Mr. 226. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mr., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags= Nummer mit illuftrierter Sonntage= Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Post- Bettungss Preisliste für 1901 unter Dr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebüye beträgt für die fechsgespaltene Rolonels geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. " Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Erpcdition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Proletarische Lebenshaltung und Brotwucher. ber= Freitag, den 27. September 1901. Diese Angaben weisen auf eine erschreckend hohe JInanspruchnahme des Arbeitereinkommens durch die Wohnungsmiete hin. Was bleibt einem solchen Arbeiter übrig für die Bestreitung der dringendsten Lebensbedürfnisse, und wie sollen sich erst die Verhältnisse gestalten, wenn es den Agrariern gelingt, die Lebensmittelpreise noch mehr in die Höhe zu treiben? Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. demokratie, der bürgerlich liberale Dottrinarismus Eugen Richters und die übermächtigen agrarischen Einflüsse bei den Nationalliberalen. 6. Wir Nationalsocialen haben nach Maßgabe unsrer Kräfte die Aufgabe, innerhalb der liberalen Gesamtbewegung die Idee der einheitlichen Organisation von proletarischen und bürgerlichen Elementen zu stärken, und müssen diejenigen Teile des Liberalismus und der Socialdemokratie bekämpfen, die dieser Idee entgegenstehen. Je flarer man sich in allen Kreisen darüber wird, daß es den Agrariern bei ihrem Wuchertarif nur darauf ankommt, eine Periode der ungeheuerlichsten Lebensmittelverteuerung anzubahnen, desto mehr Untersuchungen werden auch über die Frage angestellt, ob das Dabei trifft die Krise in ihrem weiteren Verlaufe die Arbeiterklasse Bolt überhaupt im stande sei, eine neuerliche Preissteigerung der immer furchtbarer. Im deutschen Bergbau sind die Feierschichten nun schon Lebensmittel zu tragen. Eben erst hat der Landwirtschaftsprofessor wocheniveise eingelegt; Lohnabzüge, Betriebseinschränkungen, Arbeiter- Die Nationalsocialen können sich also wieder in fühnen WeltC. Leisewig in München in einer sehr eingehenden, auch an entlassungen sind an der Tagesordnung. Die industriellen Werke eroberungsplänen berauschen und von den verwegenſten Parteidieser Stelle besprochenen Arbeit, die Frage verneint. Ein liegen danieder; in Berlin, München, Mannheim, Stuttgart, Breslau, freuzungsprodukten träumen. Der ideale Bastard wird freilich so andrer Münchener Nationalökonom, Paul Mombert, hat Köln, Chemnitz, Leipzig, überall liest man von Massenkündigungen wenig durch die Naumannsche Phantasiezeugung das Licht der Welt im Verlage von Fischer in Jena eine Schrift in der Metall, Maschinen-, Textil- und Holzindustrie. Preußische erblicken, als der imperialistische Socialismns, für den Naumann bereits die bezeichnende Aufforderung er geschwärmt hat. Herr Theodor Barth würde sich auch schwerlich öffentlicht, in der er genaue Zahlen über die Stärke der Belastung Behörden haben der deutschen Arbeiterschaft durch die geplanten Wucherzölle giebt. laſſen, der Instandhaltung der Verpflegungsstationen erhöhte mit Herrn Naumann in Intimitäten einlassen, wenn er etwas für Sie rechnen also mit einem die Unberührtheit seines wadelstrümpflerischen Freisinns befürchten Noch schärfer zeigen sich die schrecklichen Zustände, in welche die Aufmerksamkeit zuzuwenden. deutsche Arbeiterklasse gelangen müßte, wenn den Agrarwucherern Anwachsen des Proletariats der Landstraße. Wirklich zeigt au müssen glaubte. Während Herr Naumann den Freisinn des Herrn ihre Bollpläne gelängen, in den von den Arbeitern nahestehender denn auch die Gestaltung des wirtschaftlichen Lebens, die Zu Barth mit socialem Del zu falben und schließlich abzulösen trachtet, Seite veröffentlichten Untersuchungen. nahme der Konkurse, der Zusammenbruch der Schwindelexistenzen läßt ihn Herr Barth gemütlich gewähren, in der nicht ganz unDas Tarifamt der deutschen Buchdrucker hat über mit Millionenverlusten, der Rückgang des Absages, die Stockung begründeten Hoffnung, daß Herr Naumann und seine Handvoll Gedie Wohnungs- und Lebensmittelpreise in den Jahren 1896 und 1900 aller Geschäfte, daß die Behauptungen der kapitalistischen Presse: treuen schließlich noch einmal froh sein müssen, in der freisinnigen Erhebungn veranstaltet. Es hat sich hierbei mit Fragebogen an den schlimmsten Teil der Krise hätten wir hinter ums, gründlich Vereinigung eine friedliche Zufluchtsstätte zu finden. 500 Gemeinden gewendet und von 388 Antworten erhalten. Die falsch war. Die Krise vertieft sich und trifft mit furchtbaren Schlägen Resultate der Erhebung können demnach sowohl auf Zuverlässigkeit das Proletariat. als auf Objektivität Anspruch erheben. Die Zahlen beweisen zugleich, Wenn nun in solcher Zeit die agrarischen Brot- und Fleisch- Deutsches Reich. wie wenig Vorteil die Arbeiter von der Prosperitätsperiode gehabt berteuerer daran gehen, eine ungeheuerliche Berteuerung aller Lebens- Handelskammer- Proteste gegen den Zollwucher. haben; die Erhöhung der Lebensmittelpreise und der Wohnungsmieten hat mittel mittels des neuen Zolltarifs durchzusetzen, muß dies für die andelskammer zu Iserlohn erklärte sich entschieden gegen den ganzen Mehrverdienst infolge der besseren Beschäftigung aufgefangt. deutsche Arbeiterklasse furchtbare Folgen haben. Die Löhne werden jede Erhöhung der Getreide- und Lebensmittelzölle, insbesondere Nach der Erhebung der Buchdrucker sind die Detailpreise für absehbare Zeit nicht bloß nicht mehr steigen, sondern, sofern auch gegen die in dem§ 1. Absatz 2 des Bolltarif Gesetzes vorder Lebensmittel in Deutschland gestiegen, gefallen oder gleich das Angebot der Beschäftigung begehrenden Hände durch die umfich geschlagene gefeßliche Festlegung der Mindestzolljäze, weil die geblieben in folgenden Orten: greifende Arbeitslosigkeit sich mehrt, wieder herabgedrückt werden. deutsche Volkswirtschaft dadurch zu sehr belastet und der Abschluß gestiegen Jst schon heute das Arbeitereinkommen durch die Höhe der Lebens- von Handelsverträgen gefährdet oder wahrscheinlich unmöglich mittelpreise und der Wohnungsmieten schwer belastet, so muß dies gemacht werde. für die Zukunft geradezu unerträglich werden. Rindfleisch 168 Schweinefleisch 247 gefallen in Orten: 49 gleich geblieben 16 169 123 Kalbfleisch 242 15 126 Hammelfleisch 192 43 144 Butter 232 24 129 Schweinefett. 155 46 182 Weizenmehl 152 65 165 Roggenmehl 181 16 173 Reis 107 46 230 Kaffee 40 192 • 145 Zucker Eier Kartoffeln 155 Milch Lagerbier 251 15 95 222 17 141 101 129 • • 139 21 4 8 234 343 daß in einer Anzahl andrer Orte die Lebensmittelpreise gleich geDiese Erkenntnis haben heute nicht bloß die Arbeiter selbst, auch die statistischen Untersuchungen von bürgerlicher Seite tommen zu dem gleichen Resultat. Dann aber ist der Kampf gegen das gefährliche Volks- Ausbeutertum, die Junker, mit unermüdlicher Schärfe zu führen, um die Arbeiterklasse vor Belastungen zu bewahren, die verderblich für sie werden würden. Politische Mebericht. " * * 9.02 donths Die Auch die Handelskammer zu hirschbergi. Sch I. für die Kreise Hirschberg und Schönau erklärte sich gegen den im neuen Bolltarif- Gesetz vorgesehenen Minimaltarif und gegen jede wesentliche Erhöhung der Bölle auf die notwendigsten Lebensmittel, namentlich auf Getreide. Ferner sprach sich die Stammer für die Fortführung der bewährten Politik der langfristigen Handelsverträge aus. Endlich hat auch die Handelskammer zu Minden eine gegen den Doppeltarif und die Erhöhung der Zölle auf Lebensmittel, Rohprodukte und Futtermittel gerichtete Erklärung angenommen. " Marineansprüche. Der Marine- Etat für 1902 wird außer Berlin, den 26. September. den Forderungen für Schiffsneubauten auch zwei Titel für Ersazbauten enthalten, nämlich jene für je einen großen. Der Ablösungswahu des Hunnenpastors. und einen leinen Kreuzer; diese Forderungen werden fich Pastor Naumann ist angesichts des bevorstehenden national- auch im Statsjahre 1903 wiederholen. Ferner wird der neue MarineHier wird also ziffernmäßig bestätigt, daß die Preise der socialen Vertretertags" wieder einmal am Ablösen". Erst wollte Etat eine Forderung für das im Dezember vorigen Jahres bei Malaga wichtigsten Lebensmittel fortgefeßt gestiegen sind. Diese Steigerung wendete er mehrere Jahre. Nachdem die Ablösung der Social zum Bau eines noch auf Stapel zu legenden Schiffes benutzt werden wichtigsten Lebensmittel fortgesetzt gestiegen sind. Diese Steigerung er die Socialdemokratie ablösen, und auf diefes Ablösungswerk ver gesunkene Schulschiff Gneisenau" enthalten, wenn diese auch nicht war sehr erheblich und betrug nicht selten 10, 20, sogar 40 Pfennige demokratie fich aber nur auf dem gebulbigen Papier der„ Hilfe" und soll, sondern zum Umbau bereits vorhandener älterer Kreuzer pro Kilogramm. Wenn dem auch entgegen gehalten werden kann, ber nationalsocialen Barteitags- Brotokolle vollziehen lassen wollte, macht für Schulschiffszwecke. Die Germania" versichert, daß der Reichstag diese Forderungen blieben sind, so würde sicher eine einfache geographische Ordnung sich Herr Naumann jetzt an die Ablösung der anderen Parteien. Die sehr gründlich auf ihre Dringlichkeit prüfen werde, da die Finanzlage der Orte zeigen, daß von der beträchtlichen Preissteigerung der Erbschleichergelüfte auf die Socialdemokratie find zwar noch nicht des Reichs die äußerste Sparsamkeit erfordere. Als ob ein solches Lebensmittel gerade jene Orte betroffen worden sind, die in den böllig aufgegeben, aber die bewiesene Zähigkeit derselben hat ihm Sperren nach Annahme des Flottengesetzes noch großen Erfolg haben Industriecentren liegen, und nach denen während der Jahre der doch die Notwendigkeit bewiesen, die parteipolitische Existenz der würde. Obendrein pflegt für das Centrum das gründliche Prüfen Prosperität der Zustrom der Arbeiter sich gerichtet hatte. Die Nationalsocialen erst einmal durch Ablösung andrer Parteien zu nur den sehnlichsten Borivand zum Jasagen abzugeben. Arbeiter sind also in erster Linie von der Preissteigerung be- fristen zu suchen. So legt dem heuer der Führer des national- Geistliche Tartüfferte. Der Verband Deutscher troffen worden. Von welcher Bedeutung aber die Preissteigerung des socialen Konventitels dem Vertretertag Beiträge über den Nieder- evangelischer Pfarrervereine hat im Namen und AufFleisches auch nur um 10 Pfennige für das Kilogramm für den Arbeiter- ag bor, trag von mehr als 5000 evangelischen Pfarrer Deutschlands eine haushalt ist, zeigen uns die„ Haushaltsrechnungen Nürnberger Arbeiter", in denen er die verschiedenen liberalen Parteien als die Todes- Protesttundgebung gegen den Boerenkrieg erlassen. Der„ Protest die im Selbstverlag des Nürnberger Arbeitersekretariats erschienen kandidaten und Erblasser der nationalsocialen Zukunfts Sammel- des christlichen Gewissens" beschränkt sich darauf, 1. ein Schreiben den partei bezeichnet. Wie der Förster die franken Stämme zum Fällen an ehrwürdigen Präsidenten Krüger zu schicken zu find. Hiernach verzehrte im Durchschnitt jährlich eine Familie von zeichnet, so zeichnet auch der Postor Naumann die Parteien, deren Trost und Stärkung und mit der Bitte, ſein Volt zut Ninds Schweines Kalb Hammel Zusammen fleisch fleisch fleisch fleisch Fleisch morsches Gebäu die Nationalsocialen niederreißen werden, um die ermahnen, auch in Zukunft nicht Böses mit Sg. große national- liberal- sociale Einheitspartei zusammenzuzimmern. 116,67 So stellt denn Herr Naumann folgende Lehrsätze auf: 1. Der focialpolitische, handelspolitische und staatspolitische Fortschritt des deutschen Volkes wird gegenwärtig durch die starke politische Organisation der Agrarier aufgehalten, die es verstanden hat, außer den Konservativen auch die Mehrzahl der National liberalen und des Centrums in Abhängigkeit zu bringen. Gegen über dieser agrarischen Organisation ist eine industrialistische politische Organisation der gesamten Sinten notwendig, aber durch den Radikalismus der Socialdemokratie und den Niedergang des bürgerlichen Liberalismus bis jetzt verhindert worden. Kg. Kg. Sg. Kg. 2 Röpfen 79,73 28,23 8,40 0,30 . 3 50,74 15,56 9,87 1,17 77,84 19 29,04 14,89 4,30 3,45 40,67 74,45 19,95 13,66 4,13 112,19 52,58 21,60 0,50 7 36,57 21,08 9,68 8,22 8 48.10 14,45 5,90 0,50 10 49,13 35,75 " 4,15 7,55 74,68 70,54 68,25 96,58 Durchschnitt. 58,93 20,49 9,43 2,68 91,53 Das Arbeitereinkommen ist aber neben der Preisverteuerung der Lebensmittel ganz besonders durch die Steigerung der Wohnungsmieten belastet. Es geht dies schlagend hervor aus einer Arbeiterstatistit, welche die deutschen Geiverkvereine Herausgegeben haben. Danach betrug die Wohnungsmiete im Verhältnis zum Jahreseinkommen der befragten Arbeiter: Orte: Gleiwiz JahresEinkommen M. 600-1100 700-850 davon für Miete Proz. 32 Allenstein 19 Snowrazlaw 700-1000 29 Aschersleben 800-1200 24 Laurahütte. 800 21 Frankfurt a. O. 825 23 Brieg i. Schl.. Buckau . . 900 900-1000 900-1000 950-1050 1000 1000-1100. 1100-1200 1200-1350 1200 1400-1600 20 21 20 31,5 24 30 25 17 30 20 Halle Dresden. Leipzig. München Mülheim a. Nh. Laar a. Rh. Mannheim Ruhrort. des Liberalismus in Deutschland" 2. Der Niedergang des bürgerlichen Liberalismus zeigt sich darin, daß er Arbeiter, Großindustrielle und Bauern verloren hat; und zwar beruht dies in folgenden Ursachen: a) im Mangel eines einheitliche gedachten Wirtschaftsprogramms, b) in der Unfähigkeit, die sociale und politische Bedeutung der Arbeiterklasse anzuerkennen, c) in der Ungenügendheit liberaler Bauernprogramme, d) im Mangel an Verständnis für den Machtkampf der Völker und Staaten. Bösem zu bergelten; 2. eine Zustimmungserklärung zu senden an die englischen Geistlichen, welche ein Beugnis gegen die ungerechte Kriegsführung vor ihrem Volte abgelegt haben; 3. eine Bitte an unfre Gemeinden zu richten, die notleidenden Familien des Boerenvoltes auch ferner thatkräftig zu unterstützen; 4. eine Mitteilung an den Reichskanzler einzureichen, daß der Verband der Deutschen evangelischen Pfarrervereine dem Gesuche der Missionskonferenz der Broving Sachsen, betreffend den Schutz der evangelischen Missionen in Südafrika, beigetreten ist. Ein etwas fümmerlicher Protest, der sehr gegen die flammenden Kriegserklärungen absticht, die die nämliche Geistlichkeit gelegentlich gegen die Vertreter abweichender Meinungen zu erlassen pflegt. Der Kampf gegen den Unglauben oder Andersgläubige iſt natürlich auch viel wichtiger, als der Kampf gegen die unerhörteste Schmach aller alten und neuen Geschichte, der Kampf gegen den legitimierten und„ patriotisch" glorifizierten Massenmord, den Krieg. Die deutsche evangelische Kirche duldet in ihren Reihen keinen Socialdemokraten, aber sie hat nichts dagegen einzuwenden, wenn einer der Ihrigen einen beliebigen Eroberungskrieg als heiligen" Krieg verherrlicht! M zu Die lockere Fauft der Marine- Unteroffiziere. Wegen Miß3. Eine Neubildung des Liberalismus in Deutsch- handlung und vorschriftswidriger Behandlung eines untergebenen land kann nur erfolgen, wenn von den bürgerlich- liberalen Matrosen hatte sich der Bootsmansmaat Bork bon der Elementen die politische Bewegung der Lohnarbeiter 5. Kompagnie des Hafenschiffs Friedrich Karl" vor dem Kriegsals zukünftige Grundlage der liberalen politischen Organisation gericht der 1. Marine Inspektion zu Kiel zu verantworten. Bork anerkannt und die Machtpolitik des Deutschen Reiches als hatte dem Matrofen Feierabend, der sein Eßgeschirr nicht genügend Bestandteil liberaler Gesamtpolitit begriffen gereinigt hatte, die Reste des Essens mit der Hand ins Ges wird. Beides ist nur möglich auf Grund einer voltswirt- ficht geschmiert. Einige Tage darauf tam Feierabend schaftlich industriellen, antiagrarischen Ge- fpät zunt Dienst. Bork nahm ihn hierauf mit ins famtauffassung. Sellegat und verschloß die Luke. Dann hat er Dent 5. Der Herbeiführung dieses Zieles dienen innerhalb Untergebenen unter vier Augen nach allen Regeln der der Socialdemokratie die Bernsteinianer, außerhalb derselben Kunst", wie der Verteidiger sagte, verhanen. Er versetzte die Nationalsocialen, die führenden Kräfte der frei- ihm einen Schlag ins Genick und einen Fauftschlag sinnigen Vereinigung und gewisse Unterströmungen in ins Auge, Auge, daß eg anschwoll. Weitere Schläge folgten, ben beiden Volksparteien. Diesem Biele stellt sich am meisten bis dem Matrosen das Blut aus der Nase lief. Als dieser erklärte, entgegen der margistische Radikalismus in der Social- er werde die Mißhandlung melden, nannte ihn der Vorgesezte einen ihn Also die ganze Attionsfreiheit der Gewerkschaften steht in Frage feigen Sallunken". Bork wurde wegen der erwiesenen Mißhandlungen abgelehnt hatte, was aber ihrer Wiederwahl nicht geschadet, während Der Brief Die Frage ist aber vollkommen gelöst im Buntt drei der Resolution, zu einer Strafe von drei Monaten Gefängnis verurteilt. Da Feier- die Barenanbeter in den Wahlen 1900 unterlagen. abend sich bei den ihm zu teil gewordenen Mißhandlungen gewehrt schließt mit den Worten: So haben die Einwohner der von mir im Interesse der Gewerkschaft wie in dem der Partei. Selbstnach der Nichtbe verständlich wird darin auch nur ausgesprochen, was seit Jahr hatte, wurde er ebenfalls wegen eines„ thätlichen Angriffs auf einen verwalteten großen Stadt geurteilt und Vorgesetzten" unter Auflage gestellt. Das Gericht sprach flaggung der Privathäuser zu schließen habe ich allen und Tag Usus in der Partei ist. Die Partei hat nie beansprucht, bon dieser Anklage zivar frei, da er sich lediglich Grund zu glauben, daß fie ihre Meinung nicht geändert haben. in die Angelegenheiten der Gewerkschaften hineinzureden oder als in Notwehr befunden habe, verurteilte ihn aber wegen Das genügt mir, um unter Mißachtung Ihrer mir gleichgültigen per Schiedsrichter für die Gewerkschaften sich aufzuspielen. Nun tomme ich zu dem Punkte, bei dem die Meinungen ausAchtungsverlegung, die in einigen von ihm gemachten sönlichen Beurteilung nicht zu bedauern, die Fahnen einer republiRedensarten gefunden wurde, zu drei Wochen und drei Tagen kanischen und socialistischen Stadt in den Dienst der Apotheose eines einandergehen. Ueber die ersten drei Punkte sind schließlich auch strengen Arrest. Fürsten nicht gestellt und sie für den Tag vorbehalten zu haben, die streitenden Parteien einig, auseinander gehen sie nur in dem da das russische Bolt vom abscheulichen Joch befreit sein wird, unter Punkte, wo der Parteitag Stellung nehmen soll zu dem Schiedsspruch. Von der preußischen Gefinde- Ordnung. In der Schlesi- welchem es bisher noch gebeugt ift." Wir erklären, daß das Schiedsgericht nach dem Wortlaut des Parteifchen Zeitung" ist folgender Bericht über die Verhandlung eines Nun wird wohl die Hege in der patriotischen Breffe gegen den beschlusses und dem vorgelegten Material nicht anders hat urteilen Breslauer Gerichts zu lesen: tapferen Genossen losgehen. Umfomehr, als gerade jeht zwei andre tönnen. Als Parteitag können wir in die Einzelheiten des vorgeAuf einem Dominium im Kreise Neumarkt hatte am 13. Juli cr. Bürgermeister in verschiedener Weise die Oeffentlichkeit beschäftigen. brachten Materials nicht eingehen. Es ist ganz unmöglich, daß eine die Vorarbeiterin Auguste Rothhaar eine Anzahl deutscher und ungri- Der nationalistische Maire von Nethel, Dr. Lefranc, Körperschaft von 200 bis 300 Genossen das Beweismaterial prüft. scher Arbeiterinnen aufgefordert, zur Erzwingung höherer Löhne die ist von der Regierung abgesetzt worden wegen beleidigender Aeuße- Der Parteitag fann ein Urteil nur fällen über die allgemeine GrenzArbeit niederzulegen, und die Arbeiterinnen hatten fich dazu bereden rungen gegen den Kriegsminister während der Manöver, und linie in den Beziehungen zwischen Gewerkschaft und Partei, und nur Taffen. Nun ist aber das Aufreden ländlicher Arbeiter zu Streits, givar im Gespräch mit fremden Offizieren. Ferner fann die darüber, ob das Material, das in dem Schiedsspruch, der Begründung durch welche die Arbeitgeber zu Zugeständnissen genötigt werden patriotische Prefse die würdige Haltung des linksradikalen Bürger vorliegt, durch die Ausführungen hier bestätigt worden ist oder nicht. sollen, durch§ 3 des Gesetzes vom 24. April 1854, betreffend die meisters von Reims, Arnould, nicht verdanten, der beim Eine Specialuntersuchung kann nur durch eine Kommission erfolgen Verlegung der Dienstpflichten des Gefindes und der ländlichen Ar- 3arenempfang im Stadthaus den Baren geflissentlich nicht mit und auch nur dann, wenn irgend eine Thatsache bisher vorgebracht beiter mit Strafe bedroht. Die Vorarbeiterin Rothhaar wurde daher Majestät" anredete, sondern zu ihm demokratisch in der wäre, die Harlegte, daß das Schiedsgericht sich materiell oder formell auf Grund dieses Gesetzes unter Anklage gestellt und am Montag zweiten Person sprach. Noch vor Delorys Antwort entrüfteten sich geirrt hat. von der zweiten Straftammer zu einem Monat Gefängnis ver- die franto- russischen" Patrioten, daß die Regierung den Nationalisten Das können wir nicht. Wir können aber auch schon deshalb den urteilt. Lefranc absezte, nicht aber den Socialisten Delory, von Arnould Schiedsspruch nicht aufheben, weil damit alle die Behauptungen Die objektiv aufreizenden Wirkungen, die die Anwendung eines eteen. Rest aber, nambent Delorh die Baren gleichſam janttioniert würden, die in der einseitigſten, gehäffigſten, folchen Gesetzes auf die Landarbeiter haben muß, werden der Aus- majestät direkt beleidigt, werden die Patrioten gewiß auf seine Ab- unrichtigsten Weise gegen die Schiedsrichter erhoben worden sind. breitung unsrer Jbeen unter der Landbevölkerung mur förderlich fegung bringen. Da darf man mit einigem Interesse der weiteren Nichts ist vorgebracht, was den Schiedsspruch auch nur in einen fein, nato@slas di Entwicklung des Zwischenfalles und namentlich dem Verhalten der Teile erschüttern fönnte, und darum muß der Parteitag, um fünftigen Treibereien vorzubeugen, das konstatieren. ts Regierung entgegenschen. and nutra Dagegen kommen wir den Wünschen des großen Maurerbes großen verbandes insoweit entgegen, daß wir sagen, wir wollen Euch die Mittel und Wege angeben, wie Ihr die Hilfe der Partei in Eurem Stampf gegen disciplinbrüchige Mitglieder beanspruchen und benuzen fönnt. Denn wir fühlen es mit den Hamburger Maurern, daß es einfach ein unerträglicher Zustand ist, daß sie gezwungen sein sollen, mit Leuten, die in gewerkschaftlicher Beziehung gegen das erste Gesetz der Organisation gefündigt haben, mit denen sie Tag für Tag in ihrem wirtschaftlichen Kampf in Todfeindschaft leben, in derselben Organisation für den gemeinsamen Klassenkampf zu sein. Ich stimme nicht mit Moltenbuhr überein, der glaubt, der Wunsch der Hamburger Accordmaurer habe nicht erfüllt werden können ohne Einſegung eines Schiedsgerichts. Freilich, so wie die Hamburger Maurer es wollten, konnte cs von den Hamburger Wahlvereinen nicht gemacht werden: denn ein Wahlverein kann nicht aus der Gesamtpartei ausschließen. Zur Sühnemiffion in Japan. Ein Telegramm der Times" und deshalb sagen wir in Punkt 3 unsrer Resolution, daß die Partei aus Tokio enthält den Wortlaut des vom Kaiser von China an den nicht im allgemeinen in jedem Streitfall zu den Beschlüssen der Der Sühneprinz hat bekanntlich nachträglich einen hohen deutschen Kaiser von Japan gerichteten Entschuldigungsschreibens. Der Kaiser Gewerkschaften über ihre Organisation und Taktik Stellung nehmen Orden getriegt, so daß es einigermaßen unverständlich wäre, wenn von China giebt hierin jeinem tiefsten Bedauern Ausdruck, daß der fann. Aber das Recht der Organisation auf Selbsterhaltung, das die deutsche Regierung einer schreiluftigen Hurrakanaille nicht das japanische Gesandtschaftssekretär Sugiyama ein Opfer des wilden Aus- Recht darauf, ihre Bestrebungen durchzuführen, muß den gewerkschaftlich harmlose Bergnügen gönnen wollte, den Sühneprinzen allenthalben bruchs der Leidenschaften geworden sei, zu dem sich Soldaten und Civilisten organisierten Barteigenoffen gewahrt bleiben, um innerhalb der Partei wie in Danzig anzuhochen. Warum sollte dem ja längst ent- in Peking hinreißen ließen, als die Boyer plöglich in die chinesische Haupt- Ordnung zu schaffen. Wäre in Hamburg von vornherein nur der Ausschluß sühnten Tschun nicht billig sein, was doch seiner Zeit Li- Hung- stadt eingedrungen waren. Die Ermordnung Sugiyamas babe nicht ver- aus den Wahlvereinen beantragt worden, dann wäre die Frage auch von Tschang recht war. hindert werden können, da die Unruhen ganz plötzlich und vornherein anders entschieden worden. Aber dieser Antrag ist nicht Detmold, 26. September.( Eig. Ber.) Der Landtag hat gestern unerwartet ausgebrochen seien. In dem Schreiben heißt es dann gestellt worden, und so sind wir in die Schwierigkeiten hineindie Wahl unsres Genoffen Becker- Oertinghausen für gültig erklärt. weiter, wenn die allgemeine Sachlage im äußersten Orient mangetastet gekommen. Unfre Aufgabe war es nun, einen Weg zu finden, um geblieben sei, so sei dies der Gerechtigkeit und un- ben gewerkschaftlichen Ansprüchen zu genügen und das ParteiDagegen wurde die Wahl des nur mit 7 Stimmen Majorität ge- parteilichkeit zu verdanken, deren sich der Kaiser Interesse zu wahren. Wir schlagen deshalb in der Resolution vor, wählten Dr. Neumann- Sofer mit 15 gegen 5 Stimmen für von Japan bei den Beratungen der Mächte be es den örtlichen Partei- Organisationen zu überlassen, darüber zu ent ungültig erklärt. Dr. Neumann- Sofer war als socialliberal" des Kaisers von China icheiden, ob fie in derartigen Streitfällen eingreifen wollen oder nicht. Schillernder Ordnungsparteien- Kandidat gegen unfern Genossen fliffen habe. Der Abgesandte Domscheit im Wahlkreise Detmold- Hornlage nur gewählt worden, habe daher den Auftrag erhalten, dem Kaiser von Japan seinen auf- Dadurch haben die Hamburger die Möglichkeit, die Accordmaurer weil in der Wahlzeit zahlreiche Ziegler nicht anwesend waren. Es richtigen Dank zum Ausdruck zu bringen. Der Kaiser von Japan aus den Vereinen ausschließen oder so lange zu fufpendieren, als sprach in seiner Antwort auf dieses Schreiben die Ueberzeugung aus, fie in ihrem Widerstand gegen den Centralverband beharren. Damit ist zu hoffen, daß bei der Neuwahl unser Parteigenosse fiegen daß die Beziehungen beider Länder in Zukunft immer enger würden, ist dem Maurerverband gegeben was er will. Partei- und Gewerkund gab der ernsten Hoffnung Ausdruck, daß der Friede in Asien schaftsgenossen, denen es um den Frieden und nur um den Frieden Der Zar und die elfah- lothringische Frage. Der Straß- durch das vom Kaiser von China zu erwartende große Reformiert zu thunt ist, werden unsrer Resolution zustimmen. Mit ihr können burger Post" wird über die Auszeichnung eines jungen Elsässers dauernd gesichert werde. wir den Streitfall so erledigen, daß wir alle Rechte der Partei und durch den Zaren gelegentlich der Kaiserzusammenkunft in Danzig alle Rechte der Gewerkschaften hüten.( Bravo!) das Folgende geschrieben: Der Triumphzug des Sühneprinzen. Einem Blatte wird aus Köln geschrieben: Die Kommunalwahlen( Stichwahlen) in Saint Queen Gegenüber der Meldung der Ostasiatischen Sorrespondenz"( Frankreich), welche am vergangenen Sonntag stattfanden, sind wider Prinz Tschun habe aus China eine Aufforderung erhalten, dahin Erwarten zu Ungunsten der socialistischen Liste ausgefallen. Nach zurückzukehren, sei darauf hingewiesen, daß die plögliche Bedem in der Hauptwahl die socialistischen Kandidaten zusammen 1900, fchleunigung in der Abwickelung des Reiseprogramms auch noch die Gegner 1600 Stimmen erhalten hatten, und nachdem zwischen andren als chinesischen Einflüssen zuzufchreiben ist. General den beiden Gruppen für die Stichwahl eine Verständigung erzielt v. Höpfners Kommando wurde nur bis heute verlängert, während der war, hätte der Sieg ihnen zufallen müssen. In der„ Betite Bring beabsichtigte, noch weitere Erfurfionen durch Deutschland zu République" wird auch versichert, daß die Socialisten alle ihre machen. Augenscheinlich wird eine weitere Ausdehnung der Reifen Pflicht gethan und zur Wahl gegangen seien. Trotzdem erhielt die des Prinzen deutscherseits nicht gern gesehen; deshalb reaktionäre Liste 2001, die socialistische Liste nur 1687 Stimmen. unterblieben auch bei der vorgestrigen Rheinreise der Aufenthalt in Der Sieg der ersteren ist herbeigeführt worden durch Fälschungen, Koblenz, trotzdem dort alles für den Empfang des Bringen vorbei deren Ausführung der gegenwärtige nationalistische Maire ertappt bereitet war, ferner die Dampferfahrt nach Bingen sowie die von worden ist. Saarbrüden aus vorgesehenen weiteren Reisen. Die Spazierfahrten des Prinzen drohten zu Triumphzügen auszuwachsen. wird. " 1501019 Die fächfifchen Landtagswahlen haben am Mittwach mit den Wahlen der Wahlmänner der dritten Klaffe begonnen. In den Wahlkreisen Leipzig II und und Leipzig IV gingen die Listen unsrer Parteigenossen durch. Nur acht Wahlmanner im 2. Kreise gehören der vereinigten„ Ordnung" an. Die Wahlbeteiligung betrug rund 50 Proz. erhalten. bid. Asien. Parteitag 110 der deutschen Socialdemokratie. ( Schluß aus der 2. Beilage.), Fischer- Berlin: Den Antrag 114 begründet bor es der " Bernstein Ein Sohn des in Molsheim( Unterelſaß) stationierten Stationsassistenten Zint, der als Matrose auf dem Kaiserschiffe Hohenbegründet den Antrag 102. Ich muß dagegen Verwahrung einzollern" dient, hat gelegentlich der Anwesenheit des russischen Staisers legen, daß mein Antrag ein Einerseits- Andrerseits- Antrag ist; er ist ganz bestimmt gefaßt, und er behält seine Berechtigung auch dann, in Danzig von diesem den Verdienstorden dritter Klasse am Bande des Stanislausordens erhalten, wodurch die Eltern in hohe Freude wenn irgend einer der andren Anträge bereits angenommen ist. Er ist vor allem eine notwendige Ergänzung des Antrages Fischer, dem versetzt sind. Der junge Bink, der zur persönlichen ich durchaus zustimmen kann unter der Voraussetzung, daß Dienstleistung beim Baren auf dem Schiffe bei Tische befohlen war, durfte dem Baren Cigarren reichen, wobei er gefunden hat, können sich alle Delegierten vereinigen. Er ermöglicht Rechts der Gewerkschaften und der Pflicht der Partei, dies Recht Auf den Antrag 114, der ja eine ganze Reihe von Unterschriften dann auch mein Antrag angenommen wird, der die Anerkennung des von diesem gefragt wurde, woher er sei. Auf die Antwort: es namentlich den Beschwerdeführern, sich auf unfren Boden zu hochzuhalten, statuiert. Es handelt sich nicht nur um einen einzigen Aus dem Elfa", fagte der Staiſer:„ Da find Sie wohl ein ſtellen; denn in der Safreiheit, die fe fie handelt, Fall, sondern es handelt sich auch darum, späteren ähnlichen KonFranzose?" Schlagfertig erwiderte gint: Nein, Eure Majestät, bekommen sie alle Aktionsfreiheit, die sie haben müssen. Diese flikten vorzubeugen. Auer hat gestern gewarnt vor der Möglichkeit ich bin ein Deutscher!" Nun, dann bleiben Sie als Resolution ist eine Art Verständigung zwischen allen denen, eines Bundes v. Elm- Naumann- v. Berlepsch. Ich halte die Ge Elsässer auch immer ein guter Deutscher" war die denen es in dieser Frage um nichts andres zu thun ist, als um das fahr, die der Arbeiterbewegung von Naumann und von Berlepich Anwort des Baren. Hierauf hatten die Matrosen Einzelwettrudern, wohl der Partei und das Wohl der Gewerkschaften, und die es für droht, für außerordentlich gering; aber wenn sie existierte, wobei Bint den ersten Preis erhielt. 8ink wurde nun wieder zum eine der ersten Aufgaben des Parteitages bei der Berhandlung dieser so könnte sie durch einen Gegensatz zwischen Partei, und Kaiser Nikolaus befohlen, der ihm mit den Worten:" Das ist ja der Frage halten, daß über die Stellung der Partei zur Gewerkschaft, Gewerkschaften oder auch nur durch die Auffassung eines solchen Gegengute Deutsche", den Orden persönlich übergab, mit der Er- über die Einigung der Auffassung der Partei in politischen und fazes höchstens eine Förderung erfahren. Es handelt sich hier um ein mahnung:„ Tragen Sie ihn stets in Ehren!" Die französischen Spießer, die, vor dem Baren auf dem Bauche Bevertichaftlichen Fragen mit der Gewerkschaft gar kein Streit mehr Lebensprincip der Gewerkschaftsbewegung, um die einheitliche Bu entbrennen fann. rutschend, nach„ Revanche" schreien, verdienten in der That, daß die Wahrnehmung gemacht, Wir haben bisher leider wiederholt die fammenfaffung aller Kräfte in eine Organisation. Ich will über die gemacht, daß man über Dinge gesprochen fleinen gewerkschaftlichen Organisationen durchaus nicht den Stab Sache wahr ist! hat, über die gar keine Meinungsdifferenz bestehen kann( Sehr brechen, wir wollen sie auch nicht in die großen Organisa richtig!) über grundsägliche Fragen der Partei und Gewerkschaft. tionen mit Gewalt hineintreiben, wir wollen aber dahin Unfre Resolution geht von dem Gefichtspunkt aus, abermals klar zu wirken, daß sie hineinkommen, und ich hoffe, die Zeit wird nicht fern stellen, daß, bei aller Selbständigkeit der gewerkschaftlichen und der sein, wo die fleinen Organisationen eingesehen haben, daß es ihre politischen Bewegung, in der Grundauffaffung der Dinge, in der Pflicht ist, in die großen Verbände einzutreten. Ich bin nicht der Frage des Zusammenarbeitens gar keine Differenz besteht. Meinung, daß der Schiedsspruch mit Gewalt desavoniert werden soll. Der Absatz 1 erklärt, daß der Parteitag als der Vertreter der wenn zwei Justanzen der Partei, die nach ihrer Zusammensetzung Im zweiten Wahlkreise Chemnitz wurden sämtliche Wahl- politischen Organisation der Arbeiterklaffe mit der Vertretung der alle Bürgschaften geben, daß die verschiedensten Anschauungen da zur männer in der dritten Klasse gewählt. Wir haben 4/5 der Stimmen auf dem Boden des wirtschaftlichen Klaffenkampfes organisierten Geltung tommen, das gleiche Urteil fällen, so ist es nur flug und Arbeiterklasse übereinstimmt in der rückhaltslosen Verurteilung des vernünftig, ihnen zuzugestehen, daß fie nach Lage der Dinge, nach In Delsnit gingen gleichfalls sämtliche socialdemokratischen Streifbruchs. Es ist zwar niemals darüber in der Partei ein Streit dem Wortlaut des Statuts, nicht anders handeln fonnten. Das Wahlmänner in der dritten Klasse siegreich aus der Wahl hervor. gewesen; aber wir haben in neuerer Zeit, und zwar aus Anlaß Parteistatut schreibt als Vorbedingung für den Ausschluß eine ehrlose Jm 2. Kreise der Stadt Dresden wurden 119 socialdemokratische dieses Falles, in einem ganzen Teil der gewerkschaft- Handlung vor, der Begriff ehrlos" ist dehnbar, deshalb habe ich lichen Bresse, und 12 gegnerische Wahlmänner gewählt. Centralblatt allem im General- ihn in meinem Antrag ganz fortgelaffen und nur den Grundsaz der Den Ausschlag geben natürlich die Wahlen in der zweiten kommission, immer wieder die Behauptung gelesen, daß die Einheitlichkeit des Kampfes aufgestellt und gesagt, wo dagegen gefündigt Klaffe, die am Donnerstag stattfanden, über die aber noch feinerlei Partei einen Schutzwall bilden solle für die Streifbrecher. Da steht wird, sollen die örtlichen Organisationen berechtigt sein, wenn sie es nach Nachrichten vorliegen. im Centralblatt:" Es ist noch nicht lange her, als die Hamburger Lage der Dinge für nötig halten, die Sonderbündler, so lange fie Parteivereine von den gewerkschaftlich Organisierten als Unterschlupf Sonderbündelei treiben, auszuschließen. Dies Princip tönnen für alle Möglichen betrachtet wurden, diesen Ruf, den man jest mit Sie anerkennen, Sie binden damit die Bartei nicht Recht auf Unterschlupf für Streitbrecher ausdehnen darf." Dem- und fagen andrerseits den Gewerkschaften, daß die Partei gegenüber erklärt der Parteitag in dem ersten Saz der Resolution in die fundamentalen Grundbedingungen ihres Kampfes anerkennt Uebereinstimmung mit der von Anbeginn an vertretenen Auffaffung, und sie aufrecht zu erhalten entschloffen ist. Die Socialdemokratie Paris, 25. September.( Eig. Ber.) Einen interessanten Nach- daß er mit der Gewerkschaft übereinstimmt in der Verurteilung des ist die Partei der Arbeiterbewegung, fie steht allen Elementen der flang zum 8arenbesuch bildet der Konflikt zwischen Streifbruchs. Arbeiterbewegung mit dem Gefühl gegenüber: Was dem Kleinsten bem socialistischen Bürgermeister von Lille, In Punkt zwei erklären wir weiter, daß es selbstverständlich das unter Euch passiert, das passiert auch uns. Und darum müffen wir Delory, und dem Präfekten. Dieser hatte, wie schon furg Recht der Gewerkschaft sein muß, den Streitbruch mit aller Energie vor allem aufrecht erhalten den Grundsatz, den ich in meiner Refogemeldet, namens der Regierung dem Bürgermeister befohlen, an zu bekämpfen; aber die Art und Weise, wie sie mit ihren Erwerbs- lution zum Ausdruck gebracht habe. Ich bitte Sie dringend, für fäßlich des Barenbesuchs die städtischen Gebäude beflaggen zu lassen. genossen verfahren, welche Mittel fie anwenden, das muß in erster welche Resolution Sie sich auch entscheiden, doch noch meiner RejoGenosse Delory wvie so weit bekannt die andern Linie den Gewerkschaften selber überlassen bleiben. Die Thatsache Iution zuzustimmen, die geeignet ist, die Lücke zwischen den andern socialistischen Bürgermeister ließen die Gebäude unbeflaggt. felber, daß die Partei mit der Gewerkschaft darin einer Meinung auszufüllen und jedes Mißverständnis, das über den Geist der Der Präfekt nahm fich nun heraus, unsrem Genossen in ist, daß es unverträglich mit der Organisation sei, Streitbrecher zu Resolution Fischer entstehen könnte, aufzuklären. einer der Deffentlichkeit übergebenen Depesche mit dem Urteil dulden, und es giebt niemand mehr, der auch nur mit dem Schein Die Diskussion wird eröffnet. der patriotisch entrüsteten Wählerschaft zu drohen! Der Fall war ja der Wahrheit oder unter Annahme eines Mißverständnisses behaupten für ein franto- russisches" Herz und eine soeben mit einem Baren kann, daß in dieser Frage zwischen Gewerkschaft und Partei ein orden verzierte Präfettenbrust desto empörender, als die Stadt Lille Gegensag bestehe. Im Auftrage sämtlicher Schiedsrichter habe ich folgende Erden ehrenden Hochgenuß hatte, den 8arenzug an ihrem Bahnhof Die Resolution erteilt nun in Punkt drei und das klärung zu verlesen: vorbeisausen zu sehen. bitte ich namentlich die Vertreter der Gewerkschaften zu„ Die unterzeichneten Mitglieder des Schiedsgerichts in Sachen Genosse Delory antwortet mun demi vorlauten Präfekten mit beachten den Gewerkschaften für ihre Taftit in den der Accordmaurer erklären hierdurch, daß fie fich bezüglich des seiner besten Feder. Bunächst verweist er darauf, daß der Präfett wirtschaftlichen Kämpfen absolute Souveränität. Wenu jest solche Schiedsspruchs nach wie vor mit dem Genossen Auer folidarisch gar fein gesegliches Recht hatte, jenen Befehl zu erteilen. Straft des Einzelfälle vor die Partei gebracht werden, dann muß das Schieds- fühlen, wie sie ja auch ihre Entscheidung nach eigenem Ges Munizipalgeseges( das ja leider 1884, also vor der Zarenfreundschaft gericht in jedem Fall die Einzelheit prüfen. Aus diesem Dilemma, wissen und durchaus unbeeinflußt gefällt haben. Hamburg, erlassen wurde) sind die Bürgermeister nur zur Beflaggung am das die Gewerkschaft unsrer Ansicht gar nicht vertragen kann, 23. September 1901. F. Vieth, Wandsbed, L. Grünwaldt, L. Landwie Nationalfeft, den 14. Juli, verpflichtet. Also, schreibt Delory, tönne hilft unsre Resolution heraus. Genau so in Partei holt, W. Lück, Fr. Evers, H. Ostfeld, Paul Hoffmann und von der Präfett gar nicht von der Strenge des Gesetzes" sprechen, die kämpfen, fönnen auch in gewerkschaftlichen Irrtümer vor- Rosbizki." er angeblich nicht anwenden wolle. Was aber das Urteil der kommen, die in der Organisation selbst sich ausgleichen Ich wundre mich, in welcher Weise man über die Schiedsrichter Wählerschaft anbelangt, jo erinnert Delory, daß 1896 während des tönnen, aber sofort wird die Frage zu einer principiellen, sobald hergezogen ist, nicht seitens der Anwesenden, denn die sind zu schlau Wir sind nicht von ersten Barenbefuchs die gegenwärtige socialistische und radilale eine außerhalb stehende Organisation die Sache in die Hand dazu. Auer hypnotisiert worden, wir Mehrheit einen reaktionären Huldigungsantrag an den Baren bekommt. müssen uns gegen eine solche Auffassung verwahren. Ich habe Ausland. Frankreich. Nachklänge vom Zarenbesuch. v. Rosbizki- Wandsbed: weiter zu erklären, daß ich mit zu dem Genossen Schneck gegangen bin und ihn um Material ersucht habe; er hat mir dann den Brie geschickt, und ich habe mich für verpflichtet gehalten, ihn Auer zu überweisen. Sie sehen also, wir kämpfen mit durchaus loyalen Mitteln. Wir Schiedsrichter waren uns von vornherein klar, das;, wenn Streikbruch vorliegt, der Ausschluß ausgesprochen werden muß; ich selbst habe de» Genossen Kober ersucht, uns nachzuweisen, Ivo ein Streikbruch begangen ist. Paeplow meinte: es sei doch ganz selbstverständlich, daß Streikbruch vorliegt, aber eine Behauptung wird doch dadurch nicht wahr, daß man sie wiederholt. Ein Beweis dafür i nicht erbracht, jund anchBömclburg, dessen Kampesweise sich vor der anderer Genossen in Hamburg rühmlichst ausgezeichnet, hat gestern keinen Nachweis geführt... Singer: Ihre Redezeit ist abgelaufen, ich bitte Sie, zum Schluß zu kommen. Roöbitzki: Ich bin ja noch nicht über die Einleitung hinaus. Der Weg, den die Resolution 114 angiebt, ist nicht klar; z. B. für einen Fall, wie den von Ottensen, ist nichts damit zu machen. Wir müssen uns auf eine Resolution einigen, die volle Klarheit schafft. Darum bitte ich Sie dringend im Interesse der Sache. Frau Zietz-Hnmburg: Ich denke, es ist selbstverständlich, daß der Parteitag bemüht ist. in dieser Frage eine Lösung zu finden, die im allgemeinen Interesse steht. Ich habe die Resolution 113 nicht unterzeichnet, um wie Auer sagt, den Rückzug anzutreten, sondern um eine Basis zu finden, au der eine Verständigung möglich ist. Gewiß ist in Hamburg und in der Presse im Ton gesündigt worden; aber die organisierten Arbeiter können dasselbe Recht für sich in Anspruch nehmen, wie es gestern die Akademiker gethan haben. Man muß den Ton mindestens entschuldigen. Soweit Unter- stellnngen vorgekommen find, bedaure ich sie; ich bin überzeugt davon, daß die Mitglieder des Schiedsgerichts und die Controleure vom besten Wille» beseelt waren. Es«st den Maurern, die Partei- genossen sind, nachzufühlen, wenn sie mit den Accordmauren« nicht in der Partei zusammenarbeiten wollen. Wer hier gegen die vitalsten Interessen der Arbeiterbewegung verstößt, kann nicht inner- halb der Organisation mit uns für die endgültige Befreiung des Proletariats kämpfen. Das liegt auf der Hand. Die entscheidende Frage ist: Liegt ein Streikbruch vor oder nicht. Und da müssen wir fragen: 1. Ist der Manrerverband die offizielle Vertretung der Maurer? Die Antwort kann n»r Ja sein. 2. Ist der Maurerverband berechtigt, Verträge mit den Unternehmern abzuschließen? Auch hier kann nur mit Ja geantwortet werden. 3. Enthält der zwischen dem Maurerverbande mit der Hamburger Bauhütte abgeschlossene Vertrag einen Passus, der gegen die Grundsätze der klassenbewußten Arbeiterschaft verstößt? Hierau lautet die Antwort: Nein. 4. Hat die Organisation der Maurer nicht mit allen Mitteln dafür zu sorgen, daß der Tarifvertrag gehalten wird. Das hat auch Auer mit Ja beantwortet. Wenn der Verband im Rechte ist und von seinem Rechte Gebrauch macht, und wenn dann festgestellt wird, daß die Accordmaurer gegen diese Abmachung verstoßen, dann muß man weiter schließen: Hier liegt «in Disciplinbruch vor.(Sehr richtig I) In der entscheidenden Maurerversammlnng haben die Accordmaurer opponiert. Als Demo- traten hatten sie sich der Mehrheit zu fügen. Sie sind nicht Demo- kraten und auch da? sociale Gefühl ist ihnen abzusprechen, da sie nur von egoistischen Gefühlen geleitet worden sind. Wir müssen deshalb unbedingt erklären: Es war be- rechtigt, daß der Maurer- Verband über jene Bauten die Sperre verhängt hat. Ist aber die Sperre zu Rxcht verhängt worden, dann liegt ein Sperrebruch, ein Streikbruchrvor und damit auch eine ehrlose Handlung. Im Parteistatut wird kein Unterschied gemacht zwischen einer ehrlosen Handlung, die jemand als politischer Genosse, als Privatperson, oder als Gewerkschaftler be- geht, sondern von einer ehrlosen Handlung schlechthin ist die Rede. (Die Redezeit ist abgelaufen.) Dr. Quarck-Frankfurt a. M.: Auch die nicht von Auer Angegriffenen hat es peinlich berührt, daß er in seinem Referat hervorragende Gewerkschaftsführer in dieser Weise angegriffen hat; sein Korreferat war nicht zur Einigung an- gethan, sondern zur Erweiterung der Kluft.(Sehr richtig Y Die seinen Unterschiede zwischen Ehrlosigkeit. Streikbruch usw. vcr- steht die Arbeiterschaft gar nicht/ ihre Einheit besteht in der einheitlichen Auffassung vom Wesen des Klassen- kampfeS. An der Spitze des Tarifvertrags in Hamburg steht das Verbot der Accordarbeit, und in dem Augenblick, wo die Accord- maurer dagegen handelten, begingen sie nach Ansicht der Arbeiter etwas, das das Princip des Klassenkampfes verletzte.(Sehr wahr!) DaS ist das Entscheidende. Ich habe persönlich Erkundi- gungcn bei den Accordmaurer» eingezogen und aesnnden, daß sie zwar sehrguteMenschen, aber schlechte Musikanten in, Gewerkschaftskampf sind. Das A und O ihrer Antwort ist immer: Wir können nicht mit dem geringen Zeitlohn auskommen, wir müssen im Interesse unsrer Familien in Accord arbeiten. In formeller Hinsicht ist der ganze Streit darauf zurückzuführen, daß wir in Mainz den Centralisationsbestrebungen des Parteivorstandes zu sehr»achgegeben haben. Heben Sie den Schiedsspruch auf und verweisen Sie die Sache an die Hamburger Wahlvereine zurück! Es handelt sich um die Hoch- Haltung de» einheitlichen KlassenkampfprincipS für die Partei und die Gewerkschaften.(Bravo I) Hoch-Hanau: Auch ich bedauere, daß daS Referat von Auer sich zum großen Teil nicht mit der Sache, sondern mit Personen beschäftigt hat; ich begreife ja seine Empörung über die Vcrdächtiguugci«, die ihn getroffen, aber verkehrt ist es, so zn' thun, als handele es sich um Hetzereien. Das scheint ja jetzt Mode in der Partei zu werden. Aber wir verbitten uns solche Vorwürfe, als seien wir die Geleithammelten und Verhetzten. Wir haben auch unsre Meinung. Ich kann das Urteil des. Schiedsgerichts nicht unter- schreiben, es hätte zum Ausschluß schreiten müssen, da es das Ver- halten der Accordarbeiter im Interesse der Solidarität selbst tief be« dauert hat. Es wird also festgestellt, daß die Accordmaurer ihren Brüdern im Kampf in' den Rücken gefallen sind, und da« ist ein Widerspruch zu unsren �Parteigmudsätzc». (Sehr wahr!) Wer das thut, versündigt sich nicht nur gegen einen gewerkschaftlichen, sondern auch gegen eine» social- demokratischen Grundsatz, die Einheitlichkeit der Arbeiterbewegung zu fördern. Wer sich eines groben Verstoßes gegen unsre Principien schuldig gemacht hat, kann aber nach unsrcm Organisationsstutut nicht zur Partei gehören. Die Disciplin verlangt, daß man seine persönliche' Ansicht hinter der Sache zurückstellt, denn sonst untergräbt nian jede gewerkschaftliche Thätigkeit. Solchen Disciplinbruch dürfen wir nicht zulassen. Auer spricht von Legten- scher Richtung, ich weiß nicht, was er damit sagen will, ich Iveiß ja nicht, was hinter den Coulissen spielt. Die Genossen haben die alte Taktik so lange hochgehalten, wie das alte OrganisationSstatut be- stand. Ich halte Auer für einen schlauen Menschen im guten Sinne des Morles, aber warum haben Sie nicht für eine klarere Formulierung gesorgt? Selbst Molkenbuhr, der doch nicht zu den Dümmsten gehört, hat infolge dieser unklaren Formulierung einen ganz falschen Ratschlag erteilt. Der hohe Parteioorstand ist der Schuldige an der unklaren Formulierung des Statuts. Und nun zum Schluß! Vertuschen wir nichts, wie es die Resolution Fischer thut, sondern heben wir das Urteil auf und weisen die Sache an die Hamburger zurück. Nehmen Sie unsre Resolution an. Thielhorn-Hannovcr: Bömelbnrg hat gestern den Bericht des«Volkswillen" über eine Rede Meisters erwähnt. Es� war ein objektiver Bericht über eine Versammlung des Wahlvereins. Die Ansicht, daß es sich unr eine» künstlich konstrnierten Gegensatz zwischen Partei und Gelverk- schaft handle, hat lange unter der Oberfläche ge- schlummert und ist jetzt hervorgetreten. Auch ich neige ihr zu, besonders nach den gestrigen Mitteilungen Auers. WaS die Sache selbst betrifft, so mochte ich die Geuolsen warnen, in diesem Falle das Vorliegen eines Streikbruchs mit allen Folgen anzuerkennen. Ich warne wegen der ungeheuerlichen Konsequenzen für die Partei. Die Partei hat doch nicht Nachtwächterdienste fi� die Gewerkschaften zu leisten. Wohin sollte es führen, wenn die Partei bestimmen wollte, wer in die Gewerkschaften gehört und wer nicht. Das würden sich die Gewerkschaften entschiede» verbitten. Dabei sind in Dutzenden von Fällen Streikbrecher in den Gewerk- schaften gelassen worden. In Hannover ist das beim Buchdrucker- und beim Tischlerstreik vorgekommen. Die Streikbrecher sind ruhig im Verbände geblieben. Wollte die Partei alle Streikbrecher aus- schließen, dann könnte sich das Schiedsgericht in Permanenz erklären. Die Frage war nur so zu stellen: Liegt eine ehrlose Gesinnung vor? Das ist einstimmig vom Schiedsgericht und von den Controleuren verneint worden. Die Akten können wir nicht im einzelnen prüfen, da müssen wir Zutrauen zum Schiedsgericht haben. Der Parteitag kann garnicht anders, als den Schiedsspruch aufrecht zu halten. Daß die Partei- genossen in den einzelnen Wahlkreisen die Sache unter sich regeln, dagegen habe ich gar nichts. Ich empfehle 114 anzunehmen. Haase-Königsberg: Ein großer Teil der Redner scheint mir übersehen zu haben, welche Funktionen der Parteitag in dieser Angelegenheit auszu- üben hat. Wir sind hier als Richter berufen und dürfen nicht in die Fehler verfallen, die wir oft mit Recht den bürgerlichen Gerichten vorwerfen. Und da gilt es als uncrschütter- licher Grundsatz, daß man niemals eine Strafe festsetzte, wenn nicht vorher ein Strafgesetz über die angeklagte Handlung besteht. Wir haben uns zu fragen: Ist in unsrem Organisatiönsstatut, das unser Gesetzbuch, und in unsrem Programm irgend eine straftechtliche Norm gegeben, die es uns' gestattet, die An- geklagten aus der Partei auszuschließen. Und weiter geziemt sich für Richter. absolute Ruhe zu bewahren. Es giebt keine schlechteren Berater ftir den Richter, als die Leidenschaft- lichkcit. Hier handelt es sich nicht darum: Hie Auer! Hie Legten und v. Elm! Hier handelt es sich darum, de» Angeklagten Recht zu schaffe». Es ist keine kleine Sache, die von uns verlangt wird. Wir sollen die Angeklagten enthaupten als Parteigenosicn! Da geziemt sich peinlichste Gewissenhaftigkeit! In geradezu mustergültiger Weise hat Bömelburg seine Rolle als Ankläger gespielt, eine Weise, die sich unsre Staatsanwälte zum Muster nehmen könnten. So sehr ich das anerkenne, so sehr halte ich es doch für notwendig, den Kern seiner Anklage auf die Berechtigung zu prüfen. Und dabei können wir zu keinem andern Resultat kommen als zu dem, daß das Schieds- gericht nicht anders hat urteilen können, als eS geurteilt hat..Mit besondrer Gründlichkeit, Sachlichkeit und Objektivität hat das Schiedsgericht seine Aufgabe erfüllt. Natürlich wird nicht jeder von uns jedes Wort der Begründung unterschreiben. DaS hat auch niemand verlangt. Wenn Auer den Schiedsspruch jetzt kritisieren sollte, ivürde er auch manches ausmerzen wollen. Besondere» An- stoß hat das Wort von der Notwehr erregt. Es heißt aber im Spruch: Die Accordmaurer befinden sich' gewissermaßen in der Notwehr. Das Schiedsgericht suchte also nach dem richtigen Wert, es fand nur ein annähernd richtiges Wort und zeigte das ausdrücklich, indem es„gewiffcrmaßcn* hinzufügte. Wir müssen uns lediglich die Frage vorlegen: Liegt ein Streikbruch vor oder nicht? Es ist interessant, daß Quarck und Hoch nicht mehr aufrecht erhalten, daß ein Streikbruch vorliegt. Auch Bömelburg sagt: Streikbruch oder nicht; jedenfalls haben sich die Accordmaurer dem demokratischen Princip nicht gefügt; nicht ein Streikbruch, sondern ein Disciplinbruch liegt vor. Wonach aber mußte das Schiedsgericht erkennen? Nach den Fragen, die ihm vor- gelegt waren. Und diese Fragen waren in Uebereinstimmung mit Anklägern und Angeklagten formuliert worden. Die Ankläger sagen heute: Es liegt ein grober Disciplinbruch vor und deshalb müssen die Angeklagten aus der Partei heraus. Aber diese Frage war dem Schiedsgericht gar nicht vorgelegt worden. Die Frage war ganz allgemein formuliert: liegt ein Streikbruch vor? und bei dieser Fragestellung konnte das Schiedsgericht nur so erkennen, wie es erkannt hat. Verschiedene Auffassungen über die Accordarbeit sind hervor- getreten. Aber die Verwirrung der Ansichten über die Accordarbeit ist gerade von jenen Theoretikern mitgcschaffcn worden, auf die sich die Herren aus Hamburg sonst berufen. Ich verurteile die Accord- arbeit auf das entschiedenste. Ich erwarte auch, daß der Partei- tag die Accordarbeit verurteilt und die Erwartung ausspricht, daß sich die Accordmaurer fügen. Bömelburg sagte: Ja, wenn die Angeklagten auch nicht das Bewußtsein hatten, daß sie einen Streik- bruch verübten, so hatten sie doch das Bewußtsein des Unrechts. Es kann aber einer nur verurteilt werde», wenn er das Bewußtsein der rechtswidrigen Handlungsweise in Bezug auf den That- bestand hatte. Auer hat, glanbe ich, schwer unrecht gethan, als er in dem Verhalten Legiens, Elms und der Frau Stcinbach lediglich eine Frontänderung sah und behauptete, sie hätten nicht mehr gewagt. Aug' im Auge zu kämpfe». Ich bin andrer Ansicht. Wir müssen ihre Resolution auffassen als Ausdruck vcrsöhnlicber Gesinnung.(Sehr richtig I) Im Absatz 2 geht mir diese Reso- lution nicht weit genug, wenn sie nur den Ausschluß ans der örtlichen Organisation verlangt. Bricht jemand die Treue— und die Treue ist kein leerer Wahn!— dann soll er aus der Gcsanitparrci aus- geschlossen werden. Es bleibt uns nichts weiter übrig, als die Sache nochmals nach Hamburg zurückzuverweisen, damit die Leute dort wegen DiSciplinbruchs gefaßt werden.(Bravo I) Silberschmidt-Bcrltn: Die Rede AnerS hat sich zu zwei Dritteln mit Dingen beschäftigt, die mst der Sache nichts zu thun haben. Wir wollen nichts weiter. als die Arbeiterbewegung fördern, andre Motive darf man uns nicht unterschieben. Die Hamburger haben nicht den Antrag ans Ausschluß aus der Gesamtpartei, sondern auf Ausschluß aus de» Wahlvereinen gestellt, und weil dem nicht Folge gegeben ist, haben wir uns heute mit der Sache zu befassen. Im Fall Banmgart ist nicht die Entlassung der Accordarbeiter gefordert, das ist»ieinand eingefallen. Auer hat es ganz falsch dargestellt. Nicht die Accord- maurer befanden sich in der Notwehr, sie veranlaßlen die Unter- nehmer, tarifbrüchig zu werden und versetzten so die Verbands- maurer in die Zwangslage, Verräter ihrer Organisation zu werden oder die Arbeit niederzulegen.(Sehr richtig I) So war es im Fall Baumgart. Im Fall Dahl waren die Arbeiter nm ihren Lohn gekommen. Dahl hat sein Wort, den Lohn nachträglich zu zahlen, nicht gehalten, und die Accordmaurer haben durch ihr Verhalten ihre Kollegen um den verdienten Lohn bringen helfen. Wenn das keine ehrlose Handlung, wenn das keine niedrige Gesinnung ist, so weiß ich nicht, was noch als ehrlos in der Arbeiterbewegung gilt. Ich bitte Sie, die Resolution Fischer abzulehnen und ersuche Auer, den Ausspruch von der Wahnmg des Bereinsrecht« für die kleinen Ab- lplitterungen. auch wenn sie im Bunde mit den Unternehmern stehen und gegen die großen Organisationen kämpfen, zurückzunehmen. Mllller-Hamburg: Die Behauptung von der Hypnose des Schiedsgerichts durch Auer, kommt nicht von Frau Staubach, sondern von mir, denn wenn ein Schiedsgericht sagt, wir halten die Accordmaurer für Lumpen, wollen sie aber nicht noch extra als solche stempeln, wenn ein andrer Schiedsrichter, Grüuwaldt, für Aufhebung des Schiedsspruchs eintritt, so bekommt man eine eigenartige Anffassung von der Selbständigkeit der Schiedsrichter. Nach einer Erklärung, die Rosbitzki verlesen hat, nehme ich den Ausdruck Hypnose zurück, aber ich halte das Urteil des Schiedsgericht« nach wie vor für falsch. Leider be- steht bei uns in Hamburg ein Cliquenwesen und eine persönliche Hetze gegen gewisse Personen.(Ruf: Namen nenne» I) Hoffentlich wird' dem' bald ein Ende gemacht. Die Leute, die in Versammlungen gegen den Schiedsspruch aufgetreten sind. haben sich von edlen Motiven leiten lassen. Friede ist erst dann möglich, wenn der Schiedsspruch aufgehoben und die Sache an die Hamburger Wahlvereiue zurückgewiesen ist. Genau so, wie wir Kritik an bürgerlichen Urteilen üben, dürfen wir das auch an dem Schiedsspruch gegen die Accordmaurer thun. Ich habe auch die Wahl zum Schiedsgericht abgelehnt, aber dadurch habe ich nicht daS Recht verwirkt, mich nachträglich gegen den Schiedsspruch auszusprechen. Ich wünsche sehnlichst Wiederherstellung des Frledens. aber die Bor- bedingung dazu ist die Aushebung des Schiedsspruchs und die Ver- Weisung der Angelegenheit an die Hamburger Parteiorganisation. Das würde ein ernster Appell an die Accordmaurer sein, ihre Ver- fehlung wieder gut zu machen. v. Elm: Leider ist es mir nicht möglich, auf alle Angriffe von Auer in zehn Minuten zu antworten. Er mag von mir sagen, was er will. ich stehe glücklicherweise so, daß er das Vertrauen der Arbeiter zu mir nicht' im geringsten erschüttern kann.(Sehr wahr I) Auer hat selbst gefühlt, daß' seine sachlichen Gründe äußerst schwach sind, und sich deshalb auf daS persönliche Gebiet begeben. Ich will mich bei der Kürze der Zeit auf wenige sachliche Bemerkungen beschränken. In der Resolution 114 wird gesagt, daß die Schiedsrichter nicht anders handeln konnte». Zunächst nicht nach dem Wortlaut des Orgamsationsstatuts. Ich mache darauf aufmerksam, daß nach dem Wortlaut des Statuts auch ausgeschlossen werden kann, wer gegen die Grundsätze des Parteiprogramms verstößt. Nun mögen Sie über den Begriff„ehrlos" urteilen, wie Sie wollen, aber darüber kann es gar nicht zweierlei Meinung geben, daß die Accord- maurer gegen den Grundsatz verstoßen habe», daß der Klassenkampf der Arbeiter ein einheitlicher sein mutz; sie haben eine Sonder- organisation gebildet, um den Tarif zu durchbrechen, sie sind ihren Kollegen in den Rücken gefallen, und deshalb»nutzten sie, selbst wenn man das nicht für ehrlos hält, doch nach dem Wortlaut des Statuts unter alle» Umständen ausgeschlossen werdrn. Dadurch, daß man den Begriff der Ehrlosigkeit in den Vordergrund gerückt hat. hat man die ganze Angelegenheit vorwirrt. Weiter wird in der Resolution 114 gesagt,»ach dem vorliegenden Thatsachenmnterial hat das Schiedsgericht völlig korrekt gehandelt, aber die Accordmaurer geben in ihrer Rechtf'ertigungsschrift selbst zu. daß für ihre Handlungsweise nur das Motiv des höheren Verdienstes durch die Accordarbeit maßgebend war. Andre Motive gab es für sie nicht. Nun, wenn solche Motive als maßgebend an- erkannt werden sollen, so werden ivir niemals dahin kommen, allgemein nützliche Maßnahmen durchführen zu können. Wir ver- langen Opfer in der Arbeiterbewegung, wir müssen sie in der Gewerkschaftsbewegung genau so verlangen, wie in der politischen, und wer sich aus Rücksicht auf seine Familie der Durchführung nnsrer Bcschlüffe widersetzt, dem haben wir noch immer gesagt: Du verstößt gegen das Interesse der Gesamtheit, Du mußt deine eignen Interessen denen der Gesamtheit unterordnen, sonst bist du ein Ehrloser.(Beifall.) Die Accordmaurer geben aber selbst zu, daß sie den organisierten Streikbruch begehen wollen. Auer meint, die Frage der Accordarbeit gehöre gar nicht zu den Lohn- und Arbeitsbedingungen. Ich hätte einen solchen Ausspruch von Auer, der doch so lange in der Bewegung steht, wirklich nicht erwartet, denn es kann doch kein vernünftiger Mensch bestreiten, daß die Frage der Accordarbeit im vollsten Sinne eine Lohnfrage ist. Es ist also falsch, zn sagen, daß es sich nur um Meinmigsvcrschiedcnheiten über die Accordarbeit gehandelt hat. Der Schlußsatz der Resolution 114 sagt dem Centralverband der Maurer die Unterstützung zu. Wo hat denn die Maurerorgnnisation die Unterstützung der Partei erbeten? Nein, lediglich im Interesse der Partei wollen ivir den Schiedsspruch aufgehoben wissen, weil wir uns sagen, daß solche Leute, die das Ansehen der Arbeiterschaft diskreditieren, nicht in die Partei gehören.(Sehr wahr!) Unser Antrag auf Aufhebung des Schiedsspruchs ist der Erwägung entsprungeu, daß man nicht der Geiverkschnftsbewegung cincu Knüppel zwischen die Beine werfen darf. Auer hat in der Begründung des Schiedsspruchs einen Be- griff geschaffen, der alle bisher maßgebenden Grundsätze in der Gc- werkschaftsbewegung auf den Kopf stellt, und weil dem so ist, tveil Sie da Gründe hineingetragen haben, auf die sich später jeder Streikbrecher stützen kann, deshalb verlangen wir die Aufhebung des Schiedsspruchs, Es ist da gesagt, eine Handlung, die man so lange geduldet hat. kann nicht mit einem Mal eine ehrlose sein. Auf diesen Satz des Schiedsspruchs könnte man sich in Zukunft auch dann stützen, wenn es sich um eine Verkürzung der Arbeitszeit handelt. Dann hat Auer den Begriff der Notwehr hinein- getragen. Notwehr haben wir bisher als berechtigt doch nur anerkannt im Kanipf der Arbeilergegen die Arbeitgeber, ober Notwehr im Kanipf gegen die eigene» Genossen, diesen Begriff haben wir nicht gekannt.(Die Redezeit ist abgelaufen.) Ich bedauere unendlich, daß ich nicht auf alles antworten kann; nicht in meinem Interesse, sondern im Interesse des Ansehens der Partei bedauere ich. daß man niir, nachdem ich so schwer angegriffen bin, nicht gestattet, mich zu vcr- teidigen. Ank Antrag von Ledebour, dem L ü t h- Hamburg wider- spricht, werden dem Redner weitere zehn Minuten Redezeit gewährt. v. Elm: ES wird nur auch in zehn Minuten nicht möglich sein. Auer hat von unberufenen Dritten gesprochen, die sich hineingemischt härten, von Elementen, die im Trüben fischen wollen, von Hetzereien, und hat dabei wiederholt meinen Namen genannt. Genosse Auer, weiiit Sie dir Geschichte der Entwicklung in Hamburg kennten, würden Sie diese Vorwürfe zurücknehmen müssen. Sie haben von meiner glänzenden Beredsamkeit gesprochen, nun, das trifft auf mich nicht entfernt so zn, wie auf Sie. Aber wie lag die Sache? Das eine Mal in der Versammlung wurde mir durch einen Schlutzantrag das Wort abge- schnitten, das zweite Mal habe ich nur einen Antrag gestellt; zur Begründung des Antrags habe ich das Wort gar nicht bekommen. Ich habe also gar nicht gesprochen, und da spricht Auer von meiner glänzenden Beredsamkeit!(Hört! hört!) Nun sagt Auer: Wir seien die Schuldigen, wir hätten den Lärm in die ganze Partei hineiilgcbracht. ES ist schon gesagt, worden: hätte man uns den Willen in Hambnrg gelassen,' dann hätten wir die Leute in Hamburg ausgeschlossen, und es hätte keinen Lärm gegeben. Nun kam Molkenbuhr und sagte, den örtlichen Organisationen ständen diese Rechte nicht zn. Es ist kein Zweifel, durch die Aenderung des Organisationsstatuts sind die Begriffe in dieser Beziehung verwirrt worden; unsre Absicht war es jedenfalls nicht, die Sache vor die Gcsamipnrtei zn bringen. Ich habe in einer Versaniiulung erklärt: anch wenn der Parteitag erklärt, sie sollen nicht aus' der Gesamtpartei heraus, so haben wir doch daS Recht, sie ans nnsrcr Örtlichen Organisation auszuschließen, und wir werden das auch thun, nm Ruhe und Frieden in Hamburg zu haben. Vergessen Sie eins nicht. Genosse Auer: Ich weiß nicht, ob Sie jemals gestreikt haben, es ist wohl schon lange her(Auer: Schon sehr lange her!), Sie werden das Gefühl der Erbitterung nicht mehr kennen, daS einen ergreift, wenn man durch einen Streikbrecher herausgedrängt wird, und dies Gefühl kennen eine ganze Reihe von Genossen hier nicht mehr, sie haben keinen Begriff mehr davon, und deshalb urteilen sie so kühl und so lieblos und so formell über die Sache. Deshalb haben wir gesagt, im Interesse der Partei ist es notwendig, sie müssen hinaus! Im Interesse unsrer Organisation ist das notwendig. Da sollen wir mit diesen Leuten zusammenarbeiten, die jeder kennt, von denen jeder iveiß: sie sind ehrlos! Da kann es doch keine Ruhe, keinen Friede», kein ersprießliches Zusammenwirken geben im Interesse der Partei, Und wenn wir dort nicht Wandel geschaffen, uns nicht auf den Standpunkt gestellt hätten, die Partei muß ein- greisen, was glauben Sie wohl, was dann in Hamburg ge- schehen wäre, ohne unser Zuthun? Genoffe Auer, eine große Anzahl von Verbandsmaurcrn würde der Partei den Rücken gekehrt haben, wenn die Lokalverwaltung nicht den Leuten gesagt hätte: thut das nicht, die Sache ist noch nicht ent- schieden, die Sache kommt noch ganz anders. Denn das ist richtig, die unteren Parteigenossen denken anders über die Partei, als zu- meist die oberen, die halten die Partei für das heiligste, was es giebt und sagen deshalb, daß in der Partei Streikbrecher nicht sein können,»nd wen» diese geduldet werden, dann ist es selbstverständlich, daß da§ Ansehen der Partei geschädigt wird.(Beifall.) Nun Hot man gesagt, wir hätten dort nicht ruhig debattiert, sondern einen leidenschaftlichen Ton angeschlogen. Parteigenossen! Ich habe in Hamburg nichts andres gesagt, als was ich Ihnen hier gesagt habe. Wie man redet, ist natürlich Sache des Teinpermueuts; ich kann unter Umständeil sehr erregt reden; das weiß ich. das thue ich, Ich war empört über den Schiedsspruch, weil dieser neue Begriff« über den Streikbruch hineingebracht, weil die alten guten Begriffe auf den Kopf gestellt Genossen, die meine Aeußerung so verstanden haben, sie aufgefaßt| doch den herrschenden Sitten widersprochen und deshalb aßen die haben und bitte die Genossen um Entschuldigung.( Bravo!) Stadväter die angenehme Mahlzeit mit. Schluß 12 Uhr. Nachmittags Dampferpartie. Nächste Sigung Freitag 9 Uhr. Der Boeren- Krieg. Chaos am Kap. Die kleine Stadt Elmshorn befindet sich jedoch in sehr mißlicher Vermögenslage, so daß sie z. B. Einkommen von 450 M. mit 6 M. Steuern belegen muß. Da solche fostspielige Schmausereien trotzdem schon mehrfach vorgekommen waren, so wurden die Vorgänge in der Schleswig- Holsteinischen Volkszeitung", die in Elmshorn stark gelesen wird, einer scharfen Kritik unterzogen. Dadurch fühlten sich dann die Stadtväter beleidigt und stellten gegen den verantwortlichen Redacteur, Genossen Lütgens, Strafantrag. wurden; und ich habe vielleicht auch Ausdrücke angewendet, die der eine oder andre als beleidigend aufgefaßt haben mag, das gestehe ich ohne weiteres zu. Aber seit wann sind wir so zimperlich in der Partei? Wir haben zwei Tage lang eine Litteraten- Debatte gehabt. Das find gebildete Leute; ich habe nicht studiert, wir sind aus dem Arbeiterstande hervorgegangen,- foll da uns nicht gestattet werden, in demselben Tone unsre Argumente borzubringen, wie die akademisch gebildeten Genossen, namentlich weim es unsrer innersten Ueberzeugung entspricht? Genosse Auer, es entspricht meiner innersten Ueberzeugung, daß es bedauerlich ist, daß ein derartiger Schiedsspruch gefällt ist; es entspricht meiner innersten Ueberzeugung, daß es ein geringes Verständnis für die praktische Arbeiterbewegung bekundet vor allem, daß eine derartige Begründung gegeben werden konnte. Ja, Genosse Auer, Sie haben gestern Ausdrücke gebraucht, die Sie bei ruhiger Ueberlegung wahrscheinlich auch bedauern. Sie haben mir die böse Absicht unterstellt, die Partei zu schädigen, und das ist sehr schlimm, namentlich weil ich die Ueberzeugung habe, daß Sie das wider besseres Wissen gethan haben. Genosse Das Blatt glaubt, die Proteste der Holländer, die sich bereits Auer, Sie fennen mich seit 25 Jahren als jungen über begangene Gewaltthaten beklagen und dem Bestreben der englischen Mann in Hamburg, zuerst als Lassalleaner dann, bei der Militärbehörden, das Kriegsrecht über die ganze Kolonie auszu- fuchten Versammlung nach langer lebhafter Dis Die Bauauschläger haben gestern in einer gut bes vereinigten Gesamtpartei; Sie sind ich habe es Ihnen dehnen, sich widersetzen, seien der Kapregierung ein Anlaß zu ernſten tussion beschlossen, den Streit zu beenden. schon früher einmal gesagt in Bezug auf verschiedene Fragen Besorgnissen. Viele holländische Einwohner, die sich bemühten, gerade mein Lehrmeister gewesen. Die Vorträge, die Sie in Ham- loyale britische Unterthanen zu sein, seien mit jeder erdenklichen burg gehalten haben gerade in gewerkschaftlichen Fragen, haben sich Mißachtung behandelt worden und hätten unerseglichen Schaden an mir tief ins Gedächtnis eingeprägt. Ich bedauere, daß der Auer ihrem Vermögen erlitten. von vor 25 Jahren nicht mehr derselbe ist wie der Auer von heute; wenn Sie Ihre jezigen Reden vergleichen mit denen, die Sie damals gehalten haben, wo Sie den Arbeitern vielleicht etwas näher standen, so werden Sie den Unterschied merken. Die boerenfreundliche Daily News" bringt unter der Ueberschrift Chaos am Kap" einen Artikel, demzufolge der Aufstand in Selbst der Staatsanwalt mußte zugeben, daß die der Kritik zu der Kapkolonie einen ernsten Charakter annimmt und sich nach allen Grunde liegenden Vorgänge wohl kritikbedürftig gewesen wären. vier Himmelsrichtungen ausbreitet. Der Verfasser erklärt, die Schuld Trotzdem hielt er die Form der Artikel für schwer beleidigend und an diesem Zustand der Dinge treffe die mit der Handhabung beantragte sechs Monate Gefängnis. Das Gericht erkannte auf der Kriegsgejeze betrauten britischen Offiziere, welche, unter dem 450 M. Geldstrafe oder 45 Tage Gefängnis. Einfluß lokaler Loyalisten, in ausgedehntem Maße die bürgerlichen Geseze aufheben und, soweit die holländische Bevölkerung in Betracht tomme, nur eine verantwortungslose Tyrannei ausüben. Mangel an Lebensmitteln foll den Engländern nach einer Meldung aus Bloemfontein biel zu schaffen machen. Die Zufuhr an Nahrungsmitteln sei sehr knapp und Sie werfen uns vor, wir hätten nicht Mut, wir seien nicht tapfer genug. Wann bin ich jemals ausgekniffen? Fragen Sie jeden, der lichkeiten verursacht werden. mich feunt, und er wird Ihnen sagen, daß ich feige noch nie gewesen Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Deutsches Reich. Nach dem Glasmacherstreik. Als Anzeichen für die Stimmung, welche manche Fabrikanten augenblicklich beseelt, und sie veranlaßt mit dem rücksichtslosen Uebermut des brutalen Siegers gegen die leider unterlegenen Arbeiter vorzugehen, möge folgende Veröffentlichung dienen, welche die Leitung der Flensburger Glashütte in dortigen Blättern veröffentlicht. 1. Der Streit kann wohl von den Arbeitern eingestellt auf allen Bereinigungshütten die Glasarbeiter sich einzeln zur bes entſpreche nicht dem Bedürfnisse, wodurch große unzuträg werden, als beendigt erklärt, ihn erft die gima, nachem * 營 bin, daß ich in Bersammlungen hineingegangen bin, nicht nur London, 26. September. Die tägliche Lifte über die eng- dingungslosen Arbeitsaufnahme bereit erklärt haben; wie letzteres wo es sich um Meinungsaustausch handelte, sondern wo ich ziemlich lischen Verlufte in Südafrita umfaßt für gestern 5 Tote, 11 Ber- auch hier von der Firma verlangt und von den Glasarbeitern wohl ficher war, verhauen zu werden; ein Einzelner bin ich der Masse wundete und 10 an Krankheit Verstorbene. entgegengetreten. Und, Genosse Auer, in Ihrer allernächsten " Partei- Machrichten. Abends Feste. " oder übel befolgt werden mußte. 2. Ueber Wiedereinstellung streifender Arbeiter, Anweisung von Arbeitsplätzen und Zuteilung von Wohnungen wird gar nicht diskutiert und entscheidet hierüber Nähe fizt ein Mann, ich meine in Berlin in der einzig und allein die Firma. Redaktion des Vorwärts", der mich ganz genau kennt, der sich meinen Schüler, meinen Freund nennt, mit dem haben Sie Nun folgen Schimpfereien auf die gewerbsmäßigen Agitatoren", sowie auf unser Parteiorgan, die Schleswig- Holsteinsche Boltsficher Gelegenheit gehabt, über mich zu sprechen und ich bin über- Einen wohlgelungenen Kommers, der nach heißem Tageszeitung". Dieses Geschimpf ist so unqualifizierbar, daß zeugt, der hat Ihnen nicht gesagt: der Elm hat die Absicht, der streite die grimmen Stämpfer bei Musik und Gesang frieblich unser Bruderblatt, dem wir vorstehende Mitteilung entPartei Schwierigkeiten zu bereiten, sondern: der Elm ist ein ebenso einte, gaben am Dienstagabend die Parteigenossen Lübecks nehmen, es ablehnt, darauf einzugehen. Zur Kennzeichnung der guter Parteigenosse, wie er ein guter Gewerkschaftler ist. Von den den Delegierten des Parteitages. Zahlreich waren dazu auch die Fabriksleitung stellt unser Parteiorgan fest, daß diese den Buchdruckern haben Sie gesprochen und auf Nerhäuser sich berufen. Parteigenossen Lübecks erschienen und Hunderte mußten wieder um Vertretern der Glasarbeiter gegenüber ausdrücklich erklärt hat, es Was geht mich der Reghäuser an? Soll ich das verantworten? Der fehren, da sie alle Plätze schon besetzt fanden. Gute Mufit, aus- würden sämtliche Arbeiter mit Ausnahme eines einzigen wieder einMann ist niemals mein Freund gewesen und wird es auch niemals geführt von der Stadtkapelle, ernste und heitere Gefänge erfreuten gestellt und der Zahlstelle des Verbandes nichts in den Weg gelegt sein. Die Art und Weise, wie Reghäuser die Partei bekämpft, verdamme ich. die Festteilnehmer. Die Genossen Singer, Bernerstorffer und werden. Damit steht die obige Beröffentlichung allerdings in Er ist es eben, der bei unsrer fachlichen Auseinanderseßung, bei Brace- Baris hielten Ansprachen. Genosse Wissel trug den Widerspruch. dieser Frage, wo es sich um die Feststellung des Begriffs Streit- nachstehend abgedruckten, vom Genossen Stengele verfaßten bruch handelt, wieder Verwirrung anstiftet und uns hinstellt als Prolog vor: Leute, die einen künstlichen Gegensatz zwischen Partei und Gewerkschaften erzeugen. Können Sie mir beweisen, Auer, daß ich jemals die Absicht gehabt habe, Partei und Gewerkschaften zu zersplittern? Den Beweis werden Sie mir nicht mit irgend einer Zeile erbringen können. Daß ich eine andre Auffassung über den Wert der Gewerkschaften habe wie Sie, daß ich, der ich speciell im gewerkschaftlichen Kampfe gestanden habe, der Meinung bin, daß die Partei den Gewerkschaften eine hohe Bedeutung beimessen sollte, das ist doch kein Kapitalverbrechen, damit will ich doch nicht die Partei schädigen.( Die Nedezeit ist wieder abgelaufen, doch werden dem Reduer auf Antrag von KieselBerlin VI weitere zehn Minuten gestattet. Auer hat es uns Hamburgern als schweres Verbrechen angerechnet, daß wir den Accordmaurern nicht die Presse zur Verfügung gestellt hatten. Auer ist ja ein so glänzender Redner, er versteht es so gut, die Angelegenheit einem mundgerecht zu machen, daß es nicht möglich ist, dagegen aufzukommen; er kann nicht allein eine Kommission, nein, er kann gleich einen ganzen Parteitag hypnotisieren.( Heiterkeit.) Wie war denn die Sache? Wir hatten eine Breßkommissionssizung, an der auch der Redacteur Stolten, Bömelburg sowie Vertreter der Accordmaurer teilnahmen, und in dieser Sigung erklärte Stolten, der früher andrer Meinung daß wir gar nicht anders handeln können. Wir müssen die Annoncen der Accordmaurer zurückweisen, wir fönnen diesen Organisationsbrechern nicht die Arbeiterpresse zur Verfügung stellen. Ja, Genoffen, Sie plädieren für die freie Meinungsäußerung, Sie sagen, die Leute müssen das„ Echo" in Anspruch nehmen können. Aber die Redaktion des„ Echo" hat von jeher den Standpunkt eingenommen, sich nicht in die Organisationsstreitigkeiten einzumischen und sie wenn irgend möglich aus der Zeitung fortzulassen. war, Ich halte diesen Standpunkt für richtig. Nun aber betrachtet Auer die Organisation der Accordmaurer als eine berechtigte. Ich bin der Meinung, wenn sein Ausspruch in der Buchdrucker- Angelegen heit: Fort mit aller Sonderbündelei" eine Berechtigung haben soll, dann müßte er vor allem hier angewendet werden, wo sich eine Organisation gebildet hat, um den Streikbruch zu organisieren. Organisationen, die sich bilden, um den eigenen Genoffen in den Rücken zu fallen, kann man doch als berechtigte Arbeiterorganisationen nicht anerkennen.( 3nstimmung.) Wir sind eine Partei des Kampfes und haben keine Veranlassung, den einheitlichen Kampf zu stören und den Leuten, die das wollen, unsre Blätter zur Verfügung zu stellen. Ich finde die gegenteilige Auffassung von Auer ganz besonders eigentümlich und ersuche ihn, sie zurückzunehmen. Ich ersuche ihn darum in seinem eignen Intereffe, denn wenn er derartige Grundfäge proklamiert, so tönnten wir uns damit auch einmal auf dem Gewerkschaftstongreß befassen. Das ist ein Grundsaz, den Sie nicht aufrecht erhalten können und den die Partei nicht aufrecht erhalten kann. Wir dürfen den Leuten nicht die Mittel liefern, um den Klassentampf zu stören. So liegen die Dinge. Wollen Sie, daß die Gewerkschaftsbewegung nicht gestört wird, so heben Sie den unglücklichen Schiedsspruch auf, in welcher Form, ist mir gleich. Aber aufgehoben muß er werden, vor allem wegen seiner Begründung. Wollen Sie noch besonders aussprechen, daß die Schiedsrichter nach bestem Wissen und Gewissen geurteilt haben, ich habe nichts dagegen. Was Sie uns unterstellen, das haben wir Ihnen noch nicht unterstellt. Wir haben wohl erklärt, daß Sie dumme Kerle find, aber nicht, daß Sie Schufte find. Ein Schuft aber wäre der, der absichtlich der Partei Schwierigkeiten zu bereiten fuchte. Den Beweis haben Sie nicht erbracht, Auer, den werden Sie auch nicht erbringen. Deshalb hoffe ich, Sie werden in Ihrem Schlußwort zurücknehmen, was Sie gefagt haben und auch der Ueberzeugung Ausdruck geben, daß dieje gemeine Abficht mir noch niemals innegewohnt hat.( Lebhafter Beifall und Händeflatschen.) Die Debatte wird vertagt. Singer: Es ist ein Antrag von Räppler Altenburg ein gegangen: Der Parteitag erklärt: Der in Sachen der Hamburger Angelegenheit gefällte Schiedsspruch wird aufgehoben und die Sache zur erneuten Verhandlung an die erste Instanz, die Hamburger Parteivereine, zurückverwiesen." Ueber diesen Antrag sowie über die Resolution 114 werden wir namentlich abstimmen, da genügend unterstützte Anträge auf namentliche Abstimmung vorliegen. Heine erhält das Wort zu folgender Erklärung: Ich bitte mit Bezug auf den Vorfall in der gestrigen Nachmittagssigung eine Mit teilung machen zu dürfen. Genosse Vollmar telegraphiert, daß die von mir geäußerte Annahme, Parvus betreffend, irrig ist und daß Vollmar gänzlich unbeteiligt ist. Ich halte es für meine Pflicht, Ihnen das mitzuteilen und zugleich mein Bedauern auszusprechen, daß ich Folgerungen gegen Barbus daran geknüpft habe, die demnach unberechtigt sind. Ich habe dies auch an Parvus selbst sofort geschrieben. Das alte Lübeck grüßt! Willkommen All', Die Ihr zu ernstem Ratschlag Euch vereint! Das alte Lübeck grüßt, die Hansastadt, Und treu und bieder ist der Gruß gemeint. Wo truz'ge Bürger einft zum Zug sich scharten, Sich rüsteten zu kühnen Heeresfahrten, Dem König Fehde bietend fern am Sund: Da steht nun hr, ein kampfgemuter Bund. Des alten Lübeck alter Hansageist, Der teck sich auf sein eigen Recht gestellt, Der Fürsten niederzwang und Kron' und Thron Mit starken Männerfäusten hat zerschellt. Der alte Hansageist, der kühn ins Weite Die Väter führte, sie gestählt im Streite Euch grüßt er heut und mahnt: Bedacht im Rat! Doch zaghaft nie, gilt es entschloss'ne That! Und laßt Euch lehren von der alten Stadt: Sie sah des selbstbewußten Bürgers Kraft, Des stolzes Haupt sich feinem Herren bog, Dem feiner raubte, was sein Fleiß geschafft. In festem Bund, zu Schutz und Truz geschlossen, Schirmt er den Nachbar und hat Schirm genossen. Nicht äuß're Macht hat sich an ihn gewagt; Bon innen ward der feste Bau zernagt. Des seid gedent, hier, wo zum legten Mal Das deutsche Bürgertum fich aufgebäumt, Noch einmal feine Dränger hat geschredt, Als Wullenweber hohen Traum geträumt. Umsonst der Kampf. Die a Iben und die alten Die zagen, zaudern und die Kühnen halten, Die Augen schließen vor dem freien Licht Ein solch Geschlecht erkämpft die Freiheit nicht. Die Hansa sant, die Bürgerfreiheit schwand; Nur leere Form erhielt sich, wie zum Hohn. Der einst ihr Juhalt gab, der freie Sinn, Dem Krämervolte war er längst entfloh'n. Verlassen von den Schwachen und den Feigen, Mußt sich der Hansa Banner niederneigen Tief in den Staub, wo es vergessen lag. Ein nen Geschlecht erst hebt es stolz zu Tag.. Ein neu Geschlecht, erfüllt von neuem Geist, Und doch an kühnem Mut den Ahnen gleich, Die einst den Kön'gen ihr Gebot gesandt; Ein neu Geschlecht tämpft für ein neues Reich. Der Freiheit heil'ge Flamme zu entzünden, Der Gleichheit Reich zu rüsten und zu gründen, Das Recht zu fezen für Gewalt und Trug: Das ist das Žiel! Ihm gilt der Heereszug! Das alte Lübeck grüßt! Willkommen beut Es Euch, die Ihr zum Ratschlag heute kommt, Die Ihr entsandt, damit Ihr prüft und wägt, Was Euerm Volt, was unserm Volke frommt. Und wenn im Wortkampf scharfe Hiebe fallen, Wenn hart die Geister auf einander prallen, Was thut's? Ein echter Mann liebt freies Wort, Und freies Wort ist aller Freiheit Hort! Des alten Lübeck alter Hansageist Beseele Euch und mahne Euch zur Hut: Was halb und kalt, dem gebet nimmer Raum: Dem hehren Ziel strebt au mit Stampfesmut! So grüßt Euch Lübeck! Aus der Hansa Lagen, Geheimnisvoll von Geistesweh'n getragen, Erschallt der Ruf zu neuem Freiheitsstreit. Das alte Lübeck grüßt die neue Zeit! Der verstorbene Parteigenosse Schmit in Aachen, der der Partei die Summe von 40 000 m. hinterlassen hat, war, wie unser Solinger Parteiblatt mitteilt, von Beruf Apotheker und ein wissenschaftlich gebildeter Mann. Sein Vater war vor langen Jahren Professor am Karlsgymnasium in Aachen. Der Verstorbene, der 80 Jahre alt geworden ist, huldigte schon früh fortschrittlichen Ideen und nahm an den Ereignissen von 1848 lebhaften Anteil. Seit Jahrzehnten gehörte er dann der Socialdemokratie an, wenn er auch nicht in die Oeffentlichkeit getreten ist. Polizeiliches, Gerichtliches usw. Maßregelungen wegen Beteiligung an der Gewerbe. gerichts- Wahl hat, wie das Hallesche Volksblatt" berichtet, das Hallesche Röhrenwert vorgenommen. Im Gegensatz zu andren Etablissements hat das Röhrenwerk Wahlbescheinigungen überhaupt nicht ausgegeben. Von den 150-160 Mam, welche daselbst beschäftigt werden, sollen denn auch kaum 10-12 Mann zur Wahl gegangen sein. Einem von den 10 oder 12 Mann wurde, als er am Nachmittag des Wahltages seine Arbeit aufnehmen wollte, gesagt: Wo fie heute morgen waren, können Sie auch heute nachmittag hingehen." Ein andrer wurde am Morgen des folgenden Tages entlaffen. Hält denn die Leitung jenes Werkes die Unternehmerinteressen schon dadurch bedroht, daß sich die Arbeiter an den Wahlen zum Gewerbegericht beteiligen einer Einrichtung, die sich sowohl für Arbeiter als auch für Unternehmer sehr nüßlich erwiesen hat oder haben die Gemaßregelten nur nicht die richtigen" Kandidaten gewählt? Gegen den Porzellanarbeiter- Verband richtet sich eine Maßregel, welche die Leitung der Porzellanfabrit in Stadtlengsfeld( Thüringen) ins Wert gesetzt hat. Die zur Zeit herrschende ungünstige Geschäftskonjunktur scheint der Fabriksleitung eine willkommene Gelegenheit zu sein, um den Arbeitern zu zeigen, ver Herr im Hause ist". Sämtliche in der genannten Fabrit beschäftigten Verbandsmitglieder wurden unter dem Versprechen dauernder Beschäftigung zu überreden versucht, ihrem Verbande den Rücken zu fehren, was auch bei einem Teil der Arbeiter gelang, während die übrigen 24 gekündigt und am 21. b. M. entlaffen wurden. Die Verbandsleitung hat infolgedessen über die Fabrit die Sperre verhängt. Achtung, Sattler! In der Lederwarenfabrik von Heilborn u. Co., Inh. Max Falkenstein in Dresden, find Maßregelungen erfolgt. Es wird ersucht, von Arbeitsangeboten nach Dresden abzusehen. Die Hafenarbeiter in Passau( Bayern) find in den Ausstand getreten. Sociales. Wohnungswesen. Der hier bestehende Beamten- Wohnungsberein, der zur Zeit 3800 Mitglieder zählt, hat sein erstes Haus mit 16 Wohnungen fertiggestellt. Es befindet sich in Steglitz. Mit weiteren Banten, die 240 Wohnungen enthalten, ist schon der Anfang gemacht. Für nächstes Jahr sind noch eine Reihe größerer Bauten in Aussicht genommen. Die Wohnungen werden in der Größe von einem bis fünf Zimmern gebaut und zu Preisen vermietet, die nur die Selbstkosten decken. Auf diese Weise stellen sich die Wohnungen 10 bis 25 Broz. billiger wie die ortsüblichen Preise. Es wird berichtet, daß die Staatsregierung dem Verein einen Teil der Domäne Dahlem überlassen und ihm auch Baugelder zu günstigen Bedingungen gewähren will. Socialdemokratische Wahlsiege. ( Privatdepeschen des Vorwärts".) Gera, 26. Sept. Bei den Landtagswahlen wurden gewählt die Socialdemokraten Betterlein und Leben. Die Genossen Fiedler, Böttger und Pazer find in aussichtsvollen Stichwahlen. Großer Stimmenzuwachs. Tekte Nachrichten und Depelihen. Czolgosz zum Tode verurteilt. Buffalo, 26. September.( W. T. B.) Czolgosz wurde zum Tode durch Elektricität verurteilt, und zwar soll die Hinrichtung erfolgen in der Woche, die mit den 28. Oktober beginnt. Westfälische Bochum, 26. September.( W. T. B.) Wie die Volkszeitung" meldet, wurde bei der bakteriologischen Untersuchung bes Leitungswassers festgestellt, daß dasselbe Typhusbacillen enthalte. Gleiwik, 26. September. Wie der Oberschles. Wanderer" meldet, brannten heute nachmittag gegen 4 Uhr in dem benachbarten Ostroppa fünf Besikungen mit 12 Gebäuden nieder. Die gesamte, größtenteils unversicherte Ernte, sowie eine große Anzahl landwirtschaftlicher Maschinen sind mitverbrannt. Das Feuer wurde durch Kinder verursacht, welche mit Streichhölzern gespielt hatten, während die Eltern sich auf dem Felde befanden. A cht Familien sind obdachlos. Meerane, 26. September.( W. T. B.) Das„ Leipziger Tageblatt" meldet: Gestern nachmittag wütete in dem altenburgischen Dorfe Bornshain eine große Feuersbruft. Dieselbe äscherte drei Bauerngüter mit neun Gebäuden und sämtlichen Erntevorräten eit. Part of Spain( Trinidad), 26. September.( Meldung des Reuterschen Bureaus.") Nach einer Meldung aus Caracas wird Venezuela voraussichtlich am 28. September Kolumbien den Krieg Das Köller- Festmahl. Die Väter der Stadt Elmshorn glaubten im Herbst vorigen Jahres den sie besuchenden Herrn Oberpräsidenten v. Köller dadurch besonders günstig für ihre Stadt stimmen zu tönnen, daß sie sich auf Kosten der Stadt einmal ordentlich den Magen vollschlugen. Sie veranstalteten deshalb ein großartiges Festmahl, für Ich möchte ferner erklären, daß ich bedaure, durch die Form den Oberpräsidenten nämlich, bei dem das Couvert( ohne Wein) meiner Aeußerung Anlaß zu einer Auffassung gegeben zu haben, an lumpige 20 mt. fostete. Es wäre zwar billiger gewesen, wenn beren Möglichkeit ich, wie ich auf das bestimmteste versichere, absolut man dem Oberpräsidenten das für nötig gehaltene Gratisnicht gedacht habe. Ich verstehe die Gefühle, mit denen die essen zu 20 mt. ins Hotel geschickt hätte; das hätte je erklären. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glode in Betlin. Drud und Verlag von May Babing in Berlin. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. st. 226. ,8. MM», ijeilage des Jorntörts" Kerlimr WlksblM. Parteitag der deutschen Soeialdemokratie. Schluß der Mittwochs- Sitzung. (Ausführlicher Bericht.) Richard Ftscher-Berlin(fortfahrend): Das ist der Grund, weshalb ich für die Resolution Bebels nicht habe stimmen können, weil darin die Stelle steht— ich weiß, Bebel hat es nicht beabsichtigt, aber der Schluß irird daraus gezogen—, daß Bernstein den Kampf gegen die bürgerliche Gesellschaft nicht führe. Wenn das in der wissenschaftlichen Revue steht, und eS dann heißt l «andrerseits hält Bernstein schon deswegen an der Soeialdemokratie fest. iveil er außerhalb derselben jedes politischen Einflusses ermangeln würde' (Große Unruhe)— ein so ordinäres Princip und das hat Kautsky aufgenommen! Wenn es weiter heißt:„Seine Aufgabe ist nur die Zersetzung der Partei", dann sind das nicht Entgleisungen, sondern der Ausdruck eines Systems.(Sehr wahr.) Tann ist es ja nicht nur Parvus. Die Genossin Luxemburg ist nicht anwesend, das kann mich aber nicht hindern, auch über sie etwas zu sagen. So war es schon in der Millerandfrage. Man kann eine Auffassung vertreten in aller Schürfe, aber man darf die Meinungen der Genossen nicht fälschen und bloß in der Absicht, geistreich zu sein, zu rabulieren, zu unterschieben und zu fälschen, so zu operieren, wie es die Genossin Luxemburg in der Millerandfrage und in ganz klastischer Weise in der letzten Nummer der„Neuen Zeit" gethan hat. In der Budgetbewilligungsfrage stehe ich auf dem Standpunkt der Genossin Luxemburg, ich verurteile die Motivierung FeudrichS. das Wort von der Gleichberechtigung hätte er unterlassen sollen. Aber wer von uns hat nicht schon eine gute Sache mit schlechten Gründen und in dummer Weise vertreten I Wenn ich nicht die Gabe habe, in geist- reicher Weise meinen Standpunkt zu vertreten, mich gleich als Trottel zu bezeichnen— das kann man dem Gegner überlassen, dazu ist die „Neue Zeit" nicht da(Sehr richtig I). dafür geben wir für sie nicht Tausende von Mark aus. Fendrich hat sich im Ausdruck vergriffen, aber deswegen mit der ganzen Kunst der Rabulisterei, wie sie vielleicht ein Erbteil ihrer Rasse ist, über ihn herzuziehen, das geht doch nicht an. Singer macht Fischer darauf aufmerksam, daß seine Redezeit abgelaufeir ist. Fischer: In zehn Minuten kann man eine Forderung an- schneiden; aber man kann wenigstens die Forderung stellen, daß es so nicht weiter gehen darf, daß von der Partei Rcmedur geschaffen werden muß.(Lebhafter Beifall.) Kautsky: Auf die schweren Anklagen, die gegen mich erhoben sind, kann ich in den zehn Minuten nicht eingehen, ich will mich auf einige wenige Punkte beschränken. Vor allem nehme ich keinen Anstand, zu erklären, daß ich die letzten Artikel von Parvus, die nicht unter meiner Redaktion veröffentlicht find, mißbillige und daß ich sie nicht auf- genommen hätte. Aber man darf auch nicht übertreiben und jene Artikel als unerhört hinstellen. Gewiß, der Ton ist unpassend, aber hat man nicht gegen Parvus und Luxemburg einen ähnlichen Ton in Süddeutschen Blättern angeschlagen? Hat man da nicht diese Ge- nassen in einer unerhörten Weise beleidigt? Dagegen habe ich in dem Artikel über Buer nicht das geringste Beleidigende gefunden.(Widerspruch.) Die Absicht der Beleidigung selbst lag nicht vor, und Parvus hat mir brieflich erklärt, daß er vor Auer die größte Hochachtung besitze, sowohl als Menschen wie als Partei genössen. Sie finden in dem Artikel nur eine Kritik der politischen Thätigkeit Auers, die vielfach nicht zutreffend, aber doch keine persöw liche Herabsetzung ist. Allerdings hat Parvus auch eine Geschmack� lofigkeit über das Germanentum von Auer verbrochen, aber ich muß als Milderungsgrund anführen, daß er da nicht originell war, sondern die Schalkhaftigkeit von Auer nachahmen wollte. Sehr un- geschickt, denn um Schalk zu sein, muß man Grazie haben, und worin sich Auer und Parvus unterscheiden, das ist die Grazie, die dereinebesitzt, der andere nicht.(Heiterkeit.) Aber abgesehen von diesen Artikeln ist doch das, was hier gesagt ist, furchtbar übertrieben. Es ist gesagt, Parvus und Luxemburg nehmen ja den ganzen Raum der„Neuen Zeit" eilt. Nun, was' haben sie denn in den letzten Jahren ver- öffentlicht? Parvus hat über die Finanznot in Rußland und über die laiidwirtsckiaftlichen Zölle äußerst instruktive und höchst lehrreiche Artikel geschrieben. Erst in jenen letzten Artikeln, auf die man fort während herumreitet, ist der Anstoß erregende Ton an geschlagen. Und was hat Luxemburg Artikel über den Fall Millerand, in höchst instruktiver Thatsachen mitgeteilt von höchstem Wert waren; einen Artikel Accordmaurer, der ganz sachlich und unbefangen war und auch wert- volles Material bot. Soll ich alle diese Artikel ablehnen, bloß weil sie von Leuten herstammen, die manchem mißliebig sind? Ich glaube, das wollen die Getwssen selbst nicht. Nun wirft nian mir ein. es handelt sich nicht um die Artikel, sondern um den darin angeschlagenen Ton. Dieser Ton vertrete ein System; und dieses System bestehe darin, daß jeder, der nicht meiner Ansicht ist, niedergeknüttelt wird. Das sei aber nicht Auf- gäbe der„Neuen Zeit", sie solle Probleme diskutieren und nicht ein- fach die Diskussion ersticken. Ja, sind denn nicht in der„Neuen Zeit" eine Unmenge Probleme diskutiert? Ist nicht die Bernstein-Frage in der„Neuen Zeit" aufgerollt worden? Man könnte mir eher vorwerfen, daß ich dieser Debatte zn spät als zu früh ein Ende ge- macht habe. Wir haben Diskussionen gehabt über die Konsumvereine, die Jugendlitteratur, die Verstaatlichung der Bergwerke und andre Fragen, man kann also nicht sagen, daß die„Nene Zeit" kein Dis- kussionsorgan ist. Aber, sagt man. die„Neue Zeit" solle über den Kämpfen stehen. Ja, wenn Sie das von mir verlangen, dann ver- langen Sie etivas, was über meine Kräfte geht. Wenn Sie ver- langen, daß die„Neue Zeit" eine Art wiffenschaftliches Ueberbrettl sein soll, eine Art höherer Warte, die von Uebergenoffen redigiert wird, dann werden Sie keinen Redacteur finden. Ich bin mir nicht bewußt, daß ich, wenn ich in die Arena des Kampfes hinabgestiegen bin, meine Pflicht den Genoffen gegenüber vernachlässigt habe. Quarck hat neulich gemeint, daß bei ims eine gewisse Nervosität über die Bernstein-Frage herrscht. Ich gebe das zu, diese Frage hat uns alle nervös gemacht. Hüben wie drüben ist man geneigt, jedes scharfe Wort als unerhörte Beleidigung aufzufassen. Auch der Ton ist ein unpaffender genannt. Man vergißt dabei eins. Wenn man mit einem Gegner polemisiert, so will man zeigen, ivohin die Konsequenzen seines Thuns führen. Damit sagt man aber nicht, daß der Gegner sich dieser Konsequenzen bewußk ist und ihnen absichtlich zustimmt. Daß Bernstein nicht die Absicht hatte, die Partei auf- znlösen, ist doch selbstverständlich; es ist mir auch niemals eingefallen, die bau» tidos der Genoffen von der andren Richtung anzuzivcifeln, noch ist das irgend einem meiner Mitarbeiter eingefallen; es sind nur die Konseqnenzen gezogen und gesagt, diese führen in den Sumpf. Aber man hat nicht gesagt, ihr wollt uns in den Sumpf führen. Das ist etwas ganz andres. Das eine kann man mit allem Nachdruck bekäinpfen, es ist aber nichts Beleidigendes, sondern nur etwas Schmerzliches. Allerdings kann ich nicht für alles, was in der„Neuen Zeit" steht, die Verantivortung übernehmen, in dem Sinne, daß ich jedes Wort unterschreibe. Sie verlangen doch. daß wir Selbstkritik üben, aber das können wir nur, wenn wir Toleranz üben. Auf der einen Seite nennt man mich den Großinquisitor, auf der andern Seite sagt man, ich sei viel zu tolerant. Ja, es fällt mir allerdings schwer, der Censor meiner Genossen zn sein und meine Mitarbeiter zu kastrieren. Es ist möglich, daß ich da zu weit gehe, aber einer Schuld bin ich mir nicht bewußt. Im übrigen hoffe ich, daß diese veröffentlicht? Einen dem sie eine Reihe hat, die für alle über die Frage der ganzen Klagen über die„Neue Zeit" beendet sind, denn sie sind doch nichts als ein Nachklang der Bernstein-Debatte. Das gebe ich gern zn: Die Bernstein-Debatte hat niemand mehr geschädigt, als die „Neue Zeit", und niemand in eine schwierigere Situation gebracht als den Redacteur der„Neuen Zeit". Ob der Redacteur der„Neuen Zeit" daran schuld ist, das ist eine andre Frage, die ich jetzt nicht auftolleu will, da ja die Bernstein-Debatten für immer beendet sein sollen. Und weil ich glaube, daß die Bernstein-Frage begraben ist und daß wir uns jetzt zusammenfinden werden zu gemeinsamem, einmütigem Arbeiten, darum glaube ich, ist auch alles, was Sie gegen die„Neue Zeit" vorgebracht haben, ein Dinq der Vergangenheit. Wir werden jetzt wieder einmütig kämpfen und stcqen. (Lebhafter Beifall.) Heine-Berlin: Stadthagen hat uns heute empfohlen, uns in der Polemik einer recht milden, wenig gehässigen und anständigen Form zu bedienen. Hoffentlich wird er das in Zukunft selbst bethätigen. Heute hat man davon noch nicht viel bemerkt, den» das Gebot der Berücksichtigung anständiger Formen gilt doch auch unsren Gegnern gegenüber. Ich muß Protest dagegen erheben, daß Stadthagen den Schriftsteller von Gerlach, von dem ich vorher gesagt habe, daß er ein guter Bekannter von mir sei, ohne jeden Anlaß als einen Schmutzfinken bezeichnet. Eine solche Ausdrucksweise entspricht meiner Auffassung von der Würde dieser Tagung nicht.(Sehr wahr!) Ebenso wenig halte ich es für angemessen, daß die Luxemburg ohne' jeden Anlaß von den hier anwesenden Bericht erstattern als von Schmölen gesprochen hat. Nun, der Vater der Schmöke war ein polnischer Jude, und ich wüßte nicht, welche Ursache die Luxemburg hat, diesen Ausdruck zu gebrauchen. Der Ton in unsrer Presse ist vielfach ein sehr unangebrachter. Mir liegt hier ein Artikel der„Münchener Post" vor, in dem in einem ganz unglaublichen Ton gegen die Mitarbeiter an den„Socialistischen Monatsheften" hergezogen wird. Das Komische daran ist nur, daß der Haupt-Mitarbeiter, Vollmar, der Vertreter für München ist. Ueber Grunwald nur ein paar Worte: Er hat Bernstein gegenüber das Wort Goethes über Dilettantentum gebraucht. Als Goethe das schrieb, war er 76 Jahre alt. Nun sollen wir ja, wie Stadthagen meint, niemand seine Jugend vor- halten, aber Stadthagen selbst hat uns Mitarbeitern an den„Monats heften" vorgehalten, daß wir eigentlich noch junge Leute sind, die erst etivas lernen müssen. Ja, wenn Vollmar, Auer und ich junge Leute sind, so sind Sie, Genosse Grunwald, ein Embryo gegen uns.(Stadthagen: Wer hat denn das gesagt?) Und in Ivelcher Weise hat Parvus Vollmar mitgespielt? Es ist besonder» abscheulich, daß er ihm vorhält, er halte gute Be- ziehnngen zur Regiening. Ich weiß nicht, ob er sie hält, aber wenn er sie hielte, dann könnte ich schlußfolgern, daß Parvus ohne diese guten Beziehungen Vollmars garnicht in München sein würde und daß er sich also nicht geniert hätte, diese Beziehungen auszunutzen. (Lebhafte Pfuirufe!) Ich erwarte, daß das Pfui dem Menschen gilt, der solche Geschenke annähme und dem, der sie gemacht hätte, ins Gesicht spuckte.(Rufe: Nein, Ihnen gilt's I) Sie haben die Artikel von Parvus gcmißbilligt, und die Art, wie Auer ihn gestern abgefertigt hat, war ja sehr hübsch, humoristisch und nett, aber sie genügt denn doch nicht vollkommen. Ich habe in meinem Wahlkreise den Kampf gegen die Antisemiten zu führen, und ich kann es nicht für angemessen halten, daß Parvus in der Weise,>vie er es zweifellos durch jene Stelle in seinem Artikel thut Propaganda für den Antisemitismus niacht. Denn das ist das Resultat seiner ungezogenen Bemerkung über die deutsche Nation, die eine Nation sei, die nicht schlau sein könne. Kautsky sagt, ParvuS habe ihm geschrieben, das sei nicht so schlimm gemeint. Ja. das ist uns gleich. Gesagt ist gesagt. und ausgenutzt ist es vom ersten Tage ab. Es ist wirklich nicht an- genehm, daß die Gegner jetzt kommen und sagen:„Das habt ihr von euerem Internationalismus." Wenn einer, so bin ich gegen den antisemitischen Gedanken gefeit, und es ist eine unglaubliche Thor- heit, uns so etwas zu sagen, denn unser Internationalismus hat damit nichts zn thun. Unser Internationalismus bedeutet, daß jede Nation die andre achtet, und ich habe keine Miß achtung gegen die russischen und polnischen Juden, aber wenn jemand als Gast zu unS kommt und uns in die Stube spuckt, so Iverden wir uns das nicht gefallen lassen und werden mit oller Energie, wenn auch mit der uns angeborenen Höflichkeit, dagegen Protest erheben.(Zubeil ruft: Sie waren ja selbst Antisemit, Sie waren Vorsitzender des antisernitischen Vereins deutscher Studenten). Der diesen Zuruf macht, war derselbe Herr, der sich vorhin erlaubte. Pfui zu rufen. Daraus, daß ich Antisemit war, habe ich kein Hehl gemacht, das hat jeder gewußt. Nun noch einS: Kautsky hat darauf hingewiesen, wie schwer eS ist, daß die„Neue Zeit" zugleich ein Kampforgan und ein wissenschaftliches Organ sein soll. Ich gebe zu, daß das sehr schwierig ist; z. B. dürfte man dann nicht die Abgeordneten der Partei so angreifen, wie das geschieht. Ich glaube, daß der ein- geschlagene Weg nicht immer der richtige war, und ich hätte nur ge- wünscht, daß Kautsky ebenso wie Bernstein erklärt hätte, daß er den Beschluß des Parteitages acceptiert. Wenn nur auch Kautsky so wäre, aber dafür habe ich leider keine Hoffnung. Ledebour hat vorhin in höchst höhnischer Weise sich über die Erklärung Bernsteins ausgesprochen, über die wir uns alle so gefreut haben; er hat gesagt: Bernstein stellt sich hin und sagt: Ich kann auch anders I... Singer: Es ist nicht angebracht, Privatgespräche in die öffent- liche Diskussion zu ziehen. Ich bin selbstverständlich bereit, volle Redefreiheit zu gewähren, aber das geht nicht, daß Privatgespräche hier öffentlich erörtert werden. Heine(fortfahrend): Dann benutze ich die Gelegenheit, um zu erklären, daß ich die Handlungsweise von Bernstein für höchst mutig und ehrenvoll gehalten habe, daß niemand ein Recht hat, ihm daraus einen Vorwurf zn machen und daß diejenigen, die �das nicht anerkennen, Leute sind, die zeigen, daß sie den Frieden nicht wollen. (Beifall und Widerspruch.) Stückle»- Altenburg: Die Parteipresse hat nicht die Aufgabe, Parteigenossen anzu- greifen. Wir in Thüringen haben uns ganz gut vertragen, bis Ge- nasse Grunwald als neue Leuchte nach Erfurt kam und als„Chef- redacteur" die vier Seiten starke Erfurter„Tribüne" zu leiten be- gann. Nun gut! Aber was uns nicht gefällt, das ist die Anreißerei (Sehr wahr!), die Sucht, ja in der Oeffentlichkeit besprochen zu iverden, was man dann mit allen Mitteln zu erreichen sucht. Als die Anti« Bernstein- Bandwürmer an die bürgerliche Presse versandt waren, da schrieb diese, die Thüringer Soeialdemokratie steht unter dem Einfluß des Dr. Grunwald— zu dem„Chefredacteur" wurde noch der„Dr." angefügt. Es wurde ihm damit eine Wichtig- keit beigemessen, die wir ganz entschieden bestreiten müssen. Ver- chiedene Parteigenossen haben das mit Recht kritisiert und in welcher Weise hat Grunwald sie dann angerempelt I Z. B. den Genossen Thiele I Den„Vorwärts" rempelte er an. weil dieser seine langen Artikel nicht in die Welt hinausposaunen half; dazu ist unser Centralorgan wahr- haftig nicht da. Wie soll denn das erst werden, wenn die Papier- preise fallen und die„Erfurter Tribüne" vielleicht sechs Seiten stark erscheint!(Heiterkeit.) Der Parteivorstand hätte Grunwald schon längst sagen sollen, diese Anrcmpeleien müßten eine Grenze haben, er solle sich nicht so viel Kraut herausnehmen, es seien noch andre Leute da.(Sehr wahr!) Es läßt sich gar nicht leugnen, daß in den Kreisen der Genossen eine sehr starke Mißstimmung gegen die Akademiker in der Partei herrscht. Ich teile diese Mißstimmung in der Weise nicht; wenn das aber in der Weise weiter geht, dann begreift man sie(Sehr wahr!) um so mehr, wenn die Parteithätigkeit dieser Leute noch sehr jungen Datums ist. Jeder hat das Recht, seine Meinung zu sagen, aber gewisse Grenzen und Formen muß er innehalten; auf keinen Fall aber darf er in hochnäsiger und prätentiöser Weise auftreten. Dieses Auftreten war bisher ein Vorrecht der Genossin Luxemburg. Wenn ich unhöflich sein wollte, dann würde ich sagen: der" Genosse Grunwald scheint mir eine mißlungene männliche Ausgabe der Ge- nossin Luxemburg zu sein.(Stürmische Heiterkeit.) König-Bochum: Wir haben kein polnisches Blatt im Kreise. Nun hat der Vor- stand seine Beziehungen zur„Gazetta Robotnicza" gebrochen. Welches Blatt sollen wir nur unsren polnischen Genoffen im Kreise empfehlen? Redner empfiehlt den Antrag 136. Wir im Buchhandel empfinden es schmerzlich, daß die„N. Zt." keine Fortschritte macht, während die „ Sor. Monatsh." durch baruumhafte Reklame von Tag zu Tag neue Leser gewinnt. Ulrich-Offenbach: Die Preßkommissionen sind ein Kind der Parteiverhältnisse an den einzelnen Orten. Hätten diese Orte einen auskömmlichen Redaktionsetat, dann hätten die Prätentionen j gewisser Re- dactcure ihre Berechtigung. An einzelnen Orten aber befinden sich die Parteiblätter in äußerster Not und das Sparen" am Redaktionsetat ist die Hauptaufgabe der Prcßkommifsionen. Bis zu einem gewissen Grade war Calwer be« rechtigt, darüber zu klagen, daß in der Preßkommission Genossen sitzen, die von der Journalistik nichts verstehen. Durch das Reden darüber wird aber nicht Wandel geschafft, das ist nur möglich, wenn die Genossen es sich zum Gesetz machen, nur dann an die Gründung von Blättern zu gehen und an die Bestellung von Redacteuren, wenn sie die materielle Grundlage haben und einen Redaktions- Etat ausstellen können.(Beifall.) Run will ich über den Ton meine Meinung sagen. Der ersten Mahnung Heines will ich gern folgen, aber seinen weiteren Ausführungen kann ich nicht folgen. Wenn wir uns befleißigensollen, einen vernünftigen Ton anzuschlagen, dann dürfen wir nicht so losgehen wie Heine.(Lcbh. Zustimninng.) Der größte Teil meiner Ausführungen ist abgeschlagen durch die Erklärungen KautSkyS. Ich habe die Zuversicht, daß die„Neue Zeit" in der Folge andere Bahnen folgen wird. So kann es nicht fortgehen, wie in der letzten � Zeit, wenn sie nicht jeden Einfluß im Parteileben verlieren will. Sie hat die Stellung verloren, die ihr eigentlich gebühren sollte, und zwar, als sie in der Debatte über die Agrarfrage Töne anschlug, die ihre Mitarbeiter, die andrer Meinung waren, heranSgegrault hat. (Sehr richtig!) Es fehlt leider einem großen Teil unsrer Journalisten das proletarische Klafsenbewußtsein, das sie in erster Linie unter ich bethätigen sollten. Wie kommt das? Es erklärt sich daraus, daß die lautesten Rufer im Streit in der That die Fühlung mit den eignen Parteigenossen verloren haben. Deshalb schlagen sie gegen Ihresgleichen einen bedenklichen Ton an.(Sehr wahr!) Unsre Gegner können uns oft nicht besser bekämpfen, als durch die Veröffentlichung von Aeußerungen von Parteigenossen egen einander, die sie noch besonders ausmünzen. Der größte Dehler, den wir zu beklagen haben, ist der: unsre eignen Organe rnd oft nicht mehr Kampforgane gegen unsre Feinde, sondern Kampf- organe gegen uns selbst. Sollten die heutigen Verhandlungen dazu führen, dieses Uebel zu beseitigen, dann hätten sie großen Wert.(Bei- fall.) Kautsky sagt, es sei unmöglich, daß die Redaktion der„Neuen Zeit" über den Wassern schwebt. Bis zu einem gewissen Göade aber hat er, der leitende Redacteur einer solchen Zeitschrift, an der Hand, alle Richtungen zu Wort kommen zu lassen. Keine sollte geächtet werden. Dazu mußte er allerdings die eigne Meinung möglichst zurückstellen und persönliche Angriffe unterlassen. Nicht ein wissenschaftliches Ueberbrettl wünschen wir, wohl aber, daß die Formen beachtet werden, unter denen man sich selber behandelt wissen will. Calwer: Diese Debatten machen immer den Eindruck: Wo Verstim« mungen herrschen, gilt die Moral immer nur für den andren Teil, deshalb will ich auf die„Neue Zeit" nicht eingehen; ich fühle mich da als Partei. Ehrhardt hat sich mit meinem Artikel in den„Socialistischen Monatsheften" beschäftigt. Ich muß voraus- chicken, daß bei dieser Frage höchstens über einen Punkt Einstimmig- keit bei unS herrscht, darüber nämlich, daß unsere Preßverhältnisse unbefriedigend sind. Ueber die Gründe streiten wir uns und über die Mittel, wie dem abzuhelfen ist. Ich fürchte, diese Mißstände werden zunehmen, je größer der Stab unsrer Journalisten wird, und zwar unsrer Berufsjournalisten, die bloß Journalisten find und es bleiben wollen. Je größer ihr Kreis wird, desto mehr müsse» ich diese Gegensätze herausbilden. Der frühere Idealismus ist nicht mehr vorhanden, jedenfalls dürfen wir uns auf ihn nicht verlassen. Von den Handarbeitern verlangen wir ihn ja auch nicht. Sie werden nach den Sätzen ihrer Organisation bezahlt. Verlangen Sie ihn also auch nicht bei den geistigen Arbeitern. Auch ihre Ansprüche sollten befriedigt werden, sonst ist die Folge unbefriedigende Leistung in der Presse. Getadelt habe ich besonders den Mangel durchgehender Berichterstattung über den Wirtschafts- markt. Wir sind da ganz auf die gegnerische Presse angewiesen, und die Arbeitgeber, Banken, Aktiengesellschaften schildern die Lage so wie eö ihnen paßt, nicht wie sie ist. Die Arbeiter- oraanisationen könnten sehr gut Material zur Beurteilung der Lage beschaffen. Hätten sie es gethan, so würden viele von unS nicht von der herannahenden Krise überrascht worden sein. Mein ungünstiges Urteil über die Parteipresse kann ich in keiner Weise modifizieren. Auf der einen Seite stehen die Schrifssteller; ihren beredhtigten Forderungen sollte die Gegenseite entgegenkommen; nur so ist ein Ausgleich möglich. Grimpe beantragt Schluß der Debatte. Ledebour: Ich persönlich bin in unerhörtester Weise angegriffen worden von Heine. Wir müssen darauf antworten können. Der Schlußantrag wird abgelehnt. Dr. Gradnauer: Es ist hier außerordentlich viel über den guten Ton in der Partei- presse gesprochen worden. Wie schwer es ist. die richtige Grenze zu finden, das hat sich bei einzeln Rednern gezeigt, die sich selbst über den schlechten Ton beschwert haben.(Sehr richtig!) Heine hat sich über den üblen Ton von Rosa Luxemburg und Parvus beschwert. Ich stimme darin mit ihm überein; dann aber ist es um so bedauerlicher, daß er die Unziemlichkeiten von jener Seite mit eben so groben Unziemlichkeiten von seiner Seite beantwortet hat.(Sehr gut! Ruf: übertroffen hat!) Der„Vorwärts" ist seither bemüht, in Parteiangelegenheiten einen Ton innezuhalten, der nicht angeklagt werden kann. Ehrhardt hätte den Vorwurf ans einem einzelnen Fall nicht ver- allgemeinern sollen. Ehrhardt hat dabei eine einzigartige Auffassung über den persönlichen Verkehr der Genoffen. Es ist eine seltsame Zumutung an mich und andre Genossen, wir sollten nicht über die Straße gehen mit Genossen, mit denen wir uns in fach- lichem Gegensatz befinden. Ich stimme mit Rosa Luxemburg in sehr vielen Dingen nicht überein, aber ich halte sie persönlilh für eine sehr interessante und kluge Frau.(Sehr richtig!) Wir würden in eine lächerliche und thörichte Cliquenwirtschaft verfallen, wenn wir Genossen wegen sachlicher Meinungsverschiedenheiten nicht die Hand reichen sollten.(Sehr richtig I) Calwer hat mich nicht davon überzeugt, daß er eine fruchtbare Kritik an der Parteipresse geübt hat. Ja, wenn er nur den Mangel guter wirtschaftlicher Uebersichten getadelt hätte. Aber er hat ganz allgemeine Bemerkungen über die Parteipresse gemacht, gewiß in guter Absicht. aber ohne Berücksichtigung der'Verhältnisje der kleinen Parteipresse. Ich habe überhaupt den Eindruck, als wenn die„Socialistischen Monats- hefte" in einer der Redaktion selbst nicht angenehmen, aber in den Verhältnissen liegenden Sucht der Kritik derartige Artikel bringen.(Sehr richtig.) Es lohnte sich nicht, dieses Pronunciainento gegen die Parteipresse zu veröffentlichen. Statt dieser Kritik sollte " teilen, Die Ledebour: Ich bin fertig.( Stürmischer Beifall.) " man lieber versuchen, im Verein mit den Genossen so gut als Ich bin ein entschiedener Gegner Bernsteins, aber einen so ver möglich Besserung zu schaffen.( Sehr gut!) Leider kann ich die Hoffnung Kautskys nicht dienten Parteigennssen muß ich doch in Schuh nehmen gegen eine Grunwald: daß jetzt, wo in der derartige wasserköpfige Kanipfesweise.( Heiterfeit.) Ja, wenn man Bernsteinfrage eine gewisse Verständigung erzielt worden Nach dem großen und verdienten Beifall, der meinem Vor- schreibt, muß man doch gleich deutsch schreiben. Nun macht mir ist, die auch bon ihm beklagten Uebelstände in der redner gezollt wurde, und nach der Gesinnung, die Sie damit be- Grunwald den Vorwurf der Perfidie. Das ist mir höchst gleich Neuen Zeit" verschwinden. Es liegt nicht an dem häßlichen Ton, fundet haben, halte ich es nicht nur im Interesse der Zeit, sondern gültig. Vielleicht scheide ich jetzt für ihn auch aus der Liste der Parteis auch nicht daran, daß die„ Neue Zeit" durch die Bernstein- Debatte auch im Interesse des eigenen Taktes für völlig überflüssig, auf alles genossen aus.( Grunwald: Der anständigen Parteigenossen!) in eine besonders schwierige Lage gekommen ist. Nein, es liegt an einzugehen, was gegen mich gesagt ist. Ich beschränke mich lediglich Stadthagen: Heine hat uns in feiner, wie er selbst annimmt, der ganzen Organisation der Neuen Zeit", daß sie erhebliche Mängel auf die Zurückweisung einiger persönlicher Angriffe. Ich erkläre, außerordentlich vornehmen, selbstgefälligen, abgeklärten und schönen zeigt. Sie verbindet Aufgaben mit einander, die der genialite daß ich es lebhaft bedauere, die Versendung einiger Artikel an bürger- Weise ein Kolleg über Anstand gehalten und unter denen, die darin Redacteur nicht lösen kann. Sie soll zugleich wiffen- liche Beitungen veranlaßt zu haben. Ich habe es im guten gefehlt haben, auch mich genannt. Ich soll Herrn von Gerlach als schaftliches Diskussionsorgan und ein altuelles Organ sein, Glauben gemacht, wollte der bürgerlichen Preise auch ein anderes Schmutzfiuten bezeichnet haben, obwohl ich wissen mußte, daß er das Stellung สน den Fragen des Tages nimmt. Das Bild von unsrer Parteibewegung geben, als sie es im Vorwärts" Heines Freund ist. Thatsächlich habe ich von Schmuh am unrechten find Aufgaben, die teine einzige Zeitschrift sonst miteinander zu gefunden hat. Ich habe eingesehen, daß es nicht richtig ist, ich Ort gesprochen und angeführt, daß Gerlach in der Wiener Zeit" lösen begehrt und im stande ist. Ich habe schon einmal, und zwar bedauere es aber lebhaft. Stücklen hat mich zuerst angegriffen. Es schreibt:„ Ich verkehre bei Heine und muß sagen, prächtiger Ster!! in Uebereinstimmung mit Kautsky, ausgeführt, daß es nicht fegens- sind gehässige Angriffe gegen mich aus Solingen gerichtet worder; Wenn alles erreicht ist, was er will er meint zwar, er ist reich gewesen ist, nach dem Fall des Socialistengesetzes aus der ich habe darauf nicht geantwortet; für mich ist der Betreffende Socialdemokrat- dann bleibt uns Nationalsocialen nichts weiter monatlich erscheinenden eine achttägig erscheinende Neue gestrichen aus der Liste der anständigen Parteigenossen.( Frohme: zu sagen übrig. Dies habe ich ausgeführt und hinzugesetzt: Zeit" zu machen, die neben der Forderung der" alten Das geht ja fir bei Ihnen! Heiterkeit.) Ich will Ihre Zeit nicht Solchen Nationalsocialen und andren Schmugfinten gegenüber sollte Wissenschaftlichkeit zugleich die Forderung der Aktualität erfüllen länger aufhalten; ich bin zu Unrecht angegriffen worden, wenn man nicht schweigen. Ich muß dabei bleiben, wiewohl ich Heine joa. Kautsky hat ganz Außerordentliches geleistet, aber ein solches ich auch vielleicht im Ton etwas über die Stränge geschlagen habe. gar nicht absprechen will, daß das, was er heute gesagt hat, ein Unternehmen ist eine Unmöglichkeit. Die bürgerlichen Zeitschriften Gedanke am unrechten Ort ist. Weiter sagt Heine, ich hätte den nehmen journalistisch eine ganz außerordentliche Ausdehnung. Frau Zetkin: Socialistischen Monatshefte" haben nicht nur wegen des schlechten schiedenen Seiten auf ihren einseitigen Charakter und ihren Ton Sie sind ja nicht im stande, die Tragweite Ihrer Handlungen zu Der geringe Abonnentenstand der„ Neuen Zeit" ist von ver- über den Vorwurf erhoben, sie seien junge Leute. Mitarbeitern der Socialistischen Monatshefte" und auch ihm gegens Das ist unwahr. Tons in den Neue Beit"-Artikeln einen solchen Abonnentenkreis ge- zurückgeführt worden. Ich halte diese Ansicht für irrig; ich glaube, übersehen, aber die Fähigkeit befizen Sie zweifellos, daß Sie wonnen, sondern weil sie es gerade verstanden haben, aktuell zu daß der wesentlichste Umstand, welcher sich einer wünschenswerten werden. Der Parteivorstand sollte prüfen, ob nicht die Möglichkeit zu Berbreitung der„ Neuen Zeit" entgegenstellt, mehr das ist, daß die wissen, daß ich gegen Sie das nicht gesagt habe. Ich weise es schaffen ist, ein wissenschaftliches Organ zu haben, welches in gründlicher Neue Beit" ein wissenschaftliches Organ ist, das Weise Probleme des Socialismus behandelt, und auf der andren Seite die Auf- zurück, daß Sie solche unwahrheiten hier von der Tribüne herab eine Wochenschrift, die in frischer aktueller Weise die politischen Erfassung aussprechen. Heine glaubte, der Pfui Ruf beziehe sich auf politischen Partei bereignisse des Tages behandelt. Wenn auch die Monatszeitschrift ein giebt es nur eine einzige Wochen- Barbus, er wird inzwischen eingesehen haben, daß er sich nicht auf Defizit haben würde die Woche" natürlich ausgenommen und wissenschaftliche Zeitschriften haben schrift die an Abonnenten- Parvus bezog, sondern darauf, daß er etwas gethan hat, was nicht immer Defizits bei uns in Deutschland-, das könnte die Partei zahl die„ Neue Zeit" übertrifft. Es ist fein einziger unter uns, der nur unter Socialdemokraten, sondern unter allen Menschen als uns tragen. ber einen hohen Abonnentenstand erlaufen wollte durch Preisgabe anständig gilt, jemand einer Regierung gegenüber zu denunzieren. ihres ausgesprochenen Parteicharakters und durch die Annahme eines Senfationscharakters wie der der Zukunft".( Lebhafter Beifall.) Ich bedauere den Ausfall Ehrharts, daß die Leistungen unsrer Ich glaube, ein Parteigenoffe, der eine Ueberzeugung hat, der seine Redacteure anscheinend von der Bezahlung abhängig seien, ins- Ehre darin sekt, einer politischen Ueberzeugung zu dienen, der wird besondre bedauere ich auch die Bezugnahme auf Liebknecht. Das ist nicht in die Fußtapfen eines Maximilian Harden treten.( Lebhafter ja das Uebel, daß wir immer am Alten fleben, dent Maßstab von Beifall.) Bernstein: Es ist mir ein Vorwurf daraus gemacht, daß ich bor 25, 30 Jahren anlegen, wo wir noch keine Berufsredacteure hatten. Man hat in den Breßkommissionen Die Genossen, die ein solches Gewicht auf den Ton gelegt haben, aus einem Brief von Kautsky hier eine Stelle citiert habe. Ich Anzahl Belege vorhanden dafür sind eine ganze haben übersehen, daß sie beeinflußt sind durch den ganzen internen würde entschieden einen Verstoß darin erblicken und will durchaus vielfach die Ansicht, die Redacteure Kampf der Meinungen für und wider die erstrebte Revision unsrer ich in den legten Nummern der„ Neuen Beit", wie Kautsky selbst tein Vorbild geben, mit Briefstellen herumzuwerfen. Aber nachdem brauchten nicht besser zu stehen, wie sie, die Mitglieder der Preß- Taktik und unsrer Auffassungen. Dadurch hat man sich von tommissionen selbst. Das Papier, der Druck muß bezahlt werden, beiden Seiten gewöhnt, nur jene Artikel ins Auge zu zugiebt, in einer Weise angegriffen bin, die meinen Charakter in die Sezer haben ihren Tarif, da wird am Redaktionspersonal ge- faffen, in unmittelbarem Zusammenhang mit Frage stellt, in einer Weise, die mir das Recht, Socialdemokrat zu spart. Das Ideal scheint zu sein ein Zustand, bei dem, wie man ja internen Kampf stehen, und man hat darüber die große Bahl Stelle citiert, die nicht geeignet war, Kautsky in der öffentlichen sein, bestreitet, habe ich aus einem Briefe eine einzige in Raffel will, man den Redacteur ganz abschafft und die Zeitung durch instruttiver, wertvoller, wissenschaftlicher Artikel übersehen, die nicht Aufgabe sein, aus 14 Beitungen eine 15. zu machen. Die Existenz gemeinen theoretischen Schulung oder der Vermehrung unsrer daß er die von Heine vorgebrachte Bemerkung über mich gethan den Verleger und Expedienten herstellen läßt. Das kann nicht unsre im Zeichen des Kampfes gestanden haben, sondern die unsrer all- Meinung herabzusetzen. Daraus kann man mir keinen Vorwurf machen. Dann hat Ledebour allerdings sehr bedingt des Redacteurs muß ausreichend und sichergestellt werden. Stampftüchtigkeit auf den verschiedenen Gebieten gedient haben. hat. Er hat meine Erklärung in der unanständigsten Weise verdreht, Singer: Ich bitte auch Bernstein, private Aeußerungen nicht zum Gegenstand der öffentlichen Diskussion zu machen. Bernstein: Er hat einen Ausspruch, der mich von neuem berdächtigen würde, nicht zurückgenommen. Ich hoffe, daß er das Lipinski- Leipzig: Singer wiederholt dem Redner gegenüber sein Ersuchen, die Forderungen des Vereins Arbeiterpreffe" nicht zu begründen, da dem Parteitag das Material fehle. Ledebour: einer ganz tritt. In Deutschland " bestimmten jenem habt Ihr Man hat gesagt, daß der Ton der„ Neuen Zeit" erst durch Barvus und die Luxemburg, durch den Einfluß des fernen Ostens hereingebracht worden ſei. Genossen, unfre Parteigeschichte und unfre früheren Kämpfe so vollständig vergeffen? Haben wir vergessen, daß schon lange, ehe Russen und Heine hat in unerhörter Weise eine Anzahl Genossen, darunter auch Ausländer mit uns gefämpft haben, die Socialdemokraten in den mich angegriffen. Ueber den Ton von Angriffen gegen mich pflege ich mich Bruderkämpfen sich mit der gleichen Grobheit und Leidenschaftlichkeit in nicht zu beschweren. Wenn aber Heine sich hier hinstellt und andern die Haare gefahren sind?( Sehr wahr!) Diese Schwäche, die wir Leuten gute Lehren geben will, so dürfte er doch nicht selbst in einen hier gezeigt haben, wurzelt in dem, was unsre Stärke gegen unsre Zon verfallen, wie wir ihn noch niemals auf unsern Parteitagen zu Gegner ist( Lebhafter Beifall); sie wurzelt in der Leidenschaft der hören bekommen haben c'est le ton, qui fait la musique! Ueberzeugung, in dem flammenden Wunsche, unsre Sache zum Siege Ich weise nur auf den zu führen.( Stürmischer Beifall.) Sie sollten sich bezüglich dieses Feldwebelton hin, den er gegen den Genofien Zubeil angeschlagen oft über die Stränge schlagenden Tones, auch der Ausländer, doch nicht Hat.( Sehr richtig!) Ich begrüße sein Auftreten als ab- auf den Standpunkt des Bürgermeisters von Krähwinkel stellen, schreckendes Beispiel. Worüber ich mich aber hauptsächlich sondern mit Heine sagen: persönlich zu beklagen habe, ist nicht der Ton, das ist diese Methode, persönlichen Klatsch, der ihm zugetragen ist, hier öffentlich auf der Tribüne auszunuzen. Irgend jemand hat Heine privatim gefagt, daß er mich privatim nach der Situng irgend etwas hat fagen hören. Es ist der Ton, der die Musik macht. Es war nicht genau so, twie er es gesagt Ausländer, Fremde sind es zumeist, Die unter uns gesät den Geist Der Rebellion; dergleichen Sünder, Gottlob, sind selten Landeskinder." ( Stürmischer Beifall.) hat; ich habe keinen Anlaß, fachlich noch einmal die Bern- Sie dürfen bei Parvus und der Luxemburg über allem, was stein Debatte aufzurollen. Aber die Methode hier, so sie in der Form gesündigt haben, nicht vergessen, was sie in der etwas in der öffentlichen Debatte Debatte vorzubringen, das ift Sache uns genügt.( Sehr wahr!) nach allem gesellschaftlichen, nach allem politischen Gebrauch un- Nun ist uns von Heine recht eindringlich gesagt worden, was zulässig( Sehr richtig!), das wird als unzulässig überall zugegeben, die Luxemburg und Parvus find. Unter uns find sie nicht als das stimmt allerdings mit andren Gebräuchen überein, die jetzt Russen und Juden, sondern als Parteigenossen( Stürmischer Beifall), bei uns Eingang gefunden haben, daß man Privatbriefe früherer die auf dem Boden des gleichen Programmis stehen wie wir. Wenn uns von Freunde aufsammelt und dann mit Wizen hausieren geht( Bern- Heine der Rat gegeben ist, unfren Ton zu ändern, so stimme ich mit stein: Gilt das mir?). Das gilt Ihnen( Bernstein: Ich bitte ihm überein: wir find allzumal Sünder und ermangeln des Ruhms, ums Wort!)-, daß er aus einer Privatgesellschaft, wo ich den wir für eine Anstandskommission für höhere Töchter haben zufällig mit ihm zusammengetroffen bin, mitteilt, was ich eigentlich sollten.( Große Heiterkeit und Beifall.) hätte fagen müssen.( Heiterkeit.) Wenn diese Methode Bernsteins Ich schlage aber vor, zum Zweck einer Erziehung zum höheren und Heines Schule machen sollte, dann würde der gesellschaftliche Ton die legten Ausführungen Heines möglichst wörtlich im Protokoll Werkehr unter Genossen überhaupt unmöglich sein. fein.( Sehr zu bringen( Lebhafte Heiterkeit und Beifall), damit wir wissen, wie richtig!) Gradnauer sagte schon: Man kann noch so scharfe anständig der Ton sein soll, dessen wir uns befleißigen müssen. Differenzen haben, sich sogar sehr grob behandeln und doch( Stürmischer Beifall.) gesellschaftlich verkehren; aber mit Leuten, die Privatklatsch Rosbizki- Wandsbek begründet einen Schlußantrag. Es ist sehr öffentlich ausnuten, im Parlament, in der Presse, auf dem Parteitag wünschenswert, heute noch die beiden Referate über die Accordgegen Parteigenossen, überhaupt gegen Mitmenschen, kann man nicht maurer- Angelegenheit zu hören. Es sind viele Parteigenossen, die mehr gesellschaftlich verkehren. Ich appelliere an das fachmännische ein Interesse daran haben, heute als Gäste erschienen. Verständnis Auers.( Seiterfeit.) Wenn es Auer passieren sollte, Aeußerungen, Der Schlußantrag wird angenommen. Parteigenossen gethan hat, die immer sehr amusant sind, die ich immer sehr Persönliche Bemerkungen. gern gehört habe- des Wizzes wegen und weil sie meistens er nimmt das ja nicht übel saugrob find ( Heiterkeit.)-wenn die in böswilliger Absicht ausgeschlachtet Nun habe ich ja auch mein Fett weg.( Sehr verdient!) würden gegen ihn, dann würde er jagen: ja, jezt gehe Gradnauer und Fran Zetkin haben gewiß recht, daß ich auch Mensch ich in keine Sneipe mehr, wo ich mit Parteigenossen zusammentreffe bin. Es fällt mir gar nicht ein, das zu bestreiten, aber gegen zwei So etwas muß aufhören und ich spreche, Parteigenossen, glaube ich unrichtige Behauptungen muß ich mich verwahren. Ledebour hat in Ihrer aller Sinne, daß wir uns derartiges Herumtragen von mir etwas vorgeworfen, was in Ihrer aller Augen und auch in Privatklatsch, derartige Ausnutzung von in Privatgesprächen ge- meinen Augen ein schwerer Vorwurf wäre. Ich soll gegen Parvus fallenen Bemerkungen, von Stellen aus Freundesbriefen ein für allemal etwas gejagt haben, was eine Anzeige ist. Nach dem Stenogramm berbitten.( Sehr wahr!) meiner Rede habe ich wörtlich gesagt: die er über andre A Heine: Es ist besonders abscheulich, daß er ihm vorhält, er halte gute Beziehungen zur Regierung. Ich weiß nicht, ob er sie hält, aber wenn er sie hielte, dann könnte ich schlußfolgern, daß Parvus ohne diese guten Beziehungen Vollmars gar nicht in München sein würde, und daß er sich also nicht geniert hätte, diese Beziehungen auszunuzen.( Hört! hört!) Nun frage ich Sie: Anzeigen heißt doch, jemandem etwas fagen, was er noch nicht weiß Heine: Ich glaube doch, daß ich im Rahmen einer persönlichen Bemerkung wenigstens sagen darf, warum das keine AnSinger: Bitte! Aber das ist noch nicht das schlimmste, was Heine gethan hat; das Schlimmste ist das, was er gegen Parvus vorgebracht hat. Er hat hier erzählt, Parvus verdankte die Möglichkeit seines Aufenthalts in München der Intervention Vollmars bei der bayerischen Regierung. Genossen, Sie alle wissen, was das sagen will.( Sehr wahr!) Genosse Barbus, gegen den ja wegen seines Tones Angriffe erhoben worden sind der aber ein eifriger, überzeugter Barteigenoffe ist, ist wegen seiner Parteithätigkeit durch Deutschland gehetzt worden, aus Preußen, aus Hamburg, aus Reuß SchleizSinger: Ich kann nicht zugeben, daß Sie im Rahmen einer Lobenstein, schließlich in Bayern hat er eine Ruhestelle gefunden. persönlichen Bennertung Ihre vorigen Ausführungen begründen. Sie Sun weiß ich nicht, ob das richtig ist, daß er dort diese Rubestelle haben richtig gestellt, was Sie gesagt haben, und damit müssen Sie der Intervention Vollmars verdankt( Bebel: Das ist nicht diesen Punkt verlassen. richtig!) vielleicht wissen Sie es nicht( Bebel: Ich weiß es aber wenn Vollmar das gethan hat, so hat er nur seine verfluchte Pflicht und Schuldigkeit gegen einen Parteigenoffen gethan, zeige ift. gleichviel ob er tausend Konflikte mit ihm hatte.( Lebhafter Beifall). Aber ich hoffe, daß Vollmar aus diesem Vorkommnis die Lehre ziehen Heine: Die guten Beziehungen, die Vollmar in München zwischen wird, daß man derartige vertrauliche Mitteilungen nicht an Leute unsern Genossen und der Regierung hergestellt hat, und die sich unter übergiebt, die im stande sind, so etwas gegen den Gehegten anderm darin geäußert haben, daß die Münchener einen großen Umund Ausgewiesenen auf öffentlicher Volkstribüne hier zu verwerten. zug machen durften mit der roten Fahne voran. ( Lebhafter Beifall.) Ich halte den Genossen Heiue für einen viel zu Singer: Das geht aber doch nicht an, daß Sie im Rahmen guten Juristen, als daß er nicht die Tragweite einer( Sehr richtig!) einer persönlichen Bemerkung hier erzählen, was Bollmar in München ich will mich einmal eines dentschen Ausdrucks bedienen, da mir möglich ist. der fremdländische zu grob ist- folchen Anzeige sich nicht bewußt Seine: Sie haben recht. Ich will wieder zur persönlichen sein sollte. Bemerkung zurückkehren und ich muß mich dagegen verwahren, als Parteigenoffen, Ton hin und her, gesellschaftlicher Anstand hin und hätte ich durch meine Bemerkung eine Anzeige erstattet. Ferner hat ich meine, die äußerliche Korrektheit des Auftretens wirkt un- Frau Betfin es für nötig gehalten, zu betonen, daß die Luxemburg angenehm, wenn sie kollidiert mit dem, was die Franzosen nennen und Parvus unter uns nicht als Ausländer oder Juden, sondern als politesse de coeur- Höflichkeit des Herzens.( Sehr richtig!) Genossen sind. Das habe ich selbst betont, ich selbst habe mich aufs So etwas darf nicht vorkommen, und unsre Meinungen mögen entschiedenste gegen den Vorwurf antisemitischer Anwandlungen verauseinandergehen wie sie wollen- so etwas müssen wir verurteilen als wahrt.( Widerspruch.) Socialdemokraten, als Männer von Herz und Gefühl.( Lebhafter Stücklen- Altenburg: Grunwald sagt, ich habe angefangen. Dem Beifall.) gegenüber stelle ich fest: Ich habe dem Halleschen Volksblatt" zu gestimmt. Darauf rempelte mich Grunwald an, und da schrieb ich: Her Singer: Ich bitte, zum Schluß zu kommen. ( Bravo!) A Singer: Nachdem Heine erklärt hat, daß ihm die Absicht der Denunziation ferngelegen hat, haben Sie kein Recht, ihm den Vorwurf der Denunziation zu machen.( Stadthagen: Ich bitte ums Wort!) Sie bekommen hierzu das Wort nicht mehr. ihren Charakter entstellt. noch thut. bestritten, geworfen habe. Die Worte, die jetzt nun glücklich durch ihn autoriLedebour: Heine hat vollinhaltlich bestätigt, was ich ihm vortatib festgestellt sind, die sind es eben, die ich, um mich eines milden Ausdrucks zu bedienen, als Anzeige bezeichnete. Ueber die Definition, die Heine diesen Worten gab, würde ich mich mit ihm vielleicht auseinanderseßen, wenn ich mich vor Gericht befände, hier habe ich das nicht nötig.( Sehr richtig!) Es kommt Duzende von Malen vor, daß den Regierungen thatsächlich Dinge vollkommen bekannt sind, daß sie sich aber erst dann zum Einschreiten genötigt fühlen, wenn die konservative oder sonstige Presse sie in die Oeffentlichkeit bringt. ( Sehr wahr!) Was Bernstein von mir verlangt, ist geradezu unglaublich. Ich verwahre mich dagegen, daß hier Klatsch an die Oeffentlichkeit gezerrt wird. Ich habe ausdrücklich gesagt, wie der Klatsch angebracht ist, ist er nicht ganz richtig. Aber unter allen Umständen lehne ich es ab, auf Klatsch hier fachlich einzugehen. Den Vorwurf, Genosse Bernstein, den ich gegen Sie erhoben habe, daß Sie private Vorkommnisse in Privatgesellschaften unter Namens nennung öffentlich ausbeuten, den haben Sie nicht zurückgewiesen. Ich fordere Sie auf, deshalb um Entschuldigung zu bitten, dann Das Wort erhält nunmehr Heine. Als er die Tribüne betritt, wollen wir weiter reden.( Beifall.) erschallen laute Schlußrufe. liche Bemerkungen durch Schlußanträge oder sonst zu unterbrüden, Singer: Es giebt feine parlamentarische Möglichkeit, persön wir müssen diesen Hagel von persönlichen Bemerkungen über uns ergehen lassen.( Suf: Stadthagen ist auch abgewiesen 1) Stadthagen ist nicht abgewiesen, weil er sich zu einer persönlichen Bemerkung gemeldet hat, sondern ich habe ihm gesagt, er befommt nicht mehr das Wort zu einem Gegenstand, der vollständig erledigt ist. Seine: Es giebt aber eine Möglichkeit, die Sache auf andre Weise zu Ende zu führen, indem nämlich der, der das Wort hat, darauf verzichtet, und da ich schon einmal etwas gesagt habe und eine Sache nicht darum richtiger wird, weil sie Ledebour wiederholt, so verzichte ich aufs Wort. Thiele- Halle versucht, im Rahmen einer persönlichen Bemerkung auf die Ausführungen Ulrichs zu erwidern, daß es für eine Redaktion nicht möglich sei, ein Budget aufzustellen, wird aber von Singer daran verhindert. Zubeil: Ich habe den Nuf„ Bfui" gegen Heine nochmals geund zweitens, weil er auf öffentlichem Parteitag seinen Freund Herrn braucht, und zwar erstens wegen seiner Ausführungen gegen Barbus Gerlach verteidigte, ohne auch nur ein Wort gegen Gerlachs Angriffe auf Singer, Täterom oder mich übrig zu haben. Singer: Das war nicht persönlich. v. Gerisch erklärt in seinem Schlußwort, daß eine in der geschlossenen Sigung berührte persönliche Angelegen v heit von dem betreffenden Genoffen der fünftigen Kontrollkommission zur Untersuchung übergeben worden ist. Bebel giebt folgende Erklärung zu Protokoll:„ Die Erklärung des Genoffen Heine, daß gute Beziehungen des Genoffen Vollmar zur bayrischen Regierung die Aufenthaltszulassung des Genossen Barbus ermöglicht hätten, entspricht, wie ich seit längerer Zeit aus der besten Quelle weiß, nicht den Thatsachen." Singer teilt mit, aus Löbau i. S. sei eine Depesche eingelaufen, wonach unsre Genossen in zwei Wahlkreisen gesiegt und in 4 Streifen zur Stichwahl gelangt feien.( Stürmischer, lang au haltender Beifall und Händeklatschen. Geyer eilt zum Bureau.) Singer: Mir wird foeben mitgeteilt, daß der Jubel ein wenig verfrüht war. Hoffentlich war er aber ein gutes Omen. Mir wird foeben mitgeteilt, daß dieses Resultat erst das Resultat aus der dritten Wählerklasse ist und daß erst morgen und übermorgen die beiden andern Klassen zu wählen haben. * t Es folgt der legte Bunkt innerhalb des Geschäftsberichts: die Diskussion über den in den Angelegenheiten der Accordmaurer gefaßten Schiedsspruch. Die Banter Angelegenheit soll vollkommen getrennt davon behandelt werden und zwar erst, wenn die NeunerKommission mit der Untersuchung fertig ist. Zur Verhandlung stehen die Anträge 27, 28, 29, 83-89, 99, 102, 112, 118 und 114. Sämtliche Anträge gelten als genügend unterſtüßt. Die Anträge lauten: 27. Parteigenossen in Breslau, im Wahlfreije DortmundHörde, in Düsseldorf, in Magdeburg, in Staßfurt und in 8 widau: Der Hamburger Der Hamburger Schiedsspruch ist zu taisieren, eventuell dem§ 2 des Organisationsstatuts eine präcisere Fassung zu geben.. 28. Parteigenossen in München und alle: Den Hamburger Schiedsspruch aufzuheben und den Ausschluß der betreffenden Hamburger Accordmaurer auszusprechen. 29. Parteigenossen des 1. Berliner Wahlkreises protestieren entschieden gegen das Urteil der Controleure in Sachen der Hamburger Accordmaurer und verlangen Aufhebung desselben. des 84. Parteigenoffen in Altona: Die Versammlung erklärt, daß sie es für notwendig erachtet, daß der Schiedsspruch in der Angelegenheit des Ausschlusses der Accordmaurer beseitigt wird und eine Entscheidung getroffen wird, wodurch die Interessen der in der politischen und gewerkschaftlichen Bewegung fämpfenden Arbeiterschaft besser gewahrt werden wie in dem Schiedsspruch. 85. Die ie Mitglieder- Persammlung des Distrikts Eilbed( 3. Hamburger Wahltrei 3) richtet an den Parteitag das Ersuchen, sich in Sachen des Ausschlusses der Accordmaurer nicht auf den Standpunkt des Schiedsgerichts und der Kontrollkommission zu stellen. Die Handlungsweise der Accordmaurer wird von der großen Mehrheit der Hamburger Parteigenossen als eine ehrlose betrachtet und der Parteitag deshalb ersucht, im Interesse der gedeihlichen Weiterentwicklung der Partei- Organisation in Hamburg den in mehreren Versammlungen angenommenen Ausschlußantrag zu bestätigen. Der Parteitag muß es den örtlichen Parteiorganisationen Izivischen zwei Organisationen verabredet, so ist es immer notwendig, überlassen, zu entscheiden, mit welchen Mitteln sie den Central- dieselbe Berpflichtung auch bezüglich der außerhalb stehenden Unterverband der Maurer in seinem Vorgehen gegen die Hamburger nehmer auszusprechen. So wird es immer gehandhabt und es fann fich Accordmaurer unterstützen können, und namentlich in wie weit sie niemand von den beteiligten Accordmaurern darauf berufen, daß sie das ein Zusammenarbeiten mit ihnen in ihren Parteiorganisationen für nicht gewußt hätten; sie sind in den Versammlungen anwesend ge wesen und haben mitgestimmt. Nun stellte es sich heraus, möglich halten. daß eine Anzahl von Maurern in Accord arbeiteten. Wir stellten sie R. Fischer- Berlin. Heine- Berlin. Singer. A. Gerisch. Moltenbuhr. zur Rede; zunächst leugneten fie es; erst als der UnterHinge. Ledebour. Grunwald. Bohn- Berlin. Rosbizki. Schwartz.chmer sie um die Accordüberschüsse betrügen wollte und sie vor Antrick. Calwer. Cohn. Förster. Klees. Burm. Steinbrügger. das Gewerbegericht gingen, mußten fie es zugeben. Nun erfolgte auch Emil Faber. Bebel. Hug. W. Metzger. W. Metzger. C. Ulrich. Landgraf. der Organisationsbruch unter Berlegung des demokratischen Princips, H. Goldstein. R. Lipinski. P. Reißhaus. M. Kiesel. A. Schnell. auf dem die Arbeiterbewegung beruht. Es begann eine Jagd nach P. Scholz. Brandt. Frau Thiel. Ottilie Baader. Zubeil. Accordarbeit, denn von den Unternehmern ging das nicht aus. Mit Stadthagen. A. Hoffmann. E. Basner. W. Gesche. Reul. den schmugigsten Mitteln wurde versucht, die Leute für ihre F. Kozze. Schlichtholz. Thiele. W. Staab. K. Reiwand. Organisation zu gewinnen. Wir hatten laut Vereinbarung die A. Leopoldt. Albrecht. Fülle- Berlin II. Geyer. H. Meister. Verpflichtung, sie an der Accordarbeit zu hindern. Was sollen wir David. Theodor Megner. W. Eberhardt. thun? Sie vom Bau zu prügeln ist leider nicht gestattet; da mußten E. Ernst. Frohme. Frendrich. Stolle. Kaden. Betkin. Das Wort erhält der Referent Bömelburg: " wenn wegen 83. Die am 2. September tagende Mitglieder- Versammlung Socialdemokratischen Vereins für den 2. Hamburger Wahlkreis hält trotz des Entscheides der Parteicontroleure an den am 6. August von den gemeinsam versammelten Wahlvereinen aufgestellten Grundsägen in Bezug auf den Streitfall mit den Accordmaurern, soweit sie Parteimitglieder sind, fest. wir die Arbeitsplätze sperren. Hier liegt nun der Schwerpunkt in dem Sie hält nach wie vor den in dieser Angelegenheit gefällten Schiedsganzen Schiedsspruch: In dem Moment, in dem wir die Sperre über spruch für einen Fehlspruch schlimmster Sorte und betrachtet die in die Bauten verhängten, lag ein Streit vor. Das Schiedsgericht verneint der Begründung aufgestellten Grundsäge als mit den Grundsägen, das. Darum allein dreht es sich, alles andre ist Nebensache. Ich habe die bisher in der allgemeinen Arbeiterbewegung in Bezug auf Die Angelegenheit hat in der Presse und in Versammlungen recht es in meiner gewerkschaftlichen Pragis nicht anders tennen gelernt, Disciplin, Unterordnung und Solidarität bestinmiend waren, für viel Staub aufgewirbelt. So weit ich der ganzen Diskussion folgen als daß die Sperre verhängt wurde und die, die sich ihr nicht fügten, nicht vereinbar. Von dem Parteitag in Lübeck erwartet die Ver- konnte, habe ich gesehen, daß in der Sache selbst eine ungemein als Streifbrecher bezeichnet wurden. Noch vorgestern hat ein Unter sammlung, daß er diesen Fehlspruch aufhebt, und somit die alt- große Untlarheit herrscht. Ich werde mich bemühen, diese Ünklar- nehmer in einem ähnlichen Falle nachgeben müssen, wo es sich um bewährten Grundsäge, wie oben genannt, wieder aufrichtet. In heit zu lichten. Zunächst aber einige Vorbemerkungen. Nichtorganisierte handelte. Aber hier erklärten die Leute: Die Arbeit einem andern Beschluß erblickt die Versammlung eine schiere Ge- Die Controleure haben fich besonders in ihrem Bericht einzustellen, fällt uns nicht ein. Ich frage die Controleure und auch fahr, wenn nicht ja eine Zerstörung der in der Arbeiterbewegung darüber beschwert, daß man ihnen Vorwürfe der schwersten Art die Schiedsrichter, ob nach der gewerkschaftlichen Pragis die Leute, auf politischem und wirtschaftlichem Gebiete zu verzeichnenden Ein- gemacht und daß man bei der Diskussion der Frage einen Ton an die trotz der Sperre bei der Arbeit bleiben, nicht Streitbruch tracht und Geschlossenheit. geschlagen habe, der verlegen mußte. Die Erregung war aber auch verübt haben. Der Zustand war schon früher bei den Gewerbevereinen. ziemlich groß und hat zu heftigen Auseinandersetzungen geführt, bei Aber weiter! Es heißt in dem Schiedsspruch:" Daß Accordarbeiter denen manches scharfe Wort gefallen ist, das bei ruhiger Ueber- an einer Arbeitsstätte weitergearbeitet haben, über welche der Verlegung besser beiseite geblieben wäre. Diese Seite in der band wegen Differenzen aus dem Arbeitsverhältnis, sei es wegen Diskussion kommt aber um so weniger in Betracht, als die Redner in diesen Lohn, Arbeitszeit oder inhumaner Behandlung der Arbeiter, die Versammlungen nicht Akademiker sondern Arbeiter waren. Wenn Sperre verhängt hat, ist weder erwiesen, noch während der Akademiker frog ihres feineren Schliffs und ihrer höheren Bildung Verhandlungen behauptet worden." Auch die Accordarbeiter oder schlechter Behandlung über die Stränge schlagen, dann mag man es auch dem Arbeiter sagen, schlechter nicht so verübeln.( Zustimmung.) Ich habe oft gehört, daß man von Arbeitsbedingungen die Arbeit niedergelegt wird, so nehmen fie der Hamburger Angelegenheit als von einer Angelegenheit des wir nicht auf. Nun gehört die Frage der AbMaurerverbandes gesprochen hat. Das ist vollständig unrichtig. Es schaffung der Accordarbeit aber zu den Hauptforderungen der handelt sich nicht um eine Angelegenheit der Maurer, sondern der Maurer, und diese Forderung wird durch das Urteil des SchiedsHamburger Parteigenoffen. Sie haben die Anträge gestellt, mit gerichts einfach korrigiert. Niemand hat das Recht, die Forderung denen wir uns hier zu befassen haben. Es ist weiter von ver- der Abschaffung der Accordarbeit von unsrem Programm zu streichen. schiedenen Seiten behauptet worden, mit dieser Angelegenheit suche Ich will den Schiedsrichtern keinen Vorwurf machen, sie haben nicht eine Klique einen Keil in die Arbeiterbewegung zu treiben. gemerkt, daß sie durch ihr Urteil eine Korrektur an dem vornahmen, In einem Artikel des„ Vorwärts" vom Genossen Auer in Nr. 215 was wir uns als erstrebenswert zur Aufgabe gemacht haben. 86. Die Parteigenoffen des Wahlkreises Bunzlau Lüben heißt es:„ Aber tomisch wird es in weiten Parteitreisen empfunden, Ein weiterer Einwand, auf den ich in Versammlungen gestoßen stellen an den Parteivorstand das Ersuchen, den Spruch des daß dieselben Leute, die im angeblichen Interesse der Neutralität sich bin, ist der, daß Streitbruch nicht in Frage kommen kann, da es sich Schiedsgerichts in Sachen der Hamburger Accordmaurer zu fortgesetzt über Bevormundung der Gewerkschaften aus den Reihen gar nicht um einen Kampf zwischen Arbeitern und Unternehmern taffieren. der Partei beschwerten, jetzt einen rein gewerkschaftlichen Vorgang handelt. Dieser Einwand ist durchaus hinfällig. So lange mir 87. Parteigenossen des 1. badischen Kreises erklären vor das Forum der Partei zerren und ein Urteil derselben nicht der Beweis gebracht wird, daß der Maurerverband nicht fich mit dem Schiedsspruch in betreff der Accordmaurer nicht ein- provozieren." Und in Nr. 209 des Vorwärts" schreibt Auer: berechtigt war, die Sperre zu verhängen, und so lange verstanden. „ Das letzte Wort hat jezt der Parteitag, und ich bin mir nicht bewiesen wird, daß die Forderung der Abschaffung der 88. Die Konferenz des 9. badischen Reichstags- nicht im leisesten Zweifel darüber, daß dort den im Trüben Accordarbeit unberechtigt ist, so lange fann ich nicht zugeben, daß Wahlkreises kann sich dem Schiedsspruch der Kontroll- fischenden Herren, denen der Accordmaurer- Fall als will tein Streifbruch vorliegt. Streitbruch aber hat das Schiedsgericht tommiffion in Sachen der Hamburger Accordmaurer nicht an- fommene Gelegenheit erscheint, ihre Batterien zu demastieren, ihr selbst als ehrlose Handlung bezeichnet. schließen. Sie ist der Ansicht, daß ein wirklicher Streifbruch vor- Treiben recht gründlich verleidet werden wird. Die Leute haben sich über das Urteil des Schiedsgerichts wer Und in einem Bericht des Hannov. Volkswillen" über eine weiß wie schr gefreut, aber wer sind diese Leute? Zu ihrer liegt. Die Fällung des Schiedsspruches beweist nach Ansicht der Konferenz die Unhaltbarkeit des§ 2 des Organisationsstatuts; fie Rede Meisters heißt es im Sperrdrud: Das Ganze sei nichts als Charakterisierung verweise ich zunächst auf den Fall Dahl. Durch die hält Fälle ähnlicher Natur für vermieden, wenn der Ausschluß ein künstlich konstruierter Gegenjaz zwischen Partei und Gewerkschaft. Hände der Schiedsrichter ist doch das Erkenntnis des Hamburger wieder in den örtlichen Parteivereinen erfolgt. Es gäbe Elemente, die auf eine solche Gelegenheit längst gewartet Gewerbegerichts gegangen, wonach Dahl seinen Arbeitern die 89. Die Parteigenossen des 17. sächsischen Reichstagshätten." Summe von 474,96 M. schuldig geblieben ist. Die Vertreter der Wahlkreises erwarten vom Parteitag, daß er den gefällten Aus d. n Aeußerungen Auers in der Presse kann man schließen, Accordmaurer sagen in ihrer Rechtfertigungsschrift, es handle fich Schiedsspruch in Sachen der Hamburger Accordmaurer richtig stellt daß wir es hier einzig und allein mit einer Sache zu thun haben, hier nicht um zurückgehaltenen Lohn, sondern um einen Accord„ Die Sperre über den Bau von und ausspricht, daß die Accordmaurer als Streifbrecher anzusehen die vielleicht von Legien oder Elm provociert worden ist. Auch die überschuß, und sie sagen: find. Die Barteigenossen sind der Hoffnung, daß solche Anträge Busammenstellung des Aftenmaterials, das gedruckt vorliegt, führt Dahl wurde erst verhängt, nachdem wir die Arbeit aufseitens der Gewerkschaften in Zukunft von der Partei zurückgewiesen auf solche Schlüsse. Man bringt Preistimmen, aber nicht etiva alle, genommen hatten." geigt, wie groß die Wahrheitssondern nur den Artikel im Korrespondenzblatt und Teile des liebe dieser Leute ist. Dahl hat zu einer Zeit, wo Artikels von Elm in den" Socialistischen Monatsheften". Ich die Accordarbeit noch nicht ausgeschlossen war, Bauten im Accord stelle dem gegenüber fest, daß es sich hier nicht um die aufführen lassen, er konnte den Maurern den Lohn nicht zahlen und Sache einzelner Personen handelt. Das ist nicht der Fall. zu holen trar bei ihm nichts. Nach längerer Zeit übernahm er wieder Die Frage hat zahlreich besuchte Versammlungen in Hamburg einen Bau und da wurde die Sperre über ihn verhängt. Er wandte beschäftigt, und wenn gesagt worden ist, cs wäre besser gewesen, fich an den Vorstand der Organisation mit der Bitte, vorläufig die die Hamburger hätten die Angelegenheit unter sich ausgemacht, nun, Sperre aufzuheben und versprach, versprach, sobald der Bau richts mir und allen Hamburgern wäre nichts lieber, als wenn das fertig sei und er Geld erhalten würde, den rückständigen möglich gewesen wäre.( Sehr richtig!) Wir haben uns sonst nie in Lohn zu zahlen. Darauf gingen unsre Leute ein, und als nun die schiveren gewerkschaftlichen Kämpfen an die Gesamtpartei gewandt. Zeit da war, und unser Vorsitzender ihn an sein Versprechen er Der Kampf der Arbeiterklasse auf politischem und wirtschaft- sondern die unlauteren Elemente sofort selbst ausgeschlossen. innerte, was that Dahl da? Er nimmt eine Kolonne Accordmaurer lichem Gebiete erfordert einheitliche Zusammenfassung aller Kräfte Roch nach dem Hafenarbeiter Streit haben wvir sofort an und entläßt die andren. Erst beschwindelt er die Arbeiter um in den betreffenden Organisationen. Er hat zur Grundbedingung erklärt, der Streitbruch sei eine ehrlose Handlung und die ihren Lohn, und dann hält er nicht mal sein Versprechen. Die Ausübung strenger Disciplin in der Aktion, die Respektierung Ehrlosen nicht unter uns geduldet. Wer aber hat uns denn Das hat unser Bevollmächtigter den Lenten auf den der Beschlüsse der Mehrheit durch die Minderheit gemäß den Grundsäßen der Demokratie. Wer der Partei oder seiner Berufsorganisation in einem von ihnen geführten Kampf durch Thaten entgegenwirkt oder Sonderbündelei zur hrung solcher Gegenaktion betreibt, verstößt wider das vorentwickelte Lebensprincip der Arbeiterbewegung. Es sind daher die örtlichen Organisation et der Partei berechtigt, solche Mitglieder so lange aus ihrer Mitte auszuschließen, als sie in diesem Verhalten beharren. Ed. Bernstein und 17 Genossen. 112. Die Mitgliederversammlung des socialdemokratischen Vereins Erfurt stellt den Antrag, der Parteitag möge den Schiedsspruch über den verlangten Ausschluß der Accordmaurer in Hamburg aufheben und dieselben aus der Partei ausschließen. 113. Der Parteitag erklärt, daß er die Begründung des Schiedsspruchs in der Hamburger Angelegenheit als richtig nicht werden. 99. Die heutige Versammlung hält den Schiedsspruch in Sachen der Hamburger Accordmaurer für einen Fehlspruch und ist der Ansicht, daß die Accordmaurer ehrlos gehandelt haben. Sie erfucht den Parteitag, den Schiedsspruch aufzuheben und den Ausschluß der betreffenden Hamburger Accordmaurer auszusprechen. Socialdemokratischer Verein Stredau = des Wahlkreises Naumburg- Weißenfels- Zeiß. gez. Hugo Peter, Borsigender. 102. Der Parteitag erklärt: anerkennt. Das Bau vorgestellt, aber die Accordmaurer haben einfach die Arbeit aufgenommen und durchgeführt, und sich noch in der schmählichsten Weise gegen die Organisation ausgelassen. An demselben Abend konnte die Annonce für das„ Echo" nicht mehr aufgegeben werden; daher kommt es, daß die Sperre erit am 19. ausgesprochen wurde. Die Leute haben thatsächlich auf einem Bau gearbeitet, der gesperrt war, weil der Unternehmer den Arbeitern den Lohn schuldig geblieben ist. gerade zuerst darauf aufmerksam gemacht, daß das jetzt nicht mehr so ginge? Das war Molkenbuhr. Gleich in der ersten Bersamm lung hat er auf das veränderte Organisationsstatut uns hingewiesen und gefagt: So geht das nicht wie früher; Ihr könnt nicht ohne weiteres ausschließen. Auch der Parteivorstand und die Controleure sind der Meinung, daß alle Ausschlußfragen aus socialdemokratischen Vereinen durch Schiedsgericht erledigt werden müßten. Wir haben die Sache gewiß nicht provoziert, um Nadau zu machen. Ich protestiere dabei dagegen, daß in den„ Attenstücken Auf den Fall Baumgarten scheint Auer besonders großes Geüber den Schiedsspruch", dem amtlichen Material über den Fall, wicht gelegt zu haben. Wie war dieser Fall? Die Sperre Dokumente veröffentlicht worden sind, deren Richtigkeit von feiner wurde allerdings verhängt, bevor die Accordarbeiter da waren, aber Seite garantiert werden kann. Ich meine den Brief des Genossen man muß die gewerkschaftliche Taftit kennen, die darauf hinausSchnack, des Vorsitzenden des Zimmererverbandes, der dem Partei- läuft, daß man die Sperre dann verhängt, wenn es den Unter vorstand von dritter Stelle zur Verfügung gestellt worden ist. nehmer am meisten schmerzt. So war es auch hier. Bezeichnend wäre übrigens dankbar, wenn Auer nachher diese war es, daß die Leute sich nicht scheuten, in diesem Falle Stelle tennen wollte. Ge wäre mir lieb, britte zu sogar die Zimmererarbeiten auszuführen. Als ich den SchiedsDie wissen, an wen mant solche Briefe schreibt, ohne daß spruch las, sagte ich mir, so etwas ist ja unmöglich. die Mitglieder des Vorstandes der Zimmererorganisation davon Augeschuldigten jollen sich gewissermaßen in der Notwehr befunden Er lehnt es jedoch ab, wegen Streifbruchs den Ausschluß aus Stenntnis erhalten. In den„ Aktenstücken" sind auch zwei Flug- haben, als sie die Sperre ignorierten. Nun das muß ich sagen: Hätten der Gesamtpartei zu vollziehen und überläßt es den örtlichen blätter veröffentlicht worden, sicherlich in der bestimmten Tendenz, zu die Schiedsrichter so viel schwere wirtschaftliche Stämpfe kennen ge Bartei- Organisationen, im Einzelfall zu entscheiden, ob der Aus- zeigen, mit welchen Mitteln in Hamburg gearbeitet worden ist. In lernt, wie ich in den letzten Jahren, hätten sie kennen gelernt, wie schluß von Streitbrechern aus der örtlichen Organisation er- Hamburg hat man mit versteckten Worten angedeutet, die Maurer- schwer es ist, gegen das Unternehmertum anzufämpfen, so wären diese folgen soll. arbeitsleute, von denen das eine Flugblatt ausgeht, seien zu dumm, Worte nicht gebraucht.( Schr richtig!) Die Accordmauer hätten sich nur C. Legien. Hoch. 2. Emmel. C. Windhoff. Quarck. Wilh. Steil. So etwas zu machen, es müßten andere Leute dahinterstecken. Nun dem Beschluß der Mehrheit zu fügen brauchen. Selbst ein Landgerichtsuns hat, so viel ich weiß, von der direktor hat die Sperre als berechtigt anerkannt. Die Accordarbeiter 2. Grosse. Th. Bartels. H. Stolpe. P. Büttner. J. Gogowski. ich erkläre, niemand von C. Kloß. C. Eberle.. Karl Meißner. J. Krohn. J. Jakobsen. Abficht, das Flugblatt zu veröffentlichen, Kenntnis gehabt. Hätten hätten jederzeit zur Organisation zurückkehren fönnen, die Cache Fr. Toelge. Fr. Harm. H. F. W. Deutsch. J. Joos. Anton Walter. mich meine Kollegen gefragt, ich hätte entschieden abgeraten. In wäre erledigt und irgendwelche Unannehmlichkeiten wären ihnen nicht Alv. Müller. A. Körsten. Emma Jhrer. Carl Jürs. Klecs. den Versammlungen ist oft behauptet worden, wir wenden uns bereitet. Es heißt weiter in dem Schiedsspruch: Die Angeschuldigten Alb. Rudolph. Düwell. Bühler. Paul Müller. H. Baerer, gegen die Accordarbeit im allgemeinen. Das ist nicht der Fall. tei dieser Arbeitsmethode feit Jahren ihr AusW. Brecour, Blumstock. Th. Müller. Joh. Staningt. Fanny Hier lag Streifbruch vor, der den Ausschluß aus der Partei be- baben Sie sind Imle. H. Hüttmann. A. v. Elm. H. Steinbach. Böhle. A. Röske. gründet. Kein Gewerbe eignet sich für die Accordarbeit so wenig kommen gesucht und recht und schlecht auch gefunden. Kuieriem. A. Raith. Beyer. Louise Zieß. H. Käppler. Schmidt wie das Baugewerbe, denn da ist die Accordarbeit Kolonnenarbeit, überzeugt, daß das, was sie seit Jahren im Bunde mit ihren ( Frankfurt). J. Efftinge. Roßkopf. Otto Goerte. Pfüller. May. ccordarbeit im Baugewerbe ist eine Organisation ganz numöglich. Es gemeinsam geübt haben, mun unmöglich mit einem Schlage eine bei der jedes Solidaritätsgefühl in die Brüche gehen muß. Bei Kollegen und gewerkschaftlichen und politischen Kampfesgenossen A. Wesemeier. G. Thöne. H. Sachse. Scheidemann. Grimpe. liegt auch im öffentlichen Interesse, daß im Baugewerbe keine Accord- chrlose Handlung geworden sein tömme." Ich mache darauf auf 114. Der Parteitag als Vertreter der in der Social: arbeit herrscht. Berpfuscht ein Schuhmacher ein Paar Stiefel, dann merksam, daß die Accordarbeit in Hamburg fast 10 Jahre nicht mög demokratie organisierten Klassenbewußten deutschen Arbeiterschaft kann man sich an ihn halten; wird ein Bau verpfuscht, so lich war, die Leute wußten ganz genau, daß sie Unrecht handelten. stimmt mit den auf dem Boden des Klassenkampfes stehenden weiß man bei der Accordarbeit nicht, an wem die Schuld lag. Ich habe wirklich geglaubt, sie würden sich ihres parteigenössischen Gewerkschaften, als den wirtschaftlichen Organisationen der Es ist Thatsache, daß die Schwindelbauten in Accordarbeit Gewissens erinnern und von ihrem Thun ablassen. Aber das ist Ihnen Arbeiterklasse, überein in der rüdhaltlosen Verurteilung des gemacht sind. Früher waren in Hamburg hohe Accordlöhne, Sie nicht eingefallen. Das Schiedsgericht hat ihr Verhalten aufs schärfste Streitbruchs. haben ja von den champagnertrinkenden Maurern sicherlich in verurteilt, ist aber leider nicht zu dem Schluß gekommen, daß sie Haben Sie gehört, daß auch nur ein einDer Parteitag erkennt auch an, daß die Gewerkschaften im der Presse gelejen, thatsächlich wurden Accordlöhne von 1 Mart ehrlos gehandelt haben. Interesse ihrer Selbsterhaltung und der Erfüllung ihrer Aufgaben pro Stunde gezahlt. 1890 waren es dann die Unternehmer, die in aiger von ihnen von seinem Thun abgelaffen hat? Ist ihnen gar Accord nicht mehr zahlen wollten. Es kam die Cholera, 15 000 nicht eingefallen! Und auch, nachdem die Controleure ihr Verhalten den Streikbruch mit aller Energie bekämpfen und anden müssen, Wohnungen standen leer, die Arbeitslosigkeit unter den Maurern war doppelt scharf verurteilt haben, find fie bei ihrem Treiben geblieben, daß aber die Führung dieses Kampfes und die Wahl der Kampf- fürchterlich, und nun tamen die Unternehmer und verlangten das und in ihrer Rechtfertigungsschrift sprechen sie es ja auch ganz klar mittel in erster Linie den Gewerkschaften überlassen bleiben muß. höchste Maß von Leistungsfähigkeit, das früher in Accord zu erzielen aus, daß sie nicht die Absicht haben, in der Folgezeit davon abDagegen lehnt der Parteitag es ab, in jedem Streitfall zu war. Die Organisation ging in die Brüche, es waren 1895 soviel Hunderte zulassen. Mit solchen Leuten hat man es zu thun. Das schwerste, was ich Ihnen vorwerfe, ist der Organisations. den Beschlüssen der Gewerkschaften über ihre Organisation und organisiert als im Jahre 1889 Tausende organisiert gewesen waren. Lattit Stellung zu nehmen, oder von solchen Beschlüssen oder dem Da haben die Schwindelmeister den Accord wieder eingeführt. bruch. Sie haben es den Hamburger Arbeitern auf lange Zeit hinaus unBerhalten der gewerkschaftlich organisierten Parteigenossen dazu, 1897 stimmten bei einer Enquete von 1935 befragten Personen 1525 möglich gemacht, die neunstündige Arbeitszeit zu erringen( Sehr gleich 79 Proz. für Aufhebung der Accordarbeit und nur 129 wahr), sie haben den Rücken des Unternehmertums gestärkt. die Zugehörigkeit zur Gesamtpartei abhängig zu machen. gleich 6 Proz für ihre Beibehaltung, der Rest enthielt Wenn ich mir das alles vergegenwärtige, so sage ich mir, fie haben Der Parteitag erklärt, daß das Schiedsgericht nach dem sich der der Abstimmung. Wir hätten die Abschaffung der nicht bloß ehrlos gehandelt, nein, ich fann mir überhaupt keinen Wortlaut des Parteistatuts und dem ihm vorgelegten Thatsachen- Accordarbeit schon damals 1897 durchgefeßt, wenn unsre Menschen denken, der so schlecht ist, wie diese Personen. Wenn ihre material zu feinem andren Beschluß als dem gefällten Urteil Organisation nicht zu schwach gewesen wäre. 1900 tamen wir Handlungen nicht ehrlos sind, so giebt es überhaupt nichts Ehrloses. gelangen fonnte. dann zu der Vereinbarung mit den Unternehmern. Wird ein Tarif( Sehr richtig!) Die Leute sind Streifbrecher. Dabei bleibe ich, fo Tenge mir nicht der Gegenbeweis geliefert ist. Aber selbst, Richard Bormann, bei der Feier anwesend. Als die Knaben sich ent- Briefkasten der Redaktion. wenn sie das Odium des Streifbruches nicht auf fich geladen fernen wollten, fagte der jüngere:" Tante, ich habe noch Durst, gieb hätten, wenn wir Die juristische Sprechstunde findet am Dienstag, Donner3: Roubistrus. Bericht nicht erhalten. Werneuchen. Fragen Sie bei einem Grossisten an. Rum ist nicht infre Specialität. 4. A. B. 87. 1. und 4. Das Erziehungsrecht hört erst mit vollendetem 21. Jahre auf. Gegen Mißbrauch des Erziehungsrechts tann das Amtsgericht angerufen werden. 2. und 3. Nein. 5. Gegen solche Mißhandlungen sollten die fast erwachsenen Kinder in ihrem und der Mutter Interesse das Amtsgericht anrufen. Die Tochter kann die Wohnung verlassen und Entziehung des Erziehungsrechts des Vaters und ihre Großjährigkeitserklärung beantragen. Köpnicker 10. Die Zinsen müssen leider gezahlt werden. Beit bis etwa 7 Uhr.- Kr. 9., Schönhauser Allee. 1. und 2. Nein. 6. S. 1. Ja, aber nur soweit noch die geschentten Sachen vorhanden E. W. Köln. 1. Falls nichts vereinbart ist, steht Sobald Sie gekündigt sind, werden. 2. Auslieferung aus diesen Gründen pflegt nicht stattzu Ihnen ohne Lohnabzug Zeit zum Aufsuchen einer neuen Stelle gegeben finden. Sie müßten sich einen Heimatschein geben laſſen. Berjährung tritt Ackerschewsky O.. 48. Ja. erst mit Ablauf des 42. Lebensjahres ein. M. D. 50. 1. Ja. 2. Die Höhe ist gleichgültig. M. 5. Wenden Sie sich direkt an das Reichs- Marineamt.. E. Mendelsohn. 1. Ein Vater oder Vormund unterschriebener Lehrvertrag eines 2. Die Verführung zu Unredlichkeiten ist fo urüßten wir ihnen doch zeigen, wo der mir doch noch einen Schluck Bier!" Frau Gutkelch nahm von einer Zimmermann das Loch gelassen hat und ihnen sagen: Ihr habt Anzahl Flaschen Bier, die auf einem Tisch neben dem Tannenbaum tag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. in der Arbeiterbewegung nichts mehr zu fuchen! Ich bitte Sie, standen, eine solche, welche ihrer Meinung nach noch einen Reſt entden Schiedsspruch anfzubeben! Ich bin am allerwenigsten geneigt, hielt, den fie in ein Glas goß. Der Knabe trant, fiel aber nach dem den Schiedsrichtern oder den Controleuren auch mir den geringsten ersten Schlud laut aufschreiend zu Boden. Es zeigte sich, daß eine Vorwurf zu machen, aber Gutfelch hatte einmal darüber verhängnisvolle Verwechselung vorgekommen war. 118 einig find, daß Personen eine ehrlose Handlung begangen seinem 16jährigen Sohne einen Induktions- Apparat geschenkt, den haben, so müssen wir auch die Konsequenzen ziehen. Loffen Sie sich er bei dem Mechaniker Mitsching gekauft hatte. Dieser hatte ihm nicht von der Rücksicht auf Personen leiten, sondern kommen Sie zu zur Füllung des Apparats eine Flüssigkeit gegeben, die sich in einer dem Schluß, zu dem Sie kommen müffen, wenn Sie die ganzen gewöhnlichen Bierflasche befand. Sie bestand aus einer Lösung von Verhältnisse richtig überschauen! Die Leute haben ehrlos gehandelt, doppelt- chromfaurem Kali mit einem erheblichen Zusatz von Schwefel-. 100., Gastein. Am Ersten muß geräumt sein. Sie haben also und deshalb muß der Schiedsspruch aufgehoben werden. Uns säure. Nach Füllung des Apparats war ein Rest in der Flasche Hamburgern ist es am liebsten, wenn Sie sie uns überiveisen, verblieben und diesen hatte Frau Gutfelch dem Kinde eingeschenkt. wir werden schon mit ihren fertig werden.( Lebhafter Beifall. Da die Flasche unter die noch gefüllten Bierflaschen gerathen find. 2. Nein. Händeklatschen.) war und die Flüssigkeit dem Biere ähnlich sah, so entdeckte Frau Ihnen 14 tägige Kündigung zu. Gutkelch den Irrtum zu spät. Der Knabe schien sich anfangs von der Vergiftung zu erholen, dann trat aber eine Nierenentzündung ein, der der fleine Patient am 17. Januar erlag. Die Eheleute Gutfelch wurden wegen fahrlässiger Tötung unter Anklage gestellt. Der Ehemann G. erklärte, daß Mitsching ihm nicht gesagt habe, daß die Flüssigkeit äßend sei. Der Beuge Mitsching mußte widerstrebend nicht vom zugeben, daß er die Flüssigkeit in einer Bierflasche verabfolgt habe, Minderjährigen ist ungültig. or theinte aber, bei der Abgabe zur Vorsicht ermahnt zu haben. Der Gerichtshof schloß sich den Ausführungen der Verteidigung an und sprach beide Angeklagte frei, indem er annahm, daß die indirekte Schuld an dem Unglück dem Mechaniker zuzuschreiben sei. 1313 Singer: Auer ist bereit, ein Korreferat zu halten. Ich denke, wir nehmen das dankbar an, auch wenn dadurch unsere heutige ( Fortsetzung in der 2. Beilage.) rugs i Sigung etwas länger dauert. zalin bit as spiritu di still is 10] t th As our es Gerichts- Beitung.ini and Ein überans trauriges Vorkommnis beschäftigte gestern die erste Strafkammer des Landgerichts I. Am Weihnachtsabend war die Familie des Fabrikanten Guttelch um den Tannenbaum verjammelt. Wie alljährlich waren auch die beiden Neffen der Gut felch'ichen Eheleute, der 13jährige Adolf Bormann und der 9jährige Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Berantwortung. Theater. Freitag, 27. September. Opernlans. Der Barbier bon Bagdad. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. Der Revisor. Anfang 72 Uhr.j Neues Cpern Theater( Kroll). Die Fledermaus. Anfang 72 hr. Ju Trianon Theater: Lebende Lieder". Anfang 8 Uhr. Schiller. Jugend. Anfang 8 Uhr. Dentfches. Die Macht der Finsternis Anfang 7 Uhr. Berliner. Neber unsre Kraft. ( II. Teil.) Anfang 7½½ Uhr. Lejjing. Haus Rosenhagen. fang 7 Uhr. An Nesidenz. Sein Doppelgänger. Vorher: Im Coupé. Anfang 71 Uhr. Neues. Das Ewig- Weibliche. An fang 7 Uhr. Westen. Die Debutantin. Anfang 71%, Uhr. ad Secessionsbühne. Detlev Liliencrons Buntes Brettl. 8 Uhr. Anfang Central. Giroflé- Giroflá. Aufang 7 Uhr. Thalia. Ein tolles Geschäft. An: fang 7 Uhr. Quifen. Der Verschwender. An= fang 8 Uhr. Carl Weiß. Berliner Rangen. An fang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Landstreicher. Anf. 71/2 Uhr. Welle- Alliance. Talolo. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Schön war's doch. Anfang 18 Uhr. dan er dufa rado out Urania Thalia- Theater. Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Dresdenerstr. 72. Heute u. folg. Tage: Ein tolles Geschäft. Große Ausstattungspoffe. mit Gesang und Tanz in 4 Bildern. Paula Worm in 8 Verwandlungen. Ueber den Wolken Guldo Thielscher in 11 Berwandlungen ibm Invalidenstr. 57/62. Tägl. Sternwarte. Castans Panopticum. Nen! Friedrichstr. 165. Nen! Nen! Der künstliche Mensch! Die sensationellste Erfindung der Neuzeit: Der, Clou" der Pariser WeltAusstellung. Vorstellungen: 12 Uhr mitt., 3, 5, 6, 7 Uhr nachmittags. Fritz Helmerding als Wolzogen. Junkermann, Bojé. Anfang 71/2 Uhr. Carl Weiss- Theater Unserm Kollegen und Genossen Gottlieb Hampel zu ſeinem 54. Wiegenfeste ein donnerndes Hoch! W. Hannemann u. Genossen muß Entlassungsgrund. 3. Der Vater oder Bormund des Lehrlings foll flagen. E.. 80. Inserieren Sie und wenden Sie sich an den Arbeitsnachweis. 5. C. W. 200. 1. Der Ehemann ist nicht unterhaltungs: pflichtig, so lange die Frau gegen seinen Willen außerhalb der Chewohnung sich aufhält. 2. Ja. Die Klage geht zunächst auf Herstellung des ehelichen Lebens. 3. Ja.-M. E. 16. Dazu ist die Wirtin nicht berechtigt. Sie tönnen bei der Staatsanwaltschaft Strafantrag wegen Beleidigung stellen. Deutscher Holzarbeiter- Verband. von Gabelsberg.( 7336 Heute Freitag, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Mittwochnachmittag 2½ Uhr ver schied nach schweren Leiden mein innigftgeliebter Mann und Vater, unser lieber Sohn und Bruder, der Tischler Adolf Bonek. Sitzung der Orts- Verwaltung. hadly 81111 Sonntag, den 29. September, vormittags 10 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Saal 1: Versammlung der Einsetzer. Die trauernden Hinterbliebenen. Beerdigung Sonntag den 29. d. M. nachmittags 2 Uhr, von der LeichenHalle der Lazarus: und Andreas: miert. [ 78/1 Große Frankfurterstr. 132. Anfang 8 Uhr. Anfang 8 Uhr. Berliner Raugen! Gemeinde in Wilhelmsberg. Danksagung. Dent braven Männergeiangverein Schildhorn" für die letzte Ehre, die derselbe meiner Gattin am Grabe erGroße Ausstattungspoffe mit Gesang in 5 Aften und 7 Bildern v. G. Albert. Musik von R. Leonard. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabendnachmittag 4 Uhr Kinderwiesen hat, sowie auch für die UnterVorstellung: Aschenbrödel.( 10, 20, stützung, meinen herzlichsten Dant. 30 Pf.) Sonntagnachmittag 3 thr: Auch den Wickelmacherinnen der Firma meinen herzlichsten Dant. Tages Ordnung: 1. Vortrag. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Um zahlreichen Besuch bittet tody Mitgliedsbuch legiti 109/5 Die Kommission. Sonnabend, den 28. September, abends 8% Uhr, bel Mörschel, Jüdenstr. 35-36: gedimo Kommissionsfihung der Drechsler. Verband der Bau-, Erdneditiou ziane, die zweite Frait.( ki. Breiſe.) Juhl für die reichliche Strangfpende und gewerblichen Hilfsarbeiter Deutschlands. Apollo- Theater. 10 Specialitäten. Grandet. Steidl. Zoologischer Frau Luna Garten Täglich nachm. 4 Uhr: Grosses Konzert. Bei ungünstiger Witterung im Saal. Entree 1 Mk.; ab 6 Uhr nachmittags 50 Pf., Kinder die Hälfte. Vom 1. Oktober ab 5 Uhr nachmittags 50 Pf. Entree. Metropol- Theater. Apollo. Specialitäten Borstellung. Schön Frau Luna. Anfang 72 Uhr. Pajjage Theater. Damen Ringい fämpfe. Specialitäten- Borstellung. Anfang nachmittags 5 Uhr. Paffage Panoptikum. B Specialis täten- Vorstellung. Strichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Palajt. Specialitäten Borstellung. Nosensonntag. Anfang 8 Uhr. Casino Theater. Berlin WBerlin N. Specialitäten. Hrania. Taubenstr. 48/49. m Theatersaal.) war's doch! Gr. Berliner Ausstattungsposse mit Gesang u. Tanz in 5 Bildern. Emil Thomas a. G. Joseph Josephi a. D. Albends 8 uhr: H. Bender. G. Kaiser. Ueber den Wolfen.d Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 115v: Sternwarte. Else de Veré a. D. Frid- Frid. F. Georgette. Gastspiel: Luftballett Grigolatis Anfang 8 Uhr. Palast- Theater fr. Feen- Palast. Burgstr. 22. Direftion: Winkler 11. Fröbel. Täglich: Unbeschreiblicher Erfolg des Sensations- Programms. Sochinteressantes Künstler Personal. William Neuberti. Karl Braun. Endlich allein. Der Komponisten Wettstreit. 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Mts., abends S/ 2 Uhr, inden tommission. 2. Abrechnung. 3. Neu wahl des gesamten Vorstandes. 4. Verschiedenes. [ 298/8 Der Vorstand. Herren- Vortrag Carl Bruckhoff, Friedrichstr. 10, über: Sogenannte unheilbare Männerleiden Freitag, den 27. Sept., abends 1/29 Uhr, in Gerdts Restaurant, Blücherstr. 66. Nur Herren! Eintritt fret! [ 5696 Wer schnell und zu coulanten Bedingungen 22500* Geld! Darlehen oder Sypother sucht, verlange unsern Hypotheken: und Darlehens Nachweis. H. Bittner& Co., Hannover- Z. Albert Schumann. Ziehung 12., 14., 15., 16. October Renz- Gebäude. Karlstrasse. Freitag, den 27. September, abends präc. Schiller Theater Saharet! Extra Gal Vortellang. ( Wallner- Theater). Freitagabend 8 Uhr: Zum erstenmale: Jagend. Ein Liebesdrama in 3 Aufzügen von May Halbe. Sonnabendabend 8 Uhr: Jugend. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Wilhelm Tell. Sonntagabend 8 Uhr: Heimat. Central- Theater. Anfang 8 Uhr. 1. a. zum zweitenmale: Rauchen überall gestattet. Ganz neue Erfindung des Dir. Cirkus Busch Bahnhof Börse. Gala- Premiere Morgen, Sonnabend, den 28. September. Anfang 1/28 Uhr. Billets sind an der Kasse und im„ Invalidendank" zu haben. Alb. Schumann. Das Schulpferd in Allerh. genehmigt 183 150 Loose. Königsberg Geld- Lotterie Loose à 3.1. Porto. Liste M. 30 Pf. extra. 6240 Geldgewinne, ohne Abzug Mk. Volks- Versammlung 289/10 Tages Ordnung: Der Milchring. Referent Herr Dr. Bernstein. Der Einberufer: 0. Keinert, Grolmanftr. 53/54. Lese- und Diskutier- Klub..Süd- Ost". Sonntag, den 29. d. M., nachmittags 5 Uhr, im grossen Saale des Gewerkschaftshauses, Engel- Ufer 15: ...... Unterhaltungs- Abend. Zur Aufführung gelangen: Recitation, Gesangsvorträge, Zither- Konzert. Aus dem sorgfältig gewählten Programm heben wir besonders hervor: Enoch Arden. Gedicht von Alfred Tennyson. Musik von Richard Strauss. Recitator: Emil Walcotte, Nachdem Tanz. Herren zahlen 30 Pf nach. Kasseneröffnung 4 Uhr. Anfang pünktlich 5 Uhr. 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Roh- Tabak J.Kurzberg, Tellzahlung gestattet, 19302*] Max Jacoby, Streligerstr. 52 Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin. fit. 226. 18. «-»» 2 Kilm des Jotniätte" ßetlinn JsWutt. � Parteitag der deutsche» Socialdemokratie. (Fortsetzunc; aus der 1. Beilage.) Auer: Trotz meines körperlichen Befindens halte ich die Uebernahme des Korreferats doch fiir eine Ehrenpflicht gegen den Neferente» und gegen die Parteigenossen. Nachdem ich Bömelburg gehört habe, bin ich noch mehr als vorherldavon überzeugt, dah, wenn nicht unberufene Dritte sich dazwischen geschoben hätten, die Partei und die Maurer sich wie bisher, so auch bei dieser Gelegenheit ganz gut vertragen hätten und dafi die Differenzen überhaupt nicht entstanden wären. Aber die Ausführungen Bömmelburgs können doch auch nur mit dem üblichen Körnchen Salz richtig' angeschen werden. Hier habe ich einen Brief, der die Uebcrschrift trägt:»Centralverband der Maurer Deutschlands und der verwandten Berufsgenossenschaften Zahlstelle Hamburg", datiert vom 9. Februar 1901, und mit der Unterschrift Ihres Kollege» Kober. Er lautet:„Werter Genossel Im Austrage einer am 31. Januar d. I. ab« gehaltenen Mitgliederversammlung habe ich den Vorständen der drei Hamburger Wahlkreise folgenden Antrag zu unter- breiten: Die Mitgliederversammlung des Centralverbandes der Maurer Deutschlands, Zahlstelle Hamburg, ersucht die Vorstände der drei Hamburger Wahlkreise, auf die Tagesordnung der nächsten kom- bimerten Mitgliederversammlung zu setzen: Ausschluß aller der- jenlgen Maurer aus dem socialdemokratischen Verein der drei Hamburger Wahlkreise, welche an einer von dem Central- verbände Deutschlands, Zahlstelle Hamburg, gesperrten Arbeitsstelle gearbeitet haben, sowie auch derjenigen, welche sich in dem Verein „Freie Vereinigunglder Maurer Hamburgs" vereinigt haben zu dem ausgesprochenen Zweck, als Streikbrecher zu arbeiten". Es ist ja ganz nebensächlich, wer das Karnickel ist, das an- gefangen hat, aber es geht hieraus doch ganz klar hervor, daß ent- gegen der Behauptung Bömelburgs, die Sache sei von den Maurern gar nicht angeregt worden, sie in der offiziellsten Form von jener Seite an die Partei-Organisation herangebracht ist. Von unendlicher Wichtigkeit aber für den Fall Bnumgarten ist der Brief von dem Vorsitzenden der Hamburger Zimmerer- Organisation C. Schnack. Man hat es inimer als vernichtend für den Schiedsspruch hervorgehoben, daß die Accordmaurer sogar Zimmererarbeit hergestellt haben, das sei ehrlos. Hüttmann hat ja schon loyal zugegeben: wir hatten den Verdacht, daß die Arbeiter auf dem Bau Baumgarten, 14 Mann— Accordnrbeiter, die aber wohlverstanden nicht im Accord, sondern mit den 35 Verbandsmanrern im Tagelohn arbeiteten—, wenn der Bau manerfertig ist, dann in Accord arbeiten würden. imd uni ihnen das Präveniere zu spielen, habe er sich mit seinen Kollegen und dem Leiter der Verbandsstelle in Verbindung gesetzt und gesagt: halt einmal, die wollen wir hinausgraulen I Sie haben ihre Organisationsinteresscn, die wirklichen oder vermeintlichen, gewahrt. Das ist ihr Recht; für uns kommt es aber nur darauf an, ob die Handlung derer, die wir ausschließen sollen, ehrlos war. Nach Meinung Hüttmanns war die Gelegenheit gekommen, einen Schlag gegen die Mitglieder der Vereinigung zu führen. Er hatte in Erfahrung gebracht, daß einige dieser Leute an Baumgarten herangetreten und ihn gefragt hätten, ob er nicht in Accord arbeiten lassen wolle. Dieser habe es zwar abgelehnt, aber die Gefahr sei vorhanden gewesen, daß wenn der Bau mauerfertig sei, die Verbandsmaurer entlassen und die Putz- arbeiten in Accord angefertigt werden würden. Es fanden Be- sprechungen der Maurer und Zimmerer getrennt statt. Die Leitung der Zimmerer niachte darauf aufmerksam, daß weder Accordarbeit noch sonstige Differenzen auf dem Bau vorhanden(Hört l hört I), ein richtiger Grund zur Bausperre überhaupt nicht vorhanden sei; man solle sich das Vorgehen sorgfältig überlegen, es könnte eine Niederlage die Folge sein. Weil aber die Verhältnisse günstig lägen, seien sie gewillt, die Maurer in ihrem Kampf gegen die Accordarbeit zu unterstützen. Er machte einen Vermittelungs- Vorschlag, der aber von der Leitung der Vcrbandsmaurer abgelehut wurde(Hört I hörtl); diese erklärte, wenn die Zimmerer uicht mit- machen würden, so würden sie allein vorgehe». Da haben die Maurer die Slrbeit niedergelegt. Und nun das Entscheidende: Von feiten des Vorstandes der Zimmerer wurde, weil Gründe nicht angegeben waren, auch keine Sperre über die Arbeiten verhängt. (Hört! hört!) So also lag die Sache: eS war ein taktischer Zug der Maurer, deren Berechtigung oder Unberechtigung mich nichts angeht. Wir werden und müssen uns hüten, in die gewerkschaftlichen Kämpfe, in die Handhabung der Angelegenheiten der einzelnen gewerkschaftlichen Organisationen uns hineinzumischen. Wenn aber diese Organisationen umgekehrt zu uns kommen und sagen: wir haben die und die bei uns ausgeschlossen, das ist eine ehrlose Handlung und Ihr habt ohne Prüfung die Betreffenden aus der Partei hinauszuwerfen— das können, das dürfen wir nicht. Und wenn wir auf diese schiefe Ebene Ihnen folgen würden, Parteigenossen, die Sie den Gewerkschaften angehören und unter schwierigen Verhältnissen sie zu leiten haben, Sie würden in ganz kurzer Zeit diese Stellungnahme zu bedauern haben. Wenn irgend ein Fall zeigt, wie richtig die Anschauungen der Schiedsrichter gewesen sind, so ist es gerade dieser Fall Baumgarten. Wir können uicht einseitig wie Bömel- bürg den Standpunkt der Maurer in Betracht ziehen, wir haben zu untersuchen, ob eine ehrlose Handlung vorliegt. Besteht diese darin, daß Hüttmann und seine Freunde die Vermutung hatten, die Maurer könnten später in Accord arbeiten, und daß er auf Grund dieser Vermutung sagte, schmeißen wir sie vorher schon hin- aus, ehe die Möglichkeit eintritt; daß die Zimmerer bestimmt wurden, auch mitzugehen und daß dann die Maurer die paar Balken unter Leitung des Poliers gelegt haben, um weiter arbeiten zu können? Die Zimmererleitung erklärt aus- drücklich, von feiten der Zimmerer ist überhaupt keine Sperre ver- hängt. Sie muten der Partei eine Aufgabe zu, die sie nicht er- füllen kann. Und nun zum Schiedsspruch selbst. Bömelburg behauptet, das Urteil des Hamburger Gewerbegerichts habe unter den Schiedsrichtern cirkuliert; möglich, aber ich konstatiere, das ganze Material, das den Schiedsrichtern vorgelegt wurde, ist der Brief, den Sie auf Seite 5 des Schiedsspruchs abgedruckt finden. Nur meiner Initiative ist es zu verdanken, daß wir überhaupt erfahren haben, iven wir denn überhaupt aus- schließen sollten. Ich mußte erst an Stubbe nach Hamburg schreiben, um das Objekt für den Ausschluß zu ermitteln. Da erhielt ich von Stubbe ein Verzeichnis von 193 Maurern; die sollten ausgeschlossen werden, die andern werden dann folgen; kein Wort davon, ob sie Parteigenossen, ob sie organisiert sind. Ich frage an; da schrieb mir Stubbe: das wird schwer halten, festzustellen (Heiterkeit), aber wir werden den Versuch machen! Da stellte sich denn heraus, daß die Mehrheit, 53, überhaupt gar keine organisierten Parteigenossen waren. Ohne mich wäre die Sache ausgegangen wie das Hornberger Schießen. Ungemein interessant ift aber der Fall Dahl. In dem Ver« zeichnis der 103 sind alle Bauten mit Namen genannt, aber den Dahlschen Bau finden Sie j» dem ganzen Schriftstück nicht mit einem Worte erwähnt.(Hört! hört!) Was ist das für eine Art und Weise, Anklage» vorzubereiten. bei denen es! sich um den Ausschluß von 59 Genossen handelt, die unter dem Socialistcngesetz treu ihre Pflicht erfiillt haben? Hätte ich nicht Ordnung in diese Schweinerei gebracht, so hätten wir alle 193 Genössen ausgeschlossen, darunter aber nicht einen einzigen von dem Baw Dahl, wo angeblich solche Mißstände herrschen. Wäre ich Maurer und Verbandsgenosse, so würde ich Bömelburg Recht geben, ich würde aber noch hinzufügen: Das ist Sache der Maurer, nicht aber der Partei. Die Verhandlungen des Schieds- gerichts sind ruhig, objektiv und ohne Leidenschaft geführt worden. Ich verlange nicht, daß Sie mit dem Schiedsspruch einverstanden sind, aber das müssen Sie alle zugeben, daß ein Urteil gar nicht sachlicher und objektiver in der Form sein kann. Und was ist alles draußen dagegen gesagt worden? Wir haben geglaubt, ein Wunderwerk zu verrichten. Legien meinte am Sonntag: Ach Gott, die Geschichte kennen wir, Auer hat den Schiedsspruch einfach geschrieben und die andern waren hypnotisiert. Gewiß, geschrieben hi»be ich ihn, einer mutzte ihn doch schreiben, aber glauben Sie doch nicht, daß die andren Schiedsrichter einfache Nullen sind. Ich bedanre nur, daßLegicn so vorsichtig war, sich nicht unter dieHypnose von Auer zu begeben. Siesinddochsonsteinsoselbständiger Mann, das Prototyp eines unabhängigenGenossen, sowohl gegenüber demTerrorismus des Partei- Vorstandes als gegenüber Schmeicheleien! Hier war mal Gelegenheit, Auge in Auge Ihre Anschauungen zu verteidigen, hier konnteir Sie einmal dem Genossen Auer, diesem böse» Geist der Gewerkschaften, gegenüber so recht zeigen, was Sie können. Wie war denn die Sache? Unter den 8 Delegierten, die von den Hamburger Genossen and de» Accordmaurern gewählt sind, war auch nicht ein einziger, der mir nicht sagte: Ja, ausschließen können wir sie nicht! Ich sagte: Wie kommt denn das, wo sind denn die Genossen, die für den Antrag auf Ausschluß eintraten? Und da wurde mir erwidert, diese Genossen haben es alle abgelehnt, ins Schiedsgericht zu gehen.(Hört! hört!) Im zweiten Wahlkreise hat zunächst Legien mit Rücksicht auf den Termin, an dem das Schiedsgericht stattfinden sollte, mit Dank abgelehnt. Dann wurde v. Elm vorgeschlagen, er schloß sich der Ablehnung an. Man ging weiter und sagte sich: Wenn v. Elm uicht kann, dann kann die Frau Steiubach! (Große Heiterkeit.) Man bot ihr an, einzutreten, sie lehnte ebenfalls ob, und so hat man's gemacht auf der ganzen Linie. Alle, von denen bekannt war, daß sie für den Ausschluß waren, haben abgelehnt unter der Motivierung, daß ihnen der Termin nicht paßte. Es wurde gesagt, Auer habe mit der von Parvus ja bestrittenen hier und da aber anerkannten Schlauheit(Heiterkeit) einen Termin aus- gewählt, an dem v. Elm und Legien verhindert lvaren. Ja, wir in Berlin haben genau gewußt, daß die Genossen an dem Tage nicht in Ham- bürg sind. Diese geistige Beziehung erscheint mir etwas eigenartig, Gedankenleser bin ich nicht, aber es ist auch nicht ivahr, daß ich den Termin so festgesetzt habe, daß er nicht mehr zu ändern war; eine solche Diktatur übe ich nicht ans. Wenn ich auch nicht schlau bin, so dumm, so etwas zu machen, bin ich denn doch nicht. Ich habe hier den Brief vor mir, den ich geschrieben habe. Darin heißt es:„Ich schlage Ihnen vor, das Schiedsgericht auf einen Tag vom 14. Juli ab, also morgen über acht Tage, ein- zuberufen.(Hört l hört I Es bleiben auch dann noch volle acht Tage Zeit, um die notwendigen Vorarbeiten zu treffe». Als Lokal schlage ich Euch das Konferenzzinimer auf der Redaktion des„Echo" vor, als geeigneten Tag für die Verhandlungen bringe ich Montag, den 15. Juli in Vorschlag. Beginn 19>/z Uhr' vormittags. Den Accordmaurern sind die gleichen Vorschläge von mir gemacht. Vielleicht verständigt Ihr Euch. Besonders wäre dies augebracht, wenn Ihr über Ort, Zeit usw. andre Vorschläge zu mache» habt." (Hört, hört!) Dies mein Brief. Und was sagen nun meine Gegner? Ich hätte den Termin diktiert! Frau Steinbach namentlich unterstellt mir, ich hätte mit besonderem Raffinement wieder einen Tag gewählt, an dem die Genossen nicht kommen konnten. Der Fall selbst ist in dem Schiedsgericht völlig aufgeklärt, die Sache ist in aller Form erledigt, und nun konim't Frau Steinbach und redet wieder von dem bösen Streich des Auer. Deshalb werden wir beide uns nicht zanken, Sie dürfen von mir erzählen, was Sie wollen. Frau Steinbach, nur, bitte, loben Sie mich nicht.(Große Heiterkeit.) In dem von der Koinmission des Haniburger Gewerkschafts- kartclls herausgegebenen Aktenstück heißt es:„Im ersten und dritten Wahlkreise ernannten die Vorstände zwei der Schiedsrichter unter der etwas eigentümlichen Begründung: der unparteiische, vom Partei- vorstände bestellte Richter I. Auer habe ihnen das Datum diktiert, an dem das Schiedsgericht zusammentreten müßte."(Pfui I> Dieser eine Vorgang zeigt, daß da im Hinlergrunde Elemente gewirkt haben, denen es nicht darauf ankommt, Frieden zu stiften, sondern denen dieser Vor- gang wieder einmal eme sehr willkommene Gelegenheit war, ihre Gegensätzlichkeit zu uns zu dokumentiere» und im Trüben zu fischen. (Sehr wahr!) Aber die Fische gehen nicht an die Angel. Bleiben Sie ganz ruhig. ich bin krank, aber soviel Kraft habe ich noch immer. Ihre Treibereien aufzudecken.(Beifall. Frau Steinbach ruft: Ach, Sie wissen ja nicht, was Sie thun!) Daß der Schiedsspruch objektiv ist, habe ich schon betont. Ich weiß ja, diejenigen, die in den Versammlungen am kräftigsten da- gegen gesprochen haben, haben ihn uicht gelesen. Das ist nicht nötig, bei uns urteilt man am besten, wenn man von einer Sache möglichst wenig unterrichtet ist. Aber an Sie. die Sie die höheren Richter sind, die Sie auch über mich zu urteilen haben, an Sie richte ich jetzt ausdrücklich das Ersuchen: Lesen Sie den Schiedsspruch! Ob Sie ihn billigen, ist Sache für sich, aber daß er ein Aktenstück ist, das sich bestrebt, objektiv und sachlich den That- bestand wiederzugeben, darüber kann nicht der leiseste Zweifel sein. Und, Bömelburg. Hand aufs Herz! Ist nicht der Schiedsspruch vollinhaltlich sachlich, dasselbe was auch Sie uns hier gesagt haben? Ich appelliere an diejenigen, die den Schiedsspruch gelesen haben, wie darin über die Accordarbeit geurteilt ist. Für uns aber handelt es sich nicht um die Schädlichkeit' der Accordarbeit, sondern darum, ob Handlungen vorliegen, auf die der§ 2 unsreS Organisations- statuts Anivendung finden muß. Sind Handlungen vorgekommen, die als ehrlos zu betrachten sind? Erst wenn das erwiesen ist, können wir verurteilen. Wir haben die Handlungsweise der Accordmaurer aufs tiefste bedauert und das auch im Schiedsgericht ausgesprochen. Ich habe den Schiedsspruch geschrieben und halte ihn aufrecht. Was denken Sie denn von mir? Ich bin ein Parteigenosse wie Sie alle, ich habe in allen Zeiten treu zur Partei gehalten, die Partei ist ein Stück von mir und ich ein Stück von ihr, ich habe darin gelebt und werde darin sterben. Glauben Sie, daß es mir gleichgültig sei» kann, ob an einem Ort ivie Hamburg ei» Streit ist oder nicht? Glauben Sie etlva, daß ich dazu beitragen würde die Differenzen, die Sie ja nach und nach in Ihren Gewerben über- wunden haben, die Sonderbündelei usw., zu fördern? Nein, ich weiß ja, viele behaupten das, sie irren sich aber. Ich kann von mir sage», Ivas schon Maria Stuart von sich sagte: Ich bin besser als der Ruf, den ich bei Ihnen habe. Nein, der schlechte Kerl bin ich nicht! Wäre ich wirklich das. was gewisse leitende Kreise, nicht unter den Maurern, aber sonst in der Gelverkschaftsbewegung glauben, ich wäre Ihnen vielleicht schon unangenehm ge- worden. Aber ich bin es nicht! Alles, was in dieser Be- ziehung gesagt wird, ist Märchen nnd wird geglaubt. Es trifft zu, was der Dichter sagt:„Am Urteil der Landsleute ändert nichts der Zahn der Zeit, da'hilft kein Zaudern nnd kein Sträuben, Du mutzt der kleine Teufel bleiben". Und das bin ich nun mal. ich bin der schivnrze Mann, der alles aufbieten soll, um die Gewerkschaften nicht hoch kommen zu lassen. Ich habe meine Kölner Rede nochnials nachgelesen. Was steht darin? Auch nicht ein Wort gegen die Gewerkschaftsbewegung! Mit Legten habe ich mich auseinandergesetzt. Es man sein, daß ich zu weit gegangen bin, aber daß sich ein sachlicher Widerspruch, ein feindseliges' Urteil gegen die Gewerkschaften darin findet,— ich zahle jedem, der das nachweisen kann— na— viel habe ich nicht, ich bin ein anner Kerl, eine anständige Zeche I(Stürmische Heiterkeit.) Mit einer Silbe habe ich im Schiedsgericht die Streitfrage der Neutralität gestreift. Mit voller Absicht habe ich diese Objektivität gewahrt weil ich es für meine Pflicht hielt, alles zu thun, um den Streit zu beseitigen, um unter Wahrung des Rechts, wozu wir berufen waren, beiden Teilen die Möglichkeit zu geben, sich wieder zu verständigen. Nicht verhetzen, versöhnen wollten wir. Das schlvebte uns vor. Und verhindern wollten wir vor allem, daß sich eine uene Schutz- truppe für das Baulöwentum aus den Accordmaurern bildet. Und dafür diese Behandlung in den Versammlungen. Die einzige strittige Frage im Schiedsgericht war die Beur- teilung des Falles Baumgartcn, die Ausführung von Zimmerer- arbeiten durch Accordmaurer. Und da ist es sehr interessant zu er- fahren, welche Seite vorschlug, hier vielleicht ein Exempel zu statuieren. Es war ein von feiten der Accordmaurer ge- stellter Schiedsrichter, der da meinte: Es rast der See, er will sein Opfer haben. Schmeißen wir eins hinein, viel- leicht zieht der Walfisch nachher befriedigt ab.(Heiterkeit.) I» den Sonntagsverhandlungen über die Tagesordnung ist angeführt worden, daß das Schiedsgericht keine Gründe angeführt hätte und— - ein gewisser Widerspruch— seine Gründe taugten nichts. Ob die Gründe etwas taugen, das zu beurteilen ist Sache des pcrsön- lichen Urteils. Die Gründe mögen Ihnen nicht gefallen, aber seit wann. Genosse Legien, ist es denn eine Parteieinrichtimg, daß wir, sobald in einer Gewerkschaft Zank entsteht, von Partei wegen die Befehle der Gewerkschaftsbewegung zu erfüllen haben!(Sehr richtig!) Das ist der erste Fall, der mir vorgekommen. Der Fall ist neu, aber die Grundsätze, daß wir solche Versuche abwehren müssen, sind alt.(Sehr gut!) Und die Manier I Die Herren kommandieren und wir gehorchen! Wenn Sie uns die Entscheidung überlassen, weshalb dann Ihre Erregung über unsre Entscheidung? Sollten wir einfach sagen: Zu Befehl!? (Lebhafte Zustimmung.) So stehen die Dinge. Wenn es aber dahin kommen sollte. dann brauchte die Partei überhaupt nicht mehr zu existieren, dann machte die Gewerkschaft alles. Wir können davon nicht abgehen, daß wir darüber entscheiden, wer zn uns gehören soll. Grund hin, Grund her, die ganze Richtung gefällt Ihnen nicht, die wir repräsentieren.(Lebhafte Zustimmung.) Wir sind Ihnen gegenüber immer so vorsichtig, wie nur möglich gewesen. Wir schonten Sie, auch wenn wir andrer Meinung waren. Sie können keinen Fall anführen, wo wir die General- kommission zur Intervention aufgefordert hätten. Wir haben uns jeder Zeit solcher Matznahmen enthalten. In Ruhe und Frieden wollten wir mit Ihnen leben, nicht weil wir in Sie verliebt sind (Heiterkeit), sondern weil es im Interesse der gesamten Arbeiter- bewegung liegt, daß wir nicht in Konflikt mit einander kommen. Aber sofort, als wir uns durch den Schiedsspruch in Widerspruch zu Ihren Wünschen setzten, gingen die persönlichen Angriffe gehässigen Charakters an. Daß man mich alsZden Oberschiedsrichter bezeichnete, na, das ist nicht schlimm', auch nicht. daß es gleich im Anfang hieß: der in Gewerkschaftskreisen genügend bekannte Auer. Frau Steinbach, die ein besonderes Faible für mich hat(Heiterkeit), hat herausgekriegt, daß ich die Schiedsrichter hypnotisiert hätte. (Heiterkeit.) Sehen Sie sich dock einmal die Exemplare der Schieds- richter an. Da ist der Genosse Hoffmann, von Geburt Schuster (Heiterkeit), nachher Seemann, ein vierschrötiges Ungeheuer.(Große Heiterkeit.) Frau Steinbach überschätzt die Kraft meiner Hypnose. Ich kann nur bedauern, daß sie dem Schieds« gericht nicht angehört hat. Sehen Sie, Frau Steinbach, auf Sie würde ich den Versuch der Hypnose gemacht haben.(Stur- mische Heiterkeit). Bei Ihrem hochentwickelten, unerschütterlichen Gerechtigkeitsgefühl hätte ich darauf gerechnet, daß Sie als Schieds- richterin' dem Schiedsspruch dann zugestimmt hätten. Wie weit aber ist man sonst mit den Angriffen gegangen. Ein Gewerkschaftsorgan hat geschrieben, über den Schieds- spruch brauche man'sich nicht zu wundern. Seien die Schieds- richter doch Leute, die nichts von der Gewerkschaftsbewegung verständen, Lagerhalter, Gastwirte, Bureauvorsteher. Das Scharf- macherorgan, die„Post", hätte höchstens noch hinzugefügt: Cigarren- Händler.(Bewegung.) Ist das die Art, Ivie wir untereinander ver- kehren sollten! Auch noch die Akademiker sind hineingezogen worden. Na, die Mitglieder der Kontrollkommission, der alte Mctzner, Kaden, Meister sind wirklich nicht Akademiker.(Heiterkeit.) Und der kleine David soll die übrigen acht eingefangen haben. Na. es ist wirklich manchmal abgeschmackt, wie Sie kämpfen! Es giebt noch weitere markante Stellen in den Gewerkschaftsblättern, so die Aeußerungen des Neutralisten Hub im Organ der Bergarbeiter. Da wird behauptet, das Schiedsgericht habe eine gemeingefährliche Streikbrecherkolonne in seinen Schutz genommen, die Gewerkschafts- bewegung werde zu der Nolle des Aschenbrödels ver- urteilt.' Solchen Aeußernngen gegenüber muß man wirklich fragen: Thun Sie das noch um der Sache willen oder thun Sie es wegen andrer Zwecke. Ich kann die Empfindung nicht loS werden, daß dieser Verdacht gerechtfertigt ist.(Bewegung.) Wenn die Genossen, die so polemisieren, glauben, daß in der Parteileitung so viel Animosität und Widerwillen gegen die Gewcrkschaftsbeweflimg besteht, dann wäre es längst ihre verdammte Pflicht und Schuldigkeit gewesen, einzugreifen und nach dem Rechten zu sehen(v. Elm: Das thun wir jetzt!> Oh, Herr v. Elm! da will ich Sie an einen andern Fall erinnern. In einem Artikel des„Correspondenzblattes" über die Sache wird in ganz bösartigerWeise auch derLeipzigerFall mitdenBuch- druckern hineingezogen. Dieser Fall ist wirklich nicht von der Partei- leitung eingerührt worden. Uns war er unangenehm genug. Dieser Leipziger Fall hat Ivochenlang die Fraktion beschäftigt. Auch Fraktionssitzungen haben darüber verhandelt. Unsre Fraktionsgenossen sind aufrührerisch geworden gegen Bebel, Pfannkuch, Singer und mich. Schließlich ist ein Antrag sogar in der Fraktion angenommen tvorden, der uns einen bestimmten Termin stellte.(Meister bestätigt es.) Es hieß: Wenn Ihr die Sache nicht bis da und dahin zur Erledigung bringt, dann gehen wir an die Oeffentlichkcit. Wir wurden in der Fraktion direkt bezichtigt, wir hätten nicht den Mut, gegen den Buchdrucker-Verband vorzugchen, wir! wahrten das Berbandsintereffe mehr als das Partei- intercsse.(Meister: Stimmt!) Wir haben die Sache hingezogen nnd hingezogen, so lange als es nur ging. Immer und immer wieder haben wir Verhandlungen mit dem Verband geführt. Auch die Ver» bandSleitung hat nach meiner Empfindung alles gethan, um einen verständigen Ausgleich herbeizuführen. Aber der Schwierigkeiten konnte sie nnd wir nicht Herr werden. Es waren Gegensätze in Leipzig, die nicht zn überwinden waren. Weil nicht alle Verbandsbuchdrucker wieder an die alten Stellen kommen konnten, sollten keine sieZ wiederhaben. So wurde der Bruch unvermeidlich trotz aller unsrer Thätigkeit. Wenn je ein Fall es gebot, daß ein so prononcierter Vertreter der Gewerkschaften wie Elm in der Fraktion erschien, dann hier. Ich konstatiere, daß Elm alle» unfern Verhandlungen fern geblieben ist. (Bewegung.) Elm mußte davon unterrichtet sein. Zweimal sind wir zusammengekommen in jener Woche. Elm aber hat sich bei uns nicht' sehen lassen!(Hört! Hört!) Wie nichts mehr zn retten war. da hat Elm einen Artikel in den „Socialistischen Monatsheften" geschrieben und hat uns gründlich heruntergemacht. Alle Vorwürfe des interessanten Rexhäuser(Sehr gut!) hat er sich zu eigen genmcht und seine höhere Einsicht produ- ziert. Ist das die richtige Art, die Gegensätze auszugleichen! Wenn man immer wieder solche Dinge sieht, dann muß Verdacht in einem aufsteigen. Elm ist es gewesen, der in den Hamburger Ver- samnilnngen den Antrag gestellt hat, dieAngelegenhcit hierherzubringen. Ich bin vom Vorstande nicht autorisiert, aber meine Meinung ist, daß wir in unendliche Schwierigkeiten kommen, wenn wir den Lokal» vereinen nicht das Recht des MitgliederauSschlnsses lassen. Dieser Ausschluß bedingt nicht eo ixso den Ausschluß aus der Partei. Wenn man aus der Partei ausschließen will, dann braucht man ein Schiedsgericht. Wir haben ja jetzt schon Ge- Nossen, die ihre Beiträge direkt an den Vorstand einsenden. In Hamburg hat man sich darüber gestritten und ich gebe zu, daß die Frage strittig ist. In Hamburg sind bei dieser Gelegenheit die interessierten Organisationen in den Versammlungen zahlreich er- Lienen. ES ist so lveit gekommen, dnb unser Molkenbuhr in seiner Heimatstadt überhaupt nicht mehr reden kann, dnfc er überall niedergeschrieen wird. sHört! hört!) Elm ist es eben durch seine begeisternde Beredsamkeit gelungen, die Massen so aufzu- regen. Als Molkenbuhr sich privatim darüber beschwerte und meinte so schlimm brauche er es doch nicht zu mache», da sagte Frau Steinbach: Das ist eben die Bruderliebe, die aus v. Clin spricht (Frau Steinbach: Das ging doch nicht gegen Molkenbuhr). Ja Genossin Steinbach, das macht wieder Ihrem Herzen alle Ehre, ich wundere mich nur, daß die Bruderliebe v. Elnis sich nicht auf uns alle erstreckt. Aber diejenigen, die immer in Versammlungen sind, einfach niederzuschreien und diejenigen, die sich sehr selten sehen lassen, auf den Schild zu heben, für diese Art Bruderliebe habe ich kein rechtes Verständnis. Die Sache ging weiter. Die Siedehitze scheint mir erreicht zu sein in der Resolution des Hamburger Gewerkschaftskartells vom 13. August, die den Schiedsspruch als„Sanktionierung des schäm losesten Streik- und Organisationsbruches in Permanenz" erklärt So hat von Elm über unsre Thätigkeit resolvicren lassen. Und hier. wo wir Auge in Auge gegenüberstehen, wo wir verlangen, daß unsre Ankläger auch ihren Mann stellen, ivaS beantragt man da?„Der Parteitag erklärt, daß er die Begründung deö Schiedsspruchs in der Hamburger Angelegenheit als richtig nicht anerkannt." In Hamburg „Sanktionierung des schamlosesten Streik- und Organisationsbruchs i!l Permanenz" und hier eine Handlung, die nicht ganz richtig ist! Ein besonderes Zeichen von Tapferkeit kann ich darin nicht erblicken (Sehr richtig I) Ich zittere auch vor Schlachten. Ich gehe nicht gern in den Kampf, aber wenn ich im Gefecht bin, dann sehe ich meinem Gegner in die Augen. Sie machen es umgekehrt. Sie parieren mit einer Front, die zum Parieren sonst nicht dient.(Große Heiterkeit.) Ich glaube es Bömelburg, daß er und seine Freunde aus der Leitung des Maurerverbandes mit den Aufrufen für die Delegierten wohl nichts zu thun hat. Das sind viel zu alte und erfahrene Taktiker, als daß sie sich zu solchen Streichen hergeben. Aber es giebt Freunde, von denen man sagen mutz: Gott bewahre mich vor ihnen. Bömelburg und Staningk haben ja gesehen, was für schlechte Erfahrungen sie mit ihren Freimden in Ostpreußen gemacht haben. Ich glaube es Staningk, so unerfahren ist er nicht, daß er zu Schwartz gesagt hat: Geh nach Ostpreußen und verschaffe mir ein Mandat, Diäten brauche ich nicht. Schwartz ist noch zu jung, den müßt Ihr nicht wieder hinausschicken, der hat die Sache viel zu dumm gemacht.(Große Heiterkeit.) Nein, solche Dummheiten machen Sie nicht. Mit demselben Rechte können Sie nach meiner Ueberzcugung auch die Aufrufe zu den Hamburger Delegicrtenivahlen ableugnen, aber charakteristisch sind fie doch. Charakteristisch ist eS auch, daß gesagt wird, wir werden noch dahin kommen, bei den nächsten Reichstagswahlen Kandidaten aus dem Baugemerbe aufzustellen. Gewiß! Das Streben, auch Genossen aus dem Baugewerbe als Vertreter der Partei in den Reichstag zu schicken, findet unsre volle Unterstützung, aber wogegen wir uns wenden, das ist die Taktik, die mehr und mehr in den Vordergrund tritt, die Auswahl der Vertreter nicht mehr vorzunehmen auf Grund unsreS Programms, sondern nach dem Gesichtspunkt, ob der Wetreffende Maurer, Schuster oder dergleichen ist." Hat doch schon dei einer Nachwahl ein großes Gewerkschastsorgan es offen aus- gesprochen, nicht weil der Kaudidat Socialdemokrat. sondern weil er Bergarbeiter ist, unterstützen wir ihn. Es ist eigenartig, daß man in gewissen Kreisen dazu übergeht, Dinge, die die Partei angehen, in Gewerkschaftskartellen oder auf Gewerkschaftskongressen zu erörtern und so eine Nebenorganisation, eine Seitenorganisation oder vielleicht noch eine höhere Form der Organisation zu schaffen. Der Parteivorstand hat die verdammte Pflicht und Schuldigkeit. heute schon alles zu thun, Bestrebungen nicht aufkommen zu lassen. die darauf hinauslaufen, eine Marschlinie zu bilden von Elm bis zum Pfarrer Naumann.(Bewegung, dann stürmischer Beifall uno Händeklatschen. Bebel ruft: Bis zu Berlepsch!) Ich sage nicht. daß das Ihr Zweck ist, Herr v. Elm, aber es sind andre Leute da, die das wollen, und ob sie nicht durch Ihre Art und Weise, einen Gegensatz zwischen Partei und Gewerkschaft hervorzurufen, unbewußt dieses Streben unterstützen, das möchte ich Ihrer Eo wägung und Prüfung anheimgeben! Noch eine charakteristische Thatsache. Im„Correspondent für Deutschlands Buchdrucker" wurde gesagt, jetzt sei der Moment, los zuschlagen gegen den Terrorismus, den die Partei gegen die Gmerk schaften ausübt. Wenn dieParteijetztnicht den Auer hernntersägtund den Schiedsspruch desavouiert und die Gewerkschaften zu ihrem Recht kommen läßt, so sei der Zeitpunkt gekommen, Ivo die Entscheidung fallen müsse. Jetzt seien die Maurer gegen die Partei, mit den Maurern werde man siegen, wie Schweitzer mit den Maurern anfangs der siebziger Jahre Platz geschaffen habe. Und noch ein andres Beispiel: Bernstein hatte sich auch in die Sache gennscht und Ivie das so seine Art ist, wollte er nach keiner Seite hin verletzen; er hat in seinem Artikel einerseits und andrer- seits gesagt;(Heiterkeit) er meinte, der Schiedsspruch sei nicht ganz richtig, aber er müßte doch zugeben, daß er»ach Lage unsrer Gesetze nicht anders ausfalle» konnte. Er hat auch Vorschläge gemacht, die so unpraktisch sind, wie manches andre von ihm. (Heiterkeit.) Das griff die Naumannsche„Hilfe" auf. Sie schrieb: »Auf was will sich denn Bernstein in seinen Bestrebungen stützen. wenn er audj die Gewerkschaften nicht mehr auf seiner Seite bat." Da sehen Sie die Absichten unsrer Gegner. Wir müssen vorsichtig sein. Diese Warnung richte ich nicht an die Maurer, sondern an eine ganz andre Seite. Wir können nicht den Zustand einreißen lassen, daß die Gewerkschaften zu befehlen und wir zu gehorchen haben. Können denn die Gewerkschaften Gegenseitigkeit üben? Nein! Ich wünsche, daß möglichst viele Arbeiter in die Gewerkschaften gehen; daß da verschiedene politische Ansichten herrschen, das können wir nicht verhindern. Was aber würden Sie sagen, wenn etwa bei den nächsten Wahlen der nationalsociale Gewerkschaftler Tischen- dörfer gegen einen Socialdemokraten kandidierte und wir deshalb seinen Ausschluß aus der Gewerkschaft verlangte»? Eine solche Forderung würde zu den ungeheuerlichsten Konsequenzen führen. Die Gewerkschaften können einfach nicht Gegenseitigkeit üben, selbst wenn sie es wollten. Man hat gesagt, nicht die Accordarbeit, sondern der Disciplin- Bruch solle bestrast werden. Ja, das ist doch nur ein Taschen- spielerkunststück. Woher kommt denn der Disciplinbruch, woher der angebliche Streikbruch, den ich als solchen nicht anerkenne? Doch nur aus dem Streit über die Accordarbeit. Gewiß, darin stimme ich mit den Maurern überein, daß der Beschluß der Organisation zu befolgen ist. Aber was die Maurer mit ihren Leuten anfangen wollen, das geht nnS nichts an. Ich habe nichts dagegen, wenn Sie sie aus dem Verband ausschließen, nur dürfe» Sie ihnen dann nicht Organisa» tionSbruch vorwerfen, wenn sie sich eine eigene Organisation schaffe». Die Leute sind aus der Organisation hinausgeworfen, aber haben sie damit auch das Recht verloren, das ihnen gesetzlich zusteht, sich eine neue Organisation zu gründen? Es ist sehr bedauerlich, daß Je einen neuen Verein gegründet haben, aber Sie haben sie doch azu gezwungen. Bömelburg sagt, es liegt Streikbruch vor; aber er hat nicht nachgewiesen, daß die Accordmaurer irgendwo die Arbeit aufgenommen haben, wo eine andre Differenz als die über die Accordarbeit vorhanden war; er konnte nichts andres anführen, nlS auch die dem Schiedsgericht unterbreitete Thatsache». Für uns ist die That der Accordmaurer meiner Meinung nach keine ehrlose Handlung, die den Ausschluß aus der Partei bedingt. Dazu können wir uns nicht hergeben, daß wir den Leuten die Benutzung des Vereinsrechtes verbieten. Sie haben es ja fertig gebracht, auf Grund Ihrer Mehrheit und Ihrer Macht ihnen das Preßrecht illusorisch zu machen, es werden keine Annoncen von den Accordmaurern im Hamburger Partei- Organ aufgenommen, es kommen keine Versammlungsberichte hinein, es' wird von ihnen überhaupt nicht Notiz genommen. An mich als Firmenträger von Auer u. Co. in Hamburg kam eine Beschwerde von einem Accordmaurer mit der Bitte um Abhilfe. Es sei eine lliigerechtigkeit. ihnen das„Echo" zu verschließen. während die Zahlstelle es benutze, um L anzugreifen. Die Preßkommission hat das Ersuchen der Accordmaurer abgelehnt,„da sie sich nicht auf den Standpunkt stellen könne, daß zeitlichen Minoritäten irgend einer Gewerkschaft das Recht der Organisation zuzugestehen sei."(Hört! hört!) Die Frage der Accord- oder Lohnarbeit war für die Preßkommisston nicht ent scheidend. Es hatte eine Sitzung der Preßkommission stattgefunden wegen einer Beschwerde, weil das„Echo" eine Todesanzeige der Accordmaurer gebracht hatte(Hört! hört!); die Preßkommission beschloß, daß das Verbot sich nur auf solche Anzeigen beziehe, die einen agitatorischen Zweck haben. Also eine Todes- anzeige selbst hat unter den VerbanbSmaurern in Hamburg eine derartige Austegung hervorgerufen, daß sie fich mit einer Beschwerde an die Preßkommission wandten! Wir können das nicht ändern; aber ich meine, auch dieser Vorgang beweist, daß wir alles vermeiden müssen, was dazu führen könnte. Differenzen herbeizuführen. Nun aber, wir werden als der Störenfried angeklagt; und was thun Sie? Es ist hier konstatiert, daß Sie' die Preß freiheit in dem Organ, das diese Maurer selbst haben schaffen helfen. die es unterstützen, einfach in einer Weise, wie sie in keinem Bourgeois- Staat heute mehr möglich ist. kaum mehr in Rußland, die Möglichkeit einer freien Meiuungs- äußerung einfach unterbinden. Sie haben die Macht dazu. Mit dem Vereinsrecht können Sie gegen die Leute nicht einschreiten, dafür er- klären Sie aber die Bildung einer Organisation für disciplinlos, für einen Organisationsbruch, für eine ehrlose Handlung und verlangen. daß die Partei sie aus- schließt! Derartige Dinge muß man doch auch wissen, um zu be- greifen, wie ich zu meiner Stellungnahme gekommen bin. Dann wird mir in dem Artikel der Vorwurf gemacht, daß ich tn dem großen Kampf zwischen Unternehmer und Arbeiter den kämpfenden Kollegen in den Rücken gefallen und Partei ergriffen habe für die Schutztruppe der Unternehmer. Auch das ist nicht richtig. Der Kampf wird geführt zwischen Arbeitern und Arbeiters zwischen Verbandsgenoffen und organisierten Genossen in einer freien Vereinigung; und wenn überhaupt von einer Beteiligung der Unteniehmer gesprochen werden kann, nun, dann hat die Innung mit den Verbandsmaurern ei» Abkommen gegen die Accordarbeit getroffen; auch dieser Vorwurf deckt sich also uicht mit den Thatsache». Also ich kann nicht zugeben, daß ein Streikbruch in dem Sinne vorliegt, wie auch ich ihn eventuell als ehrlos betrachte. Wohin das führen würde, wenn wir die Bahn beschreiten wollten, auf die Sie uns drängen wollen, das zeigt doch der Schiedsspruch in Ottensen. Ist es nicht gerade ungeheuerlich, daß da der Winkel- mann einstimmig auS der Partei herausgeschmissen wird, und dieselben Leute haben nachher, als sie ruhiger, objektiver mit Gerisch die Sache untersuchten, ebenso einstimmig den Ausschluß wieder zurück- genommen!(Hört! hört!) Denn es stellte sich heraus, daß der Mann zu derselben Zeit, wo er die ehrlose Handlung begangen haben sollte, krank zu Bett gelegen hatte. Sie sehen, die Leidenschaft ist ein schlechter Berater. Ich komme zum Schluß. Ich hätte noch manches mitzuteilen und auszuführen; aber ich habe Ihre Zeit lange genug in Anspruch genommen und ich habe ja auch noch ei» Schlußwort. Parteigeuosse», ich erkläre bei meiner Ehre und bei meiner Partei- Zugehörigkeit, daß ich nach bestem Wissen und Gewissen, ich nehme >as für alle übrigen Schiedsrichter mit in Anspruch, den Schiedsspruch ö gefällt habe, wie er ist, und muß auch, nachdem ich hente Bömelburg gehört habe, bei meinem Schiedsspruch stehen bleiben. Sie können nur beweisen, daß Differenzen unter den Maurern be- 'tehen, die wir alle miteinander bedauern. Aber solange Sie den Nachweis einer ehrlosen Handlung nicht beizubringen vermögen, teile und verstehe ich Ihre Wünsche, aber folgen kann ich Ihnen nicht.(Stürniischer Beifall.) Singer: liegen eine Reihe von Meldungen zu persönlichen Be- merkungen vor. Ich werde nur persönliche Bemerkungen in Bezug auf das Schlußwort des Korreferenten zulassen und' jede sachliche Bemerkung unweigerlich zurückweisen. Persönliche BemerVnngen. Von de» vielen Behauptungen Auers mir gegenüber, Legi«: die nicht auf Wahrheit beruhen, halte ich es für notwendig, eine heute noch zu widerlegen. Buer erklärte, ich hätte Gelegenheit gehabt, in dem Schiedsgericht ihm Auge in Auge gegenübertreten zu können. ich hätte aber den besseren Teil' det Tapferkeit gewählt und die Annahme eines Mandats für das Schiedsgericht abgelehnt. Wenn Auer eine solche Behauptung aufstellt, so hätte er sich erst informieren müssen, aus welchen Gründen ich das Mandat ablehnte. Ich war von der Generalkonimission in die Generalversammlung der Formstecher in Eimbeck delegiert worden, und zwar erklärte die Generalkommission es für notwendig, daß gerade ich hinging. Uns ist weder in der Versammlung noch in dem Vorstand des zweiten Wahlkreises der Brief, den Auer vorgelesen hat, vorgelegt worden. Hätte uns unser Wahlvereins-Vorsitzender gesagt, der Termin vom 17. Juli müsse nicht absolut festgehalten werden, Auer habe freigestellt, einen andren zu bestimme», dann wäre ich im Schiedsgericht gewesen. Sie sehen, daß ich einen zwingenden Grund für die Ablehnung hatte. Auf derselben Basis stehen die andren Behauptungen Auers. Ich kann ihm erklären, daß ich mich nicht gefürchtet habe. Ich bin über- zeugt, daS Beste für die Partei und die gesamte Arbcrterbewegung zu wollen, und in dieser Ueberzeugung fürchte ich mich nie, Auer oder einem andren Genossen entgegenzutreten. von Elm: Ich bin leider nicht in der Lage, mich nur gegen eine einzige unwahre Behauptung Auers wenden zu müssen. Er hat von unerhörten Angriffen von mir in Angelegenheit der Buch- drucker gesprochen. In meinem ersten Artikel habe ich nur den Be- 'chluß der Fraktion verteidigt, von Angriffen gegen die Partei steht darin auch nicht ein einziges Wort. In meinem letzten Artikel„Durch Gärung zur Klärung" befindet sich über die Buchdrucker nur ein Satz, der lautet:„Ein andrer Fall, der eventuell noch für das gesamte Partei- und gewerkschaftliche Leben unheilvoll werden kann, ähnlich der schon sattsam bekannt«», zun: Schaden der Arbeiter verlaufenen Leipziger Buchdrucker- Angelegenheit..." Wo steckt in diesem einzigen Satz ei» Angriff auf die Partei? Mit derartigen Mitteln operiert man, m» mich als großen Sünder erscheinen zu lassen I In den Fraktionssitzungen soll ich nicht anwesend gewesen sein. wo die Buchdruckerangelegenheit behandelt wurde. Als Vogenitz und Pinkau damals von Leipzig nach dem Reichstag kamen, wurde die Sache in der Fraktion nicht behandelt. Eine besondere Einladung zu der betreffenden Frastionssiyung habe ich nicht erhalten. Ich !aun doch nicht dafür, daß ich gerade nicht da war. Ich bin ein viel- beschäftigter Mann, Sie dürfen mir doch nicht die Absicht unterstellen, daß ich absichtlich ferngeblieben bin und hinterher suche, die Partei anzu- greifen. Das ist einfach unerhört. Dann die Wahl zum Schiedsgericht. Anfangs dachte ich, Auer ögt das in gutem Glauben; aber nachher hat«s auf mich den Ein- druck gemacht, als wenn eS nicht der Fall sei. Ich habe in der Versammlung gefragt: Ist eS unabänderlich, daß die Verhandlung am 17. Juli stattfinden soll? Da sagte der Vorsitzende Blume: Jawohl I Da sagte ich: Dann bedauere ich; denn ich hatte einen gerichtlichen Termin für die Genossenschaft, von der ich einzig und allein mein Einkommen beziehe, wahrzunehmen, wo es sich um eine große Summe Geldes bandelte, die der Genossen- chaft eventuell verloren gehen könnte.(In großer Erregung:) Mir einen Vorwurf daraus zu machen, das alles sei böse Absicht— ich habe keinen Ausdruck dafür, daß man eine der- artige unerhörte Anschuldigung erhebt! Auer hat davon geredet, daß wir eS nicht wagten, dem Gegner ins Auge zu sehen; wir hätte» in Hamburg einen ganz andren Standpunkt eingenommen. Welchen Standpunkt haben wir denn eingenommen? Wir hätten nichts andres gemacht, als diese Leute aus unsrer örtlichen Organi- 'ation hinausgeworfen; erst als Molkenbuhr uns lang und breit auseinandergesetzt hat, daß das formell nicht angehe, haben wir dann diesen Weg beschritten. Presse von dem hätte. Ich legte war, bei; es war socialdemokratischen Singer: Sie können doch nicht in einer persönlichen Bemerkung de» Standpunkt der Hamburger Genossen verteidigen. Ich bitte dringend, sich darauf zu beschränken, was Auer in Bezug auf Ihre Person gesagt hat. und das andre der späteren Diskussion vorzu- behalten. v. Elm: Wie soll das in zehn Minuten möglich sein? Partei- genossen, wenn Sie in der Weise verfahren, wie es der Vorsitzende will, dann bedauere ich, dann ist es eine Ungerechtigkeit.(Zurufe: Sie werden ja Redezeit haben!) Singer: Der Genosse v. Elm hat keinen Anlaß, vorauszusetzen. daß der Parteitag ihn in seiner Redefreiheit irgendwie beschränken wird. Ja, Parteigenossen, ich bin in einer sehr uiian- genehmen Lage, den Genossen sagen zu müssen, daß sie nicht weiter rede» sollen. Ich habe an dieser Stelle die Pflicht, den Parteitag in seiner Gesamtheit zu vertreten und seine Arbeiten zu fördern. Wenn dem entgegen gehandelt wird, dann ist es meine verdammte Pflicht und Schuldigkeit, Sie darauf aufmerksam zu machen. Frau Steiubach: Sie können es gar nichts glauben, welch eine Geuugthuung wir soeben geworden ist, von der Sie gar keine Ahnung haben können.(Gelächter.) Das Gewieher ist eigentlich Ihrer gar nicht würdig.(Große Unruhe.) Singer: Ich muß die Genossin Steinbach dringend ausfordern, Ausdrücke, wie sie sie eben gebraucht hat, zu unterlassen.(Lebhafter Beifall.) Frau Steinbach: Parteigenossen! Wenn Genosse PSplow im Schiedsgericht darauf verzichtet hat. aus der Art der Zusammen- setzung des Schiedsgerichts—(Zurufe: Ist das persönlich?>— oh bitte sehr. eS kommt schon I— Wenn er darauf verzichtet hat, daraus eine Ablehnung des Schiedsgerichts herzuleiten— Singer: Sie können im Rahmen einer persönlichen Bemerkung nicht den Genossen Paeplow vertreten.(Heiterkeit.) Frau Steinbach: Auer hat mir den Vorwurf gemacht, daß ich mich im zweiten Wahlkreis in Hamburg nicht hätte ins Schiedsgericht wählen lassen, aus Furcht, von Auer hypnotisiert zu werden. Zunächst befindet sich Auer im Irrtum, ich bin nicht Mitglied des zweiten Wahlkreises. Dort hat man die Wahl vorgenommen, im ersten und dritten Wahlkreise hat man wegen angeblich zu kurzer Zeit die Mitglieder des Schiedsgerichts ernannt. Ich frage Auer, ob er seine Behauptung noch aufrecht erhält, daß es in meinem Willen ge- legen habe, ob ich imSchiedsgericht vertreten war. Wäre Legien, v.Elm oder ich ins Schiedsgericht gewählt worden, dann wäre Auer das Material in einer Weise beigebracht worden, daß seine Hypnose auf uns keine Wirkung gehabt hätte.(Große Heiterkeit.) Stnbbe: Auer hat ausgeführt, daß eS läiigerer Zeit bedurft hätte, von mir das Material zu erhalten. Das ist nicht der Fall. Am 18. Juni fand die gemeinschaftliche Mitgliederver- sammlung statt, in der der Antrag auf Ausschluß der betrreffenden Genossen gestellt wurde. Am 22. Juni habe ich den Parteivorstand von dem Beschluß in Kenntnis gesetzt; ich hätte noch einige Tage gewartet, wenn nicht unsre gesamte Hamburger Beschluß schon Notiz genommen die Liste, die uns von den Maurern angegeben darin uns nicht nntgeleilt, wer Mitglied eines Wahlvereins war, es fehlten die Adressen. Auer hat aber gleich am 23. geschrieben, er müßte wissen, wer Mitglied ist; am 24. konnte ich es ihm bereits von 33 Personen vom 3. Wahlkreise mitteilen, am 1. Juli auch bezüglich der übrigen. Es ist also nicht an dem, daß das Schiedsgericht deswegen nicht zu stände kommen konnte. Singer: Es ist folgende Erklärung eingegangen: „Nachdem Genosse Auer in seinem Korreferat Material be- kannt gegeben, das uns bisher unbekannt war, ziehen wir unsre Unterschrift unter dem Autrag 113 hiermit zurück. Düwell. Scheidemann. Bühler. Alb. Rudolph. May." Singer: Ein Telegramm aus dem zweiten Dresdener Landtags Wahlkreis meldet soeben, daß in der dritten Wählerklnsse von unserer Partei 119, vom Ordnungsbrei 12 Wahl- männer gewählt sind.(Beifall). Singer: Das Lokalkomitee bittet uns. der Dampferfahrt wegen die morgige Sitzung schon um 12 Uhr zu schließen. Da wir heute weit über die übliche Zeit gearbeitet haben, können wir dieser Bitte wohl nachkommen. Ich schlage aber dafür vor, die Sitzung morgen schon um SVj Uhr zu beginnen. (Zustimmung.) Ich benutze den Anlaß, die Mitglieder des Partei- tags daraus hinzuweisen, daß noch eine Reihe wichtiger Punkte auf unsrer Tagesordnung stehen, und daß zu dem gegenwärtige» Verhandlungsgegenstand vorläufig vierzig Redner sich gemeldet haben. (Heiterkeit.) Ich glaube, wir werden dem Minister Thielen dankbar sein können, daß er die Dauer der Retourbillets auf 45 Tage ver- längert hat, denn dann werden wir mit den ParteitagSverhaudlungen wohl fertig sein.(Heiterkeit.) Schluß der Sitzung Wi Uhr. {2 ü'Jbed, den 26. September. Vormittags-Sitzung. S'/a Uhr. Den Vorsitz führt Singer. Der zweite Wahlkreis Chemnitz telegraphiert: Sämtliche Wahlmänner dritter Klasse gewählt. Socialisten Vi, Gegner Vi Stimme». Riemann.(Beifall). Sozialdemokratische Grüße sendet Arbeiterschaft O e l S N i tz. Gestern vollständig gesiegt. Doehler.(Beifall). Ter Hamburger Schiedsspruch Die Diskussion über den Hamburger Schiedsspruch wird fortgesetzt. (Anträge 27, 28, 23. 83 bis 83, 39, 102, 112, 113 und 114). Singer: Ich werde zunächst die Anträge, die eine zu dem Schiedsspruch gegensätzliche Auffassung bekunden, begründen lassen. die Anträge 113, 85 und 114 und dann die Diskussion eröffnen. Das Wort zu einer Erklärung nimmt Auer: Ich möchte, um etwas dazu beizutragen. in Nebensachen die Diskussion möglichst einzuschränken, folgende Erklärung abgeben. Ich habe gestern auf Grund der mir gewordeneu Information unter den Personen, welche den Eintritt in daß Schiedsgericht ab- gelehnt haben, auch Frau Steinbach genannt. Diese Information ist mir von Molkenbuhr geworden, wie ich hier mitzuteilen von ihm selbst ermächtigt bin. Er hat mir gestern nach der Diskussion sofort erklärt, daß er irrig berichtet war. Ich erkläre deshalb, daß meine Ausftthrungen in Bezug auf den Eintritt in das Schiedsgericht. soweit sie Frau Steinbach betreffen, irrig sind. Zweitens habe ich aus den Ausführungen Stubbes entnommen, daß er meine Angaben in Bezug auf die Schwierigkeiten der Beschaffung des Materials auf sich bezogen hat. als wenn ihn die Schuld träfe. Ich erkläre demgegenüber, daß eS gerade Stubbe gewesen ist, durch desien thatkräftige Vermittelung und ungemein rasche und eifrige Thätigkeit ich überhaupt erst in den Stand gesetzt wurde, daS, was ich zu unsrer Information für notwendig hielt, zu erhalten. Bömel- bürg fragte mich gestern, von wem mir der Brief deS Zimmerers Schnack übergeben ist. Ich antworte auch heute nicht, weil der Betreffende anwesend ist, auf der Rednerliste steht und selbst die gewünschten Angaben machen wird. Den Autrag 113 begründet Legien: Es wird fortgesetzt versucht, die Sache als eine Angelegenheit der Maurer hinzustellen, es wird ferner versucht, eS so darzustellen, als seien die Maurer wegen ihres Arbeitens in Accord oder wegen ihrer Zugehörigkeit zur Freien Vereinigung ausgeschlossen, und drittens hat Auer gestem die Angelegenheit als Folge einer Hetze einzelner Personen bezeichnet. Wäre dies letztere wahr, Genoffe Auer, dann hätten auch unsre Gegner recht, wenn sie sagen, daß die ganze socialdemokratische Bewegung nur die Folge der Hetze einiger bezahlter Agitatoren ist.(Sehr richtig!) Aber es ist nicht die Hetze einzelner Personen, die zu diesem durchaus traurigen Ergebnis geführt hat. es ist ja auch undenkbar, daß zwei oder drei Personen eine solche Bewegung hervorrufen können. Ich möchte also Auer sehr bitten, sich zu überlegen, ob er seine«gestern mit so großem Wohlgefallen hier vorgetragenen Behauptung«!» aufrecht er- halten und wlederholen will. 39090 ardi. der einen Es handelt sich zunächst nicht um eine Maurerangelegenheit. Accordarbeit zu beseitigen, verdient unfre sorgfamste Unterstügung, aber| Dem Brief Kobers, auf den fich Auer beruft, und dem Beschluß ganz entschieden nicht, daß die Arbeiterpartei mithilft, fie in Gefahr Vornahme der Die Erledigung des Gegenstandes wird um 6 Uhr durch die der Verwaltungsstelle der Maurer in Hamburg find lange Ver zu bringen. Die Gefahr beruht in der demagogischen Heze gegen handlungen vorausgegangen, nicht in der Gewerkschaft, sondern den Verband. Man braucht ja nur das Material des Herrn Saß Wahl eines unbefoldeten Stadtrats in der Partei.( Sehr richtig!) Ich habe als Vorstandsmitglied Accordmaurer, wie er sich stolz nennt gelesen zu haben, um einunterbrochen. des Wahlvereins für Hamburg II an allen Sigungen teil- zusehen, daß die Sterle aus der Arbeiterpartei herausmüssen. Gegen von 96 Stimmen. 1 Stimme erhält Stadtv. Zylicz, 17 Bettel sind Gewählt wird Stadtv. Handelsrichter Emil Gehricke mit 78 genommen, in denen die Maurer- Ungelegenheit auf der Tagesordnung die Macht der Unternehmer brauchen wir eine gleich starte und unbeschrieben. stand. Im November vorigen Jahres wurde aus den 85. Bezirk beim Stählerne Macht der Arbeiterorganisation, aber nichtverzeihen Sie Vorstand ein Antrag eingebracht auf Ausschluß eines Accordmaurers, den nicht ganz ästhetischen Ausdruck Zu den vorerwähnten Ausschußbeschlüssen bemerkt cines Streitbrechers. Aehnliche Anträge lagen den Vorständen der Mit Organisationen, die 30 Pfennig Beitrag monatlich erheben, Protest berücksichtigt worden, weil der Betreffende sich kurze Zeit naströpfelnde Organisationen. Stadtv. Ewald( Soc.): In einem Falle ist der erhobene Wahlvereine Hamburg I und III vor; deshalb wurde im Dezember tann man teine wirtschaftlichen Kämpfe führen. Stolz erklären da in dem Sanatorium Gütergoz befunden hat und diese Abeine gemeinsame Sigung aller Vorstände einberufen; den Brief Kobers und an die Accordmaurer:" Nicht 80, sondern to Pfennige; außerdem finden wesenheit nicht als Unterbrechung seines Aufenthalts in Berlin an den Beschluß der Verwaltungsstelle freiwillige Sammlungen statt!" Barteigenoffen, wir haben glück- anzusehen sei. Ganz analog liegt ein Fall, der Maurer Hamburgs war damals noch gar nicht zu denken. Zu licherweise mit der Periode abgeschlossen, in der ein Reichstags- geborenen Berliner betrifft, der sich kurze Zeit in der Heilanstalt am diefer Sigung waren eingeladen die Vertreter der Verbandsmaurer Abgeordnete auf einem Getvertschaftskongreß den Ausspruch thun Grabowsee befunden hat. und der Accordmaurer. Die Vorstandsmitglieder der Freien Ver- tonnte:„ Wir müssen mit der verwerflichen Tendenz der höheren Reklamanten in die Wählerliste. Ich beantrage die Aufnahme dieses einigung waren vollzählig am Blaze. Wir haben uns stundenlang Beiträge brechen, wir müssen das Rassengepäck abschnallen. mit ihnen auseinandergesetzt und gesagt: Die Frage der Accord- find jezt glücklicherweise so meit, daß wir uns das Kassengepäck diese Zeit auch feine Steuern gezahlt hat, wird auf Antrag Ewald Wir Da der Referent darauf hinweist, daß der Betreffende für arbeit scheidet für uns als Parteiorganisation aus, für uns ist einzig ganz ruhig gefallen lassen können; je schwerer es ist, desto der betreffende Fall zur erneuten Prüfung an den Ausschuß die Frage maßgebend, ob Streitbruch vorliegt. Ich besonders war es, der die beffer für die Organisation! Aber die Accordmaurer möchten das zurüdverwiefen; im übrigen beschließt die Bersammlung nach den Accordmaurer dringend bat: Leute, überlegt Euch, was Ihr mit Kassengepäd beseitigen und uns wieder auf den Klingelbeutel bringen. Ausschußanträgen. diefer Handlungsweise thut; wir stehen seit 1890 in Hamburg einem Es heißt da in ihrer Erklärung weiter ich bitte auf das Dema Den Magistratsantrag, für die Südostseite der organisierten Unternehmertum gegenüber, das nur auf den Augen- gogische zu achten: blic wartet, wo eine Sprengung unsrer Einheit in der ArbeiterAlten Jakobftraße bewegung eintritt, um dann seinen Angriff zu beginnen. Ueberlegt Beiträge für die Gewerkschaften die Partei finanziell zurückgestellt. finie mit einer Straßenbreite von 18 Meter festzusetzen, hat der Meiner Ansicht nach wird durch das fortwährende Steigern der zwischen Sebastian- und Dresdenerstraße eine neue Fluchtes Euch, Leute, es handelt sich um die Einheit der Hamburger Hier in Hamburg ist es bis vor ca. fünf Jahren jo ujus gevesen betr. Sonderausschuß nach eingehender Erörterung abgelehnt und Arbeiterbewegung. Wollt Ihr es mit Eurem Gewissen ver- einen Zahltag wird für die Partei, den folgenden für die Gewerkschaft dafür vorgeschlagen, den Magistrat um eine anderweite Vorlage zu einbaren, den Streit in unfre Bewegung hineinzutragen? gesammelt. So wurde es auch während des Ausnahmegeseges gehandhabt; ersuchen, welche die Berbreiterung der Straße auf der Strecke von Sie fehen also, die Angelegenheit hat sich völlig im Rahmen der jegt sind die Sammlungen auf der Baustellen für die Partei voll der Ritter- bis zur Dresdenerstraße bis zu ca. 19 Meter ermöglicht. Bartei Organisation abgespielt. Aus der Partei kamen die ständig fortgefallen, es egiftiert dort nur die Gewerkschaft. Die Anträge, in der Partei wurde darüber verhandelt. Seit 1897 Maurerorganisation hatte es im Jahre 1898 fogar durch Veränderte Annahme des Magistratsvorschlages. Für die Strecke von Stadtv. Wallach( A. 2.) beantragt und befürwortet die unberwerden bei uns Streitbrecher aus der Partei ausgeschlossen. sammlungsbeschluß fo weit gebracht, daß überhaupt gar nicht für der Stallschreiber zur Oranienstraße sei ja erst im vorigen Jahre Wir sagten den Accordmaurern, gebt uns die, die den die Partei gesammelt werden durfte, achten Sie, bitte, darauf, eine neue Fluchtlinie zur Verbreiterung auf 16,50 Meter beschlossen Streifbruch berübt haben, auf! Sie gaben uns die Namen Parteigenossen! diese sollte von der Gewerkschaft nach Gut worden. an, aber wir schritten noch nicht zum Ausschluß. Wieder trat dünken ihr Teil ab haben. Einer solchen Bau Ordnung stimmten einer von denen, bon denen hier behauptet wird, daß die Maurer Hamburgs zu, aber warum? Dieser Antrag kam vom fie eine Hezze insceniert haben, an die Accordmaurer heran und bat Vorstand der Maurer." fie dringend, von ihrem Thun abzulassen. Es wurde noch nicht der Nun muß man wissen, daß Maurer keine Philanthropen, sondern Ausschlußantrag gestellt, sondern nur die Resolution Bömelburg an arme Arbeiter sind und daß die Frauen in ihrem Unverstand es genommen, die eine Verwarnung an die Accordmaurer enthält. lieber sehen, wenn die Männer feine Beiträge zahlen. Jezt kommen Sie sehen also, daß die Sache nicht von der Gewerkschaft die Accordmaurer und sagen, der Verband erhebe die Beiträge mur in die Partei getragen ist. Halten Sie es für angängig, daß jemand, deshalb, damit er bezahlte Beamte unterhalten kann! Beim Bau der in der Gewerkschaft als ehrlos bezeichnet ist, zusammenfißt in Dahl hat man gesagt, tommt in unfre Organisation, dann dürft der politischen Bewegung mit dem, der ihn als ehrlos bezeichnet hat? Ihr arbeiten und braucht nur 50 Pfennig pro Monat zu zahlen. Glauben Sie, daß die Neutralität der Gewerkschaften so weit geht? Giebt es eine gemeinere Abtrebung von Mitgliedern? Und eine Man kann sich doch nicht halbieren. Es ist absolut unmöglich, daß solche Gesellschaft wollen Sie unterstügen, die in einer solchen Weise diese Leute gemeinfan bei den internsten Altionen miteinander Stellung nimmt gegen die Arbeiterorganisation? Wir zahlen Beiträge arbeiten in einer Partei, die auf dem Boden des Klaffenkampfes für die im wirtschaftlichen Kampf stehende gewerkschaftliche Orgasteht, in einer Partei, deren Grundlage die Solidarität ist. Ganz nisation; wir sind aber immer gewöhnt gewesen, daß auch für unsre logisch und folgerichtig mußte also aus der Partei selbst, nicht von Mutter, für die Partei, ein Scherflein und zwar ein nicht zu den Gewerkschaften der Antrag auf Ausschluß gestellt werden. Es fleines abfällt; früher, als das Kind noch nicht auf handelt sich nicht darum, daß die Partei den Büttel der Getvert- eignen Füßen stehen fonnte, erhielt die Mutter ja alles. schaften machen und nolens volens deren Beschlüsse ausführen soll. Nein, Nun gehen die Accordmaurer mit der Lüge trebsen in der Partei selbst sind alle diese Differenzen entstanden. scheuen fich nicht, es dem Die zweite Frage ist: Steht es der Partei zu, über die Frage zulegen, daß Parteitag fogar gedruckt vordie Verbandsmaurer nicht mehr für die Partei der Accordarbeit zu urteilen? Meiner Meinung nach nicht. leber sammeln wollen. Wie liegt die Sache? Die Verbandsmaurer die Frage der Accordarbeit sind die Ansichten so getrennt, daß es fammeln, um den Drüdebergern entgegenzutreten, den Leuten, die geradezu ein Unglück für die Partei wäre, wollte sie nach dieser Nich- sagen: Ick heff all geben, nur gev id nich noch mal!", alles in tung hin Beschlüsse fassen. Gewiß, der Brüffeler Kongreß hat einen Fonds und davon geben sie die Hälfte für den Verbar, und die Accordarbeit verurteilt, aber ich würde es für einen Schaden für als Parteigenossen, die sie ja meist fins, die Hälfte für die Partei. die Partei halten, wenn sie sich mit der Frage der Accordarbeit eingehend beschäftigen wollte. Singer ersucht die Rednerin, zu schließen, da ihre Nedezeit abAber so liegt auch die Frage in Hamburg nicht; nicht die Frage der Accordarbeit hat die Differenzen hervorgerufen, sondern das Arbeiten auf gesperrten Bauten. Das zunächst einmal, um Ihnen llar zu machen, daß die Behauptungen, auf Grund deren Auer zu der Warnung an Sie gekommen ist, sich ja nicht auf diesen Weg einzulassen, ebenso falsch sind, wie die übrigen, auf denen seine Darstellung beruht. Nun ein paar Worte zur Begründung des Antrags 113. Die Nichtanerkennung der Beschlüsse des Schiedsgerichts wird nicht darin verlangt. Aber die Begründung des Schiedsspruchs kann und darf von der Partei nicht anerkannt werden. Ueberlegen Sie es fich doppelt und dreifach, ob Sie diese Begründung anerkennen wollen. Geben Sie Ihre Zustimmung dazu, dann giebt es keinen Streit bruch mehr, der als ehrlos betrachtet werden muß. st Auer hat viel Gewicht auf den Fall Baumgarten gelegt. Wir find nun in der glüdlichen Lage, einen sehr unverfänglichen Zeugen für die Richtigkeit der von uns aufgestellten Behauptung nennen zu tönnen. Das sind die Accordmaurer selbst. In der von ihnen herausgegebenen Broschüre heißt es: Bei dem Unternehmer Baumgarten hatten die Zimmerer mit Verbandsmaurern zusammen die Arbeit eingestellt, weil die dort arbeitenden Mitglieder der Freien Bereinigung" den Arbeitgeber um Accord beim Buzzen gefragt hatten.plaid han 190 195 Die Accordmaurer bestätigen also, was wir gefagt haben. Und da will man behaupten, daß die Accordmaurer bei Baumgarten will* ürlich aus der Arbeit gedrängt worden seien. diadahinge strin( Glocke des Borfizenden: Die Redezeit ist abgelaufen.) mil Den Antrag 85 begründet Frau Steinbach: gelaufen ist. und andrer Meinung gewesen, heute dem Antrage Wallach an. Stadv. Mentel( A. 2.) schließt sich, obwohl er im Ausschusse ändert an. Die Mehrheit nimmt nach diesem Antrage die Vorlage unverForst auf der Halbinsel am Wilhelmsstrande an der Oberipree Den Ankauf der dem Gasanstalt terrain im Köpenicker vorgelagerten Barzellen von der Maschinenbau- Anstalt Grob u. Co. zu Leipzig- Eutrigich für 380 080 M. Hat der niedergesezte Ausschuß gut geheißen. Die Versammlung stimmt ohne Debatte zu. Das Ortsstatut betreffend die Krankenversicherung der Handgewerbetreibenden ist vom Oberpräsidenten genehmigt, zugleich aber die von uns bereits beleuchtete Anregung gegeben worden, welcher der Magistrat durch die folgende neue Fassung des Art. III Abs. 3 Sat 3 des Statuts gerecht zu werden gedenkt: " " Unterliegt der unmittelbare Arbeitgeber selbst der Verficherungspflicht oder vermittelt er die Beschäftigung von Hausgewerbetreibenden als Zwischenperson( Ausgeber, Faktor, Zwischenmeister usw.), ohne zur Gewerbesteuer veranlagt zu sein, so hat die Beiträge und Eintrittsgelder für alle von ihm be= schäftigten versicherungspflichtigen Personen, sowohl für die Hausgewerbetreibenden, als auch für die unselbständigen Arbeiter, derjenige an die zuständige Kaffe zu zahlen, für dessen Geschäftsbetrieb diefelben durch ihn( den unmittelbaren Arbeitgeber) beschäftigt werden oder in deffen Auftrag die Zwischenmeister die Waren Schlußwort die Sache noch richtig stellt. Ich hoffe, daß Sie unter hinausgeschoben werden. Frau Steinbach: Dann hoffe ich, daß Bömelburg in seinem herstellen oder bearbeiten laffen." Erwägung aller Umstände Das Jukrafttreten des Ortsstatuts soll bis zum 1. Januar 1902 Hamburg, sondern in ganz Deutschland den einheitlichen Klaffentampf aller Umstände uns den Kampf nicht nur in der Gewerkschaften und der Partei nicht unfagbar erschweren. Seben vorschlägen bei. Ohne Disfussion tritt die Versammlung den MagistratsSie den von den falsch unterrichteten Schiedsrichtern und Controleuren Von den Griebenowschen Erben soll eine 5000 bis gefällten Schiedsspruch auf, oder stimmen Sie zum wenigsten für den An- 5500 Quadratmeter große, an der Straße 18 B, Abt. XII, des Bebautrag 118, deffen Unterstützung ein paar Genossen infolge der Drahtungsplans, belegene Grundstücksfläche zu Gemeindeschulzieherei Auers zurüdgezogen haben. Ich weiß nicht, wie sie mit zwecken für 21 M. pro Quadratmeter geworben werden. dieser salomonischen Entscheidung vor ihren Wählern bestehen werden. Ich bitte Sie, heben Sie den Schiedsspruch auf, verweisen Sie die Sache an uns nach Hamburg zurück, zum mindesten aber heben Sie Rückseite Front machen, sondern immer Auge in Auge selbst Auer die Begründung auf. Wir werden auch in Zukunft nicht mit der gegenüberstehen.( Beifall.) Dem Eigentümer des Grundstücs Siegmundhof 11 foll eine Entschädigung von noch 44 500 m. für die ihm durch die Höherlegung der Straße erwachsenen Nachteile gewährt werden. dem Brunnenplage und Errichtung eines Ersaydepots an der Ede Beide Borlagen gelangen ohne weiteres zur Annahme. pla Die Vorlage wegen Räumung des Steindepotplates auf der Seestraße und des Nordufers geht auf Antrag Barth an einen Der Parteitag spricht die Ueberzeugung aus, daß die schiedsDer Verkauf des städtischen Grundstücks Alte Jakobrichterlichen Instanzen bei ihrem Botum sich von der ehrlichen Abficht straße 112 an den Reichsfistus zur Erweiterung der Reichshaben leiten lassen, Necht zu finden und Recht zu sprechen. Es wird druckerei für 385 000 m. genehmigt die Versammlung. rücksichtlich der Neuheit des Falles anerkannt, daß diefen Instanzens stating at Schluß 7 Uhr. malam in aus ihrem Votum ein Vorwurf nicht zu machen ist." ( Antrag 116): Den Absatz 4 zu streichen und dafür zu sehen: Singer: Es ist ein Amendement zum Antrag 114 eingegangen Joh. Staningt. R. Seifert. Wesemeier. Rich. Beher. Gradnauer. Ausschuß. Friedrich- Darmstadt. H.. W. Deutsch. H. Schneider. E. Jhrer. Berliner Partei- Angelegenheiten. H. Silberschmidt. Kurze. Ebert. W. Noßkopf. J. Jacobsen. H. Klingenhagen. H. Stolpe. Ueber die Arbeiterbewegung in Oestreich wird unser ParteiEberle. Harm. J. Efftinge. genoffe Dr. E. Pernerstorfer auf der Rückreise von Lübeck am H. Thöne. Frohme. Toelge. Singer: Entsprechend dem von Mitgliedern des Parteitages Dienstag in einer vom zweiten Wahltreise nach dem„ Bod" eingeäußerten Wunsche ist es wohl richtig, daß wir auch für den berufenen Boltsversammlung einen Bortrag halten. Wir Antrag 102, der gleichfalls eine andere principielle Auffaffung ver- bitten, für zahlreichen Besuch agitieren zu wollen. tritt, eine Begründung mit der 20 Minuten- Nede zulassen; es ist das der Antrag von Bernstein.( Bustimmung.) di ( Schluß im Hauptblatt.) Kommunales. this Stadtverordneten Versammlung. nachmittags 5 Uhr. 10 Die Vertrauensleute. Im dritten Berliner Reichstags- Wahlkreis liegen Petitions. listen gegen den Brotwucher an folgenden Stellen zur Einzeichnung aus: a ft wirte: Ringel, Stottbuferufer 57. Gastwirte: Schnieber, Admiralstraße 21. Köhler, Admiralstraße 19. Hein, Brizerstraße 7. Schönemann, Stalizerstraße 7. Jentsch, Elisabethufer 26. Manzei, Dresdenerstraße 18. Krüger, Naunynstraße 54. Flid, Simeonstr. 28. Lier, Alte Jakobstraße 119. Bacharowsky, Brandenburge straße 49. Stramm, Ritterstraße 123. Ladewig, Kommandanten traße 65. Radtke, Neue Jakobstr. 1. Leuschner, Franz- und Josefstraßen Ecke. Jestram, Sebastianstr. 77. Ww. Wipf, Pringenstr. 73, Beudert, Köpniderstr. 38. Bieberstein, Adalbertstr. 61. Richter, Franzstr. 1. Franke, Neue Grünftr. 39/40. Daschütt, Seydelstr. 11. Cigarrenhandlungen: W. Börner, Ritterstr. 15. Löbe, Waldemarstr. 29. Ehlert 11. Noad, Sebastianstr. 24, Ede Aleganbrinenstraße. Horsch, Gewerkschaftshaus, Engelufer 15. Engelufer, Ecke Adalbertstraße. Mescha, Legien: Vielleicht fragen Sie die Versammlung, ob ich weiter reden soll. Singer: Wir wollen uns verständigen. Ich kann es jeden Redner nachfühlen, daß er gern alles fagen möchte, was er auf dem Herzen hat, und daß es ihn schmerzt, durch die beschränkte Redezeit daran gehindert zu werden. Andrerseits steht es fest, daß es doch auch eine Zumutung an den Parteitag ist, zu Gunsten einzelner Ausnahmen zu machen. Will der Parteitag es darauf antommen lassen, seine Tagesordnung nicht zu erledigen, gut, ich habe nichts dagegen. Beschließen Sie so. Borläufig aber halte ich mich an Ihre ersten Beschlüsse für gebunden. Wollen wir doch nicht dadurch, daß wir Ausnahmen zulasien, eine Aristokratie von Rednern großziehen.( Beifall.) Aber ich will den Parteitag befragen. Legien: Nein, ich bin mit Ihnen einverstanden.-Bum Schluß 28. Sigung vom Donnerstag, den 26. September, deshalb nur noch ein Wort an Auer. Ein Drittel seiner Rede war persönlich gegen mich gerichtet. Ich komme voraussichtlich nicht mehr zum Wort und kann ihm auch nicht mit einer Silbe erwidern 51/2 Uhr. Der Vorsteher Dr. Langerhans eröffnet die Sigung um auch nicht dann, wenn er im Schlußwort fortfest, was er gestern Eine große Zahl von Rechmmgen aus den Etatsjahren 1897 bis begonnen. Ich bin nicht da, denn ich habe Termin vor dem Ham- 1899 wird auf Grund der Anträge des Rechnungsausschusses von der burger Schiedsgericht. Ich gestatte Ihnen, Auer, über meine Berson Versammlung dechargiert. zu sagen was Sie wollen. Aber ich sage das eine: Diese Ueber die Verhandlungen des Wahlprüfungsausschusses betr. die Art der Bolemit, wie sie in der Partei jezt beliebt wird, wird der gegen die Arbeiterbewegung nicht dienlich sein.( Bravo!) Gemeindewählerlisten Parteigenoffen des 6. Berliner Reichstags- Wahlkreises. Bon verschiedenen Seiten ist uns die Mitteilung zugegangen, daß erhobenen Einsprüche berichtet Stadtv. Hugo Sache. Von den 38 Einsprüchen sind 2 hinfällig, da die betr. Reflamanten in der ein großer Teil der anläßlich der Beratung des Organisationsstatuts Liste stehen; 17 Proteste sollen als unbegründet zurückgewiesen, 11 in der Minderheit gebliebenen Genossen der Schönhauser Vorstadt Ich bin in der angenehmen Lage, Sie mit Ausführungen in als berechtigt anerkannt werden. In 3 Fällen erachtet der Ausschuß beabsichtigen, heute abend im Prater, Kastanien- Allee 7-9, eine Bezug auf meine Berson nicht mehr belästigen zu müssen. Ich noch weitere Erhebungen für notwendig. Der Reflamant Ziemann Sonderorganisation zu gründen. Wir richten das dringende Erwiederhole aber, daß die Verlegung des Termins auf eine andre hat angegeben, er zable 12 Mt. Steuern, während die Auskunft des suchen an unfre Genoffen in der Schönhauser Vorstadt, die in den Beit möglich gewesen wäre; Stubbe hatte den Brief Auers recht- Steuerbureaus auf 2,40 Mt. lautet; der Rellamant Stodmar ist im Versammlungen durch ihre Diskussionsredner ihr Wort verpfändeten, zeitig erhalten; bei den Hamburger Vorständen ruht also die IV. Quartal 1900 wegen Ableistung einer militärischen lebung für unter teinen Umständen sich abzusondern, dafür zu wirken, daß die Schuld- ob bei Stubbe allein oder den andern mit, fann ich 2 Monate ſtenerfrei gewesen und soll für den dritten Monat Einheitlichkeit und Schlagfertigkeit, die bisher der Stolz der Genossen nicht untersuchen daß wir in das Schiedsgericht nicht( Steuerbetrag 75 Bf.) fruchtlos exekutiert worden sein; im dritten des 6. Wahlkreises war, aufrecht erhalten bleibt zum Nutzen der hineingekommen sind. Wenn ich gestern in der ungeheueren Fall ist der Einspruch nach Ansicht des Ausschusses nicht verspätet, Erregung über die Ultſtimmung, in die Sie in einer Frage, die für dagegen sei über die Richtigkeit der Meldung als Schlafbursche noch Partei und zum Schaden unsrer Gegner. die Arbeiterbewegung von solch einschneidender Bedeutung ist, die zu recherchieren. Der Vorstand Mäschen eines Auer versezt haben, von Gewieher sprochen habe, so was die abzuweisenden Proteste betrifft, so hat sich die Ausschuß- ides Wahlvereins für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. werden wenigstens die, die nicht gelacht haben, es mir nachfühlen mehrheit entgegen den Versammlungsbeschlüssen vom 10. August 1899 fönnen. Es entspricht der Würde des Parteitages nicht, bei einer diesmal auf den vom Ober- Berwaltungsgericht vertretenen Stand- Morgen, Sonnabend, ist bei Franz, Grünauerstraße 5, MitgliederSocialdemokratischer Wahlverein Nieder- Schöneweide. folchen Angelegenheit in unauslöschliche Heiterkeit zu verfallen. punkt gestellt, daß 1. nur solche Personen das Wahlrecht besitzen Die Leute haben den vereinbarten Tarif gebrochen, sie haben und in die Liste aufzunehmen sind, die schon zur Zeit der Aus- bersammlung. sogar die Meister dazu zu verleiten gesucht, die Abmachungen mit legung der Liste, d. 5. am 15. Juli, sich mindestens ein Jahr in ber zustehenden Centralorganisation zu brechen. Streifbruch ist Berlin befinden; 2. daß auch das zur Wahl berechtigende Alter von ehrlos, raus müssen sie! 24 Jahren zur Zeit der Auslegung bereits erreicht sein muß. Streitbruch ist eine vorübergehende Erscheinung; nicht so leicht Nach den inzwischen angestellten Recherchen haben sich Gründe werden Sie mit dem Organisationsbruch fertig. Ich glaube, jeder, für die Berücksichtigung der Proteste Ziemann und Stockmar nicht der sich im Dienst der Arbeitersache benäht hat, eine Organisation ergeben; dagegen wäre der Beschwerde des dritten der oben er in die Höhe zu bringen, sie so stark zu machen, daß sie es fertig wähnten Reflamanten stattzugeben, da derfelbe als Chambregarnift au bringt, die auf Eigennus, auf selbstsüchtiger Staffgier beruhende betrachten ist. ర Lokales. Der Teltower Landrat nost toys t hat an den Lorbeeren, die er mit seinem ersten Erlaß an die Schöneberger Ortsfrankenkasse errungen hat, noch nicht genug; er hat unterm 17. September wieder an ben Apotheterberein ein Schreiben gerichtet, in welchem er die Apotheker ersucht, den Mit4: 1462): 317 gliedern der Drtskrantentasse Schöneberg wieder Arznei auf Kredit| befindet sich, wie die Zeitschrift Deutsche Konfettion" mitteilt, in Ibürgers" stellt, mit der Praris in trassem Widerspruch. zu gewähren, unter der Bedingung, daß die Schöneberger Kaffe Bahlungsschwierigkeiten. Die Passiva betragen 125 000 M., denen Das Streben nach Aufrechterhaltung von Vor- und Sonderrechten feine Sperre gegen einige Apotheken ausübt, daß sie auch keinen 68 000 M. Attiva gegenüberstehen. Beteiligt sind hauptsächlich ist diesen Herren aber so sehr zur zweiten Natur geworden, daß Rezepturrabatt erhält." Der Herr Landrat macht sich an- Berliner Stofffabrikanten und Grossisten. Die Firma beabsichtigt, andre minderbemittelte Klassen der Bevölkerung als Schund" be heischig, falls der Apothekerverein hiermit einverstanden ist, die ihren Gläubigern Liquidation vorzuschlagen. zeichnet werden, das Streben der Arbeiterklasse nach GleichSchöneberger Ortstrantentasse zu einem entsprechenden Antrage an berechtigung als frivole Anmaßung betrachtet wird. die bereinigten Apotheker" zu„ beranlassen". " " Der Komiker Oskar Blenke, eines der berühmtesten Mit Ein Doppel- Selbstmord, welchen Großvater und Entelin Auch dieser Eingriff des Landrats v. Stubenrauch muß die glieder des alten Wallner- Theaters, ist gestern im jüdischen Krankenausführten, hat in der Gegend von Straußberg großes AufApotheker in ihrem Widerstande gegen die berechtigten Forderungen Hause an Herzschwäche gestorben. der Krankenkassen bestärken und bedeutet so für die Kaffen eine aber- 3um Milchkriege. Die vereinigten Milchhändler Berlins ver- fehen hervorgerufen. Der 70 jährige Sentier Friedrich Nack war malige Erschwerung ihrer Bemühungen, durch Erlangung günstiger breiten ein an die Hausfrauen gerichtetes Flugblatt, worin fie zum trat vor mehreren Jahren das Gut an Verwandte ab, sich nur das Besizer eines Bauerngutes in dem Dorfe Wesendahl gewesen und Arzneibezugsbedigungen die Finanzen der Kassen zu verbessern und Boykott der Milch aus der Centrale auffordern. Ebenso tritt der altenteilrecht vorbehaltend. Vorübergehend wohnte er in Straußberg, so ihre Leistungsfähigkeit zu erhöhen. Ferner ist dieser Eingriff Verband der deutschen Gewerkvereine mit einem Flugblatt gleicher dem ersten Erlaß auch insofern ähnlich, als auch eine recht- Tendenz hervor. Der Freie Verein für Naturheilkunde in Char- 30g jedoch nach dem vor einem Jahre erfolgten Tode seiner Frau liche Grundlage mehr als zweifelhaft ist. Ins- lottenburg verpflichtete seine Mitglieder zum Boykott der Ring- endgültig wieder nach Wesendahl, wo seine Enkeliu, die zwanzigbesondere ist ganz unerfindlich, wie der Herr Landrat den Kassen- Milch. Die Milchhändler bringen von jetzt an in den Kühlräumen jährige Martha Bretsch ihm die Wirtschaft führte. Vor einigen vorstand zu einem solchen Antrage, veranlassen" will, da frei der Eiswerte in der Trebbinerstraße massenhaft Milch unter. Die Wochen verbreitete sich in Wesendahl das Gerücht, daß die willig der Kassenvorstand einen solchen Antrag wohl kaum stellen wird. Milch gefriert dort bei der Temperatur von 3-7 Grad und erhält P. Mutter geworden sei und das Kind getötet habe. Es wurde eine amtliche Untersuchung eingeleitet, und das Mädchen legte ein Jedenfalls aber macht dieser neue Eingriff des Herrn Landrats es sich völlig frisch. teilweises Geständnis ab, verweigerte jedoch Auskunft über den Berallen Staffenmitgliedern um so mehr zur Pflicht, die Kassen in ihrem Berliner Adressbuch 1902. Die Hauslisten für den Jahr- bleib des Kindes. Die fortgesezte Untersuchung führte jedoch in Vorgehen in jeder Weise zu unterstüßen. Die Arbeiter sind es ja gang 1902 des Adreßbuchs für Berlin und seine Vororte find nun- anderer Richtung zu einem überraschenden Resultat. Es wurde feſt= Tängst gewöhnt, daß sie auch bei jeder rein wirtschaftlichen Bewegung mehr den Hauseigentümern bezw. Verwaltern zur Verteilung an die gestellt, daß das junge Mädchen nicht bloß die Geliebte ihres Großnicht allein auf den Widerstand der kapitalistischen Unternehmer, Haushaltungsvorstände zugegangen. Im Interesse der Genauigkeit vaters war, sondern, daß der letztere auch Vater eines vor drei sondern auch auf den der Behörden stoßen. Der Herr Landrat und Zuverlässigkeit der Eintragungen ist es dringend geboten, daß Jahren geborenen Kindes der P. sei. Nunmehr sollten die beiden v. Stubenrauch will augenscheinlich den Beweis bringen, daß das die Haushaltungsvorstände die Listen persönlich ausfüllen. Nur verhaftet werden. Sie verschwanden jedoch aus Wesendahl, und die nicht allein bei Lohnbewegungen so ist, sondern auch hier, wo es dadurch werden genaue Schreibweise des Namens verbürgt und Nachforschungen nach ihrem Verbleib waren resultatlos. Vorgestern fich darum handelt, für die staatlichen Organisationen Wünsche der Eintragenden( betr. Zusäße zur Berufs- oder Standes- wurden Großvater und Enkelin im Straußsee als Leichen aufder Arbeiterschaft, die Krantentassen, einen bezeichnung, Angabe der Sprechstunde usw.) bekannt, so daß sie von gefunden. Sie hatten sich mit einem Taschentuch an den Armen wirtschaftlichen Vorteil zu erringen. Wohlan: der Adreßbuch- Redaktion berücksichtigt werden können. die Arbeiterschaft wird wissen, was sie hiergegen zu thun holung der Hauslisten beginnt bereits am Donnerstag, 3. Oftober. ufammengebunden und waren so gemeinsam in den Tod gegangen. hat. Sie wird un so fester zusammenstehen, sie wird um Es ist daher erforderlich, daß die Ausfüllung der Listen möglichst so energischer daran festhalten, die freigegebenen Medi- fofort geschieht. Näheres ersehen unsre Leser aus dem betreffenden tamente nur aus Drogengeschäften zu beziehen, Inserat in der heutigen Nummer. und sonst nur die zugelassenen Apotheken in Anfpruch zu nehmen. An die Kassenmitglieder in Schöneberg, Friedenau und den angrenzenden Teilen Berlins und Charlottenburg ergeht aber noch die besondere Bitte, nicht eilige Rezepte nicht in die Apotheke zu tragen, sondern im Bureau der Ortskrantentasse Schöneberg, Hauptstr. 8, oder bei Herrn Winkler, Friedenauer Ortsteil, Hauff straße 15, abzugeben. Es werden dann die Meditamente aus der Apotheke zum Bär" in Potsdam bezogen und den betreffenden Kaffenmitgliedern binnen 3 oder 4 Stunden gratis ins Haus geliefert. So ersparen die betreffenden Mitglieder die Mühe des Wartens in der Apotheke, bezw. eines abermaligen Ganges dorthin, die Kassen sparen Geld, da die Potsdamer Apotheke ohne weiteres einen Rabatt von 20% gewährt hat und andrerseits werden die Berlin- Schöneberger Apotheker so am wirksamsten für ihren hartnädigen und eigensüchtigen Widerstand gegen die berechtigten Forderungen der Krankenkassen gestraft! 31 . Eine entsetzliche Blutthat ist gestern früh in Rüdersdorf von einer geistestranten Arbeiterin verübt worden. Die Frau, die feit einiger Zeit ein sehr schwermütiges Wesen zeigte, erhielt den Besuch des Rentiers Do chow, der ihr Mut zusprechen wollte; sie glaubte jedoch, daß man sie in eine Anstalt bringen wollte, ergriff deshalb ein Meffer und verwundete den alten Mann so schwer, daß er nach kurzer Zeit starb. Ein Zusammenstoß zwischen der Elektrischen und einem Bier wagen fand gestern nachmittag in Halensee statt. Der Bierwagen Der Kutscher erlitt schwere Kopfwurde vollständig demoliert. verlegungen. Gerichts- Beitung. " Dersammlungen. Der hypnotisierte Geisteskranke. Ein aus der Frrenanstalt entsprungener Geisteskranker, der 24 Jahre alte Arbeiter Mar Bartel aus der Provinzstraße 107 zu Reinickendorf, verursachte in der vergangenen Nacht zwischen 11 und 12 Uhr in der Badstraße einen großen Auflauf. Bartel war seit einem halben Jahre in Dalldorf. Nachdem er vor drei Tagen entsprungen war, lief er gestern abend, nur mit Hemd und Hose bekleidet, in der Badstraße umher und führte wirre Neden. Nur mit Mühe gelang es einigen Schugleuten, ihn nach der nächsten Unfallstation zu bringen. Hier ereignete sich ein Zwischenfall. Ein Mann aus dem Bublifum sprach den Unglüc lichen mit den Worten: Mag, tomm wir wollen nach Hause gehen!" an und begann, ihn zu hypnotifieren. Die Wirkung stellte sich bald Der ,, Prinz Antonio, Herzog von Siano" hatte sich gestern ein. Als der Arzt das Beginnen wahrnahm, verwies er den wegen der in Charlottenburg begangenen Schwindeleien, über die Hypnotiseur von der Wache. Der Kranke, der mit einem Lückschen wir mehrfach berichtet haben, vor der ersten Straffammer am LandDer Herzog" ist früher FahrstuhlRettungswagen nach der Neuen Charité gebracht wurde, tam erst gericht II zu verantworten. nach geraumer Zeit in seinen früheren Zustand zurüd. wärter gewesen und dann Bademeister geworden; sein richtiger Name ist Anton Pflüger. Er war des vollendeten Betruges in zwei und Selbstmord verübt hat der 49 Jahre alte Bauarbeiter Otto des versuchten Betruges in vier Fällen beschuldigt. Nach erfolgter Misstände auf dem Brettl. Zum Kampf um erträgliche Druchte aus der Hübnerstraße Nr. 2, der sich seit acht Tagen in Beweisaufnahme wurde der falsche Prinz und Herzog zu einem Existenzbedingungen wollen, sich nunmehr dem Anschein nach auch untersuchungshaft befand. Druschke lebte mit seiner Frau seit Jahr Gefängnis wegen der Betrugsfälle und außerdem wegen die in der Internationalen Artisten- Loge" organisierten Leute von 26 Jahren in unglücklicher Ehe. Nach häufigen Streitigkeiten be- Spielens in einer auswärtigen Lotterie zu 15 Mark Geldstrafe verder Variétébühne rüsten. Ihre Forderung besteht vor allem darin: drohte er sie zuletzt wiederholt mit dem Tode. Nach einem heftigen urteilt. " Der Direttor soll die engagierten Artisten während der kontraktlich Auftritt verließ er am Donnerstag voriger Woche seine Wohnung, Mit Recht hob der Verteidiger zur Entschuldigung des Angevereinbarten Zeit auftreten lassen und die vereinbarte Gage zahlen. faufte sich einen Revolver und lehrte mit der geladenen Waffe zurüd. flagten hervor, daß dieser bei seinem gänzlichen Mangel an Schliff Er soll nicht, wie bisher, sich das einseitige Recht zusprechen, Nachdem er einen Schuß auf seine Frau abgegeben hatte, ohne sie und Bildung nicht seine Opfer hätte bethören tönnen, wenn es nicht den Kontrakt in den ersten drei Tagen ohne weiteres zu lösen." Kriminalbeamte, die den Mann festnahmen, bevor er Unheil an Namen einen heillosen Respekt hätten. zu treffen, holten Hausgenossen der Bedrohten Schußmänner und immer noch Thoren und Thörinnen gebe, die vor einem adligen Dieses Recht der einseitigen Kündigung hatte für die Artisten sehr gerichtet hatte. Druschke wurde von der Kriminalpolizei dem Untertraurige Konsequenzen. Sie waren bei einer hohen Konventional fuchungsrichter zugeführt und wegen versuchten Gattenmordes in Haft Die Straffammer in Sorau verurteilte den 71 Jahre alten strafe gezwungen, rechtzeitig zum Antritt ihres Engagements ein- behalten. Im Untersuchungsgefängnis in Moabit machte er seinem Förster Mieth aus Magdorf wegen fahrlässiger Tötung zu vier zutreffen und sich nicht anderweitig zu binden. Wachte nun der Leben ein Ende, indem er sich in seiner Zelle erhängte. Monaten Gefängnis. Der Angeklagte hatte bei der Rehbodpürsche Direktor von seinem Kündigungsrecht Gebrauch, so konnte der Artist Die flüchtigen Bankiers dürften in der Berliner Lokalchronit bie zwölfjährige Tochter des Gärtners Loge aus Brinsdorf, die er in zusehen, was aus ihm wurde. Wäre der Kündigungsparagraph nur bald häufiger werden als die umgefallenen Droschkenpferde. Der der Dämmerung für einen Rehbock hielt, niedergeschoffen, in wirklich berechtigten Fällen in Anwendung gebracht worden, so neueste Banfier auf Reisen ist ein Herr Karl Rothschild, der wäre, wie die Artiften mitteilen, die Loge vielleicht gar nicht ent- feit etwa einem Jahre in der Spandauerstraße 44 ein fleines Bantstanden. Aber es hatte sich mit der Zeit namentlich bei Direktoren in der geschäft betrieb. St., ein ehemaliger Bantbeamter, mietete, ohne Provinz die Gepflogenheit gebildet, immer mehr Artisten zu engagieren, einen kleinen Laden, und ließ die innere Einrichtung des Geschäfts Wahlkreis fand am Dienstag im" Dresdener Kasino" statt. Geirgend welche petuniären Mittel zu besitzen, in dem erwähnten Hause Eine Versammlung des Wahlvereins für den dritten als fie für ihr Programm brauchen fonnten, um sich alsdann die vorteil: auf Kredit anfertigen, ja selbst das große Firmenschild mit noffe Victor Fränkt hielt einen interessanten Vortrag über den Katholikenals fie für ihr Programm brauchen fonnten, um sich alsdann die vorteil: haftesten Nummern zu behalten, und die andren auf Grund des der Inschrift„ Bankhaus Karl Karl Rothschild" ist unbezahlt ge- tag in Osnabrüd. Auf Grundlage der Berichte der„ Germania" über obigen Paragraphen einfach zu entlassen. Eine Anzahl gewissenloser blieben. Rothschild welcher wohl hoffte, hoffte, daß daß bei der die letzte große Parade des Ultramontanismns übte der Referent Direttoren benußte auch die Leichtigkeit, mit der sie die Artisten günstigen Lage feines Geschäftshauses inmitten der Eith eine scharfe Kritik an den dort gehaltenen Reben und zeigte, wie tündigen konnten, dazu, um die durch die plötzliche Entlaffung in Berlins die Kundschaft sich sofort nach seinem Institut drängen werde, dort mit Lügen, Fälschungen und Verdrehungen gegen die Auffür die Verdammung Berlegenheit gebrachten Artisten sofort mit neuem Kontratt für die wurde jedoch bald enttäuscht, und so fühlte er sich veranlaßt, um flärung und des Voltes gearbeitet man es sich besonders angelegen sein ursprünglich vereinbarte Zeit, aber mit erheblich verminderten möglichst viel Geld in die Finger zu bekommen, Escompte- und wurbe, und wie Gagen, zu behalten. Diese unlauteren Machenschaften zu bekämpfen Discont- Geschäfte auszuführen. Er verschaffte sich so auch that ließ, in maßloser Weise Gift und Geifer auf die Socialdemokratie fächlich allmählich einen kleinen Kundenkreis und, da Rothschild zu speien. sächlich allmählich einen fleinen Kundenkreis und, da Rothschild zu speien. Bezugnehmend auf die sogenannte Moraltheologie ist die vorläufige Aufgabe der Internationalen Artisten- Loge. anfänglich prompt regulierte, so wurden ihm bald größere Geschäftsbe Liguoris und unter Hinweis auf die vielen Schandthaten und Vom Gemeinfinn der Hausbesitzer. Die gemischte Deputation wechsel zum Discont anvertraut. Nunmehr versuchte der Bantier durch Verbrechen, von denen uns die Geschichte der Päpste berichtet, wies zur Vorberatung der Pläne über Errichtung eines Nordparts auf Börsenspekulationen sich weitere Geldmittel zu verschaffen, erlitt jedoch der Redner nach, wie es eigentlich mit der vielgepriesenen den Rehbergen tagte gestern unter dem Vorsiz des Geheimen hierbei derartige Coursverluste, daß er seinen Verpflichtungen nicht Moral des Katholizismus bestellt ist ,, und welches UnVerderben Regierungsrats Stadtrat Friedel. Der Deputation lag das so- mehr nachtonimen konnte. Rothschild entließ nun sein" Personal", heil und der die Kleritalismus schon über genaunte Brojett eines fleinen Nordparks vor, nachdem der Plan welches in einem jungen Mannsbestand, und machte Stellerwechsel, Menschheit gebracht hat. hat. Der Redner fam dem zu eines großen Nordparts an den übertriebenen Forderungen der be- die er auch mit Erfolg unterbrachte. Bald erschien nun der Gerichts- Schluß, daß nur eine Partei, die Socialdemokratie, im stande teiligten Grundbefizer gescheitert ist. Wie aus den Erörterungen vollzieher, der dann zu den ständigen Besuchern des Bankhauses ge- ist, gegen die Macht der Dunkelmänner aufzukommen. über den Plan eines kleinen Nordparts hervorging, droht auch dieser hörte und das Mobiliar desselben nach der Pfandkammer in der An den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag knüpft sich Plan an den Forderungen der beteiligten Grundbefizer zu scheitern. Neuen Schönhauserstraße bringen ließ. Am 12. ds. Mts. trat Roth- eine, rege Diskussion. Am Schluß fordert der Vorsitzende die Ges Der Magistrat und die Stadtverordneten werden ihre Zustimmung schild, eine Geschäftsreise an und betraute für die Zeit seiner Ab- noffen auf, in Zukunft pünktlich zu erscheinen, damit die Versamm zu den Plänen nur geben, wenn die Beteiligten ihre Forderungen wesenheit seinen Kassenboten B. mit der Leitung des Bankhauses. lungen um 1/29 Uhr beginnen können. wesentlich ermäßigen. Einige Mitglieder der Deputation wollen nun Da der Bankier bisher noch nicht zurückgekehrt, seine Frau und die nochmals versuchen, eine Mäßigung der Forderungen zu bewirken, beiden Kinder aber ebenfalls verschwunden sind, so wird angenommen, andernfalls kann der Plan der Errichtung eines einen Nordparks daß Rothschild nach Amerika geflüchtet ist. Die Höhe der hinterals endgültig gescheitert gelten. lassenen Schulden ist noch nicht festgestellt, dürfte jedoch weit über Der Ausschuß zur Neugestaltung der Straße Unter den 100 000 m. betragen. Linden wird am Freitagabend zusammentreten. Das vorliegende Feuerbericht. Ein Schadenfener fam Donnerstagfrüh 4/2 Uhr vom Stadtbaurat Krause ausgearbeitete Projekt, dessen Kosten auf in einer Metalldruckerei am Luisen- Ufer 8 aus nicht ermittelter Ur- arbeit, legte deren Schäden bloß uns wies nach, daß eine Besserung eine Million Mark veranschlagt worden sind, liegt dem Ausschuß vor. fache aus und beschäftigte die Wehr längere Zeit. Mittwochabend arbeiter und Arbeiterinnen sich auf ihre eigne Kraft verließen. Der Kommunalfreifinn hat hier wiederum Gelegenheit, zu zeigen, 6 Uhr entstand Dresdenerstr. 109 ein Zimmerbrand, bei dessen Ab- Sie müßten sich einer Organisation Organisation zuwenden, die bor daß er der Behandlung in der Straßenbahnfrage zum Troß fönigs- löschungsversuchen sich der Wohnungsinhaber starke Brandwunden einem thatkräftigen Einschreiten im geeigneten Moment nicht treu bis in die Knochen ist. zuzog. Kurz darauf wurden Calvinstr. 14 in einem Mädchenzimmer zurückschrecke. Da sei Jun vor einiger 18eit unter dem Regale mit Wäsche und Kleidern eingeäschert. Neue Jakobstr. 8 Brotektorat einer Gräfin ein Heimarbeiterinnen Verein gegründet Eine gewagte Demonftration hat eine Versammlung der Jn hatten in der Nähe des Schornsteins Bretter und Immobilien Feuer worden, der dem Jdeal einer Arbeitervereinigung absolut nicht haber von Markthallenständen beschlossen, um den Magistrat 181 entspreche. Es werde dort viel gebetet, außerdem gebe zu Verbesserungen in den Markthallen und zum Stampfe gegen den gefangen, das indes noch im Keime erstickt werden konnte. Die Gründer wollten es Thee gratis. Es wurde eine Resolution zwar angeblich Straßenhandel zu zwingen. folgenden Inhalts angenommen: Die versammelten Standinhaber die Lage der Mitglieder bessern, es fehle ihnen aber an Mut zum fordern vom Magistrat und der Stadtverordneten- Versammlung, Eine Deutschrift über die Annahme der Städteordnung offenen Kampf. Man verlege sich aufs Bitten. Von einer grundfäßdaß sie nicht durch Protektion des Straßenhandels die Stand durch die Landgemeinde Neu- Weißensee ist soeben vom lichen Stellungnahme gegen die Heimarbeit sei in diesem Verein Rede. nicht die Mit einer solchen Organisation inhaber sowie alle seßhaften Gewerbetreibenden schädigen, dortigen Gemeindevorstand herausgegeben worden. Nach einem überhaupt Redner betonte dann noch die Notsondern bedingungslos der geplanten Polizeiverordnung zu historischen Rückblick auf die Entstehung des Ortes sowie der später sei nichts anzufangen. ftimmen. Sie verlangen ferner vom Magistrat eine bündige neugebildeten Gemeinde Neu- Weißensee wird statistisch nachzuweisen wendigkeit des regelnden Eingreifens der Gesetzgebung und Erklärung, daß er den gerügten Mißständen bald ab- versucht, daß diese Gemeinde weit über den Rahmen einer Land: empfahl als Organisation, die wirklich den Dingen auf den helfen wolle, widrigenfalls durch Massenkündigungen die Schließung gemeinde hinausgewachsen ist und schon jest mit einer solchen nichts Grund gehe, den Verband der Schneider und Schneiderinnen. der städtischen Markthallen herbeigeführt und die öffentlichen Märkte weiter als die Gemeindeverfassung gemein hat. Außerdem werden Den beifällig aufgenommenen Ausführungen folgte eine kurze Debatte, wieder hergestellt werden sollen. aber in der Denkschrift noch eine Menge andere Gründe aufgeführt, in der unter anderm dem christlichen Gewerkverein der HeimAls Kuriosum sei noch erwähnt, daß der Referent in der Ver- von denen nur sehr wenige Gemeindeglieder behaupten werden, daß arbeiterinnen jede Bedeutung abgesprochen wurde. fammlung, ein Herr Böscht, in seiner mittelstandsrettenden Rede mit sie zutreffend find. So wird die Unzulänglichkeit der Landgemeindeder Behauptung agierte, die Gewerbedeputation habe sich in der verfassung damit begründet, daß es dem Gemeindevorsteher an geFrage des Straßenhandels durch die blasse Furcht vor der Social- nügenden Garantien zur Ausübung des Disciplinarstrafrechts mangelt. demokratie zu ihrer ablehnenden Haltung bestimmen lassen. Dieser Grund erscheint für die hier vorliegende Frage denn doch Wegen der Pestfälle in Neapel werden alle von Neapel Für den Krankentransport auf den Eisenbahnen hat die allzu gesucht, und wenn man sich die heute schon zu beobachtende tommenden Baffagiere von den betreffenden italienischen Lokal Abhängigkeit der Beamten betrachtet, als geeignet, das Schielen Staatsbahn- Verwaltung eine Erleichterung geschaffen. Bisher mußten die mit Tragbahren zc. ausgerüsteten Strantenwärter, die nach oben" zu stehender Einrichtung zu machen. Die Ansicht, daß behörden einer siebentägigen ärztlichen Beobachtung im Hause unter Pflicht- worfen. Auf dem Kirchhofe von Reapel wurde gestern eine berworfen. Auf dem Kirchhofe von Neapel wurde gestern eine vereinen Kranten oder Verlegten vom Eisenbahnzuge abholen wollten, 3wang und Strafandrohung notwendig find, die Beamten zur Pflicht- dächtige Zeiche ausgegraben und bakteriologisch untersucht, wobei wie jede andre Person Bahnsteigtarten lösen, wodurch oft erfüllung anzuhalten, steht in argem Kontrast zum vielgerühmten Bubonen nicht konstatiert wurden. Das Allgemeinbefinden der Besteine unliebsame Verzögerung eintrat. Jezt ist die Bestimmung ge= troffen worden, daß in allen Fällen, wo Krante oder Verletzte nach Ordnung gegenüber der Städte- Ordnung hinsichtlich des Wahlrechts Die wenigen minimalen Verbesserungen, welche die Landgemeinde- franken im Lazarett Nifidia ist ein den Umständen nach befriedigendes. Alle von Neapel abfahrenden Schiffe müssen mit einem Patent verund von den Zügen transportiert werden sollen, das wärterpersonal und der Wählbarkeit aufweist, find den Vätern der Denkschrift ein sehen sein und an der nächsten Landungsstelle ärztliche Visitation ges von der Lösung von Bahnsteigtarten entbunden ist. Und da sage noch einer, im Reiche des Herrn Thielen sei die Dorn im Auge. Als Grundbefizer haben sogar Frauen und nicht wärtigen. Die Kleider des Schiffspersonals werden desinficiert, die selbständige Bersonen das Wahlrecht.... Von ihnen ist eine wohl- Mäuse mit Stidgas getötet. Humanität ein unbekannter Begriff. überlegte Ausübung des Wahlrechts nicht zu erwarten." Diese Aus- Der Typhus in Petersburg. Daily Expreß" berichtet aus Zahlungseinstellung einer hiesigen Damenmäntelfabrik. führungen stehen, man fich nicht gerade auf den Petersburg, eine schwere Typhusepidemic sei daselbst ausgebrochen. eines in Die Firma S. Neumann, Taubenstraße 26, Inhaber Theodor Fiegel, Standpunkt feinen Vorrechten bedrohten Boll Augenblidlich liegen über 1500 Typhustrante in den Spitälern. Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glode in Berlin. Druck und Verlag von May Bading in Berlin. " Aus den Nachbarorten. wenn Ca Eine Versammlung von Konfektionsarbeitern und Arbeiterinnen tagte am 24. September im Swinemünder Gefellſchaftshaus"." Genoffe August Täterow referierte über die christliche und die moderne Heimarbeiterinnen- Bewegung. Redner schilderte die Entwickelung der Großkonfektion und die der HeimDermischtes. |lf. 226. 18. ■ 3. SrilM des.Hwiirls" Kalim DcksM Erklärung. In den Verhandlungen des Parteitags über die Bernstein-Frage spielte der namentlich von dem Genosse» Bebel gegen den.Vor- wärtü* erhobene Vorwurf, der.Vorwärts" habe insofern eine ihm obliegende informatorische Pflicht versäumt, als er zu dem Vortrag Bernsteins im Berliner Socialivissenschaftlichen Verein keinen Bericht» crstattcr gesandt habe, eine ausgiebige Nolle. Die objektive Nicht» berechtigung dieser Vorwürfe ist ja nun inzwischen erwiesen worden, jedoch ist die Frage, warum trotz der Anwesenheit sowohl eines Nedacteurs als eines Berichterstatters deS„Vorwärts" von dem letzteren kein Bericht über Bernsteins Referat gebracht worden ist, noch immer derart ungeklärt, daß ich mich als Hauptbeteiligter an der Affaire zu einer detaillierten Darstellung des Sachverhalts ge- zwungen sehe. Wenn ich erst jetzt diese Aufklärung gebe, so lag das daran, daß ich bis jetzt hoffte, daß einige auf dem Parteitag anwesende Genossen, denen infolge einer Auseinandersetzung über die Angelegenheit in der Preßkommission der wirkliche und vollständige Sachverhalt bekannt geworden war, öffentlich oder privatim die nötige Aufklärung geben würden. Da das nicht der Fall gewesen, vielleicht, weil den be- treffenden Genossen die seiner Zeit gehörten Einzelheiten inzwischen entfallen sind, bleibt mir die persönliche Erklärung nicht erspart. Ich war in der Versammlung zwar als Zuhörer, aber auch nicht allein in dieser Eigenschaft anwesend. Als meine Kollegen Eisner und Gradnauer hörten, daß ich mir den Vortrag anhören wolle, baten sie mich, einen kurzen, rein referierenden Bericht über den Vor- trag zu bringen. Die beiden Kollegen waren der auch von mirsgeteilten Meinuug, daß keinerlei Veranlassung vorliege, aus dem Vortrog in einem internen studentischen Zirkel eine große Aktion zu machen, sofern nicht der Inhalt des Vortrages dazu nötige. Da der Vortrag meines Erachtens nichts enthielt, was zu einer parteipolitischen polemischen Auseinandersetzung mit den von Bern- stem geäußerten Ansichten hätte Anlaß geben müffen, beabsichtigte ich, auf Grund der von mir gemachten Notizen das verabredete kurze objektive Referat zu liefern, obwohl ich mir gleich am Abend nicht die Schwierigkeiten verhehlte, in wenigen Zeilen eine einiger- maßen korrekte Inhaltsangabe des Vortrags zu machen. Am andeni Tage, als ich gerade den Bericht schreiben wollte, erfuhr ich von dem Kollegen, der den Bersammlungsteil redigierte, daß auch Genoffe Reinke als Berichterstatter der Versammlung bei- gewohnt und auch bereits einen Bericht geliefert hatte. Der Kollege bat mich, diesen Bericht doch einmal durchzusehen. Die Lektüre des Berichts bewies mir nicht nur die große Lückenhaftigkeit dieses, sondern auch die Unmöglichkeit eines wirklich einwandfreien Berichts auf Grund einiger nicht stenographischer Notizen und im Rahmen von SO— SS Zeilen. Ich bemertte, daß wichtige logische Verbindungs» glieder dem Bericht des Genossen vollständig fehlten und daß in diesem Bericht umgekehrt für das Verständnis des Vor- trageS bedeutsame Jdeengänge angedeutet waren, die ich wahrscheinlich in meinem Bericht übersehen haben würde. Ich teilte meinen Kollegen meine Bedenken mit. Ich charakterisierte ihnen den Vortrag als einen nicht nur rein akademischen, sondern in vieler Beziehung auch rein formalistischen. Derselbe habe es geflissentlich vermieden, auf die Substanz der berührten Streitfragen einzugehen, sondern habe im wesentlichen mit abstrakten Begriffen gearbeitet. Hinzukomme, daß der Vortrag nicht improvi» siert, sondern zum größten Teil mit peinlichster Sorgsalt am Studier- tische ausgearbeitet, ja ausgeklügelt und wörtlich fixiert worden sei. Es gehe nicht an, aus dem in sich einheitlich zusammen- hängenden Gedantenaufbau beliebige Bruchstücke herauszugreifen Die Redaktton war auf Grund metner Darstellung der Ansicht, daß man überhaupt auf die Inhaltsangabe des Vortrages verzichten könne, da derselbe einen rein akademischen Charakter getragen und — die eigenarttge rein formalistische Begriffsspielerei seiner Definition deS Wesens der Wissenschaft eingeschlossen— nichts enthalten habe, was von den Gegnern frukttfiziert werden könne. Die„Welt am Montag" suchte den Vorttag trotzdem zu fruktifizieren, was sie allerdings nur ferttg brachte, indem sie die Ausführungen Bernsteins gröblich entstellte. Das war die Ursache, weshalb trotz der Anwesenheit zweier Berichterstatter in der Versammlung gleichwohl kein Bericht erschien. Es lag also schließlich nur an einer vielleicht übergroßen Gewissen» haftigkeit, daß ich keinen Bericht schrieb resp. den von andrer Seite verfaßten beanstandete. Wenn Bebel aus meinen persönlichen Be» Merklingen den Eindruck empfangen hat, als sei eS mir beim Anhören des Bernsteinschen Vortrages ergangen wie Faust beim Hexen- cinmaleins, so ist das nicht zutreffend. Auch der Bericht des Genossen Reincke war keineswegs schlechter als die besten Bettchte der bürger- lichen Presse, und einen nicht schlechteren Bericht würde ich schließlich wohl auch zu stände gebracht haben. Aber mir schien ein Bericht nur dann einen Wert zu haben, wenn er gründliche und absolut zuverlässige Informationen bot. Die konnte aber erst die Drucklegung des Vortrags bieten. Zu einer parteipolitischen Polemik gegen den Vortrag, das sei nochmals wiederholt, schien mir derselbe, trotzdem ich lowohl mit der Grundtendenz wie mtt den meisten der Einzelausführungen keineswegs einverstanden war, deshalb nicht die geringste Ver- anlassung zu bieten, iveil Bernstein erstens seine bekannten Anschauungen über die Parteistreitfragen nur flüchtig andeutete, ohne auf deren Substanz selbst einzugehen, und weil' er zweitens die Beantwortung der Frage,„wie ist wiffenschaftlicher Socialismus möglich"� auf das ätherische Gebiet sophistisch spintisierender Begriffs- determinationen verschob, wohin ihm selbst ein Adolf Wagner nicht folgen zu können erklärte. Berlin 26. September. H. Ströbel. Wie Genoffe Bebel unsrer Feststellung gegenüber zu der Vor- stellung kommen konnte, wir hätten ihn bei seiner zufälligen An» Wesenheit in der Redaktion dahin unterrichtet, daß kein Berichr- erstaitcr in der Versammlung gewesen sei, ist uns völlig unerklärlich. Wir konnten damals, wenige Tage nach dem Vortrag Bemsteins, wo alle Einzelheiten noch frisch im Gedächtnis hafteten, unmöglich ihm derartiges gesagt haben. EiSner. Ströbel. Vom Genoffen Mehring erhalten wir folgende Zuschrift: In Ihrem gestrigen Bencht über die Verhandlungen des Lübecker Parteitages fand sich ein kleiner Irrtum des Genossen Gradnauer über meine Beziehungen zum Socialwissenschaftlichen Studenten- verein, den ich wegen seiner rein formalen Natur nicht berichtigen zu sollen glaubte. Ihr heutiger Bericht enthält darüber andre Irrtümer der Genoffen Grunwald und David, die ich nach meiner Empfindung, so gleichgültig die Sache sonst ist, nicht wohl passieren lassen darf.' nachdem ich ganz zu Unrecht einem andern Genossen gewissermaßen als Muster vorgehalten worden bin. Sie wollen mir deshalb gestatten, den wirklichen Hergang in aller Kürze darzustellen. Im Herbst 18S8 forderte mich der Socialwissen- schaftliche Studentenvercin zu einem Vortrage auf. den ich von vorn- herein ablehnte, nicht weil ich es für principicll unzulässig hielt, in diesem verein zu sprechen, sondern aus persönlichen Gründen, in erster Reihe deshalb, weil ich einem Studentenverein nicht gewähren konnte, was ich mehreren Arbeitervereinen abgeschlagen hatte. Durch ein Mißverständnis geriet mein Name gleichwohl auf die Liste der Vor- wagenden, wurde aber von dem damaligen Rektor der Universität nicht beanstandet, sondern sofort ohne jede Bedingung zugelassen. Wenn ich den gewünschten Vortrag nicht hielt, so geschah es lediglich aus den persönlichen Gründen, die ich eben angedeutet habe. Steglitz-Berlin, 26. September 1301. F. Mehring. MarktPretse von«erll» am SS. September IVO» »ach Enntttluiigen des tgl. Polizelpräsidiniiis. Welze«, gut D.-Ett. mittel gering fNogge», gut „ mittel „ gering »werfle, gut „ mittel . gering »Haser, gut . mittel gering Zllchigroh Hen Erdsen Speisebohnen Linsen -f ab Bahn. 13,70 14,80 13,90 13,— 16,10 15,20 14,30 7,32 8,20 40,- 50,- 60- 14,- 13,10 12,30 15,30 14,40 13,60 7- e- 25,- 25,- 30,- Kartossel» nene.D-Ett. Rindsletsch, Keule 1 Kg: do. Bauch, Schweinefleisch Kalbfleisch, Hammelfleisch, Butter Eier Karpfen Aale Zander Hechte Barsch« Schleie Bleie Krebse 60 Slfirt 1kg per Schock 8- 1,70 1,30 1,60 1,70 1,60 2,80 4,40 2,20 2,60 2,60 2,- 1,80 2,40 1,40 16,- 5- 1.20 1,- 1,30 1,10 1,20 2,- 2,40 1,20 1,20 1,20 1- 0,80 1,20 0,70 2,50 frei Wagen und ab Bahn. Prodnktenmarkt vom 26. September. Im heutigen Getteideverkehr entwickelte sich matte Tendenz. Bon den nordamerikanischen Biirseu lagen niedrigere Meldungen vor und auch aus Patts war das gleiche der Fall, ganz wider Ermatten, da man wegen der ungünstigen Erntestattstik feste Preisnotierungen erwartet hatte. Oestreich-Ungarn kam etwas Häher. Bei uns drückten Realisationen infolge der dauernden Erschwerung der(Seid» Verhältnisse und des allgemewen Mihttauens, so daß die Lieferungspreise für Weizen etwa 1»/, M., für Roggen 1— l'A M. nachgaben. Auch Mehl war matt und 10 Pf. billiger. Hafer lag ebenfalls matt und weichend, Mais dagegen war gut behauptet. Rüiöl unverändett und ohne Geschäft. Spiritus 42 M._ WitteruiigSüberstcht vom 26. September 1001, morgens 8 Ilhr. Stationen Swinemde Haulbnrg Berlin Frnnkf./M, Münch e» Wien 765 SO 763 SO 764OSO 761 NO 7S2SW; 764 SO Wetter 3 wollen! äwolkenl liwolkent 2wollenl 2hetter 2chlb.bid. a s B* Stationen Haparanda Petersburg Cork «berdee» PattS 766 767 764 763 S £-- B 3 s S- Still W Witter Nebel bedeckt zhlb.bed 1 heiter öS P Iö 10 13 13 10 Wetter-Prognose für Freitag, den 27. September 1001. Etwas kühler, zunächst meist heiter und trocken bei ziemlich frische» ästllchen Winden; später zunehmende Bewblkunz. _ Berliner Wettervureau. Schriften-Eingang. Kaufmännische Schiedsgerichte. Mit einem Anhang: Entwurf eines Gesetzes betreffend kaufmünnische Schtedsyerichte, Band 7 der Schriften herausgegeben von der Berufsgenosseuschast deutfchnationalcr Handlungs- gehilfcn-Bcrband. Hamburg. Preis 20 Pf. ZoNtarif-Entwurf nnd Wissenschaft. Bon Dr, Georg von Maro, Profeffor. München und Berlin 1901.(Oidendourgs Verlag.)— Preis 3 Mark. n für ZZerttn und Wororte flS02. X)te Hauslisten für das Adreßbuch, Jahrgang 1002, sind nunmehr den Herren Haus-Eigenthümern bezw. Verwaltern zur Weitergabe an die verehrlichen Haushaltungs- Vorstände zugegangen. Die letzteren werden hiermit gebeten, die erforderlichen Angaben recht genau und deutlich in die Hauslisten einzutragen und diese so schnell wie möglich weiterzugeben. Da die Abholung der Hausliften Donnerftag, den 3. Oktober, beginnt, so richten wir an diejenigen Haushaltungs-Vorstände in Berlin, denen die Hauslisten bisher noch nicht vorgelegt wurden, das Ersuchen, bei ihren Herren Haus-Eigenthümern oder Verwaltern wegen der Liste Nachfrage zu halten und für die schleunigste Eintragung der erforderlichen Angaben Sorge zu tragen oder uns diese Angaben unverzüglich direct zugehen zu lassen. Im Hinblick darauf, daß die Bewohner der Reichshauptstadt das größte Interesse an einem vollkommenen und zuverlässigen Adreßbuche haben, dürfen wir wohl erwarten, daß alle Einwohner durch recht genaue Ausfüllung der Hauslisten und durch deren schleunige Weitergabe die mühevolle und kostspielige Zusammenstellung des Adreßbuchs unterstützen werden. Berlin, den 27. September 1901. LV7. Zimmerstraße 87/41. 000000 Kaufhaus Gebr. Leyser Ecke Lausitzerstrasse. Wienerstrasse 64. Ecke Lausitzerstrasse. Nach beendetem Umbau haben wir sämtliche Abteilungen unsres Warenhauses bedeutend vergrössert. Eröffnung findet morgen Sonnabend, den 28. ds. Mts., nachmittags 4 Uhr statt. Sonnabend bis 4 Uhr bleiben unsre Geschäftsräume für den Verkauf geschlossen. Jeder Käufer erhält an der Kasse ein praktisches Geschenk, Partei- Speditionen: Berlin vierter Wahlkreis O.: Robert Wengels, Große Frankfurterstraße 133, of part.- SO.: Paul Böhm, Stalizerstraße 35, Dorn part. Sechster Wahlkreis( Moabit): Rarl Anders, Salzwedelerstraße 8, part. im Laden.- Wedding und Oranienburger Vorstadt: Emil Stolzenburg, Wiesenstraße 41/42. Gesundbrunnen: Wilhelm Gaß mann, Nachfolger Hermann Raschte, Grünthalerstraße 65. Rosenthaler Vorstadt und Schönhauser Vorstadt: Karl Mars, Kastanien- Allee 95/96. Charlottenburg: Gustav Scharnberg, Sefenheimerstraße 1, Ecke Goethestraße, b. I. Deutsch- Wilmersdorf: Th. Müller, Berlinerstr. 132/133, rechter Seitenfl., und W. Nickel, Augustaftr. 3, v. I. Friedrichsberg Friedrichsfelde: Oswald Grauer, Berlin O., Frankfurter Allee 197. Grünan: Adolf Gündel, Köpenickerstraße 89. Rixdorf: Ostermann, Erkstraße 6. Schöneberg: Wilh. Bäumler, Apostel Paulusstraße 13, Quergeb. Hochp. Ober- Schöneweide: Otto John, Wilhelminenhofstr. 18. Nieder Schöneweide: Karl Weber, Cigarrengeschäft. Johannisthal: Paul Mann, Friedrichstr. 39, I. Adlershof: Gustav Size, Hackenbergstr. 8. Köpenick: Friedrich Woid, Schönerlinderstraße 8. Friedenau Steglitz: 5. Bernsee, Kirchstr. 15 in Friedenau. Bestellungen nehmen entgegen in Steglitz: H. Mohr, Düppelstraße 8, und Fr. Schellhase, Ahornstraße 15a. Baumschulenweg: Stod, Ernststraße 2, II.- Neu- Weissensee: Heinrich Bachmann, Lehderstraße 1, part. links. Rummelsburg: org bert, Prinz Albertstr. 5 a. Außerdem ist sämtliche Parteilitteratur sowie alle wissenschaftlichen Berte bort zu haben. Auch werden Inserate für den ,, Vorwärts" entgegengenommen. Bitte ausschneiden! Möbel- Fabrik u. Lager kompletter Wohnungs- Einrichtungen zu Fabrikpreisen- Eigne Werkstätten empfiehlt Julius Apelt, Skalitzerstr. 6, Jedes Wort: 5 Pfennig. 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