Nr. 215. Abonnements- Bedingungen: 3 Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Post- Beitungss Preisliste für 1901 unter Dr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Norwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebuye beträgt für die fechsgespaltene Kolonet geile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pig. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin", Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. # Die zwangsweise Krankenversicherung bildete ja bekannt lich den ersten Schritt auf dem Wege unsrer gepriesenen Socialreform, die einst mit so vielem Geräusch insceniert wurde, an die sich so naiv reaktionäre Hoffnungen knüpften und der man heut gegenübersteht mit den Gefühlen des Zauberlehrlings, dem aber leider kein Meister helfen kann. An pomphaftem Wortgetöse bietet die deutsche Politit von heute wahrlich ein überreiches Maß, aber auch damals verstand man es so gut wie nur irgend ein Marktschreier, den billigen Kram mit großem Phrasenschwalle als gediegenstes Gold anzupreisen. Sonnabend, den 14. September 1901. 0,6 1,6 17,0 9,3 3,3 0,5 Expedition: SW. 19, Benth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Auf im Deutschen Reiche, die einer Versicherung gegen Krankheit und Arznei für diese Zeit und für die weit zahlreicheren Fälle 15 Jahre Krankenversicherung. dringend bedürftig wären. der Erkrankun, n ohne Erwerbsunfähigkeit sowie für die Auch in organisatorischer Hinsicht stellte das Gesetz keine Familienbehandlung, Sterbegeld und Verwaltung. Der soeben erschienene Band 133 der Statistik des Großthat vor. Allerlei fleine Interessen der Unternehmer Strankengeld blieben darum im Jahre 1899 nur 6,94 M. per Deutschen Reiches enthält die Uebersicht über die Ergebnisse mußten berücksichtigt werden und so kam man zu der monströsen Mitglied übrig. Das ist natürlich für 62 Tage gänzlich under Krankenversicherung für das Jahr 1899 und damit liegen Schöpfung von sieben verschiedenen Rassenarten als Trägern zulänglich. die Uebersichten für die ersten 15 Jahre der Kranken- der Versicherung. Die freien Kassenschöpfungen der Arbeiter, Dabei sind aber die Ausgaben der Versicherten für die versicherung unter der Herrschaft des Versicherungszwanges die eingeschriebenen Hilfskassen, sowie die auf Grund landes- Versicherung im Verhältnis zu ihrem Einkommen recht bevor, da das Krankenversicherungs Gesetz von 1883 am rechtlicher Vorschriften errichteten Hilfskassen mit voller Selbst- trächtlich. Sie betrugen 1899 bei 7728 3wangskassen bis 1. Dezember 1884 vollständig in Kraft getreten ist. Ein verwaltung der Versicherten hatte man zwar noch nicht so 1/2 Broz. des Lohnes, bei 5371 über 1 bis 2 Proz., bei Rückblick auf diese Wirkungsperiode ist da um so mehr an- vollständig als„ Herd der socialen Revolution" erkannt, um 7175 über 2 bis 3 Proz. und bei 916 über 3 bis 4 Proz. gebracht, als wir in der nächsten Zeit bestimmt mit einer sie beseitigen zu wollen, aber sie waren immerhin verdächtig Davon hat zwar der Unternehmer 1/3 aus eignen Mitteln zu Revision des Gesetzes zu rechnen haben, bei der auch schon deswegen, weil sie die Arbeiter zur Selbständigkeit er- tragen, doch bleiben immer noch Ausgaben bis zu 3 Proz. organisatorische Aenderungen von bedeutender Tragweite bezogen; sie konnte man nicht zu alleinigen Trägern der Ver- des Sohnes allein für Krankenversicherung. Das ist für den absichtigt zu sein scheinen. sicherung machen. Ebenso durfte man die schon bestehenden Arbeiter eine schwere Last und an eine Erhöhung der BeiFabrikkassen und Innungskassen aus Rücksicht auf die Unter- träge ist gar nicht zu denken. Bei alledem klagen auch noch, nehmer nicht beseitigen; dazu die Bautassen, die Ortskassen und wohl vielfach mit Recht, die Aerzte über ganz unund schließlich ohne jede Organisation und ohne jede Teil- genügende Bezahlung ihrer Leistungen. Eine wirklich nahme der Versicherten an der Verwaltung die Gemeinde- leistungsfähige Kranken- Versicherung, die Strankenversicherung mit ihren ganz unzulänglichen Leistungen. Den Kranten wirklich vor Not und Elend Von der Gesamtzahl der Versicherten entfielen auf die ein- schüßt und auch den Arzt zu seinem Rechte zelnen Kassenarten: tommen läßt, tann auf dem bisherigen Wege Betriebs Bant Jungs Eing. Landes- überhaupt nicht geschaffen werden. G.-K.V. O.-R. Kassen Kassen Kassen Hilfst. rechtl.Ht. Eine Abänderung des Krankenversicherungs- Gesetzes brachte Proz. Proz. Proz. Proz. Proz. Proz. Broz. das Jahr 1892. Dabei zeigte es sich ganz klar, daß die 1885: 13,7 35,7 29,4 0,3 sittlichen Fundamente des christlichen Volkslebens" nichts wie Man kann sich des Lächelns nicht erwehren, wenn man 1899: 15,3 45,9 27,3 0,1 eine schöne Redensart waren. Die Novelle zum Kranken heut liest von den höchsten Aufgaben jedes Gemeinwesens, Daß diese Zersplitterung die Leistungsfähigkeit der Kassen versicherungs- Gesetze von 1892 hatte hauptsächlich einen politiwelches auf den sittlichen Fundamenten des christlichen Volts- start beeinträchtigt, ist selbstverständlich. Kamen doch durch- schen Charakter. Die paar sachlichen Verbesserungen, die sie lebens beruht", von den„ dauernden Bürgschaften des inneren schnittlich auf eine Kasse im Jahre 1885 nur 228 Mitglieder; dem Geseze brachten, lohnten die Mühe der Abänderung Friedens" usw., womit die Aktion eingeleitet wurde und wenn im Jahre 1899 war diese Zahl auf 409 gestiegen. Da die nicht. Worauf es antam, war der Kampf gegen die freien man sich die Armseligkeit des Geschaffenen und zugleich die Gesamtzahl der Versicherten um mehr als das Doppelte ge- Hilfskaffen, die man inzwischen als die" Cadres der Socialheutige Stellung der herrschenden Kreise dazu vergegen- stiegen ist, kann auch von einer Tendenz zur Beseitigung der demokratie" erkannt hatte. Ihnen, in denen die Unternehmer wärtigt. Zersplitterung nicht gesprochen werden; eher vom Gegenteil. nichts zu sagen hatten, wo die Arbeiter allein und selbständig Wohin sind die Hoffnungen, die sich daran knüpften! Daß der Staat fich in höherem Maße als bisher feiner hilfs. Der Schwerpunkt der Versicherung hat sich mehr und mehr ihre Angelegenheiten verwalteten, wollte man den Lebensbedürftigen Mitglieder annehme, ist nicht bloß eine Pflicht der 3 Gunsten der Ortskassen verschoben, denen. Heute fast die faden abschneiden, und trotz des lebhaftesten Protestes der Humanität und des Christentums, von welcher die staatlichen Ein- Hälfte aller Versicherten angehört und die auch mit 929 Mit- beteiligten Arbeiter und der socialdemokratischen ReichstagsFraktion wurden den freien Kassen Bedingungen auferlegt, richtungen durchdrungen sein sollen, sondern auch eine Aufgabe gliedern durchschnittlich am größten sind. staatserhaltender Politik, welche das Ziel zu verfolgen hat, auch Was die Kassen leisten, ist durchaus nicht geeignet, Not die sie schwer schädigten. Danebenher ging ein Stampf in den besiglosen Klassen der Bevölkerung, welche zugleich die und Elend aus der Familie des Erkrankten fernzuhalten, der Verwaltungsbehörden gegen die Hilfskassen; die ganze zahlreichsten und am wenigsten unterrichteten sind, die An- wenn es auch gemildert wird. Die Gesamtzahlen, mit denen Stala der bekannten Polizeikniffe wurde angewendet, um die schauung zu pflegen, daß der Staat nicht bloß eine not man auf Weltausstellungen hausieren geht, klingen zwar ganz Arbeiter aus den Hilfskassen in die Ortskassen zu treiben. wendige, sondern auch eine wohlthätige Einrichtung sei. imposant. So waren in den 15 Jahren 36,5 Millionen Er- Das hatte denn auch den Erfolg, daß die Zahl der in HilfsZu dem Ende müffen sie durch erkennbare direkte Borteile, frankungsfälle mit 613,5 Millionen Strankengeldtagen zu verfassen ausreichend( gemäß§ 75 K.-V.-G.) versicherten Berwelche ihnen durch gesetzgeberische Maßregeln zu teil werden, dahin geführt werden, den Staat nicht als eine lediglich zum zeichnen, ohne die Fälle der Erkrankungen ohne Erwerbs- sonen schon von 1891 an start zurück ging, indem die HilfsSchuße der beffer situierten Klassen der Gesellschaft erfundene, unfähigkeit, der Angehörigen- und Wöchnerinnen- Unterſtügung. tassen die Umwandlung in bloße Zuschußkassen vollziehen sondern als eine auch ihren Bedürfnissen und Intereffen dienende Die Krankheitskosten, das ist alles was den Mitgliedern mußten, sowie daß auch die Hilfstassen überhaupt an MitInstitution aufzufassen." geleistet wurde, betrugen in dieser Zeit 1366 Millionen Mark. gliedern stark einbüßten. Von diesem Schlage haben So hieß es in den Motiven des Entwurfs zum Unfall- Aber solche Zahlen enthüllen für den Sehenden weit mehr sie sich auch nicht wieder ganz erholen können, gesete, das 1882 in Verbindung mit dem Krankenversicherungs- die Fülle der Not, die trotz der gerühmten Versicherung vor denn die Mitgliederzahl der dem KrankenversicherungsGefeße vorgelegt wurde. Und nach der Annahme des Kranken- handen war und der gründlich zu steuern allerdings eine Gesetze genügenden Hilfskassen ist heut immer noch versicherungs Gesezes im Jahre 1883 erklärte der Stell- Pflicht der Gesellschaft wäre. geringer wie 1891. Dagegen darf nicht unerwähnt bleiben, bertreter des Reichskanzlers im Reichstage, daß dies der erste Die Unterstügung wurde von vornherein neben freier daß die eingeschriebenen Hilfskassen trotz alledem in finanzieller Schritt sei Behandlung und Arznei auf die Hälfte des Lohnes bemessen, Beziehung für die Mitglieder noch am vorteilhaftesten sind. wobei„ Lohn" vielfach nur eine hypothetische Größe ist, die Im Verhältnis zu den Einnahmen und unter Berücksichtigung hinter dem wirklichen Lohn oft erheblich zurückbleibt. Eine der verschiedenen gesetzlichen Bedingungen hinsichtlich der Vergeringe Anzahl Zwangskassen machen allerdings von der Be- waltungskosten und der Ansammlung der Reservefonds leisten fugnis, unter gewiffen Voraussetzungen ein höheres Kranken- fie den Mitgliedern, wie Schreiber dieses im vorigen Jahre geld zu gewähren, Gebrauch. Solcher Rassen gab es 1885 im Sorrespondenzblatt der Gewerkschaften" in einer auszusammen 970 gegen 2107 im Jahre 1899. Zwangskassen führlicheren Untersuchung nachgewiesen hat, immer noch mehr waren aber 21 190 im Jahre 1899 vorhanden. Die Zahl der wie jede andre Kassenart. Versicherten, denen diese höheren Leistungen zu gute kommen, ist nicht festzustellen. für die Verbesserung der Lage der Arbeiter, welcher, die Nation weiß es, das lebhafteste Interesse und das Herz des Kaisers zu gewendet ist, und welche die verbündeten Regierungen einmütig beschlossen haben, im Wege der Gesetzgebung, Schritt für Schritt zwar nur, aber doch ohne jeden vermeidlichen Aufenthalt thunlichst so weit zu fördern, daß den berechtigten Klagen die Abhilfe, dem anzuerkennenden Bedürfnisse die Befriedigung, dem ganzen Wolfe der innere Friede, Freude und Genüge an unfren Staatseinrichtungen gesichert werde." Wo sind die Hoffnungen hin auf Trennung der Arbeiter von der Socialdemokratie und wo bleibt die Erfüllung der großen Ankündigungen! Abhilfe den berechtigten Klagen! Befriedigung der anzuerkennenden Bedürfnisse! Redensarten! Die Hoffnungen sind geschwunden und damit sind auch die höchsten Aufgaben jedes Gemeinwesens, welches auf den sittlichen Fundamenten des christlichen Volfslebens ruht", bergessen. Es braucht gar nicht bestritten zu werden, daß der erste Schritt zu einer ernsthaften Socialreform ein wichtiges Ereignis von großer Tragweite sei, aber wo Worte und Thaten in so großem Mißverhältnis stehen, wie es bei unsrer Social reform der Fall ist, da wird die Kritik gewaltsam herausgefordert. In vollem Umfange ist daher der gewünschte Erfolg der Novelle nicht eingetreten. Dagegen ist um so sicherer ein Die Hälfte des Lohnes ist natürlich nicht ausreichend, die andrer, nicht gewünschter, von uns aber damals schon beFamilie vor Not zu schützen, wenn der Ernährer krank da- stimmt vorausgefagter Erfolg eingetreten: Die an selbständiges niederliegt, umsomehr, als die Krankheit oft eine solche ist, Handeln gewöhnten, klassenbewußten Arbeiter sind in großer die mehr durch gute Nahrung und allgemein günstigere Bahl in die Zwangskassen, namentlich in die Ortskaffen geLebensbedingungen als durch Medizin geheilt werden könnte. strömt, sie haben dort bald von ihren gesetzlichen Rechten GeAuch die Dauer der Unterstützung wurde von vornherein brauch gemacht, haben den Unternehmern das Heft aus den ungenügend bemessen; trotz des Krankenversicherungs- Gesezes Händen genommen und sich den ihnen zustehenden Einfluß wurden gar viele Strante nach 13 Wochen nicht gesund und auf die Verwaltung der Ortskassen errungen. Und damit sind wo die Hilfe am nötigsten wäre, da versagt sie. Es gab aller- der Reaktion heute die Ortstassen geworden, was ihr vor dings auch schon 1885 eine Anzahl Kassen, die von der 10 Jahren die freien Hilfskassen waren: ein socialdemokraeventuellen Befugnis, länger zu unterstüßen, Gebrauch tischer Popanz, und in den Erörterungen über die Revision machten. Es unterstüßten bis 26 Wochen: 734 Ortstassen, des Krankenversicherungs- Gesetzes spielt dieser Popanz die 897 Betriebskassen, 42 Innungskassen, 661 eingeschriebene und Hauptrolle, nur ganz nebenher werden die so dringend nötigen 142 landesrechtliche Hilfskassen; auf längere Dauer: 124 Orts Verbesserungen der Krankenversicherung erörtert.! tassen, 271 Betriebskassen, 10 Innungskassen, 575 ein- Der Kreis der Versicherten muß wesentlich erweitert Es wurde von vornherein der größere Teil der Arbeiter geschriebene und 237 landesrechtliche Hilfskassen. Im Jahre 1899 werden, die Leistungen der Kassen müssen bedeutend erhöht bom Versicherungszwange ausgenommen, so daß am Schlusse unterſtüßten bis 26 Wochen: 819 Ortsfassen, 1901 Betriebskassen, werden ohne die Mitglieder durch höhere Beiträge noch mehr des Jahres 1885 im ganzen 4,3 Millionen Versicherte vor 1 Bautasse, 148 Jnnungskassen, 551 eingeschriebene, 76 landes zu belasten. Das radikalste und wirksamste Mittel dazu wäre handen waren, wobei zu berücksichtigen ist, daß die freie Ver- rechtliche Hilfskassen und 5 Gemeinde- Krankenversicherungen; eine vollkommene Reorganisation aller Zweige des Versichesicherungsthätigkeit schon damals fast eine Million Personen auf längere Dauer: 133 Ortskassen, 527 Betriebskassen, 4 Bau- rungswesens, organischer Zusammenschluß der Kranken-, Ungegen Krankheit gesichert hatte. Der Kreis der Versicherten kassen, 11 Jnnungskassen, 279 eingeschriebene und 81 landes- fall- und Invalidenversicherung unter Aufbringung eines wurde dann durch das Ausdehnungsgesetz von 1885 etwas rechtliche Hilfskassen. Leider ist auch dafür nicht die Zahl der wesentlichen Teiles der Mittel durch allgemeine Steuern, und erweitert und scheint sich auch später noch etwas ausgedehnt beteiligten Mitglieder festzustellen. Einbeziehung aller Einwohner bis zu einer gewissen Einzu haben durch das Gesetz von 1886 über die Unfall- und Die Leistungen der Kassen könnten wohl erhöht werden kommensgrenze in die Versicherung, Verstaatlichung des Indes ist daran heute Krankenversicherung der land- und Forstwirtschaftlichen Arbeiter. durch zweckmäßigere Organisation und Verbilligung der heute Aerzte- und Apothekenwesens. nicht зи denken. Aber auch einfachere und Es weisen wenigstens die Jahre 1888 und 1889 eine ver- viel zu teuren Arzneien, jedoch sind damit keineswegs die gar liegende Mittel, wie die Entlastung der hältnismäßig starke Zunahme der Versicherten auf. Durch die Leistungen auf eine Höhe zu bringen, die dem Bedürfnis ent- näher von der Fürsorge für die UnfallNovelle von 1892 wurden noch einige Berufszweige dem Ver- spricht. Der Hauptgrund liegt in den geringen Mitteln der Krankenkassen ficherungszwange unterworfen; trotzdem waren am Schlusse Sassen. Was tann damit geleistet werden, wenn den Kassen verlegten in den ersten 13 Wochen, durch die sie wesentdes Jahres 1899 nur 8,8 Millionen Personen( und 1/2 Million in an Beiträgen und Eintrittsgeldern durchschnittlich pro Mitglied lich leistungsfähiger würden, werden gar nicht erst erwogen. den Knappschaftstassen) gegen Krankheit versichert, während- und Jahr 16,90 M. zufließen, wie es im Jahre 1899 der Statt dessen dreht sich die ganze öffentliche Erörterung um dem mehr als doppelt so viel Unfallversicherte und etwa Fall war, und dabei auf jedes Mitglied durchschnittlich die Frage, wie man den Einfluß der Versicherten auf die 12 Millionen gegen Alter und Invalidität Versicherte vor- 62 Krankengeld- Tage kommen. Von den 16,90 M. sollen Verwaltung einschränken kann, weil man damit ein politisches handen sind. Es giebt also noch viele Millionen Menschen also für 6/2 Tage Krankengeld bezahlt werden, dann Arzt Geschäft zu machen hofft. Es ist der rote Faden, der sich durch unsre Socialgeset- 1 gebung zieht nicht das Bewußtsein einer sittlichen Pflicht des Staates treibt die Herrschenden zu socialen Reformen, mögen sie das auch hundertmal und tausendmal versichern, sondern einzig und allein politische Erwägungen; die fitt lichen Fundamente des christlichen Volkslebens" sind feberTeichte Redensarten, gut genug für politische Jongleurfunststücke. Politische Webericht. Berlin, den 18. September. Mc Kinley in Lebensgefahr. In dem Befinden Mc Kinleys, das bis gestern vormittag ein durchaus befriedigendes war, ist in der letzten Nacht unerwartet eine bedenkliche Verschlimmerung eingetreten. . 0 = Die Pekinger Sternwarte gekauft? Jm Berl. Tageblatt" lesen wir: fich jest Gelegenheit zu dieser Friedensarbeit. In heftigem die in der Portefeuille Judustrie vielfach zum Abfüttern verwendet Streit sind die Stände einander entbrannt, gegen auf wird, von der Zollerhöhung auf Baumwollen Gewebe nicht erst zu der einen Seite Ansprüche der Landwirtschaft, auf der sprechen. anderen Seite Ansprüche von Judustrie, Handel und Verkehr. Das Organ des Herrn Schweinburg eriviese sich also selbst den Auch hier gilt es Frieden zu stiften, und ich bin überzeugt, daß besten Dienst, wenn es fünftig bei Dingen, von denen es nichts verdie erhabene Person, auf die ich die Ehre zu sprechen steht, den Mund etwas weniger voll nähme, da der Vorwurf bodenhabe, diefes dringend wünscht, daß dieser Frieden hergestellt loser Unkenntnis leicht auf es selbst zurückprallen kann. wird, und daß er die Direktive geben wird nach der Nichtung hin, daß ein Frieden möglich sein wird. Wer jemals Gelegenheit gehabt hat, in die Gegenwart des hohen Herrn zu kommen, Iver die feffelnde Art feiner Rede kennen gelernt hat, der wird verstehen, wenn ich in dieser Weise zu Ihnen spreche. Selten bielleicht ist elu Monarch dagewesen, der so viel feitige Kenntniffe gehabt hat in Wissenschaft und Kunst und Kenntnisse auch auf einem Gebiete, das sonst den Thronen fremd ist, auf dem Gebiete der Technik, das die Herren, die hier anwesend sind, auch vielfach berührt. Meine Herren, seien wir dankbar dafür, daß zum erstenmale durch Die erhabene and des Kaisers Männer der Technik zu hohen Stellen im Staate berufen sind; die Berufung von Professoren der Technik ins Herrenhaus ist das erste, was auf diesem GeIhrem Kreise follte man dankbar anerkennen, daß man das vielseitige Wissen des Kaisers nach allen Nichtungen abzuwägen versteht. biete irgendwo geichchen ist. Meine Herren, alſo gerade in worben." mififfent, ob sich dieſe Die Instrumente der Pekinger Sternwarte sind, wie wir erfahren, nicht als Kriegsbeute nach Potsdamt gebracht worden, sondern sie sind von der deutschen Regierung durch ihren Gesandten in Beting nach der Einnahme der chinesischen Hauptstadt angetauft worden. Die Kaufsver handlungen wurden freilich erst Legal, als der Vicekönig von Betschili, Li- hung- Tichang, daselbst eintraf. Die chinesische Regierung wollte daraufhin mit den Instrumenten dem deutschen Kaiser ein Geschenk machen, doch ist, soweit wir wissen, eine derartige Gabe vom Kaiser Wilhelm abgelehnt Man wird abivarten müssen, ob sich diese Nachricht bestätigt. wird abivarte Die einfache Versicherung des Mofse- Blattes, daß es bei der ErFestansprachen dürfen nicht mit dem Waße gemessen werden, selbstverständlich nicht. Selbst aber, wenn, was wir einstweilen noch das an fachliche Beurteilungen gelegt wird. Doch den neuen für fraglich halten, die Instrumente käuflich erworbenes Gut und keine Handelsminister hat die Freude seiner Berufung zum Minister zu Striegubente darstellen, so wäre noch Auskunft darüber zu geben, einer monarchischen Huldigung begeistert, die zu den aller wer denn die Instrumente bezahlt hat und wann der Kauf erfolgt bedeutendsten Höflingsleistungen des Monarchenfultus aller Zeiten ist und wieviel für die 26 000 Kilogramm kunstgewerblicher Arbeit zählt. Der Kaiser wird als ein großer Mann"," eine erhabene so hervorragend kulturhistorischen Wertes gezahlt worden sind. So Perfon" gefeiert und so ziemlich alles, was unter feiner Regierung lange das nicht geschehen ist, klingt die ganze Mitteilung nach allen geschah und was Herrn Möller wertvoll erscheint, wird ihm allein Seiten hin sehr unglaubhaft. zum Berdienst gerechnet. Ueber diesen Umschlag im Befinden des Präsidenten wird folgende Darlegung gegeben: Kurz nach 2 Uhr früh begannen die Kräfte zu finten. Die Aenderung im Befinden trat gestern nachmittag ein, als die Verdauungsorgane ber fagten, während eine Nahrungsaufnahme dringend notwendig war. Da die ihm einige Tage lang auf künstlichem Wege zugeführte Nahrung nur teilweise genügte, schritt man zur Ernährung auf natürlichem Wege, wahrscheinlich war aber der Magen noch nicht genügend zur Nahrungsaufnahme geeignet. Obwohl der Fleischiaft, der dem Patienten durch den Mund zugeführt wurde, ihm das erfte und zweite Mal gut bekam, stellte sich gestern vormittag heraus, daß ihm diese Nahrung nicht weiter zusagte, und es entstand zum erstenmal wirkliche Besorgnis. Der Puls war enorm hoch, er hatte 126 Schläge, die Temperatur betrug 100,2 Grad. Die Herzschwäche nahm bedenklich zu und der Zustand zolgos3. Die Verherrlichung eines Einzelnen, wie sie Herr Minister Möller ist der umgekehrte Bresci und des Präsidenten verschlimmerte sich ständig. Um Mitternacht Möller betreibt, muß den anarchistischen Wahn, daß die Hinwegwurde die Lage tritisch. Es wurde dem Kranken Galomel- räumung von Einzelnen eine geschichtliche That ist, mur fördern. Del gegeben, um die Eingeweide geschmeidiger zu machen, und C Digitalis, um das Herz zu beruhigen. Sturz nach 2 Uhr wurde Miquel hat sich noch vor kurzem zur Uebernahme einer konstatiert, daß das Herz immer schwächer wurde. Der Puls schlug Reichstags Kandidatur für den Wahlkreis Hildesheim bereit fieberhaft. Der Präsident brach zusammen und das Ende schien erklärt. Die nationalliberale Parteileitung des Kreises dachte mit nahe. Es wurden nochmals Digitalis und Strychnin gegeben und dem agrarischen Ministerkandidaten den welfischen Vertreter im als legtes Mal eine Salzlösung eingesprigt ohne unmittelbaren Reichstage zu verdrängen. Erfolg. Man machte sich mit dem Gedanken vertraut, wenige Tage vor seinem Tode berichtet. In dem Bericht wird u. a. Im Franks. Journ." wird über eine Unterredung mit Miquel daß sein Zustand äußerst kritisch sei. erzählt: Am Freitag früh trat dann wieder eine leichte Besserung ein. Ein Telegramm meldet: Der Zustand des Präsidenten hatte sich um 9 Uhr früh gebessert. Die anregenden Mittel haben auf die Herzthätigkeit ihre Wirkung ausgeübt. Mc Kinley ist bei Bewußt sein, er hat keine Schmerzen. Puls 128, Temperatur etwas über 37 Grad Celsius. Diese Telegramme aus Buffalo läßt ein Londoner Telegramm unglaubhaft erscheinen, demzufolge an der Londoner Börse Bantdepeschen vorlagen, wonach Mc Kinleh bereits gestorben sei. Wodurch die Krise im Befinden des verwundeten Präsidenten Herborgerufen worden ist, wird in den Depeschen nicht mitgeteilt. Nach früheren Meldungen hatte die Einschußstelle der Wunde noch mals geöffnet werden müssen, weil burch einen nicht sauber genug entfernten Fremdkörper eine Entzündung hervorgerufen worden war. Doch wurde dieser Erscheinung keine besondere Bedeutung beigelegt. Die Krise müßte demnach durch die noch unaufgefundene Kugel hervorgerufen worden sein. Hoffentlich handelt es sich indes nur um eine bereits überwundene Krise des Kranken. Johann Moft verhaftet. Wie aus New York gemeldet wird, ist der Herausgeber der" Freiheit", Johann Most, verhaftet worden. Die Verhaftung Mosts verrät nur den plöglichen Uebereifer und die Nervosität der amerikanischen Polizei, die schwerlich eine Verbindung des Attentäters mit dem Herausgeber der Freiheit" wird konstruieren können. Hätte Most aber in seinem Blatt etwas nach dem amerikanischen Gesetz Strafbares begangen, so wäre zweifellos eine Anklage früher erfolgt. Hat Most aber etwas geschrieben, was nach dem Gesetz straffrei ist, so vermag das Attentat in Buffallo an feiner Straflosigkeit nichts zu ändern. Mag man über einen Most ober eine Emma Goldmann denken, wie man will: die augenscheinliche Sucht der amerikanischen Polizei, unter allen Umständen ein anarchistisches Stomplott aufzudecken, wo allem Anschein nach nur die Irrsinnigkeit eines Einzelnen vorliegt, tann nicht scharf genug berurteilt werden. Deutsches Reich. Der zarische Seebesuch ist beendigt; er ist nicht einmal ganz programmmäßig verlaufen, indem der Bar den Besuch der Danziger Werft nicht ausgeführt hat. Sonst soll aber alles vortrefflich abgegangen sein. Kaiser Wilhelm und Kaiser Nikolaus follen sich überaus herzlich zu einander verhalten haben und die beiden Herrscher haben mit Ordensverleihungen und sonstigen Ehrungen nicht gespart. Graf Bülow und Graf Lambsdorff, der russische Minister des Auswärtigen, sollen gewisse Unterredungen gehabt haben und auch sie find in bestem Einvernehmen geschieden. Vou russischer Seite soll die deutsche Getreidesperrpolitik gebilligt worden sein unter der Bedingung, daß Deutschland bereit ist, das internationale Haager Friedensbureau mit Vorschlägen zur militärisch- marinistisch- weltpolitischen Abrüstung zu betrauen. Aus Danzig wird uns berichtet: Mitten in dem Lärm der sogenannten Kaifertage hat sich ein trauriges Ereignis abgespielt. Am 10. September vormittags erschoß sich auf der kaiserlichen Yacht Hohenzollern" der Matrose St. Der Tote wurde in das hiesige Garnisonlazarett transportiert. Ueber die Ursache des Selbstmordes ist nichts zu erfahren. Die Festarrangements werden tros dieses traurigen Zwischenfalles unverändert durchgeführt. Minister- Byzantinismus. Ein neuer Finanzskandal. Aus Breslau wird gemeldet: " Der Direktor Schostag von der Reederei bereinigter Schiffer, Aktiengesellschaft, verübte Selbstmord. Er hatte Konnoffemente in bedeutender Höhe über nicht vorhandene Waren fingiert und in Hamburg lombardiert. Die Kurse der Aktien wurden an heutiger Börse sofort gestrichen. Heute nachmittag ist der Aufsichtsrat zusammenberufen." Die Betrügereien sollen recht erhebliche sein. Ausland. Der Krieg in Südamerika. Trotzdem bereits seit mehreren Wochen der Streitfe zwifchen Natürlich wurde die 8ollfrage berührt. In betreff des Columbien und Venezuela, der munmehr den Charakter eines reguZustandekommens des zur Zeit vorliegenden Tarifentwurfes lären Krieges angenommen hat, die Aufmerksamkeit auf sich lenkte, sprach sich Herr v. Miquel einigermaßen pessimistisch ist über die eigentlichen und tieferen Ursachen des Konflikts noch immer aus; er fürchtete eine von radikaler Seite ja angedrohte tein volles Licht verbreitet. Schon darüber, welche Seite denn Obstruktion; es werde, so meinte er, allen Fleißes der eigentlich den Krieg begonnen, gehen die Lesarten auseinander. nationalliberalen, konservativen und Centrumsfreunde des Entwurfs Nach der Darstellung der columbischen Regierung ist das Haupt der bedürfen, die Wirksamkeit dieser Obstruktion zu paralysieren. venezolanischen Regierung, der Präfident oder Diftator Castro, der Natürlich kam hiermit das Gespräch auf die dringend notwendige schuldige Teil. Die Unsicherheit seiner Position, die Gärung im Junern Hebung des Besuches der Parlamentsfizungen; als das beste veranlaßten ihn, nach allgemeinem politischen und specifisch südamerikaMittel hierfür bezeichnete der Sprecher die schleunigste Ernischen Rezept mit einer andren Macht Händel anzufangen. Den Vorwand ledigung des Diätengefeßes. Entsprechende dazu gab ihm die Insurrektion venezolanischer Revolutionäre unter Konzessionen werde freilich die Volksvertretung machen Dr. Garbiras, die von der columbischen Grenze ausging. Castro müssen, und wenn zum Beispiel die Regierung als Aequivalent erklärte diese Insurrektion schleunigst für eine columbische die Schaffung eines perennierenden Wahlgefeges( gemeint Invasion, und der casus belli war gefunden. find wohl beständig auf dem Laufenden befindliche Wählerlisten, So die Darstellung von columbischer Seite. Die venezolanische welche eine rasche Neuwahl nach etwaiger Auflösung des Reichs- Darstellung ist wesentlich anders. Danach handelte es sich bei der tages ermöglichen) in Vorschlag bringen sollte, so würde er selbst Attion des Dr. Garbiras wirklich um den Einbruch columbischer als Abgeordneter feinen Grund einsehen, dieser Forderung irgends Mannschaften, der von der columbischen Regierung in der Absicht welchen Widerstand entgegenzusetzen. Die Diäten feien geeignet, unterstügt worden war, den Präsidenten Castro zu stürzen und die gerade den Vertretern des Mittelstandes, die von ihren Wählern venezolanische Gegenpartei ans Ruder zu bringen. Welche dieser beiden feine Unterstügungen annehmen wollen, den regelmäßigen Besuch Darstellungen nun auch die richtige sei: jedenfalls scheint soviel festzu-. der Sigungen zu ermöglichen." stehen, daß es sich bei dem Kriege nicht um den Austrag nationaler Konflitte handelt, sondern um den Kampf von Parteien. Um nationale Sonflikte kann es sich schon deshalb gar nicht handeln, weil die Bevölkerung der beiden Nachbarstaaten derselben romanischindianischen Mischrasse angehört und früher, nach der Abschüttelung der spanischen Herrschaft, sogar eine Zeitlang einen einzigen Staat bildete. Daß es sich um Parteitämpfe, um den Kampf um Regierungssysteme handelt, geht auch schon daraus hervor, daß die in Columbien eingedrungenen venezolanischen Truppen zahlreich durch columbische Ueberläufer unterstützt werden. Sollte der kluge Miquel wirklich eine Zollobstruktion der Reichstagslinken gefürchtet, aber die Erlangung von Konzessionen gegen Diätenbewilligung für möglich gehalten haben? Gumbinnen. Ein Aufruf des Rechtsanwalts Horn bezüglich Spendung von Geldmitteln zur Unterstügung der Opfer des Gumbinner Mordprozesses ist nicht ohne Wirkung geblieben. Bis iezt sind bereits an 2000 M. beim Rechtsanwalt Horn in Inſterburg eingegangen und jede Post bringt neue Beträge. Den gemaßregelten Unteroffizieren sind von verschiedenen Seiten gute Stellenangebote zugeschickt worden, so daß sie vor der Hand vor Nahrungssorgen geschützt sein werden. Bodenlose Unkenntnis. Unter der Rubrik Bollwucher- Proteste" brachte der„ Vorwärts" in seiner Nummer 212 auch eine gegen den Bolltarifentwurf gerichtete Protestresolution der Portefeuille Arbeiter in Offenbach. Diese Nesolution protestierte zunächst gegen den Brotwucher, enthielt aber auch folgende Stelle: Die Sache ist die: Die Regierung von Columbien ist konservativ- tleritat, während Präsident Castro den Repräsentanten einer liberalen Regierung darstellt. Im Oktober 1900 hatten die columbischen Liberalen eine Revolution gemacht, die zwar die konservative Regierung nicht zu stürzen vermochte, die andrerfeits aber auch von der Regierung nicht völlig niedergeschlagen werden konnte. Die liberale Partei hat jest mit Castro gemeinsame Sache gemacht, um die konservative Regierung zu stürzen. So erklärt es sich denn auch, daß der Krieg ohne eigentliche Kriegserklärung eröffnet wurde und daß Castro die Proklamation erließ, „ Eine künstliche Erhöhung und Verteuerung unfrer wichtigsten nicht gegen das columbische Volt, sondern nur gegen die RegieLebensmittel, so wie der Gerbstoffe, Häute, Leder, Seide rung von Columbien zufämpfen. Al das löst freilich und Baumwolle ist eine schwere Schädigung, wenn nicht gar eine noch nicht die Frage, welche Partei die Feindseligkeiten Vernichtung unsrer Industrie." eröffnet hat. Die columbische Regierung erklärt das Vorgehen Ueber diese Resolution und ihre Registrierung im Vorwärts" Caftros für eine freche Einmischung in interne columbische Verhält erheben die, Berl. Pol. Na chr." ein entrüstetes Geschrei. Sie nisse, während umgekehrt Castro behauptet, daß die Regierung in schreiben: Bogota durch freche Unterstügung konservativer Revolutionäre die Mit welcher bobenlosen Unkenntnis der thatfäch- liberale venezolanische Regierung habe stürzen wollen. Vermutlich lichen Verhältnisse die Agitation gegen den neuen Zoll- tragen beide Teile die Verantwortung für den Ausbruch des tarif Entwurf betrieben wird, zeigt wieder einmal die heute Krieges. Daß die columbische Regierung nicht die gekränkte Unschuld vom socialdemokratischen Centralorgan unter der Spigmarke ist, für die sie sich ausgiebt, behauptet ein unlängst von der " Bollwucher Protest" mitgeteilte Resolution der Portefeuille Morning Post" veröffentlichter Brief eines Südamerikaners, der Arbeiter von Offenbach a. M. In dieser wird u. a. gegen die ein gut Teil der ewigen südamerikanischen Wirren auf die Erhöhung auf Häute und auf Leder protestiert. Bölle auf äute unerträgliche Herrschsucht des Kleritalismus zurüdführt, gab es bisher nicht, sie konnten also auch nicht erhöht werden. der Bogota das Heft in Händen hat. Der neue Zolltarif- Entwurf enthält aber nicht nur ebenso Wenn die Klerikalen nicht in der Regierung feien, so wie der alte Tarif völlige Bollfreiheit für Häute und seien sie Verschwörer, wenn sie die Macht hätten, Tyrannen Klerikalen Felle, er hat sogar diese Zollfreiheit in etwas ausgedehnt, indem und Unterdrücker. In Columbien hätten die fünftig auch gespaltene Felle, die bisher einem Bolle unterlagen, während der 15 Jahre, seitdem sie das Heft in den von diefem befreit sein sollen. Auch der Protest der Offenbacher Bortefeuille- Arbeiter gegen die angebliche Erhöhung der in ihrer Branche gebrauchten Leder ist völlig verfehlt. Gerade mit Rücksicht auf die Portefeuille Industrie ist der Zoll für die Schafleder, die vornehmlich in Offenbach verwendet werden, auf dem Saße von 36 M. belassen. So wird gegen 8oll erhöhungen gekämpft, die gar nicht vorgenommen sind. Aber der Vorwärts" und die socialdemokratische Bresse erhalten Stoff, um ihre Rubrik" Zollwucher- Proteste" zu füllen. Eine solche Agitation richtet sich doch selbst." " " momentan in Händen hätten, die furchtbarste Mißwirtschaft geführt. Sie hätten die Finanzen völlig ruiniert, teine einzige Eisenbahn gebaut, die öffentlichen Wege und Werte vernachlässigt und mit faulenzenden Mönchen und Nonnen das Land überschwemmt. Daß der Klerikalismus, der schon in Italien und Spanien solches Unheil anzurichten vermag, in den füdamerikanischen Ländern vollends als Kulturhemmunis auftritt, erscheint glaubhaft genug. Allerdings darf man nicht in das Ertrem verfallen, umgekehrt die Liberalen" als Träger aller kulturellen Eigenschaften zu betrachten. In jenen Ländern, wo das allgemeine Bildungsniveau ein noch so niedriges ist, spielt das nackte materielle Interesse eine noch viel Die Partei brutalere Rolle, als in fortgeschritteneren Staaten. fämpfe drehen sich dort noch viel unverhüllter nur um den Stampf um die Macht, die Ausbeuterprivilegien, um die Futterkrippe. Trotz des Mangels ethischer Motive fann freilich trotzdem der Kampf der Liberalen gegen den Klerikalismus im historischen Sinne als Aus Schlangen, Bekanntlich haben die Vereinigten Staaten ihr lebhaftes Interesse an der Entwicklung des südamerikanischen Konfliktes Man hält es bewiesen und ihre Friedensvermittelung angeboten. fogar nicht für ausgeschlossen, daß die Union unter Umständen in den Krieg eingreifen könnte. An Vorwänden zu einer solchen Intervention fehlt es nicht. Besteht doch noch ein vor 60 Jahren geschloffener Vertrag, wodurch die Vereinigten Staaten sich verpflichten, den Besitzstand Columbiens nicht antasten zu lassen. Es tönnte also den Vereinigten Staaten einfallen, unter Berufung auf diefen freilich etwas antiquierten Vertrag Venezuela im Falle des Sieges daran zu hindern, sich Gebietsteile anzueignen. Aber es könnte noch eine andre Ursache zum Einschreiten der auf den Isthmus Anspruch Auf dem deutschen Bergmannstag" in Dortmund- einer Zusammenkunft der Kohlenbaronie hat Handelsminister Möller auf den Kaiser getoastet. Der Toast darf zu den Zeichen dieser Zeit zählen. Herr Möller sagte: Sehen wir einmal zu auf wessen Seite die von dem SchweinDer große Mann, den wir heute zu feiern haben, burg- Blatt behauptete„ bodenlose Unkenntnis" des Zolltarifes ist vielfach verkannt worden. Allmählich aber dringt und der Verhältnisse der Portefeuille Industrie vorhanden ist. feine hohe Bedeutung durch. Er hat vieles geschaffen, Die Berliner Politischen Nachrichten" erklären, daß für die und alles geschaffen zum Frieden. Er hat weiter gebaut an dem, Bortefeuille- Industrie das zu verarbeitende Material nicht durch was fein großer Großvater geschaffen hat im Heer und Bollerhöhungen verteuert worden sei. Nun, die Position 553 in der Marine. Er hat darin ein Friedenswerkzeug nach außen des Tarifentwurfes erhöht den 8onl auf Häute von Kampf um den Fortschritt der Kultur gelten. geschaffen. Er hat aber auch weiter gebaut im Innern. Er hat Fischen und Kriechtieren von 36 auf 50 M. weiter gebaut auf dem Felde des socialen Friedens, Eidechsen- und Krokodilhäuten werden aber zahlreiche Artikel der auf derselben Bahn, auf der sein großer Großvater begonnen Portefeuille- Branche, als Reisetaschen, Portemonnaies, Cigarren hatte, und viele denken mit ihm, daß, wenn bei uns taschen, Gürtel und Rahmen angefertigt! Das Schweinburg- Blatt die socialen Kämpfe heute vielfach minder verlaufen find weiß ferner nicht, daß der Zoll für Ziegen- und Bickelleder( mit als in andren Ländern, das die Folge dieser socialen Ausnahme des Handschuhleders und des lackierten Leders) von 36 Politik ist, die den Ausgleich geschaffen hat in einem auf 80 erhöht werden soll, ferner für Schaf- und Lanumleder mit Maße, wie dies in keinem andren Lande gefchehen ist; den gleichen Ausnahmen von 18 auf 36 M.! Der größte Teil die großartigen Arbeiterversicherungen, die geschaffen sind durch der Portefeuille- Artikel wird aber jegt aus Biegen- und Bockleder den Kaiser und das Reich, haben versöhnend gewirkt unzweifelhaft, angefertigt. Außerdem wird es jedermann begreifen, daß, wenn die und alle andren Nationen beneiden uns darum. Auch auf vielen Gerbmittel im 8oll erhöht werden, auch die gegerbten andren Gebieten der socialen Bolitik ist man borangeschritten, Felle und Häute künstlich verteuert werden. zuschnell für manche, aber schließlich, wie ich fest überzeugt Ferner sei uns die Anfrage gestattet, ob die„ Berl. Pol. Nachr." Union eintreten. Die Vereinigten Staaten erheben schon seit langem bin, doch zur Förderung des Friedens. Auch weiterhin bietet denn gar nichts von Bollerhöhung auf Seide und Seidenzwirn wissen, einen von Banama. Seit bem fie imperialistischen Projekten nachjagen, mu B es ihnen absolut notwendig erscheinen, den mittelamerikaniſchen Der Boeren- Krieg. während der Kandidat über den Bartelen schwebt, wollen itfre Bochumer Genossen nichts zu thun haben, und wir können ihnen darin nur zustimmen. # Zwischenmeertanal in ihre Hände Hände zu bringen und ihn Anrufung des Hanger Schiedsgerichts. nach Möglichkeit durch Befestigungsanlagen zu schügen. Man schreibt Die Judépendance Belge" in Brüffel veröffentlicht ben WortHermann Jung, der in den legten breißig Jahren seines mun Castro die Absicht zu, die drei ehemals geeinten Staaten tant einer amtlichen Zuschrift, welche von den bevoll Lebens nur wenigen bekannt war, wurde durch den gewaltsamen Venezuela, Kolumbien und Ecuador wiederum zu einem mächtigten Delegierten Transvaals und bes Tob, den er durch das Messer eines Franzosen erlitt, zu einem der Staatsgebilde verschmelzen zu wollen. Da bei den Absichten der Oranje Freistaates Dr. Leyds, effets, 2301- bekanntesten Namen Londons. W. St. Cremer und G. Howell, die Union auf die Landenge von Panama, die kolumbischer Besitz ist, marans und Fischer ant 10. September an den Schiebs alten englischen Mitglieder der Internationale", veröffentlichten in eine solche Einigung und Stärkung der drei Republiken kaum im gerichtshof im Saag abgegangen ist. Die Delegierten verber Breffe ihre Erinnerungen an den Dahingefchiedenen; ebenfo Interesse der imperialistischen Pläne der Vereinigten Staaten liegen langen hierin nochmals, daß die Streitigkeiten, welche den Krieg mit wurde der Presse ein interessanter Brief Jungs übergeben, dürfte, wäre es also nicht ausgeschlossen, daß dieselben intervenierten. England veranlaßten, durch schiedsgerichtliches Urteil ben er türzlich an den Wahlbeanten von Clerkenwell ge= Amerikas Eingreifen in Sachen Cubas beweist den Grad einer geregelt werden. richtet hatte. Der Brief ist in mancher Beziehung bas weltpolitischen Energie. Uebrigens hat sich die Union ja bereits Das Schiedsgericht wird auch diesmal durch Erklärung feiner politische Testament Jungs. Viele socialistische und fortschrittliche wiederholt in füdamerikanische Angelegenheiten eingemischt. So, aller Unzuständigkeit das Zugeständnis feiner absoluten Bedeutungs- Vereine Londons rüsteten sich deshalb, die Beerdigung zu einer dings erfolglos, 1880 im Kriege zwischen Chile und den ver Iofigkeit machen. großen Demonstration zu gestalten. Da indes die Familie für eine bündeten Staaten Peru und Bolivia. Und noch im Jahre 1885, Für schiedsgerichtliche Bellegung des Konflikts erklärte sich möglichst private und bescheidene Leichenfeier sich aussprach, verbei einer Revolution gegen dent damaligen kolumbischen übrigens auch das Stonventikel ber utopischen Friedensfreunde, der fammelten sich legten Montag um 11 Uhr vormittags im Hause des Präsidenten Nunez, entsandte die Union ein Geschwader nach Colon, Friedenskongreß", der gegenwärtig in Glasgow tagt. Toten einige Hundert Vertreter des socialrevolutionären und fortwo Truppen gelandet und mehrere Jnsurgentenführer gefangen Der Franff. 8tg." wird von dort gemeldet: In der gestrigen schrittlichen Gedankens, um dem Dahingefchiedenen die letzten Ehren genommen wurden. Wie sich Amerika zu dem Strieg stellen wird, Sigung des Friedenstongresses ergriff W. T. Stead das Wort, um zu erweisen. Der„ Kommunistische Arbeiterbildungsverein"( Tottenham wird wahrscheinlich erst von dessen Verlauf abhängen, immerhin in leidenschaftlicher Rede für eine große populäre Agitation für die Street 41) fandte 20 Vertreter; die Socialdemokratische Föderation" ist die imperialistische und gebung beachtenswert, die Beendigung des Krieges in Südafrika durch ein Schiedsgericht war durch Herbert Burrows und Quelch vertreten, die russischen der Vicepräsident der Vereinigten Staaten, Roosevelt, anfangs einzutreten. Stead fagte, Krüger habe auf den Knieen um ein Flüchtlinge durch Krapotkin und Tscherkessow, ebenso waren Frandieses Monats veranstaltet hat, indem er ausführte, daß die Vereinigten Schiedsgericht gebeten und England habe es immer hochmlitig ab 3ofen, Italiener 2c. anwesend. Die das Haus umgebenden Straßen Staaten nicht davor zurückschrecken dürften, ihre Rolle unter den gelehnt. Stead schlug eine Resolution vor, worin gesagt wird, ein varen von Massen von Arbeitern und Kleinbürgern gefüllt, die sich großen Nationen zu spielen und die entsprechenden Pflichten auf Staat, der im Falle eines Krieges das Schiedsgericht verweigere, versammelten, um dem Toten ihre Achtung auszudrücken. Der fich zu nehmen. Die Vereinigten Staaten beabsichtigten nicht, eine folle aus der Civilisation egtommuniciert werden( 1) Sarg war mit zahlreichen Kränzen bedeckt, die passende InPolitik des Angriffs eines amerikanischen Staates auf und jeder Gottesdienst in einem solchen Staate solle mit einer fchriften trugen, wie zum Beispiel:" Unfrem teuren alten Kosten eines andern zu sanktionieren. Bußandacht beginnen(). Der Sekretär des Kongreffes fand die Kameraden, der Demokratische Klub von Clerkenwell";" Seine Genoffen In den beiden friegführenden Staaten ist auch Deutsch Worte Steabe zu start, obwohl er mit seinen Ansichten überein von der" Justice";" Adieu, lieber Waffengenoffe im Kampfe fir Tand durch Beteiligung am Handel und investiertes stapital nicht ftimme. Er war dagegen, daß die Frage des südafrikanischen Fortschritt; Du hast nicht vergebens gelebt 23. N. Cremer"; die unerheblich vertreten. In Kolumbien soll der dritte Teil des Strieges überhaupt auf dem Stongreß zur Sprache geoflieferanten Frodsham u. Co., für die Jung arbeitete, sandten Handels sich in deutschen Händen befinden und die Summe des be bracht würde. Dr. Quid de aus München ergriff das Wort ebenfalls einen Kranz. Am Grabe sprachen: Burrows, Quelch; weglichen deutschen Stapitals 100 Millionen Mark weit übersteigen. utb dankte Stead dafür, daß er diese brennende Frage zur Sprache Weingarts( Bertreter des„ Kommunistischen Arbeiter- Bildungsvereins") Der Verkehr auf dem Magdalenenstrom werde durch deutsche gebracht habe, boch fagte er, er könne als Ausländer nicht für die und Matthei im Namen der Franzosen. Kirchlicher Beistand wurde Dampfer besorgt und die 80 deutschen Firmen im Lande hätten so- Resolution stimmen, da es eine pharifäische Ueberhebung wäre, wenn nicht in Anspruch genommen, da Jung Freidenker war. gar einen eignen Postdienst organisiert, dessen sich auch die Eine ein Land das andre verurteilen wolle, das eben so hoch steht. Als heimischen mit Vorliebe zu bedienen pflegten. Ueber die Rolle des Deutscher würde er in Deutschland dieselbe Resolution stellen, aber Sekretariat in Brüssel erhält von der Parteileitung der ungrischen Die ungrische Socialdemokratie. Das Internationale deutschen Handels und des deutschen Kapitals in Venezuela nicht als Ausländer in England, weil es in Deutschland Leute giebt, Socialdemokratie einen Bericht, dem wir folgendes entnehmen: Die machen die deutschen Konsuln in San Christobal und Maracaibo die im gleichen Falle ebenso chauvinistisch handeln würden. Zugleich ähnliche Angaben. In beiden Städten liege der Aus- und Einfuhr- verwahrte fich Quidde dagegen, daß die Mißbilligung des füdafrikani ersten Anfänge der socialiſtiſchen Bewegung wurden hervorgerufen handel fast vollständig in den Händen von Deutschen. - los bis zum Jahre 1890. Gine systematische Agitation und Örschen Krieges seitens der Deutschen in Neid und Mißgunft gegen England durch die Pariser Kommune; die Bewegung blieb jedoch bedeutungsDie deutschen Uebersee Politiker verfolgen deshalb die Saltung wurzelte und betonte, daß alles Große, was England hervorgebracht ganisation beginnt erst mit dem Jahre 1900, in welchem Jahre die Ameritas mit Spannung und sehr gemischten Gefühlen. Einerseits, habe, in Deutschland Bewunderuntg und Würdigung finde. Es ge Einerseits, habe, in Deutschland Bewunderung und Würdigung finde. Es gebetonte kürzlich die„ Kreuz- 3tg.", jei ja nicht zu leugnen, daß es in langte alsdann folgende Resolution zur Annahme. Ein Staat, ber Maibemonstration in Budapest einen großartigen Verlauf nahm. Die Agitation wird in Ungarn sehr erschwert durch die geringe wirtschaftlicher Beziehung für Südamerika ganz gut im Falle eines Krieges die vier Arten eines friedlichen Ausgleichs, wäre, wenn die ante es dort einen Platz an der Sonne"" be welche die Hanger Konferenz geschaffen hat, ablehnt, verliert damit Schulbildung des Voltes; 54,56 Proz. der Bevölkerung find an- 55 pro Tausend der erwachsenen Männer befizen es. Ein Vereinskämen, die Stehrseite bestände in einem ungeheuerlichen An den Anspruch darauf, ale civilifierter Staat angefehen zu werden, alphabetisch. Das Wahlrecht ist das schlechteste von Europa; nur wachsen der Yantee Macht; besonders in wirtschaftlicher und jeder Bürger, welcher bewußt dieses Verhalten seiner Regierung und Bersammlungsrecht cristiert nicht; in den Provinzen wurden Beziehung würde ein Riesenkörper geschaffen, der unsern Kontinent, billigt, teilt diese Schuld der Regierung. den alten, in bereits absehbarer Zeit erdrücken müßte. Wenn also auch für Südamerika das Walten einer Macht, die auf Ordnung ja ganz schön, nur ihre Bemühungen, ihre Friedensideale zu alle fünf Jahre; vier Wochen vor der Wahl herrscht VersammlungsMan sieht, die Absichten der bürgerlichen Friedensatopisten find im letzten Jahre 80 Broz. der Versammlungen verboten, in der Hauptstadt hingegen wurden ziemlich alle erlaubt. Wahlen sind nur sähe, er wünscht wäre, so dürfe man doch die Augen nicht ver- realisieren, sind ausnehmend tindlich. schließen vor freiheit, die von seiten der Socialisten möglichst ausgenügt der panamerikanischen Gefahr! wird. Kollekten sind verboten, daher kann die Partei keine großen Suminen zusammenbringen; jedoch kehrt sich in letzter Zeit die sondern fordert offen Partei an dieses Verbot nicht mehr, in ihrem Organ zu Geldsammlungen für Parteizwede auf. Seit 1890 besteht auch eine Gewerkschaftsbewegung; es sind deren jetzt 126 mit 23 603 Mitgliedern vorhanden. Neun von den Gewert fchaften befizen eigne Organe; es sind das die Schriftfeger, Müller, Schuhmacher, Schneider, Maurer, Steinarbeiter, Metallarbeiter, Buchbinder und Bäder usw. Die Partei verfügt über zwei politische Organe. In das Internationale Komitee find Jacob Weltnet und Ernst Garanti gewählt. Bedrohung Natals durch die Boeren. Zur Ehrenrettung der Konzentrationslager Polizeiliches, Gerichtliches ufiv. Die Rhein- Westf. 8tg." stellte unlängst sogar die Forderung auf, Deutschland müsse die Führerschaft unter den großen Ein Telegramm der„ Times" aus Pretoria besagt: Die Boeren europäischen Kulturstaaten im Stampfe gegen den nord- sind in der vergangenen Woche in Ost- Transvaal sehr thätig geamerikanischen Imperialismus übernehmen. Für weien. Sie konzentrieren sich am Chrissie- See und um Amsterdam, Deutschland bedeute eine ausschließliche Neukolonisation Süd- offenbar um in Natal einzufallen. ameritas unter dem Sternenbanner den Verzicht auf eine Fünftige Weltmachtstellung. Eine solche sei ohne den wird den„ Times" aus Pretoria vom 12. September gemeldet: Befis größerer wirtschaftlich und geistig dem teich ausgegliederter Bei einer Bufammenfunft, die zwifchen bem General Blood und für feine raeugnisse wie feine überschüssige Bevölte bem Boerenführer Biljoen am 25. August in Lydenburg stattfand, rung aufnahmefähiger Gebiete geradegu- imbenkbar. schlug Blood dem Boerengeneral vor, eines der Konzentrationslager Wie man ficht, fehlt es nicht an Leuten, die am liebsten zu besuchen, damit jeder Zweifel der Boeren über die Verwaltung Deutschland, das sich eben erst in China eine Niederlage geholt, der Konzentrationslager und der Principien der Engländer bei der topfüber in ein amerikanisches Abenteuer stürzen möchten, Bum Kriegführung befeitigt würde. Viljoen lehnte für seine Berson dieſe Bu 40 M. Geldstrafe wurde der verantwortliche Rebacteur Glück ist Amerika nicht das wehrlose Koloß wie China, so daß Einladung ab, beauftragte aber seinen Lieutnant Malan von der der Altenburger Boltszeitung", Genosse Küfer, verunire Weltpolitiker wohl oder übel einstweilen die Regelung der Staatsartillerie mit der Besichtigung. Malan erschien am Mittwoch urteilt. Er soll durch einen Artikel feines Blattes einen Schußmann amerikanischen Angelegenheiten Amerika selbst überlassen müssen. im Lager von Middelburg, wo 7000 Personen, Männer, Frauen beleidigt haben. Auf dem Rathause in Romneburg war seiner Zeit Auch für die Vereinigten Staaten wird es übrigens kein Kinder- und Kinder, konzentriert sind. Er führte die Besichtigung ohne einem Cigarrenarbeiter, der zunächst mir einen Teil seiner Steuern spiel sein, die beiden Staaten ohne weiteres in die Tasche zu stecken. Begleitung aus, befragte so viele Flüchtlinge als er nur konnte, bezahlen wollte und den andren Teil später, das Portemonnate Sind dieselben auch militärisch schwach und selbst nicht einmal start und erkiärte dann, er habe alle zufrieden gefunden, und nichts aus der Tasche gepfändet und er selbst dann schwer mißhandelt bevölkert Solumbien zählt circa 31/2, Venezuela circa 2/3 Besonderes habe den Flüchtlingen gefehlt. Die einzige Klage worden. In der Kritik dieses Vorganges wurde die Beleidigung des Millionen Einwohner so handelt es sich doch immerhin um ent- betraf das Fleisch; es ist aber dasselbe, wie dasjenige, welches Schutzmannes gefunden. wicklungsfähige Länder und um eine Bevölkerung, die sich die Be- die englische Garnison und die Bewohner von Middelburg erhalten; fallen lassen würde. handen ist. Malan erklärte, er sei angenehm überrascht, und kehrte dam am Nachmittag nach Belfast zurück, um sich zu Viljoen zurückzubegeben. Dublin, 18. September. Zwei Mitglieder des Stadt- Eine Bestätigung diefer anmutigen Erzählung von Boerenseite rates, welche gestern in einer Versammlung gegen den südwürde ihre Glaubwürdigkeit entschieden erhöhen! afrikanischen Krieg heftige Reden führten und beleidigende Worte gegen den König. und die Regierung ausstießen, wurden von dem die Versammlung überwachenden Beamten festgenommen. Die Versammlung wurde aufgelöst. vormundung durch eine fremde Nation auf die Dauer schwerlich ge- freilich ist es minderwertig, da für das Vich jetzt kaum Weide vor Die Arbeitnehmer der Gewerbegerichts- Beisitzer England, Spanien. Saragoffa, 13. September. Drei jugendliche Anarchisten, welche in letzter Zeit fich wegen ihrer antimilitärischen Umtriebe bemerkbar gemacht haben, wurden gestern in dem Augenblicke verhaftet, als fie einen nach der franzöfifchen Grenze abgehenden Zug besteigen wollten. Dokument: Rußland. Gegen die Arbeiterbewegung. " Partei- Machrichten. te wünscht ferner, daß durch entsprechende Abänderung umires Organisationsstatuts eine Wiederholung derartiger, für die Partei Schädigender Vorkommniffe verhindert werde." hielten in Lübeck während der Tagung des Verbandstages eine gesonderte Konferenz ab. Dieselbe war von 69 Teilnehmern befucht; von diesen waren 25 auf Gemeindekosten und 40 auf Kartelltosten delegiert: bei 4 Teilnehmern hatten die Gemeinden einen Buschuß gewährt. Außer den Delegierten war noch der Vorfigende der Generalfommission, Genosse Legien Hamburg, anivesend. Matisfet Leipzig weist darauf hin, daß, als im Vorjahre die Zum Parteitage. Eine Parteiverfammlung in Stuttgart, die Verbandsversammlung in Mainz stattfand, nur ein ganz geringes damaligen zur Besprechung der Aufgaben des Parteitags einberufen war, be- Häuflein von Beifizern erschienen sei. Auf dem welches schäftigte sich sehr eingehend mit der Angelegenheit der Hamburger Verbandstage wurde ein Verbandsstatut vorgelegt, en bloc auf ein Jahr Accordmaurer. Nach ziemlich erregter Diskussion, in der von einigen Organisation der Arbeitnehmer- Beisitzer sei es, die notwendig angenommen worden fei. Die Rednern der Schiedsspruch heftig angegriffen wurde, lehnte die Verfammlung mit 59 gegen 46 eine Resolution ab, die sich auf den einer Erörterung bedürfe; zu diesen Behufe fei auch bereits Standpunkt des 2. Samburgischen Wahlkreises stellte. Dafür wurde auf der legten Zusammenkunft eine fünfgliedrige Stommiffion einmit großer Mehrheit folgendes beschlossen: gefegt worden, was jedoch infolge der weiten Entfernungen der " Die heutige Parteiversammlung erblickt in dem Entscheid des Wohnorte der Mitglieder nicht als ein besonders glücklicher Gedanke Schiedsgerichts in Sachen der Hamburger Accordmaurer einen Fehl- bezeichnet werden könne. Die Kommission hatte ursprünglich geplant, im nächsten Frühjahr eine Konferenz nach Berlin einzuberufen. Die in London erscheinenden russischen Bulletins" vergriff und erwartet vom Lübecker Parteitag eine Revision desselben; öffentlichen in der Nummer vom 1. d. Mis. folgendes russische Dieſer Blau sei hinfällig geworden durch die Annahme der Gewerbegerichts- Novelle, die ganz unerwartet gekommen sei. Im Verbandsstatut müsse die Beschränkung aufgehoben werden, daß die Beisiger Zur Kenntnisnahme der Herren Besizer und Verwalter list von Fabriken. In Parteiversammlungen des 6. und 8. sächsischen Reichstags- fein Stinmirecht haben. Sodann erstattete Redner den Bericht der Der Herr Minister des kaiserlichen Hofes hat am Wahlkreises, die gleichfalls über die Angelegenheit verhandelten, ommiffion. Während der Verichtszeit seien 482 Korrespondenzen geführt worden. 203 Briefe und 54 Karten seien eingegangen, leider 14./27. Juni 1901 unter Nr. 4969 befohlen, ein billiges Volksbuch wurde eine Beschlußfassung abgelehnt. außerdem 38 Jahresberichte und nur 72 Ortsstatuten. zu drucken, um es unter den Fabrikarbeitern zu verbreiten. Diese Abermals Accordmanrer vor einem Parteiforum. Der Von 360 ausgegebenen Fragebogen feien nur 150 eingegangen. Schrift ist bestimmt, die Arbeiter zu beruhigen, die gefeßliche focialdemokratische Verein für Altona verhandelte, wie im Hameist Nürnberg befürwortet, daß fich die konferenz mit der Ordnung und den normalen Gang der Arbeiten zu erhalten, die burger Echo" berichtet wird, einen Antrag feines Borstandes, der Organisationsfrage befafie. Stadtrat Rosenstock in Mülhausen verArbeiter von Verwirrungen und Ercessen abzulenten, die infolge den Ausschluß der Mitglieder W. Knorr, Blivernid, trete ja die Ansicht, daß sich die Beisiger nicht als Arbeiter, sondern von Gärungen und falscher Beurteilung der obrigkeitlichen Gewalt G. Mahler und C. Stüven wegen Vergehens gegen§ 9 des als Gewerberichter fühlen sollten, dieser rede also einer Organisation Vereinsstatuts bezweckte. Die Genannten sollen den Zwecken des der Arbeitgeber- und Arbeitnehmer- Beisiger das Wort. hm= Vereins zuwider gehandelt haben Streifbruch Erlangen schließt sich den Ausführungen des Vorredners an, während beziehungsweise Disciplinbruch und Organisationsbruch begangen Deininger- München entgegengesetzter Ansicht ist. Es fet nothaben sollen. C. Stüven, der früher Vorfizender des social- wendig, daß die Arbeitnehmer- Beifizer auf dem Verbandstage demokratischen Vereins gewesen ist und zu den Accordmaurern geschlossen daständen, und deshalb müßten fie fich mit beschäftigen. gehört, verteidigte sich gegen die von mehreren Genoffen gegen ihn ber Tagesordnung desselben Matisset daß, erhobenen schweren Beschuldigungen ganz energisch und behauptete, macht darauf aufmerksam, wenu die Organisations er arbeite mur deshalb in Accord, um feine Arbeitskraft teurer zu frage besprochen werden solle, wohl wenig Zeit für die Beverkaufen als in Tagelohn. Daß er sich sonst ehrlos benommen sprechung der Tagesordmmg des Verbandstages übrig bleibe. habe, wies er zurück. Von verschiedenen Rednern wurde unter An- Weber Kiel hält es für notwendig, daß in das Verbandsstatut führung von Thatsachen ausgeführt, daß seine Entschuldigungs- Bestimmungen aufgenommen würden, die es den Vorsigenden nicht Preis: Für 15 Exemplare 1 Rubel, 80 Exemplare 2 Rubel, einwände nicht stichhaltig feien und daß er bewußterweise die mehr erlauben, Delegationen von Arbeitnehmern abzulehnen. 50 Gremplare 3 Rubel, 100 Exemplare 5 Rubel, 500 Exemplare Intereffen seiner Arbeitsgenossen und die der Partei und der Ges Bringmann- Staffel ist speciell beauftragt worden, anzuregen, 22,50 Rubel, 1000 Exemplare 40 Rubel, 2000 Exemplare werkschaft verlege. Schließlich wurde der Ausschluß der vier daß Klarheit darüber geschaffen werde, wer die Wahl der Dele75 Rubel, 3000 Exemplare 110 Rubel, 4000 und mehr zu genannten Mitglieder mit großer Majorität von der gierten vorzunehmen hat. Redner meint, daß bei einem Ablehnen 8 Kopeken das Exemplar. Versammlung votiert. der Vorschläge der Arbeitnehmer diese kurzerhand den Verband der Sauer Ludwigshafen Gewerbegerichte ablehnen follten. tritt energisch dafür ein, daß die Arbeitnehmer Beisiger als auch zu jeder Vervollberechtigt angesehen und demnach bandsversammlung zugelassen werden. Leist Nürnberg ist infolge der Kosten der Meinung, daß nur alle drei Jahre ein Verbandstag abgehalten werden soll.- Sch w o pe Crimmitschau weist darauf hin, daß der dortige Stadtrat der Ansicht huldigt, die Beisiger hätten nicht die Auffassungskraft wie ein Jurist, und des halb müßten auch nur die Vorsitzenden zu den Verbandstagen belegiert werden. vorkommen oder vorkommen können. Es empfiehlt sich, dieses Buch in möglichst großer Anzahl von Exemplaren unter der Dorfbevölkerung und unter den Fabrikarbeitern zu verbreiten. Die verlangten und empfangenen Exemplare follen am nächstfolgenden Feiertage und unter möglichst feierlichem Aufwand zur Verteilung an alle Arbeiter, Kinder und Frauen nicht ausgeschlossen, gelangen. Ein gutes Wort an das russische Volt." Ein Wert religiös- sittlichen Inhalts, welches von hoch patriotischem Geist durchdrungen und mit Beilage des Portraits ihrer taiserlichen Majestäten versehen ist. Die Bestellung muß umgehend eingesandt werden, damit die Ausgabe rechtzeitig zugestellt wird. Bestellen nach der Anzahl der Arbeiter. Adressieren: Petersburg, Buchhandlung„ Narodnaja Polija"(" Volksmugen"). Das Petersburger Komitee der geistlichen Censur erlaubt, dieses zu drucken. 19./2. Juli 1901. Censor Archimandrit Antonin." Es ist nicht uninteressant, bei dieser Gelegenheit hinzuzufügen, daß die zarische Regierung in den letzten Wochen auch ein andres Kosaten organ gegründet hat, nämlich„ Der rechtgläubige Osten" ( Brawosławny Wiestnik"), der in Bukarest erscheint. Diefes Organ verfolgt äußere Kosakenpolitik. indem Unter falscher Flagge. Die Bergarbeiter- Beitung" erzählt ihren Lesern in einem langen Artikel, die Parteigenossen in Bochum hätten in ihrer Kreistonferenz sich gegen die Aufstellung des Berg arbeiter- Invaliden Peter mais als Kandidaten für den Wahl freis Bochum ausgesprochen, weil dieser ein Vertreter der Neutralität der Gewerkschaften( Neutralitäts- Dufeler) sei. Diese Behauptung ist nach jeder Richtung falsch. Gegen die Kandidatur des Mais wurde geltend gemacht, daß er sich geweigert habe, zur Feier des 18. März eine Rede zu halten, weil dies eine socialdemokratische Demonstration fei, an der er sich nicht beteiligen fönne, da er als Arbeiterkandidat für die nächste Reichstagswahl auch auf die Stimmen der nicht. socialdemokratischen Arbeiter des Kreises rechnen müsse. Mit dieser Neutralität", die es fich gerne gefallen ließe, wenn die Socialdemokratie die Arbeit und Kosten der Wahl übernähme, = Auf Antrag Deininger wird sodann in die Beratung der Statuten eingetreten. Die Durchberatung der Verbandsstatuten nahm längere Zeit in Anspruch. Beim§ 2 beantragt Weber Kiel, daß das Verbands M " geteilt Dersammlungen. " in organ den Beisitzern obligatorisch geliefert werden soll, und zwar Als eine der widerwärtigsten und schimpflichsten Erscheinungen gleichbar sind, da die deutsche Ziffer nur die in den der General auf Kosten der Stadt. Seitens verschiedener Redner wird dem ent- in diesem Niesenkampfe um ein heiliges Arbeiterrecht muß das Ge- kommission angeschlossenen Centralverbänden organisierten Arbeitegegengehalten, daß diese Frage in das Ortsstatut gehöre und des- bahren einer gewissen Sorte von Streitbrechern und Arbeitswilligen rinnen angiebt, während die amtliche Statistit in Frankreich alle halb bei diesem Paragraphen gar nicht erledigt werden könne. Die empfunden werden. Mit so chnischer Frechheit sind in allen vorauf möglichen Syndikate umfaßt, die wir in Deutschland als GeivertKonferenz ist jedoch gegenteiliger Meinung. Matisset- Leipzig schlägt gegangenen Glasarbeiterstreits noch nie die Geschäfte des aus fchaften taum anerkennen würden." vor, auf dem Verbandstage zu beantragen, daß sämtlichen Mit- beuterischen Unternehmertumis betrieben worden, wie in diesem Streik. gliedern des Verbandes deutscher Gewerbegerichte das Verbands- Daß die Lage der Fabrikanten immer fritischer wird, dafür organ unentgeltlich geliefert werden soll. Nach längerer Debatte sprechen verschiedene Anzeichen. Alle Oefen find repariert und zum wird der Antrag angenommen. Auf Antrag Matissets wird sodann Teil schon im Antempern begriffen. Aber die waggonweise einbeschlossen, dem§ 5 hinzuzufügen, daß zu dem Ausschuß sowohl ein zutreffenden Ruffen bleiben aus, und die man", hat, werden mit Der Wahlverein für den zweiten Reichstags- Wahlkreis Arbeitnehmer als auch ein Arbeitgeber- Beisiger hinzugezogen wird. jedem Tage unzufriedener und werfen die Pfeife fort. Die aus fegte in der am 11. d. Mts. abgehaltenen Versammlung die vor Matisset hält es für wünschenswert, daß auf die Tagesordnungen ländischen Glasmacher sind auf dem Posten und weigern sich, für mehreren Wochen begonnene Diskussion fort, die dadurch veranlaßt der Verbandsversammlungen auch Punkte gesetzt werden, die aus die deutschen Scharfmacher zu schuften. Dem Publikum fommt worden war, daß die Preßkommission zu den Anstellungsverträgen Arbeiterkreisen kommen. Deininger- München wendet sich gegen der Ekel, aus Gefäßen zu trinken, von dessen absoluter Herkunft es der Redacteure des Vorivärts" Stellung genommen hatte, ohne, wie die Bestimmung, die unter gewissen Umständen den Ausschluß der keine Sicherheit hat; es will aus feinen Gefäßen trinken, die mög- es ein Teil der Parteigenossen wünscht, die Angelegenheit vorher Oeffentlichkeit beraten zu lassen. bei den Verhandlungen vor Gericht zulassen. licherweise in unappetitlichen Winkeln gelagert haben. Dergleichen, in den Kreisen In der gegenwärtigen Matisset befürwortet den eventuellen Ausschluß, wenn es sich um überall von den Fabrikanten(!) zu hohen Preisen aufgekaufte Debatte vertraten mehrere Redner die Ansicht, daß die ParteiGefährdung der Sittlichkeit handelt. Eine längere Debatte entspinnt Ware" wird selbst für 2 Pf, das Stück zu teuer. Die Maschinen genossen der Kreise mit Recht Anspruch darauf machen könnten, in fich beim§ 12, an der sich Körst en Berlin, Weber Kiel, Beeck liefern brüchige Ware, die für die Fabrikanten und Lieferanten allen wichtigen Angelegenheiten, besonders auch bei Anstellungen, Schwabach, Matisset, Müller- Frankfurt a. D., Heilmannflüssiger Substanzen ungeheueren Schaden bringen. Man verlangt mitzureden, ehe die Breßkommission dazu endgültig Stellung nehme. Offenbach, Deininger München und Häuser Biebrich auf bisher üblichem Wege hergestellte Flaschen. Ju der Diskussion wurde auch auf den Verein Arbeiterpresse Bezug beteiligten. Es wird schließlich ein Antrag Weber angenommen, Polizei und Koalitionsrecht im Diktaturlande. Dem genommen. Während einige Redner dem genannten Verein die nach welchem an den Verbandstagen außer den Vorsitzenden auch elsa- lothringischen Textilarbeiter- Verband hatte die Regierung die Meinung, daß die Partei- Angestellten wohl die Abstellung etwa be Existenzberechtigung nicht abstreiten wollten, waren andre der die Beifizer zu gleichen Teilen teilnehmen sollen; die Kosten trägt Bedingung auferlegt, nur männliche und großjährige Mitglieder stehender Mißstände fordern könnten, ohne jedoch eine Organisation zu der Gerichtsbezirk. Die Wahl der Beisiger hat getrennt mittels aufnehmen. Der genannte Verband hat sich wie bereits mit bilden, die man als eine Kampforganisation innerhalb der kämpfenden geheimer Abstimmung stattzufinden. Nach Beendigung der Beratung aufgelöst und seinen Mitgliedern den Uebertritt in den Arbeiterpartei ansehen müsse. Im Gegensatz zu den Vorrednern verder Statuten entspinnt sich eine Debatte darüber, wer die Abände Deutschen Textilarbeiter Verband empfohlen. Aber auch diese rungen auf dem Verbandstage vertreten soll. Es wird schließlich Organisation wird numehr von den Verwaltungsmaßnahmen des Partei kein Recht habe, sich dagegen zu wenden, daß die Angestellten bird ſchließlich Organisation wird nunmehr von den Verwaltungsmaßnahmen des trat Richard Fischer die Meinung, daß man vom Standpunkt unsrer Matisset, Schramm- Hamburg und Werner- Gera gewählt, die das Schillingsfürst in Colmar, heimgesucht. eine Kommission von fünf Personen, bestehend aus Weber, Deininger, Bezirkspräsidenten, Prinzen Alexander von Hohenlohe- Partei kein Recht habe, fich dagegen zu wenden, daß die Angestellten der Partei sich zur Wahrung ihrer Interessen organisieren. Seien doch namentlich ihre Verhältnisse, Nötige zu veranlassen haben. Berlin wird hierauf als Siz der Provinz, in Dem Vorsitzenden der nengebildeten Filiale des Deutschen mancher Hinsicht verbesserungsbedürftig. Bezüglich des Verdes neuen Ausschusses gewählt. Am Dienstagabend fand eine Fortsetzung der Konferenz statt. Matisfet erstattete zunächst Textilarbeiter- Verbandes in Mülhausen i. Elf. ist dieser Tage dieses hältnisses der Preßkommission zu den Parteigenossen sei, meinte beachtenswerte Schriftstück polizeiamtlich übermittelt worden. der Redner, es den Bericht der am Vorabend gewählten Kommission, nach welchem gar nicht durchführbar, daß die letteren Mülhausen, den 3. September 1901. der stellvertretende Vorsitzende des Verbandstages die Zusicherung in allen Dingen, die sie für wichtig halten, selbst entscheiden. Der Herr Bezirkspräsident hat mich mittels Ber- Der Redner führte au Beispielen aus, daß manche recht wichtige gegeben habe, daß, falls die Anträge dem Ausschuß für Durchfügung vom 28. v. M. II 7153 beauftragt, Ihnen zu er beratung der Statuten überwiesen würden, den Arbeitnehmern das Angelegenheiten mir im kleinen Kreise, wo eine gründliche öffnen, daß die neuzugründende Filiale des Deutschen Textil- und fachgemäße Durchberatung möglich ist, erledigt werden Recht eingeräumt werden solle, daß sie zu der Abstimmung über die arbeiter Verbandes der vereinspolizeilichen Genehmigung tönnten. Statuten hinzugezogen, und daß ferner je ein Arbeitgeber und ein bedarf. Diese Genehmigung wird davon abhängig ge Beaufsichtigungs- Kommissionen möge Bei der Zusammensetzung von Ausführungs- oder man die zu Wählenden Arbeitnehmer in den Ausschuß gewählt würden. Hiermit sei die macht, daß die Mindestzahl der Mitglieder der Filiale 40 be forgfältig auf ihre Befähigung für das betreffende Kommission einverstanden gewesen. Dieses Vorgehen der Komträgt und daß in die Satzungen Bestimmungen aufgenommen prüfen, ihnen dann aber auch die volle und alleinige Vermission wurde sehr scharf fritisiert von Ahrens Berlin und werden, nach denen die deutsche Reichsangehörigkeit, die GroBantwortung für ihre Thätigkeit überlassen. Daß den Parteigenossen Leist Nürnberg. während Weber Kiel erklärt, = daß er jährigkeit und das männliche Geschlecht Voraus bei wichtigen Dingen durch die Kommission Bericht erstattet werde, als Kommissionsmitglied gegen die Abmachungen gewesen segungen der Mitgliedschaft sind. sei. Man einigte sich dahin, daß der Vorsißende, StadtIndem ich Ihnen demgemäß anheimgebe, nach Erfüllung sei selbstverständlich, ebenso, daß sie über Fragen allgemeiner Natur rat Flesch, am Mittwoch zu einer öffentlichen Erklärung veranlaßt werden solle. Die hierauf von Matisset verlesene Abrechnung dieser Bedingungen ein Gesuch um Genehmigung der Sagungen zu entscheiden haben. Der angezeigte Vortrag Fischers wurde von der Tagesordnung der Filiale einzureichen, mache ich darauf aufmerksam, über die Protokolle der Leipziger Konferenz ergab eine Einnahme daß bis zur Genehmigung der Filiale Vereinsversammlungen abgesetzt, weil die vorstehend skizzierte Debatte den ganzen Abend in von 399,31 M. und eine Ausgabe von 275,69 M.; von dem Saldo Anspruch genommen hatte. von 123,62 M. werden Matissek 23,62 M. als Entschädigung gewährt nicht abgehalten werden dürfen und daß bei Zuwiderhandlungen Anspruch genommen hatte. auf Grund der Strafbestimmungen des Gesetzes Jn Tempelhof tagte am Dienstag im Lokal des Herrn Holl= und die Leipziger Beisiger beauftragt, die Revision unter Buzichung bom 10. April 1834 eingeschritten werden wird. wig eine gut besuchte Volksversammlung, in welcher Reichstagseines Kartellbeamten vorzunehmen. An Protokollen sind 2288 Stüc Der Kreisdirektor. Abgeordneter Zubeil über die Thätigkeit des Reichstages sprach. ausgegeben worden. Zu Referenten für die Punkte 2 und 8 der ( gez.) Dieckhoff. Redner gedachte zunächst des Umstandes, daß unsren Parteigenossen Tagesordnung des Verbandstages wurden Ahrens und Körsten, Gleichzeitig wurde der Vereinswirt Weßbecher vor den in Tempelhof bisher kein Lokal zur Verfügung stand, weil jeder beide aus Berlin, bestimmt. Hierauf erfolgte Schluß der Konferenz. Polizeikommissar geladen und ihm damit gedroht, daß im Falle der Wirt, der seine Räume für uns hergab, alle möglichen Beschränkungen weiteren Duldung der Filiale in seinen Lokalitäten auf Grund durch die Behörden zu fürchten hatte, so daß es dem Redner erst des oben citierten Gesetzes und gemäß Artikel 294 des fran- jezt zum ersten Male möglich sei, als Abgeordneter des zösischen Strafgefeges gegen ihn vorgegangen werde. Kreises seinen Wählern in Tempelhof Bericht zu er= Verbandsfiliale und Lokalinhaber sind nun übereinstimmend der statten. Hierauf gab Genosse Zubeil eine Uebersicht über Meinung, daß die citierten Strafbestimmungen durch§ 152 der Reichs die politische Lage und über die Haltung des Reichstags gegenüber Gewerbe- Ordnung aufgehoben sind. Sie stüßen sich dabei auf den im Vordergrund des allgemeinen Interesses stehenden Fragen. das Urteil der Straffammer des kaiserlichen Landgerichts in Seine Ausführungen fanden lebhaften Beifall. vont welches 1. August 1899, An der Diskussion beteiligten sich Frau Thiel und Genosse Falle, der den Centralverband der Maurer Deutschlands Schmidt. Letzterer beleuchtete hauptsächlich die Zustände am Ort. betraf, den Angeklagten unter eingehender Begründung frei- Er sagte unter anderm, daß er selbst auf Wunsch des Amtsvorstehers, sprach. Die Filiale wird daber weiter tagen, um die von dem weil er im socialdemokratischen Wahlverein agitatorisch thätig ist, Prinz- Bezirkspräsidenten in Colmar in Aussicht gestellte gerichtliche aus der freiwilligen Feuerwehr hinauskomplimentiert wurde. Eine Resolution, die sich mit den Ausführungen des Genossen Entscheidung herbeizuführen. Zubeil einverstanden erklärt, fand einstimmige Annahme. V Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Achtung, Glasschleifer! In Nr. 213 des„ Vorwärts" sucht die Firma Heckert, Prinzenstr. 32, tüchtige Glasschleifer auf Facetten und Buchstaben. Hierzu sei bemerkt, daß die bei der genannten Firma in Arbeit stehenden Glasschleifer zur Zeit nicht voll be= schäftigt werden, und daß die Leitung des unterzeichneten Verbandes öfter mit der Firma Heckert unterhandelte, weil unsre Kollegen über schlechte Behandlung klagten. Es wurde zwar Abhilfe versprochen, fie scheint aber nicht eingetreten zu sein, denn die Klagen wiederholten sich, und den Beschwerdeführern wurde mit Entlassung gedroht. Es scheint, als wolle die Firma jezt die Glasschleifer, welche alle dem Verbande angehören, entlaffen und dafür andre Arbeitskräfte einstellen. Deshalb möge kein Glasschleifer die Inserate der Firma Heckert berücksichtigen. Für den Verband der Glasarbeiter Paul Welfisch. Ausland. in einem ähnlichen Verhaftung von Trades- Unionisten. Aus London wird uns geschrieben: Der Kampf gegen das Gewerkschaftswesen ist auf der Tagesordnung. Sieben Mitglieder des Zweigvereins der Vereinigten Tischlergesellschaft( Amalgamated Society of Carpenters and = Amt Joiners) wurden in Limerick verhaftet. Sie werden angeklagt, sich Tekte Nachrichten und Depeschen. Mc Kinleys Zustand. gegen den Tischlermeister Michael Gough verschworen zu haben, der die Forderung der Arbeiter auf Lohnerhöhung nicht bewilligen wollte. Buffalo, 13. September. Die Aerzte Mc Kinleys find darüber mit andren Worten: die Arbeiter erflärten den Streik, da man ihnen den Lohn, auf den sie Anspruch zu haben glaubten, nicht einig, daß hente Nacht die Krisis eintreten müsse. Sie sind der zahlen wollte. Außerdem wurde die Tischlergewerkschaft torporativ Hofinung, den Kranken durchzubringen. auf Schadenersatz gerichtlich belangt. Die Klage auf Schadenersat Buffalo, 13. September. 5 Uhr Abends.( Meldung des Reuterberuft sich auf die Entscheidung der Lords in Sachen der Taff- Thal- schen Bureaus,) Präsident Mc Kinley liegt im Sterben. Eisenbahn. Sociales. An die organisierte Arbeiterschaft Berlins und der Vororte. Arbeiter, Parteigenossen! Noch immer befinden sich die organisierten Barbier- und Friseurgehilfen im Kampf um die Anerkennung ihrer Organisation. Entgegen den Bestimmungen des vor dem Einigungsamt festgelegten Vertrages holen die Arbeit geber ihre Arbeitskräfte nicht von dem paritätischen, sondern von andren Arbeitsnachweisen, um so die jetzt gestärfte Organisation der Gehilfen lahm zu legen. Die Arbeitgeber suchen wohl ihre Preiserhöhung hoch zu halten, aber die Forderungen der Gehilfenschaft bemühen sie sich mit allen Mitteln zu hintertreiben. Arbeiter, Parteigen offen! Wir rufen Eure Hilfe, Ener Die internationale Vereinigung für Arbeiterschutz hat für Solidaritätsgefühl an! Unterstützt uns nach besten Kräften. ihre am 27. und 28. September in Basel einberufene Versammlung Wenn Ihr ein Barbiergeschäft in Anspruch nehmt, so überzeugt Euch, u. a. folgende Punkte auf die Tagesordnung gestellt: ob die dort beschäftigten Gehilfen im Befiz einer Kontrollkarte sind. Bericht des Direktors des internationalen Arbeitsamts: Die Dieselbe muß, für jeden sichtbar, am Spiegel angebracht sein. Wenn Aufgaben des internationalen Arbeitsamts. das nicht der Fall ist, so fragt nach der Karte( auf derselben muß jetzt die 37. Woche abgestempelt sein), und wenn keine vorhanden oder sie nicht ordnungsmäßig gestempelt ist, dann meid et solche Geschäfte! In nächster Woche wird eine Liste sämtlicher boykottierter Arbeit geber der Arbeiterschaft zugehen. Als bewilligt zu betrachten ist Kuhnert, Schleiermacherstr. 19. In Nigdorf sind folgende Geschäfte gesperrt und deshalb von den Arbeitern zu meiden: Pawlecki, Hermannplag 4. Drennert, Herfordstr. 37. Knöffler, Sobrechtstr. 8. In Charlottenburg bitten wir zu beachten, daß auf der Kontrollkarte das 9. Feld abgestempelt sein muß. " Grubenunglück. Bochum, 13. September.( W. T. B.) Die Westfälische Volks zeitung" meldet aus Bergcamen: Im Schacht Grimberg der Beche Monopol" fand auf Flöß 6 eine Explosion schlagender Better statt, wobei 8 Personen getötet wurden. Neun Jahre Gefängnis. Begründung des Antrages der östreichischen Gesellschaft für Frankenthal, 13. September.( W. T. B.) Der im April d. J. Arbeiterschutz, betreffend die Ausarbeitung eines internationalen Schemas der Ursachen der Betriebsunfälle in den einzelnen Berufen. aus Anlaß seiner gegen Frauen und Mädchen in Ludwigshafen teWahl einer Kommission II zur Prüfung des Arbeitsprogramms gangenen Unthaten verhaftete Ludwig Graf ist wegen schwerer des internationalen Arbeitsamtes, des Antrages der östreichischen Körperverlegung in zehn Fällen zu neun Jahren Sektion, der finanziellen Lage der Vereinigung, zur Festsetzung der Gefängnis verurteilt worden. nächstjährigen Beratungsgegenstände und zur Erstattung von Vorschlägen in Betreff des nächsten Versammlungsortes. Berichte der Sektionspräsidien und Bericht des Präsidiums der internationalen Vereinigung über die Aussichten der Ausbreitung der Bereinigung. Bericht der Kommission I; Genehmigung der Statuten der Sektionen, Aufnahme der Sektionen in den Verband, definitive Konstituierung des Verbandes und des internationalen Komitees. Gesperrt sind folgende Geschäfte: Redmann, Schillerstr. 92. Schmidt, Kantstraße 100. Schulz, Rosinenstraße. Rabe, Wilmers dorferstr. 137. Bartelt, Kaiser Friedrichstr. 62. Bieffe, WilhelmsPlazz. Golz, Schloßstr. 36. Horstmann, Kaiser Friedrichstr. 54. Schröder, Krummestraße. Blazecki, Stuttgarter Play. Delze, Wilmersdorferstraße. Schmelz, Schillerstr. 43. Baczeivski, GoetheStraße 47. Bewilligt: Wutha, Pestalozziftr. 77 und Kirchstr. 31. Nickel, Nachfolger Kviatkowski, Kantstr. 53. Lic. Die Lohnkommissionen der Barbiergehilfen für Berlin und die Vororte. Sammelliste Nr. 003195 für die Glasarbeiter ist beim Gastwirt Wolf, Capriviſtraße Berlin, verschwunden. Gezeichnet war nach Angabe der Wirtin darauf nichts. Das Streitkomitee Rummelsburg, Ecke Kant- und Goethestraße. Deutsches Reich. Wolkenbruch. Merau, 13. September.( B. H.) Ein mit einem schweren Gewitter verbundener Wolkenbruch richtete in der Stadt großen Schaden an. Die Wassermenge erreichte stellenweise eine Höhe von 7 Metern. Einberufung des dänischen Reichstages. Delegierte des internationalen Komitees für Deutschland find: Kopenhagen, 13. September.( W. T. B.) Jnr dem heutigen Freiherr v. Berlepsch, Staatsminister. Profeffor Dr. Lujo Brentano, Kabinettsrat setzte der König die Eröffnung des Reichstages auf den Geheimer Hofrat. Professor Dr. France, Herausgeber der 5. Oktober fest. Arbeitersekretär Giesberts, Giesberts, M.- Gladbach, Socialen Bragis". Landtags- Abgeordneter Dr. Mar Hirsch. Dr. Pieper, General Profeffor sekretär des katholischen Boltsvereins, M.- Gladbach. Petersburg, 13. September.( B. H.) Bei einer auf dem Gute Dr. Werner Combart. Christian Tischendörfer, Lithograph. Pfarrer Pletnawsti bei Walst ausgebrochenen Feuersbrunst find 5 Knechte der Weber, Vorsitzender evangelischen Arbeitervereine. und 4 Mägde in den Flammen umgekommen. Mehrere PerM.- Gladbach. Ober- Regierungsrat Dr. Wörishoffer, Vorstand der sonen erlitten schwere Verlegungen. badischen Fabritinspektion, Karlsruhe. Neun Personen verbrannt. Gegen das Arbeitersekretariat in Gera hat sich auch der Energische Schritte des östreichisch- ungrischen Botschafters Bezirksausschuß erklärt. Bekanntlich hatte der Stadtrat von Gera, gegen die Pforte. in den Bahnen des Oberlandesgerichts Breslan wandelnd, die Konstantinopel, 13. September.( Meldung des Wiener Teles Thätigkeit des Sekretärs als genehmigungspflichtige Winkeladvokatur behandelt und verboten. Der Sekretär Pazer führte Beschwerde graphen- Sorrespondenz- Bureaus.) Wie wir bereits gemeldet, unterbeim Bezirksausschuß und dieser verwarf die Beschwerde. Auf dem nahm der hiesige östreichisch ungrische Botschafter Frhr. v. Calice Beschwerdewege wird da auch schwerlich ein andrer Entscheid zu er Beschwerdewege wird da auch schwerlich ein andrer Entscheid zu er" Fach- langen sein. langen sein. Es sollte eine gerichtliche Entscheidung provoziert werden, um zu hören, wie das Oberlandesgericht Jena darüber Die Errichtung einer eignen Bäckerei beschloß der Konsum urteilt. Zum Generalftreik der Flaschenmacher schreibt der Fachgenoffe", das Organ des Glasarbeiter- Verbandes: Die Streiflage ist noch dieselbe: Reiner der beiden Teile will nachgeben; die Fabrikanten arbeiten mit allen Mitteln, wie sie ⚫ eben nur dem großen Geldsack und seiner wirtschaftlichen Uebermacht und seinem politischen Einfluß zu Gebote stehen. verein in Apolda in seiner legten Generalversammlung. Daß dabei auch die schäbigsten Mittel mit unterlaufen, berTag liefert 1еuеs steht sich am Rande, und jeder neue Beweise dafür. Aber die Arbeiter lassen sich im Glauben und Vertrauen auf den endlichen Sieg ihrer guten und gerechten Sache nicht beirren; mit bewundernswerter Ausdauer und fühler Reserve spotten sie allen Verlockungen, spotten sie den aus gesuchtesten Brovokationen und Verfolgungen, die von allen Seiten auf sie hereinstürmen. Ist ihnen doch gerade dieses Toben der ficherste Beweis, wie schlecht es um die Sache des Unternehmertums bestellt ist. Aus der Frauenbewegung. Zur Arbeiterinnen- Organisation. Zu der kürzlich auch von uns gebrachten Mitteilung, wonach die Zahl der organisierten Arbeiterinnen in Frankreich größer fei wie in Deutschland( Deutschland 22 844, Frankreich 43 470) bemerkt das Korrespondenzblatt der Gewerkschaften Deutschlands": bei der Pforte energische Schritte wegen der unvollständigen Ausführung der int der Angelegenheit des versuchten Mordanschlags auf den Gerenten des östreichisch ungrischen Konsulats in Prizrend gegebenen Zusicherungen. Diese Schritte wurden insbesondere durch die Flucht des Gendarmerie sapitän& Mehmed Buraj, eines Mitschuldigen Schakirs, der auf den Gerenten seiner Zeit schoß. hervorgerufen. Ein andrer Mits schuldiger, der Gendarm Husni Zuraj, ist bereits verhaftet worden. Es wurden den Ortsbehörden die strengsten Anfträge ers teilt, sowie ein Bataillon Infanterie und eine halbe Batterie von Uestüb in die Umgebung von Djakovo entsandt, um die Verhafting Mehmed Zurajs vorzunehmen. Gleichzeitig wurde durch Jrade die Ueberführung der drei Schuldigen behufs Aburteilung nach Konstantinopel angeordnet. Neapel, 13. September.( W. T. B.) Der Deputierte Nubiani " Um falschen Schlüffen vorzubeugen, müssen wir darauf hinweisen, daß diese beiden Zahlen überhaupt nicht miteinander ver- list in San Martino Valle Candina gestorben. Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage. Nr. 215. 18. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonnabend, 14. September 1901. gar worden ist. Zur Würde nun Genosse Hué, der von sich selbst ja verfichert, daß er richtig lesen kann, den Schiedsspruch gelesen haben, che er sein Urteil in die Welt hinaus schleuderte, dann würde er dort gefunden haben, daß die Anklage, die sich gegen die Accordmaurer richtete, wie folgt lautete: Jm vorigen Jahre wurde zwischen der hiesigen„ Bauhütte erachten, wenn ehrliche Arbeiter überall, wo sie es ermöglichen maurer zu verleiten? die Notlage der armen Accordmaurer bon Aber etwas andres aus ganzes als grimmigen Haß der für Verbesserung ihrer Lage kämpfenden Ar- das Klagelied über den Terrorismus der Verbandsmaurer auf dem beiter gegen die gefügigen, liebedienerischen Auchkollegen richtig Baumgartenschen Bau, die sogar so weit gingen, die Zimmerer würdigen, und man muß es für eine durchaus angebrachte Sitte zur Beihilfe an der Vertreibung der arbeitswilligen AccordHöchst schauberboll! Wien rührend Frage der Hamburger Accordmaurer. können, sich die Gesellschaft solcher Kreaturen nicht gefallen lassen, der Genosse Auer Vom Genossen Auer erhalten wir folgende Zuschrift: Genosse Hué verlegt sich, nachdem er Thatsachen für seine Be- wenn diese Leute unter der Arbeiterschaft für ehrlos gelten, trotzdem zu schildern versteht, die allem Anschein nach von vornherein mit der ehrfamen Absicht umgingen, den ganzen Ban in Accord zu hauptung: daß die Hamburger Accordmaurer sich nicht damit be sie es im Sinne der bürgerlichen Rechtsprechung nicht find. Dieser Standpunkt hat bisher nicht nur in den gewerkschaft- nehmen, die den Unternehmer, der als Jummgsmitglied die Absicht gnügt haben, auf ihren Bauten weiter zu arbeiten, fondern daß fie lichen Organisationen Geltung gehabt, sondern auch die socialdemo- und die Pflicht hatte, die Maurerarbeiten im festen Lohn ausführen auch die Bauten besetzten, wo die Centralverbändler, wegen Nicht- fratische Partei, als vornehmste Vertreterin der Arbeiterinteressen, zu lassen, so lange gedrängelt haben, bis er zum Tarifbruch bereit anerkennung des Tarifs streitten, nicht beizubringen hat ihn so lange als berechtigt anerkannt und stets solche Mitglieder, war. Kennt Genosse Auer das Arbeiterleben so wenig, um nicht zu bermag, auf das Silbenstechen. Nun tommt es aber die ihre Arbeitswilligkeit über die Solidarität stellten, als ehrlos wissen, daß gewerkschaftlich organisierte Arbeiter immer in Notwehr nicht darauf an, was Genosse H116 aus dem ausgeschlossen. Auch das so sehr angefeindete Hamburger Schieds- find, wenn sie sich solche Kollegen vom Leibe halten, die sich zu stilistisch ja gerade nicht musterhaft abgefaßten Beschlusse der Accord- gericht hat in seinem Urteil anerkamit, daß Streifbruch eine ehrlose fleißigerer"( und dadurch schon billigerer) Arbeit anbieten, wie maurer herauszulesen beliebt, sondern darauf, was vor dem Schieds- Handlung im Sinne des Parteistatuts sei, was die Herren Dr. David es hier geschehen? gericht in stundenlanger und sehr eingehender Verhandlung erwiesen und Parvus anscheinend gar nicht beachtet haben, denn sie wollen Eine ganz unzutreffende Behauptung stellt der Genosse Auer bon Ehrlosigkeit im gewerkschaftlichen Kampfe überhaupt nichts wissen auf, wenn er meint, daß die Gewerkschaften verlangten, die Partei und verteidigen dabei doch den Schiedsspruch. Weicht aber dieser solle gewissermaßen den Eretutor für sie spielen und ihre Beschlüſſe letztere schon von der bisher in Arbeiterkreisen üblichen Auffassung unbesehen vollstrecken. Das ist feinem vernünftigen diese des Ehrlosigkeitsbegriffes ab, indem er ihn in Bezug auf die Ham Einschränkung muß ich allerdings machen Menschen eingefallen, burger Accordmaurer nicht für anwendbar erklärt, so gehen die und gegen eine solche Herabwürdigung der Partei würde auch ich beiden genannten Herren Doktoren in ihren Ausführungen gleich so auf das entschiedenste Front machen. Es ist für unsre Partei durchweit, daß man sich wirklich fragen muß, ob die Social- aus nicht angebracht, alle Mitglieder auszuschließen, die es mit ihrer ( Arbeitgeber- Organisation) und der Maurerorganisation eine Tarif demokratie dann noch eine Arbeiterpartei bleiben würde, wenn Gewerkschaft verdorben haben, denn manche Gewerkschaften bervereinbarung getroffen, welche die Accordarbeit ausschloß. Die fie die verfeinerten Ehrbegriffe, welche diese Herren entwidelt haben, langen beispielsweise manchmal bei Lobulämpfen wirklich zit Es ist auch auch falsch, ihren Mitgliedern. Maurer haben sich in drei Versammlungen mit diesem Tarif be- für sich gelten laffen würde. Nein, das sind Ehrbegriffe, wie sie für viel falsch, zu schäftigt und demselben zugestimmt. Ein kleiner Teil hat sich das bürgerliche Leben passen, wo jeder sein Geschäft ohne Rücksicht beschließen, wie es manche Parteivereine gethan haben, daß alle diesem Beschlusse nicht gefügt und arbeitete im accord auf seine Mitmenschen betreibt und seine Ehre darin sieht, die Ston- Mitglieder gewerkschaftlich organisiert sein müssen oder daß nur weiter. Der Centralverband der Maurer hat darauf über die furrenz zu überflügeln, fic womöglich totzuschlagen, seinen Profit die gewerkschaftlich organisierten zu Aemtern und Delegationen Bauten, wo in Accord gearbeitet wurde, die auf Kosten der andren zu vermehren; aber die Arbeiterschaft sieht wählbar sein sollen; denn in manchen Berufen sieht es mit der ges Sperre verhängt und die betreffenden Mitglieder ausgeschlossen. ihre Ehre in der Solidarität. Wer diese lettere vermissen läßt, gilt wertschaftlichen Organisation unter aller Kanone aus, und oft ist Die Ausgeschloffenen haben dann eine selbständige Organisationals ehrlos; die Arbeiter sind dabei auch nicht so zimperlich wie die auch gar feine Befferung zu erhoffen. Man kann es manchem Ar" Freie Bereinigung" gegründet und sollen den Beschluß feinen Herren Doftores, die da meinen, der gute Ton fönne beiter wirklich nicht verdenken, wenn er seiner Gewerkschaft nicht beigefaßt haben, an allen Bauten die Arbeit aufzunehmen, wo der barunter leiden, wenn man Leuten, die doch nur nach dem ersten tritt, und die Partei soll sich darauf beschränken, ihre Mitglieder Centralverband die Sperre verhängt. Die Freie Vereinigung" bürgerlichen Geschäftsprincip Enrichissez vous" handeln, gleich freundlichst auf ihre gewerkschaftliche Pflicht hinzuweisen; sie müssen soll 200 Mitglieder zählen. das Prädikat„ ehrlos" an den Kopf wirft. Nur nicht so zimperlich selber wissen, was sie zu thun haben. Selbst hier in der Anklage wird also das Hauptgewicht schon Die deutsche Sprache ist eben eine plumpe Sprache, wie schon Leffing ge- ist es, wenn jemand wegen wenn jemand wegen ehrloser Handlungen bie Eine Partei, der Gewerkschaft fliegt. unser auf die Vorgänge auf den Bauten, wo in Accord gearbeitet wurde, sagt hat. gelegt. Jm„ Vorwärts" vom letzten Sonnabend beklagt sich nun Genosse Staatswesen, die ganze bürgerliche Gesellschaftsordnung Das Schiedsgericht hat nun aus den Verhandlungen sowie den Auer bitter darüber, daß man die Mitglieder des Hamburger Schieds- torrumpiert hinſtellt, eine Partei, die doch sozusagen die beigebrachten sonstigen Beweisstücken festgestellt, gerichts vielfach als Leute bezeichnet, die vom Gewerkschaftsleben ganze Welt verbessern will, eine solche Partei darf doch bei ihren daß der Ausgang des ganzen Konflikts sich aus der Differenz nichts verstehen. Dies thut er, nachdem er kurz vorher, im zweiten eignen Mitgliedern tein unehrenhaftes Berhalten dulden. Und trot über die Beurteilung der Accordarbeit in den beteiligten Kreisen Absatz desselben Artikels, den Beweis geliefert, daß es mit seinem Bernstein, David, Parvus so lange die Socialdemokratie Arbeiterergiebt. Der erste Ausschluß aus dem Verband und die ihm Verständnis für die Praxis des gewerkschaftlichen Stampfes in der partei fein will, wird sie nicht nur die gewöhnlichen Ehrbegriffe des folgenden gleichen Beschlüsse sind erfolgt, weil die Ausgeschlossenen That nicht weit her ist. Auch ein Auer ist eben nicht überall zu Strafgesetzbuchs, sondern auch die speciellen Ghrbegriffe der Arbeiterder Tarifvereinbarung, nur im Tagelohn zu arbeiten, nicht folgen Hause. Er meint da, daß es nicht angängig sei, in einer Handlung schaft, deren oberster die Solidarität ist, für sich verbindlich erachten ( Accordarbeit) eine ehrlose Handlung zu erblicken, sobald diese in müssen. Damit ist noch lange nicht gesagt, daß die Partei jeden, Das Schiedsgericht hat weiter festgestellt: Hamburg ausgeübt wird, während sie sonst überall in Deutschland, der wegen( vermeintlichen oder wirklichen) Streitbruchs aus seiner „ daß in all den in Frage kommenden Fällen es sich um auch von seiten der Mitglieder des Maurerverbandes, unbeanstandet Gewerkschaft ausgeschlossen wird, ohne weiteres ebenfalls mit dem Bauten gehandelt hat, wo der Verband die Sperren ausgeführt werden kann". Teufel Prädikat ehrlos auszuschließen hat. verhängte, weil dort entweder in Accord ge= Welche Naivität! Jawohl, Genosse Auer, die Accordarbeit, wird für sein Verhalten Milderungsgründe anführen können, arbeitet wurde, oder weil Mitglieder der die an andren Orten wegen der Schwäche der Organisation die von der in der Erregung des Kampfes befindlichen GeFreien Bereinigung" auf diesen Bauten bewegen der Rückständigkeit der ganzen Verhältnisse noch nicht beseitigt werkschaft nicht gewürdigt werden können, weshalb die Partei ichäftigt worden sind." werden kann, zu der an andren Orten auch die Mitglieder des eben jeden Fall selbständig zu prüfen hat. Dies Recht wird ihr Erst als diese Feststellungen getroffen waren, hat dann das Maurerverbandes wohl oder übel gezwungen find, diese Accord wohl niemand absprechen, und ich bezeichne es als Spiegelfechterei, Schiedsgericht die Frage: Ist in der Freien Vereinigung der Accordarbeiter" ein Be- arbeit ist, sobald fie in Hamburg ausgeübt wird, eine ehrlose Sand wenn gewisse Leute immer so thun, als ob man die Selbständigkeit Ist in der Freien Vereinigung der Accordarbeiter" ein Be- lung seit dem vorigen Jahre, weil in Hamburg seit dem vorigen der Partei antasten wolle. schluß gefaßt worden, dahingehend: fich den Unternehmern in Jahre die Möglichkeit vorliegt, die Accordarbeit abzuschaffen, eine Also, wie gesagt, oft tönnen Milderungsgründe vorhanden sein, allen Fällen zur Verfügung zu stellen?" Möglichkeit, die an andren Orten eben nicht besteht. Ist denn das die einen Ausschluß nicht als angebracht erscheinen lassen, aber im einstimmig verneint. so schwer einzusehen? Hamburger Fall habe ich solche Gründe nicht finden können. Diese Die Schädlichkeit der Accordarbeit im Baugewerbe wird wohl Leute hatten ausreichend Gelegenheit, ihr Brot ehrlich zu verdienen, von fast allen Seiten zugegeben, wenigstens hat nach Genossen Auer als fie, gleich dem ersten besten Achtgroschen- Jungen, für ein paar das Schiedsgericht die Schädlichkeit ausdrücklich anerkannt. Also Mark Mehrverdienst die Jutereffen ihrer Kollegen verrieten. Dafür darüber sind wir einig. Aber selbst wenn wir das nicht wären, giebt es teine Entschuldigung! Denn das kann doch keine Entso müssen wir doch die gewerkschaftliche Organisation der schuldigung sein, daß die Accordmaurer sich jest„ auch eine soMaurer Hamburgs für kompetent erachten, über diese Frage zu ent- genannte Organisation augelegt haben; das wäre ein billiger scheiden. Dies ist geschehen und die einzige in Hamburg bestehende Spaß. Dann gäbe es in Bufunft überhaupt feine ehrlosen StreilOrganisation( an die jetzige Auchorganisation war damals noch nicht brecher mehr; diese würden sich in jedem einzelnen Falle mit einigen zu denken) hat vor einigen Jahren gegen eine ganz unbedeutende gleichgesinnten Seelen zusammenthun und irgend einen Klub minorität den Beschluß gefaßt, die Abschaffung der Accordarbeit billigsten fommt ein Diskutierklub gründen, dem sie eine Pappanzubahnen. Und dieser Minorität ist es damals nicht ein tafel mit der Aufschrift Gewerkschaftsorganisation" umhängen. Dann Wenn weiter Genoffe qué nicht begreifen kann, was der Ham- gefallen, aus dem Verbande auszutreten und sich eine Sonder beschließen sie in diesem Diskutierklub, daß sie den betreffenden burger Borgang mit der Neutralität der Gewerkschaften zu thun organisation zu gründen, damals zu betonen, daß fie sich nicht Streit nicht anerkennen usw., und stehen mun reingewaschen vor der hat, so stimme ich dem zu. Mit der Neutralität der Gewerkschaften fügen würde, was sie hätte erklären müffen, wenn ihr daran lag, Oeffentlichkeit da.. Und dies Wunder hat lediglich die Papptafel mit hat der Hamburger Schiedsspruch gar nichts zu thun; aber fomisch ihren ehrlichen Namen zu behalten. Die Herren blieben im Ver der Aufschrift Gewerkschaftsorganisation" fertig gebracht; denn der wird es in weiten Parteitreisen empfunden, daß diefelben Leute, die bande, auch als dieser den Beschluß zur That machte, als es ihm Streit war ja nicht anerkannt", und folglich kann es auch keine ehrim angeblichen Interesse dieser Neutralität fich fortgesetzt gelang, im Frühling vorigen Jahres mit der Hamburgischen lofen Streifbrecher geben! über Bevormundung der Gewerkschaften aus den Reihen Baugewerbe- Innung einen Vertrag abzuschließen, der neben andern Solche Mäßchen fann man vielleicht dem Genoffen Auer vorder Partei beschweren, jetzt einen rein gewerkschaftlichen Verbesserungen die Bestimmung enthielt, daß Maurer- und Bimmerer machen, aber feinem im gewerkschaftlichen Kampfe stehenden Arbeiter. Vorgang bor das Forum ber Bartei zerren und ein arbeiten fortan nur im Tagelohn ausgeführt werden sollten; sie blieben und es wird sich hoffentlich auf dem Parteitage zeigen, daß das Urteil derfelben provozieren. Mit einer verständigen und fach- ruhig im Verbande und verpflichteten sich damit doch ausdrücklich, richtige Gefühl für Arbeiterehre noch nicht verloren gegangen ist, gemäßen Abgrenzung der Wirkungsgebiete zwischen Partei und Ge- für die Durchführung des neuen Vertrages einzutreten von daß die Partei immer noch die Verpflichtung in sich fühlt, die im werkschaften wird jeder ehrliche Socialdemokrat einverstanden sein. Sonderorganisation war immer noch keine Rede. Dem erwähnten Kampfe mit dem übermächtigen Unternehmertum schiere Opfer Aber heute für Pfarrer Naumann die Agitation vorbereiten Bertrage traten auch die der Innung nicht angehörenden Bau- bringenden Arbeiter in jeder Weise zu unterſtügen. oder mit dem„ chriftlichen" Arbeiterführer Brust im stillen Ein- Unternehmer und auch solche von Altona und Wandsbek bei. Dies verständnis sein, und morgen wieder die socialdemokratischen zu betonen ist um so notwendiger, als durch die unternehmerseitig Justanzen als Schiedsrichter anrufen, das verträgt sich nicht bewiesene Bereitwilligkeit das Verhalten der Accordgesellen erst in das mit einander. Das ist auch nicht mehr Neutralität, sondern rechte Licht gestellt wird. Neutralitätsdufelei", vor dessen allgemeiner Herrschaft ein gütig Geschickt die Partei und Gewerkschaften bewahren möge. wollten. " Die Begründung für dies Nein aber lautet: " Die in der vorstehenden Frage aufgestellte Behauptung stützt fich ausschließlich auf Angaben von Berichten in bürgerlichen Blättern über angebliche Vorgänge in Versammlungen der Accord maurer. Das Schiedsgericht war einstimmig der Ansicht, daß folchen Quellen in Arbeiterangelegenheiten mit großer Vorsicht zu begegnen sei. Es bleibt also dabei, daß vor dem Schiedsgericht auch nicht ein Schatten bon Beweis dafür beigebracht worden ist, daß die Accordarbeiter in anderen Fällen, als da, wo die Sperre wegen Accordarbeit verhängt worden ist, weiter gearbeitet haben. Ferner geht uns folgender Artikel zu: Der Ehrbegriff der Arbeiterschaft. " Mancher arme H. Schadeba ch. Berliner Partei- Angelegenheiten. am Treptow Baumschulenweg. Die Parteigenossen werden ersucht, fich Sonntag früh 81/2 Uhr zur Flugblattverbreitung bei Staffeldt, Baumschulenstr. 84/85 recht zahlreich einzufinden. Dies jenigen Genossen, welche noch Betitionsliften in Händen haben ,. mögen dieselben daselbst am Sonntag abliefern. Nieder- Schöneweide. Der Wahlverein hält am Sonnabend, abends 81/2 11hr, bei Franz, Grünauerstr. 5, seine Mitglieder- Verfammlung ab. Vortrag des Genoffen Th. Me zner Berlin über die wirtschaftliche und politische Lage. So glaubte die Maurer- Organisation in Hamburg einen Socialdemokratischer Wahlverein zu Schöneberg. Ueber schönen Erfolg errungen zu haben; aber Verrat und hinter die preußische Volksschule wie sie ist und wie sie sein soll, wird list thaten sich zusammen, um ihn wieder illuforisch zu machen. am Dienstagabend 81/2 Uhr Genoffe Schubert bei Obst, Der Feind fand sich in den eignen Reihen, und zwar waren es Meiningerstr. 8, einen Vortrag halten. Da der Vortrag angesichts nicht mir simple Genossen, sondern in Amt und Würden der social- der Schulzustände am Ort von hoher kommunaler Bedeutung ist, demokratischen Partei befindliche Personen, die so schmählich an hat jedes Mitglied die Pflicht, zu erscheinen. Der Vorstand. ihren Arbeitskameraden sich vergingen. Sie waren untröstlich Wilmersdorf. Die Parteigenossen und Genosfimmen werden ist durch den Ausschlußantrag gegen die Hamburger Accordmaurer darüber, daß sie nicht mehr für zwei arbeiten durften, und fahen zu einem heiß umstrittenen Objekt geworden. Ehrlos oder nicht, deshalb ihren wirtschaftlichen Ruin vor Augen, es wurde heimlich ersucht, fich an der am Sonntag stattfindenden Agitations= das ist die Frage, auf die es ankommt, die in der zur Debatte angebandelt mit in das gleiche Trübsalshorn blasenden Unter- tour rege zu beteiligen und morgens 51/2 Uhr bei Witte, BerlinerDesgleichen sich zu der am Montag, den stehenden Angelegenheit von vielen bejahend, aber auch von vielen nehmern, und so kam denn die allmähliche Durchlöcherung des straße 40, zu erscheinen. verneinend beantwortet wird. Im Vorwärts" haben sich in dieser Vereinbarten. Die verbotene accordarbeit fand wieder Boden und 16. d. M., am Orte stattfindenden Flugblattverbreitung Sache, abgesehen von den Darlegungen des Hamburger Gewerkschafts- gewann nach und nach an Ausdehnung. So wurde aus niedrigster in den bekannten Lokalen einzufinden. kartells, die Genossen Bernstein, David, Parvus und Auer geäußert, und gemeinster Raffgier, die sich nicht mit dem Lohn der Arbeitsalles Genossen, die einen bedeutenden Ruf als Parteiführer tameraden begnügen will, sondern diesen das Brot wegnehmen u..d so resp. Theoretiker befizen, von denen aber wohl feiner un- das Arbeitslosenheer vergrößern muß,- eine durch jahrelange, mühemittelbar im gewerkschaftlichen Kampfe thätig ist. Jch volle organisatorische Arbeit herbeigeführte Errungenschaft wieder durch glaube nicht! Also mögen es die Herren schon gestatten, daß auch brochen. Als alle gütlichen Vorstellungen und Ermahnungen nichts einmal ein einfacher Arbeiter, der in publizistischer Hinsicht neben nügten, sondern mit Frechheiten beantwortet wurden, sah man sich ihnen zwar nur ein Weisenknabe ist, der aber außer zur politischen schließlich genötigt, die Sünder aus der Maurerorganisation auszuOrganisation auch im gewerkschaftlichen Kampfe zur Hebung der schließen, und nun folgt ein Schauspiel für Götter. Arbeiterklasse beizutragen sucht, seine Ansichten über Ehrlosigkeit zum Die also exilierten Kapitalshausknechte wollten nicht als uns besten giebt. So wenig es mir sonst gefallen hat, wenn ab und zu organisierte frant und frei in der Welt herumlaufen; sie legten sich socialdemokratische Arbeiter sich geringschäßig über die Akademiker frant und frei unter der Bezeichnung Freie Bereinigung" ein neues der Partei geäußert und die schwielige Fauft über Gebühr ver- Gewand an, und„ der schlaueste der Schlauen", unser verehrter herrlicht haben, so habe ich durch den Hamburger Streitfall doch die Genosse Auer, fiel prompt auf diesen Schwindel hinein. Derfelbe Meinung gewonnen, als ob die Theoretiker und Akademiker nicht das Mann, der sich in der Parteivorstands- Broschüre über den Leipziger Stadtrat Kauffmann hat gestern auf die ihm vom Stadtrichtige Gefühl für den Ehrbegriff der Arbeiterschaft befizen. Sie können Buchdruckerstreik die billige Nedensart leistete: Fort mit der Sondersich nicht so recht hineindenken in die Lage des Arbeiters, der sich tag- bündelei", leistete, er ließ sich ein für ein U vormachen und sah die verordneten- Vorsteher Dr. Langerhans gemachte Mitteilung von täglich tausend Chikanen des Unternehmers ausgesetzt sieht, der für sein Freie Vereinigung hinausgeworfenerStreifbrecher für eine Gewerkschafts- feiner Wahl zum atveiten Bürgermeister von Berlin die Erklärung bißchen Brot täglich sein Leben riskieren muß, der, wenn er sich organisation an. Wer lacht da? Eine Gewerkschaftsorganisation abgegeben, daß er die Wahl mit verbindlichstem Dank für die Ehre mudt, auf die Straße fliegt und dann oft Hunger leiden muß, mit einem monatlichen Beitrag von 30 Pf. 1 Die wird den und das Vertrauen annehme. während diejenigen, die als zufriedene Arbeiter" vor dem Unter- Unternehmer gewiß gewaltig imponieren und wahre Wunder im Die Presse behandelt die Wiedertvahl ohne sonderliche Leidens nehmer auf dem Bauche triechen, alle möglichen Vergünstigungen wirtschaftlichen Kampfe zur Hebung der Arbeiterklasse vollbringen! schaft. Allerdings sind die konservativen Blätter mit Eifer bemüht, zugeschoben erhalten, und auch in solchen Fällen, wo ein Streif Also plumper Schwindel ist es, die Freie Vereinigung“ ats erfolgreich war, nicht nur alle Berbesserungen, für die fie teinen Gewerkschaftsorganisation zu bezeichnen. Nicht zum Stampf gegen die Krone, deren Willen ihnen sonst wenig Respekt einflößt, gegen Finger gerührt, mitgenießen, sondern sich auch während des Streiks das Unternehmertum ist sie gegründet worden( und mit dieser Fest- den Berliner Kommunalfreisinn scharf zu machen. In der" Post" gewöhnlich in die besten Stellen festgebissen haben und nun stellung fällt für mich der Begriff Gewerkschaftsorganisation unter heißt es: bie Schaden den Tisch), sondern zum Kampfe gegen die eignen Kollegen und Arbeit zurüdfehrenden Sieger Sieger mit frende betrachten, fie unter dem des Schuge Unter zum Schutze ehrvergeffener Arbeitswütiger( denn Arbeits willtger nehmers und der Staatsgewalt oft genug noch verspotten fann man hier nicht mehr sagen). Ich möchte durch diesen Artikel und bekämpfen. Wie weit der Uebermut der Arbeitswilligen aber feierlichst Verwahrung dagegen einlegen, daß die Socialdemokratie erst nach einem verlorenen Streit geht, das tann man sich nach dem auch das Protektorat über diese Gesellschaft annimmt; das wollen Gefagten lebhaft vorstellen. So mur kann man den Etel und den wir den Herren Bosadowsky, Boedite u. Cie überlaffen. Was soll die alt Lokales. Bur Bürgermeisterwahl. " Schon die Nüdsicht auf das böse Beispiel, das ein Erfolg eigenwilligen Troyes gegen unbestrittene Rechte der Krone geben würde, verbietet in diesem Falle eine Nachgiebigkeit der Krone, welche nicht als versöhnliches Entgegenkommen, sondern als Schwäche erscheinen müßte. Der Staat würde unheilbaren Schaden erleiden, wenn Kommunalverbände mit Erfolg der Krone gleichsam abtrotzen könnten. waS diese nach geivissenhafter Prüfung in Rücksicht auf höhere Interessen versagen zu müssen glaubte." Die„Voss. Ztg.", das Organ des Berliner Kommunal� freisinns, ist aber wegen der Bestätigung guter Hoffnung. Sie meint „Als Zelle zum Oberbürgermeister gewählt werden sollte. entsetzten sich einige hohe Beamte und sogar einige Stadtväter und versicherten hoch und heilig, er würde nie bestätigt werden Und dann wurde er dennoch gewählt, bestätig! und mit der Ver sichcrnng des Königs begrüßt, daß die Wahl keinen Würdigeren treffen konnte. Wenn jetzt die Bestätigung Kauffmanns erfolgt. wir würden nicht nur diese Genugthuung denen gönnen, die den Mut hatten, die Würde der Selbstverwaltung zu wahren, sondern auch die Beschämung denen, die einmal über das andre beteuerten. die Wiederwahl sei nichts als eine leere und gefährliche Demonstration und könne nur zum schwersten Nachteil für die Bürgerschaft ausschlagen." Hier spricht natürlich der Widerwille des Spießbürgers gegen «inen ernsthaften Konflikt ein Wörtlein mit, und daher bemüht die „Vossische Zeitung" sich sehr im Schweiße ihres Angesichts, Herrn Kauffmann als einen auch der Krone angenehmen Mann zu empfehlen. Sogar das possierliche Argument, daß diesmal die Socialdemokratie bei der Wahl keine ausschlaggebende Rolle gespielt habe, fehlt in der Anpreisung des freisinnigen Blattes nicht. Mehr Beachtung als diese Bemühungen verdient am Ende em Artikel, der sich in dem sonst herzlich unbedeutenden„Kleinen Journal" befindet. Darin heißt es: Die würdevolle Art, in welcher Kauffmanns Wiederwahl er- folgt ist, kann auf die abermalige Entscheidung, vor die sich der Monarch gestellt sieht, nicht ohne Einfluß bleiben. Das Urteil von 103 Vertretern der Bürgerschaft kann unmöglich tiefer einzuschätzen sein, als das der Berater der Krone. Man darf getrost behmipten, daß es in der ganzen Welt keinen Vertretungskörper giebt, der in diesen Konflikt mit der Krone mit größerer Bestimmtheit und doch auch mit größerem Dekorum eingetreten wäre, als die Berliner Stadtverordneten. Das allein verleiht ihnen ein Recht auf Ent gegenkommen. Paris war dem Könige Heinrich schon vor mehreren Jahrhunderten eine Messe wert. Sollte nicht Berlin, das seitdem neuen Kaiserreich an Stelle von Paris der Mittelpunkt der Welt geworden ist, einen Bürgermeister wert sein? Das als jüdische„Kreuz-Zeitung" oft verspottete Blatt soll zu Hofkreisen Beziehungen haben und daher kann eS nicht wundernehmen, wenn seine Auslassungen dahin gedeutet werden, daß oben die Witterung umgeschlagen habe. Mag dem sein wie ihm wolle. etwas Klügeres als die Bestätigung Kauffmanns könnte die Krone kaum vornehmen. Unser in seinem innersten Wesen doch so pudeltreuer Freisinn würde vor Loyalität ja Purzelbäume schlagen. wenn ihm diesmal sein Wille geschähe. Die neue Polizci-Vcrordnung über die Beschränkung oder richtiger Vernichtung des Stratzenhandels in Berlin, die dem Magistrat zur Aeußerung vorliegt, umfaßt sechs sehr kurze Para- graphen.§ 1 lautet:„Auf den in der Anlage A näher bezeichneten Stratzenzügen und Plätzen ist jeder Straßenhandel soivie das Wer- teilen von Reklamezetteln, Geschäftsempfehlungen aller Art, Bekannt inachungen und Ausrufen untersagt." Die Anlage A zählt 95 Straßen und Plätze auf, wo Straßenhandel überhaupt nicht betrieben werden darf: darunter befinden sich die Ackerstraße Andreasstraße, Bergmaniistraße, Bluincnstraße, Bremerstraße, Chansseestraße, Dorotheenstraße, Dresdenerstraße, Fennstraße, Friedrichstraße, Große Frankfurter-, Invaliden-, Kaiser Wilhelm-, Kloster-, König-, Krausen-, Kraut-, Leipziger-, Linden- Lützow-, Markgrafen-, Mauer-, Müller-, Münz-, Neue Friedriche straße. Oranienstratze, Grüner Weg, Reinickendorfer-, Rosen thaler-, Schützen-, Solms-, Steglitzer-, Turm-, Waldemar-, Wrangel- Wörther-, Zimmer-, Zossener- und andre Straßen, sowie mehrere verkehrsreiche Plätze. Der ß 2 hat folgenden Wortlant:„Aus den in der Anlage B. näher bezeichnete» Straßcnzügen und Plätzen ist es untersagt, den Straßenhandel unter Zuhilfenahme von Fuhrwerk aller Art(einschließlich Handwagen, Hundcwagen und Schubkarren) auszuüben. Behältnisse(Körbe, Kasten u. a. m.), die daselbst zur Ausübung des Straßcnhandels benutzt werden, dürfen nur so groß sein, daß sie von einer Person bequem gehandhabt werden können." Z 3. Das Verbot erstreckt sich sowohl bei Z 1 wie bei§ zugleich auf die einnründenden Straßenzüge und Plätze in einer Entfernung von 30 Meter, von jedem Punkte der unter diese Para- graphen fallenden Straßenzüge und Plätze ab gerechnet und nach jeder Richtung hin gemessen.§ 5. Zuwiderhandlungen gegen die vorstehenden Bestimmungen werden nach§ 3Kö Nr. 10" des Str.-G.-B. für das Deutsche Reich vom 2g. Februar 1876 mit Geldstrafe bis zu 60 M. oder Haft bis zu 14 Tagen bestraft.§ 6. Diese Verordnung tritt am 1. September 1901 in Kraft. Der§ 4 erteilt der Polizei die Befugnis, hinsichtlich der unter§ 1 fallenden Straßen und Plätze für den Handel mit Blumen und Schriften in be- schränktcm Umfange, dem Bedürfnis entsprechend, Aus- , lahmen zu gestatten. In der Anlage B sind 211 Straßen und Plätze genannt, auf denen der Straßenhandel nicht unter Zuhilfenahme von Fuhrwerk betrieben werden darf. Diese alle aufzuführen ivürde zu ivcit führen. Es sind ebenfalls ver- kehrsreiche Straße», wie Alexanderstraße. Behren-, Bellealliance-, Breite-, Brunnen-, Bülow-, Frucht-, Gertraudten-, Holzmarkt-, Jcrusalemer-, Karl-, Kurfürsten-, Lange-, Neander-, Prinzen-, Ritter-, Roß-, Wienerstraße, Uutcr den Linden usw. Man darf wohl annehmen, daß der Magistrat die Ansicht der Gewerbedeputation teilt und seine Zustimmung zu einer Polizei- Verordnung versagt, die, wie die Dinge heute liegen, zahlreiche Existenzen dem Elend überantworten würde. Zur Regelung deS Begräbniswesens in Berlin und den Vororten wird vom Kultusministerium eine besondere Kommission eingesetzt iverden. Man berichtet darüber: Die Weigerung ver- schi'edener Vorortgemeinden, die Anlage von Kirchhöfen in ihren Ge- uiarknngen zu gestatten, hat hierzu Veranlassung gegeben. Es be- steht die Absicht, der Stadtsyuode für alle zu ihrem Bezirk ge- hörenden Gemeinden die Regelung der Kirchhofsfrage zu übertragen. So sind mit der Stadt Schöneberg Verhandlungen angeknüpft, welche auf den Erwerb der Schöneberger Kirchhöfe durch die Stadtshnode abzielen. Letztere wird auch die Sorge für die An- läge neuer Kirchhöfe den politischen Gemeinden ab- nehmen und hält bereits Umschau nach für größere Fried- Höfe geeigneten Ländereien. Auf das Terrain in Buckow ist ver- zlchtet worden. Es sind indes der Stadtshnode mehrere Terrains rm Westen, von denen eines für einen neuen Schöneberger Kirchhof in Betracht käme, und erneut das schon früher in Aussicht ge- uommene große Gelände in Stahnsdorf zum Kauf angeboten worden. Es liegt natürlich Tendenz in dem Streben, das Begräbnis- Wesen zu einem kirchlichen Alt zu gestalten, und daher gehen dem Geistlichen kommunale Friedhöfe, die ohne Unterschied der Religion Tote auftrehmen, wider den Strich. Die politischen Ge- meinden handeln zum Besten der Bevölkerung, wenn sie dem Streben der Synoden Widerstand entgegen setzen und ferner aller Muckerei zum Trotz die hygienisch einwandfreieste Art der Bestatwng im Auge behalten, nämlich die Feuerbestattung. Zum Milchkriegc. Wie ein Vertreter des Milchringes im Bäckermeisterverein„Südwest" erklärte, plante der Ring, angesichts der Schwierigkeiten, welche die Milchhändler seineu Bestrebungen machen, die' möglichst direkte Lieferung an das konsumierende Publikum unter Ausschaltung des Zwischenhandels. Den Konsum- und Rabatt-Sparvereineu soll überhaupt Milch nicht geliefert werden, eine Maßnahme, durch welche der Ring dem'Mittelstande sein Entgegenkommen beweisen will. Trotz dieser Ausführungen erklärten sich die Versammelten gegen die Milchpreiserhöhnng. Im Bäckermeister-Verein Moabit wurden dem Milchring gegenüber noch schärfere Töne angeschlagen. Bäcker- meister Wolf betonte, wenn der Ring erst das Lieferungsmonopol besitze, könne man sich auf weitere Preissteigerungen gefaßt machen. Es wurde beschlossen, gemeinsam mit den Milchhändlern den Bestrebungen des' Milchringes entgegenzutreten. Der KindcSmord, der am Abend des letzten Mittwoch von einem Coups eines Ringbahnznges auf der Strecke Putlitzstratze Wedding ausgeführt wurde, beschäftigt sehr lebhaft die Kriminal Polizei. Es ist festgestellt, daß das ermordete Kind männlicken Ge schlcchts an jenem Mittwoch selbst kurz vor der That zur Welt ge komme» sein mutz. Die unnatürliche Mutter hat es. jedenfalls mit Hilfe einer zweiten Person, alsbald nach der Geburt in ihrer Woh nung in einem Kohlenfeuer verbrennen wollen. Die rechte Seite des Kindesleichnams, besonders das rechte Bein, sind stark angekohlt und weisen schwere Brandwunden auf. Bei diesem Versuch, das Kind zu verbrennen, sind die Thäter wahr- scheinlich gestört worden. Dann haben sie das Kind, zusanimen mit drei Stücken angekohlten Brennholzes, zunächst in eine Zeitung und dann in graubraunes Packpapier gewickelt und das Paket mit Bind- faden fest verschnürt. Weiter ist ermittelt, daß dieses Paket aus einem von der Putlitzstraße nach dem Wcdding zu fahrenden Nord- ringznge, lvie schon angedeutet, ans einem Coupe 2. Klasse, an der Ueberführung des Berlin-Spandauer Schiffahrtskanals gegen 6 Uhr abends nach der Südseite hinausgeworfen worden ist. Durch eine» Revolverschuß versuchte sich gestern, Freitag nachmittag um 1 Uhr, der 32 Jahre alte Gürtler Paul Nürnberg der als Junggeselle bei seiner Schwester in der Biesenthalerstr.- wohnt, zu töten. Der Mann ist seit zwei Jahren lungenleidend und sagte gestern morgen zu seiner Schwester, er möchte am liebsten aus der Welt scheiden, da er doch nicht gesund werde. Nachmittags wollte er sich eine Kugel in die Brust schießen. Das Geschoß drang jedoch in die rechte Körperseite ein. Schwer verwundet wurde der Unglückliche mit einem Lückschen Rettungswagen nach der Charits gebracht. Ein Kindesuiord in der Kochstr. 50, der seit Sonntag die Kriminalpolizei beschäftigte, ist jetzt für die Strafbehörden„gegen standslos" geworden. Das Dienstmädchen Franziska Kalinowski, das ein neugeborenes Kind, wie die späteren Feststellungen ergaben. erivürgt hatte, ist im Moabiter Krankenhause gestorben. Zeuge» gesucht. Die Personen, welche am letzten Sonntag- abend unr Vs9 Uhr in Hohen-Schönhauscn in der Nähe der Oranke- straße sahen, wie der 60 Jahre alte Johann Wolters in einen dort aufgeworfenen Kanalisationsschacht stürzte und sich dabei schwere Verletzungen zuzog, oder welche irgendwelche Angaben betr. vor- schriftsinaßiger Beleuchtung und Schutzvorrichtungen machen können, werden von den Angehörigen des Verunglückten um Abgabe?cr Adressen au I. Wolters, irö., Langenbeckstr. 3, gebeten. Arbcitcrrisiko. In der Bronzewaren-Fabrik von J.C. Spinn u. Sohn in der Wasserthorstr. 9 ist Freitagnnchmittag der 18 Jahre alte Arbeiter P a u I P ä tz e l dadurch verunglückt, daß er mit der Hand in die Ziehbank geriet und sich den rechten Zeigefinger völlig abquetschte. Die Firma ist insoweit für den schweren Unfall ver- antwortlich, als sie den Arbeiter erst gestern Morgen 9 Uhr in den Betrieb einstellte und ihm trotz seiner gänzlichen Unerfahrenheit eine wegen ihrer Gefährlichkeit selbst von erfahrenen Leuten gefürchtete Beschäftigung zuwies. Straßeubahn-Unfall. Ein Leser schreibt uns: Größere Vor- icht wäre den Straßenvahnschaffneni im Verkehr mit dem Publikum in solchen Fällen zu empfehlen, wenn der Wagen durch Kurven ährt, die bekanntlich stets ein beträchtliches Schwanken verursachen. Kurz nachdem ich Montagabend auf der Haltestelle Plötzensee den Wagen bestiegen hatte, kam der Schaffner zum Kassieren und hinderte mich so, an der Kurve mich gehörig festzuhalten. Die Folge war. daß ich und noch ein Fahrgast durch das heftige Schwanken des sehr chnell fahrenden Wagens auf das Straßenpflaster geschleudert wurden, und es ist ein wahrer Zufall, daß ich mit dem Hinterkopf auf meinen Hut aufschlug und so ohne erhebliche Verletzungen davonkam. Mein Leidensgefährte erlitt dagegen Verletzungen an der Hand. Der Wagen hielt dann erst etwa 10 bis 15 Schritte von uns entfernt. Als wir den Kutscher zur Rede stellten, antivortete er, daß er vorschriftsmäßig gefahren habe, ebenso meinte ein Controleurs, der bald aufstieg, daß ?och nichts von Belang geschehen sei. Der Schaffner aber behauptete kühn, daß wir durch unsre eigne Unvorsichtigkeit vom Wagen ge allen seien. Weil er glaubte, wegen seines Alters bald entlassen zu werden, hat der 56 Jahre alte Müller August Scholz aus der Rüdersdorferstr. 45 Hand au sich gelegt. Scholz war 18 Jahre lang bei der Berliner Dainpfinühlen-Akticngesellschaft in der Michaelkirch- traße 22/23 beschäftigt. Seit einigen Wochen meinte er, wie es heißt ohne Grund, daß er seines Alters wegen entlassen werden solle. Gestern erhängte er sich in der Küche. Als seine Frau ihn fand, lebte er noch, bald aber starb er unter den Händen eines Arztes. Einen uunntcrbrocheuen Nachtverkehr richtet die Große Berliner Straßenbahn aus Anlaß des Vierundzwanzigstunden Rennens in Friedenau ein. In der Nacht von Sonntag und Mon- tag geht vom Nollendorf-PIatz wie von, Sportpark in Friedenau alle Stunde je ein vollständiger Straßcnbahnzug. Der erste dieser Nachtzüge geht um 12 Uhr mitternachts, der letzte um 6 Uhr morgens. Die Voruntersuchung gegen die Bankdirektoren Kommerzicn- rat Sande». Puchmüller Schmidt und Warsinski, ist abgeschlossen, doch dürften vielleicht noch einige Ergänzungen notwendig werden. wird damit gerechnet, daß die Angelegenheit in diesem Jahre nicht mehr zur Verhandlung kommt. Die genannten Direktoren be- rnden sich seit Dezember' v. I. in Untersuchnngshast. Die An- chuldigungen gegen sie gehen auf Betrug und Vergehen gegen das Aktiengesetz. Städtische Tanbstnnimcuschule. Im Gcmeindeblatt macht die Schuldeputation bekannt, daß die Aufnahme in die Taubstummen- 'chule anfangs April und Oktober stattfindet. Eltern. Vormünder taubstummer schulfähiger und noch nicht eingeschulter Kinder haben Anmeldungen zum bevorstehenden Wiuter-Semester bis spätestens 1. Oktober er. bei dem Direktor Gutzmann, Markusstraße 49, anzu- bringen.— Die Taubstummenschule, welche gegenwärtig 14 Klassen zählt, hat auch eine Vorklassc, in welcher taubstumme Kinder unter sechs Jahren Aufnahme finden, die hier von erfahrenen Lehrkräften für den planmäßigen Schulunterricht in zweck- mäßiger Weise vorgebildet werden.— Die Fortbildungs- chule für Taubstumme zählt zur Zeit 6 Abteilungen, 4 für Jünglinge und 2 für junge Mädchen. Der Oberknrsus für Jüng- linge ist für Gehilfen und Gesellen bestimmt, die hier auch Unter- Weisung in Gcsetzeskunde, Anleitung zu mündlichen Vorträgen und zur Abfassung von allerlei schriftlichen Arbeiten, sowie Uebung in allen Arten des praktischen Rechnens erhalten. Für die im Oktober beginnenden Winterkurse nimmt der Leiter der Fortbildungsschule, Direktor Gutzmann, Markusstr. 49, Anmeldungen schon jetzt entgegen. Der Unterricht ist unentgeltlich, die Stunden liegen abends von'?— 9. Fenerbericht. Freitagnachmittag war Posenerstr. 24 ein kleiner Wohnungsbrand abzulöschen. Vorher wurde Linienstr. 248 Wäsche eingeäschert. Auf dem Exerzierplatz in der Schwedterstraße war durch Mutwillen ein Zaun in Brand gesteckt, doch ist der Thäter nicht ermittelt. Bülowstr. 57 kam in einer Drechslerei Feuer aus, das edoch noch im Keime erstickt werden konnte. Koppenstr. 32, Karl- traße 28 und Brunnenstr. 41 waren Zimmerbrände zu beseitigen. Aus unbedeutenden Anläffen wurde die Wehr außerdem nach Fenn- 'traße 32, Haidestr. 56 und Landsbergerstr. 117 gerufen. AuS den Rachbarorteu. Die Erhöhung des Wohnuugsgrld- Zuschusses für die lädtischen Lehrer war von der Majorität der Rixdorfer Stadtverordueten-Versammlung vor einiger Zeit abgelehnt worden, wobei seitens der Stadtv. Beiß und Genossen scharfe Worte gegen die Lehrerschaft fielen. Der Rixdorfer Lehrerverband veröffentlichte infolgedessen in der Lokalpresse eine ebenso scharfe, aber durchaus gerechtfertigte Entgegnung, welche den Vorstandsmitgliedern des Lehrerverbandes seitens der Regierung zu Potsdam eine Geldstrafe von je 20 M. einbrachte. Die Betroffenen wandten sich darauf an den Kultusminister mit der Bitte, die Strafverfügung aufheben zu wollen, da man ja nur sein gutes Recht vertreten habe. Jetzt hat der Kultusminister den Antragstellern den Bescheid zugehen lassen. daß er die Strafe für angemessen erachte und daher von der Auf- Hebung der betreffenden Verfügung absehen müsse. Mit den Einsprüchen gegen die Richtigkeit der Wähler- liste» zur Schöneberger Siadtverordnetenwahl wird sich die nächste Stadtvero'rdneten-Sitzung zu beschäftigen haben. Es sind im ganzen 37 Reklamationen eingegangen, von denen 23 nach dem Gutachten des Magistrats als begründet angesehen werden. Vier Reklamanten müssen wegen Nichtzugehörigkeit zum preußischen Staatsverband mit ihrem Einspruch abgewiesen werden. Es kann daher nicht oft genug darauf hingewiesen werden, bei solchen An- lässen sich naturalisieren zu lassen, will man nicht seines Wahlrechts verlustig gehen. Eine eigne Gasanstalt für Schöneberg zu schaffen, hat eine aus zwei Magistratsniitgliedern und drei Stadtverordneten bestehende Deputation den städtischen Körperschaften zu empfehlen beschlossen. mit dem Antrage, alle nötigen Vorkehrungen zu treffen, damit bei Ablauf des Vertrages mit der Englischen Gasgesellschaft am 2. Juni 1904 die eigne Gasanstalt fertiggestellt sei.— Die Errichtung einer B a u g e w e r ks ch u l e' wird ebenfalls am hiesigen Orte geplant und der Handelsminister soll dem Vorhaben auch nicht ab- geneigt sein, wenn— die Stadt die sämtlichen Kosten, sogar die der ersten Einrichtung, übernimmt. Wegen der Massendiebstähle i« der Pulverfabrik zu Spandau wird Anklage gegen zehn Personen erhoben werden, näm- lich gegen einen Portier, drei Wächter und sechs Maschinisten. Es sind'Anzeichen dafür vorhanden, daß mit den gestohlenen Gegen- ständen Handel bis in entfernte Gegenden, so nach Schlesien betrieben worden ist; nach dieser Richtung hin schwebt das Er- mittelungsverfahren noch. Ein Menschenauflauf wurde am Donnerstagabend in Schöne- berg verursacht, weil ein in der Belzigerstr. 6 wohnender Hauswirt eine in seinem Hause wohnende Familie— Frau mit 4 Kindern— wegen rückständiger Miete auf die Straße setzen ließ. Hierbei soll die' Frau auch noch mißhandelt worden sein. Gegen 10 Uhr abends brachte die durch die Polizei requirierte Feuerwehr die bedauerns- werte Familie mit ihren Habseligkeiten nach den sogenannten Baracken. Tie neueste Radfahrerfalle. Für Radfahrer verboten ist neuerdings das an der nördlichen Seite(von Charlottenburg aus rechts) belegene Bankett der Charlottenburger Chaussee vom Spandauer Bock bis Spandau. Das Verbot ist durch Warnungs- tafeln kenntlich gemacht; diese werden aber, weil bisher das Be- fahren der bezeichneten Strecke gestattet war, von den Radfahrern meist nicht beachtet. So vermochte der Gendarm letzthin an einem Tage au 60 Uebertretungen festzustellen. Ge virszfcs-BcUnnij» Um ihren guten Ruf und ihr verlorene? Liebesglück kämpfte die unverehelichie Frieda I., die gestern vor der 9. Strafkammer dem Schmiedegesellen August Langer als Privatklägerin gegenüber- stand. Ehe die Verhandlung begann, steckten die Richter die Köpfe zusammen und der Vorsitzende verkündete nach bekanntem Muster: „Es werden in der Verhandlung Dinge vorkommen, die vielleicht für die zarten Ohren holder Frauen nicht gerade erbaulich sein dürften. Ich mache die im Zuhörerraum sitzenden fünf Frauen besonders darauf aufmerksam, damit sie sich entfernen können. Sollten sie aber meinen, daß ihr zartbesaitetes Gemüt einen Puff vertragen kann, so können sie auch im Saale bleiben." Kichernd blickten die Frauen zur Erde— aber keine rührte sich vom Fleck.„Nachdem die holden Frauen nunmehr kundgethan, wie sie laxiert sein wollen, können wir die Sache ohne jede Schminke zur Verhandlung bringen," meinte der Vorsitzende. Die Privatklägerin hatte allen Grund, auf den Angeklagten bitterböse zu sein. Sie hatte das Herz eines jungen Handwerkers erobert, dem sie auch von Herzen zugethan tvar. Sie wiegte sich oft in dem Gedanken,. dereinst einmal die Frau Meisterin zu werden, denn ihr Schatz hatte ihr mehr als einmal die Versicherung gegeben, daß er sie früher oder später heiraten werde. Da mußte der junge Mann Soldat werden und wurde einer auswärtigen Garnison zugeteilt. Beide nahmen zärtlichen Abschied von einander.„Als er zur Fahne fortgemüßt, hat sie so herzlich ihn geküßt, mit Bändern seinen Hut geschmückt und zärtlich ihn ans Herz gedrückt." Aber auch hier' hieß es: andres Städtchen, andres Mädchen! Der junge Vaterlandsverteidiger wurde schweigsamer und chweigsamer und der Briefwechsel ruhte fast ein Jahr lang gänzlich, ehe er wieder aufgenommen wurde. Die Privatklägerin war der Meinung, daß sie in der Zwischenzeit ihre jungen Tage auch nicht gerade zu vertrauern brauche, sie fand Anschluß an die Familie des Angeklagten und hielt es für keine Sünde, mit dem letzteren hier und da einen Ausgang zu machen. Der Angeklagte scheint über diese ehrbaren Beziehungen haben hinausgehen wollen und stellte an das Mädchen nach' dessen Behauptung wiederholt An- 'orderungen, die sie mit Entrüstung zurückgewiesen haben �will.— Endlich kam für ihren Schatz auch die Zeit, wo er das schöne Lied vom Reservemann singen konnte. Er kehrte nach Berlin zurück und eilte zu seiner Braut. Als diese ihm harmlos erzählte, daß sie mit dem Angeklagten wiederholt spazieren gegaugen sei, da zog in eine Seele' der schwärzeste Verdacht und er eilte zum Angeklagten, um von diesem zu erfahren, ob ihm seine Braut etwa unzulässige.-« Intimitäten gestattet habe. Der Befragte bejahte es— nach der Behauptung deS Mädchens wahrhcitswidrig— und brüstete sich damit, daß es ihm nicht schwer D- geworden sei, die Sprödigkeit des Mädchens� zu überwinden. Die Folge dieser Mitteilung ivar, daß das Mädchen einen im ent- rüsteten Tone gehaltenen Absagebrief erhielt. Sie war sprachlos über die Beschuldigung und da ihr ehemaliger Bräutigam spöttisch anheimgestellt hatte, doch den Schmiedegesellen zu ver- klagen, wenn sie ein reines Gewissen habe, so befolgte sie ohne weiteres diesen Rat. Die Sache nahm für den Angeklagte» ein böses Ende, obwohl er versicherte, nur die Wahrheit gesagt zu haben. Er hatte die Thorheit gehabt, einem Bekannten mitzuteilen, daß er zwar versucht habe, die Privatklägerin auf Abwege zu bringen, ihm dies aber nicht gelungen sei. Das Schöffengericht verurteilte ihn wegen Verlenmdimg zu einer Woche Gefängnis. Seine hiergegen eingelegte Berufung war ohne Erfolg. Namens der Klägerin bat Rechtsanlvalt Leonhard Friedmann den Gerichtshof, zu berücksichtigen, daß der Angeklagte durch seine grundlose Behauptung, die das chwerste sei, was man einem jungen Mädchen nachsagen könne, das ganze Lebensglück der Privalklägerin gestört habe.— Der Ge- richts'hof stellte sich ganz auf diesen Standpunkt und verivarf die Berufung.__ Vcreiuskalender. Arbeiter-Sängerbund Berlins und der Umgegend. Vorfitzender Adolf Neumann, Brunncnstraiie lob. Erster Kassierer Seikrit, Fidicinstraße IS. Alle Aenderungen im Vereinskalender sind zu richten an Friedrich Kortum, Lausitzerstr. 33. Sonnabend, abends 3—11 Uhr: Uebungsstundc und Ausnahme neuer Mitglieder.— „Sanges- Echo" Krüger, Naunnnstr. S.—„Immergrün", Tegel, Rentner, Spanoauerstr. 15.—„Vorwärts vll", Rnmmclsburg, Beutling, Goethe- und Kantstr.-Ecke.—„Weihe Rose ll", Weihcnsee, Sorrer, Strahburgstr. 56.— „Eintracht l", Teltow, Dertz, Zehlendorferstr. 6.—„Sängerlust", Lucken- walde, Schulze, Bcelitzerstr. 34.—„Einigkeit II", Reinickendorf„West", Bethwell, Witteftrahe.—„Echo II", Markgrafpieske bei Fürstenwalde, Grasnick.—„Gemischter Chor", Luckenwalde, Gerhart, Haag 5.—„Ober- Schüneweider Liedertafel", Ober-Schöneweide, Waaener, Edisonstr. 5.— Glück zu", Lörig, Pankftr. 32ä. Arbeiter-Rancherbund Berlins und der Umgegend. Aenderungen im Vcreinskalender sind zu richten an Albert Liebetrau, Berlin, Putbuserstr. 44, ' Tr. Sonnabend:„Havana II", Nowawes-Neuendorf, Benchardt, Priester- Freie Vereinigung der Civil- Berufsmusiker Berlins und Um gegend. Dienstag, den 17. d. M., vormittags 11 Uhr, Grenadierstr. 33: Ordentliche Mitgliederversammlung. Tagesordnung: Tarifausgabe, Be ratung betreffs Centralisation der Arbeitsvermittelung, Festsetzung der Extraspesen für Annehmer, II. Schriftführerwahl. Der Borstand. Allgemeine Kranken- und Sterbekaffe der Metallarbeiter ( E. S. 29 Hamburg) Filiale I. Sonntag, den 15. b. M., Mitglieder ftraße 31. Glück Auf", Rüdersdorf Kalfberge, Greve, Heinigstr. 19. Suba", Spichalle, Bredowstr. 2." Bappel", Dahmke, Buchholzerftr. 5. Havana I", Rirdorf, Pflug, Juliusstr. 59." Blauer Dampf", Doye, Müllerstraße 32a. Kommune", Bärsch, Drontheimerstr. 1e. Grüne Wiese", Schrader, Stralsunderstr. 63. Ginigkeit III", Henze, Herzfelde, Hauptstraße 46. Guter Tabat", Kupsch, Teltow, Hoher Steinweg 41. Gemütlichkeit V", Mier, Henickendorf, Kirchplatz. Klub 1900", Ruppert, Kochstr. 57. Angler I", Zuleger, Zimmerstr. 60. ,, Gemütlichkeit", Versammlung. Gleize, Charlottenburg, Krummestraße 69.." Guter Bug", Berndt, Buchbolzerstr. 1.- Pfälzer", Hoffmann, Swinemünderstr. 47. ,, Einigkeit IV.", Gärisch, Neu- Bittau. Einigkeit V", Waschkuhl, Weißenburgerstr. 48. Weichselduft", Stargardterstr. 18. Arbeiter: Turnerbund. Sonnabend: Turno." Fichte", Berlin. abds. 8-10 Uhr: 1. Männer Abt. Friedenstr. 37. 3. Männer- Abt. Boechstr. 17/20. 7. Männer Abt. Reichenbergerftr. 131-132. 8. Männer Abt. Höchstestr. 36/37. 2. Lehrlings: Abt. Stalizer Straße 55-56. 4. Lehrlings- Abt. Siemensstr. 20( Moabit). 5. Berl.- Abt. Ackerstr. 67." Freie Turnerschaft Johannisthal" abds. 9-10 Uhr Senft: leben. Turnerschaft d. V." Nereus"( gegründet 1882), 1. LehrlingsAbteilung 8-10 Uhr abds. Manteuffelstr. 7.- Arb.- Turnb." in Adlershof, Schmauser, Bismarckstr. 16, 81/ 2-102 Uhr abends. " = Gesang, Turn- und gesellige Vereine. Sonnabend. Verein ehemaliger Schüler der Electra Mehr Licht", Miegel, Stralauerstr. 57. Heureka". Verein zur Beförderung der Sprechfertigkeit Stotternder. Uebungsabend jeden Sonnabend Niederwallstr. 7, Gemeindeschule. Zwanglose Zusammenkünfte mit Damen im Restaurant des Gewerkschaftshauses. Sonnabend: Buchbinder. Unterricht. 82 rue Deutscher socialdemokratischer Leseklub in Paris. Notre- Dame de Nazareth, 3e arrond. Brasserie des 3 Suisses. Jeden Sonnabend öffentliche Verſammlung; reiche Bibliothek, Zeitungen, französischer London. Der einzige socialdemokratische Verein Londons, der alte, von Karl Marr und Friedrich Engels 1846 mitbegründete' tom: munistische Arbeiter- Bildungsverein befindet sich nach wie vor 49 Tottenham Street, Tottenham Court Rd., W. London. Alle Anfragen in gewerkschaft lichen und parteigenössischen Angelegenheiten sind an vorstehende Adresse unter Bezeichnung:„ An den 1. Sekretär" zu Händen des Vereinsvorstands, zu richten. Verein Vorwärts, Johannesburg( Transvaal). Progreß- Bierhalle, Corner of Marshall and Small Street. Arbeiter- Radfahrerbund Solidarität“. Gau 9( Prov. Branden burg). Alle Zuschriften und Anfragen den Bund betreffend sind zu richten an den Gauvorsitzenden Karl Fischer, Berlin NW., Waldstr. 8. Sonn: abend: Wanderlust", Rummelsburg, jeden Sonnabend nach dem 1. und 15. bei Jaje, Prinz Albrechtstr. 13. Vermischkes. In Bonn ist die Polizei einem scheußlichen Verbrechen auf die Spur gekommen. Dem Polizei- Inspektor Witkuel ist es gelungen, die Urheber dieses Verbrechens, den 48jährigen Heizer Freiwald aus Ohligs und seine beiden Schwestern zu verhaften. Der Heizer, deffen Frau in Bonn lebt, hat mit seinen Schwestern in sträflichem Berkehr gestanden und foll Water ihrer 12 unehelichen Kinder sein. Von diesen 12 Kindern ist nur eins am Leben geblieben, die übrigen 11 find kurz nach der Geburt gestorben. Jetzt geht das Gerücht, daß diese 11 Kinder einen gewaltsamen Tod gefunden hätten. Die bisher nach dieser Richtung angestellten Untersuchungen haben noch kein Resultat ergeben. Es sind bereits in dieser Sache viel Zeugen vernommen worden. Die Ver hafteten find in Amerika geboren; ihr Vater war ein ausgewanderter Deutscher, ihre Mutter eine Negerin. Leipzig, 13. September. Dem„ Leipziger Tageblatt" zufolge hat ein östreichischer Deserteur Namens Herrmann aus Kragau ( Böhmen), der vor zwei Monaten in einer Ortschaft bei Zittau verhaftet worden ist und sich in Leipzig in Untersuchungshaft befindet, das Geständnis abgelegt, einem vor kurzem in der Nähe von Leipzig tot aufgefundenen unbekannten Handwerksburschen ermordet zu haben. Marktpreise von Berlin am 12. September 1901 Weizen, gut D.- Ctr. mittel gering 1118118 Kartoffeln, neue, D- Ctr. 8-15Rindfleisch, Keule 1 kg 1,70 1,20 do. B- 11ch 1,30 1, Schweinefleisch 1,60 Produktenmarkt vom 13. September. Der heutige Getreidemarkt eröffnete auf Amerita in fefter Haltung. Diese wurde auch durch veränderte Offertenverhältnisse begünstigt; russischer Roggen war weniger angeboten als bisher und amerikanischer Weizen ist direkt 4 M. teurer als aus zweiter Hand. Die wesentlich höheren Anfangspreise konnten sich jedoch auf die Dauer nicht behaupten und gaben auf etwas niedrigeres Oestreich- Ungarn sowie infolge der allgemeinen Teilnahmslosigkeit wieder nach. Weizen und Roggen schlossen zu behaupteten gestrigen Kursen. Wetter: Prognose für Sonnabend, den 14. September 1901. lichen Winden; später auftlarend. Ziemlich fühl, zunächst meist trübe und regnerisch bei mäßigen nordwest Berliner Wetterbureau. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet am Dienstag, Donners tag und Freitag von 7-9 1hr abends statt. G. B. Das Medikament kennen wir nicht. Bolas„ Arbeit" toftet gebunden 8 M. M. M. 99. Das„ Niederbarnimer Kreisblatt" erscheint in Bernau, die Tierbörse" in Berlin, Prinzenſtr. 86. " Hinze. Wenden Sie sich wegen des gewünschten Gasautomaten an usw. erwachsen Ihnen unsres Wissens nicht. die Direktion der nächsten städtischen Gasanstalt. Untosten für Rohrlegung G. W. Anträge auf Aufnahme von Kindern in Waisenpflege sind zu richten an die Armendirektion, Abteilung für die Waisenverwaltung, Alte Jakobstraße 33. Selbstverständlich bleibt das Waiſentind unter behördlicher kontrolle, ebenso bedürfen Sie der Einwilligung der Waifenverwaltung, wenn Sie mit dem Kinde nach auswärts verziehen wollen. V. 28. Der Vorsitzende oder der Kaffierer, nicht der Verein als solcher, tönnte klagen. Butbuferstraße. B. 1. Wie ausführlich wiederholt auch in der Stadtverordneten- Versammlung dargelegt ist, ist ein Dienstmädchen nicht verpflichtet, die 50 Pf. zum Gefinde- Belohnungsfonds zu zahlen. Das Mädchen mag es auf zwangsweise Beitreibung ankommen lassen und sich dann sofort zwecks Anstellung des Verwaltungsstreitverfahrens hierher wenden. 2.§ 37 der Baupolizei- Ordnung schreibt 2,80 Meter lichte Höhe vor. F. N. B. 1., 2. Nein. 3. Ja. Der nur mündliche oder nur schrift liche( nicht notarielle oder gerichtliche) Vertrag über ein Grundstück ist ungültig. 4. Für den Baun müssen Sie soweit zahlen, als er bei der und Rücknahme der Bestellung fertig war, ferner Schadensersatz. 1,60 1,20 m. S. 100. Klagen Sie auf Aufhebung des Geschäfts und auf 2,80 2,- Schadensersatz durch einen Rechtsanwalt. B. Sch. Dafür giebt es feinen 4,40 2,40 ftraflosen Weg. Wer, um sich vor Gläubigern zu retten, Schiebungen macht, ist 2,40 1,20 strafbar. Außerdem aber ist die Schiebung anfechtbar. B. 3 M. 1. Ja. 2. Bet 2,60 1,20 freihändigem Verkauf( also Verkauf ohne Subhastation) laufen die Mietsverträge 2,60 1,20 weiter. 3. Das Verabredete gilt bei Nichtübereinstimmung beider Kontratte. 2,20 1,20 K. M. 8. 1. Nein. 2. Bon Beginn der Krankheit ab. 3. Ja. 1,80 0,80 Achterberg. Nein. P. 2. 25. 1. Das ist uns nicht bekannt. 2. Gin 2,40 1,20 Wirt ist nicht zur Verabreichung von Speise und Trant an jedermann ver 1,40 0,80 pflichtet. In der Art der Ablehnung fann aber eine Beleidigung liegen. . G. 18. 1. Ja. 2. Nein. 3. Hein und Hippler heißen die Rechtsanwälte in H. W. W. Triftstraße. Kommen Sie in die Sprechstunde. " " 1,30 " 1,70 1,10 Kalbfleisch Hammelfleisch 60 Sint 1 kg Butter Eier Karpfen Aale Vereinslokal " Deutscher Arbeiterverein Brüssel. Verkehrs- und Vereinslokal:+ Roggen, gut Maison du peuple. " " 13,90 " mittel " " " gering " Gerfie, gut mittel " " gering Safer, gut 14,80 14,20 14,10 13,50 13,40 12,80 16,30 15,40 mittel " 15,30 14,50 Bander gering 14,40 13,60 Hechte 7,32 6,66 Barsche 8,30 5,80 Schleie 40, 25, Bleie 50, 25, Krebse 65, 30, Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, 15. September, vormittags 834 Uhr, in der Aula der 69. Gemeindeschule, Kleine Frankfurterstr. 6: Versammlung. Freireligiöse Vorlesung." Um 10% Uhr vormittags Nichifroh ebendaselbst: Vortrag des Herrn E. Bogtherr- Stettin:" Der Schulchan: peu Vor und Erbsen Aruch und die sogenannte Talmudmoral der Juden.". Gäfte, Speisebohnen Nachspiel auf dem Pariser Mustel- Harmonium. Linfen Damen und Herren, sehr willtommen. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Sonnabend, 14. September. Opernhaus. Die Afrikanerin. Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. Weh' dem, der Lügt. Anfang 72 Uhr. Neues Opern Theater( Kroll). Die Fledermaus. Anfang 8 Uhr. Jm Trianon Theater:" Lebende Lieder". Anfang 8 Uhr. Schiller. Heimat. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Rosenmontag. Anfang 71/2 Uhr. = Berliner. Medea. Anfang 72 Uhr. Lessing. Flachsmann als Erzieher. Anfang 7/2 Uhr. Residenz. Leontinens Ehemänner. Borher: Jephtas Tochter. Anfang 712 Uhr. Neues. Das Ewig- Weibliche. Anfang 7 Uhr. Weften. Der Troubadour. Anfang 71/2 Uhr. Secessionsbühne. Buntes Theater: Ueberbrettl. Anf. 8 Uhr. Die Geisha. Anfang Central. 8 Uhr. Thalia. Ein tolles Geschäft. Anfang 71% Uhr. Luisen. Der Mann im Monde. Anfang 8 Uhr. Carl Weiß. Berliner Rangen. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Fledermaus. Anf. 71/2 Uhr. Gastspiel des Original- Münchener Ueberbrett!. Anfang 81/2 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Belle Alliance. Schön war's doch. Anfang 8 Uhr. Apollo. Specialitäten Borstellung. V Frau Luna. Anfang 8 Uhr. Passage Theater. Damen: Ring= fämpfe. Specialitäten- Vorstellung. Anfang nachmittags 5 Uhr. % per Shot 16,- 2,50 Urania- Verein Berliner Jalousie- Arbeiter, Theater Tauben- Strasse 48/49. Um 8 Uhr zu kl. Preisen: Mittelmeerfahrten. Um 4 Uhr zu kl. Preisen: Aus dem Tagebuch der Erde. Invalidenstr. 57/62. Tägl. Sternwarte. Castans Panopticum. Neu! Friedrichstr. 165. Neu! Neu! Der künstliche Mensch! Die sensationellste Erfindung der Neuzeit: Der Clou" der Pariser WeltAusstellung " Vorstellungen: 12 Uhr mitt., 3, 5, 6, 7 Uhr nachmittags. Zoologischer Entree 1 Mark. Ab6 Uhr abends 50 Pf., Kinder die Hälfte. Garten Ab 4 Uhr nachmittags: Doppel- Konzert. Morgen: Doppel- Konzert. Central- Theater. Paffage Panoptikum. Speciali. Heute Anfang 8 Uhr. Jubiläums: täten Vorstellung. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Vorstellung. Bum 750. male: -Arbeiterinnen u. Berufsgenossen. Montag, den 16. September, abends 8 Uhr, in den ,, Armin Hallen", Kommandantenstraße Nr. 20: Ausserordentl. Versammlung. Tages Ordnung: 1. Verlesung des Protokolls. 2. Referat des Herrn Kater. 3. Dis fuffion. 4. Aufnahme neuer Mitglieder. 5. Verschiedenes. Es werden hierzu ganz besonders sämtliche Jalousie- Arbeiter eingeladen. 453b] Der Vorstand. Verband der Möbelpolierer. Heute abend in sämtlichen Zahlstellen: Ausgabe der neuen Mitglieds: bücher und Billets zum Stiftungsfest am 5. Oktober Koppenstraße 29. Auftreten des Berliner Ult- Trio. [ 147/14 Heute abend 8%, Uhr in Weißensee, Röltestraße 20: Derlammlung. Tages: Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Jos. Nein: Macht Einigkeit start? 2. Wahl. 3. Verschiedenes. Montag, den 16. d. M., abends 8 Uhr, Andreasstr. 26: Derlammlung. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abg. Nosenow: Der deutsche Bauerntrieg von 1525". 2. Gewerkschaftliches( hierzu ist der Sollege Otto Werner von der Firma Heim u. Gerken hiermit eingeladen). 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Central- Fernsprecher- Amt III No. 8804. Berlins grösste Fischhandlung empfiehlt von täglich frischem Fange und täglich frischer Zufuhr in Kühlwaggons frische, geräucherte und marinierte Seefische zu bekannt billigen Preisen. Deutsche [ 2329L Dampffischerei- Gesellschaft Nordsee" Hauptfiliale Berlin C. 22, Bahnhof Börse, Bogen 9-10. II. Filiale: Lüneburgerstrasse, Ecke Paulstrasse. Prinzenstrasse 30. III. " IV. " Madaistr. 22, im Schlesischen Bahnhof. INF Diese Woche: Schellfische in allen Grössen 25-35 Pf. pro Pfd. Cabliau ohne Kopf 25, im Anschnitt 30 Pf. Seelachs 20 Pf., 28-30 Pf. " " " " " Rotzungen 40 Pf., Bratflunder 20-25 Pf., Schollen 50 Pf., Seehecht 35-40 Pr.. Knurrhahn 25 Pf., Austernfisch 30-40 Pf., Goldbars 40 Pf., Heilbutt 60-65 Pf., Tarbutt 75-80 Pf. pro Pfund. Steinbutt, Seezungen etc. ebenfalls billig. Lebende Hummer 2,60-2,70 M. pro Pfd. Johs. Skorczyk Generalvertreter für Berlin. Verband der Maschinisten u. Heizer Orts- Krankenkasse sowie Berufsgenossen Deutschlands. Verwaltungsstelle Berlin und Umgegend. Sonntag, den 15. d. M., nachm. 5 Uhr, in Cohns Festsälen, Beuthstraße 20: Versammlung. Tages Ordnung: Vortrag des Herrn Ingenieur Barth über: Einwirkung der Atmosphäre auf Dampffeffel und Dampfmaschinen. Grosse [ 138/16 Kaninchen- Ausstellung! des auch franko Zusendung. Seefisch- Kochbücher gratis, nach auswärts auf Wunsch der Bildbaner, Stuccateure Metropol- Theater. n. verw. Gewerbe. Ausserordentliche General- Versammlung am Montag, den 23. Septbr., abends 812 Uhr, int Lokal Annenstraße 16. Tages Ordnung: Schön war's doch! Anderweitige Festsetzung des orts: Gr. Berliner Ausstattungsposse üblichen Tagelohnes für die Mit mit Gesang u. Tanz in 5 Bildern. glieder unsrer Stasse und hiernach Regelung der Beiträge, des Kranken und Sterbegeldes laut Bestimmung des Herrn Oberpräsidenten 1. d. J. Bundes der Kaninchenzüchterunt. für die Provinz Brandenburg vont 274/4 Eventuell Beschlußfassung über Ein. Emil Thomas a. G. Joseph Josephi a. D. führung von Lohnklaffen und zwar H. Bender. G. Kaiser. I. mit einem Die Geisha. Sonnabend, den 14., bis Montag, den 16. Septbr. 1901 täglichen Arbeitsverdienst von 4 M. Palast. Specialitäten Borstellung. Rosenmontag. Anfang 8 Uhr. Operette in 3 Atten v. Sidney Jones. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Im 2. Att Violinvorträge des 7jähr. Abends 8 Uhr: Geigentünstlers Kun Arpad und zwar Theatersaal.) Bu fleinen Preisen: Mittelmeer: Teufelstriller" von Tartini, Cavatina Fahrten. von Raff. Morgen Sonntag: Zwei Nachnt. 4 Uhr: 8u fleinen Preisen: Borstellungen. Nachmittags 3 Uhr: Aus dem Tagebuche der Erde." Volkstümliche Vorstellung zu halben Invalidenstraße 57/62. Breifen: Die Geisha. abends Täglich abends von 5-10 Uhr: 8 Uhr, 3. 752. male: Die Geisha. Sternwarte. Montag und folgende Tage: Die Schiller Theater ( Wallner Theater). Sonnabendabend 8 Uhr: Heimat. Schauspiel in 4 Aften v. Sudermann. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Wilhelm Tell. Sonntagabend 8 Uhr: Heimat. Montagabend 8 Uhr: Heimat. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Heute Sonnabend, 14. September: Gr. Extra Theater Vorstellung. Mein süßes Dicerchen. Bosse in 1 Att von Edmund Braune. Beckers Geschichte. Liederspiel in 1 Aft von Jacobson. Musit von Conradt. Nach der Borstellung: Lanzkränzchen. Geisha.- Sonnabend, ben 21. September: Eröffnung der Wintersaison 1901-1902. Apollo- Theater. 10 Specialitäten. Grandet. Steidl. * FrauLuna Luftballet Grigolatis. Anfang 8 Uhr. Deutsche Konzerthallen. An der Spandauer Brücke. 3. Vornehmstes Vergnügungslokal! Sehenswürdigkeit Berlins!!! In den sieben grossen wunderbar dekorierten Stadtbahnbögen täglich Internationale Konzerte. 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Fritz Helmerding als Wolzogen im Duett Moulin rouge" mit Paula Worm. Hans Junkermann, Herb. Paulmüller, Paul Hambrock. Damen: Bojé, Wannovius, Sulzer, Junker- Schatz. Anfang 72 Uhr. Reichshallen. Heute sowie täglich: Humorist. Soiree der Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Große Ausstattungsposse mit Gesang in 7 Bildern von G. Albert. Musik von K. Leonard. Sonntagnachmittag 3 Uhr, bet sehr fleinen Preisen( 30 und 60 Pf.): Das Schloß am Meer. Das neu und glänzend erbaute Casino- Theater Lothringerstr. 37( zwischen Rosenthaler und Schönhauser Thor). Sonntag, 15. September: Eröffnungs- Vorstellung Fritz Steidl der Liebling der Berliner. Gastspiel " The Ardas" v. Theatre Dumont, Mostam Das reizende GazellenTrio, Lucl- Luci- Truppe, MarkaFraya, Bethel Morton, Horello 2c. 2c. Dazu Berlin N.. Berlin W. Berliner Ausstattungspoffe in zwei Bildern mit Balletts u. Aufzügen. Billet- Vorverkauf täglich von 10-1 Uhr an der Theaterkasse. Entree von 50 Pf. bis 3 M. Anfang Sonntags 71 Uhr, Wochentags 8 Uhr. Der Vorstand. J. A.: Conrad Storch, Alt- Moabit 132. Palast- Theater fr. Feen- Palast. Burgstr. 22. Direftion: Winkler u. Fröbel. Unbeschreiblichen Erfolg hat das nene Sensations Programm. Hochinteressantes Künstler Personal. Karl Braun mit seiner Bliz- Berwandlung Endlich allein! Der Komponisten- Wettstreit. Direttor Wilhelm Fröbel als Dienstmann Meier in der Gesangspoffe Rosenmontag Lebende Photographien usw. Else de Veré a. D. Frid- Frid. F. Georgette. Gastspiel: Saharet! Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Prater Theater Kastanien- Allee 7/9. Täglich: Auf fremder Erde. Ausstattungsstück mit Gesang u. Tanz in 4 Bildern von Hugo Schulz. Auftreten der Excentric- Chansonnette Hedwig Döring, des Grotesque Komiters Paul Coradini, ber Frères Douseck, Gigerl Afrobaten. The Karleys, Musikalische Komödianten. Mr. Bartlings lebende Photographien. Konzert und Ball. Anfang 4 Uhr. Eintritt 30 Pf. Numerierter Platz 50 Pf. Kalbo. Anfang: Wochentags präc. 8 Uhr, Sanssouci Sonntags präcife 7 Uhr. Billet- Vorverkauf 11-1 Uhr. " Kottbuserstr. 4a. Hoffmanns Nordd. Sänger. Heute letzte Soiree der Sommerpreise. Summerſation und lebtes * Prima Senftenberger Briquetts 16tr.% 115 90% F. 68oll ig., ca. 135 St. nur Oberschlesische Steintohlen Nuß II Ctr. 1,15, Scheffel nur 90 Pf. verkauft ab Plaz Fischer, Brombergerstr. 14. Auftreten des Hrn. Frische. Nach der Soiree: Tanz. Sonntag, 15. September Beginn der Wintersaison. Wiederauftreten von Adolf Hoffmann. Socialdemokratischer Wahlverein für den 4. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Osten. Todes- Anzeige. Am Mittwoch, den 11. d. M., starb unser langjähriges Mitglied, der Tischler Hermann Brust. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 15. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Freireligiösen Friedhofs( Pappel- Allee) aus statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet 244/9 Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Socialdemokratischer Wahlverein für Weissensee and Umgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Genoffe 450b Herrmann Possin am Donnerstag, den 12. September, verstorben ist. Ehre feinem Andenken. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 15. September, nachm. 5 Uhr, von der Leichenhalle des Weißenseer Friedhofs, Rölfestraße, aus, statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Todes- Anzeige. Am 12. September starb nach langem Leiden unser lieber Sollege, der Schriftseger Mar Wildner Den Mitgliedern zur Nachricht, daß im 38. Lebensjahre. der Kollege Hermann Brust, Tischler, am 11. d. M. verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 15. d., nachmittags 3 Uhr, auf dem Friedhof der Freireligiösen Gemeinde in der Pappelallee statt. Unt rege Beteiligung ersucht 4446 Die Beerdigung findet Sonntag, den 15. September, nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus: Kirchhofs in Rirdorf- Briz( Hermann: Das Personal der Buchdruckerei straße) aus, statt. Strauß". Verein 108/15 Die Ortsverwaltung. der Zimmerer Allen Freunden und Kollegen zur Nachricht, daß der Tischler Hermann Brust am Mittwoch, den 11. cr., sanft ent: schlafen ist. 4556 Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag, den 15. cr., nachmittags 3 Uhr, von der Halle des freireligiösen Friedhofs, Pappel- Allee, aus statt. Die Kollegen der Tischlerei von H. Schultz, Rüdersdorferstr. 26. Am Mittwoch, 11. Septbr. cr., nachmittags 33/4 Uhr, entschlief nach langem schweren Leiden unfre gute Mutter, Schwiegerund Großmutter Wwe. Auguste Lehmann, geb. Scharbius, Rirdorf, Reuterstr. 54a im beinahe vollendeten 62. Lebens: jahre. Die Beerdigung findet Sonn tag, 15. September, nachmittags 31 Uhr, auf dem Rixdorfer Gemeindeftrchhof in Briz, Ru dowerstraße statt. [ 4486 Dies zeigen tiefbetrübt an mit der Bitte um stille Teilnahme. Die trauernden Hinterbliebenen. Dr. med. Schaper Berlins u. Umgegend. Todes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser langjähriges Mitglied, der Kamerad Hermann Possin am Donnerstag, den 12. September, verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 15. Sep: tember, nachm. 5 Uhr, vom Weißenseer Krankenhaus aus statt. Der Vorstand. 257b Gardinenfabrik Lager von Bruno Güther Berlin 80 Grüner Weg 80, part. Eingang vom Flur, kein Laden. Verkaufe in meinem seit 32 Jahren bestehenden Special- Cardinengeschäft 800 bis 1000 Reste in Zwirn, Gardinen, für 1 bis 4 Fenster passend al und Tall und englische homöop. Arzt u. Spez.- Arzt f Haut- u. Harnleiden, S Frauenkrankheiten. Königgrätzerstr. 27. Spr. 9-1.4-7. 2298L* Berliner Wochenschrift Berausgeber: Friedrich Haumann, Berlin. Mitarbeiter: Prof. Sohm, Leipzig; Prof. Brentano Munchen; Prof. Rein, Jena Redakteur von DIE ZEIT Gerlach, Berlin; Ad. Damaschke, Berlin u. v. a. Viertelj M. durch Post und Buchhandel. Probehefte umsonst und in Jeder Buchhandlung. 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