Nr. 209. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 wt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mir tiluftrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poft Wbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Post- Beitungss Preisliste für 1901 unter Br. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebühe beträgt für die fechsgespaltene Rolonets geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereins: und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Erpcdition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. wird. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Ein Scharfmacherverband. Sonnabend, den 7. September 1901. " Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. durch Zuwiderhandlung gegen die angeordneten Sicherheits- So fnüpfen Rußland und Frankreich ihre Beziehungen enger, einrichtungen oder erlassenen Unfallverhütungs- Vorschriften indem sie sich gegenseitige wirtschaftspolitische Gefälligkeiten erherbeigeführt wurde. Ein sauberer Plan: die Unternehmer weifen. Deutschland dagegen ist im Begriff, den sonst so viel geDie Wirksamkeit des Verbandes der deutschen hätten nur auf dem geduldigen Papier alle möglichen und priesenen Dreibund durch den Plan einer unsinnigen Sperrpolitik zu Baugewerts- Berufsgenossenschaften ist ,, infolge unmöglichen Schutzbestimmungen" zusammenzustellen ge lockern. Beschlusses vom 3. September 1898 des dreizehnten ordent braucht, die bei der Arbeit kein Mensch ernst nimmt, die aber zölnerischem Beispiele eifrigst gefolgt waren, nehmen Abschied von Die Vereinigten Staaten, die bisher Deutschlands schutzlichen Verbandstages" von dem Genossenschaftsdirektor und nach dem Unfall ein sicheres Mittel gewesen wären, der Beriode der Abgeschlossenheit" und sinnen auf Ausdehnung Geschäftsführer der Nordöstlichen Baugewerks- Berufsgenossen- um dem verunglückten Arbeiter jede Unfallentschädigung ihres Weltverkehrs. Deutschland beharrt nicht nur trogig auf schaft, einem Herrn A. Schaffrin, in einer fürzlich erschienenen abzusprechen. Das zweite Beispiel bezieht sich seiner bisherigen Schutzöllnerei, sondern will fie maßlos verSchrift eingehend geschildert worden. Auch für die Arbeiter auf die Höhe der Entschädigung. Bekanntlich richtet mehren. Freilich, Mc Kinley fündigt auch den Bau des großen kann es nur lehrreich sein, wenn ihnen ein Bild von der sich die Nente nur nach dem Grade der durch den Un- Isthmus- Kanals an; in Deutschland, wo ein rückständiges AgrarierThätigkeit dieſes Scharfmacher- Verbandes vor Augen geführt fall herbeigeführten Verminderung der Arbeitsfähigkeit. Be- tum die Herrschaft führt, wird der Bau des Rhein- Elbe- Kanals verhindert! trägt also z. B. diese Verminderung 20 Proz., so erhält der Bekanntlich stellt das Baugewerbe auf Grund der Unfall. Berunglückte auch nur 20 Proz. der Vollrente ohne Rücksicht wirken so eindrucksvoll, daß selbst die" Post" alle ihre agrarischen Die zollpolitischen Vorgänge und Ankündigungen des Auslandes bersicherungs- Gefeße 12 Berufsgenossenschaften. Diese ließen darauf, ob er überhaupt noch Arbeit oder wenigstens eine Grenzsperrungsgelüfte vergißt; sie bemerkt zu den Aeußerungen des fich bald nach ihrer Begründung von dem berüchtigten Ober- entsprechend seiner Arbeitsfähigkeit bezahlte Arbeit findet. amerikanischen Präsidenten: scharfmacher Felisch in Berlin davon überzeugen, daß ein engerer Diese Nichtbeachtung des Verdienstes, den ein verunglückter Zusammenschluß notwendig sei, um über wichtige Fragen Arbeiter noch nach dem Unfall thatsächlich hat, kann ihm auch von allgemeiner Bedeutung zu beraten und dieselben einer in einigen Fällen zum Vorteil gereichen, nämlich dann, wenn principiellen Entscheidung entgegenzuführen. Die erste ge- der Arbeiter auch nach seinem Unfall trotz seiner Rente denmeinsame Beratung der Vertreter der Baugewerks Berufs- selben Lohn wie die andren Arbeiter erhält. Der Verband wollte genossenschaften fand im Jahre 1885 statt, und zwei Jahre nun diese Bestimmungen dann stets auch weiter gelten lassen, später wurde der Verband der deutschen Baugewerks- Berufs- wenn sie den verunglückten Arbeitern ungünstig sind; dagegen genossenschaften gegründet. sollten sie aufgehoben werden und die Renten sofort in Fortfall kommen, sobald die Verunglückten davon einen Vorteil haben könnten. V " # " " " ,, Wenn nicht alles erreicht worden ist, was wir anstrebten", schließt die Schrift, so darf uns das nicht entmutigen, wir müssen weiter wirken für die als gut erfannten Ziele. In unsrer Einigkeit liegt unsre Straft... Wenn wir auch weiter dieser Zugend treu bleiben, dann werden wir erreichen, daß manche Härte des neuen Gesetzes beseitigt, manche Verbesserung desselben erreicht wird zum Wohle des Baugewerbes und der in demselben beschäftigten Arbeiter." „ Es ist beachtenswert, wie Mc Kinley sich mit aller Entschiedenheit für eine Ausdehnung des amerikanischen Absatzgebietes ausspricht und reciprok hierzu fortan auch den andren Staaten nicht mehr das Unionsgebiet durch zu hohe Zollschranken verschließen will. Die Mc Dingley- Periode dürfte sich damit und endgültig ihrem Ende zuneigen, zumal man in den Bereinigten Staaten allmählich zu der Erkenntnis gelangt zu sein scheint, daß es für die wirtschaftliche Entwicklung keineswegs vorteilhaft ist, wenn man sich darauf steift, alles im eignen Lande herzustellen, während man doch aus audren Ländern- ohne sich selbst zu schaden solche Produkte beziehen kann, die dort billiger hergestellt werden. Weshalb die Vereinigten Staaten bisher im Wettbewerb der Nationen zurückgeblieben sind, weiß Mckinley recht wohl, er kennt auch die Mittel, um in Zukunft solches zu verhindern, und dringt darauf, daß man sich ihrer bediene und nicht länger hinter andren Völkern zurückbleibe." In diesen wenigen einfachen Sägen hat die" Post" die gesamte, von ihr sonst vertretene agrarische und großkapitalistische Schutzzoll politit erfreulich widerlegt! Centrums Sprengpulver. Am Schluß wies Abg. Bachem hin auf die Gefahr, die der Centrumspartei durch die Bolltariffrage droht. Diese Frage sei eine gefährliche Klippe" und könnte in der Centrumspartei gleich ,, Sprengpulver" wirken, wenn man dort nicht zu einem allseitigen Einvernehmen komme." " Handwerk und Zolltarif. Sonntag in Gotha zusammentretende allgemeine deutsche Die Deutsche Tageszeitung" berichtet:„ Der am nächsten Innungstag hat der Anregung, die Frage des 3olltarifs auf die Tagesordnung zu setzen, nicht stattgegeben, und zwar mit der Begründung, daß die Frage eine Zersplitterung des Handwerks herbeiführen könne. Die Wirksamkeit des Verbandes, so erzählt uns Herr Schaffrin, umfaßt das gesamte Gebiet der UnfallversicherungsGesetzgebung und der berufsgenossenschaftlichen Verwaltung. Daß die Mehrheit des Reichstags sich erlaubt hat, diese Bisher find 73 Vorstellungen an maßgebende Stellen ge- schamlosen Ungerechtigkeiten abzulehnen und in einigen weiteren richtet worden. Alle hatten eine Verbesserung Buntten andrer Meinung zu sein, als ihr in den Anregungen" derLage der Bauarbeiter, der Mitglieder der Bau- zugemutet wurde, darüber sind die Verbandsherren aufs gewerts Berufsgenossenschaften und die zu diesem Zwecke äußerste empört,„ Es muß noch einmal", wettert für notwendig. befundenen Aenderungen der bezüglichen Herr Schaffrin in seiner Schrist,„ der schweren Geseze zum Gegenstande." Eine ganz besondere Gelegen Kränkung der Berufsgenossenschaften gedacht werden, heit, seine Thätigkeit zu entfalten, bot sich dem Verband, als welche man ihnen dadurch zufügte, daß man ihre Meinung die Unfallversicherungs- Gefeße einer Aenderung unterzogen nicht hörte und auf ihre sorgfältig und ausführlichst be wurden. Wir wollen an der Hand der Schrift eine kleine gründeten Anträge nicht achtete, auch die dritte Lesung im Probe dieser Thaten zusammenstellen, um zu zeigen, wie Reichstage vornahm, ohne auf jenen Protest zu hören, den der Verband die Lage der Bauarbeiter zu verbessern" sich die Vertreter der gesamten Berufsgenossenschaften in letter bemühte. Stunde durch feierlichen Beschluß einlegten." Was dieſe In einer Rede, die Abg. Bachem vor einiger Zeit in der GeneralEinem Autrage des Verbandes entspricht die Abänderung Herren erstreben, ist offenbar die völlig willenlose Unterversammlung des Augustinusvereins hielt und die erst jetzt aus dem des früheren Unfallversicherungs- Gesezes, daß die Klage vor werfung der Gefeßgebung unter " Augustinusblatt" bekannt wird, kam der Centrumsredner auch auf ihren Willen. dem Schiedsgericht und dem Reichs Versicherungsamt nicht wollen die Herren" im Hause" nicht nur, Siebie Bollfrage zu sprechen. Ueber den zwar kurzen, aber recht ,, im Hause" nicht nur, sondern interessanten Teil der Rede, der diese Frage behandelte, referiert mehr unter allen Umständen unentgeltlich ist, sondern daß auch in der Gesetzgebung und öffentlichen Verwaltung sein. das katholische Blatt: in Zukunft den Arbeitern solche Kosten zur Last gelegt werden können, welche durch„ Mutwillen" oder„ durch ein, auf Verschleppung oder Frreführung berechnetes Verhalten" derselben beranlaßt worden sind. Hierdurch kann leicht ein, in der artigen Dingen unerfahrener Arbeiter von der Verfolgung feines Rechtes zurückgeschreckt werden. Weiteren ,, Anregungen" des Verbandes sind die Aenderungen zu verdanken, daß der Rentenanspruch ganz oder teilweise abgelehnt werden kann, wenn der Verlegte den Unfall bei Begehung eines durch strafgerichtliches Urteil festgestellten Verbrechens oder vorsätzlichen Hoffentlich lassen es auch die Arbeiter an zielbewußter Vergehens sich zugezogen hat; daß der Verunglückte keine Einigkeit nicht fehlen und sehen ihre ganze Kraft dafür ein, Rente erhält, so lange er eine, die Dauer von einem Monat daß ihr Wohl gefördert werde, aber nicht so, wie es dem übersteigende Freiheitsstrafe verbüßt, oder in einem Arbeits- Scharfmacherverband beliebt, sondern vielmehr so, wie es dem hause, oder einer Besserungsanstalt untergebracht ist; daß Wunsche der Arbeiter entspricht. den Krankenkassen das Recht genommen wurde, auf Kosten der Berufsgenossenschaft durch einen Bevollmächtigten an der Unfalluntersuchung teilzunehmen. Kurz, alle Verschlechterungen, welche in die neuen Unfallversicherungs- Geseze bei deren legten Reform hineingebracht sind, können auf Anregungen" des Verbandes zurückgeführt werden. Aus Königsberg i. Pr. wird uns berichtet: Eine imposante Finden sich dort Protestversammlung gegen die geplante Brotverteuerung fand hier zahlreiche Stellen in den Gejegesmotiven und Reichstagsstatt. Reichstags- Abgeordneter Haase hielt das Referat. Der Andrang verhandlungen, welche den Ausführungen des Verbandes Der Pariser Liberté" zufolge werden gegenwärtig zwischen der Massen war ganz über Erwarten groß. Kopf an Kopf stand die wörtlich entnommen sind": so rühmt sich mit begreiflichem Frankreich und Stu BI and Verhandlungen betreffend Abänderung Menge im Saale, aus dem Tische und Stühle entfernt werden Stolz Herr Schaffrin in seiner Schrift. der beiderseitigen 3olltarife geführt. Rußland werde angeblich mußten. Auch Hof und Hausflur des Etablissements waren überDoch damit nicht genug. Der Verband hat sich sogar für gewiffe Waren, insbesondere Wein, beträchtliche Boll füllt. Trotzdem mußten über 1000 Personen wieder umfehren, weil in manchen Fällen stärker als die Regierung und die Mehr- ermäßigungen gewähren, auch Frankreich werde 3u- sie keinen Einlaß mehr fanden. Gewiß ein Beweis der großen Erheit der Unfallversicherungs- Kommission des Reichstages erwiesen. geständnisse machen und namentlich den 3oll für regung, die der Brotwucher hier hervorgerufen hat. Die Regierung wollte die schmähliche Liebesgabe von mehreren werde noch vor der Abreise des Kaisers von Rußland aus Frankreich tarif- Entwurf nahm die Strefelder Handelskammer Stellung. Petroleum herabsezen, der neue Handelsvertrag Aus Krefeld wird uns geschrieben: Gegen den neuen ZollMillionen jährlich endlich beseitigen, die den Berufsgenossen- unterzeichnet werden und bald in Kraft treten. Für langfristige Handelsverträge sprach sich die Handelskammer in schaften durch den unentgeltlichen Vorschuß der zur Aus- Ebenso wächst in Amerika die Neigung, das Hochschutzzoll- erster Linie aus, dann wurde erklärt, daß man sich mit aller Entzahlung der Renten notwendigen großen Geldsummen zu teil system zu mildern. Der Präsident der Vereinigten Staaten schiedenheit gegen die gesetzliche Festlegung von Minimalsäßen für wird. Der Verband kann triumphierend berichten, daß er Mc Kinley hielt am Dienstag in Buffalo auf der panamerikanischen Roggen, Weizen, Gerste und Hafer wenden müsse. Auf unbedingte diefe Aenderung mit aller Entschiedenheit bekämpft" und Ausstellung eine sehr bemerkensiverte Rede. Er führte aus: Beibehaltung des Zollfredits für Getreide müsse gedrungen werden. wirklich auch zu Fall gebracht habe. Die UnfallversicherungsEine lebhafte Verurteilung erfuhr die Höhe der Getreidezölle.. Aber Kommission des Reichstages hatte im Jahre 1897 beschlossen, auch die Zollfäße auf Gerbrinden, Quebrachoholz, Farbholz- Extrakte, daß dem Entschädigungsberechtigten auf sein Verlangen Dele. Baumwolle und künstliche Seide riefen den Unwillen der Mitglieder hervor. Es wurde beschlossen, über die einzelnen Positionen Gelegenheit gegeben werden soll, selbst oder durch Material zu sammeln, um die Stellungnahme begründen zu können einen bestellten Vertreter seinen Anspruch bor dem und eine Eingabe an den Bundesrat zu machen. Feststellungsorgan mündlich zu bertreten, und daß dem Verletzten auf seinen Antrag der gesamte Wortlaut der ärztlichen Gutachten mitgeteilt werden soll. Auch gegen diese durch die Erfahrung als notwendig zur Wahrung der Rechte der verunglückten Arbeiter erwiesenen Verbesserungen protestierte der Verband und bewirkte es, daß die bürgerliche Mehrheit des Reichstages zum Schaden der Arbeiter umfiel. Diese schönen Erfolge" befriedigen jedoch die VerbandsGewaltigen durchaus nicht. In der Schrift werden auch mehrere Anregnngen" des Verbandes aufgezählt, die den gewünschten Erfolg nicht gehabt haben. Um den " Geist" dieser Anregungen" zu kennzeichnen, genügen die beiden folgenden Beispiele. Eine völlige oder teilweise Ablehnung des Rentenanspruches sollte nach dem Antrage des Verbandes zulässig sein, wenn der Unfall Politische Neberlicht. Berlin, den 6. September. Der Zollwucher. 3ollpolitisches im Auslande. " Diese Haltung des Innungstages bedeutet nichts andres, als daß der gewerbliche Mittelstand, der sonst gern die gefolgfantic Schutztruppe der Konservativen ist, durch das lebermaß agrarischer Forderungen in seinen konservativ- agrarischen Neigungen wankend geworden ist. * Protestkundgebungen. Kanalangft. Unfre Produktionsfähigkeit hat sich außerordentlich entwickelt; unsre Produkte find so zahlreich geworden, daß die Aufgabe, uns mehr Märkte zu verschaffen, dringende Aufmerksamkeit erheischt. Wir müssen uns nicht auf die eingebildete Sicherheit verlassen, daß wir für immer alles verkaufen, wenig oder gar nichts kaufen fönnen. Wir sollten von unsren Kunden diejenigen Produkte nehmen, die wir, ohne unsre Industrie und Arbeit zu schädigen, benutzen können. Reciprocität ist die natürliche Folge unsrer wunderbaren industriellen Entwicklung, die unter der einheimischen Politit jezt auf feste Grundlage gestellt ist. Was Der Vertreter des preußischen Eisenbahnministers, Ministerialwir über unsren heimischen Verbrauch hinaus produzieren, direktor Schult. hat auf dem deutsch- östreichischen Binnens sollten wir ins Ausland senden. Die Periode der schiffahrts Kongres in Breslau die Wiederauferstehung wirtschaftlichen Abgeschlossenheit gehört der Ver der Kanalvorlage angekündigt. Diese Ankündigung versetzt gangenheit an, die Ausdehnung unires Handels ist ein die Deutsche Tages- 3tg." in höchstes Erschrecken und sie hält es dringendes Problem geworden. Wir haben einen ungenügenden für nötig, ihre alte, bisher so erfolgreich verfochtene Losung: Erst Dampfschiffsverkehr. Es sollte direkte Linien von der Ostküste der hohe Getreidezölle, dann den Kanal noch lange nicht! eindringlich Vereinigten Staaten nach Südamerika geben. Eines der Er- zu wiederholen. Sie sagt: fordernisse der Zeit sind Dampfschiffslinien nach den Absatzgebieten, die bis jetzt wenig angelaufen werden. Wir müssen unfre Handelsmarine ermutigen, wir müssen mehr Schiffe unter amerikanischer Flagge haben, die von Amerikanern gebaut und bemannt werden und Amerikanern gehören. Wir müssen den Isthmus anal bauen. Die Legung eines Pacific- Kabels tann nicht länger aufgeschoben werden." wer Wer den Kanal und den 8olltarif gleichermaßen gefährden, und die Reichsregierung die preußische Regierung in Kon= Regierung in Krisen und flikte hineindrängen will, der kann nichts Besseres thun als ihr empfehlen, Zolltarif und Kanal nochmals mit einander zu verquiden.... So viel wir wissen, denkt man jetzt an maßgebender Stelle nicht im geringsten daß * damit auch thatsächlich eine Bression auf die deutsche Regierung übte. Der heute mitgeteilte Wortlaut der Aus sprache des Prinzen und die Antwort des deutschen Kaisers zeigen zur Genüge deutlich, daß der Chinese ein gutes Stüd von seinen Verpflichtungen herunter gehandelt und daß ihm der deutsche Kaiser allerdings diesen in zwölfter Stunde auch gebührend vergottes Diese Antwort enthält die augenscheinlich erst im letzten Moment als Auskunft aus fataler Situation gefundene Korrektur des peinlichen Vorgangs. Vielleicht ist durch diese Antwort der listige Chinese doch noch überlistet worden. Denn er mag geglaubt haben, daß er seine Würde genügend wahre, wenn er sich der Verpflichtung entziehe, mit klaren Worten um Verzeihung zu bitten. Daß ihm eine Standrede gehalten werden könne, die auch nicht zu den alltäglichen Erlebnissen eines kaiserlich chinesischen Prinzen gehören wird, dürfte er vielleicht doch nicht bedacht haben." daran, einem solchen mephistophelischen Nate, der den Pferdefuß behaltenen Angelegenheiten überschritten habe. Im Gegensatz zum p nur allzu deutlich zeigt, irgendwie zu folgen. Die Kanal- Vorgehen des lothringischen Bezirkspräsidenten charakterisiert sich vorlage ist vielmehr, wie man uns versichert, zurüdgestellt dieses Schriftstück jedoch nicht etwa als eine Drohnote, sondern vielworden, damit ihre leidige Verquidung mit dem mehr als ein Belehrungsschreiben ohne jede weitere Verbindlichkeit.— 8olltarife beseitigt werde. Wer ein ehrlicher Auch in diesem Falle erivies fich das Vorgehen der Regierung gegen des Kanals ist, der muß dafür sorgen, die zollgegnerischen Städte als ein Schlag ins Waffer: der StraßBab, burch eine vernünftige Neuregelung unfrer burger Gemeinderat beschränkte sich darauf, von dem Schreiben bes Bollverhältnisse einige Bedenken gegen den Kanal ent- Ministeriums Kenntnis zu nehmen", ohne ihm im übrigen irgend fräftet werden. Daß selbst durch die verständigste Zollgesetzgebung welche Folge zu geben. nicht sämtliche Bedenken gänzlich beseitigt werden können, haben wir oft genug auseinandergesezt. Die Bedenken liegen zum Gumbinnen. Es wird uns berichtet: Die durch die Presse großen Teile auf Gebieten, die von der Zollgefeßgebung nicht gegangene Mitteilung, es sei Beschwerde erhoben worden oder doch kaum berührt werden. Es ist aber, wie wir auch früher wegen Verlegung des Briefgeheimnisses gegenüber dem hervorgehoben haben, nicht unmöglich, daß durch eine zwved Sergeanten Sidel, ist nicht zutreffend. Vielmehr hat der mäßige Gestaltung des neuen Bolltarifs einige bisherige Verteidiger Hickels Strafantrag gestellt und soll bereits am Kanalgegner zu Kanalfreunden gemacht werden könnten. 9. d. M. Termin gegen den Kriegsgerichtsrat Lüde de Justerburg Daß wir nicht dazu gehören, brauchen wir wohl nicht wegen Verlegung des Briefgeheinmisses angefegt worden sein. besonders hervorzuheben. Das ist aber jedenfalls sicher, Nach dem Bild, das das Wiener Blatt sich von dem Baseler daß eine den landwirtschaftlichen Interessen nicht oder nicht ge= Sonst wird heute aus Gumbinnen berichtet: Der angeblichen Sühnekonflikt macht, hätte Prinz Tschun also nicht nur in der nügend entsprechende Gestaltung der Zollverhältnisse die Aus neuen Spur in Bezug auf den Mörder des Mittmeisters v. Krosigk Defensive, in der Abwehr outrierter Forderungen, sondern sogar sichten des Kanals wesentlich verschlechtern muß. liegt folgender Thatbestand zu Grunde. Am Mordtage, den 21. Ja in der Offensive einen durchschlagenden Erfolg errungen, der Wer also den Kanal will, der muß die eben dargelegten Vor- muar d. J., gegen 4 Uhr nachmittags, tam in ein Restaurant der ihm die Demütigung ersparte, um Verzeihung für die Erbedingungen schaffen. Kommen Handelsverträge zu stande, Tilsiterstraße hierfelbst ein Mann, welcher Gegenstände zur Auf- mordung Kettelers zu bitten. Der sich jedoch die den berechtigten Forberungen der Landwirtſchaft nicht oder unt- bewahrung gab. Es ſteht nun nach, übereinstimmenden ermitte- burch eine Standrebe" gerächt und hergestalt den, listigen genügend Rechnung tragen, dann ist während der Dauer lungen fest, daß dieser Mann unter einem Militärmantel mit Müze Sühneprinzen in zwölfter Stunde seinerseits überlistet. Das Der Verträge auf die Annahme einer etwaigen Mittelland- Civilkleidung frug. Kurz nach der Mordthat, als dieselbe noch nicht wäre ja alles ganz schön, wenn man nur begreifen tönnte, wiefo fanalvorlage nicht zu rechnen... ollidsuk D ruchbar geworden war, kam der Want zuri und sich zum Halten einer Standrede" einem völlig Wehrlosen gegenüber Die Erregung der Deutschen Tageszeitung" bekundet, wie schnell. Im Prozeß ist dann wiederholt von Belastungszeugen eine besondere Liftigkeit gehörte. Das Wiener Blatt erweist der fchiver die baldige Wiedereinbringung der Kanalvorlage die Agravier behauptet worden, daß an dem Mordtag nachmittags Civil personen Berliner Politik einen sehr schlechten Dienst, wenn es die unwahre treffen würde. Wenn die preußische Regierung ernsthaft wollte, nicht in der Kaserne, am allerivenigften aber auf dem an die scheinliche Lesart verbreitet, daß der Kaiser dem Sühneprinzen, dem würde sie mit Leichtigkeit die stanalvorlage durchsetzen und dabei zu- Reitbahn grenzenden Hof gewesen find. Jezt haben sich aber man auf diplomatischem Wege nicht beikommen konnte, nachdem gleich das Agrariertum zu Paaren treiben. Civilpersonen gemeldet, die bezeugen, daß auch sie an man ihn erst einmal in der Gewalt gehabt, noch unvermutet Doch die Regierung des Grafen Bülow ist jetzt und so lange dem Mordnachmittage in der Kaserne in der Nähe der Neitbahn zu einen bösen Streich gespielt habe, um ihm die Baseler Niederlage fie Regierung bleibt, unendlich entfernt, dieses Ziel mit Nachdruck zu thun hatten. Die weiteren Ermittelungen nach dieser Richtung hin zu vergelten. verfolgen. Sie hat im Frühjahr die Kanalvorlage preisgegeben und werden von einem Privatdetektiv bureau mit aller Energie Eisenbahndirektoriale Fürsorge für die Reifenden III. und fläglich vor Oftelbien tapituliert. Sie hat im Sommer die fon- und größter Objektivität geleitet, so daß die Verteidigung im Fall IV. Klasse. Wie die„ Kölnische Zeitung" mitteilt, hat die Eisenfervativen Bollwucherforderungen erfüllt. Sie wird im Herbst nicht einer neuen Gerichtsverhandlung in der Lage sein wird, mit ganz bahn- Direttion Ratto wig an sämtliche Bahnhofswirte das liebe Joch ihrer agrarischen Freunde mit kräftigem Rud ab- neuem Entlastungsmaterial aufwarten zu können. Amtliche fchütteln. Die„ Deutsche Tageszeitung" hat wenig Anlaß zur Be- Bernehmungen haben in dieser neuen Sache bisher noch nicht ihres Bezirks folgende Verfügung erlassen: unruhigung. stattgefunden. " 1 " " 202 Aus dem Eisenbahnreich.. „ Die Bahn- und Kassenärzte des Bezirks find angewiesen worden, ärztliche Zeugnisse und Bescheinigungen, welche Bedienstete der Eisenbahnverwaltung zur Begründung von Gesuchen um Beurlaubungen, Versetzungen oder Diensterleichterungen benutzen wollen, fortan nur auf Erfordern der Juspektionsvorstände oder der Eisenbahndirektion aufzustellen. Demgemäß haben sich die Beamten, Hilfsbeamten und Arbeiter behufs direkter Einforderung derartiger Atteste stets an die vorgesetzte Inspektion bezw. Direktion zu wenden, von wo das Weitere veranlaßt werden wird. Die Inspektionsvorstände ersuchen wir, fich bezüglich der Anforderung derartiger Atteste mit den Bahn- und Kassenärzten unmittelbar in Verbindung zu setzen." " " „ Um dem übermäßigen Genuß von Branntwein zu steuern, sehen wir uns veranlaßt, zu bestimmen, daß Branntwein nur noch in Gläsern von 1/40 Liter Inhalt und zum Preise von 5 Pf. für das Glas verkauft werden darf. Gleichzeitig untersagen wir allgentein den Verkauf von Spirituosen jeglicher Art in der Zeit bon 10 Uhr abends bis 8 Uhr morgens in den Warteräumen III. und IV. Klasse und auch unterschiedslos au Reisende und Nichtreisende." Man schelte also fürderhin nicht mehr über die Eisenbahnverwaltung, daß sie den Reisenden dritter und vierter Klasse nicht die gleiche Fürsorge zu teil werden laffe, wie den Passagieren der beiden ersten Wagentlassen. Die Kattowiger Verfügung beweist im Gegenteil eine besonders liebevolle Fürsorge gerade für die unbemittelten Neisenden. Da die Wagen namentlich der vierten Klasse oftmals in inter ungenügend geheizt sind, erliegen die Baffagiere dieser Klaffe nur zu leicht der Versuchung, durch innerliche Heizung ihre erstarrten Lebensgeister wieder zu erwecken. Diese fünstliche Stimulation ist aber nicht nur der Gesundheit unzuträglich, sondern auch eine wenig rationelle Geldausgabe. Mögen die Passagiere der ersten beiden Bagentlassen Grog oder Glühwein trinken, der Proletarier foll vor Schaden behütet werden. Merkwürdig, daß selbst die„ Köln. 8tg." diese gutgemeinte hygienische Bevormundung nicht gutzuheißen vermag! " Die Wahlangst des Zollwucherers. Aus Baden wird uns geschrieben: Unter dem 27. Juli d. J. hat der Eisenbahndirektions- Präsident Unfern Agrariern beginnt angesichts der bevorstehenden Landtags- Becher in Essen folgende Berordnung erlassen: wahlen vor der Wirkung zu grauen, die ihre maßlosen Zollwucherpläne auf die große Masse der werkthätigen Bevölkerung ausüben müssen. Die bisherige Entwicklung der Wahlbewegung hat ihnen gezeigt, daß die allgemeine Entrüstung über den von ihnen auf die Taschen des Voltes unternommenen Beutezug die Wahlchancen der Socialdemokratie besonders in den Industriegegenden gewaltig verbessert hat und ihre eignen Mandate start gefährdet. Sie versuchen es deshalb, in diesen Bezirken den Getreidegollwucher abzuschwören, um ihre bedrohten Positionen zu retten. Ergöglich ist in dieser Hinsicht eine Erklärung, die der bisherige nationalliberale Vertreter des Wahlbezirkes Pforzheim- Land, der Großgrundbesiger G. Frant, dieser Tage vom Stapel gelassen hat. Herr Frank bewirbt sich wieder um das Mandat des genannten Bezirkes, hat sich dabei aber, wie die Mehrzahl der nationalliberalen Standidaten auf dem flachen Lande, Bisher waren erkrankte Angestellte, denen Urlaub von ihrer mit Haut und Haaren dem„ Bund der Landwirte" ver- Behörde auf Grund ihrer serantenscheine verweigert wurde, in der schrieben, ohne deffen Unterstützung die nationalliberalen Wahlausfichten Lage, sich auf ihre Kosten ein Attest und einen Urlaubsantrag des in jenen Bezirken die denkbar schlechtesten find. In dem socialistischen Bahn- oder Kaffenarztes zu beschaffen, woraufhin ihnen der Redacteur Eichhorn von der Mannheimer„ Boltsstimme" hat Herr Erholungsurlaub nicht mehr verweigert werden konnte. Kolonialunruhen in Deutsch- Ostafrika. Nach Berichten aus Frank diesmal aber einen Wahlgegner gefunden, der ihm das Afrika rechnet man dort in den Kreisen der Schutztruppe mit einem Feld in dem start mit Industriebevölkerung durchsetzten Landbezirk Verfahren ist also jetzt durch die neue Verordnung beseitigt worden. mands charo und der Massai. Der Schles. Ztg." ist der BeDies die gesundheitlichen Interessen der Angestellten wahrende allgemeinen Aufstand der Eingeborenen am Kili mit großem Erfolge fireitig macht. Herr Frank sucht deshalb die Jetzt ist es den Beamten und Arbeitern untersagt, sich ein ärztliches richt zweier Missionare zugegangen, wonach der Ausbruch der UnWählerschaft über seine Stellung zur Getreidezollfrage zu be- Attest zur Begründung eines Urlaubsgefuches unmittelbar zu ruben auf die übermäßigen Frondienst e" und den Beschwichtigen, indem er sich im Pforzheimer Beobachter" die folgende erwirken. Die Angestellten werden genötigt, sich mit den Anträgen fehl, die Gewehre abzuliefern, zurückgeführt wird. Bekanntlich öffentliche Erklärung abringt: auf Ausstellung eines Attestes zunächst an die vorgesetzte Behörde, find infolge der unmäßigen Bedrückung der Eingeborenen namentlich " Im zweiten Blatt des Pforzheimer Städtischen Tagblatt" Inspektionsvorstand und Direktionspräsident, zu wenden, also an durch die mit größter Härte eingezogene Hüttensteuer schon früher blutige Nr. 202 wird behauptet, daß ich bei Besprechung der Zollsäge im dieselbe Stelle, die geneigt ist, alle Urlaubsgesuche mit möglichst Aufstände ausgebrochen. Jetzt werden noch von den Missionaren, wie von großh. Ministerium des Innern erklärt hätte: Die 3011 starkem Mißtrauen zu betrachten, an dieselbe Stelle, die genug durchaus kompetenten Zeugen, übermäßige Frondienste" für die tariffäße der Reichsregierung genügen nicht. Mittel und Wege hat, um den Aerzten ihren Wunsch möglichst Gärung unter den Eingeborenen verantwortlich gemacht. Daß auch Dieses ist insofern richtig, als ich mich dafür aussprach, rigorosen Vorgehens gegenüber den Urlaubsgesuchen nahe zu legen. die Konfiskation der Gewehre die Eingeborenen empören muß, läßt die großherzogliche Regierung möge darauf hinwirken, daß der Denn der Zweck der Berordnung kann kein andrer sein, als die Zahl sich unisomehr verstehen, wenn wieder neuerliche Berichte aus DeutschMinimalzoll für Gerste auf gleiche Höhe gebracht werde, wie der der Urlaubsgesuche einzuschränken. für Roggen, Weizen, Spelz und Hafer. Dagegen ist unwahr, Ostafrika schauerliche Geschichten über die Löwenplage beSo werden den schwver abgearbeiteten Angestellten der Eisenbahn richten. Sind doch erst kürzlich wieder 6 Eingeborene in demselben wenn behauptet wird, daß mir die Zollsäge der Reichsregierung allerlei Hindernisse in den Weg gelegt, im Erkrankungsfall Erholungs- Dorfe und in einer einzigen Nacht von Löwen zerrissen worden. überhaupt nicht genügen. Gerade das Gegenteil ist urlaub zu erreichen. So müssen fie einen die persönliche Freiheit Man sieht, daß es unsre ostafrikanische Kolonialverwaltung förmlich der Fall. Ich habe mich bei obiger Besprechung über die beschränkenden und das Ehrgefühl tränkenden Bettlergang machen darauf anlegt, die Eingeborenen zu Aufständen zu treiben, dalht Minimalfäge von Roggen, Weizen und Spelz dahin geäußert, daß und, bis ihr Gesuch Erledigung findet, ist ihr Gesundheitszustand es nicht im Interesse der badischen Landwirt- vielleicht bereits schwer geschädigt. Wird aber die Verordnung über- Kafernenepidemien und Kantinenverpachtung. Ueber den fchaft gelegen sei, zu verlangen, daß diese Säge treten, so sind strenge Disciplinarstrafen angedroht. Zusammenhang zwischen den Massenerkrankungen von Soldaten und noch weiter erhöht werden, ja ich würde einen Selbst an tranten Beamten und Arbeitern will Herr Fiskus dem Verpflegungssystem der Kantinen verbreitet sich die„ Allgem. noch weiter erhöhten Bolljag auf Roggen, Weizen unch sparen. Herr Becher aber, der Vater der Verordnung, ist leicher Zeitung". Bekanntlich, schreibt das Blatt, befinden und Spelz geradezu für ein zweischneidiges mehrfacher Millionär! sich die Kantinen meist in den Händen von Unternehmern und Schwert für unsre Landwirtschaft betrachten. werden an den Meistbietenden bergeben. Oft ers folgt der Zuschlag zu Preisen, bei denen Belverber ers flären, daß sie dafür reelle Ware nicht liefern tönnten, Natürlich muß der Kantinenpächter schen, wie er die hohe Bachtjumme wieder einbringt, und es liegt die Gefahr nahe, daß auch aus Danzig gemeldet wird, hat der entfühnte Sühneprinz vom Kaiser trog aller Kontrolle der Verwaltung die Qualität der Ware dabei eine Einladung zur Teilnahme an den Kaisermanövern erhalten. leidet. Die Sache ist aus Anlaß der Bemühungen der Firma Das Blatt bemerkt dazu: A. Wiedemann u. Cie., möglichst viele Kantinen durch hohe " Der Anblick des überaus glänzenden militärischen Schau Bachtgebote an sich zu reißen, im Frühjahr vorigen spiels wird nicht verfehlen, auf den Prinzen einen tiefen Eindruck Jahres auch im im Reichstag zur Sprache gebracht worden, zu machen. Vielleicht ist dies auch beabsichtigt, dem Chinesen und dabei wurde ausdrücklich darauf hingewiesen, daß einen Begriff beizubringen von der imposanten, friegerischen unter einem solchen System nicht bloß die Gewerbetreibenden, die Rüstung des Deutschen Reiches und der Wucht seiner militärischen von den Bächtern bei den Lieferungen im Breise sehr gedrückt Machtmittel." werden, sondern namentlich auch die Mannschaften leiden müßten. Daß die europäische Militärmacht der chinesischen unendlich über- Damals erklärte der Vertreter des Bundesrats, daß die MilitärDas Ministerium für Elsaß- Lothringen und der Zollwncher legen ist, braucht Prinz Tschum nicht erst durch ein militärisches verwaltung, die Generalfommandos, die für diese Sache zuständig Aus Straßburg wird uns geschrieben: Brunfspiel bewiesen zu werden; die hunderttausend Boxerleichen, die feien, auf die Verhältnisse aufmerksam machen werde, Die reichsländische Regierung war von Anfang an bestrebt, der die chinesischen Ströme verpesteten und die zerstampften Felder es sei zu erwarten, daß die Generalkommandos die nötigen Protestbewegung gegen die Erhöhung der Lebensmittelzölle den düngten, hatten das deutlich genug bewiesen. Aber vielleicht findet Schritte thun werden, unt etwaige Benachteiligungen, die Boden abzugraben. Als vor einigen Monaten die Gemeinderäte Tschun Geschmack am Militarismus und versucht später, ihm auch durch eine unzweckmäßige Verpachtung der Kantinen eintreten von Metz und Mülhausen Beschlußanträge votierten, deren Tendenz in China Eingang zu verschaffen. Wenn die drei Jahre des Waffen- fönnten, zu verhindern. Bon solchen Schritten ist bisher in der fich gegen die Zollwucherpläne der Großagravier richteten, ließ man einfuhrverbots verstrichen sind, kann ja Krupp wieder Lieferungs- Oeffentlichfeit nichts bekannt geworden, und es scheint fast, fich gegen die Zollwucherpläne der Großagrarier richteten, ließ man verträge in jeder Höhe annehmen. Vielleicht werden dann bei einem als ob alles beim alten geblieben sei. ihnen von Straßburg aus in ziemlich massiver Weise bedeuten, daß fünftigen Kreuzzug deutsche Offiziere, wie im vorigen Jahre Kapitän Döberizer Lager dürfte der Kriegsverwaltung doch Veranlassung Die Ruhrepidemie im fie fich um derartige, ihre Kompetenzen überschreitende Dinge nicht zu kümmern hätten. Speciell den Meßer Stadtrat wurde vom loth- Lans, die Trefflichkeit der heimischen Mordindustrie am eignen Leibe bieten, der Fage der Kantinenverpachtung ernstlich näher zu treten. ringischen Bezirkspräsidenten, dem inzwischen ins preußische Polizei- erproben können. Der Militarismus, für den doch sonst ein paar Millionen ein ministerium berufenen Herrn v. Hammerstein, mit energischen Der ,, überliftete" Tschun. Die„ Wiener Freie Presse" bekundet Pappenstiel sind, sollte doch die Verpflichtung fühlen, dafür zu sorgen, Maßregeln, erforderlichenfalls selbst mit der Auflösung ge- eine sehr originelle, freilich mehr ult als schmeichelhafte Auffassung daß die Mannschaften für ihre paar Pfennige Waren möglichst preisdroht, falls er den gefaßten Bollprotest- Beschluß nicht des feierlichen Entfühnungsaktes, indem sie schreibt: würdig und in möglichst guter Qualität erhielten. Bei den Offizierswieder rückgängig machen machen sollte. Alles dies erwies fich fafinos sorgt man doch dafür! jedoch als leere Drohung; denn weder in Mezz noch in Mülhausen wurde dem Stadtrat auch nur ein Haar gekrümmt, obwohl man an beiden Orten den Einspruch des Ministeriums gegen die erwähnten Beschlüsse durch einfachen Uebergang zur Tagesordnung stillschweigend unter den Tisch fallen ließ. Seither haben sich mehrere andre größere Stadtgemeinden dem Vorgehen der beiden Städte angeschlossen, zuletzt die Landeshauptstadt Straßburg, deren derzeitiges Oberhaupt, Unterstaatssekretär z. D. Back, als ehemaliges Mitglied der reichsländischen Regierung den Ruf eines hervorragenden Kenners der partikularen BerwaltungsGesetzgebung genießt. Herr Back hatte sich bereits vor einigen Monaten mit dem verflossenen Leiter des Ministeriums für Elsaß- Lothringen, Herrn Buttkamer, im Landes: ausschuß über das Recht der Stellungnahme der reichsländischen Gemeinderäte zur Frage der Zollgesetzgebung auseinandergesetzt und dabei eine Rundgebung des Straßburger Gemeinderats im Sinne der Mezzer und Mülhauser Beschlüsse in Aussicht gestellt. Zeht, nachdem diese erfolgt ist, wurde Herr Back ebenfalls mit einem Schreiben des Ministeriums beehrt, das dem Gemeinderat mitteilt, daß er mit seiner Stellungnahme gegen die Erhöhung der Lebensmittelzölle den Nahmen der seiner Beratung und Beschlußfassung vorWie mag die Berufsfreudigkeit der Beamten und Arbeiter durch In diesem Sinne habe ich mich übrigens schon bei Beratung des solche Verordnungen gehoben werden! landwirtschaftlichen Budgets als Berichterstatter in der letzten Kammertagung ausgesprochen und hat nachher der Abg. Drees= bach in einer Rede etwa ausgeführt:„ Wenn alle Agrarier in der Tschun Gast bei den Kaisermanövern. Wie einem Blatte Anforderung von landwirtschaftlichen Zöllen so bescheiden wären, wie der Berichterstatter, dann ließe sich wahrscheinlich eine Ber ftändigung erzielen" Ein Mitglied des Bundes der Landwirte", das eine Erhöhung der Getreidezölle über die von der Regierung vorgeschlagenen Säße hinaus als ein zweischneidiges Schivert für unsre Landwirtschaft" erklärt und das Zeugnis eines socialistischen Abgeordnetenkollegen für sein Wohlverhalten in der Getreidezoffrage anruft, das ist gewiß ein Schauspiel für Götter! b. ' Ausland. Frankreich. und Nun ist das Nätsel gelöst, warum Prinz Tschun noch ein paar Tage in Basel Aufenthalt nahm, bevor er sich nach Berlin begab, der getroffenen Vereinbarung gemäß, den deutschen Kaiser im Namen des Bogdochans wegen der Ermordung des Gesandten v. Ketteler um Berzeihung zu bitten. Der schlaue Chinese hat durch sein Zögern noch ein kleines Vorteilchen aus der Situation herausschlagen wollen, wie etwa ein zartfühlender Bräutigam im Zum türkischen Konflikt. Der französische Minister des Aus letzten Momente durch scheinbaren Rückzug die Mitgiftschraube wärtigen Delcaffé hat foeben neuerliche Instruktionen an den Botnoch ein bißchen fester anziehen mag, und augenscheinlich schaftsrat Bapst gelangen lassen, worin es heißt, daß angesichts der ist dem Zopfträger seine List gelungen. Liest man bereits für die Lösung des französisch- türkischen Konflikts von der die Ansprache, die Prinz Tichun an den deutschen Kaiser gerichtet franzöfifchen Regierung festgestellten Bedingungen fein Anlaß vorhat, so tommt man zu der Erkenntnis, daß nicht eine liege, der vom Minister des Auswärtigen Lewfit Pascha ergangenen plößlich aufgetauchte Forderung des deutschen Kaisers, Einladung, diese Bedingungen zu formulieren, Folge zu leisten. nicht der Kotau", den die Chinesen einem Barbarenfürsten Der Pforte bleibe es unbenommen, falls sie es wünsche, zu erweisen sich geweigert hätten, sondern umgekehrt, die Mitteilungen an den Botschaftsrat auf schriftlichem Wege gelangen Absicht des Prinzen, für die ihm genehme Formulierung der zu lassen. Abbitte die Zustimmung des deutschen Kaisers zu erzwingen, den Belgien. Bafeler Séjour des Prinzen verschuldet habe. Der Vorgang war Die Revolver der belgischen Socialisten. In Belgien wie offenbar der, daß der Text der Ansprache, die Prinz Tichun halten in Frankreich ist es Sitte, daß die Zeitungen ihren Lesern Prämien wollte, in Berlin nicht befriedigte, Prinz Tschun aber, geben, d. h. fie offerieren ihnen irgend welche Gegenstände zu bestatt wesentliche Aenderungen, insbesondere die Bitte um Berzeihung fonders billigen Preisen. So bietet der Brüsseler" Beuple" zur aufzunehmen, sich auf das Abwarten an der Grenze verlegte und Beit seinen Lesern billige Nevolver an. Das gab belgischen bürger uni = ichen Blättern die Veranlassung zu einer fleinen Haz gegen das Die Hungersnot. dip. Pape, Lübeck, Moislinger Allee 51a. genannte Blatt und gegen die belgischen Socialdemokraten; auch Deutsche Blätter, wie z. B. die Berliner Neuesten Nachrichten", wird schnell bestätigt durch ein in russischen Zeitungen abgedrudtes, Lofalfomitee, erkenntlich an rot weißen Schleifen, auf dem Bahnhof Unfre neuliche Mitteilung über die drohende neue Hungersnot Vom Sonnabend, den 21. September, nachmittags an wird das schlossen sich dieser alt. Die Socialistenführer, so hieß es, wollen sehr umfangreiches Cir lular des ministers des Innern anwesend sein.agas maitolitazine is mondia die Arbeiter bewaffnen und zur Revolution vorbereiten; hier müsse an die Gouverneure der von der Mißernte" betroffenen die Staatsgewalt eingreifen. Gouvernements. In diesem Circular wird die Mißernte" in zwölf Totenliste der Partei. Aus London wird uns geschrieben: Der Peuple" antwortet diesem Unkenruf in humorvoller Weise Gouvernements Wjatka, Berm, Kajan, Samara, Saratow, Simbirst, Die gestrigen Abendblätter verbreiteten folgende Nachricht:„ Ein vie folgt: Was denken eigentlich die Leute, die solche Tollheiten Ufa, Orenburg, Woronesh, Chartow, Elaterinoslaw und Taurien alter Mann, Namens. schreiben? Glauben sie denn, wir seien verrückt oder verbrecherisch ein Gebiet von 1 374 000 Quadratkilometer mit ca. 30 000 000 Gin wohnte, wurde von ung, der als Uhrmacher in Clerkenwell genug, den Gewehren der Soldaten, den Kanonen der Artillerie, den wohnern Ausländer ermordet." Da mir der Name nähere Untersuchungen an, die folgendes ergaben: Hermann Jung, aus der Geschichte der Jnternationale" bekannt war, stellte ich der 71 Jahre alt war, kam vor etwa 50 Jahren aus der Schweiz nach Lotroon. Gleich bei Gründung der„ Internationale" 1864 schloß er sich derselben an und wurde neben Marg, Engels und Eccarius forrespondierender Sekretär, und zwar für die Schweiz. Marg berühmte Schrift:" Der Bürgerkrieg in Frant " Flinten von großem Kaliber der Gendarmen mit gewöhnlichen regeln vorgeschlagen, wie man nicht die Mißernte" und ihre zugegeben. In dem Cirkular find ferner auch Maß Revolvern entgegenzutreten? Wenn wir wirklich Revolution Folge bekämpfen kann, sondern hauptsächlich, wie die„ Privathilfe machen wollten, würden wir es gewiß nicht vorher von allen bie Epaugteit der zahlen quit then Saubſchaffen Dächern herunterschreien; wir würden andre Mittel finden, während der Hungersnot im Baume gehalten werden sollen. als unsre Anhänger mit Revolvern zu bewaffnen. Wir würden ihnen z. B. raten, die Telegraphen- und Telephonverbindungen Türkei. durchzuschneiden, die Eisenbahnlinien zu sprengen, die Städte durch Konstantinopel, 6. September. In Djumaibala, Vilajet reich", die bekanntlich als Adresse des Generalrats der JuterAbschneiden des Gases und des elektrischen Lichtes in Finsternis zu Saloniti, raubten Briganten die amerikanische nationale" erschien, zeichnete er als Vorsitzender des Generalrats. hiffen; wir würden ihnen ferner raten, die Bergwerke zu zerstören, missionarin Miz Ellen und deren Begleitungsdame. Aus Aus seiner Feder stammten auch zuweilen die Berichte der„ Times" Bomben in Anwendung zu bringen, die Nationalbant zu zer- caloniti wife, en in hunter von Rotal über, die stongreffe der„ Suternationale". Jung beherrschte die behörden Verhaftungen von Bulgaren in Macedonien unter deutsche, französische und englische Sprache in Wort und Schrift und dem Verdachte illoyaler Machenschaften vorgenommen werden. verstand auch italienisch und ipanisch. Nach dem Kongreß von Haag, Aus Musch ist neuerlich an den Sultan eine Depesche gesandt der den Siz der Jnternationale" nach Amerika verlegte, zog er sich worden, worin abermals um Schuh gegen die Kurden ge- aus der Bewegung zurück und verlor sich auch aus dem persönlichen beten und mitgeteilt wird, daß in dem kurzem Zeitraume seit Abe Verkehr mit Marg und Engels, die seine Kenntnisse hochschätzten. fendung der letzten Depesche ungefähr 30 Armenier in nächster Nähe Erst in den Jahren 1895 und 1896 erschienen von ihm zuweilen der Stadt Musch von Kurden getötet worden seien. Korrespondenzen in der Justice", in denen er sein altes Interesse am Socialismus befundete. Ueber die Ursachen des Mordes ist noch nichts bekammt. add to mi stören usw. Unire Ideen haben aber nichts gemein mit einer blutigen Revolution; wir haben nicht die Absicht, zu zerstören und zu morden, sondern wir wollen unsre Ziele auf durchaus friedfertigem Wege erreichen. Italien. Asien. Englisch deutsche Rivalität in Shanghai. Die„ Times" " Die neue Taktik der italienischen Socialisten. Die Bewilligung des Budgets seitens der socialistischen Fraktion in der italienischen Sammer ist in den letzten Monaten Gegenstand lebhafter Auseinandersetzungen innerhalb der Partei gewesen. Wer aber beDer vierte Kongreß des Allgemeinen jüdischen Arbeiterfürchtet beziehentlich gehofft hat, daß diese Diskussionen die italienische berichten aus Shanghai, die 800 Mann starke deutsche Be- bundes in Rußland und Polen" tagte vor furzem in geheimer Socialdemokratie auseinander sprengen würden, der sieht sich gründ- agung entwidele eine emiige Thätigkeit. Sie habe Sigung in einer der russischen Städte, die wir aus naheliegenden lich getäuscht. Der„ Avanti" bringt in einer feiner legten Nummern auf drei Jahre mit, wie man hört, einer Option von sechs Gründen nicht angeben können. Die Verhandlungen nahmen fünf eine Zusammenstellung aller der Refolutionen, die von den Orts Jahren ein großes Terrain innerhalb der allgemeinen Nieder- Tage in Anspruch. An den Sizungen nahmen 24 Delegierte gruppen der Partei- Föderation für oder wider die Taktik im Parla- laffungen ge pachtet, das eingegrenzt und eben gelegt wird. Die Anteil als Vertreter des Komitees des Allgemeinen jüdischen ment angenommen worden sind. Danach haben sich bis jetzt 65 Gruppen Deutschen haben ferner den Bau von Kasernen und LagerArbeiterbundes" wir wollen ihn kurz Bund" nennen in für, 10 gegen die von der Kammerfraktion befolgte Taftit aushäusern in Angriff genommen und richten sich allem Anschein Warschau, Lodz, Bialystok, Grodno, ilno, gesprochen. In den meisten diefer Refolutionen heißt es, daß das nach auf einen dauernden Verbleib ein. Die britische Ge- Städten Südrußlands, die vorläufig nicht genannt werden dürfen. Brincip des Klajsenkampfs in jedem Falle aufrecht erhalten werden meinde äußert angesichts des Uebergewichts der Intereffen Groß- Vertreter hatten ferner gefandt das Centralfomitee des Bürstenwno, Witebsi, Dwinst. Minst, Somel und zwei müsse, daß aber unbeschadet dessen die Stellungnahme gegenüber dem Ministerium von Fall zu Fall beurteilt werden muß. britanniens starten Unwillen über die Situation. Die arbeiter- Bundes in Polen und Litauen" und eine andre gewerkschaftIn einer großen Anzahl der angenommenen Resolutionen wird gesagt, britische Garnison besteht aus nur einem indischen Regiment. liche Organisation, die gleichfalls vorläufig anonym bleiben muß. daß es ein großer Fehler gewesen sein würde, das Ministerium Zanardelli durch die Abstimmung zu Fall zu bringen, wodurch die Es war eine überaus reichhaltige Tagesordnung zu erledigen, aus welcher wir wegen Raummangel nur einige Punkte anführeit Socialisten nur den Reaktionären geholfen haben würden, ein ihnen tönnen. dism genehmes Ministerium ans Ruder zu bringen. Seit Veröffentlichung obiger Statistik hat sich schon wieder eine große Stadt, nämlich Turin, für die Taktik ausgesprochen, so daß zu hoffen ist, daß der Fall Mailand, wo die Frage bekanntlich zu einer Spaltung geführt hat, der einzige bleiben wird. Die viel beffere Disciplin der italienischen Socialisten, das Fehlen des alten Sektenwesens, wird sie im Gegensatz zu den französischen aller Wahrscheinlichkeit nach vor schiveren Berrüttungen bewahren. England. Amerika. So Zur Erleichterung der Zollbehandlung in New York follen deutsche Postpatete nach Baltimore, Boston, Philadelphia, In einer längeren Resolution sprach der Kongreß seine St. Louis und Chicago von einem nahe bevorstehenden Zeitpunkt Stellung zu den Streits aus, die er als Mittel zur wirtschaftlichen ab in direkten Posten nach den Bestimmungsorten befördert und erst Befierstellung der Arbeiter und der ökonomischen und politischen Aufda verzollt werden. Postpakete nach allen übrigen Orten der Verklärung betrachtet. Empfohlen wurde, auf die schlechtgestellten Beeinigten Staaten von Amerika unterliegen nach wie vor der Ver- rufe zunächst das Augenmerk zu richten, dagegen dort vorsichtig zu zollung in New York. Werke zu gehen, wo relativ beffere Arbeitsbedingungen herrschen. Die kolumbische Gesandtschaft hat von ihrer Regierung eine Gegen die terroristische Taktik, die gestattet, rohe Gewaltmaßregeln Botschaft empfangen des Juhalts, daß die Armee Ekuadors zugegen Fabrikanten oder Leiter von Betrieben in Anwendung zu Wasser und zu Lande in kolumbisches Gebiet einbringen, sprach man sich sehr entschieden aus. Dagegen wurde gefallen sei. Die Botschaft sagt ferner, die kolumbischen empfohlen, sich an allen Demonstrationen zu beteiligen, die von der Kanonenboote müßten sich in Bereitschaft halten, Bunkte der Pacific Mittel angewendet werden, wenn von den Beamten rohe, gewaltsame Organisation geleitet und geführt werden. Besonders soll dieses füste zu schützen. Chithrat Unterdrückungsmaßregeln beliebt werden oder sonstige bedeutsame politische Ereignisse es für zweckmäßig erscheinen lassen. Ueber jeden Fall polizeilicher Grausamkeit soll in der ausländischen Presse berichtet und der gefegliche" Weg der Klage beschritten werden. In Bezug auf die Nationalitätenfrage gelangte folgende Resolution zur Annahme: Der Boeren- Krieg. Eine Niederlage der Boeren. Aus Middelburg( Sapkolonie) wird vom 5. September gemeldet: London, 4. September. Die parlamentarische Nach tahl, die in einem der Wahlkreise von Lanark, Schottland, bevor steht, verdient größere Beachtung, als sie sonst parlamentarischen Nachwahlen zu teil wird. Der Wahlkreis war seit längeren Jahren liberal. Sogar im Jahr 1900, bei den Shakiwahlen, wurden dort 7120 liberale Stimmen gegen 5558 konservative abgegeben. Denn die Arbeiter sind in Lanark ziemlich stark vertreten, auch die Unabhängige Arbeiterpartei( J. 2. P.) zählt gar manchen Anhänger unter ihnen. Da nun der liberale Abgeordnete gestorben ist, beschlossen die Arbeiter, einen der Ihrigen als Kandidaten aufDas ganze Kommando Lotters wurde heute früh zustellen. Die Wahl fiel auf Robert Smillie, Vorsitzenden der Berg- südlich von Petersburg von Oberst Scobell gefangen genommen. arbeiter- Gewerkschaft von Lanarkshire und Mitglied der J. L. P. Gefallen sind 12 Boeren, 46 wurden verwundet; die Zahl der GeDie Liberalen, die ihre Arbeiterfreundlichkeit unaufhörlich beteuern, fangenen beträgt 103. 200 Pferde wurden erbeutet. hatten also die Gelegenheit, einem Arbeitervertreter zum Siege Eine spätere Meldung Kitcheners befagt: Die Gefangenzu verhelfen. Es scheint indes, daß die Liberalen, nachnahme erfolgte frühmorgens. Die Boeren verloren 19 Tote, 52 Verallen erhaltenen Schlägen, noch nichts gelernt haben. Sie ignorierten die Wünsche der Arbeiter und stellten Mr. Cecil vundete und mit Einschluß der Verwundeten 114 Gefangene mit all' Harmsworth als Gegenkandidaten auf. Die Brüder Harmsworth ihrer Habe. Unter den Gefangenen befinden sich die Kommandanten find die Gründer der gelben Journalistik in England. Die„ Daily Lotter und Breedt, die Feldkornets Krüger und W. Mail" ist eine ihrer Schöpfungen. Nun haben sie ihnen noch die Krüger und Lieutenant Schoemann. Gefallen find unter Monatsschrift New Liberal Review" hinzugefügt, die ihre Klauen andern die Gebrüder Vaster, zwei bekannte Afrifander aus der immer deutlicher zeigt. Der besagte Cecil Harmsworth ist ihr Ne- Solonie. Die Engländer hatten 10 Tote und 8 Verwundete. dacteur. Und für diesen Kandidaten treten die Liberalen mit großer Nach einem Telegramm aus Matjesfontein vom 6. September Wärme ein und verlangen die Zurückziehung Smillies. Die Westminster gelang es nur 19 Boeren, sich der Gefangennahme durch die Flucht schreibt Kandidatur( Smillie) einen so sicheren liberalen Siz zu entziehen. gefährdet; es wäre deshalb wünschenswert, die Situation dadurch zu retten, daß schließlich nur ein Kandidat dem Konservativen gegen überstehen sollte." Wir glauben indes nicht, daß der Wunsch der Liberalen erfüllt wird, es sei denn, daß sie ihren Harmsworth zurückziehen. day eingerüber am 2. September:" Wir bedauern nur, Es wird uns berichtet: Rußland. Verhaftungen. In den letzten Tagen sind in Odessa ca. 40 Personen aus politischen Gründen verhaftet worden. In Berdytsche w wurden seit Juli 15 Personen verhaftet. * " " Der Kongreß ist der Ansicht, daß nach dem Sinn des socialdemokratischen Programms nicht nur der Druck einer Klasse durch die andre, sondern auch und nicht minder die Unterdrückung einer Nation durch die andre, die Herrschaft einer Sprache über die andre unzulässig ist; daß ein Staat wie Rußland, deffen Einwohnerschaft aus verschiedenen Nationen besteht, in Zukunft in eine Föderation von Nationen übergeben wird, deren jede, auf welchem Territorium sie auch leben mag, volle Autonomie befizen wird; daß der Begriff Nation" auch auf das jüdische Volt angewendet werden kann, daß er aber für unzeitgemäß erachtet, Forderungen nationaler Autonomie für die russischen Juden aufzustellen und deshalb vorläufig nur für die Abschaffung der für die Juden existierenden Ausnahmegeseze gekämpft werden muß. als föderative Bereinigung der socialdemokratischen Parteien aller Der Kongreß betrachtet die Nußl. Socialdem. Arbeiterpartei" das russische Reich bewohnenden Nationen; er beschließt, daß der als Vorsteher des jüdischen Proletariats in die Partei als föderativer Teil eintreten soll und beauftragt das Centralkomitee, Nach einem hier eingetroffenen Privattelegramm ist van der diesen Beschluß in Ansführung zu bringen. Heever, Mitglied des geseggebenden Rates in Ueber sein Verhältnis zu den übrigen socialistischen Parteien Burghersdorp, verhaftet worden und zwar unter der Anklage, bestimmt der Stongreß folgendes: Waffen verborgen zu haben. Die Eisenbahnverbindung 1. Mit der socialdemokratischen Partei Polens und Litauens zwischen Worcester und Grootfontein ist ge stört. Die Post ver- ist es für den Bund" möglich, in ein föderatives Verhältnis zu kehrt bei Tage. Man glaubt, daß Scheepers sich in der Gegend treten. aufhält. * Die StreckenBund" 2. Obgleich der Kongreß über einige taftische Fragen- wie zum Beispiel fiber Terror und Demonstrationen mit der Poln. Neber den Bahnüberfall bei Waterval Soc. Partei Proletariat" nicht übereinstimmt, hält er es dennoch für nötig, mit derselben wie mit jeder andern revolutionären fociasendet der bekannte Kriegskorrespondent des Daily Telegraph". listischen Organisation in freundschaftlichen Beziehungen zu stehen. Mr. Bennet Burleigh, seinem Blatte eine interessante telegraphische 3. Da fich die gegenseitigen Beziehungen zwischen dem Bunde" Beschreibung des Angriffs der Boeren." Dieses Matheur und der" Polnischen Socialistischen Partei" unterdeffen nicht Das berüchtigte Gendarmerie- Triumvirat( Teufels- Troika" ge- an der Eisenbahn in der Nähe von Waterval ist eines der geändert haben, beschließt der Kongreß, die Resolution vom nannt) in den russischen Ostsee- Provinzen, Profozowsky beklagenswertesten und peinlichsten Ereignisse in dieser Periode vorigen Kongreß weiter bestehen zu lassen.( Die Resolution in Riga, Wonsjazky in Libau und Klado in Mitau, denen sich in des endlosen Krieges. Die Besatzung des Zuges war voll lautet: Da die Gristenz des Bundes" unbedingt notwendig zur würdiger Weise der Mitausche Gefängnishenter Haase anschließt, ständig ahnungslos mit Bezug auf irgend welche drohende Gefahr Entwicklung des Klassenbewußtseins des jüdischen Proletariats ist; der auf seinem Gewissen wenigstens zwei Morde hat( den und gab sich daher einem gefunden Schlafe hin, zumal man da die P. S. P. mit ihren Angriffen auf den„ Bund"( in ihren Tetten Kreher teilt er brüderlich mit Klado), rüstet sich zu wußte, daß die Linie durch verschiedene Blockhäuser und Waterval Organen Robotnik“,„ Przedswit" u. a.) fich Mühe giebt, seine einer neuen Großthat. selbst durch eine Besatzung gesichert sei. Selbständigkeit zu schwächen und seine Eristenz zu beeinträchtigen, In Ermangelung nach ihren Begriffen wirklicher politischer Controleure hatten wirklicher politischer Controleure hatten an dem fraglichen Morgen ihren sonst Verbrecher" haben sie in Mitau ein junges Mädchen, Fräulein üblichen Rapport über den Teil der Strecke gemacht, auf dem das beschließt der Stougreß, diese Taktik der P. S. P. mit allen passenden Mitteln zu bekämpfen.)" 2. Krisson, verhaftet, dessen einziges Verbrechen darin bestand, Unglück sich zutrug. Als so der Train in voller Fahrt durch einen Wie wir aus den Verhandlungen des Kongresses ersehen, werden daß es das Unglück gehabt hat, am 4./17. März vor der Kafanschen tiefen Einschnitt dampfte, wurde auf der Linie ein Neger sichtbar, in den geheimen Druckereien des„ Bundes" in Rußland folgende Kathedrale in Petersburg geprügelt und dann nach Mitau verschickt der plötzlich seine Hand hochhob, worauf ein Boer zwei Dynamit- Breßerzeugnisse angefertigt:" Die Arbeiterstimme"( politisches von Haussuchung in Libau wurde ein Brief des Frl. K. vor- Panzerwaggons zertrümmerten und verschiedene Leute töteten oder arbeiter),„ Der Klassenkampf" für Wilna, Der Kampf" für gefunden, in welchem von einigen lettischen Büchern die Nede Im selben Augenblicke eröffneten die Feinde ein Homel, Der Warschauer Arbeiter"," Der Bialystoker Arbeiter", war. Es handelte sich in diesem Briefe um legale wütendes Gewehrfeuer von den Rändern des Durchstiches aus Bialystoker Flugblätter"," Der Minster Arbeiter", Minster Bücher, was alle Bekannten des Fräulein K., darunter ein Bastor, auf sämtliche Wagen, und es hatte den Anschein, als ob etwa Flugblätter"," Grodnoer Fabrite- Flugblätter". In der ausländischen bestätigen können, aber da Bücher in Rußland an und für sich ein 100 Boeren vorhanden waren. Unfre Soldaten waren meistens gar Druckerei des Bundes, in Genf: außer agitatorischen und wissenstaatsgefährliches Ding sind, werden keine Beweise angenommen, nicht im stande, zu ihren Waffen zu greifen und das feindliche Feuer schaftlichen Broschüren„ Der jüdische Arbeiter" und das arme Mädchen muß monatelang im Mitauschen Gefängnis, zu erwidern. Oberst Bandoleur gab mit lauter Stimme den Befehl, schaftliches Centralorgan" und„ Die letzten Nachrichten aus Nußwelches charakteristisch Klein Sibirien" genannt wird, der daß alle Passagiere sich flach auf den Boden der Wagen niederlegen land". Behandlung eines Haase ausgesetzt sein. Wie uns mitgeteilt wird, follten, um den Kugeln der Boeren zu entgehen. Als sodann dieser Offizier Da der Bund hauptsächlich in Litauen, dann in Polen und ist das Mädchen schwer erkrankt. sich auf die Plattform seines Waggons begab, wurde er aufgefordert, verhältnismäßig wenig im eigentlichen Rußland thätig ist, ändert er In Nieder Bartau unweit Libau wurden zwei sich zu ergeben, was er aber verweigerte, worauf ein Boer aus feinen Namen in„ Algemeiner jüdischer Arbeiterbund in Litauen, politische Emigranten, Ernst Rolau und Kljawa, verhaftet nächster Nähe sein Gewehr auf ihn abfeuerte und ihn mitten durchs Polen und Rußland". und, mit Stricken gebunden, nach Liban geschleppt. Auch Herz schoß. Zwei Boeren bedrohten mit ihren Gewehren die weibEine Reihe andrer weniger wichtiger Entscheide übergehen wir, der alte Vater des Kljawa, ein Kirchenältester, ist verhaftet worden. lichen Bassagiere und ein Schurke feuerte abfichtlich(?) auf die im fie betrafen vielfach interne Angelegenheiten der Organisation, Ferner wurden in Libau und in Haienpoth die Ge- Zuge befindliche Pflegerin Page, die er verwundete.(?) er verwundete.(?) die, wie der Kongreß bewies, einen recht guten Fortschritt gemacht schwister eines lettischen politischen Emigranten Rosin verhaftet. Das Schließlich plünderten die Feinde den ganzen Train, selbst hatte. Triumvirat weiß fehr gut, daß die verhafteten Geschwister Rosin sich das Gepäck der Passagiere, ließen die Toten und Verwundeten durch an der politischen Bewegung nicht beteiligen, verhaftete sie aber, um unsre Leute entfernen und steckten den ganzen Zug in Brand, aus ihnen durch Erpressungen Geständnisse zu entlocken. worauf sie verschwanden. Um sich gegen Verstärkungen von PreIn Riga wurde auf einem Schiffe ein Matrose Mustat toria zu sichern, hatten die Boeren etwa eine Meile jüdlich die verhaftet und in das Libausche Gefängnis überführt. Linie ebenfalls zerstört und konnten so den Ueberfall erfolgreich aus. " verwundeten. Scheinbar gelüftet hat dem Triumvirat nach einem neuen führen. Letten Prozeß: die Gefängnisse in Libau und Mitau sind überfüllt; neue Gefangene werden nach Libau geschickt, wo ein neuer Flügel zum Gefängnis gebaut wird, um für neue Ankömmlinge Blatz zu machen. Zn Smolenst, Schaulen und andren Städten, wo Raum genug in den Lokalgefängnissen, wurden Letten verhaftet und nicht in das dortige, sondern in das 2i bausche Gefängnis überführt. Partei- Nachrichten. you An die Delegierten zum deutschen Parteitage richtet das übecker Lokalkomitee das Ersuchen, recht bald von ihrer Dele gation hierher Mitteilung zu machen, um die nötigen Wohnungen beschaffen zu können. Die Adresse des Lokalkomitees lautet: " " wissen Der franzöfifchen Socialdemokratie fehlte es bisher an einem illustrierten Partei- Organ. Diese Lücke soll nunmehr ausgefüllt werden; vom 21. September ab wird in Paris der„ Cri Der Preis soll sich pro Nummer auf du Peuple" erscheinen. 10 Centimes belaufen; Mitarbeiter sind u. a. Allemane, Viviani, Henry Turot, Briand usw. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Die Geschäftskommission der Vertrauensmänner- Centrali fation macht bekannt, daß der diesjährige Kongreß der ihr angeschlossenen Organisationen am 22., 23. und 24. September Thieme. in Berlin in den Arminhallen stattfindet. Die vorläufige Tages: ordnung lautet: 1. Geschäfts- und Rechenschaftsbericht. Referenten: Kater und 2. Die Bestrebungen unsrer Centralisation gegenüber den neutralen Gewerkschaften. Referent: Reßler. 3. Streifs, deren Regelung und Unterstügung. Referent: Theod. Fischer. 4. Die deutsche Handelspolitik und die Lage der Arbeiter. Referent: A. Kleinlein. 5. Erledigung der eingegangenen Anträge. 6. Wahl der Geschäftskommission. Alle Anträge, Wünsche und Beschwerden find an E. Thieme. Berlin SO., Adalbertstr. 19, einzusenden. Die ftreifenden Bauanschläger beschlossen in einer am Donnerstagabend stattgefundenen Versammlung, den Generalstreit über die Charlottenburger Jnnung aufzuheben und bei denjenigen Mitgliedern, welche den Tarif der Arbeiter anerkennen, die Arbeit aufzunehmen. Es haben auch schon Verhandlungen mit etlichen Mitgliedern der Arbeitgeber Lohnkommiffion der Berliner Innung stattgefunden, in denen dieselben bezüglich des Tarifes mehrfache Zugeständnisse gemacht haben. Es wurde jedoch beschlossen, die Arbeit nur dann aufzunehmen, wenn die Berliner Innung vor dem Einigungsamt die Erklärung abgiebt, bis zur Beendigung der Verhandlungen den Tarif und den Arbeitsnachweis der Bauanschläger anzuerkennen. Hochseefischerei find sie von großen Kapitalisten abhängige Lohn- find noch nicht vollkommen zum Austrag gebracht, in Versammlungen arbeiter geworden. Die Unternehmer wollten die Gewinnbeteiligung und in der Presse werden die Debatten darüber fortgesetzt. In der einführen; die Arbeiter lehnten dies aber ab, weil sie nicht an den Versammlung der Genter Parteigenossen wurde kürzlich die Frage Chancen und bu bent Rifto bes Stapitals Anteil nehmen wolten. von ihrer principiellen und ihrer prattiſchen Seite aus behandelt; Die Fischer find nicht organisiert, und da die ganze Stadt von der die Freunde des Frauen- Etimmrechts waren in der Mehrheit. Die Fischerei lebt, so herrscht dort jest große Not. Die Regierung hat Frau stehe dem Manne nicht nach, weder an Energie noch Intelligenz einen Vertreter dahin entsandt, um eine Verständigung herbei- noch Aufopferungsfähigkeit. Die Last, welche der Frau in der gegenzuführen; zu einer folchen ist es aber bisher noch nicht gekommen. wärtigen Gesellschaft aufgebürdet, sei sowohl in der Fabrik wie int Zum amerikanischen Stahlarbeiter- Streik wird aus New Hause eine schwere. Die Befürchtungen eines Teils der Socialisten, Bort telegraphiert: Der Stahltrust hat angeordnet, daß heute alle die Verleihung des Stimmrechts an die Frauen fönne dem Fortschritt Werte wieder geöffnet werden sollen, um durch eine legte Kraftprobe schaden, find übertrieben. die Entscheidung in dem Ausstand herbeizuführen. Wie die Frau, so stehe auch ein großer Teil der Männer noch unter dem Einfluß der Priester. Verweigern wir den blämischen In Messina( Italien) find 300 Eisenbahner in den Streit ein- Bauern das Wahlrecht, weil sie tlerital wählen? Es könne auch getreten, um die geforderte Lohnerhöhung durchzusetzen. Aus der Frauenbewegung. Versammlungen. über den nicht behauptet werden, daß alle Frauen noch flerifal seien; fie feien es nicht in den großen Städten und in den Jndustriecentren. Wenn wirklich ein Rückschlag für die Partei tomme, so sei dieser nicht von Dauer; nach einem Rückschlag würden die Männer mehr wie vorher für Aufklärung der Frauen sorgen. Bei dem Stand unsrer heutigen hielt nach längeren Sommerferien wieder seinen ersten Vortrags- Jahrhundert. Der Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse Kultur und Entwicklung wiegen zehn Jahre mehr als ehedem ein abend ab. Dr. Steiner sprach über den Aberglauben vom Gehirn In einer Resolution erklärten sich die Genter Socialisten für schlechter feine Rolle spielen; die Leistung selbst biete den einzigen Socialisten der Borinage hat sich bekanntlich vor kurzem in gegender Frau. Im öffentlichen Leben dürfe der Unterschied der Ge- die Ausdehnung des Wahlrechts auf die Frauen. Der Kongreß der Maßstab der Wertschätzung. eine alt überlieferte Sage, die in ferneren Zeiten oft zu drastischem Die Minderwertigkeit der Frau ist teiligem Sinne geäußert. Ausdruck kam. 1377 wurde den Frauen der Besuch der alten Achtung! Bildhauer. Nach einer Mitteilung aus Bremen, italienischen Universität Bologna verboten, weil: das Weib woselbst sich die Holzbildhauer im Streit befinden, sollen Arbeiten das Haupt der Sünde ist und die Ursache der Vertreibung Eine Metallarbeiter- Versammlung, die am Donnerstag der Möbelfabrik von Bremer daselbst nach Andeutungen des aus dem Paradiese." Jede Unterhaltung mit ihm sei fireng zu tagte, beschäftigte sich mit der Lehrlingsausbeutung bei der Firma Prinzipals in Berlin angefertigt werden und ist auch bereits eine meiden, die Uebertretung des Verbots schwer zu strafen. Als Weber u. Cie." Der Referent Wiesenthal bemerkte unter Stifte mit zugerichteter Arbeit abgeschickt worden. Es handelt sich Milderungsgrund für die strengen Herren sei angeführt, daß sie anderm: Abgesehen davon, daß auf etwa 15-16 gelernte Arbeiter um moderne Flacharbeit; ferner Romanisch und Gothisch in Eichen, sämtlich katholische Geistliche waren, also zur Ehelosigkeit verurteilte immer 20 Lehrlinge kommen, sind diese letteren oft jahrelang mit Nußbaum und Mahagonie. Auffällig ist auch grün- und nußbaum- Unglückliche. Und ebenso die Teilnehmer an jenem Stonzil, welchem Herstellung nur einzelner Teile beschäftigt. Bei einer zehnstündigen farbig gebeiztes Ahorn und Buche. Die Flachornamente sind Haupt- die Frage vorgelegt wurde, ob dem Weibe eine unsterbliche Seele Arbeitszeit erhalten die Lehrlinge einen Wochenlohn von 3 M. fächlich mit Rosen überfüllt. Es wird ersucht, Zuzug nach Bremen zukomme. Einen Nachklang jen er Zeiten meint man zu vernehmen, im 1., 5 M. im 2., 7,50 im 3., 10 M. im 4. Lehrjahre, wovon aber fernzuhalten, sich die verdächtig vorkommenden Arbeiten genau an- wenn Professor Bischoff in den sechziger Jahren des 19. Jahr in demselben prozentualen Verhältnis wöchentliche Spargelder" zusehen und den Namen„ Bremer" im Gedächtnis zu behalten. hunderts erklärt, so wenig als Kaffer oder Hottentot würde von 50 Pf. aufwärts einbehalten werden. Diese sparsame Der Vorstand des Centralvereins der Bildhauer Deutschlands er ein Weib in seinem Hörsaal dulden. Der berühmte Chemiker Fürsorge wäre gar nicht so übel, wenn sie nicht einen„ Haken" hätte. ( Verwaltungsstelle Berlin). Liebig ließ seine Zuhörerin hinter einem Ofenschirm sizen, Wer von den Lehrlingen auch nur eine Minute zu spät kommt, hat damit Lichtenberg- Friedrichsberg. Die Kommission der Barbiere die Studenten sie weder belästigten noch belästigten noch von ihr 10 Bf., für weitere Verspätungen eine höhere Strafe zu zahlen; gestört würden. tveist nochmals darauf hin, daß die Arbeiterschaft in ihrem eignen Befähigung zu gelehrten Berufen erwiesen, als noch die Theorie aus zu lange nach Feierabend an der Maschine gepuzt oder gar die In praktischer Arbeit haben die Frauen ihre beendet er des Abends die Arbeit zu früh, desgleichen; hat er aber Interesse nachfolgende Geschäfte, die fich weigern den von der Verschiedenheit der körperlichen Bildung eine wesentliche Ver- Kontrollmarke vergessen, kostet es 50 Pf. Für etwaige fehlerhafte der Freien Vereinigung und den organisierten Gehilfen abschiedenheit des Geistes von Mann und Weib verkündete. In der Arbeiten werden 50 Pf. bis 1 M. Strafe angerechnet. Jeder damit geschlossenen Tarif 811 unterschreiben, meiden mögen: er Entwicklungsgeschichte des menschlichen Judividuums von seinem Unzufriedene wird sofort entlassen, ohne daß Stettenberg, Frankfurter Allee 157, Sterften, Frankfurter Chauffee 111, ersten Entstehen an fand der Redner den Beweis für die Wesens Verbleib weder der„ Spar" noch der Strafgelder etwas erfährt. Hoffmann, Frankfurter Chaussee 128, Elsner, Runimelsburgerstr. 57, gleichheit der Seele, wenn auch spätere Einflüsse den Geist nach Die Lehrlinge arbeiten zunächst im Accord, und wenn sie ihr Benjum Conrad, Pfarrstraße 36, Jäckel, Pfarrstraße 35. Die Kommission der Barbiere von Lichtenberg. verschiedenen Richtungen entwickeln. Auch die Vererbung geistiger nicht geliefert haben, müssen sie auch dieserhalb bis zu 1 M. Strafe Eigenschaften von beiden Eltern auf Söhne und Töchter ohne Unter zahlen. Dazu kommt die Ausbeutung durch Arbeiter oder Meister, Deutsches Reich. schied spricht laut gegen eine Trennung der Geisteskräfte nach dem die vielfach mit 3-4 Lehrlingen im Accord arbeiten usw. Redner Geschlecht. Von den noch unverbrauchten Geistesgaben der Frau ver- erivartet, daß nicht nur die Behörde strenger kontrollieren, sondern spricht sich der Redner Besserung auf manchem Gebiete des geistigen niemand einen Lehrling mehr in diesen Betrieb geben wird, daß Lebens, der Erziehung, der Gesetzgebung, der Ausgestaltung des aber auch die Arbeiter selbst für Beseitigung dieser Zustände sorgen socialen Lebens zu glücklicheren Daseinsformen. Der anregende werden. Nach kurzer Besprechung gelangte nachstehende Resolution Vortrag fand reichen Beifall und frohe Zustimmung. einstimmig zur Annahme: Die Versammlung verurteilt auf das nachDie nächste Versammlung, in welcher Dr. Franz Oppenheimer drücklichste die vom Referenten geschilderte Lehrlingsausbeutung bei referieren wird, findet am 16. September statt. der Firma Weber& Cie. Die Versammlung erblickt in diesem System auch eine Verschlechterung der Lage der arbeitenden Klassen Die gesetzlichen Bestimmungen über die Frauen und und erwartet, daß die zuständigen Behörden die erforderlichen Kinderarbeit dürften von allen Arbeiterschutz- Borschriften wohl am Schrite unternehmen, um einer derartigen Ausbeutung der Lehrlinge meiſten übertreten werden. Der Anreiz ,. die billige und gefügige Einhalt zu thun. Auch erwartet die Bersammlung, daß das Reich, Arbeitskraft. der Frauen und Kinder auszunüßen, in so groß, daß bezw. der Staat, Lehrwerkstätten errichtet, um in diesen Lehrlinge, die Fabrikanten mit den raffiniertesten Mitteln die Umgehung durch staatlich besoldete Meister, zu tüchtigen und leistungsfähigen der Gewerbe- Ordnung versuchen. So berichtet der Fabrikinspektor aus Arbeitern auszubilden. dem Elsaß, daß an Sonntagen junge Leute in einer Papierfabrit, Der socialdemokratische Wahlverein in Steglik beschäftigte einer photographischen Anstalt und in einer Bosamentenfabrik ans getroffen wurden. Im leyteren Falle war das gesamte Bersonal bei sich in seiner letzten Versammlung mit dem Schiedsspruch betreffs geschlossenen Thüren und geblendeten Fenstern der Hamburger Accordmaurer und der Angelegenheit der Buchdrucker beschäftigt, die Kinder und Arbeiterinnen waren vor dem revidierenden der Leipziger Volkszeitung". Nach einem Steferat des Genossen Beamten, zum Teil in verschließbare Speicherkammern, versteckt worden. e imbach und reger Diskussion nahm die Versammlung gegen Das Vergehen wurde bei den Unternehmern mit 60, den Betriebs- eine Stimme eine Resolution an, welche sich gegen den Hamburger Schiedsspruch erklärt und vom Parteitag einen bündigen Beschluß führern mit 40 m. Strafe geahndet. in diesem Sinne erwartet. Der Bericht über die Kreiskonferenz konnte nicht gegeben werden, weil der Referent nicht erschienen war. Gemeindevertreter Rapp teilte mit, daß sich die nächste Gemeindevertreter- Sigung mit der Beratung eines Statuts für das zu errichtende Gewerbegericht zu befaffen habe. Die Agitation und die sonstigen Arbeiten in dieser Angelegenheit hat das GewerkschaftsAchtung, Bauarbeiter. Von den Bau- Unternehmern in NeuRuppin werden durch Juferate Maurer und Bauarbeiter gesucht. Da die Bauarbeiter daselbst wegen Lohnherabsetzung im Stampf stehen, so hat es den Anschein, als ob die Unternehmer eine Aussperrung aller Bauarbeiter planen. Aus diesem Grunde wird ersucht, den Zuzug nach Neu- Nuppin fern zu halten. Der Vorstand des Verbandes der Bau-, Erd- und gewerblichen Hilfsarbeiter. Vom Generalftreik der Flaschenmacher werden uns aus Nienburg nachstehende Vorgänge berichtet: Vor fünf Wochen wurde der Glasmacher Gözinger, weil er arbeitswillige Ruffen aufgewiegelt haben sollte, auf Beranlassung des Hüttenmeisters Leipold verhaftet. Gözinger wurde, gleich einem gefährlichen Verbrecher, geschlossen von Nienburg nach Verden transportiert. Ein Gesuch um Haftentlassung hat die Staatsanwalt schaft abschlägig beschieden. Am 5. September stand Göginger in Verden vor Gericht, es konnte ihm aber nichts Strafbares nachgewiesen werden, denn das Gericht sprach den Angeklagten fostenlos frei. Somit hat also Gözinger fünf Wochen lang unschuldig in Untersuchung gesessen. Ein andrer Fall: In der Nähe der Wohnung zweier Glasmacher wurde auf dem Felde Kohl gestohlen. Der Verdacht des Diebstahls fiel aus welchen Gründen ist nicht ersichtlich auf die beiden Glasmacher. Sie wurden ins Berhör genommen und mußten sich bei dieser Gelegenheit entkleiden, weil man an ihrem Körper nach sichtbaren Beweisen der Thäterschaft suchen wollte. Der Feldhüter hatte nämlich auf die Diebe geschossen, und an etwaigen Schußwunden wollte man daher die Diebe erkennen. Die beiden Verdächtigen eriviesen sich aber als unverlegt. fartell übernommen. Unberechtigte Ueberarbeit für Frauen und Kinder ist sehr häufig Gegenstand der Sorge für den Beamten; sie wird stets verboten aber selten gestraft. Da die Strafen außerdem zu dem eventuellen Gewinn in feinem Verhältnis stehen, kann die Fortdauer dieses Miß branches nicht Wunder nehmen. Auch andre Schwierigkeiten ergeben sich durch die Findigkeit der Besizer. So waren in den Puz machereien und Nähereien zweier großer Warenhäuser 14 Arbeiterinnen. an Sonnabenden zu lange beschäftigt. Die Inhaber der letzteren Fast jeden Tag werden jest in Nienburg streifende Glasarbeiter erklärten, sie würden die Mädchen fünftig um 5 Uhr aus der Lehte Nachrichten und Depelthen. verhaftet. Wenn sich die Arbeitswilligen prügeln, was oft genug Näherei entlassen, sie aber dann als Verkäuferinnen bis zum LadenMc Kinley schwer verwundet. vorkommt, und es befinden sich Streikende in der Nähe, so fällt regel- schluß um 8 Uhr abends beschäftigen. Gegen ein derartiges Zunichte. Buffalo, 6. September.( W. T. B.) Auf den Präsidenten mäßig auf diese der Verdacht der Thäterschaft, obgleich sie durch ihr machen der Gesezesabsicht bietet das Gejezz teine Handhabe." seitheriges Verhalten keine Veranlassung dazu gegeben haben. Dieser bewußte und abfichtliche Widerstand gegen Gejezze, die Mc Kinley wurde heute nachmittag von einem Fremden zweimal Die Glasfabrikanten sezen die Werbungen von Streitbrechern in ihnen unvorteilhaft scheinen, wird von den Arbeitgebern in Ziegeleien geschossen. Der Zustand des Präsidenten ist ernst. Rußland fort. Der" Nowoje Wremja" wird von zuverlässiger Seite noch viel weiter getrieben. Er steigert sich zu offener Verhöhnung berichtet, daß besondere Agenten der deutschen Fabrikanten in Ruß des Beamten, der nicht im ftande ist, die Gesetzesübertretungen so Hamburg, 6. September.( W. Z. B.) Nach einer dem Ham land herumreisen, um Arbeiter anzuwerben. Man spricht dabei von genau festzustellen, daß dagegen eingeschritten werden kann. der angeblichen Neugründung einer Glashütte, die 3500 Arbeiter fich bei diesem unwürdigen Thun auch Arbeiter beteiligen, denen burgischen Korrespondenten" von dem hiesigen Generalkonsulat der Republik San Salvador mitgeteilten Depesche brach am braucht. Also die Thatsache, daß es sich um Erfaz für die vorgespiegelt wird, der Wehrverdienſt, den sie bei dieſem ungejez 3. d. Wis. in San Salvador in der Straße, in welcher sich die streifenden Glasarbeiter handelt, wagen die Agenten selbst in Ruß- lichen Vorgehen vielleicht finden, ersetze ihnen den geschlichen Schus, Artillerietaserne und das Wohnhaus des Präsidenten be= land nicht offen auszusprechen. Daß die Werbungen nennenswerte jo entschuldigt sie dabei teils ihre Unkenntnis, teils die Angst, die finden, Feuer aus, das erst nach größter Anstrengung von dem Erfolge hätten, davon ist bisher noch nichts bekannt geworden. Arbeitsgelegenheit einzubüßen. Wenn sie aber dabei lernen, die Gesetze seien dazu da, um sie zu übertreten, und die Hüter des Gesetzes. um sie zu verspotten so ist das nicht ihre Schuld. Der Inspektor nennt es denn auch: Einen Zustand, wie er ruinöser für die Gesegesachtung und Sittlichkeit im allgemeinen wie der Beteiligten im besonderen kaum gedacht werden fann." Durch Streifpoftenstehen groben Unfug verübt zu haben, war ein Metallarbeiter beschuldigt, der während des Streits auf der Seebeckschen Werft in Geeftemünde- Bremerhaven Posten gestanden hatte. Er ist auch sowohl von Schöffengericht wie von der Straffammer wegen groben Unfugs verurteilt worden, und zwar zu 10 M. Geldstrafe. In der Begründung des Urteils der Straffammer heißt es unter andern: Es ist nun anzunehmen, daß diejenigen, die dem Angeklagten auf seine Einrebe nicht geantwortet haben, diese als Belästigung" empfunden haben, da sie ihn doch sonst einer Antwort gewürdigt haben würden." Ausland. " Wenn Mit Befriedigung begrüßt man die zunehmende Abneigung gegen Neberarbeit in Arbeiterkreisen; sie läßt hoffen, daß der Mißbrauch der Ueberstunden bald aufhöre. Wenn es erst sein muß, findet sich auch hier ein Mittel, durch geeignetere Einteilung das Interesse des Betriebes zu wahren, ohne die Arbeiter unbilliger Ermüdung aus zusetzen. Militär und den Bürgern der Stadt gelöscht werden konnte. Fast alles Striegsmaterial, welches sich in der Kaserne befand, konnte gerettet werden. Die Ruhe in der Stadt ist nicht gestört, die Geschäfte nehmen ihren regelmäßigen Gang. Goldstein, der 2. Haltestelle der Linie Frankfurt- Maing trug sich Frankfurt a. M., 6. September.( B. H.) Auf der Station nfall zu, indem ein Güterzug auf einen Prellbock aufstieß. Menschenheute früh zwischen 4 und 5 Uhr ein nicht unbedeutender Eisenbahnleben find nicht zu beklagen. Der Materialschaden ist sehr bes meldet aus Stonstantinopel: In einer Note der Pforte an die Frankfurt a. M., 6. September.( B. H.) Die Frif. 8tg." Botschafter wird mitgeteilt, daß die Aufhebung der deren Stelling deutend. Das Oberlandesgericht Celle wies die vom Verurteilten ein: Wie viel ein gewissenhafter Beamter an den Fabrikeinrichtungen bisherigen Bollfreiheit für sämtliche Kulturgelegte Revision zurück, da der Vorderrichter eine Belästigung des zu tadeln findet, selbst wenn er sich auf das notwendigste beschränkt, Bublifums festgestellt habe. Dieselbe liege darin, daß der Anzeigt die lange Reihe von Ungehörigkeiten in Bezug auf Basch- und Wohlthätigkeits- Anstalten, geklagte ohne Auswahl jeden angesprochen und ein Teil einrichtungen 2c." Getrennte Ankleide- und Waschräume erfreuen sich zur Pforte nicht binnen Jahresfrist geregelt wird, angeordnet worden der Angesprochenen sich belästigt gefühlt habe. nur geringer Sympathie. Ohne Zwang. je nach den Umständen mehr ist. Dieſe Note der Pforte dürfte wieder viel Staub aufwirbelu. Wie soll es ein Streifposten nun eigentlich anfangen, seine oder minder start, werden sie kaum jemals eingerichtet. Ein Unter- Besonders betroffen werden die zahlreichen französischen geistlichen gewerkschaftliche Pflicht zu thun, ohne daß juristischer Scharffinn ihn nehmer behauptete so lange, feine Arbeiterinnen fleideten sich nicht Schulmissionen, deren teilweise Unterdrückung die Bjorte durch ihre des groben Unfugs schuldig findet? um, bis ihm nachgewiesen wurde, daß sie diese Arbeit auf dem Ab- Maßregel herbeiführen zu können glaubt. Frankfurt a. M., 6. September.( B. H.) Nach einer Meldung Ein Arbeiterfekretariat in Harburg foll, einem Beschluß ort verrichteten; dann erst fügte er sich der zu Recht bestehenden der" Frankf. Ztg." aus Elsaß- Lothringen ist die Zahl der Typhus: der dortigen Gewerkschaften zufolge, demnächst errichtet werden. polizeilichen Anordnung." Dics eine Beispiel genüge, um zu zeigen, franken im Lazarett zu St. Avold auf 30 gestiegen. wie schwer es ist, die Arbeitgeber zur Beobachtung der gesetzlichen Liban, 6. September.( W. T. B.) Gestern abend brannte ein Borschriften anzuhalten. Man tann wohl jagen, es gebe mit Hafer gefüllter steinerner Hafenspeicher nieder. Die LöschDen Boykott über Bensdorps Kakao- und Chokoladen- feinen Paragraphen der Gewerbe Ordnung, der nicht arbeiten dauerten bis zum frühen Morgen. fabrikate hat das Kartell politischer und gewerkschaftlicher Arbeiter systematisch übertreten wird, sobald ein Vorteil für die Stützen vereine in Amsterdam verhängt, weil die Direktion der Gevon Thron und Altar, von Ordnung und Sitte dabei herausspringt. Corresp.- Bureaus.) Wie aus Prisrend gemeldet wird, war auf den Konstantinopel, 5. September.( Meldung des Wiener Telegr.. fellschaft holländischer Kakao- und Chokoladen Warum auch nicht? Heißt es doch an andrer Stelle:" Die im vor- dortigen Gerenten des öftreichisch ungrischen Konsulate Muthsam fabriten vormals Bensdorp u. Co." einen Arbeiter jährigen Bericht erwähnten Arbeiterinnen, welchen ihr Lohn zum jüngst ein Mordanschlag geplant. Als Muthsam wegen seiner socialdemokratischen Gesinnung und gewerkschaftlichen Teil vorenthalten worden war, haben mir erklärt, daß sie von der am 1. September den Konak des Gouverneurs verließ, versuchte ein Thätigkeit er war Sekretär seiner Gewerkschaft gemaßregelt civilrechtlichen Verfolgung ihres Anspruches wegen der entgegen Gendarm Namens Schafir einen Schuß aus seinem hat. Dieser Thatbestand ist von der Arbeitsfammer, deren Verstehenden Umständlichkeit und Kosten absähen." Vorübergehende hinderten den mittelung die Gewerkschaft angerufen hat, offiziell festgestellt worden. merkung steht nicht dabei; es wird wohl so am besten gewesen sein. Gewehr auf ihn abzugeben. Die Gewerkschaft hält einen Streit gegen die fapitalfräftige Firma Aber diese Schwierigkeit in Erlangung des Rechtes findet natürlich durch die Ortsbehörden erfolgte. Die Pforte hat dem östreichisch worauf die fofortige Verhaftung desselben für aussichtslos und glaubt die Anerkennung der Organisation durch ihre Ergänzung in dem fröhlichen Bewußtsein der Gesetzesübertreter ungrischen Botschafter ihr Bedauern den Boykott zu erzwingen, der auch von der holländischen Arbeiter von ihrer dementsprechenden Straflosigkeit. Es sind eben nicht nur bevölkerung streng beachtet wird. Fabrikate auch in Arbeiterkreisen konsumiert werden, so ersucht das fondern auch deren Handhabung; leztere wohl in noch höherem Amsterdamer Kartell, daß auch die deutschen Arbeiter den Boykott Maße. beachten. Das Franen- Stimmrecht in Belgien. Wir haben an diefer Ju Grimsby, einer englischen Fischerstadt, find einige Stelle schon mitgeteilt, daß es zwischen den belgischen Socialisten tausend Fischer in den Streit eingetreten. Diese bezüglich der Nüglichkeit der Verleihung des Wahlrechts an die Fischersleute waren ehedem zum großen Teil selbständig, durch die Frauen zu Meinungsverschiedenheiten gekommen war. Dieselben zeichnung des Schlußprotokolls. Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Eine weitere BeGendarm daran, gesprochen mit der Versicherung, daß an die Ortsbehörden von Prisrend die ſtrengsten Weisungen wegen Verhaftung und Bestrafung Ser eventuellen Mitschuldigen Schafirs ergangen seien. Peking, 6. September.( W. T. B.) Die gestern eingetroffenen Edikte sind von den Gesandten als befriedigend bes funden worden. Die chinesischen Bevollmächtigten sind für morgen zu einer gemeinsamen Sigung eingeladen behufs UnterHierzu 2 Beilagen. Nr. 209. 18. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 7. September 1901. Zur Frage der Hamburger Accordmanrer. Wir erhalten nachfolgende Zuschrift: ,, die Accordmaurer haben sich nicht damit begnügt, auf ihren unternehmen. Der Herr hat am Donnerstag, wie unsre Leser ans Bauten weiter zu arbeiten, sondern sie haben sich eingehend er- der Freitagsnummer bereits ersehen haben, in der Stadt fundigt", auf welchen andren Bauten die Centralverbändler verordneten Sigung erklärt, es handle sich gar nicht streitten wegen Nichtanerkennung des Tarifs, und darauf um Tripper, sondern um einen andern, harmloseren Ausfluß. haben sie jederzeit" diese gesperrten Bauten Das ist allerdings merkwürdig! Da haben nun die Aerzte beset", Der Bortvärts" veröffentlicht in ſeinen beiden letzten Nummern so ist das eine Behauptung, für die aus den Ergebnissen der Ver- der Anstalt ein volles Jahr auf Tripper kuriert und haben den Eltern zur„ Aufklärung über den eigenartigen Konflikt im Hamburger Handlungen des Schiedsgerichts sich auch nicht der Schatten eines der erkrankten Kinder gesagt, die Krankheit ſei richtiger Tripper. Da Maurergewerbe" eine längere Darstellung, die im Auftrage des Beweises ergeben hat. Genoffe Hué beruft sich auf den im Schieds- hat besonders der Assistenzarzt Dr. Goßmann noch am 3. August Hamburger Gewerkschaftskartells abgefaßt, den Beweis erbringen soll, daß trotz der entgegengesezten Entscheidung des vom Parteivor- pruch abgedruckten Beschluß der Accordmaurer vom 30. Oftober 1900. dem ihn um Auskunft bittenden Vertreter unsres Blattes gesagt: stand eingesetzten Schiedsgerichts Dort aber heißt es wörtlich: " Ja wohl, es ist leider der Tripper kein harmloser Ausfluß, wie dessen Vorsitzender der UnterWir werden in jeder Beziehung uns eingehend erkundigen über manche andren Aerzte in solchen Fällen anzunehmen geneigt sind, zeichnete war Thaten der Accordmaurer vorliegen, die als„ ehrLose Handlungen" im Sinne des§ 2 unfres Organisationsstatuts zu den Grund der Sperre, werden in erster Linie, wo es sich um weil sie nicht, wie ich, jedesmal eine mikroskopische Untersuchung vorbetrachten seien. Soweit die Ausführungen der Aufklärung" sich in Lohnreduzierungen oder Arbeitsverlängerung handelt, sowie infolge nehmen." Und mun kommt mit einem Male der Herr Straßmann allgemeinen Raisonnements ergehen, fann und will ich nicht auf dieschlechter, Behandlung, unter keinen Umständen die selben eingehen. Das Schiedsgericht hat sich in nicht mißzuverstehendagegen, wo es sich um Einführung dahergegangen und entdeckt auf den ersten Blick:„ Es ist kein der Weise tadelnd über das Verhalten der Accordmaurer ihrer Berufsvon Accord sowie Weigerung andrer Maurer, mit Mitgliedern der Tripper!" In der That, sehr merkwürdig! Herr Dr. GoßOrganisation gegenüber ausgesprochen, ebenso hat es die Schädlichkeit " Freien Vereinigung" zusammen zu arbeiten, handelt, jederzeit die mann wird sich doch wohl der Tragweite seiner Aeußerungen beder Accordarbeit, besonders im Baugewerbe anerkannt. Arbeitsstellen besezen; wir werden weiter auf Bauten, wo wir in wußt gewesen sein. Unser Mitarbeiter hat sich ja in dem der Mehrheit sind, nicht verlangen, daß Mitglieder des Central- Krankenhause nicht als müßiger Besucher eingeführt, den Neugier verbandes sich uns anschließen, sondern wollen es jedem überlassen, und Langeweile treiben, sich die Anstalt anzusehen und mit der nach seiner eignen Ueberzeugung zu handeln. Frau Oberin oder dem Herrn Arzt ein halbes Stündchen zu Nun zum Schlusse noch eine mehr persönliche Angelegenheit. die plaudern. Die Autläger des Schiedsgerichts suchen Er hat sich gegenüber der Oberin wie dem Arzt sofort überraschende Thatsache erklären, Bu als Vertreter des Vorwärts" bezeichnet. Er hat die Oberin, noch daß Das Schiedsgericht konnte sich nur nicht dazu entschließen, in einer Handlung( Accordarbeit) eine ehrlose Handlung zu erblicken, sobald diese in Hamburg ausgeübt wird, während sie sonst überall in Deutschland, auch von seiten der Mitglieder des Maurerverbandes, unbeanstandet ausgeführt werden kann. Arbeit aufnehmen wie es fam, # 1 Gewiß haben die Hamburger Accordarbeiter einem Beschlusse das Schiedsgericht seine Beschlüsse einstimmig faßte. Einfach bevor sie ihm schmerzlich bewegt den Sachverhalt bestätigte und ihrer Berufsorganisation sich nicht gefügt; dieses Verhalten hat der Wahrheit die Ehre zu geben und zu erklären, daß von händeringend flagte: Ja, es ist diese häßliche Krankheit, von der auch das Schiedsgericht verurteilt. Die Maurerorganisation hat den jetzigen Betreibern der Heze gegen das Schiedsgericht keiner in ich ja früher gar keine Ahnung gehabt hatte!" nicht im geringsten auch die ihr entsprechend erscheinenden Maßregeln gegen ihre dasselbe eintreten wollte, obwohl sie dazu aufgefordert wurden, ent- in Zweifel darüber gelassen, daß eine Veröffentlichung beabsichtigt renitenten Mitglieder ergriffen und dieselben aus dem Verbande aus- spricht natürlich den Zwecken dieser Herren nicht. Sie beschuldigen sei. Er hat sich schließlich von Herrn Dr. Goßmann, nachdem er geschlossen. Soweit so gut. Niemand in der Partei und ebenso wenig das deshalb die Vorstände der Wahlvereine im I. und III. Hamburger hier noch genauere Auskunft erhalten hatte, mit der bestimmten Schiedsgericht hat sich gegen diese Maßregelung ausgesprochen. Wahlkreise, über die Köpfe der Vereinsmitglieder hinweg die SchiedsDamit mußte es aber auch sein Bewenden haben. richter ernannt zu haben, und zwar sei dies geschehen, weil ihnen Erklärung verabschiedet, daß der Vorwärts" die Angelegen werde, 11111 auf diese Gewisse Gewerkschaftstreise in Hamburg aber gaben sich damit der unparteiische, vom Parteivorstande bestellte Richter J. Auer heit der Deffentlichkeit unterbreiten voil dem Arzt wie von der nicht zufrieden, sondern trugen den Streitfall in die Parteivereine das Datum( an dem das Schiedsgericht tagen müsse) diktiert Weise eine Aufklärung der und verlangten, daß die Partei gewissermaßen den Exekutor für die Oberin als habe." ,, völlig rätselhaft" bezeichneten Vorkommnisse Gewerkschaften spiele und dort gefaßte Beschlüsse unbeschen voll- II. Hamburger Kreis und in Wandsbeck die Schiedsrichter in Mit- genau, was sie that, wenn fie uns rückhaltlos bestätigte, Diese Angabe wird schon hinfällig durch die Thatsache, daß im herbeizuführen. Die Leitung der Anstalt wußte also ganz strecke. Leider sind die Parteibereine in Hamburg und Wandsbeck auf gliederversammlungen, trop des angeblichen Auerschen Befehls, ge- daß in der Anstalt zahlreiche Kinder am Tripper erkrankt waren. diese Zumutung eingegangen und haben so die rein gewerkschaftliche wählt wurden. Was in Hamburg II möglich war, mußte es doch Und jetzt kommt Herr Straßmann und will alles bestreiten?! Angelegenheit zu einer Parteisache gemacht, mit der sich nun die auch in Hamburg I sein! Partei- Instanzen wohl oder übel zu befassen haben. Wie sehr die Arrangeure des Falles dabei von der Vorausfegung ausgingen, daß die Partei nur die Rolle des Erefutors zu spielen habe, der die ihm gewordenen Aufträge auszuführen hat, beweisen die jedes Maß überschreitenden Angriffe und Beschimpfungen, denen das Schiedsgericht in Versammlungen und Preß organen ausgefegt ist, seitdem sein Schiedsspruch bekannt geworden. Ich kenne die Gründe nicht, warum die Schiedsrichter nicht Welche Brille mag wohl als Ersatz für das vermaledeite überall in Versammlungen gewählt wurden, auf keinen Fall aber Mikroskop des Dr. Goßmann vom Stadtrat Straßmann benutt liegt der leiseste Beweis dafür vor, daß dies durch mich veranlaßt worden sein, daß er die Entdeckung machen konnte, es sei ausdrücklich mit den Vorbehalt, wenn andre Vorschläge nicht die man die Dinge um so viel kleiner und ungefährlicher, wurde. Mein Vorschlag, am 15. Juli zusammen zu treten, geschah kein Tripper? Oder gehört am Ende diese Brille, durch gemacht werden." Solche sind aber von keiner der beteiligten Seiten um so viel harmloser und rosiger ficht, diesmal gar nicht Herrn erfolgt. Das in unsrem Organisationsstatut vorgesehene Schiedsgericht ist ihre vollständig befriedigende Erledigung vor dem Schiedsgericht Sanitätsrat Görges, der erst fürzlich von seinem Sommerurlaub Von allem aber abgesehen, so hat diese Angelegenheit bereits Straßmann, sondern dem Chefarzt des Elisabeth Kinderhospitals. aber doch nicht als selbst gefunden. In dem in der Nummer 164 des Hamburger„ Echo" zurückgekehrt ist und dafür Herrn Dr. Goßmann, wie man fagt, auf veröffentlichten officiellen Bericht über die Verhandlungen befindet Reisen hat gehen lassen. Wenn der Unglücksmensch Dr. Goßmann die Rede Straßmanns liest, dann wird er sich wahrscheinlich vor die fich gleich eingangs folgender Saz: Nach Eintritt in die Verhandlungen wurde von dem Genossen Stirn schlagen und sich ausschelten:" Was war ich doch für ein Päplow die Thatsache konstatiert, daß von den als Schiedsrichter tolossaler Dummtopf, daß ich auf diese Idee nicht gleich fungierenden drei Vertretern der drei Hamburger focialdemo- gekommen bin!" Uebrigens wird Dr. Goßmann bestimmt keine trafischen Vereine zwei nicht in Mitgliederversammlungen gewählt Dummheiten" mehr machen. Das Elisabeth Kinderhospital sucht worden sind, wie es den demokratischen Grundsägen gemäß wohl nämlich für sofort einen Affistenzarzt. angebracht gewesen wäre. Aufträge auszuführen hat. Das Schiedsgericht soll echt finden nach bestem Wissen und Gewissen. Wenn es nun sein Votum abgegeben hat, so braucht man darin gewiß nicht den Quell aller Weisheit zu sehen, aber damit, daß man nun die Schiedsrichter in der ordinärsten Weise als:„ Lagerhalter, Gastwirte, Berichterstatter, die vom Gewerkschaftsleben nichts verstehen," oder als„ Schirmherren der Streifbrecher" heruntermacht, ist noch nicht erwiesen, daß der Schiedsspruch falsch sei. Schimpfen ist ebenso wenig eine Widerlegung wie Verbrennen. Nun bringt die Aufklärung" des Gewerkschaftskartells neben den allgemeinen Raisonnements, die gut zwei Drittel des Raumes der ganzen Schrift einnehmen, auch" Thatsachen", die beweisen sollen, daß wirklich ehrlose Handlungen vorliegen, bei deren gebührender Würdigung der Schiedsspruch auf Ausschluß hätte lauten müssen. Es find dies die Fälle auf den Bauten S. H. M. Eggers, W. Dahl u. Baumgarten. Was nun die beiden ersten Fälle betrifft, so haben dieselben soweit meine Erinnerungen reichen bei den Verhandlungen des Schiedsgerichts nur eine sehr untergeordnete und nebensächliche Rolle gespielt. Wie es bei allen derartigen Angaben der Fall ist, wurden sie von der Gegenseite bestritten. Es stand Behauptung gegen Behauptung. Nicht bestritten wurde die Angabe der Accordmaurer, daß die angeblich auf dem Bau von Dahl geschädigten Arbeiter jegt der Vereinigung", d. h. der Organisation der Accordarbeiter angehören. 11 Sehr eingehend wurde über den Fall Baumgarten verhandelt. Ueber denselben gab Genosse Hittmann( Verbandsmaurer) folgende Darstellung: Redner will, aus diesem Vorgange keinen Einspruch gegen die Zuständigkeit des Schiedsgerichts herleiten, verlangt aber, daß derselbe im Protokoll vermerkt werde." loyal Denkenden als erledigt betrachtet werden. Letzteres geschah und damit mußte die Angelegenheit für jeden Wenn nun jetzt in der Aufklärung" auch dieser Fall wieder aufgerührt und ihm, ohne jeden Beweis, die gebäifigste parteiische Deutung gegen mich und die Vorstände der drei Hamburger Vereine gegeben wird, so liegt für jeden unparteiisch Denkenden die Absicht der mit allen Mitteln betriebenen Verhegung klar vor ugen. Das letzte Wort hat jetzt der Parteitag und ich bin nicht im leisesten Zweifel darüber, daß dort den im Trüben fischenden erscheint, ihre Batterien zu demaskieren, ihr Treiben recht gründlich Herren, denen der Accordmaurer- Fall als willkommene Gelegenheit verleidet werden wird. J. Auer. Berliner Partei- Angelegenheiten. Die Provinzialfonferenz für die Provinz Brandenburg findet am Sonntag, den 8. September 1901, vorm. 12 Uhr präcise, Tagesordnung: Auf dem Bau waren ursprünglich Accord- und Verbandsmaurer beschäftigt. Von den letzteren hatte man die Accordmaurer in Ver- 3u Berlin, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, dacht, daß sie mit dem Bauunternehmer verhandeln und schließlich statt. den ganzen Bau in Accord nehmen würden. Dem wollten die Verbandsmaurer zuvorkommen, indem sie den Bau mit der Erklärung verließen, mit den Accordmaurern nicht mehr zusammen arbeiten zu wollen. Nach Hittmanns eignen Worten wollte man damit erzielen, daß der Bauherr die Accordmaurer entließe. Es trat aber das Gegenteil ein; die Accordmaurer bejezten die frei gewordenen Stellen und der Bau wurde im Accord fertig gestellt. Auf diesem Bau war es auch, wo die Maurer Zimmererarbeit berrichtet haben. 1. Bericht der Agitationskommission. Referent M. Kiesel. 2. Diskussion. 3. Wie beteiligen wir uns an den Landtagswahlen? Referent: H. Schubert. 4. Diskussion. 5. Die Brotwucherpläne. Referent: Arthur Stadthagen. 6. Diskussion. 7. Lokalfrage. 8. Anträge. Die Agitations- Kommission für die Provinz Brandenburg. In der Verhandlung wurde folgendes festgestellt: Um ihren 8wed zu erreichen, die Accordmaurer vom Bau zu vertreiben, hatten die Verbandsmaurer die Zimmerer bestimmt, mit ihnen gemeinsam den Bau zu verlassen. Die Zimmerer gingen darauf ein. Um fortarbeiten zu können, legten nun die Maurer selbst die Balken, was sonst Aufgabe der Zimmerer ist, aber auch auf andern Bauten öfter in der Berliner Bockbrauerei das Sommerfest statt. Da für Zweiter Wahlkrets. Am Sonntag den 8. September findet von Maurern ausgeführt werden soll. Inzwischen waren, wie ein Mitglied des Schiedsgerichts mitteilte, die Accordmaurer mit den Zimmerern wieder in Verbindung getreten und bestimmten sie, indem sie auf ihren Lohn 10 Pf. per Stunde zulegten, die Arbeit auf dem Bau wieder aufzunehmen. Die Zimmerer gingen auf das Anerbieten auch ein. " Das ist der viel berufene Streitbruch", der durch Verrichtung ber Zimmererarbeit durch Accordmaurer ausgeübt worden ist. Das Schiedsgericht hat über diesen Punkt folgendes Votum abgegeben: niedriges Entree nur Gutes geboten wird, ersuchen um zahlreichen Besuch Die Vertrauensleute. Waidmannsluft und Umgegend. Die Mitglieder des Wahlvereins werden auf die am Sonnabend, den 7. d. M., stattfindende Vereinsversammlung, in welcher Genosse Sassenbach einen Vortrag über die Verfassung des Deutschen Reiches halten wird, aufmerksam gemacht und ersucht, recht pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Treptow- Baumschulenweg. Die Erfagwahl zur Gemeindevertretung ist am Dienstag den 17. bei Buchholz, In dem bezeichneten Falle haben die beschäftigten Zimmerer Paradiesgarten. Die Parteigenoffen wollen sich Sonntag früh mit den Verbandsmaurern gemeinsame Sache gemacht und die 8 Uhr zur Flugblattverbreitung bei Staffeldt, BaimArbeitsstätte verlassen, weil sie mit den dort beschäftigten Accord- schulenstr. 84/85 einfinden. Montagabend 8% Uhr wird in der Gemaurern nicht gemeinsam weiter arbeiten wollten. Das Schieds- meindewähler- Versammlung bei Ackermann, Baumgericht ist in seiner Mehrheit der Ansicht, daß auch hier die Accord- schulenstraße 78 der Kandidat aufgestellt. Zahlreiche Beteiligung maurer in eine Zwangslage verjegt worden waren, die bei Ab- ist geboten. urteilung des Falles zu ihren Gunsten spricht. " Ich überlasse, ohne das Verhalten aller Beteiligten irgendwie in Schutz nehmen zu wollen, es getrost den Lesern des Vorwärts", darüber zu entscheiden, ob in diesem Vorgange eine ehrlose Handlung vorliegt, die nur mit dem Ausschluß aus der Partei hätte gefühnt werden können. Tokales. Vom verseuchten Krankenhause. Das Elisabeth Kinderhospital in der Hasenheide, Bei dieser Gelegenheit sei, gegenüber allen gegenseitigen Be- in dem im Laufe etwa eines Jahres eine große 8ahl von Hauptungen, tonstatiert, daß während der ganzen Verhandlungen des Kindern( ca. 40) durch in der Anstalt erfolgte AnSchiedsgerichts nicht ein Fall genannt wurde, wo die Accordmaurer etwastedung am Tripper erkrankt sind, hat also endlich einen auf Bauten die Arbeit aufgenommen haben, über die der Verband wegen Verteidiger gefunden, der unerschrocken gleich aufs Ganze geht. Lohn- oder Arbeitszeit- Differenzen oder schlechter Behandlung der Als wir die Zustände, die in dieser Anstalt herrschen, durch unsre Arbeiter den Streit oder die Sperre verhängt hat. Für diese Be- Veröffentlichung vom 9. August beleuchtet hatten, da versuchten hauptung liegen nur Versammlungsberichte aus bürgerlichen Blättern vor, deren Angaben aber selbst von den Vertretern des Verbandes zwar die meisten Blätter, die Sache in milderem Lichte darzustellen nicht als zutreffend erklärt oder durch thatsächliche Vorgänge belegt oder gauz totzuschweigen. Aber sie zu bestreiten. hat unsres wurden. Wenn deshalb Genosse Hué aus Essen in einer Zuschrift ijjens fein einziges Blatt gewagt. Herrn Stadtrat an die Münchener Post" schreibt: Straßmann blieb es vorbehalten, dieses Wagnis zu " Die bevorstehende Wiederwahl des Stadtrate Kauffmann zum Bürgermeister giebt namentlich der konservativen Presse Stoff zu Betrachtungen. Auf eine etwas mystische Ideenverbindung fommt die„ Post", indem sie den Brotwucher mit den Vorgängen in der Stadtverordneten- Versammlung in Beziehung bringt: „ Der jezige Augenblick ist besonders glücklich gewählt, um durch diesen Vorstop ad oculos zu demonstrieren, was man von einer Berbindung der Freifinnigen weiblicher und männlicher Linie und der Socialdemokraten, wie sie ja auch die Gegnerschaft des Zolltarif Entwurfs und die Gefolgschaft der Bestrebungen des Handelsvertrags- Vereins bildet, in politischer Hinsicht zu er warten hat, und wir können die Besorgnis verstehen, welche die Organe des Tiergartenviertels angesichts der bevorstehenden Demonstration der Stadtverordneten Versammlung gegen die landesherrliche Entscheidung in Sachen Kauffmann ergreift." Die Berliner Neuesten Nachrichten" machen Herrn Stauffmann für an sich recht unschuldige Sünden verantwortlich, die erst in den leyten Tagen im fortschrittlichen Verein Waldeck" geschehen sein sollen: th „ Herr Kauffmann war und ist wohl noch im fortschrittlichen Verein Waldeck" thätig. Erst dieser Tage sind aber von diesem Verein in Sachen der Zollpolitik hezerische Brandreden gehalten worden, wie sie sowohl eines Offiziers, der des Königs Rock trägt, wie eines Kandidaten für den Berliner Bürgermeisterposten un würdig sind. Man möge sich die Berichte nur noch einmal nachLejen!" Anders die„ Kreuz- Zeitung". Sie stellt die Nichtbestätigung als Strafe hin für die paar Anivandlungen von Selbständigkeit, die sich hier und da neben dem üblichen Byzantinismus aus Licht gewagt haben: " Das Verhalten der Stadtverordneten zu der Frage der Ausschmückung des Begräbnisplatzes der Märzgefallen, die Abstandnahme von der üblichen Glückwunschadresse aus Anlaß des Geburts tages Ihrer Majestät der Kaiserin und Königin zeigen deutlich, wie es mit der monarchischen Gesinnung der Führer im Nathause bestellt ist. Unter diesem Gesichtspunkte erhält man allerdings eint gewisses Verständnis für den gestern gemachten Versuch, für die Berliner Stadtverordneten Versammlung die Befugnisse eines Parlaments in Anspruch zu nehmen." D " M In Furcht und Zittern wehklagt die National 8tg.": ,, Rasch genug wird der Augenblick kommen, wo man mir die Wahl haben wird, einen nichts weniger als imposanten Rückzug anzutreten unter dem Hohn der socialdemokratischen Bundesgenossen, der gestern bereits im Voraus angedeutet wurde, oder einen Konflikt herbeizuführen, dessen Dauer und nachteilige Wirkungen für die Stadt Berlin sich nicht würden abschen lassen. Wer von den Stadtverordneten es jetzt ablehnt, an diesem bedauer lichen Vorgehen teilzunehmen, wird sehr bald die Genugthnung haben, für eine unhaltbare Situation, wie sie schwerlich schon einmal durch die Vertretung einer großen Kommune so leichten Herzens herbeigeführt worden, nicht mitverantwortlich zu sein." Nicht übel macht es die„ Volks- 3tg.", die in der Erkenntnis, daß der brüllende Löwe sich" bald als Tischler Schnock zu erkennen geben wird, das de- und wehmütige Verhalten des Herrn Cassel mit dem Kotau vergleicht: Gewiß, das ist sehr tapfer, nur daß diese Tapferkeit der Stadtverordneten- Versammlung schon in sich gebrochen ist, che sie noch das Publikum zu namenlos begeisterter Bewunderung hinzureißen vermag. Denn nicht nur erscheint diese mannhafte Tapferkeit als der Rest eines loyalen Subtraktionsegempels, weil so und so viele Stadtväter während des großen Akts der Selbstverwaltungs- Verteidigung bei Muttern bleiben und uns versehrt ihren Mokka schlürfen wollen. Auch die Anhänger Kauffmanns selbst haben sich an dieser Kotau- Taktik mit herkulischer Kraft beteiligt, indem keiner von ihnen es für nötig hielt oder den Mut fand, feierlichen und energischen Protest gegen die Art zu erheben, in der Herr Cassel die Wiederwahl Stauffmanus empfahl." So wird es bestenfalls auch kommen. Der Antrag der socialdemokratischen StadtverordnetenFraktion, der die Sicherung des Wahlrechtes auch für solche Bürger bezwecken soll, die den Kredit eines städtischen Krankenhauses fn Anspruch nehmen müssen, wird namentlich mit der Begründung bemangelt werden, dah er der Gemeinde zu große Kosten auferlege. Wie wenig aber die Kostcufragc bei der Gewährung unentgeltlicher Kranienhauspflege unter den in dem Autrage vorgesehenen Ein- schraukungeu in Betracht lonimt, möge folgende Berechnung zeigen: Nach dem letzten Geschäftsbericht der Städthanptkassc für die Seit 1' �bril 1900 bis 31. März 1001 sind an KrankenhauS- rostrn für die in den 4 städtischen Krankenhäusern Verpflegten er stattet: von den Krankenkassen.. 783 817.22 M. von Privatpersonen... 232 379,94„ Rechnet man das hinzu, was an Kur- und Verpflegungskosten in hiesigen, nicht städtischen Heilanstalten an die Stadt Berlin gezahlt ist, so erhöht sich die Summe der von den Krankenkassen er- statteten Kosten auf 932 471.43. der von Privatpersonen e.'r« statteten Kosten auf 417 670.53 M. Von dieser Summe von 417 570 M. wären die Beträge in Abzug zu bringen, die von solchen erstattet sind, deren UnterstützungSwohnsitz nicht Berlin war. Eine Angabe, wie hoch diese Beträge sind, fehlt; sie ist aber schwerlich mit 117 570 M. zu hoch geschätzt. Die danach übrig bleibende Summe von 300 000 M. ist au sich im Verhältnis zu dem Etat der Stadt Berlin und zu den segensreiche», auch die Steuer« kraft vieler erhaltenden unentgeltlichen KrankeuhauSpflege sehr gering. Aber sie ist rechnerisch noch zu hoch gegriffen, weil in das Berichts- jähr 1900/1901 noch viele Erstattungsfälle hineinfallen, die ihren EntstchungSgrund ans der Zeit vor 1900 herleiten. Mit Einführung des Bürgerlichen Gesetzbuchs ist aber die Erstattungspflicht erheblich beschränkt worden. Zunächst ist die Alimentationsverpflegung der Geschwister, wie sie daS Landrecht kannte, der Schwiegereltern gegenüber den Schwiegerkindern. die das rheinische und hessische Recht kannte, der Stief- eltern gegenüber den Stiefkindern, die für schleswig- holsteinische Landeskindcr galt. fortgefallen. Ferner ,st die rechtliche Unterhaltungspflickt der Kinder erheblich beschränkt Endlich aber ist es mindestens recht zweifelhaft, ob eine Erstattungs- Verpflichtung seit dem 1. Januar 1900 überhaupt noch besteht. Nach alle dem wäre der finanzielle Effekt unsres Antrages so gering, daß man selbst von socialpolitiscken Bestrebungen fernstehender Kommunen die Einführung unentgeltlicher Krankcnhäuspflege mindestens in dem beantragten beschränkten Umfange erwarten sollte. Ilcber das Gesundbetcn, die neueste, auch von uns bereits erwähnte Errungenschaft unsrer vornehmsten Kreise, wird einem auswärtigen Blatte von einenr bekannten, in einem Berliner Bor- orte wohnhaften Parlamentarier geschrieben: Aus der Sphäre der Potsdamer und Berliner Gcburtsaristokratie haben die höhere» Beamten- und Offiziersfamilien den Aberglauben des Gesunde betens übernommen und auf die Kreise der Finaiizaristokratie übcr� tragen, so daß jetzt alles Gesundbeten zum guten Ton gehört in allen Schichten der Berliner Gesellschaft. Wer es nicht selber sieht und hört, der kann sich kaum eine» Begriff davon machen, welch Unfug heute in derselben Reichshauptstadt, die sich ihrer Aufklärung und Gesittung rühmt, mit dem Gesundbeteu « getrieben wird; nicht nur in den exklusiven Konventikeln der Hellseher, Tischrücker usw.. nein, auch in weiten Kreise». Kranke. welche an schiveren Leiden dahin siechen, verschmähen die Hilfe des Arztes und vertrauen der angeblich christlichen Wissenschaft. tvelche erklärt, daß jede Krankheit des Leibes durch eine Krankheit der Seele bedingt und demzufolge durch Beten zu heilen sei. Zum Zwecke des Gcsundbetens haben sich die Vertreter dieser Heilweise besondere Gebete geschaffen, welche sie auf Bestellung gegen bestimmten Stunden- lohn ableiern. Als besonders wirkungsvoll werden die Gebete einer Frau Dr. S... n in Berlin W. empfohlen, die ihre Gcbetshilfe für 2 M. pro Stunde den Kranken angedeihen läßt. Das Schlimmste bei der Sache ist, daß auf diesen Zauber auch viele Kranke hineinfallen, welche noch völlig geheilt werden könnten, tvenn sie bei- zeiten die Hilfe eines Arztes in Anspruch nähmen. AIS Bürge für den Erfolg deS Gesundbetcns wird vielfach der Name des Grafen d'Haussonville genannt. Das Vertrauen in die Wunderkraft des HcilbcteuS ist so felsenfest, daß z. B. Krebskranke, deren Kehlkopf anschwillt, die äußerste Atemnot ertragen, ehe sie ärztliche Hilfe- leistung in Anspruch nehmen. Es tväre hart zu rügen, wenn durch den hier gekennzeichneten Aberglauben etiva eine arme Frau ohne Wissen und Bildung nicht allein körperlich sondern auch geistig Schaden litte. Ganz belanglos ist es aber, wenn durch solchen Aberglauben sich Leute freiwillig zu Grunde richten, die vennöge ihrer Schulbildung wissen sollten, wie Sinn von Unsinn zu unterscheiden ist. Wenn ein solcher Mann im Krankheitsfall statt den Arzt zu konsultieren, sich aufs Gesundbeten legt oder zu diesem Behufe gar einer schlauen Schwindlerin zwei Mark die Stunde zahlt. so ist sein Tod ebenso wenig zu beklagen als der eines Menschen, der daS Pech hat, bei einer Duellprügelei über den Haufen geschossen zu werden. „Zerbrecht mir ja die Flasche nicht! Mein König trank daraus." Zur selben Zeit, Ivo im hohen Norden die civile Be- völkerung des Gesundbrunnens ein Fest feiert, weil dort vor zwei- hundert Jahren ein König seinen Durst aus einer Quelle gelöscht, sieht man im feinen S W., in der Wilhelmstraße unweit der Leipziger. bei einem Antiquitätenhändler unter allerhand sonstigen Merkivürdig- leiten, die dort zum Verkauf ausstehen, auch ein aus militärischen Kreisen stammendes Champagnerglas mit eingeätztcr Inschrift, über dessen Wesen und Wert das folgende dabei liegende Schriftstück Aus- kunst giebt: Officier Casino des 3. Garde Ulanen Regiments (Stempel.) Es wird hiermit der Wahrheit gemäß bescheinigt, daß aus beifolgendem Glase(Kelchglas mit der Inschrift: Ans diesem Glase trank am 7. März 1900 Seine Majestät Kaiser Wilhelm II. aus das Wohl des III. Garde Ulanen Regiments) Seine Majestät der deutsche Kaiser am 7. 3. 1900 getrunken hat. Potsdam, den 10. März 1900. (Name, anscheinend:) A. Gehritz Rechnungsführer des Officier Casino des 3. Garde Ulanen Regiments. Wie mag wohl das für loyale Gemüter so hochwichtige Glas in die Hände des jüdischen Antiquitätenhändlers ge- kommen sein, und das noch dazu so kurze Zeit, nachdem mit ihm jenes wiederum für loyale Gemüter so überaus bemerkenswerte Ereignis passiert ist!— Sonderbar, höchst sonderbar! Vom Hypothekenschwinbel. Vom Mini st er der Land- Wirtschaft ist an den Oberpräsideutcn ein Schreiben gerichtet, das sich mit der schon mitgeteilten Neuordnung des Tnxwesens beschäftigt. ES heißt darin:„Die Mißstände, die sich in jüngster Zeit in dem Geschäftsbetriebe einzelner Hypothekenbanken gezeigt haben, legen von neuem die Erwägung nahe, ob es sich empfehlen möchte, dem schon vor Jahren hervorgetretenen Wunsche noch Beseitigung der gerichtlichen Taxen und Uebcrweisuug der Tax- aufnahmen an Schätzüngskollegien, die den städtischen Verwaltungs- organen anzugliedern wären, durch eine Neuordnung des Taxwesens für den städtischen Grundbesitz in geeigneter Weise zu entsprechen. Der Oberpräsident ist aufgefordert, sich nach Anhörung des Berliner Magistrats und unter Beifügung seiner Erklärung gutachtlich zu äußern. Der Magistrat hat infolge der an ihn vom Oberpräsidenten ergangenen Aufforderung zur Aeußerung beschlossen, die Angelegen- heit emer Kommission aus seiner Milte zur Vorberatung zu über- weisen. Virchowstlftung. Der Magistrat hat beschlossen. bei der Stadtverordneten- Versamnilnng die Bewilligung von 100 000 Mark zu der schon erwähnten Prof. Virchowstiftung(VirchowhauS) zu beantragen aus Anlaß des 80. Geburtstags des Gelehrten. Winterfrendcn. Eine abermalige Verteuerung der Brenn- Materialien ist während der letzten, an den kommenden Winter mahnenden Tage eingetreten. Bis jetzt sind es allerdings nur die kleinen Händler,' welche einen Aufschlag fordern; bei diesen aber deckt der größte Teil der Bevölkerung seine» Bedarf an Holz, Preßkohlen und CoakS. Die Höfe der Gasanstalten, in denen sonst im Herbst wahre CoakSberge zu sehen waren und die auch noch bor einigen Wochen stattliche Lager zeigten, sind bis auf geringe Bestände geräumt. Die Händler haben, durch die Erfahrungen der letzten beiden Jahre klug gemacht, diesmal bei Zeiten ihre Einkäufe besorgt, während das Publikum, namentlich die weniger Bemittelten, die sich ihren Sack CoakS selbst von der Gasanstalt holen, nun gewärtig sein müssen, daß sie dort bald auch höhere Preise als bisher zu zahlen haben. Infolge der Kohlennot haben sich zahlreiche Berliner Kleingewerbetreibende veranlaßt ge- sehen, wieder zum Torf ihre Zuflucht zu nehmen. Leider waren die Erfahrungen, die man im Vorjahre mit dem in der Umgebung Berlins lagernden Torfe machte, keine erfreulichen. Dieser graue, grüne oder gelbe Torf verflackert leicht und hat sehr wenig Hei'zkraft. Die Interessenten sehen sich daher genötigt, Abschlüsse mit Torfbauer» in der Provinz zu machen, die guten schwarzen Torf liefern. Aber auch die Torfprcise sind gegen das Vorjahr gestiegen. Zum Transport des TorfeS nach Berlin werden bei dem günstigen Wasser stände jetzt meist Kähne verwendet. Unfälle bei der Gesundbrunnen- Feier. Die freiwillige Sanitätskolonne, die anläßlich der Zweihundertjahrfeier des Gesund brunnens während des Festzuges und später in Thätigkeit trat, war ebenso, wie die Unfallstation in der Vadstraße außerordentlich in Anspruch genommen. da zahlreiche, zum Teil schwere Unfälle in dem Gedränge vorkamen. In der Christianiastraße wurde ein auf dem Biirgerstcig stehender Arbeiter von einem vorbeigeführten Pferde geschlagen; der Schwerverletzte mußte nach einem Kranken- Hause gebracht werden. Der in der Freicnwalderstraße wohnende Privatier Kabos geriet in der Badstraße derartig ins Ge- dränge, daß er bcwußlos zusammenbrach. Von der Unfall« station wurde er mittels eines Krankenwagens nach seiner Wohnung geschafft. Ebenfalls mittels Transportwagens nach der elterlichen Wohnung befördert wurde ein 13 jähriger Knabe Schubert, der in der Exerzierstraße auf einen Zaun geklettert war. von diesem herabstürzte und sich hierbei einen Beinbruch zuzog. Nachmittags gegen 5 Uhr fiel in der Badstraße nahe der Stettinerstraße der 42 jährige Tischler D. zu Boden, erlitt hierbei eine erhebliche Ver- letzung am Hinterkopfe und mutzte ebenfalls von der Unfallstation nach einem Krankenhause gebracht werden. Abgesehen von sechs leichten Fällen, die auf der Station zur Behandlung kamen, mußten auch drei Männer verbunden werden, die in einer Destillation an der Christianiastraße„im Kampfe um einen guten Platz" durch Schläge mit Stuhlbeinen verletzt worden waren. Ein Heiratsschwindler, den die Polizei schon seit dem Jahre 1897 suchte, wurde gestern nachmittag, als er Unter den Linden spazieren ging, um neue Opfer zu suchen, von einer Betrogenen wiedererkannt und auf ihre Veranlassung festgenommen. Es ist ein Mann, der seine Schwindeleien auf eine eigne Art betrieb. Er be- suchte große Landgüter, die zum Verlaus ausgeschrieben waren. stellte sich als Käufer vor, besichtigie alles auf das gründlichste und bereitete den Kaufvertrag so weit vor. daß jeden Augenblick der Abschluß und die Auflassung erfolgen konnten. Als Gutsbesitzer ging er dann auf die Brautschau auS und fand Mädchen und Witwen genug bereit, ihm ihre Hand zu reichen. Wenn man gemeinsam das Gut, das schon beinahe gekauft war, besichtigte, so fand die Verlobung statt. Dann ging das junge Paar zum Möbel- Händler, um sich eine schöne Einrichtung auszusuchen. War die Wahl getroffen, so ließ der Bräutigam einige Tage vergeben, bis er 'ich von seiner Braut das Geld geben ließ, um die Sachen zu be- zahlen. Dann ging er zum Möbelbändler, nahm sich dort ein Rech- nungSformular,' auf dem er alles hübsch verzeichnete, bezahlte aber nicht, sondern wußte den Händler durch diese oder jene AuSrede noch hinzuhalten, während er der Braut unter Vorzeigung der Rechnung erzählte, daß sich die Einrichtung schon auf dem Wege nach dem Gut befinde. Dann ließ sich der Schwindler noch einen Vorschuß für den Vertragsstempcl und die Auflassungsgebühr geben, um hiernach mit wohlgcsnlltcr Börse zu verschwinden. Die Gutsbesitzer warteten unterdessen vergeblich auf den Käufer oder das ausbcdimgene Reu- geld. So kamen schließlich von zwei Seiten der Kriminalpolizei Anzeigen gegen den Schwindler zu. Als er nun gestern nachmittag Unter den Linden flanierte, um neue Bekanntschaften zu machen, hatte er das Unglück, daß ihm eine der betrogenen Frauen de- gegnete. Diese übergab ihn sofort der Polizei. Leugnen half ihm nun nicht. Denn alle Anzeigen gaben übereinstimmend als be- sondcreS Kennzeichen durch Frost angefressene Ohren an. und dieses Zeichen war in ganz ausgeprägter Deutlichkeit vorhanden. Der Fest- genommene legte denn auch ein Geständnis ab und wurde in Unter« 'uchungShaft gesetzt. Im Krankeiihause gestorben ist der 32 Jahre alte Eisenbahn- beamle Albert Döring aus der Kranachstr. 57 zu Friedenau, der am Mittwochmorgen auf dem Wannsee-Bahnhof in Friedenau den Thür- drücker eines WagenabteilS umlegen wollte, nachdem sich der Zug in Bewegung gesetzt hatte, und dabei umgerissen und schwer verletzt wurde. Der Verunglückte hinterläßt seine Frau mit vier Kindern. Wenn die Fahrgäste beim Aus- und Einsteigen sich der geringen Mühe unterziehen wollten, die Thür ordentlich zu schließen, so wären die so beklagenswerten Unglücksfälle ganz ausgeschlossen. So aber lud ihnen' schon wiederholt Eiscubnhnbeamte zum Opfer gefallen, entweder getötet oder dauernd zu Krüppeln gefahren worden. Im übrigen wäre eS angesichts der recht häufigen Unglücksfälle dieser Art einmal Zeit, daß die Beaniten sich darüber äußerten, ob es möglich ist, mit dem vorhandenen Personal den Dienst auf den Bahnhöfen ohne Lebensgefährdung zu versehen. Wie gebaut wird. Wie wir in Nr. 203 mitteilten, stürzte am Montag der Maurer August Hiller auf dem Grundstück König- grätzcrstr. 19 von dem bis zur vierten Etage aufgerichteten Neubau in die Tiefe. Von der Organisation der Maurer wird uns zu diesem Fall folgendes geschrieben: Die Fassade am Vau wird aus Verblend- steinen ausgeführt. Der Maurer Hiller arbeitete nun an einem kleinen Fensterpfeiler in der vierten Etage, welcher bis zur Höhe von etwa einem Meter über die Fenstcrbrüstung gediehen war. Da nun zur Zeit die notwendigen Formsteine zum Ärustgesims fehlten, so wurden dieselben ausgespart und die darauf folgenden Schichten wieder übergesetzt. Die Aussparung war 17 Centimelcr tief, die Mauerstärke aber nur 38 Centimeter, und so ruhte der Pfeiler auf einer nur 21 Centimeter starken Grundlage. In unsrem Gewerbe ist es sonst üblich, daß bei solchen Aussparungen die oberen Schichten durch provisorisch eingesetzte ordinäre Schichten abgesteift werden, um sowohl die Sicherheit des Mauerwerks zu erhöhen, als auch um Unglücksfälle zu verhindern. Diese selbstverständliche und einfache technische Regel ist auf diesem Bau gänzlich außer acht gelassen. Da die Aussparung an der ganzen Front vorgenommen wurde, so ist es geradezu wunderbar, daß nickt schon früher ein Unglück geschehen ist. Die geringste Erschütterung des Pfeilers, der geringste Stoß hätte genügt, um mit dem Pfeiler in die Tiefe zu stürzen. So erging es nun unsrem verunglückten Kollegen. Wie verlautet, stolperte er auf der Rüstung, stützte sich dabei auf den auf schwachen Füßen stehenden Pfeiler, und Mann und Pfeiler stürzten nach außen. Hiller scheint nun wohl während des Sturzes nach dem benachbarten Pfeiler gegriffen zu haben, um daran einen Halt zu haben, denn der Pfeiler stürzte dem Unglücklichen nach, ihm noch den letzten Rest gebend. Wenn das Kind in den Brunnen gefallen, deckt man ihn zu. Am vorgestrigen Tage ließ die Banvcrwalwng sämtliche Aussparungen durch Mauer- steine ausfüllen, wodurch d,e noch stehenden Pfeiler einigermaßen Halt bekamen. Aber noch eine andere und ebenso folgenschwere Außerachtlassung der einfachsten Schutzmaßrcgeln ist darin zu er« blicken, daß an der Unglücksstelle kein Schutzdach vorhanden ist. trotzdem ein solches sogar von den UufallverhütungS- Vorschriften der Berufsgenossenschaft vorgeschrieben ist. In der � vierten Etage arbeiten die Maurer und unter ihnen, dicht an der Front laden die Steinträger ihre Steine, ohne auch nur den geringsten Schutz gegen herabfallendes Material zu haben. Auch bezüglich des Unfalles hätte ein Schutzgerüst dem fallenden Körper den größten Druck abgenommen. fo daß er nicht auf die hochgestapeltcn Steine aufgeschlagen wäre. Wohl haben wir Baupolizei- Borschrifteu und auch Erlasse der Berufsgenosscnschaften. Wenn auch diese noch so un- bedeutend sind, so werden sie doch noch nickt mal gehalten. Der Arbeiter ist mit Leib und Leben dem gewinnsüchtigen Unternehmer- tum auf Gnade und Ungnade unterworfen. Es wird nicht früher besser werden, bis durchgreifende Bauarbciter-Schutzgesetze mit strenger Baukontrolle geschaffen werden. Nur dadurch erhält der Arbeiter, dessen Leben und Gesundheit stets auf dem Spiel steht, endlich einen durchgreifenden Schutz. Tie Ruhr unter den Truppen scheint noch immer weiter um sich zu greifen. In Potsdam mußten z. B. gestern 8 Compagnien des 24. Jnfanteric-Regiments Notquartiere bezichen, weil mal» bei der Aufnahme in die KasernemcntS Ansteckung befürchtete. Die Hausbesitzer kamen dadurch vielfach in peinliche Verlegenheit, da sie sich auf eine derartige Masseneinquartierung nicht vorbereitet hatten. Wie überraschend die Einquartierung kanr. geht daraus hervor, daß die Ankündigung nur ca. 1 Stunde vor Eintreffen der Mannschaften den Hausbesitzern zuging. Inzwischen lagerte das Regiment auf dem kleinen Exercierplatz vor der Stadt und von dort wurden die Mannschaften in die Quartiere überführt. Vorläufig sind die Mann- schaften für 2 Tage mit Verpflegung untergebracht. Ter Syndikus des Schaaffhausenschen Bankvereins, Dr. Richard L e i st, dessen Selbstmordversuch wir meldeten, ist gestern abend an den Folgen seiner schweren Verletzung in der Klinik gestorben, ohne das Bewußtsein wiedererlangt zu haben. Unfall anf einem Schulhof. Durch eine umstürzende Holz- wand wurde der 10jährige Sohn des Kaufmanns La rsen aus der Alexandrinenstr. 22 schwer verletzt. Dieses Grundstück stieß früher mit seiner Rückwand an den Hof der 112./129. Gemeindeschule in der Wasierthorstr. 31. Bei einem vor einigen Jahren erfolgten Um- ban fiel die Rückwand weg, an deren Stelle aber eine 2Vs Meter hohe Holzwand trat, die durch in die Erde gerammte Pfosten sowie durch Verankerung an ihren beiden Endpunkten gehalten wurde. Im Laufe der Jahre waren nun jene Pfosten angefault, so daß sie der 8 Meter langen Holzwaud nicht mehr den genügenden Halt boten. Als nun die Freiviertelstuude der Schul- klaffe um 11V4 Uhr beendet war und der größte Teil der Kinder bereits den Schulhof verlassen hatte, ging der kleine Larsen an der Holzwand vorüber, als dieselbe nach dem Schulhofe hin umschlug und das Kind unter sich begrub. Mehrere Mitschüler, die kurz hinter dem kleinen Larsen gingen, kamen glücklicherweise mit dem bloßen Schrecken davon, da die Wand kurz vor ihnen umstürzte. Auf das Rufen der Kinder eilten Lehrer sowie Arbeiter von dem benachbarten Grundstück herbei und zogen den Verunglückten hervor. Man brachte ihn uack seiner Wohnung, wo herbeigerufene Äerzte außer schweren inneren Kopfverletzungen einen Schlüsselbeinbruch und mehrere große Wunden auf dem Rücken feststellten. Der Zustand des Verletzten ist so ernst, daß von einer Ucberführung nach dem Kranken« Hause abgesehen werden mußte. Abermals ein Opfer der göttlichen Weltordnung. An Verbrühungen ist wieder ein kleines Kind zu Grunde gegangen. Die Maurerfrau Giedeck aus der Schwedterstr. 49 mußte, als sie fertige Mäntel ablieferte, ihre vier Kinder im Alter von 8 Monaten bis zu 6 Jahren ohne Aufsicht in der Wohnung zurücklassen. Sie war kaum zwei Minuten weg, als ein furchtbares Geschrei die Hausgenossen nach der Wohnung rief. Der älteste Knabe hatte einen Topf mit heißer Milch vom Küchentisch genommen und wollte davon etwas in einen kleineren Topf umgießen. Dabei fiel ihm der Topf aus der Hand, so daß sich der ganze Inhalt über daS kleinste Kind, einen Knaben von acht Monaten, der in der Nähe des Tisches im Wagen lag. ergoß. Die Arbeiterfrau Hölze!. die zuerst hinzukam, nahm das am ganzen Rücken, an den Armen und Beinen schwer verbrühte Kind' und sorgte für ärztliche Hilfe. Das Kind erlag im Lazarus-Krankeuhause seinen Wunden. In die Schuyfang-Vorrichtnng eines Motorwagens ge- raten ist gestern nachmittag gegen 4 Uhr in der Brunneustraße in der Nähe des alten Pferdcbahndepots der 27 jährige Kellner R.. als er dicht vor dem Wagen das Geleise überschreiten wollte. Durch das Fnngnctz wurde der Kellner zwar vor dem Ueberfahrcnwcrdeu geschützt, doch erlitt er eine Quetschung im Gesichte.— Gcsteril nachmittag um 4 Uhr lief eine etwa 30 Jahre alte Frau an dem Hause Brunneustraße 29 unmittelbar vor einen Wagen der Linie Gesundbrunnen- Kreuzberg, den der Führer auf der abschüssigen Bahn nicht mehr zum Stehen bringen konnte. Die Frau sah sich plötzlick in knieendcr Stellung auf dem Fänger der Schutzvorrichtung. Drei Häuser weit wurde sie so gefahren, bis der Wagen zum Stehen kam. Die Frau war einer Ohnmacht nahe, aber ganz un- vcrsehrt geblieben. Sie erholte sich bald wieder und konnte nach Hause gehen. Kein Selbstmord? Zu der Meldung von einem Selbstmord des Kaufmanns Besser, deS Leiters der deutschen Cognacgesellschast, versichert ein Sohn des Verstorbenen, er habe eine ärztliche Be- scheinigung. daß sein Vater am Sonntag am Herzschlag gestorben ei. Die Mitteilung dagegen, daß sich die Gesellschaft in Zahlungs- chwierigkeiten befinde,' sei richtig. Das Konkursverfahreu sei beantragt, das Gericht habe aber darüber noch nicht entschieden. So lange nicht die Aktiva und Passiva genau festgestellt seien, lasse ich nicht sagen, ob nicht ein Vergleich zu stände komme. Besser. mit Vornamen Gottlieb Robert, stammte aus Dessau und war Jahre alt. Fünf Jahre lang betrieb er in Görlitz ein großes eignes Cognacgeschäft, seit 13 Jahren war er Leiter der genannten Gesellschaft. Eine HnndcauSstellnng wird heute morgen 9 Uhr im Sport« park Friedenau eröffnet und dauert bis Sonntagabend. Die sprechende, singende und musizierende Bogenlampe, die in letzter Zeit so viel genannte Erfindung Dr. Simons, welche in ihrer weiteren Entwickelung vielleicht einmal der AuS- gangspunkt zu einer Telephonie ohne Draht sein kann, wurde am Rittwochabend auf der T r e p t 0 w- S t e r n w a r t e von.Professor A m b e r g vorgeführt. Wenn der elektrische Flammenbogen mit einem Mikrophon verbunden ist, so giebt er alle Töne, die gegen die Platte des Mikrophons erschallen, sei es Sprache. Gesang oder Musik, in größter Klarheit und Reinheit wieder, so daß er sehr wohl die Stelle eines Telephons vertreten könnte. Allerdings wird er in der praktischen Anwendung mit diesem kaum in Konkurrenz treten. Dagegen eignet sich der tönende Flammenbogen zu einer Reihe wissenschaftlicher Untersuchungen. Verbindet man ihn nämlich mit einer Drahtrolle, die zugleich mit einem sehr großen Kondensator (durch Paraffin getrennte Staniolplatten) verbunden find, so erfolgen, obald man einen elektrischen Strom durch die Drahtrolle schickt, zwischen den Kondensatorplattcn außerordentlich rasch hin und hergehende Eni- ladungen, die auch auf den Flammenbogen einwirken und ihn zum Tönen bringen. Der so erzeugte Ton ist durchaus rein. d. h. er ist nicht von Obertönen begleitet und hat daher keine Klangfarbe. Je nach der Länge und Zahl der Windungen, welche die Drahttolle hat, ist die Zahl der elektrischen Oscillationen zwischen den Kondensator- platten verschieden, und damit giebt auch der Bogen bei verschiedenen Rollen verschiedene Töne von sich. Mau kann denselben Flammen« bogen mit mehreren Rollen verbinden, durch die man in beliebiger Weise Ströme senden kann; dann spricht der Bogen anf jede Rolle an. durch die ein Strom geht, und mau kann, wenn die Rollen gut abgeglichen sind, von dem Bogen die schönsten Melodien erhalten; man muß nur in geeigneter Weise die passenden Rollen einschalten, was durch den Dnick der Finger auf einer Klaviatur leicht geschehen kann. AuS der Verschiedenheit der Töne, welche der Bogen aussendet, sind nun Rückschlüsse auf die elekttischen Eigenschaften der Leitung möglich; messende Versuche in dieser Richtung werden gegenwärtig ,ehr eifrig angestellt..., �. Nach der Vorführung gab Herr Direktor N r ch e n h 0 l d noch einige Nachrichten über den neuen Stern im Sternbilde des Perseus. der am 21. Februar plötzlich aufgeflammt war, nommen. Aus den Nachbarorten. " Bum Krankenkaffengesetz wünschen die Herren folgende Aenderung: 1. Alle ärztlicherfeits für Stranfenfaffen- Mitglieder verordneten Verabfolgung von Arzneimitteln an die Krankenkassen- Mitglieder Arzneimittel sind ausschließlich aus Apotheken zu beziehen. 2. Die durch die Kaffenvorstände und Kassenangestellten sind untersagt. 3. Falls alle Apotheken eines Ortes oder Kassenbezirks, oder doch die große Mehrheit derselben sich bereit erklären, den Krankenfassen gleich günstige Bedingungen zu gewähren, find die Kaffen gehalten, ihren Mitgliedern die freie Wahl zwischen diesen Apotheken zu gestatten, Wem je Monopolwirtschaft eingetreten, als es hier geschieht. Anmaßender ist wohl kaum eine Erwerbsgruppe für ihre niedriger ist die geschäftliche Spekulation, weil fie einzig den Arbeiter, Um so niedriger ist die geschäftliche Spekulation, weil sie einzig den Arbeiter, Werke gehen muß, als Ausbeutungsobjekt benügen will. der so schon mit seinem geringen Einkommen recht haushälterisch zu die Berechtigung eines geschlossenen Vorgehens gegen diese Uebervorteilung einer großen Bevölkerungstlaffe feitens der Apothekenbefizer nachgewiesen ist, dann hier, wo die Herren mit ihren Plänen so ungeniert an die Oeffentlichkeit getreten find. bann febr mertfirdige Helligkeitsschwankungen zeigte, die aber feit den Vorrat drei Stüdmit fich. Der Angeklagte behauptete über die Wohnungsverhältnisse ergab, daß von 897 berheirateten einiger Zeit ebenfalls verfchwunden find. Dagegen wurde am im Termin, daß nur flaffische Figuren, wie sie in Museen und auf Arbeitern 64 ein Zimmer, 638 givei Zimmer, 161 drei Zimmer, 22. August aus Paris gemeldet, daß der Stern bei der Photographie der Straße überall zu sehen seien, durch den Hauch hervorgezaubert 30 vier Zimmer und 4 fünf Zimmer zur Verfügung hatten; 120 eine Nebelhülle gezeigt habe. Mit dem Treptower Riesenrohr konnte würden, er bestreite entschieden, daß sie anstößig seien. eine solche nicht wahrgenommen werden, und eine Wiederholung der holte er eine Nummer der" Morgenpost" hervor und unterDann hatten einige dieser Näumte wieder abvermietet. photographischen Aufnahmen in Heidelberg bewies, daß der Nebel, breitete dem Gerichtshof eine Abbildung des Bogenspanners", teiligt. Der Lohn differiert hier zivifchen 4 m. bis 17 M. und erVon den Arbeiterinnen hatten sich nur 177 an der Statistik beder auch dort auf der Platte erhalten wurde, keine reelle Nebelhülle den der Kaiser in seinem Park in Potsdam habe aufstellen laffen. reicht den Durchschnitt von 8,43 M. ist, sondern von Strahlen herrührt, die sich nicht im Brennpunkt der Diefe Figur sei vollständig unbekleidet. Der Gerichtshof tam nicht zu 48 Stunden als untere Grenze und 60 Stunden als Höchstmaß antDie Arbeitszeit wurde mit Fernrohrlinse vereinigen und dadurch den verwaschenen Nebel auf einer Beurteilung darüber, ob die Hauchbilder unzüchtig seien, oder gegeben. Der Platte erzeugen. Immerhin ist dies eine sehr interessante Er nicht, denn es stellte sich heraus, daß die beschlagnahmten Spiegel fcheinung, weil ja die meisten anderen photographierten Sterne der so viel angehaucht worden waren, daß die Bilder nicht mehr hervor darf als ein achtenswerter Beitrag zur Socialstatistik bezeichnet Das gesamte mit vieler Mühe zusammengetragene Material artige Strahlen nicht aussenden. Der neue Stern verdient daher traten. Schon aus diesem Grunde mußte der Staatsanwalt die werden. Sicherlich wird es gelingen, bei einer Wiederholung der das fortgesetzte Interesse der Himmelsforscher. Freisprechung beantragen und der Gerichtshof demgemäß erkennen. Umfrage einen größeren Berfonentreis zu interessieren, um damit die Arbeit noch wertvoller zu gestalten. Die Straffache, welche gestern die I. Ferienstraftammer des Landgerichts I gegen die Frau Amalie Eitner zu verhandeln Der deutsche Apothekerverein, der in Sannover seine Aus Rigdorf. Wegen Sittlichkeitsverbrechens, batte, übte eine befondere Anziehungskraft auf zahlreiche Personen, Hauptversammlung abhält, stand start unter dem Eindruck des begangen an einem 13 jährigen Schulmädchen, wurde der Straßen- vorzugsweise auf Frauen, aus. Die Angeklagte ist die Frau eines Streits mit den Krankenkassen. Die Herren legten ihre Wünsche in bahnschaffner D. aus der Pannierstraße in Untersuchungshaft ge- während des ganzen Tages in einer Fabril beschäftigten Meisters folgenden Beschlüssen nieder: Fast die ganze Wohnung ausgeräumt haben Einbrecher und am 9. Juli wegen zahlreicher Fälle des Betrugs und der Die Hauptversammlung wolle beschließen: Der Vorstand am Donnerstagnachmittag dem Arbeiter Gustav Einsporn, Berg- Urkundenfälschung in Untersuchungshaft genommen worden. Auf wird beauftragt, wegen des ungefeßlichen Bezuges von Arzneistraße 132, of parterre wohnhaft, Kleider, Wäsche, alle Wertsachen Grund von Zeitungsannoncen, nach denen angeblich ihr Ehemann mitteln seitens der Krankenanstalten aller Art sowie Krankenkassen und 2 Sparkassenbücher haben die Diebe mitgenommen. Bisher Darlehen suchte, ist sie mit zahlreichen Darlehensgebern in Verbin aus Droguenhandlungen und Fabriken bei der Reichsregierung fehlt von den Einbrechern noch jede Spur.- Der 30jähr. Arbeiter Paul dung getreten und hat von diesen Gelder im Gesamtbetrage von vorstellig zu werden und geeignete Maßnahmen gegen dieses u Kreuziger, Glasowstr. 55/56 wohnhaft, war auf dem Hofe des Brizer etwa 10 000 M. erhalten. Sie stellte sich den Geldgebern als die gefeßliche Treiben zu empfehlen." s Kreis- Krankenhauses mit dem Abladen von Kohlen beschäftigt, als Bevollmächtigte ihres Ehemannes vor, der den Tag über nicht zu In der Debatte fam zum Ausdruck, daß solchen Mißständen am er von einem Strampfanfall betroffen wurde und vom Wagen Hause sei und die Verhandlungen deshalb nicht selbst führen könne, besten abgeholfen werden würde, wenn die Krankenanstalten unter herabfiel. Hierbei erlitt er einen schweren Bruch des Nasenbeins. fie wies sich auch als Bevollmächtigte aus und verhandelte felbft die Revisionskommission gestellt und außerdem die Bestimmung geer lehnte dies jedoch ab und ging nach Hause. Am andern Morgen den Namen ihres Ehemannes hin, die sie selbst angefertigt baß dem Vorstand die Wahl der ihm zur Ausführung des BeAuf ärztliches Anraten sollte St. gleich im Kreis- Krankenhause bleiben, mit den Darlehensgebern. Are Unterlage gab sie Wechsel auf troffen würde, daß die Krankenanstalten gehalten seien, ihre Arzneimittel von der nächsten Apotheke zu beziehen. Mit der Maßgabe, fand man ihn tot in seinem Bette liegen. Die Leiche wurde poli- hatte, fie verpfändete auch zeilich beschlagnahmt. angeblich im Namen des Ehemannes das gesamte Inventar. Aus diesen Rechtsgeschäften hat sich ein schlusses geeignet erscheinenden Schritte überlassen bleibe, wurde der Im neuen botanischen Garten bet Dahlem ist jetzt mit der die Darlehensgeber beschritten in zahlreichen Fällen den Klageweg, heraus, das wäre auch in Bezug auf ihre geschäftlichen Praktiken ein Rattenkönig von Korrespondenzen, Klagen, Mahnungen entwickelt, Antrag angenommen. Montierung der Eisenkonstruktion für die Schauhäuser begonnen es Bescheidenheit flingt aus den Forderungen der Herren nicht worden. Die erste Stelle unter ihnen nimmt das mächtige Winter- tam zur Verurteilung des Ehemannes, der Gerichtsvollzieher erhaus ein, welches das größte Kalthaus auf dem Kontinent werden schien wiederholt und von allen diesen Vorgängen hatte der Ehe- unbilliges Verlangen. Warum man in dem unverschämten Verlangen wird, denn es hat bei einer Grundfläche von fast 900 Quadratmetern mann keine Ahnung. Wie die Geschädigten behaupten, hat sich die bei den Krankenkassen Halt machte und nicht weiter forderte, daß eine Höhe von 14 Metern im Inneren. Das Haus wird von zwei funden; fie hat beim Erscheinen irgend eines Gläubigers sofort aus Frau in all den Rechtsgeschäften mit großer Sicherheit zurecht ge- überwiesen wird, bleibt uns unverständlich. jeder Einwohner gleich einer bestimmten Apotheke zur Auswucherung fchlanten Treppentürmen gekrönt werden, die durch Gallerien miteinander den Kopfe gewußt, wie groß das gegebene Darlehen war, wie viel in Verbindung stehen. In dem Hause werden Pflanzen der wärmeren gemäßigten und fühleren subtropischen Zone kultiviert darauf abbezahlt worden 2c. Sie soll ferner es verstanden haben, werden, die während unsrer Wintermonate zur Blüte gelangen und alle auf die Darlehensgeschäfte bezüglichen Korrespondenzen, Klagefich durch große Farbenpracht auszeichnen, so daß sich auch im Winter zustellungen, Urteilsausfertigungen 2c. so geschickt abzufangen, ein Besuch des Gartens lohnen wird. Unter den übrigen Schau- Zufall einmal einen Kasten geöffnet, darin zahlreiche auf die daß sie dem Ehemann nicht zu Gesicht famen. Letzterer soll durch häusern ist besonders das Palmenhaus zu erwähnen, in welchem Darlehensgeschäfte bezügliche Papiere gefunden haben und erst auf ein Wasserfall von 6 Metern Höhe sich in einen See ergießen wird, diese Weise hinter das Treiben seiner Ehefrau gekommen sein. o in welchem tropische Wasserpflanzen ihre Blüten entfalten werden. das Geld hingekommen, welchen Zwecken es gedient, ist eine Frage, Pankow. Die Gemeindevertretung faßte Beschluß über ein deren Aufklärung dem Gericht vorbehalten bleibt. Gestern fam es neues Ortsstatut, betreffend die dienstlichen und die Gehalts- und zu einer solchen noch nicht, obwohl eine große Anzahl von Bengen Bensionsverhältnisse der Beamten der Landgemeinde Bankow. zur Stelle war. Die Angeklagte erklärte nämlich, daß sie das, was Hervorzuheben ist hieraus, daß die sechsmonatliche Probedienstzeit fie begangen, unmöglich bei gefundem Verftande gemacht haben bei lebenslänglicher Anstellung mitgerechnet wird und daß die sog. tönne, und behauptete, daß sie schon seit Jahren schwer nerven Rebenbezüge der Bureauvorsteher usw. als pensionsfähig angefehen leidend sei. Sie habe sich als Krankenpflegerin für ihre verstorbene werden. Klingenberg beantragte, die Pfändungsgebühren nicht in Mutter aufgerieben, sei dann selbst lange Zeit frank gewesen, die die Taschen der Vollziehungsbeamten fließen zu lassen; das Geld Krankheit habe viel Geld verschlungen und die mißliche Lage könne der Gemeinde zufallen. Der Antrag wurde abgelehnt. ihres Ehemannes, der in Ein Antrag, der die Abholung sämtlicher direkten KommunalWucherhände geraten sei, noch verschlimmert, und da habe sie dem steuern durch Gemeindebeamten begiveďte, wurde abgelehnt, troße Drange ihres Junern nachgegeben, alles aufzubieten, um Gelder zu dem die Zustände an den Quartalstagen sehr schlimm sind. Die beschaffen. Sie könne fich jetzt gar nicht erklären, wie sie zu den Steuerzahler müssen stundenlang vor dem Amtshause warten, bevor Handlungen, die ihr zur Last fallen, gekommen sei. Rechtsanwalt fie ihr Geld los werden. Der Hinweis des Amtsvorstehers, daß Caro behauptete hierauf in aller Form, daß die Angeklagte geistes. Die Gewerkschaftskommission hielt am Donnerstag im Frauen mit Kindern auf dem Arm schon krank geworden sind, wurde frant sei, an Albdrücken, Herz- und Lachkrämpfen leide, nachts Tiere von den bürgerlichen Vertretern mit dem Bemerken abgethan: zu sehen vermeine 2c. und berief sich auf das Zeugnis eines Arztes, Gewerkschaftsbaufe eine Versammlung der Delegierten ab, in der Brauchen ja die Jöhren nicht mitzubringen." Hier ist wieder das der die Angeklagte schon vor zwei Jahren für unheilbar nervenfrant zunächst furz über den Kassenbericht diskutiert wurde, der den DeleWirken des Kommunalfreisinns zu erkennen. Trogdem die Gemeinde erklärt habe. Unter diesen Umständen hielt es der Gerichtshof für gierten bereits zugestellt worden war. Der Vertreter der Schuhfür Abstellung eines Uebelstandes eintritt, sehen wir, daß der bürger: geboten, zunächst den Gerichtsarzt mit der Beobachtung des Geistes macher, Hermann, stellte den Autrag, die von der Sammlung für liche Klüngel sich jeder noch so notwendigen Verbesserung entgegenzustandes der Angeklagten zu betrauen und in einer späteren Ver- die streikenden Fabrikschuhmacher übrig gebliebenen Gelder zur Hälfte ftemmt. 00: Handlung dessen Gutachten und etwaige Anträge entgegenzunehmen. der Organisation der Schuhmacher, und zur Hälfste den streikenden Eine schwere Anklage gegen die heutige Wirtschaftsordnung die Mart Brandenburg waren die Parteigenossen Thöns. Hoff bericht wurde einstimmig gutgeheißen. Flaschenmachern zu überweisen. Wegen Uebertretung der Verfrommungs- Verordnung für Regulativ zuwiderlaufend, gegen 2 Stimmen abgelehnt. Der RassenDer Antrag wurde, als dem bildet der Selbstmord eines sechszehnjährigen jungen offbericht Mannes. Wir berichteten vor einigen Tagen, daß in voriger Woche mann und Globis vom Landgericht Prenzlau in zweiter Sustanz auf der Eisenbahnstrecke zwischen Nauen und Finkenkrug eine männ zu Geldstrafen verurteilt worden, weil sie in einem ländlichen Der Stand des Streiks ist kein aussichtsloser. Es sind in lezter Beit Darauf berichtete ir big über den Streit der Flaschenmacher. liche Person vom Zuge überfahren und gräulich zerstückelt worden Orte, von Haus zu Haus gehend, den socialdemokratischen Volks- Verhandlungen angebahnt worden, die hoffentlich zu einem günstigen ist; die Gesichtshälfte des Kopfes wurde auf dem Lehrter Bahnhof talender Märkischer Landbote 1901" an einem Sonntag un Ergebnis führen werden. Der Kampf wird seitens der Ausständigen in Berlin auf der Lokomotive vorgefunden. Der Ueberfahrene ist entgeltlich verteilt batten. Die Verteilung war nur in den Häusern mit größtem Opfermut weitergeführt, daran wird auch die Kritik min als der Mechaniker Paul Werner aus Friedrichsberg erfolgt. Auf der Straße trugen die Angeklagten die Druckschriften der" Holzarbeiter- Zeitung" nichts ändern. An diesen Artikel knüpft bei Berlin refognosziert. Er ist der im Jahre unter dem Arm. Das Landgericht nahm an, daß das Austragen der Redner eine heftige Polemik und weist die Einmischung von jener 1885 geborene Sohn einer Witwe; sein verstorbener Bater Kalender von Haus zu Haus eine öffentlich bemerkbare Arbeit dar- Seite entschieden zurück. war eichensteller. Die Mutter, die nach Nauen ge- stelle und daß die Art, wie sie sich vollzogen habe, auch geeignet ge- fonnten bisher regelmäßig ausbezahlt werden. Der Verband der Die Unterstügungen für die Streifenden fommen war, erkannte auf das unzweifelhafteste an den wesen sei, das religiöse Gefühl derer, die die Arbeit wahrnahmen, zu Buchdrucker sowie die englischen Glasarbeiter haben besonders große Kleidern, daß ihr Sohn mit dem Ueberfahrenen identisch ist. verlegen. Auf die vom R.-A. Herzfeld für die Angeklagten eingelegte Summen hierfür gespendet. Weitere Unterstützungen sind in Aussicht Aus einem in Nauen aufgegebenen Briefe des Werner an seine Revision hob der Ferien- Straffenat des Kammergerichts das Urteil gestellt worden. Redner ist der Ueberzeugung, daß der Streit mit Mutter geht mit voller Klarheit hervor, daß der junge des Landgerichts auf und verwies die Sache zu nochmaliger Ber- einem Siege der Flaschenmacher enden werde, wenn ihnen noch 16jährige Mann sich in felbst mörderischer Absicht handlung und Entscheidung an das Landgericht zurück. Begründend einige Wochen die nötige Unterstüßung zu teil werde. An den Beauf die Schienen gelegt hat Das Nauener reis wurde ausgeführt: Das Gericht gehe davon aus, daß die. Ansicht der richt knüpft sich eine lebhafte Diskussion. blatt" schreibt hierzu: Angeklagten, die Oberpräsidialverordnung über die äußere Heilighaltung der Sonn- und Feiertage verstoße gegen das Preßgefez. nicht be- tha 1. Redner schildert eingehend den schweren Kampf, den die Den Bericht über den Streit der Tabalarbeiter gab Rosenrechtigt sei. Auch habe das Gericht keine Bedenken, in der Thätigkeit der Tabatarbeiter um das Koalitionsrecht zu führen haben. Er bedanert, Angeklagten eine Arbeit zu sehen. Dagegen halte der Senat nicht für ge- daß der Boykott nicht in der wünschenswerten Weise von der nügend flargestellt, ob nicht der Vorderrichter ausgegangen sei von einer Arbeiterschaft unterstützt wird. So hat der Konsumverein Berlinrechtsirrtümlichen Auffassung darüber, was geeignet wäre, die Nixdorf, der in 11 Filialen sein Geschäft betreibt, bis vor 14 Tagen Unglücksfall oder Verbeechen? Am 4. September früh ist Haus mit Druckschriften imter dem Arm könne solche Störung noch sich sogar der Vertrauensmann aus dem 4. Wahlkreis als LagerSonntagsruhe zu stören. Allein in dem Gehen von Haus zu bontottierten Rautabat verkauft. In einer Berliner Filiale befindet dicht bei Angermünde am Wege nach Schmargendorf an einer Scheune nicht gefunden werden. Es müßten dazu noch weitere Momente verwalter, der keinen Anstoß an dieser Geschäftspraxis nahm. die Leiche eines 14-15jährigen, 1,40 Meter großen jungen Menschen kommen, die zu einer Störung der äußeren Heilighaltung der Sonn- Börner, Vertreter der Tabatarbeiter, übte an dem zuletzt ermit einer Schnittwunde am Halse aufgefunden. Bekleidet ist dieselbe und Feiertage geeignet wären. mit blauem Radfahrer- Anzug, kurzer Hose, schwarzer Weste, blau- komme nicht in Betracht. Das Landgericht habe jetzt festzustellen, sammutung zustimmend aufgenommen wurde. Redner weist darauf Das Verteilen in den Häusern wähnten Vorkomminis gleichfalls eine herbe Kritik, die in der Vergeringelten Strümpfen und ziemlich neuen schwarzen Schnürschuhen. ob das Gehen von Haus zu Haus in einer die Störung der hin, wie durch diese Ereignisse der Nachweis geführt wird, daß die Stopfhaare dunkelblond. Augen hellbraun, Zähne defekt. der Radfahrerjacke befand sich zum Festhalten der Hose ein blauer, Falle könnten die Angeklagten bestraft werden. Unter Sonntagsfeier in sich schließenden Weise erfolgt sei. Nur in diesem Ansicht einiger Gewerkschaftler, die Konsumgenossenschaft müſſe die etwa 4-5 Centimeter breiter Gurt, welcher mit Leder besetzt war. Stüge der Getvertschaftsbewegung sein, verfehlt ist. Es sei doch eine Unter dem Nacken der Leiche lag geöffnet der hinten mit einer überaus mäßige Anforderung, die die Tabatarbeiter in Bezug auf Schnalle verschließbare violette Schlips. In der rechten Hosentasche den Boykott an die Arbeiterschaft stellen, um so trauriger, wenn befanden sich eine Mundharmonika und einige Aepfel. Es fanden die Streifenden eine fo geringe Unterstützung bisher erlangt haben. fich ferner vor: in der rechten Jacketttasche ein Messer, ein Ziesche( Lagerhalter) erklärt, daß sich seine Organisation mit Bechpflaster( in einem Umschlag), ein Bleistift dem gerügten Umgehen des Boytotts im Konsumverein beschäftigen angespigt ein Hausschlüssel und werde. Jedoch ist der Vorwurf gegen den Lagerhalter ungerecht, ,, Die Not des Lebens war das Motiv zur That." Er schreibt in dem bewußten Briefe, daß er das Leben fatt habe, weil er feine Arbeit bekommen könne und seiner Mutter nicht länger zur Last fallen wolle. Wenn er erst nicht mehr wäre, würde es seiner Familie wohl besser ergehen. Handlung vor. Gerichts- Bettung. Sociales. einmal doppelt Die wirtschaftliche Lage der Arbeiter Hanaus. Unter starkem Papier) in Hanau eine Broschüre 939649 ist m Versammlungen. biefen trifft keine Schuld, denn er hat als Angestellter uur die ben ef und mehrere gepfel; in diesem Titel hat sie schite herausgegeben, die das Ergebnis einer der linfen Westentasche eine mit der Bezeichnung Ad. Hendrichs 20 Potsdamerstr. 76 und eine Statistik enthält, die im vorigen Jahre aufgenommen wurde. Ob- ordnungen des Vorstandes zu vollführen. Das auch hier geschehen. Blechdose, den Reſt einer Cigarette enthaltend, und eine Uhrkapsel, wohl die Statif.it fich nur auf einen Bruchteil der Arbeiter be- daß gegenwärtig ca. 300 Anschläger zu dem neuen Tarif arbeiten Ueber den Streit der Bauanschläger wird berichtet, welche an einer Uhrkette befestigt war; in der rechten Westentasche schränkt, wie es bei Privat- Enqueten immer zu fein pflegt, so enthält und 250 noch ausständig sind. Der Vorwurf des Vertragsbruches, der einzelne Streichhölzer und ein kurzer Blauſtift. Neben der Leiche sie dennoch ein wichtiges Material zur Beurteilung der Lage der seitens der Unternehmer gemacht werde, sei vollkommen ungerechtlagen außerdem in Zeitungspapier( Berliner Lokal- Anzeiger" vom Arbeiter. lagen außerdem in Zeitungspapier( Berlin Genosse Fuhrmann, dem die Bearbeitung der eins fertigt, da den Vertretern der Arbeiter ein Protokoll über die dies31. August 1901) eingewidelt ein paar helle braune Beinkleider. gelaufenen Fragebogen übertragen war, hat den Stoff so Ein scharfes Instrument, mit dem die Entleibung ausgeführt sein geordnet, daß er zunächst die einzelnen Berufe Revue bezüglichen Verhandlungen weder verlesen, noch von ihnen untertönnte, ist ungeachtet genauer Nachforschung nicht gefunden. Da paifieren ließ und dann einen Da passieren ließ und dann einen Gesamtüberblick gab. Die schrieben worden sei. auch Uhr und Geld fehlen, so liegt der Verdacht einer strafbaren Verhältnisse in den einzelnen Berufen gestalten sich sehr verschieden. Streitfrage der Hamburger Accordmaurer auf die Tagesordnung der Von dem Delegierten der Tapezierer wurde beantragt, die Die längste Arbeitszeit bis zu 100 Stunden in der Woche konnte Versammlung zu setzen. Da diese Sache aber eine eingehende Beim Bäckerberuf konstatiert werden. Wiederum ein Beweis, wie wenig der Marimalarbeitstag von 12 Stunden innegehalten wird. Dann handlung erfordert, wird beschlossen, noch vor dem Parteitag eine kommen die Fuhrleute mit 98 Stunden pro Woche und die Friseure besondere Versammlung hierfür einzuberufen und die Maurer zu Verunglückte Sittenretterei. Eine drastisches Verteidigungs- Berufen sch: vanft von 89,1 Stunden bis auf 54,1; die Höchstzahl Studenten nach Art der Hochschulturse in kleineren Streifen Vorträge mit 91 Stunden. Die durchschnittliche Arbeitszeit in den einzelnen beauftragen, einen Referenten dafür zu bestimmen. Herr Heilmann teilt der Versammlung mit, daß mehrere mittel brachte der Handelsmann Ellenberger vor, als er sich erreichen die Bäder, die niedrigste die Lithographen. Die gleiche halten wollen und zu dieſem Zwed mit den gewerkschaftlich organigestern vor der zweiten Ferienstrafkammer des Landgerichts I wegen Verschiedenheit zeigen die Löhne, die von 8 M. bis 38 M. pro Woche fierten Arbeitern in Verbindung zu treten wünschen. Bertriebs unzüchtiger Bilder zu verantworten hatte. Der An- steigen. Im Durchschnitt haben die Berufsarbeiter eine Arbeitszeit geklagte hielt eines Tages mit seinem Starren, der eine Menge der von 52,2 Stunden und einen Lohn von 20,25 M., während die Massinis wird die Sache dem Ausschuß überwiesen. verschiedenartigsten Dinge enthielt, in der Elsasserstraße. Ein hinzu- Silfsarbeiter bei 62,1 stündiger Arbeitszeit 16,41 m. verdienen. Den macher, Maschinisten und Heizer, Rammer, städtischen Arbeiter, Nicht anwesend waren die Vertreter der Barbiere, Handschuhkommender Kriminalbeamte wurde gewahr, daß besonders junge noch Stundenlohn für die einzelnen Berufe berechnet, ergiebt das Schriftgießer, Bergolder, technischen Bühnenarbeiter, Weißgerber und macher, Maschinisten und Heizer, Rammer, städtischen Arbeiter, schulpflichtige Mädchen den Karren umstanden, welche mit Intereſſe vielfach beobachtete Resultat, daß in den Berufen, wo die längste der Rabigpuger. Kleine, ihnen vom Angeklagten überreichte Spiegel betrachteten. Arbeitszeit üblich ist, die niedrigsten Lohnsätze zu finden sind, und Auch der Beamte ließ sich einen solchen geben, hauchte umgekehrt dort, wo die kürzeste Arbeitszeit vorherrscht, die höchsten Berichtigung. Genosse Börner hat laut Versammlungsbericht darauf, wie ihm bei den Tabatarbeitern der Verwaltung merkte, daß dann auf dem Glase die Umrisse einer Unterhalt der Familie ergab sich, daß von 1260 Ehefrauen 286 zum des unterzeichneten Vereins unbekleideten weiblichen Figur hervortraten. Jetzt offenbarte er sich Broteriverb beitrugen. Von diesen arbeiteten 176 außer dem Hause, Verkaufsstellen boykottierten Kantabak führen. dem Verkäufer gegenüber als Kriminalbeamter, er bezeichnete die 92 daheim und 18 abwechselnd. Allein 218 von diesen Ehefrauen Da sich die Verwaltung nicht bewußt ist, einen derartigen VorSpiegel als solche, die gegen die lex Heinze verstießen und nah hatten Kinder zu versorgen und 68 waren kinderlos. Die Frage wurf zu verdienen, erklären wir hiermit, daß wir seit den in Nordch2 ly Auf Antrag te y die Anleitung gegeben wurde und be Löhne gezahlt werden. In Bezug auf die Mitarbeit der Frau zum im gestrigen Vorwärts den Vorwurf gemacht, daß wir in unsren der Konsumverein Berlin Nixdorf. = Marktpreise von Berlin am 5. September 1901 nach Ermittlungen des D.- Ctr. elgen, gut " " * Berste, gut mittel gering " tgl. Polizeipräsidiums. Kartoffeln, nene, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch 8.50 1,70 1,30 15 1,20 " " † Roggen, guth 13,85 13,83 Schweinefleisch 1,60 1,20 " " mittel gering 13,81 13,79 1,60 1,10 " " " 13,77 13,75 1,60 1,10 " 2,60 2, " mittel 60 Stilt 4,40 2,402 " " gering 1 kg 2,40 1,20 2,60 1,20 Bander Hechte 2,60 2,20 1,20 " 7,16 6,66 Barsche 1,80 0,80 " 8,60 5,80 Schleie 2,40 1,20 " 40, 25, " 45, 25, Bleie Krebse 1,40 0,80 per Shot 16, 65,- 30, Hen " mittel Grösent gering peifebohnen Vinsen †) Ab Bahn. 14,80 14,20 14,10 13,50 13,40 12,80 16,30 15,40 15,30 14,50 14,40 13,60 Kalbfleisch Hammelselsch Butter Fier Karpfen Aale 1,20 2,50€ Hausen bestehenden Differenzen teinerlei Geschäftsverbindungen| Jm ablehnenden Falle würden sämtliche Berliner Töpfer fich alsbald| reitet worden. Bei einer Gerichtsverhandlung in einer rheinischen mit irgend einer in Betracht kommenden gesperrten Firma auf einen Lohnkampf mit den Unternehmern vorbereiten. Unter Stadt verwies der den Vorsiz führende Assessor einem Zeugen, mehr haben. Lange vor Beginn der dortigen Differenzen haben diesen Voraussetzungen gelangte der neue Tarif, der etwa 190 Bo- übrigens einem Nichtjuden, sein allzu lautes Benehmen mit den wir, wie andre Konsumvereine, von Hanewacker Tabak gekauft; fitionen der einzelnen Arbeiten umfaßt, einstimmig zur An Worten: Sie haben sich hier anständig zu betragen oder beim Eintritt der Differenzen haben wir sofort die Geschäfts- nahme. glauben Sie vielleicht, Sie befinden sich hier in einer Juden= verbindung gelöst und laut Ausweis unsrer Faktura beziehen wir Die allgemeinen Bestimmungen des Tarifs lauten: schule? Wir sind hier in keiner Judenschule." Der Vorstand seitdem von Baum u. Zeuch Eschwege diese Ware. Wir haben Die Arbeitszeit währt 8 Stunden. An jedem Sonnabend ist des Centralvereins deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens wandte ferner sofort veranlaßt, die im Centrallager vorhandene Ware eine Stunde früher Feierabend und müssen die Lohnzahlungen um sich daraufhin an die vorgesezte Behörde mit dem Ersuchen, den zurückzustellen, dort steht sie heute noch. Außerdem haben wir unsre 5 Uhr beendet sein. Ueberstunden sind zu vermeiden, in dringenden Assessor zu veranlassen, im amtlichen Sprachgebrauch Ausdrücke zu Lagerhalter angewiesen, keine derartige Ware zu verkaufen. Fällen mit 50 Proz. Zuschlag zu vergüten. Falls Lohnzahlungen nicht unterlassen, welche geeignet sind, berechtigte Gefühle einzelner Gerichts Durch ein Versehen einiger unsrer Angestellten scheint eine oder auf der Arbeitsstätte erfolgen, ist 1 Stunde Lohn und Fahrgeld zu vergüten. eingesessenen, besonders in Bezug auf ihre Religion, zu verlegen." die andre Rolle von dem alten Bestande ausgegeben zu sein, wir Bei auswärtigen Arbeiten wird Auslösung pro Tag 3 M. und Fahr- Darauf erteilte der Präsident des betreffenden königlichen Landgerichts bedauern dieses, die Verwaltung jedoch ist dafür nicht verantwortlich geld III. Wagenklasse, sowie Entschädigung der Fahrzeit gezahlt. den Bescheid: Zur fünftigen Vermeidung des Ausdruckes„ Judenzu machen. Die Kündigungsfrist zwischen Meister und Gesellen ist beiderseitig schule" ist das Erforderliche veranlaßt worden." Socben erfahren wir, daß in der gestrigen Versammlung der ausgeschloffen und kann denmach nach Fertigstellung jedes Stückes Diese Empfindsamkeit streift hart ans Komische. Ob die Herren Berliner Gewerkschaftskommission uns ein gleicher Vorwurf gemacht die Auflösung des Arbeitsverhältnisses erfolgen. Das Arbeitsmaterial wirklich glauben, daß sie durch die neueſte Denunziationsthat einen wurde; bezugnehmend auf vorstehend Angeführtes weisen wir auch ist dem Gezer an seine Arbeitsstelle zu liefern. Warten Ausdruck beseitigt haben, der im Sprachgebrauch seit alters her alldiesen Vorwurf mit aller Entschiedenheit zurück. auf Material ist in Lohn zu vergüten. Das Arbeitsgemein üblich ist und bei dem niemand an Judenfresserei oder sonst Berlin, den 6. September 1901. verhältnis beginnt, nachdem dem Arbeitnehmer Buch und Karte etwas Arges denkt? Welche idyllischen Rechtszustände hätten wir, durch den Arbeitgeber abgenommen Vom 15. Oktober wenn feinem Richter etwas Schlimmeres vorzuwerfen wäre, als die E. G. m. b. H. bis 1. April wird nur bei verglasten Fenstern gearbeitet. Das Anwendung des hier verpönten Wortes! J. A.: Otto Schulzki. Arbeiten bei offenem Coatsfeuer ist nicht statthaft. Bei Tarif- In Gorndorf bei Saalfeld( Thüringen) äscherte am Donnerstag In der Versammlung des Arbeitervertreter- Vereins, die streitigkeiten entscheidet die vereinigte Meister- und Gesellenam 5. September im Gewerkschaftshaus stattfand, referierte Ge- Kommission. Sonderabmachungen zwischen einzelnen Arbeitgebern mittag eine Feuersbrunst einen erheblichen Teil des Dorfes ein. Zwanzig Gebäude wurden ein Raub der Flammen, auch einiges werbe Inspettor Dr. Rasch über Gewerbe- n- und Arbeitnehmern sind ungültig. Dieser Vertrag gilt bis zum spektion. Er bemerkte einleitend, er sei sehr gern der Aufforderung 1. Oktober 1903 und muß 3 Monate vor Ablauf der Frist gekündigt Vieh verbrannte. Menschenleben find nicht zu beklagen. zum Vortrag nachgekommen, da es eine Freude für die Gewerbe- werden. Geschieht dies von keiner Seite, so ist der Bertrag als auf Aufsichtsbeamten sei, mit Arbeiterkreisen in nähere Berührung zu ein Jahr verlängert zu betrachten. kommen. Die große Bedeutung der Arbeiterschuß- Gesetzgebung Herm. John und Dunsel als Kommissionsmitglieder erbetonend, gab Redner eine Uebersicht über die Befugnisse mahnten alle Töpfer, für diesen Tarif, der erst seit 1886 Fabrikinspektoren, wie sie sich aus dem Gesez, den einen wesentlichen Fortschritt bedeute, auf allen Bauten und ArbeitsAusführungsbestimmungen und der Dienstanweisung ergeben. stätten rege zu agitieren, und gleichzeitig zur Einmütigkeit für eine Herr Dr. Rasch schilderte ferner anschaulich die Thätigkeit eines zu erwartende Lohnbewegung aufzufordern. Voraussichtlich werden Gewerbe- Inspektors aus den verschiedensten Anlässen. Unter anderm bie Arbeitgeber es nicht auf einen Lohnkampf ankommen lassen. führte er aus: Manche Inspektionen würden durch die Klagen der Zu dem am 15. September in Berlin stattfindenden Gautage Nachbarn über Belästigung durch Ruß, Rauch oder Lärm veranlaßt. wurden auf Beschluß der Versammlung drei Delegierte und zwar: Nun könne man sagen, eine solche Untersuchung gehöre eigentlich erm. John, Kronfeld und Sorg gewählt; als Beisiger nicht zum Dienst des Gewerbe- Juspektors. Sie ihm abzunehmen, zur Ortsverwaltung Hugo John. Nach längeren lebhaften Erafer, gut wäre indessen doch falsch. Andre Beamte könnten leicht in seine örterungen wurde fast einstimmig beschlossen, das Bureau in das Befugnisse eingreifen, zum Beispiel einfach die Ventilation einer Gewerkschaftshaus zu verlegen. Den ausständigen Glas- Nichtstroh Fabrit, die den Staub hinauswirft, beseitigen lassen, wenn die Nach- arbeitern wurden 200 M., den Tabatarbeitern 100 m. gewährt. barn belästigt werden. Der Gewerbe- Inspektor fände dagegen einen Einige Mitglieder wurden aus dem Verband ausgeschlossen. Die andern Ausweg. den Ein andrer Anlaß seien Beschwerden der Arbeiter. arbeitsuchenden Töpfer wurden aufgefordert, jederzeit nur Diese liefen häufig anonym ein. Das sei begreiflich, weil die Arbeiter Arbeitsnachweis der Organisation zu benutzen. Nachteile befürchteten. Natürlich untersuche der Beamte die fragliche Die Stock und Celluloidarbeiter hielten am 2. d. M. eine Angelegenheit genau so, als wenn ihm der Name des Beschwerde- Branchenversammlung ab. Zunächst wurde die Berichtigung be: führers bekannt wäre. Praktischer wäre es aber doch, wenn sprochen, welche die Firma Goldmann mit Bezug auf den Bericht die Beschwerdeführer selber kämen und ihren Namen über die vorige Versammlung dem„ Vorwärts" zugesandt hat. Es und ihre Adresse angäben. Die Beamten würden es durchaus ver- wurde bemerkt, und von den Arbeitern der Firma Goldmann bemeiden, fie irgendwie bloßzustellen. Es sei deshalb praktischer, weil stätigt, daß sie die Unterschrift zu der fraglichen Berichtigung erst fich häufig Rücksprachen mit den Beschwerdeführern notwendig gegeben hätten, nach dem die in der Versammlung besprochenen machten. Ein solcher direkter Verkehr wäre geeignet, Arbeiter und Mißstände beseitigt worden wären. Hierauf beschäftigte sich die Inspektoren einander näher zu bringen. Vor der Besichtigung Versammlung mit den Verträgen, welche die Firma Goldmann den dort eines Betriebes werde der Inspektor, abgesehen von besonderen beschäftigten Arbeitern zur Unterschrift vorlegt. Nach eingehender Fällen, gewöhnlich erst ins Comptoir gehen, um sich vom Chef oder Debatte wurde beschlossen:„ Die Versammlung verwirft die Abvon einem verantwortungsvollen Vertreter desselben begleiten zu ſchließung von Verträgen einzelner Kollegen mit den Unternehmern Die Aussicht auf eine baldige und zweckmäßige Abstellung ohne Zustimmung der Organisation und erwartet von den Kollegen von Mißständen sei in diesem Fall wegen der sofortigen direkten der Firma Goldmann, daß sie die ihnen vorgelegten Kontratte nicht Besprechung mit den maßgebenden Personen eine größere als unterschreiben. Diejenigen Kollegen, welche bereits unterschrieben sonst. Bei dem Eintreten für hygienische Einrichtungen sei es für haben, find verpflichtet, die Kontrakte zu lösen." den Gewerbe- Inspektor wichtig, einen moralischen Einfluß auf die Unternehmer auszuüben. Nur wenn er sie gleichsam zu socialpolitischem Mitwirken heranziehe, werde er einen vollen Erfolg haben. So fuche er denn auch das Ge= wünschte zunächst durch eine Vereinbarung mit dem Unternehmer zu erzielen. Sei man gezwungen, eine polizeiliche Verfügung zu veranlaffen, dann komme es sehr leicht vor, daß nur das aller notwendigste geschehe oder der Wortlaut der Verfügung so befolgt werde, daß eine wesentliche Besserung nicht eintrete. Bei Besprechung des Einflußies, den die Gewerbe- Inspektoren auf die Beschaffung von Schußvorrichtungen zur Verhütung von Unfällen haben, erklärte Redner es im Interesse der Arbeiter für not wendig, daß die bezüglichen Befugnisse der staatlichen Aufsichtsbehörde nicht beschränkt würden zu Gunsten der Berufsgenossenschaften. Die staatlichen Aufsichtsbeamten hingen nur von der vorgefeßten Dienstbehörde, nicht von Interessentenkreisen ab. Distusfion beteiligten sich eröhn, R. Ahrens, 3ander, Hildebrandt, Albrecht und Siemano w sfh. Es wurden die bekannten Klagen über die Mangelhaftigkeit unfrer Gewerbe Jufpektion erhoben, zugleich aber betont, daß es bei der vorherrschenden Ueberbürdung der Beamten diesen unmöglich sei, alle berechtigte Wünsche zu erfüllen. Alle Redner sprachen sich für eine erhebliche Vermehrung der Beamten und dafür aus, daß ihnen Arbeiter zur Seite gestellt würden. Der Referent beantwortete verschiedene in der Debatte aufgeworfene Fragen. So erklärte er, daß die Gewerbe- Aufsichtsbeamten gern an recht viel Unfallterminen teilnehmen möchten, dics ihnen aber leider bei den Lasten ihrer Beschäftigung unmöglich sei. Sie müßten sich deshalb auf besondere Fälle beschränken. lassen. - An der Rigdorf. Am 3. September tagte bei Gröpler eine Boltsversammlung. Der große Saal war bis auf den letzten Platz gefüllt, unter den Anwesenden waren die Frauen besonders zahlreich bertreten. Genosse 3ubeil hielt einen Vortrag über die Stellung der Frau im wirtschaftlichen und politischen Kampfe. Mit warmen Worten schilderte der Redner, welchen Anteil die Frauen seither an dem Befreiungskampfe des Proletariats genommen haben, er wies namentlich auf deren Thätigkeit während der Herrschaft des Socialistengesetzes hin und trat für die volle Dem Vortragenden wurde lebhafter Beifall gezollt. Int gleichen Sinne wie der Referent sprachen in der Diskussion die Genofsinnen Rönsch und Jeezze, sowie die Genossen Frante, Nagel und Hoppe. Mit einem Hoch auf die Socialdemokratie wurde die Versammlung um 12 Uhr geschlossen. Achtung! Steglitz und Groß- Lichterfelde. Sonntag, den 8. Sep: tember cr., nachmittags 3 Uhr, findet eine öffentliche Versammlung des Gentralverbands der Handels, Transport und Verkehrsarbeiter Deutsch lands in Groß- Lichterfelde, Chauffeestraße Nr. 104 bei Bagels statt. 3wed dieser Versammlung ist: Gründung einer Zahlstelle des Verbandes in Groß Lichterfelde. Kollege Bause wird einen Vortrag halten über den Nutzen der Organisation. Wir ersuchen die Kollegen von Lichterfelde, welche unsrer Organisation fern stehen, sich recht zahlreich in dieser Versammlung einzufinden. Aufnahme findet nach dieser Versammlung statt. = *) Frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 6. September. Getreide. Der Getreides markt verfiel heute wieder in eine an Stagnation grenzende Geschäftslosig feit. Söhere Preismeldungen aus Amerika, England und Frankreich, sowie anlaßten die Abgeber, die Weizenpreise eine Kleinigkeit höher zu halten, als die unrentablen Forderungen für russische und amerikanische Ware vergestern. Da aber weder für prompte Ware noch für Lieferungen Käufer vorhanden waren, so blieben die um 4 M. gebefferten Notierungen rein nominell. Aehnlich lagen die Verhältnisse auf dem Roggenmarkte, nur daß hier die Preise gegen gestern keine Veränderungen zeigten. Mehl war still behauptet. Safer bei einiger Frage für feine und bessere Mittelsorten gut behauptet. Mais auf Amerika etwas höher gehalten. Rüböl gab weiter nach. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet am Dienstag, Donners tag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. Versammlung. Zum Teil benutzt. Das Manuskript steht zu Ihrer Berfügung. 11. 109. Man wende sich unter der Adresse des Magistrats der betreffenden Stadt an die Schuldeputation. 5. 5. 100. Sie könnten sich lediglich an die Militärbehörde wendent. N. B. 10. Darüber müssen Sie sich auf der Polizei erkundigen. A. 100. st das Kind gestorben, so tönnen Sie, vertreten durch Ihren A. S. 78. Eine Jentsch 100. 1. Am ersten C. M. Wenn O. Ja. Vater oder Vormund, als Erbin des Kindes flagen. dahingehende Vorschrift besteht nicht. Tage, also bis etwa 6 Uhr abends. 2. Nein. Bestimmungen Ihres Statuts dem nicht entgegenstehen: ja. S. 10. 1. Wenn er noch nicht 42 Jahre alt ist, ja. 2. Ja, mit Festung. ein Thor, wenn Sie ein Schriftstück unterschrieben, das Sie verpflichtet, das 23. K. 32. Der Hauswirt ist ganz und gar im Recht. Sie wären Waffer der Wasserleitung zu bestimmten Zweden nicht zu benutzen. Der Wirt hat Ihnen den Gebrauch der Wasserleitung tontrattlich zu gewähren. Thut er es nicht, so verklagen Sie ihn auf Leistung des tontrattlich Ver einbarten und auf Schadensersatz. 65. Das wäre nur bis zur Heirat zulässig gewesen, jetzt nicht mehr. Wilhelm G. Verlangen Sie von dem Eigentümer des Pferdes( es scheint die Berliner zu fein) vollen Schadensersaz und verklagen Sie eventuell den Eigentümer; er ist für den durch sein Pferd ihnen zugefügten Schaden verantwortlich. Auch Ufw. Jawohl. tönnen Sie den Vorfall der Polizei mitteilen. Vorwärts, Kopenhagen. Nein. A. R. 01. Der Wirt, der in diefem Quartal das Haus im Wege der Zwangsversteigerung erworben hat, fann bis am 3. Oktober zum 1. Januar Ihren Bertrag kündigen. Witterungsübersicht vom 6. September 1901, morgens 8 1hr. Wetter Stationen Die Ortsverwaltung von Stegliz und Friedenau. Socialdemokratischer Agitationsverein für den Reichstags: Wahlkreis Stralsund Franzburg Rügen. Sonntag, den 8. Sept., vormittags 10 Uhr, Vereinssizung bei H. Ramlow, Schönhauser Allee 135. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, 8. September, vormittags 83 Uhr in der Aula der 69. Gemeindeschule, Kleine Frankfurterstr. 6: Versammlung. Freireligiöse Vorlesung." Um 103 1hr vormittags ebendaselbst: Vortrag des Frl. Jda Altmann:„ Religiöse Seften in Ruß- Stationen Der Centralverband der Töpfer hielt am Mittwoch eine land". Gäfte, Damen und Herren, sehr willkommen. Generalversammlung ab, um den von der Konmmission aus- Samariterkursus für Arbeiter und Arbeiterinnen. Die Mitgearbeiteten neuen Lohntarif zu beraten. Im allgemeinen glieber und Freunde, welche morgen die Partie nach Eberswalde mitmachen herrschte unter den Anwesenden Einmütigkeit in der Auffassung, daß wollen, werden ersucht, sich um 8.30 Uhr auf dem Stettiner Bahnhof eineine gründliche Aufbesserung der Löhne, entsprechend den gesteigerten suünden. Abfahrt mit dem Sonderzuge 8.50 Uhr. Anforderungen für die Lebenshaltung, unbedingt notwendig sei. Der bisherige Tarif gilt bis zum 1. Januar 1902, falls der neue nicht zur Vereinbarung gelangt. Am 27. September d. J. muß für den 1. Oftober der alte Tarif gekündigt werden. Der Triumph der Empfindsamkeit. Dem Centralverein Innerhalb dieser drei Tage haben sich die Arbeitgeber zu deutscher Staatsbürger jüdischen Glaubens, der durch seine berüchtigte erklären, ob sie geneigt sind, mit den Arbeitnehmern bezw. deren Demunziationsthätigkeit dem Antisemitismus leider schon so manche und frischen östlichen Winden. Vertretern über die Bereinbarung des neuen Tarifs zu verhandeln. Anhänger zugeführt hat, ist fürzlich eine seltsame Genugthuung beDermischkes. 3 H1b.beb. 13 Haparanda 7689 2 Nebel 11 Petersburg 7689 3 wolfig 10 Cort 2 bedeckt 9 Aberdeen 2 hlb.bed. 12 Baris 2 bedeckt 10 Winds richtung Windstärke Wetter Temp. n. T. SIF 16° C.-4° R. 2 heiter 1heiter 756 SSW 3 wolfig 14 758 ONO heiter 2 10 winembe 763 OSO Hamburg 7620 Berlin 7610 Franff/ M. 758NO München 758 SO 758 NW Wetter Prognose für Sonnabend, den 7. September 1901. Ziemlich fühl und veränderlich, vielfach wolfig mit leichten Regenfällen Berliner Wetterbureau. Wien Badstrasse 32. Badstrasse 32. kommt das noch sehr sortierte Wegen Auflöſung der Firma Gebrüder Joseph Warenlager von heute Sonnabend, den 7. d. Mts., nachmittags 5 Uhr. und folgende Tage zum vollständigen Ausverkauf. Es ist für jedermann lohnend, sich von den wirklich billigen Ausverkaufs- Preisen zu überzeugen. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Berlag von Max Bading in Berlin. Nr. 209. 18. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt, Sonnabend, 7. September 1901. Auguſt. Interm neueffen Kurs. 1. Köslin. Vom vorigen Monat ist nachzutragen: Genosse Henning 150 M. Geldstrafe wegen Beleidigung des zweiten Bürgermeisters. 3. Zwickan. In der Berufungsinstanz Genosse Junghaus wegen Beleidigung eines Fabrikdirektors 20 M. Geldstrafe. 5. Harburg. Genosse Radloff 25 M. Geldstrafe wegen lebertretung des preußischen Vereinsgesezes. 8. Danzig. 8 Monate Gefängnis Genosse Berger wegen Beleidigung von Bolizeibeamten. 9. Dresden. Wegen Verübung groben Unfugs Genosse st3immermann zwei Tage Haft. Fünf Tage Haft ein Minderjähriger wegen Uebertretung des sächsischen Vereinsgejezzes. „ Augsburg. Genosse Rollwagen wegen Beleidigung cines Polters eine Woche Haft. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. 9. Düsseldorf. Zwei Genossen wegen Beleidigung des Fabritanten Hehe je 14 Tage Gefängnis. 10. Halle. Drei Wochen Gefängnis Genosse Knorr wegen Beleidigung eines Streitbrechers. 10. Gaarden. Wegen unerlaubten Verbreitens von Flugblättern an öffentlichen Orten Genosse Malave 30 M. Geldstrafe. 13. Eibenberg. Genosse Mieth und Wirt Lohse je 50 M. Geldstrafe wegen Uebertretung des Tanzregulativs. Halbau. Drei Glasmacher je 50 M. und zwei je 100 m. Geldstrafe wegen Uebertretung des Vereinsgefezes. Wegen des gleichen Bergehens fünf andere Glasmacher je 20 M. Geldstrafe. 19. Berlin. Wegen Vergehens gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung nor Genosse Stoltnow einen Tag Gefängnis. 21. Erfurt. Vier bezw. zwei Monate Gefängnis die Genossen Hennig und Stieber wegen Beleidigung eines Gymnasialdirektors. 22. Stade, Genoffe as ch wegen Verübung groben Unfugs 50 M. Geldstrafe. 22. Dresden. 75 M. Geldstrafe Genosse Koch wegen Beleidigung von Polizeibeamten. 27. Berlin. 1 Woche Gefängnis Genosse Porausti wegen versuchter Nötigung. " " Hamburg. Wegen Beleidigung eines Kapitäns Genosse Miller 50 M. Geldstrafe. Bochum. 500 M. Geldstrafe Genosse Langhorst wegen Beleidigung eines Betriebsführers. 29. Berlin. Zwei Schuhmacher je 15 M. Geldstrafe wegen Beleidigung eines Streitbrechers. " Erfurt. Genosse Hennig wegen Verübung groben Unfugs 30 M. Geldstrafe. 30. Chemnik. Wegen Beleidigung eines Obersteigers Genosse Langhorst Bochum 100 M. Geldstrafe. Insgesamt wurden erkannt auf 8 Monate, 10 Wochen und einen Tag Gefängnis und 1610 M. Geldstrafe. Berlin, den 4. September 1901. Urania Apollo- Theater. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: 10 Specialitäten. Grandet. Steidl. Sonnabend, 7. September. Aus dem Tagebuch der Erde. Frau Luna Opernhaus. Samson und Dalila. Anfang 7 Uhr. Invalidenstr. 57/62. Schauspielhaus. Wintermärchen. Tägl. Sternwarte. Anfang 72 Uhr. Nenes Operu Theater( Kroll). Mamfell Angot. Anfang 8 Uhr. Jm Trianon Theater:" Lebende Lieder". Anfang 8 Uhr. Ju Garten: Täglich Konzert. großcs Schiller. Das Gefängnis. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Ein Volksfeind. Anfang 712 Uhr. Berliner. Laboremus. 712 Uhr. Leffing. Johannisfeuer. 712 Uhr. Anfang Anfang Residenz. Leontinens Chemänner. Borher: Der Kammersänger. Anfang 7 Uhr. Neues. Das Ewig- Weibliche. An fang 7 Uhr. Weften. Der Waffenschmied. Anfang 7 Uhr. Seceffionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 8 Uhr. Central. 8 Uhr. Die Geisha. Anfang Thalia. Ein tolles Geschäft. An: fang 7 Uhr. Luisen. Die Leibrente. 8 Uhr. Castans Panopticum. Neu! Friedrichstr. 165. New! Neu! Der künstliche Mensch! Die sensationellste Erfindung der Neuzeit: Der, Clou" der Pariser WeltAusstellung. Vorstellungen: 12 Uhr mitt., 3, 5, 6, 7 Uhr nachmittags. Zoologischer Garten Entree 1 Mark. Ab abends 6 Uhr 50 Pf., Kinder die Hälfte. Ab 4 Uhr nachmittags: Anfang Doppel- Konzert. Carl Weiß. Berliner Rangen. An- Gastspiel der ital. Banda di Palermo. fang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. 6 Der Vogelhändler. Anf. 8 Uhr. Belle Alliance. Gastspiel des Original Münchener Ueberbrettl. Anfang 8 Uhr. Im Garten: Großes Gartentonzert. Wietropol. Specialitätenvorstellung. Schön war's doch. Anfang 8 Uhr. Apollo. Specialitäten Vorstellung. Frau Luna. Anfang 8 Uhr. い Paffage Theater. Damen Ringfämpfe. Specialitäten- Borstellung. Anfang nachmittags 5 Uhr. Paffage Panoptikum. Speciali täten- Vorstellung. Dirigent: Maestro R. Giordano. Central- Theater. Heute Anfang 8 Uhr zum 741. Male: Die Die Geisha. Operette in 3 Atten v. Sidney Jones. Morgen und folgende Tage, Anfang 8 Uhr: Die Geisha. Sonntag, 8. Sepiember, nachmittags 3 Uhr zu halben Preisen: Die Geisha. Abends 8 Uhr: Die Geisha. Sonnabend, 14. September, sum 750. Male: Die Geisha. Reichshallen. Stettiner Sänger. Thalia- Theater. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstr. 48/49.( m Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Ans dem Tagebuch der Erde." Juvalibenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Schiller Theater ( Wallner Theater). Sonnabendabend 8 Uhr: Das Gefängnis. Lustspiel in 4 Aften von R. Benedir. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Maria Stuart. Sonntagabend 8 Uhr: Der Herr Senator. Montagabend 8 Uhr: Die Kronprätendenten. Carl Weiss- Theater Große Frankfurterstr. 132. 8 Uhr. 3um 7. Male: 8 Uhr. Riesen- Erfolg! Riesen- Erfolg! Berliner Nangen. Sonntagnachmittag 3 Uhr bei sehr fleinen Breifen( Logen 1,10 m., Partett 60 Pf., Galerie 30 Bf.): Das Schloß am Meer. Nomant. Schauspiel in 5 Aften von Osc. Walther. Heute zum erstenmal mit vollständig neuer Ausstattung! Ein tolles Geschäft. Große Ausstattungspoffe mit Gesang und Tanz in 4 Bildern. 1. Bild: Die Geheimnisse des Hauses D'Olicantara. 2. Ein modernes Detektivbureau. " 3. " 4. " Salon Lou Clairon. Mitten in der Nacht. Paula Worm a. G., Guido Thielscher, Fritz Helmerding, Hans Junkermann, Herb. Paulmüller, Paul Hambrock. Damen: Bojé, Wannovius, Sulzer, Junker- Schatz. Anfang 72 Uhr. Ende 103 Uhr. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Täglich Konzert, Theater: und Specialitäten- Vorstellung. Die Veilchenfee. Burleste mit Gesang in 2 Bildern von W. Gerice. Musik von Schmidt. Im Saale: Tanzkränzchen. Prater Theater Kastanien- Allee 7/9. Täglich: Auf Luftballett Grigolatis. Anfang 8 Uhr. Palast- Theater te fr. Feen- Palast, Burgstr. 22. Direktion: Winkler ut. Fröbel. Sonnabend, 7. September 1901 Große Gröffnungs- Vorstellung. Durchweg neues hochinteressantes überraschendes Programm. Wiederauftreten des Direktors Wilhelm Fröbel nach feiner Wiedergenesung als Dienstmann Meier in der Gesangspoffe Rosenmontag Anfang der Vorstellung präcise 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Vorverkauf 11-1 Uhr. Reichshallen. Heute sowie täglich: Humorist. Soiree der Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Sanssouci Kottbuserstr. 4 a. Täglich: Garten oder Saal: HoffmannsNordd. Sänger Montag, 9. September: Benefiz. Alcazar- Theater Dresdenerstr. 52/53, City- Passage. Dir. Paul Stahn. Täglich: Konzert, Theater und Specialitäten. Anfang: Wochentags 71/2 Uhr. Sonntags 52 Uhr.[ 21542* Sonnabend und Sonntag nach der Vorstellung: Familien- Kränzchen. Metropol- Theater. f fremder Erde. Dr. med.... B... dreißt: Schön war's doch! Gr. Berliner Ausstattungsposse mit Gesang u. Tanz in 5 Bildern. Emil Thomas a. G. Joseph Josephi a. D. S..... in schreibt: Ausstattungsstück Gesang u. Tanz Wenn in den heißen Monaten der in 4 Bildern von Hugo Schulz. Magen überhitzt ist und nach einem Auftreten der Excentric- Chansonnette fühlen Trunt lechzt, versäume man Hedwig Döring, des Grotesque nicht, vorher oder nachher einen Romifers Paul Coradini, ber Frères Douseck, Gigerl: Afrobaten. Karleys, Mufitalische Komödianten. zu nehmen. Ferner empfiehlt es sich, Mr. Bartlings lebende Photographien. nach dem Genuß von Gurkensalat, frischem Obst und Gemüsen dem Magen einen The Konzert und Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Platz 50 Pf. Kalbo. Deutsche Konzerthallen. 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Orts- Krankenkasse Allgemeine Versammlung der Gas-, Waffer- u. Heizungs- Rohrleger u. Helfer. in den Geschäftsbetrieben der Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Th. Mehner über: Die wirtschaftliche Krise, deren Ursachen und Wirkungen. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. NB. Zu dieser Versammlung sind die Kollegen der Firma Ludwig Grün, Voigt u. Uerp mann eingeladen. 118/9 Die Kollegen werden darauf aufmerksam gemacht, daß die Ver sammlung pünktlich eröffnet wird, da der Saal spätestens um 112 Uhr geräumt sein muß. Anwalte, Notare und Gerichtsvollzieher, der Krankenkassen und Versicherungsanstalten beschäftigten Personen zu Berlin. VII. Statutenabänderung. Der§ 23 Abs. 3( III. Abänderung) des Statuts wird dahin abgeändert: Arzneien und sonstige Heilmittel werden den Mitgliedern auf AnMontag, den 9. September 1901, abends 812 Uhr, bei Müller, ordnung der Vereinsärzte nach näherer Türrschmidtstr. 37: Bezirks- Versammlung für Rummelsburg. Zahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Die Bibliothek ift behufs Renovierung bis auf weiteres geschlossen. Sämtliche entliehenen Bücher sind sofort abzuliefern. Verband der Möbelpolierer. Am Montag, den 9. September, abends 81/2 Uhr, Hussitenstr. 40: Derlammlung. Tages Ordnung: " 1. Vortrag des Genossen Noroschat über: Die Bierbereitung im 20. Jahrhundert". 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. 4. Verschiedenes und Ausgabe der Billets zum Stiftungsfest am 5. Oktober, Koppenstraße 29. 147/12 Die Kollegen von Neumann, Schönhauser Allee 122, find hiermit eingeladen. Die Auszahlung des Krankengeld- Zuschusses erfolgt jeden Montagabend 7-8 Uhr Blumenstraße 38; daselbst und Oranienstraße 197, Swinemünderstraße 26 ist nur unser unentgeltlicher Arbeitsnachweis. Der Vorstand. Achtung! Kürschner. Montag, 9. September, abends 8½ Uhr, bei Feind, Weinstr. 11: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Grätz. Thema: Infektions- Krankheiten. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Achtung! Bildhauer. vom Vorstande zu treffenden Res gelung verabfolgt. Die Bezahlung der durch Inanspruchnahme andrer Aerzte, Apotheken und sonstiger Liefe ranten entstandenen Kosten kann, von gelehnt werden. Die in§ 12 Nr. 2 dringenden Fällen abgesehen, abbezeichneten Heilmittel werden den Mitgliedern auf Anordnung der Ver einsärzte verabfolgt. Berlin, den 1. Mai 1901. Der Vorstand. Julius Cohu. W. Ohfe. Genchmigt. Berlin, den 26. Juni 1901. Der Bezirks Ausschuß, Abteilung II. ( gez.) Kayser. II. C. 43./1./01. ( L. S.) 274/2 Vorstehende Statutenabänderung tritt am 15. Juli 1901 in Straft. Berlin, den 15. Juli 1901. Der Vorstand. Cohn. Ohfe. VIII. Statutenabänderung. Auf Verfügung des Oberpräsidenten vom 19. April cr.( O. P. No. 7032) wird der§ 30( IV. Abänderung) wie folgt geändert: § 30. Die Kaffenbeiträge betragen 31/ 2Broz. des durchschnittlichen Tagelohns, d. h. monatlich( 30 Tage): 1. für Mitglieder der 1. Klasse 4,20 m. 2. 2. 93/8 " " " " 3. 3. Der Vorstand. Berlin, ben 11. Juni 1901. " 2,64 1,26 17 # Achtung! Sonntag, den 8. September, vormittags 11 thr: Der Vorstand. Julius Cohn. W. Ohfe. Genehmigt. Berlin, den 18. Juli 1901. Oeffentliche Bildhauer- Versammlung namens des Bezirksausschuffes, im Gewerkschaftshause, Engel- llfer 15( Saal VII). Tagesordnung: Dürfen Personen, die die Oeffentlichkeit wieder: holt in böser Absicht belügen, einen Bertrauensposten in einer modernen Gewerkschaft befleiden? Es liegt nicht nur im Interesse eines jeden organisierten Bildhauers, sondern eines jeden organisierten Arbeiters, zu erfahren, mit welchen Mitteln von seiten der leitenden Personen in unsrer Organisation gefämpft wird. Der Einberufer: Karl Bethke. Bildhauer! Abteilung II. Der Vorsitzende. ( gez.) Böttger. II. C. 71. 1. 01. ( L. S.) tritt am 1. September dieses Jahres Vorstehende Statutenabänderung in Kraft. Berlin, den 7. August 1901. Der Vorstand. Julius Cohn. W. Ohse. ❖ Sommerpreise. 16tr. 30 g., ca. 135 St. 7 Die Mitglieder werden ersucht, der am Sonntag, den 8. d. Mts.. vor: Prima Senftenberger Briquetts mittags 11 1hr, stattfindenden öffentlichen Versammlung fernzubleiben, da dieselbe nicht kompetent ist, über Vereinsangelegenheiten zu beschließen und die Sache bereits am Dienstag durch Abstimmung erledigt ist; dagegen wäre zahlreiches Erscheinen im Restaurant des„ Gewerkschaftshauses" erwünscht. Der Vorstand. Restaurant Pferdebucht bei Köpenick. Empfehle mein allbekanntes, in herrlichem Laubwalde gelegenes Lokal den geehrten Gesellschaften und Vereinen zu Ausflügen und Landpartien. Sommer- Wohnungen mit und ohne Pension. Großartige Promenaden. 100 Morgen Spielpläge. 5000 Sigpläge. Ausspannung für 80 Pferde. Gute und berühmte Küche. Es ladet zum Besuch freundlichst ein [ 18892* Wilhelm Brüsewitz, Befiger. Lichtenberg- Album- u. Lederwarenfabrik Friedrichsberg. 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