde sich dort seit etwa zwei Wochen, zur Bekanntgebung des Zolltarifs gedrängt worden sei. Selbst wenn man, wie der Vorwärts", Das Programm des neuen Ministeriums. Das Programm die Möglichkeit offen läßt, daß die Redaktion der Finanz- Chronit" der Linfen"-Partei, der sämtliche Minister angehören und deren Aus AliwaInorth wird gemeldet: Die Kolonnen des von der ihr angeblich gelungenen Acquisition einen ihr vorteil entschiedenster Vertreter der Verkehrsminister Hörup ist, lautet in Generals Senor find in Bethulie und Aliwalnorth eingetroffen. Gine hafteren Gebrauch als den der Publikation in ihrem Blatte gemacht seinen Hauptgrundsäßen wie folgt:„ Es ist, auch nach der( ver- derselben nahm den Feldkornet Pretorias gefangen. hätte, so spräche das gerade dafür, daß eine Besorgnis darüber über- schlechterten) Berfassung vont 1866, das Folketing, das Präsident Steijn hat für den 8. und 9. d. Mts. öffentliche Gebete flüssig gewesen wäre. Wäre die Finanz- Chronit" im Besige der die Zügel des konstitutionellen Lebens in Händen hat; im ganzen Oranjefreistaat angeordnet. Der Direttor der amtlichen Druckschrift gewesen, fie hätte gewiß, und zumal nach den daraus, daß diese schwerer zu führen sind, wenn das Lands Transvaalstaatstafse wurde gefangen genommen Mitteilungen des„ Stuttgarter Beobachters" auch nicht einen Augen- ting einen hemmenden Einfluß ausübt( wie nach der Ver- und nach Aliwalnorth gebracht. blid gezögert, ihr Material zum Besten zu geben. faffung von 1866), als wenn es einen fördernden ausübt Die tägliche Verlustliste der Engländer für Südafrika umfaßt Aus meinem journalistischen Empfinden heraus bestreite ich( wie nach der Verfassung von 1849), folgt, daß mm um so größere für den 31. Juli 8 Tote, 13 Verwundete und einen Vermißten, demnach sowohl die Richtigkeit der Londoner Meldung, als auch die innere Straft beim Folketing erforderlich ist, nicht aber, daß das jener Annahme, daß zur Publikation des Zolltarifs eine in London Folketing das ihm von der Verfassung angewiesene Ziel fahren Kein Verzicht auf die Unabhängigkeit. drohende Publikation gedrängt habe. laffen solle, ohne dessen Erreichung das tonstitutionelle Leben ohne Haag, 1. August. Wie verlautet, hat Strüger den Vorschlag der Dafür spricht auch noch ein andrer bemerkenswerter Umstand. wirklichen Inhalt bleiben würde. Das Folketing hat nämlich seinen Königin Wilhelmina, auf die Unabhängigkeit Transvaals zu ver Bejäße die Finanz- Chronik" das angebliche Druckeremplar, so be- Haupteinfluß auf ein für die Regierung ganz notwendiges Gesez, zichten und sich mit der inneren Autonomie zu begnügen, in welchem fäße es auch die der Vorlage sicherlich beigegebene amtliche das Finanzgefeß, unbeschnitten bewahrt. Dieses verfassungs- Fall die Königin eine aussichtsvolle Intervention zusagte, abgelehnt. Begründung. Sie hätte demnach auch nach der Veröffentlichung mäßige Vorrecht giebt dem Folketing die Macht, jeder Strüger werde dem Beispiel Washingtons folgen, welcher 7 Jahre des Zolltarifs durch den„ Reichs- Anzeiger" der Deffentlichkeit ein Regierung, die fich seinen Bestrebungen widersetzt, die Existenz im gegen England gekämpft und schließlich auch die Unabhängigkeit errecht schäzbares Material, nämlich diese Begründung, mitteilen möglich zu machen und es so nach und nach als Regel einzuführen, reicht habe. können. Das hat sie bisher nicht gethan. Ich vermute wiederum, daß die Regierung die Anschauungen der Mehrheit des Folketings weil sie zu ihrem Bedauern nicht in der Lage dazu ist. repräsentiert, was mit andren Worten die Durchführung der parlaDaraus ergiebt fich für mich, daß die ganze Sensationsgeschichte vermutlich ihre Stüge in einer vorzeitigen Renommage haben wird. Das soll natürlich nicht ausschließen, daß der Zufall der Kriminalpolizei die Freude bereitet hat, die Fäden einer mißlungenen journalistischen Spekulation, die ihr auch wertvoll in dem sie tragikomischerweise ins Wasser gefallen war. Das, was genug fein mögen, in dem Augenblick in die Hände zu bekommen, erst vielleicht in Sag gegeben hatte, wurde am selben man in London eben hätte veröffentlichen können, und was man e ben Tage durch die Reichs- Anzeiger"-Beilage wohl weit überholt. mentarischen Regierungsform iſt. Die Juni- Verfassung( von 1849) in ihrem vollen Umfang ist ein moralisches Recht des Volkes. Unfre Entwicklung soll darum im Geiste dieser Verfassung gefördert werden. 1 Allgemeine Unsicherheit in der Kapkolonie. Der Korrespondent der„ Daily Mail" schildert in einem längeren Bericht die Lage der Kaptolonie als sehr traurig. Er sagt darin, der legte Schuß in diesem Kriege werde vielleicht im Angesicht der See abgefeuert werden, und es sei wahrscheinlich, daß noch In Hinsicht auf die bürgerliche und politische Gleichheit und lange, nachdem die wirklich Kriegführenden die Waffen niedergelegt gestellt werden. Freiheit soll jeder ohne Rücksicht auf Stand und Vermögen gleich hätten, Rauben und Plündern in der Kapkolonie herrschen werde. Der letzte Unbegründete Vorrechte( Privilegien) werden ab- Ginfall der Boeren habe die Anzahl der Rebellen startaneingeführt werden." geschafft. Ein gleiches Wahlrecht im Geiste der Juni- Verfassung soll schwellen lassen. In manchen Gegenden seien über 200 2eute zu den kommandos gestoßen, deren Stärke dadurch Dies ist das Verfassungsprogramm der Linken vom Jahre 1872; fehr zugenommen habe. Die Nebellen vermeiden aber, ant Eine Bemerkung noch, über die Kritiklosigkeit, mit der gewiffe 1895 stellte die Partei daneben ein Reformprogramm auf, dessen Kampf teilzunehmen, fie begnügen sich damit, zu plündern, und Blätter polizeioffiziöse Mitteilungen hinnehmen, möchte ich nicht wichtigste Forderungen lauten: Eine freifinnige Zollreform in Ver: zeigen den Boeren die Pläge, wo Vorräte zu holen sind, da die unterdrücken: Es war die Bossische Zeitung", in der sogleich zu bindung mit einer Vermögens- und Einkommensteuer und im all- englischen Truppen durch Garnisondienste beschäftigt werden. Es Lesen stand, daß in der Affaire nicht politische, sondern lediglich gemeinen eine Umordnung unsres Steuerwesens in Staat und herrscht eine allgemeine Unsicherheit in der ganzen eigensüchtige Motive das treibende Moment gebildet hätten. Der Kommune. Herabsetzung der Militärausgaben. Kolonie. Eine Reform gleichen Behauptungen, für die der Wunsch der Vater des Ge- der Volksschulen. Sollten wirklich 200 000 Engländer nicht mit ein paar zers Eine Reform der kriminellen und militärischen Dantens ist, sollten doch von der Presse in allen An- Rechtspflege. Eine Verbesserung der Altersversorgung usw. spengten Räuberbanden fertig werden können? Wahrscheinlich sind gelegenheiten ihrer Nachrichtenbeschaffung ein für allemal Der jezige Verkehrsminister Hörup sagte in einer Wähler- die Rebellen doch keine so harmlojen, jedem Kampfe ausweichenden zurückgewiesen werden. Der journalistische Dienst zwingt, versammlung furz vor den Wahlen am 3. April:„ Wir und die Räuber, wie das englische Blatt behauptet. Um die fortwährenden wie jeder andre, zur Arbeitsteilung und innerhalb dieses Dienstes ist Socialdemokratie haben das mit einander gemeinsam, daß wir Des Standrechteleien gefangener Rebellen zu rechtfertigen, ist es freilich die Nachrichtenbeschaffung zweifellos ein durchaus legitimer Erwerb. mokraten sind. Wir stehen auf der Grundlage des allgemeinen nötig, die tapferen Freiheitskämpfer zu gemeinen Daß Mitteilungen, an denen ein erhebliches öffentliches Interesse Wahlrechts, auf dem Boden der Verfassung, darum find Stäubern zu stempeln! besteht, von vornhinein nicht anders, als auf strafbarem Wege er- wir Gegner der Alleinherrschaft des Privilegierten Wahlrechts, langt werden könnten oder zu erlangen sind, ist nicht einmal die und darum find wir Gegner der Partei- Nachrichten. Ausnahme von der Regel. Die Presse ist schließlich ein Instrument, streiches. Wir sind Gegner des Militarismus. Aber ich für meinen das jeder zu spielen sucht, der die Oeffentlichkeit zu beeinflussen Teil füge noch einen Grund für die Allianz mit der Socialdemokratie Der Schiedsspruch über die Hamburger Accordmaurer wünscht. Je heimlicher, umso lieber. Daß solche Leute, und zuweilen hinzu, nämlich den, daß die Socialdemokratie einen wird vom Vorstand des socialdemokratischen Vereins Magdeburg follen es jogar Minister sein, die einem Kollegen ein Bein Shimmer geistigen Lichts und geistiger Freiheit auf die Tagesordnung der demnächst stattfindenden Parteiverfamm stellen möchten, zuweilen munkelt man auch von reichsverdroffenen über Tausende von Heimstätten verbreitet hat, die früher lung gefegt. Dazu wird der Vorstand folgende Resolution be= Bundesregierungen, die von der preußischen Wirtschaft eben nicht unter der Finsternis des Aberglaubens und der Verdummung geerbaut find, die Adressen von Journalisten kennen, deren Nachrichten- fnechtet lagen. Darum, müssen wir die Socialdemokraten in ihren dienst einem gewissen Vertrauen begegnet, ist nicht weiter ver- Streisen stügen und sie werden uns wieder stügen." wunderlich. Daß sie aber etwaigen Sendungen ihre Visitenkarten beilegten, ist nicht Mode. Nicht der Journalist sucht gewisse Nachrichten auf, sondern gewisse Nach Spionage Affaire. Aus Chambery wird über eine neue richten fuchen den Journalisten. Sogleich also einem Spionage Angelegenheit folgendes berichtet: Die französischen Polizei- Offiziofus das Sprüchlein nachzubeten, das man ihm ein Militärbehörden haben einen Soldaten verhaftet, welcher die getrichtert hat, das sollte, in unabhängigen Blättern wenigstens, Pläne der Festungsbatterien von Montmelian nicht vorkommen. Ich wüßte nicht, was mich, der ich diesen Dingen an Italien verkauft haben soll. Im französischen Kriegsan sich fernstehe, daran hindern sollte, eine Kenntnis, die mir zu fällig zu teil wird, und an der ein erhebliches öffentliches Intereſſe ministerium erklärt man, nichts Näheres über diese Angelegenheit zu wissen. besteht, auf dem Wege zu verwerten, den mir mein Beruf bietet? Die Presse und ihre Angehörigen sind die letzten, die an solchen Vorkommnissen eine Schuld trifft. Beliebt es der Regierung, mit Dingen Geheimnisträmerei zu treiben, die das öffentliche Jutereffe angehen, so wird sie damit rechnen müssen, daß es auch Leute giebt, deren Interessen das Gegenteil wünschenswert machen. In der Politik ist die Hintertreppe nicht eben nur der Zugang für das Preßgefinde. Auch Herrschaften pflegen dort auf und abzugehen. " = Frankreich. Italien. Männer des Staatsantragen: in dem Spruch, den das Hamburger Schiedsgericht in der AnDie Magdeburger Parteigenossen und Parteigenossinnen sehen gelegenheit der Accordmaurer gefällt hat, teine den Traditionen der Partei entsprechende Entscheidung; sie mißbilligen denselben aufs entschiedenste und erwarten eine baldige Staffierung des Schiedsspruchs." Totenliste der Partet. Jn Achim( Provinz Hannover) starb der Genosse Karl Deite, bis vor kurzem noch dem dortigen Agitationstomitee angehörend. Fast bis zum letzten Atemzuge hat der wadere Genoffe feine Pflichten als zweiter Bevollmächtigter der Zahlstelle des Tabatarbeiter Verbandes wahrgenommen. Während seiner Krankheit mußte der Verstorbene auch das Leiden seiner Frau mit ansehen. Nun sind sie fast zu gleicher Zeit im Tode vereint Zur Ministerkrise. Nach den römischen Blättern hat Finanzminister Wollemborg seine Entlassung eingereicht, worden; eine halbe Stunde nach dem Tode des Genossen Deite ver weil der Ministerrat seine Steuerreformplane nicht starb auch seine Frau. Ein seltsames und gewiß feltenes Geschick, das billigt. Der Tribuna" zufolge wird der Ministerpräsident die im Leben stets Vereinten mun auch eine gemeinsame Ruhestätte Banardelli die Neubefezung dieses wie auch des erledigten finden läßt. Alle Genossen, welche den Verstorbenen gekannt haben, derbauminister Postens ohne alle Ueberstürzung in die werden ihm stets ein ehrendes Andenken bewahren. Hand nehmen. Der Parteitag der Socialdemokratie Norwegens. dem man munkelt, daß er selbst in der Presse gegen den Finanzminister und dessen Pläne Stimmung zu machen sucht. Mit der Steuerreform zu Gunsten der besiglosen Schichten, die das neue Kabinett seiner Zeit programmatisch ankündigte, scheint es danach sehr zweifelhaft auszusehen. leber die Absichten der Wollemborgschen Steuerreform wird Der Subventiofus des Bundes der Landwirte, Bauer- Bonn, erklärt die Nachricht der Münchener Post", er habe seiner Beit gemeldet: Soeben ist der dritte Steuerreform- Entwurf erschienen, Die Diskussion über das Reformprogramm der Partei war eine unserem Kölner Parteiorgan seine Mitarbeit angeboten für eine der das Oftroi in sämtlichen Gemeinden des Landes abschaffen sehr eingehende. Durch den Antrag, an Stelle des direkten Wahlfrei aus dem Handgelenk erfundene Lüge." Auch will er das wiII, aber 200 millionen neue Steuern auf die Rente legt. rechts in Einzelmanns- Wahlkreisen( in Norwegen besteht das indirekte Blatt verklagen! Im Oppositionslager ertönt schon allenthalben die Sturmtrompete System; 100 Wahlberechtigte auf dem Lande oder 50 in der Stadt Hoffentlich vergißt Herr Bauer seine Absicht nicht wieder. Als gegen diesen„ revolutionären" Reformversuch, der den gewählen einen Wahlmann) das Proportional- Wahlsystem zu ver wir von seinen Subventionen erzählten, sprach er auch von Verungsam belasteten Grundbesig vollends zu zer langen, wurde eine lebhafte Debatte hervorgerufen. Der Antrag wurde leumbung und Lüge. Klagen aber wollte er nicht, weil wir ihn stören droht". Der größte Gegner Bollenborgs schließlich gegen 5 Stimmen abgelehnt.- Von der Parteileitung war der gar nicht beleidigen könnten! Nun auf einmal sollte er die ist in diesem Punkte sein Kollege, der konservative Schatz Antrag gestelt worden, die Forderung:„ Aufhebung der Staatskirche" in schüßende Theorie des Nicht- beleidigt werden- lönnens aufgegeben minister und Großgrundbesiger Di Broglio, von das Programm aufzunehmen. Auch über diesen Punkt wurde lebhaft haben? diskutiert, aber auch dieser Passus wurde abgelehnt und zwar mit 42 gegen 36 Stimmen. Die Gegner des Antrags stellten sich auf den Standpunkt, daß die Anhänger der Sekten die reaktionärsten und doktrinärsten Elemente unter den Religiösen feien, und daß eine Kirche, die unter der Kontrolle des Staates stände, nicht so viel Unheil anrichten könne, als private Religionsgemeinschaften. Der Programmpunkt, der die ländliche Arbeiterfrage betrifft, war einer Kommission zur Bearbeitung überwiesen worden. Diese Kommission ist aber zu der Ansicht gekommen, daß diese Frage von so umfassender Bedeutung ist, daß eingehende Untersuchungen zu ihrer deshalb ein Komitee von sieben Personen gewählt, das nach gründBeurteilung notwendig sind. Auf Vorschlag der Kommission wurde Das Reformprogramm der Partei, das im Laufe licher Prüfung dem nächsten Parteitag Vorschläge über diesen Punkt zu machen hat. der Verhandlungen in mehreren Punkten abgeändert worden ist, wird später veröffentlicht werden. Zur Abänderung der Statuten der Partei lagen mehrere Anträge vor, die teilweise eine gründliche Umgestaltung der Organisation bezweckten. Auch hierfür wurde eine fiebengliedrige Der nicht bestätigte Gemeindevorsteher. Wir meldeten kürzlich, daß der von den Gemeinderäten in Slamen gewählte Gemeindevorsteher Zimmergeselle Friz Lehmann von der Regierung nicht bestätigt worden sei, angeblich, weil er keine Zeit und fein Talent zu dem Posten hätte, in Wirklichkeit aber, weil er ein Arbeiter war. Jezt ist der Beanstandete mit 10 gegen 6 Stimmen wiedergewählt worden. Berlin kann sich an Slamen ein Beispiel nehmen.Afien. Chinesisches. In Kanton wurde ein heftiger, gegen die Fremden gerichteter Aufruf der Boyer angeschlagen, der gegen die EinDie Züricher Sirfebreifahrt mit Zollhinderniffen. Ausführung Straßburg wird uns geschrieben: Am verflossenen Sonntag fremden Mächte zu zahlenden Entschädigung notwendig geworden Straßburg wird uns geschrieben: Am verflossenen Sonntag führung der Haussteuer Einspruch erhebt, welche infolge der an die trafen auf dem Rheine etwa 30 Mitglieder des Züricher Limmattlubs hier ein, nachdem sie die ganze etwa 300 Kilo- ist. In dem Maneranschlag heißt es, wenn die chinesische Regierung den Forderungen der Mächte nachgeben und die Steuer eintreiben meter lange Fahrt, die Limmat und Aare hinab, durch die Rhein- werde, sei der Ausbruch eines großen Aufstandes sicher. feldener Stromschnellen und über Basel den Rhein hinunter, au Die chinesischen Bevollmächtigten zeigen sich Wasser in einem sogenannten Weidling innerhalb knapp 2½½2 Tagen besorgt über die politische Bedeutung des Besuches zurückgelegt hatten. Just an derselben Stelle, wo vor genau ber tibetanischen Gesandtschaft beim garen; sie 325 Jahren das glüchafft Schiff" der Züricher mit dem Hirsebrei anlegte, um die Bundesfreundschaft mit Straßburg zu glauben, Tibet beabsichtige eher einen Anschluß an Rußland als an Kommission gewählt, die im Laufe eines halben Jahres diesbezüg besiegeln, landeten auch diesmal die Schweizer, enthusiastisch England oder China. Wie die Nowoje Wremja" aus Moskau meldet, ist die tibeta- liche Vorschläge zu veröffentlichen hat, über die der nächste Parteitag begrüßt von Neu- Straßburg. Anstatt des Hirsebreies bildete diesmal nische Gesandtschaft gestern von dort in die Heimat abgereift. endgültig entscheiden wird. jedoch ein mächtig" Müsterle" Schweizerfäse im Gewicht von Wilhelm II. als China historiker. In der Straß schönen Stadt" bestimmt hatten. Sie verlebten dort einige vergnügte schreibt der Kaiser eine historische Abhandlung über die Erſtürmung rund 25 Pfund das Angebinde, das die fühnen Fahrer der„ wunder- burger 8tg." lesen wir: Wie der Manchester„ Guardian" wissen will, Lage, deren Glanzpunkt der Moment bildete, wo der faftige Säße der Tatuforts. Die erste Auflage, die 250 Seiten umfaffen soll, ist laib im Gartenrestaurant der Rheinlust" feierlich zwischen den nur für den Privatgebrauch von regierenden Fürsten, Miniſtern und Straßburgern und ihren Gästen geteilt wurde. Dann nahmen diese solchen Kommandeuren bestimmt, welche an der Aktion teilgenommen Abschied von ihren neuen Freunden, um über Offenburg und Basel hatten. Die späteren Auflagen sollen in den Handel kommen. per Eisenbahn wieder ihrer Heimat zuzueilen. Jedoch das Auge der deutschen Behörde hatte eifrig gewacht und von der unverzollten Käseeinfuhr Wind bekommen. Zu Freiburg i. B., wo die Züricher auf der Heimreise einen mehrstündigen Aufenthalt genommen hatten, wurden sie kurz vor ihrer Abreise auf dem Bahnhof von 3 Polizei beamten angehalten und mußten ihren Präsidenten zurücklassen, den man für die betreffende Zollkontravention haftbar machte. Der Arme sah sich vor die Alternative gestellt, entweder sofort 400 M. in Bar zu hinterlegen, oder aber sich so lange in polizeilichem Gewahrsam Afrika. Algier, 1. August. Die Weldungen englischer Blätter, nach welchem türzlich ein Gefecht in der Umgegend von iguig stattgefunden haben soll, werden jegt amtlich für unbegründet erklärt. Amerika. Besuch Krügers bei Mac Kinley.„ Daily Mail" berichtet zu begeben, bis die Summe beigebracht war. Da seine Börse nach aus Amsterdam: Der Besuch Krügers bei Mac Kinley ist nunmehr den Strapazen der Straßburger Festtage begreiflicherweise nicht endgültig festgesetzt. Präsident Krüger wird sich Mitte September allzuviel Moneten mehr barg, wollte man den Schweizer eben abführen, allzuviel Moneten mehr barg, wollte man den Schweizer eben abführen, nach den Vereinigten Staaten einschiffen. Das amerikanische Boeren als ein glücklicher Zufall ihn einen Freund aus der Heimat treffen ließ, fomitee ist bereits von dem Besuche unterrichtet worden. der zur Begrüßung der Züricher Landsleute nach dem Bahnhof gekommen Eine politische Bedeutung würde dieser Besuch kaum haben. war. Dieser schaffte den geforderten Betrag alsbald zur Stelle und New York, 31. Juli. Der Generalkonsul von Venezuela er entriß dadurch den Präsidenten des stolzen Schweizervereins dem entwürdigenden Geschick, in der Haftzelle einer deutschen Polizei flärt, er habe gestern vom venezolanischen Minister des Aeußern station interniert zu werden. Dann konnte der Herr Präsident ein Telegramm erhalten, welches besage, alles ginge gut, das Land einen inzwischen vorausgereiften Landsleuten mit dem nächsten sei ruhig. Des weiteren faßte der Parteitag folgenden Beschluß:„ Die Lande sollen, wo das nicht durch lokale Hindernisse unmöglich ge= Repräsentanten der Partei in öffentlichen Institutionen und die Barteileitung in Christiania, oder die örtlichen Parteivorstände im macht wird, gemeinschaftliche Sigungen mindestens einmal im Monat abhalten, um über die Taktik und über eventuell vorliegende Anträge zu beraten. Am Sonnabendnachmittag wurde über das Bereinigungsrecht verhandelt; Redakteur Buen hielt das Referat. Veranlaßt durch das brutale Vorgehen mehrerer Arbeitgeber, die ihren Arbeitern die Ausübung des Koalitionsrechts unmöglich machen wollten, fandte die norwegische Arbeiterpartei im Jahre 1893 dem Storthing den folgenden Gefeßentwurf zu: § 1. Arbeitgeber, Werkführer oder Meister, die a) durch Ent laffung, Androhung der Entlassung oder des Verlustes des Arbeitsverdienstes, b) durch Gewährung, Entziehung oder Versprechung von irgend welchen Vorteilen, oder c) durch lügnerische oder offenbar unbegründete Vorspiegelungen ökonomischer Natur versuchen, Eingriffe zu machen in oder Einfluß zu üben auf das politische Auftreten ihrer Untergebenen oder deren Teilnahme am politischen oder gewerks schaftlichen Vereinsleben außerhalb der Arbeitszeit, werden mit Geldbußen oder Gefängnis und im Wiederholungsfalle mit Gefängnis bestraft. § 2. In gleicher Weise werden bestraft Arbeitgeber, Werkführer oder Meister, die durch Arbeitsbedingungen, Arbeitskontrakt oder Reglement auf das politische Verhalten ihrer Untergebenen oder deren Teilnahme am politischen oder gewerkschaftlichen Vereinsieben außer der Arbeitszeit einzuwirken suchen. Z 3. Die Bestimmungen in§ 1 und 2 sollen kein Hindernis dafür sein, daß der Arbeitgeber außerordentliche, unaufschiebbare Arbeiten auch außerhalb der regelmäßigen Arbeitszeit ausführen tassen kann. 8 4. Arbeitgeber, deren Stellvertreter, oder Arbeiter, die poli- tische Agitation auf dem Arbeitsplatz während der Arbeitszeit be- treiben, werden mit Geldbußen bestraft.* Dieser Entwurf wurde mehrere Jahre hindurch durch das Storthing verschleppt, wurde aber endlich 1897 im Oldesthing nach einer heftigen Debatte mit 42 gegen 41 Stimmen angenommen.' Das Lagthing gab jedoch seine Zustimmung nicht dazu und überwies ihn an die Regierung, die sich nicht weiter darum bekümmerte. Da nun mittlerweile wiederum von verschiedenen Arbeitgebern Angriffe auf das Koalitionsrecht der Arbeiter ausgeübt worden sind, faßte der Parteitag einstimmig folgenden Beschlutz: „Die IS. Landcsversammluug der norwegrschen Arbeiterpartei, die die Vereinigungsfreiheit als eine der wichtigsten Bedingungen des Fortschritts und der friedlichen Entwicklung ansieht, bezeichnet es als eine Schande in Hinsicht auf die demokratischen Anschauungen unsres Bolls, daß noch im Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts Gewalt ausgeübt wird gegen die Freiheit der Arbeiter, ihre Jnter essen durch politische und gewerkschaftliche Organisation zu wahren. Die Landesversammlung empfiehlt darum dem Storthing, den ihm seiner Zeit übersandten Entwurf über„den Schutz der politischen Rechte und des Vereinslebens der Arbeiter und der ihnen gleich gestellten Personen" zum Gesetz zu erheben." Polizeilichrs, Gerichllichrs usw. —„Wer dem Arbeiter seinen Lohn nicht giebt, ist ein Bluthund." Diesen Spruch aus Jesus Sirach wählte Genosse Stadthagen zum Thema eines Vortrags, den er in Hamburg halten sollte. Die Hamburgische Polizei fand das staatsgefährlich und verbot die Versammlung. Darauf wählte Stadthagen das Thema: ,N a, w a S w o l I e n die Socialdemokraten?" Darüber durfte er dann zwar sprechen, doch als er sich im Verlauf seiner Ausführungen mit der Schöpfungsgeschichte beschäftigte, wurde er von dem zur Neberivachung erschienenen Beamten aufgefordert, zur Sache zu sprechen; Stadlhagen bemerkte, daß darüber lediglich der Borsitzende zu befinden hätte. Als der Vorsitzende dem Verlangen des Beamten, den Redner zur Sache zu verweisen, nicht Folge leisten wollte, löste dieser die Versammlung auf I Berlin und Umgegend. Die Streikkommissiou der Stralauer Glasarbeiter macht bekannt, daß sich das S t r e i k b u r e a u in R u m m e l s b u r g. Ecke der Kant- und Goethestraße, beim Restaurateur Karl Beutling befindet. Anfragen und Postsendungen sind an Albert Zander, ebendaselbst zu richten. Die Mctallschlcifer der Fabrik von Beseler, Hamburg. Mühlenstraße, haben wegen Accordabzüge von 2S Proz. die Arbeit niedergelegt. Da jedenfalls in Beriin Ersatz gesucht werden wird, ersuchen tvir die Kollege», vorsichtig zu sein und sich bei Arbeitsangeboten von außerhalb immer erst an das Bureau, Engel- Ufer 1ö, zu ivendcn. Deutscher Metallarbciter-Verband, Ortsverwaltung Berlin. Zu dem Streik der Cigarrensortierer der Firma Juhl, Pankow-Berlin. Dein Vorsitzenden des Vereins Berliner Cigarren- sorticrer ging ein Schreiben zu, in welchem Herr Juhl erklärt, daß ihm, sowie seinen Sortierern von einem Streik überhaupt nichts bekannt sei. Er fordert den Vorsitzenden des Vereins auf, die Notiz im„Vorwärts" und in der„Volks-Zcitung" zu widerrufen. Dem- gegenüber erkläre» wir, daß die Lohnforderungen der Sortierer noch nicht bewilligt wurden. Der Streik dauert nach wie vor fort. Daß einige Arbeitswillige von einem Streik nichts wissen wollen, ändert an der Sache nichts. Wir sehen uns unter keinen Umständen genötigt, etwas zu widerrufen und erklären, daß die Sperre über die Firma Juhl, Pankow-Berlin, aufrecht erhalten wird. Der Vorstand des Vereins Berliner Cigarrensortierer. I. A.: Fröbel. Deutsches Reich. Generalstreik der Flafchenmacher, Nach einer Zusammenstellung des Vorstands deZ Glasarbeiter- Verbands ist die Beteiligung am Streik, so weit bis jetzt bekannt, folgende: treten. Aber das Reisegeld darf man ihnen nicht geben. Das hält die Polizei unter den gegenwärtigen Umständen für einen Frevel, und eS scheint daher, als ob ihr sehr viel daran gelegen wäre, daß Ausländer, welche sie selber nicht über die Grenze weist, hübsch im Bereich der grün-weißen Grenzfähle bleiben. Wie die„Sächsische Arbeiterzeitung" berichtet, wurde der Vorsitzende des Dresdener Streikkomitee? am Mittwoch früh um 5 Uhr durch einen Polizeibeamten aus seiner Wohnung geholt und einem Verhör unterworfen, aus dem der Streilleiter entnahm, daß er diese polizeiliche Aufmerksam- keit einzig und allein dem Umstände zu danken hat. daß das Streikkomitee einigen jungen ausländischen Glasmachern, die sich ebenfalls am Streik beteiligten, Geld zur Abreise ins Ausland gegeben hat. Nachdem die Amtshauptmannschaft andre streikende Ausländer ausgewiesen hat, sollte man meinen, das Streikkomitee sei den polizeilichen Wünschen entgegengekommen, indem es den Ausländern die Abreise erleichtern half.— Weit gefehlt I— In diesem Falle erblickt die Polizei in der Handlung des Streikkomitees Verleitung zum Kontraktbruch und strafbare Beeinflussung Arbeitswilliger I Diese Ausländer haben nämlich zunächst weiter gearbeitet, dann ober aus freien Stücken die Arbeit niedergelegt und sind ohne Unterstützung des Streikkomitees abgereist, und die Aktion gegen, den Vorsitzenden des Streikkomitees beruht somit auf falschen Voraussetzungen. Weiter wird mitgeteilt, daß ein Mitglied des Streikkomitees verhaftet worden ist. Den Grund der Verhaftung kennt man nicht. ES scheint, daß sich die Amtshauptmannschaft Dresden-Altstadt bei diesem Streik neue Lorberen verdienen will. Verlsumntungen« Aus Flensburg und Stadthagen fehlen noch die gc- nauen Zahlen, aber die Arbeit ruht auch in diesen Orten vollständig. I» Oldenburg haben die Arbeiter eine vierwöchcntliche Kün- digungszeit, infolgedessen wird daselbst vorläufig noch gearbeitet. Wenn auch in Gerresheim 169 Arbeiter stehen geblieben, so will das nicht viel sagen, weil sich unter den Streikenden gerade die besten Arbeitskräfte befinden. Aus den Gerresheinier Zahlen geht übrigens hervor, daß die Nachricht uiiwahr und auf Täufchung des Publikums berechnet ist, welche die Leitung der Gcrresheimer Werke am Mon- tag in alle Welt telegraphieren ließ und welche besagte, daß 509 bis 699 Arbeitswillige in Gerresheim stehen geblieben seien. In den meisten Betrieben ruht die Arbeit vollständig, und die Oefen iverden nur durw laugsanies Feuer unterhalten. Die überwiegende Mehrzahl der Arbeiter beteiligt sich also, wie aus der obigen Zusamnienstellung ersichtlich ist, am Streik Mit ruhiger Entschlossenheit führe» die Ausständigen den Kampf. Einen Riesenkampf, denn es gilt, eine mächtige Untcrnehmergruppe zur An- erkennung des Koalitionsrechts der Arbeiter zu zivingen. Während die Streikenden sich keinerlei Ausschreitungen zu Schulden kommen lassen, die geeignet ivärcn, die Oeffentlichkcit besonders auf- zuregen, sorgt die A m t s h a u p t m a n n s ch a f t Dresden- Altstadt dafür, daß dieser Streik auch in den Kreisen des Publikums bekannt Ivird, wo man sonst wegen des ruhigen Wer- Haltens der Streikeiiden kaum Notiz nehmen würde von dem großen Kampf, der zwischen Unternehmern und Arbeitern entbrannt ist. Kein Tag vergeht, wo nicht neue Matzuahmen der Amtshauptmann- fchaft Dresden-Altstadt gegen die streikenden Glasarbeiter bekannt werden. Den Streikenden, welche Ausländer sind, ist bekanntlich der Ausweisungsbefehl zugegangen, worin der Aintshmiptmann sagt: Da Sie als Ausländer kein Recht haben, sich in Sachsen aufzuhalten, so haben Sie innerhalb 24 Stunden daS sächsische Staatsgebiet zu verlassen I Nun giebt es aber außer den Ausgewiesenen noch andre AuS- länder unter den Glasmachern, die ebenfalls kein Recht, und außerdem nicht einmal Lust haben, die sächsische Gastfreundschaft länger in Anspruch zu nehmen. ES unterliegt keinem Ztveifel, daß piesen Ausländern nicht verwehrt werden kann, die Heimreise anzu- Die Stuccatcure Bremens hatten Anfang Juli den dortigen Geschäften, 14 an Zahl, einen Lohntarif zur Anerkennung und Unter- schrift vorgelegt. Verlangt wurde Regelung der Arbeitszeit auf 9 Stunden, während bisher 9—19 Stunden üblich waren, sowie Er- höhung des Lohns von 49—62 Pf. auf 69—69 Pf. pro Stunde. Bis jetzt wurde der Tarif von 6 Meistern unterzeichnet, während 9 unter allerhand Ausflüchten die Unterschrift verweigern. In einer Versammlung am Montagabend wurde beschlossen, die Arbeit am Dienstag in diesen 9 Geschäften ruhen zu lassen und in den Streik einzutreten. Bei der geheimen Abstimmung waren von 66 An- wesenden nur 8 gegen den Kampf. Mehrere Bildhauer(Modelleure) erklärten sich solidarisch und legen die Arbeit auch nieder. Zuzug ist fernzuhalten. Die Krefelder Sammetfabrikantc» machen bekannt, daß, wenn bis zum 1. August der Streik der Scherer nicht beendigt sei, sie die Arbeitszeit in den Webereien auf die Hälfte reduzieren würden. Sollte aber der Streik noch bis in die nächste Woche dauern, so würden die Webereien geschlossen und sämtliche Arbeiter und Arbeiterinnen entlassen. Es würden ca. 2999 Personen in Betracht kommen. Die Sammetfabriken sind vorläufig durch den Streik der Scherer noch gar nicht berührt, sie wollen also durch ihre Ankündigung einen Druck auf die Weber ausüben, um eine Beendigung des Streiks der Scherer herbeizuführen. Die Streikenden haben am 31. Juli be- schlössen, ungeachtet der Drohung der Fabrikanten an ihren Forde- rungen festzuhalten. Auch wird von feiten der Weber kein Druck im Sinne der Fabrikanten auf die Streikenden ausgeübt werden, das ließen dieselben in der Versammlung durch die Vertreter der Organisationen erklären. Erdarbeiter. Bei den Kanalarbeitern in Merseburg wurden Mann gemaßregelt, worauf sich 139 Mann mit ihnen solidarisch erklärten' und die Arbeit niederlegten. In einer am Freitagabend abgehaltenen Versammlung wurde beschlossen, an den Magistrat der Stadt Merseburg ein Schreiben zu richten, in welchem die Ver- Mittelung desselben angerufen wird zur Erlangung eines allgemeinen Stundenlohnes von 31 oder 32 Pfennig und zur Wiedereinstellung der ausgesperrten sieben Kanalarbeiter. Drechsler. Von den zehn in der Gummiwaren-Fabrik von August Kibels in Weißenfels beschäftigten Gummidrechslern haben 'ieben wegen Maßregelung eines Kollegen die Kündigung eingereicht. Der Konflikt ist wegen einer Differenz über die Accordlöhne ent- standen. Bergarbeiter. AuS Braunschweig wird gemeldet: Die 215 Mann starke Belegschaft der Grube„Prinz Wilhelm" ist in den Ausstand getreten. Die Ursache liegt, wie die„Brannschweiger Neuesten Nachrichten" melden, in einer Maßregelung mehrerer Ar- bester. Ausland. Zum amerikanischen Stahlarbeiterstreik meldet daS„ Bureau Laffan" aus New A o r k, 1. A u g u st: Das Mißlingen der Ver- mittelungsversuche im Stahlausstaud hat den gestrigen Markt nervös gemacht. Stahlaktien erlitten einen scharfen Kursrückgang. Ueber die langwierigen Verhandlungen in Pittsburg dringt nicht viel in die Oeffentlichkeit, aber augenscheinlich wird der Präsident des Ge- samrverbandes der Stahlarbeiter von den mehr radikalen Mitgliedern des Exekutiv-Ausschusses beherrscht, die Morgans Bedingungen für Trugwerk erklären. Inzwischen versuchen die Arbeiterführer durch Vermittelung des Senators Hanna politischen Druck auszuüben, um den Trust zur Nachgiebigkeit zu bringen. Soziales. Für den VerbandStag deutscher Gewerbegcrichte, der am 19. und 11. September in Lübeck stattfindet, wird die Tagesordnung nunmehr in No. 11 des„Gelverbegericht" veröffentlicht. Für die Vorbereitung der Beratungen ist diesmal die Neuerung gedruckter Vorberichte" eingeführt worden, die in einer umfangreichen„Verbands tags-Beilage" gesanimelt sind. Den Hauptteil bildet eine, sämtliche 316 deutsche Gewerbegerichte umfassende Statistik, über deren Haupb ergebnisse Bürgermeister Cuno-Hagen i. W..berichten wird. Ueber das Verfahren in Eiuigungssachen bei Streiks und Aussperrungen" wird von einer international angelegten Berichterstattung die erste Reihe veröffentlicht, in welcher folgende Länder durch einheimische Fach mänuer vertreten sind: England, Neu-Seeland, Frankreich, Belgien, Italien, Dänemark, Norwegen, Schweden, Finnland, Ungarn. Berichb erstatter in der Versamnilung sind für Deutschland Gewerberichter Dr. Grote- Bremen, für das Ausland Privatdocent Stadtrat Dr. Jastrow-Charlottenburg. Eine vergleichende Studie über die „Statuten der deutschen Gewerbegerichte" hat Beigeordneter Wolst Offenbach a. M. veröffentlicht, der gleichzeitig auch Berichterstatter über den Gegenstand ist. Ferner weist die Tagesordnung auf: Gewerbegerichts- Reformen" und zwar») die hauptsächlichsten Neuerungen der Gelverbegerichts- Novelle vom 39. Juni 1991 (Stadtrat Dr. Mcnzinger- München), b) Kaufmännische Ge. lverbegerichte(RechtSrat Bacher- Augsburg und Beigeordneter Dr. Kayser- WormS):„Die Arbeitsordnung".(Sollen Arbeits- ordnungen für alle Gewerbe obligatorisch gemacht werden? Wann wird die Arbeitsordnung rechtsverbindlich: durch den AuS- hang, oder durch die Einhändigung, oder nur durch beides gemein- fam?— Gewerbe-Inspektor Dr. Czimatis-S oling en und Gewerbe- richter Dr. Prenner-München);„Die Erfahrungen bei Anwendung des Bürgerlichen Gesetzbuchs". Einzelne Punkte:») Empfiehlt eS sich, 8 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs durch Vertrag auszuschließen oder zu beschränken?(Gewerberichter Mette-Plauen i. V.). b) Entschädigungsanspruch des Arbeitnehmers, wenn er durch vertragswidriges Verhalten zu vorzeitiger Kündigung veranlaßt Ivird(8 628 Absatz 2),(Magistrats- Asseffor Walger- Charlotten- bürg), o) Lohnverwirlung und Lohneinbehaltung(B. G.-B. 88 273, 394i dazu G.-O. 8§ 119». 1342)(Gewerbcrichrer Günther- Ludwigshafen a. Rh. und Bürgermeister Zerbst-Blankenburg a. H.), ck) In- wieweit kann Kündigung oder Entlassung zurückgenommen werden? (B. G.-B. 8 Ht.) Im Anschluß daran sei nach der erwähnten Verbandsbeilage mitgeteilt, daß am 31. Dezember 1999 im Deutschen Reiche 316 Ge- Werbegerichte bestanden. Freie Volksbühne. Die Generalversammlung des Verein? fand am 31. Juli in Cohns Festsälen statt. Zu Beginn hielt Fräulein Adele Schreiber einen interessanten Vortrag über:„Der Klaffen- kämpf in der Kunst". Der Vorsitzende gab den Geschäftsbericht. Das neue Spieljahr wird mit Shakespeares„Othello, der Mohr von Venedig" im„Berliner Theater" eröffnet. Dann folgt im„Lessing- Theater" Ibsens„Gespenster". Der Kassenbericht ergab an Einnahme vom 1. April 1991 bis 30. Juni 1991 22 972,63 M.. eine Ausgabe von 17 842.78 M.. so daß am 1. Juli 1991 ein Bestand von 6129,76 M. verblieb. Der Kassierer gab ferner eine im Auftrage des Vorstands auf- genommene Berufsstatistik der Mitglieder bekannt, welche im Sep- tember-Heft des Vereins veröffentlicht wird. Die Revisoren beantragten Decharge, die erteilt wurde. Ein Antrag der Ordner auf Erhöhung des Eintrittsgeldes auf 1 M.» gegen den sich der Vorstand erklärte, wurde abgelehnt. Maurer. Eine am 24. Juli stattgefundene Mitgliederversamm- lung der Zahlstelle Berlin II des Centralverbnndes der Maurer nahm nach einem Referat des Kollegen Silber schmidt über „Reichspolitik und die Arbeiter" den Halbjahrsbericht des Kassierers entgegen, welcher eine Einnahme von 22 731,78 M. und eine Aus- gäbe von 17 964 M., mithin einen Bestand von 6717,99 M. aufzu- weisen hatte. Dem Kassierer wurde Entlastung erteilt. Des Weiteren wurde ein Antrag angenommen, demzufolge Verbaudsmitglieder, welche bei Bausperren verwandter Berufsgenossen in Mitleidenschaft gezogen werden, vom dritten Tage ab eine tägliche Unterstützung von drei Mark erhalten sollen. Da dieser Antrag in allen Verbands- Zahlstellen deS Vertragsgebiets zur Annahme gelangt ist, so ist der- lelbe für das Vertragsgebiet maßgebend und einem General- Versammlungsbeschlutz gleich zu achten. Zfctzke MKchvichken und Depeschen. Waldersee Hamburgischer Ehrenbürger! Hamburg, 1. August.(W. T. B.) Der„Hamburg. Corresp." meldet: Montag, den 6. d. Mts. findet eine außerordentliche Ver- sanimlung der Bürgerschaft statt, in der der Senat die Verleihung des Hamburger Ehrenbürgerrechts an den Geiieralfeldmarschall Grafen von Waldersee beantragen wird. In der Mitteilung des Senats an die Bürgerschaft heißt es: Am 8. d. M. wird General- feldmarschall Graf von Waldersee nach Beendigung der vor etwa Jahres- ftist ihm gestellten Aufgaben in Ostasien nach Deutschland zurückkehren und in unserer Stadt zuerst den heimatlichen Boden wieder betreten. Diesem Ereigniffe, das sich in Anwesenheit Seiner Majestät des Kaisers in festlicher Form vollziehen soll, wird die freudige Teilnahme unsrer Bevölkerung nicht fehlen, welche dem vormaligen kommandierenden General des IX. Armeecorps eine lebhafte Erinnerung bewahrt hat und die jetzt von demselben im Interesse des Weltfriedens(!) ge- übte Wirksamkeit, die auch unsren Handeisbeziehungen im fernen Osten die Freiheit der Bewegung wiedergewonnen hat(!) dankbar begrüßt. Was die vom Senat behauptete„freudige Teilnahme der Be- völkerung" anlangt, so sei nur daran erinnert, daß sämtliche drei Ha mbur'ger Wahlkreise durch socialdemokra- tische Abgeordnete vertreten sind I Abermals da? Nichtpardongeben der Bocrcn. London, 1. August. Großes Brillant- Feuerwerk.<<< Von 4 Uhr nachmittags ab in beiden Sälen: TANZ. Herren, welche am Tanz teilnehmen, zahlen 50 Pf. nach. Die Kaffeeküchen stehen den geehrten Damen von 8 Uhr früh bis abends 6 Uhr zur Verfügung. Volksbeluftigungen verschiedener Art. Billets vorher 20 Pfennig. Billets an der Kasse 30 Pfennig. Der große Nebenpark ,, Tryanon" steht den Teilnehmern zur Verfügung. Die Arbeiter- Samariter- Kolonne fowohl wie der Arbeiter- Schwimmerbund werden je eine Station errichten während des ganzen Tages, um im Gebrauchsfalle hilfreich zur Hand zu sein. Laut kontraktlicher Vereinbarung ist für 20 000 Sigpläge Sorge getragen. Ebenfalls werden zur Bewältigung des Verkehrs die nötigen Vorkehrungen getroffen. Billets find zu haben bei A. Neumann, Brunnenstraße 150; A. Hübner, Wilhelmstraße 134; A. Seikrit, Fidicinstraße 16; H. Nätebusch, Graudenzerstraße 4. Gentral- Kranken- u. Sterbe-| Kaffe der Tischler u. andrer gewerblicher Arbeiter ( Verwaltung Berlin D.) Mitglieder- Versammlung am Sonntag, den 4. August vormittags 9½ Uhr, Ahrens Brauerei, Mitglieder- Versammlung. Turmstraße 2526 Tages- Ordnung: 43/19 1. Der wahre Wert der Arbeit". Referent: Genosse Dr. Borchardt. 2. Distusfion. 3. Verbandsangelegenheiten. Bahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Morgen Sonnabend, 3. Auguff: Gr. Brauer- Mondscheinfahrt mit Musik A Kleiner Saal. Tages Ordnung: 1. Kassenbericht vom II. Quartal cr. 2. Bericht von der General- Versamm lung in Frankfurt a. Main. 3. Saffenangelegenheiten. Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. NB. Sonnabend, den 10. August, sind die Bahlstellen zur Feier des 25jährigen Kaffen- Jubiläums ge und Sommernachtsfest in Müggelheim. 182/13 Abfahrt von der Stralauer Brücke 5, Kahnt& Herzer, abends 8-8 Uhr. fchoffen und wird am Montag, den Arbeiter- Radfahrer- Verein Berlin". Sonntag, den 4. August: Nachttour. Start früh Bunft 1 Uhr Branden burger Thor nach Neu: stadt a. D. beim Genossen Netzel. Nachmittag 12 Uhr nach Finkenkrug, ca. 28 Stilometer. Start Brandenburger Thor. Gäste will fommen. Donnerstag, den 8. b. Wits. Bersammlung bei Wilke, Andreasstraße 26. Bekanntmachung. Da ich den Glasmachern meinen Saal zur Verfügung gestellt habe, findet doch vor wie nach Sonntags Zanzmusit statt, wozu ergebenst einlabet [ 20492 Robert Ziebarth, Rummelsburg, Hauptstraße 83. Brauerei Hin- u. Rückfahrt incl. Canz 50 P12. August, von 8-9 Uhr abends K. Gregory, Gäste willkommen. Billets am Dampfer. H. Gärtner, Moltenstr. 12. tassiert. Ich bedaure aufrichtig, über ben Destillateur Herrn Hermann Lappe Gerüchte weiter verbreitet zu haben, welche geeignet sind, das gute Renommee des Ge nannten zu schädigen und erfläre hiermit der Wahrheit gemäß, daß diese beleidigenden Gerüchte absolut unbegründet und thatsächlich unwahr sind. H. Linge, Destillateur, Ackerstraße 70. Jedes Wort: 5 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. 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