Nr. 182. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mir illustrierter Sonntages Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pr. Monat, Eingetragen in der Post- ZeitungsPreisliste für 1901 unter Br. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebuye beträgt für die fechsgespaltene Rolonet. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Bleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. In Memoriam. ( Zum Gedächtnis Wilhelm Liebknechts.) Der siebente August ist ein Trauertag für die deutsche und die internationale Socialdemokratie, denn heute vor einem Jahr trug der Telegraph die Schreckensnachricht durch die Welt: Liebknecht ist gestorben. Mittwoch, den 7. August 1901. um= Spaziergängen mit seiner Familie und mit Freunden; jede Anregung brachte er zu Papier, wie er denn bei diesen Gelegenheiten oft seine besten Leitartikel und Reden vorbereitete. Es war überhaupt sein höchster Genuß, fich in Wald und Flur in Gesellschaft von Frau, Kindern und Freunden zu ergehen. Diesem Genuß konnte er während seiner Verbannung aus Leipzig, als er in Borsdorf wohnte, mehr als sonst fröhnen. Wer ihn hier sah, wie er geben von seiner Familie und von Freunden in die Felder und nach dem Walde zog, konnte sich oft eines Lächelns nicht erDiese Nachricht traf uns alle wie ein Blitz. War der Alte doch wehren. In der Regel trug er selbst den Schmetterlingsfänger und am Tage zuvor noch frisch und munter wie ein Jüngling unter hatte die Botanisierbüchse umgehängt, wohingegen er die Taschen uns, hatte er doch wenige Tage früher in Dresden und Umgegend seines furzen Jadetts mit Agung für den gesunden Appetit seiner große Versammlungen abgehalten, in welchen er mit jugendlichem fünf Knaben vollgepfropft hatte. Kam dann die kleine Karawane Feuer die innere und auswärtige Politik des Deutschen Reiches nach einigen Stunden wieder nach Hause, so hatte er zwar die in Verbindung mit dem China- Abenteuer zum Gegenstand seiner Taschen leer, aber dafür trug er auf dem Strohhut eine schneidigen Kritik gemacht, und wollte er doch an demselben Tage, Gallerie erlegter Schmetterlinge und erlegter Schmetterlinge und in der Hand einen in dessen Frühstunden der Allesbezwinger Tod ihn überraschte, wieder mächtigen Strauß aus Wald- und Wiesenblumen. Lächelnd eine Agitationstour nach Süddeutschland und der Schweiz antreten, fab ihm auch mancher zu, wenn er, der gestern erst im Reichstag eine wo die Parteigenossen wie die Kinder auf sein Erscheinen sich fulminante Rede gegen Bismard gehalten hatte, die dessen Gegner freuten. in ganz Europa mit Vergnügen lasen, am nächsten Tage nachmittags in Borsdorf in Gedanken versunken, mit einer großen Petroleumkanne in der Hand, nach der Gegend des Bahnhofs wanderte, um bort in einem Laden seinen Einkauf zu bewerkstelligen. Eine fast findliche Ungeniertheit und Selbstvergessenheit waren Tugenden, die unser Alter in besonderem Maße besaß und ihm selbst die Sympathie manches Gegners erivarben. Es sollte nicht mehr sein. Der Tod hatte ihm für immer den beredten Mund geschlossen und trauernd und erschüttert standen wenige Tage später die Vertreter des gesamten internationalen Proletariats an seiner Bahre, um ihm das letzte Geleit zu geben, das so großartig und gewaltig war, wie kein Fürst ein großartigeres und gewaltigeres erhalten hat. Obgleich seitdem ein Jahr verfloß, die Trauer um seinen Ver Tust ist heute wie am ersten Tage. Noch immer können wir uns nicht an den Gedanken gewöhnen, daß der Mann, der viele Jahrzehnte als der unerschrockenste und kühnste Vorkämpfer an unsrer Spike stand, dessen Name ein Programm war, nicht mehr ist. Was unserm Alten diese Liebe und Verehrung über das Grab hinaus erworben hat, das war die unentwegte nie rastende Hingabe au unsre große Sache, das war der Eifer und die Ausdauer, mit der er im Kampfe feinen Mann stellte und den Gegnern unerbittlich zu Leibe ging, das war die siegesfreudige Zuversicht, die sein ganzes Wesen durchdrang, der Opfermut und die Selbstlosigkeit, die ihn beseelten, die Bereitwilligkeit, mit der er jedem, der sich in Nöten an ihn wandte, mit Rat und That zur Seite stand. Diese Eigenschaften kannte nicht nur das deutsche, sondern auch das internationale Proletariat, für das er ein Ratgeber und Wegweiser war, so oft seine Vertreter sich an ihn wandten. Wem so wie unsrem Liebknecht es vergönnt war, ein langes Menschenleben im Bordertreffen und an der Spitze der Kämpfenden zu stehen, ausgerüstet mit all' den glänzenden Eigenschaften, die er besaß, dessen Name kann und wird nicht vergessen werden, so lange es fühlende Proletarierherzen und denkende Proletarierhirne giebt. Was ferner Liebknecht im besondern seinen näheren Freunden und Bekannten so wertvoll machte, war der unverwüstliche Optimismus, der ihn selbst nicht in den schwersten Stunden einen Augenblick verließ, und der unerschütterliche Mut, der ihn in den schwierigsten Situationen beseelte und alle fortriß, die unter seinem Einfluß standen. Und dieser schweren Stunden und schwierigen Situationen gab es gar viele, insbesondere in den zwei und einhalb Jahrzehnten von 1865-1890. Diese waren die Jahre der schwersten inneren und äußeren Kämpfe der Partei, in die mit dem Jahre 1870 die Aera der Verfolgungen fiel, die mit dem Socialistengesetz ihren Höhepunkt erreichte, bis endlich mit dem Jahre 1890 unter der Wucht der mächtigen, jetzt zur stärksten Partei gewordenen Socialdemokratie des Schandgesetz sein längst verdientes Ende fand. Er Liebknecht war nach allen Richtungen ein ganzer Mann. war mit Recht der Stolz der Partei, eine Säule, die in Stürmen und Wettern unerschüttert dastand, ein Mensch, der unbeirrt sein Ziel verfolgte, für dieses seine ganze Kraft und seine ganzen Fähigkeiten einsetzte und deshalb die Hochachtung seiner Feinde und die Liebe und Berehrung seiner Freunde und Stampfgenoffen sich erworben hat. Liebknecht starb als der Lette von den vier Großen, die die Partei ins Leben riefen und ihr die Richtung gaben, sein Name wird unauslöschlich im Gedächtnis des dankbaren Proletariats fortleben; fein Name wird noch in Ehren stehen, wenn die Namen derer, die ihn im Leben haßten und verfolgten, längst vergessen find. Liebknecht! Du Unentwegter! Dich grüßen die Millionen, die in Deinem Geiste weiter kämpfen und vollenden werden, was Du begonnen hast! A. B. Politische Mebericht. Berlin, den 6. August. Regis voluntas. Die„ Norddeutsche Allgemeine Zeitung" erfreut die Neichslande mit dieser Meldung: Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Gleichfalls liegen aus England und Italien bemerkens werte Nachrichten über die Stimmung in diesen Ländern gegenüber den deutschen Zollplänen vor. Aus London geht der Weser Zeitung" folgendes Privattelegramm zu: In hiesigen Regierungstreisen wird schon jetzt mit Nachdruck erklärt, daß für den Fall ernster Benachteiligung englischer Exportwaren durch den neuen deutschen Zolltarif England zu den schärfsten Repressalien schreiten werde. Die deutschen Staatsmänner würden gebeten, sich von der Loyalität dieser Erklärung überzeugt zu halten, die im Hinblick auf die guten Beziehungen beider Länder und den Wunsch, ein wirtschaftliches Einvernehmen aufrecht zu erhalten, nicht früh genug abgegeben werden könne. Kein Mitglied des Kabinetts dente an einen Aft zollpolitischer Herausforderung gegen Deutschland, aber keine englische Regierung könne dem Druck der öffentlichen Meinung widerstehen, wenn diese Grund erhielte, Vergeltungsmaßregeln für eine Verlegung britischer Handelsinteressen durch das Ausland zu fordern. Dessen müsse man sich gerade unter Freunden rechtzeitig klar werden." Und aus Rom wird der Wolfs- 3tg." gemeldet: " In Italien hat der deutsche Zoltarif innerhalb der Produ zenten, Handels- und Industriellenkreise eine Erbitterung hervorgebracht, wie sie kaum schärfer gedacht werden kann. Die Handelskammern von Mailand, Genua, Livorno, Bologna, Neapel, Bari, Messina, Palermo, Catania, Turin haben Erhebungen über die ihren Sprengelu drohenden Schädigungen an geordnet. Jtalien schätzt die wirtschaftliche Belastung feiner nach Deutschland gehenden Bodenprodukte allein nach den Ergebnissen der vorjährigen Statistit auf mehr als 18 Millionen Zire." * Kleinbauern und Hungerzoll. Aus Süderdithmarschen wird uns geschrieben: Der Entwurf des neuen Bolltarifs hat auch bei den Landleuten an der westholsteinschen Küste, in dem gesegneten" Dithmarschen Entrüstung hervorgerufen. Man könnte versucht sein, anzunehmen, daß gerade in den holsteinschen Marschen, wo infolge der günstigen einen verhältnismäßig guten Ertrag liefern, Stimmung für Bodenverhältnisse Getreidebau und insbesondere Viehzucht Annahme des Bolltarifs fci. Das Gegenteil ist der Fall. Nur einzelne wenige Großbauern können sich dafür begeistern; mindestens neun Zehntel unsrer ländlichen Bevölkerung ist empört über den neuen Zolltarif- Entwurf. Selbst die im Tarif vorgesehene uns geheure Erhöhung des Bolles auf Rinder vernag die Stimmung nicht zu ändern, im Gegenteil: man erblickt gerade in dieser Er höhung des Bolls auf Rinder ein gefährliches Experiment, geeignet, die mittleren und kleinen Betriebe immer abhängiger vom Kapitalismus zu machen. Der landwirtschaftliche Betrieb ist eben eng mit der Industrie verbunden. Jede Belastung der Industrie macht sich in kürzeren oder längeren Fristen auch für unsere Landwirtschaft fühlbar. Das ist ganz besonders bei den Getreide- und Viehzöllen der Fall. Hier zwei bis drei Jahren völlig verloren, es erfolgt dann eine ganz be scheinbare anfängliche Nugen für die mittlere Landwirtschaft geht in denkliche Schädigung. So haben denn auch die bisherigen Getreideund Viehzölle der hiesigen Landwirtschaft nicht allein nichts genügt, sondern sie nur geschädigt. Die Erfahrungen, welche die hiesige Landwirtschaft mit der Zollgesetzgebung gemacht hat, sind so eindringlich, daß jede Neigung für Erhöhung der Getreide und Viehzölle erstickt ist. ,, Se. Majestät der Kaiser hat dem Staatssekretär für ElsaßLothringen v. Puttkamer ben erbetenen Abschied unter Verleihung des Roten Adlerordens 1. Klasse zu bestellen sich die Wirkungen schon nach furzem Zeitraum ein. Der willigen und den Oberpräsidenten der Provinz SchleswigHolstein, v. Köller, zum Staatssekretär für Elsaß- Lothringen zu ernennen geruht. Als Nachfolger des Herrn v. Köller in Schleswig- Holstein ist der bisherige Chef der Reichskanzlei, Wirklicher Geheimer Ober- Regierungsrat Freiherr v. Wilmowski in Aussicht genommen." Die Nachricht wird die Bevölkerung von Schleswig- Holstein erfreuen. Wenn diese auch nicht weiß, was ihr der bisher politisch wenig bekannte Freiherr v. Wilmowski bringen wird, so ist sie jedenfalls froh, Herrn v. Köller, den konservativen Junker, dessen Dänenpolitik die Bevölkerung der Provinz gründlich verlegt hat, los zu werden. Der Wuchertarif. Des Königs Wille Aus diesen Erfahrungen heraus erklärt es sich auch, daß hier in Dithmarschen entschiedener Protest gegen den neuen Zolltarif erhoben wird, wie die gestrige öffentliche Versammlung unter freiem Himmel, welche in Dingerdonn bei Eddelach stattfand, bewies. Hier sprach Genosse lüß aus Kiel über den neuen Bolltarif. Die zahlreich erschienenen Landleute von Süderdithmarschen stimmten dem Redner nicht allein lebhaft zu, sondern äußerten sich auch in fehr abfälliger Weise über das Vorhaben der Regierung. Man beschloß schließlich einstimmig folgende Resolution: " Die heute am 4. August 1901 zu Dingerdonn unter freiem Himmel tagende öffentliche Voltsversammlung erklärt in Uebereinstimmung mit den Ausführungen des Referenten: Der Entwurf des neuen Zolltarifs steht im krassen Widerspruch mit den Gesamtinteressen des deutschen Volkes und bedroht die Existenz der Arbeiter, Kleinbauern und Handwerker. Derselbe ist geeignet: 1. den deutschen Arbeiter auszuhungern, 2. die kleinen ländlichen Besizer schwer zu schädigen, 3. Handel und Schiffahrt zu stören, 4. den Zollfrieg zu entfesseln und 5. die Arbeitslosigkeit zu vermehren. Dieser Gemeinschädlichkeit wegen erheben die anwesenden Landlente von Süderdithmarschen den entschiedensten Protest gegen den Zolltarif- Entwurf und sprechen die bestimmte Erwartung aus, daß der Reichstag diesen Gesetzentwurf, welcher sich als Hunger3 o II charakterisiert, mit Entrüstung zurückweist." Was Liebknecht in dieser Zeit geleistet, aber auch entbehrt und erduldet hat, muß an andrer Stelle geschildert werden. Sein Lebensgang, sein Wirken und Leiden ist mit der Geschichte der Um so schwerer wird die endgültige Bestätigung des bisher Partei aufs engste verknüpft. Was immer über ihn als Mensch, Befürchteten in den Reichslanden empfunden. Elsaß- Lothringen als Gatte und Familienvater hereinbrach, seine Thätigkeit für die hat sich mit wahrhaftem Grimm gegen die Rückkehr des Partei erlitt teinen Augenblick die geringste Unterbrechung oder Herr v. Köller, dessen Regierung es zur Genüge kennen gelernt Verminderung. Mochten die materiellen Sorgen ihn fast erdrücken, hatte, gesträubt. Elsaß- Lothringen glaubte viel und alles gethan zu und sie drückten oft auf ihn, äußerlich nahm man dieses nie wahr, haben, um endlich eine mildere Hand zu verdienen und der harten und ging es zum Kampfe, so war er der Wohlgemutefte und Sieges ausnahmegesetzlichen Diktatur ledig zu werden. Elsaß- Lothringen freudigste von allen, dessen Witz und Humor alle hinriß und be- wollte feinen Stöller. geisterte. Mochte manchmal mancher den Kopf hängen Auch der Reichstanzler wollte keinen Stöller. Bielleicht ist und die Hoffnung sinken lassen, Liebknecht fannte solche Stimmungen es Herrn v. Köller selbst nicht willkommen, auf den Schaunicht, für ihn gab es nur eine Losung: Vorwärts und Durch! play seiner früheren Thätigkeit zurückzukehren. Dennoch wird Herr Daneben war der eiserne, oft so knurrig dreinschauende Alte v. Köller wieder in Straßburg Einzug halten. der gemüt- und liebevollste Mensch, den man finden konnte. Nichts ist das oberste Gesetz. machte ihm mehr Vergnügen, als einen Freund oder Kollegen wegen feiner Schwächen in gutmütiger Weise zu verspotten und aufzus ziehen. Ein solches Objekt seiner Neckereien war einige Zeitlang Johann Most, mit dem er mit Vorliebe sich zu schaffen machte, sobald die Fraktionsgenossen zu gemütlicher Plauderei beisammenfaßen. Most war aber ungemein empfindlich und konnte die Neckereien des Alten absolut nicht vertragen. Die grimmige Feindschaft, mit welcher er später in seiner Freiheit" Liebknecht verfolgte und ihn bei jeder Gestern kam die russische Drohung, daß die Grenze für PreußenGelegenheit am Kragen zu faffen suchte, waren Ausflüsse seiner gänger gesperrt werden solle. Heute wird angekündigt, Rußland Rache für jene Stunden, in welchen der Alte ihn geneckt und, wie verzichte, angesichts des toll agrarischen Zolltarifs der deutschen er annahm, ihn in seiner Würde beleidigt hatte. Liebknecht war ein Regierung, auf jede weitere Vorarbeit für die Erneuerung des vorzüglicher Gesellschafter, der, wenn er einmal ins Plaudern tam, es an Handelsvertrags. heiteren Einfällen und humoristischen Bemerkungen und Erinnerungen Die deutsche Hochschutzzoll- Presse versucht diese peinlichen russiDie wirtschaftliche Krise im Königreich Sachfen. aus seinem Leben nicht fehlen ließ und Leben in die Gesellschaft schen Drohungen leicht zu nehmen. Die„ Post" spricht von Tataren- Ueber die gegenwärtige Situation in dem von der wirtschaft brachte. Aber er vermochte auch stundenlang schweigend und eine nachrichten und ist ungehalten, daß das Wolffsche Bureau Nachrichten, lichen Krise schwer heimgesuchten industriereichen westdes Königreichs Sachsen wird Cigarre schmanchend beim Glas Bier zu ſizen und einem ihm wenig die ihrer Zollwucher Politik ungelegen sind, verbreitet. Offenbar lichen Teile zusagenden Gespräch scheinbar zuzuhören, während er in Wirklichkeit aber würde das mit dem Auswärtigen Amt in enger Fühlung geschrieben: an ganz andere Dinge dachte, wofür sprach, daß er von Zeit zu Zeit stehende Telegraphenbureau weder die gestrige noch die heutige In der Industriestadt Chemnitz macht sich, trotz aller Bea sein Notizbuch hervorzog und sich einen Gedanken notierte. Das Alarmmachricht hinausgesendet haben, wenn sie nicht mindestens schönigungsversuche, die geschah z. B. häufig, wenn er während seiner Leipziger Aus- große Wahrscheinlichkeit für sich hätten. Die Wucherpresse aber Lage bereits in sehr weisung abends in Borsdorf in der Bahnhofs Restauration wünscht, daß das offiziöse Bureau ihre ausbeuterischen Bestrebungen befürchtet faß und seine gewohnten zwei Glas Bier trant. Die durch Fälschung und Unterdrückung wichtiger Nachrichten unterstüge. Iosigkeit. Bereits Gepflogenheit des Notierens seiner Gedanken hatte er auch bei Ans Königsberg meldet das Wolffiche Telegraphenbureau: Wie die Königsberger Allgemeine Zeitung" meldet, hat der russische Finanzminister Witte seine Bevollmächtigten in Deutschland angewiesen, die Vorarbeiten für einen Handelsvertrag einzustellen. Der Verlauf der Versammlung zeigt deutlich die tiefe Erregung und Entrüstung der Landleute gegen die geplante Erhöhung des Die Regierung arbeitet vorzüglich für Finanz- und Bucherzolles. die Socialdemokratie auch in Dithmarschen. * Deutsches Reich. 11118 die Verschlechterung der wirtschaftlichen in sehr schlimmer Weise fühlbar, und man im kommenden Winter eine schreckliche Arbeitshaben in den Betrieben der Eisen industrie starke Arbeiterentlassungen stattgefunden; noch weit Fürst Waldersee? größer ist die Zahl der Accordarbeiter, die, wegen Mangels an Beschäftigung, von den Fabriken, auf unbestimmte Zeit beurlaubt" Ein Berliner Blatt will erfahren haben, daß Waldersee in den wurden. Dabei wird in fast allen Betrieben, so namentlich im erblichen Fürstenstand erhoben werden soll. Wir können Werkzeugmaschinenbau, nur noch 6-7 Stunden gearbeitet, was fogar verraten, daß Waldersee der Titel eines erzogs der jedoch nicht verhindern konnte, daß einzelne Firmen gang te ich lande verliehen werden wird, womit jedoch nicht die geschlossen haben. Selbst das„ Leipziger Tageblatt" fchrieb Reichslande in Ostasien gemeint find. Balderfee kann also trotz des unlängst von Chemniz:„ Eine derartige Strise wie die etwas stillen Empfangs zufrieden sein, trotzdem ihm ein hoher jezige hat man hier noch nicht erlebt." In einem der be- italienischer Orden, den ihm bereits ein Berliner Blatt zugedacht deutendsten Chemniger Betriebe, der sächsischen Webstuhlfabrik, wird hatte, entgangen ist. schon seit Anfang nur noch an vier Tagen der Woche gearbeitet. Das Blatt hatte sich nämlich aus Nom melden lassen, daß Entsprechend dem find denn auch in allen Fabriken der Metall- Waldersee in Neapel großartige Ehrungen zugedacht seien, daß industrie Lohnreduktionen um 80 bis 40 Broz. eingetreten. Beffer namentlich der höchste Orden des Hauses Savoyen, die goldne Kette ſteht es dagegen um die Lage der Textilindustrie, in welcher der„ Annunziata", die Heldenbrust zieren werde. Dieser schöne die maßgebenden Fabrikanten hoffen, daß der gute Geschäftsgang Traum ist nicht in Erfüllung gegangen; Walderfee erhielt nicht einnoch einige Monate anhält. Doch machen sich die Fabrikanten den mal die Einladung nach Neapel, so daß er Italien auf seinem Zustrom der Arbeiter aus andern Betrieben seit Wochen bereits Triumphzuge durch das Mittelmeer gar nicht berührte. Da die Kette durch Lohnreduktionen zu nuge. Zudem beruht der ganze dieses Ordens einen reellen Wert von 3000 Frant repräsentieren gute Geschäftsgang in dem Hauptzweige: der Strumpfwaren- Branche soll, hätte sie Waldersee für den Verlust all seiner Habe" durch den auf die Bestellungen der amerikanischen Einkäufer. Zieht sich Betinger Balastbrand wenigstens in etwas trösten können. Amerika vom Chemnitzer Markte surtid, fo wird auch, das füredlichste Elend über die Textilindustrie hereinbrechen. Die Leipziger Monatsschrift f. d. T.-J." giebt zu, daß im Inlande für diefe Industrie wenig Arbeit vorhanden ist und sich deshalb alle Betriebe wieder dem Auslande zuwenden." Sie hegt die schlimmst en Befürchtungen über die Wirkung des Bolltarif Entwurfs und sieht mun die ganze Industrie„ in die Reihen derjenigen gedrängt, die überhaupt gegen jede Zollerhöhung waren". " neuen Rundschau Intelligenz. Die Tägliche Rundschau" schreibt gegen uns zur Duisburger Wahl: Gründen fordert das Komitee des Verbandes die ihm angehörenden Gewerkschaften auf, sich durch eine so schädliche Juſtitution nicht prellen zu lassen." Die gesamte tapitalistische Presse, die hoffnungsvoll den Wahlstreit der Unternehmer begrüßt hatte, jauchzt nun selbstverständlich dem Beschlusse des Metallarbeiter- Vorstandes zu. Bei der bekannten Gesinnung und Stimmung der maßgebenden Gewerkschaftskretse Frankreichs, denen der Generalstreik eins und alles ist, wäre es allerdings nicht überraschend, wenn die Arbeitsräte wegen Mangels an Gewerkschaftsvertretern nicht zu stande kämen. Bei dieser Gelegenheit die Bemerkung, daß das von der Deputiertenkammer beschlossene Referendum der Arbeiter= und Unternehmer Organisationen über das Iters versicherungs- Gesez bisher von seiten der Gewerkschaften meist verwerfende Resolutionen gezeitigt hat. Ich komme darauf ausführlich zurück, wenn die Resultate des höchst interessanten Referendums abgeschloffen vorliegen. Die Polizei der„ republikanischen Verteidigung und Aftion" hat wieder einmal ihre Fäuste und Füße an friedlichen socialistischen Manifeftanten mit der aithergebrachten Brutalität geübt. Das geschah hier gestern gelegentlich der alljährlichen antillerifalen Kundgebung am Dentmal Etienne Dolets, des vor 300 Jahren ver brannten Keyzers. Unter dem Ministerium, das dem Klerikalismus angeblich den Krieg erklärt hat, ist es nicht mir verboten, an Dolets Denkmal antiklerikale Neden zu halten; die Polizei behandelt auch " Selbst zugegeben, daß von den 15,000 wählern, die bei der sonst die antiklerikalen Manifestanten wie gefährliche Krawallmacher. Hauptwahl an der Wahl sich nicht beteiligt haben, sowohl von Bemerkenswert ist der Umstand, daß die überwiegende Mehrzahl der nationalliberaler wie von klerikaler Seite für die Stichwahl gestrigen Manifestanten zu den minister freundlichen noch manche als Reserven herangezogen worden find, so Socialisten gehört. Unter den Verhafteten und Mißhandelten ist es doch ganz ausgeschlossen, daß jene Masse ber befand sich auch ein Mitarbeiter der ministerfreundlichen Betite Indifferenten Tausende und Abertausende für die Stichwahl République"... Dieses Blatt führt nun zwar im Bericht über die gestellt hätte. Der Vorwärts" behauptet freilich dergleichen und Kundgebung alle Polizeibrutalitäten im einzelnen auf, aber in der findet die Erklärung dafür in dem ungeheuerlichen Wahldruck", der redaktionellen Besprechung der empörenden Vorgänge wird die ganze die Indifferenten in Massen zur Urne geführt habe, damit sie nicht Schuld, wie üblich, auf den Polizeipräfeften gépine abgewälzt, in den Verdacht, gerieten, Socialdemokraten zu sein. Als ob als ob Lépine Regierungs chef und nicht Regierungs wertz eng eine derartige Besorgnis der Indifferenten nicht wäre... schon bei der Hauptwahl sich hätte wirksamer weifen müffen!" Saben etwa die Socialdemokraten schon zur Hauptwahl die Die letzte Bemerkung ist von einer egotisch üppigen Dummheit. osung ausgegeben, sich der Wahl zu enthalten, so daß die Ins differenten wie bei der Stichwahl in den Verdacht geraten konnten, Socialdemokraten zu sein? Einen Polizei- Ueberfall auf die Arbeitsbörse von Grenoble meldet der„ Petit Sou". Die Thüren in den in Avwefenbeit der Gewerkschaftssekretäre wurde widergesetzlich Bureauzimmern mehrerer Gewerkschaften wurden aufgebrochen nud gehaussucht, wobei Mitgliedsbücher. Briefschaften und Rechnungsbücher beschlagnahmt wurden. Die Ursache oder der Vorwand zu dieser Unthat ist bisher unbekannt. Italien. Spanien. Sapkolonisten die Aufforderung hatte richten laffen, sich gegen die Eine Reorganisation des Verwaltungsdienstes plant der Boeren Einfälle zur Wehr zu setzen. Lindequist spanische Ministerrat. Ministerpräsident Sagasta hat folgende Rehabe dem Oberstlieutenant in angeblich verletzender Form jede formen vorgeschlagen: Abänderung des Gesetzes über die WahlBerechtigung zu seinem Vorgehen abgesprochen und die deutschen törper, Durchführung des Princips der Decentralisation in der KomRolonisten als seine Schußbefohlenen reklamiert. Die Tägliche munal- und Provinzialgefeggebung, Stonfolidierung und Herstellung Rundichan" behauptet, Lindequist habe mit seiner Verwahrung des Gleichgewichts im Budget, Vereinfachung des Verwaltungsver vollständig forrekt gehandelt, da der Aufruf des Oberst fahrens, Vorbereitung eines Gesezes über den lieutenants derart zweideutig abgefaßt gewesen sei, daß er Streit, Schaffung von Gerichtshöfen, die aus Arbeit. Abkunft, sondern auch an die deutschen Reichsangehörigen es wurde beschlossen, die öffentlichen Arbeiten und die Landwirtschaft fich nicht mir an die britischen Unterthanen deutscher gebern und Arbeitnehmern zusammengefegt find. regelung des Generalkoniuls nur wieder eine deutsche Ge zu richten schien. Das Blatt erblickt in der ungerechtfertigten Maße fälligkeit gegen England, die zur Erhöhung des deutschen Unfehens wenig beitragen fönne. In der Holz Industrie leibet namentlich die Möbelbranche. Infolge der schweren Verluste, von denen das die Kunstmöbel kaufende bürgerliche Publikum betroffen worden ist, liegen die Möbelfabriken, die überdies unter den hohen russischen und nordamerikanischen Zöllen leiden, fast ganz still. Die Lager sind gefüllt und machen den Preis finken, wobei noch das teuere Rohmaterial die Produktion unlohnend gestaltet. Ganz allgemein wird über Zahlungsverhältnisse getlagt und die Ziele mußten wesentlich verlängert werden. Aus allen Orten des westsächsischen Industriebezirks, in denen sich Fabrik tischlereien befinden, kommen die Klagen der Arbeiter über sehr verkürzte Arbeitszeit und Reduktion der Accord- und Stundenlöhne. Der gemaßregelte Generalfonful. Wie die„ Neue Bayr. Nicht weniger schlimm sieht es aus in den Fabriken des Landesztg." mitteilt, ist infolge einer Beschwerde der englischen ReErzgebirges, der Glauchauer Gegend sowie des gierung der deutsche Generalkonsul in Kapstadt, Crispi liegt im Sterben. Eine römische Meldung besagt: Vogtlandes. Dies zeigt schon rein äußerlich die Anregung v. Lindequist, auf 6 Monate in Urlaub gesmidt worden. Grund Der Zustand Crispis ist wieder kritisch. Die schwüle Temperatur der sächsischen Spinnereivereinigung bei den übrigen deutschen dieser Maßregelung sei, daß Lindequist eine öffentliche Erträgt zur Verichlimmerung des Zustandes bei. Die letzten TeleBaumwollspinnern, welche eine Reduzierung des gesamten lärung gegen einen Cberstlieutenant Schermbrucker erlaffen gramme aus Neapel laffen keine Hoffnung mehr bestehen. Betriebes will, um den sinkenden Preisen bei den Garn habe, durch den die englische Regierung an die deutschen berbrauchern entgegenwirken zu können. In den mechanischen Webereien Meeranes wird bei verminderter Arbeitszeit zu erheblich reduzierten Löhnen gearbeitet und die das durch geschwächte Kauftraft hat für die Geschäftswelt dieser Arbeiter stadt eine sehr ernste Situation geschaffen. In Reichenbach i. V. hatten die Textilarbeiter eine bescheidene Lohnaufbesserung verlangt; die Fabrikanten erklärten die Forderung in einer Versammlung für gerechtfertigt, tehnten die Durchführung aber ab, weil sie bei der jezigen traurigen Lage des Geschäfts unmöglich sei. Ganz schlimm steht es in Werda u. Dort hat teils die Krise im allgemeinen, tetis der Leipziger Banttrach im besonderen Bankrotte und Stockungen hervorgerufen. Wohl an die tausend Arbeiter sind arbeits- und brot Ios. Jm Vogtland ist das Weberelend schrecklich. Seit langer London, 6. Auguft. Das Unterhaus nahm in seiner gestrigen Zeit haben dort die Textilarbeiter nicht so niedrige Löhne bekommen. Bremerhaven der Dampfer„ Arcadia" mit 23 Offizieren und 607 Sigung die dritte Lesung der Anleihe bill mit 118 gegen Selbst an den bevorzugten Webstühlen werden jetzt wöchentlich nur Rekonvalescenten von der Marine und dem oſtaſiatiſchen Expeditions- 52 Stimmen an. noch 6 bis 10 m. verdient, denn die Schichten sind ver- corps nachmittags eingetroffen Nachdem die Mannschaften be= fürzt und es dürfte auch sobald nicht voll gearbeitet wirtet waren, erfolgte um 4/2 Uhr die Weiterfahrt nach Munster werden. Infolge der wirtschaftlichen Lage und der die Ausfuhr er- bezw. Kiel und Wilhelmshaven. 70 Krante sind im Baradenlazarett schwerenden Zölle der Staaten kommt es hier vor, daß mechanische in Bremerhaven geblieben. Webereien ihre Maschinen zusammenpacken und aus: vandern. Vor einiger Zeit haben zwei Greizer Firmen ihre Betriebe eingestellt und in Amerika wieder eröffnet. Jegt giebt auch die große Weberei Herrmann u. Hehmann in I sterberg ihren Betrieb auf, um ihn in Italien neu zu etablieren. Der erste Transport mit einigen Ankunft von Chinarekonvalescenten. Am Dienstag ist in A Ausland. Aus Frankreich. Paris, Paris, 5. August. Wie nach dem Ausfall der Generalratswahlen sich voraussehen Werfmeistern ist bereits abgegangen. Auch die Lage der ließ, haben die socialistischen Kohlengräber in Montceau les Gardinenindustrie ist noch nicht besser geworden; die Mines bei der gestrigen Sammernach wahl einen Erfolg er Arbeitszeit ist verkürzt und Aufträge gehen nur sehr spärlich ein. zielt. Genosse Bouveri, der Bürgermeister und Arbeitskollege Auch im sächsischen Bergbau zeigen die Löhne eine stark seiner Wähler, hat 8781 Stimmen erhalten und kommit in finkende Tendenz. Die Preistreiberei der sächsischen Kohlenbarone Nationalisten, der 7396 Stimmen erhalten hat. Die StichStichwahl mit dem Großindustriellen Binette, einem Hat die dortigen Kohleninteressenten zu Brotestversammlungen verwahl scheint dem socialistischen Kandidaten durchaus sicher zu anlaßt; die Chemnizer Jndustriellen boykottieren sogar die Zwickauer sein, indem der dritte Kandidat, ein Linksradikaler, mit seinen Bergwerke bereits. In die Enge getrieben, wollen nun die Kohlen- 3276 Stimmen zu Gunsten Bouveris verzichten wird. barone zwar die Preise ermäßigen, jedoch auf Kosten der Arbeiter. Bisher war der Wahlkreis von dem sozusagen lebenslänglichen Teilweise stellen sich die Lohnreduktionen auf nicht weniger als Abgeordneten Boysset vertreten, einem Radikalen, der auf seine alten 50 Proz. des bisher gehabten Gedinges oder auch Zuschlages. Tage dem Nationalismus verfiel. So hat schon jetzt die Arbeiterschaft Westsachsens in der furchtbarsten Weise unter der verheerenden Krise zu leiden und in den andern Teilen des Industrielandes ist es ebenso. Was soll da erst werden, wenn die durch die Agrarier erstrebte Lebensmittelverteuerung im Verein mit der Versperrung der industriellen Ausfuhr durch die deutschen Wuchertariffäße plaz greift? Die Entwendung des Zolltarifs. Der Journalist Dr. Ham burger ist, wie jetzt bestätigt wird, in das Ausland geflogen. Er befürchtete offenbar ein Strafverfahren wegen Beamtenbestechung, die er behufs Erlangung amtlicher Aftenstücke sowie insbesondere des Bolltarifs unternommen zu haben scheint.sant Befohlene Landestraner. Der Reichs- und Staatsanzeiger" veröffentlicht folgenden faiserlichen Erlaz: von Das Nachwahl- Ergebnis ist noch dadurch interessant, daß der linksradikale Kandidat, der die geringste Stimmenzahl erhielt, als Anhänger des Ministeriums auftrat. Genoffe Bouveri gehört zu den antiministeriellen Socialisten. Das Resultat der 1757 Bezirksratswahlen ist nunmehr bis auf 2 Ergebnisse bekannt. Es wurden gewählt: 784 Repu blikaner", 625 Radikale und Linksradikale, 53 Socialisten, 201 Monarchisten, 55 Ralliierte, 24 Nationalisten. Danach haben die Republikaner" 58 Sige verloren, die Radikalen und Linksradikalen 70 Sige gewonnen, die Socialisten 80 Size ge wonnen, die Monarchisten und die Ralliierten 25 bezw. 21 Sitze verloren und die Nationalisten 4 Sige gewonuen. Die von Millerand vermittelst eines Defrets eingeführten Arbeitsräte( Arbeitskammern) haben bekanntlich einen Brotest feitens unternehmerfreundlicher Senatoren und der Großindustriellen hervorgerufen. Senator Berenger und Ges Ihre Majestät die Kaiserin und Königin Friedrich, Meine nossen haben einen Gesezentwurf zwecks Schaffung ders innigst geliebte Mutter, ist nach Gottes unerforschlichem Ratschluß selben Einrichtung eingebracht mit der Motivierung, daß Millerands heute verschieden. Ich bestimme, daß um die Verklärte eine mit Dekret im gegebenen Fall einen Mißbrauch der Exekutivgewalt bes dem morgigen Tage beginnende Landestrauer sechs deute. Die Großindustriellen benutzten den senatorischen Vorstoß als Wochen eintritt. Oeffentliche Musik, Luftbarkeiten und Schauspiel- Vorwand, um den Streit" für die bereits ausgeschriebenen Vorstellungen sind bis zum Ablauf des Tages der Beifetzungs- Wahlen zu den Arbeitsräten zu proflamieren. Eine bezügliche Erfeier einzustellen. Das Staats- Ministerium hat hiernach das klärung wurde von den Vorständen der Unternehmerorganisationen Weitere zu veranlassen. abgegeben namens von angeblich 45 000 unter den 50 000 im SeineSchloß Friedrichshof, den 5. August 1901. Departement organisierten Unternehmern. Hingegen haben die kleinen Unternehmer sich zur Teilnahme an den Wahlen bereit erklärt, wobei nach den An das Staatsministerium, Berlin. Angaben des Seine Präfeften diese Die fechswöchige Landestrauer betrifft nur die Beamtenschaft wahllustigen Unternehmer Organisationen 33 000( unter 50 000) und das Militär. Das Verbot von Musik. Luftbarkeiten und Schau- organisierte Unternehmer umfassen. Nun stößt aber Millerands Defret auf Widerstand au ch fpielvorstellungen bis Ablauf des Tages der Beisegungsfeier, also für eine Zeit von etwa 8 Tagen schneidet tief und beschwerlich ein feitens der Gewerkschaften. Hier der bezeichnende Tert in zahlreiche Verhältnisse des bürgerlichen Lebens, viele Erwerbstreise der vom Vorstand des Metallarbeiter Verbandes werden erheblich in ihrem Berufe geschädigt. Die Freis. 3tg." macht votierten Resolution: aufmerksam, daß ein gesetzliches Recht zum Erlaß von Trauerverordnungen überhaupt nur für die schon 1797 zum Königreich Preußen gehörigen Landesteile bestehe und daß Bestrafung wegen Uebertretung der Trauerverordnungen ausgeschlossen sei. Wilhelm. Der Vater des jezigen Kaisers, Kaiser Friedrich, dachte anders über Trauer durch Befehl. Als sein Vater starb und er die Regierung antrat, ließ er dem Staatsministerium einen andersgearteten Erlaß zugehen als der heutige. Er verfügte: " Hinsichtlich der bisher üblich gewesenen Landestrauer wollen wir teine Bestimmung treffen, vielmehr einem jeden Deutschen überlassen, wie er angesichts des Heimgangs eines solchen Monarchen seiner Betrübnis Ausdruck geben, auch die Dauer der Einschränkung öffentlicher Unterhaltungen für sachgemäß erachten will."- tistatial thout good mot sina " 966] zu fördern und das Unterrichtswesen in modernem Sinne zu reformieren. England. Türkei. Nene Pestfälle in Konstantinopel. Drei neue Bestfälle wurden am Montag in Konstantinopel festgestellt; der eine ereignete fich auf einem Schiffe der Mahsuse- Gesellschaft; zwei famen in Stambul vor, davon ist einer tödlich verlaufen. Amerika. Die Wirren in Venezuela. Der Präsident von Benezuela, Caftro, erläßt eine Proklamation, in welcher er erklärt, daß er gegen die Revolutionäre eine Truppe von 10 000 Mann gefandt habe. Die Bahl der wohlbewaffneten Revolutionäre, die sich unter dem Kommando Garderiras befinden, betrage 4500 Mann. Der brasilianische Kriegsminister Epitacion Pessoa hat seine Entlassung eingereicht, der Deputierte Sabino Carroso wurde zu dessen Nachfolger ernannt. Der Boeren- Krieg. 100 G19 Die Lage in der Kapkolonie foll nach dem vom 19. Juni datierten Privatbriefe eines Boerenfreiwilligen, den die Deutsche Zeitung" veröffentlicht, eine troſtlose sein. " Bur Beit befinde ich mich in der Kapkolonie unter den „ Rebellen". Die Sache der Boeren steht besser als in den besten geiten. Die ganze Raptolonie ist im Aufstand; zur Stunde rechnet man mehr als 20 000 Rebellen" unter Waffen. Und der Aufstand ist erst im Anfangsstadium. Bei den Rebellen" wird kurzer Prozeß gemacht von feiten der Boeren: Neutrale Boeren in der Kolonie giebt es nicht mehr. Wer nicht mit uns ficht, ist gegen Und täglich 11118." die Zahl der Aufwächst ständischen, nachdem sie fast zwei Jahre diesem furchtbaren Striege thatenlos zugesehen haben. Wehe Dir, armes England! Heute stehen auf seiten der Boeren mehr Mann unter den Waffen, als im Anfang des Krieges. Ausgerüstet sind sie alle mit englischen erbeuteten Gewehren. Munition überreichlich. Pferde in vorzüg licher Verfassung, fast jeder Boer hat zwei Pferde. Proviant reichlich, nur Kleider mangelhaft. Nie hätte ich geglaubt, daß so Ich ein Umschwung mög I ich sei. Und was ich früher, z. 3. der Gefechte in Transvaal, für größemvahnsinnige Träumereien einzelner Boeren hielt, hent steht es unabänderlich fest: Nicht nur die Unabhängigkeit wird Transvaal und der Freistaat zurückerhalten, sondern auch die Es kommt ein Kapkolonie geht ganz oder teilweise verloren. „ vereinigtes Südafrika"; dies ist heute die Losung. Und wer die Boeren fennt, wird wissen, daß die Kapkolonie nie aufgestanden wäre, wenn überhaupt noch entfernt die Möglichkeit des Sieges der Engländer be stehen würde. Die„ Nebellen" fechten gut! Es herrscht Eintracht und strenge Disciplin!" Auch wenn der Briefschreiber übertreibt, trägt seine Darstellung doch mehr zur Betrachtung der Lage in der Kapkolonie bei, als alle Der Aufstand der Kapdie Siegesdepeschen Lord Kitcheners. bolländer muß in der That gewaltige Dimenfionen angenommen haben, sonst wäre der Stillstand der englischen Operationen in der Stapkolonie und die Nervosität der Engländer, die sich in bummischen Drohungen ergehen, ganz unverständlich. Und die bedächtigen Stayholländer würden sich, wie der Briefschreiber einleuchtend bemerkt, schwerlich zur Rebellion verführen als auch zwingen lassen, wenn die Boeren nicht die entsprechende Macht repräsentierten. Es müssen fich also thatsächlich große Teile der Kapkolonie in Hellem Aufstand befinden. " In Erwägung, daß die Regelung der Arbeitsbedingungen und der Konflikte zwischen Unternehmern und Arbeitern in das Wirkungsgebiet der Gewerkschaften gehört, das diesen durch die Arbeitsräte weggenommen würde; in Erwägung, daß die Hoffnung auf eine permanente Verständigung zwischen Unternehmern und Arbeitern ein absichtlicher Selbstbetrug wäre, indem ihre allgemeinen Interessen entgegengeießt find; in Erwägung, daß es gefährlich ist, die gewerkschaftliche Aktion durch ein neues, nuglofes und tompliciertes Räderwerk eindämmen zu lassen; in Erwägung, daß es Uebrigens foll auch der Premierminister der Kaperfahrungsgemäß für unire Leute schädlich ist, in gewissen Kreisen tolonie, Gordon Sprigg, am 25. Juli geäußert haben, ein zu verkehren, deren Einfluß fie früher oder später verfallen, und Landesaufgebot der Kapholländer zur Verteidigung des Landes gegen daß andrerseits die Arbeitsräte nur im Hinblick auf die Anwendung die Boeren sei nicht angängig, da er nur zu genau wisse, daß die des Gesetzes, betreffend die Regelung der Streits und das mei sten Bürger des Landes Rebellen feien, die zu obligatorische Schiedsgericht, geschaffen wurden, eines Ge- bewaffnen Wahnsinn sei. Viele von ihnen seien überhaupt schon feges, das wir energisch zurückgewiesen haben, aus diesen unter Waffen, nämlich auf der Gegenseite, bei den Boeren, und die V jenigen, welche es noch nicht wären, warteten nur auf die] In der Kreiskonferenz des 17. hannoverschen Wahl| losigkeit im Lande an ausländische Firmen vergeben. Es sind in Gelegenheit, sich Waffen zu verschaffen, um sich freises( Harburg- Wilhelmsburg) wurde beschlossen: den letzten 5 Jahren für 5 119 000 Kronen derartiger Arbeiten in gleichfalls gegen das Land zu erheben. Der Schiedsspruch in Sachen der Hamburger Auslande angefertigt worden. Nach kurzer Debatte wurde hierzu Während dei gestalt die Lage in der Kapkolonie immer fritischer Accord maurer ist ein Mißgriff ärgster Art, dessen Annullierung die folgende Resolution einstimmig angenommen: Der Parteitag wird, meldet heute Kitchener, daß während seiner Juspektionsreise durch den Parteitag im Interesse der Arbeiterbewegung unbedingt mißbilligt es, daß viele öffentliche Aufträge in letzter Zeit nach den Zufluchtslagern des Orange Freistaats erfolgen muß." ohne zwingende Gründe zum Schaden der norwegischen Arbeiter die im Lager bei Kronstad befindlichen Männer ihm eine sehr loyale Ferner wurde beschlossen: an das Ausland vergeben wurden. Das Interesse der Arbeiter Adresse überreicht hätten. Die Bewegung zu Gunsten des" Der Parteitag möge beschließen, den auf dem legten Partei- der Industrie und der int den übrigen Erwerbszweigen Friedens breite sich rasch in allen Lagern aus. Die Bee tage gefaßten Beschluß, wonach nur der Parteivorstand das Recht thätigen Personen erfordert es, daß alle staatlichen und städtischen wohner derselben feien vollkommen zufrieden mit allem, zum Ausschließen aus der Partei habe, aufzuheben. Den Genossen Arbeiten im Lande ausgeführt werden, und es ist Pflicht der Bes was England für sie gethan habe. am Ort soll wieder, wie früher, das Recht des Ausschlusses allein hörden, in Uebereinstimmung hiermit zu handeln. Staat und Kommunen sollen eigne Werkstätten errichten". Ob die in den Konzentrationslagern Gingesperrten fast auszustehen." schließlich Frauen, Kinder, Greise und Krüppel Nach einem weiter dazu angenommenen Antrage soll der Kitchener loyale Adressen überreichen oder nicht, hat auf den Fort-§ 2 des alten Organisationsstatuts wieder hergestellt werden. gang des Kriegs natürlich nicht den geringsten Einfluß. Wie sich die Engländer in der Klemme befinden, geht aus einer Meldung hervor, wonach die Engländer versucht haben, die Mächte zu bestimmen, den Boeren das Recht einer kriegführenden Partet abzuerkennen. Die Wahlen, die am Sonnabendabend und Sonntagvormittag stattgefunden hatten, hatten der Hauptsache nach folgendes Ergebnis: Klein- Auheim( Hessen) eroberten unsre Genossen je zwei Sige, d zu weiteren Mitgliedern des Parteivorstandes: Jeppesen, Bei den Gemeinderatswahlen in Jugenheim und Zum Redacteur des Socialdemokraten" wurde A. Buen einstimmig wiedergewählt. Zum Vorsitzenden der Partei Chr. H. Knudsen während je einer auf die Gegner fiel. Hageland, M. Nilssen, Mina Jensen, Ormestad, A. Johnson und ,, Der Kampf ums tägliche Brot." Diefen gut gewählten Rund. Außerdem wurden 6 Repräsentanten für den skandinavischen Titel trägt eine Agitationsbroschüre im Umfang von 38 Seiten, die Arbeiterkongreß, ein Stomitee für die Ausarbeitung des„ Land"= der socialdemokratische Verein für Königsberg herausgegeben hat Programms und ein Komitee für die Ausarbeitung eines Orgas und die sich mit der Frage der Lebensmittelzölle eingehend besnisations- Statuts gewählt. Aus Paris wird nämlich vom Dienstag gemeldet: Amtlich wird berichtet, die englische Regierung habe in letzter Zeit durch ihre Gesandten bei den verschiedenen schäftigt. diusig 9 R " Mächten dahin gewirkt, den Boeren die Eigenschaft als triegführende Partei abzusprechen unter Hinweis Der Parteitag der Socialdemokratic Norwegen. darauf, daß die Hauptstädte Transvaals und des Oranje- Es wurde der folgende Entwurf zu einem Gesetz über die Freistaats von den Engländern besetzt seien und man es nunmehr Beschränkung der Arbeitszeit" eingehend diskutiert und nur noch mit Banditen zu thun habe. Die Antworten angenommen: der Mächte sollen einstimmig ablehnend gelautet haben. * London, 6. Angust. Aus Bloemfontein wird gemeldet Der Kommandant Fronemann ist in der Nähe von Wynburg getötet worden. Er befand sich im Besize einer Anzahl Schriftstücke von besonderem Jnteresse. Eine englische Kolonne erbeutete bei Boshop einen Bart von 70 Wagen. Partei- Nachrichten. Feriensocialismus. dsp g In der Volkszeitung" für Halberstadt finden wir eine Protesterklärung des Kreisvertrauensmannes für Calbe- Aschersleben gegen die Redaktion dieses Blattes, worin es heißt: " Ich protestiere auf das entschiedenste dagegen, daß in der " Volkszeitung" und durch sie die Socialdemokratie bekämpft wird. Es erscheint mir als ein Verrat an der Parteisache, in einem Parteiblatte in einer derartigen Weise über die Partei und die Grundlagen ihres Programmis herzu ziehen. Das ist geeignet, in den Köpfen der minder geschulten Parteigenossen die größte Berwirrung anzurichten und bas mühsam gepflegte Verständnis für das Programm zu zer fiören. Ich halte es für eine Taktlosigkeit ohnegleichen und für einen Vertrauensbruch von seiten des Herrn A. Heine, das ihm mur ganz vorübergehend anvertraute Amt eines Redacteurs so zu miß brauchen, Artikel, von denen er wußte, daß ein socialdemokratischer Redacteur eines socialdemokratischen Blattes fie niemals aufgenommen haben würde, schleunigst in dessen Abwesenheit dem bom Marrismus beherrschten Breßregententum" unterzuschieben." Diese ungewöhnliche Erklärung, die in einem socialdemokratischen Blatte wohl noch nicht dagewesen sein dürfte und von der Redaktion ohne jebe Bemerkung abgedruckt wird, veranlaßte uns, nachzusehen und nachzulesen, was wir bisher übersehen hatten und wir fanden zu unsrer Ueberraschung, daß der Vertrauensmann mit seinem ents fchiedenen Protest in der Hauptsache recht hat. Für den in den Ferien befindlichen ständigen Redacteur redigiert August Heine aus Halberstadt das Blatt vertretungsweise. Er veröffentlichte in der Nr. 177 des Blattes einen A. H. gezeichneten Leitartikel, worin er sich über Agrarverhältnisse ausließ und dabei den Standpunkt vertrat, daß der Grund und Boden in kleine landwirtschaftliche Betriebe zerlegt und an selbstarbeitende Landwirte zu lebenslänglichem Nieß brauch mit Staatsunterstützung und gegen mäßige Bacht abgegeben werden soll. Die„ Agrarfrage", die Frage nach der zukünftigen landwirtschaftlichen Befigform im speciellen und der Betriebsweise ist für uns noch ungelöst und es mag jeder eine Meinung darüber haben wie er will. Auf diese Auseinandersetzungen folgen dann aber Säße, die man lesen muß, um zu glauben, daß ein socialdemokratischer Redacteur sie schreiben kann. Es heißt da: ,, Großfelderwirtschaft Staatsbetrieb Massensklaverei der Landarbeiter wenn auch im socialistischen Zukunftsstaat" dabei überfällt mir" ein Grauen. Das ist fein Bild des Glücks der Menschheit. Ein Bild des Glücks bildet für mich der fleißig mitarbeitende Kleinbauer, welcher nicht durch hohe Ackerpachte usw. bedrückt wird. Wer hat die Vereinigten Staaten von Nordamerika groß gemacht? Der freie Kleinbauer! Wer hat Frankreich reich, mächtig und glücklich gestaltet? Der freie Kleinbauer! Wollt Ihr Massensklaverei vernichten( errichten? Red. des Vorwärts") und die heutigen Kleinbauern enteignen so ver schlimmert Ihr die heutigen Zustände. Ich bin lieber Kleinkrämer als Lagerhalter in einem von Arbeitern geleiteten Konsumverein, ich bin lieber freier Kleinbauer als Arbeiter in einem Kapitalisten Großbetriebe der Feldwirtschaft. Ich kenne überhaupt nur ein menschliches Glück und das ist das: in seinen eigenen Stiefeln zu stehen." Diese ausreichend konfusen Privatmeinungen Heines, die allerSings nicht geeignet sind, andre Leute aufzuklären, ver anlaßten einen andren Parteigenossen zu einer Entgegnung, die als Gingesandt Aufnahme fand und auf die Heine in Nr. 180 mit einem neuen Leitartikel antwortet, den er Kommunismus und Privat eigentum" überschreibt. Darin definiert er den Kommunismus durch folgende Säge: " Nach einer Ansprache Chr. H. Knudsens, in der der Redner die Anwesenden zu energischer Fortsetzung der Arbeit für die große Sache aufforderte, wurde der Parteitag mit begeisternden Hochrufen auf die internationale Arbeiterbewegung geschlossen. Gewerkschaftliches. § 1. Die Beschränkung der Arbeitszeit durch das vorliegende Gesez kann sowohl für das ganze Land als auch bezirksweise statt- An alle Kürschner, Zurichter, Mützenmacher und verwandten finden, oder auch für die einzelnen Stadt- oder Landgemeinden. § 2. Die Bestimmungen über die Beschränkung der Arbeitszeit in einem Gewerbe für das ganze Land oder für einzelne Bezirke werden von dem betreffenden Regierungsdepartement getroffen. Gilt die Beschränkung nur für eine einzelne Gemeinde, so entscheidet die Kommunalverwaltung.. § 3. Die Beschränkung der Arbeitszeit in Hinsicht auf den vor stehenden Paragraphen kann stattfinden, wenn die Mehrzahl der Arbeiter in dem betreffenden Gewerbe sich dafür erklärt hat. Che darüber beschlossen wird, werden die betreffenden Arbeitgeber befragt. Erklären sich auch diese in ihrer Mehrheit für die Beschränkung der Arbeitszeit, so gelangt sie zur Einführung. § 4. In den Gewerben, wo ein Centralverband besteht, wird die Abstimmung auf Anordnung der Verbandsleitung vorgenommen. In Gewerben, in denen kein Centralverband besteht, kann die Voruahme einer Abstimmung von den einzelnen lokalen Vereinigungen verlangt werden. Die Abstimmung kann auch selbständig durch die betreffenden Regierungsdepartements oder Kommuneverwaltungen veranlaßt werden. Berufsgenossen Deutschlands. Kollegen! Schon seit längerer Zeit hat sich ein tiefgehendes Bedürfnis nach einer einheitlichen Organisation bemerkbar gemacht. Der letzte Streit in der Zurichterbranche hat uns die leberzeugung aufgedrängt, daß die kleinen Lokal- oder Sonderorganisationen gegenüber dem vereinigten Kapital nicht in der Lage sind, einen wirk samen Widerstand entgegenseßen zu können. Die heutigen wirtschaftlichen Verhältnisse machen es uns zur heiligsten Pflicht, gleich dem Unternehmertum, das sich in großen Ringen, Trusts oder Kartellen zusammengeschlossen hat, und zu einem einheitlichen Ganzen in einer großen, alle obengenannten Berufe umfassenden Centralorganisation zusammenzuschließen. Da wir annehmen, daß die Frage der Centralisation in den schon bestehenden Organisationen unfrer Branche erörtert und erwogen worden ist und es nur eines Anstoßes bedarf, diese Idee der Verwirklichung entgegenzuführen, fordern wir hiermit sämtliche Kollegen Deutschlands auf, fich darüber schlüssig zu werden, ob sie geneigt sind, einen Ende September dieses Jahres nach § 5. Die Kosten der unter 3 und 4 genannten Abstimmungen Leipzig einzuberufenden Kongres obengenannter Branchen zu trägt. wenn fie das ganze Land oder größere Landesteile umfaffen, befchicken. Dieser Kongreß soll zunächst den Zweck haben, eine die Staatskaffe; wenn sie nur für einzelne Gemeinden vorgenommen gegenseitige Verständigung unter den Kollegen herbeizuführen werden, die Gemeindekasse. darüber, auf welcher Grundlage diese Centralorganisation aufgebaut werden soll. Um eine Anleitung zu geben, erklären wir im voraus, daß wir der Meinung sind, daß für den zu schaffenden Verband im Gegensatz zu dem früheren das Sektionswesen ähnlich wie bei den Holzarbeitern usw. als leitende Nichtschnur dienen soll. Wir richten an die Kollegen von ganz Deutschland das dringende Erfuchen, diesen Kongreß zu beschicken, und wenn sie dafür sind, es uns kund zu thun. § 6. Die Beschränkung der Arbeitszeit durch das vorliegende Gefez tam bis auf 8 Stunden täglich oder 48 Stunden wöchentlich vorgenommen werden. Die Beschränkung kann für alle im Dienst eines andern zu leistende Arbeit eingeführt werden. § 7. Verlängerungen der durch dieses Gesetz beschränkten Arbeits: zeit tönnen für fürzere Beiträume durch die Fabrik- Aufsichtsbehörde zugelassen werden, wenn Naturverhältnisse, Unglücksfälle oder andre nicht vorauszuschende Ereignisse Störungen in einem Betriebe verursacht haben. Für die zwei ersten Tage, oder wenn es gilt, Menichen leben zu retten, fann eine Verlängerung ohne befondere Erlaubnis der Aufsichtsbehörde stattfinden; ebenso bei unaufichiebbaren Reparaturarbeiten, doch ist darüber der Aufsichtsbehörde sofort Meldung zu machen. § 8. Uebertretungen der Bestimmungen dieses Gefeßes werden mit Geldstrafen von 5-1000 Stronen geahndet." Der Parteitag beauftragte den Parteivorstand, einen auf Grund diefer 8 Punkte ausgearbeiteten Gesetzesvorschlag der Regierung und später dem Storthing einzureichen, vorher soll der Entwurf aber den einzelnen Parteivereinen und Gewerkschaften zur Begutachtung vorgelegt werden. Alle darauf bezüglichen Erklärungen sind an den Vorsitzenden des Zurichter- Verbands Wilhelm Böhm, Schkeudiz, zu richten. Mit follegialischem Gruß zeichnen für die Zurichter Böhm, Schkeudig. Böttcher, Lindenau. Tunger, Markranstädt. für die Kürschner Leipzigs Bergt. Gaser. Weber. Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gegeben. Berlin und Umgegend. ungelernte Eingeschriebene, arbeit Arbeiter Der Centralverein für Arbeitsnachweis zu Berlin vérfendet für den Monat Juli folgenden Geschäftsbericht: Maler Schloffer Klemp: weibt. ins ner Pers. gesamt 794 218 95 319 3474 817- 149 47 260 2682 1330 781 129 38 201 2429 Deutsches Reich. Von Arbeitgebern versuchende Personen.. 2048 1409 langte Arbeitsfräfte Am Sonntagvormittag wurde über einen Entwurf zu einem neuen Fabrikgese verhandelt. Das jetzt bestehende Fabrikgesetz wurde 1892 von der„ inten"-Partei ohne Zurateziehung der Arbeiterorganisationen eingeführt. Bereits im folgenden Jahre wurden der Regierung Vor chläge zur Abänderung des Gejezzes gemacht, aber erst anfangs dieses Jahres ist dem Odelsthing ein diesbezüglicher Entwurf vorgelegt worden. Dieser entspricht jedoch feineswegs den berechtigten Wünschen der Arbeiter und erscheint in In Arbeit gebrachte Pereinzelnen Punkten sogar reaktionärer als das alte Gesez. Die Parteileitung hat mun eine Reihe Abänderungsvorschläge ausgearbeitet, die dem Socialkomitee des Odelsthings zugestellt werden sollen. Es handelt sich hier im wesentlichen um folgende Forde rungen: fonen Die Lohnbewegung der Textilarbeiter in Reichenbach i. W. hat sich auch auf die Nachbarorte Mylau, Elsterberg und Greiz erstreckt, woselbst die Arbeiter ebenfalls an die Fabrikanten Das Gesez, das jetzt nur für Fabriken gilt, foll auf alle Forderungen gestellt haben, resp. dies noch beabsichtigen. Verschiedene Betriebe ausgedehnt werden, in denen andre Perfonen als der In- biefige Webereibesizer haben nunmehr geantwortet, daß sie die haber beschäftigt find. Sollte das bei den gesetzgebenden Körper- Forderungen für berechtigt halten, daß sie aber nicht in der Lage schaften nicht zu erreichen sein, dann sollen alle Betriebe, wo wären, ihnen gerecht zu werden. Die Färbereibefizer haben noch mindestens 5 Arbeiter beschäftigt sind, dem Geieß unterstellt werden. nicht geantwortet. Indessen ist in einer Anzahl Betriebe( Färbereien Das geltende Gefeß überläßt die aus sanitären Rücksichten zu und auch Webereien) eine geringe Lohnaufbesserung erfolgt. Bei treffenden Bestimmungen den lokalen Behörden. Diese, Be- Georg Schleber z. B. erhielten 200 Arbeiter pro Tag je 5 Bf., eine Stimmungen sollen, wo nicht besondere örtliche Verhältnisse in Be- Anzahl je 10 Bf. zugelegt. Hinsichtlich der Arbeitszeit( es tracht kommen, durch das Gesetz für das ganze Land festgelegt wird die zehnstündige gefordert) haben sich fast alle Unterwerden. nehmer zum Entgegenkommen bereit erflärt. Ju einer Das geltende Gefeß bestimmt, daß Kinder unter 14 Jahren start besuchten Textilarbeiterversammlung wurde beschlossen, an nicht zur Fabrikarbeit verwandt werden dürfen, doch mit den Forderungen festzuhalten; von einem Streit wurde allseitig abder Ausnahme, daß über 12 Jahre alte bis zu sechs geraten. Die Lohnbewegung soll eine dauernde werden. Ins Stunden täglich mit leichteren Arbeiten beschäftigt werden können. besondere die versuchen, mit dem Fabrikantenverein eine Diese Ausnahmebestimmung soll beseitigt werden. Des weiteren bleibende Verbindung durch einen gemeinsamen Ausschuß zu schaffen. soll gegenüber der geltenden Vorschrift, daß jugendliche Arbeiter von Zu diesem Zweck soll auch die Handels- und Gewerbekammer Plauen 14-18 Jahren nicht unter 10 Stunden täglich, und solche von 14 bis um ihre Mithilfe ersucht werden. Das gesammelte Material über 16 Jabren nur mit leichteren Arbeiten beschäftigt werden dürfen, ver- die Arbeitsverhältnisse, Sonntagsarbeit 2c. soll der Gewerbeinspektion Jeder Konservative ist damit einverstanden, daß ein Kom- langt werden, daß Arbeiter von 14-18 Jahren nur zu leichteren zugestellt werden. munismus, d. h. gemeinschaftlicher Besizstand für alle vor Arbeiten verwandt werden dürfen und vom 14.- 16. Lebensjahre handen." böchstens 6 Stunden und dann bis zum 18. Lebensjahre höchstens die Forderungen der Gehilfen bewilligt. Zum Mannheimer Bäckerstreik. 20 Meister haben bis jetzt Wer eine Attie kauft, wird Mitteilnehmer des betreffenden 10 Stunden täglich beschäftigt werden dürfen. Unternehmens. Alles Kommunismus! Die geltenden Bestimmungen über die Sonntagsrube besagen, Die Breslaner Mühlenbefiger haben auch die herabgesetzten Nachdem dann auseinandergesezt worden, daß wir uns über daß vom Vorabend der Feiertage 6 Uhr bis zum Feiertagabend Forderungen der Arbeiter rundweg abgelehnt. Eine Versammlung das„ Ziel" nicht die Köpfe zerbrechen sollen, heißt es weiter: 10 Uhr nicht gearbeitet werden darf. Demgegenüber soll verlangt der Mühlenarbeiter hat nunmehr beschlossen, die Vermittelung des " Dem Herrn Einiender des Sprechsaalartikels halte ich ent werden, daß die gefeßliche Ruhezeit bis zum nächsten Arbeitstag Gewerbegerichts nachzusuchen, und, wenn auch dieser letzte Versuch gegen: Wenn Sie Welt und Menschen kennen würden, würden morgens 6 Uhr ausgedehnt wird. eines friedlichen Nebereinkommens mit den Unternehmern scheitert, Sie wissen, daß es eine ganze Reihe Staaten giebt, in welchen Eine der wichtigsten Bestimmungen des geltenden Gesezes ist in sämtlichen Breslauer Mühlen die Arbeit niederzulegen. das Volk selbst über sein Geschick zu entscheiden hat. Allein überall die, daß Arbeitsordnungen für Betriebe mit mindestens 25 Arbeitern Ausland. hat die Volksentscheidung es abgelehnt, einen Stommunismus im nur dann von der Behörde genehmigt werden, wenn sie mindestens Marristischen Sinne einzuführen oder solchem die Wege zu ebnen. 5 Arbeitern der betreffenden Betriebe zur Begutachtung vorgelegt furter Beitung" aus New York telegraphiert: Schäffer verzögert die Zum amerikanischen Stahlarbeiterstreik wird der FrankAlle Versuche, Kommunistengemeinden zu errichten, sind gescheitert worden sind. Diesen Arbeitern soll acht Tage Frist gegeben werden, Erklärung des Generalstreiks, obgleich die Stahlarbeiter- Exekutive und müssen stets scheitern. Warum? werden Sie fragen. Ant daß sie sich über die Bestimmungen der Arbeitsordnung äußern ihn dazu ermächtigte. In Mac Keespoort traten 200 Mann dem wort: Weil solche gegen die menschliche Natur sind. Blicken Sie können, sie haben aber keine Macht, diese zu ändern, und die Behörden Arbeiterbunde bei. doch aus in Ihre Gewerkschaftsveriammlungen usw., was ein oder haben auch im allgemeinen wenig Rücksicht auf die Einwendungen lästigung von Streitbrechern verhaftet worden. Der Stahltrust setzt In Wellsville find 20 Streifer wegen Beein paar Krafehler für fortwährenden Streit hervorrufen können. der Diese Vorschriften sollen das Würde übrigens in Breußen der Besiz geteilt. so trüge das hin abgeändert werden, daß Arbeitsordnungen nur dann von die Anwerbung von Privatpolizei fort, welche in die Werke gelegt von wird zum Schuße Arbeitsuchender. auf jede Familie 5000 m. Die Jahreseinfünfte gleichmäßig ver den Behörden zu genehmigen find, wenn fich Arbeiter teilt( Arbeitslöhne, Gehälter, Geschäftsgewinn, Zinseinkommen usw.), und Arbeitgeber über alle Bestimmungen geeinigt haben, und in tämen auf jede Familie zwölf bis vierzehnhundert Mark. Also ein bescheidenes, feineswegs ein glänzendes Einkommen." In der That! Eugen Richter in seiner Spar- Agnes hat es auch nicht schöner gesagt. In einer danach abgedruckten Zustimmungs. erklärung zu dem Agrarartikel von F. Voigt aus Harsleben findet sich die Stelle: Wie Du den( Artikel) mur hast unserm vom Marxismus be herrichten Breßregententum unterschieben fönnen?" Darauf bezieht sich die in Anführungszeichen gefeßte Stelle am Schlusse der Erklärung des Vertrauensmannes. Es wäre zu wünschen, daß die Halberstädter Parteigenossen diesem Feriensocialismus recht bald ein Ende machten. Zu solchem Unfug ist denn doch die Parteipresse nicht da. Arbeiter genommen. Streitpunkten soll ein unabhängiges Schiedsgericht entscheiden. An Stelle der jetzt bestehenden kommunalen Aufsichtsbehörden sollen vom Staat befoldete Inspektoren und Assistenten treten. Die Strafbestimmungen gegen Arbeitgeber, die Arbeiter wegen Meldung von Uebertretungen des Fabrikgesetzes in irgend einer Weise chikanieren, sollen verschärft werden. Aus der Frauenbewegung. Die Affiftentin bei der württembergischen Fabrikinspektion berichtet über ihre Thätigkeit: " Die Aufnahme anläßlich der Revisionen war eine gute seitens der Arbeitgeber, nur in vereinzelten Fällen bedurfte es der ausDiese Vorschläge wurden mit der Abänderung, daß junge Leute drücklichen Vorzeigung der Legitimationstarte, um Ginlaß in den Bevon 16-18 Jahren nur 8 Stunden täglich beschäftigt werden sollen, trieb zu bekommen. Nach dem von der Beamitin gewonnenen Eindruck einstimmig gutgeheißen. sehen viele Arbeitgeber die Anstellung eines weiblichen AufsichtsDarauf wurde über:" Die Stellung der Arbeiter beamten als ein Erfordernis der Zeit an, hervorgerufen und bedingt bevölkerung zu der Vergebung öffentlicher durch die beständig wachsende Zahl der Arbeiterinnen. Einige FabriArbeiten an das Ausland" verhandelt. Es betrifft dies im fanten hatten offenbar bis zu dem Erscheinen der Beamtin feine wesentlichen Arbeiten für die Armee und Marine sowie für die Kenntnis von der Anstellung eines weiblichen Affiftenten. Auf feiten Staatsbahnen. Diese wurden trotz der überaus großen Arbeits- I der Arbeiterinnen dagegen fehlt bedauerlicherweise größtenteils bas durch nicht Berständnis für die Stellung und die Aufgabe der Beamtin ihnen leisteten Arbeit, und zwar forderte er noch 9,28 M., indem er die| Streit zu Gunsten der Kollegen entschieden wird. Die Versammelier gegenüber. Es konnte ja im ersten Jahr der Wirksamkeit derselben Stunde mit 63 Pf. berechnete. Hierbei stigte er sich auf folgende verurteilen es, daß einige Kollegen ihre Pflicht vergessen haben uno ein volles Entgegenkommen der Arbeiterinnen nicht erwartet werden, Bestimmung der Arbeitsordnung: Jeder Arbeiter, der ohne sein Ver- ihren Kollegen in den Rücken gefallen sind." zumal die Assistentin genötigt ist, die erstmalige Revision der Betriebe schulden den angefangenen Accord nicht fertig machen kann, erhhält Darauf beschäftigte sich die Versammlung mit den Arbeitsin Begleitung des Arbeitgebers oder eines Beauftragten desselben vor eine auf Grund seines durchschnittlichen Arbeitsverdienstes zu be- verhältnissen in den Fabriken von Kornblum und Bei der erstgenannten Firma sollen die zunehmen. Trotzdem beantworteten die Arbeiterinnen bereitwilligst alle messende Entschädigung. Der Kläger war selbstverständlich der Meinung, Ems und Israel. von der Beamtin an sie gestellten Fragen und brachten auch anläßlich daß von einem Verschulden seinerseits hier nicht die Rede sein könne. Verhältnisse so traurige sein, daß ein fortwährender Wechsel des dieser Fragen ab und zu eine Beschwerde an, aber ohne Befragen Die Beklagten und ihre Vertreter nahmen jedoch einen andern Stand- Personals stattfindet und die meisten Arbeiter und Arbeiterinnen es kaum jeitens der Beamtin ist nur eine Beschwerde während der Revision punkt ein. Sie meinten, Kläger treffe ein Verschulden, weil er einen Tag in der Werkstube aushalten. Die dort geltende Arbeitsund im Beisein des die Assistentin begleitenden Betriebsingenieurs das Arbeitsverhältnis wegen des Verlangens, auszusetzen, gelöst ordnung enthält Bestimmungen, über deren behördliche Genehmigung vorgebracht worden." habe, obwohl die Arbeitsordnung ein Aussehen der Arbeit man staunen muß. Auch die Arbeitsordnung der Firma Ems u. Jsrael Hoffentlich unternimmt die Assistentin ihre künftigen Revisionen vorjehe. Die Kammer V unter dem Vorsiz des Gewerberichters wurde einer scharfen Stritik unterzogen. Hier sind für die geringsten ohne Begleitung des Fabrikleiters oder seines Vertreters. Der Dr. Voigt verurteilte indessen die Beklagten zur Zahlung Versehen Strafen von 20 Pf. bis zu einer Mart festgesetzt. SchließAufsichtsbeamte für den III. Aufsichtsbezirk giebt das folgende der 9,28 M. Begründend wurde ausgeführt: Die fragliche lich wurden noch die Verhältnisse bei der Firma Schlunt besprochen günstige Urteil über die Thätigkeit der Assistentin ab: Bestimmung, die das Aussehen betreffe, könne den Kläger zum Aus- und besonders über den Mangel an Trinkwasser und die unzuDie Beamtin hat den in sie gesetzten Erwartungen in vollem fetzen nicht verpflichten, weil nach einer andern Bestimmung der reichenden Waschvorrichtungen geflagt. Auch soll bei der Einrichtung Maße entsprochen. Als besondere ihr vom Gewerbe- Jufpettor im Arbeitsordnung das Arbeitsverhältnis jederzeit gelöst werden der Garderoben nicht die nötige Rücksicht auf das Anstandsgefühl der Berichtsjahr zugewiesene Aufträge sind zu nennen: der regelmäßige könne. Sei aber Kläger zum Aussehen nicht gezwungen, dann Arbeiterinnen und Arbeiter genommen worden sein. Verkehr mit den weiblichen Vertrauenspersonen, sowie mit den sei die Niederlegung der Arbeit ihn vers Der Verband Deutscher Gastwirtsgehilfen( Ortsverwaltung Vorsteherinnen von Haushaltungsschulen und Arbeiterinnenvereinen, schuldet. Er habe nicht nötig gehabt, einige Wochen auszusetzen. Berlin) hielt am 27. v. M. seine Generalversammlung ab. Dem Untersuchung der Beschwerden über die Erkrankung von Arbeite- Auf Grund der Arbeitsordnung sei deshalb der Kläger für die ge- Geschäftsbericht ist folgendes zu entnehmen: Durch den für beide rinnen, ferner Erhebungen über die Kinderarbeit in der Hausindustrie. leistete Arbeit nach seinem durchschnittlichen Stundenverdienst zu Zeile kostenlosen Arbeitsnachweis der Ortsverwaltung wurden im Soviel bei der Einführung der Assistentin in Arbeiterinnenkreisen schädigen; der habe unbestritten 63 Pfennige betragen, 12. Quartal vermittelt: Kellner 156 für fest, 4676 zur Aushilfe, 7 Oberwahrgenommen worden, haben die intelligenten Frauen und daß ihm nach Anrechnung der bereits erhaltenen Beträge noch fellner für fest, einer und ein Inspektor zur Aushilfe. Außerdem Mädchen diese neue Einrichtung freudig begrüßt; allerdings sind es 9,28 Mark zuständen. wurden noch vermittelt: 1 Dekonom, Köche, Köchinnen, Lehrlinge 2c., immer nur wenige, denen die Vorteile, eine Frau als Beraterin zu Stillschweigendes Einverständnis mit der sofortigen Ent- wodurch den Privatstellenvermittlungs- Vampyren 2809 M. entzogen haben, zum Bewußtsein kommen. Allein auch diese Wenigen sind laffung behauptete der Kürschnermeister Bettnercie gegenüber einem wurden. Der Kaffenbericht stellte sich wie folgt: Einnahme vom 2. Quartal es wert, daß ihren Wünschen Rechnung getragen worden ist. Für Lohnentschädigungsanspruch der Näherin S., weil diese auf die 3408,75 M., Ausgabe 2755,65 W., Bestand am 1. Juli 653,10 M., den Gewerbe- Juspektor bedeutet die Thätigkeit der Assistentin eine Entlassung nichts erwidert hatte, sondern ohne weiteres gegangen intl. eines Guthabens von 34,10 M. bei der Hauptverwaltung und wesentliche Unterstützung und, soweit Betriebe ohne maschinelle Ein- war. Die Kammer II des Gewerbegerichts unter dem Vorsiz des des Anteils der Ortsverwaltung am„ Gewerkschaftshaus"( 500 M.) richtung in Frage tonen, eine teilweise Entlastung zu Gunsten Direktors v. Schulz verurteilte den Beklagten zur Zahlung von ist ein Vermögen von 1187,20 M. vorhanden. Beschwerde wurde in der andrer seiner Aufsicht unterstellten Betriebe. Der Gewerbe 30 Mart. Begründend wurde ausgeführt: Ein Arbeiter, der Anspruch Bersammlung darüber geführt, daß ein gut Teil der Gewerkschaften bei Inspektions- Assistentin ist bei Arbeitgebern, Arbeitnehmern und auf die vierzehntägige Kündigungsfrist habe und ohne gesetzlichen Abmachungen von Bergnügungen 2c. sich der Organisation der Arbeiterverbänden eine freundliche Aufnahme zu teil geworden." Grund entlassen werde, verliere seinen Entschädigungsanspruch nicht Kellner nicht erinnert. Auf Antrag Wegeners soll künftig von Eine Dienstbotenversammlung findet Mittwoch, den 7. August, dadurch, daß er ruhig seinen Hut nehme und weggehe. Von einem Zeit zu Zeit eine Liste derjenigen Arbeitgeber im Vorwärs" vers abends 81/2 Uhr, im Friedrichstadt- Casino, Friedrichstr. 236, statt. stillschweigenden Einverständnis könne in solchen Fällen nicht die öffentlicht werden, welche unsren Arbeitsnachweis umgehen. Ein Herr Tischendörfer wird sprechen über das Recht der Dienstboten- Rede sein. weiterer Antrag, von jetzt ab unsre Berichte im Vorwärts bekannt bewegung. zu geben, fand einstimmige Annahme. Sociales. & Gerichts- Beitung. " " V am Verein der Tischler Berlins und Umgegend. Die Vertrauens Liebesleid und Liebesschmerzen! Ein großer Noheitsalt männer- Centralisation hielt am 30. Juli eine außerordentliche General Die Jahresberichte der Fabrik- Inspektion werden, wie führte gestern den Eigentümer Hermann Groß aus Brig vor die versammlung ab. In die Agitationskommission für den Osten wurde amtlich mitgeteilt wird, außer den Staats- und Gemeindebehörden zweite Ferien- Strafkammer am Landgericht II. Der Angeklagte roll, Wisonofsky, Schulz; für Südost Ernst und Her auch den Handelskammern, den Handwerkskammern, den Gewerbe- hatte eine Stieftochter, die ein ernstes Verhältnis mit dem Schrift- mann Schulz gewählt. Die Siebener- Kommission erläuterte den vereinen und den Arbeitervereinen zugestellt werden. gießer Wischer eingegangen war. Der Vater versagte aber die Antrag Hurtler zum fünften Kongreß; derselbe wurde angenommen. Aber nicht in Preußen, sondern in Württemberg. In Preußen Erlaubnis zur Eheschließung, angeblich, weil seine bereits im 21. Lebens- 3u Delegierten wurden Hurtler und Heiden gewählt. Der können die Arbeitervereine nicht einmal mehr für Geld die Berichte jahre stehende Tochter noch viel zu jung sei, in Wirklichkeit aber, weil Bertrauensmann Radau hat sein Amt niedergelegt; Albert Jähne haben. Wozu auch, wenn nur die Behörden sie haben, um sie in er die Arbeitskraft der Tochter in seinem Haushalt nicht vermissen wollte. wurde als Vertrauensmann neugewählt. Am 2. Osterfeiertage unternahm der Angeklagte mit seiner ganzen Schlächtergesellen Die ihren Archiven zu vergraben! Charlottenburgs hielten der Familie einen Ausflug nach Johannisthal. Zufällig oder nicht zu 1. August d. J. eine gut besuchte Versammlung bei Reinelt, Bisfällig fand sich auch der Liebhaber daselbst ein und rief als er mardistr. 78, ab. Hensel referierte über die Errichtung einer eignen Berliner Partei- Angelegenheiten. Familie begegnete seiner Braut zu: Komm zu mir! Du bist und gebührenfreien Arbeitsvermittelung für den Bezirk Berlin und jett 21 Jahre alt; Dir hat niemand mehr etwas zu sagen!" Kaum Umgegend, dabei besonders darauf hinweisend, daß dieselbe deshalb Erster Wahlkreis. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß hatte der Vater das gehört, da sprang er mit dem Stocke notwendig sei, weil die Schlächtergesellen durch die privaten Stellenam Donnerstag, den 8. August, abends 7 Uhr, eine Flugblatt- Ver- auf Wischer zu und schlug diesen auf den Kopf. Der Anschacherer zu start ausgebeutet werden und die Innungen der Einführung breitung stattfindet. Die Genossen haben sich in folgenden Lokalen gegriffene entriß ihm den Stock und gab den Schlag zurück, eines paritätischen Arbeitsnachweises absolut ablehnend gegenüberstehen. einzufinden: Mörschel, Jüdenstr. 35. Weihnacht, Grünstr. 21. worauf er davon lief. Als er sich aber aus einiger Entfernung um In der Diskussion erklärten Stumpfe und Sidert, daß infolge der Glaue, Krausenstr. 18. Frant, Charlottenstr. 60. Stockfisch, Holz- wandte und mun jah, daß der Vater auf seine Tochter einschlug, Gründung eines solchen Bureaus seitens der Gesellen Organisation gartenstraße 5. Ratke, Flensburgerstr. 24. Umt zahlreiche Beteili- fehrte er zum Schutz derselben zurück, erhielt aber wieder Schläge dieser auch größere Opfer erwachsen und daher ein festerer Zusammengung ersuchen Die Bertrauensleute. mit dem Stock und auch einen Messerstich in den Kopf. Nunmehr halt und regelmäßigere Beitragsbezahlung der Mitglieder unbedingt Sechster Wahlkreis. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß ergriff Wischer von neuem die Flucht. Er lief über ein frisch geadertes geboten sei. Die Anwesenden verpflichteten sich auch hierzu und Feld weg, stolperte über den unebenen Boden und fiel zur Erde. stimmten dann der Durchführung des Projekts bei. Zum Schluß am Donnerstag, den 8. Auguft, abends 7½ Uhr, eine Flugblatt- Der Angeklagte holte ihn ein und brachte ihm eine An- wurde bekannt gemacht, daß die Sammlung der Verwaltungsstelle Berbreitung stattfindet. Die Genossen haben sich in folgenden zahl von Messerstichen bei, welche die Lunge und das Zwerchfell Berlin und Umgegend für die streikenden Tabakarbeiter in NordLokalen einzufinden: Schönhauser Vorstadt: Schönfeld, Fehrbellinerstraße 9, Ede Chriſtinenstraße; außerdem in den bekannten Stellen. verletzten. Im Krankenhause schwebte der Verletzte wochenlang in hausen 23,50 M. ergeben hat. Lebensgefahr. Er wurde gerettet, blieb aber doch acht Wochen Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen; Hoppe, Ackerstr. 21; arbeitsunfähig. Die erste Folge dieser Roheit war, daß die StiefRosin, Ruppinerſtr. 42; Bachgänger, Swinemünderſtr. 34; Hermann, tochter das elterliche Haus verließ, die zweite Folge war die Er Lehte Nachrichten und Depelthen. Putbuserstr. 45; Brinkmann, Prinzen- Allee 21; außerdem in den hebung der Anklage. Der Angeklagte behauptete vor Gericht, er bekannten Lokalen. Wedding und Oranienburger Vorstadt: Schulz, habe in Notwehr gehandelt. Diese Behauptung wurde aber durch Pflugftr. 6; Krause, Müllerstr. 7; außerdem in den bekannten die Beweisaufnahme widerlegt. Der Gerichtshof erkannte auf Kiel, 6. August.( B. H.) ( B. H.) Ueber einen Unglüdsfall am Lokalen. Für Moabit: Johann Pfarr, Putligstr. 10. ein Jahr Gefängnis und ordnete auch die sofortige Ver- 5. August an Bord des Küstenpanzers Aegir" meldet die„ NordDie Vertrauensleute. haftung des Angeklagten an. Ostsee- Zeitung": Als kurze Zeit nach Loswerfen von der Boje der erste Kessel bedient werden sollte und zu diesem Exekutivftrafe und strafrechtliche Verfolgung. Durch um Backbord erste Kessel bedient Storkow Charlottenburg findet am Sonntag, den berechtigtes Verlassen des Dienstes sollte das Dienstmädchen Uifat Zwecke die Feuerthür geöffnet wurde, drang infolge Reißens einiger 18. August, nachmittags 7 Uhr, in Schöneberg bei Obst, Martin das Ausnahmegesetz vom 24. April 1854 übertreten haben. Sie Rohre plößlich eine Stichflamme in den Heizraum und verlegte Luther und Meiningerstraßen- Ecke, statt. Jeder Ort hat das Recht, wurde deshalb mit einer Geldstrafe belegt und das Landgericht als 2 Maate, 1 Oberheizer und 2 Heizer. Das Befinden der Verletzten bis zu 3 Delegierte zu entsenden, welche in öffentlichen Partei- Berufungsinstanz hielt das Urteil aufrecht. Die Angeklagte legte Re- ist den Umständen entsprechend gut. Versammlungen gewählt und mit Mandaten versehen sein müssen. vision ein und machte geltend, daß sie wegen der Die Kreiskonferenz für den Wahlkreis Teltow Beeskowv= ſei, Marineunglück. Als provisorische Tagesordnung ist festgesetzt: Beratung von Anselben Angelegenheit schon einmal bestraft worden Nachlaß der Kaiserin Friedrich? trägen zur Brandenburger Konferenz und zuin Parteitag; Wahl von eine mehrmalige Bestrafung wegen deffelben Delikts aber unzulässig Paris, 6. August. Figaro" will wissen, daß die Kaiserin Delegierten zu denselben. Anträge sind an den Unterzeichneten bis wäre. Die Strafe, auf die sich die Anklage bezog, war eine Exekutiv Friedrich wichtige Schriftstücke, betreffend die 99 Tage Regierungszum 13. Auguft einzusenden. strafe und war festgesetzt worden, weil Fräulein U. einer mit Strafzeit ihres Gemahls, hinterlassen habe, welche angesichts des Haffes androhung versehenen polizeilichen Aufforderung, in den Dienst gegen Bismarc interessante Enthüllungen bieten würden, falls zurückzukehren, nicht gefolgt war. Das Kammergericht wies nicht auf höherem Befehl diese Schriftstücke der Deffentlichkeit vorRevision die als unbegründet zurück und führte ans enthalten bleiben. Der Borderrichter habe sich gegen den Grundfaz:" Für dieselbe That nicht zweimal Strafe", nicht vergangen. Hamburg, 6. August. Der„ Hamburgische Korrespondent" Anwendung dieses Grundsatzes könne es sich nur um strafrechtliches meldet:" Die" Gera", mit dem Feldmarschall Grafen Walderfee Vergehen Handeln. Eine Zwangsstrafe, die die Durchführung einer und den übrigen Mitgliedern des Oberkommandos an Bord, hat polizeilichen Verfügung bezwecke, habe damit nichts zu thun. Die bereits Borfunt passiert und wird voraussichtlich im Laufe des Mittwoch früh wird die„ Gera" Angeklagte habe trog jener Grefutivstrafe noch strafrechtlich verfolgt abends in Curhaven eintreffen. zunächst 300 an Bord befindliche Rekonvalescenten ausschiffen, welche mit einem Dampfer direkt nach dem Marine- Lazaret in Bremer haven transportiert werden; dann geht sie elbaufwärts und ankert Der Vertrauensmann. August Schnell, Charlottenburg, Bismardfir. 84. Charlottenburg. Am Donnerstag, den 8. d. Mts., findet eine Flugblatt- Verbreitung gegen den Wuchertarif statt. Wir ersuchen unsre Genossen, und auch alle diejenigen, welche fich an der Verbreitung beteiligen wollen, Donnerstagabend von 71/ 2-8 Uhr in folgenden Lokalen anwesend zu sein: Paasche, Potsdamerstr. 44; Leder, Bismarckstr. 74; Stant, Charlottenburger Ufer 2; Dörre, Wallstr. 90; Petric, Sesenheimerstr. 1; Fischer, Pestalozzistraße 84; Röttger, Leibnigstr. 3; Bredlow, Ansbacherstr. 31. Wilmersdorf. Die Parteigenossen werden gebeten, sich zu der Flugblatt- Verbreitung am Donnerstagabend 71/2 Uhr in folgenden Lokalen einzufinden. " werden können. Versammlungen. Bei Klausenburg, 6. August.( B. H.) Die Situation ist fortdauernd ernst; die Straßenunruhen nehmen einen gefährlichen Charakter an. Das Militär und die Gendarmerie sind der erbitterten Volksmenge gegenüber machtlos. 1. und 2. Bezirk: bei Rohr, Pariserstr. 3. 4. und 5. Bezirk: Eine öffentliche Versammlung, einberufen vom Vertrauensvoraussichtlich morgen vormittag zwischen 10 und 11 Uhr bei Brung Stuttgart, 6. August.( B. H.) Hente nacht wurde die 22jährige Wittes Volksgarten, Berlinerstr. 6. Bezirk: Rudloff, Bruchsalstr. mann des fünften Wahltreises, tagte am Montag bei Bözow, Prenzlauer Thor. Genosse Ströbel sprach über: Bolts Tochter eines hiesigen Trambahnschaffners von ihrem Geliebten, 7. Bezirk: Halensee bei Hilpert. Köpenick. Am Donnerstag findet eine Flugblatt- Verbreitung wille und Voltswehr." Der Vortrag, in dem der Referent ſehr ein einem jungen Kaufmann, durch einen Stich ins Herz getötet. Der statt, zu der sich die Genossen in dem Lokal von Stippekohl, gehend die politische und wirtschaftliche Schädigung des Volks durch Thäter wurde verhaftet. Schönerlinderstr. 5, von 5 Uhr an und die länger Arbeitenden sofort den Militarismus schilderte und die Vorteile des Milizsystems, wie nach Feierabend einfinden mögen. Rege Beteiligung ist dringend es von der Socialdemokratie gefordert wird, nachwies, wurde mit lebhaftem Beifall aufgenommen. Unter Verschiedenes" gab der Vorerwünscht. sigende, Genosse Biezewitz bekannt, daß in den nächsten Tagen die Adlershof. Den Parteigenossen zur Kenntnis, daß am Betitionslisten gegen den Brotwucher zur Ausgabe gelangen, sowie London, 6. Auguft.( W. T. B.) Oberhaus. Spencer Donnerstagabend 7/2 Uhr vom Restaurant Lehmann, Süßer daß am Donnerstag, den 8. August, abends 7/2 Uhr, von den be- verlangt Information über China und weist auf eine Behauptung Grund", Bismardstr. 28, eine Flugblattverteilung gegen den Brot kannten Lokalen aus eine Flugblattverbreitung stattfindet, wozu hin, nach welcher beim Beginn der Unterhandlungen über das englischwucher stattfindet und werden die Genossen ersucht, sich zahlreich eine recht rege Beteiligung erwartet wird. Nach einer kurzen Dis- deutsche Abkommen Deutschland erklärt habe, die Mandschurei werde daran zu beteiligen. Ebenfalls findet dortfelbst der Bücherwechsel der kussion über die geplante Neu- Organisation des Kreises die Be- von dem Abkommen nicht berührt. Premierminister Lord Salisbury Bibliothek des Wahlvereins statt. richterstattung wird erfolgen, sobald die Beratungen abgeschlossen unterbricht den Redner und sagt, die Behauptung entspreche nicht den Vom Sonntag, den 11. August an werden die Petitionslisten find und nachdem noch zum Anschluß an den Wahlverein auf ihm bekannten Thatsachen. Der Staatssekretär des Aeußeren, Lord gegen die Lebensmittel- Werteuerung in Umlauf gesezt und ist jeder gefordert worden war, erfolgte der Schluß der gut besuchten Ver- ansdowne, erklärt, die Unterhandlungen mit China hätten einen Parteigenoffe verpflichtet, sich an der Einsammlung der Unterschriften sammlung mit einem kräftigen Hoch auf die Socialdemokratie. verhältnismäßig rapiden Fortschritt gemacht, nur ein oder zwei Punkte, rege zu beteiligen. Die Buchbinder, Galanterie- und Lederarbeiter beschäftigten welche die Entschädigung betreffen, seien noch ungelöst und erBetreffend das englisch- dentiche Waidmannsluft und Umgegend. Die Mitglieder des Wahl- sich am Montag in einer gut besuchten Versammlung, die im Ge- heischten sorgfältige Prüfung. hebt der Staatssekretär hervor, daß, obschon vereins werden ersucht, in den am Mittwoch in Dalldorf bei Koll, wertschaftshaus tagte, mit der Arbeitsniederlegung in der Abkommen am Donnerstag in Borsigwalde bei Bethwell und am Freitag in Galanterie waren Fabrit von Na u. Der Ausstand ist, die deutsche Regierung angedeutet habe, sie sehe die Mandschurei Tegel bei Krause, Berlinerstraße 92, stattfindenden Diskutier- Abenden wie der Referent Brückner ausführt, dadurch herbeigeführt worden, nicht als einen Plaz an, auf welchen sich der deutsche Einfluß erzu erscheinen. Außerdem wird bekannt gemacht, daß die Bücher der daß der Vertrauensmann der Arbeiter, der 9 Jahre lang in der Werkstube strecke, die einzigen zwei dortigen Häfen, auf welche das Abkommen Bibliothek jeden Mittwochabend 8-9 Uhr vom Genossen Karl arbeitete, plöglich gekündigt wurde und zwar mit der Bemerkung, daß angewandt werden könnte, bereits offene Häfen seien. Die deutsche Müller, Dalldorf, Rosenthalerstr. 2a, ausgegeben werden. des angenehm wäre, wenn er schon vor Ablauf der Kündigungs- Regierung habe übrigens erklärt, sie wünsche nicht irgend ein Potsdam. Die Barteigenossen werden ersucht, in der am frist die Wertstube verlassen würde. Als die Vertreter der Organisation Arrangement zu sehen, das die Integrität des Gebietes Chinas schädige. Neapel, 6. August. Aerztlicher Bericht über das Befinden Donnerstag, den 8. d. M., abends 81/2 Uhr, im Victoriagarten statte bei der Firma vorstellig wurden, erhielten sie Antworten, aus denen findenden öffentlichen Versammlung recht zahlreich zu erscheinen. hervorging, daß es sich hier lediglich um eine Maßregelung handelte. Crispis von heute Nachmittag 4/2 Uhr: Nerven- und Mustel Genosse Th. Huth, Brandenburg, spricht über:" Das Armenrecht". Der Werfführer und der Hansdiener, die feit dem Tode des Firmen- schwäche sowie die Störungen der Herzthätigkeit und häufiger Pulse inhabers die Herrschaft in der Fabrik ausüben, scheinen die Absicht zu schwäche dauern fort. haben, alle ihnen unliebsamen Personen zu entfernen. Fast das gefamte Personal, bis auf einige Arbeitsburschen, ist in den Ausstand getreten. Der Stand des Streits wird als ein guter bezeichnet; zwar haben sich einige Arbeitswillige gefunden, das sollen aber Leute sein, die nicht viel zu leisten vermögen. Sociale Rechtspflege. = Die Versammlung nahm nach längerer Diskussion, in der die Verhältnisse, die in der Fabrik herrschen, scharf kritisiert wurden, die folgende Resolution an: Lissabon, 6. August.( B. H.) Der italienische Dampfer " Neptunus" ist drei Meilen von Kap Vincenz gesunken. Ein Teil der Mannschaft ist umgekommen. San Francisco, 6. August.( Telegramm des„ Reuterschen Bureaus".) Der Mayor teilte mit, daß der Versuch, den Streit zwischen den Schiffseignern und der Dockarbeiter Vereinigung ichiedsgerichtlich zu regeln, gescheitert sei. Die Verhandlungen find geschlossen. Der Arbeiterrat, welchent 25 000 Mann unterstehen, tritt jegt in den Kampf ein. Der allgemeine Ausstand dürfte später Die Arbeitsordnung der Firma Sponholz u. Wrede. Der Metallarbeiter N., der bei der Firma Sponholz u. Wrede in Accord arbeitete, sollte noch vor Beendigung eines ihm übertragenen Accordes 2-3 Wochen aussehen. Er löste deshalb das Arbeitsverhältnis überhaupt. Die Kündigungsfrist ist durch die Arbeitsordnung auch für Accordarbeiter ausgeschlossen. N. beanspruchte„ Die Versammlung erklärt sich mit den Streifenden einverstanden. demnächst im Klagevege eine angemessene Bezahlung der bisher ge- Die Anwesenden verpflichten sich, dafür Sorge zu tragen, daß der proklamiert werden. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glode in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 1 Veilage n. Unterhaltungsblatt. Nr. 182. 18. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. ف Aus Wilhelm Liebfneshts Nachlaß. Vorbemerkung. Die litterarische Hinterlassenschaft Wilhelm Liebknechts ist außer ordentlich umfangreich. Aber sie ist so geartet, wie sie ein im heißesten Kampfe stehender Tagesschriftsteller wohl hinterläßt, dem das für den bestimmten Augenblick geschriebene Manuskript unter der Feder vom Boten der Druckerei entrissen wird, während die großen Entwürfe fragmentarisch liegen bleiben, verschüttet von der Unrast der ewig drängenden Momentarbeit. Der Nachlaß Wilhelm Liebknechts ist ein großer Trimmerhaufen: neben der endlosen Zahl von Briefen finden sich Notizen zu Vorträgen und Reden, angefangene oder skizzierte Auffäge und Materialien zu größeren Arbeiten. Das lebendige Band aber, das alle diese Einfälle und Notizen, diese Auszüge und Grundrisse schöpferischeinheitlich zusammenhielt, befand sich im Bewußtsein des Autors, der die Gestaltung des in ihm Drängenden von Stunde zu Stunde, von Tag zu Tag, von Jahr zu Jahr verschieben mußte, weil jeder Augenblick eine Augenblidsverrichtung forderte. Mit den Weggang Liebknechts war auch sein Nachlaß verwaist, und niemand ist mehr, der das in ihm Schlummernde und Bergrabene zu vollem, strahlendem Leben erwecken könnte. Vielleicht hat Liebknecht daran gedacht, die legten Greisenjahre der Muße der Vollendung des Begonnenen zu widmen. Aber er fiel mitten in Kampf, jäh und glücklich, bevor er sich noch die Muße nahm. Mittwoch, 7. Auguft 1901. ihre Wege und Ziele, in ihrer Einheit und Geschlossenheit freundlich, sich an die Voraussetzungen des Wiener Ober Kriegsrats der Auffassung unablässig gewachsen ist. Wir haben es glück zu fehren, und so wurden die Schlachten nach allen Regeln der Kunstlicherweise bisher nicht nötig, von der guten alten Zeit der Partei verloren. Nein, die Erals einem verlorenen Paradies zu reden. Die französischen Generale bekamen feine Schlachtenpläne mit: fahrungen und Opfer unsres Heldenzeitalters sind in der Partei mir die kategorische Weisung. zu siegen oder sich dem Revolutions fruchtbar geworden, und sie ist über vieles hinausgekommen| tribunal zu stellen. Sie machten den Schlachtenplan auf dem Schlachtund einig geworden, was einst die Ursache erbitterten Häders ge- felde, berücksichtigten das Terrain, und die Machtfaktoren hüben und drüben und siegten. wesen. einen und dem detaillierten In jenem Briefe nun, an dem wir heute die entscheidenden Ich werde also nicht in die Thorheit verfallen Säße wiederholen, klingen alte längst vergessene Streitigkeiten inner- Fragesteller" hat dies auch fern gelegen halb der Fraktion wieder. Ein Parteigenosse hatte Liebknecht vor- Operationsplan für einen bestimmten Fall zu geben. Ich werde geworfen, er habe in der Fraktion„ Kompromisse" gemacht. Er einen allgemeinen Umriß der Maßregeln entwerfen, welche unsere lehnt entschieden diesen Slatsch" ab; er habe konsequent und stets Partei, sei sie nun direkt in der Herrschaft, oder habe sie nur einen die äußerste Linke vertreten, beispielsweise habe er gegen den mehr oder weniger starken Einfluß auf die Regierung, durchzuführen Eintritt eines Socialisten in den Seniorenkonvent des Reichstages bemüht sein muß. Cabor , wobei mir außer gewirkt, noch 2 Genossen Sch sprach vorhin von einem Erreichen des Ziels und bemerkte: sekundierten." Dann aber folgt die Stelle, die wir nachfolgend Wie wir dieses Ziel zu erreichen haben, läßt sich nicht im voraus berechnen. wiedergeben: * * nur Die Einheit der Parkri. ( Aus einem Briefe Liebknechts.) Um Irrtümer und false Auffassungen zu vermeiden, muß ich diesen Ausdruck erläutern. 00 * Wir find mum mit den allgemeinen Betrachtungen zu Ende. Fassen wir, vor Eintritt in die Detailpunkte, das Gesagte noch kurz zusammen. Wir haben gesehen, daß es unmöglich ist, unsrer Partei eine für alle Fälle gültige Taktik vorzuschreiben. Unter Ziel verstehe ich die Verwirklichung der socialistischen Principien, die Herrschaft des Socialismus. Und wenn ich sage, wie wir dieses zu erreichen haben, lasse sich nicht im voraus berechnen, Liebknechts litterarische Lebensaufgabe war, eine Geschichte der„ Aber ich habe es für meine Pflicht gehalten, für die Einheit so meine ich damit einzig und allein den Gang des Zer franzöfifchen Revolution zu schreiben, die ihn jahrzehntelang be- der Partei einzustehen. Und das thue ich und werde ich jetzungs- und Auflösungsprozesses, welchen der fchäftigt hat. Sein Nachlaß enthält ganze Ballen von Vorarbeiten: thun. Maulrevolutionäre und Milch- und Wasser heutige Staat und die heutige Gesellschaft durchmachen und der im Excerpte aus historischen Werken, knappe Charakteristiken, chronologische focialisten find mir gleich verächtlich und lächerlich. Die Sieg des Socialismus endige.....( Hier bricht das Manuskript Abrisse, allgemeine Sentenzen, polemische Erkurse und längere Aus- einen werden mich ebenso sicher in ihrem Wege finden ab und beginnt erst wieder auf Blatt 83, das wir im Folgenden führungen über einzelne Personen und Vorgänge. Einmal war er wie die wiedergeben.) andren. Krakehlereien und Unbesonnens auch an die Ausarbeitung gegangen. Aber nach wenigen Bogen Seiten habe ich zu steuern gesucht; Streitigteiten Bogenheiten mußte das lieferungsweise erscheinende Werf an der Ungunst der und da ich zum damaligen Berhältnisse versiegen. Ob sich aus den vorhandenen wegen untergeordneter Dinge verurteilt; Materialien noch, wenn auch nur in aphoristischer Beschränkung, für Glück feste Nerven befize, habe ich nach dieser Richtung auch einigen die Deffentlichkeit Wertvolles herausholen läßt, ist zweifelhaft, lohnte Erfolg gehabt. Das mag diesem und jenem nicht angenehm gewesen aber einen, allerdings sehr schwierigen und mühsamen, Bersuch. sein, war aber notwendig, im Interesse der Partei, das mir über Bieles ist auf den Kreuz- und Querzügen seines unstät um alles geht und mein Handeln bestimmt. getriebenen wechselvollen Lebens verloren gegangen. Besonders Daß ich das Wesen und die Biele unsrer Bartei tenne und empfindlich ist der anscheinend endgültige Verlust tagebuchartiger daß ich weiß, wer und was zu unsrer Partei gehört, das werden Aufzeichnungen aus seiner früheren geit, die sicher einmal vorhanden Sie mir wohl zutrauen. gewesen sind. Dagegen hat sich auch ein umfangreiches, bisher unveröffentlichtes Mamiskript vorgefunden, das heute den Wert eines Der Versuch, aus frankhafter Gereiztheit oder persönlichen merkwürdigen historischen Dokuments der Parteigeschichte beanspruchen Motiven künstliche Gegensäge zu schaffen, wird stets darf. Es ist eine Schrift über die praktische Verwirt- von mir bekämpft werden. Wer für die Partei wirkt, wird lichung des Socialismus. mich stets an seiner Seite, wer gegen sie wirkt, stets Auge im Auge Wie wenig das Socialistengesetz die Zuversicht Liebknechts und finden. der Partei irgendwie beeinträchtigen konnte, deß giebt diese Arbeit Das Programm ist unsre Fahne; wer unter ihr marschiert, Zeugnis. In den schwersten Zeiten des Ausnahmezustands im ist Freund, wer nicht, Feind. Damit haben Sie meine Aufimist Jahre 1881- beschäftigte sich Liebknecht mit nichts Geringerem als faffung der Dinge. Wer Ihnen anders gesagt hat, hat Sie an mit dem Problem, welche gesetzgeberischen Maßnahmen die Socialdemokratie ergreifen würde, wenn sie zu Bu maß gelogen." gebendem" Einfluß gelangen würde. Keinen Augenblick hat * Die Tattit richtet sich nach den Umständen. Das Interesse der Bartei bildet das einzige Gefeß, den einzigen Maßstab. Wir haben gesehen, daß die Parteiziele wohl zu unterscheiden sind von den Mitteln, welche zur Erreichung der Ziele angewandt werden müssen. Die Parteiziele stehen fest und find von einer wissen schaftlichen Erweiterung, Korrektur und Vervollständigung des Programms natürlich abgesehen umverrückbar, wohingegen die Sampfmittel und deren Gebrauch je nach den Umständen wechseln können und wechseln müssen. Wir haben gesehen, daß die Partei, um zu einer möglichst wirk famen Organisation und Aktion befähigt zu sein, vor allen Dingen sich über das Wesen unsrer Bewegung flar ſein muß, und das Wesentliche nicht über Unwesentlichem vernachlässigen oder zu Schaden darf lommen lassen. Das Wesentliche für uns ist, daß die unverfälschten Principien Geltung gelangen. Wilhelm Liebluecht je an dem Siege unfrer Sache gezweifelt. Derwirklichung des Socialismus. der Socialdemokratie möglichst bald in Staat und Geſeülſchaft zur Ja Verfolgung diente dazu, feinen Glauben zu stärken. ( Die Untersuchung Liebknechts beginnt die Gesetzgebung gewinnen follte? Das Unwesentliche, wie dies geschieht. Nicht daß wir die Bedeutung der Taktik irgendwie unterschätzen wollten. Aber die Taktik ist doch nur das Mittel zum Zweck, und während der Zweck feststeht, kann über das Mittel gestritten werden. Fragen der Taktik find praktische Fragen und von prins cipiellen Fragen wohl zu unterscheiden. Wir haben insbesondere gesehen, daß es durchaus unberechtigt sei, die Taktik der Gewalt für die einzig revolutionäre Taktik auszu= geben und den, der diese Taktik nicht unbedingt billigt, für einen schlechten Revolutionär zu erklären. Wir haben gezeigt, daß die Gewalt an sich nicht revolutionär, daß sie weit eher konterrevolutionär ist. Wir haben auf die Notwendigkeit hingewiesen, uns von der Phrase zu emancipieren und die Stärke der Partei im Klaren Denken, planvollem furchtlosen Handeln zu fuchen, nicht in revolutionären Kraftphrasen, die nur zu oft bloß den Mangel an Klarheit und Thatkraft verbergen. Die Schrift besteht aus 235 großen, eng geschriebenen Foliomit der folgenden Einleitung über Princip und Tattit.) blättern, die leider nicht vollständig erhalten sind. Vorhanden sind Blatt 1-3, die Aufschluß über den Zwed und Inhalt des Werkes Welche Maßregeln hat die socialistische Partei durchzuführen, geben. Dann folgt eine große Lücke, die bis zum Blatt 82 reicht. wenn sie in nächster Zukunft einen maßgebenden Einfluß auf Diese Lücke enthielt die zweifellos fertig ausgearbeitete Einleitung der Schrift: Allgemeine Bemerkungen über die Taktik der Social- Das ist die Frage, welche gestellt ist und welche ich zu bedemokratie und die aktuelle politische Situation. Wir ersehen antworten versuchen werde. das aus dem zusammenfassenden Abschluß der Einleitung, Um eine Frage richtig zu beantworten, ist es aber vor allem mit der das vorhandene Manuskript auf Blatt 83 ein- notwendig, daß sie auch richtig gestellt sei. Ist sie richtig gestellt, so fetzt. Aus der großen Lücke haben sich nur ein paar ergiebt sich logisch die Antwort. Eine Frage richtig stellen, heißt Schnitzel vorgefunden: einige Säße gegen die Attentats- sie beantworten, sagt das französische Sprichwort. politik und eine ironische Bolemit gegen Bamberger wegen Die vorstehende Frage ist aber nicht richtig gestellt, wenigstens feiner Jeremiaden über das Bismardiche Unfallgefeß, von nicht präcis. Wir müssen fie daher, ehe wir zur Beantwortung dem Liebknecht im Verlaufe seiner Abhandlung sagt, daß es schreiten, richtig formulieren und präcisieren. zwar ein„ Pappenstil" sei, aber doch in entscheidender Weise das Princip der Regelung der Produktion von Staats wegen gegenüber der freien Konkurrenz der Manchesterlehre anerkenne: Das Recht Wir haben endlich darauf aufmerksam gemacht, daß die Partei, der staatlichen Regelung der Produktion schließt, wie Fürst Bismard um die socialdemokratischen Ideen durchführen zu können, sich die von seinem Bucher belehrt worden ist, die Pflicht des Staats, für Es ist möglich, ja sehr wahrscheinlich, falls Fürst Bismarck noch dazu unerläßliche Macht aneignen muß und daß sie dies zunächst Arbeit zu sorgen ein, und die Kontrolle der gesellschaftlichen Arbeit einige Zeit am Leben und im Amte bleibt, daß er ein ähnliches auf dem Wege der Propaganda zu thun hat. durch den Staat führt in ihren Konsequenzen schnurstracks zu der Ende nimmt, wie sein Vorbild und politischer Lehrmeister Wir haben gezeigt, daß die Zahl derer, welche durch ihr JuterOrganisation der gesellschaftlichen Arbeit durch den Staat". Louis Bonaparte von Frankreich. Irgend eine durch ihn herbeigeführte esse in die uns feindlichen Reihen getrieben werden, eine verBlatt: 83 bis 235 ist ziemlich vollständig erhalten; nur Statastrophe kann die Staatsmaschine plötzlich zerbrechen und unsre einige wenige Blätter fehlen. Hier erörtert Liebknecht eine Partei an oder doch in die Regierung bringen. Reihe von praktischen Vorschlägen, die die socialdemokratische Bartei zunächst in der Uebergangszeit zu erfüllen hat, wenn es ihr gelungen, sei es auf diese oder sei es auf jene Weise, einen maßgebenden" Einfluß auf die Gesetzgebung zu gewinnen. Zunächst liegt es auf der Hand, daß die zu treffenden Maßregeln wesentlich von den Umständen abhängen, unter welchen die socialistische Partei„ deu maßgebenden Einfluß auf die Gesetzgebung" gewinnt. Es kann diese Katastrophe die Folge eines unglücklichen Krieges oder der Ausbruch der nicht länger zu unterdrückenden Unzufrieden heit mit dem herrschenden System sein. Tritt eine dieser beiden Alternativen ein, so wird unsre Partei natürlich ganz andre Maßregeln durchzuführen, eine andre Taktik zu beobachten haben, als wenn sie ohne eine solche Katastrophe einen maßgebenden Einfluß gewinnt". Es ist ja dentbar, obgleich kaum zu erivarten, daß in den oberen Regionen das Gefährliche der Situation begriffen wird, und daß man durch Einlenken in die Bahnen vernünftiger Reform der andrenfalls unvermeidlichen Satastrophe vorzubeugen den Versuch machen wird. In diesem Fall würde unsre Partei zur Teilnahme an der Regierung berufen und speciell mit der Umgestaltung der Arbeiterverhältnisse betraut werden müssen. Zunächst redet Liebknecht bon Der Demofratisierung des Wahlrechts,( Sicherung der Wahlfreiheit, Proportionalsystem): dann wird über zwedmäßige Abänderungen des parlamentarischen Systems gehandelt. Die Ueberwindung des Militarismus durch die Volkswehr Liebknecht weist damals schon auf die militärische Tüchtigkeit der Boeren hin-, Reform des Steuersystems( einheit liche direkte Steuer), Umgestaltung des Armenwesens, radikale Lösung der Erziehungs- und Unterrichtsfrage bilden den weiteren Inhalt. Auch über Volkstheater, Voltsspiele und Volksfeste, sowie über Gefängniswesen wird anregend gesprochen. Den Schluß des Ganzen follte augenscheinlich die Erörterung der Organisation der Arbeit und Auf weitere Möglichkeiten gehen wir hier nicht ein. Die erder Verteilung der Arbeitsprodukte bilden, er ist aber offenbar wähnten zeigen schon zur Genüge, daß die Art des Handelus durch nicht geschrieben worden. Das vorhandene Manuskript bricht mit die Umstände bedingt würde, mit welchen wir den maßgebenden dem Vermerk ab:" 14. 5. 81, abends 71/2. Schluß draußen." Einfluß gewinnen." Vielleicht bezieht sich dieses draußen" auf die Absicht Liebknechts, Und was heißt maßgebender Einfluß? Ausschlaggeben die Arbeit draußen in der Schweiz zu vollenden. Denn wenn der Einfluß? Die Fähigkeit, unsre Grundsäge ohne jegliche andre wir recht unterrichtet sind, reiste Liebknecht in der zweiten Einschränkung, als die durch die ökonomische Lage gebotenen zu verHälfte des Mai 1881 nach der Schweiz. Als er nach ein wirklichen? Mit andren Worten, daß wir die Regierungsgewalt in paar Wochen im Juni nach Leipzig zurückkehrte, traf ihn den Händen haben? der Ausweisungsbefehl, der ihn bis zum Ende des Socialisten- Oder heißt es bloß, daß wir Einfluß auf eine ganz oder bloß gefezes nach Borsdorf vertrieb. In den Wirren dieser Zeit mag zum größten Teil aus andren Parteien gebildete Regierung haben? dann die unvollendete Arbeit liegen geblieben und schließlich dem Fit diesent Fall müßten wir selbstverständlich ganz anders Verfasser selbst in Bergessenheit geraten fein. handeln als in jenent. Die Familie unsres unvergeßlichen Vorfämpfers hat uns das Manuskript freundlichst zur Verfügung gestellt. Wir veröffentlichen im Nachstehenden aus ihm einige charakteristische Stücke; die Ueberschriften haben wir hinzugefügt. Die Fragmente mögen die Parteigenossen in der stolzen Zuversicht bestärken, die der Alte" stets hatte: daß wir fiegen müssen und in der Einsicht, die er lehrte: daß wir alles zu thun haben, um den Sieg zu beschleunigen und alles zu unterlassen, was ihn vereiteln könnte. Und innerhalb jeder der von uns hier skizzierten Möglichkeiten giebt es unzählige Abstufungen, Nuancierungen, von denen jede eine Modifikation der Art des Handelns bedingt. Das Ziel muß uns flar betvußt sein. Dann haben wir den Polarstern, der unser Handeln lenkt. Das Ziel ist nur Eins. Der Mittel zur Erreichung des Biels sind unzählige. Das Ziel ist die Verwirklichung der socia listischen Principien. Voraus schicken ivir eine interessante Stelle aus einem Briefe Liebknechts an einen Parteigenossen gleichfalls aus den achtziger Wie wir dieses Ziel zu erreichen haben, läßt sich nicht im Jahren. An inneren Meinungsverschiedenheiten hat es unsrer Partei voraus berechnen. niemals gefehlt, namentlich auch unter dem Socialistengesetz nicht. Ebenso wenig, wie sich der Gang einer Schlacht im voraus be Wer ein wenig die intimeren Zeugnisse der Partei fennt, wie sie sich rechnen läßt, die östreichischen Generale verloren in den franzöfietwa in den Briefen der Führer äußert, der gewinnt den schen Revolutionstriegen alle Schlachten, weil der Schlachtplan, im ebenso lebhaften, wie hoffnungsstärkenden Eindruck, daß die voraus entworfen, von dem berühmten Ober- Kriegsrat in Wien bis deutsche Socialdemokratie nicht mir stetig an Ausdehnung zu in die kleinsten Einzelheiten vorgeschrieben war. genommen hat, sondern auch ungeachtet der niemals ganz er Die Pläne waren in ihrer Art tadellos, aber fie paßten nicht Loschenen Differenzen im einzelnen in der inneren Klarheit über für das Terrain-, die französischen Feldherren waren nicht so schwindend fleine, und daß die ungeheure Mehrzahl derjenigen, die jest mis bekämpfen, eine uns feindliche, eine wenigstens unfreundliche Haltung einnehmen, dies bloß aus Unklarheit über ihre eigne Lage und über unsre Bestrebungen thun; und daß wir alles daran zu setzen haben, um diese Mehrheit aufzuklären und für uns zu gewinnen. Wir haben gefunden, daß die staatsfocialistischen Versuche des Fürsten Bismard für unfre Partei das Terrain ebnen und die Agitation außerordentlich erleichtern. Die allgemeinen Gesichtspunkte sind hiermit erledigt und wir haben uns den Weg für die Beantwortung der Frage gebahnt, die uns gestellt ist: " Welche Maßregeln hat die socialdemokratische Partei durchzu führen, wenn sie in nächster Zukunft einen maßgebenden Einfluß auf die Gesetzgebung gewinnen sollte?" Die Frage flingt nicht mehr so dunkel wie zu Anfang. In unsrer Einleitung ist sie zum größten Teil schon beaut Die Frage der Taktik, mit der wir uns bisher beschäftigt haben, fällt im wesentlichen zusammen mit der Frage der von uns durchzuführenden Maßregeln. wortet. Hauptzweck der Taktik ist, die uns feindlichen Elemente zu ents waffnen und die uns freundlichen zu stärken. Und das ist auch der Hauptzweck der von uns zu treffenden gesetzgeberischen Maßregeln. Diese gefezgeberischen Maßregeln sind ein Teil unsrer Taktik und zwar ein sehr wesentlicher Teil. Wir halten uns nicht bei dem Wortlaut der Fragestellung auf. wir lassen es vollständig unerörtert, was unter einem maßgebenden Einfluß auf die Gesetzgebung zu verstehen, und ob dieser„ maßgebende Einfluß" auf die eine oder die andre Weise erworben ist. Wir setzen einfach den Fall, wir hätten unfren Einfluß, und das können wir ja um so leichter, als sich, ohne zu übertreiben, recht wohl behaupten läßt, daß wir jetzt schon einen maßgebenden Einfluß" ausüben. Es ist wahr, wir sind durch das Socialistengesetz geächtet, aber ebenso wahr ist, daß die, welche uns geächtet haben, genötigt find, sich aus dem Arsenal der Socialisten ihre Waffen zu holen und theoretisch und praktisch für den Socialismus Propaganda zu machen. Alle Parteien, mit Ausnahme der verranntesten ManchesterAnarchisten, die den Staat in Atome auflösen und der besitzenden Klasse die Gesellschaft zur freien" Plünderung überliefern wollen, wetteifern miteinander in Fürsorge für den„ armen Mann" und die Arbeiterklasse und es unterliegt nicht dem leisesten Zweifel, daß Fürſt Bismarck schon, wenn er will, in dem jezigen Reichstag die Majorität für seinen Staatsfocialismus finden kann. Daß der protestantische und katholische Klerus, daß das Junkers| Art. Neben dem Mann von Charakter, den fein Kopf und sein tum fich mit dem Staatssocialismus die Pfaffen nennen ihn Herz den Unterdrückten zuführt, findet sich auch der Abenteurer und christlichen Socialismus" einverstanden, wenigstens ihm nicht Industrieritter, den getäuschter Ehrgeiz, eine verunglückte Spekulation abgeneigt erklärt, ist nicht zu verwundern. aus seiner Klasse getrieben hat oder aus irgend einem Grunde von ihr Eine auffallende, in der Geschichte der Neuzeit ohne Seitenstüd ausgestoßen worden ist, und der nun seiner Rachsucht oder seinem dastehende Erscheinung ist aber, daß die nationalliberale Fraktion, Ehrgeiz zu fröhnen auch wohl nur in der Absicht, sich eine die sie mag noch so zerfahren und ruppig sein immerhin Eristenz zu schaffen, sich in die revolutionäre Bewegung stürzt. einen wesentlichen Teil der deutschen Bourgeoisie vertritt, und sogar Daher kommt es, daß mit diesen Deklassierten häufig recht Die Bourgeoisie par exellence ist, sich mit dem Bismarckichen Staats- schlechte Erfahrungen gemacht worden sind. Und auch die deutsche focialismus ausgeföhnt hat. Socialdemokratie hat manche Erfahrung aufzuweisen. 0 Der Begriff der Arbeiterklasse. Wir haben hier den Passus von der reaktionären Maffe" im Auge. Wer will heute noch leugnen, daß der socialistischen Partei und der Arbeiterklasse gegenüber alle übrigen Parteien und Klaffen ,, eine reaktionäre Masse" sind.( 60) Daß Mitglieder andrer Parteien und Klassen von den besten Abfichten beseelt und aufrichtig für den Fortschritt der Menschheit thätig seien, wird von uns nicht bestritten. Es wäre eine große Thorheit. Wir wissen, daß sich innerhalb der übrigen Parteien mancher befindet, der mit Eifer und Aufopferung für das Wohl seiner Mitmenschen arbeitet. Die Socialdemokratie zeichnet sich vor allen übrigen Parteien dadurch aus, daß ihre Thätigkeit sich nicht auf einzelne Seiten des staatlichen und gesellschaftlichen Lebens beschränkt, sondern daß sie alle Seiten desselben gleichzeitig umfaßt und durch Versöhnung der Gegensäge in Staat und Gesellschaft Ordnung, Friede und Harmonie herzustellen bemüht ist. Sie ist nicht eine Partei der Großgrundbesizer und des Junkertums, und braucht folglich nicht den Sonderinteressen und Herrschergelüften der Großgrundbesizer und des Junkertums zu dienen, wie die konservative Partei; Dies erklärt das Mißtrauen vieler Arbeiter gegen die studierten" sie ist nicht eine Partei der Bourgeoisie in ihren verschiedenen oder doch den höheren Ständen entsprungenen Socialdemokraten. Zweigen und folglich den Sonderinteressen und Herrschergelüften der Mißtrauen eine Und dieses Mißtrauen tadeln wir keineswegs. Man hat das Bourgeoisie diensibar, wie die Nationalliberalen und die Fortschrittsdemokratische Tugend genannt, und es ist partei; eine. Der Demokrat und der Socialdemokrat ist ein konsequenter sie ist nicht eine Partei der Priesterkaste und folglich den SonderDemokrat soll Personen wie Dingen gegenüber fortwährend die interessen und Herrschergelüften der Priesterkaste dienstbar, wie das imponieren lassen. schärffte Kritik üben, feinem Autoritätsglauben huldigen, sich nicht katholische Centrum und die protestantische Stöckerei sie ist die Partei des gesamten Boltes mit alleiniger AusUnd bei Arbeitern billigen wir das Mißtranen gegenüber Ge- nahme der paarmal hunderttausend Großgrundbesitzer, Junker bildeten, die sich unter fie mischen und an sie herandrängen, um so Bourgeois und Pfaffen. mehr, weil der seiner Beschäftigung nach in den Schleichwegen der An das gesamte Volt hat darum die Socialdemokratie sich zu Welt weniger erfahrene Arbeiter das Lieblingsopfer zahlreicher wenden, und sobald die Gelegenheit da ist, ihm auch durch praktische Schwindler ist. Vorschläge und gemeinnützige Gesezentwürfe den thatsächlichen Beweis zu liefern, daß das Wohl des Volks ihr eigentlicher Zweck, und der Wille des Volks ihre einzige Richtschnur ist. Aber man darf das Kind nicht mit dem Bade ansschütten; und Wir wissen, daß ein großer Teil der tüchtigsten Mitglieder der jeder socialdemokratische Arbeiter wird uns zugestehen, daß ein Mit Socialdemokratie andren Klassen als der Arbeiterklasse entglied der höheren und herrschenden Klaffen, welches freiwillig aus sproffen ist. Begeisterung für die Sache der Unterdrückten sich der Socialdemofratie anschließt einem Leben der Ausbeutung und des Luxus neben der Berfolguin, bes stampfes und meiff, auch der Armut vorzieht, durch seine Handlungsweise die beste Bürgschaft für die Redlichkeit seiner Gesinnung liefert und den brüderlichen Händedrud jeden ehrlichen Arbeiters verdient. jener richtet sich nicht gegen Individuen, er richtet sich gege bie straffen. Und, indem er die Intereſſen der arbeitenden Klassen aufs schroffste denen der besitzenden Klaffen gegenüberstellt, spricht er nur eine Wahrheit aus, fonstatiert er nur eine Thatsache. Nur darf der Begriff der Arbeiterklasse nicht zu eng gefaßt werden. Wie von unsrer Seite in der Presse, in Flugblättern, in Agitationsschriften und von der Rednertribüne herab zur Genüge auseinandergesetzt worden ist, verstehen wir unter der Arbeiterklasse alle diejenigen, die ausschließlich oder wesentlich vom Ertrag eigner Arbeit leben und sich nicht durch den Ertrag fremder Arbeit bereichern. Unter Arbeiterklasse ist also außer den Lohnarbeitern auch der Bauernstand und das dem Proletariat mehr und mehr verfallende Kleinbürgertum zu verstehen das heißt alle, die unter dem System der heutigen Großproduktion leiden. Es wird freilich von einigen behauptet, das Lohnproletariat sei die einzige wirklich revolutionäre Klaffe und stelle allein das Heer der Socialdemokratie was aus andren Ständen und Klassen tommt, fei mit Mißtrauen zu betrachten. Zum Glück haben jedoch so unsinnige Anschauungen innerhalb der deutschen Socialdemokratie nie Anhang gefunden. Die Lohnarbeiterklasse ist der Ausbeutung am direkteften preisgegeben, sie steht ihren Ausbeutern Person gegen Berson gegenüber und hat obendrein den Vorteil, daß sie durch ihre Konzentrierung in den Fabriken und sonstigen Arbeitsstätten zum lebhaften Denten angeregt und von Hause aus in Arbeiterbataillone" organisiert ist. Das verleiht ihr allerdings einen durch und durch revolutionären Charakter, wie kein andrer Teil der Gesellschaft ihn hat. Das muß unbedingt zugestanden werden. Nicht: Bist Du Lohnarbeiter oder nicht? soll die Frage sein, sondern bist Du Socialdemokrat? Auf die Lohnarbeiter beschränkt wäre die Socialdemokratie uns fähig zu siegen. Von dem gesamten arbeitenden Bolt und den Edelsten der Nation begriffen und umfaßt, hat sie gefiegt. Warum mußten wir die Verfolgung unsrer Freunde jetzt tragen? Warum unterwirft man uns den empörendsten Unwürdigfeiten? Weil wir noch schwach sind. Und warum sind wir schwach? Weil nur ein kleiner Bruchteil des Volkes sich zur socialdemofratischen Lehre bekennt. Und da sollten wir, die zu schwach sind, unsre Schwäche vergrößern, indem wir Tausende von uns stoßen, weil sie zufällig nicht als Glieder einer bestimmten Gesellschaftsgruppe auf die Welt gekommen sind? Die Dummheit wäre ein Verrat an der Partei. Nicht beschränken, ausdehnen sei die Barole. Immer mehr, muß der Kreis der Socialdemokratie ausgedehnt werden, bis wir die Mehrheit unirer heutigen Feinde entweder in Freunde und Ge: nossen verwandelt oder wenigstens entwaffnet haben. Und die indifferente Maffe, welche in ruhigen Zeiten fein Gewicht in die politische Wagichale legt, aber in Zeiten der Aufregung den Ausschlag giebt, muß über die Ziele und das Weien unirer Partei so weit aufgeklärt werden, daß sie die Furcht vor derselben verliert und sich nicht mehr als Meute bei einer Hetze gegen uns gebrauchen läßt. Alle Maßregeln, welche wir, wenn sich die Gelegenheit bietet, zu befürworten haben, müssen von dem Gedanken eingegeben fein, die Gemeinnüßlichkeit der Socialdemokratie zu beweisen und die noch vorhandenen Vorurteile gegen uns zu zerstreuen. Jeder Lohnarbeiter ist deshalb Socialdemokrat oder auf dem Wege es zu werden. Die Lohnarbeiter der französischen National werkstätten, welche die Bourgeoisregierung der Februarrepublik zum Kampf gegen das socialistische Proletariat verwenden wollten, wurden im entscheidenden Moment die Vorkämpfer des Proletariats; und ähnlich sehen wir, wie die Gewerkvereine, welche von Agenten 13 der deutschen Bourgeoisie zur Bekämpfung der socialdemokratischen Arbeiter gegründet worden sind, entweder eine blasse Schein existenz führen, oder in das socialdemokratische Fahrwasser geraten. Der Lohnarbeiter wird durch seine ganze Ums gebung, durch die Verhältnisse, in denen er fich befindet, sozusagen mit der Naſe auf den Socialismus gestoßen. Die Verhältnisse zwingen ihn zum Denken, und sobald er denkt, ist er Socialdemokrat. Allein wenn auch der Lohnarbeiter am direktesten und fichtbarsten unter dem kapitalistischen Ausbeutungssystem leidet, jo werden die Kleinbürger und Kleinbauern nicht minder schwer von demselben betroffen; nur daß es nicht in so direkter und sichtbarer Weise geschieht. Die traurige Lage der kleinen Landwirte in den meisten Teilen Deutschlands ist ebenso notorisch wie der Rückgang des Handwerks und überhaupt der kleinen Leute, der alle Zeitungen jüüt und alle politsch- socialen Charlatane beschäftigt. Die Kleinbürger und Kleinbauern stehen zum großen Teil, weil ihnen die tiefliegenden Ursachen ihrer traurigen Lage noch nicht hinlänglich flar geworden find, noch in dem Lager unserer Gegner, es ist aber für unsere Partei von höchster Bedeutung, daß wir sie über ihre Lage aufklären und zu uns herüberziehen." Es ist dies geradezu eine Lebensfrage für unsere Partei, weil diese beiden Klassen weitaus die Majorität der Bevölkerung bilden. Wäre es nun auch naiv und selbst thöricht, zu verlangen, daß wir, um unsre Principien praktisch zu verwirklichen, erst eine wohl vorbereitete und beftegelte Majorität in der Tasche haben müssen, so ist es doch noch naiver zu glauben, wir könnten unsre Principien gegen den Willen der ungeheuren Majorität der Bevölkerung verwirklichen. Etwas vom Redenhalten. Nichts ist der Beratung gefährlicher als das Redenhalten. Urteile doch jeder nach seiner eignen Erfahrung. Wer wird, wenn es gilt, über irgend eine ihm dunkele Frage zur Klarheit zu gelangen, sich mit seinen Zweifeln und Argumenten an eine zahlreiche Gesellschaft oder eine Voltsversammlung wetiden? Jedermann, der schwierige Hirnarbeit zu verrichten bat, weiß, daß eine ersprießliche Distussion, ein scharfprüfendes Abwägen des Für und Wider nicht möglich ist, wo so viele Menschen an der Diskussion teilnehmen, daß die Stimme erhöht werden muß, und eine geregelte Konversation, ein richtiges Reden und Gegenreden unmöglich wird. Das Redenhalten hat sicher seine Berechtigung. Die magnetische, fast zauberhafte Macht des levendigen Wortes ist ein Faktor, dessen das politische und geistige Leben einer Nation nicht entbehren kann. Reden und Vorträge in Volksversammlungen sind von unichäßbarem Wert. Aber alles zu seiner Zeit und dem Zwecke gemäß. Monologische Reden und Vorträge sind vortrefflich, wo es gilt, Begeisterung zu erregen, und solchen, die Belehrung fuchen, Belehrung zu geben. Allein für diejenigen, welche Belehrung suchen und die Wahrheit ermitteln wollen, find monologische Reden und Vorträge nicht am Blatz und arten in schauspielerische Schaustellungen aus. Sobald die Stimme über einen gewissen Punkt hinaus erhöht wird, findet eine, auf physiologische Vorgänge Andrang des Blutes nach dem Hirn usw. zurückzuführende Reizung der Nerven statt, welche zwar der Phantafie und dichterischen Gestaltung zuträglich, dem Denfprozeß aber sehr hinderlich ist, und bei vielen Menschen notorisch- Karl Vogt hat dies einmal hübsch nachgewiesen in einer momentanen Suspension des Denkvermögens gipfelt. Ohne irgend jemand Zwang anzuthun, aber mit festem Vorsatz und unverrückbarem Ziel muß sie den Weg der Gesetzgebung befchreiten. Selbst der, welcher heutzutage im Genuß von Privilegien und Monopolen ist, soll wissen, daß wir keine gewaltsamen, plötzlichen Maßregeln gegen gefeßlich fanttionierte Zustände beabsichtigen und im Interesse einer ruhigen, friedlichen Entwicklung den Uebergang aus gefeßlichem Unrecht in gejegliches Recht mit möglichster Schonung für die Personen und Verhältnisse der Privilegierten und Monopolisten zu bewerkstelligen gesonnen sind. Wir erkennen an, daß es ein Unrecht wäre, denjenigen, welcher auf Grund einer verkehrten Gesetzgebung sich eine privilegierte Stellung verschafft hat, persönlich für die verkehrte Gesetzgebung verantwortlich zu machen und büßen zu lassen. Wir erklären ausdrücklich, daß es unsres Erachtens Pflicht des Staates ist, an diejenigen, welche durch die notwendige Abschaffung gemeinschädlicher Geseze in ihren Interessen geschädigt werden, Entschädigung zu geben, so weit dies möglich ist und sich mit den Interessen der Gesamtheit verträgt. Wir haben von den Pflichten des Staates gegenüber dem Individuum eine höhere Vorstellung als unfre Gegner und werden nicht von ihr abweichen, auch wenn wir Gegner vor uns haben. * * Die Universalität des Socialismus. Für die Propaganda wie für die gesetzgeberische Thätigkeit müssen wir einen Punkt scharf im Auge behalten: Die Universalität der socialistischen Weltanschauung. Und dazu bedarf es für die Propaganda und für die gesetzgeberische Thätigkeit des methodischen Vorgehens.. Der eine faßt an dem Socialismus vorwiegend die ökonomische, der andre die ethische und humane, wieder ein dritter die politische Seite auf. In der Propaganda und in der Gefeßgebung müssen diese drei Seiten gleichmäßig zur Geltung kommen. Das Volk muß erfahren, daß der Socialismus nicht bloß die Regelung der Arbeits- und Produktionsverhältnisse, überhaupt der wirtschaftlichen Funktionen des Staats- und Gesellschaftsorganismus vertritt, sondern daß er auf die vollständigste Entfaltung des Judividuums und der Individualität hinzielt, daß er die Erziehung als eine der Hauptaufgaben des Staates betrachtet und daß er das staatliche und gesellschaftliche Ideal darin erblickt, in jedem Wienschen das Ideal des Menschentums nach Möglichkeit zu ver wirklichen. Gerade in dieser Vereinigung und Verschmelzung der höchsten Aufgaben liegt die hohe Bedeutung des Socialismus. Ohne die wirtschaftliche Seite würde das Humanitätsideal in der Luft stehen. Ohne die humane Seite würde das wirtschaftliche Ziel der fitt lichen Weihe ermangeln. Beides gehört zusammen. Es hat zu allen Zeiten Träumer gegeben, welche für die Beglückung des ganzen Menschengeschlechts schwärmten. Das waren aber Träume und Schäume, weil die reale und materielle Basis der Verwirklichung fehlte. Die von dem Socialismus erstrebte Regelung der ökonomischen Verhältnisse, welche neben der Steigerung der Produktion die gerechte Verteilung der Produkte sichert, schafft die ökonomische Grundlage für eine menschenwürdige Existenz, für die harmonische Entfaltung des Individuums. Ebe o sind die Segnungen des gemeinsamen Eigentums und der genossenschaftlichen Arbeit schon in früheren Epochen begriffen und ist sogar das Princip der Gemeinsamkeit, des Kommunismus schon zur Verwirklichung gelangt, aber es fehlte das menschheitliche Ideal, welches den Socialismus auszeichnet, und dieser Kommunismus gilt mit Recht als eine hinter unfren heutigen bürgerlichen Verhältnissen zurückſtehende Kulturstufe. a Der Socialismus hat unsre moderne Kultur zur Vorausseßung. Er steht in feinem Punkt mit unsrer modernen Kultur in Widerspruch. Weit entfernt, ihr feindlich zu sein, will er sie, die jetzt leider das Monopol einer bevorzugten Minorität ist, zum Gemeingut aller Menschen machen, Wer hat sich nicht schon über den kolossalen Blödsinn gewundert, Das ist ein verhängnisvoller Irrtum, den die französischen den die verständigsten Menschen mitunter zu Tage fördern, wenn fie Socialisten furchtbar gebüßt haben. eine sogenannte Rede halten und sich zu einer oratorischen Leistung Kann man heldenmütiger fämpfen, als die Arbeiter von Paris versteigen, von Lampenfieber und Befangenheit ganz abgesehen. Indem der Socialismus die Gesamtheit des menschlichen Lebens, und Lyon? Und endete nicht jener Kampf mit blutiger Niederlage, Und die nämliche Erscheinung fann man in allen gefeßgebenden Fühlens und Denkens in seinen Bereich zieht, sichert er sich von grauenhaftem Racheregiment der Sieger und langjähriger Er- Streisen beobachten. Von 100 parlamentarischen Rednern iprechen vornherein gegen die Einseitigkeit, und hat den ungeheuren Vorteil, schöpfung des Proletariats? Das französische Proletariat hat die Not- 50 den reinsten Blödsinn, für den die Bezeichnung höheres Blech" daß er nach festem einheitlichen Plan auf allen Gebieten des wendigkeit der Organisation und der propagandistischen Vor- zu schmeichelhaft wäre, und unter den übrigen find vielleicht zwei staatlichen und politischen Lebens eine ebenso heilsame als harmonische bereitung noch nicht genügend erkannt. Darum ist es bis jetzt regel- oder drei, deren Reden im stenographischen Bericht soviel geistigen Thätigkeit entwickeln kann. mäßig besiegt worden. Inhalt haben, wie ein von einem gewöhnlichen Durchschnittsjournalisten Die Lektion der Kommune scheint erfreulicherweise in dieser Be- geschriebener Leitartikel. Der Rest erreicht nicht dieses Mittelmäßigziehung gefruchtet zu haben. Unfre französischen Genossen arbeiten feitsniveau. eifrig an der Organisation und wenden auch ihre Aufmerksamkeit Segt man sich nun aber einen diefer parlamentarischen Redner, der Propaganda, insbesondere auf dem Laude, zu. die einen soeben noch durch ihr haarsträubendes Gekohle zur Verzweiflung gebracht haben, in irgend ein stilles Eckchen, und spricht mit dem Mann über die Dinge, von denen seiner Bildung und Stellung noch zu erwarten ist, daß er etwas versteht, so wird man Für die Beschränkung der socialdemokratischen Bewegung auf in den meisten Fällen die Entdeckung machen, daß er gar nicht die Lohnarbeiter- Stlaffe hat mir eine winzige Minderheit plaidiert. so dimm ist und in seinem Fach schäß- und brauchbare Kenntund unter diesen befanden sich Individuen höchst zweifelhaftester nisse hat. Art, welche von den feudalistischen Socialdemagogen Wagener und Konsorten offen protegiert und von der Polizei des Fürsten Bismarck huldreich toleriert wurden. Die deutschen Socialisten haben von jeber die Bedeutung der Propaganda gewürdigt und die Notwendigkeit, das Kleinbürger- und Kleinbauerntum zu gewinnen, betont. Die revolutionären Schaumphrasen dieser Theaterfanatiker des „ Klassenkampfes" waren nur die Hülle für einen sehr faulen Kern von Junker- und Polizei- Machiavellismus. Um den Blödsinn, der bei monologischen Reden zu Tage gefördert ist, ermessen zu können, muß man sich allerdings von dem sinnbethörenden Einfluß der Phrase und theatralischen Geberde freigemacht haben, und leider ist das nur wenigen Menschen gelungen. Daher die außerordentliche Ueberschäzung der redseligsten Barlamentarier. Der hyperrevolutionäre Scheinsocialismus, der nur an die Wie berühmt war nicht jahrelang Herr Lasker, obgleich sich in schwielige Bruderfaust" appelliert, hat für unsere Reaktionäre zwei deffen sämtlichen Reden weder ein originaler Gedante noch ein sehr wesentliche Vorteile: einmal schränkt er die socialdemokratische origineller Ausdruck findet- nichts als die platteste Mittelmäßig Bewegung auf eine Klasse ein, die in Deutschland viel zu wenig feit, die selbst für eine originelle Dummheit zu geistlos ist. Trozdem zahlreich ist, um eine Revolution durchführen zu können. Und ist der Mann seiner Zeit ein„ berühmter Redner" geworden und aus zweitens giebt er einen vorzüglichen Wauwau zur Einschüchterung dem berühmten Redner ein berühmter Politiker wir hätten fast der großen, halb indifferenten Volksmassen; hauptsächlich des Bauern gesagt: Staatsmann. und Kleinbürgertums, welche bisher noch nicht zu selbständiger politischer Initiative und Thätigkeit gelangt sind. ( Hier fehlen zwei Blätter.) * * Ueber die Schonung der Privilegierten. So notwendig es mun aber auch ist, den verschiedenen InteressenDag Mitglieder, der höheren" Selafien in der socialdemokra tischen Partei eine so bedeutende Rolle spielen, ist nichts Zufälliges gruppen den vollsten Spielraum zur Geltendmachung ihrer Ansprüche Jedesmal, wenn eine unterdrückte Klasse den Emancipationskampf und Bedürfnisse zu gewähren und das Volk möglichst an der Gesez unternimmt, schließen sich ihr die unzufriedenen Elemente der oberen gebung mitarbeiten zu lassen, so würde es doch sehr thöricht sein, Klassen an, ihre überlegene Bildung im Dienste der Bewegung wollte die Regierung wollte die Socialdemokratie die ganze Gefeßgegen die eigne Klasse verwertend. Im deutschen Bauernkrieg, in gebung der Initiative des Volks überlassen. der französischen Revolution haben wir dies beobachtet. Freilich und dies gilt auch von der modernen Arbeiter betwegung die Elemente aus den oberen Klassen sind gemischter Sie muß mit einem bestimmten, flar erkennbaren Plan ver sehen sein, und ihn der Voltsvertretung, den Interessenvertretungen des Bolls vorlegen. Diese harmonische Allseitigkeit( Universalität) giebt dem Socialismus sein ungeheures Uebergewicht über alle andern Parteien ohne Ausnahme. Während sie ratlos vor dem socialen Problem stehen und höchstens erbärmliche Pfuscharbeit liefern, bietet der Socialismus, weil er den Grund der gesellschaftlichen Erscheinungen kennt, einen Schlüssel zur Lösung aller Schwierigkeiten. * * Stadt und Land. Der Staat ist die Association aller Staatsbürger, und da 40-50 Millionen Menschen nicht auf einem Haufen zusammen wohnen, nicht in einer Anstalt zusammen arbeiten, nicht auf einem geld zusammen ackern fönnen, so müssen sie sich in verschiedene Abteilungen teilen, die, räumlich getrennt, doch Teile des Ganzen bleiben und im Einklang mit den übrigen Teilen, mit dem Blicke auf das Ganze gerichtet, arbeiten. Die Gemeinde ist ein solcher Teil, sie ist notwendig, fie ist ein Stück des Staates, dessen Interesse das Wohl der Gemeinde ist wie das Interesse der Gemeinde das Wohl des Staates. Daß die Gemeinde- Entwicklung aus der Zufälligkeit, welche jets. herricht, heraustreten, sich methodisch vollziehen wird, haben wir bereits angedeutet. Die Kluft, welche heutzutage zwischen Stadt und Land besteht, der ungeheuere Abstand zwischen einer Dorfgemeinde und einer weltstädtischen Gemeinde, hat in der Hauptsache, wenn nicht ausschließlich, seinen Grund in der bisherigen Planlosigkeit der Produktion und überhaupt der gesellschaftlichen Thätigkeit. Würde einem Ausschuß von praktisch von praktisch und wissenschaftlich gebildeten Männern heute die Aufgabe gestellt: in einem un bewohnten Land von 10 000 Quadratmieilen mit dem Klima und eine Anzahl von der Bodenbeschaffenheit von Deutschland 45 Millionen Menschen unterzubringen, so ist 1000 gegen wetten, daß auch nicht ein Ausschußmitglied dafür stimmen würde, hier eine Millionenstadt, dort große, mittlere, fleine Städte und Dörfer aufzubauen, kurz, die Bevölkerung Deutschlands so ungleich mäßig zu verteilen, wie das in Wirklichkeit der Fall ist. 1 zu Die Uebel der Großstadt in fanitätlicher und mancher andren| gezogen zu werden, oder in einem noch fortgeschritteneren Zustande, wo zu einander zu regeln sind, konstituieren ebensowenig eine Be Hinsicht sind notorisch, ebenso notorisch sind die Uebel, welche das alle wirtschaftlichen Funktionen Staatssache sind, würde über- schränkung des freien Willens, der individuellen Freiheit, als die kleinstädtische und dörfliche Leben mit sich bringt. haupt gar fein Unterschied zwischen öffentlichen und privaten Aus- physiologischen Gesetze es thun, welche die Bewegungen mid Wir ergehen uns nicht in Jkarischen Träumen, wenn wir vorausgaben existieren. Funktionen unsres Körpers regulieren. Der freie Wille, die fagen, daß das schon von der heutigen Wissenschaft auf dem Boden Aber wir springen nicht mit einem Saß in den Socialismus Freiheit des Individuums, welche von diesen Gesetzen sich nicht will des praktisch Möglichen gestellte Jdeal, die menschlichen Wohnungen hinein. Der Uebergang vollzieht sich allmählich, und für uns binden lassen, heißt mit ihrem richtigen Namen Dummheit und mehr gleichmäßig auf das ganze Land zu verteilen, Ackerbau und handelt es sich bei den vorliegenden Ausführungen nicht um den Willtür. Die Freiheit besteht nicht darin, daß ich thun kann, was Industrie nicht mehr räumlich von einander zu trennen, der Stadt Entwurf eines Zukunftsgemäldes was unter allen Umständen mir beliebt, sondern darin, daß ich thun kann, was recht und vereinen ländlichen und dem Land einen städtischen Charakter zu geben, eine höchst unnüge Arbeit ist fondern um die Aufstellung eines nünftig ist. Die Abhängigkeit von Recht und Vernunft ist keine mit einem Wort, Stadt und Land in einander überfließen zu lassen praktischen Programms für die Uebergangszeit, um die Formulierung Unfreiheit; wohl aber die Unabhängigkeit von Recht und Verund dadurch den Gegensatz von Stadt und Land auf das radikalste und Begründung von Maßregeln, welche unmittelbar durchführbar nunft, welche man mitunter Freiheit zu nennen beliebt und welche aufzuheben, der Verwirklichung zueilen wird sind und der socialistischen Welt gewissermaßen als Geburtshelfer andren gegenüber zur abscheulichsten Unterdrückung der Freiheit wird. dienen. Das Zusammenklumpen der Menschen, das in barbarischen Zeiten teils aus Rücksichten der Sicherheit, teils durch die Mangelhaftigkeit der Verkehrs- und Lokomotionsmittel bedingt ward, hat heutzutage absolut keinen Sinn mehr, der Bürger hat keine Ueberfälle ruhm und beutegieriger Raubritter zu fürchten und die Verkehrs- und Transportmittel sind derartig vervollkommnet, daß Entfernungen, die früher jeden Verkehr ausschlossen, jegt feine Rolle mehr spielen. * Der Uebergang zum Socialismus. Vielleicht findet man es auffallend, daß wir der Steuerfrage eine so große Bedeutung beigelegt haben, da doch in dem socialistisch organisierten Staat von einer Besteuerung wohl nicht die Rede sein kann. Es ist wahr, wenn wir mit einem Satz in den socialistischen Staat hineinspringen fönnten, würde die Steuerfrage uns nicht zu beschäftigen haben, denn die für alle öffentlichen Ausgaben erforders lichen Mittel hätten dann einfach von dem Ertrage der Gesamtarbeit abLokales. man * # Socialismus und Individuum. Was nun die freie Entwickelung des Individuums betrifft, so setzt dieselbe alle diejenigen Kulturbedingungen voraus, welche zum förperlichen und geistigen Gedeihen des Menschen erforderlich find. Ein Mensch, dessen Körper durch mangelhafte Nahrung, Wohnung und Bekleidung, durch gesundheitswidrige Lebensweise am Wachstum gehindert wird, entwickelt sich sicher nicht frei"; und ebenso wenig ein Mensch, der in Abhängigkeit von andren Menschen lebt, sich frei" entwickelt. Man hat dem Socialismus den Vorwurf gemacht, er vernichte die Individualität und schaffe die alles gleichmachende Diktatur des Staates." Daß von einer Dittatur nicht die Rede sein fann, wenn der Staat nach den Principien der Socialdemokratie, auf der Basis der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichkeit errichtet ist, und keine von Lebt denn jetzt nicht die ungeheure Mehrzahl in Verhältnissen dem Volk losgelöste, ihm als etwas Selbständiges, ja Feind- wie diese, die eine freie Entwicklung" ausschließen? liches gegenüberstehende Macht bildet, sondern nur der Ausdruck des Dagegen geht das Streben des Socialismus, welcher die Untersouveränen Volkes ist, das wurde schon früher angedeutet und bedarf drückung der freien Individualität bezwecken foll, in erster Linie für den, welcher sich unsre Forderungen flar gemacht hat, keiner| darauf hin, die mit der freien Entwicklung der Individualität unnäheren Auseinandersetzung mehr. Wir sind principielle Gegner jeder verträglichen Zustände und Einrichtungen zu beseitigen, und das in der Herrschaft und wollen folglich auch nicht die Allherrschaft des Staats. bewußten Absicht, die freie Entwicklung der Individualität, die AusDie staatlichen Gefeße, welche das Wohl der Gesamtheit vorschreibt bildung eines jeden Individuums zu einer freien, ausgeprägten und nach welchen der Verkehr der Menschen und ihre Beziehungen Persönlichkeit zu ermöglichen. dem Vorkommnis ihre Lehre. das ich beim Apotheker Doehl anfertigen laffen wollte. Ich fann letzte Jahr liegen die Zahlen für Berlin noch nicht vor. In Betracht aber Herrn Doehl das Lob nicht vorenthalten, daß er ein pfiffiger gezogen sind hier nur ganz gleichartige Ausgaben, in Berlin das Auch der Arbeitsmarkt für Handelsangestellte verschlechtert Geschäftsmann ist. Vielleicht ziehen aber andre Kaffenmitglieder aus Pflegegeld, die laufenden und einmaligen Barunterstützungen, ohne die auf ärztliche Verordnung gewährte Unterstüßung durch Milch, fich immer mehr. In welchem Maße das in der letzten Zeit ge= schehen ist, das lehren unter anderm die Angaben, die der Berliner Die Berliner Unfallstationen sind im Juli d. J. in 4894 Fleisch und Kleidung, die Aufwendungen für Waisenpflege, die Die Berliner Unfallstationen sind im Juli d. J. in 4894 Mietsbeträge, Transportkosten, Badekuren, Brennmaterial 2c., Berliin „ Kaufmännische Hilfsverein für weibliche Angestellte" in feinem Fällen gegen 4730 im gleichen Monat des Vorjahres für erste Hilfe Vereinsblatt über die Ergebnisse feines Stellenmachweises im 1. Halb- in Anspruch genommen worden und zwar 4108 mal bei Unglücksfällen hat rund 6,9 Millionen Mark, Charlottenburg nur 265000 M. für dieselben Zwecke ausgegeben. jahr 1901 macht. Vom 1. Halbjahr 1900 bis zum 1. Halbjahr 1901 ist und 976 mal bei plöglichen Erkrankungen. In den Stationen wurden völkerung ist dabei in Charlottenburg ungefähr dieselbe wie in Die Zahl der bei dem Berein angemeldeten offenen Stellen bedeutend 4604, außerhalb 290 Personen behandelt. Mit den Krankenwagen vert.1 Bros. aller Cenfiten, as beist fait brei Viertel zurückgegangen. Die Stellen für Comptoirpersonal verminderten der Unfallstationen wurden im verflossenen Monat 136 Transporte aller selbständigen Einzelpersonen und Familienvorstände haben fich von 1205 auf 1024, die für Verkaufs- und Lagerpersonal von ausgeführt. Die Zahl der polizeilicherseits den Stationen über- 1899/ 1900 zu Familien gehört, deren Einkommen sich auf weniger 902 auf 771. Dagegen hat sich die Zahl der stellungsuchenden gebenen, teils bewußtlosen Personen betrug 256. als 1200 M. belief. Die bis jetzt aus früheren Jahren von Berlin Bureaubeamten in demselben Zeitraum start vermehrt, beim Comptoirpersonal von 1156 auf 1873, beim Verkaufs- und Lager Dienstagnachmittag die landwirtschaftliche Hochschule in der Juvaliden- 31. März abgefchloffenen Rechnungsjahre hat Charlottenburg insVon einem größeren Schadenfeuer heimgesucht wurde vorliegenden Bablen zeigen dasselbe Verhältnis. In dem am personal von 1267 auf 1405. Der Verminderung des straße, die im vorigen Jahre der Schauplatz einer verheerenden Gas- gesamt 307 867 M. für die offene Armenpflege ausgegeben, darunter Stellenangebots entsprechend hat sich auch die Zahl der explosion war. Diesmal kam das Fener im Dacraum, unmittelbar 289 240 M. für Unterstützungen. In Betracht gezogen find hier ledigzustande gekommenen Vermittelungen Vermittelungen verringert, die Vermistelungen für Comptoir von 905 auf 767, die für Ver- über dem Laboratorium für Bodenuntersuchung des Geheimrats lich die Ausgaben für die offene Armenpflege darum, weil diese kauf und Lager von 691 auf 576. Orth aus. Da Mittelfeuer gemeldet war, rückten ein halbes allein regelmäßig einen Vergleich zulassen. Die Verschlechterung der Dußend Dampffprißen heran, und bon der West und Lage wird noch deutlicher, wenn Biel Sorge machte der Bernauer Polizei die Beerdigung sich die folgenden Nordseite wurde über mechanische Leitern hinweg vorgegangen. unsres Parteigenossen Krumte, die am Sonntag unter zahlreicher Zahlen berechnet. Im ersten Halbjahr 1900 bezw. im ersten Halbjahr 1901 tamen auf je 100 Stellen für Comptoirpersonal 96 Außer einem Teile des Dachstuhles hatte aber das Feuer den Vertrauensmann zu sich gebeten und ihm mitgeteilt, daß eine Halbjahr 1901 tamen auf je 100 Stellen für Comptoirpersonal 96 Rach kaum halbstündiger Arbeit galt die Hauptgefahr beie itigt. Beteiligung stattfand. Vor der Beerdigung hatte der Bürgermeister beziv. 134 Bewerberinnen, auf je 100 Stellen für Verkaufs- usw. das oben bezeichnete Laboratorium größtenteils zerstört, so daß der rote Schleife am Kranz nicht getragen werden dürfe. Nach vielen Personal 140 bezw. 182 Bewerberinnen. Von je 100 Bewerberinnen entstandene Schaden immerhin erheblich, auch durch Versicherung Hin- und Herreden wurde huldvollſt gestattet, die Schleife in um eine Comptoirstellung wurden 78 bezw. 56 in Stellung gebracht, nicht gedeckt ist. Wie verlautet, soll das Fener durch Unachtsamkeit Winsseliu einzuhüllen. Auf dem Kirchhof darf keine Rede von je 100 Bewerberinnen um eine Stellung für Verkauf 2c. 55 der Klempner, die auf dem Dache gearbeitet hatten, entstanden sein. gehalten werden, ivar weiter bon dem Bürgermeister verbezw. 41. Man sieht: es ist sehr start abwärts gegangen! fügt, Die allgemein ungünstige Geschäftslage hat in der letzten Zeit selbst auch eine kurze Widmung ist verboten. Nachdem einzelne sehr bedeutende Geschäfte genötigt, Angestellte zu entlassen, jo alles weise angeordnet war, konnte die Beerdigung des staatsdarunter auch solche, die bereits jahrelang dort beschäftigt genvejen Zu erregten Auftritten tam es am Sonnabend in Friedrichs- gefährlichen Menschen vor sich gehen, und zwar unter Begleitung von drei Gendarmen und zwei Polizisten. Die Ehrung des Toten war berg vor dem Hause diummelsburgerftr. 54. In dem genannten auch unter diesem peinlichen Auftritt eine würdige. Der Bernauer Die verschließbaren Poftabholungsfächer oder Schließfächer, Hause, das dem Schuhmacher Hagel gehört, wohnte der Arbeiter B., Polizei scheinen, nach der Aufwendung ihres Sicherheitsapparats au wie fie amtlich heißen, find gestern in der neuen Schalterhalle des der bis zum 1. Auguſt ſeine Weiete, wenn auch unpünktlich, bezahlt urteilen, nicht nur die lebenden, sondern auch die toten SocialEs sind insgesamt 73 Fächer, hatte. War nun die Ermissionsflage bereits entschieden oder der demokraten schwere Sorgen zu bereiten. Leider können wir ihr größere und kleinere, zur Aufstellung gelangt, in der Ausstattung, Kontrakt abgelaufen, Genaues fonnten wir nicht in Erfahrung bringen, nicht das Ver prechen geben, daß sie davon befreit werden wird, wie wir fie bereits beschrieben haben. Die Fächer machen einen am 1. August wurde die Familie mit fünf Kindern auf die Straße recht gefälligen Eindruck. Während ursprünglich nur 21 Angesetzt. Ein andres Unterfommen war nicht aufzutreiben, die wenigen vielmehr hoffen wir, daß die Sorge bis ins Ungemessene wächst. meldungen, für 14 kleine und 7 große Fächer beim Brief- Wirtschaftsgegenstände mußten mehrere Tage auf dem Straßendamm postamt vorlagen, ist die Nachfrage nach denselben neuerdings liegen bleiben. Am Freitag bei dem großen Regen bot sich ein tiefeine verhältnismäßig lebhafte, so daß wohl sämtliche 78 Fächer trauriges Bild. Die Sachen standen mitten im Wasser und besetzt werden dürften. Der Zeitpunkt der Uebergabe der Fächer schwammen die Straße entlang, so daß hilfreiche Hände zugreifen an die Inhaber und die Inbetriebnahme steht noch nicht fest. Außer mußten, um der beklagenswerten Frau die Sachen aus dem Wasserdem Briefpostamt erhält in Berlin nur das Postamt 19 in der Pfuhl herauszuholen. Vier fast neue Strohsäcke waren so durchnäßt, Beuth bezw. Kommandantenstraße Schließfächer. Es lagen dort daß das Stroh auf den Bürgersteig geschüttet werden mußte, weil ursprünglich auch nur einige wenige Anmeldungen, im ganzen Die neue Einrichtung macht dort einen Umbau der Schalterhalle erforderlich. Weitere Bostämter Berlins mit Schließfächern auszu statten, liegt nicht in der Absicht der Postverwaltung. waren. " 8 vor. Aus den Nachbarorten. es vollständig unbrauchbar geworden war. Natürlich wurden diefe Vorgänge allerorts erregt diskutiert und schließlich sammelte sich am Sonnabend eine große Menschenmenge an, die leider zu Ausschreitungen überging. Die Fenster in dem Hause wurden durch Steinwürfe zertrümmert, die Gendarmerie war taum im stande, der Bewegung Herr zu werden, sie mußte ein stärkeres Aufgebot heranziehen. Es sollen 28 Perionen verhaftet sein, die in diesem Falle schwere Strafen zu erwarten hätten Nun erst sorgte die Behörde dafür, daß die Wohnungslosen unter Obdach gebracht wurden. Wäre es früher geschehen, der ganze Auftritt wäre unmöglich gewefen. Aber es ist das allbekannte Uebel, die Gemeindevehörden sträuben sich bis zum äußersten, für die Unterkunft der WohnungsHändler und Händlerinnen. Am Freitag, den 9. August, abends 10 Uhr, findet im Englischen Garten, Alexanderftr. 27c, eine öffentliche Versammlung statt, in der gegen die weitere Beschränkung des Straßenhandels Proteft eirhoben werden soll. Wir bitten dringend um recht zahlDer Einberufer. reichen Besuch. Centralverband der Konditoren( Mitgliedschaft Berlin). Mittwoch abends 8½½ Uhr, bei Bauer, Rosenthalerstr. 57, Versammlung. Die wich tige Tagesordning macht das Erscheinen aller nötig. 〃 Rummelsburg. Am Donnerstag, den 8. d. Mts., abends 8 Uhr, findet im Lofale des Herrn Biebarth zu Rummelsburg eine öffentliche Ge wertschafts Versammlung mit folgender Tagesordnung statt: 1. Der Generalstreit der Flaschenmacher. Referent: Albert Zander. 2. Diskussion. Um zahlreiches und pünttliches Erscheinen ersucht Der Einberufer. J. A.: Karl Hartmann. Vermischtes. eid. Ein pfiifiger Geschäftsmann. Ein Leser schreibt uns: In Schöneberg befindet sich die Borussia- Apotheke". Inhaber Herr Doehl, der zugleich eine Droguerie unterhält. Dieser Tage war ich gezwungen in der Apotheke ein Rezept anfertigen zu lassen und gleichzeitig hatte ich eine Verordnung, die aus der Droguerie entDie Opfer der Griesheimer Katastrophe. Dem Rhein. nommen werden konnte.. Als ich dem Provisor das Rezept überKurier" wird berichtet: Bei der Katastrophe am 25. April ds. Js. reichte, sah er die andere Verordnung, wobei er mich darauf auferlitten außer den bei derselben umgekommenen 23 Arbeitern merksam machte, daß ich dieses Medikament aus der losen zu sorgen. 162 Arbeiter in der Chemischen Fabrik Griesheim und 8 Arbeiter Droguerie erhalten könnte und gleich mit besorgt werden würde. Die elektrische Straßenbahn Nieder- chöneweide- Köpenick der 13wöchigen Wartezeit, 25. Juli d. J., waren von diesen 170 Unvon in deren Nähe liegenden Fabriken Verlegungen. Beim Ablaufe Abschlägig beschieden wurde das an den Kaiser eingereichte soll am 15. August ihren Betrieb eröffnen. Die Linie ist als Fort- fällen 129 als erledigt abgemeldet, so daß der am 19. Juli cr. zuBegnadigungsgesuch des Redakteurs Carl Sed la ef vom„ Deutschen fegung der Straßenbahn vom Schlesischen Bahnhof durch den Spree- sammentretende Entschädigungs- Ausschuß der zuständigen Section VII General- Anzeiger". S. war bekanntlich wegen Beleidigung der Tunnel nach Treptow geplant und gebaut worden. Schwierigkeiten in Frankfurt a. M. in 41 Unfallsachen Beschluß zu fassen hatte. Bromberger Polizei zu einer vierwöchentlichen Gefängnisstrafe ver- bei der Durchführung der Linie durch das Gemeindegebiet von urteilt worden. Der Justizminister hat die Befürwortung des Be- Treptow nötigten jedoch, vorläufig die Linie in Treptow zu unter- In fieben Fällen erfolgte Abweisung der erhobenen Entschädigungsansprüche, da nach ärztlichem Untersuchungsbefunde nachteilige Folgen quadigungsgesuchs, welches durch eine Eingabe des Abgeordneten brechen und den Betrieb auf der Teilstrecke Nieder- Schöneweide für die Erwerbsfähigkeit der Verletzten nicht zurückgeblieben waren. Werner unterstützt wurde, abgelehnt. Der Staatsanwalt hat darauf- Köpenick zu eröffnen. Nachdem der Bau der Strecke längst durchhin nun Herrn Sedlaget aufgefordert, seine Strafe sofort anzutreten. geführt ist, soll die ursprünglich schon zum Frühjahr vorgesehene ErS. wird sie im Tegeler Strafgefängnis abbüßen. öffnung endlich vor sich gehen. Im Delirium erschossen hat sich der 35 Jahre alte LokomotivHeizer Otto Baat aus der Brunnenstr. 128. Der Mann trant so start, daß seine Frau, mit der er seit drei Jahren in kinderloser Ehe lebte, es nicht mehr bei ihm aushielt. Nachdem sie ihn vor einem Jahr verlassen hatte, knüpfte Baat ein Verhältnis mit einer Aufwärterin an. Aber auch mit dieser vertrug er sich nicht, und schließlich schoß er sich, um seinem Leben ein Ende zu machen, eine Kugel in den Mund. Noch lebend wurde er in ein Krankenhaus gebracht, erlag aber dort seiner Verletzung. Schöneberg. Voraussichtlich in der ersten Stadtverordneten igung nach den Ferien, und zwar am Montag, den 2. September, findet die Auslosung der Stadtverordneten statt. 10 Fällen machte sich eine Krankenhausbehandlung über die 13. Woche hinaus erforderlich, deren Kosten nebst der gesetzlichen Angehörigen Entschädigung von der Berufsgenossenschaft übernommen wurden." Sechs Verletzte bedürfen zwar keiner Krankenhausbehandlung, sind jedoch noch vollständig erwerbsunfähig, so daß denselben die Rente für völlige Erwerbsunfähigkeit bewilligt wurde. In Nach einer Uebersicht über die Stellenvermittlung des hiesigen 14 Fällen bewegt sich die festgesezte Entschädigung zwischen 10 und städtischen Arbeitsnachweises im Monat Juli waren 50 Broz. der Rente für völlige Erwerbsunfähigkeit. In den noch vorhanden: Offene Stellen 102, davon 21 männliche und 81 weib übrigen vier Fällen, in welchen nach vorheriger Abmeldung nachträgliche. Arbeitsuchende waren vermerkt 182, davon 66 männliche und lich Entschädigungsansprüche erhoben wurden, sind die erforderlichen 57 weibliche. Wir machen darauf aufmerksam, daß die Vermittelung 116 weibliche. Besetzt wurden 66 Stellen, davon 9 männliche und Ermittelungen im Gange. Durch eine Explosion in der Locust Street in Philadelphia für gelernte und ungelernte Arbeiter und Arbeiterinnen jedes Berufs, die auf Entzündung eines Behälters mit Gasäther zurückgeführt für Lehrlinge sowie für männliche und weibliche Dienstboten im wird, wurden 25 Häuser zerstört; 10 Personen wurden getötet und städtischen Arbeitsnachweis, Kaiser Wilhelmplatz 3, erfolgt und zwar über 40 verlegt. tostenlos. Mit dem Neubau des hiesigen Haupt- Bostamts, Fein gesponnen. Rowland Hill, der Reformator des englischen dessen Errichtung auf dem Grundstück Hauptstr. 26/27 stattfinden wird, ist Boftwejens, ging eines Tages in der Umgebung Londons spazieren. bereits begonnen worden. Die Kosten des Gebäudes find auf An der Thür eines kleinen Hauses fab er einen Briefträger, der 547 000 m. veranschlagt und soll dasselbe am 1. April 1903 dem einen Brief in der Hand hielt und mit einer ärmlich gekleideten alten Frau diskutierte. Hill trat hinzu und erfuhr, daß es sich um öffentlichen Verkehr übergeben werden. einen nicht frantierten Brief handelte, deffen Porto die Arme nicht zahlte das Porto. Der Briefträger entfernte sich. Da sagte die alte bestreiten konnte. Gerührt mischte sich Rowland Hill hinein und beWie Fran:" Dante, mein Herr, aber es war ganz unnötig, für mich zu bezahlen. Mein Sohn schickt jeden Monat einen solchen Brief. Sc nehme ihn jedesmal nicht an; denn er enthält nichts als ein Blatt weißes Papier. Wenn ich nur die Schrift meines Sohnes auf dem Briefumschlag sehe, weiß ich, daß er sich wohl befindet. Das genügt mir und kostet nichts." Rowland Hill lachte herzlich, dann überlegte er sich die Sache, und von dieser Zeit soll sich die Herabsetzung des englischen Briefportos herschreiben. Ein gefährlicher Fabrikbrand wütete in der Nacht zum Dienstag am Elisabeth- lifer 31. Jm ersten Stock des Seitenflügels liegt die Blumenfabrik von Giesler. Der Besizer hat eine Wirtschafterin, die unmittelbar neben dem Treppenaufgang in einem leinen Raum zu schlafen pflegte. Montagabend wollte sie sich furz nach 11 Uhr schlafen legen, warf dabei aber die Lampe um, und diese setzte das Bett in Brand. Die Frau verlor nun derart den Kopf. daß sie wie geistesabwesend den Flammen zuschaute und auch später noch nicht im stande war, flare Auskunft über die Entstehung des Feuers zu geben. Das mit riesiger Schnelligkeit um sich greifende wurden die Arbeiter am Montag früh auf dem Bahnhof Wannsee Arbeiterwochenkarten sind ausverkauft. Mit diesem Bescheid Feuer ergriff die Treppen und verqualmte selbst den vierten Stock, so daß die Bewohner in Erstickungsgefahr schwebten. Die Feuer- abgewiefen und mußten eine gewöhnliche Fahrkarte lösen. wehr rückte in großer Stärfe heran, konnte aber nur unter An- ergänzend hinzugefügt wurde, hatte der Beamte vergessen, neue Karten zu besorgen. Wenn nun dieser Fehler einmal passiert ist, wendung einer mechanischen Leiter dem Feuer nahe kommen, weil dann sollten doch Vorkehrungen getroffen werden, die es ermöglichen, Rauch und Flammen einen Angriff über die Treppen unmöglich die Bassagiere vor Schaden zu bewahren. In diesem Falle würde Dabei bedrohten die aus den Fenstern schlagenden es sich empfehlen, daß die Arbeiter den Betrag für die einfache FahrFlammen die oberen Stockwerke und namentlich die Schreibmappen farte nach Berlin zurückforderten und sich mit einem solchen Antrag fabrik von Jaffé, Nach einstündiger Löscharbeit konnte indes die Hauptgefahr beseitigt werden, doch wurde die Wehr noch stundenlang am Brandort festgehalten. Die Blumenfabrik ist völlig ausgebrannt. Die Charlottenburger Armendirektion tritt in einer längeren Seelenruhe. Folgendes Geschichtchen meldet man aus Mecklen Ich war damit einverstanden, zumal die Droguerie zu denjenigen Kundgebung an ihre Organe der mehrfach aufgetretenen Behauptung burg: Eine Dame in Strelit taufte wunderschöne Blaubeeren. Vor gehörte, die den Krankenkassen Kredit gewähren. Bei der Bezahlung entgegen, die Armenbevölkerung Berlins und der Vorortgemeinden dem Genusse wurden sie einer gründlichen Wäsche unterzogen. Da mußte ich mm zu meiner großen Verwunderung wahrnehmen, daß wende sich in immer größer werdender Zahl nach Charlottenburg, tamen an die Oberfläche des Wassers kleine Tierchen, die man sonst ich das Rezept bezahlen mußte und die Verordnung aus der weil sie dort am ehesten und ausgiebigsten unterstüßt zu werden hoffe. nur bei Menschen finden soll, die mit Wasser und Seife auf KriegsDroguerie freditiert bekam. Zur Belehrung erhielt ich den Bescheid. Wie die Armendirektion nachweist, findet diese Meinung in den fuß stehen. Auf den Genuß der Beeren wurde selbstverständlich verdazz Herr Doehl als Apotheker den Krankenkassen den Kredit entzogen Armenausgaben keinen Anhalt. Nimmt man eine Bevölkerungszahl zichtet und der Frau, von der man die Blaubeeren bezogen hatte, hat, als Droguist aber kreditiert. Zu meinem Leidwesen mußte ich von 189 000 an, so tommen im letzten Rechnungsjahr nur 1.63 M. bedeutet, daß man die Geschäftsverbindungen mit ihr abbrechen erst später die Entdeckung machen, daß ich die Geschäftspraris des Ausgaben für die offene Armenpflege auf den Stopf in Charlotten würde. Im ersten Augenblic war die Fran sprachlos, dann faßte Herra nicht richtig ausgenügt hatte. Ich mußte erst zum Droguisten burg. Im Jahre vorher wurden nur 1,47 M. ausgegeben, während sie sich und rief: So'n döhmlichen Jung'! Idk hew em noch ut Herrn Doehl gehen und einen Vorschuß für das Rezept verlangen, in Berlin nicht weniger als 3,38 M. aufgewendet wurden. Für das drücklich seggt, he süll nich in die Müz' plüden!" machten. an die Direktion wenden. Eingegangene Druckschriften. Wilhelm Liebknecht zum Gedächtnis widmet der„ Süddeutsche Bostillon einen großen Teil seiner soeben erschienenen Nr. 16. Gin Artifel von M. Ernst schildert Licbfnechts Aufenthalt in München. Einige martante Citate aus Liebfnechts Schriften, ein Faksimile nach einem Originalbrief sind besonders noch erwähnenswert, und von den übrigen Beiträgen nennen wir das Titelbild, das den Konkurrenzneid der beiden Münchener Centrumsblätter glosstert. Annalen des Deutschen Reiches für Gesetzgebung, Verwaltung und Bolswirtschaft. Staatswissenschaftliche Zeitschrift und Materialiensammlung. München. J. Schweizers Verlag( Arthur Sellier). Das soeben erschienene Seft 7 des Jahrgangs 1901 enthält: Die Haftung des Staates für den durch seine Organe und Beamten Dritten zugefügten Schaden. Von Karl v. Stengel. Studien über die Distontopolitit der Central: Notenbanken. Von Dr. Franz Richter. Das Koalitionsrecht der Arbeiter. Von Reg.Assessor O. Goldschmidt. Miscellen. Wetter: Prognose für Mittwoch, den 7. August 1901. Ein wenig wärmer, zeitweise heiter, jedoch veränderlich mit leichten Briefkasten der Redaktion. Regenfällen und mäßigen westlichen Winden. Berliner Wetter bureau. Marktpreise von Berlin am 5. August 1901 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. Kartoffeln, neue, D- Ctr. D.- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg Weizen, gut mittel gering " Roggen, gut * Gerste, gut Bauch do. Schweinefleisch 9 Die juristische Sprechstunde findet am Dienstag, Donners tag und Freitag von 7-9 1hr abends statt. F. J. 30. Ihr Hinweis nicht zu verwenden. Hermann Brek. Sie können auf Rüdgabe der Micte oder auf Schadensersatz flagen. Anna B. 1. Der Frau, für die der Schein ausO. M. Das Geschenf können Sie nicht zurüde 6- gestellt ist, ist zu zahlen. 1,60 1,20 berlangen. Longus. Bestimmte Zeiten sind int Gesetz nicht festgelegt. Angemessene Zeit muß Ihnen gewährt, im Streitfall vom Richter M. W. 97. Nein. 1,20 festgelegt werden, was angemessen ist. 1,10 Sigma. 1. Ja. 2. Erledigt. 3. Führer durch das Bürgerliche Gesetz 1,10 buch( Anhang zum Arbeiterrecht) S. 44. 4. Die große Anzahl der hierüber erschienenen Schriften finden Sie in den Bücherkatalogen verzeichnet. Eine R. R. 17. Erstens foll 2,40 besonders zu empfehlen vermögen wir nicht. " " " 1,30 1,60 1, " " mittel Kalbfleisch 1,60 " " " " gering Hammelsleisch 1,60 " " 16, 15, Butter 2,60 2, " mittel 14,90 13,90 Eier 60 Stit " " gering 13,80 12,80 Karpfen 1 kg 4, 2, " * Hafer, gut 16,50 15,70 Aale 3, " " mittel 15,60 14,80 Bander 2,60 " gering 14,70 14, Hechte 2,40 1, " 7,32 6,66 Barsche 1,80 7,60 5,60 Schleie 2,40 1,20 " " 40, 25, Bleie 1.20 0,80 45, 25, Krebse per Sajot 16, 2,50 65- 30, Zweiter Jahresbericht des Arbeitersekretariats Mannheim nebst Denkschrift über die Maßnahmen gegen Arbeitslosigkeit und Bericht des Gewerkschaftskartells. Geschäftsjahr 1900. Mannheimer Aktiendruckerei. Nichtroh Witterungsübersicht vom 6. August 1901, morgens 8 Uhr. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärke winembe 75823 Hamburg Berlin Wetter 3 heiter 759 WSW 3 bedeckt 760 NW Frankf./M. 761 SSW München 763' Wien 759 Temp. n. C. 50.40. Stationen Barometer= stand mm Windrichtung Windstärke 16 Haparanda 749 WSW 14 Petersburg 757 2 bedeckt 16 Cort 2 bedeckt 16 Aberdeen 4 bedeckt 16 Baris 3 bedeckt 19 Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortung. Theater. Mittwoch, den 7. August: Wegen der Landestrauer find die Theater geschlossen. Passage Panopticum. Urania. Taubenstr. 48/49. Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 11hr: Sternwarte. Urania Tauben- Strasse 48/49. Invalidenstr. 57/62. Tägl. Sternwarte. Castans Panopticum. Nen! Friedrichstr. 165. Wetter Temp. 11. C. 15° C.= 4° R. 2 Hib.bed. 15 1 Regen 17 5516.bed. 17 761 NM 763SW 2 bedeckt 14 Achtung! Heu Erbfent Speisebohnen Linsen Ihre Schwester schleunigst an den Vorstand der Berufsgenossenschaft den 1,40 Antrag auf Zahlung der Rente richten. Die Rente wird vom Ablauf der 1,20 13. Woche ab gezahlt. Ferner erscheint es gegenüber dieser ungeheuerlichen Nachlässigkeit angebracht, bei der Staatsanwaltschaft Strafantrag wegen der 0,80 fahrlässigen, durch Mangel an Schutzvorrichtungen herbeigeführten Störper2. Nein. E. Sch. 1. Ja. 2. und 3. Nein. verlegung zu stellen. Sie müßten Ihre Forderung ausflagen O. J., Elisabethufer 26. 5. 365. Sie sind zur und dann Pfändung des Rades vornehmen. Zahlung verpflichtet. H. Grünsel. Verlangen Sie Reparatur innerhalb einer von Ihnen zu bestimmenden angemessenen Frist und flagen Sie nach +) Frei Wagen und ab Bahn. fruchtlosem Ablauf der Frist auf Schadensersatz.- O. S. 83. 1. Gegen Produktenmarkt vom 6. August. Aus Amerika und Frankreich Tagen den Beschluß des Landgerichts fönnen Sie Beschwerde einlegen. 2. Die heute bessere Notierungen vor, welche die Ursache waren, daß auch hier Sache ist Feriensache. 3. Eine Anzeige beim Konsistorium wäre zwedlos. Weizen etwa 1 M. anzog. Das Geschäft in dieser Brotfrucht wie in Roggen K. D., Stargarderstr. 64. 1. Der Schutz wäre zweckmäßig. 2. Wenden Alter Abonnent, Krausnic: lag aber sehr still. Roggen war gegen gestern ziemlich unverändert, russische Sie sich an den Staatssekretär direkt. Sie müssen sich an das Polizeipräsidium wenden. Altersgrenze Offerten lagen zwar vor, wurden aber wegen Unrentabilität fast gar nicht straße. M. 23. 78. gehandelt. Das Mehlgeschäft war ziemlich still, Preise unverändert. Safer ist nicht vorgeschrieben, aber eine Reihe von Kenntnissen. H. W. 27. Aus den Angaben läßt sich eine wurde in alter Ware lebhaft begehrt; die Angebote in neuem Hafer stießen Jn beiden Städten. Sie haben verschieden starke Augen. infolge der Verschiedenheit der Qualität und der dadurch bedingten Preise| Brillennummer nicht konstruieren. R. S. 250. Adressen nach auf große Zurückhaltung der Käufer. Mais lag fest und etwa 1 M. höher. Wenden Sie sich an einen Augenarzt. dieser Richtung hin sind uns nicht bekannt. Robert St. 1. Ja. 2. Nein. Rüböl geschäftslos. Spiritus ohne Notiz. Achtung! Socialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Mittwoch, den 7. August, abends 82 Uhr, Socialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis Osten. Am 5. August verstarb unser Mitglied, der Tischler in Ballschmieders Kastanienwäldchen, Badstr. 16: Ernst Blank. General- Versammlung. Tagesordnung: Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Donners: tag, den 8. August, nachmittags 4 Uhr, 1. Bericht des Vorstandes, des Kassiereis und der Revisoren. 2. Dis vom Trauerhause Grüner Weg 64 fussion. 3. Beratung über Neu- Organisation des Kreises. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 247/20] Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. aus nach dem Kirchhof der Andreas: Gemeinde in Wilhelmsberg statt. Um rege Beteiligung bittet 244/13 Der Vorstand. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser hoff[ 2813b Adtung! Stock- u. Celluloid- Arbeiter. Adtung! mungsvoller Sohn Alfred Schwarz Mittwoch, den 7. August, abends 8 Uhr, in Kellers Festsälen, am 5. August im 23. Lebensjahre Koppenstr. 29( oberer Saal): Branchen- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genossen E. Rosenow über: " Die heutige wirtschaftliche Krise und die Aufgabe der Organisation". 2. Diskussion. 3. Werkstatt- Angelegenheiten. 4. Verschiedenes. Achtung! Achtung! Donnerstag, den 8. Angust, abends 8 Uhr: Der künstliche Mensch Oeffentliche Gewerkschafts- Versammlung Die sensationellste Erfindung der Neuzeit! Der Clou" der Pariser Welt" Ausstellung. Vorstellungen: 12Uhr mittags, 3, 5, 6, 7 Uhr nachmittags. für Stralau- Rummelsburg u. Umgegend im Lokale des Herrn Ziebarth zu Rummelsburg, Hauptstr. 83. Tages Ordnung: 1. Der Generalftreit der Flaschenmacher. Ref.: Genoffe Albert Zander. 2. Diskussion. Um recht zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Der Einbernfer. J. A.: Carl Hartmani. [ 2801b Zoologischer Große Dienstboten- Versammlung Garten Die Konzerte fallen wegen der Landestrauer weiteres aus. bis auf Entree I Mark. Von abends 6 Uhr ab 50 Pf., am Mittwoch, den 7. August, abends 81/2 Uhr, im Friedrichstadt- Kafino, Friedrich- Straße Nr. 236. Tages Ordnung: [ 2806b Das Recht der Dienstbotenbewegung. Referent: Herr Tischendörfer. Danach freie Aussprache. Hausfrauen und Dienende sind dringend eingeladen. Die Einberuferin. Im zahlreiches Erscheinen von Freunden und Gönnern unsrer Be wegung bittet Kinder unter 10 Jahren die Hälfte. Freie Vereinigung selbständiger Barbiere, Friseure und Teilzahlung monatlich Berrückenmacher Berlins und Umgegend. Kirsch, Soldinerstr. 26. 10 m. liefert Unfren gefaßten Beschlüssen strikte entgegen stehen folgende Geschäfte: elegante Schwan, Löwestr. 4. Puff, Löwestr. 26. Herren- Garderobe nach Maß, auch bar Kaffe allerbilligste Matz, Demminerstr. 9. Krause, Kolbergerstr. 30. Elminowski, Weinstr. 10. Preise. Fert. Garderobe stets vorrätig. Wir bitten im Interesse unsrer guten Sache, diese Geschäfte bis auf weiteres zu meiden. Schneidermeiſter, Tomporowski, Neanderstr. 16. II. Jedes Wort: 5. Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Steppdecken billigst Fabrik Große + 35* Frankfurterstraße 9, parterre. Kinderwagen, Sportwagen, Rietenauswahl, Bazar Baby, InvaLidenstraße 160, Frankfurterstraße 115, Oranienstraße 31, Belle Alliance: + 35* J. A.: Der Vorstand. nach schweren Leiden verschieden ist. Die Beerdigung findet am 9. August nachmittags 5 Uhr von der Leichenhalle des Himmelfahrts- Kirchhofs aus statt. Um stille Teilnahme bitten Magnus Schwarz nebst Frau, Großmutter und Geschwister. Deutscher Metallarbeiter- Verband. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Todes- Anzeige. Am Sonnabend, 3. August, starb unser Mitglied, der Dreher Eugen Uskowski im Alter von 32 Jahren. Ehre seinen Andenken! Die Beerdigung findet am Mittwoch, 7. August, nachmittags 5 Uhr, von der Leichenhalle des heiligen Kreuz- Kirch hofs in Mariendorf aus statt. Berlin, den 6. August 1901. 117/11 Die Ortsverwaltung. Nachruf! Deutscher Holzarbeiter- Verband. Am 25. Juli starb nach langem Leiden das Mitglied Tischler Patzenhofer MARINE BRAU drichshöhe Patzenhofe Berlin Furstenwalde Spandau Patzenhofer Marine- Bräu, ist ein vollmundiges Bier, aus feinstem Hopfen und edelstem Malz, von ausgezeichneter Bekömmlichkeit. Preis frei Haus: 30 Fl. 1/8 To. 1/10 To. [ 1869L* M. 3, M. 3,25 M. 2,65 Patzenhofer Brauerei NO., Landsberger Allee 24/27. NW., Strom- Strasse 11/16. 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