Nr. 206. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mir illuftrierter Sonntags Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Postbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Post- Beitungs Preisliste für 1901 unter Dr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. 1. Vorwärts Berliner Dolksblatt. $ 4 18. Jahrg. Die Infections- Gebays beträgt für die fechsgespaltene Rotonet getle ober deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Bereinsund Versammlungs- Anzetgen 20 Pig. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: * Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beutly- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Wohnungspolitik durch LandesGesetzgebung. Mittwoch, den 4. September 1901. " Expedition: SW. 19, Bently- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. sichtigung der Wohnungen einzuführen ist. Die Wohnungs- Bremen hat die Bürgerschaft fürzlich den Senat ersucht, aufsicht soll den Zweck haben, dem Wohnungswesen fortgesetzt die Steuerdeputation mit einem Bericht zu beauftragen, ob sorgsames Augenmerk zuzuwenden, auf Verbesserung der und in welcher Weise es möglich ist, die Steigerung der Wohnungsverhältnisse, namentlich der Minderbemittelten, städtischen Grundrente in höherem Maße als bisher für den hinzuwirken, Mißstände zu beseitigen und hiernach Staat nugbar zu machen, ob sich insbesondere die Einführung Die fort und fort seitens der Reichsregierung vertretene Sas" Geeignete Geeignete vorzukehren". Die Handhabung der einer Baustellen- Steuer im Stadtgebiete für diesen Anschauung, daß es Sache der Einzelstaaten sei, Reformen im Wohnungsaufsicht obliegt den Orts- Polizeibehörden. Nach Zweck empfiehlt. Es scheint somit, als wolle man dort der Wohnungswesen anzubahnen, veranlassen uns, einmal in einer Maßgabe des Bedürfnisses sind in größeren Städten und in Bodenspekulation endlich zu Leibe rücken. furzen Uebersicht festzustellen, was denn eigentlich in den sonstigen Orten mit dichter Bevölkerung eigne Wohnungs- Die übrigen deutschen Kleinstaaten endlich begnügten sich, letzten Jahren seitens der verschiedenen Einzellandtage zur fommissionen zu bestellen, denen im Bedürfnisfalle Wohnungs- soweit sie überhaupt der Wohnungsfrage ihre Aufmerksamkeit Milderung des Wohnungselends geschehen ist. Beginnen wir inspektoren als Hilfsorgane beizugeben sind. Falls es ge- widmeten, mit der Bewilligung von Darlehen für Arbeitermit Preußen! Wir begegnen da zwischen Reichsregierung boten erscheint, sind durch die Gemeinden Wohnungserhebungen wohnungen zu billigem Binsfuß. Nur für das Fürstentum und der preußischen Regierung einer eigenartigen Ueberein- zu veranstalten, deren Ergebnis die Grundlage für die zur Be- Ne uß ä. 2. besteht schon seit Jahren eine Verordnung stimmung, die unter dem Zidzadkurs recht erfreulich wäre, feitigung von Mißständen weiter veranlaßten Anordnungen bildet. über das Schlafstellenwesen. Im übrigen haben wenn sie sich auf einem andren Gebiete zeigte und wenn Im übrigen sei aus dem Gesetz noch hervorgehoben, daß jedem verschiedene deutsche Bundesstaaten, dem Beispiel Preußens sie nicht leider dazu führte, daß weder vom Reich noch Schlafgänger eine eigene Lagerstätte zur Verfügung gestellt und folgend, Mittel zum Bau von Wohnungen für Staatsarbeiter von Preußen etwas geschieht. Genau wie das Reich die bei der Unterbringung von Schlafgängern die Trennung nach dem und Unterbeamte flüssig gemacht. Aufgaben auf dem Gebiete der Wohnungspolitik auf die Geschlecht durchgeführt werden muß. Eine neuere Ent- Ein schönes Bild ist es nicht gerade, das uns diese UeberEinzelstaaten, so sucht sie der größte deutsche Bundesstaat auf schließung des Ministeriums des Innern an die Gemeinde ficht enthüllt. Und doch könnten die Einzellandtage bei die Gemeinden abzuwälzen. Das kommt deutlich zum Aus- ordnet sodann noch die Erstattung vierteljährlicher Berichte einigem guten Willen und bei etwas mehr socialpolitischem Verdruck in den Ministerialreffripten vom 19. März dieses Jahres. über die Thätigkeit der Wohnungskommissionen und Inspektoren ständnis sehr wohl die Initiative zur Anbahnung von Reformen Zwar wird darin die Notwendigkeit einer Lösung der an. Auch sollen unentgeltliche Wohnungs- ergreifen. Allerdings stehen wir nach wie vor auf dem Boden, Wohnungsfrage anerkannt und den Gemeinden ob nachweise geschaffen, Baugründe erworben und daß das Wohnungswesen reichsgesetzlich geregelt werden muß, ihrer Unterlassungssünden, wenn auch verblümt, der billige Bautapitalien hergegeben werden. aber so lange sich die Reichsregierung dieser Aufgabe entzieht und Text gelesen, aber mit feinem Worte Worte ist darin Damit ist immerhin ein Anfang gemacht, wenn auch sie den Einzelregierungen zuweist, wäre es deren Aufgabe, die Rede bon den landesgesetzlichen Schwierigkeiten, nicht zur Lösung der Wohnungsfrage, so doch zur Abstellung mit Wohnungsgesetzen vorzugehen, die auch wirklich die die der Thätigkeit der Gemeinden bereitet sind. Was soll es der schwersten Uebelstände, vorausgesetzt, daß die Verordnung Wurzel des Uebels treffen. Wohnungsinspektionen, in denen heißen, den Gemeinden eine zweckmäßigere Bodenpolitik" in der Praxis in social richtigem Sinne gehandhabt wird. sich die Fürsorge einiger Staaten jetzt zu erschöpfen scheint, anzuempfehlen, wenn man vor einer Erweiterung des Aehnlich wie für Bayern ist kürzlich auch für Württem- sind gewiß nicht von der Hand zu weisen; nur darf man sich Expropriationsrechts zurückschreckt; was soll es heißen, den berg durch eine Verfügung des Ministeriums eine geregelte damit nicht begnügen. Einen Erfolg können derartige InWohnungsbau in Regie bezw. durch Genossenschaften an- Wohnungsaufsicht eingeführt. Danach unterliegen spektionen nur dann aufweisen, wenn man im Anschluß daran zuraten, wenn man auf der andern Seite bestrebt ist, aus sämtliche Oberamtsstädte sowie alle Gemeinden mit mehr als Positives leistet, wenn man den Wohnungsbau der PrivatFurcht vor der Socialdemokratie die Herrschaft des 3000 Einwohnern einer besonderen ortspolizeilichen spekulation entzieht und auf gefeßlichem Wege endlich Geldsacks und bor allem die des Hausagrariertums Wohnungsaufsicht, die sich erstreckt auf alle aus drei oder dem Schacher mit Grund und Boden ein Ende bereitet. Soin den Gemeinden zu verewigen? Und was soll man weniger Wohnräumen bestehenden Wohnungen, auf alle lange die Regierungen der Einzelstaaten mit Rücksicht auf das schließlich dazu sagen, wenn dasselbe Ministerium, das den Wohnungen, in welchen Schlafgänger gegen Entgelt auf- Interesse der herrschenden Klassen vor solchen durchgreifenden Junkern zu Liebe jede durchgreifende Tarifreform auf den genommen werden, auf alle zur gewerbsmäßigen Beherbergung Reformen zurückschrecken, erlauben wir uns, gelinde Zweifel Staatsbahnen verwirft, die Gemeinden auffordert, zur Ver- von Fremden bestimmten Räume und auf alle Schlafgelasse daran auszusprechen, daß es ihnen mit ihren Bestrebungen besserung der Wohnungsverhältnisse den Verkehr nach den der im Hause des Arbeitgebers oder der Dienstherrschaft wirklich Ernst ist. Außenbezirken zu erleichtern? Erinnert das nicht unwill- wohnenden Arbeiter, Lehrlinge und Dienstboten. Alle der türlich an das Wort vom Splitter und Balken? Aufsicht unterliegenden Wohnungen und Räume müssen lin an die Politische Uebersicht. Berlin, den 3. September. Gumbinnen. Die Militärjustiz in Gumbinnen hat ihre Wunder noch immer „ Auläßlich des Prozesses sind bereits Maßregelungen vorgekommen. Der etatsmäßige Wachtmeister der vierten Eskadron, Buppersch, der im elften Jahre dient, ist benachrichtigt worden, daß das Generaltommando angeordnet habe, mit ihm nicht mehr zu kapitulieren. Das gleiche Schicksal ereilte den am Ende seines zehnten Dienstjahres stehenden freigesprochenen Sergeanten idel, sowie den Vice- Wachtmeister Schneider und den Hauptentlastungszeugen Hickels, den Unteroffizier Domnick, der fünf Dienstjahre absolviert hat. Schneider diente bereits elf Jahre." Die positive Wohnungspolitik des preußischen Staates regelmäßigen Wiederholungen, mindestens alle zwei Jahre erstreckt sich auf die wiederholte Hergabe von Staats- einmal(!), zum Zwecke der Fernhaltung und Beseitigung mitteln zum Bau von Wohnungen für in städtischen erheblicher, das Leben, die Gesundheit oder die Sittlichkeit Betrieben beschäftigte Beamte und Arbeiter. Es sind zu diesem gefährdender Mißstände beseitigt werden. Die Bestellung der Zweck in den Jahren 1895, 1898, 1899 und 1901 insgesamt Organe zur Vornahme der Wohnungsbesichtigungen ist Sache 20 Millionen bewilligt; ein Gesetzentwurf, der weitere der Gemeindeverwaltung. Wo nicht besondere Wohnungs- nicht erschöpft. Einer Berliner Korrespondenz wird aus Gumbinnen 8 Millionen forderte, kam infolge des plöglichen Schlusses der inspektoren angestellt werden, können auch Schuhleute telegraphiert: letten Session nicht mehr zur Verabschiedung. Aus diesen mit der Wohnungsbesichtigung betraut werden. Die VerMitteln werden teils eigne Häuser erbaut, teils Darlehen an fügung enthält sodann Bestimmungen über die Beschaffenheit Genossenschaften gewährt. Die Wohlthat", die dadurch der der Kontrolle unterstellten Wohnräume und verlangt u. a., den Arbeitern zu zu teil wird, wird aber durch die daß in der Regel in jedem Schlafgemach auf dest erwachsenen Verwaltungspraris in Preußen reichlich wieder wett gemacht. Bewohner ein Raum von mindestens 10 Kubikmetern, auf Es sei nur bekannte Thatsache erinnert, jedes Kind unter 14 Jahren ein solcher von mindestens daß die Verwaltung der königl. preußischen Saline in Schöne- 5 Kubikmetern entfällt. Das Ministerium behält sich vor, beck vom 1. April 1901 ab die Miete für ihre in Werks- noch besondere statistische Erhebungen über die in den Wohhäusern wohnenden Arbeiter um 2 M. monatlich gesteigert nungen herrschenden Zustände zu veranlassen. hat, mit der seltsamen Motivierung, daß die in Privathäusern Trotz aller Mängel bedeutet auch diese Verfügung einen wohnenden Arbeiter wesentlich teurer wohnen, wie in den Fortschritt gegenüber dem führenden Bundesstaate, dessen Buppersch, Schneider, Domnick haben im Prozeß gegen Marten fiskalischen Häusern, so daß dadurch den letzteren eine un- Regierung es bisher bei schönen Reden hat bewenden lassen und Hickel für die Angeklagten entlastendes Zeugnis abgerechtfertigt große Bevorzugung gewährt werde. Fürwahr ein und sich sogar von dem sonst socialen Reformen so abgeneigten gelegt. Jetzt wird ihnen die weitere militärische Karriere abecht preußischer Aft„ ausgleichender Gerechtigkeit"! Man darf Sachsen beschämen läßt. Dort ist am 1. Juli 1900 für geschnitten und sie verlieren nach fünf und elfjähriger Dienstzeit die ferner nicht vergessen, daß die Arbeiterwohnungen in der das ganze Königreich ein allgemeines Baugesetz Anwartschaft auf Vergünstigungen, die ihnen unter andern Umständen Hand der preußischen Regierung ein nicht zu unterschätzendes zu stande gekommen, welches bestimmt, daß durch zu teil geworden wären. Das Generalkommando jagt alte Soldaten an die Raum- und aus dem Dienst, da es an die Schuld der Angeklagten glaubt und Kampfmittel gegen die moderne Arbeiter- Ortsgesetz Mindestanforderungen für bewegung bilden; hat doch im Winter 1893 die sonstigen Verhältnisse für Wohn- und insbesondere die Unteroffiziere der Compagnie, die entlastende Aussagen machten, Bergwerksverwaltung, von ihrem kontraktlichen Recht Ge- Mietsräume festgestellt und daß Vorschriften getroffen werden für der Begünstigung verdächtig erachtet. Dieses Verfahren des Generalkommandos bestätigt von neuem brauch machend, die streikenden Arbeiter einfach aufs Pflaster können über die Instandhaltung und Beaufsichtigung von geworfen. Mietswohnungen sowie der zum Aufenthalt von Dienstboten, die völlige unhaltbarkeit des Instituts des Einem eigenartigen Geschick ist es zu verdanken, daß zwei Gewerbegehilfen, Lehrlingen und Arbeitern bestimmten Gerichtsherrn. Dieselbe Person, welche als Gerichtsherr die ernsthafte Ansäte zur Anbahnung einer Wohnungsreform in Räume. Wenn hiernach also auch die Wohnungsaufsicht der Anklage einleiten läßt, die Berufung gegen die Freigesprochenen Preußen scheiterten. Die lex Adickes kam in der Session örtlichen bezw. ortsgesetzlichen Regelung überlassen blieb, so einlegt, den Freigesprochenen neu verhaften läßt, sie ist zugleich als 1892/93 nicht mehr zur Verabschiedung, und dasselbe Geschick wurde doch schon in der Begründung der Vorlage der Kommandeur befugt, nach beliebigem Ermessen militärische Zeugen widerfuhr in der letzten Session dem Gesetzentwurf betr. die Wunsch ausgesprochen, daß diejenigen Gemeinden, die eine zu maßregeln, ohne daß ein Beweis einer Schuld derselben erbracht Umlegung von Grundstücken in Frankfurt a. M. starke, auf Mietswohnungen angewiesene Arbeiterbevölkerung wäre. Eine derartige Vereinigung zweier Gewalten in einer Person Die Art, wie man in Preußen Wohnungspolitik treibt haben, ihrerseits eine geeignete Wohnungsbeaufsichtigung in oder besser gesagt, nicht treibt, stimmt wenig überein mit die Hand nehmen. Mit Rücksicht hierauf sprach das muß die Rechtspflege völlig verwahrlosen. Mag der Kommandeur den hochtönenden Phrasen der Ministerialreskripte und noch Ministerium in einer Verfügung vom Frühjahr 1901 die Er- noch so überzeugt sein, daß die betreffenden Unteroffiziere eine weniger mit dem Wortschwall, mit dem in der letzten Thron- wartung aus, daß wenigstens die Gemeinden mit mehr als Disciplinierung verdient haben, die Wirkung seiner Maßnahmen ist an den Erlaß einer die Einschüchterung dieser Zeugen nicht nur, sondern aller militärirede auf die Notwendigkeit hingewiesen wurde, die auf dem 20 000 Einwohnern unverzüglich Kein militärischer Zeuge Wohnungsgebiet hervorgetretenen, Mißstände zu mildern und Wohnungsordnung herangehen. Es genüge aber nicht, Vor- fchen Zeugen für alle weiteren Prozesse. namentlich dem Wohnungsbedürfnisse der minder bemittelten schriften über die Beschaffenheit und Instandhaltung der kann frei seine Aussage vor Gericht machen, wenn er befürchten Klassen nach Möglichkeit abzuhelfen". Wohnungen aufzustellen, sondern es komme vor allem darauf muß, schwere persönliche Schädigung darob zu erdulden. Sind die Disciplinarbefugnisse der Kommandeure schon unter Etwas weiter, als Preußen, ist Bayern in der an, eine zweckmäßige Wohnungsbeaufsichtigung einzurichten. Wohnungsfürsorge vorgeschritten. Im Jahre 1899 leitete das Eine fakultative Wohnungsbeaufsichtigung| normalen Verhältnissen geeignet, den Untergebenen mancherlei Unbill Ministerium des Innern eine Erhebung über die Wohnungs- hat auch Baden eingeführt; dagegen besitzt Hessen zuzufügen, so sind sie gänzlich unleidlich, wenn sie auf Zeugen, die verhältnisse, namentlich der minder begüterten Klassen, ein. bereits seit 1893 eine Wohnungsinspektion, die sich vor Gericht nach bestem Wissen und Gewissen die Wahrheit sagen Auf Grund der Ergebnisse dieser Erhebungen wurde am auf alle Gemeinden über 8000 Einwohner erstreckt, die aber, sollen, schiveren Drud ausüben. 22, Juni 1900 ein Gesetz erlassen, das den Artikel 73 des nach den Kammerdebatten über die Ausführung des Ge- Selbst ein durchaus militärfrommes Blatt wie der ReichsPolizei- Strafgesetzbuchs in der Richtung erweitert, daß aus Rück- fezes zu urteilen, feine. nennenswerten Erfolge gezeitigt hat. bote" ist daher erschreckt durch die neue Kunde aus Gumbinnen sicht auf die Gesundheit oder Sittlichkeit Verordnungen über Von den freien Reichsstädten ist für Hamburg nach und beginnt an dem bisher von ihm eifrig verteidigten Institut des das Beziehen neu hergestellter Wohnungen oder Wohnungsräume langjährigen Verhandlungen ein Gesetz zu stande gekommen, Gerichtsherrn zu zweifeln. Der„ Reichsbote" schreibt: und über die polizeiliche Beaufsichtigung des Woh das ungefähr alles beim alten läßt. Aber die durch die Cholera nungswesens erlassen werden können. Des weiteren zu Tode erschreckten Patrizier, deren Unterlassungsfünden erlangte am 10. Februar d. J. eine Verordnung über die sich so deutlich vor aller Welt offenbarten, mußten doch Wohnungsaufsicht die königliche Genehmigung, wonach wenigstens den Schein erwecken, als ob etwas geschieht. Ein in allen Gemeinden des Königreichs eine polizeiliche Beauf- ähnliches Gesetz ist für Lübeck in Vorbereitung und in " Wir geben diese letteren Nachrichten( betr. die Maßregelungen der Unteroffiziere) unter allem Vorbehalt wieder; wenn sie wahr wären, so wäre zu befürchten, daß sie die Autorität der Militärgerichte im höchsten Maße gefährdeten; denn durch solche nachträglichen Maßregelungen würden die 8eugen beim Militärgericht unter den Druck der " Mit dem Gefühl der Genugthuung darüber, daß sein blanker Der Leitartikel der Nummer behandelt die Sühnemission. Bes Furcht gestellt, in schwere Gewissenskonflikte hineingetrieben Baradehelm nun doch noch zur Geltung gekommen, wird der Prinzen- fanntlich hat das Berl. Tagebl." in lebereinstimmung mit der und dadurch ihre Glaubwürdigkeit stark beeinträchtigt. Die geleiter Generalmajor v. Höpfner die Kunde von der glücklichen deutschen Regierungspolitik der vergangenen Woche mit Leidenschaft Angeklagten oder ihre Berteidiger würden dann Soldaten Lösung des Konflikts vernommen haben. In großer Gala Harrte er den Standpunkt verfochten, daß eine Sühne- Audkenz ohne„ Kotau" als Belastungszeugen als befangen wahrschein mit dem Major v. Lüttwizz des endlich reisefertigen Prinzen. Als absolut wertlos ſei. Nun über Nacht die Stimmung in den höheren Regionen umgeschlagen, erwächst dem„ Berl. Tagebl." die Pflicht, lich allgemein zurüdweisen. Und wer will es ent- Tschun dann, vom Gesandten Jiu- tschang begleitet, erſchien, trat, schleunigst ebenfalls den„ Kotau" als ganz überflüssige, ja geradezu fräften, wenn gesagt wird: wenn die Unteroffiziere als Zeugen wie ein Blatt sich aus Basel melden läßt, General von Höpfner an lächerliche Ceremonie hinzustellen. So schreibt denn das Blatt heute: so behandelt werden, so ist anzunehmen, daß auch die Offiziere hin heran, um in straffer, militärischer haltung zu melden, daß er Wenn damit die berühmte Sühnemission auch kein Ende als Zeugen oder gar als Richter unter einem solchen Druck von dem deutschen Kaiser beauftragt sei, ihn nach Berlin zu geleiten. nehmen dürfte, welches den anfänglichen Forderungen und Er. des Generalkommandos resp. des Gerichtsherrn stehen. Damit Der Prinz verneigte sich vor dem General und reichte ihm mit ver- wartungen der deutschen Regierung entspricht, so war es doch unsres Erachtens flug, daß man einen annehmbaren Ausweg gewäre aber der Autorität der Militärgerichte der Boden völlig bindlichem Lächeln die Hand... wählt hat, um der schon zum Gespött des Auslandes ge entzogen und ihre ganze Existenz gefährdet." wordenen Affaire überhaupt ein Ende zu machen. Die Verweigerung des Rotau", ob in der Originalform oder in einer europäischen Bearbeitung, wäre in den Augen des deutschent Volkes wirklich kein genügender Grund gewesen, um den den ganzen chinesischen Rummel, vir 111117 glücklicherweise uns so ziemlich vom Halse gewälzt haben, von neuem aufzurühren." Bülow weilt wieder in Norderney, das er erst verlassen Nachdem die Militärjustiz dem Lichte der Oeffentlichkeit eröffnet wird, um an der Begegnung des Kaisers mit dem Zaren teilworden ist, wird ihre ungeeignetheit zur Rechtsprechung offenbar. zunehmen. Bei dem Sühne- Empfang wird er nicht anwesend sein. Die Beseitigung des Gerichtsherrn und die Ueberführung aller nicht Wir begreifen, daß er nach dieser Lösung des Ceremonienkonflikts rein militärischen Bergehen an die civile Justiz das sind die der weiteren Nervenstärkung durch die Nordseebrise dringend nächsten Forderungen, die sich gebieterisch geltend machen. Der standhafte Sühneprinz. અબ રદ્દ. panthis Aih. " e anila " Durch diese Vergrößerung der Linienschiffe erhöht sich natürlich auch ihr Preis um etliche Millionen! Die Sühnemission ist also ein Rummel", insonderheit der Kotau", den das deutsche Volt nicht verstehen fonts. Und trotzdem ereifert sich das Blatt in dem unmittelbar folgenden Potsdam, 3. September. Prinz Tiun ist heute der Zollwucher. nachmittag, furz nach 32 Uhr, mittels Sonderzuges auf Bivei Centrumsführer haben dieser Tage wiederum ihre Ansicht Abschnitt desselben Artikels darüber, daß es die Freis. 8tg." gewagt dem hiesigen Bahnhof eingetroffen. Im zum Buchertarif ausgesprochen. Herr Bichler in München wie habe, im Sinne dieser Volksstimmung den„ Rummel" entsprechend zu gloffieren! Vermutlich stanmen die beiden Abschnitte aus verschiedenen Buge befanden sich außer den chinesischen Würdenträgern Herr Spahn im Wahlkreise Bonn- Rheinbach halten die Zollsätze General v. Höpfner und Major v. Lüttwig. Zum Empfange des. Regierungsentwurfs eher für zu niedrig als zu hoch. Herr Federn. Der Redacteur, der den„ Nummiel"-Abschnitt schrieb, hatte feine Auffassung bereits den Tagesereignissen entsprechend modifiziert, waren erschienen der Kommandant von Potsdam, General Spahn erklärte: Wie ich die Stimmung in unsrer Fraktion kenne, wird man während der andre Redacteur noch unter dem Eindruck der una major v. Moltke, Plazmajor Graf v. Schwerin und Polizeidirektor Graf v. Bernstorff. Nach gegenseitiger Vorstellung der Erhöhung der Getreidezölle auf 6 Mark teinen großen Wider- nachgiebigen Haltung der Regierung während der verflossenen Woche stand. 3ad- Bid! pubestieg der Prinz mit einem der chinesischen Würdenträger stand entgegensetzen." und dem General v. Höpfner einen Wagen zur Fahrt nach Die neueste Nummer der Mitteilungen für die Vertrauens- Der Wassersport wird immer teurer. Nach dem„ Hann. dem neuen Orangeriegebäude. Das Gefolge männer der nationalliberalen Partei" bringt gleichfalls Cour." soll mit den Linienschiffen„ H" und" J", die unlängst auf begab sich ebenfalls in Wagen dorthin.( W. T. B.) eine Besprechung des Zolltarif- Entwurfs. Die Ausführungen dieses der Germaniawerft in Stiel und auf der Schichauwerft in Danzig in Die heitere Komödie, die länger als eine Woche die Lach- und brot wucherisch gehalten, wenn sie auch eine ganz bestimmte von 11 800 Tons haben, werden die neuen Linienfchiffe„ H“ und parteioffiziöfen Organs sind durchaus hochschu33öllnerisch Auftrag gegeben find, ein neuer Schiffs thy gefchaffen werden. Während die Schiffe der neuen Wittelsbach- Klasse ein Deplacement muskeln aller nicht ganz hoffnungsloser Hypochondrie verfallenen Individnen innerhalb und außerhalb der deutschen Grenzpfähle in Festlegung ihrer Partei vermeiden. Es ist überdies bekannt, daß J 13 000 Tons umfassen und außer mit neuen 28 CentimeterBewegung setzte, hat endlich ein Ende gefunden. Prinz Tschun hat innerhalb der nationalliberalen Partei die Ansichten über die Zoll- Schnellfeuerfanonen mit Maschinen ausgerüstet werden, die eine Fahrtgeschwindigkeit von 20 Seemeilen ermöglichen. das schirmende Asyl der schönen Schweiz verlassen und zur Stunde politik weit auseinandergehen. bereits das Baseler Hotel mit dem Orangerieschloß in Potsdam vertauscht. Und zwar hat das schmächtige Prinzlein die Lacher auf seiner Alles haben die Agitatoren geschluckt! Nämlich die Seite behalten. Hätte man in Berlin nicht die Forderungen, die In Allendorf bei Essen fand am Sonnabend eine öffent- 8 088 021 M., welche die Generalfommission in ihrer jüngst verihm noch auf dem feſtgegründeten Schweizer Boden einen ebenso verspäteten wie hartnädigen Anfall von Seekrankheit verursachten, liche Metallarbeiter- Bersammlung statt, die zum großen Teil von öffentlichten Zusammenstellung als die gesamte Jahresausgabe aller in katholischen Arbeitern besucht war. In das Bureau dem Nachweis aufgeführten Gewerkschaften angiebt. fallen lassen, so logierte Prinz Tschun samt seinen fünfzig Begleitern wurde als zweiter Vorsitzender der Leiter des Ortsvereins des christDas ist ja Blödsinn! So wird jeder sagen, der die deutsche und den diversen hundert Centnern Gepäd noch immer in dem nur ganz oberflächlich kennt. lichen Metallarbeiter- Verbandes, Arbeitersekretär Kloß, gewählt. Gewerkschaftsbewegung auch gaftlichen Hotel Zum standhaften Sühneprinzen", wie es ſein Es wurde eine scharfe Protest- Resolution gegen geitung" an der Spize ihres Blattes ibren Lesern vor. Wir Blödsinn die setzt Rheinisch Westfälische Besitzer bei einiger Geschäftspfiffigkeit nun wohl schleunigst umden Brotwucher eingebracht. Kloß. cin bekannter haben uns" so schreibt das Organ der Industriebarone die taufen wird. Daß die Standhaftigkeit des winzigen Prinzleins einen der Agitator für die Centrums- Brotwucherpolitik, bekämpfte die einzelnen Ausgabeposten näher angesehen. Klipp und klar geht aus weil dieselbe dieselbe nicht zum Referat gehöre. denselben hervor, daß die deutschen( socialdemokratischen) Gewerkartigen Sieg über die geniale Bülow- Politik davontragen würde, Er beantragte, über die Resolution nicht abstinumen zu schaften für die großen socialen Zwecke absolut nichts leisten, daß hat sich die Khatipresse schwerlich träumen lassen. Für sie bedeutete lassen. Nach Ablehnung dieses Antrags wurde die Resolution einzig und allein die Agitatoren die von den deutschen die Aufsässigkeit und die programmwidrige Neise- Unterbrechung in angenommen. Zum Schmerze der brotwucherfreundlichen Arbeitern aufgebrachten Millionen verschlucken." Um diesen Basel nur einen Grund mehr, den Sühneprinzen erst recht das Unsinn zu begründen, zählt das Bueck- Blatt ganz unverfroren, Demütigende seiner Mission nach allen Chikanen asiatischen Herren stimmten von den anwesenden katholischen Arbeiter nur sechs und, wie man annehmen muß, wider besseres Wissen, sämtliche Ceremoniells austosten zu lassen. Für sie stand es deshalb bomben gegen die Resolution. Sobald die Arbeiter zur Erkenntnis kommen, Aufwendungen für Verbandsorgane, Gemaßregelten- Unterſfügung, fest, daß dem Prinzen all sein Sträuben nichts nüßen werde, daß daß der Brotwucher kein Bestandteil der katholischen Religion ist, Reise- Unterstützung, Generalversammlungen, Verwaltung usw. zu fest, daß dem Prinzen all sein Sträuben nichts nüßen werde, daß steht ihre Verurteilung der Centrumspolitik der unsrigen durchaus den Geldern, die in die Taschen der Agitatoren gewandert find, und er trotz alledem samt seinem Gefolge den famosen Kotan mit vorsteht dann kommt das Blatt der Schlotjunker auch noch zu der lieblichen schriftsmäßiger Grandezza werde erekutieren müssen. Die„ DeutschVerdächtigung, daß auch von den Streikunterstügungen asiatische Warte" schrieb noch aus Tsingtau: viel für die Agitatoren abfällt, ist ja bekannt". " Die Bedeutung der Gesandtschaft liegt darin, daß der chinesische Kaiser vor den Augen des ganzen Volkes sich demütigen und neben sich andre Herrscher als ebenbürtig anerkennen muß, die er nicht ungestraft beleidigen darf... Es ist ein saurer Gang, den der Prinz Tschun thun muß. Interessant wird es sein, zu erfahren, wie er seine Aufgabe erfüllt. Bei den Chinesen wird ja alles durch das Ceremoniell und nichts durch das Gefühl geregelt...." Und nun ist alles wieder einmal so ganz anders gekommen! Was sich hinter den Coulissen, allwo geniale Staatsmänner mit tveitausschauendem Blick die Geschicke der Völker und die Ceremonien der Prinzenempfänge zu lenken pflegen, abgespielt hat, ist sorgsam in das geheimnisvollste Dunkel gehüllt geblieben. Man weiß mur, daß der Reichstanzler seinen Ferienaufenthalt auf Norderney auf einige Tage unterbrechen mußte, um seine erprobte staatsmännische Hand an der Lösung auch dieses schwierigen Ceremonienkonflikts zu erproben. Ob Büloivs diplomatisches Genie hier zum erstenmale versagt hat oder was sonst geschehen ist: jedenfalls weiß eine Korrespondenz nunmehr mitzuteilen, daß der der Kaiser selbst den gordischen Knoten mit raschem Entschluß durchhauen und aus eigner Initiative dem Prinzen Tschun die ihm zugedachten demütigenden Ceremonien erlassen hat. Die Korrespondenz schreibt: Katholische Arbeiter wider den Brotwucher. Es wird uns geschrieben: Resolution nicht nach. Aber = Eine seltsame Mitteilung bringt die„ Tägliche und schau" zur Verhöferung des Zolltarifes. Das Blatt will erfahren Daß die Agitatoren des Verbandes der Industriellen, die Herren haben Bueck und Genossen, reichlich zehnmal mehr beziehen, als alle, die „ daß der Ankauf des Schriftstückes durch den Herausgeber im Dienst der Arbeiterbewegung thätig sind, zusammen genommen der Londoner Finanzchronit" mit Wissen und Gefür ihre aufopfernde Thätigkeit erhalten, das ist allerdings bekannt. nehmigung des Reichskanzlers Grafen Bülow Und diese Agitatoren müssen denn auch selbst mit den schäbigsten erfolgt ist. Herr Dr. Rosendorf hatte von dem An- Mitteln die Arbeiterbewegung und jeden, der für dieselbe seine Kraft gebote, das das an ihn ergangen war, sofort einem Ham einsetzt, verunglimpfen, obgleich diese Soldschreiber natürlich selbst burger Geschäftsfreunde Mitteilung gemacht und dieser nicht an den Blödsinn glauben, den sie in die Welt setzen. hat sich unverzüglich an das Auswärtige Amt mit der Bitte um Gerade der Umstand, daß die von den Arbeitern groschemveise der Inter Verhaltungsmaßregeln gewandt. Es wurde ihm die Weisung, aufgebrachten Summen zur wirksamen Förderung die Veröffentlichung unter allen Umständen zu verhindern, aber essen der Arbeiter verausgabt werden, ist es ja, der. Blätter den Ankauf zu vollziehen. Daraufhin erst hat Dr. Rosendorf das vom Schlage der Rheinisch- Westfälischen Zeitung" veranlaßt, sich in Geschäft mit den Herren Hildebrand und Dr. Hamburger ab- derart schmußigen Berunglimpfungen der Agitatoren" zu ergehen. geschlossen, dessen gar nicht unbeträchtliche Kosten es hatte Dafür werden ja diese Soldschreiber von ihren Auftraggebern mittlerweile auch eine Stonferenz in Köln stattgefunden er bezahlt! mit dem erwähnten Hamburger Geschäftsfreunde gemeinsam trug. Der bei der Angelegenheit in der Presse auch vielfach erivähnte Vertreter eines Blattes auswärtigen hatte mit dem Verkauf gar nichts zu thun und spielte, lediglich auf Wunsch des ihm befreundeten Dr. Rosendorf, die Nolle eines Sicherheitsbürgen, da Rosendorf das Geld den Verfäufern des Tarifs nicht eher aushändigen wollte, bis gewisse. Bedingungen erfüllt waren." Der Anti- Polen- Fonds. Die Berl. Polit. Nachr." melden: " Bweds fräftiger Förderung der Kulturarbeit(??) im Interesse des Deutschtums in den zweisprachigen Landesteilen liegt es dem Vernehmen nach auch in der Absicht, durch den nächstjährigen Staatshaushalts- Etat den Dispositionsfonds des Oberpräsidenten jener Provinz zur Wahrung der Interessen des Deutschtums angemessen zu verstärten," Die Kolonialarmee. Dem Rhein. Courier" wird aus München berichtet: Bayern und die andren süddeutschen Bundesstaaten wurden von der Reichsregierung um Meinungsabgabe wegen eventueller Begründung einer deutschen Ist diese Mitteilung richtig, so hat das Reichskanzleramt eine wahrlich nicht beneidenswerte Rolle gespielt. Entweder hat es die Rolle des gewöhnlichen agent provocateur gespielt, der Beamte " In der Angelegenheit der chinesischen Sühnekommission find durch Aussicht auf Geldgewinn auf die Probe stellen will, oder es hat wir in der Lage, mitzuteilen, daß Seine Majestät der deutsche die von ihm gewünschte Veröffentlichung des Zolltarifs durch die Kolonialarmee eriucht. Kaiser aus eigenster Initiative nunmehr dem Prinzen Ausrede einer zu erwartenden privaten Bekanntgabe vor den agrariTschun haf mitteilen lassen, daß er denselben in Potsdam schen Gegnern derselben beschönigen wollen. und zwar allein, nur von einem Dolmetscher begleitet, zu empfangen geruhen wolle. Der Prinz hat telegraphisch feinen Dank für diese so gnädige Behebung Schwierigkeit ausgedrückt. Die Audienz dürfte am nächsten Mittwoch oder Donnerstag stattfinden. Bülows Chinapolitik hat also auch hinsichtlich des Prinzen empfangs eine Niederlage erlitten, wie sie vollständiger " 8 Das Projekt einer Stolonialarmee besteht also thatsächlich. Man ist nicht zufrieden mit der Kolonialtruppe, die man zwar nicht dem Namen aber doch dem Wesen nach in Gestalt der„ ostasiatischen BeEin Corpsbefehl. Aus Frankfurt a. M. wird berichtet: Auf Anordnung des Corpskommandeurs v. Lindequist wurde agungsbrigade" bereits auf einige Jahre hinaus befigt. Man macht größere Ansprüche! bei der Parole- Ausgabe am letzten Sonntag sämtlichen MannDemgegenüber ist es absolut belanglos, wenn Major v. Wißschaften des achtzehnten Armcecorps bei Arreststrafe vermann in einem laugen Artikel in der Tägl. Rundschau" das Vorboten, auf der Straße, in Wirtschaften, in Kasernen und auf handensein derartiger Projekte anzweifelt, weil seiner Ansicht nach dem Marsche unsittliche oder sonst anstößige Lieder eine Stolonialarmee in so großem Stile unötig sei. Wißmann But fingen." Bekanntlich gehören Botenlieder zum eisernen Inventar des felbst erklärt ja auch am Schlusse seines Artikels, daß er absolut nicht gedacht werden kann. Bom Kotau" ist nicht die mindeste afernenlebens. Es ist erfreulich, daß ein Corpskommandeur diefe nichts über die etwaigen Absichten der Regierung wisje. Nede mehr. Nicht nur, daß Prinz Tich un selbst vom Nieder- äßlichkeiten beseitigen will. Nur sollte er nicht mit Arreststrafe Die chinesische Kriegsentschädigung und die„ Boxer“. werfen entbunden worden ist, auch seinen Begleitern vorgehen, sondern es müßte Sorge getragen werden, daß auch der Wie das Septemberheft der deutsch- japanischen Zeitschrift" Ostasien" ist der„ Kotau" dadurch erlassen worden, daß sie von der Sühne Soldat Gelegenheit zu edlerer Geistesanregung erhält. Hieran ist mitteilt, hat die japanische Regierung anfangs Juli einen Bericht Audienz überhaupt entbunden worden sind. Veiläufig natürlich im heutigen Militarismus nicht zu denken. von Tientsin aus erhalten, aus dem hervorgeht, daß die Zahlung bemerkt ist dadurch, daß der Empfang in Potsdam stattfinden Aus dunkelem Land. Wir haben gestern über das Wahl- von Entschädigungen, wie solche in dem Friedensprotokoll vor: gesehen sind, die Gemüter der Borer nufs nene in Auffoll, auch die projektierte öffentliche Ausstellung der ergebnis der Reichstags- Erfagwahl in rheinischen Wahlkreise NeuLien ist ein zweiter Bogeraufstand der Bande Sühnemission durch einen Umzug in Wegfall gekommen. wie b berichtet, wo der Centrumskandidat gewählt wurde und der regung verfegt. Es heißt in den Berichte: In Nordhina Kurz, all das prunkend Dekorative, das der gelehrige Socialdemokrat nur 119 Stimmen erhielt. Es wird uns vom Rhein bei Chuang- Hui" Shen Chou, etiva 350 Stilometer Berehrer Matarts im Reichskanzleramt für den Empfang der Sühne hierzu noch geschrieben: Die Socialdemokratie ist, wie man an der südlich von Peking, ausgebrochen. Der Hauptführer, welcher mission phantasievoll ausgefommen hatte, ist glatt ins Waffer Stimmenzahl erkennt, im Wahlkreiſe Neuwied fast bedeutungslos. Tien heißt, äußerte:„ Es ist unrecht, daß die Regierung den Die Agitation wird ihr von den Gegnern nahezu unmöglich ge- Fremden Entschädigungen zahlt für die im letzten Sommer gefallen. macht. Bei der diesmaligen Wahl waren wir nicht im Anzunehmen ist, daß auch die Forderung Deutschlands, daß mur ein stande, einziges Versammlungslokal zu erhalten. getöteten Missionare und die den Fremden zugefügten Schäden. China das Friedensprotokoll unterzeichnet haben wie weit die Unduldsamkeit geht, das ersieht man daran, daß nicht teine Entschädigungen gezahlt zu werden, denn dann wären die Wenn keine Fremden in unsrem Lande gewesen wären, brauchten müsse, bevor der Empfang des Prinzen Tschun stattfinde, das einmal der nationalsociale Pastor Kößschte zu einer Versammlung, Schicksal der übrigen Forderungen geteilt hat, da sie bei den andren worin er über die Zollfrage reden wollte, einen Saal erhielt. Ein Borer nicht aufgestanden; China muß deshalb von den Fremden Nationen auf Widerſtand gestoßen zu sein scheint. Das klügste wäre Saalbesiger in Neuwied hatte zwar zugesagt; als die Versammlung gereinigt werden." Anfangs zählte die Bande etwa 600-700 Mitglieder; jetzt gehören ihr schon über 20.000 Anhänger an. Die es natürlich gewesen, all die Bedingungen, auf die man sich jetzt stattfinden sollte, weigerte er sich, die Thür zu öffnen. Die Zeitungen Flagge der Bande trägt die Aufschrift: Reinigung: Chinas, Ver Daraus mag nichtung der Fremden!" doch zu verzichten genötigt gesehen hat, gar nicht erst aufzustellen. lehnten die Aufnahme des Versammlungsinserats ab. Bei nur ein klein wenig geschickterer Diplomatie hätte man jetzt die man ermessen, wie erst die Gegner auftreten, wenn es sich um ganze Sühnekomödie längst hinter sich, ohne den internationalen Socialdemokraten handelt. Wigblättern noch überflüssigen Stoff geliefert zu haben. Kein Wunder ist, daß ein Telegramm über die Abreise der Sühnemission aus Basel melden konnte, daß aus den Mienen und der Haltung der„ chinesischen Herren" ihre innere Fröhlich keit deutlich genug abzulesen gewesen sei. Sie hatten auch alle Ursache dazu. Selten hat ein Abwehrstreit in so kurzer Zeit mit einem so durchschlagenden Erfolge geendet. Und eine blamablere Niederlage hat die mit Blamagen so überreich gesegnete Bülowsche Chinapolitik bisher nicht aufzuweisen gehabt. " Wozu Herr Lieutenant seinen Degen hat. Zick- Zack. Daß Blätter, die es sich zur Aufgabe machen, alle Wegen Mißhandlung Untergebener in Ausübung des Dienstes Blöglichkeiten des Bidzadfurjes unentwegt mitzumachen, heute das hatte sich vor dem Kriegsgericht der 3. Divifion Nr. 32 in Dresden Gegenteil von dem als geniale Eingebung preisen, was sie gestern der 21 Jahre alte, in Banken geborene, bisher noch unbescholtene als Jubegriff politischer Erleuchtung auspofaunt haben, ist unschwer Lieutenant Heinrich Eduard Kannegießer vom Infanterie- Reg. zu verstehen. Dem Zickzackkurs der Regierung muß der Zickzackfurs Nr. 103 in Baugen zu verantworten. Zur Aufklärung des der Anklage zu der journalistischen Apologeten entsprechen. Daß aber ein Blatt in Grunde liegenden Sachverhalts machte sich die Vernehmung einer derfelben Nummer und in dem gleichen Artikel Ansichten ganzen Anzahl Zeugen und des Oberarztes Dr. Sandgut als Sachverzapft, die sich gegenseitig ins Gesicht schlagen, ist verständigen nötig. Die Auflage legte den Lieutenant zur Last, am doch eine etwas ungewöhnliche Leistung. Eine solche Leistung voll- Morgen des 5. August cr. beim Nacherercieren, wobei Kannegießer sich bringt aber das„ Berl. Lagebl." in seiner heutigen Abendausgabe. über die schlappe Haltung seiner Leute sehr erregt zeigte, den Soldaten Brenzel seiner Abteilung mit gezogenem Säbel über den entschuldigen sich die Herren ihren radikalen Parteiwählern gegen- dings nicht vermeiden können, Pflichten auf sich zu nehmen, die sie Helm geschlagen zu haben, weil er die lebungen nicht in über förmlich wie geprügelte Jungen, daß der ultramontane andern Nationen zum Trotz zu erfüllen hätten. Die Vereinigten Ser gewünschten Weise ausgeführt hatte. Brenzel trug von diesem Vicepräsident Dr. Zemp, offenbar einzige selbständige Staaten beabsichtigten hingegen nicht, irgend eine Politit des Hieb eine blutende Wunde sowie Hautabschürfungen am Hinterkopf Mitglied des Bundesrats, die Delegation empfangen habe und es Angriffes seitens eines amerikanischen Staates auf Kosten und linken Ohr davon. An demselben Tage hat Kannegießer den wird zu diesem Zwecke selbst die bodenlose Gemeinheit verübt und eines andern zu sanktionieren oder irgend eine Politik kommerzieller Soldaten Kühne von derselben Abteilung, der bei der Anschlagstellung erklärt, Professor Dr. Erismann habe ja die Klagen in anständiger Differenzierung gegen irgend eine fremde Macht, würden aber, das rechte Bein zu weit hinten stehen hatte, mit der Säbelscheide Form vorgebracht". Pfui Teufel, wie tief ist doch die radikale Mehr- wenn sie vernünftig handeln wollten, energisch darauf bestehen, daß aus aller Straft an die Wade geschlagen. Sühne ist durch den heit der schweizerischen Bundesregierung gesunken! Offen unter keinem Vorwande, welcher Art er auch sein möge, irgend Schlag zusammengebrochen und mußte am nächsten Tage ins bar sind sich die wenig fein empfindenden radikalen Partei- melche territoriale Ausdehnung europäischer Mächte auf amerikaniſchem Lazarett gebracht werden, war jedoch nach 24 Stunden schon wieder Agenten der Perfidie in jener Erklärung gar nicht bewußt gewesen. Boden stattfinden dürfe. " dienst tauglich. Beim Nachererzieren soll der Lieutenant geäußert Man könnte nach derselben glauben, in der socialdemokratischen Aus Caracas wird gemeldet, die von der venezolanihaben, er hätte den Säbel nicht umsonst; auf eine Partei sei der Anstand etwas Unbekanntes. Im übrigen fchen Regierung veröffentliche Note, in der Venezuela seine Leide tomme es ihm nicht an.( 1) Die Zeugenvernehmungen wurden die Klagen der Arbeiter zurückgewiesen. In Sachen der Haltung in der folumbischen Frage farlegt, werde daselbst als ergaben die Schuld des Angeklagten. Das Gericht fah jedoch die Verlegung kantonaler Verfassungen sei er nicht kompetent, die Vor- casus belli betrachtet. Es herrsche große Erregung. zur Anklage stehenden Fälle als minder schwere an und erkannte würfe wegen seiner reaktionären Ausweisungs- und Auslieferungsgegen den Lieutenant wegen Mißhandlung und rechtswidrigen politik müsse er zurückweisen, da sie die gleiche sei, die seit 1848 des Innern Zanartu hat seine Entlassung gegeben. An seine Stelle Valparaiso, 3. September. Der Vicepräsident und Minister Baffengebrauchs auf eine Strafe von sieben Wochen Feftungshaft. befolgt werde- was nicht wahr ist und schließlich wird der ist der bisherige Minister des Aeußern Ismael Todornal getreten. = Ausland. Landtags- Wahlen. hat das CentralFrankreich. Der Boeren- Krieg. 11 Cr Aus Cradock wird berichtet: Die Unruhe unter den Eine Arbeiter- Protestversammlung das Recht bestritten, den Bundesrat zu interpellieren oder Einsprachen gegen seine Amtsthätigkeit zu er= heben. So hat das Parteiregiment entschieden, wie man von ihm erwarten mußte und das Unternehmertum nebst seinen Preß-stien, 1. September. Der böhmische Landtag tosaken wird darob jubeln und frech weiterfahren in der UnterVerhaftung eines angeblichen Boerenspions. ist aufgelöst und die Neuwahlen sind bereits ausgeschrieben. Sie drückung und Verfolgung der Arbeiter. Diese aber können und Aus London wird gemeldet: Der letzte Boerenkommandant finden vom 8. bis 15. Oftober statt infolge der Kurieneinteilung müssen daraus neuerdings die Lehre ziehen, daß sie sich selbst helfen von Johannesburg, Dr. Krause, der seinerzeit Johannesgeht es in Destreich nie unter mehreren Wahltagen ab. Die müssen, durch stetige Ausbreitung und Stärkung der Organisation, burg dem Lord Roberts übergab und der, nachdem östrei chische Verfaffung bemißt die Agenden der Landtage äußerst durch richtige Benutzung des Stimmzettels und durch weiteste Ver- den Treneid geschworen, seit vier Monaten in London farg; eigentlich sind die Landesvertretungen nicht mehr als recht breitung der Arbeiterpresse. Die radikale Partei und Geldsacks- lebte, wurde gestern abend in einem hiesigen Hotel unter dem Verbescheidene Verwaltungskörper. Landesangelegenheiten regierung der schweizerischen Republik hat einen neuen Beweis dafür dacht der Spionage verhaftet, sein Gepäck wurde beschlagnahmt. find die Anordnungen in Bezug auf die Landeskultur und die vom geliefert, daß die Befreiung der Arbeit nur das Werk der ArbeiterDer wegen Berdachts der Spionage Verhaftete erschien heute Lande dotierten Wohlthätigkeitsanstalten, dann die Volksschulen und klasse selbst sein kann. vor dem Bowstreet- Polizeigericht. Die Verhandlung wurde auf eine Gemeinde Angelegenheiten: also nicht so viel, 11111 den Woche vertagt. Die von Dr. Krause angebotene Kaution für seine furiofen Spektakel, den die Landtage seit jeher machen, gerechtfertigt erscheinen zu lassen. Die Bedeutung der Land- Paris, 3. September. In dem heute vormittag unter dem Freilassung wurde abgelehnt. Eingeborenen Aufstand in der Kapkolonie. tage wurzelt eigentlich in ihrer geschichtlichen Stellung: sie waren Vorsitz des Präsidenten Loubet im Elisée stattgehabten Ministerrat wurde das Programm für den Besuch des Kaisers vor dem Reichsrate da. Bevor Oestreich ein Staat geworden von Rußland in Frankreich endgültig festgestellt. Der Minister geborenen nimmt zu. Vorgestern wurde ein Dorf, 20 Meilen von ist, war es ein Verband von Ländern; keine Einheit, sondern des Aeußernt, Delcassé, machte hierauf Mitteilungen über den Cradock entfernt, von Gebirgsstämmen angegriffen und geplündert. eine Addition. Auch das östreichische Verfassungsleben hebt mit den Ländern an, der Reichsrat war ursprünglich nur eine Delegation der französischtürkischen zwischenfall. Im Anschluß Die Frauen wurden mißhandelt und vergewaltigt. Die EindringLandtage; erst die Einführung der direkten Wahlen im Jahre 1873 bieran veröffentlicht die„ Agence Havas" eine Note, in welcher es linge kehrten alsdann in die Berge zurück, ohne von den Regierungsals die Abgeordneten zum Reichsrat von den Wählern gewählt, pflichtungen von der Pforte eingehalten worden seien, der franheißt, daß, nachdem trotz des gegebenen Wortes nicht alle Ver- truppen irgendwie belästigt worden zu sein. Wenn die englischen Truppen nicht einmal in der Lage sind, statt von den Landtagen delegiert werden parlament auf eigne Füße gestellt. Seither ist die Bedeutung und zösische Botschafter in der Türkei den Befehl erhalten habe, die Bewohner der Kapkolonie gegen leberfälle aufständischer Eindas Gewicht der Landtage start vermindert worden; aber immer Konstantinopel zu verlassen und der türkische Botschafter in Baris geborener zu schützen, wird den Stapkolonisten freilich nichts übrig noch sind sie die Brutstätten des Partikularismus, der, an sich schon benachrichtigt worden sei, daß seine Anwesenheit in Paris teinen Zweck bleiben, als sich den Boeren in die Arme zu werfen. durch die nationalen Verschiedenheiten genährt, der schlimmste Feind Neuer Boereneinfall in die Kapkolonie. Belgien. des modernen, gemeinsamen Staates ist. Das Mißverhältnis „ Daily Mail" meldet aus Kapstadt: Die Boeren haben zwischen den Ambitionen der Landtage, die aus ihrer vormaligen Das internationale Schiedsgericht läßt wieder einmal etwas einen neuen Ritt in die kolonie unternommen, um Bedeutung entspringen, und der bescheidenen Stellung, die ihnen in von sich hören. Aus Brüssel wird gemeldet: Unter dem Vorsitz sich neue Pferde für ihre Kommandos zu holen. der geltenden Verfassung bestimmt ist, ist es im Grunde, was die Beernacrts versammelte sich gestern der hiesige Ausschuß der interevige staatsrechtliche Krise Oestreichs am Leben erhält. nationalen interparlamentarischen Schiedsgerichts- Konferenz. In Wie aus Pretoria telegraphiert wird, wurden bei der EntUnter allen fiebzehn Landtagen entwickelt, der böhmische natür- dieser Versammlung waren die meisten europäischen Staaten vergleifung des Eisenbahnzuges, welcher von den Boeren in die lich die größten Prätensionen war ja Böhmen einstens ein felb- treten. Es wurde beschlossen, dahin zu wirken, daß auch diejenigen Luft gesprengt worden war, auch drei Civilpersonen verwundet. Die ständiger Staat, und den Ländern der verschollenen böhmischen Mächte nachträglich das Protokoll der Haager Friedenskonferenz Boeren hatten die Vorsicht getroffen, die Eingeborenen, welche zum Krone eine gewisse Selbständigkeit innerhalb des östreichischen unterzeichnen, welche auf der Konferenz nicht vertreten waren, u. a. Aufklärungsdienst auf der Eisenbahn verwendet wurden, festzunehmen Staatenverbandes zu verschaffen, ist der Inhalt des noch immer nicht die Transvaal- Republiken. Ferner wurde beschlossen, den Mächten ausgelittenen böhmischen Staatsrechts. Die böhmischen Landtags- den Wunsch auszudrücken, daß die seiner Zeit im Haag beschlossenen wahlen beanspruchen deshalb ein größeres Interesse: sie sind der Kriegsvorschriften beachtet werden. Endlich wurde der Beschluß ge= Gradmesser, wie weit sich das staatliche Gefühl in diesem Grenz- faßt, im September nächsten Jahres eine internationale Schiedslande entwickelt hat, oder richtiger, wie weit seine Schwächung ge- gerichtskonferenz nach Wien einzuberufen. dichen ist. Auf dem Grunde dieser Wahlkämpfe steht als Frage, ob die böhmische Bevölkerung, die östreichische und die deutsche, in Oestreich ihrer Wünsche letzten Schluß erblickt oder nicht. An sich scheint die Erneuerung des Landtages von der Situation im Wiener Abgeordnetenhause unabhängig zu sein, aber nichts ist so möglich, als daß das Feuer des Wahlkampfes auf den Reichsrat hinübergreift und die mühsam eroberte Arbeitsfähigkeit des Abgeordnetenhauses ver- Der Sommer ist die Zeit der Brände ist Rußland. Es brennt zehrt. Herr v. Körber dürfte jetzt mit angstvollen Blicken nach alles: Städte, Dörfer, Wälder, Torflager und alles, was sich in der Böhmen schauen, wo nicht bloß der Landtag nengewählt, sondern Nähe derselben befindet. auch um seine politische Idee gewürfelt wird. lich = mehr habe. . Eine Wiederholung der Haager Posse wird an der internationalen Raubpolitik der vom Weltmachtkoller befallenen Mächte natürlich nichts ändern. Rußland. Das brennende Rußland. und unschädlich zu machen. * Lord Kitchener telegraphiert: Nach den von den einzelnen britischen Heeresteilen eingegangenen Berichten sind seit dem 26. August 19 Boeren getötet, 3 verwundet und 212 gefangen genommen worden. 127 haben sich ergeben. Erbeutet wurden 194 Gewehre, 25 760 Patronen, 144 Wagen, 1700 Pferde, 7500 Stück Vich und viele Vorräte. Die„ Daily Mail" veröffentlicht einen Brief, der die Geschichte eines Nachtangriffe auf ein Boerenlager. in der Nähe von Harrismith giebt. Der Brief ist von einem Sol daten an Freunde in England geschrieben worden und lautet folgendermaßen: " der Alle Dörfer und zum größten Teil auch die Städte in Mittel-„ Die Angriffsabteilung, bestehend aus 300 Mann In Böhmen wird nur um nationale Dinge geftritten; der und Nord- Rußland sind aus Hölz gebaut; in Dörfern find noch 35. Company Imperial Yeomanry und 110 Mann von den Chauvinismus hat die politischen Differenzen völlig verschlungen, dazu die Dächer aus Stroh. Das sind die billigsten Baumaterialien Harrismith Light Horse, verließ das Lager am Morgen des. 28. Juli ja selbst die socialen Fragen sind von ihm zurückgedrängt worden. in diesen Gegenden. Giebt es nun einen trockenen Sommer, wie z. B. furz vor Sonnenaufgang. Die Abteilung war ausgezeichnet beritten. Aber dieser nationale Kampf hat das merkwürdige an sich, daß sich in diesem Jahre und die Sommer werden immer trockener, weil Nachmittags gegen 3 Uhr kamen drei Mann auf das Lager zu und die streitenden Parteien nirgendswo treffen; mit Ausnahme eines der Waldreichtum Mittel- Rußlands immer mehr zur Legende aus der wurden von dem Posten angehalten; es stellte sich dann einzigen Wahlbezirks stoßen Deutsche und Czechen im Wahlkampfe guten alten Zeit" wird dann brennt alles, und die Brandschäden heraus, daß es drei Leute von den am Morgen aban feinem Punkte auf einander. Infolgedessen zieht sich der schäßt man alljährlich nach vielen Millionen Rubeln. Allein in den gerückten Mannschaften waren, die ihren Weg verloren Wahlkampf ins Junere zurück, das heißt, es wird in beiden 49 Gouvernements des eigentlichen Rußlands brennen jährlich durch hatten und es dann für das beste gehalten hatten, Heerlagern um den Grad des Chauvinismus gekämpft. schnittlich 160 000 Gebäude im Werte von 150 Millionen Mark ab. wieder in das Lager zurückzukehren. Den ganzen Nachmittag Bei den Czechen wird der innere Kampf allerdings dadurch Die Brände dieses Sommers stellen aber alles Dagelvesene in über kamen dann noch mehr zurück, gewöhnlich zu zweien wesentlich abgeschwächt, daß das herrschende Jungczechentum mehr Schatten, selbst die Brände des Jahres 1891 des Vorläufers des oder dreien. Schließlich fant es heraus, daß die Yeomen in eine oder minder die ganze aktionsfähige Bourgeoisie in sich vereinigt; großen Hungerjahres- 1892. ihnen vom Feinde gestellte Falle gegangen waren. Sie ver aber auch ihm ist auf dem flachen Lande in der jungen Agrarpartei Nach den nenesten Nachrichten wüten die Brände in den Toren einen Offizier, der fiel, drei Verwundete und 30 Ge= ein gefährlicher Gegner entstanden. Dagegen tovt der" Bruder- Gouvernements Kaluga, Wladimir, Rjasan, Tambow, Bensa, Nischnij fangene. Einer der Zurückkehrenden erzählte dem Briefschreiber, fampf auf deutscher Seite in voller Landesursprünglichkeit; zwischen Nowgorod, Simbirst, Saratow, Kostroma, Kajan, Wjatka, Perm, was sie erlebten. Die Boeren nahmen ihnen alles weg, Fortschrittspartei, Volkspartei und Alldeutschen giebt es bis auf also in dem ganzen Stromgebiet der Mittel- Wolga( mit den Zu Hüte, Bandoliere, Gewehre, Röcke und sagten ihnen, das das bißchen Antisemitismus keinen andern Unterschied als den flüssen Oka, Kama, Ssura), ein ungeheures Gebiet, doppelt so Seligste für sie werde sein, nie wieder nach Harrismith zurückim Grade des Chauvinismus. Den Record schlagen derzeit groß wie Deutschland. Im Gouvernement Rjajan brennen die zukehren. Am meisten aber freuten sich die Boeren über die Pferde, die Alldeutschen, die den Wählern schon versprochen haben, ganz Wälder in vier Sereifen zu gleicher Zeit mit in der Nähe liegenden bie sie uns wegnahmen, sie streichelten die Tiere immer wieder und Czechisch- Böhmen zu germanisieren: ihre Wahlaussichten sind also Dörfern, mit Getreide, mit Bich 2c. Die Gouvenements Simbirst. fagten: Das ist gerade, was wir brauchen können." die größten. Die Partei wird siegen, die das Unbehagen Bjatka, Kostroma, Perm, Nischnij- Nowgorod sind mit dichten Rauch- Die oben angeführten Verluste wurden, wie die Daily Mail" an Destreich am schroffsten ausdrückt, und das ist natür- und Qualmwollen bedeckt, so daß man keine Soune mehr hinzufügt, Anfang August vom Kriegsministerium veröffentlicht, aber bie, die Böhmen administrativ nicht teilen will, sieht; die Atmung wird fchwer. Die Schiffahrt auf ohne die Gefangenen zu erwähnen. weil es einmal deutsches Bundesland lwar und folches Kama, Ofa und Wolga wird erschwert und die Dampfer wieder einmal werden könnte: gegen solchen erhabenen Wahnsinn bleiben stundenlang liegen, um nicht in Rauchwolken nügt kein vernünftiges Zureden, der kann mir überwunden werden, auf das Ufer oder gegen andre Dampfer zu fahren. Teilweise ist wenn er sich an der Mauer der harten Thatsachen den Kopf ein- auch der Eisenbahnverkehr unterbrochen; die Stadt Simbirsk blieb gerannt haben wird. Mit dem Maßhalten haben die Deutsch- deswegen tagelang ohne Post. Penja, eine Stadt so groß wie Die Kreiskonferenz des ersten nassanischen Wahlkreises böhmen so schlechte Erfahrungen gemacht: man begreift alfo leicht, Görlig oder Frankfurt a. O., brannte zwölfmal während einer Höchst- Homburg- llfingen) hat wiederum den Genossen Brühne daß die maßhaltenden Elemente nun mit Sturm weggefegt werden. Woche; es sind 388 Häuser niedergebrannt, der Brandschaden wird als Reichstags- Kandidaten für den Kreis aufgestellt. Brühne, der Ein unendlich trauriges Bild bieten die Wahlen in auf 2,5 Millionen Rubel geschäßt; die Hälfte der Bevölkerung ohne den Kreis 1893 im Reichstag vertreten hatte, 1898 aber dem Galizien; fie offenbaren einen Sieg der Schlachta auf allen Obdach und aus Furcht vor neuem Brand haust auf Straßen, Centrumskandidaten unterlag, hatte vor längerer Zeit eine aberLinien. Nach einer furzen Periode aufivallender Empörung finken Blägen, am Flußufer und außerhalb der Stadt. malige Kandidatur abgelehnt. Den Genossen ist es gelungen, Brühne die verelendeten Bauern wieder in ihre demutvolle Thaten- Solche und ähnliche Nachrichten kommen auch aus andren von seinem Vorhaben abzubringen und ist er unter allseitiger ZuTofigkeit zurück und wählen" den, ihnen der Bezirks- Gegenden des europäischen Rußlands, aus den Gouvernements ſtimmung wieder als Kandidat der focialdemokratischen Partei hauptmann nominiert. wählen befiehlt: Zu den Schlachzizen oder Petersburg, Ufa( Süd Ural), Woronesh( oberer Don). In Baku einen Günſtling der Schlachta. Zu der verwirrten Flucht( Raukasus) brennten die Petroleumquellen auf einer Fläche von der Bauern hat nicht zum wenigsten der beispiellose Berrat 170 Morgen; in Rostow( am Asowschen Meer), in einem Fischhandelsdes berüchtigten Hojalowsti beigetragen, eines Lumpen- Centrum, ist der ganze Fischmarkt niedergebrannt. Kleinere Brände proletariers in der Kutte, der als Apostel der Bauern begonnen, die Rebellion gegen den Polenklub entzündet hat und nun daran ist, die bäuerliche Opposition an den Polenklub zu verschachern kaufen in des Wortes gemeinster Bedeutung. Korruption, Gewalt und das schreckliche wirtschaftliche Elend des Landes, das die Bauern versfavt, werden in den Wahlen den herrlichen Sieg" der Schlachta besiegelu. " " aut ver= Die Socialdemokratie ist bei den Landtagswahlen sehr wenig interessiert; der Census von zehn Kronen schneidet ihr jede Aussicht auf Erfolg ab. Sie wird troydem in Böhmen in die Wahlagitation fräftig eingreifen, gilt es doch, das voriges Jahr bei den Reichsratswahlen verlorene Terrain für bessere Beiten urbar zu machen. Schweiz. Die Antwort des Bundesrats. Partei- Machrichten. Die Konferenz für den Wahlkreis Zeitz- Weißenfels kon statierte eine rege Zunahme der Mitglieder unter der im Vorjahre eingeführten Neuorganisation. Der Mitgliederſtand stieg von 400 auf 913. Das Parteiblatt hat 3637 Abonnenten, ein fleiner Rückgang gegen das Vorjahr, der auf die schlechte Geschäftskonjunktur zurückzuführen ist. Die Gesamteinnahmen des Kreises betrugen 4433,85 M. Ein Antrag, der die Aufhebung des Schiedsspruchs in Sachen der Accordmaurer verlangt, wurde abgelehnt. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. find in sehr großer Zahl aus allen Gegenden des großen 3aren reiches gemeldet. Neben dem Brandschaden wird aber in einem noch größeren Um fange eine„ Mißernte" gemeldet. Es geht alles zu Grunde unter der Wirkung der furchtbaren Size( bis 50 Grad Celsius): Getreide, Viehfuttersaaten, Gemüse. Die traurigsten Nachrichten kommen aus entlegendsten Gegenden Rußlands aus dem Centrim( Moskau Gouvernement), aus den Süd- Gouvernements Poltawa, Cherson, Woronesh, Charkow, vom Don, vom Dnjepr, aus den nordwestlichen Gouvernements Nowgorod, Riga, aus dem obenerwähnten Stromgebiet der Mittel- Wolga; selbst aus West- Sibirien, dem Gouverne- Jm Streik der Bauanschläger ist, wie in einer am Montag ment Tomsk und der Provinz Omst wird eine„ Mißerute" gemeldet. abgehaltenen Bersammlung berichtet wurde, eine wesentliche VerAm meisten scheint auch von Mißernte" das Stromgebiet der Mittel- änderung der Situation nicht zu verzeichnen. In den letzten Tagen Wolga getroffen zu sein. Aus jatka wird melancholisch berichtet, haben wieder einige Unternehmer die Forderungen anerkannt, doch daß in diesem Jahre die Bevölkerung von dreierlei Schaden heim- haben die Jumungen und der Verband der Schlossereien bisher gesucht ist: von Brandschaden, von Mißernte" an Getreide und feinerlei Entgegenkommen bewiesen und es ist von dieser Seite nichts Bern, 2. September.( Eig. Ber.) Die kapitalistischen Haupt- Futterpflanzen und von Best des Wichs. Im Gouvernement Softroma, organe, voran die reaktionäre arbeiterfeindliche und plutokratische in früherer Zeit berühmt durch Wasser- und Waldreichtum, ist es so N. Zür. 3tg." geberdeten sich vorige Woche sehr with darüber, daß trocken geworden, daß ganze Dörfer genötigt find, auszuwandern. der Bicepräsident ihres" Bundesrats die von der Protestversamm- Am Horizont steht also das furchtbare, gräßliche Gespenst der lung der Arbeiter bestellte Delegation empfing, anständig behandelte kommenden Hungersnot, der Hungersnot in einem noch nicht daund daß er die Eingabe derselben entgegennahm. Bezüglich gewesenen Umfange. deren Behandlung wurde dem Bundesrat diftirt, nicht nur empfohlen, sie einfach abzuweisen, da sie verfassungswidrig" sei, indem der Bundesrat mir der Bundesversammlung Rechenschaft Weltpolitik und die Monroe: Doktrin. Nach einem Tele- Verbandsmitgliedern die Arbeit aufzunehmen, bis entsprechende schulde. Darauf knickten, die Bundesräte zusammen wie ein Taschen- gramm aus Minneapolis hielt der Bicepräsident der Ver- Vereinbarungen zwischen den beiderseitigen Organisationen getroffen messer und beeilten sich, der Welt zu zeigen, daß sie nicht auf einigten Staaten, Roosevelt, dort in der Ausstellung worden sind." Es wird übrigens erwartet, daß die Jmmungen doch gehört haben, die ergebenen Commis der Nadikalen, d. h. des des Staates Minnesota eine Rede, in der er ausführte, die Ver- bald gezwungen sein werden, ihren bisherigen ablehnenden StandHerrschenden Geldjacks zu sein. In einem von der schweizerischen einigten Staaten dürften nicht davor. zurückschrecken, ihre Rolle punkt zu verlassen und mit der Lohukommission der Anschläger in Depeschenagentur an die Presse verbreiteten bundesrätlichen Communiqué unter den großen Nationen zu spielen. Sie würden es dann aller- Verhandlung zu treten. Amerika. geschehen, um die Beilegung des Kampfes zu ermöglichen. Nach Berichten in der bürgerlichen Presse hat der Bund der Arbeitgebervereinigungen den Schlossermeistern seine Unterstützung zugesichert und sollen sich die Bau- Unternehmer bereit erklärt haben, die Schlosser- bezw. Anschlägerarbeiten in Zukunft nur noch an die den Vereinigungen angehörigen Mitglieder zu vergeben. Diese Unterstützung wird den Unternehmern aber recht wenig nügen, wenn es die Anschläger nach wie vor ablehnen, bei den Innungs- und Achtung, Bandagisten! Bei der Firma Müller, Neue Königftraße 89, haben sämtliche Bandagisten die Arbeit niedergelegt. Buzug fernhalten. Deutsches Reich. Gerichts- Beifung. den Knaben Edmund Wagner aus Herischdorf bei Warmbrunn als Lehrling verschafft. Der Knabe wurde nun vom Meister wie Vorsägliche Körperverlegung bei Ausübung seines Amts vom Wertführer unausgejezt in rohester Weise geprügelt. Dabei wurde dem Amtsdiener August Veith zur Rast gelegt, der war es dem Knaben streng verboten, an seine Eltern zu Achtung, Vergolder! Bei der Firma Gersdorf u. gestern vor der II. Straffammer des Landgerichts II. stand. Am schreiben. Einmal gelang es ihm aber trotz des Verbotes Brandenburg in Pasing bei München ist es zu einem 23. September vor. Js. gegen 12 Uhr nachts wurde der Arbeiter und strengster Ueberwachung, worauf ihn der Vater aus der Lehre Abwehrstreit wegen Maßregelung zweier Kollegen und Lohn Bergmann, der auf der Dorfstraße in Lichtenberg rubeftörenden nahm und Anzeige erstattete. Das Schöffengericht verurteilte die reduzierung gekommen. Zuzug von Leistenvergoldern ist streng fern- Lärm verübt hatte, von dem Gendarm Dzielat in das dortige beiden Angeklagten zu je 40 War! Geldstrafe. Hiergegen legte zu halten. Der Hauptvorstand. J. A.: H. Späthe. Amtsgefängnis eingeliefert. Der Angeklagte, der herausgeflingelt die Staatsanwaltschaft wie auch der Vater Berufung ein. Letzterer worden war, geriet wegen der Störung in unwirsche Stimmung, wollte eine Buße erstreiten, weil sein Sohn ganz, dämlich" geprügelt Die Verhandlungen über den Buchdruckertaris beginnen er foll beim Eintritt des Gefangenen die Aeußerung gethan haben: worden set. wurde aber belehrt, daß dies in zweiter Instanz nicht am 23. September in Berlin. Zur Beteiligung an denselben sind" Wegen so eines Lümmels muß man gestört werden!" Auch mehr zulässig sei und er zu diesem Zweck den Weg des Civileingeladen die Prinzipals- und Gehilfenvertreter der neun Tariftreise, foll er dem vor ihm gehenden Gefangenen einen Schlag in s prozesses einschlagen müsse. Auf die Berufung der Staatsanwalts die ordentlichen Mitglieder des Tarifamts, die Sachverständigen Geficht gegeben haben. Im Amtszimmer nahm der schaft wurde aber die Strafe erhöht und auf 200 Mart für den ( Prinzipale und Gehilfen) für die Anträge zum Sehmaschinentarif. Gensdarm das Nationale des Verhafteten auf, während Veith dem Meister und auf 100 Mart für den Werkführer, dem gar ferner je ein Vertreter der Prinzipalsorganisation, des Verbandes letzteren befahl, seinen Stock abzulegen und die in den Taschen be- kein Züchtigungsrecht zustand, erkannt. der Buchdruckergehilfen, des Gutenbergbundes, sowie die Redacteure des Prinzipalsorgans und des„ Korrespondent". Für das Arbeitersekretariat in Frankfurt a. M. ist an Stelle des ausgeschiedenen Arbeitersekretärs Müller der Genosse Joh. Heiden in München gewählt worden. Derlammlungen. findlichen Gegenstände herauszunehmen. Wie Veith behauptet, hat Bergmann sich von seinem Stocke nicht trennen wollen, worauf er ihm denselben mit Gewalt entrissen habe. Bergmann behauptet dagegen, daß Beith ihm ohne weiteres den Stock entrissen und ihm Eine Arbeitslosen Versammlung der Metallesbeiter, zit damit wiederholt wuchtige Schläge über Kopf, der auch Magistrat und Stadtverordnete eingeladen waren, tagte Rücken und Arm versezt habe. Nach dem ärztlichen Befund gestern vormittag bei Steller in der Koppenstraße und war von über Auch ein Beitrag zur chriftlichen Gewerkschafts- ist es zweifellos, daß Bergmann mißhandelt worden ist, der An- 2000 Personen befucht; auch Polizeibeamte in Uniform und Civil bewegung. Unter dieser Spigmarke bringt das„ Korrespondenzblatt geklagte bestreitet aber entschieden, daß er der Thäter war, und meint waren zahlreich zur Stelle. Der Referent Mohricke von der der Generalkommission" eine ergögliche Geschichte, der wir folgendes vielmehr, daß Bergmann schon auf dem Wege zum Amtsgefängnis, Metallarbeiter- Gewerkschaft schilderte in einem einleitenden Vortrage entnehmen: In einer Polemik zwischen dem Organ des bekannten als er sich ebenso widerspenstig benahm, wie im Amtszimmer, megrere die Ursachen der Krise und den großen Umfang der Arbeitslosigkeit christlichen Gewerkschaftsführers Brust und der Deutschen Schläge erhalten hat. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Schwindt, hatte in der Metallindustrie, in welcher trotz der hohen Dividenden, die die Bergarbeiter Zeitung" hat die Iegtere festgestellt, daß Bruſt nach dieser Richtung hin Beweis angetreten. Der Staatsanivalt Unternehmer einheimsten, den Arbeitern nur fümmerliche Löhne gezahlt bis gunt Jahre 1900 stets steigende Mitgliederzahlen des hielt die Schuld des Angeklagten durch die Beweisaufnahme für worden seien. Obwohl noch während der letzten Jahre eine günstige „ Christlichen Gewerkvereins der Bergleute" veröffentlichte zweifellos erwiesen und beantragte gegen ihn eine Gefängnisstrafe Geschäftslage herrschte, waren doch schon in dieser Zeit nicht alle und diese Mitglieder auch als vollzahlende bezeichnete. Auf von 4 Monaten. Das Urteil lautete auf 6 Wochen Gefänei 3. Arbeitslosen unterzubringen. Die Zahl der Arbeitslosen tönne der Generalversammlung 1900 rückte der Gewerkvereins Vorstand man jezt reichlich auf etwa 35 000 schäzen! Redner spricht mit der Angabe heraus, daß die Zahl der Mitglieder, weil die Zahl Bouillon und Mostrich. Eine freundliche Scene aus einem die Erwartung aus, daß die städtischen Verwaltungen der Eingetretenen fortlaufend weitergeschrieben, die der Aus- Nachtlokal wurde gestern der II. Ferien- Straffammer des Land- helfend eingreifen, damit nicht ganze Scharen von Arbeitslosen allgetretenen aber nicht abgeschrieben wurde, um etwa 9000 zu gerichts I bei der Verhandlung einer Anklage gegen den Kellner mählich dem Hunger und Elend anheimfallen. Verschaffung von hoch angegeben sei. Das Merkwürdige an dieser Sache Hermann Arland vorgeführt. Gegen diesen lag ein ganzer Arbeitsgelegenheit und Beseitigung der Wohnungsnot ſeien als nächſtist aber, daß die Geschäftsleitung des christlichen Gewerkt Rattenkönig von Beschuldigungen vor: Sachbeschädigung, Miß- wichtige Aufgaben zu betrachten. Sache der Arbeiter sei es, dahin vereins" bis 1900 stets für die angegebene Gesamtzahl handlung, Bedrohung, Nötigung und Hausfriedensbruch. In der zu streben, daß die heutige Produktionsweise als eigentliche Ursache der Mitglieder die Beiträge als eingenommen verrechnet hatte. Krautstraße befindet sich ein Lokal, welches seine Pforten erst nachts der Strifen und Arbeitslosigkeit beseitigt werde. Der Redner empfiehlt Es sind demnach etiva 10 000 Mart mehr in der Staffe 11 1hr öffnet; Bier und Schnaps giebt es dort nicht, den Gästen am Schluß seiner Ausführungen unter anhaltendem Beifall gewesen, als nach der Zahl der wirklich vorhandenen Mit- wird Bouillon und Kakao verabfolgt. In der Nacht zum 18. August nachstehende Resolution: Die Versammlung arbeits: glieder hätten eingenommen werden können. Auf die Frage der vorigen Jahres kam der Angeklagte in dieses Lokal und führte fich loser Metallarbeiter erklärt die heutigen wirtschaftlichen und Deutschen Bergarbeiter- Zeitung", wo dies Geld hergekommen sei, in liebenswürdigster Weise damit ein, daß er die auf einem Tisch politischen Verhältnisse für unhaltbar. Sie protestiert gegen die bleibt Brust die Antwort schuldig. stehenden Borzellan- Untertaffen zur Erde warf. Als ihn der Wirt darob Unthätigkeit der Berliner Kommunalverwaltung, die es geschehen Aus dieser erbaulichen Geschichte geht flar hervor, daß die zur Rede stellte, versetzte er ihm einen Faustschlag ins Gesicht, läßt, daß die arbeitende Bevölkerung von den Hausbesizern in 10 000 Mart nicht als Beiträge von Mitgliedern eingegangen sein der Wirt erhielt aber Succurs durch die Büffettmamsell, welche den geradezu wucherischer Weise ausgebeutet wird. Die Versammlung können, sondern daß fie von andrer Seite herrühren müssen, trotzdem Ruhestörer dadurch abzuschrecken versuchte, daß sie kochende Bouillon verurteilt aufs schärfste die Gleichgültigkeit, mit der dieselbe Veraber als Mitgliederbeiträge gebucht sind, denn andernfalls müßte gegen ihn aussprigte. Der Angeklagte eröffnete nun ein regelrechtes waltung der übergroßen Arbeitslosigkeit, der erschreckenden Fülle des ja die Geschäftsleitung schon längst dahinter gekommen sein, daß sie Bombardement und schleuderte Messer, Gabeln und Mostrichbüchsen Elends, das sich in Berlin angehäuft hat, gegenübersteht und fordert 9000 Mitglieder zu viel in den Listen führt. Der fromme Herr Bruft nach der Mamfell, die schließlich mit Mostrich arg beschmutzt wurde. vom Magistrat und der Stadtverordneten- Versammlung, daß sofort wird doch nicht etwa so unchriftlich gewesen sein, daß er, um mit Sie flüchtete nach einer andern Stube, der Angeklagte verfolgte fie, geeignete Maßregeln getroffen werden, um der durch Arbeitsgroßen Mitgliederzahlen prunten zu können, einen planmäßig an und als der Wirt ihm hindernd in den Weg trat, schlug ihn der lofigkeit erzeugten Not abzuhelfen, wozu die reichen Mittel der gelegten Humbug aufgeführt hat? Angeklagte nochmals ins Gesicht, ergriff gleichzeitig einen Stuhl und Stadt unverzüglich zur Verfügung gestellt werden sollen, und zwar schlug diesen aus Wut auf einem Tisch entzwei. Endlich wurde er so, daß die Arbeiter den Verlust der bürgerlichen Rechte nicht zu beaus dem Lokal hinausbugsiert, trat aber im Vorbeigehen noch fürchten haben. Auch erwartet die Versammlung von der Stadteine am Ausgange befindliche Glasscheibe mit dem Fuße verwaltung den Bau gesunder und billiger Arbeiterwohnungen sowie dürfnis abzuhelfen. Ferner wird verlangt, daß bei allen städtischen Er hatte Volksschulen, um dem gegenwärtigen Mangel entsprechend dem Be Arbeiten der Achtstundentag eingeführt und die von der Organisation geforderten Löhne gezahlt werden, bei strenger Durchführung Der gesundheitlichen Vorschriften. Dieselben Forderungen sind auch bei Submissionen als Bedingung zu stellen; auch werden Magistrat und Stadtverordnete ersucht, diesen Wünschen baldigst Rechnung zu tragen. " Ausland. " # Von einem Redner wurde noch In der französischen Gewerkschaftsbewegung tritt seit langem eine bedauerliche Erscheinung zu Tage; den Gewerkschaften, Nach einer Weile fehrte er zuriid. die an die Arbeiterparteien angeschlossen sind, die roten" ge- gehört, daß der Wirt sehr böse sei und Strafanzeige erstatten nannt, treten die gelben" Gewerkschaften gegenüber. Allentwolle, wenn man ihm seinen Schaden nicht ersetzen würde. Mit halben werden solche Gewerkschaften gegründet; die Unternehmer dem Ausdruck souveräner Verachtung warf er einen Hundertmark unterstüßen sie peluniär pekuniär und auch die Kirche sucht sie schein auf den Tisch und ersuchte den Wirt, fich schadlos zu halten. zu fördern. Günstig für die Entwicklung diefer gelben Diefer erklärte aber, daß er den angerichteten Schaden erst berechnen Shudikate, die bei Ausbruch von Streits regelmäßig Streif- müsse, und forderte den ihm bekannten Angeklagten viederholt auf. brecherdienste leisten, wirkt die gersplitterung der französischen sich zu entfernen. Er that dies auch, drohte aber den Wirt totGewerkschaftsbewegung. Auch in Montceau wurde kurz nach Aus- zuschlagen und das ganze Lokal zu demolieren. Nachdem einige bruch des großen Bergarbeiterstreits eine solche Streitbrecher- Wochen ins Land gegangen waren und der Angeklagte ruhig weiter in Arbeiter schildert zunächst seine trüben Erfahrungen im städtischen Die hierauf folgende Besprechung war eine äußerst rege. Ein Organisation gegründet und von den Unternehmern sichtlich unter dem Lokal verkehrt hatte, schickte ihm der Wirt eine Kostenrechnung zu, der Asyl für Obdachlose, wo man u. a. von ihm verlangte, daß er einen stützt. Während der sechs Monate, die der Streik dauerte, haben die Angeklagte war aber nicht zu finden( er verbüßte eine Strafe in Wohnungs- Kontrakt bringen solle, andernfalls er wieder heraus Mitglieder dieser Organisation für sehr hohen Lohn weiter ge- Tegel) und nun erstattete der Wirt Strafanzeige. Inzwischen ist der müsse! Einer Frau wurde gesagt: Und wenn Sie vom lieben arbeitet. Nicht allein, daß sie dadurch die Direktion in die Lage Schaden ersetzt und der Wirt zeigte gestern eine ganz verföhnliche Herrgott kommen, wir nehmen Sie nicht auf! Der Redner selbst versetzten, den Streifenden zu trozen, kam es auch zu bedauerlichen Stimmung gegen den Angeklagten. Der Staatsanwalt beantragte wurde als Bummler" bezeichnet. Auf eine entsprechende Anfrage Vorfällen zwischen diesen und den Streitbrechern. Die letteren unter diesen Umständen 4 Monate Gefängnis. wurden von den Direktoren mit Revolvern bewaffnet, angeblich um Dr. Werthauer machte als mildernden Umstand geltend, daß bei Genosse Augustin, der aber erklärte, nicht im Auftrage der Rechtsanwalt des Vorfizenden Prätorius, meldete sich nur Stadtverordneter sich gegen den Terrorismus der Streitenden zu schützen; sie traten solchen Vorfällen Nachts um die zwölfte Stunde" der Alkohol Frattion anwesend zu sein. Die Vorgänge im Obdachlosen- Asyl, wie im höchsten Grade provokatorisch auf. Währenddem die Streifenden immer seine Rolle spiele und daß in derartigen Lokalen Europas auch die sonstigen Wünsche, werde er an geeigneter Stelle zur Sprache organisiert und discipliniert sich während der ganzen Dauer übertünchte Höflichkeit nicht gerade ihre Heimstätte habe. Der bringen. Erwünscht wären spätere Arbeitslosen- Versammlungen aller des Streits eines ruhigen gefeßmäßigen Verhaltens befleißigten, Gerichtshof erkannte auf 6 Wochen Gefängnis. fam von seiten der Gelben der Revolver vielfach in Anwendung. Berufe, um den herrschenden Klassen die Folgen der heutigen Als ein wichtiges Der Haß zwischen beiden hat sich nach dem Streit, namentlich durch Ob die Post- Einlieferungsbücher, welche von Geschäftsleuten Produktionsweise zu Gemüt zu führen. die Wahl des Bürgermeisters Bouveri zum Deputierten, nur noch geführt zu werden pflegen, den Charakter öffentlicher Urkunden Stampfmittel müsse immer die Organisation betrachtet werden, erweitert, da die Gelben auf Betreiben und im Interesse der haben, ist eine Frage, welche die dritte Ferien Straffammer bejaht aber eine neutrale", denn solche giebt es einfach nicht! Wenn Direktion den reaktionären Kandidaten unterstüßten. Dieser Haß von hatte. Der vor dieser Straffammer stehende Kaufmann Baul alle in diesem Sinne wirken, dann hört nicht nur die grauenvolle Arbeitern gegen Arbeiter hat nun dieser Tage wiederum ein Opfer Sitteler war in einem hiesigen Geschäft angestellt. Zu seinen Arbeitslosigkeit auf, es fommt auch früher oder später die Zeit, in gefordert. Tissier, ein ehemaliger Schuhmacher, der mit Ausbruch Obliegenheiten gehörte es auch, Gelder, die auf Bostamweisungen der die heutige Produktionsweise unterliegt!( Rauschender Beifall.) Ein seit langer Zeit stellungsloser Ingenieur schildert die des Streits in die Dienste der Bergwerksbesizer trat, eine echte zu versenden waren, in das Post- Einlieferungsbuch einzutragen, sie Kreatur der Direktion, erschoß nach einem belanglofen auf der Bost abzuliefern und den Vermerk im Post- Einlieferungsbuch traurige Lage der Maschinen- Industrie besonders im Auslande. Wortwechsel einen jungen Bergmann. Es ist das das dritte durch den betreffenden Postbeamten quittieren zu lassen. Er hat in Auch im anständigen Rock steckt oft ein größeres Elend, das Attentat, das von seiten der Gelben nach dem Ende des Streits neun Fällen Geldbeträge in Höhe von 760 m. nicht abgesandt, das Geld furchtbarer nagt, als beim einfachen Arbeiter, ruft Redner aus und ausgeführt wurde. Diese gelben Syndikate, die von den Unter- für sich verbraucht und in dem Post- Einlieferungsbuch den Quittungs- fügt hinzu, daß alle Arbeiter ihr trauriges 200s erkennen, und für nehmern oft selbst gegründet und gehätschelt werden, sind nichts vermerk des Annahmebeamten mit einem beliebig fingierten Namen aus- bessere Zustände sorgen mögen! andres als eine freiwillige Unternehmer- Schutztruppe und werden gefüllt. Er war im allgemeinen geständig und gab auch zu, daß er beantragt: die Postverwaltung zu ersuchen, Arbeiten für Telephon von den Gewerkschaften nicht mit Unrecht die französischen Pinkertons in einem Falle feinen Arbeitgeber betrogen habe. Ihm hatte es spinde, Mikrophone, Telephone 2c. zu vergeben, um dadurch Arbeitsgenannt. obgelegen, die eingesandten Rechnungen zu prüfen und nach gelegenheit zu verschaffen. Dieser Antrag gelangte ebenso wie obige Der Streit der 800 Maurer in Engano ist nach Zeitungs- gefchehener Prüfung dem Chef zur Zahlungsanweisung vorzulegen. Resolution einstimmig zur Annahme. meldungen dadurch beendigt worden, daß die Unternehmer einen Er hat eine Rechnung über 44 M. durch Aenderung einzelner Posten Minimallohn von 34 Cts. pro Stunde zugestanden und den Lohn in in 144 M. umgewandelt und sich auf diese Weise 100 m. verſchafft. Die Strafkammer war der Ansicht, daß bei der Fälschung Tehke Machrichten und Depeschen. Schweizergeld auszahlen wollen. derartiger Posteinlieferungsbücher es sich um die Fälschung öffent licher Urkunden handele. Die Straffammer erklärte sich deshalb Nizza, 3. September.( B. H.) In Mentone wurde ein für unzuständig und verwies die Sache an das Schwurgericht. Italiener verhaftet, welcher durch Lieferung von erEine Centralisation der Krankenkaffen haben die fünf Orts,, Na Juden, war't Ihr dafnen?"( beten.) Mit diesen fundenen Beweisen von einem angeblich gegen den zaren und Fabrit- Krantentassen in 8 eig beschlossen. Die Einrichtung tritt Worten wurden zwei Männer empfangen, die in der Nacht zum während seines Aufenthalts in Frankreich geplanten Attentat mit dem 1. Januar 1902 in Kraft. 25. September- der jüdischen„ langen Nacht"- das Alexander- Geld herausschwindeln wollte. Kommunalsocialismus in Glasgow. In Glasgow hat der Café betraten. Die Frage fam von einem älteren Herrn, der mit Frankfurt a. M., 3. Sept.( B. H.) Die Frankfurter Zeitung" Kommunalsocialismus ganz besondere Fortschritte gemacht; Tramway, einem andren dicht am Eingang des Lokals an einem Tische saß. Wasser, Gas, selbst die Docks sind von der Stadt in eigne Regie Einer der beiden Eintretenden, der zwar dunkles Haar hat, aber meldet aus Zweibrücken: Die heute hier tagende Streis übernommen. Jetzt hat die Stadt auch ein eignes Telephonnetz nicht jüdischen Glaubens ist, trat an den Tisch und verbat sich eine Lehrerversammlung verlangte die finanzielle und angelegt, trotzdem ein solches schon besteht, welches sich in den derartige Anultung. Als er mit seinem Begleiter alsdann an einem sociale Besserung des Lehrerstandes zur Verminde Händen einer Privatgesellschaft befindet. Dieselbe dürfte aber bald Tische Blaz nehmen wollte, folgten ihm spöttische Redensarten, die rung des herrschenden Lehrermangels, ferner die obligatorische ihren Betrieb einstellen, denn es haben sich beim städtischen Amt in mauschelndem Ton fortgesetzt wurden, bis von der andren Seite Einführung des achten Schuljahres und anschließenden bereits 20 000 Abonnenten angemeldet; der jährliche Abonnements- nochmals eine ernstliche Verwarnung dagegen erfolgte. Der Angeulfte& weijährigen Fortbildungsschul- Unterricht. preis stellt sich äußerst niedrig, er soll etwa 30 m. pro Jahr be- trat nochmals an den Tisch, berührte den älteren Mann etwas Staatsregierung war zum erstenmal offiziell nicht vertreten. fräftig und verbat sich wiederholt, ihn zur Zielscheibe unpassender Frankfurt a. M., 3. September.( B. S.) Die Frankfurter tragen. Nachtarbeit der Bäcker. In Imola( Italien) ist durch Ueber. Scherze zu machen. In demselben Augenblid jauste ein Spazierstod Beitung" meldet aus Straßburg: In dem in Metz garnisonierenden auf seinen Kopf hernieder und verwundete ihn dermaßen, daß er 174. Infanterie- Regiment ist die Ruhr ausgebrochen. einkunft zwischen Meister und Gesellen für die Bäcker die Nachtarbeit über und über mit Blut besudelt war und die Unfallstation auf- Lothr. 8tg." zufolge fehlten bei einem einzigen Bataillon dieſes abgeschafft. fuchen mußte. Der Schläger stand gestern in der Person des schon Regiments an einem Tage nicht weniger als 110 an Dysenterie Die Arbeitsverhältnisse der schottischen Landarbeiter. bejahrten Kaufmanns Julius Mietschte vor dem Schöffen- erkrankte Soldaten. Wie über die Verhältnisse der gewerblichen Arbeiter, so fordert das gericht, um sich wegen gefährlicher Körperverlegung zu verantworten. 3. Teplit, 8. September.( B. H.) aus dem Erzgebirge wird englische Arbeitsamt auch Berichte über die Arbeitsbedingungen der Sein als Zeuge auftretender Begleiter behauptete, daß er die beiden Schneefall gemeldet; die Temperatur war nachts auf 2 Grad unter Landarbeiter ein. Die legte Nummer der„ Labour Gazette" enthält ins Café eintretenden Männer mit Bekannten verwechselt und ihnen Null gesunken. einen Bericht über Lohn- und Arbeitsbedingungen der schottischen scherzhaft zugerufen habe:„ Na, heute am großen Jontiff im Loudon, 3. September.( W. T. B.) Das Amtsblatt veröffent Landarbeiter. Danach erhielten die Pflüger 15-20 M. pro Woche. Café?" Er gestand zu, etwas vorlaut gewesen zu sein, licht die Einsetzung einer vom König ernannten Kommission zur Die Kommission besteht Die unverheirateten Leute sind in Kost und Wohnung beim machte aber zu seiner Entschuldigung geltend, daß er während des Beratung der Tuberkulose. Gutsherrn; die Verheirateten erhalten noch besondere Ver: Tages- 30 Glas Bier genossen habe. Der Angeklagte behauptete, aus 5 Professoren, den Vorsitz führt Sir Michael Foster. Die Aufgünstigungen, indem sie freie Wohnung und etwas Gartenland, daß er sich in einer Art Notwehr befunden habe, da der Verlegte gabe der Kommission ist, zu untersuchen, ob die Tuberkulose bei meist auch ein Stück Kartoffelfeld zugewiefen erhalten. Auch den Arm zum Schlage gegen ihn erhoben und er mit dem Stock Menschen und Tieren gleichartig und ob sie von den einen auf die bekommen sie vielfach Getreide, Kohlen usw. überwiesen. Frauen nur den Arm habe treffen wollen. Der Gerichtshof hielt hierüber andren übertragbar ist. erhalten 9-11 m. die Woche, Extrabezahlung während der Ernte- noch eine weitere Beweisaufnahme für notwendig. Dem Angeklagten Christiania, 3. September.( W. T. B.) Die Norwegische zeit und außerdem beziehen sie noch irgend welche Naturalien, in fann der„ Scherz" etwas teuer zu stehen kommen, denn der als Neben- Bant hat heute den Distont von 51/2 auf 5 Proz. herab= ber Regel Kartoffeln. Pferdeknechte, die sich für 1/2 Jahr verdingen, tläger auftretende Verletzte verlangt außer der Bestrafung des An- gefest. erhalten für diese Zeit 320-400 m., andre Knechte 220-320 2. geflagten auch noch eine Buße von 210 m. Sofia, 8. September.( W. T. B.) Die Sobranje begann die Von den Verheirateten gilt dasselbe, was eben gesagt, sie erhalten Beratung über die Minifteranklagen. Von den Beschuldigten in der Regel freie Wohnung, Kartoffeln usw. Die Unverheirateten Wegen Ueberschreitung des Züchtigungsrechtes hatte sich ist feiner anwesend. Karawelow verlangt, daß die Beratung mit erhalten freie Wohnung und Effen; Frauen und junge Leute werden gestern der Bäckermeister Willy Bergmann aus Schöneberg Ernst geführt werde. Mehrere Deputierte beantragen, daß das ganze mit 120-240 7. bezahlt. In Fällen, wo freie Wohnung nicht ge- vor der zweiten Ferien- Straffaminer am Landgericht II zu ver- Stabinett einschließlich Baprifow in den Anklagezustand versetzt werde. geben werden kann, wird der Lohn um 60-100 m. erhöht. Neben ihm stand sein Werkführer Paul Reinte Bettow, Anhänger Stambulows, bekämpft den Antrag. Die AbWas würden unsre Agrarier zu solchen Löhnen sagen? unter der Beschuldigung der Mißhandlung. Der Meister hatte sich stimmung wird für morgen erwartet. Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. Sociales. autworten. Attentatserfinder verhaftet. Die Der Nr. 206. 18. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 4. September 1901. Budgetbewilligung. Am 26. April d. J. schrieb der Vorwärts": nehmen möge. " eine Fraktion, die dem Etat zustimmt, dennoch den heutigen Staat gegen unsre Veröffentlichung vom Sonntag wendende Darstellung durchaus socialistisch bekämpft. Es ist ebenso denkbar, daß eine verbreiten, die ein Muster der Berichtigungskunst genannt zu werden Fraktion, die den Etat ablehnt, in ihrer Kritik der einzelnen verdient. Familien ohne Verpflegung sollen sich an dem genannten Materien unprincipiell vorgeht. Im allEine Parteidisfuffion hat sich an die Bewilligung gesetzgeberischen des Etats durch unsre Parteigenoffen in der Badischen gemeinen aber wird die Zustimmung zum Gesamtetat mur Tage weder im Familienobdach noch im nächtlichen Obdach befunden Kammer angeknüpft. Unser Partei- Organ in Mannheim äußert herauswachsen aus einer gemütvoll harmlosen Auffassung haben; Kinder sollen im nächtlichen Obdach nicht vorhanden gewesen den Wunsch, daß auch der Vorwärts" zu der Frage Stellung der politischen Lage und sie bedeutet abgesehen von hier sein. Da ist am Ende alles, was wir darüber mitgeteilt haben, außer Betracht bleibenden Ausnahmefällen, in denen es sich, wie in aus der Luft gegriffen? dem bekannten Hessischen Fall, um die Wahl zwischen dem Um Mißverständnisse zu verhüten und Winkelzüge unmöglich zu größeren und dem geringeren Uebel handelt machen, wollen wir uns also etwas umständlicher ausdrücken. Wir unter den heutigen Umständen eine und gebung des Ver- behaupten: Im städtischen Obdach haben sich am 1. September trauens für die gegenwärtige Regierung. und an den vorhergehenden wie an den folgenden Tagen Und so läuft denn auch die positive Begründung, die Genoffe& Familien befunden, die nicht nach den für die Familiender Etatszustimmung zu geben versucht, thatsächlich auf eine erstaunlich liebenswürdige Beurteilung der politischen Verhältnisse in abteilung gültigen Grundsätzen, sondern in der Hauptsache nach den für nächtlich Obdachlose gültigen behandelt Baden hinaus. Sie wurden am Abend aufgenommen und ant genau wie die nächtlich andre Beköstigung Unfres Erachtens besteht eine Frage für die Partei hier überhaupt nicht. Der Parteitag in Frankfurt a. M. im Jahre 1894 hat ausführlich über die Stellung der Socialdemokratie zu den Etats der deutschen Einzelstaaten diskutiert und die Unmöglichkeit unsrer Zustimmung zu diesen Etats als die Meinung der weit überwiegenden Mehrheit der Partei festgestellt. Seit 1894 ist unsres Erachtens nichts geschehen, was eine veränderte Stellung unsrer Partei bedingen könnte." Gegen diese Erklärung wendet sich jetzt Genosse Fendrich, Landtagsabgeordneter in Baden, in der von ihm herausgegebenen Schrift: Die Socialdemokratie im Badischen Landtag" sowie in einem Artikel der Socialistischen Monatshefte". Genosse Fendrich will zweierlei beweisen. Erstens: in Frankfurt sei nichts festgestellt über das Verhalten der Partei zum Budget der Einzelstaaten, zweitens: das Verhalten der badischen Landtagsabgeordneten sei berechtigt und heilsam für die Partei. Genosse F. betont, daß die Zeiten des Ausnahmegefeßes vorüber wurden. seien, daß in Süd- Deutschland von einer besonders scharfen Hand- andern Morgen wieder entlassen habung der Justiz gegen Socialdemokraten kaum noch die Rede sei, Obdachlosen. Sie erhielten teine daß nicht verkennbare Fortschritte gemacht seien, daß die socialdemo- als den üblichen Morgen und Abendimbiß fratischen Fraktionen der Landtage in jeder Beziehung als gleichberechtigt( Mehlsuppe und trockenes Brot)- genau wie die nächtlich Obdachmit den andern anerkannt werden. Derartige Ausführungen zeigen in Iosent. Sie durften nicht den Tag über in der Anstalt bleiben, erschreckender Deutlichkeit, daß für Genossen F. die Zustimmung zum sondern mußten sich auf der Straße umberbrüdenGesamtetat gerade das bedeutet, was der Frankfurter Wir beharren auch nach Genosse Fendrichs Darlegungen auf der Parteitag, auch die süddeutschen Genossen eingeschlossen, also genau wie die nächtlich Obdachlosen. Diese Behandlung haben nicht nur Frauen, sondern auch Kinder und selbst Säuglinge von uns in obiger Notiz ausgesprochenen Ueberzeugung. Ja, wenn einmütig zurückwies, nämlich eine Kundgebung des Vertrauens. es noch einer Bestätigung dieser Ueberzeugung bedurft hätte, so Dieselbe Vertrauensbekundung liegt auch in Fendrichs Begründung über sich ergehen lassen müssen. Noch am Dienstag früh, bei einer wäre sie durch den Versuch Fendrichs erzielt worden, uns zu einer der Etatszustimmung durch den Hinweis auf einen angeblich wesent- Temperatur von nur 71/2 Grad Celsius, haben Frauen mit Sängandren zu überreden. lichen Unterschied zwischen dem Budget der Einzelstaaten und dem lingen das Obdach verlassen müssen. Nur in einem Punkt werden Zunächst die parteigeschichtliche Frage. Reichsbudget. Gegen das Reichsbudget will auch Genosse diese Familien anders behandelt als die nächtlich Obdachlosen. Genosse Fendrich sagt, nachdem er den Verlauf der Debatten stimmen, denn die Reichstagsfraktion lehne 4/5 der Gesamt- Sie dürfen nicht bei den Insassen des Familienobdachs nächtigen, und Abstimmungen über die vorliegende Frage auf dem Parteitag Ginzelabstimmungen ab. Umgekehrt aber würden in den Landtagen aber man steckt sie auch nicht ohne weiteres zu den alleinstehenden nämlich für Militarismus, schon bei den in Frankfurt dargestellt hat: " Aus diesem Abstimmungsresultat geht hervor, daß nichts von unfren Fratiionen mindestens 4/5 der Gesamtausgaben bei den Personen des nächtlichen Obdachs. Man giebt ihnen einen be irriger wäre als die Annahme, die durch die sonderbare Erklärung Einzelabstimmungen angenommen und so können sie schon aus rein sonderen Raum, in dem sie gemeinschaftlich nächtigen. des Vorwärts" bei einer großen Zahl von Parteigenossen hervor rechnerischen Gründen" nicht bei der Schlußabstimmung ablehnen. gerufen wurde, daß nämlich die Frage der Budgetbewilligung auf Die Unzulänglichkeit dieser äußerlichen Aufrechnung der Einzeldem Frankfurter Parteitag entschieden worden sei. In Wirk- abstimmungen ergiebt sich schon daraus, daß dann ebenso gut eine lichkeit wurde nichts entschieden, und die Frage Aufrechnung der Kritik unternommen werden kann, die bei den einbesteht als solche heute noch genau ebenso wie zelnen Positionen durch unsre Abgeordneten geübt wurde. Wenn unfre Abgeordneten bei jedem einzelnen Etatsposten schärfste Ausstellungen machen mußten, wenn es ihnen nicht gelingt, auch nur bei einigen Posten die ihnen durch das Parteiprogramm vorgezeichneten Forde rungen an den Gegenwartsstaat durchzusetzen wie tönnen sie dann bei der Gesamtabstimmung durch Zustimmung all ihre bisherige Kritik verleugnen? vor 1894". Die reichliche und gründliche Diskussion, die damals an die Etatszustimmung unsrer Genossen im bayrischen Landtag anknüpfte, war also für die Partei reinweg verloren. Sie ergab feine Klärung, teinen Erfolg. Alles war nachher ebenso ungeklärt und strittig wie zuvor! Doch das Feudrichsche Rechenegempel stimmt überhaupt nicht genau. Nicht 4/5 der Reichsausgaben betreffen militärische Aufwendungen, sondern nur" etwa 2/3; vielleicht wird diese Erkennung den Genossen Fendrich ein wenig geneigter machen, auch dem Reichsetat zuzustimmen. Denn auch er enthält stattliche Biffern für „ Kultur"-Ausgaben. ein Von diesem besonderen Raum scheint die Obdachs veripaltung die Verechtigung herzuleiten, zu behaupten, daß der Vorwärts" sie arg verleumdet hat. Sie hat anscheinend so gefolgert: Gehört dieser Raum zur Familienabteilung? Natürlich nicht; denn seine Insassen werden ja nicht wie die Familienobdachs behandelt. Gehört er demnach zum des Familienobdachs nächtlichen Obdach? Ebenfalls nicht; denn es sind ja Familien darin untergebracht. Mithin ist erstens bewiesen, daß Kinder im nächtlichen Obdach nicht vorhanden waren, sondern höchstens in diesem be sonderen Raume. Es ist aber ferner bewiesen, daß sich Familien ohne Verpflegung weder im nächtlichen, noch im Familien Obdach befunden haben, sondern wieder nur in dem besonderen Raum. Im übrigen( so scheint die Obdachverwaltung weiter gefolgert zu haben), was heißt denn, ohne Verpflegung"? Ist ein Napf Suppe und eine Schnitte trockenen Brotes vielleicht keine Verpflegung? Es ist allerdings keine Tagesverpflegung, wie sie sonst im Familien Obdach üblich ist, aber dafür seid Ihr eben nicht im Familien- Obdach untergebracht. M Das ist unfres Erachtens eine unberechtigt pessimistische Auffaffung der Frankfurter Debatten und Abstimmungen. Genosse F. beruft sich darauf, daß ein bindender Beschluß in Frankfurt nicht erfolgt sei. Es ist bekannt, daß eine eigenartige Komplikation der Abstimmungen dahin führte, daß keine der eingebrachten Refolutionen Annahme fand, sondern Bufagantrag, der für sich allein in der Luft schwebt. Genosse Fendrich teilt weiter mit, er und sein Kollege im Es lag die sogenannte füddeutsche Resolution vor, welche die Ge- badischen Landtage haben in den Einzelabstimmungen 484 Millionen famtabstimmung über die Finanzgesetze der Einzelstaaten als eine bewilligt und 18 Millionen abgelehnt; die bewilligten 484 Millionen reine 3wed mäßigkeitsfrage" auffaßte. Es lag ferner eine waren bestimmt für Eisenbahnen, Landwirtschaft, Verwaltungszwecke, Aus der ganzen Berichtigung spricht tein gutes Ge Resolution Bebel vor, welche nach vorausgeschickter Begründung die Justiz ze., die nicht bewilligten für Apanagen, Kultus und Polizei. wissen. Warum wird denn nicht klipp und klar gesagt, wie die Ablehnung des Budgets forderte, da die Bewilligung des Wir bekennen unsren Zweifel, ob nicht unsre badischen Genossen Dinge thatsächlich liegen? Warum schweigt der BerichtigungsGesamtbutgets als Vertrauensvotum gilt". Endlich schon bei diesen Einzelabstimmungen vielfach anders hätten stimmen lag zur Resolution Bebel ein Amendement Stadthagen vor, das an Stelle sollen. Wir sind geneigt zu fragen: Wenn man für die Justiz tünstler zu unserer Behauptung, daß Frauen mit Säuglingen des" da" ein so weit" zu setzen vorschlug. In der Abstimmung verwaltung stimmt, warum nicht auch für Polizei? Wenn den Tag über auf der Straße bleiben müssen, obwohl im wurde die füddeutsche Resolution mit 142 gegen 93 Stimmen abgelehnt, ben Großherzog durch Ablehnung seiner Civilliste tränken? fich doch, was das in der jegigen Jahreszeit be. anerkennenswert fortschreitet, warum Familienobdach reichlich Platz vorhanden ist? Man vergegenwärtige das Amendement Stadthagen mit 131 gegen 103 Stimmen an genommen, die durch das Amendement Stadthagen erweiterte Reso- Eisenbahnwesen, in der badischen Landwirtschaft, Verwaltung und gelegt werden muß? Wir fürchten aber vielmehr, daß auch im badischen deutet! Was soll die Mutter thun, wenn das Kind trocken lution Bebel mit 164 gegen 64 Stimmen abgelehnt. Was, wenn es nach Milch verlangt? Ein Beschluß ergab sich also nicht aus diesen Debatten und Justiz das Klassen- und Ausbeutungswesen des kapitalistischen Wo findet sie, sofern sie das Kind nicht selber stifft, unfre Notiz vom April 5. J. hat daher nicht von einem solchen ge- Staates nicht minder zum Ausdruck kommt als in den Militärsprochen. Aber gänzlich verfehlt wäre es, mit Fendrich zu schließen: ausgaben des Reiches, deren Aufwendung nicht zum mindesten den die Gelegenheit, Milch sachgemäß und sauber zuzubereiten? Wo es ist gar nichts bei der Sache herausgekommen, wir können in den Zweck verfolgt, eben die Erhaltung des Unrechts in all jenen andren vor allem soll sie sie wärmen? Oft fehlen auch die paar Pfennige, Einzellandtagen verfahren wie es uns beliebt, wir fönnen beruhigt Gebieten des öffentlichen Lebens zu sichern. Das Mittel zur Er- überhaupt Milch zu beschaffen. Einer dieser Mütter wurde von einer dem badischen Etat unsre Zustimmung geben. Genosse F. verwechselt haltung des Unrechts verweigert Fendrich, aber das Unrecht selbst Frau, der sie auf der Straße begegnete, eine Flasche Milch geschenkt. das Ergebnis der Frankfurter Debatte, bas er wünscht, mit dem sanktioniert er durch seine Zustimmung. Gewärmt wurde die Milch von einem Arbeiter, der auf einem bc= wirklichen Ergebnis. nachbarten Lagerplatz beschäftigt war. Wo sollte es auch sonst ges schehen? Ins Obdach dürfen die Frauen ja am Tage nicht hinein. int Baden alles so = Endlich ist es eine recht dürftige Anschauung, die Politik des Das wirkliche Ergebnis der Frankfurter Abstimmungen war aber Einzelstaats von der Reichspolitik gänzlich zu sondern und zu sagen: dieses: Verworfen wurde die süddeutsche Resolution. Als verworfen Im Reich ist alles faul, im Reich muß alles abgelehnt werden; Nach der Versicherung der Obdachverwaltung ist das alles nicht ist auch die Resolution Bebel anzusehen; zwar fand über sie keine aber bei uns in Baden, da ist's schon viel besser als früher, da Abstimmung statt, aber daß sie keine Mehrheit hatte, ergiebt die zu werden wir Socialdemokraten schon als gleichberechtigt behandelt, wahr. Kinder, heißt es in der von ihr gegebenen Darstellung, werden stimmung von 38 Delegierten zum Amendement Stadthagen, die da werden Kulturaufgaben gefördert, folglich müssen wir uns dem Waisenhause zugeführt. Ja gewiß wenn die vorher gegen die süddeutsche Resolution gestimmt hatten." Anders der ,, revolutionären Ceremonie der Budgetverweigerung" Eltern ins Arbeitshaus gesteckt werden. Vorher aber, so lange die aber steht es um die erweiterte Resolution Bevel durch das hurtigst entledigen. Wirkte die Regierung in Baden wirklich Mütter noch in den Straßen umherirren, wandert gelegentlich ein Amendement Stadthagen. Diese Fassung wurde zwar auch ab- so, fulturell wie sie es nicht thut, so verbliebe noch das oder das andre Kind, nachdem es auf der Straße ertrautt gelehnt, aber nicht in dem Fendrich günstigen Sinne, sondern weil Sündenconto ihrer Mitwirkung im Reiche auf der politischen Rech- ist, ins Krankenhaus und stirbt bort. Die Obdachverwaltung die Gegner der ausnahmslosen Budgetverwerfung sich mit den mung. Dieselbe Regierung, der in ihrer badischen Politik An- wird wahrscheinlich auch das wegbeweisen wollen. Freunden der süddeutschen Resolution zu ihrer Ablehnung vereinten. erkennung gespendet wird, ist mitverantwortlich und mitschuldig für Es wäre keine gerade Politik, wenn man sich an den äußeren alle Vorgänge im Reiche, sie ist eine Regierung des Militarismus, Schein dieser Abstimmungen halten wollte. Der wahre Sinn des Marinismus, der Chinagränel, eine Regierung der ZuchthausDie Stadtverordneten Versammlung wird sich in ihrer derfelben ist unzweifelhaft. Die große Mehrheit des Frankfurter vorlagen und des Zollwuchers. Es ist eine gar naive Art, die Herren Sizung am Donnerstagnachmittag 5 Uhr u. a. mit folgender TagesParteitags vertvarf die Zustimmung zu den einzelstaatlichen Budgets. von der badischen Regierung in zweierlei Gestalt aufmarschieren zu ordnung zu befassen haben: die Frequenz in den GemeindeEin Teil dieser Mehrheit wollte zugleich, außer Feststellung dieser lassen, deren eine in Karlsruhe die vom Genossen Fendrich belobte schulen am 1. Mai d. J., die Bewilligung eines Patronats=* Regel, Fürsorge für etwaige Ausnahmefälle treffen ohne die bay- Milde der Justiz handhabt, deren andre in Berlin Umsturz- und beitrages zu den Kosten für bauliche Einrichtungen in der Andreasrische Zustimmung als solchen Ausnahmefall anzuerkennen, oder Buchthausgefege betreibt. die Bestätigung der Wahl des bisherigen Stadtrats stimmte nur deshalb für das Amendement Stadthagen, um die Aus- Within erscheint uns der Verfuch des Genossen Fendrich, die Zu- Dr. Hirseforn zum Stadtsyndikus, die Bewilligung von Ehreneinandersetzungen mit den bayrischen Genossen zu einem friedlichen ſtimmung zum Gesamtbudget unter Verhältnissen, wie sie in Baden preisen für die Provinzial Obstausstellung Potsdam 1901, die Ausgleich zu führen. Und absolut klar gestellt ist die Berliegen, zu begründen, als total gescheitert. Vielmehr hat sein Versuch Grundsäge für die Berücksichtigung fremder Dienstzeit bei der werfung der Auffassung der süddeutschen Refolunur erreicht, die Bedenklichkeit und Unrichtigkeit der von unsren Benfionierung und Relittenversorgung von befoldeten Magistrats. tion, aus ber heraus die badischen Genossen dem badischen Genossen eingeschlagenen Taktik heller denn je zu be- mitgliedern, den Geschäftsbetrieb der städtischen Sparkasse Etat zugestimmt haben. leuchten. Einen weiteren Beweis für die Richtigkeit unserer Auf- Die Verwerfung des Gesamtbudgets bleibt der flare, weithin in den Vierteljahren Januar/ März und April/ Juni 1901, Bu wendungen, welche in der Zeit vom 1. April 1900 bis faffung und die Unrichtigkeit der Fendrich'schen giebt vernehmbare, den Wassen verständliche Ausdruck der grundsäglich 31. März 1901 der Stadtgemeinde vermacht sind, Aenderung zudent die Thatsache, daß unsere Genossen im bayrischen gegnerischen Stellung, welche die Socialdemokratie gegenüber dem des Regulativs für die Gemeinde- rantenversiche Landtage, obschon es für sie ein nicht geringes Opfer bedeutete, Staat des Kapitalismus inne hat. loyal den Willensausdruck der Parteitagsmehrheit nachkamen und hinfort gegen das bayrische Finanzgefeß stimmten. Berliner Partei- Angelegenheiten. firche, V rung in der Stadt Berlin vom 22. Februar 1893, die Wahl des II. Bürgermeisters, die Gemeinde- Einkommensteuer- Ordnung der Stadt Berlin und Abstands Wir gelangen zum sa chlichen Teil der Frage. nahme von der Erhebung der Gemeinde Einkommen Es gelüftet uns nicht, die Polemik des Genossen Fendrich zu tommission vom letzten Freitag hin, wonach die„ Liedertafel des auf weiteres, Wir erhalten folgende Zuschrift: Auf die Notiz der Lokal steuer nach dem Steuerfage von 4 M. vom 1. April 1902 ab bis behandeln, die sich gegen eine angebliche intransigente Richtung des die Umsatzsteuer der Stadt Berlin, die Alles oder Nichts!" in der socialdemokratischen Partei wendet; Tischlervereins" mit andren Gesangvereinen gemeinsam in Bildung eines Kuratoriums für die Stadtbibliothek und unferes Erachtens unterstellt hier Genosse F. Auffassungen, die in gesperrtem Lokal ein Vergnügen abhält, find wiederholt Anfragen an die städtischen Volksbibliotheken und Lesehallen und die Wahl feinem irgendwie wesentlichen Teil unsrer Partei bestehen. Darüber uns ergangen, in welchem Verhältnis die„ Liedertafel" zu unsrem von zehn Mitgliedern der Stadtverordneten Versammlung ist in der Partei nur eine Meinung: Reformen, und seien fie auch Berein steht, Der unterzeichnete Borstand erklärt hiermit, daß infolge hierzu, die fernere Verwendung der Erträge der Friedrich winzig, find uns willkommen und sollen von uns mit allem Kraft des unsolidarischen Verhaltens genannter Liedertafel" der organi- Wilhelm Stiftung und der Zinsen des dieser Stiftung aufwand errungen werden. Um dieses handelt es sich aber nicht in fierten Arbeiterschaft gegenüber schon seit Jahren jede Beziehung hinzugefügten Sapitals von 15 000 m., die Aufhebung eines der Budgetfrage. unsres Vereins mit der Liedertafel" aufgehoben ist. Der Vorstand Vertrages über die Kehricht- Abfuhr aus den Markthallen, Genosse verteidigt die Zustimmung zum Gesamtbudget zu- des Tischlervereins zu Berlin( E. H. Nr. 89). J. A.: Karl König, den Druck der Reiseberichte der städtischen Beamten und Lehrer über nächst mit der negativen Begründung: Durch die Ablehnung des Gitschinerstr. 53. den Besuch der Weltausstellung in Paris, die Abtretung Etats ist nichts erreicht worden. Er sagt: Potsdam. Donnerstag findet eine Versammlung des Wahl von Vorgartenland von dem Gasbehältergrundstück an der Augsa " Daß mit der von fleinen Parlamentsminderheiten stereotyp vereins statt, auf welche wir die Parteigenossen hiermit besonders burgerstraße an die Stadtgemeinde Charlottenburg, durch Jahre hindurch ausgeführten Etatverweigerung auch nur ein aufmerksam machen. Der Vorstand. speciellen Entwürfe für die beiden Wohnhäuser für Pfleger und einziger praktischer Schritt zur Beseitigung der Klassenherrschaft Grünan. Am Sonnabendabend 9 1hr findet be Gerte, Pflegerinnen auf dem Grundstücke des Krankenhauses Moabit, die gethan werde, wird im Ernst niemand behaupten wollen; auch Köpnickerstr. 88, die nächste Versammlung des socialdemokratischen Gewährung eines Mietserlasses für die beiden Mietswohnungen in nicht, daß es ein Mittel wäre, um in den Besitz der politifchen Wahlvereins statt. Die Mitglieder werden ersucht, pünktlich und der Volks- Vade- Anstalt in der Bärwaldstraße, die Erhöhung der Macht zu kommen, wie es in Programm als Notwendigkeit für zahlreich zu erscheinen. Gleichzeitig werden alle die Parteigenoffen, tarifinäßigen Gebühren bei der städtischen Feuersocietät, die Er die Arbeiterklasse bezeichnet wird." welche sich am Unterschriften- Sammeln beteiligen wollen, gebeten, stattung der für Herstellung von Gartenanlagen infolge Verlegung sich zur oben festgesetzten Zeit daselbst zu melden. der Stettiner Bahu entstandenen Kosten, die Einrichtung von Warteräumen für die Krankenbesucher in den städtischen Krankenhäusern, die erfolgte guerkennung eines Preises aus der städtischen Stiftung für Preisaufgaben für Studierende der hiesigen Universität,- den Einfluß der Krantenhaus Pflege auf das Wahlrecht, die gegen die Richtigkeit der Gemeindewählerliste erhobenen Eimvendungen, die Errichtung eines eisernen Ufergeländers längs der Friedrichsgracht zwischen Grün- und Betristraße, den Ankauf von Terrain zur Das ist ein gar wohlfeiler Scherz. Wie wertlos diefe Art der Polemit ist, kann Genosse F. erkennen, wenn wir ihm die Gegenfrage stellen: Wird durch die stereotyp durch Jahre hindurch ausgeführte 8ustimmung zum Etat nur ein einziger Schritt zur Beseitigung der Klassenherrschaft gethan"? Zustimmung oder Ablehnung des Gesamtetats find Handlungen, die nur im ZuLokales. Aus dem städtischen Obdach. fammenhang mit dem gesamten Verhalten der Ueber die Verpflegungsverhältnisse des städtischen Partei und ihrer parlamentarischen Vertretungen zu bestimmten Obdachs und die Besuchsziffern vom 1. September Folgen und Erfolgen führen können. Es ist nicht undenkbar, daß läßt die Verwaltung dieser Anstalt durch die Zeitungen eine sich die an den Magistrat gerichtete Anfrage. AntEntschlich! Am Montag war, was die meisten Berliner kaum Vermerkt haben werden, Sedanstag. Da schreibt mun die„ Tägl. Rundschau", daß ihr von durchaus vertrauenswürdiger Seite mit geteilt wird, daß im Askanischen Gymnasium keine Stunde des gewöhnlichen unterrichtes ausfiel, in der Oberquarta tein Lehrer des Tages erwähnte und die Knaben ganz besonders viel häusliche Arbeiten zum Dienstag aufbekommen Schandervoll, höchst schandervoll. Da haben die armen Jungen am Ende kaum Zeit gehabt, auf der Straße patriotische Schwärmer abzubrennen und ähnlichen Unfug auszuüben! hatten. Sedanfeier. Einen argen Unfug trieben am Abend des Sedantages Schulkinder in der Philippstraße. Nachdem sie schon den Tag über mit Knallerbsen und andrem Lärmzeng die Nerven der Anwohner auf eine schwere Probe gestellt hatten, gingen sie abends zum schweren Geschütz, den beliebten Kanonenschlägen, über. Gegen 10 Uhr illuminierte endlich die Schar, indem sie die Anschlagsäule an der Hannoverschenstraße ansteckten, so daß sie ringsum lichterloh brannte. Hierbei erwischte ein Schußmann zwei Schlingel, nahm sie am Ohr und brachte sie nach der Wache. Eriveiterung des Vieh- und Schlachthofes und für den Fleisch- Engros- 1 In London verhaftet ist nach einer hier eingetroffenen Privat-| Hinsichtlich der Beitragsleistung zum Kirchbau betonte diese ihre markt, die Erimerungen und Anfragen zum Jahresabschluß der meldung der Schlächtermeister Röder aus Berlin, der vor etwa Bereitwilligkeit, alle sosten zu bewilligen, welche die Gemeinde zu Stadt- Hauptkasse für das Etatsjahr 1899 und eine bei Prüfung Jahresfrist unter Hinterlassung bedeutender Schulden flüchtig ge- leisten gesetzlich verpflichtet sei. des Jahresabschlusses der Haupt- Stiftungskasse für das Jahr 1898 worden war. Röder, der angeblich geringe Geldmittel mit sich geführt haben foll, hatte sich in London heimlich aufgehalten und wurde über die Revision der Strankenkassen Bericht erstattet. Bei In der letzten Sigung der Rigdorfer Gewerbedeputation Stadtrat Kauffmann nimmt die Wiederwahl zum Bürger- fich dort als Agent für Fleiſchlieferungen ernährt. Eine in dieser der Revision hat recht günstig die Allgemeine Orts- Krankenkasse abThätigkeit verübte Untreue soll ihn in die Hände der englischen meister an. Wie Stadtv. Rosenow in einer gestern stattgehabten Behörde geliefert haben. An amtlicher Stelle hierselbst ist von der geschnitten. Bekanntlich war in den letzten Jahren gegen deren Verwaltung, weil sie mehr und mehr in die Hände der Socialhat Stadtrat Kauffmann einem größeren Kreise von Parteifreunden Verhaftung Röders nichts bekannt. demokraten gelangte, von staatserhaltender Seite geheizt gegenüber sich bereit erklärt, eventuell auch zum zweitenmal die Wahl Einen Selbstmordversuch im Hotel machte der 22 Jahre alte worden. Nach den vielen Verdächtigungen hätte man zum zweiten Bürgermeister von Berlin anzunehmen. Die Vorlage be- Handlungsgehilfe Lange, der Sohn eines Schneidermeisters aus der meinen mögen, die Kasse jei verloren. Auch in der treffend die Nichtbestätigung der Wahl Kauffmanns habe der Magistrat Neuen Grünstr. 23. Der junge Mann war zwei Monate lang in Gewerbedeputation suchten noch im vorigen vorigen Jahre einige gestern den Stadtverordneten zugehen lassen. Es sei, soweit sich dem Tuchgeschäft von Hoffmann in der Wallstr. 17/18 und nach Herren gegen die Kassenleitung und Verwaltung Stimmung zu nach den persönlichen Erklärungen der einzelnen Stadtverordneten plöglicher Entlassung wegen Unregelmäßigkeiten seit drei Monaten machen. Jetzt mußte der Vorsitzende der Deputation konstatieren, beurteilen ließe, sicher, daß die überwiegende Mehrheit für die in einem Cigarrengeschäft thätig. Vorgestern ging er von Haufe daß gerade in den letzten Jahren ein finanzieller Fortschritt Wiederwahl Kauffmanns stimmen werde. Einzelne Stadtverordnete, weg in ein großes Hotel der Friedrichstadt, um sich zu erschießen. zu verzeichnen ist und daß man eine weitere Besserung erhoffen die Geguer Kauffmanns feien, würden wahrscheinlich bei dem Wahl- Da ihm aber der Waffenhändler nur einen kleinen Revolver mit fönne. Im Jahre 1900 sind dem Reservefonds beinahe 10 000 m. afte der Stadtverordneten- Versammlung fernbleiben, um die zweite einer blinden Ladung, sogenannten Selbstmörder- Patronen, gegeben mehr einverleibt worden, als es das Geses notwendig erforderte. Wahl möglichst einstimmig stattfinden zu lassen. Die Wiederivahl hatte, so brachte er sich durch den Schuß lediglich Brandwunden bei, bedeute keineswegs eine Demonstration Zur Festsetzung eines Verteilungsmaßstabes für die Umnlegung gegen den falsch mußte aber dennoch in ein Krankenhaus gebracht werden. der Handwertstammertosten hatte die Gewerbedeputation unterrichteten König, sondern einen Protest gegen den Militarismus und das Zwischen zwei Puffer geriet gestern früh auf dem Schlesischen in derselben Sigung Stellung zu nehmen. Es war Neigung vors schauungen auf bürgerliches Gebiet. Stadtverordneter Mente! Er war erst seit drei Monaten im Dienst. Heute morgen um 1 Uhr die Stadt Berlin sich wegen eines Verbots der Aufsichtsbehörde, so tliches His übergreifen militariſtiſcher Güterbahnhof der 33 Jahre alte Hilfsrangierer Emil Marggraf. handen, die Kosten nach Maßgabe der Gewerbesteuer nur auf diejenigen Verpflichteten zu verteilen, die Gewerbesteuer zahlen. Da erklärte namens der größten Fraktion des Noten Hauses, daß die Stadtverordneten Versammlung zum zweiten- und wenn's wollte er beim Rangieren über ein Geleise hinweggehen, auf dem fein müßte auch zum drittenmale und zwar einmütig für sich eine Maschine mit einem Güterwagen bewegte, der an einen zu verfahren, sich beim Miniſter beschwert hat, so beschloß man, die Kauffmann eintreten würde. Einstimmig wurde von der Ver- andren angekuppelt werden sollte. Marggraf glaubt, zwischen den Angelegenheit bis zur Entscheidung über jene Beschwerde zu vertagen. sammlung nachstehende. Resolution angenommen:„ Die Ver- beiden Wagen noch hindurchkommen zu können, geriet jedoch zwischen sammlung des Bezirksvereins im Köpenicker Stadtviertel erivartet die Buffer, die ihm den Brustkasten zerquetschten. Nach fünf Minuten Die Schöneberger Stadtverordneten Versammlung hatte von den Stadtverordneten eine möglichst einstimmige Wiederwahl war der Verunglückte tot. Die Leiche wurde nach dem Schauhause sich am Montag in ihrer ersten Sigung nach den Ferien u. a. mit des Stadtrats Kauffmann zum Bürgermeister von Berlin." gebracht. einer Bewilligung von 309 M. zum Zweck der Aufnahme einer Leichtsinnig in Brand gesteckt hat Dienstagabend der Wohnungsstatistik zu beschäftigen. Im nun ja nicht die 16jährige Arbeitsbursche W. Lange den Arbeitsraum des Palmen- Thatsache einer bestehenden Wohnungsnot zugeben zu müssen, trotzfabrikanten Wolff An der Jeruſalemer Kirche 2. Lange hatte im dem deren Vorhandensein doch bereits durch die seitens des HausKeller Terpentin aus Versehen ausgegossen, steckte denselben furzer- und Grundbesitzervereins im Frühjahr vorgenommene Statistik be hand aus Angst in Brand und entfernte sich. Glücklicherweise wurde wiesen wurde, und um ferner diese äußerst wichtige Sache womöglich das Feuer bald darauf bemerkt und die benachbarte Feuerwehr aus zu verschleppen, verlangten einige Hausagrarier, die Statistik doch der Lindenstraße herbeigerufen, die in kurzer Zeit die Gefahr mit erst nächstes Jahr vorzunehmen, dabei aber um mindestens einem Rohre beseitigte. Da unmittelbar über dem Brandherde sich 15 Jahre zurückzugreifen, um sie dann desto gründlicher(?) ein Laboratorium und ein großes Lager fertiger Möbel befinden, hätte vornehmen zu können. Einer der Herren verstieg sich in seinem das Feuer leicht große Dimensionen annehmen können, während so 3orn gegen unzufriedene Mieter sogar soweit, sie als„ Mietsnur ein Bosten Palmen eingeäschert wurde. Ein großer Ballon agrarier" zu bezeichnen, was natürlich nur Heiterkeit erregte. Der Terpentin, der sich noch im Steller befand, kant nicht zur Explosion. Magistratsantrag, die Statistik zweimal jährlich vorzunehmen, und zivar derart, daß im Monat Mai nur die leerstehenden Wohnungen, Regierungsrat v. Kaufmann aus der Maaßenstraße Nr. 5 für hebung gelangen sollen, wurde schließlich einem Ausschuß überEine Belohnung von 1000 M. schreibt jetzt der Geheime im November dagegen diese und die Neu- und Umbauten zur Erdie Wiederbeschaffung der ihm gestohlenen Wertsachen aus. Ent- wiesen. Eine für die Würdigung der Bedeutung der Gewerbewendet wurden u. a. eine filberne gothische Signalpfeife, die mit gerichte recht bezeichnende Ansicht zeigte sich bei dem Antrage des Ornamenten und Heiligenfiguren bedeckt ist, das Modell einer gothischen Betitionsausschusses, 80-100 M. zur Beschickung des diesjährigen, Burg, Anhänger in Glas mit der Auferstehung Christi, eine filberne in Lübeck stattfindenden Verbandstages deutscher Ge= Johannisfigur, ein filberner Becher, gravierte Anhänger und Uhren. 200 M. Belohnung sollen an der Kaffe von V. Manheimer in Debatte, um die Notwendigkeit der Beschickung darzuthun, die sogar werbegerichte zu bewilligen. Es bedurfte erst einer längeren der Ober- Wallstraße Nr. 7-8 demjenigen gezahlt werden, der dort vom Magistrat nicht anerkannt wurde, indem der Herr Vermehrung der Sonntagszüge nach Mahlow. Die Züge in 18 verloren gegangene Hundertmarkscheine zurückbringt. Die Bürgermeister die Berichterstattung darüber durch die Fach580 bis 585 werden nach einer Bekanntmachung der tgl. Eisenbahn- Scheine befanden sich zweimal zusammengefuifft in einem Pafet und presse.„ auf die wir ja auch abonniert sind", für gedirektion bis einschließlich den 29. September auch Sonntags verkehren tragen die Nummern 2293 309 a fortlaufend bis 2 293 321a. Ver- nügend" crachtete. Mit nur ganz knapper Mehrheit wurde und zwar in folgendem Fahrplan: ab Berlin, Anhalter Bahnhof loren wurden sie am Sonnabendnachmittag zwischen 234 und 3 Uhr dem Antrage entsprechend beschlossen, je einen Beisitzer aus dem 235 nachmittags, 900 und 1034 abends, ab Mahlow 331 nachmittags, auf dem Wege vom Manheimerschen Geschäft über den Hausvoigtei- Kreise der Arbeitgeber und Arbeitnehmer zu diesem Kongreß zu ent956 und 1115 abends. Die Fahrzeit beträgt bei allen Zügen platz bis zur Jerufalemerstraße Nr. 28. senden. Zum Brandenburgischen Städtetag in LuckenTrandchen Hundgeburth. Der Name der in Lebensgröße auf walde wurde der Vorsteher Herr Gustav Müller delegiert. Der in Berlin wohnende Schwager Naporras ist, wie uns den Anschlagsäulen abgebildeten Eyfuhmagd aus dem Rheinlande mitgeteilt worden ist, auf Grund des Feuilletons über Naporra in tauchte, so viel wir wissen, zuerst im Juni d. I. in Wien auf. Als Zwei Unglücksfälle mit tödlichem Ausgang ereigneten sich am Montagvormittag in Lichtenberg. Als morgens gegen 8 1hr Nr. 201 des„ Borwärts" in den unbegründeten Verdacht geraten, in es der Direktion des hiesigen Passage Theaters gelungen das 7 Jahre alte Töchterchen des Händlers Meyer, Margarethenstr. 7, dem Posener Socialistenprozeß im Jahre 1887 als war, diesen Star zu fischen, ward mit dem üblichen Lärm von im Klosett war, stürzte es von dort zwei Stock tief auf den Hof Hauptbelastungszeuge fungiert zu haben. Der betreffende Benge getrieben, ihre heimatlichen Triften zu verlassen und der wurde die kleine Leiche dem Obduktionsraum zugeführt. dem unwiderstehlichen Drange berichtet, der Trudchen Hundgeburth hinab. Mit zerschmetterten Gliedmaßen und gebrochenen Schädel war jedoch nicht der direkte Schwager Naporras, sondern der Bruder großen Welt ein lange im Busen gehütetes Talent zu offenbaren. Wenige Stunden später raste ein einspänniger Brauerwagen den einer Schwägerin Naporras, Namens Joseph Kruschinski. Sie sei eine Dorf- Yvette", Dichterin und Sängerin zugleich und zum Borhagener Weg entlang. Gegenüber der Kreuzigerstraße geriet er In des Waldes tiefsten Gründen. In der letzten Zeit waren Brettl- Genie wie geschaffen. Dam folgten Zuſchriften von Traudchen in eine Schar Kinder, die zwischen zwei Steinhaufen emsig spielten. größere Einbrüche vorgekommen, die alle bei reichen Leuten im Westen selber, worin sie die Oeffentlichkeit bat, sich an ihren Namen, den Der 5 Jahre alte Sohn des Nutschers Buse, Frankfurter Allee 157, ausgeführt waren, zum Teil auch in Wilmersdorf, in der fie in seiner Eigentümlichkeit nun einmal vom Vater crerbt habe, fonnte nicht mehr ausweichen, die Näder des schweren Wagens Kolonie Grunewald und in Schöneberg. Die Einbrüche doch nicht zu stoßen. Gestern abend hatten wir endlich das Ver- gingen ihm über den Schädel. Auf der Unfallstation in der waren jämtlich nachts und in derselben Weise durch Herausbrechen gnügen, sie auf der Bühne des Passage- Theaters zu sehen. Ein frisches Warschauerstraße konnte nur der Tod festgestellt werden. der Gitter der Kellerfenster und Thüren ausgeführt. Die Thüren zu Talent, nicht im mindesten schüchtern und so stimmgewandt, wie eine Rutscher suchte in eiliger Fahrt die Flucht, wurde aber von Passanten den Dienerzimmern waren von außen abgeschloffen worden Dame vom Brettl durchweg zu sein pflegt. Nur war es schade, daß gestellt und zur Wache gebracht. und die Einbrecher ivaren int die Schlafzimmer und die Sängerin sich Kleidung und Manieren aufzwingen ließ, welche in die die Nebenzimmer gedrungen. E2 gelang durch fort- fehr nach Mache aussahen. Die Kleidung ging noch an. Rock, Aus Groß- Lichterfelde schreibt man uns: Die Gemeindegefeßte Beobachtungen des die Recherchen führenden Kri- Mieder und Häubchen mochten so etwas wie Landestracht sein. vertreter- Sigung am Montag begann mit einer kleinen Aktion gegen minalfommissars Vanowski, 811 ermitteln, daß ver- Aber die gezwungen tölpelhafte Art, in der sie, mit den Borivärts". Unser Artikel über„ Straßenbauten und Kirchens sucht wurde, die minder wertvollen gestohlenen Sachen auf Her- schweren Pantinen angethan, auf die Bühne patschte, die bauten in Lichterfelde" scheint den Ratsherren gewaltig in die Krone bergen usw. zu versetzen und dann einen der Thäter gestern abend findische Umständlichkeit, in der sie ihr Personale angab, gefahren zu sein. Herr Gemeindevertreter Räte nahm auf ihn in dem Augenblick festzunehmen, als er versuchte, drei wert- faben bedenklich einstudiert aus und konnten ebenso wenig für sie Bezug, führte an, daß er Unrichtigkeiten enthalte, die wie er annehme, volle Ringe, die aus einem der Einbrüche stammten, in einem Lokal einnehmen wie ein raffiniert sentimentales Gedicht von dem ver- auf einem Gehörversehen beruhten. Er stelle beim Gemeindevorstand zu verkaufen; der Thäter war so überrascht und fassungslos, daß er lassenen Mädchen mit dem blinden Kinde, das Traudchen Hundgeburth den Antrag, den Berichterstatter des Vorwärts" zu veranlassen, in einem sofort angestellten scharfen Kreuzberhör zugab, mit noch als selbstverfaßtes Poem deklamierte. Viel passabler war der Vortrag feinen Platz an dem für die Vertreter der Presse reservierten Tische zwei andren die Einbrüche ausgeführt zu haben und die Wohnungen einiger Durchschnittscouplets, wie man sie alle Tage auf der Variétébühne zu wählen. Herr Gemeindevorsteher Schulz versprach dem Antrag zu der Genossen angab; die Sachen selbst seien zum größten Teil im hört. Der Gedanke, mit Verstand und rechtem Sinn etliche Lieder ihrer entsprechen. Herr Geimeindevertreter Näfe war vorsichtig und hat Grunewald vergraben Die Wohnungen wurden nun sofort Heimat zu fingen, scheint der Dorf- vette nicht gekommen zu sein. Es ist sich sorgfältig gehütet zu sagen, in welchen Punkten etwa besetzt, ebenso die Bahnhöfe Brunewald und Halensee, und der aber auch möglich, daß die künstlerischen Berater solches als un- der Bericht Ünrichtigkeiten enthalte. Zweifellos hat Herr Räte jenen Kommissar mit zwei Beamten und dem Festgenommenen fuhr sofort zeitgemäß oder zu langweilig verworfen haben. Teil des Artikels im Auge, der seine Ausführungen gegen die gezum Grunewald, um die Sachen auszugraben. Die Sachen be- Theater. Im Schiller- Theater wird Sonntag, den 8. d. M., planten weiteren Sir cheubauten wiedergiebt. Einwände, vie fanden sich in einer dichten Schonung, die von einem 8 Fuß hohen nachmittags" Maria Stuart" gegeben. In dieser Vorstellung werden die von Herrn Räte erhobenen, gehören aber im Lichterfelder NatDrahtzaun abgeschlossen war. Beim Uebersteigen des Bannes mit folgende Hauptrollen neu besetzt sein: Maria Stuart: Gertrud Arnold; hause zu den Seltenheiten, so daß sie sofort die ganze Aufmerksamkeit dem Gefesselten hörten die Beamten ein Geräusch und entdeckten die Elisabeth: Emma Griebe; Mortimer: Rudolph Lettinger; Leicester: des Hörers auf sich lenken. Wir halten also jede darüber gebeiden Komplicen im Begriff, die Gold- und Silbersachen aus- Ludwig Lindikoff. Casino Theater( früher Gebr. Richter- Theater), schriebene Silbe vollständig aufrecht. Herr Rechnungsrat Lothringerstraße 37. Das gesamte Schauspielpersonal ist bereits einzugraben. Es entspann sich nun eine tolle Jagd in der übermanus getroffen, so daß die Proben zu der Eröffnungs- Novität beginnen konnten. Räte ist Staatsbeamter, wir begreifen und können es ihm hohen Schonung hinter den Flüchtenden, die noch dadurch erschwert Nunmehr wird das Theater mit einem Ausstattungs- Voltsstück wurde, daß der Kriminalkommissar den Festgenommenen an der Berlin N.- Berlin W." am 14. September eröffnet werden. Kette mitschleppen mußte. Die Flüchtenden schlugen die Richtung nach Berlin ein, die Beamten immer hinterher. Am 66. Beobachtungsabend des Vereins von Freunden der Die Ver Treptow- Sternwarte" wird am Mittwoch, den 4. d. W., abends 812 Uhr folgten, die mittlerweile einen großen Vorsprung gewonnen auf der Treptow- Sternwarte Herr Professor Gustav Amberg einen hatten, liefen auf fürzestem Wege in ihre Wohnungen, Vortrag mit Experimenten über Induktions- und Wechselströme" halten. um ihre Sachen zu holen und zu flüchten, und liefen so den dort wartenden Beamten in die Hände. Dem erdrückenden Beweismaterial gegenüber legten die Festgenommenen ein offenes Geständnis ab, und es gelangten auf diese Weise noch mehrere Einbrüche in 29 Minuten. " Aus den Nachbarorten. Der nachfühlen, daß seine damals gemachten sehr zutreffenden Einwendungen gegen das grassierende Kirchenbaufieber ihm heute als Staatsbeamter sich eine freie unabhängige Meinung und Entetwas unangenehm geworden sind. Glaubt aber Herr Näfe scheidung, wie dies mm einmal für einen Gemeindevertreter absolut notwendig ist, nicht leisten zu können, so möge er einfach die Konsequenzen ziehen. Raubmord an einem Arbeiter. In der Nähe von Wefendorf bei Zehdenick wurde unter seltsamen Umständen die Leiche eines seit der Umgebung Berlins zur Aufklärung, von denen die hiesige wonach die Vororte zu ihren Schul- und Armenlaften regierungs- aus Stappe aufgefunden. Der Berdacht, daß K. das Opfer eines Neu- Weißensee. Die neuerliche Verfügung der Regierung, vierzehn Tagen verschwundenen Arbeiters. Namens Robert Köbisch Kriminalpolizei, noch gar nicht benachrichtigt war. Es stellte sich heraus, daß man es mit drei berüchtigten Einbrechern zu thun hatte. feitig feine Beihilfe mehr erhalten sollen, ist gegen die Gemeinde Raubmörders geworden ist, fand hierbei seine volle Bestätigung. Die Namen der Festgenommenen sind der Tischler Eruit Noll und Neu- Weißensee nicht zur Anwendung gekommen. Veranlaßt durch Als Thäter wurde der Arbeiter Karl Metelmamı aus Kappe ermittelt Die Namen der Festgenommenen sind der Tischler Ernſt Noll und umfangreiche Schulbauten, Mehranstellung von Lehrkräften 2c. war und festgenommen. Er hat bereits ein Geständnis abgelegt, wonach der Kutscher Josef Hoff. Der Name des dritten soll mit Rücksicht einmal die Aufnahme einer Anleihe von 325 000 W., dann aber auch er den Mord verübt hat, um Köbisch des Wochenlohntes im auf seine anständigen Eltern und sein offenes Geständnis nicht sonst ganz erhebliche, etatsmäßige Mehrausgaben notwendig ge- Betrage von elf Mark zu berauben. Es wird einem hiesigen Blatt genannt werden. worden. In einer vom Gemeindevorsteher beim Minister nach hierzu gemeldet: Am 17. August verschwand auf dem Wege von Kindesmorde? Das 36 Jahre alte Dienstmädchen Emina gesuchten Audienz wurde von diesem die Zusage gemacht, in einem seiner Arbeitsstätte nach Hause der Arbeiter Köbisch aus Kappe bei Wolf, das in Tempelhof bei Kreideweiß in Stellung war, wurde für die Gemeinde günstigen Sinne zu wirken. unter dem Verdachte, ihr neugeborenes Kind getötet zu haben, verZehdenick. Da K. öfter an Krämpfen litt, nahm man an, daß er In der Sigung der Gemeindevertretung fonnte das Resultat in einem solchen Anfalle verunglückt sei. Bald darauf tauchte aber haftet und als Polizeigefangene nach der Charité gebracht. Die dieser Gunstbezeugung mitgeteilt werden. In einer Verfügung an das Gerücht auf, daß K. das Opfer eines Verbrechens gewordeir Leiche des Kindes fand man im Abort. Bei dem Steinfegmeister den Gemeindevorstand wurde die Bereitwilligkeit der Regierung, in sei; die Volksstimme bezeichnete den Kameraden des K., den ArBelle in der Pallasstr. 10/11 erfrantte am Freitag voriger Woche die diesem Ausnahmefalle 50 000 m. für die Kosten des Schulhausbaues beiter Metelmann aus Kappe, als Thäter. Dieses Gerücht hat nunKöchin Heiderich, ohne daß ihre Umgebung wußte, was ihr herzugeben, betont, zugleich aber die Hoffnung ausgesprochen, daß mehr feine Bestätigung gefunden. Gestern unternahm der kal. Förster fehle. Die Erkrankte wurde noch am selben Tage nach dem Char- nunmehr, da das Wohlwollen der Regierung für die Ge- Meißner aus Forsthaus Wesendorf einen Patrouillengang in seinem lottenburger Krankenhause gebracht. Gestern fand nun das Dienst- meinde in so etlatanter Weise zum Ausdruck Revier; in ciner Schonung, rechts von der Kapper Landstraße, fand er mädchen in dem Wäschekorb der Köchin die Leiche eines neugebornen gekomen sei, diese( die Gemeinde) 11 11 11 Knaben, der gelebt zu haben und lebensfähig gewesen zu sein ihren Widerstand gegen den Beitrag auch einen Spaten; hierdurch aufmerksam gemacht, suchte er die Um der ihr gebung ab und fand etwa 50 Schritte vom Fundorte des Spatens scheint. Die Leiche wurde auf Anzeige von der Revierpolizei zur auferlegten Sosten für den Erweiterungsbau eine Stelle, die ihm verdächtig vortam. Bei sofortigem Nachgraben Feststellung der Todesursache durch gerichtsärztliche Deffnung beber Stirche und für das Pfarrhaus aufgeben werde. stieß er bald auf eine Leiche, die als die des Köbisch festgestellt schlagnahmt. ( Bekanntlich hat die Vertretung beschlossen, gegen den verlangten wurde. Durch Telegramm wurden sofort die Behörden in Zehdenick Der Streckenarbeiter Kühne aus Westend, der am Freitag Beitrag zu diesen Kirchenlasten im Verwaltungsstreitverfahren vor benachrichtigt. Inzwischen wurde durch den Gendarmerie- Wachtmeister voriger Woche beim Transport von Bohlen auf der Bahustrede zugehen.) Der Gemeinde werde jedoch nahe gelegt, in Zukunft sich Sffert der Arbeiter Metelmann von seiner Arbeitsstelle, einer zwischen Grunewald und Eichkamp von einer Lokomotive erfaßt durch rationelle Finanzgebahrung, Ausnutzung der Steuerkraft und Zehdenicker Ziegelei, hinweg verhaftet und gefesselt an den Thatort wurde, ist den hierbei erlittenen schiveren Verlegungen im Krantenweiseste Sparsamkeit zu helfen. Vor allem sei die Bildung eines gebracht, wo er angesichts der ausgegrabenen Leiche ein Geständnis hause in Charlottenburg erlegen. Der mit ihm überfahrene Schulbaufonds nicht von der Hand zu weisen. Von der Anwendung dieser ablegte. Hiernach sind K. und M. am Abend des 17. August gemeinZimmermann Bodeschuh aus Halensee, der auch auf der Station vorgeschlagenen Mittel sei bis jetzt nichts zu spüren gewesen. schaftlich von Zehdenick nach Wesendorf gegangen. In einer Schonung Westend als Bahnarbeiter angestellt war und ebenfalls unter die Schließlich müsse versucht werden, das leistungsfähige Berlin zu des Wesendorfer Waldes hat M. dem nichts ahnenden K. durch Lokomotive geriet, war augenblicklich getötet worden. Beide Ver- Buschüssen für diese Lasten heranzuziehen. Knüttelschläge über den Kopf getötet und ihn dann ca. 100 Meter in inglückte, die schon seit zehn resp. vierzehn Jahren im Bahndienst Die Vertretung entschied sich dahin, zur Ansammlung eines den Wald hineingeschleppt. Hierauf begab sich der Mörder nach standen, waren verheiratet und Familienväter. Schulbaufonds einen Teil der versprochenen 50 000 M. zu verivenden.' Hause. Am Sonntagmorgen ist er in aller Frühe mit einem Spaten an den Thatort zurückgekehrt und hat nun die Leiche einen halben| hergerichtet werden, welche die deutsche Regierung für die bei den Meter tief eingescharrt, nachdem er dem Toten den Wochenlohn im Arbeiten zur Rettung der Gneisenau" Beteiligten bestimmt hat. Betrage von ungefähr 11 M. abgenommen hatte. Die bei der Aufnahme des Thatbestandes anwesende Menge war sehr erregt und machte Miene, den Mörder seines Arbeitsgenossen zu lynchen. Metelmann wurde in das Zehdenicker Amtsgerichtsgefängnis ein geliefert. In dem Dorfe Weisweiler( Reg.- Bez. Aachen) fiel Montag abend in einer Ringofenziegelei eine Lehmwand ein und begrub zwei Arbeiter. Der eine war sofort tot, der andre wurde schwer verlegt. Ju Mainroth( Oberfranken) wurden Montagabend 6 Häuser Centralverband der Konditoren. Heute, bei Bauer, Rosenthaler: nichtet. Kinder, die mit Streichhölzern spielten, sollen den Brand und 19 gefüllte Scheinen mit Nebengebäuden durch Feuer verftraße 57: Mitgliederversammlung. Gäste willkommen. Die nächste öffentliche Versammlung findet am 12. d. M., abends 81 Uhr, bei Hensel, verursacht haben. Brunnenstraße 173, Ede Invalidenstraße, mit sehr wichtiger Tagespenjirage, ordnung statt. mit fehr wichtiger TagesMarkivreise von Berlin am 2. September 1901 Vermischtes. " " A Noggen, gut * Gerste, gut nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. Kartoffeln, neue, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Butter Hammelfleisch Eier " " " Welzen, gut D.- Etr. mittel gering " " " mittel " " gering . mittel gering M 14,80 14,20 14,10 13,50 13,40 12,90 60 Slid Karpfen 1 kg 16,20 15,40 Qale " mittel 15,30 14,50 Zander " gering 14,40 13,60 Hechte " 6,50 45, 65 7, 8,10 5,70 Schleie. 40,- 25, Bleie 25, Krebse 30, Barsche " * pafer, gut " 1,60 1,20 R. H. 47. Der Wiederverheiratung muß eine Auseinandersetzung mit den minderjährigen Kindern vorausgehen. Die Auseinandersegung wird von dem Amtsgericht( in dem von ihnen berührten Falle Halle a. S.) vor: genommen. Ein Beispiel für solchen Antrag auf Auseinandersetzung und Erteilung des Auseinandersetzungsscheins finden Sie S. 224 9. 19 des dem Arbeiterrecht beigefügten Führers durch das Bürgerliche Gesetzbuch. F. J. Ihr Sohn war frankenversicherungspflichtig. Durch unterlassene Anmeldung ist das Recht der Kaffe, von Jhiten die Beiträge nachgezahlt zu verlangen, nicht verloren gegangen. Die Kaffe ist also im Recht. müssen, stellt das Gesetz nicht fest. 2. In der Wahlberechtigung hat sich Abonnent Münster. 1. Am 1. Januar 1902 muß das Gewerbegericht in Funktion treten. Eine Frist, bis wann die Wählen stattgefunden haben nichts geändert. K. F., Weißensee. Seit dem 1. Januar 1900. C. G., Amerika. 1. Der Prämien- Reserveteit ist stets nur ein Teil der Versicherungssumme. Ob und wieviel Sie zu erhalten haben, erfahren Sie bei der Direktion der Versicherungs- Gesellschaft. 2. Die von Ihnen 8,50 5 genannten Länder liegen nicht in der heißen Zone.. 3. Darüber, ob und 1,70 120 wo im Ausland ein Auswanderer sich mit Erfolg niederlassen kann, ist eine 1,30 1Austunftserteilung, die stuuftgerteilung, die auf mehr als ein Raten Anspruch erhebt, unmöglich. 1,10 meldung eines Unfalls finden Sie S. 94 Nr. 3 des ersten Nachtrags zum 1,60 110 Arbeiterrecht( Führer durch das Unfallversicherungs- Gesez). Das Buch liegt 2,60 2,- i den öffentlichen Lesehallen aus. 2. Sie können sich selbst vertreten. 4, 2,40 Bellermannstr. 83. Ja: Der Antrag ist an die Landes- Versicherungs2,40 1,20 anstalt, Breitestr. 24 zu richten. Karl R., Harburg. Eine Be2,60 1,40 fchwerde wäre nußlos. Wiederholen Sie den Antrag nachdem der Sühne 2,60 1,20 termin stattgefunden hat. 2. W., Kaiser Wilhelmstraße. Nein. 2,40 1,20 M. S. Haben Sie die Aufnahme- Urkunde vor dem 31. Juli erhalten, 1,80 0,80 fo find Sie wahlberechtigt, sonst erst bei der nächstjährigen Wahl. Die Be2,40 1,20 merfung des Polizeipräsidiums, daß Ihnen anheimgestellt wird, Ihren Aus1,40 0,80 tritt aus Ihrem ersten Staatsverbande zu bewirken, ist völlig unerheblich per Stjof 16,- 2,50 und unbeachtlich. Treten Sie nicht aus Ihrem nichtpreußischen Staatsverbande aus. Sie haben jetzt und behalten die Staatsangehörigkeit *) Frei Wagen und ab Bahn. beider Staaten, wenn Sie dieselbe nicht freiwillig aufgeben. A. 3. 9. Ja. 131. Falls nicht in Ihrem Vertrag entgegenlautende Vorschriften enttreibemarkt war still, die Tendenz durchschnittlich matt. Im Preise hat haltung der Räume verpflichtet. Produktenmarkt vom 3. September. Der Verkehr auf dem Gehalten sind, ist der Wirt und nicht Sie zur Instandsetzung und Justandnamentlich Roggen zu leiden, da die Kündigungen zu Einwendungen feinen der Auslagen nicht verpflichtet. 2. Die Aufprüche aus dem Unfall verM. B. p. 1. Sie sind zur Zahlung haben die Weizenpreise nach wie vor eine gewisse Stütze in dem bereits er auf Unfallrente schleunigst bei dem Vorstand der Berufsgenossenschaft anmelden. Anlaß gegeben haben und infolge dessen Abgaben stattfinden. Dagegen jähren in zwei Jahren. Ihr Bruder soll seinen Unfall und seinen Anspruch wähnten Umstande, daß die zur Lieferung angekündigte Ware vielfach als unkontraktlich zurückgewiesen wurde. Nach mattem Verlauf des Früh Falle einer Klage zur Zahlung verurteilt werden. 2. Behufs Erwirkung -W. W. 1. Die Zahlung fan der Ehemann ablehnen, würde aber im berkehrs setzte der Mittagsmarkt etwas fester ein, doch gingen die erzielten des Armenrechts muß der Ehemann sich zunächst durch die Armendirektion fleinen Preiserhöhungen bald wieder verloren. Weizen notierte ungefähr bescheinigen lassen, daß er zur Kostentragung außer stande ist. Das Gesuch wie gestern, Roggen 2 M. niedriger. Mehl war sehr schwer verkäuflich ist an den Armenvorsteher des Bezirks zu richten. Mit dem Attest wendet ringe Ware, findet faum Unterkunft. Mais war ſtill und unverändert. gericht und beantragt, ihm das Armenrecht zu erteilen. Der Klage muß Hafer wurde nur in feinsten Sorten schlank aufgenommen; mittlere und ge fich dann der Ehemann unter Darlegung der Klagegründe an das LandRüböl war fast umfaßlos. auf Erledigung der notwendigen Realisierungen. Schluß für Getreide leicht befestigt, angeblich jedoch ein beim Amtsgericht anzustellender Sühneversuch vorausgehen. Der Mann kann den Antrag auf Sühneversuch in der Anmeldestube, Gruner: straße 1, zu Protokoll geben. 23. N. 00. Nein. B. E. Nein. Nichtstroh Erbsen Speisebohnen Linsen Polizei und Feffelfünstler. Die Entlar vung Houdini's, des in allen Ländern bekannten Fesselsprengers", wurde von dem Schutzmann Werner Graf in Köln im Cirkus Althoff vorgenommen. Graf hat, so lesen wir in der St.- 3.", in mehreren Staaten Patent auf eine Schließkette erworben, welche von den Behörden als das vollkommenste auf diesem Gebiete bezeichnet wird. Bekanntlich hatte Houdini fich in letzter Zeit in mehreren Städten in einer Separatvorstellung von der Polizeibehörde schließen lassen, sich seiner Fesseln entledigt und Zeugnisse darüber erworben. Auch in Köln spekulierte er auf ein solches Zengnis. Er suchte daher amen 3. vorigen Monats den Schutzmann Graf auf und bat ihn, sich mit ihm in Verbindung zu setzen, beide könnten dann viel Geld verdienen. Der Beamte möge ihn aber dann in einer Vorstellung so schließen, daß er los tonne, vorläufig wolle er ihm einmal eine Kleinigkeit( 20 Mart) geben. Der Schuhmann lehnte das ab. Am 9. vorigen Monats begab sich Graf mit dem Civiltransporteur Lott zum Cirkus fragte Houdini, ob er sich einmal schließen lassen wolle. Houdini erklärte sich dazu nur bereit, wenn man ihm versichere, daß er auch lostomme, sonst sei er blamiert. Während Graf dann eine furze Zeit abivefend war, bat Houdini den Civiltransporteur, ihn doch so zu schließen, daß er loskomme, und gab ihm 20 M., er werde ihm auch noch mehr Geld aus Bochum senden. Der Civiltransporteur lieh sich nun eine Kette von einem Kollegen und gab fie Houdini. Dieser ließ sich nun während der Vorstellung von dem Transporteur und von dem Schußmann mit einer vernickelten Kette schließen, ging dann hinter die Coulissen und muß, da das Graffche Schloß der Kette später Merkmale aufwies, zunächst versucht haben, dasselbe zu erbrechen. Dann hatte er die Kette mit einem scharfen Instrument durchschnitten und zeigte dem Publikum, um den Anschein zu erwecken, er habe ohne Anwendung von Hilfsmitteln sich der Kette entledigt, die nicht vernickelte Reservetette des Civiltransporteurs vor. Die 20 M., die Houdini dem Civiltransporteur gegeben, erstattete ihm derselbe nachher zurück. Als Ersatz für die zerschnittene Sette gab Houdini dem Transporteur eine neue Kette. Somit wäre also das Nätsel, über das sich so viele Kriminalisten den Kopf zerbrochen haben, gelöst. In Malaga wütete gestern vormittag ein heftiger Brand im Gebäude des Konsulats und richtete beträchtlichen Schaden an eiste, welche die amtlichen Schriftstücke enthält, sowie ein Teil der Bibliothek sind gerettet worden. Als Entstehungsursache des Brandes wird eine brennende Cigarre an gesehen, welche von einem Arbeiter im Salon vergessen war. Der Salon sollte gerade für die Feier der Verteilung der Belohnungen Für den Juhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater.: Mittwoch, 4. September. Opernhaus. Mignon. Anfang 71 Uhr. Schauspielhaus. Der Kaufmann von Benedig. Anfang 72 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Die Verlobung bei der Laterne. Der Mifado. Anfang 72 Uhr. = Jun Trianon Theater:" Lebende Lieder". Anfang 8 Uhr. Im Garten: Täglich großes Konzert. Schiller. Die Kronprätendenten. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Rosenmontag. Anfang 71/2 Uhr. Berliner. Der Pfarrer von Kirchfeld. Anfang 71/2 Uhr. Leffing. Flachsmann als Erzieher. Anfang Briefkasten der Redaktion. tag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. Die juristische Sprechstunde findet am Dienstag, Donners: B. C. Unseres Wissens werden in der Charité im Bedarfsfall unent: geltlich untersuchungen mit Röntgenstrahlen vorgenommen. : N. H. Versuchen Sie es mit Zacherlin. 2. und 3. Ja. F. V. 36. 1. Sobald als möglich eine bestimmte Frist besteht nicht. 9. 3. 1. Ja, eine. 2. Solche Stufe giebt cs. 3. Falls keine dahingehende Abrede getroffen ist, wäre der Abzug un zulässig. Posselt. 1. Kündigungsfrist ist durch die Vereinbarung aus: geschloffen. 2. Die Frist zur Beschwerde beträgt 4 Wochen, sie ist verstrichen. Elba Pichelsdorf. 1. Ja. 2. DieMeditamentlieferung endet nicht. E. D. 1. Nein. 2. Nein. 3. Wenden Sie sich an die Offenbacher keiner Beziehung zur Partei und ist uns unbekannt. Krankenkasse. Socialist. Der von Ihnen erwähnte Verein steht in Spiel oder Wette wird eine flagbare Verbindlichkeit nicht begründet. Das Kopzinsky. Durch auf Grund des Spiels Gezahlte fann aber nicht zurückgefordert werden. Das von Ihnen erwähnte Spiel ist ein Hazardspiel. Sch. 6. Ja. Witterungsübersicht vom 3. September 1901, morgens 8 1hr. Stationen Berlin Barometerstand mm Windrichtung Windstärke Wetter 764 NNW 4 wolfig 766 765 NÆ Swinembe Hamburg Granff./M. 765 NO München 765D Wien 765 NW Temp. n. 6. 5° 64° R. Stationen Barometer: stand mm Windrichtung Windstärke Wetter Temp. n. C. Ela 5° 6.4° R. 2hlb.bed. 6 764 1 heiter 5 bedeckt 13 762 NO 2 heiter 11 13 aparanda 76392 1 Mebel 10 Betersburg 755 N 3 wolfen 10 Cort 2 heiter 10 Aberdeen 4 hl6.bed. 10 Baris 2 wolfent 13 Wetter Prognose für Mittwoch, den 4. September 1901. ziemlich frischen östlichen Winden. Meist heiter und trocken, nachts sehr fühl, am Tage etwas wärmer bei Berliner Wetterbureau. Central- Theater. Urania W. Noacks Theater. Prater- Theater Heute Anfang 8 Uhr mit ganz nenen Ausstattungen, Kostümen und Dekora tionen zum 738. Mal: Die Geisha. Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Brunnenstraße 16. Täglich Konzert, Theater: und Specialitäten Vorstellung. Die Veilchenfee. Operette in 3 Aften v. Sidney Jones. Mittelmeerfahrten. Burleste mit Gesang in 2 Bildern von Morgen und folgende Tage, Anfang 8 Uhr: Die Geisha. Metropol- Theater. Schön war's doch! Grosse Berliner Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 5 Bildern. Refidenz. deontinens Cheniänner. Emil Thomas als Gast. Vorher: Der Kammerfänger. Anfang 7 Uhr. Neues. Das Ewig- Weibliche, Anfang 7 Uhr. Westen. Der Troubadour. An fang 7 Uhr. Joseph Josephy a. D. Kleine Preise. Invalidenstr. 57/62. Tägl. Sternwarte. Castans Panopticum. Neu! Friedrichstr. 165. Neu! Nen! Der künstliche Mensch! 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Specialis Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 1hr. Urania. Taubenstr. 48/49. Im Carl Weiss. Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. Bei festlich beleuchtetem Hause: Jubelmarsch von Wichert. Berliner Rangen. Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Anschließend: Festakt auf der Bühne. Mittelmeerfahrten. Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 ur: Palast- Theater Burg Sternwarte. Direktion: Winkler 11. Fröbel. Sonnabend, 7. September 1901 Große Schiller Theater of Borſellung. Schiller- Theater ( Wallner Theater). Mittwoch abend 8 Uhr: Die Kronprätendenten. Historisches Schauspiel in 5 Aften von Henrik Ibsen, übersetzt von Adolf Strootmann. Das durchweg neu engagierte Schauspiel n. SpecialitätenPersonal, das Neueste vont Neuesten. Wiederauftreten des Direktors Fröbel nach seiner Wiedergenesung in der hochdraft. Original- Gesangspoffe Rosenmontag Wilhelm ( Tert der Gesamtausgabe.) Donnerstagabend 8 Uhr: Das Gefängnis. Freitagabend 8 Uhr: Die Kronprätendenten. als Dienstmann Wilh. Meier. Auf. 8 Uhr. Kassenöffn. 7 Uhr. Garten Entree 1 Mark. Ab abends 6 Uhr 50 Pf., Kinder die Hälfte. Ab 4 Uhr nachmittags: Doppel- Konzert. Gastspiel der ital. Banda di Palermo. Dirigent: Maestro R. Giordano. ApolloTheater. 8 Debüts: Marcelle Grandet. Die 4 Provencales. Robert Steidl ( Wolzogen II) usw. FrauLuna Luftballett Grigolatis. Anfang 8 Uhr. W. Gerice. Musik von Schmidt. Jm Saale: Tanzkränzchen. Alcazar- Theater Dresdenerstr. 52/53, City- Passage. Dir. Paul Stahn. Täglich: Konzert, Theater und Specialitäten. Anfang: Wochentags 7/2 hr. Sonntags 52 Uhr.[ 21540* Sonnabend und Sonntag nach der Borstellung: Familien- Kränzchen. Kastanien- Allee 7/9. Täglich: Puhlmanns Vaudeville- Theater Schönhauser- Allee 148. und Auf fremder Erde. Täglich: Große Theater: Ausstattungsstück mit Gesang u. Tanz Specialitäten Vorstellung. Nur Kräfte ersten Ranges. Großer in 4 Bildern von Hugo Schulz. Auftreten der Excentric- Chansonnette Hedwig Döring, des Grotesque Lacherfolg! Wir Großer Lacherfolg! 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Tages Ordnung: Special- Beratung des neuen Organisations- Statuts. Mitgliedsbuch legitimiert. Bahlreiches und pünktliches Erscheinen erwartet 248/5 Der Vorstand. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Mittwoch, den 4. September cr., abends 81/2 Uhr: Zahlstelle Berlin II. Den Kollegen zur Nachricht, daß ani 29. August unser Mitglied Karl Hesse, Urbanſtr. 86, auf dem Bau Thüringer straße 7 tödlich verunglückte. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nach: mittag 4 Uhr auf dem neuen Jakobi Kirchhof, Rixdorf, Hermannstraße, statt. Bahlreiche Beteiligung wünscht Der Vorstand. Nachruf. Am 27. August verstarb nach langem Leiden unser Mitglied Versammlung d. Bandagisten Ernst Kopas, bei Nümann, Brunnenstrasse Nr. 188. Tages Ordnung: " Der Stand unsrer Lohnbewegung." Da die Versammlung am Montag polizeilich inhibiert war, fonnten wir nicht tagen und erwarten wir trotz dieser kleinen Unbequemlichkeit zahl reichen Besuch. Mittwoch, den 4. September cr., abends 8/2 Uhr: Schönhauser- Allee 43, im Alter von 44 Jahren an der Proletarierkrankheit. Ehre seinem Andenken! 118/7 Todes- Anzeige. Am Sonntag, den 1. September starb unser bewährter Parteigenoffe Konferenz der Vertrauensleute des Ostens August Motes. bei Barthel, Große Frankfurterstr. 18. Konferenz der Vertrauensleute des Westens abends 8 Uhr bei Bartel, Bülowstraße 59. Bahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Die Beerdigung findet am Mitt: woch, den 4. September, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Gemeinde- Friedhofs in Friedrichs: felde aus statt. [ 214/17 Die Vertrauensleute Bauhandwerker- Krankenkasse für Berlin u. Umgeg.bes 4. Berliner Wahlkreises ( Eingeschriebene Hilfskaffe Nr. 118.) Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß der Nachtrag zum revidierten Statut genehmigt ist und derselbe mit dem 1. September 1901 in Kraft tritt; demnach betragen die monatlichen Beiträge in der 1. Klaffe 2,40 Mart " 2. " " " 1,25 " 38/10 Ferner machen wir darauf aufmerksam, daß die ärztliche Behandlung und der Bezug von Arzneimittel, von dringenden Fällen abgesehen, nur mit den vom Vorstand bestimmten Aerzten und Apothekern gewährt wird; Mitglieder, welche dieser Vorschrift zuwider handeln, haben die Kosten selbst zu tragen. Der Vorstand. J. A.: H. Metzke, erster Vorsitzender. Meueffe Machricht! Vollständige Wohnungs- Einrichtung Sofas für Mark 250. Bettstellen mit Federboden und Kissen Plüschgarnituren. Paneelfofas • [ 21349* von Mark 30 an 30 " " 100 " n 90 . • " " n Berlin O., Eberhardts Möbelfabrik, Holzmarktstr. 21. 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