Nr. 202. A Abonnements Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mi tlluftrterter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Poft- Zeitungss Preisliste für 1901 unter Mr. 7671. Unter treuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblaff. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebüge beträgt für die fechsgespaltene Rotonet zeile oder deren Raum 40 fg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Erpedition abgegeben werden. Die Erpcdition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: " Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Mit dem 1. September 1901 eröffnen wir ein neues Abonnement auf den ,, Vorwärts" mit seinem wöchentlich fünfmal erscheinenden Unterhaltungsblatt und der Sonntags- Beilage ,, Die Neue Welt". Im Unterhaltungsblatt wird Zolas Roman -O Arbeit" weiter geführt.- Neu eintretende Abonnenten erhalten den bisher erschienenen Teil dieses Romans kostenlos nach geliefert. Für Berlin nehmen sämtliche Zeitungsspediteure. sowie unsre Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennig frei ins Haus. Für das übrige Deutschland nehmen sämtliche Postanstalten Bestellungen zum Preise von 1 Mark 10 Pfennig pro Monat ( ausschließlich Bestellgeld, 14 Pfennig pro Monat) entgegen.( Eingetragen ist der„ Vorwärts" in der Post- Zeitungsliste unter Nr. 7671.) 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Es war bereits in der Presse davon gesprochen worden, daß in der Besetzung des Gumbinner Ober- Kriegsgerichts Fehler unterlaufen seien, die zur Begründung der Revision des Prozesses hinreichen. Was Rechtsanwalt Horn jetzt hierüber der Oeffentlichkeit mitteilt, das übersteigt alles, was jelbst derjenige für glaublich gehalten hätte, der der Militärjustiz größestes Mißtrauen entgegenbringt. Nach der Darstellung des Rechtsanwalts Horn ist die gesamte Besetzung des Ober Kriegsgerichts in Gumbinnen eine durchaus gesetzwidrige gewesen. Sie hat in Widerspruch gestanden zu unzweideutig klaren Vorschriften der Militär- Strafgerichtsordnung und ebenso flaren Vorschriften in den Ausführungsbestimmungen zur Militär- Strafgerichtsordnung. Das Dokument des Rechtsanwalts Horn, das die Richtigkeit der angegebenen Thatsachen vorausgesetzt ein dauerndes, doch nicht rühmliches Denkmal heutiger Militärjustiz bleiben wird, lautet: Freitag, den 30. August 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Politische Webericht. Berlin, den 29. August. Centrum und Brotwncher. Rittmeister v. Strofigt ist am 21. Januar 1901 ermordet. Einer der Beisiger, Major Biermann, von den elften Dragonern, ist erst nach diesem Tage nach Gumbinnen versetzt, er fann also schlechterdings nicht vor dem 1. Januar 1901 als Richter in Gumbinnen bestellt sein. Alle militärischen Richter find Das Centrum, die Partei, welche alle Bevölkerungsschichten und aber erst im Juni 1901, als sie also wußten, in welcher Sache sie thätig sein würden, als Richter alle Klassen liebevoll umfaßt, ist um in Gefahr, von allen Bea ausgewählt, bestellt und von dem tommandierenden General bölterungsschichten und allen Stlassen des Verrats an ihren Interessen geziehen zu werden. v. Findenstein im Juni gelegentlich einer Inspektion beeidigt worden. Die Bestimmungen über das Geschäftsjahr hat man einfach in der Weise kommentiert", daß man an Stelle des Kalenderfahres ein Jahr vom Juni 1901 bis Juni 1902 gewählt hat, so daß die militärischen Nichter, wie mir einer von ihnen selbst gesagt, der Ansicht sind, wenn die Sache zum drittenmale in Gumbinnen verhandelt würde, würden sie wieder mitthun. Das Centrum will den Bauern helfen durch Brotzölle und will die Arbeiter trösten durch den Hinweis, daß für sie schon so viel geschehen sei und daß auch die durch den Brotzoll steigenden Reichseinnahmen für Arbeiterwohlfahrtszwede verwendet werden sollen. Aber die rheinländischen Großbauern, die dort auf dem Lande herrschen wie im Often der Junker, erklären den Centrumszoll für zu niedrig und die Arbeiter rebellieren gegen jede Neubelastung. Und gleich den Arbeitern rebelliert auch der Mittelstand", der gleichfalls zu den zärtlichst Geliebten des Centrums zählt. " Zunächst die Centrums Bauer it. 0 Ich wollte den solchergestalt gesetzwidrig zusammen gesezten Gerichtshof in folgender Weise beseitigen: Den Major Ziermannt, der demselben Regiment wie die Angeklagten angehört, und der fast der ganzen Verhandlung erster Instanz Die Rheinische Volksstimme", das Organ des Rheinischen als Zuhörer beigewohnt hatte, wollte ich beziehungsweise Hickel als befangen ablehnen. Dann beabsichtigte ich, auf die Bauernvereins, greift scharf die großstädtische Centrumspresse gesezwidrige Berufung des Gerichtshofes hin- an. In der Köln. Volkszeitung" und nach ihr in einer ganzen Anzuweisen und jeden einzelnen der Offiziere als befangen zahl Centrumsblätter am Rhein, die den Brotwucher in den Grenzen abzulehnen mit der Begründung, die Herren wüßten, des Regierungsentwurfes halten wollen, war die Behauptung aufgestellt worden, daß die rheinischen Bauern wohl nicht unbedingt daß sie nicht Richter sein dürften, feiner bon ihnen habe trotzdem erklärt, unter diesen Umständen nicht Richter auf die Forderung eines Mindestzolles von 7/2 M. bestehen würden sein zu wollen. Deshalb sei gweifel an ihrer Objektivität und Unparteilichkeit begründet. Den Ober- Kriegsgerichts rat Sheer wollte ich als befangen ablehnen, weil er dem kommandierenden General den Rat gegeben habe, einen folchen Gerichtshof zu berufen. Dann wäre nur ein Richter übrig geblieben. Um bei der Verhandlung genügende Unterlagen für meine BeHauptungen zu haben, verlangte ich von dem Generalkommando die Vorlegung der kommandierrolle und des Protokolls über die Vereidigung der Nichter. Für ein so radikales Vorgehen, wie ich es vorschlug, war aber mein Kollege Burchard nicht zu haben. Er erklärte nach einer Besprechung mit Marten, sich hieran nicht beteiligen zu wollen. Ich fuhr deshalb zu Hickel nach Gumbinnen, fand ihn aber auch nicht so bereit, dieses Verfahren einzuschlagen, wie ich wohl erwartet hatte. Bei ihm sprach viel der Umstand mit, daß seine Untersuchungshaft verlängert worden wäre, wenn es jetzt noch nicht zur Verhandlung gekommen wäre. Eine Berurteilung hielt er auch von diesem Gerichtshof für ausgeschlossen. Unter diesen Umständen befolgte ich den Nat des Kollegen Burchard, vorläufig von der ganzen Geschichte zu schweigen und die gesetzwidrige Berufung des Gerichts als Revisionsgrund aufzusparen. Als der die Verhandlung führende OberKriegsgerichtsrat Scheer in Gumbinnen die Kommandierrolle und das Vereidigungsprotokoll vorlegen wollte,„ trotzdem die Verteidigung tein Recht dazu habe", erklärte ich demgemäß, ich legte auf die Borlegung kein Gewicht. Die gesetzwidrige Berufung des Ober- Kriegsgerichts gerade in dieser Sache ist wohl das Aergste, was im Falle Marten und Hickel vorgekommen ist. Sie bildet jedoch nicht den einzigen Grund, auf den die Revision sich stützt; sie ist aber allein schon genügend, um zu einer Aufhebung des Urteils zu führen." „ Nach§ 68 der Militär- Strafgerichtsordnung bestellt der tommandierende General als Gerichtsherr die zur Bildung des Ober- Kriegsgerichts erforderlichen Offiziere. Die Bestellung erfolgt alljährlich vor dem Beginn des Geschäftsjahres für die Dauer desselben. Da nach§ 22 des Einführungs oberen Instanz die gesetzwidrige Befegung des Ober- Kriegsgerichts Es ist außer Zweifel, daß der Gerichtsherr der gesetzes zur Militärftrafgerichtsordnung das Geschäftsjahr mit dem ebenso wenig im Bewußtsein der Gesetzwidrigkeit unterKalenderjahr zusammenfällt, bestellt der Gerichtsherrr also nommen hat wie Generallieutenant v. Alten, der Gerichtsherr erster vor dem 1. Januar 1901 alle Offiziere, die im Jahre 1901 als Richter fungieren sollen. Das geschieht in der Weise, daß bestimmt verhaftung Hickels nach der Freisprechung befahl. Niemand kann Richter fungieren sollen. Das geschicht in der Weise, daß bestimmt Instanz, bewußt das Recht beugte, als er die gesetzwidrige Neuwird: für das erste Oberkriegsgericht werden kommandiert und darf behaupten, der kommandierende General habe, um eine Verder Oberstlieutenant X, die Majore Y und Z, Haupt urteilung des von ihm für schuldig gehaltenen Unteroffiziers gu mann A und Oberlieutenant B, für das zweite Oberkriegsgericht sichern, sich gefügige Werkzeuge seines Willens sorgfältig ausgewählt andre namhaft gemachte Offiziere und so weiter. Von dieser und gesetzwidrig zu Nichtern bestellt. Ein derartiger Alt schmäh„ Kommandierrolle" darf bei dem Oberkriegsgericht nicht abgewichen lichster Kabinettsjustiz muß als ausgeschlossen gelten. werden, während bei den Kriegsgerichten nach§ 53 nur aus dringenden Gründen" Abweichungen zulässig sind. Der Zweck der Bestimmung ist der, die Möglichkeit abzuwenden, daß in einer Strafsache bestinumte Richter bestellt werden, die man vielleicht ihrer Gefimmung nach kennt, und die vielleicht nach gewissen Gesichtspunkten ausgewählt find. Ueber den Ort der Verhandlungen des Ober- Kriegsgerichts findet sich in den Ausführungsbestimmungen zur MilitärStrafgerichtsordnung folgende Anweisung: " Die Ober- Striegsgerichte treten der Regel nach am Size des Generalkommandos usw. zusammen. In einzelnen Fällen wird es aber aus praktischen Gründen geboten sein, sie an einem andren Orte zur Hauptverhandlung zusammentreten zu lassen.; Für die Fälle der letzteren Art empfiehlt es sich, als ständige Stellvertreter der aus dem Offizierstande zu berufenden Richter auch Offiziere auswärtiger Garnisonen zu bezeichnen, deren Beeidigung im Auftrage des kommandierenden Generals durch einen andren Gerichtsherrn der höheren Gerichtsbarkeit er folgen kann. Das hierüber aufzunehmende Protokoll ist dem kommandierenden General einzureichen." Hiernach hätten auch Offiziere der Garnison Gumbinnen als Richter bei dem Ober Kriegsgericht des 1. Armeecorps bestellt werden können. Aber diese Bestellung hätte vor dem 1. Januar 1901 erfolgen müssen. Das ist aber nicht geschehen. So unzweifelhaft aber eine böswillige Rechtsbeugung ausgeschlossen ist, ebenso unzweifelhaft bekunden diese Geschehnisse die völlige ungeeignetheit der militärischen Kommandeure zur Erfüllung der ihnen durch die Militär- Strafprozeß- Ordnung aufgebürdeten juristischen Pflichten. Der militärischen Stommans deure! und nicht nur des kommandierenden Generals v. Finckenstein. Es würde eine Beleidigung des kommandierenden Generals des I. Armeccorps bedeuten, wollte man ihm unterstellen, daß er nicht befähigt und nicht geeignet sei, die Vorschriften des Militär- Straf prozeß- Verfahrens mit Verständnis zu lesen. Vielmehr wird offenbar, daß die Befehlshaber der Armee vermöge ihrer 1112 militärischen Ausbildung, vermöge der ihrem Amte eignen Uebung, um bedingten Gehorsam seiner Befehle zu erwarten, vermöge der zahlreichen Aufgaben ihrer Stellung, nicht noch die Möglichkeit haben, in der immerhin nicht jedem Laien leicht entwirrbaren Fülle der Paragraphen eines kompendiösen Rechtsbuches samt Ausführungsbestimmungen Selarheit zu finden. von Gumbinnen die Lehre zu ziehen, daß ihren Kommandeuren nicht Die Militärverwaltung wird gut thun, aus den Ereignisfen Pflichten und Aufgaben übertragen werden dürfen, deren diese nicht gewachsen sind. Die militärischen Kommandeure haben den Nachweis ihrer absoluten Ungeeignetheit als Herren des Gerichtes erbracht. Man befreie sie schleunigst von der drückenden Bürde! und daß das treibende Element bei dieser Forderung wohl jedenfalls der Bund der Landwirte sei. Weiter hieß es in der„ tölnischen der Bund der Landwirte sei. Weiter hieß es in der Kölnischen Volkszeitung", daß es ganz ausgeschlossen sei, daß ein Zolltarif mit 7,50 M. als Mindesttarif für die Getreide- Arten jemals Gesetz werde. Hierauf erwidert nun die„ Volksstimme": „ Dem Bunde der Landwirte geschicht hier Unrecht. Wenn es den genannten Blättern zufolge etwas Schlimmes ist, landwirt schaftliche Zollsätze zu vertreten, die mit den Produktionsverhält irissen in Einklang stehen, so muß dem Rheinischen Bauernverein schon die Priorität in diesen schlimmen Dingen zugestanden werden. Schon in den Jahren 1894-96 hat er gelegentlich der Vorbereitung der Neußer Beschlüsse und in den Verhandlungen über dieselben stets betont, daß ein Weizenpreis von 20 M. und ein Roggenpreis von 16 M. den Produktionskosten in der Rheinproving entsprechen wirde. Zur Erlangung solcher Preise ist aber unter den zeitigen Verhältnissen im allgemeinen für Weizen und Roggen ein Zoll von 7,50 M. notwendig. Diese Forderung ist darum auch von den christlichen Bauernvereinen als notwendig anerkannt worden.. Die christlichen Bauernvereine verlangen für Weizen und Roggen im Minimaltarif 7,50 M. und im Generaltarif 9 M., für Gerste und Hafer im Minimaltarif 6 M. und im Generaltarif 7,50 M. Wir haben gegen die Erhöhung der Industriezölle nichts einzuwenden. Wenn ihre Notwendigkeit von der Industrie mit so guten Gründen nachgewiesen wird, wie es seitens der christlichen Bauernvereine bezüglich der Agrarzölle geschehen ist, so müssen fie bewilligt werden, aber es muß eigentümlich berühren, daß die großstädtischen Blätter an der Erhöhung der Industriezölle nicht Herummäfeln, sondern muur gegen die Forderungen der Bauern Sturm Taufen. Sie laufen damit aber auch Sturm gegen das Centrum selbst. Daß die Fundamente des Centrumstur m 3 nicht in der Stadt und in den Industriebezirken liegen, ist in Tetzter Zeit wieder von neuem bestätigt worden. In Köln sind troy allem, was in Centrumskreisen für die dortigen Arbeiter geschehen ist, trotz der vorzüglichen Redner, über die man verfügt, trop der weitverbreiteten städtischen Centrumspresse und troy all der Arbeit, der sich in so anerkennenswerter Weise der Hochw. Klerus in den Arbeiterpereinen unterzieht, bei den Gewerbes gerichts Wahlen allenthalben die socialdemokratischen Kandidaten aus der Wahl hervorgegangen. Nicht anders war es in dem Riesen Wahlkreise Duis burg Mülheim, 100 der Centrums Kandidat A init Sicherheit gewählt worden wäre, wenn die katholischen Arbeiter: auch nur einigermaßen ihre Schuldigkeit gethan hätten. Das Wahlergebnis aber zeigte, daß nicht die Stimmen der katholischen, sondern die Stimmen der socialdemofratischen Arbeiter erheblich zugenommen. Wenn mun die, großstädtischen Centrumsblätter die als notwendig und gerecht erwiesenen Forderungen der Bauern bekämpfen, so untergraben fie damit auch den Einfluß des Centrums auf dem Lande, wo allein die Wurzeln seiner Straft liegen. Das Strachwitzsche Wort ist und bleibt wahr: Das Centrum wird agrarisch sein oder es wird nicht sein." * Ferner der Mittelstand": " Für die Meinung des Mittelstandes, dem das Centrum den goldenen Boden wiedergeben will, ist eine Korrespondenz, die wir aus München erhalten, bemerkenswert: Die Münchener Meggermeister und Gastwirte hielten am Dienstag eine Protestversammlung gegen die geplante Erhöhung der Wiebzölle ab. Der Referent, Metzgermeister Würz, führte an der Hand reichen Zahlenmaterials den Nachweis, daß die bayrische Landwirtschaft nicht in der Lage ist, auch nur den Münchener Markt auf die Einfuhr aus Oestreich angewiefen ist. Dies zeigte sich bezu versorgen, der namentlich in Bezug auf Mastochsen I. Qualität sonders bei dem legten Hochwasser, das die Eisenbahnlinien nach Oestreich abgeschnitten hatte. Damals lieferten die bayrischen Bauern keineswegs das nötige Vich nach München, trotzdem dort geradezu horrende Preise gezahlt wurden. Der Referent erklärte ferner, daß die Zölle nicht vom Zwischenhandel getragen, sondern unbedingt auf die Konsu in Bertreter der Gastwirte erklärte, diese seien nicht in der menten abgewälzt werden. Auch sei es zu bedauern, daß die Zollfrage seitens des Centrums zur Parteifrage gemacht wurde. Lage, die höhere Bollbelastung aus ihrer Tasche zu bezahlen und es werde auf alle Fälle eine Erhöhung der Speisen preise in den Wirtschaften eintreten müssen. Die ganze agrarische Agitation sei nur dazu geeignet, die Partei der Uns zufriedenen neu zu stärken und deswegen müsse energisch Protest erhoben werden. Eine Resolution, in der die Bei behaltung der bisherigen Zollfäße und der Abschluß langfristiger Handelsverträge gefordert wurde, gelangte einstimmig zur Annahme. Endlich die Arbeiter im Centrumsbereich. Wir haben bereits zahlreiche Berichte aus Centrumskreisen veröffentlicht, welche die Abkehr der großzindustriellen Arbeiter von der Brotwucherpolitik des Centrums erweisen. Aber auch die Arbeiter der Handwerksbetriebe in industriell sehr rückständigen Gegenden sagen fich los von der Centrumspolitik. Heute wird uns aus Koblenz geschrieben: Katholische Arbeiter gegen den Brotwucher. Im Gegensatz zu einigen Führern christlicher Gewerkschaften haben die katholischen Arbeiter im Rheinland wiederholt zu erkennen gegeben, daß sie in ihrer übergroßen Mehrheit Gegner der Zollerhöhung sind. Einen weiteren Beleg dafür lieferte eine äußerst zahlreich besuchte Handwerksgehilfen- Versammlung, die am vorigen Sonntag in einer stockkatholischen, vom Socialismus noch fast unberührten Gegend, nämlich in dem kleinen an der Mosel, eine Stunde von Koblenz entfernt liegenden Ort Gül s stattfand. Einer der Redner legte u. a. die Gefahren dar, die dem Bolk durch die Zollerhöhungen drohen; unter lebhaftem Beifall der Versammlung tennzeichnete er die Verderblichkeit des Lebensmittels wuchers. Einstimmig nahm die Versammlung folgende Nesolution an: Der Grund des Streiks des Sühneprinzen Die Emser Depesche. Wilhelm Liebknecht hat den uns soll jetzt entdeckt sein. Wie aus London gemeldet wird, traf in redlichen Ursprung des deutsch- französischen Krieges dargelegt und Beting von Prinz Tschun ein Telegramm ein, die deutsche durch seine Darlegung die Bismardsche Schwindelpolitit schwer getroffen. Kein Wunder, daß der Chauvinismus ihn darob mit Regierung verlange, daß er vor Kaiser Wilhelm brei erbittertem Haß verfolgte und seine Enthüllungen in unwahrheiten Verbengungen mache und daß fein Legations fetretär umzufügen verfuchte. Die Richtigkeit der Liebknechtschen Darstellung und seine Untergebenen sich vor dem Monarchen hinwerfen ist für die objektiven Hiftoriter längst erwiesen; es steht fest, wie follen. Die chinesischen Bevollmächtigten appellierten an den Bismarck die Chamade zur Fanfare verwandelte und so den Krieg deutschen Gesandten um Ermächtigung zur Abänderung der provozierte. Jegt wird diese Thatsache durch einen unzweifelhaften Ceremonie. Herr v. Mumm lehnte dies ab. Zeugen bestätigt. Der ehemalige Unterstaatssekretär im Auswärtigen Amt Justus b. Gruner, der während des deutsch- französischen Strieges sich im Staatsdienst befand, veröffentlicht in der Deutschen Revue" Mitteilungen aus seinem Leben; darin schreibt er über die Emser Depesche wörtlich was folgt: Gleichzeitig verlautet, daß auch die von dem Prinzen Tschun beabsichtigte Ansprache au Kaiser Wilhelm, deren Wortlaut der Soffitte gemäß dem Staiser zuvor bekannt gegeben werden mußte, durchaus nicht den Wünschen des Kaisers und des Grafen Bülow entsprochen haben soll. Soweit wir sehen, wird diese unglaubliche Erklärung des Streits des Prinzen Tschun in der Presse vollständig ernst genommen. Man amüsiert sich köstlich bei der Vorstellung, daß der Sühneprinz trotz alles Sträubens doch noch die famosen drei Bücklinge machen müsse. Auch wir verkennen nicht den gesteigerten Humor der Sache, wenn auch aus wesentlich anderer Ursache. Die englische Bresse fährt fort, Deutschland zu den kompromittierendsten Handlungen aufzureizen. aleb in Berlin „ Einer Depesche aus Ems gab man zum 8wed der Publikation eine Fassung, als ob dem Könige in Ems durch den französischen Botschafter eine Beleidigung widerfahren sei, während der König niemals von einer folchen Beleidigung etwas gewußt hat, und trieb in Berlin die Dinge mit einer solchen Leidenschaftlichkeit auf die Spize, daß die französischen Staatsmänner und vor allem der Kaiser Napoleon selbst völlig den Kopf verloren und, ohne an ihre mili tärische Zuferiorität zu denken, Preußen den Krieg erklärten." Der Evening Standard" sagt, was für Gründe Das dankbare Vaterland. Häufig haben wir hervorgehoben, " Die heutige im Goldenen Stern in Güls von sechshundert auch dem Entschluß des Prinzen Tschun, seine Reise zu unter- wie traurig es mit den völlig erwerbsunfähigen Kriegsinvaliden von Handwerkgehilfen aus Güls, Koblenz und Umgegend befuchte brechen, mitgewirkt haben mögen, soviel stehe fest, daß er Anstoß 1870/71 steht. Noch herrlicher offenbart sich der Dank des Vaterlandes öffentliche Versammlung erklärt sich entschieden gegen die von der nehme an den drei Werbeugungen, die er dem deutschen gegenüber den älteren Veteranen. Zu ihnen gehören diejenigen, die Regierung geplante Erhöhung der Lebensmittelzölle, insbesondere Kaiser in der Empfangsaudienz zu machen habe. Diese Haltung sei in der Gegenrevolutionszeit 1848 bis 1850 leider gegen das Bolt gegen die Erhöhung der Getreidezölle, die sie als die un- lächerlich und impertinent, wenn man bedenke, welche tämpfen zu müssen meinten. Vor uns liegen die Altenstücke des gerechteste aller indiretten Steuern erkennt, da sie 74jährigen Veteranen Hugo Dullens. Dullens hat in der Die Staatsbürger nicht nach ihrem Einkommen oder Vermögen, Behandlung unsren eignen Gesandtschaften in Beit von 1848 bis 1851 bei der Artillerie zu Münster s ge= sondern lediglich nach dem Brotverbrauch belastet. Die Un- früherer Zeit von seiten Chinas zu teil geworden sei. dient und die in dieser Zeit fallenden Mobilmachungen und gerechtigkeit ergiebt sich besonders daraus, daß die Familien mit Danach scheinen die europäischen Gesandten sich früher Züge mitgemacht. Er ist jest völlig erwerbsunfähig. der höchsten Kinderzahl die meisten Brotsteuern zu zahlen haben. ebenfalls dem Ceremoniell des Niederwerfens- proskynein, banfbaren Vaterland hat er zwei Medaillen erhalten. Gine trägt Die Versammlung ersucht den Vertreter des Wahlkreises Koblenz, anhündeln, nannten es die alten Griechen unterworfen zu haben. auf der Vorderseite die Inschrift: 1848. Friedrich Wilhelm IV. 1849. im Reichstag gegen die Erhöhung der Lebensmittel- Zölle zu Warum sollten es jetzt die chinesischen Gesandten in Europa be- Seinen bis in den Tod getreuen Kriegern. Die Rückseite weist das stinten." Die Resolution soll dem Centrums- Abgeordneten e II ste in quemer haben! Vielleicht empfähle fich die orientalische Sitte des preußische Wappentier mit der Umschrift Vom Fels zum Meer" auf. Die zweite Medaille ist auf einer Seite mit einem Lorbeerzugesandt werden. Proskynein überhaupt künftig für das europäische Hofceremoniell. franz und Schwert, auf der andern Seite mit der Juschrift Leopold, Wann der Sühneprinz sich genügend für die ihm be- Großherzog von Baden. Dem tapferen Befreiungsheer 1849" geziert. Alle diese Kundgebungen sind der Centrumspartei höchst un- vorstehende gymnastische Uebung gestärkt fühlen wird, entzieht sich Beide Medaillen find hübsch geprägt, machen aber nicht jatt. Gejege, bequem. Auch der Prunt der Osnabrücker Heerschau täuscht nicht noch immer jeder Berechnung. Wie die Köln. Volts- 8tg." die für des tapferen Befreiungsheeres" Mitglieder sorgen, giebt Wohl aber eine Stiftung, die den stolzen Titel führt: darüber, daß die Situation der an Reichstags- Mandaten stärksten aus der Umgebung des Prinzen erfahren haben will, weigere es nicht. Der Nationaldant beschränkt aber Partei eine sehr schwierige geworden ist. Das fromme Centrum sich dieser, die Reise nach Berlin überhaupt aus- Nationalbank für Veteranen". hat das Bibelwort vergessen: Niemand kann zween Herrn dienen! 8uführen. Man wird sich einstweilen gleich dem in Klein- seine Thätigkeit darauf, Beamte zu seiner Verwaltung zu unterNun zeigt es sich, daß die Politik des Centrums, die Wucherer und basel einquartierten militärischen deutschen Geleite in Geduld üben halten und nur solche Personen zu unterstützen, die als preußische Bewucherte unter dem Zeichen der orthodoxen Frömmelei vereinen müssen. will, an ihren innern Widersprüchen und Unwahrhaftigkeiten scheitern muß. * 營 " Deutsches Reich. Ein Lieutenant als Soldatenschinder. Ausschluß der Oeffentlichkeit. Unter " " Urteil eines Europäers über den China- Kreuzzug. Der Jahresbericht des chinesischen Zollamts in Tientsin beginnt mit folgenden Säßen: Dullens wohnt 3 Meilen Staatsangehörige in Preußen wohnen. weit von Preußen, in St. Ingbert in Bayern, also steht ihm von Rechts wegen nichts vom Nationalbank zu. Dullens jammert auch hierüber nicht. Er hat längst seine Muß- Beteiligung am Stampf gegen die bedauert, welche ihr Blut für ein einiges, freies Deutschland einsetzten, und ist Socialdemokrat geworden, Die Centrum& parade in Osnabrück hat auch einige kleine Broschüren( so Wem gehören die Kohlen", " Bilder aus dem Zukunftsstaat") geschrieben und nährt sich so schlecht hat am Donnerstag ihr Ende erreicht. Eigentlich war es freilich und recht er kann. Der Fall Dullens zeigt, wie der Nationalbank nicht einmal eine Parade, denn bei einem derartigen Schauspiel Wegen Mißhandlung eines Untergebenen hatte sich der Lieutenant des Vaterlandes, das ist der Besitzenden, auch gegen Veteranen aus werden auch die Mannschaften vorgeführt, auf dem soeben be- Reinecke vom Infanterie- Regiment Nr. 164 in Hameln vor dem dem Befreiungsheer" von 1849 beschaffen ist. Vielleicht zieht endeten Katholikentage war es jedoch nur eine Handvoll Kriegsgericht der 20. Division in Hannover zu verantworten; manch einer, der heute noch seine eigenen Stetten schmiedet, eine von Offizieren, die immer wieder auf den verschiedensten gleichzeitig war in dieser Sache der Sanitäts Unteroffizier Lehre aus diesem Nationaldant für die bis in den Tod getreuen Schaubühnen paradierte und eine nicht versiegende Flut Grebe als Mitschuldiger angeklagt. Die Verhandlung, zu der Krieger". von Reden vom Stapel ließ. Die Masse der Delegierten, 17 Beugen und der Oberstabsarzt des Regiments als Sachverständiger so weit von solchen überhaupt gesprochen werden kann, begnügte geladen waren, fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Der sich bescheidentlich mit der passiven Zuschauerrolle, die bei wirt- Bertreter der Anklage beantragte den Ausschluß, da in der Verhandlung verschiedene Punkte zur Sprache kommen würden, lichen Parteitagen dem Publikum zufällt. Parteitage, ernsthafte die das persönliche Ehrgefühl der Beteiligten verlegen könnten. Zusammenkünfte der von den Partei- Organisationen delegierten Ver Das Gericht beichloß dem Antrage gemäß, die Oeffentlichkeit für die treter, auf denen in gründlicher Erörterung und unter Anteilnahme ganze Dauer der Verhandlungen auszuschließen ,, wegen Gefährdung der Vertreter der einzelnen Orte die politischen Angelegenheiten der militärischer Interessen". Aus der Urteilsbegründung ergab sich Partei besprochen werden, kennt das Centrum nicht; die ein schwerwiegender Thatbestand. Der Offizier hatte seine Leute Katholikentage, die diese Parteitage ersetzen müssen, find gegen den Befehl in der freien Weser schwimmen lassen. nichts als große Demonstrationsversammlungen, in denen von den ihnen befand sich der Musketier Meyer IV, der sich freischwimmen Leuchten der Partei ungezählte Reden über alle möglichen Dinge schimpfte der Offizier Meyer in der gröblichsten Weise, trat ihm, sollte, aber nach einiger Zeit nicht mehr weiter konnte. Nun be gehalten werden. Und zwar Agitationsreden gröbsten Kalibers, ge- als er aus dem Wasser wollte, auf die Finger und versetzte ihm spickt mit Witzen und Kalauern, Reden, die sich in den breitesten Stöße in die Seite. Meyer mußte weiter schwimmen, und als er Gemeinplägen bewegen, die alle politischen Probleme in einem sich erschöpft an ein Floß flammerte, befahl der Sieutenant dem Schwall von Phrasen ertränken. Grebe, jenen loszumachen. Grebe that dies, wobei er den Meyer Daß solch ein Katholikentag nichts ist, als eine auf den äußeren stieß und verlegte. Dieser erkrankte darauf an einer RippenEffekt berechnete Demonstration, ergiebt sich schon aus dem Charakter fellentzündung, erlitt aber keine dauernde Schädigung an seiner Gefeiner„ öffentlichen Generalversammlungen", die doch ſundheit. Aus dem Urteil ging ferner hervor, daß der Lieute den eigentlichen Kern der ganzen Veranstaltung darstellen, an den sich ant dem Musketier befahl, den Auswurf, den dieser infolge Erschöpfung von sich geben mußte, mit den Händen auffreilich eine lange Reihe von sonstigen Vorführungen schließt: Fest zunehmen und in die Tasche zu stecken. Lieutenant Reinecke versammlungen katholischer Lehrervereine, katholisch kauf- wurde wegen Ungehorsam gegen einen Dienstbefehl, Beleidigung männischer Vereine, tatholischer Gesellenvereine, Fest tommerse und Mißhandlung eines untergebenen zu einer Gesamtstrafe der katholischen Studentenverbindungen, des Kartellverbandes tatho- von zwei Monaten und einer Woche Gefängnis verurteilt. lischer Studentenvereine usw., während gewissermaßen als Parallel- Umstand, daß Meyer eine dauernde Schädigung an seiner Gesundheit demonstrationen weniger luftigen Charakters die General Vernicht erlitten hat, ließ das Gericht mildernde Umstände annehmen sammlung des Voltsvereins für das fatholische Deutschland und davon absehen, auf Dienstentlassung des Angeklagten zu er fennen. Grebe wurde wegen schwerer Körperverlegung zu vierzehn und die Versammlung der Windthorstbunde anzusehen sind., Tagen Arrest verurteilt. wie wenig ernsthaften Charakter aber die öffentlichen Generalversammlungen beanspruchen können, beweist flar der eine Umstand, daß ihr Beginn mit einer Ausnahme auf Das Verfahren sowie das Urteil des Hannoverschen Kriegsgerichts 5 1hr nachmittags angesetzt war, auf eine Tageszeit also, wo ist in jeder Beziehung unverständlich. " Einen * Der Die Vorkommnisse des bergangenen Jahres haben dem Handel in Nordchina einen Schlag versett, von dem er sich so schnell nicht erholen wird, selbst dann nicht, wenn es möglich sein sollte, den Schneeball in seinem Rückprall aufzuhalten, der vor sieben Jahren in Korea ins Rollen gebracht worden ist und sich seitdem zu einer Lawine vergrößert hat, die das erste Jahrzehnt des neuen Jahrhunderts mit Erschütterungen, Krieg und Verheerung bedroht. Die Erregung, die in den Ländern des Westens durch die Ermordung fremder Beamten und zahlreicher Missionare, die Beschießung der fremden Niederlassungen in Tienfin und die Belagerung der Gesandtschaften in Beting hervorgerufen ist, ist au neu, um eine nugbringende Besprechung der Boyerbewegung und ihrer Ursachen zuzulassen. Es scheint, daß die christliche und ihre Beute Welt zunächst ihre Rache haben muß, ehe sie genug von ihrem geistigen Gleichgewicht wiedererlangt, um ohne Vorurteil und Leidenschaft die Thaten derer besprechen zu können, die durch jahrelange Angriffe und Demütigungen ihres Nationalstolzes zur Verzweiflung getrieben, in ihrer Kurzsichtigkeit teinen anderen Weg zur Rettung ihres Landes, ihrer Dynastie und ihrer alten Civilisation mehr fahen, als im Bogertum die Beschwörungsforme I anzurufen, durch die die Massen ausgehoben und der Sinn des friedliebensten und gehorsamsten, zugleich aber auch leichtgläubigsten und abergläubischten Bauernvoltes in China zu jenem fanatischen Haß angefacht wurde, der dann in dem elementaren Wunsch zum Ausdruck kam, die fremden Eindringlinge und alles Fremde zu vernichten. An der Spize des chinesischen Zollamts steht ein Europäer, Direktor G. Detring. Der Ostafiat. Aloyd" beschimpft denselben wegen seiner objektiven Auffassung der Chinawirren als Chinesen". Eine Beschimpfung ist aber keine Widerlegung. Kostspielige Plötzlichkeiten. " die Masse der Teilnehmer durch die Absolvierung all der zahlosen übrigen Inverständlich ist der Ausschluß der Oeffentlichkeit. Veranstaltungen des Tages bereits beträchtlich abgespannt gewesen sein Es ist unmöglich zu erkennen, wie„ militärische Interessen" hätten dürfte. In jeder der vier öffentlichen Generalversammlungen hielten gefährdet werden können, wenn die schmähliche Brutalität des Das neueste Opfer des Krachs in Dresden ist die dortige nun nicht weniger als drei Redner lange Vorträge über die verschieden- Lieutenants im ganzen Umfange und in allen Einzelheiten der Ceffentartigsten Gegenstände. Eine Diskussion fand nach diesen lichkeit fundgegeben worden wäre. Vielmehr muß, unsres Erachtens, Spar- und Vorschußbank, die ihre Zahlungen einstweilen eingestellt hat, sie aber nach einer Bekanntmachung voraussichtlich Steden nicht statt, nicht einmal nach dem agrarischen Vortrag des gerade der Ausschluß der Oeffentlichkeit militärische Interessen ge- in den nächsten Tagen wieder aufnehmen wird". Die Bank wurde Abgeordneten Herold über den Brot wucher! fährden, indem bei Soldaten und bei der civilen Bevölkerung der Hauptsächlich von den kleinen Geschäftsleuten benutzt. Als sich am Die„ Märt. Volkszeitung" bezeichnet es allerdings als eine Verdacht entsteht, daß die Offiziere eine Ausnahmestellung Mittwoch die Stunde von den Zahlungseinstellungen in der Stadt Lüge des„ Vorwärts", daß derselbe bei der Erörterung der ersten öffent- auch für den Schandbuben in ihren Reihen in Anspruch verbreitete, entstand in diesen Kreisen eine topflose Bestürzung und Gerade Militär- es tam zu dem üblichen Run. vom Standpunkte des heutigen lichen Generalversammlung die beiläufige Bemerkung hatte miteinfließen nehmen. Iaffen: Diskussion ist bekanntlich nicht üblich auf den katho- wesens sollten derartige Mißhandlungsfälle in voller Oeffentlichkeit lischen Tagen." Will das Organ des Kaplans Dasbach vielleicht be- abgehandelt werden, damit fein Zweifel darüber entsteht, daß der haupten, daß nach der fraglichen Kulturkampfpauke des Abgeordneten Offiziersstand denjenigen seiner Mitglieder gegenüber, die sich Aus Straßburg i. E. wird uns geschrieben: Der neue Trimborn eine Diskussion stattgefunden habe?! Diese Rede gegen Menschlichkeit und Ehre schimpflichst versündigen, keine Nachsicht reichständische Staatssekretär v. Stöller hat dieser Tage definitiv iwurde, wie bemerkt, in der ersten öffentlichen Generalversammlung fennt. Oder war auch das Kriegsgericht in Hannover der seltsamen seine Polizeiherrschaft über Elsaß- Lothringen angetreten und sich gehalten, und in diesen Veranstaltungen giebt es teine Diskussion. Ansicht des Anklägers, daß das persönliche Ehrgefühl" eines Offiziers, bereits die höheren Beamten seines Ressorts vorstellen lassen. Seine Die Märt. Boltsztg." beschränkt ihren Beweis dafür, daß der das die gemeinste Mißhandlung zuließ, vor dem Urteil der Oeffent- Ernennung zum Nachfolger v. Buttkamers wird dem Lande nicht bloß im bildlichen, sondern auch im wahren materiellen Sinne des „ Vorwärts", gelogen" habe, denn auch auf den Satz: Denn lichkeit geschützt werden müsse? Die Entlassung v. Buttkamers in den geschlossenen Versammlungen ist Diskussion". Der un- Gleicherweise unverständlich wie der Ausschluß der Oeffentlich- Wortes teuer zu stehen kommen". verfrorene Angriff gegen den Vorwärts" ist aber um so dreister, feit ist die außerordentliche Milde der verhängten Strafe erfolgte bekanntlich mit jener überraschenden Plöglichkeit, die ein als es auch in den geschlossenen Versammlungen teine Dis- und die Zubilligung mildern der Umstände. Daß der hervorstechendes Merkmal des augenblicklich gesteuerten Reichskurses iſt. Nun tritt nach den Bestimmungen des Reichsbeamtengeſetzes die fussion im üblichen Sinne giebt, das Eingreifen andrer als in mißhandelte Soldat teine dauernde Schädigung davon getragen hat, Bersetzung in den Ruhestand erst mit dem Ablauf desjenigen BiertelReferaten zum Wort gekommener Redner sich vielmehr auf redne- ist ein Zufall, der die Unthat des Offiziers nicht im mindesten jahres ein, das auf den Monat folgt, in welchem dem Beamten die rische Belanglosigkeiten andrer ultramontaner Häuptlinge be- mildern kann. Eher hätte das Gericht in Betracht ziehen müssen, Entscheidung über seine Versetzung in den Ruhestand und die daß die Mißhandlungen besonders schwere waren, weil der Miß- Höhe der ihm zustehenden Pension bekannt gemacht worden ist. Auch die Generalversammlung des Volksvereins handelte sich im Wasser befand und leicht den Tod durch Ertrinken Herr v. Puttkamer ist am 6. August gegangen worden, würde danach also am 1. Dezember d. J. in den Ruhestand treten. für das katholische Deutschland endlich erledigte binnen finden konnte. drei Stunden ihre ganze Tagesordnung, die durch Festansprache der Das Gericht hat von Dienstentlassung abgesehen. Der Bis dahin verbleibt er im Genusse seines Gehalts, seiner Dienstunvermeidlichen Herren Gröber, Bachem, Lieber und den Jahres- Lieutenant bleibt würdig, den„ vornehmsten Rock" zu tragen, obwohnung und der sämtlichen sonstigen, aus seiner amtlichen Stellung sich ergebenden Bezüge. Ebenso lange also, d. h. vom Tage der schon er eine Handlung sich zu Schulden kommen ließ, die nach Ernennung v. Köllers( Mitte Angust) an bis Ende November, hat bericht des Generalsekretärs ausgefüllt wurde. unsrer Auffassung erbärmlicher ist als Feigheit und Flucht vor das Land das Gehalt des Staatssekretärs doppelt dem Feinde, worauf die schwersten Strafen stehen. Oder giebtes etwas zu zahlen. Des ferneren muß dasselbe für die Kosten der BeErbärmlicheres und Feigeres, als die unumschränkte Macht des mili- schaffung einer entsprechenden Wohnung für den neuen Staatstärischen Vorgesetzten in der Mißhandlung eines wehrlosen Unter- jefretär v. Stöller aufkommen. Da das Gehalt des eljak- lothringischen Staatssekretärs 24 000 m. beträgt, so dürfte die durch Puttkamers gebenen zu bethätigen? plötzliche Entlassung verursachte Mehrbelastung der reichsländischen Steuerzahler sich auf mindestens 8000. belaufen, eine Ausschränkt.Der ganze Katholikentag stellt sich also als nichts andres dar als ein bunter Karneval von Versammlungen, Fest- Versammlungen, Fest Sommersen und als eine bar numistische Masseuproduktion von Demonstrations. reden. # gabe, die bei etwas weniger plöslichem Funktionieren der Entlassungs- Schicksal des Voltsunterrichts zu bestimmten. Während zum Beispiel gerichtet, und deshalb seien in den Militärschulen Vorträge über maschinerie dem Lande leicht hätte erspart werden können. die Beteiligung an Londoner Parlamentswahlen ca. 80 Broz. der die socialen Pflichten der Offiziere eingeführt. Wie die Gehälter " England. Der Landesausschuß für Elsaß- Lothringen hat noch im Februar Stimmberechtigten betrug und bei Graffchaftswahlen ca. 50-60 Broz, der Offiziere, so folle auch der Sold der Gemeinen erhöht dieses Jahres die Forderung der Regierung für die Anstellung eines betrug sie bei Schulwahlen nur 20-25 Broz. Das will sagen, daß und ihre Ernährung mehr den Gewohnheiten des Civillebens weiteren Assistenten an der medizinischen Klinit der mur diejenigen, die sich für das Volksschulwefen wirklich interessieren, angepaẞt werden. Bezüglich der in den Militär- Werkstätten beUniversität Straßburg aus Sparsamteitsgründen zur Wahlurne gingen und für Personen stimmten, die das Bildungs- fchäftigten Arbeiter herrsche zwischen ihm und dem Handelsminister abgelehnt, obwohl dafür monatlich nur 75 W., jährlich also monopol der Reichen brechen wollten. In letzter Zeit sind nun die vollkommene Uebereinstimmung hinsichtlich deren Arbeitsbedingungen. ganze 900 m. verlangt worden waren. Man kann nun gespannt Herren von Besitz und Bildung auf die Gefahr der school Schließlich sprach der Minister die Hoffnung aus, daß es ihm Darauf sein, wie sich das Rentner- und Bürgermeisterparlament zu boards aufmerksam geworden und der Regierungsauditor Coderton gelingen möge, von der Kammer die Ermächtigung zu erlangen, das der oben gekennzeichneten Ausgabe der Steuergroschen des Voltes verweigerte die Ausgaben für den höheren Boltsunterricht und Militär- Strafgesetzbuch einer Revision zu unterziehen. Auch wenn stellen wird; im Handumdrehen wird da eine Summe verpulvert, die Richter gaben ihm Recht. Und damit war der ganze höhere man in Betracht zieht, daß es sich um eine Festrede handelte, so mittels deren der erwähnten bescheidenen Forderung eines wissen Volksschulunterricht als ungefeglich erklärt worden. Die Unterrichts- muß doch anerkannt werden, daß durch die Stede, wie überhaupt schaftlichen, den Interessen der Allgemeinheit dienenden Instituts frage wurde sodann vor das Barlament gebracht, das folgendes durch die Handlungen des Generals André ein Hauch des modernen auf volle neun Jahre hätte genügt werden können. Gesez annahm:„ Die Ausgaben, die die school boards bis zum Geistes weht. 31. Juli 1901 machten, dürfen nicht beanstandet werden. Hinfort aber dürfen Ausgaben für den höheren Volksschulunterricht nur auf Proteft gegen den Boerenkrieg. Die drei größten christGrund eines Uebereinkommens der school boards mit den Lokal- lichen Konfeffionen in England, nämlich die anglikanische Kirche, die behörden und nur für ein Jahr festgestellt werden. Die Abend freie Kirche und die römisch- katholische Kirche haben gemeinsam einen schulen find den school boards entzogen und dem Unterrichts- Aufruf erlassen, worin die Wiederherstellung des Friedens in SüdMit Ausnahme der Unionisten, die dem Kolonialjekretär kritiklos ministerium unterſtellt." Mit diesem Geseze hat die Demokrati afrika gefordert wird. Der Aufruf hat folgenden Wortlaut: folgen, ist die öffentliche Meinung darüber einig, daß die verflossene sierung des Unterrichts einen Stoß erhalten, von dem sie sich nicht parlamentarische Session zu den traurigsten in der politischen Ge- so schnell erholen wird. schichte Englands gehört. Die Verurteilung der Regierung durch Die Verurteilung der Regierung durch Die legislative Arbeit der verflossenen parlamentarischen Seffion die Liberalen ist zwar nicht ganz verständlich, denn sie haben ist für die ganze Weltanschauung der Tories charakteristisch: etwas blutwenig gethan, die herrschende Politik in andre Bahnen Schutz der Arbeiter gegen das industrielle Kapital; principielle zu lenten. Aber sie sind einmal in der Opposition Unterdrückung der proletarischen Bestrebungen zur geistigen Erziehung und müssen eben tadeln; c'est leur metier. Biel wichtiger und Selbständigkeit; Kampf gegen fremde Wölfer. und lehrreicher ist die bittere Stimmung der Tories, die Ausland. Die verflossene parlamentarische Session. " London, 24. August. " Frankreich. " Wir Unterzeichneten sehen es als unsre Pflicht an, einen Betveis unseres christlichen Glaubens zu geben, indem wir erflären, daß 1. nach dem Gerechtigkeitsgefühl nicht die Ausdehnung des Gebietes die Größe einer Nation ausmacht, 2. daß dieselben moralischen Gefeße sowohl für die Völker, wie für den Einzelnen gelten; 3. daß jede Eroberung den Lehren Jesu Christi entgegen ist. Infolgedessen fordern wir im Namen desjenigen, welcher die Unglücklichen trösfen kann und die Freiheit der Gefangenen verkündete, daß den Boeren solche Friedensvorschläge gemacht werden, welche von ihnen angenommen werden können, ohne ihre Würde zu opfern." Spanien. in der„ Saturday Review" ihren Ausdruck findet.„ Die Session", bemerkt diese Wochenschrift, war uninteressant, niederdrückend und Der Konflikt mit der Türket. Der Wiener Korrespondent enttäuschend Der langwierige Krieg mit seinen langen Toten der Daily Mail" telegraphiert seinem Blatte, der Botschafter listen und mit seinen sehr mageren Resultaten hat dem Publikum Constans habe ihm in einer Unterredung erklärt, er werde sich Dieser Aufruf hat bereits Tausende von Unterschriften gefunden. alles Interesse an den parlamentarischen Verhandlungen geraubt. nur wenige Tage in Paris aufhalten, um mit Delcassé die Es hat sehr lange gedauert, bis den berufsmäßigen Hütern Eine Ausnahme bildet das Budget, das den interessantesten Lage zu besprechen. Den von der Presse gebrachten Mit- und Pflegern des Christentums diese Erkenntnis aufdämmerte. Punft der Session bildete Die Regierung bestand energisch teilungen über den Zwischenfall mit der Pforte habe er nichts Sätten die Boeren sich auf die Kirchen verlassen, wären sie längst auf dem Kohlenzoll, deshalb ihr vollständiger Erfolg. Im übrigen hinzuzufügen. Die Angelegenheit befinde sich augenblicklich in annektiert gewesen und die Alleinseeligmachenden hätten sich mit der war die Session kaum etwas besseres als ein fortgesetter Mißerfolg. den Händen der französischen Regierung und werde vollendeten Thatsache leicht abgefunden. Zudem: Wenn die Kirchen Die legislativen Maßnahmen gleich Null; in der Socialreform ist nur dann beendet werden, wenn der Sultan den von Frankreich etwas Ernstliches gegen den südafrikanischen Raubkrieg thun fast ein Stillstand eingetreten, ohne uns dafür durch einen Fort- gestellten Forderungen völlige Genugthuung gewähre. wollten, dürften sie es nicht bei der platonischen Unterstützung durch schritt in der auswärtigen Politik oder in der nationalen Auf die Frage, ob Constans nach Konstantinopel zurückkehren werde, einen Aufruf bewenden lassen. Verteidigung entschädigt zu haben. Die chinesische Frage antwortete der Botschafter mit einem energischen Niemals!" wurde erledigt, indem man alle wichtigen Fragen unerledigt Im Gegensatz zu dieser Erklärung des Botschafters, die sich ließ; die einzige greifbare Leistung ist vielleicht die Ab- durch Schärfe des Tons auszeichnet, steht das Phlegma, mit dem Madrid, 29. August. Im Laufe von Nebungen in spanischen lehnung der Resolution des amerikanischen Senats in Sachen des die Pforte die Sachlage beurteilt. Eine Meldung aus Konstantinopel Gewäffern ein englisches Torpedo am Strand Nicaragua- Kanals." Diese Kritik ist ganz im Geiste der Tory- besagt: von La Linea des Concepcion aufgelaufen. Englische Seeleute traditionen geschrieben und enthält in fich das Toryprogramm. In hiesigen offiziellen türkischen Kreisen wird die durch die Ab- eilten herbei, um dasselbe zu heben, wurden aber von spanischen Die Freude der Tories am Budget ist durchaus begreiflich. Das reife des französischen Botschafters geschaffene Lage mit aller Soldaten daran gehindert. Die Engländer kamen dann Budget enthält keinen einzigen progressiven Finanzgedanken und Ruhe betrachtet, man hält in diesen Kreisen dafür, daß die in größerer Zahl herbei und hoben das Boot trop des Einspruchs macht den ersten Angriff auf den Freihandel. Und mit der Absage Gründe für den Zwischenfall nicht ernstlich genug seien, um einen der spanischen Soldaten. Der Zwischenfall wird hier lebhaft an den amerikanischen Senat hat die Nicaragua- Kanalfrage noch Bruch in den guten Beziehungen zwischen beiden Ländern herbei- besprochen. lange nicht ihr Bewenden genommen. In den Vereinigten Staaten ist zuführen. Am Mittwoch fand im Yildiz- Palais ein Ministerrat die Ansicht vorherrschend, daß England kein Recht habe, fie auf statt, welcher sich mit dem französisch- türkischen Zwischenfall beGrund des veralteten Clayton- Bulwer- Vertrags im Kanalbau zu schäftigte.stören. Sollte Präsident Krüger im Herbst nach Amerika gehen, so wird die anti- englische Stimmung noch schärfer zum Ausdruck geFür uns hat indes die Seffion eine andre Bedeutung. Sie hat zwei legislative Maßnahmen gezeitigt: die neue Fabrikafte und die Regulierung des höheren Volksschulwesens, die unsre Aufmerksamkeit verdienen. Die erstere stellt einen kleinen Fortschritt dar, die andre langen. einen bedeutenden Rückschritt. und die beitrat. Dänemark. d Das Edikt, durch welches die Einführ von Feuerwaffen und von Munition verboten wird, ist gestern abend erlassen worden. Das Edikt übergeht die wesentliche Thatsache, daß das Verbot sich auf die Regierung bezieht, mit Stillschweigen und stellt die Sache so dar, als ob die Regierung die Einfuhr aus freien Stüden verbiete; um die Wiederholung der Unruhen und des Räuberunwesens zu verhindern. Die Gesandten sehen das Edikt für ungenügend an und hielten eine Versammlung ab, um über das Edikt zu beraten. Die Aufhebung des Kirchenrats. Das Ministerium hat in feiner Sigung am Freitag den im Jahre 1883 durch einen Willkürin den focialistischen Reihen dauert fort. Nach der großen Diese Institution war von der Regierung ohne Befragen des ReichsParis, 28. August.( Eig. Ber.) Der Spaltungsprozeß att des Ministeriums Estrup eingesetzten Kirchenrat aufgehoben. Hauptspaltung die kleinen Unteripaltungen, die Neuverteilung ein- tags und somit im Widerspruch zu der Verfassung errichtet worden. Sie bestand aus 7 Bischöfen und einem juristischen Professor, die zelner Gruppen und Genoffen unter die beiden Kampflager. perfekt geworden. Der socialistische Abgeordnete von Bourges( Cher), achten über alle kirchlichen Fragen abzugeben, mit Die bemerkenswerteste Unterspaltung dieser Art ist diese Woche sich jährlich einmal versammeln sollen, um der Regierung ihr Gutdenen Breton, war schon seit Beginn der Kämpfe um die Einigungs- sich das Ministerium befaffen wollte oder die dem Reichstag vorDie neue Fabrikatte ist im großen ganzen eine ſyſtematiſche der„ Socialistischen Revolutionären Partei"( Blanquisten) in Miß- und Orthodoxie gegen die Grundtvigianer, die kirchlich liberale Ministerfrage mit feiner engeren" Organisation, gelegt werden sollten. Der Kirchenrat sollte ein Bollwerk der Reaktion Busammenstellung fämtlicher feit dem Jahre 1878 angenommener helligkeit geraten. Er hielt es mehr mit Jaurès bezw. mit den Partei, bilden, die eine größere Freiheit in der Staatskirche haben Arbeiterschutz Geseze, die infolge ihres regellosen Durcheinanders bis jetzt nur eine mangelhafte Anwendung finden konnten. In der Ministeriellen". Seinem Einfluß ist es wesentlich mit zuzuschreiben, wollte und auch mit Hilfe des in seiner Mehrheit freisinnigen nenen Sodifikation werden zwar manche Härten gemildert und daß die Blanquisten auf dem Pariser Kongreß 1900 nicht zugleich Foltethings einzuführen hoffte. Nachdem nun dieser verfassungsmanche Unebenheiten beseitigt, aber mit den Guesdisten die geeinigte Partei verließen. Dem Lyoner widrige Kirchenrat aufgehoben wurde, ist die Staatskirche wieder der viele sehr bedeutende Mängel find unberichtigt geblieben. Die wichtigste Forderung. sich so verschoben hatte, daß die Blanquisten ihrerseits mit der Kongreß aber blieb er fern, weil inzwischen das Kräfteverhältnis gefeßgebenden Macht untergeordnet worden. die Zahl der Fabrikinspektoren zu erhöhen, wurde abgelehnt. Die Gesamtpartei brechen konnten, ohne Gefahr für den Zusammenhalt Asien. enormnen Kriegsausgaben, sagte man, ließen eine weitere Belastung ihrer eigenen Organisation. Die Folge der Lyoner Spaltung aber Friedensprotokoll und Waffeneinführungs- Verbot. Aus des Budgets nicht zu. Ein Teil der Werkstätteninspektion wurde deshalb auf die Lokalbehörden abgewälzt. Dies ist besonders zum Breton gefcharten Minderheit der Föderation des Cher- Departements, war nun doch für die Blanquisten die Absplitterung einer un Peking wird vom 28. August gemeldet: Nachteil einer Reform des Schwigsystems geschehen. Die Atte ent- der stärksten Lokalorganisation der Blanquisten. Die Gesandten haben beschlossen, das Edikt, welches Abg. Breton die Waffen einfuhr verbietet, anzunehmen mit Ausnahm hält die Bestimmung, daß der Unternehmer für die gesundheits- und Cougny, Generalrats- Mitglied, gründeten eine autonome des ersten Paragraphen, gegen den Einsprüche erhoben widrigen Verhältnisse der Heimindustrie( Schwitzbuden) verantwort lich gemacht werden kann, an die er Arbeit liefert. Das wäre eine Föderation, die dann dem Generalkomitee der geeinigten Partei wurden. Wie verlautet, hat der englische Gesandte Satow sehr gute Bestimmung, wenn die Untersuchung dieser Arbeitsstätten den Antrag gestellt, das Edikt den chinesischen Vertretern als nicht den Inspektoren obläge. Da aber diese Aufgabe eine Bermehrung Cougny und ihren Anhängern, der auf der soeben abgehaltenen indeffen abgelehnt. Die Konsequenz davon war der Ausschluß von Breton, zufriedenstellend zurückzugeben. Der Vorschlag wurde der Inspektorenzahl erheischte, so wurde sie den Distriktsräten überlaffen. Diese Lokalbehörden haben nunmehr das Konferenz der Föderation des„ Centrums" mit 42 gegen 2 Mandate Recht, aber durchaus nicht die Pflicht, die Schwiz bu den ausgesprochen wurde. Bisher war im Cher Departement einzig die blanquistische zu untersuchen; sie dürfen jedoch zu teiner Organisation vertreten. Jetzt ist auch dieses Departement in den Aktion schreiten, ohne eine specielle Bewilligung Chaos des Spaltungsprozesses hineingezogen. Denn es ist ein vom Ministerium des Innern eingeholt zu haben. Chaos, von dem nur die Feinde des Socialismus profitieren können. Diese ganze Bestimmung ist also wertlos. Das Schwitzsystem Für die kommenden Kammerwahlen z. B. wird es natürlich einen erfreut sich nach wie vor des Wohlwollens der Regierung. Ein weiterer sehr wichtiger Mangel ist die Ausnahme der Gegenkandidaten gegen Breton geben. Wäschereien von der Inspektion. Die Regierung war allerdings deffen notwendig gewordenem Ausschluß in" Petit Sou" mit Ve Ein bisheriger engerer Organisationsgenoffe Bretons spricht von Während die Gesandten die Frage des Waffenausfuhrverbots bestrebt, die Waschanstalten der Fabritinspektion zu unterstellen. trübnis:„ Reich, gebildet, eines sorgenlosen Lebens sicher, stellte mit all der zeitraubenden Gründlichkeit behandeln, die ihre VerDa indes die Irländer eine Ausnahme für die Waschanstalten Breton von früher Jugend an seine ganze Persönlichkeit in den handlungen überhaupt auszeichneten, erklärt ein Stenner chinesischer der Klöster verlangten, und in diesem Verlangen von den Dienst unsrer Sache und gab sich während beinahe zehn Jahren, Verhältnisse, daß das ganze Edikt überhaupt wirkungs= Liberalen und in dieser Frage höchst rückständigen ArbeiterAbgeordneten unterstützt wurden, so ließ die Regierung diese Be- wovon er zwei im Gefängnis zugebracht, mit einer feltenen Selbst- los fein werde. Mr. G. D. Bill, ein bis vor kurzem in Diensten der chinesischen ftimmung fallen. Die Schwäche der Regierung ist durchaus nicht losigkeit dem Werke der socialistischen und revolutionären ProRegierung stehender Beamter, hat einem Interviewer in Kalkutta gerechtfertigt, denn die Konservativen verfügen über eine Mehrheit paganda hin." Bei dieser Gelegenheit sei nachträglich erwähnt, daß die gegenüber die Ansicht geäußert, daß das Verbot der Waffeneinfuhr und konnten die Bestimmung annehmen laffen. Die Ablehnung Guesdistische Nordföderation den Bürgermeister- Adjunkten von Lille nach China z wedlo s sei. Die Chinesen hätten Arsenale und ist um so bedauerlicher, als die Waschanstalten in überwiegendem Maße Delejalle ausgeschlossen hat, weil er mit einem Mandat der Pulverfabriken bei Futschau an der Küste, bei Hanjang, Mädchen und Frauen beschäftigen, die ohne Organisation und ohne Wider- autonomen Föderation von Nord und Pas- de- Calais am Lyoner nahe Haukau, bei Ranting, bei Tschengtu und bei Canton oder standskraft sind und in gesundheitsschädlichen, engen Lokalen ihre Stongreß teilgenommen hatte, um dort den Einigungsentwurf der in der Nähe. Die Fabriken arbeiteten unter Hochdruck Tag Arbeit verrichten müssen. Es ist zwar eine mißliche Sache, über die Guesdistischen Arbeiterpartei zu verteidigen und so den Boden zur und Nacht. Während vor den Unruhen in Hanjang täglich fünfzehn Irländer zu räſonnieren, aber es wäre im Interesse des englischen Wiederversöhnung vorzubereiten. Proletariats zu wünschen, daß die Irländer ihre Home Rule haben Delesalle sein Adjunktsamt nieder. Nach seinem Ausschluß legte Gewehre hergestellt worden seien, würden jetzt täglich wahrscheinlich mehrere Hundert produziert. Auch Schnellfeuer- und und im Parlament zu Dublin ihre Religions- und Rassenfragen Auf der andern Seite ist sozusagen eine Drobnote an das Maschinengeschüße würden hergestellt. Auch zur Herausfechten. Generalfomitee zu verzeichnen, die von der autonomen Föderation stellung schwerer Geschüße befäßen sie alle Einrichtungen. des Ministeriums in zahlreichen Fällen und namentlich im China Bor des Yonne- Departements beschlossen wurde:„ Angesichts der Haltung Die Gewehre seien Magazin gewehre für sechs Patronen. vielen Monaten fet int Hanjang mit dem Bau Krieg und in den Fällen Fradet und Hervé( zwei wegen anti- einer Bulverfabrik begonnen worden, die Arbeit sei jedoch militaristischer Zeitungsartikel bezw. wegen socialistischer Ge- nicht vorangeschritten. Erst bei Ausbruch der Boxerunruhen hätten sinnung gemaßregelte Lehrer); und trotz der Bemühungen Millerands die Chinesen die Arbeit beschleunigt. Die Fabrik sei im vergangenen in seinen besondren Ministerium, erflärt die Föderation, daß die Dezember vollendet worden und arbeite mit Hochdruck. Ferner sei Beteiligung eines Socialisten am Ministerium die längste Beit ge- die Provinzialarmee gründlich reorganisiert worden. Alle alten und dauert hat," ladet sie ihren Delegierten im Generalfomitee ein, in unbrauchbaren Offiziere und Mannschaften seien entlassen worden seiner entschieden revolutionären Haltung zu verharren, und und Tausende von Rekruten aus Hunan, also die tapfersten Leute in benachrichtigt das Generalfomitee, daß, falls dasselbe nicht flar und China, eingestellt worden. Die japanischen und deutschen Inenergisch, durch Wort und That, jede Solidarität mit diesem strutteure seien nie entlassen worden. Als die Dinge Ministerium zurückweisen würde, die Föderation genötigt wäre, alle im vergangenen Jahre sehr böse aussahen, hätten sie die Ausbildung Beziehungen mit dem Generalkomitee zu lösen, um von ihrer Autonomie unterbrochen, aber sie seien jetzt wieder hart an der Arbeit. Es den ihr im allgemeinen Interesse der Partei nüglichsten Gebrauch zu seien drei deutsche und eine Anzahl japanischer Instrukteure be schäftigt, einer der Deutschen sei ein hoher deutscher Offizier. Niemand tönne sagen, was in China passieren werde. worfen. Diesen Nachteilen stehen verschiedene Vorteile gegenüber: Die Dockarbeiter wurden in die Kategorie" Fabrik" hineingezogen und somit dem ganzen System der Schutzgesetzgebung unterUnterirdische Bäckereien wurden verboten. Die ſanitären Vorteile, die diese Bestimmung den Arbeitern und der ganzen Bevölkerung bietet, bedürfen keiner weiteren Auseinandersetzung. Private Vereinbarungen zwischen Unternehmern und Arbeitern in Bezug auf gefährliche Industrien sind nicht mehr gestattet. Die Verkürzung der wöchentlichen Arbeitszeit in den Textildistrikten Lancashires um eine Stunde. Mangelhafte Kessel sollen als gefährliche Maschinen behandelt werden. erworben. machen." Der Boeren- Krieg. Englische Drohungen. Die Bestimmung betreffend Schutzvorrichtungen gegen Feuersgefahr wurde verbessert. Schließlich haben die Forderungen auf eine durchgreifende Das Generalfomitee beantwortete diese Resolution in feiner Ventilation der Werkstätten eine Berücksichtigung erfahren, die Sigung vom 21. August wie folgt: Das Generalfomitee nimmt wenigstens auf dem Papier nichts zu wünschen übrig läßt. diefe Mitteilung zur Kenntnis, zugleich der Yonne- Föderation in ErUm die Ausarbeitung der neuen Fabrikakte haben sich Sir innerung bringend, daß alle feine Handlungen seit dem Lhoner Charles Dilke, Keir Hardie und John Burns manche Verdienste Kongreß und insbesondere das Manifest, mit dem sein wirken einDagegen bedeutet die neue Regulierung des höheren Volksschul- geleitet wurde, entschieden und formell die„ ministerialistische Taftit" Volksschulverwerfen." Eine Depesche Lord Kitcheners aus Pretoria vom 25. d. M. wefens eine Rückentwicklung zum alten System: die Elementar Nach dem Lhoner Kongreß find mir zwei Gruppen aus der berichtet: General Hildyard hat mir eidliche Aussagen schule fürs Bolt; technische Ausbildung für die qualifizierten yonne- Föderation ausgetreten, um sich der antiministeriellen Union übermittelt, welche bestätigen, daß am 6. Juni in Graspan bei Rett Arbeiter; Universität für die Herrschenden Selassen. Auf Grund anzuschließen. ein Lieutenant und zwei Soldaten erschossen worden der Gesetzgebung in den Jahren zwischen 1870-1880 haben die sind, nachdem sie sich ergeben hatten. Ich habe Abschriften Schulkommissionen( school boards), die zur Beaufsichtigung des Armee und Wolk. Der französische Kriegsminister diefer Aussagen an Steijn und Botha geschickt. Staatssekretär Elementarunterrichts geschaffen wurden, die Volksschule jo entwickelt, General André hat in Toulouse eine bemerkenswerte Rede ge- des Krieges Brodric hat heute an itchener folgendes daß es den Kindern der Arbeiter möglich wurde, eine tostenlose Erhalten, in welcher er sich über die Stellung der Armee zur Civil- telegraphiert: Wir vernehmen, daß Sie hinsichtlich des an unfren ziehung zu erhalten, die sie zum Universitätsbesuche und zum höheren bevölkerung aussprach. Um die künstliche Absperrung der Offiziere Verwundeten bei Blakfontein begangenen Totschlags feinerlei Beamtendienst befähigte. In die school boards wurden fast überall von der Bürgerschaft aufzuheben, habe er den Offizieren das Recht befriedigende Zusicherung erhalten haben. In Anbetracht progressive, gebildete Mitglieder gewählt, da sich die Bevölkerung im verliehen, außerhalb des Dienstes Civilkleider zu tragen; aus diesem der in Ihrer Depesche aufgeführten Thatsachen sind wir der Ansicht, allgemeinen um die Volksschule nicht viel fümmerte und es Grunde feien auch die Hindernisse beseitigt worden, welche die daß Sie durch Proklamation bekanntgeben müssen, daß deshalb einer zielbewußten Minorität überließ, über das Monarchie bezüglich der Verheiratungen der Offiziere auf die Mitglieder eines Kommandos, das einen solchen Aft der Gewalt 4 thätigkeit begangen hat, als schuldig angesehen wuerden, wenn Einnahme aus Mitgliederbeiträgen von 25 000 auf 23 000 Mart nächsten Tagesereignisse hinausbenken, welche ihren Gefichtstreis er bewiesen wird, daß sie bei Ausführung der That anwesend waren, gesunken. Der Mitglieder Verlust wird einesteils auf die weitern und ihre Anschauungen flären wollen. Wir hoffen deshalb ob sie nun wirklich daran teilgenommen haben oder nicht. wirtschaftliche Krise, dann aber auch, wie einige Delegierte auch, daß alle Berliner Proletarierinnen mit hellem Kopf und flaremt und daß der Chef des Kommandos mit dem Tode und die versicherten, darauf zurückzuführen sein, daß der Weberverband bei Verstand fich allmählich entschließen, dem für fie gegründeten Verein übrigen Mitglieder des Kommandos je nach dem Grade ihrer Mit den Gewerbegerichts- Wahlen ein Bündnis mit den Christlichen gegen beizutreten. schuld mit dem Tode oder mit einer leichteren Strafe werden den deutschen Tertilarbeiter- Verband einging. Den Sieg trug der Mitglied werden fann jede Frau und jedes Mädchen, belegt werden. letztgenannte Verband davon. Das Rechnungsjahr schließt mit einem welche sich beim Vorstand meldet und ihr Mitgliedsbuch gegen Gra Kitchener dürfte sich hüten, allzu scharf gegen gefangene Boeren Deficit von circa 4000 M. Ein Antrag des Vorstandes auf Beitrags- legung des ersten Beitrags in Empfang nimmt. Dafür bietet ihr borzugehen, da die jüngsten Gefechte erst wieder bewiesen haben, erhöhung wurde abgelehnt mit der Motivierung, daß dann noch mehr der Verein außer einer Reihe sehr interessanter Vorträge auch die daß es den Boeren nicht allzu schwer fallen würde, für jeden Mitglieder abspringen würden. Beschlossen wurde, örtliche Streit Benußung einer Bibliothef, welche zwar flein aber gut ist und von erschossenen Boeren einen gefangenen Engländer zu erschießen. fonds zu gründen. den Mitgliedern mit Vergnügen in Anspruch genommen wird. Man Thätigkeit der Boeren. Die Gewerbegerichtswahlen in Spremberg, die am 28. d. M. findet Nat, auch wohl Stüge in manchen schwierigen Lagen; es liegt stattfanden, ergaben 361-363 Stimmen für die vom Gewerkschafts- etwas Hilfreiches in dem Anhalt, den ein Verein von Gleichdenkenden fartell aufgestellte Liste der Arbeitnehmer. Die Kandidaten der liches Zusammensein hier und da giebt Gelegenheit zu näheren und Gleichstrebenden schon durch sein Dasein gewährt. Ein gemüt Sirich- Dunderschen Gewerkvereine erhielten nur 30 Stimmen. Von Anschluß an einzelne Mitglieder, zu angenehmen Gedankenaustausch. 485 eingetragenen Wählern der Arbeitnehmer hatten 42 nicht gestimmt, von 46 eingetragenen Arbeitgebern wählten 21. Ein Gegen- ein bei! Proletarierinnen Berlins tretet, Eurem Vera kandidat war hier nicht aufgestellt. " In einem Briefe an die Westminster Gazette" erklärt ein englischer Offizier aus Südafrika, die Boeren tolonnen feien augenblidlich beweglicher, als die englischen. Aus Cradock wird gemeldet: Das Kommando Lother befindet sich neuerdings in der Umgebung von Cradock und wird durch die Truppen des Obersten Scobel verfolgt. Die letzte Tagesverlust Liste ist wieder etwas umfangreicher ausgefallen. Sie umfaßt 14 Tote, 30 Verwundete, 29 Gefangene, welche jedoch wieder freigelassen wurden, und sechs an Krankheiten Verstorbene. Partei- Machrichten. Die Kreiskonferenz in Halberstadt nahm im Verlauf ihrer Berhandlungen folgenden Antrag an: Stärke Die Zahl der gewerkschaftlich organisierten Frauen in Der Redacteur des„ Seemann" ist vom Gericht zu einer urteilt worden, dem in den genannten Gewerkschaftsorgan nach Starfe der deutschen Gewerkschaften die Zahl der organisierten Frauen Geldstrafe von 50 Mark wegen Beleidigung eines Kapitans ver- Frankreich ist größer, als die in Deutschland. Während der dieser nach- Tage veröffentlichte Bericht der deutschen Generalkommission über die gesagt wurde, daß er Leben und Gesundheit der Mannschaft dadurch im Jahre 1900 auf 22 844 angiebt, waren nach den offiziellen fran in Gefahr gebracht habe, daß das Schiff bei der Ausreise nicht seeflar gewesen sei. Daß lezteres thatsächlich der Fall war, wurde zösischen Berichten im selben Jahre in Frankreich 43 470 Frauen zwar festgestellt, das Gericht meinte aber, daran sei nicht der Kapitän, organisiert. Davon entfallen 3725 auf landwirtschaftliche Syndikate. sondern der Steuermann schuld. Versammlungen. Die Kreistonferenz verurteilt es entschieden, daß der FerienSociales. Der Wahlverein für den zweiten Wahlkreis hielt am Redacteur der Volkszeitung" seine dem Parteiprogramm widerDie Gewerbegerichts- Beifizer in Berlin( Arbeitnehmer) be- Mittwoch eine sehr gut besuchte Versammlung bei Rautenberg in der sprechenden Anschauungen in der Volkszeitung" zum Ausdruckschloffen in einer stonferenz, den Berbandstag deutscher Gewerbe- Hafenheide ab, mit der Tagesordning: Unfre prattische Agitation. brachte und spricht dem Redacteur Heine ihre Mißbilligung aus. Ferner kam der nachstehende Antrag des Genoffen Marfwvald gerichte, welcher am 10. und 11. September in Lübed tagt, zu behandelte sich, wie der Borsigende Kutschke einleitend bemerkte, zur Annahme: Die Kreisfonferenz beantragt beim Barteitag zum schicken. Delegiert wurden die Beisitzer körsten, Former, Ergebnisse bei der Verteilung und Unterzeichnung der Petitionslisten wesentlich um einen Meinungsaustausch über die Erfahrungen und wassini, Buchdrucker, und Ahrens, Tischler. Bericht der Reichstags- Fraktion, der Parteitag wolle beschließen: den gegen Brotwucher. Hierüber entspann sich eine sehr Der Parteitag erklärt, daß er das vom Ober- Striegsgericht in Der Verband der Fleischergesellen hatte in einer Eingabe an rege, mehrstündige Besprechung, an der sich nach einander Gumbinnen gefääte Todesurteil wider den Unteroffizier Marten den Minister für Handel und Gewerbe über Mißstände in den Ver- Mummert, Ewald, Lindemann, Scholz, Dahme, für einen der schwersten Justizirrtümer hält, welchen die Geschichte hältnissen der Gesellen des Fleischereigewerbes Klage geführt und Brunzel, Emmerich, Lankow u. a. abwechselnd beteiligten. fennt. Der Parteitag fieht auch nicht annähernd einen Beweis gebeten, die Kommission für Arbeiterstatistik mit Klarstellung der Fast übereinstimmend wurde bemerkt, daß es außer einzelnen dafür erbracht, daß der Berurteilte sich des ihm zur Last gelegten Arbeitsverhältnisse der Gehilfen und Lehrlinge zu betrauen. Zur Arbeitern überwiegend kleine Geschäftsleute und Unterbeamte waren, Mordes schuldig gemacht hat. Der Parteitag erivartet von der Begründung waren die Ergebnisse einer vom Verbande angestellten bei denen es die größte Mühe verursachte. Verständnis für socialdemokratischen Reichstagsfraktion, daß dieselbe unter ausdrück- Erhebung in den Fleischereibetrieben Berlins und der Bororte bei- die Bedeutung und Unterzeichnung der Listen zu finden. licher Bezugnahme auf das Gumbinner Urteil in geeigneter Form gegeben. Wie berichtet wird, hat eine Nachprüfung des eingesandten Die Ursache dieser sehr bedauerlichen Erscheinung fönne nur im Reichstag für die Abschaffung der Todesstrafe und die Be- Materials sowohl hinsichtlich der Arbeitszeit als auch hinsichtlich der darin erblickt werden, daß gerade diese Bevölkerungsschichten feitigung der Militärjustiz außer für Disciplinarfälle „ Lokalein Einrichtung und Beschaffenheit der vielfach in niedrigen, dem Tages- entweder gar keine oder nur solche Zeitungen wie: treten wird. licht unzugänglichen und schlecht gelüfteten Kellern gelegenen Arbeits- Anzeiger"," Morgenpost" 2c. lesen, aus denen auch kein Verständnis Beim Parteitag soll des weiteren beantragt werden, die Alkohol- räume das Vorhandensein erheblicher Mißstände ergeben. Der für die Tagesfragen zu erlangen ist. Dazu kommen irrtümliche Auffrage auf die Tagesordnung des nächstjährigen Parteitags zu setzen. Handelsminister hat nunmehr verfügt, daß von dem Erlaß allgemeiner fassungen, daß angeblich Dienstboten sowie Beamte nicht Aus alledem hat sich wieder Zum Parteitag. Die Münchener Genossen haben folgenden Vorschriften gemäß§ 120c der Gewerbe Ordnung abgesehen unterzeichnen dürften usw. Antrag an den Parteitag angenommen:" Der Parteitag wolle be- werden soll, so lange nicht durch weitere Erfahrungen die Not- ergeben, wie notwendig die politische Aufklärung und größere schließen, es sei die Reichstagsfraktion zu beauftragen, sofort nach wendigkeit einer solchen Maßregel überzeugend nachgewiesen sei; Verbreitung der Parteipreffe in allen Voltsschichten ist. Insbesondere Zusammentritt des Reichstags Anträge auf Abänderung der Militär- denn die bestehenden gesetzlichen Bestimmungen würden hier voraus ist eine Aufflärung der Frauen, die sich vielfach der Unterzeichnung Strafgerichts Ordnung vom 1. Dezember 1898 31 stellen. Als sichtlich eine ausreichende Handhabe bieten, Abhilfe zu schaffen. Da widersetzten, sehr zu wünschen. Von allen andern Rednern wurde Minimum dessen, was überhaupt von einer Prozeß-Ordnung ein sehr erheblicher Teil der Fleischereibetriebe nämlich alle der Wunsch ausgesprochen, daß nicht nur die Bezirksleiter und Abgefordert werden muß, die der Rechtspflege dienen will, wäre Schlächtereien gemäß§ 16 der Gewerbe- Ordnung der teilungsführer, sondern auch die Genossen selbst, namentlich die sollen demgemäß die Wahlvereinsmitglieder, innerhalb der nächsten Tage noch eine sehr zu verlangen, daß dem Rechte des Angeklagten wenigstens so Genehmigungspflicht unterstehen, so weit Rechnung getragen wird, daß 1. der Allgewalt des Gerichts- Pläne für die Arbeitsräume vor der Errichtung auch hinsichtlich rege Agitation entfalten, um eine möglichst beträchtliche Zahl von einer jach Unterschriften zu sammeln. Einem Antrag Scholz gemäß beschloß Herrn Schranken gesetzt, 2. die Funktionen des Untersuchungsführers ihrer Beschaffenheit in hygienischer Beziehung und des Anklagevertreters getrennt und 3. die Gerichtshöfe derart verständigen Prüfung unterworfen werden. Die Regierungen sind die Versammlung, daß die bis jetzt noch ausstehenden Petitionslisten zusammengesetzt werden, daß die juristisch gebildeten Richter bei ersucht worden, die Einrichtung und Beschaffenheit der Arbeitsräume bis zum 16. September an die Bezirksleiter und AbteilungsEntscheidung der Schuldfrage von den Offizieren nicht majorisiert des Fleischereigewerbes in ihren Bezirken durch Sachverständige prüfen führer wieder zurückgegeben werden, aber in Lokalen, Zahl werden können." Ferner wurde beschlossen, zu beantragen, daß der und, soweit sich dabei Mißstände herausstellen, deren Beseitigung stellen der Wahlvereine 2c. noch bis zum 23. September zur nächste Parteitag in München abgehalten werden soll.. veranlassen und überwachen zu lassen. Unterzeichnung ausliegen sollen. Scholz ersucht am Schluß Genossen, Die Erledigung der Eingabe ist nach jeder Richtung umgenügend. der Versammlung die bei Sonntags- Ausflügen, Aenderungen in der Parteipreffe. Bisher erschienen in Der§ 16 der Gewerbe- Ordnung gestattet nur bei der Stonzessions- Beerdigungen ufw. das jetzt den Genossen von Tempelhof Breslau neben der„ Boltswacht" die" Görlitzer Boltszeitung" erteilung Anordnungen zu treffen, welche zum Schutz der Arbeiter zur Verfügung stehende Lokal von Hollwig, Berliner dreimal wöchentlich, die„ Volkswacht für Schlesien, Posen und die Nachbargebiete" wöchentlich einmal und in einer Wochenausgabe für gegen Gefahr für Gesundheit und Leben notwendig find. Ist der straße 80, zu berücksichtigen. Ferner werden die Genoffen erden Wahlkreis Waldenburg die Wahrheit". Vom 1. September ab nach dieser Richtung unzulässig. Betrieb erst genehmigt, dann scheint uns der nachträgliche Eingriff fucht, die von den Gesangvereinen Berliner Sängerchor und Es tämen also nur Betriebe Friedrichsberger Liedertafel ausgegebenen Billets zu der am 7. Seps wird für die Provinz Poſen unter dem Titel„ Poſener Boltszeitung" in Frage, die eine Genehmigung nachsuchen, das heißt Neu- tember in der Philharmonie stattfindenden Jubiläums eine besondere Ausgabe wöchentlich dreimal erscheinen, daneben für einrichtungen. Wir gehen aber wohl nicht fehl, wenn wir be- vorstellung zurückzuiveisen, da δας Lokal gesperrt ist die Abonnenten in Schlesien die Schlesische Volkswacht" eine drei haupten, daß bisher auf Grund der Paragraghen 16 und 18 der malige wöchentliche Ausgabe erhalten, desgleichen soll die Wahrheit" Gewerbe- Ordnung allgemeine Vorschriften für das Fleischereigewerbe 26. d. M. in Stecherts Festfälen. Genosse Rosenow sprach über Eine gut besuchte Kistenmacher- Versammlung tagte am dreimal wöchentlich herausgegeben werden. überhaupt nicht erlassen sind, so daß der Weg, den der Minister einschlagen will, nie eine Beseitigung der Mißstände herbeiführen wird. Die wirtschaftlichen Krisen und die Aufgaben der Gewerkschaften." Der Referent erntete reichen Beifall. Die Versammlungnahm Berücksichtigt man dabei, daß der Minister zugiebt, es sind erhebliche Mißstände vorhanden, dann muß diese Art der Er- Kenntnis davon, daß der Streit bei Einsporn zu Gunsten der Arbeiter beendet ist. Die cirkulierenden Sammellisten der streikenden ledigung einer für diesen Beruf wichtigen hygienischen Frage um so Flaschenmacher sollen rege gezeichnet und alle Sonnabende im mehr auffallen. Arbeitsnachweis abgeliefert werden. Gewerkschaftliches. 11 bont Berlin und Umgegend. Vergolder Berlins! Bei der Firma Baer u. Co., Gollnow str. 43, sind Differenzen ausgebrochen und ist der Eine vollständige Aufnahme der Junungs- Schiedsgerichte Zuzug bis auf weiteres fernzuhalten. Der socialdemokratische Wahlverein für Adlershof hielt im Deutschen Reich hat zum erstenmal durch den Verband Die Ortsverwaltung. J. A.: E. Oehlert. deutscher Gewerbegerichte stattgefunden. Die Ergebnisse werden in am 18. August seine Mitgliederversammlung in Köpenid bei StippeZum Generalftreit der Flaschenmacher wird uns geschrieben: der Monatsschrift„ Das Gewerbegericht veröffentlicht. Danach gab fohl ab. Da Schmauser in Adlershof sein Lotal nicht mehr zu Ver Streit ein. Da die Streifenden durch ihr selbstbewußtes rubiges 39 tommen, die am 31. Dezember schon genehmigt, aber noch nicht für die Arbeiterschaft frei!" einzuziehen. Der zweite Antrag ging In Stralau- Rummelsburg mischt sich auch jetzt die Polizei in den es Ende vorigen Jahres 394 Jnnungs- Schiedsgerichte, wozu noch sammlungen geben will, so stand auch auf der Tagesordnung als erster Punkt der Antrag der Lokalkommission: Die Plakate:„ Achtung! Handeln sonst keinen Anlaß bieten, daß die Behörde gegen sie vor eröffnet waren. Unter den größeren Staaten Deutschlands giebt es für die Arbeiterschaft frei!" einzuziehen. Der zweite Antrag ging geht, so sucht die Polizei das Sammeln auf Listen in jeder drei, in denen sich keine Junungs- Schiedsgerichte befinden: dahin, nur die Saalbesitzer Ackermann, Knochen und Schäfer zu Sperren, dagegen Wöllstein( Inhaber Dubrow) und Weise illusorisch zu machen. Bei Geschäftsleuten wird nach Württemberg, Baden und Elsaß- Lothringen. Kleinere Staaten ohne Schmauser freizugeben. Diese Anträge wurden gefragt, ob jemand und wer dort sammelt und ob sie etwas geben Schiedsgerichte sind: Mecklenburg- Strelig, Oldenburg, Sachsen- nofssen Schubert begründet und nach längerer Diskussion Ge für diese Faulenzer". Wenn dann einer seine Sympathie hat Meiningen, Schwarzburg- Sondershausen, Waldeck, Schaumburg- Lippe, wurde der erste Antrag angenommen. Beim zweiten Antrag merten laffen, so ist ihm gleich bedeutet worden, daß er oben" sowie die drei Hansestädte. Im allgemeinen sind die Innungs wurde vom Genossen Stemmuvedel ein Gegenantrag gestellt, nur das dadurch nicht gut angeschrieben steht. Schiedsgerichte in Süddeutschland dünner gesät als im Norden und im Osten häufiger als im Westen. Auf Preußen entfallen 302, davon Lokal wöllstein" freizugeben und auch Schmauser unter die gesperrten Lokale zu verzeichnen; dieser Antrag wurde angenommen. auf Schlesien und Pommern allein je 85 und 54. Zu Puuft 3 gab Genosse Hildebrandt den Bericht von der Generalversammlung und der Kreiskonferenz. Zum Schluß wurde noch auf die zwei Bersammlungen, am 15. September in Neue Mühle und Hankelsablage, sowie die Agitationstour am 22. September zum Zwecke des Unterschriftensammelns auf den Petitionslisten, hin gewiesen. " Bei einigen Geschäftsleuten, welche Listen ausgehängt hatten, find diese einfach von den Beamten beschlagnahmt worden. Mit welchem Recht? möchten wir fragen. Wir wissen zwar, daß es Leute giebt, die alles andre als Sympathie für uns haben und mun vielleicht die Denunzianten spielen, aber wenn womöglich geglaubt wird, dadurch irgendwie unsre Sache zu hintertreiben, so können wir nur lächeln über diese Naivität. Wir sind uns keiner Verlegung des Gesetzes bewußt. Die Unternehmer dagegen mißachten das Gesez, indem sie uns das Koalitionsrecht nehmen wollen, ohne daß fie deshalb von dem Eifer behördlicher Organe etwas zu fürchten hätten. Das Streit Komitee. Deutsches Reich. Zum Ausstand in Nordhausen. Die Nordhäuser Fabrikanten haben in Kassel ein eignes Bureau zur Anwerbung von Streit brechern errichtet, aber einen nennenswerten Erfolg haben sie damit nicht erreicht. Ein Agent der Firma Lerche durchwandert die Dörfer in der Nähe Nordhausens und sucht die daselbst wohnenden aus ständigen Arbeiterinnen zur Wiederaufnahme der Arbeit zu bewegen, aber niemand folgt seinen Lockungen. Die Ausständigen lassen sich nicht wankend machen. Die Straßentumulte in Nordhausen, die die unternehmerfreundliche Presse den Ausständigen zuschreiben wollte, haben sich nicht wiederholt. Dem Bericht der englischen Fabrikinspektion von 1900 ist zu entnehmen, daß die Zahl der eingetragenen Fabrikbetriebe im Berichtsjahre von 91 571 auf 95 664, und die der Werkstätten von 134 185 auf 187 648 gestiegen ist. Die Zahl der schieren Unfälle, über die die englischen Fabrikinspektoren mit berichten, betrug im Berichtsjahre 27 704, gegen das Borjahr eine Zunahme um 4933 oder 21,7 Proz. Diese schweren Lekte Nachrichten und Depeschen. Unfälle werden von dem behandelnden Arzt bescheinigt; die leichten Unfälle werden nur dem Aufsichtsbeamten angezeigt. Die letzteren Köln a. R., 29. August.( 2. T. B.) Der„ Köln. 8tg." wird erreichten die Höhe von 51 316, gegen 1899 ein Mehr von 3327 oder aus London von heute telegraphiert: Hier eingetroffene Privat6,9 Proz. Von den schweren Unfällen hatten 1045 den Tod zur nachrichten stellen die Verkündigung des Belagerungss Folge, eine Steigerung um 174 Fälle oder 20 Proz. Ueberzeitzustandes in Kapstadt und in den Hafenstädten arbeit wurde von 13 903 Betrieben berichtet und betraf 159 237 Ber- als unmittelbar bevorstehend hin. Die Handelskammer fonen, gegen das Vorjahr eine Abnahme um 9,7 Proz. Die Eine von Kapstadt hat sich zwar sehr entschieden gegen die Maßregel ausschiffung der Truppen nach Süd- Afrika machte auch in den gesprochen, doch glaubt man, daß sie nicht zu vermeiden sein wird. ThatRegierungswerkstätten Ueberzeitarbeit jogar der Frauen und jugend- sächlich lauten die Nachrichten aus der Kolonie recht ungünstig. Was lichen Personen nötig. Aus der Frauenbewegung. auch in der dortigen englischen Presse zugegeben wird. Der Bezirk Fraserburg steht in offenem Aufruhr und wird von zahlreichen Boerentrupps durchstreift. Die telegraphische Verbindung ist unterbrochen. Hunderte von Kolonial- Rebellen fchließen sich den Boeren an. Man erwartet, daß neben Merriman, der auf seiner Farm polizeilich überwacht wird, auch alle andren Führer der Afrikander verhaftet werden sollen. Wien, 29. August.( B. H.) Der Kassierer Freiberger der hiesigen großen Lederfirma Fleich hat sich nach Unterschlagung von 130 000 tronen selbst der Polizei gestellt. An die Frauen und Mädchen! Plöglich ist es Herbst geDer Centralverband der Zimmerer hat in der Zeit vom worden. Regenwollen hängen tief am Himmel und verfürzen den 4. bis 11. August, einem Beschluß der letzten Generalversammlung Tag, der ohnehin schon viel von seiner sommerlichen Länge eingebüßt zufolge, die Ürabstimmung über die Frage, ob der Verband die hat. Berstreut fie der Wind, so bringt er eine empfindliche Kühle, Arbeitslosen Unterstützung einführen solle, vorgenommen. welche das Sigen im Freien unangenehm macht. Man nimmt für Aus der neuesten Nummer des Zimmerer" ersehen wir, daß ein dieses Jahr Abschied von den Ausflügen ins Freie, bei welchen die großer Teil der Mitglieder für diese Angelegenheit gar kein Interesse Abendruhe in der stillen lauen Luft einen so angenehmen Abschluß Budapest, 28. August.( B. T. B.) In dem Dorfe Ejekut zeigte. Etwa 100 Bahlstellen mit ca. 3000 Mitgliedern beteiligten bildete. ( Romitat Baszprim) brannten 35 Säufer nebst den Nebengebäuden fich gar nicht an der Abstimmung. Von 378 Zahlstellen, die an der Es wird deshalb unsre Frauen wohl freuen zu hören, daß der ab. Bei dem Brande find viele Haustiere zu Grunde gegangen und Abstimmung teilnahmen und zusammen 23 092 Mitglieder haben, Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterflasie große Futtervorräte vernichtet worden. wurden 11 867 Stimmen abgegeben. Mit" Ja" stimmten 3577, mit seine erste Versammlung nach der Sommerpause am Montag, den Prag, 29. August.( B. H.) Die Neuwahlen für den), „ Nein" 8133, ungültig waren 107 Stimmzettel, somit ist die 2. September, abhält. Sie werden dann, wie vordem, regelmäßig böhmischen Landtag find jocben ausgeschrieben worden und Einführung der Arbeitslosen Unterstügung ab alle 14 Tage stattfinden. Die Ausflüge, welche der Verein in der finden am 8., 11., 14. und 15. Oktober statt. gelehnt. heißen Sommerszeit veranstaltete, fanden viel Beifall und lebhafte Triest, 29. Angust.( B. H.) Ein hier niedergegangener furchtDer niederrheinische Weberverband, der an die Geschäfts- Beteiligung seitens der Mitglieder, so hofft und erwartet der Verein barer Wolkenbruch richtete foloffalen Schaden an; die niedriger tommission der Vertrauensmänner- Centralisationen angeschlossen ist, auch wieder zahlreichen Besuch für seine Vortragsabende. An alle Mit- gelegenen Stadtteile sind überschwemmt. Der Bliz schlug zweimal hielt fürzlich seine diesjährige Generalversammlung ab. Auf derselben glieder ergeht die dringende Bitte, durch zahlreiches Erscheinen ihr Interesse in das Gebäude der Vereinigten Effigfabriken und jezte dasselbe in waren 24 Filialen durch 77 Delegierte vertreten. Dem Sassenbericht für ihren Berein zu beweisen. An die wertvollen Vorträge, die in Brand, welcher noch fortdauert. zufolge ist der Verband sehr zurückgegangen, denn es sind nur von Aussicht stehen, wird sich manche nügliche Vereinsarbeit anschließen, Haag, 29. August.( W. T. B.) Das hiesige diplomatische Corps etwas über 4000 Mitgliedern Beiträge eingekommen, wogegen die geeignet, das Interesse der Mitglieder in besonderem Maße zu hat den Generalsekretär im Ministerium des Aeußern, Gesandten Mitgliederzahl vom Hauptvorstand auf 6300 angegeben wird, gegen- fesseln und ihnen reiche Anregung nach allen Seiten zu bieten. So Ruyssenaers, zum Generalsekretär des Internationalen Schiedsüber 10000 im Vorjahre. Troß der Beitragserhöhung ist die bildet der Verein einen Mittelpunkt für die, welche gern über die gerichtshofes ernannt. Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt Mr. 202. 18. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 30. August 1901. wenn die Gaschianer damals beschlossen hätten, über alle Buch zu schaffen. Dieser Antrag gelangt zur Annahme. Wheater Die Hamburger Accordmanrer und der druckereien, welche Gegner der Tarifgemeinschaft ausschließen, die Sperre England: Die Argumente Bankraces träfen nicht zu. Die Resolution Parteitag. Genosse Parvus schreibt: In weiten Parteifreisen macht sich eine Mißstimmung gegen den Schiedsspruch in Sachen der Hamburger Accordmaurer geltend, die in leidenschaftlichen Resolutionen und Anträgen zum Ausdruck tommt. Aber wenn je in einer Sache ruhige Ueberlegung am Plage war, so hier, wo jede Inkonsequenz, jeder Fehlgriff, jeder Migton Uneinigkeit in die Zwillingsorganisation des Proletariats bringt. Blicken wir doch um uns: von allen Seiten drängen fich an uns die Preßtulis des Kapitals heran, sie lauern auf jedes unachtsame Wort, um uns dem Ausbeutertum zu verraten, sie schmeicheln hier und spötteln dort, um die Streitenden zu reizen, und jede Mighelligkeit bauschen sie auf, trompeten sie in alle Belt hinaus, um uns bei den Massen in Mißkredit zu bringen! Wie, soll dieser unselige Zwist in Hamburg einen allgemeinen Zwist in der deutschen Arbeiterbewegung zur Folge haben? Das ist aber auch ganz unmöglich, besinnen wir uns auf uns selbst! Es muß eine Lösung vorhanden sein, die auf feiten der Gewerkschaften wie der politischen Organisation gleich befriedigt. Das ergiebt sich aus dem Einheitscharakter des proletarischen Selaffenkampfes. Finden wir diese Lösung nicht, so ist das unsre persönliche Schuld. Interessen der Arbeiterbewegung. wäre alles klar! Sollen man zu verhängen? Würden die Verbändler den Beschluß nicht befolgen, so würde allerdings die Einwanderung nicht abhalten, dazu gehörten würden sie in aller Form Streitbrecher! Man sicht, so einfach, wie solidarisch fühlende, treue Männer. Wer für sich gewerkschaftliche es scheint, ist die Sachlage nicht. Es ist ein rein formalistischer Sonderbestimmungen gelten lassen wolle, der könne nicht darauf Standpunkt, den Accordmaurern zu sagen: Daß Ihr, gegen den rechnen, von der Organisation anerkannt zu werden. willen der Majorität, an der Accordarbeit festhaltet, dafür können Völkel England: Aufhalten könne man durch eine Resolution wir Euch nichts anhaben; daß ihr eine eigne Gewerkschaft gegründet die Einwanderung nicht, wohl aber die Leute verachten und danach habt und dadurch die Organisation zersplittert, dafür können wir handeln. Wozu bestände denn das internationale Bureau und das aber daß Ihr in unvermeidlicher Konsequenz Bertranensmännersystem, wenn es umgehen wolle. Euch nichts anhaben, Cures ganzen Thuns die Sperren des Verbandes durchbrecht, dafür Girbig Stralan pflichtet den Engländern vollkommen bei. In follt Ihr bestraft werden! Wenn die Accordmaurer aus der Partei aus- Deutschland herrscht auch Empörung über die Einwanderung der geschlossen oder sonstwie ihren Riffel bekommen sollen- und wir haben Russen, Böhmen und Czechen usw., daran möge man doch auch allen Grund dazu, dann erfordert es die Würde der Partei, daß denken. Die internationale Verbindung bestehe deshalb, um die man den Leuten klipp und klar den wesentlichen Grund der gegen Verhältnisse zu regeln. Ob der Zustand auf die Dauer haltbar sei, sie ergriffenen Maßregel angiebt. Das läßt sich wohl machen, nur sei allerdings eine zweite Frage. Wilhelm- Hainholz: Der jetzige Zustand könne doch unmöglich bestehen bleiben. Man möge ist die Sache am schiefen Ende angefaßt worden! die Streitagt begraben, indem man von seiten der Union die Deutschen aufnehme. ( Nachmittagssigung.) worden wäre. Achtung! Gewerkschaften! Gemäß dem Beschlusse der Berliner Gewerkschaftskommission vom 18. Juni wurde über die Nordhäuser Tabakfirmen der Boykott verhängt. Wir ersuchen die Berliner Arbeiterschaft, sich strenge nach diesem Beschluß zu richten und nur den Kantabat der Firmen Grimm u. Triepel, Hendeß u. Schumann, Walther u. Sevin, Athenstädt u. Bachrodt, Steinertn. Hellmund zu kaufen. Die Fabrikate aller andren Nordhäuser Firmen sind zurückzuweisen. Arbeiter! Es handelt sich um das Koalitionsrecht der Nordhäuser Tabatarbeiter, es handelt sich um deren Organisation, Wohl sind die Tabatarbeiter bereit zu unterhandeln, auch bei den legt stattgefundenen Verhandlungen zeigten die Arbeiter das größte Entgegenkommen bezüglich der Einstellung der Ausständigen. Die Fabrikanten lehnten alle diese Borschläge ab und weigerten sich im besondren, solche Personen einzustellen, die irgend ein Amtin Man wollte den widerspenstigen Accordmaurern gegenüber den Einfluß der Partei zur Geltung bringen und verfiel auf den§ 2 unsres Organisationsstatuts, der, abgesehen von einer Verlegung der Der ganze Nachmittag wird noch ausgefüllt mit der AngelegenParteigrundsätze, den Nachweis einer„ ehrlosen Gefimmung" erfordert. Aber ist es denn wirklich nötig, jemand, auf den man einen heit der Lokalorganisation in London. Die von der internationalen politischen Einfluß ausüben will, gleich zum Lumpen zu stempeln? Stommission ausgearbeitete Refolution wurde schließlich einstimmig Der Zusammenhang ist bei den Haaren herbeigezogen worden. Be- angenommen. Sie hat folgenden Wortlaut: steht doch nicht einmal unter den Gewerkschaften selbst Einigkeit„ Es ist in jedem Lande oder Distrikte die Organisation auszubauen, Ich konstatiere vor allem, daß alle in der Partei einig sind über die moralische Beurteilung des Streitbrechertums überhaupt; damit es den Arbeitern ermöglicht wird, in der Heimat eine austömm in der grundsäglichen Verurteilung der Handlungsweise der Hamburger Accordmaurer. Es giebt darüber unter uns keine jedenfalls kann der Streifbrecher von heute morgen ungehindert liche Existenz zu finden. Beabsichtigt ein Mitglied der Organisation, in zwei Meinungen. Die Frage ist nur, ob wir eine genügende Mitglied der Gewerkschaft werden. Der Ausschluß aus der social- ein fremdes Land zu reisen, so hat es sich mit dem VertrauensMir mann feines Landes vorher in Verbindung zu setzen und abzuwarten, Handhabe befizen, um jene Accordmaurer aus der Partei aus- demokratischen Partei aber ist eine sehr ernste Sache. zuschließen. daß jemand, der aus der bis die Antwort des internationalen Sekretärs über den Arbeitss Es ist noch niemals vorgekommen, daß gleich ist kein einziger Fall bekannt, eine ganze Gruppe von Arbeitern wegen eines gewerkschaft- Partei ausgeschlossen wurde, eines gewerkschaft- Partei ausgeschlossen wurde, in diese wieder aufgenommen nachweis vorliegt. lichen Streits aus der Partei ausgeschlossen werden sollte. Wird Zumal wenn jemand wegen ehrloser Ge- Wer den Arbeitsnachweis nicht berücksichtigt, kann weder in die jezt ein Beschluß gefaßt, fo giebt es einen Präcedenz fall. Das n unfrem Statut ist es nicht einmal vorgesehen, wie man sich in Ift er Mitglied, so erfolgt der Ausschluß aus der Organisation. finnung", also persönlicher Schufterei, ausgeschlossen also persönlicher Schufterei, ausgeschlossen wird. nationale noch internationale Organisation aufgenommen werden. Gleiche oder Aehnliche kann sich wiederholen. Die Partei ist n dann in ihrer Handlungsweise durch das gebunden, was sie jetzt be- einem solchen Fall rehabilitieren soll. Die Fälle des Ausschlusses Der Arbeitsnachweis ist verpflichtet, die Gründe anzugeben, welche schließt. Dadurch wird der Fall den lokalen Verhältnissen entzogen. aus der Partei find an den Fingern abzuzählen. Bei eine Arbeitsnahme in dem betreffenden Lande nicht gestatten. BeEs handelt sich nicht mehr um die Hamburger Accordmaurer, sondern uns wird sehr ernstlich geprüft, bevor ein solcher Beschluß schwerden wegen Verweigerung von Arbeit seitens einer Organisation um eine allgemeine Entscheidung, welche in das Verhältnis zwischen gefaßt wird. Sollen wir mm, um der Gewerkschaft einen Ge- werden durch eine vom internationalen Kongreß gewählte Kommission gewerkschaftlicher und politischer Organisation tief eingreift und fallen zu thun, weniger streng bei der Beurteilung der Ehren- erledigt." deshalb im Interesse beider in ihren Konsequenzen überlegt werden haftigkeit unsrer Genossen verfahren? Heute verlangt man heater beantragt dann noch folgende Resolution, die durch muß. Macht man sich das klar, so verliert sich schon ein großer von uns den Ausschluß von 40 Maurern, morgen, wenn der die Stimmen der Engländer und Oestreicher gegen die der Deutschen Teil der Erhigung. Niemals fann es sich darum handeln, den Streit beigelegt ist, wird es heißen:„ Nehmt sie wieder auf angenommen wurde:" Der Kongreß ist der Meinung, daß Pankrace Gewertschaften zu trogen, oder den Gewerkschaften einen Gefallen zu Es sind verdiente Parteigenossen!" So können wir es nicht nicht berechtigt war, eine Arbeitsstelle in London anzunehmen und thun, sondern es handelt sich um die Wahrnehmung der allgemeinen Bartei hinausschmeißen und morgen ihm einen Vertrauens- willigung des internationalen Concils einzuholen. Der Stongreß ist machen. Wir können nicht heute jemand als Schurken aus der andre Kollegen zu veranlassen, dasselbe zu thun, ohne die EinDer ursprüngliche Grund des Hamburger Streits ist die Accord posten übergeben. Zwischen einer groben Disciplinlosigkeit, fiberzeugt, daß die Aktion von Bautrace und seinen Kollegen eine arbeit. Können wir die Accordarbeit principiell verurteilen? Dann wie sie die Accordmaurer begangen haben und einer ehrlosen Schädigung der englischen Glasarbeiter bedeutet." Wenn wir Allein so liegen leider die Dinge nicht. Wir Gesinnung giebt es denn doch einen Unterschied. können nicht erklären, wer Accordarbeit leiste, sei ehrlos und handle den Maurern gegenüber rigoros sein sollen, warum nicht in unfren gegen die Grundsäße der Partei. Die Buchdruder würden als die eignen Reihen? Jahrelang haben die Leipziger auf das gröbste ersten dagegen rebellieren und mit ihnen sehr zahlreiche Schichten den Beschluß der Partei in der Frage der Landtagswahlen verFabrikarbeiter. Also nicht! legt niemand kam es in den Sinn, sie deswegen aus der Partei Bei den Maurern freilich ist es so, daß die Accordarbeit auszuschließen. beseitigt werden kann und muß. Der Kampf gegen die AccordIch glaube, es war unnötig, die Angelegenheit so zuzufpigen. arbeit steht hier im Vordergrund des gewerkschaftlichen Kampfes. Warum sollten denn die Hamburger nicht einfach und fachlich wir nun einen besonderen Beschluß bezüglich der sich an den Parteitag wenden:" Der Parteitag müsse eine Maurer fassen? Können wir das? Heute für die Maurer, morgen Direktive geben, wie sich die Parteigenossen in dem Zwist unter den für die Buchdrucker, übermorgen für die Metallarbeiter, erst in der Hamburger Maurern zu verhalten haben"? Die Kompetenz des Frage der Accordarbeit, später in jener der Tarifgemeinschaft oder Parteitags geht so weit, er hat ja über alle das Parteileben berüh der Ueberstunden usw. dann wird die Partei zu einem Verband renden Fragen" zu entscheiden. Da würde der Parteitag sich gar nicht der Gewerkschaften und hört auf, die allgemeine, politische Ver- damit abzugeben haben, ob eine Verletzung der Parteigrundsätze oder tretung der Arbeiter zu sein. Also, das geht nicht. Die Gewerf eine ehrlose Gesinnung vorliege, welche den Ausschluß aus der Partei schaften selbst haben ein Interesse daran, daß teine Bermengung der rechtfertigen, sondern die Angelegenheit in ihren sachlichen Zusammen Funktionen stattfinde. Folglich, obwohl wir die Stellung der hängen prüfen und, ohne allgemeine Regeln aufzustellen, in diesem besonMinorität der Hamburger Maurer zur Accordarbeit verurteilen, deren Hamburger Fall, wie schon früher bei lofalen gwiftigkeiten, innerkönnen wir ihnen doch deshalb als Partei nichts anhaben. Das halb der Partei sein Urteil fällen. Dieses könnte z. B. lauten: Der der Organisation oder Streiffommission bekleiden. ist nun einmal so, der Wirkungsfreis der Partei hat seine Standpunkt der Accordmaurer ist unhaltbar. Um die Unzuträglich- Tragen wir dem Beschluß vom 13. Juni Nechnung, helfen wir Grenzen. Der Maurerverband muß eben selbst mit der Accord- keiten und den Zwist zu beseitigen, empfiehlt der Parteitag den den Nordhäuser Tabakarbeitern in ihrem schweren Kampfe um das arbeit fertig werden. Wozu wären denn auch die Gewerkschaften, Parteigenossen, ihre Sonderinteressen dem allgemeinen Interesse Soalitionsrecht. wenn die Partei alles thäte! Weiter! Als die Accordmaurer sich zu unterordnen, aus der" Bereinigung" auszutreten und sich den Desgleichen richten wir für die streikenden Glasarbeiter ebenfalls im Verband nicht mehr halten konnten, gründeten sie eine eigne Beschlüssen des Verbandes zu fügen." Dieſe fachliche Zurechtweisung die Bitte an die Gewerkschaften, die Sammlungen für die GlasGewerkschaft. Das war durchaus verwerflich. Aber können wir einer würde bei allen, die auf die Meinung des Parteitages was geben, arbeiter recht energisch zu betreiben; es gilt, die Manipulationen Minorität verbieten, eine eigne Gewerkschaft zu gründen? Man hat ihre Wirkung nicht verfehlen, die andern aber würde auch der eines Hehe zu nichte zu machen. Die Organisation das Koalitionsgut reden: die 200 Accordmaurer dürfen die Aktion des großen Ausschluß aus der Partei fühl lassen. Dies ist meines Erachtens recht der Glasarbeiter, kann und darf nicht zerstört werden. Wochens Verbandes nicht stören, aber Minoritäten sind nicht immer so auch jetzt noch die einzige Art, die Angelegenheit zu erledigen, ohne lang schon währt der Kampf. Der Opfermit der Berliner Gewerk flein, es fann auch Minoritäten geben, die nicht weit hinter der die Interessen der Gewerkschaften oder der Partei zu verlegen. schaften hat sich glänzend bewährt. Thun wir unsre Pflicht weiter, Majorität zurückstehen, Minoritäten können wachsen. Die Geschichte sammle ein jeder eifrigst. Und die Arbeiter werden in diesem ihnen der englischen Gewerkschaften kennt viele Absplitterungen be in prozenhafter Weise aufgedrungenen Kampfe als Sieger hervors stehender Organisationen, die sich zu großen Verbänden auswuchsen. gehen. Wieder liegt die Schwierigkeit nicht in dem besonderen Fall der Für die Glasarbeiter gingen weitere Beträge ein: Verein socialdemokratischer Gastwirte 200,- Verband der städtischen Hamburger Accordniaurer, fondern in der allgemeinen Stellungs Arbeiter, Filiale III 25,-. nahme. Wir würden schön in die Patsche geraten, wollten wir als Goldschnittmacher 6,65. Deutsche Munition: und Waffenfabrit 108,35. Pianinofabrit von Giese u. Reinecke 5,20. Zelder oberste Instanz über die gewerkschaftlichen Organisationsstreitigkeiten u. Plathen durch Hampel 42,70. Verband der Holzbearbeitungs- Maschinenentscheiden. Diesmal ist es die Accordarbeit, die zur Spaltung Die zunächst zur Tagesordnung stehende Lehrlingsfrage" wird arbeiter 100,-. Herzog 4,25. Fichtenrausch 3,50. Tischlerei von C. Müller führte, ein andres Mal die Tarifgemeinschaft, oder die Frage, ob auf Antrag Horn von der Tagesordnung abgesetzt mit der Be- Co. 9,90. Bildhauer von Dinse 11,- Kellner der Seeterrasse Centralverband oder Vertrauensmänner! Wohin würde es mir ge- gründung, daß die Lehrlingsfrage national zu regeln sei. Es ge- der Orts Krankentasse der Kaufleute 4,20. Buchdruckerei A. Unger Lichtenberg 3,-. Tischlerei von Kimbel u. Friedrichsen 47,60. Beamte führt haben, wenn die Partei zu jener Zeit, da die überwältigende langt alsdann der Punkt" Wanderung und Arbeitsnachweis" zur 7,60. Abteilung der Gewindebohrer von 2. Löwe 8,80. Tischlerei Majorität der Maurer von einem Centralverband nichts hat Grörterung. Wheater England führt aus, daß die Union von Lübnitz u. Dreese 8,90. Coswig- Union 20,70. Tischlerei von Thomas, hören wollen, einen Beschluß gefaßt hätte vom Gesichtspunkte: der Glasarbeiter in England schon viel Schwierigkeiten wegen Adalbertstraße 20,-. Verband der Maler 11,85. Verband aller in BuchMinoritäten darf es nicht geben? der einwandernden Fremden zu bestehen gehabt habe. Dieser wilden druckereien beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen 100,-. Verband der Ich habe mich über diese Punkte verbreitet, weil sie die Grund- Einwanderung müsse entgegengearbeitet werden, da sonst die Aufrecht- Steinfeger und Berufsgenossen 50,- Berliner Konsumverein durch D. lage des Ganzen bilden. Beschließen wir: Accordarbeit darf es erhaltung der guten Arbeitsbedingungen nicht möglich sei. Die eng vabben 10, Günther 200,- Verband städtischer Arbeiter Filiale Ia 60,-. Spinn nicht geben, Sonderorganisationen darf es nicht geben," so ist die lische Union habe deshalb beschlossen, keine Arbeiter aufzunehmen, stümmel, Frankfurterstraße 11,45. Tischlerei von Werner, Frankfurterstraße Stockfabrik von Defert 7,60. Gral 10,20. Bildhauer von Sache erledigt, wir brauchen uns über nichts mehr den Kopf die ohne Rücksprache mit dem Vertrauensmann einwandern. Redner 10,-. Buchdruckerei Köbke 4,55. Tischlerei Becker, Oranienstraße 11,10. zu zerbrechen. Aber von diesem Gesichtspunkte wird nicht bringt eine in diesem Sinne gehaltene Resolution ein. Arbeiter von Altmann, Marienfelde 26,20. Deutsche Waffenfabrik einmal Klage geführt, weil jedermann einsicht, daß eine der Pankrace London wendet sich grgen die Resolution Wheater 5,25. Hischer 11. Conradsen 4,50. Micke 2,- Tischlerei vont artige Entscheidung die Kompetenz der Partei überschreiten und erhebt Beschwerde gegen die Union in England, weil Friedrich, Fruchtstraße 20,-. R. G. Blücherstraße 10,55. Hydroſteinwürde. Wenn wir aber in diesen Vorfragen zu teinem Ent- die Union die Aufnahme der Lokalorganisierten verweigert. verfe Stralau 9,05. Verband der Buchbinder, Charlottenburg 20,-. schluß kommen, dann, behaupte ich, sind uns einfach die Hände Die eingewanderten Deutschen hätten die Engländer nicht geschädigt, M. Ch. 11,-. Schneiderwerkstatt S. Hoffmann 10,- Tischleret von gebunden! Es beweise mir jemand, wie denn die Accordmaurer, da sie einen noch um einige Pence höheren Lohn wie die Unionisten fabrit von Dettmann 4,40. Bauingarten u. Söhne 12,95. Arbeiter und Arbeiterinnen der Album: nachdem sie sich vom Verband getrennt haben, hätten anders handeln und auch nur eine 42-50stündige Arbeitszeit hätten, während die Anzeigers, Niege 10,-. Barbiere 10,-. Erntefest d. Bauern v. Krasnowstis follen, als sie gehandelt haben? Sie hatten das ist dokumentarisch Unionsstatuten bis zu 52 Stunden gestatteten. Die Union habe Bart 16,44. Verband der städt. Wasserwerksarb. in Friedrichshagen 15,-. nachgewiesen- den besten Willen, Konflikte mit dem Verbande zu gegen den Beschluß von 1898 gehandelt, der den Organisierten bei Tischlerei von Jarozky 24,55. Schlosser der Firma Frost u. Söhne 7, vermeiden, aber in der schiefen Stellung, in welche sie gerieten, war Ginwanderung in ein andres Land die Aufnahme in die Organi- Tischleret v. Stern, Seliger u. Co. 14,50. Tischlerei Elshols, Heidenfeldstr. 3,25. es rein unmöglich. Ueber alle Bauten, wo sie Arbeit fanden, wurde fationen gestatte. Die Gründung der Sonderorganisation sei daher Bautischlerei von Hille, Boechstraße 13,20. Tischlerei von Schwarz 20, die Sperre verhängt. Der Verband konnte nicht anders. Es berechtigt gewefen.- Hunter England: Die Einwanderungs- Bildhauer von Ehrenreich 3,50. Buchdruckerei von Günther u. Sohn 10, ergiebt sich ohne weiteres aus der Situation, daß, wenn ein frage habe sich zu einer gewissen Krise für die Organisationen Bahlstelle der Stockarbeiter auf Liste 4,50. Tischlerei vonelemann u. Sliem 4,30. Arbeiter der Möbelfabrik von G. Klug mit Budifer, WarschauerUnternehmer, um mit dem Verband Frieden zu schließen, die ausgewachsen. Die feit 1886 mehrfach gemachten Versuche, aufstraße, 45,-. Erntefest der Kolonie Transvaal II, Weserstraße, 29,15. Mitglieder der Freien Vereinigung" entließ, der Verband Umivegen die deutsche Arbeitsteilung in England einzuführen, sei Bautischlerei von Sprenger 2. Rate 6,60. Brauer 67,50. Tischlerei von teinen Anstand nehmen durfte, die Pläge von seinen Leuten besetzen bisher immer mißlungen. Seit einiger Zeit arbeiteten verschiedene Neyzband u. Ramlow 5,- Buchdruckerei E. Billig 8,- Fräserei zu lassen. Genau so handelten nun auch die Mitglieder der Ber- vor dem Bankrott stehende Unternehmer wieder stark darauf hin, Pristaff 11. Bieger 4,- Biertisch bei Friedrich, Frankfurter einigung", als die Verbändler sich weigerten, mit ihnen zusammen den Einfluß der Union zu brechen. Dazu sollten die deutschen Ar- Allee 2,80. Wilhelmslust u. Donner 4, Beizer J. C. Pfaff Möbelfabrik Zelper u. Plathen 19,40. zu arbeiten. Was blieb ihnen andres übrig, wenn sie überhaupt beiter hilfreiche Hand bieten. Wenn die Einwanderung so fort Buchdruckerei von noch existieren wollten? Vom Standpunkt des Verbandes ist es Streit schreite, dann werde der Zusammenschluß der Unionisten nur noch Buchdruckerei von Paß u. Garleb 14,25. Gine ganz rote Rindtaufe 2,-. Harrwit Nachfl. 7,40. Agitationsfommission der Schleifer 54,30. bruch, vom Standpunkt der Vereinigung die Durchbrechung einer ein um so engerer werden. Horn Löbtau: Unmöglich sei es Tischlerei Hartmann, Wienerstraße, 6,50. Durch Booth 11,25. Tischlerei v. über sie verhängten Sperre. Sollen wir uns auf den Standpunkt heute, die Arbeiter eines Landes unter allen Umständen aus Heilmann 3,90. Freie Vereinigung der Stereotypeure 50,-. Stereotypeure des Verbandes stellen? Schön, aber dann ziehen wir die Konsequenzen. einem andern fern zu halten, da die Zeit der chinesischen Mauer auf Listen a Conto 100,-. 2. u. H.( 2972) 21,10. Acker: Wenn die Vereinigung die vom Verband verhängten Sperren in allen vorbei fei. Amerika suche die belgische Glasindustrie an sich pächter der Kolonie Alt Berlin", Elbingerstraße, 10,45. Ginige Säle Fällen zu achten hat, so gilt es auch umgekehrt, so lange wir der zu ziehen, England die deutsche und Deutschland die russische. d. Pianofabrik v. Neumeyer 7,60. Zwei gemütliche Genossen 1,60. Wr. 23. 0,50. Vereinigung nicht das Recht auf eine Eristenz bestreiten wollen, in Da bleibe der Wechsel der Arbeiter gar nicht aus. Man möge also Deutscher Metallarbeiter Verband Berlin, III. Rate a 1000,- G. Werner welchem Falle ja, wie schon erwähnt, die ganze Sachlage sich ver- eine Verständigung suchen. Horn schlägt eine Resolution vor, die Pianofabrik von Lehmann, durch Vogt 15,10. Kugelwirt 2, ändern würde. Was würde die Folge sein? Daß nunmehr die sich der englischen ziemlich nähert, aber mehr einen vermittelnden 10,-. Maler und Ladierer von Eckertsberg- Friedrichsberg 4,10. Sauer7,40. Tellersammlung vom 7., 8. 9. Bezirk Rixdorf 4,70. Tischlerei Metzer Accordmaurer, durch unsren Beschluß in die Enge gedrängt, ihrer- Standpunkt einnimmt. Preußler Oestreich: Eine Ber- fohl 6,75. Glasschleifer a Konto auf Liften 50,- Stuhlfabrik von Heims feits die Sperre verhängen würden über die Betriebe, die nicht in ständigung in dieser Frage sei wegen der Verschiedenheit der Ver- u. Sohn, II. Rate 12,45. Möbeltischlerei von sein, mit Budiker 10,85. Accord arbeiten oder sich weigern, das gemischte System anzuwenden. hältnisse sehr schwer. Die Bestrebungen der englischen Unternehmer Verband der Gastwirtsgehilfen, Hauptkasse 50,-. Damenkonfektion Beschluß gegen Beschluß, Sperre gegen Sperre! Folglich würden gingen dahin, die Union lahmzulegen, und man glaube, dies am Hiller 3,-. Bejangverein Vorwärts- Charlottenburg 20,-. Verband der jezt die Verbändler als Streitbrecher erscheinen und müßten eben- besten mit Hilfe der Deutschen zu können, wie die deutschen Lithographen und Steindrucker, Hauptkasse 1000, falls aus der Partei ausgeschlossen werden. Wir müssen aus der Unternehmer das mit Hilfe der Russen und Böhmen ebenfalls Für die Tabatarbeiter in Nordhausen gingen ein: Vergangenheit für die Zukunft lernen. Man wird sich erinnern, wie versuchten. Man könne daher die Engländer wohl verstehen, m. Ch. 11,-. Möbelfabrik von Belder u, Plathen 19,70. Brauer 8,90. Verband der Stuccateure, Berlin 50,-. Sattler durch Saffenbach 9,85. sehr die Minorität der Buchdrucker im Streit um die Tarifgemein- wenn sie sich gegen jeden Versuch, ihre Lage zu verschlechtern, Gesellige Runde, Steglitz 3,15. Deutsch- Socialdemokratischer Arbeiterverein schaft bemüht war, den Einfluß der Partei für sich geltend zu mit aller Entschiedenheit zur Wehre feßten. Redner beantragt die Vorwärts in Kopenhagen 20,-. Berband städtischer Wasserwerksarbeiter in machen. Sie hatte starke Sympathien in unsren Reihen. Wie nun Wahl einer Kommission, welche versuchen soll, eine Verständigung Friedrichshagen 15,-. " Sechster internationaler Kongreß der Glasarbeiter. Hannover, 28. August Vierter Verhandlungstag. ( Vormittagssitzung.) padden Tischlerei von Unrau 4,70. Perf. des LokalArbeiter der Der Ausschuß der Berliner Gewerkschafts Kommission. Berliner Partei- Angelegenheiten. Socialdemokratische Totenfeier. Zum Andenken ant Ferdinand Lassalle und unsre großen Toten hält der sechste Reichstags- Wahlkreis Sonntagmittag 12 Uhr in folgenden Lokalen vier Versammlungen ab: Schönhauser Vorstadt: Wernau, Schwedterstr. 23-24. Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen: Swinemünder Gesellschaftshaus, Swinemünderstr. 42. Wedding und Oranienburger Vorstadt: Kolberger Salon, Kolbergerstr. 23. Moabit: Arends Brauerei, Turmstr. 25-26. Referenten: Waldeck Manasse, Ströbel, Rosenow, Heine. Um zahlDie Vertrauensleute. reichen Besuch bitten Zur Lokalfrage. Die Sängervereinigung des Westens und Südwestens vom Zitherflub Harmonie hält zusammen mit den Liedertafeln Euterpe, Euphonia, Liederfreund, Liedertafel des Tischlervereins usw. am 8. September in der Philharmonie ein Vergnügen ab. Am 7. September veranstaltet der Berliner Sängerchor ebenfalls in der Philharmonie ein Fest, ebenso der Gesangverein Schildhorn am 1. September. Im Deutschen Hof, Lucauerstraße, geben die Gefangvereine Brunonia, Hoffnung, Modeftia II und Victoria Erato am 8. September ein Konzert. Da versucht wird, zu allen diesen Veranstaltungen in Arbeiterkreisen Karten abzusetzen, so werden die Genossen darauf aufmerksam gemacht, daß die genannten Lokale der Arbeiterschaft nicht zur Verfügung stehen. Die Lokallommission. Lokales. Der neueste Denkmalsheld. muß das Land strafen!" wettern. " des Neber den Selbstmord des Bankiers Siegfried Landsberg Alle Gelder für die Glasarbeiter und Tabalarbeiter in Nord- 1 hat sich als den Verhältnissen nicht mehr entsprechend eriviesen und Haufen find an unser Bureau, Engel- Ufer 15, an A. Körsten zu zu Klagen und Beschwerden Veranlassung gegeben. Die Deputation waren vorgestern abend im Centrum der Stadt allerhand Gerüchte Landsberg betrieb in der ersten Etage des Hauses senden. Ebenso können daselbst Listen in Empfang genommen für die städtische Feuer- Societät hat deshalb einen neuen Tarif, der verbreitet. werden. am 1. Oktober d. J. in Kraft treten soll, ausgearbeitet und den Oranienburgerstr. 18 ein kleines Bankgeschäft und erwarb vor einem Gemeindebehörden unterbreitet. Während im alten Tarif außer den Jahr die Verlagsanstalt J. Reichmann u. Cantor, die er mit seinem Gebühren für die städtische Hauptkasse, die auch im neuen unver- Bankinstitut vereinigte. Der Bankier war zwar ein täglicher Besucher ändert geblieben sind, noch Gebühren für die beiden Tagatoren der Börse, ließ sich jedoch in keine bedeutenden Spekulationen ein und zusammen festgestellt sind, sollen diese Gebühren in Zukunft nur hielt sich ganz besonders allen Unternehmungen fern, die ihm nicht immer für einen normiert werden. Nach dem neuen Tarif absolut sicher erschienen. Infolge der sensationellen Vorkommnisse erhält jeder Ratsmeister bei der Abschätzung von Neubauten auf dem Geldmarkte in der letzten Zeit und des damit verbundenen allbei einem Tagwert von 100 000 bis 150 000 Mark eine gemeinen Rückgangs der Kurse hatte L. zwar auch einige Verluste erlitten, Gebühr von 271/2 M.; bei 4-500 000 m. 50 m., bei 600 000 m. Sie jedoch ziemlich unbedeutend waren und auf seine Unternehmungen 561/2 M. und für jede angefangenen 100 000 M. weitere 61/2 M. Für nicht den geringsten Einfluß ausübten. Landsberg war jedoch schon einen fruchtlosen Termin giebt es 6 M., für Schätzungen umgebauter seit einiger Zeit nervös, ein Leiden, welches noch wesentlich verstärkt Gebäude 5 W., für jeden Rohbaubefund 20 M. Bei Brand- wurde durch eine chronische Magenkrankheit, unter welcher der Entschädigungsfeststellungen von 10 000 m. bis 15 000 m. werden Bantier außerordentlich litt. Lediglich diese Umstände haben, wie 50 m. gezahlt, bei 100 000 m. 160 M. und für jede 1000 M. mehr übrigens auch aus einem zurückgelassenten Schreiben Landsbergs an giebt es 1 M. Für die Wahrnehmung eines Termins an der Brand- seine Frau hervorgeht, die Veranlassung zu dem Selbstmord gegeben. stelle werden 6 M. und für jede angefangene Stunde 3 M. mehr Der Baufier verließ gestern mittag die Wohnung, angeblich, um sich gezahlt. Für Stellung der im Termin notwendigen Hilfskraft sind nach der Börse zu begeben, und teilte seiner Frau mit, daß er am für jede Stunde 14 M., mindestens aber 3,75 M. und für not- Nachmittag noch einen Ausflug nach dem Grunewald unternehmen wendige Zeichnungen ein angemessener Betrag zu zahlen. Für wolle. Landsberg fuhr mit dem nächsten Stadtbahnzuge nach der Pauschalsummen, die bei Totalbränden festgesetzt werden, sind bei Station Grunewald und begab sich nach dem Restaurant Hundekehle, Anfertigung der Tage 5 M. zu berechnen. Die Stadtverordneten wo er etiva eine halbe Stunde verweilte. Bald nachdem er das Restaurant verlassen, schoß sich der Unglückliche eine Kugel in den werden ersucht, sich hiermit einverstanden zu erklären. In der letzten Sitzung der städtischen Baudeputation I Stopf, die feinen augenblidlichen Tod herbeiführte. Die Leiche wurde regte Baurat Lindemann den Entwurf zur Vergrößerung der bald darauf von Ausflüglern aufgefunden. Darmschleimerei auf dem Central- Vichhof und den speciellen Ent- Eine Leichenausgrabung hat auf Veranlassung der Staatswurf zum Neubau eines Arbeitshauses mit Trockenanlage für die beim anwaltschaft am Landgericht II am Dienstag auf dem Sophienwaschen und Desinfizieren der Eisenbahnwagen beschäftigten Arbeiter auf Stirchhof an der Freienwalderstraße stattgefunden. Hier wurde am dem städtischen Vichhof vor. Stadt Bauinspektor Neumann 14. d. M. die Ehefrau Martha Busse, geb. Schneidewind, die Frau erläuterte dann den von ihm aufgestellten Entwurf eines Neubaues des Maurers May Busse aus Woltersdorf, beerdigt, die am 11. d. M. für ein Männerhospital in der Köpnickerstraße 47a( Röstersche im St. Hedwigs- Krankenhause gestorben wvar. Auf dem Lotenschein Stiftung). Stadt- Bauinspektor Hesse legte den Kostenanschlag zum war als Ursache Ablebens Bauchfell- Entzündung an Entwurf des Ueberwachungshauses für Männer in Herzberge vor. gegeben. Nun gingen Anzeigen ein, daß diese auf MißDie Entwürfe wurden mit unwesentlichen Aenderungen genehmigt. Handlungen zurückzuführen sei, die Buſſe ſeiner Frau zu Ferner wurden nach einem Vortrage des Stadtrats Namslau noch gefügt habe. Die Staatsanwaltschaft leitete daher gegen einige andre Gegenstände der reichhaltigen Tagesordnung erledigt. den Ehemann wegen Körperverlegung mit tödlichem Ausgang Eine neue Marmorfigur soll heute in der Sieges Allee ein Strafverfahren ein und beschlagnahmte die bereits beerbigte Die Abgeschmacktheiten der Berliner Sensationspreffe Leiche, um durch ihre gerichtsärztliche Oeffnung die Todesursache enthüllt werden. Sie stellt den Kurfürsten Johann Sigismund dar, der von 1608 bis 1619 regierte. Vielleicht interessiert es unsre sind schon manchem anständig denkenden Menschen zum Verdruß ge- genauer feststellen zu lassen. Die Leiche wurde daher am DienstagLeser, auch über diesen bedenkmalten Hohenzollern einiges zu erfahren. worden. So ziemlich das tollste, was auf diesem Gebiet geleistet morgen um 6 Uhr unter der Aufsicht von Beamten der StaatsBu damaliger Zeit teilte sich das Interesse aller Bevölkerungsschichten werden kann, hat gestern die Scherl- Ulsteinsche Morgenpost" amvaltschaft und der Polizei wieder ausgegraben und nach dem so ziemlich zwischen Raufen und Religion. Der Vater Johann vollbracht. Auf der ersten Seite des Hauptblattes befindet sich ein Schauhause gebracht. Nach der gerichtsärztlichen Deffnung wurden Sigismunds starb auf einer Reise in Köpenick am Schlag, nachdem Holzschnitt, der diesmal nicht, wie sonst üblich, irgend einen Unglüds- einzelne Teile zu einer eingehenderen Untersuchung auf Einwirkung etwaiger Mißhandlungen noch zurückbehalten, im übrigen aber die er beim Anhören einer Mordgeschichte ausgerufen hatte:" Ach, lieber fall, sondern Engen Richters Gang zum Standesamt darstellt. Leiche wieder eingefargt und noch am selben Tage um 6 Uhr nachGott, wie wird das Totschlagen und die Bollust so allgemein. Gott Die Redaktion rühmt sich in einer erklärenden Notiz damit, daß es mittags in die Gruft zurückgebracht. ihr gelungen fei, inkognito von dem denkwürdigen Ereignis eine In der Schlaftrunkenheit ist der 32 Jahre alte, inverheiratete Der neue Fürst war in religiösen Dingen für seine Zeit mert- Aufnahme zu machen, die sie nunmehr im Holzschnitt wiedergebe. Arbeiter Emil Karz aus der Melanchthonftr. 23 ums Leben gekommen. würdig tolerant. In der Unterredung mit seinem Hof- Apotheker als passende Ergänzung hierzu sehen wir die Firma Ulstein Der Mann stand am Mittwochmorgen um 32 Uhr auf, um ein erklärte er den Unterschied zwischen der reformierten und der vielleicht morgen wieder gegen den byzantinischen Monarchenkultus Bedürfnis zu verrichten, setzte sich schlaftrunken einen Augenblick auf lutherischen Konfession dahin, daß man hier Brot zum Abendmahl die Bank des Flurfensters im ersten Stock des Quergebäudes, verlor gebe, dort aber leister und Schaum". Um die jülich- cleveschen Die so notwendige Verbreiterung der Bellealliance- Brücke das Gleichgewicht und stürzte auf den Hof hinab. Hausgenossent Länder zu gewinnen, trat er 1613 vom lutherischen Glauben zum will ein privates Komitee in die Hand nehmen. Die Verbreiterung hörten das Aufschlagen des Körpers und sorgten dafür, daß der reformierten über, trotzdem er einst seinem Vater auf dessen Ver- ist danach ohne Veränderung der Brücke ausführbar, weil zwischen Berunglückte, der äußerlich gar nicht verlegt war, einem Krankenlangen einen Revers ausgestellt hatte, daß er der lutherischen Religion handen sind, welche sich leicht mit Fußgänger Brüden über- storben; er hatte sich eine Blasenzerreißung und Nierenentzündung den beiderseitigen Widerlagern noch je acht Meter Raum vor- hause zugeführt wurde. Dort ist er an inneren Verletzungen getreu anhängig bleiben wolle. Im Weihnacht des genannten Jahres ipannen lassen. Die bisherigen, 7,3 Meter breiten Bürgersteige zugezogen. teilte er den Predigern der Stadt Berlin trocken mit, daß er beabsichtige, fönnten dann zur Fahrbahn geschlagen werden, sodaß die Gesamt- Ein Sturz von einer Bahnhofstreppe hat dem 53 Jahre feiner leberzeugung" zu folgen und das Abendmahl nach dem breite der Brücke dann 49( statt 38) Meter betragen und das ganze alten Arbeiter Hermann Schiller aus der Stettinerstr. 55 das Leben Gebote der reformierten Kirche zu nehmen, dann überließ er dem Bauwerk durch die beiderseitigen Hochbahnpfeiler harmonisch abgekostet. Schiller verließ vor acht Tagen nach Feierabend auf dem reformierten Kanzler Bruckmann die weitere Unterhandlung. Die geschlossen würde. Der Haupterfolg dieser Verbreiterung wäre die Bahnhof Beusselstraße einen Ringbahnzug, um nach Hause zu Intherischen Geistlichen protestierten gegen den Uebertritt, indem sie Erschließung der beiden, kaum 15 Meter breiten gehen. Beim Hinabsteigen vom Bahnhofe trat er auf einer Stufe auf den Revers hinwiesen, in welchem der Kurfürst sich seinem Vater Engpässe an den Thorgebäuden, in welchen sich die fehl, stürzte die Treppe hinunter und schlug im Flur mit dem Kopf gegenüber feierlich verpflichtet hatte, der lutherischen Religion treu zu Kurven für die Moabiter und Treptower Straßenbahnlinien befinden. auf den Steinbelag und eine emaillierte Kaffeetanne, die er in der bleiben. Das nügte jedoch nichts, denn der Kanzler antwortete spöttisch, Die ersten Verfuchsfahrten der elektrischen Schnellbahn Hand trug, auf. Die Kaffeekanne schlug ihm mit ihrem Rand eine wenn auch der Kurfürst früher ein derartiges Versprechen gegeben auf der Militär- Eisenbahn werden in der nächsten Woche stattfinden lange klaffende Wunde in die Stirn. Im Moabiter Krankenhaus habe, so sei er jetzt eben eines andern überzeugt. In Religionsjachen und zwar auf der Strede Marienfelde- Mahlow, die zunächst voll- starb er jegt an den Folgen eines Schädelbruchs. müsse jeder seiner Ueberzeugung folgen und ein Versprechen, bis wohin die Versuchsstrede reicht, die Herstellung der Erdleitung abend der Böttcher Hermann Jnderst aus der Lorgingstr. 2 in der ständig fertig gestellt ist, während auf der Strecke Mahlow- 8ossen, Von einem Trauerwagen überfahren wurde am Mittwochwelches das verhindern könne, sei an und für sich noch nicht erfolgt ist. Vom Oktober ab werden dann Probefahrten Nähe der Warschauer Brücke. Der Wagen, der vom Kirchhofe zurückschon ungültig. Der Kurfürst sei ebenso wenig verpflichtet, auf der ganzen Strecke Marienfelde- 3offen vorgenommen werden. fam, war mit vier Leidtragenden außer dem Kutscher besetzt. Er Lutherisch zu bleiben, weil er einen derartigen Revers unterschrieben Die Strecke Berlin- Marienfelde hat sich infolge verschiedener Boden- fuhr sehr rasch und ging Inderst, nachdem die Pferde ihn umgestoßen habe, wie seiner Zeit Kurfürst Joachim II. verpflichtet gewesen sei, schwankungen für die Versuche als nicht geeignet erwiesen. Man hatten, über den ganzen Körper hinweg. Obwohl das Publikum fein dem Vater gegebenes Versprechen, katholisch zu bleiben, zu hofft eine Geschwindigkeit von 250 Kilometer in der Stunde zu er ihm wiederholt zurief, hielt der Kutscher nicht an und konnte daher halten. reichen und die ganze 23 Kilometer lange Versuchsstrecke in ungefähr nicht festgestellt werden. Das Fuhrwerk trug den Namen RosenNach dem Uebertritt des Kurfürsten überzeugten sich auch die 7 Minuten zurückzulegen. Zu diesem Zweck wird eine so folossale baum. Der Verunglückte, der einen Knöchelbruch, Kopf- und Armbornehmsten Hofleute davon, daß die reformierte Religion die Hochspannung des elektrischen Stromes angewendet werden, wie es wunden und innere Verlegungen erlitt, erhielt auf der nächsten bisher noch niemals der Fall gewesen ist. Für die Probefahrten Unfallstation einen Verband und wurde dann auf seinen Wunsch mit bessere und dem Herrn wohlgefälligere fei. Die Kurfürstin stehen zwei Maschinen zur Verfügung, von denen die eine von der einer Droschke nach seiner Wohnung gebracht. Hier verschlimmerte aber blieb streng lutherisch und äußerte sich höchst miß- Firma Siemens u. Halske, und die andre von der Allgemeinen sein Zustand sich gestern so sehr, daß man ihn mit einem Lückſchen billigend über den Glaubensabfall ihres Gatten; ebenso war Elektricitäts- Gesellschaft erbaut worden ist. Nettungswagen nach dem Lazarus- Krankenhause überführen mußte. das Volk und die Geistlichkeit über den Religionswechsel sehr erbost. Gegen das Reißen der Drähte bei der Großen Berliner Der Professor Hutter in Wittenberg nannte in einer Schrift die Die oft gerügte Unfitte, Bierflaschen zur Aufbewahrung Gründe des Kurfürsten unverschämte Erzlügen, und redete ihn dabei Straßenbahn richtet sich eine Neuerung, welche gegenwärtig in vergiftiger Flüssigkeiten zu verwenden, hat wieder ein Opfer gefordert. schiedenen Stadtgegenden angebracht wird. An allen Stellen, an Der Wertmeister R. von den Norddeutschen Eiswerken in Rummelsan: Leug, Teufel, Leng! Andre lutherische Geistliche warnten vor denen die Stromkabel infolge zu großer Entfernungen der Quer- burg wollte zu Hause Bier trinken und that infolge einer Flaschenden grimmen calvinischen Wölfen und Himmelsräubern und be- drähte bedeutenden Schwankungen ausgefeßt sind, werden Ver- verwechslung einen tiefen Zug aus einer mit Ammoniak gefüllten wiesen, daß die calvinische Lehre viel ärger als die des Teufels fei. anterungen vorgenommen, durch welche die Stromleitungen mit Bierflasche. Sofort erlitt er im Mund und Hals bedenkliche BrandDie Stänkereien der lutherischen Seelenhirten und der Kurfürstin Isolierungsdrähten verbunden werden. Hierdurch werden einerseits wunden und mußte in schwerverletztem Zustande in ein Krankenhaus brachten das Bolt von Berlin in der Karwoche des Jahres 1615 zum die Schwankungen und somit verstärkte Abnugung der Leitungen gebracht werden. offenen Aufruhr, bei dem die Häuser der reformierten verhindert, während andrerseits bei etwaigem Reißen der Drähte Hofgeistlichen demoliert und geplündert wurden die Bruchenden nicht das Straßenpflaster berühren können, sondern der Bruder des Kurfürsten, Markgraf Johann Georg, bedenk- in schiebender Lage bleiben, wodurch die Gefahren für StraßenRadsport. Für den Großen Preis von Deutschland ist die Nennungs liche Verlegungen davontrug. Um seine Gattin nicht bloßzustellen, passanten und Fuhrwerke wesentlich gemindert werden. nahm der Kurfürst jedoch von einer Untersuchung und Bestrafung Die Große und die öffentliche Sicherheit. Zur Sicherung iste nunmehr definitiv geschlossen. Das bedeutendste deutsche FliegerAbstand. des Straßenbahnbetriebes hat die Aufsichtsbehörde bekanntlich die Rennen, das auch in diesem Jahre auf der Radrennbahn Kurfürstendamm Ungleich leidenschaftlicher als der Religion war Johann Sigis- Bildung einer neueren Straßenbahn- Beamtengruppe der Fahrmeister zur Entscheidung gelangt, hat nicht weniger als 48 Fahrer angelockt, die an angeordnet, von denen zunächst 25 ausgebildet werden mußten. Ver- ben beiden Sonntagen vom 1. und 8. September in Wettbewerb treten, mund der dramatischen Kunst und dem Wein ergeben. Die Bühne mutlich, um die Spesen nicht allzu schr zu erhöhen, werden die Von den bedeutendsten Fahrern sind u. a. nach Ländern geordnet folgende damaliger Zeit folgte einer sehr urwüchstgen Geschmacksrichtung, In Fahrmeister, die dem Controleurstab entnommen, teilweise zu Kontrolleinem der beliebtesten Stücke, dem anmutigen Spiel von der diensten kommandiert, so daß zwar scheinbar der Anordnung der Aufblinden Liebe" ruft der Liebhaber küssend aus: sichtsbehörde Folge gegeben ist, während in Wirklichkeit nur eine geringe Anzahl von Fahrmeistern den Dienst verrichtet, was zur Erhöhung der Betriebssicherheit natürlich nicht beiträgt. „ Ha, ha, dat schmeckt so recht soite Also Klümpe und Schwinnesvoite!" und auch Das Postamt 39 wird Sonnabendabend von der Reinickendorferstraße 2 nach der Schulzendorferstr. 26 verlegt. tisdzn Der Kinderarzt Dr. Michael Cohn hält die unentgeltliche Sprech stunde für arme trante Kinder wieder wie früher wochentäglich 22-32 Uhr Königgrägerstraße 53 ab. bemerkenswert: Deutschland: Willy Arend, Anton Huber, Karl Käser, H. Mayer, Q. Meyer, Heering, Serty, Peter, Rütt, Dirheimer, Mündner, Hinz, Scheuermann. Frankreich: Jacquelin, Prévot, Vanoni, Jué, Buisson, Italien: Momo, Eros, Ferrari, Farina. Lagarde, Lambrechts. Oestreich: Seidl, Heller, Kudela. Belgien: van den Born, Grogna. Schweiz: Goug elt, Dörflinger, Ryser. Holland: Schilling. Dänemart: Th. Ellegaard. Fenerbericht. Am Donnerstag waren Lebuferstr. 11, SchönHauser Allee 34, Sönigftr. 45 und Rungestr. 86 unbedeutende Zimmerbrände abzulöschen. Admiralstr. 18 und Invalidenstr. 145 brannten Kisten und Stroh im Keller. Breßfohlenbrände erfolgten Ritterstr. 109 und Alexandrinenstr. 116a. Am Südufer hatte der Bohlenbelag der Bahnbrüde Fener gefangen, das indes fofort erstickt werden konnte. Unbedeutende Brände wurden außerdem Fruchtstr. 30, Laufigerstr. 8, Hollmannstr. 37 und Wilsnackerstr. 54 gemeldet. Aus den Nachbarorten. Der Wein brachte den Kurfürsten oft in schwere Ungelegenheiten. In Düsseldorf ohrfeigte er einst in der Trunkenheit seinen künftigen Schwiegersohn, was zur Folge hatte, daß dieser aus Haß gegen Durchgebrannter Bankier. Mit Hinterlassung vieler Schulden Sturbrandenburg katholisch wurde. Die Leidenschaft des Trinkens ist der 25 Jahre alte Banfier Heinrich Weltgen mit seiner Geliebten, nahm später beim Kurfürsten so zu, daß sein Geist stark litt und er einer 24 jährigen unverehelichten Jda Gehm, durchgebrannt. Vor fich gezwungen fah, die Regierung seinem Sohne zu übergeben. etwa einem halben Jahre machte der aus Laaken bei Düsseldorf Wenige Wochen nach der Abdankung, am 23. Dezember 1619 starb stammende Mann mit einem Teilhaber in der Mittelstr. 24 ein er. Rings um das Land lohte bereits die Brandfackel des dreißig- eignes Bant- und Kugengeschäft von Weltgen u. Co. auf mud mietete jährigen Krieges, der bald unsägliches Elend über Brandenburg in der Berlebergerstr. 34 eine größere Wohnung. In fie ftandesgemäß auszurüsten, entnahm er von einem Möbelhändler für bringen sollte. mehrere tausend Mark Sachen auf Abzahlung, da er tein In der städtischen Gasanstalt an der Danzigerstraße sind Vermögen besaß. Seine Geliebte gab er dabei für seine Frau aus. Göttliche Weltordnung. In Verfolg des Ministerialerlaffes die in diesem Jahre von den städtischen Behörden beschlossenen Um- Sein sicheres Auftreten als Inhaber des Bankgeschäfts verschaffte So lebte Weltgen auf sehr großem Fuße. Seinem über die Wohnungsnot hat jetzt der Landrat des Kreises und Erweiterungsbauten gegenwärtig in vollem Gange. Sie sollen im Kredit. Er sah voraus, was für Niederbarnim, v. Tresckow, an die in Frage kommenden Gemeinden so gefördert werden, daß die höchste Tagesleistung der Anstalt, die Geschäftsteilhaber jedoch gefiel das nicht. fich jezt auf 265 000 kubikmeter Gas beläuft, vom Herbst nächsten ein Ende es nehmen müsse und setzte ihm daher anfangs ein Rundschreiben erlaffen, in welchem er fie auffordert, möglichst dieses Monats den Stuhl vor die Thür. Nun stand der bald Grund und Boden für kommunale Zwecke zu erwerben, Jahres ab auf 350 000 Stubikmeter gesteigert werden kann. Nach Bankier ohne Geld und Stellung da. Seinem Hauswirt bezw. den Grimmdbefiz der Gemeinde thunlichst zu vergrößert. Beendigung des gesamten Ausbaues der Anstalt wird ihre höchste schwindelte er vor, daß er nach Elberfeld reise und ein Zweig Es wird darauf hingewiesen, daß es in den meisten Vororten noch Tagesleistung 400 000 stubifmeter sein können. Der Bau des neuen geschäft aufmache. Die Miete bezahlte er ihm bis zum an ausreichenden Schulhäusern, an eigenen Krankenhäusern usw. großen Gasbehälters von 94 000 Stubikmeter Juhalt ist vor kurzem Oktober, dafür nahm er jedoch die Möbel aus der Wohnung heraus fehlt, deren Errichtung bei der steten Entwicklung der Vororte bald in Angriff genommen worden. Das mächtige Gebäude wird auf dem und verkaufte sie an einen Versteigerer, obgleich er erst einen fleinen eine Notwendigkeit werden dürfte. Es empfehle sich daher, beizeiten nordwestlichen Teil des Gasanſtaltsgrundstückes nahe dem Ring- Teil darauf bezahlt hatte. Dann erzählte er einem Berwandten in auf Landfäufe für Gemeindezwecke bedacht zu sein, da mit einer bahnhof" Prenzlauer Allee" errichtet. der Langestraße, daß er nach Hannover fahre, um Stellung zu suchen, Steigerung der Grundstückspreise gerechnet werden müsse. Die Erhöhung der Gebühren der Tagatoren bei der schrieb noch einem Gläubiger, daß er die Angelegenheit bald begleichen Es galt einst als höchste Weisheit, vom kommunalen Grund städtischen Feuer Societät ist vom Magistrat beschlossen und werde, um ihn von einer weiteren Verfolgung abzuhalten, und ver- und Boden soviel zu veräußern, als nur immer das Zeug halten hierüber der Stadtverordneten Versammlung eine Vorlage zu schwand vor vierzehn Tagen. Jetzt stellt sich heraus, daß er mit seiner wollte, und die in den Gemeindevertretungen maßgebenden Herrgegangen. Es heißt darin: Der von den Gemeindebehörden 1892 Geliebten von Hamburg mit dem Fürst Bismarc" nach Amerika fchaften waren denn auch wacker dabei, der Grundstücksspekulation festgesezte Tarif für die Tagatoren bei der städtischen Feuer- Societät gefahren ist. das Nötige zuzuschanzen. Jetzt, nachdem sich Besitzer und Spekulanten 4 durch den Grundstückswucher schamlos bereichert haben, müssen die Schutzmannes bei Becker und verlangte das zu viel gezahlte Geld Gemeinden vielfach auf Kosten der Steuerzahler für sehr zurück. Als er 20 M. zurück erhalten hatte, erklärte er sich befriedigt tcures Geld den Grund und Boden zurückkaufen. joll einen daß das wundet. Vermischtes. In Leipzig feuerte gestern nacht die 22 Jahre alte Konstantine a ་ Reu Dieb- bald darauf noch eine Bolizeiſtrafe von 15 m. au bezahlen, weil bie Wegen Verrats militärischer Geheimnisse resp. wegen Dieb- bald darauf noch eine Polizeistrafe von 15 M. zu bezahlen, weil die Bredow einen Revolver auf ihren 34 Jahre alten Geliebten, den stahls schwebt, wie die" Potsd. Korresp." meldet, gegenwärtig beim Kellnerinnen an jenem Abende, der Vorschrift zuwider, am Tische der Architekten Franz Zichackert ab, worauf sie die Waffe gegen Gäste Platz genommen hatten. an 2. Garde Feld- Artillerie Negiment zu Patsdam eine eingehende Lehrer einen fulminanten Brief und warf ihm darin vor, daß sich selbst richtete. Das Mädchen ist tot, 8schadert schwer verUntersuchung. In der Nacht vom Montag zum Dienstag wurde er und feine Damen" durch ihn einen Schaden von 35 Mark nämlich aus dem Geschützschuppen des Regiments bei der Kaserne in und 12 M. Polizeistrafe für die Mädchen erlitten haben, während der In Baden- Baden ist durch Berliner Kriminalbeamte in einem der Nedlizerstraße das Verschlußstück eines Geschützes gestohlen. Es Lehrer doch wissen müsse, daß er dem Mädchen unittliche Anträge Hotel eine große Spielergesellschaft aufgehoben worden. ist dies derjenige Teil der Kanone, welcher neuerdings allerlet Ber- gemacht habe. Bekomme er bis zu einem gewissen Termin keinen Zwanzig Personen wurden sistiert, die meisten der Festgenommenen besserungen erfahren hat, die fremden Mächten gegenüber geheim ge- Bescheid, dann würde er mit dem Mädchen nach dem Wohnort des waren gewerbsmäßige Glücksspieler und Buchmacher. halten werden. Das Verschlußstück wiegt etwa einen Centner und Lehrers kommen und nicht ermangeln, der vorgesetzten Behörde desVater und Tochter ertrunken. Bei einer Segelpartie auf technischen Wert von ca. 800 Mark haben. felben Mitteilung zu machen. Der Brief wurde von den beiden dem großen Blöner See find am Mittwochnachmittag Studienrat Es wurde durch die vorgefundenen Spuren festgestellt, Der Angeklagte behauptet, Professor Bensel vom föniglichen Kadettenhaus in Plön, früher in die hohe Mauer, Mitangeklagten mit unterschrieben. gestohlene Verschlußstück über Ein Sohn welche das ganze Kafernement unifriedigt, geworfen und von dort daß es ihm keineswegs um die 35 Mark zu thun gewesen Bensberg, nebst seiner erwachsenen Tochter extrunken. Herren vielmehr nur zur Rechenschaft fortgeschafft wurde. Nur ein mit den Verhältnissen Vertrauter kann bafür habe ziehen wollen, daß trotz der Stückerstattung der 20 Mart des Professors wurde gevettet. den Diebstahl ausgeführt haben, und da nur eine auswärtige Macht noch eine Strafanzeige wegen Polizei- lebertretung erfolgt war. In Breslau ist gestern gegen Mittag im großen Lagerhaus von ein Interesse daran haben kann, den Geschüßverschluß näher kennen Der Staatsanwalt glaubte, daß der Brief nur als Erpressungs- Fedor Pringsheim am Striegauer Plaz ein Cisternenwaggon zu lernen, so liegt die Vermutung nahe, daß ein Agent die Hand verſuch gedeutet werden könne und beantragte gegen Beder Petroleum und 500 leere Petroleumfäſſer, der Firma Röhlich bei dem Diebstahl im Spiel gehabt hat, vorausgesetzt, daß es fich 1 Monat, gegen die Mitangeklagten 14 bezw. 8 Tage Gefängnis. gehörig, in Brand geraten. Durch den Brand war der ganze nicht um einen losen Streich handelt, der aus Uebermut unter- Rechtsanwalt Leop. Meyer bestritt dagegen, daß die Thatbestands- Stadteil gefährdet, weil dicht nebenan drei Baffins mit etwa einer nommen wurde. Die Posten vor der Kaserne und bei dem Geschütz- merkmale der verfuchten Erpressung gegeben seien, da sich Beder Million Liter Spiritus der Firma Hamburger liegen. Die Feuerschuppen haben irgend etwas Verdächtiges nicht bemerkt, woraus einen rechtswidrigen Vermögensvorteil nicht habe verschaffen wehr löschte jedoch in einer Stunde mit zwei Dampfspritzen den hervorgeht, daß der Dieb und seine Helfershelfer mit großer Vorsicht wollen.- Der Gerichtshof hielt eine weitere Aufklärung für not- Brand, der furchtbaren Qualm entwickelte. gearbeitet haben. wendig und beschloß, die beiden Sachfen zu einem nächsten Termin Auf dem Schloffe in Saalfelden bei Salzburg, welches Bankow. Die Gemeindevertretung beschäftigte sich in ihrer als Zeugen vorzuladen. fürzlich durch Feuer teilweise zerstört wurde, stürzten zwei Schornlezten Sigung nochmals mit dem Beschluß über die fünftige Ber: Einen schlechten Ratgeber hatte sich der Handelsmann Karl ſteine ein, wodurch zwei Personen getötet und zwei lebensgefährlich waltung des der Gemeinde gehörigen Begräbnis plages. Es wurde beschloffen, einen Gemeindebeamten als Verwalter gegen ein Fischer in der Person des Rechtskonsulenten Wilhelm Kahl an verlegt wurden. Beide standen gestern vor der ersten Strafkammer des noch näher zu bestimmendes Gehalt einzustellen. Des weiteren lehnt genommen. Unter den Opfern der Baukatastrophe in Basel, über die es die Stadt Berlin ab, das Bollwert der Pante in der von der Landgerichts I. Fischer wegen versuchter Erpressung und wissentlich falscher Anschuldigung, Kahl wegen Beihilfe dazu. Im vorigen wir gestern berichtet haben, befinden sich auch mehrere Deutsche, wie Gemeinde gewünschten Weise auszuführen; es wurde beschlossen, Herbst wurde Fischer von dem Schantwirt Runze in Spandau auf uns ein weiteres Telegramm meldet. Es sind dies Ruemmer Berlin die Ausführung des Bollwerts in der geplanten Weise zu Rückzahlung eines Darlehns verklagt, das Kunze ihm bereits im aus dem Badischen, tot, Bautechniker Wilhelm Bendler aus Anüberlaffen. Der Beklagte behauptete, daß halt und Zimmerleute u emmer, Bruder des Toten, und Ein Gesuch des Sedanfest- Ausschusses, zur Ausschmüdung des Jahre 1892 gegeben haben wollte. es handelte sich um 25 Mart bereits tingwald aus Eichstetten in Baden, verlegt, letzterer schwer. Im Kriegerdenkmals am Sedantage eine Geldsumme zu be- er das Geld nach der Gewährung zurüdgegeben habe und willigen, wurde abgelehnt, nachdem ein Antrag, den Sedantag als acht Tage Schulfest zu betrachten, um auf diese Weise für den Sedanrummel berief fich hierüber auf das Zeuquis mehrerer Personen, ganzen find bis jetzt 3 Lote und 6 Verwundete gefunden, vermutlich welche bei der Rückgabe zugegen gewesen seien. Der Kläger befinden sich noch 2 Arbeiter unter den Trümmern. Die WegGeld loszueisen, ebenfalls abgelehnt worden war. Ein Antrag der Gemeinde Neu- Weißensee auf Bewilligung Stunze befchivor dagegen, daß er das Geld nicht erhalten habe, räumungsarbeiten werden fortgefegt. eines Beitrags zu den Kosten der Neupflasterung eines Teiles worauf Fischer tostenpflichtig verurteilt wurde. Dieser richtete etwa der Prenzlauer Chaussee wurde abgelehnt mit dem Hin- 8 Tage später an Kunze ein Schreiben, welches von Stahl verfaßt weis auf die Verpflichtung des Provinzialverbandes, zu den Kosten war. Es wurde darin dem Adreffaten vorgeworfen, daß er in dem Prozesse einen Meineid geleistet habe. Kunze habe wohlweislich acht beizusteuern. Jahre gewartet, bevor er die Klage angestrengt habe, weil in zwischen einer der Zeugen, der bei der Rückgabe des Darlehns zugegen gewesen sei, verstorben sei. Wenn Kunze sich nicht dazu verstehe, auf die 25 M. zu verzichten, so werde er beim Staatsanwalt wegen Meineids angezeigt werden. Diese Drohung gelangte auch zur Ausführung, aber der Spieß kehrte sich gegen die Anzeigenden. Die Angeklagten blieben auch im Termin mit aller Bestimmtheit dabei, daß Kunz seine Klage zu betrügerischem Zwecke angestrengt und einen Meineid geleistet habe. Es wurden dem Zeugen alle Einzelnheiten vorgehalten, welche sich bei der Rückzahlung der 25 M. abgespielt hatten. Der Zeuge behauptete dagegen, daß er dem Angeklagten Fischer zu drei verschiedenen Malen Geld geborgt habe, mir in den beiden ersten Fällen sei Rückzahlung erfolgt. Er habe deshalb so lange mit der Anstrengung der Klage gewartet, weil Fischer in der Zwischenzeit mittellos gewesen sei. Da der Zenge stunze wiederum seine Aussage mit dem Eide bekräftete, so mußten die Angeklagten verurteilt werden. Sie wurden mit gleichem Maße gemessen und zu je 2 Monaten Gefängnis verurteilt. Das Gehalt für einen neu einzustellenden Nachtwächter wurde auf 540 M. festgelegt, da der Angestellte als Leichenträger noch Nebeneinnahmen hat. Auf eine Anfrage, ob die Gemeinde verpflichtet sei, die im Orte stationierten Kriminalbeamten zu besolden, wurde erwidert, daß der Oberpräsident eine Verfügung erlassen habe, nach welcher die Gemeinden nichts zu zahlen haben. Auf Grund der neuen Gewerbenovelle, die den Gemeinden mit mehr als 20 000 Einwohnern vorschreibt, Gewerbegerichte zu errichten, haben die socialdemokratischen Vertreter in der Gemeindevertretung zu Neu- Weißensee den Antrag auf Errichtung eines Gewerbegerichts eingebracht. Dieser Antrag steht in der Sizung am Freitag zur Verhandlung. Bei dieser Gelegenheit wird sich zeigen, ob sich die Behörden die von verschiedenen Seiten beliebte Auslegung, wonach unter Gemeinden" nur" Städte" über 20 000 Einwohner zu verstehen feien, zu eigen machen werden. Umfangreiche Terrainverkäufe sind in Friedrichsfelde Für Zuhälter das Arbeitshans! Diesem Grundfate folgte erfolgt. Ein Bauerngutsbesizer verkaufte ein Stück Wiefenland für gestern die II. Ferienstrafkammer des Landgerichts I, por welcher sich 90 000 M., drei andre zusammen einen Komplex für 750 000 m. Ser Goldarbeiter Emil Albrecht wegen Kuppelei und KörperWie es heißt, soll auf diesem Stück Land der Schweinemarkt verlegung zu verantworten hatte. Der Angeklagte, ein kräftiger, geabgehalten werden, der bisher in Rummelsburg stattfand. Auch funder, baumlanger Mensch, hatte, nach den Principien vornehmer wird über den Verkauf eines größeren Terrains unterhandelt, auf Müssiggänger, der Arbeit grundfäßlich den Rücken gekehrt und zog welchem ein großes Stahlwert erbaut werden soll. Ein solches es vor, sich als Sklavenhalter zu etablieren, d. H. sich durch eine Institut wäre dem Schweinemarkt mit seinen entsetzlichen Düften Dirne ernähren zu lassen und sie zu verprügeln, wenn sie ihm nicht entschieden vorzuziehen. Auch im Kleinen wissen die hiesigen Bauern genug Geld brachte. Der Gerichtshof verurteilte den Tagedieb nicht ihren Vorteil wahrzunehmen. Angesichts der wirtschaftlichen Serise nur zu zwei Jahren Gefängnis und drei Jahren Ehrverlust, haben diese Notleidenden den Lohn für Ernte- Arbeiten sondern sprach auch die Zulässigkeit der Ueberweisung an die Landesschleunigst von 4,50 auf 4 M. für den Morgen herabgesetzt. polizeibehörde aus, weil er der Ansicht war, daß es für Menschen feinem Mitarbeiter Lehmann, verhaftete Bahnarbeiter Anton ist mal wieder arbeiten lernen. Der im vorigen Monat wegen Totschlags, begangen an dieses Schlages sehr dienlich ist, wenn sie im Arbeitshause erst einaus der Untersuchungshaft entlassen worden; das Strafverfahren wird sich nur auf Körperverlegung mit tödlichem Ausgange erstrecken. Bemerkenswert ist, daß Anton jetzt wieder feine alte Stelle ein nimmt; seine Mitarbeiter, besonders die, welche belastend gegen ihn vor dem Untersuchungsrichter ausgesagt haben, sind darüber gerade nicht sehr erfreut. Gerichts- Beitung. Die üblichen Halsabschneidereien in einer Mädchenkneipe fanden gestern ihr Nachspiel vor der zweiten Ferienstrafkammer des Landgerichts I, vor welcher sich der Schankwirt Eugen Becker und die Kellnerinnen Agnes Kunze und Hedwig Riegel wegen verfuchter Erpressung zu verantworten hatten. Helden des Abenteuers waren givei helle Sachsen, ein Lehrer und ein Bäckermeister aus der Gegend von Dresden, die bei einem Ausflug nach Berlin in das Lokal mit freundlicher Bedienung", Charlottenstr. 73, geraten waren. Ihr Vorhaben, nur ein Glas Bier zu trinfen, wurde durch die bedienende Kellnerin bald untergraben und es wurde genehmigt, daß diese sich ein Glas Wein geben laffen fönne. Sie trat aber fofort mit einer ganzen Flasche an und trotz der lebhaften Proteste der beiden Sachsen und ihrer bestimmten Erklärung, daß sie den Wein nicht bezahlen würden, folgten in überraschend schneller Folge noch 5 Flaschen, so daß die Zeche fchließlich 42 M. betrug. Der eine der beiden Gäste weigerte sich, zu zahlen, und andre bezahlte aber schließlich wurde von den Kellnerinnen getröstet, daß sie noch im Café Bavaria" mit ihnen plaudern würden. Sie wurden aber von den Mädchen„ versegt". Am nächsten Morgen erschien der Lehrer in Begleitung eines der " Tabakarbeiter und Tabakarbeiterinnen. Mittwoch, den 4. September, abends 82 Uhr, bei Nümann, Brunnenstr. 188( nahe dem Rosenthaler Thor): Große öffentl. Bersammlung = Tages Ordnung: Wie stellt sich die Tabatarbeiterschaft Berlins zu dem Vorgehen der Streifenden Sortierer der Firma Juhl, ihren Mitarbeitern gegenüber? Referent Kollege Mag Kiesel. 189/10 Die Kommission der Tabakarbeiter Berlins. C. Butry. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Hente Freitag, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Sitzung der Orts- Verwaltung. Sonnabend, den 31. August, abends 82 Uhr, bei Mörschel, Jüdenstr. 35-36: Kommissionssitzung der Drechsler. [ 108/5 Vereine. Achtung! Vereine. Habe noch zwei größere Säle an Sonnabenden und Sonntagen im Oktober, November, Dezember, Januar, Februar, März zu Toten- Sonntag Bußtag noch H. Ebert, Sommandantenstr. 72. Versammlungen. Die Firma Gebr. Goldmann, Spazierstockfabrik, Grüner weg 118, läßt uns durch ihren Auvalt folgende Berichtigung zugehen: Explosion an Bord eines Dampfers. An Bord des Dampfers" City of Trenton", der von Philadelphia nach Trenton unterwegs war, fand eine Explosion statt, durch welche 7 Personen getötet und 20 verletzt wurden. Das Schiff ist bis zum Wasserspiegel niedergebrannt. Marktpreise von Berlin am 28. Auguft 1901 nach Ermittlungen des tgl. Polizeiprästöinms. D.- Gir. Kartoffeln, nene, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg Welzen, gut mittel gering " † Moggen, gut * Gerste, gut " " 111811180 1111 do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch 8,505, 1,70 1,20 " 1,30 1". " 13,90 1,60 1,20 " " mittel gering 1,60 1,10 " " 1,60 1,10 " " 15, 14,30 " mittel gering 14,20 13,60 " 13,50 12,90 " pafer, gut mittel gering 16,20 15,40 15,30 14,60 14,50 13,80 Butter Gier Karpfen Nale 2,60 2, 60 St 4,- 2,40 1 kg 2,40 2, 2,80 1,40 Bander 2,80 1,20 Hechte 2,40 1,20 7,16 6,66 Barsche 1,80 0,80 8,10 5,70 Schleie 2,40 1,20 40, 25, 45,- 25, Bleie Krebse 1,40 0,80 per Shot 18, 2,50 65, 30, " Nichifirob en Erbsent Speiset ohnen eisen 45 †) Ab Bahn. *) Frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 29. August. Am heutigen Getreidemarkte wurden die Septemberrealisierungen weiter fortgefekt und die gestern und hente erfolgten Abſchlüſſe in amerikanischem Weizen gaben zu Lieferungsabgaben Anlaß. Außerdem kam Amerika schwächer und das effektive Angebot war über Grwarten umfangreich. Von ausländischem Produkt war neben amerikanischem namentlich rumänischer Weizen, allerdings von ge ringer Qualität, billig offeriert. Auch einige Inland sware war zu haben. Die schwache Stimmung erstreckte sich hauptsächlich auf Weizen, der 1/2 bis ¾ M. niedriger einsetzte, während Roggen nur etwa 4 Wt. einbüßte. Als nachher Destreich- Ungarn höhere Preismeldungen sandte, fonnte sich auch Weizen leicht erholen. Das Geschäft in Getreide wie auch in Mehl war völlig belanglos. Hafer war sehr still, aber nur wenig schwächer, Mais unverändert. Rüböl sehr flau auf Paris. Spiritus blieb ohne Notiz. Schluß für Getreide wieder matt, Weizen und Roggen 1/2 M. niedriger als gestern. Witterungsübersicht vom 29. August 1901, morgens 8 thr. Die in der No. 187 des„ Vorwärts" vom 13. August 1901 unter der Spitzmarke, Eine Branchenversammlung der Stocks, Stationen Schirm und Celluloidarbeiter" abgedruckte Notiz ent hält unrichtige Behauptungen über das geschäftliche Verhalten meiner Klientin. 1. Es ist unrichtig, daß in dem Geschäftsbetriebe der Firma Hamburg Gebr. Goldmann, wie in dem Artikel behauptet wird," Zustände Berlin herrschen, die jeder Beschreibung spotten". 2. Es ist unwahr, daß ein Vertrauensmann, weil er mit den ihm angebotenen schlechten Verhältnissen nicht einverstanden war, turzerhand entlassen und dafür eine billigere Kraft engagiert worden ist". 3. Es ist unwahr, daß sich der Vertrauensmann über schlechte Berhältnisse" beschwert habe. Ein von den Arbeitern der Firma Goldmann unterzeichnetes Schriftstück, welches uns gleichfalls von dem Einsender der vorstehenden Berichtigung zugestellt wird, bestätigt den Juhalt der letzteren. Ju der humanistischen Gemeinde, Niederwallstr. 12, in der Aula der Werderschen Ober- Realschule, hält am Sonntag, den 1. September, por mittags 10%, Uhr, Herr Dr. Rudolf Benzig den ersten Vortrag eines Vortragscyklus:" Das Vater unser." 1. Das Beten und der heilige Gottesname. Damen und Herren haben freien Zutritt. Komme mit Muster zum Maßnehmen ins Hans. Bitte Postkarte. Auch nach außerhalb. Von Mk. 38 an Itefere Anzug n. Maß, Aachener reinw. Stoffe, neueste Muster, 2 Anpr., feinsteɣuth. 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Anfang 72 Uhr. Berliner. Geschlossen. Leffing. Geschlossen. Residenz. Geschlossen. Nenes. Geschlossen. Westen." Theater Charivari"( Se: ceffions Brettl). Anfang 8 Uhr. Secessionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 8 Uhr. Central. Die Geisha. Anfang 8 Uhr. Thalia. Geschlossen. Carl Weiß. Die Zauberflöte. Aufang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Fledermaus. Anfang 8 Uhr. Belle- Alliance. Der Better. An: fang 8 Uhr. Jim Garten: Großes Gartenkonzert und Lustiges Brettl". Anfang 6 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Schön war's doch. 8 Uhr. Anfang Apollo. Specialitäten Vorstellung. Frau Luna. Anfang 8 Uhr. Passage Theater. Damen Ringfämpfe. Specialitäten- Vorstellung. Anfang nachmittags 5 hr. Paffage Panoptikum. Speciali täten- Borstellung. Reichshallen. Anfang 8 1hr. Stettiner Sänger. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal.) Abends 8 Uhr: zu kleinen Preisen: Aus dem Tagebuche der Erde." Juvalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Schiller Theater ( Wallner Theater). Castans Panopticum. Friedrichstr. 165. Nur noch kurze Zeit! Die Aufbahrung d. hochselig. Kaiserin Friedrich i. veranstaltet vom Socialdemokratischen Wahlverein. Programm an der Kontrolle gratis. Anfang 4 Uhr.- Billets sind nur bei den Vorstandsmitgliedern und den Bezirksführern zu haben. Bei ungünstiger Witterung findet die Feier in den Sälen statt. 1. d. Kirche zu Cronberg: Central- Verband der Zimmerer Der künstliche Mensch, d.Mirakel d. 20. Jahrhunderts. Deutschlands.( Zahlstelle Berlin.) Sonnabend, den 31. August 1901, in der Aktienbrauerei Friedrichshain( fr. Lipps), Am Königsthor: Zoologischer Großes Sommer- Fest Garten Heute nachmittag 5 Uhr: Grosses Doppel- Konzert unter Mitwirkung des königl. Kammermusikers C. Höhne, Pistonvirtuose. Entree 1 Mark. Von abends 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder die Hälfte. 1 Metropol- Theater. Schön war's doch! Grosse Berliner Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern mit freier Benutzung von„ O, diese Berliner" von Julius Freund. Musik von Victor Holländer. In Scene gesetzt vom Direktor Richard Schultz. Sente, Freitag bleibt das Theater Emil Thomas als Gast. geschlossen. Sonnabendabend 8 Uhr: Eröffnung der Schauspiel Saison. Bum erstenmal: = Die Kronprätendenten. Historisches Schauspiel in 5 Atten von Henrik Ibsen. Sonntagabend 8 Uhr: Die Kronprätendenten. Joseph Josephy a. D. H. Bender. G. Kaiser. Else de Veré a. D. Die Kronprätendenten. Frid Frid. F. Georgette. Central- Theater. Heute Anfang 8 Uhr mit ganz neuer Ausstattung an Kostümen, Dekorationen und Requisiten bei ermäßigten Preisen zum 733. Mal: Gastspiel: zur Feier des 18. Stiftungs- Festes. Gr. Garten- Konzert ausgeführt vom Neuen Berliner Konzert- Orchester. Dirig. Rud. Tietz. Auftreten der Gesellschaft Strzeletvicz. Lebende Photographien. Preiskegeln. Fackelzug. 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