Nr. 214. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. SonntagsNummer mir luftrierter SonntagsBeilage, Die Neue Welt" 10 Bfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Poft Bettungss Preisliste für 1901 unter Br. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. = Erscheint täglich aufer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebaye beträgt für die fechsgespaltene Rolonels geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Bleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bte nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in berExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: * Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partet Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Kommunale Wohnungsreformen. genossenschaften zu vermieten. II. Freitag, den 13. September 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. geregelten Wohnungsenquete bestehen, mit der eine um irgend eine gelehrte Kontroverse. Das Temperament des Herrn Wohnungsinspektion und ein öffentlicher v. Siemens scheint zu den unerschütterlichen zu gehören. Oder sollte Wohnungsnachweis Hand in Hand gehen müßte. Herr v. Siemens für ein so freundliches Wort einen guten Ort zu Ein derartiges Projekt zur Errichtung eines städtischen finden hoffen und sich mit den Agrariern auf einen gelinden Fuß Gegen das Regiesystem werden, abgesehen von dem auf Wohnungsamtes geht in Stuttgart seiner Verwirklichung stellen wollen, wie Graf Posadowsky neuerdings mit dem Handelsprivatkapitalistischen Erwägungen beruhenden principiellen Be- entgegen; es ist dort dem Gemeinderat folgendes vertragsverein? denken, man dürfte der privaten Spekulation feine Konkurrenz Programm unterbreitet: 1. Der Stand des Wohnungs- Herr von Siemens also will es nicht wahr haben, daß an den bereiten, hauptsächlich zwei Momente ins Feld geführt. Ein- marktes soll durch fortlaufende Erhebungen evident ge- berüchtigten bankrotten Auslandspapieren Hunderte von Millionen mal wird behauptet, daß eine Gemeinde nicht so billig bauen halten werden, um hieraus die notwendige Grund- verloren seien. Er hätte besser gethan, Herrn Edmund Slapper könne wie Private oder wie Genossenschaften. Diese Be- lage für etwaige weitere gemeindliche Maßnahmen zu gewähren zu lassen. Denn alle Rechen- und Zauberkünfte werden hauptung ist durch die Erfahrungen längst widerlegt. Das gewinnen. 2. Gegen ungesundes Wohnen, insbesondre die Thatsachen nicht aus der Welt schaffen, daß, wenn nicht Hunderte Bauen durch die Gemeinden stellt sich höchstens dann teurer, auch soweit es von Ueberfüllung herrührt, soll durch von Millionen, so doch große Summen an den egotischen Papieren, wenn man es in Vergleich zieht zu dem Bauen seitens solcher Einführung einer regelmäßigen Wohnungsinspektion vor auch an den Emissionen der Deutschen Bank, verloren sind. Unternehmer, die schlechtes Material verwenden und die ArWas Herr v. Siemens dagegen zu sagen hat, ist mehr geeignet, 3. Es soll ein öffentlicher Wohnungsgegangen werden. beitslöhne drücken. Der zweite Einwand gegen das Regie- nachweis eingerichtet werden. Auch Elberfeld hat im ihn zu kompromittieren, als ihn reinzuwaschen. Er stellt nämlich system besteht darin, daß den Gemeinden durch die Ver- März dieses Jahres ein Wohnungsamt eröffnet, das unter eine Reihe von solchen Emissionen zusammen; allerdings muß er waltung von Mietshäusern eine zu schwierige Aufgabe er andern auch die Gründe des Wohnungswechselns zu er- zugeben, daß einige davon so hohe Verluste gebracht haben, daß wachsen würde. Wir können auch diesen Einwand nicht als mitteln sucht. dieser Verlust selbst von der Gesamtsumme aller seit dreizehn oder stichhaltig ansehen; im übrigen aber steht es ja denjenigen Wohnungsinspektionen haben wir in deutschen Städten vierzehn Jahren auf das Papier gezahlten Zinsen noch nicht einmal Gemeinden, die vor einer solchen Verwaltungsaufgabe zurück- nur vereinzelt; aber wo sie eingeführt sind, geht aus den gedeckt ist. schrecken, frei, einem Vorschlage unsres Genossen C. Hugo Berichten der Inspektoren die Notwendigkeit dieses Instituts Um diese ungeheuerliche Thatsache zu verschleiern, zieht Herr folgend, die von ihnen in Regie errichteten Häuser an Mieter- mit Deutlichkeit hervor. Es genügt nicht, daß man, v. Siemens den Gesamtdurchschnitt aus einer Reihe von ausländischen wie etwa in Worms und Mainz, Armenärzte zu Anleihen, auch solchen, die zwar vor 8 Jahren einen Kurssturz erIm allgemeinen scheint in den Gemeindevertretungen, Wohnungsinspektoren ernennt und ihnen die polizeiliche lebt, aber inzwischen an der New Yorker Börse durch die bekannten so weit sie überhaupt positive Maßnahmen zur Linderung der Beaufsichtigung der Wohnungen und Schlafstellen überträgt, Spekulationen hochgetrieben find: Northern, Pacific-, Bonds- und Wohnungsnot zu ergreifen für nötig halten, die Unker- oder daß die Inspektion, wie in Leipzig, Düsseldorf, Konsols, amerikanische Eisenbahnpapiere, denen bald genug, wenn der stützung von Baugenossenschaften die Regel zu Dresden lediglich auf das Schlafstellenwesen beschränkt New Yorker Schwindel zusammenbricht, ein neuer Sturz bevorsteht. bilden. Die Genossenschaften werden verpflichtet, innerhalb ist, sondern es ist die Anstellung von Wohnungsin- Judem Herr v. Siemens jene und diese addiert und den Durcheines bestimmten Zeitraumes eine bestimmte Zahl von kleinen spettoren im Hauptamt erforderlich, die mit weit- fchnitt giebt, tommt er zu der samosen Rechnung, daß ein Kapitaliſt, Wohnungen zu bauen und erhalten dafür von der Gemeinde Ge- gehenden Befugnissen ausgestattet werden. In Essen beder in sechs erotischen Papieren bei der Emission durch die Deutsche lände zu günstigen Bedingungen, oft auch billige Baugelder steht die Aufgabe des Wohnungsinspektors, der durch die Bank 6000 M. angelegt und die Papiere mit dem Kurſe vom und anderweitige Förderungen der verschiedensten Art. So Gesundheitskommission unterstützt wird, in der Feststellung 1. Januar wieder verkauft hätte, sich um 200 M. beffer gestanden haben in Wolfenbüttel die Armenverwaltung und die von Mißständen im Wohnungswesen, die er zunächst friedlich hätte, als bei dem Ankauf von preußischen Konsols von damals 4, städtische Gasanstalt je zehn Anteile des Spar- und Bau- zu 3/2 vereins erworben; dafür hat sich der Verein verpflichtet, die- u beseitigen suchen soll. Gelingt das nicht, so hat er Anzeige iet 3 Proz. und gar um 500 m., als bei dem Ankauf schlesischer an die Polizeiverwaltung zu erstatten, Bolizeiverwaltung zu erstatten, die dann mit Pfandbriefe. jenigen fünf Wohnungen, welche zunächst in seinen Häusern Zwangsmaßregeln vorzugehen hat. Dieser Versuch der Stadt Ist es schon eine ungeheuerliche Rechnung, daß Dr. v. Siemens sei es durch Neubau, sei es auf andre Weise verfügbar Essen ist andren Gemeinden zur Nachahmung zu empfehlen. den zugestandenen großen Verlust an Argentiniern und portugiesischen werden sollten, der Gasanstalt für ihre Arbeiter zur Ver- Natürlich kann eine Wohnungsinspektion niemals Selbst- Pfandbriefen dadurch eskamotieren will, daß er ihn gegen den Gefügung zu stellen und auch fernerhin zur Verfügung zu halten, zweck, sondern nur Mittel zum Zweck sein; sie soll in Ver- winn an andren Papieren aufrechnet, so wird die Verteidigung noch so lange die Gasanstalt im Besitz der zehn Anteile verbleibt, bindung mit der Wohnungsenquete feststellen, in welchem fataler, wenn der frühere Direktor der Deutschen Bank in seinem und die städtischen Arbeiter auf die Wohnungen Anspruch er- Umfange die Gemeinden eine positive Wirkung zu entfalten Rechenerempel die ganze Kursentwicklung zwischen der Zeit von der heben. Selbstverständlich müssen die Arbeiter Mitglieder des haben. Ein Verbot des Wohnens in ungesunden Wohnungen Emission bis zum 1. Januar 1901 unterschlägt und nur die beiden Vereins werden und sich den allgemeinen, vom Verein für die ist zwecklos und würde die Wohnungsnot nur vergrößern, Termine selbst vergleicht. Welch eine Verschleierung der Wahrheit Mieter erlassenen Bestimmungen unterwerfen. Charlotten- wenn nicht gleichzeitig für den Bau einer genügenden Anzahl das bedeutet, zeigt sich sofort, wenn man die Kurse der Konsols und burg steht im Begriff, mit einer Baugesellschaft einen Ver- gesunder Wohnungen gesorgt wird. der verkrachten ausländischen Papiere am Schlusse jedes seit der trag auf der Grundlage abzuschließen, daß die Stadt der Genossenschaften Land zur Bebauung mit Kleinwohnungen der Bedeutung der Wohnungsfrage ist das, was die deutschen Im Vergleich zu dem Umfang der Wohnungsnot und zu Emission verflossenen Jahres betrachtet. Herr Dr. v. Siemens hätte besser gethan, zu schweigen, als mit verkauft, sich aber nach Ablauf von dreißig Jahren das Recht Gemeinden bisher geleistet haben, gewiß nicht viel; Künststücken Thatsachen aus der Welt schaffen zu wollen, die allerdings des Rückaufs des Geländes mit sämtlichen Baulichkeiten vor andre Staaten find bei der sich erneuernden Mißstimmung gegen Börse und Finanz einem über. uns auf diesem Gebiete behält. Der Kaufpreis wird der Genossenschaft gestundet; Aber ein Anfang ist doch immerhin auch in Deutsch- Ministerkandidaten verhängnisvoll werden können. Es wäre flüger auch werden ihr Baugelder gewährt. Sowohl Kaufgeld wie land gemacht; es ist der Beweis geliefert, daß die gewesen, Herrn Klapper daran zu erinnern, daß er sich nur nicht Baugeld werden hypothekarisch eingetragen. Bei der Ver- städtischen Behörden bei gutem Willen und bei Hintansetzung allzu sehr erbosen sollte, eingedenk der Biographie eines andren mietung der Wohnungen sollen städtische Arbeiter und Unter- felbstischer Interessen sehr wohl manche Mißstände auf dem Bankdirektors, der bei Otto Glagan als bête noire, als der beamte, die darauf Anspruch erheben, vor andern Mitgliedern Gebiete des Wohnungswesens zu beseitigen im stande sind. oberste aller" Gründer" behandelt worden, aber als Günftbevorzugt werden. Andere Städte, z. B. Kiel, sind nicht Gehen Reich, Staat und Gemeinden Hand in Hand, so kann ling des Herrn Klapper und seiner Freunde aus so vorsichtig, wie Charlottenburg, sie verkauften den Genossen der Erfolg nicht ausbleiben. Damit ist aber nicht etwa ge- mte und jezt eben aus dem Leben geschieden ist: Johannes schaften städtisches Gelände zu erleichterten Bedingungen, sagt, daß es dem vereinten Wirken dieser gesetzgebenden Fat- v. Miquel. Das grobe: Entweder zu Geschäften untauglich, oder.... ohne sich ein Rückaufsrecht zu sichern. Aachen unterstützt toren in der heutigen Wirtschaftsordnung jemals gelingen das Klapper dem Dr. v. Siemens an den Kopf wirft, hätte auf Baugenossenschaft durch Gewährung billigen Baugeländes wird, die Wohnungsfrage überhaupt zu lösen. Dazu ist es Miquels fapitalistische Laufbahn weit cher gepakt. Aber auch Herr oder Ueberlassung von Baugelände unter Stundung des nötig, ihre Ursachen aus der Welt zu schaffen, die in dem Klapper verzeiht. Herr Dr. v. Siemens möge also nicht den Mut Kaufpreises zu mäßigen Zinsen sowie durch Gewährung Wesen der kapitalistischen Gesellschaft wurzeln. Gelöst wird verlieren. Man darf schon ein wenig kapitalistisch kompromittiert von Erleichterungen bei Aufbringung der Straßenbaukosten. die Wohnungsfrage erst dann, wenn zugleich mit den übrigen sein und kann es doch zur Excellenz, zum Fackeltanz und höchsten Wieder andre Gemeinden leiſten für die Genossenschaften Produktionsmitteln auch der Grund und Boden aus dem Privat- Ghren bringen. Wer einmal 100 000 Thaler erübrigt hat, kann Garantie für von andrer Seite aufgenommene Darlehen. besig in den Besitz der Gesamtheit übergeführt sein wird. nachher leicht als ehrlicher Mann durch die Welt kommen, sagt Es würde zu weit führen, alle diejenigen Gemeinden, die Lichtenberg. durch Unterstützung von Genossenschaften dem Wohnungselend zu steuern bestrebt sind, hier aufzuzählen. Wenn auch manche Gemeinden auf diesem Wege nennenswerte Erfolge erzielt haben, so muß man sich doch vor einer Ueberschäzung des Einflusses der Genossenschaften auf den Wohnungsmarkt hüten; man darf nicht vergessen, daß der Beitritt zu Genossenschaften gewöhnlich nur den besser bezahlten Arbeitern möglich ist, nicht aber der Masse der ungelernten Arbeiter, deren Einkommen höchst unsicher und schwankend ist. Politische Ueberlicht. Berlin, den 12. September. Kapitalistische Wäsche. dem Von Miquel. Die Rolle Miquels bei der Maßregelung der Kanalrebellen wird jetzt in der„ Deutschen Tageszeitung" in folgender Weise geschildert: " Ju dem Ministerrate, der sich mit der Frage beschäftigte, was nach der Ablehnung der Vorlage geschehen müsse, wurde die Auflösung des Abgeordnetenhauses erwogen und empfohlen. Außerdem kam auch die nach den früheren Androhungen für notwendig erachtete Maßregelung der Beamten, die gegen die Vorlage gestimmt hatten, zur Sprache. Minister v. Miquel hielt die Auflösung des Abgeordneten hauses für höchst bedenklich und ganz unzwed= mäßig. Er war aber auch Gegner des Gedankens einer Beamtenmaßregelung. Da aber geäußert wurde, daß man maßgebenderseits auf dem einen oder dem andren bestehen werde, so sprach sich Miquel dahin aus, daß von den beiden Dingen, Auflösung oder Beamtenmaßregelung, diese das kleinere lebel sei. So konnte es kommen, daß der damalige Ministerpräsident, Fürst zu Hohenlohe, im Gespräche mit einem konservativen Barlamentarier andeuten konnte, Herr v. Miquel Habe die Beamtender unfren maßregelung empfohlen". Daraufhin beganit Lesern gewiß noch erinnerliche Streit in der Presse, die sogenannte Berföhnungskonferenz usw. Es war selbstverständlich, daß diese Erörterungen in der Presse eine gewisse Mißstimmung zwischen dem Präsidenten und dem Vicepräsidenten des Staatsministeriums herbeiführen mußten. Diese Miß stimmung wurde dann durch eine aufklärende Unterhaltung beider gehoben." Das Interessanteste in dieser Darstellung ist nicht die Haltung Herr Dr. v. Siemens hat das Bedürfnis gefühlt, sich gegen eine sehr grobe Attacke des bekannten„ Ratgebers" des Bundes der Landwirte, gegen Edmund Klapper, zu verteidigen. Er erklärt, der Legende entgegentreten zu wollen, daß an egotischen Anleihen Ebenso wie gemeinnüßigen Gesellschaften so werden auch Argentinien, Portugiesen, Griechen 2c. Hunderte von Millionen Privatunternehmungen in dieser und jener Kommune Ver- deutschen Kapitals verloren worden seien. Herr Edmund Klapper günstigungen gewährt. SöIn a. R. Hat im November 1900 hatte dies lettere behauptet; er hatte es für erforderlich ge= beschlossen, für die Dauer der Wohnungsnot die Straßenbau- halten, mit dieser Behauptung grade in diesem Augenblick kosten bei der Errichtung von Arbeiter- Wohnhäusern auf hervorzutreten, in dem das schwankende Bünglein der höfischen Wage 50 Proz. zu ermäßigen, unbeschadet, ob solche von gemein- wieder einmal von den Agrariern und dem Minimaltarif wegpendelt. nügigen Baugenossenschaften oder von Arbeitgebern er- Dr. v. Siemens ist ja nun einmal auf der Leporelloliste der Leute, baut werden. Die Vergünstigung wird aufgehoben, sobald der die etwas werden sollen. Herr Edmund Klapper, der eine gute Besizer dieser Häuser aus ihrer Verzinsung mehr als 5 Proz. Witterung haben soll, hielt es für nötig, dem früheren Direktor Brutto erzielt oder die Häuser nicht mehr als Arbeiter der Deutschen Bank ein Bein zu stellen. Und man kann nicht wohnungen verwendet werden. Diese Bedingungen werden bestreiten, daß er das ganz geschickt angefangen hat. Grob, ins Grundbuch eingetragen. Das Rückforderungsrecht der wie er ist, machte cr den Dr. b. Siemens für die Stadt erlischt nach 15 Jahren. In Fürth sind bereits vor Emiffionen ausländischer Anleihen verantwortlich, alt denen 4 Jahren einem Baumeister, der Arbeiter- Wohnhäuser er das deutsche Kapital Verluste erlitten hat und behauptete kecklich, richten wollte, Erleichterungen in Bezug auf Herstellung Herr v. Siemens müsse entweder geschäftlich völlig der Straßen, Beleuchtung und Kanalisierung eingeräumt. un tauglich oder ein solcher Mann sein, der Auch Würzburg, das von der Erbauung von Arbeiter wissentlich gegen die elementarsten geschäft wohnungen seitens der Stadt absieht, unterstützt die lichen Pflichten verstoßen habe, um sich durch private, auf die Herstellung kleiner Wohnungen gerichtete antiemenbezüge zu einem vielfachen Millionär Miquels, jondern die Thatsache, daß der Kaiser selbst die Ab= Bauthätigkeit. Durch solche Mittelchen suchen die betreffenden zu machen." Das ist sehr hart und man muß anerkennen, lehnung seiner Lieblingsvorlage sei es durch Auflösung durch„ das fleinere lebel" gefühnt wissen wollte. Gemeinden sich natürlich nur ihren eigenen Verpflichtungen daß Dr. v. Siemens eine überraschende Kaltblütigkeit be- mun die Konservativen genau wußten, daß der Kaiser der zu entziehen. wiesen hat, als er auf dieses tränkende Entweder- Oder an eigentliche Verursacher der Beamtenmaßregelungen war, so bedeutet " " Da Die Voraussetzung einer planmäßigen Wohnungsreform die" Deutsche Tageszeitung" einen so„ sachlichen“ Artikel ihr drohender und schimpfender Widerstand gegen diese Maßnahme sollte in der Feststellung der Wohnungsverhältnisse, in einer richtete, als handle es sich um eine akademische Erörterung, einen besonderen Beweis ihres vielgerühmten Monarchismus. Am Mittwochnachmittcig ist M i q u e l in Frankfurt a. M. zu Grabe getragen morden. Die„Franks. Ztg." teilt mit: ..Ein eigner Zufall hat es gewollt, das; Miguel, der ehemalige Revolutionär, an derjenigen Stelle des Friedhofes die letzte Ruhe fand, Ivo die ersten Toten des Jahres 1848 Platz gefunden habe n."— Die„Post" setzt ihre Bemühungen fort, baS unsinnige Attentat von Busfalo gegen die Socialdemokratie auszubeuten. DaS Schema dieses ScharfmacherexperimentS ist uralt und neu ist hoch« stens die sich steigernde Lächerlichkeit, in der der alte Versuch wieder- holt wird. Es Hiesie nnsre Leser einer Erlustigung berauben, wenn wir ihnen die Fortsetzung der„Post"-Scherze vorenthielten. Die „Post" schreibt: „Unsre zu diesem Thema in der Abendausgabe vom Mittwoch gemachten Ausführungen haben das socialdemokratische Central- organ zu einer von„bitter-siisicm" Humor erfüllten Entgegnung veranlasit. Zur Abwehr wird auf den„innersten Gegensatz" zwischen Anarchismus und Socialismus„verwiesen". Dazu haben wir zu bemerken: Rein theoretisch und„philosophisch" betrachtet sind allerdings Anarchismus und Socialismus polare Gegensätze. Aber die abstrakte Theorie ist in praktisch politischer Hinsicht voll- kommen belanglos, ebenso wie uns der socialistische„ZukunftS- staat" durchaus nicht interessiert, sondern nur das praktisch politische Verhalten, wie es seitens der Socialdemokratie gegenüber unsrem Staat und Vaterland zum Ausdruck gelangt. Nicht was die Socialdemokratie für irgendwelche ferne Zukunft hofft und ersehnt, sondern was sie jetzt thut, giebt ihr den Charakter der politischen Partei. Und wir führen garnicht den Krieg gegen das Wolken- kuckuckSheim deS ZukunftSstaateS, sondern wir nehmen Stellung gegen die socialdemokratische Partei, insofern sie den Bestand der gegenwärtigen GcsellschaftS- Ordnung zu gefährden und zu vernichten trachtet. In diesem auf die Vernichtung der bestehenden Ordnungen und Satzungen gerichteten Streben berühren sich aber Anarchisten und Socialisten durchaus. Und beiden ist auch in erster Linie daran gelegen, die Autorität des Königs zu untergraben und zu vernichten. Wenn der Anarchist sich zu dem Zweck des Königsmordes, der Social- demokrat nur der direkten oder indirekten Majestätsbelcidigung be- dient, so ist das streng genommen nur ein quantitativer Unter- schied der revolutionären Mittel. Wir hatten nun in Erinnerung an einen bestimmten Fall— es handelt sich um einen aus Sachsen stammenden Reichstags- Ab- geordneten— von einer unter Umstanden bestehenden social- demokratischen Pflicht zur Majestätsbeleidignng gesprochen. Der „Vorwärts" bittet in scheinbar scherzhaftem Tone um Namens- neunung. Der sich unsicher fühlende„Vorwärts" möchte osfensicht- lich darum zuerst unser Beweismaterial kennen, um danach zu bemessen, wie weit er etwa in der Ablengnnng gehen könnte. Wir indes wünschen einen umgekehrten Weg. Wir möchten erst eine Erklärung von masigebendcr söcialdcmokratischer Seite � haben; Respektiert auch die Socialdenivkratie die ge- schichtlich überkommene und verfassungsmäsiig und rechtlich fest- gelegte Hoheitsstellung der allerhöchsten königlichen Person? Oder trachtet die Socialdemokratie vielmehr, diese verfassnngsmäsiige Hoheitsstellung zu untergraben und zu vernichten. ei» Trachten, das doch zugleich die Tendenz zum Verfassungsbruch seitens der Socialdemokratie in sich schlösse. Nun hatten wir aber in unsren Ausführungen vom Mittwoch- abend noch kurz darauf hingewiesen, datz auch in Hinsicht auf die„Gewaltpolitik" durchaus Berührungspunkte zwischen Anarchismus und Socialismus bestanden. Das socialdemo- kratische Centralorgan hält es für gut, mit keiner Silbe seinen Lesern davon Kenntnis zu geben und daraus einzugehen. In der Hoffnung, dieses„beredte Schweigen" doch zu brechen, stellen wir die Fragen: Steht die Redaktion des„Vorwärts" auf dem Boden des Karl Marxschen„wissenschaftlichen Socialismus"? Geben diese Redaktion und die socialdemokratische Parteileitung zu, dasi Karl Marx wiederholt und ausdrücklich die blumige Revolution als das zur„Diktatur des Proletariats" führende Mittel angesehen und gelehrt hat?" Es ist gewih nicht höflich, wenn wir die Beantwortung der liebenswürdigen Fragen der„Post" ablehnen. Aber wir wünschen nicht, durch Wiederholung von tausendmal Gesagtem und längst für jeden Denkenden Geklärtem die Scherzhaftigkeit' der„Post" zu ver- kümmern. Wir beschränken uns nur darauf, unsrerseits einige Gegenfragen an die„Post" zu richten, und versichern, dasi wir die Fragen der „Post" prompt beantworten wollen, sobald die„Post" unsre Fragen beantwortet haben wird. Ist eS richtig, dasi sich die Anschauungen der konservativen Parteien mit denen der A n a r ch i st e n— wir sprechen hier nur von der Spielart der Anarchisten, die die„Post" meint— durch- aus decken, indem beide Richtungen äusierlicheMittel der Gewalt zur Erreichung ihrer politischen Ziele empfehlen? Ist es richtig, dasi die konservativen Parteien ebenso wie der Propagandist der That durch Tötung, durch Deportation, durch Zuchthaus, durch Gewaltmethoden allerlei Art. Furcht und Schrecken verbreiten wollen? Wir fragen weiter: Wie beabsichtigen die konservativen Parteien zu handeln, wenn eine allerhöchste königliche Person den Brot- Wucher verweigert und die feudalen Privilegien ab- schaffen zu wollen erklärt? Wie wollen die Nachfolger des Freiherrn v. Stumm, welche die„Post" bezahlen, sich zur vcrfassungSmäsiigen Hoheitsstellung eines Monarchen verhalten, wenn der Monarch d i e Ausbeutung der Arbeiterklasse durch die Kapi- talistenklasse beseitigt? Wir stellen endlich die beiläufige Frage: Sind die Staats- anwalte des konservativen sächsischen Staates so pflichtvergessen, dasi sie die seitens eines socialdemokratischen Reichstags-Abgeordneten aufgestellte Behauptung einer«Pflicht zur Majestätsbeleidigung", d. h. die offene Aufforderung zur Gesetzesverletzung, ungeahndet ließen? Wir hoffen, die„Post" wird in der Beantwortung dieser Frage nicht weniger Begabung zur politischen Erheiterung beweisen als in ihrer bisherigen Behandlung deS Verhältnisses zwischen dem An- archismus der individuellen Gewaltthätigkeit und dem Socialismus der organischen Gesellschaftscntwicklung.— Gumbinnen. In Bezug auf die im Verlaufe des Gumbinner Mordprozesses vorgekommene Verletzung deS Brtefgeheimniffes wird der.Elbinger Zeitung" geschrieben: Nachdem der Ver- teidiger des Sergeanten H i ck e l, Rechtsanwalt Horn, fest- gestellt hatte, dasi die von ihm an Hickel gerichteten Briefe vor Abgabe an den Adressaten geöffnet waren, stellte er bei dem kommandierenden General Strafantrag wegen Verletzung deS Briefgeheimnisses gegen den ihm unbekannten Thätcr. Der kommandierende General teilte die Sache und gab sie an das Gericht der Kommandantur zu Königsberg und das der 2. Division zur Einleitung des Er- Mittelungsverfahrens ab. Es ist deshalb die Annahme berechtigt, dasi ein Teil der an Hickel gerichteten Briefe sich im Bureau des Generalkommandos befanden, bevor sie in die Hände des Adressaten gelangten. DaS Gericht der 2. Division hat nunmehr das Verfahren in dieser Sache ein- gestellt und der stellvertretende Commandeur der 2. Diviston. Generalmajor Grünau, hat dem Rechtsanwalt Hom dieses mit dem Bemerken mitgeteilt, daß es zwar feststeht, daß e i n a n Hickel gerichteter Brief aus Versehen geöffnet worden ist, dasi es sich aber nicht hat feststellen lassen, wer den Brief geöffnet habe. Bezüglich des bei dem Gericht der Komman- dantur zu K ö n i g s b e r g schwebenden Verfahrens ist dem RechlS- anwalt Horn ein Bescheid noch nicht zugegangen. Festgestellt ist inzwischen noch, dasi auch die von dem Verteidiger Rechtsanwalt Burchard an Marten gerichteten Briefe vor Abgabe anihre Adresse geöffnet worden sind. Rechtsanwalt Horn hat bereits gegen den Einstellungsbeschlusi des Gerichts der 2. Division Beschwerde eingelegt.' Die dcntsche China- Beute existiert noch immer nicht für die Mehrzahl der Khakiblätter, obwohl nach den Potsdamer Blättern mit der Aufstellung der Sieges- Trophäe in Sanssouci bereits begonnen tvird. Die wenigen Blätter freilich, die bis jetzt Veranlassung genommen, ihren Stand- punkt zu der Aneignung der Pekinger Sternwarte darzulegen, urteilen durchaus abfällig/ Die„Voss. Ztg." schreibt: „Deutschland hat wohl in China mit den Boxern, aber nicht mit dem chinesischen Staat Krieg geführt. Völker- rechtlich können die astronomischen Instrumente, die dem chinesischen Staate oder dem chinesischen Kaiserpalaste gehören, in keinem Fall-als Kriegsbeute angesehen werden, die dem Sieger von Rechts wegen zufällt. Wir halten deshalb i» Uebereinstimmung mit Blättern wie der„Köln. Ztg." für dringend geboten, dasi die astronomischen In st r u- mente so schnell wie möglich den Chinesen zurückgegeben iv erden und bedauern lebhaft, dasi das Oberkommando ihre Ueberführung nach Deutschland nicht recht- zeitig verhindert hat. Astronomische Instrumente sind nicht wie Fahnen und Kanonen Kriegsgeräte, die ohne weiteres der Weg- »ahme unterliegen. Hätten die deutschen Truppen alles, was dem chinesischen Hof oder Staat gehört, wegnehmen dürfen, was alles hätten sie nicht sonst noch auS den Palästen heimschicken k ö nlp e n?" Und in der„Tägl. Rundschau" lesen wir: „Wir sind überzeugt, dasi diese Meldung überall in Deutsch- land ein peinliches Befremden hervorrufen wird. Wir nehmen an, dasi die Instrumente durch die chinesische Regierung uns ausgehändigt sind. Selbst in diesem Fall können wir uns indes für den Gedanken nicht erwärmen, daß diese„Er- Werbungen" auf dem Boden eines königlichen Schlosses Anfstellung finden. Die ollerschlimmsten' Befürchtungen wären doch damit aber wenigstens zerstreut. Sollten edoch die alten Instrumente als„Beute" heimgebracht ein— ein Gedanke, den wir einstweilen noch von der Hand weisen wollen. zumal Graf Waldersee kaum ein solches Plülnderungssy st em zugelassen hätte—, so müßten auch wir dazu raten, die Instrumente schleunigst wieder der Pekinger Regierung zu überlassen. Wir wollen uns doch nicht von Frankreich beschämen lassen, das die eben in Marseille angelangten„Beutestücke" seiner Offiziere sofort wieder zurückbringen ließ! llntcr allen Umständen erscheint es uns aber die höchste Zeit, daß in irgend einer Form eine amtliche Aufklärung über diese seltsame Behandlung von chinesischem Staatseigentum erfolgt." ES muß Blättern, die über die Art der Erwerbung der astro- nomischen Instrumente so gern einer beschwichtigenden Anffasfung Raum geben möchten, in der That höchst auffällig erscheinen, dasi bis jetzt jede offiziöse Erklärung Über die Angelegenheit ausgeblieben ist, wie das bereits seit Wochen in der Presse in einer nicht weniger als schmcichelhaflcn Weise erörtert wird. Die bülow-offiziöse «Köln. Ztg." begnügte sich kürzlich damit, die ganze Affaire zu leugnen oder doch tvenigstenS nur ein konditionelles Urteil darüber abzugeben. Nachdem nunmehr an der Sache selbst platterdings kein Ziveifel mehr möglich ist, wäre es wohl angebracht, dasi das Blatt sein bedingungsweise abgegebenes Urteil in positiver und verschärfter Form iviederholte.—_ Der Weltmarschall im Lied. Ei» Leser schreibt uns:„D i e Kirche", ein evangelisch-protestantischeS SonntagSblatt für Berlin und Umgegend, bringt in ihrer 20. Nummer unter der Ueberschrift „Graf Waldersee" folgenden poetische» Erguß au den deutschen Welt- Marschall: Graf Waldersee. Feuer im Osten— da sandte der Westen Bon seinen Männern einen der beste», Zu löschen der Flammen verderbliche Wut, Die fühllos tilgte viel edles Blut. Die Feuerwehr lenkt er mit kundiger Hand, Wär' selber schier in den Flammen verbrannt. Kehrt siegreich beim mit den Seinen zur Ruh'! Wir rufen ihm herzlich„Willkommen" zu. Die Verse find von so bejammernswertem Tiefstand, dasi selbst die in genügender Qualität an den Tag gelegte patriotisch-welt- politikglänbige Gesinnung für die zweifelhafte Qualität des Poems nicht entschädigen kann.' Wozu aber die eigentlich boshafte An- spielung auf das unglückselige A s b e st h a u s? Begnadigung bestrafter Khakimanuschafte». Das durch Khalikrieger selbst verbreitete Gerücht einer beabsichtigten allgemeinen Amnestie bestrafter Chinakrieger hat bisher ein offizielles Dementi noch nicht erhalten. Die bisweilen offiziös bediente«Köln. Zeitung" behauptet zwar erfahren zu haben, daß eine solche Amnestie nicht erfolgt resp. geplant sei. doch erklärt sie. daß trotzdem in einzelnen Fällen Prüfungen stattfinden und Slrafmilderungen eintreten könnten. Diese Erklärung ist aber natürlich völlig un- befriedigend. Wir möchten deshalb die dazu berufenen Stellen um Beantwortung der Frage ersuwen, wieviel solcher Begnadigungen erfolgt sind und von welchen Gesichtspunkten aus mildernde Umstände angenommen wurden.— Die Krise. Man meldet auS der Residenz des Kanonenkönigs: Die Industrien im Essener Bezirk stehen fortgesetzt unter dem Einfluß der geschäftlichen Flaue. Im Blechwalzwerk von Schulz« Knandt werden im Schweisiwerk wöchentlich zwei Feierschichten ein- gelegt. Auf der Johanneshütte zu Hochfeld soll ein Hochofen ans- geblasen werden, ferner werden daselbst umfangreiche Arbeiter- kündigungen vorgenommen werden. Abg. Dr. Lieber ist auf der Rückreise vom OSnabrücker Katholikentag wieder an seinem alten Leiden erkrankt.— Der Alterspräsident des Reichstags, der Centrums-Abgeordnete Dr. LiugeuS. wird demnächst sein Mandat für den Sicgkreis niederlege». Lingens, der 1818 geboren ist, gehört dem Reichs- tage seit 1871 an und hat stets denselben Wahlkreis, der zu den unbestrittenen Domänen des CentrumS gehört, vertreten. Er war ein fleißiger Besucher des Reichstags und hat bis in die letzte Zeit in jeder Session eine Rede für die Sonntagsruhe gehalten. Die Unteroffiziere werden sich seiner gern erinnern, denn er hat sie einst als„die Stellvertreter Gottes auf Erden" gefeiert.— General v. Spitz, der Oberherr der Kricgervereine, hat jetzt von den Seinen eine Ehrennote ausgestellt erhalten gegenüber den Angriffen, die im Juli d. I. seitens der Bremischen Militär- vereine gegen die Reden des Herrn v. Spitz über das „Attentat" v on Bremen gerichtet worden waren. Die Ver- tretung des Kyffhäuser-Bundes erklärt die Kritik der Bremer Käme- raden'fllr unangemessen und ungerechtfertigt und für eine schwere Schädigung deS Kriegervereinswesens. Die getadelten Bremer hatten aber nur die Uebertreibungen des Generals v. Spitz richtig gestellt, durch die der Borfall in Bremen zu einem ernsten Attentat aufgeblasen und politisch ausgenutzt werden sollte. Werden die Bremer Kameraden den Rüffel geduldig ertragen?— Polenverfolgung. Der polnische Redacteur Boleslaus Sobie- chowski wurde, dem Grau de nz er„Geselligen" zufolge, wegen öffentlicher Beleidigung des Kultusministers, begangen durch die Presse, sowie wegen Vergehens gegen§ IM des Straf- Gesetzbuchs(Aufreizung verschiedener Klassen der Bevölkerung zu Gewaltthätigkeiteu) zu neun Monaten Gefängnis ver- urteilt. Die Justiz wetteifert mit der Verwaltung in den Ostprovinzen, polnische Märtyrer zu schaffen und so die polnische Oppositions- bcwegung zu stärken.—_ Zu den Landtagswahlen in Baden wird uns von dort geschrieben: Spät kam sie, die Eni- scheidung der klerikalen Parteileitung in der Frage der Stellungnahme zu den Landtags Wahlen in Karls- ruhe, aber sie kam. Noch einmal ist Herr Wacker, der Führer de? intransigenten Centrumsflügels, mit seiner Wahlparole:„Unter allen Umständen gegen die Nationalliberaleni" durchgedrungen und hair die offizielle Parteileitung auf seine Sci:e gebracht. Aber schon die Länge der Zeit und der Umfang der Diskussion in der Centrumspresse, deren es hierzu bedurfte, sind ein Beweis dafür, datz ihm dieser Erfolg nicht gerade leicht wurde. Die Entwicklung des badischen Centrums zur Regierungspartei hat eben, wie an dieser Stelle schon des öfteren gezeigt, doch schon bedenkliche Fortschritte gemacht, die am Sitze der Regierung selbst, in Karlsruhe, wo die klerikale Bourgeoisie dem Hofe anlätzlich des bevorstehenden Regierungsjubiläums des Landes- Herrn durch den Eintritt in das aiitisocialistische Wahlkartell der bürgerlichen Parteien gerne einen Beweis ihrer loyalen Gesinnung gegeben hätte, naturgemäß am deutlichsten in die Erscheinung treten mußten. Wenn jetzt diese höfisch-diplomatischen Allüren des Residenzcentrums durch den Bauern- und Arbciterklerikalismns Wackerscher Observanz nochmals zurllckgedämmt wurden, so geschah dies nur, weil man mit der entgcgengefetzten Taktik bei den diesmaligen Wahlen im Lande noch nicht auf seine Kosten zu kommen fürchtete. Haben sich bis zu den nächsten Wahlen die Machtverhältnisse der Parteien mehr geklärt, und hat sich insbesondere gezeigt, daß das neue badische Ministerium den kirchenpolitischcn Forderungen des Centrums Konzessionen zu machen bereit ist. dann wird auch der mehr demokratische Teil der Klerikalen sich unbedenklich auf die Seite der Regierung schlagen und den linksradikalen Parteien allein den Kampf um jene politischen Rechte überlassen, die bisher den zugkräftigsten Teil des klerikalen Wahlprogramins gebildet haben. Offiziell nimmt also diesmal das Centrum in Karlsruhe noch nicht gegen die Socialdemokratie und damit für den National- liberalismus Stellung. Wie es allerdings mit der Befolgung dieser Wahlparole durch die dortigen Centrumsanhänger aussieht, das ist eine andere Frage. Von einem Eintreten der klerikalen Arbeiter für das regierungsfreundliche nationallibcral-freisinnig-konservative Kartell kann keine Rede sein: wohl aber werden sich die Bourgeois-, insbesondere die B e a m t e n e l e m e n t e des Karlsruher Centrums nicht abhalten lassen, zum großen Teil dem ordnungsparteilichen Rufe nach der„Rettung der Residenz vor dem Umsturz" Folge zu leisten. So. wie die Verhältniffe heute liegen, ist nicht zu befürchten, daß der Sieg der socialistisch-demokratischen Opposition dadurch in Frage gestellt wird. Aber selbst, wenn es— was wir für ans- geschloffen halten— dem bürgerlichen Wahlkartell gelingen sollte, uns den Sieg zu entreißen, wäre der Zwiespalt, der in- folge der zwitterhaften Haltung der klerikalen Wähler dadurch in die Reihen des Centrnms getragen würde, für uns ein Gewinn, der den momentalen Nachteil einer Wahlniederlage auf- wiegen würde. Auch das badische Centrum wird über kurz oder lang die Erfahrung machen niüssen. daß es einer modernen politischen Partei auf die Dauer unmöglich ist, Angehörige der verschiedensten socialen Bcvölkernngsschichten— Bauern. Arbeiter. Kleinbürger, Beamte ic.— unter seiner Fahne einträchtig zusammen zu halten. Die Ärisis, die es im Angesicht der Landtagswahle» eben durch- machte, ist das erste deutliche Anzeichen der Verwitterung, der auch in Baden der Centrumsturm unter den Strahlen der Regierungs- sonne ausgesetzt ist.—_ Unter der Anklage der Majestätsbeleidignng stand der Werkmeister Alexander S u m z y n s k i vor der 7. Ferienstrafkammer des Berliner Landgerichts I. Die Verhandlung fand unter AuS- schluß der Oeffentlichkeit statt. Der Angeklagte war Werkmeister in einer hiesigen großen Bäckerei. Die unter ihm arbeitenden Gesellen Gudowa und Strehlow beschuldigten ihn, bei Ge- legenheit des Vorkommnisses in Breslau. bei welchem eine Frau ei» Beil nach dem Kaiser geworfen hatte, eine den Kaiser beleidigende Aensiernng gethan und bei einer andren Gelegenheit unpassende Bemerkungen über die Kaiserin, deren Bild ebenso wie das des Kaisers in seinem Zimmer hing, gemacht zu haben. Die Strafanzeige ist erst einige Wochen nach dem be- haupteten Vorfall erfolgt. Der aus der Untersuchungshast vor- geführte Angeklagte bestritt entschieden die Beschuldigungen, die dem Rachegefühl zweier ihm unterstellter Männer entsprungen seien, gegen' welche er wiederholt_ habe Strenge zeigen müssen. Der Belastungszeuge, der die Strafanzeige erstattet hatte, wollte zu dieser durch eine Aeusierung des Angeklagten bewogen worden sein, die sein patriotisches Gefühl verletzt hatte. Rechtsanwalt Heine haue eine große Anzahl von Zeugen geladen, die dem Angeklagten in Bezug auf Charakter, Fleiß und ruhige Gesinnung das beste Zeugnis gaben. Staatsanwalt Noelting hielt nach der Beweisaufnahme den Angeklagten für überführt und beanttagte 1 Jahr ö Monate Gefängnis. Rechtsanwalt Heine beantragte dagegen die Freisprechung, indem er darauf hinwies, datz bei Anzeigen wegen Majestätsbeleidigung oft die wunder- barsten psychologischen Momente mitwirken und die Gerichte solchen Anzeigen mit der größten Vorsicht gegenüber zu treten pflegen.— Der Gerichtshof erkannte auf Freisprechung in dem Falle der Beleidigung des Kaisers, da er hier eine misiverständliche Auf« fassung seitens' der Belastungszengen immerhin für möglich hielt. Dagegen hielt er die ehrverletzende Aeusierung über die Kaiserin für erw'icien und verurteilte den Angeklagten zu 6 Monaten Gefängnis. Ein Antrag auf Haftentlassung wurde abgelehnt. Ausland. Der Krieg in Südamerika. Die neuesten Nachrichten lassen keinen Zweifel mehr darüber zu, dasi die nordamerikanischen Vermittclungsversuche den Ausbruch des Krieges zwischen V e n e z u e l a und Columbien nicht zu ver- hindern mochten. Der Krieg befindet sich vielmehr bereits im vollsten Gange. Eine Meldung von Cura?ao besagt: Die venezolanischen Truppen haben die Verbindung mit den kolumbischen Revolutionären in der Nähe von Riohacha beigestellt und sind auf dem Punkte, die S000 Mann starke reguläre kolunibische Armee anzugreifen. Ferner liegt folgende New Dorker Meldung vor: Nach Berichten ans Willemstad meldete der französische Kreuzer„Suchet" aus Porto Columbia bei Baranquilla, ein Dampfer habe tausend kolunibische Soldaten bei La Hacha am 9. September gelandet. Vier venezolanische Kanonenboote befänden sich auf der Höhe von La Hacha und die kolumbischen Truppen erwarteten einen Angriff. Weiter wird be- richtet, daß tausend Venezolaner unter Davila am 4. September Maracaibo an Bord von vier Schiffen verlassen hätten und wenige Meilen nordöstlich von La Hacha gelandet worden seien. Ferner sei eine Expedition von Venezolanern und kolumbischen Liberalen, im ganzei/SOV Mann stark, von Maracaibo aufgebrochen und habe sich aut dem Landweg gegen La Hacha gewandt; dieselbe sei der Zeit nach jetzt wohl in der Nähe ihres Bestimmungsortes angelangt. lieber die S e e st r e i t k r ä f t e der beiden kriegführenden Mächte werden folgende Mitteilungen gemacht: Venezuela besitzt an Kriegsschiffen nur zwei, den Spaniern abgekaufte Torpedokanonenboote und fünf armierte Zolldampfcr. Die beiden Torpedoknnonenboote heißen„Bolivar"<1891 in Spanien gebaut) und„Miranda"(1895 bei Thompson in Glasgow gebaut) und sind 617 bezw. 200 Tonnen groß. Ersteres ist ein Doppelschranbenfahrzeug mit nominell 18.8 Knoten Geschwindigkeit und erheblicher Kvhlenausdauer. Es hat 96 Mann Besatzung und führt eine Armierung von zwei 12 Centimeter-Kanonen, vier 6,7 Cciitimeter-Schnelllade-Geschützen, 1 Maschineiigewebr und 2 Lancierrohren. Die„Miranda" besitzt nur 1 Schraube und höchsten 12 Knoten Geschwindigkeit. Sie bar 69 Mann Be- fatznng und ist mit zwei 6.7 Ceiitiinctcr- Schncllfcucrgeschützen und 1 Maximgcwehr bestückt. Von den armierten Zolldainpfcrn sind „Mariscall-Ayacucko" und„General Crespo" neueren DaluniS; sie messen ungefähr 140 Tonnen und sind mit einer 3,7 Centiineter- Maschinenkanone und einem Maximgcwehr bewaffnet. Die andern Dampfer sind älter:„Bencedor"<228 Tonnen Deplacement), führt 2 Maxims.„Zamora"<361 Tonnen Deplacement), ein 3,7 Centimcter- Maximgcschütz und 1 Maximgewchr. Der Dampfer„Libertador" ist ein leicht arniierter Lenchtfeu'er-Dampfer. Diefen venezolanischen Schiffen schließen sich die Schiffe der Nationalökonomie bringen und daneben auch das Unterhaltungs- 1 auch meisters ebenfalls arme Leute sein mögen. Wenn Republik Nicaragua an, nämlich das 600 Tommen messende bedürfnis befriedigen. Oestreich- Ungarn. Die galizischen Landtagswahlen. Ueber den Ausfall der Wahlen wird der„ Frankf. Ztg." berichtet: Bei den Landtagswahlen aus den Städtebezirken wurden in Lemberg drei Kompromißkandidaten, Minister Bientat, Bürgermeister Malachowski, Gemeinderat Michalski und die Demokraten Rutowski und Romanowicz gewählt, dagegen ist der liberale Byk unterlegen und an seiner Stelle nach heftigem Wahlkampfe der Bauer Bojko gewählt, als Demonstration gegen das Vorgehen der konservativen Partei gegenüber der freisinnigen Bauernschaft, deren Vertrauensmann Bojko bei den Landgemeindewahlen unterlag. Es ist ein uns gewöhnlicher Borfall, daß ein Bauer in der Landeshauptstadt gewählt wird. Bojko erhielt 2276 Stimmen, Bht nur 1710. In Krakau wurden drei Konservative gegen die vereinigten Demokraten und Socialdemokraten gewählt. Um das vierte Mandat findet eine Neuwahl statt. Unter den Kandidaten der koalierten Parteien befand sich auch der Socialdemokrat Daszinsky. In Biala erlitten die Stonservativen ebenfalls eine Schlappe. Die Wahlen in den übrigen Bezirken brachten teine Ueberraschung. er 10 eine Diphtheritisepidemie auf der Höhe ist, dann hat der ArKanonenboot, Momotomba" und der Regierungsdampfer S. Jacinto". Weiter wird in demselben Verlage ein Band von Märchen für beiter, dem mehrere Kinder daran frank liegen, wirklich mehr zu Beide find mit zwei leichten Geschützen armiert. Ecuador vers die reifere Jugend herausgegeben werden, dem später andre folgen. bezahlen, als seine Kräfte gestatten, und soll er darum zu den fügt noch über das 1889 bei Yarrow in Poplar erbaute Torpedo- Der erste Band wird bereits Ende Oktober fertiggestellt sein, so daß Armen gerechnet und ihm das Wahlrecht entzogen werden? Wir boot Tungurahna", das bei 69 Tonnen Wasserverdrängung und er für das Weihnachtsfest auf den Markt kommt. bringen doch die Kinder unsrer Sicherheit wegen ins Krankenhaus. 16 Seemeilen Geschwindigkeit ein Lancierrohr und 4 leichte Kanonen beziehungsweise Mitrailleusen führt. Dazu kommen Eine Konferenz des Reichstage- Wahlkreises Karlsruhe Da handelt es sich also nicht um Armensachen. Sprechen wir das heute alls, fann ich mir nicht denken, daß der noch die beiden kleinen, leicht armierten Transportdampfer prach sich gegen den Spruch des Schiedsgerichts in Sachen der Magistrat sich ablehnend verhalten wird. Wir stellen also einfach " Cotopaxi"( 1884 abgelaufen) und Nueve de Julio"( Stapellanf Hamburger Accordmaurer aus. Bei der Wahl des Parteitags die Wahllisten dem entsprechend auf; wir sind ja als Gemeinde1887). Diesen vereinigten Seeftreitkräften hat Columbia mir das delegierten wurde zunächst Genosse Fendrich als Delegierter behörden insoweit souverän. Es ist viel besser, wenn man ohne bestimmt. Hierauf teilte der Vertrauensmann mit, daß Genosse 6 Jahre alte Heckrad- Kanonenboot ,, General Nerino", den Transportdampfer„ Cordoba" und die drei Segelschiffe„ Beatrice Bernard", Bernstein- Berlin sich an die Karlsruher Genossen gewandt habe gerichtliche Entscheidungen einträchtig im Gemeindeleben miteinander zurecht zu kommen versucht. mit der Bitte, ihm für den Fall, daß ein Mandat für den „ Herkules" und" Narino" entgegenzustellen. Die„ La Popa", ein Parteitag frei ſei, ein solches anzuvertrauen, damit Stadtv. Dr. Friedemann( N. 2.) kann diese Hoffnung leider armierter Dampfschoner, ist kürzlich auf der Fahrt von Cartagena fich gegen eventuelle Angriffe in aller Form verteidigen könne. nicht teilen. Wohl nie habe es eine Frage gegeben, in deren nach Savanilla gesunken, nachdem sie vorher schon durch eine Grund- In der Diskussion trat fast einmütig die Meinung hervor, daß diese, und doch habe der Magistrat die Gerichte angerufen und seinen berührung ledgesprungen und beschädigt war." La Popa" var 1887 gebaut und diente vorwiegend zum Truppen- Transport. gegen den im Karlsruher Wahlverein mit nur geringer Mehrheit an= Der General Nerino" verdrängt 400 Tonnen Wasser und verfügt genommenen Beschluß, der dahin ging, den Genossen Bernstein als gegenteiligen Standpunkt zur Geltung gebracht; und das trop des auf Flüssen über eine Geschwindigkeit von 15 Seemeilen. Er befigt eigentlichen und alleinigen Vertreter des 10. Wahlkreises nach Lübeck einhelligen Votums der Versammlung, trotz der analogen Beschlüffe des Armenpflege- Stongresses! Die Antwort des Magistrats sei von ein schwaches Stahldeck als Schuß der Maschine und ist mit drei senden, mancherlei Bedenken vorlägen. Es sei nicht gut angängig, verblüffender Stürze, aber das juristische Verständnis der 3,7 Centimeter automatischen Kanonen bewaffnet. Die„ Cordoba" die Wahl eines Genoffen zu empfehlen, den nur die allerwenigsten Versammlung scheine er nicht sonderlich hoch anzus trägt eine Batterie von zwei 5,7 Centimeter Schnellfeuer- Kanonen Konsequenz gezogen werden, daß die Karlsruher Parteigenossenschaft Darum müsse abermals Ausschußberatung statthaben, wo eventuell persönlich kennen. Auch würde aus einer solchen Delegation leicht die schlagen, fonst hätte er wenigstens Gründe angegeben: und zwei Revolver- Kanonen. Große Gefechte zur See darf man kritiklos sich zu allen Anschauungen Bernsteins bekenne, was durchaus aljo nicht erwarten, besonders da das Schiffsmaterial der vier Re- nicht der Fall sei. Dagegen stehe nichts im Wege und sei es sogar als eine zu prüfen sei, ob nicht gewissen Stenerstufen die Krankenhauskosten publiken wahrscheinlich arg verwahrlost und wenig friegsbranchbar sein wird, so daß Erfahrungen im modernen Seekriege bei dieser Pflicht gegenüber einem so alten und verdienten Parteigenossen zu eru erlassen wären oder ob an den Landtag mit einer Petition heranGelegenheit ausgeschlossen sind. achten, wenn man Bernstein ein zweites Mandat nach Lübeck über zutreten sei. trage, um ihn nicht von dem Wohlwollen des Parteitages abhängig ist es thatsächlich unmöglich, Abhilfe zu schaffen, so lange man auf Stadtv. Stadthagen( Soc.): Jm verwaltungstechnischen Wege zu machen, sondern ihm das formelle Recht der Redefreiheit in dem Standpunkt des Ober- Verwaltungsgerichts steht. Leider siegte Lübeck zu verschaffen. Es wurde auch die Ansicht ausgesprochen, bei der legten Beratung der optimistische Gedante des Magistratsdaß durch das persönliche Erscheinen Bernsteins in Lübeck eher eine vertreters, daß sich Mittel und Wege trozdem finden lassen würden. Annäherung in den verschiedenen Anschauungen betreffend die Taktik der Partei sich herausbilden werde, als das Gegenteil. Bei der AbAuch wenn der Magistrat jetzt eine abweichende Stellung ftimmung wurde der Vorschlag, dem Genossen Bernstein ein Mandat scheidung hinwegießen würde, so wäre damit das Wahlrecht nehmen und sich über oberverivaltungsgerichtliche Entanzuvertrauen, mit großer Majorität, d. h. allen gegen 11 Stimmen, nicht gesichert, weil ja bei der ersten Klage gegen die neue Praxis angenommen. die städtische Verwaltung wieder den Kürzeren ziehen würde. Es Der Arbeiter- Wahlverein für Mülhausen und Umgebung| tommt auch gar nicht darauf an, ob die Kosten in Raten pünktlich ( Elsaß) beschloß in seiner Mitgliederversammlung vom 9. d. M., gezahlt werden; das Ober- Berwaltungsgericht hat entschieden, das Mitglied Otto Maurer, Steinhauer, wegen ehrlofer Hand- daß auch in diesem Fall Armemunterstützung gezahlt und das lungen aus dem Verein auszuschließen und zugleich das Verfahren Wahlrecht verloren ist, denn nicht die Kreditierung, sondern die auf Grund des§ 2 des Organisationsstatuts behufs Ausschlusses Aufnahme ins Krankenhaus stellt die Armenunterstüßung nach Ansicht aus der Partei gegen ihn einzuleiten. Bedauert wurde von des Gerichts dar. Es ist nach meiner Meinung ungeheuerlich, wenn allen Seiten in der Debatte die Umständlichkeit des Ausschlusses, nunmehr jemand überhaupt noch nachträglich zahlt, da er sein Wahlrecht wie er durch den§ 2 des Organisationsstatuts vorgeschrieben ist. doch verloren hat. Ich trete dem Vorsteher durchaus darin bei, daß es im focialen, hygienischen allgemeinen Interesse liegt, unentgeltliche Krankenpflege für eine ganze Reihe von Krankheiten zu geben, mit Ausschluß nur derjenigen, welche nach unserm Antrag ausgeschlossen sein sollen. Der Magistrat richtet sich nach dem Erkenntnis und daraus kann man ihm feinen Vorwurf machen; wir aber wollen diese ganze Unterstügungs- und Armenpflege Frage loslösen von der socialen Fürsorge der Stadt für Strante. Ich freue mich deshalb des Antrages auf erneute Ausschußberatung; wir hätten sie freilich nicht nötig, wenn nicht damals zu große Vertrauensseligkeit geherrscht hätte. Nehmen Sie den Antrag auf Ausschußberatung an, so könnte unser Antrag zunächst im Plenum uerörtert bleiben.( Beifall.) Stadtrat Fischbeck: Der Magistrat ist nicht deswegen zu seinem Botum gefommen, weil er die Grundsäge des Oberverwaltungsgerichts als richtig anerkennt. Die Vorschläge der Versammlung und ihres Ausschusses find von ihm aufs reiflichste erwogen worden und zwar sehr eingehend 1/2 Jahre lang. Auch der eben gestreifte Vorschlag, Erlaß der Kosten bis zu einer gewissen Steuerstufe, iſt erörtert, aber abgelehnt worden. Der Vorschlag des Herrn Vorstehers, die Leute einfach in die Wahlliste einzustellen, wenn Magistrat und Stadtverordnete darüber einig sind, weil die beiden Behörden ja in diesem Bunfte souverän feien, ist nicht acceptabel, weil jeder Bürger eine Wahl auf Grund dieser Wahlliste anfechten und das Gericht die Wahlen für ungültig erklären tönnte; wir fämen also damit nicht weiter. Hat doch auch bei Gelegenbeit einer Berliner Reichstagswahl gerade die Partei, welche am schärfsten gegen die Wahlrechtsentziehung ankämpft, einen Protest gegen die Wahl damit begründet, daß 43 Armenunterstützte Hospitaliten) an der Wahl teilgenommen hätten! Der einzig übrig gebliebene Vorschlag, den jezt Herr Stadthagen vertritt, ist schon in der Armendirektion mit allen gegen die Stimmen der Antragsteller verworfen worden; er würde einfach die bestehende Wirtschaftsordnung auf den Kopf stellen. Frankreich. Der Anszug der Jesuiten. Aus Paris wird gemeldet: Ende dieses Monats werden alle Jesuiten bis auf den letzten Mann Frankreich verlassen haben. Ein Teil derselben begiebt sich nach Holland. England und Belgien, andre nach Madagaskar, wo ein Jesuitenkollegium gegründet wird. Die Unterrichtsanstalten der Jesuiten werden in Frankreich fortbestehen, aber das Lehrpersonal durch weltliche Lehrer ersetzt werden. Einsperrung von Anarchisten. Die Marseiller Polizei hat am Mittwoch drei Anarchisten, welche sich auschickten, nach Paris abzufahren, festgenommen. Dieselben werden erst nach dem Barenbesuche wieder freigelassen. Sämtliche Italiener und Spanier, welche revolutionäre Anschauungen vertreten, find aus Frankreich ausgewiesen worden. Ob diese prophylaktische Einsperrung von Leuten, die von der Polizei für Anarchisten gehalten werden, besonders klug ist oder nicht vielmehr aufreizend wirken muß, ist eine Frage. Frankreich ahmt damit freilich zum vermeintlichen Schuße des Zaren nur einer Gepflogenheit nach, die auch anderwärts aus noch viel geringerer Veranlassung geübt worden ist. Afien. Die Europäifierung Japans. Der leßten Statistit über die japanischen Eisenbahnen zufolge sind in diesem Lande bereits 3635( englische) Meilen vorhanden. Davon sind 833 Meilen Staatsbahnen und 2802 Meilen Privatbahnen; das macht eine Vermehrung von 215 Meilen seit dem 1. April 1899. Auf der TokaidoLinie sind auch bereits Schlafwagen eingeführt, die für Reisende erster Klasse gegen Zahlung von 6 M. pro Nacht zu benutzen find. Amerika. Zum Attentat auf Mc Kinley. Der Zustand des verwundeten Präsidenten ist anhaltend der denkbar günstigste. Am Donnerstag wurden folgende Bulletins ausgegeben: C Buffalo, 12. September. Nach dem Krankheitsbericht von heute früh 912 Uhr hat der Präsident reichlich Nahrung zu fich genommen, ebenso heute etwas feste Nahrung bei gutem Appetit. Der Patient befindet sich heute früh besser als jemals seit dem Mordanschlag. Puls 120, Temperatur 100,2. Buffalo, 12. September. Dr. Mynter, einer der Aerzte, welche den Präsidenten behandeln, erklärte gestern abend auf eine Anfrage, daß Me Kinley Rahrung zu sich nehme, daß er umgebettet worden sei und daß sein Zustand sich weiter bessere. Ueber das Attentat selbst und seinen Charakter tauchen immer neue, zum Teil sehr alberne Versionen auf. So wird der " Daily Mail" aus Washington gemeldet: Reichstags- Abgeordneter Horn ist, wie er der Sächs. Arb. Beitung" mitteilt, schwer erfrantt, so daß er sich wahrscheinlich längere Zeit jeder geistigen und förperlichen Anstrengung, wie sie die Agitation mit sich bringt, enthalten muß. Polizeiliches, Gerichtliches niv. Die Polizei in Königshütte hatte im Mai d. J. die dortigen Mitglieder des Metallarbeiterverbandes in einer Wirtschaft dabei abgefaßt", als Beiträge tassiert und Aufnahmen gemacht wurden. Die„ Versammlung" wurde natürlich sofort aufgelöst und ihr Leiter, Genosse Stordigte aus Breslau, sowie die Inhaberin des Lokals hatten sich am 10. d. M. wegen Uebertretung des Vereinsgesetzes zu verantworten. Die Auflagebehörde beantragte gegen Stordigte 6 Wochen Gefängnis oder 800 Mark Geld strafe( 1), gegen die Wirtin 10 Tage Gefängnis. Das Gericht sprach die Angeklagten natürlich frei, da die Anklagebehörde auch nicht im geringsten nachweisen konnte, daß an jenem Bahltage eine Erörterung öffentlicher Angelegenheiten beabsichtigt gewesen oder vorgekommen wäre. Die Anklagebehörde hat bereits in der Verhandlung die Einlegung der Berufung angekündigt. Kommunales. 10 Stadtverordneten Versammlung. 26. Sigung vom Donnerstag, den 12. September, nachmittags 5 Uhr. Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sigung mit dem Ausdruck seines Abscheus über das gegen den Präsidenten der Nordamerikanischen Union begangene Attentat. In den Ausschuß für die Vorlage wegen Außerhebungießung der untersten Gemeinde- Einkommenstenerstufe sind u. a. die Stadtverordneten Bruns und Dr. Freudenberg gewählt worden. Dem Kuratorium für die Stadtbibliothek und die Volksbibliotheken und Lesehallen wird auch Stadtv. Bruns angehören. Ju das Kuratorium der Handwerkerschulen und der Baugewerkschulen wird Stadtv. Röhlich, in das Kuratorium für das Turnund Badewesen Stadtv. Barth, in das Kuratorium des FriedrichsGewerbe Stipendiums Stadtv. v. Friedberg gewählt. Die weiteren durch den Tod der Stadtvv. Kleefeld und Mießner notwendig gewordenen Ersatzwahlen werden auf die nächste Sigung verschoben. Die Versammlung schreitet hierauf zur Wahl des zweiten Bürgermeisters an Stelle des nicht bestätigten Stadtrats Stauffmann. Nachdem der Namensaufruf vorgenommen, erfolgt die Abgabe der Stimmzettel. 109 Bettel lanten auf Stadtrat Kauffmann; derselbe ist mithin wiedergewählt. 15 Bettel find unbeschrieben. Wie bekannt, hat sich trotz aller Beratungen der Armendirektion und des Magistrats ein Weg nicht ermitteln lassen, durch den verhindert werden könne, daß denjenigen, die mit der Zahlung von Krankenhaus- Verpflegungskosten Der stellvertretende Sekretär des Ackerbau- Departements Brigham kehrte aus Buffalo zurück und erklärte, er habe aus guter im Rickstande sind, das Wahlrecht entzogen werde". Quelle gehört, daß die in der Ausstellung thätigen Beamten des Der Magistrat spricht unter Mitteilung dieses negativen Ergebnisses geheimen Dienstes über 20 Telegramme erhalten sein Bedauern aus, daß er dem bezüglichen Ersuchen der Verfammhätten, in denen ihnen mitgeteilt worden sei, daß ein Plan lung nicht nachkommen könne. bestehe, den Präsidenten Me Kinley zu ermorden. Das fähe ja aus, als ob es sich um eine große Verschwörung gehandelt hätte, deren Mitwiffer Legion an der Zahl gewesen wären. Auffallend wäre es dann auch, daß die Geheimpolizei nicht besser auf ihrem Posten war und das Attentat nicht zu verhüten vermochte. Im übrigen scheint es, als ob man in der That bemüht wäre, einen Attentats- und Verschwörnngsprozeß großen Stils zu inscenieren. Namentlich soll der vielerwähnten Agitatorin Emma Goldmann anscheinend auf jede mögliche und unmögliche Weise die Urheberschaft oder wenigstens die Teilnahme an dem Verbrechen nachgewiesen werden. Nach einem„ Herold"-Telegramm hat die Frantf. Beitung" die Nachricht erhalten, daß die Polizei anscheinend bestrebt fei, auf jede mögliche Weise Emma Goldmann und andre Anarchisten in direkte Verbindung mit dem Attentat zu bringen". Danach könnte es fast scheinen, als wollte man in Amerika der Welt das Schauspiel einer Neuauflage des Chicagoer Justizmordes bieten. Mr. Sylvester, der Präsident der Vereinigung bon Polizeichefs in den Vereinigten Staaten und Kanada ( United States and Canadian Police Chiefs Association), hat eine Korrespondenz mit dem Direktorium eröffnet, in der Absicht, eine gemeinsame Aktion der Polizei aller Städte zur Ausrottung der anarchistischen Organi fationen herbeizuführen. Bis der zweckmäßigste Plan zur Annahme gelangt ist, richtet Mr. Sylvester an die Polizeichefs das dringende Ersuchen, einen scharfen tooperativen Spionierdienst aus: zuüben.In dieser in die politischen Rechte der Arbeiter tief einschneidenden Frage, die durch die Verwaltungs- Nechtsprechung die schärffte Bupizzung erfahren hat, wird von den socialdemokratischen Stadtvv. Augustin und Gen. ein neuer Vorschlag gemacht, um von dem toten Strange, auf den die Angelegenheit fonft geraten müßte, loszukommen. Es wird beantragt, einen Ausschuß von 15 Mitgliedern zwecks Borberatung folgenden Antrags einzusetzen: Stadtv. Rosenow: Die warmherzige Apostrophe des Vorstehers kann nur dankbar aufgenommen werden. Die ausführlichen Rechtsgutachten, welche in der Armendirektion und im Magistrat erstattet worden sind, möchten wir aber doch kennen lernen. Die erste Klage in der Sache gegen die Versammlung ist vom Magistrat ergangen, und diese Klage hätte nicht angestrengt zu werden brauchen. Dem Ausschuß sollte der Antrag Augustin sofort mit überwiesen werden. Mit großer Mehrheit überweist die Versammlung die Vorlage an einen Ausschuß. Bezüglich des Antrags Augustin erklärt Stadtv. Singer( Soc.) zur Geschäftsordnung, daß die Antrags steller mit der Verweisung desselben an den eben beschlossenen Ausschuß eventuell einverstanden seien. Stadtv. Mommien beantragt diese Ueberweisung. Stadty. Louis Sachs( A. L.) erklärt, et hätte beabsichtigt, diesen ganz undistutierbaren und undurchführbaren Antrag durch Uebergang zur Tagesordnung zu erledigen, sieht aber nach dem Gang der Beratung für jetzt davon ab. Stadtv. Singer: Nach meiner Auffassung ist es bisher nicht üblich gewesen, bei einem geschäftsordnungsmäßigen Antrage in die Kritik eines Antrages einzugehen. Wir verwahren uns ausdrücklich dagegen, daß unser Antrag undistutierbar und undurchführbar ist; solche Anträge stellen wir nicht. Wenn die Versammlung auf dem Standpunkt steht, das Wahlrecht gegen unberechtigte Angriffe zu ichüßen, so wird sich im Ausschuß sehr wohl zeigen, daß er durchführbar ist, Stadtv. L. Sachs meint, es handle sich nicht um eine Geschäftsordnungsdebatte, sondern um die fachliche Beratung. Stadtv. Singer belehrt Herrn Sachs dahin, daß, wenn man in die Beratung eingetreten wäre, doch zunächst eine Begründung des Antrags hätte stattfinden müffen. Die Versammlung ersucht den Magiftrat, folgendem Antrage zuzustimmen: Der Antrag wird dem eben beschlossenen Ausschuß überwiesen. Denjenigen Personen, welche den UnterstützungsZur Abrundung des in der fistalischen Köpenider For st wohnsiz in Berlin besigen, das Recht einzuräumen, im von der Stadt angekauften, für die Erbauung einer Gas anstalt Fall einer Anst altspflegebedürftigteit für fich, bestimmten Terrains sollen noch mehrere vorgelagerte Barzellen von 15 M. ihre Ehefrau und diejenigen minderjährigen unverheirateten von insgesamt 24 672 Quadratmeter zum Preise Kinder, welche ihren Unterstügungswohnsitz teilen, unent- pro Quadratmeter von der Eigentümerin, Maschinenbau- Anstalt geltliche Aufnahme in einem städtischen Grob u. Cie., G. m. b. S., zu Leipzig- Eutrisch freihändig erworben Serantenhause zu verlangen. Von der Einräunung werden. dieses Rechts wären die Mitglieder einer Krankenkasse für die Auf Antrag Wallach wird die Borlage einem Ausschuß überDauer der von der Strankenkasse zu leistenden statutarischen wiesen. Zur Hilfe, sowie anstaltspflegebedürftige Geistestrante auszu schließen." Unterstütung und Erweiterung der staatlichen Versuchs- und Stadtv. Rosenow( N. 2.) verlangt die Mitteilung der Prüfungsanstalt Protokolle über die Verhandlungen in der Armendirektion und im für die Zwecke der Wasserversorgung und AbwäfferMagistrat, welche zu dem bedauerlichen negativen Ergebnisse geführt beseitigung schlägt der Magistrat die Gewährung einer haben, und beantragt deshalb Ausschußberatung. Man könne doch Jahresbeihilfe von 5000 M. auf 5 Jahre unter der Bedie Sache nicht so einfach begraben. dingung vor, daß ein von ihm ernannter Vertreter der Stadt Stadtv. Dr. Langerhaus( A. L.): Mit dem Vorschlage des Berlin Mitglied des von den Interessenten zu bildenden Vorstandes Magistrats bin ich auch nicht ganz einverstanden, ebensowenig werde. mit dem Standpunkte des Ober- Verwaltungsgerichts. Nicht Die Versammlung giebt ohne Debatte ihre Zustimmung. jeder, der Krankenhaus- Kosten nicht sofort bezahlen kann, Durch landespolizeiliche Verfügung vom 26. September 1900 ist dem gleich zu achten, der Armenunterstügung empfangen bat. Es giebt auch Leute, welche nicht ihrer Armut wegen, Jugendlitteratur. Die Sächsische Arbeiter- Zeitung" fündet fondern zum Nutzen der Gemeinde in die Krankenhäuser aufgenommen Große Berliner und die Berlin- Charlottenburger Straßenbahn an, daß den vielfachen Anregungen aus Parteitreisen folgend, in werden; das sind alle die Fälle, wo ansteckende Krankheiten vor- angewiesen worden, den Accumulatorenbetrieb wegen seiner ihrem Berlage am 1. Januar 1902 die Herausgabe einer Jugend- liegen und die Wohnungen der Kranken nicht ausreichen, unzulänglichkeit und Unwirtschaftlichkeit binnen längstens 21/2 Jahren zeitschrift geplant ist, die monatlich einmal erscheint. Die Beitschrift um die Kranken vollständig zu isoliren. Alle diese gehören einzustellen und die oberirdische Stromzuführung durchweg soll belehrende Auffäße aus dem Gebiete der Naturwissenschaft und nicht Kategorie der wenn Armen hinein, es in Anwendung zu bringen mit Ausnahme der fünf Streden Partei- Nachrichten. die 0 sind die " Potsdamerplatz- Moltkestraße, Schloßplak- Kurfürstenbrücke, Auguste| nur 3 stündige Sonntagsarbeit. 6. Freigabe der ersten Feiertage an Die Aussagen der Zeugen bringen wenig von Belang. Der Viktoriaplah längs der Kaiser Wilhelm- Gedächtniskirche in der Kant- den drei hohen Festen.. Einführung der 12 stündigen täglichen Detan Klunder( Thorn) wurde Mittwoch als Sachverständiger straße, Hedwigsfirche- Finanzministerium, Großer Stern, welche Arbeitszeit, einer einfundigen Mittagspause und mithin der elf- vereidigt. Der Vorsigende stellt an den Dekan die Frage, ob er es für unterirdische Zuführung erhalten sollen. Als Gegenleistung für die stündigen Ruhepezhe. 8. Bezahlung eventuell notwendiger Ueber- möglich halte, daß ein wohlerzogener Katholik wegen einer ganz gleichZustimmung der Stadt zu der dadurch bedingten Modifikation des stunden. Diese Forderungen der Gesellen sollen allen Meister- gültigen Sache bei Gott dem Allmächtigen und Allwissenden, und zwar Betriebsumwandlungs- Vertrages hat der Magistrat nichts weiter Korporationen Berlins und der Vororte unterbreitet und bis zum indem er die Hand aufs Kruzifir legt, schwören werde. Sach= erreichen können als die Zahlung einer jährlichen Rekognitionsgebühr 1. Oktober d. J. Antwort erbeten sowie auf Wunsch Gesellenvertreter verständiger: Angesichts des Umstandes, daß die jungen Leute von 1 M. pro laufenden Meter der in Betracht kommenden Strecken. zur Begründung ihrer Forderungen in die Meistersizungen delegiert doch eventuell die Relegation zu befürchten hatten, möchte ich die Es handelt sich um ca. 18 800 Meter Geleise der Großen" und werden. Frage bejahen. Berth. Justizrat Trommer: Herr Dekan: ca. 1400 Meter der Charlottenburger Gesellschaft. Jm ganzen Es find Verhandlungen im Gange zwecks Vereinigung be- Wird es von einem überzeugungstreuen Katholiken als Sünde anwürden etwa 20 000 m. jährlich an die Stadt zu zahlen sein. ziehungsweise gemeinsamen Vorgehens aller bestehenden Vereinigungen gesehen, einem Vereine beizutreten, dessen Bestrebungen sich gegen von Schlächtergesellen. die staatliche Obrigkeit_richten?- Sachverständiger: Jas Die Sammelliste Nr. 003 835 für die Glasarbeiter ist beim wohl. Erster Staatsanwalt 3iglaff: Gilt es dann Gastwirt Ziebarth, Rummelsburg, Hauptstr. 83, verloren gegangen. nicht auch als Sünde, sich einem Verein anzuschließen, der sich Gezeichnet war 1 M. darauf. Das Streiffomitee. J. A.: R. Ebert. gegen die Schulbehörde, die doch auch eine Obrigkeit ist, richtet? Sachverst.: Das tommt noch darauf an! Für den gegen das polnische Nationalbewußtsein geführten Kampf ist eine Aussage des Gymnasialdirektors Dr. Preuß bezeichnend. Deutsches Reich. Stadtv. Rosenow beantragt Ablehnung der Vorlage. Der Magistrat hätte doch die landespolizeiliche Verfügung im Wortlaut mitteilen sollen. Die Abschaffung der Accumulatoren sei einfach durch Befehl des Königs angeordnet; der Vertrag der Stadt ſei dabei einfach als nicht vorhanden betrachtet worden. Die betreffende Verfügung fei auch gar nicht an die Versammlung gerichtet, sondern nur durch die Liebenswürdigkeit des Polizei- Zum Generalstreik der Flaschenmacher. Einen neuen Bepräsidenten zu ihrer Kenntnis gekommen. Der Abgabesatz der weis dafür, daß die Situation für die Fabrikanten keineswegs günstig Straßenbahn- Gesellschaft sei seiner Beit gerade mit Rücksicht ist, liefert eine Kundgebung aus dem Lager der Unternehmer, die auf die höheren Kosten des Accumulatorenbetriebs von 10 auf 8 Broz. zwar nicht für die Oeffentlichkeit bestimmt ist, aber gleichwohl ihren herabgesezt worden. Jetzt solle sich die Stadt mit 20 000 M. Trint- Weg in die Presse gefunden hat. Das Schriftstück lautet: geld begnügen. Die Gefahren der Oberleitung seien durch den Dresden, den 2. Sept. 1901. Fiskalismus der Großen" noch mehr gesteigert worden. Unter diesen Umständen wolle er von einer Einigung überhaupt nichts wissen. Ein Recht nach dem andern sei der Stadt auf diesem Gebiete genommen worden; es habe daher eine„ Einigung" mit der Gesellschaft gar keinen Wert. Stadtv. Jacobi( A. 2.) tritt für Ausschußberatung ein. Zur Zeit fei Oberleitung bei elektrischem Betrieb das brauchbarste System; die Accumulatoren heutiger Konstruktion hatten sich nicht bewährt. Redner singt ein Loblied auf die jetzigen Zustände in Verwaltung und Betrieb der Großen" und entschuldigt die Mängel mit dem ,, Uebergangsstadium". An unsere Herren Vertreter! Sett unserm legten Cirkular hat sich die Situation infofern etivas zu Gunsten verändert, als hier und in Döhlen je ca. 20 Bläge durch zurückkehrende Glasmacher und Gehilfen mehr besetzt werden konnten, so daß auf unsern drei deutschen Flaschenfabriken, nach dem die Uscher Fabrik voll weiter arbeitet, ca. 2/3 Normalproduktion erzielt wird. Die Unterstützungen sind bisher ziemlich knapp ausgefallen, die verheirateten Glasmacher erhielten 8-10 M., die Gehilfen 6-7 m., und wenn auch nach Berichten von dem Glasarbeiter- Kongreß in Hannover aus England größere Summen zugesagt worden sind, so bleibt abzuwarten, ob dieselben für die herantretenden Bedürf nisse bei Eintritt der kalten Jahreszeit, für Bezahlung der Wohnungsmieten 2c. längere Zeit ausreichen werden. Die älteren Lieferungsverpflichtungen nehmen uns noch für längere Zeit voll in Anspruch, so daß es schwer ist, auch selbst kleine Quantitäten zur prompten Lieferung einzuschieben. Wir halten es aber jetzt doch an der Zeit, Frühjahrsaufträge unter Anerkennung unsrer Lieferungsbedingungen in langfamem Tempo zu sammeln, da es unwahrscheinlich erscheint, daß der Streit noch lange andauern wird. Nachdem die Fabrikläger aufs äußerste reduciert sind und auch die Kundschaft sich mit ihren Vorräten so lange als möglich beholfen hat, vielfach auch alte Flaschen hervorgejucht worden sind, werden Flaschen für die nächste Zeit, besonders aber für das Früh jahr, sehr knapp bleiben, weshalb wir bitten, fest auf Preise zu halten. Die Ausführung von Aufträgen auf Flaschen mit unfren Hebelverschlüssen wird von uns stets bevorzugt. Hochachtungsvoll Der erste Staatsanwalt frägt den Herrn: Wenn die Schulbehörde erfahren hätte, daß die Verbindung lediglich die Pflege polnischer Geschichte und Litteratur und keinerlei politische 3wede verfolgt, in welcher Weise wären alsdann die Mitglieder bestraft worden? Beuge: Ich glaube, die betreffenden Schüler wären alsdann von der Schule entlassen worden. Erster Staatsanwalt: Wenn die Schüler das Ersuchen gestellt hätten, sich zu einem Verein zusammenschließen zu dürfen, um polnische Geschichte und Litteratur zu treiben, wäre ihnen das gestattet worden? Beuge: Das wäre jedenfals nicht ge stattet worden. Einmal wußten die polnischen Schüler von polnischer Geschichte viel mehr, als sie eigentlich wissen follten, und andrerseits war zu bedenken, daß ich, da ich der polnischen Sprache nicht mächtig bin, den Verein nicht kontrollieren konnte. Dies wäre aber als Direktor meine Pflicht gewesen. Die im Vorverfahren thätigen Zeugen, Staatsanwalt a. D. Fuchs( Hamburg) und Amtsrichter Borowski( Beuthen) bes streiten entschieden die zahlreichen Behauptungen der Angeklagten, daß sie, die Angeklagten, von den beiden Herren in unziemlicher Weise beeinflußt und bedroht worden wären. Als der Angeklagte Thimm von neuem darauf hinweist, daß er aus Furcht dem Staatsanwalt Fuchs ein Protokoll unterschrieben habe, dessen Richtigkeit er nicht anerkennen fönne, bemerkt der Vorfigende, daß der Angeklagte doch hier in der Verhandlung ganz forsch" auftrete. Die Antwort des Angeklagten lautet: Ja, allmählich ges wöhnt man sich an schlechte Behandlung. Die Aussagen des Polizeirats 3 a cher waren ohne besondre Bedeutung. Stadtv. Singer: Es scheint mir nicht angebracht, bei dieser Diskussion die Vorzüge oder Nachteile der verschiedenen Betriebssysteme hervorzuheben. Ich halte den Accumulatorenbetrieb für ungeeignet und glaube, daß die Stadt auch bei eigner Regie zur Zeit die Oberleitung vorziehen würde. Aber allerdings verdient die Art, wie die Stadt Berlin hier wieder einmal behandelt worden ist, die eingehendste Erörterung und deshalb stimmen auch wir für Ausschußberatung. Während Verkehrsdeputation und Stadt sich jahrelang um die beste Regelung des Verkehrswesens bemüht haben, kommt nun plötzlich der Raiser und läßt uns durch den Polizeipräsidenten mitteilen, daß im wirtschaftlichen Interesse der Privatgesellschaft das Accumulatorensystem abgeschafft werden muß! Das ist doch eine Brüstierung der Stadtvertretung, wie sie schlimmer nicht gedacht werden kann.( Sehr Ist Aschingers Bäckerei ein Nebenbetrieb? Anläßlich eines richtig! und Zustimmung.) Es ist doch eine eigentümliche Auffassung Strafverfahrens gegen den Direktor Zweig von der Gesellschaft der Krone und der Regierung, sich in den Dienst einer Aschinger hat das se ammergericht eine principiell wichtige EntPrivatgesellschaft zu stellen und ihr etwas aufzuzwingen, scheidung gefällt. was für sie mit Zweig war der Uebertretung der Gewerbeeinem erheblichen Gewinn verbunden ist. Denn bei einer Aenderung aus Verkehrs- und Sicherheitsgründen Ordnung beschuldigt worden, weil in der Bäckerei der Firma Aschinger hätte man doch die Kommissare der Stadt bei den Verhandlungen in der Sophienstraße die Bestimmungen über die Sonntagsruhe Aktiengesellschaft für Glasindustrie vorm. Friedr. Siemens. nicht beachtet worden waren. Er wurde jedoch in zweiter Instanz zugezogen. Und hat nicht überdies die Firma Siemens u. Halste Liebig. über die Köpfe der Stadtvertretung hinweg die Konzession zu einer freigesprochen. Das Landgericht führte begründend aus: In der Der Verfasser des vorstehenden Schriftstückes segt seine Hoffnung Bäckerei der Gesellschaft Aschinger würden nur Backwaren für das Unterpflasterbahn bekommen, die die Stadt selbst zu bauen darauf, daß die Streikunterstützung bald nicht mehr ausreichen werde Schankgewerbe der Gesellschaft hergestellt. Der Bäckereibetrieb sei bereit war und die nun nach einem Restript nur der und die Ausständigen dadurch mürbe gemacht werden würden. Diese deshalb als ein Neben- oder Hilfsgewerbe des verzweigten SchankFirma übertragen werden darf, 11111 deren Hochbahnunter- Hoffnung wird sicher an der Solidarität der gesamten tiassenbewußten betriebes anzusehen, auf den, wie auf den Hauptbetrieb, die Be nehmen rentabler zu machen? Ist diese Auffassung vor- Arbeiterschaft scheitern, die ohne Zweifel dafür sorgen wird, daß die Stimmungen der Gewerbe- Ordnung über die Sonntagsruhe keine handen und rechtlich durchführbar, dann thäte der Kaiser Streifenden nicht so am Geldmangel, wie die Fabrikanten am Anwendung fänden. Auf die Revision der Staatsanwalt. wirklich gut, auch die Verkehrsangelegenheiten Berlins in seine Hand Flaschenmangel leiden werden. Möge jeder Arbeiter sein Teil dazu schaft hat nunmehr das Kammergericht dies Urteil wieder zu nehmen; dann sparte die Verkehrsdeputation Zeit und Arbeit. beitragen, daß sich die Erwartung der Fabrikanten, die Streikenden aufgehoben und die Sache an das Berufungsgericht zurückverwiesen. Uebrigens hat der Oberbürgermeister, der erfreulicherweise anwesend, könnten durch materielle Not zur Aufnahme der Arbeit gezwungen Zur Begründung wurde ausgeführt: Es sei nicht anzuerkennen, daß die Güte, in einer Angelegenheit, die auch hierher gehört, eine Aus- werden, auf keinen Fall erfüllt. es sich bei der Aschingerschen Bäckerei um einen Hilfs- oder Nebenfunft zu erteilen. Rach Zeitungsnachrichten hat er eine Audienz Der Ausstand der Vergolder und Etni- Arbeiter der Firma betrieb handle. Ein Nebenbetrieb sei ein Betrieb nur dann, nachgesucht in Sachen der Ueberführung der städtischen Linien der Rhone u. Jahn in Chemnitz wurde durch gegenseitiges Entgegen wenn er organisch mit dem Hauptbetriebe verbunden sei Straßenbahn über die Linden; diese Audienz sei abgelehnt worden. kommen beigelegt. Ueber die Arbeitsbedingungen wurde ein schrift- und diese Berbindung zugleich eine übliche wäre. Keine Es wäre doch erwünscht, zu erfahren, ob in der That sein Wunschlicher Bertrag, laufend bis 1. September 1902, zwischen den Parteien der derartig beantwortet worden ist. Durch die verzwidte Lage, abgeschlossen. durch den Umstand, daß über andre S und hinter uns die Denn beiden Voraussetzungen sei hier gegeben. Bäckerei werde in besondern Räumen außerhalb jeden räumlichen Mächte in die Bestimmungen und Entschließungen Die Lüneburger Fleischergesellen haben von ihren Meistern Busammenhanges mit den Schantstätten der Gesellschaft betrieben der Aufsichtsbehörden eingreifen, fommen vir zweifellos die Anerkennung ihrer Organisation und dadurch auch die Zurück- und Bäckereien seien als Nebenbetriebe des Schankgewerbes auch dazu, die Lust an diesem Zweige der Verwaltung all- nahme der Kündigung der dem Centralverbande angehörenden nicht üblich. Die Bestimmungen über die Sonntagsruhe hätten mählich zu verlieren. Vielleicht ist es die Absicht, der städtischen Gesellen erwirkt. Die feiner Zeit gemeldeten Differenzen sind sonach somit hier beachtet werden müssen. Der Vorderrichter müsse demVerwaltung die Sache so zu verekeln, daß die Privatgesellschaften behoben. Auch haben sich die Meister bereit erklärt, die vom gemäß entscheiden. Herrn Direktor Zweig war zugleich zugleich ein Straf nachher wieder das Fett abschöpfen fönnen. Aber auch von den Gesellenausschuß vorgebrachten Mißstände zu prüfen und Abänderungen verfahren wegen wegen Uebertretung derselben Bestimmungen in Regierungs- und Aufsichtsinstanzen sind nicht die Interessen der resp. Besserungen der Zustände eintreten zu lassen. der Konditorei der Gesellschaft Aschinger eingeleitet worden. Gesellschaften, sondern der Stadt, der Gemeinde zu vertreten. Der Steinarbeiterstreik in Gommern wird ein recht be- Ju diesem Falle hatte ihn das Landgericht zu einer Geldstrafe verEs ist für uns tief beschämend, daß unsre Interessen dergestalt dauerliches Nachspiel vor dem Gericht in Magdeburg haben. Daselbst urteilt, indem es ihm Fahrlässigkeit vorwarf. Seine hiergegen einzurückgesetzt werden, daß an den höchsten Stellen die Interessen sollen sich 180 Angeklagte wegen Landfriedensbruch, gelegte Revision wurde vom Stammergericht als unbegründet vers privater Aktiengesellschaften höher gestellt werden als die Interessen begangen während des Streiks, verantworten. worfen. Der Vorderrichter habe ohue Rechtsirrtum festgestellt, der Stadt. Das auszusprechen scheint mir eine viel wichtigere Aufgabe des Ausschusses zu sein als die Frage, ob wir 20- oder 22 000 daß ihn ein Verschulden treffe. Mark bekommen. Oberbürgermeister Kirschner: Die Verweisung der Vorlage an einen Ausschuß erscheint mir nach dieser letzten Rede besonders wünschenswert; verschiedene Behauptungen in derselben werden dort eine Richtigstellung zu erfahren haben. Ich habe allerdings geglaubt, es würde zweckmäßig sein, die bei dem Kaiser, wie mir mitgeteilt war, bestehenden Bedenken gegen die Ueberführung unfrer Linien über die Linden in persönlichem Vortrage zu beseitigen. Ich suchte die Audienz nach zu einer Zeit, wo Se. Maj. der Kaiser sich auf Reisen zu begeben gedachte, und es wurde mir der Bescheid, daß der Kaiser bedauere, mit Rücksicht auf diese Weisedispositionen den Empfang zur Zeit nicht stattfinden lassen zu können. Die Sache ist also noch in der Schwebe. An der weiteren Verhandlung beteiligen sich noch die Stadtvv. Rosenow und Cassel( A. L.), der sein Einverständnis mit den principiellen Ausführungen Singers ausdrücklich betont. Ausland. Die Liga der Diamantschleifer in Antwerpen hat befchloffen, in eine Bewegung zur Einführung des Achtstundentages einzutreten. Die Bewegung soll in großem Umfange organisiert und womöglich zu einer internationalen gestaltet werden. Gegen die Nachtarbeit. Wie in Imola, so sind auch die arbeit eingetreten. Drei dort bestehende Bäckergehilfen- Organisationen Bäcker von Florenz in eine Bewegung zur Beseitigung der Nachthaben sich zusammengeschlossen und ein besonderes Komitee gewählt, dessen Aufgabe es ist, mit den Meistern zu verhandeln, aber auch im Publikum Propaganda für die Aufhebung der Nachtarbeit in den Bäckereien zu machen. Die Meister verhalten sich bis jetzt ablehnend, während die Konsumenten in Versammlungen und durch die Presse zum Teil schon ihre Zustimmung gegeben haben. Sociales. Aus der Frauenbewegung. Im Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse Kommandantenstr. 20, Herr Dr. Franz Oppenheimer über" Darwird Montag, 16. September, abends 81/2 Uhr, in den Arminhallen, winismus sprechen. Gäste sehr willkommen. Der Vorstand. Lehte Nachrichten und Depelthen. " Frankfurt a. M., 12. September.( B. H.) Die Frantf. 8tg." meldet: In Musch geriet, wie Depeschen des französischen und englischen Konsuls aus Karput bezw. Erzeron melden, die dortige Kaserne in Brand, worauf am folgenden Tage ein Brand im Türtenviertel ausbrach. Die Türken machten die armenische Bevölkerung für die Sonntagsruhe für die Presse. In Belgien erscheinen zur Brandlegung verantwortlich und begannen zu plündern und die Zeit, wie auch in Frankreich, die Tagesblätter auch am Sonntag Armenier niederzumetzeln. Nähere Einzelheiten fehlen noch. In bezw. am Montag, so daß eine Sonntagsruhe für Redaktion, Ex- Musch befinden sich teine fremden Konjuln, doch scheinen die In der geheimen Sizung ist die Verleihung des pedition, Setzerpersonal und Verkäufer nicht eintritt; es existiert kein Megeleien umfangreicher als die in den letzten Monaten gewesen Gesetz, das in dieser Beziehung irgend welche Einschränkungen machte. Prädikats, Stadtältester" an den Stadtrat Bail ohne er Die belgische Association de la Presse" will nun auf ihrer nächsten zu sein, da der Vali von Bitlis nach Musch abgereist ist und Die Vorlage wird darauf einem besondren Ausschusse überwiesen. Schluß der öffentlichen Sigung 8 Uhr. * hebliche weitere Debatte beschlossen worden. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Krakau, 12. September. mehrere Bataillone auf direkte Anordnung von hier nach Musch Generalversammlung die Frage behandeln und Mittel und Wege entsandt worden sind. suchen, um eine Aenderung dieses Zustandes herbeizuführen. Leider wird der Versuch wohl an den Gewohnheiten des Publikums, noch mehr aber an dem Widerstand der kapitalistischen Verleger scheitern. Hier kann nur die Gesetzgebung helfen. Die Lederarbeiter Berlins( Weißgerber, Färber usw.) ver- Durchschnittslöhne im englischen Kohlenbergban. Die handeln gegenwärtig mit den Fabrikanten wegen Verlängerung des Löhne der Bergarbeiter Englands sind seit dem Jahre 1886 stetig vor zwei Jahren vor dem Gewerbegericht abgeschlossenen Vertrages. in die Höhe gegangen. Der Wochendurchschnitt für die Vereinigten Während die Fabrikanten die bedingungslose Verlängerung des Königreiche betrug Ende 1886 noch 21 Schilling 1 Benny. Im Vertrages verlangen, wollen die Arbeiter nur in eine solche willigen, Jahre 1900 war der wöchentliche Durchschnittslohn eines englischen wenn zuvor verschiedene Wünsche in Bezug auf Arbeitslohn und Kohlengräbers auf 33 Schilling 11 Pence gestiegen. Den höchsten Arbeitszeit Berücksichtigung finden. Zu diesem Zwed haben die Lohn erreichten die Bergleute von Best Schottland, nämlich Arbeiter den Vertrag, der am 1. Oftober abläuft, am 1. September 42 Schilling 2 Pence; die Nordthumberland- und Durham- Bergleute gekündigt. Obwohl die Berhandlungen noch schweben, scheinen erzielten einen Lohn von 35 Schilling 4 Pence beziehentlich die Fabrikanten auf alle Eventualitäten vorbereiten 34 Schilling 10 Bence. wollen. Eine Bersammlung bon Glacélederfabrikanten Die Produktion ist seit dem Jahre 1886 ebenfall rapide geund Färbereibesitzern in Leipzig beschäftigte sich fürzlich mit der Ber- stiegen; im Jahre 1886 wurden 157,5 Millionen Tonnen gefördert, liner Angelegenheit. Es wurden mehrere Schreiben verlesen, worin im Jahre 1900 aber 225,1 Millionen Tonnen. fich zu eine eventuelle allgemeine Schließung oder Reduktion der Betriebe an den Provinzplätzen im Falle eines Berliner Streiks befürwortet wurde. Nachdem auch mehrere Redner eine ähnliche Stellung eingenommen hatten, gelangte eine Resolution zur Annahme, die eine energische Unterstützung der Berliner Glacélederfabrikanten seitens ihrer auswärtigen Kollegen im Streiffalle vorsieht. Gerichts- Beitung. Im Thorner Geheimbunds- Prozeß ist gestern folgendes Urteil gesprochen worden: 15 Angeklagte wurden freigesprochen, 10 erhielten einen Verweis, Die Schlächtergesellen Berlins find in eine Lohn- 2 wurden zu je einem Tag, 19 zu je einer Woche, 2 zu je zwei bewegung eingetreten. Eine am Mittwoch abgehaltene Verfammung stellte folgende Forderungen auf: 1. Regelung der Wochen, 7 zu je drei Wochen, 3 zu je sechs Wochen und Markwitz Arbeit bermittelung. 2. Abschaffung der Sonntagstündigung und zu drei und Ordzulak zu zivei Monaten Gefängnis verurteilt. -Entlassung. 3. Kontrolle der Schlaf- und Arbeitsräume unter HinDer Staatsanwalt hatte für 14 Angeklagte Freisprechung, für zuziehung von Gesellenvertretern. 4. Regelung des Lehrlings- und die übrigen Gefängnisstrafen von 14 Tagen bis zu 4 Monaten beHerbergswesens. 5. Durchführung der gefeßlichen Sonntagsruhe resp. I antragt. ( B. B.) Die Polizei verhaftete einen angeblichen Dr. Fernando Alvarez aus Madrid bei dem Vers suche, einen großen Posten Wertpapiere zu verkaufen. Derselbe scheint einer internationalen Einbrecherbande anzugehören. wieder drei Morde gemeldet. In Plewlje( Sandschat Novibazar) Belgrad, 12. September.( W. T. B.) Aus Altserbien werden ermordeten Türken den Sohn des dortigen serbischen Geistlichen Tane Schiljat, in Nitschewo erschoß der Arnautenführer Saidullah den dortigen serbischen Kaufmann Nastas Bunguritsch und in Gostivar tötete der Albanese Male Barjamowski die Gattin des Serben Spasen Bozfinowitsch. Bretoria von gestern telegraphiert, haben sich C. Krüger, der Sohn des Präsidenten Krüger, und Hauptmann Feneira am Mittwoch ergeben. London, 12. September.( W. T. B.) Wie Kitchener aus Konstantinopel, 12. September.( B. H.) Offiziös wird bestätigt, daß die Pforte an ihre auswärtigen Botschaften ein umfangreiches Rundschreiben gegen die fremden Postaustalten in der Türkei gerichtet hat. Ajaccio, 12. September.( W. T. B.) In Corrano wurden zwei Personen vom Bligschlag getötet und vier verwundet. Mafeking, 12. September.( Meldung des Neuterschen Bur."). General Methuen hatte ein eruſtes Gefecht mit Delareys Streits macht in der Nähe von Zeerust am 5. d. Mts. Nach mehrstündigem Kampfe zogen sich die Voeren zurück mit einem Berlust von 20 Toten, einschließlich General Lemmer und Feldkornet Joubert, 17 Verwundeten und 44 Gefangenen. Erbeutet wurden 300 Wagen, 1500 Stück Vieh und 6000 Schafe. Die Verlufte der Engländer betrugen 15 Tote und 30 Verwimdete. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. tr. 214. 18. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 13. September 1901. jug 26 m) Der 34. Trades- Unions- Kongreß. tog sid BloWir müssen zu dem herben Urteil, das unser Korrespondent über den Kongreß der englischen Gewerkschaften fällt, folgende Bemerkungen hinzufügen: dan dis London, 8. September. 290 119 Glückliches England!" Während in allen civilifierten Staaten Europas die Arbeitermassen sich als eine besondere klasse zu fühlen beginnen und von den Auffassungen und Zielen der Herrschenden Klassen sich schneller oder langsamer loslösen und an die Ergreifung der politischen Gewalt denken, bilden die Arbeiter Englands noch immer den Chorus, der mit den dramatischen Helden lacht und weint, ihre Worte wiederholt und gar nicht daran denkt, ausschließlichen Besitz von der Bühne zu nehmen". aussprächen? Ferner geht uns zu dieser Frage folgende Zuschrift zu: Die Schwierigkeiten, die anläßlich des Falles der Hamburger Accordmaurer zu Tage getreten sind und die durch die BeschlußAuch wir erkennen in den diesjährigen Beschlüssen des englischen fassung verschiedener großer Parteiversammlungen und durch die Arbeiterparlaments einen weiten Abstand von dem entschiedenen und eingehenden Erörterungen hervorragender Parteigenossen noch keinesgrundsäglichen Auftreten der festländischen Arbeiterschaft. Um diesen wegs verringert worden sind, scheinen mir ihre Ursache in der Abstand zu kennzeichnen, branchen wir nur an die klaren und klassen- Institution des Ausschlusses aus der Partei selbst zu haben. Die bewußten Beschlüsse des Kongresses der skandinavischen Arbeiterschaft Bartei ist tein fest gefügter Verein; ihr gehören Hundertzu erinnern, der vor einigen Wochen in Kopenhagen tagte, tausende an, über deren Verhalten eine Kontrolle gar nicht Ganz anders verhält es sich mit dem Ausschluß aus einem Wahlverein. Für ihn können Gründe ganz andrer Natur maßgebend sein. Der Wahlverein ist ein eng geschlossenes Ganze, dessen Mitglieder sich zu gemeinsamer Arbeit zusammengefunden haben. Nun kann es eintreten und das scheint mir im Hamburger Fall vordas ersprießliche Zusammenarbeiten mit ihnen unmöglich macht. Hier wäre der Ausschluß aus dem Wahlverein ein angebrachtes und auch ausreichendes Mittel. Die englischen Gewerkschaftskongresse der letzten Jahre ließen möglich ist. Der Ausschluß aus der Partei hat demi auf eine allmähliche Entwicklung zu stets selbständigerer Bertretung meines Erachtens auch nur ein einziges Seitenstück, nämlich die Nur so ist es zu erklären, daß der gestern geschlossene Getvert- der Arbeiterinteressen und zur Inlehnung an den Socialismus große Exkommunikation der katholischen Kirche. Der mit dem großen schaftstongreß die beifällige Zustimmung der Tories wie der Liberalen hoffen. Es mag sein, daß auf den Festland die Stärke dieser Ent- Stirchenbann Belegte ist aus der Gemeinde der Gläubigen auf der gefunden hat. Die konservative Saturday Review" und der radikale wicklung überschätzt wurde, dennoch scheint es uns jetzt über- ganzen Erde ausgeschlossen; kein Geistlicher darf ihm die Tröstungen Speaker" vom 7. September sind beide der festen Ueberzeugung, eilt, aus den Vorgängen des legten Kongresses Schlüsse der Stirche zu teil werden lassen. Und ähnlich verhält es sich mit daß die Trades- Unionisten grundgescheite Kerle sind. Was würde zu ziehen, die zu einem Pessimismus in der Beurteilung dem Ausschluß aus der Partei. Eine derartige Maßregel dürfte man in Deutschland dazu sagen, wenn die Wochenrevne der„ Krenz- der englischen Arbeiterbewegung verführen könnten, der ebenso un- meines Erachtens nur in ganz besondren Fällen Plaz greifen, ausZeitung" und die der„ Nation" sich über einen Arbeiterkongreß lobend berechtigt wäre als ein etwaiger überschwänglicher Optimismus früherer fließlich gegen solche, die sich eines Verhaltens schuldig machen, das die Jahre. Ein solcher Pessimismus ist schon deshalb unberechtigt, weil Bartei in ihrer politischen Thätigkeit lahm legen kann. Als Beispiele 15Man würde eine derartige Erscheinung für den sichersten Beweis eine nicht unbedeutende Gegenströmung gegen all die von unsremt führe ich an die Aufstellung eines Gegenkandidaten gegenüber dem nehmen, daß der Kongreß nichts gethan habe. Und das ist das Korrespondenten gerügten Entscheidungen vorhanden war. Unser von der Partei- Organisation aufgestellten Kandidaten; oder die BeUrteil, das hier in socialistischen Kreisen über den Trades- Unions- Korrespondent, den wir als durchaus objektiven Beobachter der gründung eines politischen Vereins, der bestimmt ist, dem im Orte Rongreß gefällt wird. englischen Arbeiterbewegung schätzen, hat vielleicht unter dem frischen bereits vorhandenen entgegenzuarbeiten. Demgegenüber muß auch der Wie imlogisch die Arbeiter Englands sind! Sie berufen einen Eindruck des Kongreffes die Dinge etwas zu düster angesehen. Ausschluß aus der Partei so geregelt sein, wie es das in Kraft Rongreß, der über ihr wirtschaftliches und politisches Wohl zu Wir möchten doch bemerken, daß sich der Kongreß in Bezug auf befindliche Organisationsstatut vorschreibt. beraten hat. Bei der Eröffnung dieses Kongresses werden die das Urteil des Lords nicht auf die Anrufung des Advokaten beDelegierten von drei bürgerlichen Abgeordneten begrüßt, unter denen sich schränkte, sondern volle zwei Tage über diefe wichtige Frage debattierte; Mr. Heron Thomas, der parlamentarische Vertreter für den Wahl- er beschloß nicht nur eine nochmalige präcise richterliche Entkreis Gower, befindet. Mr. Thomas hält eine Rede, ladet die scheidung zu provozieren, sondern auch das Parlamentarische Delegierten zu einem Gartenfeste ein, und Rede und Einladung Komitee zu beauftragen, dafür zu sorgen, daß auf dem werden mit Beifall aufgenommen. Der besiegte Gegenkandidat von Wege der Besetzgebung dieser standalöse Rechtszustand be zuliegendaß das Verhalten einzelner Mitglieder der Mehrzahl Thomas war Mr. Hodge, der als Gewerkschaftsdelegierter auf dem feitigt wird. Der Rat der Advokaten berührte mur eine für die Kongreffe auwefend ist und auf dessen Kandidatur die Gewerkschaft der Gewerkschaften dringende Frage, die der Sicherstellung ihrer Gelder. Stahlarbeiter ca. 1100 Pfd. Sterl.( 22 000 M.) ausgab. Diese Scene Sie war durchaus" icht unbedeutend und in ähnlicher Lage hätte ist für die politische Unreife der Trades- Unions sehr bezeichnend. Sie keine Organisation der Arbeiter anders handeln können, denn die Der Ausschluß aus dem Wahlverein kann auch insofern geist eine misverstandene Nachahmung des freundschaftlichen Verkehrs Unternehmer- Organisationen sind bereits dem Beispiel der Taff mildert werden, als er auf beschränkte Zeit verfügt wird, oder dadurch, zwischen den Führern der großen bürgerlichen Parteien. Die Arbeiter Thalbahn gefolgt und stellen Regreßansprüche gegen Schädigungen. daß man seine sofortige Aufhebung an Bedingungen knüpft, deren abgeordneten haben zuweilen die Gelegenheit, zu sehen, daß Chamber die ihnen durch Ausstellung von Streifpoften erwachsen; Ansprüche, Erfüllung vom Willen der Betroffenen abhängt. Dieje Maßregel lain und Harcourt zusammen dinieren. Sie verstehen aber nicht, daß die in die Hunderttausende gehen. Vor diesem Raub auf ihre Kaffen schiene mir zum Beispiel im Hamburger Fall angebracht zu sein. es zwischen privatem und öffentlichem Verkehr einen Unterschied mußten sich die Arbeiter zunächst schügen. Es ist selbstverständlich, daß man derartige mildernde Bestimmungen giebt. Es ist Harcourt nicht im Traum eingefallen, auf Nach allen bisherigen Erfahrungen glauben wir aber auch sicher bei einer so bedeutsamen Maßregel, wie Ausschluß aus der Partei, der großen konservativen Bersammlung zu erfa, einen, die vor annehmen zu dürfen, daß die künftigen Wahlen sich sehr stark nicht anwenden kann. Hält man es für wünschensivert, auch in einigen Wochen in Blenheim stattfand, wo Chamberlain Haupt- unter dem Eindruck für oder gegen das Lordurteil abspielen werden. Fällen, die nur zum Ausschluß aus dem Wahlverein, aus der lokalen redner war. Gewiß dauert das alte lebel der englischen Arbeiterbewegung fort, Partei- Organisation, führen, nicht ausschließlich lokal beeinflußte Und wie kleinmütig die Arbeiter Englands find! Die Lords daß sie nicht zu einer selbständigen politischen Parteibildung großen Personen Worte kommen zu lassen. so könnte man fällen zwei Entscheidungen, die nach dem Ürteil der besten Gewerk- Stils gelangt und sich darauf beschränkt, bürgerlichen Parteien die den Ausgeschlossenen Berufung an die Partei- Schiedsgerichte Gewiß hätte das einräumen. Der Natur der Sache nachhätte schaftskenner die Totenglocken des Trades- Unionismus bedeuten. Erfüllung bestimmter Forderungen aufzunötigen. Das Parlamentarische Komitee, das über die Intereffen von zwei Urteil, dem eine so schwere Städigung der Gewerkschaften zu aber nur die Befugnis, entweder das Urteil zubeMillionen Trades- Unionisten zu wachen hat, erkennt die Gefahr. Die Grunde liegt, das den Klassengegensatz so schroff hervortreten stätigen oder die Angelegenheit unter Hervorhebung seiner abEntscheide der Lords greifen in die Lage der Gewerkschaften so tief läßt, dan Anreiz zur starten politischen Selbstbethätigung geben weichenden Meinung zu erneuter endgültiger Entscheidung an cin, daß wir uns sofort an unfren Rechtsbeistand wandten." Also zum miffen, aber mit der Entscheidung des Kongresses ist die Frage noch ein Schiedsgericht der betreffenden Lokalorganisation zurüd Advokaten um Hilfe laufen, ganz nach Art des unglücklichen Klein- nicht erledigt, sie wird weiter ihre Kreise ziehen. bürgers, dem geschäftlich etwas ganz unangenehmes passiert ist. An- socialdemokratische Gedanke durchdringt nur langsam die statt zu sagen: Wir sind zwei Millionen Wähler; die Liberalen vorwiegend an nächſtliegenden praktischen Aufgaben intereffierte wollen uns nicht helfen und können uns nicht helfen, auch wenn fie englische Arbeiterbewegung, aber es ist auch trog zeitweiliger und wollten; die Tories sind unsre erklärten Feinde und werden uns oft nur scheinbarer Rückschläge sicher, daß die Zahl derjenigen wächst, allen Schaden zufügen, der nur in ihrer Macht ist. Also bilden welche die englische Arbeiterbewegung zu politisch selbständiger und wir eine unabhängige Arbeiterpartei; schicken wir hundert socialistischer Politit vorwärts treiben und daß der Einfluß dieser Abgeordnete nach Westminster, die über unsre Intereffen wachen socialistischen Elemente auch heute kein unbedeutender ist. sollen. Handeln wir als Männer und erzwingen wir uns unsre Rechte!" Anstatt dies dem Kongreffe zu sagen, wurde eine organisierte Armee von zwei Millionen englischer Bürger auf juristische Sniffe verwiesen, um wenigstens einen Teil unsrer Kaffen außer Gefahr " " Zur 811 dieses zuverweisen. Einen formulierten Vorschlag mache ich nicht. Zwed meiner Ausführungen ist wesentlich, den Parteigenoffen die Unterscheidung zwischen Ausschluß aus der Partei und Ausschluß aus einem Wahlverein zur Erwägung zu empfehlen. gost Dr. Leo Arons. Die Schöneberger Aufsichtsbehörde und der ,, ApothekenBoykott". 109 das ist erreicht!" Diesen Jubelruf wird den gepreßten fügung entlocken, durch welche der Landrat v. Stubenrauch, als Vorsitzender des Teltower Kreisausschusses, der Orts- Krankenkasse Schöneberg") die weitere Beteiligung an dem Apotheken- Boykott ver bieten will. Denn nachdem alle andren Mittel fehlgeschlagen, war die Hoffnung auf das Einschreiten der Aufsichtsbehörde für die Apotheker der Strohhalm, an den sich der Ertrinkende Frage der Hamburger der Hamburger Accordmaurer. Herzen der Apotheker die gestern im Wortlaut mitgeteilte- Berzu bringen". Umsonst waren die Bemühungen der Delegierten Ward Genosse Otto Hué sendet uns nachfolgende Ausführungen: und Hodge, die auf die politische Bedeutung der Gewerkschaftsniederlage hinwiesen. Ihre diesbezüglichen Anträge wurden Genosse Auer bespricht in seiner Verteidigung des bekannten vom Präsidenten für nicht in Ordnung" erklärt und zur Schiedsspruches( Nr. 209 des Vorwärts") auch meine Darlegung in Diskussion nicht zugelaffen. Nur nicht viel reden", bemerkte der der Münchener Post" und behauptet, für das was ich vertrete, Präsident unter Zustimmung der alten Trades- Unionisten, die Ver- habe sich auch nicht der Schatten eines Beveifes" ergeben; handlungen find öffentlich und die Unternehmer hören alles, was nämlich, es hätten die Accordmaurer teine gesperrten Bauten tlammert. nadin ba diskutiert wird. Die Geheimthuerei ist übrigens lächerlich. Es befezt. Genoffe Auer führt den Beschluß der Freien Ver- Von den Apothekern heiß ersehut, komint andrerseits diese Verist heute schon überall bekannt, daß die Gewerkschaften ihre einigung vom 30. Oftober 1900 im Wortlaut an und unterStatuten som ändern wollen, daß die Unterstützungsgelder streicht die Worte: unter feinen Umständen die Arbeit aufnehmen". von der Streikkasse geschieden, und legterein aus. ländische Wertpapiere angelegt nach Boulogne oder Havre in eine Bank geschickt wird. Soweit ist es mit den englischen Arbeitern gekommen, daß sie im Ausland Schutz suchen müssen. Und doch find ste zu keinem entscheidenden Schritte zu bewegen! hat nun die englische Presse nicht Grund genug, die TradesUnionisten als grundgescheite Kerle zu loben? Die Saturday Review" vom 7. September bemerkt über den Kongreß:„ Die Delegierten sind von den Wolfen auf den Boden harter Thatsachen heruntergestiegen. Darwinismus, Entwicklung und die Zukunftsgesellschaft, über die uns ein würdiger Arbeiter von Huddersfield im vorigen Jahre unterhielt, wurden durch Fragen ersetzt, die die Tagesinteressen der Arbeiter betreffen. Nach dem Jahresbericht zu urteilen, war der erste Eindruck der Taff- Chalbahn- Entscheidung ein beunruhigender. Die Diskussionen zeigen jedoch, daß die Gewerkschaften sich dem Urteil, als etwas Unerbittlichem, anpassen werden Es war feine Rede davon, eine Agitation zur Beseitigung des Entscheides in Scene zu setzen." Die Anspielung auf den würdigen Arbeiter von Huddersfield" wird den Lesern des Vorwärts" nach dem am 5. September veröffentlichten Bericht verständlich sein. Die Ursache dieser Stagnation ist sehr einfach. Eine Bewegung, der der Gesamtblick aufs sociale Leben fehlt; eine Bewegung, die fich als eine isolierte Erscheinung betrachtet, der die Zukunft, das Ziel nichts ist und die Gegenwart alles, muß in den Sumpf geraten. Borläufig bleibt nichts übrig, als die Socialdemokratische Fö deration und die Unabhängige Arbeiterpartei in Betracht zu ziehen. Beide sind kleine Organisationen. Sie zu vereinigen wird und muß unsre nächste Aufgabe sein. * fügung den Stassen keineswegs unerwartet. Zwar find in Berlin und Umgegend im Kampf gegen die Apotheker keine andern Mittel Damit soll meine Beweisführung in der M. P." hinfällig fein. verwandt worden als solche, die bereits in andern Teilen DeutschDiesmal war Aner aber nicht schlauer. Was er bietet, ist ein lands unbeanstandet zur Anwendung gekommen sind, oder durch Euts flaffisches Schulbeispiel optischer Täuschung. Ich werde auch den scheidung der obersten Instanzen als gesetzlich zulässig anerkannt Berlin betreffenden Beschluß wörtlich citieren und die Worte unter wurden; zwar haben die Magistratskommissare in streichen, worauf es auch den Accordmaurern ankommt. Der Beschluß und Charlottenburg ausdrücklich erklärt, daß die von den lautete: Kaffen auf Vorschlag der Centralfommission angewandten " Wir werden in jeder Beziehung uns eingehend er- Mittel rechtlich durchaus einwandsfrei find; zwar hat endlich fundigen über den Grund der Sperre, werden in erster eine Konferenz, die bor einigen Wochen im Linie, wo es sich um Lohureduzierungen oder Arbeitsverlängerung Berliner Polizeipräsidium unter zuziehung von handelt, sowie infolge schlechter Behandlung, unter feinen Um Apothekern, aber in Abwesenheit von Kassen= ständen die Arbeit aufnehmen dagegen, wo es sich um Einvertretern tagte, ebenfalls das Vorgehen der führung von Accord, sowie Weigerung andrer Maurer, mit Stassen als böllig gefeglich anerkennen müffen; Mitgliedern der Freien Vereinigung" zusammen zu arbeiten, aber trotzdem die erfahrenen Kassenvorstände und Beamten stehen handelt, jederzeit die Arbeitsstellen beseßen; wir als alte Brattifer bezüglich etwaiger Eingriffe der Aufsichtsbehörden werden weiter auf Bauten, wo wir in der Mehrheit sind, nicht auf dem Standpunkt des nil admirari"( des sich über nichts verlangen, daß Mitglieder des Centralverbandes sich uns an- wundern") und deswegen wurde von Anbeginn mit der Möglichkeit schließen, sondern wollen es jedem überlassen, nach seiner eignen eines solchen Eingriffs gerechnet. Ueberzeugung zu handeln." " 1 " Wäre das nicht so, dann würde allerdings die Verfügung des Die Scenerie ist völlig verändert. Die Accordmaurer haben sich Herrn v. Stubenrauch zur Verwunderung genügend Anlaß geben. eingehend erkundigt" über den Grund neuberhängter Bunächst ist erfreulich, daß die Verfügung von Beschwerden der Nach alledem ist es wohl begreiflich, daß der Kongreß die Be- Sperren und haben nicht etwa, wie Auer unterstreicht, unter Stassenmitglieder über das gegenwärtig bei der Schöneberger Ortssprechung über die Resolution gegen den südafrikanischen Krieg, so- feinen Umständen die Arbeit aufgenommen", sondern sie haben Strankenkasse eingeführte Arzneibezugsverfahren nichts erwähnt. wie die socialistische Resolution ablehnte. Das war durchaus folge- jederzeit auch dort die Bauten ne ubesezt, wo bisher die Beschwerden der Kassenmitglieder sind also richtig und auch heilsam. Denn nach den von dem internationalen Freie Vereinigung" noch gar nicht in Frage tam, der offenbar nicht vorgekommen, Herrn v. St. find vielsocialistischen Sekretariat neulich gemachten Vorschlägen zu urteilen, Centralverband aber die Sperre verhängte. Sperre bleibt Sperre, mehr diese Verhältnisse„ bekannt geworden" durch die Schöneberger hat man auf dem Kontinente teinen richtigen Begriff von der geistigen ob sie wegen Lohnkürzung, Schichtverlängerung, brutaler Behandlung und Friedenauer Apotheker. Diesen ist dann wohl auch gleich die Verfassung der englischen Arbeiter. oder Nichteinhaltung eines Tarifs verhängt wird, das bleibt Verfügung mitgeteilt. Wenigstens spricht dafür die Thatsache, daß der sich so breit wie lang. Was Auer übersieht, ist der Apothefer Döhl,**) Schöneberg, Hauptstr. 141, die formelle Beschluß der Accordmaurer, auch dort den Sperrebruch Verfügung bereits fannte, ebe sie auf der Raffe zu vollziehen, wo die Freie Vereinigung" bisher noch keinen Zus bekannt war. sammenstoß mit dem Centralverband hatte. Aus dem citierten Beschlußz Die Schöneberger Orts- Krankenkasse erledigte den Arzneibezug geht für alle die lesen können und wollen hervor, daß die Accord- in folgender Weise: Eilige Verordnungen wurden entweder direkt maurer jogar gefliffentlich( eingehend erkundigt") die Gelegenheit von den Kranfen in beliebige Apotheken getragen oder mit zum Streilbruch gesucht haben! Das sollte unser Staats- Einverständnis der betreffenden Kranken in die Pallas- Apotheke, anwalt" denn doch auch feststellen können. Die sonderbare Schöneberg, besorgt. Nicht eilige Verordnungen wurden, bei ZuUnterstreichung von Worten, die nebensächlicher Natur sind, ist ein stimmung des betreffenden Kranken, in der Lutterschen Apotheke zu Opportunismus", mit dem Genosse Auer, in dem ich einen hoch- Potsdam angefertigt und den Kranken frei ins Haus geliefert, soweit verdienten Pionier der Arbeiterbewegung hochachte, uns Nach dieselben nicht den Wunsch aussprachen, sich die Arznei selbst abzugeborenen ein recht schlechtes Beispiel giebt. Hoffentlich findet es holen. Ein Zwang wurde dabei nach keiner Richtung ausgeübt. Weshalb ein solches Verfahren, das in Köln über nicht schlimme Nachahmung in Lübeck. Eins möchte ich noch bemerken zur Sache: Zumeist von Gegnern ein Jahr unbeanstandet angewandt wurde, in der gewerkschaftlichen Neutralität wird der Hamburger Schiedsspruch Schöneberg unzulässig sein soll, das zu sagen, hält Herr v. Stubenmit der Behauptung verteidigt, es handle sich um eine rauch nicht für nötig. Uns scheint, daß an der gefeßlichen Zu rein gewerkschaftliche Angelegenheit". Bu andren Zeiten haben lässigkeit desselben mindestens so lange unter teinen Umständen gediefelben die Möglichkeit, gewerkschaftliche von parteipolitischen An*) Wir teilen auf Wunsch mit, daß uns der Wortlaut der Ver gelegenheiten zu trennen, leidenschaftlich bestritten, von Zweiseelentheorie".„ Neutralitätsdusel" usw. geredet. Heute erleben wir das Er- fügung nicht von dem Schriftführer, an den sie adressiert war, mitbauliche, daß unsre Stritifer weit, neutraler" sind, wie jemals ein geteilt ist. **) Es ist das derselbe Herr, der gleichzeitig Apothekenbefizer Neutralitätsdufeler" war. Unfre Kritiker bestreiten, daß ein Gewerk schaftler im Rahmen seiner Organisation ohne parteipolitische Maßnahmen und Droguengeschäftsinhaber ist; als Apothekenbesitzer verweigert austommt; dagegen wird verlangt, ein socialdemokratischer Gewert: er den Krankenkassen den Kredit, als Besizer des in demschaftler soll Parteigenoffe eines Mannes fein, den seine Gewerkschaft felben Hause befindlichen Droguengeschäftes ist er Mitglied der In seiner Sigung vom Sonnabend nahm der Trades- Unions- wegen ehrloser Handlung ausschloß! Was der Gewerkschaftler Innung und gewährt als solches Borschüsse auf die Rezepte, die Kongreß zwei Resolutionen an, die die Wohnungsfrage und billige als ehrlos bezeichnet, soll derselbe Mann als Parteigenoffe nicht ohne Barzahlung anzufertigen der Apotheker Döhl sich weigert. Eisenbahnfahrten betreffen und wählte ein neues Barlamentarisches ehrlos finden. Diese Ueberneutralität zu üben wird gerade für den Um ihm diese Gewissenskonflikte zu ersparen, hat allerdings auf Komitee. Zehn von den zwölf ausscheidenden Mitgliedern wurden am unmöglichsten sein, der in der socialdemokratischen Partei die Anregung der Schöneberger Orts- Krantenkaffe die CentralTommission beschlossen, den Apotheker Döhl, Schöne wiedergewählt. Sam Woods behält auch fernerhin das Sekretariat; Arbeitervertretung par excellence sieht, wie ich es thue. es bleibt also alles beim alten. Otto Hné. berg, auptstr. 141, von der Liste der zugelassenen Apotheter zu streichen. " London, 9. September. Nach Durchsicht des Artikels frug ich mich, ob mein Urteil über den Kongreß nicht zu scharf ausgefallen wäre. Jch begab mich des halb zu John Burns, gab ihm ein Resumee des Artikels und frug ihn um seine Meinung. Burns, dem doch niemand socialrevolutionäre Ansichten zuschreiben tann, sagte:„ Ich stimme mit dem Grundgedanken Ihres Urteils durchaus überein." Der Kongreß war eine Enttäuschung. Der Jahresbericht des Parlamentarischen Komitees und die Inauguralrede des Präsidenten waren schwach. Den Diskussionen fehlte jeder Kampfesmut und die richtige Auffassung der Sachlage. Die Gründe, mit denen Sie die Stagnation erklären, sind durchaus zutreffend." Burns sprach ferner über die Bereinigung der beiden focialistischen Organisationen, über die Bildung einer parlamentarischen Arbeiterfraktion, fowie über die socialpolitische Lage im allgemeinen. Hierüber ein andres Mal. * Die Redaktion. werden. " Es ist unstatthaft, daß die Kranten die Rezepte in den Apotheken bezahlen müssen, und daß ihnen die Auslagen von der Krankenkasse erstattet werden." " V so wird mit dem ersten Saße von den Kassen unter Umständen Für die streifenden Tabakarbeiter in Nordhausen gingen ein: Lackierer organisierte 10,- Geburtstagsfest Müller, Zimmerſtraße, 7,10. etwas geradezu Unmögliches verlangt. Da niemand den Apotheker zwingen kann, den Kassen Kredit zu gewähren, kann auch von den Bereinig. der Maler d. H. 4,65. Wäschebranche 30,- Möbeltischlerei Stöhr u. Wieneke 8,85. Freie Vereinigung d. Civil Berufsmusiker 20,-. Dach Kaffen nicht verlangt werden, daß sie die Entnahme von Arzeneien decker, Lifte 647, 8,25; Lifte 76 und 78 4,25; Liste 80 2,45; Liste 646 4,10. auf Kredit unter allen Umständen sicherstellen. Wohl aber kann ge- Tischlerei Nagel u. Welfer 14,-. Sattlerverband 10,-. Raucher Bund fordert werden, daß die Kassen den Mitgliedern, welche das ver- 50,-. Arbeiter und Arbeiterinnenverein der Schriftgießer 50,-. Tischlerei langen, die zur Beschaffung der Arzenei notwendigen Vorschüsse ge- Budzin 4,60. Sperber auf Liften 300.-( darunter Rauchflub Blaue währen. Das hat die Schöneberger Orts- Krankenkasse in völlig aus- Wolfe" 3,05 u. Cigarrenfabrik R. Schulze, Friedrichsfelderstraße 10,70). 8wei reichender Weise gethan, denn auf Grund des Vertrages Wettende 2,-. Lithographen u. Steindrucker 7,75. E.. 2,05.„ Machetts" 5, Silberpolierer Elisabethhof" 2,- Schneiderverband 17,30. Töpferverband, mit der Droguisten- Innung können die kassen- Filiale Berlin 100,-. Auf Liften Töpferverwaltung Berlin 18,40. P. 3. 1, mitglieder nicht nur im Kaffenlokal, sondern in Fabrit und Hilfsarbeiter auf Listen 24,50. Gesangverein Senefelder I Schöneberg allein noch an sieben andren Stellen 15,-. Stuccateur Centralverband 43,85. Klempner aus der Friedrich die erforderlichen Vorschüsse erhalten. straße 3,-. Städtische Arbeiter in Tegel 10, Völlig ungefeglich ist ferner der Satz: Wenn Der Boden würde zweifelt werden kann, als die Kranken in jedem Einzelfall ihr volles| roten Anton 2,-. Unbekannt 1,10. Bürsten- u. Pinselfabr. Engler u. Sohn 4,35. Vortrag über: Die politischen Fragen der legten Centralverband der Zeit und die nächsten Aufgaben der Partei." Der Einverständnis bekunden. So lange das freiwillig geschieht, können P. J. 2,-. Vergolder auf Listen a Conto 200.-. auch von seiten der Aufsichtsbehörde keinerlei Bedenken erhoben Kaufleute Berlins 69,- Mitglieder des Arbeiter- Radfahrervereins Berlin Stedner beginnt mit einer scharfen Kritik des Chinafeldzuges. An„ Lustige Sieben" 2, Tapeziererverband, Verwaltung Berlin 50,-. Ber: fang und Ende dieser Komödie würden am besten gekennzeichnet einigung der Maler 28,36. Gesangverein Senefelder I 15,- Fort Wenn es in der Verfügung weiter heißt: " Pardon wird nicht gegeben!" und" Kotau gesezte Tellersammlung bei der Versammlung der Bäder 11,-. Waschinisten durch die Säße: Ulmann 1,- wird nicht gemacht!" Diese Politik hätte uns und Heizer Köpnics 20,-. Ciseleure von E. Brückner 8, von MißAngestellte der Orts- Krantentaffe der Buchbinder 4,50. Lithographen und erfolg zu Mißerfolg geführt, und die unerhörten Opfer an Steindrucker 238,65. Machettes" 5, Geld und Blut hätten nur dazu gedient, neue Quellen der Zwietracht zu schaffen. Ferner besprach der Redner die Zollfrage. Die Regierung hätte in ihrem Entwurf allen Wünschen der einen aber mächtigen Partei der Junker nachgegeben. dieser Entwurf Gesez werde, so wäre das ein Verbrechen an der Bevölkerung, was die schwerste Schädigung in wirtschaftlicher, gesundheitlicher und sittlicher Beziehung zur Folge habe. Wenn die Großgrundbefizer nicht ohne solche Staatshilfe existieren könnten, so müßten sie ihre Wirtschaften aufgeben. auch ohne sie bewirtschaftet werden. Wir würden sie ja gerne expropriieren, ihnen ihre Güter bezahlen. Das Volk habe ein Interesse an dem Abschluß von Handelsverträgen auf lange Fristen. Wenn Deutschland jezt nach dem Chinafeldzuge dahin gebracht werden solle, daß es selbst mit einer chinesischen Mauer umgeben werde, so müsse man solche Politik unter allen Umständen bekämpfen. Unter Hinweis auf den Gumbinner Prozeß verurteilt Genosse Singer die Sonderstellung, die der Militarismus auch in der Rechtspflege einnimmt, auf das schärfste. Ferner führte er aus: Unter den Fragen, mit denen sich der Parteitag befassen werde, sei die Wohnungsfrage von großer Bedeutung. Der Parteitag werde die Gesichtspunkte, die hierfür maßgebend find, zusammenfassen. Entschieden zu verwerfen sei die Auffassung, wonach die Gemeinden Wohnungen für die in ihren eigenen Betrieben beschäftigten Arbeiter bauen sollen. Dadurch würden diese Arbeiter nur in Abhängigkeit von ihrem Arbeitgeber gebracht, der dadurch einen um so größeren Druck auf sie ausüben könne. Alle Gelder für die Glasarbeiter und Tabatarbeiter in NordSolange die Kasse wegen Lieferung der Arzeneien mit hausen sind an unser Bureau, Engel- Ufer 15, an A. Köriten zu Apotheken in Schöneberg, Friedenau und nach Bedürfnis in den senden. Ebenso können daselbst Listen in Empfang genommen Orten der Umgebung nicht Verträge geschlossen hat, haben die werden. Kassenmitglieder das Recht, ihre Arzeneien aus beliebigen Apotheken Der Ausschuß unentgeltlich auf Kosten der Krankenkasse zu beziehen. § 26a des Krankenversicherungs- Gesezes giebt den Krankenkassen ohne jede Einschränkung das Recht, zur Lieferung der Arzenei nur bestimmte Apotheken zuzulassen. Das Recht ist nicht an die Bedingung geknüpft, daß mit den zugelassenen Apotheken Verträge geschlossen sind. Diese flare Rechtslage wird selbst von den Apothekern dadurch anerkannt, daß sie auf dem Apothekertage eine Aenderung der Gesetzgebung im Sinne des vorstehenden Sazes der Verfügung forderten. Also auch nach Ansicht der Apotheker läßt das bisher geltende Recht eine solche Deutung nicht zu. Achtung! Gewerkschaften! - der Berliner Gewerkschafts Kommission. fannten 9 9 Versammlungen. V alles andre wenn teit entgegenzuführen. gegen ändern. Neben der von dem Ge Ueber die Gumbinner Militärjuftiz gab am Dienstag eine imposante Volksversammlung, die von den socialdemokratischen Vertrauenspersonen des ersten Wahlkreises nach den Arminhallen einUeber den Hamburger Schiedsspruch in Sachen der Accordwar, ihr Urteil ab. Der große Saal berufen worden maurer sagte der Redner unter anderm: Es sei nicht richtig, die war bis auf den legten Platz gefüllt. Rechtsanwalt Bartei mit Dingen, die auf gewerkschaftlichem Gebiet liegen, zu be Victor Fränki referierte. Er unterwarf alle jene beschäftigen; diese müßten einzig in der Gewerkschaft erledigt werden. in prozessualen Widersinnigkeiten, die Die Verfügung des Herrn v. Stubenrauch steht der Presse also mit den Gesezen nicht im Einklang schon eingehend besprochen worden sind besprochen worden sind, einer gründlichen müssig sei es, aus dem Hamburger Fall einen Gegensatz zwischen Partei und Gewerkschaften konstruieren zu wollen. Die Partei hätte daß die und sie wird daran zweifeln auch wir nicht von und scharfen Kritik und zeigte zugleich, daß neue die Aufgabe, das, was die Gewerkschaften in Zeiten guten Militär Strafgerichts- Ordnung seiten der höheren Instanzen eine korrettur er= eher sei, als Geschäftsganges in socialpolitischer Hinsicht Hinsicht errungen haben, fahren. das Ergebnis einer modernen gesetzgeberischen reformatorischen in die Gesetzgebung hineinzubringen und dauernd festzulegen. Aber Auch dann aber wird dieser Vorgang ein Beweis des Wohl- Handlung. Die Möglichkeit, z. B. wegen Gefährdung militärischer um die internen Angelegenheiten der Partei hätten sich die Gewertwollens bleiben, dessen sich die Arbeiter- Krankenkassen in den Kreisen Interessen, wegen Gefährdung der Disciplin und zur Wahrung des schaften nicht zu bekümmern und umgekehrt. Die Partei als solche der Verwaltungsbehörden zu erfreuen haben. Ohne die Krankenkasse Ansehens des Offizierſtandes die Oeffentlichkeit auszuschließen, sei auch nur zu hören, greift in den Kampf, welchen die staatlichen Or- unwürdig eines modernen Gesetzes, schlage dem Rechtsbewußtsein des gehen Sachen, wie die Hamburger Streitigkeiten, nichts an, es sei denn, daß es sich um ehrlose Handlungen handle. ganisationen der Arbeiter gegen die Ausbeutung durch einige private Volkes geradezu ins Gesicht.( Lebhaftes Bravo.) Das wesentlichste Des weiteren tommt Genosse Singer auf die verschiedenen AufKapitalisten führen, die Aufsichtsbehörde zu Gunsten dieser letteren bei der Rechtsprechung sei ja die fortwährende Kontrolle durch fassungen über die wissenschaftliche Grundlage, Programm und ein. Für die Arbeiterschaft hat auch diese Erfahrung nichts Ueber das Rechtsempfinden des Volkes. Als Redner das Verfahren Taktik der Partei zu sprechen. Es liege gar keine Ursache vor, raschendes; die Arbeiterschaft weiß, daß sie sich in allen solchen Kämpfen des Gerichtsherrn, Generallieutenants v. Alten, dem freigesprochenen Taktik und Programm der Partei zu nur auf die eigne Kraft verlassen tann und darf. Indem die Ver- Sergeanten Hickel gegenüber schilderte, ertönten vielfach Pfuirufe Tagesarbeit für Reformen, die nur als Abschlagszahlungen und Wegfügung des Teltower Landrats dies noch einmal verdeutlicht, bedeutet aus der Versammlung. Durch die gegen Gesetz und Recht erfolgte zehrung zu betrachten seien, sei die Propagierung des letzten Ziels sie einen neuen Ansporn zur energischen Anspannung aller Kräfte. Juhaftbehaltung Sidels, meint Redner, sei bewiesen, wie unheilvoll der Partei ebenso notwendig, und es liege gar feine Veranlassung Wenn das angängig ist, muß mehr als bisher jedes einzelne Kaffen- die Einrichtung des Gerichtsherrn wirke, und daß sie radikal aus- vor, davon abzulassen. Auch an die Kommunalvertretung seien mitglied es sich zur Pflicht machen, seinen und seiner Familie gemerzt werden müsse. Dann würdigte er speciell das Urteil des in letzten Tagen Fragen herangetreten, die von weiteren GesichtsArzeneibedarf in der Weise zu decken, daß es alle frei Ober- Striegsgericht gegen Marten. Woher das Gericht in feiner punkten aus zu beurteilen seien. So die der Nichtbestätigung der gegebenen Arzeneimittel aus den Drognengeschäften, die un- Mehrheit die Ueberzeugung genommen habe, daß Marten Wahl Kauffmanns. Selbstverständlich würden die Socialdemokraten des Mordes an bedingt aus den Apotheken zu entnehmenden aus den znKrosigk schuldig sei, werde das Rechts für die Wiederwahl desselben eintreten. Sie feien nicht der Ansicht, des Voltes nicht verstehen; es werde das gelaffenen Apotheken bezieht. Das kann fein Landrat, keine bewußtsein daß der Soldatenrod der vornehmste Rock sei, sondern Verfügung der Aufsichtsbehörde verbieten, und geschieht das so, Urteil, das lediglich auf vagen Annahmen und Vermutungen ehrten den Mann im Bürgerkleide ebenso sehr und hätten fet, ein Posten zu besetzen dann fiegen, trotz aller landrätlichen Verfügungen, die Krantentaffen aufgebaut sei, als eine Ohrfeige empfinden.( Lebhafte Zustimmungsteine Lust, rufe.) Man könne sich das Urteil nur so erklären, daß die Mehrheit Bewerber erst die Militärpapiere einzufordern. Der Redner der Richter eben nicht nur Richter, sondern vor allem auch Soldaten schließt mit der Aufforderung, für die Propagierung der seien, in denen das Gefühl der militärischen Subordination stede. socialdemokratischen Partei in immer weiteren Kreisen zu sorgen und Gemäß dem Beschlusse der Berliner Gewerkschaftskommission mit dem Fall Marten vielfach in Parallele gestellten Fall Ziethen. Beide omit die Gesellschaft dem Ziele der Freiheit, Gleichheit und Brüderlichvom 13. Juni wurde über die Nordhäuser Tabakfirmen der Boykott Prozesse bildeten ein blutrotes Menetekel dafür, wie schlimm es mit In der Diskussion wurde insbesondere auf den Hamburger verhängt. Wir ersuchen die Berliner Arbeiterschaft, sich strenge nach unsrer ganzen Strafrechtspflege aussehe. Die bürgerliche wie die MilitärKonflikt eingegangen. Genosse Leonhard( Maurer) wendet sich diesem Beschluß zu richten und nur den Kautabat der Firmen Strafprozeß- Ordnung erforderten dringend eine gründliche Reform. den Referenten. Die Beschlüsse der Gewerkschaft Grimm u. Triepel, Hendeß u. Schumann, Walther All der Moder, der nach vergangenen Zeiten rieche, müsse mit müßten dem organisierten Arbeiter maßgebend sein. u. Sevin, Athenstädtu. Bachrodt, Steinertu. Sell- eisernem Besen weggekehrt werden. Mit aller Macht und aller wertschaft und Partei bekämpften das Stapital. Wer nun mund zu kaufen. Die Fabrikate aller andren Nordhäuser Firmen Straft sei dahin zu arbeiten, daß wir aus der bestehenden, in allen dem Kapital Vorschub leiste durch die von der Maurer= find zurückzuweisen. Fugen trachenden Rechtsunordnung in eine Rechtsordnung hinein- organisation bekämpfte Accordarbeit, der schädige die ArbeiterArbeiter! deren Stufen Es handelt sich um das Koalitionsrecht tommen, an wirkliche Freiheit und wirkliches bewegung überhaupt. Genoffe Wiesenthal( Metallarbeiter) hält es der Nordhäuser Tabatarbeiter, es handelt sich um deren Organisation, Recht stehen.( Stürmischer, anhaltender Beifall.) Beifall.) Nachdem für einen Fehler, daß sich die Partei überhaupt mit dieser Sache Wohl find die Tabalarbeiter bereit zu unterhandeln, auch bei den Genoffe Plewner für die Einführung der Berufung in die beschäftigt hat. Durch die Arbeitsteilung innerhalb der Arbeiterlegt stattgefundenen Verhandlungen zeigten die Arbeiter das größte legte Instanz gesprochen hatte, wurde folgende Resolution bewegung feien streng abgegrenzte Gebiete geschaffen worden. Man Entgegenkommen bezüglich der Einstellung der Ausständigen. Die einstimmig angenommen:" Die Versammlung erklärt in Ueber- hätte sich in diesem Falle überhaupt nicht an die Partei wenden sollen. Fabrikanten lehnten alle diese Vorschläge ab und weigerten sich im einstimmung mit dem Referenten, daß Recht und Gerechtigkeit unGenoffe Wengels führt unter besondren, solche Personen einzustellen, die irgend ein Amt in bedingt eine Revision des Prozesses Marten fordern und im Inter- daß es bisher so gehandhabt worden sei, daß man Leute, die der Organisation oder Streifkommission bekleiden. effe des Vertrauens zur Rechtspflege eine Wiederaufnahme des Ver- Streitbrecherdienste geleistet hätten, aus dem Wahlverein ausTragen wir dem Beschluß vom 13. Juni Rechnung, helfen wir fahrens im Falle Ziethen geboten ist." In einer weiteren Resolution geschlossen habe. den Nordhäuser Tabatarbeitern in ihrem schweren Kampfe um das sprach die Versammlung dem Rechtsanwalt Horn- Justerburg für Des weiteren tritt Genosse Rönsch dafür ein, daß die Männer Koalitionsrecht. sein unerschrockenes Verhalten in Sachen Marten- Hickel ihren Dank mehr als bisher für die Aufklärung ihrer Frauen sorgen sollen und Desgleichen richten wir für die streifenden Glasarbeiter ebenfalls aus. Mit einem Hoch auf die Socialdemokratie trennte man sich. dafür, daß diefe, wenn sie gewerblich thätig sind, fich auch gewerkdie Bitte an die Gewerkschaften, die Sammlungen für die GlasIn der Versammlung des Wahlvereins für den dritten schaftlich organisieren. arbeiter recht energisch zu betreiben; es gilt, die Manipulationen Reichstage- Wahlkreis, die am Mittwoch in den Arminhallen statt- Genoffe Singer stellt im Schlußwort nochmals feinen Standeines Hehe zu nichte zu machen. Die Organisation, das Koalitions- fand, hielt Georg Bernhard einen Vortrag über:" Die punkt in der Accordmaurerfrage fest und will im übrigen dem Parteirecht der Glasarbeiter, tann und darf nicht zerstört werden. Wochen- Krisis und der Krach in Deutschland" Redner führte tag die Entscheidung überlassen. lang schon währt der Kampf. Der Opfermut der Berliner Gewerk der Hauptsache nach etwa folgendes aus: Die Krachs und die Kriſe Eine öffentliche Holzarbeiter- Versammlung, einberufen von schaften hat sich glänzend bewährt. Thun wir unsre Pflicht weiter, hätten neben dem vielen Unglück, das sie mit sich bringen, auch das lokalistischer Seite, tagte am Mittwoch im Lokal Königsbank. Anfammle ein jeder eifrigst. Und die Arbeiter werden in diesem ihnen erfreuliche Resultat zur Folge, daß in der Arbeiterschaft wieder das wesend waren etwa 100 Personen. An Stelle des durch Krankheit verin prozenhafter Weise aufgedrungenen Kampfe als Sieger hervor Jntereffe an der principiellen Stritit des Kapitalismus geweckt hinderten Vorsitzenden des Glasarbeiter- Verbandes Girbig referierte gehen. worden sei. Diese Krise und die Vorboten der Krise, die Gierwaldt über den Streit der Glasarbeiter. Der Redner befaßte Für die streikenden Glasarbeiter gingen außer den bisher Busammenbrüche der verschiedenen Bankinſtitute, deren Leiter fich hauptsächlich mit dem bekannten Artikel der Holzarbeiterquittierten folgende Beträge ein: Ferner polemiſierte Bildhauer, Liften d. O. Meyer 20,75. Rauchflub„ Frohe Stunde" 10,-. neben ihren Betrügereien fast alle eine weitgehende Frönmelei Beitung", den er auf das schärfste verurteilte. den an man deren Aufsichtsräten Amerikanische Auktion d. Beyer b. Mahnke 8,60. der Redner im allgemeinen gegen die Centralverbände Behling u. Lübbke 8,40. Holzarbeiter- Verband, Bahlstelle Weißensee 20,- wie besonders bei der Dresdener Kreditanstalt--, beklagte sich, daß dieselben den Glasarbeiter- Streit nicht geSteinsetzer, Filiale Saarmund 10,- Tischlerei Gast u. Brock und vier Publikum zu blenden, Leute vom Adel herangezogen hätte, gäben nügend unterſtüßen. In der Diskussion gab Sickfeld vom Straßenfeger 8,75. Von d. Exp. d.„ Vorwärts" d. Glocke 13,60. Cifeleure ein ausgezeichnetes Material zur Kritik des Kapitalismus. Der Holzarbeiter- Verband die Erklärung ab, daß die im Centralverband d. E. Bruckner 20,- Schneiderwerkstatt Ellroth 30,- Tischlerei der Vortragende giebt dann eine Uebersicht über die Ereignisse des organisierten Holzarbeiter dem Einberufer das Recht absprechen, eine Union", 2. Rate 27,30. Lackierer Berlins 20,- Tischlerei Lucat 16,70. Wirtschaftslebens seit den Gründerjahren und weist auf die Ursachen öffentliche Veriammlung der Holzarbeiter Berlins einzuberufen. Tischlerei Zach u. Söhne 7,70. Tischlerei von Neumann u. Buna 20, Malervereinigung 5,75. Tischlerei d. Union E. G., 3. Rate 25,-. Partei hin, die aus der latenten Krise vom Anfang der 90er Jahre heraus Ferner erklärt Sickfeld, daß die Ortsverwaltung Berlin des deutschen genoffen Stadtbezirt 113b Südost 6,-. Buchdruckereihilfsarb. d. Jahns 72,50. zu dem großen Aufschwung der letzten Jahre geführt haben. Holzarbeiter- Verbandes namens der Berliner Holzarbeiter gegen den Tischlerei Peutert, Bierprozente der entlaffenen Gesellen 12,10. Buchbinderei Schließlich hätte, vor allem durch die Erfolge der elektrischen Artikel in der Holzarbeiter- Zeitung" Protest erhoben habe. Im Klemm, Waldemarstraße, 10,-. Buchdruckerei Diaurer u. Dimmid 10,05. Industrie, die Kapitalisten ein Taumel erfaßt, ein Geist des übrigen verlohne es sich nicht, auf die Ausführungen des Buchdruckerei Sittenfeld 23,30. Fr. Bereinigung Civil- Berufsmufiker 20,- blinden Vertrauens hätte Plaz gegriffen. Der Kredit wurde Referenten einzugehen. Er fordere alle diejenigen Kollegen Alexandrinenftr. 22 4,60. Stockfabrit Philipp u. Co. 10,- Hydro, Sand- auf's höchste angespannt und fand schließlich keine Deckung mehr in auf, welche mit ihm einer Meinung sind, den Saal zu verlassen. steinwerte Stralau 10,60. Former Saalbach 10,75. Tischlerei Mezer, den Barbeständen. Wie dieses Kreditsystem sich aufgebaut hat, zeige Wiele der Anwesenden leisteten dieser Aufforderung Folge. Dabei Wienerstr. 12 9,15. Gesangverein Lyra" 10,-. Wäschebranche 30, Sie hat die Aktien ihrer Tochter fant es zu einer großen Unruhe sowie zu Thätlichkeiten zwischen Sattler Berlins( Verband) 40,-. Maschinisten- und Heizerverband, 2. Rate 3. B. die Schuckertgesellschaft. 50,-. Bebersortierer von Eid u. Straffer 11,-. Stockfabrit von Hoefert gesellschaften, die sie selbst gründete, zu einem niederen Kursstand einzelnen Versammlungsteilnehmern. Während dieses Zwischenfalles 10,55. Vereinigung der Maler 10,10. Raucher B. 50,- Verein der in aufgenommen und mit erheblichem Aufschlag an der Börse los- hatte der Vorsitzende die Versammlung vertagt. Nach Wiedereröffnung Schriftgießereien beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen 100,- Tischlerei geschlagen. Aus diesen Differenzen resultieren die hohen Divi- derselben drehte sich die Debatte lediglich um den Gegensatz zwischen Lennig u. Gazte 12,40. Tischlerei Böttcher, Waldemarstr. 14 6,55. Stock denden der Vorjahre, die mun ausbleiben, wo der weiteren lokaler und centraler Organisation. Zum Schluß wurde eine Resofabrit v. Goldbach 7,- F. R. S. 37 8,85. Juld, Ritterstr. 85 9,35. Jalousie Manipulation ein Ziel gesetzt ist. Eine speciell socialistische lution angenommen, welche gegen den Artikel der„ Holzarbeiterfabrit H. Freese 13,80. Bartsch u. Wulg 1, Möbelfabrik v. Wöhler u. Schwab Krisentheorie gäbe es nicht. Marg hätte aber die einzelnen Beitung" protestiert und die eifrige Fortsetzung der Sammlungen für 10,-. Tischlerei Dumsky 12,65. Tischt. Stern u. Seeliger ut. Cie., 3. R. 9,30. Symptome der Krisen mit seltener Schärfe festgestellt und die Er die Glasarbeiter befürwortet. Glasschleifer auf Listen a Conto 50,-. Steindrucker von Kassel und Sohn scheinungen der gegenwärtigen Kerise hätten seine Angaben vollauf Arbeiter der Firma Tag legten, zu um das anderm aus, und In der humanistischen Gemeinde, Niederwallstr. 12, in der Aula = Vereinskalender. 5,- Personal der Buchdruckerei H. S. Hermann 51,35. Buchdruckerei Elsner 10,30. Pianofabrit Bechstein, Grünanerstraße 52,-( darunter 5,70 bestätigt. Bernstein hätte sich geirrt, wenn er 1899 in seinen durch Angermann). Von den Rathenower bei Günther beschäftigten Ber- Voraussetzungen des Socialismus" schrieb, daß die Wege des der Werderschen Ober- Realschule, hält am Sonntag, den 15. September, bormittags 102 Uhr, Herr Dr. Rudolf Benzig den 2. Vortrag eines liner Metallarbeitern 5,75. Zwei Wettende 2,- Vergolder Filiale Kapitalismus fich so erweitert haben, daß so schwere Krisen nicht mehr Bortragscyklus:" Das Bater Unfer". 2. Das Kommen des Gottesreiches. Brandenburg 50,- Stocfabrit G. Retzlaff 10,-. Gewerkschafts- Startell eintreten würden, und Kautsky hätte in seiner Entgegnung ganz Damen und Herren haben freien Zutritt. Spandau 50,-. W. Friedländer 5,65. Holzarbeiter- Verband Charlotten richtig das Unhaltbare dieser Auffassung dargelegt und finde feine burg 50,-- Bierfahrer von Leykum und Landree 5, Maler v. Herzog Bestätigung in der heutigen Krise. Der Weg zu ihrer Beseitigung 8,45. Deutscher Metallarbeiter- Verband 1000,-( 4. Rate). Silberpolierer Elisabethof 2,-. Buchdruckerei E. Billig Nchflg. 8, Lifte 2449 durch führe durch den Kapitalismus hindurch zum Socialismus. Mit jeder Arbeiter Sängerbund Berlins und der Umgegend. Vor Haupt 9, Berliner R. B. 50,-. Bon zweien, die die Herrenpartie nicht rise aber nähme die Konzentration des Kapitals zu, fämen wir Erster Kassierer mitmachten 6,-. Spiegelrahmenfabrik v. Chr. Wetter 7,70. Tischlerei Rachfall der Entwicklung des Socialismus näher und auch mit dieser Krise figender: Adolf Neumann, Brunnenstraße 150. Alle Aenderungen im Vereinskalender find 6,80. Beizer der Firma J. C. Pfaff 2,55. Klempnerwerkstatt Dietrich 3. Rate 8, machen wir einen Schritt vorwärts, und sei es auch nur einer von den vielen, Seikrit, Fidicinstr. 16. Freitag. Berliner Steinbildhauer auf Listen 15,60. Möbelpoliere A. S. Bolle 5,75. die uns zum Ziel führen.( Lebhafter Beifall.) In der Diskussion, zu richten an Friedrich Kortum, Lausigerstraße 33. Aufnahme von Mitgliedern. Simon Liste 1449 4,45. Einige Bildhauer der Firma Pianofabrit Neu- an der sich Reichstags- Abgeordneter Heine und Herr Stresemann Uebungsstunde abends 9-11 Uhr. Nord", Adolf meter 9,60. Sattler- Haupttaffe 100,-. Handels- und Transportarb. 500, Neumann, Brunnenstr. 150." Buchbinder Männerchor", Fürstenhof, Schneiderwerkstatt 10, Fabrit- und Hilfsarbeiter, Rummelsburger Bahl- beteiligten, machten sich abweichende Meinungen zu dem Referat Kaiser'scher Männerchor", Wernau, Schwedterstr. 23/24. ftelle 13,10. Statklub Vorwärts 3,- Faber auf Listen 34,70. Vereinte Sangesbrüder Moabits", Pfarr, ButtligStöpnickerstr. 137/38. Brauerei nicht geltend. Am Schluß der Versammlung fordert der Vorsißende die Ge- straße 10. Maiglödchen I", Sachse, Lindowerstr. 26. Gemütlichkeit", Hilfsarbeiter 100,- Durch Lusche, Lifte 2820 16,85. Werkstatt Simon, Georgina", Balzer, Grünauerstr. 14. Stalizerstr. 10 7,30. Hirsche und Thiede v. d. Bildhauern 3,60. Bildhauer nossen, die die Petitionslisten gegen die Getreidezölle noch nicht Thiebe, Seydelstr. 30. Rheingold", Feind, Weinstraße 11. Männer Gesangverein", Branden werkstatt Dinse 7,75. C. Schmidt, Mechaniker, 7,-. Töpferfiliale Berlin unterzeichnet haben, auf, das in den nächsten Tagen zu thun. Kolonie Wild: Nordwacht", Milbrodt, Müllerburg a. H., Mengert, Bergstr. 6. 200,- Töpferzahlstelle Südost durch Schünemann 3,35, Im 4. Wahlkreis( Often) fand am Dienstag eine gut be- fstraße 7. Arbeiter- Radfahrer amerifa d. Müller 6,-. Buchdruckerei A. Unger 6,65. Sängertreis", Weißensee, Wassermann, Königs- Chauffee 55. ber Provinz Brandenburg 50,-. Rauchtlub Union 5,60. Hochzeitsfeier d. suchte Versammlung statt. Genoffe Paul Singer hielt einen Eintracht II", Eberswalde, Restaurant" Sur Mühle". Neue Beit", -FOO い い " " " 1 „ Süd" " Briefkasten der Redaktion. " Wir bitten bei jeder Anfrage eine Chiffre( zwei Buchstaben oder eine Zahl) anzugeben, unter der die Antwort erteilt werden soll, und die letzte Abonnementsquittung beizulegen. Fragen ohne solche werden nicht beunt: wortet und schriftliche Antwort wird nicht erteilt. Die juristische Sprechstunde findet am Dienstag, Donners: tag und Freitag von 7-9 1hr abends statt. P. W. Wenden Sie sich an den Berliner Frauenverein zur Abhilfe der Not unter den fleinen Fabrikanten und Gewerbetreibenden, Vorsitzende Frau Jda Salamonjohn, und das Bürgerrettungs Institut, Sekretär Magistrats Sekretär Höhne, Gr. Präsidentenstr. 7. Beide Stiftungen gewähren Handwerkern 2c. Kleine Darlehne. Potsdam. Zu erfragen in Hoffmanns Buchhandlung, Blumenftr. 14, K. V. 100. Ueber die Stärkeverhältnisse der Frattionen im Reichstage und der in Betracht kommenden Parteien unterrichtet Sie der im Verlag des Vorwärts" für 1902 foeben erschienene Arbeiter Notiz Kalender von S. 33-59. Wenn Sie dort aufmerksam nachlesen, werden Sie niemand zu fragen brauchen. Berlin. Lorenz, Voltastr. 43.„ Klingmüllerscher Männerchor", Weißensee, Zum Arbeiter- Radfahrerbund Solidarität“. Gau 9( Prov. Branden- 1 die er in seiner Lehrbruceret herzustellen und dem Prüfungsausschuß einzu Prälaten, Lehderstr. 122. ,, Karthaus Kummerscher Männerchor", Göbel, burg). Alle Zuſchriften und Anfragen, den Bund betreffend, sind zu richten senden hat. Dann hat er noch eine öffentliche Prüfung abzulegen. NachLandsberger Allee 156.„ Sangesblüten", Herzog, Marsiliusstr. 8. an den Gau- Vorsitzenden Karl Fischer, Berlin NW., Waldstr. 8. Freitag: dem er diese bestanden, erhält er ein Lehrzeugnis, wofür 6 Mark zu ent Gesangverein der Buzer", Bauer, Rosenthalerstr. 57.- Freie Sänger I", Arb.- Radf.- Verein" Vorwärts", Rirdorf, Freitag nach dem 1. und 15. bei richten sind. Diese 6 Mart verwendet die Innung für Fachschulzwecke. Die Seegermühle b. Eberswalde, Baugaz, Jagdschlößchen. Rosalia", Plaen, Zibell, Reuterstr. 54 a. Arb.- Radf.- Verein Charlottenburg", Freitag nach Prinzipale haben sich verpflichtet, nur mit solchen Zeugnissen versehene junge Königsbergerstr. 34. Ruf", Manegold, Liegnizerstr. 18. Sängerhort", dem 1. und 15. bei Müller, Bismarckstr. 23. Radf.- Verein Blitz", Leute als volle Gesellen anzusehen und zu bezahlen. Der Prinzipal, der Vogel, Wrangelstr. 74. Borar", Krüger, Naunynstr. 6. Melodia I", Berlin, bei Meier, Strelitzerstr. 10. Concordia", Gr.- Lichterfelde, jeden sich nicht danach richtet, kann von der Innung in Strafe genommen Rirdorf, Mercier, Steinmetzstr. 55. ,, Einigkeit Nordwest", Better, Bredow: Freitag nach dem 1. und 15. bei Pagel, Chausseestr. 104. werden. straße 11." Freiheit Moabit", Fischer, Waldstr. 8„ Liedes: H. Nummelsburg. Ein Ortsstatut, durch welches Fortbildungsfreundschaft", Treptow, Michler, Eruststraße 26. Waldkapelle", Schulzwang für junge Leute von 14 bis 18 Jahren eingeführt ist, und die Ladewig, Kommandantenstr. 65." Freiheit Nord", Wils, Burgs Androhung von Bestrafungen für einen Verstoß gegen die Bestimmungen dorf und Wildenowstraßen: Ece. Sangeslust III", Tempelhof, des Statuts ist rechtsmäßig. Gegen die Festsetzung der Strafe ist Antrag Adel, Germania 20. ,, Völkerfrühling", Höhlke, Oranienstr. 109. Solidarität II", Potsdam, Brandenb. Kommunikation 16, Glaser. auf richterliche Entscheidung wie gegen jeden Strafbefehl zulässig. Liedeslust II", Potsdam, Brandenb. Kommunikation 16, Glaser. Schwedterstr. 33. 1. Ja. 2. Nein. 3. Ja. 4. Nein. Ein Arbeitgeber, Oft III", Kirschfowsty, Falckensteinstr. 7. fann in Strafe genommen werden und hat überdies die Kosten für den inder seinen Angestellten verspätet zur Krankenkasse anmeldet, hat nachzuzahlen, " Frohsinn I", Rummelsburg, Goethe: und Kantstraßen- Ecke. Metallarbeiter Osten", Tabbert, Markus zwischen Erkrankten zu ersetzen. E. F. Nein. E. B. 1. und 2. Ja. ftraße 14. Lorbeerkranz", Spät, Weinstr. 11. Morgenrot", E. W. 10. Leider könnten Sie nur eine Beschwerde an die Kirchhofs Charlottenburg, Springer, Göthestr. 67a. Klinkmüllerscher Männerchor", Verwaltung und an die Gemeinde richten. 5 Pompöse. Wie in der Weißensee, Scorscemsti, Lehderstr. 123. Rirdorfer Männerchor I", Rixdorf Nummer vom 11. September wiederholt dargelegt ist, muß in Berlin eine brennergi 137( Deutſches Wirtshaus). Zündholz", Becker aus höchstens 2 Wohnzimmern und Zubehör bestehende Wohnung spätestens Wriezenerstraße 6." Frohsinn II", Adlershof, Rohde, Genossenschaftsam Ersten geräumt sein. Eine Zeitangabe fehlt. Die allgemeine Regel Wirtshaus." Freiheit II", Neu- Weißensee, Schmutz, Königs- Chauffee 38. über Treu und Glauben verlangt, daß nicht erst um 12 Uhr mitternachts, Arbeiter- Nancherbund Berlins und der Umgegend. Aenderungen sondern zu der üblichen Zeit, also etwa zwischen 7 und Uhr spätestens im Vereinskalender sind zu richten an Albert Liebetrau, Berlin, Putbuser geräumt sei. Diese Verordnung besteht seit länger als 60 Jahren. ftraße 44, IV. Freitag:„ Germania", Schmiedchen, Willibald Alexisstr. 21. J. J. 29. Nein. Nach§ 360 St.-G. B. ist jemand strafbar, der„ bei " Frohe Stunde", Gurlt, Alexandrinenstr. 121. Brasil", Schonheim, Unglücksfällen oder gemeiner Gefahr oder Not von der Polizeibehörde oder Gräfestr. 8." Deutsche Eiche", Schulz in Kagel. Alpenrose", Reinicken deren Stellvertreter zur Hilfe aufgefordert, teine Folge leistet, obgleich er dorf, Paul, Justusstr. 53. der Aufforderung ohne erhebliche eigne Gefahr genügen konnte". C. B. Gesang, Turn und gesellige Vereine. Freitag. Tanzlehrer 100. Ein Armutszeugnis zwecks Bewilligung des Armenrechts in einem berein Solidarität", Englischer Hof, Neue Roßstr. 3. Geselliger Verein Prozeß und die Erlangung des Armenrechts stellt keine Armenunterstützung Lustige Brüder", Liedtke, Manteuffelstr. 125. H. N. Es fommt natürlich darauf an, wie es mit ihrem Talent und dar. Sie find wahlberechtigt.. y. 1. Ja. 2. Nein. 2. 100. Ja. Arbeiter- Turnerbund. Freitag. Turnb. ,, Fichte", Berlin. Abds. von ihrer Ausbildung bestellt ist. In der städtischen Fortbildungsschule( Turm 2. K. Sie wünschen Aufschluß über die Einquartierung von Rekruten. 8-10 Uhr: 2. Männerabt. Stalizerstr. 55-56. 4. Männerabt.: Siemensstr. 20 straße 86), wird im Modellieren und zeichnen guter Unterricht unentgeltlich Es ist nicht verständlich, nach welcher Richtung hin: wo die Rekruten ein( Moabit). 5. Männerabt.: Aderstr. 67. 6. Männerabt.: Stallschreiberstr 54. erteilt, in der Fachschule für Maler, Manteuffelstr. 7, fostet der von No- quartiert werden, wieviel Sie aufzunehmen hätten, wieviel Entschädigung 9. Männerabt.: Müllerstr. 158, Ede Triftstr. 11 Männerabt.: Fürbringerstr. 33. vember bis März dauernde Kursus 10 M. Fühlen Sie sich im Portrait gezahlt wird oder was sonst? Wiederholen Sie Ihre Anfrage unter be 1. Lehrlingsabt. Friedenstr. 37. 3. Lehrlingsabt. Boechstr. 17/20. 6. Lehr- zeichnen tüchtig, jo raten wir Ihnen, sich nach der Kunst Gewerbestimmter Angabe Ihres Falles. Allgemeine Abhandlungen über das Einlingsabt. Reichenbergerstraße 67-70. 8. Lehrlingsabt. Höchstestraße 36-37. chule im Kunst- Gewerbemuseum, Prinz Albrechtstr. 7, zu begeben und sich quartierungswesen müßten wir ablehnen zu geben. E. M. 3. Der 1. Damenabt. Mariannen- Ufer la." Freie Turnerschaft", Rirdorf- Briz. dort nach Rücksprache mit der Direktion um ein Stipendium zu bemühen. Vater tann bei der Sparkassen- Verwaltung die Sperre über das Buch 1. Lehrlingsabt. abends von 81/ 2-1012 Uhr, Thomas, Hermannstr. 48/50. H. 22. Um Hebamme zu werden, hat man sich zunächst an Herrn durchfeßen und auf Herausgabe flagen. Im übrigen: 1. Beispiele für Che1. Schülerinnenabt. abends 6-8 Uhr, 1. Männerabt. 8-10 Uhr Stadtphysifus Schulz, Tempelhofer Ufer 29, zu wenden. Nach der dort verträge und Testamente finden Sie S. 225 Nr. 22 und S. 238, 239 Des bei Peters, Knesebecstraße 113. Turnerschaft des Vereins Nereus" erfolgten Borprüfung und Untersuchung ist für Berlin beim Polizei- den Arbeiterrecht beigefügten Führers. 2. Nein; es genügt eine Ver ( gegr. 1882), Männerabt. von 8-10 Uhr abds., Reichenbergerstr. 131/132 präsidenten ein Gesuch um Zulassung zur Ausbildung einzureichen. Der einbarung mit der Sparkasse. 3. Die Reichsbant steht unter Reichsaufsicht. Turnverein Eiche", Lehrkursus in der Charité dauert vom Oftober bis April und fostet ein-- Paris. Wenn eine Ehefrau wider den Willen ihres Mannes ein Kind Ausbildung müssen die Frauen in der Charité wohnen; außerdem ist als schwerde gegen den Taufenden einschlagen. Als Scheidungsgrund würde höchste Altersgrenze das 30. Lebensjahr vorgeschrieben. ein solches Verhalten von den meisten Richtern nicht angesehen werden. Es tann aber dieser Umstand als Beweis für die tiefe Berrüttung des ehelichen Lebens erachtet und auf Grund des§ 1568 die Scheidung aus gesprochen werden. G. G. 52. Die Veranlagung war zu Recht erfolgt. Ihre Frau muß zahlen, kann aber Niederschlagung und Rückerstattung mit Erfolg beantragen. Unterläßt sie solchen Antrag, so hat sie noch bis zum 1. April zu zahlen. X. T., Friedrichstraße. 1. Ja. 2. und 3. Nein. E. Sch. 1., 2. Nein. 3. Doch. 4. Ja. 5. Etwa 20 Mart würden in Ihrem Falle als unpfändbar erachtet werden. 6. Ja.$. E. 1. Sie müssen im Termin erscheinen und in diesem Ihre Zeugen benennen, sich auch erklären, ob Sie zu beschwören bereit sind, daß Sie den Verkehr nicht gepflogen haben. 2. Nur einen von Beiden. 3. Nein. 4. Ja. 1. Durch die Heirat mit der Mutter Ihres von Ihnen anerkannten Kindes erlangt dieses ohne weiteres die rechtliche Stelle eines ehelichen Kindes. 3wedmäßig ist es, daß Sie bereits vor der Heirat Ihr Anerkenntnis zu standesamtlichem, gerichtlichem oder notariellem Protokoll erklären, und bei der Heirat Umschreibung des Kindesnamen beantragen. Der Vormund hat nichts damit zu thun. 2. Es genügt Ihre Erklärung gegenüber dem Taufmann. 7. " = Damen- Abt. v. 8-10 1hr abds., Manteuffelstr. bis 912 Uhr abends, schließlich Pflegegeld, Instrumente 2c. 296,80 M. Während der Dauer der taufen läßt, so läßt sich hiergegen nur der selten erfolgreiche Weg einer Be: Röpenid, Männer- und Jugendabteilung von 72 Scheer, Wilhelmsgarten. Turno. Froh und Frei", Groß- Lichterfelde, Bagel, Chauffeeftr. 104, 82-102 Uhr abends. Freie Turnerschaft", Friedrichsfelde, abends 81/ 2-102 Uhr, Bube, Prinzen- Allee 30. Allee. " Arbeiter: Schwimmerbund. Anfragen an E. Bratte, Pantstr. 21. Schwimmklub Neptun", Weißensee, abends 71/2 Uhr, im Seebad Weißenseer. Schwimmklub„ Vorwärts", abends 72 Uhr, Volts- Badeanstalt an der Schillingsbrücke. Schwimmverein Gut- Naß", Seebad Reinickendorf. Schwimmverein„ Ost", abends 7 Uhr, Berliner Schwimmschule, Stralauer Schwimmklub Hellas", Berliner Schwimmschule, Stralauer Allee. Arbeiter- Stenographenvereine.„ Stolze"( Einigungssystem). Frei tag. Tanz- Institut Grupe, Annenstr. 16, abends 812 Uhr. Verein zielbewußter Händler und Geschäftsinhaber. Jeden Freitag nach dem 15. im Englischen Garten", Alexanderstr. 27 c. Zwanglose Zusammenkunft mit Damen im Restaurant des Gewerkschaftshauses. Am Freitag: Sattler. Arbeiterverein ,, Vorwärts, Kopenhagen. Jeden Sonnabend im Verkehrslokal, Korsgade 49: Versammlung. Daselbst befindet sich auch die Bibliothek des Vereins. Die nach Kopenhagen kommenden Genossen wollen dies beachten. P. 2. 25. Die Koften des Warenhauses von Tiez sollen sich auf 13 Millionen Mark belaufen haben, die des Wertheimschen Hauses in der Leipziger Straße auf 17 Millionen Mark. E. K. Das Paul Gerhard Stift, Müllerstr. 56, ist ein Krankenhaus, daß es unterstützungen zahlt, ist uns nicht bekannt. H. M. 1. Ja. Nur daß in anständigen Geschäften diese 6 Mark der Prinzipal bezahlt und nicht der Lehrling. 2. Ja. Es erschwert das Fort: fommen; besonders in Berlin. Die Buchdrucker- Junung von Berlin führt strenges Regiment und zieht auch alle nicht zur Innung gehörenden Prinzipale zur Zahlung zu ihren Einrichtungen heran. So wird von Junungs jeite genau darauf gesehen, daß jeder Lehrling, der neu eintritt, ärztlich untersucht wird; auch wird derfelbe in Bezug auf Schulfenntnisse geprüft. Der Lehrling fann sich auch nicht selbst eine Lehrstelle suchen, sondern die selbe wird ihm von der Innung zugewiesen. 3. B. wenn B. einen Lehrling haben möchte, so muß er sich dorthin wenden, trotzdem B. nicht Mit glied der Innung ist. Nachdem der Lehrling etwa 33 Jahr gelernt und die Fachschule besucht, erhält er vom Innungsausschuß eine Probe- Arbeit, Warenhaus A.Wertheim M. A. Rosenthalerstr. 27-29. Leipzigerstr. 132-135( Versand- Abteilung). Oranienstr. 52-55. BücherAbteilung Extra- Verkauf, solange der Vorrat reicht: helenadolsR Illustrierte Gedichtsammlungen Goldschmitt 1.90 Bismarck- Denkwürdigkeiten gebunden, Laden Suttner ,,, Frühlingstage" Gesangbücher preis 3 Mk., jetzt 75 PL Gedichtsammlung, gebunden, mit Goldschnitt 1.20, 1.90, 2.40 bis Opernführer Inhaltsangabe von ca. 200 Opern für 200 300 400 2.90 bis 28 Mk. 90 Pf. 2.85 MI 500 Karten Album von Berlin mit 135 Ansichten, elegant gebunden Postkarten- Album 75 95 Pf. 95 Pf. 1.75 Lichtdruck- Postkarten mit Berliner Ansichten, 5 Stück 10 Pt Alfred Dreyfuss Danksagung. Für die Beteiligung und reiche Aranzspende bei der Beerdigung meines Mannes sage ich allen Freunden, Bekannten, Verwandten, den Kollegen bom Centralverband der Former und dem Vorstand der Kranken: und Sterbekasse der Drechsler meinen herz4296 lichen Dank. Ww. Franziska Nordquist, Staligerstraße 69. Arbeiter- Radfahrer- Verein Berlin". Sonntag, den 15, nach Töplik. Start: Kaiser Wilhelm Gedächtniskirche früh 7 Uhr. Nachmittags: Schildhorn, Branden burger Thor, 1 Uhr. Donnerstag, den 19., Versammlung bei Raabe, Kolbergerstraße. NB. Sonnabend, ben 14., abends nach Stralau. Treff 82 Uhr bei Wilfe. Dienstag, den 17., nach Friedrichs: hagen. Treff 7 Uhr Schlesische Brücke. Die weltbekannte Bettfedern- fabrik 13/1 GuftabLuftig, Berlins., Brinzenftraße 46, versendet gegen Nachnahme garant.neue Bettfebern d. Bfb. 56 Bf., hinesische Halbdaunen d. Bfb. M.1,25, beffere Halbdaunen d. Pfd. M. 1,75, borzügliche Daunen d. Pfd. M. 2,85. Von diesen Daunen genügen 3 bis 4 Pfund zum großen Oberbett. Berpadung frei. Breist. u. Proben gratis. Biele Anerkennungsschr. 5 Jahre meines Lebens Wer schnell und zu coulanten Bedingungen Geld! 22500* Darlehen oder Hypothek sucht, verlange unser Adressen- Verzeichnis privater Geldvers leiher u. Makler. H. Bittner & Co., Hannover- Z. W. Noacks Festsäle sind Brunnenstrasse 16 noch Sonnabende im Monat September, Oktober, No: vember zu vergeben. 22179* 23172* Gardinen Neuheiten. Secessions und Jugendstil, circa 250 Muster. Katalog( 450 Illustrat.) franco. Reste von 2-6 Fenster unter Preis. S., Berliner Wochenschrift Berausgeber: Friedrich Raumann, Berlin, Mitarbeiter Prof. Sohm, Ceipzig, Prof. Brentano, München Prof Ladenpreis 3 Mk., jetzt: DIE ZEIT Rein, Jena, Redakteur von Gerlach, Berlin: Hd. Damaschke, Berlin u.v.a Viertel M. 3 durch Post und Buchhandel. Probehefte umsonst und in jeder Buchhandlung. Boykottfreier Nordhäuser Kautabak von Grimm& Triepel, Nordhausen, stets frisch zu billigsten Preisen bet [ 2163* H.& P. Uder, Berlin SO., Engel- Ufer 5, parterre, Tabat- Großhandlung und Cigaretten- Fabrit. Nur echt, wenn jedes Röllchen den Zettel:„ Aus der Fabrik von Grimm& Triepel, Nordhausen", trägt. Möbel- Fabrik " u. Lager kompletter Wohnungs- Einrichtungen zu Fabrikpreisen- Eigne Werkstätten Emil Lefèvre, Berlin. 158. Julius Apelt, Skalitzerstr. 6, Oranienftr. 2.90 Mk. 50 PL. Arbeiter- Sängerbund. Den Vereinen hiermit zur Kenntnis, daß die Luckenwalder Gesangvereine am Sonntag, den 15. September, früh 7 Uhr, auf dem Anhalter Bahnhof eintreffen und in Louis Kellers Festsälen, Koppen: 3.56 straße 29, bei dem Herbst- Vergnügen von den Vereinen Freie Liedertafel",„ Kornblume"," Alpenglocke" und „ Karthaus- Kummerscher Männerchor" mitwirken werden, wozu die Vereine, die in Luckenwalde waren, ganz besonders eingeladen werden. Zum Früh schoppen im Gewerkschaftshaus um 10 Uhr vormittags. Das Komitee. Restaurant Pferdebucht bei Köpenick. Sonntag, den 15. September: Großes Wurst- Essen! Hierzu ladet ergebenst ein Charlottenburg. [ 23200* Wilhelm Brüsewitz. Serren- Anzüge, Paletots n. Maß, eleg. Ausführung, F. Kunstmann, Wallitr. 1. auch fertige Garberobe am Lager, liefert Uhren und Goldwaren! Grossartige Auswahl! Billigste Preise! Reelle Garantie! Dr. med. Schaper homöop. Arzt u. Spez.- Arzt f. Haut- u. Harnleiden, Frauenkrankheiten. Thor.[ 2112L Königgrätzerstr. 27. Spr. 9-1.4-7. empfiehlt am Kottbuser 3.Surzberg Landsbergerstr. 13 prt. Teilzahlung gestattet. Charlottenburg. M. Schmerberg[ 18749* Wilmersdorfer- Strasse 127, Uhrmacher nud Goldarbeiter. Großes Lager von Uhren und Goldwaren zu äußerst billigen Preisen. Optische Artikel. Ohrlöcher werden schmerzlos gestochen Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber feinerlei Berantwortung.. Theater. Freitag, 13. September. Opernhaus. Samson und Dalila. Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. Viel Lärmen um Nichts. Anfang 712 Uhr. Nenes Opern Theater( Kroll). Mamsell Angot. Anfang 8 Uhr. Jm Trianon Theater:" Lebende Lieder". Anfang 8 Uhr. Schiller. Heimat. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Der Biberpelz. Anfang 71 Uhr. Berliner. Laboremus. Anfang 71 Uhr. Leffing. Flachsmann als Erzieher. Anfang 7%, Uhr. Residenz. Leontinens Ehemänner. Vorher: Der Kammersänger. Aufang 7 Uhr. Nenes. Das Ewig- Weibliche. Anfang 7 Uhr. Weften. Undine. Anfang 72 Uhr. Seceffionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 8.Uhr. Central. 8 Uhr. Die Geisha. Anfang Thalia. Ein tolles Geschäft. Anfang 7 Uhr. Luisen. Othello, der Mohr von Venedig. Anfang 8 Uhr. Carl Weiss. Berliner Rangen. An fang 8 Uhr. Friedrich- Wilhelmstädtisches. Velle Der Vogelhändler. Anf. 71/2 Uhr. Alliance. Gastspiel des Original- Münchener Ueberbrettl. = Urania Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Aus dem Tagebuch der Erde. Invalidenstr. 57/62. Tägl. Sternwarte. Castans Panopticum. Nen! Friedrichstr. 165. Nen! Nen! Der künstliche Mensch! Die sensationellste Erfindung der Neuzeit: Der, Clou" der Pariser WeltAusstellung. Vorstellungen: 12 Uhr mitt., 3, 5, 6, 7 Uhr nachmittags. Zoologischer Entree 1 Mark. Ab6Uhr abends 50 Pf., Kinder die Hälfte. Garten Ab 4 Uhr nachmittags: Achtung! Achtung: Deutscher Holzarbeiter- Verband. Central- Krankenkasse der Maurer ( Grundstein zur Einigkeit). Heute Freitag, abends 8%, Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Sonntag, 15. Septbr., vorm. 10 1hr, im Gewerkschaftshaus, Sitzung der Orts- Verwaltung. Engelufer 15: 149/6 Ausserordentliche Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag über Naturheilverfahren. 2. Wahl der Hilfskassierer und deren Lokale. 3. Innere Kaffenangelegenheitent. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Verwaltung. J. A.: P. Hoffmann. Achtung! Bergolder. Achtung! Berband der im Bergoldergewerbe beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Filiale Berlin. Filiale Berlin. Bezirk Moabit. Sonntag, 15. September, vormitt. 10 Uhr, im Lokal von Schössler, Stromstr. 28: Bezirks- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags: Abgeordneten Rosenow: Ferdinand Freiligrath, ein Dichter des Volts. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Beitrag: fammlers. 4. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. HD- pin Sonntag, den 15. September: 108/14 Modell- u. Fabriktischler sowie Modelldrechsler. Familien- Ausflug Familien- Ausflug nach Pichelswerder. Montag, den 16. September, abends präc. 8 Uhr, in den Armin- Abfahrt von Gesundbrunnen 8 Uhr bis West end. Nachzügler bei hallen, Kommandantenstraße 20:00 P Außerordentliche Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: Hoffmann in Westend, Kastanien- Allee 1. Montag, 16. September, abendz 8 Uhr, im Gewerkschaftshauz Ana( Saal 1), Engelufer 15: 1. Neuwahl des 1. Hauptvorsitzenden. 2. Abrechnung vom Sommernachts Branchen- Versammlung der Tischmacher. ball. 3. Verschiedenes. Wegen der Hochwichtigen Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, pünktlich zu erscheinen. Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. 225/18 Der Vorstand. Thalia- Theater. Metropol- Theater. od Heute und folgende Tage: Doppel- Konzert. Ein tolles Geschäft. Schön J136 Morgen: Doppel- Konzert. Metropol. Specialitätenvorſeffing, Central- Theater. doch. N 8 1761. Apollo. Specialitäten Borstellung. Heute Anfang 8 Uhr. Zum 749. Wale: Frau Luna. Anfang 8 Uhr. Paffage Theater. Damen Ring= fämpfe. Specialitäten- Vorstellung. Anfang nachmittags 5 Uhr. Passage Panoptikum. Speciali täten Vorstellung. Palast. Specialitäten- Vorstellung. Rosenmontag. Anfang 8 Uhr. Irania. Zaubenstr. 48/49.( Im Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Ans dem Tagebuch der Erde." Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 Uhr: Sternwarte. Schiller Theater ( Wallner Theater). Freitagabend 8 Uhr: Heimat. Schauspiel in 4 Akten v. Sudermann. Sonnabendabend 8 Uhr: Heimat. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Wilhelm Tell. Sonntagabend 8 Uhr: Heimat. Carl Weiss- Theater Große Frankfurterstr. 132. Anf. 8 Uhr. Zum 13. Male: Auf. 8 Uhr. Berliner Rangen! Große Ausstattungspoffe mit Gesang in 7 Bildern von G. Albert. Mujit von K. Leonard. Sonntagnachmittag 3 Uhr, bet sehr fleinen Preisen( 30 und 60 Pf.): Das Schloß am Meer. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16.00 Täglich Konzert, Theater und Specialitäten- Vorstellung. Die Geisha. Operette in 3 Aften v. Sidney Jones. Im 2. Att Violinvorträge des 7 jähr. Geigenfünftlers Kun Arpad und zwar Cavalleria rusticana( Intermezzo) von Mascagni. Allegro und Adagio vom 22. Konzert von Vioti. Souvenir de Paris von Kun Arpad usw. Morgen u. folgende Tage: Dieselbe Borstellung. Sonnabend, den 3um 750. Male: Die Geisha. 14.September: Jubiläums- Aufführung Sonntagnachmittags Vorstellung zu halben Preisen: Die Geisha. Abends thr: Die Geisha. い Apollo- Theater. 10 Specialitäten. Grandet. Steidl. * Tages Ordnung: 1. Wie gestalten sich die gegenwärtigen Lohn- und Arbeitsverhältnisse in unsrer Branche. 2. Berichte der Kommissionsmitglieder. Es wird darauf aufmerksam gemacht, daß diese Versammlung für die Tischbranche von großer Wichtigkeit ist, und wird es jedem Einzelnen in der Branche beschäftigten Kollegen zur Pflicht gemacht, in der Versammlung Der Einberufer: A. Loge. zu erscheinen. Bürsten- und Pinselmacher. die Sonnabendabend 8/2 Uhr, im Gewerkschaftshaus: war's doch! Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 4 Bildern. Paula Worm in 8 Verwandlungen. Guido Thielscher in 11 Verwand: fungen. Fritz Helmerding als Wolzogen im Duett Moulin rouge" mit Paula Worm. 99 Hans Junkermann, Herb. Paulmüller, Paul Hambrock. mit Gesang u. Tanz in 5 Bildern. " Damen: Bojé, Wannovius, Sulzer, Junker- Schatz. Anfang 72 Uhr. Palast- Theater fr. Been- Palaft. Burgstr. 22. Direktion: Winkler ut. Fröbel. Täglich: Specialitäten- Vorstellung Durchweg neues hochinteressantes überraschendes Programm. Wiederauftreten des Direktors Wilhelm Fröbel nach seiner Wiedergenesung als Dienstmann Meier in der Gesangspoffe Rosenmontag Anfang der Vorstellung präcije 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Vorverkauf 11-1 Uhr. Gr. Berliner Ausstattungsposse Emil Thomas a. G. Joseph Josephi a. D. Branchen- Versammlung. Tages Ordnung: ved By 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Istine Sonnabend, den 21. September cr.: 8. Stiftungs- Fest unin Kellers Gesamträumen, Koppenstr. 29. Unter Mitwirkung erster hiesiger Bühnenkräfte. Berliner Tonkünstler- Orchester. Dirigent F. v. Blon. iProgramm- Auszug: H. Bender. G. Kaiser. Ouverture Friedensfeier" von Reinele. Symphonie Nr. 1 von Beethoven. Else de Veré a. D. Frid- Frid. F. Georgette. Gastspiel: Saharet! Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Fantasie a. d. Oper Herodias" von Massenet. Ouverture zur Oper Der fliegende Holländer" von Wagner. Horn- Quartette. Streich- Quintette. Großer Ball. o Tanz und Programm frei. Anfang 81/2 Uhr. Billets a 50 Pf. Dieselben sind auf allen Zahlstellen und auf dem Bureau im Gewerkschaftshaus, Zimmer 11. An der Kontrolle findet kein Billetverkauf statt. Theaterarbeiter! Prater- Theater Sonnabend, den 14. September, abends 11 Uhr, im Engliſchen Kastanien- Allee 7/9. Täglich: Auf fremder Erde. FrauLuna Sanssouci Ausstattungsfüd mit Gejang u. Tanz Luftballet Grigolatis. Anfang& Uhr. Das neu und glänzend erbaute Casino- Theater Lothringerstr. 37( zwischen Rosen: thaler und Schönhauser Thor). Sonntag, 15. September: Eröffnungs- Vor Fritz Steidl der Liebling der Berliner. Gastspiel „ The Ardas" v. Theatre Dumont, Moskau. Das reizende GazellenTrio, Luci- Luci- Truppe, MarkaFraya, Bethel Morton, Horello 2c. 2c. Dazu Berlin N. Berlin W. Berliner Ausstattungsposse in zwei Bildern mit Balletts u. Aufzügen. Billet: Vorverkauf täglich von Kottbuserstr. 4 a. - Hoffmanns Nordd. Sänger. Heute letzte Soiree der Sommersaison und letztes Auftreten des Hrn. Frische. Nach der Soiree: Tanz. Sonntag, 15. September Beginn der Wintersaison. Wiederauftreten von Adolf Hoffmann. Deutsche Konzerthallen. An der Spandauer Brücke 3. Vornehmstes Vergnügungslokal! Sehenswürdigkeit Berlins!!! In den sieben grossen wunderbar dekorierten Stadtbahnbögen täglich Internationale Konzerte. Specialitäten- Vorstellung von nur erstklassigen Kräften! Special- Ausschank der Berliner Die Veilchenfee. 10-1 Uhr an der Theatertaffe Special koder Berliner Burleske mit Gesang in 2 Bildern von M. Gericke. Musit von Schmidt. Jm Saale: Tanzkränzchen. Jedes Entree von 50 Anfang Sonntags 72 Uhr, ochentags 8 Uhr. Pfennig. Bockbrauerei. Vorzügliche Küche. Gut gepflegte Biere. Oekonom Gustav Preilipper. Hof, Nene Rofstraße 3: Versammlung des Verbandes des technischen Bühnenpersonals. Tages Ordnung: in 4 Bildern von Schulz. Auftreten der Excentric- Chansonnette 1. Die Petition an den Reichstag, betreffend den gesetzlichen Hedwig Döring, des Grotesque: wöchentlichen Ruhetag. 2. Verbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Komiters Paul Coradini, der Frères In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht aller Douseck, Gigerl Akrobaten. The am Theater beschäftigten Personen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Karleys, Musikalische Komödianten. 190/8 Der Vorstand. Mr. Bartlings lebende Photographien. Konzert und Ball. Anfang 4 Uhr. Achtung! Bananschläger. Eintritt 30 Bi. Achtung! Numerierter Plaz 50 Pf. Pf. Kalbo. Reichshallen. Heute fowie täglich: Humorist. Soiree der Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Achtung! Freitag, 13. September, abends 7 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engelufer 15, Saal 1: General- Versammlung des Vereins der Bananschläger Berlins und Umgegend. Tagesordnung: 1. Unser Streif. 2. Verschiedenes. Der Vorstand. 34/16 Tischler- Verein zu Berlin. Sonntag, den 15. September: Herren- Fusspartie. Abfahrt früh 8 Uhr vom Anhalter Bahnhof bis Mahlow. 199/15 Nächste Versammlung: Sonnabend, den 21. September. Der Vorstand. Charlottenburg, Friedbergstr. 19. Wir empfehlen unser neu eröffnetes Weiss- u. Bayrisch- BierLokal. Vereinszimmer zu vergeben. 2101L*] Carl Klein. Carl Gieseler. 5 Kleine Anzeigen. Nur das erste Wort: Wort fett. Worte mit mehr als 16 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Restauration zu verkaufen Rostocker[ 369b ftraße 40. Restauration, gut gehend( Partei: lokal) zu verkaufen. Bu erfragen bei Anders, Salzwebelerstraße 8, part. Verkaufe gutes geräumiges Lokal mit Kegelbahn unter jeder Bedingung sofort. Pinzer, Schüßenstraße 18/19. Schankgeschäft verkauft, gut gehend. Auskunft erteilt Friedrich Behrens, Chorinerfir. 7, parterre. Gardinenhaus Große Frankfurter: straße 9, parterre. + 37* * Nähmaschinenlager sämtlicher Systeme ohne Anzahlung, Woche 1,00 Lieferung sofort, Landsbergerstraße 82 Kinderwagen, Sportwagen, Rietenauswahl, Bazar Baby, Juvalidenstraße 160, Frankfurterstraße 115, Oranienstraße 31, Belle Alliance: traße 107, Reinickendorferstraße 2d, e, Charlottenburg, Wilmersdorferstraße Nr. 55. Teilzahlung gestattet. 722* Herrenrad, Damenrad 20,00, Schädel, Schmidstr. 8. 76/ 4* Nähmaschinen und Feuer- Versicherung vermittelt Gustav Schmidt, Solmsstraße 43, Hof Keller. 857b hishilfe, Gin Gin Einfach möbliertes Zimmer fucht Rechtsbureau, Rechtshilfe, Eingabengefuche, Raterteilung, Andreas: straße dreiundsechzig. 36066* Kunststopferei von Frau Kotosty, Steinmeßstraße 48, Quergebäude hoch parterre. Bon 25 Mark an liefere Anzug und Baletot nach Maß. Wer Stoff hat, liefere ich für 15. B. Lewkowitz, Schneidermeister, Alexanderstraße 22C. Augustabad, Köpnickerstraße 60 Bäder jeder Art für sämtliche Krankenkassen. 736* Vereinszimmer mit Piano zu vergeben, paffend für Zahlstelle. * Steppdecken billigst Fabrik Große Rudolf Jurran, Naunynstraße 86. + 37* Bereinszimmer mit Pianino Frankfurterstraße 9, parterre. Frettchen, Aquarium verkauft Manteuffelstraße 49. billig Thiede, Rixdorf, Kaiser Friedrichtraße 236, Quergebäude I, abends 6-8. Borjährige elegante Herrenanzüge und Sommerpaletots aus feinsten Stoffen 25-40 Mark. Bertauf Sonn4236 abend und Sonntag. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21 II. Schankgeschäft Umstände halber billig zu verkaufen. Bu erfragen Einsegnungs Stiefel, sowie Mariannenstraße 25 im Lotal.[ 4276 Herren, Damen- und Kinderstiefel Milch und Obstgeschäft, gut: fauft man billig und gut beim Schuhmachermeister Jakob Ege, Roß- gehend, ist sofort verkäuflich Mar straße 23. Jede Schuhmacherarbeit straße 28 in Schöneberg. wird schnell ausgeführt. +123 8098* Milchgeschäft verkauft tranfheits: halber Steinmeßstraße 2. Spottbillig Teppiche, Betten, Steppdecken, Gardinen, Remontoir uhren, Regulatoren verkauft Leihhaus Neanderstraße 6. 4206 75/ 8* Kleiderspind 16, Sofa 13, Küchen: tisch 4,25, tüchenrahmen 3,50, Bett: stelle 10, Spiegel, geschliffen, 12. Einrichtungen billigst. Vermischte Anzeigen. 825* neun. Patentanwalt Dammann, Mo: Hirschowitz, rigplatz 57, Auskunft bis abends 50 Pfennige! Stellunggefuche, Chescheidungs-, Beleidigungs-, Unfallfachen! Strafaufschub! Raterteilungen! Linienstraße 36. 4246 Vereinszimmer empfiehlt C.Hinze, Blumenstraße 35 a. 425b Bureau für Rechtssachen, Gerichts: fachen, Eingaben. Gesuche fowie jebe schriftliche Arbeit Christburgerstraße 32, Quergebäude III, Franz Wildhagen, Sonntags und abends geöffnet. Vereinszimmer mit Pianino zu vergeben Flottwellstraße 5. 428b Vermietungen. 18 Mietsgesuche. 767* Dame, Nähe Alexanderstraße. Preis: offerte, Straußberg", Bostamt 51. Möbliertes Zimmer gesucht, allein wohnen, 12 Mart inklusive. A. 100 Bostamt 18. 4266 Junger Mann sucht möbliertes Bimmer. Nähe Heinrichsplak. Preisofferten unter K. 3 Erpedition Bor: wärts". Wohnungen. für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, in der Hauptexpedition Beuthstr.3 bis 4 Uhr angenommen. Arbeitsmarkt. Stellengesuche. Mädchenjacken- Arbeiterinnen ver langt Hulfe, Frankfurter Allee 16.[ 4096 Im Arbeitsmarkt durch besonderen Druck hervorgehobene Anzeigen kosten 40 Pf. pro Zeile Maschinenstricker Blinder Stuhlflechter bittet um Arbeit. Stühle werden zu den 430b billigsten Preisen geflochten, werden( Maschine ins Haus) sucht geg. höchsten abgeholt und unentgeltlich zurüd geliefert. Adresse: Mulachstraße 27, 1 Tr. Meldg. 6-8 abends. Lohn Kleinbeerenstr. 26, of rechts, 107/ 4* A. Gläser, Große Wohnung, Saal, 6 Zimmer, Küche, Balton 2c., paffend Konfektionäre oder Abzahlungsgeschäft. Näheres Schwedterstraße 247, I. Eckladen, passend für Destillation, Brauerei- Ausschant, große Schau fenster, Stellereien, Wohnung, seit fünf Jahren Restaurant, direkt vom Wirt an tüchtige Straft zu vermieten, ebent. Tonnenpacht. Näheres Montag 10-1 Schwedterstraße 247, I. 8288 Schlafstellen. Stellenangebote. * Geübte Glasschleifer auf Facetten 829* und Buchstaben verlangt Heckert, Prinzenstr. 32. 76/ 5* Tüchtigen Schriftmaler verlangt Otto Häußner, Neue Jakobstr. 15.[* Bildereinrahmer verlangt Brück 4026 ner, Ritterstraße 48, III. Linoleumleger, aber nur er: fahrene Leute, verlangen Quantmeyer 4196 u. Eide. 1. Färber und Wäscher gesucht Gebr. Altenbergs Färberei, Neu- Weißensee, Langhansstr. 4.[ 4006* Tüchtige 107/ 7* Gigarettenarbeiter und Arbeiterinnen für dauernd lohnende Be schäftigung sofort gesucht. Reisekosten werden vergütet. Cigarettenfabrik Menes M.& Ch. Lewin, Wiesbaden. Achtung, Korbmacher! 2 Glasschleifer auf Facetten verlangt R. Schlutt, Marienstraße 12. Fliesenleger sofort Derlangt Gementbau- Geschäft, Blücherstraße 35. Lehrling verlangt Stahl Herzog, Grabdenkmalfabrik, Hermannstraße 198. 827* In der Korbwaren Fabrik von verlangt Schmidt& Co., Dresdener: straße 81, befinden sich sämtliche Korbmacher wegen Preisdifferenzen auf Kugeltörbe im Streit. Zuzug ist streng fernzuhalten. Die Ortsverwaltung. 4226 Schlafstelle für zwei Herrn 1. Ot tober Alexandrinenstraße, Nähe Dres denerstraße. Bu erfragen Wasser thorstraße 33, Hof 1 Tr. 3636 Kartonarbeiterinnen Schlafstelle vermietet Kirschner, Tappert, Höchstestraße 14. Mariannenstraße 7 a Liegnizerstraße 36, I. Junge Mädchen auf Putzfedern Teppiche mit Farbenfehlern, Unfallsachen, Klagen, Eingaben, Restaurations- Räume gesucht per Schlafstelle für zwei Herren 1. Ot: bei jofortigem Verdienst und dauernder Fabrifniederlage Große Frankfurter Reflamationen. Pugger, Stegliger: 1. Ottober oder später. Offerten tober Barnimstraße 41a, born IV, Beschäftigung suchen Ehrlich u. Co., + 37* straße 65. 1406* Sesenheimerstraße 1 bei Scharnberg. Witwe Grufe. +66 Wallstraße 57. straße 9, parterre. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin. 364b 3996* Nr. 214. 18. Jahrgang. 2. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Freitag, 13. September 1901. Verbandsversammlung des Verbandes deutscher Gewerbegerichte. Lübeck, den 10. September 1901. Der Verband deutscher Gewerbegerichte ist im Jahre 1893 begründet; er hat sich in vorigen Jahre in Mainz neu konstituiert; es gehören ihm jetzt 163 deutsche Gewerbegerichte an. Zweck der Vereinigung ist der Austausch gemachter Erfahrungen. In der Verbandsversammlung haben nur die Vorsitzenden der Gewerbegerichte beschließende Stimme; die Beisitzer können" nach dem Statut mit beratender Stimme zugelassen werden. In diesem Jahre sind die Beisitzer besonders eingeladen. Ueber Gegenstände der Rechtsprechung und Gesetzgebung erfolgen principiell feine Mehrheitsabstimmungen, der Borsigende faßt das Ergebnis der Beratungen am Schluß in einem Resumé zusammen. Former Körsten- Berlin meinte, es gebe nicht nur Arbeitgeber, die in jedem organisierten Arbeiter einen Revolutionär fähen, fondern sogar Gewerbegerichte.( Zustimmung.) Die Richter müßten mit den Organisationen in Fühlung stehen. Der nächste Punkt der Tagesordnung Gewerbegerichts- Reformen herauskommt; einigt Euch lieber mit einem mageren Vergleich, jetzt bei allen Streitigkeiten über Accordlohn mehr Recht geschaffen, als auf einen fetten Prozeß. Es ist kein Zufall, daß gerade der als Recht angewandt. Notwendig sei auch eine Regelung des Tarif socialistische Minister Millerand ein Gesetz einbrachte, das die Aus- vertrages, über den noch keine gesetzlichen Normen bestehen. Einfach schließung von Streits erstrebt. Die socialistische Partei hat früher zu sagen, auch solche, die beim Abschluß von Tarifverträgen nicht häufiger Streits befördert, nachdem die Organisation aber umfaffender beteiligt waren, müssen sich ihnen unterwerfen, weil stillschweigende geworden, erkennt man die Verantwortlichkeit und ändert den Kurs. Zustimmung angenommen werde, sei ein etwas gewaltsamer Schritt. Redner schließt mit einer Aufforderung an die Anwesenden, ihre Für den Juristen seien die Erfahrungen mit dem Bürgerlichen Geſetz Aufgabe voll zu erfüllen, es sei die Aufgabe des socialen Friedens. buch hinsichtlich der Dienstvertrags- Bestimmungen nicht sehr erfreulich, ( Lebhafter Beifall.) so groß in socialer Beziehung auch die Fortschritte sein möchten. In der Diskussion betonte man allseitig die Notwendigkeit der Redner regt an, bei sämtlichen Gewerbegerichten nachzufragen, ob Verhütung von Streiks. sie das Zurückbehaltungsrecht anerkennen gegenüber dem Kompenfationsverbot und wenn nicht, ob sie den§ 394 des Bürgerlichen Gesetzbuches für eine zwingende Vorschrift halten, oder für eine fakultative. Die Gewerberichter müßten eine Aufklärung in diesem Punkte schaffen. Redner bemängelt die Mängel genügender Direktiven in den§§ 616 und 629. Was ist verhältnisAn Stelle des verhinderten Vorsitzenden, Oberbürgermeister mäßig erhebliche Zeit", angemessene Beit"? Muß der nach§ 629 Dr. Gaßner- Mainz, leitet die Verhandlungen Rechtsrat beurlaubte Arbeiter Lohn erhalten? Darf der Arbeiter den ihn Dr. Menzinger- München. Auf dem Verbandstage find 178 Bor: wurde eingeleitet durch ein Referat des Herrn Rechtsrat Dr. Menziger- verweigerten Urlaub sich selbst nehmen oder muß er darum sigende und Beifizer vertreten. München. Redner erläuterte die durch die Novelle geschaffenen flagen? Redner meint zur letzten Frage, der Arbeiter dürfe sich Stadtrat Dr. Flesch Frankfurt a. M. berichtete über das Aenderungen. den Urlaub nehmen das sei berechtigte Selbsthilfe. Redner Organ des Verbandes, das„ Gewerbegericht". 22 deutsche Der nächste Referent, Rechtsrat Bacher- Augsburg, sprach über meint weiter, in§ 612 Abs. 2 seien mur oberflächliche Tagen gemeint, Staaten, darunter auch Preußen und Bayern, haben die Gerichte die aufmännischen Schiedsgerichte. Es sei zu fordern, nicht aber Lohnfäße in Tarifverträgen im Falle der Bewucherung angewiesen, wichtige Urteile betreffend den gewerblichen Arbeits- daß diese überall dort errichtet würden, wo ein Bedürfnis vorhanden sei der Arbeitsvertrag nichtig von einer Ausbeutung der Notlage vertrag dem Organ zur Veröffentlichung zu überweisen, und zwar sei. Die Forderung selbständiger Schiedsgerichte sei unhaltbar, da der Arbeitgeber durch Streits, erzwungene Vereinbarungen könne nicht nur solche, die von Gewerbegerichten erfolgten, sondern auch dann nur in großen Städten solche Gerichte begründet werden keine Rede sein, da Streits gefeßlich erlaubt und keine ungesetzliche von Amtsgerichten, Landgerichten und Ober- Landesgerichten, sodaß würden. Deshalb sei die Angliederung an bestehende Organisationen Ausbeutung seien. Redner äußert sich dahin, daß die BeDie Zeitschrift als offizielles Organ für die Verkündigung von geboten, und zwar entweder an die Amtsgerichte oder an die Ge- Stimmungen der§§ 122-124 der Gewerbe- Ordnung betreffend die wichtigen Urteilen, betreffend den gewerblichen Arbeitsvertrag, gelten werbegerichte. Die Bildung der kaufmännischen Schiedsgerichte werde 14 tägige Kündigung durch das Bürgerliche Gesetzbuch nicht auffönne. Redner begrüßt die Gewerbegerichts- Novelle vom Jahre 1901, erleichtert, wenn sie den Gewerbegerichten angegliedert würden. gehoben seien. da durch sie anerkannt werde, daß beim Einigungsanit die Parteien Beigeordneter Dr. Kayser Worms als Korreferent bemerkt, Beigeordneter Wolff Offenbach spricht sich dagegen aus, bes auf die Aufforderung des Vorsitzenden zu erscheinen haben; die nur der deutschnationale Handlungsgehilfen- Verband habe sich von sondere Bestimmungen für Accordvertrag und Tarifvertrag zu er Größe der Strafe sei ganz gleichgültig. Eine wichtige Aufgabe er den größeren kaufmännischen Verbänden für den Anschluß der kaufstreben. Es würde dies die Rechtsprechung und die Rechtsverhältnisse stehe den Gewerbegerichten dadurch, daß sie Versuche mit der Ver- männischen Schiedsgerichte an die Gewerbegerichte ausgesprochen. außerordentlich erschweren. In vielen Betrieben werde abwechselnd hältniswahl machen können. Bedauerlich sei, daß das Verhältnis Gegen die Union mit den Amtsgerichten spreche die damit unbedingt für Lohn und in Accord gearbeitet. gegegenüber kaufmännischen und den Dienstbotenstreitigkeiten noch verbundene Verschleppung. Erals früherer Amtsrichter- glaube nicht geregelt sei. nicht, daß der schleppende Geschäftsgang, der sich durch mehr als hundertjährige Gewöhnung festgesetzt habe, bei den Amtsgerichten vermieden werden könne." Redner schließt sich im übrigen den Vorschlägen des Vorredners an. V Die nächste Konferenz soll erst wieder in zwei Jahren stattfinden: als Ort der Tagung wird Würzburg vorgeschlagen. Es referiert hierauf Gemeinderat obmeier- Stuttgart über die Hauptergebnisse der Statistik über die deutschen Gewerbegerichte. Eine ausführliche Zusammenstellung ist im Gewerbegericht" erEine ausführliche Zusammenstellung ist im„ Gewerbegericht" er schienen und die wichtigsten Zahlen sind von uns wiedergegeben. Nächster Gegenstand der Tagesordnung ist das Verfahren in Einigungssachen bei Streiks und Aussperrungen. Fussion das Referat des Beigeordneten Wolff Offenbach a. M. Die Versammlung nahm hierauf nach einer interessanten Disüber die Statuten der deutschen Gewerbegerichte entgegen. Redner stellt fest, daß eine Reihe von Ortsstatuten mit dem Reichsgesetz in Widerspruch stehen, und behandelt weiter die Verschiedenheit der Statuten bezüglich der Bestellung der Vorsitzenden, der Dienstaufsicht Besetzung des Gerichts 2c. über die Gewerbegerichte sowie der Wahl der Beisiger, der Zahl der Lübec, 11. September. Auf der Tagesordnung steht heute zunächst das Thema: 1 Im Schlußwort hält Gewerberichter Sigel- Stuttgart gegenüber dem Gewerberichter Mette es für höchst bedenklich, daß Gewerberichter Ratschläge an die Arbeitgeber erteilten, die zu Konfliktspunkten bei Lohnstreitigkeiten führen fönnten.( Bustimmung.) Damit ist die Tagesordnung erledigt. eigne Organisation verzichten wollen, falls sie als vollberechtigte Schließlich forderten die Arbeitnehmer- Beisitzer, die auf eine Teilnehmer zu den Gewerbegerichtstagen zugelassen werden, eine Erklärung, daß ihre Abänderungsanträge zu den Statuten auf dem nächsten Verbandstage beraten werden würden. Die Zusicherung wurde ihnen erteilt. Der Vorsitzende schloß hierauf mit Dantesworten an die Referenten den Verbandstag. Lokales. Aus der Stadtverordneten- Versammlung. Gewerberichter Dr. Grote Bremen berichtet über Erfahrungen in Bremen und verbreitete sich besonders über die Schwierigkeit der Einigung bei sogenannten Maßregelungen. Der Arbeiter sebe in den Maßregelungen mit Recht einen Eingriff in das ihm zustehende Recht der Koalitionsfreiheit ein eigentliches Koalitionsrecht bestehe leider Die Arbeitsordnung und ihre Bedeutung im allgemeinen. nicht, da jeder von einer Koalition zurücktreten könne, ohne anErster Referent ist Gewerbe- Juspektor Dr. Czimatis- Solingen: Stadtrat Stauffmann ist gestern wiederum zum Bürgergehalten werden zu können, seinen übernommenen Verpflichtungen Die neue Ordnung hat den Frieden zwischen Arbeitern und Arbeitgebern meister von Berlin gewählt worden. Der Wahlakt verlief nachzukommen, insbesondere, da es den Koalitionen außerordentlich erheblich gefördert; indessen giebt es auch jetzt noch Arbeiterordnungen, ohne jede Spannung, da ja das Ergebnis von vornherein feststand. schwierig gemacht werde, Rechtsfähigkeit zu erlangen. Es frage sich die den Unternehmerstandpunkt schroff genug hervorkehren, die dürftig Die Besucher der Tribüne, die schon gleich nach 5 Uhr gefüllt war nun, ob das Gewerbegericht, wenn eine Maßregelung vorliege, ent- und unklar find, während es auch Arbeiter giebt, die der Institution und gesperrt werden mußte, dürften schwerlich auf die Kosten gescheiden könne, daß die Wiederanstellung eines Arbeiters zu erfolgen mit Gleichgültigkeit, ja auch ausgesprochenem Widerwillen gegenüber- kommen sein. Das Wahlergebnis war 109 Stimmen für Kauff habe. Er bejahe dies und zwar auch für den Fall, daß durch Ver- stehen. Daß der Fabrikbefizer Strafandrohungen erläßt, ist sein mann und 15 weiße Bettel; die socialdemokratische Fraktion hatte abredung die Kündigungsfrist ausgeschlossen war. Gewiß stehe das Recht und notwendig, es ist dies Disciplinarmittel fein Ausfluß wieder für Kauffmann gestimmt. Wir wollen sehen, ob das formelle Recht dann auf feite des Arbeitgebers, das Gewerbe- der Herrengewalt, sondern des Schußbedürfnisses des Arbeitgebers, Wohlverhaltenszeugnis, das der freifinnige Stadtverordnete Caffel gericht sei aber fein gewöhnliches Gericht, dessen Sprüchen durch das auf seinen gesetzlichen Verpflichtungen beruht. Ueber die dem mun zum zweitenmal gewählten Bürgermeister in der vorigen Bwangsvollstredung Geltung verschafft würden, sondern ein Ge- fociale richt, dessen Urteilen die Parteien sich freiwillig unterwerfen fociale Bedeutung der Arbeitsordnung herrscht kein Zweifel, wohl aber Sigung ausstellen zu sollen geglaubt hat, seine Wirkung thun und müßten; fie gäben nur die Ansicht des Gerichts wieder, wie die über die rechtliche. Die Arbeitsordnung ist Vertragsinhalt, beruhe dem Gewählten diesmal die Bestätigung verschaffen wird. Herrn müßten; sie gäben nur die Ansicht des Gerichts wieder, wie die aber nicht notwendig auf Verabredung; der Arbeitgeber kann die Kauffmanns Parteifreunde scheinen sich in dieser Beziehung doch Streitigkeiten am besten beigelegt werden könnten. Er rate, Streits wegen Maßregelungen möglichst zu verhüten, da es selten Ordnung einseitig aufstellen, ist dabei aber an bestimmte gesetzliche selber keinen allzugroßen Hoffnungen hinzugeben; wenigstens fam zu einer Einigung fomme; die Arbeiter müßten sich hüten, wegen Bustimmung des Arbeiters. Normen gebunden; es bedarf nicht, wie Stadthagen meint, der das Bravo, mit dem das Wahlergebnis im Saal und auf den Tribloßen Verdachts einer Maßregelung, für die sie keine Beweise haben, Arbeitsordnung nicht rechtsverbindlich, sie ist dies erst dann, wenn Die Behändigung allein macht die bünen aufgenommen wurde, recht gedrückt heraus. Auf der Tagesordnung stand als wichtigster Punkt die Vorlage Streits zu beginnen, ebenso empfehle er den Arbeitgebern, nicht in fie legal erlassen wird, also ausgehängt ist. Die Arbeitsordnung betreffend den Einfluß der Krankenhauspflege auf das Koalitionsrecht der Arbeitnehmer einzugreifen. Weiter vertrat braucht nicht bei Abschluß des Arbeitsvertrags überwiesen werden, das Wahlrecht. Die Versuche, hier eine befriedigende Löfung er die Notwendigkeit, daß die Parteien sich vor dem Gewerbe: sondern erst beim Eintritt in die Beschäftigung. Nach dem Gesetz zu finden, find bisher gescheitert, und der Magistrat teilt der gericht nicht als politische Parteien gegenüberstehen. Die Bildung genügt der Aushang der Arbeitsordnung zur Rechtsverbindlichkeit. Bersammlung mit, daß es bei der Wahlentrechtung ber von Arbeiterverbänden fördere die Wirksamkeit der Gewerbegerichte, aber auch die Arbeitgeberverbände hätten ihre Be- Der Gesetzgeber hat recht daran gethan, nicht gleich für alle Betriebe bleiben muß. Ueber die Sachlage sind die Leser des Vorwärts" rechtigung. Leider sähen diese Verbände vielfach noch in jedem den Erlaß von Arbeitsordmungen einzuführen. Es würde sich indessen durch die eingehende Darstellung in der Nummer vom vorigen organisierten Arbeiter einen politischen Feind, fie berücksichtigten zu empfehlen, für größere Handwerksbetriebe, die sich von Fabritbetrieben Donnerstag hinreichend unterrichtet. Die Schwierigkeiten, die durch wenig die politischen Ereignisse der Gegenwart, insbesondere die wenig unterscheiden, fie anzuordnen. Dasselbe gilt für das gesamte die Rechtsprechung des Ober- Verwaltungsgerichts socialpolitischen, und die Thatsache, daß alles darauf dränge, auch Baugewerbe. Sehr wichtig sei, daß für alle Fälle schriftliche Ver- geschaffen worden sind, wurden gestern durch unsern Genoffen abredungen durch Arbeitszettel eingeführt würden; auch für die Haus- Stadthagen überzeugend dargelegt. Um trotzdem einen Ausweg in socialer Hinsicht den Absolutismus durch den Konstitutionalismus industrie müsse dies geschehen, da fie meist sehr unter dem Mangel zu finden, durch den die Wahlentrechtung einer großen Zahl unsrer zu verdrängen. Für die Gewerbegerichte sei es das Ideal, daß, schriftlicher Vereinbarungen leide. Da durch freiwilliges Vorgehen Mitbürger verhindert werden kann, hat die socialdemokratische wenn einem Arbeitgeber- Verband, der die berechtigten Bestrebungen die Arbeitszettel wenig eingerichtet sind, wäre es zu wünschen, daß Fraktion vorgeschlagen, unter gewissen Voraussetzungen una der Arbeiter nach einer Verbesserung ihrer wirtschaftlichen Lage an- der Bundesrat möglichst bald von§ 114a der Gewerbe- Ordnung in entgeltliche Aufnahme in städtischen Krantenerkennt, ein Arbeiterverband gegenüber stände, dieser nicht unerreich großem Umfange Gebrauch machte und die Einführung von Arbeits- häusern zu gewähren. Es würde das eine endliche 203bare Utopien erstrebe, sondern nach dem zunächst Erreichbaren strebe. lösung der Krankenpflege von der Armen In dieser Richtung müßten alle Freunde der Gewerbegerichte wirken. Betteln anordnete.( Lebhafter Beifall.) Der zweite Referent, Gewerberichter Dr. Trenner- München pflege bedeuten, die ebenso sehr aus hygienischen wie aus ( Beifall.) Privatdozent Stadtrat Dr. Jastrow- Charlottenburg berichtet tritt im allgemeinen den Ausführungen des Vorredners bei, ins- socialen Gründen gefordert werden muß. Der diesbezügliche Antrag hierauf über die Einigungsämter im Auslande. In England haben besondre verlangt er die obligatorische Einführung der Arbeitsordnung unsrer Genossen wurde mit der Vorlage zusammen einem Ausschuß überwiesen. fich die Einigungsämter von privaten Anfängen der englischen In- in Betrieben mit mindestens 20 Arbeitern. Former Körst en erklärt namens aller anwesenden Arbeit- Nach Erledigung einer Reihe weniger wichtiger Vorlagen gab dustrie zu staatlichen Institutionen zur Schlichtung von Streitigkeiten nehmer- Beifizer, daß sie den Begriff der Behändigung anders auf- es zum Schluß noch eine Debatte über die Große Berliner entwickelt. Beide Formen bestehen nebeneinander. In Neuseeland, einem faßten. Der Gesetzgeber habe berücksichtigt, daß in den Fabriken die Straßenbahn. Es handelte sich um ein mit der Gesellschaft zu durchaus demokratischen Staatswesen, ist den organisierten Arbeitern Arbeitsordnung häufiger in einem Zustande sei, daß sie gar nicht zu schließendes Abkommen wegen Einstellung des Accumulader Streik direkt verboten, an feine Stelle tritt die zwangsweise lesen oder daß sie an Plägen hänge, wo man sie nicht lesen könne. toren- Betriebes. Wenn in der Stadtverordneten- VersammEntscheidung der staatlichen Behörde über ihre Forderungen. In würden die Arbeiter zur Fabrit kommen, um erst die Arbeitsordnung lung über die„ Große" gesprochen wird, dann hört man immer wieder Nordamerika bestehen nur private Einrichtungen, ebenso in Belgien. Am weitesten vorgeschritten ist die Organisation der Arbeiter und zu lesen, dann würde man sie einfach zur Thür hinauswerfen. Erst nichts andres als slagen. Auch die freisinnigen Mitglieder der VerArbeitgeber in Dänemark, Schweden und Norwegen; es ist natür- durch die Behändigung erhalte der Arbeiter Kenntnis von den fammlung beteiligen sich daran, seitdem sie endlich eingesehen haben, Arbeitsbedingungen und könne sich entscheiden, ob er sich ihnen wie sehr die Stadt mit dieser Gesellschaft hinein. lich, daß hier die staatliche Behörde die Verhütung des Streits zu unterwerfen wolle. Er bedaure, daß bei den Gewerbegerichten immer gefallen ist. Genoffe Singer beleuchtete die eigentümliche seiner Aufgabe macht. In Frankreich und Deutschland ist im Wege mehr die Auffassung playgreife, daß der Aushang für die Rechts- Stolle, die die Regierung hierbei gespielt hat, den Eifer, mit der Gesetzgebung vorgegangen, im ersteren Lande sind die Friedens verbindlichkeit genüge. dem sie in dem Stampfe der Straßenbahn- Gesellschaft gegen die richter, bei uns find die Gewerbegerichte mit dem Einigungsverfahren Stadtrat A. Flesch Leipzig: Wir alle kennen die vielfach Stadtgemeinde die erstere unterstützt hat. betraut worden. Frankreichs Beispiel ist nirgends nachgeahmt. wohl aber das Gesetz aber Deutschlands Vorgehen, z. B. in Italien. Redner geht im mangelhafte Aushängung der Arbeitsordnungen, Die Gewerbe Deputation des Magistrats weiteren auf einen Vergleich der verschiedenen Einigungsämter ein. jagt ganz klar, daß der Aushang die Arbeitsordnung rechtsverbindlich Das beste Einigungsamt ist nach dem Redner dasjenige, welches die mache. Der Begriff der Behändigung sei allerdings unklar. Man Entscheidung giebt, die sonst im Wege des Kampfs ertrozt werden könnte. folle doch nicht sagen: man fönne sich doch keiner Arbeitsordnung beschäftigte sich in ihrer Sizung am Mittwochabend aufs neue mit Gewiß muß die Billigkeit ein Wort mitsprechen, aber lediglich als Mil- unterwerfen, die man nicht kenne. Das sei doch mit allen Gesetzen den so ft gerügten Mißständen im Lehrlingswesen, der Fall; die Ausrede, man habe eine Gesegesbestimmung nicht mit der Lehrlingszüchteret, derungsmoment; in der Hauptsache kommt es darauf an, daß das Gericht gekannt, mache nie straffrei. Würden die Gewerbegerichte der Mechaniter- Gewerbe zu Hause ist. Der Mechaniker die große Geschäftskenntnis entwickelt, es muß genaue Kenntnis der Marktlage haben. In sehr vielen Fällen des Streites handle es sich Auffassung des Borredners zustimmen, dann würde das zur größten B. J. Steinte, Wiesenstraße 15, beschäftigt, in seiner Wertstatt, die er als eine Lehranstalt" bezeichnet, 18 Lehrlinge. Er nicht um Macht- und Interessenstreitigkeiten, sondern um Rechts- Beigeordneter Heinrich Duisburg berichtet über Versuche mit versteht es, durch eifrige Netlame stets neue Lehrlinge heranfragen, die streng fachlich entschieden werden müßten. Zweck der Arbeitsgetteln in Duisburg. Man habe die kleinen Unternehmer anzuziehen, welche diese Muster Lehranstalt" besuchen und deren Einigungsämter ist die Herbeiführung eines follettiven Arbeitsgehalten, Bücher anzulegen, in denen nur die zwei Bevertrages. Der Schiedsspruch müsse möglichst entbehrlich gemacht werden, indem durch Belehrung der Parteien eine Einigung erreicht einer Accordarbeit, bei der der Arbeiter vorzeitig aufhört, hat er gana respektable Behrgelder" welche die Haupteinnahmequelle werden, indem durch Belehrung der Parteien eine Einigung erreicht immungen ſtanden: Es giebt keine Kündigung und bei Annahme Eltern für die erhoffte Ausbildung ihrer Söhne dem„ Lehrherrn" werde; die Hauptaufgabe eines guten Einigungsamtes dürfe keines- feinen Anspruch auf den Accordlohn, sondern nur auf einen Stunden- des Herrn Steinke sein dürften zahlen müssen. Nach dem Guts wegs sein, den Parteien einen Spruch aufzuoktrohieren. Der wichtigste lohn von soundsoviel Pfennigen". Wenn die Arbeiter angehalten achten Sachverständiger handelt es sich hier um eine LehrlingsPunkt sei die vollstreckbarkeit der Sprüche. In den meisten Ländern würden, diese Bedingungen zu unterschreiben, würden viele Streitig zich tereischlimmster Art, bei der von einer gewissenhaften und im wesentlichen auch bei uns fehlen Bestimmungen über die Ausbildung der Lehrlinge nicht die Rede sein tanu. Vollstreckbarkeit. Ein Mittel haben wir, und zwar ein moralisches: Die Versammlung ging dann über zur Besprechung des Lehrzeit beträgt 1 bis 3 Jahre, je nach der Höhe des die Gewerbegerichte können Briefe veröffentlichen, durch die die Themas: Die Gewerbe Deputation beschloß Parteien den Schiedsspruch abgelehnt haben. Das würde sicher gezahlten Lehrgeldes. manchem unangenehm sein. Eine volle Bollstreckbarkeit des Urteils Die Anwendung des§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs auf Grund der Bestimmungen des§ 128 der Gewerbe- Ordnung, sollten wir überhaupt nicht erstreben. Man hat gesagt, die Einigungs- Hauptreferent ist Gewerberichter Sigel- Stuttgart. Redner hält dem genannten„ Lehrherrn" aufzugeben, vom 1. Januar 1902 ab ämter feien einseitig für die Arbeiter eingetreten; die Erfahrung eine Revision des Titels 7 der Gewerbe- Ordnung für nötig, damit die Zahl seiner Lehrlinge auf drei herabzusetzen. spricht dagegen. Wenn bis jetzt häufiger zu Gunsten der Arbeiter die Bestimmungen mit denen des Bürgerlichen Gesetzbuchs in Das Ortsstatut betreffend die Krankenversicherungsa entschieden ist, so lag das daran, daß eine Zeit des wirtschaftlichen Einklang gebracht oder ein Sonderrecht geschaffen wird. Aufschwunges bestand. Die Verhältnisse waren den Arbeitern günstig, Geseze müssen in diesem Abschnitt eine reinliche Scheidung Pflicht der selbständigen ausgewerbetreibenden ist jest kommen andre Zeiten. Wir befinden uns in einer Periode des finden zwischen Privatrecht und öffentlichem Recht und dann unterm 23. August vom Oberpräsidenten genehmigt worden. wirtschaftlichen Niederganges und die Einigungsämter werden Ge- auch tiefer in tiefer in die wirklichen Verhältnisse eindringen. Für Deputation beschloß die Abänderung einiger Paragraphen dieses Tegenheit haben, auch sehr oft denen, die Erhöhung der Löhne ver- Beitlohnvertrag und Stücklohnvertrag müßten besondere Be- Statuts zu veranlassen, um den Kreis der versicherungspflichtigen langen, zu sagen: wir prophezeien Euch, daß nichts bei einem Streit ſtimmungen getroffen werden. Das neue Ortsstatut soll Von den Gewerbegerichten werde Personen noch etwas auszudehnen. Rechtsunsicherheit führen. feiten vermieden. d Die V die besonders fraß im H Die Die zu am 1. Januar 1902 in Kraft treten, so daß von diesem Tage ab bie Die städtische Selbstverwaltung. Das Feuerwehr 1gaben in einer in Dräsels Festfälen veranstalteten Separatvorstellung Krankenversicherungspflicht der selbständigen Haus- Gewerbetreibenden Denkmal auf dem Mariannenplay, welches die Stadt Berlin Stunde von der Art, wie fie und ihresgleichen hinter dem Vorhang und der von ihnen beschäftigten Personen eintritt. errichtet, sollte bereits in diesem Monat aufgestellt werden, und auch arbeiten. Zumeist werden die Fesseln mit einem kleinen Schlüssel Ferner beschloß die Deputation, die vou der Stadtverwaltung im Katalog der städtischen Architektur- Ausstellung, in der man den gelöst, den der Artist mit dem Munde der Handfessel zuführt, Entwurf und die Modelle sehen kann, heißt es, daß die Vollendung worauf diese nach wenigen Augenblicken auseinander geht. Allergezahlten Beiträge zur Handwerkskammer von den be- im laufenden Jahre zu erwarten sei. Diese Hoffnung wird sich nicht dings gehört beträchtliches Geschick dazu, dieſen Kniff in kurzer Zeit treffenden in der Handwerkskammer vertretenen Handwerks- erfüllen. Wie berichtet wird, hat die weitere Ausführung des Werkes erfolgreich anzuwenden. Eine andre Methode, sich zu befreien, beſteht meistern 2c. wieder einziehen zu lassen. Es werden ca. 17 000 unter einem eigenartigen Zwischenfall zu leiden, der des öffentlichen darin, daß man mit der Fessel auf einen harten Gegenstand aufHandwerksmäßige Betriebe, in denen Hilfskräfte( Gesellen oder Lehrlinge) Intereffes nicht entbehrt. Der Kaiser hatte beim Besuch der schlägt, worauf sich die darin enthaltene Feder löst. Auch dies ist beschäftigt werden, zur Aufbringung der Handwerkskammer- Beiträge Kunstausstellung das Denkmal kennen gelernt; er ließ alsbald fein ein Verfahren, das nur bei großer Uebung Erfolg verspricht. heranzuziehen sein. Befreit von diesen Lasten sollen nur die Handwerks Befremden aussprechen, daß ihm der Entwurf eines öffentlichen, in Endlich kommt noch der Fall in Betracht, daß das Publikum um damit den Künstler meister sein( ca. 8000), welche Hilfskräfte nicht beschäftigen. feiner Haupt- und Residenzstadt zu errichtenden Monuments nicht selbst Schlösser mitbringt, Hier hilft dieser sich meist damit, daß er Zum Direktor für die städtische höhere We beschule wurde unterbreitet worden sei, und erklärte ein für allemal, daß ihm feffeln. derartige Arbeiten vor der Ausführung vorzulegen sich ausbedingt, daß ihm die Schlösser 24 Stunden vor der an Stelle des in den Staatsdienst übergetretenen Direktors Professor feien". Der Kaiser scheint im besonderen auch mit der Gestaltung Fesselung vorgelegt werden. Unbemerkt nimmt dann, während der Gürtler der bisherige stellvertretende Direktor der Anstalt Gustav des Feuerwehr Denkmals nicht ganz einverstanden zu sein, und es Artist mit dem Ueberbringer des Schlosses spricht, eine dritte Weber gewählt. Es hatten sich 14 Personen um die Stelle be- dürften noch jetzt entsprechende Kenderungen nicht ausgeschlossen sein. Person von dem Schlüssel einen Wachsabdruck. einen Wachsabdruck. In den Thatsache ist jedenfalls, daß die Arbeiten auf Anordnung von zu meisten Fällen dieser Art braucht allerdings kaum ein besonderer Schlüffel hergestellt zu werden, da die Schlösser sich zum größten ständiger Seife unterbrochen worden sind. Teil mit fogenannten Hauptschlüffeln" öffnen laffen. Leicht ist die effelsprengerei bei alledem nicht und die Bewohner der Gefängnisse dürften von den Enthüllungen der Herren Williams taum profitieren. Ein 24 Stunden- Rennen wird am Sonntag und Montag im Sportpark Friedenau abgehalten. worben. Der vom Polizeipräsidium ausgearbeitete Entwurf einer neuen Bolizeiverordnung betreffend die Beschränkung des Straßenhandels, wurde von der Deputation einstimmig ab gelehnt. Nach dem Entwurf soll der Polizeibehörde u. a. auch das Recht eingeräumt werden, in bestimmten Straßen jeden Straßenhandel sowie das Verteilen von Reklamezetteln, Geschäftsempfehlungen aller Art, Bekanntmachungen und Aufrufen zu unterfagen. Die Deputation war der Ansicht, daß der Entwurf nicht eine Regelung des Straßenhandels bedeute, sondern deffen völliger Unterbrüdung ziemlich nahe komme. Aus den Nachbarorten. Zur Festnahme von noch zwei Schlern haben die weiteren Ermittelungen der Kriminalpolizei wegen der großen Einbrliche der legten Beit geführt. Hierdurch ist nun auch festgestellt, daß Hoff und Genossen, die beim Geheimrat v. Kaufmann in der Maaßenftraße eindrangen, auch den Einbruch bei dem Bautier Cohn, Jn den Belten 22, verübt haben. Mit der Beute aus diesem Einbruch, Im wissenschaftlichen Theater der Urania erreichen die AufGoldfachen verschiedener Art, Perlen 2c., waren Hoff und seine Spieß führungen des dekorativen Vortrages Aus dem Tagebuch der Erde" Angesellen nach dem„ Großen Seidel" in der Neuen Friedrichstraße fang der nächsten Woche ihr Ende. Bielfachen Wünschen entsprechend, wird gegangen, um sich zu stärfen. Hier trafen fie einen Mann, der sich am Sonnabendnachmittag 4 Uhr die letzte Nachmittags- Vorstellung dieses Stubaschinsky aus der Gozkowskystraße nannte und sich bereit Vortrages zu kleinen Preisen stattfinden. erklärte, ihnen beim Absatz der Beute behilflich zu sein. Der Sühneprinz in Berlin. Ueber den Aufenthalt des Prinzen Der Mann bezweifelte aber, daß die Sachen echt seien Tschun in Berlin, der bekanntlich im Bellevue Hotel am Potsdamer und zahlte deshalb nur 20 M. an. Mehr wollte er später gern Ober Schöneweide. Sonnabendabend 8% Uhr hält der Blatz Wohnung genommen hat, bringen die Blätter allerhand meist geben, wenn eine Brüfung durch einen Sachverständigen ergebe, daß Arbeiter- Bildungsverein feine regelmäßige Mitglieder- Versammlung recht inhaltslose Anekdoten. Immerhin sind einige Meldungen zur er fich geirrt habe. Dieser Sachverständige sollte ein Handelsmann bei Otto John ab. Bortrag des Genossen Dr. Wollheim über: Beurteilung der Sorte von Publikum, welches sich für den Brinzen Bühlen aus der Fischerstraße sein. Zu ihm begaben sich die Ein- Flüssige Luft". interessiert, der Beachtung wert. Ein Berichterstatter meldet, daß be- brecher mit ihrem Abnehmer gleich vom" Großen Seidel" aus, um Tannte und unbekannte Berliner Bürger dem Brinzen ihre die Sachen untersuchen zu lassen. Borsichtshalber, wie er fagte, ging Die Parteigenoffen von Pankow werden ersucht, sich am Huldigung darzubringen gesucht haben. So hat ein Komponist, der Stubaichinsky allein zu dem Sachverständigen hinauf, und die Ein- Sonntag, den 15. September, vormittags 8 Uhr, bei Blaurod, eine chinesische Oper komponiert hat, welche vor nicht allzu langer Zeit brecher, die ihn für einen ehrlichen Mann hielten, blieben draußen. Wollanfstraße 113, zahlreich zur Unterschriftensammlung auf den auf einer großen biefigen Specialitätenbühne aufgeführt wurde, diese Kubaschinsky aber benutzte die Gelegenheit, die Vertrauensseligen Petitionslisten gegen den Bolltarif- Entwurf einzufinden. Genossen, dem Prinzen Tschun widmen wollen. Ein Anonymus sandte die gründlich übers Ohr zu hauen. Er verkaufte an Bühlen, einen der welche volle oder angefangene Listen in Händen haben, werden erRompofition eines chinesischen Liedes, auf gelber Seide gedruckt, ein. Ariminalpolizei nicht unbefannten Schärfer", eine goldene Rette sucht, dieselben daselbst abzuliefern. Die Bemühungen aller dieser Besucher waren jedoch vergeblich, allein für 61 m. und steckte die andren Sachen, die noch einen Wert Von seinem eignen Wagen überfahren und schwer verletzt denn es ist strenge Order gegeben worden, niemand zu der asiatischen von 3000 m. hatten, wieder zu sich. Dann tam er ganz unglücklich wurde gestern, Donnerstag, vormittag um 9 Uhr der Kutscher Hoheit vorzulaffen. Geschenke und Blumensträuße, die ihm von wieder herab und jammerte, daß alles unecht und er nun mit 20 M. Krüger, der in einem Speditionsgeschäft in Köpenid angestellt ist. zarter Hand gesandt wurden, nimmt der Prinz an aber er behineingefallen sei. Noch aber gebe er nicht alle Hoffnung auf. Er In der Nähe des Bahnhofes Köpenid gingen ihm die Pferde mit zahlt sie den Gebern in bar. werde die Sachen einem zweiten Sachverständigen vorlegen und einem Wagen, der mit 100 Centnern Mehl beladen war, durch. Es dürfte nicht allzu schwer sein, zu entscheiden, wer sich hier versuchen, ob er nicht doch noch etwas herausschlagen könne. Am Krüger versuchte, neben ihnen herlaufend, sie zum Stehen zu bringen, vornehmer und würdevoller benimmt: der Sühneprinz aus dem nächsten Tage sollte man sich wieder treffen. Während aber Kuba- tam aber zu Fall und geriet unter den Wagen. Ein Rad ging ihm Lande der gelben Bestien oder die Elite des Berliner schinsky fich ins Fäustchen lachte, daß er die Einbrecher geprellt hatte, über einen Arm, der zweimal gebrochen wurde. Der Verunglüdte Publikums, die, zehn gegen eins zu wetten, im vorigen Jahre wurden diese gefaßt. Nun erfuhren sie durch die Kriminalpolizei, mußte mit einem Rettungswagen nach Berlin in ein Krankenhaus zur Zeit des Khakirummels forsch in Chinesenfresserei gemacht daß ihre Beute doch echt gewesen war, und daß der Abnehmer gebracht werden. Haben wird und auch heute noch fich gewiß mit Behagen patriotisch fie betrogen hatte. Kubaschinsky zu schonen hatten sie daher entrüstet, wenn es seinem Leibblatt wieder einmal einfallen sollte, teine Veranlassung. Als man nun aber den Hehler fest- In unserm Vorort Zehlendorf zeichnet sich der Amtsvorsteher über das vaterlandsverräterische Chinesentum der socialdemo- nehmen wollte, stellte sich heraus, daß es einen Stubaschinsky Milinowski, ein früherer Hauptmann, seit Jahren durch einen kratischen Presse zu falbadern. in der Gozkowskystraße gar nicht giebt. Die Einbrecher mußten mun zwar nicht von Erfolg gekrönten, aber dennoch wader fortgeführten Möglich, daß der Prinz Tichun über die Berliner Bürger, die den Mann genau beschreiben. Da ergab es sich denn nun, daß man Kampf gegen die Socialdemokratie aus. Vorgestern ihm in der geschilderten würdelofen Weise huldigen, ebenso denkt, es mit einem vorbestraften Händler Herm aus der Goethestraße follte am Orte eine Versammlung für Männer und Frauen stattfinden. wie Napoleon vor einem Jahrhundert über deren Vorfahren. zu Charlottenburg' zu thun hatte. Diesen holte sich gestern, Trotzdem der Amtsvorsteher, wie es seine Pflicht und Schuldigkeit Als das vornehme Berlin im Jahre 1806 den Eroberer hündisch Donnerstagmorgen, die Kriminalpolizei aus dem Bett heraus. Er war, dem Einberufer die Anmeldebescheinigung ausgestellt hatte, tam anwebelte, war der mit den Gewohnheiten dieser Sorte war in der That der falsche Kubaschinsky. Bei ihm fand man noch es mit der Versammlung doch anders als man dachte. Bei der bon Deutschtum offenbar nicht vertraute Kaifer höchlichst verwundert einen Teil der Sachen, die er den Einbrechern abgeschwindelt hatte. Eröffnung erklärte der Gendarm, den der Amtsvorsteher zur Ueberund fagte zu seiner Umgebung, er wisse nicht, ob er angesichts solcher Beschlagnahmte Briefe aber deckten seinen Busammenhang mit wachung gefandt hatte, daß die Versammlung nicht genehmigt" fei Fülle von Begeisterung sich freuen oder sich schämen solle. Riefenstahl, der wegen Hehlerei schon verhaftet war, und Rühlen und er sie daher auflöse. Der Beamte bezeichnete dann noch das Lokal mit einem Male als ungeeignet, trotzdem dort sowohl Die Judenwiese. Der Stadtverordneten Ausschuß zur Vor- auf, der nun ebenfalls festgenommen wurde. Wahlvereins als auch Gewerkschafts- Versammlungen ohne Schaden beratung der Magistratsvorlage über den Ankauf eines an der Verschwunden ist seit dem 2. September der 28 Jahre alte für die Teilnehmer abgehalten worden find. Natürlich wird zur Bullenweberstraße und der Spree gegenüber dem Siegmundshof Kupferschmied Franz Dabel, der zulegt in der Zwingliftr. 23 bei Wahrung des Rechts der Beschwerdeweg beschritten. Nach alter belegenen Geländes( ehemalige Judenwiefe) von etwa 2284 Quadrat der Witwe Richter wohnte. Davel erlitt voriges Jahr einen Schlag- Erfahrung erweisen sich Versammlungsauflösungen dieser Art als ruten Größe zum Preise von rund 1420 000 m. hat unter Vorfiz anfall, infolgedeffen ward er schwermütig und hat mehrfach geäußert, eines der vorzüglichsten Propagandamittel für unsre Partei. des Stadtverordneten Wallach und in Gegenwart des Magistrats- daß er Selbstmord begehen werde. Er ging am Montag vor acht Vertreters, Stadtrat Ramslau, beschlossen, den Antrag des Magistrats Tagen mit einem geladenen Revolver aus dem Hause; seitdem fehlt empfehlen, den Magistrat zu erfuchen, mit dem Befizer Baer in neue wird gebeten, dem nächsten Polizeibureau Mitteilung zugehen zu abzulehnen. Der Ausschuß wird der Stadtverordneten- Versammlung jede Nachricht von ihm. Wer etwas über den Verschwundenen weiß, Unterhandlungen zu treten, damit dieser bei Wiederherstellung der lassen. Bebauungsfähigkeit des Geländes einen Teil des Terrains tostenund lastenfrei der Stadtgemeinde überläßt. 9 0 Packet, W des " In Lichtenberg sind die Wahlen der Delegierten zur General mit einer Ausnahme für ungültig erklärt worden. Nicht weniger versammlung der Orts Krankenkasse für den Gemeindebezirk Lichtenberg, so weit es sich um die der Arbeitgeber handelt, als 18 Arbeitgeber" haben nämlich das Wahlrecht durch Dritte ausüben laffen, zum Teil ohne jede Vollmacht. Diese VollmachtsMißwirtschaft, die bei der legten Gemeindewahl so ausgiebig gegen die Arbeiterschaft sowohl von unsren freisinnigen" wie„ tonservativen" Lokalgrößen in Anwendung gebracht wurde, hat bei der Aufsichtsbehörde Anstoß erregt und so sind auf Grund eines Einspruchs die Wahlen von 24 Delegierten der Arbeitgeber taffiert worden. Es ist ganz gut, daß die bedenkliche Wahlmache auch einmal in dieser Form Zu der Kindesmord- Affaire, über welche wir gestern bereits furz berichtet haben, wird noch folgendes Nähere bekannt: Aus dem Der im Mai in Haft genommene ,, Prinz Antonio, Herzog Coupéfenster eines Nordringzuges wurde am Mittwochabend gegen bon Siano" wird sich nun als Bademeister und Masseur Anton 6 Uhr der Körper eines etwa vierzehn Tage alten Kindes männPflüger aus Charlottenburg Ende d. M. vor der Straffammer lichen Geschlechtes, der in ein Badet geschnürt war, gegen einen des Landgerichts II wegen wiederholten vollendeten und versuchten Brückenpfeiler geschleudert und dadurch getötet. Offenbar hatte die Betruges zu verantworten haben. Die Verfehlungen diefes ehemaligen Berson, die die That vollführte, beabsichtigt, das Kind in Fahrstuhl Wärters und späteren Bademeisters find nicht gerade be- den Berlin- Spandauer Schiffahrts Kanal zu werfen, um gekennzeichnet wird. fonders schwer, seine Geschichte ist aber immerhin höchft mert- es dort zu ertränken. Durch die Schnelligkeit des Zuges Die Frage, ob Magistratsmitglieder und Stadtverordnete würdig. δαξ Der offenbar nach Höherem" strebende 28 jährige prallte indessen in dem der Körper Mann hatte sich auf Grund einer Beitungsannonce eines Kindes enthalten war, an dem nördlich gelegenen Brüdenpfeiler ab städtische Arbeiten und Lieferungen übernehmen sollen, beschäftigte Tages auf die Reise gemacht, um sich von einem Manne und fiel auf das Ufergelände. Hier fanden es Kinder. Diese be- neuerdings die städtischen Körperschaften von mehreren Städten der Besonders lebhaft wird sie in beaus adliger Familie adoptieren zu laffen. Da der Adoptivvater in spe nachrichtigten sofort einen in der Nähe weilenden Schußmann, der Provinz Brandenburg. aber nur einen vermögenden Adoptivsohn brauchte, so wurde aus dem zunächst die kleine Leiche nach einem gegenüber liegenden Haufe teiligten Streifen von Spandau erörtert, wo Kohlenlieferungen des Stadtverordneten Vorstehers zu unliebsamen schönen Plan nichts. Auf seiner Reiſe lernte aber der Angeklagte trug. Dort wurde der. Störper aus seiner Umhüllung gewickelt. Weiterungen Anlaß gegeben haben. Eine Anzahl Stadtverordnete den Herzog Francesco Caraffiolo di Brienza kennen und dieser war Das Kind war zuerst in Beitungspapier eingewickelt, dann fest um bereiten den Antrag vor, daß die Mitglieder beider städtischen nicht abgeneigt, von seinen zahlreichen Titeln den vermögens: schnürt und schließlich mit graubraunem Backpapier umwidelt Losen Bademeister das Recht auf Führung des Titels Herzog worden. Durch das Anprallen an den Brüdenpfeiler war die Leiche Körperschaften sich an Arbeiten und Lieferungen für die Stadt fortan Die leber- nicht mehr beteiligen sollen. Auch in Strausberg ist ein ähnbon Siano" gegen Zahlung einer Entschädigung von 80000 m. abzutreten. des Kleinen Kindes furchtbar verstümmelt worden. Der Angeklagte scheint nun die Absicht gehabt zu haben, auf dem führung nach dem Schauhaufe erfolgte, nachdem der Tod un- licher Antrag auf die Tagesordnung der nächsten Stadtverordnetennicht mehr ungewöhnlichen Wege des Heiratsschwindels die Gelder zweideutig festgestellt worden war. Wie die Ermittelungen ergeben bersammlung gesetzt worden. Eigentlich sollte über eine solche Frage zu beschaffen, die ihn plötzlich zum" Herzog von Siano" haben haben, muß die That von einem Zuge aus verübt worden sein, der überhaupt kein Zweifel mehr bestehen. machen können. Freilich übersah er dabei, daß er mit den Geldern einige Minuten nach 6 Uhr auf der Bahnstation Wedding einlief. erst das Recht auf den Titel hätte erkaufen können, der Titel aber Da um diese Zeit der Verkehr in der dritten Wagentlasse ein sehr von dem Könige von Italien noch hätte bestätigt werden müssen. reger gewesen ist, so ist anzunehmen, daß die Person, die das VerHerr Bademeister Pflüger fühlte sich aber schon in der Rolle des brechen begangen hat, sich in einem Abteil zweiter selaise be Herzogs von Siano, Markgraf von Sabino", er bestellte für sich funden hat. Die zweite Wagentlasse ist zu der fraglichen Zeit fast Visitenkarten mit farbiger Strone und dem hochklingenden Titel, ganz unbesetzt. Von der Polizeibehörde wurden sofort nach Bekannterließ eine Heiratsannonce, wonach eine hochgestellte Persönlichkeit" werden der That die Stationsvorstände der benachbarten Eisenbahn eine Lebensgefährtin suchte und trat daraufhin mit einer ganzen Stationen von dem Vorgefallenen in Kenntnis gesezt und ersucht, Anzahl von Heiratsvermittlern in Verbindung, die manche holde Ermittelungen über den Thäter anzustellen. Es ist indessen bis zur Frau, die gern Markgräfin und Herzogin geworden wäre, auf Beit nicht gelungen, die Persönlichkeit festzustellen. Bei diesen Verhandlungen spielte er Lager" hatten. nun Zeugen gesucht. Die Personen welche dem Streitfall beiganz den waschechten Kavalier von fürstlichem Geblut. Er sprach von seiner Mutter als einer Gräfin Schulenburg, erzählte wohnten, der sich am Sonnabendabend 61/2 Uhr in der Alexandrinenbon seinem Onkel Duca Franzesco Carassiolo di Brienza, der große Straße bei der Kaserne zwischen einem Kriminalbeamten und einem Güter in Italien habe und ließ durchblicken, daß er der letzte Sproß Arbeiter abspielte, werden gebetent, sich bei dem Maurer Herrn bon fieben fürstlichen Familien sei. Bu einem Erfolge der Heirats. Bialucha, Großbeerenſtr. 38. v. Steller, zu melden. Namentlich wird bermittler tam es nicht, denn der angebliche Herzog machte auf die die Frau, für welche der Arbeiter eintrat, ersucht, sich zu melden. betreffenden Damen doch zumeist einen merkwürdig ungebildeten Die Meldung: ,, Menschenleben in Gefahr!" lief heute Eindruck. Der Humor bei der Sache ist, daß der Angeklagte, der früh 7 Uhr vom Engelufer 4 bei der Feuerwehr ein. In der verheiratet ist und von seiner Frau getrennt lebt, sich schließlich Chokoladenfabrik von Kurz u. Kuzner war der Bäcker Großkopf aus wirklich beinahe mit einer steinreichen Dame verlobt hätte. Das Neu- Weißensee mit einem Arm zwischen die Maschinenwalzen der große Ereignis wurde nur durch seine Verhaftung vereitelt. Die Chokoladenpresse geraten und konnte aus dieser Lage nicht befreit Testere erfolgte, weil er versucht hatte, mehrere Männer als" Sekretäre" werden. Erst nach längerer Zeit gelang es, die Walzen auszulösen, für seine Güter zu engagieren, wobei die Vorbedingung einer worauf der durch starten Blutverlust gefchwächte Verlegte nach der Außerdem wird er beschuldigt, fich durch Fruftifizierung seiner Adoptions. Dr. Stabel in Behandlung genommen wurde. Kautionsstellung in Höhe von 10 000 M. im Vordergründe stand. Unfallstation am Mariannenufer 1 gebracht und in der Klinik des geschichte Kredit erschwindelt und seiner Zimmerwirtin dadurch um etwa 300 bis 400 Mark gebracht zu haben. Wenn bei dieser Zweifel An Cholera nostras gestorben ist gestern der 41 Jahre alte, an seiner herzoglichen Herrlichkeit entstanden, soll er fie immer in aus Paderborn stammende Kaufmann Ernst Gottschalt, der in dem schlauester Form wieder gehoben haben. Sie glaubte ihm schließ- Hause Kochstraße 78 wohnte. Er war anfangs dieser Woche an einem lich, daß er„ nur augenblicklich" ohne Geldmittel sei und jeden starken Durchfall erkrankt und hatte keinen Arzt zu Rate gezogen. Augenblick größere Summen von seinem Ontel eintreffen Die Revierpolizei hat die Leiche beschlagnahmt. tönnten". Auf Antrag des Angeklagten hat Rechtsanwalt is Marktpreise von Berlin am 11. September 1901 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. D.- Ctr. 8, Belgen, gut Kartoffeln, nene, D- Ctr. mittel Rindfleisch, Keule 1 kg gering do. Bauch Schweinefleisch Roggen, gut 111118 1111 14.20 Kalbfleisch Hammelselsch Butter Eier Karpfen Aale 5, 1,70 1,20 1,30 1" " 1,60 1,30 1,70 1,10 " " 1,60 1,20 2,80 2, 60 Slid 4,40 2,40 1 kg 2,40 1,20 2,60 1,20 Bander 2,60 1,20 Hechte 2,20 1,20 7,32 6,66 Barsche 1,80 0,80 8,30 40, 5,80 Schleie 2,40 1,20 25, Bleie 1,40 0,80 50,- 25, Krebse per Shot 16, 2,50 14,10 13 50 13,40 12,80 16,30 15,40 15,30 14,50 14,40 13,60 " " " Gerste, gut mittel gering n " 14,80 " " * mittel gering " * pafer, gut " mittel gering fro eu Erbsen Speisebohnen fen 65. 30, * frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 12. September. Getreide. Die Geschäfts: losigkeit war heute schärfer ausgeprägt, als je; der Konsum hält sich wieder äußerst reserviert, und von spekulativer Unternehmungslust war überhaupt eröffnete der hiesige Markt in ausgesprochen flauer Haltung. Offerten in amerikanischem Weizen neuer Ernte waren weit über den Bedarf vorhanden und führten zu einigen Abschlüssen zu coulanten Bedingungen. Lieferungen waren bei dem Beginn des Vertehrs bis zu 212 billiger angeboten; nachher führten gebefferte Tendenzberichte aus Cestreich- Ungarn eine relative Gr holung herbei, doch blieben die Pretse noch über 1 M. hinter gestrigem Schluß zurück. Roggen, für den entschieden bessere Meinung bestehen bleibt, wurde dadurch mitgezogen und gab 2 bis 4 M. nach. Nordrussische Ware war nur in beschränktem Umfange zu haben. Mehr war troy EntOfferten waren sehr fnapp, inländische fehlten fast ganz, auch füddeutsche gegeufommens der Abgeber nicht verfäuflich. Am Futtermarkte war Hafer still, aber ziemlich fest. Mais unverändert. Rüböl war für hintere Sichten Schluß für Getreide wieder flau. Roggen war 1/2, Weizen reichlich 2 M. niedriger als gestern. feine Rede. Da außerdem Amerika wieder matte Schlußpreise meldete, so fest. Dr. Paul Rosenfeld als sein Verteidiger mehrere Beweise Die Kettenkünftleret spukt wieder herum. Dieser Tage ging dafür angetreten, daß der Angeklagte in allem Ernste sich die Nachricht durch die Blätter, daß der Kettensprenger Houdini bemüht habe, den Herzogstitel sich zu erwerben und über diesen entlarvt worden sei, und darauf stellten sich flugs zwei Herren Bunkt wiederholt mit dem Herzog Francesco Caraffiolo di Brienza in Berlin ein, die nicht allein alle möglichen, vom Bublifum Wetter Prognose für Freitag, den 13. September 1901. forrespondiert habe. Letzterer foll angeblich nach jeder diefer auf die Neige durchgekosteten Fesselfünste produzierten, sondern Nachts fühl, am Mittag ziemlich warm, vielfach heiter, aber bep Korrespondenzen seine Forderung für Abtretung des Titels erhöht auch, und zwar zum erstenmale, die üblichen Trics auf änderlich bei frischen öftlichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. haben. deckten. Die Herren nennen sich die beiden Williams und Berliner Wetterbureau. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Berlag von Mar Bading in Berlin.