Nr. 200. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrterter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Posts Abonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Post- Beitungss Preisliste für 1901 unter Dr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonet zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Erpedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Die deutschen Gewerkschaften im Jahre 1900. Die Generalfommission der Gewerkschaften giebt in ihrem Publikationsorgan die Ergebnisse der statistischen Aufzeichnungen über den Mitgliederstand, Einnahmen und Ausgaben der deutschen Gewerkschaften für das Jahr 1900 in interessanten Vergleichen und Berechnungen bekannt. Es ist ein reiches Gebiet wirksamer agitatorischer Thätigkeit, das ims aus den trodenen statistischen Tabellen entgegenleuchtet, ein Beweis dafür, was die Arbeiterschaft aus eigenen Kräften vermag, wenn sie die Bedeutung und den Wert der Organisation erfannt hat. Trozdem im Vorjahre schon eine geschäftliche Unsicherheit eintrat, zeigen die Gewerkschaften doch noch eine Aufwärtsbewegung, die nur bei einigen am Schluß des Jahres etwas abflaute. Die Mitgliederzunahme ist sogar eine recht erhebliche, wie die nachfolgende Tabelle veranschaulicht. Mitgliederzahl Gewerkschaftliche Centralorganisationen. 580 473 Zit- oder Mittwoch, den 28. August 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Die Zahl der weiblichen Mitglieder in den Centralverbänden teure 6,99, Gemeindebetriebsarbeiter 6,74, Buchdruckerei- Hilfsarbeiter ist von 19 280 auf 22 844 im Jahre 1900 gestiegen, der Prozentsatz 6,64, Tapezierer 6,51, Dachdecker 6,16, Fleischer 6,07, Masseure 5,33, zu den Berufsangehörigen beträgt nur 2,76. Bergarbeiter 5,29 und Bureau- Angestellte 3,96. Entsprechend dem Zuwachs an Mitgliedern sind auch die Einnahmen der Gewerkschaften gestiegen. Sie haben sich gegenüber dem Vorjahre. um fast zwei Millionen Mark erhöht. Wie sich die Einnahmen in den einzelnen Jahren seit dem Jahre 1891 gestalteten, zeigt die nachstehende Uebersicht. Zu bemerken ist dazu, daß in den ersten det angegebenen Jahre die Angaben sehr unvollständig waren, und daß auch in den letzten Jahren vielfach noch Einnahmen für lokale Zivede gemacht sind, die in der Gesamteinnahme nicht verrechnet wurden. Es vereinnahmten: 1891 49 Organisationen 1 116 588 m. 222222 9 454 075 Summa 41 467 279 M. . 47 Organisationen 1 606 534 M. 1 786 271 1892 46 1893 44 " 2 031 922 2 246 366" 1894 41 b " 1895 47 2 685 564 3036 803 " " " 1896 49 3 616 444 " 1897 51 4 083 696 " 1898 57 5 508 667 " " 1899 1900. Abnahme Zunahme gegenüber in Prozenten 1899 1899 55 7 687 154 " " 1900 58 12 " Es verausgabten: 1891 Lokale Vereine 15946 680 427 9 860 +99 954 6 086 17,23 1892 50 " " 1893 44 2 036 025 " " Hirsch- Dunckersche Ge1894 44 " werkvereine 86 777 Christliche Gewerk schaften. Unabhängige Vereine 112 160 68 994 91 661 159 770 53 717 1895 + 4 884 5,62 48 2135 606 2488 015 " " " 1896 50 3 323 713 " +47 610 1897 52 42,09 3 542 807 " " 1898 15 277 57 4279 726 " " 1899 .55 6 450 876 " " 7 Summa 864 350 995 435 +131 085 15,16 1900 58 8 088 021 " Summa 35 737 594 m. in 56 Organisationen 713 838 m. 56 280 889 " " " 46 2 563 398 " " 43 62 244 " " 48 68 486 • " " 32 " 40 97 092 461 028 " " " 19 501 078 " " 13 656 026 " " 2 113 530 " " " 36 205 459 " " 9 4 345 " " " 14 6 854 " " " 52 390 793 " " 39 115 037 " " " 1 51 60 324 " " " 13 4 737 31 " " " 55 53 192 646 " " " Im Jahre 1900 betrugen die einzelnen Ausgabeposten: • Die auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehenden Organisationen haben seit 1893, dem Tiefstand der Bewegung, um Verbandsorgan das Dreifache zugenommen. Auffallen wird es, daß die christlichen Agitation Gewerkschaften die größte prozentuale Zunahme haben. Es muß Streits im Beruf hierbei berücksichtigt werden, daß in den Jahren zwei Organisationen Streits in anderen Berufen - der Siegerländer Gewerkverein christlicher Bergarbeiter mit Rechtschut 10 200 Mitgliedern und der Verein Oberschlesischer Arbeiter mit Gemaßregelten- Unterstützung 15 004 Mitgliedern, die bisher als unabhängige bezeichnet wurden, Arbeitslosen- Unterstützung sich dieser Gruppe anschlossen. Kranken- Unterſtüßung Reise- Unterstützung Fassen wir die Gesamtzahl der Mitglieder der Vereinigungen, die Invaliden- Unterstützung gewerkschaftlichen Charakter haben, zusammen, so erhalten wir die Sonstige Unterstützung Summe von 995 435, die sich gut auf eine Million erhöht, Stellenvermittelung wenn wir einige unabhängige Vereine, über die keine bestimmte Bibliotheken Auskunft zu erhalten war, hinzurechnen. Das Verhältnis der Organsierten zu den Berufsangehörigen ist ein sehr verschiedenes, die Generalfommission hat bei ihrer Berechnung nur die ihr angeschlossenen Centralverbände in Vergleich gestellt und ist dabei zu folgendem Ergebnis gelangt: Sonstige Zwede Konferenzen und Generalversammlungen Beitrag an die Generalfommission Prozeßkosten Gehälter Berwaltungsmaterial " Der Kassenbestand der 58 Verbände in Höhe von 7 745 901 M. verteilt sich, auf den Kopf der Mitglieder berechnet, in den einzelnen Organisationen folgendermaßen: Buchdrucker 131,51 M.; Hutmacher 51,61; Cigarrenfortierer 29,65; Handschuhmacher 28,86; Kupferschmiede 28,28; Borzellanarbeiter 15,54; Zimmerer 14,29; Buchbinder 12,82; Graveure 12,44; Bildhauer 12,43; Vergolder 11,10; Lithographen 11,05; Seeleute 10,63; Buchdruckerei- Hilfsarbeiter 10,34; Maurer 10,23; Formstecher 10,16; Maler 8,73; Bauarbeiter 8,30; Konditoren 8,08; Lederarbeiter 7,81; Glaser 7,45; Steinfeger 6,98; Gastwirtsgehilfen 6,91; Werftarbeiter 6,76; Dachdecker 6,37; Schneider 5,83; Metallarbeiter 5,67; Brauer 5,46; Hafenarbeiter 5,28; Müller 4,83; Handels, Transport- und Verkehrsarbeiter 4,63; Böttcher 4,49; Handlungsgehilfen 4,44; Steinarbeiter 4,28; Gärtner 4,17; Fabrikarbeiter 3,82; Glasarbeiter 3,78; Schiffszimmerer 3,70; Schmiede 3,48; Schuhmacher 3,15; Töpfer 3,19; Stuccateure 3,04; Sattler 2,93; Gemeindebetriebsarbeiter 2,78; Tabatarbeiter 2,03: Maschinisten 1,96; Tapezierer 1,79; Holzarbeiter 1,76, Bergarbeiter 1,75; Barbiere 1,67; Textilarbeiter 1,60; Bäder 1,58; Fleischer 1,29; Lagerhalter 1,-; Bureau- Angestellte 0,96; Masseure 0,30; Former 0,17 und Rauchwaren- Zurichter 0,11. Das Gesamtergebnis der sehr interessanten Statistit, von der wir nur einige wichtige Zahlen der Uebersicht gegeben haben, stellt den Gewerkschaften ein Zeugnis eifriger und erfolgreicher Thätigkeit aus; nicht nur in der Zunahme der Mitglieder tritt der Fortschritt deutlich hervor, sondern auch in der gesteigerten Leistungsfähigkeit, dem Ausbau des Unterstützungswesens; wir können uns nur dem Wunsche der Generalfommission anschließen, daß die einmal errungene Position nicht wieder aufgegeben werden möge, gleichviel wie sich die Verhältnisse auch gestalten. Politische Webersicht. Berlin, den 27. August. Der Sühneprinz vor den Thoren. Die an burlesken Episoden so reiche Chinakomödie scheint um Der einen komischen Zwischenakt bereichert werden zu sollen. Sühneprinz ist glücklich in Basel angekommen, soll sich jedoch weigern, die Weiterreise nach Berlin anzutreten. Angeblich soll seine Unpäßlichkeit eine mehrtägige Verzögerung der Weiterreise bedingen, doch munkelt man bereits alles Mögliche über eine plötzliche widersetzlichkeit des jungen Menschen, der bisher gleich einem Theaterprinzen alles mit sich hat geschehen lassen, was die Regie von ihm verlangte. Der Berichterstatter eines schweizerischen Blattes, der den Prinzen bei seiner Ankunft in Basel gesehen hat, behauptet, Prinz Tschun habe durchaus nicht den Eindruck eines Kranken gemacht, sofern eine so schmächtige Gestalt, die höchstens einen Brustumfang von 60 Centimetern habe, überhaupt anders als frant aussehen könne. Es sind von den Berufsangehörigen in Prozenten organisierte 215 650 Man hat denn auch bereits die Motive des Streiks des SühneBuchdrucker 90, Bildhauer 75,71, Handschuhmacher 57,73, Stupfer- Die Zweigvereine verausgabten resp. behielten an Prozenten prinzen entdeckt: der Stolz der königlichen Hoheit habe sich dagegen schmiede 56,92, Glaser 47,87, Tapezierer 40,38, Maurer 36,57, Hafen der Einnahme in 46 Organisationen 1379 283 M. Die letztere empört, daß sie in Potsdam nur von dem Plazkommandanten Graf arbeiter 36,50, Schiffszimmerer und Werftarbeiter 36,41, Lithographen Summe ist aber keineswegs für Verwaltung in den Zweigvereinen Moltke statt von dem Kaiser selbst empfangen werden solle. und Steindrucker 36,34, Porzellanarbeiter 31,57, Stuccateure 31,14, verausgabt worden, sondern es werden aus den den Zweigvereinen Audrerseits behauptet dasselbe Gerücht, Wilhelm II. habe gelobt, Töpfer 31,10, Metallarbeiter 30,97, Brauer 28,70, Buchbinder 28,64, verbleibenden Beträgen Unterstügungen an Mitglieder und für den Sühneprinzen nicht eher in Audienz zu empfangen, bevor der Holzarbeiter 27,34, Vergolder 27,21, Böttcher 26,73, Zimmerer 24,93, Streits in andren Gewerben gewährt, sowie die Ausgaben für die chinesische Hof nicht das Friedensprotokoll unterzeichnet habe. Formstecher und Graveure 24,08, Dachdecker 23,92, Glasarbeiter Bibliotheken, Stellenvermittlung und dergleichen gedeckt. Da eine Wir sind natürlich nicht in der Lage, festzustellen, welche Thatsachen 23,23, Gemeindebetriebsarbeiter 23,12, Hutmacher 21,18, Tabak- einheitliche Verrechnung dieser als Prozente der Einnahme den diesen wundersamen Gerüchten zu Grunde liegen. Doch gleichviel, arbeiter und Cigarrensortierer 19,09, Rauchwarenzurichter 19, Schuh- 8weigvereinen verbleibenden Summen nicht in allen Verbänden er- ob hier ein humoristischer Zufall der Urheber dieser köstlichen macher 18,28, Maler 18,25, Fornier 18,05, Sattler 16,08, See- folgte, so muß der Betrag in der Statistik allgemein als Ausgabe Lustspiel- Episode ist oder nicht, darüber herrscht allgemeine Leute 14,49, Lederarbeiter 14,42, Buchdruckerei- Hilfsarbeiter 14,13, der Zweigvereine ohne nähere Specialisierung angegeben werden. Uebereinstimmung, daß dies luftige Intermezzo gerade noch fehlte, Steinfeger 12,36, Steinarbeiter 11,01, Schneider 10,80, Berg- Die für Unterstügung verausgabten Summen sind demnach höher um der ganzen Sühnemission des jugendlichen Tschun einen unarbeiter 10,01, Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter 9,55, als sie angegeben sind. gemischten Heiterfeitserfolg zu sichern. Fabritarbeiter 8,93, Konditoren 8,88, Bäcker 6,70, Tertilarbeiter 6,32, Obgleich von Jahr zu Jahr die Kosten der Streits aus den Oder kann man schon sich etwas komischeres denken, als die Schmiede 6,25, Bauarbeiter 5,46, Müller 3,61, Barbiere 3,15, Kaffen der Verbände in stärkerem Maße getragen werden, so ist die grimme Preßfebde darüber, mit welchem Ceremoniell Gastwirtsgehilfen 0,74, Gärtner 0,63, Fleischer 0,49 und Handlungs- Ausgabe für Unterstützung und Bildung der Mitglieder doch größer der Sühneprinz empfangen werden solle? Die Preßstimmen, gehilfen und Lagerhalter 0,45. als die Ausgabe für Streits. Im lezten Jahre wurden 84 Prozent die empfahlen, durch eine erlesene Liebenswürtigkeit auf das jugendDie Möglichkeit, die Arbeiter zur Organisation Heranzuziehen, der Streitkosten aus den Verbandskassen gedeckt. Trotzdem überstieg lich wachsweiche Gemüt des Sühneprinzen einen besonders tiefen ist natürlich nicht in allen Berufen die gleiche. Wo die Berufs- die Ausgabe für Rechtsschutz, Verbandsorgan und die verschieden Eindruck hervorzubringen, sind übertäubt worden durch den rüden angehörigen in fleinen Orten und in Kleinbetrieben zerstreut artigsten Unterstützungen diejenige für Streiks doch um rund 200 000 Lärm derjenigen Blätter, die behaupten, nur dadurch, daß man den arbeiten, wird es schier sein, sie in größerer Zahl für die Organis Mark. Die erstere Ausgabe betrug 2816 037 M., die legtere Mongolenprinzen nach asiatischer Sitte en canaille behandle, werde sation zu gewinnen, während die Organisationsarbeit in den Be- 2 625 642 M. In den Jahren von 1891 bis 1900 wurden für man China imponieren können. Beide Auffassungen sind gleich rufen, welche überwiegend in den größeren Städten sich konzentrieren den ersteren Zwed 15 598 578 m., für den letzteren 9237 637 M. findlich. Wenn man durch persönlich freundschaftliche Einwirkung und in denen der Großbetrieb vorherrscht, leichter ist. verausgabt, also 6 360 941 m. mehr für Unterstützungen usw. als auf einen illustren chinesischen Gast bessere Beziehungen zum himm für Streits. lischen Reiche anbahnen wollte, so durfte man nicht vorher China die gepanzerte Faust in so rücksichtsloser Weise fühlen lassen, durfte man namentlich auch den chinesischen Gesandten nicht zwangsweise zum Armesünderbänkchen führen lassen. Nachdem man aber einmal die Berliner Audienz zum Knalleffekt der chinesischen Sühne handlungen gemacht hatte, mußte ein freundschaftlich- feierlicher Enipfang mur allgemeines Kopfschütteln hervorrufen, in China nicht minder, wie in Europa. Nach der absoluten Zahl der Mitglieder rangieren die Gewerk schaften wie folgt. Die größte Mitgliederzahl weist der Verband der Von Jnteresse ist ein Vergleich darüber, wie sich die Einnahmen Metallarbeiter mit 100 762 auf. Weiter zählen Mitglieder: Maurer der einzelnen Organisationen pro Stopf der Mitglieder stellten. Es 82 964, Holzarbeiter 73 972, Bergarbeiter 36 420, Tertilarbeiter 34 333, müssen hierbei die Verbände der Barbiere, Former, Gärtner, HolzFabrik und gewerbliche Hilfsarbeiter 30 847, Buchdrucker 28 838, arbeiter, Maschinisten und Rauchwarenzurichter unberücksichtigt bleiben, Zimmerer 25 272, Schuhmacher 19 288, Tabatarbeiter 18 500, Bauweil bei diesen besondere Einnahmen zu verzeichnen waren, oder die arbeiter 17 901, Handels-, Transport- und Verkehrsarbeiter 17 006, Einnahmen nur für einen Teil des Jahres angegeben oder nur solche Schneider 15 639, Hafenarbeiter 11 414, Brauer 11 410, Maler 10 906, der Hauptkasse sind. Die übrigen Organisationen vereinnahmten pro Buchbinder 10 447, Steinarbeiter 10 000, Porzellanarbeiter 9280, Stopf der Mitglieder: Buchdrucker M. 55,91, Glaser 27,97, Bild- Andrerseits freilich: Welche Rolle muten num eigentlich diejenigen Former 9153, Glasarbeiter 7101, Töpfer 6831, Lithographen und hauer 25,03, Cigarrenfortierer 21,70, Gastwirtsgehülfen 21,24, Hut- Blätter dem Prinzen Tschun zu, die da wünschen, daß man ihm das Steindrucker 5811, Maschinisten und Heizer 5600, Böttcher 5582, macher 19,76, Handschuhmacher 19,55, Kupferschmiede 19,39, Form Erniedrigende seiner Sühnemission mit aller Schommgslosigkeit, Schmiede 5500, Lederarbeiter 4799, Bäder 4585, Bildhauer 4543, stecher 18,23, Lithographen 18,14, Maler 16,03, Maurer 15,23, Buch- fühlen lassen solle? Soll er etwa im Büßergewand und mit einem Tapezierer 4437, Steinfeger 4195, Gemeindebetriebsarbeiter 4030, binder 15,17, Porzellanarbeiter 14,58, Graveure 14,54, Konditoren Strick um den Hals bei Hofe antreten? Oder verspricht man Sattler 3927, Werftarbeiter 4543, Kupferschmiede 3432, Handschuh- 13,64, Lederarbeiter 13,56, Steinfeger 13,56, Schiffszimmerer 13,54, fich von einer donnernden Strafrede, etwas Besonderes, macher 3425, Dachdecker 3169, Seeleute 2898, Glaser 2772, Töpfer 13,49, Bauarbeiter 13,31, Steinarbeiter 13,06, Sattler 12,99, deren Kraftstellen der Dolmetscher obendrein vielleicht listigerweise Hutmacher 2629, Stuccateure 2250, Schiffszimmerer 2009, Müller Seeleute 12,64, Zimmerer 12,40, Handlungsgehilfen 12,11, Metall- unterschlagen würde? Wir trauen derartige wenig geschmackvolle 1596, Gastwirtsgehilfen 1470, Buchdruckerei- Hilfsarbeiter 1452, Ver- arbeiter 11,84, Schmiede 11,63, Vergolder 11,35, Glasarbeiter 10,93, Wünsche den betreffenden Blättern auch im Ernste gar nicht zu, find golder 1352, Graveure und Eifeleure 1189, Cigarrenfortierer 1034, Brauer 10,83, Bäder 10,81, Tabatarbeiter 10,74, Lagerhalter 10,50, vielmehr davon überzeugt, daß sie die Gelegenheit mir dazu be Rauchwarenzurichter( Kürschner) 900, Konditoren 786, Handlungs- Müller 10,21, Schuhmacher 9,89, Handels-, Transport und Verkehrs- mußen, ihrem Un mut über die schiefe Lage, in die die Bülowgehilfen 750, Barbiere 463, Lagerhalter 436, Bureau- Angestellte 404, arbeiter 9,66, Schneider 8,69, Textilarbeiter 8,38, Böttcher 8,35, Politik burch ihre Forderung der Sühnemission Deutschland wieder Formstecher 384, Gärtner 358, Fleischer 254 und Masseure 179.| Fabritarbeiter 7,76, Werftarbeiter 7,44, Hafenarbeiter 7,01, Stucca leinmal gebracht hat, mit möglichster Deutlichkeit Luft zu machen. Wie man sich zu dem Sühneempfang auch stellen mag: das seinen schweren Fehler begangen, daß sie die Hauptleute für Miß- Beistenter zum Peterspfennig empfiehlt. Herr Trimborn Gefühl einer Blamage der deutschen Regierung wird man nicht los. Handlungen in der Compagnie verantwortlich machte, so daß eröffnete dann die Reihe der Vorträge Diskussion ist Hätten wir eine bürgerliche Presse, die es als ihre Pflicht betrachtete, wiederum die Unteroffiziere gedrängt werden, von den Mißhand- bekanntlich nicht üblich auf den Katholikentagen mit statt allerlei versteckte Bosheiten an eine unschwer zu erratende lungen abzulaffen, deren Ausübungsfreiheit früher ihre Stellung er- einer Ansprache, in der er einen neuen„ drohenden KulturAdreſſe zu richten, fampf" ausmalte, der nämlich darin zu finden ist, daß es frevelAdresse zu richten, offen ihre wirkliche Meinung auszusprechen, so träglich gemacht hatte. würde dieselbe die Sinnlosigkeit der ganzen Sühite Man gebe den Unteroffizieren die Mißhandlungsfreiheit zurück hafte Menschen giebt, die an der katholischen Kirche erfolgreiche Kritik zu üben wagen. mission rücksichtslos geißeln, statt über das Empfangsceremoniell und alles Uebel ist beseitigt! Nach erneuten Gebeten und Segenserteilung durch den Bischof ihre beißenden Glossen zu machen. Sie würde es dann als Der Fall von Gumbinnen treibt allerlei Bekenntnisse schöner von Osnabrück folgten dann verschiedene Vorträge. Dr. Porsa absurd bezeichnen, daß man einen jungen, unerfahrenen, an den Militärseelen hervor, die tiefen Einblick in die Geistesverfassung sprach über Windthorst, Pastor Baumgarten über die katholische Ereignissen ganz unbeteiligten Menschen nach Berlin citiert hat, um gewiffer Offizierstreise gewähren. Mission im Auslande, Dr. Karl Bachem über„ Der Katholik und die hier eine Sühne- Komödie aufzuführen, die auf die fernere Entivicklung Erfreulich aber in dem Bekenntnis des„ Sachsenspiegel"-Offiziers moderne Zeit". Der letztere sehr seltsame Vortrag gipfelte in der der chinesischen Frage in jedem Falle nicht den gering it en ist uns sein Anerkenntnis, daß Bebel und seine Gesinnungs- Beweisführung, daß der Katholit nicht so rückständig sei, wie öfter Einfluß ausüben tann. Was der zwanzigjährige Brinz gen offen es gewesen sind, die die Militärverwaltung zum Eine gefagt werde, sondern wohl befähigt, sogar- Kommerzienrat zu in Berlin spricht und empfindet, ist politisch absolut nebensächlich. schreiten gegen die übermäßigen Militärmißhandlungen gedrängt haben. Das hätte man voraussehen und deshalb ihm und sich eine peinliche Die" Heze" hat Erfolg gehabt und darum mag fröhlich weiter Situation ersparen müssen. " gehegt" werden. BoBept® Ii Deutsches Reich. Die werden. * Osnabrück, 27. August. Der Papst fandte dem Ratholikentage feinen erneuten Segen und herzlichsten Grüße. Der Abg. Herold sprach über die wirtschaftlichen Interessen und deren Ausgleich und betonte, daß vor allen Dingen auch die Landwirtschaft durch angemessene Zölle geschützt werden müsse, andrers Lächerlich ist es auch, wenn man sich anläßlich der„ Erkrankung" des Prinzen über die chinesische Hinterhältigkeit und Treulosigkeit" entrüstet, die im letzten Augenblick wieder einmal einen ihrer dreiften Winkelzüge mache. Wenn Prinz Tschun seine Ankunft in Berlin zur Am Sonntag wurde die Generalversammlung der Katholiken verträgen. Der wies hierauf auf verzögern sucht, so sollte man doch lieber sein angeborenes Tatt- Deutschlands in Osnabrück mit tirchlichem Bomp und Centrumslügen tatholischen Bestrebungen in wissenschaftlicher Beziehung hin. gefühl anerkennen, weil er sich in eine fatale Situation noch nicht eröffnet. Es ist bezeichnend, daß sogleich der erste Teil der Ver- Abg. Ba ch e m erörterte die Aufgaben der Katholiken in wirtschaftmit staatsmännischer Grazie zu schicken weiß. anstaltungen dem Kampfe gegen die Socialdemokratie licher Beziehung; er stellte die Erreichbarkeit einer einheitlichen galt, die man durch frömmelnde Demut eines verfälschten Christen- Konfession als möglich hin und hob besonders hervor, daß auch die tums und durch verleumderische Anklagen zu bekämpfen versucht. Katholiken den Fortschritten der Zeit ihr Augenmerk zuwenden. Eine einleitende Feftrede hielt Rechtsanwalt Dr. Bitter. Er Wenn zum Beispiel eine Umgestaltung der Schulen in moderner Hinsicht(??) notwendig sei, so würden auch die Katholiken auf diesem Gebiete zu ihrem Teil mitarbeiten. Die katholische Heerschauber fett's aber auch bie notwendigkeit von MandelsWann die Krankheit des Sühneprinzen behoben sein wird, ist noch ganz unbestimmt. Einstweilen soll zwischen dem Auswärtigen Amt und dem Patienten der lebhaftefte Depeschenwechsel stattfinden. Schade, daß sich dieser Teil der Komödie hinter den Coulissen abspielt. Ihr Ausgang wird freilich auch anspruchsvolle Zuschauer auf ihre Kosten kommen lassen. Verherrlichung der Soldatenmishandlungen. Aus Anlaß des Gumbinner Prozesses veröffentlicht in der fächsischen offiziösen Korrespondenz„ Sachsenspiegel" ein ehemaliger Offizier einen höchst seltsamen Artikel, der sich mit der Stellung des Unteroffiziers in der Armee beschäftigt. Da ist zu lesen: " Taugen sie( die Unteroffiziere) nichts, so arbeitet auch der tüchtigste Compagnie- und Schwadronschef pro nihilo( für nichts). Autoritativ fann ein Unteroffizier nur wirken, wenn er von seinem Vorgesetzten so hoch wie mur möglich gestellt, aber nicht, wenn er systematisch auf das Niveau der Gemeinen herabgedrückt wird. Ein Compagniechef oder Schwadronschef, der in ähnlicher Weise seinen Unteroffizieren begegnet, wie der erschossene Rittmeister, gleicht dem Thörichten, der selber den Ast absägt, auf dem er sigt. begann: H China- Erfahrungen. Wie die Münch. N. N." erfahren, hat der Kaiser den Zusammentritt einer Sommission zur Verarbeitung refp. Ausnutzung der bei der Expedition nach China gemachten Erfahrungen angeordnet. Diese Beratingen dürften sich auf innermilitärische Fragen erstreden, denn die allgemein politische Erfahrung aus der ChinaExpedition sollte festehen: Einmal und nicht wieder! Man spreche von dem Massentritt der Arbeiter bataillone, vor dem die Besitzenden erzittern. Allein vor dem Massentritt der Arbeiterbataillone, die heute durch die Straßen Osnabrücks zogen, branche niemand zu erzittern, denn es war ein Zug von christlichen Arbeitern, die unter der friedlichen Fahne von Jesus Christus nach dem Vereinshause ogen, um ihren heiligen Glauben zu bekennen, ihr religiöses Bewußtsein zu stärken. Die katholische Kirche habe das christliche Familienleben, das stärkste Bollwerk gegen alle revolutionären Umsturz bestrebungen, gefestigt... Es ist wahr: vor dem Massentritt der Centrumsschäflein zittert Ein russischer Diplomat über die Walderfee- Episode. Ein niemand; vor dem Centrum darf jede kapitalistische Ausbeutung ge- Dresdener Blatt veröffentlicht ein Juterview, das sein Gewährströstet sein und das„ chriftliche Familienleben" ist trotz des Centrums mann, eine in diplomatischen Kreisen angeblich wohl bekannt und eine fromme Sage, sofern dies christliche Familienleben" nicht ein gut unterrichtete Persönlichkeit," mit einem russischen Würden Leben des stummen und stumpfen, menschenumwürdigen Dahin- träger gehabt habe. Unter anderm verbreitete sich derselbe auch dämmerns bedeuten soll. über den Chinatrieg. Dabei machte er den achtungen Aber Herr Das bach, der folgende Redner, weiß es anders. Deutschlands und Englands in China den direkten Vorwurf, Herr Dasbach, der mit allen fapitalistischen Schlichen zu enormem den Ausbruch der durch das Treiben der Missionare vorReichtum gelangte fromme Kaplan, ist von seiner Partei zum Redner bereiteten Unruben beschleunigt zu haben. Rußland habe Socialpolitik bestellt worden. Die Rede des Herrn sich ausschließlich durch das Vorhaben der beiden genannten GroßDasbach umfaßt drei Behauptungen: die deutsche Socialpolitik ist mächte veranlaßt gesehen, sich Port Arthur zu sichern, die Mandschurei über alle Maßen herrlich; diese Herrlichkeit ist allein dem Gentrum werde aber Rußland, das mit China ausschließlich auf kommerziellem zu danken; wenn nicht alles erreicht set, was das Centrum wünsche, Gebiete zu verkehren gedenke, an China wieder zurückgeben.(?) jo liege es am Bundesrat. Diese Grund- und Hauptgedanken waren was den Grafen aldersee anlange, so habe dieser durch Ausfälle gegen die verführerischen Lehren der Social- seine schwierige Aufgabe zwar befriedigend gelöst, doch seien demokratie" reichlich geziert. auch starte Fehler vorgekommen, wie beispielsweise die über Mit welcher unwahrhaftigkeit Herr Dasbach die deutsche Social- Strafexpeditionen in das Innere. Weiter fuhr politik und die Centrumsverdienste an ihr behandelte, dafür nur ein der russische Diplomat fort:„ Wenn auch Graf Walderfees Beispiel. Herr Dasbach preist den Papst als Urheber der Social- Ernennung zum Oberbefehlshaber der verbündeten Truppen reform, er giebt den Gedankengang der 1891er Encyklika in der Provinz Petschili seiner Zeit die Zustimmung des de conditione oqificum"( über die Lage der Arbeiter) wieder und Baren fand, so bestand damals die Voraussetzung, daß sagt nach dem Bericht der Germania":" Graf Walderfee lediglich bestimmt set, die " Am Schluß der Encyklika fordert Leo XIII. alle auf, zur verbündeten Truppen zum Entsage der eins Durchführung seiner Borschläge beizutragen. Als dieje Encyclita gefchlossenen Gesandtschaften nach Peting zu erschien, am 15. Mai 1891, da war die ganze Welt erstaunt über führen. Als dieser Entsaz einem russischen General gelang, bevor diese Fülle von praktischen Vorschlägen, und sogar das social- noch Graf Waldersee Europa verlassen hatte, verstand man es demokratische Hauptorgan, der Vorwärts", bei uns in Petersburg nicht, warum Graf Waldererklärte damals, daß der hl. Vater mit dieser Encyklika densee troydem seine Neise nach Ostasien antrat." rechten Weg zur Lösung der socialen Frage gewiesen habe joweit fie überhaupt einer Lösung fähig sei." " Doch wohl gemerkt, nur den ersten Augenblick ist die Handlungsweise des Rittmeisters völlig rätselhaft. Wer den Wandel hat beobachten können, der in den legten zehn Jahren in der Stellung der Unteroffiziere der Unteroffiziere zu ihren Hauptleuten vor sich gegangen ist, der wird in dem Auftreten des Erschossenen ein Symptom desselben erkennen müssen. Daß dieses in der denkbar schärfsten Form sich zeigt, kann ihm feinen symptomatischen Charakter nicht nehmen. Können die Unteroffiziere eigentlich noch die festesten Stützen der Kompagnie, der Schwadron sein? Die erforderliche moralische Befähigung hierzu fehlt ihnen durchaus nicht. Aber ein latenter Riß zieht fich jetzt durch die Beziehungen des Hauptmanns zu seinen Unteroffizieren. Um vieles fühler stehen sie einander gegenüber als früher; und dies ist das Werk des Herrn August Bebel und feiner Gesinnungsgenossen. Denn die Kosten der von den Socialdemokraten auf Grund von Soldaten Mißhandlungen gegen die Armee angestellten Hetze hatte und hat noch vor allem der Unteroffizier zu tragen. Einen unverzeihlichen Fehler beging die Regierung, nicht indem sie den Gegnern eines festgefügten Heeres Gehör schenkte, wohl aber, indem sie anfangs den auf sie ausgeübten Druck nach unten bis zu den Hauptleuten in womöglich ver Also 1891 hat der Vorwärts" die katholische Socialreform anstärktem Maße weitergab. Seitdem Leben die erkannt und den Vorschlägen des Bapstes das denkbar höchste Lob Kompagnie und Schwadrons- Chefs int der beständigen gezollt. Wie bösartig ist nun dieferfelbe" Vorwärts", jezt die der Besorgnis, daß ihre Unteroffiziere, die schon auf Grund Encyklika eifrig nachstrebenden socialpolitischen Centrumsbemühungen ihrer geringeren allgemeinen Bildung leichter die Gewalt fortdauernd fchiver zu verunglimpfen. fiber sich verlieren, von einem losen Handgelent einen gesezwidrigen Gebrauch gegen Gemeinen machen und damit auf das bedenklichste an ihrer, der Hauptleute, Existenz rütteln könnten. Wird doch die Mißhandlung eines Soldaten durch einen Unteroffizier seinem Hauptmann auf das Conto gefeßt, und mag dieser zur Zeit der That auch am Nordpol gewesen sein. Nicht mehr ein Gegenstand des Vertrauens und liebevoller Fürsorge ist er dem Compagnies und Schwadrons- Chef. Nur Gefahren für die eigne Laufbahn wittert dieser noch in ihm.... " Aber in dem von Herrn Dasbach' citierten„ Vorwärts"-Artikel einen vom 26. Mai 1891 ist zu lesen: " Ja es ist gewißlich und wahrhaftig wahr, er( der Papit) hat die sociale Frage gelöst, genau so weit, als sie die heute bestehenden Gewalten überhaupt zu lösen vermögen. Auf alle nur denkbaren Mittel ist man schon verfallen, um den Unteroffizier an die Truppe zu feffeln. Wird er aber hiermit nicht gewaltsam wieder fortgetrieben? Jetzt ist es Regel, daß er fich fogleich aus dem Staube macht, wenn er die Zahl von Jahren hinter sich hat, die ausreichen, bei der Gendarmerie und der Schutzmannschaft unterzukommen, damit er auf diesem weniger gefahrvollen Wege noch zu dem Civilversorgungsschein gelange. Wer tann mir verbürgen, daß ich straffrei bleibe? Wer nimmt sich meiner noch an, wenn ich einmal im Eifer des Dienst es und unter dem von meinem Vorgesezten auf mich ausgeübten starten Drud mich vergesse und gegen den Mann, der mich durch seinen passiven Widerstand bis auf das Blut gepeinigt hat, handgreiflich werde?" Mit diesen Worten weist der Unteroffizier die Bemühungen seines Hauptmanns zurück, ihn zur neuen Kapitulation zu bewegen, verzichtet er gleichzeitig auf die nach zwölfjährigem Dienen zu erwartende Prämie von 1000 m. Wir wiederholen, die Behandlung, welche dem Unteroffizier Daß der Papst das unfehlbare Haupt der katholischen Chriften heit bleiben, daß er heute noch der Herr der gesamten christlichen Menschheit werden will, darüber kann für den, der die Geschichte der Kirche kennt, fein Zweifel sein. Ausland. Reaktion. von " Den Postverkehr zu erschweren, hat sich die Posener Postbehörde zur Aufgabe gemacht. Bekanntlich wurde vor längerer Zeit in Bosen ein Uebersetzungsbureau eingerichtet, in dem die polnischen Adressen von Postsendungen ins Deutsche übertragen werden sollten. Während es den Anschein hatte, als wenn auf diese Weise der Verkehr erleichtert werden sollte, war gerade das Gegenteil der Fall. Es ist eine Verfügung erlassen worden, nach der Postbeamte mit 2 Mark Strafe belegt werden, wenn sie Sendungen mit polnischen Adressen nicht vor der Bestellung dem Uebersetzungsbureau" abliefern. Bei einer weiteren Uebertretung dieser Bestimmung wird die Strafe erhöht und schließlich wird der Beamte, wenn er fich zum drittenmale dieses schweren Verbrechens schuldig gemacht hat, entlassen. Das Uebersetzungsbureau und die in ihm arbeitenden Es ist ein seltsames Geschick für den Kaiser, der die Initiative Beamten werden also zu dem Zivecke unterhalten, den Verkehr zu ergriffen hat zur Anbahnung internationaler Maßregeln im erschweren. Beamte, die sich erf.echen, der polnischen Sprache mächtig Interesse der Arbeiter einerseits und im Sinne der Regierungen au fein, sollen entlassen werden. Hoffentlich wird aber diesen Ueber andrerseits. Es ist ein Verhängnis für alle Socialreformer und ein fegungsbureau"-Leistungen bald ein Ende gemacht. Hohn für den Liberalismus der Bourgeoisie, daß der Papst, das Haupt der katholischen Christenheit, dessen Herrschaft sie längst abgeschüttelt zu haben glaubten, daß er es ist, der offen und scharf die Grenzlinie bezeichnet, bis zu welcher sie gehen Der Landesprotest der schweizerischen Arbeiter gegen die dürfen, wenn sie von den Forderungen der Arbeiter au scheinend möglichst viel erfüllen, aber von der Bern, 25. Auguft. überlegenen Ge= Position der herrschenden Ein prächtiger August- Sonntag, durch den der Himmel seine walten und& lassen mit ihrem so vortrefflichen Sympathie mit der organisierten Arbeiterschaft bekundet. Am ganzen historischen" Recht nichts, aber auch rein gar nichts preis: Vormittag bringen riesenlange Eisenbahnzüge Hunderte und Tausende geben wollen. von organisierten Arbeitern aus allen Teilen des Landes, und in der Beughausgasse, wo das Bolkshaus steht, staut der Verkehr, während das Volkshaus selbst unter dem roten Fahnenwalde fast verschwindet. Nach 12 Uhr wird auf dem Waisenhausplaße der Zug aufgestellt, Wenn aber die Kaiser und Könige Fürsten von Gottes der mit seinen nicht endenwollenden Fahnengruppen ein einzig Gnaden, wenn Adel und Klerus bevorzugte Stände, die Bourgeoisie schönes Schauspiel bietet. Außer den roten Vereinsbannern, unter eine in so überaus dehnbarem Zaume christlicher Barmherzigkeit denen besonders das drei Mann getragene Riesengehaltene Ausbeuterklasse bleiben wollen, dürfen banner der Züricher Arbeiterunion auffällt, wurden zahlreiche jie nur bis zu der Linie gehen, die der Papst für jedermann Inschriftentafeln mitgeführt. Diejenige des Züricher Arbeiterinnenerkennbar markiert ein Haar breit weiter und der Staat, die Kirche, Adel und Bourgeoisie geraten auf die schiefe Ebene, vereins, von dem sich ein Dugend Mitglieder eingefunden, verauf der es keinen Halt mehr giebt, bis alles angelangt ist im spottet die socialpolitische Negation und Unfruchtbarkeit der eidSchoße der einen bemokratisch freien socialistischen Gesellschaft. genössischen Näte: Num also mögen fie ich allesamt unter das entrollie pechEs geht die Industrie zu Grund' rabenschwarze Banner des Unfehlbaren sammeln, Am freien Samstagnachmittag; da schwarz, hie rot; Alles was der Nacht der Vergangenheit an Ja, schafften wir, wir Ihr in Bern, gehört, der Nacht der Kuechtschaft und Ausbeutung erhalten Die Industrie täm' auf den Hund!" wiffen will, die Völker aber, ihre gehe, wohin es gehört, Andre Inschriften lauten:„ Wir wollen nicht Herren und Knechte ungeheuren Mehrheiten, werden wiffen, wo ihre Fahnen wehen." sein, denn alle sind zur Freiheit geboren." Hoch der gesetzliche Schutz Der Vorwärts" hat der Encyklika also nicht nachgerühmt, wie Die Mißhandlungen, die Krosigk gegen seine Unteroffiziere ver Herr Dasbach vortäuscht, daß sie die sociale Frage löse, so weit ihre der verfassungsmäßigen Rechte!"" Gleiches Recht für alle!"" Nieder übte, sollen ein Symptom dafür sein, daß die Offiziere feit der Lösung möglich sei, sondern er hat das Gegenteil hiervon ge- mit den Anmaßungen des Unternehmertums!"" 17 Millionen für socialdemokratischen" Hezze" ernstlich verwarnt werden, Miß- jagt. Er hat gesagt, daß die Socialreform der Encyklika gerade jo neue Kanonen! Was giebt es im nächsten Winter für die Arbeitshandlungen seitens der Unteroffiziere gegen Gemeine zuzulassen! weit geht und gerade dazu angethan ist, daß das System der tapi- lofen und ihre Kinder?"( Arbeiterbund Oerlikon.)" Hoch die GewertDiese Logit verstehe wer kann. dat p talistischen Ausbeutung in feiner Weise angetastet wird. Daß das schaften."" Die Waffen nieder!"" Freiheit, Gleichheit, BrüderlichWir wollen feinen Klassenstaat!" Doch nicht die gebrechliche Logit eines verabschiedeten Offiziers Centrum wenn auch nicht einmal mit Erfolg diesen social feit, hoch die Socialdemokratie!" fann uns interessieren. Bemerkenswert ist die wahrhaft naive politischen Lorbeer seit Jahren zu erringen bemüht und noch jetzt„ Nieder mit der Klaffenjustiz!"" Nieder mit dem bundesrätlichen bemüht ist, das wollen wir ihm bereitwillig zugestehen. Vielleicht Offenheit, mit der die Zeit ungezügelter Mißhandlungen gepriesen schwindelt Herr Dasbach diese Verurteilung der Centrumspolitit triedertum gegenüber anmaßenden Monarchien!" Und so weiter. wiederum in das Zugeständnis um, daß das Centrum bereit sei, die sich eine nach Tausenden zählende Menge Voltes aufgestellt. DesIn den Straßen der Stadt, durch die der Zug marschierte, hatte Es ist gern zuzugestehen, daß auch der Unteroffizier oft in feiner Ausbeutung der Arbeiter durch das Kapital zu beseitigen. gemütlichen Lage steckt. Es werden vielfach nicht genügend taugliche gleichen waren die Fenster der Häuser mit einem zahlreichen PuMenschen man denke nur an den jüngst am Erscheinungsort des Am Montag wurde nach Erledigung umfassender religiöser blikum dicht besetzt, das hie und da den Demonstranten Blumen zu " Sachenspiegels", aufgedeckten Fall Lungwiz" in die Armee ge- Ceremonien Abgeordneter Dr. Trimborn unter stürmischem Bei- warf. Der Zug selbst war großartig und imponierend und machte steckt, denen dann alle Anforderungen des Drill- und Paradesystems fall und Böllerschüssen“ zum ersten Präsidenten der Generalversamma auf jedermann einen tiefen Eindruck. beigebracht werden sollen; Auf dem Waisenhausplay, wo auf einem großen Bierwagen da kommt der für die Aus- lung erwählt. Hiermit begannen die eigentlichen Verhandlungen, die bildung der Rekruten verantwortliche Unteroffizier leicht in bisher recht eintönig verlaufen find. Zunächst bedachte man das firchliche Oberhaupt, indem man eine mit grünem Laub geschmückte provisorische Rednerbühne errichtet eine schwierige position. Hieraus ist zu folgern: Das unnötige einen Antrag Bach em annahm, der die volle Unabhängigkeit und ward, gefellten sich zu den Zugsteilnehmern weitere Tausende von und menschenquälerische Drill- und Paradesystem ist zu beseitigen Freiheit des Bapstes fordert, ferner dem Papst das Schiedsrichteramt Buhörern, so daß die Gesamtzahl der unter freiem Himmel Ver und in der Auswahl der Rekruten ist größere Vorsicht zu beweisen. bei der Interessenstreitigkeit der Völker zuspricht und wegen der sammelten auf 8000 geschätzt wurde. Genosse Egenter, der Der„ Sachfenspiegel"-Militär aber schließt daraus: Die Regierung hat fortdauernden Notlage des heiligen Stubles" alle Katholiken die Administrator der„ Berner Tagwacht", begrüßte die Versammlung Marten in der Reitbahn sein Rittmeister angedeihen ließ, ist nichts weniger als normal. Das schließt aber ihre symptomatische Be deutung nicht aus. Nur der übertrieben verschärfte Ausdruck derjenigen Anschauungen ist sie, die jetzt in der Armee über den Unteroffizier herrschen. Soll er wieder eine wirkliche Stüße für den Hauptmann werden, muß ihm die Ueberzeugung beigebracht werden, daß seine Vorgesezten nicht bloß den Willen, sondern auch die Kraft haben, für ihn einzutreten, auch wenn der Schein einmal gegen ihn ist." Der verabschiedete Offizier des„ Sachsenspiegels" bildet ein Musterbeispiel von Unklarheit über den Zusammenhang der von ihm besprochenen Erscheinungen. wird. England. nis, sm Partei- Nachrichten. und teilte mit, daß 974 Delegierte mit 269 Fahnen erschienen und[ stantinopel zu bleiben. Der Groß- Ceremonienmeister fügte hinzu, liche Lüge. Gott wisse, daß er die Wahrheit spreche und seine Zengen 57 120 organisierte Arbeiter vertreten seien; 387 Vereine haben der Sultan jei bereit, neue 8ugeständnisse zu hienieden seien Salisbury und Chamberlain. Diese wüßten genau, Vertreter ohne Fahnen entsandt. Der Zug zählte 4000 Teilnehmer. machen. Constans erwiderte, er könne die Verlegung formeller Ver- daß das, was er spreche, wahr sei. Niemals habe es eine verderb= sprechungen, welche mit Zustimmung des Sultans, von der türkischen lichere und teuflerische Lüge gegeben. Auf der Basis der UnabEingelaufen seien 27 Begrüßungs- und Zustimmungstelegramme. Regierung abgegeben seien, nicht zulassen. Es handle sich nicht hängigkeit der beiden Republiken und voller Straflosigkeit der Regierung abgegeben seien, nicht zulassen. Die Bersammlung eröffnet sodann der Präsident des schweizeri- um eine Gelbfrage, sondern um eine Frage der Loyalität; er afrikander der Kapkolonie könne noch immer ein wahrer, dauernder schen Gewerkschaftsbundes, Genosse Schneler Zürich, der auf weise es zurüd, sich auf erneute Verhandlungen Frieden geschlossen werden. die verschiedenen Vorgänge in Uzwil, Bayerne, am Simplon 2c, bere inzulassen und reise daher ab. weist, wie auch auf die Knechtsdienste, welche die Kantonss regierungen dem Unternehmertum leisten und die die Veranlassung heutigen Protest- Manifestation der schweizerischen London, 24, August.( Eig. Ber.) Die Borniertheit zu der Die Kreiskonferenz für Brandenburg Westhavelland Arbeiterschaft gaben. Als erster Referent nimmt Genoffe Sig8. Weise anläßlich der parlamentarischen Beratung der neuen Fabrik 18 Orte durch 18 Delegierte. Aus dem Bericht des Kreis- Vertrauensmancher Arbeiter Abgeordneten zeigte sich in trauriger wurde am Sonntag in Rathenow abgehalten. Vertreten waren Arbeiterfekretariats- Adjunkt in Genf, das Wort. Er beleuchtet in akte. Nur sehr wenige von ihnen beteiligten sich an der Debatte; manns ging hervor, daß es in den meisten kleinen Städten nicht ge= französischer Sprache die Thaten der kapitalistischen und behördlichen der Vertreter der Bergleute waren ganz abwesend, da das Gefeß lungen ist, fefte Verbindungen anzuknüpfen, besser sei es dagegen in Reaktion gegen die Arbeiter, insbesondere die perfide Haltung der keine neuen Bestimmungen für die Berg leute dieser Hinsicht in verschiedenen Landorten. Nach längerer Debatte Walliser Regierung gegenüber den Simplonarbeitern, deren Redner enthalte, also für fie tein Interesse habe. Nach über den Bericht des Kreis- Vertrauensmanns wurde demselben ein und Führer verhaftet, eingesperrt und ausgewiesen wurden, sodann diesem Argument zu urteilen, scheint die Engherzigkeit und Thorheit Antrag: Den Kalender Märkischer Landbote" auch in den Städten auch die Ausweisungs- und Auslieferungspraxis des Bundesrats, des alten Trades- Unionismus fast unheilbar zu sein. Die ganze Brandenburg und Rathenow zu verbreiten, zur Erwägung überwiesen. wodurch die Schweiz zu einer Mäusefalle für die Fremden geworden Last der Debatte fiel deshalb auf Keir Hardie und John Burns. Eine rege Debatte entstand auch bei dem Punkt Presse". Ein von ist. Er protestiert gegen diese Neaktion, fordert Rückkehr zur Freiheit zur Ehre des legteren soll hier ausdrücklich hervorgehoben werden, Suth gestellter Antrag, wonach die Ueberschüsse der„ Brandenburger und Gerechtigkeit und schließt mit einem dreifachen, begeistert auf daß er gegen die Ausnahme der Waschanstalten von der Inspektion Beitung" lediglich an den Kreis- Vertrauensmann abgeführt werden eine seiner besten Reden hielt. dürfen, wurde abgelehnt. Nach einem eingehenden Referat des genommenen Hoch auf die Arbeiterbewegung. Der wirtschaftliche Niedergang fommt bereits in Genossen A. Meyer über die Brotwucher- Politit fand eine Protest= einem Fallen der Arbeitslöhne zum Ausdruck. Nach der„ Labour resolution gegen den Zolltarif Entwurf einstimmige Gazette" fiel der Wochenlohn im Monat Juni durchschnittlich um Annahme. Zur Brandenburger Provinzialtonferenz 1,25 M., und im Juli um 1,10 M. wurden zwei Anträge angenommen. Der eine wünscht im Märkischen Landboten" eine Darstellung des Stärkeverhältnisses andre Antrag fordert einen Hinweis im Märk. Landb." auf den und des Einflusses unfrer Partei im Reichstage, Parteitagsbeschluß betreffend Beteiligung der Socialdemokratie an den preußischen Landtagswahlen. Als Delegierte zur Provinzialtonferenz wurden die Genossen Eckermann und Paulick aus Rathenow und Knatsch aus Brandenburg gewählt. Zum Parteitag in Lübeck wurde Sidow- Brandenburg delegiert. Die Wahl des reis- Vertrauensmanns fiel wieder auf den Genossen Senatsch- Brandenburg. In deutscher Sprache referiert Genosse Moor- Bern in äußerst eindrucks- und wirkungsvoller Rede. Unter Zurückweisung alter, unsinniger Vorwürfe, die uns die bürgerlichen Gegner immer wieder machen, zeigt er die Bestrebungen der Gewerkschaftsbewegung zur Hebung der Lage der Arbeiterklaffe, die auch im Jnteresse der Gesamtheit, im Interesse des Vaterlandes und im Interesse der weiteren Kulturentwicklung gelegen ist. Der von den Gegnern uns gemachte Vorwurf der Vaterlandslosigkeit ist das unbewußte Eingeständnis des schuldigen Verbrechers, der uns das Vaterland geraubt hat, das uns aber die Arbeiterbewegung wiederschaffen und erobern will. Sodann durchging auch er die einzelnen krassen Fälle von Unternehmerwillkür und Amtsmißbrauch der Behörden zu Gunsten der Unternehmer und verdammte sie aufs schärfste. Ebenso die Ausweisungen und Auslieferungen durch den Bundesrat, an dem er eine vernichtende Kritik übte. Die Regung der italienischen Arbeiter, die nun überall verfolgt werden, ihre Organisierung, müssen wir aufs freudigste begrüßen, denn nur dann können wir sie brüder lich aufnehmen, wenn sie uns keine Schmuskonkurrenz machen, wenn fie keine Lohndrücker sind, die Lebenslage der einheimischen Arbeiter nicht verschlechtern. In der auswärtigen Bolitit wollen wir keinen bauchrutschenden und knieschlotternden, sondern einen stolzen Bundesrat, der den Aumaßungen des Auslands gegenüber aufrecht Bei der Wahl zum Unterhause in Andover wurde der Unionist Faber gegen den Radikalen Judd mit einer Mehrheit 228 Stimmen gewählt. Asien. von Ueber die Lage auf den Philippinen giebt ein New Yorker Korrespondent der Kreuz- 3tg." eine Schilderung, derzufolge die Lage der Amerifaner auf dem Archipel feineswegs eine fo glänzende ist, wie sie von amerikanischer Seite dargestellt wird. Zwar habe man eine sehr kostspielige Civilregierung eingesetzt und den Krieg für beendigt erklärt, allein in Wirklichkeit ständen von den 10 Millionen Filipinos nur 2 Millionen unter amerikanischer Gewalt und die militärische Obergewalt, an deren Spize General Chaffee steht, sei der Civilgewalt übergeordnet. " " " der Namentlich Die Parteikonferenz für den Kreis Ober- Barnim tagte am Sonntag im Restaurant zur Mühle in Eberswalde. Aus den Berichten der Delegierten geht hervor, daß die politischen Organisationen gegen die Gewerkschaft im Rückstande sind. nicht geltend machen, damit ihre Lokale auch für Parteiversammlungen wurde darüber Klage geführt, daß die Gewerkschaften ihren Einfluß zur Verfügung stehen. Als Kreisvertrauensmann wurde der Genosse zur Verfügung stehen. Als Kreisvertrauensmann wurde der Genosse für den Kreis ein eignes Bartei- Organ zu gründen, wurde einer Stein Briezen gewählt. Ein Antrag der Eberswalder Genossen, Stommiſſion überwiesen, die der nächstjährigen Konferenz darüber Bericht erstatten soll. Ebenso wurde ein Untrag auf Aenderung der von der provisorischen Regierung der Filipinos, der sogenannten Der neue Generalissimus der Filipinos, Miquel Malvar, sei Filipino- Junta" in Hongtong, bestätigt und habe eine Proklamation erlassen, worin er den Amerikanern Krieg auf unbegrenzte Dauer ankündige. Er beschuldige darin die amerikanischen Truppen mehr facher Barbareien und berichte über ein von den Amerikanern tot geschwiegenes Gefecht, in dem die Amerikaner eine Anzahl Geschütze und bleibt. Wir wollen einen Bundesrat, wie wir ihn in den vierziger amerikanische Offiziere gefallen. Schließlich werde in der von Batangas/ Organisation im Kreise zur Vorberatung den einzelnen Orten überJahren hatten und gegen den der heutige nur eine Karikatur ist. datierten Proklamation erklärt, General Malvar habe Waffen wiesen. Nichtswürdig ist die Nation, sagt der größte Dichter, die nicht ihr und Vorräte genug, um den Kampf auf unbestimmte Zeit fortsetzen Der Socialdemokratische Verein für den Wahlkreis alles ſetzt an ihre Ehre. Notwendig sei, daß die Arbeiter nicht ein zu können. Nun werde von dem angesagten„ Kampf zwar so viel Wanzleben nahm nach einem Referat des Genossen Silber seitig sind, sondern sich ebenso politisch wie gewerkschaftlich be- nicht werden, denn weder die Amerikaner noch die Filipinos schienen schmidt- Berlin eine Resolution an, die sich gegen den thätigen, daß sie in alle Behörden Vertreter zu bringen nach friegerischen Lorbeeren allzu lüstern zu sein, aber an eine Bolltarifentwurf aussprach. Zu dem Schiedsspruch in suchen, die entschieden und rüdsichtslos die Arbeiter Pacifikation des Archipels durch die Amerikaner und einen ruhigen Sachen der Hamburger Accordmaurer präcisierte die interessen Bersammlung ihre Stellung durch folgende einstimmig zur Annahme bertreten, wie dies auch die Bertreter des Besitz desselben sei erst recht nicht zu denken. Kapitalismus mit allen Mitteln thun. Moor schloß Trotzdem die amerikanische Annektion des Archipels und die gelangte Resolution: Niederwerfung der Filipinos demnach noch lange nicht einmal in feine wiederholt mit Pfuirufen gegen die Behörden und Unternehmer dem Maße eine thatsächliche ist, wie die Besiegung der Boeren, hat unterbrochene Rede mit Protesten gegen die schamlosen Attentate des gleichwohl Amerika ein Manifest erlassen, wonach der Krieg für Unternehmertums und der Behörden auf die Rechte der Arbeiter, beendigt erklärt und jeder Filipino als Bandit mit der Todesstrafe gegen die Ausweisungs- und Auslieferungspraris des Bundesrats, bedroht wird, der es noch wagt, bewaffneten Widerstand zu leisten. gegen den eidgenössischen Oberpolizeispigel, den Bundesanwalt, der Trogdem dies Manifest ebenso sehr allem Kriegsrecht und aller das Kind unfrer politischen Schande ist und dessen Beseitigung wir Humanität Hohn spricht, wie das Hummen- Manifest Kitcheners, hat fordern, und mit dreifachem Hoch auf das Vereins- und Ver- fich bisher in bürgerlichen Kreisen noch niemand gefunden, der diese brutale Vergewaltigung eines Volkes mit der gleichen Schärfe vers ſammlungsrecht der Arbeiter, sowie auf die freie Schweiz mit einem urteilte, wie das Vorgehen der Engländer. Warum? Die Filipinos freien und glücklichen Geschlecht, wie wir sie meinen. Die Nede find vierzigmal so zahlreich, wie die Boeren, ihre erntete anhaltenden, stürmischen Beifall. Rechte auf Selbstverwaltung sind mindestens ebenso unanfechtbar, wie die der Boeren aber fie gelten als eine jener andersfarbigen Stassen, an denen die koloniale Eroberungspolitik weißhäutiger Kultur"-Nation ungerügt jede Scheußlichkeit begehen kann. Der Boeren- Krieg. Kitchener verliert seine Zuversicht. Die Generalversammlung des Socialdemokratischen Vereins für den Wahlkreis Wanzleben betrachtet den Hamburger Schiedsspruch und seine Begründung als einen argen Mißgriff, der geeignet ist, die Disciplin im gewerkschaftlichen Kampfe, sowie auch in letzter Linie die der Partei zu lockern und die Parteieinheit zu stören. Sie erwartet vom Parteitag in Lübeck, daß er den Schiedsspruch aufhebt und beauftragt den Delegierten, in diesem Sinne auf dem Parteitag zu wirken." Als Delegierter zum Parteitag wurde Genosse Silberchmidt gewählt, der auch einstimmig als Reichstagskandidat für den Wahlkreis Wangleben proklamiert wurde. Polizeiliches, Gerichtliches usw. Bekämpfung der Partei und Gewerkschaften. -Die Magdeburger Behörde ist unermüdlich in der Erst vor kurzem verbot man ein Vergnügen des socialdemokratischen Vereins, weil nach Meinung der Polizei an den Veranstaltungen eines politischen Vereins Frauen nicht teilnehmen dürfen. Jezt wird der Versuch unternommen, eine Gewerkschaft mit ihrem Unterstützungswesen unter die gesetzlichen Bestimmungen für Versicherungsgesellschaften zu bringen. Dem Bevollmächtigten des Centralverbandes der Schuhmacher ist vom Amtsgericht Buckau- Magdeburg folgendes Strafmandat zugegangen: Wegen Uebertretung des§ 360 Nr. 9 Reichs- Strafgesetzbuch " Genosse Moor legte dann der Versammlung folgende Resolution vor, die einstimmig angenommen wurde:„ Die heute am 25. August 1901 aus allen Gauen des Schweizerlandes in Bern versammelten Vertreter der organisierten Arbeiterschaft verurteilen mit aller Entschiedenheit das Verhalten verschiedener Kantonsregierungen, welche in einseitiger Vertretung der Interessen des Unternehmertums die ununterbrochenen Angriffe desselben auf das Vereins- und Verfammlungsrecht der Arbeiterschaft dulden und denselben sogar durch Lord Kitchener meldet vom 26. August aus Pretoria: Seit dem Mißbrauch der Amtsgewalt noch Vorschub leisten. Wir machen 19. d. M. sind 32 Boeren gefallen, 24 wurden verwundet, 139 geheute schon das Unternehmertum und die Kantonsregierungen ver- fangen genommen und 185 ergaben sich; ferner wurden 245 Wagen, 286 Pferde und 6615 Stück Vieh erbeutet. General Bloods antwortlich für alle Folgen, die entstehen müssen, wenn diesem ver Kolonne hat vom Norden her, ohne auf ernsten Widerstand zu und§ 1 des Gesezes vom 17. Mai 1853 werden Sie in eine faffungswidrigen Treiben nicht sofort Halt geboten wird. Die Bundesbehörden fordern wir auf, den verfaffungsmäßig garantierten foßen, Middelburg erreicht. Die Obersten Allenby und Kekevich Strafe von 3 M., an deren Stelle ein Tag Haft tritt, genommen. sind noch dabei, die Distrikte nördlich der Maggelies- Berge zu Beschuldigung: zu Magdeburg- Budau am 1. Januar 1901 Rechten gegenüber den Kantonsregierungen Nachachtung zu ver- fäubern. Hier haben sich auch die meisten Boeren ergeben, darunter gefeßlichen Bestimmungen zunvider ohne Genehmigung der Staatsschaffen und für den geseglichen Schutz dieser Rechte be- ein Entel Krügers. Die unter dem Befehl des Generals Knor behörde eine Versicherungsanstalt errichtet zu haben, welche bestimmt sorgt zu sein. Gegenüber den Anmaßungen fremder Mächte stehenden Truppen haben zwischen Thabanchu und dem Oranjefluffet, gegen Leistung von Geldbeiträgen beim Eintritt gewiffer Beverlangen wir von unsren Bundesbehörden Verhalten, die Transvaaler und Kruizingers Mannschaften fortwährend beun dingungen oder Fristen Zahlungen an Kapital oder Rente zu leisten, welches das Asylrecht wahrt und eine Pragis verläßt, die ruhigt. Das ist aber gegenwärtig alles. Die Abteilungen indem Sie als Vorfizender der Bahlstelle und Filiale in Magdeunfren schweizerischen Traditionen, der nationalen Ehre und der des Feindes und der Aufständischen in der Kap- burg des Vereins deutscher Schuhmacher", der seinen Sig in NürnWürde eines demokratischen Staates widerspricht." Die Resolution tolonie verbergen sich mit einigem berg hat und deffen Mitglieder gegen Zahlung eines Eintrittsgeldes Erfolge vor unseren Truppen und weichen ihnen aus. General und laufender Beiträge einen wenn auch nicht flagbaren Anspruch wird am Montag dem Bundesrat überreicht und die bezügliche Kom- Beations Kolonne drängt Scheepers Kommando nordwärts. Nach auf Gewährungen haben im Falle von Arbeitslosigkeit und vorübermission aus folgenden Genossen bestellt: Sigg und Nationalrat der Verlustliste wurden am 19. d. M. aus Uniondale zehn Husaren gehender Arbeitsunfähigkeit, fungierten, und zwar auch noch nach drei Triquet, beide in Genf, Calame- Zürich, Sekretär des Gewerkschafts- gefangen genommen, die bisher noch nicht wieder freigelassen sind. bundes, Arbeiterfekretariats- Adjunkt Reimann- Birl, Redacteur Moor Bei Heneenweers Kop, in der Nähe vom Fauresmith, wurden am und Advokat 3graggen, beide in Bern und Bezirksrichter Dr. Studer- 21. d. M. vier Reguläre getötet, acht verwundet. Winterthur. Für die streikenden Maurer in Lugano wurden 120 Fr. ge= sammelt und sodann die imposante und würdige Massenversammlung unter Absingen der Marseillaise geschlossen. Frankreich. Zu einer neuerlichen Krise] Botha beinahe gefangen genommen. Monaten." " Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Soweit die Begründung. Gegen das Strafmandat wird die gerichtliche Entscheidung beantragt werden, da nach einer früheren Rammergerichtsentscheidung Vereine, welche wohl Unterstützung zahlen, aber den Mitgliedern kein Klagerecht gewähren, nicht als VersicherungsAus Kapstadt wird berichtet: Die Kolonne des Generals gesellschaften im Sinne des Gefeßes betrachtet werden können. Üm Methuen steht in Clarksdorp, während diejenige des Generals so unverständlicher ist es, daß das Amtsgericht diesen Weg einschlägt, Blood in Middelburg eingetroffen ist. Kommandant Botha war nachdem bei Beratung des Gesetzes über die privaten Versicherungszwischen Cradock und Graafreinet fast gänzlich umzingelt gesellschaften mit Zustimmung der Regierung die Aenderung ge und rettete sich nur durch einen Gewaltmarsch. Die Boeren troffen wurde, daß Wohlthätigkeitsvereine, Gewerkschaften usw. nicht versuchen, in großen Mengen in die Kapkolonie zurückzukehren. den Anforderungen dieses Gesetzes unterstehen. Obwohl dieses Gesetz Die Operationen Herzogs in der Nähe von Philippsburg werden noch nicht in Kraft ist, sollte man doch soviel von dem Gericht erhat sich nun doch noch der französisch- türkische Konflikt zugespitzt. mit der Bewegung des Feindes nach dem Süden in Zusammenhang warten, daß es nicht kurz vor Ablauf eines alten Gesezes eine von Der französische Gesandte Constans hat auf eine Weisung des gebracht. Ministers des Auswärtigen der Pforte mitgeteilt, daß er den Befehl Socialpolitikern allgemein als unhaltbar empfundene Auslegung erhalten habe, Konstantinopel zu verlassen und dieser Bedrohung Kapstadts. dieses Gesetzes nochmals in Anwendung zu bringen sucht. bereits am 21. d. Mts. erfolgten Drohung am 26. August die Thatch a per nach Nordosten; er beabsichtigt, die englische Linie der Staatsanwaltschaft vor einigen Tagen zu bestehen. Gesucht wurde Wie aus Middelburg gemeldet wird, begiebt sich Kommandant Eine Haussuchung hatte unser Barteiblatt in Staffel auf Verfügung folgen lassen. Nach der Agence Savas" ist dieser neuerliche und anscheinend ernstliche Bruch dadurch heraufbeschworen worden, zu durchbrechen. Mit dem Eintreffen der verschiedenen nach dem Manuskript eines veröffentlichten Gedichts, jedoch verlief dak die Pforte keine der Versprechungen, die sie in einem Abkommen Operationsbajis anscheinend nach der Südwestecke der Kommandos aus dem Oranje- Freistaat wird die die Bemühung resultatlos. vom 17. Auguft zugesagt hatte, gehalten hat. Die„ Köln. 8tg." meldet aus Konstantinopel vom 26. d. Mts.: Kaptolonie verlegt werden. Der französische Botschafter Constans ist heute mit dem Orient expreßaug nach Europa abgereist, nachdem um 11 Uhr die französische Flagge auf der Botschaft niedergezogen war. An Für den Streit der Berliner Barbiergehilfen sind einer Bord des franzöfifchen Kriegsschiffes„ Vautour" empfing Constans Präsident Krüger über die Lage. noch den Besuch eines hohen Palastwürdenträgers, der ihn zum Aufstellung der Lohnkommission zufolge eingenommen: Auf Listen Daily Telegraph" meldet aus Hilversum vom 23. August, 5022,13 M., vom Zweigverein der Barbiere Berlins 237,20 m., von Bleiben zu bewegen suchte. Die Abreise des Botschafters ist nicht Präsident Krüger habe im Laufe einer Unterredung erklärt, nicht arbeitenden Berliner Barbiergehilfen 100, M., von auswärtigen als einfacher Urlaub, sondern in der That als ein Drud mit Ausnahme der Haltung der englischen Re- Barbier- Organisationen 199,10 M., vom Bildungsverein M. u. W. zu betrachten, der auf die Pforte ausgeübt werden gierung habe sich in der Lage der Dinge geändert. 1,50 M., zusammen 5559,93 M. foll. Der zunächst noch zurückgebliebene Botschaftsrat Bapst erledigt Die Boeren befolgen dieselbe Taktik, welche sie bei Beginn Unterstügungen 5174,96 M., für Wäsche, Seife 2c. in den fliegenden Ausgegeben wurde: Für Streik= laut des von Constans an die diplomatischen Corps versandten des Krieges befolgt hätten. Man habe sie früher militärische Barbierstuben 176,- M., für Agitation 42,95 M., für Drudsachen Rundschreibens nur die laufenden Angelegenheiten privater Natur. Taftit genannt, dann habe man fie irreguläre Striegführung ge- 91,25 W., für Strafgelder, Porto 2c. 23,57 2., Verschiedenes Aus Paris wird noch gemeldet: Die Note der„ Agence Havas" heißen. Es sei jezt die Taktik der Verteidigung. Die 45,90 M., zusammen 5554,63 m., bleibt ein Ueberschuß von 5,30 M. von heute vormittag scheint anzuzeigen, daß der Minister des Aus- Bahl der Boeren fei geringer geworden, aber ihr Widerstand zeige wärtigen, Delcaffé, den neuen Abschnitt der Entwicklung des fran- auch heute alle wesentlichen Bestandteile einer regelrechten Kriegführung Deutsches Reich. zösisch türkischen Konflikts sehr ernst auffaßt. Auf Grund Die Boerenführer hätten ihre Mannschaften in der Die Dresdener Polizei gegen Streifpoften. Als vor einiger specieller Nachrichten erachtet Delcaffé die auf die franzöfifchen Gewalt, wie auch die Boerenregierung das Beit die Sattler der Lippoldschen Kofferfabrit in Dresden streikten, Reklamationen hin gegebene Genugthnung bezüglich der Quai- Boerenbolt immer noch regiere. Die Proflamation sperrte die Polizei für die Streitenden vier Straßen, welche das Gesellschaft nicht für ausreichend; er beabsichtigt vielmehr, Regelung Lord Kitcheners könne nur eine Wirkung auf die Boeren haben, die Häuserviered, in dem sich die Fabrik befindet, umgeben. 30 Ansaller mit der Pforte schwebenden Angelegenheiten zu fordern. Als nämlich, ihre Ge müter zu verbittern, ihre Waffen zuständige erhielten die polizeiliche Weisung, sich nicht in der Nähe der Constans gestern im Begriff stand, den Orient- Expreßzug zur Abfahrt st ählen und ihren Widerstand hartnädiger au Fabrit sehen zu lassen. Kürzlich standen drei Sattler, die gegen zu besteigen, erhielt er den Besuch des Groß- Ceremonienmeisters machen. Die Behauptung von einer Berschwörung der beiden diefes Verbot verstoßen hatten, vor dem Schöffengericht, und dasdes Sultans, welcher ihn in des letzteren Namen ersuchte, in Kon- Republiken wider die britische Herrschaft in Südafrika sei eine häß- selbe bestätigte die den Streikenden durch die Polizei auferlegte aus dem Oranje- Freistaat verstärkt, wieder einmal einen VorMit andren Worten: Die Boeren werden, durch neue Kolonnen stoß gegen Kapstadt unternehmen! Strafe von je 10 M. Es sei noch besonders hervorgehoben, daß Aburteilungen von den auf der Reise befindlichen Getvertschafts- 1 Der zweistündige Vortrag des Referenten, der die Art der Unter den Berurteilten irgend welche Belästigung von Arbeitswilligen oder mitgliedern zu überreichen. Herr v. Körber ließ sich jeden einzelnen suchung, das persönliche, gesetzwidrige Eingreifen des Gerichtsherrn eine Störung des Berkehrs nicht zur Last gelegt wird. Ihr Bergehen Fall genau darstellen und versprach, eine Untersuchung sofort vor- v. Alten, das Vorgehen des Kriminalkommissars v. Bäckmann und das bestand einzig und allein darin, daß sie die für Streitende nicht nehmen zu lassen, um womöglich rasche Abhilfe zu schaffen, und er ganze Prozeßverfahren vom juristischen Gesichtspunkt aus lebhaft bemän für andre Passanten gesperrten Straßen betraten. tlärte sich bereit, sofern die Beschwerden berechtigt find, die nötigen gelte, wurde von den Versammelten mit großem Interesse und stürmischen Wo bleibt da das zweifellose Recht des Streifpoftenstehens, Weisungen an die Unterbehörden ergehen zu lassen. Nachdem die Zustimmungskundgebungen aufgenommen. Der Redner erinnerte an wenn es in das Belieben der Polizei gestellt ist, ganze Straßenzüge, Gendarmerie und Ortspolizisten draußen auf dem Lande reisende den Fall Riethen, der viel Aehnlichkeit mit diesem Prozeß aufweist und ja vielleicht ganze Stadtteile für Streikende ohne ersichtlichen Grund Gewerkschaftsmitglieder noch immer als Vagabunden behandeln, darf mit Recht die Bevölkerung erregt hat. Sowie dort hat auch hier abzusperren? man nunmehr wohl erwarten, daß Dr. v. Körber dieser Rechts- ein Polizeikommissar zu Ungunsten der Angeklagten eine sehr beZur bevorstehenden Revision des Buchdruckertarifs ist unsicherheit ein Ende bereitet und die erforderlichen Belehrungen an deutende Rolle gespielt; das Alibi konnte dort für 3, hier für 6 Minuten nicht erbracht werden; dort wurde die sterbende Frau, eine Reihe von Anträgen gestellt, welche auf Aenderungen des bis- die zuständigen Behörden sehr bald ergehen läßt. herigen Tarifs abzielen. 341 Anträge sind von Gehilfen, 29 von Die franzöfifchen Gewerkschaften im Jahre 1900. Das hier der vorher selbst verdächtige und vom ersten Gericht als unPrinzipalen eingereicht worden. Was die Gehilfenanträge betrifft, Handelsministerium veröffentlicht soeben eine Statiſtik über die Widersprüche aufweisen, vereidigt und in beiden Fällen erfolgte die Verglaubwürdig bezeichnete Stobeck, dessen Aussagen die bedeutendsten so wird von 29 Orten die Erhöhung des Tausendpreises um 15 Proz. industriellen, handelsgewerblichen und landwirtschaftlichen Shudikate, urteilung auf Grund von Indicien. Bei diesem Prozeß sind sogar gefordert, von 66 Orten und dem Kreise I eine Erhöhung um die auf Grund des Gesetzes vom 21. März 1884 errichtet sind. 10 Proz Ein Ort( Lahr) begnügt sich mit einer Erhöhung Danach existierten am 1. Januar in Frankreich 8035 Syndikate: Feststellungen, die gegen die Schuld des Angeklagten sprechen, seinen Ungunsten ausgelegt worden. Der Indicienvon 5 Proz. Von 15 Orten Ver- davon entfielen 2382 auf die Unternehmer, 3287 auf die Arbeiter, beweis bildet eine große Gefahr für die Strafrechtspflege. ist der Antrag auf türzung der Arbeitszeit um täglich eine halbe Stunde ge- 162 waren gemischte und 2204 landwirtschaftliche. Diejenigen land Die freie richterliche Ueberzeugung" ist gar oft mur ein Meinen, ein stellt. Die Erhöhung des gewissen Geldes und des Minimums wirtschaftlichen Syndikate, die nur aus Arbeitern( Gärtner, Holzhauer 2c.) um 15 Proz. ist von 31 Orten beantragt, um 10 Proz. von 60 Orten bestehen, sind in der Statistik den Arbeitersyndikaten zugezählt, des- Glauben; sie müßte aber sein eine zweifelsfreie Gewißheit. Das englische Prinzip, das Einstimmigkeit für Bejahung der und dem Kreise I. Eine 71/ aprozentige Erhöhung beantragt ein Ort gleichen sind die Syndikate der Betriebsinhaber von Gärtnereien, Schuldfrage fordert, fann allein dieser Gefahr begegnen. ( Willingen). Der Kreis I und Leipzig wollen das Minimum des Molkereien, Holzhandlungen usw. unter die Unternehmersyndikate Auch die geheime, unkontrollierbare Voruntersuchung, die auf gewissen Geldes auf 23 M.( ausschließlich Lokalzuschlag) festgesezt rubriciert. Die eigentlichen landwirtschaftlichen Sydikate bestehen das ganze Verfahren meist einen entscheidenden Einfluß ausübt, wissen. In demselben Sinne beantragen vier Orte 24 M. Betreffs meist nur aus Besizern und einer geringen Anzahl Tagelöhner; zu muß beseitigt werden. In feinem Prozeß sind die ungeheuren der Lokalzuschläge werden solche von 169 Orten gefordert; bisher dieser Zahl find noch hinzu zu rechnen 696 landwirtschaftliche Unter- Schäden des Militärgerichts- Verfahrens, wobei die sogenannte Disciplin waren nur für 89 Orte Lotalzuschläge festgesetzt, somit find 80 Orte ftigungs- Vereine. Im Jahre 1900 haben die Unternehmersyndikate über alles geht, so fraß wie hier zu Tage getreten. Der Gerichtshinzugekommen, welche eine Neufestsetzung von Lokalzuschlägen um 225, die der Arbeiter um 602 und die landwirtschaftlichen herr, d. H. aber der Staatsanwalt, beruft das Richterkollegium; er ist über alles geht, so traß wie hier zu Tage getreten. Der Gerichtsfordern. Von den bisherigen 89 Orten verlangen 74 eine Erhöhung um 180 zugenommen. Die Zahl der Syndikatsverbände von der Schuld des Angeklagten überzeugt und ist bestrebt, seiner Ferner wird seitens der Gehilfen beantragt: Abschaffung des auf 75 gestiegen. Was die Mitgliederzahl der Syndikate anlangt, Ansicht Geltung zu verschaffen. Der Gerichtsherr ist aber auch Berechnens( Accordarbeit) eventuell Schaffung eines Zeitungsfeger- so gehörten denen der Unternehmer 170 030 Personen an, während gleichzeitig der persönliche Vorgesetzte der einzelnen Richter, der Offiziere im Kollegium, das vollständig vom militärischen Geist beTarifs für das ganze Reich. Bei durchgehender Arbeitszeit soll die Gewerkvereine der Arbeiter 588 823 zählten; die gemischten herrscht und bis auf die zwei Kriegsgerichtsräte, die aber auch die effektive Arbeitszeit 8 Stunden nicht überschreiten. Syndikate zählten 29 044, die landwirtschaftlichen 533 454, zuſammen Es ist sowohl prinzipals- wie gehilfenseitig in allen tarif- also 1 321 360 Personen, wozu noch 48 458 Personen zu rechnen sind, siebenmal gefiebte Juristen und zudem Militärbeamte sind, Durch den Mord des Rittmeisters treuen Druckereien eine Ueberstunden Statistik zu führen, die in landwirtschaftlichen Unterſtüßungsvereinen organisiert sind. juristisch ungebildet iſt. v. welche alle Vierteljahre an das Tarifamt einzusenden ist. Letzteres Frauen gehören den gewerblichen Syndikaten 43 470 an; die größte b. Atrofigt ist das Heiligste des Militarismus, die Disciplin, ist verpflichtet, bei zahlreichen Ueberstunden in Verbindung mit den Zahl derselben, nämlich 32 065, entfallen auf die Arbeiter- schwer verletzt worden und das erfordert nach Ansicht der Vertreter des Streisvertretern auf Abstellung solcher Mißstände hinzuwirken. vereinigungen. Der 1. Mai wird als Feiertag anerkannt und freigegeben. Die Vergünstigung des§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist im Tarif anzuerkennen. der Lokalzuschläge. wird. Von einer Anzahl der vorliegenden Gehilfenanträge meint der ,, Correspondent", daß sie in der gewünschten Form heute noch nicht verwirklicht werden könnten, zum Teil eilen sie auch weit über die Grenzen hinaus, welche der Entwicklung der gewerblichen Verhältnisse oder des Tarifs gezogen sind. Der beste Beweis dafür sei die fast allgemeine Erkenntnis von der Undurchführbarkeit einer Verfürzung der Arbeitszeit bei der diesjährigen Tarifrevision, während eine folgende dieser Forderung keine Schwierigkeiten mehr bereiten Im Gegensatz zu den Anträgen der Gehilfen stehen einige von Prinzipalsfeite eingebrachte, die eine Verschlechterung der gegenwärtigen Arbeitsverhältnisse bezwecken. Die tägliche Arbeitszeit war jetzt der Regel nach eine effektiv neunstündige. Die Unternehmer von vier Kreisen beantragen jetzt: Um Sonnabends eine verkürzte Arbeitszeit zu ermöglichen, ist es gestattet, an den einzelnen Tagen der Woche bis zu 91/2 Stunden arbeiten zu lassen, jedoch darf die wöchentliche Arbeitszeit 54 Stunden nicht überschreiten. In Bezug auf die Entlohnung beantragen die Unternehmer von fünf( von im ganzen neun) Streisen: Das Minimum des gewissen Geldes beträgt für die Eeger, Maschinenmeister und Drucker: a) bis zum Alter von 21 Jahren wöchentlich 21,- m. b) " 22-25 c) im Alter von über 25 " ausschließlich Lokalzuschlag, 22, 22,50 " " " doch kann das Tarifamt auf Antrag der betreffenden Prinzipale und Gehilfen für Druckorte bis zu 6000 Einwohnern unter Berücksichtigung der örtlichen Verhältnisse eine Herabsetzung der unter a bis c gegannten Säge im Höchstfalle um 3 M. eintreten lassen. Ein andrer Prinzipalsantrag lautet: a) bis zum Alter von 19 Jahren wöchentlich b) 20 " " " " c) 21 " " " " d) 22-25 25 " 16 M. 18 " 21 " 22 " 22,50 " e) im Alter von über Gegen die vorstehenden Prinzipalsanträge nimmt die neueste Nummer des Correspondent" ganz entschieden Stellung. Der letztgenannte Antrag wird als nicht einmal diskussionsfähig bezeichnet, und von dem andern auf den Lohn bezüglichen Antrage sagt das Organ der Buchdruckergehilfen, daß ihre Vertreter eine Lohuskala nach Altersstufen ablehnen würden, da die Höhe des Lohnes nicht nach dem Alter, sondern nach der Leistung des Gehilfen zu bemessen sei. Die einzige Konzession, die den Antragstellern gemacht werden tönnte, sei: das Minimum des gewissen Geldes beträgt 23 m. ausschließlich Lokalzuschlag, für Gehilfen bis 21 Jahren 21,50 M. Auch dagegen verwahrt sich der Correspondent", daß, wie es der erstgenannte Prinzipalsantrag will, an der effektiven Arbeitszeit von täglich 9 Stunden gerüttelt werde. Der„ Correspondent" schließt seine Besprechung der Anträge mit dem Bemerken, daß trotz der großen Differenzen zwischen den Gehilfen und Prinzipalsanträgen ein neuer, verbesserter Tarif zu stande kommen werde. ist von 173 auf 200 und die der Arbeitsbörsen von 65 Aus der Frauenbewegung. An die Genoffinnen! Militarismus eine Verurteilung unter allen Umständen. Man halte die scharfe Verurteilung des disciplinwidrigen Oberlieutenants Rüger aus Mörchingen durch den Kriegsminister neben das überschwäng liche Lob, das dieser selbe Kriegsminister dem Menschenschinder im Interesse der Disciplin, dem Rittmeister Krosigt, im Reichstag hat zu teil werden lassen- und das tiefste Geheimnis der Militärjustiz ist enthüllt. censeo der Socialdemokratie: Nieder mit dem Auf die Umfrage der Unterzeichneten, die Einberufung einer Frauenkonferenz betreffend, sind bereits so zahlreiche Antworten einDer Redner tam zu dem Schluß, daß das Urteil, auf ganz nichtige gelaufen, daß die noch ausstehenden an dem Gesamtresultat nichts mehr zu ändern vermögen. Die Genoffinnen der meisten in Betracht Indicienbeweise aufgebaut, völlig haltlos und durchaus ungerechtkommenden Orte haben den Vorschlag der Berlinerinnen, für dieses fertigt ist und daß die Ungerechtigkeit im Wesen des Militarismus Jahr von der Abhaltung einer Stonferenz abzusehen, als begründet liegt. Militarismus und Gerechtigkeit sind Antipoden, so führte der erachtet und sind ihm beigetreten. Gegen die Einberufung der Redner aus. Wie Feuer und Wasser stehen sie sich gegenüber. Konferenz stimmten die Genossinnen in Altona, Augsburg, Bremen, Militarismus aber wurzelt im Kapitalismus und so schließe ich mit Charlottenburg. Dresden, Gera, Hamburg, Johannisthal, Köln a. Rh., dem ceterum Königsberg, Ottensen Pankow, Rigdorf, Schöneberg, Tempelhof Kapitalismus! Nieder mit dem Militarismus! Weißensee, Wilmersdorf. Für Abhaltung einer Konferenz in diesem Nach einer kurzen Diskussion im Sinne des Referats und in Jahre traten nur die Genofsinnen in Leipzig und Reichenbach der zum Anschluß an den Wahlverein aufgefordert wurde, gelangte die Resolution, in der die Versammlung erklärt, daß das Urteil des i. B. ein. Da, wie bereits erwähnt, die ausstehenden Antworten das Re- Ober- Kriegsgerichts in Gumbinnen mit dem Voltsbewußtsein nicht fultat der Umfrage nicht mehr ändern können, so ist damit end- im Einklang steht und die Erwartung ausgesprochen wird, daß das Urteil aufgehoben und die Sache zu anderweitiger Beurteilung vergültig auf die Einberufung einer Konferenz verzichtet. wiefen wird, einstimmig zur Annahme. Die Entscheidung in Sachen der Frauenkonferenz berührt natürlich in nichts die Pflicht der Genossinnen, wie auf jedem früheren Mit einem begeisternden Hoch auf die Socialdemokratie erfolgte Die hierauf der Schluß der imposanten Versammlung. Vor dem VerParteitag, so auch auf dem zu Lübek vertreten zu sein. Wohnungsfrage, welche auf seiner Tagesordnung steht, ist sammlungslokal war ein ungewöhnlich zahlreiches Aufgebot von von höchster Wichtigkeit für die proletarische Frauenwelt. Polizeimannschaften postiert. Bedeutsam für den doppelten Befreiungskampf der Proletarierin find auch die übrigen Verhandlungsgegenstände. Mögen deshalb Mit Parteigruß Ottilie Baader, Vertrauensperson der Genossinnen Deutschlands, Berlin W., Groß- Görschenstraße 38, 2. Hof rechts, III. Sociales. " Die Albumarbeiter und Arbeiterinnen waren am Montag die Genoffinnen in allen Mittelpunkten unsrer Bewegung rechtzeitig wieder sehr zahlreich versammelt, um die schon in einer früheren für ihre Vertretung auf dem Parteitag sorgen. Wo es angängig Versammlung erörterten Mißstände in den Fabriken zu besprechen. in einem etwa einstündigen ist, sollten sie sich sofort mit den Genossen ihrer Wahlkreise über die Robert Schmidt erläuterte den Arbeiterschutz in der Fabrit", mit be gemeinsame Wahl einer Delegierten verständigen. Wo die Möglich- Vortrage feit eines gemeinsamen Vorgehens ausgeschlossen ist, haben sie das ſonderem Hinweis auf die Verhältnisse in der Albumfabrikation. statutengemäß gesicherte Recht auszunüßen, in Frauenversammlungen In den meisten Fabriken mangelt es heute an der erforderlichen eine eigne Delegierte zu wählen. Die auf die eine oder andre Reinlichkeit, vielfach fehlen Ankleideräume und Waschvorrichtungen. Das Minimum des gewissen Geldes beträgt für Sezer, Weise erfolgte Wahl weiblicher Delegierten ist der Unterzeichneten Für die Reinigung der Werkstätten wird nur mangelhaft gesorgt, feucht wird in feinem Betriebe aufgewischt, trotzdem es Maschinenmeister und Drucker: mitzuteilen. bei der großen Staubentwicklung dringend notwendig wäre. Besondre Räume für Einnahme der Mahlzeiten, namentlich der während egiftieren furzen Mittagspause, gar nicht. In mehreren Fabriken, die während dieser Pausen für die Arbeiter geschlossen sind, können diese ihr Mittagbrot nur auf den Treppen einnehmen. Innerhalb der ohnehin schon mit Gas- und Leimgeruch, mit Staub 2c. jeglicher Art geschwängerten Räume, entVerkürzung der Arbeitszeit und Erhöhung der Arbeits- wickelt namentlich der zu den bedruckten Albumcoulissen verwendete leiftung, wie sie kürzlich Prof. Abbé auf dem Mechanikertage in Bronzestaub die denkbar schädlichsten Einflüsse auf die Gesundheit der Arbeiterinnen. Bei alledem sind viel Dresden aus den vom ihm in Jena geleiteten Institute mitteilte, insbesondere wird in der vor kurzem erschienenen neuen Zeitschrift Gewerblich- fach reines Wasser und Handtücher nur ideale Wünsche. Nur in Technischer Ratgeber auch aus der Stahlfeder- Fabrik von einer Fabrik( Weigert, Ritterstraße) besteht eine Bade- Einrichtung. Heinzeu. Blanders, Berlin, gemeldet. Dort wurde der Acht- Wie es unter solchen Umständen mit den Gesundheits- und Sterbstundentag eingeführt an Stelle der früher üblichen neun lichkeits- Verhältnissen dieser Arbeiterklasse beschaffen ist, ergeben am stündigen Arbeitszeit, und zwar wird von 8-12 und 1-5 mit Weg- deutlichsten die Berichte der Buchbinder- Krankenkasse, die im Verfall der Frühstücks- und Vesperpausen gearbeitet, weil für die Her- hältnis zu andren Berufen einen hohen Prozentsaz von Krankheiten stellung von Stahlfedern nur Arbeiter und Arbeiterinnen mit ganz und Sterbefällen an Lungenschwindsucht aufzuweisen haben. Die vorzüglichem Sehvermögen angestellt werden und die allergrößte Lohnverhältnisse sind bei dieser ehemals günstigen Saison- Industrie Sorgfalt für Erhaltung der Sehkraft stets rege sein muß." äußerst fümmerlich, weshalb auch hier, wie in der Buchbinderei, eine Künstliche Beleuchtung führt zur schnellen Ermüdung der Sehorgane Tarifvereinbarung dringend notwendig erscheint. Redner empfiehlt daher und infolgedessen muß das Tageslicht ausgenugt werden. Die Arbeiter zum Schluß seiner mit großem Beifall aufgenommenen Ausführungen fürchteten anfänglich eine entsprechende Einbuße am Arbeitsverdienst, den Anschluß an die Organisation, die nicht mir eine Aufbesserung da in der Fabrik ausschließlich gegen Stüdlohn gearbeitet wird. der Löhne, sondern auch eine strenge Innehaltung der ArbeiterschutzIn der Kammgarn- Weberei von Grafe u. Köppe in" Diese Befürchtung hat sich glücklicherweise nicht erfüllt. Der vorschriften herbeiführen kann. Einige Redner schildern schon oft Moys bei Görlig sind Differenzen ausgebrochen. Die Kollegen Verdienst ist nicht zurüdgegangen, wohl aber gerügte Mißstände. Bytomski bemerkt, daß die in der letzten werden ersucht, den Zuzug vorläufig fernzuhalten. mehrfach gestiegen. Die Arbeitsleistungen haben Bersammlung enthüllten Mißstände durch die behördliche Kontrolle Alle arbeiterfreundlichen Blätter werden um Abdruck gebeten. Alle sich quantitativ und qualitativ durchschnittlich verbessert, was zwar etwas gemildert, aber noch lange nicht beseitigt find. Buschriften sind an den Unterzeichneten zu richten. Die Fabrik- fich dadurch erklärt, daß die überaus sorgfältig durchIn Groß- Lichterfelde tagte am verflossenen Sonntag eine tommission. J. A.: Robert Fettte, Weber, Görlig, Steinweg 14. geführte Arbeitsteilung, die die verkürzte Arbeitszeit öffentliche Versammlung, um zur Gründung eines Konsumvereins Ein Arbeitersekretär wird für das in Gotha zu errichtende gebieterisch forderte, auch eine rationellere Auslösung der gegen Stellung zu nehmen. Nach einem beifällig aufgenommenen Vortrag Sekretariat gesucht. Das Gehalt ist für das erste Jahr als Probe- feitigen Arbeitskräfte im Gefolge hatte." des Genossen Wuzky- Nixdorf über die Genossenschaftsbewegung und jahr auf 1500 M. festgesetzt. Vom zweiten Jahr ab festes Engage Interessant ist auch, daß die Fabrikleitung einsah, daß diese die Arbeiter wurde die Gründung eines Konsumvereins und dessen ment mit 1800 M. eventuell steigend bis zu 2000 m. Bewerber Aenderung des Betriebes nicht ohne Mitwirkung der beteiligten Anschluß an den Berlin- Rigdorfer- Verein beschlossen. In die zum haben ihren Meldungen eine Arbeit über: Zwed und Nutzen der Arbeiterkreise durchzuführen gehe und mit einer Arbeitervertretung Zwecke der Erledigung der nötigen Vorarbeiten eingesezte Kommission Arbeiterversicherungs- Geseze, ferner eine Abhandlung über einen darüber verhandelte, die aus vier männlichen und acht weiblichen wurden die Genossen Borheimer, Hopf, Play, Nauhold und Wenzel Prozeßfall, wozu das Material von der Kommission auf Wunsch Mitgliedern besteht und die Aufgabe hat, zur Förderung der übersandt wird, sowie einen furzen Lebenslauf beizufügen. Ein Interessen des Geschäfts und der Arbeiter in Bermanenz zu Thüringer oder ein mit den Thüringer Verhältnissen Bertranter wirken". würde bei gleicher Befähigung den Vorzug erhalten. Offerten sind bis zum 1. Oktober d. J. mit dem Vermerk: Arbeiter- Sekretariat Gotha" an den Vorsitzenden der Kommission für das ArbeiterSekretariat F. Wiechert, Gotha, Oststraße 66, einzusenden. " Der elfaßt- lothringische Textilarbeiter Verband hat ein stimmig beschlossen, sich aufzulösen und seinen Mitgliedern den Uebertritt in den deutschen Textilarbeiter- Verband zu empfehlen. Ausland. Versammlungen. Das Urteil des Ober- Kriegsgerichts in Gumbinnen gewählt. Lehte Nachrichten und Depelthen. Wien, 27. Auguft.( W. T. B.) Die„ Neue Freie Presse" meldet aus. St. Anton am Arlberg: Der Litterarhistoriker und Philosoph Professor Hlay m aus Halle a. S. ist heute früh hier im Alter von 80 Jahren vor dem Forum einer Volksversammlung. gestorben. Er war auch Mitglied des Frankfurter Parlaments. Wie wir gestern bereits berichteten, tagte am Montag bei Keller, Loudon, 27. August.( W. T. B.) Eine Depesche des Generals Koppenstraße, unter dem Vorsitz des Genossen Wengels eine Kitchener aus Pretoria besagt: Ein Convoi, der sich von Kimberley Voltsversammlung, in der Rechtsanwalt Dr. R. Liebknecht über nach Griquatown begab, wurde am 24. August bei Rooikoppje den Verlauf dieses Prozesses referierte. Daß das Urteil des Ober- von den Boeren angegriffen. Letztere wurden zurückgeschlagen. Die Damenkonfektionsschneider in Lemberg sind in einen Striegsgerichts eine allgemeine Erregung in der Bevölkerung hervor. Die Verluste der Engländer betragen neun Tote, 23 Ver Lohntampf getreten. Sie fordern: Zehnstündige Arbeitszeit, Ueber- Andrang zu derselben war so außergewöhnlich stark, daß schon stimmungsort an. Achtzehn Boeren aus Transvaal wurden von hat, wurde auch durch diese Versammlung bewiesen. Der wundete. Der Convoi tam später unversehrt an seinem Bestunden dürfen nur in notwendigen Fällen, niemals aber nach zehn 11/2 Stunden vor der Gröffnung, troßdem die Tische aus dem Saal Rawlinson östlich von Edenburgh gefangen genommen. Uhr abends gemacht werden und sind mit 100 Proz. Aufschlag zu entfernt waren, die polizeiliche Absperrung erfolgen mußte und Kapstadt, 27. August.( Meldung des Neuterschen Bureaus".) bezahlen. Der Wochenlohn ist um 30 Proz. zu erhöhen. Arbeiter Der Führer des Afrikanderbonds im Kap- Barlament Merriman ist dürfen nur in der Zeit vom 1. September bis 15. November und Tausende keinen Einlaß finden konnten. Wenn der ungeheure Andrang des Publikums ein Beweis dafür auf seiner eignen Farm in der Nähe von Stellenbosch für verhaftet bom 1. März bis 15. Mai gekündigt werden. Außer dieser Zeit find fie gleichmäßig zu beschäftigen, soweit Arbeit überhaupt vor- war, daß das aufsehenerregende Urteil des Ober- Kriegsgerichts seine erklärt worden. Merriman hat sein Wort gegeben, die Farm nicht handen ist. Wenn diese Forderungen innerhalb 14 Tagen nicht wirkung auf die weitesten Kreise der Bevölkerung ausgeübt hat, so zu verlassen. Wenn diese Forderungen innerhalb 14 Tagen nicht gab die Haltung derer, denen es gelungen war einen Platz im Ver- Graaffreinet, 27. August.( Meldung des„ Reuterschen berücksichtigt werden, soll der Streit beginnen. fammlungslokal zu erhalten, Kunde davon, daß die Taufende hierher Bureaus".) Nach weiteren Urteilen gegen die in Camdeboo verDie Vertreter der öftreichischen Gewerkschaften beim geeilt waren nicht etwa, um einen Vortrag über ein sensationelles hafteten Aufständischen wurden zwei schuldig befunden, die Urteile Ministerpräsidenten. Unter Führung des Abgeordneten Genossen Ereignis zu hören, sondern daß es jedem der Anwesenden ein Be- aber wegen der Jugend der Verurteilten nicht vollstreckt. Vier Schuhmeier sprachen der Genosse Hueber als Vertreter der Ge- dürfnis war, durch seine Teilnahme an der Versammlung Protest Auf ständische wurden zu lebenslänglicher 8 wangsa werkschaftskommission und Genosse Schiegl für den Verband der einzulegen gegen einen Urteilsspruch, der dem gefunden Empfinden arbeit auf der Bermuda- Jusel, zwei weil sie auf englische Buchdrucker beim Ministerpräsidenten vor, um ihm die Beschwerde- des Volks, dem durch keinerlei Vorurteil beeinflußten Rechtsgefühl als Truppen in Camdeboo schossen, wegen Hochverrats und Mordversuchs zum Tode verurteilt. Diese Urteile wurden bestätigt. schrift über die in letzterer Zeit zahlreich erfolgten Verhaftungen und ein unerhörtes Ereignis erscheinen muß. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glode in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage n. Unterhaltungsblatt. r. 200. 18. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 28. August 1901. Zur Accordmaurer- Angelegenheit. Genosse Bernstein sagt in seiner Besprechung des Hamburger Streitfalls( Nr. 196 des„ Vorwärts"): " Das Hamburger Schiedsgericht hat m. G. darin einen verhängnisvollen Frrtum begangen und war, wenn ich nicht irre, durch das gegenwärtige Parteistatut geradezu genötigt, diesen Weg einzuschlagendaß es die Streitfrage unter dem Gesichtswintel der Moral entschied." Deutschen. ( Nachmittagssigung.) und Kaltstellung geahndet wird, wenn anders der richtige Geist in der Tarif stillschweigend ein Jahr weiter. Nebner erörtert weitere Einzelbetreffenden Organisation herrscht. Die inoffizielle, persönliche Miß- heiten und betont die Solidarität der Dänen mit den streifenden achtung des pflichtvergessenen oder gar verräterischen Klassengenossen ist das einzig anwendbare Mittel und wo die Bewegung gefund ist, genügt dasselbe vollkommen, um den Betroffenen zur Umfehr oder zum freiwilligen Austritt zu veranlassen. Sollte es aber Organifationen geben, die derartig gezeichneten Leuten Einfluß und An ichen gewähren, nun, da können offizielle Richtersprüche auch nichts nüßen; da müssen andre, erzieherische Einflüsse erst das ganze Milieu heben, wenn eine wirkliche Beseitigung des Schadens erreicht werden soll. 1 denen 98 dem in Der Vertreter der G& we iz führt aus, daß auf den ſechs schweizerischen Glashütten 2 Weißglas- und 4 Flaschenfabrikeninsgesamt 250 Arbeiter beschäftigt sind, von Februar 1901 gegründeten schweizerischem Verbande, der eine Sektion Erst des schweizerischen Gewerkschaftsfartells bilde, angehörten. feit 1900 hätten die Glasarbeiter der Schweiz angefangen, sich zu organisieren. Die Arbeitsverhältnisse sind unbefriedigend, nur in einer Hütte werden 35 bis 50 Mark pro Woche verdient. n den übrigen Hütten seien die Verhältnisse derart betrübend, daß die Arbeiter nebenbei noch Landwirtschaft betreiben müßten. Arbeitszeit ist eine 10- bezw. 12 stündige und einschichtig. Von einer wirklichen Sonntagsruhe sei feine Rede. Die Bernstein irrt in der That nicht. Der§ 2 des Parteistatuts ließ gar keinen andren Gesichtswinkel für den Schiedsspruch zu, als den Die Controleure haben ihren Spruch mit dem Ausdruck des Be der Mora I. Der§ 2 lautet:" Zur Partei fann nicht dauerns darüber eingeleitet, daß die Hamburger Sache überhaupt gehören, wer sich eines groben Verstoßes gegen die Grund- vor die Partei- Instanzen gebracht worden ist. Sie haben es damit fäße des Parteiprogramms oder ver sich einer ehrlosen dem Parteitag als der höchsten souveränen Partei- Instanz nahe Handlung schuldig macht." Ein Verstoßen gegen die Grund- gelegt, die Angelegenheit an die gewerkschaftlichen Instanzen zurück fäße des socialdemokratischen Programms stand von vornherein außer zuweisen. Ich halte das für die einzig vernünftige Lösung, die Hunter( England): Die Verhältnisse in England können als Betracht; also blieb nur die Frage, ob eine„ ehrlose Handlung" vor- allein die notwendige formale Neutralität der Gewerkschaften gute bezeichnet werden. Seit dem legten internationalen Kongreß sind liege. Darauf allein war auch die Anklage begründet. Diese wahrt und auch für zukünftige Fälle die beste Norm abgiebt. in jedem Jahr Verbesserungen erzielt. Die Arbeitslöhne sind seitdem um Frage hatte das Schiedsgericht zu entscheiden; war sie mit Nein zu Streitfälle wird es immer wieder geben. Wie die politische, so 6 M. pro Woche gestiegen, die Arbeitszeit ist verringert und auch noch beantworten, so tonnte der Ausschluß nicht erfolgen. Denn es hat auch die gewerkschaftliche Bewegung mit Rückständigkeiten, anderweitige Vergünstigungen, wie Beseitigung von Abzügen 2c., giebt keine Bestimmung im Statut, auf die er sonst hätte begründet Disciplinlosigkeiten und Quertreibereien in den eignen Reihen zu find erzielt. Ein englischer Glasmacher verdient jetzt im Durchs werden können. Man darf es darum auch nicht als einen verrechnen und zu kämpfen. Sie soll alle ihr dagegen zu Gebote schnitt 55 Mart, der zweite Gehilfe 50 Mark und der Anfänger hängnisvollen Irrtum" des Schiedsgerichts bezeichnen, daß stehenden Mittel ergreifen. Kein Parteigenosse hat dem Maurer- 40 Mark.( Ruf: Das müßte Heye hören!) Die Arbeitszeit bees die Sache vom Gesichtspunkt der Moral aus anfaßte. Es that verband das Recht zur Verhängung der strengen Maßregeln gegen trägt 46 bis 54 Stunden, jedes Jahr werden neue Verhältnisse damit nur, was es auf Grund des Statuts und auf die Accordmaurer abgesprochen. Aber man treibe diese Streitfälle vereinbart. Eine straffe Organisation sorgt dafür, daß die zufriedenGrund der Anklagebegründung einzig und allein nicht über den Rahmen der gewerkschaftlichen Organisation hinaus, stellenden Verhältnisse aufrecht erhalten bleiben. Kein Arbeiter, der thun tonnte und durfte. man trage sie nicht unnötigerweise auch noch in die Parteiorganisation nicht in der Organisation ist, findet in den Fabriken Unterkommen. Genosse Bernstein erklärt weiter, daß er selbst, wenn er den hinein. Das nügt weder der Gewerkschaft noch der Partei. Es Gegenwärtig werden wöchentlich 50 Pf. Beitrag mehr bezahlt und Der Kampf der deutschen Fall unter dem Gesichtspunkt: ehrlos oder nicht, zu entscheiden schadet beiden. zwar wegen des deutschen Kampfes. Eduard David. gehabt hätte, er, wahrscheinlich auch so gestimmt hätte Glasarbeiter wird von allen Arbeitern Englands mit Interesse verwie das Schiedsgericht und die Parteicontroleure". folgt. In dem gegenwärtigen Kampfe der deutschen Glasarbeiter Denn er könne sich sehr wohl denken, daß die betreffenden Accordfür Freiheit und Gerechtigkeit ist seitens der englischen Arbeiter ein maurer zu ihrem Verhalten von Motiven oder Umständen bestimmt fo einmütiges Votum für die Unterstützung der deutschen Kollegen worden waren, die Ausdrücke wie„ Lumpen" 2c. für ganz unange= abgegeben wie noch niemals zuvor. Ich hoffe, daß die deutschen bracht erscheinen lassen". Arbeiter in ihrem Kampfe ausharren und siegen werden. Vereinigt sind wir alles, vereinzelt nichts.( Alseitiger lebhafter Beifall.) Dirschl= 3 London ergänzt das Vorstehende. rach Fürth trübes Bild von der Lage der Glasarbeiter in Fürth, wo trotz anstrengendster Arbeit nur 12-14 M. im Durch schnitt verdient werden. Noch schlimmer stehe es un die Lage der Kollegen in der Oberpfalz, wo wöchentlich 100-110 Stunden gearbeitet werden müsse. Schön! Verneint aber Genosse Bernstein in Uebereinstimmung mit dem Schiedsgericht und der Kontrollkommission die Frage der Ehr losigkeit, dann muß er auch den Ausschluß ablehnen. Das Parteistatut giebt ihm keinerlei Handhabe, ihn aus andren Gründen zu verhängen. Sechster internationaler Kongreß der Glasarbeiter. Hannover, 26. August 8 weiter Verhandlungstag. ( Vormittagssigung.) W. Wheater England erstattet an Stelle des schwererkrankten internationalen Sefretärs Greenwood den internationalen Bericht. Die Bewegung auf internationalem Gebiete habe seit 1898 fast feine Aber die Accordmaurer sollten trotzdem ausgeschlossen werden, Fortschritte gemacht. Trotz der 15jährigen Agitation der Engländer sei es denn so deduciert Bernstein die Partei kann Leuten, die sich noch nicht erreicht, ein in wünschenswerter Weise funktionierendes in offenem, schädigendem Kampf mit der Mehrheit ihrer organisierten internationales Bureau zu erhalten. Das Geld komme nicht ein. Berufsgenossen befinden, keinen Plazz in ihren Reihen einräumen. Daß die Engländer großes Interesse für die deutsche Bewegung Da das derzeitige Statut teine Handhabe bietet, sie zu entfernen, so hätten, zeige ihr aktives Eingreifen bei dem Schauenburg- Nienburger muß also eine weitere Bestimmung getroffen werden, die besagt, Streit. Mit Einstimmigkeit sei die Unterstützung zugesagt. Das ,, daß, wer der gewerkschaftlichen Organisation seines Berufs in werde hoffentlich eine Besserung in den internationalen Beziehungen ihren auf Regelung der Arbeitsbedingungen herbeiführen. Ein schwerer Schlag für den internationalen Verkehr gerichteten kämpfen schädigend in den Weg tritt sei der Tod von Frau Aveling- Marr, der ausgezeichneten Dolmetscherin oder sich eines ähnlichen, die Organisation in ihrer Leistungs- auf den internationalen Kongressen, sowie der Tod unsres Liebknecht. fähigkeit ernsthaft schädigenden Verstoßes gegen In England wisse man ganz genau, was die Arbeiterbewegung an die Disciplin schuldig macht, damit auch gegen die Grund- Liebknecht verloren habe, der den größten Teil seines Lebens Er sei ein ganzer fäße der Partei handelt und so lange nicht ihr Mitglied sein kann, im Dienste der Arbeiterschaft zugebracht. als er in diesem ungehörigen Verhältnis gegen seine Berufsgenossen Mann gewefen. Zu Ehren desselben fordert Redner die Kongreßverharrt." teilnehmer auf, sich von ihren Sigen zu erheben. Was soll nun geschehen? In der Generaldiskussion, in der über die Schäden und Mängel einzelner Rationen wie auch der internationalen Organisation und deren Ursachen, sowie über die nunmehr unverzüglich einzuleitenden Schritte lebhaft debattiert wird, lebhaft debattiert wird, sprechen Girbig- Stralau, Breußler Wien, Wilhelm Hainholz, Abgeordneter Horn und Völkel England, der das internationale Sekretariat gegen über den erhobenen Kritiken in Schutz nimmt. Ein inzwischen aus Dänemark eingetroffenes Telegramm meldet, daß die deutschen Glasfabrikanten bei den dänischen Fabrifanten ans gefragt haben, ob diese bereit seien, ihnen Flaschen zu liefern. Die dänischen Unternehmer erklären sich dazu bereit und wollen, wenu die Arbeiter sich weigern, die Flaschen anzufertigen, dies als Kontrattbruch betrachten. Die Arbeiter haben zu dieser Frage bereits Stellung genommen; sie sind bereit, die Arbeit sofort niederzulegen, wollen aber zuvor Antwort abwarten von ihrem auf dem internationalen Kongresse weilenden Verbandsa leiter Abrahamson. M - mit cr Wenn Alsdann folgen die Berichte der Vertrauensleute der einzelnen Genosse Bernstein will beim Lübecker Parteitag einen diesbefagenden Antrag einbringen. Angenommen, der Parteitag nähme Nationen. Zunächst erhält Reichstags- Abgeordneter Horn das ihn an. Wäre es dann statthaft, auf Grund der neuen Bestimming Wort. Redner bedauert, daß die Hoffnungen und Voraussegungen, die man 1898 in Berlin ant den Ausschluß der Hamburger Accordmaurer zu beschließen? die Gründung des Nein! Denn das hieße, ein neues Strafgeset rüdwirte nd internationalen Sekretariats geknüpft, sich nicht erfüllt hätten. Was machen auf einen Fall, der vor seiner Eristenz sich ereignete. Ein die wirtschaftliche Lage der Glasarbeiter in Deutschland anbelange, Die Depesche soll bei dem nun folgenden Gegenstande der Tagessolches Verfahren ist von jeher als ein heimtückisches Justizverbrechen so sei sie seit dem legten Kongreß so ziemlich die gleiche ordnung die Differenzen am Kontinent Girbig Stralau kritisierte in scharfer Weise von allen gerecht denkenden Menschen verurteilt worden. Und die geblieben, doch seien in einigen Orten in sanitärer und materieller örtert werden. Socialdemokratie sollte nach diesem übelbeleumundeten Grundsatz Hinsicht auch fleine Vorteile zu verzeichnen. In einigen Orten das Beginnen der Unternehmer und deren Presse gegenüber der berfahren? Nimmermehr! Das meint gewiß auch Genosse Bern hätten sich dagegen die Verhältnisse sogar verschlechtert, und charaf Leitung des Glasarbeiter- Verbandes in dem gegenwärtigen Kampfe. stein nicht. Trifft der Lübecker Parteitag die von ihm gewollte Be- teristischerweise gerade dort, wo die Hüttenbefizer über große Stapi- Selbst vor den gemeinsten Mitteln sei die Unternehmerpresse nicht stimmung, dann fann sie nur für zukünftige Fälle gelten.talien verfügen. Man habe die Riesengewinne zum Ausbau der zurückgeschreckt. G. schildert alsdann in ausführlicher Weise Ursache Die Accordmaurer- Angelegenheit ist also auf diesem Wege nicht aus Werke oder sonst im Interesse der Befizer angelegt, nicht aber zur und Verlauf des gegenwärtigen Kampfes in der deutschen Glass, der Welt zu bringen. Besserung der Arbeiterverhältnisse. Speciell treffe dies für Dresden industrie. Alle Versuche, den Streik, der bereits ganz gewaltige zu, wo gerichtlich festgestellt sei, daß Löhne von 3, 5 und 10 M. Opfer erfordert, auf gütlichem Wege beizulegen, seien gescheitert, den Streifenden stelle, einfach Ein großer Teil, vielleicht die Mehrheit der Parteigenossen ver- pro Woche bezahlt seien. Eine große Anzahl Arbeiter andrer Hütten da die Bedingungen, die man langt die Aufhebung des Schiedsspruchs. Gut, man hebe ihn fei nicht viel besser daran. Auch die Behandlung lasse im allgemeinen un annehmbar seien. Arbeiter, welche unter den von Heye ge= auf, und man lehne es ab, sich von neuem von zu wünschen übrig, kämen doch hier und da noch thätliche Mißhand- stellten Bedingungen die Arbeit wieder aufnehmen würden, stellten Parteiwegen mit dem Streitfall zu befaffen! lungen der Arbeiter vor. Beschimpfungen und provokatorisches Auftreten die ganze Arbeiterschaft ihrer Nation bloß. Der Kampf sei, Das hätte meines Erachtens von Anfang an geschehen sollen. gegenüber den Arbeitern sei namentlich von dort zu berichten, bedeutungsvoll für die Glasarbeiterschaft der ganzen Welt. Schon die erste Justanz, die Hamburger socialdemokratischen Vereine, wo die Arbeiter organisiert seien. Man glaube dadurch die die Glasfabrikanten nicht bald nachgäben, dann könnte es zur Neu durch Inter hätten die Sache nicht annehmen sollen. Das wäre das richtigste, Arbeiter zum Widerstande provozieren zu können, um so Anlaß gründung von Flaschenfabriken dem Interesse der Partei und auch dem wohlverstandenen zu haben zur Vernichtung der Organisation. Ein kleiner essenten fommen. Mit einem Appell an die weitere Opfers Interesse der Gewerkschaft dienende Verfahren gewesen. Anfang zur Besserung sei auf dem Gebiete der Sonntagsruhe freudigkeit der gesamten Glasarbeiter, besonders der englischen, Ich habe diesen Standpunkt in einem früher geschriebenen in zu verzeichnen. Von den circa 300 Glashütten in Deutschland schließt der Redner unter rauschendem Beifall und empfiehlt sodann nächster Nummer der„ Socialistischen Monatshefte erscheinenden hätten einige 20 die 36stündige Sonntagsruhe eingeführt, indes folgende fernationale Glasarbeiter- Stongreß spricht ſeine tiefste zur Annahme: Artikel näher begründet. Darauf verweisend kann ich mich hier auf sei dies vorwiegend die Beleuchtungs- und Weißhohlbranche, " Der einige Bemerkungen über die Bernsteinsche Auffassung von dem Ver- die sich zur Zeit in einer Krise befänden. Danach müsse man Entrüstung über das Vorgehen der deutschen Flaschenfabrikanten Der Kongreß erklärt den Generalstreit, den die Flaschenhältnis zwischen Partei und Gewerkschaft beschränken. Ich teile sagen, daß die Besserung nicht aus Liebe zu den Arbeitern, aus. Bernsteins Auffassung, daß die Neutralität der Partei den Gewerk- sondern im Interesse der Fabrikanten, um die Produktion einarbeiter unternahmen, als das einzige Mittel, um sich in ihrer Lage schaften gegenüber nur eine formale sein fann und soll. In zuschränken und der Unterbietung der Preise entgegen zu- völlig zu sichern. Die aufgestellten Forderungen sind so gering, daß dieserhalb ein ideellem Sinne muß die Partei das Gedeihen der gewerkschaftlichen arbeiten, geschehen sei. Die gute Konjunktur in der Flaschenbranche daß die übrigen Nationen bedauern, entstehen konnte. Der Kongreß hat die feite Arbeiterbewegung als ihre eigne Sache mit erfassen und mit empfinden. habe dagegen teilweise noch zu einer Ausdehnung der Arbeitszeit Streit den Glasarbeitern werden muß Aber umgekehrt muß sich auch die Gewerkschaft als ein geführt. Die Tafelglasbranche, die leider auf dem jezigen Kongreß Hoffnung, daß der Sieg den deutschen Kollegen zur höchsten Pflicht, Specialzweig der Arbeiterbewegung ihrer höheren Einheit mit der wieder nicht vertreten sei, leide zur Zeit auch an Geschäftsstockung, und macht es Partei, als der Zusammenfassung des politischen proletarischen Klassen- die dazu geführt, daß die Fabrikanten beschlossen hätten, im Sep- im Kampfe auszuharren, bis der Sieg der Arbeiter ein volltampfes bewußt bleiben. Die Partei hat darum auch keine größeren tember die Fabriken auf unbestimmte Zeit zu schließen, um die ständiger ist und das Koalitionsrecht fowie alle andren Forderungen Pflichten" der Gewerkschaft gegenüber als die Gewerkschaft der Partei Lager zu räumen. Die Arbeiter seien die Geschädigten. Alle An- bewilligt sind. Insbesondere versprechen die englischen Delegierten gegenüber. Beide Verbände haben die gleich große Pflicht, sich zeichen deuteten darauf hin, daß die Tafelglasarbeiter eine große wie auch die übrigen Nationen, den deutschen Glasarbeitern so lange gegenseitig zu fördern und zu stützen, jeder auf dem ihm gewiesenen Geduldsprobe zu bestehen hätten. Die Organisationsbestrebungen bedeutende Unterstüßungen zu geben, bis der Ring der Fabrikanten Gebiet und mit den ihm möglichen Mitteln. hätten seit dem letzten Kongreß in Deutschland ganz er die Forderungen der Flaschenarbeiter anerkannt hat." Und darum müßte die Partei, wollte man ihr die offizielle hebliche Fortschritte gemacht. Die größte 8ahl Organisierter dann Aufgabe zuweisen, Elemente, die sich gegen ihre Gewerkschaft ver- liefere die Flaschenbranche, dann die der Schleifer, but folge die hierauf fritt Schluß der Sigung ein. gangen haben, mit Ausschluß zu bestrafen, verlangen, daß auch von der Weißhohlbranche, während die Tafelglas- Arbeiter noch inner die Gewerkschaft, im Interesse und in Anerkennung ihrer ideellen Einheit Unnahbaren spielten. Ihm, Redner, seien seine Arbeiten insofern geBewegung der Arbeiterklasse absichtlich schädigt. Die Gewerkschaft standen hätten. Der in Berlin geschloffene Kartellvertrag, daß die könnte diese Verpflichtung auf Gegenseitigkeit nicht ablehnen und nationalen Vertrauensleute mit dem internationalen Bureau in steter die Partei müßte darauf bestehen, im Interesse ihres Ansehens. Verbindung bleiben sollten, könne nicht erfüllt werden, wenn von Das einseitige Verhältnis, das Genoffe Bernstein festsetzen feiner Seite etwas zur Aufbringung der Mittel geschähe. Redner will, wonach die Partei allein die Pflicht hat, ein Nachrichtertum macht dann zum Schluß den Vorschlag, einen Beschluß herbeizu über die von der Gewerkschaft abgeurteilten Uebelthäter auszuüben, führen, der die Verpflichtung zur Zahlung von Beiträgen für das halte ich für verfehlt. Bernstein meint, es würde sich darin die internationale Sekretariat enthält. Ueberordnung" der Partei zum Ausdruck bringen. In Wahrheit Preußler( Oestreich) wünscht eine schriftliche Berichterstattung. würde es als eine Unterordnung aufgefaßt werden. Von Ganz so schwarz wie Horn und Wheater sehe er nicht. Zwischen den einem wirklich freien Schieds- und Oberrichtertum tönnte keine Rede Glasarbeitern in England, Deutschland, Destreich und Dänemark sei sein. Das Parteigericht würde einfach das von der Gewerkschaft bereits ein so festes Band gezogen, daß es unzerreißbar sei. In jedem Fall, wo sie( Lebhaftes Bravo 1) Das sei früher einfach unmöglich gewesen. gesprochene Urteil zu sanktionieren haben. das nicht thäte, würden wir das gleiche Schauspiel haben, Auch sei doch schon erreicht, daß jetzt England aktiv bei Streits einwie in der Hamburger Sache. Die Gewerkschaft würde über greife, die außerhalb Englands entständen, wie sich das jetzt bei das Schiedsgericht zu Gericht fizzen. Sie würde ihre Macht Schauenstein- Nienburg gezeigt habe. Dasselbe treffe für Oestreich Und wenn Ungarn zu, allerdings en miniature, weil dort die Organisation auf dem Parteitag gegen dasselbe aufbieten. ihr dort nicht gelänge, der Partei ihre Auffassung erst in den Anfängen sei. Die Klagen der nationalen Sekretäre des Falles mit Majoritätsbeschluß aufzuzwingen, nun dann würde liegen meist in den wirtschaftlichen Verhältnissen begründet. eben der lodernde Feuerbrand ungelöscht innerhalb der Arbeiter- Redner geht auf Einzelheiten der östreichischen Verhältnisse hervorhebt, daß die Gründung einer Probewegung weiterbrennen. Wer kann wünschen, daß derartige Streit ein, wobei er fälle sich zu einem Machtkampfe zwischen Partei und Gewerkschaft duttivgenossenschaft geradezu Wunder gewirkt habe nicht mur auf Stabilität der Löhne, sondern auch int auswachsen? Und welcher Parteigenosse würde nach solchen Erin Bezug auf fahrungen wohl noch geneigt sein, an einem solchen Schiedsgericht Bezug auf Hebung des Solidaritätsgefühls. Organisiert sind in Destreich rund 4400 Glasarbeiter. mit gebundenem Mandat mitzuthun? Die ideelle, durch die gleichen Menschen mit den gleichen Jdealen Abrahamsen( Dänemark) führt aus, daß die dänische repräsentierte Einheit zwischen Partei und Gewerkschaft bietet hin- Organisation nur aus 5 Zahlstellen mit 285 Mitgliedern bestehe, Die Vertrauensleute. reichende Bürgschaft, daß ein Mann, der sich gegen das Gewerkschafts- aber sie habe sich nur gute Positionen errungen. Mit Unorganiinteresse schwer vergangen, auch im Kreise der Parteigenoffen mo- fierten arbeiteten die Organisierten nicht zusammen. Es bestehe bei di Zweiter Wahlkreis. Heute, Mittwoch, abends 8%, Uhr, ralisch gerichtet ist, wie umgefehrt eine offenfundige Schädigung der ihnen Tarifgemeinschaft." Alljährlich würden die Bedingungen festPartei auch innerhalb der Gewerkschaft mit persönlicher Verurteilung gesezt; wenn teine Kündigung des Kontrakts eintrete, gelte der Wahlvereinsversammlung bei Nautenberg( früher Bickel), mit der Partei, niemand als Mitglied geduldet wird, der die politische sehr erschwert, als auch ihm zu wenig Mittel zur Verfügung es and Berliner Partei- Angelegenheiten. b Reichstags- Wahlkreis Niederbarnim. Am Sonnabend, den 31. August, abends präcise 8 Uhr, findet in Rummelsburg im Lokale des Herrn Ziebarth, HauptStraße 83, eine reistonferenz für den Kreis niederbarnim statt. Als Tagesordnung ist festgesezt: 1. Der Provinzial- Parteitag für Brandenburg. Referent: G. Freiwaldt- Bankow. 2. Anträge und Wahl von Delegierten. 3. Der Parteitag zu Lübed. Referent: Arthur Stadthagen. 4. Anträge hierzu und Wahl von Delegierten. 5. Lokalfrage. 6. Verschiedenes. An die Genossen der einzelnen Bezirke ergeht das Ersuchen, ungefäumt die Wahl der Delegierten zu dieser Konferenz vorzus nehmen, sowie zu den einzelnen, zur Verhandlung stehenden Punkten der Tagesordnung Stellung zu nehmen. Der Kreis- Bertrauensmann: Adolf Gary, Neu- Weißensee, Lehderstr. 5. Zweiter Wahlkreis. Wir werden um Aufnahme folgender Kreises erklärte Genosse Knüpfer, daß er den in der öffentlichen Mitteilung ersucht: In einer Aussprache mit Parteigenossen des Parteiversammlung in der Bockbrauerei erhobenen Vorwurf: daß im 2. Wahlkreis Genossen gegen die Gewerkschaftsbewegung agitieren", nicht aufrechterhalten kann. Hafenheide 52-53. Tagesordnung: Unsere praktische Agitation gegen die Bollerhöhung. Diskussion. Diejenigen Mitglieder, welche für Monat August bezahlt haben, erhalten die Broschüre" Die Entwickelung des Kapitalismus in Deutschland" gratis. D Charlottenburg. Sonntag findet in Hoffmanns Volksgarten, Westend, Kastanien Allee 1, das Sommerfest des socialdemo kratischen Wahlvereins statt; für Beluftigungen aller Art ist Sorge getragen. Der Gesamtüberschuß fließt in den Dispositionsfonds für Sen Saalbau. Entree 20 Pf. Der Vorstand. des Aufenthaltes in reiner Waldluft zu teil werden. An den Sonntagen aber finden sich die Angehörigen und Bekannten in großen Scharen ein, und es entwickelt sich dann unter den Eichen der Jungfernheide und den Niefern der Schönholzer Forst ein zwanglos heiteres Treiben. Kinderfahrten. Uns wird geschrieben: Der Verein Kinderhort für die Schönhauser und Prenzlauer Vorstadt hat in den diesjährigen Sommerferien zum erstenmal mit seinen Pfleglingen Kinderfahrten veranstaltet. Wöchentlich fanden vier Ausflüge nach Schönholz statt, an welchen ungefähr 80 Kinder teilnahmen. Die Kinder wurden mittels eines befonderen Wagens der Straßenbahn- hin und zurüc Im Zeichen des Verkehrs. Bei den Bauarbeiten für die befördert, erhielten dort eine kleine Erfrischung und konnten sich dann vier Stunden lang unter Leitung eines Lehrers am Spiel in Unterleitung der Straßenbahn ist in Rücksicht auf die bevorstehenden der freien Natur erfreuen; mittags erfolgte die Rückfahrt. Die Hoffestlichkeiten eine sofortige Schließung des unter den Teilnehmer an diesen Ausflügen, Kinder armer Witwen und solcher Linden fortführenden Kanals, der bereits zur Hälfte fertiggestellt ist, Spandau. In der Agitation gegen den Brot wucher ist es angeordnet worden. Mit dem Bau der zweiten Hälfte an der Ueber Eltern, die tagsüber außerhalb des Hauses beschäftigt find, haben sich geistig und körperlich erholt. Zum Besten dieser Kinderfahrten Pflicht jedes Parteigenoffen, feine straft für die Einholung der führung der Linden wird am 3. September begonnen. Die Arbeiten ich geistig und körperlich erholt. Zum Besten dieſer Kinderfahrten findet am Donnerstag, den 29. Auguſt cr., in der Aktienbrauerei Unterschriften der Parteileitung zur Verfügung zu stellen. Es find sollen noch möglichst in derselben Woche zu Ende geführt werden. Friedrichshain ein Konzert statt. Eintrittskarten sind in allen mit noch eine große Anzahl Freiwilliger nötig, wenn wir die Die Fundamente des Klosters der schwarzen Brüder, Blakaten versehenen Geschäften und bei Herrn Rektor Bandt, uns obliegenden Arbeiten bewältigen sollen. Jeder politisch und welches auf dem Schloßplatz am Eingang der nach diesem benannten Danzigerstr. 23, zu haben. jeder gewerkschaftlich organisierte Arbeiter melde sich deshalb Brüderstraße stand, sind teilweise bei den gegenwärtig in der Brüderallabendlich in den bekannten Verkehrslokalen. Hierbei sei noch be- straße stattfindenden Kanalisationsarbeiten freigelegt worden. Das Berliner Theater- Othello- unter persönlicher artistischer Freie Volksbühne. Die Vorstellungen der ersten Serie im merkt, daß morgen, Donnerstag, im„ Roten Adler" eine von Mauerwerk, welches vor dem Hause Brüderstr. 1 den Straßenzug durch Zeitung des Direktors Paul Lindau, beginnen: 1. und 2. Abteilung: den Hirsch- Dunckerschen Gewerkvereinen einberufene öffentliche freuzt, besteht aus gewaltigen Felssteinblöcken, die den gegenwärtig 1. September; 3. und 4. Abteilung: 8. September; 5. und 6. AbVersammlung stattfindet, in der Landtags- Abgeordnete Karl stattfindenden Arbeiten erhebliche Hindernisse verursachten und mittels Goldschmidt über: Den neuen Zolltarif und seine Winden entfernt werden mußten. Der Zugang zu der Brüderstraße teilung: 15. September; 7. und 8. Abteilung: 22. September; Wirkung" sprechen wird. 9. und 10. Abteilung: 29. September; 11. und 12. Abteilung: sprechen wird. Da auch Gäste ausdrücklich ein- ist an dieser Stelle kaum einen Meter breit gewesen. Aber 6. Oktober. geladen werden, uns der Rote Adler" aber sonst zu Versammlungen auch weiter hinunter kann der Straßenzug kaum die Hälfte Die zweite Serie im Lessing- Theater Gespenster bekanntlich nicht zur Verfügung steht, so wäre, um einen wirflich der jetzigen Breite beseffen haben, wie zahlreiche Ueberreste ehe- artistische Zeitung Direktor Witte Wild: 1. Abteilung: 22. September; flammenden" Protest gegen den Zollwucher einzulegen, massenhafter maliger Fundamente und Mauern beweisen, welche noch hinter den 2. und 3. Abteilung: 29. September; 4. und 5. Abteilung: 6. Oftober; Besuch dieser Versammlung durch unsre Parteigen offen Resten der Klostermauer freigelegt find und zweifellos von Gebäuden 6. und 7. Abteilung: 13. Oktober; 8. und 9. Abteilung: 20. Oftober: sehr am late. herrühren, die Ende des 18. oder Anfang des 19. Jahrhunderts 10. und 11. Abteilung: 27. Oftober; 12. Abteilung: 3. November. niedergerissen worden find. Bei den direkt vor der Einfahrt zur Sonntagnachmittags 23/4 Uhr. Die Mitglieder werden dringend geBrüderstraße hält der Genosse Ullrich im Restaurant" Zur Tanne", Nordbahn Mauerwerk freigelegt, telches auf der einen Seite eine leichte Sohlbeten, pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. J. A.: G. Winkler. straße 15 am Diskutierabend einen Vortrag über:" Die Auflösung wölbung zeigte und vermutlich die Ueberreste eines Kanals sind, ber Metalle" mit gleichzeitigen praktischen Vorführungen. Ebenso durch welchen die Abwässer aus dem Kloster der schwarzen Brüder findet in Reinickendorf( West) am Dienstag, den 3. September, nach dem Schleusenkanal geleitet wurden. abends 8½ Uhr am Diskutierabend im Restaurant von Kluge, nach dem Schleusenkanal geleitet wurden. Berlinerstraße 42, derselbe Vortrag statt. Zwischen der Stadtgemeinde Berlin und der StraßenbahnWannsee. Die erste Mitgliederversammlung des neugegründeten Gesellschaft ist das Uebereinkommen getroffen worden, daß, wo dies Wahlvereins fand am Sonnabend, den 24. August, im„ Fürstenhof" auch als Träger für elektrisches Licht benutzt werden sollen. Wannsee. Die erste Mitgliederversammlung des neugegründeten in der Leipzigerstraße angebracht ist, die Masten für Stromzuführung statt. Genosse Schubert Schöneberg hielt einen Vortrag über Ziele und Forderungen der Socialdemokratie." Außerdem wurden Vereinsangelegenheiten erledigt. " Tokales. Sommerfrischen für kranke Proletarier. Reichstags- Abgeordneter Engen Richter hat sich, wie die Berl. 8tg." meldet, gestern mit der Witwe seines verstorbenen Freundes Parifius vermählt. Professor Dr. v. Coler, der Chef der Medizinal- Abteilung anim Kriegsministerium, ist gestern an einem Leberleiden hier gestorben. Herr v. Coler hat ein Alter von 70 Jahren erreicht. Dem VerMilitär- Sanitätswesens nachgerühmt. storbenen werden große Verdienste um die Reorganisation des deutschen " M merkwürdiges Schaustüd ausgestellt, ein Banorama, das, aus vielen Die Poesie des Krieges. Im Baffage- Panoptikum ist ein Tausenden plastischen Bleisoldaten zusammengesetzt, die Schlacht bei Wörth darstellt. Jede Figur ist individuell gestaltet und in ihrer Art ein kleines Kunstwert; die Gruppierung und Anordnung des Ganzen ist ebenfalls durchaus künstlerisch. Besonders intereſſant wird das Panorama noch dadurch, daß der Verfertiger, Architekt Sommer aus München, der Jahrzehnte an der Herstellung des Schaustücks gearbeitet hat, selber an der Schlacht teilnahm und in einer Erklärung seine Erlebnisse zum besten giebt. Die folgende Darstellung beleuchtet in furzen Worten die ganze Abscheulichkeit des als Erzieher der Völker gepriesenen Krieges:" Die Bajonette waren aufgepflanzt und hinauf ging's sprungweife, teils auf den Vieren aufwärts fletternd, dann wieder einer dem andern helfend. Die schrecklichen VerDie Sommerreise an die See oder ins Gebirge, die in den fowundungen, die ich hier schon zu sehen bekam, spotten jeder Beschreibung; heute, nach gerade 31 Jahren noch, wird einem falt von genannten besseren Gesellschaftskreisen zum guten Ton gehört, ist Da für die Mehrzahl der Unbemittelten ein niemals zu erfüllender Im Sigungsfaale des Anhalter Bahnhofs tagt augenblid oben bis unten bei Bergegenwärtigung meiner Erlebnisse. Wunsch. Die tändelnde Salondame und der nichtsthuerische Lebe- lich eine Versammlung von Vertretern 42 deutscher Städte, in welcher wollte ein Kamerad, den ein Granatensplitter den Fuß beim Knöchel über die Förderung der kaufmännischen Fortbildungs- bis er endlich zur Erkenntnis tam, daß dies unmöglich wäre. abgerissen, immer wieder versuchen aufzustehen und weiterzulaufen, mann sehen in dieser sommerlichen Zugabe zu den überreichlichen schulen beraten wird. Es wird beabsichtigt, die bestehenden Genüffen des Winters etwas vollkommen Selbstverständliches; dem privaten taufmännischen Fachschulen in städtische umzuwandeln und Dort lehnt unser Hornist, eine Chassepotkugel hat ihm die beiden der Wermste weiß es Augen herausgerissen; schrecklich abgeraderten Arbeiter, der früh aufgebrauchten Arbeiterin ist die fie so einzurichten, daß auch die in laufmännischen Geschäften an- noch nicht und fragt, was ihm eigentlich passiert sei. Jetzt Flucht aus der Hize, dem Staub und dem Lärm der Großstadt, gestellten weiblichen Personen daran teilnehmen können. Manche kommt mir mein Buger" entgegen, fotenbleich auf sein Gewehr aus der dumpfen Luft ihrer engen, ungefunden Wohnung in der Städte gehen sogar damit um, den Unterricht an diesen Fortbildungs- gestützt, ich sehe das Entsegliche nicht sofort, eine Chaffepotkugel war Regel auch dann versagt, wenn sie nach schwerer Krankheit in lang schulen für männliche und weibliche Lehrlinge obligatorisch zu machen. ihm durch die Patronentasche geflogen, hatte die Patronen entzündet famer Genesung neue Kräfte sammeln wollen, um sich von neuem In der Ruhrepidemie ist, soweit fie die Berliner Truppenteile und ihm den Unterleib vollständig zerrissen. Der Aermste will von in das Joch harter Eriverbsarbeit einspannen zu können. betrifft, jegt ein Stillstand eingetreten. Ein Todesfall ist seit mir Abschied nehmen, die linke Hand mir entgegenstredend bricht er Von solchen Erwägungen ausgehend, machten im Jahre 1899 Sonnabendmorgen nicht mehr zu beklagen. Auch hat das Garnison zusammen und stirbt den Heldentod. Ich konnte eine Thräne nicht Da liegt ein ganz auf dem Tuberkulose- Kongreß in Berlin die Aerzte Dr. W. Becher Lazarett I, nachdem es am Sonnabend noch zwei Mann auf unterdrücken; er war ein braver Soldat. und Dr. R. Lennhoff den Vorschlag, in der Umgebung der genommen hatte, seitdem teinen Zugang mehr gehabt. Das Be- junger preußischer Feldwebel, eine Granate hatte ihn entzweigerissen, er ist noch nicht tot, hält seinen Degen noch frampfhaft in der Großstädte für unbemittelte Kranke einfache Erholungsstätten finden der Lazarettkranken bessert sich weiter. zu schaffen, die es den Genesungsuchenden ermöglichen, sich ein paar Sittlichkeitsverbrechen. Der 83 Jahre alte Nähmaschinen- Sand, er will noch Befehle murmeln. Da stürzt ein Soldat 33 Wochen lang tagsüber außerhalb der Stadt im Freien aufzuhalten, Reisende Rudolf Beelitz, der seit einem halben Jahre mit seiner meines Bataillons zurück, ein Schuß durch den Hals, hinten hängt ihm ein Stück Stoff aus der Wunde, er schreit:" Ich bin tot! reine Waldluft zu genießen und auch bei ungünstiger Witterung eine Frau in Scheidungsklage liegt und in der Zionstirchstraße Nr. 7 im ich bin tot!" Ich tröste ihn:" Du bist ja gar net tot"; er fagt: Unterkunft zu haben, ohne daß ihnen daraus besondere Unkosten dritten Stock ein möbliertes Zimmer bewohnt, ließ sich vorgestern" Ich bin aber doch tot", fällt hin und stirbt. Da rechts führen abend von der 13jährigen Tochter des eine Treppe höher wohnenden erwachsen. Der Gedanke wurde überraschend schnell in die That Kellner Schneiderschen Ehepaars Bier holen. Als er das sind, das sie einen Lieutenant meiner Compagnie zurück, er ist bereits zweimal verwundet am Arm und Hand, daß er seinen umgesetzt. Schon im folgenden Jahre wurde in verschiedenen Groß- für diefen Dienst 5 Pf. erhielt, in seiner Stube hatte, verriegelte er Säbel zwischen den Zähnen trug, ein dritter Schuß durch den linken städten mit der Gründung derartiger Erholungsstätten begonnen. die Thür, um ihm Gewalt anzuthun. Es gelang aber dem Mädchen, Oberschenkel machte ihn kampfunfähig. Da schlägt ein Tambour Für Berlin beschloß noch im Dezember 1899 der Volksheilstätten- den Riegel zu fassen und zurückzureißen und in die elterliche die Trommel, ein blutjunges Bürschchen, kaum 14 Jahre alt. Er Verein vom Roten Kreuz", im Sommer 1900 einen ersten Bersuch Wohnung zu entfliehen. Auf die Anzeige der Eltern wurde Beelitz hat sich nach rückwärts gedreht und plöglich wankt er. Mir ham's mit einer Erholungsstätte für männliche Genesende zu machen. gestern morgen festgenommen und nach Moabit in Untersuchungshaft hinten eini geschoß'n," jagt er. Einer fragt ihn: Is tief reinSie wurde in der Jungfernheide, 20-25 Minuten vom Ringbahnhof gebracht. In Rahnsdorfer Mühle wurde vor einigen Tagen unter " Jungfernheide" entfernt, im Mai 1900 eröffnet und bewährte fich jo, 14 Jahren schwer vergangen zu haben, ein Arbeiter verhaftet Jest turz aus dem Munde, er verdreht das Auge und stirbt. dem Berdachte, sich gegen mehrere Mädchen im Alter von 13 bis gangen?" Er sagt:" hob net eini g'langt," fällt um, ein Blutdaß der genannte Verein den Beschluß fassen konnte, die Gründung hat in dieser Angelegenheit eine zweite Verhaftung stattgefunden. Theater. Das Schiller Theater bleibt heute, Mittwoch, und Unterhaltung von Erholungsstätten zu seiner dauernden AufDonnerstag und Freitag wegen Vorbereitung zu der Sonnabend, den Die Verlegung des Anhalter Vorortverkehre nach dem 31. d. Mets., stattfindenden Gröffnungs- Vorstellung Die Kron= gabe zu machen und ihre weitere Ausgestaltung anzustreben. Im Die Sommer Oper im Carl WeißFrühjahr 1901 wurde dann die Erholungsstätte in der Jungfern- Potsdamer Bahnhof, die zum 1. Oktober erfolgen sollte, ist vorläufig prätendenten" geſchloſſen. aufgegeben worden. Der neue Vorortbahnhof für den Anhalter Theater veranstaltet noch 4 Opern- Aufführungen und zwar gelangt heute Heide nen in Betrieb gesezt, im Mai wurde in der Schönholzer Verkehr neben dem Potsdamer Ningbahnhof ist zwar in der Haupt-" Don Juan", Donnerstag:" Die Afrikanerin", Freitag:„ Die Zauberflöte" Im Thalia: Heide eine gleiche Erholungsstätte für weibliche Genesende eröffnet, fache fertig, aber es steht noch nicht fest, wann die Herstellung der und Sonnabend: Die Jüdin" zur Aufführung. Theater find nach dem Umbau und der Neueinrichtung des gesamten im August vor wenigen Wochen kam dazu eine Erholungs- Zuführungs- Geleise beendet sein wird. Für die geplante Umleitung Fundus die Vorbereitungen so weit gebiehen, daß die Eröffnung der neuen stätte auf dem Spandauer Berg, ebenfalls für weibliche Genesende, muß eine Verbindung zwischen den Geleisen der Anhalter und der Saison am 7. September stattfinden kann. Gegeben wird die Ausstattungsund in einigen Tagen soll noch eine vierte, für genesende Männer Potsdamer Bahn hergestellt werden. Die Verlegung des Verkehrs poffe ,, Ein tolles Geschäft". bestimmt und wie die zweite in der Schönholzer Heide gelegen, auf- dürfte zum 1. Dezember oder zu Neujahr erfolgen. Feuerbericht. Eine Anzahl fleiner Brände sind in der gemacht werden. Ein aufregender Vorfall verursachte gestern morgen gegen 8wischenzeit zu verzeichnen. Alexandrinenstr. 106 a brannten Einrichtung und Betrieb der Erholungsstätten find sehr einfach 7 Uhr an der Belle- Aliancebrüde erklärliches Aufsehen. Ein junges, Dienstag früh Preßkohlen. Ritterstr. 109 entstand durch Unfallen und mit nicht allzu großen Kosten verbunden. Ein paar Morgen etwa 22 jähriges, gut gekleidetes Mädchen schwang sich vor den einer Petroleumlampe ein kleiner Zimmerbrand, während LessingLandes, mitten im Walde gelegen und durch einen Zaun abgegrenzt, Augen der zahlreichen Baffanten über das Brückengeländer und straße 17 der Inhalt eines Hängebodens in Flammen aufging. Wegen ein oder zwei Döckersche Baracken, deren Hauptbestandteile eine sprang in den Kanal hinab. Die Lebensmüde schlug dabei mit dem eines Schornsteinbrandes wurde die Wehr nach Kommandantenstr. 76 Küche und ein Staum zur Lagerung plöglich Erkrankter bilden, eine dessen die Besinnung und verschwand sofort in den Fluten, ohne nach Boffenerstr. 23 gerufen. Weitere Feuermeldungen, die auf unKüche und ein Naum zur Lagerung plöglich Erkrankter bilden, eine Kopf auf einen Steinvorsprung des Brückenpfeilers, verlor infolge- und wegen einer umgefahrenen Straßenlaterne, die Gas ausströmte, offene bretterne Unterkunftshalle zum Schutz gegen Wind und wieder zum Vorschein zu kommen. Erst nach nahezu einer Stunde bedeutende Zimmer- oder Kellerbrände zurückzuführen waren, erRegen, Tische und Stühle für 150-200 Personen und etliche Spiel- gelang es, die Leiche der Selbstmörderin zu bergen. Die unbekannte folgten von Greifenhagenerstr. 15, Kirchstr. 27, Lehrterstr. 29 und geräte das ist ungefähr alles, was zur Eröffnung einer solchen Tote wurde nach dem Schauhause gebracht. Brunnenstr. 7. fliegenden Sommerfrische erforderlich ist. Das Land ist bis jetzt Moderner Sklavenhandel in Berlin. Zum Unwesen der vom Forstfiskus, von der Gemeinde Schönholz bezw. von privater Stellenvermittler schreibt uns ein Parteigenosse aus Rigdorf: Meine Seite unentgeltlich hergeliehen worden. Die Besucher fahren morgens Schwester betreibt hier eine Molkerei. Sie ging, um ein Land- Aus Lichtenberg schreibt man uns: Um Abänderung der mit Eisenbahn oder Straßenbahn hinaus und abends wieder herein. mädchen zu mieten, nach einem Mietscomptoir in der Elfafferstraße, Bebauungs- Ordnung hat der Gemeindevorstand im Auftrage Draußen bekommen sie Mittagbrot und den Tag über eine bestimmte wo man ihr auch mit dem verlangten Mädchen aufwartete. Die der Grundbefizer- Majorität an die königliche Regierung petitionieren Menge Milch. Wie sie die Stunden hinbringen wollen, das bleibt Art und Weise aber, wie dies geschah, ist interessant. Meine Schwester Ringbahn nach der Berliner Bebauungs- Ordnung gebaut werden müssen. Es sei eine Ungerechtigkeit, daß, während innerhalb der ihnen überlassen. Sie dürfen thun, was und wann es ihnen beliebt: wurde zunächst gefragt, wie viel Lohn sie geben wolle. Auf die Ant- dürfte, außerhalb der Ringbahn die Grundbesitzer durch die Vorortsspazieren gehen, spielen, lesen, plandern, im Grafe liegen, schlafen. wort, daß fie 70-75 Thaler zu zahlen gedenke, meinte die Vermieterin, Bauordnung in der Ausnutzung des Grund und Bodens beschränkt Jede Erholungsstätte hat zur Vorsteherin eine Schwester vom Noten so viel Lohn sei durchaus nicht nötig. Sie wolle ihr das Mädchen feien. Die fönigliche Regierung lehnte es ab, auf die Wünsche Kreuz. für 50 Thaler überlassen; Bedingung sei dann aber, daß die der Petenten einzugehen. Es sei, so hebt der Regierungspräsident Die Erholungsstätten sind keine Wohlthätigkeitseinrichtung im üblichen Sinne, und die Aufnahmebewilligung hat nicht etwa den üblichen Sinne, und die Aufnahmebewilligung hat nicht etwa den Herrschaft als Stellenbermittlungs- Gebühr 50 Mart in seinem ablehnenden Bescheide vom 19. August hervor, durch Charakter eines Almosens. Die Aufnahme erfolgt meist durch Ver- auf den Tisch lege. In diesem Falle werde es auch eingerichtet, daß die den Grundsätzen der Hygiene angepaßte Vororts- Bauordnung das Mädchen gleich einen einjährigen Kontrakt unterschreibe. Wo die Bauthätigkeit in gesundere Bahnen gelenkt worden. Die Feind mittelung der Krankenkassen und die Kostenaufbringung haupt- solche Zustände möglich sind, ist es in der That notwendig, daß die schaft unsrer Terrainspekulanten ist dem Regierungspräsidenten sicher. sächlich mit ihrer Hilfe. Die social- hygienische Bedeutung der Er Behörde die Wucherer mit Menschenfleisch gehörig aufs Korn nimmt. zum Schreden eines Teiles unsrer„ Besizer" fort. Aber auch hier Die Gesundheits- Kommission seßt ihre Hausvifiten holungsstätten ist von den Krankenkassen rasch erkannt worden. Die Erholungsstätten bilden eine wertvolle Ergänzung der bisherigen Auf einem Hausflur erschossen hat sich gestern der 37 Jahre scheint sich, um ein geflügeltes Wort zu variieren, der Ruf fortAbwehrmittel gegen die Tuberkulose und füllen in der Reihe der alte Kaufmann Markus Santorowig, der in einem Ledergeschäft in zupflanzen:„ die Gesundheits- Kommission fommt 1" und alles ist verschiedenen Einrichtungen der Krankenfürsorge eine wirkliche Lücke der Markgrafenstraße beschäftigt war und als Junggeselle Neue ipiegelblank. Friedrichstr. 22 ein möbliertes Zimmer bewohnte. Kantorowi trat Die am Orte bestehende Maschinenfabrik Aft.- Gesellsch. Edert aus. Der„ Volksheilstätten- Verein vom Roten Kreuz" hatte gehofft, gestern morgen um 8 Uhr mit dem Hausdiener einen Geschäftsgang feierte am Sonnabend ein Gartenfest. Von der so riesigen Bedie Erholungsstätten würden auch als eine Ergänzung der Lungen- an. Mittags schickte er den Hausdiener weg und ging dann stunden- teiligung der Arbeiter, von dem von der Fabrik bezahlten Entree heilstätten dienen. Diese Erwartung ist bis zu einem gewiffen Grade lang auf dem Stralauer Blaze in auffallender Weise auf und ab. und den vier an Unverheiratete und sechs an Verheiratete aus erfüllt worden. Zur Aufnahme in Lungenheilstätten bestimmte Krante um 8/4 Uhr ging er in das Haus Fruchtstr. 22 hinein und schoß sich gegebenen Biermarken, sowie von der zu Tage getretenen Harmonie" haben bei zeitwveiliger Ueberfüllung der Heilstätten in den Erholungs- gleich darauf auf dem Flur eine Revolverfugel in die rechte Schläfe. zwischen Direktion und Arbeiter macht unser Dorfblatt ein großes stätten einen vorläufigen Ersatz gefunden, der zum mindesten Als die Pförtnersfrau, die den Knall gehört hatte, ihn fand, gab er Aufheben. Aber davon, daß den Arbeitern der Lohn für die vers eine Verschlimmerung ihres Zustandes verhütete. Die Vermehrung noch schwache Lebenszeichen von sich, starb jedoch nach kurzer Zeit. fäumten Arbeitsstunden nicht bezahlt wurde, wird kein Wort der Erholungsstätten wird es ermöglichen, die Lungenkranken künftig Gründe zu dem Selbstmorde sind bisher nicht aufgeklärt. Die Revierpolizei ließ die Leiche nach dem Schauhause bringen. Die berichtet. gesondert unterzubringen. Zu dem Nußen, den die Erholungsstätten auf dem Gebiete der Aus dem Fenster gestürzt ist gestern vormittag gegen 11 Uhr Kranten- und Genesendenfürsorge unmittelbar gewähren, hat sich das 3/2 Jahre alte Söhnchen der Neumannschen Eheleute aus der Invalidenstr. 10. In einem unbewachten Augenblick fletterte der sehr bald noch ein andrer Gewinn gefellt, der gleichfalls nicht gering Kleine auf das Fensterbrett, verlor das Gleichgewicht und stürzte ist, an den aber ursprünglich niemand gedacht hatte. Diese Sommer- aus der britten Etage auf den gepflasterten Hof, wo er mit zer frischen für kranke Proletarier kommen auch den Familien der schmetterten Gliedern liegen blieb. Ein schnell hinzugerufener Arzt Kranken zu gute. Viele Mütter bringen ihre noch nicht schulpflichtigen stellte mehrere Brüche und eine schwere Gehirnerschütterung fest und Kinder mit, namentlich Säuglinge, so daß auch diesen die Vorteile ordnete die schnelle Ueberführung in ein Krankenhaus an. Aus den Nachbarorten. Roheitsvergehen. Aus Spandau schreibt man ums: Eine bittere Enttäuschung wurde gestern einer armen Frau zu teil, die mit ihren zwei kleinen Kindern von Köln hier vollkommen mittellos eintraf. Sie war von ihrem Mann im Stich gelassen worden und batte ihre legte Habe verkauft, um das Reisegeld nach Spandau zu erlangen, wo ihre Eltern wohnen. Diese wiesen die Aermſte ſowie deren Kinder aber mitleidslos aus dem Hause, weil die Tochter wider ihren Willen geheiratet hatte. Die Verstoßene bat schließlich mit ihren Kindern um ein Obdach im Polizeigewahrsam. Witterungsübersicht vom 27. August 1901, morgens 8 1hr. Stationen Zwischen zwei Walzen gequetscht wurde gestern in der antragte je 9 Monate Gefängnis, Rechtsanwalt Dr. Lehfeldt bierten Nachmittagstunde der 32 Jahre alte Arbeiter Eduard Hinge wollte die ganze Sache mehr als einen Dummenjungenstreich behan aus der Langhansstr. 122 zu Neu- Weißensee, der in der delt wissen und empfahl eine wesentlich geringere Strafe, namentlich Porzellan mud Chamottefabrik in der Schönhauser Allee 127-129 auch mit Rücksicht darauf, daß bei der Festnahme der Angeklagten Stationen beschäftigt ist. Beim Einlegen der Waffe geriet er mit einem Arm noch etwa die Hälfte des veruntreuten Geldes vorgefunden worden zwischen die Walzen und wurde bis zur Brust hinauf gequetscht. ist. Der Gerichtshof erkannte auf 4 Monate Gefängnis und Schiver verlegt, aber noch bei Bewußtsein, wurde er einem Kranken 3 Tage Haft und rechnete 1 Monat Gefängnis und die Tage Haft hause zugeführt. als verbüßt auf die Untersuchungshaft an. Gerichts- Beifung. Versammlungen. BarometerHand mm Wind richtung Windstärke Wetter 原 Barometerstand mm WindBun Windstärke Better Temp. n. C. Boo 761 SM 2woltig 13 1 bedeckt 3 bedeckt 14 3wollig 15 13 Swinembe 751 WSW 4wollig 15 aparanda 758 SO 749 S Hamburg 5 bedeckt 13 Petersburg 758SW Berlin 753 SW 4 heiter 15 Cort 759 Frants./M. 757 SW München 76123 Wien 4 bedeckt 13 Aberdeen 757,23 5 woffig 12 Baris 3 bedeckt 15 Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet am Dienstag, Donners: tag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. fegeret des„ Borwärts", zwischen 8 und 5 Uhr um Auskunft. A. P., Gollnowstr. 13. Bitten Sie Herrn Sonnenburg, AccidenzE. S. 13. In jedem tartographischen Institut, z. B. in der Jägerstraße, nahe bei der Charlottenstraße. 2. 27. Die hiesige Schultheiß- Brauerei hat mit 849,023 Sektoliter von allen deutschen Brauereien voriges Jahr den größten Umfas erzielt. Ueber die Münchener Spatenbrauerei stehen uns keine Zahlen zur Hand. C. K. Die Versicherungsgesellschaften Fides und Prudentia haben beibe Kronenstraße 19 ihr Bureau. Ueber die Qualität dieser Gesellschaften tönnen wir Ihnen nichts mitteilen. M. H. Die Aufnahme ist nur in einer freien Hilfskaffe möglich, erfolgt aber hier nicht ohne ärztliche Untersuchung. Kranken Personen wird der Beitritt nicht gestattet. R. R. 101. Sie meinen wahrscheinlich den Berliner Frauenverein zur Vorsitzende Jda Salamonsohn und das Bürgerrettungsinstitut, Die für den Staat besonders nützlichen Elemente sucht die Herrenkonfektions- Schneider. Welche Aufgaben haben die Staatsanwaltschaft immer noch mit heißem Bemühen vor der soli- in der Herrenkonfektion beschäftigten Schneider und Schneiderinnen darisch handelnden Arbeiterschaft zu schützen. Das wahre Muster- gegenüber dem Zusammenschluß der Konfektionäre Deutschlands? exemplar eines solchen vom Staatsanwalt gestigten, Arbeitswilligen" Ueber dieses Thema referierte Genosse Ritter in einer gut be trat gestern in der Person eines Schuhmachers Schulz als Zeuge vor fuchten Versammlung der beteiligten Arbeiter und Arbeiterinnen, Gericht auf. Der Schuhmacher Boranski stand vor der 9. Straflammer dar, daß der im Juli dieses Jahres in Frankfurt a. M. gegründete unter der Auflage der Nötigung. Er hatte bei dem Filzschuhfabrikanten Centralverband der Fabrikanten in der deutschen Christ gearbeitet und war mit seinen Kollegen, die den bekannten Herren- und Knabenfonfektion natürlich auch auf die Gestaltung der Nevers nicht unterzeichnet hatten, ausgesperrt worden. Ein Schuh- Arbeitsverhältniffe Einfluß zu gewinnen suche. Vor allem hätten macher Julius Schulz, der bei Christ Arbeit genommen hatte, die Konfektionäre ein großes Interesse an der Aufrechterhaltung der behauptete, von Poranski bedroht worden zu sein und denunzierte Heimarbeit, dieser Verlegung des Fabrikbetriebes in die Häuslichkeit ihn, wie er behauptet, auf Veranlassung seines Arbeit der Arbeiter und Arbeiterinnen mit allen ihren bekannten Schäden, während die Arbeiter organisierten gebers. In der Hauptverhandlung gab er zunächst an, daß nach wie bor auf Poranski ihm zugeredet hätte, nicht zu arbeiten, und daß er deshalb Redner ging näher auf die Schäden ihrem Programm die Beseitigung der Heimarbeit hätten. der Heimarbeit ein freiwillig" den Entschluß gefaßt habe, nicht bei Christ einzutreten, und zeigte an Aeußerungen hervorragender Konfektionäre wie des dann aber wollte er wieder durch eine Drohung Poranskis dazu Fachblattes Konfektionär", daß jeder Schritt der Arbeiter zur Besse bewogen worden sein. ausdrücklich versprochen hatte, nicht zu arbeiten, es gebern nicht verwehren, aber an den Arbeitern liege es, sich zu Bertan aguratsjetretär Höhne, Gr. Präsidentenstr. 7. Beide Stiftungen Er gab zu, daß er den Ausgesperrten rung ihrer Lage beachtet werde. Man könne das ja den Arbeit- Abhilfe der Not unter den kleinen Fabrikanten und Gewerbetreibenden, dann aber doch gethan hatte. Einige Tage nach diesem wappen nach jeder Richtung hin, um es im Notfalle mit den geeinten gewähren Handwerkern 2c. Kleine Darlehne. ersten Zusammentreffen ist er mit Boranski an der Thür des Fabrik- mächtigen wirtschaftlichen Gegnern aufnehmen zu können. Und Vorwärts 152. Der Magistrat( Dammmühlen- Gebäude) ist zuDer Anspruch auf Unterstüßung der Familiens gründstücks zusammengeraten. Er behauptet, daß Poransti dabei die auch sonst müßten die Konfektionsarbeiter und Arbeiterinnen von den ständig. Fabrikanten lernen. Wie diese, müßten sie sich in einem über ganz angehörigen zu Friedensübungen eingezogener Mann: Faust gegen ihn erhoben und ihn mit„ Knochenzerschlagen" gedroht Deutschland verbreiteten Verband zusammenschließen, der allein im schaften ist bei der Gemeindebehörde des Orts zu erheben, an der habe. Daß Poranski, der sehr lebhaft zu gestikulieren pflegt, die stande sei, alle ihre Interessen richtig zu vertreten.( Lebhafter Beifall.) der Ginberufene zur Zeit vor der Uebung seinen gewähnlichen auftrat( GeHand hochgehoben hat, haben auch andre Zeugen gesehen. Nach einer Pause zur Aufnahme von Mitgliedern in den Schneider- ort hatte. Es genügt etwa folgendes Schreiben:„ An den Magistrat( Gemeindevorstand) von... Ich bin( war) vom... bis... zu einer ReserveDer Staatsanwalt beantragte wegen beider Fälle drei Monate Verband fand eine lebhafte Debatte statt, in der verschiedene Miß-( Landwehr) Uebung eingezogen. Ich beanspruche für meine Familie die ihr Gefängnis, mit Rücksicht darauf, daß es sich um einen Ausstand stände der Konfektion besprochen wurden. Mitteilungen über Miß- zustehende Unterſtüßung. Meine Familie besteht aus meiner Frau und handle. Der Verteidiger Rechtsanwalt Wolfgang Heine hielt den stände in einzelnen Geschäften nimmt das Bureau des Schneider= Kindern. Die Kinder sind geboren: Hedwig am..., August am... usw. Julius Schulz im ersten Falle seiner unsicheren und widerspruchsvollen Verbandes im Gewerkschaftshaus entgegen. ( Datum, Name, Wohnung.) Der Anspruch erlischt, wenn er nicht spätestens binnen vier Wochen nach Beendigung der Uebung erhoben wird. Die Angaben wegen nicht für glaubwürdig und erblickte im zweiten Falle Ober- Schöneweide. Am 24. d. M. tagte im Lokal von John Unterfügung beträgt für die Ehefrau 30 Broz, für jedes Kind unter feine versuchte Nötigung, da Boranski offenbar nur aus Aerger über den eine Volksversammlung, in welcher Frau Gradnauer- Groß- 15 Jahren 10 Broz.( insgesamt aber für die ganze Familie höchstens 60 Proz Wortbruch des Schulz gehandelt habe, nicht um diesen zur Lichterfelde einen Vortrag hielt über das Thema: Soll die Frau des ortsüblichen Tagelohns. Solche Unterstützungen sind teine ArinenArbeitsniederlegung zu bewegen. Der Verteidiger bezog sich dabei Sklavin bleiben? Die Diskussion des mit Beifall aufgenommenen unterstützungen. Wo der ortsübliche Taglohn 3 M. beträgt, beträgt also der höchste Satz 1,80 M.; wo er, wie in Berlin, 2,70 m. beträgt, 1,62 Mt. Zur Kreiskonferenz auf das Zeugnis eines der ausgesperrten Schuhmacher, der gesagt Vortrags bewegte sich im Sinne der Referentin. hatte, Schulz sei kein Mensch, den zu gewinnen ihnen irgendwie wurden delegiert: John, Sieloff. Für und Sill als Ersatz- täglich. wvertvoll hätte erscheinen können. Als bloße Bedrohung sei aber die Aeußerung straflos, da sie weder ernst gemeint gewesen sei, noch die Drohung eines Verbrechens enthalten habe. Schließlich wendete sich der Verteidiger gegen das vom Staatsanwalt beantragte Strafmaß und seine Motivierung. Das Gericht schloß sich in betreff des ersten Vorfalls der Auffaffung des Verteidigers an und verurteilte den Angeklagten mur wegen des zweiten zu einer Woche Gefängnis, indem es annahm, daß er doch den Schulz mit der Drohung zur Niederlegung der Arbeit habe bewegen wollen. mann. 19 Eingegangene Druckschriften. Von der„ Gleichheit", Beitschrift für die Intereffen der Arbeiterinnen ( Stuttgart, Die Verlag) ist uns joeben die Nr. 18 des 11. Jahrgangs zu gegangen. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Aufruf des Aufruf der Vertrauensperson. Barteivorstandes. Zur Wohnungsfrage. Von Adolf Braun. Bon Lily Braun. Die Wirtschaftsgenossenschaft. Eine Entgegnung. Der Entgegnung zur Antwort. Von Klara Zetkin. Feuilleton: Grünes Reis unterm Schnee. Notizenteil: Frauenbewegung. Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspost- Zeitungsliste für 1900 unter Nr. 3122) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. Dermischtes. Camphaufenerstraße. 1. Würde ein Todesurteil gegen einen von Militärgericht rechtskräftig zum Tode Verurteilten vollstreckt werden, so würde die Civilbehörde um Vollstreckung angegangen werden. Diese beauftragt dann den Scharfrichter. 2. Als Zeuge wird man in der Regel nicht nach Bestrafungen be111. 1. n 5 Jahren fragt, eventuell hat man die Wahrheit zu sagen.. verjährt eine Beleidigung, in 3 Monaten läuft aber die Antragsfrist ab. Eine nach Ablauf von 3 Monaten angestellte Klage ist abzuweisen. 2. Be leidigung. 3. Eine schriftliche Abtretungsurkunde genügt. Stempelung ist für die Gültigkeit eines Vertrages unerheblich. Ein Beispiel für eine Abtretung finden Sie Seite 229 Nr. 33 des Führers durch das Bürgerliche Gesetzbuch, der dent in den öffentlichen Besehallen ausliegenden Arbeiter: Buchholz. Die auf B. bezüglichen Kirchensteuerrecht" beigefügt ist. Beschlüsse sind uns nicht bekannt. Wahrscheinlich ist aber, daß Sie steuerPflichtig sind. J. Horbach. Den Vertrag müssen Sie dem Gericht einreichen; er ist gültig. 23. 999. 1. Ja. 2. und 3. 1. Januar 1900. F. W. 7. 8. Tritt ein Verlobter ohne wichtigen Grund vom Verlöbnis zurück, wie dies in Ihrem Fall war, so muß er der Braut und deren Eltern oder dritten Personen, welche an Stelle der Eltern in Erwartung der Ehe Aufwendungen gemacht haben oder Verbindlichkeiten eingegangen sind, den Schaden ersetzen. Außerdem kann die verlassene Braut, falls fie unbescholten war und ihrem Verlobten die Beiwohnung gestattet hatte, auch eine billige Entschädigung in Geld für den Schaden, der nicht Vermögensschaden ist, verlangen. Bei jeder Aufhebung eines Verlöbnisses kann jeder Verlobte die Herausgabe der Verlöbniszeichen( Ringe, PhotoLinotype. 1. Nein. graphien u. dgl.) und feiner Geschenke verlangen. 2. Ihnen stünde ein Entschädigungsanspruch auf die Dauer von 6 Wochen zu. Jedoch kann auf diese Entschädigung das abgerechnet werden, was Sie durch anderweitige Verwendung Ihrer Dienste zu erwerben böswillig unterlaffen würden. Ein solches Unterlassen kann in einem unmotivierten Aus: schlagen der Arbeit bei dem Nachfolger gefunden werden. 3. und 4. Geht gut einen andren, Inhaber über und wird das Arbeitsverhältnis bei diesem fortgefeßt, so gelten, falls nichts andres vereinbart wird, die alten Vertragsbedingungen weiter. M. W. 111. 1. Nein. M. G. 93. 1. Der Sohn müßte zur Krankenkaffe und bei der Innung schon jetzt angemeldet ſein. Sie sind Zwangsinnungsmitglied. 2. Das 2. X. 1. Ja. 2. Nein. Getratiche ist ebenso bekannt wie gleichgültig. 3. D. 100. Der Vertrag ist gültig, das Vermögen der Ehefrau haftet für die aus dem Vertrage folgenden Verbindlichkeiten nur, wenn die Frau 350. Für die Frau sind 30, für das ben Vertrag unterschrieben hat. Rind 10 Proz. des ortsüblichen Tagelohnes, insgesamt also 40 Proz. des ortsüblichen Tagelohnes während der Referves oder Landwehr- Dienstzeit zu zablen.-O. Brey. Ja. Sicherer ist, er wartet bis zum zurückgelegten Seidel. 42. Lebensjahr. Leider stehen der Frau keinerlei Ansprüche Gegen eine gegen die Privatversicherung oder den Unternehmer zu. Berufsgenossenschaft steht ihr dann ein Anspruch zu, wenn der Betrieb ein versicherungspflichtiger war. Darüber, ob er das war und zu welcher Beruisgenossenschaft er gehört, fragen Sie am besten schriftlich bei demt 2. 9. 3. 10 000. 1. Ja. 2. Nein. Reichs- Versicherungsamt an. In Bezug auf den öffentlichen oder privaten Charakter von Vereinsfestlichkeiten fällte die erste Straffammer am Landgericht II eine recht interessante Entscheidung. Der Gastwirt Surbaum und der Arbeiter Otto Schmolling aus Marrwitz bei Spandau waren wegen Gestattung bezw. Veranstaltung Eisenbahnunglück. In Aue( Erzgebirge) fuhr gestern nacht einer öffentlichen Luftbarkeit ohne obrigkeitliche Genehmigung vom furz vor 12 Uhr der Chemnitzer Personenzug auf die Maschine eines Spandauer Schöffengericht zu 24 bezw. 18 M. Geldstrafe verurteilt Güterzuges auf. Eine größere Anzahl Reisender sowie mehrere Zugworden und hatten dagegen Berufung eingelegt. Der An- beamte erlitten leichte Verlegungen. getlagte Schmolling war Vorfizender des Turnvereins Freund- Von dem in Wilhelmshaven liegenden Torpedo- Divisionsschaft" in Marrwitz. Am 23. März dieses Jahres wollte der boot D 2" ist die Schiffstasse mit mehr als 10 000 m. in Gold: Verein ein Fest veranstalten und hatte dazu den Saal des und Silbermünzen gestohlen worden. Das Boot, mit welchem das Gastwirts Schurbaum gemietet. Zu diesem Feste waren der Gesang- württembergische Königspaar seine Fahrt in See unternommen verein in Marrwiz und der Turnverein in Velten eingeladen worden. hatte, dient dem Stationschef. Admiral Thomsen, seit einiger Zeit Der Vorsitzende suchte für diese Festlichkeit die zwar nicht einmal als Stationsboot. Die Schiffskaffe besteht aus einer eisernen schweren erforderliche polizeiliche Genehmigung nach, leztere wurde aber ohne Staffette, die in der Kajüte des Kommandanten steht und an den Angabe von Gründen verweigert. Das Fest fand nun ohne polizei Fußboden angeschraubt ist. Das Torpedoboot ist mit 50 Mann beliche Genehmigung statt. Die Teilnehmer, Mitglieder wie Gäste, feßt. Es lag zur Zeit des Diebstahls an der Torpedowerft innermußten je 75 f. Entree bezahlen. Aus diesem Grunde wurde der halb eines mit einer Mauer umzäunten und für Fremde unzugängBesitzer des Lokals ebenso wie der Vorsitzende des Vereins angeklagt. lichen Gebiets. Vor dem Boot stand nach der Landseite Gegen lepteren lief noch eine Anklage nebenher, weil er als Vor- hin ein Bosten. Da der Verkehr vom Boot nach der Stadt über figender eines Vereins, welcher sich mit öffentlichen Angelegenheiten Land einen großen Umweg bedeutet, so war es gestattet, daß befaßt, nicht innerhalb der vorgeschriebenen drei Tage das Mit- zwischen dem Liegeplatz des Bootes und dem Hafenquai ein sogen. gliederverzeichnis der Behörde eingereicht hatte. In diesem Fall Dinghi- Boot verkehrte, ein schmaler mur wenige Personen faffender wurde aber vom Schöffengericht angenommen, daß ein Turnverein Kahn, der Personen, Gepäckstücke, Proviant usw. hinüber und herüber nicht zu denen gehöre, welche öffentliche Angelegenheiten bezwecken, brachte. Vermittelst eines solchen Dinghi ist wahrscheinlich der Dieb: weshalb die Freisprechung erfolgte. Wegen des übrigen Teils der stahl am Abend verübt worden. Auf die Ergreifung der Diebe ist Anklage wurde auf Verurteilung erkannt, weil gegen den klaren eine Belohnung von 500-1000 m., je nach der Höhe der zurückWortlaut der Ober- Präsidialverordnung vom Jahre 1894, betr. die gebrachten Geldsumme, ausgefeßt. Veranstaltungen von Luftbarkeiten, verstoßen worden sei. Diese Fahnenflucht. Das Gericht der zweiten Division in Danzig Verordnung enthält folgenden Passus: Privatfestlichkeiten be- veröffentlicht im Amtsblatt der fönigl. Regierung folgendes:" Gegen dürfen der polizeilichen Genehmigung nicht, es sei denn, daß den Oberlieutenant Mag Weidmann im Grenadier- Regiment Entree erhoben wird." Der Verteidiger der beiden Angeklagten, König Friedrich I.( 4. ostpreuß. Nr. 5), welcher sich verborgen hält, Rechtsanwalt Dr. Liebknecht, der den Thatbestand ohne weiteres zu ist die Untersuchungshaft wegen Fahnenflucht verhängt. Es wird Buchbinder- Verband. anist gab, bekämpfte in der gestrigen Berufungsverhandlung den an ersucht, ihn. zu verbaften und an die nächste Militärbehörde zum gezogenen Baffus der Oberpräsidialverordnung und führte aus, daß Weitertransport hierher abzuliefern." Der Verschwundene hat mit die Anklagebehörde in beiden Instanzen den Beweis schuldig ge- feiner Gattin gulegt in Zoppot gewohnt. Beide haben diesen Ort blieben sei, daß außer den Mitgliedern und den geladenen Gästen gegen Ende Juli heimlich verlassen, ohne ihren zahlreichen Verauch nur ein einziger Fremder Zutritt zu der Festlichkeit gehabt pflichtungen gerecht geworden zu sein. habe. Der in Frage stehende Passus der Oberpräsidialverordnung fei rechtsungültig. Das Vergnügen einer geschlossenen Gefellschaft, die nur geladene Gäste, nicht aber die breite Oeffentlichkeit zulasse, könne nicht deshalb den Charakter einer öffentlichen Lustbarkeit gewinnen, wenn die Teilnehmer in der Gestalt von Entree zu den Kosten der Veranstaltung beiträgen. Der Gerichtshof entschied dahin, daß der private Charakter einer Luftbarkeit nicht beseitigt und diese zu einer öffentlichen gestempelt wird, wenn von Mitgliedern und Gästen ein Entree erhoben wird. Eine solche Veraustaltung bleibt trop des Entrees eine private Angelegen heit und in Privatsachen hat sich die Polizei nicht einzumischen. Die Oberpräsidial- Verordnung sei, was diesen Passus betrifft, rechts ungültig. Die Angeklagten seien daher freizusprechen. # Marktpreise von Berlin am 26. August 1901 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. D.- Ctr. Kartoffeln, neute, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Weizen, gut mittel gering Roggen, gut * Gerste, gut " safer, gut " TIILI Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Gier Karpfen Aale Bander " mittel " gering " 15, 14,30 " mittel " 14,20 13,60 gering 13,50 12,90 " 16,20 15,40 " mittel gering 15,30 14,60 14,50 13,80 Hechte 7,16 6,82 Barsche 142 8,50 5,60 Schleie 40, 25, Bleie 45, 25, Krebse 65,- 30, 8,505, Deutscher Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern hiermit zur Nachricht, daß unser Kollege, der Konto buch- Arbeiter Robert Spott 25/20 am 25. d. M. nach langem Leiden verstorben ist. Ehre seinem Andenken. Danksagung! Allen Freunden u. Bekannten sowie dem Männergesangverein Liederlust II"( M. d. A.-S.-B.) für die rege Beteiligung und reiche Kranzspende bei der Beerbigung meiner lieben Frau fagen wir unsren herzlichst. Dant. Die trauernden Hinterbliebenen. 5. Meyer nebst Kindern. Von der Reise zurück. [ 121b Die Beerdigung findet morgen, Dr. med. Ernst Gebert. 1,70 1,20 Donnerstag, nachmittags 5 Uhr, von Dr. " 1,30 11,60 1,20 1,60 1,10 1,60 1,10 " 60 sína 1kg " 2,60 2, 42,40 2,40 2, 2,80 1,40 2,80 1,40 2,40 1.80 1,20 0,80 2,40 1,20 1,40 0,80 per Shot 18,- 2,50 der Leichenhalle des St. Georgen: Kirchhofes in Weißensee aus statt. Um rege Beteiligung bittet Nichtstroh 3wei ingendliche Durchbrenner standen gestern in den Hell Personen des noch nicht 18 jährigen Handlungsgehilfen Reinhold Erbfen Halber und des 17jährigen Metallarbeiters Richard Killer Speisebohnen vor der 4. Ferienstraftammer des Landgerichts I. Beide waren in Linsen einer größeren Metallwaren- Fabrik in der Sebastianstraße beschäftigt.*) Frei Wagen und ab Bahn. Eines Sonnabends im Juni d. J. erhielt H. den Auftrag, Geld ein Produktenmarkt vom 27. Auguft. Auch heute zeigte der Getreide aufaffieren und einen Check zu erheben. Er bekam auf marit matte Saltung, die Gründe waren dieselben, wie an den Vortagen. diese Weise etwa 1200 M. in die Finger und als er seinem Das Ausland fam im allgemeinen matter, und die Besorgnis vor den zu Freunde K. diese große Summe zeigte, kam diesem der Gedanke, erwartenden Kündigungen dauert fort, obwohl von weniger interessierter daß man mit diesem vielen Gelde eigentlich eine feine Reise" Seite die Ansicht ausgesprochen wurde, daß die Furcht vor den Kündigungen Außerdem bildete das gänzliche machen könnte. Der Gedanke fiel bei H. sofort auf fruchtbaren größer fet, als die Kündigungen selbst." Boden, beide Burschen kamen dahin überein, das Geld nicht abzuelen jeglicher Anregung von den Provinzmärkte inte ugefügt d. die Entwickelung des an jenen an Ware liefern, sondern zusammen sich die Welt zu besehen. Nachdem sie wird, findet schlank Aufnahme, und am hiesigen Plög hört man daher wenig und fich in aller Eile reisemäßig equipiert hatten zu den not über die Marktlage im Inlande. Das Angebot war heute weniger start als wendigsten" Reise- Utensilien gehörten u. a. die unvermeidlichen bisher. Im Lieferungshandel gab Weizen 1 M., Roggen 1 bis 2 Mart Revolver, ein Handatlas, der neueste Band der Berliner nach. Mehl war still und schwach, Hafer flau auf fortgesezt großes An Range" und zwei Schnurrbartbürsten für ihre völlig bartlosen gebot, Mais bis 2 M. nachgebend. Rüböl war um weitere 10 Pf. billiger Milchgefichter- wurde die Vergnügungsreise angetreten, die zu haben. Spiritus ohne Notiz und Handel. Gegen Schluß des Verkehrs tam fie zunächst zum schönen Rhein führte. Die Burschen lebten in Sans und Braus, verjubelten in Köln viel Geld und wurden schließlich in der Rückgang der Getreidepreise zum Stillstand, jedoch ohne daß eine wesentliche Erholung zu konstatieren gewesen wäre. Metz, wo sie sich falsche Namen beilegten, verhaftet. Sie gaben gestern ihre Schuld unumwunden zu und konnten nicht leugnen, daß fie, lediglich um ihrer Vergnügungssucht zu fröhnen, die Untreue gegen ihren Lehrherrn begangen hatten. Staatsanwalt Keller beWetter: Prognose für Mittwoch, den 28. August 1901. Kühl und veränderlich, vorherrschend wolkig mit Regenschauern und Berliner Wetterbureau. frischen westlichen Winden. Die Ortsverwaltung. Am 25. August verstarb nach langem schwerem Leiden unser Rollege und Mitarbeiter Robert Spott im 51. Lebensjahre. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet Donners tagnachmittag 5 Uhr auf dem St. Georgenkirchhof in Weißenfee statt. [ 1366 Das Personal der Konto bücherfabrik Riefenstahl, Zumpe& Co. Central- Verband Steinsetzer( Pflasterer) Berufsgenossen Deutschlands. Filiale Berlin I. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 25. d. Mts. ber Kollege 0. Dahms gestorben ist. [ 174/4 Die Beerdigung findet am Mittwoch, den 28. d. Mts., nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Krankenhauses in Dalldorf aus statt. Um rege Beteiligung ersucht Der Vorstand. Lindenstr. 7. Altes Schützenhaus Linienstrasse 5. Sonnabend im November frei [ 1386* geworden. Für 30 Mark fertige feine Anzüge nach Maß, für 30 Mt. ff. Sommer- Baletots nach Maß, für 10-12 Mt. feine Hofen nach Maß. Riesenstofflager Krausenstr. 14 1, fein 2aden. Special Institut ,, Sanitas" Gewissenhafte und individuelle Bes handlung aller inneren und äußeren Beiben mit naturgemäßen Heilfattoren. Ohne Gifte! 116/ 15* Direttor P. Mistelsky, Specialist für Natur- Heilmethode. Berlin NO., Kaiserstr. 34, II. ( Alexanderplah). Persönlich zu sprechen: 9-12,3-8, Sonntags 8-1. Man verlange Prospett. Nähmaschinen sämtlicher Systeme, ohne Anzahlung, wöchentlich 1,00 ,, fünfjährige Garantie. Thurmstr. 39 Bernauerstraße 49,( auch Postkarte) Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, den 28. 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