Nr. 203. Abonnements- Bedingungen: V Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. SonntagsNummer mir illuftrierter SonntagsBeilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Post BeitungsPreisliste für 1901 unter Dr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Norwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebnye beträgt für die fechsgespaltene Rolonels zeile oder deren Raum 40 fg., für polittsche und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Mit dem 1. September 1901 eröffnen wir ein neues Abonnement auf den ,, Vorwärts" mit seinem wöchentlich fünfmal erscheinenden Unterhaltungsblatt und der Sonntags- Beilage ,, Die Neue Welt" Im Unterhaltungsblatt beginnen wir nach Abschluß des Romans Arbeit“ von 3ola mit der Veröffentlichung des prächtigen Seeromans " „ Drauf los!" Von Jonas Lie. Neu eintretende Abonnenten erhalten den bisher erschienenen Teil der Arbeit" tostenlos nachgeliefert. Für Berlin nehmen sämtliche Zeitungsspediteure, sowie unsre Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennig frei ins Haus. Für das übrige Deutschland nehmen sämtliche anstalten Bestellungen zum Preise von Sonnabend, den 31. August 1901. wirkt." Expedition: SW. 19, Beutl- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. D Gewerbe- Ordnung, daß in den Werkstätten, ausreichender würden; das Gift haben sie schon im Leibe aber auf die & uftraum" vorhanden sein soll, wird aber durch jene Bundesrats- Krantenliste der Fabrik sollen sie nicht kommen. verordnungen nicht verbessert sondern verschlechtert. damit die hohe Erkrankungsziffer nicht etwa schließlich Was ferner den ebenfalls im§ 120a geforderten, aus auch die Behörden stugig macht und energischeres Eingreifen reichenden Luftwechsel" anbelangt, so gehört er zu den derselben veranlaßt! Namentlich in den Bleiweißfabriteit jenigen Vorschriften, denen die Unternehmer mur ganz find solche Manöver üblich; im allgemeinen sind aber überhaupt die widerstrebend nachkommen. Eine Beobachtung, die für das ganze chemischen Fabriken die Stätten schlimmster Reich zutrifft, machte darüber der Gewerbe- Aufsichtsbeamte für die Gesundheitsschädigungen der Arbeiter. Im RegieProvinz Westpreußen. Er schreibt in den Berichten für 1900: rungs- Bezirk Potsdam soll zwar nach dem Bericht für 1900 be„ Die auf die Beseitigung und Verminderung gesundheitsonders in der chemischen Großindustrie die Absaugung von Staub licher Schädigungen gerichteten Bestrebungen finden bei den und giftigen Gasen„ einvandsfrei durchgeführt" sein; für die im Arbeitgebern meist geringeres Entgegenkommen, als Bezirk Berlin Charlottenburg liegenden chemischen die auf Verminderung der Betriebsunfälle zielenden, Haupt- Fabriken behaupten die Arbeiter jedoch mit Fug und Recht das sächlich wohl, weil erstere in der Stegel to stspieliger sind, ferner Gegenteil! In manchen Betrieben sind Ventilations- Einrichtungen vorweil bei ihnen Notwendigkeit und Erfolg weniger in die Augen springen und die Gleichgültigkeit der Arbeiter hemmend handen, verurfachen aber derartigen 8ug, daß die Arbeiter lieber in schlechter Luft arbeiten und die Lüftungsapparate abstellen, als Die Gleichgültigkeit der Arbeiter beruht zum Teil daß sie sich Erkältungskrankheiten zuziehen. Namentlich dort, wo mur auf Mangel an Aufklärung über die Schädigungen, die sie durch durch Deffnen der Fenster frische Luft zuströmen kann, wird der Post- ungefunde Luft erleiden, zum größeren Teil aber ist sie eine entstehende Bug oft unerträglich, oder, wenn die Fenster infolgedessen Folge der Vergeblich feit ihrer Bestrebungen, bessere Luft 2c. geschlossen bleiben, die Luft im Arbeitsraum. Verschlechtert wird zu erhalten. Das Unternehmertum leistet gegen diese Anforderungen diese auch noch durch Petroleum- oder Gasmotoren, oder durch die 1 Mark 10 Pfennig pro Monat oft den zähesten Widerstand; der Beamte für Kassel berichtet so- Beleuchtung. Aus westpreußischen Buchdruckereien wird ( ausschließlich Bestellgeld, 14 Pfennig pro Monat) entgegen.( Ein- gar, daß in einigen Fällen sich die Arbeitgeber während der münd- berichtet, daß dort zur Heizung auch die Petroleumgetragen ist der„ Vorwärts" in der Post- Beitungsliste unter Nr. 7671.) lichen Verhandlungen über die Mißstände ihrer Anlagen zu beleuchtung dient, so daß die Luft infolgedessen sehr schlecht beleidigenden Aeußerungen gegen den Gewerbe- war; sobald aber die Räume ventiliert wurden, war es zu falt. bestellt werden; der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich nahmen die gesundheitschädlichen Einflüsse beseitigt Im Auslande kann der„ Vorwärts" gleichfalls bei der Post Suspektor hinreißen ließen und erst durch polizeiliche Maß- Gesundheitsschädigungen der Arbeiter durch zu kalte oder feuchte werden oder überhizte und zu trockene Arbeitsräume sind überhaupt keine 5 Fr. 1 Cts. in Belgien, 3 Fl. in Holland, 3 Kr. 59 Dere ahmen die gesundheitschädlichen Einflüsse beseitigt tonnten! Ventilationsanlagen kosten Geld- und das Seltenheit! in Dänemark, 5 Fr. 71 Cts. in Italien, 5 Fr. 15 Cts. in Luxemburg, 4 Str. 66 Heller in Oestreich- Ungarn, 6 Fr. Unternehmertum will von solch überflüssigen Ausgaben" nichts Auch für genügende Wascheinrichtungen, die doch für 10 Cts. in Rumänien, 4 Str. 17 Dere in Schweden, 5 Fr. in der wissen. Bei Neu- Anlagen fann es mitunter zu denselben auf die Gesunderhaltung so wichtig sind, wird nur selten gesorgt und Schweiz; 9 M. in Frankreich, England, Spanien und Grund des§ 16 der Gewerbe Ordnung( Genehmigungspflicht) ge- Bade- Einrichtunglen gelten selbst in vielen staubigen BePortugal, den Vereinigten Staaten von Nord- zwungen werden, und solche sind daher auch selbst bei Fabrikationen, trieben den Unternehmern als ein überflüssiger Lugus. Der Bericht amerika und andren zum Weltpostverein gehörenden außer die bisher als unvermeidlich staubig und schmutzig galten, sauber aus Münster meldet, daß Bade- Einrichtungen nur spärlich voreuropäischen Ländern. und gut gelüftet. In bestehenden Anlagen aber haben die Ge- handen waren und eine recht leistungsfähige Fabrik, der bei der werbe Aufsichtsbeamten kein direktes Zwangsmittel zur Verfügung Genehmigung die Bade- Einrichtung vorgeschrieben war, erst durch oder mindestens scheuen sie sich, auf Grund des§ 120 a und der Geldstrafe zu deren Anlage gezwungen werden konnte. In den Ministerialverordnung von 1884 mit Zwangsmitteln vorzugehen, andren Bezirken ist es nicht viel besser. Anzuerkennen ist dem zumal sie ja schließlich auf die Urteile der Gerichte angewiesen gegenüber, daß in den staatlichen Fabriken des Bezirkes sind und bei diesen schon bezüglich der weit klareren Vorschriften Potsdam nicht nur überall Bade- Einrichtungen vorhanden sind, über Arbeitszeit jugendlicher oder weiblicher Arbeiter sehr schlechte sondern den Arbeitern auch das Baden unentgeltlich Erfahrungen gemacht haben! während der Arbeitszeit ohne LohnkürzungerUnter Kreuzband direkt von der Expedition bezogen kostet der Vorwärts" pro Monat 2 Mart innerhalb Deutschlands und feiner Kolonien und in Destreich Ungarn, im Ausland 3 Mart pränumerando. Redaktion und Expedition des Vorwärts". Der gewerbliche Gesundheitsschuh. M D 9 = D Es Einen fü: die Unternehmerpraktiken recht kennzeichnenden Fall möglicht ist. Das letztere ist sehr wesentlich! Wenn der Arbeiter meldet der Bericht aus dem frommen Münster. Dort waren in erst nach beendetem Tagewerk baden soll, wird er meist zu abs Noch mehr wie mancher andre Zweig der socialen Fürsorge einer großen Spinnerei die Luftbefeuchtungs- Apparate in den gespannt sein und froh, daß er nach Hause gehen kann. Soll das wird die Gewerbehygiene von der Gesetzgebung stiefmütterlich be- Spinnsälen, wo sie den Staub von den Zungen der Arbeiter Baden ihm eine Erholung und keine Last sein, so muß er während handelt. Die allgemeinen Vorschriften der deutschen Gewerbe- fern halten sollen, nicht in Betrieb gesetzt; dagegen waren sie im der Arbeitszeit und ohne Geldverlust Gelegenheit Ordnung, wie fie der§ 120a bietet, ermöglichen die engherzigste Badraum, wo durch sie in betrügerischer Weise das Gewicht des dazu haben. Auffassung und die Bundesrats Verordnungen, die sich auf Garns infolge der größeren Luftfeuchtigkeit künstlich erhöht wird, All diese Einrichtungen Baden und Waschen, Ventilation einzelne besonders gesundheitsgefährliche Betriebsarten beziehen, fleißig in Thätigkeit! Ob die Arbeiter sich die Schwindsucht holen, und genügend großer Luftraum, zweckmäßige Heizung und Beunterstützen diese enge Begrenzung des Gesundheitsschutzes, ist gleichgültig! leuchtung sind heute noch dem Gutdünken der Unternehmer überindem sie den sanitären Arbeitstag", den sie nach§ 120e Aus Sparsamkeit" benußen Holzbearbeitungs- Fabriken in lassen. Die vorhandenen Gesetzesbestimmungen könnten zwar bei der Gewerbe- Ordnung festsetzen können, viel zu lang bemessen, da- Berlin oft Entlüftungsvorrichtungen( Exhaustoren), die zu klein energischer Handhabung viele Schäden beseitigen, aber wie die ob gegen den Mindest- Luftraum, der für jeden Arbeiter vorhanden sein sind, so daß sie mit hoher Tourenzahl laufen müssen, trotzdem waltenden Mißstände beweisen, geschieht es nicht. Aufgabe der foll, viel zu gering. Da ist es denn kein Wunder, wenn in den mangelhaft wirken und die Nachbarschaft durch Lärm in unerträge Arbeiter Organisationen ist es, hier helfend einzujenigen Betriebsorten, bei denen nicht durch Bundesrats- Verordnung licher Weise belästigen". Solche„ Sparsamkeit" veranlaßt es auch, greifen, teils indem sie ihre Mitglieder über den Wert der die ganz besondere Gesundheitsschädlichkeit anerkannt ist, die un- daß in Solinger Metallschleifereien Absaugevorrichtungen oft von Gesundheitschutz- Einrichtungen aufflären, teils indem fic günstigsten Arbeitsbedingungen üblich sind. Wenn z. B. für Lenten hergestellt werden, die kein Verständnis für die Sache den Gewerbe Aufsichtsbeamten über die vorhandenen MißCigarrenfabriken nur 7 Kubikmeter Luftraum pro Kopf ver- haben. Vor allem", wie der Aufsichtsbericht mitteilt, kommt es in stände Mitteilung machen und gleichzeitig einen Druck ausüben, langt werden, wie tann dann der Gewerbe Aufsichts- solchen Fällen den zur Anlegung einer Staubabsaugung gezwungenen damit Abhilfe geschaffen wird. Auch die Krantentassen können beamte von Industriezweigen, bei denen kein giftiger Staub Unternehmern darauf an, daß etwas Billiges geschaffen dabei außerordentlich fördernd eingreifen. Der Gewerbe- Inspektor entwickelt wird, mehr fordern? In den Nähstuben und wird". zu Stottbus hat hier den richtigen Weg beschritten, indem er mit Konfektions- Werkstätten zu M.- Gladbach fand die Aussicht auf allgemeinere Einführung einer Ventilationsanlage den dortigen vereinigten Orts Srantentassen in Verbindung Assistentin der Gewerbe- Inspektion, wie der Bericht für 1900 mit- hat diese mur dann, wenn sie dem Unternehmer Nutzen trat und sie veranlaßte, ihre Bücher derartig zu führen, daß teilt, auf den Stopf jeder Näherin nur 4,2 bis 5,3 Stubikmeter Luft- bringt. Das braucht nicht gerade durch solche Manipulationen aus ihnen jeder Zeit die Zahl der erkrankten raum! Der Gewerbe- Inspektor fordert, daß hier ein Mindest zu geschehen wie in München( Anfeuchtung der Garne), männlichen, weiblichen und jugendlichen Pers Luftraum vorgeschrieben würde. Wenn dieser aber wie bei sondern kann auch dadurch erfolgen, daß wie zum Beispiel aus sonen zu ersehen ist. Dadurch hofft er mit Recht, Zigarrenfabriken nur 7 Kubikmeter beträgt, bleibt das alte Glend. Holzbearbeitungs- Fabriken in Frankfurt a. O. gemeldet wird, die ein Bild über die Art und Zahl der Erkrankungen in den einzelnen Und doch sind die überfüllten Werkstätten, auch ohne daß Entfernung der Spähne unter Einrechnung der Betriebs- Industriezweigen zu erhalten. Der Vorstand der Kottbuser Orts giftiger Staub oder überhaupt nur Staub in ihnen entwickelt wird, fosten für den Exhaustor, der Kosten für Amortisation des Anlage- Krankenkasse kam diesem Wunsche bereitwilligst entgegen. eine Hauptursache zahlreicher Erkrankungen. In seinem Londoner tapitals und Instandhaltung usw., billiger tam als vorher, wäre wünschenswert, ivenn andre Kassenvorstände Vortrag hat Professor Koch jüngst darauf hingewiesen, daß außer wo die Spähne durch mehrere Arbeiter entfernt werden mußten". mun den Gewerbe- Aufsichtsbeamten ihres Bezirks in gleicher überfüllten Wohnungen auch die überfüllten Wertstätten Nun wird mit den Spähnen auch der Holzstaub abgesangt und Weise mit Statistiken zur Hand zur Hand gingen. Solch' ziffern Schwindsuchtsherde find übrigens ist sonderbarerweise in der da das noch billiger ist, wie die alte Rücksichtslosigkeit gegen die mäßiger Nachweis über die Gesundheitsschädigungen der Arbeit Resolution des Londoner Tuberkulosen- Kongresses nur von Arbeiter, wird sich wohl die mechanische Spähneabsaugung nach dem kann sehr viel zur Besserung der Zustände beitragen; veranlaßt er überfüllten Wohnungen die Rede, was aber wohl nur auf System von Pollrich- Leipzig Bahn brechen! die Gesetzgeber nicht, Abhilfe zu schaffen, so rüttelt er mindestens die einem redaktionellen Bersehen beruht(?!). Mitunter aber läßt ein Unternehmer, der zur Beobachtung Arbeiter auf, daß sie über ihre traurige Lage sich klar werden und Gine preußische Ministerial- Verordnung vom gesundheitlicher Vorschriften gezwungen wird, seine Wut an den andre, bessere Gesesgeber wählen! 7. Mai 1884 fegt als Mindestmaß für einen Kopf in Werkstätten und Arbeitern aus! So nahm im Bezirk Magdeburg ein CigarrenVersammlungsräumen 26 Subikmeter Luftraum fest. Das fabrikant die gestellten Forderungen über die zulässige Anlegung der entspricht auch den hygienischen Forderungen, höchst selten aber den Arbeitsräume zum Anlaß, um feine sämtlichen älteren thatsächlichen Verhältnissen das heißt mit Ausnahme der Ver- Arbeiterinnen zu entlassen. Die Bemühungen", schreibt sammlungsräume, bei denen ja namentlich in Berlin in der Aufsichtsbeamte,„ dieselben bei andren Fabrikanten unterzubringen, peinlichster Weise von der Polizei darauf geachtet wird, daß nicht mehr waren leider vergeblich!!" Personen sich im Lokal aufhalten als jenem Ministerialerlaß entspricht. Selbst in Betrieben, in denen giftige Stoffe verarbeitet oder Dabei wirkt ein geringerer Luftraum in Versammlungslotalen entwickelt werden, kommen nur selten die Unternehmer freiwillig durchaus nicht so gesundheitsschädlich als in Werkstätten, denn in dazu, die entsprechenden Schutzmaßnahmen zu treffen; meist müssen ersteren hält man sich ja nur einige Stunden auf, in letzteren den sie zu deren Anlage gezwungen und wegen deren Betrieb auch noch ganzen Tag und außerdem Tag für Tag! Troydem aber hat sich überwacht werden. Wie bei den Unfällen ist denn auch der häufige die ministerielle und polizeiliche Fürsorge noch niemals den Wert Wechsel des Arbeiters eine Ursache der Mißstände; je stätten mit der Forderung zugewendet, daß 26 Kubikmeter Luftraum weniger ein Arbeiter mit dem Betriebe vertraut ist, um so weniger pro Kopf vorhanden sein müßten! Im Gegenteil, die Bundesrats- vermag er sich gegen dessen Gefahren zu schützen. In gewissen Berordnungen fordern ja nur 7 Kubikmeter für Cigarrenfabriken, Betrieben, z. B. in Bleifabriken, wird der häufige Wechsel 12 Kubikmeter für Buchdruckereien, 15 Kubikmeter für Schriftgießereien der Arbeiter dadurch veranlaßt, daß innerhalb turzer Zeit die und Stereotypien und nur für die ganz besonders gesundheitsschädlichen Beschäftigten erkranken und nach der Genesung noch leichter wie Quecksilber- Spiegelbeleganstalten tommen 30 und 40 Rubikmeter zuvor. Andrerseits werden Arbeiter, die eine gewisse Zeit thätig Luftraum in Betracht. Die dehnbare Bestimmung des§ 120a der waren, entlassen, da sie voraussichtlich demnächst erkranten " Politische Neberlicht. Berlin, den 30. Auguft. Der Wuchererzwist. Der Hader zwischen den extremen Agrariern und den Centralverbändlern gewinnt noch stets an zornvoller Heftigkeit. Da der Centralverband deutscher Industrieller den Mindesttarif für die Getreidearten verwirft, schreit die„ Korresp. des Bundes der Landwirte" über Verrat: Die Iuft zwischen den Vertretern einer nationalwirtschaft. lichen Politik und der Industrie wird immer tiefer, da immer unzweidentiger zu Tage tritt, daß die Industrie schmählichen Verrat an der Landwirtschaft üben will. Trotz der feierlichen Zusicherungen der industriellen Vertreter im Wirtschaftlichen Ausschuß, der Landwirtschaft bei den kommenden Verträgen die ihr gebührende 1892/93 nicht gewordene Berücksichtigung angedeihen und einen ausreichenden Zollschutz zu teil werden zu lassen, trotz der früheren Zustimmung zu dem für die Landwirt Man ber= die Chinesen den europäischen Herrschern mit dem 1 felben Respett begegnen, den sie ihrem Monarchen bezeigen. Das Ceremoniell beim Empfange vor dem chinesischen Kaiser Safer beſteht für Chinesen im Rotau( dreimal mit der Stirn den Boden berühren, alsdann neunmal berneigen). Das dürfte der Grund sein, weshalb man den Notau auch in Berlin verlangt. Gerade dem Charakter der Sühne gesandtschaft ist solche Forderung durchaus angemessen." fchaft allein acceptablen System eines allgemein durchgeführten Doppeltarifs, nimmt der Centralverband jetzt entschieden Stellung selbst gegen die gänzlich ungenügende festlegung eines Mindestzolles für die vier Hauptgetreidearten im Regierungs= enfant gefchweige denn für die von landwirtschaftlicher Seite aufgestellten Forderungen eines ausreichend hohen Mindest zolles für alle landwirtschaftlichen Erzeugnisse. gegenwärtige sich nur das geradezu raffinierte Vorgehen des Centralverbandes in der Zolltariffrage. Zunächst bas Versprechen, für alle von der Landwirtschaft im Interesse ihres Man hat sich in Deutschland während des Khaki- Feldzuges Gewerbes als unbedingt notwendig erkannten Forderungen in- weiblich luftig gemacht über das abgeschmackte, für das europäische dustriellerseits einzutreten, da man fich darüber klar war, daß die Empfinden widerliche Ceremoniell, das das verknöcherte chinesische Landwirtschaft unter anderen Umständen niemals den enormen Leben beherrsche und namentlich in den höfischen Bräuchen zum Zollerhöhungen für industrielle Produkte zugestimmt hätte, Ausdruck gelange. die sich heute schon eines reichlichen Schußes erfreuen. Sodann Ausdruck gelange. Und dies grotest- lächerliche, für europäische Behatte man es, offenbar durch sehr geschickte und erfolgreiche Arbeit griffe von Menschenwürde geradezu schmachvolle Ceremoniell soll hinter den Kuliffen, verstanden, die Regierung dazu zu bewegen, nun an einen europäischen Hof importiert werden! diesen der Landwirtschaft feierlichst zugesicherten Schuß schon in Freilich, wie wir annehmen wollen, nur für den singulären Fall des dem Zolltarifentwurf der Regierung auf ein gänzlich un- Empfangs der Sühnegesandtschaft. zureichendes Maß zurückzuschrauben, die Zoll- Die bürgerliche fäge für industrielle Produkte dagegen fast durch Presse behauptet, dieser Import asiatischer Unfitte werde dadurch weg auf der vorgesehenen Höhe au erhalten. gerechtfertigt, daß erstens Asiaten sich ihr unterwerfen sollten Der von der Händlerpresse und der Demokratie in Scene gefegte und daß zweitens der Charakter der Sühne gesandtschaft gewahrt ,, Entrüstungssturm gegen den Brotwucher" und die indifferente Haltung der Regierung dazu bot dann unfren industriellen bleiben müsse. Wir sind indes der unmaßgeblichen Meinung, daß " Freunden" die willkommene Gelegenheit, die heuchlerische Maske es Europäern schlecht ansteht, selbst solche Individuen zur Uebung gänzlich fallen zu lassen und, da sie hoffen, durch ihre neueste Stellung eines allgemein als unwürdig und abgeschmackt empfundenen nahme zu den übertriebenen" Forderungen der Agrarier die öffent- Ceremoniells zu zwingen, die in ihrer Heimat demselben unterliche Aufmerksamkeit immer mehr von den zum Teil geradezu worfen sind. Und dann sollte doch auch nicht übersehen werden, exorbitanten 8ollerhöhungen für Industrieprodukte abzulenken, daß von einer im tiefsten Grunde würdelosen und lächerlichen schwenken sie jetzt offen in das Lager der Gegner ein, von deren Ceremonie nicht nur diejenigen betroffen werden, die den Dankbarkeit für die Unterstützung im Stampfe gegen die Agrarier leidenden Teil darstellen. fie die Erfüllung ihrer eignen Forderungen erivarten. Ein teuflisch schlau ersonnener Plan, bei dem man zwei Nicht wie in Gumbinnen. Der Boff. 3tg." wird aus Altona vom 29. August ge schrieben: Wegen gefeswidriger Besetzung des Obere Kriegsgerichts mußte eine auf heute anberaumte Ver handlung vor dem Ober- Kriegsgericht des 9. Armeecorps ver tagt werden. Es sollte eine Berufung eines Musketiers des 76. Infanterie- Regiments gegen ein Urteil des Kriegsgerichts der 17. Division verhandelt werden. Bevor jedoch in die Verhandlung eingetreten werden konnte, tauchte die Frage auf, ob das Gericht auch eine den Anforderungen der Militärgerichts- Ordnung entsprechende Besetzung habe. Das Ober- Kriegsgericht sezt sich nach der Militär- Gerichtsordnung aus Ober- Kriegsgerichtsräten und ständigen Offizierrichtern oder deren ständigen Stellvertretern zusammen. Die ständigen Offizierrichter und die ständigen Stellvertreter werden alljährlich zu Be ginn des Geschäftsjahrs von dem Gerichtsherrn bestimmt und bereidigt. Wenn nun einer dieser Richter für längere Zeit fandi erbeit ber Itberalen- aus ſeinem Amte ausſcheiden muß, tann ein ander Offiziler, Im Gegenteil, unser ästhetisches und moralisches Empfinden wird Fliegen mit einer Klappe schlagen würde, d. H. einmal für sich selbst vielmehr durch die Duldung, durch das Heischen der einen hermetischen Schugwall gegen die ausländische industrielle verächtlichen asiatischen Sitte des Niederwerfens in den Staub beSonkurrenz schaffen und auf der andren Seite durch abermalige leidigt, als durch die Exekution desselben durch diejenigen, die Preisgabe der Landwirtschaft für lange Zeit hinaus auf Grund durch eine Weigerung der Despotenanbetung schwere Strafen immer weiter sinkender Getreidepreise billige Arbeits- gewärtigten. " noch werden. Zu den ständigen Offizierrichtern des 9. Armeecorps ge= hören auch einige Offiziere des 76. Regiments in Hamburg. Dieses Regiment sollte nach einem Programm, das schon vor längerer Zeit festgelegt wurde, zur Zeit im Lotstedter Lager sein, und das Ober- Striegsgericht hatte daher geglaubt, die ständigen Richter dieses Negiments für diese Beit der Abwesenheit als verhindert betrachten und andre Offiziere des 31. Regiments( Altona) als Richter berufen zu müssen. Heute morgen erschienen somit jene nicht ständigen Offizierrichter als Stellvertreter. Das 76. Regiment ist aber infolge einer plöglichen Umänderung der früheren Bestimmungen nicht nach dem Lofstedter Lager abgegangen, sondern befindet sich in seiner Garnison( Hamburg). Man wollte nun schleunigst die ständigen Offizier- Richter zur Stelle rufen und ließ Zeugen und Angeklagten reichlich eine Stunde warten. Als dann aber die Richter noch nicht zur Stelle waren, trat das OberKriegsgericht zusammen und erklärte sich übereinstimmend mit den Ausführungen des Vertreters der Anklage für un zuständig, weil eine gefezwidrige Besetzung vorhanden sei. Da die ständigen Offizier- Richter in ihrer Garnison seien, dürften nicht andre Offiziere als Richter in dem Ober- Kriegsgerichte thätig sein. Sauptmann v. Beffer vor dem Kriegsgericht. Wiederum Ausschluß der Oeffentlichkeit. leitung des Strafverfahrens zu schreiten.. löhne sich sichern würde. Wenn das offizielle Organ Bisher war es denn auch üblich, daß europäische Herrscher sich des Centralverbands, die Deutsche Industrie- Zeitung" meint, daß es noch die Frage fei, ob es im Intereffe der Landwirtschaft liege, von ausländischen Gesandten in den Sitten ihres Landes, nicht in wenn einzelne heißblütige Hochagrarier die Sache so weit treiben, türkischer, botokudischer oder chinesischer Weise huldigen ließen. Sie daß schließlich die schutzöllnerische Reichstags- Mehrheit verjagt" betrachteten es niemals als einen Mangel an geschuldeter Ehrfurchtsso können wir immer nur wiederholen, daß die Landwirtschaft bezeugung, wenn ein Chinese sich nach europäischem Hofceremoniell fich längst darüber einig ist, unter den beiden Uebelu: nur verbeugte, während er sich vor seinem einheimischen Herrscher Es ist erimmerlich, daß Abgeordneter Bebe I im Reichstage den ungenügende Iandwirtschaftliche 3ölle bei in den Staub werfen mußte. Weßhalb also auf einmal Hauptmann in der Kameruner Schutztruppe, v. Besser, schwerer gleichzeitig fast prohibitiven Juduſtriezöllen oder feine 3ölle weder für die Landwirtschaft garder rabulistische Beweis, daß der Majestät eines europäischen Herr- Soldatenmißhandlungen beschuldigte. Jufolge dieser öffentlich exIndustrie das kleinere, das heißt das letztere zu wählen, ſchers etwas an Ehrfurcht unterschlagen werde, wenn die Be- hobenen Anklage ſah sich die Militärbehörde genötigt, die civilisatorische Das ist nicht, wie unsre Gegner es immer aufzufassen belieben, grüßung nicht in der Form des Landesceremoniells des Grüßenden Thätigkeit des Hauptmanns in Afrika zu untersuchen und zur Eineine leere Drohung, sondern das ist blutiger Ernst. Ein Zu- erfolge?! sammengehen der Landwirtschaft mit der Industrie ist nur dann Gerade aber dadurch, daß man jetzt auf einmal das europäische möglich, wen, wie wir schon letthin ausgeführt, die Industrie Hofceremoniell mongolisch revolutionieren will, beläd man die Sühneihre voltswirtschaftliche Grundanschauung im nationalwirtschaft- mission mit einer ungewöhnlichen Schmach. lichen Sinne revidiert und in Zukunft durch ihr Verhalten den Ein englisches Blatt hatte bekamitlich auch auf die entwürdigende Beveis liefert, daß sie es mit ihren Versprechungen und Ab- Devotion hingewiesen, die europäische Gesandte dem Kaiser von machungen ehrlich meint. Ihr bisheriges Vorgehen in der Zoll- China erweisen mußten. Nun, die Köln. 8tg." erklärt das tariffrage gegenüber der Landwirtschaft kann man nur als lang selbst, bereits seit vielen Jahrzehnten ist es diesen Gevorbereiteten Verrat bezeichnen." fandten gestattet, dem Kaiser von China in europäischer Weise den standesüblichen Gruß zu entbieten. Es wäre also ein Rückfall in eine längst abgeschaffte mongolische Unfitte, wenn jest europäische Herrscher verlangten, was der Beherrscher des himmlischen Reiches längst nicht mehr zu fordern wagt. Weshalb also die Chinesen zu über chinesen? Uns interessiert hier das Zugeständnis, das dem Bündlerorgan im Born entschlüpft, daß die Kornzoll- Erhöhung das Brot des Arbeiters verteuert. Denn wenn dem industriellen Unternehmer vorgeworfen wird, er wolle sich durch niedrige Getreidepreise„ billige Arbeitslöhne" sichern, so schließt dieser Vorwurf das Bekenntnis in sich, daß die Erhöhung der Getreidezölle das Brot so sehr verteuern werde, daß die Arbeiter genötigt find, höhere Arbeitslöhne von den Unternehmern zu erzwingen, um sich nur auf dem bisherigen Nahrungsniveau zu erhalten! Doch dies nebenbei: 〃 # Warum aber der Sühnemission noch eine besondere kleinliche Demütigung auferlegen? Die Reise nach Berlin ist ja im Grunde schon Demütigung genug, schon Demütigung zu viel für ein Land, das man mit gepanzerter Faust niedergeworfen und Das Organ der Eifenindustrie, die Berliner Neuesten entseglich verheert hat, dem man die schmählichsten Friedens Nachrichten", erwidert den Bündlern in nicht höflicherer Tonart: bedingungen auferlegte. Es zeugte von überchinesischem Geiste, " Eine ernste Widerlegung verdient dieser blöde Ergus wollte man sich auf ein lächerliches Ceremoniell versteifen, das selbst nicht, man muß aber von ihm Notiz nehmen, um Stimmungs- vom Standpunkt der deutschen Regierung aus vollund Denkungsart in gewissen agrarischen Kreisen zu kennzeichnen." ständig überflüssig, ja politisch im höchsten Maße unLiberale Blätter, Gegner jeder Zollerhöhung, laffen sich durch klug ist. diesen Hader in der Unentwegtheit ihrer zollpolitischen Illusionen neu bestärken. Das Berliner Tageblatt" jubiliert: Das agrarindustrielle Bündnis fracht!... Der unnatürliche Bund zwischen den Hochschutzöllnern aus beiden Lagern geht unausweichlich in die Brüche." Aeußerungen, die er, wie einem Lokalblatte telegraphiert wird, bei Daß Prinz Tschun sich seiner Lage voll bewußt ist, beweisen einem Tischgespräch gethan hat: „ Ich komme nicht nach Berlin", sagte er, um mich dort feiern zu lassen. Als man mir in Shanghai, also im Reiche Gewiß ist es aus mit dem Bündnis Klapper- Bueck. Doch was meines Bruders, ein Fest geben wollte, habe ich es abgelehnt, indem bedeutet dies für die Entscheidung des zollpolitischen Kampfes? ich betonte, daß in dieser Zeit des Leidens und Mag die Schreikraft der extremen Bündler noch so hoch annach so vielen über unser Volt gekommenen geschlagen werden, mag ihr Born gegen den Centralverband Schreden es sich nicht gezieme, Feste zu begeben. auch echt und ihre Unzufriedenheit über den von der Regierung vorgelegten Tarifentwurf nicht tendenziös erheuchelt sein, schützt dieser Zwist zwischen den Agrariern und dem Centralverband das deutsche Volt irgendwie vor der Verwirklichung des un geheuerlichsten 3ollwuchers? Nimmermehr! Viel höhere Bedeutung für die Entscheidung dieser Kämpfe als das Lärmen der extremen Bündler hat die Stellungnahme der großen Parteien. Und hier ist keineswegs eine günstige Aenderung der Situation festzustellen. Vor allem hat das Centrum in Osnabrück seine agrarische Ueberzeugung fo unzweideutig bekundet, daß die Bost" nicht mit Unrecht die zollpolitische Situation wie folgt charakterisieren darf. Ich sehe nichts, was inzwischen die Lage meines schwer geprüften Bruders und Kaisers und die Lage meines Volkes geändert hat... Ich verstehe auch sehr wohl den Ernst meiner Mission. Es giebt Leute, die mich für zu jung halten, als daß ich den vollen Ernst meiner Aufgabe begriffen haben könnte. Diese Leute irren sich sehr und kennen weder meinen Charakter noch meine Erziehung, die von früher Zeit an dem Studium unsrer Weisen und Klassiker gewidmet war. Ich will aber in Deutschland auch lernen, und da erscheint meine Jugend mir sogar als Vorzug... Darum bebauere ich aber auch aus tiefstem Herzen, daß die Erfüllung meiner Mission eine Verzögerung erfahren hat". Ob die Lektion, die man demi anscheinend geistig wenigstens wunderbaren feineswegs zurückgebliebenen Brinzen durch den " Der Wortlaut der auf der Osnabrüder Statholiten- Ceremonienkonflikt erteilt hat, ihn mit besonderer Hochachtung für Versammlung angenommenen Resolution Herold über die land- Deutschland erfüllen wird? Ob er Deutschland, das sich über wirtschaftlichen Bölle läßt erkennen, daß das Centrum fich Chinas starren Bedantismus moquiert, nicht für ein leberchina nicht nur zu Gunsten einer beträchtlichen Erhöhung dieser Zölle, wird halten müssen? sondern auch für die Festsetzung von Minimaliägen für dieselben geeinigt hat. Voraussichtlich steht auch ein Teil der Die Kölnische Zeitung" schreibt noch: Ueber die Nationalliberalen, insbesondere aus Süd- und Südwest Deutsch- Unterbrechung der Reise des Prinzen Tschun erfahren wir heute, daß land, auf demselben Standpunkt. Damit erscheint eine beträcht sie sowohl auf Gründe des Empfangs Ceremoniells liche Mehrheit im Reichstage für die Festlegung von als auch darauf zurückzuführen ist, daß eine Fortsetzung der Reise Minimalsägen, wenigftens für Getreide, gesichert, und es wird nur darauf ankommen, der bezüglichen Bestimmung des so lange unstatthaft erscheint, als von chinesischer Seite in Beling Bolltarif Gesetzes ein Sicherheitsventil nach der Nichtung dem formellen Abschluß der Durchführung des Friedens Her wünsche des Centralverbandes deutscher vertrags noch immer Schwierigkeiten in den Weg gelegt werden. Industrieller hinzuzufügen, ohne doch der Landwirt- Auch über den Wortlaut der Ansprache, die Prinz Tschun schaft die Sicherheit zu entziehen, daß unter bestimmte Zollsäge dem Kaiser halten soll, finden noch Verhandlungen statt, von bei Vertragsverhandlungen nicht ohne Zustimmung der gesetz- deren befriedigender Beendigung die Weiterfahrt nach Berlin abgebenden Faktoren des Reiches heruntergegangen werden darf." hängt." = Hier ist die Linie gezeichnet, auf der sich die Wucherergruppen sammeln sollen. Nichts wäre thörichter, als wollte die Zollopposition irgendwie Hoffnungen sezen in das Klappern der ,, Korrespondenz des Bundes der Landwirte", in den Zwist zwischen den Bündlern und den Centralverbändlern! Das Ueber China. = Deutsches Reich. Gumbinnen. Am Donneestag und Freitag hat nun die Verhandlung gegen v. Besser vor dem Kriegsgericht der 1. Garde- Infanterie- Division in Berlin stattgefunden. Die Oeffentlichkeit wurde vollständig ausgeschlossen. Nur folgender kurzer Bericht der MilitärgerichtsSorrespondenz giebt Aufschluß: Der Angeklagte, Hauptmann der Schutztruppe von Kamerun, Herr D. Besser, befand fich wegen wiederholter schwerer Mißhandlung gegen feine Untergebenen, farbige Soldaten, sowie wegen eines Falles, Vergehens gegen das eines gegen das Leben Untergebenen bereits seit dem Herbst vorigen Jahres in Untersuchungshaft; die Untersuchung der Angelegenheit wurde von dem öffentlichen Anfläger, Herrn Kriegsgerichtsrat Treffts, auf das geheimste geführt. Zur Verhandlung selbst war ein großer Zeugenapparat aufgeboten, zumeist Offiziere der oben erwähnten Schutztruppe. Bei Beginn der Verhandlung und noch vor Verlesung der Auflage wurde auf Antrag des Staatsanwalts der Ausschluß der Oeffentlichkeit während der gesamten Dauer der Verhandlung beschlossen. An Freitag mittag wurde die Oeffentlichteit während der Urteils Ver= fündigung wiederhergestellt. Das Urteil lautete: „ Der Angeklagte, Hauptmann von Besser ist wegen MißHandlung von Untergebenen in sechs Fällen für schuldig befunden und zu fieben Monaten Feftungshaft zu bestrafen, die jedoch durch die Untersuchungshaft als verbüßt zu erachten sind. Von der Anklage wegen Bergehens gegen das Leben eines Untergebenen ist der Angeschuldigte freizusprechen. Die Verkündigung der Gründe des Urteils hat mit Rücksicht auf die militärischen Interessen unter Ausschluß der Oeffentlichkeit zu geschehen." Herr Hauptmann von Besser, der durch Justizrat Winterfeld verteidigt wurde, erklärte auf Befragen des Verhandlungsführers, Kriegsgerichtsrates Widt, sich bezüglich des Rechtes der Berufung eine Mitteilung darüber vorbehalten zu wollen. Es bestätigt sich von neuem, daß durch die neue MilitärStrafgerichtsordmmg der Ausschluß der Oeffentlichkeit völlig in das Belieben der zu Richtern berufenen Herren Militärs gestellt ist. Eine der wesentlichsten Forderungen in den Jahrzehnte langen Kämpfen um die Reform des Militär- Strafprozesses ist gänzlich gescheitert. Der unendlich dehnbare Begriff der Rücksicht auf die militärischen Juteressen" ermöglicht den Ausschluß der Oeffentlichkeit in jedem beliebigen Fall. Thatsächlich aber wird den militärischen Interessen in feiner Weise dadurch gedient, daß, sobald die Verfehlungen eines Offiziers in Frage kommen, die Oeffentlichkeit gehindert wird, sich ein Urteil über den militärischen Richterspruch zu bilden. Schnell wird das Mißtrauen feimen, ob so Recht gesprochen wurde, wie es das Rechtsbewußtsein des Volkes fordert. Auch der Freispruch des Gerichts im Falle Besser" wegen des brückendsten Teils der Anklage, wegen Vergehens gegen das Leben eines Untergebenen muß nach den Mitteilungen, die seiner Zeit der Abg. Bebel im Reichstage machte, höchlichst befremden. Wäre die Verhandlung nicht eine geheime gewesen, so könnte die Oeffentlichkeit die Ueberzeugung haben, daß Hauptmann v. Besser des schwersten Verbrechens, dessen er beschuldigt war, wirklich nicht schuldig ist. Die Geheimhaltung kann auch in diesem Falle das Vertrauen in die militärische Rechtsprechung keineswegs fördern. Rücksicht auf militärische Interessen" fordert gebieterisch Oeffentlichkeit des Verfahrens. Ein agrarischer Clown veröffentlicht in der Deutschen Tageszeitung" einen langs atmigen Artikel, der an unerhörter Albernheit selbst unter den zollwucherischen Kapriolen der Klapper und Ruhland seinesgleichen sucht. Der Artikel trägt den Titel„ Rußland und das System Witte" und bezwedt die Führung des Nachweises, daß das System Witte, das in dem Bestreben fulminiere,„ das Barenreich von seiner agrarischen Grundlage loszulösen und in die Bahn der kapitaliſtiſchen Entwick Die Enthüllungen des Rechtsanwalts Horn über die gesetz widrige Besezung des Gumbinner Ober- Kriegsgerichts sind bisher Was ernsthafte Leute bisher nur für eine boshafte Satire halten von feiner amtlichen Seite bestritten oder bezweifelt worden. Dies bei der betreffenden Bes fonnten, die ein Wigbold tüdisch in die Preffe lanciert hatte, enthauptungen sicherlich sofort geschehen sein, wenn es möglich wäre. lung und Industrialisierung zu drängen", das Verhängnis puppt sich jetzt als Thatsache: Der Sühneprina hat seine Reise Es ist also anzunehmen, daß alles, was Rechtsanwalt Horn mitteilte, in Basel unterbrochen, weil ihm die deutsche Regierung zu- wahr ist. mutete, sich nach asiatischer Sitte vor dem deutschen Kaiser zu Zeitung": % Boden zu werfen. Schreibt doch die Bülow- offigiöse, Kölnische Wie die Justerburger Ostdeutsche Volkszeitung" mitteilt, soll der zum Tode verurteilte Dragoner Marten auf Befehl des „ Gerade weil der Chineſe ſolch hohen Wert auf Aeußerlich- Generalkommandos von Gumbinnen nach Danzig gebracht feiten legt, muß Deutschland nachdrücklich darauf bestehen, daß werden. Die Reise dürfte bereits jezt erfolgen. deutschen Agrariern auf den Knien dafür danken müsse, Rußlands bedeute, und daß deshalb das Zarenreich den wenn sie durch die Aufrichtung einer chinesischen Zollmauer zwischen Deutschland und Rußland den Witteschen Industrialisierungsplänen einen dicken Strich durch die Rechnung machten. Der Beweis für diese geniale These wird mit einem verblüffenden Aufwand von socialem Scharfsinn und glänzender Logik geführt. Nuß Partei- Nachrichten. Tand sei bis vor kurzem ein reiner Agrarstaat gewesen. Diese agrarische sammlung nicht stattfinden durfte, gehörte auch unser Nachbarort Burgau. Netvs" aus Pretoria, einer ungefähren Schägung zufolge betrage Grundlage habe es befähigt, alle Erschütterungen der Jahrhunderte Damit aber der Wirt für die verbotene Versammlung einigermaßen die Gesamtverminderung der Boerenstreitkräfte vom Januar bis zu überdauern. Dies gesunde Fundament des Staates sei erst durch entschädigt wurde, fand ein zwangloses Beisammensein statt. Es Juli 12 000 Mann.(??) Davon wurden 1200 getötet, 1600 berdas Streben Mittes, die kapitalistische Produktionsweise immer mehr wurde erzählt und auch der mitanwesende Genosse Förster aus Sam wundet, 9000 ergaben sich oder wurden gefangen genommen. zu entwickeln, ins Wanken gebracht worden. Die kapitalistische Pro- Lebensmittel- Wucher. Nun will einer von den Teilnehmern gehört burg erzählte. Aber über weiter nichts als über den geplanten duktionsweise habe zur Voraussetzung die Erweiterung des Abja- haben, daß Genosse Förster in seiner Erzählung auf den Großmarkts für die Ausfuhrprodukte. Unter diesen Ausfuhr- herzog von Sachsen- Weimar geschimpft und sich Bum Parteitag. Die Parteigenossen in Dresden- Neustadt produkten spiele aber für Rußland der Getreideexport dabei einer Majestätsbeleidigung schuldig gemacht habe. befchloffen in einer Bersammlung, die zum Barteitag Stellung nahm, die erste Rolle. Die russische Landwirtschaft aber pro- förster schreibt uns: Die Aeußerung, die ich angeblich gemacht zu beantragen, daß der Punkt Bollkrieg und Handelskrise auf die duziere teinen Getreideüberschuß, die Exportmengen an haben soll, ist so dumm, daß ich gar nicht wage, dieselbe wieder Tagesordnung gesetzt wird. Ferner bringt man in Vorschlag, den Getreide würden also der Landwirtschaft treibenden Bevölkerung zu schreiben. Und doch hat der Staatsanwalt in Hamburg nächsten Parteitag in Dresden abzuhalten. Den§ 2 des Organisationsunvernünftigerweise entzogen, die nunmehr darben müsse und gegen Förster ein Ermittelungsverfahren eingeleitet, statuts wünscht man wie folgt abzuändern: infolge Unterernährung degeneriere. Diese Verelendung der rodent Förster Reichstags- Abgeordneter ist und der russischen Bauern bedrohe aber auch dadurch die Grundlagen des Herr, Staatsanwalt sich erst die Erlaubnis vom Reichstag hätte einHolen müssen. Förster hat dann die ganze Angelegenheit, wie sie Staates, daß der hungernde Bauer der Socialdemokratie fich den betreffenden Abend in Wirklichkeit zugetragen hat, zu in die Arme getrieben werden müsse. Der wirtschaftliche und Protokoll gegeben und Entlastungszeugen genannt. Der Denunziant politische Kladderadatsch werde sich also für Rußland nur dadurch ist noch nicht bekannt. verhüten lassen, daß Rußland wieder zum Agrarstaat werde. Das geschehe aber dadurch, daß man Rußland vermittelst einer zo IIpolitischen 3wangkur jede Möglichkeit des Getreide Exports abschneide. Der hungernde russische. Bauer werde dann wohl oder übel sein Getreide selbst essen müssen, wieder runde Backen bekommen und die socialdemokratischen Hezer von seinem Hofe jagen. Kurz: der Staat sei dann gerettet. = " Hieraus ergiebt, daß, je höher der Zoll auf Roggen in Deutschland genommen wird, desto mehr die Interessen des russischen Reiches dadurch gefördert würden. Ihren Höhepunkt würde diese Förderung durch Bollsäge erreichen, welche eine Ausfuhr russischen Getreides aus Rußland gänzlich unmöglich machten Denn hierdurch würde die Politik des Finanzministers Witte durch brochen: Der russische Roggen könnte nicht mehr seinen Weg nach dem Auslande suchen, der für den russischen Bauern ruinöse Zwischenhandel für Getreide in Rußland würde von selbst ausgeschlossen sein, der russische Bauer würde dadurch in die Lage versetzt, den ihm zukommenden Teil des Brotgetreides selbst zu verzehren und würde für den Rest bessere Preise erhalten, als er sie jetzt bekommt. Die russische Staatstraft würde dadurch nur gefördert, denn auch das russische Reich wird in seiner Bedeutung und monarchischen Macht nur erhalten werden können, wenn der russische Bauernstand, statt dem Verderben preisgegeben zu werden, lebensfroh und Lebensträftig er halten wird." Aus einem Handbuch für Militärkriminalisten. Vom Alibibeweis. Wenn der Inkulpat sein Alibi mur von 23 Stunden 56 Minuten des Mordtages nachweisen kann, so ist er überführt; denn ein Word fann schon in 2 Minuten vollbracht sein, und wo war der Inkulpat in den fehlenden 4 Minuten? " Bur Partei kann nicht gehören, wer sich eines groben Verstoßes gegen die Grundsäße des Parteiprogramms oder wer sich einer ehrlosen Handlung schuldig gemacht hat. Ueber die fernere Zugehörigkeit zur Partei entscheidet ein Schiedsgericht von sieben Personen, das der Parteivorstand beruft. Drei der Beisitzer werden von denjenigen bezeichnet, welche den Ausschluß beantragen, drei andre von dem durch diesen Antrag Betroffenen. Den Vorsitzenden bezeichnet der Parteivorstand. Berweigert oder unterläßt der Betroffene innerhalb eines Zeitraumes von vier Wochen nach erfolgter Benachrichtigung durch den Parteivorstand die Bezeichnung der ihm zustehenden Mitglieder des Schiedsgerichts, dann wird sein Ausschluß vom Parteivorstande vollzogen. ( Rest wie früher.)" Wenn der Inkulpat den Alibibeweis für jede Minute des Mordtages unwiderleglich führt, so ist er überführt; denn welcher Socialdemokratische Redacteure im Gefängnis. Oftmals ehrliche Mann kann schon nach einem Tage über jede Minute des ist in der Presse lebhaft Klage geführt, daß„ Preßfünder" in deutschen gestrigen Tags Auskunft geben? Das kann nur ein abgefeimter Ver- Gefängnissen genau so behandelt werden wie Strafgefangene, die brecher, der den Alibibeweis sorgfältig vorbereitet hat. Vom Erblassen usw. blaßt, so ist er überführt; denn der Mörder erblaßt vor Grauen Wenn der Jukulpat, an die Leiche des Ermordeten geführt, erüber seine That. Wenn er beim Anblick der Leiche errötet, so ist er überführt; denn der Mörder errötet aus Scham über seine Schlechtigkeit. Wenn er beim Anblick des Opfers unbeweglich bleibt, so ist er überführt; nur der Mörder kann so verhärtet sein. bewußtsein erleichtert sich in Thränen. Wenn er an der Leiche weint, so ist er überführt; sein SchuldWenn er an der Leiche lächelt oder gar lacht, so ist er überführt; so roh ist nur der Mörder. („ Kladderadatsch".) Ausland. Deftreich- Ungarn. Wenn Rußland sein eignes Interesse also recht versteht, wird es, in Schlesien gebürtiger Friseurgehilfe namens Anton Tasch verhaftet, Eine Anarchisten" Verhaftung. In Debreczin wurde ein statt an Repressalien für die deutsche Zollsperre zu denken, Herrn der eingestand, Anarchist zu sein und einen wüsten Drohbrief an den Witte den Laufpaß geben und sich Herrn Ruhland als Finanz- Kaiser gerichtet zu haben. Man scheint freilich den„ Anarchisten" und Wirtschaftsreformer kommen lassen. Borläufig, das gesteht bereits für einen Unzurechnungsfähigen zu halten, was er zweifellos unser Pfiffifus freilich zu, ist Witte noch allmächtig". Ja, der auch sein wird. bündlerische Russophile giebt sogar zu, daß die Politik des russischen Finanzministers, wohl Anhaltspunkte dafür biete", daß Rußland an Repressivmaßregeln gegen Deutschlands Bollpolitik denke. England. Somerule für London. Hat die deutsche Reichshauptstadt ihren Polizeipräsidenten, Oberpräsidenten, Minister 2c., denen das Recht gegeben ist, mitbestimmend in die Angelegenheiten der Stadt einzugreifen, so hat die Millionen stadt an der Themse ihr Haus der Lords, welches auf Grund alter Rechte den städtischen Vertretern das Leben sauer machen kann. von London, war von den Gemeindevertretungen die Anlegung einer Zwischen Camberwell und Forest Hill, zwei Vororten Tramway beschlossen. Der Gemeindevorstand von Dulwich hatte die notwendige Erwerbung der Straßen auf seinem Gebiete genehmigt und auch der Londoner Graffchaftsrat hatte dem Projeft zugestimmt. Das Haus der Gemeinen endlich hatte das Projekt bestätigt, das Oberhaus dagegen verwarf es. Das Blatt verurteilt find wegen gemeiner Verbrechen und Vergehen. Auch dem Genossen Wolf, der seine neunmonatliche Gefängnisstrafe im bisher gewährt. Wolf, der feines Berufes Bildhauer ist, mußte WaffenBochumer Centralgefängnis abmacht, hat man keinerlei Vergünstigung artitel fertigen und zwar sollte er pro Tag neun Auffäße schnigen. Daß dieses Wolf zuerst schwer fiel, ist denkbar, weil er selbst früher mur bessere Sunstarbeit gemacht hatte. Und es wird jedem erklärlich, warum die„ nichtgelernten" Bildhauer, welche in der Anstalt die Bildhauerei verrichten müssen, leichter ihr Pensum fertig bekommen als ein Fachmann, der seine Arbeit tadellos zu liefern sucht. Daß dem Inhastierten, der schon immer über Schmerzen in der Lunge geklagt hat, dieses stramme Arbeiten unter Beeinflussungen sonstiger Unannehmlichkeiten doppelt schwer fällt und seine Gesundheit gefährdet, versteht sich von selbst. Seine diesbezüglichen Hinweise bei dem Arzte, der ihn zu untersuchen hatte, ließ dieser unberücksichtigt und erklärte ihn für gesund. Jedoch verfchlimmerte sich Wolfs Zustand so sehr, daß er schon seit mehr als 14 Tagen von der Arbeit entbunden ohne jedoch als Kranker behandelt zu werden. Endlich frank, stellte Lungenkatarrh fest und ordnete seine Ueberführung in erklärte vorigen Freitag ein andrer Arzt den Genossen Wolf für die Krantenabteilung an. Hoffentlich bessert sich sein Zustand bald. Das Hamburger Gewerkschaftskartell hat in der Frage der febr verletzende Form der Resolution durch eine fachliche Fassung er= fetzt. Die angenommene Resolution lautet nun: „ Die Delegiertenversammlung des Hamburger Gewerkschaftstartells hält den in Sachen der Accordmaurer seitens des eingesetzten Schiedsgerichts gefällten Schiedsspruch, welcher die Bestätigung durch die Controleure der socialdemokratischen Partei erhalten hat, für einen bedauerlichen Fehlspruch. wurde Hamburger Accordmaurer die erst vorgeschlagene, gegen die Partei Man wird uns schwerlich zumuten, den haarsträubenden Nonsens dieses Artikels, der dem Bündler- Organ„ von geschätzter Seite" zugegangen ist, im einzelnen zu analysieren. Die unDie Delegiertenversammlung erwartet, in Ansehung des von den geheuerliche Borstellung, daß die Entwicklung des Kapitalismus in Samit verbundenen bewußten Schädigung der Maurerorganisation, Accordmaurern verübten Streit und Organisationsbruches und der Rußland ein Kunstprodukt einzelner Staatsmänner fei, bedarf nicht von dem demnächst in Lübeck tagenden Parteitag der focialdemo erst der Widerlegung. Nur einer der logischen Kopfsprünge sei befratischen Partei, daß er den gefällten Schiedsspruch aufhebt und die sonders hervorgehoben. Nämlich die famose Vorstellung, daß der im Antrage bezeichneten Accordmaurer auf Grund des§ 2 des Hungernde russische Bauer das Getreide, das er nicht mehr Organisationsstatuis aus der socialdemokratischen Partei ausschließt." zu verkaufen in der Lage sei, selbst konsumieren und für den Nest beffere Totenliste der Partei. In Schwerte ist unser dortiger VerPreise erzielen fönne. Dieser Entscheid giebt den„ Daily News" Veranlassung, die Be trauensmann Friedrich Olnau auf der Zeche„ Margarete" bei einem seitigung der Vorrechte des Oberhauses zu verlangen. Um eine solch' absurde Behauptung aufzustellen, muß es dem Verfasser ein Rätsel sein, weshalb der Bauer denn Lords, die nicht in London wohnten und gar kein Interesse nach Schwerte. Seine erste Aufgabe war es, die dortigen Barteimacht mit Recht geltend, daß es ein anormaler Zustand sei, den Betriebsunfall ums Leben gekommen. Olnau, welcher Zimmerer war, fam vor etwa Jahresfrist aus der Nähe von Dresden überhaupt Getreide verkauft. Doch nur, um 3insen, an dem Wohlergehen dieser Stadt haben, die oberste Entscheidung Steuern usw. zahlen zu können. Werden ihm diese Lasten von über städtische Angelegenheiten zu lassen. Der Grafschaftsrat und das verhältnisse zu beleben. Mit der größten Selbstlosigkeit widmete den Gläubigern und dem Staat in Zukunft gnädig erlassen Haus der Gemeinen sind aus Wahlen hervorgegangen; beide jagen, wir heute wieder einen festen Stamm von Genossen in Schwerte Seiner Energie ist es zu verdanken, daß werden? Im Gegenteil, der Bauer wird, da die deutsche Zollsperre das projektierte Verkehrsmittel ist eine Notwendigkeit, die Lords, haben. feinen Absatzmarkt beschränkt und infolge dessen der Getreidepreis die auf Grund ihrer Geburtsvorrechte Natürlich zog er sich dadurch die Unzufriedenheit der im Parlament fintt, fünftig noch mehr Getreide verkaufen müssen, igen, erkennen die Notwendigkeit nicht an. Reiche Einwohner der Zimmermeister zu und so wurde er vor ca. 2 Monaten gemaßregelt. Nach längerem Arbeitsuchen fand er auf obengenannter Zeche Arbeit, 11117 seinen Verpflichtungen nach Möglichkeit nachzukommen, genannten Vororte, die von dem Komitee der Lords vorgenommen Betrübten Herzens er wird also erst recht ruiniert werden. wurden, ließen sich dahin aus: Ich habe meinen Wagen, ich brauche o ihn nun so plöglich der Tod ereilt hat. Diesen keine Ruin der Klasse, die den Löwenanteil aller Staatse Tramway, oder: Mögen doch die Arbeiter näher bei ihren sehen die Genossen in Schwerte einen braven Mitstreiter scheiden. Staats- Arbeitsstätten wohnen, dann brauchen wir gar keine Tramway. Diese einnahmen aufzubringen hat, kann der russische Staat natürlich und ähnliche Aussagen scheinen sich die Lords zu eigen gemacht zu Gewerkschaftliches. nicht ruhig mit ansehen, er wird zu den schärfsten Re- haben. pressivmaßregeln nolens volens gezwungen sein! Wie in diesem Falle, so hat das Haus der Lords schon häufig Und solch namenlosen Blödsinn wagt das das agrarische Schrei- die Beschlüsse des ihm verhaßten Grafschaftsrats zu nichte ge= macht. So bor lehnte es etlichen Konzert dirigierende Bündlerorgan seinen Lesern vorzusetzen! Jahren die geplante Tramwaylinie von der City nach Lambeth mit der kostbaren Begründung ab, daß durch dieselbe das schnelle Fortkommen der A18 Ursache der Ermordung Kettelers haben wir wieder Equipagen und Droschken verhindert würde. Seit Jahren hindern holt das provozierende Auftreten der Gesandten die Lords die Stadt London, die Wasserversorgung der Stadt in in Peking bezeichnet. Wie herausfordernd sich die eigene Regie zu übernehmen; die Einwohner Londons haben Europäer in Peking benahmen, betveist aber ein Vorkommnis, das dadurch teueres Wasser und im heißen Sommer sind die Privatsich vor der Ermordung Kettelers und vor der Ein- Gesellschaften oft nicht in der Lage, genug Wasser zu liefern und es schließung der Gesandtschaft in Pefing abspielte. Der Eng- herrscht in London Wassersnot. länder Oliphant, der die Belagerung der Gesandtschaften mit diese" bezüglich der Trade Unions gefällt haben, und kommen zu dem Daily News" erinnern auch an die Entscheide der Lords, welche überstanden hat, erzählt in seinem soeben herausgegebenen Tage- Schluß, daß das Haus der Lords sich immer mehr als eine buche folgendes Vorkommnis: " Nuissance"( etwas Beschwerliches) erweise, das beseitigt werden " Zwanzig unsrer Marinesoldaten, 10 Amerikaner, 6 Japaner müsse. Der Londoner Grafschaftsrat, wie überhaupt die Stommunal und einige Civilpersonen zogen aus- es war furze Zeit, behörde müssen vollkommene" Homerule"( Selbstverwaltuna) erbevor die Belagerung begann, um von Borern bedrängten halten. Christen zu Hilfe zu tommen. Da sahen sie einen Chinesen in Boreranzug die Straße hinablaufen. Flugs gaben sie ihr Vorhaben auf und verfolgten den Boger, der sich in einen kleinen Tempel rettete. Der Tempel beherbergte noch mehr Boxer und wir wurden bei unsrer Ankunft mit Geſchrei und einem Steinhagel empfangen, aber nachdem wir einige Salven durch das Außenthor abgegeben hatten, erzwangen wir ums den Weg in das Innere, wo wir etwa 40 Boger in einem abgesperrten Raum zusammengepfercht vorfanden." Oliphant berichtet weiter:„ Wir schoffen tüchtig unter die Borer, brachen schließlich die Holzverschläge ein und machten die paar Boxer, die noch übrig geblieben, nieder. Es war eine Schlächteret, aber wir fanden die zerstümmelten Körper einiger Gefangener( wohlverstanden chinesischer Gefangener) und gaben deshalb kein Pardon. Am Ende bedeckten 46 Leichname den Boden." Die Herren Europäer inscenierten also in der Hauptstadt Chinas eine veritable Bogerjagd, bei der 46 Boger abgeschossen und abgestochen wurden, wie Schweine. Daß solch namenlose Frechheiten nicht ungerächt bleiben konnten, wird wohl jeder begreifen. Es ist äußerst interessant, feststellen zu können, daß das Hunnentum der Europäer der Vogererhebung voranging, Berlin und Umgegend. Der Verband der Portefeniller 2c. teilt uns mit, daß die Arbeiter der Lederwaren- Fabrik von Tirschtiegel, Brandenburgstr. 33, durch ihre Organisation und ihr einmütiges Zusammenhalten eine Lohnerhöhung erzielten und zwar auf 40 Nummern im Durchschnitt 291/2 Proz., sowie für den Stanzer 17 Broz. Der Zuschneider, welcher auf Stück beschäftigt war, erhält jetzt Lohn mit 20 Broz. Zuschlag. An die organisierte Arbeiterschaft in Berlin und Umgegend. Der Kriegszustand im Barbiergewerbe dauert unverändert fort. zu hintertreiben. Wir ersuchen daher die Arbeiter dringend, in Die Arbeitgeber suchen immer wieder die Forderungen der Gehilfen allen Geschäften, auch in denen, die als bewilligt bekannt sind, nach der grünen Kontrollkarte zu fragen. ( 35. Woche muß gestempelt sein.) Besonders Besonders ersuchen wir die Arbeiterschaft dringend, in Schöneberg, Nixdorf und Weißensee in allen Geschäften nach der Kontrollkarte zu fragen, da gerade in diesen Orten die Arbeitgeber am unzugänglichsten sind. Die Lohnkommission für Berlin und Umgegend. Arbeiter Charlottenburgs! Fragt nach der Kontrollkarte, laßt sie Euch von den Gehilfen vorzeigen und überführt Guch, ob 180 polnische und 20 jüdische Arbeiter von der Polizei überrascht die Karte auch richtig abgestempelt ist. Jetzt muß das siebente Feld und sämtliche Anwesende wurden verhaftet. gestempelt sein. Rußland. Massenverhaftungen. Es wird uns berichtet: Am 11. d. Mts. wurde in Warschau Stadt abgehalten wurde und von 200 Personen besucht war eine geheime Arbeiterversammlung, die außerhalb der In Petersburg wurden 400 Arbeiter der Obuchowschen und andrer großen Fabriken verhaftet. Türkei. Neue Greuelthaten in Armenien. Aus Armenien( Türkei) wird über neue Greuelthaten, verübt von irregulären( Hamidie) und regulären türkischen Truppen, berichtet. Mord und Raub begannen schon am 16. Juli. Acht Dörfer Maznit, Burawon, tschar, Scheflan, Chawon find in Ruinen verwandelt. Aus gant und Aus Bant und Talwerit find die Bewohner in das Gebirge geflüchtet. Afrika. werden. Folgende Geschäfte sind streng zu meiden: Redmann, Schillerstraße 92. Schmidt, Kantstr. 100. Schulz, Rosinenstraße. Schmock, Cauerstraße. Rabe, Wilmersdorferstr. 137. Baselt, Sophie Charlottestraße. Bartelt, Kaiser Friedrichstr. 62. Horstmann, Kaiser Friedrichstraße 54. Schröder, Krummeſtraße. Biefte, Wilhelms- Blag. Blazedi, straße. Nidel, Rantstraße 53. Stumpat, Magazinstraße. Wuthe, Stuttgarter Platz. Hohmann, Schloßstr. 36. Delze, Wilmersdorfer= Pestalozzistr. 77. Nachträglich bewilligt haben: Wuthe, Kirchstraße 31. Kiesel, Wilmersdorferstr. 125. Bohlau, Bismarckstr. 72. Schulze, Scharren straße 17. Mutsche, Krummestr. 57. Streckert, Rosinenstr. 13. Unterschriften der Arbeitgeber werden entgegen genommen und Rontrollfarten abgestempelt jeden Dienstag und Mittwoch von 9 bis 10 Uhr im Lokal von Wernicke, Bismarckstr. 34. Die Lohnkommission. J. A.: Br. Schobert. Deutsches Reich. Boerenkrieg. Die Liste über die englischen Verluste auf dem südafrikanischen Striegsschauplatz umfaßt für den 29. August 3 Tote, 11 Verwundete und 10 an Strankheiten Verstorbene. Gärung unter der Kapbevölkerung. Die„ SouthAfrican- News" protestieren auf das heftigste gegen die großen Kundgebungen anläßlich der Ankunft Milners und gegen die Verhaftung Achtung, Glasarbeiter! Auf der Glasfabrik Wolfrats bes Afrikander Delegierten Merriman. Man glaubt, hausen in Ober- Bayern wird den Glasmachern zugemutet, bei daß die englischen Behörden infolgedessen gegen das Blatt vorgehen ihrer 12stündigen schweren Arbeitszeit in den Pausen selbst das Ge menge einzulegen, Die Glasmacher haben nun einstimmig erklärt, Keine Zusammenfunft Krügers mit dem 3aren. dies unter feinen Umständen zu thun. Hierauf hat der Direktor Ein Denunziantenstücklein. Der„ Erf. Trib." wird aus Jena Aus Petersburg eingelaufene Meldungen besagen, daß jede Hoffnung auf erklärt, so schnell tönne er das nicht ändern, 14 Tage müßten fie berichtet: eine Zusammenkunft zwischen dem Präsidenten Krüger und dem garen die Arbeit noch verrichten, dann würde er es auf ihre Kosten ändern. Reichstags- Abgeordneter Förster- Hamburg hatte in diesem Sommer bei dessen Reise nach Frankreich ausgeschlossen ist. Graf Lambsdorff Es wird nun vermutet, daß der Direktor sich in dieser Zeit andre eine fünfwöchentliche Agitationstour durch Thüringen gemacht. Bei habe sich sogar auf das entschiedenste geweigert, die diesbezüglichen Arbeiter beschaffen und die jezigen hinausmaßregeln will. dieser Gelegenheit waren auch vier Versammlungen für den dritten Vorschläge dem Zaren zu unterbreiten. Unter diesen Umständen ist der 8uzug streng zu meiden. weimarischen Wahlkreis vorgesehen. Zwei davon konnten ungehindert Angebliche Boerenverluste. Wie der Frankf. 8tg." Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck gebeten. stattfinden und zwei wurden verboten. Zu denjenigen Orten, wo die Ver- laus London depeschiert wird, meldet ein Telegramm der„ Central! Der Vorstand des Glasarbeiter- Verbandes. Die Nordhäuser Tabakfabrikanten haben ein neues Mittel auf dem Lande seßhaft zu machen", giebt der belgische Socialist noch andre Redner in diesem Sinne geäußert haben, wurde mit ausfindig gemacht, um die Ausständigen einzuschüchtern. Nachdem Vandervelde recht interessante Mitteilungen hierüber. Nachdem er großer Majorität eine Resolution beschlossen, welche sich für die man sich seither vergebens bemüht hat, die Streitenden unter un- darauf hingewiesen hat, daß in allen europäischen Ländern eine Gründung einer Verkaufsstelle des Konsumvereins Berlin- Rigdorf annehmbaren Bedingungen zur Aufnahme der Arbeit zu bewegen, Entvölkerung des flachen Landes wahrzunehmen ist, schreibt er: im Osten der Stadt und für Centralisierung der in Berlin bestehenden soll jetzt anscheinend die Furcht vor einer eventuellen Verurteilung Konsumvereine ausspricht. zu Schadensersatz ihre Wirkung thun. Die Firma C. A. Kneiff hat Die Diskussion soll in einer demnächst einzuberufenden Versammnämlich beim Gewerbegericht 118 Slagen wegen unberechtigten Auslung fortgesetzt werden. tritts aus dem Arbeitsverhältnis eingereicht. Wie dieser Rechtsstreit auch ausfallen möge, den Arbeitern wird er nicht schaden und den Fabrikanten wird er nichts nügen. Grünberg( Provinz Posen) sollte eine Polizeistrafe von 15 M. erIn Belgien bleiben die Dörfer mit Ausnahme einiger Gegenden durchaus bevölkert, trotzdem Tausende von Arbeitern durch die außer ordentlich billigen Verkehrsmittel in den Stand gesetzt sind, mit der Eisenbahn ihre Dörfer zu verlassen und Arbeit in den Städten und in den Industriecentren von oft weiter Entfernung zu suchen. genossen hielt am 28. August eine zahlreich besuchte fombinierte Der Verein der Lithographen, Steindrucker und BerufsNirgend in der That wir glauben uns nicht zu irren Die Kollegen Dübelt, Vorisch Ein mißlungenes Polizeikunststückchen. Ein Maurer in transportiert man den Arbeiter auch nur annähernd zu so Mitgliederversammlung ab. und Tischen dörfer berichteten über die Generalversammlung billigen Preisen wie in Belgien. So zahlt zum Beispiel der Arbeiter für eine Strecke von 50 Kilometer sein Wochenin Halle. Borisch, der sich als zweiter Referent über den Punkt Yegen, weil er die Statuten einer neugegründeten Verbands- Bahl- Billet mit 1,80 W., eine Strede, für welche andre Reisende Lohnbewegung zu äußern hatte, berührte auch den Vortrag Tischenſtelle nicht in der vom Diſtrikts- Kommiſſar gewünſchten Form ein- für ein einfaches Retourbillet 2,50 W. zu entrichten haben.( set dörfers über Tarifgemeinschaften und sprach ironisch seine Bergereidt haben sollte. Der Maurer reichte hiergegen eine Beschwerde beigefügt, daß 3. B. die Strede von Berlin bis Potsdam nur 26 Stilo- wunderung darüber aus, daß einige Delegierte darin einen„ Rud persönlich auf dem Kommissariat ein. Bei dieser Gelegenheit beruhigte ein anwesender Sekretär den Beschwerdeführer wegen der meter zählt, bis Groß- Streuz, letzte Station vor Brandenburg nach rechts" verspürt hätten. Wahrscheinlich hätten die beiden Herren verhängten Strafe und gab ihm den Entwurf eines Briefes, den der 61 Kilometer; von Berlin bis Fürstenwalde find 47 Kilometer.) Es gemeint, der Verband werde durch Tischendörfer nationalsocial verhängten Strafe und gab ihm den Entwurf eines Briefes, den der ist daher nicht zu verwundern, daß die Arbeiterzüge von Jahr zu aller„ Boltsblatts", worin der Stongreß Berichterstatter dieſes werden.( Heiterkeit.) Redner glossierte ferner einen Artikel des Maurer zu Hause abſchreiben und, um von der Strafe frei zu Jahr einer zahlreicheren Benugung sich erfreuen. Es mögen dies kommen, dem Kommissar einsenden sollte. Das Schreiben lautet: An das königliche Distrikts- Amt in Klein- Gaj. die nachfolgenden Ziffern beweisen, welche mir die Eisenbahn- Ber- Parteiblatts ebenfalls das Bedenten äußert, die Organisation der Lithographen und Steindrucker schwebe in Gefahr, ins Auf die Aufforderung wegen Einreichung der Specialstatuten waltung zur Verfügung gestellt. werden.( Vielfache Rufe: des hiesigen Maurervereins benachrichtige ich das königliche eingeführt wurden, tamen 14 223 zur Berausgabung; bis 1875 war Huh! Huh! und Lachen.) Tischendörfer, der unter anderm Im Jahre 1870, dem Jahre, in welchem diese Arbeiter- Billets nationalsociale Lager gezerrt zu Diftrittsamt ergebenst, daß ich den Vorsiz niedergelegt habe und ihre Bahl auf 193 675 gestiegen; im Jahre 1895 wurden 1759 025 über die Verhandlung und Beschlußfassung, die Tarif mit der ganzen Sache nichts zu thun haben will, weil mir die solche Arbeiterbillets ausgegeben; 1900 endlich wurden 4590000 Billets gemeinschaft betreffend, berichtete, verwies nebenbei darauf, Sache Schwindel zu ſein scheint, wo doch nur den armen Leuten verkauft. Man wird annehmen können, daß die Arbeiter 2/3 des Daß er zufällig durch den Hauptrorſtand mit dem Vortrage auf der Das Geld aus der Taſche gezogen wird, die Redner aber für Jahres in dieſer Weiſe außerhalb des Wohnorts beschäftigt find, Generalversammlung beauftragt worden sei. Wenn hier und da ein so daß auf den Arbeiter im Durchschnitt 30-35 Billets entfallen; Sollege das Wort„ nationalsocial" mit seiner gewerkschaftlichen solche Arbeiter- Wochenkarten benutzen. ist diese Annahme richtig, so würden in Belgien etwa 150 000 Arbeiter Thätigkeit in Verbindung bringe, dann sei das wohl nur eine faule Redensart. Jeder seiner Berliner Kollegen könne bestätigen, Nichtsthun viel Geld verdienen. Ich bin fein Socialdemokrat. Selbstverständlich hat der Maurer dies überschlaue Machwerk eines Beamten nicht abgesandt. Eigentümlicherweise erhielt er aber wird, auf 30 M. erhöht wird. des Redners, daß die einen ein Schreiben vom Stommiſſar, in welchem auf seine Beschwerde er zu bringen war, die heute zu der beweglichsten von Europa gehört, auch nur im geringsten einen politischen Standpunkt in der BeEs ist dieselbe Bevölkerung, die ehemals nicht aus ihren Dörfern daß er in den fünf Jahren, wo er wieder praktisch thätig sei, nie wisert wird, daß die Strafe, wenn sie nicht binnen 8 Tagen bezahlt die während 6 Monate im Jahre auswandern oder die jeden Morgen wegung vertreten habe. Lebhafter Beifall fanden die Schlußworte Der Vorfall würde kaum glaubhaft erscheinen, wenn er nicht städte Belgiens oder Nord- Frankreichs zu begeben. den Zug nehmen, um sich in die Kohlengebiete oder in die Industrie- Fortschritt für das Vereinsleben der Berufsgenossen bedeute und aus dem rückständigsten Often berichtet würde, wo so mancher tägliche Polizeibeamter ein unumschränkter Herrscher in seinem Amtsbezirk deutschen Eisenbahnverwaltungen, die aus fiskalischen Gründen und Kleinarbeit, der Vorbedingung großer Erfolge. Den drei Referaten Damit vergleiche man die engherzige Verkehrspolitik unsrer daß man jezt wieder hineingehen müsse in die zu sein glaubt. folgt eine kurze unwesentliche Debatte. Dann schritt man zur Wahl der Mitglieder des Hauptvorstandes, die eine längere Debatte darüber zeitigte, ob die Filialvorsteher in den Hauptvorstand ge= wählt werden könnten. Einen Beschluß hierüber faßte man nicht. Tischendörfer, der Steindrucker Borisch, der Chemigraph Schließlich wurden gewählt: die Lithographen Dübelt und Sahm, der Tapetendrucker Jänicke, der Schleifer Aust und der Mes ch a. Lichtdrucker Jansen. Zu Nevisoren wählte man haß und Der Töpferstreit in Dessau hat mit einem Erfolg der Ausständigen geendet. Am 24. d. M. fanden Verhandlungen mit den Arbeitgebern statt und wurden den Arbeitern 121/2 Prozent Zuschlag auf den alten Tarif, sowie 40-45 Pfennige Stundenlohn bewilligt. Ausland. In Lugano ftreifen 800 Maurer, weil die Unternehmer die vor einigen Wochen vereinbarte Lohnerhöhung von 20 Centimes täglich und die Auszahlung des Lohnes in schweizerischem statt in italienischem Gelde nicht gewähren wollen. = Der schweizerische Mühlenarbeiter Verband verlangte in einer neuerlichen Eingabe an den Bundesrat die Abschaffung der Nachtarbeit in den Mühlen. Die zur Begutachtung aufgeforderten eidgenössischen Fabrifinspektoren stellten sich aber, wie in einer in der Arbeiterpresse veröffentlichten Mitteilung erklärt wird, bollständig auf den Standpunkt der opponierenden Unternehmer, sodaß der Bundesrat das Begehren der Arbeiter abwies. Sociales. Wann ist ein Arbeiter invalid? Zu dieser für unsre Versicherungsgeseze wichtigen Frage liefert die„ Neuß. Tribüne" einen interessanten Beitrag: um den Wünschen der Agrarier nachzukommen, alles mögliche thun, um die Verkehrsmittel, namentlich für die ärmeren Schichten der Bevölkerung zu verteuern. der Local- Government- Board wurden am 1. Januar 1901 in EngPauperismus und Geisteskrankheiten. Nach dem Berichte land und Wales( also Schottland und Frland ausgenommen) 2,5 Proz. geistestranten Armen ist von 32 887 im Jahre 1861 auf 96 277 im der Bevölkerung aus öffentlichen Mitteln unterstützt. Die Zahl der Jahre 1901 gestiegen. Zur letzteren Ziffer trug London 21 400 bei. Versammlungen. Der Verein zur Wahrung der Intereffen der Maurer hielt am 28. August eine Mitgliederversammlung ab, in der Reichstags- Abgeordneter Emil Rosenow einen Vortrag über den wirtschaftlichen Niedergang und die Aufgaben der GewerkschaftsDie wirtschaftliche Macht und die sociale Bedeutung der organisation hielt. Der Vortrag wurde beifällig aufgenommen. Aus dem Verein wurden, weil sie Streitbrecherdienste geleistet Konsumvereine. Dieses Thema behandelte Genosse Eduard haben, ausgeschlossen: Theodor Sund, Michel Lange, Kolinski und Bernstein in einer gut besuchten, von der Agitationskommission Friedrich Sasse, letterer wegen Arbeitswilligendienste in Mecklen= für den Konsumverein Berlin Rigdorf einberufenen Bolts- burg- Schwerin. Folgender Antrag wurde einstimmig angenommen: versammlung, die am Donnerstag bei Keller, Koppenstraße, tagte. 1. Jedes Mitglied, welches als Maurer thätig ist, hat unter Der Referent verwies darauf, daß der Gedanke der Konsum- allen Umständen jeden Beschluß der Mitgliederversammlung zu genossenschaftsgründung sich in Deutschland erst nach jahrzehntelangen respektieren. 2. Solche Mitglieder, die sich weigern, neben den theoretischen Erörterungen und praktischen Erfahrungen Bahn gebrochen Vereinsbeiträgen die durch Generalversammlungs- Beschluß festgesetzten habe, nachdem er zuvor in unfren Reihen entschiedenen Widerstand Streitfonds- Beiträge zu zahlen, insbesondere solche, die dieses auserfahren hatte. Hierauf ging der Redner auf die Geschichte des drücklich auf den Bauten erklären, werden vom Baudeputierten resp. englischen Genossenschaftswesens ein und zeigte an der Hand eines Obmann ihres Bezirks dem Vorstand resp. Ausschuß des Vereins reichhaltigen Zahlenmaterials, wie dieselben sich im Laufe der Zeit gemeldet. 3. Der Ausschuß resp. Borstand des Vereins hat diese Ein Hausweber in Langenwetendorf( Neuß j. 2.), 46 Jahre alt zu bedeutender Ausdehnung entwickelt haben. Das bemerkenswerte Mitglieder aufzufordern, den gefaßten Beschlüssen Rechnung zu und noch ledig, hat den Antrag auf Gewährung der Invalidenrente an der englischen Genossenschaftsbewegung sei, daß sie das Bild einer tragen. Sollte wider Erwarten diese Aufforderung nicht genügen, gestellt und begründet diesen Antrag damit, daß seine Erwerbs ununterbrochenen Borwärtsbewegung und des steten Fortschritts auf dann ist vom Ausschuß nach§ 11 Abs. b des Vereinsstatuts zu fähigkeit infolge von Krankheit dauernd auf weniger als ein Drittel weise. Der Konsumverein sei mehr als der Vermittler des verfahren. herabgesetzt ist. Das ist nach den gesetzlichen Bestimmungen dann Warenbezugs, er biete auch die Möglichkeit, als Organisator anzunehmen, der Warenfabrikation aufzutreten und könne die Arbeiter- Gegen den Wuchertarif machten am Donnerstag die Hirschwenn der Versicherte dauernd außer stand gesetzt ist, durch schaft zu Broduzenten ihres eignen Bedarfs machen. Die Dunckerschen Gewerkvereine in Spandau mobil, indem sie eine eine seinen Kräften und Fähigkeiten entsprechende Thätigkeit, die genossenschaftliche Produktion in England betrug im Jahre 1898 Versammlung nach dem„ Noten Adler" einberiefen, die zahlreich, ihm unter billiger Berücksichtigung seiner Ausbildung und feines nach dem Jahresbericht des englischen Arbeitsamts 204 Millionen zum weitaus überwiegenden Teil von unsern Parteigenossen besucht bisherigen Berufes zugemutet werden kann, ein Drittel desjenigen Mark und davon entfallen neun Zehntel, wahrscheinlich noch mehr, war. Der freisinnige Landtags- Abgeordnete Karl Goldschmidt Betrages zu erwerben, den törperlich und geistig gesunde Personen auf die Konsumvereine und deren Einkaufsgenossenschaften, die auch referierte über: „ Der neue Zolltarif und seine Wirkung". gleicher Art mit ähnlicher Ausbildung in derselben Gegend durch das Kapital zu den Produktionsgenossenschaften stellen. In diesen Dem Vortrage folgte eine sehr lebhafte Diskussion, Arbeit zu verdienen pflegen. Genossenschaftswerkstätten wurden im Jahre 1898 30 104 Arbeiter, welcher sich von unsrer Seite Rieger, Abel, Bessier, Oderwald Das Landratsamt fab sich sonach genötigt, beim Bürgermeister- namentlich in Schuhfabriken, Schneidereien, Bäckereien, Webereien, und Ducksch beteiligten; die Diskussion ging besonders zum Schluß amt in Langenwegendorf anzufragen, wie hoch der Verdienst der und Spinnereien beschäftigt. Ferner führte der Redner aus, auf eine Abrechnung wegen der jämmerlichen Haltung des Freisinns dortigen Hausweber sei. Und die amtliche Antwort auf die amtliche daß man noch auf eine Zunahme dieser genossenschaftlichen Pro- in Memel- Heydekrug und bei der 1898 er Stichwahl im Streise Frage lautet: Die tüchtigsten Handweber verdienen pro Woche duktion rechnen könne, aber anzunehmen, daß die Konsumvereine Spandan Potsdam- Ofthavelland hinaus. Der Beifall der großen 8-10 M., die übrigen nur 6-8 m. Und mit solchen Löhnen jemals dazu gelangen könnten, auch nur annäherud den größten Teil Majorität der Versammlung zu dieser Abrechnung wird die müssen die armen Weber auskommen! Nunmehr hat das der Produktion des Landes zu leiten, das sei eine Utopie der Herren Freifinnigen und besonders Herrn Goldschmidt, der die Angriffe matt dem Arbeitgeber des Antragstellers, einem schlimmsten Art. matt abzuwehren versuchte, wohl darüber Fabrikanten in Greiz, angefragt, was der Mann verdiene, worauf die Das Eisenbahnwesen, der Dampfschiffverkehr, die Straßen- aufgeklärt haben, daß nur ehrliche Geradheit und AufAntwort einging: 3,65 M. pro Woche. Und das Resultat dieser bahnen usw. gehören nicht ins Reich der freien Konsum- Genossen- geklärtheit im politischen Kampf von der Spandauer Arbeiterschaft Feststellungen? Der arme, wirklich kranke und invalide Mannschaften. Hier sind es die sogenannten Zwangsgenossenschaften: geachtet werden kann! Herr Goldschmidt hatte gleich am Anmit diesem elenden Verdienste kann keine Invalidenrente erhalten, Staat, Provinz, Gemeinde, welche die private Ausbeutung fang eine Protestresolution eingebracht, deren Annahme, nach einer nicht weil er zu viel, sondern weil seine Kollegen, die gesund und teils schon abgelöst haben, teils noch weiter ablösen bestimmten Ergänzung von unsren Rednern empfohlen und die dann rüftig sind, zu wenig verdienen. 3,65 M. sind eben, wenn auch nur werden. In dasselbe Gebiet gehören die Hilfsmittel des Verkehrs: auch zum Schluß von den etwa 700 Anwesenden einstimmig an wenig, so doch immerhin etwas mehr als ein Drittel von 6-8 m. Straßen- und Brückenbau, ferner- so lange wir noch Sicherheitsdienst genommen wurde. oder 8-10 M. nach innen und außen bedürfen oder zu bedürfen glauben, der In Hermsdorf tagte am Sonntag eine gut besuchte Voltsgrößte Teil der für ihn erforderlichen Arbeiten. Auch der größte versammlung, in der auch zahlreiche Frauen anwesend waren. Auf Teil des Häuserbaues fällt aus dem Nahmen der Arbeiter- Konjum- der Tagesordnung stand ein Vortrag der Genoffin Ida Altvereine und ihrer Betriebe heraus. mann über den Brotwucher. In wirkungsvoller Nede führte die Referentin den Versammelten die voltsschädigenden Wirkungen der Lebensmittelzölle vor Augen. Die Zuhörer, die den Darlegungen mit sichtbarem Interesse folgten, spendeten der Referentin lebhaften Beifall. Zum Schluß wurde noch besonders die Unterzeichnung der Petitionslisten empfohlen und zur allseitigen Agitation gegen den Wuchertarif aufgefordert. Landratsamt bei an Ein genossenschaftliches Schlachthaus für Newcastle haben sich die Konsumvereine dieser Stadt durch gemeinsames Vorgehen gefchaffen. Das Schlachthaus ist so eingerichtet, daß täglich Die Konsumvereine sind und wollen kein Allheilmittel sein. Sie 200 Stick Vieh aufgenommen und geschlachtet werden können. Der sind ein Specialmittel gegen ein Uebel, an dem die Arbeiterschaft Schlachthof bedeckt ein quadratisches Stück Land von fast 3000 leidet: die Ausbeutung als Konsument. Volkswirtschaftlich ist es Quadratyards mit stattlichen Vorgebäuden nach zwei Straßen. notwendig, alle überflüssigen Organe zwischen Produktion und KonDie erste niederländische Rübenzucker- Genossenschaftsfabrik sumtion zu verdrängen. Sas von Gent hat, wie„ Ons Belang" mitteilt, in ihrer ersten In seinen weiteren Ausführungen trat der Referent der Ansicht Kampagne 1900/1901 sehr befriedigend abgeschnitten. Die Stampagne entgegen, daß das Konsumvereinswesen zur Verschlechterung der begann nach Beendigung des Baues und der Montage, die neun Löhne beitrage. Gerade dort, wo starte Konsumvereine bestehen, in der Aula der 69. Gemeindeschule, kleine Frankfurterstr. 6: Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, 1. September, vormittags 834 Uhr Monate an Zeit für sich in Anspruch nahmen, am 8. Oftober und würden zumeist die besten Löhne gezahlt. Die Gewinnbeteiligung Versammlung. Freireligiöse Vorlesung." Um 10 Uhr vormittags endigte mit dem 29. Dezember 1900. Verarbeitet wurden in dieser der Mitglieder bezeichnete Genosse Bernstein als einen großen ebendaselbst: Vortrag des Herrn Professor Dr. Albert Gehrke:„ Fortschritt Beit 28 076 840 Kilogramm Zuckerrüben. Die größte Quantität, Fehler, weil fie zu partikularistischen Bestrebungen, zur und Aufflärung. II." Vor- und Nachspiel auf dem Pariser welche in 24 Stunden verarbeitet wurde, belief fich auf 493 000 Vertretung der Sonderinteressen führe die beteiligten must el- Harmonium. Gäste, Damen und Herren, sehr willkommen Kilogramm. Der geringste Zuckerertrag war 13,9 Broz., der höchste Arbeiter in Gegensatz zu ihrer Klasse bringe. Nachdem Verein der Buchdrucker und Schriftgicher für Nixdorf- Brik. 18,2 Proz. 1000 Kilogramm Zuckerrüben wurden durchschnittlich mit der Vortragende die Annahme, daß durch die genossenschaftlichen Be- Sonntag, den 1. September, nachmittags 1 Uhr, im Apollo Theater, 10,61 Gulden bezahlt. strebungen der Arbeiterbewegung Sträfte entzogen werden, als un- Hermannstr. 48/50: Vereinsversammlung. Tagesordnung: Geschäftliches. Vereinsangelegenheiten. Stiftungsfest. Verschiedenes. zutreffend dargestellt hatte, gab er zum Schluß der Meinung Ausdruck, daß es auch in Berlin möglich sein wird, Großes auf diesem( Die Stiftungsfest Billets ſind ſpätestens in dieser Versammlung abGebiete zu leisten. Ein Mittel gegen die Entvölkerung des flachen Landes. In seiner Geschichte des Pauperismus von Flandern, die vor 50 Jahren Arbeiter in der flämischen Leinenindustrie, ihre Dörfer zu verlassen und folgte eine längere Disfuffion. In längerer Rede plädierte Fräulein Tekte Nachrichten und Depeschen. Dem fast zweistündigen, sehr beifällig aufgenommenen Vortrage Imle für die Centralisation der in Berlin und den Vororten Massenentlassungen. Die Herdfabrit wird ihren und Arbeit anderwärts zu suchen, folgendes: „ Der englische und der deutsche Arbeiter sucht, wenn er sieht, bestehenden Konsumvereine. Bartelt glaubt, daß durch ländliche daß die Arbeitsgelegenheit nachläßt und die Not sich ihm nähert, Produktionsgenossenschaften vielleicht ein Mittel geschaffen wird, um den 31. August, findet auf den Werken von Gerhard Terlinden eine Oberhausen, 30. August.( B. H.) Am morgigen Sonnabend, der Misere zit entgehen, indem er sein Gewerbe um die Landarbeiterschaft für den Socialismus zu gewinnen. Adolf massenentlassung von Arbeitern statt. Die Metall zugestalten versucht, und indem er sich anderwärts nach Hoffmann sieht zwar keine Gefahr in den Konsumvereinen für werke und die Maschinenfabrik werden still gelegt werden. Ebenso Arbeit umsicht; er tämpft bis zum letzten Augenblick. die politische Bewegung, aber auch keine allzu großen Vorteile. wird die Stuhlfabrikation eingestellt. Der flämische Arbeiter im Gegenteil bleibt refigniert in seinem Ort Existenz- und leistungsfähige Konsumbereine würden nur dort ges Betrieb wahrscheinlich sehr stark einschränken. und erduldet die Entbehrungen; in nichts ändert er seine Gewohn- gründet werden können, wo bereits eine starte gewerkschaftliche und heiten, nur daß er seine Bedürfnisse noch mehr einschränkt, er geht politische Bewegung vorhanden ist, der natürlich Kräfte entzogen unter mit seinem Gewerbe ohne versucht zu haben, es zu verlassen würden. Wenn diese Konsumvereine dann noch neutral sein sollen, Montreal, 30. August.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) und ein neues zu ergreifen. Er hat nicht festen Willen genug, in dann werden sie für die Arbeiterbewegung feine neuen Kräfte be- Der Streit der Schienenleger auf der Canadian- Pacific- Eisenbahn eine andre Provinz oder in ein andres Land zu gehen, um dort schaffen. Schuhmann führt aus, daß die Arbeiter- Konsumvereine ist beendet, nachdem die Arbeiter die Bedingungen der Gesellschaft feine Arbeitskraft zu verwerten. Vielfach ist er abgehalten durch die selbstverständlich nach modernen Grundsätzen geleitet werden müssen, angenommen haben. Schwierigkeiten der verschiedenen Sprachen; hält ihn diese Schwierigkeit deshalb ist es aber noch nicht notwendig, als Vorbedingung für die London, 30. August.( B. H.) Dem Daily Telegr." zufolge nicht ab, fortzugehen, so dauert es doch nicht lange, bis die Mitgliedschaft im Konsumverein die Zugehörigkeit zur Socialdemos teilt die kolumbische Gesandtschaft in Washington mit, daß die Lage Erinnerung an sein Dorf, seine Familie, seine Verwandtschaft ihn fratie zu fordern. Auch darüber könne fein Zweifel sein, daß die in Venezuela äußerst ernst ist. wieder an seinen Heimatsort zurückführen. Man hat umsonst ver- Konsumvereine wohl im stande sind, mit den größten Warenhäusern Kopenhagen, 30. August.( 2. T. B.) Wie aus Helsingfors sucht, die flämischen Arbeiter bei Erdarbeiten oder Bauten in andren zu konkurrieren, wenn die organisierten Arbeiter sich angeschlossen gemeldet wird, ist das Erscheinen der dortigen Zeitung Provinzen zu verwenden; sie haben es abgelehnt, die einen wie die und mit einem bestimmten Kreis von Käufern gerechnet Dagligt Allehanda" für immer verboten worden. andren, trotz der Vorteile, die ihnen geboten wurden, zogen sie es werden kann. Nachdem noch Bernstein darauf hingewiesen, Pretoria, 30. August.( W. T. B.) Der Wert der während bor, ihr Elend weiter zu tragen." daß die Neutralität der Konsumvereine nur eine formelle sein des Halbjahrs, das mit dem 30. Juni endigte, in Transvaal für Darin hat sich jetzt eine gründliche Wandlung vollzogen. In fann und in Arbeiter Konsumvereinen immer der Geist der Handelszwecke eingeführten Waren beträgt 1 143 192 Pfd. einem Artifel im Mouvement socialiste":" Die Mittel, die Arbeiter modernen Arbeiterbewegung herrschen wird und nachdem sich auch Sterling mit einem Zollertrag von 168 448 Pfund. " Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilageu. Ir. 203. 18. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 31. august 1901. Mutterschaft und geistige Arbeit. " * * * * Wesensfülle, in seinem Reichtum, wie in seiner Gebundenheit." traß tritt die Disharmonie zwischen den Pflichten des Berufs Jedoch ist es erforderlich, auch die höhere geistige Leistungsfähigkeit und denen der physischen Mutterschaft in dem Leben der unverheirateten Frau in den Kreis der Untersuchung zu ziehen von Schauspielerinnen, Sängerinnen, Agitatorinnen zu Tage. Es ist ein gutes Buch, ein ernstes Buch, das uns Adele Ger- und zu prüfen, wie die geringere Bürde, die größere Freiheit, aber Das einschlägige Material weist als ihre Folgen wiederholt Hard und Helene Simon unter dem obigen Titel) geschenkt haben, andrerseits auch das gehemmte Ausleben der physischen und psychischen Aborte und gefährliche Krankheiten aus. Eine unmittelbare Geein Buch, das in klaren, geistvollen Gedankengängen und an einzelnen geschlechtlichen Sonderart auf die Schaffenstraft einwirkt. Mit Recht fährdung des Stillens durch Schädigung der Milch wird dagegen Stellen in künstlerischer Darstellung das tiefste Problem der Frauen- Haben dagegen die Verfasserinnen davon abgesehen, die Behinderungen nur ausnahmsweise verzeichnet. Auf der andern Seite geht aus frage behandelt. Die Frauenfrage ist gelegentlich als„ Männer- geistiger Arbeit zu erörtern, welche die rein hauswirtschaftlichen der Enquete hervor, daß Schwangerschaft und Sängen ihrerseits frage", als Alte Jungferfrage", als" Damenfrage" bezeichnet worden. Arbeiten bedingen. Allerdings treten diese Arbeiten Heuzutage viel herabmindernd auf die wissenschaftliche und künstlerische LeistungsUnd in jeder dieser Benennungen steckt ein Störnchen Wahrheit. fach noch in so enger Verquichung mit den mütterlichen Aufgaben auf, fähigkeit mancher Expertinnen zurückwirkten. In den reproduktiven Eine jede von ihnen faßt das vielgestaltige Problem von einer daß sie nicht selten fälschlich als ein wesentlicher Bestandteil derselben Berufen machte fich die veränderte äußere Erscheinung bestimmten Seite aus ins Auge. Aber mit allgemeinerer und tieferer erachtet werden. Allein die wirtschaftliche Entwicklung löst all- störend bemerkbar. Dichterinnen betonten ein zeitweiliges Versagen Berechtigung kann man wohl so parador es klingen mag die mählich Zweig um Zweig der Hauswirtschaftlichen Thätigkeit aus der geistigen Spannkraft. Im Gegensatz zu diesen Ergebnissen Frauenfrage als Kinderfrage" charakterisieren. In der That: das den Händen der Frau und überträgt ihn einem Gewerbe. Und läßt sich aus dem Erhebungsmaterial in der reinen Wissenschaft, im Berhältnis von Mutter und Kind, die Mutterschaft mit der Gesamt- eine andre ökonomische Ordnung, die socialistische Gesellschaft, Effai und Journalismus weder eine Beeinträchtigung des Kindes heit ihrer Bürden und Segnungen ist für die Frauenfrage der kann das ganze Thätigkeitsgebiet aus der Familie aus- noch der mütterlichen Arbeitskraft feststellen. Immerhin muß dabei ruhende Bol in der Erscheinungen Flucht", ist der feste, un- schalten, ohne dadurch dadurch deren Wesen berühren und beachtet werden, daß nach den vorliegenden Angaben in feinem verrückbare Angelpunkt, von den sich auch das revolutionierte den mütterlichen Pflichtkreis einzuengen. Konflikte, die der einzigen Fall die besten wissenschaftlichen Leistungen aus der Zeit Sein, Thun und wollen der modernen Frau nicht zu lösen geistig wirkenden Frau aus ihrem hauswirtschaftlichen Thun er der Schwangerschaft herrühren. vermag. Auf dem Boden der Mutterschaft und der wachsen, wurzeln also nicht in Kern des Problems. Sie sind in Das Verhältnis der geistigen Arbeit zu den über die von ihr bedingten und beherrschten Verhältnisse erwachsen in unsren veränderungsfähigen gesellschaftlichen Verhältnissen begründet und physische Mutterschaft, hinausgehenden Pflichten wird bor Tagen die schwersten Konflikte des Frauenlebens, liegen die ernstesten nicht in der weiblichen Eigenart selbst. Im Gegensatz zu ihnen allem Im Gegensatz zu ihnen allem durch zwei Umstände beeinflußt. Durch die räum= Schwierigkeiten, mit denen sich die Frauenbewegung auseinander- können dagegen gewisse Anforderungen der Mutterschaft Ewigkeits- liche Trennung der Mutter vom Kinde, wie sie manche Befegen muß. Hier prallen im schärfsten Gegensage alte, unabweisbare bedeutung beanspruchen. rufe mit sich bringen, sei es in Gestalt regelmäßiger täglicher Pflichten, welche in der Sonderheit des Weibes als Geschlechtswesen Um diese Anforderungen in ihrer Rückwirkung auf die höhere Anforderungen, welche die Frau aus dem Hause führen, sei es wurzeln, mit neuen, ebenso unabweisbaren Aufgaben zufammen, geistige Bethätigung der Frau, um die Möglichkeit ihres harmoni- in Gestalt längerer Reisen. Durch die seelische Stimmung, welche sowohl durch veränderte ökonomische und sociale Bedingungen schen Zusammenklingens mit ihr richtig zu bewerten, muß man die Absorption der inneren Persönlichkeit, welche von mancher erzeugt werden, wie durch das umgewälzte, sich reicher und kraft- folgendes berücksichtigen. Die Erkenntnis von den Bedingungen geistigen Arbeit gefordert oder durch sie erzeugt wird. Der erst boller entfaltende Persönlichkeitsbewußtsein der Frau. der körperlichen und psychischen Entwicklung des Kindes zur Persön- genannte Umstand macht sich vor allem in den reproduktiven Bes Indem die Verfasserinnen die Wechselwirkung von Mutterschaft lichkeit ist ungemein fortgeschritten, und die Gesamtheit der modernen rufen fühlbar, in der Agitation und mehr oder minder auch bei den und höherer geistiger Arbeit erörtern, behandeln sie zwar nur einen Lebensverhältnisse heischt immer gebieterischer eine förperlich, geistig angewandten Wissenschaften. Er beeinträchtigt der Frau die MöglichTeil der Frage: wie verträgt sich die Berufsthätigkeit der Frau mit und sittlich starke, vielseitige und plastische Persönlichkeit. Das eigene, feit oder hebt sie ganz auf, sich in vollem Umfange der Pflege des der Mutterschaft und ihren Pflichten. Aber sie haben bewußt gerade höher entwickelte Bersönlichkeitsbewußtsein der Frau erfaßt immer mehr fleinen, der leberwachung des heranwachsenden Kindes zu widmen. jenen Ausschnitt des Gesamtproblems herausgegriffen, welcher den vor- auch die Aufgaben der Mutterschaft, die außerhalb des Heims in Günstiger find in dieser Hinsicht die Mütter gestellt, die auf dem liegenden Konflikt in seinem innerlichsten Wesen enthüllt, ihn in der Welt liegen, die den Weltbürger, nicht bloß dem fleinen Kinde Gebiete der bildenden Künste, der Dichtung, der reinen Wissenschaft, bollster Klarheit und in seiner dauernden wenn auch meiner An- gelten. Die mütterlichen Pflichten, die dem Embryo gegenüber be- des Effai und Journalismus thätig sind, Redaktionsarbeit davon sicht nach mit den socialen Verhältnissen sich modifizierenden Beginnen, haben sich in der Folge derart vertieft und erweitert, daß ausgenommen. Die innere Abforption der Persönlichkeit durch die deutung zeigt. Die ökonomischen und socialen Gründe, welche die sie den Charakter eines Berufs tragen, der für seine Zwecke die ganze geistige Arbeit führt nach dem Erhebungsmaterial vor allem zu schweren Frau anspornen oder zwingen, außerhalb der mütterlichen Pflichtsphäre Persönlichkeit einfordert. Allerdings eignet diesem Berufe feine Sonflitten mit den mütterlichen Verpflichtungen bei den Dichterinnen. diese in ihrem weitesten Sinne gefaßt berufsthätig zu sein, gleichmäßige Natur. Die mütterlichen Pflichten machen sich zu ver- Weniger scharf tritt der Zwiespalt zwischen der Mutter und der können durch eine andre Wirtschafts- und Gesellschaftsordnung und schiedenen Zeiten in verschiedener Stärke geltend. In manchen Schaffenden in der reinen Wissenschaft auf, wenn auch hier die innere eine andre sociale Wertung des Mutterberufs behoben werden. Nicht Perioden so vor allem in den ersten Lebensjahren belegen sie Absorption durch Mutterpflichten eine zeitweilige herabminderung der so verschwindet jedoch der innere zwingende Trieb zu geistigem Beit und Kraft der Frau so gut wie völlig mit Beschlag und be- geistigen Leistungsfähigkeit bedingt. Ein verhältnismäßig harmo Wirken und Ausleben, der in der tiefsten persönlichen Eigenart einer denten für sie physische und psychische Gebundenheit. Zu andren nisches Nebeneinander von Mutterberuf und geistiger Arbeit scheint Frau wurzelt und seine Ansprüche mit elementarer Gewalt den An- Zeiten der findlichen Entwicklung wieder geben sie die Per- unter dem obigen Gesichtspunkte möglich in den bildenden Künsten, forderungen der Mutterschaft entgegenstellt. Wie beeinflußt die sönlichkeit der Frau wenigstens äußerlich frei. Die Schule dem Essai und Journalismus, der Agitation. Mutterschaft mit ihrer physischen und psychischen Bindung der Per- bringt nur eine teilweise Entlastung, denn neben ihren sönlichkeit die höhere geistige Thätigkeit der Frau, und welchen socialisierenden Einfluß muß der individualisierende der Mutter Mich will bedünken, daß die Verfasserinnen die innere AbEinfluß übt umgekehrt das höhere geistige Schaffen auf die Mutter- treten, der sich stetig abwehrend, führend, leitend bethätigt, ohne je forption der Persönlichkeit durch den geistigen Schaffenstrieb als schaft und ihre vielseitigen verantwortungsreichen Verpflichtungen? zu pedantischem Alleraugenblicks- Eingreifen auszuarten. So in Quelle schwerster Konflikte mit der nichtphysischen Mutterschaft Ist es der Frau möglich, sich als Mutter und als geistig Wirkende großen und groben Umrissen das Problem, wie Adele Gerhard und zu schematisch und einseitig lediglich von der Natur der Berufsarbeit im harmonischen Nebeneinander, ohne Verlegung des cinen oder des Helene Simon es fassen. ableiten. Gewiß läßt sich der Einfluß nicht übersehen, den diese andern Pflichtkreises auszuleben? Welche Beantwortung findet es in ihrem Buch auf Grund der Natur auf die innere Absorption der Persönlichkeit ausübt. Aber Adele Gerhard und Helene Simon haben den dankeswerten Thatsachen und Meinungsäußerungen, die in den Gutachten von neben und mit ihr wirkt ein andrer machtvoller Faktor: die indiVersuch unternommen, diese Fragen zu beantworten. Ihr Buch will 420 Expertinnen enthalten sind, und die von den Verfasserinnen noch viduelle Eigenart der geistig Thätigen. Sie ist es im letzten sich mit dem Problem auseinanderseßen, wie es sich in der Gegen- durch Material aus dem Leben und Wirken hervorragender geistig Grunde und nicht die Natur des Berufs, welche über den wart darstellt, und wie es auf dem Boden der Vergangenheit erthätiger Frauen vervollständigt werden? Nachstehend die wichtigsten Stärkegrad Der innere Absorption der der Persönlichkeit ents wachsen und geworden ist. Zu diesem Zweck haben sie ein an Ergebnisse und Schlußfolgerungen. Scheidet. Auf der andren Seite ist aber auch das Mutterempfinden fehnliches, wenn auch nicht vollständiges und erschöpfendes und Muttergewissen keine konstante Größe, die nur durch die geMaterial über die Leistungen und Wegspuren" der Frau auf ver- 37 Proz. der Expertinnen waren unverheiratet, und zwar kommt schlechtliche Eigenart der Frau bestimmt wird. Auch für die innere schiedenen Gebieten wissenschaftlicher und künstlerischer Thätigkeit der größte Prozentsatz von Ledigen, 51 Proz., auf die wissenschaft- Gebundenheit der Mutter spricht mithin die Individualität das überprüft. Sie haben des weiteren eine Enquete über die ein- lich thätigen Frauen, während die reproduktiven Berufe mit 20 Broz. legte entscheidende Wort. Gerade in die innere Absorption schlägigen Fragen bei einer größeren Anzahl künstlerisch und wissen- den niedrigsten Satz der Unverheirateten stellen. Im Durchschnitt der Persönlichkeit durch geistigen Trieb und Mütterlichkeit schaftlich thätiger Zeitgenosfimien vorgenommen und die dadurch erwies fich die weibliche Konstitution so weit nicht die Mutter- spielen dank der individuellen Eigenart eine Reihe feinster gewonnenen Ergebnisse an Thatsachen und Aeußerungen durchschaft in Frage tamals tein Hindernis geistiger Bethätigung mit psychischer Momente hinein, die einer Enquete unfaßbar gearbeitet. Daß das Erhebungsmaterial ein beschränktes und ihren mannigfachen psychischen und zum Teil auch physischen An- sind und jeder Schematisierung spotten. Mir erscheinen des unvollständiges ist, das in mancher Beziehung nur recht forderungen. Verheiratete und Unverheiratete erklärten übereinstimmend, halb und auch noch aus anderen Gründen die allgemeinen bedingte Bedeutung als Grundlage für allgemeine Schlüffe be- daß sie nur ausnahmsweise als arbeitsstörend empfunden werde, und Schlußfolgerungen als äußerst anfechtbar, welche die Verfasserinnen mit anspruchen kann, betonen die Verfasserinnen selbst ausdrücklich. daß insbesondere die Menstruation das Schaffen nicht erheblich Hinblick auf die innere Absorption der Frau betreffs der größeren oder Allerdings fällt als Gegengewicht gegen den hervorgehobenen Um- beeinträchtige. Viele der wissenschaftlich thätigen Frauen unter geringeren Harmonie von geistiger Arbeit und Mutterschaft in bea stand ein andrer ins Gewicht. Auch der Kreis der Frauen, der für ihnen zahlreiche verheiratete- betonten nachdrücklich, daß sich ihr stimmten Berufsgruppen ziehen. So hat mich z. B. das vorliegende Erörterung des Problems in Betracht kommt, ist ein beschränkter. Gesundheitszustand durch die regelmäßige geistige Beschäftigung Material feineswegs davon überzeugt, daß thatsächlich in der DichtWas den geschichtlichen Ueberblick über die höheren geistigen Leistungen während der Studienzeit und bei Ausübung ihres Berufs ganz tunst die stärkste innere Absorption der schöpferischen Persönlichkeit der Frau anbelangt, so wirft er weniger hellflärendes Licht auf den wesentlich gebeffert habe. Von wertvollstem Einflusse ist die geistige eine größere Unvereinbarkeit mit dem Mutterberuf zeitigt, als in irgend Kern der aufgerollten Frage. Erst in der Neuzeit entfalten Arbeit auf die Psyche der Unverheirateten, denen sie mit einem reicheren einem andren künstlerischen Berufe. Verschiedene Umstände haben hier zu sich ja mit aller Schärfe die Voraussetzungen für den Konflikt und tieferen Lebensinhalt eine Kräftigung und Hebung des Perfön- einem trügerischen Schein zusammengewirkt. Die verhältnißmäßig zwischen Mutterschaft und geistiger Arbeit. Auf der einen lichkeitsbewußtseins, sowie eine Steigerung des Glücksgefühls bringt. große Zahl starter Persönlichkeiten, vollfaftiger Künstlernaturen, die Seite die wachsenden Ansprüche an Vorbildung und Können, Mit diesen Feststellungen brechen recht viele Gründe zusammen, welche fich unter den Expertinnen befinden, die aber unter den dichtenden Das Stoffgebiet welche die geistige Berufsthätigkeit stellt, die immer größere das Philisterium im Namen der körperlichen weiblichen Sonder Weiblein selten genug sind. die Psyche der Ausschließlichkeit, mit der sie die Persönlichkeit aufsaugt." Auf art gegen die höhere geistige Bethätigung der Frau erhebt. modernen Frau, die inneren und äußeren Probleme, mit denen diese der andern Seite aber die erweiterte und vertiefte Auffassung von Ob die Ehelofigkeit das Wort in seiner umfassendsten Bedeutung sich auseinandersetzen muß, das viele von ihnen hauptsächlich bes den hygienischen und pädagogischen Pflichten der Mutter, eine Auf- genommen- das höhere geistige Schaffen beeinträchtigt, diese handeln 2c. Kurz, ein Zusammentreffen persönlicher und künstlerischer faffung, wie sie unsrer Kulturentwicklung und dem wachsenden Ber- Frage wurde fast nur von Künstlerinnen in Erwägung gezogen. Momente hat hier bedingt, daß Empfindungen und Konflikte über die sönlichkeitsbewußtsein der Frau entspricht. Trotzdem steht aber der Bumal Dichterinnen, Bühnenkünstlerinnen und bildende Künstlerinnen Schwelle des Bewußtseins getreten sind, die bei andren künstlerisch oder geschichtliche Ueberblick in logischem Zusammenhang mit dem bejahten sie. Erklärlich genug. Die fünstlerische Schöpfung ist wissenschaftlich thätigen Frauen unter derselben schlummern. Ja, mehr Borwurf des Buchs. Er erhärtet durch Stichproben aus imiger, unlöslicher als jedes andre Produkt geistigen Triebs noch: diesen Empfindungen und Konflikten wurde bis in ihre feinsten allen Perioden der Geschichte, daß der Frau ein innerer, un- mit der Persönlichkeit verwachsen und deren ureigenster Aus- Verzweigungen nachgespürt, sie wurden gleichsam„ in Reinbezwingbarer Trieb zu höherer geistiger Bethätigung eignet, der druck. Unmittelbar macht es sich deshalb in der Sphäre der Kunst fultur" gepflegt, unter Lupe und Seciermesser genommen, Studiengebieterisch ein Ausleben heischt, und der der Menschheit- wenn fühlbar, wenn die schöpferische Weibpersönlichkeit nicht zur vollen und Tarstellingsobjekte zugleich. Die Erhebung hätte zweifelsauch nicht auf allen Gebieten wissenschaftlichen und künstlerischen Entfaltung gelangte, weil ihr das geschlechtliche Ausleben vor- ohne ein andres Bild ergeben, wären die gewerblich Schaffens Gleichbedeutsames und Höchstesso doch sehr wert- enthalten blieb. Selbstverständlich ist dabei das geschlechtliche Aus- betriebsamen, fünstlerisch gemeingefährlichen„ Auch- Dichterinnen" bolle und in einzelnen Zweigen fogar unersegliche Kulturgüter ge- leben nicht einseitig als bloß fimliches aufzufassen, sondern auch nach in Familienblatt Litteratur, in Gaben für reifere Mädchen" spendet hat. Der freien Entfaltung und Bethätigung dieses Triebes feinem reichen psychischen Gehalt hin in Verbindung mit der mehr zu Wort gekommen. Daß aus dem Leben berühmter wehren, würde mithin für die Entwicklung der weiblichen Persönlich- Mutterschaft. Marie delle Grazie ist allerdings gegenteiliger Ansicht. Malerinnen und bildender Künstlerinnen, wie aus den Gutachten feit eine Gefahr bedeuten, für die Gesamtheit aber eine Minderung Sie erachtet die Einsamkeit der Seele" als eine wesentliche Vor- ihrer zeitgenössischen Kolleginnen keine schneidende Dissonanz zwischen ihres Kulturerbes. bedingung großer Künstlerschaft. Daß die Ehelosigkeit unmittelbar fünstlerischer Thätigkeit und Mutterberuf flingt, nimmt mithin, wenn man Es ist nicht ein Aber freilich, die Frau ist nicht ein Nur- Mensch, dessen wissen schädigend auf die wissenschaftliche Thätigkeit der Frau zurückwirkt, wurde den gegebenen Gesichtspunkt festhält, nicht wunder. schaftliche oder künstlerische Begabung mit machtvoller Stimme freies von keiner Expertin angedeutet. Immerhin ist hier ein mittelbarer Beweis dafür, daß sich die beiden Lebenssphären thatsächlich konfliktlos Emporblühen und schaffensfrohes Ausreifen verlangt. Sie ist ein Einfluß sehr wahrscheinlich. Ein abschließendes Urteil über die ein- aneinanderfügen. Es ist vielmehr nur der Ausdruck der bisherigen ge weiblicher Mensch, und ihre geschlechtliche Wesenheit macht gleichfalls schlägigen Verhältnisse ist nicht möglich. Die stärksten wissenschaft- ringen Künstlerschaft der Malerinnen, Bildhauerinnenzc. Ihre Leistungen Dein Heim".*), gebieterisch ihr Lebensrecht geltend und fordert Person und Thun der lichen und künstlerischen Leiſtungen rühren weder durchweg von kinder- stehen mehr oder minder im Zeichen des Schmücke Frau für die Mutterschaft und ihre Verpflichtungen ein. Gewiß, daß lofen Frauen, noch von Müttern her. Treffend und geistreich sagt Muther von den Malerinnen die eine auch der Mann im Banne seines Geschlechts steht. Aber wie 77 Proz. der befragten verheirateten Frauen waren Mütter, und Rosa Bonheur ausgenommen ,, sie stricken mit dem Pinsel". wesensverschieden sind doch die Bedingungen, unter denen er sich fast 56 Proz. hatten mehr als ein lebensfähiges Kind geboren. Höchste gewaltige Leistungen würden wohl auch in der bildenden als Geschlechtswesen auslebt und Water wird, von der Gebunden- Totgeburten und Aborte waren stark 10 Broz. zu verzeichnen. 108 von Kunst den Konflikt zwischen den Forderungen des Genies und der heit, welche die Mutterschaft für die Frau zeitigt. Für 207 Müttern, das ist 52 Proz., nährten ihre Kinder selbst, davon ernsten Gebundenheit der Mutter erzeugen, heißt es im Buche. Es die Frau besteht ein besonderes Verhältnis zwischen Ge- 71 mehr als ein Kind. Weder die Fruchtbarkeit noch die Fähigkeit erscheint verwunderlich, daß die Verfasserinnen die Spur, die ihnen schlechtsleben und Persönlichkeit, weil das Ausleben ihrer sexuellen des Nährens- Qualitätsunterschiede vorbehalten scheinen mithin aufstieß, nicht weiter verfolgten. Dies um so mehr, als sie bei den Eigenart mit elementaren Pflichten gegen das neue Leben unauf durch die geistige Arbeit der Frau zu leiden. Die große Anzahl selbst- Musikerinnen die Thatsache verzeichnen, daß nicht die Virtuosinnen, Töslich verknüpft ist, das sich in ihrem Schoße entwickelt, und das sie stillender Mütter unter den Expertimmen bestätigt glänzend, daß die sondern nur die großen Seelenkünstlerinnen den Konflikt zwischen auch nach der Geburt noch mit ihren Säften nähren muß. Die höhere Bethätigung feineswegs das Mutterempfinden vermindert, schöpferischem Trieb und Mutterschaft empfanden. Auch das konfliktWerdezeit des Kindes und seine Ernährung bedingen eine Kräfte- das Muttergewissen abstumpft. Sicherlich ist unter den Nur Gesell- schwächere Nebeneinander von Mutterpflichten und Berufsthätigkeit Abgabe, die nicht zu umgehen ist, und Monate der Gebundenheit, schaftsdamen der Prozentsaz stillender Mütter weit geringer. auf dem Gebiete des Essai und Journalismus, der Agitation scheint des Lebens für ein andres Geschöpf. Judem die Natur die Frau Was das Nebeneinander von geistiger Arbeit und Mutterschaft an- mir durch die Ergebnisse der Enquete keineswegs ausreichend eriviesen. zur Tragenden und Nährenden machte, kündete sie mit unaus belangt, so erweist das verarbeitete Material nach den Verfasserinnen Unbestritten, daß in diesen Berufen verschiedene Umstände zumal löschlichen Zügen ihre Weisung". Aus dem engsten förperlichen zweideutig und ich pflichte ihnen in diesem Punkte bei-, daß bei planvoll geregelter Arbeit manches Hindernis aus dem Wege Verbundensein von Mutter und Kind erwachsen der ersteren zunächst stets die ökonomischen Verhältnisse grundlegend für die Möglichkeit räumen oder verkleinern, das sich anderswo der Vereinigung der verantwortungsreiche physische Aufgaben, zu denen sich mit der Zeit und die Art der Vereinigung find, und zwar auch in den Fällen, wo beiden Thätigkeitsgebiete entgegenstellt. Aber die aus dem geistigen immer zahlreichere und bedeutsamere Pflichten der körperlichen, die geistige Arbeit nicht dem Erwerb dient. Auf der so bedingten Schaffensdrange geborne innere Absorption der Persönlichkeit macht geistigen und fittlichen Erziehung gesellen. Grundlage verhalten sich die einzelnen Arten geistiger Thätigkeit zu auch hier die schärfsten Zusammenstöße mit den Geboten des Mutter Es sei denn, Kann die Frau den zwei Seelen in ihrer Brust freien Flügel- den Anforderungen der Mutterschaft verschieden, je nach ihrer inneren empfindens und Muttergewissens unvermeidlich. geistiger und Thätigkeitstrieb mütterliches schlag vergönnen, vermag die durch Mutterschaft und Mütterlichkeit und äußeren Natur und ihren physischen und psychischen Ansprüchen daß Pflicht Gebundene als fünstlerisch oder wissenschaftlich Schaffende eine ganze, an die Persönlichkeit. Ernste Bedenken sprechen gegen die Vereinigung gefühl in jener bequemen mittelmäßigen Stärke nebeneinander ungebrochene Kraft einzusehen? Das ist der springende Punkt. von geistiger Arbeit und physischer Mutterschaft auf dem Gebiete der existieren, die mit jeder Leistung zufrieden ist und jedes Kom Denn unzweifelhaft muß die höhere geistige Leistungs- reproduttiven und bildenden Künste, der mündlichen Agitation, der promiß nicht als bittere Notwendigkeit empfindet, vielmehr als höchste fähigkeit mit Hinblick auf diejenigen Frauen erwogen werden, die angewandten Wissenschaften( ärztlicher Beruf, staatlicher Aufsichts- Lebensweisheit preist. Und in der That werden gerade die Gebiete fich in normaler Weise ausleben. Nur sie, die den ganzen Kreis- dienst 2c.) Hier fordert der Beruf die körperliche Persönlichkeit der des Journalismus, des Essais, der Agitation sehr leicht zum Tummellauf des weiblichen Lebens durchmessen haben, repräsentieren er- Frau in hohem Maße ein, stellt hohe Anforderungen an ihre Kraft, platz der flachen Mittelmäßigkeit. Hier ist ein wirken möglich, ohne schöpfend ihr Geschlecht, zeigen es in seiner unbeeinträchtigten bedingt ein zeitliches Gebundensein, oft auch eine räumliche Tremung festen, abgeschlossenen Bildungsgang, ein Arbeiten ohne dauernde vom Kind. Hier ist die Bethätigung an eine Reihe von Bedingungen *) Mutterschaft und geistige Arbeit" von Adele Gerhard und geknüpft, die sich gar nicht oder nur schwer mit den Anforderungen*) In dem allgemeinen Urteil sei Käthe Kollwitz nicht eingeschlossen, Helene Simon, Verlag von Georg Reimer. Berlin 1901. Ider Schwangerschaft und des Säugens vertragen. Besonders weil ihre Werke mir unbekannt sind. " " - " " zu = den blind ober langanhaltende Konzentration des Geistes und Willens: hier trächtigt. Umgekehrt, ich bin überzeugt, daß in dem zeittweiligen Und wie liegen die Dinge betreffs der Ewigkeitsbedeutung" macht die Shinpathie für eine verfochtene treffliche Sache nur zu oft völligent Untertauchen ihrer Persönlichkeit in die mütterliche und der möglichen Modifikation des mütterlichen Pflichtkreises? blind für die Minderwertigkeit der Leistung. Hier ist deshalb vor Empfindungswelt eine der stärksten Quellen ihrer dichterischen Kraft Adele Gerhard und Helene Simon rüden nur eine Tendenz der allem eine Sphäre gegeben, wo die Frau als Berufsthätige im liegt. Es gilt in dieser Beziehung, was weiter oben betreffs des geschichtlichen Entwicklung in helles Licht: die zur Eriveiterung und Ich bin, wie seit vielen Nebenbei" und" Zwischendrin" einen verderblichen Dilettantismus Gewinns an ethischen Werten durch die Konflikte zwischen geistigem Vertiefung der mütterlichen Aufgaben. harmonisch" zu dem verhängnisvollen Dilettantismus als Mutter Schöpfungstrieb und Mütterlichkeit ausgeführt wurde. Jahren bekannt die letzte, welche diese Tendenz leugnet oder auch Hinzufügen kann. Dies, und nicht die von den betreffenden Be- Frau Ebner- Eschenbachs angezogene Aeußerung weist übrigens nur zu niedrig einschätzt. Mit den Verfasserinnen teile ich auch die rufen geforderte geringere innere Absorption der Persönlichkeit, noch auf eins hin: Die höchste Entwicklung der Mütter- Ansicht, daß eine umfassende gemeinsame Kindererziehung in öffent Mütter- Ansicht, erklärt die verhältnismäßig vielen günstigen Gutachten über| lichkeit ist nicht an die physische Mutterschaft gebunden. Es lichen Anstalten zwar ergänzend zu der Erziehung im Hauſe treten die leichtere Vereinbarkeit dieser Berufe mit den Mutter- tann mithin- was die Verfasserinnen für die Gegenwart start zu muß, aber diese nicht aufheben darf. Zu dem notwendigen socia pflichten. Auch Journalismus, Essai und Agitation erfassen die bezweifeln scheinen dem Kinde ein vollwertiger Ersatz für mütter- lisierenden Einfluß der einen muß der ebenso unentbehrliche individua ganze Persönlichkeit und saugen sie auf, wenn sie nicht als Lücken- liche Pflege und Erziehung geboten werden. Adele Gerhard und lifierende Einfluß der andern sich fügen. Der Gesamtheit wie der Persön büßer für müßige Stunden erfaßt werden, nicht als 8Zwischenspiel Helene Simon erblicken das wirken von Ersatzkräften für die Mutter lichkeit muß ihr Recht werden, auf daß die Individualität nicht zur des Daseins, sondern als ein ernstes Lebenswert, das vom höchsten viel zu ausschließlich im Lichte der Mietlingsthätigkeit unglückseliger blonden Bestie" des brutalen Herrenmenschen entarte, der GesellVerantwortlichkeitsgefühl getragen wird. Mag eine Frau als wärterinnen, Bonnen, Erzieherinnen, die ihren Beruf lediglich unter schaftsbürger nicht zum gedankenlosen„ Herdentier". Aber in einem Künstlerin oder Gelehrte lauteres Gold schürfen, oder mag sie in der dem Druck wirtschaftlicher Not gewählt haben und nicht in freier Bunfte trennt sich meine Auffassung grundsäßlich von derjenigen der Werkstatt einer bescheideneren geistigen Berufsthätigkeit Münzen für Entschließung aus drängender Begabung. Gewiß ist aus nahe- Verfasserinnen. Diese betrachten die häusliche individualisierende den Alltagsgebrauch prägen: Mutter und Schaffende in ihr werden liegenden Gründen heutigen Tages diese Soldthätigkeit recht häufig, Erziehung des Kindes auch nach dem Säuglingsalter offenbar ausin qualreichem Stampfe um ihr Recht auf die volle Persönlichkeit die an Physis und Psyche des Kindes herumpfuscht, wie sie etwa fchließlich als Werk der Mutter. Ich meine dagegen: fie muß zum ringen, dafern eine starke Individualität ganz Weib, aber auch ganz alte Kleider verschneidern würde. Aber daneben zeigt sich auch gemeinsamen Werk von Mutter und Vater werden. Und diese AufMutter zu sein, in jeder Beziehung ein Ganzes, in sich Geschlossenes, wenn der Beruf der Kinderpflege und Kindererziehung aus innerer fassung läßt neben der Tendenz zu steigender Einforderung der Gewissenhaftes zu leisten begehrt. Die Frau, von der das gilt, Notwendigkeit ergriffen wurde und zwar von Frauen wie Männern- Mutter auch die Zukunftsmöglichkeit ihrer minderen Inanspruchnahme gleicht einer Sterze, die von beiden Seiten brennt. An jeder ihrer eine aufopfernde Selbstentäußerung, die ebenso wenig versagt, wie erkennen. Adele Gerhard und Helene Simon ist diese ZukunftsLebensäußerungen als Mutter wie als geistig Wirkende hängt unter die ursprüngliche natürliche Liebe der Mutter. Diese Thatsache ist möglichkeit entgangen, weil sie ausschließlich in dem Mutterempfinden Schmerzen bemeisterte ungeftillte Sehnsucht, liegt dornenvolles Ver- von wesentlicher Bedeutung mit Rücksicht auf die Zukunftsausblicke, und Muttergewissen die natürliche, ewig quellende lebendige Kraft zichten. denen das aufgerollte Problem anreizt. Es ver- erblicken, welche die individuelle Erziehung des Kindes mit höchstem Eine Lösung dieses Konfliktes scheint uns ausgeschloffen, weil ichwinde mit revolutionierten socialen Verhältnissen der Zwang, der Erfolge zu leiten vermag. Bugegeben, daß sie nirgends in platter verbrecherischer Spießbürger Sentimentalität sowohl die Unterdrückung der Frau als Geschlechtswesen als auch die auch Pflege und Erziehung des Kindes zur bloßen Lohnfron herab- und Unterdrückung des Schaffenstriebes Gefahr für den Einzelnen wie würdigt; es verschwinde der Zwang, der in der heutigen Gesellschaft waltenden mütterlichen Instinkt als„ berufensten Erzieher" des für die Allgemeinheit in sich birgt." Diese Schlußfolgerung der verhindert, daß individuell vorhandenes tiefes mütterliches und Kindes preisen. Umgekehrt: eindringlichst zeigen sie mit vorzüglichen Verfasserinnen stimmt für das vom Kapitalismus beherrschte heute. väterliches Empfinden und pädagogische Beanlagung sich entwickeln Gründen auf die unabweisbare Notwendigkeit hin, das MutterEbenso aber auch ihre Ansicht, daß der Konflikt zwischen Mutter und und ausleben: und in wesentlich anderem, vorteilhafterem Lichte als empfinden in jeder Beziehung zu schulen, das mütterliche Wirken geistig Schaffender weder durch die freie Ehe gelöst werden kann, gegenwärtig erscheint die Frage nach den Ersatzkräften für das aus der dumpfigen, Niederung der alten lieben Routine und eines noch durch die Verwirklichung der Formel, welche manche Frauen- Wirken der Mutter in den Fällen, wo wirklich dessen Unvereinbarkeit gefährlichen Dilettantismus auf die lichten Höhen einer wohlrechtlerinnen aufstellen:„ Ein Kind, kein Mann!" Wie roh und mit der Bethätigung zwingenden geistigen Triebs sich herausstellt. vorbereiteten Berufsthätigkeit zu heben. Aber nur die Mutterliebe gefünftelt die letztere ist, fennzeichnen Adele Gerhard und Helene Allem Anschein nach weisen die Verfasserinnen das Endziel" dieser und die Mutterliebe allein ist ihrer Auffassung nach der Boden, auf Simon in ganz vorzüglicher Weise. Zukunftsperspektive nicht von der Hand, nur zeigen sie nicht vollständig dem die sachkundige, rationelle, gefühlswarme, individuelle Pflege genug auf seine Vorbedingungen hin: Lediglich unter der Voraus- und Erziehung des Kindes gedeiht. Nirgends ist die Mitwirkung des Wie hoch aber die beiden den Mutterberuf auch bewerten; wie fetzung, daß sich„ neue Gemeinsamkeitsgefühle" entwickeln, lassen sie Vaters an den einschlägigen Aufgaben auch nur angedeutet. die Möglichkeit vollwertiger Erfagkräfte für die Mutter gelten. Es„ Die Beachtung und Pflege der persönlichen Sonderheit ruht in scharf, ja man darf wohl sagen, mit welch' gesteigerter Sehschärfe ste tommt jedoch dafür noch das oben aufgezeigte Moment in Betracht der Hand der Mutter, die wie kein andrer in das Innerste, Geheimſte die Konflikte erkennen, welche erwachsen, wenn zu feinen viel- die Freiſegung heute gebundener Empfindungen und Kräfte und der Eigenart ihres Kindes dringen kann“, schreiben die Bere gestaltigen, hohen Pflichten eine wissenschaftliche oder fünstlerische die Freiheit der Berufswahl durch die Befreiung der Arbeit. fasserinnen. Und weiterhin berufen sie sich auf den Ausspruch GüßBerufsthätigkeit tritt: sie weisen mit aller Entschiedenheit jene Losung feldts:„ luch bleibt für jeden Mann, der über Kindererziehung zurück, welche die Frau ausschließlich auf den Mutterberuf beschränken spricht, ein großes Mysterium bestehen: die Mutterliebe. Vor ihrem will. Und es ist nicht nur das heilige Recht der weiblichen Jedoch nicht bloß in der gekennzeichneten Beziehung haben geheimnisvollen Wirken muß der Verstand der Verständigen sich beugen, Persönlichkeit auf ein volles harmonisches Ausleben, das die Stellung meiner Ansicht nach Adele Gerhard und Helene Simon die geschicht wie vor einem Wunder." Wit feinem und tiefem psychologischen Berder Verfasserinnen bedingt. Es ist ein höherer Standpunkt: die liche Bedingtheit von Verhältnissen in der Gegenwart nicht scharf ständnis würdigen sie die psychische Wichtigkeit der väterlichen Persön Anerkennung des unantastbaren Rechts der Allgemeinheit auf alle und vollständig genug erfaßt. Vielmehr auch und das erscheint lichkeit für das Mutterwerden. Mit keiner armseligen Silbe dagegen gevollgültigen Werte, welche die Frau auf irgend einem Gebiet zu mir als der größte Fehler ihres Buches- in den Haupt denken sie der Bedeutung des Vaters für das Muttersein. Als Erschaffen vermag. Nicht die Möglichkeit einer idealen Bereinigung punkten des Problems felbst. 8war anerkennen sie, daß durch zeuger ist ihnen der Vater eine beachtenswerte ethische Potenz, als zwischen Mutterberuf und geistiger Arbeit entscheidet nach ihnen über die ökonomische Entwicklung die zwiefachen Anforderungen des Erzieher jedoch vollständig eine quantité négligeable". Wie erklärt die Gristenzberechtigung des letzteren, vielmehr ist es der Maßstab geistigen Schaffenstriebes und der Mutterschaft modificiert werden sich dieser Widerspruch? Offenbar dadurch, daß die Verfasserimen des unersetzlichen Kulturwerts, der an die geistige Arbeit der Frau angeleg: fönnen. Allein diese ihre Anerkennung bleibt entscheidenden Ver- betreffs des Mutter- und Vaterempfindens, betreffs der Rolle von werden muß... Unersetzliche Kulturwerte dürfen nicht um der hältnissen gegenüber rein formaler Natur. Sowohl was die An- Frau und Mann für die Erziehung des Kindes nicht scharf ausmütterlichen Aufgabe willen hingeopfert werden, Wert ist gegen sprüche der geistigen Berufsthätigkeit anbelangt, wie die Vereinanderhalten, was in natürlichen Beziehungen fest und unwandelbar Wert, Leistung gegen Leistung abzuwägen." Vorzüglich, doch kommt pflichtungen der Mutterschaft, erfassen sie auch geschichtlich Ge- begründet und thatsächlich von„ Ewigkeitsbedeutung" ist, was hinmeines Erachtens gleichzeitig noch ein andres Moment entscheidend in wordenes und Vergängliches als" Ewigkeitserscheinung", der sie gegen durch gesellschaftliche Zustände bedingt geschichtlich geworden Betracht. Es ist der Hinblick auf das, was die weibliche Persönlichkeit Ewigkeitsbedeutung" zusprechen. In der Folge übersehen sie die und mithin wandelbar. Beides fällt ihnen zur" Ewigkeitss als Mutter wie als Berufsthätige durch den Konflikt an innerem Wert, an geschichtlichen Tendenzen, welche in der Richtung einer harmonischeren, erscheinung" zusammen, und in den Beziehungen von Mutter und geistig- fittlichen Kräften gewinnt, was sie mithin an Mehr sowohl ihrer kampfärmeren Vereinigung von mütterlicher und beruflicher Thätig- Vater zum Kind scheinen sie deshalb auch das vorübergehend social Berufssphäre wie ihrem mütterlichen Pflichtkreis zuzuführen vermag. teit wirten. Im allgemeinen wird die kraftvolle weibliche Persönlichkeit für die Gesamtarbeit ihres Lebens als höhere Berufsthätige bei weitem mehr sorption der Persönlichkeit durch die geistige Arbeit hin. Jedoch physischen Mutterschaft gestellt werden, die durch unzerreißbare Ganz richtig zeigen sie auf die gestiegene und steigende Ab- 8wedmäßige als allzeit gültiges natürliches Geſetz zu bewerten. Bugegeben, die physische Vaterschaft kann nicht in Parallele zur dadurch gewinnen als verlieren, daß sie durch Weibempfinden und legen sie nur die eine ihrer Ursachen bloß und untersuchen auch nicht, persönliche Bande Mutter und Kind für eine bestimmte Zeit auf Mutterpflichten zeitweilig gebunden ist. Die in solchen Augenblicken ob die Persönlichkeit der gewachsenen Einforderung durch den einander anweist und von einander abhängig macht. Bugegeben, alle Rüdfichten auf die Berufsthätigkeit übertönende Stimme des geistigen Schaffenstrieb etwa reichere und stärkere Kräfte entgegen die physische Mutterschaft ist der ewig unerschütterliche, natürliche Weibes in ihr weckt geistige, ethische Werte zum bewußten Leben und feßen kann. Lediglich eins ist es ihrer Darstellung nach, was die Urgrund, in dem Mutterliebe, Muttergewiffen und mütterliches führt sie der fruchtbaren Reife entgegen, die unter andren Umständen völlige Beschlagnahme der Persönlichkeit durch die geistige Berufs- Walten fest wurzeln. Allein über das Wie der Entwicklung und des wahrscheinlich schlummernd verkümmert wären. Das Gleiche gilt thätigkeit bedingt: die den allgemeinen Kulturfortschritten ent- Auslebens des natürlichen Triebes der Mütterlichkeit, über die Ges ficherlich auch vice versa. Der Mutter mag momentan ein Schwert iprechende Entwickelung von Wissenschaft und Kunst, welche an den staltung seines Wirkungskreises haben gesellschaftliche Zustände entdurch die Seele dringen," wenn sie hinter der beruflich wirkenden individuellen Schaffensdrang höhere Ansprüche stellt, von ihm schieden. So ist zu dem natürlich Gegebenen das geschichtlich Gezurücktreten muß. Das Ganze ihres mütterlichen Lebenswerts wird vollendetere Leistungen fordert. Die Verfafferinnen übersehen bei wordene getreten. Das Gleiche gilt mutatis mutandis bon trotzdem an Weite, Tiefe, Gehalt wachsen. Die außermütterliche Würdigung dieser Thatsache die andere. Die moderne Persönlichkeit dem väterlichen Empfinden und Wirken. Es hat sich geschichtlich be Thätigkeit mit ihren Kämpfen löst ethische Kräfte, die bei der Nur- bringt für die größeren Anforderungen der geistigen Berufsthätige dingt in absteigender Linie entwickelt, wie die Mütterlichkeit in aufMutter fast nie zur Entfaltung gelangen, die aber des Kindes Er- feit einen größeren Einsatz an Kräften und Hilfsmitteln mit. Die steigender. ziehung gewaltig zu fördern geeignet sind und ihm als kostbares Erbe Stulturentwidelung hat nicht nur Kunst und Wissenschaft gehoben, son- Die Verfasserinnen haben diese Thatsache zum Teil ungenügend, übertragen werden. dern auch die Persönlichkeit der Menschen, die ihre Träger sind. Sie zum Teil gar nicht beachtet. Bei Erörterung des gestellten Problems Die Verfasserinnen weisen darauf hin, daß heute auf Kosten der hat Verhältnisse, Silfsquellen geschaffen, welche Entwickelung und würdigen sie in der Folge auch nicht den Anteil, der dem Vater Mutterpflichten viele Frauen nach höherer Thätigkeit drängen, die Ausreifen des geistigen Thätigkeitstriebs gewaltig erleichtern und an der Erziehung des Kindes zufällt oder richtiger aufallen müßte. weder unter dem Einfluß eines starten geistigen Triebes, noch unter fördern. Nicht so sehr die innere Entwicklung von Kunst und Wissen- Offenbar stehen sie in dieser Hinsicht unter dem Eindruck der Zu dem Zwange einer ökonomischen Notlage stehen, und deren Leistungen schaft ist es heutzutage, was die Persönlichkeit der Berufsthätigen stände, welche die kapitalistische Gesellschaft auf die Spige treibt, Thatsächlich eignet durchaus nicht als unersetzliche Kulturierte angesprochen werden rastlos einfordert und auffaugt, oft bis zum Verkümmern aller und zwar besonders in bürgerlichen Streifen. tönnen. Leider haben Adele Gerhard und Helene Simon das übrigen Seiten des Menschen. Es ist das Um und Auf, welches die der heutigen socialen Ordnung wie keiner andern vor ihr die mannigfach verschlungene Warum dieser charakteristischen Beit- tapitalistische Ordnung in das geistige Schaffen hineinträgt. Die Tendenz, das Baterempfinden und Batergewissen auf ein Minimum erscheinung nicht aufgezeigt. die Mitwirkung des Vaters Meines Dafürhaltens steht diese Verfasserinnen haben diese folgenschwere Thatsache nicht einmal er zusammenschrumpfen zu lassen, des Kindes zur frommen Sage, zur nicht bloß in innigem Zusammenhange mit dem Gärungs- und wähnt, geschweige denn in ihrer Bedeutung für das vorliegende bei der Erziehung Umwandlungsprozeß in der Psyche der Frau und deren Problem richtig gewertet. Den Einfluß der kapitalistischen Ordnung inhaltlosen Form zu verwandeln. Die existierenden Eigentums- und wachsendem Bersönlichkeitsbewußtsein, sowie mit dem Zerfall und der auf die geistige Beteiligung der Frau würdigen sie nur dort, wo Wirtschaftsverhältnisse im Bunde mit ihren socialen Begleit Umgestaltung der Familie, sondern gleichzeitig auch mit der Dekadenz diese Bethätigung unter dem Beitschenhieb ökonomischer Bedrängnis erscheinungen, mit der Moral und Empfindungswelt, die sie aus. der herrschenden Klaffen, an der die Frauen derselben ebenfalls teil- geschieht. Das heißt die Dinge eng und nur an ihrer Oberfläche er- lösen, wirken darauf hin, daß der Mann zumal der bürgerliche nehmen. Im Gegensatz zu Adele Gerhard und Helene Simon faffen. Denn nicht nur in diesen Fällen unterwirft der Kapitalis- fich als Geschlechtswesen auslebt, ja verlebt, ohne daß ihm die Ver erblicke ich deshalb in der Betonung der hohen geistigen mus das geistige Ausleben der weiblichen Persönlichkeit seinen pflichtungen der Vaterschaft erwachsen. Was er für die Baterschaft Bedeutung des Mutterberufs und der Anteilnahme der Frauen eisernen Machtgeboten; dieselben sezen sich vielmehr allgemein mitbringt, find recht vielfach nur die beaux restes, die be als Weltbürgerinnen am öffentlichen Leben fein genügendes und bis in die innersten Beziehungen durch. Verschwindend gering fudelten Ueberbleibsel seiner Männlichkeit Wirken der geistig Thätigen, deren Gegengewicht gegen die betreffende Tendenz. Sie wird erst ver- ist die Zahl aus seiner Obendrein wird weitfassendsten Bedeutung genommen. schwinden mit der Herrschaftsstellung der Besigenden und mit der schließlich durch die inneren zwingenden Ewigkeitsforderungen" der Mann dumpfen, schalen, müden Bett" Wachen" aus zwischen Schlaf und Ueberwindung der Folgen phyfischer und psychischer Degenerescenz ihres tünstlerischen oder wissenschaftlichen Genies beherrscht wird. der durch die Vermischung der jetzt getrennten Klassen und den ge- Indem die kapitalistische Ordnung das Produkt geistigen Schöpfungs- Gewohnheit oder Langeweile mit einer ungeliebten Gattin Nach fundenden Einfluß eines Gemeinwesens freier, gleichberechtigter branges zur Ware entwürdigt, die ihren Markt suchen muß, beugt fommen zeugt. Das Kind wird wie die Frau als unangenehme Arbeiter. fie auch mehr oder minder vollständig den persönlichen Träger des- Bugabe zur Mitgift empfunden, als Sorgenbringer, Störenfried, selben unter ihren Bann. Nicht als" Ding an und für sich und als günstigeren Falls als Erbe, Träger des Namens. So verkümmert Die landläufige Frauenrechtelei setzt sich in Wort und Schrift folches" vermag der gebieterische geistige Trieb sich zu äußern, bas Batergefühl, so schlummert das Batergewissen ein. Daß aber nur verquickt und durchseucht mit mannigfachen, der Anteil des Vaters an der Erziehung des Kindes immer dürftiger, recht vielfach geradezu trostlos oberflächlich mit dem Problem des fondern stets Mag Verhältnisses zwischen Mutterschaft und geistiger Arbeit auseinander. wesensfremden äußeren und inneren Faktoren, welche die tapita- immer äußerlicher wird, dafür sorgt die Berufsfrohn. Dieser Umstand läßt den hohen Ernst, die aus tiefster Junerlichkeit listische Umwelt erzeugt und entwickelt. Des Kapitalismus bleiche der Vater Hammer sein wollen oder Ambos sein müssen: ganz quellende Wärme ungemein wohlthuend empfinden, mit welcher die Handwerkerjeele", wie Richard Wagner es mit der Treffsicherheit des gleich. Der durch den Kapitalismus versllavte Beruf mit seiner Verfasserinnen der Frage nachgehen, und die Gesamtauffaffung wie Genies in Kunst und Revolution" nennt, lebt in Kunst und Wissen ünrast zehrt ihn auf und läßt herzlich wenig für den Vater als Einzelausführungen beherrschen. Dieser Umstand erklärt aber wohl schaft unfrer Tage. Der geistig Thätige muß in der Folge nicht bloß Erzieher übrig. Gotte geben, was Gotte ist", sondern ein Mehr, das von der Kräfte Und trotzdem! Trotz der socialen Einflüsse, unter denen fich auch, daß in den starken, vollen Tönen echter Mütterlichkeit hin und wieder eine Saite mitschwingt, deren Spannung mir überstiegen tönt. vergendenden, die Individualität auf ein Brotrustes bett spannenden väterliches Empfinden und Walten in absteigender Linie bewegen, In der That, mir scheint, daß die Verfasserinnen die Verpflichtungen fapitalistischen Ordnung verschlungen wird. Die aufgezeigten Umstände bricht das natürliche Batergefühl wieder und wieder in Reinheit und der Mutterschaft mitunter allzu sehr unter sehr unter den Gesichts- find aber von weittragendster Bedeutung für das Verhältnis von Mutter- Kraft hervor und begehrt heiß danach, sich bei der Erziehung des winkel von Ausnahmezuständen rücken. Krankheiten, förper- fchaft und geistiger Arbeit. Sie eröffnen den hoffnungsreichen Ausblick auf Kindes zu bethätigen. Besonders in den Fällen, wo der Mann er seine zur Baterschaft gelangt, wo liche und seelische Gebrechen des Kindes, welche eine dauernde, eine zufünftige Milderung der Konflikte zwischen beiden Pflicht noch innerlich rein einer fittenpolizeilich oder völlige Absorption der Mutter bedingen, spielen meiner Ansicht nach sphären der Frau. Die Auffassung von Adele Gerhard und Helene Männlichkeit nicht in den Armen der Berufsarbeit hin nur standesamtlich gestempelten Dirne auslebt, sondern an ein im mütterlichen Pflichtkreise und damit auch für seine Unvereinbar- Simon deutet nach der Nichtung fich fann dahingiebt, Vatergefühl teit mit höherer Berufsarbeit nicht jene entscheidende Rolle, welche auf die Tendenz zu steigender Verschärfung derselben. Fordert geliebtes Stärke, Bartheit, Tiefe und Innerlichkeit Innerlichkeit ohne Scheu die Verfasserinnen ihnen wiederholt zuschreiben. Die Berufung auf jedoch der geistige Trieb sein Recht von einer gefunden, harmonischen, an Stärke, Bartheit, Tiefe Marie Ebner- Eschenbach hat mich in dieser Hinsicht teines andern fraftvollen weiblichen Persönlichkeit, deren Entwicklung mit dem neben das Mutterempfinden stellen, ist es der nämlichen, nie ver belehrt. Diese schreibt:" Nur auf die Erziehung mir nahestehender allgemeinen Aufwärts der Kultur gleichen Schritt gehalten hat; ist fagenden Geduld, Selbstentäußerung, Fürsorge fähig wie dieses, und vielgeliebter Kinder durfte ich vor Jahren Einfluß ausüben. er dem vergiftenden Hauche des Kapitalismus entzogen, befreit von vermag es sich verständnisvoll in die innerste Eigenart des Kindes Und das weiß ich noch gut wenn eines von ihnen erkrankte all den wesensfremden Elementen, mit denen dieser ihn paart, so zu versenken und sucht es unter Opfern und Schmerzen seinen oder meiner besonderen Sorgfalt in irgend einer Weise bedurfte, daß die geistige Berufsarbeit nicht länger zur Berufsiklaberei ent- Birtungsfreis zu behaupten. Sein Zweifel, auch die Vaterschaft ist Ewigkeitsbedeutung", von Sonder ein natürlicher fester Boden war alle Litteratur für mich aus der Welt geschafft."" In diesem artet: so zehrt auch das höhere berufliche Wirken nicht länger mit tyrannischer Aus welchem all die Empfindungen wurzeln, die, zur Entfaltung Ausspruch Marie Ebners," so sezen die Verfasserinnen hinzu, fühlen verhältnissen abgesehen wir... die Gebundenheit gerade des weiblichen Weibes durch sein schließlichkeit die ganze Persönlichkeit der Frau auf. Umgekehrt: fie gelangt und geschult, den Vater zum vorzüglichen, unentbehrFrauenempfinden selbst beim höchsten können". Ich frage: würde giebt dann mehr von derselben für die hohen Pflichten der Mutter- lichen Miterzieher der Kinder befähigen. Zum unveräußerlichen näm- fchaft frei, als es die häusliche Arbeit der Frau in der Ver- Erbe der Väterlichkeit bringt aber der Mann auch die pädagogische gleichen Umständen Das Lebenstverk der bahnbrechenden Pädagogen liche Gebundenheit des männlichen Mannes" in Erscheinung gangenheit je gethan hat und in der Gegenwart thut. Aber frei- Begabung mit. treten? Ich glaube ja, denn unter einem männlichen Manne lich: die betreffenden Tendenzen weisen über den Rahmen der bezeugt das, wie das Wirken manch schlichten Volksschullehrers oder auf die socialistische Gesell- Vaters. verstehe ich jemand, in dem das Vaterempfinden in seiner ganzen bestehenden Ordnung hinaus Die geschichtliche Entwicklung ist aber am Werte, Buchstaben um den traurigen Süße und Verantwortlichkeit lebendig ist. Marie Ebner- Eschenbachs schaft hin. Demi nur in ihr findet die Frau die Bürgschaft für die Ausspruch beweist im Zusammenhang mit ihrem künstlerischen erforderliche hohe, allseitige Entwicklung ihrer Persönlichkeit; denn Buchstaben das Wort zusammenzusetzen, das Lebenswerke gerade das Gegenteil von dem, was die Verfasserinnen nur in ihr wird der geistige Schöpfungs- und Schaffensdrang nicht Bann des geschichtlich Gewordenen lost, der auf der Väterlichdarthun wollen. Die Gebundenheit des Frauenempfindens, die zeit- mehr durch die„ bleiche Handwerkerseele" eines Gesellschaftsregimes feit lastet und ihr Lebenswert am Stinde verkleinert und hindert. weilig für die Dichterin alle Litteratur aus der Welt schaffte, hat der Befiz- und Klaffengegenfäge getnechtet. Marie Ebners fünstlerisches Schöpfungsvermögen keineswegs beein unter den * nicht auch die Weib wo er bon " das das Wort in in Sie zeitigt die Ansätze zu den Vorbedingungen für ein volles reines Emporblühen der Väterlichkeit und für das Batersein in uns als Gehilfe der Frau in die Familie zurückkehrt. Und je " ber 10 beschränkter Fülle und Kraft. Die Berufsarbeit der Frau birgt die den Helden der Spielerprozesse und des Duellunfugs stellen, eine hatten wir neuerdings mehrfach Gelegenheit. Diese Geschäftsfirma Tendenz in ihrem Schoße, dem Mann seinen Anteil am Heimleben Societät etabliert, die gemeinhin als Orden von Gesundbeten wirt- versandts massenhaft Reklamen, worin sie auf das Mitleid der Mitzurückzugeben, den Vater wieder in sein Recht als Erzieher ein schaftete und fröhlich ihrem originellen Sport nachging. Man kam menschen spekulierte, indem sie betonte, daß von dem Erlös der von zusehen. Denn indem sie die Frau wirtschaftlich verselbständigt und auf den Gedanken, daß Liebe, Jeu und Ehrenkoder eine Ergänzung ihr vertriebenen Schriften und Bücher in Biesenthal ein dem Mann als Gehilfin bei allen Aufgaben in der Welt zur Seite Kinderkrüppelheim unterhalten werden sollte. Jetzt hat ein steat, schafft sie schließlich die materielle Möglichkeit, daß der Mann forderten, dergestalt, daß man für jene Standesgenossen, die durch Berliner Blatt, das sich in dieser Sache nach Biesenthal wandte, von eines dieser weltlichen Zeitvertreibe an der Gesundheit Schaden ge- der dortigen Polizeiverwaltung folgende Auskunft erhalten: bewußter die moderne Persönlichkeit sich gegen die ungefunden, litten, sich intensiv durch Beten verwende. So lange diese Idee Wir finden auf Seite 2 Ihres Blattes Nr. 187 eine Notiz: unjittlichen Beziehungen der Geschlechter auflehnt, gegen Prostitution, ausschließlich in der Gesellschaft" verwertet wurde, ging die Ge- Reklame- Wohlthätigkeit", welche sich auf die Firma„ Norddeutsche Schacherehe und ihr elles Gefolge; je mehr sie dem Liebesleben an schichte die Oeffentlichkeit wenig an. Sie mußte aber die Auf- Kunst- und Verlagsanstalt zu Charlottenburg" bezicht. Zur ErWeihe und Glück erobert: um so reichere, föstlichere Blüten an merksamkeit weiterer Schichten auf sich lenken, als auch die nicht hoch- gänzung Ihres Artikels teilen wir Ihnen ergebenst mit, daß in dem Empfindungen und Thaten wird die Vaterschaft treiben. Was sich geborenen Muder beiderlei Geschlechts begierig der neuen Weise lauschten Hause hierselbst Bahnhofstr. 132, welches die genannte Firma zwar jedoch in der einen und anderen Hinsicht als hoffnungsreiche Tendenz und mit instinktiver Findigkeit darauf kamen, daß das Gesundbeten unter der Hand, aber nicht gerichtlich gekauft und am 1. Mai 5. J. ankündigt, kann sich nicht in voller Reinheit und Kraft durchsetzen, auch im Verkehr mit den Armen und Glenden, die sich in ihrer Not übernommen hat, eine Zeitlang eine Dame als Vorsteherin, eine so lange die heutige sociale Ordnung dauert. Erst die Krankenpflegerin und ein Dienstmädchen, niemals aber versocialistische Gesellschaft zeitigt die socialen und psychologischen bringendes Unternehmen sei, sondern seiner Wohlfeilheit wegen sich nun find Thüren und Fensterläden des Hauses geschlossen, und am an fromme Kreise wenden, nicht allein an sich ein sehr trost- früppelte Kinder sich befunden haben. Seit Wochen Vorbedingungen für unverfümmertes väterliches Empfinden, für unbeeinträchtigtes väterliches Wirken. die in diesen weiten Schichten der Bevölkerung auch als sehr verwende Eingange befindet sich ein Plakat mit der Aufschrift des ursprüngMächte, welche heute die Beziehungen der Geschlechter vergiften; bares Hausmittel empfehle. lichen Besizers, daß das Grundstück zu verkaufen sei. Das ist also fie giebt dem Manne die Möglichkeit, seine geschlechtliche Sonderart Eine arme Person, für die die färgliche Armtenunterstützung nicht das Kinderkrüppelheim in Biesenthal. Wir ersuchen Sie ergebenst, in reiner Liebe auszuleben, welche die ganze Persönlichkeit erfaßt, reicht, weil diese selbstverständlich vom Hauswirt verschlungen wird, gefl. hiernach den Artikel in Ihrem Blatte vervollständigen und für trägt und emporhebt; sie nimmt den Existenzbedingungen den wendet sich, von Krankheit und Hunger geplagt, an einen als fromm be- möglichste Verbreitung Sorge tragen zu wollen....“ Stachel der Not, so daß die Empfindungen ohne einen trüben Boden- tannten Großzindustriellen. Es dauert eine Weile, bis eines guten Die Brandtsche Millionen Erbschaftsgeschichte, die noch faz von Sorgen das Kind in heller Freude als höchstes Glück und Da die unglückliche Person immer die Gerichte beschäftigt, hat eine neue Wendung genommen, unschätzbaren Reichtum umfassen; sie bricht die Thrannei der Be- Tages die Schwester" kommt. rufsarbeit und läßt freies Vollmenschentum sich entfalten, dem als infolge der Krankheit nicht im im stande ist, ihre Hände die von den Interessenten als eine günstige aufgefaßt wird. GegenWirkungsfeld die Welt nicht zu weit, das Heim nicht zu eng dünkt. zu gebrauchen, geht die Schwester ans Werk, die Stube wärtig hat sich die Sache zu einem Strafverfahren wegen öffentBei Untersuchung des Problems: Mutterschaft und geistige ein wenig wenig zu reinigen. Dann setzt sie sich mit licher Beleidigung und versuchter Erpressung zugespigt, das sich auf Arbeit durften die vorstehenden Thatsachen und Tendenzen nicht Stranken hin und erklärt ihr, daß die Not wesentlich gemilbert Friedrich Brandt und Genossen richtet. Die Angeklagten haben eine Betreiben des Grafen Dr. Douglas gegen den Maurermeister außer acht gelaffen werden. Sie find ganz wesentlich für die Beant werden könne, wenn die Gesundheit erst wieder eingekehrt sei. Diese Broschüre geschrieben und veröffentlicht, in welcher fie gegen den Grafen wortung der Fragen: wie weit sind die gnaden und verantwortungs- Logik leuchtet der Unterstützungsbedürftigen ein und schüchtern spricht Douglas den Vorwurf erheben, er habe für seine Thätigkeit in der reichen Verpflichtungen der Mutterschaft in natürlichen Verhältnissen unverrückbar gegründet, inwieweit geschichtlich bedingt und dem sie die Hoffnung aus, daß gute Pflege und ausreichende Nahrung Erbschaftsfache aus der jetzt verschwundenen Masse 5 025 000 hollänWandel unterworfen? Welche Zukunftsperspektiven eröffnen sich auf ihr trop vorgerückten Alters wohl die Kräfte wieder verschaffen dische Gulden erhalten und erhalte außerdem von der Firma Grund des ewig Seienden und des ewig Fließenden für das Nebeneinander fönnten, deren sie zur Selbsterhaltung so sehr bedürfe.„ Das ist es M. A. Rothschild eine Nente von 12 000 m. jährlich. Ferner wird von höherer geistiger Berufsarbeit, ja von Berufsarbeit überhaupt und nicht", meint die Schwester,„ irdische Azzung und Netzung erweist sich Rosenthal u. Co. in Amsterdam ein Teil der Erbschaftsmasse in in der Broschüre behauptet, daß bei der Banffirma Lippmann, Mutterschaft? Die von den Verfasserinnen nicht berücksichtigten als eitel gegenüber der Macht, die im Gebet liegt. Das Thatsachen und Tendenzen weisen mit aller Bestimmtheit auf die haben Höhe von 15 Millionen holländischer Gulden in Verivahrung sei. wir erkannt und daher besteht unsre wesentliche Zu dem vorerwähnten Beleidigungs- und Erpressungsverfahren find Aussicht einer geringeren Einforderung der Persönlichkeit der Mutter und wirklich heilbringende Hilfe im frommen Ringen, dem Sie schon mehrere Termine angesetzt worden, die aber stets der Verin der Zukunft hin, mithin auf eine Abschwächung des Konflikts fich mit Inbrunst anschließen müssen." Nun hebt ein gemeinsames tagung verfielen. Inzwischen sind die Aften zwischen Gerichtshof und zwischen schöpferischem Trieb und Mutterschaft. Sie treten ergänzend Beten an, das zehn, zwanzig, dreißig Minuten dauert, fast bis zur Staatsanwaltschaft wiederholt hin und her gegangen. Neuerdings hat zu der Milderung der grausamsten Disharmonie in weiblichen Leben, völligen Erschöpfung der Kranken. Endlich fühlt auch die fromme nun das Gericht beschlossen, die von den Beschuldigten beantragten die sich in der Tendenz von seiten der Berufsarbeit ankündigt. Jedoch nicht bloß mit Rücksicht auf das Lebensrecht des geistigen Dame sich müde und hungrig. Sie bricht auf mit den Worten: Beweise zu erheben. Insbesondere soll das deutsche General- Konfulat Triebes der Frau und sein harmonisches Ausleben muß die Väter Ich lasse Ihnen noch einiges zur Stärkung hier" und legt ein in Amsterdam zu einer Erklärung aufgefordert werden. Außer den lichkeit und ihr Walten gewürdigt werden. Auch im Hinblick auf Sonntagsblatt auf den Tisch. Die arme Kranke findet sich Firmen Lippmann, Rosenthal u, Co. sollen noch verschiedene andre das Resultat der Erziehung. Mütterlichkeit ist nicht bloß Selbstzwed, es ist vor allem Mittel zum heilbringende Kraft liege, und wie die Schwester wieder und wieder erhoffen die Interessenten nunmehr eine Klärung der schleierhaften Das vollkommenste Ausleben der wirklich mit dem Gedanken ab, daß in dem probierten Mittel cine in Holland wohnhafte Zeugen durch Vermittelung des Auswärtigen Amtes vernommen werden. Von diesen gerichtlichen Maßnahmen Bwved. Es ist sicherlich ein unvergängliches Denkmal tiefsten weib tommt, um sich mit ihr ins Gebet zu versenken, wird die Arme Erbschaftsgeschichte. lichen Seins, daß inmitten des Sturmes und Dranges einer allmählich eines höheren Vertrauens gewürdigt. Die Dame Revolutionierung des weiblichen Außen- und Innenlebens, inmitten der Unrast sehnsuchtsvollen Suchens und Tastens nach neuen erzählt, daß, von sehr hohen Kreisen protegiert, sich der Pfaden und weiteren Horizonten Herz und Geist der Orden von Gesundbeten entwickelt und verbreitet habe, um Mutter von dem Selbstgebote widerhallen: Du widerhallen: Du mußt, Du die irdische Weisheit zu Schanden zu machen und Hilfe von willst dem Kinde alles geben, was Du geben kannst. Über- dort zu erflehen, woher einzig Hilfe tommen fönne. Die Krankheit so fordert die höchste, entsagungsreiche Mütterlichkeit vor diesem weicht nicht. Aber auch jetzt kommt die Schwester keineswegs in Gebote darf nicht die ernste Frage verstummen: Kannst Du dem Verlegenheit. Sie nimmt die Kranke selber ernstlich ins Gebet. Es Kinde alles geben, dessen es bedarf, um zum starten, zum schönen stecke noch zuviel irdisches Dichten und Trachten in ihr; sie bewege Menschen zu werden? Die Verfasserinnen gehen in ihrem Buche von der stillschweigenden Voraussetzung aus, daß das geschulte ia die Lippen, aber man merke ihr an, daß ihr das Gebet Mutterempfinden allein, ohne Mitwirkung des Vaters, die nicht von Herzen komme und daher von heilbringender Wirkung individualisierende Erziehung zum höchsten Ziele zu führen teine Rede sein könne. Erst wenn sie in wahrer Inbrunst bermag. Ift das richtig? Ich stehe nicht an, diese ihr Herz dem Herrn öffne, könne sie Hilfe erhoffen. Frage nachdrücklichst mit nein zu beantworten. Und zwar Man könnte meinen, daß die Gesundbeter und-Beterinnen vernicht nur, mur, weil pädagogische Begabung und pädagogisches tappte Atheisten seien, die sich zusammengethan hätten, um die NeTattgefühl meiner Ansicht nach individuell verteilt sind, sondern noch aus ligion zu diskreditieren. Dieser Auffassung widerspricht aber die einer andern, nicht minder wichtigen Ursache. Wie die mit glühender Thatsache, daß die Danten und Herren des Ordens meist aus Kreisen Inbrunst hervordrängende Mütterlichkeit allein das Kind nicht zu herrühren, die ein ökonomisches Interesse daran haben, daß die Rezeugen vermag, also auch nicht zu erziehen. Als Fre ziehende gehören Mann und Frau auf Grund ihrer ge- ligion dem Volfe erhalten werde. schlechtsverschiedenen psychischen Eigenart ebenso untrennbar zu der Kinder durch beide Eltern von höchster Bedeutung. " Zur Errichtung eines Krematoriums ist die königliche Genehmigung beim Magistrat von Madrid eingetroffen. In Preußen erleben wir das Schauspiel, daß das Muckertum die Einführung der Feuerbestattung zu hintertreiben weiß. Dafür ist Preußen auch der Staat der Jutelligenz. gangenen Nacht kurz vor 1 Uhr erfolgte auf dem Potsdamer RingBugzusammenfstoß. Amtlich wird gemeldet: In der verbahnhof ein Zusammenstoß des letzten aus dem südlichen Ringbahngeleise ausfahrenden Personenzuges Nr. 1977 mit dem in der Einfahrt begriffenen Materialzuge r. 8690 im Weichenkreuz auf der Brücke über die Königin Augustastraße. Der zweite und dritte Bersonenwagen hinter der Lokomotive entgleiſten und beide HauptDie Zugführer des geleise wurden durch den Unfall gesperrt. Personenzuges und des Materialienzuges sowie ein als Reisender Von den sonstigen Reisenden, etiva 20-24 an der Bahl, wurde nach den mitfahrender Bahnsteigschaffner erlitten leichte Verlegungen. bisherigen Feststellungen niemand verlegt. Die Aufgeleisung war um halb 4 Uhr morgens beendet und die Betriebsstörung beseitigt. Ursache des Unfalls ist das Ueberfahren des Haltsignals am Bahnhofsabschlußmast durch den Lokomotivführer des Materialienzuges. fammen, wie als Zeugende. Wie sich bei der physischen Eltern- Zur Bürgermeisterfrage bringt eine magistratsoffiziöfe Die Mordaffaire am Jungfernfee bei Nedlitz hat jetzt eine überschaft das Blut von Mutter und Vater mischt und dem geschaffenen Korrespondenz folgende Meldung: Gutem Vernehmen nach ist bisher raschende Wendung genommen. In der gefundenen Leiche wollte nenen Leben sein Erbteil von beiden Seiten zubringt, so muß sich von keiner Seite auch nur ein Versuch gemacht worden, den Stadt- man bekanntlich den Arbeiter Bohnert aus Berlin erkennen und bei der Erziehung die geistig- fittliche Eigenart der Eltern vermählen rat Gustav Kauffmann bei seiner voraussichtlichen Wieder der diesem befreundet gewesene Arbeiter Reichpietsch, der bis und als harmonisch verbundene eine Straft die junge Persönlichkeit wahl zum Bürgermeister von Berlin zu beeinflussen, auf dahin ebenfalls in Berlin gewohnt hatte und wenige Tage vor in das Reich edelsten Menschentums emportragen. Die Erziehung die Annahme der Wahl zu verzichten. Ein Teil der Auffindung der Leiche als unbekannt verzogen" polizeilich abist gleichsam die zweite Schöpfung des Kindes. Soll sie in seiner Stadtverordneten ist noch von Berlin abwesend, so daß es gemeldet war, geriet in den Verdacht, den B. getötet zu haben. R., Persönlichkeit in reicher Vielseitigkeit die Züge entfalten, welche schwer hält, heute schon etwas Sicheres über den Ausfall der der später im Kreis- Krankenhause zu Groß- Lichterfelde ermittelt Vater und Mutter eignen, soll sie es zur vielseitigen, starken nächsten Bürgermeisterwahl zu berichten. Die Fraktionen der Stadt wurde, verwickelte sich bei seinen Vernehmungen in Widersprüche, die Individualität entwickeln, so darf sie weder einseitiges Mutter noch verordneten- Versammlung haben, was wir gegenüber anders den Verdacht nur noch verstärkten. Wenige Tage später meldete Baterivert, fie muß gemeinsames Elternwert sein. Und noch eine lautenden Mitteilungen besonders hervorheben, zu der Wahl noch sich Bohnert bei der Potsdamer Polizeibehörde, um davon weitere Erwägung spricht für die Notwendigkeit, daß die Erziehung nicht Stellung genommen. In gut unterrichteten städtischen Streisen Senntnis zu geben, daß er noch am Leben sei und sich zur des Kindes durch Mutter und Vater sich ergänzend zum Ringe zu wird aber angenommen, daß die Mehrheit der Stadtverordneten Zeit in Staaten bei Potsdam aufhalte. Die weiteren Nachforschungen sammenschließe. Die psychische Differenzierung der Geschlechter wird feinen andern Stadtrat Kauffmann wählen wird, ergaben nun, daß der Tote der am 26. März 1861 in Elgershausen, immer größer, immer reicher. Daß jedem Geschlecht, trotzdem im höchsten dessen Arbeitskraft, Charakterfestigkeit und große Kennt Kreis Kassel, geborene Arbeiter Peter Schubert sei, der im Mai Maße die Fähigkeit eigne, die Sonderheit des andren zu verstehen, niffe auch von seinen politischen Gegnern anerkannt werden. dieses Jahres in Berlin mit Reichpietsch eine gemeinsame Schlafgerecht zu würdigen, bewußt zu ergänzen: dafür ist die Erziehung für das Bürgerliche Gesetzbuch angehört und sich um das Zustande Sicherheit ergeben, daß Rt. mit dem Schubert seit jener Zeit nicht Stadtrat Kauffmann, der jahrelang der Stommission stelle inne gehabt hat. Die behördliche Untersuchung hat nun mit Der Gang des geschichtlichen Werdens hat betreffs der Er- fommen desselben Verdienste erworben hat, ist wegen seiner lang mehr in Berührung gekommen ist und somit eine Beteiligung des ziehung des Kindes verhängnisvolle Gegenfäße gezeitigt. Er hat jährigen politischen Thätigkeit eine im parlamentarischen Leben wohl- ursprünglich Beschuldigten an dem Verbrechen vollständig ausge Unterricht von Erziehung getrennt, er machte lange Zeiträume hin- befannte und allgemein geachtete Persönlichkeit. Seine Nicht schlossen ist. Schubert war in der legten Beit arbeitslos gewesen durch den einen fast ausschließlich zur Aufgabe des Mannes, die bestätigung als Bürgermeister von Berlin hat auch in den Kreisen und fann nur wenige Geldmittel beseffen haben, so daß ein an ihm andre überwiegend zum Werke der Frau. Num zeigen sich die An- der Abgeordneten, wie von vielen Seiten mitgeteilt worden ist, all- begangener Naubmord ausgeschlossen erscheint. Es dürfte vielmehr fäße zur Bereinigung dessen, was getrennt war und ist, aber gemeine Ueberraschung hervorgerufen, am meisten aber jene Streife, ein Totschlag an ihm verübt worden sein. Etwaige Angaben, die zusammengehört. Der Unterricht wird allmählich mehr und mehr die Kauffmann persönlich und dienstlich näher getreten sind, voll- zur Ermittlung des rätselhaften Verbrechens führen können, find auf erzieherisch, die Erziehung unterrichtend, die Frau erobert Schritt kommen überrascht, nur bei der Polizei soll dies nicht der Fall ge- dem Polizeipräsidium zu Berlin oder bei der Staatsanwaltschaft in für Schritt ihr Recht als Lehrende, der Mann seinen Anteil als wesen sein. Potsdam zu machen. Erzieher. Und die geistige Berufsarbeit der Frau erscheint in ver= Die Steigerung des Verkehrsbedürfuiffes, sowie die uits schiedener Hinsicht als wichtige mittreibende Kraft der sich an- erwartete Bevölkerungszunahme der letzten Jahre haben die Aktien- wie ein solcher wohl bisher im Betriebe der vielgeschmähten Ein eigenartiger Betriebsunfall auf der Straßenbahn, bahnenden Synthese. Zum Schluß noch eine Bemerkung. Trotz aller abweichenden einen rationellen Betriebsplan für die Hoch- und Untergrundbahn ereignete fich Freitagnachmittag 5 Uhr an der Ecke Bülow- Potsgesellschaft Siemens u. Halste veranlaßt, schon heute auf" Großen" auf dem Berliner Pflaster noch nicht vorgekommen ist, Gedankengänge, die meiner Ansicht nach für das Nebeneinander von Bedacht zu nehmen. Die elektrische Stadtbahn wird nämlich bei damerstraße. Auf der Straßenfrenzung löfte sich hier die KontaktMutterschaft und geistiger Arbeit verheißungsvolle Zukunftsperspektiven ihrer Anfang 1902 erfolgenden Eröffnung weit günstigere Verkehrs- stange eines Elektrischen" der Linie Zoologischer Garten- Schlesische eröffnen, welche auf die socialistische Gesellschaft hinweisen, stimme ich verhältnisse vorfinden, als dies vor fünf Jahren, bei Genehmigung Brüde aus der Federung, fiel auf den Damm und wurde noch eine den Berfasserinnen in einem bei. Auch der Socialismus vermag den der Baupläne, erwartet werden durfte. In welchem Maße die furze Strecke an der Leine nachgeschleppt. Im Fallen hatte die tiefinnerlichen Konflikt zwischen der Mutter und der geistig Schaffen Bevölkerung und das Verkehrsbedürfnis in dieser Periode zu Stange einen Passanten gestreift, ohne ihn glücklicherweise erheblich den nicht aufzuheben, er kann ihn nur wesentlich mildern. Aber zum genommen hat, ergiebt sich aus einer auf Grund amtlicher Statiſtik Unterschied von heute wird er nicht von einem schwächlichen aufgestellten Berechnung, wonach in diesem Jahre die öffentzu verlegen. und verkümmerten Weibe meist unter dem Zwange ökonomischer lichen Verkehrsmittel von 490 Millionen Fahrgästen benutzt werden, dem Hause Kastanien- Allee 81 ab. Die 54 Jahre alte Wittive Anna Eine aufregende Scene spielte sich am Donnerstagabend in Umstände durchgefochten. Bielmehr von einer kraftvollen, harmoni fo daß die Zunahme der beförderten Personen zu Beginn des schen Persönlichkeit in ſittlicher Reife, Kraft und Freiheit als rein Jahres 1902 achtzig Prozent mehr als im Jahre 1895 Stryder, die hier schon seit längerer Zeit wohnt, verlor vor zwei innerlicher Konflikt. Der schmerzensreiche Stampf aber wird der Mutter wie der Berufsthätigen an innerlichent Werte mehr geben als betragen wird. Ursprünglich war nun für den Betrieb der elektrischen Liebe gehangen hatte. Die Frau konnte den Schmerz über den unStadtbahn eine Zugfolge von 5 Minuten in Aussicht genommen nehmen, denn er stärkt, hebt und weitet die Persönlichkeit. Und und zwar dergestalt, daß der Fahrgast von jedem Bahnhofe derselben erseglichen Verlust nicht verwinden und befand sich oft in einem höchstes Lebensglück ist nicht ein konfliktsloses, es ist ein volles Leben, aus innerhalb dieses Zeitraumes abfahren kann. Wie früher bereits Buffande der höchsten Aufregung. So auch am Donnerstagabend mit seinen unendlichen Freuden und seinen unendlichen Schmerzen. berichtet, sollten hierzu 21 8üge zu je drei Wagen mit einem 1014 Uhr aus dem Geschäft nach Hause fam, verfiel sie in eine Art wieder. Als nun ihre Tochter Hedwig, eine Buchhalterin, um Clara Zetkin. Fassungsvermögen bon 200 Personen vorgesehen werden; Tobsucht und versuchte das Mädchen zu erstechen. Die Gefährdete bei einem 19 stündigen Betriebe könnten dann pro Jahr entfloh aus dem Hause zu einem benachbarten Geistlichen, der für über 20 Millionen Fahrgäste befördert werden. Da nach den oben mitgeteilten Ziffern aber voraussichtlich ein weit stärkerer Hilfe und einen Arzt sorgte, auf dessen Veranlassung dann die kranke Verkehr wird bewältigt werden müssen, so hat die Aktiengesellschaft Frau mit einer Droschke in eine Anstalt gebracht wurde. Siemens u. Halste schon jetzt eine Bergrößerung des Das Opfer eines schweren Jagdunglücks wurde auf FalkenEine allerliebste Blüte, die wunderbar ins Zeitalter der dekora- Wagenpartes ins Auge gefaßt, um die Zugfolge, wenn nötig, thaler Gebiet der 54jährige Kassenbote des Vereins Berliner Gasttiven Frömmigkeit hineinpaßt, hat sich neuerdings in der Gestalt bis zu einem 3 Minuten Bertehr verdichten zu können. Nachwirte, Albert Pallavicini, der hier Sophienstr. 34 wohnte. Sein des Ordens vom Gefundbeten" entfaltet. Der Ursprung dieser Richtung foll besonders für die frequentefte Strecke, Pots Freund, der Bürstenhändler Janascht aus der Anklamerstraße, mit dieser Gesellschaft ist in Potsdam zu suchen, wo in sehr vornehmen werden. Die Vermehrung des Wagenpartes bedingt natürlich auch tötete ihn auf dem Anstande infolge eines verhängnisvollen Irrtums damer Play- 30ologischer Garten, Sorge getroffen dem er nachts gemeinschaftlich dem Jagen auf Wildschweine oblag, Geſellſchaftsschichten noch Reinkulturen jenes Gamaschenrittertums eine Erweiterung der zur Unterbringung desselben erforderlichen durch einen Schuß ins Herz. Der unglückliche Schütze, der nur mit bestehen, das der pietätlose Dichter ein Gemisch von romantischem Schuppen und Wertstätten, sowie auch des elektrischen Mühe von einem Selbstmorde zurückgehalten werden konnte, ist auf Wahn und modernem Lug nennt. Hier in den Schichten adeliger raftwerkes. Alle diese Anlagen sind bekanntlich von vorne freiem Fuße belassen worden. Tokales. Das Gesundbeten. Jahren ihren Mann, einen Oberpostassistenten, an dem sie mit großer Exklusivität träufelte zuerst die Idee auf fruchtbaren Boden, daß herein so angeordnet, daß sich ihre Erweiterung leicht bewerkstelligen Ertrunken ist gestern nachmittag 5 Uhr an der Stralauer Allee es sich sehr schön mache, wenn man als Reaktion gegen den Umsturz läßt; es tönnen sogar die Bahnhofshallen ohne weiteres verlängert der 13 Jahre alte Knabe Paul Mahnke, der Petersburgerstr. 15 und die mit ihm verbündete materialistische Wissenschaft die Frömmigkeit werden, so daß im Bedarfsfalle längere Züge dort zu halten ver- wohnte. Der Knabe mietete fich ein Boot und kam damit in die einmal in ihrer mittelalterlichen Ursprünglichkeit fultiviere und selbst mögen. Wellen eines Dampfers, so daß das Fahrzeug umschlug. Es war Schiffern, die in der Nähe waren, nicht möglich, den Verunglückten au retten; als sie ihn ans Land zogen, war er bereits tot. bor der Maskengarderobe abgestandener Naivität nicht zurückschrecke. Wohlthäter der Menschheit. Vor der Norddeutschen So wurde denn in den Kreisen, die im übrigen das Kontingent zu Kunst- und Verlagsanstalt in Charlottenburg zu warnen, Straßensperrung. Der Kreuzdamm der Wrangelstraße und nur noch als Leiche vor und benachrichtigte sofort den Rittmeister Cuvrystraße wird wegen Asphaltierung vom 2. September ab für Wrede, welcher sich in dem 7 Kilometer entfernten Damelang Fuhrwerke und Reiter gesperrt. aufhielt. Feuerbericht. Freitagnachmittag war Zimmerstr. 60 durch Une borsichtigkeit ein kleiner Zimmerbrand entstanden, der jedoch im Keime noch erstickt werden konnte. Aus gleichem Anlaß wurde die Wehr vorher nach Linienstr. 120 und Megerstr. 38 gerufen, wo Gardinen und Möbel beschädigt wurden. Jagowstr. 18 brannten Lappen im Keller. Zwei weitere Marmierungen waren auf blinden Lärm zurückzuführen. Auf der Treptow- Sternwarte findet auch Sonnabendabend um 8 Uhr ein Vortrag statt. Direktor Archen hold spricht über die Modernen Riesenfernrohre und ihre Leistungen", Sonntagnachmittag um Uhr über„ Die Bewohnbarkeit der Welten" und um 7 Ühr über" Die Einführung in die Astronomie". Dr. Ferrol wird Montagabend um 8 Uhr über„ Die Vereinfachung des praktischen Rechnens" sprechen. Mit dem Riesenfernrohr wird am Tage die Venus, abends der Mond und die Planeten gezeigt. Gerichts- Beitung. Wetter Prognose für Sonnabend, den 31. August 1901. Ein wenig wärmer, ziemlich trübe mit leichten Regenfällen und mäßigen westlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Briefkasten der Redaktion. tag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. Produktenmarkt vom 30. Auguft. Getreide. Die September regulierung übt noch immer einen Einfluß auf den Getreidemartt aus. Dies erhellt hauptsächlich aus der Thatsache, daß eigentlich nur die September: preise mehr oder minder gedrückt sind, während spätere Lieferungen sich besser behaupten können. Von dem großen Umfange der zu erwartenden Kündigungen schien man heute nicht mehr so fest überzeugt zu sein, wie bisher, denn die Stimmung des Marktes nahm nach allerdings schwachem BeEine nicht unbedeutende Belastung des Berliner Armenetats ginne einen etwas festeren Charakter an. Die Frühmarktkurse für Weizen stellen die Aufwendungen dar, welche die Armenverwaltung für die- und Roggen waren schwach auf weitere Realisterungen und mattes Nordjenigen unehelichen Kinder machen muß, deren Väter sich grund- amerika, mittags erholten sich beide Brotfrüchte im Anschlusse an höheres fäglich ihrer Unterhaltungspflicht entziehen, obwohl sie nach ihrem blieb unverändert, ebenso Mais, während Hafer infolge gänzlich fehlender Destreich- Ungarn und notierten nur noch 14 M. niedriger als gestern. Mehl Einkommen in der Lage wären, für die Kinder selbst zu sorgen. Kauflust matter war. Am Rübölmarkte steht man den bedeutenden PreisNeuerdings wird gegen diese Personen mit größerer Strenge als forderungen in Paris einigermaßen mißtrauisch gegenüber und folgte der bisher vorgegangen und der§ 361 ad 10 Str.-G.-B. ziemlich seit gestern von dort gemeldeten Hausse nur mit einer kleinen Steigerung häufig in Anwendung gebracht, wonach mit Geldstrafe oder Haft um 20 P bestraft wird, wer sich dieser Unterhaltungspflicht trok der AufSpiritus blieb ohne Notiz. forderung der zuständigen Behörden derart entzieht, daß durch Vermittelung der Behörden fremde Hilfe in Anspruch genommen werden muß. In einem solchen Falle, der gestern das Schöffengericht beAus den Nachbarorten. schäftigte, war der Angeklagte im Wege der Alimentationstlage seiner Zu den in Schöneberg bevorstehenden Stadtverord- Zeit verurteilt worden, eine bestimmte Summe für das uneheliche neten Wahlen wird uns von dort geschrieben: Nachdem wir Kind zu zahlen. Er war dieser Verpflichtung aber jahrelang nicht bereits unfre Genossen in Versammlungen und durch Flugblätter nachgekommen und die Armendirektion hatte fort und fort Barzahlungen Die juristische Sprechstunde findet am Dienstag, Donners: auf die Bedeutung dieser Kommunalwahlen hingewiesen haben, find für den Lebensunterhalt des Kindes, Beschaffung von Milch 2c. nun auch die sogenannten„ volksfreundlichen" Elemente, noch in geleistet, bis nunmehr alle 3wangsmaßregeln gegen den pflichtver- Rb. In der Königl. Universitäts Frauenklinik finden Schwangere gutem Andenken stehend von früher her, auf den Plan getreten. gessenen Vater in Anwendung gebracht wurden. Dazu gehörte auch von 2 W. an täglich Aufnahme, die Entbindung mit nachfolgender Pflege Der Vorsitzende des Haus- und Grundbefizervereins, Herr Gustav die Heranziehung des§ 361 10 Str.-G.-B. Der Angeklagte behauptete, Schwangere, welche im Klinischen Interesse längere Zeit vor der Entbindung während des Wochenbetts ohne tageweise Berechnung kostet 36 M. Solche Müller, hatte die Vorstände aller sich mit kommunalpolitischen und daß 1. 3. die Mutter des Kindes erklärt habe, fie verzichte auf seine Aufnahme finden, kann das Pflegegeld ganz oder teilweise erlassen werden. wirtschaftlichen Angelegenheiten befassenden Vereine zu einer Be- Unterhaltungspflicht. Er kam damit aber nicht durch, da die Mutter Wenden sie sich zunächst an die Klinik und dann event. an den Armensprechung behufs gemeinsamen Vorgehens bei den Wahlen ein- die Richtigkeit dieser Behauptung bestritt, aber kommissions- Vorsteher ihres Bezirks. geladen. Vorsichtigerweise sind bindende Erklärungen seitens der die Mutter gar nicht einen solchen Verzicht aussprechen Jm Wöchnerinnenheim, Urbanstr. 38, können ausnahmsweise einzelnen Beteiligten jedoch noch nicht abgegeben worden, wenn könne, sondern höchstens der Vormund und auch dieser auch unverehelichte Wöchnerinnen unentgeltlich 10-18 Tage Unterkunft finden. auch der hiesige Mieterverein den schwachen Wunsch aussprach, daß nur unter Zustimmung des Vormundschaftsgerichts. Der Angeklagte In erster Reihe werden durch den Armenkommissions- Vorsteher, den dort, wo es angängig wäre", Mieter als Kandidaten aufgestellt wurde daher zu 6 M. Geldstrafe eventuell 2 Tagen Haft verurteilt, Armenarzt oder die Gemeindefchwestern empfohlene Wöchnerinnen aufwerden möchten. Auf das Wahlprogramm" dieses Mischmasches ihm aber gleichzeitig angedroht, daß sich die Strafen häufen und genommen. Meldungen sind schriftlich oder mündlich( wochentags von 3 fönnen wir jedenfalls sehr gespannt sein, denn es finden sich da zu verstärken würden, so lange er seiner Verpflichtung nicht nachfammen die Jmmungen, der Centralverein selbständiger Handels- und Gewerbetreibender, der Verein selbständiger Handwerker und andre Wegen unbefugter Führung eines arztähnlichen Titels wirtschaftliche Vereine. Daß alle diese Verbindungen hatte sich gestern der Naturheilkundige Max Scheidling, Specialist gegen un13 mobil gemacht werden sollen, um womöglich für Beinkranke, vor der V. Ferien- Strafkammer zu verantworten. Die verhaßten Socialdemokraten aus dem Stadtparlament Er hatte an dem Hause Dorotheenstraße 88 ein Schild folgenden zu entfernen, versteht sich von selbst. Umsomehr muß es Inhalts angebracht: Specialarzt für Beinkranke", darunter standen unsere Pflicht, muß es Pflicht jedes Genossen sein, für die die groß gedruckten Worte:„ Dr. med. Strahls" und weiter darunter bevorstehende Wahl in unsrem Sinne zu agitieren, damit die Zahl die Worte: Vertreter Mar Scheidling o. Approb." Das Schöffenunsrer Vertreter eine größere werde. Heute ist der lezte Tag gericht hatte ihn von der Anklage des Vergehens gegen die zur Einsichtnahme in die Wählerlisten und zugleich Gewerbe- Ordnung freigesprochen, weil es der Meinung war, der letzte Tag zur Abgabe einer Stefamation. daß dieses Schild nicht den Irrtum crivecken könne, daß es sich legte Berufung ein und vertrat den Standpunkt, daß durch die um eine approbierte Medizinalperson handle. Der Staatsanwalt ganze Anordnung der Schrift auf dem Schilde bei der breiten Masse allerdings ein solcher Irrtum erweckt werden müßte. Derselben Ansicht war auch die Strafkammer, weil der Angeklagte die Bezeichnung Specialarzt für Beinkrante" offensichtlich auf sich bezogen wissen wollte, da er andernfalls auf dem Schilde hätte vermerken müffen: Des Specialarztes für Beinkrante, Dr. med. Strahl, Vertreter 2c. 2c." Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten daher 31 30 M. Geldstrafe event. 6 Tagen Haft. Der Bau von kleinen Wohnungen wird jetzt vom Magistrat von Charlottenburg zur Ausführung gebracht. Der Magistrat hat soeben bei der in der nächsten Woche zusammentretenden Stadtverordneten- Versammlung den Antrag eingebracht, ein der Luisen Kirchengemeinde gehöriges Gelände anzukaufen und mit der Errichtung von Häusern mit kleinen Wohnungen zunächst versuchsweise vorzugehen. Die Wohnungen sollen in erster Reihe an städtische Arbeiter und Beamte, in zweiter Reihe an Arbeiter, die mindestens seit zwei Jahren in Charlottenburg wohnen, abgegeben werden. Ein Teil jenes Geländes wird hierzu zur Verfügung ges stellt. Der Bau soll nicht in eigner Regie, sondern durch die Berliner Baugenossenschaft E. G. m. b. H. erfolgen. Der Magistrat führt in der Begründung der Vorlage aus, wie der Mangel an kleinen Wohnungen die Stadt zu dieser Maßregel nötigt. Die private Bauthätigkeit wendet sich hiervon entschieden ab. Die Beschaffung von kleinen Wohnungen müsse in jeder Stadt anders vorgenommen werden. Für Charlottenburg wäre es das richtige, erst versuchsweise vorzugehen und nicht gleich eine sehr große Zahl von der artigen Häusern herzustellen. Lichtenberg. Die Gemeindevertretung beschloß in der Sigung vom 29. d. M., den Lehrern ohne eignen Hausstand die Miets entschädigung um 30 Mart pro Jahr vom 1. April 1902 zu " " fommit. bis 4 Uhr) daselbst anzubringen. H. R. Rigaerstr. 15. Westerburg. Leider nicht zu verwenden. O. P., Jena. 1-3. Ja. 4. Die Wirtin ist im Recht.- 2. S. 11. Das Erkenntnis ist in den gedruckten Entscheidungen des Ober- VerwaltungsBerichts abgedruckt. Was aus demselben von allgemeinem Intereffe ist, ist jedoch wiederholt im Juli im Vorwärts" abgedruckt. G. 7. 1. Nein. 2. Ja. 3. Die beiden sind nicht verantwortlich; eine Erpreffung liegt überhaupt nicht vor. 4. Nein. 2. J. 1. Nein. 2. Ja. Am Donnerstag, 29. August, vorm. 9 Uhr, verschied sanft unser lieber Kollege, der Schriftsetzer Julius Schultze int 49. Lebensjahre. Wir verlieren in ihm einen treuen Freund und Mitarbeiter. Sein Andenken wird in Ehren halten Das Personal d. ,, Volks- Zeitung" Die Beerdigung findet am Sonntag, 1. September, nachm. 5 Uhr, auf dem Neuen MatthäiKirchhof in Schöneberg( am Priesterweg) statt.[ 22162 Gentral- Verband der Maurer führte den Arbeiter Martin Franzkowiak nebst seiner Schwägerin Die Ueberschreitung der Funktionen eines Standesbeamten Marie Fraazkowiak gestern vor die zweite Ferienstraftanimer am Landgericht II. Der Angeklagte zu I wohnte in einem Dorfe in der Nähe von Binne in der Provinz Posen. Er wollte heiraten, bestellte beim Standesbeamten das Aufgebot und darauf fand der gesetzmäßige Aushang statt. Jezt meldete sich ein andres Mädchen mit der Behauptung, Franzkowiak habe ihm ein Eheversprechen ge- glied geben und erhob auf Grund dieser Behauptung Einspruch gegen die beabsichtigte Eheschließung. niti Deutschlands. ( Zahlstelle Berlin II.) Am 28. d. M. verstarb unser Mit 143/20 Ernst Schöne, Der Standesbeamte erklärte ganz gegen seine Befugnis die Eheschließung Reichenbergerstr. 164, am Herzschlag könne nicht eher erfolgen, als bis der Bräutigam die im Alter von 33 Jahren. schriftliche Erklärung seiner früheren Braut beibringe, daß sie Ehre seinem Andenken! auf ihre Anrechte verzichte und in die Eheschließung mit einer andren tag, den 1. September, nachm. 2 Uhr, Die Beerdigung findet am Sonn: willige. Der Bräutigam vermochte nicht die verlangte schriftliche von der Leichenhalle des St. ThomasErklärung beizubringen, er wandte sich daher an seine in Charlotten- Kirchhofs, Hermannstraße( Nixdorf) Bei der nun vorgenommenen Wahl zu der Schulkommission, burg wohnhafte Schwägerin, die Angeklagte zu II, mit der Bitte, aus statt. Rege Beteiligung wünscht deren Zusammensetzung von der Regierung verfügt" wurde, fanden ihm ein Schreiben zu senden, mit welchem sie erkläre, daß sie Der Vorstand. sich die sonst feindlichen Gruppen zusammen und lehnten aus gegen die beabsichtigte Heirat nichts einzuwenden habe. Diesen " praktischen" Gründen die Wahl eines Socialdemokraten ab! Brief solle sie mit dem Namen seiner früheren Braut untererhöhen. " Die bereits von uns besprochene Beanstandung der von der zeichnen. Seine Bitte wurde erfüllt, der Brief traf ein und höhung der Getreidezölle an den Deutschen Reichstag Braut erfuhr aber davon, verfolgte die Sache weiter und = Gemeindevertretung beschlossenen Petition gegen die Er der Standesbeamte vollzog die Eheschließung. wurde dadurch erledigt, daß die Gemeindevertretung ohne Diskussion kam die Fälschung an den Tag. dem Vorschlage des Gemeindevorstandes, den klageweg zu beschreiten, zustimmte. Auch gegen die Ablehnung der Petition auf Ausdehnung der Berliner Bau- Ordnung auf den Ortsteil hinter der Verbindungsbahn soll Beschwerde beim Minister erhoben werden. Die Schwägerin wurde wegen Fälschung einer Urkunde, die zum Eriveise von Rechten und Rechtsverhältnissen dienen sollte, angeklagt und der frühere Bräutigam, der jetzige junge Ehemann, wegen Anstiftung dazu. Die Straftammer verkannte nicht, daß der Standesbeamte seine Befugnisse mißverstanden oder überschritten habe, hielt aber an dem Buchstaben des Gesetzes fest, daß eine schriftliche Einwilligung in die Eheschließung eine öffentliche Urkunde darstelle und erkannte darauf auf das Strafminimum von je 1 Zag Gefängnis. Verband der Fabrik-, LandHilfsarbeiter. Arbeiterinnen Deutschlands. ( Bahlstelle Berlin.) Am Mittwoch, den 28. August, starb 64/4 unser Mitglied Josef Bartsch. G. 74. Nein. Am 29. August, vorm. 81 Uhr, entschlief im 37. Lebensjahr nach acht Monate schwerem Krankenlager mein lieber Mann und unser lieber Vater, der Maurer Albert Schössow, an der Proletarierkrankheit. 1726 Dies zeigt tiefbetrübt an Luise Schössow geb. Krug nebst Kindern. Die Beerdigung findet Sonntag, den 1. September, nachmittags 3 Uhr vom Krankenhaus Urban nach dent Emmaus- Kirchhof statt. Socialdemokrat. Wahlverein für Rirdorf. daß unser Mitglied, der Klempner Carl Fieber, Den Parteigenossen zur Nachricht, Biethenstr. 61, am 29. d. M. plötzlich verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonn tag, den 1. September, nachmittags 41% Uhr, von der Halle des Rigdorfer Friedhofs, Rudowerstraße, aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. 2326 Am 29. August verstarb nach jahrelangem Leiden meine liebe Frau [ 1936 Louise Rancke geb. Müller im 36. Lebensjahre. Dies zeigt allen Freunden und Bekannten, um stille Teilnahme bittend, tiefbewegt an Berlin, 30. August 1901. Hermann Rancke, Blumenstr. 76. Die Verstorbene wird ihrem Wunsche gemäß nach Hamburg übergeführt und im Krematorium Hamburg- Ohlsdorf am Montag, den 2. September 1901, nach mittags 2 Uhr, verbrannt. Die Beerdigung findet am Sonn abend nachm. 4 Uhr von den Baraden ( Eingang Birkenstraße) aus statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. empfiehlt sein romantisch gelegenes Lokal zu Landpartien und Ausflügen Der alte Freund auf Pichelswerder. Große elektrische Tanzmusik jederzeit. Gesellschaften und Vereinen Brücken- Rückgang vergütet. [ 2020* Es Welt- Restaurant Hirschgarten, gelegentlichst empfohlen. Mittwoch: Jeden Sonntag und Telephon: Amt Köpenick Nr. 36. [ 20652* Großer Ball. E Richard Walter. Einer der wenigen Vororte im Westen, die noch nicht im Mietsfasernenstil modernisiert sind, ist Schmargendorf. Nach der legten Grundstücksaufnahme sind dort 138 bebaute Grundstücke vor handen, welche 818 Wohnungen enthalten. Auf jedes bewohnte Ein böses Sündenregister wurde dem Handlungsreisenden Grundstück kommen durchschnittlich 23 Einwohner und 6 Wohnungen. Anton Wienandts vorgehalten, welcher gestern der dritten FerienDer durchschnittliche. Mietsivert mit 449 M. wurde als der niedrigste straffammer des Landgerichts I vorgeführt wurde. Nachdem der bei allen westlichen Vororten ermittelt. Nur fünf Häuser hatten Angeklagte viele Vorstrafen erlitten hatte, gelang es ihm, in Dortmehr als 50 Bewohner, höher als im zweiten Stockwerf liegen nur mund der Stellvertreter eines erkrankten Restaurateurs zu werden. 6,6 Proz. der Wohnungen. Schmargendorf liegt bekanntlich von dem Er täuschte seinen Chef, ließ schließlich das Geschäft im Stich und gleichnamigen Ringbahnhof gut 20 Minuten entfernt; auch reicht die wandte sich nach Berlin, wo er sich, um die polizeilichen NachStraßenbahnverbindung des Ortes nur bis zum Potsdamer Platz. forschungen zu erschweren, einen fremden Namen beilegte. Er wurde Ein entsetzlicher Unglücksfall ereignete sich am Donnerstag Buchhandlungsreisender und verfiel dabei auf eine neue Art, die von anerkannt größtes und schönstes Etablissement, über 2000 Personen fassend, abend kurz nach 6 Uhr auf dem Müllerschen Neubau, Thüringerstr. 7, ihm gewonnene Kundschaft zu betrügen. Hatte er den ersten Band des den geehrten Bereinen und Gewerkschaften zur gefälligen Benutzung anabend kurz nach 6 Uhr auf dem Wüllerschen Neubau, Thüringerstr. 7 von ihm zu vertreibenden Werkes abgefeht, so begab er sich nach einigen in Rigdorf. Als die im dritten Stockwerk beschäftigten Maurer nach Feierabend den Bau verließen, stürzte der Urbanstraße 86 Tagen wieder zu demselben Kunden und bat ihn um eine leihweise wohnhafte 44 Jahre alte Maurer Karl Hesse infolge Fehltritts in Ueberlassung des ersten Bandes auf höchstens eine halbe Stunde. den uneingefriedigten Schacht des Materialienfahrstuhls und blieb Er habe Aussicht, in der Nachbarschaft einen Kunden zu gewinnen, im Erdgeschoß mit zerschmettertent Schädel tot liegen. Ein hinzu- habe aber die erste Lieferung des Werkes nicht bei sich, um sie vorVertrauensvoll wurde der Wunsch des Angerufener Arzt vermochte nur den Tod zu konstatieren. Die Leiche zeigen zu können. des Unglücklichen, der Familienvater war, wurde nach der alten geklagten erfüllt, der sich aber nicht wieder blicken ließ. Wandten Leichenhalle in der Bergstraße gebracht. Für den Unglücksfall dürfte der Bescheid, daß der Angeflagte längst entlaffen sei. Gelegent die Getäuschten sich an die Buchhandlung, so wurde ihnen der Bauleiter verantwortlich gemacht werden. lich seiner Besuche lernte der Angeklagte ein junges Mädchen Einen bösen Abschluß fand in Friedrichsfelde eine Geburtstags- kennen, zu dem er in nähere Beziehungen trát. Er stellte sich als feier. Anläßlich seines Geburtstages gab der Gärtnereibefizer Inspektor" Wagner von der Victoria vor und soll dadurch das VerGötze am Mittwoch seinen Arbeitern einen Schmaus. Der in den trauen des Mädchens erworben haben, das ihn aus„ augenblicklicher sechziger Jahren stehende Landarbeiter Lindholz, ein sonst ruhiger Verlegenheit" durch Gewährung von Darlehen zu befreien suchte, so Mann, hatte wohl des Guten etwas zu viel gethan und verirrte viel es in seinen Kräften stand. Durch ein offenes Geständnis wußte sich beim Nachhausegehen in ein fremdes Haus, betrat eine Wohnung der Angeklagte sich diesmal noch vor dem Zuchthause zu bewahren. und fing an sich auszukleiden. Als die Wohnungsinhaber ihn auf Der Staatsanwalt beantragte eine Gefängnisstrafe von einem Jahr den Irrtum aufmerksam machten, wurde er rabiat und brachte drei Monaten, der Gerichtshof ging aber weit über den Antrag hinmehreren Personen Messerstiche bei. Von der Polizei verhaftet, aus, denn das Urteil lautete auf zwei Jahre sechs Monate mußte Lindholz die Nacht im Polizeigewahrsam zubringen. Am Gefängnis und 5jährigen Ehrverluſt. Donnerstag, zur Besinnung gekommen und nun wohl die Folgen seiner That fürchtend, erhängte er sich in seiner Behausung. " Marktpreise von Berlin am 29. Auguft 1901 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. D.- Ctr. Kartoffeln, neue, D- Ctr. 8,505, Rindfleisch, Keule 1 kg 1,70 Weizen, gut mittel gering " " " dv. Bauch " 1,20 1,30 1, + Roggen, gut " 13,95 13,93 mittel 13,91 13,89 " " " * gering Gerste, gut 13,87 13,85 " " 15,- 14,30 mittel " " 14,20 13,60 Schweinefleisch. Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Eier " 1,60 1,20 " 1,60 1,10 " 1,60 1,10 2,60 2, 60 Sind " gering 13,50 12,90 1 kg * 4,- 2,40 2,40 1,20 2,80 1,40 Köpenick, Schweizergarten. Lindenstr. 4 15 Min. vom Bahnhof Sadowa oder Köpenick. Reizender schattiger Garten für 3000 Personen. Verdeckte Kegelbahnen. Kaffeeküche( Ltr. 80 Pf.). Ausspannung für 40 Pferde. Boltsbeluftigungen aller Art. Sonntags: Große Lanzmusik. 17582*] Max Reichelt, Fernsprecher: Amt Köpenick Nr. 132. Solide Reell Billig. 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Der Förster Giese drohte darauf:" Halt, oder ich schieße!" indem er gleichzeitig feitwärts von seinem Begleiter auf den vom Mondlicht erhellten Weg trat. Plöglich krachten drei Hen Schüsse, zwei von seiten der Wilderer, einer aus dem Gewehr des Grbsen Försters. Lautlos stürzte der Förster sofort auf den Weg nieder. Speifebohnen Auch auf den Begleiter schossen die Wilderer, trafen aber nicht. Herr Linsen Neuendorf fand den Förster, als die Wilderer verschwunden waren,+) Ab Bahn.*) Frei Wagent und ab Bahn. Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Max Bading in Berlin. pafer, gut " mittel gering nitrob Zander 16,20 15,40 15,30 14,60 Karpfen Male 14,50 13,80 Hechte 7,16 6,66 Barsche 2,80 1,20. 2,40 1,20 " 1,80 0,80 8,10 " 40, 5,70 25, Schleie Bleie " 2,40 1,20 1,40 0,80 " 45, " 65, 25,- Krebse 30, per Sajot 18-2,50 zu sehr billigen Preisen zunt Ausverkauf!! Einzelne fehlerhafte Exemplare für die Hälfte des Wertes. r. 203. 18. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 31. Auguf 1901. Sechster internationaler Kongreß der Glasarbeiter. Hannover, 29. August Fünfter g. Berbalungstag ( Schlußsizung.) nationale Solidarität der Arbeiter für nötig und möglich halten, Kongresses und die gefaßten Beschlüsse in ihrer Bedeutung Horn erhält alsdann das Wort, um die Verhandlungen des sind verpflichtet, zur Ausbreitung und Verwirklichung dieser Der Verlauf des Kongresses habe ges Principien, sowie zur Förderung der internationalen Solidarität 8 würdigen. zeigt, daß die Hoffnung des Unternehmertums auf die ihre moralische und materielle Unterstützung zu leihen. Wo Verbände der Glasarbeiter bestehen, sind die zur Ver- Mutlosigkeit in dem großen Kampfe der deutschen Glasmittelung der gegenseitigen Korreſpondenzen, Aufrufe, Ueber die Delegierten in ihre Heimat zurüid, nachdem fich eine so beispielLlever macher eine vergebliche war. Viel freudigeren Herzens gingen setzungen, des Arbeitsnachweises usw. notwendigen Mittel je nach lose Ginigkeit der Meinungen in Bezug auf den Streit der Deutschen Nach Eröffnung der Sigung giebt das Bureau zunächst ein der Höhe der Mitgliederzahl dieser Verbände zu leisten. Ueber längeres Schriftstück der Föderation der italienischen Glas- die Höhe der aufzubringenden Mittel entscheiden die nationalen gezeigt habe. Auch ferner müsse es heißen:„ Vorwärts". Murray- Dublin, Robinson- Seaham, Preußler- Wien, arbeiter in Livorno bekannt, worin diese bedauern, aus materiellen Organisationen." Rücksichten den Kongreß nicht beschicken zu können, da man alle Es folgt dann weiter eine Auseinandersetzung über den Aus- Abrahamson- Kopenhagen, heater- Castleford und VölkelMittel für einen bevorstehenden Kampf hötig habe. Horn weist tausch der Fachpresse, dem sich eine weitere Debatte über die An- Castleford halten dann noch furze Ansprachen, worin sie ihre Freude alsdann darauf hin, daß ein Weg gefunden werden müsse, um die fertigung der Protokolle anschließt. Weiter wird beschlossen, eine aussprechen über die Aufnahme bei den deutschen Kollegen, diese Mittel für die iternationale Verbindung aufzubringen. Hierzu Beschwerde Kommission zu wählen, die ihren Sitz in gleichzeitig ermunternd, auszuharren in dem Kampfe, da ihnen die sprechen Leutel- Berlin, Hunter- England und Horn. Man Berlin haben soll. Der Siz des internationalen Sympathie und die Hilfe der Kollegen im Auslande sicher sei. Mit einem begeistert aufgenommenen Hoch auf die internationale einigt sich auf folgende Resolution: Councils soll an dem bisherigen Plaze in Castleford in " Die Glasmacher aller Nationen, welche sich zu den Principien England verbleiben. Der nächste Kongreß soll im August oder Sep: Arbeiterbewegung schloß sodann der Vorsitzende den Kongreß. der internationalen Glasarbeiter- Union bekennen und die inter- I tember 1903 in Wien abgehalten werden. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, den 31. Auguft. Opernhaus. Geschlossen. Urania Metropol- Theater. Tauben- Strasse 48/49. Schön Im Theater um 8 Uhr: A Mittelmeerfahrten. Invalidenstr. 57/62. e tela, war's doch! 2 Schauspielhaus. Der Revisor. An Tägl. Sternwarte. Grosse Berliner Ausstattungsfang 72 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Mamfell Angot. Anfang 8 Uhr. Im Trianon Theater:" Lebende Lieder". Anfang 8 Uhr. Im Garten: Konzert. Täglich großes Schiller. Die Kronprätendenten. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Rosenmontag. Anfang 72 Uhr. Berliner. Geschlossen. Leffing. Geschlossen. Residenz. Leontinens Chemänner. Vorher: Der Kammersänger. Anfang 72 Uhr. Neues. Das Ewig Weibliche. Anfang 7 Uhr. Westen. Martha. Anfang 7 Uhr. Secessionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 8 Uhr. Central. Die Geisha. Anfang 8 Uhr. Thalia. Geschlossen. Carl Weiß. Die Jüdin. Anfang 8 Uhr. Friedrich- Wilhelmstädtisches. Die Fledermaus. Anfang 8 Uhr. Belle- Alliance. Der Better. Anfang 8 Uhr. Im Garten: Großes Gartenkonzert und Lustiges Brettl". Anfang 6 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Schön war's doch. Anfang 8 Uhr. Apollo. Specialitäten Borstellung. Frau Luna. Anfang 8 Uhr. Paffage Theater. Damen Ringtämpfe. Specialitäten- Vorstellung. Anfang nachmittags 5 Uhr. Passage Panoptikum. Specialt täten- Borstellung. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Castans Panopticum. Friedrichstr. 165. Nur noch kurze Zeit! posse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern mit freier Benutzung von„ O, diese Berliner" von Julius Freund. Musik von Victor Holländer. In Scene gesetzt vom Direktor Richard Schultz. 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Jeben Abend Berliner Leben. nfang 4 Uhr. 10 Uhr: Entree 30 Pf. Ostbahn- Park. Am Küstrinerplatz. Rüdersdorferstr. 71. Hermann Imbs. Täglich: Großes Konzert, Theater- u. Specialitäten- Vorstellung. Puhlmanns Marcelle Grandet Vaudeville- Theater Robert Steidl 4 Provencales * Kosmograph Frau Luna Luftballett Grigolatis Anfang 8 Uhr. Schönhauser- Allee 148. Täglich: Große Theater: und Specialitäten- Vorstellung. Nur Kräfte ersten Nanges. Großer Großer Lacherfolg! Lacherfolg! Wir Central- Fernsprecher- Amt III No. 8804. Berlins grösste Fischhandlung empfiehlt von täglich frischem Fange und täglich frischer Zufuhr in Kühlwaggons frische, geräucherte und marinierte Seefische zu bekannt billigen Preisen. Dampffischerei- Gesellschaft Nordsee" Hauptfiliale Berlin C. 22, Bahnhof Börse, Bogen 9-10. II. Filiale: Lüneburgerstrasse, Ecke Paulstrasse. Prinzenstrasse 30. III. " IV. 27 Madaistr. 22, im Schlesischen Bahnhof. 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September 1901, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal VIII: Versammlung der Mehaniker, Uhrmacher und Optiker Tages- Ordnung: 1. Bericht von der Generalversammlung der Gesellschaft für Optik und Mechanik. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Sonnabend, den 31. Auguft, im Etablissement ,, Elysium", Landsberger Allee 40-41: Grosses Herbst Vergnügen veranstaltet von der Bezirksleitung ,, sten". Gr. Garten- Konzert. Specialitäten- Vorstellung. 01:50: Im Saal: Grosser Ball. Beginn des Konzerts 4 Uhr, der Vorstellung 6 thr. Kaffeeküche von 4 Uhr ab geöffnet. Entree 20 Pf. Herren, die am Tanz teilnehmen, zahlen 30 Pf. nach. Billets find in allen Zahlstellen des Ostens, beim Bezirtstaffierer und im Bureau, Engelufer 15, zu haben. 118/3 Die Ortsverwaltung. Verband der Maschinisten n. Heizer sowie Berufsgen. Deutschl.( Verwaltungsstelle Berlins u. Umg.) Sonntag, 1. September, nachmittags 5 Uhr, in Cohns Festfälen, Benthstr. 19-20: Versammlung. Tagesordnung wird in der Versammlung bekannt gemacht. 138/15 Verband der Möbelpolierer. 9 Heute abend in sämtlichen Zahlstellen Ausgabe der neuen Mitgliedsbücher und Entgegennahme von Beiträgen. Montag, den 2. Sept., abd3. 8½ 1hr, in Nigdorf, Hermannstr. 197: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Ratkowski über: Die Bevölkerungszunahme und ihre wirtschaftliche Bedeutung." 2. Distuffton. 3. Wahl. 4. Verschiedenes. 147/11 Mittwoch, 4. September, abends 7 1hr, Friedrichsbergerstr. 11: Sitzung der Vertrauensmänner. Das Stiftungsfest findet am 5. Oktober statt. Der Vorstand. Prima Senftenberger Briquets 16tr. 630 g., ca. 135 St. nur 85 Pf. " Ctr. 1,10, Scheffel nur 90 Pf. verkauft Oberschlesische Steinkohlen Nuß II ab Plazz Fischer, Brombergerstr. 14. Gleichzeitig empfehlen unser grosses Lager in 22149* Herren- u. Knaben- Carderoben, Sport- u. Mode- Artikeln. = Anfertigung nach Mass= in kürzester Zeit unter Garantie tadelloser Ausführung. II. Motorwagen- Auktion Vereine. 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Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Kausch. 186b berlangt 1776*