Nr. 191. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 fg. frei ins Haus. Ginzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntags. Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Pofts bonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Poft Beitungs Preisliste für 1901 unter Mr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Dte Insertions- Gebaye beträgt für die fechsgespaltene Kolonet. zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Bereinss und Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. Bleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochens tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Sonnabend, den 17. August 1901. Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Unterschreibt die Petitionen gegen den Zollwucher! Der Stahlarbeiter- Streik in Amerika. unentschloffene, zögernde Art, den hingeworfenen Handschuh aufzuNew York, 7. August. Politische Ueberfidit. Zollwucher. Berlin, den 16. August. zu erhalten, ist ungangbar. Ein andrer Weg ist bisher nicht bezeichnet worden. Aber würde er auch bezeichnet, es ist ein Zwang in den Verhältnissen, und je näher dem handelspolitischen Kometenjahr, um so mehr wird die Industrie erkennen, daß sie im Intereffe ihrer Selbsterhaltung und im Interesse der Gesamtheit offen und energisch Front gegen das Agrariertum machen muß." Centralverband ist aber Die„ Deutsche Industrie" und zweierlei. Für die wirtschaftliche Gruppe, die hinter dem Centralverband steht, ist die„ Sammlung" feine Phrase. Denn sie tönnen ihre Eisenzölle nicht erhöhen, wenn sie nicht mit den Agrariern gehen und den Kornwucher unterstützen. Die Großindustrie, die in Deutschland den größten politischen Einfluß hat, ist zwar so sehr für ihren Export besorgt, daß sie sich Exportprämien vom Staate zahlen läßt, sie ist aber zugleich für möglichst hohe Bölle gegen die Konkurrenz des Auslandes und behufs monopolisti scher Ausplünderung der inländischen Konsumenten. Wohl wohnen zwei Seelen in ihrer Brust, aber die schutzzöllnerische Seele ist start genug, um den Anschluß an die Junker zu erreichen. Junkerhoffnungen. Wir fürchten nach wie vor, daß, wenn es auch gelingt, die Reichstagsmehrheit stramm zusammen zu halten, doch ohne der Aenderung Geschäftsordunung die Obstruktion Siegerin bleiben werde. Daß man das Mittel der Obstruktion in rücksichtslosester und entschiedenster Weise anwenden werde, daran zweifelt wohl das rheinische Centrumsblatt selbst nicht. Das ist offen genug verkündet worden. Im übrigen jagten wir schon oben, daß die Kölnische Boltszeitung" mit ihrer Darlegung nur die Auffassung eines Teils des Centrums wiedergebe; ein andrer Teil des Centrums schien wenigstens vor einiger Zeit gewillt zu sein, eine Aenderung der Ges fchäftsordnung vorzunehmen, deren Ziel und Art wvir i. 3. andeuteten. Es wäre jedenfalls das Kurzsichtigste, wenn die Mehrheitsparteien nicht von vornherein mit der Obs struttion rechnen und ihre Taktik danach einrichten ivollten." nehmen, mag in dem Gefühl der großen Verantwortlichkeit, die der Streilleiter unzweifelhaft trägt, ihren Grund haben, aber zum Die letzten zehn Tage vor der gestern definitiv erlassenen Streit- Wiederaufleben des Enthusiasmus, mit dem noch vor zehn bis zwölf Order des Präsidenten Shaffer von der" Amalgamated" Union der Tagen die Arbeitermassen den eigentlich schon erklärten Streit gegen Eisen- und Stahlarbeiter trugen den Charakter einer Vorbereitungs- den Trust begrüßten, trägt sie jedenfalls nicht bei." Begeisterung pause vor dem Ausbruch eines furchtbaren Kampfes zivischen zwei ist keine Häringsware, die sich einpöteln läßt auf einige Großmächten, einer Pause, in welcher zugleich die leise Hoffnung Jahre", hat schon der alte Goethe gesagt. Als Shaffer schlummerte, daß es doch noch möglich sein würde, gefragt wurde, weshalb er den Aufruf in so nüchterner das Aeußerste abzuwenden. Denn wenn sich die Parteien Weise gehalten habe, erwiderte er:„ Ich habe das mit Absicht gethan. auch eigentlich seit Wochen im Kriegszustande befanden, Ich wollte an den Verstand der Leute appellieren, nicht an ihre indem schon während dieser Zeit einzelne Etablissements des Stahl- Borurteile. Ich wollte, daß fie fühlen sollten, daß wir sie nicht trusts an den Streit gegangen waren, so wurden die Verhandlungen zwingen, herauszukommen, wenn sie es nicht wünschten. Aber keine doch fortgesetzt, und die Thatsache, daß um diese Zeit des Jahrs die Furcht! Sie werden kommen." Werke behufs Reparaturen ohnedies auf ein paar Wochen geschlossen Unglücklicherweise ist jene andre Persönlichkeit, auf deren Haltung zu werden pflegen, nahm dem Streit seinen intensiven Charakter. bei dieser Gelegenheit ebenfalls viel ankommt, Samuel Gompers, der Wie schon früher gemeldet, bildeten die vor einigen Wochen in Präsident der großen, Federation of Labor", auch nicht aus jenem Hola Bittsburgh seitens des Trusts gemachten Vorschläge die Basis geschnigt, aus dem man Helden macht. Ihm fehlt der weite Blid weiterer Verhandlungen. Während also der Streit in dem Umfang, und die Kühnheit großer Entschlüsse. Denn dieser Kampf wird ents den er bis dahin gehabt, fortdauerte, wurden seitens der Streifleiter weder durch die Energie und Massenhaftigkeit des ersten Angriffs die Meinungen der Arbeiter, vertreten durch den gesamten Exekutivrat gewonnen oder er wird nicht gewonnen. Der Trust kann ausder Amalgamated", eingeholt. Inzwischen war auch der Trust nicht halten, wenn nur ein Teil seiner Werke lahmgelegt wird, Nichts wäre den Junkern köstlicher, als mit den Bucherzöllen müßig; der Kommandant desselben, Morgan, machte eines schönen aber er wird nachgeben, venn das ganze von ihm be- zugleich die dauernde Knebelung der Opposition im Reichstage zu Tags furzen Prozeß und schickte einen seiner Adjutanten nach Pitts herrschte in Mitleidenschaft gezogen wird. Wenn erreichen. Die„ Deutsche Tageszeitung" stürzt sich mit Gier auf burgh, von wo derfelbe den Präsidenten Shaffer und den Sekretär zum Beispiel die„ Federation" beschließt, daß alle von dem Trust den Gedanken der Aenderung der Geschäftsordnung des Bilson, so zu sagen entführte und direkt nach Morgans Office in New Yort gelieferten Fabritate Scab- Waren sind, die von Unionlenten nicht be- Reichstags. Was fie gestern noch nur verschämt andeutete, spricht dirigierte. Der Geschäftsleiter des Trusts, Schwab( Carnegies Mann), mußt werden dürfen, so würde damit ein furchtbarer Schlag gegen sie heute unverschämt aus. Sie sagt in einer Erividerung auf die wurde herbeigeholt und nun der hauptsächlichste Streitpunkt und was sonst den Trust geführt werden. Denn schließlich sind noch immer genug Sölu. Boltszeitung": noch alles diskutiert. Sehr charakteristisch ist die Art und Weise, wie unabhängige Fabriken vorhanden, um Aufträge auszuführen, die der Morgan, ohne seine Trust Mitbefizer zu fragen, über die Trust Trust nicht ausführen könnte. Angelegenheiten disponiert, ganz wie es ihm beliebt. Shaffer und Shaffers Appell richtet sich an alle Arbeiter in allen EtablisseWilson kehrten nach Pittsburgh zurück und berichteten an den ments, welche mit dem Stahltrust irgendwie in Verbindung stehen. Exekutivrat. Hier nun müssen sich Dinge ereignet haben, Es ist ein Nuf zu den Waffen ebenso gut an die Arbeiter in den von denen man wohl erst später genauere Kenntnis erhalten Stahl- und Eisenwerken selbst, wie an die Bergleute in den Eisenwird. Zwar behaupten jetzt die Mitglieder der Exekutive, minen des Late superior"-Distritts und sonstwo, an die Angestellten daß sie mit Shaffer ein Herz und eine Seele feien der Dampfer auf den großen Seen, an die Cokes- Arbeiter der und daß nichts stattgefunden, was das gegenseitige Vertrauen Frid- Gesellschaft, sowie an die Arbeitnehmer der verschiedenen hätte erschüttern können, Thatsache aber bleibt, daß während der Eisenbahnlinien, welche dem Trust gehören. folgenden Woche Telegraph und Telephon zwischen Morgans Office Wie viele von diesem ungeheuren Heere fofort dem Aufruf und dem Hauptquartier des Exekutivrats in fortwährender Thätig- Folge leisten, werden wir in wenigen Tagen wissen. keit waren und daß schließlich am letzten Sonnabend der gesamte Erekutivrat, 15 Mann start, nach New York fuhr und hier mit Morgan und dessen Stab konferierte. Bei dieser Gelegenheit soll Die Ankündigung der„ Obstruktion" enthielt nichts andres als es denn zu fehr erregten Scenen gekommen sein die selbstverständliche Erklärung, daß die Reichstagsopposition einer und Morgan wütend sein Bureau verlassen haben. In ähnlicher Stimmung fuhr der Exekutivrat nach Pittsburgh agrarischen Vergewaltigung des Volks sich durch rechts, ordnungszurück, denn es stellte sich, wie die jezt zum erstenmal offiziell In der„ Deutschen Industriezeitung" erklärt sich jetzt auch der und pflichtgemäßen Gebrauch aller durch die Geschäftsordnung des veröffentlichten Forderungen der Arbeiter beweisen, heraus, nicht Generalsekretär des Centralverbandes deutscher Industrieller, Herr Reichstags gegebenen Mittel widersetzen würde. Jeder Versuch, die reaktionär umzustürzen, würde allein, daß dieselben viel bescheidenerer Natur waren, als bisher Bued, gegen den Mindest tarif für die Getreidearten. bestehende Neichstagsordnung angenommen, sondern daß der Trust auch von seinen zuerst in Seine Darlegungen geben eine ausführlichere Umschreibung des einen Ramps heraufbeschwören, in deffen Wogen die Agrarier ihren Bittsburgh gemachten Offerten zurüdgetreten und sehr wichtige bekannten Direktorialbeschlusses. Sie bieten nur insofern Neues, ganzen schönen Buchertarif versinken sehen könnten. Bunkte derselben gestrichen hatte. Es ist unnötig, auf die Einzel- als sie die Auffassung, die noch gestern die" Post" vertrat, heiten näher einzugehen; genug, daß die Forderungen der Arbeiter völlig beiseite schieben, daß auch die Industrie Mindestzölle verlangen e schließlich zu einer Unionisierung der gesamten Werte müsse. Diese Tollheit scheint aus dem Programm der großHerr v. Köller, der bereits in der nächsten Woche sein neues Amt des Trusts geführt hätten, tvenn auch, nach den jetzt industriellen Hochschutzöllner beseitigt. Herr Bued verlangt schlecht als Staatssekretär der Reichslande antreten wird, hat das Bedürfnis offiziell befannt gemachten Forderungen, in sehr langsamer Weise, bin Beseitigung der Bestimmung, daß die landwirtschaftlichen Mindest- gehabt, sich gegen allerhand üble Nachrede zu verwahren, mit der während die Vorschläge des Trusts ebenso sicher, aber wahrscheinlich zölle bei den Handelsvertrags- Berhandlungen jeder Herabminderung die nichtsmuzige Fama- ganz unbegründeterweise natürlich viel schneller, zu der gänzlichen Beseitigung der Union aus allen entzogen bleiben sollen. Die Höhe der Kornzölle, wie sie der seinen politischen Ruf befleckt. Herr v. Köller hat sein darob Etablissements der Trusts führen würden. Mindesttarif vorschlägt, billigt auch Herr Bueck; nur die vorherige schmerzlich bewegtes Gemüt vor einigen angesehenen PersönlichUnd so ist denn der„ Amalgamated" der Entscheidungskampf mit Bindung weist er zurück. feiten" ausgeschüttet, die das ihnen erwiesene Vertrauen dadurch zu Gewalt aufgezwungen worden. Zwar ist die Meinung nicht be- Dagegen kämpft die Kreuz- 8eitung" wiederum eifervoll ehren verstanden, daß sie die Herzensergießungen des Expolizeirechtigt, als ob eine Niederlage der„ Amalgamated" ihre völlige für ihr Wuchermindestmaß. Kein noch so heiliges Betenern des ministers und Eroberpräsidenten einem Journalisten brühwarm in Bernichtung auf immer bedeuten würde. Die Stahl- und Eisenarbeiter Reichskanzlers, daß er möglichst hohe Stornzölle vom Auslande er die Feder bittierten und dadurch dem schmählich Berkannten die Flucht find schon zweimal bis zur Vernichtung geschlagen worden: in den Kämpfen zwingen wolle, genügt ihr. Was sind Versprechungen und Betene- in die Oeffentlichkeit ermöglichten. des Jahres 1877 in Pittsburgh und in Homestead im Jahre 1894, rungen agrarischer Willigkeit? Ein ausdrückliches gesegliches Ver- Herrn v. Köller wurmt es zunächst, daß man ihn für den Vater und jedesmal haben sie wieder eine so starte Organisation auf- bot", unter die Mindestzölle hinabzugehen- dies allein sichert den der seligen Umsturz vorlage erklärt habe. Er sei an diesem gebaut, daß dieselbe dem Gegner Respekt einflößt und er mit ihr Junkern die Beute. Wechselbalg aber so unschuldig, wie ein neugeborenes Kind, da er rechnen muß. Aber geleugnet soll nicht werden, daß der Kampf Wie dieser Zwist in den schutzöllnerischen Heerlagern beglichen denselben bei seinem Amtsantritt bis auf den legten Paranach jeder Richtung hin ungewöhnlich ernster Natur ist und sein werden wird, ist heute nicht vorauszusehen. Wenn der Centralverband graphen fertig vorgefunden habe. Um so bewunderungsAusgang dementsprechend ein außerordentlich tiefgreifender fein der Industriellen bei seiner jezigen Meinung beharrt und dies ist würdiger ist die Zärtlichkeit, mit der sich der gutmütige Herr Matthias wird. Der Streit Aufruf ist an alle Amalgamated und andre faum zu bezweifeln so giebt es teine geseglich festgelegten Mindest als Adoptivvater des Findlings angenommen hat. Unvergessen sind noch Union- Leute" gerichtet, praktisch also an alle Arbeiterorganisationen. zölle. Die Reichsregierung wird sich gern fügen, diese Bestimmung die kolossalen Heiterkeitserfolge des Herrn v. Stöller, als er in seinen Wir müssen tämpfen", sagt Shaffer in dem Aufruf, oder unsere fallen zu laffen, die ihrem Unterhändler die Hände bindet und zwei großen Umsturzreden im Januar und im Mai 1895 alle Logit, persönlichen Freiheiten für immer aufgeben." jeden Handelsvertrag ausschließt. Sicherlich kommt die neuere alle Parteigrundsäge und alle litterarischen Fundamentalbegriffe Wichtig ist auch der folgende Say:„ Man wird Euch sagen, daß Stellungnahme der Centralverbändler der Regierung recht gelegen, umstürzte. Freilich, Herr v. Stöller lächelt mit schmerzlicher Nachsicht Ihr Kontrafte unterzeichnet habt( mit den einzelnen Gesellschaften, um sich in etwas den agrarischen Zumutungen zu entwinden. über die Leute, die ihm im Ernste zutrauen konnten, daß er Gottehe der Trust existierte. Anmerkung des Korrespondenten). Aber Wir haben liberale, sehr liberale Gegner der Zoll- fried Sellers berühmte Meisternovelle Romeo und Julia auf dem Ihr habt niemals eingewilligt, diese Kontrakte der„ Bereinigten erhöhungen und der Zölle überhaupt, die, in ungeheurer Ver- Dorfe" eine socialdemokratische Heßschrift habe nennen fönnen, Staaten Stahl- Korporation"( dem Trust) auszuliefern; dessen kennung der ganzen wirtschaftlichen Entwicklung und der gegen während er doch eine den Verleumdern nur zu wohl bekamute Beamte freilich glauben, daß Ihr an sie verkauft seid, gerade wie wärtigen politischen Lage, diesen Differenzen zwischen Tendenzschrift gemeint habe, die sich den Kellerschen Titel Wir haben zwar nie etivas von einer die Werke selbst, mit Kontrakten und allem. Erinnert Euch daran, Großindustrie und Junkertum die größten Hoffnungen für die Ge- angeeignet habe. daß Ihr, ehe Ihr irgend einen Kontrakt unterzeichnet, gegen- staltung der Zollpolitik schöpfen. Die Voisische Zeitung", berartigen Tendenzschrift gehört, zweifeln aber nicht im Um so mehr, über der Amalgamated Association" eine Verpflichtung über- indem sie von der Erklärung der Centralverbandsleitung ausgeht, geringsten an der Existenz einer solchen. tommt zu dem seltsamen Schluß: als v. Köller als Oberpräsident von Schleswig- Holstein seinen nommen habt." Treiben wir in Zollkämpfe hinein, so wird die deutsche kritischen Kunstgeschmack dadurch bewiesen hat, daß er einst bei einem Industrie die Folgen an ihrem Leibe zu spüren haben, und nicht Besuche in Stiel das kaiserlich subventionierte und dem Laufffchen zuletzt diejenige, die im Centralverband organisiert ist. Sie würde fich in das eigne Fleisch schneiden, wollte sie auch angesichts des Klassizismus reservierte Stadttheater bedeutsam ignorierte und dafür Entwurfes des Zolltarifgejeges noch an der Phrase von ein Variété durch seinen Besuch auszeichnete. Herr v. Köller kann nicht begreifen, wie man ihn für einen der Sammlung festhalten und mit den Agrariern an demselben Strange ziehen. Der Weg, den die Bost" vorschlägt, Rüdschrittler halten konnte, ihn, der die Bresse stets mit wohl, die„ Interessen- Solidarität zwischen Industrie und Landwirtschaft" wollendstem Interesse verfolgt habe und dem Elsaß- Lothringen das 4 Aber selbst dieser Aufruf zeigt dieselbe zögernde Haltung, welche Shaffers Aktionen in diesem großen Konflift bis jetzt charakte rifiert hat. Falls nicht der Trubel bis zum Sonnabend, den 10. August, so schließt der Aufruf beseitigt ist" sind die Werke geschlossen, nachdem der letzte Streich an jenem Tage gethan ist." Also abermals ein Hinausschieben auf drei Tage. Diesel " aus " " " Der verkannte Köller. H " 1 liberalfte Gefeß, die Aufhebung des Baßzwanges und die Gemeindes| Klassen Brotest au erheben sei. Wie schon früher mitgeteilt, hat die Ordnung, verdanke. Kammer dem Magiftrat auf Erfordern einen Bericht eingereicht darDer, neue Staatssekretär der Reichslande denkt denn auch nach über, wie sich im Bezirk während, vor und nach dem letzten Boultriege seinen in die Presse lancierten Aeußerungen gar nicht daran, in mit Rußland die Verhältnisse gestaltet haben. Der Vorsitzende, GeneralElsaß- Lothringen ein so straffes Regiment zu führen, wie in Nord- direktor Kublow, legte dar, daß Salle wegen seiner Maschinenindustrie ein besonderes Interesse an den Handelsbeziehungen zu mart". Wozu auch? Eingefleischte Protestler wie in Nord- Rußland habe. Rußland ist ein großes Abiazgebiet für Hallesche Schleswig gebe es hier nicht. Gegenüber den Elementen französi- Maschinen und es liege die Gefahr vor, daß bei Erlöschen der scher Abkunft sei Geduld das beste Germanisierungsmittel. Vielleicht Handelsverträge, die ses biazgebiet verloren gebe; die Stelle der würden noch Jahrhunderte bis zur völligen Versöhnung dieser an die deutschen Industrie würde sofort die Elemente vergehen. Auch der angeblich deutschfeindliche Klerus östreichische treten. Auf Grund eines sehr umfassenden statistischen bestehe aus liebenswürdigen, umgänglichen Leuten. So lange Materials hat die Kammer in ihrem Bericht an den Magistrat fie an der französischen Art festhielten, ohne gegen das Gefeß zu ver- nachgewiesen, daß seit Bestehen der Handelsverträge der Export stoßen, werde man sie in diesem Privatvergnügen nicht stören. fich in außerordentlichem Maße gehoben habe. Mit dem Falle der Berträge sei eine starke Verschlechterung der Lage der arbeitenden Auch die Socialdemokraten feien gar nicht so schlimm, Klassen uuzweifelhaft verbunden. Trete zu der Verminderung vielmehr seien es eingewanderte Deutsche, süddeutsche Demo- der Arbeitslosigkeit eine Werteuerung der Lebenstraten von der Schattierung Haußmann, die die meisten mittel, so müsse dies doppelt einschneidend wirken. Scherereien bereiten.. So sieht also in Wahrheit der Mann aus, den man als den trasfesten Reaktionär verschrien hat. Wenn man freilich statt dieser liebenswürdigen Eelbstcharalteriftit das wirken des ehemaligen Oberpräsidenten von Schleswig- Holstein zu Rat zieht, lann man umgekehrt gar nicht begreifen, wie ein so jovialer Herr solche reaktionäre Thaten vollbringen konnte. Wie lagen die Dinge in Nord- Schleswig? Ca. 100 000 Bauern und Acerbürger dänischer Abkunft mühten sich, durch ihre Presse, durch Versammlungen und Vereine, das Zugehörigkeitsgefühls zu Dänemark und den Gebrauch der dänischen Sprache nach Möglichkeit zu konservieren. Zum Zeichen ihres Protestlertums schickten sie bei den Reichstagswahlen ein paar Abgeordnete in den Reichstag, die gelegentlich behördliche Maßnahmen gegen die Dänen Nordschleswigs zur Sprache brachten, sich im übrigen aber auf den wirtschaftlich reaktionären Charakter ihrer Wähler, genauer auf die Seite der Reaktion schlugen. Diese 100 000 Dänischen Protestler bildeten eine so große Gefahr für das mächtige deutsche Reich, daß der feurige Vorfämpfer der Umsturzvorlage zu ihrer Vernichtung ausgesandt wurde. In Bremen protestierten am Donnerstag fünf focialdemo fratische Versammlungen gegen den neuen Zolltarif. In allen Berfammlungen wurde eine die agrarische Bollpolitik verurteilende und Sandelsverträge fordernde Resolution beschlossen. Volkes, Aus Nürnberg wird uns vom 16. b. M. telegraphiert: Die gestrige in Fürth abgehaltene glänzend erfolgreiche Bersammlung faßte einstimmig folgende Resolution: Die heutige, von weit über tausend Personen besuchte Protestversammlung er klärt den kürzlich veröffentlichten Entwurf zum golltarifgesetz für einen ungeheuerlichen Angriff auf die Wohlfahrt des gesamten geeignet Handel und Juduſtrie und Industrie sowie die in diesen Erwerbszweigen beschäftigten hunderttausende bon steuerzahlenden Staatsbürgern famt ihren Familien dem Untergange preiszugeben und. nur zu dem Zwed gefchaffen, um wenigen Großgrundbesitzern eine neue auf Kosten der Gesamtheit zuzuwenden. Sie erklärt deshalb, daß es die Pflicht eines jeden auf das Wohl der Gesamtheit bedachten Bürgers ist, mit aller Energie zum Protest gegen diesen Bolltarif Entwurf aufzurufen ohne Unterschied der Partei, und sie erwartet von der Einsicht des deutschen Volks, daß es wie ein Mann aufsteht, um den Bolltarif in seiner jetzigen Gestalt zu Fall zu bringen. Die Krise. „ Die Wirksamkeit des Vorgängers Graf Bülows ist besonders durch Herrn v. Miquel geschädigt worden, der überall, und mit Recht als heimlicher Gegentanzler bezeichnet wurde. Graf Bülow hat die Regierung wieder homogen gemacht und hat keinen Rivalen im Staatsministerium, wenigstens feinen offenen, und feinen, der ihn so zu behandeln wagen wird, wie Miquel mit seinem Vorgänger umging. Soll nun das alte Elend wieder beginnen? Es kommt nicht darauf an, ob Graf Waldersee wirklich der Rivale Graf Bülows ist.- wir behaupten das nicht es ist schon schlimm genug, wenn er dafür gehalten wird. Deutlicher als dies in der„ Voss. 8tg." geschehen ist, fann diese Meinung nicht zum Ausdruck kommen. Hat der Reichstanzler es im politischen Interesse Deutschlands für nötig gehalten, daß Graf Waldersee seine Reden hielt? Hat Graf Waldersee sich wenigstens vorher mit ihm verständigt? Das deutsche Volt wird das wissen wollen. Graf Moltke hat früher nie ähnliche Reden gehalten, und Fürst Bismarck wird das auch nicht gewünscht haben. Es wäre möglich, daß Graf Bülow eine Aenderung dieser Gepflogenheit herbeizuführen sucht und politische Aeußerungen im Munde des Feldmarschalls für besonders wirkungsvoll hält. Dann soll man das sagen, denn wenn der Kanzler diese Neden nur dulden muß und vielleicht gar nur ungern duldet, so kann das auf die Dauer auch nicht unbekannt bleiben." Es gehe nicht an, schließt der Artikel, daß die deutsche internationale Politit von einem Doppelposten Bülow- Waldersec bewacht werde. Entweder werde sich die Nation in die Walderfeesche Kanzlerschaft zu finden haben, oder Waldersee müsse aufhören, zu reden. Erhöhung der Offizierspenfionen. Dem Reichstag soll bei seinem Bufanumentritt im Herbst eine Vorlage unterbreitet werden, durch die die Pensionen der Offiziere nicht unwesentlich erhöht werden sollen. Der Mindestbetrag der Pension, der bereits nur 1/4 des pensionsfähigen Einkommens betrug, soll fünftig die Hälfte betragen. Ferner soll der Höchstbetrag der Pension, der visher nach dem 40. Dienstjahr gewährt wurde, in Zukunft bereits nach Zurücklegung von 35 Dienstjahren gewährt werden. Es sollen folgende Pensionsfäge gezahlt werden: Nach zehn Dienstjahren 1/2 oder 30/100( 11), nach 15 55/100, nach 20 60/100, nach 25 65/100, nach 30 70/100, nach 35 3/4 oder 13/100 des pensionsfähigen Diensteinkommens. Während zum Beispiel ein Stabsoffizier ohne Regiments- Commandeurs- Kompetenzen mit 30 Dienstjahren nach bem bisherigen Pensionsregulativ 15+ 20= 35/ 00 des pensions fähigen Diensteinkommens von 6980.= 4072 M. als Pension bezog, berechnet sich solche nach der neuen Vorlage auf 70/100 oder 7/10 von 6980= 4886 M., somit um 814 M. mehr. Und mit Köller begann die neue Aera der Dänenbekämpfung. Wer ein dänisches Lied sang oder einen Schlips in den dänischen Landesfarben trug, wurde vor den Ka di Die Fabrit feuerfester und säurefester Produkte in Vallenbar Durch diese Erhöhung der Offizierspenfionen würde wahrscheinlich citiert. Gegen zahllose Vereine wurde prozessiert. Den am Rhein hielt eine mehrtägige General- Versammlung ab, woran der Prozentsatz der freiwillig oder unfreiwillig in den Ruhestand Protestlern wurden ihr Ladenpersonal, ihre Knechte der in Haft befindliche Direktor Boeing in polizeilicher Begleitung tretenden, meist keineswegs dienstunfähigen Offiziere, der schon jetzt und Mägde ausgewiesen. Den Eltern, welche ihre Kinder zur teilnahm. In der Verwaltung muß unglaublich gewirtschaftet ein so hoher ist, noch eine Steigerung erfahren. Wir erwarten Erziehung nach Kopenhagen schieten, wurde das Erziehungs- worden sein. Die dem Direktor nachgewiesenen Fälschungen find so deshalb, daß auch die nicht principiell antimilitaristischen Parteien recht abgesprochen. Und je kleinlicher und unerhörter das Vorgehen zahlreich, daß die Wiedergabe der Einzelheiten nicht möglich ist. gegen diese neue Militärbelastung entschieden Stellung nehmen gegen die Dänen wurde, desto lauter wurde der Jubel der auch gegen den Vorsitzenden des Aufsichtsrats, den Geheimrat werden. Reazz, wurden schwere Vorwürfe erhoben. Er hat den Direktor den Gerichten * Tod im Duell. ,, nationalen" Presse. Aus Leipzig wird telegraphiert: Jm gegenüber als unschuldig verfolgt Aber wie liegen die Dinge jegt bei Köllers Abgang? Das hingestellt und in Schutz genommen. Der Geheimrat hat auffallend Walde bei Lenzich fand heute früh ein Pistolenduell zwischen dem Apenrader Blatt" Heimdal" zieht folgende Bilanz der Köllerpolitik: hohe Vergütungen bezogen. Die Berliner Handelsgesellschaft, die Rechtsanwalt Dr. Breit von hier und dem stud. jur. Richard 1. Die Massenausweisungen mußten schleunigst Bergisch- Märkische Bant, die Bank für Rheinland und Westfalen und Dettinger aus Stuttgart statt. Oettinger wurde durch einen Schuß eingestellt werden, denn es war eine praktische Notwendigkeit. Die der Hallesche Bankverein haben der Aktiengesellschaft den Kredit ge- o fchwer verlegt, daß er sofort in ein Krankenhaus überGrenzen find wieder geöffnet. Deutsche Vereine in der Tondern fündigt. Die Kapitalerhöhung von sechs auf acht Millionen Mart geführt werden mußte und dort nach furzer Zeit verftarb. Dr. Breit schen Gegend haben, gestützt von Beamten und mit Hilfe von wurde rüdgängig gemacht. selbst hat sich der Behörde gestellt. Die Veranlassung zum Duell Staatsmitteln, versucht, neue Scharen von jütischen Dienstboten ist unbekannt. nach Nordschleswig zu ziehen. 2. Die Ausweisungspolitik ist Aus Elfak- Lothringen wird uns geschrieben: Die hoch Ausland. besonders den Optanten zu gute gekommen. Herr v. Stöller entwickelte Judustrie des Reichslandes bekommt den Niedergang der hat ehrlich den Grundsaz anerkannt, daß ein Optant nur Geschäftskonjunktur nachgerade in äußerst empfindlicher Weise zu Italien. ausgewiesen werden kann, wenn er persönlich Anlaß zu be- spüren. In erster Linie ist dies bei den Hüttenwerken in Scheitern einer durchgreifenden Steuerreform. Wie fich gründeten Klagen giebt, und mit dem von der Köller- Politit er- othringen und bei den Mülhauser Werken für Maschinen bürgerliche Blätter aus Rom berichten lassen, ist die Frage der Fest zwungenen Erkenntnis des Kieler Oberlandesgerichts ist die Sache bau der Fall. Bereits find zahlreiche bisher an den Hochöfen und stellung und Art der Durchführung des Finanzprogramms der Reder Optanten in ein ganz neues Stadium eingetreten, das den in den Bergwerken des lothringischen Industriereviers beschäftigt gierung mit der Ernennung Carcanos zum Finanzminister Optanten und Optantenkindern gute Aussichten eröffnet. 3. Der gewesene Arbeiter entlassen und die Löhne der weiter Beschäftigten als gelöst zu betrachten. Das Kabinett wird nunmehr einige Dienstjungentrieg ist auch mißglückt. Niels Heltberg, Frig gekürzt worden, und immer noch ist kein Stillstand in der nieder Steuererleichterungen vorschlagen, da sich ganardelli Andersen, Maren Dall find ebenso viele fühlbare Niederlagen gehenden Geschäftslage abzusehen. In zahlreichen Betrieben wird hierzu sowohl im Hinblick auf die Verantwortlichkeit der Regierung, für die Verwaltung. Dadurch, daß die Polizeiverordnung vom nur drei bis vier Tage pro Woche gearbeitet und das bei zum Teil als vom Standpunkte seiner parlamentarischen und politischen Ehre 24. Juli 1891 vom Ober- Verwaltungsgericht für ungefeßlich und stark reduzierten Löhnen, so daß der Einnahme- Ausfall der Arbeiter für verpflichtet erachtet. Diese Erleichterungen werden jedoch ungültig erklärt ist, ist den Landräten eine wichtige politische Waffe teilweise ganz unerhörte Dimensionen amimmt. Die italienischen innerhalb der Grenzen des Budgets gehalten sein, da aus der Hand genommen. 4. Mit der Beschränkung der Arbeiter, deren Zahl in den Lothringischen Montanbezirken in die mit das Gleichgewicht im Staatshaushalte nicht gestört werde, und Rechte der elterlichen Gewalt ging es bei Behntausende geht, verlassen in Massen das Land, um sich ander- ede große Umwälzung im Steuersystem, wie fie nabe noch schlimmer. Sie wurde sofort im deutschen Reichstage wärts Arbeit zu suchen. Wollemborg im Sinne hatte, ist sonach aus. und im preußischen Landtage gebrandmarkt. Der Justizminister In der oberelsässischen Industriemetropole ülhausen zieht verzichtete darauf und die regierungsfreundlichen Parteien lehnten die Arbeitslosigkeit von Tag zu Tag weitere Streife. Das größte geschlossen.- Rußland. jegliche Verantwortung ab. Das Rammergericht gab den Todesstoß Fabrik- Etablissement am Blaße, die Elfäifische Maschinenbau- Gesellschaft, Petersburg, 16. Auguft. Das Ministerium für„ Bolts. und so ist die Sache beinahe vergessen. 5. Der Krieg gegen die Filialbetriebe in Grafenstaden bei Straßburg sowie in Belfort aufiiärung gestattete im Jahre 1893 für die Ost= die Vereine hat Fiasko gemacht. Zwei Tugend Prozesse unterhält, hat seit dem Eintritt des schlechten Geschäftsganges allein haben mit Freisprechung geendet. Der Sprachverein ist stärker bereits nahe an tausend Arbeiter entlassen; noch im Provinzen die Bildung von Privatschulen, fo= genannten Kreisen, in benen ausschließlich Rinder ausals je. Der Wahlverein hat größere Einnahmen als je und dem letzten Herbst beschäftigte sie allein im Mülhauser Hauptbetrieb rund ländischer Unterthanen unterrichtet werden durften. Jedem Dänentum die alte Stellung im Sonderburger Kreistage beinahe 4500 Arbeiter, heute sind es deren nur noch 3600. Dabei nimmt Streife durften nicht über fünfzehn Schüler und Schülerinnen ans wieder erobert. Der Schulverein schickt in diesem Jahre die Zahl der Entlassenen von Woche zu Woche zu. Unter diesen gehören. Die Unterrichtssprache war deutich. Da, wie die mehr junge Nordschleswiger auf dänische Schulen als in Umständen stehen die Aussichten besonders schlimm für diejenigen Nowoje Bremja" meldet, in letzter Zeit mehrfach Uebertretungen den vorigen Jahren. Die Folge aller Verfolgungen der jungen Leute, die, nachdem sie einige Jahre in der Fabrik beschäftigt der für diese Streise erlassenen Vorschriften vorgekommen feien Vortragsvereine ist nur gewesen, daß die Dänen sich überall felbst gewesen waren, zum Militärdienst eingezogen worden sind und jetzt, und u. a. auch Kinder russischer Unterthanen diese Schule besucht eigne Versammlungshäuser bauen. 6. Der Beitungstrieg im kommenden Herbst, nach ihrer Entlaffung in ihre früheren hätten, habe der Minister für Volksaufklärung die Schlichung hat zu dem Ende geführt, daß die drei dänischen Blätter Flens- Arbeitsstellungen wieder eintreten zu können hofften. borg Avis"," Sejmbal" und" Modersmaalet" während der Stöller werden den Weg zu ihrem alten Broterwerb verschlossen finden und aller dieser Schulen verfügt und die Gründung neuer Streife berpolitit erweitert sind und daß sie mehr Abonnenten haben als zur das Heer der Arbeitslosen zu verstärken gezwungen sein. Beit, da die Köllerpolitik begann. Auch in der Textilindustrie Mülhaufens ist noch keine Wenn Köller durch dies klägliche Fiasto seiner Dänenpolitik von Besserung der nun schon seit Monaten anhaltenden Geschäftsflaue Demiffion des Kriegsministers. Aus Belgrab meldet die der Nutlosigkeit jeder Gewaltpolitik überzeugt worden sein sollte, u bemerken. Auch hier sind die Feierschichten an der Tagesordnung, Frankf. 8tg.": Es verlautet, die Demission des Kriegsministers so wäre dies ja sehr hübsch. Ob das der Fall ist, muß freilich erst die Rückzahlungen schon seit Monaten die Einlagen jeweils erheblich zu seinem Nachfolger ernannt werden. und die Wochenberichte der Mülhauser städtischen Sparkasse, bei der fci angenommen worden und Oberst Minejcovitsch werde sein reichsländisches Wirken beweisen. übersteigen, sprechen über die traurige Lage der dortigen Arbeiterschaft eine sehr beredte Sprache. * Deutsches Reich. Zum Zolltarif. " Sie alle boten. Serbien. Türkei. Afien. Der französisch- türkische Konflikt soll sich von neuem zu Das Baugewerbe liegt in den größeren Städten des Ein Blatt meldet:„ Der Konflikt zwischen der Landes schwer danieder. In Müllhausen droht die seit mehreren gespigt haben. Jahren vorhandene Baukrisis beim Anhalten des schlechten Geschäfts- Pforte und dem französischen Botschafter Constans ist in ein neues Recht interessante Aufklärungen über den von der Regierung ganges zu einer Katastrophe zu führen. Aber auch in der Landes- ernstes Stadium getreten, da die türkische Regierung auf Befehl des Sultans gestern die bereits gemachte Konzession zurückzog und die zufammenberufenen Wirtschaftlichen Ausschuß", der den hauptstadt Straßburg, die mangels größerer Industrie- Anlagen Berhandlungen abbrach. Man begreift hier weder die Buchertarif vorbereitet hat, giebt jezt die Germania": von der gegenwärtigen wirtschaftlichen Depression weniger betroffen Wie die Zusammensetzung des Ausschusses überwiegend eine wird, hat die in früheren Jahren so außerordentlich rege Bau- Haltung des Sultans noch die des Botschafters Constans, da die extrem schutzöllnerife ist, so war auch die Art der thätigkeit erheblich nachgelaffen, wie sich deutlich aus den Einnahmen Saltung des Sultans mit einem Echee enden muß und die des legteren eines Botschafters wenig würdig erscheint. Geschäftsbehandlung, der statistischen Ermittelungen usw., ins- der Stadt aus den Verbrauchssteuern auf Baumaterialien ergiebt, übrigens wissen, daß das franzöfifche Geschwader doch mit geheimen besondere aber die Vernehmung der Sachverständigen vom ein die gegenüber den Vorjahren jezt monatliche Mindererträgnisse von Orders nach Osten dampft und der hiesige französische Stationär feitig schutzöllnerischen Geiste beherrscht. Wer Gelegenheit 5-6000 m. aufweisen. Mouette ihm entgegengehen soll." gehabt hat, solchen Sachverständigen- Sigungen beizuwohnen, die Daß in Straßburg schon jetzt in den Sommermonaten, wo Ferner wird gemeldet, daß der Sultan feinen Pariser Bot eigentlich nur Beratungen über die Klaffifizierung der Erzeugnisse sein die Arbeitsgelegenheit doch die günstigste zu fein pflegt, eine starte schafter abzuberufen beabsichtige. Ein französischer Kreuzer sollten, jedoch regelmäßig zu Debatten über Bollfäße führten, Arbeitslosigkeit herrscht, geht deutlich aus den Berichten des foll Befehl erhalten haben, sich für die Abfahrt nach der Levante mußte überrascht sein, von welchem Geiste der Verurteilung der dortigen städtischen Arbeitsnachweises hervor. Im Monat Juli Handelsvertragspolitik die Regierungskommissare durchsuchten im ganzen 958 Arbeiter um Beschäftigung nach, von denen bereit zu halten. Man vermutet, daß eine dritte Macht den Sultan zum Widerstand gereizt habe. drungen zu sein schienen. jedoch mir 123 eingestellt wurden, so daß nicht weniger als Einer derselben, der fich vom fanatischen Partikularisten 835 Gefuche unerledigt bleiben mußten. Von den 958 um allmählich zum Reichsfreund par excellence und vom eifrigen Arbeit Nachsuchenden waren zur Zeit des Arbeitsgefuchs arbeitslos: Vom Friedensprotokell. Peking, 16. Auguft. Die Ges Freihändler zum extremen Schutzölner entwidelt hat, schien die 180 unter 1 Woche, 158 zwischen 1 und 4 Bochen, 88 von 4 bis fandten unterzeichneten einen vorläufigen Entwurf des Aufgabe zu haben, die Begehrlichkeit nach vermehrtem Schug", 8 Wochen, 8 länger als 8 Wochen, während bezüglich der übrigen Friedensprotokolls, um ihre Regierungen dadurch zu veranlaffen, abermalige Abänderungen zu vermeiden. Die da wo solche noch nicht genügend vorhanden war, erst hervor.teine diesbezüglichen Angaben vorlagen. zurufen oder zu steigern. Sollte sich im fommenden Winter, was wohl taum ausbleiben Gesandten meinen, am nächsten Dienstag gemeinsam mit den Von welchem kleinlichen Geist der Absperrung und wird, die Lage auf dem Arbeitsmarkt noch mehr verschlimmern und chinesischen Bevollmächtigten das Friedensprotokoll unterzeichnen zu Sonder Intereffenpolitik die Verhandlungen beseelt waren, kann die Lebensverhältnisse der Arbeiterbevölkerung durch Nahrungsmittel- tönnen. man heute aus einzelnen Tarifpofitionen des Ent- und Kohlenteuerung sich ähnlich ungünstig gestalten, wie im verOb das wirklich so rasch gehen wird? wurfs noch ersehen, aber schon im Frithjahr 1900 äußerte fich floffenen Jahre, so ist nicht abzusehen, bis zu welchem Grade das Amerika. ein Abgeordneter, der als Sachverständiger im Ausschuß ver- Elend der großen Massen sich noch steigern wird. Eine amerikanische Hunnenproklamation. nommen worden war, über seine dort gewonnenen Eindrüde: Wenn man die Sammlungspolitiker im wirtschaftlichen Aus- Landwirtschaftsrat. Unter dem Borsig des Reichstags- und wird gemeldet: schuß an der Arbeit gesehen hat, sollte man nicht ein neues Landtags- Abgeordneten Grafen Schwerin Löwig ist Freitag- Die gestern von Chamberlain im Unterhause erwähnte Bro Flottengesetz für nötig halten, sondern eine chinesische Mauer vormittag der ständige Ausschuß des Landwirtschaftsrates zur Be- tlamation des Generals Mac Arthur hatte den zur wirtschaftlichen Absperrung des Deutschen Reichs." sprechung des Bolltarif- Gesezes zusammengetreten. Der Vorsigende Filipinos bekannt gegeben, daß, da es eine Regierung de facto Die Handelskammer in Salle a. S. fetzt eine stom- gab zunächst ein ausführliches Referat über den Entwurf des Tarif nicht mehr gebe, jeder Filipino, der nach einem bestimmten mission ein zur Beratung des Bolltarif Entwurfs und Bearbeitung gefeges.der aus den Interessentenkreisen durch öffentlichen Aufruf erbetenen Als heimlichen Gegenkanzler charakterisiert eine CentrumsAeußerungen dazut. Die Kanumer hat auch erwogen, ob gegen den forrespondenz, die auch die Köln Volksztg." abdruckt, den Grafen Brotzoll im Jntereffe der weniger bemittelten Bevölkerungs- Baldersee: Aus London 8eitpunkte einen amerikanischen Soldaten töten sollte, als Mörder angesehen werden würde. Ob sich die allgemeine Empörung nun auch gegen Amerita fehren wird? = Der Boeren- Krieg. " Fehler, um nachzusehen und aufzuschreiben, wer in den Kasernen- I getrunken hat?- 8euge: Jawohl. Borf.: Hat der Rittstuben war. Dann ließ ich die vierte Schwadron im ab- Stall an- meister auch mit Ihnen Wein getrunken? 8euge: An Kaisers Proteste gegen Lord Kitcheners Proklamation. treten, und zwar diejenigen, welche in der Reitbahn waren, Geburtstag spendierte der Mittmeister gewöhnlich Bier. Das Erekutivkomitee der Socialdemokrati- gesondert. Ich forderte auf, wer etwas wisse, solle hervor Staatsanwalt: Ich beantrage, die Angeklagten auf den fchen Föderation" hat folgende Protestresolution gegen freten, damit so schnell als möglich der Mörder gefaßt werde. veränderten rechtlichen Gesichtspunkt aufmerksam zu Kitcheners Proklamation angenommen und dem Lord Salisbury, Ich leuchtete den Leuten mit einer Laterne ins Gesicht, habe aber machen: Es kann vielleicht gegen Marten Balfour und Chamberlain zugestellt: nichts Auffälliges wahrgenommen. Darauf bin ich in die Reitbahn blok wegen Totschlags, Die Versammlung des Exekutivkomitees der Socialdemo- gelaufen, wo inzwischen Oberstlieutenant v. Winterfeld angekommen gegen Sidel wegen Beihilfe erkannt werden. Nachdem der Vor fratischen Föderation" protestiert energisch gegen die Broklamation, war. Dieser ließ die vierte Schwadron nach der Reitbahn vor die fiende dies gethan hat, fragt der Beisiger, Major Bierwelche Lord Kitchener an die Burghers von Transvaal und der Leiche führen. Es sollten diejenigen gesondert autreten, die feinen mann, den Beugen: Herr Wachtmeister, Sie sollen zu einem Oranje Freistaaten erlassen hat: fie fordert die sofortige Zurück Dienst gehabt hatten. Etwa 20 traten gesondert an. Der Dragoner Berliner Kriminalbeamten geäußert haben: Ich könnte manches ziehung der Klaufel, welche die Verbannung der Boerenführer aus Stobed und die Unteroffiziere Grigat und Rheinisch fielen durch Blässe fagen, will aber lieber schweigen, denn die Wände haben Südafrika vorsieht. Die Versammlung erklärt eine solche An- auf. Ich habe dann bei verschiedenen Leuten Haussuchung gehalten, auch Ohren."-Beuge: Das habe ich nicht gesagt.-ordrohung für mwürdig einer großen Nation, die sich durch den bei Marten. Ich sagte zu diesem:„ Sie kommen ja gar nicht in Betracht, igender: Diese Frage tvar 111 So mehr gerechtschwierigen und schimpflichen Versuch, zwei kleine Staaten im Intereffe denn Sie sind ja in der Reitbahn gewesen, aber ich muß doch auch fertigt, da Sie anscheinend mit der Sprache nicht heraus wollen. einiger Millionäre zu unterdrücken, so schon entehrt hat; fie flagt bei Ihnen Haussuchung halten." Später hat der Gefreite Stumbrieß 8euge: Ich habe nichts derartiges gesprochen. Staats= die schändliche Politik der Regierung an, welche die Vereinigten den Verdacht auf Marten gelenkt und gesagt:" Marten war gar nicht anwalt: Sie sollen geäußert haben, Sie wollten sich das Leben Königreiche in den Augen aller ehrlich Denkenden herabgewürdigt, in der Reitbahn, hat sich aber zu denen gestellt, die in der Reitbahn nehmen? welche den Krieg in Südafrika auf das Niveau eines räuberischen waren." Als Marten dies vernahm, war er sehr erregt; er sagte: Wissen Sie, wer den Rittmeister erschossen hat? Beuge: Das habe ich niemals gesagt:- Vors.: Beutezugs heruntergebracht, und welche jeden Sinn für Schid. Es ist unerhört, daß so etwas einem Sohn anständiger Eltern ich habe teine Ahnung. 8enge: Nein, lichkeit, Ehre und Ehrlichkeit gegenüber unsern Gegnern ver- passieren muß."- Angefl. Marten bemerkt auf Befragen: Ich loren hat. Hierauf wird eine halbstündige Pause gemacht. habe mich nur in Gedanken zu denen gestellt, die in der Reitbahn Gestern mittag bei der Lokalbesichtigung wurde bloß durch die Die Internationale Friedens Gesellschaft hat waren.ebenfalls eine scharfe Protestresolution gegen den Krieg und gegen Reitbahn und die Gebäude gegangen, abends fand eine Besich= Alsdann wird die Verhandlung um 71/2 Uhr auf Freitag um tigung bei Beleuchtung statt. Es war wiederum ein KrämerLord Kitcheners Proklamation angenommen. 9 Uhr vertagt. wagen( gleich einer halbverdeckten Droschke) vor die Reitbahn auf denselben Platz wie am Mordabend gestellt. Dragoner Barnowski, der einen Mann, Skobeck, der zwei Leute mit steifen Müßen vor dem Guckloch der Reitbahn gesehen zu haben behauptet, mußten angeben, wo sie selbst in dem Augenblicke standen, und beide Angemacht, ob man mit einem Karabiner durchs Guckloch schießen geklagten wurden an das Guckloch gestellt. Auch wurde der Versuch fonnte. * 0 Eine englische Compagnie aufgerieben. Wie dem„ Reuterschen Bureau" vom 12. d. M. aus Middelburg gemeldet wird, geriet eine Compagnie von General Frenchs Truppen bei Gelegenheit eines Erkundungsmarsches am 10. d. M. in der Nähe von Neu- Bethseda in einen Hinterhalt. Einzelheiten fehlen; es wird jedoch befürchtet, daß sie schwere Verluste erlitten hat. Wie die ,, Räuberbanden" aussehen. Aus Paris wird gemeldet: Nach hier vorliegenden Meldungen aus Durban konzentriert Louis Botha 4000 Mann an der Grenze des Zululandes; der Boerengeneral Emmet führt ihm täglich Verstärkungen zu. Die Engländer marschieren gegenwärtig nach der Grenze des Zululandes; man erwartet Nachrichten von einem größeren Zusammenstoß. Partei- Nachrichten. * * Gumbinnen 16. August 1901. Im 8 weiter Tag der Verhandlung. Verhandlung beginnt mit dem Zeugenaufruf. Unter den Beugen Die Angeklagten sehen heute wieder sehr aufgeräumt aus. Die findet sich die Frau Wachtmeister Marten, die Mutter des Angeklagten, eine mittelgroße, schmächliche, nicht unschöne Frau von 48 Jahren. Der Vorfigende Ober- Kriegsgerichtsrat Scheer ermahnt die Beugen weiteren Verlauf des Zengenverhörs eindringlich, alles wahrheitsgemäß anzugeben, was sie wiffen; es befunden die Unteroffiziere Wiemer und Stieber und zwei handele sich um die Ermittelung des Mörders, der ruchloserweise den Rittmeister erschossen habe; sie sollten helfen, daß die Schmach, die als der Schuß fiel, habe er Feuer aus der Thür der Reitbahn Dragoner über den Vorgang in der Neitbahn. Dragoner Arndt: auf das Regiment, insbesondre auf die vierte Schwadron gekommen sei, tommen sehen; er sei der Ueberzeugung, daß der Schuß von der beseitigt werde. Alsdann wird der Commandeur des 11. Dragoner- Regiments Sturmbrieß hat gleich nach dem Mord alle Leute aufgeschrieben, Thür her gekommen sei. Dragoner Bandilla: Gefreiter Oberst v. Winterfeld die nicht in der Reitbahu waren. fah am Guckloch einen Maun als Zeuge vernommen. Er befundet: Unteroffizier Marten war ein Unteroffizier Ehrenheim befundet: Angell. Marten war sehr Parteilitteratur. Die Buchhandlung Vorwärts tüchtiger, ehrgeiziger, guter Soldat. Sein Rittmeister aber hatte erregt, wenn ihn ein Vorgesetzter tadelte. Vors.: Fiel das Berlin hat soeben ihr neuestes, 88 Seiten starkes Schriften: heit. Dienstlich jedoch war Rittmeister v. Krosigk mit dem An- tabelt, ist Ihnen das gleichgültig? gegen ihn und desien ganze Familie eine gewisse Boreingenommen auf? 8euge: Nein. Bors.: Wenn ein Vorgesetzter Sie verzeichnis herausgegeben. In 9 Abteilungen- 1. Parteilitteratur, geklagten Marten zufrieden. Am 21. Januar mittags ritt Marten Wenn der Mord nicht vorgekommen wäre, würde auch dann die ErBeuge: Nein. Borf.: 2. Nationalötonomisches, 3. Geschichtliches, 4. Naturwissenschaft, so schlecht, 5. Gedichte, Romane, Dramen, 6. Verschiedenes( Beitschriften, Kunst- und daß ihm der Rittmeister befahl, abzufigen, regung Martens aufgefallen sein?- 8euge: Vielleicht nicht. blätter, Photographien), 7. Gesetze, 8. Fachgewerbliche Schriften der Unteroffizier Stüber das Pferd besteigen mußte. Unteroffizier Fehler bekundet: Der Rittmeister hat einmal gesagt, sind die für den Arbeiter, für Arbeitervereins- und Ge= Marten war darüber so erregt, daß seine Augen rollten. Ich Hickel könne gut schriftliche Arbeiten machen, aber nicht gut reiten. wertschafts- Bibliotheken empfehlenswertesten Schriften Weiter bekundet der Oberst v. Winterfeld: Ich meldete den Mord schoffen worden ist, bekundet: Er sei zur Zeit der That in der Reitwollte ihn deshalb wegen vorschriftswidrigen Verhaltens bestrafen. Dragoner Weber, mit dessen Karabiner der Rittmeister eraufgeführt und in einer besonderen Abteilung: Gelegenheits- sofort dem hier anwesenden Kriegsgerichtsrat Lüdicke. Auf dessen bahn gewesen, sein Karabiner stand auf dem Korridor zwischen den kauf, aus den verschiedensten Wissensgebieten Werke zu herab- Anregung ließ ich sogleich die vierte Schwadron in die Reitbahn vor Stuben 59 und 59 a auf Stützen. Wer den Karabiner genommen geseztem billigen Preise angezeigt, die zu den Originalpreisen für die Leiche führen, und befahl, daß sich dabei die Dienstfreien ge- oder wer den Rittmeister erschossen habe, wisse er nicht. Er war Arbeiter zu teuer find, darunter auch eine große Anzahl wertvoller fondert stellen sollten. Marten hat sich auf den rechten Flügel früher bei der zweiten Schwadron. Mit diesem Karabiner sei überRomane. Diefe Kataloge werden von der Buchhandlung Vorwärts derjenigen, die Dienst gethan hatten, gestellt. auf Verlangen gratis und franco an jedermann gesandt. Frau v. Krosigk haupt noch nicht scharf geschossen gewesen. hat mir einmal gefagt, ihr Mann habe gegen die Staatsanwalt: Wird es als gerichtskundig angenommen, Der Schiedsspruch in Sachen der Hamburger Accord- Familie Marten einen Widerwillen; Unteroffizier Marten daß Unteroffiziere fich Patronen zurückbehalten? Wors.: Diese maurer beschäftigte das Hamburger Gewerkschafts- Kartell in feiner fei ein tüchtiger Soldat, aber ihm unheimlich. Frage muß ich ablehnen, da die Mitglieder des Gerichtshofs weder Sigung am 14. August. Borgeschlagen war folgende Resolution: Vors: Hat auch der Rittmeister selbst derartige Aeußerungen Beugen noch Sachverständige sind. Staatsanwalt: Dann Die am 14. August tagende Delegierten- Versammlung des gegen Sie gethan? Beuge: Jawohl, der Mittmeister hat zu ziehe ich die Frage zurück. Hamburger Gewerkschafts Kartell spricht ihr tiefstes Bedauern mir gesagt, die Familie Marten, insbesondere der Vater, scheine Alsdann wird als Zeuge der Dragoner Barnowski veraus über die gleichfalls einstimmige" Bestätigung des einstimmig" einen großen Haß gegen ihn zu haben, er selbst habe eine große nommen; dieser bekundet: Am 21. Januar, nachmittags zwischen gefaßten Schiedsspruch in Sachen der Hamburger Accord Abneigung gegen die Familie Marten. Ein Beisiger: 4 und 5 Uhr ging ich an der Reitbahn vorbei und maurer durch die Kontroleure der socialdemokratischen Partei. Diese Mußte der Befehl. daß die dienstfreien Leute sich gesondert stellen beiden Urteilssprüche beweisen ein unsäglich geringes Maß von Ver- sollten, von allen Leuten gehört werden? 8euge: Allerdings.. ständnis für die Bedeutung des organisierten Klaffenkampfs. Sollte ori.: Der Angeklagte Marten hat ausgesagt, er sei durch den mit schwarzem Schnurrbart stehen, der eine steife Müze und Mantel dieser unglückliche gemeinschaftliche Schiedsspruch" auch von dem in Anblick der Leiche so verwirrt gewesen, daß er sich in Gedanken zu auffeßen. hatte. Auf Anordnung des Vorsitzenden muß side I eine Müze Lübeck demnächst tagenden Parteitag der socialdemokratischen Partei den Dienstthuenden gestellt habe? 3euge bermag nicht zu sagen, ob es Hickel war. Beuge: Darüber kann ich Benge macht es vor, in welcher Weise der Mann mit dem Gesicht zum drittenmal bestätigt werden, so würde das nichts Geringeres nichts sagen. Verteidiger Rechtsanw. Borchard: Haben nach dem Guckloch gestanden habe. bedeuten, als die Santtionierung des schamlosesten Streit und Sie aufgefordert, wer etwas wisse, solle hervortreten?- 3euge: Dr. Rögler beantragt, während der weiteren Vernehmung des nach dem Guckloch gestanden habe. Beisiger Kriegsgerichtsrat Organisationsbruchs in Permanenz durch eine Partei, deren Aufgabe Jawohl. Vert. Es ist aber niemand hervorgetreten? es nach ihrem Programm sein soll, den Kampf der Arbeiterklasse Beuge: Nein. Vert.: Wurde Skobeck schon denselben Abend Beugen den Angeklagten aus dem Saale zu führen, da zu besorgen gegen Ausbeutung und Knechtschaft in jeder Form zu einem verhaftet? sei, daß der Zeuge sonst mit der Wahrheit zurückhalte. Der 8enge: Erst am folgenden Tage. bewußten Vert.: Der Borsigende läßt den Angeklagten aus dem Saale führen. und einheitlichen zu machen. Die bon den Trompeter Rheinisch ist damals durch Blässe aufgefallen. Nach Benge Barnowsli befundet alsdann auf Befragen: Ich habe besten Organisationen nach schwersten Kämpfen errumgene träglich ist bekannt geworden, daß er wegen Totschlags zu acht Bojition, welche ihr Fundament in periodisch zu erneuernden tarif Jahren Buchthaus verurteilt gewesen ist. Ist festgestellt, wo Rheinisch wohl einen Mann bei Lichtschein gesehen, kann ihn aber nicht näher lichen Vereinbarungen der Arbeiter mit dem Unternehmertum finden, zur Zeit der That gewesen ist? bezeichnen, als daß es ein Vorgesetzter war. Ich bin dann wegs Beuge: Das ist mir nicht gehen den größten Gefahren entgegen, viel größeren, als sie ein bekannt. gegangen. Den Sergeant Hickel kenne ich nicht, da ich Buchthausgefez hätte bringen können, wenn in den Reihen der Auf Befragen bekundet der Oberst weiter, daß er über Hickel Dr. Rögler: bei der zweiten Schwadron stehe. Beisiger Kriegsgerichtsrat mehr als ehrlose Handlungen gebrandmarkt werden sollten, und hält nicht gern, daß Hickel eine Tochter des Wachtmeisters Marten heiraten Biermann: Es ist doch ein Unterschied, ob jemand dem Reiten organisierten Stämpfer Disciplinlosigkeit und Organisationsbruch nicht nichts fagen tönne. Der Rittmeister hat nur gefagt:" Ich sehe es Dr. Rögler: Rann Zeuge fagen, ob der Mann Marten oder Hickel war? 8euge: Nein. Beifizer Major es das Hamburger Gewerkschaftskartell deshalb für seine Pflicht, die will. Die Familie ist mir unsympathisch." organifierten Arbeiter Deutschlands auf diese eminente Gefahr aufzusicht oder etwas beobachtet. Ist dem Zeugen nichts der Art aufs gefallen? 8euge: Nein. Die Thür zur Reitbahn stand spalt Abteilung ritt; dabei habe ich einen Mann mit schwarzem Schnurr bart, steifer Müze und Mantel stehen sehen. Der Vorsitzende Beugen auf, nochmals den Angeklagten Sidel genau anzusehen, ob läßt den Angeklagten wieder in den Saal führen und fordert den das der Mann gewesen sei. Beuge: Ich kann ihn nicht wiedererkennen. der That im Strümperstall gewefen. Stobed war eine Beitlang weg; Hierauf bekundet Gefreiter Borislawsti: Ich bin zur Beit wie lange, weiß ich nicht. Plötzlich fiel ein so lauter Schuß, daß thür aufgelassen und deshalb werde der Schuß so laut gehört. die Pferde aufbäumten. Ich glaubte, Stobed habe die ReitbahnGleich darauf hat der Dragoner Stephan gemeldet:" Der Nittmeister ist erschossen." Dann hat mich Gefreiter Pfeiffer aufgefordert, einen Strümperwagen anzuspannen und einen Arzt zu holen. Hierauf wird eine Pause bis 4 Uhr gemacht. alles zu thun, was in ihren Kräften steht." Büchsenmacher Bergfeld 4 merksam zu machen und fie aufzufordern, zur Vermeidung derselben fagt aus: Mit dem vorgefundenen Karabiner ist ein scharfer Schuß breit auf, deshalb war ich neugierig und habe hingesehen, welche Die Beratung über die Resolution fonnte nicht zu Ende geführt abgegeben; Platzpatronen fönnen es nicht gewesen sein. werden und man beschloß, die Debatte in der nächsten Versammlung Oberlieutenant Röper fortzufezen. Genoffe v. Elm erklärte fich in längeren Ausführungen befundet auf Befragen des Staatsanwalts, Ober- Kriegsgerichtsrats für die Resolution, deren Annahme auch in der nächsten Beratung Meyer: Ich habe den Trompeter Rheinisch gefragt, wo er zur Zeit ficher sein dürfte, denn die Versammlung beschloß auf Empfehlung der That war; er hat geantwortet, er habe auf der Stube Noten v. Elms, daß die Hamburger Kartellkommission den übrigen Kartellen abgeschrieben. Diese Ausiage wird durch mehrere Bengen be in Deutschland unter genauer Darlegung des Streitgegenstandes die stätigt. Rheinisch trägt einen schwarzen Schnurrbart, da er aber nicht Angelegenheit unterbreiten soll. Wir bedauern sehr, daß die Streitfache mit so großer Erregung Unteroffizier ist, trägt er alfo teine steife Müge. erörtert wird und auch dem Schiedsspruch eine höchst unsachliche Lieutenant Lorenz schildert den Vorgang in der Reitbahn. Es Beurteilung zu teil wird. Den betreffenden Partei- Instanzen, die fomme vor, daß die Thür zur Reitbahn von Lenten geöffnet werde, bisher in der Sache ihr Urteil gefällt haben, ist es gar nicht die dort keinen Dienst haben. Als die Schwadron vor die Leiche eingefallen, das Verhalten der Hamburger Accordmaurer zu billigen, geführt wurde, habe der Oberst aufgefordert, darauf zu achten, wer vielmehr hat man in schärfster Form ihr verwerfliches Treiben ge- blaß werde. Er habe gesehen, daß eine Anzahl Lente blaß wurden, tadelt. Auch in der Begründung des Urteils können die Accordmaurer Stobeck habe zu seiner Abteilung gehört und sei einer seiner besten feine Genugthuung empfinden, denn der Schiedsspruch enthält weder Leute gewesen. Vert. Rechtsanwalt horn: Voriges Mal haben eine Rechtfertigung ihrer Handlungsweise, noch fett er die Ankläger Sie gesagt:„ Er war von den Dümmsten der Klügste."( Heiterfeit.) Sige in dem niedrigen Saale geradezu unerträglich. StaatsAls die Verhandlung nachmittags wieder eröffnet wird, ist die ins Unrecht. Den Streifbruch hat das Schiedsgericht als ehrlofe8euge: Jawohl. Stobec folgte dem Unterricht mit dem anwalt und Verteidiger erflären, auf die Ladung von Handlung anerkannt. Die Ablehnung des Ausschlusses aus der Partei größten Intereffe. ist nur erfolgt, weil in diesem besonderen Fall die beiden Partei- Unter allgemeiner Spannung wird hierauf Zeugen betreffs der Fahnenflucht Martens zu verzichten. Alsdann wird instanzen feine ehrlose Handlung für vorliegend erachteten, die nochmals Unteroffizier Wiemer ber= Fran Wachtmeister Marten nommen. Er sagt aus, Marten habe ihm einmal erzählt, allein nach unfrem Parteistatut den Ausschluß rechtfertigte. Es in den Saal gerufen. Sie erklärt auf Vorhalten des Vorsitzenden: daß er ein Remontepferd im Januar vor Dienst geritten habe. fehlten ehrlose Motive, die dem Vorgehen zu Grunde gelegt Jch will von dem Rechte der Zeugnisverweigerung Vorf.: Haben Sie es selbst gesehen? werden könnten. Daß bei diesen Differenzen der Partei- Instanzen einen Gebrauch machen. Am 21. Januar hatte ich mich nein! Marten hat es mir erzählt. 8euge: Zu Befchl, das Berständnis für die Bedeutung des Klaffenkampfes verloren gegen 4 1hr aufs Sofa gelegt, da ich Stopfichmerzen hatte. Einige das beschwören? 8euge: 8u Befehl, nein Vors.: Ist Wors.: Können Sie gegangen sein soll, wie es die Resolution auszudrücken beliebt, ist Beit darauf sind mein Sohn und mein Schwiegerjohn gekommen das richtig, was er erzählt hat? eine lebertreibung, unter der die in derartigen Angelegenheiten found etwa fünf Minuten dagewesen. Zwischen 43/4 und 5 Uhr ist es einmal erzählt. Bors.: Verstehen Sie denn als Unteroffizier 8euge: Zu Befehl, Marten hat notwendige sachliche Beurteilung fehr leidet. Sie sagen immer zu Befehl". Ich habe Im Intereffe beider Teile hätten wir gewünscht, daß man die einer wiedergekommen und diesmal kaum anderthalb Minuten da nicht deutsch? hier nichts zu befehlen! Sie sind hier als Zeuge und haben das Bugehörigkeit zur Gewerkschaft und der Partei nicht miteinander gewesen, genau tann ich die Zeit nicht angeben. verquidt, wie ja auch auf dem Parteitage in Köln ein zu beantworten, was gefragt wird. Beifizer Major 8iermann: berartiges Verlangen abgewiesen wurde. Die Folge wäre, daß Zeuge ist Berittführer; wenn Marten vor Dienst ein Pferd geritten Unteroffizier Marten wurde immer sehr aufgeregt, wenn er hat, müßte er es doch wissen. Haben Sie Warten vor Dienst billigerweise dann auch dem Verlangen der Partei, alle diejenigen von einem Vorgesezten getadelt wurde. Der Nittmeister hat ihn reiten sehen?- 8 euge: Nein. Gefreiter Schüttig hat eines aus der Gewerkschaft auszuschließen, die sich gegen die socialdemo- aber oftmals gelobt, bisweilen allerdings auch getadelt. Morgens im Januar Marten vor Dienst ein Remontepferd reiten fratische Partei vergangen haben, von feiten der Gewerkschaften Wachtmeister Buppersch schildert weiter den Vorgang in der Reit- fehen. Vorf.: 2ie spät war es?-8euge: Gegen 5 Uhr. stattgegeben werden müßte. Damit wäre aber den Gewerkschaften bahn: Der Befehl, daß die Dienstfreien sich gefondert stellen sollten, Borf.: Wie lange ritt er?-8euge: Eine halbe Stunde. ficherlich kein Dienst geleistet. war so laut, daß ihn jeder hören mußte. Auf Befragen des Beisiger Major 8iermann hält diese Angabe für unwahrStaatsanwalts: außer Sidel trug nur noch Unteroffizier scheinlich, da im Winter der Dienst auch im Stall pünktlich um 5 Uhr Eisenberg, jezt Schutzmann in Berlin, einen schwarzen Schnurrbart, morgens beginnt. alle andern Unteroffiziere der vierten Schwadron trügen blonde Alsdann bekundet Dragoner 8immermann: Am 21. JaSchnurrbärte. Staatsanwalt Ober- Striegsgerichtsrat Meyer: Sie nuar nachmittags zwischen 4 und 5 Uhr wartete ich im Krümperstall sollen voriges Mal gesagt haben, Marten sei so jähzornig, daß ihm der Mord auf den Rittmeister, der gewöhnlich nach dem Reiten heimfuhr. zuzutrauen ist? 8euge: Das habe ich nicht gesagt.- Stobec tam auch in den Krümperstall. Als er 1 bis 2 Minuten Aus dem Schluß der Verhandlung vom Donnerstag ist noch Staatsanwalt: Halten Sie Marten für fähig, einen Mord weg war, ertönte ein starter Schuß. Wir glaubten, daß Stobeck die nachzutragen die Aussage des zu begehen? 8euge schweigt. Staatsanwalt: Wenn Reitbahn aufgelassen habe, da der Schuß so start war. Gleich Sie nicht darauf antworten wollen, dann unterlassen Sie es. darauf kam ein Gefreiter in den Stall mit der Mitteilung, daß 8euge bemerkt auf Befragen ferner: Sidel war Quartiermeister. der Mittmeister erschossen sei. Stobeck ist nach dem Schuffe nicht Dieser bekundet: Der Rittmeister fonnte ihn gut leiden, bloß wegen schlechten Reitens mehr in den Stall gekommen, wenigstens habe ich ihn nicht mehr Marten wäre verpflichtet gewesen, zivischen 4 bis 5 Uhr in die hat er ihn bisweilen getadelt. Sidel ritt nicht gut, weil er Krampf- dort gefehen, ich hätte ihn aber sehen müssen. Dragoner Klöppel Reitbahn zur Reitübung zu kommen. Nachdem der Rittmeister tot aderit hat. Verteidiger R.-A. Horn: Ist dem Zeugen bekannt, bestätigt diese Aussage des Vorzeugen. Bor.: Haben Sie war, ließ ich die Reitbahn absperren und schickte den Unteroffizier daß der Mittmeister mit Sidel an Biwatabenden oftmals Wein Marten sagen hören:„ Der Hund muß heute noch rot fehen?" Die Ermordung des Rittmeisters v. Krosigk vor dem Ober- Kriegsgericht. ( Unberechtigter Nachdruck verboten.) ( Drahtbericht.) Oberlientenants v. Hofmann. Wachtmeister Buppersch: Beuge Dragoner Treß erzählt: Marten hat es tags vorher ge- legungen Schloßmachers find es, die jetzt ihren Weg in die Bossische zweckmäßigen Reagieren der Organismen auf geänderte physikalische jagt. Als wir am Mordabend in den Krimperstall tamen, sagte Beitung" gefunden haben, nachdem sie bereits die Runde durch süd- Bedingungen. Den einzigen beachtenswerten Versuch, die zwecks Dragoner Krause:" Den hat der Teufel geholt." Bors: Wer deutsche Blätter machten. Da die Schloßmachersche, die Arbeiter ins mäßige Gestaltung der Lebewesen zu begreifen, bildet bis heute noch war damit gemeint? 8euge: Ich weiß nicht. Vors.: Unrecht sezende Darstellung munmehr dem Berliner Publikum in immer die Darwinsche Lehre. Wer war dabei? Beuge: Sidel, er hat gelacht. erkennbarer Absicht vorgetragen wird, so wollen wir den Be- Wenn die neuen Vitalisten betonen, daß die mechanische Vors.: Weshalb haben Sie gelacht, hidel, Sie wußten hauptungen von jener Seite diejenigen der Streiffommission noch- Naturauffassung bisher noch nicht im stande gewesen sei, doch, daß der Rittmeister erschossen war? hide!: Das ist un mals in aller Kürze gegenüberstellen. alle Rätselfragen zu lösen, die das Leben in seinen tausendfachen wahr! Auf Antrag des Staatsanwalts wird der Angeklagte aus In der Voss. 8tg." ist zu lesen, der Vergleich sei daran ge- Formen und Aenderungen uns aufgiebt, so ist das zuzugeben; dem Saal geführt, da zu befürchten, daß in seiner Gegenwart der scheitert, daß die Arbeiter verlangt hatten, alle Ausständigen freilich muß man auch bedenken, daß die Forschung, die sich in dieser Zeuge mit der Wahrheit zurückhalte. Beuge bleibt bei seiner sollen sogleich wieder eingestellt, und die Streitbrecher Richtung bewegt, überhaupt noch nicht hundert Jahre alt ist. Und Bekundung, daß Hidel lächelte; es war ein freudiger Gesichtsaus entlassen werden. Demgegenüber erklärte die Streit stellt man die Gegenfrage, was hat denn der Vitalismus in dieser druck, der auffiel. tommission, die wohl ebensoviel Glaubwürdigkeit beanspruchen tann, Beziehung geleistet, was hat er zur Erklärung und zum Begreifen Auf Befragen des Verteidigers Rechtsanwalt Horn, weshalb er wie der Gewährsmann der Voff. 8tg.", daß von den Ausständigen irgend einer Thatsache beigetragen, so muß die Antwort lauten: feine Wahrnehmungen erst am folgenden Tage erzählt habe, obwohl niemals verlangt worden ist, daß die sog. Arbeitswilligen beseitigt nichts, absolut gar nichts. Auch hier wird es, wie überall, heißen: Oberst v. Winterfeld in der Reitbahn und vorher Oberlieutnant werden sollen. Es ist niemals ein derartiger Beschluß gefaßt, An ihren Früchten sollt ihr sie erkennen. v. Hofmann im ab- Stall mit lauter Stimme aufgefordert habe, wer was niemals eine solche Forderung an die Fabrikanten oder an Herrn Den legten Vortrag des Kongresses bildete der von Professor gesehen, solle vortreten, bemerkt Skobed, er sei nicht gefragt worden. Schloßmacher gerichtet worden. Im Gegenteil ist stets von Branto über fossile Menschenreste, in welchem zum Die Aufforderungen im ab- Stall und in der Reitbahn habe er nicht den Arbeitern und deren Vertretung betont worden, daß Schluß auf sehr interessante neue Versuche von Blutmischung hingehört. niemand an den Stehengebliebenen und neu Eingetretenen einen gewiesen wurde, aus denen hervorgeht, daß alles tierische Blut im Danach wird die Verhandlung um 74 Uhr abends auf Anstoß nimmt, sondern alle gewillt sind, mit denselben zu arbeiten. menschlichen sich auflöst, auch das der amerikanischen und alt- weltSonnabendvormittag 9 Uhr vertagt. Nach dieser, wie gesagt, durchaus glaubwürdigen Erklärung tann lichen Affen, nur das der menschenähnlichen Affen nicht; damit wäre gar keine Rede davon sein, daß, wie die Boss. 8tg." schreibt, die unsre Blutsverwandtschaft mit diesen Affen erwiesen. Auch eine Ausständigen sich das Recht vorbehalten wollen, die Arbeitswilligen Kreuzung zwischen Mensch und menschenähnlichem Affen hält Prof. durch Kränkung und Beleidigung zu zwingen, ihre Stellung auf- Branto nach diesen Ergebnissen nicht für unmöglich, und die berühmt zugeben, oder sich der socialdemokratischen Organisation" anzu gewordenen Knochen des Pithecanthropus erutus auf Java gehörten schließen. bielleicht dem Sprößling einer solchen Kreuzung an. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Zur Lohnbewegung der Bauanschläger. In der Donnerstags- Nummer des Vorwärts" brachten wir eine Notiz über die am Dienstag stattgehabte Sigung von Bertretern der Arbeitgeber und der Anschläger. Hierzu sendet die Lohntommission der Bananschläger eine Zuſchrift. Dieselbe lautet: dienen: des Arbeitsnachweises " " Mögen bürgerliche Organe sich noch so eifrig bemühen, den Tabatarbeitern die Schuld für die Fortsetzung des Kampfes zuzuschreiben, das ändert nichts an der Thatsache, daß die Nordhäuser Tabalarbeiter einen schweren Kampf für eine gerechte Sache kämpfen, einen Kampf, den zu unterstützen jeder klassenbewußte Arbeiter die heilige Pflicht hat. Zur thatsächlichen Klarstellung der Sachlage möge folgendes Der einzige Buntt, welcher von den Arbeitgebern bewilligt wurde, ist die Festlegung des bisherigen Lohntarifs bis zum 31. Dezember d. J. Verlangt wurde aber von den Herren, nicht bloß angeregt, daß die gemeinschaftlichen Verhandlungen über den festzusetzenden Tarif während der Zeit von Mitte September bis Mitte Oktober stattzufinden hätten, trotzdem unsrerseits vorher betont worden war, daß diese Verhandlungen möglichst bis Sonnabend, den 17. d. M., beendet sein müßten. Die Bereitwilligkeit der Herren Unternehmer, mit uns über die spätere Gestaltung des Arbeitsnachweiſes zu verhandeln, ging so weit, daß man uns anbot, uns in dem Kuratorium welchen man uns aufzwingen möchte, und in welchem 6 Arbeitgeber und 6 Schlossergesellen vertreten find, zwei Sige zu gewähren. Da mun, nach Lage der ganzen Verhältnisse, gemeinsame Berührungspunkte zwischen dem in der Werkstatt. arbeitenden Schlosser und dem auf Bau unter ganz andren Bedingungen arbeitenden Anschläger, absolut nicht vorhanden sind, wurde von uns den Herren Arbeitgebern der Vorschlag gemacht, mit uns gemeinsam einen Arbeitsnachweis dergestalt ins Leben zu rufen, daß in dem Kuratorium desselben 3 Schlossermeister, 3 Anschläger und 1 Unparteiischer vertreten sein sollen; etwaige hier vorkommende, nicht zu schlichtende Differenzen sollten durch das Einen Bierboykott hat eine öffentliche Arbeiterversammlung Gewerbegericht, resp. das Einigungsamt desselben, geschlichtet werden. in Köln über die dortige Großbrauerei von Friedrich Winter verDies wurde von den Herren abgelehnt. Außerdem wurde von hängt, weil dort wiederholt Waßregelungen gewerfiaft sämtlichen Vertretern der Arbeitgeber mit Ausnahme eines einzigen lich organisierter Brauer und Böttcher vorgekommen Herrn zu wiederholten Malen betont, daß die in unsrem bisher find. Durch ein Flugblatt wurden mehr als hundert Wirtschaften beiderseitig anerkannten Tarif enthaltenen Anmerkungen, speciell die bekannt gegeben, die das Bier aus der Winterschen Brauerei bejenigen, welche das Höhen- und Breitenmaß für bestimmte Tarif: ziehen. pofitionen festlegen, unter keinen Umständen weiter bezahlt würden; es wurde von sämtlichen Herren ausdrücklich gesagt, wenn dieser Punkt unsrerseits nicht fallen gelassen würde, wäre es am besten, wenn die Verhandlungen sofort abgebrochen würden. Die hier angeführten Punkte, gegen welche sich die Arbeit geber von vornherein ablehnend verhalten, sind für unsre Organisation resp. für die Berechnung unsrer Arbeit von so eminenter Bedeutung, daß die Versammlung, welche darüber zu beschließen hatte, zu dem Schluß kam, daß nach den Erklärungen der Arbeitgeber der Kampf darum auch im Monat Ottober unvermeidlich sein würde, bloß mit dem Unterschiede, daß wir dann den uns von den Arbeitgebern hingeworfenen Fehdehandschuh zu einer Zeit aufnehmen müßten, in welcher eine Verteidigung unsrer Position durch die Konjunktur auf unfrem Arbeitsmarkt bedeutend erschwert würde. Infolge dieser Erkenntnis wurde der Streit gegen zehn Stimmen beschlossen. Die Lohntommission der Bauanschläger. Die Bauanschläger haben in einer Versammlung am Donnerstag bei Keller den Beschluß gefaßt, neben dem Specialtarif, der ca. 200 Pofitionen aufweist und der am Mittwoch allen Unter* * nehmern zugesandt worden ist, einen Minimaltarif drucken zu lassen. Die Unternehmer sind ersucht worden, die Forderungen durch Unterschrift des Reverses anzuerkennen und der Lohnkommission hiervon bis Sonnabend Mitteilung zu machen. Ausland. Unser Kultusminister Studt hörte beide Vorträge, die das Entsezen aller Frommen im Lande der Mucker erregen müssen, mit aufmerksamem Interesse an; seine allgemeine Bildung reicht so weit, daß er höfliche Abschiedsworte und freundliche Wünsche für den weiteren Fortgang der Forschungen fand. An schönen Worten haben es ja unire Kultusminister schon häufig nicht fehlen lassen; doch spiegeln diese Worte den Geist, der in unsrer Unterrichtsverwaltung herrscht, in keiner Weise wieder. Bt. Gerichts- Beitung. Was nun die Einstellung der Ausständigen betrifft, so wollten die Fabrikanten unter denselben eine Auslese halten, derart, daß alle, die in der Streitbewegung oder in der Organisation fich irgendwie hervorgethan hatten, dauernd ausgesperrt bleiben sollten. Also nicht die Streifenden wollten die Arbeitswilligen brotlos machen, sondern die Fabrikanten, deren sich die Voss. Stg." so warm an nimmt, wollen jeden Arbeiter, der seine und seiner Kollegen wirtschaftliche Interessen vertritt, durch Hunger zwingen, zu Kreuze zu kriechen. Damit wird zugleich die auch in dem Artikel der„ Voff. 8tg." enthaltene Behauptung widerlegt, die Fabrikanten wollten das Koalitionsrecht nicht antasten. Ist es denn nicht die schlimmste Vergewaltigung der Organisation, wenn man gerade den thätigen Mitgliedern derselben Wie weit die rechtmäßige Ausübung des Amtes eines die Werkstatt für immer verschließt? Dieses unerhörte Verlangen der Schumanns geht, hatte gestern die 5. Ferien- Straffammer des Nordhäuser Fabrikanten verschweigt die Voss. 8tg." allerdings. Landgerichts I in einem Specialfalle an entscheiden. Wegen WiderWenn die Ausständigen auf einen solchen Bergleichsvorschlag" stands gegen die Staatsgewalt, Beleidigung und Be nicht eingingen, so wird ihnen kein rechtlich denkender Mensch das brohung hatte f. 3. das Schöffengericht den Maurerpolier verargen, und daß gerade dieser Maßregelungsversuch in den Schloß- Albert Scharow und die Zimmerleute Hermann Göhre und macherschen Darstellungen und in der Bossischen Zeitung" ver- Johann Polfin zu je 6 Wochen Gefängnis verurteilt und schwiegen wird, das spricht gerade nicht für die Wahrheitsliebe des dem Urteil folgenden Thatbestand zu Grunde zu Grunde gelegt: Die Urhebers derartiger Artikel. auf einem Neubau in der Wilhelmshavenerstraße beschäftigt geweſenen Zimmerleute pflegten in dem benachbarten Fischerschen Schanklokal zu essen und zu trinkeu. Nach der Behauptung des Angeklagten Göhre ist es Usus gewesen, daß etwa verbleibende Reste der Bechschuld des Sonnabends beglichen wurden. Am 13. Juli v. J. hatten die beiden letzten Angeklagten eine kleine Zeche gemacht und waren auf ihren Bau gegangen, ohne sie sogleich zu begleichen. Der Wirt, der an diesem Tage Merger gehabt haben soll, nahm daraus Veranlassung, sich zwei Schuleute au holen und mit diesen auf den Bau zu gehen, um durch die Beamten die Persönlichkeit des G. feststellen zu laſſen. Sie hatten daselbst natürlich keinen freundlichen Empfang. Nach der Darstellung der Schugleute haben diese, nachdem sie den Namen und die Wohnung des Göhre erfahren und noch weitere Fragen über den Vorgang an diesen richteten, sehr schlimme Worte zu hören bekommen, die auch bei Polsin eine Echo gefunden Die Herrenschneider in New York haben einen großen Lohn hatten. Speciell soll Göhre den einen Schußmann am Arm fampf, an dem 60 000 Arbeiter der Branche beteiligt waren erfolg gefaßt und ihm zugerufen haben: Ein Pfiff genügt und reich durchgeführt. Alle größeren Firmen haben die Forderungen Sie kommen nicht mehr lebendig aus dem Bau. Dann der Schneider bewilligt. Mit den Schwigmeistern baben sich die soll der Polier Scharow herbeigekommen sein und den Schußmann Streifenden überhaupt nicht in Verhandlungen eingelassen. Wie es gleichfalls zurückgedrängt haben, wobei er ausrief: Machen Sie, scheint, standen die großen Geschäftsinhaber dem Streit nicht ohne daß Sie hier vom Bau herunter fommen, sonst bekommen Sie hier Sympathie gegenüber, denn derselbe hat den Erfolg gehabt, daß den mehr Dresche, als Sie in Berlin je bekommen haben; ich schlage Schwizmeistern, die durch fürchterliche Ausbeutung der Arbeiter die Ihnen mit dem Hammer über den Kopf! Den Schußleuten Preise io herabgedrückt haben, daß es den großen Geschäften kaum wurde in dieser Situation etwas unbehaglich zu Mute, um so mehr, noch möglich war, mit ihnen zu konkurrieren, das Handwerk gelegt als plötzlich von einem oberen Stockwert ein Brett herabgeworfen worden ist. Den Streifenden sind folgende Forderungen bewilligt: wurde, welches nach ihrer Ansicht sie eigentlich hätte treffen sollen. Die Arbeitgeber beschäftigen mur Mitglieder der Schneiderorganisation Die Beamten zogen sich über die noch nicht mit einem Geländer ( United garment workers of America), Die Arbeitszeit beträgt versehenen Treppen zurück und holten Verstärkung durch einen Wacht wöchentlich 59 Stunden. Die Fabrikanten nicht die Zwischen- meister und einen Schuhmann herbei. Göhre und Polfin meister find verantwortlich für die Löhne der Arbeiter. ein Die waren inzwischen auf anderes unbebautes Grundstück Fabrikanten verpflichten sich, solchen Zwischenmeistern, gegen die die gegangen und wurden dort sistiert, Scharow wurde in einem Union berechtigte Klagen führt, die Arbeit zu entziehen. benachbarten Schanklokal verhaftet. Das Schöffengericht hielt Dieser Streit wird als der erfolgreichste, der je in der Kleider- den Eyceß für einen sehr groben und erkannte auf je 6 Wochen Gebranche geführt worden ist, bezeichnet. fängnis. In der Berufungsinstanz bestritten die Angeklagten einige Behauptungen der Belastungszeugen, während diese bei ihrer Darstellung verblieben. Die Verteidiger, Rechtsanwalte Dr. Löwen stein und Heine, machten juristische Gründe gegen die Anwendbarkeit des Widerstands- Paragraphen geltend und behaupteten, daß die amtliche Thätigkeit der Schußleute bereits beendet war. Diese der angebliche Widerstand erst zu einer Zeit geleistet worden sei, als hätten lediglich die Aufgabe gehabt, die Persönlichkeit des Göhre festzustellen. Darüber hinaus Fragen zu stellen, die sich auf irgend welchen Thatbestand bezogen, sei gar nicht ihres Amtes gewesen und sie hätten sich nicht mehr in der rechtmäßigen Ausübung ihres Amtes befunden. Infolge dessen läge weder Widerstand, noch Nötigung, sondern nur Beleidigung auf seiten der beiden ersten Angeklagten vor, welche mit Geldstrafe genügend gefühnt werde. Der Gerichtshof schloß sich diesen Ausführungen an, hob das erste Urteil auf und verurteilte Scharow und Göhre zu je 140 M. Geldstrafe event. 28 Tagen Gefängnis. Polfin wurde freigesprochen. Zum Stahlarbeiter- Streit in Amerika wird heute berichtet, daß vier Gruppen des Vereinigten Stahlarbeiter- Berbandes sich einstimmig dem Streit angeschlossen haben, wodurch sich die Zahl der Streifenden um 3000 vermehrt. Am Montag früh 9 Uhr findet bei Keller, Koppenstraße, eine Weiter wird gemeldet: In Jollin( Illinois) haben die Mitglieder Versammlung statt, in der das Resultat bekanntgegeben wird und der Amalgamated Association einstimmig den Streit beschlossen, zu der alle Anschläger, insbesondere auch diejenigen, welche bei den so daß 5000 Arbeiter streiken und die Trustwerke stillliegen. bisher gesperrten Firmen thätig sind, eingeladen werden. Kunst und Wissenschaft. Der Verband deutscher Gastwirtsgehilfen( Ortsverwaltung Berlin) ersucht uns, bezugnehmend auf einen Bericht in Nr. 186 des Borwärts" über eine Versammlung des Ge wertschafts- Der fünfte internationale Zoologen- Kongreß hörte in seiner fartells für Berlin und Umgegend, folgendes mitzuteilen: legten Sigung am Freitag einen Vortrag über Bitalismus Die organisierten Kellner und Berufsgenossen sind schon seit Be- und Mechanismus von Prof. Bütschli- heidelberg, der in stehen der Organisation in der Berliner Gewertschafts- flarer und treffender Weise die mechanistische Weltauffassung gegen Kommission vertreten. Dem Gewerkschaftskartell ist nur eine neuere Angriffe verteidigte. Ist denn das nötig, wird mancher vielfleine, bisher indifferente Vereinigung beigetreten, die in Rigdorf leicht verwundert fragen; ist es nicht eine der glänzendsten und abtagt. Diese Vereinigung hat seit ihrer Gründung einen so be- geschlossensten Leistungen des 19. Jahrhunderts, die phantastische deutenden Mangel an Solidaritätsgefühl bewiesen, daß der Verband Lebenskraft beseitigt und damit auch für die Lebensvorgänge der deutscher Gastwirtsgehilfen Wert darauf legen muß, mit dieser Ver- physikalisch- chemischen Auffassung die Wege gebahnt zu haben? Muß einigung, trotz ihres Anschlusses an das Kartell nicht identifiziert zu man sich denn von neuem mit längst überlebten und abgethanen Dingen oder Gespenstern herumschlagen? werden. Deutsches Reich. ant, Lehte Nachrichten und Depelchen. Unfre Verbündeten über den deutschen Zolltarif. Wien, 16. August.( W. T. B.) Der ständige Ausschuß der östreichischen Centralstelle zur Wahrung der land- und forstwirtschaftAllerdings ist das der Fall und es ist nicht wunderbar, daß es lichen Interessen beim Abschluß von Handelsverträgen nahm in so ist. Nach der Entdeckung der Thatsache, daß Stoffe, die bis dahin seiner gestrigen Sitzung nach längerer Erörterung einstimmig Zum Generalftreit der Flaschenmacher. Eine Behauptung, die man jezt alle Tage in den dem Unternehmertum zur Verfügung auch im chemischen Laboratorium durch Zusammensetzung von un- Bolltarif, der, nur durch die Lebensthätigkeit eines Organismus erhalten waren, eine Resolution an, in welcher im Hinblick auf den neuen deutschen unverändert angenommen, den östreichischen stehenden Breßorganen lesen kann, und die, so lange die gegen organischen Stoffen gebildet werden können, brach jene groß- land- und forstwirtschaftlichen Export nach Deutschland in wärtige Bewegung dauert, von den Fabrikanten mit großem Nachartige Epoche druck aufgestellt wird, ist die, daß es den Unternehmern ja gar nicht und Chemie auf die Lebenserscheinungen zu den bedeutendsten möglich machen würde, die Regierung in welcher die Anwendung der Phyfit einzelnen Erzeugnissen wesentlich erschweren, teilweise sogar unersucht wird, dieser einfalle, das Koalitionsrecht der Arbeiter anzutasten. Schon öfter Resultaten führte, wodurch die vitalistische Lehre mit ihrer Gefahr dadurch vorzubeugen, daß seiner Zeit bei den Vertragsfind Beispiele angeführt worden, welche beweisen, daß die Arbeiter Voraussetzung einer besonderen besonderen Lebenskraft beseitigt wurde. verhandlungen die erhöhten Bollsäge Oestreich gegenüber ermäßigt, recht haben, wenn fie fagen, der gegenwärtige Streit sei in der Alte Erscheinungen des Lebens laffen sich auf physikalische und beziehungsweise einer differenzierenden Behandlung zu Gunsten Hauptsache ein Kampf für das Koalitionsrecht. Einen neuen Beweis für die Behauptung der Arbeiter liefert der folgende drastische Fall, chemische Kräfte zurüdführen", lautete der Grundsaß der Forschung; Oestreichs unterzogen werden. im Leben und seinen vielgestaltigen Aeußerungen erblidte man einen den unser Bielefelder Partei- Organ aus der Brackweder Glasrein mechanischen Vorgang, in welchen keine andren Kräfte und Lichtenfels, 16. August.( W. T. B.) Der gestern abend 10 Uhr " Die Mehrzahl der Plazarbeiter und Arbeiterinnen gehören dem Gejeze zur Geltung fommen können, als diejenigen, die in der un 10 Minuten hier aus Groß- Probstzella fällige Personenzug traf Dieser war Verband der Glasarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands an. Vor belebten Natur herrschen. Aber die Erklärung der komplizierten Vor- in Küps mit einem brennenden Postwagen ein. gänge im einzelnen wollte nicht immer glücken, und wenn auch die kurz vorher infolge Explosion einer Petroleumlampe in Brand 14 Tagen wurden nun 8 Arbeiter und 7 Arbeiterinnen gekündigt, angebehre Darwins zum erstenmale die Entwicklung der Lebewesen aus geraten. Das Feuer fand reichliche Nahrung, so daß der ganze lich wegen Mangel an Arbeit, und dieses waren alles Arbeiter, welche sich ihren natürlichen Ursachen zu begreifen unternahm, so blieb doch Wagen bis auf das eiserne Gerippe ausbrannte. Der in dem Wagent an der Agitation für den Verband beteiligt haben. Am Schluß vieles einzelne und vor allem auch der Fortgang vom Unbelebten befindliche Postschaffner versuchte anfangs das Feuer zu löschen, erlitt der Kündigung wurde den Arbeiterinnen gesagt:„ Wenn Sie aus dem Belebten unerklärt. Hieran stoßen fich manche aber schwere Brandwunden. Nur der Aufmerksamkeit des BugVerband treten, tönnen Sie bleiben." Forscher und wollen die mechanische Auffassung gänzlich verlassen. führers, der den Brand bemerkte und den Zug zum Stehen brachte, Arbeiterinnen aber haben es abgelehnt, aus dem Verband aus- Die schöne Zweckmäßigkeit des Geschehens in der organischen Welt ist es zu danken, daß der Postschaffner aus seiner verzweifelten Lage zutreten, und find somit entlassen worden. Troz solcher Vorkommnisse werden die Glasfabrikanten und ihre nuß von neuem herhalten, um den Organismen von den physikali- gerettet wurde und mit dem Leben davonkam. Es sind mehrere dienstbaren Geister sich nicht schenen, auch fernerhin mit dreister Ursachen beizulegen. Ist es denn aber wahr, daß in der organischen schen und chemischen Kräften verschiedene, geheimnisvoll wirkende Hundert Stück Postpakete verbranit. London, 16. August.( W. T. B.) Unterhaus. Der Redacteur Stirn zu behaupten, sie hätten nichts gegen die Koalitionsfreiheit welt die zweckmäßigen Reaktionen vorherrschen? Der Zwed jedes und der Verleger des„ Globe" erscheinen vor den Schranken des Lebewesens, sofern man überhaupt davon sprechen will, tann Hauses, drücken in furzen Worten ihr Bedauern aus und thun Abhütte mitteilt: der Arbeiter einzuwenden. Die zum Die Nordhäuser Tabakfabrikanten zu verteidigen und die doch nur der sein, sich selbst und seine Art zu erhalten, bitte für den Artikel, in welchem die irischen Abgeordneten der ausständigen Arbeiter vor der Oeffentlichkeit ins Unrecht zu setzen, und die einzelnen Organe funktionieren ziveckmäßig, wenn Bestechlichkeit bezichtigt waren. Auf Verlangen John Redmonds, dem versucht die Bossische Zeitung" in einem längeren Artikel ihrer sie in diesem Sinne wirken. Wir sehen aber, daß ein derartig die Abbitte nicht genügt, widerrufen die Angeklagten noch die BeDonnerstagsnummer. Wie unseren Lesern bekannt ist, hat Syndifus ziveckmäßiges Reagieren der Organe nur innerhalb bestimmter zichtigung. Schloßmacher, der die legten, resultatlos verlaufenen Einigungs- Grenzen eintritt, nämlich innerhalb der Grenzen, welche durch die Rom, 16. August.( W. T. B.) Obgleich die Pferdebahn- Gesellverhandlungen leitete, in der„ Deutschen Tabatzeitung" eine Dar- Umstände, in denen das Lebewesen sich gewöhnlich befindet, gegeben schaft den ausständigen Angestellten Zugeständnisse machte, beschlossen stellung gegeben, die in den wichtigsten Punkten von der Kom- find. Bei Reizen dagegen, die über diese Grenzen hinausgehen, er- die letzteren heute in zwei von ihnen abgehaltenen Versammlungen, mission der Ausständigen auch im" Borwärts"( Nr. 181) als folgt die Reaktion oft in recht unzweckmäßiger Weise; das Aus- den Ausstand fortzusehen. Auch in Neapel und Mailand dauert nicht autreffend bezeichnet worden ist. Die bezeichneten Dars sterben ganzer Tierarten beruht meistens ja gerade auf diesem un der Ausstand fort. Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen. «t. 191. i8. mm*. i. Deilllge des„MmMs" Ktllilltt Wlksbllltt. s°llmd.»d. lWi. Bericht des Parteivorstandes an den Parteitag der �cialtakratislsp Partei DevtjlljlaM. 1901 zu Lübeck. Allgemeines. Ter Anfang des Berichtsjahres brachte der deutschen Arbeiterklasse Tage schmerzlichster Trauer, an der das klassenbewußte Proletariat aller Kulturländer den lebhaftesten Anteil nahm. Wilhelm Liebknecht, der Altmeister der deutschen Socialdcmokratie, starb am Morgen des 7. August unerwartet, plötzlich, ohne daß vorher auch nur ein Anzeichen einer Unpäßlichkeit vorhanden gewesen wäre, tief betrauert von seinen Angehörigen, der deutschen Arbeiterklasse, dem internationalen Proletariat. Der borjährige Bericht des Vorstandes an den Parteitag wurde noch unter der Mitwirkung Liebknechts— tags vor seinem Tode— an, Montag, den 6. August, fertiggestellt. Der.Alte" war froh und heiter gestimmt wie immer. Keiner der Kollegen konnte ahnen, daß es die letzte Kollektivarbeit des Vorstandes sei, die unter Mitwirkung Liebknechts ausgeführt werde. An dieser Stelle dem lieben, treuen„Alten" einen Nachruf zu widmen, erübrigt sich. Die Parteipresse unter Führung des Central- organs hat die Verdienste, die sich Liebknecht um die Arbeiterklasse und die Menschheit erworben hat, in Nachrufen und Neminiscenze» gewürdigt. Auch der anständigere Teil der bürger- lichen Presse liest den Verdiensten, den Charaktereigenschafte», der Ueberzeugungstreue und persönlichen Ehrenhaftigkeit Liebknechts volle Gerechtigkeit widerfahre». Und selbst die Prestorgane, die den für immer Verstummten mit ihrem Hast»och über das Grab hinaus verfolgten, konnten nicht umhin, der Ueberzeugungstreue und Ehren- haftigkeit des Verstorbenen Anerkennung zu zollen. All die Liebe, die sich Liebknecht, da Ivo Arbeitcrherzen schlagen, im Leben erworben, all die Verehrung, die ihm schon bei Lebzeiten von Nah und Fern entgegengebracht wurde, kam nochmals in pietätvoller Huldigung bei dem Begräbnis Liebknechts am Sonntag, den 12. August, zum sichtbaren Ausdruck. Die Schätzungen über die Zahl der Teilnehmer an dem Leichenbegängnis variieren zwischen 120— 150 000 Leidtragenden, die den mehr als 4 stundigen Marsch von dem Sterbehause Kantstraste 100 in Charlottenburg bis zum Friedhof in Friedrichsfelde in würdevoller Ruhe zurücklegten und bis auf den Letzten an der Gruft„ihrem" Wilhelm den letzten Scheidegruß darbrachten. Austerdem waren Hunderttausende herbeigeeilt, noch einen Blick dem Sarge nachzusenden, der die sterblichen Reste des Mannes enthielt, dessen Mund so oft in beredte» Worten sie zum Kampf gegen die Unterdrückung und Ausbeutung angefeuert hatte. Selbst in dem fashionablen Berlin W. bildete das Publikum in 4— Kfacher Reihe zu beiden Strastenseitcn Spalier, welches sich in den Arbeiterquartieren des Südostens und Ostens auf die doppelte Zahl der in brennender Sonnenglut Ausharrenden verdichtet hatte. Deputationen der Genossen Deutschlands von Nord und Süd. Ost und West waren erschienen, die letzte Gabe der Verehrung an dem Grabe des Lieblings des Volkes niederzulegen. Gekommen waren die Vertreter fast aller der Nationen, mit' denen der Ber- storbene auf den internationalen Kongressen gemeinsam gearbeitet hatte. Hatte doch bis zu seinem Tode nicht ein internationaler Arbeiterkongrest stattgefunden, an dem und zu besten Vorbereitungen Liebknecht nicht hervorragend teilgenommen hätte. Wertvoll und zahllos waren die Spenden der Liebe und Verehrung, die au der Gruft Liebknechts niedergelegt wurden. An der Bahre in der Friedhofshalle gab Genosse Bebel in bewegten Worten den Gefühle» der Leidtragenden Ausdruck. Die Worte kamen vom Herzen und gingen zum Herzen, Jedermann fühlte mit Bebel, datz ihm, daß dem Proletariat nicht nur der Kampf- genoste, sondern auch der treue, selbstlose, aufopfernde Freund und Berater nicht mehr zur Seite steht. Nie zuvor bat Berlin, das seit seiner Erhebung zur Reichshauptstadt manche offizielle Feier aufzu- weisen hat, Aehnlichcs gesehen, wie das Begräbnis unsres Alten. Neben der Liebe und Verehrung, die das Proletariat dem Ver stordenen zollte, war das Leichenbegängnis eine würdevolle, impa sante Manifestation für die völkerbefrcicnde Idee des Socialismus, die ihren Höhe- und Weihepunkt erreichte, als Genosse Smga- in seinem am offenen Grabe gehaltenen Nachruf die Leidtragenden auf- forderte, im Sinne und Geist Liebknechts mit verdoppeltem Eifer und zäher Ausdauer den Befreiungskampf der Arbeiterklasse dem Siege eutgegenzuführcn. Am 25. September verschied"in Paris der Genosse Karl Hirsch. Derselbe leitete mehrere Jahr? die„Rheinische Zeitung", unser Kölner Partei-Organ. Die„Rheinische Zeitung" war' bis zum 1. April 1894 Kopfblatt der«Freien Presse" in Elberfeld, Von da ab wurde die„Rheinische Zeitung" auf Grund eines 1893 auf dem Parteitag in Köln gefaßten Beschlusses mit Unterstützung aus Mitteln der Gesamtparlei in ein täglich erscheinendes Blatt umgewandelt und Genosse Hirsch von den Kölner Genosten mit der Redaktion betraut. Hirsch gehörte mit zu der Avantgarde der Partei, Er war Mitarbeiter des„Volksstaat" und gab nach Erlast des Socialistcn- gcsctzeS in Brüssel die„Laterne" heraus. In den Tagen vom 23. bis 27. September fand in Paris der 4, internationale Arbeiterkongrest statt. Zur Teilnahme an den Ver- Handlungen hatte die Parteileitung die Genosten Bebel, Liebknecht und Singer delegiert. In die durch den Tod Liebknechts verursachte Lücke trat Genosse Auer auf Beschluß der auf dem Mainzer Parteitag anwesenden Fraktionsmitgliedcr ein. Bebel konnte infolge Er- krankmig deni Kongreß nicht beiwohnen. Auf dem Kongreß wurde die Errichtung eines internationalen Sekretariats nnt dem Sitz in Brüssel beschlossen, dessen Unterhaltungskosten auf jährlich 10 000 Frank veranschlagt sind. Die auf die deutsche Partei entfallende Quote beträgt 1000 Frank. Als Mitglieder des Bureaus für Deutschland sind die Genossen Auer und Singer delegiert. Die notwendige Körrespondenz�wird durch den Genossen Kautsky geführt, Neben andern Bestimmungen hat auf denr Mainzer Parteitag auch§ 2 des Organisationsstatuts eine Aendcrung erfahren. Bis dahin hatten über die Zugehörigkeit zur Partei die Parteigenossen der einzelnen Orte oder ReichstagS-Wahlkreise zu entscheiden. Jetzt liegt die Entscheidung bei einem vom Vorstand zu berufenden Schieds- gericht, gegen dessen Entscheidung den Betroffenen die Berufung an die KontroNkonimifsion und den Parteitag zusteht. Von der Anrufung des Schiedsgerichts ist in vier Fällen Gebrauch gemacht worden. In zwei Fällen, betreffend Anträge der Berliner Genossen ans dem 5. und 4, Berliner Reichstags-Wahllreis, ist der Ausschluß der beiden früheren Genossen durch das' Schiedsgericht ausgesprochen worden, und zwar in dem ersteren Fall nnt 6 gegen 1 Stimme und in dein andern Fall einstimmig. In dem dritten Fall, betreffend den Antrag der drei Hamburger Wahlkreise und der Genossen Wandsbecks, der dahin geht, daß die in Accord arbeitenden Maurer der genannten Partei- orte, die von dem Centralvcrband der Maurer als Streikbrecher be- handelt und aus dem Verband ausgeschlossen worden sind, auch aus der Partei auszuschließen, hat das am 15. Juli in Hamburg unter dem Vorsitz de« Genossen Auer abgehaltene Schiedsgericht einstimmig den Antrag der drei Hamburger Wahlkreise abgelehnt. In dem vierten Fall ist ein Spruch des Schiedsgerichts noch nicht gefällt. In dem vorjährigen Bericht machten wir auf die schwere, ver- mögensrechtliche Schädigung aufmerksam, von der etwa 400 am Streik des Winters 1399/1900 beteiligt gewesene und im Verfolg desselben entlassene sächsische Bergleute betroffen wurden. Die Be- troffencn sind durch ihre Entlassung sämtlicher Ansprüche an die Änappschaftskassen verloren gegangen. Ihr Ansuchen auf Rück- erstattung der gezahlten Beiträge ist von der Kassenverwaltung und dem Bergschiedsgericht abgewiesen worden. Auf Anrufung des Landgerichts hat dieses entschieden, daß das Bergschiedsgericht zu- ständig und dessen Entscheidung endgültig sei. Die gegen die Eni- scheidung des Landgerichts eingelegte Revision bei dem Reichsgericht ist am 20. März d. I. verworfen worden. Damit sind die armen Berg- leute ihrer eingezahlten Beiträge verlustig erklärt worden, und diese sind nicht gering. Sind doch unter den Entlassenen Leute, die im Laufe der Jahre 1000 M. und darüber an Kassenbeiträgen gezahlt haben. »* • In der Zeit vom 13. November v. I. bis zum 2. Februar d. I. hatte sich der Partei- und Fraktionsvorstand wiederholt damit zu beschäftigen, die zwischen der Geschäftsleitung der„Leipziger Volkszeitung" und der örtlichen Parteileitung der Leipziger Genossen einerseits uiid dem Leipziger Verein des Verbandes deutscher Buch- drucker andrerseits ausgebrochenen Differenzen auszugleichen. Eine eingehende Schilderung der Vorgänge an dieser Stelle erübrigt sich, da bereits in unsreni Cirkular 20' eine chronologische Zusammen- stellung des die Differenzen betreffenden Thatsachenmaterials gegeben und den Genossen zur Kenntnis gebracht worden ist. Eine kurze Re gistrierung der Vorgänge dürfte genügen. Durch die Einführung der Setzmaschinen machte sich in der Druckerei der„Leipziger Volks�eitung" die Entlassung mehrerer Setzer notwendig. Nachdem bereits zwei der Bnchdruckergewerkschaft angehörige Setzer entlassen waren, wurde am 9. November zwei Verbandssctzern gekündigt. Die Form, unter der die Kündigung geschah, war nicht einwandsfrei. Sie war unter anderm auch damit motiviert, daß die Gekündigten in nicht genügender Weise agitatorisch für die socialdemokratische Partei thätig gewesen seien. Das war ein schwerer Fehler, vor dessen Wiederholung wir die Genossen aller Orten nochmals dringend warnen. Da die Kündigung der beiden Verbandssetzer von der Geschäfts leitung nicht zurückgenommen wurde, erklärten sich 27 in der Druckerei stehende Verbandssetzer mit den Gekündigten solidarisch und reichten ihrerseits die Kündigung ein, Einer in letzter Stunde von den Genossen Pinkau und Vogenitz ausgehenden Anregung, dahingehend, der Parteivorstand solle durch persönliches Eingreifen das schlimmste verhüten, konnte in der dafür angesetzten Zeit nicht stattgegeben werden. Jedoch erklärte sich der Vorstand bereit, in der nächsten Woche bei einer Konferenz in Leipzig mitzuwirken, in der der Versuch einer Verständigung ge- macht werden solle. Bis dahin solle die Entscheidung ausgesetzt werden. Bis zur Entscheidung gelte die Entlassung der beiden Verbands- setzer als eine provisorische, und die in der Kündigung Stehenden hätte» bis zum 1, Dezember in der Druckerei zu bleiben und ihre Arbeit zu verrichten. Vorstehende Punktationen dem Geschäftsführer der Druckerei, dem Genosten Heinisch, ani andren Morgen, den 23. November, unverzüglich zu übermitteln, war die strikte Weisung, die Genosse Auer dem Vogenitz am Abend des 22, November in Berlin mit auf dem Nach- hauseweg gab und die zu erfüllen Vogenitz sich verpflichtete. Vogenitz hat sich eines WortbruchS schuldig gemacht. Er hat den ihm gewordenen Auftrag nicht nur nicht ausgeführt, sondern zur Rechtfertigung des am 23, November erfolgten Austritts der Verbandssetzer ein Plakat geschrieben und anschlagen lassen, das in Bezug auf die Ge- hässigkeit des Inhalts und der Tonart vergebens seinesgleichen in der Geschichte der Arbeiterbewegung sucht. Vogenitz trägt ein voll gerüttelt Mast der Schuld an dem ergebnislosen Verlauf der Ver- Handlungen zur Beilegung der Leipziger Vorgänge. Die Ver Handlungen hätten ganz gewist ein für alle Beteiligten zufriedein stellendes Resultat gehabt, wenn die Verbandssetzer nicht aus- getreten wären, sondern ihre Arbeitsplätze noch innegehabt hätten, Trotz dem Vorgefallenen hat sich der Parteivorstand weder in der Beurteilung der Thatsachen beeinflussen lassen, noch der Ver- pflichtung entzogen, nichts unversucht zu lassen, den ausgebrochenen Streit anS der Welt zu schaffen. Beides brachte die Fraktion in einer Erklärung vom 30, November zum unzweideutigen Ausdruck, Im Verfolg dieser Erklärung fand bereits am 5, Dezember in Leipzig eine Konferenz aller Beteiligten statt. Die Konferenz hatte jedoch nur ein negatives Resultat, Der Fraktionsvorstand unterbreitete am Schluß der Beratungen folgenden Vermittelungsvorschlag: „In geschäftlichen Partei-Unternehmungen sind in erster Linie Personen' zu beschäftigen, die wegen ihrer socialdcmokratischen oder gewerkschaftlichen Thätigkeit gemaßregelt sind. Wenn infolge von Ärbeitsmangel in solchen Unternehmungen Kündigungen ein- treten müssen, so soll Personen nicht gekündigt werden, die infolge oben bezeichneter Thätigkeit sehr schwer oder überhaupt anderweit keine Arbeit erhalten, Von diesen Grundsätzen ausgehend, empfiehlt der Fraktions Vorstand den streitenden Parteien, folgender Auffassung beizutretend Die Kündigung der beiden Setzer in der Druckerei der „Leipziger Volkszeit'ung" erfolgte nicht, weil die später eingestellten Personen als politisch oder gewerkschaftlich kompromittiert ander- weit keine Arbeit fanden, sondern weil diese Setzer in nicht genügender Weise für die socialdemokratische Partei agita- torisch' thätig waren. Es ist daher erklärlich, daß die dem Buchdruckerverbände ungehörigen Setzer infolge jener Kündigung sich mit ihren Vcrbandskollegen solidarisch erklärten, wenngleich es nicht gebilligt werden kann, daß ohne Erschöpfung aller gegebenen Mittel die Niederlcgung der Arbeit erfolgte. Zur Beilegung der schwebenden Streitigkeiten ist sowohl den gekündigten Setzern als den später aus Anlast dieser Kündigungen aus der Arbeit getretenen Personen der Wiedereintritt in ihre früheren Stellen innerhalb 14 Tagen offen zu halten. Soweit dieselben von diesem Rechte keinen Gebrauch machen, bleiben die an ihre Stelle getretenen Mitglieder der Bnchdrucker-Gewerkschaft in Be- schäftigüug. Die Mitglieder der Gewerkschaft der Buchdrucker, welche in die durch Arbeitsniederlegung freigewordenen Stellen eingetreten, sind nicht als Streikbrecher anzusehen, weil sie infolge des eigen- tümlich gelagerten Konflikts in der Blichdruckerei der„Leipziger Volkszeitung" diese Stellen in gutem Glauben angenommen haben. Die gegenseitigen Angriffe, die während des Konflikts gemacht worden find, werden von beiden Teilen zurückgenommen und ver- pflichten sich beide Teile, von heute an die gegenseittge Bekämpfung einzustellen. Die etwa aus dem Konflikte entstehenden pekuniären Opfer übernimmt jede der streitenden Parteien für ihre Angehörigen. Leipzig, den 5. Dezember 1900, Auer, Bebel. Pfannkuch, Singer," Die Leipziger Genossen stimmten dem Vermittelungsvorschlage mit der Einschränkung zu, daß die Ausständigen nur insoweit wieder eingestellt werden könnten, als Stellen frei seien oder mit Aushilfs- kräften besetzte Stellen in Betracht kämen, Im Anschluß hieran gab der Vorstand des Vereins Leipziger Buchdrucker am 16. Dezember die Erklärung ab. daß er den anerkennenswerten Einigungsversuch des Fraktions-Vorstandes durch die ablehnende Haltung der Leipziger Parteigenossen als gescheitert ansehe, Einen Monat später, am 8, Januar, erteilten die Leipziger Parteigenossen der Geschäftsleitung der Druckerei nochmals den Auftrag, alle Mittel anzuwenden, um den Konflikt nnt den Verbandsbuchdruckern in einer für die Partei annehmbaren Weise zu beenden. Diesen Beschluß der Leipziger Parteigenossen nahm der Parteivorstand mit Zustimmung der Reichstagsfraktion zum Anlaß, die Vernnttlungs- Verhandlungen wieder auszunehmen. Der Vorstand des Verbandes der Buchdrucker stimmte dem Vorschlage des Parteivorstandes zu und konnte eine Konferenz der Beteiligten bereits am 18, Januar in Berlin abgehalten werden. Die Konferenz einigte sich einstimmig dahin, folgenden Vor- chlag den Ausständigen und den Leipziger Genossen zur Annahme zu empfehlen: i „Die am 18, Januar 1901 tagende Konferenz� beschlieht, daß die Vertreter der streitenden Parteien in Leipzig(Verband. Gewerkschaft, Geschäftsleitung und Partei) auf Grundlage des Vorschlages des Fraktionsvorstandes vom 5. Dezember 1900, zu einer Verständigung zusammentreten mit der Maßgabe, daß zunächst die noch arbeitslosen ausständigen Mitglieder des Ver- bandes in der Bnchdruckerei der„Leipziger Volkszeitung" wieder Stellung finden, soweit die Beteiligten dieses wünschen." Von den Verbandsvertretern wurde in der Konferenz die Zahl der noch arbeitslosen Ausständigen auf 10 bis 12 angegeben. Dem Berliner Konferenzvorschlag traten die Leipziger Genossen durch folgende Beschlußfassung bei: „Die am 23, Januar im Pantheon tagende Parteiversammlung des 12. und 13, Reichstags-Wahlkreises beschließt: Nur in Rücksicht auf die Gesamtpartei geben die Leipziger Parteigenossen ihre Zustimmung zu dem auf der Berliner Konferenz einstimmig angenommenen Einigungsvorsdjlag, wonacki von den 31 Ausständigen der„Leipziger Volkszeitung" 10 bis 12 Mann innerhalb 14 Tagen wieder eingestellt werden sollen. Auch wird die Geschäftsleitung ermächtigt, bei Neueinstellungen im nächsten halben Jahre weitere Ausständige zu berücksichtigen, soweit diese es wünschen. Sollten die Buchdrucker diesen Einigungsvorschlag ablehnen, so hat sich die Geschäfts- und Parteileitung jeder weiteren Verhandlung zu enthalten." Von den Ausständigen wurde der Konferenzvorschlag abgelehnt und von denselben in Gemeinschaft mit den Leipziger Verbands- Mitgliedern folgende Resolution gefaßt: „Von den noch ausständigen Verbandsmitgliedern in der Druckerei der„Leipziger Volkszeitung" werden sofort 14 derselben eingestellt. Die noch übrigen in Betracht kommenden 17 Aus- ständigen werden innerhalb eines Vierteljahres untergebracht, so- weit dieselben auf eine Wiedereinstellung Anspruch erheben. Die sämtlichen Wiedereintretenden haben ihre alten, früher innegehabten Stellungen einzunehmen und darf bei künftig sich notwendig machenden Entlassungen nur nach der Anciennetät verfahren werden, soweit nicht besonders qualifizierte Arbeit in Betracht komnit oder nicht andre stichhaltige Gründe nach der Gewerbe-Ordnung'maßgebend sind. Das Verlangen irgend welcher Parteithä'tigkeit darf an Verbandsmitglieder nicht in dem Sinne gestellt werden, daß das Arbeitsverhältnis davon abhängig gemacht worden soll." Damit mußte der Vermittelungsvorschlag der Konferenz vom 18. Januar als gescheitert angesehen werden. Denn der Verbands- vorstand der Buchdrucker enthielt sich der Einwirkung auf die Aus- ständigen, denen er in allen Phasen der Verhandlungen die ent- scheidende Abstimmung vorbehielt, Nichtsdestoweniger wollte die Geschäftsleitnng der Leipziger Druckerei nichts unversucht lassen, den ihr durch die Parteiversamm- lung vom 18, Januar gewordenen Auftrag zur Ausführung zu bringen. Genosse Heinisch machte den Beteiligten den Vorschlag, nochiuals eine Konferenz abzuhalten. Der Vorschlag wurde von allen Beteiligten angenommen und die Konferenz am 2. Februar im Reichstag abgehalten. Nach stundenlanger Beratung einigten sich der Verbandsvorstand inklusive des„Correspondent"-Redactenrs und der Parteivorstand über folgenden Vorschlag: „Von den noch ausständigen Verbandsgehilfen an? der Druckerei der„Leipziger Volkszeiiung" sind innerhalb 14 Tagen zwölf einzustellen. In erster Linie sind die zur Zeit noch Arbeits« losen zu berücksichtigen. Die übrigen noch in Betracht kommenden 19 Ausständigen werden, soweit dieselben auf eine Wiedereinstellnng reflektieren, hei Bedarf eingestellt. Die sämtlichen Wiedereintretenden haben ihre alten innegehabten Stellungen wieder einzunehmen, und darf hei Entlastungen infolge von Arbeitsmangel— mit Ausnahme der im Vergleichsvorschlage vom 5, Dezember 1900 aufgeführten Fälle — nur nach Anciennitnt verfahren werden." Der Vorschlag wurde von den Vertretern der Geschäftsleitung und denen der Leipziger Genossen sofort angenommen, während dio Vertreter der Gewerkschaft glaubten, sich ihre Entscheidung vorbehalten zu sollen. Die Gewerkschaft kam nicht in die Verlegenheit, sich ent« scheiden zu müssen, den» die Vertreter der Ausständigen fanden nicht den Mut, über die Köpfe der Leipziger Verbandsmitglieder hinweg eine Entscheidung zu treffen. Den Vertretern der Ausständigen wurde nunmehr von dem Verbands- und Parteivorstand erklärte Datz, wie auch die Entscheidung der Leipziger Berbandsmitglieder ausfallen möge, die Vergleichsverhandlungen durch die seither an den Konferenzen Beteiligten ihren Abschluß gefunden hätten. Die Leipziger Verbandsbnchdrncker lehnten in einer am 8, Februar abgehaltenen Versammlung den Vcrgleichsvorschlag mit folgender Beschlußfassung ab: „Die heute im Saale des Krhstallpalastes tagende Versamm- lung des Vereins Leipziger Buchdrucker- und Schriftgicßecctehilfen erklärt im Einverständnisse mit den Beschlüssen der Ausständigen, sowie der Vertrauensmänner bezüglich des letzten am 2, Februar in Berlin von dem Borstande der socialdemokratischen Partei, so- wie der Leipziger Geschäfts- und Parteileitung zwecks Beilegung des Konfliktes mit der„Leipziger Volkszeitung" angebotenen Ver- mittelungsvorsckilages, nach welchem innerhalb 14 Tagen 12 der Ausständigen, die übrigen 19 aber zuerst und ausschließlich bei eintretendem Bedarf und soweit es von den Ausständigen gewünscht wird, mit allen ihren Rechten bczw. der Entlohnung und Anciennität eingestellt werden sollen, diesen Vermittelungsvorschlag abzulehnen, weil derselbe 1. nicht das erfüllt, was in dem Vermittelungsvorschlage de? Parteivorstandes vom 5, Dezember 1900 vom Parteivorstand selbst principiell und moralisch als Recht anerkannt worden ist, das Interesse der allgemeinen Arbeiterbewegung wie die Ehre und Würde unsrer Organisation aber es' erfordern, daß einem Arbeitergeschäft gegenüber nicht vom Rechtsstandpunkt abgewichen wird, zu dessen Verteidigung und Wahrung es ja gegründet und berufen ist, und 2, die Annahme dieses letzten Vermittelungsvorschlags unsrer- seits bei den Leipziger Partei- und Geschäftsverhältnissen nur die Quelle neuer Konflikte werden würde, für deren eventuelle fach« gemäße und gerechte Beilegung uns die heutigen leitenden Per- fönen keinerlei Garantie bieten. Auf Grund des Vorstehenden erklärt die Versammlung weiter: Da keine Aussicht besteht, daß die Leipziger Partei- und Geschäftslcitung durch eine Fortsetzung des Kampfes, wie bisher geschehen, unsrerseits zu einer Anerkennung des Rechtsstandpunktes, wie er durch den Vermittelungsvorschlag des Parteivorstandes vom 5, Dezember 1900 festgestellt ist, gezwungen werden kann. weiter aber der Parteivorstand erfahrungsgemäß nicht die Macht hat, diesem Rechtsstandpunkt bei seinen Leipziger Genossen Geltung zu verschaffen, so begnügt sich die Versammlung mit der Feststellung und Anerkennung de» principiellen und moralischen Rechtes, stellt im Interesse der allgemeinen Arbeiterbewegung den Kanipf in der bisher geführten Weise ein und sperrt die Buchdruckerei der„Leiziger Volkszeitung" für Verbandsmitglieder, für welche die„Leipziger Volks- zeitung" usw. Blätter bleiben, welche durch Arbeitswillige der schlimmsten Sorte hergestellt werden und die demgemäß weder durch Abonnement noch sonstwie unsrerseits unterstützt werden können. I. A.: A. Vogenitz." Es muß nun der Zeit überlassen bleiben, ob und wann die Leipziger Verbandsbuchdruckcr die den Leipziger Genossen und deren Organ geschworene Fehde aufgeben und damit den Frieden wieder herstellen helfen wollen. . � Nach dem letzten vom Parteivorstand in der Nr. 157 des„Bor« wärts" laufenden Jahres veröffentlichten Verzeichnis der in Deutsch« land errichteten Arbeitersekretariate, sind deren jetzt tn 29 Partei-Orten. Die von einzelnen Sekretariaten heraus gegebenen Jahresberichte, wir nennen beispielsweise die Berichte der Sekretariate in Altona, Frankfurt a. M., Hamburg, Hannover, Mannheim, München, Nürnberg, Stuttgart zc„ geben ein Bild von der vielseitigen Thätigkeit der Sekretäre und den mannigfaltigen Anforderungen, die an die Sekretariate gestellt werden. Die Arbeiten die ursprünglich auf die aus der Anwendung der socialen Gesetz gebung sich ergebenden Verhältnisse beschränken sollten, erfuhren ganz von selbst eine Erlveiterung, die heute bereits fast alle Gebiete des öffentlich rechtlichen Lebens wie auch der privaten Mechtsverhältnisse umsaht. Aus dem Umstand, daß an den Parteiorten, an denen bis zur Errichtung von Arbeiter Sekretariaten den Redaktionen der Parteiblätter im wcsent lichen die Auskunftserteilung oblag, die dann naturgemäß an die Sekretariate überging, leiteten die Genossen für die Gcschäftsleitung dieser Blätter mehrfach die Verpflichtung ab, zu den Unterhaltungs- kosten der Sekretariate einen jährlichen Zuschuß zu leisten. Die Ausknnftserteilung und Anfertigung etwaiger Schriftsätze geschieht unentgeltlich und zumeist über den Rahmen derjenigen, von denen die Kosten des Instituts getragen werden, hinausgehend. Die Mehrzahl der Sekretariate wendet die Vorteile desselben auch denen zu, die man im Volksmunde mit dem Namen Nassauer be- legt, d. h. auch den Personen, denen es noch niemals in den Sinn gekommen ist, für gemeinnützige Einrichtungen Opfer zu bringen. auch dann nicht, wenn diese Einrichtungen den eignen Interessen zu dienen bestimmt sind. Man darf nun wohl mit Recht annehmen, daß eS mehr als zufällig ist, daß die Polizeibehörden in Benthen und Posen gegen die Leiter der Arbeilersekretariate, die Genossen Dr. Winter und GogowSki nnt einer Strafverfügung in Höhe von 39 M. vorgingen, die dadurch verwirkt sein soll, daß die beiden Genossen entgegen der Vestimmnng des K 35 der Gewerbe-Ordnung es unterlassen hatten, bei Er- öffnung„ihres Gewerbebetriebs" der zuständigen Behörde Anzeige zu erstatten. Genosse Dr. Winter wurde vor dem Schöffengericht freigesprochen. Das Gericht führte aus: „Eine gewerbsmäßige Thätigkeit des Arbeitersekretariats sei darin nicht zu ersehen, daß dortselbst Rcchtsuchende zum Britritt einer Gewerkschaft veranlaßt würden, da die Eintrittsgelder und regelmäßigen Beiträge, die seitens der Gewerkschaften von den Mitgliedern erhoben werden, nicht das Aequivalent für die Thätig- keit des Arbeitersekretärs, sondern für die von den Gewerkschaften selbst ihren Mitgliedern gebotenen Leistungen darstellen. Auch die Annahme gelegentlicher freiwillig gegebener Beträge seitens Recht suchender spreche nicht für eine gewerbsmäßige Besorgung fremder Rechtsgeschäste." Aus denselben Gründen, die vor dem Schöffengericht zur Frei sprcchung führten, kam das Landgericht auf eingelegte Berufung des Staatsanwalts zu einer Verurteilung. Die Sache kam auch auf eingelegte Revision Winters vor dem OberlandeSgericht in Breslau zur Entscheidung. Die Revision Winters wurde verworfen. Durch die letztinstanzliche Entscheidung des Oberlandcsgerichts in Breslau ist das Arbeitersekretariat nunmehr unter die Aufsicht der Ortspolizeibehörde in Benthen gestellt, die den Betrieb des Sekre tariats untersagen kann,„wenn Thatsachen vorliegen, welche die Unznverlässigkeit des Gewerbetreibenden in Bezug auf diesen Getverbe- betrieb darthun". Ob der Fall eintreten wird, bleibt abzuwarten, jedoch ist es rculvahrscheinlich. Denn bei der zweiten Beratung der Novelle zur Gewerbe- Ordnung gab auf eine Provozierung des Genossen Bebel der Staatssekretär des Innern Graf v. Posadowsky am 23. Novenibcr 1899 folgende Erklärung ab: „Meine Herren, was wir treffen wollen, darüber ist, glaube ich, im ganzen Hanse kein Zweifel. Der Herr Abgeordnete Bebel unterscheidet zwei wichtige Begriffe nicht: es kann etwas geschäfts- mäßig betrieben werden, es braucht deshalb aber nicht geiverbs« mätzig bcrrieben zu werden; letzteres setzt die Absicht voraus, damit einen Gewinn zu erzielen und auch für den einzelnen Fall cnt- lohnt zu werden. Nur diesen Fallen ivollen wir treffen. Wenn jemand geschäftsmäßig aus humanitären und socialpolitischen Gründen solche Auskunft erteilt, fällt er nicht unter die Be- stimmungen der Gewerbe-Ordnung. Diese Auskunft ist, glaube ich, ebenso koncis wie klar, so daß Herr Abgeordneter Bebel beruhigt sein kann." Ein Iveiteres Vorgehen der Polizeibehörden gegen die Arbeiter- sckretariale ist uns nicht bekannt geivorden. In Posen ist Genosse Gogowski freigesprochen und unsres Wissens gegen das freisprechende Urteil seitens des Staatsanwalts nichts mehr unternommen worden. Die zeitgemäße Erinnerung an die Posadowskysche Erklärung in unsrer Presse dürfte veranlaßt haben, daß den übereifrigen Polizei- Organen in Bcuthen und Schlesien ein Dämpfer ausgesetzt ist, und dieselben Instruktionen erhalten haben, wie die Arbeitersekretariate zu behandeln sind. Das Scharfmachertum muß denn auch eingesehen haben, daß nach den bündigen Erklärungen, die solvohl Graf v. Posadowsky, wie auch der Geheime Ober-Regierungsrat Werner in der Sitzung des Reichstags vom 23. November 1899 abgegeben haben, die Arbeiter- sekretariate doch unter die Kategorie von Instituten fallen, die aus Humanitären und socialpolitischen Gründen ihre Thätigkeit ausüben und schon aus diesem Umstand heraus dem§ 35 der Gewerbe- Ordnung nicht unterstellt sind. Die Organe der Scharfmacher geben denn auch klein bei und verweisen ihre Vereinigungen auf den Weg der Selbsthilfe. Die Gründung eigner, von den Unternehmer- Organisationen geleiteter und unterhaltener Sekretariate lvird empfohlen, um den Einfluß der Arbeitersekretariate untvirksam zu machen. Der Oberschlesische Berg- und Hüttenmännische Verein hat bereits ein Auskunftsbureau für die Arbeiter errichtet. Genosse Dr. Winter hat unter der Konkurrenz des neuen Unter nehmens so schwer zu leiden, daß er kaum in« stände ist, die sich zusammendrängende Arbeit allein zu beivältigen. Die Subventionierung eines in Gotha zu errichtenden und von den Arbeitern zu leitenden ArbeitersekretariatS beschloß der Landtag auf Antrag der socialdemokratischen Fraktion am 4. Juli d. I. Die Regierung stimmte dem Antrag und der Art und Weise seiner Aus- führung zu. Soeben bei Abschluß deS Berichts trifft die Nachricht ein, daß der Stadtrat von Gera in der Bekämpfung der Arbeitersekretariate der Polizeibehörde in Benthen doch noch über ist. Begnügte sich die letztere, den Genossen Winter wegen Nichtanmeldung des Gewerbebetriebs zu bestrafen, so untersagt der Stadtrat von Gera dem Genossen Patzer schlankweg den„anmeldepflichtigen Gewerbe- betrieb", weil„Thatsachen vorliegen, ivelche die Unzuverlässigkeit deS Gewerbetreibenden in Bezug auf diesen Gelverbebetrieb dartbun", denn Genosse Patzer ist vorbestraft. Genosse Winter auch. Hoffent- lich wird der magistratliche Geraer Uebereifer durch das Ministerium rektifiziert. Das Ministerium ist doch jedenfalls durch seinen BundesratSbevollmächtiglen über die Vorgänge in der Reichstags- Sitzung vom 23. November 1399 unterrichtet. ** Der Ausbreitung der Parteigrundsätze und der Bertiesting in dieselben bereitet der Lokalmangel an vielen Orten den Partei« genossen große Schwierigkeiten. Die Boykottierung der Lokale, in denen socialdemokratische Versammlungen abgehalten werden, ja in denen nur vorwiegend socialdemokratische Arbeiter verkehren, durch die Militärbehörden ist im Reich ständige Einrichtung geworden. Eine Ausnahme wird unsres Wissens nur in Berlin geübt, wo der Boykott völlig wirkungslos wäre, und die Militärkapellen wohl oder übel ihre Weisen auch vor Arbeitern ertönen lassen müssen, wenn sie nicht viel- fach vor leeren Tischen und Stühlen konzertieren wollen. Da, wo der Militärboykott nicht ausreicht, den Arbeitern das Lokal abzutreiben, werden von den Scharfmachern alle möglichen Quertreibereien ver- sucht, um den Wirt mürbe zu machen, �n den meisten Fällen giebt der Wirt den Einflüsterrmgen und Einschüchteruugsversuchen nach. Mitunter ist der Wirt aber auch geriebener Geschäftsmann. Mit dem Hinweis auf seine Standhaftigkeit gegenüber den auf ihn eindringenden Versuchen der Beeinflussung schraubt er die Ansprüche an die bei ihm verkehrenden Arbeiter immer höher oder die Be- dienung wird eine laxere, daß den Arbeitern schließlich der Gedulds-' faden reißt und fie der ungastlichen Stätte von selbst den Rücken kehren. Da wo die geschilderten widrigen Zustände zusammenwirken. kommen die Arbeiter folgerichtig auf die Idee der Erwerbung oder Erbauung eines eignen Lokals. In den meisten Fällen neigen nun die Parteigenossen der Annahme zu, zur Erwerbung oder Erbauung von Versammlungslokalen könnten die Parteimittel, und zwar in jeder beliebigen Höhe, zur Verfügung gestellt werden. Das ist ein Irrtum. Der Vorstand ist an die ihm obliegenden Aufgaben ge Kunden, deren Förderung nicht gestattet, Parteimittcl zum Saal bauen zu verwenden. Sämtliche in der genannten Richtung sich bo wegeuden Anträge mußten abgelehnt werden. Bemerken wollen wir noch, daß die diesbezüglichen Anträge in dem Berichtsjahre sehr zahl reich gestellt und Summen von ganz respektabler Höhe gefordert wurden. Wiederholt wurde noch der Versuch von den Genossen, die die ablehnende Haltung des Vorstandes anerkannten, gemacht, rn dem Umweg der Aufnahme eines Darlehns aus der Parteikas ihren Zweck zu erreichen. Die Rentabilitätsberechnung war stets zur Stelle und versprach große Erfolge. Es gab keine günstigere Kapitalanlage. Doch auch diesen Anträgen gegen über mußte der Vorstand auf seinen ablehnenden Standpunkt beharren. Das Vermögen der Partei muß und soll in einer bestimmten Höhe derart angelegt sein, daß in jedem Augen blick die Partei schlagfertig zur' Aktton schreiten kann nnd von unvorhergesehenen Zufällen nicht überrascht werden darf, soweit diese durch die Anwendung materieller Mittel pariert oder unschädlich ge- macht werden können. In den Partei-Orten, in denen die Genossen sich kapitalkräftig genug glauben, mit der Erwerbung oder Erbauung von Sälen usiv. vorzugehen, mögen sich dieselben stets gewärtig halten, daß sie die Verwirklichung ihrer Projekte nur auf eigne Ge fahr und Kosten betreiben. Zur Zeit treffen, soweit der Vorstand durch Kenntnisnahmelaus der Parteipresse unterrichtet ist. ein halbes Dutzend Partei-Orte Vorbereitungen, das Projekt eines Saalbaues zu verwirklichen. Darunter sind Partei-Orte, die durch Lokalmangel nicht in Verlegenheit sich befinden. In solchen Fällen sollten die Genossen vorsichtig handeln und sich nicht unnötigerweise wirtschaftliche Ver bindlichkeitcn aufladen, die zu begleichen eine recht drückende La' und damit eine Quelle innerer Parteistreitigkciten werden können. Am 24. April 1990 war aus Anlaß der sehr starken Ausstands beivegung in Lübeck vom Senat ein Verbot des Streik Postenstehens erlassen. Das Verbot war bereits am 19. Juni vorigen Jahres Gegenstand einer Interpellation im Reichstag. Alle Paricien außer den agrarisch Konservativen Ivarcin einig in der Verurteilung des Vorgehens des Lübecker Senats, das als mit den Reichsgesetzen in Widerspruch stehend bezeichnet wurde und darum rechtswidrig und rechtsungültig sei. Der Staatssekretär des Reichs Justizamts gab zlvar die formale Berechtigung zum Erlaß des Ver botes zu, setzte aber seine Hoffnung auf den Ausgang der durch das Verbot sicher zu erwartenden Prozesse. Diese ließen nicht auf sich warten. Die Genossen Molkcnbuhr- Hamburg und Huth- Brandenburg forderten in der Presse direkt zur Ucbertretung der Lübecker Verordnung auf. Genosse Molken buhr wurde durch Urteil vom 19. Oktober vom Landgericht Ham bürg zu 199 Mark Geldstrafe verurteilt. Das Brandenburger Schöffengericht lehnte zunächst die Strafverfolgung des Genossen Huth mit folgender Begründung ab: „Eine nach§ III Str.-G.-B. strafbare Handlung ist nur dann vorhanden, wenn das im§ 119 bezeichnete Gesetzvar somit in Erfüllung gegangen, und der Senat der freien und Hansastadt Lübeck hob am 13. März bereits die von ihm vor Jahresfrist erlassene Verfügung des Verbots des Streik- Postenstehens wieder auf. Damit hat nun zwar der Grundsatz:„daß Reichsrecht über das Partikularrecht geht, und Reichsgesetze nicht durch Partikular- gesetze, Veroronungen oder Verfügungen rechtsunwirksam gemacht werden können", h'öchstinstanzliche, richterliche Anerkennung gefunden, aber in der Sache selbst ist sehr wenig geändert. Polizei- Verordnungen, die bestimmen:„daß daS Publikum den polizeilichen Anordnungen, welche zur Erhaltung der Ruhe, Ordnung und Sicher- heit erlassen iverden. Folge zu leisten habe." existieren fast überall. Und mit einer solchen Polizeiverordnung ist auch das Streikpostenstehen unmöglich zu machen. Das Kammergericht ist in der Auslegung und Anwendbarkeit einer diesbezüglichen Polizeiverordnung in Erfurt zu der Aufstellung des Grundsatzes gekommen, daß zu den bezüglichen An- ordnungen die Polizeibehörde berechtigt sei, ohne daß eine Störung der Ruhe und Ordnung auf den Straßen stattgefunden habe. Somit wäre nur daS Vorhandensein der entsprechenden Polizeiverordnung nötig, um dem Streikpostenstehen zu Leibe gehen zu können. In Bremen, wo man durch daS Beispiel Lübecks gewarnt war, wandte die Polizeibehörde bei Gelegenheit des Holzarbeiterstreiks den K 128 der Straßen- Polizei« Ordnung gegen die Streik- Posten an, der Paragraph besagt: Den zur Erhaltung der Sicherheit, Bequemlichkeit, Reinlichkeit und Ruhe auf der Straße ergehenden Anordnungen der Aufsichlsbeamten, namentlich der Polizei- beamten, Wächter, Straßenaufseher, Brückenaufseher. Wallwächter, Bürgerparkwächter, Wege-Aufseher a. ist unbedingt Folge zu leisten." Und fie kam sehr gut damit aus. Beide Instanzen, Schöffen« und Landgericht, attestierten der Polizeibehörde die Gesetzmäßigkeit ihres Vorgehens. In Dresden hat es trotzdem die Polizeibehörde nicht für nötig gehalten. Streikposten gegenüber eine Straßenpolizei- Ordnung in Anwendung zu bringen. Aus Anlaß des Glasarbeiter- streiks erließ die Polizeibehörde am 27. Juli ein generelles Verbot des Streikpostenstehens. Das Streikkomitee gab dem Reichskanzler telegraphisch von der Sachlage Kenntnis. Bis zur Drucklegung des Berichts war eine Antwort nicht eingegangen. Nach einer Preßmeldung, die wir nicht kontrollieren konnten, soll in Preußen ein Ministerialerlaß ergangen sein, der die Polizei- behörden anweist, nur in den Fällen gegen das Streikpostenstehen einzuschreiten, wenn es an der Arbeilsstelle zu Streitigkeiten zwischen Arbeitern und Arbeitgebern gekoinmen ist. Wir befürchten, daß, wenn nicht eine sehr genaue Definition des Begriffs„Streittgkeiten" in dem Erlaß gegeben ist, es vorkommen kann und wird, daß die Polizeibehörde in der Arbeitsniederlegung den Ausbruch von Streitig- leiten sieht. Und was wird dann, wenn der Unternehmer oder von diesem aufgestachelte Subjekte mit Streikposten anbandeln? *** Von den 9 Arbeitern, die wegen der Löbtauer Vorgänge zu insgesamt 53 Jahren Zuchthaus und 3 Jahren Gefängnis verurteilt waren, sind nun 4 begnadigt. Den beiden zu' je 4 Jahren Gefängnis Verurteilten, die bereits früher begnadigt wurden, sind die beiden mit den niedrigsten Zuchthausstrafen — je 6 Jahre— belegten Bauarbeiter Pfeifer und Leiber ge- folgt. Die Begnadigung erfolgte am Schluß des vorigen Jahres. Gegenwärtig befinden sich noch 5 der Verurteilten im Zuchthaus, von denen 2 zu je 7 Jahren und je einer zu 3, 9 und 19 Jahren verurteilt ist. »* * In kürzeren oder längeren Perioden wird durch den„Reichs- Anzeiger" eine Verfügung des preußischen Kriegsministers ver- öffentlickt folgenden Inhalts: „Es wird hierdurch erneut zur allgemeinen Kenntnis ge« bracht, daß den Unteroffizieren und Mannschaften dienstlich ver- boten ist:.. 1. jede Beteiligung an Vereinigungen, Versammlungen, Fest- lichkeiten, Geldsammlungen, zu der nicht vorher besondere dienst- liche Erlaubnis erteilt ist, 2. jede Dritten erkennbar gemachte Bethätigung revolutionärer oder socialdemokratischer Gesinnung, insbesondere durch ent- sprechende Ausrufe, Gesänge oder ähnliche Kundgebungen, 3. das Halten und die Verbreitung revolutionärer oder social- demokratischer Schriften sowie jede Einführung solcher Schriften in Kasernen oder sonstige Dieiistlokale. Ferner ist sämtlichen Ängehörigen des aktiven Heeres dienst- lich befohlen, von jedem zu ihrer Kennttiis gelangenden Vor- handensein revolutionärer oder socialdemokratischer Schriften in den Kasernen oder andren Dienstlokalen sofort dienstliche Anzeige zu erstatten. Diese Verbote nnd Befehle gelten auch für die zu Uebungen eingezogenen und für die zu Kontrollversammluugen einberufenen Personen des Beurlaubtenstandes, welche gemäß§ 6 des Militär- Strafgesetzbuchs und§ 33 B 1 des Reichs-Militärgesetzes bis zuin Ablauf des Tages der Wiederentlassung bezw. der Kontroll« Versammlung den Vorschriften des Militär-StrafgesetzbuchS unter-' stehen. Berlin, den 3. August 1999. Der KriegSminister. v. G o ß l e r." Die Parteigenossen mögen sich insbesondere den letzten Abschnitt der Verfügung fest einprägen. Der Wiederentlaffene bezw. zur Konttoll« Versammlung Erschienene untersteht für den ganzen Tag der Ent- lassung bezw. der Kontrollversammlung, also bis nachts 12 Uhr. der Militärgerichtsbarkeit und könnte für eine in der benannten Zeit bethätigte socialdemokratische Gesinnung unter Umständen schwer büßen iniissen. Auch andre Ressorts halten strenge Wacht, daß die errichteten Schutzwälle gegen die Verbreitung socialdemokratischer Gesinnung intakt bleiben. So wird von den preußischen und sächsischen Eisen- bahnbehörden das Halten des„Weckruf"— des Organs der Eisen- bahner— als socialdemokratische Agitation gestempelt, und jeder, der das genannte Organ liest oder' verbreitet, oder wenn ihm die Verbreiter bekannt find und er dieselben nicht zur, Anzeige bringt, mit 'ofortiger Dienst- bezw. Arbeitscntlassung bedroht. Nach der Methode der Beschaffung der Materialien zur Be» gründung der Zuchthausvorloge unrühmlichen Angedenkens wird gegen den in den Arbeitcrkreisen beliebten badischcn Fabrik-Jnspektor Geh. Rcgierungsrat Wörishoffer von einem Teil des badischen Unternehmertums Material gesammelt, um dem beivährten Beamten ein Bein zu stellen. Führer in der Angelegenheit ist die Handels- kammer in Villingen. Dieselbe hat an die Industriellen ihres Be- zirkes folgendes Cirkular versandt: .Villingen, im Juni 1991. P. P. Aus Fabrikantenkreisen unsres Bezirkes sind seit längerer Zeit Klagen über das Verfahren der Beamten der Großh. Fabrik- inspektion in Ausübung ihres Berufs zu unsrer Kenntnis ge- kommen— über Auftreten derselben in Fabrikräumlichkeiten, Auf- lagen bezüglich Schutzvorrichtungen, Abhaltung von Arbeiter- Versammlungen und geheimen Sprechstunden für die Arbeiter ic. Um ein umfassendes Urteil über den Umfang und die Be- rechtigung lolcher Klagen zu geivinnen, beschloß die Handelskammer in ihrer' letzten Plenarsitzung, bei den hauptsächlich in Betracht kommenden Firmen geeignete Umfrage zu halten. Wir bitten Sie, demgemäß uns innerhalb vier Wochen gefl. mitteilen zu wollen, ob Sie ebenfalls Klage zu äußern haben und bejahendenfalls uns dieselbe möglichst ausführlich nach jeder Richtung niitteilen zu wollen. Wir sichern Ihnen bezüglich Namensnennung strengste Dis- kretion zu und bitten auch Sie. die Angelegenheit vorläufig als eine vertrauliche behandeln zu wollen. Die Handelskammer. Der Präsident: Wenz. vr. zur. Knorz. Unsre Genossen im badischen Landtag iverden sich die Gelegen« heit nicht entgehen lassen, die Herren zu fragen, warum sie sich nicht direkt bei Herrn Wörishoffer Auskunft holen. Herr WöttShoffer würde gciviß ebenso bereitwillig den Fabrikanten Auskunft erteilen und ihro Beschwerden entgegennehinen, wie er es in seinem Verkehr mit den Arheitenr thüt. Die Herren werden bei dieser Gelegenheit dann auch gleich zu hören bekommen, ivarum sie dem Verkehr mit Herrn Wörishoffer aus dem Wege gehen nnd ihm auf Schleichwegen Ver- legenheiten zu bereiten gedenken. Was die Unteniehnier sich alles gegen die Arbeiter heraus- nehmen zu dürfen glauben, beiveist folgender Vorgang: Der Maurer- meister Thor in Osnabrück hatte 2 Maurer entlassen, weil sie am 1. Mai gefeiert hatten, und den Leuten den Entlassnngsgrund in das Zeugnis geschrieben. Die Arbeiter klagten bei dem Gewerbe- gericht auf Ausstellung eines andern Zeugnisses. Der Meister wurde antragsgemäß und zur Zahlung einer Entschädigung von 64 M. an die beiden Maurer verurteilt. Ter Meister war ob seiner Verutteilung verblüfft und machte die interessante Bemerkung, daß die Arbeiter« deren Zeugnis die Bemerkung„Auf Verlangen entlassen" enthielt, zeächter seien und Arbeit nicht erhielten. Also unter der Aufstcckung >er Miene eines Biedermeiers werden die Arbeiter meuchlings ge- ächtet. Und das nennt sich Vettreter und Wächter der sittlichen Weltordnung. Zur Ausbeutung und Unterdrückung der Arbeiter ist ihnen jedes, auch das schoftlste Mittel recht. Die Bemühungen unsrer Genossen, bei Beratung der Novelle j.ur Gewerbe-Ordnung den 8 Uhr-Ladenschluß gesetzlich festzulegen. hatten keinen Erfolg. Vorläufig wurde der gesetzliche 9 Uhr-Laden- chlnß erreicht. Es fand sich nur eine Mehrheit des Reichstags zu- ammen, die die Einführung des 3 Uhr-LadenschlusseS in das freie Ermessen der Beteiligten stellen wollte. Auf Anttag von einem Drittel der beteiligten Geschäftsinhaber hat die höhere Verwaltung�» * & behörde durch ortsübliche Bekanntmachung oder besondere Mitteilung unterschied ein starkes Hindernis. Als daher eine in den Berliner Partei- ben Agitationstomitees verlangt und denselben zugestellt worben die beteiligten Geschäftsinhaber zu einer Aeußerung über den organisationen geschulte Anzahl polnischer Genossen die Aufgabe baß jeber, der gegen den geplanten Brotwucher protestieren will, Antrag aufzufordern. Erklären sich zwei Drittel der Abstimmenden übernahm, die müdliche und schriftliche Agitation unter den Polen dazu Material und Gelegenheit findet. Ein weiteres illustriertes für den Antrag, dann kann die höhere Verwaltungsbehörde zu besorgen, fand diese Bereitwilligkeit die weitgehende Unterstützung Flugblatt mit beschreibendem Text ist in Vorbereitung. Dasselbe den 8 Uhr Ladenschluß für die in Frage kommenden Geschäfte der Parteileitung. Die Erfolge, speciell in den Provinzen mit vor foll ebenfalls zur Massenverbreitung gelangen. einführen. Von letterer Bestimmung haben nun trog der kurzen wiegend polnischer Bevölkerung, waren geringe. Die hierfür von Selbstredend wird, nachdem der Zolltarif zur öffentlichen Kenntnis Zeit seit Einführung des gesetzlichen 9 Uhr- Ladenschlusses eine dem Parteivorstand in Betracht gezogenen Gründe erwiesen sich als gelangt ist, die mündliche Protestbewegung mit aller Kraft von der Anzahl Städte Gebrauch gemacht und zwar dergestalt, daß der zutreffend, nachdem Genoffe Dr. Winter nach Beuthen in Ober- Bartei aufgenommen werden. Die Bewegung muß so anschwellen, 8 Uuhr- Ladenschluß teils nur für bestimmte Branchen, teils aber schlesten übersiedelte und mit Energie an die Agitation und Organi- daß auch nicht eine Person in Deutschland zu finden ist, die unauch für sämtliche am Orte befindliche offene Verkaufsstellen ein- fation heranging und dem Vorstande über die thatsächlichen Ver- unterrichtet über den agrarischen Raubzug wäre. Nur noch der geführt wurde. In Braunschweig entschied die Mehrheit der Ab- hältnisse berichtete. Von da ab war Genosse Winter die Bielscheibe auflodernde Born des arbeitenden Volkes vermag den Brotwucher stimmenden von 1692 Befragten, 1262, für den 8 Uhr- Ladenschluß der Angriffe der Polen, die sich inzwischen eine selbständige abzuwenden und die Beutegier in respektvoller Entfernung zu halten. und Dauer des Ladenschlusses bis 7 Uhr morgens. Unser Antrag Organisation gegeben und für deren Bestand mit Recht fürchteten, Die zahlreichen, in den ersten Monaten dieses Jahres abbei Beratung der Gewerbenovelle verlangte den Ladenschluß nur bis denn Genosse Winter betrieb die Organisation im Rahmen der gehaltenen Brotestversammlungen boten den Genossen gute Ge6 Uhr morgens, während die Mehrheit des Reichstages den Laden- deutschen Partei. Die einzelnen Phasen der Entwicklung der legenheit, auch gegen den von den Kohlenbaronen planmäßig schluß nur bis 5 Uhr morgens zugestand. Der nächste social- Animosität zwischen den Polen und den um Dr. Winter organisierten inscenierten Kohlenwucher zu protestieren. Durch die Einschränkung demokratische Vorstoß für eine weitere Beschränkung der Verkaufszeit Genossen zu schildern erübrigt sich, dieselben find den Genossen aus der Förderung hatte das Kohlensyndikat eine künstliche Kohlennot in offenen Verkaufsstellen wird, wie es den Anschein gewinnt, den Debatten der Parteitage in Hamburg, Stuttgart und Mainz zur gezüchtet, und unter dem Druck derselben Preisnotierungen sich nicht nur der Sympathien der in den Verkaufsstellen Angestellten Genüge bekannt geworden. festgesetzt in einer Höhe, wie sie auf dem Kohlenmarkt in zu erfreuen haben, sondern auch solche von den Inhabern entgegen- Wer etwa bis dahin der Meinung gewesen war, Genosse Winter Deutschland noch nicht dagewesen waren. In den in den gebracht bekommen. hätte vielleicht etwas diplomatischer handeln können, wurde von Versammlungen zur Annahme gelangten Resolutionen wurde dieser Meinung turiert durch die Vorgänge, die sich anschließend an die Verstaatlichung der Bergwerke gefordert. Die Forderung die Vorgänge in Oberschlesien auch in Bosen abspielten. Nach wird auch in der bevorstehenden Brotestbewegung mit Nach Die Arbeitsverhältnisse waren im vergangenen Winter sehr jahrelanger Abwefenheit fam Genosse Gogowski vor zwei Jahren drud weiter erheben und zu verfolgen sein. Denn mißliche. Die zunehmende Arbeitslosigkeit machte sich vornehmlich als aufgeklärter Socialdemokrat nach Bosen zurück. Gleich dem das Halten der hohen Kohlenpreise wird sich das Syndikat in den Städten und Industriecentren recht fühlbar und nötigte eine Genossen Winter machte sich Gogowski im Verein mit den angelegen sein lassen, und durch weitere Betriebseinschränkung den Anzahl tommunaler Verwaltungen, das Hungergespenst zu bekämpfen. dort wohnenden Genossen planmäßig an die Agitation und bei der Industrie eintretenden Ausfall auszugleichen suchen. ZahlViele Gemeinden, hauptsächlich solche, in deren Kollegien social- Organisation und nun wiederholte sich hier dasselbe Spiel wie in reiche Arbeiterentlassungen werden in den beiden großen Kohlendemokratische Gemeindevertreter figen, wurden veranlaßt, diejenigen Oberschlesien. Genosse Gogowski und Rasprcat wurden genau so revieren laufend vorgenommen. Arbeiten, insbesondere Bauten, deren Ausführung bereits etatsmäßig heftig angegriffen wie Genosse Winter. Die Posener Genossen no- Einzelne Agitationsgebiete bedürfen der dauernden Unterstügung beschlossene Sache war, zu fördern, bezw. neue Pläne vorzubereiten. minierten den Genossen Kasprcat als Kandidaten für die am 11. März aus der Parteikasse. Das sind diejenigen Bezirke, in denen die Im Berliner Rathaus drängte die socialdemokratische Fraktion auf die stattgefundene Nachwahl zum Reichstag. Die Führung der polnischen materielle und persönliche Leistungsfähigkeit er Genossen sich auf schleunige Förderung der Bauten von Schul- und Krankenhäusern, Organisation protestierte bei dem Parteivorstand gegen die Auf- einige wenige Orte beschränkt, z. B. in Ost- und Westpreußen, Posen, mit denen Berlin noch immer hinter dem Bedürfnisse zurückgeblieben stellung Kasprcats, dem die ehrenrührigsten Dinge nachgesagt wurden. Mecklenburg, dem Oberrhein, in Pommern und der Provinz Hessen und ist. In Barmen wurde zu dem Zweck eigens eine Baukommission Bur Prüfung der erhobenen Beschuldigungen veranlaßte der Vor- Waldeck. Dazu kommt, daß in den genannten Bezirken Versammlungseingesezt. stand eine Konferenz aller Beteiligten, in der den polnischen Ge- lokale nur sehr vereinzelt zu haben sind oder, wie in Mecklenburg, Andre Städte warfen Kredite aus, um sogenannte Notstands- nossen die umfassendste Freiheit der Beweisführung zugestanden und außer während der Wahlbewegung politische Versammlungen überhaupt arbeiten ausführen zu lassen. So Elberfeld 30 000 M. für Aus- dieselbe erst dann bei jedem einzelnen Punkt für erschöpft erklärt nicht abgehalten werden können. Hier muß die Flugblattverbreitung einführung von Arbeiten an Wegen, Kanälen und Ueberbrückungen. wurde, wenn die Ankläger nichts mehr vorzubringen wußten. Das sezen, die von den beteiligten Genossen mit regem Eifer betrieben Darmstadt warf 9400 M. aus, um das Planieren von Wegen vor- Resultat der Beweisführung war, daß auch nicht eine der gegen worden ist. Die Versuche der Aufsichtsorgane, der Flugblattzunehmen. Mannheim beschäftigte die Arbeitslosen für den orts- Rasprcat erhobenen Beschuldigungen bewiesen worden war, bezw. verbreitung am Sonntag wegen Uebertretung der Sonntagsheiligung üblichen Tagelohn- 2,70 M. auch am Wege- und Kanalbau und bewiesen werden konnte. mit Strafen den Garaus zu bereiten, können als gescheitert an bei Frostwetter mit Steineklopfen. Gleiche Arbeiten ließ Aachen aus- Auf dieser Konferenz wurden von den polnischen Genossen An- gesehen werden. Die Genossen wissen sich sehr gut der Jurisdiktion führen. 001 fichten vorgetragen, die mit dem Verhalten von Haase- Königshütte anzupassen, und die äußerlich erkennbare" Arbeit auch außerhalb auf dem 9. schlesischen Parteitag in Breslau und mit den Beschluß- der Kirchzeit zu vermeiden, ohne daß der Zweck, die umfassende Berfaffungen auf dem 6. Parteitag der polnischen Organisation im Ein- breitung der Druckschriften, irgendwie beeinträchtigt worden wäre. flang stehen, und die dem Parteivorstand die Pflicht auferlegten, In Ausführung der Beschlüsse der bei Gelegenheit des Mainzer jede weitere Unterstüßung der polnischen Organisation abzulehnen. Parteitages abgehaltenen Frauenkonferenz war die Agitation unter An ein gedeihliches Neben- und Miteinanderarbeiten war nicht mehr den Arbeiterinnen in dem Berichtsjahr eine besonders rege. Ins zu denken. Die deutschen Genossen in Oberschleften und Bosen besondre war es die Frage des gefeßlichen Arbeiterinnenschutzes, die hatten es schon längst fatt, sich von Leuten angreifen zu lassen, die propagiert wurde und ihre Anziehungskraft auf die Arbeiterinnen Genossen sein wollten und die Unterstüßung der Partei genossen. ausübte, wofür der zahlreiche Befuch vieler Versammlungen Zeugnis Der diesjährige Parteitag der Genossen in Posen hat einen ablegte. Die intensive und planmäßig geleitete Agitation tam auch Centralausschuß eingesetzt, der in Verbindung mit den Agitations- der Verbreitung der„ Gleichheit" zu gute. Der Abonnentenstand tommissionen in Posen und Oberschlesien die Aufgabe hat, die plan- derselben ist um über 1000 gestiegen. mäßige und einheitliche Leitung der Agitation unter der polnischen Bevölkerung des Reichs zu betreiben. * Den der Agitation sich widmenden Genossen wird das vom Vorstand in Auftrag gegebene und in Kurzem erscheinende parlamen tarische Handbuch ein willkommener Berater und Wegweiser sein. Das für einen früheren Zeitraum vorgesehene Erscheinen des Buches hat sich sich nicht gänzlich, wie er ursprünglich beabsichtigt hatte, der Herunliebſamerweise verzögert. Der Verfasser. Genosse Schippel, konnte stellung des Buches widmen, da auch andre von Schippel eingegangene Verpflichtungen ihrer Erledigung harrten. Die Eisenbahnverwaltungen von Württemberg und Bayern gewähren Fahrpreisermäßigung bei Arbeitsvermittelung durch öffent liche Arbeitsnachweisstellen. Preußens Eisenbahnminister ist bereit, gegen Gutscheine, die von den öffentlichen Arbeitsnachweisen aus gestellt sind, Fahrkarten an die Arbeitsuchenden berabfolgen zu lassen, um ihnen den Domizilwechsel zu ermöglichen. Der preußische Minister des Innern sah sich genötigt, die Aufmerksamkeit der Regierungen auf die Ausgestaltung der Arbeitsnachweise und, was den Wert aller dieser Maßregeln am wirksamsten illustriert, auf die Erweiterung der Arbeiterkolonien zu lenken. Wenn das der Regierungsweisheit letzter Schluß ist, mag sie sich begraben lassen. Nach dem Ausweis der 16 Arbeitsämter Württembergs standen im Dezember 5152 Stellensuchenden nur 1590 Stellenangebote gegenüber. Was befagt derartigem Elend gegenüber die Erweiterung von Arbeiterkolonien, die doch nur die Zufluchtsstätte derjenigen Arbeitslosen sind, die dem Elend der Landstraße verfallen Agitation. Mit in erster Linie find es Gründe agitatorischer find. Die am schwersten unter der Arbeitslosigkeit leiden, sind die feßhaften Arbeiter, und denen ist mit der geäußerten Regierungs- Richtung, die die Genossen jedes Jahr in Wettstreit darüber treten weisheit gar nicht gedient. laffen, wo im nächsten Jahre der Parteitag abgehalten werden soll. Das Frühjahr, der Trost und die Hoffnung der im Winter un- Einmal wirkt die Ehre, die Vertreter der gesamten Partei acht freiwillig feiernden Arbeiter, brachte nicht die erhoffte Tage als Gäste zu beherbergen und deren Beratungen über das, Besserung. Bald in dem einen, bald in dem andren Zweige was der Partei am förderlichsten ist, zu lauschen, anregend und Wahlen. Die Bartei beteiligte sich an 11 in dem Berichtsjahr der Textilindustrie macht sich seit Jahren ein Rüdgang bemerkbar. erfrischend auf das örtliche Parteileben, und dann benutzen zahlreiche stattgefundenen Nachwahlen zum Reichstag. Geordnet nach der ZeitDerselbe ist jest fast allgemein. Ausgenominen find nur Delegierte ihre Reise nach und von dem Parteitag dazu, Ver- folge der stattgefundenen Wahlen tamen folgende Kreise in Betracht: die rheinischen Bezirke der Seidenindustrie. In diesen ist noch halb- sammlungen abzuhalten, und begegnen damit den Wünschen der Westhavelland, Wanzleben, Rinteln- Hofgeismar- Wolfhagen, Berlin VI, wegs lohnender Verdienst zu erzielen. Dagegen liegt die Tuch, die auf diese Gelegenheit harrenden Parteigenossen. Selbst während Randow- Greifenhagen, Ottweiler- St. Wendel, Aachen, Posen, GreifsWollen und Baumwollenweberei danieder. In der letzteren ist der Tagung des Parteitages waren zahlreiche Delegierte abends bis wald- Grimmen, Memel- Heidekrug und Duisburg. eine 25 prozentige und in der Kammgarnspinnerei eine 20 prozentige auf meilenweite Entfernung in Versammlungen thätig. Die NachBetriebseinschränkung eingetreten. frage nach Referenten war so groß, daß es Mühe verursachte, allen Das Gleiche gilt von der Bauthätigkeit in den großen Städten. Wünschen gerecht zu werden. Die Einschränkung derselben hat teilweise eine Wohnungsnot erzeugt, unter der wiederum die Arbeiterklasse am schwersten, man möchte fagen am unverschämtesten ausgebeutet wird. Arbeiterkolonien und Ashle für Obdachlose, zwei prächtige Wahrzeichen für die Kulturhöhe unfrer Zeit. Mit der Einschränkung der Bauthätigkeit hängt der verminderte Absatz und damit der Betrieb der Ziegeleien, Steinbrüche, Mörtelwerte und Cement- und Gypsfabriken zusammen. Bis gegen Ende vorigen Jahres war von der Kalamität der Arbeitsstodung wenigstens noch die Montanindustrie im großen und ganzen verschont geblieben. Doch nun ist auch dies gewaltige Erwerbsgebiet der deutschen Industie in das Zeichen der Flaue eingetreten. Betriebseinschränkungen und Arbeiterentlaffungen werden von allen größeren Werken gemeldet. Dasselbe gilt vom Bergbau, insbesondere den Kohlengruben. Die Zunahme des Angebots der Arbeitskraft wird sehr bald in der sinkenden Tendenz des Lohnes fich bemerkbar machen. of 12 * * Der Kreis Westhavelland, der uns in der Hauptwahl 1898 verloren gegangen war, wurde, wenn auch erst in der Stichwahl, zurückerobert. Bei der Wahl im VI. Berliner Kreis wurden insgesamt 20 505 Stimmen weniger abgegeben als im Jahre 1898. Davon entfielen auf unfre Partei 4926 Stimmen. Die Hat eine Partei eine gewisse Stärke erreicht und Einfluß ges wonnen, dann verschiebt sich der Schwerpunkt der Agitation mehr nach der Seite des geschriebenen Wortes, dem das gesprochene Wort sich Die Freisinnige Volkspartei, die 1898 mit 10 435 Stimmen erst mehr ergänzend und zur Belebung der persönlichen Thätigkeit des an dritter Stelle tam, hatte es vorgezogen, von der Aufstellung einer einzelnen Genossen angliedert. Daß neben der fortwährenden Ent- eigenen Kandidatur abzusehen. In dem Kreise Wanzleben haben wicklung und Ausbreitung unsrer periodischen Presse und der in wir die Position von 1898 behauptet, und mußten eine von vornstets wachsenden Auflagen zur Verbreitung gelangenden Flug- herein aussichtslose Stichwahl ausfechten. Wenn sonst im allschriften auch die Nachfrage und Ansprüche an die Redner der Partei gemeinen bei den Nachwahlen eine geringere Beteiligung zu verimmer größere werden, ist Beweis dafür, wie ganz anders das zeichnen ist, so war erfreulicherweise für die Oppositionsparteien im Parteileben in der Socialdemokratie gegenüber dem in den bürger- Wahlkreis Randow- Greifenhagen das Gegenteil der Fall. lichen Parteien geartet ist. Hier die Geleithammelten, während bei Opposition hatte ein Plus von 1650 Stimmen aufzuweisen, wovon uns jeder Genoffe mit erleben, mit helfen, mit fämpfen will, soweit 1212 auf unfre Partei entfielen, während der Konservative 438 Stimmen seine Sträfte reichen. Die letzteren zu erproben, ist die Versammlung einbüßte. Das Bünglein in der Wage hielten die Genossen im Kreise der geeignete Tummelplatz. Die Wünsche der Genossen in Bezug Greifswald- Grimmen in der Hand. Durch das geschlossene Eintreten der auf Redner fanden zwar nicht alle Erfüllung, das war jedoch in den Genossen für den Freifinnigen wurde die Wahl des konservativen Verhältnissen begründet, die zu überwinden mitunter auch für den Agrariers verhindert. Es war dies nach der Wahl in Westhavelland Vorstand eine nicht zu lösende Aufgabe war. die zweite Schlappe, die den Agrariern bereitet wurde und ihrer sonstigen hochtönenden Phraseologie sehr ungelegen fam. Eine empfindliche, ja sogar sehr schwer zu verwindende Niederlage hat den Agrariern der Ausfall der Wahl in Memel Heydekrug am 19. Juli gebracht. Nach der amtlichen Ermittelung erhielten Stimmen Mattschull( Littauer) 7016, Genosse Braun 4948 und Schaat( Freisimmige Volkspartei) 2925. Jn der am 27. Juli stattgefundenen Stichwahl siegte der Littauer mit 9106 Stimmen gegen Genoffen Braun, der 6923 Stimmen auf sich vereinigte. Unfre Stimmen haben um 50 Proz. zugenommen, das ist ein Fortschritt in der nordöstlichen Ecke des Reiches, der zu der schönsten Hoffnung für die Zukunft berechtigt, und über den alle Genossen die Genugthuung haltenen Domänen verwundbar sind. Die alljährlich vom Vorstand arrangierten Agitationstouren waren der Zahl der dafür sich zur Verfügung gestellten Abgeordneten entsprechend eine beschränkte. Demzufolge hat der Vorstand auch andre Genoffen bei der Ausführung von Touren verwandt, die sich bereitwilligst zur Verfügung gestellt hatten. Die Touren sind zum Teil bereits ausgeführt, zum Teil noch in der Ausführung begriffen. Wir fühlen uns frei von dem Glauben an die Humanität des Unternehmertums den Arbeitern gegenüber. Deshalb haben wir auch teine Enttäuschung erfahren. Schon das geringe Maß der socialen Fürsorge, wozu die Unternehmer gesetzlich verpflichtet sind, ist ihnen eine lästige Fessel. Nun gar von den Leuten noch eine freiwillig zu Daß die rednerischen Kräfte der Partei dem Vorstand zur übernehmende sociale Fürsorge zu erwarten, wer das für möglich mündlichen Agitation nicht mehr wie vor Jahrzehnten zur Verfügung hält, den beneiden wir um seinen Glauben. Der§ 616 des Bürger- stehen, hängt mit den eingangs dieses Abschnittes entwickelten lichen Gesetzbuches ist in dieser Beziehung zum Probierstein ge- Gründen zusammen. Die dazu fähigen Genossen sind größtenteils worden. Der Parapraph bestimmt, daß der zur Dienstleistung Ver- an der Preſſe thätig. Die fest Besoldeten können kaum über den pflichtete des Anspruchs auf Vergütung nicht dadurch verlustig wird, Ortsbezirk ihres Wirkungskreises rednerisch thätig sein. Um die empfinden, daß die Reaktionäre auch in ihren für angriffssicher gedaß er für eine verhältnismäßig nicht erhebliche Zeit durch einen in Nichtbejoldeten steht es zumeist noch schlimmer. Ihre Beschäftigung feiner Berson liegenden Grund ohne sein Verschulden an der Dienst- duldet keine längere Unterbrechung, denn lettere ist gleichbedeutend Ebenso brav, wie unsere Memeler und Königsberger Genossen leistung verhindert wird. Er muß sich jedoch den Betrag anrechnen mit dem Bruch mühsam angeknüpfter Verbindungen, der selbst durch im äußersten Nordosten des Reiches das socialdemokratische Banner laffen, welcher ihm für die Zeit der Verhinderung aus einer auf eine augenblickliche ausreichende Entschädigung nicht aufgewogen fiegreich vorangetragen haben, haben mit gleicher Zähigkeit und Grund gefeßlicher Verpflichtung bestehenden Kranken- oder Unfall- werden kann. Ausdauer die niederrheinischen Genossen bei der Wahl in Duisburg bersicherung zukommt. Nicht unerwähnt wollen wir lassen, daß die einzelnen Landes- am 25. Juli der werbenden Kraft des Socialismus ein glänzendes vorstände und provinzialen Agitationskomitees, denen die Betreibung Beugnis verfchafft. Unsere Stimmen sind von 7804 in 1898 auf der Agitation in den ihnen speciell unterstehenden Bezirken bezw. 14 320 gestiegen. Die Genossen haben für die Stichwahl WahlLandesteilen obliegt, ebenfalls hohe Anforderungen an die ihnen er- enthaltung proklamiert. Denn ob die Arbeiter nationalliberalreichbaren Redner resp. ihre engeren Landsleute stellen, die sich noch agrarisch geschmort oder Klerikal- agrarisch gebraten werden, ist gleichsteigern, wenn in den Landesteilen Vorbereitungen zu den Land- gültig. tagswahlen zu treffen sind. Das war im Berichtsjahre in Sachsen- Von dem preußischen Abgeordnetenhaus waren die drei Mandate Weimar, Coburg- Gotha- und Württemberg der Fall, auch gegenwärtig des vierten Wahlbezirks Breslau- Stadt für ungültig erklärt worden. in Sachsen und Baden, und nimmt die Kräfte der Partei sehr in Auch diesmal traten die socialdemokratischen Wahlmänner geschlossen Anspruch. für den Freifinnigen ein, wodurch für diese der Sieg abermals entLeider können die in dem Paragraphen dem zur Dienstleistung Verpflichteten zugedachten socialen Vorteile durch den zwischen den Beteiligten abzuschließenden Vertrag rechtsunwirksam gemacht werden. Von dem Recht solcher Vertragsschließung haben die Unternehmer fast allgemein Gebrauch gemacht und die Ausschließung der Rechtswohlthat des§ 616 der Bürgerlichen Gesetzbuchs den Arbeitern fraft des wirtschaftlichen Uebergewichts aufgezwungen. " • Im Vordergrund der Agitation stand und steht noch der Kampf schieden wurde. Am 30. Oktober wurde Genosse Walter als erster Nachdem in diesem Jahre die gegen die Genossen E. Bernstein um die Beseitigung bezw. die Abwehr der von den Agrariern ver- Socialdemokrat in den Koburger Landtag gewählt. Stadt und and J. Motteler bis dahin immer noch in Kraft gewefenen Sted langten Erhöhung der Lebensmittelzölle. Zur Einleitung des Kampfes and Ilmenau sandten den Genossen Reibt als zweiten Socialbriefe nicht erneuert worden sind, waren die von den beiden Genossen hatte der Vorstand ein Flugblatt herstellen lassen, das den Kreisen, demokrat in den Landtag von Weimar, in dem Genosse Baudert unter dem Socialistengefes begangenen Vergehen verjährt und stand die mittellos waren, tostenlos zur Verfügung gestellt wurde. Das bisher allein faß. Einen schönen Erfolg haben die Ges ihrer Rückkehr nach Deutschland ein Hindernis nicht mehr im Wege. Flugblatt, das den Titel trug was tosten die Junker?", ist in einer noffen in Württemberg bei den Landtagswahlen am 5. Des Beide Genossen haben mit ihren Familien die Uebersiedelung be- Auflage von faft 2 Millionen zur Verbreitung gekommen und hat zember erzielt. Die Genossen eroberten zwei Mandate direkt wirkt. Genosse Bernstein hat seinen Wohnsitz in Groß- Lichterfelde feine Wirkung nicht verfehlt. Die Agrarier, die sehr gut wissen, daß und kamen in neun Wahlkreisen in die Stichwahl, in der weitere bei Berlin und Motteler in Leipzig genommen. Wir entbieten den die Kraft der Agitation gegen ihren Raubzug in den Händen der drei Mandate der Partei zufielen. Die Partei hatte bis voriges Jahr beiden Genoffen, die unter dem Socialistengesez der Partei unschäß- Socialdemokratie liegt, brachen in ein Wutgeheul aus. Diefer nur einen Abgeordneten im Landtag. Mehr noch jedoch als wie die bare Dienste geleistet haben, auch an dieser Stelle die herzlichsten Stimmung entspringt auch die systematische Verdächtigung der Social- Eroberung der Mandate fällt die foloffale Steigerung der für die Willkommengrüße namens der Partei. demokratie und das stets lauter werdende Schreien nach verschärften Partei abgegebenen Stimmen in Betracht. Bei den Wahlen 1895 Maßregeln gegen die verhaßte Partei. entfielen auf die Partei 32 269 Stimmen und 1900 wurden für uns Die Brotwuchergesellschaft soll unfre Kraftäußerung noch besser abgegeben 58 666 Stimmen. Unfre Genossen, die im Landtag eine zu spüren bekommen. Die bisherige Verbreitung der Flugblätter rege Thätigkeit entwideln, stimmten gegen den Etat mit der Aus dem Umstand, daß die polnischen Arbeiter von jeher von bietet noch keinen zutreffenden Maßstab für den Einfluß der Partei. Motivierung, fie seien nicht in der Lage, gegenüber dem Verden deutschen Unternehmern, speciell denen des Ruhrgebiets, als Denn große Agitationsbezirke hatten bereits eigne auf die Verhalten der Regierung in verschiedenen Fragen, so u. a. in der Lohndrücker benutzt wurden, erwuchs für die Parteileitung hältnisse des Bezirks zugeschnittene Flugblätter verbreitet oder solche Frage der Steuerreform, durch Annahme des Etats der Redie Pflicht, die Aufklärung über ihre Klaffenlage auch den in Vorbereitung. Inzwischen ist eine Betitionsbewegung durch den gierung ein Vertrauensvotumt erteilen zu können. polnischen Arbeitern zugänglich zu machen. Leider bildete der Sprach- Vorstand eingeleitet. Die Petitionsbogen sind in dem Maße von Schluß des vorigen Jahres brachte noch den Einzug der Social* * Der je vier Vertretern seinen Besitzstcind das nur noch in Vertreter besaß, temokraiie in den Lippeschcn Landtag, Am IS, Dezember waren die Wahlen nnd brachten es die Genossen in vier von den sieben »reisen der dritten Abtcilnng zur Stichwahl, in der am 27. Dezember der Partei die Mandate zufielen. Später wurde das Mandat für Lippe für ungültig erklärt und ging der Partei in der Stichwahl verloren.— Durch zwei weitere Siege erhöhten die Bremer Genossen ihre Fraktion in der Bürgerschaft auf 11 Kopfe. Auch die Hamburger Genossen hatten die Gennglhuung, den Genossen Stollen in die Bürgerschaft zu wähle».— Im Meininger Landtag war das Mandat des Genossen Hofinann-Saalfeld für den Wahlkreis Schalkau-Nauen- stein für ungültig erklärt worden. Die am 19. April stattgefundene Nachwahl erhöhte die Stinimenmehrheit Hofmanns über den Kommerzienrat Craemer wesentlich. Bei den Hauptwahlen betrug die Mehrheit Hofmanns nur sieben Stimmen, bei der Nachwahl 24S Stinunen. Bei den am 26. April in Sachsen-Altenburg stattgefundenen Wahlen büßte die Partei zwei von den seither im Besitz gehabten Mandaten ein. Es waren dies zwei ländliche Wahlkreise, die auch bisher nicht zu dem sicheren Bestand der Partei gerechnet wurden.— Im Gothaer Landtage ist Genosse Bock am 19. März zum Vice- Präsidenten gewählt und damit zugleich Mitglied des Ober- verwaltmigSgerichts geworden. In 17 von 24 gesetzgebenden Körperschaften der Partikularstaaten sitzen gegenwärtig' 75 socinldemo- kratische Abgeordnete, und zwar in Bayern 11, Sachsen 4, Württem- berg 5, Baden 7, Hessen 6, Weimar 2, Oldenburg 1, Meiningen 6, Altenburg 3, Koburg 1, Gotha 9, Schwarzb'urg-Rudolstadt 1, Reuß j. L. 3, Reuß ält. L. 1, Lippe-Detmold 3, Bremen 11 und Hamburg 1. Der Einfluß der Socialdemokratic in den Gemeinde- Ver- tretungen steigt von Jahr zu Jahr mit der zunehmenden Wahl socialdemokratischer Gemeindevertreter. Die Zunahnie der letzteren zu hindern wird von der bürgerlichen Sippe kein Mittel unversucht gelassen. Da, wo es zulässig ist. z. B. in Schleswig- Holstein, setzen die städtischen Kollegien den Wahlccnsns herauf, und machen dadurch, wie in Kiel, IlXXX) Arbeiter rechtlos in Bezug auf die Ausübung des Wahlrechts. In den alten preußischen Provinzen ist das passive Wahlrecht für die Hälfte der Vertreter jeder Ab reilung an den Hausbesitz gebunden. Und zwar mutz nach einer Entscheidung des Ober- Verwaltungsgerichts der Betreffende alleiniger Besitzer sein. Gewiß bereiten derartige Schwierigkeiten den Genossen Hindernisse, aber leine unüberwindlichen.' Die Folge ist und muß sein, daß die Genossen allenthalben in den Ge- nieinden und Landtagen bei jeder sich darbietenden Gelegenheit für die Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts eintreten. Von den vielen von den Genossen eroberten Positionen wollen wir nur einige bedeutsame erwähnen. Mit Genossen Quarck ist der erste Socialdemokrat in das Frankfurter Stadtparlament eingezogen, in dem es seitdem mit der dort geherrschten beschaulichen Stille und Liuhe vorüber ist. In Dessau und Stettin ist die Partei gleich mit in das Stadthaus eingezogen. Magdeburg hat in der Neuwahl behauptet, und Braunschweig. dem Genossen Riecke einen socialdemokratischeu hat ihm deren drei iveitere zugesellt. Köpenick und Lichtenberg bei Berlin eroberten mit neun bezw. fünf Vertretern die dritte Abteilung. Ueber Sachsen liegen zusanimeufassende Ziffern vor. Danach wurden im vorigen Jahre in 14S Orten 279 joeialdemorratische Vertreter gewählt. Insgesamt sind zur Zeit 580 socialdenrokratische Gemeiudevertreter in Sachsen vorhanden. Durch die socialdemokratische Initiative sind jetzt in Berlin durch Ortsstatut die Unterstützung arbeitsunfähig gewordener städtischer Arbeiter geregelt, desgleichen die Unterstützungssätze der Hinter- bliebenen im Todesfalle des Familienvaters. Das Beispiel Berlins hat bereits anregend gewirkt, indem die gleiche Maßregel in den Städten Hamburg, Braunschweig, Wiesbaden und Kassel in Vor- bereitung ist. Andre größere Kommunen werden sich der Nachfolge nicht entziehen können. Der Hauptvorteil der Arbeit der socialdemokratische» Gemeinde- Vertreter liegt auf dem agitatorischen Gebiet. Um die agitatorischen Vorteile der Arbeit der Genossen in den Gemeindevertretungen noch besser ausnützen zu können, drängte sich die Notwendigkeit auf, die Thätigkeit systematisch nach dem social- demokratischen Progrannn zu regeln, d. h. socialdeinokratische Pro- gramme für die Gemeindevertreter aufzustellen. Für die Provinz Brandenburg ist solches 1898 auf einer Konferenz socialdemokratischer Gemeindevertreter geschehen. In Sachsen. Hessen, Schlesivig-Holstein, Baden und Württemberg haben die Genossen Kommunalprogramme auf den Landesparteitagen beraten und angenommen. In Bayern ist der Landcsvorstand auf dem letzten Parteitag beaustragt worden, ein Programm auszuarbeiten. Mit der nun erfolgten Aenderung des Gewerbegerichts-Gesetzes erlangen die Wahlen zu den Gewerbegcrichten eine noch erhöhte Be- deutung. Ein erster Schritt auf der Bahn für die obligatorische Ein- führung der Gewerbegerichte ist geniacht. In allen Orten mit 20 000 Einwohnern müssen nunmehr die Gewerbegerichte eingeführt werden. Das vereinigte Scharfmachertum hatte alle Hebel in Bewegung gesetzt, die vom Reichstag angenommene Novelle zu hintertreiben, ihre Ablehnung vom Bundesrat zu erzielen. Der Liebe Mühe war unlsonst. Die Debatten über die 12 000 Mark- Affaire hatten doch einigermaßen den Wind aus den Segeln der Scharsmacher genommen. Mit geringen Ausnahme» hat die organisierte Arbeiterschaft bei den iin Berichtsjahre gethätigten Wahlen in der Arbeitnehmerklasse gesiegt; in Weimar auch in der Arbeitgeberklasse, desgleichen in Berlin in vier Bezirken. Interessant waren die Wahlkämpfe in Städten mit überwiegender katholischer Bevölkerung. I» denselben machten die Christlich-Socialen bezw. die christlichen Gewerkschaften unter klerikaler Führung die verzweifeltsten Anstrengungen, den Sieg davon zu tragen. Vergeblich waren die diesbezüglichen Bemühungen in Koblenz, Colmar, Regcnsburg, Bochum, Heilbronn, Hildesheim, Crefeld, Speyer, Mainz, Offenbnch- Land, Schramberg und Köln. In Köln brachten es die Christlichen nur auf 5431 Stimmen, während die Liste der Gewerkschaften 9962 Stimmen erzielte. Da begreift man es, daß Herr Trimborn im Reichstag es durchsetzte, daß lünftig durch Ortsstatut von den Gemeinden das Proportionalwahlrecht eingeführt werden kann, sich aber lebhaft dagegen sträubte, das Proportionalwahlrecht allgemein einzuführen. � Die Maifeier ist großartig verlaufen. Die stille Hoffnung der Schorfmacher, die Arbeiter würden unter dem sich geltend machenden Druck des wirtschaftlichen Niedergangs sich nicht getraue», am Arbeitenveltfeiertag für den Achtstundentag, den Völkerfrieden und der Arbeiterverbrüdcrnng durch Arbeitsruhe zu demonstrieren, ist gründlich getäuscht. Die Drohungen der Unternehmerpresse verfehlten vollständig ihren Zweck. Die Berichte ans allen Gegenden stimmten darin überein, daß die Arbeitsruhe viel umfangreicher von den Arbeitern bethätigt wurde wie in dem voraufgegangenen Jahre. Die Idee der Maifeier und mit dieser die praktische Bethätigung erobert un- aufhaltsam die Herzen der Arbeiter. In den Städten waren die Bormittagsversammlungen bereits überfüllt und bei den Abend- Veranstaltungen hätten die Säle noch einmal so groß sein können, sie hätten die Erschienenen nicht alle fassen können. Das war ein Zu- und Abfluten, ein Kommen und Gehen von Massen, die doch nur durch die Ideale der Arbeiterbewegung auf die Beine gebracht werden können. � Die diesjährige Maifeier getvann noch dadurch eine erhöhte Be- deutung, daß die deutschen Arbeiter gegen die zarische Vergewaltigung protestierten, die gegen die für die Lehr- und Versammlungsfreiheit öffentlich eingetretenen verbrüderten russischen Studenten und Arbeiter verübt worden Ivar. Die in einzelnen Städten den feiernden Arbeitern von den Unternehmem angedrohten und ausgeführten Aussperrungen wurden von den Arbeitern gleichmütig hingenommen. Meistens handelte es sich um eine dreitägige bis zum Wochenschluß ausgedehnte Arbeitsruhe. Die Arbeiter waren klug genug, die in der Aussperrung liegende Provokation unbeachtet zu lassen. DaS Parteiarchiv konnte wegen des Fehlens des Katalogs bisher nicht in dem Matze den Genossen zur Verfügung gestellt werden, wie es beabsichtigt war und wünschenswert sein mußte. Dieser Uebelstand ist nunmehr behoben. Der Katalog ist fertig- gestellt und dannt das Archiv seiner Bestimnrung zugänglich gemacht. Um den Genossen bei der persönlichen Benutzung der Bücher, die in der Regel an Ort und Stelle zu erfolgen hat, größere Bequemlich- leiten zu bieten, ist das Archiv in den Räumen der von dem Genossen Heimann gestifteten und von ihm unterhaltenen.öffent- lichen Bibliothek und Lesehalle", Berlin, Alexandrincnstr. 26, Garten- haus, untergebracht.; Die Verabfolgung der Bücher an Genossen zur Benutzung außer- halb der Unterkunftsräume des Archivs unterliegt in jedem Einzelfall der Entscheidung des Vorstandes. Kaffenbericht. Der Kaffenabschluß weist gegen das Vorjahr eine Mehreinnahme von 68 352,39 M. auf, wobei jedoch zu berück- sichtigen ist, daß der vorjährige Kassenabschluß sich nur über einen Zeitraum von elf Monaten erstreckte, während der diesjährige wieder ein volles Jahr umfaßt. In der ersten Hälfte des Berichtsjahres gestalteten sich die Kassenverhältnisse zunächst sehr ungünstig. Die ersten beiden, einen Zeitraum von 5 Monaten umfassenden Revisionsperioden, schloffen mit einem Deficit von S3 042,86 M. ab. Die besseren Eingänge in der zweiten Hälfte des Jahres und hauptsächlich die steigenden Ueberschüsse des„Vorivärts" haben dieses Deficit aber wieder ausgeglichen und noch die Erzielung eines UeberschusseS ermöglicht. Von den im vorigen. Jahre der Reserve entnommenen 33 345,90 M. konnten 22 581,10 M. wieder zurückgelegt werden. Diese Summe ist fast ganz den Ueberschüssen des„Vorwärts" zu verdanken, die gegen das Vorjahr eine Steigerung von 21 736,50 M. aufweisen. Was die einzelnen Ausgabepoften anbelangt, so sind die Kosten der allgemeinen Agitation wieder erheblich gestiegen: gegen das Vorjahr um 13 457,26 M., gegen das Rechnungsjahr 1898/99 um 31 453,93 M. Die Ausgaben für Wahlagitation weisen ebenfalls gegen das Vorjahr eine Steigerung von 25 962,95 M. auf. Dagegen sind die Ausgaben für Unterstützung gegen das Vor- jähr gesunken um 11 175.45 M.; desgleichen die ReichstagSkostcu um 1110,30 M. Die Spannung zwischen Einnahme und Ausgabe im Darlehnsconto ist gegen das Vorjahr sehr günstig. Eine weniger günstige Gestaltung zeigt das Preßunterstützungs- Conto. Obgleich das Deficit der„Neuen Welt" wieder um 8954,77 Mark geringer geivorden ist, betragen die Mehrausgaben gegen daS Vorjahr doch 17 798,03 M. Die Umstände, die zu dieser Steigerung geführt haben, find aus der Aufstellung C. und den der letzteren bei'- gefügten Bemerkungen ersichtlich. Im einzelnen verteilen sich die Einnahmen und Ausgaben wie die umstehenden Tabellen zeigen: Bericht über die Einnahmen und Ausgaben der Parteikasse vom X. August 1900 bis 31. Juli 1901. A. Einnahmen. 317 934,70 Mk. Hierzu Bestand vom 1. August 1900 4 562,44„ 322 497.14 Mk. H. Ausgaben. Von den gesammten Ausgaben entfielen auf: Ausgabe für Kapitalanlage Kaffenbestand am 31. Juli 1901 291 788,90 Mk. 22 581,10„ 8 127,14„ «erlin. den 7. August 1901 322 497.14 Mk. Revidirt und für richtig befunden: Fr. Brühne. Ed. David. F. I. Ehrhart. Aug. Kaden. H. Koenen. H. Meister. Bemerkungen zu B. Ausgaben. Theodor Metzner. Clara Zetkin. >) Unter diesem Posten befinden sich 20 000 M., mit welchem Betrage Miste östreichische Bruderpartei in ihrem schweren Wahlkampfc unterstützt wurde. -) Unterstützungen wurden wie üblich nur an solche Personen gezahlt. die infolge ihrer Parteithätigkeit gemaßregelt oder sonstwie geschädigt wurden. C. Ausgaben für die Parteipreffe, im einzelnen nachgewiesen. „Fränkische Volkstribüne'..... M. 1465,— � „Freie Presse", Straßburg i. E...„ 11 300,— a) „Het Volk", Amsterdam...... 10 000,— 3) „Mecklenburgische Vollsztg.", Rostock.. 2 200,— st „Neue Welt".......... 6 544, 83 st „Saalfelder Blätter"......„ 1 200.— „Tribüne", Erfurt........ 500,— „Vogtländische Vollsztg.", Falkenstein„ 1279.80st „Volksblatt". Aachen....... 1200,— „Volksblatt", Bochum......„ 3 883,— „Volksblatt". Kassel........ 4 000,— „Volksfreund", Karlsruhe....„ 2700,— „Volksrecht", Zürich......... 4 800,— „Bollstribime"(Volksztg.), Königsberg„ 11500,— st „Volkszeitung". Mainz......» 1 800,— „Vorwärts", Krakau........ 1 000,— „Weckruf". Esse»........, 2 000,— Miele M. 67 877,63 Bemerkungen zu C. Ausgaben für die Parteipreffe. st Bei dem Eingehen der„Fr. V." waren noch Verpflichtungen in Höhe der angeführten Summe zu ersülle». welche von der Centtalkaffe übernommen werden mußten. st Alle Anstrengungen, welche bisher von der Parteileitung gemacht wmde», daS Defizit des reichSländischen ParteiblatteS zu vermindern, sind vergeblich gewesen. Auch tm Berichtsjahr mußte wieder«in hoher Zuschuß gezahlt werden.___ st Unter dieser Rubrik befinden sich die Ausgaben für Gehälter,______ für Bureauräume. HeizungS- und Beleuchtungsrosten der letzteren. Porto- und Telegranimgebühren, Druckkosten für Cirkulare und sonstige Drucksachen, die Kosten für Kontrolle der Kasse:c.-c. st Wie im vorigen, so sind auch im Berichtsjahr die bewilligten Dar- lehen vorwiegend zur Schasiung oder Vergrößerung von Truckerci-Anlagcn oder sonstigen der Ausgestaltung unsrer Presse dienenden Zwecken verwendet worden. st Durch Bewilligung dieses Betrags wurde unfrer aufftrebendm holländischen Bruderpartei die Herausgabe eines Tageblatts ermöglicht. st Die von den mecklenburgischen Parteigenossen seit längerer Zett vor- bereitete Umwandlung der früher dreimal wöchentlich erscheinenden„Meckib. BolkSztg." in ein Tageblatt konnte nur mit Hilse etnes Zuschusses der Centralraff« durchgeführt werden. Voraussichtlich wird das Blatt auch im kooimenden Jahre noch eine Beihilfe benötigen. st Bon der Firnia Auer u. Co. sind nunmehr alle Vorbereitungen zur Herstellung der„91. W." nach dem neuesten Verfahren getroffen und dürfte deshalb die letztere künftig nicht mehr unter den subventionierten Blättern figurieren. st Die„V. V." ist aus Beschluß der sächsischen Landeskonferenz in- zwischen von der Liste der Parteiblätter gestrichen worden. Mit der auf- geführten Summe wurden noch Verpflichtungen, die aus früherer Zett stammen, gedeckt. st Die„Königsberger VolkStribüne", die als breimal wöchentlich er- scheinende Zeitung sett Jahren beträchtliche Zuschüsse erforderte, ist von den Königsberger Parteigenossen im Berichtsjahre in ein Tageblatt(„Barls- zeitung") umgewandelt worden. Durch diese Aenderung mußten natürlich die Mittel der Centralkasse in noch erhöhtem Maße tu Anspruch genommen werden. Aus daS Tageblatt entfallen von der angeführten Summe 7000 M. Von der rastlosen Agitation unsrer Königsberger Genossen ist zu hoffen, daß sie die„Bolkszeitung" in absehbarer Zeit ebenso aus eigene Füße stellen werden, wie dies seiner Zeit, wenn auch unter schiveren Opfer» der Gcsäintpartei, den Kölner Genossen mit der„Rheinischen Zeitung" ge- lungen ist. iSchlutz in der 2. Beilage.) Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Lür den Inseratenteil verantwortlich: Th- Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. r. 191. 18. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 17. Auguſt 1901. Bericht des Parteivorstandes an den Parteitag der Socialdemokratischen Partei Deutschlands. ( Schluß aus der 1. Beilage.) Die Parteipreffe. Eine Veränderung des Bestandes der Parteipresse ist nur insoweit eingetreten, als unsre früher dreimal wöchentlich erscheinenden Blätter, die„ Mecklenburgische Volkszeitung" in Rostock und die" Tribüne" in Königsberg, jezt sechsmal wöchentlich erscheinen, die lettere jetzt unter dem Titel„ Königsberger Volte zeitung". Beide Umwandlungen konnten nur unter Bewilligung von Mitteln aus der Parteikasse vollzogen werden. Die Buchhandlung Vorwärts, welche dies Jahr ihren zehnten Jahresbericht erstattet der erste Bericht umfaßte nur die Zeit von November 1890 bis Juni 1891- tann auch für das laufende Geumsages feststellen. Seit ihrem Bestehen ist dieser langsam mit 1900/01 einen erfreulichen Aufschwung ihres WarenDie Wahl der Vertreter der Arbeiter im Reichs48 Stellvertreter. Versicherungsamt. Für die Gewerbe: 8ivei nichtständige Mitglieder und Für die Landwirtschaft: Zwei nichtständige Mitglieder und 48 Stellvertreter. Für den Seemannsperuf: Zwei nichtständige Mitglieder und vier Stellvertreter. Die ursprünglich für den 15. September d. J. in Aussicht ges kleinen, aus den jeweiligen Verhältnissen erklärlichen Unter- nommenen Wahlen der Vertreter der Arbeiter im Reichs- Versicherungsbrechungen gestiegen; während er im Jahre 1891/2: 120 175 M., amt haben bereits am 15. August begonnen. Das Mandat der 1892/3: 144 069., 1893/4: 140 237 0., 1894/5: 148 444 m., jezigen Vertreter läuft mit dem 31. Dezember d. J. ab. 1895/6: 133 450 m., 1896/7: 136 256 M., 1897/8: 186 726 M., Zu wählen sind von den Versicherten: 1898/9: 176 017 m., 1899/00: 183 366 m. betrug, beläuft er sich für 1900/01 auf 201 290 M. Diese Zahlen, die natürlich vom Wachstum und von der Entwickelung der Parteistärke abhängig sind, berechtigen aber auch zu dem Schlusse, daß die Buchhandlung Am 15. Mai waren es 30 Jahre, daß in Braunschweig die erste ihre Hauptaufgabe: Verbreitung socialdemokratischer Nummer des von Bracke gegründeten Volksfreund" erschien. Nach Agitations- und Aufklärungsschriften nach Möglichfiebenmonatlicher Gefangenschaft in Lögen am 30. März 1871 frei feit zu erfüllen bestrebt war. Daß sie daneben auch in der Lage gelaffen, ging Brade sofort an die Gründung des Blattes, dessen war, der Parteikasse für allgemeine Agitationszwede Barmittel aus erste Nummer am 15. Mai erschien. Als eines der ersten Opfer des ihren Ueberschüssen zur Verfügung zu stellen, ergiebt sich aus nach Socialistengesetes fiel der Volksfreund". An seiner Stelle gab stehenver Zusammenstellung: 1893 fonnte die Buchhandlung zum Brace das Unterhaltungsblatt heraus. Nach dem Fall des Socia- erstenmal 6000 M. zur Verfügung stellen, 1894 abermals 6000 m., listengefeges feierte am 1. Oktober 1890 der„ Boltsfreund" eine 1895: 17 000 m., 1896: 11 000 m., 1897: 10 000 m., 1898: Auferstehung, der als Stampfgenosse stets seine Schuldigkeit gethan hat. 19 000., 1899: 21 000 m., 1900: 14 000 m. und für 1901: Das 25 jährige Bestehen feierte am 1. Mai die Verlagsanstalt 20 000 m. und Buchdruckerei von Auer u. Co. in Hamburg. Als Genossenschafts- Die Romanbibliothek In Freien Stunden", welche durch Buchdruckerei mit einer Schnell- und einer Doppelschnellpresse trat die freundliche Unterstützung der Parteipresse zu Anfang dieses Jahres das Unternehmen ins Leben. Trotz der Stürme des Socialisten- einen erfreulichen Aufschwung nahm, erhält sich auf dem in den gesetzes und trotz der Ausweisung des damaligen Geschäftsleiters 5 Jahren ihres Bestehens gewonnenen Stande; das Bemühen, und einer Anzahl Redacteure des Hamburg- Altonaer Boltsblatt", durch Herausgabe von Kunst blättern den künstlerischen dessen Unterdrückung folgte, entwickelte sich das Unternehmen von Jahr zu Jahr unter stets tüchtiger Leitung. Heute ist das Unternehmen wohl das größte seiner Art in Norddeutschland. Von dent Vorstand der ersten Genossenschaft gehört der jetzigen Inhaberin einer Handelsgesellschaft noch ein Mitglied, der Genoffe Auer, an. Von dem ersten Personal ist nur noch einer- Genosse August Günther in dem Geschäft thätig. Von den Blättern, die im Berichtsjahre auf ein 10 jähriges Bestehen hinweisen konnten, nennen wir die„ Boltsivacht" in Breslau, Gothaer Voltsblatt"," Hessisches Voltsblatt"," Chemnizer Volts: stimme"," Brandenburger Volkszeitung" und" Schäbische Tagwacht" in Stuttgart. Alle feierten ihren Ehrentag durch Festartikel beziv. Veranstaltung von Festnummern. Die Wahlen sind von den Beisigern der Schiedsgerichte für Arbeiterversicheng zu vollziehen und zwar wählen die Beisiger für Gewerbe, für Landwirtschaft und für den Seemannsberuf die respektiven Vertreter getrennt. Die Stimmen der Beisiger werden nicht einfach gezählt, sondern sie entsprechen der Bahl der Versicherten im Bezirke der Landes- Versicherungsanftalt. Die Versicherungsanstalt Berlin hat z. B. 452 644 Versicherte und 45 Schiedsgerichtsbeifizer. Es entfallen somit auf jeden Beisiger dieser Anstalt 10 058 Stimmen. Die Landes- Versicherungsanstalt Thüringen zählt 295 935 Versicherte und hat in den dreizehn Schiedsgerichten 286 Beisiger, so daß jeder Beisiger 1034 Stimmen hat. Das Reichs- Rersicherungsamt versendet die Geschmack in den Arbeiterkreisen zu weden und zu heben, wurde Stimmzettel an die Beifißer der Schiedsgerichte für Arbeiterfortgesezt in der Ausgabe einer prächtigen Kupfergravüre des be- versicherung. Diese haben die Namen derjenigen, welche sie wählen rühmten Gemäldes von E. Delacroig: Die Freiheit wollen, in den amtlichen Stimmzettel einzutragen und diesen in dem führt das Bolt", das die franzöfifche Regierung nach der Juli- beigelegten Couvert dem Reichs- Versicherungsamt wieder zuzusenden. Revolution bekanntlich für die Gemäldegalerie im Louvre angetauft Die Wahlhandlung soll sich zwar auf einen längeren Beitraum( etiva hatte. vier Wochen) erstrecken; jedoch ist es wichtig, daß die Stimmmzettel unverzüglich ausgefüllt und an das Reichs- Versicherungsamt wieder zurückgesandt werden. " Unter den gewerkschaftlich organisierten Beisigern der Schiedsgerichte, sowie unter den Vertretern der Gewerkschaften haben Ver Handlungen über geeignete Kandidaten für das Amt eines Vertreters im Reichs- Versicherungsamt stattgefunden und sind die folgende Kandidatenlisten aufgestellt: a) Für die Versicherten in den Gewerben: Als erstes nichtständiges Mitglied: Als Stellvertreter: 1. August Daehne, Maurer, Berlin, Pflugstr. 17. 2. Wilhelm Gotthusen, Eisendreher, Düsseldorf Hüttenstr. 156. 3. Hermann Brosig, Tischler, Breslau, Sonnenstr. 26. 4. Konrad Wendler, Buchdrucker, Stuttgart, Militärstr. 56. 5. Georg Seig, Dreher, München, Ganghoferstr. 15. 6. Eugen Simanowski, Maurer, Berlin, Hochstr. 46. 7. Richard Jacob, Lagerist, Gersdorf- gividau 143c. 8. Ferdinand Kiel, Böttcher, Hannover, Friesenstr. 41. Neue Agitationsschriften wurden im letzten Jahre herausgegeben: Braun, Adolf: Achtstundentag"( 5000 Gremplare), Braun, Lily:" Frauenarbeit und Hauswirtschaft", Eisner, Kurt:" Wilhelm Liebknecht"( 17 000 Exemplare) Göhre, Paul: ,, Wie ein Pfarrer Socialdemokrat wurde" ( 460 000 Eremplare), och, Gustav:" Worte und Thaten des arbeiterfreundlichen Centrums"( 32 000 Exemplare), Sautsky, Die Bergische Arbeiterſtimme" in Solingen hat am 1. Juli das Searl: Handelspolitik und Socialdemokratie"( 30 000 Exemplare). erste Geschäftsjahr als Tageblatt vollendet. Die Hoffnungen, die Die, Sylvester Beitung" wurde in 80 000, die, om mune" von den Genossen auf die Entwicklung des Blattes bei seiner Um Nummer in 112 000 und die Maizeitung in 288 500 Gremplaren Karl Gutheit, Schlosser, Berlin, Wiesenstr. 27. wandlung in ein Tageblatt gesetzt wurden, haben sich erfüllt. Der verbreitet. Der Arbeiter Notiz kalender erhöhte sich Abonnentenstand hat sich in dem Jahre um 75 Broz. gehoben. Die auf 27 000 Exemplare, der legtjährige Parlamentarische bestandenen Bwiftigkeiten sind im großen und ganzen behoben und damit Bericht wurde in 301 000 und die China politik- Broschüre die Aktionsfähigkeit der Partei wieder hergestellt. Wir wünschen dem Blatt in 10 000 Exemplaren abgesetzt, das Mainzer Parteitags- Protokoll im neuen Geschäftsjahr den gleichen Fortschritt wie in dem vergangenen. in 33 000 und das Protokoll vom Internationalen Kongreß Seit dem 1. Juli wird unser Münchener Organ, die Münchener in Paris in 4000 Exemplaren, Auch zwei neue S 0= Post", in eigener Druckerei hergestellt. Maschinenraum, Segersaal und cialistische Theaterstück e gelangten Ausgabe: Redaktionsräume sind praktisch und komfortabel eingerichtet. Eine große Der verlorene Sohn" von Preczang und„ Der erste Zwillings- Rotationsmaschine und die Einstellung ziveier Segmaschinen Mai" von Däumig. Von den Arbeiter Versicherungsermöglichen eine weitgehende redaktionelle Ausgestaltung des Blattes. gefeßen wurden nach den letzten Abänderungen, und zwar nach Art Seit dem 1. April d. J. sind die bis dahin bei J. H. W. Diez, des im Vorjahr mit Beifall aufgenommenen Führer durch das 9. Ernst Brinke, Snappschaftsältester, Oberhausen, Körnerstraße. Gesellschaft mit beschränkter Haftpflicht, erschienenen Verlagsartikel: Invaliditätsgefch", Führer durch das Gewerbe, das Bau- 10. E. Sellin, Bimmerer, Danzig, Kl. Bäckergasse 6. Neue Zeit"," Gleichheit" und" Wahrer Jakob", in das Eigentum und das Forst- und Landwirtschafts- Unfallgesetz heraus- 11. Heinrich Bürger, Buchhalter, Hamburg, Woltmannstr. 24. der Partei übergegangen. Im Drudort und der Expedition der ge- gegeben. 12. Otto Müller, Buchdrucker, Frankfurt a. d. D., Sonnenburgers nannten Verlagsartikel ist eine Aenderung nicht eingetreten. Auch von früheren Publikationen wurden Neu- Auflagen straße 59. Die Auflage des„ Neuen Welt- Kalenders", sowie des Arbeiter- veranstaltet: z. B. Brace: Nieder mit den Socialdemokraten" 13. Heinrich Erdmann, Zimmerer, Schtverin i. M., Hintenhof 12. Notizkalenders" erhöhen sich von Jahr zu Jahr. Das Gleiche ist( 18 000 Exemplare), Calwer, Arbeiter- Statechismus"( 5000 Egem 14. A. Perrey, Schlosser, Königsberg i. Pr., Neuroßgarten- Kirchenleider nicht von unsrer Unterhaltungslitteratur, den In Freien plare), Mary:„ Kommunistisches Manifest"( 2000 Eremplare), berg 8. Stunden", zu sagen. Mit denselben ist es bisher noch nicht gelungen, Parteiprogramm 7500, Organisation 10 500 Exemplare. Von 15. 2. Hodapp, Brauer, Weißensee b. Berlin, Wörthstr. 13. die Kolportage- Romane aus dem Feld zu schlagen. unseren Illustrierten März, Mais, Liebknecht 2c. Post 16. Johann Blaß, Klaviermacher, Karlsruhe, Adlerstr. 34. tarten" wurden circa 70 000, fowie 2500 Fraktionsbilder abgesetzt. 17. Hermann Rudolf, Lithograph, Nürnberg, Richard Wagnerstr. 16. 18. Georg Happich, Former, Stettin- Bredow, Gustav Adolfstr. 6. Das Strafregister weist erfreulicherweise eine wesentliche Ab- 19. Wilhelm Lucke, Weber, Neugersdorf, Kreishauptmanschaft Bautzen. nahme der Verurteilungen im allgemeinen und bei den Berurteilungen 20. Louis Jacobeit, Maler, Berlin, Gürtelſtr. 32. eine Abnahme in der Höhe der Freiheitsstrafen auf. Die Er: 21. Karl Bamberger, Installateur, Köln, Alte Wallgasse 43. scheinung darf als ein günstiges Zeichen für die Fortschritte der 22. Julius Weise, Mechaniker, Breslau, Mathiasstr. 110. Schulung der Genossen gedeutet werden. Die Mehrzahl der Ver- 23. Karl Reuber, Tischler, Ohligs b. Solingen, Hackhauſerſtraße. urteilungen entfällt auf Beleidigungsdelifte, begangen durch die Presse. 24. Wilhelm Dammer, Drechsler, Lübeck, Alfstr. 27, Und die Endursache beruhte fast jedesmal auf inforrefter Berichterstattung. Wesentlich zu der eingetretenen Besserung in der beregten Richtung haben auch die Breßkommissionen beigetragen. Der Redacteur befand sich stets in fataler Lage, wenn ihm der Inhalt einer Stor1. Friedrich Stügelmaier, Tischler, Berlin, Grimmstr. 27. respondenz nicht einwandsfrei erschien und er selbst oder durch andre nicht in der Lage war, den Thatbestand feststellen zu können. Per- 3. Alvin Winter, Cigarrenfortierer. Magdeburg, Johannesbergstr. 14. 2. Starl Reifert, Former, Hannover, Füsilierstr. 4a. fönliche Feindschaften und Klagen und Beschwerden auf Konferenzen 2c. waren gang und gäbe. Das hat aufgehört. Die Beschwerde Instanz, die durch die Genossen gewählte Breßkommission, entfcheidet den Streitfall und bietet der Redaktion solchergestalt in vielen Fällen eine gute Rückendeckung. Das diesjährige Straf register stellt sich nach Monaten geordnet wie folgt:" Erkannt wurden im " Die kleinen Agitationskalender haben sich so eingebürgert, daß fie Requisiten des ständigen Rüstzeugs der Agitation geworden sind. Auch unsre süddeutschen Genossen haben den Wert der Kalender für die Agitation unter der ländlichen Bevölkerung schäßen gelernt. Auch auf dem bayrischen Parteitag in Fürth wurde die Herausgabe eines Kalenders für das Jahr 1902 beschlossen. In der Verwaltung des Centralorgans herrschte zwischen dem Vorstand und der Preßkommission bis auf einen Fall stets Einverständnis. Bei dem Ausnahmefall handelte es sich um eine von den Redacteuren beantragte Gehaltserhöhung, für die der Vorstand in bescheidenen Grenzen eintrat, die von der Breßkommission jedoch nur einem Redacteur zugestanden wurde. Die Kontrollkommission, der die Angelegenheit zur Entscheidung vorlag, trat der Auffassung der Preßkommission bei. Am 1. Juli trat Genoffe Pötzsch aus der Redaktion des Vor- wärts" aus und Genosse Leid als verantwortlicher Redacteur in dieselbe ein. Das finanzielle Ergebnis weist gegen das Vorjahr ein Plus von rund 22 000 Mark auf. Dasselbe wurde erzielt durch eine Steigerung des Abonnements und eine vermehrte Inseraten- Einnahme. Die Zahl der Abonnenten stieg von 52 000 im Vorjahre auf 56 000 und hat sich trotz des für das Zeitungsgeschäft ungünstigsten dritten Quartals auf 55 000 gehalten. Die genaue Specifikation der Einnahmen und Ausgaben folgt nachstehend: 1900/1901. A. Eingänge: Abonnementsgelder durch Juli Oktober: Januar- AprilSeptemb. Dezemb. März Juni Summe 1900 1900 1901 1901 118767 60 118080 90 117783 20 464417 70 8330 30 9450 50 10711 80 10516 10 39008 70 37655 30 55909 35 49232 55 50893 die Expedition Abonnementsgelder durch die Poft 109786 Inseraten- Einnahme Ueberschuß aus dem Bro: schürenverkauf durch die Expedition 861 70 " Zuchthaus. strafen || 2| " * Gefängnisstrafen Geld buße Mart Monat Jahre Monate Jahre Monate Wochen Tage August 1 6 4 -FROD 1802 September Oktober November Dezember 193690 20 Januar 6 5 3 3 1136 1 5 8 6 3273 2 6 5 2958 1 9 3 1205 4 8 1945 Februar März 861 70 April 2 743 8 1616 1 1 5 2940 2 2 3426 4 10 5 2472 1 7 2 3384 32 11 11 Gesamt Einnahme. 155771 60 184989 15 178025 25 179192 30 697978 30 Mai B. Ausgänge: Diverse Untoften: ( Porto f. Kreuzbänder, Gebühren für Ueberwmeifungen, Porto und Depeschen b. Redaktion, Zelephon, Steuern, Be leuchtung, Laufburschen ber Redaktion, Schreibutenfilten, Geschäftsbüch., Formulare 2c. 2c.) Beitungs- Abonnement Feuilleton. Redacteure Mitarbeiter: Politik Versamml. Lokales Depeschen u. Parlaments: berichte Neue Welt Gehälter der Expedition Miete Gerichtskosten Redaktionsbibliothek Drudrechnung Gewinn. " 5643 15 285 25 1786 45 2940 15 3705 90 8102 35 6634 05 6643 50 27023 05 360 50 367 90 392 95 1406 60 13336 70 43252 15 11525 85 12546 75 50661 45 4691 55 6075 70 24778 80 911 30 778 65 4323 50 2889 30 2910 50 11976 80 1660 40 405 5229 65 1781 10 1464 45 1169 10 2593 60 3583 40 1165 50 Juni Juli Zusammen 2 * A B C D E F 523 = Als zweites nichtständiges Mitglied: Julius Fräßdorf, Töpfer, Dresden- Trachau, Leipzigerstr. 20. Als Stellvertreter: 4. Robert Straube, Schmied, Chemniz, Sonnenstr. 50. 5. Otto Riedel, Buchdrucker, Leipzig- Sellerhausen, Edlichstr. 22. 6. Hermann Fischer, Weber, Gera, Kalliserstr. 16. 7. E. Lewin, Zimmerer, Kiel, Jungmannstr. 68. 8. Karl Deininger, Tischler, München, Zieblandstr. 17, 3 Tr. 9. Johann Merkel, Maurer, Nürnberg, Osianderstr. 11. 10. J. Götschel, Bergmann, Hausham, Oberbayern. 11. Johann Jelich, Fabritarbeiter, Mainz, Stephanstr. 1 5/10. 12. Baul Leschhorn, Goldarbeiter, Pforzheim, Ober- Aue 14. 13. Christian Hill, Zimmerer, Eisenach, Ehrensteig 72. 14. Bernhard Jost, Buchbinder, Berlin, Blumenstr. 61. 15. August Ankamm, Goldarbeiter, Hanau, Schüßenstraße. 16. August Roland, Maurer, Braunschweig, Weststr. 58. 17. Rudolf Strecke, Mechaniker, Leipzig- Connewig, Langestr. 5. 18. G. Böttcher, Zemmerer, Hamburg, Schumannstr. 33. 19. Wilhelm Trompeter, Steindrucker, Frankfurt a. M., im GewerkschaftsHause. 20. Franz Mohr, Transportgewerbe- Arbeiter, Rigdorf, Wißmannstraße 10. 21. Karl Hanfschild, Steinfeger, Neu- Weißensee, Friedrichstr. 12. 22. Johann Peter Harings, Buchdrucker, Trier, Deutschstr. 26. 23. C. Stehr, Zimmerer, Charlottenburg, Bismardstr. 13. 24. Sturz, Rotgerber, Reutlingen, bei Julius Göppinger, Lederfabrik. b) Für die Versicherten in der Landwirtschaft: Als erstes nichtständiges Mitglied: 2 26 900 Joseph Rother, Rieselwärter, Wartenberg bei Berlin. Als Stellvertreter: Parteigenossen! Der Zolltarif Gesezentwurf ist inzwischen in seinen wesentlichsten Säßen bekannt geworden. Die LebensmittelZölle erfahren nahezu eine Verdoppelung. Wird der Entwurf Gesez, so wird in Verbindung mit den Wirkungen der eingefegten Krise die Ernährung der Arbeiterklasse auf das Niveau der Unterernährung herabgedrückt und damit den verheerenden Wirkungen des Hungers und Glends Thor und Thür geöffnet. Die Krise und ihre Wirkungen werden noch verschärft durch die Bereitelung des Abschlusses Langfristiger Handelsverträge. Das darf nicht geschehen. Die Arbeiterklasse allein besitzt die Kraft, den Raubzug der Brotwucherer zu vereiteln. Darum auf zur Agitation gegen den Brotwucher! Genossen, agitiert in Versamm lungen, durch die Presse, durch Verbreitung von Flugblättern, durch Sammlung von Unterschriften für die Petitionen. 1. Christian Bleich. Holzhauer in Neuenbürg( Württemberg). 2. Anton Bruns, Landarbeiter in Varel. 3. Hermann Richter, Landarbeiter in Lückendorf bei Zittau. 4. Esbach, Arbeiter in Corbach in Waldeck. 5. Theodor Wagenhaus, Hofmeister in Weimar, Friedensgasse 19. 6. Heinrich Platt, Knecht beim Landwirt Troß, Gießen, Heuchels heimerstraße. 7. Albert Slauenberg, Landarbeiter in Broißen, Braunschweig. 8. Heinrich Winkler, Heuerling in Achmer, Kreis Bersenbrück. 9. Ernst Schuster, Landarbeiter in Rosenhein, Bezirk Bautzen. 10. Paul Kirsch, Vorarbeiter in München, Landsbergerstraße 140/0. 11. Franz Anton Teubner, Waldarbeiter in Eibenstock. 12. Friedrich Klemm, Weinbergarbeiter in Stuttgart- Karlsvorstadt, 3469 50 13783 50 Taubenstraße. 1247 50 4990 304 90 1408/65 Der aufzunehmende Kampf wird ein hartnäckiger, fich auf 13. Franz Oswald Weber, Gärtner, Friesen, Bezirk 8widau. 26 25 313 70 960 15 Monate ausdehnender sein, der den Zusammenschluß und die höchste 14. Heinrich Deppe, Forstarbeiter in Uelzen, Gr. Lindenstr. 20. 102216 55 111786 30 111915 60 103128 05 429046 50 Anspannung der Kräfte der Partei erfordert. Deshalb muß mit 15. Wilhelm Schwarzen, Landarbeiter in Riddagshausen, Brauns 1180 30 4411 20 7759 70 8134 80 8276 70 8346-32517 20 3390 1247 50 219 20 3465 3459 1247 50 1247 50 427 80 456 75 119 55 500 65 Gesamt- Ausgabe W.[ 145698 75 164917 10 157768 05 149147 851617531 75 und neben der Agitation der Organisation die größte Pflege ge- 16. Theodor Red, Gärtner in Bilbel in Heffen. 10072 85 20072 05 20257 20 30044 45 80446 55 widmet werden. Aber der Kampf ist auch ein ehrenvoller für die Partei. Jst 17. Johann Regel, Waldarbeiter in Speyer, Grüne Winkel. wie oben unter A. Mr.[ 155771| 60| 184989| 15| 178025| 25| 179192| 30| 697978| 30 die Socialdemokratie doch die einzige Partei, die den Brotwucherern 18. Ernst Ullrich. Landarbeiter in Wendisch- Cunnersdorf. Der Gesamtüberschuß beträgt M. 80 446,55 Respekt einflößt. Berlin, den 7. August 1901. Parole: Revidiert und für richtig befunden: Fr. Brühne. Ed. David. F. J. Ehrhart. Aug. Kaden Roenen. H. Meister. Theodor Megner. Alara Bettin 19. August Klüssendorf, Gärtner in Hamburg, Alsterdorferstr. 50. Thue jeder Genoffe in dem Kampf seine Schuldigkeit unter der 20. Wilhelm Jansen, Landarbeiter in Street bei Varel. 21. August Köllner, Arbeiter in Weimar, Brühl 24. Nieder mit den Brotwucherern! Hoch die Socialdemokratie!! 22. Alfons Klein, Gärtner in Ruprechtsau bei Straßburg i. E., Kirchweg 3. 23. Wilhelm Noggow, Landarbeiter in Klein- Reinetendorf, Kreis| Sommernachts- Ball bet ihm stattfinden, der polizeilicherseits nicht Zur Landestrauer. Die Civil- Berufsmusiker der Freien VerNandow. genehmigt wurde. Abeiter, Parteigenossen! Unterstügt den einigung Berlins, die nahezu 300 Mitglieder start ist, berechnen den 24. Heinrich Bültemann, Fuhrknecht in Langelsheim, Braunschweig. irt nach besten Kräften, damit er den Schaden durch ihnen durch die achttägige Landestrauer erwachsenen Schaden auf Als zweites nichtständiges Mitglied: unfren Zuspruch erfekt erhält. J. A. für die Lokalkommission: rund 5000 m. Der erste Vorsitzende, Schonert, hat an das HofJoseph Lutz, Holzzurichter, Niefern bei Pforzheim. A. Thiel, Tempelhof, Friedrich- Wilhelmstr. 17. marschallamt des Kaisers ein Gesuch gerichtet, aus legtwilligen VerLichtenberg Friedrichsberg. Die Mitglieder des Wahlvereins fügungen der Kaiserin Friedrich für wohlthätige Swede die unbefichtigen Sonntag das Wasserwerk und die Kläranlage. Der Treff- verschuldet in schwere Bedrängnis geratenen Musiker schadlos zu punft ist früh Buntt 7 Uhr bei Karl Schulz, Prinzen- Allee 6. halten. Die Antwort steht noch aus. Als Stellvertreter: 1. Friedrich Ludwig, Rieselwärter in Wartenberg bei Berlin. 2. Heinrich Wedde, Fuhrknecht in Langelsheim( Braunschweig). 3. Karl Meißner, Waldarbeiter in Klotzsche bei Dresden. 4. Adolf Dörr, Landarbeiter in Nönstadt( Hessen). 5. Christian Rieke, Arbeiter in Magdeburg, Immermannstr. 7. 6. Friedrich Bornemann, Kutscher in Göttingen, Lange Geismarstraße 61. 7. F. Bodenhauer, Arbeiter in Corbach in Walded. 8. Johann Gardes, Landarbeiter in Dangastermoor bei Varel. 9. Paasch, Arbeiter in Schleswig, Annettenhöhe. 10. Jürgen Wiegmann, Forstarbeiter in Uelzen, Bergstr. 8. 11. G. Schmidt, Arbeiter in Grebenstein, Kreis Hofgeismar. 12. Friedrich Reißer, Forstarbeiter in Stuttgart- Karlsvorstadt. 13. H. Nied, Gärtner in Lübeck, Israelsdorfer Allee 24. 14. Friedrich Hahn, Landarbeiter in Sonneborn( Gotha). 15. Heinrich Schönebaum, Kutscher in Blankenburg am Harz. 16. Heller, Gärtner in Dresden, Schnorrstr. 51. 17. Hermann Greinke, Rieselwärter in Wartenberg b. Berlin. 18. Heinrich Köchy, Landarbeiter in Thiede b. Braunschweig. 19. Wilhelm König, Arbeiter in Uelzen, Hambrockerstr. 6. 20. Hermann Massow, Arbeiter in Magdeburg, Horsdorferstr. 4. 21. Beder, Gärtner in Strehlen- Dresden. 22. August Bomberg, Landarbeiter in Langelsheim( Braunschweig). 23. Baul Staude, Gärtner in Laubegast. Leubenerstr. 9. 24. Peter Falt, Gärtner in Colmar i. E., Schädelgaffe 11. c) Für die Versicherten im Seemannsberuf. Als erstes nichtständiges Mitglied: Baul Müller, früher Matrofe, jezt Verwaltungsbeamter, Hamburg, St. Pauli, Hafenstr. 116, I. Als Stellvertreter: 1. Neinh. Müller, früher Matrose, jezt Bureauarbeiter, Stettin, Kl. Oberstr. 10, part. 2. Fr. Waad, früher Schiffskoch, jetzt Verwaltungsbeamter, Flensburg, Schiffbrücke 61, part. Als zweites nichtständiges Mitglieb: Albert Störmer, früher Kapitän, jezt Bureauarbeiter, Altona, Frieden ftraße 34, I, Is Stellvertreter: 1. Georg Garter, früher Heizer, jezt Verwaltungsbeamter, Bremen, Korfsdeich 1f. 2. Konrad Engels, früher Matrose, jezt Werftarbeiter, Lübeck, Paulstraße 17a. Lokales. = Friedrichsfelde. Sonntag wird am Ort ein Flugbatt Wiederaufnahme Verfahren. Der Student S. wurde im gegen den Brotwucher verbreitet. Die Parteigenossen werden ersucht, Mai v. J. wegen Erregung öffentlichen Aergernisses durch unzüchtige fich morgens 7 Uhr zahlreich bei Loße, Luiſenſtr. 20, einzufinden. Handlungen zu einem Jahre und sechs Monaten Gefängnis verurteilt. Dienstag hält der Wahlverein bei Haberland seine regelmäßige Der 24jährige junge Mann liebte es, in der Nähe höherer TöchterVersammlung ab, in der die Delegiertenwahlen vor- schulen Aufstellung zu nehmen und sich den jungen Mädchen in einer genommen werden und ein Vortrag über die Errichtung des Gewerbe- das Schamgefühl arg verlegenden Entblößung zu zeigen. Sieben gerichts am Ort auf Tagesordnung steht. solcher Fälle wurden ihm nachgewiesen und da es sich um Mädchen Oranienburg. Am Sonntag, den 18. August, findet in handelte, die schon soweit herangewachsen waren, daß sie in fittlicher Müllers Lotal zu Sandhausen bei Oranienburg ein von den Beziehung Schaden leiden konnten, so wurde auf das verhältnisdortigen Parteigenossen veranstaltetes Boltsfest statt. Die Ge- mäßig hohe Strafmaß erkannt. Seit Mitte v. J. verbüßt der junge nossen werden ersucht, diese Veranstaltung durch Teilnahme an der Mann seine Strafe. Jezt ist es seiner Mutter gelungen, das Wiederselben zu unterſtüßen. Der Kreis- Vertrauensmann: Adolf Garg, aufnahme- Verfahren durchzusetzen. Die Straflammer hat den bezüg= Neu- Weißensee, Lehderstr. 5. lichen Antrag zwar abgelehnt, auf die eingelegte Beschwerde bin hat aber des Kammergericht die Wiederaufnahme angeordnet. Der Antrag stügt sich auf die Behauptung, daß der junge Mann geisteskrant sei. Als Beweis dafür wird angeführt, daß ein älterer Bruder des VerZur Bürgermeisterfrage bringt das„ Berl. Tgbl." eine Mit- urteilten derselben Leidenschaft fröhnte, aber nicht verurteilt wurde, teilung, welche den freisinnigen Mannesmut wieder einmal lieblich weil man bei ihm Geistesfrankheit fonstatierte. Daß der Vers illustriert. Das Blatt schreibt: urteilte geistestrank sei, wurde schon in der ersten Verhandlung beObwohl unsre Stadtväter noch in den Ferien sich befinden, nicht aber für unzurechnungsfähig. Zu der neuen Verhandlung soll hauptet, der Gerichtshof hielt denselben aber nur hochgradig nervös, wird in städtischen Kreisen die Frage der Wiederwahl des nicht bestätigten Stadtrats Kauffmann zum Bürgermeister von Berlin lebhaft erörtert. Die Wiederwahl erscheint nach allem, was berlautet, durchaus gesichert, ja man glaubt annehmen zu dürfen, daß sie vielleicht mit Stimmeneinhelligkeit, mindestens aber mit überwältigender Majorität erfolgen werde. Die Fraktion der Neuen Linken und die Fraktion Langerhans werden geschlossen für Herrn Kauffmann stimmen, ebenso die Socialdemokraten. Auch die Fraktion Spinola dürfte diesem Beispiele folgen, jedenfalls gedenken die für die Handelswelt ist, wie der Volts- Zeitung" berichtet wird, Bankbeamten- Elend. An dem gestrigen Kündigungstermin jenigen Mitglieder dieser Partei, welche Herrn Kauffmann ihre 150 Angestellten der Breslauer Diskontobank gekündigt worden. Stimme nicht geben möchten, bei der Wahl sich mit weißen Betteln nur etwa 60 von den in den hiesigen Zweigstellen Beschäftigten zu beteiligen, so daß die Wiederwahl ohne Widerspruch erfolgen bleiben bis auf weiteres in ihren Stellungen, um die infolge der dürfte. Ob Stadtrat Stauffmann die Wiederwahl an= nehmen wird, das ist eine andre Frage, über welche die" Sanierung" durch die Berliner Handelsgesellschaft erforderlichen Meinungen geteilt find. Einerseits meint man, daß Herr Kauff- Schlesier, die vor 2 bis 3 Jahren aus ihrer Heimat nach Berlin Arbeiten zu erledigen. Es handelt sich diesmal vorwiegend um mann angesichts eines solchen Wahlausfalles der Annahme fich übergefiedelt sind und jetzt, zumal angesichts der gegenwärtig mißnicht wird entziehen können, andrerseits ist man der Meinung, lichen Lage im Banfwvejen, einer traurigen Zukunft entgegensehen. daß Herr Kauffmann sich an einer solchen ehrenvollen Vertrauens- Kundgebung genügen lassen und die Wahl nicht annehmen wird. " außer den früher gehörten psychiatrischen Sachverständigen noch Professor Dr. Mendel geladen werden. Die bekannte Versicherungsgesellschaft ,, Victoria" sendet uns eine Zuſchrift, in der sie das hier folportierte Gerücht, daß sie bankrott fei, für durchaus unwahr erklärt. Ihre finanzielle Lage sei so befriedigend, wie es nur gewünscht werden könne. Eine tragische Familienfeene spielte sich vorgestern, abends um 91/4 Uhr, in dem Hause Langestr. 50 ab. Dort wohnt im dritten Diese Kandidatenliften find mit einem entsprechenden An- Die letztere Lösung der Bürgermeisterfrage wäre entschieden die Stock des Vorderhauses das Stellmacher Rüngersche Ehepaar, schreiben an die Beifizer der Schiedsgerichte für Arbeiterversicherung freisimmigste. Sie würde den Mannesstolz vor Königsthronen in das einen 17 jährigen Sohn hatte. Der alte Nünger ist bei der gesandt worden. schöner bengalischer Beleuchtung zeigen und doch nichts fosten, am Ostbahn beschäftigt und, wie seine Frau, gut beleumdet. Sein Wir ersuchen die Beifizer nunmehr dringend, den von den Ende sogar dem Hof eine heitere als Wohlwollen auszulegende einer strengen Aufsicht bedurfte, ließ ihn der Vater, um ihn abends Sohn war zunächst bei einem Barbier in der Lehre. Da er aber organisierten Arbeitern in Borschlag Gebrachten ihre Stimme zu Stimmung abnötigen. Um sich aber auf alle Fälle zu sichern, sollten mehr in feiner Nähe zu haben, das Gürtlerhandwerk erlernen, weil geben und die in den Listen enthaltenen Namen in den Stimmzettel, sich die Herren Liberalen von Herrn Kauffmann das bindende hier zeitiger Feierabend gemacht wird. Seit drei Jahren lernte der welchen fie vom Reichs- Versicherungsamt erhalten haben, einzutragen. Die für die Gewerbe vorgeschlagenen Kandidaten haben zum Teil schriftliche Versprechen geben lassen, daß er sich mit der ehren junge Mann bei Zierger in der Kaiserstraße. Im Laufe des gestrigen schon als Vertreter im Reichs- Versicherungsamt oder in ähnlichen vollen Vertrauenskundgebung" begnügen und die unentwegte Haus- Tags teilte man seinem Vater mit, daß er nicht in das Geschäft Stellen und im allgemeinen den Beweis geliefert, daß sie die Inter- befizermehrheit auf keinen Fall ein zweites Mal in Verlegenheit gegangen sei, sondern sich mit mehreren gleichalterigen Burschen am essen der Versicherten mit Energie und Umsicht zu vertreten gewillt bringen werde. Ostbahnhof herumtriebe. Rünger stellte daher seinen Sohn, als er sind und vertreten haben. Das letztere gilt auch für die Kandidaten abends um 9 Uhr nach Hause fam, zur Rede. Seine Frage, ob Der Redacteur Keller vom„ Berliner Tageblatt", dessen Tod er im Geschäft gewesen sei, bejahte er zunächst, dann gab er aber aus dem Seemannsberuf. Bei den gewerkschaftlich organisierten Beifizern der Schieds- gestern gemeldet wurde, stand, wie wir mitteilen können, unsrer zu, die unwahrheit gefagt zu haben, und erklärte sein Wegbleiben gerichte fezen wir ohne weiteres voraus, daß sie nur den vor- Bartei sehr nahe und hat in jungen Jahren ein schweres Opfer für damit, daß er in der Werkstatt etwas beschädigt und deshalb Furcht stehend Genannten ihre Stimme geben. Damit ist aber nicht genug die Sache des Proletariats bringen müssen. Keller war 1877 näm- vor Strafe habe. Rünger wollte nun seinen Sohn für die unwahrgethan. Die Beisiger müssen es sich zur Aufgabe machen, dafür zu lich Redacteur des ersten socialdemokratischen Organs in Breslau, haftigkeit bestrafen und holte einen Stock. Da trat aber die Mutter forgen, daß auch ihre Kollegen, welche den gewerkschaftlichen Organi- der Wahrheit". Als er bald nach Uebernahme der Nedaktion für den Sohn ein und bemühte sich, ihrem Manne den Stock zu sationen fernstehen, das Gleiche thun. Sie müssen diese ihre Kollegen wegen eines angeblich majestätsbeleidigenden Artikels zu hoher Fenster zu eilen, und sich auf den Bürgersteig hinabzustürzen, auf entreißen. Diesen Zwist der Eltern benutzte der Sohn, um ans persönlich aufsuchen und sie darauf aufmerksam machen, daß sie sich Gefängnisstrafe verurteilt worden war, flüchtete er nach Destreich. Sem er mit zerschmettertem Schädel liegen blieb. Eine Frau, vor selbst und den gesamten Versicherten einen Dienst erweisen, wenn Die preußische Regierung verlangte die Auslieferung des Flüchtlings, deren Füßen er niederfiel, fant vor Schred ohnmächtig neben ihm sie den von der Arbeiterschaft vorgeschlagenen Kandidaten ihre doch mußte dieser Antrag der Form nach abgelehnt werden, da sich nieder, nahm aber sonst keinen Schaden. Während die Mutter laut Stimme geben. Wenn die organisierten Beisiger ihre Pflicht erfüllen, wenn ferner selbst in den östreichischen Gefeßen keine rechtliche Grundlage fand, jammerte und schrie, eilte der Vater weinend die Treppe himunter, auch seitens der Gewerkschaftskartelle der Sache genügende Auf das preußische Begehren zu erfüllen. Aber nur die Form war im hob den schwerverletzten Sohn auf und trug ihn auf seinen Armen merksamkeit gewidmet wird, so kann es nicht zweifelhaft sein, daß Wege und über diesen nebensächlichen Stein des Anstoßes half die in die Wohnung hinauf. Obwohl gleich zwei Aerzte zur Stelle die Genannten als Bertreter der Arbeiter ins Reichs- Versicherungs- öftreichische Regierung fich dadurch hinweg, daß sie Keller aus wies waren, starb der junge Mann schon nach kurzer Zeit. und ihn per Schub just nach der preußischen Grenze trans- Zur Verhaftung des Bankiers Opik wird berichtet, daß Für die Landwirtschaft find bisher die Vertreter im Reichs- portierte, wo er von den Gendarmen des vorher verständigten bereits vor langer Zeit die Polizeibehörde ein Verfahren gegen ihn Versicherungsamt von den Landes- Centralbehörden ernannt worden. Bruderstaates sofort in Empfang genommen wurde. Keller eingeleitet hatte, durch welches ihm die Berechtigung abgesprochen Es ist das erste Mal, daß hier eine Wahl durch die Versicherten reip. mußte daranf die ihm auferlegte Strafe voll verbüßen. Der Fall werden sollte, Geschäfte als Mafler für Hypotheken und Grundstücke erregte damals beträchtliches Aufsehen und führte selbst in der machen. In dieser Sache stand bereits im Mai d. J. Termin beim Bezirksausschuß an, von welchem dem Antrage der Polizeiliberalen Bresse zu eben nicht schmeichelhaften Betrachtungen über behörde stattgegeben wurde. Ausschlaggebend für das Urteil waren die socialistentötende Großthat der beiden reaktionären Regierungen. die Vorftrafen des Banfiers, die er wegen Urkundenfälschung, Der Magiftrat hat der Stadtverordneten- Versammlung eine Betrugs usw. erlitten hatte. Interessant ist, daß Opig im damaligen Vorlage zur Beschlußfassung überfandt über die Grundsäge für die Termin ſein Einkommen auf 300 000 m. jährlich angab, was ihm Berücksichtigung fremder Dienstzeit bei der Pensionierung die Richter jedoch nicht glaubten. Der Bankier legte gegen das Urteil Berufung ein, und die Sache schwebt zur Zeit noch beim Oberund Relittenversorgung von besoldeten Magistrats= mitgliedern:" Die Stadtverordneten- Versammlung ist damit Berwaltungsgericht. einverstanden, daß befoldete Magistratsmitglieder, ihrer Berufung die infolge Arbeiterrififo im Reiche des Herrn Thielen. Zwischen in den Magistrat zu Berlin aus einer zwei Buffern zerquetscht wurde auf dem Anhalter Güterbahnhofe der anderweiten, pensionsberechtigten Stellung im Dienste des 50 Jahre alte Wagenwäscher Friedrich Jahn aus der Kazbachstr. 17. Reiches, des Staates usw. ausgeschieden sind, im Fall ihrer Jahn, der seit einem Jahre als Wäscher beschäftigt war, während Versetzung in den Ruhestand so lange, bis sie als Mitglieder des seine Frau ein Mehl- und Vorkostgeschäft betreibt, befand sich in Magistrats von Berlin eine gleiche hohe oder höhere Bension er einem Wagenschuppen als sechs Wagen eines D- 8uges eingeschoben dient haben, Benfion in Höhe des in ihrer früheren Stellung schon wurden. Als er zwischen dem legten Wagen und dem Prellbod über erdient gewesenen, infolge ihrer Berufung aufgegebenen Pensions- das Geleise hinweggehen wollte, warnte ihn der Rangiermeister und anspruchs erhalten und daß eine Pension in dieser Höhe auch der rief ihm noch zu, er möge sich vorsehen. Im selben Augenblick war Relittenversorgung solcher Magistratsmitglieder zu Grunde gelegt aber das Unglück schon geschehen. Die Wagen wurden in Bewegung wird. Die Versammlung ist ferner damit einverstanden, daß dieser gesetzt und Jahu zwischen den Buffern des letzten Wagens und des Beschluß auch auf die gegenwärtigen Mitglieder des Magistrats An- Breflbocks zerquetscht, so daß er auf der Stelle tot liegen blieb. Der wendung findet." Berunglückte, dessen Leiche beschlagnahmt wurde, hinterläßt seine Frau mit einem 17jährigen Sohne. amt gewählt werden. deren Vertreter stattfindet. Auch die aus der Landwirtschaft in Vorschlag Gebrachten werden die Eigenschaften aufweisen, welche die Versicherten von ihren Vertretern zu fordern berechtigt find. Es muß alio auch hier dahingewirkt werden, daß die der Landwirtschaft angehörenden Beisiger der Schiedsgerichte für Arbeiterversicherung den in Vorschlag GeWir glauben die bestimmte Erwartung aussprechen zu können, daß in den nächsten Tagen alle Beteiligten in ausreichendem Maße ihre Pflicht thun und im Intereffe der gesamten Arbeiterschaft dahin wirken, daß diese in den vorgeschlagenen Kandidaten die geeigneten Vertreter im Reichs- Versicherungsamt erhält. Hamburg, den 16. August 1901. brachten ihre Stimme geben. Die Generaltommission der Gewerkschaften Deutschlands. C. Legien. Berliner Partei- Angelegenheiten. Reichstags- Wahlkreis Niederbarnim. Niederbarnim statt. Als Tagesordnung ist festgesetzt: 1. Der Provinzial Parteitag für Brandenburg. G. Freiwaldt- Bankow. 2. Anträge und Wahl von Delegierten. 3. Der Parteitag zu Lübeck. Referent: Arthur Stadthagen. 4. Anträge hierzu und Wahl von Delegierten. 5. Lokalfrage. 6. Verschiedenes. An die Genossen der einzelnen Bezirke ergeht das Ersuchen, ungesäumt die Wahl der Delegierten zu dieser Konferenz vorzunehmen, sowie zu den einzelnen, zur Verhandlung stehenden Bunften der Tagesordnung Stellung zu nehmen. Der Kreis- Vertrauensmann: Adolf Gark, Neu- Weißensee, Lehderstr. 5. Dienstag, abends 81/2 Uhr, findet in den Arminhallen, Kom mandantenstraße 20, eine öffentliche Boltsversammlung statt mit der Tagesordnung: Stellung zum 2 beder Parteitag und Wahl von Delegierten". Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Vertrauensperson. Am Sonnabend, den 31. August, abends präcise 8 Uhr, findet in Rummelsburg im Lokale des Herrn Biebarth, Haupt- wendung findet." straße 88, eine Kreistonferenz für den Kreis Die Klagen über die Große" wollen nicht verstummen. Eine traurige Gewißheit hat jegt infolge eines SkelettAllgemein führt man Beschwerde über die unzulängliche Verkehrsgelegenheit. Diefe. ist in ganz beträchtlichem Maße auf die Profitwut fundes im Walde bei Zobten ein Berliner Einwohner über das Referent: der Verwaltung zurückzuführen, die, wie ein Berichterstatter mitteilt, Schicksal eines lange vermißten Bruders erhalten. Im Juni v. J. den Grundsatz festgelegt hat:" Jeder Wagen im Betriebe muß eine reiste der 20 Jahre alte Friseur Ferdinand Rast, dessen Bruder in Einnahme von 90 Pf. pro Kilometer bringen." Die Erreichung Berlin wohnt, während die Wutter in Westpreußen lebt, vou diefer Summe ist natürlich nur möglich, wenn die Wagen stets Königsberg nach Breslau und erbat sich von dort aus von seiner besetzt sind, und um dieses Ziel zu erlangen, verfährt die Mutter schriftlich eine Unterstützung, da er in schlechte Gesellschaft Betriebsverwaltung dem Publikum gegenüber in der rück geraten sei und in ihr sein Geld verloren habe. Die Mutter fichtslosesten Weise. bon Die seiner Beit der Aufsichts- schickte ihm 60 M. und erhielt von ihrem Sohne aus Bobten ein behörde angeordnete Einstellung von Einsaglinien wird sehr Dankschreiben, in dem er ihr versprach, daß er die Gesellschaft werde. den meiden Seitdem fehlte von vernachlässigt, ja man ist jetzt sogar dahin gekommen, dem jungen Manne Jetzt ist nun im Walde bei Bobten ein Betrieb einzuschränken. Auf der Linie Kreuzberg- Spittelmarkt- jede Spur. Anfangs glaubte man, daß es Gesundbrunnen famen bisher den ganzen Tag Anhängewagen zur Stelett gefunden worden. Verwendung. Seit furzem verkehren die Anhänger aber nur in den fich hierbei um einen Friseur Hing handle. Karten, die man Morgenstunden, und obwohl allabendlich Hunderte von Bersonen in der Kleidung fand, schienen das zu bezengen. Es ergab sich aber, zurückgewiesen werden müssen, führt die Gesellschaft den Anhänge- daß man in dem Stelett die Ueberreste des verschwundenen Raft geberkehr nicht wieder ein. Auch auf der Linie Brig- Rieder- funden hatte. Der Schädel wies am Hinterkopf vier Schußöffnungen schönhausen sind die Verhältnisse äußerst trostlos. Ein Betriebs- auf, so daß man annehmen muß, daß Raft einem Verbrechen zum inspektor hatte eines Tages Einsatzwagen verkehren laffen, aber Opfer gefallen ist. Die Nachforschungen richten sich auf die Erda an diesem Tage zufällig der Verkehr etwas geringer war, mittelung jener Gesellschaft, in der der junge Mann damals ver brachten die Waggons nicht die üblichen 90 Pf.". Der Erfolg fehrte; denn wahrscheinlich haben ihn seine Begleiter aus jener Beit war ein Rüffel", den der Inspektor einsteden mußte, die auf dem Wege durch den Wald niedergeschossen und beraubt. Das Einfagwagen fielen weg und jeden Abend werden 10-20 Berjonen Handwerkszeug des Ermordeten hat man nicht gefunden, dagegen an den einzelnen Haltestellen mit einem Befekt" zurückgescheucht, einen Ueberzieher, den er in einem Gasthof in Bobten zurüdgelaffen Die Anhänger auf dieser Linie verkehrten früher bis zur Ringbahn hatte. in Rigdorf. Seit einigen Tagen werden sie aber nur bis zum Verunglückter Automobilfahrer. Ein fchiverer Unfall hat Wie's gemacht wird. Bur Lokalfrage in Tempelhof sei Herrmannplas mitgeführt. Aehnlich liegen die Verhältnisse im Ver- fich vorgestern nachmittag in der Heinersdorferstraße zugetragen. Ein hierdurch den Parteigenoffen mitgeteilt, daß der Gastwirt Sollfehr nach Tegel und auf vielen andren Linien. Auf der Strecke Automobilist, der mit seiner Maschine von der Prenzlauer Allee wis, Berlinerstr. 80, welcher sein Lokal der organisierten Arbeiter Landsberger Allee- Nollendorfplatz werden die Züge an Sonntagen kommend die abschüssige Heinersdorferstraße paffierte, wurde von schaft zur Verfügung gestellt hat, jezt Maßregelungen vom Amts bis zum 8oologischen Garten durchgeführt. Am vergangenen einem Hund verfolgt, der den Kraftwagen anbellte. Der Führer vorsteher zu erdulden hat. Erstlich ist der Wirt auf die niedrigste Sonntag wurden viele Taufende von Ausflüglern bis zu diesem wollte das Tier verscheuchen und fah sich nach demselben um, wobei Bolizeistunde gesezt und jegt ist ihm auch die Tanz- Buntt befördert. Abends von 1/27 Uhr an wurde die Linie aber er unwillkürlich mit der linken Hand das Steuerrad drehte, Intonzession entzogen worden. Es sollte Sonnabend ein wieder verkürzt, die Berliner konnten ja fehen, wie sie nach Hause tamen. folgedessen nahm die Automobile eine andre Fahrrichtung und jagte Der fünfte Reichtags.Wahlkreis hält die Versammlung, in welcher die Delegiertenwahlen 2c. auf der Tagesordnung stehen, am Donnerstag, den 22. August, im Alten Schüßenhause, Linien straße 5, ab. " gegen einen mit Eisenstangen beladenen Lastwagen mit solcher Ge- I find, hieß es, man bebante sich dafür, die Armenlasten für das fehentlich" recht viele Bürgermeister und andre Standespersonen walt an, daß fie umschlug und der Fahrer unter den Lastwagen ge- Charlottenburger Proletariat zu übernehmen; das könne Charlotten- polizistisch verprügelt find. Der öffentlichen Sicherheit wäre daher schleudert wurde. Er erlitt eine schwere Kopfverlegung und mußte burg gefallen, einen so fetten Bissen wie Wilmersdorf zu schlucken. sehr gedient, wenn schmerzliche Vorfälle ähnlicher Art sich bei passender nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht werden. Schließlich war von einer Protestbewegung und von Einreichung Gelegenheit wiederholten. Ein Opfer grober Fahrlässigkeit ist, wie uns von gewert einer Dentschrift an den Minister des Innern die Nede. schaftlicher Seite mitgeteilt wird, der Maurer Aler Deubert ge worden. Er war auf dem Neubau Prinz Eugenstraße 7 beim Unter nehmer Lenz beschäftigt. Um in die Baubude zu gelangen, mußten die Arbeiter eine schmale, von einer Leiter hergestellte Brücke passieren, die über einen mehrere Meter breiten und tiefen Schacht führte. Als nun, nachdem der Polier des Baues Feierabend geboten hatte, mehrere Maurer sich auf der Brücke befanden, brach diese plötzlich zusammen und vier Mann stürzten in die Tiefe. Während drei Mann mit leichten Verlegungen davonkamen, wurde bei Deubert auf der nächsten Unfallstation ein Rippenbruch konstatiert. Die Fahrlässigkeit liegt darin, daß die Leitern, die die Brücke bildeten, nicht breit genug und nicht genügend gesteift waren. Ein Geländer war ebenfalls nicht vorhanden. Wir meinen, daß die Frage der Eingemeindung sehr wohl der Kampf für Ordnung, Religion und Sitte. Ueber ein tödlich Erwägung wert ist. Abgesehen davon, daß jede Zusammenziehung verlaufenes Pistolen duell meldet ein Telegramm aus Leipzig: der Vororte mit städtischem Charakter einen Schritt näher zu dem Im Walde bei Leutsch fand heute früh ein Bistolenduell statt zwischen trotz aller bureaukratischen Hindernisse unvermeidlichen Groß- Berlin Nechtsanwalt Dr. Breit von hier und stud, jur. Richard ettinger bedeutet, stehen gerade Charlottenburg und Wilmersdorf in so enger aus Stuttgart. Dettinger wurde durch einen Schuß so schwer ver fommunaler Verbindung mit einander, daß beide Orte durch eine letzt, daß er sofort in ein Krankenhaus überführt werden mußte. Gingemeindung mur gewinnen könnten, und für Wilmersdorf die woselbst er nach furzer Zeit verstarb. Dr. Breit hat sich selbst etwa eintretende Erhöhung des Steuerzuschlags burch die kommunal- der Behörde gestellt. Ueber die Veranlassung zum Duell ist nichts bekannt geworden. politischen Vorteile der Stadtwerbung wohl aufgewogen würde. Straßensperrung. Die Straße Hinter der katholischen Kirche von der Französischenstraße bis zum Opernplatz wird behufs Aus führung der Arbeiten für die unterirdische Stromzuführung der elektrischen Straßenbahn von heute ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Fenerbericht. Freitagvormittag brannte auf dem Schlesischen Güterbahnhofe ein Wagen Breßfohlen. Auch Blumenthalstr. 13 und Buttmannstr. 17 waren Breßlohlenbrände zu beseitigen. Jäger straße 63 hatte ein elektrisch betriebenes Klavier Feuer gefangen. Infolge einer kleinen Spirituserplosion erfolgte ein Alarm nach Reichenbergerstr. 115. Personen wurden nicht verlegt, auch ist der berurfachte Schaden unerheblich. Linienstr. 2 hatten Gardinen und Möbel Feuer gefangen, während Alarme nach Reinickendorferstr. 18, waren. Bei dem ſtarten Gewitter, das in der Nacht zum Freitag Engelufer 8 und Huffitenstr. 34 auf blinden Lärm zurückzuführen über Berlin zog, schlug der Blizz in der Lindenstraße und Char lottenstraße in die Masten der elektrischen Straßenbahn, ohne indes dabei besonderen Schaden anzurichten. Noch eine Folge der Landestrauer. Mit Rücksicht auf die Landestrauer ist das Knappschaftsfest in Rüdersdorf, das nächsten Sonntag stattfinden sollte, auf unbestimmte Zeit verschoben worden. Es wird erst nach Beendigung der Landestrauer stattfinden. Durch eine Fenersbrunst wurden in Kleinenberg bei BaderDer Brand dauert born zwanzig Wohnhäuser eingeäschert. noch fort. In Weißwasser ist vorgestern durch eine Petroleumerplosion ein Geschäftsladen ausgebrannt, wobei zwei Frauen und zwei Kinder lebensgefährliche Brandwunden davongetragen haben. Das eine Kind ist den Verlegungen nach kurzer Zeit erlegen. In Sloboda wütete ein furchtbarer Brand. Zahlreiche Häuser wurden eingeäschert; fünf Personen sind in den Flammen um= Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 18. August, vormittags 83 Uhr in der Aula der 69. Gemeindeschule, kleine rankfurterstr. 6: Versammlung. Freireligiöse Vorlesung." Um 10 Uhr vormittags ebendaselbst: Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille: Ist die Welt Chaos oder Kosmos?" Vor- und Nachspiel auf dem Pariser Mustel- Harmonium. gekommen. Gäfte, Damen und Herren, sehr willkommen. Allgemeine; Krauten und Sterbekasse der Metallarbeiter Wetter: Prognose für Sonnabend, den 17. August 1901. ( E. S. 29). Mitglieder Versammlungen am Sonnabend: Filiale Ein wenig fühler bei schwachen westlichen Winden und abnehmender Berlin 3. 81/2 Uhr, bei Bergener, Reichenbergerstr. 157. Filiale Bewölfung; teine erheblichen Niederschläge. Filiale Berlin 5. Berliner Betterbureau. Berlin 4. 9 Uhr bei Wilte, Andreasstr. 26. 9 Uhr bei Koplin, Lothringerſtr. 68. Vermischtes. Briefkasten der Redaktion. Brrr. Sie müssen sich an das Standesamt 9, Krausnidstr. 20, wenden. Ein Bürgermeister vom Polizisten vergeprügelt. Die Die juristische Sprechst unde findet am Dienstag, Donners: Herrn Bürgermeister Germann von hier ist bei einer Reise nach Die Ausfertigung der Urkunde kostet 50 Pf., doch können Sie das SchriftAltenb. Beitung" bringt folgende Aufsehen erregende Meldung: tag und Freitag von 7-9 1hr abends flatt. der Jufel Rügen, wo er seinen Urlaub zuzubringen gedachte, in der stück wohl auch unter Nachnahme zugesandt erhalten. Nacht zum Montag in Stettin bedauerlicherweise ein unangenehmes Vorkommnis passiert. Scheinbar wegen Differenzen mit Auf der Treptower Sternwarte wird Sonntag, den einem dortigen Polizisten wurde Herr Bürgermeister Germann von 18. August, nachmittags 5 Uhr, Direttor Archen hold in einem der Schutzmannschaft zu Stettin mittels festgeschraubter HandVortrag Kometen und Sternschnuppen" über die Resultate der dies- fessel geschlossen in Polizeigewahriam genommen, auch Endeichen Komet, unter Borführung zahlreicher Lichtbilber sprechen, wurde er durch Faustschläge mishandelt. Herr Bürgermeister GerDas Thema des Siebenuhr- Vortrages lautet:" Die Bewohnbarkeit mann konnte fich der Schußmannschaft gegenüber genügend der Welten." Im Festsaal der„ Internationalen Ausstellung für Feuerschutz und Rettungswesen" hält heute abend 74 Uhr Herr Versicherungsdirektor Bogts einen Vortrag über Haftpflicht und Haftpflichtversicherung mit be fonderer Berücksichtigung des Feuerschutz und Rettungswesens. Aus den Nachbarorten. . B. 124. 1. Nein, da durch die Beleidigungen Entlassungsgrund gegeben war. 2. a. 3. Nein. 2.5. 88. Steinau in Oberschlesien ist ein Flecken wit 1145 Einwohnern, dabei liegt Dorf Steinan mit 701 Einwohnern. Billard 26. 27. Dreimal so viel, denn 3 X 20= 60. Streitende 24. Ueber die Frage der Rechtsgültigkeit des Landess. Borwärts" geſchrieben. Das Reglement it in den Kadinettsorbers vom 9. 6. 1840 und 28. November 1849 als gültig anerkannt und ist beim Ablegitimieren, trotzdem hat ihn dieselbe bis Montagmittag 12 Uhr in leben der Königin Elisabeth 1873, des Kaisers Friedrich 1888 und der Kaiserin Augusta 1890 als gültig erachtet: im ersten Fall wurden auf Polizeigewahrsam behalten. Gegen den betreffenden Schußmann, 8 Tage, in den beiden andren& ällen auf 2 Tage nach der Beisetzung der sich einer unglaublichen Instruktionsverlegung schuldig gemacht Tanz usw. verboten.§. 2. 57. Es würden nur die Kinder erben. hat, ist bereits das Strafverfahren eingeleitet worden." A. W. J. 1. 1. Ja. 2. Nein. R. 3. 72. 1. Die geringfügige BeDer Bürgermeister kann von Glück sagen, daß das Straf- strafung rechtfertigt nicht die Annahme, daß Sie das Gewerbe zur Förderung der Völlerei, bes verbotenen Spiels, der Hehlerei oder Unsittlichkeit mißverfahren gegen den prügelnden Polizisten und nicht gegen ihn ein- brauchen werden. Es wird Ihnen also wohl die Konzession erteilt werden. geleitet worden ist. Wie zahlreiche Gerichtsverhandlungen ergeben Absolut sicher ist das freilich nicht. 2. Ihre Bestrafung steht der Erteilung Eine Eingemeindung unsres Vorortes Wilmersdorf in haben, waren andre Staatsbürger in ähnlichen Fällen weit weniger der Stonzession an Ihre Frau nicht entgegen. 2. B. 1000. 1. Ja. 2. Nein. Charlottenburg soll geplant sein. Gegen diesen Gedanken wendet glücklich. Ist der Verprügelte somit noch relativ gelinde davon- Stiftung besteht leider nicht. 2. Ja. A. G., Andreasberg. Sie sind im Irrtum. Die vorgesetzte Behörde sich der Grundbesizerverein von Wilmersdorf mit lebhafter Jubrunst. gekommen, so kann auch die Oeffentlichkeit bei allem persönlichen hat nicht das Recht, den Beamten zum Schadensersatz zu verurteilen. Eine Der Grund des Sträubens liegt in der Befürchtung, daß die Be- Bedauern über die dem Stadtoberhaupt widerfahrene Unbill mit folche Berurteilung kann nur im Wege der Klage erfolgen. Die Klage hat fizenden stärker zu den Steuerlasten herangezogen werden könnten, da in Wilmersdorf zur Beit nur 90 Broz. Gemeindeſtener- Zuschlag einer gewissen Genugthnung auf den fatalen Vorfall blicken. Denn Aussicht auf Erfolg, wenn Sie nachweisen, daß den Beamten ein Verschulden trifft und daß durch das Verschulden Ihnen Schaden erwachsen ist. In gefordert wird, wogegen die Charlottenburger Einwohner 100 Proz. bei Betrachtung der bekannten Polizei Ausschreitungen in Preußen Ihrem Falle scheinen Sie es unterlassen zu haben, gleichzeitig mit der zahlen. In einer Versammlung der Wilmersdorfer Notabeln, die Deutschland kann man kaum anders als zu der pessimistischen Au- Beschwerde einen Antrag auf Einstellung der Zwangsvollstreckung zu Ist dem 10, tann Ihre Klage abgewiesen werden. bekanntlich vornehmlich durch den Grundstückswucher reich geworden schauung kommen, daß eine Besserung erst eintritt, wenn„ ver- ftellen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 17. Auguft. Opernhaus. Geschlossen. Schauspielhaus. Gefchloffent. Neues Opern Theater( Kroll). Jm Trianon Theater:" Lebende Lieber". Anfang 8 Uhr. Im Garten: Täglich großes Konzert. Schiller.( Morwitz Oper.) Bar und Zimmermann. Anf. 7 Uhr. Deutsches. Rofenmontag. Anfang 71 Uhr. Berliner. Don Juan. Anfang 8 Uhr. Leffing. Geschlossen. Residenz. Geschlossen. Neues. Geschlossen. Weften. Theater Charivari"( Se ceffions Brettl). Anfang 8 Uhr. Seceffionsbühne. Buntes Theater: Ueberbretti. Anf. 8 Uhr. 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Zu dieser Versammlung werden ausdrücklich, unter Bezugnahme auf unfren Aufruf in Nr. 190 des Vorwärts", auch alle nichtorganisierten Kollegen eingeladen; ganz besonders diejenigen, welche bei den Firmen J. Stahl, E. Franke, Düslerbeck, und Moll& Sturmhebel arbeiten. Jeder Kollege, welcher mit uns gemeinsam kämpfen will, iſt willkommen. Arbeitsberechtigungs- Karten werden dort ausgestellt. Das Bureau der Lohnkommission befindet sich Andreasstraße 26 im Restaurant Wilte.( Telephon Amt 7 Nr. 945.) 34/ 7* Die Lohnkommission. veranstaltet von Parteigenossen in Britz. Bei eintretender Dunkelheit: Große Fackelpolonaise. Jm Saale: Grosser Ball. 2 Uhr geöffnet. Entree 20 Bf. gratis! 231/1 Stoclaternen Die Kaffeeküche wird um Anfang 4 Uhr. Das Komitee. Achtung! Sonntag, den 18. August, nachmittags 4 Uhr: Volks- Feft der socialdemokrat. Parteigenossen bon Reinickendorf und Umgegend im großen Saal und Garten des Herrn Schubert ( vormals Sandhagen), altes Dorf, Hauptstraße, Endstation der elektrischen Straßenbahn Kreuzberg- Reinickendorf( Rathaus) sowie Charlottenstraße- Reinickendorf( Rathaus) und Haltestelle der Vorortbahn Berlin- Tegel, Station Reinickendorf. Verband der Möbelpolierer. Grosses Instrumental- und Vokal- Konzert Am Montag, den 19. Auguft, abends 8½½2 Uhr, Andreasstraße 26: Derlammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Novoschat über: Die Bierbereitung im 20. Jahrhundert". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Die außerordentliche Generalversammlung findet am 24. Auguft bei Keller, Koppenstraße 29, statt. 147/7 Der Vorstand. Neu eröffnet! Julius Mierke empfiehlt sein neu erbautes Restaurations- und Gartenlokal Pankow, Berliner- u. Mühlenstrassen- Ecke. Haltestelle der elektrischen Straßenbahn. J. 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Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin.