Nr. 225. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Ginzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags= Nummer mir illuftrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Poftbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Post Beitungss Preisliste für 1901 unter Dr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich aufer Montage. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebaye beträgt für die fechsgefpaltene Kolonet getle oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereins: und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Besttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Mit dem 1. Oktober 1901 eröffnen wir ein neues Abonnement auf den ,, Vorwärts" mit seinem wöchentlich fünfmal erscheinenden Unterhaltungsblatt und der Sonntags- Beilage ,, Die Neue Im Unterhaltungsblatt wird der Seeroman Welt". Drauf los!" Von Jonas Lie Für Berlin nehmen sämtliche Zeitungsspebiteure, fowie unsre Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennig frei ins Hans. Für das übrige Deutschland nehmen sämtliche Postanstalten Bestellungen zum Preise von " Unter Kreuzband direkt von der Expedition bezogen kostet der Vorwärts" pro Monat 2 Mart innerhalb Deutschlands und feiner Kolonien und in Oestreich Ungarn, im Ausland 3 Mark pränumerando. か = Redaktion und Expedition des Vorwärts". 11 Die Käuflichkeit der Presse. Das Gedächtnis der„ öffentlichen Meinung" ist kurz; die„ Kölnische Boltszeitung" bemerkt zu den Enthüllungen über die Dresdener Bresse, sie glaube sich zu erinnern, daß auch die Kreuz- Zeitung" ähnliche Vorwürfe vor längerer Zeit erhoben habe. Anscheinend schwebt dem Centrumsblatte die bereits von uns erwähnte Aussage vor, welche der Handelsredakteur Dr. Müller vor acht Jahren in der Börsenenquete- Kommission abgegeben hat, und die unsrer Er innerung noch später von der„ Kreuz- Beitung" gelegentlich aufgefrischt worden ist. Donnerstag, den 26. September 1901. Expedition: SW. 19, Bently- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Berlin, den 25. September. Am offenherzigsten war aus begreiflichen Gründen der Handels- worden." Ein andermal sei ihm fein Schreiben mit 1000 m. von redacteur Müller von der Kreuz- 8tg." Er war der Meinung, daß der Firma Carl Neuburger ins Haus geflogen. das bedenkliche der Verbindung zwischen Börse Auf Grund dieser Aussagen ist die Enquete- Kommission zu dem und Bresse gerade bei den großen Blättern liege. Borschlag gekommen, die Börsendisciplin auf die zur Börse zu Ueber seine eigenen Erfahrungen äußerte sich Dr. Müller wie folgt: gelassenen Journalisten und auch auf die Zeitungen auszudehnen, Ich bin vor etwa drei Jahren an die Börse gekommen als wenn letztere ihre Börsenmitarbeiter durch schlechte Bezahlung in Vers Vertreter des Reichsboten"; sehr bald bekam ich ein eingeschriebenes suchung führen. In das Börsengesetz ist dann noch ein strafrechtlicher Couvert zugeschickt mit einigen Hundert Mark Paragraph aufgenommen, der allerdings sehr verklausuliert ist. und die Visitenkarte eines Bantiers. Darauf stand: Anbei Ihre Immerhin muß erwartet werden, daß in Dresden der Paragraph zu Ende geführt. Neu eintretende Abonnenten erhalten den bisher Beteiligung an der und der Emission. Ich schickte Geld und zur Anwendung gelangt. Gegen den vom Gericht als Beamter an Visitenkarte sofort zurück. Ich erkundigte mich unter Kollegen, erkannten Redacteur des königlichen Journals" wegen Bestechung erschienenen Teil des Romans kostenlos na ch geliefert. wessen Fürsorge ich es zu verdanken hätte, daß der Bankier meine und gleichzeitig gegen die Banken, die den Mann bestochen haben, kommen adresse erfahren habe; da sagte mir einer: Das konnte der dumme die§§ 332 und 333 des Strafgesetzbuches in Frage, mindestens aber Mensch auch wissen, daß Sie das Geld so nicht annehmen würden. Der§ 331, wenn nämlich die Handlung, zu der die Bestechung anEs konnte ja jemand dabei sein, während Sie das Couvert öffneten. gestiftet hat, an sich nicht pflichtwidrig" war. Dann kann auf GeldSo muß es nicht gemacht werden. Ich will ihm sagen, daß er Ihnen strafe erkannt werden, sonst auf Zuchthaus oder bei mildernden Umein Conto eröffnen und Ihnen mitteilen soll, daß er Ihnen so und ständen auf Gefängnis. so viel Attien zugeteilt hat. Ich sagte: Bitte, lassen Sie das, der Freilich fast die gesamte bürgerliche Presse findet noch immer Fall ist erledigt. Das war nun tein großer Bankier. Später fein Wort der Kritik und Entrüstung über dies Preßpanama, das, 1 Mark 10 Pfennig pro Monat tam aber kaum eine größere Emission vor, ohne daß wenn es in Frankreich enthüllt worden wäre, tagtäglich in ( ausschließlich Bestellgeld, 14 Pfennig pro Monat) entgegen.( Ein- der eine oder der andere von meinen Kollegen zu mir gekommen paltenlangen Privattelegrammen traftiert werden würde. Schweigen wäre und mir gefagt hätte: Haben Sie schon die Beteiligung an verrät Gold! getragen ist der Vorwärts" in der Post- Beitungsliste unter Nr. 7671.) ber und der Emission?- In diesen Tagen giebt die und die Bank Jm Auslande kann der„ Vorwärts" gleichfalls bei der Post ihre Halbjahrs- Gratifitationen an die Presse aus; Sie stehen doch beſtellt werden; der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich auch auf der Liste?"-" Nein, ich vermeide es sogar so viel wie Politische Leberlicht. 5 Fr. 1 Cts. in Belgien, 3 Fl. in Holland, 3 Kr. 59 Dere möglich, den Herren bekannt zu werden." in Dänemark, 5 Fr. 71 Cts. in Italien, 5 Fr. 15 Cts. in dabei, e 3 thun ja fast alle, und es handelt sich jähr= „ Es ist doch gar nichts Luremburg, 4 Str. 66 Heller in Oestreich- Ungarn, 6 Fr. Das Ende des Bernstein- Streits. 10 Cts. in Rumänien, 4 Kr. 17 Oere in Schweden, 5 Fr. in der lich um viele Tausende von Mark; kommen Sie her, ich vot." Schweiz; 9 M. in Frankreich, England, Spanien und stelle Sie vor." Ich habe, um mich zu unterrichten, das Die Bernstein- Debatten auf dem Lübecker Parteitag haben am Portugal, den Bereinigten Staaten von Nord- Anerbieten, mich den betreffenden Bankdirektoren vorstellen zu lassen, Mittwoch zu einem Ergebnis geführt, das in der ganzen Socialamerika und andren zum Weltpostverein gehörenden außer einigemale angenommen; aus Häudedruck und Augenzwinkern ent- demokratie, auch über Deutschlands Grenzen hinaus, mit großer europäischen Ländern. nahm ich, daß man mir Mut machen wollte; es entspann sich ein Genugthnung begrüßt werden wird. Der harte Kampf hat zu glüd fleines Gespräch, das ich im richtigen Augenblick abbrach, um die lichem Frieden geführt. Indem Bernstein selbst erklärte, den GeHerren nicht im Zweifel zu lassen, daß ich die Bekanntschaft nicht fühlen der Parteigenossen die schuldige Achtung und Beachtung zu zu fruttifizieren dächte. Die Versuche, mich umzustimmen, bezeigen, ist die Gewähr geschaffen, daß er in engster Berbindung wiederholten sich öfter, als ich in die Redaktion der„ Kreuz- Schulter an Schulter mit den Kameraden gegen den Feind den Beitung" eingetreten war. Später wurde mir einmal gejagt: Wenn Rampf führen wird, ohne daß der innere Zwist Narben zurückläßt. Sie Ihre Visitenkarte nicht abgeben oder Ihre Adresse nicht Der Ausgang der Bernstein- Debatte bedeutet den Ausgleich von nennen wollen, so laffen Sie doch privatim Gegensätzen, die Zuversicht auf weiteres gemeinsames Wirken aller berlanten, bei welcher Bant Sie ein Depositen in der Partei; er bekundet die feste Absicht, den persönlichen Streit tonto haben. Dann wird Ihnen regelmäßig Ihre Beteiligung zu begraben. Nicht Sieger und Besiegte giebt es, sondern ehrlich Verbundene. dorthin anonym übersandt, oder geben Sie eine Deckadresse an. Es giebt Mittel genug, um die Sache so heimlich zu machen, daß keine Auf dem Parteitage herrschte, wie uns aus Lübeck telegraphiert Gefahr mehr damit verbunden ist."- Durch solche und wird, allgemeine Freude über die Erklärung Bernsteins. Biele andre Mitteilungen von Börsenredacteuren, für die ich stets auch von Genoffen, die für die angenommene Resolution eingetreten waren, andrer Seite glaubwürdige Bestätigung fand, bin ich allmählich schüttelten ihm die Hand und gaben ihrer Freude über seine Gr in das ganze System der Beste chungen eingeweiht flärung unverhohlen Ausdruck, so Bebel, Adolf Hoffmann, Leutert, worden. Ein Redacteur, der regelmäßige Gratifi Stadthagen. tationen von jährlich mehreren tausend Mark von jeder großen Bank oder doch den meisten bezieht, kann von diesen Instituten und Firmen immer nur mit der Devotion eines Angestellten schreiben, und da weitaus die Mehrzahl aller von einem wohl habenden Publikum gelesenen Beitungen unter diesem Banne steht, so sind die Banken, welche das Börsen geschäft beherrschen, jeder wirksamen Kritif entzogen.... Auf die Schon in einem Prozeß, der vorher stattgefunden hatte( Brozeß der Oeffentlichkeit, gleichgültigen Namen der Merten), hatte Bantier Abel aus Stettin ausgesagt, daß die Ge- Empfänger kommt es mir bei meinem Zweck um so weniger an, Den Reigen führt an die sonst in ihrem Urteil so schwerfällig währung von Vorteilen an die Presse ganz usuell" sei, und zwar als keine Garantie dafür besteht, daß deren etwaige Nachfolger im nachtrottende katholische„ Germania". Sie faselt davon, daß Bernsowohl in der Form von„ Beteiligungen", wie in direkten Geldgaben. Dienst vor dem gleichen Fehler sicher wären. Ich will den stein in Lübeck unterlegen sei und mit ihm das Recht der freien Als Bankier Abel über diese Frage auch von der Enquetekommission armen Leuten, die das Geld genommen haben, Kritik innerhalb der Socialdemokratie", und bemerkt zum Schluß vernommen werden sollte, ließ er sich entschuldigen. Generalkonsul nicht einen persönlichen Vorwurf machen. In bin ganz naiv aus ihrer allein seligmachenden Anschauung der„ löblichen Russel von der Diskontogesellschaft drückte sich allgemeiner ans, nicht in Versuchung gekommen, ich hatte das Geld nicht nötig. Unterwerfungs"-Politik heraus, wie sie von der katholischen Kirche wollte auch gewiffe Arten von Zuwendungen an Börsenschriftsteller( Dr. Müller ist vermögend.) Wenn ich aber bedenke, wie so mancher verlangt wird: verteidigen, mußte aber zugeben, daß Emissionshäuser der Presse von meinen Kollegen mit 75 M. monatlich angestellt ist und Inserate zuwenden, weil sonst in sehr vielen Fällen am dafür den ganzen Tag zu arbeiten hat, so kann ich mir erklären, folgenden Tage ein ungünstiger Artikel über die betr. Emission in wie er der Versuchung nicht hat widerstehen können. Ich möchte die der Zeitung steht", daß also die Erpressung von Inseraten eine ganze moralische Verantwortung den Firmen und den Banken zuweit verbreitete Eigentümlichkeit der kapitalistischen Preise ist. weisen, welche für die Korruption der Presse sorgen." Bankier Kopezti meinte, die Geschichte heile von selber aus, wenn Der Sachverständige erklärte nachher noch, es gebe auch ehrendie Konjunktur vorüber ist, verschwinden auch die dolosen werte Redacteure, die nicht einen Pfennig nehmen, und von denen Reklamen". eine wundervolle Manchesterweisheit, die man sei das auch bekannt. Auf eine Frage schilderte Dr. Müller etwa dahin überseßen kann, daß der Raub am Publikum auch die Firmen". Anständige größere Banken treten nicht selbst von selber aufhört, ivenn diesem die Taschen geleert als Geschenkgeber auf, sondern schieben die betreffende Aktienfind. Kammergerichts- Nat Meyßner äußerte sich sehr gemütlich; auch gesellschaft, Regierung usw., für welche die Emission gemacht die großen Banken verschmähten die Werbung um die Freundschaft wird, vor. Bei der portugiesischen Tabakmonopol- Anleihe der Presse nicht, sowohl durch„ Beteiligung" mit so und so viel und habe das hiesige Konsortium 100 000 m. zur baren Ver= Auszahlung des Gewinnes, oder und dies besonders bei schlechteilung an die Berliner Presse( nicht etwa zu Inseraten) beteren Emissionen mit Bargeld. Herr Winterfeldt von der Bere willigt, angeblich auf Anregung des internationalen Konsortiums. liner Handelsgesellschaft war dagegen gänzlich unschuldig"; so was Nach diesem Sachverständigen wurde Redacteur Cohnstädt von der fomme seines Wissens nicht mehr vor. Einige Minuten vorher Frankf. 8tg." vernommen, der sich gereizt gegen Dr. Müller hatte Kammergerichts- Nat Meyßner erklärt, solch eine Behauptung wandte. Er ließ durchblicken, daß der letztere von den Banken werde wohl wenig Glauben finden. Kommerzienrat Goldberger erklärte, schlecht eingeschäßt sei; ihm, dem Dr. Cohustädt, sei, als er eben in Zur Kabinettsregierung in Sachen des Berliner Straßens es gebe in der Presse Leute, die für Klingende Münze empfänglich die Presse eingetreten, eine Summe nicht von Hunderten, sondern bahnkonflikts schreibt die Freis. 8tg.": feien, aber die„ vornehmen Blätter Berlins" seien unzugänglich. von Tausenden gefchickt; er habe es als ein Versehen betrachtet und teristisch und bedeutungsvoll, auch weit über Berlin hinaus, ist Für die gegenwärtige Regierungsweise charat Ja, welche Blätter find nun vornehm? Es hat sich inzwischen das Geld zurüdgeschickt. Nie sei wieder ein ähnlicher Versuch ge- es, daß auch in diesem Fall der Kaiser im entschiedenen Gegensatz zu bekanntlich herausgestellt, daß die„ Boff. 8tg." auch zugänglich ge- wagt worden. Redacteur Wiener vom„ Berl. Tagebl." erklärte, er den verantwortlichen Ministern und den staatlichen Lokalbehörden wesen ist, von der Nat.- 3tg." ist es aus früheren Jahren bekannt. könne nicht so optimistisch urteilen, wie Herr Cohnstädt. Er eine Enscheidung getroffen hat. Nachdem der Kaiser auf das AttenAls Professor Schmoller Herrn Goldberger auf die Bestechungskosten selber habe sich die Gesellschaft damit vom Halse geschafft, daß er stück, welches die Genehmigung herbeiführen sollte, die Worte in Paris hinwies, die bei jeder Emission Hundert den ersten Versucher sofort in feiner Zeitung bekannt geschrieben hat: Nein, unterirdisch"( das ist der richtige tausende betragen, erwiderte Goldberger, so schlimm sei es bei gemacht habe. Herr Wiener deponierte noch folgendes:„ Es wird Text), hat Oberbürgermeister Kirschner unter Zustimmung des 111s nicht, aber er könne bestätigen, daß es gewisse Bank- und zwei oder drei Jahre her sein, als der Mitinhaber der Polizeipräsidenten und auf Anraten des Ministers für die Börsenblätter gebe, die in höchstem Grade verstimmt seien, wenn man irma S. Bleichröder an mich herantrat und mir fagte: öffentlichen Arbeiten, v. Thielen, die Audienz beim Kaiser nachgesucht. Also gerade der Minister des technischen Ressorts war der ihnen die Inserate nicht gebe. Auf eine Frage des Kommerzien- Herr Wiener, ich bin in großer Verlegenheit. Wir haben die Pfand- Meinung, daß die Forderung des Kaisers unausführbar sei, und dair rates Mendelssohn erwiderte Goldberger, die Zuwendung von briefe der russischen Central- Bodenkreditbank konvertiert, und die es nur einer fachlichen Darstellung bedürfe, um den Kaiser zu einenr Inseraten in solchen Fällen sei„ kein schädliches Reklamewesen; man russische Regierung oftrogiert uns eine Beteili- andern Entschluß zu bewegen." sei da in der Notlage". Der Bericht verzeichnet große gung für das Berliner Tageblatt". Jah weiß nicht, Was helfen alle diese Klagen, wenn der Freifinn nicht die Heiterkeit." was ich machen soll, die Beteiligung ist natürlich trozdem abgelehnt Konsequenzen zieht. In dieser Kommission ist die schädliche Reklame, die bewußte Frreleitung des Publikums durch die Presse", in der achtzehnten der 23 Fragen behandelt, über welche die geladenen Sachverständigen befragt worden sind. Die vernommenen Bankiers drückten sich reserviert aus, aber ihre Aussagen bewiesen doch genug. " " Der Umschlag. Mit bewunderungswürdiger Geschwindigkeit hat die bürgerliche Breffe tapiert, daß mit dem Ausgang der Lübeder Bernsteins Debatte alle Hoffnungen auf Spaltung und Umgestaltung der Partei gründlich zu Schanden geworden sind. Und sofort ändert sich auch das Urteil über den Genossen Bernstein in ebenso radikaler wie ergöglicher Weise. " Damit hat Genosse Bernstein sich unterworfen, aber seine wirkliche Niederlage beruht weniger in dem ihm ungünstigen Votum der Mehrheit des Parteitages, als in seiner eigenen unterwürfigen Erklärung, die einer moralischen Selbst= bernichtung nahekommt." Wenn das Genosse Bernstein wirklich gethan hätte, so müßte diefe Nachahmung des Klerikalen Grundsatzes des Kadavergehorsams doch dem Blatt höchst vertraut und sympathisch sein. Indessen dem Centrumsorgan tommt es eben aufs ärgerliche Geschimpf, nicht auf logische Konsequenz an. Hoffen wir, daß dem Genossen Bernstein die Gunst beschieden sein wird, niemals anders von der bürgerlichen Bresse behandelt zu werden wie in der Germania" Art. Auch die Freifinnige Zeitung" druckt die Verhandlungen unter der Ueberschrift Eduard Bernsteins Unterwerfung" ab. " * * * Deutsches Reich. werden. F " Ausland. Frankreich. nt 8 Gegen den Zollwucher. rheinischen Bayern hat der Getreideverkauf vollends nur 15,5 Proz. der 1 Da für die zum Teil sehr schweren Gegenstände außerordentlich starfe Protest katholischer Arbeiter gegen die Centrumspolitik. Gesamteinnahmen geliefert. Selbst wenn es gelänge, für Getreide Fundamente notwendig sind, wird eine öffentliche Besichtigung der aller Art den Preis um 331/3 Proz. des bisherigen Standes zu Instrumente nicht vor der Mitte des nächsten Jahres stattfinden Man schreibt uns aus Essen: Ein eigenartiges Mißgeschick steigern, würden in den bayrischen Betrieben die Einnahmen aus fönnen." passierte der frommen Vrotwucher- Partei in Essen. Sämtliche Bau- Getreide bloß von 127 491 m. auf 170 000 m. steigen; dafür stände Im Reichstag wird man die indiskreten Fragen schwerlich arbeiter- Organisationen freie Gewerkschaften und christliche Verbände hatten beschlossen, gemeinsam bei der Stadtverwaltung für Milch, Butter und Rindvieh, die bisher zusammen 270 000 M. bei so enormen Getreidepreisen sicher ein Rückgang der Einnahme ignorieren können! den Antrag auf Anstellung eines Arbeiters als Bautencontroleur zu einbrachten, bevor. Nur in den Gegenden des ostelbischen Großstellen. Die endgültige, gemeinsame, öffentliche VersammIung, welche einen formulierten Antrag acceptierte, fand in dem grundbesizes, sowie in Sachsen- Altenburg und Hessen beträgt die christlichen Vereinshaus statt. Nach Annahme des An- Einnahme aus dem Getreideerlös mehr als die durchschnittlichen Berweigerte Huldigung. Hat der socialistische Bürgermeister trages an die Stadtverwaltung brachten Vertreter der freien Gewert- 26,4 Proz. des Brutto erlöses. Man kann den ärmeren Klassen, die höchstens 2 bis 21/2 Mart von Reims mißfallen, weil er den russischen Autokraten nicht unterschaften eine Protestresolution gegen die Centrums- Brot wucher Politit ein! Nun war Holland in Not! Der Leiter täglich für Nahrung ausgeben können, nicht 75 Pf. statt 50 Pf. für würfig genug angeredet hat, so hat sich der socialistische des christlichen Maurerverbandes, rühmlichen Angedenkens als Streit- Brot abnehmen und zugleich höhere Preise für den übrigen Ver- Maire von Lille, Delory, bei der bürgerlichen Gesellschaft desbrauch aufzwingen. Wenn die Taschen einmal leer find, kann wegen umbeliebt gemacht, weil er die öffentlichen städtischen Gebäude bruch- Organisator Hans Lange forderte seine Getreuen auf, man auch bei höchsten Preisen nichts mehr herausziehen. nicht hat beflaggen laffen. Der Präfekt hatte ihm, wie allen andren durch Flucht aus dem eignen Hause der Gefahr 3 Das Verlangen nach einem Iüdenlosen Bolltarif ist Bürgermeistern, die Beflaggung anempfohlen, er hat sie indes verentgehen! Doch vergeblich war des Verräters Bemühen, nur dafür symptomatisch, daß erhöhte Getreidezölle Getreidezölle dem weigert. Der Temps" ist über die verweigerte Huldigung des ganz, ganz wenige waren es, die Verständnis für die Angst des durchschnittlichen landwirtschaftlichen Betrieb nicht den ge- Gastes Frankreichs sehr ungehalten und konstatiert ärgerlich, daß in christlichen Führers zeigten. Fast sämtliche christlichen Gewerkschaftler wünschten Vorteil bringen fönnen. Praktisch hat dem Broteste gegen den Barenbesuch alle socialistischen Fraktionen blieben in ihrem Hause und stimmten für die Protestresolution! freilich der lückenlose Bolltarif wenig Aussicht. Wenn die Frankreichs einig gewesen sind. Das entweihte christliche Haus wird nun wohl ausgeräuchert industrielle Entwicklung als unvermeintlich erkannt ist, müssen Die Deputiertenkammer soll nach einem vorläufigen Beschluß einmal der land- die eintreten Borauslegung wir uns ihr anpassen, nicht sie vernichten. Nicht des Ministerrats am 22. Oktober zusammentreten. liche Arbeitermangel würde bei erhöhten Agrarzöllen beseitigt werden dabei ist, daß bis dahin die Budget- Kommission mit ihren Arbeiten Ferner wird aus alt gemeldet: Eine interessante Brotestversammlung gegen den Bolltarif fand schränkung der freien Koalition der Arbeiter in den Städten und in erster Linie das Alterspensionsgesetz und das Gesetz betreffend können. Wohl aber würden die entstehenden Streitigkeiten zur Be- genügend vorgeschritten ist. Bei der Herbstfession sollen außerdent aut im Saale statt. Die Versammlung war sehr stark von den verschiedenen Arbeiterorganisationen besucht, außerschließlich zu allgemeinen Beschränkungen der Freizügigkeit führen. die Handelsmarine zur Beratung fommen. Ueberdies werden Verteuerungszölle nach wenigen Jahren, wenn dem auch von Vertretern des Mittelstandes. Herr Pastor közschte Der anarchistische Redacteur des Anarchistenblattes aus Düsseldorf hielt das Referat. Er nahm Bezug auf die kürzliche sie erst völlig wirken, durch den Unwillen des Volkes hinweggefegt Libertaire" Tailhade, und der Verwalter dieſes Blaites, Versammlung der christlichen Metallarbeiter in Köln, die zwar in der werden. Die Aufregung bei der Tenerung 1891 ist hierfür Lehr- Grandvivier, find wegen eines heftigen, zum Morde aufreizenden Mehrzahl sich gegen die höheren Zölle ausgesprochen, aber doch den Bereich.... Bum Schluß foll die Ansicht derjenigen zurückgewiesen werden, Artikels gestern vom Untersuchungsrichter verhört worden. Tailhade schluß gefaßt hatte, innerhalb der christlichen Gewerkschaft die Zollfrage die zwar Handelsverträge mit europäischen Staaten empfehlen, je- beanspruchte die Verantwortlichkeit für den Artikel. Grandvivier ernicht zu diskutieren, weil dadurch mur Uneinigkeit geschaffen würde. Die christlichen Gewerkschaften in Kalt waren der Meinung, daß doch erhöhte 8ölle gegen Amerita, sowohl gegen die flärte, der Artikel sei von ihm vollständig gebilligt worden. Er der kleine Verein von 30 Leuten in Köln nicht maßgebend wäre. Bereinigten Staaten wie gegen Argentinien empfehlen. So weit zur Stimme mit der von dem Blatte eingeschlagenen Tendenz überein. Die christlichen Metallarbeiter in Kalt feien alle gegen den Brot- Begründung dieses Ratschlages mit der Handelsbilanz argumentiert Beide Angeklagten wurden vor das Schwurgericht verwiesen. gegenwärtigen Ans: Der russische Pump. Wie aus halbamtlicher Quelle in Paris wucher und würden auch in ihrer Organisation diese Stellung zum fuhr- Ueberschusses wird, wird das Vorübergehende des der Bereinigten Staaten übersehen. Je verlautet, ist die Aufnahme einer bedeutenden russischen Anleihe in Ausdruck bringen. Die von christlicher Seite vorgeschlagene Reso= lution betonte demgemäß, daß man in den höheren Zöllen keinen mehr die Bereinigten Staaten aus einem Schuldnerstaat Frankreich bei dem Zarenbesuche zwar erwähnt, auf Verlangen einer in ein Gläubigerland sich verwandeln, um so mehr bedeutenden französischen Persönlichkeit aber vertagt worden. Die Aft der ausgleichenden Gerechtigkeit erblicken könne, weil diese nur dem größeren Grundbefize zu gutel kämen. Man müsse für lang- schwinden für dieses Land die Voraussetzungen einer aktiven selbe dürfte nicht vor Mitte nächsten Jahres zum Abschluß gefristige Handelsverträge ohne Lebensmittelverteuerung eintreten. Handelsbilanz. Deutschlands heutige passive Handelsbilanz gegen langen. Nordamerika wird ganz mit Unrecht als ein Unglüd angesehen. Im Spanien. Nach langer Debatte wurde die Resolution einstimmig angenommen. übrigen würde ein 8ollfrieg, mit den Vereinigten Staaten und Demiffion des Marineministers? In Madrid find neuerWeitere Protestversammlungen fanden innerhalb des niederrheinischen Centrumsgebiets statt in Derendorf, Ratingen und Hilden. Argentinien gleichzeitig begonnen, geradezu die Amerikaner zwingen, dings Gerüchte über eine ministerielle Strisis verbreitet. Der Marinestatt des deutschen Marktes ben englischen, süd- minister Herzog von Veragua soll sein Amt niederlegen und zwar, Ueberall herrschte in der Verwerfung der höheren Zölle vollständige amerikanischen und ostasiatischen Martt zu erweil der Stand des Staatsschazes nicht gestatte, seine Pläne betr. Einmütigkeit. ingni die Vermehrung der Flotte zu verwirklichen. Wenn aber einige deutsche Industrien aus Angst vor der ameriAmerika. notionn Die ,, Deutsche Reichspost", das Organ der Unterbeamten der Reichspost- und Telegraphenverwaltung, erklärt, man könne den Ver- kanischen Industrie nach Schutzöllen rufen, so ist dies ein trauriges Symptom der Verzagtheit. Wenn die Amerikaner insbesondere durch Czolgosz ist, wie schon telegraphisch gemeldet, von der Jurh zu sprechungen der Konservativen, die Einnahmen aus den Zollerhöhungen bessere Verkehrsmittel uns überlegen find, so wäre es einfacher, die Buffalo des Mordes schuldig gesprochen worden. Das Strafmaß wird, für Aufbesserungen der Unterbeamtengehälter zu verwenden, nach den bisherigen Erfahrungen, feinen Glauben schenken.„ Die Unterbeamten Fortschritte des amerikanischen Verkehrswesens wie der Richter am Schluß der Verhandlung erklärte, am Donnersnachzuahmen, statt nach Schußzzöllen zu rufen, Kanäle ab- tag verkündet werden. Aus der Verhandlung am Dienstag müssen, im Interesse der Selbsterhaltung gegen die Berteuerung zulehnen, Rheinzölle zu fordern und regionale Eisenbahn- Tarifpolitik ist noch zu erwähnen: Der Vertheidiger stellte durch Ausder notwendigsten Lebensmittel Einspruch er= 3 heben, sofern ihnen nicht zugleich eine entsprechende allgemeine verfechten. Nicht in den Gefahren der amerikanischen Stonkurrenz, fagen des Dr. Mann fest, daß der Befund bei der Autopsie Aufbefferung der Gehälter und eine zeitgemäße Reform des depression liegt heute das Beunruhigende, sondern in dem Anrufen ueberarbeitung geschwächt gewesen sei. Aufbefferung der Gehälter und eine zeitgemäße Reform des nicht in der augenblicklichen, hoffentlich vorübergehenden Geschäfts- ungewöhnlich gewesen, und daß Mc Kinley durch starke Wohnungsgeldzuschusses gewährt wird. Sie erwarten ferner von der Reichs- Postverwaltung, daß sie nicht verfehlen werde, bei den des Staatseingriffes in jede Konkurrenz, in dem Ausnutzen der zweifellos dazu beigetragen, die Sache zu dem bekannten Ausgang Bollberatungen auf die schwierige Lage ihrer Unterbeamten nach- Bolitik für Sonderinteressen. Möge der Kampf um den neuen zu führen. Der Frankfurter 8tg." wird aus New York gemeldet:„ In drücklichst hinzuweisen, die alles eher ertragen fönnen, als eine Be- Boltarif angesichts dieser Strömungen klärend und befreiend wirken. Prof. Schuhmacher bedauerte, daß der Tarifentwurf St. Louis hat ein gewiffer Eaftig, der wegen Diebstahl verhaftet Taftung ihrer täglichen Ausgaben für den Lebensunterhalt. Die Unterbeamten fühlen jeden Pfennig, der ihnen infolge des Bolltributs in Minimaltarif, und zwar für die Industrie nicht minder Komplott gegen Mc Kinley angezettelt. Die Angaben find un. on jest an die Oeffentlichkeit gekommen fei. wurde, erklärt, er, Czolgosz und ein andrer Mann hätten ein entzogen wird." wie für die Landwirtschaft, sei ja das wünschenswerteste, allein die glaubhaft." Gegen den neuen Bolltarif Entwurf faßte auch Hauptsache sei, daß der General- oder Marimaltarif entsprechend der Deutsche Schutzverein der Lack- und Farbenindustrie in hohe Säße aufweise, die zur Grundlage der Zollvertrags- VerhandBerlin nach einem Referat seines Syndikus Herrn Dr. R. Bürner lungen dienten und ein allzu großes Entgegenkommen verhinderten. Die Spanuveite, auf die es vor allem ankommt, wird in Wie das„ Reutersche Bureau" aus Matjesfontein bom in der legten Versammlung folgende Resolution:„ Die Versammlung höherem Maße, als durch den Minimaltarif, bestimmt durch den 23. September meldet, haben sich viele Farmer in dem erhebt Einspruch gegen die in dem Zolltarif- Entwurf zum Ausdruck die höheren Säge enthaltenden General- oder Maximaltarif. Distrikt von Sutherland mit den Kommandos gekommenen agrarisch- hochschutzöllnerischen Bestrebungen, welche Ueber die von ihm für notwendig gehaltene Höhe der Bollsäge äußert unter Mariz Louw und Smith vereinigt. die gesunde Unterlage unfres gesamten Wirtschaftslebens durch Erschütterung unsrer handelspolitischen Beziehungen zum Auslande sich dann der Referent:" Ein 3oll von 6,5 M. für Weizen und mehren sich die Zeichen dafür täglich, daß die Kapzu untergraben drohen. Namentlich bekämpft die Bersammlung die von 6 M. für Roggen sei demnach wohl zu rechtfertigen.tolonie der Schauplat ber legten Greigbeurteilen. nisse des Krieges sein wird. Malan rückt nach Die andern Säße laffen sich nicht allgemein nicht zu rechtfertigenden Bollerhöhungen auf die Rohstoffe für die allgemein läßt sich nur sagen, daß sich die vorgeschlagenen Sutherland bor, nachdem er in dem Oranje- Freistaat mit Lack- und Farbenindustrie sowie für das Bauhandwerk, das durch Bollfäße in mäßigen Grenzen halten." De Wet Rücksprache genommen. Major Capper griff Theron an, die beabsichtigten Maßnahmen in seiner Eristenz ernstlich bedroht Den Gefahren eines Bollfrieges mit Amerika sieht Profeffor welcher am 22. September die Eisenbahn südlich vom Touws- Fluß Der Erfolg des Ge wird. Die Versammlung richtet daher an den Bundesrat, den Reichs- Schuhmacher, dieser Auffassung entsprechend, mit aller Gelassenheit mit etwa hundert Mann überschritten hat. tag und die Reichsregierung die dringende Bitte, an der bisherigen fechtes ist nicht entschieden. Scheepers ist nach Nordwesten über bewährten Handelsvertrags- Bolitik festzuhalten und eine Erhöhung Mairingspoort durchgebrochen. Es wurde ein Farmer hierher ge der Einfuhrzölle auf Lebensmittel und industrielle Rohstoffe, be bracht, der beschuldigt wird, den Engländern faische Informationen sonders aber die gesetzliche Festlegung von Mindestzöllen, entschieden gegeben zu haben, die es möglich machten, daß Theron die Bahnlinie abzulehnen." überschritt. es u. a. * obern. entgegen. Der dritte Referent, Professor Bohle, entpuppte fich zivar als kein rabiater Hochschutzöllner, wie der zweite Referent, aber in seiner Rede resumierte er sich doch schließlich wie folgt: Der Boeren- Krieg. % 吧 Das habe Ea „ Einen Zoll von 5-6 M. auf Getreide halte ich für notwendig, wenn ein dauernder Rückgang des Getreidebaus in Deutschland Die bremische Gewerbekammer hat jest ebenfalls gegen den vermieden werden soll. Ich finde demnach, daß die Zolliäße des Aus Bloemfontein wird gemeldet: Die Werbe- Bureaus Bolltarifentwurf protestiert. In der abgegebenen Erklärung heißt Entwurfs durchaus nicht etwa zu hoch gegriffen find. Ich möchte zur Anwerbung von Yeomanry8, welche auf Veranlassung der Das in dem vorliegenden Entwurf angewandte System des nicht unterlassen, recht laut und deutlich zu erklären, daß ich den Weg, englischen Regierung in verschiedenen Orten errichtet worden sind, den die Regierung in der Handelspolitit einzuschlagen gewillt scheint, haben sehr dürftige Refultate gezeitigt. Die Zahl der erforderenergischen Brotektionismus erscheint in seiner einseitigen Schärfe für den richtigen halte. Die Getreidezölle sollen auch nach meiner lichen Ersatzmannschaften konnte auf diese Weise nicht erreicht nicht nur nicht erforderlich, sondern im höchsten Grade Meinung mir vorübergehend sein, allein sie sollen auch nicht eher werden. verderblich. Die daraus der wirtschaftlichen, socialen wieder beseitigt werden, als bis die Ursachen aufgehoben werden, Lord Kitchener telegraphiert: Den legten Nachrichten aus und geistigen Wohlfahrt unsres Bolles und seiner die zu ihrer Einführung zwangen; wann das vermag heute noch Natal zufolge scheinen die Boeren sich nach Often und Südoften 28eItmachtstellung drohenden Gefahren können niemand zu sagen. zu bewegen. nicht scharf genug der Stegierung durch einmütigel Die Diskussion, die den Vorträgen folgte, war belanglos. Auf Die vom Kriegsamt veröffentlichte Liste über die englischen Stellungnahme von Handel und Gewerbe in Verluste in Südafrika umfaßt an Toten 1 Offizier und 32 Mann, Erinnerung gebracht werden. an Verwundeten 1 Offizier und 80 Mann, ferner 41 Gefangene und sechs an Krankheiten Verstorbene. welcher Seite die Mehrheit der Herren Socialpolitiker des Vereins In ähnlichem Sinne haben sich auch die Handelskammern zu sich befindet, muß erst die weitere Diskussion lehren. Leipzig und für das Fürstentum Reuß j. 2. ausgesprochen. Der Zollwucher und der Verein für Sozialpolitik. In der am Dienstag stattgefundenen zweiten Versammlung der Generalversammlung des Vereins für Sozialpolitik wurden nicht weniger als drei Referenten ins Gefecht geführt, die drei verschiedene Standpunkte vertraten. Der erfte, Professor 203, bekannte sich als entschiedener Geguer des gollwuchers, zet zweite, Brof.& chum a chers Stöln, als ein eben so warmer = Befürworter desselben, während der dritte Referent, Prof. BohleFrankfurt eine mittlere Nuance vertrat, das heißt, immerhin einen Zoll für Getreide in Höhe von 5-6 M. für notwendig erklärte. Aber auch der erste zollivucherfeindliche Referent, Profeffor Log, glaubte den Vorschlag machen zu sollen, daß der Staat diejenigen wirklich notleidenden Grundbesizer, die bei normalen Getreidepreisen nicht existieren könnten, mit etwa einer Milliarde Mart austaufen soll. Die erworbenen Flächen solle man verpachten, ohne die Verzinsung der Ankaufssumme auf den Pachtpreis zu schlagen, so daß die Gesamtheit jährlich 35 Millionen, immerhin also nur den neunten Teil dessen, was die agrarische Begehrlichkeit durch die Wucherzölle verlange, für die notleidende Landwirtschaft aufzubringen habe. Ein Vorschlag zur Güte, über den ernsthaft zu diskutieren sich natürlich nicht verlohnt. " Der kaiserliche Abstecher nach Wyschthten ist trok seiner Originalität in fast der gesamten Presse mit aufMan hat sich in fast fallender Zurückhaltung behandelt worden. allen Fällen mit dem Abdruck des offiziellen Telegramms begnügt. Eines der wenigen Blätter, die in eine Erörterung über das VorDas wild- nationalkommmis eintreten, ist die Rh.- Westf. 8tg.". liberale Blatt äußert folgende Bedenken: Parteitag der deutschen Socialdemokratie. ( Schluß aus der 2. Beilage.) Ehrhardt: Es ist eine den nüchternen Erwägungen unverständ Ich befürchte, daß die Presse in diefer Diskussion viel zu kurz liche übermäßige Ehrung eines fremden Souveräns, wenn der Vertreter der Souveränität des Deutschen Reichs, der Kaiser, fommt. Calier hat die Provinzpresse für rückständig erklärt; es fich lediglich zum Boten eines fremden Herrschers und zum thut mir sehr leid, daß Calwer unter die freien Schriftsteller gegangen Bollstreder eines Auftrags desselben an seine Unter- ist und nicht in einer Redaktion gezeigt hat, wie ein Redacteur etwas thanen macht, indem er zugleich vor Dorfbewohnern eine Rede leisten kann. Es ist das ein schwerer Vorwurf gegen die Provingpresse, auf den Landesherrn hält und sie zur Ergebenheit ihm gegenüber wenn man sieht, in welcher Weise Redaktionen und Expeditionen ermahut. Wir zweifeln, ob die tiefe Berbeugung, die hier mit den Arbeitern Hand in Hand arbeiten, um die Eristenz des Wenn wir das einführen wollen, was Calwer der deutsche Kaiser angesichts der ganzen Welt vor dem Zaren Blattes zu erhalten. macht, in Rußland eine Gegenliebe erwecken könnte, von der wir will, den meisten Organen wäre das Lebenslicht ausgeblasen. Eine politiiche Vorteile haben werden. Dazu ist die russische Diplomatie derartige Kritik gehört nicht in die„ Socialistischen Monatshefte", rein formellen Höflichkeiten viel zu unzugänglich. Die Ueber- sondern auf den Parteitag. Ich glaube wohl, daß Calwer und reichung der Geldsumme hätte weniger den andren die Preßkommissionen ein Greuel find, aber sie sind nötig, Charakter eines reinen Auftrags gehabt, wenn wenn sie auch oft lästig sind. Es ist schuld manches Redacteurs, der Kaiser gleichzeitig selbst eine Summe als wenn er in der Preßkommission nicht auskommt. Die Redaktion eigne Spende überreicht hätte. Die bedenkliche Frage, muß Hand in Hand mit dem Geschäftsführer gehen, denn wenn die hierbei im Auslande aufgeworfen werden wird, ob nicht die dieser nicht leistungsfähig ist, ist es die Redaktion erst recht nicht. Die parteigenössischen Redacteure haben eine Kampfesorganisation Wahl einer andren Form der souveränen Würde des Deutschen Reiches mehr entsprochen haben würde, wird den tiefen Eindruck gegründet, sie wollen ihre geistige Arbeit höher eingeschätzt haben; nur sie sollen nicht ihren Rechten nicht zur Geltung kommen lassen, den die Thatsache deutsch- russischer sehr schön, aber auch ihren Pflichten. von ES ist ein Freundschaft außerhalb der deutschen Grenzen, besonders jenseits reden, sondern und schwerer Vorwurf für die Redacteure, wenn Calwer der Vogesen, machen muß. andre andeuten: billig und schlecht; das heißt, der Redacteur würde, wenn er besser bezahlt würde, besser arbeiten. Das ist in unfrer Parteigeschichte gar nicht traditionell. Was mußte der alte Liebknecht mit feinem jämmerlichen Gehalt früher machen! Die Redacteure sollten durch ihre Leistungen das Blatt, den Abonnentenstand und damit auch die Leistungsfähigkeit des Verlages heben. Man verweist immer auf die bürgerliche Breffe, greift aber nur ein Die Aufstellung der aftronomischen Juftrumente der Betinger paar Ausnahmefälle heraus, während da vielfach ganz grauenhafte Steinwarte wird auf Befehl des Kaisers nicht sofort vorgenommen, Zustände herrschen. So ist mir ein Redaktionskuli bekannt, der für vielmehr foll mit der erstellung der Fundamente vor 135 M. monatlich täglich eine ganze Kuhhaut voll schreiben muß dem Orangeriegebäude im kommenden Frühjahr begonnen werden. und dazu noch vier Kopfblätter Aus den im übrigen recht verständigen Ausführungen seien einige Stellen wiedergegeben: Es werde verkannt, in wie hohem Maße sich die deutsche Landwirtschaft heute bereits der Industriestaatsentwicklung angepaßt hat.„ Es ist sehr bedauereine Reichslich, daß über diese wichtige Frage nicht Verfahren ver enquete öffentlichem kontradiktorischen mit anstaltet worden ist. In Ermangelung einer solchen müssen Die Chinabente. Trok der wiederholten hundertfachen die Erhebungen des getreidezollfreundlichen deutschen Landwirtschaftsrates, die sich auf 1526 Be- dringenden Anfragen der Bresse ist bis zum Augenblick noch keine triebe mit einer Gesamtfläche, größer als das ganze Herzogtum offizielle Erklärung über die Art der Aneignung der astronomischen Sachsen- Stoburg, beziehen, herangezogen werden. Das wichtigste Er- Instrumente erfolgt. Man ignoriert einfach, den Entrüstungssturm gebnis ist, daß von rund 34 Millionen Mark Bruttoeinnahmen in der Oeffentlichkeit. Wohl aber meldet jegt wieder eine KorDiesen vom Landwirtschaftsrat als typisch bezeichneten Betrieben an respondenz: Getreideverkauf nur 26,4 Broz., au sonstigen Acererträgnissen( Zuder rüben 2c.) 16,3 Proz., dagegen an Verkauf von Tieren und tierischen Erzeugnissen 40,6 Broz., ferner an landwirtschaftlichen Nebengewerben 8,9 Proz., an Waldbau, Weinbau zc. 7,6 Proz. verdient find. Im rechtsbon der Gemeinde; c) Errichtung von kommunalen Wohnmgsämtern für regelmäßige Wohnungsinspektion, Wohnungsstatistik und Bermittelung der Wohnungsvermietung; d) Verbesserung der Bau- Ordnungen; e) Reform des tommunalen Steuerwesens: f) Uebernahme und Ausbau der Verkehrsmittel in eigene Stegie. * * Resolution zur Accordmaurerfrage. Singer: Ich ersuche den Redner, auf die Vorschläge des machen in unsrer wissenschaftlichen Revue!( Lebhafte Zustim- stellung der Mieter gegen jedes Abhängigkeitsverhältnis von Vereins Arbeiterpresse an die Verleger hier nicht einzugehen, weil nung.) Da heißt es, daß es noch vor zwei drei jedes Material dem Parteitag fehlt. Jahren niemand hätte wagen können, gegen eine Parteigröße den Ehrhardt: Aber über den Ton in der Presse muß ich noch was Vorwurf des Opportunismus zu erheben, der wäre als Schwarzsagen. Noch weit nötiger, als über Bernstein zu Gericht zu fizen, ist seher angesehen worden und hätte sich in acht nehmen es, zu Gericht zu fizen über die Art, wie man Parteigenossen be- müssen, un nicht als Strafehler wegen Berunglimpfung handelt. 3. B. wie der Vorwärts" Calwer abgefanzelt hat, der bei allen aus der Partei hinausgeworfen zu werden." Das schreibt Sünden doch noch immer Parteigenosse ist. Da ist in unsre Parteipresse der wissenschaftliche Revuer in der Neuen Beit"! Nicht ein Ton durch den Zuzug aus dem Osten hineingekommen( Heiterkeit), einmal die Unabhängigen haben das gewagt. Und die Behandlung und zwar männlicher und weiblicher Linie.( Heiterkeit.) Die eine Auers! Mit Auers persönlicher Erklärung ist ja die Sache gestern spricht in Mainz von den„ Nullen" auf dem Parteitag, und in der schon, solveit man sie ernst nehmen kann, in der entsprechendsten „ Nenen Zeit" Außer der Resolution 118 liegt noch folgende Resolution ich gebe zu, daß es sehr bequem ist, wie Gradnauer Weise charakterisiert worden. Aber die Auffassung Bebels 114 vor: und Auer den Kotau vor der Nosa zu machen( heiterkeit), sich mit ihr ist schon deswegen nicht richtig, weil ja unterdessen unter Der Parteitag als Vertreter der in der Socialdemokratie organiabzufinden, Frieden mit ihr zu schließen, aber wir können doch nicht der Redaktion Kautskys ein Artikel erschienen ist, der sich in Bezug sierten Klaffenbewußten deutschen Arbeiterschaft stimmt mit den auf alle dazu kommen, und wir wollen auch nicht mit der lieben Rosa den auf den Ton, die Wertschäzung der Personen, gar nicht von den bem Boden des Klassenkampfes stehenden Gewerkschaften, als den Frieden so schließen. Ich protestiere aber dagegen, daß wir uns einen andern unterscheidet; es ist die Verunglimpfung des Gegners, wirtschaftlichen Organisationen der Arbeiterklasse, überein in der rückfolchen Ton gefallen lassen müssen, denn wir machen Anspruch darauf, unsre die sich für die„ Neue Zeit" nicht zient. Wenn wir haltlosen Verurteilung des Streifbruchs. Schuldigkeit ebenso wie jeder zu thun. Ich bedaure, daß die„ Neue den Genossen Parvus ant der Arbeit schen, wvie er Der Parteitag erkennt auch an, daß die Gewerkschaften im Zeit" gerade auf diefe Mitarbeiter fast ausschließlich angewiesen mit den niederträchtigsten und gemeinsten Motiven an Bern- Interesse ihrer Selbsterhaltung und der Erfüllung ihrer Aufgaben ist. Sie haben das Wort gehört:" billig und schlecht". Auf die stein herumreitet, er versucht, ihm die litterarische Ehre den Streifbruch mit aller Energie bekämpfen und anden müssen, Neue Zeit" paßt das nicht ganz, denn sie kostet der Partei sehr viel abzuschneiden( Sehr wahr 1), daß er sich mit den Federn von Friedrich daß aber die Führung dieses Kampfes und die Wahl der KampfGeld und trozdem entspricht fie uns nicht, trotzdem entwickeln sich Engels schmüde( Unruhe), dann ist Kautsky verpflichtet, nach seiner mittel in erster Linie den Gewerkschaften überlassen bleiben muß. neben ihr andre Organe, die ihr das Wasser abgraben.( Zustimmung.) Kenntnis der Verhältnisse und der Person Bernsteins, mit dem er Dagegen lehnt der Parteitag es ab, in jedem Streitfall zu den Da gehört ein Mißtrauensvotum hin. Wir fordern Selbstkritik auch jahrelang zusammen gearbeitet hat, dagegen zu protestieren und diese Beschlüssen der Gewerkschaften über ihre Organisation und Taktik in Bezug auf die Behandlung von Personen. Es wird viel leeres Stelle nicht aufzunehmen.( Lebhafter Beifall.) Stellung zu nehmen, oder von solchen Beschlüssen oder dem Verhalten Stroh gedroschen. Statt dessen sollte man sich mehr mit der der gewerkschaftlich organisierten Parteigenossen dazu, die ZugehörigKleinarbeit beschäftigen. Es kommt allmählich eine Fabrikfeit zur Gesamtpartei abhängig zu machen. thätigkeit nach den Gepflogenheiten der bürgerlichen Presse auf, und bei aller Hochachtung, die ich für unsre Akademiker habe, tout möchte ich Ihnen empfehlen, mehr Fühlung mit der Masse zu suchen. ( Sehr richtig.) Meine Redezeit habe ich ausgenugt. Sie wissen, ich bin gerecht: ich hätte noch mehr zu sagen, aber ich verzichte. Die Mittagspause tritt ein. Schluß 14 Uhr. Nachmittags- Sizung. 31/4 Uhr. Den Vorsiz führt Singer. Die Debatte über die Presse wird fortgesetzt. Dr. Südekum- Dresden: * 2übed, den 25. September. Schluß der Mittwochs- Sizung. ( Telegraphischer Vorbericht.) Der Parteitag erklärt, daß das Schiedsgericht nach dem WortLaut des Parteistatuts und dem ihm vorgelegten Thatsachenmaterial zu keinem andren Beschluß als dem gefällten Urteil gelangen konnte. Brandt. Frau Thiel. Ottilie Baader. Zubeil. A. Hoffmann. E. Basner. W. Gesche. Reul. Schlichtholz. Thiele. 29. Staab. St. Neiwand. Albrecht. Fülle- Berlin II. Geher. H. Meister. Theodor Meguer. David. W. Eberhardt. E. Ernst. Frohme. Fendrich. Stolle. Gerichts- Beitung. Auf Fischer erwidert Kautsky: Luxemburg und Parvus hätten Der Parteitag muß es den örtlichen Parteiorganisationen übergewiß einen unpassenden Ton angeschlagen. Aber auch ihnen gegen laffen, zu entscheiden, mit welchen Mitteln sie den Centralverband über seien füddeutsche Blätter in solchen verfallen. Man der Maurer in seinem Vorgehen gegen die Hamburger Accorddürfe nicht so übertreiben, wie Fischer. Gerade diese maurer unterstützen können, und namentlich in wie weit sie ein beiden hätten übrigens wertvolle Artikel über allgemeine Themata, Busammenarbeiten mit ihnen in ihren Parteiorganisationen für nicht nur Bolemiken geschrieben. Eine Reihe Probleme seien in der möglich halten. Neuen Zeit" diskutiert worden. Eine Art wissenschaftliches St. Fischer- Berlin. Heine- Berlin. Singer. A. Gerisch. Molkenbuhr. leberbrettl fönne er aus der Neuen Zeit" nicht machen. Uebrigens Antrid. Calwer. Cohn. Förster. Klees. Wurm. Steinbrügger. Hinze. Ledebour. Grunwald. Bohn- Berlin. Nosbizki. Schwartz. Ein Teil dessen, was ich ausführen wollte, ist bereits durch die habe die Bernstein Debatte Nervosität überall erzeugt. Mit Emil Faber. Bebel. Hug. W. Megger. W. Meßger. C. Ulrich. Landgraf. borhergehende Diskussion erledigt worden, z. B. ein Teil der Klagen, ihrem Abschluß werde hoffentlich die Neue Zeit" so werden, daß S. Goldstein. N. Lipinski. P. Reißhaus. M. Kiesel. A. Schnell. die in weiten Parteitreisen gegen die„ Nene Zeit" laut geworden niemand mehr sie tabelt. P. Scholz. find. Mehr noch als die Zornesworte von Ehrhardt hat An der weiteren Breßdebatte beteiligen sich eine, Stüdlen, Stadthagen. mich die entschiedene in Kozze. Art und Weise erfreut, der König, Ulrich, Galwer, Gradnaner, Lipinski, F. Stope. Bebel gestern in dieser Hinsicht von Parvus abgerückt ist. Privatim habe ich gehört, daß Kautsky die Verantwortung für die edebour, Grunwald und Bettin. Es tommt zu einem. Leopoli Artikel nicht trägt, da er zu jener Zeit auf Urlaub war. Aber aus heftigen Zusammenstoß zwischen Heine und Ledebour und Stadt- Kaden. Zetkin. der eigentümlichen Numerierung dieser Artikel, die den Schluß auf hagen. Seine hatte in der Polemik gegen Parvus in irrtümlicher kommen lassen, als sei ein Artikel ausgefallen, läßt sich vielleicht und mißzuverstehender Weise den Vorwurf erhoben, daß er unvermuten, daß selbst seinem Vertreter der eine Artitel au start anständig gegen Vollmar polemifiere, während er möglicherweise gerade war. Ebenso kann ich mich vollkommen dem Urteil Thieles den von ihm gerügten angeblich guten Beziehungen Vollmars zur über Grunwald und die Art seiner Bolemit anschließen. Ich bin Regierung seinen ungestörten Aufenthalt in München verdanke. Der Fall Opificine. Von der Straftammer Karlsruhe ist kein Berehrer studentischer Sitten, aber das eine gefällt mir Ledebour und Stadthagen tadelten heftig dieses Herein- gestern der socialdemokratische Landtags- Abgeordnete und Cigarrenimmer daran, nämlich die Art, wie junge Studenten, die Storporationen angehören, sobald sie anfangen, zu üppig zu werden, ziehen von privaten Mitteilungen, was im speciellen Fall um so händler Wilhelm Opificius in der bekannten Angelegenheit des fofort immer an ihr Fuchsentum erinnert werden. Das hätte doch verwerflicher sei, als man diese Mitteilung wie eine Denunziation Pforzheimer Lebensbedürfnisvereins der Beruntreuung von 500 M. auch Grunwald nicht aus den Augen lassen sollen, als er in seiner auffaffen tönne. Heine verwahrt sich gegen eine solche Auffassung seiner schuldig befunden und zit drei Monaten Gefängnis verWeise zu polemisteren anfing. Nun bin ich weit entfernt, das After worte. Bebel giebt zu Protokoll, daß die Voraussetzungen Heines, urteilt worden, ferner wurde ihm das Recht der Bekleidung öffentund die Länge der Parteizugehörigkeit schlechthin zum Maßstab der wie er aus bester Quelle wiffe, auf Irrtum beruhen. licher Aemter auf die Dauer von zwei Jahren aberkannt. Tüchtigkeit zu machen. Ich weiß ganz genau, daß sogar Es folgt eine lange Reihe persönlicher Bemerkungen. Sein Mitangeklagter, Goldarbeiter Eberhardt wurde freiSchiedsspruchfrage. Um 1/26 Uhr beginnt Bömelburg sein Referat über die aciprochen. Die Hauptantlage gegen Opificius drehte sich um die angebliche Unterschlagung einer Summe von etwa 9000 M., Bömelburg setzt die Geschichte der Entstehung des Streites von dieser Anklage wurde Opificius jedoch durch die Verhandlung auseinander und macht seine Bedenken gegen den Schiedsspruch vollkommen entlastet, so daß Freisprechung erfolgen mußte. geltend. Er empfiehlt folgende Resolution 113 zur Aunahine: Der Fall, wegen dessen die Berurteilung erfolgte, liegt so: Am Der Parteitag erklärt, daß er die Begründung des Schieds- 9. Oktober v. J., also zu einer Zeit, als sich Opificius schon längere spruchs in der Hamburger Angelegenheit als richtig nicht an- 3eit von der Leitung des Vereins zurückgezogen und der Geschäftsführer Eberhardt die gesamte Kasse in Verwahrung hatte, erschien Opificius bei Eberhardt und bat ihn, er möchte ihm 500 m. geben, die er gebrauchen müsse, um verschiedenen, im Bostprozeß gegen den Bollsfreund" verurteilten Parteigenossen die Bezahlung der gegen sie erkannten Geldstrafen zu ermöglichen. Eberhardt entsprach diesem Verlangen und gab die geforderte Summe aus der Kasse her, ohne eine Buchung des Betrages vorzunehmen. Als der Jahresschluß herannahte und die 500 M. noch nicht zurückgezahlt graue Haare nicht vor Thorheiten in der Partei schützen, ja sogar Leute, die gar keine Haare mehr haben, können Dummheiten machen, aber das hindert doch nicht, daß in den Reihen gerade der Kollegen Grunwalds die Empfindung vorherrscht, daß es bedeutend netter gewesen wäre, wenn er in andrer Form feinen Eintritt in die journalistische Parteithätigkeit vollzogen hätte. Nun zu etwas andrem! Zwei kritische Aufsätze über die Barteipresse, die in legter Zeit veröffentlicht sind, geben mir Anlaß zu einigen Bemerkungen. Auch ich bin der Meinung, daß der Calwersche Artikel sehr starke Uebertreibungen enthält. Aber er enthält auch manches Richtige. Unleugbar leidet unsre Parteipresse, insbesondere die kleine, unter einer Uniformität. Aber so schlecht unsre Parteipresse in einzelnen Punkten vom journalistisch- technischen Standpunkte auch sein mag, turmhoch steht sie doch schon wegen ihrer Integrität über einem großen Teil der bürgerlichen Presse, bei ber es ja jetzt wieder gelungen ist, in Dresden die Korruption aufzudecken. erkennt. Er lehnt es jedoch ab, wegen Streitbruchs den Ausschluß aus der Gesamtpartei zu vollziehen und überläßt es den örtlichen Partei- Organisationen, im Einzelfall zu entscheiden, ob der Ausschluß von Streitbrechern aus der örtlichen Organisation er folgen soll. " C. Legien. Hoch. 2. Emmel. C. Windhoff. Quarck. Wilh. Seil. B. Grosse. Th. Bartels. H. Stolpe. P. Büttner. J. Gogowski. C. Kloß. C. Eberle. Karl Meißner. J. Krohn. J. Jakobsen. Fr. Toelge. Fr. Harm. H. F. W. Deutsch. J. Joos. Anton Walter. waren, beschloß Eberhardt, den Betrag von 350 M, den Opificins Alb. Müller. A. Körsten. Emma Jhrer. Carl Jürs. Klees. als Gratifitation am Ende des Jahres zu erhalten hatte, als ausAlb. Rudolph. Düwell. Bühler. Paul Müller. H. Baerer. bezahlt zu buchen, so daß die Schuld des Opificius an den VerW. Brecour. Blumstock. Th. Müller. Joh. Staning. Fanny ein nur noch 150 M. betrug. Diese Summe ist von Opificius Jmle. H. Hittmann. A. v. Elm. H. Steinbach. Böhle. A. Röste. zurückgezahlt worden. Knieriem. A. Naith. Beyer. Louise Zieß. H. Käppler. Schmidt ( Frankfurt). J. Efftinge. Noßkopf. Otto Goerte. füller. May. A. Wesemeier. G. Thöne. H. Sachse. Scheidemann. Grimpe. Trozdem es 61/2 Uhr geworden, beginnt Aner das Korreferat. Aufsehen erregt hat auch der Artikel des Genossen Julian Borchardt in der„ Neuen Zeit". Er erhebt die ja nicht neue Forderung der Begründung einer Jugendzeitschrift. In Dresden wird aus privater Initiative ein Versuch damit gemacht von meinem Kollegen Dr. Morgenstern in Verbindung mit der Sächsischen Arbeiterzeitung". Wir werden einen schweren Stand haben, aber die freundlichen Worte Pfannkuchs lassen mich hoffen, daß uns die moralische und auch praktische Unterstützung durch den Parteitag nicht fehlen wird. Lassen Sie mich einige Worte über den Plan sagen. Die Jugendzeitschrift ist als felbständige Zeitschrift von 16 Seiten mit Er geht die ganze Entwicklung der Angelegenheit an Hand der Umschlag gedacht. Sie ist nicht für höhere A- B- C- Schüßen gedacht, fondern wendet sich an jenes fritische Alter, wo das Kind die Schule Aften durch und weist die Angriffe gegen den Schiedsspruch und die verläßt, um ins Leben zu treten, an das Alter von 13, 14, 15 Jahren. Schiedsrichter entschieden zurück. Er betont dabei, daß der Streit In Dr. Morgenstern glauben wir die geeignete Persönlichkeit für verschärft sei durch gewisse gegen die Partei gerichtete Strömungen. die Redaktion gefunden zu haben, der mit Hilfe unfrer besten Partei- Die Partei könne sich aber nicht einfach den Befehlen der Gewerkaber schriftsteller und hervorragender Pädagogen das Blatt schaffen wird. schaft interstellen. Auch der geschäftlichen Tüchtigkeit des Genossen Wallfisch, des geschäftlichen Leiters, dürfen wir vertrauen. Ich hoffe, daß Ihnen bis 834 Uhr. in furzer Zeit etwas Tüchtiges vorgelegt werden kann.( Bravo!) Richard Fischer: Die mehrfach von Beifall und Heiterkeit begleitete Rede dauerte Nach einigen persönlichen Bemerkungen von 2egien, v. Elm, Steinbach und Stubbe erfolgt lurz nach 9 Uhr Schluß der Sigung. # 111. Resolution zur Wohnungsfrage. Wenn ich in der geschlossenen Sigung oder in der BernsteinDebatte zum Wort gekommen wäre, dann wäre ich dort schon meine Schmerzen losgeworden. So muß ich hier etwas ausführlicher werden, soweit dies unter dem Zehuminuten- Maulforb möglich ist. In der Bernstein Debatte haben wir uns über den Begriff der Die Wohnungsnot ist eine allgemeine, Land und Stadt treffende Wissenschaft unterhalten. Da wird denn doch die Frage angeregt, Erscheinung. In den industriellen Bezirken wird sie veranlaßt durch ob unser wissenschaftliches Organ, die Neue Zeit", diesen Begriff Gebiet, die eine unmittelbare Wirkung der kapitalistischen Prodie Zusammenballung der Bevölkerung auf räumlich beschränktes erfüllt, ob sie auf einer höheren Warte steht, der kritischen Forschung duktionsweise ist. dient und alle auftauchenden Probleme diskutiert und flärt. " durch eine Die Mannh. Volfsstimme" bemerkt zu dieser Verurteilung: „ Der Vorgang, dem die Verurteilung zu Grunde lag, ist ein so gewöhnlicher im Leben, daß recht wenig Menschen herum laufen dürften, die sich nicht schon solcher Untreue schuldig gemacht haben. Wie viele Neisende und Geschäftsführer erheben ihre Gehälter von den eingenommenen Geldern und häufig genug auch vorschußweise das ist aber nach dem Karlsruher Urteil„ Untreue". Wir wollen indes darüber uns mit dem Gericht nicht auseinander fezen. Genosse Opificius hat Revision angemeldet und das Reichsgericht wird zu prüfen haben, zu prüfen haben, ob wirklich Untreue vorliegt. Ein Wort sei nur zu der zweiten Strafe verloren. Was hat mit dem lächerlich geringfügigen Vergehen, wenn es eins ist, die Aberkennung der Befähigung öffentliche Aemter 81 bekleiden zu thun? Das Vergehen Opificius ist ein rein formelles, er hat die juristische Tragweite einer Handlung nicht ermessen können, die Hunderttausende nicht verstehen werden: inwiefern steht dieser Jrrtum mit seinen öffentlichen Aemtern in Berührung?" 0 Der Hauptantlage, in der, wie gesagt, Freisprechung erfolgte, liegt nach dem genannten Parteiblatt folgender Thatbestand Ich habe mir Material aus der älteren Zeit nicht mitgebracht, monopolistischen Wirkungen die Grundrente rasch und maßlos in die Hier treibt das Privateigentum an Grund und Boden mit seinen zu Grunde: Im Jahre 1890 wurde in Pforzheim von Arbeitern ein Konsumaber auch die legten Tage haben genug Material gebracht. Immer verein mehr macht sich die bedauerliche Thatsache bemerkbar, daß in der Höhe; Lebensmittelbedürfnis- Verein nannte er sich gegründet. Neuen Beit" entgegengesetzte Meinungen niedergeschlagen werden. Der Mieten. Diese sind um so höher, je kleiner und schlechter die bier äußert sich die Wohnungsnot in einer schnellen Steigerung Opificius und mit ihm lauter geschäftsunkundige Arbeiter Immer mehr wird die" Neue Zeit." Organ des Stampfes einer Wohnungen sind, und verschlingen einen stets wachsenden Teil des übernahmen die Leitung und haben, was geschäftliche Dinge anbestimmten Anschauung. Es ist eine traurige Thatsache, daß fast alles, was litterarisch thätig in unsrer Partei ist, die Neue Beit" inkommens der Mieter. Die hohen Mieten zwingen zur Aufnahme langt, in geradezu mustergültiger Weise gezeigt, wie ein solcher Verfast alles, was litterarisch thätig in unsrerPartei ist, die Neue Beit" von Aftermietern und Schlafgängern und erzeugen ein Zwischen- ein nicht geleitet werden darf. Bis zum Jahre 1896 hatte der verläßt und einer Revue folgt, die Verein noch nicht einmal ständigen Konto Corrent Verkehr mit Personalunion, durch die Person des Redacteurs, verbunden mietertum, das die ärmsten Schichten feinerseits ausbeutet; ist mit der Partei, und daß die Partei gar keinen Einfluß auf die Bodens durch die unhygienische Aussperrung von Licht und Das eingehende Geld hier schafft die ungemessene Ausnügung des Grund und einem Bankhause, obwohl schon drei Filialen vorhanden waren. blieb Leiter. Redaktion hat, während sie immer häufiger verantwortlich dafür ge Luft und durch die unhygienische Zusammendrängung von Wohnungen Auch hier noch geteilt, einen Teil hatte Opificius einen andern Teil in den Händen der macht wird. Wie ist es zu dieser Thatsache gekommen? Es ist eben nicht jedermanns Geschmad, an demselben Tisch mit ein paar gefährliche Seuchenherde; der Geschäftsführer Eberhardt. Die Buchführung war die denkbar litterarischen Raufbolden zu fizen, die nur auf die Gelegenheit gesundheitlichen, geistigen und fittlichen Schäden. hier zeitigt die Ueberfüllung der Wohnungen die schwersten mangelhafteste; schließlich stellte sich auch, was fast nnansbleiblich warten eine entgegengesetzte Meinung niederzubeißen.( Sehr Gegen diese gewaltige gesellschaftliche Erscheinung der Wohnungs- unter solchen Umständen erscheint, ein Manto heraus und der Strach richtig!) Bebel hat ja nun gefagt, daß er diese Angriffe nicht billige not erweisen sich die Heilmittel der bürgerlichen Wohnungsreformer als trat ein. Ein paar sogenannte kaufmännische Sachverständige prüfen und Kautsky hat privatim erklärt, daß auch er nicht damit einverstanden wäre. Bebel hat es so hingestellt, als handele es sich unzuträglich, teils ihrem Wesen, teils der Art ihrer Durchführung die Bücher und kommen zu einem höchst günstigen Resultat: sie erum die Entgleisung einer Ferienredaktion. Es liegt aber schon seit nach, wie sie durch die in Staat und Gemeinde herrschenden laffen eine Erklärung, wonach alles in Ordnung sei. Der Staatspolitischen Machtverhältnisse bedingt wird. Eine wirksame Besanwalt erklärte in der Verhandlung, daß er daraufhin erst einlanger Zeit System darin. Auf der andern Seite halte ich Kautsky tämpfung der Wohnungsnot hat zur Voraussetzung einen begeschritten sei. Das nimmt sich sehr sonderbar aus, denn gewöhnlich soll für unsern begabtesten, klarsten und populärsten Schriftsteller, auf den wir stimmenden Einfluß des organisierten Proletariats auf Staat und Gemeinde. Dieser allein garantiert, daß die große und vielseitige doch die Behörde einschreiten, wenn etwas in Unordnung ist, nicht aber Aufgabe in ihrem ganzen Umfange und mit allen erforderlichen wenn erklärt wird, daß alles in Ordnung sei. Der Staatsanwalt Mitteln in Angriff genommen wird. beschlagnahmte also die Bilcher und mm ging einer dieser sogenannten Als solche Mittel fordert die socialdemokratische Partei Deutsch- Sachverständigen", ein gewisser Mörrle, hin und gestand der lands in erster Linie: Staatsanwaltschaft feine eigene Unfähigkeit ein; er habe nicht alles in Ordnung gefunden, es fehlten vielmehr 15 000 m. Auch diese Angabe zeigt, wes Geistes Kind dieser Sachverständige" war; feine Angabe stimmt mit der Wirklichkeit in nichts überein. Opificius wurde nach der Beschlagnahme der Bücher verhaftet, alle ſtolz sein dürfen. Anders aber steht es mit seiner Redaktionsführung und da behaupte ich, liegt ein System in der Neuen Zeit" vor. Schließlich ist auch der Genoffe Cunow, der Stellvertreter Stautstys in den Ferien, auch nicht eine Null, er muß wohl darüber unterrichtet sein, was man der„ Neuen Zeit" zumuten darf; und da finden wir gleich in dem ersten Artikel von Barvus eine Stelle, von der ich nicht verstehe, wie sie Cunow in die Neue Zeit" aufnehmen konnte. Und wenn auch die Auffaffung richtig ist, der Kautsky schriftlich Ausdruc gegeben hat, daß diesen Schriftsteller in der Partei niemand mehr ernst nimmt, wie kann man ihn dann zum Fahnenträger 1. Von den Gemeinden: a) Erwerbung, Erhaltung und Vermehrung von Grundbesitz; b) Erbauung von Wohnhäusern, insbesondere für die Arbeiter flaffe; Abgabe von Wohnungen zum Selbstkostenpreise, Sichers " Die Verhandlung ergab klipp und klar, daß von Veruntreuung in keiner Weise die Rede sein konnte und einzig die jedes kaufmännischen Sachverständnisses entbehrende Geschäftsführung das vermeintliche Manto verschuldet hat. In diesem Falle erfolgte denn auch, wie schon erwähnt, Freisprechung. aber alsbald wieder entlassen. Eine durch einen wirklichen dem Redner, daß seine Bemerkung unwahr fei, daß er so nicht| vgitation, Massenverbreitung des Konfektionsarbeiter" und PropaSachverständigen vorgenommene Prüfung der Bücher ergab einen weiter reden dürfe und sagte schließlich:" Das lasse ich mir nicht ganda für eine Denkschrift an den Bundesrat zweds Unterbreitung Fehlbetrag von 9088 M., über dessen Verbleib nichts fest- gefallen!" der Forderungen der Konfektionsarbeiter an die Gesetzgebung. Nachdem der Vortrag ohne weitere Zwischenfälle beendet war, zustellen ist. Die Staatsanwaltschaft machte sich die Sache sehr Wiewohl wir es für selbstverständlich halten, daß diese leicht, fie kalkulierte einfach so: Opificius ist socialdemokratischer ergriff Genoffe Fleißner das Wort. Als dieser eine Weile gesprochen Agitation seitens der Gewerkschaftstartelle, Agitationskommissionen hatte, erhob sich Herr von Beschwitz abermals und erklärte: und Arbeitersekretariate nach bester Möglichkeit miterstützt Landtags- Abgeordneter, er spielt eine Rolle in der Partei, er muß Das ist aber doch keine Debatte, das ist ja ein neuer Vortrag, wird, so wollen wir doch nicht unterlassen, diese Körperschaften nochalso die fehlenden 9000 M. aus dem Konsumverein genommen und und den lasse ich nicht halten, da ein zweiter Vortrag nicht an- mals auf diese dringende Pflicht aufmerksam zu machen. Es wird der Partei zugewendet haben. gemeldet ist. Der Redner ergänzt den Vortrag und bringt neues, unfres Erachtens zweddienlich sein, sich nicht auf die Veranstaltung das ist keine Debatte." von Konfektions- und Heimarbeiter- Bersammlungen zu beschränken, Es steht natürlich kein Wort davon im Vereinsgefeße, daß man sondern zunächst die Mißstände der Heimarbeit und die Notwendigkeit einen Vortrag nicht ergänzen dürfe, oder daß man in einer Ver- der Organisation der Heimarbeiter in den Kartellversammlungen zu sammlung nicht zwei Vorträge über dasselbe Thema halten dürfe; erörtern nnd die Berufsdelegierten zu verpflichten, entsprechende das Gesetz fragt überhaupt nicht danach, in welcher Form, ob in der Belehrungen auch in ihren Berufsversammlungen zu erteilen, damit Form von Vorträgen oder der von Diskussionen in einer Versamm wenigstens die organisierten Arbeiter an ihre Pflicht, die gewerblich lung verhandelt wird, überläßt das vielmehr vollständig den Teil- thätigen Angehörigen der Organisation ihres Berufs zuzuführen, nehmern selber. erinnert werden. Der Herr Amtshauptmann von Beschwiz hat also Serrn Es empfiehlt sich ferner, in den einzelnen Berufen durch UmDr. Wiemer glänzend gerechtfertigt. frage, sei es in Versammlungen oder bei der Beitragserhebung und Ohne polizeiliche Erlaubnis inseriert. Der Vorsitzende Zeitungszustellung, festzustellen, wessen Angehörige in der Kleidereines Gesangvereins in Hartmannsdorf bei Chemniz soll 5 m. und Wäschekonfektion thätig sind und für welches Geschäft, sei es zu Hause oder in einer Werkstatt, dieselben arbeiten endlich, wer Polizeiftrafe bezahlen, weil er folgendes Inserat erlassen hat: " Gesangverein Liederhain, Hartmannsdorf. Sonntag, den Heim- oder Werkstattarbeiter oder Arbeiterinnen der Kleider- und Einmieter beherbigt. Wäschebranchen als Solche Erhebungen 8. September, im Gasthaus Stadt Chemnitz" Sommerbergnügen, werden die Hausagitation wesentlich erleichtern erleichtern und erfolg bestehend in Konzert und Ball, wozu die geehrten aktiven und reich gestalten. Von allen Schritten und Erfolgen sind passiven Mitglieder freundlichst eingeladen werden. Einer recht die örtlichen Bevollmächtigten des Verbandes der Schneider zahlreichen Beteiligung sieht entgegen der Vorstand. Beginn des und Schneiderinnen in Kenntnis zu setzen; dort aber, wo Filialen Konzertes um 5 Uhr. dieses Verbandes nicht vorhanden sind, ist dem Verbandsvorstande Mitteilung zu machen. Wir hoffen, daß die Gewerkschaftskartelle und Agitationsleiter nach bestem Können ihre Pflicht thun. Die Generaltommission der Gewerkschaften Alle Arbeiterblätter werden um Abdruck ersucht. Das Landtagsmandat, das durch die Verurteilung Opificius in Frage kommt, dürfte uns wahrscheinlich gesichert bleiben. Denn bei der Wahl 1899 stimmten 171 Wahlmänner für den socialdemokratischen und nur 96 für den nationalliberalen Kandidaten. " Dinge, die auch ein töniglicher Sachse ohne polizeiliche Erlaubnis Man kann den Bestraften nicht bedauern; es giebt noch so viele thun darf, daß es durchaus nicht nötig ist, just das Unerlaubte zu thun. Polizeikampf gegen die Berliner Krankenkassen. Im März und im Juni 1899 forderte der Berliner Polizeipräsident den Maurer Simanowsky als den vermeintlichen Vorsitzenden der Centralkommission der Krankentassen Berlins und Umgegend auf, ein Mitgliederverzeichnis einzureichen, weil die Kommission ein Verein sei, der gemäß§ 2 des Vereinsgefeßes auf öffentliche Angelegenheiten einwirken wolle. Simanowski legte Beschwerde ein, wurde aber damit vom Oberpräsidenten zurückgewiesen. Nunmehr flagte er beim Ober- VerwaltungsMan wird das strafbare an diesem Inserat nicht ohne weiteres gericht, dessen 1. Senat sich in seiner letzten Sigung mit erkennen, deshalb folge die Belehrung: Es giebt in Sachsen Tanzder Sache beschäftigte. Dem Gericht lagen die Polizei- regulative; nach diesen dürfen Vereine ihre Vergnügungen in öffent Aften bor, die unter anderm die Denkschrift, die Die lichen Blättern nur dann anzeigen, wenn sie zuerst zu dem VerKommission feiner Zeit an das Reichs- Versicherungs- gnügen und dann zu der Anzeige von der hohen Polizei eine Amt gerichtet hat, Berichte von Polizeibeamten und besondre Erlaubnis bekommen haben. Solche Erlaubnis hat dem solche des Vorwärts" über Versammlungen der Krankenkassen- Verein gefehlt. Borstände und Verwaltungsbeamten enthielten. Der Referent trug den Inhalt derselben auszugsweise vor. Rechtsanwalt Dr. Herzfeld, der den Kläger vertrat, beantragte zunächst, die Sache zu vertagen. Sein Antrag, ihm das vom Polizeipräsidenten und Oberpräsidenten beigebrachte Material bor der Verhandlung zur Kenntnis zu bringen, sei ab gelehnt worden. Unmöglich könnte er fich über alles, was aus den Polizeiakten ziemlich schnell vorgetragen sei und ihm jezt erst bekannt werde, so äußern, wie es der Wichtigkeit der Sache und dem Interesse seines Mandanten entspreche. Auf Veranlassung des Vorsitzenden, Geheimrat Techow, sprach sich der Anwalt dann gleich zu der Sache selbst aus: Es handele sich bei der Centralfommission überhaupt nicht um einen Verein. Als ein Verein könne nach Entscheidungen des Kammergerichts nur eine Vereinigung physischer Personen angesehen werden. Eine folche liege hier nicht vor. Es handele sich also in Wirklichkeit um eine freie Vereinigung der beteiligten Kaffen selber. Die Kommission fönne auch nicht selbständig handeln, sie sei lediglich ausführendes und beratendes Organ der Kaffen. Ein Haftbefehl wurde, wie berichtet wird, gegen Genossen ebius in Dresden erlassen, weil er zu einem gerichtlichen Termin nicht erschienen war. Es sollte vor dem Schöffengericht wegen Beleidigung des Hauptmanns v. Beust verhandelt werden. Mit Deutschlands. Berlin und Umgegend. Der Streik der Bauanschläger dauert unverändert fort. Auch in der am Dienstagabend bei Stechert stattgefundenen außerordent lichen Generalversammlung wurden neue Beschlüsse nicht gefaßt, da man erst das Resultat der am selben Abend stattgefundenen VerDie Versammelten sammlung der Unternehmer abwarten wollte. einer kritischen Besprechung zu unterziehen und war es insbesondere beschränkten sich darauf, die Verhältnisse in einzelnen Werkstättent die Firma Klemm, deren Verhältnisse vielfach lebhaft getadelt Deutsches Reich. wurden. Aus Induftrie und Handel. Die Rache des Siegers. Was wir gleich nach der Aufhebung Der Verband deutscher Chokoladenfabriken bezeichnete den des Generalstreits der Glasmacher als Vermutung aussprachen, be= Geschäftsgang für das am 1. September d. J. abgeschlossene Ver- stätigt sich. Die Glashüttenbefizer lassen die sich um Wiederaufnahme bandsjahr als ungünstig. In dem Bericht wird über das Verhalten der Arbeit meldenden Flaschenmacher fühlen, daß diese die Unterdes Zuckerfynditats lebhafte Klage geführt. Die Zuckerpreise wurden legenen sind. Von der Firma Siemens in Dresden berichtet die von dem Kartell so gesteigert, daß der Nting das 30fache von dem Sächsische Arbeiter- Zeitung", daß die sich zur Arbeit Meldenden in verdiente, womit vorher die Raffinerien aufrieden waren. Den eine Liste eingezeichnet werden und daß diejenigen, die wieder einaußerordentlich verschärften Lieferungsbedingungen sollten sich gestellt werden, benachrichtigt werden sollen. Allem Anschein nach Der Senat lehnte es ab, die weitere Verhandlung zu vertagen die Chokoladefabrikanten unterwerfen, ohne ihren Wortlaut will man also eine Auswahl unter den Arbeitern treffen, das heißt, und verwarf die Klage als unbegründet. Der Vorsitzende erfahren zu können. Gegen diese Uebergriffe des Kartells Maßregelungen wegen der Beteiligung am Streik vornehmen. Aber Techow führte aus: Das Gericht nehme an, daß die Kommission ging der Verband bei der Gesetzgebung und beim Kartell vor und auch die Arbeiter, denen es vergönnt wird, wieder in die Fabrik einnicht zusammengesett sei aus Vertretungen der Krankenkassen. Schließlich half er sich durch Gründung einer eignen Zucker- zutreten, sollen die Nache der Unternehmer in fühlbarer Weise zu Nicht von diesen hätten die Kommissionsmitglieder ihr Mandat er- fabrit, welcher bald andre folgen sollen. gleichem fosten bekommen. Von diesen Arbeitern wird nämlich verlangt, daß halten, sondern sie feien in den fraglichen Versammlungen gewählt Erfolge ging der Verband wieder gegen Verfälschung und sie 21/2 roz. billiger arbeiten wie die Arbeitsund Kakao durch War- willigent. von Vorstandsmitgliedern und auch Beamten der Kaffen, falsche Bezeichnung von Chokolade So fühlt also die Fabrikleitung an dem zur Zeit nicht die als vereinigte Strantentaffen ein gesetzliches Recht dazu nicht nungen, Berbandsstrafen und Strafanzeigen vor, seine Reinwurden von verschiedenen hätten. Somit feien die Kommissionsmitglieder nur von den in heitsvorschriften Behörden aus- fampfesfähigen Gegner ihr Mütchen. Möge das den Arbeitern jenen Versammlungen erschienenen Personen gewählt und mit drücklich anerkannt. 61 Verbandsfirmen verpflichteten fich sogar eine Mahnung sein, ihre Organisation so zu stärken und der Wahrnehmung bestimmter Aufgaben betraut worden, das heißt ausdrücklich, Surrogate( fremde Fette und Schalen) überhaupt nicht, zu fräftigen, daß sie dem Unternehmertum gegenübersteht als ein physischen Personen. Die Kommission habe habe aber also auch nicht zu solchen Waren zu verwenden, bei denen die Be- wohlgerüsteter Gegner, der, wenn er auch in diesem Stampfe unterauch ein regelrechtes Vereinsleben entfaltet, fo daß sie zeichnung Chokolade und Kakao vorsichtig vermieden ist. Die legen ist, sich eine Demütigung nicht gefallen läßt. unbedenklich als ein Verein int Sinne des Vereins- Wünsche des Verbandes zum Zolltarif- Entwurfe sollen dazu dienen, rechts anzusehen sei. In Uebereinstimmung mit dem Reichs: den Verbrauch deutscher Kakaowaren zu verbilligen und zu ver gericht nehme der Senat an, daß es gegen die Vereinsnatur mehren. Ser Kommission nicht spreche, wenn sie gebunden sei durch das Es vollzieht sich mithin in dieser Branche derselbe Kampf gegen ein Mandat der Auftraggeber, wenn sie von diesen Mittel empfange, wenn ihr entgegenstehendes Syndikat, wie in der Eisenindustrie gegenüber ihre Mitglieder teine Beiträge entrichteten und die Mitgliedschaft dem Roheisen- und Kohlensyndikat die Walzwerke sich zur Wehr ihnen durch eine Wahl auferlegt sei. setzen. Man drängt die Abnehmer und Verarbeiter, die aus einen andern Beruf die Produkte zur Fabrikation nötig haben, zur Eigen produktion und diese entziehen sich damit der lästigen Kontrolle der Ringe und Trusts der Rohstoff- Fabrikanten. bon Wäre nun die Kommission als ein Verein im Rechtssinne zu beurteilen, dann sei fie unzweifelhaft ein solcher im Sinne des § 2 des Vereinsgefezes. Denn mit den vielen an Behörden gerichteten Anträgen und Beschlüssen die die Abhilfe von Mängeln der Versicherungsgesetzgebung und die Abhilfe in Bezug auf andre socialpolitische Angelegenheiten zum Gegenstande hatten, habe sie eine Einwirkung auf öffentliche Angelegenheiten beziveckt. boten Partei- Nachrichten. " Aus der Frauenbewegung. 1 Die Ausdehnung der Arbeitszeit von 91/2 auf 10 Stunden plant die Stellmacher- Inmung in Leipzig. Die Arbeiter beschlossen, sich gegen diese Absicht der Meister zu wehren. Der Gesellenausschuß soll die Innung sofort um zurücknahme ihres Vorhabens ersuchen. Die Böttcher der Deutsch- Amerikanischen Petroleumgesellschaft in Dresden befinden sich, wie bereits berichtet, seit dem 10. d. Mr. im Streit. Da die genannte Firma in bürgerlichen Blättern Böttcher sucht, so sei hiermit ausdrücklich vor Zuzug gewarnt. Die Buchdruckereibefizer in Mülhausen( Elsaß) haben die vom elfaß lothringischen Buchdrucker- Verband aufgestellten Forde rungen abgelehnt. Ob die Gehilfen nun den Streik erklären, ist noch nicht entschieden. Ausland. Die streikenden Berglente von Seraing( Belgien) haben sich dieser Tage zu bedauerlichen Ausschreitungen hinreißen lassen. Drei Bergwerksdirektoren, die zum Bahnhof fuhren, wurden verfolgt, und das Bahnhofsrestaurant, in das sie sich retteten, wurde mit Steinen bombardiert. Auch zwei Revolverschüsse sind gefallen. Es ist jedoch sehr zweifelhaft, ob die letzteren von den Verfolgern abgegeben worden sind. Die bürgerliche Presse behauptet es natürlich ohne weiteres; es sind jedoch nicht die Direktoren, sondern zwei Arbeiter verwundet. Die Untersuchung ist eingeleitet. Sociales. Wie Dividenden gemacht werden? Die Staatsanwaltschaft in Kassel ist der" Rh.- Westf. Btg." zufolge in den Besitz der Kopie eines Briefes gelangt, dessen Inhalt für das Aufsichtsratsmitglied Schulze- Dellwig von der verkrachten Trebertrocken- Gesellschaft verhängnisvoll werden kann. Verfasser des Briefes ist Direktor Schmidt. Er teilt darin mit, daß er nach Prüfung der Bücher 2c. der Trebergesellschaft zu dem Resultat gekommen sei, daß die GesellDer Parteitag für Schwarzburg- Rudolstadt ist bekanntlich schaft nicht in der Lage sei, auch nur 1 Proz. Dividende zu geben. berboten worden. Um gegen diese Beschneidung ihres VersammAuf diesen Brief soll Schulze- Dellwig geantwortet haben, Schmidt lungsrechtes zu protestieren, veranstalteten die Genossen des Fürsten- müsse unter allen Umständen die Verteilung einer Dividende von tums eine größere Anzahl Versammlungen in verschiedenen Orten 25 Proz. herausbringen, er, Schulze- Dellwig, habe seinen Freunden des Landes. Diese Versammlungen wurden allgemein ver- eine Dividende in dieser Höhe versprochen. und zwar auf Anordnung der oberen Behörden. Wenigstens wurde dem Einberufer in der Stadt Rudolstadt amtlich mitgeteilt, daß eine Verfügung des Landratsamtes an sämtliche Ortsbehörden des Bezirks vorliege. Als Grund des Zu dem Verbandstag fortschrittlicher Frauen Vereine, Verbotes sei in der erwähnten Verfügung angegeben, daß mit der der am 5. Oktober im Reichstag stattfindet, haben auch eine Anzahl Versammlung eine Demonstration der socialdemokratischen unsrer Genossinnen Einladungen erhalten. Dieselben find jedoch Die Wohnungsvorlage des Hamburgischen Senats hat Partei gegen die Staatsregierung wegen Verbots des Parteitags in überein gekommen, von einer offiziellen Teilnahme abzusehen und mit einer Wohnungsreform gar nichts gemein. Es soll nichts Gräfinau bezwedt und deshalb Gefahr für die öffentliche Ruhe, überlassen dem Ermeffen der einzelnen, den Verhandlungen als Zu- weiter geschehen, als daß an Bauunternehmer Grund und Ordnung und Sicherheit zu befürchten sei. hörerin beizuwohnen. Boden verkauft wird zur Erbauung fleiner Wohnungen, die Merkwürdig ist dabei, daß schon zwei solcher Versammlungen Fortschrittliche und socialdemokratische Anschauungen find aber nicht über 50 Quadratmeter groß sind, Den Bauunter in den beiden Dörfern Meuselbach und Sitzendorf stattgefunden haben. so grundverschiedener Natur, daß es weiterer Begründung für die nehmern soll Baugeld zu billigem Binsfuze geliehen, für längere Dabei ist keine Gefährdung des Staates" Schwarzburg- Rudolstadt Stellungnahme unsrer Genossinnen wohl nicht erst bedarf. Zeit die Grundsteuer erlassen und die polizeilichen Anforderungen aut beobachtet worden. Daß die Versammlungen einen durchaus Da aber die bürgerliche Frauenbewegung sehr bemüht ist, durch die Beschaffenheit der Treppen und Höfe herabgesetzt werden." Sonst ruhigen Charakter trugen, beweist die dabei angenommene, nach- Seranziehung socialdemokratischer Vertreter zu ihrer Konferenz sich nichts, rein gar nichts! stehende Resolution: den Schein zu geben, als stünde sie der Socialdemokratie nahe oder Damit wird in socialer Hinsicht nicht die Spur eines Fort " Die heutige öffentliche Voltsversammlung protestiert gegen die sympathisiere mit ihr, so dürfte es im Interesse der social- schrittes erreicht, in baupolizeilicher Hinsicht aber sogar ein Rück Art und Weise, wie den Arbeitern in Schwarzburg- Rudolstadt be mofratischen Frauenbewegung angebracht sein, auch schritt gethan. das Recht, sich in friedlicher Beratung zu bersammeln, die Genossen darauf aufmerksam zu machen, etwa an sie ergangenen beschnitten, ja unmöglich gemacht wird. Die Versammlung vermißt Einladungen nicht Folge zu leisten, weil andernfalls der von den jeden berechtigten Grund hierzu; denn weder ist je im Lande die Einberuferinnen beabsichtigte 8wed erreicht würde. öffentliche Ruhe und Abhaltung von Versammlungen direkt oder indirekt gestört, noch der Bestand des schwarzburg- rudolstädter Staats gefährdet oder in Frage gestellt worden. Im Gegenteil Nomt, 25. September.( W. T. B.) Die Agence Stefani" vers giebt die bisher seitens der in Betracht kommenden Beöffentlicht folgende Mitteilung: In der Nacht vom 23. zum 24. d. M. hörden oft geübte Pragis, den Arbeitern das zu versagen, machte der Präfekt von Neapel dem Ministerium des Innern telewas andren Bevölkerungsklassen gewährt wird, nur zu sehr VerZur Agitation unter den Konfektionsarbeitern. graphisch Meldung von mehreren peftverdächtigen Erkrankungen anlassung, zu glauben, die Arbeiter seien vor dem Gesez, vor dem Die geringen Erfolge, welche die bisherige Agitation des Ver in Neapel, die erst am Montag von den Sanitätsbehörden angezeigt Andre Fälle wurden am Dienstag gemeldet. Es jeder gleich sein soll, minderen Rechts. Die heutige Versammlung bandes der Schneider und Schneiderinnen Deutschlands unter der worden waren. spricht darum die Erwartung aus, daß die Behörden in Zukunft den Konfektionsarbeiterschaft zu erzielen vermochte, sind zu einem nicht sind insgesamt 12 Fälle, welche ausschließlich unter den Lastträgern Arbeitern bei ihren Bestrebungen, sich in friedlicher Weise zusammen geringen Teil dem Umstande geschuldet, daß es dem Verbande bis: im Freihafen vorgekommen sind, die mit Waren aus verseuchten zu finden, um ihre Lage gemeinsam zu besprechen, keine Hindernisse her nicht gelang, mit dem in der eigentlichen Heimarbeit be- Orten in Berührung gekommen sein dürften. Die Ortsbehörde mehr in den Weg legt und bittet den Landtag, in dieser Weise schäftigten Arbeitern, Frauen und Mädchen in Fühlung zu kommen ergriff sofort die strengsten Maßregeln. beschließen zu wollen." und sie ihrer Interesselosigkeit zu entreißen. Dies ist um so bedauerPrag, 25. September.( B. H.) Jn der Nähe von Nachod wurde licher, als zweifellos der größte Teil diefer Heimarbeiterinnen Frauen, Töchter oder Anverwandte, sowie Einlogiererinnen von ein a wolfjähriges Schulmädchen aus dem Orte Lippé int Arbeitern, darunter auch organisierten Arbeitern, sind, die zwar für Walde überfallen, getötet und an einem Fener verbrannt. An sich selbst den Wert der Gewerkschaftszugehörigkeit erkannt haben, der Mordstelle wurden nur noch die verkohlten Knochen gefunden. die es aber ruhig dulden, daß ihre erwachsenen Angehörigen un Mailand, 25. September.( B. H.) Seit drei Tagen gehen organisiert bleiben, ihre Arbeitskraft zu jedem beliebigen Preise ver- in ganz Ober- und Mittelitalien unaufhörlich heftige Regeugüffe taufen und sie bis in die tiefe Nacht hinein bei schlecht bezahlten nieder. Zahlreiche Flüsse und Gebirgsbäche sind aus ihren Üfern ges Was zu beweisen war. In Reichenau bei Zittau Aufträgen aufreiben. Würde dieser Teil der Arbeiter es für seine treten, die Eisenbahnverbindungen vielfach unterbrochen. Petersburg, 25. September.( B. H.) Gestern abend wurden ( Sachsen) sprach in einer freifinnigen Protestversammlung Herr Pflicht halten, auch ihre erwerbsthätigen Angehörigen der Organi Dr. Wiemer aus Berlin. Im Laufe feines Vortrages führte er aus, fation zuzuführen, so wäre die Heimarbeiter- Organisation längst über in ischinen in Bessarabien heftige Erdstöße wahrgenommen. Pretoria, 25. September.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) daß im Deutschen Reich ein„ von" vor dem Namen die beste Legiti- die färglichen Anfänge hinausgekommen. mation für die einflußreichsten Aemter sei. Der die Versammlung Der Verband der Schneider und Schneiderinnen Deutschlands Gegen zehn Boerenführer, die sich seit dem 15. September persönlich überwachende Amtshauptmann von Beschwitz fühlte sich( Sig Stuttgart) veranstaltet demnächst eine erneute Agitation unter in englischer Gefangenschaft befinden, wurde auf Verbannung durch diese Bemerkung persönlich getroffen; er sprang auf, erklärte den Konfektionsarbeiterinnen, bestehend in Versammlungen, Saus- laus Südafrika für immer erkannt. Jm Wahlkreise Reichenbach- Neurode dürften nach der bisherigen Uebersicht etwa 25 000 Unterschriften für die Petition gegen den Brotwucher zusammen tommen. Da der Kreis im Jahre 1898 nicht ganz 10 000 socialdemokratische Stimmen aufbrachte, ist dies eine respettable Zahl. Polizeiliches, Gerichtliches usw. Ottilie Baader, Vertrauensperson. Gewerkschaftliches. Lehte Nachrichten und Depelthen. Verantwortlicher Redacteur: Carl Zeid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drnd und Verlag von May Vading in Berlin. Die Best. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Pr. 225. 18. lappig. eilazt des Jmmiirts" Kerl« WlisMait. 26. September 1961. Parteitag der deutschen Socialdemokratie. Lübeck, den 24. September 1901, Dienstags-Sitzung. (Ausführlicher Bericht.) ES liegen zahlreiche GeschäftSordnungS-Slniriige bor. Ehrhardt-Ludwigshafen: Ich habe mir die Rednerliste an- gesehen. Es ist eine ganze Anzahl Redner gemeldet, schwere Redner (Große Heiterkeit), dauerhafte Redner.(Heiterkeit.) Ich befürchte, daß unter der Bernstein-Debatte der Punkt„Presse" ganz ver- schwinden wird. Wir müssen deshalb beides trennen. Nehmen wir zuerst den Punkt Presse vor und verschieben wir die Bernstein- Debatte ans den nächsten Sonnabendnachmittag.(Große Heiterkeit.) Thiele- Halle beantragt, die Preßangelegenheit zuerst zu be- handeln. Fischer-Berlin erklärt sich mit der Teilung, nicht aber damit einverstanden, daß die Bernstein-Dcbatte hintangesetzt werde. Es wird im Sinne der Fischerschen Ausführungen beschlossen. Zuerst wird die Bernstein-Angelegenheit behandelt. Fischer beantragt, die Redezeit wieder auf zehn Minuten zu beschränken und nur für Kautsky und Bernstein eine Ausnahme zu machen. Leutert-Apolda ersucht, diesen Antrag abzulehnen. Den meisten ist bekannt, was Bernstein und was Kautsky gesagt haben. Bernstein und Kautsky aber wissen noch nicht, was die' Praktiker, die Arbeiter denken. Die Arbeiter find aber weniger geschult und brauchen längere Redezeit. Ad. Hoffmanu-Berlin beannagt, auch Bebel.eine längere Rede- zeit einzuräumen. Bebel verzichtet auf diese Bevorzugung. Dr. David wünscht die Redezeit allgemein auf 10 Minuten einzuschränken. Frohme schlägt vor, zwei Generalredner sprechen zu lassen. Sämtliche Geschäftsordnungsanträge werden abgelehnt. Es bleibt also bei der unbeschränkten Redezeit. Nur die' Gegenstände der Debatte sind getrennt. Die Bernstein- Debatte. Kiesel-Berlin: Genosse Quarck kann sich bezüglich der angeblichen Absichten dch Berliner beruhigen; er hat sich schön öfter in dieser Beziehung geirrt. Ich habe namens der großen Mehrheit der Genosien des 6. Berliner Wahlkreises zu bemerken, daß die Resolution dort nach 2>/e stündiger Debatte mit allen gegen 0 Stimmen bei 800 Anwesenden an- genommen worden ist. Gradnaner gegenüber sind die Berliner Genossen in ihrer großen Mehrheit der Meinung, daß der„Vorwärts" als Centralorgan zu dem Vortrag Bernsteins in dem Stndentenverein hätte Stellung nehmen müssen.' Mit Gradnaner haben auch ivir es bedauert, daß Liebknecht nicht mehr in der Redaktion des„Vorwärts" saß. denn sonst hätten wir eine Stellungnahme gegen Bernstein z» lesen bekomme». Wir haben von dem Vortrag Bernsteins zuerst erfahren in der„Welt am Montag", einem Blatt, das dazu bestimmt ist, gegen die Socialdemokratie Stimmung zu machen; und ein solches Blatt mußten nun nnsre Genossen lesen 1 Es giebt doch nur zweierlei: Entweder gilt noch das Kommunistische Manifest, sind die Anschauungen, die darin bekundet werden, richtig, dann muß gegen Bernstein Stellung genommen werden; denn dann muß mit aller Schärfe der Kampf gegen die bürgerliche Gesellschaft geführt werden. Ihn theoretisch zu führen, dazu sind Ivir ja zu dumm, das mögen die Akademiker machen, aber wir können verlangen. daß uns nicht immerfort Knüppel zwischen die Beine geworfen werden, und das geschieht uns immer mit Bernstein. Ich will nicht leugnen, auch ich habe viel von Bernstein gelernt, besonders aus der Zeit, wo er zehn Jahre leitender Redacteur des„Socialdemokrat" war. Wir haben auch sonst Bernstein manches zn verdanken. Ich kann da erklären, daß wir den Beschlutz des Parteitages wegen der preußischen Landtagswahlen achten und ausführen', weil' es eben ein Parteitagsbeschluß ist.(Bravo!) Aber angenehm ist es uns nicht. Singer teilt mit, daß Stubbe-Hamburg irrtümlich unter die Resolution 109 gekommen ist, statt unter die Resolution 108, während umgekehrt Schwartz-Lübeck unter die Resolution 109 gehört. Hengsbach-Köln erklärt, die Resolution 108 nur, um sie zur Dis- kussion zu bringen, unterschrieben zu haben. Grunwald-Erfurt: Die Thüringer Resolution, und wohl auch die andern, sind nicht als Anträge aufzufassen, sondern als Resolutionen, in denen den Motiven der Antragsteller Rechnung getragen wird. Das Recht der freien Kritik wollen wir natürlich wahren, das brauchte Bernstein nicht erst zusagen. Nach Annahme der Resolution Bebel in Hannover hätte mau eben erwarten können, daß Bernstein nach seiner Rück- kehr erst einige Jahre sich mit den deutschen Verhältnissen vertraut gemacht hätte, um dann seine Kritik von neuem zu beginnen. Was am meisten empört hat. war, daß Bernstein seine Kritik trotz Hannover fortgesetzt und sogar verschärft hat, indem er das Fundament der Partei angriff. Verschärfend kam hinzu, daß Bernstein in einen gegnerischen Verein ging, nicht um die Grundsätze der Partei zu verteidigen, sondern um die Partei in negativem Sinne zu kritisieren. Dazu sind nur Partcivereine da. Bernstein und Gradnauer haben den socialwisscnschaftlichen Stndentenverein als harmloses Kind hingestellt. Wie steht es in Wirklichkeit? Be- wußte Parteigenossen sind aus jenem Verein zur Zeit, als sich in Berlin eine selbständige Akademikerbewegung aufthat, einfach hinaus- gedrängt worden. Zu den Protektoren des Vereins gehören der bekannte Socialistentöter iAdolf Wagner, Schmolling, Breisig u. a., die die Partei aufs schärfste bekämpft haben. Der Verein ist im Princip weder für noch gegen uns. aber gegen uns insofern, als er sonst nicht geduldet würde an deutschen Universitäten. Daß da vielleicht einige Kryptogenossen darin sind, die sich infolge ihrer Stellung als Studenten nicht bethätigen können, ist Sache für sich. Wäre Bernstein ein x-beliebiger Provinzler, wie etwa Grun- wald, oder hätte er keine Vergangenheit hinter sich, so könnte man darüber hinwegsehen, daß er' dort gesprochen hat. Aber wenn ein Bernstein dort auftritt, so wird das als historischer Moment be- trachtet, mag auch das, was er sagt, noch so gering sein, und der „Vorwärts" als Berliner Parteiblatt hatte die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, diesen historischen Moment zu fixieren, nicht sowohl der. Abwehr wegen, als vor allem, um den Genossen in der Provinz sofort ein objektives Urteil zu ermöglichen. Nun sagt Gradnauer, der Berein annonciert bei uns nicht, darum brauchen wir ihn nicht zu beachten. Hat aber Gradnauer nicht gewußt, daß Bernstein dort sprechen wird? Waschzettel, an dem und dem Tage spricht der und der Redner, hat der Verein übrigens dem „Vorwärts" zugesandt. Wie Bernstein von der bürgerlichen Gesell- schaft und der Universität betrachtet wird, geht daraus hervor, daß den zielbewußten Genossen von der Universität nicht gestattet wird, in dem Socialwissenschaftlichen Studentenverein zu sprechen, zum Beispiel Ledebour, Mehring, ja selbst Schippel. Ich beschränke mich jetzt nur noch aus ein Wort, da es doch gut ist, wenn die Praktiker sprechen und nicht nur gewisse Akademiker. Bernstein beschwert sich über die Form der Diskussion; er scheint aber zu glauben, daß ihm alles erlaubt, ist, andern nicht. Ich habe absichtlich die scharfe Form in der thüringer Resolution gewählt, um die Bernsteinfrage hier in Lübeck zur Debatte zu bringen, und ich bin vollauf befriedigt. Ich lehne es aber auch ab, zu scharf gewesen zu sein; vielleicht habe ich in der Form über die Stränge geschlagen. Die ganze Bernsteinfrage kommt darauf hinaus: wie wirkt sein Auftreten auf die Parteibethätigung? Denn principiell ist die Sache ja in Hannover erledigt. Aber ganz anders ist die Sache, da Bernstein fortfährt, die Partei anzugreisen; die schädigende Wirkung hat sich schon 1893 bei den Wahlen gezeigt und noch mehr in der letzten Zeit in den Fragen der Weltpolitik und den inneren Fragen des Klassenkampfes gegen die bürgerliche Gesellschaft. Unsre kleinen Agitatoren— es soll das keine Herabsetzung sein—, die am Fundament bauen, die den Samen für die Partei in die kleinsten Bezirke hinaustragen, wissen nicht ein noch aus, da die Gegner ihnen in den Versammlungen mit Bernstein kommen; schon 1898 sind sehr tüchtige Genossen zu mir ge- kommen und haben sich darüber beschwert,' daß sie auf Grund der Argumente Bernsteins mit den Gegnern nicht fertig geworden sind. Es ist wichtig, daß die Einheit der Grundsätze der Agitation wieder- hergestellt wird.(Bravo!) KautSky: Ich will mich bemühen, möglichst kurz zu sein. Was ich zu sagen habe, ist schon gesagt worden. Die Hauptsache ist in der That, daß die Welt erfährt, was die Masse der Parteigenossen über Bernstein denkt. Auch seine letzte Broschüre giebt mir keinen Anlaß hier zu reden. Auch die persönliche l.'eite der Frage will ich nicht berühren und die persönlichen Attacken Bernsteins nicht beantworten. Ich will mich auch nicht darüber beschweren, daß er wieder einen Brief von mir veröffentlicht hat. Wenn jemand wie er, meine Briefe aufs eifrigste liest. sie durch Jahrzehnte aufbewahrt und sie zur Hand hat, wenn er unvorbereitet in einer Debatte spricht, dann erinnert mich das an die Inbrunst eines 13 jährigen Jünglings für die ersten Briefe seiner Geliebten. (Heiterkeit.) Für mich liegt kein Anlaß zur Unzufriedenheit vor, auch nicht über die Stelle, die er verlesen hat. Es hat mich angenehm überrascht, daß er eine so gescheite Stelle der Versammlung mit- geteilt hat.(Heiterkeit.) Das, was ich da sage, ist nur die all- gemeine Praxis der Partei, die von niemand in Frage gestellt worden ist. Bernstein hat anerkannt, daß ich selbst Selbstkritik geübt habe und zwar in meiner Agrar- schrift. Zur Selbstkritik gehört die Kritik der eigenen Anschauungen. Selbstkritik ist die Kritik der Genoffen, im Gegensatz zu der Kritik der Gegner. Wenn er meint, wir übten nicht Selbstkritik, sondern kritisierten ihn, so schließt er sich damit selber aus. rechnet er sich zu den Gegnern, was er natürlich doch nicht will.(Sehr gut l) Seiner Selbstkritik sagt er nach, daß sie von reiner Liebe zur Partei diktiert sei. wenn ivir aber Kritik üben, dann ist eS persönliche Gehässigkeit und Dvgmonfanatismus. Wenn wir ihn kritisieren, dann sind wir ebenso wenig intolerant, wie er es ist. Es giebt nun Leute, die die von Bernstein hervorgerufenen Streitigkeiten als eine Förderung des geistigen Lebens unsrer Partei betrachten. Im„Vorwärts" steht im Bcgrüßungsartikel: Wenn auch gewisse Ansichten sich schließlich als haltlos erweisen, so bleibt doch der Vorteil einer gewissen Art geistiger Gymnastik; sonst würden wir geistig einrosten.(Heiterkeit.)*) Ich beneide die Genossen im„Vorwärts", die so viel Zeit übrig haben, daß sie geistig einzurosten fürchten, wenn nichl diese Gymnastik wäres(Sehr gut!) Selbstverständlich meine ich das nur scherzhaft; ich weiß, wie viel die Ge- nossen im„Vorwärts" zu thun haben. Ist es nicht wahr? Haben wir nicht zu kämpfen gegen eine Welt von Feinden?! Müssen wir da nicht unermüdlich unsre Kritik gegen die Gegner richten?(Bravo!) Daß Bernstein uns neue Einsichten gebracht bat, davon ist heute nicht mehr die Rede. Als Bernsteins erste Broschüre erschien, da wurde sie mit Fanfarentöne begrüßt, da hieß es: Eine neue Zeit ist angebrochen, große Erkenntnisse sind uns geworden. Und wie reden heute die Anhänger Bernsteins: Ach. regt Euch doch nicht ans, die Geschichte ist ja nicht der Mühe wert. Es ist nichts dabei herausgekommen. Was Ivolll Ihr eigentlich von Bernstein.(Sehr richtig!> Ich glaube, schlimmer kann man' von einem Rcvisionsfeldzug nicht urteilen. Bernstein allerdings ist andrer Ansicht. Er hat uns daraus hingewiesen, daß bereits die praktische Folge seines Revisions- programmes in dem Hainfelder Programm eingetreten sei(Wider- sprüch, Zustimmung. Zuruf Fischers-Bcrlin: Er hat gesagt: Was die können, können wir auch I)— ich habe es wenigstens so aufgefaßt; er hat darauf hingewiesen, daß die östreichischen Genossen die Verelendungsthcorie aus dem Hainfelder Programm gestrichen haben. Wie steht es denn mit der Verelendungstheorie? Sie sagt, daß es immer schlechter werden muß, ehe es besser werden kann, daß das Proletariat immer mehr und mehr in Elend versinkt, bis es ganz widerstandslos geworden ist und das dann erst der große Tag der Befreiung hereinbricht. Genosien, ist diese Verelendungstheorie jemals in der Partei von irgend jemand, der auf Be- deutnng Anspruch macht, geteilt worden? Sicher nicht. Diese Verelendungstheorie ist schon längst widerlegt und zwar von niemand anders als von. Karl Marx in seinem Kapital. Dieser Satz ist nur als Tendeil'z zu verstehen, und nicht als uii- bedingte Wahrheit; er ist nur so zu verstehen: Das Kapital muß danach trachten, um seinen Mehrwert zu vermehren, die Lage des Proletariers immer elender zu gestalten. Das ist ja bekannt; aber Marx selbst hat die Gegenwirkung bezeichnet, er selbst war einer der Vorkämpfer des ArbeiterschntzeS, einer der ersten, der auf die Bedeutung der Gewerkschaften hingewiesen hat, zu einer Zeit, wo die andren Socialisten nichts davon wissen wollten, schon 1847. Er bat also bewiesen, daß diese Tendenz absolut notwendig ist, aber daß sie nicht absolut notwendig zur Herunterdrücknng des Arbeiters führt. Aber dadurch unterscheiden wir uns von den bürgerlichen Reformern, daß diese glauben, die Tendenz selbst könne überwunden werden, ein socialer Friede könne hergestellt werden, ein Zustand, bei den: das Kapital nicht danach trachte, die Arbeiter herunterzudrücken. Das Kapital muß danach trachten, und darauf beruht der Klassen- kämpf, daß wir dem Kapital seine politischen Machtmittel entreißen; bevor das nicht gethan ist, kann der sociale Friede nicht wieder hergestellt werden, und nur in diesem Sinne haben wir an der Theorie der Verelendungstheorie festgehalten. Wenn die östreichischen *) Wenn der vorliegende Bericht richtig ist, so hat Gen. KautSky den Wortlaut und den Sinn der betreffenden Stelle, wenn auch nur offenbar in scherzhafter, so doch in mißverständlicher Tendenz so nuanciert weitergegeben, daß die ursprüngliche Absicht der Stelle ver- dunkelt erscheint. Die Sätze lauteten wörtlich: Das Erfurter Programm ist auch an den reichlichen theoretischen Diskussionen nicht zu Schaden gekommen, die uns die letzten Jahre beschert haben. Wir sind der vielleicht ketzerischen Meinung, daß diese Auseinandersetzungen zwar notivendig sind, um uns vor dem Rosten zu bewahren— sie find eine Art gymnassischer Uebungen zur Belebung des Parteigeistes— daß aber in diesem besonderen Fall ihr Ertrag verzweifelt gering war. Wir leiden weder an der publizistischen Nervosität, die in jeder Meinungsverschiedenheit gleich den Untergang der Welt fürchtet, noch lassen wir uns beeinflussen durch die lieben Leute, die uns gern beerben wollen und den Erbschleicher in der Weise spielen, daß sie die eine Meinung gegen die andre karikierend ausspielen und dadurch in der Socialdemokratie selbst das Gefühl hervorzurufen suchen, als ob in ihr centrifugale, auseinander- treibende Kräfte am Werke seien. Es scheint kaum nötig, den Sinn der Stelle richtig zu interpretieren): diese theoretische Diskusstonen sind zwar an sich wertvoll zur Belebung des Parteigeistes, in diesem Fall ist aber ihr Ertrag verzweifelt gering gewesen; damit ist die allgemeine Anerkennung der Bedeutung theoretischer Diskussionen für den b e- sonderen Fall der Bernsteindebatte ganz im Sinne des Redners eingeschränkt, wenn nicht sogar aufgehoben, obwohl sie doch auch so wertvolle Erscheinungen, wie die theoretische Diskussionsschrist Kautsky», veranlaßt hat. Red. d. B. Genossen daran gegangen sind, den Punkt ein wenig anders zn fassen, so ist das, wie Adler schon in der„Wiener Arbeiterzeitung" ausgeführt hat, nicht dem zuzuschreiben, daß sie ihre alte Anschauung aufgegeben haben, sondern nur dem, daß eben Programme die Kinder ihrer Zeit sind. 1391, als das Erfurter, und 1383, als das Hainfelder Programm geschaffen wurde, hat man Bernstein noch nicht vorausgeahnt, damals war der Kampf innerhalb des Proletariats nicht zwischen Bernstein und seinen Gegnern, sondern es war ein Kampf gegen die Anarchisten. Daher wurden damals jene Punkte im Programm ausführlicher erörtert, die von der Notwendigkeit des politischen Kampfes reden. Heute hin- gegen ist es notwendig, auf die falsche Auffassung der Verelendnngs- theorie hinzuweisen und diesem Punkt einen präciseren Ausdruck zu verleihen. Würde heute eine Aenderung des Erfurter Programms verlangt, so würde ich beantragen, den Punkt so zu ändern, daß Mißver- ständmffe ausgeschlossen sind.'Aber diese Mißverständnisse sind erst von Bernstein in die Debatte hineingetragen.(Sehr richtig!) Und nun kommt Bernstein her und sagt, es fei sein Verdienst, daß wir klarer sehen. Nein, es waren immer unsre Gegner, denen wir entgegenhalten mutzten, daß unsre Theorie von der Zunahme der Verelendung eine ganz andre ist, und Bernstein hat uns nur die Rufgabe erschwert, die Klarheit über diese Theorie aufrecht zu erhalten, denn er sagt, diejenigen, die ihm nicht beistimmen, seien noch Anhänger der alten vorsünd- flutlichen Theorie, die schon seit dem Kommunistischen Manifest über- wunden ist. Also, Sie sehen, was bei der ganzen Revision heraus- gekommen ist! Nun sagt Bernstein, sein Vortrag sei ganz harmlos. Ja, wenn Bernstein diesen Vortrag vor 4 oder 5 Jahren gehalten hätte, so Hütte sich kein Mensch darmm gekümmert; man hätte ihn vielleicht, gelesen, den Kopf geschüttelt und gesagt: Ja, was will denn der Mensch eigentlich?' Heute wird der Vortrag betrachtet als die Konsequenz seiner Schrift über die Voraussetzungen des SocialismuS. Er wird in diesem Lichte betrachtet und bekommt erst in diesem Licht seine Bedeutung. Durch dieses Licht betrachtet ihn auch die bürger- liche Presse, und wir müssen die Folgen tragen. Nicht nur die„Welt am Montag", sondern die gesamte bürgerliche Presse,„Frankfurter Zeitung",„Berliner Tageblatt",„Vossische Zeitung" haben unisono geschrieben, Bernstein hat wieder bewiesen, daß die Socialdemokratie inchts andres sein will, als eine demokratische Reformpartei. Nun kann ja niemand etwas dafür, wenn ihm die Gegner Ansichten unterschieben, die man nicht hat, und wenn Bernstein mißverstanden ist! so ist das sein Pech. Ich bedauere ihn darum, aber man ist doch nicht so ganz wehrlos, man braucht sich das Lob der Gegner doch nicht ruhig ge- sallen zu laffeu. Ich habe Bernstein schon früher vorgeworfen, daß er das Lob der Gegner willenlos über sich ergehen ließ; er hat daraus erwidert, daß auch von mir ein Satz mißverstanden und von d-n Gegnern gegen die Partei ausgenutzt ist. Er meint meine Broschüre über' die Handelspolitik, aus der die Agrarier einen' Satz ausgebeutet haben. Aber doch nur, so lange sie nur ein vom„Vorwärts" abgedrucktes Kapitel aus der Broschüre kannten! Als die ganze Broschüre ihnen bekannt war. konnten sie diesen Satz nicht mehr ausnutzen. Trotzdem habe ich mich nicht gefügt, sondern die Thatsache, daß ein Satz von mir gegen uns als Waffe gebraucht wurde, als solche Schmach empfunden, daß ich sofort am nächsten Tage, nachdem ich den Artikek in der„Krenz-Zeitung" gelesen hatte, meinen Herren Lobrednern in der agrarischen Presse einen solchen Fußtritt versetzte, daß sie sofort auf die Bundesgenossenschaft mit mir verzichteten. Bei Bernstein handelt es sich gar nicht um einen Satz aus einem einzigen Kapitel; er macht seit drei Jahren nichts als Selbstkritik, soweit er überhaupt kritisch thätig ist. Natürlich hat er auch noch eine andre Thätigkeit. aber seine kritische Thätigkeit richtet sich nur gegen die Partei. Warum tritt er nicht einmal gegen die Lobredner äußerhalb der Partei ans? Das ist dringend notwendig im Interesse der Partei, denn unsre Gegner halten uns fort und fort Bernstein entgegen; sie sagen:„was versteht denn Ihr vom SocialismuS? Bernstein versteht das viel besser, er ist ein alter Marxist, der das und das nicht für durchführbar hält". Würde sich Bernstein ein- mal gegen diese Gegner wenden, gegen die falschen Freunde,' die die Arbeiterbewegung für ihre Zwecke ausnutzen wollen, würde er jedes Mißtrauen und jede Zweideutigkeit zerstreuen, so könnte er in jeder Beziehung Selbstkritik üben, wie er ivill. Das ist das, was wir von ihm erwarten und verlangen müssen. Bernstein hat uns daran erinnert, daß er zehn Jahre lang als Redacteur des„Socialdemokrat" gewirkt hat. Ja, zehn Jahre lang hat er am„Socialdemokrat" gewirkt zu unsrer Freude und zu unsrem Nutzen, und ich wünsche nichts sehnlicher, als daß er die Tradition, auf die er sich beruft, wieder erneuert. Er hat im„Socialdemokrat" Selbstkritik geübt, aber auch unsre Gegner kritisiert und ist allen Reformbestrebungen auf das äußerste entgegen- getreten. Möge er die alten Traditionen erneuern! Dann können wir überzeugt sein, daß auch das alte Verhältnis wieder hergestellt wird, und daß er nicht mehr nötig hal, sich über seine Krittler in der Partei zu beklagen.(Lebhafter' Beifall, Hände« klatschen.) Dr. David-Mainz: Kautsky ist materiell in die Diskussion über die sogenannte Bernsteinfrage eingetreten dadurch, daß er uuS wieder einen Vortrag über die Verelendungstheorie gehalten hat. Zunächst ist es unwahr, daß nach Erscheinen'des Bernsteinschen Buches gerufen und geschrien ist: Jetzt beginnt eine neue Zeit. Wollen Sie mir nicht einen nennen, der das gerufen hat? Und ebenso unwahr ist es, daß jetzt dieselben Genossen sagen: Ach, es war ja gar nichts, es ist ja gar nichts dabei herausgekommen I Nirgends innerhalb der Socialdemo« kratie ist ein Jubelton über das Bernsteinsche Buch angeschlagen worden. Es wurde sehr scharf angegriffen, und da kam eine Reihe von Genossen und sagte: Seht euch das Buch doch erst mal an, ist es wirklich so, wie ihr es darstellt? So entstand eine Diskussion darüber. Weiter, die Verelendungstheorie I Wir haben uns ja in Hannover über das Elend dieser Verelendungstheorie unterhalten, und nun tritt Kautsky wieder mit der Behauptung auf, kein Mensch habe früher die Verelendungstheorie im Sinne einer fortschreitenden absoluten Verelendung aufgefaßt, sondern immer nur Zals Tendenz, der aber Gegentendenzen in den Weg treten. Ich habe schon in Hannover Kautsky gegenüber einfach das Kommunistische Manifest citiert. wo nicht von einer Tendenz auf Herabdrückung die Rede ist, sondern wo es heißt, die bürgerliche Gesellschaft ist nicht einmal im stände, ihren Sklaven zu ernähren, der Arbeiter wird zum Pauper. Und zwar ist das nicht von dem einzelnen gesagt, sondern von der Masse des Proletariats, und es wird auch im Manifest nicht im geringsten auf die Gegenwirkung durch die gewerkschaftliche Organisation hingewiesen. Das hat Marx später gethan, aber im Kommunistischen Manifest hat er darauf nicht das geringste Gewicht gelegt. Er hatte ja auch eine andre Er- klärung; er sagte: Deshalb wird die Arbeiterklasse in der uns nahe bevorstehenden Revolution ihre Ketten zerreißen, denn sie hat nichts zu verlieren. Und das Kommunistische Manifest schließt mit dem Ausblick auf die nahe bevorstehende Revolution im Sinne der Ge- walt. Also, es hat Leute gegeben, die auf diesem Standpunkt standen, und wenn heute noch, wie es Kiesel gethan hat, das Kommunistische Manifest als Norm hingestellt wird, so kann man doch nicht sagen: Was ist das für eine verrückte Auslegung der Verelendungstheorie, die doch niemals ein vernünftiger Mensch gehabt hat! Nein, wenn man seine Meinung ändert, so habe man auch den Mut und die Kraft, zu sagen: Wir haben uns geirrt!(Zuruf: Olle Kamellen!) Ja. gewiß sind das olle Kamellen. Ganz recht, aber Sie hätten diesen Zwischenruf machen sollen, als Kautsky die Frage anschnitt. Diese Auffasiung ist auch keineswegs so abgethan, insbesondere nicht die Auffassung, daß wir vor einer nahen Revolution stehen im Sinne der Geivalt. Ein hervorragender Mitarbeiter der«Neuen gcit", Parvxs. hat in einer der letzten Nummenr erklärt, dah der Begriff des Revolutionären einzig in dem Sinne richtig zu verstehen sei, daß die Revolution erst vom Tage nach Eroberung der politischen Macht ab beginnt. Da haben Sie noch dieselbe Auffassung des Revolutionären im alten, guten Sinne. Derselbe Parvus hat, lvie nur Genosse Fischer aus Dresden versichert, noch vor kurzem eine mehr als merkwürdige Auffassung von der Nähe des Zusammenbruchs der bürgerlichen Gesellschaft einer Gewerkschaft gegenüber verraten. fLachen.) Das sind allerdinge lächerliche Dinge. »ch würde es nicht für möglich halten, daß so etwas noch vorkommt, aber das zeigt doch, mit welchen Rückständigkeiten auf dem Gebiete der Theorie wir noch zu rechnen haben. Nun zu der Frage, die uns heule beschäftigt! Der Bernsteinsche Vortrag ist ein so' geringfügiges„Vergehen", daß ich glaube, daß diejenigen, die auf Grund dieses Vortrags ihm den Prozeß machen wollen, es nachgerade selbst fühlen, wie unangebracht das ist. Daß man sich, bevor der Vortrag im Druck erschien, über die Art seiner Ausschlachtung durch die bürgerliche Presse ärgerte und falsche Vorstellungen darüber hatte, das begreife ich vollständig. Ich be greife auch die Nervosität Bebels, aber nachdem der Vortrag im Druck vorlag, war es doch jedem klar, um was es sich handelte. Es handelte sich, wie Heine sagte, um die Theorie der Theorie, um einen Deffnitionsstreit über den Begriff der Wissenschaft. Die nicht akademisch gebildeten Genossen halten es vielleicht für eine gräßliche Haarspalterei, aber die Wissenschaft beschäftigt sich that sächlich damit. Dieser Vortrag ist von keinerlei Bedeutung für die Socialdemokratie und ihre Theorie und er hat ja auch zu den in der Bernsteindebatte aufgerollten Fragen selber gar nicht Stellung genommen. Aber warum sollte Bernstein nicht das Recht haben, vor Studenten auch einmal die Theorie der Wissenschaft in seinem Sinne zu behandeln. Nun soll ihm aber wegen der begleitenden Nebenumstände der Prozeß ge macht werden. Dieser Verein ist kein socialdemokratischer, sondern ein gegnerischer, sagt Grunwald. Als ob es nichts da zwischen gäbe! Es ist einfach ei» ivissenschaftlicher Verein ohne eine bestimmte Tendenz, der die Aufgabe hat, die Studenten der Nationalökonomie zur Diskussion, zur Anhörung gegensätzlicher Meinungen einzuladen, um sich selbst ein Urteil zu bilden: das ist in England viel weiter ausgebildet und außerordentlich wertvoll. Daß darunter auch Socialdemokraten sind, be> streitet auch Grunwald nicht. Er vergaß auch eine Thatsache zu re- gistrieren, die er imJnteresse derWahrhaftigkeit seinerDeduktionen hätte anführen sollen: Der Vortrag Bernsteins in öffentlicher Versamm lung wurde von dem Rektor der Universität ebenso untersagt wie der Vortrag Mehrings.(Hört! Hört!) Also der Rektor war nicht so überzeugt, daß er es in Bernstein mit einem Umstürzler des Socialismns zu thun habe; der Vortrag lvurde dann in geschlossener Versammlung gehalten, wozu eine Genehmigung nicht notwendig tvar. Das zur Kennzeichnung der Situation. Man sagt, die bürgerliche Presse hat uns erst auf die Gefahr aufmerksam gemacht. Die reaktionäre Presse hat im Gegenteil Bernstein für' viel gefährlicher erklärt, als die andren.(Lebhafte Zustimmung.) Aber auch die andre Presse, die uns auseinander zu loben versucht, z. B. die„Frankfurter Zeitung", hat Bernstein wegen seines Vortrags durchaus kein Lob erteilt; sie hat es für Wortstreiterei erklärt, mit der nichts bewiesen sei. Der Vortrag ist auch von der bürgerlichen Presse als das taxiert, was er war als rein wissenschaftliche Deduktion, die zu uns gar keine Be ziehung hat. Der Zorn ist aber darüber:„Bernstein zieht"— so hieß es in der„Erfurter Tribüne"—„jetzt dem Socialismns seine ivissenschaftlichen Fundamente unter den Füßen weg er bestreitet, daß er auf wissenschaftlicher Grundlage beruht." Wer das behauptet nach den bürgerlichen Berichten über den Vortrag, dem kann man sagen: Du hast das mißverstanden; wer das aber behauptet auf Grund der Lektüre des erschienenen Wortlauts, dem mutz man sagen: absichtliche Verdrehung! Bernstein war viel zu höflich gegen Sie, Genosse Grunwald; ich halte Sie auch nicht für so dumm, daß Sie das hätten mißverstehen können. Zur Charakterisierung der Thüringer Resolution möchte ich noch etwas anführen. Als der Bericht über den Vortrag erschienen war und die Debatte darüber begann, da brachte der Sou" eine Berliner Korrespondenz, in der es hieß, daß in der so einflußreichen„Erfurter Tribüne"(Heiterkeit) man jetzt Stellung nehme zu den Theorien Bernsteins und erklärt, daß die Spaltung unvermeidlich ist; denn es könne nicht geduldet werden, daß Bernstein iveiter einer Partei an- gehöre, deren Principien er angreife. Es heißt dann:„Wir sind entzückt über die letzten Angriffe Bernsteins, weil sie uns Gelegenheit geben, einer unerträglichen Sache ein Ende zu machen."(Hört! hört! Zurufe Grunwalds.) Jawohl, Genosse Grunwald! Sie haben nur auf die Handhabe gewartet und dann: Halali, jetzt dürfte die Hetze loS- gehen! Und dann ist sie auch losgegangen, zunächst durch eine ver- kehrte Darstellung des Inhalts des Vortrags und dann so weiter. Wenn man Sie beim Wort nimmt, sagen Sie: Mißverständnisse! Ich bin nicht so höflich, das immer vom Gegner anzunehmen, ich sage: absichtliche Verdrehung I Für so dumm halte ich Sie gar nicht, daß bei Ihnen immer nur Mißverständnisse vorkommen. Aber die Sache ist noch weiter gegangen. Um dieselbe Zeit spielte der bekannte Fall Ruhland—„Münchener Post"; da ließ Ruhland die Ente los, er habe seiner Zeit der„Münchener Post" das Angebot gcniacht, für ruhiger gehaltene socialistische Schriften, die mit de» allen Traditionen brächen, eventuell Geldmittel aus bürgerlichen Kreisen flüssig zn machen. Der„Vorwärts" hat diese Insinuation einfach zurück- gelvicsen und ich glaube nicht, daß in der Partei irgend jemand geglaubt hat, daß diese Bewegung, die man als opportunistiiche be- zeichnet, die es aber meines Erachtens gar nicht ist, die sich an den Namen Wollmar knüpft, mit andren Worten von bürgerlichen Kapi- talisten bezahlt sei.(Gruuwald: Das habe ich gesagt?) Das hat zunächst Ruhland gesagt. Der„Vorwärts" hat bannt kurze» Prozeß gemacht, und da kommt die„Erfurter Tribüne" und schreibt, daß der„Vorwärts" mit seiner Polemik doch sehr unglücklich sei, denn er habe keine Parteigeschichte im Kopfe, wenn er behaupte, so was habe es damals gar nicht gegeben; er verweist auf Vollmar, und dann ergeht er sich in Ausdrücken wie:„Um die Richtigkeit der Ruhlandschen Darlegungen ableugnen zu können, stellt der„Vorwärts" die Parteigeschichte falsch dar.(Beivegung. Hört! hört! Rufe: Das ist stark I) Wenn man zus derartigen Mitteln greift, um Stimmung zu -machen gegen die sogenannten Bernsteinianer, die abgeschlachtet werden sollen, dann begrcist man, lvie die Erfurter Parteigenossen, die die„Erflirter Tribüne" lesen, für eine solche Resolution stimmen konnten.(Sehr wahr!) Es war notwendig, diese Entstehungsgeschichte derZ Resolution einmal aufzudecken.(Lebhafte Bewegung.)' Ich habe die Empfindung gehabt, daß es sich� hier um ein planmäßiges Scharfmachen gehandelt hat.(Zustimmnng.) Das hat Grunwald ja auch zugegeben, indem er sagte: ich wollte die Debatte provozieren; nun. und den Zweck heiligen ja bekanntlich die Mittel. Erst stiftet man Unruhe und will dann, gegen den nian die Unruhe gestiftet hat. vor Gericht ziehen.(Hört! hört!) Ich bin der festen Ueberzeugung. daß das der Parteitag nicht thnn wird; es würde ihm nicht zur Ehre gereichen. ES liegen dann noch zwei andre Resolutionen vor. Zunächst die Vebeffche. Ich erkenne an. daß Bebel seine Begründung nicht nichr aus diesen Vortrag speciell gestützt hat; er hat wohl eingesehen, daß das die Bedeutung nicht haben kann. Was er aber dann iveiter als Begründung angegeben hat, das ist ge- Wissermatzen eine Fortsetzung von Hannover, und ich glaube,� wenn die Sache in diesem Sinne ruhen sollte, dann sollte es auch für alle sein Wenn man Bernstein vorwirft„die einseitige Art, wie er diese Kritik in den letzten Jahren betrieb, unter Außeracht- lassung der Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft und ihren Trägern"— ja, Parteigenossen, das ist doch eme sehr natürliche Sache- Bernstein war nun einmal herangezogen worden, die Probleme waren aufgerollt, und da war ein großer Teil ferner wissenschaftlichen Arbeit dein gewidmet. Er hat daneben, soweit nur bekannt allerdings in beschränkten, Maße, auch Kritik an der bürgerlichen Gesellschaft lle-'>bt Ich teile auch den � Wunsch und die Hoffnung, daß Bernstein nicht nur litterarisch und an uns selber kritisierend seine Fähigkeiten der Partei zu Diensten stellt, sondern daß er sucht Boden zu geivimien unmittelbar in der praktischen Arbeit, an der praktischen Kleinarbeit in Organisation und Agitation teilnimmt mit den andern(Beifall), und das möchte ich auch den andern Litteraten wünschen, soweit das mit ihren Stellung und ihren Fähigkeiten vereinbar ist.(Sehr gut!) Es ist ja richtig,' daß man da' oft in Konflikt gerät mit seiner Zeit und Kraft; aber was man an Zeit verliert, das gewinnt man durch die unmittelbare Berührung mit der Erkenntnisquelle, die die Arbeit an der unniittelbaren Agitation jedem bringt. Wenn Bebel wünscht, daß Bernstein seine Thätigkeit in dieser Richtung er- wettert, so mag das als Wunsch ja bestehen bleiben, aber das in einer Resolution auszusprechen, giebt ihr den Charakter einer Ungerechtigkeit, denn sonst müßte Bebel doch auch für die Gegensätze ein Wort finden.(Sehr richtig!) Und wenn Kautsky sagt, Bernstein könne keine Selbstkritik vertragen— nein: hier ist weit mehr als sachliche Kritik, hier sind persönliche Herunterreißereien und Anzapfungen vorgekommen, die die zu- lässigen Grenzen iveit überschreiten. Was müssen sich in der„Neuen Zeit" auch Auer und Vollmar usw. gefallen lassen! (Sehr wahr!) Bebel sollte seine Resolution zurückziehen und sich der andern anschließen, die beide Teile niit gleichem Maße mißt. In Hannover ist doch nicht die krisische Forschung, die Weiterbehandlung der wissenschaftlichen Probleme verboten worden, im Gegenteil. Für die freie, voraussctzungslose WissenschastmutzRaumin derSocialdemokratie sein(Zuruf: ist immer gewesen!)— eben, und dämm soll es auch iveiter sein. Wer aber an diese Probleme will, der muß vorher den Partei- mantel ausziehen. Was berechtigten Unwillen erregt hat, ist, daß man diesen theoretischen Auseinandersetzungen diese Bedeutung bei- gemessen, sie in die Agitation selbst hinausgeworfen hat. Mir ist das, was Grunwald vorführte, in niciner agitatorischen Wirksamkeit niemals entgegengetreten.(Zurufe.) Freilich muß man die Agitatoren auch richtig unterrichten und die Dinge nicht entstellt wiedergeben.(Sehr richtig!) Die Diskussion hätte die hätzlichen Nebenerscheinungen nicht gehabt, wenn man die Sache nicht immer zur Parteisache machte. Lassen Sie doch diese littcrarischen Streitigkeiten sein! Ich klage Bebel an, daß er es gewesen ist und wieder scheint sein zu wollen, der der Sache die große Bedeutung giebt; wenn man eine solche Wucht der Persönlichkeit hineinwirft, dann bekommt die Sache diesen Charakter. Wer auf dem festen Fundament der historischen Notwendigkeit der Emanzipa tion des Proletariats steht, hat wahrhaftig nicht nötig, nervös zu werden, wenn man diesen oder jenen Satz des Marxschen Kapitals anficht. Parteigenossen, was an dieser Kritik richtig ist, wird Bestand haben und sich durchsetzen und wenn man es zehnmal verdonnert, und was nicht richtig ist, das wird absterben; wir werden neue Erfahrungen machen, vielleicht werden die betreffenden Genossen selbst sagen, sie sind im Unrecht gewesen. Also lassen Sie das doch! Die Wissenschaft leuchtet nicht immer voraus, sondern kommt sehr häufig der praktischen Erkenntnis nach, die Erfahrung ist sehr häufig der vor- wärts treibende Faktor. Darum haben wir es sticht nötig, uns aufzuregen, die große politische Aktion zu machen und Bernstein die Gurgel durchzuschneiden.(Zurufe: Das wollen wir ja auch nicht!) So buchstäblich nehme ich das auch nicht an.(Heiterkeit.) Zur Frage der Presse will ich nur bemerken, daß angesichts der Artikel, die die„Neue Zeit' ihren Lesern in letzter Zeit als wissen- chaftlich vorgesetzt hat,(es angemessen ist, auch jenen Genossen zu agen: Es ist Zeit, daß Ihr in Euch geht. Schön war es nicht. Sehr wahr!) Auch diese Debatte schadet nus nichts. Ich hoffe nur, daß es kür absehbare Zeit die letzte Berusteindebatte in der Partei ge- Wesen ist.(Rufe: Hoffentlich!) Diese Debatte ruft uns auf die Wacht, sie mahnt uns nicht zu glauben, daß wir alle Wahrheit bereits in der Tasche haben.(Sehr richtig!) Auch die Selbstkritik gehört zum Kampf gegen die Gegner.(Zustimmung.) Wenn wir uns darauf berufen, wir seien eine wissenschaftliche Partei, dann dürfen wir uns nicht dazu ver- tehen, einen Forscher wie Bernstein in seiner Thätigkeit herab« zudrücken. Lassen wir ihn in seinem Sinne weiterarbeiten im Interesse der Partei. Von der Gegenseite ivird Bernstein schon gesagt werde», was sie für falsch hält. Die Partei wird sich über diese Debatten nicht aufregen, sie wird dabo» profitieren!(Bravo!) Bebel: Wenn jemand in diesem Saal sein sollte, der nur die letzten Ausführungen des Genossen David gehört hätte, der müßte glauben, daß bei irgend einem Menschen in der Partei die Absicht besteht, die 'reie Selbstkritik bei uns zu verbieten. Ich verweise auf die ein« äche Thatsache, daß die beiden vorliegenden Resolutionen in ihre» Eingangssätzen vollkommen übereinstimmen. Es heißt Wasser ins Meer tragen, wenn David im letzten Teil seiner Rede auffordert, wir sollten die Selbstkritik in der Partei schützen. Darüber treiten wir uns überhaupt nicht mehr.(Lebhafte Zu- stimmung.) Wogegen wir uns wenden, das ist die Art, die parteischädigende Art der Thätigkeit, die Bernstein in den letzten Jahren entfaltet hat.(Sehr richtig!) Ich hatte zunächst nicht die Absicht, mich auf die principiellen Differenzen der beiden Richtungen einzulassen. Ich dachte, das sei durch Hannover abgethan. Zu meiner Ueberraschung ist Kautsky von dieser allein richsigen Taktik abgewichen. Eristaufdie sog. Verelendungstheorie eingegangen und hat damit David Gelegenheit zur Polemik' geboten. Es ist nun eine böse Sache, derartige Dinge unwidersprochen hin- gehen zu lassen und darum einige Worte. Man hat sich auf das Kommunistische Manifest berufen. Ich konstatiere, daß 1872 bereits Engels im Einverständnis mit Karl Marx erklärt hat, daß sie nicht mehr in der Lage seien, alle Grundanschauungen des Kom- munistischen Manifestes aufrecht zu erhalten, daß sie es nur als historisches Aktenstück wieder veröffentlichen wollten. Wer die Werke von Marx eingehend studiert hat, kann nicht im Zweifel sein, daß er nie und nimmer die Elendsthcorie in dem von David dargestellten Sinne aufgestellt hat. Wenn etwas charakteristisch ist nnd weite Stellen in den„Voraussetzungen des Socialismus" von Bernstein widerlegt, dann ist es die von Bernstein als Motto seinem Buche vorausgeschickte Stelle im„Kapital", in der Karl Marx die Zehnstundenbill als Sieg eines Prineips bezeichnet.(Sehr richtig I) Marx war der Ansicht, daß den niederdrückenden Tendenzen des Kapitals die Arbeiterklasse durch ihre Organisation entgegen- wirken kann, und wenn es ihr durch die Kraft der Organisation ge- linge, die Staatsgewalt zu solche» Schritten zn veranlassen, dann 'ei' das nicht blos ein großer moralischer Fortschritt, sondern der sieg eines neue» Prineips. Selbst ein Man» wie Lasiallc. der so 'charf auf dem Standpunkt des ehernen Lohngesetzes stand, selbst er giebt nicht Anlaß, ihn zum Zeugen für eine falsche Auffasinng' der Verelendungstheorie anzurufen. In seinem Offenen Antwortschreiben heißt es: Man sagt Euch Arbeiter, Ihr seid heute in einer ganz andern Position wie vor 3—400 Jahren. Gewiß steht Ihr besser da, als die Botoknden und menschenfrcsserische Wilden.„Jede menschliche Befreiung," so heißt es weiter,„hängt ja immer nur ab von dem Verhältnis der Bcfriedigungsmittel zn den in einer Zeit bereits gewohnheitsmäßig erforderlichen Lebensbedürfnissen, oder was dasselbe ist, von dem Ueverschnß der Befriedigungsniittel über die unterste Grenze der in einer Zeil gewohnheitsmäßig erforderlichen Lebensbedürfnisse". Wenn ihr aber dann vergleicht— meint er weiter— das, was die reiche Klasse heute hat mit dem, was die Arbeiterklasse heute hat, dann ist der Abstand zwischen der Arbeiterklasse lind der reichen Klasse von heute ein größerer, als je vorher.(Sehr richtig!) Das ist der Kern der Verelendnngsthcorie, eine so einfache und selbstverständliche Sache, daß David, der nicht zu den unbedeutenden Männern m unsrer Partei gehört und die Parteigeschichte sehr genau kennt, so viel Objektivität hätte besitzen sollen, diese Auffassung Lassallcs zu erwähnen.(Sehr richtig!) Da bei dieser Gelegenheit auch Parvus hineingezogen worden ist mit einem Citat aus der„Neuen Zeit":„Unmittelbar am Tage nach der Eroberung der politischen Gelvalt-c.", so will ich mit meiner Meinung nicht zurückhalten. Ich bedauere lebhaft, daß in den letzten Nummern der„Neuen Zeit" die bekannten Artikel von Parvus über die sogenannten Opportunisten in der Partei und hervorragende Parteigenossen erschienen sind.(Lebhaftes Hört! hört!) Ich meine, es gehört ein ziemlicher Grad von Geschmack- losigkeit dazu, hervorragende Parteigenossen ihren Gegnern gewisser- maßen im Badckostüm vorzuführen.(Große Heiterkeit nnd leb- hafte Zustimmung.) Nach meiner Meinung hätte die Re- daktion der„Neuen Zeit" diese Artikel nicht aufnehmen sollen. Von dieser Meinung habe ich auch sofort Kautsky Mitteilung gemacht. Darauf hat Kautsky mir erwidert: Auch ich bedauere, daß die Artikel aufgenommen worden sind, aber ich bin unschuldig daran, ich war in den Ferien. Kautsky hatte für seine zerrütteten Nerven Erholung suchen müssen. Wenn aber auch Kautsky ohne Schuld ist, so be- dauere ich doch, daß in dem wissenschaftlichen Organ unsrer Partei solche Artikel erscheinen konnten.(Sehr richtig!) Was aber das Citat aus diesen Artikeln betrifft, das David erwähnt hat, nun wie oft haben wir nicht solche Nedefloskeln von: Tage nach der socialen Revolution gebraucht! Wir sagen immer„am Tage nach". Das ist eine in der ganzen internationalen Socialdemokratie allgemein übliche Redensart, aus der man nicht das herausziehen darf, was hier herausgezogen ist. Ich beabsichtige nicht, auf das einzugehen, lvas gestern über die Stellungnahme des„Vorwärts" zu Bernstein und zu andren Vor- gängen ausgeführt ist. Wir haben beschlossen, uns streng an die Bernsteindebatte zu halten, und dem werde ich nach- kommen. Aber was zur Sache gehört, ist mein gestern ausgesprochener Tadel, daß der'„Vorwärts" es unterlassen hat, einen Berichterstatter zum Vortrag von Bernstein zu schicken. Darauf hat Gradnauer erwidert, der„Vorwärts" habe niemals einen Berichterstatter in den Socialwissenschaftliche» Studenten- verein geschickt. Das mag richtig sein; gleichwohl ist die Handlungs- weise des„Vorwärts" falsch. Es kann uns allerdings gleichgültig sein, wer in diesem Verein spricht, aber wenn ein so hervorragender Genosse wie Bernstein spricht und wenn er ein Thema wählt, ivie er es gewählt hat, so hatte, meines Erachtens, eine aufmerksame Re- daktion die verdammte Pflicht und Schuldigkeit, einen Berichterstatter hinzuschicken, um zu hören, was er sagt. Man kann einwenden. er wäre kaum im stände gewesen, den Vortrag wiederzugeben, denn darüber sind ja bis heute die ärastcn Mißverständnisse entstanden. Das träfe dann Bernstein, der sichln seinem Vortrag so unklar aus- gedrückt hat, daß selbst Heine, ei» Mann von tüchtiger juristischer nnd philosophischer Bildung, in seiner Kritik sagt:„Bernstein macht es einem nicht gerade leicht, den Gedankengang heraus- zuschälen aus den vielfachen Abschweifungen, Wiederholungen und irreführenden Ausdrücken." Eine schärfere Verurteilung einer Rede kann allerdings von einem Freunde nicht ausgesprochen werden. Es kann ja sein, daß auch der Berichterstatter des„Vorwärts" zu diesem Resultat gekommen wäre und gesagt hätte:„Ich habe zwar auf- merksam zugehört, aber lvas Bernstein gesagt hat, ist mir unmöglich, �u Papier zu bringen". Das ist ja überhaupt das Unglück von f lernstein, daß er früher, wo er noch festen Boden unter den Füßen atte, sich klar ausdrücken konnte, aber jetzt, wo er im Sumpfe watet, auch nicht mehr klar ist. Man lese nur sein Buch, ich wette daraus, daß keine Seite darin ist über die nicht unter den verschiedensten Menschen die verschiedensten Anschauungen bestehen. Wenn man glaubt, Bernstein am Kragen zu haben, so sagt er sofort: Das habt Ihr nicht verstanden!(Sehr richtig!) Ja, es ist in der That schwer, mit Bernstein zu diskutieren, sowohl schriftlich lvie mündlich, weil er es einein bei dem krause», ver- schlungene» Gedankengang in seinen Schriften und Reden sehr schwer macht, herauszubekommen, was er eigentlich sagen wollte. Darin unterscheide ich mich von Grunwald. daß ich Bernstein keinen Vorwurf daraus niache, daß er im Socialwissenschaftlichen Ssildentenverein gesprochen hat. Ich kenne die Herren gar nicht und habe auch nicht die Absicht,»sich um die Antecedcntien dieses Vereins zu kümmern. Die Herren hatten stets die Freundlichkeit, mich zu ihren größeren Veranstaltungen einzuladen; ich habe aber stets ans Mangel an Zeit abgelehnt; sie haben mich auch in diesem Frühjahr aufgefordert. bei ihnen zu reden. Ich hatte abgelehnt, denn einmal hatte ich keine Zeit und zweitens war mein GesundheitSziistaud so herunter, daß ich nicht einmal bei meinen eigenen Parteigenossen reden konnte. Aber ein principieller Grund, nicht dort zu sprechen, lag für mich nicht vor, selbstverständlich auch nicht für Bernstein.(Hört! hört!) Etwas andres aber ist das Thema, worüber Bernstein sprach. Das ist ein Thema, das seiner ganzen Natur nach von neuem eine Bernstein- Debatte eröffnen mußte. Das ist der Grund, Genosse David I Die Dinge werden so dargestellt, als ob wir das Karnickel seien, und speciell ich. Aber ich habe doch in den letzte» sechs Monaten kein Wort über Bernstein öffentlich gesagt oder geschrieben, und nun soll ich die Person sein, die mit der ganzen Wucht ihrer Autorität sich gegen Bernstein ins Zeug legte und die heutige Debatte hervorrief. Wenn David diese Art Bernstein- Debatte» bis an den Hals zuwider sind, so sage ich, mir sind sie bereits bis über den Scheitel, und ich hoffe mit ihm. daß es heute das letzte Mal ist. wo wir über diese Dinge reden.(Beifall!) Und damit es wirklich das letzte Mal ist, schlagen wir unsre Resolution vor. die sich von der nichtssagenden Form der andren Resolution unterscheidet. Wir konstatieren einfach eine Thatsache, wir sprechen kein Urteil in der Resolution aus, und nun erwarten wir, daß Bernstein, nachdem er sowohl in den letzten Monaten wie speciell hier auf dein Parteitage durch die Diskussion erfahren hat. wie ein großer Teil der Genoffe» über seine Art der Agitation denkt, endlich einmal Raison annimmt und daß er künstig wieder in der Weise für uns arbeitet, wie wir es von dem ehemaligen Redacteur des Züricher„Socialdemokrat" als etwas ganz'Selbstverständliches glaubten annehmen zu sollen. (Stürmischer Beifall und Händeklatschen.) Daß wir uns in dieser Beziehung so gewaltig getäuscht haben, bedauert niemand mehr als ich. Daß dem so ist, wundert mich aber nicht. Wir kenne» uns seit 31 Jahren, und ich weiß, wenn auf irgend einen seine Umgebung einen starken Einfluß ausübt, so ist es der Genoffe Bernstein, und durch die verschiedenen Sitnasionen, in die er im Laufe der 31 Jahre durch die Verhältnisse gekommen ist. erklärt es sich, daß er große umwälzende Wandlungen bei sich selbst vorgenommen hat. Seine letzte Wandlung erklärt sich daraus, daß er verurteilt war, lange Jahre in England zn leben. wo die Verhältnisse so grundverschieden von den unsrigen sind, und daß er dazu verurteilt wurde, ist nicht seine Schuld, es ist sogar sein Verdienst. Solche Anschauungen hätte er in Deutschland nie be- kommen. Ich verurteile nicht, ich klage nicht an, ich konstatiere nur die Thatsache. Nun hat Bernstein den lebhaften Beifall angezogen, den sein Vortrag gefunden hat. Ich bin erstaunt darüber, daß er darauf Gewicht legt. Die jungen Menschen, die ihm Beifall geklaticht haben, sind kaum kompetent, den Vortrag zu beurteilen. Wie aber die Parteigenossen urteilen, zeigt die Kritik von Heine, der den Vortrag gehört und gelesen, also den doppelten Vorzug der mündlichen Erörterung und der schriftlichen Wieder- gäbe hat. Da braucht er sich über de» Beifall der Studenten nicht zu wundern.(Bernstein ruft: Bei welcher Gelegenheit hatte ich den Beifall?) Hier in dem Bericht steht, daß Bernstein den größten Beifall an der Stelle hatte, wo er einem Gegner gegenübertrat.(Hört! hört!> Das ist ja sehr erfreulich, aber sib hätte nur gewünscht, daß er das, was er in der Debatte einem Gegner sagte, später, als die bürgerliche Presse seinen Vortrag fruktifizierte. klipp und klar erklärt hätte. Wir sind heute in der traurigen Lage, daß wir in der Partei nicht, wie damals in Frankfurt ä. M. nur einen Mann haben, der uns von der bürgerlichen Presse als Musterknabe hingestellt wird, nein, heute haben wir bereits fünf hervorragende Genossen, die unausgesetzt das sehr unverdiente Schicksal genießen, nach allen Richtungen hin von den Gegnern gelobt zu werden, ohne daß sie auch nur einmal Veranlasimig nehmen, dies für sie geradezu kompromittierende Lob in die gehörigen Schranken zu verweisen, sich zu verbitten, daß»wu ihnen Tendenzen unterschiebt, die sie nicht haben, und zu erklären: Wir stehen fest zur Partei.(Beifall.) In Frankfurt a. M. lvar es Auer, der auf das stündige Lobhudeln Vollmars durch die gegnerische Presse hinwies und ausführte:' „ Daß die Reibungen mit den Bayern nicht aufhören, hängt er wieder auf den richtigen Weg kommen wird, wo wir uns freuen weiter mit der persönlichen Stellung Bollmars und seiner werden, ihn als den Unfren im vollsten Sinne des Wortes zu beBedeutung in der deutschen Socialdemokratie zusammen. Vollmar grüßen.( Lebhafter Beifall.) tann es nicht unbekannt sein, daß fortgesezt von der gegnerischen Presse versucht wird, einen Gegensatz zwischen ihm und uns zu konstruieren, und diese Versuche sind so alt schon als Vollmar alt in der Partei ist. Wir sahen sie bereits in einer Zeit, wo Vollmar Die Debatte wird hier abgebrochen. In einer persönlichen Bemerkung kontraktliche Beschaffung einer Wohnung nachzuweisen. Wir wollen nicht um Auskunft darüber bitten, was die Obdachverwaltung unter „ plöglich" versteht. Die Thatsache, daß sich unter den Insassen des Obdachs leider auch böswillige, ftandalsüchtige und arbeitsscheue Elemente befinden, steht ja ohnedies fest. Sie ist auch von uns niemals bestritten oder in wie er selber gesagt hat, sondern auf der ganz entgegengesetzten Seite. daß er das Verbot der kritischen, wissenschaftlichen Forschung für worden. noch nicht auf der äußersten rechten Seite unsrer Partei stand, verwahrt sich Ad. Hoffmann- Berlin gegen die Behauptung Davids, unfrem Kampfe gegen die Obdachverwaltung außer acht gelaffen Wir haben sogar ausdrücklich erklärt, daß die ObdachDiese Versuche sind ständig gemacht worden, aber wir warten bis Bernstein oder andere gefordert habe. Wir wünschen die kritische verwaltung uns jederzeit vollkommen auf ihrer Seite haben wird, heute noch auf ein Wort Vollmars, auf eine offene Erklärung von Forschung, aber im Rahmen der Partei und in den Kreisen wenn sie sich dieser Elemente zu erwehren sucht. Wenn trotzdem ihm, worin er diese gegnerische Infamie desavouiert. Dies Wort der Partei. habe ich oft von Dir erwartet, Bollmar, Du bist zu stolz dazu fort und fort der Versuch gemacht wird, die Skandalmacher und Auer: Genosse Bebel hat bedauernd erwähnt, daß Parvus Arbeitsscheuen dem Vorwärts" und den in dieser Angelegenheit gewesen. Wir, die wir in guten und in bösen Tagen mit Dir zu- mich im Badekostüm jammengekämpft haben, wir kennen Dein Naturell und wissen, erkläre: Wenn Barvus weiter nichts gethan hätte als das, so hätte hängen, so fügt sich diese Infamie leider nur zu gut in das den Gegnern vorgeführt habe. Ich thätigen socialdemokratischen Stadtverordneten an die Rockschöße zu weshalb Du schweigst. Die Hunderttausende draußen aber kennen ich nichts dagegen einzuwenden.( Heiterkeit.) Denn ich halte mich Dich nicht so genau, sie ziehen Folgerungen und denken, wenn die für einen ganz normalen und hübsch gewachsenen Kerl.( Stürmische Gesamtbild ein, das die Verteidigung des städtischen Obdachs durch Dinge immer wieder auftauchen und Vollmar schiebt über den Heiterkeit.) Aber Parvus hat etwas andres gethan, und das ist es, die bürgerliche Presse bisher geboten hat. Wolfen und hat nicht ein Wort, das seine Solidarität bekundet, worüber ich mich beschweren muß. Er hat mir einen Vorwurf ja zum Teufel, da muß am Ende doch etwas dahinter stecken." daraus gemacht, daß ich bei der Auswahl meines Vaters nicht vorDas trifft genau auf die heutige Situation zu, fichtig genug gewesen sei.( Heiterkeit.) Nun, irgendwo muß der nur daß wir heute eine ganze Anzahl von Personen haben, Mensch doch geboren sein, und alle können wir nicht aus Rawitsch die fortgesetzt von den Gegnern gelobt werden. Ich hätte gewünscht, stammen.( Stürmische Heiterkeit.) daß jene sehr richtige Bemerkung Auers in Frankfurt endlich auch einmal hier und bei den verschiedensten Gelegenheiten in den namentliche Abstimmung über die Resolution 108 und 109 Singer teilt mit, daß zwei genügend unterstüßte Anträge legten Jahren gebraucht worden wäre. David hat ja vollkommen verlangen und schließt dann die Sizung. recht, daß es nicht richtig ist, wenn man sagt, die FrantSchluß 61/4 Uhr. furter Zeitung" habe den Bernsteinschen Vortrag gelobt. Nein, sie hat ihn getadelt, aber in einer Weise, die für einen Genossen wie Bernstein außerordentlich bedauerlich ist, und wenn jemals, so hätte dieser Kritik gegenüber Bernstein das dringendste BeBerliner Partei- Angelegenheiten. Zur Der ,, Milchbauern"-Häuptling Herr Ring bestreitet in der Deutschen Tageszeitung", bei der Polizei beantragt zu haben, die polizeilichen Anforderungen an den Fettgehalt der Milch herabzusetzen. Diese Antwort auf einen bereits am Freitags abend in öffentlicher Versammlung erhobenen Vorwurf kommt merkwürdig spät. Herr Ring erklärt auch, auf der Generalversammlung der Milchcentrale nicht gesagt zu haben, Gott stche den Bauern näher als den Leuten in der Stadt. Er habe nur davon gesprochen, daß Gott den Bauern näher sei, da sie sein Walten in der Natur täglich vor Augen hätten. Die dürfnis haben müssen, in der fulminantesten Weise die Frankfurter Gefangvereine Hallesches Thor, Liedertafel Berlin Norden, Knospe. Klasse degradiert sahen, werden nach dieser Erklärung erleichtert Zeitung" heimzuschicken. Es heißt da: Bernstein hat die Revision sehr gut begonnen. Er nahm den Marrismus vor fich und ohne auf Fragen subtilster Art einzugehen, holte er ein Stück nach dem andren heraus, zergliederte es und zeigte die Fehlschlüsse. Das haben zwar andre schon vor ihm gethan, aber wie die Dinge nun einmal liegen, mußte ein angesehener Socialdemokrat es noch einmal thun. Das ist seine historische Mission. Auf diesem Wege müßte er weitergehen, wenn er sein Werk fortseßen will, mitten in den Margismus hineingreifen und demonstrieren Wissenschaft gegen Wissenschaft. Wenn aber das eine von vorn herein als Unwissenschaft abgethan ist, dann braucht es feiner Diskussion mehr und feiner Demonstration; dann ist man am Ende. Das wäre aber sehr schade, denn Bernsteins Aufgabe ist noch lange nicht erfüllt." ( Hört! Hört!) Zur Lokalfrage. Am Sonntagabend 6 Uhr veranstalten die Berliner, die sich durch Herrn Ring bereits zu Menschen zweiter Sängerfranz 1858 und Straßburg eine Festlichkeit, und zwar in der aufatmen. Bisher nicht widerrufen ist die andere Behauptung, daß Philharmonie, Bernburgerstraße. Es ist den Genossen zur Genüge es Gott mit den Bauern, gut gemeint" habe, indem er die bekannt, daß dies Lokal zur Abñaltung von Versammlungen uns Trockenheit ins Land schickte, Futternot eintreten ließ, dem Milchnicht zur Verfügung steht. Bei Anbietung von Billets zu überfluß vorbeugte und so die Milchverteuerungspläne der märkischen genanntem Vergnügen wolle man dieselben mit aller Entschiedenheit Bauern förderte. Sie kann auch gar nicht wiederrufen werden, zurückweisen. Ein Mangel an Lokalen ist in der That nicht vor weil sie schwarz auf weiß in einem gedruckten Aufruf vorliegt. handen, darum halten wir es für angebracht, auf die genannten Vereine hinzuweisen. Die Genossen wollen hiervon Notiz nehmen. Der Stadtverordneten- Ausschuß zur Abänderung der Ges Die Lokalkommission. meinde- Einkommensteuer- Ordnung der Stadt Berlin und zur Prüfung Achtung Parteigenossen der Schönhauser Vorstadt. der Abstandnahme von der Erhebung der Gemeinde EinFreitagabend 81/2 Uhr findet im Berliner Prater, Kastanien- Allee tommensteuer nach dem Sage von 4 M. hat gestern unter dem Nr. 7-9, eine Volksversammlung statt. Tagesordnung: Vorsiz des Stadtv. Kreitling und im Beisein vom Kämmerer Maaß 1. Die Neu- Organisation des sechsten Berliner Reichstags- Wahlkreises und Stadtrat Tourbié getagt. Es handelt sich hierbei um den Beschluß und die Beschlüsse des Mainzer Parteitages. 2. Diskussion. 3. Ber- der Stadtverordneten- Bersammlung, diesen Steuersatz auch ferner zu erschiedenes. heben und sämtlichen Cenfiten eine Veranlagung zukommen zu lassen. Der Magistrat war diesem Beschluß nicht beigetreten und war auf seinen Antrag, diesen Steuersatz vom 1. April 1902 bis auf weiteres nicht zu erheben, zurückgekommen, weil die Kosten der Erhebung und Sache wird nun erst später die Stadtverordneten- Versammlung beBenachrichtigung in gar feinem Verhältnis zu den Einnahmen stehen. Nach längerer Beratung mußte der Gegenstand vertagt werden. Die schäftigen. Lokales. Die Stadtverordneten werden sich mit dem städtischen Das sind die Hoffnungen, die in einem so hervorragenden und auch fachkundigen Blatt wie die Frankfurter Zeitung" anläßlich dieses Vortrags geäußert worden sind. Und da sage ich offen: mir hat es in der Seele web gethan, als ich eine solche Stritit über wird von der bürgerlichen Presse, namentlich von der Die Verteidigung des städtischen Obdache Bernstein in der Frankfurter Zeitung" las, ihn, der früher ganz andre Kritiken und viel schönere von jener Seite zu hören befam. freisinnigen, mit unvermindertem Eifer fortgesetzt. Die Und haben Sie es nicht alle in der bürgerlichen Presse ge- Obdachverwaltung läßt zu diesem Zweck den Blättern durch Verlesen, daß man es als Geniestreich des Grafen Bülow pries, mittelung der magistratsoffiziösen Korrespondenz Nachrichten über mill- Ablade wefen zu beschäftigen haben. Jufolge der Er daß er Bernstein nach Deutschland ließ? Zu solcher Zwei- Nachrichten zugehen. Diese halbamtlichen Auslassungen strozen so höhung der Abladegebühren von 2 auf 3 M. für die Tonne ist die deutigkeit, zu solcher Zwitterstellung hat seine Thätigkeit in der Partei sehr von unrichtigkeiten und Widersprüchen aller Müllabfuhr von 168 000 Tonnen auf 109 143 Tonnen zurückin der letzten Beit geführt. Was hat denn Bernstein in den letzten Art, daß niemand, der unsren Streit mit der Obdachverwaltung gegangen. Hinzuzurechnen sind noch 28 450 Tonnen, die nicht fort drei Jahren gethan? Haben Sie irgend eine Kritik der Gegner ge- aufmerksam und gewissenhaft verfolgt hat, über ihren Wert in Zweifel geschafft, sondern auf dem Abladeplatz in der Müllerstraße gelesen, Brentano, Wagner, Schmoller, Sombart? Nein, Marg und Engels hat er kritisiert. Bei der Neu- Auflage feines Buches hat er fein tann. Es kennzeichnet die freisinnige Presse, stapelt wurden. Die Folge ist nicht nur eine Minder- Einnahme an die schärfften Angriffe gegen Brentano gestrichen, die scharfen daß sie trotzdem begierig danach greift und sich zu ihrer Weiter- bladegebühren sondern auch eine entsprechende Minder- Ausgabe Angriffe gegen Engels und Mary hat er ruhig stehen lassen. verbreitung hergiebt. für die Fortschaffung nach Binnow und Spreenhagen, den städtischen Wir wissen heute noch nicht, wie Bernstein zu einer ganzen Reihe Die neueste Notiz aus dem Obdach nimmt auf unsre erste Ver- tosten haben sich im Durchschnitt auf 3,19 M. für die Tonne, also Abladeplägen, an der Havel und der Spree. Die Fortschaffungshochwichtiger Fragen steht, zu unsrer parlamentarischen Thätigkeit, öffentlichung vom 1. September Bezug und sucht den Nachweis zu da im Etat nur 2,85 M. angenommen waren, um 34 Pf. höher der Militär-, Marine-, Kolonial-, der Weltpolitik, dem China- Abenteuer. führen, daß die Obdachverwaltung durchaus richtig handelt, wenn gestellt. Es ist deshalb zur Bilanzierung des Contos für das AbladeIst das eine Art des Stampfes bei einem so hervorragenden, intelligenten sie Familien, die nach längerem Aufenthalt im Familienobbach wesen ein etwas höherer Borschuß aus der Hauptkaffe Barteigenoffen? Ich habe schon gestern gesagt, es macht den Eindrud, als ich noch immer teine Wohnung beschafft haben, aus der städtischen Werte erforderlich geworden. Die Schulden tönne er feinen Abend ruhig zu Bett gehen, ohne nach einer neuen Stelle zu suchen, gegen die er in unserm Programm seine dieser Abteilung in die Baraden verlegt. Es ist uns nie der Abladeplätze haben am Schluß des Etatsjahres am 31. März 1901 Pfeile richten kann. Wir sind wahrhaftig für die Freiheit der Kritit, eingefallen, diese Maßregel an sich zu bemängeln. Wenn man im rund 515 000 M. betragen. aber ich habe den legten Vortrag gelesen, zweimal, und habe den Bureau der Obdachverwaltung und in den Redaktionen der frei- Zur Straßenbahnfrage meldet man magistrats- officiös: Zur Eindruck bekommen, daß es sich dabei sehr viel um die reinsten sinnigen Blätter die Güte haben will, unsre Ausführungen Frage der Ueberführung der beiden ehemaligen Straßenbahnen von Kritikastereien handelt, nicht um eine Stritit, nein, unt die vom 1. September und alle fich daran anschließenden Ber- über die Straße Unter den Linden im Zuge der Neustädtischen Kirchanschließenden Ber- Siemens u. Halste, Treptow- Behrenstraße und Mittelstraße- Bankow noch ein zweites Mal und zivar genauer straße bringt heute ein hiesiges Lokalblatt Mitteilungen, die fegen. " verstorbene Rentner Jul. Sorte hat die Gemeinde Berlin zur UniversalEin Legat zu Gunsten des Kinderasyls. Der im Auguft d. J. erbin seines Nachlasses eingesetzt, mit der Bestimmung, diesen zur Bergrößerung des Kinderafyls in der Küraffierstraße zu verwenden. zum Nachlaß gehört das Grundstück Adalbertstraße 98 umweit der Dresdenerstraße, dessen Wert auf etwa 120 000 W. geschätzt wird. Auf dem Grundstück ruht nur eine Hypothek von 37 000 wr. Die Höhe des Kapitalvermögens läßt sich noch nicht angeben, weil die Höhe der Schulden noch nicht feststeht und einige kleinere Legete schafterin des Erblaffers geerbt. Die Gesamterbschaft soll sich auf rund in Abzug zu bringen find. Das vorhandene Mobiliar hat die Mirts 150 000 m. belaufen. Die Stadtverordneten- Versammlung wird vom Magistrat ersucht sich mit der Annahme des Nachlasses im Sinne des Erblaffers einverstanden zu erklären. Sucht, immer wieder etwas in Zweifel zu ziehen, mit Behagen öffentlichungen seinen Scharfsinn daran zu wezen. Heine hat ganz richtig gesagt, wir sind eine Partei des Handelns. als beim ersten Mal zu lesen, fo wird man über die uns als falsch bezeichnet werden. Von dem Plan einer Halsteichen Auch ich bin der Meinung, daß die meisten von uns das, was Sie bloße Verweisung in die Baraden tein Wort Untergrundbahn zur Berbindung des Wedding mit Schöneberg fönne gar wissen, im praktischen Kampf, nicht durch theoretische Stritit gelernt ber Mißbilligung finden. Wohl aber haben wir unsre nicht gesprochen werden. Siemens u. Salte bauen nur eine Unterhaben, weil unsre Schulung nicht so weit geht, daß wir Marg in allen Empörung darüber geäußert, daß die in die Baracken vergrundbahn zur Verbindung des Potsdamer Plazes mit dem Bunkten verstehen können. Dazu aber haben wir die Theoretifer, und wiesenen Frauen mit ihren Kindern, ja mit Alexanderplatz und weiter nach Osten als Fortseßung der elektrischen darum find wir nicht nur eine Partei des praktischen Handelns, sondern auch Säuglingen, den Tag über auf der Straße zubringen Hochbahn, während die Stadt Berlin eine sogenannte Nordfüdlinie eine theoretische Partei, eine Partei, die fortgefeßt ihre Stellung mußten. Das war uns das wesentlichste und eigentlich wichtige an im Zuge der Friedrichstraße zwischen dem Wedding und der Dorkuntersucht und die, wie keine andre Bartei, so den Zeiterscheinungen der ganzen Angelegenheit, und es kann das auch niemand entgangen straße ins Auge gefaßt und mit den Vorarbeiten die Gesechaft und Veränderungen in der Gesellschaft folgt. Sonst wären wir nicht sein, der jenen Artikel vorurteilslos gelesen hat. Allerdings hat sich für Untergrundbahnen( Holzmann und in 30 Jahren zu dem vierten Programm gekommen; es werden die Obdachverwaltung mit der Vorsicht des bösen nannten Comp., Frankfurt a. M) betraut hat. An eine Unterführung der beiden ge= wenige Jahre vergehen und wir haben das fünfte. Ich bin Gewissens um diesen Punkt herumgedrückt, und die der Neustädtischen Kirchstraße kann vorläufig nicht gedacht werden, Straßenbahnen unterhalb der Linden in Buge nicht der Meinung Heines, daß wir noch längere Jahre unser jetziges Programm ungeändert behalten werden. Nein, mir bürgerliche Presse, vornehmlich die freifinnige, hat es ihr nach weil Unter den Linden sich ein sogenannter Rotanslaẞ befindet, presstert es etwas mehr; ich will nicht, daß wir, während fortgesetzt gemacht. Die Obdachverwaltung wollte ja zunächst womöglich der sehr wenig Gefälle aufweist. Dieser Umstand bietet selbst dem die Grundanschauungen des Programms fritisiert werden, mit alles bestreiten. Nicht einmal die Verweisung in die Baraden Unternehmen einer Untergrundbahn große technische Schwierigkeiten, diesem Programm in den Kampf ziehen, und ich habe gar nichts wollte sie eingestehen, geschweige die Entziehung des Mittageffens um vieles mehr noch aber einer Straßenbahnunterführung. Auch dagegen, daß wir im nächsten Jahre eine Revisionskommission ein- oder gar die llumenschlichkeit, die Frauen mit den Kindern wie nächt die weitere Nachricht des Lokalblattes, daß der Aufsichtsrat der eheNun hat Bernstein gestern allerdings hervorgehoben, daß einlich Obdachloje auf die Straße zu jagen. In der neuesten Notiz worden sei, um sich mit der Entscheidung über die abgelchute Durchmaligen Siemens u. Halskeschen Straßenbahnen zusammenberufen Erfolg seiner Stritit die Aenderung des Programms der östreichischen aus dem Obdach wird jetzt wenigstens das ruhig zugegeben, querung der Straße Unter den Linden durch diese Bahnen zu bePartei gewesen sei. Nun, einer der Hauptmitarbeiter an diesem daß thatsächlich Familien bei Nichtbeschaffung einer Wohnung in fassen, wird uns als falsch bezeichnet. neuen Programm, Adler, erklärt in der östreichischen Arbeiter- die Baraden verlegt werden und dann nur Morgen- und zeitung", daß auch nicht ein einziger der alten Programm- Abendkost erhalten. Die Freifinnige Zeitung" giebt jäge durch den Kritizismus" durch die Bernsteinerei" diese Mitteilung als einte Richtigstellung socialdemokratischer erschüttert sei.( hört! hört!) Aber" so schreibt er weiter Verdrehungen des Thatbestandes". Das Blatt leistet sich da leicht ebenso zeigt es sich, daß man einige jener alten Säße heute nicht fertigerweise selber eine Berdrehung. Die Mitteilung ist lediglich mehr lesen fann gerade wegen jener Diskussion, ohne zu empfinden, eine Richtigstellung magistratsoffiziöser Verdrehungen des daß fie dem Mißverständnis und der Unterschiebung ausgesegt sein können. Bernstein hat bekanntlich neben etlichen wirklichen Verdiensten Thatbestandes, die wohl nur deshalb jetzt gleichfalls von magistratsdas vermeintliche, der Erfinder des granum salis zu sein, des offiziöser Seite verbreitet und von freifinnigen Blättern veröffentlicht Körnchens Salz, mit dem man jeden allgemeinen, generalisierenden wird, weil die Verteidiger des Obdachs so konfuse geworden sind, Gas- und aus folchen besteht ein Brogramm lesen miiffe." daß fie felber nicht mehr wissen, was sie vorher abgestritten haben. müsse." Und in der Neuen Zeit" fagt er: Das ganze Auftreten Bernsteins In dieser Richtigstellung magistratsoffiziöser Berdrehungen wird nur würde in der Partei lange nicht die Bedeutung gehabt haben, an der einen Behauptung von früher her festgehalten, daß die in den wenn wir nicht eine Prosperitätsepoche von ungewöhnlicher ungewöhnlicher Baracken verlegten Familien auch am Tage darin verweilen Dauer gehabt hätten und diese nicht in einer Menge von Köpfen unter uns in der That den Glauben an die Richtigkeit unsrer bis der Veröffentlichungen des„ Vorwärts" und der von den social- melden: Für seine Verdienste um die Architekturansstellung der Stadt dürfen. Das ist jetzt in der That der Fall; aber erst infolge Die deutsche Kunst im 20. Jahrhundert. Hiesige Blätter herigen Voraussetzungen erschüttert hätte. Nun ist die Krise gekommen und so bedenklich sie ist wegen ihrer entjeglichen Wirkungen demokratischen Heimann und Stadthagen Berlin auf der diesjährigen großen Kunstausstellung war dem Stadtfür Hunderttausende und Millionen von Arbeitern, vom Stand- im Obdachkuratorium gegebenen Darstellung ist es Den punkt der Partei selber ist sie eine rettende That. Sie hat mit Familien wieder gestattet worden. Noch manches andre ist übrigens große" Medaille zuerkannt worden; trotzdem dieser Beschluß der baurat, der das Reichsgerichtsgebäude in Leipzig erbaut hat, die elektrischem Licht gezeigt, wie es in Wahrheit in der bürgerlichen inzwischen anders geworden. Gesellschaft aussicht, und ich bin überzeugt, wäre die Krije vor Familien in den Baracken außer dem Morgen- und Abendimbißstätigung; der Kaiser bestimmte vielmehr, daß Herrn Hoffmann nur Beispielsweise bekommen jetzt die Breisrichter einstimmig erfolgte, fand er nicht die kaiserliche Be21/2 Jahren gekommen, statt in diesem Frühjahr, das Bernsteinſche auch Mittagessen; hier hat also der Magistratsoffiziofus einmal bie fleine goldene Medaille zuzusprechen sei. Ueber die Gründe Buch wäre nicht geschrieben worden.( Sehr richtig!) Also es kann gar kein Zweifel sein, wie wir uns dem Auftreten diesen Familien nach wie vor kein Anspruch auf Mittagessen zu gesprochen haben, daß die künstlerische Richtung des Berliner Stadtzu Ungunsten der Obbachverwaltung berichtet. Allerdings wird dieser Entscheidung soll sich der Kaiser, wie verlautet, dahin aus. Bernsteins gegenüber zu verhalten haben. Bernstein hat sich große Verdienste um die Partei erworben; niemand weiß das besser als gestanden. Sie bekommen nur, was übrig bleibt, aber es bleibt baurats seinen Intentionen nicht entspreche. Danach also werden ich, der ich in den schweren Zeiten des Socialistengefeßes in der meist genug übrig, sodaß uns in dieser Hinsicht teine Klagen mehr Medaillen vergeben; Hoffmann hat übrigens einen Leidens. engsten persönlichen Fühlung mit ihm stand. Aber ich behaupte, daß zu Ohren gekommen sind. Daß auch die Behandlung mit die Thätigkeit der letzten Jahre seine Verdienste um die Partei in einem Male eine andre geworden ist, wollen wir gleichfalls nicht gefährten in dem Erbauer des Reichstagsgebäudes, Wallot. fehr erheblichem Maße geschmälert hat. Leider! Wenn wir diese unerwähnt lassen. Beschwerden der Straßenbahuer. Aus den Kreisen der ges Tattit allesamt verfolgt hätten, dann hätten wir uns heute die Wem die Obdachverivaltung sich aus eignem Antriebe werkschaftlichen Organisation der Straßenbahn- Angestellten schreibt Trümmer der socialdemokratischen Partei beschen können.( Bewegung.) dazu entschlossen hätte, die Obdachlosen menschenwür- man uns: Der Betrieb der Großen Berliner Straßenbahn muß bes Aus diesem Grunde bitte ich Sie dringend: Nehmen Sie die von uns vorgeschlagene Resolution an. diger zu behandeln, dann hätten wir wahrscheinlich bis auf tanntlich bis zum 1. April nächsten Jahres völlig in einen elektrischen Man wirft ihr vor, den heutigen Tag über die Verweisung bestimmter Familien in be- mit dem elektrischen Fahren noch nicht vertraut sind, eine viera umgewandelt jein, und daher haben jetzt alle älteren Kutscher, die enthalte ein Bernstein beleidigendes Urteil; das ist nicht wahr. Die Resolution fonstatiert einfach nackte Thatsachen und ſondere Räume kein Wort verloren, zur Rechtfertigung dieser Maßregel wöchentliche Lehrzeit durchzumachen. Die Lehrstunden finden täglich wir können sagen: wir hoffen, daß Bernstein zu der Erkenntnis teilt die Obdachverwaltung mit, von 75 seit dem 29. Juni in die Baracken vormittags von 8 bis 12 Uhr statt. tonmmen wird, daß er einen Fehlschritt gethan hat. Wir hoffen, daß verwiesenen Familien seien 51 dann„ plöglich" im stande gewesen, die nehmen, daß die Große" den alten " Große" den alten Beamten, die zum Say fie Stadtverordneten Man sollte mun ans. kommt die Zeit, welche das Aufschirren der Pferde und das Abfahren vom Beerdigung der Rentnerin Frau tragenden von der An der Ecke der Scharren- und Zum Besten einer Weihnachtsbescheerung armer Rinder größten Teil im Dienst ergraute Leute find, diese Zeit als| Biefenthalerstr. 7 glitt bei dem Verfuche, in der Tegelerstraße auf Arbeitszeit in Anrechnung bringt. Dies wäre umsomehr in der einen Lastwagen zu springen, aus, und fiel so unglücklich hin, daß veranstaltet die 80. Schulkommission am Sonnabend, den 28. SepOrdnung, als jüngeren, neu eintretenden Leuten die Stunde Lehrzeit ihm die Räder über Brust und Beine gingen. Mit schweren inneren tember, im Böhmischen Brauhause ein Konzert mit hervorragenden mit 25 Pf. vergütigt wird. Solche Coulanz wird den älteren Leuten Verlegungen und einem Oberschenkelbruch wurde er einem Kranten Kräften. Nach dem Konzert freier Tanz. Eintrittskarten a 50 Pf. gegenüber nicht geübt. Ihre elf bis zwölf Stunden Dienst müssen die hause zugeführt. Gegen 6 Uhr kam eine Trauerkutsche mit find an der Kasse zu haben. Kutscher daher stets vom Mittag bis in die Nacht verrichten. Hierbei dem Superintendenten Krüger und einigen Leidtragenden von der Das im Hofe Beuthstr. 2 gestohlene Fahrrad trägt, wie wir Haner vom zurück berichtigend bemerken, die Nummer 29 870. Hofe sowie in der Nacht das Einfahren in den Hof und das in den durch die Breitestraße gefahren. Feuerbericht. Mittwoch früh tam Oranienstr. 185 in der Stallbringen der Pferde in Anspruch nimmt, noch nicht in Betracht, Brüderstraße lief ein sechsjähriger Knabe von einem durch Kanalija Tischlerei von J. Joroyli ein Schadenfeuer aus, das Nuzhölzer und Die alten Kutscher haben mithin während diefer sogenannten Lehr- tionsarbeiter aufgeworfenen Sandhaufen herab unter die Pferde, die Baltenlage einäscherte und die Wehr fast 2 Stunden beschäftigte. zeit die Annehmlichkeit, täglich 15 und auch noch mehr Stunden wurde überfahren, kam aber mit leichten Abschürfungen am Gesicht Brandenburgstr. 3 hatte übergekochtes Fett Feuer gefangen. Am Dienst für die" Große" zu verrichten. Es ist daher kein Winder, davon. Gegen 9 Uhr abends wurde an der Ecke der Neuen Exerzierplate an der Schwedterstraße brannte ein Bauzaun und wenn auch noch beim Pferdebetrieb Unfälle vorkommen, da ja doch Friedrich- und Königstraße von einem Startonwagen, der übermäßig Langestr. 13 ein Korb mit Papier. Kleine Wohnungsbrände erfolgten alte Lente, denen höchstens sieben Stunden zur Ruhe übrig bleiben, schnell fuhr, ein Mann überfahren und an den Füßen schwer verletzt. Brenzlauer Allee 12, Stralauer Allee 20a, Leipzigerstr. 137 und nicht die für den Fahrdienst nötige Aufmerksamkeit haben können. Der Kutscher, der auf das herbeilaufende Publikum mit dem Landsbergerstr. 91. Außerdem waren Mühlenstr. 60b und AndreasWeiter schreibt man uns: Es werden auf einzelnen Bahnhöfen Peitschenstiel einschlug, wurde durchgeprügelt und den Schuhmännern straße 57 Kellerbrände abzulöschen. sehr viel Geldstrafen verhängt, trotzdem Direktor Stühlewein am übergeben, denen er zweimal vergeblich zu entkommen suchte. 27. Dezember 1900 bei der Verhandlung mit der BesprechungsEigenartige Todesursache. Mit einer lebensgefährlichen Verdu kommission erklärte, Geldstrafen fo wenig wie möglich Schüler Adolf Schäfer aus Cappe Ivendung gebracht werden sollten, weil nicht der Bezahler damit ge- legung wurde vor einiger Beit der Gefert, Delf haben war, ge- v. Donnersmard war, wie jeiner zeit gemeldet wurde, mit der straft werde, sondern meistens dessen Familie. Wenn man sich aber legentlich der Streife nach einem Vermißten im Walde von einem Stadt Berlin wegen des Ankaufs bon 200 Morgen Land, die Strafen ansieht, so muß man zu der Ueberzengung kommen, fliehenden Hirsch mit dem Geweih ein Auge ausgestoßen und das die im Gebiete der Gemeinde Lichtenberg liegen, in Berdaß die Worte des Direktors wohl nur für den 27. Dezember Gehirn schwer verletzt worden. Nunmehr ist der Unglückliche an den handlungen getreten; Berlin war auch bereit, die 200 Morgen zur Gültigkeit hatten. Hierbei ist zu bemerken, daß die Inspektoren Folgen dieser Verlegung gestorben. nach eigener Machtvollkommenheit handeln, denn sonst müßten überall die Strafgelder erhoben werden, so aber schwankt der Brauch hin und her. Vor einiger Zeit wurden in Reinickendorf viel Strafgelder erhoben, dann in Treptow; nun hat es sich dort etwas gelegt, um dafür in Moabit desto mehr einzuziehen. Klage beim Bezirksausschuß. Jezt hat nun das Ober- Ver fonnte nicht din Anträge. Aus den Nachbarorten. In Zehlendorf ist der Gemeindevertreter Dr. Pafewald auf 6 Jahre zum Schöffen gewählt worden. Dermilchkes. Die Erweiterung des städtischen Viehhofes anzukaufen, wenn die GeVon seinem eigenen Fuhrwerk überfahren wurde gestern meinde Lichtenberg ihre Zustimmung geben würde, daß diejes Gelände in Berlin einverleibt werde. Lichtenberg verlangte, aber früh um 74 Uhr der Ackerbürger Bindenagel aus Bernau, welcher als Gegenleistung von Berlin die Einverleibung des ganzen Orts. eine Fuhre Heu nach Berlin bringen wollte. Seine jungen Pferde Berlin erklärte diese Forderung für unannehmbar. Die Angelegenals Gegenleistung von Berlin die Einverleibung des ganzen Orts. ſcheuten in der Brenzlauer e aree und gingen durch. Der alte Mann über die Tiere werden; er stürzte topfüber unter heit dürfte aber trotzdem einen für Berlin erwünschten Abschluß Ein Denkmal der Kaiserin Friedrich will der Kaifer einer seinen Wagen und wurde überfahren. Steinfeger, welche grade an finden, nachdem nunmehr Fürst Hendel von Donnersmard der GeBeitungsmeldung zufolge vor dem Brandenburger Thor errichten. geboten hat, wenn die Gemeinde von der gestellten Bedingung Ein Standbild der genannten Dame würde sich in der Nähe des der Unfallstelle arbeitteen, brachten ihn nach dem Krankenhause am meinde Lichtenberg 500000 M. Entschädigung anBismarcdenkmals sehr hübsch ausnehmen. Ein Lofalblatt weiß Friedrichshain. Abstand nehmen und die Einverleibung der fraglichen 200 Morgen ferner zu melden, daß der Kaiser die Idee der Freilegung" des Durch einen Sturz aus dem Fenster tötete sich gestern abend in Berlin zulassen wolle. Wie verlautet, dürfte die Mehrheit ber Brandenburger Thores, von der zu Anfang dieses Jahres bereits die die 22 Jahre alte Tochter Ella des Zeichners Selicke aus der Seydel Lichtenberger Gemeindevertreter unter diesen Umständen das EnRede war, nunmehr verwirklichen wolle. straße 28, die ebenso wie ihr Vater für eine Damenkonfektion be- erbieten annehmen. odio mod bet ichäftigt war. Nachdem sie einer Zeichnung wegen mit ihrem Vater Steglit. Auf der Tagesordnung der am Freitagabend stattDer steuerfreie Pläuterwald. Die Stadt Berlin war wegen Streit gehabt hatte, warf sie in der größten Aufregung Schmuck- findenden öffentlichen Sigung der hiesigen Gemeindevertretung steht des ihr gehörigen auf Treptower Gebiet belegenen Plänterwaldes und Wertsachen von sich und sprang aus dem Fenster der im vierten unter andrem die Beschlußfaffung über die von dem socialdemovon der Gemeinde Treptow au 2082 M. Grundwertsteuer heran- Stock gelegenen Wohnung auf den Hof hinab. In der Nacht um tratischen Gemeindevertreter Stapp zur Wohnungsfrage gestellten gezogen worden, welcher Betrag dann auf 1778 m. ermäßigt wurde. 111/2 Uhr erlag sie im Krankenhauſe ihren Verlegungen. Berlin beantragte gänzliche Freistellung und erftritt diese auch durch zu 800 Fällen des Diebstahls überführt ist, wie ein waltungsgericht die Revision der Gemeinde Treptow ver- hiesiges Blatt meldet, ein von der Kriminalpolizei verhafteter worfen. Das Revisionsgericht geht gleich dem Bezirksausschuß 26 Jahre alter Buchhalter Namens Levy, der als Angestellter eines davon aus, daß Berlin die Steuerfreiheit auf Grund des hiesigen Seiden- Großgeschäftes einen erſten Vertrauens§ 24 des Kommunal Abgabengefeges verlangen tönne, weil posten inne hatte und diesen seit drei Jahren zu umfangreichen Neber ein Automobil- Unglück wird aus Amsterdam bes von der Stadt der Plänterwald zu einem öffentlichen Zwecke be- Diebereien ausnutte. Den Chef des Hauses fiel es schon im Jahre stimmt sei, dem nämlich, als Erholungsstätte für das Publikum zu 1898 auf, daß bald größere, bald kleinere Posten kostbarer Seiden- richtet: Bei einer Fahrt im Automobil gelegentlich der großen dienen. Es wäre unerheblich, daß in dem Wäldchen( das nach und stoffe vom Lager entwendet wurden. Trotz der eifrigsten und un- Manöver in der Provinz Limburg verunglückten in der Nähe von nach mit Promenaden versehen wird) noch nicht überall Wege ans ausgesetzten Beobachtungen mehrerer des Diebstahls verdächtig er Fauquemont der zu den Manövern fonimandierte preußische gelegt seien. Auch der Teil, der noch nicht von wegen durchquert scheinender Angestellter vermochte man dem Chäter nicht bei- Oberstlieutenant von Ziegler und ein Hauptmann vom fei, diene mit zur Erholung, indem er zur Schaffung frischer Luft zukommen; ja die Diebstähle wurden selbst zur Zeit der strengsten niederländischen Generalstab. Beide erlitten schwere Verlegungen, beitrage. Kontrolle mit erstaunlichem Raffinement fortgesetzt. Als einen der Die in demselben Wagen sitzenden Militär- Attachés von Rußland Herr von Ziegler Der Bauarbeiterschutz und die nene Baupolizei- Ver- schärfsten Beobachter spielte sich der mumehr verhaftete Buchhalter und Norwegen erlitten leichte Verlegungen. 2. bor seinen Chefs auf; er wat schier unermüdlich erlitt einen Beinbruch, eine schwere Kopfiunde und Verlegungen im ordnung. Eine Zuschrift an die Voffische Zeitung" vom 18. Sep in feinen Nachforschungen und in seinen Verdächtigungen eines Geficht. tember äußerte sich über die mit dem 1. Oktober d. J. in Kraft Teiles des zahlreichen Geschäftspersonals. Das letztere stand Neber das furchtbare Bahnunglück bei Palota in Rumänien tretende Bau- Polizeiverordnung. Der Verfasser der Notiz, offenbar unter dem Drucke des auf ihm lastenden Verdachts und spürte dem liegen uns jetzt ausführliche Berichte vor, die diese Tragödie in ein Unternehmer, bedauerte, daß die Bau- Bolizeiverordnung, die auf unbekannten Diebe nach. Ein schwer verdächtigter Angestellter fand ihrer ganzen Größe schildern. Der Eilzug war am Donnerstag völlige Unkenntnis des Trockenvorgangs beruhe, das Brennen der fürzlich Spuren, die auf den Buchhalter hinwiesen. Man entdeckte, nachmittag von Bukarest abgegangen und um 2 Uhr nachts von Coatstörbe verbietet und statt dessen die Kanonenöfen mit wie dieser Seidenstoffe entweder im Anzug mitnahm oder an seine Balota abgelassen worden. Unmittelbar darauf traf der Zug mit Abzugröhren vorschreibt. Der Verfasser bedauert, daß nunmehr die Adresse in der unauffälligsten Weise senden ließ. Die Stoffe ver- 16 vollen ca. 10 000 Kilogramm enthaltenden Petroleumreservoirs in Kohlensäure( gemeint sind die Kohlenoxydgafe), die er für ein hervor setzte er in Leihämtern und verkaufte alsdann die Pfandscheine in der Station Palota ein und trat sofort die Weiterfahrt an. ragendes Mittel zur Beschleunigung des Trockenprozesses hält, jetzt verschiedenen andern Pfandleihen. Außerdem stattete der mit einem Strede unterhalb Turn- Severin hat ein Gefälle, welches der Eilzug muplos in den Schornstein geleitet werde! Dadurch würde hohen Gehalt angestellte Buchhalter feine Braut mit Seidenstoffen mit der vorgeschriebenen Geschwindigkeit von 35 bis 40 Kilometer ein schnelles Austrocknen verhindert, und somit würden in der splendidesten Weise aus. Nach seiner Verhaftung konnten von durchfuhr, als plötzlich der Bremser des letzten Wagens des Eilzugs, nach dem 1. Oktober die Trockenmieter" die zur Trocknung der Kriminalpolizei insgesammt etwas über 800 Pfandscheine be- der aus einem Schlafwagen und je zwei Waggons erster und zweiter des Hauses notwendige Kohlensäure liefern und mehr wie bisher schlagnahmt werden, die 2. eingestandenermaßen beim Verkauf der Klasse bestand, von einem im Dunkel der Nacht nachfahrenden Zuge einen gehörigen Rheumatismus" dafür entgegennehmen. gestohlenen Ware erhalten und dann wieder verkauft hat. In 800 Notsignale vernahm. Die Bremse des Petroleumzuges hatte den Aus Bauarbeiterkreisen schreibt man uns hierzu: Wir wollen Fällen giebt L. auch zu, Diebstähle ausgeführt zu haben. Der Dienst versagt, und die folosiale Last des Zuges stürzte in rasender dem Verfasser bemerken, daß die nach seiner Ansicht so kostbaren Wert der gestohlenen Stoffe läßt sich annäherud auf viele Tausende Coatstörbe für den Trockenprozeß durchaus nicht zu empfehlen find. tagieren. Jeder Fachmann weiß, daß dort, wo die Trocknung durch Coaksfenerung bewerkstelligt wird, der Mörtel an Decke und Wänden jede Bindekraft verliert und wie trodner Sand fortgerieben werden kann. Oftmals fällt der Buzz fogar von selbst herab. Aber geradezu rührend ist die Sorge des Verfassers darüber, daß die„ Trocken mieter" noch mehr wie bisher vom Rheumatismus befallen werden könnten. Der Verfasser der Notiz scheint nicht zu wissen, daß die bangewerblichen Arbeiter, als Maler, Töpfer Arbeiter, als Maler, Töpfer, Stuccateure, Wegen Verbrechens gegen das keimende Leben ist die den Eilzug hinein, daß beide Züge zertrümmert wurden. Buzer usw. feit einer Reihe ihe von Jahren die intenſiveſte 42 Jahre alte Hebamme Marie Schneck aus der Marienburgerfit. 47, Nur die Lokomotive des Eilzuges und die beiden letzten CaiffonAgitation betrieben haben, die Coatsförbe Bu be- verhaftet worden. Die Frau war seit dem Tode ihres Mannes, wagen des Petroleumzuges lösten sich von den Trains ab. feitigen, die sich in tausenden Fällen als überaus gesundheits- eines Schuhmachermeisters, Jahre lang als Hebamme thätig. Der Wirkung des Zusammenstoßes war eine entfegliche. Aus 14 Reservoirschädlich bewiesen haben. Es scheint beinahe, daß weniger die Sorge Fall, der sie jetzt in Untersuchungshaft brachte, liegt besonders schwer, wagen ergoß fich das Petroleum wie ein Sturzbach den abſchüssigen um die Gesundheit der Mitmenschen, als die Furcht, am Profit ein- da ihre Mittel auch den Tod einer Mutter zur Folge hatten. Die Einschnitt hinab auf den Schnellzug. Die Petroleumflut wurde von zubüßen, das Unternehmertum zu so heißer Liebe zu den Coats- Frau des Plättanstalts- Besizers B. aus der Mülhausenerstr. 5 hatte der Lokomotive des Laftzuges in Brand gesetzt. Im Augenblick förben entflammt hat. Die Arbeiter tönnen mit einiger Genug sechs Kinder aus erster und drei aus zweiter Ehe. Das jüngste waren beide Züge von einem Flammenmeer umgeben, aus dem thung auf die Früchte ihrer jahrelangen Agitation blicken; sie werden ist erst dreiviertel Jahre alt. mum einem dritten Bu- markerschütternde Hilferufe und Stöhnen der Opfer grauenweiter dahin wirken, daß Leben und Gesundheit auf den Bauten wachs, dem sie entgegensah, vorzubeugen, nahm Frau B. die Hilfe haft hinaustönten. Von Turn- Severin aus wurden die rumänirespektiert werde. der genannten Hebamme in Anspruch, ohne daß ihr Mann davon schen Bahnbehörden von der Katastrophe verständigt. Als der erste Der Konsumverein ,, Berlin Nord" veröffentlicht soeben den Kenntnis hatte. Sie erkrankte schwer und starb am Dienstagmorgen. Hilfstrain auf dem Schauplatz erschien, bot die Unglücksstätte Bericht über sein zweites Geschäftsjahr( 1. Juli 1900 bis 30. Juni Eine Freundin, der sie sich anvertraut hatte, brachte nun das Treiben einen schauerlichen Anblick. Die Waggons waren zertrümmert 1901). Denmach hatte der Berein am 30. Juni d. J. 1218 Mit der Hebamme zur Anzeige. Die Staatsanwaltschaft ließ daraufhin und standen vollständig in Brand. Was daran verbrennbar war, glieder. Das Geschäftsguthaben derselben betrug 10 633,42 M. Der die Leiche beschlagnahmen und zur gerichtsärztlichen Deffnung nach war bereits verbrannt, die Leichen und Leichenreste ragten aus dem Jahresumsatz stellte sich auf 185 345,41 m.( gegen 50 490,67 M. im dem Schauhauſe bringen, die Hebamme aber am Dienstagnachmittag rauchenden Gerümpel und den rotglühenden Eisenteilen hervor. Vorjahre). Der verfügbare Reingewinn, über bessen Verwendung um 5 1hr verhaften und in das Untersuchungsgefängnis bringen. Rückwärts brannten noch zwei Reservoirwagen, die man geöffnet Die beiden Kinder der Verhafteten, ein Mädchen von 13 und ein hatte, um eine Explosion zu verhüten. Die Erde ringsum war die am 30. September in Vallschmieders Salon, Badstr. 16, statt Knabe von 12 Jahren, wurden gestern, Mittwochnachmittag um steinhart, wie von Granit, so entfeßlich war die Glut des Brandes. findende Generalversammlung zu bestimmen hat, beziffert sich auf 11 869,91 M. Am 24. September eröffnete der Verein Wildenow- 2 Uhr dem städtischen Waisenhause in der Alten Jakobstraße zu Die Ueberlebenden erzählen erschütternde Einzelheiten über Scenen, straße 30 seine vierte Verkaufsstelle. Zwei weitere Verkaufsstellen geführt. Ob Frau Schneck sich in mehr als in diesem Fall der ver- die sich bei dem Unglück abgespielt haben. werden Ende dieses Monats Wicleffstr. 31 und Gartenstr. 3 nen brecherischen Handlungen schuldig gemacht hat, wird noch näher Bartolescu aus Bukarest, der schwer verletzt im Turn- Severiner Spital liegt, er habe, als der Zug plöglich stillstand, aus dem Coupéfenster Unentgeltliche Kurse in allen faufmännischen und gewerb gesehen, in der Finsternis aber nur das Heranrollen des Petroleumzuges Die Direktion der großen Berliner Straßenbahn ersucht lichen Fächern für Lehrlinge und Gehilfen eröffnet die 12. städtische gehört. Plötzlich sei ein furchtbarer Stoß und Krach erfolgt, Wagen uns folgendes bekannt zu geben: Es scheint im Publikum wenig& ortbildungsschule für ben eſten 2 erfflinger fraße 18 und Decke waren gehoben, die Wagenwände geborsten und seine bekannt daß es nicht notwendig ist, Zeitkarten wieber am 9. Oftober. Außerdem wird unterricht erteilt ist Englisch Beine zwischen den zusammengeschobenen Sigen eingeklemmt zu fein, durch Französisch, Modellieren und Malen. Für Mechaniter besteht ein elettro Seite. aus unfrem auf Der Waggon fiel technischer Kursus mit Mathematik, Phyfit, Chemie und Fachzeichnen. worden. Boten abholen zu lassen. Wir pflegen vielmehr schon seit Anmeldungen an den Wochentagen von 7-9 Uhr abends bei dem Reftor gelang es, durch ein zertrümmertes Coupéfenster oben hinauslängerer Zeit die mit Marken beklebten Zeitkarten auf saumann. zukriechen und sah nun trotz der Dunkelheit zu beiden Seiten Als er eine Stelle Wunsch und Gefahr des Empfängers auch per Boft gegen vorherige Der Verein Jugendschuh" schreibt uns: Vom Oktober an wird auf der Schienen die Petroleumbäche fließen. Einsendung des Betrages für Marken und Porto zu versenden; Wunsch im Heim II des Vereins Jugendschutz" auch Unterricht in der zum Hinabspringen fuchte. flammte plöglich der Brand zu auch senden wir, wenn es gewünscht wird, die Marken selbst an den feinen Küche erteilt. Junge Mädchen, welche die dazu notwendigen beiden Seiten des Zuges auf, ihn sofort in Flammen hüllend. Nun betreffenden Abonnenten ein, der dann das Einkleben selbst besorgen Borkenntnisse noch nicht besitzen, finden Gelegenheit, die einfache Küche und wurde ein geradezu furchtbares Schreien aus allen Waggons verfann. Gleichzeitig möchten wir daran erinnern, daß die Erneuerung parfame Wirtschaftsführung ebenfalls dort zu lernen. Meldungen bei der nehmbar. Bartolescu sprang in seiner Verzweiflung vom Waggon von Zeit, Arbeiter, Schülerkarten usw. nicht nur in unsrem Haupt- I. Borsigenden, Frau Hanna Bieber Böhm, Berlin C., Kaiser Wilhelm: hinunter, über die Flammen hinweg und troch die Böschung hinauf, straße 39, II, 9-10 und 3-4 Uhr. bureau, sondern auch auf verschiedenen Bahnhöfen stattfindet. wo er ohumächtig hinfiel. Als die Bewohner des nahen Dorfes Ueberfahren wurden gestern abend eine Reihe von Personen. Im Schiller- Theater kommt Sonntag, den 29. September, nach: herbeieilten, war eine Rettung der Passagiere aus den umgestürzten mittags Wilhelm Tell" zur Aufführung. Mar Halbes Jugend", Liebes Der Arbeiter Franz Kuwski aus der Brunnenstr. 124 geriet vor dem brama in 3 Aufzügen, geht morgen, Freitag, zum ersten ma le in folgen: Waggons nicht mehr möglich. Viele fielen in die Flammen zurüd, Hause Schönhauser Allee 31 unter einen Wagen, dessen Eigentümer der Belegung in Scene: Pfarrer Hoppe: Gustav Rickelt; Amchen: Marie nachdem alle Versuche, fie mittels Stangen zu retten, erfolglos geund Führer unbekannt geblieben sind, und wurde am Kopf und an Mallinger; Amandus: Albert Steinrüd; Kaplan Gregor von Schigorski: blieben waren. Die Hize des Brandes machte ein direktes Eingreifen zur Unmöglichkeit. den Beinen schwer verletzt. Der Arbeiter Paul Lorenz aus der Otto Rembe; Hans Hartwig: Georg Bäschte; Maruschta: Carla Ernst. eröffnet. Kanodis an Bureau persönlich abzuholen oder Ein schwerer Unfall ereignete sich gestern abend kurz vor Feierabend in der Borchertschen Buzfedernfabrit, Wallstraße 59. As der 17 jährige Arbeiter Georg Wöldner aus der Gubenerstraße 16/17 an einer Centrifuge vorbeiging, streifte er sie und geriet mit dem rechten Arm in das Getriebe. Der Arm wurde zermalmt und der Verunglückte in ein Krankenhaus gebracht. untersucht.ajist fini F llm Eile das Gefälle herab. Das Personal des Schnellzuges wußte sich das Notsignal nicht zu deuten und brachte, statt rascher zu fahren, zum Unglüd in einen tiefen Einschnitt den Eilzug zum Stehen. Diefer Mißgriff wurde durch den Umstand herbeigeführt, daß der Bremser des letzten Wagens in seiner Verwirrung die Notleine des Gilzuges gezogen hatte. Eine Sekunde später war das Unglück geschehen. Der Petroleumzug, der von Palota bis zur Unglücksstelle in 62 Minuten hätte fahren sollen, legte diese Strecke in 7 Minuten zurück und fuhr mit solcher Schnelligkeit in eine Die So berichtet ein Herr An die Arbeiterschaft Deutschlands! bisf 7914 Bartelescit Am 13. Juni d. I. hat die Berliner Gewerkschafts- Kommission den Boykott über die Nordhäuser Kantabaks fabrikate verhängt. Den Knebelrevers( Versagung des Rechts auf Koalitionsfreiheit) verlangen folgende Nordhäuser Kantabakfirmen: C. A. Kneiff, G. Reddersen, H. A. Hanewacker, Berlin& Bona, H.& R. Wittig, Rothhard& Comp., F. C. Lerche, Salfeld& Stein. light Wir ersuchen, den Tabat obiger Firmen so lange zu meiden, bis die Juhaber das Koalitionsrecht ihrer Arbeiter anerkannt haben. 25 916 प and Die Kommission der Tabakarbeiter. Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. [ 189/8 Ar. 325. 18. mmn. 2. Keüllße jlrs„NmMs" Ktrümr DölksdiM. 26. ÄvtcmdniWi. Parteitag der dentschen Soeialdemokratie. (Schluß aus der 1. Beilage� Lübeck, den 25. September. Dritter Vcrhandlungötag. Vormittags- Sitzung. SVi Uhr. Den Vorsitz führt Singer. Von der xarti ouvrisr beige liegt ein Bcgrllßungs- telegramm vor. Singer: Bei aller Wichtigkeit der laufenden Debatte müssen wir doch dafür sorgen, daß für unsre weiteren Geschäfte noch Zeit bleibt. Ich schlage deshalb vor, daß wir die Bcrusteiii-Debatte und die allgemeine Erörterung über die Presse spätestens heute mittag beenden, Der Nachmittag und der morgige Vormittag soll der Schicdsspruch- Ängelegenheit gewidmet sein; zur Erledigung der übrigen Punkte der Tagesordnung haben wir dann den Freitag und Sonnabend, so daß wir Sonnabeudabend zu Ende kommen können. Die Hamburger und die Bautcr Schiedsspruch- Angelegenheiten werden gesondert behandelt werden. Die Banter Genossen haben gegen den Spruch der Eon- troleure Berufung beim Parteitag eingelegt, das Material ist in meinen Händen; ich schlage vor. daß es zunächst der Neuner- Kommission zur Berichterstattung überwiesen wird. Der Parteitag beschließt demgemäß. Die gesteril abgebrochene Verhandlung wird nunmehr fortgesetzt. (Anträge 62, 91, 92, 93, 198, 199, über die beiden lctztrcu namcnt- liche Abstimmung.) Fortsetzung der Bernstein- Debatte. Den Vorsitz übernimmt S ch w a r tz. Lentert- Apolda: Ich muß mich gegen die Auffassung Davids verwahren, als ob wir alten Genossen erst durch die„Wühlereien" von Grunwald zur Abfassung unsrer Resolution gegen Bernstein veranlaßt wurden. Auf unsrem Parteitag handelte es sich nicht allein um Bernstein, der die Disciplin etwas gelockert hat. Nein, wir sagten uns, wenn wir Bernstein köpfen, was sollen wir dann erst mit Schippe!, Calwer und den andern Mitarbeitern der„Socialistischen Monatshefte" thun, die die Wissenschaft nur zum Zwecke der Wissenschaft betreiben. Wer das will, der muß auf der Universität weiter studieren; wenn sie bei uns sind, so müssen sie die Wissenschaft studieren, um sie in die Praxis zu übertragen. Kritik, Antikritik, Selbstkritik sind schöne Dinge, aber wir sind dadurch in eine kritische Situation gekommen. Schuld daran sind die„Jsegrimm"-Artikel, die Referate von Schippe! und Calver auf unsreen letzten Parteitagen. Wir dachten, die Bernsteinerci sei durch die Bebelsckie Resolution in Hannover erledigt. Leider ist das nicht der Fall. Wir haben uns nickt allein durch Bernsteins Vortrag im Socialwissenschast- lichen Studentenverein zu unserer Resolusion bringen lassen. sondern durck seine ganzen Artikel in der„Neuen Zeit" und den„Social. Monatsheften", Ivo er unser ganzes Endziel bestreitet. Glauben Sie nicht, Genosse Bernstein, daß uns das schadet? Im Wahlkampf von 1898 haben unsre Gegenkandidaten die Bernstcinschen Ausführungen als Waffe gegen uns benutzt. Der freisinnige Dr. Crüger hat mir entgegengehalten, Bernstein habe gesagt, das Endziel ist mir nichts. Daraus erwiderte ich: Nein, das hat er nicht gesagt, er hat gesagt, die Bewegung zum Endziel ist mir alles, und darin stimmen wir mit ihm überein. Sofort zeigt mir Dr. Crüger den Bernstcinschen Artikel in der„Neuen Zeit", ich werde leichenblaß und sage:„Das steht da drin, aber so lange es noch nicht in unsrem Programm steht, halte ich mich nicht daran, und ich kann versichern, daß Baudert auch auf dem Standpunkt steht! Bernstein macht Kritik und Antikritik und Selbstkritik und es bleibt alles dasselbe und man kann Bernstein nicht fassen. Da schreibt er seinen Artikel über die Gewerkschaften, schreibt darin dreierlei und behauptet, es ist alles dasselbe. Sind wir nicht Socialdemokraten, weil wir die Ausbeutung durch den Kapitalismus beseitigen wollen? Kennt Bernstein nicht die Geschichte der letzten Streiks? Glaubt er. daß der Kapitalismus seit dem Socialistengesetz anders geworden ist? Auf das scharfe Vor- gehen können wir nur auf die schärfste Weise antworten. Für die Zukunft die Erfahrungen nutzbar machen, das nenne ich Wissenschaft. Bernstein sagt, er hat sich bei dem Vortrag in dem Studentciiverein nur auf einen kleinen Kreis von Zuhörern eingerichtet; ach, Genosse Bernstein, richten Sie sich doch so ein, wie sich jeder von uns gewöhnlichen Agitatoren einrichten mutz. Bebel hat sich auch gemausert, aber niemals hat er vergessen. wie seine Ausführungen und die dadurch herbeigeführten Beschlüsse auf die Zukunft wirken müssen; so war er als Geselle, so als Handwerksmeister und noch heute und deshalb steht er in enger Fühlung mit uns. Ich habe seit 14 Jahren ein gutes Malergeschäft. aber ick weiß doch, daß ich nur Handlanger des Kapitalismus bin. Es sind auch 49 Strumpfwirker in Apolda mehr geworden; der Kapitalist giebt die Maschinen aus seinem Hause heraus und der Handwerksmeister ist froh, wenn er für die Arbeit 19 M. verdient, sie ist aber 69 und 69 M. wert. Wenn Bernstein die Sache so studiert hätte, wie sie sich der Kleine zu studieren vorgenommen hat— er ist noch jung, er kann noch etwas werden(Heiterkeit),— dann wäre noch etwas herausgekommen:(ein gemeinsames Vorgehen gegen unsren gemeinsamen Feind. Kiesel-Berlin erklärt zur Geschäftsordnung im Auftrage der Genossin Luxemburg, daß sie ihres Prozesses wegen nach Posen abgereist ist und deshalb ihre Wortmeldung zurückziehen müsse. Stadthagen-Berlin: Die Debatte hat sich streng auf das Bernsteingebiet beschränkt, sie hat aber ihren Ausgang in der Preßdcbatte über den«Vor- wärts" genommen. Wenn der„Vorwärts" etwas schneller— nicht Stellung gegen Bernstein, dazu hat er kein Recht— wohl aber Stellung gegen die„Welt am Montag" genommen hätte, dann wäre eine Menge Diskussion erspart und überflüssige Erregung vermieden worden. Es ist nicht richtig, wenn sich Gradnauer darauf beruft, der„Vorwärts" sei sowohl Lokal- wie Centralblatt. Es ist richtig, daß die Preß- kommission die lokalen, der Vorstand die Interessen' der Gcsamtpartei vertritt. Aber diese beiden Interessen sind nicht verschieden von- einander.(Sehr richtig I) Unzweifelhaft mußte der„Vorwärts" Stellung nehmen. Es giebt eben Leute, die glauben, die Ober- diplomatcn zu sein, und auf Eiern tanzen wollen, ohne sie zu zer- trete#.(Heiterkeit.) Das geht aber nicht. Und dabei hat der„Vor- wärts" doch bei andrer Gelegenheit persönliche Angriffe gegen Genossen gerichtet, z. B. gegen Grunwald. Die Frage, wie alt Grunwald ist, gehört doch nicht zur sachlichen Kritik. Ich halte es für ganz unzu- lässig, mit persönlichen Jnvektiven zu kommen. Ich bedauere auf das tiefste, daß die Parteipresse häufig einen so persönlichen Ton anschlägt.(Heine: Quis tulerit Gracchos de seditione que- rentes.*) Eine Antwort auf Bernstein ist zweifellos notwendig. Die mildeste Form dieser Autwort liegt in der Resolution 199 vor. Die Resolution 198 ist unannehmbar und zwar aus folgenden Gründen: Gestern hat Bernstein damit geschlossen, daß er sagte: Der Partei würde ein Urteil gegen ihn unangenehmer sein, als ihm felber. Run, wenn eine sachliche Resolution angenommen wird, kann es nicht schaden. Bernstein irrt, wenn er glaubt, es handle sich darum, eine gegen ihn persönlich gerichtete Resolution anzunehmen. Nein, *) Zu deutsch: Wer könnte es ertragen, wenn die Gracchen über Aufruhr klagen,— d. h. wer im Glashaus sitzt, soll nicht mit Steinen werfen. es handelt sich ausschließlich darum, ein Votum gegen eine be- stimmte Richtung abzugeben. Wenn es aber im Eingang der Resolution 198 heißt: Der Parteitag hält die Freiheit wissenschaftlicher Selbstkritik für eine Voraussetzung der geistigen Weiterentwicklung der Partei— so sieht das im Zusammenhang mit den Ausführungen dazu gerade so aus, als ob die Partei jemals eine andere Ansicht gehabt hätte.(Sehr richtig!) Die Bernsteinianer werfen so gern mit den Worten umher:„Du fagst nur alte Phrasen." Wer aber als funkelnagelneues Axiom den Satz aufstellt, Selbst- kritik ist notwendig, dem stehen solche Redensarten schlecht an. Die Anträge 62 und 93 verlangen volle Selbstkritik. Aber die Bernsteinianer sind unwissenschaftlich, sie fürchten die Kritik! Wie die Anschauung von manchen Genossen, solchen, die sich Genossen nennen, ist, können Sie aus einem Waschzettel der „Socialistischen Monatshefte" sehen, in dem es heißt, daß die „Neue Zeit" sich imnier mehr zu einem Organ entwickelt, in dem die Mehring, Kautsky, Luxemburg ihr Hcnkeramt gegen alle diejenigen verrichten, die es wagen, selbständig zu denken und ihre Thätigkeit nicht in der Wiederholung alter abgedroschener Phrasen verstehen. Ja, Genosse David, so schreiben die, mit denen Sie nicht übercin- stimmen, die aber glauben, mit Ihnen übereinzustimmen. Und das ist ja das Weseutlichste: es kommt nicht darauf an, was der einzelne Genosse beabsichtigt, sondern wie er, wahrscheinlich sehr gegen seinen Willen, wirkt. Da muß man erklären— es hat das für Bernstein nichts Verletzendes—, daß notwendig ist, Kritik an den bürgcr- lichen Parteien und Institutionen zu üben, anstatt vermeintlicher Kritik an den eignen Parteigrundsätzen, und Zweifel auf den breiten Markt zu tragen und an Stellen abzulagern, wo sie nicht hingehören. Es kann ein Wort in der Hitze des Gefechts gesagt werden wie das: das Endziel ist mir nichts, die Bewegung ist mir alles; das kann Bernstein nicht gemeint haben, aber es ist Sache unsrer Presse, dagegen Stellung' zu nehmen, und hier und da auch Sache der Genossen, die in dieser Art mißbraucht werden. Von Heine hat die„Welt ani Montag" ja schon vor einem Jahr geschrieben: Der ist gar kein Socialdcmokrat I Es geht ja gewiß manchem gegen den Strich, sich mit jedem Schmutzfinken, der sich an einen heran- drängt, zu befassen; aber wenn da behauptet wird, wir kennen den Heine persönlich, dann genügt es nickt, einmal mit einem solcher Leute eine Privatunterredung gehabt zu haben. Wenn aber Staatsminister Freiherr v. Berlepsch den bürgerlichen Ideologen sagt: unsre Devise ist die des Socialistcu Bernstein, dann wird Bernstein sich wohl hinter den Ohren gekraut haben. Wie das aber weiter wirkt, dafür haben'wir bei der letzten Reichstagswahl in Brandenburg- Osthavelland Er- fahrungen gesammelt. Da schreibt die„Welt am Montag" in Bezugnahme auf das Verhalten der Freisinnigen in der Stichwahl von Pens:„Er hat sich stets durch recht verständige Ansichten aus- gezeichnet.(Hört! hört!) Seine Tendenz sei, das ganze focialistische Endziel zu streichen und lediglich als unverbindlichen Programm- Punkt bestehen zu lassen.(Hört! hört!) Wenige würden Bernstein fo nahe stehen wie er".— na, ich bin nicht der Ansicht.—„Seine Wahl würde den Einfluß des rechten Flügels der Partei stärken."(Hört! hört!) Und nun kommt unser Partei- organ und sagt in einem Aufruf an das liberale Bürgertum— ich betone, daß wenn Bernstein die Wirkung gewußt hätte, er mit aller Schärfe das zurückgewiesen hätte; er meint, so dumm könne niemand sein, das anzunehmen, aber er unterschätzt die Dummheit der Leute.(Heiterkeit.) Die Dummheit darf nie- mals unterschätzt werden, weder bei andern, noch bei denjenigen, die glauben, die Dummheit andrer zu sehen.(Heiterkeit.) Also da sagt unser Partei-Organ von Pens:„Er hat sich stets durch maßvollen Ausdruck, im großen und ganzen recht ver- ständige Ansichten ausgezeichnet(Hört! hört!), schreiben unsre Gegner, Herr v. Gerlach vermutlich, in der„Welt am Montag" usw. Ja, Genossen. Sie sehen, wie weit das selbst in den führenden Partei- kreisen geht. Anstatt die Antwort zu geben, die auf diese unverschämten Anrempeleien in der„Welt am Montag" fgebührt, wird das als Reklame benutzt!(Hört I hört!) Als das nach Berlin kam— das wird Bernstein vielleicht etwas zu denken geben— und als man sich in Berlin überlegte, ob man die Wahl unterstützen solle, da entspann sich nicht eine Peusdebatte, sondern eine Bernsteindebatte; denn Bernstein wird eben für bedeutend erachtet und Peus wird von Herrn v. Gerlach und einigen anderen für nicht so bedeutend erachtet. Bernstein ist durchaus gewillt, in unseren Reihen zu kämpfen; auf einem Fragebogen, der von der Agitationskommission für die Provinz Brandenburg herausgegeben wurde, hat er sich uns für die Agitation voll zur Verfügung gestellt; also unser Ede gehört durchaus zu uns— nach seinem Willen. Nicht sein Wollen ver- urteilen wir, sondern das. was er gethan hat und wohin er wider seinen Willen gesckoben worden ist. Gewiß, Zweifel kann jeder haben, aber dann soll er sich in ein stilles Kämmerlein setzen und so lange drucksen, bis er die Zweifel los wird. Hätten ihm nicht seine sogenannten Freunde den Rat gegeben, in jenem nichlsocialdemokraiischen Verein zu sprechen, hätte man ihn in Ruhe gelassen, ich bin überzeugt, jener Vortrag wäre nicht gehalten worden. Der socialwissenschaftliche Studentenverein ist nicht der richtige Ort, wo man seinen Zlveifeln über die Wissenschastlichkeit des Socialismus Ausdruck giebt.(Sehr richtig!) Seine Mitglieder bestehen aus jungen Leuten, die, soweit sie überhaupt eine Richtung hahen, viel mehr im bürgerlichen als in unscrm Lager stehen.' Gewiß, die Akademiker haben die formelle Bildung voraus, aber gerade auf dem Gebiet der Gesellschaftswissenschaft haben die Arbeiter die praktische Erkenntnis voraus.(Sehr richtig!) Man sagt immer: der ganze Streit gehe allein Akademiker und Theoretiker an; das sind eben jene Nullen, die kaum angefangen haben, zu studieren und dann aufhören, weil sie glauben, daß die Universität ihnen nicht genug bieten kann. Gewiß, es giebt prächtige Akademiker unter uns, aber daneben giebt es unter dem Deckmantel von Akademikern eine Reihe Konfusionäre und diese heften sich an die Rockschöße von Bernstein und drängen ihn in eine falsche Richtung. In seinen„Voraussetzungen des Socialismus" spricht Bernstein davon, wer sich nur ein wenig theoretische» Sinn bewahrt habe, für den die Wissenschaftlichkeit des Socialismus nicht bloß ein Schauspiel sei, der werde das und das thun. Bis jetzt habe ich immer geglaubt, daß für Bernstein der Wissenschaft- liche Socialismus nicht ein Schauspiel sei. Wenn man aber seinen Vortrag liest, so wird man zu dem Resultat kommen, daß in jenem Augenblick, wo er dort sprach, der ruhige Gedanke mit ihm durchgegangen ist. Das geht vielen von uns so. Was ich ihm zum Vorwurf mache, ist, daß er diese Dummheiten— Dummheiten machen wir alle, aber dazu sind ocialdemokratische Versammlungen da, um sie zu erledigen— in gegnerische Versammlungen trägt. Gewiß, es ist kein konservativer Parteitag, wo er hingegangen ist, aber wenn ein Socialdemokrat wie Bernstein über ein' solches Thema spricht, so muß er ganz deutlich erklären, warum die Ansicht von Marx eine falsche ist. Wir müssen ein ganz entschiedenes Urteil über die uns beschäftigende Frage aussprechen, ob nun Bernstein oder ein andrer davon betroffen wird. Ich stehe gar nicht an, auszusprechen, daß mir eine schärfere Resolution gegen eine ganze Reihe andrer Genossen, die ihrer Pflicht zu- wider gehandelt haben, viel lieber wäre. Die Resolution 199 ist so liebeus- würdig gehalten, daß eigentlich Bernstein selbst damit ciiiverstanden ein könnte, und weil das der Fall ist, weil die Resolution 198 eine Verhöhnung der Partei selbst sein oder mindestens von Gegnern so aufgefaßt werden könnte, bitte ich Sie, möglichst einstimmig für die Resolution 199 einzutreten. Gradnauer meinte, die Praxis habe keinen Nachteil von der Bernstein-Debatte gehabt, ich glaube. er wird sich überzeugt haben, wie unrecht er hat. Das ist ja das Erhebende für uns, daß beim Wissenschaft- lichen Socialismus Praxis und Wissenschaft Hand in Hand gehen, und nachdem wir das erkannt haben, haben wir auch die Pflicht, zu betonen, daß wir die einzige wissenschaftliche Parter sind. Gewiß, auf Haarspaltereien und Dummheiten von gleich- gültigen Leuten giebt man nichts, aber anders ist das bei Bernstein, und wir wollen, daß er in Zukunft den Gegnern möglichst wenig Veran« lassung giebt, ihn gegen die Soeialdemokratie ausnutzen zu können. Zwischen Wissenschaft und Praxis, richtig aufgefaßt, giebt es eigent- lich überhaupt keinen Unterschied. Wenn wir jetzt das Wort „Akademiker" in die Diskussion hineinwerfen, so siehe das immer so aus, als ob wir damit die Leute schützen wollen, vor denen wir geschützt zu werden wünschen, nämlich die Leute, die kaum fertig sind und mm mit einem Mal den Beruf in sich fühlen, Marx, Engels, Bebel und Liebknecht zu überwinden. Diese jungen Leutchen, die ihr Licht leuchten lassen wollen, vergessen aber, daß wer kein Licht hat, es auch nicht andren leuchten lassen kann. Gegen sie muß man entschieden Stellung nehmen, sie sind es, die sich entweder an die Rockschöße von Bernstein gehängt haben oder von denen er sick, wie ich fürchte, sehr gegen seinen Willen hat stoßen lassen. Ich habe keinen Zweifel, daß Bernstein sich in Zukunft mehr der praktischen Arbeit widmen und daß er in schärfster Weise den Gegnern, die seine Ansichten für sich ausschlachten zn können glauben, entgegentreten wird. Ich zweifle ferner nicht daran, daß Bernstein in einer etwaigen neuen Auflage seiner „Voraussetzungen" auf das Verhalten der Freisinnige» in Memel- Heydekrng und Brandenburg zu Illustration der Irrigkeit seiner Ansicht, daß die Freisinnigen so sehr nach links gegangen sind, hin- weisen und daß er auch die augenblickliche Krisis als Beweis für den Irrtum, in dem er sich befindet, anführen wird. Sowohl im Interesse der Partei, als auch besonders im Jnter- esse des Genossen Bernstein selbst bitte ich Sie, der Resolution 199 zustimmen zu wollen, die absolut nichts Verletzendes hat und weiter nichts sagt: Bernstein, tritt wieder in unsre Reihen und sieh' darauf, daß die Gegner Dich nicht gegen uns ausschlachten!(Beifall.) Singer: Es ist ein Antrag eingegangen, die Debatte zuschließen und nur noch Bernstein das Wort zn gestatten. Frau Zetkin: Ich bitte, den Antrag anzunehmen, da sachlich das wesentlichste gesagt ist und wir noch eine große Reihe andrer Dinge zu erledigen haben. Ich schneide mir damit zwar selbst das Wort ab, glaube aber, die Selbstenisagung, die ich mir auferlege, dürfte auch von andren geübt werden. Der Antrag wird angenommen. Singer bemerkt, daß ihm dadurch die Möglichkeit genommen ist, seine Ansichten zu entwickeln. DaS Wort erhält nunmehr Eduard Bernstein: Genossen! Ich will versuchen, die Debatte möglichst un- persönlich zu führen und möglichst wenig auf Nebenfragen ein» gehen, sondern nur die Hauptfragen erörtern. Ich verkenne durchaus nicht, daß beide Nejolutiouen mir persönlich gegenüber in freundschaftlichem Sinne gemeint sind, und daß die Resolution 199,' soweit sie einen Tadel gegen mich ausspricht, diesen nur in Bezug auf bestimmte Handlungen, nicht in Bezug auf mein Wollen aus- spricht, und infolgedessen in keiner Weise ein Mißtrauensvotum gegen meine Person ausdrücken soll. Wenn ich das anerkenne, so glaube ich doch, verpflichtet zu sein, Sie zu bitten, der Re- solution 199 nicht zuzustimmen, ich bitte vielmehr die Antragsteller. davon Abstand zn nehmen. Die Resolution beruht zum großen Teil auf falschen Voraussetzungen; sie spielt an und kann auch nur anspielen auf das, was ich gethan habe, seitdem ich Wiederaus deutschem Boden weile. Wenn Sic meine Thätigkeit verfolgen, so könnte von Ihrem Standpunkt aus tadelnswert einzig und allein mein Vortrag im Socialwisseuschaft- lichen Studeutenverein sein. Ich habe von vornherein einige formale Mängel desselben zugegeben, aber wenn Sie die Tendenz des Vor- trags betrachten, unparteiisch und unbeeinflußt durch die Kritik und das Lob der Gegner, so werden Sie zu der Erkenntnis kommen, daß er dem Socialismus mehr giebt als er ihm nimmt. Nirgends in dem Vortrag steht, daß der Socialismus keine Wissenschaft sei; es wird nur gesagt, daß er nicht ausschließlich Wissenschaft ist und nicht sein kann. Wir können wissenschaftliche Theorien über den Socialismus ausstellen, wir können den engen Zusammenhang zwischen Socialismus und Wissenschaft betonen, und das gerade thut mein Vortrag. Aber der Socialismus an sich ist eine allgemeine theoretische Auffassung vom Wesen der Gesellschaft, von der Zukunft, zum großen Teil ein Element des Wollens. Nachdem ich das in meinem Vortrag aus- geführt habe, stelle ich fest: „Indes besteht trotzdem eine intime Beziehung zwischen dem Socialismus, wie ihn die Soeialdemokratie vertritt, und der Wissenschaft. Der Socialismus schöpft in immer stärkerem Maße seine Begründung aus ihrem Arsenal. Er steht von allen gesell- schaftlichen Parteiungen ihr am nächsten, denn als die Bewegung einer aufsteigenden Klasse ist er freier in der Kritik des Gegebenen Ivie jede andre Partei oder Bewegung, und Freiheit in der Kritik ist eine der Grundbedingungen wissenschaftlichen Erkeunens. Die Gesellschaft ist ein lebendiger, sich fortentwickelnder Organisnnis, und diejenige Partei oder Klasse, die von diesem Fortschritt, dessen Richtung wir vor uns sehen, am meisten zu erhoffen hat, ist naturgemäß auch mehr als jede andre am Fortschritt der Erkenntnis interessiert. Dieses Interesse besteht für die Soeialdemokratie oder den Socialismus schon deshalb, weil die Erkenntnis der gesellschaftlichen Zusammenhänge ihr das Auf- finden derjenigen Mittel verbürgt, die geeignet sind, den gesell» schaftlicheu Fortschritt zu beschleunigen, sowie das Vermeiden der» jcnigen Mittel, die ihn aufhalten oder verlangsamen würden. Der Socialismus ist zwar, wie vorher ausgeführt, stets in bestimmtem Grade eine Sache des Willens, aber er ist keine Sache der Will- kür. Um zum gewollten Ziele zu gelangen, bedarf er der Wissenschaft von den Kräften und Zusammenhängen des Gesell» schaflsorganismus." Wenn Sie das durchdenken, Genossen, dann werden Sie finden, daß die Gegner vollständig geirrt haben, als sie behaupteten, dieser Vortrag sei eine Kritik des Socialismus. Wer ist mir denn cnt- gegengetreten in jener Versammlung? Gerade einer von denen, die ich nicht kritisiert haben soll: Adolf' Wagner. Es ist gefragt worden, weshalb ich den Gegnem keine Antwort erteilt habe. Ich habe die Besprechung meines Vortrages in der„Frankfurter Zeitung" nicht gelesen. Ich lese die„Franks. Fig." nicht, nicht etwa, weil ich sie nicht für lesenswert halte, aber ich habe nicht die Zeit und nicht die Mittel, ich mutz mir Beschränkungen auferlegen. Ich habe absolut niemals Beziehungen zur„Franks. Ztg." unterhalten. Wenn Sie, Genossen, die Bücher der„Franks. Ztg." einsehen könnten. dann würden Sie die Namen mancher Genossen darin antreffen, die mitgearbeitet haben. Ich mache den Genossen keinen Vorwurf daraus, aber meinen Namen werden Sie nicht darin antreffen. Ich habe niemals Beziehungen zur„Welt am Montag" gehabt und Herrn von Gerlach vor vier Woche» zum erstenmal flüchtig ge- sprochen. Es ist ein Irrtum, daß ich die Gegner nicht kritisiert habe. So in den„Monatsheften" Naumanns Imperialismus. Ich habe ge- zeigt, wie die Soeialdemokratie als Partei des Friedens da nicht mit- machen kann, daß sie der NegierungLpolitik kritisch gegenüberstände und sie nicht unterstützen könne. Ich habe im Vraunschcn„Archiv" Äulemanns Buch über die Gewerkschaftsbewegung, daS als Informationsquelle vorzüglich ist, besprochen und entschieden mich gegen den Versuch Kulemnuns gewandt, die Gewerkschaft gegen die Soeialdemokratie auszuspielen. Ich habe in den«Socialistischen Monatsheften" entschieden kritisiert Herrn Franz Oppenheimer und seinen Socialliberalismus. Im„Archiv" habe ich die letzte Broschüre Sombarts loyal besprochen. soweit sie Gutes bietet, aber die Ansichten Sonibarts über das Verhältnis der Gcwerk» schaft zur Soeialdemokratie bekämpft und seinen Versuch, das Zerrbild eines socialdemokratiscken Agitators zu geben, so scharf zurückgewiesen, daß Sombart sich in einem Briefe an Braun bitter darüber beschwert und den Ausdruck, Schmähschrift" gebrauchte| abgesehen, berechtigt sind. Es ist gesagt worden, bei einer neuen ( hört! hört!). Ich habe gesagt: Wenn es einmal das Berrbild eines Auflage meines Buches solle ich es umarbeiten. Genossen, den Gefocialdemokratischen Agitators gegeben hat, so hätten wir auch das danten habe ich schon lange gehabt, und Genossen haben mir gesagt: Berrbild des gewerkschaftlichen Agitators, wenn neben ihnen nicht nein, lassen Sie das, es ist ein Dokument! Und ich bin überzeugt, eine große politische Bewegung besteht. Natürlich kann ich nicht es wird die Zeit kommen, wo die Socialdemokratie stolz sein wird, über alles und überallhin schreiben. Jedenfalls Jedenfalls steht es ein solches Buch zu besigen.( Lachen). Ja wohl, das ist keine fest, daß ich auch die bürgerlichen Reformer kritisiert habe. Ruhmredigkeit; es ist meine feste Ueberzeugung: wenn die Streiterei Eine Antwort auf die Welt am Montag", die meinen vorüber ist, dann werden Sie sehen, daß mein Buch eine Vortrag ausnußen wollte, hatte ich ausgearbeitet, aber da große Masse von Erkenntniselementen enthält, die für die Antwort des Vorwärts" alles das jagte, was ich sagen die Bewegung Früchte tragen werden und nicht zum Nachteil wollte, war ich einverstanden damit, daß meine Antwort nicht er- ausschlagen. Ich habe ein Recht, das auszusprechen; daß ist keine Schien. Wie ist nun meine politische Thätigkeit, seit ich wieder in Unverschämtheit, das ist meine Ueberzeugung und für die stehe ich. Deutschland bin? Keiner wird sich beschweren können, daß ich mit( Beifall.) meiner Stritit an der Partei eingesezt hätte. Ich habe stets die Nun ist von( Leutert und andren ein Argument vorgebracht Parteigrundsäge vertreten. Es liegt keine Thatsache vor, worauf worden, dem ich sehr zugänglich bin; ich habe der Agitation fich ein Tadel gründen ließe. Was Sie gegen die" Boraussetzungen Schwierigkeiten bereitet durch einzelne Aussprüche. Das thut mir des Socialismus zu sagen haben, das haben Sie schon früher gewiß leid; aber im ganzen sind, glanbe ich, die Schwierig gejagt. Es wird über meine Unilarheit darin geklagt. In den feiten doch überschäßt worden.( Lachen.) Im praktischen, wirklichen Borausjehungen" habe ich in sehr bestimmter Weise mich Stampf haben Sie doch Ihre Waffen. Das Wort: das Endziel ist ausgesprochen und meine Auffassung über die Notwendigkeit des mir nichts, die Bewegung ist mir alles erstens habe ich es Kampfes für die Demokratie entschieden betont. Es liegt gar kein qualifiziert, zweitens habe ich es erläutert, und dann, wenn auch ein Grund für Bebel vor, zu sagen: Wir wissen nicht, wie Bernstein Nationalsocialer das benußt, wir wissen doch, was wir an Kritik, zu diesen und diesen Fragen der praktischen Politik steht. in Bezug auf die thatsächlichen Verhältnisse unsern Gegnern entgegen zu setzen haben, und da legt mein Buch Euch gar kein Hindernis in den Weg, im Gegenteil, da ist mein Buch, wenn Ihr es recht versteht, Euch eine Hilfe( Gelächter). Ja, Ihr mögt wohl lachen( Burufe: Sie sollten es einmal selbst probieren!) ich bin auch in der Agitation gewesen.is Nun zu der Theorie. Es ist mir gesagt worden, ich sollte mit meinen Zweifeln erst dann an die Oeffentlichkeit treten, wenn die Antwort darauf vorliege. Es giebt, Genoffen, eine Reihe von Fragen, auf die überhaupt keine Antwort gegeben werden kann. Ihr Gesicht ändert sich von Tag zu Tag. Wir aber haben die Pflicht, auf diese Fragen aufmerksam zu machen, damit dienen wir der Weiterentwidlung. Niemals ist da ein Abschluß möglich. Ich habe in meinem Buche einige Bemerkungen über die Werttheorie gemacht und gezeigt, daß das, was durch die Werttheorie bewiesen werden soll, bestehen bleibt, auch wenn die Werttheorie falsch sein sollte, daß die GrundTage bleibt, nämlich die Produktions- und Einkommensstatistit. Die Produktionslehre von Karl Marg habe ich nicht angegriffen. " " In der Debatte über die Bernstein Angelegenheit wurde mehrfach auf einen Artikel fel der„ Thüringer Tribüne" Bezug ge= nommen, worin aus der unwahren des Dr. Ruhland, er habe der Münchener Post" finanzielle Unterstügung angeboten, um die sogenannte gemäßigte Richtung ( Vollmarsche) durch Herausgabe von Schriften zu unterstüßen, unzutreffende Schlüsse gezogen werden. Ich erkläre denmach wiederholt: Dr. Ruhland hat mir Summen in be liebiger Höhe angeboten, falls die Münchener Poft bereit wäre, Artikel zur Unterstützung der Wirtschaftspolitik des Fürsten Bismard aufzunehmen. Diese Summen sollten aus den Kreisen der Interessenten dieser Politik fomnien. 11 Die zweite Erklärung stammt von dem Redacteur Wetter vom Vorwärts"; sie nimmt Bezug auf eine Aeußerung von Bebel, daß die Berliner Parteigenossen durch die Thatsache, daß eine be stimmte Resolution im Vorwärts" nicht abgedruckt sei, getäuscht wären. Wekker giebt als derjenige Redacteur des„ Vorwärts", der diesen Teil bearbeitet hat, eine längere Auseinandersegung, weshalb er die Resolution nicht aufgenommen hat; er bezieht sich auf die Verhandlungen der Berliner Preßkommission und verwahrt sich gegen den Vorwurf der Täuschung, der ihm gemacht ist. Es folgt eine Reihe persönlicher Bemerkungen. Bernstein nicht vorgeworfen, daß er im Socialwissenschaftlichen Grunwald- Erfurt: Bebel hat mich mißverstanden, ich habe Studentenverein gesprochen hat, sondern daß er dort gegen uns ge= sprochen hat. David hat mir Mangel an Logit nachweisen wollen, weil ich den Socialwissensch. Studentenverein als indifferent bezeichnet haben soll. Ich habe gesagt, der Verein ist seinen Statuten nach in der That indifferent, er verliert aber diesen Charakter durch seine Protektoren, durch die ganze Art, wie er ausgesprochene Parteigenossen nicht dulden kann und dadurch, daß anerkannt zielbewußten Genoffen dort nicht erlaubt wurde, zu reden. Mehring, Ledebour und Schippel nicht erlaubt wurde, zu reden. Mehring, Ledebour und Schippel durften auch nicht in geschlossener Sigung sprechen.. Singer: Das ist keine persönliche Bemerkung. Was Schippel, Mehring und Ledebour passiert ist, kann nicht Gegenstand einer persönlichen Bemerkung von Ihnen sein.( Heiterfeit.) liche, grobe unwahrheit unterschoben, daß ich nach der Lettlire des Grunwald( fortfahrend): David hat es mir sogar als absichtDiese Auffassung enthält zwei unwahrheiten, ich laffe dahingestellt, Bernsteinschen Vortrages noch meinen Artikel hätte schreiben fönnen. ob absichtliche oder unabfichtliche. Erstens habe ich mich mit dem Bernsteinschen Vortrage inhaltlich nur einmal beschäftigt, und zwar nachdem ich ihn gelesen habe. Vorher hatte ich mich nur mit meiner Auffassung des Vortrags eine grobe abfichtliche Umwahrheit der Form befaßt, und wenn David nun noch behauptet, daß ich mit meiner Auffassung des Vortrags eine grobe abfichtliche unwahrheit gefagt habe, so hoffe ich, wird er diesen harten Vorwurf auch gegen eine eignen Freunde anwenden, die den Vortrag ebenfalls falsch verstanden haben Singer: Ich bitte Sie, im Rahmen der persönlichen Bemerkung zu bleiben. Grunwald( fortfahrend): Also, ich muß den Vorwurf Davids Werte Genossen, ich will Euch etwas sagen. Was mich von der gestrigen Debatte sehr berührt hat, ist die Berachtung der Theorie, die von einzelnen Rednern zum Ausdruck gebracht worden ist. Als mein Buch erschien und kritisiert wurde, als die Polemik sich eröffnete und Angriffe gegen mich erfolgten, die. ich kann es sagen- in mir die höchste Empörung erregten, da hat unter anderm sich mir der Gedanke aufgedrängt: das Ende der ganzen Polemik wird eine HerabNun zu der Krisen- Theorie. Bebel sagte, wenn der Aufschwung setzung der Theorie in unsrer Bewegung sein, und ich habe einen nicht gewesen wäre, hätte Bernstein sein Buch nicht geschrieben. derartigen Gedanken fogar Karl Kautsky gegenüber brieflich Werte Genossen! Es ist daran etwas Wahres, aber anders, als geäußert. Es ist mir damals, als der Kampf in einer so gehässigen Bebel es meint. Ich möchte Bebel daran erinnern, wie er und ich Weise geführt wurde, die Erinnerung an das Wort Fichtes aufAnhänger der Zusammenbruchs- Theorie gewesen sind. Ich kann mich getaucht:„ Wir Gelehrten verachten einander". Und nun muß ich erinnern, wie ich den Bontony- Krach als ein Vorspiel des Zu eins fagen: In Bezug auf den Wert der Theorie fammenbruchs, als einen Tropfen Fegefeuer" bezeichnet habe. in einer Bewegung, so sehr ich für eine realistische Auffassung Da schrieb mir ein Genosse, der als Mensch außerordentlich hoch des Stampfes eintrete, da stehe ich auf der Seite steht, aber als Denker sehr unterschätzt wurde, Karl Höchberg, obwohl Theoretiker; da möchte ich den Wert der Theorie retten, da halte ich er persönlich sehr schwer von dem Bongtour- Krach in Mitleidenschaft lieber eine Reihe von Büffen aus, aber ich rufe Euch zu: haltet das gezogen wurde: Du täuschest Dich vollständig über die bürgerliche theoretische Denken hoch, haltet das theoretische Forschen hoch, schätzt Gesellschaft. Nun, im ersten Augenblick acceptiert man so was nicht es nicht gering ein, selbst da nicht, wo es einmal zu einer Folge gern. Ich erinnere Bebel daran, daß er 1893 auf dem Brüffeler fommit, die ihr nicht gleich begreift. In unfrer Nachbar- Hansastabt internationalen Kongreß in der Kommission der Ansicht ge- Hamburg tagen in diesem Augenblick die deutschen Naturforscher. Es | wesen ist, wir werden überhaupt niemals mehr einen finden da Diskussionen statt und wird eine Theorie entAufschwung erleben. Es ist das kein Vorwurf, denn wickelt, die an der Descendenz- Theorie des großen Darwin Kritik eine ähnliche Auffassung hat auch Friedrich Engels in einer übt, die eine Auffaffung der Entwicklung der Arten vertritt, die mit Note zu der Entwicklung der Philosophie" vertreten, der noch lange den Sägen Darwins in Widerspruch steht. Aber keinem NaturPerioden der Depreffion und nur eine turze Periode des Aufsteigens forscher wird es dabei einfallen, das große Verdienst Darwins ge in der energischten Weise zurückweisen. Der andre Vorwurf Davids, annahm. Also die Krisenfrage ist durchaus noch nicht erledigt. Wir ringer einzuschätzen; der Name Darwin wird darunter nicht ber sich auf die Nuhland- Affaire bezieht, ist auch nicht gerechtfertigt. sehen, daß die bürgerliche Gesellschaft noch eine ganze Reihe von leiden, nein, es wird eine Ausfüllung seiner Theorie Mir hat jede, auch die leiseste Beeinflussung des Parteitages fern Möglichkeiten der Entwicklung hat, namentlich, was ich hervorgehoben fein. Das ist die Entwicklung aller Theorie. Jede habe, unter dem Druck der Arbeiterbewegung, der Gewerkschaftsbewegung, Theorie ist in den Anfängen zum großen Teil noch gelegen. Genosse Cohn widerlegt in seiner zu Protokoll gegebenen der doch immer herbeiführt eine allmähliche, wenn auch langsam sich Spekulation, die erst der Ausführung bedarf; und wenn die Riesen Erklärung etwas, was ich niemals gesagt habe, ich habe Ruhland Ein noch gröberer und vollziehende Hebung der Arbeiterklasse, daß eine andre Entwicklung eine neue Theorie entwickelt haben, dann wird die Ausfüllung, das von innen heraus psychologisch zerlegt. vor sich geht, die wir betrachten müssen. Dem habe ich in meinem Kleinwert der Schüler, sehr oft auftreten müffen in Form einer gehäffigerer Vorwurf Davids ist der, ich hätte in der Polemik gegen Kapitel über die Krisentheorie Ausdruck gegeben. Ich habe über- Stritit, in Form einer Berichtigung, was dort spekulatin gefagt ist, den Vorwärts" die Vollmarsche Richtung versteckt der Bestechlichkeit haupt keine Krisentheorie aufgestellt. Engels giebt die Möglich das ändert nicht den Wert der Theorie, das fördert das Werk. Uns geziehen. Ich beschränke mich einfach darauf, aus meinem Blatte feit einer Verlängerung des früher angenommenen Krisenchtlus darum habe ich gesagt: Die Verarbeitung des Marxismus muß be des„ Vorwärts" ist durch nichts begründet, daß unsre Debatten über den betreffenden Bassus vorzulesen:" Wir bleiben dabei, die Annahme Bit daraus sehen Sie doch, daß daß die Entwickelung im ginnen mit der Stritit: was ist auszubessern, was haben die Berhältnisse bas Agrarprogramm den Professor Ruhland zu dem Versuch veranlaßt Fluß ist. Wir haben eine Reihe von Tendenzen, die nicht bestätigt? Also wenn Sie wirklich wissenschaftlich sein wollen, hätten, die Münch. Post" den Zwecken des Bundes der Landwirte auf Krisen hindrängen, wir haben die Ueberproduktion in den wenn Sie den wissenschaftlichen Geist für den Socialismus festhalten dienstbar zu machen. Alles spricht für unsre Annahme, daß es nicht verschiedensten Industrien infolge der Organisation der heutigen Ge- wollen, dann müssen Sie auch bei allem, was die Theorie anstrebt, diese Debatten, die erst 1894 begonnen, sondern die Vollmarschen fellschaft. Engels nahm in seinem Strifencyklus statt einer Aus- das Recht der Kritik anerkennen und gelten lassen.( Ledebour: Meden von 1891 und 1892 waren, die 1893 dem damals noch nicht dehnung von zehn, eine solche von vielleicht 15 oder 20 Jahren an. Bestreiten wir ja gar nicht!) Ja theoretisch, in der Abficht thun bündlerischen Ruhland den Glauben einflößten, es gäbe in der Damit würde die Linie auch viel regelmäßiger werden. Das ist Sie es nicht, aber in Wirklichkeit schreckt und hemmt keine Anerkennung der heutigen Gesellschaft. In einem Landsee wird doch die Art Ihres Vorgehens diejenigen, die in der Sache Socialdemokratie eine Richtung, die sich durch kapitalistisches Geld töbern und fördern ließe" und jetzt hören Sie!- welcher ein Sturm Wellenberge erregen; in einem Meere wird derselbe arbeiten. Ja, werte Genossen, was soll denn der Geno der kritisch Glaube natürlich elend scheitern mußte". Sturm viel höhere Wellenberge verursachen und trotzdem sich bethätigt, thun? Soll er fortwährend wiederkäuen, was schon appelliere ich an die Loyalität der Parteigenoffen, zu entscheiden, bietet das ein viel ruhigeres Bild als der fleine See. gesagt ist? Das ist das Bild der modernen Gesellschaft; unleugbar Seien Sie doch nicht so nervös! Wir sind doch heute eine was ich gesagt habe, und was nicht. Bleibt David bei seiner Be haben wir örtliche Strifen, aber wenn Sie den Weltmarkt übersehen, starte Partei. Bisher hat man die Kritik nicht verkümmert und wir hauptung, so habe ich keinen parlamentarischen Ausdruck, sein Verso werden sie sehen, daß die Kriſe keineswegs eine allgemein ausge- find vorwärts gegangen; lassen Sie doch jetzt als große Partei halten zu kennzeichnen, ich würde es eine Infamie nennen. dehnte ist, daß die Industrie in andren Ländern vielleicht zu der- ruhig einige schreien über Spaltung, haben Sie doch das Bewußt felben Zeit florieren kann das Bild hat sich verändert. Ich habe sein des Sieges, treten Sie solchen Aeußerungen etwas ruhiger und einmal ein andres Bild gebraucht. In einem Dorfe fällt der Tod fühler entgegen. des Einzelnen auf und ob es der letzte Bettler war, in einer großen Stadt fällt der Tod des Einzelnen nicht auf und sei es der größte Mann gewesen, nach ein paar Tagen ist er vergessen. So stellt sich der Markt heutzutage dar; die Unsicherheit ist gewachsen, es fommen viel mehr Bankrotte, Krisen vor, und nach einiger Zeit ist alles ruhig. Dr. Gradnauer- Berlin: " " Leutert- Apolda: " Und HIHI Bernstein hat gesagt, ich hätte die Gegner überschätzt und wäre vielleicht deshalb etwas zu ängstlich gewesen. Wer mich kennt, weiß, daß mir nicht ängstlich geworden ist vor Bassermann und Naumann, sondern vor Bernstein.( Heiterkeit.) Pens- Dessau: and stands Bebel ist gestern durch einen Jritum von mir veranlaßt worden, es zu beklagen, daß der Vorwärts" feinen Berichterstatter zum Ich sage noch einmal: Die Resolution Bebel ist ja nicht bös Bernsteinfchen Vortrag geschickt hat. Meine Kollegen vom Vorwärts" gemeint, soll kein Mißtrauensvotum sein, aber sie geht von falschen telegraphieren mir eben: Jm Socialwissenschaftlichen StudentenVoraussetzungen aus. Meine Thätigkeit ist keine einseitige; es haben verein war Genosse Ströbel als Zuhörer, Genosse Reinke als Berichtsich Genossen gemeldet, die das bestätigen werden, ich habe es Ihnen erstatter anwesend. Beider Mitteilungen ergaben aber so völlig auch nachgewiesen. Und darum appelliere ich an Sie: im Bewußtsein verschlungene Gedankengänge, daß ein kurzer Bericht unmöglich Ihrer Stärke. Seien Sie gerecht! Sie können gerecht sein, weil die war; deshalb wurde die Herausgabe des Buches abSo stellt sich die Krisentheorie dar. Und was war meine Ab- Bartei start ist. Werfen Sie mir nicht vor, was nicht richtig ist. gewartet, die die Unmöglichkeit einer furzen Berichterstattung ficht? Nur einfach der Ansicht entgegenzutreten, als ob wir unser Nehmen Sie die Resolution Heine an. Ich sage ganz offen, daß sie bestätigte." Ferner eine Bemerkung gegen Stadthagen; er Thun auf eine große wirtschaftliche Katastrophe einzurichten haben. mir auch nicht genügt.( Lachen.) Ja, werte Genossen, ich werde meinte, ich hätte gesagt, der Vorwärts" habe deshalb keine Ich fordere nichts Neues, ich trete nur bestimmten Anschaumigen, die, Ihnen etwas sagen: ich glaube, Sie hätten in der Nesolution noch Stellung zum Bernsteinschen Vortrag genommen, weil er zugleich wie es scheint, von einzelnen Kreisen der Partei geltend gemacht etwas andres sagen können, noch ein Wort des Vertrauens.( Lachen.) Central- und Lokalorgan sei. Das habe ich nicht behauptet. Als werden, entgegen, daß wir unsre Politik darauf zuzuspizen Jawohl, wenn Sie ein Wort des Tadels hineinschieben, dann ich vom Lokal- und Centralorgan sprach, habe ich ganz allgemein auf haben. Darum habe ich diese statastrophentheorie bekämpft und hätte auch ein Wort nach der andern Seite gefagt sein tönnen, ge- die Schwierigkeiten hingewiesen, die der Vorwärts" seit jeher habe. trete ihr noch jetzt entgegen, weil ich fie für unrichtig stüßt auf meine Thätigkeit, die ich entfaltet habe, feit ich zurück bin. Bezüglich des Bernsteinfchen Vortrags habe ich um so weniger das von halte. Kommen solche Krisen durch eine Hungersnot usw., so wird Sie haben es nicht für nötig gehalten, schön! Die Resolution giebt Stadthagen Behauptete fagen können, als ich vielmehr ausgeführt habe. die Socialdemokratie als starke, organisierte Partei wissen, was sie mir absolut nichts; fie giebt aber der Partei. Sie sagt: Die Bartei daß wir zu dem Vortrag in jeder möglichen und notwendigen Weise zu thun hat. Ich trete mir der Spekulation auf solche entgegen. hat das bisher nicht anerkannt, sie stellt sich auf keinen neuen Stand- Stellung genommen haben. Dasselbe gilt von der Verelendungstheorie. Ich habe das Wort punkt, in Erwägung des Standpunktes geht sie zur Tagesordnung über. gar nicht einmal in die Diskussion hineingeworfen; ich habe nur Ich bestreite es ganz entschieden, sei es in meinen Vorträgen, jei es beiläufig bemerkt: wie die ökonomische Verelendungstheorie hat in meiner sonstigen Thätigkeit, irgend eine einseitige Kritik geübt zu daran glauben müssen, so wird auch die politische Berelendungs- haben. Ich nehme für mich das Verdienst in Anspruch, mit meinen theorie daran glauben müssen. Ich vertrete hier eine andre besten Kräften für die Partei gearbeitet zu haben, und das werde ich Auffassung, als wie sie lange unter uns verbreitet war. Bebel hat auch weiter thun; und darum bitte ich Sie, nehmen Sie eine Resolution Marg angeführt; aber das ist unleugbar, daß Marg zur Zeit des an, die, wenn sie der Partei gerecht wird, wenigstens gegen mich dosanistan Konununistischen Manifestes eine andre Auffassung vertreten hat. nicht ungerecht wird.( Lebhafter Beifall und Bischen.) ( Bebel: Habe ich ja gejagt!) Ja, aber was andres habe ich auch nicht gefagt; als ich meine Deutschrift nach Stuttgart schickte, hatte es sich doch nur darum gehandelt und das habe ich auch nur begründen wollen. Früher war die Auffassung sehr stark in unfren Reihen verbreitet, daß wir trotz allem, was wir thun, trog aller unsrer Bemühungen auf politischein und fo= cialem Gebiete im allgemeinen einem Abgrunde, einer Verschlechterung der Verhältnisse zugehen, und diese Auffassung ist gerade auch in Stuttgart vertreten worden, in politischer und socialer Beziehung, daß wir schließlich vor dem Noten Meer stehen, jenseits dessen das gelobte Land uns winkt. Ich vertrete eine andre Auffaffung; ich meine, die Geschichte zeigt uns einen hoffnungsvolleren Weg. Wir haben mus unsren Weg durch Dickicht und fiber Felsen gebahut und glaubten, es geht nicht vorwärts, wir kommen immer tiefer, bis Ivir den Blick zurückwerfen und sehen, daß wir aufgestiegen sind. Das ist der Weg, den die ganze Bewegung nehmen wird, je stärker die Partei ist, je stärker die Arbeiterschaft organisiert ist. Gewiß, auf der andren Seite wächst auch der Widerstand der Gegner, ste scharen sich gegen uns zusammen, aber doch wird ihre Zahl geringer. Das schen Sie doch alle Tage. Gewiß, in Memel- Heydekrug hat die Mehrheit der Freisimmigen für den Konservativen gestimmt, aber im Gegensatz zu früher hat ein Teil ihnen für den Uniren gestimmt. vont Das zeigt das Wachsen unsrer Macht. Ueberall sehen Sie eine ganz andere Haltung gegenüber der Arbeiterklasse. Warum bestreiten Sie das denn? Darin liegt doch die Gewähr unsres Sieges, unsres Fortschrittes. Es ist doch kein Grund, das zu verheimlichen, im Gegenteil, Sie dürfen stolz darauf sein. Singer: Damit ist die Diskussion geschlossen. Während der Nede von Bernstein ist folgende, genügend unterstützte Resolution von Heinrich Braun eingegangen, Nr. 115, die lautet: Der Parteitag wolle beschließen: Der Parteitag erkennt rückhaltslos die Notwendigkeit der Selbstkritik für die geistige Fortentwicklung der Partei an. Aber die vorwiegend einseitige Art, wie Genosse Bernstein diese Kritik in den letzten Jahren betrieb, hat ihn bei einem großen Teil der Parteigenossen in eine giveideutige Stellung gebracht und vielfach Mißstimmung erregt, zumal auch seine Kritik von Gegnern mißdeutet und mißbraucht worden ist. Es kann aber nicht verkannt werden, daß der Genosse Bernstein zu diesem Verhalten durch nicht weniger einseitige Gegenkritiken einzelner Parteigenossen weiter gedrängt worden ist. In der Erwartung, daß alle Genossen sich den üblen Konsequenzen nicht verschließen und danach handeln, geht der Parteitag, der keine Veranlassung hat, von den Grundsätzen der 1899 in Hannover angenommenen Bebelschen Resolution abzuweichen, über die Anträge Nr. 52, 91, 92 und 93 zur Tagesordnung über. Heinrich Braun- Berlin. J. Auer. Dr. Südekum. E. FischerDresden. Blos. Ulrich- Offenbach. R. Fischer- Berlin. A. v. ElmHamburg. Harm. Schmidt Frankfurt. Fendrich. Jos. Heer. Emma Jhrer. C. Legien. H. Diez. Heine. Calwer. Cohn. R. Bérard. Stolle. Fr. Wedemeyer. Ehrhardt. Heine( zur Geschäftsordnung): Unter dieser Resolution steht auch mein Name. Ich bitte aber, daraus nicht etwa zu schließen, daß ich meine ursprüngliche Resolution zurückgezogen habe. Also ich sage nochmals, es liegt kein Grund vor, irgend etwas Singer: Es sind noch von den zurückzuweisen, was ich geschrieben habe. Mein Buch zwei Erklärungen Die Voraussegungen des Socialismus" ist scharf kritisiert worden; zu Protokoll gegeben. Die erste, von Louis Cohn- München, ich vermag nicht einzusehen, daß diese Kritiken, von formalen lautet: Bei der Stichwahl in Brandenburg handelte es sich darum, ob ein Brotverteurer oder ein Socialdemokrat gewählt werden solle. Selbstverständlich haben wir da die bürgerlichen Breßstimmen, soweit sie sich zu unfren Gunsten aussprachen, in unsrer Zeitung gejammelt. Das geschieht überall.( Metzger ruft mit lauter Stimme: Nee! Heiterkeit.) Jedenfalls nicht nur in BrandenburgWesthavelland. In der Welt am Montag" ist dann aber Singer( unterbrechend): Sie dürfen keine persönlichen Be mertungen über" Die Welt am Montag" machen. Pens( fortfahrend): Stadthagen hat doch mitgeteilt, daß wir diese Breßstimmen wiedergegeben haben. Seine Mitteilung ist einseitig, und es muß mir daher gestattet sein, vorzulesen, was in der Wiedergabe steht. Da heißt es ausdrücklich: soms as die Stellung unsres Kandidaten zum Endziel betrifft, so hat Beus oft und nachdrücklich betont, daß er das Endziel, welches principiell aufzugeben ihm gar nicht einfällt( hört, hört!), praktisch durch die an der Hand der wirtschaftlichen und politischen Entwicklung fich darbietenden Gegenwartsaufgaben allmählich in der positiven Weise zu erreichen sucht, wie das seit 1890 angesichts der größeren Macht und Verantwortlichkeit der Social demokratie allgemein in der Partei geschieht. " Ich habe also damit ausdrücklich dem Inhalt nach die Auffassung der Welt am Montag" desavouiert und nicht für mich ausgenutzt. Ausgenugt habe ich sie nur, soweit sie mir in formaler Beziehung zugestand, daß maßvolle Stampfesweise meine Art sei. Es heißt hier in dem Aufruf diesbezüglich: Unser Kandidat legte allerdings seit Beginn seiner politischen Thätigkeit großes Gewicht auf eine zwar fachlich scharfe, aber in der Form anständige Kampfesweise. Schon auf dem Erfurter Parteitage 1891 wurde er vegen dieser auf die Gesittung, auf die Achtung auch der Gegner Wert Legenden Agitationsweise von dem kurz darauf aus der Partei ausgeschiedenen„ Unabhängigen" Auerbach angegriffen. Auch legt 0 unfer Kandidat freilich das allergrößte Gewicht auf die Gegen 1 Ledebour: Heines Vorschlag wäre gerechtfertigt, wenn wir günstigung nicht pflichtgetreuer Beamten beschuldigt. Trok warts Aufgaben, weil er überzeugt ist, nur durch die Lösung Amendements zu 109 vor uns hätten.( Heine: Sachlich sind sie bes ablehnenden und verwarnenden Bescheides, der Mertens dieser auch die Zukunftsziele, auch das Endziel, erreichen zu das.) Daß die beiden Resolutionen 108 und 109 fich gegenüber- feitens dieser Behörden zu teil wurde, wiederholte er stehen, geht aus den eigenen Erklärungen Bernsteins hervor. Die seine Beschuldigungen, so daß gegen ihn das Strafverfahren Annahme von 108 würde dadurch zu einem Vertrauensvotum für wegen Beleidigung und wissentlich falscher Anschuldigung eingeleitet Bernstein werden.( Sehr richtig!) können. David- Mainz: 0 ivurde. Was Stadthagen fich dann an Bemerkungen darüber gestattete, vas ich für eine Bedeutung in der Partei hätte bezw. nicht hätte, so bin ich von jeher bescheiden genug gewesen, nicht mehr fein zu Heine: Ledebour beweist mir jetzt, worauf er bei der Sache In eingehenden, achtstündigen Verhandlungen wurden die Bes wollen, als ich unter den mir gegebenen Bedingungen und bei den hinauswill. Nicht um eine Klärung der Ansichten der Genoffen schuldigungen auf ihren Wert geprüft. Ueber Vorgänge aus den mir gegebenen Fähigkeiten sein kann. Ich bemühe mich ist mir zu thun, sondern um irgend ein Urteil.( Ruf: Ein Keßer- ersten Jahren der Amtsthätigkeit Feldtmanns( 1877), sowie über solche, nach Kräften, da wo ich stehe meine Pflicht zu thun und gericht!) Natürlich wissen die Genossen, wie sie stimmen wollen, die vom Jahre 1892 ab bis in die jüngste Zeit spielten, wurde Bebin dabei auch nicht ganz ohne Erfolge. Wer für sich noch Aber es muß festgestellt werden nach außen hin, wie die Stimmung weis erhoben. Alle diese Vorgänge soll der Gemeindevorsteher in nicht mehr Reklame verbrochen hat, als ich fie mir ist. Ledebour ſieht in 108 ein Vertrauensvotum, also in 109 eine einem im November 1898 gegen Mertens geführten Prozesse, der anläßlich der Stichwahl in Brandenburg Westhavelland zu Verurteilung Bernsteins. Das wollen Sie natürlich. Ich aber will zur Verurteilung des legteren führte, unter seinem Eide falsch Schulden kommen ließ, um Gegner zu veranlassen, nicht für den nicht das eine oder das andre, sondern eine Klarstellung, wie stehen dargestellt haben. Einige Zeugen waren nicht erschienen, einige längst ärgsten Brotverteurer zu stimmen, dem Vorwürfe zu machen, steht wir zu den drei Anträgen. gestorben. amt allerwenigsten einem Genossen an, der die Reklame für seine Ulrich- Offenbach schließt sich der Anschauung an, daß über 108 Der Staatsanwalt glaubte nach Beendigung der Beweisaufnahme Person zweifellos in so hohem Grade versteht, daß ich ihm darin das zuerst abgestimmt werden müsse. Bei andrer Fragestellung nicht, daß der Angeklagte wider besseres Wissen seine Behauptungen Wasser nicht reichen kann.( Beifall). verliere er, wenn er feinen Standpunkt wahren wolle, die Möglich aufgestellt habe. Er sei aber ein hartnäckiger, überaus verblendeter feit, für 109 zu ftimmen. Er fei weder der Ansicht, daß 108 ein Mensch und geschäftsmäßiger Ehrabschneider, der aus Nachsucht Die Ausführungen von Grunwald können mich nicht veranlassen, Bertrauensvotum, noch daß 109 eine Verurteilung Bernsteins entgegen. gehandelt habe. Er beantragte 6 Monate Gefängnis. Der Angeklagte verteidigte sich energisch gegen den Vorwurf der geschäftsirgend etwas von dem zurückzunehmen, was ich gejagt habe, sie halte.( Ledebour: Habe ich auch nicht gesagt.). treffen das Wesen dessen, was ich ihm vorgeworfen habe, gar nicht: jezt in der Geschäftsordnungs- Debatte noch Reden über Sinn und sich aber gegen solche Unterstellung verwahren. Was der StaatsBebel: Ich muß entschieden dagegen Einspruch erheben, daß mäßigen Ehrabschneiderei; er könne sich leider nicht wehren, müsse Ich habe ihm vorgeworfen, daß er mit Absicht eine Scharfmacherei Inhalt meiner Resolution gehalten werden.( Zustimmung.) Was ich anwalt gefchäftsmäßig nenne, verstehe er nicht, vielleicht sei das ein betrieben habe, um hier Bernstein vor Gericht zu schleppen, und das mit meiner Resolution meine, habe ich klar und deutlich ausge- Geschäft, wenn man, wie er, schon einige tausend Mart an Strafe habe ich durch die beigebrachten Dokumente hinreichend besprochen und bin nicht in der Lage, Ledebours Auslegung zu acceptieren. und Kosten in dieser Sache bezahlt habe. Dem Staatsanwalt wiesen. Ich habe um so weniger Veranlassung. den wurf zurückzunehmen, daß er" den Vortrag als gefundenes Fressen betrachtet hat, das er gegen Bernstein ansnugen könne, als sich das durch eine mir nachträglich bekannt gewordene Thatsache vollauf bestätigt hat. Grunwald hat seine Artifel gegen Bernstein sofort an die bürgerliche Presse geschickt.( Hört! Hört!) Singer: Sie dürfen im Rahmen einer persönlichen Bemerkung nicht auf Dinge Bezug nehmen, die in der vorhergehenden Debatte nicht erwähnt worden sind. David( fortfahrend): Grunwald hat erklärt, wenn ich meine Aeußerung aufrecht erhalte, so sei das eine Infamie. Ich habe in meinen Bemerkungen gegen Grunwald die ,, Erfurter Tribüne" citiert, die dem„ Vorwärts" vorwirft, er stelle die Parteigeschichte falsch dar, um die Richtigkeit der Ruhlandschen Darstellung ableugnen zu können. Ich habe diesen Bassus genau so aufgefaßt, wie der Vorwärts" selbst, daß nämlich Grunwald es für möglich hält, daß Parteigenossen die Infamie, die Ruhland ihnen zugetraut hat, begehen könnten. Das beweist folgen: der Passus aus dem Vorwärts" " Singer: Ich bitte, teine persönlichen Bemerkungen für den Vor. wärts" zu machen.( Heiterkeit.) Bitte, schildern Sie Ihre Empfindungen, aber lassen Sie andre Leute aus dem Spiel. " David: Ich habe den Vorwärts" citieren wollen, un zu zeigen, weshalb ich nichts zurücknehmen kann. Wenn mir das unmöglich gemacht wird, so muß ich mich bescheiden, ich konstatiere lediglich, daß ich nichts zurücknehme, und daß Grunwald, wenn er den Vorwurf der Infamie gegen mich erhebt, ja eigentlich nur eine Retourkutsche macht. Bebel: Gradnauer irrt sich, wenn er glaubt, daß allein seine Aeußerung mich veranlaßt hat, es zu beklagen, daß die Redaktion des Vorwärts" teinen Berichterstatter zum Bernsteinschen Vortrag entsandt hat. Mir haben auf der Redaktion Gradnauer, Ströbel und Eisner erklärt, daß kein Berichterstatter dort war. Nur Ströbel sagte, er sei als Buhörer dagewesen, es sei aber unmöglich gewesen, dem Vortrage au folgen und einen vernünftigen Bericht darüber zu bringen. Stadthagen: " Der Aufruf in der„ Brandenb. 8tg." ist überschrieben: An das liberale Bürgertum. Es heißt darin: Ein freigesinnter Gegner rühmt Pens in der Welt am Montag" nach, es sei ein Mann, dem jeder entschieden freiheitlich Gesinnte unbedenklich seine Stimme geben könnte. Er hat sich stets durch den maßvollen Ausdruck im großen und ganzen recht verständiger Ansichten ausgezeichnet," schreibt dieser Gegner, vermutlich Herr v. Gerlach, der bekannte freigesinnte Nationalsociale. Unser Kandidat legte allerdings seit Beginn seiner politischen Thätigfeit großes Gewicht auf eine zwar fachlich scharfe, aber in der Form anständige Kampfesweise. Schon auf dem Erfurter Parteitung auch der Gegner Wert legenden Agitationsweise von dem tage 1891 wurde er wegen dieser auf die Gefittung, auf die Ach turz darauf aus der Partei ausgeschiedenen" Unabhängigen" Auerbach angegriffen. Auch legt unser Kandidat freilich das allergrößte Gewicht auf die Gegenwartsaufgaben, weil er überzeugt ist, nur durch die Lösung diefer auch die Zukunftsziele, auch das Endziel erreichen zu können. Ich überlasse es Ihrem Urteil, ob das eine Ausnutzung von Stimmen der Gegner ist, und ob es dem guten Geschmack entspricht, derartige Lobeserhebungen auszumußen, statt sie sich zu verbitten. Aber nachdem Beus das Bekenntnis abgelegt hat, daß er nicht über die ihm gegebenen Fähigkeiten hinaus kann, verzichte ich natürlich aufs Wort.( Heiterkeit.) Grunwald: ( Bewegung.) Ob über 108 oder 109 zuerst abgestimmt wird, halte ich für ziemlich gleichgültig. Weil wir aber den Betreffenden, die es wünschen, die öglichkeit geben müssen, hernach für 109 zu stimmen, bin ich der Ansicht, daß zuerst über 108 abgestimmt wird. Die Mehrheit beschließt, zuerst über 108 und dann erst über 109 abzustimmen. Heine: Wann soll über 115 abgestimmt werden? Singer: Zuerst über 108, dann über 109, dann über 115. Heine: Wir haben aber nur darüber abgestimmt, worüber zuerst abgestimmt werden soll. Singer: Nein, ich habe gefragt, ob zuerst über 109 und dann über 108 abgestimmt werden soll. Der Widerspruch hätte rechtzeitig erhoben werden müssen. Heine: Das habe ich gethan. Im übrigen halte ich die Sache für unwesentlich.( Heiterfeit.) Damit schließt die Geschäftsordnungs- Debatte. wünsche er längeren Aufenthalt in Neu- Weißensee, dann werde er feinen, des Angeklagten Standpunkt begreifen lernen. Der Verteidiger plaidierte ebenfalls auf Freisprechung; es könne höchstens der Dolus des Querulanten, niemals aber der Dolus des Beleidigers in Anwendung gebracht werden. dem Das Gericht verurteilte den Angeklagten nach Antrage des Staatsanwalts zu sechs Monaten Gefängnis und zur Tragung der Kosten. Wir müssen gestehen, daß uns sowie vielen der Anivefenden das Urteil überrascht hat, wie uns auch die gegebene Begründung unverständlich geblieben ist. Die optimistische Erwartung vieler Anwesenden, daß Mertens nach der Beweisaufnahme freigesprochen oder höchstens zu einer Geldstrafe verurteilt werden könne, ist, wie man sieht, gründlich zu nichte geworden. Jotext 0 Verein abstinenter Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins. Heute fällt die Versammlung aus. Die nächste Vereinsversammlung findet am 3. Oktober, abends 82 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engelufer 15, statt. Vermischkes. In namentlicher Abstimmung wird der Antrag 108 mit 166 Nein gegen 71 Ja bei Stimmenthaltung von Kautsky und Bernstein abgelehnt. Mit Ja stinunten: Amend, Auer, Bartels Lübeck, Baudert, Decker, Deinhardt, Deutsch, Diek, Dimmid, Dörnce, Ebert, Blos, Bömelburg, Heinrich Braun, Büttner, Calwer, David, Efftinge, Ehrhardt, Fischer- Dresden, Friedrich, Frohme, Gerisch, Gradnauer, Grimpe, v. Elm, Emmel, Fendrich, Rich. Fischer, Die Typhusepidemic in Gelsenkirchen. In einer längerett Groth, Harm, Hoffmann- Bielefeld, Hoch, Hüttmann, Heine, Hug, Sigung der Gesundheitskommission wurden Maßnahmen gegen die Jakobsen, Stietisch, Kloß, Körsten, Strohn- Ottensen, Ladewig, May, Typhusepidemie festgelegt. In Schalte, Wattenscheid, leckendorf, Müller- Hamburg, Neukirch, Nietzsch. Orb, Pape, Beus, Pfeiffle, Bismard und Erle sind neue schivere Krankheitsfälle vorgekommen. Bfüller, Pistorius, Quard, Roeste, Roßkopf, Rudolph, Sidow, Jn den Gelsenkirchener Krankenhäusern sind 338 Krante untergebracht, Siebeneicher, Silberschmidt, Südefum, Schmidt- Rostock, Schulz deren Zustand sehr ungünstig ist; Hunderte Kranke befinden sich in Magdeburg, Stauingt, Helma Steinbach, Stubbe, Toelge, Thönen, Privatpflege. Da durch die Straßenbahn eine Verschleppung der Ulrich, Voigt- Bernburg, Wedemeyer, Windhoff. Krankheit befürchtet wird, werden die Wagen täglich desinfiziert. trag 109 mit 203 Ja gegen 31 Nein bei Stimmenthaltung von In weiterer namentlicher Abstimmung wird numehr der AnAuer, Nich. Fischer, Bernstein und Kautsky angenommen. Mit Mein bergischer Postbeamter in Vorarlberg erlitten hat, berichtet die„ Frtf. Ueber einen eigenartigen Bergunfall, den ein württem stimmten: 8tg." Der betreffende verließ früh die Hütte auf dem hohen Theodor Bartels, Bérard, Dr. Heinrich Braun, Decker, Dein- Freichen, um über Furg nach Rantweil zu gehen. Auf der Alpe hardt, Ebert, Elm, Edmund, Fischer, Friedrich, Heer, Jmle, Käppler, Salufer trat dichter Nebel ein. Als er weiter wanderte, stürzte er Legien, May, Martwaldt, Neukirch, Niegsch, Orb, Pape, Peus, plöglich über eine 5 Meter hohe Felswand in einen Bergbach, aus Pistorius, Quard, Röste, Roßkopf, Rudolph, Sidow, Schmidt dem er sich nur mit Mühe rettete. Aber weiter fonnte er Rostock, Schulz- Magdeburg, Helma Steinbach, Boigt und Wede- auch nicht. Mit gebrochenem Schienbein blieb er die ganze meher. Nacht und den folgenden Tag auf derselben Stelle hilflos Damit ist die Resolution 115, die Anträge 52, 91, 92, 98 und liegen. In seiner Not warf er sein Hemd in den Bach, dieser Gegenstand der Tagesordnung erledigt. ferner seine Strümpfe, in welche er einen Zettel mit der Inschrift Das Wort erhält nunmehr zu einer Erklärung stedte: Abgestürzt beim hohen Freschen. Bringt Hilfe!" In der Bernstein: Nacht, als jede Hoffnung auf Rettung geschwunden war, schrieb er Bartei Barteigenoffen! Wie ich Ihnen schon in meiner Zuschrift an den nebst Grüßen an seine Mutter sein Testament in sein Notizbuch. Stuttgarter Parteitag erklärt habe, kann ein Votum des Kongresses Am Sonnabend nahm er seine letzten Kräfte zusammen und kam Es ist mir aber auch zugleich das Botum der Mehrheit Man brachte den Berunglückten auf einer Bahre nach Innerlaterns mich selbstverständlich in meiner Ueberzeugung nicht irre machen. friechend in die Nähe der Almhütte Hintergarnißen, wo nun endlich seine Hilferufe gehört wurden. Nun wurde ihm Hilfe zu teil. meiner Genossen niemals gleichgültig. ist, daß diese Resolution mir objektiv unrecht thut, auf falschen und von dort nach Rankweil, wo er sofort in ärztliche BehandVoraussetzungen beruht, wie ich Ihnen das ausgeführt habe. Aber lung fam. nachdem Genofie Bebel erklärt hat, daß mit dieser Resolution tein Mißtrauensvotum verbunden sein soll, erkläre ich fernerhin, daß ich dem Votum der Majorität des Parteitages diejenige Achtung und Beachtung entgegenbringen werde, die einem solchen Kongreßbeschluß Welgen, gut D.- Str. gebührt.( Stürmischer Beifall.) Es wird zurückgekehrt zur allgemeinen Diskussion über die Presse. Thiele- Halle: Marktpreise von Berlin am 24. September 1901 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. # " " unittel gering Roggen, gut mittel gering . " * Gerfte, gut Hen " mittel gering afer, gut nuitet gering Erbfen In vinsen Speifebohnen " 14,80 14, 13,90 13,10 Kartoffeln, nene, D- Ctr. Rindfleisch, Keule 1 kg do. Bauch Schweinefleisch Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Gier 8,-151,70 1,20 " 1,30 1, 1,60 1,30 " " 1,70 1,10 1,60 1,20 2,80 2, 60 Stila 4,40 2,40 1 kg 2,20 1,20 2,60 1,20 2,60 1,20 " 1,80 0,80 2,40 1,20 13 40,- 25, 50,- 25, Bleie Krebse 1,40 0,70 per Shot 16-2,50 60. 30, 13,- 12,30 Starpfen 16,10 15,30 Aale 15,20 14,40 Bander 14.30 13,60 Hechte 7,- 6,82 Barsche 8,30 5,80 Schleie * frei Wagen und ab Bahn. 2,-1, Was David gegen mich richtig gestellt hat, habe ich niemals Es sind in den letzten Monaten eine Reihe von Artikeln erbestritten. Ich habe nicht bestritten und bestreite es auch hier nicht, fchienen, die sich mit unsern Breßverhältnissen beschäftigen und daß ich durch meine Artikel die Genossen hauptsächlich veranlassen wollte, allgemeines Aufsehen erregt haben; ich meine in erster Linie die gegen Bernstein eine schärfere Stellung einzunehmen. Ich halte es Artikel von Börsch und Calwer und dann von Parvus. Man muß für Parteipflicht, was man vor seinen Genossen verantworten fann, zugeben, daß die von Börsch und Calwer besprochenen Mißstände in auch jederzeit zu vertreten.( Sehr gut!) David hat kein Wort zurück der That vorhanden sind. Die Zeit des Uebergangsstadiums muß auch ichstro zunehmen für nötig befunden. Gut, es bleibt also bei dem was ich für die Preffe vorübergehen und das ist ja jetzt auch der Fall; es gejagt habe. Daß ich meinen Artikel an die bürgerliche Presse ver- beginnt eine größere Üniformität, die Beteiligten vereinigen sich zu fandt habe, ist richtig. Ich habe fie an einige verständige Besprechungen über gemeinsames gleichmäßiges Auftreten. bürgerliche Blätter geschickt,( Fischer ruft: Giebt es unfren Redaktionen und Expeditionen wird mit einem Bienenfleiß solche? Heiterfeit. Rudolph:" Deutsche Tageszeitung" und gearbeitet, und man wird unsren Parteiredacteuren und auch unsren Boffische 8tg."!), und zwar in demselben Sinne und derselben Verwaltungsbeamten das Bengnis nicht versagen dürfen, Produktenmarkt vom 25. September. Der Getreidemarkt war heute Absicht, wie die" Socialistischen Monatshefte" und andre Zeitschriften daß sie das denkbar Höchste Teisten in Anbetracht der erholt. Die aus Amerita gemeldeten etwas matteren Weizennotierungen versandt werden. äußerst dürftigen Mittel, mit denen die Redaktionen mit wurden paralysiert durch die große Festigkeit der Pariser Börse, die ihren wenigen Ausnahmen ausgerüstet sind. Ich habe hier eine Grund in der Meldung hatte, daß nach den amtlichen Berichten der Ertrag daktionen zu den Einnahmen der Blätter; das ergiebt sich daraus, fich infolgedessen für Weizen bei uns/ bis 12 Mart beffer. Auch Roggen Zusammenstellung über das Verhältnis der Ausgaben für die Ne- an Weizen auf 107 Millionen Settoliter, das ist 7, Millionen Hektoliter weniger als im Vorjahre, geschätzt werden. Die Lieferungspreise stellten daß sie im ganzen nur acht, neun bis zehn Prozent der Einnahmen konnte fich nach den überstürzten Realisationen der letzten Tage erholen und betragen, und darin stecken noch die sehr erheblichen Ausgaben gewann 2 bis/ Mart. Das Angebot, sowohl aus dem Inlande wie aus für Strafen, die 2 bis 3 Prozent in Anspruch nehmen. Ein Rußland, ist fnapper und auch die Frachtfäße haben start angezogen. Guter, Hauptübelstand ist die ungenügende Abgrenzung der Rechtssphären märkischer Roggen wurde ab Bahn mit 137 Mart gehandelt. Mehl Lag gut 3ivischen Verlag und Nedaktion; ich würde sogar zu Gunsten einer behauptet. In Hafer war das Geschäft ſtill bei wenig veränderten Preisen. es nicht anders geht, in den Kauf nehmen. Weiter empfehle ich festen Abgrenzung eine ungünstigere Stellung der Nedacteure, wenn Mais war still, amerikanische Mixed wenig verändert, Laplata etwas besser. dringend feste Redaktionsbudgets. Ferner Informationen für die Provinzial- Korrespondenten durch ein kleines Schema über die über die ihre Berichterstattung gewünscht wird. Bezüglich der Berwaltung des Betriebes würde ich alt= raten, daß da, wo Filialen nehmen. David: Grunwald giebt zu, daß er die Absicht gehabt hat, deren ich ihn beschuldigt habe. Ich kann auch, was das Urteil über die Mittel betrifft, die er gebraucht hat, von dem Gesagten nichts zurückDamit sind die persönlichen Bemerkungen beendet. Es folgt die Abstimmung. Es liegen vor die Anträge 52, 91, 92, 93, 108, 109 und der Braunsche Antrag( 115). Singer: 108, 109, 115 bezveden Uebergang zur Tagesordnung über die weiteren Anträge. Ich schlage nun vor, zunächst über 109 abzustimmen, weil diese Resolution eine Art motivierter Tages Ordnung enthält und am weitesten geht von den drei Resolutionen. Im Falle der Annahme von 109 würden alle Anträge erledigt sein. Sollte 109 abgelehnt werden, so würde 108 zur Abstimmung kommen, bann eventuell 115 und dann eventuell die weiteren Anträge. Hauptteile, Rüböl unverändert. licher Bericht der Direktion. Städtischer Schlachtviehmarkt. Berlin, 25. September 1901. Amts Zum Verkauf standen: 763 Rinder, 1256 Kälber, 1254 Schafe, 10.046 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Bfund oder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Mark( beziehungsweise für 1 Pfund a) bestehen, dent Expedienten in Pf.): Ochsen: vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachteine Beitungskommiffion zur Seite gestellt wird, die ihn im Ver- wertes, höchstens 7 Jahre alt 00-00, b) junge fleischige, nicht auss Es folgt eine längere Geschäftsordnungsdebatte. Frohme bittet dem Vorschlag Singers nicht zuzustimmen, und Expedient auch Korrespondent des Blattes ist, ihm mit dem nötigen a) vollfleischige höchsten Schlachtwerts 00-00; b) mäßig genährte jüngere triebe, in der Gewinnung neuer Abonnenten unterstützen und, wo der gemästete und ältere ausgemästete 00-00; c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 00-00; d) gering genährte jeden Alters 00-00. Bullen: zwar um eine möglichst einheitliche Kundgebung zu erzielen, zu Material an die Hand geben, ferner auch darauf zu achten hat, und gut genährte ältere 00-00; c) gering genährte 00-00 nächst über 108 abzustimmen. Von den Unterzeichnern von 108 sind daß die monatlichen Abrechnungen recht sorgfältig gemacht werden. Kühe: a) voltfleischige, ausgemäßtete Färfen höchsten Schlachtwerts 00-00; Färfen und eine ganze Anzahl geneigt, für 109 zu stimmen, wenn 108 ab Meine Redezeit ist abgelaufen, sonst hätte ich noch über die Schreibweise b) vollfleischige, ausgemäßtete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren gelehnt wird. Wird über 109 zuerst abgestimmt, dann müssen sie der Erfurter Tribüne" gesprochen. Ich will nur noch ausdrücklich sagen, 00-00; c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere gegen 109 stimmen und kommen in die unangenehme Lage, als daß in Kollegenkreisen große Mißstimmung darüber herrscht, wie Kühe und Färfen 00-00; d) mäßig genährte Kühe und Färfen 00-00; Bernsteinianer zu erscheinen, während dieser fünstlich konstruierte Grunwald Bartei genossen behandelt.( Zustimmung.) e) gering genährte Kühe und Färfen 00-00. Kälber: a) feinste Mast Gegensatz nicht neue Nahrung erhalten sollte.( Sehr richtig.) tälber( Vollmilchmast) und beste Saugfälber 68-70, b) mittlere Mastund gute Saugfälber 66-68, c) geringe Sangfälber 58-62, d) ältere, gering genährte( Freffer) 00-00. Schafe: a) Mastlämmer und jüngere MastHammel 65-68, b) ältere Masthammel 60-64, c) mäßig genährte Hammel und Schafe( Merzschafe) 51-57, d) Holsteiner Niederungsschafe( Lebendgewicht) 00-00. Schweine: a) vollfleischige, der feineren Sassen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 14 Jahren 220-280 Pfund schwer, 60-61; b) schwere, 280 Pfund und darüber( Stajer) 62-63; c) fleischige 56-59; d) gering entwidette 53-55; e) Sanen 55-57. Für 100 Pfund mit 20 Prog. Tara. Heine: Singer hat gesagt, 109 sei der weitestgehende Antrag. Darin gebe ich ihm recht. Aber daraus folgt, daß über 108 und 115, die fachlich Abschwächungen zu 109 darstellen, zuerst abgestimmt werden muß. Nur so kann ein Bild über die Stimmung der Genossen gegeben werden. :( Schluß im Hauptblatt.) Gerichts- Beitung. Singer: Ich bin zwar entgegengesetter Ansicht, aber ich werde Die Gemeindeverwaltung von Neu- Weißensee vor Gericht. über die Frage abstimmen lassen. Wegen Beleidigung des Amts- und Gemeindevorstehers Feldt Frohme: Ich bestehe nicht auf der namentlichen Abstimmung mann stand gestern der Molkereibefizer Mertens vor der ersten über 108. Straffammer des Landgerichts II. Mertens hat seit dem Jahre Singer: Der Antrag auf namentliche Abstimmung ist ordnungs- 1893 in verschiedenen Eingaben an die dem Gemeindevorsteher bormäßig gestellt und kann nicht von einem Einzelnen zurüdgezogen gefezten Behörden die Verwaltungsmaßnahmen diefes kommunalen Beamten kritisiert und ihn zuguterlegt des Meineids und der Bewerden. 600 Stück unverkauft. Maßgebende Preise waren nicht festzustellen. Der Berlauf und Tendenz. Bom Rinderauftrieb blieben ungefähr Kälberhandel gestaltete sich langsam. Bei den Schafen fanden etwa 400 Stüd Absaz. Der Schweinemarkt verlief langsam, wird auch kaum ganz geräumt. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 26. September. Opernhaus. Aïda. Anfang 71/2 Uhr. Schauspielhaus. Weh' dem, der lügt. Anfang 72 Uhr. Urania. Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Ueber den Wolken Invalidenstr. 57/62. Neues Opern Theater( ron). Tägl. Sternwarte. Mamsell Angot. Anfang 71/2 Uhr. Jut Trianon Theater: Lebende Lieder". Anfang 8 Uhr. Schiller. Die Kronprätendenten. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Johannes. Anfang 712 Uhr. Verliner. Die Goldgrube. Anfang 712 Uhr. Leffing. Haus Rosenhagen. Anfang 7 Uhr. Residenz. Sein Doppelgänger. Vorher: Im Coupé. Anfang 71 Uhr. Neues. Das Ewig- Weibliche. Anfang 72 Uhr. Westen. Der Bettelstudent. Anfang 72 Uhr. Secessionsbühne. Detlev Lilien: crons Buntes Brettl. Anfang 8' Uhr. Central. Giroflé- Giroflá. Anfang 712 Uhr. Thalia. Ein tolles Geschäft. Anfang 7% Uhr. Castans Panopticum. Friedrichstr. 165. Nen! Neu! Neu! Der künstliche Mensch! Die sensationellste Erfindung der Neuzeit: Der„ Clou" der Pariser WeltAusstellung. Vorstellungen: 12 Uhr mitt., 3, 5, 6, 7 Uhr nachmittags. Zoologischer Garten nachm. 4 Uhr: Achtung! Achtung! Bolzarbeiter- Verband. Schönhauser Vorstadt( 6. Wahlkreis). Bolzarbeiter Verband. Freitag, den 27. September, abends 82 Uhr, im ,, Berliner Prater", Kastanien- Allee 7-9: Volks- Versammlung Tages Ordnung: 1. Die Neu- Organisation des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises und die Beschlüsse des Mainzer Parteitags. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Da diese Versammlung von großer Bedeutung für unsre 219/19 Organisation ist, ersucht um rege Beteiligung Der Vertrauensmann. Central- Verband der Töpfer. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß der Kollege, Tischler Otto Weinert Socialdemokratischer Verein für den 5. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Am Sonntag, den 22. d. M., starb nach längerem Leiden unser treues Mitglied, der Genoffe Gottlieb Feyer. am 23. September verstorben ist. Die Beerdigung findet am Donners: tag, nachmittags 5 Uhr, von der Als eines allezeit thätigen Mitgliedes Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofes werden wir des Dahingeschiedenen stets aus statt. 109/4 in Ehren gedenken. 245/12 Die Beerdigung findet heute, am Donnerstag, den 26. d. M., auf dem Central Friedhofe in Friedrichsfelde um 42 Uhr nachmittags statt. Um zahlreiche Beteiligung bittet Der Vorstand. Um rege Beteiligung ersucht Die Ortsverwaltung. Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme bei der Beerdigung meines treuen Gatten und guten Vaters seitens aller Ver wandten und Bekannten, sowie des Socialdemokratischen Wahlvereins im Am Freitag, den 27. d. M., abends 6 1hr, im großen Saal des IV. Wahlkreise( Südost) und der Gewerkschaftshauses, Engel- ilfer 15: Mitglieder= Versammlung Tagesordnung: 1. Berichterstattung des Gesellen Ausschusses über den Verlauf der Tarifverhandlungen mit dem Vorstand der Innung. 2. Erläuterung en zum neuen Statut. 3. Gewerkschaftliches. Zahlreiches Erscheinen erwartet 196/15 Der Vorstand. Achtung! Bauanschläger. Achtung! Donnerstag, den 26. d. M. 1901, abends 72 Uhr, im Saal I: Kollegen der Firma Frister u. Roßmann A.-G. den herzlichsten Dank. Witwe Margarete Masche 23932 nebst Kindern. Neues Klubhaus 72. Kommandantenstr. 72. Habe noch Sonnabende u. Sonn tage im November, Dezember, Januar 2c. einen größeren Saal zu vergeben. H. Ebert. Verband der Sattler. ( Berlin I). Todes- Anzeige. Am 22. d. M. verstarb in seiner Heimat( Arnsfelde, Erzgebirge) unser mehrjähriges Mitglied, der Sattler Louis Schreiter ( Werkstelle e ch t).] 157/16 Ehre seinem Andenken! Der Vorstand. Patient State Grosses Konzert. Ausserord. General- Versammlung Freie Volksbühne. Luisen. Der Mann im monde. Anfang 8 Uhr. Carl Weiß. Berliner Rangen. An- Bei ungünstiger Witterung im Saal. fang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Landfireicher. Anf: 7½ Uh Belle- Alliance. Talolo. Anfang 8 Uhr. Anfang Metropol. Specialitätenvorstellung. Schön war's doch. 8 Uhr. Apollo. Specialitäten Vorstellung. Frau Luna. Anfang 712 Uhr. Passage Theater. Damen Ringfämpfe. Specialitäten- Vorstellung. Anfang nachmittags 5 Uhr. Passage Panoptikum. Specialis täten- Borstellung. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Palaft. Specialitäten Vorstellung. Rosensonntag. Anfang 8 Uhr. Casino Theater. Berlin W Berlin N. Specialitäten. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Ueber den Wolfen. Juvalidenstraße 57/62. Entree 1 Mk.; von 6 Uhr ab 50 Pf., Kinder die Hälfte. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72. Heute u. folg. Tage: Ein tolles Geschäft. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 4 Bildern. Paula Worm in 8 Verwandlungen. Guido Thielscher in 11 Verwandlungen Fritz Helmerding als Wolzogen. Junkermann, Bojé. Anfang 72 Uhr. ApolloTheater. Kolossaler Erfolg Täglich abends von 5-10: des neuen Programms! Sternwarte. Schiller Theater Marcelle Grandet ( Wallner- Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: Die Kronprätendenten. Historisches Schauspiel in 5 Aften von Henrik Ibsen, übersetzt v. Adolf Strootmann.( Tert der GesamtAusgabe.) Freitagabend 8 Uhr: Zum erstenmale: Jugend. Sonntagabend 8 Uhr: Jugend. Die 4 Provençales Robert Steidl Frau Luna Vereins der Bauauschläger Berlins und Umgegend. Tages Ordnung: Stellungnahme zur Aufhebung unsres Streits. Mitgliedskarte legitimiert. Der Vorstand. IX. [ 34/18] IX. Berliner Pferde- Lotterie. Ziehung in Berlin im Kaiserhof am 11. Oktober 1901. 3333 Gewinne Wert Mark 100000 Hauptgewinn: M. 10 000, 8000 etc. Lose à 1 Mark, 11 Lose= 10 Mark Porto u. Liste 20 Pf., versendet gegen Briefmarken oder Nachnahme Carl Heintze, Berlin W. Unter den Linden 3. [ 2371L* Luftballett Grigolatis Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Anfang 72 Uhr. Central- Theater. W. Noacks Theater. Heute Anfang 72 Uhr. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt, Donnerstag, 26. September 1901. Fünfter Kongreß der durch Vertrauensmänner centralisierten die Geschäftskommission, die vorstehend aufgeführten Verpflichtungen lich abgelehnt. Ebenso wird ein vom Maurer Witte be8. Gewerkschaften Deutſchlands. Berhan " 6. Nur die Gewerkschaft hat Anspruch auf Unterstützung durch legung des Garantiefonds zu befreien sind, werden fämtnachgekommen ist. antragtes Regulativ mit 26 gegen 19 Stimmen in namentlicher AbBerichterstatter ist Gehl Berlin, der ersucht, den Vorschlägen stimmung abgelehnt und schließlich die Kommissions Reso 3. Verhandlungstag. Vormittags- Sigung. der Kommission zuzustimmen. Iution zur Regelung der Streits und deren Unterstügung in der Nach eingehender Debatte über die Resolutionen der Kommission, obigen Fassung mit 33 gegen 10 Stimmen bei vier Stimm Die Diskussion über Organisation, Streifs, deren Regelung und zu denen verschiedene Amendements und Abänderungsanträge ein- enthaltungen angenommen. Unterstützung wird fortgesetzt. Von der damit beauftragten Kom- gegangen find, wird die Abstimmung bis zur Erledigung des fünften Es erfolgt hierauf die Wahl der Geschäftsfommission. If die mission wurden dem Kongreß folgende Resolutionen unterbreitet: Bunttes der Tagesordnung vertagt. Vor der Wahl wird der bisherigen Kommission auf Antrag audA Organisatorische Resolution. Zunächst wird über die Namensänderung der Vertrauens: der Revisoren Decharge erteilt. Außerdem wird beschlossen, den 1. Eine Geschäftskommission von fünf Personen wird in Berlin 1. Eine Geschäftskommission von fünf Personen wird in Berlin männer- Centralisation verhandelt. Es liegen hierzu 3 Anträge vor. Vorsitzenden, ebenso wie den Expedienten der„ Einigkeit" zu eingesetzt, die den Auftrag hat, für eine planmäßige Agitation unter einigung deutscher Gewerkschaften" zu führen. Außerdem ge- Thätigkeit für die Kommission widmen kann. In die Geschäftseingesetzt, die den Auftrag hat, für eine planmäßige Agitation unter Nach kurzer Diskussion wird beschlossen, den Titel: Freie Ver- besolden, damit derselbe unabhängig ist und sich gänzlich der den der Centralisaton angehörigen Gewerkschaften Deutschlands zu langte ein Antrag zur Annahme, wonach jede Gewerkschaft tommission werden sodann Hinrichsen als Vorſizender, sorgen, auch die Interessen dieser Organisation nach außen und durch die unbedingte Pflicht hat, der die Presse zu vertreten. Geschäfts- Thieme als Expedient und außerdem Strasser, Moride Das offizielle Organ der durch die Geschäftskommission ver- Geschäftsbericht einzusenden. Ein Antrag der in Ost- und Behrendt bestimmt. tommission vierteljährlich einen specialisierten und Puttlig gewählt. Bu Revisoren werden kleinlein Falls ein Mitglied aus der einigten Gewerkschaften ist die Einigkeit", alle Bekanntmachungen werden in derselben erlassen und zur Kenntnis der Gewerkschaften preußen organisierten Gewerkschaften, daß mindestens im Jahre Geschäftskommission ausscheidet, bezw. verhindert ist, feinen zweimal eine Agitationstour nach Ostpreußen seitens der Geschäfts- Verpflichtungen nachzukommen, son die Geschäftskommission gebracht. der derjenigen Organisation, 2. Der Geschäftskommission können alle Gewerkschaften an- fommission veranstaltet wird, wird der Kommission zur Berücksichti- beranlassen, daß Mitglied angehörte, eine Sigung einberufen und eine Neugehören, welche die Programm- Resolution anerkennen und die gung überwiesen. Einstimmig wird beschlossen: Das Gehalt für den Rewahl vorgenommen wird. Der nächste Kongreß wird in " Einigkeit" obligatorisch einführen oder einen Beitrag von 5 Pf. bacteur der„ Einigkeit" auf jährlich 8600 M. festzusetzen und zwei Jahren stattfinden und von der Geschäftskommission einpro Mitglied und Quartal an die Geschäftskommission zahlen. 3. Die einzelnen Organisationen werden verpflichtet, dort, wo denselben mit der gesetzlichen Kündigungsfrist bis zum nächsten berufen werden. Ein außerordentlicher Kongreß soll nur auf Kongreß wieder einzustellen. Bei der Debatte über diesen Antrag Antrag bon es irgend möglich ist, Centralisationen zu schaffen, die den Berufs wird die bisherige Thätigkeit des Redacteurs lobend anerkannt und Gewerkschaften abgehalten werden. 2/3 der der Geschäftskommission angeschlossenen Damit ist die Tagesord und örtlichen Verhältnissen angepaßt werden müssen. Die in fich andrerseits verpflichtete sich Genosse Seßler auch ferner, außer der uung des Kongresses erledigt. Nachdem der Vorsitzende Kater centralisierten Gewerkschaften verkehren mit der Geschäftskommission Redaktion andere Arbeiten für die Organisation zu übernehmen. die Bitte an die Delegierten gerichtet, für die gefaßten Beschlüsse durch ihre eigene Geschäftsleitung. 4. Der Kongreß proflamiert die unbedingte Solidarität der Gen- Verschiedene weitere Anträge werden abgelehnt oder als erledigt einzutreten und rege dafür zu wirken, daß die Vereinigung blühe tralisation ohne Rüdsicht auf die Organisationsform und politische erachtet. und gedeihe und ihr immer mehr Kämpfer zugeführt werden, wird Anschauung, soweit sie auf dem Boden des Klassentampfes stehen. Hierauf wird wieder in die Diskussion über die zum der Kongreß mit einem Hoch auf die völkerbefreiende Socialdemo Die Ausstande der Arbeiter wird sie diesem Grundsage gemäß nach vorigen Punkt eingebrachten Anträge eingetreten und die Ab- tratie, in das die Delegierten begeistert einstimmen, geschlossen. stimmung vorgenommen. Die oben angeführte„ organi fatorische Resolution" wird mit allen gegen zwei Witterungsübersicht vom 25. September 1901, morgens 8 Uhr. Stimmen angenommen und hierzu anschließend an den Absatz Ziffer 2 mit 23 gegen 16 Stimmen folgendes Amendement von Edelmann beschlossen: besten Kräften unterstützen. Resolution zur Regelung der Streits und deren Unterstügung. 1. Jede für die Zukunft der Vertrauensmänner- Centralisation angeschlossen bleibende wie auch neu hinzukommende Gewerkschaft ist verpflichtet, bei Aussperrungen, Angriffs- oder Abwehrstreits der Geschäftskommission sofort Mitteilung zu machen. 2. Grundsäglich wird von jeder Gewerkschaft erwartet, daß sie alles aufbietet, die zur Unterstützung von Streiks und Sperren erforderlichen Mittel selbst aufzubringen. 3. Die Höhe der hierzu erforderlichen Beiträge bestimmt jede Organisation selbst; jedoch darf der jährliche Beitrag pro Mitglied nicht unter einem halben Wochenverdienst betragen. 4. Um eine planmäßige materielle Unterstützung für die auf solcher Grundlage aufgebauten Gewerkschaften durchzuführen, falls dieselben nicht in der Lage sind, einen Angriffs- oder Abwehrstreit allein unterstützen zu können, ist es nötig, schon bei ruhigen Zeiten der Geschäftskommission Geldmittel in der Weise zur Verfügung zu stellen, daß jede derselben angeschlossene Gewerkschaft für unvorher gesehene Fälle eine Garantie in Höhe von 1 Mart pro Mitglied Teistet. 12 000 601 and lodm 5. Ist die auf diese Weise aufgebrachte Summe ganz oder teilweise verbraucht, so find die der Geschäftskommission angeschlossenen Gewerkschaften verpflichtet, den auf sie entfallenden Teil zu ersegen. i mito: these dau un 2018 d H.d und 10 Der Ueberschuß der„ Einigkeit" fließt in die Kasse des Agita tionsfonds. Ist der Ueberschuß niedriger als 5 Pf. auf den Kopf der Summe der Mitglieder, die die Einigkeit" obligatorisch eingeführt haben, so haben diese Organisationen zum Agitationsfonds einen Zuschuß zu leisten, der den Unterschied ausgleicht." Vor Schluß der Vormittags- Cigung berichtet Puttlig, daß die dazu beauftragte Stommiffion den Rechenschaftsbericht geprüft und über die einzelnen strittigen Bosten in dem von der Geschäftstommission anfgestellten Umlageverfahren Aufklärung geschaffen ist. Ein neues Umlageverfahren konnte die Kommission bisher nicht aufstellen, doch soll dies in nächster Zeit geschehen und den Delegierten übermittelt werden. Nachmittags- Sizung. Die Diskussion über die Regelung der Streiks und deren Unterstüßung wird fortgesetzt. Mehrere Amendements, nach denen in der ersten Woche überhaupt keine Streikunterſtügung festgesetzt werden soll, und Anträge, wonach an die Geschäftskommission durch die Gewerkschaften Beiträge entsprechend den Lohnverhältnissen des Berufes, jedoch nicht über 50 Pf. pro Mitglied, abgeführt werden sollen, ferner daß die neugegründeten die neugegründeten Gewerkschaften in den ersten zwei Jahren ihres Bestehens von der Hinter Stationen Barometerstand mm Windvon richtung Windstärke 7590 761 OGO winembe 763 SD Hamburg Berlin Grants./M. 750 S München Wien Wetter Temp. n. T. 5° C. 4° R. Stationen Barometerſtand mm Windrichtung Windstärke Wetter bedeckt 3wolfent 15 Haparanda 767 Still. 3 wolfent 17 Betersburg 771 2NW 1Nebel 3wolfent 16 Cort 1 bedeckt 15 Aberdeen 2 bedeckt 15 Baris 2 woltent 14 Temp. n. T. das oto 3 13 756 WSW 3Regen 13 761 Still bedeckt 14 760 SW 763 SO Wetter Prognose für Donnerstag, den 26. September 1901. Ein wenig fühler, vorwiegend heiter und trocken bei ziemlich frischen Berliner Wetterbureau. südöstlichen Winden. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet am Dienstag, Donners tag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. 2. B., Zürich. Möchten wir nicht nehmen. 7. S. Wegen der Anzeige glauben wir Ihnen tett. Rechenschaft schuldig zu sein. In der Straßenbahnfache hat die Strone in der That ungefähr die Machtfülle, über die Sie sich wundern. it is P. M., Gelsenkirchen. Kommt noch. Entgegnung auf die Publikation der ! thin Centrale für Milchverwertung( Milchring). An unfre Mitbürger zur Aufklärung über die wahre Bedeutung und die wahren Ziele der Milch- Centrale. S e 26 f 4. Wie unerhört die Forderung von 13 pro Liter, den angeblichen Selbstkosten, und wie groß die Wahrheitsliebe der Centrale ist, erkennt man ohne Mühe aus der Thatsache, daß bei der Butter Produktion etwa 7 bis 9 Pf. pro Liter erzielt werden und dieselbe trotzdem in ständigem Wachstum begriffen ist. " Gewinnen die Landwirte," heißt es weiter, so ist für weiteren Kampf biel gethan." Der Landwirt produziert Milch, Getreide, Buder, Fleisch usw., ihm gehört das Preisbestimmungsrecht!" Es handelt sich also nicht nur um eine Verteuerung der Milch, 5. Die Milchwirtschaft ist in Wahrheit schon lange der rentabelste fondern im Anschluß daran um eine Verteuerung aller Zweig des gesamten Landwirtschaftsbetriebes. übrigen notwendigen Lebensmittel. Es handelt 6. Der liebe Herrgott foll, wie Herr Ring erklärt, dem Bauern sich um die Gründung eines Monopols der Landwirte, näher stehen als dem Städter und in diesem Jahre Trocknis und Futter- welches als Zwingburg über den Städter herrschen und diesen ausmangel beschert haben, um dem Landwirt zu helfen. Also unfren plündern und dauernd tnebeln soll. gemeinsamen Gott wagen diese Herren als Mithelfer an ihrem traurigen| Berte anzurufen. Es handelt sich um die Verteidigung hochwichtiger Interessen der städtischen Bevölkerung gegen den Uebermut des im Ringe vereinigten 7. den Concordia- Festfälen erklärte Herr Ning feiner Zeit, agrariertums! daß er wohl wüßte, der Milchhändler könnte einen Habt Ihr Eure Kinder lieb, wollt Ihr Eure Kinder schützen, Preisaufschlag nicht vertragen, solchen müßte der nennt Ihr Euch mit Stolz freie Bürger der Stadt Berlin, so schart 1. Das Jahr 1875 gehört zu den Gründerjahren, bekanntlich konsument zahlen, denn die Berliner hätten die Milch Euch um unsre Fahne! eine Zeit ungesunder und unnatürlicher wirtschaftlicher Verhältnisse. ohnehin viel zu billig. " Die Losung lautet: Schränkt Euren Verbrauch auf das Keinen Tropfen Milch von der Centrale! Nieder mit der Centrale! 2. Heruntergetrieben" ist der Preis nicht; wenn ein Preisdruck Heute spricht er zu den Hausfrauen von„ ungebühr Aeußerste ein!" ftattgefunden hat, so geschah das durch Ueberproduktion, durch Umlichem Verdienit" der Milchhändler. wandlung vieler milchwirtschaftlicher Betriebe in Milch- Fabriken. 3. Sämtliche Unkosten der Milchhändler haben sich gleichfalls vermehrt, trotzdem ist der Verkaufspreis von 20 Pf. nicht erhöht worden, weil andernfalls angesichts des allgemeinen wirtschaftlichen Niederganges durch folossalen Konsum- Rückgang der Milchhandel noch mehr in Be drängnis geraten wäre. 8. Erkennt die wahren Ziele der Milch- Centrale aus ihrem letzten, bertraulichen" Flugblatt an die preußischen Molkereien: " Bom 1. Oktober ab keinen Liter Milch nach Berlin!" lautete die Parole; durch Aushungern wollen die Landwirte die Berliner zwingen, ob auch Leben und Gesundheit unsrer Kinder und Kranken dadurch bedroht würden. Es lebe der freie städtische Bürger! Die vereinigten Milchhändler Berlins und seiner Vororte. NB. Beset die Flugschrift:" Zum Kampf gegen die drohende Milchverteuerung". Arbeiter Radfahrer- Klub Glück auf", Friedrichsberg, Cigarren Höflichs feiert am Sonnabend, den 28. d., sein erstes Stiftungsfest mit Ball in Ball- Salon, Frankfurter Chaussee 120, und ladet Sportfreunde hierzu ergebenst ein. Das Komitee. Empfehle allen Freunden u. Bekannten mein Weiss-, Bayrischbierund gr. Speisegeschäft. Reichhaltiges Frühstück von 30 Pf., Mittag mit Bier 50 Pf. sowie Abendtisch à la carte von 30 Bf. an. 2 Vereinszimmer mit Klavier für 20-50 Personen. H.Stramm, Rest., Nitterstr. 123. 36 Mark elegante Winter- Paletots. 2206L* 30 Mark hochfeine Herren- Anzüge. 12 Mark fchivere Winter- Beinkleider. Anfertigung nur nach Mah. Guter Stoff, tadelloser sig. billigste Bezugsquelle für Händler, Neftaurateure 2c. Preisliste franco.[ 23638* H. Preuss, N., Swinemünderstr. 66 I. Fabriklager. 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Bei 3600 Broben, die die Milchcentrale in den letzten Wochen laufen und unterfuchen ließ, tostete 1 Liter Milch ab Laden: in 4 Fällen 30 Pfennig, 11 18 " " " 2 16 ( Aften zur Einsicht). " " " 3643 20 " " Während der Milchhandel also 4-5 Pfennig den Liter billiger kaufte als vor 25 Jahren, bezahlte die Hausfrau denselben Preis von 20 Pf. Jahr aus Jahr ein. Von Jahr zu Jahr erhoffte der Milchbauer ein Steigen der MilchEngrospreise, da seine Bedarfsartikel( Eisen, Kohle, Kleider 2c.) und die Löhne in diesen 25 Jahren 40% fliegen Preis feiner Erzeugnisse dauernd gefallen ist. und der Der Versuch einer großkapitalistischen Gesellschaft, im Winter 1900/1901 auf Grund eines Patentes ein Milchmonopol für Berlin auszubringen, brachte den Stein zum Rollen. Die Landwirte forderten im Frühjahr 1900 vom Milchhandel 13½ Pf. pro Liter Vollmilch frei Berlin im Großhandel die Milchhändler lehnten ab, rieten aber, nur einen Pfennig mehr zu nehmen. Die Landwirte gaben nach und so fam der Milchpreis auf 12-12%, Pf. frei Berlin Bahnhof für 1901. Jm Winter 1900/1901 erfror der größte Teil der Saat und der Klee; der trockene Sommer 1901 ließ eine Futternot entstehen, wie sie schlimmer seit 34 Jahren nicht gewesen ist. Trok alledem lehnten die Milchpächter jede Verhandlung mit den, in der Milchcentrale gerinigten 5000 märkischen Bauern brüsk ab! Kein Wort des Angriffs ist bis heute seitens der Milchbauern gefallen, in allen Veröffentlichungen ist gesagt worden: Nur mit dem reellen Berliner Milchhandel wollen wir das Geschäft zusammen machen." Unfre Molkerei ist nur erbaut, um den oft um 100 000 Liter in einer Woche schwankenden Bedarf zu befriedigen oder den Markt zu entlasten. Wir wollen den Berlinern das Beste bieten, was an Milch und Sahne zu beschaffen und erklären heute: 77/ 12* Hat der Berliner Milchhandel, dem wir 100 000 Liter Milch ab Bahnhöfen, ab Molkerei und ab 3 in verschiedenen Teilen der Stadt gelegenen Verkaufsstellen am 1. Oktober zur Verfügung stellen, am 10. Oktober nicht gekauft und gepachtet, so eröffnen wir am 15. Oftober 300 Läden für Milch- und Sahne Verkauf, und dann wird die Hausfrau dort kaufen, wo sie das Beste und Billigste für ihre Familie erhält; dann kann Konsument( die Hausfrau) vom Producenten( den Bauern) direkt Milch kaufen. Sollte die Hausfrau den Bauer, der seine Produkte möglichst direkt an fie liefern will, ohne daß sich der Preis erhöht, boykottieren? er Preis erbe Wir glauben es nicht! Centrale für Milchverwertung. G. m. b. H. Jedes Wort: 5 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als. 15 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Berlin, Köthenerstr. 39. e. und vom 1. Oktober an Schilling- Strasse 12.18 Kleine Anzeigen. 5666 Teppiche mit Farbenfehlern, Fabrikniederlage Große Frankfurter straße 9, parterre. für die nächste Anzeigen Nummer werden in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, in der Hauptexpedition Beuthstr.3 bis 4 Uhr angenommen. Stellenangebote. Teilnehmer für mein gut möb liertes Balfonzimmer gesucht. Frau Jacobey, Colbergerstraße 26, voru III Bambusarbeiter auf Dreibeine Möbliertes Zimmer für zwei sofort Berger u. Co., Köpnicker Herren, a 10 Mart, fofort zu verftraße 112. 7186 mieten. Rosenthal, Forsterstraße 54, 767* Unfallfachen, Slagen, Eingaben, Sof III. 6946 Reflamationen. Burger, Stegliger + 37* 7116 Tüchtiger Dirigent fucht einen besseren Gesangverein zu übernehmen. Offerten erbittet Schäßler, Adalbert: straße 91. 7096 Arbeitsburfche aus der Stein druckerei, der die Behandlung der Steine versteht, sofort gesucht. 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