Nr. 211. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags= Nummer mir tlluftrierter SonntageBeilage, Die Neue Welt" 10 Bfg. PoftV bonnement: 1,10 Mart pre Monat. Eingetragen in der Poft BeitungsPreisliste für 1901 unter Mr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts drou Berliner Dolksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebinye beträgt für die fechsgespaltene Rolonet zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: * Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Miquel. Dienstag, den 10. September 1901. Expedition: SW. 19, Bruth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Es wäre auch im höchsten Maße undankbar, wenn das Bündler- Als Miquel vor elf Jahren sein Ministerportefeuille übernahm, organ die agrarischen Verdienste des Mannes nicht anerkennen beobachtete die socialdemokratische Presse dem von allen Seiten Bewollte, der das Opfer der Kanalintrigue geworden ist. weihräucherten gegenüber die gebotene Stepsis. Selbst wenn Miquel Im edlen junkerlichen Kampfe darum, die Kanalvorlage als eine fräftige Reichs- Einkommensteuer, von der damals die Rede ging, Der Finanzminister a. D. und langjährige Anwärter auf den Stompensationsobjekt für den Brotwucher in der Hand zu behalten, zu stande bringen würde, so werde das, führte das„ Berliner VolksReichskanzlerposten Johannes von Miquel hat seinen Sturz nur hat Miquel als heimlicher Verbündeter wacker seinen Mann gestellt. blatt" damals aus, doch zu keiner Entlastung des Proletariats führen, wenige Monate überlebt. Am Sonntag früh ist er einem Herz- Die Organisation von Bauern- Aufständen Bauern freilich in zwei da man nicht daran denken werde, die indirekte Besteuerung schlag erlegen. Ob das Scheitern seiner vieljährigen ehrgeizigen Anführungszeichen war bis zuletzt also das Steckenpferd des ent- aufzuheben. Run, eine Reichs- Einkommensteuer hat uns auch die Hoffnungen und die jähe Kaltstellung den Lebensfaden des im wicklungsfähigen Staatsmannes geblieben. Die Bauern- Aufstände, Mera Miquel nicht gebracht, und die preußische Steuerreform hielt dreiundfiebzigsten Lebensjahr Stehenden verkürzt haben? Den die er in den Tagen seiner gärenden Jugend inscenieren wollte, sich in bescheidenen Grenzen. Jedenfalls fönnen wir es den befizenden Mitteilungen der Frankfurter Zeitung" nach könnte es so waren freilich etwas andrer Art. Das famose Dokument des Klassen überlassen, die Verdienste Miquels um die preußische scheinen. Namentlich seit seiner Versetzung in den Ruhestand, so einstigen blutroten Kommunismus Miquels, der au Karl Mary Steuerreform als grandiose Thaten zu verherrlichen. Wenn man erzählt das Blatt, sei seine physische Energie sichtlich verfallen, da gerichtete Brief vom Jahre 1850, verdient auch an dieser Stelle freilich die Vermögensstener von 1, vom 1000 als eine Art Konfiskation fich der Fortfall des ewigen Antriebs recht bemerklich gemacht nochmals mitgeteilt zu werden. Es lautete in seinem ersten Teil: des Privateigentums und den ersten Schritt zum Kommunismus habe. Wie dem auch sei, das Los Miquels erscheint als das „ Es wäre nun freilich eine Dummheit, wollte ich verlangen, bezeichnet, wie das seiner Zeit von nationalliberaler Seite geschah, freundlichere gegenüber dem jener andren gestürzten Größe, gegenüber daß sie mir gleich alles Vertrauen schenken. Damit sie aber doch wird man die Miquelsche Steuerreform als socialpolitische Großthat Bismarck. Während dieser jahrelang, zu unfreiwilliger Unthätigkeit etwas von meiner Vergangenheit wissen, bemerke ich, daß ich mit nicht enthusiastisch genug feiern können. Das wird jedoch auch der berdammt, für seinen Thatendrang keinen andren Ausweg wußte, Blind in H. studierte, dort vor der Revolution zu der radikalen schärfte Gegner des Verstorbenen zugeben müssen, daß das preußische als, nach dem hübschen Diktum die Köln. 8tg.", polternd und Partei" gehörte, als solcher in der Revolution, wie alle andren Ministerium durch seinen Sturz nicht nur sein stärkstes, sondern auch nörgelnd hinter dem Reichswagen berzulaufen, dessen Steuer seiner " Ideen" verfocht, nach Hannover geschickt wurde, um Bauern Hand entglitten war, blieb es Miquel erspart, mit dem Gefühl der aufstände zu organisieren, von da an in Göttingen anfangs in sein letztes Talent verloren hat. Hleinbürgerlichem Sinne die gelehrte bureaukratische und Philister- ho Erbitterung den Nachfolger an der liebgewordenen Stätte schalten partei aus dem Felde schlagen half und endlich eine Arbeiterpartei zu sehen. zu organisieren suchte. Gerade war ich damit beschäftigt, als 串 nach England ging. Ich gab ihm einen Brief an Blind Johannes Miquel wurde am 21. Februar 1829 geboren. Gr studierte. 1846-50 in Heidelberg und Göttingen die Rechte und ließ sich dann als Rechtsanwalt in Göttingen nieder. 1864 wurde er in die hannoversche Zweite Kammer, 1865 von der Stadt Osnabrück zum Bürgermeister gewählt, fcit 1869 mit dem Titel Oberscit 1869 mit dem Titel Oberbürgermeister. 1870 wurde er Direktor der Diskontogesellschaft in Berlin, drei Jahre später Vorsitzender des Verwaltungsrats, was er bis 1876 blieb. Dann kehrte er zu ſeinem Oberbürgermeister- Posten in Osnabrüd zurüd, um 1880 die Wahl zum Oberbürgermeister von Frankfurt anzunehmen. Seit 1866 gehörte Miquel dem preußischen Abgeordnetenhaus, feit 1882 dem preußischen Herrenhaus an. Während der Jahre 1867-77, dann wieder seit 1887, gehörte er auch dem norddeutschen resp. dem deutschen Reichstag an. 1884 wurde er in den preußischen Staatsrat, 1890 zumi preußischen Finanzminister berufen. Am 6. Mai 1901 erfolgte seine Entlassung. Im Jahre 1897 war Miquel der Schwarze Adlerorden und damit der Adel verliehen worden. Polisi hilo hr Miquels politischer Entwicklungsgang ist bereits bei seiner Entlaffung im Mai dieses Jahres in unsrem Blatte eingehend charakterisiert worden. Der Tod des begabten Staatsmannes und noch begabteren Verwandlungskünstlers giebt uns nicht den mindesten Anlaß, an unsrem damaligen Urteil irgend etwas zu modifizieren. Nach dem Grundsatz, den er schon als Student und Kommunist proklamierte: Der 3wed heiligt die Mittel", , meine Mittel wähle ich einzig und allein nach der 3 wed mäßigkeit", hat er seine Politik sein ganzes langes Leben lang eingerichtet. Dieser skrupellose Opportunismus in der Wahl der Mittel und der Anschauungen hat ihn Carriere machen, die glänzende Stufenleiter bis zum Ministersessel hinaufsteigen lassen, aber ihm auch nirgends, in keinem der Lager, für das er jeweilig Partei ergriff, tiefere Sympathien zu erwerben vermocht. Man schätzte die Fähigkeiten Miquels, man suchte sich seiner nach seinem eignen Wahlspruch zu bedienen, aber man brachte ihm kein Vertrauen, teine Sympathie entgegen. Miquel bekannte sich als Einundzwanzigjähriger mit Leidenschaft zum Kommunismus. Aber mit dem scharfen Blick für das Praktische mitch die Hingabe erkannte er bald, daß sich durch die Hingabe an die Sache der socialen Revolution feine Carriere machen ließ. Er machte seinen Frieden mit der Bourgeoisie und dem Kapitalismus und schloß sich nach einigem Tasten, nachdem er zunächst den Demofraten markiert, derjenigen Parteirichtung an, die dem Anpassungsbedürfnis seiner Proteusnatur am meisten entsprach: dem Nationalliberalismus. Er half später die nationalliberale Partei immer weiter nach rechts drängen, und als er erst Finanzminister geworden war, warf er vollends die engende Zwangsjacke einer Partei- Ueberzeugung von sich ab, um die weitherzigste Sammlungspolitik treiben zu können, eine Politik der Sammlung, deren Schwerpunkt stets nach rechts tendierte und deren Ziel war, die reaktionären Streise des Agrariertums und der Industrie unter einen Hut zu bringen. Dabei bewies er den Agrariern ein derartiges Entgegenkommen, daß er bald als deren Liebling galt. Wie er den Agrariern in der Kanalcampagne später heimlich den Nacken steifte, so bestärkte er sie auch im Widerstand gegen die Caprivischen Handelsverträge. Von ihm stammt das Wort, daß die Konservativen die größten Esel sein müßten, wenn sie für den russischen Handelsvertrag stimmen wollten. Kein Wunder deshalb, wenn ihm jezt das Organ der Bündler einen trotz aller Wenn und Aber warmen Nachruf widmet: " Johannes von Miquel wurde von seinen und unsren Gegnern immer als Liebling der Agrarier" bezeichnet. Das " r do m Politische Mebersicht. Berlin, den 9. September. Die Reichs- Finanznot. mit, um durch diesen bei Ihnen zu fondieren, und so bin ich da. Spät zwar tomme ich, aber ich komme doch. Sie sehen, meine Vergangenheit bietet wenig Garantien. Es ist wahr, ich für mein Teil kann nichts weiter thun, als Sie versichern, daß Ihre Zwecke die meinigen sind. Kommunist und Atheist, will ich, wie Sie, die Diktatur der Arbeiterklasse! Meine Mittel wähle ich einzig und allein nach der Zweckmäßigkeit Dadurch aber trenne ich mich von Ihnen, daß ich fest überzeugt Ginzelstaaten werden also stark mit den Matrikularbeiträgen heranbin: die nächste Revolution bringt das Kleinbürgertum ans Ruder, gezogen werden müssen und durch die Ueberweisungen weit die Arbeiterpartei wird den Sieg erfechten der weniger zurüderhalten, als sie dem Reiche gegeben haben. Preußen hohen Bourgeoisie und den feudalen Nesten allein wird 50-60 Millionen Mark dem Reiche geben müssen. gegenüber, dann aber von den Demokraten beiseite geschoben Dieser große Zuschuß an das Reich stört aber die Finanzen der werden. Wir können die Revolution auf einige Zeit vielleicht Einzelstaaten aufs empfindlichste. Nach den B. P. N." zeigt sich nach den jetzt bei der ReichsFinanzverwaltung eingegangenen Anmeldungen der Ausgaben der einzelnen Ressorts ein ganz außerordentliches Mißverhältnis zwischen dem Ausgabebedarf und den Deckungsmitteln. Die in wir können eine antibürgerliche Nichtung bringen, Aljo Reichsfinanznot und Finanznot in den Einzelstaaten. Diese vielleicht schon Grundbedingungen der bürgerlichen Folgen des Militarismus und Chinesismus gefallen weder den Produktion vernichten, das Kleinbürgertum niedertreten, ist unmöglich. So viel als möglich erringen, das Militaristen noch den Chinesisten. Das Attentat. ist mein Wahlspruch, und dadurch bin ich auf immer der Ihrige. Wir müssen eine Organisation der Kleinbürger so lange als möglich nach dem ersten Sieg verhindern, namentlich Nach den im Laufe des Sonntag und Montag cingelaufenen mit geschlossener Phalang gegen jede konstituierende Versammlung Depeschen ist der Zustand Mc Kinleys noch immer nicht ohne opponieren. Der partikulare Terrorismus, die lokale Anarchie Bedenken, doch hat sich bei den Aerzten die Zuversicht erhalten und müssen uns ersetzen, was 11113 im Großen abgeht. Klassenbewußtsein feblt den meisten deutschen Arbeitern gesteigert, das Leben des Präsidenten zu retten. Nachfolgend die gänzlich, wir müssen den individuellen saß, wichtigsten Nachrichten: die Rachlust des Bauern gegen den Wucherer, die Erbitterung des Tagelöhners gegen den Serru" ausbeuten. Wir müssen an allen einzelnen Stationen so rasch und eindringlich terrorisieren, daß wir den demokratischen Ausbeutern bei der Vollendung ihrer Organisation als vollkommen fiegreiche Macht entgegen treten können, und diese Organisation muß so lange als möglich hinausgeschoben werden, damit in der Revolution fich das Klassenbewußtsein erst bilden kann. Wir dürfen die Kleinbürger. nicht zu Afem kommen lassen, wir müssen durch der Kleinbürger eigne Mittel die revolutionäre Wut auf die Spize treiben, dann gelingt es uns vielleicht, für kurze Zeit die Dittatur unfrer Partei durchzusetzen." Und dieser glühende Hasser der Bourgeoisie wurde später Direktor und Vorsitzender des Aufsichtsrats der Diskontobank und nationalliberaler Parteiführer, der Atheist unterzeichnete ohne Wimperzuden als Mitglied des preußischen Ministeriums den Bedlißschen Schulgesetzentwurf, der die Schule dem Pfaffentum ausliefern sollte, der Revolutionär, der die Erbitterung des Taglöhners gegen den Herrn aufzustacheln gelobte, wurde der Liebling der Agrarier! Der Liebling der Agrarier, der das deutsche Proletariat ohne Bedenken dem infamen Brotwucher der Junker auszuliefern behilflich gewesen wäre. Hielt er doch am 7. Juni des verflossenen Jahres in Posen eine Rede, in der er den Agrariern eine gesteigerte staatliche Subvention auf Stosten der Wermsten und Ausgebeutetsten in Aussicht stellte! " Eine der schwersten Aufgaben, die einem Menschen jetzt gestellt werden kann, ist die Führung eines großen, ja selbst(!) eines fleinen Gutes.... Daß es aber auch alle andren Klassen erkennen, daß es nicht nur in ihrem Interesse liegt, sondern fogar ihre staatliche und gesellschaftliche Pflicht ist, der Landwirtschaft zu Hilfe zu kommen, das fann man wünschen, ja verlangen. Ich kann Sie versichern, daß die Staatsregierung vor allen Dingen auf diesem Standpunkt steht; ich kann auch die Hoffnung aussprechen, daß der Landwirtschaft Hilfe tommen möge durch eine Gesezgebung zum besseren Schuße ihrer Produkte.". Und trotz einem Bülow verstand der alte Revolutionär sich war insofern richtig, als wir trotz aller Meinungs- darauf, Lobeshymmen auf die Thatkraft und die weise Initiative des verschiedenheiten im einzelnen wußten, was wir Herrschers anzustimmen. So in der am 14. Mai 1898 im Gürzenich an ihm hatten. Ein Mann von seiner Klarheit, von seinem Wiffen, von seiner geschichtlichen Bildung mußte die Be- faale in Köln gehaltenen Ansprache: deutung unsrer Bewegung richtig einschätzen. Und er hat es immer gethan. Er ließ sich nicht blenden von der modernen Entwickelung, die des alten sicheren Untergrundes entbehren zu können meint. Er wußte, wo die Wurzeln deutscher Kraft für alle Zeit liegen, und wie die deutsche Zukunft unter allen Umständen gesichert werden müsse. Wenn er aus dieser Erkenntnis nicht immer Sie vollen Konsequenzen zog, so lag das wohl zum größten Teile daran, daß seine Initiative begrenzt war. Wenn die Geschichte die Namen derer glorreich verzeichnet, die um das junge Reich sich dauernde Verdienste erworben haben, so wird unter den ersten immer Johannes von Miquel genannt werden, auch dann noch, wenn seiner Gegner Namen und Werk längst der verdienten Vergessenheit anheimgefallen ist." Buffalo, 9. September. Gestern abend teilte Marc Hanna etwa gegen 5 Uhr abends mit, daß Präsident Mc Kinley Weiter bei flarem Bewußtsein und guter Stimmung sei. wird berichtet, obwohl Mc Kinley zuerst einige Stunden nach der That frei von Schmerz war, so habe er doch später erheblich gelitten und in bewußtlosem und halb bewußtlosem Bu stand gestöhnt, als läge er in Agonie. Wenn er jedoch wieder zum Bewußtsein gekommen sei, habe er keine Zeichen von Schmerz geäußert. Ein hervorragender Arzt Mc Burney hat, wie berichtet wird, bei einer gründlichen Untersuchung des Präsidenten, die er gestern früh vornahm, fein einziges ungünstiges Anzeichen gefunden. Der Röntgen- Apparat ist eingetroffen, er wird jedoch nur Verwendung finden, falls in der Nähe des vermutlichen Sitzes des Geschosses bedenkliche Anzeichen auftreten. Buffalo, 9. September. Der Krankheitsbericht von heute früh 9 Uhr 20 Minuten besagt: Das Befinden des Präsidenten Mc Kinley befriedigt mehr und mehr; unerwartete Zwischenfälle find jetzt weniger wahrscheinlich. Buffalo, 9. September. Der heute früh 6 Uhr ausgegebene Krankheitsbericht hat in gewissem Sinne Enttäuschung hervor gerufen. Er war auch wohl mehr dazu bestimmt, den vorherrschenden Optimismus abzuschwächen. Indessen sind die Aerzte noch immer geneigt, die Sachlage sehr hoffnungsvoll anzusehen. Sie halten daran fest, daß zur Zeit auch nicht ein einziges uit befriedigendes Anzeichen vorhanden ist. Sie sagen, daß natürlicher weise ernste Berwickelungen aus solch einer Wunde entstehen können, rechnen aber nicht damit im voraus. wind you Die weiteren Nachrichten vom Thäter geben noch keine Klarheit über seinen Charakter. Nach den„ Daily News" in Chicago foll Ezolgosz im Polizeiverhör erklärt haben, daß er lediglich unter dem Einfluß anarchistischer Schriften gehandelt habe und überrascht sei über die Art und Weise, wie ihn das Volk nach dem Ueberfall behandelt habe. Nachdem er seine Aussagen unterschrieben hatte, erklärte er, daß er seine That durchaus nicht bereue, weil er für eine große Sache gethan habe, was er komite. Er stehe in teinerlei Verbindung mit der Paterson- Gruppe oder mit den Anarchisten, welche Bresci nach Italien gesandt hätten, und habe keinen Mitwisser. Andre Nachrichten geben jedoch ein gänzlich verschiedenes Bild. Es wird von nervösen Anfällen berichtet und nach einem Telegramm der Frankf. 8tg." erklärt die Stiefmutter des „ Unter dem mächtigen schützenden Dach des Deutschen Czolgosz, die in Cleveland interviewt wurde, ihr Sohn sei stets Reiches hat das deutsche Volt wunderbare Fortschritte als teilweise geistes gestört angefeben worden gemacht. Diese Fortschritte finden auf allen Gebieten bei und habe häufig seiner Bewunderung über die Thaten, die sein unfrem Kaiser tiefes Verständnis und unablässige Bruder, der Soldat auf den Philippinen ist, vollbringe, Ausdruck Förderung. Ueberall sucht er vorhandenen Uebelständen und verliehen und nur bedauert, daß er zu schwach zum Militär sci. Mängeln abzuhelfen. Ueberall bemüht er sich, die Schwachen Uebrigens sei der Attentäter stets als ein großer Feigling bekannt emporzuheben, den Bedrängten zu helfen und die Denkenden zu gewesen, dem man nie eine solche That zugetraut hätte. stüßen, überall die materielle und sittliche Kraft seines Volkes zu Die Behörden haben in Patterson, Chicago, Buffalo und Cleveerhöhen, überall ermuntert und ermutigt er, greift er ein und land eine Anzahl Anarchisten verhaftet und sollen an eine wohldrängt vorwärts. Wir Minister, die wir unter dem unmittel- überlegte Vorbereitung des Attentats glauben. Die Verhaftungen baren Eindruck der kaiserlichen Einivirkung zu stehen das Glück beweisen jedoch vorläufig noch nichts. haben, wissen dies am besten." Die deutsche Reaktionspreffe verzichtet in ihrer Mehrheit auf den Versuch einer politischen Ausbeutung des Attentats gegen die Arbeiterbewegung. Offenbar nicht aus Mangel an solcher Absicht, sondern in der Einsicht ihrer Aussichtslosigkeit; das Ereignis liegt denn doch zu fern, um hier zu Lande" Früchte" zu tragen. Das Organ der konservativen Partei, die„ Konfervative Korrespondena", vermag allerdings ihr bei derartigen Anlässen übliches Umsturzgeschrei nicht zurückzuhalten. Sie sagt: Wohl bemühen sich die Umstürzler aller Richtungen, bie neue Unthat von ihren Rodschößen abzuschütteln. Allein wer die Verhegung verfolgt, durch die gegenwärtig in Amerita wie bei uns das Bolt unterwählt wird, weiß sehr wohl, daß in diesen Hezzereien der Anreiz zu anarchistischen Berbrechen liegt. Dem Appell an den Hunger find noch immer blutige Thaten gefolgt, ein Wunder wäre es, wenn diesmal solche Folgen ausgeblieben wären." Wir können der Konservativen Korrespondenz" nur beipflichten. Die Voltsausbeuter aller Art, die agrarischen Bucherer wie die Bucherer der Raubsyndikate suchen die Unthat von sich abzuschütteln. Wer die Missethaten des Kapitalismus verfolgt, die Amerika wie unsre deutsche Heimat unterwühlen, weiß sehr wohl, daß hierin der Urquell des anarchistischen Wahnsinns liegt. Die Auslieferung der Massen an den Hunger durch hohe Schußzölle, wie sie bie deutschen Agrarier und die Herren der amerikanischen Riesentrusts verüben, muß immer blutige Thaten erzeugen. Weitere Nachrichten. New- York, 9. September.( Frankfurter Zeitung".) Die Polizei entwidelt großen Eifer in dem Bestreben, eine allgenteine Anarchistenverschwörung nachzuweisen, indes ohne Erfolg, was die Chicagoer Polizei und der dortige Bürgermeister, der die Untersuchung leitet, auch zugeben. In Chicago find 12 Personen verhaftet worden. Der Attentäter selbst sagte in einem sechsstündigen Verhör, daß er dem Präsidenten drei Tage lang gefolgt sei in der Erwartung, einen günstigen Augenblick zur Berübung der That zu finden. Er erklärt ferner positiv, niemand habe von dem Attentat gewußt und er habe feinen Mitschuldigen. Er hat große abstehende Ohren, sieht anaemisch male eines Degenerierten. Kriegssekretär Rost erklärte, es feien keine Anzeichen vorhanden, daß ein Komplott borliege. "> Deutsches Reich. " " tauist 1 welche hinter die Kulissen zu sehen in der Lage find. In den Birkelu dieser Sachverständigen wird schon lange davon gesprochen, daß diese Machenschaften in letter Linie von einer hiesigen, in einflußreicher Stellung lebenden Persönlich= teit ausgehen, die Proben ihrer Leiftungsfähigkeit auf diesem Gebiete schon längst abgelegt hat. Die Sorge, mit der sie sich in das äußerste Dunkel hüllt, ermöglicht es ihr, daß sie dem größeren Bublifum gewöhnlich verborgen bleibt, und wir sind überzeugt, daß vielleicht nicht einmal das Berliner Blatt, das heute in dieser Sache führt, den eigentlichen Ursprung der Angriffe fennt." Die Voffische Beitung" erklärt hierauf, ihre Stritit fei allein in ihrer Redaktion entstanden; der schwerkrante Mann" sei Fürst azfeldt, Botschafter in London; die Angriffe auf die geheimnis volle Persönlichkeit, die sich auf dem Gebiet der Jutrigue schon er probt haben soll, zeigen, daß wunderliche Zustände hinter den Kulissen der Diplomatie herrschen müssen. Näheres will das„ Kl. Journ." über die Angelegenheit wissen. Es unterstellt dem Fürsten Eulenburg, jene Verteidigung in der Neuen Freien Bresse felbst veranlagt zu haben, und erzählt über die geheimnisvolle Persönlichfeit also: 100 und sie gestern an Gottes Altar stellen lassen, damit Ihre Augen sie sehen und damit der Segen Gottes von neuem auf sie herabgefleht werde, vor demselben Altar, cinit die Kaiser Wilhelm der Große stand und sich Krone aufs Haupt setzte, als diejenige, welche nur von Gott allein allein ihm gegeben, und als von Gott a ihm zustehend erachtet wurde. So war denn der gestrige Lag ein Symbol zur Erinnerung an die Bethätigung des Königtums von Gottes Gnaden, zur Erinnerung an die schweren und die guten Tage, die Ostpreußen mit seinem Königshause erlebt hat. Denn das Großartige in der Erhebung, die zu den Freiheitskriegen führte, lag nicht nur darin, daß auf den Nuf feines Königs ein jeder Ostpreuße und jeder Breuße zu den Waffen griff und sein Schwert schwang, sondern daß vor allem die Einfehr in fich selbst und die Buße vor dem killerhöchsten den Ana fang machten. So möge dieser Geist der Väter, der das Große vorbereiten half und die Thränensaat der hochfeligen Königin Luise, die sich in die herrlichen Aebren gewandelt hat, die Sie noch mit gemäht haben und die ich einheimse, so möge dieser Geist wieder von dieser Provinz ausgehen und vorbildlich für das gefamte Waterland werden zu hingebungsvoller Mitarbeit und ver trauensvollem Aufblick zu den König. Sie mögen versichert sein, bef bie daß die Krone, die Sie gestern gesehen, und das Zepter, das vor Thien am Aftar lag, aflezeit unter der Devise„ Suum cuique" den Schutz und die Förderung der Interessen dieser Provinz ge währleisten wird, folange ich und meine Nachfolger noch im stande sind, die Hand zu führen zum Wohl von Ostpreußen und des Baterlandes. In diesem Sinne erhebe ich den Pokal und verbinde damit eine Widmung, die Sie gewünscht haben. Inden ich Sie bitte, die Gabe dieses Doppelbildes anzunehmen, hoffe ich, daß sie sich der Einsetzung des Königtums und der Jezztzeit erinnern werden. Ich trinke auf das Wohl der Provinz!" Ein Naporra weniger! Aus Danzig wird uns gemeldet, daß in der westpreußischen Provinzial- Jrrenanstalt zu Neustadt Naporra am 7. d. M. verstorben ist. Es wurde legibin berichtet daß er vor Jahresfrist wegen Gehirnerweichung in die Jrrenanstatt gslys gaiht überführt werden mußte. Der Prozeß wegen Naporra- Beleidigung, von dem wir irzlich ausführlich berichteten, dürfte durch den Tod des angeblich Beleidigten nicht beendigt sein, da nicht der als agent provocateur Gefennzeichnete selbst, sondern seine vorgesetzte Behörde die Klage erhoben hatte. „ Es ist immer derselbe Herr, der bereits die Hand beim Sturze Bismards im Spiele hatte- ,, der Kerl mit den hänenangen", wie ihn der Alt- Reichsfangler nannte es ist derselbe, der beim Falle Caprivis mitgewirtt hat, es ist endlich derjenige, der bei offenen Angriffen der Preise das bequeme Mittel des Duells wählt, um sich etwaiger Widerfacher zu entledigen. Der Herr und seine zahlreichen Freunde bilden seit Jahren eine Nebenregierung in der Regierung. Mittels einer geheimen Chiffre verkehrt er über den Kopf der Botschafter hinweg mit ihren Unterorganen, über den Kopf hiesiger Vorgesetzten mit Subalternbeamten. Er ist Herr und Meister der Prehabteilung und lanciert in die Blätter, was ihm beliebt. Der Sturz von Excellenz v. Werder war sein Wert, und wenn von Engländerei" in unsrer Politik die Rede ist, so ist auch diese Strömung auf ihn zurückzuführen. Die deutsch russisch- franzöfifche Entente, welche fich giveifellos vorbereitet, ist ihm sichtlich unangenehm, und daher ist er eifriger wie sonst an der Arbeit, sein zersetzendes Handwerk zu betreiben. Aus Gründen, welche wir für heute verschweigen wollen, ist man ihm bisher nicht offen entgegengetreten. Zwar hat Herr v. Richthofen für sich selbst in Anspruch genommen hätte; aber trop- und alledem versteht er es nach wie vor, über den Kopf feiner Vorgesetzten hinweg eine eigne Politit zu treiben. So ist es denn gekommen, daß ein Mann wie Fürst Philipp Eulenburg sich vor Zum Nachfolger des verstorbenen Predigers Hülle ist, wie uns den Jutriguen, die im Auswärtigen Amt gesponnen werden, nicht aus stöln geschrieben wird, der dortige Pfarrer Schneller berufen anders retten kann als durch ein Communique in der worden. Er wird nach der Reichshauptstadt übersiedeln und die Leitung N. Fr. Pr.", welches bezwecken soll, seine einflußreiche Stellung des evangelischen Zeitschriftenvereins übernehmen. Die berüchtigten als deutscher Botschafter in Wien vor der Oeffentlichkeit gelben Hefte werden also weiter erscheinen können. Warum sich zu wahren. Das sind wahrlich Verhältnisse, welche ein gerade Herr Schneller zum Nachfolger Hülles eignet, weshalb gerade schnelles Ende nehmen müssen, wenn nicht unser politischer er zur Zeitung eines Unternehmes berufen wurde, das durch seine Einfluß im Auslande und das Ansehen der Krone in ichmähliche Bekämpfung der Socialdemokratie jattfam bekannt ist, Deutschland schweren Schaden erleiden soll. Herr Graf darüber zerbricht man sich in Köln man fich in Stöln vergebens den Kopf, v. Bülow aber möge bedenken, daß jener Kaften Seife, den Man weiß dort nur, daß der Herr an der Palästina der Kaiser ihm zum Einzug in das Reichskanzlerpalais fahrt des deutschen Kaisers teilnahm und nachher den schenkte, eine allegorische Bedeutung hat. Und er Büchermarkt um seine Reife Erlebnisse bereicherte. Es ist wohl möge diese Seife und einen Schrubber dazu benutzen, um endlich möglich, daß bei jener Fahrt gewisse hohe Personen auf Herrit die Elemente zu beseitigen, welche seit Jahren im Auswärtigen Amte Schneller aufmerksam wurden, die dem Zeitschriftenverein nahe minierend wirken, die Lauterkeit des Beamtenstandes untergraben stehen. Im übrigen kennen wir den Herrn Pastor nur aus dent und jenseits unsrer Grenzpfähle das Vertrauen zu der Konsequenz Bildnis. Er hat nämlich eine Vorliebe für schöne Bosen, und wer unfrer Regierung erschüttern müssen." spi sich die Schaufenster- Ausstellung der evangelischen Kirchen- Buch Fürst Phili hat in einem Telegramm aus Gastein an den handlung in der Kreuzgaffe zu Köln angesehen hat, dem ist gewiß Staatssekretär des Auswärtigen Anites, bas die„ Nordd. Allgem. das Bild eines würdig aussehenden Gottesmannes aufgefallen, der Beitung" veröffentlicht, jeden Zusammenhang mit dem Artikel der sich in den verschiedensten Stellungen hat photographierent laffen. N. Fr. Pr." bestritten und die Freunde, die scheinbar für ihn eintreten", abgewiesen! Er hat ersucht, ſein Telegramm dem Reichskanzler mitzuteilen. Kedod So abenteuerlich auch die Geschichte der N. Fr. Br." und des K. J." sein mögen, sie weisen allerdings auf seltsame Zustände hinter den Soulissen der Diplomatie.Boid Eine Kouzeffion an klerikale Forderungen bedeutet die nach mitteilung der offiziösen Südd. Reichsforr." diefer Tage erfolgte Berufung des außerordentlichen Professors an der Universität Bonn, Dr. Martin Spahn, zum Ordinarius ber neueren Ber idhichte an der Universität Straßburg als Nachfolger Barrentrapps. Dr. Spahn ist ein Sohn des bekannten Heritalen Barlamentariers und Reichsgerichtsrats Dr. Spahn und Schüler des unsbender Profeſſors Pastor, der das große Geschichtswerk des waren seit vielen Jahren gegen die„ protestantisch- jüdische Straßburger Hochschule Sturm gelaufen und hatten verlangt, daß auch der flerifalen Geschichts- und philosophischen Lehrmeinung dort eine Bertretung eingeräumt werde. Nun ist ihr Sehnen endlich geſtilt Die Komödie vom Haag. sid Seit der Einleitung der internationalen Friedens- und Abrüftungskonferenz" im Haag haben wir die Aussichtslosigkeit und Lächerlichkeit dieser Reaktionsposse aufgedeckt. Man hat uns die einzigen Vorfämpfer ernsthaften Strebens nach Völkerfrieden von seite gewisser Friedensillusionisten, die den Alleinherrscher des Staates der scheußlichsten Barbareien als Friedensfürsten begrüßten, ob unfrer Haltung getadelt und als Abtrünnige unfrer Jdeale gescholten. Jezt liegen Nachrichten vor, die auch den Hoffnungsseligsten, der Friedensverwirklichung von den heutigen kapitalistischen Regierungen erwartet, schwer ernüchtern müssen. Es wird aus dem Haag eine rise im internationalen Schiedsgericht als bevorstehend angekündigt. Mehrere Mitglieder des Schiedsgerichts sollen entschloffen sein, auf ihre Würde zu verzichten. Die Ursache fet dte bewußte oder unbewußte Mikachtung, welche die Mächte dem von ihnen ine Leben gerufenen Gerichtshof entgegenbringen". Obwohl es nämlich an internationalen Streitfragen nicht fehlt, so dente do ch niemand daran, die Entscheidung des Saager Schieds: gerichtshofes anzurufen. Das Neue Wiener Tageblatt" veröffentlicht einen Artikel des Baron d'Estournelles de Constant, eines eifrigen Friedensträumers, in welchem Klage darüber geführt wird, daß die Regierungen dem Haager Schiedsgericht nicht das erforderliche Wohlwollen entgegenbringen. Das erste Symptom, das auffälligste, sei das allgemeine Schweigen bei der Er vom Sonnabend gemeldet: In der spanischen Gesandtschaft tatholischen Historifers Janssen fortgesetzt hat. Er befindet sich im Das unterzeichnete Friedensprotokoll. Aus Beling wird öffnung des Schiedsgerichtshofes gewesen. Man verhinderte fand bie Unterzeichnung des Friedensproto- jugendlichen Alter von erst 26 Jahren, hat also außerordentlich nicht, daß der Schiedsgerichtshof geboren wurde, aber man ver- folls ftatt. Die Gefandten und ihre Sekretäre trafen rajche Carriere gemacht und ist heute wohl der jüngste ordentliche weigert ihm die Nahrung, man befchäftigt ihn nicht, obwohl es an um 11 Uhr daselbst ein. Li- Hung Tschaug ind der Prinz Brofessor einer deutschen Hochschule. Die reichsländischen Klerikalen lol begleitet. Material nicht fehlt. Keine der Regierungen, die zur Schaffung Tiching famen in Sänften, bon Kavallerie des Haager Tribunals beigetragen, habe in der langen Liste Sobald die Unterzeichner versammelt waren, hielt der spanische Geder Streitfragen, die mit ihren europäischen oder kolonialen fandte de Cologan, als Doyen des diplomatischen Corps, eine Ansprache, in welcher er die Hoffnung aussprach, daß die Unterzeichnung Nachbarn schweben, eine einzige gefunden, die man den Haager des Protokolls eine neue Hera der Beziehungen zwischen China und Schiedsrichtern unterbreiten konnte. Die Haager Konvention scheine ben Mächten fennzeichnen werde. Brinz Tiching erwiderte, er sei schon zum toten Buchstaben geworden zu sein; es fei, als glücklich, daß die Schrecniffe des letzten Jahres beendet feien und Soldaten selbstmord. Aus Straßburg i. E. schreibt man bemühte man sich, nicht nur sie zu ignorieren, sondern gab der Zuversicht Ausdruck, daß man keinen neuen Bruch in den uns: Vor einigen Tagen verübte ein Soldat der 3. Compagnie des fie zu verwerfen. Wenn das so ist und wenn die öffentliche Mei- Beziehungen zwischen China und den Mächten mehr erleben würde; hier garnisonierenden württembergischen Infanterie- Regimentě Nr. 126 Selbstmord durch Ertränken in der Ill. In den am Ufer des Fluffes nung es geschehen läßt, so sei es tlar, daß das Haager Wert bald denn China werde alle ihm obliegenden Verpflichtungen erfüllen. als nicht vorhanden betrachtet werden und wie ein unfruchtSo wäre denn auch diese Formalität glüdlich erfüllt. Denn zurückgelassenen Kleidungsstücken des Verstorbenen fand sich ein Bettel barer und eitler Versuch erscheinen wird einzig deshalb, weil man um eine Formalität derselben Art, wie die Sühnemiffion sie darstellt, vor, auf dem bezüglich der Beweggründe der That das Folgende handelt es sich auch bei dem berühmten Friedensprotokoll, deffen In- vermerkt war:" Die Unteroffiziere der Compagnie Sorge trug, es nicht funktionieren zu lassen. halt wir feiner Zeit mitgeteilt haben. Da die Khatiblätter die end- sind schuld an meinem Tode!" Dieser Bettel wurde mit liche Unterzeichnung des Protokolls wieder als großen Sieg der den andren aufgefundenen Gegenständen dem Generalkommando genialen deutschen Chinapolitik auspofaunen werden, feien gleich heute übergeben und von diesem eine Untersuchung in der Angelegenheit einige minder enthusiastische Urteile der Preffe citiert. Die Frant eingeleitet. Ueber das Ergebnis der letzteren ist bisher noch nichts furter Beitung" meint: bekannt geworden. ia la tail strand Iomplie meimmat mug „ Einige der in dem Protokoll erwähnten Bestimmungen finder end vil bill bereits ausgeführt worden, andre harren noch der Aus- d od diod is stuitate führung und es ist zweifelhaft, ob die Mächte überOestreich) lngarn. noulouse slotsol haupt auf der Erfüllung aller Bestimmungen be stehen werden, da einige derselben, wie z. B. die Verbesserung Der ungrische Reichstag wurde heute vormittag von dem der Flußläufe, die Schleifung der Tatuforts und Einstellung der Könige im Thronjaale der Ofener Hofburg mit einer Thronrede ge Prüfungen zur Durchführung längere Zeit bedürfen oder auch gar nicht fchloffen, in welcher es bezüglich des Ausgleichs heißt: Wohl ist es ausgeführt zu werden brauchen, wenn die chinesischen Wacht- nicht gelungen, zwischen den Ländern meiner ungrifchen Krone und haber dazu teine Lust haben. Auf der Zahlung der meinen übrigen Königreichen und Ländern die Zoll- und HandelsEntschädigungen werden die Mächte wahrscheinlich besteven, affein angelegenheiten in jener Weise zu regelu, auf welche der Artikel 12 vom Jahre 1867 in erster Reihe hinweist. gerade diese Bestimmung des Protofolls ift taum als eine Er des Gefeßes 11 rungenschaft der Mächte zu bezeichnen, da die Summmen zur Gleichwohl haben die Zoll- und Handelsverhältnisse sowie die Leistung der Entschädigung doch der fremde Handel Verzehrungssteuern auf Grund gegenseitiger Billigkeit und Reziaufbringen muß. Biebt man alle Umstände dieser kost procität eine den gefeßlichen Rechten wie auch den wirtschaftlichen spieligen Expedition und der langwierigen Verhandlungen in und finanziellen Interessen des Landes entsprechende Erledigung geBetracht, so muß man wohl zu dem Schluß kommen, daß das funden. Die gesunde und feste Entwicklung der Kreditverhältnisse zu Ergebnis ein durchaus negatives it. fördern, ist die neue Regelung des Bankivefens berufen. Es sind Nicht weniger ernüchtert urteilt die Rheinisch- West- anch wichtige und einschneidende Schritte im Interesse der Regelung fälische geitung": der Baluta geschehen. dog opp Wir haben nichts andres erwartet und sind nicht enttäuscht. Nicht durch wortereiches Verurteilen der Kriegsgreuel wird der Friede gesichert, sondern durch Beseitigung der Kriegs ursachen, die da wesentlich liegen in der internationalen Raubkonkurrenz des Kapitalismus. " ,, Der Kerl mit den Hyänenangen". Die Voff. 8tg." übte jüngst eine sehr berechtigte Stritit an First Phili Eulenburg, den deutschen Botschafter in Wien, der Aegirsänger und Geleiter des Kaisers auf den Nordlandausflügen, deffen schweres Amt es zu erlauben scheint, daß er fast das ganze Jahr hindurch von Wien fortbleibt, während sein Gehalt von 140000 m. fortlaufend ausgezahlt wird. Gegen diese Kritik wendet sich eine Berliner Korrespondenz der Wiener Neuen Freien Presse", die den deutschen Botschafter in seltsamer Weise in Schutz nehmen zu wollen erklärt. In diesem Artikel wird u. a. ausgeführt: " er Noch viel wurde in China inzwischen hin und her gestritten über die Höhe der Entschädigungssumme und ihre Verzinsung, über die Garantie und Abzahlung, über dies und über das, aber wer wollte an das alles erinnern, das schon zu Zeiten des ist nun wirklich und unwiderruflich der Schluß der Chinawirren wenigstens bis auf weiteres eingetreten, und wir alle freuen uns daran, die wir so lange chinamüde find!! Was nun schließlich Deutschland während der Danter der Chinawirren anbetrifft, das zuerst mit Bauten und Drommeten in wildem Jugendmut ohne rechte Ueberlegung nach China ge fahren war, so hat dieses bort vielleicht die fchlechtesten Geschäfte gemacht." " Jetzt ist derselbe durch anhaltende Kränklichkeit gezwungen, die Bäder von Gastein zu gebrauchen, und vernünftigerweise wird man so lange, als der Botschafter Hoffnung hat, seine erschütterte Gesundheit wiederherzustellen und jeden, ber ihn kennt, wird diese Hoffnung hegen- ihm aus einer solchen Abwesenheit feinen Vorwurf machen dürfen, auch wenn sie sonst die üblichen Grenzen eines amtlichen Urlaubes überschreitet. Im Berliner Auswärtigen Amte ist man gegen alte, verdiente Beamte auf diesem Gebiete immer generös gewesen und sucht, wenn es durch ausgiebige Beurlaubungen erreicht werden kann, mögen sie auch sonst vom dienstlichen Standpunkte nicht immer erwünscht sein, deren Dienste dem Staate zu erhalten. So genießt, um nur ein Beispiel zu erwähnen, ein andrer auswärtiger Vertreter des Deutschen Reiches feit langer Zeit eines Urlaubes, der sich auf den größten Teil des Jahres zu erftreden pflegt. Derfelbe ist feit Jahren ein schwertranter Mann, den keiner seiner Landsleute zu Gesicht bekommt, und der so schwächlich ist, daß ihm die Souveräne, denen er sich ausnahmsweise nähern muß, gestatten müssen, sich in ihrer Gegenwart alsbald niederzulassen. Aber in der Erwartung, daß noch eine Besserung seines Ein Trinkspruch des Kaisers. Die Ansprache, die der Kaiser Befindens eintreten kann, werden dem Herrn, der sich früher durch in Königsberg am Montag bei Entgegennahme des Ehrentrunkes bedeutende diplomatische Leistungen hervorgethant, die größten im Landeshause hielt, deckt sich in ihrem Inhalt im wesentlichen Erleichterungen feitens feiner vorgesezten Behörde gewährt, mit der bereits am Freitagabend gehaltenen Rede. Der Kaiser Wir haben nie bemerkt, daß deswegen die Berliner Organe sich sagte: besonders aufgeregt hätten, obwohl das Land, in dem dieser Beamte wirkt, eines der wichtigsten für unsre auswärtigen Beziehungen ist. Umsomehr müffen die trotz ihrer Erfolglosigkeit immer wiederkehrenden Angriffe überraschen, die gegen den Wiener Botschafter gerichtet werden, bezüglich dessen Arbeitsfähigkeit fein Zweifel besteht. Sie überrascht freilich nicht die, „ Ich wünsche von ganzem Herzen, daß die Proving erkennen möge aus der Feier des gestrigen Tages, wie hoch ich das Band schätze, welches uns mit einander verbindet. Um noch einmal feierlich zu betonen, daß das Königtum Preußen und aus ihm hervorgehend das deutsche Kaisertum in stönigsberg und Oft preußen wurzele, habe ich meine Reichsinfignieu hierher gebracht worden. Ausland. Rußland. Der Folterbrief eines politisch Verbannten. Es find erst drei Monate her, als die gesamte anständige west. europäische Presse mit Schauder und Entrüstung über zwei Opfer des zarischen Regimes berichtet hat: über den lettischen Gymnasiasten Robert Kreier, der, gänzlich unschuldig, angeblich als politisch Verdächtiger" ins Mitanfche Gefängnis gefchleppt wurde, diefer hat im Jahre 1889 vo er von dem Henker Karl Haase den Arbeiter Ewald mit eignen Händen erdrosselt und dem Gendarmerie- Oberst lado so entfeglich gefoltert wurde, daß Tode dem langsamen entgehen, zu seinem Leben am 24. Mai ein rasches Ende gemacht hat; ferner über den jüdischen Arbeiter Jakob Leiser Pa Ifin, ber in 1. Lodzer Polizeirevier am 14. Mai zu Tode geprügelt wurde. er, um 1 " Schon müffen wir über einen neue it fall russischer Gefängnistortur berichten. In der Nr. 31 der in Genf, unter der Redaktion des Ausländischen Stomitees des Allgemeinen Jüdischen Arbeiterbundes in Littauen, Polen und Rußland, erscheinenden esten Nachrichten aus Rußland" ist folgender Brief veröffentlicht: " Ich kann leider diesmal nicht viel schreiben, weil ich frank darnieder liege. Meine Krankheit ist die Folge der fürchterlichen welcher mich der Aufseher Folter, der Henker des Aginsker reisgefänguisjes- ant 8. Juli d. 3.( 25./VI. alten Stils)" unterworfen hat. 1 0 Die Folter begann nach der Kontrolle, ungefähr um 6 Uhr der ihnen von ihrem Unternehmer erteilten Zusicherung am Montag, Jals 10 Shilling die Woche für Arbeiter über 18 Jahre; abends. Es kamen zu mir in die Zelle und Holten mich der Auf- 2. Juli, vorläufig weiter arbeiteten. Streichung des Paragraphen, welcher lautet:" In Fällen, wo es scher, der Aelteste, der Subälteste und drei Konvoysoldaten; es was speciell den angeschuldigten Genossen Winkelmann anbetrifft, bewiesen wird, daß die Verlegung des Arbeiters auf das eigenvillige wurde mir befohlen, unter dem Geleit der Soldaten ins Comptoir fo scheidet er bei der Untersuchung der Frage, ob die vorgedachten schlechte Betragen des Arbeiters selbst zurückzuführen ist, wird keine zu gehen, wvo, wie der Aufseher mir sagte, auf mich Maurer recht daran thaten, am Montag, den 2. Juli, vorläufig Entschädigung bewilligt". ein Gendarm wartete. Nichtgehen unter der Drohung der weiter zu arbeiten, insofern aus, als er an diesem Tage bei Beginn der Ueber die Steuerfrage sprach Mr. Steadman, der unter ZuBajonette war unmöglich. Man führte mich in den Hof hinaus, Arbeit durch einen Sturz in die Baugrube verunglückte und die stimmung des Kongresses beantragte, daß von der Politik des Freiwo der Aufseher sich an die Konvoysoldaten wandte und ihnen, auf nächsten acht Tage arbeitsunfähig war. handels nicht abgewichen werden dürfe und daß der Kohlenzoll ein mich zeigend, folgendes fagte:„ Das ist ein Aufwiegler, ein Politischer, Thatsächlich hat, wie durch Zeugenaussage festgestellt, der Unter- Angriff auf den Freihandel bedeute. er rebelliert gegen unfren Herrn, den Kaiser", und mit diesen Worten nehmer Bühring am 2. Juli bereits vormittags um 10 Uhr feinen Mr. Ward, Vertreter der Gewerkschaft der Londoner Erdschlug er mich zweimal heftig auf den Kopf. Ich Arbeitern mitgeteilt, daß es bei der von ihm gegebenen Zusicherung arbeiter, beantragte hierauf, seine Resolution gegen den südafrikaschrie auf: Bu Hilfe, man schlägt mich! Auf meinen Schrei fam verbleibe. nischen Krieg zur Diskussion zu stellen. Der Antrag wurde indes ein politischer Gefangener, der Edelmann Petrusch, hinaus und Auch die Leitung der Maurer Organisation hat in der fchieds- mit 724 000 Stimmen gegen 333 000 abgelehnt. Seine Resolution fragte mich, weshalb ich gefchrieen habe. Da hörte man auf, mich zu gerichtlichen Verhandlung umumwunden anerkannt, daß die Firma lautete: schlagen, und ich wurde ins Comptoir geführt, wo ich durchsucht und Bühring seit dem 2. Juli v. J. bis zur gegenwärtigen Stunde" Der Kongreß bedauert, daß das Parlamentarische Komitee mir die Stiefel abgenommen wurden. den neuen Tarif im vollen Umfange anerkannt beziehungsweise ge- es unterlassen hat, eine entschiedene und furchtlose Erklärung Aus dem Comptoir schickte der Aufseher die Soldaten weg und halten habe. gegen den Krieg in Südafrika abzugeben. Wir erklären fagte ihnen, daß ein Gendarm sofort tommen würde, um mich mit Die Einführung des neuen Tarifs, die sich bei der Firma Bühring ferner, daß die Einführung der billigen Regerarbeit in Südafrika, Ruten zu peitschen. Von dort führte er mich in das Besuchs- so weit ohne jede Differenz vollzog, hat aber leider noch folgenden die Besteuerung der Industrie, sowie der Stillstand in der Socialgimnter hinein, schickte alle übrigen Leute hinaus, ließ nur den Zwischenfall gezeitigt. reform und die ungeheuren Ansprüche, die der Krieg an das nationale Weltesten und den schuftigen Aufseher Beresin nach, machte die Am Montag, 2. Juli, stießen zu den bereits angeführten acht Vermögen stellt, einen so ernsten Charakter tragen, daß wir berechtigt Thüren fest und sagte mir: Wie konntest Du so frech beziehungsweise fteben Sielbau Maurern noch vier Stollegen, die sind, die sofortige Einstellung der Feindseligkeiten zu verlangen. Wir fein und wagen, mit feiner Excellenz zu sprechen?" von der Firma Bühring in den letzten 14 Tagen auf Hochbauten beschließen ebenfalls, daß das Parlamentarische Komitee seinen Ein( Ich hatte den Tag vorher beim Gefängnis- Inspektor wegen meiner beschäftigt worden waren. fluß geltend macht für den Frieden und für die Gewährung annehm Jnhaftierung über den Termin hinaus eine Eingabe gemacht). Als- Diese vier Maurer schenkten nun den Mitteilungen ihrer barer Bedingungen an die Boeren, die ihre Unabhängigkeit in so dann fing er an, mich an die linten Schläfe zuschlagen, Kollegen über die am vorhergehenden Sonnabend mit dem Unter- edler Weise verteidigt haben." dabei brückte er mir einen Finger in mein liutes nehmer Bühring wegen Einführung des neuen Tarifes gepflogenen Gin ähnliches Schicksal erfitt die socialdemokratische Auge hinein und gab mir zwei Schläge auf das Unterhandlungen und dem bei dieser Gelegenheit von dem Unter- Resolution des Gen. O'Grady, die die Vergesellschaftung der Auge, so daß ich besinnungslos zu Boden fiel. 1 nehmer Bübring gemachten Zugeständnis entweder feinen Glauben, Broduktionsmittel verlangte. Sie wurde mit 685 000 gegen 264 000 Zur Befinnung wurde ich durch faltes Waffer gebracht, oder sie trauten der mündlich gemachten Zusicherung des Unter Stimmen abgelehnt. welches mir in den Mund, auf das Gesicht und den Stopf nehmers überhaupt nicht. gegossen wurde. Sofort fing aber der Aufseher wieder Auf die Thatsache sich stigend, daß am frühen Morgen des au, mich auf den Kopf und das Gesicht zu schlagen, 12. Juli noch keine absolute Busage des Unternehmers Bühring vor riß noch an den Haaren, den Ohren, an den Lippen lag, nahmen diese vier Maurer die Arbeit nicht auf, erstatteten vielund Wangen- so lange bis ich wieder besinnungs- mehr der Leitung der Maurer- Organisation die Meldung, daß der los blieb. So hat er es mit mir einige Male Unternehmer Bühring den neuen Tarif nicht bewilligt habe. wiederholt, und zweifellos hätte mich der Aufseher zu Tode So tam es, daß die Firma Bühring von der Leitung der gefoltert, was er mir die ganze Zeit wiederholte, wobei er aus der Maurer- Organisation am folgenden Tage unter den gesperrten Ge Scheide feinen Säbel hervorzog, wenn nicht zu dieser Zeit der schäften aufgeführt wurde, während dort in Wirklichkeit alles in Schriftführer in das Zimmer hineingelommen wäre( das erfuhr ich Ordnung war. nachher) und den Aufseher in seiner Absicht gestört hätte. Kaum lebendig wurde ich in die Zelle geführt, wo das Fenster gänzlich verschlagen wurde; man gab mir kein Wasser, ließ mich nicht hinaus, man nahm mir meine Bücher weg usw. Nach der Meinung des Schiedsgerichts kann weder die Handlungs weise der 7 Maurer, noch die der Leitung der Maurer- Organisation als tadelsfrei bezeichnet werden. Die ersteren wären verpflichtet gewesen, ihre Organisation sofort von der von ihrem Unternehmer Auch die Gefangenen, die mich in halbtotem Zustand gesehen erhaltenen Buficherung und den auf Grund dieser Zusicherung gehaben, haben es dem Landpolizeichef mitgeteilt. Derselbe war bei troffenen Bereinbarungen in Kenntnis zu setzen. Die letztere hätte mir und hat mich in meinem jezigen Zustande gefehen. Was daraus nicht nur die 4, sondern auch die 7 Maurer, die sämtlich der Maurerwerden wird, weiß ich noch nicht. Ich selbst habe noch nichts unter Organisation angehörten, hören müssen, che sie die Sperre über den nommen, weil ich fürchterlich frank war. Jezt ist es mir Bau Bühring verhängte. War die Sperre aber, wie offenbar, zu etwas besser, aber, ich leide fortwährend am Kopf- Unrecht verhängt, dann mußte der Jertum schleunigst forrigiert schwindelund oft verliere ich die Besinnung. Den 8./21. Juli 1901. N. Machow. Dorf Ushur, Sereis Aginst, Gouvernement Jenisseist. im N. Machow ist ein Weber aus Jwano Bosnesenst, von wo er nach Charkow verschickt und unter Polizei- Aufsicht gestellt wurde; arretiert wurde er im Mai 1899, faß mehr als ein Jahr im Gefängnis und ist auf administrativem Wege auf fünf Jahre nach Sibirien, nach dem Gouvernement Jenisseist verbannt worden.Mood Der Boeren- Krieg. Ysid de sipidid Neuer Einfall in die Kapkolonie. 2 Ans Pretoria wird gemeldet: Der Boerenkommandant Suther hat den Orangefluß überschritten und sich von neuem im Bezirke von Aliwalnorth festgesetzt. De Wet macht Anftrengungen, um mit seinen Truppen zu ihm zu stoßen. Neue englische Barbarci. Counterof anista Jufolge der jüngsten Zerstörung eines englischen Militärzuges durch die Boeren werden die Engländer fünftig angefehene Bürger von Pretoria zwingen, in den militarzügen Play zu nehmen. Man glaubt, daß auf diese Weise die Boeren von ihren Angriffen Abstand nehmen werden. Diese Maßregel soll zuerst auf der Eisenbahnlinie Bretoria Bietersburg in Seraft treten. Dies Mittel, die Züge gegen Angriffe der Boeren zu schüßen, ist ebenso barbarisch und triegsrechtswidrig, wie wen die Engländer bei einem Gefecht Boerengefangene als Dedung gegen bie Kugeln der Boeren benugen wollten! and asdout on siton thi of red Partei- Nachrichten. Abermals ein Schiedsgericht über Streitbrecher. werden. Die Resolutionen über allgemeines Wahlrecht und den Achtstundentag wurden angenommen. Der 35. Trades- Unionskongreß wird in London stattfinden. Allgemeiner deutscher Jnnungs- und Handwerkertag. Gotha, den 8. September. Die heutige Vorversammlung zum Innungstage wat von ca. 300 Delegierten besucht und wurde von dem Obermeister der deutschen Bäcker- Jnnungen Bernard Berlin geleitet. Nach der Begrüßungsansprache des Obermeisters Burkhardt Gotha trat bie Bersammlung in eine sehr eingehende Debatte über die auf die Tagesordnung des morgen früh beginnenden Inmungstages zu segenden Verhandlungsgegenstände ein. Wie nicht anders zu er warten war, bildete der Bolltarif Entwurf den Hauptpunkt der Besprechung. Der Vorstand des Gentralausschusses der vereinigten deutschen Junungsverbände, welcher den Innungs- und Handwerkertag einberufen hat, hatte alle Anträge der Einzelinnungen, welche eine Stellungnahme zum golltarife Entwurf forderten, nicht in die vorläufige Tagesordnung aufgenommen. Von den Delegierten der Der Parteigenoffe Winkelmann hat zwar an diefen Vorgängen, betreffenden Innungsverbände wurde gegen diese Maßnahme so weit sie sich in der Zeit vom 2. bis zum 7. Juli abspielten, wie Protest erhoben. Obermeister Fischer- Berlin( Goldschmiedeschon ausgeführt, nicht persönlich teil genommen. Er ist jedoch be- Jumung), der Vertreter der Berliner Maler- Junung und der Vorreits vor längerer Zeit aus Heinlichen Gründen aus der Maurer- figende der Plauener Handwerkskammer Thieme erjuchten in Organisation ausgetreten; statt, wie es seine Pflicht gewesen wäre, längeren Ausführungen, die Anträge nachträglich wieder aufauf engsten Anschluß an die Organisation hinzuwirken, hat er feinen zunehmen. Dagegen wandten fich jedoch sowohl die Vertreter Kollegen durch Fernbleiben von der Organisation ein schlechtes Bei- Ses Centralausschusses, Obermeister Bernard und Dr. Schulz= spiel gegeben und so jenen Geist mit fördern helfen, der in dem Berlin, wie di Delegierten der Hannoverschen, Breslauer und Kreoben getadelten Verhalten der sieben Maurer zum Ausdruck kam. felder Innungen. Dalljow Hannover führte dazu aus: Er Das Schiedsgericht spricht deshalb dem Genossen Winkelmann warne den Jnnungstag dringend, sich durch eine Besprechung des wegen Vernachläfftgung feiner gewerkschaftlichen Pflichten einen Entwurfs in Gegensatz zu der Staatsregierung an stellen.( Gelächter Tadel aus. War Somit das Verhalten Winkelmanns in und Beifall) Dadurch würde man bem deutschen Handwerk nur der zur Untersuchung und Entscheidung vorliegenden Entscheibung vorliegenden An- nene Schwierigkeiten bereiten.( Widerspruch.) Der Bolltarifentwurf geht ganz fehlerfrei, fo mußte gelegenheit nicht andrerfeits uns nichts an und sich mit ihm zu beschäftigen, ist nicht unsre Sache. auch wieder in Betracht gezogen werden, daß Winkelmann fich bis-( Unruhe und Betfall.) Salge Dresden: Er sei auch der Meinung, her noch keines Verstoßes gegen die Intereffen der Arbeiterbewegung daß diese Frage nicht auf den allgemeinen Innungstag gehöre. Den schuldig gemacht, insbesondere auch, daß er den großen Maurerstreit einzelnen Innungen bliebe es deswegen doch unbenommen, sich zu im Jahre 1890 unter ganz besonders schwierigen Familienverhält dem Entwurf zu stellen, wie sie wollten. Der Vertreter nissen wacker mit durchgekämpft hatte. der Berliner Malerinnung verwies darauf, daß die südNach eingehender Beratung hat das Schiedsgericht einstimmig deutschen Jnnungen und Handwerkerkammern bereits auf dahin erkannt, daß in dem Verhalten Winkelmanns während des ihren Innungstagen gegen den Entwurf Stellung genommen Maurer- Lohnkampfes im vergangenen Jahre eine ehrlose Handlung Bätten, er bitte die Versammlung, doch nicht hinter den süddeutschen nicht vorliegt. Kollegen zurückstehen zu wollen.( Unruhe. Beifall und Widerspruch.) Die Versammlung lehnte hierauf mit er beblicher Majorität alle den 8olltarif behandelnden Anträge ab. Der von der Partei- Organisation von Ottensen und Umgegend gestellte Antrag auf Ausschluß, Winkelmanns ans der focialdemofratischen Partei wird deinstimmig abgelehnt. Ottensen, den 30. August 1901. A. Gerisch, Vorsitzender. C. Bergs. H. Brügmann. W. Dent. J. Heine. D. Haberland. R. Wiesenhütter. London, 7. September. sind 34. Jahreskongreß der englischen Gewerkschaften. Die Beschlüsse, die der Kongres am Donnerstag faßte, fub bei Zu welchen unleidlichen Zuständen es führt, wenn der Ausschluß weitem die wichtigsten des ganzen Kongreffes. Den ersten Blaz aus der Gewerkschaft auch zu gleicher Zeit die Partei- Justanzen be- verdient der Beschluß über die Erziehungsfrage, welcher schäftigen würde, bezeugt eine Schiedsgerichts- Entscheidung, die auf lautet: 4 Hierauf teilte der Vorsitzende mit, daß der Regent des Herzogtums Sachsen- Coburg- Gotha Erbprinz von HohenloheSchillingsfürst, der Staatsminister Dr. Hentig und der Oberbürgermeister Liebetrau Gotha ihr Erscheinen für die morgige Hauptversammlung zugefagt hätten.( Stürmischer Beifall.) Als Bertreter des Handelsministers ist der Geh Negierungsrat Hofmann und Regierungsaffessor Dr. von Seefeldt Berlin angemeldet. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. An die Arbeiterschaft Berlins. An den Anschlagfäulen erschien gestern ein Plakat, worin die Kommiffion der Schlossermeister von weitgehenden Zugeständ niffen, die sie den Anschlägern gemacht habe, redet. Um diese Bee bauptung der Meister zu widerlegen und unser Verhalten den„ Zugeständnissen" gegenüber zu erklären, legen wir nochmals die Ursachen unsrer Lohnbewegung dar: Antrag der Ottenier Barteigenoffen provoziert ist und gleichfalls„ Der Kongreß verurteilt auf's entschiedenste die kürzlich eineinen Sonflikt über Streifbrecherdienste im Maurergewerbe zur geleitete Schulpolitik der Regierung, die darauf gerichtet ist, die Grundlage hat. Die Untersuchung der Angelegenheit ergiebt, in Entwicklung der Volkserziehung zu hemmen. Die Kinder unfres welche interne Streitigkeiten, die in der Gewerkschaft eine Rolle Volkes sollen eine Erziehung erhalten, die mindestens ipielen, hier die Bartei hineingezogen wird und wie es geradezu derjenigen gleichfäme, die den Kindern andrer civili unmöglich wird, in der Weise, wie es hier geschehen sollte, die Partei sterten Völkern zu teil wird. Zu diesem Zwed verlangt zu engagieren. der Kongreß: Das Unterrichtswesen eigens hierzu gewählten lokalen Vertretern zu unterstellen; Kinder unter 15 Jahren dürfen vom Schulbesuch nicht befreit werden; ein Marimalalter für Schüler foll nicht festgesetzt werden; tostenlosen Unterricht in den Elementar, Im Jahre 1900 endigte unsre Lohnbewegung durch Anerkennung Mittel-, Fortbildungs- und technischen Schulen; Stipendien für be- unsrer Forderungen. Nach Aufnahme der Arbeit wurde der gabte Kinder; tonfessionslose Lehrerseminare; Vertretung der Arbeiter Special- und Minimaltarif durch die beiderseitigen Kommissionen im Unterrichtsministerium. Das Parlamentarische Komitee wird beraten. Nachdem diese Beratungen zum beiderseits befriedigenden beauftragt, eine in diesem Sinne entworfene Gefeßesvorlage dem Abschluß gelangt waren, stellten sich dennoch Fehler heraus und Parlament zu unterbreiten und Abschriften derfelben den Gewert- wurde uns während der Besprechung derselben von der Meisterschaften und Gewerberäten zukommen zu laffen." tommission die Zusage gemacht, diese Fehler durch gemeinNach der Beweisaufnahme hat das Schiedsgericht folgenden Thatbestand für festgestellt erachtet: Der Parteigenosse Winkelmann arbeitet seit einigen Jahren als Maurer an den Sielbauten des Unternehmers H. Bühring in Hamburg. Als die Hamburger Maurer im vorigen Jahre in eine Lohnbewegung eintraten, stellten die an den Sielbauten beschäftigten Maurer an die Leitung der Maurer- Organisation das Verlangen, daß auch für sie von den Unternehmern eine Lohnerhöhung gefordert werden möge, Die Leitung der Maurer- Organisation tam diesem Wunsche nach. Als Forderung für die Maurer an den Sielbauten wurde festgesezt 92stündige Arbeitszeit und 85 Pf. Stundenlohn. Von diesen Forderungen der Sielbau- Maurer wurden die in Betracht kommenden Unternehmer durch die Leitung der Maurer Organisation unterrichtet und ersucht, vom Montag, den 2. Juli 1900, ab den neuen Tarif in Kraft treten zu lassen. = Es ist nicht unintereffant zu erfahren, daß dieser flare und um- schaftliche Ausarbeitung eines neuen Tarifs zu beseitigen. faffende Beschluß auf einem Antrag beruht, der von der Gewert Diesem Versprechen sind die Anschläger prompt nachgekommen, schaft der Gas- und allgemeinen Arbeiter ausging. Diese Gewerk- indem fie einen neuen Tarif, der sich im Specialtarif schaft stand längere Zeit unter dem Einfluß von Eleanor mit dem Minimaltarif deckt, wie es ausdrücklicher Wunsch Marg. der Meister war, ausarbeiteten; wogegen die Meisterkommission sich Mit Bezug auf Alterspensionen wurbe beschloffen: ein nicht hören und sehen ließ. Endlich im Mai 1901 wurde uns seitens Gesetz über Alterspensionen wird die Arbeiter befriedigen, das sie ent- der Meisterkommission ein Tarif zugestellt und einer wohlwollenden weder mit den bereits vorhandenen Unterstützungskaffen, oder mit Beurteilung empfohlen. Daraufhin erhielten die Meister unfren aus Institutionen verbindet, die der Pension das Brandmal des gearbeiteten neuen Tarif zugestellt, mit der Bitte, uns mitteilen zu Bauperismus aufdrücken. Das Gesez muß die Pension als ein Recht wollen, wann und wo die Verhandlungen stattfinden sollten. Die Antwort anerkennen, welches ein Bürger in einem gewiffen Alter beanspruchen war Schweigen. Auf wiederholte Bemühungen seitens des Vorsitzenden darf. Das Parlamentarische Komitee wird beauftragt, Bertreter der unsrer Lohntommiffion erhielten wir halbe Busagen, und schließlich den Gewerkschaften, Genoffenschaften und Unterstügungsvereine zur einer Bescheid, die Meister verhandeln nicht! Gine nochmalige diesbezüg nationalen Konferenz einzuladen, um einen diesbezüglichen liche schriftliche Anfrage im Auftrag des Vereins wurde mit dem praktischen Plan auszuarbeiten." felben Wortlaut beantwortet und gleichzeitig die Errichtung des Arbeitsnachweises Stadtbahnbogen 102 angekündigt. Unirerseits erfolgte hierauf die Proklamierung des Streiks. Nun folgten die in der früheren Nummer des" Bortvärts" von uns angegebenen That sachen. Anzuführen haben wir noch hierzu folgendes: Als der erste Säulenanschlag feitens der Meister erfolgt war, begab sich ber Gewerkschaftssekretär Herr Körsten zum Obermeister Herrn Heinrich Eine besondere Rechtsschutz- Kaffe zu gründen, um gewerkschaftliche Prozesse ausfechten zu können. In den Versammlungen der Sielbau- Maurer, die zur Vorbereitung der Lohnbewegung stattfanden, wurden diese von der Leitung der Maurer- Organisation angewiefen beziehungsweise ermächtigt, mit ihren Unternehmern über die gestellten Forderungen zu verhandeln. Schriftliche Anerkennung des neuen Tarifs durch die Unternehmer wurde nicht zur Bedingung gemacht, vielmehr seitens der Leitung der Maurer Organisation ausdrücklich erklärt, daß auch die mündliche Zustimmung der Unternehmer genüge. Am Sonnabend, den 30. Juni v. J., haben nun auch die bei der Firma Bühring arbeitenden acht Sielbau- Maurer mit ihrem Unternehmer wegen Anerkennung des neuen Tarifes verhandelt. Dieser hat dabei folgende Auf Antrag von Cronin Glasgow wurde beschlossen, an die Erklärung abgegeben: Er( Bühring) sei bereit, den neuen Tarif in Gewerkschaften zu appellieren, sich dem Komitee für parlamentarische vollem Umfange anzuerkennen. Er wisse jedoch noch nicht, wie seine Arbeitervertretung"( Labour Representation Committee) anzu Berufskollegen sich zur Sache stellen würden. Damit feine Unterschließen. Bis jetzt sind ihm 48 000 Gewerkschaftler beigetreten. brechung in der Arbeit eintrete, ersuche er die Arbeiter, am Montag Hodge Manchester beantragte: der Kongreß möge die und interpellierte denselben darüber. Er erhielt von diesem Herrn vorläufig nach dem neuen Tarife zu arbeiten. Spätestens bis zum Standidatur von Robert Smillie( Lanart) anerkennen die bündige Erklärung, daß derartiges nicht wieder vorMittag würde er ihnen definitiven Bescheid geben. und unterstützen. Der Antrag wurde gegen wenige Stimmen an- tommen sollte. Wie von seiten der Meister dieses Versprechen Wie sich aus einem von der betr. Unternehmergruppe an die genommen. gehalten worden ist, lehrt der Augenschein. Augenblicklich prangt Leitung der Manrer- Organisation gerichteten Schreiben ergab, waren In seiner Sigung vom Freitag beschäftigte fich der Kongreß wieder ein berartiger Anschlag an den Litfaßsäulen. Daß die Andie ersteren zur fraglichen Zeit thatsächlich noch nicht zu einer Hauptsächlich mit drei Fragen: Unfallsentschädigung, Steuerwefen schläger den Herrn Jnnungsmeistern Berlins nicht mehr trauen können abschließenden Stellungnahme gegenüber dem neuen Tarife gekommen und Strieg in Südafrika. Hum Gesetze über Unfalls entschädigung und die Unterschrift des Reverses fordern müssen, um nicht nach Die diesbezügliche Mitteilung des Unternehmers Bühring entsprach wurde eine Reihe von Verbesserungen vorgeschlagen: als Grundlage Aufnahme der Verhandlungen wieder zum Streit getrieben au mithin völlig der Wahrheit. der Entschädigung soll nicht der Durchschnitts- Wochenlohn, fondern werden, ist wohl jedem Denkenden flar. Zwar ist einiges in der Die acht bei Bühring arbeitenden Maurer, unter denen sich der der Durchschnitts- Stundenlohn genommen werden! Ausdehnung des Sigung, auf die der Säulenanschlag Bezug nimmt, zugestanden Augeschuldigte Winkelmanu befand, glaubten nun völlig im Rahmen Gefeges auf alle Gewerbe; die Entschädigung foll nicht weniger worden, jedoch unter dem Vorbehalt der näheren Festfegung während bem Getverbe betreffenden der ihnen von der Leitung der Maurer Organisation gegebenen An- als 50 Prozent des in an der Verhandlungen nach dem 15. September er. und unter Vorbehalt weisung beziehungsweise Bollmacht zu handeln, wenn sie auf Grund erkannten Gewerkschaftslohnes betragen, jedenfalls nicht weniger der Zustimmung der Generalversammlung der Immungsmeister. = Deutsches Reich. Wir erklärten, nur die Arbeit nach Anerkennung unsres neuen Erfter Berliner Reichstags- Wahlkreis. Heute, Dienstag, Gymnasium zu Culm war, wurde er von dem Angeklagten Tarifs für die Dauer der Verhandlungen aufzunehmen, weil 300 abends 8 Uhr, findet in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20, eine b. Bifarsti aufgefordert, Mitglied der bisherigen Schüler Mitglieder unsrerseits zu diesen Bedingungen schon arbeiten. Zu Voltsversammlung statt, in welcher Rechtsanwalt Victor verbindung zu werden. Er habe dieser Aufforderung Folge bei seiner Aufnahme einen Eid leistent Verhandlungen auf dieser Grundlage sind wir jederzeit bereit. Noch fräntl über" Die Gumbinner Militärjustiz" sprechen geleistet und müssen, daß er nichts verraten werde. Die Hauptversammlungen, eins! Die erste private Besprechung fand unter Zusicherung strengster wird. Um zahlreiches Erscheinen ersuchen Die Vertrauenspersonen. in denen die Aufnahmen stattfanden, wurden in einer Waldesschlucht Verschwiegenheit statt, und obwohl die Lohnkommission unter Eid erklären tann, teine Indiskretion begangen zu haben, brachten ver- Socialdemokratischer Wahlverein Bezirk Pankow. Heute, in den Abendstunden abgehalten. Einige Gymnasiasten wurden als schiedene bürgerliche Blätter die fast wortgetreue Wiedergabe der Dienstag, abends 81/2 Uhr: Vereins- Versammlung bei Wachen ausgestellt, um zu verhüten, daß die Versammlungen überBesprechungen. Großfurt, Berlinerstr. 27. Wissenschaftlicher Vortrag des rascht wurden. Die gewöhnlichen Versammlungen, in denen polnische Geschichte und Litteratur getrieben wurde, fanden in den Wohnungen Die Lohntommission der Bauanschläger. Chemikers Herrn Dr. Wollheim- Berlin. der einzelnen Mitglieder statt. Der Vorsitzende: Wurde in den VerRigdorf. Den Mitgliedern des Socialdemokratischen Wahl- sammlungen denn lediglich polnische Geschichte und Litteratur geZum Ausstand der Nordhäuser Tabakarbeiter. Wie bereits bereins zur Nachricht, daß Mittwochabend 8/2 Uhr bei Münzer, trieben? Angeklagter: Jawohl. Der Angeklagte Gonsz erklärt darfrüher mitgeteilt wurde, ist die Firma Kneiff gegen die bei ihr be- nesebeckstraße 113, unfre Mitgliederversammlung stattfindet. Tages auf, daß er später aus der Verbindung ausgetreten sei. Das Bebeordnung: Die schäftigt gewefenen Streifenden mit Klagen wegen Kontraktbruchs ordnung: Vortrag des Genossen Dr. Borchardt über: nicht gehabt. vorgegangen. Bis jegt find 118 Arbeiter vom Gewerbegericht ver- Besteuerung des Hungers". Bericht von der Generalversammlung usw.wußtsein, daß in der Verbindung etwas Strafbares liege, hätte er urteilt worden, an die Firma Schadensersatz in Höhe eines Wochen- Die Bezirksführer werden ersucht, die Petitionslisten umgehend an den Vorsitzenden abzuliefern. lohnes zu zahlen. Also haben doch die Fabrikanten auch einmal einen Erfolg" zu verzeichnen. Sicher ist, daß sich die Streifenden Wahlverein Groß- Lichterfelde- Lankwik. Mittwoch, abends durch solche Siege" der Unternehmer nicht wankend machen lassen, 8 Uhr, bei E. Richter, Chauffeestr. 104, Mitgliederversammlung. sondern daß sie vielmehr, so lange fie noch Ursache haben, auf einen Tagesordnung: Bericht über die Generalversammlung und die KreisSieg zu rechnen, den Kampf mit gewohnter Energie fortsetzen; und konferenz. daß die Arbeiterschaft Deutschlands die Ausständigen in Nordhausen auch ferner nach Kräften unterstützen wird, daran dürfte ebenfalls nicht gezweifelt werden. " Wegen Beleidigung von Arbeitswilligen verurteilte das Landgericht Halle den Maurer Kruhm, der, wie als festgestellt erachtet wurde, zwei während des Streiks arbeitenden Maurern die Worte verfluchte Streikbrecher" zugerufen hat, zu einer Woche Gefängnis. Ohne das Benehmen des Verurteilten irgendwie zu beschönigen, muß man doch über die Höhe des Strafmaßes staunen, denn es handelt sich nicht um eine Verurteilung aus§ 153 der Gewerbe- Ordnung, sondern um einfache Beleidigung, die mur in besonders schwerwiegenden Fällen mit Gefängnisstrafe geahndet wird. Der vorliegende Fall ist aber, wie in der Urteilsbegründung selbst ausgesprochen wird, nicht erheblich, da jedoch die Beleidigung unter Belästigung Arbeitswilliger geschehen sei, so erscheine eine strenge Beurteilung gerechtfertigt. Also die Ehre der Arbeitswilligen ist eines hervorragenden Schutzes wert. Die Automobil- Droschkenkutscher in Köln sind in den Aus stand getreten. Die Gesellschaft wollte die Hinterlegung einer Haftsumme einführen, die zur Deckung der von den Fahrern verursachten Schäden dienen sollte. Ein Gewerkschaftskartell in Nienburg, dem Schauplatz der Thaten des Glasfabrikanten Heye, zu errichten, hat am 8. d. Mts. eine in Nienburg abgehaltene Versammlung beschlossen. Es bestehen Maurer und Fabritarbeiter, außerdem giebt es eine Anzahl von Einzelmitgliedern andrer Organisationen. Ausland. Die Damenkonfektions- Schneider Lembergs sind am Montag in den Streik eingetreten. Ihre Forderungen haben wir vor kurzemi mitgeteilt. Alt- Glienicke. Der Wahlverein hält Mittwoch, abends 8 Uhr, bei Saß seine Versammlung ab, zu der das Erscheinen aller Mit glieder notwendig ist. b. Gerichts- Beitung. Versammlungen. Eine öffentliche Versammlung der Bildhauer fand am Sonntag im Gewerkschaftshause statt. Der Vorstand der Organis sation hatte den Mitgliedern geraten, dieser Versammlung feruzubleiben, weil sie nicht von kompetenter Seite einberufen sei. Troydem waren mehrere Vertreter und Anhänger des Vorstands an wesend. Von dem Vorsitzenden der hiesigen Zahlstelle des Bildhauer- Verbandes waren im Fachorgan dem Einberufer der Vers sammlung, Karl Bethke, verschiedene Vorwürfe gemacht worden. Hiergegen verteidigte sich dieser in etiva zweistündiger dabei heftige Angriffe gegen die Leiter Agrarisches. Eine Anklage wegen Betruges bezw. versuchten Rede und richtete Betruges, die sich gegen die separierte Frau Rittergutsbefizer der Organisation, sowie gegen den Redacteur der Bildhauer- Zeitung". Franziska v. Wilke und den Kaufmann Karl Schimmel- Die Vertreter und Anhänger dieser Partei verließen zum größten pfennig richtete, beschäftigte gestern die dritte Ferienstraftammer Teil den Saal, nachdem sie mehrfach ihre abweichende Meinung des Landgerichts I in einer viele Stunden ausfüllenden Verhandlung. durch Zwischenrufe tundgegeben hatten. Nach einer kurzen Debatte Den Vorsitz führte Landgerichts- Direktor Munk, die Anklage ver- beschloß die Versammlung, von der Organisation zu verlangen, trat Assessor Schmidt, die Verteidigung führten die Rechtsanwalte daß die Angelegenheit innerhalb der Organisation geregelt werde. Der Ueberschuß, der eventuell nach Deckung der Unkosten von Dr. Schwindt und Dr. Davidsohn. Die Angeklagte wurde beschuldigt, ohne größere Mittel zu besigen, es verstanden zu haben, der Tellersammlung übrig bleibt, soll den Glasarbeitern überwiesen sich in den Besitz eines Rittergutes zu bringen und einen Mann, werden. der ihr eine Kaution anvertraute, betrogen zu haben. Frau Der Verein der Bananschläger für Berlin und Umgegend einem Wilte war früher mit Kaufmann verheiratet, hielt am Sonntag eine Versammlung im Gewerkschaftshaus ab. der fich selbst getötet hat, fie hat dann einen Ritterguts Genosse G. Link hielt einen Vortrag über Krankentassenangelegenvon Wilke geheiratet, von dem fie geschiedenheiten. Hierauf wurde die Lage des Streits einer längeren Bebefizer ist und lebt seit einigen Jahren mit dem um 18 Jahre jüngeren sprechung unterzogen, hauptsächlich wurde Bezug genommen auf die giveiten Angeklagten in häuslicher Gemeinschaft. Sie ließ sich an- Versammlungsberichte der Meisterversammlung in den verschiedenen fangs Februar 1900 ein Haus in der Flottwellstraße anstellen. Der Beitungen. Preis sollte 149 000 m. betragen; auf dem Grundstücke ruhten Der Verband Deutscher Gastwirtsgehilfen( Ortsverwaltung 138 000 m. Hypotheken, 3000 m. sollten bar gezahlt und das Rest- Berlin) hielt am 30. Auguſt eine gut besuchte Mitglieder- Ver faufgeld eingetragen werden. Nun trat sie mit dem Eigentümer des sammlung im Verkehrslokal, Jüdenstr. 35, ab. Den Bericht des VorDubrau bei Priebus, Kreis Sagan, Leopold standes gab der 2. Vorsitzende Hilgert. Daraus war zu entvon Meczynski, wegen Aukaufs dieses Gutes in Verbindung. Es nehmen, daß der Arbeitsnachweis seit den 11 Jahren des Bestehens kam dann auch ein Vertrag zu stande, wonach Frau v. Wilte das der Organisation die stärkste Arbeitsvermittelung im letzten Quartal Rittergut Dubrau gegen Uebernahme der darauf lastenden dieses Jahres zu verzeichnen hatte. Nach der Diskussion über diesen Hypotheken im Betrage von 189 090 M. übernahm und sich ver- Punkt wurden noch einige interne Verbandsangelegenheiten erledigt. pflichtete, 4000 m. bar an v. M. zu zahlen und die Auflaffung des Grundstückes in der Flottwellstraße zu bewirken. Am 8. März Der diesjährige Kongreß der belgischen Bergarbeiter findet ist sie als Eigentümerin im Grundbuch von Dubrau eingetragen vom 29. September bis 1. Oktober im Maison du Peuple" von worden. Schon bevor der Vertrag zu stande gekommen war, suchte Gilly bei Charleroi statt. Auf der Tagesordnung steht u. a.: Die sie durch Zeitungsinserat für ihr Rittergut einen tautionsfähigen Juallgemeine Lage der Kohlen- Industrie, Bericht über die Lohnfrage, spektor bezw. Verwalter. Darauf meldete sich der Inspektor Kalmann, der Achtstundentag, Schiedsgerichte und Einigungsamt, Unfall- dem sie den Wert des Gutes auf Grund einer von ihr producierten versicherungs- Gesch, Bergiverks- Inspektion usw. Tage auf 504 000 M. angab, dem nur eine Belastung von 189 000 W. gegenüberſtände. Herr Kalmann nahm die Stelle an und hatte auch nichts dagegen einzuwenden, daß er eine Kaution von 10 000 m. stellen sollte. Er sandte der Angeklagten diese Summe ein und sie ließ für ihn eine Hypothek in Höhe von 15 000 m. eintragen, und zwar in dieser Höhe, weil angeblich Kalmann- wie dieser bestreitet sich bereit erklärt habe, weitere 5000 m. als Betriebskapital herzuEs wurde nun zum zweitenmal an meine Frau der boykottierte geben. Nach Antritt seiner Stelle erkannte Herr Kalmann sofort, daß Die Genoffen unter sich. Wie die Nachrichten des Schutz- die von der Angeklagten gemachten Angaben über den Wert des Rautabat verkauft und dann allerdings habe ich in meiner Eigenschaft berbandes für Handel und Gewerbe mitteilen, hat der unter Gutes falsch gewesen, verlangte fein Geld zurück und verließ, als er als Ausschußmitglied der Berliner Gewertiafts. socialdemokratischer Leitung stehende(!) Konsumverein Mylau eine es nicht bekam, nach kurzer Zeit Dubrau. Die beiden Angeklagten tom mission und nicht als Vorsitzender des Rabatt- Sparvereins Dividende von 24 Proz. verteilen fönnen. Der„ Direktor" des blieben noch bis Ende März dort. Sie sollen diese Zeit benutzt Süd- Ost" meinem Kollegen Börner im Ausschuß davon Mitteilung Vereins bezog troz dieser hohen Dividende ein Gehalt von haben, um das lebende und tote Inventar des Gutes schleunigst zu gemacht und ihn ersucht, den Geschäftsführer des Konsumvereins Dann sind beide ver- Berlin- Rigdorf zu einer Sigung der Tabatarbeiter ober Tabak900 m. jährlich. Als er um eine Erhöhung des Gehalts auf verkaufen, das Gut also zu devastiren. 1200 M. bat, glaubten die Genossen, daß dies zu viel sei, und schwunden. Gegen Frau v. Wilke wurde ein Steckbrief erlassen. Händler einzuladen und ihm dort den Standpunkt flar zu machen, einer Nachdem infolge Nachricht, δαξ beide Angeklagte da die Verwaltung des Konsumvereins erst 14 Tage nach Eingang bewilligten ihm nur die Erhöhung auf 1050 M., während eine in Zürich lebten, das ziemlich starke Minderheit überhaupt nichts zulegen wollte. Auslieferungsverfahren gegen Frau meiner Beschwerde den boykottierten Rautabat aus den Verkaufsbon Wilke beantragt worden war, wurden Anstellen zurüdgezogen hat und es dadurch für die Zukunft unmöglich Dazu wird der Leipziger Volkszeitung" aus Sachsen ge8. April d. I. in Erfnrt festgenommen. machte, daß ein Versehen der Angestellten" vorkommen tann. schrieben: Mit der Gehaltserhöhung hat es seine Richtigkeit; geklagte am Daß die Tabatarbeiter diese Angelegenheit in der Oeffentlichkeit wir können sogar noch hinzufügen, daß der Verein einen jähr- Frau v. Wilke hatte inzwischen einen Schritt unternommen, der ihr lichen Umsatz von etwa 300 000 m. hat und daß die jedenfalls als versuchter Betrug ausgelegt wird. Das Gut Dubrau sollte behandelt haben, war nicht mein Wunsch, ich hatte aber weder das sehr bescheidene Forderung des Direktors, ihm 300 M. zuzulegen, bracht werden. Gie wollte die Subhastation verhindern und suchte schaftsbewegung bedaure ich die öffentliche Behandlung dieser Annämlich auf Antrag eines Gläubigers zur Zwangsversteigerung ge- Recht noch die Macht, es zu hindern. Als Anhänger der Genoffenfolche Wirren verursacht hat, daß es in einer General bersammlung zu handgreiflichen" Beweisen kam und das Geld in die Finger zu betommen, indem sie sich abermals nach gelegenheit, weil sie von den Gegnern unsrer Bestrebungen gegen So veröffentlichte sie die Genossenschaftsbewegung ausgenutzt werden könnte. einem tautionsfähigen Verwalter umsah. Ende der Streitigkeiten noch gar nicht abzusehen ist. Man hat Hermann Kunge, Berlin SO., Forsterstr. 36, III. mur eine Kleinig übersehen, nämlich daß es sich bei dem denn anfangs April in der Deutschen Tageszeitung" ein Inserat. Vereine gar um Genossen unter sich" und eine„ socialdemo- wonach eine adlige Dame für ihr Rittergut einen tautionsfähigen kratische Leitung" handelt. Ist es schon an sich unangebracht, bei einer Verwalter suche. Es meldete sich darauf wiederum ein solcher, der 99 Sociales. Ein verfehlter Sieb gegen die focialdemokratischen Konsumvereine. Die" Deutsche Tageszeitung" berichtete kürzlich folgendes Geschichtchen aus Sachsen, das jetzt die Runde durch die sächsische Bresse macht: " " beide Jufolge der Berichtigung des Genossen Voigt sehe ich mich veranlaßt, folgendes zur Kenntnis der Deffentlichkeit zu bringen: Nachdem ich festgestellt hatte, daß circa 8 Wochen nach der Firma Hannewader im Konsumverein Boykottierung Berlin- Rigdorf noch boykottierter Stautabat verkauft wurde, wandte ich mich sofort beschwerdeführend an den Geschäftsführer des genannten Vereins, der mir versprach, für Abhilfe dieses Mißstandes Sorge zu tragen; außerdem war der Genosse Voigt von andrer Seite auf diesen Fall aufmerksam gemacht worden. Als ich mich nach ca. 8 Tagen bei Voigt erkundigte, ob die Verwaltung des Vereins bereits Schritte gethan habe, um derartigen Fällen für die Zukunft vorzubeugen, wurde mir erwidert, daß alles noch beim alten geblieben sei. Aus dem städtischen Obdach geprügelt leme Wirtschaftsgenossenschaft von einer parteipolitischen Leitung zu einer parteipolitischen Leitung zu telegraphisch zur Unterhandlung nach Erfurt beſtellt wurde. Bei dieser Lehte Nachrichten und Depeschen. reden, so trifft die Insinuation im vorliegenden Fall um so Gelegenheit soll die Angeklagte unter Unterstützung des zweiten weniger zu, als die Vorstandsmitglieder, Lagerhalter uſw. sämtlich Angaben gemacht haben, um ihn zu bewegen, eine Kaution von wurde gestern abend einer unsrer Stadtverordneten mit einem Angeklagten über den Wert und die Verhältnisse des Gutes falsche Verwahrung dagegen einlegen, Socialdemokraten zu sein. Der Geschäftsführer ist Vorsitzender eines Militärvereine und eine jener 30 000., die hypothekarisch sichergestellt werden sollten, berzugeben. einem andren unsrer Parteifreunde, die beabsichtigten, dort zu nächtigen, Geschäftsführer ist Vorsitzender eines Militärvereine und eine jener Als sie ihn auf dem Erfurter Bahnhofe mit der Kaution erwartete; um so persönlich die Annehmlichkeiten sowie die ganze Handhabung Personen, die am eifrigsten gegen die Gehaltszulage agitieren, ist ein Stadtverordneter, der kürzlich im Stadtgemeinderat eine Beite hatten sich unter falschem Namen in Frankfurt a. M., Basel, in diesem städtischen Institut, über welches unglaubliche Vorkomuiſſe ist ein Stadtverordneter, der fürzlich im Stadtgemeinderat eine wurde fie mitfamt dem Angeklagten Schimmelpfennig verhaftet. um so persönlich die Annehmlichkeiten sowie die ganze Handhabung nicht Genossen unter sich, sondern Ordnungsleute" unter sich sind Zürich und Erfurt aufgehalten. Bei ihrer Festnahme wurden nur in legter Zeit bekannt geworden sind, kennen zu lernen. Recht nette es. Die Arbeiter sind unlängst infolge einer andren konsumgenoffen- noch 100 m. bei ihnen vorgefunden. Kalmann behauptet, daß die Zustände. Wir kommen morgen noch eingehend darauf zurück. schaftlichen Gründung größtenteils aus dem Vereine ausgetreten. Angeklagte von ihm die Anweisung erhalten hatte, über die grobe Beleidigung gegen die Socialdemokratie schleuderte. Also A Verhaftet. Memel, 9. September.( B. 5.) Der Holzindustrielle Bernstein in Tilfit wurde heute infolge einer Denunziation russischer Holzhändler wegen Verdachts betrügerischer Manipulationen verhaftet. Der Verfuch der Gläubiger, den Konkurs zu vermeiden, Ausdehuung des russischen Handels. Frankfurt a. M., 9. September.( B. H.) Der Frankfurter Beitung" wird aus Konstantinopel depeschiert: Die Russen sezen ihre Bemühungen, die Handelsbeziehungen zwischen den Häfen des Schwarzen Meeres und des persischen Golfs zu fördern, eifrig fort. zu Ende des vorigen Jahres ging die erste Expedition mit 800 000 Rubel auf dem Dampfer Kornilow" nach dem Golfe ab. Am Dienstag verläßt der Dampfer Asow" Odessa, mit Waren von 10 000 m. nicht eher zu verfügen, als bis er auf dem Gute eingetroffen sein werde. Er ist um sein Geld gekommen, obwohl er Aus der Frauenbewegung. schleunigst eine Klage auf Rückzahlung derselben anstrengte, denn bei der Zwangsversteigerung des Gutes ist seine Forderung ausgefallen. Die Zünftler und die Frauenarbeit in der Textil. Die Angeklagten bestritten jedwede Schuld, die der Staatsanwalt induſtrie. Am Sonntag fand in Glauchau die Zusammenkunft von nach sehr langer Beweisaufnahme für so klar erwiesen erachtete, daß Vertretern der Weber- Innungen von Hohenstein, Lichtenstein, Meerane, er gegen die Angeklagte v. Wilke, die bereits vorbestraft ist, zwei ist damit aussichtslos geworden. Glauchau und Umgebung statt. Zweck der Zusammenkunft war die Beratung eines Antrages an die Handelskammer Chemniz, eine Ein- Jahre neun Monate, gegen den Angeklagten Schimmelpfennig ein Jahr sechs Monate Gefängnis beantragte. schränkung der weiblichen Arbeitskräfte in der Textilindustrie en Das Gericht verurteilte die Angeklagte v. ille au 1 Jahr streben und mehr als bisher die gelernten Weber zu berücksichtigen. Den 6 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 2 Monaten auf die Antragstellern, die sich in der Hauptsache aus jenen Orten rekrutieren, in Untersuchungshaft. Schimmelpfennig wurde freigesprochen. denen die mechanische Weberei wenig oder gar keinen Eingang gefunden hat, wurde jedoch klar gemacht, daß diefer Prozeß nicht Der Geheimbund Prozeß gegen sechzig Gymnasiaften aufzuhalten sei. Das Prädikat„ Webermeister" habe heute gar hat gestern vor die Strafkammer in Thorn begonnen. Die zumeist teine Bedeutung mehr. Der Meister sei eben gar nichts sehr jugendlichen Angeklagten find fämtlich zur Verhandlung erandres, wie jeder andre Arbeiter. Daher komme es auch, schienen. Als Zeugen find u. a. Oberpräsidialrat Steina u= 1 300 000 Rubel. daß in den letzten Jahren wenig oder gar keine Lehrlinge mehr Steinrüd Danzig, sowie der Polizeirat 8acher aus Pofen aufgedingt worden seien. Mit der gelernten Weberschaft sei es demnach bald am Ende. Wolle man etwas Positives schaffen, dann anwesend. Die Verhandlung begann damit, daß der StaatsSalzburg, 9. September.( B. H.) Der Sohn des Landtagsgebe es nur den einen Weg, sich zu organisieren. Vor allen Dingen solle anwalt gegen den Angeklagten Kryzantowicz 100 Mark man dem Textilarbeiter- Verbande mit etwas mehr Vertrauen ent- Geldstrafe wegen Ungebühr beantragte, nachdem dieser an die Richter Abgeordneten Letmayer stürzte samt einem andren ihn begleitenden gegenkommen. Die waschechten Zünftler machten, der Volksstimme" die Frage gestellt hatte, ob einer von ihnen Mitglied des sogenannten jungen Mann vom Untersberge ab. Beide sind schwer verlegt. zufolge, auch wenig Anstrengung, ihrer Ansicht Geltung zu verschaffen. Hakatistenvereins zur Verbreitung des Deutschtums in den Ostmarken Gegenüber der erwähnten Thatsache fann auch die Zünftelei sei. Eine solche Frage sei unzulässig. feinen Einfluß gewinnen. Die erwähnte Petition wurde schließlich Der Angeklagte erklärte schließlich auf Anraten seines Vermit der Motivierung beschlossen, daß die Frauenarbeit in der Textilbranche gesundheitlich und moralisch schädigend wirke. " Berliner Partei- Angelegenheiten. teidigers, daß er keine Anträge auf Ablehnung der Richter wegen Befangenheit vorbringen wolle, worauf der Vorsigende erklärte, daß das Richterkollegium den Antrag des Ersten Staatsanwalts a b= gelehnt habe, weil es der Ueberzeugung sei, daß der Angeklagte nicht absichtlich, sondern nur aus Unbeholfenheit sich ungebührlich benommen" habe. Abgestürzt. Untergegangener Dampfer. Paris, 9. September.( W. T. B.) Der zwischen Brest und Dünkirchen verkehrende Küstendampfer Léon" ist untergegangen. 3wei Matrosen und zwei Passagiere ertranten. München, 9. September.( W. T. B.) Der bayrische Landtag ist auf den 27. d. M. einberufen. Zur Lokalliste. Am Sonnabend, den 15. September, haben die Gesangvereine Orpheus und Deutsche Linde eine Festlichkeit im Hierauf wird der Anklagebeschluß verlesen. Danach sind sämt- Chicago, 9. September. Neun Anarchisten wurden. vor Deutschen Hof, Ludauerstr. 15. Zu diesem Vergnügen ver- liche Angeklagte beschuldigt, an einer Verbindung teilgenommen zu den Richter gebracht, das Verhör wurde jedoch bis zum 19. d. M. eine gründliche Untersuchung der Anklage suchen genannte Vereine Billets in Arbeiterkreisen umzusetzen. Es haben, deren Dasein, Verfassung oder Zweck vor der Staatsregierung verschoben, um Ermordung Mc Kinleys zu ist den Parteigenossen zur Genüge bekannt, daß genanntes Lokal geheim gehalten werden sollte, die Angeklagten Makowski, Karzhusti, wegen Verschwörung zieds zu Parteiversammlungen nicht zur Verfügung steht, darum ersuchen Wyczynski und Markwik sind beschuldigt, Vorsteher dieser Verbindung ermöglichen: Drei der Verhafteten sind Frauen, diese wurden wir die Genossen, es als ihre Ehrenpflicht zu betrachten von dem gewesen zu sein. Der erste Angeklagte, Kleriker Bernhard Goncz gegen eine Staution von 3000 Dollars aus der Haft entlassen; die Bergnügen fern zu bleiben. Die Lokalkommission.( Polplin), bemerkt auf Befragen des Vorsitzenden: Als er auf dem andren sechs wurden in Haft behalten. Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Veilagen u. Unterhaltungsblatt. 9t. 211. 18. i. Kiligk te jKiütls" Ittlinft WsdlM»««.>»>» Anträge zum socialdemokratischen Parteitag am SS. September und folgende Tage zu Lübeck im„Vereinshaus", Johannisstr. 50/52. �ngesordnung. 1. Parteigenossen in München: Auf die Tagesordnung des Parteitages zu setzen:„Die wirtschaftliche Krise". S. Parteigenossen des Wahlkreises Dortmund-Hörde: Auf die Tagesordnung zu setzen:„Die gegenwärtige wirtschaftliche Krise". 3. Parteigenossen des 3. Berliner Wahlkreises und des Kreises Teltow-Beeskow- Storkow: Auf die Tages- ordmmg zu setzen ein Referat über:„Krach und Krise". 4. Parteigenossen in Magdeburg: Auf die Tagesordnung zu setzen:„Der Zolltarif und die Krisenfrage". 5. Porteigenossen des Wahlkreises Nieder-Barnim. Köln und Breslau: Auf die Tagesordnung z» setzen:„Der Zolltarif- Entwurf", und dazu einen Referenten zu bestellen. K. Parteigenossen in Nürnberg-Altdorf: Auf die Tages- ordnung zu setzen:„Die Zollpolitik" und im Anschluß daran:„Die Wirtschaftskrise und die Arbeiter"; zu beiden Punkten sind Referenten zu bestellen. 7. Parteigenossen in Dresden und Essen: Auf die Tages- ordnung zu setzen:„Zollpolitik". 8. Parteigenossen des 3. Berliner Wahlkreises: Auf die Tagesordnung zu setzen:„Die Zoll- und Handelspolitik und der Brotwucher", und dazu einen Referenten und Korreferenten zu bestellen. 9. Parteigenossen des 2. Hamburger Wahlkreises: Auf die Tagesordnung zu setzen:„Die Zoll- und Handelspolitik." 10. Parteigenossen des Wahlkreises Teltom-Beeskow- Storkow: Auf die Tagesordnung zu setzen:„Die Handelspolitik und der Brotwucher", und zwar hinter dem Punkt der Tages ordnung:„Die Wohnungsfrage." 11. Parteigenossen des 5. Berliner Wahlkreises— Liepmann und sechs Genossen: Auf die Tagesordnung zu setzen: „Die Gewerkschaften und deren Verhältnis zur socialdemokratischen Partei", und dazu einen Referenten und Korreferenten zu bestimmen. IS. �Zartergenossen des 6. s ch l e s w i g- h o l st e i n s ch e n Wahlkreises: Mit Ausnahme der Kommissions-Sitzungen keine geHelmen Sitzungen abzuhalten. 13. Parteigenossen in Breslau: Sämtliche Verhandlungen des diesjährigen Parteitages wie bisher öffentlich zu führen. 14. Parteigenossen in Halber st adt: Von der Abhaltung geheimer Sitzungen abzusehen. IS. Parteigenossen des 3. Berliner Wahlkreises: Die Oeffentlichkeit ist nur insofern auszuschließen, als es sich um interne finanzielle Fragen handelt, im übrigen sind alle die Presse be- treffenden Fragen öffentlich zu verhandeln. Vvogrsmm. 10. Partelgenoffen des 2. Hamburger Wahlkreises: Im zweiten Teil deS Programms der Ziffer 6 folgenden Satz anzufügen:„Rege- lung der Wohnungsfrage durch das Reich in Form eines Reichs- Wohnungsgesetzes". 17. Parteigenossen Magdeburgs: Daß in die Resolution über die Taktik der Partei bei Stichwahlen eine Erklärung aufgenomnien wird, wonach die Abgabe von weißen Stimmzetteln für gleichbedeu- tend mit Stimmenthaltung erklärt wird. Orgsnifakion. 18. Parteigenossen des 2. Hamburger Wahlkreises, des Kreises Randow-Greifenhagen und in Altona: § 2 Absatz 2 des Organisationsstatuts ist in feiner früheren Fassung wiederherzustellen; er soll lauten: Ueber die Zugehörigkeit zur Partei entscheiden die Parteigenossen der einzelnen Orte oder Reichstags-Wahlkreise. Im Absatz 3 fallen die Worte„Schieds- gericht" fort. 19. Parteigenossen in Ottensen: Dem 8 2 des Organisations- statut folgende Fassung zu geben: Zur Partei kann nicht gehören, wer sich eines groben Verstoßes gegen die Grundsätze des Parteiprogramms, oder wer sich einer ehrlosen Handlung schuldig gemacht hat. Die Entscheidung hierüber steht den Genossen an den einzelnen Orten zu. Gegen die gefällte Entscheidung der Genossen am Orte des Ausschlusses steht dem Betroffenen die Berufung an den Parteitag zu, es sind aber die leitenden Genossen an den einzelnen Orte» verpflichtet, dem vom Ausschluß Betroffenen von dem ihm zustehenden Recht schriftlich Keuutnis zu geben. S9. Parteigenossen des Wahlkreises Offen bach- Dieburg: Der zweite Absatz des§2 uusres Organisationsstatuts erhält folgende Fassung: Ueber die fernere Zugehörigkeit zur Partei entscheiden die Genossen der einzelnen Parteiortc. Gegen diese Ent- scheidnng steht den Betroffenen die Berufung an die Kreis- Organi- sation, die Provinzial- beziehungsweise Landes-Organisation und de» Parteitag zu. S1. Parteigenossen des 1. Hamburger Wahlkreises: „Zur Partei kann nicht gehören, wer sich eines groben Verstoßes gegen die Grundsätze des Parteiprogramms, oder wer sich einer ehr- losen Handlung oder eines groben Verstoßes gegen die Partei- diseiplin schuldigj gemacht hqt. Ueber die fernere' Zugehörigkeit zur Partei entscheidet, wenn es sich uin Verstöße gegen die Grundsätze des Parteiprogramms handelt, ein Schiedsgericht; in allen andren Fällen entscheiden die Parteigenossen der einzelnen Orte oder Reichstags-Wahlkreise. Das Schiedsgericht besteht aus mindestens fünf Personen und wird vom Parteivorstand berufen. Die Hälfte der Beisitzer wird von denjenigen bezeichnet, welche den Ausschluß beantragen, die andre Hälfte von den durch den Antrag Betroffenen. Den Vorsitzenden bezeichnet der Parteivorstaud. Die Bildung eines Schiedsgerichts kann nnr auf Autrag einer Partei- oder Vereinsversammluiig erfolgen. Die Bei- sitzer, welche die Antragsteller zu bezeichnen haben, sind in Vereins- oder Parteiversammlungen zu wählen. Gegen den Ausschluß aus der Partei steht den Betroffenen die Berufung an die Kontroll- kommission und den Parteitag zu. Den Ausgeschlossenen kann auf ihren Antrag nach Ablauf eines Jahres die Parteizugehörigkeit durch den Parteivorstand wieder zuerkannt werden, wenn der Antrag von der Partei-Organisation ihres Wohnorts befürlvortet wird.(Rest wie früher.)" SS Parteigenoffen des 3. Hamburger Wahlkreises: § 2 Absatz 2 folgende Fassung zu geben:„Ueber die fernere Zu« geHörigkeit zur Partei entscheiden die Parteigenossen der einzelnen Orte oder der Parteivorstand. Gegen die Entscheidung steht den Betroffenen die Berufung an die Controleure und den Parteitag zu." 83. Dieselben. Distrikt Uhlenhorst und Rothenburgs- ort:§ 2 in der früheren Fassung luicdcr herzustellen. 84. Dieselben, Distrikt H a m m: Dem§ 2 des OrganisatiouS- statuts ist folgende Fassung zu geben: Zur Partei kann nicht gehören, wer sich eines groben Verstoßes gegen die Grundsätze des Partei- Programms oder wer sich ehrloser Handlungen schuldig ge- macht hat, sowie vorsätzlich die Einheit der poli- tischen oder wirtschaftlichen Arbeiterbe wegring hintertreibt.— Ueber die Zugehörigkeit zu den örtlichen oder Landesorganisationen der Partei entscheiden die Organe dieser Organisationen selbständig und endgültig.— Ueber den Ausschluß aus der Gesamtpartei entscheidet usw. nach den Bestimmungen, wie sie zur Zeit in Kraft sind. SS. Parteigenoffen des Wahlkreises Dortmund- Hörde: Der§ 2 Abs. 2 uusres Organisationsstatuts ist dahin zu ändern, daß über die fernere Zugehörigkeit zu der Partei die Partei- genoffen der einzelnen Wahlkreise zu entscheiden haben. Gegen diese Entscheidung kann ein Schiedsgericht angerufen werden in der Zw sammensetzuug, wie das jetzige Organisationsstatut vorschreibt. 20. Parteigenossen in B r e s l a u, im Wahlkreise Dortmund- Hörde, in Düsseldorf, in Magdeburg, in Staßfnrt und in Zwickau; Der Hamburger Schiedsspruch ist zu kassieren, eventuell dem 8 2 des Organisationsstaluts eine präcisere Fassung zu geben. 27. Parteigenoffen in München und Halle: Den Ham burger Schiedsspruch aufzuheben und den Ausschluß der betreffenden Hamburger Accordmaurer auszusprechen. S8. Parteigenossen des 1. Berliner Wahlkreises protestieren entschieden gegen das Urteil der Controleure in Sachen der Hamburger Accordmaurer und verlangen Aufhebung desselben. 89. Parteigenossen in München: Amendement zu 8 2 des Organisationsstatuts: Als ehrlose Handlung im Sinne des Partei- statuts gilt eine Handlung. die den Ausschluß eines Genossen aus seiner Gewerkschaft zur Folge hat. 39. Parteigenossen in Halle: Der Parteitag in Lübeck möge darüber verhandeln, ob dem 8 2 des Organisationsstatuts unsrer Partei eine Fassung gegeben werden soll, nach welcher der Äerstoß gegen geivisse, näher zu bestimmende gewerkschaftliche Forderungen als Verstoß gegen die Parteiehre aufzufassen ist, der den Ausschluß aus den Parteiorganisationen rechtfertigt. 31. Dieselben: Der Parteitag möge im Falle der Aufhebung des Schiedsspruchs über die Hamburger Accordmaurer beschließen, daß die modernen Gewerkschaften aufgefordert werden, die Beschlüffe der Parteiorganisation ebenfalls so zu beachte», daß diejenigen Mit- glicder, ivelche sich gegen diese Beschlüsse vergehen, aus denselben ausgeschlossen werde». 38. Genosse W. L e y e n d e ck e r in H ö ch st a. M.: In 8 2 hinter Absatz 1 des Organisationsstatuts sind folgende Worte ein- zuschalten:„Die Delegierten zum Parteitag sind in ö f f e n t- lichen Partei-Versammlungen zu wählen und darf die Wahl in sogenannten Kreis-Konf'erenzen nicht vorgenommen werde». 33. Parteigenoffen in Brackel: Der Parteivorstand wird auf 2 Jahre gewählt. Nach zwei Jahren scheidet die Hälfte aus. an deren Stelle werden andre geivählt. Die ausgeschiedeilen Vor- stands-Mitglieder können in den ersten vier Jahren nicht wieder- gewählt werden. 34. Parteigenossen in Oldenburg: Bei ausbrechende» Konflikten zwischen Parteigeschäften und ihren Arbeitern ist der Streitfall, falls eine Verständigung nicht erzielt werden kann, einem Schiedsgericht zu uiiterbreiten. Dasselbe setzt sich zu gleichen Teilen zusammen aus Vertretern des Parleivorstandes, der General- kommission der Gewerkschaften und von den aus den streitenden Parteien ernannten Vertretern. 3S. Parteigenossen in Düsseldorf: Es sind in der Partei durch die Parteileitung in Berlin aus den Reihen der Partei- controleure fachmännisch gebildete Genossen als Preßrevisorcn an- zustellen, denen die alleinige Aufgabe zu teil ivird, von zu Vs Jahr die gesamte deutsche Parteipresse in Bezug auf deren geschäftliche Angelegenheiten bezw. Leitung zu revidieren. Vvesse. Centralorgan. 30. Genosse V i e w e g in M ü h l a u: Den Parteivorstand zu beauftragen, eine wöchentlich erscheineude Beilage im„Vorivärts" herauszugeben, deren Inhalt der socialistischen Jugend und deren Erziehung bestimmt ist. In dieser Beilage ist gleichzeitig auf weitere gute Jngendlitteratur biuzuweise»,»in die Anschaffung solcher zu erleichteni. Allen Parteizeitnngen ist diese Beilage auf Wunsch zur Verfügung zu stellen, ähnlich wie die Unterhaltungsbeilage: „Die Neue Welt". Lokalpreffe. 37. Parteigenossen in M e m e l: Es wird allmonatlich eine Ausgabe des„Oftpreußischen Landboten" in litauischer Sprache zur Verbreitung unter der litauisch sprechenden Landbevölkerung Ost- Preußens zu einem billige» Avonnementspreise herausgegeben. Das eventuell entstehende Deficit wird ouS der Parteikasse gedeckt. 38. Parteigenossen in Düsseldorf: Der Parteivorstand ist gehalten, dem Preßunternehme» der Genosse» im Wahlkreise Düsseldorf—„Düsseldorfer Volkszeitung"— finanzielle Unter- stützung angedeihen zu lassen, um damit die Position der Düsseldorfer'Genossen im Kampf gegen unsre Gegner, in erster Linie gegen daS Centrum, zu hallen und zu stärken. Freie Stunden. 39. Parteigenossen in München: Der Parteitag hat dafür zu sorgen, daß die Wochenschrift„In freien Stunden" auf eine Höhe gebracht werde, die einer Unterhaltungslitteratur für Arbeiter entspricht. 49. Die Genossen L ö b e, Kluß und Heymann in Breslau: Die Buchhandlung Vorwärts möge veranlaßt werden. zwecks besserer Agitation für die„Freien Stunden" alljährlich die erste Nummer iu einer Massenauflage drucken und dieselbe den sämtlichen Parteiblättem als Probenummcr beilegen zu lassen. Unterhaltungslitteratur. 41. Parteigenossen in Breslau: Daß die Parteiblätter nur die„Neue Welt" als Unterhaltungsbeilage beizulegen haben. 42. Parteigenosse» in Kastel: Daß eine wirkliche volkstüm- liche und praktische Unterhaltungsbeilage geschaffen werde. � Dieselbe soll sich unter Weglassung des für unsre Zivecke nicht Passenden in Form. Inhalt, Zahl und Art der Illustrationen möglichst eng anlehnen an das früher im Schön lein scheu Verlag in Stuttgart erschienene lv irklich gute Unterhaltungsblatt. 43. Die Genossen L ö b r. K l ü ß und H e y m a n n tu Breslau: Der Parteilaq von I. H. W. Dietz Nächst, in Stuttgart wird beauftragt, den„Wahren Jakob" in Zuknuft wöchentlich erscheinen zu lassen. Handbuch. 44. Genosse Lehend ecker in Höchst a. M.: 1. Das dem- näckfft erscheinende parlamentarische Handbuch, für socialdemokratische Wähler an die Vertrauensleute und an die in der öffentlichen Agitation thätigen Genossen zum Selbstkostenpreis abzugeben. Kalender., 4S. Parteigenoffen des 3. B er l i n e r W a h l k r e i s e S: Der Preis des„Neue Welt-Kalender" ist auf 30 Pf. herabzusetzen. 40. Genosse Zchiedrich in Großröhrsdorf: Die Her- ausgäbe eines socialdemokratischen Abreißkalenders mit entsprechenden Gedenktagen und Sinnsprüchen. Liederbuch. 47. Genoffen in K a st e l:„Ein praktisches Arbeiter- Liederbuch" herauszugeben, welches bei allen Arbeiter-Festlich- keiteu wie z, B. März feiern, Maifeiern. Stiftungs- festen, Lasalle-Feiern usw. benutzt und zu einem billigen Preis gekauft werden kann, ähnlich wie das Götzsche Turnliederduch, ivelches nur 10 Pf. kostet. Flugblätter. 48. Genossin O- Baader und Genossinnen: Ein Flug- blatt herauszugeben, daS von den Beauftragten der Genossinnen zur Veröffentlichung vorgeschlagen wird und das in leicht faßlicher Darstellung die Frauen über den Zollwuchcr und seine Folgen be- lehrt und sie zu energischer Protestkundgebung auffordert. Das Flugblatt soll, was die Höhe der Auflage und die Art der Ver- breitung anlangt, nicht als Sonderflugblatt der Genossinnen be- handelt werden,' sondern als Veröffentlichung der Gesamtpartei. Kolportage. 49. Parteigenossen in Nürnberg- Altdorf: Daß in allen Orten, wo die Kolportage durch Privatunternehmer nicht oder nur mangelhaft betrieben wird, dieselbe in Parteiregie zu über- nehmen ist. Die Parteigenossen allüberall sind verpflichtet, zu dieser Frage Stellung zu nehmen. Inserate. 39. Parteigenossen in Breslau:„Der Parteivorstand wird ersucht, für die im Parteiverlag herausgegebenen UnterhaltungS- blätter„Neue Welt" und„Der wahre Jacob" regelmäßige Inseraten- beilagen zu geben." Agitation. 31. Parteigenossen des 6. Berliner Wahlkreises: Der Parteitag mißbilligt die Art der Agitation, wie dieselbe von feiten des Genossen Bernstein betrieben wird, da dadurch unsre Ziele voll- ständig unklar werden. 52. Parteigenossen in Essen:„Der Parteitag beauftragt den Vorstand, die Agitation im rheinisch-westfälischen Industriegebiet für die Folge wirksamer zu unterstützen". 53. Genossin O. Baader und Genossinnen: Die von den Genossinnen für die nächste Zeit vorbereiteten Frauen- Versammlungen sind von den Genossen in jeder Hmstcht zu unterstützen. Vorkeiksg. 54. Parteigenossen deS6. Berliner Wahlkreises und Genossen des 1., 2., 3. und 6. Kreises: Auf die Tages« ordnung des nächsten Parteitages zu setzen:„Alkoholismus und Socialdemokratie", und dazu einen Referenten und Korreferenten zu bestellen. 55. Parteigenossen in Halber st adt, Memel und dem Wahlkreise Calbe- Aschersleben:„Die Alkoholfrage" auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages zu setzen. 50. Die Genoffen Klawitter, Mcnz und Rössel in Bremen: Auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages zu setze»:„Die Aikoholfrage und praktische Socialpolitik". 57. Parteigenossen in Halle: Auf die Tagesordnung des nächsten Parteitages zu setzen:„Die Aufgaben der socialdemo- kratischen Partei auf dem Gebiete des Kommunalwesens". 58. Parteigenossen des Wahlkreises Jüterbogk-Lucken- waldc-Zauch-Belzig: Die Parteitage zwischen Weihnachten und Neujahr abzuhalten. 59. Parteigenossen in Memel: Der Parteitag möge den nächstjährigen Parteitag so verlegen, daß auch die Wahlkreise der öltliclisten Provinzen ihn mit Delegierten beschicken können. 09. Parteigenossen in Dresden: Den nächstjährigen Partei- tag in Dresden abzuhalten. VI. Parteigenosse» in Düsseldorf: Den nächstjährigen Parteitag in Düsseldorf abzuhalten. VS.' Parteigenossen in Halber st adt: Den nächstjährigen Parteitag in Halberstadt abzuhalten. Z 03s Parteigenossen in Magdeburg: Den nächstjährigen Parteitag in Magdeburg abzuhalten. 04.' Parteigenossen in Mannheim: Den nächstjährigen Parteitag in Mannheim abzuhalten. 05. Parteigenossen in M ü u ch e n: Den nächstjährigen Parteitag in München abzuhalten. Allgeincines 60. Genosse Walk in Berlin IV, SO.: Bei der Aufstellung von Kandidaten zur ReichStagswahl so viel wie nröglich Männer aus Arbeiterkreisen z» nehmen. 07. Genosse Ahrnke in Charlottenburg: Zur Reichs- tagsivahl dürfen nur Genossen anfgestellt iverdcn, die dem social- demokratischen Verein ihres Wohnorts, falls ein solcher daselbst besteht, augehören. NkirlKNtenkKvifiszeV. 08. Parteigenossen in Ronneburg: die Fraktion zu er- suchen, einen Zusatzantrag zu den 88 6 und 20 des Kranken- versicherungs-Gesetzes einzubringen mit ungefähr folgendem Wortlaut: 8 6, Ziffer 3, Freie ärztliche Behandlung, freie Arznei und sonstige Heilmittel sind den Familienangehörigen der verheirateten Kasienmitglieder, das heißt der Ehefrau und den Kindern bis zum 1s. Lebensjahre, solveit dieselben nicht selbst dem Bersicherungs- zwange unterliegen, allgemein zu gewähren." 8 20. Ziffer 4.„Freie ärztliche Behandlung, freie Arznei und sonstige Heilmittel sind den Familienangehörigen der verheirateten Kassenmitglieder, d. h. der Ehefrau und den Kindern bis zum 14. Lebensjahre, soiveit diese nicht selbst dem Vcrsicherungszlvange unterliegen, zu gewähren. Den Ehefrauen der Mitglieder ist im Falle der Entbindung die Hälfte der Wöchnerinnen-Unterstützuug zu- zusprechen.— Die Ziffern 5 und 7 des 8 21 sind zu streichen. Gleichzeitig ist ein neuer Paragraph in daS Gesetz aufzunehmen, welcher lautet:„Diese Bestimmungen erstrecken sich auch auf Bau-, Fabrik-, Kuappschafts- und Junungs-Krankenkassen. Solche Kassen. ivelche durcb Einführung obiger Bestimmungen nachweislich in ihrer Existenz gefährdet werden, sind vom Reiche oder ans den Kassen der Versicherungsanstalten zu subventionieren." «9. Parteigenosse,« in B a r m e n: 1. Die Reichstags-Fraktion tvird aufgefordert, einen Gesetzentwurf im Reichstage einzubringen, wonach der Maximal-Arbeitstag für alle erwachsenen Arbeiter und Arbeiterinnen auf 10 Stunden festzusetzen ist. 79. Dieselben: Die Fraktion wird beauftragt, im Reichstag ein ReichS-Wohnungsgesetz einzubringen mit Berücksichtigung folgender Punkte: 1. Schaffung eines Reichs-Wohnungsamtes; 2. Schaffung einer Wohnnngsinspeklion in Städten und Kreisen; 3. die Gemeinden. Städte, Kreise und der Staat sind verpflichtet, verkäuflichen Grund und Boden anzukaufen, anstatt denselben der Bauspekulation zu überlassen; 4. die Mietskontrakte dürfen nicht mit den Arbeits- Verträgen in Verbindung gebracht werden; 5. die Riesenkapitalien der Arbeiterversicherung sind hierzu nutzbar anzulegen. 71. Parteigenossen in E l b e r f e l d: Die socialdemokratische Fraktion des Reichstages wird beauftragt, einen Antrag auf Ein- führung eines gesetzlichen Maximal-Arbeitstages für alle Arbeiter einzubringen. 72. Parteigenossen des 5. Berliner Wahlkre,ses: Der Parteitag zu Lübeck wolle die ReichStagS-Fraktion beauftragen, energisch für den Schutz des Koalitionsrechts einzutreten. '73. Parteigenossen in Breslau: Die socialdemokratische Fraktion möge den erneuten Versuch machen, eine Abänderung des Militärgerichts-Verfahrens Herbeizuführen, insbesondere in Beziehung auf öffentliche Verhandlung.. 74. Parteigenossen in München: Es>el die Reichstags- Fraktion zu beauftragen, sofort nach Zusannneutritt des Reichstages Anträge auf Abänderung der Militär-Strafgerichts-Ordnnng vom 1. Dezember 1898 zu stellen, durch die als Minimum dessen, was überhaupt von einer Prozeßordnung gefordert werden mutz, die der Rechtspflege dienen will, dem Recht der Angeklagten wenigstens so weit Rechnung getragen wird, daß 1. der Allgewalt des Gerichtsherrn Schranken gesetzt. 2, die Funktionen deS Untersuchungsführers und des Anklagevertreters getrennt und 3. die Gerichtshöfe sbesonders in der Berufungsinstanz) derart zusammengesetzt werden, daß die juristisch gebildeten Richter bei Entscheidung der Schuldfrage von den Offizieren nicht niajoristert werden tonnen." 73. Parteigenossen in Mülhausen i. Elsaß: Die Reichs« tags-Fraltion wird beauftragt, wie in früheren Jahren auch in der Zeit bis zum nächsten Parteitage bei jeder Gelegenheit auf die Auf- Hebung der außerordentlichen Gewalten des kaiserlichen Statthalters n Elsaß-Lothringen hinzuwirken, um die Bevölkerung des Reichs- landes endlich aus einer Lage zu befreien, die ebenso ungerechtfertigt als unwürdig und der gesunden Entwicklung hinderlich ist. 76. Dieselben: Die Reichstags-Fraktion wird ferner beauftragt, für die vollständige Einführung des Reichsgesetzes über die Presse vom 7. Mai 1874 in Elsaß-Lothringen einzutreten; 77. Dieselben: desgleichen für die allgemeine, gleiche, geheime und direkte Wahl des elsaß-lothringischen Landesausschusses durch das Volk; 78. Dieselben: desgleichen aufs neue für die Schaffung eines Reich-Vereiusgesetzes. 79. Jacob Meyer und Schwarz, Mitglieder des S. B e r« Ii riet Wahlkreises: Der Parteitag wolle beschließen, daß die Genossen im Reichstage für Aufhebung des Impfzwangs ein- treten. Nrfolutionen. 86. Die am 2. September tagende Mitglieder-Versammlung des Socialdmokratischen Vereins für den 2. Ham- burger Wahlkreis hält trotz des Entscheides der Partei- controleure an den am 6. August von den gemeinsam versammelten Wahlvereinen aufgestellten Grundsätzen in Bezug auf den Streitfall mit den Accordmaurern soweit sie Parteimitglieder find fest. Sie hält nach wie vor den in dieser Angelegenheit ge- fällten Schiedsspruch für einen Fehlspruch schlimmster Sorte und betrachtet die in der Begründung aufgestellten Grund- sätze als mit den Grundsätzen, die bisher in der allgemeinen Arbeiterbewegung in Bezug auf Disciplin, Unterordnung und Solidarität bestimmend waren, für nicht vereinbar. Von dem Parteitag in Lübeck erwartet die Versammlung, daß er diese» Fehlspruch aufhebt, und somit die altbewährten Grundsätze wie oben genannt wieder aufrichtet. In einem andren Beschlutz erblickt die Versammlung eine schwere Gefahr, wenn nicht ja eine Zerstörung der in der Arbeiterbewegung auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete zu verzeichnende» Eintracht und Geschlossenheit. 81. Parteigenossen in Altona: Die Versammlung erklärt, daß sie es für notivendig erachtet, daß der Schiedsspruch in der An- gclcgenheit des Ausschlusses der Accordmaurer beseitigt wird und eine Entscheidung getroffen wird, wodurch die Interessen der in der politische» und gewerkschaftlichen Bewegung kämpfenden Arbeiter- schaft besser geivahrck iverden, wie in dem Schiedsspruch. 82. Die Mitglieder- Versammlung desDi st rikts Eilbeck(3. Hamburger Wahlkreis) richtet an den Parteitag das Ersuchen, sich in Sache» des Ausschluffes der Accordmaurer nicht aus den Standpunkt des Schiedsgerichts und der Kontroll- komnnssion zu stelle». Die Handlungsiveise der Accordmaurer wird von der großen Mehrheit der Hamburger Parteigenossen als eine ehrlose betrachtet und der Parteitag deshalb' ersucht, im Interesse der gedeihlichen Weiterentwicklung der Partei- Organisation in Hamburg den in mehreren Versammlungen an- genommenen Ansschlußantrag zu bestätigen. 83. Die Konferenz des 9. badischen Reichstags- Wahlkreises kann sich dem Schiedsspruch der Kontrollkommission in Sachen der Hamburger Accordmaurer nicht anschließen. Sie ist der Ansicht, ddß ein wirklicher Streikbruch vorliegt. Die Fällung des Schiedsspruchs beweist nach Ansicht der Konferenz die Unhaltbarkcit des§ 2 des Organisationsstatuts; sie hält Fälle ähnlicher Natur für vermieden, ivenn der Ausschluß ivicder in den örtlichen Partei- vereinen erfolgt. 84. Die Parteigenossen des 17. sächsischen Reichstags- Wahlkreises erwartet vom Parteitag, daß er den gefällten Schiedsspruch in Sachen der Hamburger Accordmaurer richtig stellt und ausspricht, daß die Accordmaurer als Streikbrecher anzusehen sind. Die Parteigenossen sind der Hoffnung, daß solche Anträge seitens der Geiverkschaften in Zukunft von der Partei zurückgewiesen iverden. 83. Parteigenossen in Halber st adt und dem Kreise Calbe-Aschersleben: Der Parteitag erklärt, daß er das vom Ober-Kriegsgericht in Gumbinnen gefällte Todesurteil wider den Unteroffizier Marten für einen der schwersten Justizirrtümer hält, welchen die Geschichte kennt. Der Parteitag sieht auch nicht an- nähernd einen Beweis dafür erbracht, daß der Verurteilte sich des ihm zur Last gelegten Mordes schuldig gemacht hat. Der Parteitag erwartet von der socialdemokratischen Reichstags- Fraktion. daß dieselbe unter ausdrücklicher Bezug- nähme auf das Gumbinner Urteil in geeigneter Form im Reichstage für die Abschaffung der Todesstrafe und die Beseitigung der Militärjustiz— außer für Disciplinarfälle— eintreten wird. 86. Die Delegierten des Thüringer Parteitages: Der Thüringer Parteitag lehnt die Revisionsbestrebnngen des Genossen Eduard Bernstein ohne jede Einschränkung auf das ent- schiedenste ab. Der Parteitag erklärt im besondern, daß die Erlösung der Arbeiterklasse aus der Lohnknechtschaft des Kapitalismus einzig in der Erkenntnis und in den Zielen und auf den Wegen möglich ist, wie fie im wissenschaftlichen SocialismuS von Marx und Engels vorgezeichuet und im Erfurter Programm für die deutsche Social« demokratie festgelegt sind. Aus diesen Erwägungen heraus verurteilt der Parteitag auf das Unzweideutigste auch die Art, wie der Genosse Bernstein trotz der vom Parteitag in Hannover angenommenen Resolution des Ge- nossen Bebel fortfährt, den Versuch zu machen, in der Partei Ver- wirrnng und Uneinigkeit zu stabiliere». Nachdem nun mehrere Jahre hindurch die Revisionsbestrebungen des Genossen Bernstein von allen Parteigenossen und Instanzen der Partei sachlich und eingehend geprüft, von der überwältigenden Mehrheit der Parteigenossen energisch abgelehnt sind, hat der Partei- tag Thüringens den Wunsch, daß der deutsche Parteitag in Lübeck diesem Vorgehen des Genossen Bernstein gegenüber eine ganz un- zweideutige Erklärung abgiebt. 87. Parteigenossen des 4. Berliner Wahlkreises (S ü d- O st) sprechen die bestimmte Erwartung auS, daß der Parteitag zu Lübeck den neuesten Bestrebungen des Ge- nossen Bern st ein, den im Erfurter Programm der Partei festgelegten Grundsätzen die wissenschaftliche Basis zu entziehen, entschieden und unzweideutig gegenüber Stellung nimmt und die Art, wie derselbe Verwirrung und Un- einigkeit in die Reihen des kämpfenden Proletariats hinein- trägt, mißbilligt. Die Versammlung ist der Ansicht, daß die wirtschaftliche und politische Lage schwere Kämpfe herauf- beschwören, die alle Kräfte der Socialdemokratie zum g e- «inten Vorgehen gegen die Mächte der Reaktion erfordern, und verlangt von allen Parteigenossen, daß sie sich den nach ein- gehender Diskussion auf den Parteitagen festgelegten Grundsätzen fügen, Revisiousbestrebungen in der Partei selbst und auf den Parteitagen anregen, nicht aber in das Lager der Gegner tragen, und so den thätigen Genoffen die Agitationsarbeit erschweren und die Partei schädigen. 88. Genossin Dr. Luxemburg: In Erwägung, daß die heutige Staatsgewalt die Aufrechterhaltung und Ver- teidigung der kapitalistischen Ordnung zur Aufgabe hat, und so- wohl ihre gemeinnützigen Funktionen wie die fortschrittlichen Reformen, die von ihr etwa zu erlangen sind, diesen ihren wesent- lichen Charakter nicht ändern, im Gegenteil selbst von kapitalisti- scheu Interessen durchdrungen sind. daß dementsprechend nnsre Zustimmung zu einzelnen Auf- Wendungen des Staates keineswegs unsre ablehnend« Haltung gegenüber der Gesamtthätigkeit der Regierung als des Organs der kapitalistischen Klassenherrschaft beeinträchtigen darf. daß die Bewilligung des Budgets aber der Gewährung von Existenzinitteln an diesen der Arbeiterklasse feindlichen Klassenstaat gleichkommt und somit unsre grundsätzliche Opposition zu ihm wie unsre an seiner Thätigkeit geübte Kritik zur leeren Phrase macht, daß insbesondere die Regierungen der deutschen Einzelstaaten in der gesamten inneren und auswärtigen Politik als inte- grierende mitschuldige und mitverantwortliche Teile der Staats- gewalt des Deutschen Reiches zu betrachten sind, werden die socialdemokratischen Abgeordneten in den deutschen Land- tagen verpflichtet, in der Gesamtabstimmung gegen das Budget zu stinimen. 89. Parteigenossen des 4. Berliner Wahlkreises (Süd-Ost): 1. Der Parteitag möge entscheiden, wie lveit die ge- werkschaftlichen Centraiverbände berechtigt sind, die Beschlüsse der internationalen Kongresse betreffend die Maifeier zu hintertreiben resp. sich den aus diesen Beschlüssen entstehenden Konsequenzen zu entziehen, wie es im vorigen Jahre der Metallarbeitcrverband, in diesem Jahre der Buchdruckerverband und einige andre Verbände durch Bekanntmachung an die Vorstände gethan haben. 96. Dieselben:' 2. Der Parteitag hat die gewerkschaftlichen Centralvcrbände zu verpflichten, die Beschlüsse des Parteitags verwirklichen zu helfen, damit nicht, wie es in letzter Zeit teilweise geschehen ist, die Institutionen der Partei bekämpft werden und in den gewerkschaftlichen Organen die noch nicht aufgeklärten Arbeiter der Partei entfremdet werden. Die Parteikottferenz für Berlin und die Provinz Brandenburg trat Sonntagmittag um 12 Uhr im Gewerkschaftshanse zusammen. Eine würdige Einleitung bildeten die vom Verein„Thpographia" vorgetragenen Gesänge, worauf Genosse Schubert die Vcrsamm- lung eröffnete. Ins Bureau wurden die Genossen Schubert- Schöneberg als erster, K rase mann- Neuruppin als zweiter Vor- sitzender. K r a t s ch- Brandenburg als erster, Gü uterberg« Schwedt als zweiter Schriftführer gewählt. Die Mandats- prüfungs- Kommission wurde gebildet von den Genossen Pohl-Berlin, K r ü g e r« Spremberg, G ol d b a ch- Eberswalde, Töpfer- Kirchheim. Die Prüfung der Mandate ergab die An- Wesenheit von SS Delegierten aus den 26 Wahlkreisen der Provinz, wozu noch drei Mitglieder der Lokalkommission und die Kandidaten resp. die Abgeordneten der Wahlkreise kommen. Zur Tagesordnung stellte W i t t r i s ch- Forst den Antrag, den Punkt„Lokalfrage" abzusetzen, da diese Frage lediglich die sechs Berliner Wahlkreise nebst Teltow- Beeskow und Nieder- Barnim angehe; diese Kreise sollten die Frage unter sich regeln, ohne daß' die Vertreter der übrigen 18 Kreise Zu- Hörer oder gar Schiedsrichter sein brauchten. Nach kurzer Diskussion würde dieser Antrag angenommen, womit auch die zu diesem Punkt gestellten Anträge der Berliner Lokal- kommission, sowie der Kreise Berlin 1. Berlin III, Teltow- Beeskow von der Tagesordnung verschwanden. Nunmehr wurde in die Tagesordnung eingetreten und erstattete Genosse Kiesel den Bericht der Agitntionskommission. Eingangs gedachte er des verstorbenen Genossen S a l o m o n- Wriezen, dessen Andenken zu Ehren die Versammelten sich von ihren Plätze» erhoben. Genosse Kiesel konstatierte ein wenn auch langsames Vorwärts- gehen in unsrer Bewegung in den einzelnen Kreisen. Die„Fackel", welche im vorigen Jahre,' für welches 13 Monate in Betracht kamen, in 141 000 Exemplaren abgesetzt wurde, brachte es in den 11 Monaten dieses Jahres auf 148 S00 Exemplare. Der Einnahmen der Kommission in Höhe von 10 455,89 M. stehen Ausgaben im Betrage von 9829,94 M. gegenüber, so daß am 31. August ein Bestand von 625,85 M. verblieb. Eingegangen sind bei der Kommission im Laufe des Jahres 476 Briefe, 253 Postkarten, 5 Telegramme, von ihr ab- gesandt wurden 549 Briefe, 94 Postkarten, 300 Telegranime. Durch die Kommission erledigt wurden 400 Versammlungen; zu 231 der- selben hatte sie auch die Referenten nachgewiesen. Von Gewerkschaften ist auf dem Lande spcciell die der Maurer vorhanden; aber ihre Mitglieder kümmern sich häufig gar nicht um die Partei-Organisation. Es kann sicherlich nicht im Interesse der Gewerkschaften selbst liegen, daß ihre Mitglieder nicht auf die Ziele der allgemeinen Arbeiterbewegung hingewiesen werden. Gerade die organisierten Arbeiter haben die Pflicht, dafür zu sorgen, daß die Partei und die Gerwcrkschaften nicht gegen einander, sondern Hand in Hand arbeiten.' Ferner tadelt Genosse Kiesel heftig das Verfahren der „Märkischen Volksstimme", die vor 14 Tagen einen Artikel gebracht habe, in welchem die alljährliche Abhaltung der Provinzialkonfercnz ür überflüssig erklärt wird. Sachlich ist das falsch: wir müssen die Kreise, welche noch lange nicht auf eigenen Füßen stehen, mindestens einmal im Jahre hier zusammenberufen und mit ihnen gemeinsam beraten. Namentlich aber ist zu tadeln, daß von Forst ans kein Antrag gestellt wird, über den man hier beraten kann, sondern daß 14 Tage vor der Konferenz ein solcher Artikel erscheint, 'o daß eine sachgemäße Antwort nicht möglich ist. F r i t s ch- Berlin hebt hervor, daß das Verhältnis der Maurer« Organisation zur Partei nicht so schlimm sei, als Kiesel es darstellt. Als wir vor fünf Jahren zu arbeiten anfingen, haben wir 300 organisierte Maurer gehabt, heute haben wir schon über 20 000. Natürlich kann man nicht alle Mitglieder sofort zu Socialdemokraten erziehen, doch thun die Maurer in? allgemeinen durchaus ihre Pflicht. W i t t r i s ch« Forst stellt sich als Verfasser des angegriffenen Artikels vor und verlritt dessen Inhalt. Jnzwifchen ist ein Antrag eingelaufen, die Provinzialkonferenz nur alle zwei Jahre einzuberufen und zwischendurch Regierungs- bezirks- Konferenzen tagen zu lassen. Von den Diskussions- rednern verteidigen diesen Autrag nur Hähnchen- Guben und F a b e r- Frankfurt, während er von K o tz k e- Berlin. Schubert- Schöncberg. Päch-Schwiebus, Metzner- Berlin, Neu- mann- Kottbus, Stadthagen und Ledebour bekämpft wird. Letzterer weist besonders darauf hin, daß die Einteilung in Regierungsbezirke ganz willkürlich sei, während die Provinz eine wirtschaftliche Einheit bilde. Die logische Folge des Antrages wäre eine vollständige Trennung der Provinz nach Regierungsbezirken; diese ist unmöglich zufolge der historischen und wirtschaftlichen Entwicklung und des Bestehens der Weltstadt in der Mitte der Provinz. Nach Annahme eines SchlußantrageS und nach einem kurzen Schlußwort Kiesels wird der Antrag abgelehnt. In der Nachmittags-Sitzuug referierte Genosse Schubert zu dem Punkt der Tagesordnung: Wie beteiligen wir uns an den preußischen Landtags- Wahlen. Nachdem der Parteitag in Mainz die Beteiligung beschlossen hat, ist es unsre Pflicht, uns mit dem Wahlgesetz und dem Wahlreglement ver- traut zu machen. Dasselbe ist außerordentlich verzwickt und wollte der Redner deshalb nur einzelne Momente hervor- heben. Er erläuterte den außerordentlich umständlichen und zeitraubenden Wahlakt. Besonders wies er darauf hin, daß die Arbeiter sich nicht als Schlafburschen, sondern als Chambregarnisten melden sollten; Schlafburschen würden nach der Praxis des Ober« BerwaltnngsgerichtS nicht als„selbständig" angesehen und könnten dadurch ihr Wahlrecht verlieren. Auch betonte er. daß die nichtpreußischen Deutschen sich naturalisieren lasten müßten, um das Wahlrecht zu erlangen. Vor allem müssen wir uns auch bei Zeiten nach Genossen umsehen, die als Wahlmänner auftreten können. Wir müssen alle Hebel in Bewegung etzen. um Erfolge zu erzielen. Am besten ist es. wenn wir Auer und Bebel zur Strafe für ihr Eintreten für die Landtagswahlen in den preußischen Landtag senden. Wir dürfen die Hoffnung auf Erfolge nicht aufgeben, sondern müssen nach jeder Richtung unsre Zflicht thun. Wir müssen namentlich auch die praktische Kleinarbeit 'etzt schon ins Auge fassen, und uns in kleinen Zirkel» zur Be- sprechung des Wahlgesetzes, der Auswahl der Wahlmänner zc. zusammenfinden. Hirsch- Charlottenburg betonte ebenfalls die Verzwicktheit des Wahlsystems, in dem man sich nur schwer zurechtfinden könne. Auch Schubert seien Irrtümer unterlaufe»; so habe er bei der Schilderung der UrWahlbezirke statt von den Einivohnern, also Frauen uno Kinder mitgerechnet, von den Urwählern gesprochen, ein Fehler, welcher auch in der der„Fackel" beigegebenen Broschüre:„Zur Landtagswahl-Agitation" enthalten sei. Bezüglich der Schlafburschen betonte auch Hirsch, daß sie sich als Chambregarnisten melden sollten, schon damit fie ihr Kommunal- Wahlrecht ausüben könnten. Für das Wahlrecht zum Landtag sei es jedoch unerheblich; denn hier kommt das Ober- Verwaltungs- gericht nicht in Frage, und der Landtag hat schon früher Schlaf- burschen als selbständig und wahlberechtigt anerkannt. Es ist be- denklich und bedauerlich, wenn jetzt sogar von socialdemokratischer Seite dieses Recht als zweifelhaft hingestellt wird. Stadthagen betonte demgegenüber, daß wir uns darauf nicht verlassen sollten. Wenn die Schlafburschen in die Wählerlisten nicht aufgenommen werden, so werde der reaktionäre Landtag sich sicherlich' die Auslegung des Ober-Verwaltungsgerichts zu eigen machen, nicht aber den Begriff„selbständig" zu unsren Gunsten aus- legen. Die Arbeiter sollten um so weniger Bedenken tragen, sich als Chambregarnisten zu melden, als ihnen Nachteile in Bezug auf ihre Steuern daraus nicht erwachsen. Einstimmig wurde darauf folgende von Schubert eingebrachte Resolution angenommen: Die Provinzialkonferenz hält eS im Interesse eines möglichst günstigen Ausfalles unsrer Beteiligung an den preußischen Landtags- Wahlen für durchaus notwendig, daß sich die Kreise resp. einzelnen Ortschaften der Provinz Brandenburg mit dem Wahl- reglement zu den Landtagswahlen und mit den landesgesetzlicher Regelung überwiesenen Materien in Form von Vorträgen, Vor- lcsnngen, Diskussionen zc. vertraut machen und die zu den Wahlen selbst' benötigte praktische Kleinarbeit(Aufstellung von Listen eventueller Wahlmänner usw.) so bald als möglich in die Wege leiten, um so allen Eventualitäten gegenüber gesichert zu sein. Weiter hält es die Provinzialkonferenz für unbedingt nötig, daß sich die Parteigenossen, welche dem preußischen Staats- verbände nicht angehören, in Preußen naturalisieren lassen. Zum nächsten Punkt der Tagesordnung: Die Brotwucher- Pläne referierte Genosse Stadthagen. Lebhaft und nach- drücklich wies er an der Entwicklung der Zollgesetzgebung darauf hin, daß in Deutschland die Junker herrschen. Mag der Kaiser regieren, die Herrschenden sind die Junker, sie setzen ihren Willen durdb. Der jetzt bestehende Getreidezoll von 3,50 M. auf den Doppelcenwer erhöht den Preis jeder Tonne um 35 M.. so daß jetzt bereits jährlich 280 Millionen Mark vom Volke in die Taschen der Junker gezahlt werden. Im ganzen sind es 25 061 Herren, die mehr als 400 Hektar besitzen und dem- gemäß einen Vorteil von den Zöllen haben. Mit der Landwirtschaft haben diese Herren aber nichts zu thun; wenn sie sämtlich eine Vergnügungsreise nach China unternehmen würden, so würde das für die Landwirtschaft gleichgültig sein. Sie sind ja nur die Drohnen der Landwirtschaft, die ja gerade an der hohen Rente krankt, welche diesen Privatbesitzern zufällt, rino gerade diese Rente ist es, die durcki den Zoll noch erhöht wird. Ebenso haben die Hypothekengläubiger Vorteil von den höheren Zöllen, während die Summen wachsen, die der Landwirt als Erbe oder Käufer seines Betriebes zahlen oder verzinsen muß. Wenn man sagt. Deutschland soll bezüglich der Getreide- Versorgung vom Ausland unabhängig werden, so stimme ich dem zu; auch ich halte das für eine sociale Notwendigkeit. Der Zoll aber bewirkt gerade das Gegenteil; bei einem rationellen Be- triebe dagegen, bei welchem der Extraprofit an die Großgrundbesitzer fortfiele, wäre es leicht. Demschland mit Getreide zu versorgen. Zum Beispiel werden auf 250 000 Hektar, die sehr gut mit Getreide bebaut werden könnten, Zuckerrüben gezogen, deren Ertrag zum weitaus größten Teile ins Ausland geht. Schon ganz allein nach dieser Richtung ließe sich sehr viel thun. Weiter könnte man eine starke Rcichs-Einkommensteuer einführen und ihren Ertrag zu Verbesserungen auf dem Lande, zur Einrichtung landwirtschaftlicher Schulen, zum Bau von Wohnungen, zur Melioration der Wasser« läufe, zur Anlegung von Kanälen verwenden. Dem wider« setzen sich aber dieselben Großgrundbesitzer, welche die Extraprofite für sich verlangen. 200 M. soll auch jede ärmste Familie nach den Wünschen der Junker zu diesen Extra- Vergütungen beitragen. Wie ungeheuer diese Profite bei den jetzt geltenden Zöllen schon sind, dafür einige Zahlen. Im Kreise Nieder- Barnim erhallen 46 Großgrundbesitzer jährlich 318 500 M. auf Kosten des Volkes und der Wert ihres Bodens ist durch die Zölle um 6 370000 M. gesteigert. Die eine Familie derer von Arnim zieht 598 640 M. jährlich mehr aus dem Getreideverkauf, als ihr nach der natürlichen Preisbildung zukäme; der Wert ihres Grundbesitzes ist durch den bestehenden Getreidezoll künstlich um 23 945 600 M. gesteigert. Diese ungeheuren Summen, insgesamt 280 Millionen Mark jährlich, genügen der Junkersippe, dieser Gesellschaft mit un- beschränkter Raffgier, noch immer nicht; sie wollen sie verdoppeln und verdreifachen. Ehemals dachte man über Brotwucher anders; so heißt es in der Bibel: „Wer das Korn zurückhält, dem flucht das Volk." Und Luther sagte: „Wer einem anderen seine Nahrung aussauget, raubet und stiehlt, der thut ebenso großen Mord, als der einen Hungers sterben und verderben läßt. Solches thut aber ein Wucherer. Der niöcht', daß alle Welt ihm müßte in Hunger und Durst, Trauer und Not verderben, auf daß er's allein möcht' haben und jedermann von ihm, als von seinem Gott angefahren und womöglich sein Leibeigner zu sein. Und so man die Straßen- räuber, Mörder rädert oder köpfet, wie viel mehr sollte man alle Wucherer rädern und köpfen, verjagen, verfluchen." Die eiste deutsche Zollordnung von 1522 belegte die Güter und Waren, die aus deni Reich oder in das Reich eingeführt wurden, mit Zoll.„Aber", heißt es dann ivciter,„alles Getreide, auch aller Wein, Pferde, Ochsen, Schafe, Schweine und alle ander» Tiere und Vieh, ebenso Schmalz. Butter, Leder, Malz, Bier, Hopfen, Fische, sollen danim, daß solche Stücken zu eines jeden Gebrauch, er sei reich oder arm, notdürftig sind und derselben nicht entbehren kann, von allem und jedem Zoll frei sei." Das reaktionäre preußische Ministerium Manteuffcl lehnte am 21. September 1849 die Zumutung, indirekte Stenern einzuführen. mit der Begründung ab: Eine solche Steuergesetzgebung ist mit den Grundsätzen einer der Gerechsigkeit entsprechenden Gesetzgebung unverträglich. Auch der jetzige deutsche Kaiser äußerte im Februar 1895 bcziig- lich des Antrages Könitz: Sie können mir nicht zumuten, daß ich Brotwucher treibe. Wir wollen die Junker nicht, wie Luther, rädern oder köpfen, verjagen und verfluchen. Wir wollen nur ihr Land nehmen, von dem sie selbst zugeben, daß sie nicht mehr im stände sind, es zum Nutzen der Gesamtheit zu bewirtschaften, und wir bieten ihnen dafür eine Jahresrente, nicht eine so schäbige, wie die Alters- und Invalidenrente, welche das Reich' an die alten und invaliden Arbeiter zahlt, sondern wir wollen jedem 10 000 M. jährlich auszahlen, eine Summe, mit der sich gewiß anständig leben läßt. Das würde uns 256 Millionen jährlich kosten; wir würden also gegen den jetzigen Zustand noch 14 Millionen jährlich sparen. Ihnen geüügen diese 280 Millionen nicht; sie klagen, ohne zu leiden. Also her mit dem Boden, und wir machen Euch zu Rentiers. nicht zu Dreier- oder Sechser- Rentiers, sondern zu solchen von 10 000 Mark. Gegen die Brotwucherpläne der Junker kann nur das Volk selbst sich helfen und wird sich helfen. Kein Mittel darf unversucht bleiben, um den Wuchertarif im Reichstag zu Fall zu bringen, und das ist möglich, wenn das Volk festen Willen zeigt nnd bei einer eventuellen Auf- lösnng und Neuwahl die Wucherer hinausjagt. Der Klassenkampfcharakter unsrer Zeit zeigt sich deutlich beim Kampf um den Zolltarif, der daher auch die beste Gelegenheit bietet, all« arbeitenden Menschen zu Socialdemokraten zu machen. In diesem Kampf aber brauchen wir keine Marodeure; der Verlag Edelheim hat vor einem Jahre ein Flugblatt erscheinen lassen, das unter dem Namen Tip und Top in Versen die Getreidezölle bekämpft. In letzter Zeit versucht der Verlag, dieses Flugblatt an unsre Organisation zu verkaufen und dann durch sie zu verbreiten. Abgesehen davon, daß es wenig) taugt und sehr teuer ist, kommt hinzu, daß der Verlag ein Privatunternehmen ist. Ich bitte Sie daher, dem Edelheimischen Verlag die Thür zu weisen, und zwar nicht nur bezüglich dieses Flugblattes. Ich empfehle Ihnen folgende Resolution zur Annahme: Die Parteikonferenz protestiert mit aller Entschiedenheit gegen die gemeingefährlichen Brotwucherpläne der Junker und Juntergenossen und gegen den Entwurf eines Zolltarif- Gesezes, insbesondere gegen die Getreide- und Lebensmittelzölle. Die Getreide und Lebensmittelzölle sind eine ungerechte, die werkthätige Bevölkerung schiver bedrückende Last. Diese Zölle verteuern die Lebenshaltung der erwerbsthätigen Bevölkerung, führen eine Berelendung der großen Menge herbei, bedrücken besonders start den ländlichen und industriellen Arbeiter, den Handwerker, den kleinen Beamten, den kleinen Bauern und Mittelstand. Die Zölle schädigen die Landwirtschaft und den Bauern aufs tiefste, weil sie die Entwicklung der Landwirtschaft hemmen, die Konkurrenz des Großgrundbesizers gegenüber dem Bauern stärken, die Kaufkraft der großen Menge insbesondre bei der niedergehenden Konjunktur schwächen. Die Getreide und Lebensmittelzölle verhindern den Abschluß günstiger Handelsverträge, stehen im Widerspruch mit der Entwicklung unsres Verkehrs und der Kultur, die den erleichterten Austausch der Erzeugnisse aller Völker fordern. Eine Begünstigung der Brotwucherpläne, die lediglich den reichen Großgrundbesizern, Hypothekenbesizern und Kapitalisten zu gute kommen, durch das Reich würde ein Zeichen brutaler Klassenherrschaft der kleinen aber mächtigen Gesellschaft Reicher mit unbeschränkter Raffgier und niedrigster Selbstsucht sein. Eine der Folgen der Getreidezölle ist die von dieser Gesellschaft gewünschten Entfesselung des Bürgerkrieges zwecks völliger Entrechtung der arbeitenden Bevölkerung. Die Provinzialfonferenz verlangt von dem Reichstag bei Verlängerung der Handelsverträge die Getreide- und Lebensmittelzölle zu beseitigen, die ausländischen Arbeiter mit den inländischen, insbesondere bezüglich des Vereinigungs- und Koalitionsrechtes gleichzustellen, die Großgrundbefizer, die sich selbst als unfähig zur gesellschaftlichen Ausnutzung des Grund und Bodens erklären, zu expropriieren, an Stelle sämtlicher Steuerlasten eine progressive Reichs- Eintommensteuer einzuführen. Genosse Kiefel bemerkte, daß der nächste Kalender schon fertig gestellt sei; er bat die Genossen, in Zukunft ihre Wünsche früh zeitiger der Kommission zur Kenntnis zu bringen. Die beiden Anträge wurden der Agitationskommission zur Berücksichtigung überwiesen. Die Provinzialfonferenz verpflichtet die socialdemokratischen Genossen der Provinz Brandenburg und Berlins, die Brotwucher- Ein Antrag Kiesel, wonach die einzelnen Kreife der Kommission pläne als Mittel zur Aufklärung der Indifferenten, insbesondere halbjährlich Berichte einsenden sollen, wurde angenommen. Dann der bäuerlichen Bevölkerung und der Frauen und der der Social- wurde der Kommission Decharge erteilt. demokratie noch Fernstehenden zu benugen, ihnen an diesen Inzwischen war ein Antrag Emrich eingelaufen, die Angelegen gemeingefährlichen Zukunftsplänen der Großgrundbefizer den heit der Hamburger Accordmaurer zu besprechen. Klassenkampfcharakter unsrer Zeit und die Notwendigkeit der Vergesellschaftung der Produktionsmittel zu erläutern, fie als ziel bewußte Anhänger der Socialdemokratie zu gewinnen und zur Unterschrift der an den Reichstag gerichteten Petition gegen den Zolltarif zu veranlassen. = Paech Schwiebus äußerte sich zu den allgemeinen Ausführungen Stadthagens zustimmend, worauf ein Schlußantrag und dann die Resolution einstimmig angenommen wurde. Es folgte die Beratung der Anträge des Kreises BrandenburgWesthavelland: 1. Die Konferenz des Wahlkreises Westhavelland beschließt: Die Provinzialfonferenz möge beschließen, daß bei der nächsten Abfassung des„ Märkischen Landboten" das Stärkeverhältnis der Parteien im Reichstag und ihr Einfluß auf die gefeßgeberischen Maßnahmen unter besonderer Hervorhebung der socialdemokratischen Fraktion Berücksichtigung finden möge. Ebenso ist das Verhältnis des Reichstags zum Bundesrat und dessen Zusammensetzung zu be= handeln. Der Antrag ist von den Delegierten zu vertreten. Wittrisch Forst beantragte Uebergang zur Tagesordnung; eine Besprechung würde, wenn sie nur einigermaßen flärend wirken folle, mindestens zwei Stunden in Anspruch nehmen und dadurch viele Delegierten, deren Züge um 1/48 Uhr gehen, zwingen noch einen Tag zu opfern. Das tönnten die wenigsten. Metzner Berlin bemerkte, daß selbst in längerer Aussprache teine so gründliche Klärung erfolgen tönne, wie in Lübeck, wo alles Material zur Stelle fei. Emrich meinte, in Lübeck würden die Maurer mit akademischen Redensarten übers Ohr gehauen werden; deswegen müßte hier eine Aussprache erfolgen. Der Uebergang zur Tagesordnung wurde angenommen. Darauf schloß Genosse Schubert um 3/47 die Konferenz mit einem dreimaligen Hoch auf die internationale völkerbefreiende Socialdemokratie, in das die Anwesenden begeistert einstimmten. P Eingegangene Druckschriften. 2. Die Parteikonferenz des Wahlkreises Brandenburg- West- Von der Neuen Zeit"( Stuttgart, Dies' Verlag) ist soeben das havelland beantragt, der Provinzial- Parteitag der Provinz Branden- 49. Heft des 19. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: burg möge beschließen: Jm Agitationskalender„ Märkischer Landbote" Der Parteitag und der Hamburger Gewerkschaftsstreit. Von Rosa Luxem ist an einer in die Augen fallenden Stelle der Parteitags- Beschluß burg. Kritisches zur Gewerkschaftsbewegung. Von Wilhelm Düwell. betreffend die Beteiligurg der Partei an den preußischen Landtags- Jugendschriften und Bildungswesen in der Partei. Von Julian Borchardt. Jahresberichte der sächsischen Gewerbe Aufsichtsbeamten. Von Helene wahlen anzubringen. Im übrigen soll im Kalender in entLitterarische Rundschau. Notizen. Feuilleton. Wie die sprechenden Artikeln auf die Bedeutung dieser Wahl hingewiesen werden. Heimat stirbt! Bilder aus dem Osten von Friz Skowronnet.( Schluß.) Genosse Eckermann Rathenow betonte in der Begründung, Der Wahre Jacob" enthält in seiner Nr. 395, die soeben erschienen daß nach der Wahl eines socialdemokratischen Abgeordneten im ist, im Titelblatt eine satirische Behandlung des russisch- französischen Trubels, Kreise viele Leute eine sofortige Verbesserung der Verhältnisse er- um dann das Gumbinner Kriegsgerichtsurteil und den Bolltarif in Wort warteten. Aus Rücksicht auf diese sei der erste Antrag gestellt. und Bild mit ätzender Lauge des Spottes zu überschütten. 4. Berliner Reichstags- Wahlkreis( Often). D Dienstag, 10. Sept., abds. 8% Uhr, Gr. Frankfurterstr. 117: Versammlung. T- D.: 1. Vortrag des Genossen Paul Singer. 2. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen der Genossen des Kreises ersucht J. A.: Ernst Bader, Gr. Frankfurterstr. 34. 244/18 Centralverband der Maurer u Zahlstellen Berlins und Umgegend. 2C. Socialdemokratischer Simon. Socialdemokratischer Wahlverein. Wahlverein für Weissensee für den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. und Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß Genosse Oskar Kuhnhardt 356b am Sonnabend, den 7. September, verstorben ist. Ehre seinem Andenken. Die Beerdigung findet Dienstag, den 10. September, nachmittags 5 Uhr, auf dem Weißenseer Kirchhof, Rölfestraße, statt. Uni zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Mittwoch, 11. September, abends 8 1hr, in Habels Brauerei, Bergmannstr. 5-7: Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 11. Fortsetzung der Diskussion über Parteiangelegenheiten. 2. Die Aufgaben des diesjährigen Parteitags. Referent Reichstags: Abgeordneter R. Fischer. 3. Diskussion. 238/11 Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand. III. Wahlkreis. Mittwochabend: Versammlung des Wahlvereins in den Arminhallen. Donnerstag, 12. September, abends 8 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses, Allg. Kranken- und Sterbe- 242/18 Engelufer 15: Mitglieder- Versammlung kasse der deutschen Drechsler Der Vorstand. Socialdemokratischer Wahlverein u. Berufsgenossen. G.§. 86. für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Hamburg. Dienstag, 10. September, abends 1/29 Uhr: aller zum Lohngebiete Berlin gehörigen Verbandszahlstellen. die Arbeiterorganisationen. 2. Der Vergleich mit den Verbandszahlstellen aus dem Oderbruch. 3. Verschiedenes. Am 7. b. Wts. ftarb unfer Mitglied General- Versammlung Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten E. Rosenow über: Die politische Lage und Dienstag, den 10. September, abends 8½ Uhr: Verſammlung in Reinickendorf, im Lokale des Herrn Meinhard, Hauptstraße 48. Referent Kollege F. Busse. Mittwoch, den 11. September, abends 8½ Uhr: Verſammlung in Friedrichsberg, im Lokale des Herrn Höflich, Frankfurter Allee 120. Referent Kollege G. Wolf. Tagesordnung in beiden Versammlungen: 1. Vortrag über: Der wirtschaftliche Niedergang und die Auf gaben der Gewerkschaftsorganisation. 2. Diskussion und Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet Die Verbandsleitung. 144/6 Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend. Mittwoch, den 11. September, abends 8% Uhr, in den Borussiasälen, Ackerstr. 6-7: Mitglieder- Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Adolf Hoffmann über: Wohin steuern wir? 2. Diskussion. 3. Bericht über Vorkommnisse auf Bauten. 4. Verschiedenes. Der wichtigen Tagesordnung halber ist das Erscheinen sämtlicher Kollegen notwendig. Verein abstinenter Arbeiter u. Arbeiterinnen Berlins. Der Vorstand. Danksagung. Für die herzliche Teilnahme beim Mittwoch, 11. September, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Dahinscheiden meines lieben Mannes Engelufer 15, Saal 7: Volks- Versammlung Tages Ordnung: 1. Die Geschichte des Alkoholismus unter Berücksichtigung der wirt: schaftlichen Verhältnisse. Referent Genoffe Dr. M. Hirschfeld- Charlottenburg. 2. Diskussion. Bahlreichen Besuch der organisierten Arbeiter und Arbeiterinnen erwartet Der Vorstand. Die Vereinsversammlung fällt am Donnerstag aus. Achtung! Holzarbeiter. Achtung! Mittwoch, 11. Septbr., abends 8 Uhr, in der Königsbank, Große Frankfurterstr. 117: Oeffentliche Versammlung. und unsres Vaters sagen wir allen Verwandten, Freunden und Be tannten sowie dem Centralverband der Maurer unfren innigsten Dank. Dorothea Hans nebst Kindern. Danksagung. Allen Verwandten, Freunden und und vielen Kranzspenden bei der BeKollegen für die herzliche Teilnahme erbigung meines innig geliebten Mannes sage hiermit meinen aufrichtigen Dant. 3745 Wwe. Martha Tischer, geb. Scholz. Berlin, Bezirk D. Oscar Kuhnhardt nach längerem schweren Nierenleiden Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, nachm. Kirchhofs, Röhlkestraße, aus statt. der Leichenhalle des Neu Weißenseer 3576] Der Vorstand. Todes- Anzeige. Allen Bekannten, Freunden und im Kösliner Hof, Köslinerstr. 8. Tagesordnung: Fortsetzung der Special- Diskussion des neuen Organis fations Statuts. 248/6 Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Deutscher Buchbinder- Verband. ( Zahlstelle Berlin.) Verwandten die traurige Nachricht, Bureau: Engel- llfer 15, II. Fernsprecher: Amt VII, 162. daß mein lieber Mann, der Former, jetzt Gastwirt ( 371b Morgen, Mittwoch, den 11. September, abends 81/2 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer, Saal I: Magnus Nordquist Mitglieder- Versammlung. Stalizerstraße 69 Beerdigung findet an Herzschwäche verstorben ist. Die ant Mittwoch, nachmittags 4 Uhr, von der Leichen: halle der Charité, Hannoverschestraße am Neuen Thor, aus nach dem Charité- Kirchhof, Müller- und See straßen- Ede, statt. Die trauernde Witwe Franziska Nordquist. Galerie berühmter Frauen in zwanglosen Heften. I. Aurora von Königsmart. Gräfin Cosel. [ 3546 II. Römische Kaiserfrauen. III. Frauen der franz. Revolution. Jedes Heft 20 f. Durch jede Buchhandlung zu beziehen. Goldsteins Verlag. Berlin, Adalbertstr. Bau- Anschläger Berlins u. Umg. Hente Dienstag, abends 7%, Uhr, in L. Kellers Festsälen, Koppenstr. 29: Tages Ordnung: 1. Der Generalstreit der Glasarbeiter. 2. Diskussion. Referent Genoffe Girbig. 186/ 17* Zahlreichen Besuch erwartet Der Einberufer: Jähne, Warschauerstr. 19. 43/18] Versammlung. Tages Ordnung: Unser Streit. Verschiedenes. Der Einberufer. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Berliner Konsum- Verein. Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Mittwoch, den 11. September, abends 82 Uhr: Bezirks- Versammlung für Rigdorf bei Mercier, Steinmetzstraße. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genoffen Paul Jahn. 2. Diskussion. 3. Neuwahl der Bezirksleitung und Verbandsangelegenheiten Mittwoch, den 11. September, abends 81% Uhr: Klempner- Versammlung in den Armin hallen, Rommandantenstr. 20. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Paul Bernstein über: Die persönliche Hygiene des Proletariers. 2. Diskussion. 3. Verbands: angelegenheiten. Mittwoch, den 11. September, abends 812 Uhr: Bezirks- Versammlung für Moabit in den Arminiushallen, Bremerstr. 70-71. Tagesordnung: 1. Das Bildungsbestreben in der Arbeiterschaft. Referentin: Frl. Jda Altmann. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegen heiten. Zu dieser Versammlung sind besonders die Arbeiterinnen der Firmen Siemens& Halske und„ Union" eingeladen. 118/11 Bahlreichen Besuch erwartet Die Ortsverwaltung. Sonntag, den 15. September, vormittags 9 Uhr, im großen Saale des Gewerkschaftshauses: Ordentliche General- Versammlung Tagesordnung: 1. Geschäftsbericht. 2. Nachwahl zu Borstand und Aufsichtsrat. 3. Anträge: a) Sonntagsruhe in unfren Geschäften; b) Wahl einer Statuten- Revisionskommission; c) Antrag der Abteilungs Beitung von Rummelsburg auf Abschaffung der Lagerhalter tautionen. 4. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Bahlreichen Besuch erwartet Der Vorstand. Wilhelm Lamm, Borsitzender. Verkaufsstellen: Michaelfirchplag 4, Strautstr. 7; Petersburgerstr. 4a; Beuffelstr. 56; Waldstr. 12; Rostocerstr. 21; Türrschmidtftraße 6( Rummelsburg); Stralauer Allee 17F( Stralau- Berlin); Frankfurter Chauffee 48/49( Friedrichsberg- Lichtenberg). Verkaufszeit: 8-1 Uhr und 3-8 Uhr( Sonnabends bis 9 Uhr). Sonntags von 8-10 Uhr. Eintrittsgeld: 20 Pfennig. Gefchäftsanteil: 10 Mart. Letterer braucht jedoch nicht injbar eingezahlt zu werden, sondern kann aus der Hälfte der jeweiligen Dividende gebildet werden.[ 264/7 Achtung! bei Louis Keller( großer Saal), Koppenſtr. 29: Freitag, den 4. Oktober, Lichtbilder- Vortrag bes Herrn Dr. Hans Müller- Basel über: Das englische Genossenschaftswesen. Tages Ordnung: 1. Bortrag des Herrn Dr. Bernstein über: ,, Die Heilwissenschaft der Zukunft. 2. Abrechnung von der Dampfer- Mondschein- Fahrt. 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes. Zahlreiches Erscheinen erwartet Die Ortsverwaltung. Sonnabend, den 14. September 1901: Sonderfahrt zum Schüßenfest verbunden mit Königs- Schießen nach Klemmhausen bei Greifenberg a. d. Mopse in Louis Kellers Festsälen, Koppenstraße 29. Abfahrt der Züge ab Bahnhof Koppenstraße von 8 Uhr abends an viertelstündlich. Auf dem Festplatz: Grosses Tanzvergnügen. Unweit davon befinden sich: Schiessbuden, Würfelbuden, Glücksrad etc. Feftfarten a 50 Pf. intl. Tanz sind bei den Wertstuben- Vertrauens personen sowie in unsrem Bureau zu haben. Abendkasse findet nicht statt. Die Zahlstellen sowie das Bureau bleiben an diesem Abend gefchloffen. Um zahlreichen Besuch bittet Der Festausschuss. Adtung! Kistenmacher. Achtung! Dienstag, den 10. September, im Lotal des Herrn Stechert, Andreasstr. 22: Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag bes Stabtverordneten Adolf Hoffmann über„ Hölle, Simmel und deren Bewohner". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch dieser Versammlung ersucht Der Vorstand. J. A.: Juckel. 94/13 NB. Sonnabend, den 21. September, in den Gesamträumen der " Königsbank", Große Frankfurterstr. 117: 19. Stiftungsfest. E Billets für die Werkstatt- Vertrauensleute sind in dieser Versammlung bei dem Kollegen Bartholomäus zu haben. D. D. Feuersteins Festsäle Alte Jacobstrasse 75. Empfehle meine Festsäle 300, 250, 150, 100 Personen fassend, zu Festlichkeiten und Versammlungen. Desgleichen Vereinsräume 150, 100, 50 Personen fassend. Amt I. No. 867. * Möbel Bartsch. Metzer DombauGeldLotterie in zwei Ziehungen, zu denen jedes Loos Giltigkeit hat. 1. Zlohung 21.- 24. September cr. H. Ziehung 9.- 12. November cr. 12567 Geldgewinne baar obne jeden Abzug zahlbar von Mk. 430000 Die Hauptgewinne sind: 100000 indien uz pre Wem wäre die Möbelfabrik für bürgerliche Wohnungseinrichtungen Rudolf Bartsch, wish Oranienstrasse 73, Moritzzwischen u. Platz, nicht bekannt? Grösste Auswahl in meinem extra dazu erbauten, 4 Etagen hohen Fabrikgebäude. Empfehlenswerte Einkaufsquelle für Brautleute. Solide und gediegene Einrichtungen für 200-300-400-500 bis 10 000 Mark stets zur Ansicht vorrätig. Verlangen Sie meinen Prachtkatalog gratis und franco. Coulante Zahlungsbedingungen. Kein Ladengeschäft. Verkauf direkt im Fabrikgebäude. Lagerbesichtigung erbeten ohne Kaufzwang. Lieferung frei Haus durch eigene Gespanne. Gegr. 1889 Eugen Joachims Möbelfabrik Nene Königstraße 59, nahe Alexanderplatz. Großer Möbelspeicher. Specialgeschäft für kleine und mittlere Woh nungs- Einrichtungen. Teilzahlung unter den conlantesten Bedingungen gestattet, Beamten mit ganz geringer Anzahlung. Ganz besonders zu empfehlen ist der große Vorrat verliehen gewesener und gebrauchter Möbel, die wie neu sind und billig abgegeben werden. Brautleute, welche eine dauerhafte und billige Einrichtung kaufen wollen, bitte ich, ohne jeden Kaufzwang mein toloffales Lager vor Einkauf zu besichtigen. Verlangen Sie mein Musterbuch gratis und franco, Durch größere Masseneintäufe und Ersparung der teuren Ladenmiete bin ich im stande, hübsche und geschmackvolle Wohnungs- Einrichtungen für 150, 200, 300 bis 10 000 M. zu liefern. Kommode 17, Waschtoilette, Divan mit Sitz auszug 35, Spiegel 6, Muscheltleiderspind 35, Bettstelle mit Matraße 21, Stühle 3, alle Arten Küchenmöbel, Nußbaum- und Mahagoni fournierte Kleiderspinde, Vertikows 36 M., Muschelbettstelle mit Sprungfeder: matraße 38, elegante Säulentrumeaur 45, Bücherschränke, Salon: garnituren 105, Büffetts aller Art, seidene Garnituren, sehr wenig ge braucht, spottbillig. Ganze Speisezimmer und Schlafzimmer. Gekaufte Möbel können beliebige Zeit bei mir kostenlos lagern.[ 22012* 30000 Baum& Zeusch, Eschwege. 20000 10000 etc. eto. etc. Ganze Loose 4 Mk., Halbe Loose 2 Mk. Für Porto und Liste 40 Pf. extra. Oscar Brauer& Co. Nachf Bank- Geschäft Berlin W., Friedrichstr. 181 Finale: NW. iisnackerStrasse 63. Kranz- und Blumenbinderei von Robert Meyer, uur Mariannen- Straße 2. Vereins- Kränze, Palmen- u. BlumenArrangements, Bouquets, Guirlanden usw. werben fein u. preiswert geliefert Boykottfrei! Kantabakfabrik. Boykottfrei! Alleiniger Vertrieb für Berlin und Vororte Gustav Bock& Co., Prinzen- Allee 14, I. Cigarren, Cigaretten und Kautabake. J. Brünn, [ 22859* ( Bahnhof Börse) Hackescher Markt 4 Nach beendeter Engros Saison gelangen jezt im Einzelverkauf große Lagerbestände meiner Teppiche! Gardinen! Portieren! Steppdecken! zu sehr billigen Preisen zitut Ansverkauf!! Einzelne fehlerhafte Exemplare für die Hälfte des Werkes Boykottfreier Nordhäuser Kautabak von Grimm& Triepel, Nordhausen, stets frisch zu billigsten Preisen bei [ 21632* H.& P. Uder, Berlin SO., Engel- Ufer 5, parterre, Tabat- Großhandlung und Cigaretten- Fabrit. Nur echt, wenn jedes Röllchen den Zettel:" Aus der Fabrik von Grimm& Triepel, Nordhausen", trägt. 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzlos. ZahnBühne 2 M. en 1 M. Blomben 1,50 M. Teilzahl. wöchentl. 5½ Blund Brot 50 Pf. Backware 1 M. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 130. Spr. 9-7. Jede Taschenuhr reinigen od. Feder eins. 1,50 M. unt. Gar. Goldene Damenuhren 15-100 M. Getragene filberne Uhren 5,50 m. Teilzahlung gestattet. G. Paetzel, 1. Geschäft: Wallstraße 14, nahe Spittelmarkt. 2. Geschäft: Turmstraße 65. 6 Stück für 10 Pf. Albrechts Bäckereien: Wrangelstraße 9, Krautstraße 19, Falkensteinstr. 28, Lausitzerstr. 2. Wer schnell und zu coulanten Bedingungen 22502* Geld! Darlehen oder Hypothek fucht, verlange unser Adressen- Ver zeichnis privater Geldvers leiher u. Matter. H. Bittner & Co., Hannover- Z. Bruch- Pollmann empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Geradehaltern, Spritzen, Suspensors, sowie sämtl. Artikel zur Krankenpflege. Eigene Werkstatt. Lieferant f.Orts- u. Hilfs- Krankenkassen Berlin C., [ 22428* 30. Linien- Straße 30. Dr. med. Schaper homöop. Arzt u. Spez.- Arzt f. Haut- u. Harnleiden, Frauenkrankheiten. Königgrätzerstr. 27. Spr. 9-1.4-7. W.Noacks Festsale Brunnenstrasse 16 im sind noch Sonnabende Monat September, Oktober, No 22178* vember zu vergeben. Stempel Fabrik von[ 18440* HECHT BERLI Die Beleidigung des Buchbinders Wilhelm Finger in Pantom im Schreiben vom 18. Mai 1901 nehme ich zurück und erkläre Herrn Finger für einen Ehrenmann. Letschin, den 30. August 1901. Henriette Maibauer. MUSIKWERKE Automaten Orchestrions Leiern Zithern Harmonikas liefert gegen Monatsraten/ die allbekannte Firma CARL SACKUR Breslau Ring 54 Robert Hecht, blirt seit 1890 Matelny gratis Berlin S., Oranienstr. 142, liefert schnell und billig alle Arten Stempel in bester Ausführung. Kautschut Typen Perfekt" zum Zusammensetzen einzelner Wörter fowie ganzer Säge von 1.50 W. an Von der Reise zurückgekehrt. Dr. med. Böhm, Specialarzt f. Wasserheilverfahren und 36 Mart elegante Winter- Paletots, 30 Mark Hochfeine Herren- Anzüge. 12 Mart 2206L* fhmere Winter- Beinkleider. Anfertigung nur nach Maß. Guter Stoff, tadelloser Sik. 14 Krausenstr. 14, Massage, Schützenstr. 63. 5/12 1 Tr. kein Laden 1 Tr Einfegnungs- Anzüge von 12-27 M. M. Schulmeister, Schneidermeister Wie soll ich mein Baby im erften im ersten Lebensjahre ernähren? Man hat die jociale Frage eine„ Magenfrage" genannt. Aber nicht minder ist die Bekämpfung der massenhaften Erkrankungen und der hohen Sterblichkeit der Kinder während ihres ersten Lebensjahres gewissermaßen eine Magen- und Darmfrage", d. H. eine Frage der Ernährung. Ist diese eine sorgfältige und rationelle, so bleiben mehr Kinder gesund und ant Leben; ist sie unpraktisch, unvernünftig, so sind von den vielen, blühenden, reizenden Babys am Schlusse des ersten Lebensjahres nur noch zwei Drittel am Leben, und auch von diesen ist noch ein Teil welt, blaß, abgezehrt und durch Magen- Darmtatarrhe so geschwächt, daß noch im zweiten Jahre irgend welche an sich leichte Er: frankungen sie nur zu oft dahinrafft. Es ist deshalb ganz gerechtfertigt, wenn die Mutter fragt: Wie soll ich mein Baby im ersten Lebensjahre ernähren?" Und es ist ein Vorrecht des Arztes, ste nicht nur über das„ Wie?" sondern auch über das Jedes Wort: 5 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Gangbares Vorkost und Gemüsegeschäft billig zu verkaufen. Wilmers: dorf, Bruchsalstraße 15. 1946* Kohlengeschäft, gangbares, ist wegen Krankheit des Mannes zu verkaufen. Näheres bei Schönnagel, Lothringerstraße 49. 112/ 18% 1 Dresdenerstr. 4 am Kottbuser Thor.[* siele Frauen heutzutage keine hinreichende Milch haben, Bomit?" aufzutlären. So betrübend es auch iſt, daß| Daß die Kuhmilch in ſehr vielen Fällen Zuberfelum ihr Baby selbst zu nähren, und nicht genug Mittel, um ihnen eine milchreiche Amine zu halten, so ist dies doch eine imleugbare Thatsache, mit der man nun ein mal rechnen muß. Es bleibt also in den allermeisten Fällen nur die fünstliche Ernährung übrig, also das Aufziehen, anfangs mit der Flasche, später mit dem Schnabel täßchen oder mit Breinäpfchen und Löffel,- alfo die regelrechte Fütterung. Sierbei ist zit beachten, daß die Mutter alles Dargereichte tosten muß, daß es un verdorben und sauber sein muß, nicht zu heiß oder zu kalt jein darf, daß die Zubereitung eine ftets gleichmäßige und sorgfältige, die Bahl und Zeit der Mahlzeiten eine regelmäßige sein soll. Auch darf das Kind nach der Mahlzeit nicht umhergetragen werden, sondern es foll ruhig im Liegen verdauen. Natürlich müssen alle Eß- und Trinkgeräte stets aufs peinlichste rein sein. Soll man aber nun der Mutter noch raten, was fie ihrem Baby geben, womit sie es ernähren soll, so tönnte man heutzutage fast in Verlegenheit kommen. bacillen enthält, ist wenigstens für Deutschland vom Tuberkulose- Kongreß überzeugend nachgewiesen worden. Auch sonst ist die frische Kuhmilch" teils schon im Ruh stall, teils auf dem Wege bis ins Haus noch vielen, recht bedenklichen Verunreinigungen ausgesetzt. Bekannt ist ferner, daß kein Monat vergeht, in welchem sich nicht ein neues Kinder- Nährmittel dem Publikum anpreift,• bald ein Mehl aus Hafer, anderm Getreide oder Hülsenfrüchten, bald ein Präparat aus Mustel oder Pflanzen- Eiweiß. Wollte die Mutter alle diese„ Neuheiten" an ihrem Rinde versuchen", so würde sie dies sehr bald zu Grunde richten. Das Altbewährte, das Einfache ist immer das Beste, weil es natürlich und stets gleichmäßig ist. Dies gilt ganz besonders von dem nun schon seit drei Jahr zehnten eingeführten, über die ganze civilisierte Welt verbreiteten Nestlé- Mehl, das aber eigentlich ein Mehl ist, sondern ein Milch- Zwieback- Pulver von höchstem Wohlgeschmack, großem Nährwert und einer immer gleichen Bekömmlichkeit, an der sich auch während der heißen Sommer- Monate nichts ändert. Kleine Anzeigen. Obst und Gemüsegeschäft billig verfäuflich. Näheres W., Passauer straße 42, Silfrich. 3096 Möbeleinrichtung, Nußbaum, spottbillig verkäuflich, Gartenstraße 148, Borderhaus 1 Treppe lints.+135 Mahagonimöbel, Nußbaummöbel, ganze Wirtschaft. Megerstraße 30 II, rechts. 117/13 Nähmaschinenlager fämtlicher Systeme ohne Anzahlung, Woche 1,00 Lieferung sofort, Landsbergerstraße 82 Elegante vorjährige Herrenhofen, feinste Stoffe 9-12 Mart. Verfauf Sonnabend und Sonntag. Versand: hausGermania, Unter den Linden 21 II. Restauration zu verkaufen Rostocer: [ 369b ftraße 40. Chansonnettkostüm verkauft Linde: mann, Prinzenstraße 11.[ 367b Halbrenner, wie neu, 75,-, Thiel, Michaelfirchplatz 8. [ 365b Badewanne, große, verkauft billig Münchebergerstraße 7, Alietmann, Hebamme. +38 Hund, deutsche Dogge, gestromt, Rassehund, wegen Umzug ganz billig Bauer, Sophie Charlottenstraße 102. Bücherankauf zu höchsten Preisen. Epstein, Martgrafenstraße 101. Augustabad, Röpniderstraße 60 Bäder jeder Art für sämtliche Krankenkaffen. 736* Vereinszimmer mit Piano zu vergeben, passend für Bahlstelle. Rudolf Jurran, Naunynstraße 86.* Vereinszimmer mit Pianino Manteuffelstraße 49. Und wie tönnte dies auch anders sein? Ist doch der wesentlichste Bestandteil des Nestléschen Kindermehls eine an den Ufern des Genfer Sees von dem herrlichen Schweizer Milchvieh terngesunder Raffe gewonnene Milch, die man in den großartigen Etablissements der Gesellschaft zu Vevey rasch mit etwas Buder verdict und mit fein zermahlenem Weizenzwiebac zu einem angenehm riechenden und schmeckenden hellbraunen, Bulver umwandelt. Etwas Wasser, und, man stellt damit dem Kinde sofort ein Süppchen oder Breichen her, an dem es fich delektiert, das es wohlig fättigt, das es dick und rund macht, ihm festes Fleisch und starte Knochen verleiht, Drüsenschwellungen, Hautausschläge, Magen und Darmtatarrhe nie zu stande tommen läßt. Die Mutter laffe sich also durch die zahllosen, oft recht zweifelhaften Neuheiten" nicht beeinflussen, meide in der Ernährung ihres Kindes jede Stünftelei und bleibe während des ersten Jahres ruhig beim Nestlé- Mehl; dann wird sie an dem Gedeihen des Kleinen Lieblings ihre Freude haben. Schlafstelle vermietet * Liegnizerstraße 36, I. " Dr. Ritter. für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, in der Hauptexpedition Beuthstr.3 bis 4 Uhr angenommen. Kirschner, 3646 Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Blinder Stuhlflechter bittet um Vereinszimmer empfiehlt Große, Arbeit. Stühle werden zu den Brückenstraße 2. 3056 billigsten Preisen geflochten, werden Drehbank, fleine eiserne, gut er abgeholt und unentgeltlich zurückhalten, mit sämtlichem Zubehör gesucht. geliefert. Adresse: Mulachstraße 27, Offerten mit Preisangabe Rothkopf, A. Gläser. Görligerstraße 70. [ 368b Rechtsbureau, Rechtshilfe, Eingabengesuche, Raterteilung, Andreasstraße bretundsechzig. 36066* Stellenangebote. Vermischte Anzeigen. zeichnen. Dörfer, Oranienburgerstr. 28. straße 33. Hiermit nehme ich die Herrn Uhrmacher Stallina zugefügte Beleidi 3016 gung zurück. Hans Kohnert. Wichtig, Tischler, Bildhauer. Stanzer auf Holz Photographie Schnell praktischen Unterricht. Fach: Rahmen verlangt Wolff, Dieffenbach[ 366b Nahmenmacher suchen Gebrüder Nipprasch, Hollmannstraße 23. 355b Kunstschlosser auf geschmiedete Bronzefronen verlangt Nachtigall, Hollmannstraße 32. Vermietungen. 359b Handnäherinnen bei gutem Lohn, geschickt für seidene Lampenschirme, verlangt dauernd Geiseler, Oraniens. straße 158. [ 76/2 Einfasserin, geübte, sucht Filz schuhfabrit, Landsbergerstraße 92.[ 370b Jm Arbeitsmarkt durch befonderen Druck hervorgehobene Anzeigen tosien 40 Pf. pro Zeile VolksversicherungsInspektoren * finden dauernde, einträgliche Stellung bei alter, gut organi fierter Gesellschaft, welchesterbe. kasse und fleine Lebens: versicherung( ohne Wochenprämie) auf solider Grundlage betreibt. Offerten unter S. E. 7907 an Rudolf Moffe, München. Modell- Schreinermeister, Möbelverkauf, Gartenstraße 148, I links. Plüschsofas, größte Aus: Milcheinrichtung mit Rolle zu wahl, elegant, 60 bis 85,00, Schlafverkaufen Stargarderstraße 57. † 53 fofas 35,00 an, Mufchetipiegel von Milchgeschäfts- Einrichtungen, als 4,00 an, Trumeaux 30,00 bis 60,00, Milchkübel, Milchfannen, Milchsiebe 2c. Muschelspinde 28,00, elegantere 48 bis billigst bei Jordan, Kleine Markus: 62,00, Bettstellen, Garnituren, Teppiche, straße 28. 8048 Uhren, Delgemälde, verschiedene Ge Gardinenhaus Große Frankfurter- legenheitstäufe, schöne gediegene Nußstraße 9, parterre. +37 baum- Einrichtungen, durch Ersparnis der teueren Ladenmiete spottbillig. Einsegnungs Stiefel, sowie Gekauftes fann lagern.( Hauptlager Herren, Damen- und Kinderstiefel Bahnspeicher.) + 135* fauft man billig und gut beim Schuhmachermeister Jakob Ege, Roß- Kinderwagen, Sportwagen, straße 23. Jede Schuhmacherarbeit Rietenauswahl, Bazar Baby, Juvawird schnell ausgeführt. 8098 libenstraße 160, Frankfurterstraße 115, Spottbillig Teppiche, Betten, Oranienstraße 31, Belle Alliances Steppdecken, Gardinen, Remontoir: ftraße 107, Reinickendorferstraße 2d, e, uhren, Regulatoren verkauft Leihhaus Charlottenburg, Wilmersdorferstraße Restaurations- Räume gesucht per Abendkurse für Bautechniker, TiefNeanderstraße 6. 75/8 Nr. 55. Teilzahlung gestattet. 7228* Offerten bautechniker, Maschinen- und Elettro: 1. Oftober oder später. Möbel- Gelegenheit. Beim Auftio: Teppiche mit Farbenfehlern, Technifer. Technikum Berlin", Holz Sefenheimerstraße 1 bei Scharnberg. nator Otto Lideke, Möckernstraße 25 Fabritniederlage Große Frankfurter marktstraße 73. Programm fostenlos. ( Bahnspeicher), stehen zum spottbilligen ftraße 9, parterre. + 37* Elektrotechnik. 11. September Verkauf neue gediegene Einrichtungen, Fahrräder( Gelegenheitskauf) 15,00, neuer Abendkursus. Jackson, Alte ein Posten Säulentrumeaux 30,00, Brachtteppiche 20,00, Zimmerteppiche 40,00 und 45 Mark verkauft Zimmer, Jakobstraße 24. 2 Stuben, hell, Küche, eignes Patentanwalt Dammann, Mo: Klosett, Korridor separat, billig zum 8,00, Muschelschränke 25,00, Salon: Andreasstraße 70. garnituren, Baucetsofas, Ruhebetten, Nähmaschinen und Feuer- Ver- ripplas 57, Auskunft bis abends Oftober. Rostockerstraße 31, sauberes, Büffetts, Schreibtische, Bücherschränke, ficherung vermittelt Gustav Schmidt, 767* neues Haus, nahe Stadtbahn Beuffel Salonbilder, gestickte Uebergardinen, Solmsstraße 43, Hof Keller. 857b Unfallsachen, Klagen, Eingaben, straße. 2656* Divandecken, Stores, Steppdecken, Reklamationen. Pugger, Stegliger Mädchenjacken- Arbeiterinnen verPianinos, Salonuhren, Plüschdecken Malzkraftbier, blntbildend, für straße 65. 1405* langt Hulte, Frankfurter Allee 16. In der Korbwaren Fabrik von 5,00. Verschiedene Gelegenheitskäufe. Blutarme, Brustkranke, Schwächliche, Rechtsbureau, Teltowerstraße Mamiells auf Jacketts und Pale: Schmidt& Co., Dresdener, Gekauftes lagert unentgeltlich.[ 813 Gewichtszunahme, bessere Gesichts: überraschend, 14 Flaschen fünfundvierzig. Eingabengefuche, Rat tots verlangt Schmidt, Raumer: straße 81, befinden sich sämtliche farbe, Steppdecken billigst Fabrit Große 3 Mart, 1/18 Tonne 3,50 exklusive. erteilung. Schlafstelle für zwei Herrn 1. Ot: straße 22. +53 Storbmacher wegen Preisdifferenzen Frankfurterstraße 9, parterre.+ 37* Nicht Flaschenzahl, Qualität ent: Kunststopferei von Frau Kokosky, tober Alexandrinenstraße, Nähe Dres Lehrmädchen für feine Damen: auf Kugelförbe im Streif. Reue Zeit, alte Jahrgänge, verscheidet. Portertellerei Ringler Steinmetzstraße 48, Quergebäude hoch denerstraße. Bu erfragen Waffer schneiderei verlangt Kattein, Tempel- Buzug ist streng fernzuhalten. 117/ 7* parterre. zauft Hering, Greifenhagenerstraße 77. Bernauerstraße 119. thorstraße 33, Hof 1 Tr. 3636 herrnstraße 22. Die Ortsverwaltung. Berantwortlicher Nedacteur: Carl Zeid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. [ 3436* neun. 8268* 8178* Wohnungen. Schlafstellen. Gesucht per 1. November cr. ein tüchtiger Werfführer für Goldleistenfabrikation, der alle einschlägigen durchaus selbständig arbeitend, sowie Funktionen: Grundieren, Polieren, Mechaniker für dauernde Stellung [ 358b Versilbern, Belegen, Vergolden 2c. fofort gesucht. Offerten mit Gehaltsansprüchen der Neuzeit entsprechend selbst aus: führen kann. Angebote unter H. 3 sub G. 3 Expedition des„ Vorwärts". an die Expedition dieses Blattes. Mäherinnen auf Briefenhemden verlangt Genzmer, Oppelnerstr. 48, Hof parterre. 3726 3625 Achtung, Korbmacher! .2002 190 Nr. 211. 18. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 10. September 1901. Tokales. Vom verseuchten Krankenhause. Peters, der von Haus aus Schuhmacher war, lebte in ärmlichen Gesellschaft lehnte die Forderungen ab und beantragte beim Ober- deckte. Die ursprünglich aufgetauchte Annahme eines an dem präsidenten, die von der Stadtgemeinde versagte Zustimmung zu er kleinen T. verübten Luftmordes erscheint nach dem Ergebnis der gänzen. In diesem Streit sah sich die Verkehrsdeputation im Hin- Leichenschau hinfällig. Die Ansicht, bei der im Elisabeth- Kinderhospital blid auf die polizeiliche Anordnung, daß die neuen Oberleitungen binnen drei Monaten nach Erlaß jener Verfügung herzustellen seien, Das Bootsunglück bei Heringsdorf. Troz der eifrigen in der Hasenheide aufgetretenen Tripper Epidemie handle veranlaßt, die vorläufige Bauerlaubnis zu erteilen, vorbehaltlich der Nachforschungen ist bisher weder die Leiche Brigls noch die des es sich um eine harmlosere Sache, um den„ bekannten fatarrhali- im weiteren Verfahren geltend machenden Forderung einer Gegen- bootes wurden neuerdings noch aufgefischt. Die Leiche der Frau Fischers Peters gefunden worden. Nur einige Bretter des Unglücksschen Ausfluß skrophulöser Kinder", ist in der Sonnabendnummer an leistung für die durch Herstellung der neuen Ober- und Unterleitungs Brigl, welche an Armen und Händen wahrscheinlich von Boots der Hand der uns von der Anstaltsleitung selber gemachten Angaben Anlagen eintretende Mehrbelastung der städtischen Straßen und trümmern Herrührende Verlegungen aufweist, soll vorläufig in einem beleuchtet worden. Diese von Herrn Stadtrat Straßmann in der Bläge. Nach langen Verhandlungen mit Vertretern des OberStadtverordneten- Sizung vorgebrachte Behauptung erscheint nicht nur präsidenten, des Polizeipräsidenten und der Straßenbahn kam verlöteten Zinksarge in Heringsdorf bleiben. Der verunglückte Fischer recht wenig glaubhaft gegenüber dem unumwundenen Geständnis schließlich ein Vergleichsvorschlag zu stande. Nach diesem verpflichtet Verhältniffen. Es ist deshalb bereits ein Aufruf veröffentlicht fich die Straßenbahn, eine jährliche Entschädigung von einer Mark worden, in dem Badegäste und Einheimische um Gaben für die der Anstaltsleitung, sondern ist auch im höchsten Grade für das laufende Meter vertraglicher Accumulatorenstrecken( zwei- Witwe gebeten werden. Außerdem haben, wie gemeldet wird, die berenstaisleitung fondauf die as bedenklich im Hinblick auf die Wirkungen, die sie haben geleifig für eingeleifig gerechnet) zu zahlen. Das für die unterirdische Angehörigen des extrunkenen Verlegers Brigl 2000 M. zur Untertann. Herrn Stadtrat Straßmann kommt es wahrscheinlich darauf Stromzuführung zur Anwendung gelangende System ist das von stüßung für die Hinterbliebenen des Schiffers Peters gegeben. Für an, die Eltern der angesteckten Kinder zu beschwichtigen. Wir Siemens u. Halste eingerichtete, bewährte Kanalſyſtem. Die Länge die Bergung der Leiche Brigle ist von seinen Hinterbliebenen eine werden, so lange nicht in wissenschaftlich unanfechtbarer Weise die der nach dem Vertrage zu betreibenden Strecken beträgt rund Straßmannsche Behauptung als zutreffend erwiesen ist, es für unsre 18 000 Meter, wozu noch 1400 Meter Strecken der mit inbegriffenen Belohnung von 1000 m. ausgesetzt worden. Berlin- Charlottenburger Straßenbahn kommen. Die beiden Gesell- Für die Zuhälter ist jetzt eine schlimme Zeit, denn wenn sie schaften haben hiernach außer den übrigen Abgaben für die Zu- vor Gericht fommen, machen die Straffammern immer mehr von timmung zur Beseitigung des Accumulatorenbetriebes 20 000 m. dem Rechte Gebrauch, gegen diese Art von Menschen außer auf Gevollendeten Thatsache steht, so bleibt ihr nichts andres übrig, wie erkennen. jährlich zu zahlen. Da die Stadtverordneten- Bersammlung vor einer fängnis auch noch auf Ueberweisung an die Landespolizeibehörde zu Diese Maßregel ist den Tagedieben natürlich höchst nachträglich zuzustimmen. unangenehm, denn diese fürchten das Gefängnis nicht so sehr als drei Kuppelei- Prozesse verhandelt, die damit endeten, daß gegen alle das Arbeitshaus. Gestern wurden vor zwei Ferienstraffanimern brei zuhälter die erwähnte strengere Maßregel zur Anwendung gebracht wurde. Pflicht halten, einer vorzeitigen Beschwichtigung der Eltern entgegenzutreten. Wir haben dazu den folgenden Grund, den man gefälligst mit angeben wolle, wenn man in bekannter Wahrheitsliebe nun über den„ Vorwärts" verbreiten wird, daß es ihm nur darauf ankomme, die Eltern nicht beschwichtigen zu laffen". fann aus folgenden Zahlen ermessen werden. Wie groß der Rückgang der Bauthätigkeit in Berlin ist, 1890/91 betrug die Zunahme an Grundstücken und Versicherungswert bei der städtischen Feuerfocictät 442 Grundstücke im Werte von 143 Millionen Mark, im folgenden Jahre nur noch 388 Grundstücke mit 138 Millionen Mark Wert und im Jahre 1899/1900 nur noch 155 Grundstücke mit 90 Millionen Mark Wert, d. h. 287 Grundstücke im Werte von 53 Millionen Mark weniger als vor 10 Jahren. Der Unterschied die bekannten großen Warenhäuser und einige große Geschäfts- und würde noch weit bedeutender sein, wenn nicht in den letzten Jahren Fabrikgebäude gebaut werden wären. " Im Wahnsinn das Leben genommen hat sich die 56 Jahre alte Almosenempfängerin Henriette Haase aus der Causseestr. 47. Seit 15 Jahren Witive, bezog sie in den drei letzten Jahren eine Armenterstützung von monatlich 15 M. Vor einigen Monaten geliehen und könne nun das Geld nicht wiederbekommen. Diese flagte sie dem Hausverwalter, sie habe eine Erbschaft an Verwandte Selage ließ sie seitdem gegenüber dem Verwalter und andern HausWir haben bereits früher darauf hingewiesen, daß, wie die frag liche Krankheit ursprünglich von außen in die Anstalt eingeschleppt worden ist und sich dann hier allmählich weiter verbreitet hat, geTegentlich auch das umgekehrte Verhältnis, die Einschleppung aus der Anstalt in die Familie, festgestellt worden ist. Es beginnen sich die Anzeichen zu mehren, daß das öfter geschehen ist. Uns sind bis jetzt drei Fälle bekannt geworden, in denen Kinder sehr bald nach ihrer Entlassung aus dem ElisabethKinderhospital zu Hause als angeſtedt erkannt worden find. Ueber den einen, der sich bereits im Januar ereignete, uns aber leider erst im August( 1) mitgeteilt wurde, haben Anch ein Mangel an Arbeitskräften. Nicht weniger als genossen häufiger hören. Dabei wurde die Frau von Tag zu Tag wir bereits berichtet. Zwei andre Fälle stammen aus der letzten 450 Stellen von unbesoldeten Gemeindebeamten und aufgeregter, so daß sie oft Stunden lang in der Wohnung und im Sie war augenscheinlich geisteskrant geworden. Zeit, darunter ist ein Fall, der erst in der 2. Hälfte des Auguſt be- Boreinschägungs- Kommissionen find vakant und neu zu besetzen. Wer Das letzte Mal sah man sie am Freitagnachmittag. Als der HausSchiedsmännern, sowie von Mitgliedern der Einkommensteuer- Hause innherlief. obachtet worden und jetzt zu unsrer Kenntnis gelangt ist. Im Gemeindebeamter und Mitglied dieser 6000 Personen umfassenden die Wohnungsthür durch einen Schlosser öffnen ließ, fand man Frau verwalter am Sonnabendabend auf Veranlassung der Revierpolizei Hospital selber ist, so viel wir wissen, am 10. August das letzte Kind Körperschaft werden will, findet dazu jetzt die beste Gelegenheit. Haase als Leiche an der Thürklinke hängen. am Tripper erkrankt. Wenn das oben erwähnte Kind, das nach Mitte August entlassen und dann zu Hause als angesteckt erkannt Christianiastraße hat am Sonnabend stattgefunden. Am nächsten Die Bauabnahme der neuen Gemeinde- Doppelschule in der Das rätselhafte Verschwinden eines Studenten beschäftigt wurde, noch länger in der Anstalt geblieben wäre, dann wäre auch Sonnabend findet die Bauabnahme der neuen Gemeindeschule nebst 15. Dezember 1878 geborene, in der Gutenbergstr. 4 zu Charlottengegenwärtig die Charlottenburger Kriminalpolizei. Der zant in diesem Falle die Krankheit noch in der Anstalt zum Lehrer- Wohngebäude und Turnhalle in der Grenzstr. 8, sowie des burg wohnhaft gewesene Studiosus Heinrich Becher verließ ohne Ausbruch gekommen. Es ist leicht mögilch, daß noch eine Umbaues der 73. Gemeindeschule in der Wiesenstr. 66 statt. Angabe eines Zieles am 3. d. M. seine Wohnung und ist seit dieser ganze Reihe andrer Kinder den Keim der KrantBeit spurlos verschwunden. Die in den Krankenhäusern, auf den heit aus der Anstalt mit herausgenommen hat, und Sanitätswachen usw. angestellten Nachforschungen nach dem Verbleib daß die Eltern hinterher, wenn die Krankheit zum Ausbruch kommt, des jungen Mannes sind ergebnislos geblieben. Der Vermißte ist die auftretenden Erscheinungen für etwas ganz Harmloses halten. 1,75 Meter groß und von schlanker Gestalt. Er hat dunkelblondes Das wäre zwar ein Glück für das Kinderhospital, dem man dann Haar, ein längliches Gesicht, auf der linken Kopfseite und über dem nicht mehr nachsagen könnte, daß noch weitere Ansteckungen erfolgt linken Auge je eine Narbe. Bekleidet war er mit einem grauen find, aber es bedeutete eine schwere Gefahr für die davon Jackettanzug. Der Fabrikbefizer Paul Hardegen, Elisabethufer 5/6, Berlin, betroffenen Familien. Die schlechten Wohnungsverhältnisse ist als Sachverständiger für elektrische Anlagen für das Zwei Einbrecher wurden gestern früh um 4 Uhr bei der der weniger bemittelten Bevölkerung begünstigen die Verbreitung Kammergericht und die Gerichte der Landgerichtsbezirke Berlin I Arbeit überrascht. Als ein Wächter durch die Niederwallstraße einer solchen Krankheit in hohem Grade. Der Herr Stadtrat thäte und II bereidigt worden. ging, sah er am Grundstück Nr. 27 die Hausthür aufstehen und zwei also beffer, seinen Beschwichtigungseifer zunächst noch etwas zu Das Präsidium der General- Konferenz der evangelischen Ruf nach einem Schußmann lief einer der Männer davon, während Männer auf dem Flur und dem Hofe herumhantieren. Auf seinen mäßigen. Er fann durch unzeitigen Eifer mehr schaden als nüßen. Diatoniffen- Mutterhäuser ersucht uns, aus Anlaß der in Nr. 205 ge- der andre fich versteckte. Jener entfam, dieser wurde schließlich von Die Sache hat übrigens neben dieser sanitären auch noch eine brachten Besprechung der Broschüre Unter dem Deckmantel der Beamten und andren Leuten, die hinzutamen, auf dem Hofe unter petuniäre Seite. Die Eltern der angesteckten Kinder hatten Barmherzigkeit", darauf hinzuweisen, daß auch nach den Mitteilungen einem Haufen Kisten hervorgeholt und festgenommen. Die Eindem Krankenhause bereits mehrfach Schwierigkeiten wegen des Berfaffers für die gerügten Mißstände mur die sog.„ wilden brecher hatten den Laden des Cigarettenhändlers Brundzky, der erst der Bezahlung gemacht, durch die Beschwichtigungsrede des Schwestern" in Betracht kämen und die barmherzigen katholischen vor vier Monaten aus Rußland hierher fam, um ein Geschäft zu Herrn Straßmann werden aber der Krankenhaus- Verwaltung weitere Das legtere trifft zu, doch flagt der Verfasser, wie wir auch hervorbereits im Thorweg( aufgestellt. Der Festgenommene ist ein Schwestern wie die evangelischen Diakonissen ausgenommen seien. eröffnen, vollständig ausgeplündert und die Beute zum Wegschaffen Unannehmlichkeiten dieser Art wahrscheinlich erspart bleiben. Bei gehoben haben, ausdrücklich die meist unter der Leitung adliger Arbeiter" Jetschel, der erst am Donnerstag voriger Woche aus dem denjenigen Kindern, die noch in der Anstalt selber erkrankt sind, ist Damen stehenden„ Vereinsschwestern" der gerügten Ungehörig Buchthause kam. Er wurde gefesselt von der Wache des 40. Reviers ja der Nachweis schwer zu führen, ob und um wieviel sie deshalb keiten an. länger darin bleiben mußten, um wieviel also die Verpflegungskosten der Kriminalpolizei zugeführt. Merkwürdige Sympathiebeweise. In einem hiesigen Blatt eventuell zu ermäßigen wären. Wo aber die Krankheit erst im Hause zum wird berichtet, daß aus Anlaß des Attentats auf Mc Kinley die Durch einen Sturz von der Treppe schwer verunglückt ist Ausbruch gekommen ist, da sollte man doch versuchen, dem Krankenhause hiesigen American Bars überaus start von den hier gestern nachmittag die 5 Jahre alte, einzige Tochter Anna des über die Kosten von Arzt und Apotheker eine Gegenrechnung weilenden Bürgern der Vereinigten Staaten besucht gewesen seien. Arbeiter Billachschen Ehepaares aus der Bionskirchstraße 8. Während über die Kosten von Arzt und Apotheker eine Gegenrechnung Es ist ja auch deutscher Brauch, seinen Schmerz in Schnaps zu er- andre Kinder im Flur des Vorderhauses spielten, jah Anna Billach zu überreichen. Die Hospitalverwaltung hat sich ihrerseits beeilt, tränken, aber so etwas teilt man doch nicht in der Zeitung mit. vom Treppenabsatz des ersten Stockwerks zu. Plöglich stürzte ſie, tönnen. Auch die Artisten organisieren sich. Unter dem Namen Internationale Artisten loge" haben sie einen Verein gegründet, der bei Aufnahme von Mitgliedern, was persönliche Ehrenhaftigkeit betrifft, vorsichtig zu Werke gehen will. Leiter des Vereins ist der Arrangeur lebender Bilder Henry de Vries, Schatzmeister ist Robert Steidl von Apollo- Theater. : sei es, daß sie sich zu weit über das Geländer hinauslehnte, sei es, Von der Unfallstation. Eine Lokalforrespondenz meldet: In daß sie auf diesem hinabrutschen wollte, topfüber auf den steinernen der Nacht zum Sonntag hielt vor dem Hause Belle- Alliancestr. 91, Belag des Flurs hinab. Die auf das Geschrei der Kinder mit in welchem sich die 18. Unfallstation befindet, die Taxameter- andren Frauen herbeieilende Mutter fand die kleine mit gebrochenem vergeblich abmühte, einen offenbar von Strämpfen befallenen allee, der die erste Hilfe leistete, ließ die Schwerverletzte nach dent Droschte Nr. 9206, in welcher sich ein behelmter Schumann Schädel daliegen. Ein Arzt der Rettingswache in der KastanienMann zu bändigen. Wie man sagte, hatte der Hüter der Ordnung Krankenhause am Friedrichshain bringen. den Kranken hilflos auf einer Straße nahe der Nixdorfer Grenze zur Aufbringung der Verpflegungskosten, soweit sie nicht von den Eltern voll bezahlt worden sind, die städtische Armen verwaltung in Anspruch zu nehmen, und die Armenverivaltung hat es nicht weniger eilig gehabt, von den Vätern unter Androhung des Wahlrechts- Verlustes die volle Rüd erstattung binnen vier Wochen zu fordern. Einer dieser Väter, bei dessen Kind die Ansteckung erst im Hause, aber gleich nach der Kind bie Entlassung aus der Anstalt erkannt wurde, hat der Armendirektion aufgefunden und sich seiner angenommen, um ihn der Unfall- Ueber die Geschichte des Alkoholismus unter Berild den Fall vorgetragen, ist aber furzer Hand abgewiesen worden. station zuzuführen. Deren Laterne brannte auch sehr hell. fichtigung der wirtschaftlichen Verhältnisse spricht Mittwochabend Ge Der Mann ist dann zum Polizeipräsidenten gegangen, hat aber Drinnen, hinter der verschlossenen Thür aber war's finster und der nosse Dr. Hirschfeld in einer vom Verein abstinenter Arbeiter veranstalteten Wer hier in der Geldangelegenheit natürlich erst recht teine Hilfe erhalten Droschkentutscher klopfte imd flopfte, aber niemand öffnete. Das im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, merkwürdige Schauspiel lockte trotz der mitternächtigen Stunde ammlung. Der Verein fordert die Parteigenossen zu zahlreichem Unser Magistrat hätte, wie man sieht, Anlaß genug, sich mit dem Kranken und zahlreiche Bassanten an, welche teils die Droschke mit Besuch auf. seinem Wächter, teils die verschlossene Fenernachrichten. In einer Mansardenwohnung des Hauses Nach der Grtlärung des Stadtrats Straßmann scheint allerdings ge- mit seinen Ichweren Stiefeln donnerte, um aber als nicht ermittelter ftriache Feuer aus, das schnell um, ſich der Droschkentutscher schließ- Hollmannstr. 21 tam Sonntagabend in Abwesenheit der Wohnungss wartet werden zu sollen, bis von der Hospitalverwaltung eine offizielle standen. Es rührte sich nichts. Inzwischen wand sich der Kranke griff und einen Teil des Trockenbodens sowie den Dachstuhl ergriff. Mitteilung eingeht. Wir fürchten, da wird der Magistrat lange noch immer in Krämpfen und ein zweiter Schumann, der Die vollständige Ablöschung nahm eine Stunde in Anspruch. Außer warten können. vorüberging, bestieg die Droschke, um seinem Kameraden Beistand dem Dachstuhl, der erneuert werden muß, hat die oberste Etage und zu leisten. So verging etwa eine Viertelstunde, während welcher besonders die Einrichtung des Buchdruckers Wilhelm Köhler start Gasdruckregler und Gasautomaten. Die Gasdeputation bas Justitut der Unfallstationen eine recht bittere Kritik üaer sich durch Wasserschaden gelitten. Vorher war Frankfurter Allee 135 in beschäftigte sich in ihrer lezten Sizung mit der Einführung von ergehen lassen mußte; es wurden auch Vermutungen über den Auf- einer Schantstube Spiritus in Brand geraten. Fürstenstr. 19 hatten Gasdrudreglern, die für die Gasverbraucher eine wesentliche enthalt des Wach" Personals ausgesprochen und ein Betten und Markusstr. 52 Hölzer in einer Stellmacherei Feuer ges Ersparnis beim Verbrauch bedeuten, weil der Druck durch diefen Beamter meinte recht unmutig, daß derartige Scenen sich hier fangen. In der Blankenfeldestr. 13 brannte die Balkenlage und neuen Apparat auf das genaueste geregelt wird. Durch die Ein- häufiger ereigneten. Endlich wurde geöffnet und der Kranke im Oranienſtr. 153 Teer. führung solcher Gasdruckregler wird auch eine bessere Ausnutzung Beifein des Heilgehilfen hineingetragen. Es scheint da etwas und praktischere Gestaltung des Gasrohrnezes ermöglicht, so daß nicht in Ordnung zu sein: Funktioniert die Nacht glo de dieser„ Regler" als ein wesentlicher Fortschritt bezeichnet werden nicht oder hört man drinnen das Donnern gegen die Thür muß. Die städtischen Gaswerke geben diese Gasdruckregler gegen nicht oder ist der Wacht habende" zeitweise ab= Fischer, Fräulein Helene Schröder, eine Tochter der bekannten Gesangeine billige jährliche Miete leihweise oder auch fäuflich ab. Die wesend? Eine Untersuchung des Falles erscheint im Interesse Miete für einen Regler, passend zu einem Gasmesser von 10 Flammen diefer notwendigen Einrichtungen dringend erwünscht! foll jährlich 2,40 M. betragen und für 20 Flammen 3 M. Natür- Die Mordaffaire bei Angermünde hat nunmehr ihre voll- Arend Hannover ist aus dem Radrennen auf der Rennbahn lich kann man auch Regler für 5 Flammen, 30 und mehr Flammen ständige Aufklärung gefunden. Der ermordete Snabe ist als der am Kurfürstendamm Sonntag als Sieger hervorgegangen. erhalten, 13 jährige Sohn Erwin des Tischlers Thiedig, Potsdamerstraße 77, Der bekannte Fahrer hat diesmal den Preis von 3000 M. im heißen Mit der Einführung neuer Gas automaten foll nunmehr retognosciert worden. Der Mörder ist als der noch nicht 18 jährige Kampf mit Ellegaard und Huber erringen müssen. Seine auch in der nächsten Zeit begonnen werden. Den Gaswerken liegen Barbiergehilfe Harandarczki, der zuletzt in Friedrichsberg bei Berlin Sache stand durchaus nicht günstig. Als er in der letzten Runde zum schon über 300 Anträge vor. Diese Anmeldungen lassen den Schluß wohnte, ermittelt; er hat sich durch Selbstmord der irdischen Spurt übergehen wollte, brach plöglich Ellegard hinter ihm hervor zu, daß der Gasverbrauch in Berlin, gleich dem in London, noch Gerechtigkeit entzogen. Seine Leiche wurde Sonntag in dem Wasser und überholte ihn um zwei Radlängen. Huber sette dem Dänen rapide zunehmen wird. eines Torfftiches bei Angermünde aufgefunden. Der kleine Thiedig nach, so daß Arend auf den dritten Platz fam. Huber war bald ben 11. September, mittags 12 Uhr, führen aus: Herr Musikdirektor Otto Dienel, die Opernsängerin Frau Hedwig Kroker- Murrmann, Frau Valesta lehrerin Frau Natalie Schröder, Herr Hans Bussenius, Violinist, und Herr Organist Paul Heuer. Der Eintritt ist frei. Orgelkonzert. Den Orgelvortrag in der Marienkirche am Mittwoch, und Erfaz desselben durch Betrieb mittels ober- und unterirdischer Wohnung des Barbieren Schaffer in der Der lettere, der früher Im Trostfahren für die im Großen Preis leer ausgegangenen siegte Stadt und Straßenbahn. Aus dem Rathause wird gemeldet: war seit dem 31. vorigen Monats verschwunden. Er hatte, eingeholt, doch glückte es Arend, mit aller Kraftanstrengung im legten Der Magistrat sucht in einer Vorlage die Genehmigung der Stadt- wie er dies schon öfter gethan, den Unterricht in der Schule Augenblick auch Ellegaard zu überholen und ihn wenige Meter vor dem verordneten zu einem mit der Großen Berliner Straßenbahn ge- verfäumt, tehrte aus Furcht vor Strafe nicht wieder nach Biel mit einer halben Länge zu besiegen. Mit dem üblichen Lorbeertroffenen Abkommen wegen Einstellung des Accumulatorenbetriebes Hause zurück und hielt sich in der in Friedrichsfelde belegenen franz absolvierte Arend die Ehrenrunde. Die Bahn war sehr gut besucht. Stromzuführung nach. Durch eine landespolizeiliche Verfügung vom in dem Friseurgeschäft von Schäffer in der Steinmeßstraße in Käfer vor Buisson, Grogna und Mündner, und im Handicap Althoff mit 26. September 1900 war der Großen Berliner Straßenbahn auf Stellung und hier die Bekanntschaft des Erwin gemacht hatte, war 120 Meter Vorgabe gegen Ferrari( 40), Jue( 50) und Demfe( 140). gegeben worden, innerhalb einer Frist von 2/2 Jahren den Betrieb mit dem Knaben eng befreundet und verheimlichte infolgedessen Von den beiden Tandemkonkurrenzen gewannen Arend Ellegaard mit Accumulatoren einzustellen und durch Betrieb mit oberirdischer auch den Eltern den Aufenthalt des Schülers. Am Dienstag voriger das Brämienfahren vor Althoff- Scheuermann und Gougolz- Jue, Stromzuführung zu erseßen. Die Straßenbahn beantragte fofort Woche fuhren die Beiden nach Angermünde, vermutlich, um von dort während im Vorgabefahren Dente- Hofmann( 140) gegen Stäserdie Zustimmung der Stadtgemeinde zu erteilen. Die Verkehrs- aus Prenzlau zu erreichen, wo sich ein Bruder des kleinen Thiedig Kudela( 0) und Gougolz- Jue( 20) die Oberhand behielten. deputation mußte anerkennen, daß die Straßenbahn außer in Stellung befindet. Die jungen Leute nächtigten, da sie keine GeldJm Berliner Aquarium erstrecken sich die diesmaligen Neustande war, mumehr die Bestimmungen des bestehenden Vertrags mittel mehr besaßen, im Freien und vermutlich in einem Anfall Anschaffungen außer auf die Abteilung der Vierhänder, welche um einige zu erfüllen und beschloß, über die Gegenleistungen der Gesellschaft von Geistesstörung tötete der Barbiergehilfe den ruhig schlafenden neuweltliche Arten bereichert wurde, insbesondere auf die Klasse der Repzu unterhandeln. Diese Verhandlungen waren ergebnislos. Die Knaben, dessen Gesicht er nach der That mit seinem Hut bestilien. Gleich in dem ersten Raum des Schlangenganges fällt dem Besucher eine gewaltige Echse von solcher Länge und Stärke auf, daß der Late fie eher für ein Krokodil als für eine Eidechse halten wird. Da sie mindestens anderthalb Meter lang und von entsprechender Stärke ist, also alle bisher und da sie auch sehr bissig i gift so hat man ihr eins der großen Glashäuser allein einräumen müffen. Sie gehört zur Familie der Warane und zur Gattung der Wasserechsen( Hydrosaurus) und ist im hinterindisch malanischen Gebiet zu Hause, wo sie von den Eingeborenen gefürchtet, indessen doch auch hier und da des Fleisches wegen gejagt und von den Singhalesen bei den mit der Bereitung einer schrecklichen Giftmischung einhergehenden abergläubischen Gebräuchen verwendet wird. In der Heimat hält sich der auf grau und grünlich schwarzem Grunde gelbgetüpfelte und weißlich gebänderte„ Sabaragoya"( wie ihn die Singhalefen nennen), mit Vorliebe an Flüffen und Bächen auf und räubert fleine Vierfüßler, Geflügel, Vögel, Gier. " Vereinskalender. Oeffentliche Bibliothek und Lesehalle zu unentgeltlicher Be: nutzung für jedermann, Alexandrinenstraße 26, Gartenhaus. Geöffnet werktäglich von 51/ 2-10 Uhr abends, an Sonn- und Feiertagen von 9-5 und 3-6 Uhr. Reichhaltige Bibliothet und 430 Beitungen und Beitschriften jeder Art und Nichtung. Diskutierklub Reimer", Seidel, Hochftr. 38. " " Witterungsübersicht vom 9. September 1901, morgens 8 Uhr. Stationen Barometer fland mm Wind richtung Windstärke Swinembe 770 SO Hamburg 7660 768OSO Bertin München 766.SO Weichfelduft III", Schulz, Neu- Weißensee, Sedanfir. 24. Gritner Sain", Franki./m. 764 ND Wien 767 Still " 1 1 " su s Wetter 5° C= 4° N. Temp. n. 6. Stationen Barometer 111 land mm Wind Bunja Windstärke Wetter Temp. n. 6. # 151 15°.-4° R. 2 heiter 11 paparanda 770 Still 757 SW bebedt 36ebeat 16 2 bedeckt 11 Detersburg 3 wolfen! 10 Cort. 1polfig 14 Aberdeen 2 bedeckt 14 Paris -bedeckt 11 Briefkaffen der Redaktion. ftraße 11, Neumann. Geranium", Borndorferstr. 8, Matter. Weichfel duft II", Röslinerstr. 3, Strabbenhöft. Seegras", Diegnigerstr. 18, Mane gold. Bolldampf", Münchebergerfir. 9, Lubsee. Lustige Brüder", Neugethersporfer Weg 38,& elmte. Fidele Brüder III", Fidinger, Victoria", Heiler, Borhagenerstr. 21. Edelweiß Butbuſerſtr. 19. Rirdorf, Ringbahnstraße 24, Fauftner." Einsiedler", Neu Weißensee, Wilhelmftr. 2. Jrmeler. Flora", Wilfen, Friedrichsberg, Kronprinzen ftraße 14. Abguß II". Schulz, Höchstesty.30. Gloria", Röslinerftr 11. Tabat zur Zukunft" Neu- Weißensee, Neuendorf, Friedrichstr. 5. Afche", Kant, Charlottenburger Ufer 2." Thonpfeife", Schöneberg, Schieber, Sedanstr. 52. Nordpol", Günther, Hennigsdorferstraße 4. Rott, Straßmannstr. 23. Kernipige", Krusemart, Rirdorf, Jägerstr. 69. Columbus", Conrad, Urbauftr. 87. Palmerio", Suifitenstr. 17. Feſte Männer", Kubagfn, Arndtstr. 21. Talu", Giebel, Neu- Weißensee, Sedan Dem Zoologischen Garten hat der erste Offizier des Lloydftraße 30. Weichselduft Moabit", Bibell, Rostoderstr. 31. leeblatt", dampfers Roland", Herr Nahrasch, awei junge Weißnafen Wiedersehn", Neu- Weißensee, Weber, Friedrichstr. 35. Rummelsburg, Kantstr. 43. Gesundbrunnen", Klinge, Rolonieftr. 137. Rauchflub Ohne Friedenau. Französischen Elementar- Unterricht erteilen die städtischen bären, Nasua narica L., gescheutt. Die Nasenbären sind 3wang" Späth, Weinstr. 28. Fortbildungsschulen in Berlin gegen ein Schulgeld von 4 M. halbjährlich. wohlbekannte, in jeder Menagerie, in jedem zoologischen Garten an- Arbeiter Turnerbund. Dienstag: Tund. Fichte", Berlin, abbs. Die Kurse beginnen Anfang Ottober. Wenn Energie und guter Wille beim zutreffende Tiere. Ihre Heimat ist Amerita. Erst in neuerer Beit 8-10 Uhr: 2. Männerabt: Staligerstr. 55/56; 4." Männerabt.: Moabit, Bernenden vorhanden ist, dann sind die Unterrichtsbriefe von Touſſainthat man mehr darauf geachtet, daß sie in den verschiedenen Gegenden Siemensstr. 20; 5. Männerabt.: Aderstr. 67; 6. Männerabt.: Stallschreiber: Langenscheidt( Preis 27 M., auch einzeln a 1 M.), die Sie in jeder Buchnicht gleichmäßig aussehen. Man tonnte schon lange eine dunkle straße 54; 9. Männerabt.: Müllerstr. 158, Ede Triftstraße; 11. Männer Abt handlung erhalten, ein vorzügliches Mittel zur gründlichen Erlernung der und eine hellere Abart unterscheiden. Heute weiß man, daß der Fürbringerstr. 33; 1. Lehrlingsabt: Friedenstr. 37; 3. Lehrlings abt.: Boech Sprache. Für Vorgeschrittene soll sich auch der Unterricht in der Berlitzdunkle Weißnasenbär ein andres Vaterland hat als der rote Rüssel- raße 17/20; 6. Lehrlingsabt: Reichenbergerstr. 67/70; 1. Damenabteilung: School, Leipzigerstraße, Ede Mauerstraße( für zwei Stunden die Woche Mariannen- Ufer la Turno.„ Eiche", Köpenid, Männer: u. Jugendabt. monatlich 12 M.) empfehlen. bär. Die nunmehr dem hiesigen Garten geschenften Gremplare aus Scheer, Wilhelmsgarten, abends 7-9 Uhr: Uebungsst. Frete 3. P. Straffällig. ist ein Verstoß gegen die in einem Mietsvertrag auf: Central- Amerika geben den sicheren Nachweis, daß der mittel- Turnerschaft Rirdorf Briz", Bethge, Briz, Chauffeeſtr. 39, 61/2 bis gestellte Hausordnung nicht. Wohl aber sind in den meisten Mietsverträgen amerikanische Coati" wieder von dem nordamerikanischen verschieden 8% Uhr: 2. Schülerinnen Abteilung, 8 bis 10% Uhr: 2. Franen: Berstöße gegen die Hausordnung mit dem Ermissionsrecht bedroht. Dieses ist und machen es wahrscheinlich, daß entsprechend dem von Abteilung. Turnerschaft d. V. Nereus"( gegründet 1882), Männerabt., Ermissionsrecht wird als zu Recht bestehend erachtet; nur darf es nicht Matfchie vertretenen Gesetz der geographischen Abarten jedes Reichenbergerstr. 131/132, abds. 8-10 Uhr., Damenabt. Manteuffelstr. 7, chifanös oder in Verstoß gegen Treu und Glauben, z. B. wegen verfehentabds. 8-10 Uhr. Streit. Es fönnte Ziergebiet in Amerita eine besondere Form des Nasenbären auf- Chauffeeftr. 104, abends 812" bis 10% Uhr. Turno. Froh und Frei", Groß Lichterfelde, Bagel, lichen Hinauslegens der Betten, ausgeübt werden. zuweisen hat. Freie Turnerschaft" in höchstens wiederholt ein Pfändungsversuch unternommen werden. Daß das Friedrichsfelde, abends 81/ 2-102 Uhr, bei Bube, Prinzen- Allee 30. geschehen wird, ist aber nicht anzunehmen. Rügen 5. 1. Falls Sie, Arbeiter- Schwimmerbund. Anfragen an E. Bratte, Schulstr. 24. wie es scheint, Miterbe geworden sind, haften Sie auch für diese Schuld des Dienstag: Schwimmflub..Neptun"( Weißenfee), abends 7 Uhr, Seebad, Rachlasses. 2. Das Eigentum Ihrer Frau haftet nicht für Ihre Schulben. Weißensee. Schwimmverein Ost", Berliner Schwimmschule, Stralauer A. K. 42. Wenden Sie sich an die Stiftung Nationalbank für Allee. Schwimmklub Bellas", Berliner Schwimmschule, Stralauer Allee. Veteranen" und an das Kriegsministerium.- Borne. Ihren Plan fönnen Arbeiter Stenographenverein Müller: " Stolze".( Einigungssystem.) Sie durch Bildung einer Konsumgenossenschaft verwirklichen. Bezirk Norden", bet Gleinert, Schulftr. 29, abends 81 Uhr. ftraße 164. Die damals eingereichten Schriftstücke erhalten Sie vom Arbeiter Radfahrerbund Solidarität". Gau 9( Prov. Branden- Gericht nicht zurück. Zwecks Wiederverheiratung müssen Sie Auseinander: burg.). Alle zuschriften und Anfragen, den Bund betreffend, sind zu richten sezung beim Amtsgericht beantragen. Ein Beispiel für solchen Antrag Verein der Mineralwasser Arbeiter. Jeden Dienstag nach an den Bau- Borsigenden Karl Fischer, Berlin NW., Waldstr. 8. Dienstag: finden Sie S 224 Nr. 19 des dem„ Arbeiterrecht" beigefügten Führers. Arb. Radf. Verein Rigdorf", Thomas, Hermannstr. 48/50. 1000. Ja. bem 15., Hecht, Schmidstr. 21. Rabf. Berein Dag, Urbeiterrecht" liegt in den öffentlichen geſehallen aus. Arbeiter Sängerbund Berlins und der Umgegend Vorsitzender: Frisch auf" in Baumschulenweg jeden 1. und 3. Dienstag im Monat, Das Erbrecht des Ehegatten einer nach dem Adolf Neumann, Brunnenstraße 150. Erster Staffierer: Seifrit, Fibicin Dabelom, Baumschulenstr. 14. Arb. Radf. Berein Vorwärts" in Schöne: 31. Dezember 1899 geschloffenen Ehe ist, falls tein Testament vorliegt, wie Straße 16. Alle Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten an berg, jeden Dienstag nach dem 8. und 21. bei Obst, Meiningerstraße 8. folgt: 1. Sind weder Abkömmlinge noch Eltern, noch Großeltern, noch Ge Friedrich Kortum, Lausitzerstraße 33. Dienstag, Uebungsstunde abends Arb. Radf. Verein Fester Wille" in Berlin, Bachgänger, Swinemünderstr. 34. schwister, Geschwisterfinder oder weitere Abtömmlinge von Geschwistern des 9-11 Uhr. ,, Gerechtigkeit"( Westen), Bartel, Bülowftr. 59 Olympia", „ Voran", Elyfium, Landsberger Allee 40/41. Fahr wohl II 1900", Verstorbenen vorhanden, so erbt der überlebende Ehegatte den ganzen Zimmermann, Grüner Weg 29. Hand in Hand I", Turan, Rausch". Hussitenstr. 9. Norden", Löhricht, Banfftr. 32d." Oberfpree", Nachlaß allein. 2. Sind Abkömmlinge( Kinder, Entel, Ürentel usw.) des Naunynftr. 88. ,, Streuzberg", Heinze, Bergmannstr. 70. Edelweiß", Ober: Schöneweide, John, Wilhelminenhoffir. 18.- Glück auf", Friedrichsberg, Verstorbenen vorhanden, so erbt der überlebende Ehegatte 14 des Nachlaffes. Lüpple, Melchiorstraße 15." Echo", Mündner, Linienstr. 19. Landhaus, Gürtelstr. 22." Adler", Rigdorf, Bracht, Ziethenstr. 77. 3. Hinterläßt der Verstorbene Eltern, Geschwister, Geschwistertinder oder Wiederhall", Schnieber, Admiralstr. 21." Freiheit II", Schmauser, Großeltern, aber keine Kinder, Enkel usw., so erhält der überlebende Gatte Adlershof, Bismarcftr. 16.- Myrthenblätter", Spät, Georgenkirchstr. 65. die Hälfte des Nachlaffes und überdies als sogenanntes Voraus alle ,, Unverzagt II", Bachstein, Salzwedelerstr. 16. Note Nelte II", Rosin, Gegenstände, die zum ehelichen Haushalt gehören, und die Hochzeitsgeschenke. 2. 8. Sie Ruppinerstr. 42. Frau A. D. Solche Schulen sind uns nicht bekannt. Borwärts IV", Schulze, Rathenow, Jägerstr. Alpenglocke", Gold, Große Frankfurterstr. 133. Weddinger Harmonie", find, falls Sie nicht etwa Tabat- Heimarbeiter sind, nicht mehr versicherungs: Milbrodt, Müllerstr. 7. Vorwärts VIII", Schurbaum, Marwis in pflichtig. Sie fönnen aber sich selbst weiter versichern. Sie müßten dann der Mart. Sangeslust II", Bergmann, Bajewalferstr. 3. Weiße mindestens 40 Beitragsmarken alle 2 Jahre leisten, um nicht der Rechte und Rose I" Buffe, Reinickendorf, Gesellschaftsstraße. Arbeiter- Mai: der Versicherung verlustig zu gehen. Kleben Sie nicht weiter, so ist Ihr bund", Hiemte, Nowawes, Wallstraße 55. Glasarbeiter", Köpenick, Anrecht aus der Versicherung erloschen. H. D., Luckenwalde. Auch Müggelheimerstr. 29.„ Esmeralda", Schammler, Warschauerstraße 14. unter diesen Umständen hätte eine Klage Ihrerseits wenig Aussicht Kreuzberger Harmonie", Möhring, Admiralstraße 18 c. Nord Ost", auf Erfolg, weil Sie den Zustand ein Jahr lang geduldet haben. Mehlis, Lichtenbergerstr. 17." Freie Feldblume", Schmidt, Staliger: A. 2. 38. Wenn Sie beweisen, daß die Mietszahlung stets oder Straße 51/52. Einig", Schulz, Blumenstr. 38. Morgenroth", Rummels häufig ohne Einwendungen verspätet angenommen ist, so würde eine auf 23. K., burg, Müller, Türrschmidtstr. 37.- ,, Cäcilia", Brandenburg a./., Bettermann, unpünftlicher Zahlung gegründete Mietsflage abgewiesen werden. Wilhelmsdorferstraße 111. Schneeglöckchen II", Potsdam, Glaser, Köpenick. Der Strasbefehl gegen Sie wäre unberechtigt, Antrag auf Brandenburger Kommunikation 16.„ Textilia", Wezel, Wrangelfir. 136. richterliche Entscheidung also angebracht. Ist aber der Strafbefehl nur gegen " Froh- Hoffnung", Schilling, Kyffhäuserstr. 16.- Vereinte Sänger Wilmers: Ihr Kind gerichtet, so wäre ein Antrag auf richterliche Entscheidung voraus dorf", Wilmersdorf, Witte, Berlinerstr. 40. Rosenrot", Bornich, Schweden fichtlich erfolglos. Emma. 1. Pfandfreistellung heißt: Freimachung des straße 11 a.„ Alpenröslein", Hilgenfeld, Bergstr. 60. Kupferschmiede", Grundstücks von darauf haftenden Hypothefen. 2. Nein. 3. Etwa 20 M. Feind, Weinstraße 11.„ Schuhmacher", Weigmann, Andreasstr. 32. Sund. 1. Ja: bei der Gemeinde- und Polizeibehörde. 2. u. 3. Ja. " Frohsinn I", Rummelsburg, Beutling, Göthe und Kantstraßen Gce. 4. Nein. Wenden Sie sich an Ihr Postamt. 5. Ja: in zwei Jahren nach Akazie"( gent. Chor), Talg, Stalizerstr. 94 b. Eichenkranz", Prenzlau, Ablauf des Jahres, in dem eine Lohnforderung entstanden ist, verjährt sie. A. B. 7000. Lorenz, Klosterstraße. Hand in hand II", Friedrichsberg, Beibler, Frant 1. und 2. Wegen der Lohnhöhe müßten Sie sich bei furter Allee 176. ,, Vorwärts IX", Charlottenburg, Wernice, Bismard: der Gewerkschaft, darüber, ob Sie noch Vormund sind, beim Amtsgericht Straße 34. erfundigen. ,, Maiglöckchen II", Köpenid, Bielemann, Müggelheimerstr. 35. 3. Ein ohne Genehmigung des Vormundschaftsgerichts auf " Einigkeit", Rummelsburg, Rechlin, Neue Prinz Albrechtstraße 44. eine längere Zeit als 1 Jahr abzuschließender Lehr- oder Arbeitsvertrag Freiheitsflänge", Weihnacht, Grünstr. 21.„ Einig", Schulz, Blumenstr. 38. ist ungültig. A. B. 66. Solche Alenderung würde vom Gericht als Ein böser Spätsommer. Aus Görbersdorf in Schlesien unberechtigt und als sofortiger Entlassungsgrund angesehen werden. Alte Eiche", Leonhardt, Kolonieftr. 147." Wacht auf", Französisch wird uns über die abnormen Witterungsverhältnisse der letzten Tage Buchholz, Hauptstraße, Gasthof zum Storch. Rosenthaler Vorstadt", Ad. Neumann, Brunnenstr. 150." Butunft I", Stegliz, Schellhafe, Ahorn: berichtet: Hier und in der Umgegend im Kreise Waldenburg fant Straße 15a. Concordia", Lier, Alte Jakobstr. 119. Rosenrot", das Thermometer bereits der Nacht zum 3. September unter Tauschel, Wiefenstr. 29. den Gefrierpunkt. Das bis Arbeiter- Raucherbund Berlins und der Umgegend. Aenderungen wurde plöglich schwarz, ebenso haben Bohnen und andere Feldfrüchte im Bereinskalender find zu richten an Albert Liebetrau, Berlin, Putbuser start unter dem Frost gelitten, der sich auch in Gärtnereien und en an borabo" Grüner Weg 120, Barkanlagen schlimm bemerkbar machte. on it zum 8. September ftraße 44, IV. Dienstag: Mittwoch bis Freitag Bluhm. Grüne Eiche", Urbanstr. 51, Bech." Ambalema", Forster straße 19, Udel. waren tagsüber 4-6 Grad Wärme, in der Neuer Berl. Rauchflub", Reichenbergerstr. 146, Anflam. Domingo", Waldemarstr. 16, Scheibe. Kollegia", Reichenbergerstr. 157, fant das Thermometer wieder unter Null und die Dächer waren Bergner. Einigkeit I", Prinz Handjerystr. 72, Bum Ambos. Korea", weiß vom Reif. Auf den Feldern sieht man den erst halbreif geWeidenweg 40. Neuer Hain", Langenbeckstr. 7, Techtmeier. Bruder mähten Hafer liegen; teilweise ist auch noch gemähter Hafer bund", Grünauerstr. 5, Gallowsty." Blütenduft", Cotheniusstr. 1, Fedtke. draußen. Ruhiga", Brizerstraße 46, Herzog. Pfeifentopf", Faltensteinstr. 5, Gemütlichfeit I", Manteuffelstr. 101, Gläser. Diana", Schötz, Bremerstr. 71. Immergrün", Hecht, Zeughofstr. 9. Kairo", Schul straße 5. Blaue Wolfe IV", Putbuserstr. 30, Mönch. Rein Streit", Borndorferstraße 9, Kynast.- Veilchenblau", Winsstraße 56, Dimte. Kräftiger Bug", Manteuffelstr. 49, Goerke.„ Eldorado I", Rüdersdorfers Gonell. -O Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 10. September. Opernhaus. Carmen. Anfang 71 Uhr. Schauspielhaus. Macbeth. Anfang 712 Uhr. Menes Opern Theater( Kroll). Mamsell Angot. Anfang 8 Uhr. Jm Trianon Theater:" Lebende Lieder". Anfang 8 Uhr. M Im Garten: Täglich großes Konzert. " " F = " " " 3 Passage Theater. Damen Ringfämpfe. Specialitäten- Vorstellung. Anfang nachmittags 5 Uhr. Paffage Panoptikum. Specialis täten Vorstellung. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Aus dem Tagebuch der Erde." Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Schiller Theater ( Wallner Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Das Gefängnis. " Centralverein der Bildhauer Deutschlands. Dienstag, den 10. d., abends 82 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Versammlung. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Bruno Wille über:„ Tolstois Welt: anschauung". Arbeiter- Sängerbund. Den Vereinen zur Nachricht, daß die Zuden: walder Gefangvereine am Sonntag, den 15. September, früh 712 Uhr, auf dem Anhalter Bahnhof eintreffen, um bei dem in Louis Kellers Festsälen, Koppenstr. 29, stattfindenden, von den Vereinen Freie Liedertafel",„ Korn: blume", Alpenglocke" und Karthaus Kummerscher Gesangverein" veranstalteten Herbstvergnügen mitzuwirken. Die Vereine, die in Luckenwalde waren, find ganz besonders vormittags 10 Uhr zum Frühschoppen im Gewerf fchaftshaus eingeladen. Das Komitee. = Der Verein selbständiger Fensterputzer für Berlin und Umgegend hält heute abend 8 Uhr Wallstr. 32 eine Sigung ab, in der die Neuwahl des Borstandes stattfindet. Schöneberg. Am Mittwoch, den 11. Sept., abends 82 Uhr, findet im Lotale von E. Obst, Meiningerstraße 8, die regelmäßige Mitglieder: versammlung des Vereins der Frauen und Mädchen Schönebergs und Um: gegend statt, in welcher Herr Naturheilarzt Grundmann einen Vortrag über: " Ein Blick in das Innere des Menschen" halten wird. Siehe Inserat des Vorwärts" in der Sonntagsnummer. mudith on 2 Vermischtes. Wetter. Prognose für Dienstag, den 10. September 1901. Ein wenig wärmer bei mäßigen südlichen Winden und zunehmender Bewöltung; teine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. Abonnent X. Ein Zeuge wird in der Regel nicht nach seinen Vorstrafen befragt. Wird er gefragt, muß er die Wahrheit sagen und auch sogenannte Polizei, Haft: oder Geldstrafen angeben. Liegt ihm daran, nicht weshalb, wann und mit welcher Strafe bedacht ist und bittet, ihn im Termin nicht nach diefer Strafe zu befragen, dann wird ein verständiger Richter diefelbe nicht, -S.$. 125. Nein. weder ihn danach fragen noch befragen lassen. . B. 100. Sie fönnen Widerklage erheben, viel Aussicht hätte falls Sie nicht beweisen, daß die Behauptungen 0000. Bereits beantwortet. wider beffree Wissen aufgestellt sind. N. N. 40... 77. Sie zahlen an das Krankenhaus und lehnen eine etwaige spätere Aufforderung der Armendirettion, zu zahlen, mit dem Sinweis darauf ab, daß Sie lediglich dem Krantenhause gegenüber eine Verpflichtung eingegangen sind, und daß dieses Zahlung von Ihnen anzunehmen abgelehnt hat. Liegt der Sachverhalt so, wie Sie ihn darstellen, so fann vom Verlust des Wahlrechts nicht die Rede sein. e. C. 16. 1. Ja. 2. Beide. 3. Der Borsigende hat wettergehende Rechte. zu diesen gehören die Betten unpfändbaren Sachen Gäubiner gegenüber, auch einem Mechielaläubiger A. P. find unnn Dar ins Central- Theater. Urania Metropol- Theater. Apollo- Theater. Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Seute Anfang 8 Uhr. Gastspiel des fiebenjährigen Geigen: fünstlers Kun Arpad. Bum 746. Male: Die Geisha. Operette in 3 Aften v. Sidnen Jones. Jm 2. Aft Violinvorträge von Kun Aus dem Tagebuch der Erde. Arpad. Morgen und folgende Tage: Sonnabend, Dieselbe Vorstellung. -den 14 September, zum 750. Male: Die Geisha. Invalidenstr. 57/62. 15. September, nachmittags, 3 batben Tägl. Sternwarte. Preifen: Die Geisha. Gastspiel bes Kun Arpad. Thalia- Theater. Heute und folgende Tage: Schiffer. Das Gefängnis. Anfang Luftspiel in 4 Atten von R. Benedix. Ein tolles Geschäft. 8 Uhr. Deutsches. Johannes. Anfang 71 Uhr. Berliner. Laboremus. Anfang 712 Uhr. Lessing. Flachsmann als Erzieher. Anfang 72 Uhr. Residenz. Leontinens Chemänner. Vorher: Der Kammersänger. An: fang 7 Uhr. Nenes. Das Ewig- Weibliche. Anfang 7 Uhr. Westeu. Fatiniza, Anfang 7 Uhr. Mittwoch abend 8 Uhr: Die Kronprätendenten. Donnerstagabend 8 Uhr: 8um erstenmal: Heimat. Große Ausstattungspoffe mit Gefang und Tanz in 4 Bildern. Paula Worm in 8 Verwandlungen. Guido Thielscher in 11 Verwand: Carl Weiss- Theater fungen. Fritz Helmerding als WolGroße Frankfurterstr. 132. Allabendlich 8 Uhr zogen in Duett Moulin rouge" mit Paula Worm. Hans Junkermann, Herb, Paulmüller, Paul Hambrock. die stürmische Seiterfeit entfeffelnde Damen: Bojé, Wannovius, Sulzer, große Ausstattungspoffe in 7 Bildern Berliner Rangen! Seceffionsbühne. Buntes Theater: Sonntag, 15. September, nachmittags Neberbrettl. Anf. 8 Uhr. 3 Uhr, infolge des durchschlagenden Central. Die Geisha. Anfang Erfolges nochmalige Aufführung von 8 Uhr. Das Kleine fang 7 Uhr. Sleine Thalia. Ein tolles Geschäft. An- Breise Schloß am Meer. Preise Luisen. Die Leibrente. Anfang 8 Uhr. Carl Weiß. Berliner Rangen. Anfang 8 Uhr. Friedrich- Wilhelmstädtisches." Nomantisches Schauspiel in 5 Aften. Sehr fleine Preise, 30 und 60 Pf. Junker- Schatz. Anfang 7 Uhr. Zoologischer Entree 1 Sanssouci Mark. Der Vogelhändler. Anf. 7 Uhr. Kottbuserstr. 4a. Belle Alliance. # Gastspiel des Original Münchener Ueberbrettl. Anfang 82 Uhr. Täglich: Hoffmanns Metropol. Specialitätenvorstellung. Nordd. Sänger Schön war's doch. Anfang 8 Uhr. Apollo. Specialitäten Vorstellung, Schluß der Sommersaison. Frau Luna. Anfang 8 Uhr. Palaft. Specialitäten Borstellung. Rosenmontag. Anfang 8 Uhr. Donnerstag: made Sonntag: Beginn der Wintersaison. Ab6Uhr abends 50 Pf., Kinder die Hälfte. Garten Ab 4 Uhr nachmittags: Doppel- Konzert. Morgen: Doppel- Konzert. Herren- Anzüge, Patetots u. Maß, eleg. Ausführung, auch fertige Garderobe aut Lager, liefert Landsbergerstr. 13 prt. J.Kurzberg, Teilzahlung gestattet. Castans Panopticum. Friedrichstr. 165. Nen! Nen! Nen! Der künstliche Mensch! Die sensationellste Erfindung der Neuzeit: Der, Clou" der Pariser WeltAusstellung. Vorstellungen: 12 Uhr mitt., 3, 5, 6, 7 Uhr nachmittags. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Täglich Konzert, Theater- und Specialitäten- Vorstellung. Die Veilchenfee. Schön war's 10 Specialitäten.d Grandet.* Steidl. FrauLuna doch! Luftballet Grigolatis. Gr. Berliner Ausstattungsposse mit Gesang u. Tanz in 5 Bildern. Emil Thomas a. G. Joseph Josephi a. D. H. Bender. G. Kaiser. Else de Veré a. D. Frid- Frid. F. Georgette. Gastspiel: Saharet! Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Prater- Theater Kastanien- Allee 7/9. Täglich: Burleste mit Gefang in 2 Bildern von Anf fremder Erde. M. Geride. Musit von Schmidt. Jm Saale: Tanzkränzchen. Deutsche Konzerthailen. An der Spandauer Brücke 3. Vornehmstes Vergnügungslokal! Sehenswürdigkeit Berlins!!! In den sieben grossen wunderbar dekorierten Stadtbahnbögen täglich Internationale Konzerte. Specialitäten- Vorstellung von nur erstklassigen Kräften! Special- Ausschank der Berliner Bockbrauerei. fin Vorzügliche Küche. Gut geThe Ausstattungsstück mit Gesang u. Tanz in 4 Bildern von Hugo Schulz. Auftreten der Excentric- Chansonnette Hedwig Döring, des Grotesque Stoutifers Paul Coradini, der Frères Douseck, Giger!- Afrobaten. Karleys, Musitalische Komödianten. Mr. Bartlings lebende Photographien. Konzert und Ball, Eintritt 30 Pf. Anfang 4 Uhr. Numerierter Platz 50 Pf. Kalbo. Preise * Zahn- Klinik. beliebige Teil: szahlung. Invalidenpflegte Biere. de Olga Jacobson, Strasse 145 Oekonom Gustav Preilipper. Anfang 8 Uhr. Reichshallen. Heute sowie täglich: Sumorist. Soiree der Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Pa ast- Theater fr. Feen- Balaft, Burgstr. 22. Direttion: Winkler u. Fröbel. Große Eröffnungs- Vorstellung. Durchweg neues hochinteressantes überraschendes Programm. Wiederauftreten des Direttore Wilhelm Fröbel nach feiner Wiedergenefung als Dienstmann Meler in der Gesangsposse Rosenmontag Anfang der Vorstellung präcije 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Borverkauf 11-1 Uhr. Roh- Tabak 19302*] Max Jacoby, Streligerstr. 52. Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin.