Nr. 229. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mir illuftrierter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PostAbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Post- Bettungs Preisliste für 1901 unter Mr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für bas übrige Ausland 3 Mart pro Monat, Erscheint täglich außer Montage. A- 23 Vorwärts Berliner Dolksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Kolonel seile oder deren Raum 40 Pfg.," für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. leine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in berExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm- Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuty- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. " Dienstag, den 1. Oftober 1901. nierenden" Großbanken ein Versprechen habe geben lassen, . " Expedition: SW. 19, Benthy- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Der Bundesrat tritt zum erstenmal nach der Sommerpause Wie gesagt die Geschichte des Spiritusringes ist sehr lehrdi Sanierung nicht als eine Erwerbsgelegenheit zu behandeln, reich! Sie zeigt, daß auch dieser Ring wie jeder andre nicht zum Die Machenschaften im Hypothekenkrach. nits daran verdienen zu wollen. Diese Enthüllung giebt Borteil des Publikums, sondern nur zum Vorteil der Die Versammlungen der Pommerschen Hypotheken- Aktien- hlten der Banken, die sich den Anschein geben, als bann folgt er ungehindert seiner kapitalistischen Tendenz, sich auf erlich einen Fingerzeig für das sonst etwas rätselhafte Ber- Produzenten wirtschaftet und die Preise steigert, wenn er auch anfänglich sie ermäßigt. Hat er erst die Privatkonkurrenz beseitigt, bant, die am Sonnabend in der Philharmonie abgehalten müßten sie wirklich keinen Vers auf die Geschichte. Kosten der andern zu bereichern! Und die Milchschwester des worden sind, haben ein Ergebnis gehabt, dessen Wurzeln sich es fiel schon auf, daß sie in Neustrelitz die Ent Spiritusringes wird dieselben Bahnen wandeln, wenn sich das nur schwer verfolgen lassen. Als die Pommernbank zusammen- eidung verschleppten, und noch mehr trat dies Publikum bethören läßt und ihr hilft, die privaten Milchhändler zu brach, war gerade die Sanierung" der Sandenbanken" im Bestreben hier hervor. Sie wollen sich bitten lassen, um trok ruinieren! besten Gange, und es war schon an den Tag gekommen, daß es Versprechens ein feines" Geschäft mit der Leiche der den sanierenden Effektenbanken( Deutsche Bant mit ihrem Ab- Bommernbank zu machen. Die Grundzüge des Planes ließen leger Treuhandgesellschaft und Darmstädter Bank) der Zusammen- ich trotz der Mache nicht verheimlichen, der redselige Herr am 3. Oftober zu einer Sigung zusammen. Die Ausschüsse des bruch, den sie zu„ heilen" vorgaben, nur eine Gelegenheit zu Cohnik trat mit ihnen hervor und fündigte die Umwandlung Bundesrates werden die Beratungen des Bolltarifes und einem Profit war. Das kann man ihnen an und für sich nicht von einem Vierteil der 174 Millionen Mark Pfandbriefe in 8011tarif Gesezes am 8. Oktober beginnen. verargen, aber die dabei angewandten Mittel der Gesetzes- Aktien an; mit anerkennenswerter Offenheit nannte der umgehung und der Täuschung haben wir seiner Zeit ge- Redner dies eine, It e bergehung" der Gesetze. Der Weltmarschall in franzöfifcher Beleuchtung. bührend kritisiert. Herr Justizrat Kempner, unser alter genialer Be- Nachdem bereits der vor einigen Tagen nach Frankreich zurüds In diese Sachlage hinein plagte der Krach bei der tannter, übertraf sich am Sonnabend selbst. Er wächst gekehrte General Voyron einem Interviewer allerlei Spizen Pommerschen Hypothekenbank und ihren Ablegern in Berli fich) zu einer gefeierten Rapacität aus und wir prophe- gegen Walderfee in die Feder diktiert hatte, veröffentlicht jetzt ber und Neu- Streliz. Wir haben damals die Ansicht vertreten zeien ihm eine glänzende Zukunft. Unnachahmlich Unnachahmlich ist Figaro" den Artikel eines Ta Ming zeichnenden Verfassers über die daß die hohe Bank auch diesen Krach nur als ein Schlachtenfes bie phänomenale Sicherheit dieses Mannes, dem ein Rolle, die Waldersee als Weltmarschall in Ostasien gespielt hat, der ansehen und ausnüßen werde. Die Aufsichtsbehörde, bekannt tobendes Heer von Geprellten ebenso ein Spiel ist, gerade durch den Ton persönlicher Liebenswürdigkeit, der gegen lich das preußische Landwirtschaftsministerium, das sich der Ber wie ein genialer Ausgleich" der feindlichsten Interessen, oder Waldersee angeschlagen wird, die in den angeführten Thatsachen mittelung des Polizeipräsidiums zu bedienen pflegt, soweit es wie ein Duell Liman Hartmann. Als Herr Liman gleich nach liegende Ironie um so stärker hervortreten läßt. nicht durch den Bankinspektor Hartmann die Aufsicht ausübt der unerhörten Insinuation" das Wort verlangte, redete Herr hat seiner Zeit im Reichs- Anzeiger" eine beruhigende Be Kempner von etwas andrem, ihm lag daran jeden Konflikt mit tanntmachung erlassen, die sich auf eine Nachprüfung der Ser Behörde zu meiden. Als Herr Liman ihn bestürmte, Hypothekensicherheiten der Pommernbank durch den Ban sagte Herr Kempner mit wundervoller Eleganz: Weiß wohl, inspektor Hartmann und einige hinzugezogene Sachverständige Herr Liman, indessen wir sind noch nicht in die Tagesordnung ( unter ihnen war der Geheime Kommissionsrat Lima) eingetreten." Der Höhepunkt der Komödie war der Moment, stüßte. Nun ist allerdings die Lage einer Hypothekenbank nicht als Herr Direktor Gwinner von der Deutschen Bant schamhaft nur zu beurteilen nach dem Verkaufswert der beliehenen erklärte, sein Institut könne sich nicht wohl beteiligen, weil es Grundstücke, sondern auch nach ihrem Ertrage; und da schon bei der Sandenbant engagiert sei, aber als Vertreter hat sich inzwischen herausgestellt, daß der große Terrainab ger von Pfandbriefgläubigern beantrage er, die Darmstädter Bank der Pommernbank und der Strelißer Bant, die Immobtenau bitten, sie möge doch die Güte haben, einen RekonstruktionsVerkehrsbank mit ihrem Millionen- Grundbesitz, feine plan zu entwerfen. Zinsen zahlen kann und in bar längst nicht mehr gezahlt hat. Infolge dessen hat die Pommernbank einen Zinsenausfall von mehr als einer Million Mart. Diese Seite des Zusammen bruchs war in der beruhigenden Veröffentlichung der Auffiots behörde nicht berücksichtigt; sie war auch noch nicht gefärt, als die Veröffentlichung erfolgte. " " Der Verfasser, ungiveifelhaft ein französischer Offizier, und wahrscheinlich ein höherer, charakterisiert zunächst die Bereitwilligkeit, mit der sich die russischen Truppen dem deutschen Weltmarschall zur Verfügung gestellt haben, dessen Ernennung doch der 8 ar veranlaßt haben soll: ,, Ein Offizier, der dem Oberstkommandierenden der russischen Truppen, General Linewitsch, sehr nahe steht, erklärte mir:" Unser taifer hat uns unter die Befehle des Marschalls für alle Operationen im Norden einer Beking durchschneidenden Linie gestellt." Am felben Tage, da der Marschall Waldersee landete, Zientfin zurückzuziehen, das innerhalb dieser Linie belegen ist, und verließ mun der russische General Beting, um sich nach die russischen Scharen zogen aus der chinesischen HauptDabei hat dieselbe Deutsche Bank die ganze Geschichte in it a dt nach der Mandschurei. Einen Monat später blieben nur der Hand, weil der von ihr abhängenden Treuhandgesellschaft noch weihundert Kosaten in Peting und ungefähr die Vertretung des ganzen Pfandbrief- Kapitals übertragen ebenso viele in Zientfin. Auf diese Weise stellte worden ist. Nikolaus II. feine Truppen unter die Befehle des von Wilhelm II. entsandten Marschalls...." Es geht nichts über die Trics der hohen Finanz. Sieht man ihren großen Attionen zu, so hat man einen ästhetischen Eindruck, wie bei einer großen Charakterkomödie. Nur hat es den Anschein, daß im realen Leben geniale Schlauberger durchs Ziel gehen. Politische Neberlicht. Berlin, den 30. September. Ein warnendes Beispiel! Die Amerikaner vollends hätten offen den Gehorsam verweigert, so daß dem„ Weltmarschall" mur die Italiener und Defter reicher unbedingte Subordination geleistet hätten. Die franzöfifchen Truppen feien von vornherein dem Oberbefehl Walderfees entzogen gewesen: Muß man also zugestehen, daß ein Teil des ritums des antlichen Beruhigungsartikels sehr entschuldbar ist, so ist dies nicht der Fall in betreff des andern Teils, nämlich der Behauptung, daß die Hypothekenprüfung nur einen Ausfall von 81/2 Millionen Mark ergeben habe, und daß sich die Der erste Meinungsaustausch über die Stellung des frangeprüften Beleihungen in der gefeßlichen Grenze von 3i des zösischen Corps fand zwischen dem deutschen Stabschef General Wertes der Grundstücke halten. Gegen diese lettere afftliche Schwarzhoff und General Boyron in der letzten Septemberwoche Behauptung haben sich sofort die hinzugezogenen Sachunmittelbar bor der Ankunft des Marschalls statt. Der General verständigen in einem Briefe an den Bankinspektor geBoyron wollte seine Initiative in diplomatischer Hinsicht möglichst wandt und um Berichtigung ersucht. Die Behörde, beschränken und erklärte daher, sich streng an seine Instruktion halten wie immer, hat sich natürlich nicht geirrt, fondern für Milch verwertung, fich in das schlohweiße Gewand des corps dem Marschall seine Hilfe für alle Operationen, die Gerade jetzt, wo die neueste agrarische Gründung, die Centrale zu wollen, denen zufolge das französische Expeditionshat, wie am Sonnabend ihre Vertreter erklärten, keine Ver- ollen ehrlichen Maklers Heidet und beteuert, daß sie weit davon ent- ein allgemeines Intereffe hätten, zu leisten hatte. Er verlangte anlassung, irgend welchen Frrtum anzuerkennen"; so fernt sei, dem Publikum die Milch zu verteuern, ist es recht lehr- aber, daß diese Operationen von dem Rate der Kommansagte wörtlich der Regierungsrat Hoppe, um dann gleich reich, zu sehen, wie die ältere Schwester, die Centrale für danten der verschiedenen Corps, in dem der Marschall hinterher zu gestehen, daß allerdings heute die Schäßung Spiritus verwertung, ihre Versprechungen gehalten hat, mit Walderfee den Vorsiz führen follte, befchloffen würden. von damals nicht mehr zutreffe. Natürlich ist auf die Art denen sie nicht mindig freigebig wie die Milchcentrale das Publikum Darauf erwiderte der deutsche Stabschef bündig: Seine auch die ganze Schwindelwirtschaft zu entschuldigen, welche au födern suchte. Sogar dasselbe Manöver hat die Spirituscentrale Gycellenz der Marschall wird den Stat der Corpskommandanten die Banken betrieben haben. In den Tagen des Größenwahns eine Zeitlang gemacht, daß sie die Preise herabfekte, die Ware ver- nie einberufen." Diese Erklärung mußte bedeutsame Folgen nach fehlt jeder Maßstab. Wer weiß, wohin die Hypotheken- schleuderte, um die weniger fapitalkräftigen Stonturrenten zur Strede fich ziehen; dadurch wurden wir außerhalb der deutschen Kombibanken und ihr Anhang von Bau- und Terrainspetulanten 3 bringen! Nachher hat sie durch beispiellose Preissteigerungen fich nation" gestellt, denn die französische Regierung hatte dent wieder schablos gehalten! General Boyron die Instruktion erteilt, die Autonomie des die Preise und Mieten gesteigert hätten, wenn ihre Bäume Der Wille Als der Spiritusring sich aufthat, versprach er feierlichst, daß er französischen Corps streng zu wahren. ins Blaue hätten wachsen können, wie sie zu thun längst an- für den Trinkspiritus mittlere, stetige Preise schaffen des Marschalls ging aber dahin, die fremden, unter seine Befehle gefangen hatten! ben absoluten Regeln der miliund den Brennspiritus wer weiß wie sehr verbilligen gestellten Kontingente unterwerfen. Indem er den Nat Als die Berichtigung im„ Reichs- Anzeiger" nicht erfolgte, werde! Dieses Kunststück, erklärte der Spiritusring, werde er da- tärischen Hierarchie zu tommandierenden Generale von vornherein beseitigte, schwiegen Herr Liman und seine Mitsachverständigen erst Monate durch zu stande bringen, daß er den Zwischenhandel ausschalte und ber Als aber die neue Generalversammlung bevorstand, die Centrale infolge ihres Großbetriebs mit ganz geringem Nugen Corps hätte sichern können, da er über die Mehrheit der Stimmen das Werkzeug, lang. das ihm die Abhängigkeit des französischen tamen sie mit ihrem Einwand an den Tag, und am Sonnabend zu arbeiten in der Lage set. Wie aber gestaltete es sich in Wirklichkeit? Stetig war an verfügte, zwang er den General Voyron, direkt mit ihm die plasten Herr Liman und Herr Bankinspektor Hartmann auf den Breifen bisher nur die Steigerung! In den Brovinzen, militärischen Fragen durchzuberaten", und stellte einander. Der erstere machte in sehr erregtem Tone dem in denen der Spiritus hauptsächlich produziert wird, so in Bommern, ihn somit in Hinsicht auf die Beziehungen auf den Fuß der letzteren Vorwürfe und erinnerte an die 7- Millionen- Beleihung hat die Centrale den Brennern 40,30 9. für 10 000 Literprozent Gleichheit." Tiez. Darauf erklärte Herr Hartmann, er habe allerdings gezahlt, den Destillateuren dagegen den Preis auf 45 bis 52 Mart Ta Ming kommt zum Schlusse zu dem Resultat, daß Waldersee diese Beleihung nicht nachgeprüft, weil sie nämlich, wie er gesteigert! Bei einem Artikel, bei dem ber private Zwischen- der wahre Besiegte" bei der China Expedition geerfahren habe, von dem hervorragenden und durch eine Reihe händler fich bisher mit einem Nußen von 1-2 M. begnügte, machte wesen sei.bon Broschüren als sehr rigoros bekannten Sachverständigen die Centrale einen Preisaufschlag von 5-12 M.! Liman der Pommernbank vermittelt worden sei! Das gab einen Söbe! Ebenso trieb sie die Preise für den Brennfpiritus in die Des Sühneprinzen Heimkehr. Der entfühnte Sühneprinz interessanten Lärm im Philharmonie- Saale, Herr Liman erhob 87prozentigen Spiritus ca. 1914 M.; die Centrale berechnete aber schmerzlich zu machen, war ihm im Monopol Hotel ein AbschiedsDer Brenner erhielt von der Centrale für 100 Liter hat am Sonntag Berlin verlassen. Um ihm das Scheiden minder fich jedoch entrüstet und erklärte, er habe nie mifer Pommern ihren Abnehmern, den Spiritusdetaillisten, bis Ende Juni mahl bereitet worden, an dem neben Vertretern des Auswärtigen bank Geschäfte gemacht. Im Saale aber gi ein Raunen einen Preis von 28-24 W. Vom 1. Juli ab, wo die Detariflerung Amtes auch General Richter und Generalmajor Höpfner teilnahmen. um, daß sich eine Provisionsquittung von errn Liman des denaturierten Spiritus in Straft trat, erhöhte der Ring seine Am Montag ist der Brinz vermutlich bereits über Nürnberg, unter den Scripturen der Pommernbank befinde, und Preise auf 27 M. Preisermäßigung ließ die Centrale München, Kufstein nach Genua weitergereist, von wo aus er auf außerdem erhob sich der Bankinspektor Hai gann und er nur dort eintreten, wo sie auf eine leistungsfähige Konkurrenz einem bereit liegenden Reichs- Postdampfer direkt die Heimreise nach # lärte, er habe die Geschichte 9m Unter- stieß, so z. B. auch in Berlin! China antreten foll. Ganz unmöglich wäre es ja nicht, daß der fuchungsrichter; diesem habe er, de Bankinspektor, sumenten gel ähmt hat, bescheinigt auch der kürzlich erschienene triebe und erst eine kleine Triumphfahrt an den europäischen Höfen Daß die Centrale den Spiritushandel zu Ungunsten der Kon- Sühneprinz auch vor der Heimreise einige programmwvidrige Allotria Herrn Liman als Sachverständigen empfoh aber damit Jahresbericht der Handelskammer für den Re- anträte. Vielleicht aber hat Prinz Tschun auch schon genug an eine peinliche Abweisung erfahren. Dai hat der Bankgierungsbezirt Röstin. Die Händler find sämtlich in Ab- den Triumphen, die ihm in Deutschland bereitet worden sind. inspektor selbst zugegeben, daß es nicht stir en tann, was hängigkeit von der Centrale gebracht: Für Sprit, Roh- Eine finnige Deditation ist dem Prinzen Tschum übrigens bor er vorher behauptet hatte, er habe in Vertrauen auf spiritus zc. denaturierten Spiritus waren die Preise vom seiner Abreise noch von einer Delegation der Berliner Mission Herrn Liman die Schäßung Tieh nicht nachrüft. 1. Oftober 1899 bis 1. Oktober 1900 im Durchschnitt ganz in Gestalt eines chinesischen Neuen Testaments in Pracht ex " Wenn man diesen kleinen häuslicher, tapitalistenstreit erheblich höher als 1898 bis 1899! Geschädigt wurde einband gemacht worden. Wenn der Sühneprinz auf hoher See aus Langeunter die Lupe nimmt, so muß man eini andre Seite der dadurch auch die Essigfabrikation, da der Spiritus zur weile in dem Neuen Testament ein wenig lesen sollte, wird sich seine amtlichen Hypothekenbant- Aufsicht gegenü der Pommern- Bertaufspreis für Effigiprit aber nicht entsprechend gesteigert werden vergrößern. Was könnte der Prinz auch von einer Religion erEffigbereitung um 70 Proz. gegen früher im Preise stieg, der Sympathie gegenüber dem zudringlichen Missionsunivesen schwerlich bank ebenfalls heranziehen. Die Behörde oyat von Anfang tonnte, fondern nur um 10-15 Proz., da die Konkurrenz der aus hoffen, die, obwohl seit mehr als einem Jahrtausend die Staatsan ein zärtliches Interesse für ihre zusammengebrochene, Hofbant holzeifigsaurem Kalt erdestillierten Effigfäure Hemmend wirkte. So religion der europäischen Mächte, diese gleichwohl nicht abhält. ErIhrer Majestät der Staiserin" bewiesen. In der Welt am Montag" ruiniert also der Ring eine Industrie, die den Spiritus verarbeitet oberungstriege im Hunnenstil gegen Nationen zu führen, die diesen wird behauptet, daß der Landwirtschaftsminister sich von den und dessen Abfaz steigern tönnte! christlichen Mächten nie etwas zuleide gethan haben. " machen. Die Untersuchung an Bord der„ Gazelle" hat ergeben, " wenn die Zeit und der Ort zur Ausführung desselben von den Verick örern nicht definitiv bestimmt, sondern den Umständen oder em Ermessen der Personen, die das Verbrechen begingen, anhei gestellt waren. Auf Grund diejes famosen Umiturzgefeßes hätten schließlich auch Mund Emma Goldmann als Mitschuldige Czolgosz' verurteil werben fönnen. Oestreich Ungarn. Die Affaire der Gazelle. ordnung. Das bezeichnete Regiment hatte in der Nacht zum 13. Auguft Belanntlich sollten auf dem Kreuzer Gazelle Ausschreitungen eine Nachtübung gemacht und hierbei anstrengende Märsche ausgeführt. bon Mannschaften vorgefommen sein, die einen sehr ernstlichen Nichtsdestoweniger glaubte Unteroffizier Rumg von jenem Regiment, Charakter getragen haben und durch ungewöhnliche Sirenge feine Abteilung am Nachmittage des nächsten Tages besonders scharf hervorgerufen worden sein sollten. Einem Blatt wird zu diesen herannehmen zu fönnen; er ließ die Mannschaft Kniebeuge Vorgängen noch gemeldet: machen, wobei er die einzelnen Male bis zu einer Minute ausdehnte Nach der Rückkehr von Danzig lief der Kreuzer Gazelle" und einen Musketier diese Uebung gar 20 mal hinter ein nder aus nicht sofort in den inneren Kieler Kriegshafen ein, sondern ging führen ließ. Als er dann auf Stube 19 vor der Instruktionsstunde zunächst in der Stranderbucht feewärts von Friedrichs auch Ritter Niederfißen und Aufstehen", also die große niebeuge Khoi in Wien. Aus Wien wird uns rom 29. September ort vor Aufer. Später dampfte die„ Gazelle" direkt in die machen hieß. erklärte dieser vor versammelter Mannschaft: 9 ein, Herr taiserliche Werft hinein. Die Mannschaften haben bisher Unteroffizier, das thu' ich mcht," und gab auf die Frage Wa um" zur geschrieb: Nun hat auch Wien Gelegenheit gehabt, die berühmte feinen Landurlaub erhalten. Auf der Fahrt nach Niel Antwort: Weil mir meine Füße so weh thun." Das war nach den Khati- norm fennen zu lernen. Die Gelegenheit verdanken wir befand sich auf Anordnung des Geschwaderchefs ein aus einem Anstrengungen des Nachtmariches durchaus glaubhaft. Ser An- Wilhelm I.. der angeordnet hat, daß das zweite Bataillon des Offizier und 25 Mann des Linienschiffes Kaiser Barbarossa" geklagte gab auch in der Verhandlung an, er habe gem int und 2. ostajia ichen Regiments die Heimreise über Destreich nehme. Die bestehendes Wachttommando an Bord der„ Gazelle". fagen wollen, er könne" die Uebung nicht machen. Aber obwohl aus Chin heimkehrenden Soldaten find in Oestreich sehr warm Wann die Reservisten entlaffen werden, läßt sich noch die Anklage selbst davon ausging, daß Ritter durch das vorschrifts- begrüßt orden; da die Oestreicher die Viertel Milliarde nicht zu nicht absehen, da sie in Verdacht stehen, in erster Linie an den widrige Verhalten des Unteroffiziere gereizt worden sei, und obwohl zahlen br uchen, die das chinesische Abenteuer Deutschland gekostet Ungehörigkeiten beteiligt zu sein. Einige Leute der„ Gazelle", die der die Verhandlung leitende Striegsgerichtsrat den Eindrud gewannt, hat, war auch die Bevölkerung wohlwollend und freundlich gesinnt. Die tapitulieren wollten, sind zurückgewiesen worden. Unteroffizier habe die Mannschaft ge- Offiziere des Bataillons wurden auf mannigfachste Weise fetiert; der ſeitens des Stationstormandos die Absicht vor, die stapitu- urteilt. seitens des Stationstommandos die Absicht vor, die kapitufchlaucht", wurde Mitter zu drei Monaten Gefängni ver- Bataillonsfommandeur Major v. Förster hat in den paar Tagen mehr Toaste absolviert und gesprochen, als ihm wohl in seinem ganzen Leben beschieden sein wird. Orden regnete es nur so; selbst Der deutsche Handelstag über den Zolltarif. Der- utsche die größte Aufmerksamkeit, über die der Wiener Hof zu verfügen Handelstag trat am Montag unter dem Boris des mehr gefcheint ein militärisches Galadiner in der Hofburg, ward den OffFrenzel zusammen, um zu dem Zolltarif Stellung zu zieren zu teil. Anifer Franz Josef toastierte da auf seinen Bertreter des Reichsamts des Junern hielt Ober- Regierusrat treuen Freund", den deutschen Kaiser. Gestern abend gab's Wermuth eine Ansprache. Namens des Ausschusses gab Gral eine Festvorstellung in der Oper, doch sollen sich die zum sekretär Dr. Soetbeer den Bericht. Der Ausschuß beantragt eine Amusement tommandierten Soldaten bei Strauß Fledermaus" Resolution, die wesentliche Ermäßigung der von de Re- nicht besonders unterhalten haben. Während das Bataillon in Triest gierung vorgeschlagenen Zollfäße auf Lebensmittel verl ngt. und in Wien der Gegenstand freundlichster Aufmerksamkeit war, An Bord S. M. fleinen Kreuzers Gazelle" find allerdings Gegen dieses Verlangen sprach Dr. Beumer Düsseldorf nai ens werden in Prerau in Mähren, wo das Bataillon heute nachmittag eines Morgens einzelne unbedeutende Geschüßteile der Eisen- und Stahlindustriellen Nordwestdeutschlands. Kommer en antommt, Vorsichtsmaßregeln getroffen. Das Militär dieses verschwunden gewesen. Es ist sofort darüber eine strenge rat v. fister München schlug folgende Erklärung vor: Untersuchung eingeleitet, die noch nicht abgeschloffen ist. Sie läßt Der deutsche Handelstag erachtet den Abschluß langfrist ger Bahnhofssaale ein Diner und während des Aufenthaltes wird der czechischen Landstädtchens giebt den deutschen Offizieren im bisher erkennen, daß die Vergehen gegen faiserliches Eigentum Bahnhof strenge abgesperrt fein. So ist Oestreich: wahrscheinlich im llebermut oder aus Nachlässigkeit bedie deutschen Soldaten als Aftions gangen find. genossen und in Czechisch- Oestreich fonnten sie sie zum Objekt nationaler Demonstrationen werden! Interessant war es auch, zu beobachten, wie man in Wien der Feier einen streng militärischen Anstrich zu erhalten suchte. Das Ersuchen der Gemeindevertretung. Offiziere und Soldaten im Rathause zu bewirten, wurde ausdrücklich abgewiesen; nur mit Mühe fonnte es Bürgermeister Lueger erreichen, daß er an der Begrüßung bei der Ankunft mit einer Ansprache mitwirken durfte. Man will in Wien eben nicht zu intim werden; das militärische Bündnis soll feine Voltshoffnung werden. daß Bentilatoren und der beschläge fehlen, alſo mutIn der„ Nordd. Allg. 3tg." wird demgegenüber erklärt: Die Vergehen gegen die militärische Unterordnung an Bord S. M. fleinen Kreuzers Gazelle" fönnen im Anschluß an unsre gestrigen Mitteilungen heute auf Grund eines Geschwaderberichtes weiterhin richtig gestellt werden. maßlich über geworfen find." " Zu den Angaben der Zeitungsberichte ist im einzelnen folgendes zu bemerken: 1. Von einer Meuterei fann feine Rede sein. dan 2. Daß der Kommandant nur wenig Landurlaub bewilligt habe, ist durch nichts bewiesen; während der Herbstübungen ist die Gelegenheit zur Urlaubserteilung den Kommandanten aller Schiffe nur wenig gegeben.. 3. Der Dienst an Bord S. M. Kleinen Kreuzers Gazelle" ist nicht strammer gewesen, als dies auf jedem Schiff der Fall sein muß, an das, nachdem es eben erst in Dienst gekommen ist, hche Anforderungen gestellt werden. 4. Es ist unrichtig, daß das Schiff auf der Danziger Reede mit Arrest belegt war. Naturgemäß mußte im Interesse der Untersuchung ein Verkehr des Schiffes mit dem Lande so lange beschränkt werden, als hierdurch eine Verschleierung des Thatbestandes möglich erschien. Als lezteres am nächsten Tage nicht mehr in Betracht tam, ist der Verkehr wieder gestattet worden. 5. Die Behauptung, daß man es nicht für ratsam gehalten habe, das Schiff einzeln fahren zu laffen, bedarf eigentlich keiner Widerlegung. S. M. fleiner Kreuzer Gazelle" ist Wiederholer des I. Geschwaders und mußte also bei diesem bleiben. 6. Es sind niemals 15 Mann in Untersuchungshaft genommen. Die Reservisten sind genau wie die aller andren Schiffe zum bestimmungmäßigen Termin entlassen. " = Handelsverträge mit weitgehender Bindung niedriger Auslas zölle im Gesamtinteresse aller Berufsstände für unbedingt en Wien feiert boten. Er erklärt in der Beibehaltung des im übrigen als ungt f mäßig verworfenen Doppeltarifs für Getreide, da er den deutid n Unterhändlern bei den Bertragsverhandlungen die Hände bind. eine schwere Gefahr für das Zustandekommen günstiger Handel verträge: er erklärt sich deshalb mit größter Entschiedenheit geger die Festlegung von Mindestfägen( für Getreide) im golltarif." Der deutsche Handelstag erhebt schwere Bedenten gegen di Erhöhung oder Reneinführung von Zöllen auf Rohstoffe uni Lebensmittel, da dadurch der Abschluß günstiger Handelsverträge erschwert, die Produktionskosten der Industrie erhöht und die Kauffraft der Julandsbevölkerung geschwächt werden. Frankreich. Von den Kongregationen. Bisher haben 45 männliche Er tritt daher mit Nachdruck dafür ein, daß Zölle auf Roh Kongregationen, welche 1740 Niederlassungen bilden, und 370 weibstoffe nicht neu eingeführt oder erhöht werden und daß die liche Kongregationen mit 3362 Niederlassungen die durch das Lebensmittelzölle im neuen Zolltarif keinesfalls die bestehenden Wereinsgefez geforderte staatliche Genehmigung nachgesucht. des allgemeinen Tarifs überschreiten." Außerdem lag ein noch mehr schußzölnerischer Antrag der acht Die revolutionären Socialisten der Seine und Oise werden rheinisch- westfälischen Handelskammern vor. Dieser wurde mit 246 m 13. Oktober in Versailles zu einem Stongreß zusammentreten, gegen 65 Stimmen abgelehnt, der Antrag von Pfister wurde mit m die Einigung der Fraktionen perfekt zu machen. Es wird sich 151 gegen 146 Stimmen angenommen. Schließlich wurde auch die nun zeigen, ob eine Verwirklichung der in Roubaig gefaßten BeErklärung des Ausschusses mit 229 Stimmen angenommen; 34 Mit- schlüsse zu stande kommt. glieder erhoben Protest dagegen, daß diese Erklärung noch zur A5stimmung gelangte, und enthielten sich der Abstimmung. München, 29. September.( Eig. Ber.) Der Landtag hat am Sonnabend feine Beratungen wieder aufgenommen. Finanzminister v. Riedel gab einen Ueberblick über die Finanzlage des Staates. Er faßt seine Betrachtungen zusammen in die Worte: Das Budget ist ein Sorgenkind" und forderte eine Reichsfinanz- Reform, damit die Finanzen der Einzelstaaten nicht länger durch die Ansprüche des Reiches beschwert werden. die " Ausschreitungen sind demnach an Bord der, Gazelle" that sächlich vorgekommen, wenn sie auch nicht den Charakter einer Meuterei" getragen haben und nicht durch die Strenge der Vorgesetzten hervor gerufen sein sollen. Dagegen wird zugestanden, daß thatsächlich Geschüßteile„ berschwunden" find. Auch sollen niemals„ 15 Mann" in Die socialdemokratische Landtagsfraktion hat Untersuchungshaft gewesen sein. Aber vielleicht 25 oder 10? Die sich in derselben Weise wie in der vorigen Session konstituiert Erklärung der Norddeutschen Allgemeinen Zeitung" erweckt nur den( Vollmar, Borsigender, Scherm, stellvertretender Vorsigender, Müller, Verdacht, als scheue man sich, mit der vollen Wahrheit Schriftführer); zur Sprache kam in der ersten Fraktionssizung u. a. herauszurüden. ber dotichste Betreibung beschlossen wird. Bezüglich Aenderung der Zur Niederschlagung des Hunnenprozesses gegen den Geschäftsordnung hinsichtlich Eindämmung der Machtbefugnisse des Stuttgarter Beobachter" bemerkt die" Deutsche Tages- 3 tg." Finanzausschusses wurde darauf hingewiefen, daß sowohl seitens der Wir verstehen nicht, wie die württembergische Re: Regierung wie des Präsidiums in letzter Session versprochen worden gierung einen Strafantrag zurüdnehmen kann, der vom war, die Angelegenheit in Gang zu bringen. Sollte indessen von preußischen Kriegsministerium gestellt ist. Von der Regierung oder den Mehrheitsparteien in allernächster Zeit teine dem preußischen Kriegsministerium nehmen wir bis zum Initiative erfolgen, dann wird die Fraktion mit eignen Anträgen Beweise des Gegenteils nicht an, daß es ge- vorgehen. Weiter wurde beschlossen, sofort folgenden Antrag ein neigt sei, den Strafantrag zurüdzunehmen. zubringen: Man würde dann glauben fönnen, daß dem Kriegsministerium die Verhandlung unangenehm sei, und dieser Glaube darf teinesfalls aufkommen. Auch dann nicht, wenn dem Kriegsministerium inzwischen Material bekannt geworden wäre, das ihm die Aufrechterhaltung des Strafantrags unopportun erscheinen ließe. Freilich würden dieser Zurüdziehung des Strafantrags dann weitere Zurüdziehungcn folgen müssen.Eine amtliche Erhebung über die Krisis ist im Gange. Natürlich geschicht das weder von Reichs wegen noch in Preußen. Für die Behandlung solcher brennenden Fragen hat man bei uns weder Geld noch Interesse. Dagegen giebt das Großherzogtum Hessen ein gutes Beispiel. Die Hessischen Handelskammern sind von den oberen Verwaltungsbehörden ersucht worden, Erhebungen über die von seiten der Kammern gemachten Wahrnehmungen über die gegenwärtige Lage des Arbeiterstandes und der Industrie zu veranstalten, und zwar insbesondere über die Lage des Arbeitsmarktes, Produktions- und Arbeiterverhältnisse und Lebenshaltung der arbeitenden Bevölkerung. Das ist ein anerkennenswerter Anfang, wie man die Statistik als Aufklärungsinstrument für aktuelle Verhältnisse brauchen kann. Nur sollte man in Hessen auch die Arbeiterorganisationen zur Ausfunft heranziehen. Im Reich will man sich nicht den Kopf über die Krisennot zer brechen, unter der das Proletariat gegenwärtig leidet, schon deshalb nicht, um ihm durch die Wucherpolitit zu Gunsten der Junker um jo unbefangener neue furchtbare Lasten aufbürden und die industrielle Krisis noch mehr verschärfen zu tönnen. Der national sociale Parteitag ist am Sonntag in Frant furt a. M. eröffnet worden. Pfarrer Naumann hielt eine Begrüßungsansprache, in der er den Glauben an eine Weltordnung betonte. die der Menschheit ein Aufwärtssteigen zum Glück und zur Bildung er möglicht; feine Auffassung von der gegenwärtigen politischen und wirtschaftlichen Lage war eine recht pessimistische. Die eigentlichen Verhandlungen haben Montag begonnen und sollen drei Tage dauern; es find 130 Delegierte erschienen. " Die Typhusepidemie in Gelsenkirchen. Ueber den Stand der Typhusepidemie teilt die Gelsenkirchener Zeitung" mit: Innerhalb der letzten 36 Stunden haben sich die Typhusfälle um 200 gesteigert, wovon die meisten auf Gelsenkirchen und Schalte entfallen. Das Generalfommando des 7. Armeecorps zu Münster stellte 270 Betten und 100 Bettstellen zur Verfügung. Die Desinfektion des Leitungswaffers hat am Sonntag stattgefunden. Da die Zahl der Typhuserkrankungen am Sonnabend bereits auf 1200 beziffert war, betrüge nunmehr die Zahl der in Gelsenkirchen und dessen nächster Umgebung am Typhus Erkrankten 1400! Nach der„ Rheidter Zeitung" sind in dem Nheidt benachbarten Odenkirchen ebenfalls mehrere Typhusfälle festgestellt worden. Ein Erkrankter ist bereits gestorben. Das Wasser wird untersucht, zwei Brunnen sind geschlossen worden. Die Kammer wolle beschließen, die Staatsregierung zu ersuchen, zur Minderung der großen Arbeitslosigkeit, die infolge der hereingebrochenen Strise in verschiedenen Gegenden Bayerns besteht und die im Winter noch unheilvoller zu werden droht, unverzüglich umfassende Arbeitsangelegenheit zu schaffen, und vor allem die Staatsarbeiten, für die bereits die Wittel bewilligt find, sofort in Angriff zunehmen. Ausland. Anarchistenbekämpfung. 8wischen mehreren Regierungen soll nach London Meldungen darüber eine Einigung erzielt worden sein, daß es unerläßlich sei, die anarchistische Presse zu vernichten und in Zukunft das Erscheinen von anarchistischen Schriften unmöglich zu machen. Italien. Die italienische Kammersession, die im Juni vertagt worden st, ist nunmehr auf Grund eines Ministerbeschlusses als geschlossen flärt worden. Damit fallen alle Finanzprojekte und Steuerreform Entwürfe des früheren Finanzministers Bolemborg, welche vor der Sertagung eingebracht wurden, unter den Tisch. Das Ministerium ned eine Reihe andrer Entwürfe vorlegen. Amerika. Neue Gefechte auf den Philippinen. Ein vom 29. September dat ertes Telegramm aus Manila meldet: Eine Compagnie amerikanischer Infanterie, welche gestern in der Nähe von Balangina auf der Insel amar beim Abkochen beschäftigt war, wurde von il pinos angegriffen. 24 Amerikaner entfamen, 48 wurden settet, 11 verwundet. Die Filipinos erbeuteten die Vorräte, die Munition und den größten Teil der Gewehre der Compagnie. Eine andre Meldung besagt: Major Pitcher hat den Gouverneur von Atienza mit sieben Offizieren feines Stabes auf Mindora gefangen genommen. Viele Gefangene werden auf Camarines, Samar und Malvais gemacht, wose fleine Landen von Insurgenten den amerikanischen Truppen, die ebenfalls in fleinen Detachements operieren, immer noch viel zu schaffen machen. Der Boeren- Krieg. Der Konflikt Kitcheners mit dem Kriegsamt. zie„ Daily News" halten ihre lezte Meldung von der Des mission Lord Kitcheners aufrecht und melden, es bestehe Grund, zu glaube, daß der König bei dem letzten Kabinettsrat, den er gleich nach se ner Nückkehr vom Festland einberief, eine sehr entschiedene Haltung in Bezug auf Kitcheners Stellung eingenommen habe. Er habe die Minister, namentlich den Kriegsminister, den er vor dem Kabinettsrat privatim sprach, eingehend über ihre Pläne, namentlich im Hinblick auf das Nachlassen der Refrutenaushebung, befragt Offiziell wird dagegen abermals entschieden bestritten, daß wird freilich manchmal fräftig gelogen. Schwere Verluste diejen Meldungen etwas Thatsächliches zu Grunde liege. Offiziell Bon andrer Seite wird gemeldet, daß Roosevelt sich sehr mit Projekten zu Maßnahmen gegen die Anarchisten beschäftige erlitten die Engländer bei den in der vorigen Nummer geund namentlich auch an eine Ericherung der Einwanderung dente. meldeten Gefechten auf die englischen Forts. Eine Meldung aus Port Was auf dem Gebiete der Anarchisten- Gesetzgebung in den vont Vereinigten Staaten" möglich ist, beweist übrigens folgendes Gesetz, Durban vom 30. September befagt: Nach der amtlichen Liste der bei dem Kampf um das Fort Stala erlittenen das 1886 von der Legislatur des Staates Jllinois angenommen Berluste hat Major Chapman mit seiner Abteilung das Fort aufs wurde und seither in Geltung ist: tapferste berteidigt. Es sind ein englischer Lieutenant " Wenn infolge einer der nachstehend bezeichneten Handlungen und 11 Mann gefallen, fünf Offiziere, darunter Chapman ein oder mehr Menschen ums Leben kommen, oder irgend jemand selbst, und 38 Mann wurden verwundet: außerdem eine Körperverlegung erleidet, oder Eigentum zerstört wird, soll werden 63 Mann vermißt, doch ist von einer großen Zahl jeder, der daran beteiligt war, oder dabei irgendwie geholfen hat, berselben befannt, daß sie tot oder verwundet sind. als ein Mitschuldiger der Thäter oder des Thäters angesehen auch wurden 153 Pferde und 82 Maultiere getötet. Das wäre bei dem Gefecht bei Fort Jtala allein ein Verlust soll als einer der häter selbst betrachtet und dementsprechend der Engländer von 118 Mann! bestraft werden, nämlich dann, Ueber 1. Wenn irgend eine Person in einer öffentlichen oder privaten Versammlung oder an irgend einem öffentlichen Plage durch wird gemeldet: Sprechen, oder durch Schreiben, Drucken weitere Gefechte oder Ver Melmoth, 27. September. Die Zahl der Boeren. die den öffentlichen, oder dadurch, daß er jemand jemand zu zu schreiben, drucken oder veröffentlichen veranlagt. eine lofale() Revolution Angriff auf Fort Prospett machten, wird auf 1500 geschätzt. Sie standen unter Grobelaars Kommando. Der Angriff hielt den ganzen befürwortet, dazu ermutigt oder sie unterstügt; Donnerstag über an. Die von den Engländern ausgehobenen Eingeborenen an der Grenze zerfvrengten die Angreifer, verbrannten zahlreiche Kraals und erbeuteten riel Vich. Tags drauf erneuerte sich der Angriff. 2. Oder wenn eine Person den limsturz oder die Vernichtung der bestehenden Gesellschaftsordnung durch Gewalt, oder durch Widerstand gegen die gefeßliche Staatsmacht oder deren Lokal behörden befürwortet, oder zur Zerstörung der Staatsmacht durch irgend eines der vorgenannten Mittel auffordert: oder aufreizt. 3. Wenn jemand eine Störung des öffentlichen Friedens befür wow 3: eine Störungen teiniumt, bazu an solchem Unternehmen teilnimmt, dazu ermutigt In feinem der oben bezeichneten Fälle soll es erforder I ich sein, zu beweisen, daß das Sprechen von der Person oder den Personen, tie das Verbrechen verübten, gehört, oder das Geschriebene oder Gedruckte dem Verüber oder den Verübern thatsächlich zu Gesicht gekommen oder mitgeteilt wurde, wenn bewiesen wird, daß durch das Schreiben, Druden oder Veröffentlichen eine Veröffentlichung bewirkt wurde. Benn zwei oder mehr Personen sich verschwören, die be stehende Gesellschaftsordnung gewaltsam umzustürzen und wenn bei der Ausführung ihres Planes irgend jemand getötet wird, so sollen sämtliche Teilnehmer an der Verschwörung als TeilDurban, September. General Bruce Hamilton meldet, die Boeren gäben, bei dem Grenzfampf 19 Tote verloren zu haben, Verluste die Staffern hinge en behaupteten, daß die Boeren fchwere Baluſte erlitten und den anzen Freitag über Tote und Verwundete hatten, die sie fortbrachte Wie dem Ruterschen Bureau" vom 26. d. M. aus Greytown gemelder n rd, haben die Boeren am 24. d. M. die Basutos angegriffen. Nach ernstem Gefechte zogen die Basutos sich zurüd. Die Boeren h tten drei Tote; auch die Basutos sollen mehrere Mann ver ren haben. eine Friedensintervention. Die„ Patrie" richtet folgendes: Präsident Louder Zar, die Königin von Holland, der König von Griechenland d der König von Italien seien einverstanden, den Schiedsgerichtshim Haag zu ermächtigen, auf ihre amtliche Zustimmung zu rechnen für den Fall, daß es sich mit dem Protest Wer ist der Schuldige? Das Kriegsgericht der 27. Division zu Ulm verhandelte gegen den Musketier Karl Ritter vom InfanterieRegiment Nr. 127 wegen Verlegung der Pflichten militärischer Unternehmer bei Ausführung des Verbrechens betrachtet werden, auch der Boeren gegen die Kitchener- Proflamation befassen werde. Aus dem Haag wird dagegen gemeldet: Die von dem Pariser| der Socialisten Mailands sowohl als auch die Union( die Partei- Machrichten. Aus Induftrie und Handel. Die Märchenbrunnen- Anlage im Friedrichshain. Blatte La Patrie" verbreitete Nachricht, daß zwischen der Königin Secessionisten unter Führung Turatis) haben dieser Tage in ihren Während in der bürgerlichen Presse Berlins noch eifrig darüber von Holland und andren Staatsoberhäuptern eine Verständigung refp. Sizungen beschlossen, den Entscheid der Parteileitung an- hin und her gestritten wird, ob der Kaiser überhaupt das Recht darüber stattgefunden habe, auf Grund deren diefelben dem Schieds- zunehmen. Jede Gruppe wählte ihre 5 Mitglieder zur Stommission, hat, die Aufstellung von Denkmälern usw. auf städtischem Grund gerichtshof im Haag ihre Unterstüßung zusagen würden für den Fall, welche demnächst zusammentreten und eine Revision der Mitglieder- und Boden zu untersagen oder an irgendwelche Bedingungen zu daß dieser sich mit dem Protest der Boeren gegen die Proklamation liste vornehmen wird. knüpfen, scheinen die maßgebenden" Kreise bereits dabei zu sein, Lord Kitcheners befassen würde, ist unrichtig. Eine solche Verden neuen Konflikt", den der Kommunalfreifinn von dem ständigung ist nicht erfolgt, die hierüber umlaufenden Gerüchte werden Einspruch des Kaisers gegen die für den Friedrichshain geplante als reine Phantasiege bilde angesehen. Brummenanlage befürchtete, möglichst rasch heizulegen. Wie ver Einen Rückgang der Bauthätigkeit in Berlin und den lautet, ist der Stadtbaurat Hoffmann, von dem die Entwürfe Vororten und demzufolge große Arbeitslosigkeit im Baugewerbe Herrühren, und mit ihm der Oberbürgermeister Kirschner bereit, die steht, nach dem Organ des Verbandes deutscher Baugewerksmeister, beanstandete Brunnenanlage nach dem Wunsch und Geschmack des Eine Wahlbewegung. In einem Artikel, der sich mit dem für den kommenden Winter bevor. Die schlimme Lage fast der Kaisers zu ändern. Zweifellos wird das gesamte Magistratskollegium Ausfall der Landtags- Wahl in Leipzig beschäftigt, kommt die gesamten Industrie" führt das Blatt aus die vielen Bank- diesen Entschluß beifällig aufnehmen, und auch in der StadtLandtagswahl „ Leipziger Volkszeitung" zu folgendem bemerkenswerten Schlusse: frachs" haben eine Lage im Baugewerbe geschaffen, wie sie seit verordneten- Versammlung wird sich die bekannte Mehrheit finden, die Faffen wir das Ergebnis unsrer Wahlbetrachtung kurz zu Jahrzehnten nicht mehr dagewesen ist und schon jetzt zur starken die Abänderung gutheißt. Auf diese Weise kann man sich ja noch ſammen, so meinen wir, daß der Ausfall der Wahl besonders Einschränkung des Baukredites geführt hat. Baugelder find kaum einmal der unangenehmen Notwendigkeit entziehen, die Rechtsim vierten Wahlkreise uns doch wohl gestattet, der Hoffnung Raum erfordern einen Zinssatz von 4 bis 43/4 Proz. und fosten außerdem fcheidung herbeizuführen. Vielleicht erleben wir's noch, noch und dann nur unter hohen Opfern zu haben. Erste Hypotheken Lage zu klären und eine grundsägliche Entzu geben, daß wir über kurz oder lang auch unter dem Dreiklaffen- 1 bis 2 Broz. Provision, zweite Hypotheken find faum mehr er- daß die Stadt Berlin feinen einzigen Bau mehr ausführen far, Bahlrecht, wenn auch nur vereinzelte, so doch immerhin praktische hältlich. Erfolge werden aufweisen können. ohne daß der Kaiser nach seinen Wünschen den Plan korrigiert hat. Keinesfalls darf uns das Dreiklassen Wahlrecht, dieses un- Westfälisches Coakssyndikat. Die Rhein- Westf. 3tg." Um in dieser Angelegenheit den Magistrat zu einer Erklärung gerechteste aller Wahlsysteme, wieder auf die Bahn der Wahl- meldet, daß die bisherige Produktions- Einschränkung des Coats- und Aussprache zu veranlassen, hat die socialdemokratische Fraktion enthaltung treiben. Die Parteiverhältnisse, die politischen und fyndikats von 33/3 Broz.„ einstweilen" weiterbestehen bleibt. Die ben folgenden dringlichen Antrag für die nächste Sitzung der Stadtsocialen Zustände sind in Sachsen so erbärmliche, daß die Wahl- schlechten Absatzverhältnisse werden wohl noch auf ziemlich lange Zeit verordneten- Versammlung eingebracht: enthaltung diesen erbärmlichen Zuständen Vorschub leisten hieße die Wahlenthaltung würde mir der Reaktion zu statten kommen." Die Parteigenossen von Schwarzburg: Sondershausen halten am 13. Oktober ihre Landeskonferenz in Arnstadt ab. Unter falscher Flagge. Wir erhalten folgende Buschrift: Unter diefer Bezeichnung ist in der Nummer 215 des Vorwärts" vom 14. September eine Notiz enthalten, welche sich mit meiner Person beschäftigt in betr. Reichstagstandidatur. Es heißt dort unter anderm:„ Gegen die Kandidatur des Meis wurde geltend gemacht, daß er sich geweigert habe, zur Feier des 18. März eine Rede zu halten, weil dieses eine socialdemokratische Demonstration fei, an der er sich nicht beteiligen könne, da er als Arbeiterkandidat für die nächste Reichstagswahl auch auf die Stimmen der nichtsocialdemokratischen Arbeiter des Kreises rechnen müsse." Wenn das, was mir da imterschoben wird, auf Wahrheit beruhen würde, brauchte ich mich nicht zu wundern, wenn so etwas geschrieben wird. Da aber die ganze Sache nichts als eine elende Berleumdung ist, muß man sich doch fragen: Wie ist es nur möglich, daß so etwas im Centralblatt der Partei aufgenommen wird? Mag die Sache herrühren von wem fie will, immerhin tommt die Inspiration von Bochum. Daß man aber so leichtfertig so etwas aufnimmt, ohne sich nur im geringsten darüber zu erkundigen, namentlich wo es sich um einen alten Barteigenossen handelt, ist mir nicht erklärlich. Unter falscher Flagge! Also nach einer fünfzehn jährigen Zugehörigkeit zur Partei und stets in Thätigkeit für dieselbe außerhalb des Rahmens der Partei gestellt. Wie kann so etwas vorkommen, ohne daß ich mir auch nur das geringste habe zu Schulden kommen lassen? bestehen bleiben. Erhöhung der Preise für Schweinefett. Die Preis steigerung für Schweinefett, die seit einiger Zeit auf dem amerikanis schen Markt sich bemerkbar macht, drängt die Händler, ihren Bedarf zum Teil in der Schweiz und Oestreich zu decken. Vom 1. September bis Ende voriger Woche ist in Wien der Schweinefettpreis um 6 Kr. per 50 Kilo gestiegen. Der Preis stellt sich auf 54,50 bis 55 Kr. Raffiniertes Fett notiert inklusive Badung 59-60 Kr. Die Erhöhung gegenüber dem niedrigsten Preise beträgt für raffiniertes Fallissement eines Stettiner Bankhauses. Die Banffirma heller 1. Degener Nachf. in Stettin hat ihre Zahlungen eingestellt. Die Bank galt schon lange als unsicher. Fett ca. 8 Str. Aufhebung des Getreide- Terminhandels in Oestreich. Der Referent des reichsrätlichen Sub- Komitees über die Vorbereitung von Maßnahmen in Bezug auf Getreide- Terminhandel, der Hofrat des Verwaltungs- Gerichtshofes Dr. Friedrich Bloj, hat seinen Bericht fertiggestellt und beantragt darin die Aufhebung des Getreide- Terminhandels. Hieraus scheint hervorzugehen, daß sich die Mehrheit des Sub- Komitees, von der ja der Referent bestellt wird, der Ansicht des letzteren anschließen dürfte. Der Vorschlag, zu welchem Hofrat Bloj gelangt, steht im Widerspruche zu dem Resultate, zu dem die Kom mission gelangte, die feiner Zeit auf Grundlage der Enquete über den Getreide- Terminhandel die eventuell erforderlichen Reformen zu beraten hatte. In einer im Juli abgehaltenen Sigung entschieden sich fämtliche Mitglieder bis auf zwei gegen die Aufhebung des Terminhandels. Die Versammlung ersucht den Magistrat um Auskunft darüber, ob die Zeitungsmeldung wahr ist, wonach der Kaiser gegen die Vollendung und Aufstellung der von der städtischen Kunstdeputation zur Ausschmüdung des Friedrichshains bestimmten und in der Ausführung begriffenen Märchenbrunnen Einspruch erhoben hat. T Unter dem Vorsitz des Stadtverordneten Vorstehere Dr. Langerhans tagte am Montagabend der StadtverordnetenAusschuß zur Vorbereitung der Wahl eines Stadtschulrats für das höhere Schulwesen an Stelle des im Frühjahr ausgeschiedenen Geh. Regierungsrats Dr. Fürstenau. Der Ausschuß beschloß mit a cht gegen sechs Stimmen, die auf den Gymnasialdirektor Hubasch in Charlottenburg entfielen, den Gymnasialdirektor Voigt vom hiesigen Friedrichs- Gymnasium der Stadtverordneten- Versammlung am Donnerstag zur Wahl vorzuschlagen. Die Gemeindeschulen sind im Etatsjahr 1900/1901 von 207 510 Berliner Kindern besucht worden; die städtischen Realschulen be= fuchten 5187 Schüler, die städtischen höheren Mädchenschulen 4327 Schülerinnen. Die Unterrichtskosten für ein Kind in der Gemeindeschule betrügen 64 M., das ist 24 m. mehr als 1898, jeder Realschüler erforderte einen Zuschuß von 1331/2 M. oder 10½½ M. mehr als 1898, jede höhere Lochter" 411/2 M. gegen 39 M. in Jahre 1898. Fernzünder im Die städtische Gasdeputation beschloß heute, nachdem in andren großen städtischen Belenchtungswesen. Städten wie Köln a. Mh., Versuche mit elektrischen Fernzündern geGalizische Exportgesellschaft für Eier, Geflügel und macht worden sind, die von Erfolg gewesen sein sollen, einen Butter. Die Galizische Bank für Handel und Industrie, welche größeren Versuch mit solchen Fernzündern in einem dafür geeigneten die Finanzierung des östreichischen Cigarrenerports übernahm, hat Straßenzuge Berlins zu machen. Von dem Ergebnis soll die allmm auch eine Exportgesellschaft für Eier, Geflügel und Butter ge- gemeine Einführung der Fernzünder bei der Berliner Straßengründet. Diese Gesellschaft trachtet den Export dieser Produkte beleuchtung abhängig gemacht werden. Die Laternenanzünder namentlich dadurch zu heben, daß sie bei den in Betracht kommenden brauchen deshalb aber, wie geschrieben wird, noch nicht zu verzagen, Bahnen die Kreierung speciell eingerichteter Sonder- Eilzüge durch denn die allgemeine Einführung der Fernzünder würde nicht nur gefezte, durch welche die Transportdauer diefer so leicht dem Verraume Zeit, sondern auch mehrere Millionen Mark kosten. derben unterliegenden Güter wesentlich verkürzt wird. Während früher der Transport dieser Güter von der galizisch- bukowinischen Grenze bis nach Hamburg acht Tage in Anspruch nahm, wird der Peter Meis, Vertrauensmann für Gelsenkirchen. Wir haben die Notiz, gegen die sich die Berichtigung des Genoffen Meis richtet, geschrieben auf Grund des Berichts über die Verhandlungen der Bochumer Kreiskonferenz, der am 28. August im Bochumer Parteiblatt veröffentlicht wurde und der unwider sprochen geblieben ist. In diefer Konferenz wurde über den fraglichen Brief verhandelt, er spielte unter den Gründen, die gegen eine Kandidatur: Meis geltend gemacht wurden, die Hauptrolle, wurde aber, trotzdem er vorgelesen worden war, nicht veröffentlicht. Nach dem am 20. September die vorstehend abgedruckte Erklärung des Genoffen eg jetzt in 52-54 Stunden zurückgelegt. Meis bei uns eingegangen war, haben wir uns das Original des Briefes verschafft und dem Genossen Meis mitgeteilt, daß wir, wenn er auf den Abdruck seiner Erklärung bestehe, auch seinen Brief veröffentlichen müssen. Meis bestand darauf und der Brief sei deshalb hier mitgeteilt. Gelsenkirchen, 10. März 1900. Werter Genosse! Deinen Brief von Brangenberg erhalten und gebe ich Dir folgendes zur Antwort. Berliner Partei- Angelegenheiten. Mit der Wohnungsuot ist auch die Gemeindevertretung von Stegli spielend fertig geworden. Als im letzten Frühjahr der socialdemokratische Gemeindevertreter N app den Antrag stellte, die Gemeindevertretung möge sich mit der Wohnungsnot beschäftigen, wählte man eine Kommission, welche mit pofitiven Vorschlägen hervortreten sollte. Diese Kommission schlug mun vor, die Ges meinde möge fleine Wohnungen bauen und gu einem Ueber die Arbeiterbewegung in Oestreich wird unser Partei- Breise vermieten, welcher nur die Unkosten decke. Auch genosse Dr. E. Pernerstorfer auf der Rückreise von Lübeck am möge die Gemeinde den Versuch machen, von der GeDienstag in einer vom zweiten Wahlkreise nach dem„ Bock" ein- martung Dahlem zu demselben Zwecke Land in Erbpacht zu erhalten. berufenen Voltsversammlung einen Vortrag halten. Wir Gemeindevertreter Genosse Rapp als Referent begründet die Anbitten, für zahlreichen Besuch agitieren zu wollen. träge der Kommission in ausführlicher und sachgemäßer Weise und Die Vertrauenslente. empfahl sie zur Annahme. Jedoch Steglitz liegt nicht umsonst bei Die Adresse des Vertrauensmannes Karl Wünsch( Schön- Berlin. Der Abglanz der Weltstadt- Intelligenz" fällt bis in unser hauser Vorstadt, sechster Kreis) ist vom 1. Oktober ab Schönhauser- Dorfparlament und erleuchtet die Köpfe feiner Mitglieder in Die Bochumer Genossen haben manchmal sonderbare Flüßen im Kopf. Wenn in betr. Kandidat auf meine Person gegriffen wird, so geschieht es doch nur aus dem Grunde, um die fernstehenden nicht zu unsrer Partei gehörigen Bergleute und sonstige Arbeiter, Allee 103, vorn I. mindestens einen großen Teil davon, zu gewinnen. Die Sympathie, die ich bei den unsrer Partei noch fernstehenden Arbeitern habe, würde aber doch meiner Ansicht nach verloren geh'n, wenn die bürgerlichen Blätter in die Lage kommen, dem Volt mitzuteilen, daß der Kandidat Meis die Revolution verherrlicht habe. Das letztere müßte ich doch auch in einem solchen Referat thun und feit rechnen in unserm Wahlkreis. Besten Gruß " Kommunales. Zur Geschichte des Straßenbahn- Konflikts. geradezu phänomenaler Weise, wie die Diskussion beties. Es kamen die seltsamsten Blüten ans Licht. Um nur ein Beispiel zu erwähnen, sei bemerkt, daß der neue Schöffe, ein Regierungsrat Kühne, die Ansicht kund gab, daß die Wohnungen am Orte für die in Steglitz beschäftigten Arbeiter vollkommen ausreichten, und um Die Sperrung der Linden" für die städtische die außerhalb Steglitz beschäftigten Arbeiter habe sich die Gewürde ich mich, Straßenbahn wird die" Stadtverordneten schon in meinde nicht zu kümmern. Die ganze Wohnungsfrage sei von wenn ich meine Sache gut machte, bei den Bochumer Genossen ihrer nächsten Sigung beschäftigen. Der Magistrat legt jezt der Genossen Rapp mur angeschnitten, um sich bei den Steglizer ArStimmung erwerben, aber bei den Arbeitern, die noch andre Blätter Stadtverordneten- Bersammlung die den Sachverhalt betreffenden beitern populär zu machen; er beantrage llebergang zur Tagesordnung. Iefen, würde die Stimmung verloren geh'n. Tritt letzteres ein, dann hat meine Kandidatur auch nicht den geringsten Zweck. Nach diesem Rezept wurde denn auch gehandelt; die Gemeinde Schriftstücke zur Kenntnisnahme vor. Dieses ist meine Ansicht hierüber und halte ich mich verpflichtet, Straßenbahnlinien Bankow- Mittelstraße und Treptow- Behrenstraße der Kommission ab; den Ausschlag gab der stellvertretende. Bors Schon sehr bald, nachdem die Aktien der Siemens u. Halsteschen vertretung lehnte mit Stimmengleichheit den bescheidenen Autrag Dir dieses mitzuteilen und glaube ich auch, daß Du mir hierin beistimmen wirst. Du weißt ja, wie so etwas von den gegnerischen durch die Stadt angekauft waren, gewann auch der längst sigende Herr Mante, ein Herr, der sich in der Bekämpfung der Blättern ausgebeutet wird. nicht mehr neue Plan, beide Linien durch eine Straßenbahn- Kommissions- Anträge ganz besonders hervorgethan hatte. Auch in diesem Falle zeigt sich, daß die Regierung mit Was die Kandidatur selbst aubetrifft, so bin ich mir auch noch strecke über die Linden hinweg mit einander zu verbinden, Durch Schreiben vom nicht klar darüber, ob ich eine solche annehme, denn in erster Linie greifbarere Gestalt. 6. März 1901 Leichtigkeit die Gemeinden an ihre socialen Pflichten der Wohnungsmüßte ich da auch die Sicherheit haben, daß meine Familie eine ersuchte die städtische Verkehrsdeputation den Polizeipräsidenten, not gegenüber erinnern kann, ohne daß sie anzunehmen braucht, es Griſtenz hat. Du mußt aber hierbei nicht denken, daß ich optimistisch möglichst bald die grundsägliche Zustimmung der Staatsbehörden geschehe irgend etwas, was den als Stüßen für Thron und Altar sehe und denke, ich würde in einem solchen Fall gleich als Ab- 3 dieser Straßenbahnstrecke herbeizuführen, damit beizeiten die für hauptsächlich in Betracht kommenden Grundbefizern wider den Strich die Vorarbeiten, namentlich für die Verlängerung der Kanonierstraße ginge. Die Regierung mag mit Vorschlägen und Ermahnungen geordneter gewählt, aber immerhin muß man doch mit dieser Möglich bis zu den Linden" erforderlichen Maßnahmen getroffen werden lommen, die noch zehmal energischer find, als die jebigen; jo lange Du kannst den Bochumer Genossen ja meine Ansicht in betreff tönuten. Unterm 23. April erhielt der Polizeipräsident auf seinen das Dreitlassen- Wahlsystem seine Herrschaft ausübt, kann der Sympathie der Arbeiter, die ich zu Anfang geschildert habe, bezüglichen Bericht vom Verkehrsminister v. Thielen den Bescheid, sie sicher davor sein, daß die Gemeinden in Dingen, welche die mitteilen und ich glaube, sie werden so vernünftig sein und von daß der Kaiser die geplante Durchquerung der sociale Lage der unterdrückten Bevölkerungsschichten haben könnten, Linden" nicht genehmigt, aber durch eigenhändige auch keinen Finger rühren. ihrem Verlangen abstehen, denn ihre Wünsche müssen in Rücksicht Linden" nicht genehmigt, auf die fernstehenden Arbeiter zurücktreten. Randbemerkung die Her auf dem miteingereichten Plan Wie es mit dem socialen Pflichtbewußtsein zum Teil noch Unter diesen Umständen wird es ja für Dich flar sein, im stellung einer unterirdischen Verbindung zwischen der Neu- in den Berliner Vorortgemeinden bestellt ist, geht aus einer Interesse der Sache selbst auf mein Referat zu verzichten. städtischen Kirchstraße und der zu verlängernden Kanonierstraße Debatte hervor, die dieser Tage in der Gemeindevertretung von Bitte um gefällige Antwort. angeregt habe. Von diesem Bescheid gab der Polizeipräsident dem Friedrichsfelde gepflogen wurde. Es handelte sich um einen Magistrat durch ein vom 13. Juni datiertes Schreiben, das am 20. Juni Anbau des Armenhauses. Nach dem Vorschlag des GemeindePeter Meis. beim Magistrat einging, Kenntnis. Die eigenhändige Randbemerkung vorstandes soll ein Seitenflügel von 12 Wohnungen errichtet werden; Wir müssen es danach den Lesern überlassen zu beurteilen, ob lautete:" Rein, wird unterirdisch gemacht." In einem der Bau ist zu unterkellern, doch dürfen die Keller nicht bewohnt wir solcher hyperneutralen Leisetreterei unrecht gethan haben durch Schreiben vom 4. Juli legte darauf der Madiftrat dar, daß eine werden. Die Zimmerhöhe der neuen Armenwohnungen soll 280 cm. unsre Notiz. Es kann dabei nichts ausmachen, daß Mais sich auf unterirdische Verbindung an dieser Stelle technisch unmöglich ist. betragen. In der Sigung der Gemeindevertretung schlug man vor, noch so lange Parteithätigkeit beruft; wenn sie stets nach den Grund- Bugleich erinnerte der Magistrat daran, daß im Jahre 1899, als die Zimmer drei Meter hoch zu bauen, doch wurde dieser Antrag jäzen betrieben wurde, die in seinem Briefe zum Ausdrud kommt, über das Projekt einer" Linden"-Durchquerung im Zuge der namentlich von den bäuerlichen Vertretern mit der Begründung dann hat sie der Ausbreitung socialdemokratischer Grundsäge keinen Charlottenstraße verhandelt wurde, der Kaiſer ſelber auf die bekämpft, daß die Armenwohnungen möglichst klein und Bifferling genügt. Man hätte den Bochumer Genossen mit Recht Möglichkeit einer Durchquerung im Zuge der Neustädtischen niedrig herzustellen feien, da sich die Jufaffen sonst zu Borwürfe machen können, wenn sie eine Reichstags Kandidatur auf durch geweďte Hoffnung, die Genehmigung für das letztere wieder herausgingen. Demgegenüber erinnerten einige Herren daran, Vorwürfe machen können, wenn sie eine Reichstags- Kandidatur auf Stirchstraße hingewiesen habe, und daß wesentlich die da wohl im Armenhause fühlten und am Ende gar nicht folcher Grundlage aufgestellt und Wahlpropaganda nach diesem Projekt zu erhalten, den Magistrat zur Erwerbung der Siemens und daß heutigen Tages doch auch die Gefängnisse höher gebant Schema betrieben hätten. Nicht auf Wahlstimmen und Reichstags- Halsteschen Straßenbahnlinien bewogen habe. Der Magistrat bat würden, und der Gemeindevertreter Apotheker toth wies darauf Mandate tommt es uns an, die dadurch erschlichen sind, daß wir unser Programm in die Tasche steden, sondern nur darauf, daß wir schließlich den Polizeigräsidenten, bei dem Miniſter dahin vorstellig hin, daß auch vom Standpunkt des Profits die niedrige Bauart die Arbeiter für die socialdemokratischen Grundsätze gewinnen und zu werden, daß diefer nochmals versuche, beim Kaiser eine Genehmi- zu verwerfen sei, denn was die Gemeinde jetzt vom Mauerwerk daraufhin ihre Stimmen erlangen. gung des Projektes zu erwirken. Unterm 14. September antwortete spare, müffe fie später an Arzneitosten ausgeben. dann der Polizeipräsident dem Magistrat im Auftrage des Ministers, Diese Argumente drangen jedoch nicht durch. Der Antrag, die Genoffe Parvne erklärt in einer Zuschrift an die Parteipreffe, daß der Kaiser seine Entschließung nicht geändert habe, daß es also gimmerhöhe auf drei Meter festzusetzen, wurde mit zehn gegen neun daß er niemals einer Gewerkschaft den Rat gegeben habe, ihre Gelder bei der Ablehnung verbleibe. Stimmen abgelehnt. fär die Revolution flüssig zu halten; ebensowenig habe er irgend Somit muß Berlin den Vorzug, Residenzstadt zu sein etwas dem Achnliches auch nur angedeutet. wenigstens sehen manche Lente das noch immer als einen Auf der Tagesordnung des Gesamt- Parteitages der Vorzug an- damit bezahlen, daß die Ausführung eines nicht bloß Socialdemokratie Deftreiche, der am 1. November in Wien beim Interesse der städtischen Verwaltung, sondern überhaupt des ginnt, stehen außer den geschäftlichen Angelegenheiten folgende möglich gemacht wird, nur weil die sogenannte via triumphalis Berliner Verkehrswesens so überaus wichtigen Unternehmens unDie Fensterpuker Deutschlands haben auf ihrem ersten Punkte: Organisation der Gesamtpartei. Revision des Partei programms. Die Handelsverträge und die Interessen der Ar- Unter den Linden" als geheiligter Boben gilt, den teine Kongreß, der am Sonntag feinen Anfang nahm und von Delegierten beiter in Oestreich.- Alters- und Invaliditätsversicherung sowie weite Straßenbahn mehr freuzen darf. Wir sind neugierig, wie sich aller größeren deutschen Städte, sowie dem ersten Vorsitzenden des Witwen- und Waisenversorgung. der Kommunalfreisinn am nächsten Donnerstag wieder Centralverbandes der Handels, Transport und Verkehrsarbeiter drehen und wenden wird, um bei der Grörterung dieser Angelegenheit besucht war, beschlossen, einen eignen Verband für die nurja nicht, oben" anzustoße 1. Fensterputer Deutschlands mit dem Sig in Berlin zu gründen. Der Mailänder Parteistreit dürfte nun bald gehoben sein. Die Föderation( Ortsgruppe des allgemeinen National Verbandes) " Gewerkschaftliches. Deutsches Reich. Die Dachdecker in Aachen haben ihren Sohnkampf, der der gegenwärtigen deprimierenden wirtschaftlichen Verhältnisse große Arbeitern geforderte Tarif bedeutet eine Preiserhöhung von circa bereits 14 Wochen währte, nunmehr als been det erklärt. Der Errungenschaften zu verzeichnen sind. Es wäre von vornherein zu 20 Proz. Vom Innungsvorstand sind auf mehrere Arbeiten Abzüge, Sieg ist nur ein teilweiser. Vier Firmen mit 50 Arbeitern haben ersehen gewesen, daß die gestellten Forderungen nicht im vollen Um zum Teil recht erhebliche, gemacht worden, doch ist nach den bisden Lohntarif anerkannt, die übrigen Unternehmer, die 60-70 Ar- fange bewilligt würden. Die Prinzipalität hätte jezt Gelegenheit herigen, vorläufig erledigten Positionen ein Lohnzuschlag von 10 bis beiter beschäftigen, haben wohl einige Lohnaufbesserungen ein- gehabt, den eventuellen Kampf aufzunehmen, da sie den Gehilfen zur 15 Pro3. zu verzeichnen. eintreten lassen, ohne den ganzen Tarif anzunehmen. Daß fein Beit überlegen ist. Für den Lohn- Staffeltarif sei eine sehr günstige Nach längerer Diskussion wurde gegen wenige Stimmen folgende voller Erfolg erzielt worden ist, das liegt an der Interesse- Kompensation durch die Errichtung paritätischer Arbeitsnachweise ge- Resolution beschlossen: losigkeit eines Teils der Dachdeckergesellen. Besonders waren es die schaffen. Der Gehilfenvertreter Eichler- Leipzig betont, daß die Gehilfen- Die Versammlung spricht ihre Verwunderung darüber aus, daß christlichen" Arbeiter, welche den Erfolg vereitelten, indent sie mit vertreter in jeder Weise bestrebt waren, die Forderungen der Ge- die gestellten Forderungen, die seit dem Jahre 1886 die erste Erden Meistern zusammen Bersammlungen abhielten, während der hilfen zu vertreten. Andre Arbeitergruppen hätten nur geringe oder höhung des Tarifs für Ofensetzer bedeute, den Arbeitgebern unsres Lohnbewegung eine Sonderorganisation gründeten und den kämpfen- gar keine Erfolge in letzter Zeit aufzuweisen, während die Buch- Berufs zu hoch erschienen sind. Die Versammlung ist der Meinung, den Kollegen in den Rücken fielen. So gab es eine Anzahl von bruder mit der Tarifgemeinschaft erhebliche Vorteile errungen haben. daß bei objektiver Beurteilung und gutem Willen der Arbeitgeber Streitbrechern, und infolgedessen konnte, obwohl es an Geldmitteln Fülle kritisiert die Absendung der Telegramme feitens des dieje wohl in der Lage sind, größeres Entgegenkommen zu zeigen, nicht fehlte, ein voller Sieg nicht errungen werden. Tarifausschusses an den Reichskanzler und den Minister v. Posa- zumal die Erhöhung der Tariffäße erst nach Ablauf des bisherigen Cigarrenarbeiter. Die Arbeiter und Arbeiterinnen der Firma dowsky. Daß man auch an den Grafen Posadowsky, der heute noch Tarifs, also vom 1. Januar 1902 ab in Straft treten soll. Die Ver Baffet in Birna sind vor kurzem wie wir bereits berichteten nach Material für ein neues Buchthausgesetz zur Verkümmerung sammlung erwartet von den Innungs- Mitgliedern insgesamt, daß sie entlassen worden, und halten sich für gemaßregelt. Das Gewerkschafts- des Koalitionsrechts sammelt, ein von Arbeitervertretern mitunter den Wünschen der Gesellen mehr wie der Innungsvorstand Rechnung fartell in Birna ist gleichfalls zu der Ansicht gekommen, daß eine zeichnetes Telegramm sendet, können er und seine Freunde nicht gut tragen und die zwischen Vorstand und Ausschuß beratenen Tariffäße Maßregelung vorliegt und hat befchloffen, für die Unterstützung der heißen. Der Redner bedauert auch, daß die Dauer der Tarif nicht noch weiter fürzt, sondern die Vorlage der Gefellen berüidAusgesperrten einzutreten. Um Fernhalten des Zuzuges wird gemeinschaft wieder auf fünf Jahre festgesetzt worden ist. Drei fichtigend, dieselben erhöht." ersucht. Jahre wären völlig genügend; es wäre dadurch möglich, die durch Ein Antrag, daß die im Tarif wiederholt vorkommende Klausel: die gemachten Erfahrungen mit dem Staffeltarif und dem„ Die Lohnhöhe nach Vereinbarung" zu beseitigen, und solche Arbeiten, in die im Accord nicht zu berechnen sind, in Zeitlohn ausgeführt werden paritätischen Arbeitsnachweise notwendigen Abänderungen Der Verbandsvorsitzende sollen, wurde dem Ausschuß zur Berücksichtigung überwiesen. Siereiner fürzeren Frist vorzunehmen. Döblin verweist darauf, daß im Monat August 4597 Ber- auf wurde beschlossen, daß nach dem neuen Statut für die Mitbandsmitglieder arbeitslos unterstützt wurden. glieder der Berliner Filiale der wöchentliche Beitrag vom 1. Oftober Hinzukommen noch die ausgesteuerten und nichtbezugsberechtigten 50 Bf. beträgt. Die Unterstützung ist eine dementsprechend höhere. Mitglieder und die nicht unerhebliche Zahl der Arbeitslosen, die dem Neue Bücher werden nur denjenigen Mitgliedern ausgestellt, deren Verbande nicht angehören. Nach Lage der Sache fonnte nicht mehr Verbands- und Streiffondsbeiträge bis zum 31. September geregelt erreicht werden, aber das, was erreicht wurde, sei nicht den Wohl- find. Außerdem wurde beschlossen, von einem Umzug bis auf wollen der Prinzipale, sondern der guten Organisation zu danken. weiteres Abstand zu nehmen und das Bureau in der Neuen Die Staffeltarife sollen namentlich ein Mittel sein, die Löhne in der Friedrichstraße 20 zu belassen. Dort findet in der Zeit Provinz besser als bisher zu regeln. Der im Tarif enthaltenen Lehrlings- von bis 6 Uhr die Arbeitsvermittelung, von 6 bis 7 Uhr die stala werde der Bundesrat eher zustimmen, weil die gegebenen Verhält Bibliothekausgabe statt. Vormittags ist das Bureau von 9 bis nisse genügend berücksichtigt sind. Der Redner verweist sodann darauf, 10 Uhr geöffnet. daß die Telegramme, die an den Bundesrat und das Ministerium des Innern gerichtet, den Zweck hatten, diese Behörden von dem Resultat der gemeinsamen Verhandlungen zwischen Gehilfen und Prinzipalen in Kenntnis zu setzen und zu beweisen, daß auf der Basis der Tarifgemeinschaft ein für beide Teile befriedigendes Verhältnis geschaffen werden kann. Die Fischräucherer in Altona haben infolge einer Lohnbewegung einige Verbesserungen in ihren Arbeitsverhältnissen er langt. Die regelmäßige Arbeitszeit währt von morgens 6 bis abends 8 Uhr, Ueberstunden werden mit 50 Pf. bezahlt. Sonntags ist die Arbeitszeit auf 6 Stunden beschränkt, etwa notwendige Ueberstunden werden mit 60 Pf. vergütet. Jeder Räucherer hat alle 14 Tage einen freien Sonntag. Die Buchdruckereibefizer in Colmar( Elfaz) haben die vom elfaß- lothringischen Buchdruckerverband aufgestellten Forderungen ebenso wie die Prinzipale in Mülhausen abgelehnt. Das Gewerkschaftskartell von Colmar erklärte sich mit den Forderungen der Buchdruder einverstanden und sprach die Erwartung aus, daß diefelben zur Anerkennung gebracht werden. Ausland. Der Konflikt der Töpfer in Sandbäds Kachelfabrik in Kolmar ( Schweden) ist beendet, und die Sperre der genannten Fabrit aufgehoben. Dersammlungen. waren und Centralverein der Bildhauer Deutschlands( Verwaltungsstelle Berlin). Dienstag, abends 81/2 Uhr, int Gewertschaftshaus", Engelufer 15: Bersammlung. Tagesordnung: Grfazwahl zur Breßtommission. Der Strei bei der Modelleurfirma Thiele u. Tschinkel. Klavierarbeiter( Holzarbeiter- Verband). Die Branchen- Versammlung am 26. d. M. konnte nicht stattfinden, weil die Anmeldung bei der Behörde verspätet eintras und aus diesem Grunde die Versammlung verboten wurde. Im weiteren Verlauf der Diskussion tam es auch zu Aus- Am Mittwoch, den 2. Oftober, findet bei Nowack, Manteuffelstr. 9, die einandersetzungen zwischen Fülle und Reghäuser, gegen den Bertrauensmänner- Bersammlung statt. Jede Werkstatt muß vertreten sein. der Vorwurf erhoben wurde, daß er durch sein Vorgehen die Die Kommission. in ein ganz schiefes Licht bringe. Rerhäuser führte demgegenüber unter sehr lebhaftem Widerspruch eines Teils der Versammlung aus, daß er sein Verhalten nicht ändern werde, ganz einerlei, ob es andern gefällt oder nicht gefällt. Es wurde schließlich folgende Resolution mit allen gegen wenige Stimmen beschlossen: Das Ergebnis der Buchdrucker- Tarifberatung. Der Verein der Berliner Buchdrucker und Schriftgießer hielt am Sonntag eine von über 4000 Personen besuchte außerordentliche Mit- Buchdrucker Organisation bei der übrigen Arbeiterschaft gliederversammlung im Cirkus Schumann ab, in der die Tarifvertreter über den Verlauf der Tarifverhandlungen berichteten. Den Bericht er statteten die Gehilfenvertreter Giese de und Faber. Danach sind die Verhandlungen, die durch die gegenwärtige Geschäftsflaue recht ungünstig beeinflußt wurden, am Sonnabend nach fieben langen Sigungen beendet worden. Die Gültigkeitsdauer des Tarifs ist wieder auf fünf Jahre, vom 1. Januar 1902 bis 31. Dezember 1906, festgesetzt worden, nachdem die Prinzipalsvertreter die weiteren Vereinbarungen wefentlich von dieser Gültigkeitsdauer abhängig gemacht hatten. Nach dem neuen Tarif ist eine Lohnerhöhung von 712 Pro3. eingetreten. Von den Gehilfen waren 10 und von vielen Drudorten 15 Proz. beantragt. Das einheitliche Minimum von 23 m. ist abgelehnt und folgende Lohn staffel beschlossen: Für Gehilfen bis zum Alter von 21 Jahren 21,50 M., über 21-23 Jahre 22 M., über 23 Jahre 22,50 M. * Gerichts- Beifung. auf δα Der Schnaps spielte wiederum eine traurige Rolle in einer Anllagefache, welche gestern das Schwurgericht des Landgerichts I beschäftigte. Der 51jährige Maurer Heinrich Ro II hatte sich wegen schwerer Körperverlegung mit tödlichem Ausgange zu verant Die heute am 29. September stattgehabte Versammlung des worten. Der Angeklagte war in diesem Frühjahre ,, Vereins Berliner Buchdrucker und Schriftgießer", welcher auch zahl- einem Neubau in der Henningsdorferstraße beschäftigt. Auch am reiche Gäste aus der Provinz beigewohnt haben, erklärt nach eingehender dritten Pfingstfeiertage begab sich Roll nach dem Bau; Erwägung aller einschlägigen Verhältnisse sich mit den getroffenen Ver- sich seine Kollegen aber nur vereinzelt eingestellt hatten, wurde nichts einbarungen einverstanden. Sie drückt den Gehilfenvertretern für ihre aus der Arbeit. Der Angeklagte ließ Schnaps holen und trank mit mühevolle Arbeit ihren Dank aus und hofft, daß die Allgemeinheit dem Bauwächter Hoffmann, einen um mehrere Jahre älteren Mann der Prinzipalität im Verein mit der Gehilfenschaft alles daran sezen als er. Die beiden Männer sprachen dem Schnaps so fleißig zu, daß wird, diesem neuen Tarif in allen Druckereien des Deutschen Reiches sie schließlich für eine Mart getrunken hatten. Nun wurden Geltung zu verschaffen, um so eine dauernde Garantie des gewerb- sie übelnehmend und empfindlich, ein aus geringer Ursache entlichen Friedens herbeizuführen. Ferner giebt sich die Ver- standener Wortstreit spitzte sich dermaßen zu, daß Hoffmann Die beantragte Herabfegung der Lehrlingsstala ist ab fammlung der Hoffnung hin, daß auch die bevorstehende Regelung eine Latte ergriff und damit auf den Zechgenossen eindringen gelehnt und bleibt die bisher gültige bestehen. Um des Lokalzuschlags zur beiderseitigen Bufriedenheit erfolgen wird." wollte. Die Latte entfiel ihm aber und bevor er sie wieder zu erder Lehrlingszüchterei, die immer noch insbesondere in der greifen vermochte, wurde er von dem Angeklagten gepackt. HoffProvinz vorherrscht, entgegen zu wirken, wird der TarifDas Telegramm, auf welches in der Diskussion Bezug ge- mann wurde zu Boden geworfen, sein Gegner ergriff dann ausschuß beim Bundesrat dahin vorstellig werden, nommen wurde, ist an den Reichskanzler und an den Minister Posa- einen Mauerstein und brachte ihm damit mehrere wuchtige daß derselbe auf Grund des§ 128 der Reichs- Gewerbe- Ordnung dowsky gerichtet. Wie das„ Wolffsche Telegraphenbureau" meldet, Schläge gegen den Hinterkopf bei. Der Mißhandelte erlitt einen für das Buchdruckereigewerbe Vorschriften über die höchste lautet dasselbe: Schädelbruch. Zwar erhob er sich nach einer Weile, that dann aber 3ahl der für einen Betrieb zulässigen Lehrlinge „ Der Tarifausschuß der deutschen Buchdrucker, die Vertretung infolge des Blutverlustes einen neuen Fall, wobei er wiederum auf erläßt und den diesbezüglichen Bestimmungen die im Tarif fest- der weitaus größeren Zahl der deutschen Buchdrucker- Brinzipale und den Stopf fiel. Die medizinischen Sachverständigen, PrivatDr. Stoermann, Dr. Puppe und Gerichtsphysikus gefegte Lehrlingsstala zu Grunde legt. -Gehilfen, hat in Berlin nach einwöchiger Beratung einen für docent Als ein erheblicher Vorteil wurde es von den Gehilfenvertretern das ganze Deutsche Reich gültigen Tarif für das Buchdruckgewerbe, begutachteten, daß der Verlegte infolge der Schläge mit dem Steine bezeichnet, daß es diesmal gelungen ist, die bisherigen Ausnahme- welcher Lohnhöhe, Arbeitszeit, Arbeitsnachweis usw. festsetzt, be- verstorben sei. Die Geschworenen billigten dem Angeklagten, der bestimmungen für die Maschinenmeister zu beschlossen, und zwar, wie im Jahre 1896, wiederum mit einer fünf- vom Rechtsanwalt Runge verteidigt wurde, mildernde Umstände zu, feitigen. Dafür mußten allerdings bezüglich der Ueber- jährigen Gültigkeitsdauer. Die Tarifgemeinschaft der deutschen Buch- worauf der Gerichtshof ihn zu 1 Jahr 6 Monaten Gefängnis stunden 8ugeständnisse gemacht werden, und zwar foll bei bruder mit ihren vielen, dem socialen Frieden dienenden Ein- verurteilte, wovon 2 Monate durch die erlittene Untersuchungshaft schwierigeren Drudarbeiten der Prinzipal berechtigt sein, die richtungen ist dadurch von neuem bestätigt und der gewerbliche Frieden für verbüßt erachtet wurden, Maschinenmeister gegen Bezahlung eine Stunde länger arbeiten bem deutschen Buchdruckgewerbe auf weitere fünf Jahre gewähr Die Verwendung von faulen Eiern in seinem Geschäftszu lassen. Außerdem wurde vereinbart, daß an den Maschinen nur leistet. Wir bitten Euere Excellenz, als den Kanzler des Deutschen Betriebe zu Nahrungsmittelzwecken hatte dem Bäckermeister ordnungsmäßig ausgelernte Gehilfen beschäftigt Reiches, von dieser socialpolitischen Einsicht und Thätigkeit der beider werden sollen. Für die zur Zeit noch an den Maschinen beschäftigten feitigen Angehörigen des deutschen Buchdrudgewerbes gütigit Kenntnis ungelernten Arbeiter sollen die tariflichen Bestimmungen bezüglich nehmen und den von uns getroffenen Einrichtungen nach Möglichkeit des Lohnes und der Arbeitszeit in Anwendung kommen. Der Ihren hochmögenden Schuß angedeihen lassen zu wollen. § 616 des Bürgerlichen Gesetzbuches hat infofern eine praktische Bedeutung erlangt, als im Tarif ein neuer Passus Der Tarifausschuß der deutschen Buchdrucker." aufgenommen worden ist, wonach Arbeitsversäumnisse, die durch Wenn Unternehmer sich veranlaßt fühlen, bei jeder passenden staatliche, militärische, städtische Behörden usw. veranlaßt worden Gelegenheit hochstehende Persönlichkeiten anzutelegraphieren, fo find, bis zur Dauer von drei Stunden den Gehilfen entschädigt ist das begreiflich und von ihrem Standpunkt aus berwerden sollen. Im Kommentar zu dem Tarif ist festgelegt worden, ständlich. Unverständlich erscheint es uns bagegen daß geschuldigte behauptete in zweiter Instanz, daß er allerDaß allgemein, wie es bereits in einigen Druckorten ein- die Vertreter der Gehilfen die vorstehende, jebenfalls geführt ist, ein anderer Wochentag als der Sonnabend als seitens der Prinzipalsvertreter ins Werk gejezte Kundgebung ohne Lohnzahlungstag bereinbart werden soll. Neben mehreren, Bedenken mitgemacht haben. Wenn Arbeitervertreter den Vater hier nicht angeführten Aenderungen der bisherigen Bestimmungen des Buchthausgefeßes, den Mann, welcher die denkbar schärfste ist auch eine ganz neue Einrichtung beschlossen und zwar die Knebelung der gewerkschaftlichen Arbeiterbewegung durchzusehen sich Errichtung von Kreisämtern. Diese Kreisämter sollen bemühte, der bei der arbeiterfeindlichsten Unternehmer- Organisation unter andrem für die einzelnen Druckorte die Lokalzuschläge regeln um die Hergabe von 12 000 M. zur Agitation für jenes Knebelgeses und über die etwa notwendigen Ausnahmebestimmungen befinden. anhielt, wenn Arbeitervertreter einen solchen Mann um seinen hoch Außerdem wurde die Errichtung paritätischer Arbeitsmögenden Schutz für Einrichtungen ihrer Organisation ersuchen, so nachweise innerhalb der Tarifgemeinschaft nach zeugt das allerdings von einer hochgradigen Harmlosigkeit" der langen Verhandlungen vom Tarifausschuß beschlossen. Nach diesem Gesinnung. Beschlusse, der von den Gehilfenvertretern als die bedeutendste In größter Hochachtung so Der An= ugen aß durch schöffengerichtliches Erkenntnis eine Geldstrafe von 150 m. eingetragen. In erster Instanz war als erwiesen angenommen worden, daß der Angeklagte fortgesetzt verdorbene Eier zu billigen Preisen Preisen angetauft und deren Verwertung befohlen hatte, obgleich seine Gesellen fich wiederholt geweigert hatten, die unappetitlichen Eier unter die Backmasse zu thun. Schließlich waren die Gesellen zur Polizei gegangen und als diese die Geschäftsräume des Angeklagten revidierte, fand sie noch eine größere Menge verdorbener Gier. bings sogenannte Snideier" gebraucht habe, er habe aber seinen Werkführer seinen Wertführer angewiesen, davon nur diejenigen zu verwenden, denen ein übler Geruch noch nicht anhafte. Die erneute Beweisaufnahme bestätigte diese Behauptung keineswegs, der Gerichtshof fab sich mit Rücksicht auf die bisherige Unbescholtenheit des Angeklagten aber doch veranlaßt, die Strafe auf 50 m. herabzusetzen. Ob der saubere Bäckermeister sich dadurch von der Beretelung seiner Badware abhalten lassen wird? 9 Der Prozeß gegen die Restaurateurs Ehefrau Ried und Genossen wegen betrügerischer Ausbeutung des betagten Fräuleins Dölling sollte gestern fortgesetzt werden. Es stellte sich aber heraus, daß im ganzen Gerichtsgebäude kein Raum verfügbar war, da alle Straffammern und beide Schwurgerichtsfäle besetzt waren. Die Verhandlung mußte deshalb auf heute, Dienstagvormittag 9 Uhr, vertagt werden. Lehte Nachrichten und Depelthen. Sagan, 30. September.( 2. T. B.) Jm Groß- Peterdorfer zwei Wilderer wurden von dem Förster erschossen, drei wurden verwundet, die übrigen ergriffen die Flucht, wurden aber erkannt. Kersch erlitt leichtere Verwundungen. Errungenschaft bei der diesmaligen Tarifrevision bezeichnet Gegen die Milchberteuerung nahm eine gut besuchte Volts wird, sollen in allen größeren Drudorten, wo Schiedsgerichte vor versammlung Stellung, die am 27. d. M. in Charlottenburg abhanden sind oder noch errichtet werden, auch paritätische Arbeits- gehalten wurde. Referent war Herr Dr. Bernstein. Derselbe benachweise errichtet werden. Damit würde in Zukunft vermieden, tont, daß, wo auch immer von Auspowerung der Bevölkerung die daß in einzelnen Orten ein größerer Ueberfluß an Arbeitsfräften Rede ist, es stets und ständig die Agrarier sind, die uns das Messer besteht, während in andren Orten ein Mangel vorhanden ist. Mit an die Reble ſegen. So auch diesmal. Sie, die angeblich den der Schaffung dieser Arbeitsnachweise wird den Gehilfen aber auch Mittelstand schüßen wollen, sind jetzt drauf und dran viele Existenzen das volle toalitionsrecht gesichert. Denn nach den Be zu vernichten. Der Milchhändler hat daran, daß die Milch teurer stimmungen soll die Zugehörigkeit zu einer bestimmten Vereinigung wird, nicht den geringsten Vorteil, denn er fürchtet mit Recht, Walde wurde der Förster Kersch von neun Wilderern überfallen; oder Stasse bei der Arbeitsvermittelung nicht in Betracht kommen. daß dann der Ronsum zurückgeht. Die Hausfrau, die schon jetzt Damit fällt auch der Grund für die Gehilfen weg, fich einer andern nicht weiß, wie sie alles bestreiten soll, muß es fich dann am Bereinigung oder der Prinzipalstaffe anzuschließen, weil die Ver- Munde absparen, um den Boltsausbeutern Tausende und Aberbandsmitglieder diefelben Rechte genießen und eine Bevorzugung, tausende zu gute kommen zu lassen! Redner schließt mit dem wie es bisher der Fall war, nicht mehr stattfinden kann. Appell an die Zuhörer, nur ring freie Milch zu beziehen, An den Bericht schloß sich eine längere Distuffion, in der zu um dadurch die Niederlage der Agrarier herbeizuführen. nächst der Redacteur Rerhäuser darauf hinwies, daß sich die Unfre Parteigenoffin Frau Dr. Craun, die dann zum Worte Hoffnungen, die man an die Tarifgemeinschaft geknüpft, vollständig fam, wandte sich besonders an die Frauen. Gerade von dem erfüllt hätten und daß das jetzt erzielte Resultat von dem Gefichtspunkte Solidaritätsgefühl der Frauen hinge es ab, ob wir in diefer Sache der gegenwärtigen schlechten wirtschaftlichen Verhältnisse aus betrachtet fiegen werden. Leider find die bürgerlichen Frauen nicht mit der werden müsse. Die diesmalige Tarifrevifion sei für die Gehilfen jenigen Begeisterung, die die proletarischen Frauen zum Ausdrud sehr günstig verlaufen, es hätte teinen Wert, 20 Prozent Lohne brachten, an die Sache herangetreten. Rednerin hofft, daß die zuschlag zu verlangen, der in Wirklichkeit nicht durchführbar wäre, und gesamte Bevölkerung Berlins und seiner Vororte den Volkses sei anerkennenswert, daß die Prinzipalität nicht die wirtschaftliche ausbeutern die richtige Antwort erteilen werde. Strife benützt habe, eine Verschlechterung der tariflichen Bestimmungen Bum Schluß nahm die Versammlung eine Resolution an,' die vorzunehmen. Mörte vom Maschinenmeister- Verein spricht seine Be- sich gegen die Bestrebungen des Milchringes erklärt, und die Befriedigung darüber aus, daß es gelungen ist, die Ausnahmebestimmungen völkerung verpflichtet, den Stampf gegen denselben zu unterſtügen für seine Kollegen zu beseitigen und daß der Lehrlingszüchterei und feine Milch aus den Geschäften der Centrale zu entnehmen. Einhalt geboten werden soll. Ein andrer Redner spricht die Befürchtung aus, daß durch die neue Bestimmung, wonach bei schwierigen Der Centralverband der Töpfer hielt am Freitag im großen Arbeiten die Arbeitszeit um eine Stunde verlängt werden darf, für Saale des Gewerkschaftshauses eine sehr start besuchte Bersammlung Längere Zeit Ueberstundenarbeit eingefürt werden kann. Der Redner ab, in welcher der Gesellenausschuß über den Verlauf der Tarif- nahmten ein englisches Fischerboot, welches in französischen wendet sich außerdem gegen den Lohnstaffeltarif, durch den die verhandlungen mit dem Vorstand der Innung berichtete. San Francisco, 80. September.( Bureau Laffan.) Am Sonntag älteren Gehilfen benachteiligt würden, ferner gegen die fünfjährige Bericht war zu entnehmen, daß bisher vier Sizungen stattGültigkeitsdauer des Tarifs und führt an, daß die Herabjegung der gefunden haben, daß aber dennoch die Verhandlungen noch griffen 150 ausständige bewaffnete afenarbeiter fünf Ende zu werden geführt tonnten. Am Lehrlingsstala bei der Tarifreviston hätte erfolgen müssen, da eine nicht Mon: Polizisten an. Beide Parteien machten von ihren Feuerwaffen gefegliche Regelung wahrscheinlich sehr lange auf fich warten laffen wird. tag findet wieder eine Sigung statt, in der voraussichtlich Gebrauch. Ein Polizist und 15 Arbeiter wurden verwundet, einer offmann- Nowawes giebt der Meinung Ausdruck, daß angesichts auch die letzten Positionen durch beraten werden. Der von den davon tödlich. " Wanne, 80. September.( 8. T. B.) Die Westfälische Bolts zeitung" meldet: Ein Steiger erschoß hier heute seine Frau und gab dann Schüsse auf seine beiden Kinder ab, von denen eines verlegt wurde, während das andre sich rechtzeitig in Sicherheit brachte. Der Mörder schoß hierauf auf sich selbst und brachte sich schwere Berlegungen bei. Kopenhagen, 30. September.( W. T. V.) Das Kanonen= boot Weer", welches heute im Sund Schießübungen mit Brisomp granaten vornahm, fant infolge einer Explosion, Berluft an Menschenleben ist nicht zu beklagen, da die gesamte Mannschaft angefichts der Gefährlichkeit der Uebung vorher auf einem andern Schiffe untergebracht worden war, von welchem aus die Entzündung der Ladungen auf elektrischem Wege erfolgt war aus Grimsby ist dort der Ausstand im Fischereigewerbe beiLondon, 30. September.( W. T. B.) Nach einem Telegramm gelegt, die Unternehmer haben in die Einsetzung eines Schiedsgerichts gewilligt. Das Militär ist aus der Stadt zurückgezogen worden. Havre, 30. September.( B. H.) Zwei Torpedoboote beschlagDem Gewässern Austern gefischt hatte. Perantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glode in Berlin. Drud und Berlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Ur. 229. 18. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 1. Oktober 1901. Parteitag der deutschen Socialdemokratie. Nachstehend geben wir das Referat zur Wohnungsfrage aber unt gespannt? Wem schafft man die besten Straßen, die schönsten Parks, womöglich mit der Frau zusammen den ganzen Tag in der Fabrik die lauschigsten Pläße, die großartigsten Monumente, die beste stehen muß, ist es von hoher Bedeutung, eine zuverlässige CentralWasserleitung und Kanalisation? Den oberen Zehntausend, den be- stelle für Wohnungsnachweis zu haben, weil er nicht halbe Tage haglich in ihrem gesicherten Wohlstande Lebenden. Unser ganzes auf die Wohnungssuche gehen kann. Von einer Behörde öffentliches Leben ist auf eine geradezu peinlich ungerechte Bevor- muß der Wohnungsnachweis geleitet werden, zugung der Befizenden zugeschnitten. Unfre Forderungen find be- dem skandalöfen Unfug der schwarzen Listen ein Ende zu gründet; erringen wir uns die Macht, sie auch durchzudrücken! machen. Eng in Verbindung mit dem Wohnungsamt muß aus der Sonnabendsizung, das im Schlußbericht wegen Raum- In den meisten Gemeindevertretungen herrscht noch ein anti- stets das technische Stadtbauamt stehen, wir dürfen die Wechselmangels zurückbleiben mußte. socialer Geist, ein Geist, gegen den oft sogar der gewiß nicht hoff- beziehungen zwischen Technik und Socialpolitik nicht außer acht laffen. Referent Dr. Südekum- Dresden: Als mir Auer schrieb, daß nungsreiche Bureaukratismus staatlicher Beamten vorteilhaft absticht. Die Aufgabe des Stadtbauamtes ist zunächst die Entwerfung von mir das Referat über die Wohnungsfrage zugefallen sei, fügte er in Diese Erwägungen müssen wir vorausschicken, wenn wir uns den Bauplänen; diese aber nützen nur in Verbindung mit einer gediegenen seiner sarkastischen Weise hinzu:" Nun haben Sie also damit die Aufgaben zuwenden, die nach unsrer Meinung die Gemeinden in der Bauordnung.. Verpflichtung, für uns alle gute, gesunde und billige Wohnungen zu Wohnungsfrage zu lösen haben. Erst sehr spät ist in den Gemeinden Wenn wir nun die Frage untersuchen wollen, in welcher Weise schaffen.( Heiterfeit.) Dieser Anfforderung kann ich nicht entsprachen, die Thatsache zum Bewußtsein gekommen, daß sie nicht nur die Auf- die von uns angestrebte Senkung und Abfangung der Bodenrente denn außer mit dem Bau von Luftschlössern habe ich mich als gabe haben, ihren Befiz an Grund und Boden der Gemeinschaft zu den Steuermaßregeln der Gemeinden erreichbar ist, so haben wir Architekt noch nicht versucht.( Heiterkeit) und mit dieser Thätigkeit bewahren und vor gewissenloser Verschlenderung an Private dieser Erörterung die principielle Forderung voranzustellen, kann Ihnen ja nicht gedient ſein. Meine Aufgabe kann nur darin zu schützen, sondern daß ihnen auch die weit größere Aufgabe daß die gesamten Steuern vom Grundbesitz den Gemeinden bestehen, Ihnen die Stellung unsrer Partei zur Wohnungsfrage vorgestellt ist, der privaten Ausnutzung des privaten Grundes überlassen werden. In Preußen ist das ja mit der Miquelſchen zuführen. Schranken zu stecken, zu verhindern, daß das private Eigentum Steuerreform erreicht worden. Erhebt nicht die Gemeinde, sondern Die Wohnungsfrage, dieser sehr umfassende Begriff, enthält an Grund und Boden als fruchtbares Werkzeug zur Ausbeutung der Staat die Grundsteuer, dann ergiebt fich eine um so größere zunächst die Frage nach den thatsächlichen Behausungsverhältnissen der nichtbesitzenden Gemeindeglieder dient.( Sehr richtig!) Die Belastung der Gemeinde, je weiter fie auf dem Wege des eignen des gesamten Boltes; sodann die Frage nach der Wertung und Gemeinde kann und muß als öffentliche Storporation auf den Unter- Grundwertes vorwärts geht. Eine staatliche Grundsteuer wäre Klaffifizierung der Behausungen, die Frage nach dem erwünschten nehmergewinn verzichten und sie darf vor der Schwierigkeit der geradezu eine Prämie für jene unsocialen Gemeinden, die die BeZustand der Behausungsverhältnisse und endlich diejenige nach den Aufgaben, die wir ihr steden, nicht zurückschrecken. Schwierig waren schaffung eignen Grundbesißes vernachlässigen oder wohl gar bereits Mitteln, womit möglichst leicht und rasch der erwünschte Zustand auch die Heeresorganisation und tausend andre Dinge, vor allem vorhandenen Grundbesitz noch verschleudern. Der erste Grundsatz ist: herbeigeführt werden könne. Es wäre selbstverständlich unmöglich, die Organisation des gewaltigen Eisenbahn- Verkehrswesens. Die die gesamten Steuern vom Grundbesitz für die Gemeinden. Der zweite im Rahmen eines furzen Referats die thatsächlichen Behausungs- Gründe, die für unsre wichtigste Forderung, den Häuferbau Grundfaß ist, daß nur eine Kombination verschiedener Steuerformen verhältnisse des gesamten Volkes zu schildern, selbst wenn das durch die Gemeinden, sprechen, sprechen, find so sonnenflar, so eine Förderung der Bauthätigkeit überhaupt und vor allem eine statistische Material zur einer solchen Schilderung vorläge, was nicht durchschlagend und unwiderleglich, daß wir uns gerade mit Niederhaltung des Gebäudepreises bewirken kann. Es kann nicht der Fall ist. Uns interessieren hier in erster Linie die Wohnungsverhältnisse diesem Punkte am wenigsten lange aufzuhalten brauchen. Aufgabe dieser Versammlung sein, die Theorie und Praxis der verdes armen Teils unsrer Bevölkerung, des Proletariats, und auch da Voraussetzung dafür ist allerdings eine social richtige Bodenpolitit schiedenen Steuerarten im einzelnen und im ganzen hier durchwieder vornehmlich die des industriellen Profetariats. Nicht als ob der Gemeinden, und darum fordern wir, daß die Gemeinden nicht zunehmen und zu diskutieren, das muß andren Gelegenheiten vorwir den ländlichen Proletarier vor den Schäden teilweise geradezu mir ihren jetzigen Grundbesitz erhalten, sondern ihn auch erweitern behalten bleiben. Gerade über diese Frage gehen die Ansichten sehr himmelschreiender Wohnungsmißstände bewahrt glaubten. Es be- sollen, und zwar nicht zur eignen Spekulation, zum späteren lufta- weit auseinander, und besonders schwierig gestaltet sich die Lösung durfte nicht erst des bekannten Ausrufs des deutschen Kaisers in tiven Verkauf, sondern zur Bebauung. Die Gemeinden müssen unter dadurch, daß man selbstverständlich die Möglichkeit der SteuerStadinen, um uns zu belehren, daß die ländlichen Arbeiter vielfach allen Umständen an ihrem bisherigen Besitz von Liegenschaften überwälzung in Betracht zu ziehen is hat und andre Ums in Hütten hausen, die elender sind als Schweineställe. Das wußten festhalten, mit nur ganz fest umschriebenen Ausnahmen. stände erwägen muß, durch die ihr socialpolitischer Zwed bu wir auch schon vorher sowohl aus eigener Anschauung, als auch aus Sodann müssen sie jede Gelegenheit zur Vervollständigung ihres ganz oder teilweise illusorisch gemacht wird. Nachdem von jeder Uebertreibung freien Schilderung; ich erinnere nur an die Grundbesizes durch Ankauf aus freier Hand, bei Zwangsversteige- einmal den Gemeinden die Inanspruchnahme solcher Wertbekannte Bastorenenquete über die fittlichen Zustände auf dem Lande. rungen, Teilungen und dergl., Verlegung von Festungswerten, steigerungen, die durch Unternehmungen der Gemeinde selbst bewirkt Nach dem Urteil kompetenter Beobachtung ist ja auch die Landflucht Kasernen, Fabriken, Bahnanlagen usw. benutzen. Ihren Grundbesitz werden, durch die Gesetzgebung gestattet war, mußte logischerweise zum Teil mit durch die unfagbar traurigen Wohnungszustände des müssen sie, um die Spekulation zu bekämpfen, bebauungsfähig den Gemeinden auch das Recht auf Besteuerung jenes unverdienten ländlichen Proletariats verursacht worden. Der preußische Kreis- gestalten. Die technischen Einzelfragen des Eigenbaucs laffen sich Wertzuwachses zugestanden werden, der nicht direkt nachweisbar den physilus Dr. Richter hat schon 1892 die öffentliche Aufmerksamkeit dann verhältnismäßig rasch lösen. Am besten geschieht es wohl in Unternehmungen der Gemeinde, sondern der allgemeinen gesellschaftauf die schlechten Zustände des Landproletariats hingelenkt. der Weise, die Hugo vorschlägt: die Mietpreise werden so feft- lichen Entwicklung zuzuschreiben ist. Aber es ist keineswegs leicht, In den neuesten Bublikationen des Vereins für Socialpolitik beklagt gefeßt, daß sie die Selbstkosten decken, der Betrieb der Häuser die Wertsteigerungen, die man ja sozusagen mit Händen Prof. Albrecht ausdrücklich, daß auf dem Lande zur Verbesserung wird Mietgenossenschaften übertragen. So wird ein allzu greifen fam, thatsächlich sicher und zweckmäßig durch eine der Wohnungsverhältnisse so wenig geschehen sei; besonders fällt weitgetriebener Bureaukratismus vermieden und den heutigen Stadt- Steuer zu erfassen. Mit Recht weist z. B. Hugo darauf hin, daß ihm auf, daß auch die Arbeitgeber dort völlig versagen, während verwaltungen auch keine Aufgabe zugeteilt, für deren Lösung fie eine simple Baustellensteuer schließlich auf eine Förderung, der großen ihnen ein thatkräftiges Eingreifen doch sehr leicht fei. Wer unsre thatsächlich kaum geeignet sein dürften. Durch das Mittel der Miet- Bodenfpekulation hinauslaufen kann, denn nur den fleinen EigenMotleidenden" ein bißchen beffer tennt, als der optimistische Herr genossenschaft wird ein gewisses Eigeninteresse an der pfleglichen tümern fällt die Aufbringung einer solchen Steuer schwer, nur sie Albrecht, der wird sich über dieses Verhalten nicht wundern. Behandlung der Gebäude wach erhalten, das man so lange ganz erhalten deshalb dadurch einen Anstoß zur Veräußerung oder BeZum Beweise der Behauptung, daß die Abwanderung ländlicher gut verwenden kann, bis durch Erziehung, Gewöhnung und Belehrung banung, während dagegen die großen, mit reichen Mitteln arbeitenden Arbeiter in die Industriebezirke zum großen Teil durch die schlechten eine erhebliche Stärkung des socialen Geistes in der Bevölkerung Spekulationsgesellschaften die Steuer leicht tragen können, die Arbeitsverhältnisse, nicht zum wenigsten der schlechten Hausungsver- erzielt worden ist. Principiell wären ja Gemeindehäuser, auf fie übrigens nach allen Regeln der Kunst auf die Käufer, in letter hältnisse wegen verursacht werde, berufe ich mich auf die fachkundigen gemeinsam besessenen Grund und Boden, verwaltet durch die Linie die Mieter, abwälzen. Deshalb müßt den preußischen Ausführungen unsres ostpreußischen Genossen Gutsbesizers Braun Organe der Gemeinde, wünschenswert; aber vor der Hand Gemeinden auch das ihnen in§ 25 des Kommunalabgaben- Gefezes auf dem Parteitag in Hannover. Allbekannt sind ferner die vielfach spricht auch noch der Grund für Mieter Genossenschaften, von 1893 verliehene Recht zur Erhebung einer Bauplagsteuer so gut geradezu fürchterlichen Wohnungszustände der auf dem Lande daß eine Beeinflussung ihrer Mitglieder durch die Organe der Stadt- wie gar nicht. Ich übergehe die Vorschläge, die Adices gemacht hat, wohnenden, in der Hausindustrie beschäftigten Personen; darauf ist verwaltung so gut wie ausgeschlossen ist, während der einzelne umt auf einem andren Wege dasselbe Ziel zu erreichen. zum Teil die socialpolitische und politische Rückständigkeit dieser Be- Mieter unter Umständen mannigfaltigen Chikanen wegen seiner Etwas weiter als in Preußen sind in der Ausgestaltung ihres völkerungsgruppe zurückzuführen. politischen Ueberzeugung oder wegen andrer Dinge ausgefeßt Steuerwesens die sächsischen Städte gegangen, denen ihre unAber die Wohnungsnot des Landproletariers hat andere Ur- wäre. Der Schuzman, als Hausvater ist gerade tein lockendes beschränkte Steuerautonomie mehr Ellenbogenfreiheit gewährt. sachen als die des großstädtischen Industrie- Arbeiters. Alle Unter- Bild; und die Erfahrungen Adolf Hoffmanns in Berlin Immobiliar, Umsatzsteuern scheinen hier fast die Regel zu sei, In drückten zu aller Zeit mußten, wie Engels schon so flar hervorhob, auf einem Gebiete, das sich doch mit der Wohnungs- Bayern und Württemberg haben wir Specialgeseze über die Umsag ihre Ansprüche an die Wohmmg auf ein Minimum hinabschrauben, und frage sehr eng berührt, mit städtischen Exekutivorganen, steuern. Da die Säße aber gesetzlich sehr niedrig gehalten find, so wer wäre unterdrückter als der ländliche Proletarier? Alles trifft hier sind nicht geeignet, uns in diesem Punkte optimistisch zustimmen. fönnen dort die Umsatzsteuern schwerlich eine socialpolitische Bes zusammen, um die Wohnungsverhältnisse schlecht zu machen und( Sehr richtig!) deutung erlangen. Ueber die Frage der Steuerüberwälzungen sind schlecht zu erhalten. Das Vorhandensein von billigem Grund und Eine der finanziellen Leistungsfähigkeit der Arbeiter angepaßte die Ansichten geteilt, immerhin kann als sicher gelten: in den Boden, die relative Niedrigkeit der Baukosten sollten auf dem Lande und doch zugleich den hygienischen und kulturellen Anforderungen Städten mit fortschreitender. Entwicklungstendenz werden die Steuern die Herstellung guter und großer Wohnungen befördert haben: man entsprechende Wohnungsversorgung kann nur gedacht werden, wenn vom Grundbesitz in letter Linie nicht von den Grundeigentümern, merkt davon wenig, außer in wohlhabenden Landorten. Jeder Be- auf billigem Baugrund billig gebaut werden kann. Die schönsten sondern von den Mietern getragen. Wenn ich trotzdem die schreibung spotten vollends die Massenquartiere der Sachsengänger, kommunalen Arbeiterwohnhäuser wären nichts, wenn ihr Miets- Grundsteuern nicht verwerfe, so aus dem Grunde, insbesondre der" Bolen"; ortspolizeiliche Vorschriften sind da nichts preis zu teuer zu stehen kommt. In Nürnberg hat sekundär in gewissen Grenzen der Spekulation doch Schranken fezzen als Feigenblätter, hinter denen sich die schamhaften Sittlichkeits- man solche Erfahrungen gemacht; an eine landesübliche tönnen, und das ganz besonders, wenn ihre für die Arbeiterbevölke apostel verstecken. Verzinsung des angelegten Kapitals ist dort nicht mehr rung besonders schädlichen Folgen durch den Eigenbau der Gemeinden Aber andre Ursachen, wenn nicht immer dem Wesen, so doch zu denken. Billigen Baugrund finden die Gemeinden nur an gemildert werden. Baut die Gemeinde und schüßt ihre Mitglieder dem Grade nach, sind die Ursachen der großstädtischen Wohnungs- ihren Peripherien. Das hat den Uebelstand eines weiten Weges bis auf diese Weise vor den Folgen der Bodenspekulation und des Mietsmisere. Sie sind für die Erkenntnis der kapitalistischen, auf dem zum Mitelpunkt des städtischen Verkehrs; deshalb ist unbedingt eine wuchers, dann liegt kein Grund gegen die Grundsteuer mehr vor. Privateigentum am Grund und Boden und der Ausbeutung des durchgreifende Verbesserung des Verkehrswesens erforderlich. Die Ich fasse demnach zufammen: eine organisch aufgebaute und geMenschen durch den Menschen beruhenden Wirtschaftsordnung be- Ausbeutung des Verkehrsbedürfnisses durch private Erwerbs- schickt kombinierte Grundbesteuerung, die darauf ausgeht, den uns sonders charakteristisch: Die Mißstände beruhen, wie sie in der Ste- gesellschaften ist ein schweres Hindernis für eine vernünftige verdienten Wertzuwachs der Grundstücke zum Teil für solution furz zusammengefaßt find, in der Zusammenballung, Kommunalpolitik. Die Verkehrsmittel auf dem Territorium einer die Allgemeinheit abzufangen, kann auf den Bodenwucher eine Steigerung des Grundwertes infolge erhöhter Ausbeutungsmöglichkeit, Gemeinde gehören principiell in die Hände der Gemeinde selbst und mäßig einschränkende Wirkung ausüben. Die Gefahr, daß die Chancen Spekulation, Zwang zum Bau von Mietstafernen, übertriebene Aus- Ueberschußwirtschaft ist hier zu verwerfen. Der Fahrpreis muß fapitalfräftiger Großspekulanten oder Spekulanten- Gesellschaften damuzung der Wohnung, Zwischenvermieter, Aftermieter, Schlafgänger. jedenfalls so billig sein, daß die Differenz in den Mietpreisen nicht durch verniehrt werden, ist nicht zu verkennen. Alle Steuern vom Die Wohnungsnot in den Großstädten trifft nicht allein die Arbeiter, wieder ausgeglichen wird. Grundbesitz werden in der Regel von den Grundbesitzern auf die auch der Mittelstand leidet unter ihr. Aber das sogenannte Zu rechnen haben wir aber auch noch mit der privaten Unter- Mieter abgewälzt. Der besonders starken Belastung der ArbeiterSchwabesche Gesez, nach dem umsomehr von dem Einkommen für die nehmung im Wohnungsbau, unter Kontrolle von kommunalen lasse durch eine Steuerüberwälzung muß die Gemeinde durch EigenWohnung aufzuwenden ist, je geringer es ist, hat überall seine Wohnungsämtern für regelmäßige Wohnungsinspektion, Wohnungs- bau von Wohnungen entgegenarbeiten. Richtigkeit. statistik und Wohnungsvermittelung. Die Grundlage für diese Ein- Ein paar Worte über die Thätigkeit der Einzelstaaten auf dem Wer den schlimmen Folgen der Wohnungsnot für die davon be- richtungen kann zweckmäßig nur durch ein Reichsgesez etwa Wohnungsgebiet. Die Rechte der Gemeinde für den Grundstückstroffene Bevölkerung nachspüren will, der muß vor allen Dingen nach Analogie des Gewerbegerichts- Gesezes gegeben werden, bei erwerb müssen erheblich erweitert werden, ihr Enteignungs- und Bu festhalten, daß durch schlechte Behausung viel Leid entsteht, das durch weitem Spielraum für die Gemeinde im einzelnen. Vor allem sammenlegungsrecht vermehrt und modernisiert werden; jetzt ist das feine Statistit erfaßt und gemessen wird. Aber auch das, was wir jedoch eine grundsätzliche Forderung: Die Thätigkeit der Wohnungs- Enteignungsrecht auf bebaute Gelände kaum etwas andres als ein zahlenmäßig erörtern tönnen, ist unendlich viel. An die furchtbare ämter soll nichts zu thun haben mit der gewöhnlichen Sicherheits- Benefizium für die kapitalistischen Grundbefizer, jeder Versuch, den Tragödie der Cholerajahre in Hamburg brauche ich nicht erst aus- polizei- Thätigkeit. Im bureaukratisch dressierten Deutschland scheint Verkehrscentren Licht und Luft zu verschaffen, stößt auf Schritt und drücklich zu erinnern. Diese Katastrophe, die über das Händler- und man sich freilich eine andre Form der Thätigkeit auf diesem Gebiet Tritt gegen die Schranken des Privateigentums. Das Monopol der Hauspafcharegiment dieser famosen Bourgeoisrepublik ein vernichten mur schwer vorstellen zu können. Der Polizist muß es sein.( Sehr Grundbesitzer, das ihnen so reiche Erträge zu Lasten der Gemeinden des Urteil provoziert hat, ist noch in aller Gedächtnis. Ebenso aber richtig!) Dadurch wird, wie Hugo mit Recht hervorhebt, eine sichert, ist dann mit Erfolg zu brechen, wenn man Gemeinden nicht nur die Kosten einer Gesundung auch die Thatsache, daß das Jnteresse vieler Wohlhabenden für eminent wichtige hygienische Einrichtung auf das Niveau der ge- den die Wohnungsfrage auf die fatale Eigenschaft der Cholera zurückzu- wöhnlichen polizeilichen Ordnungsmaßregeln herabgedrückt.( Sehr alter Stadtteile, einer besseren Ausgestaltung der Verkehrsführen ist, nicht nur den Hütten der Armut, sondern auch ausnahms- richtig!) wege usw. aufhalft. sondern ihnen auch die dadurch bewirkten weise einmal einem Palast des Reichtums einen Besuch abzustatten. Zwei Arten der Wohnungsschädlichkeiten hat die Wohnungs- Wertsteigerungen zufließen läßt.( Sehr richtig!) Dies kann durch In England sind die Wohnungsuntersuchungen und die nachfolgenden inspektion zu bekämpfen. Einmal die Schäden, die aus dem ge- die Bonenenteignung geschehen, die Enteignung nicht nur des uns gesetzgeberischen Maßnahmen direkt auf das Auftreten der Cholera fundheitswidrigen Zustande der Wohnungen entspringen, andermal bedingt zu der Straßenanlage notwendigen Grund und Bodens, die eine zurückzuführen. Die Verbreitung der Lungentuberkulose, dieser diejenigen, Folge der gesundheitsschädlichen Besondern aller innerhalb einer bestimmten Zone gelegenen GrundGeißel des Proletariats, geht, ebenso wie die allgemeine Sterblich- nuzungen der Wohnungen find. Die erste Aufgabe umfaßt vor stücke, auf die jene Straßenanlage Einfluß gewinnt. In Preußen teit, parallel der Wohnungsdichtigkeit der Bevölkerimg. Die Leiden allem den Kampf gegen die scheußlichen Kellerwohnungen. Größer ist durch die lex Adides, so benannt nach dem Frankfurter Oberdes der Tuberkulose verfallenen Proletariatssteigern sich in einem noch ist die zweite Aufgabe. Ganz unhygienische Wohnungen find bürgermeister, der Versuch gemacht, die Zonenenteignung gesetzlich verhängnisvollen Zirkel: Ergreift ihn die fürchterliche Strankheit, so immer noch seltener als ganz überfüllte. Die Ueberfüllung zu begründen; in dem preußischen Geldsackparlament wurde aber wird er weniger leistungsfähig bei der Arbeit, sein Verdienst geht proletarischer Wohnungen entsteht auf doppelte Weise: entweder ist die bedrohte Heiligkeit des Privateigentums und die Sicherung des zurück; an der Wohnungsmiete, dem markantesten Ausgabeposten, die Wohnung von vornherein zu klein für die Zahl der Familien- unverdienten Wertzuwachses für die Hausbefizer in einer so gründ wird zuerst gespart, der Unglückliche zieht in eine schlechtere, mitglieder, oder fie war an sich wohl groß genug, wird aber zu klein, lichen Weise besorgt, daß dem Verjuche nicht einmal eine theoretische engere, noch mehr überfüllte Wohnung, dort aber macht sein Leiden weil Schlafgänger und Chambregarnisten aufgenommen werden. ein, um so raschere Fortschritte, furzum, es geht mit Niesenschritten dem( Sehr richtig!) Greift hier die Wohnungsinspektion Grabe zu. so müßten entweder eine größere Wohnung gesucht oder die After Wie ist nun abhilfe möglich? Zunächst ist zu bemerken, daß mieter entlassen werden. Beides scheitert am Kostenpunkt. Hugo die Wohnfrage nicht, wie man früher glaubte, eine Lohnfrage, sagt mit Recht:" Der Erlaß einer Wohnungsordnung ist leicht; die fondern eine Machtfrage ist.( Sehr richtig) Sobald wir die Macht Schwierigkeiten beginnen, sobald es sich um ihre Durchführung haben, sind wir auch in der Lage, Abhilfe zu schaffen. Die Mittel, handelt."( Sehr richtig!) die ich vorschlage, follen gleichzeitig angewendet werden, sie greifen Schon Engels hat darauf hingewiesen, daß die moderne Art des aufeinander über. Ich trenne sie nur wegen der größeren Ueber- Cityausbaues in Großstädten, die allenthalben nachgeahmte Hausfichtlichkeit. männerei des dritten Napoleon, bei dem absoluten Mangel an Es tönnte jemand in unsrer Forderung, daß die Gemeinde Fürsorge der verantwortlichen Behörden von den verhängnisvollsten Schwartz macht den Redner darauf aufmerksam, das seine für ihre Angehörigen, zunächst besonders für besonders für die Arbeiter, Folgen für die arme Bevölkerung sein mußte. Das schlagendste Redezeit abgelaufen ist. Wohnungen erbauen soll, eine Liebesgaben Politik erblicken, Beispiel dafür bietet wohl die Baugeschichte Hamburgs, das Südekum: Ausreden muß ich doch. Der Parteitag hat mich die wir sonst bekämpfen. Das wäre ebenso thöricht wie unbegründet. immer wieder genannt werden muß, wenn man von den fluch lange warten lassen, nun mag der Parteitag warten.( Heiterkeit.) Bunächst verlangt hier niemand etwas auf Kosten der Gesamtheit würdigsten Zuständen auf dem Gebiete des Wohnungswesens spricht. Was also fordern wir vom Reich, dessen Kompetenz zum Eingejchenft, vielmehr ist unsre Forderung mur ein Gebot ausgleichender Die Vermittelung der Wohnungsvermietung, die wir dem Wohnungs- greifen wir nie bezweifelt haben? Unfre Frattion verlangt seit Gerechtigkeit. Für wen werden denn in den Gemeinden immer und amite neben der ungemein wichtigen Wohnungsstatistit zuweisen, er langem ein Reichs- Wohnungsgesetz. Ein besonderer Verein, der immer wieder die Mittel der Gesamtheit in allererster Linie an- scheint belangloser als sie in Wirklichkeit ist. Für den Arbeiter, der Verein Reichs- Wohnungsgesetz, betreibt die Agitation dafür, dem Bedeutung zukam. Natürlich kann auch die Zonenenteignung nur dann von Segen für die Gemeinden werden, wenn das enteignete Gelände im Besize der Gemeinden verbleibt. Die mit der Enteignung nahe verwandte Umlegung von Grundstücken ist ein wertvolles Werkzeug für die Ers leichterung rationeller Stadterweiterungen. Streifen will ich nur im Zusammenhang damit die Frage der Eisenbahntarife, Tarif- und Bodenpolitik. Die Eisenbahnen müssen vorangehen, nicht folgen. Ich komme nun zu den Forderungen, die wir an das Reich zu stellen haben.. Berichtigung. eine Anzahl Genoffen beigetreten sind. Im letzten Reichsetat[ Ohne billigen Kredit tönnen bie Baugenossenschaften nichts fürchten uns nicht vor einem Streit der Hausbesizer, im Gegenteil, find 2 Millionen für den Bau von Arbeiterwohnungen eingestellt, machen. Trotz der Wandlung in der Beurteilung der Genossenschafts- ein solcher würde die kommunale Thätigkeit anfpornen. ein Erfolg dieser Anregungen. Es liegt die Notwendigkeit vor, die frage in unfren Reihen find wir gegen eine Ueberschäzung des Ge- Die Wohnungsfrage ist eine Machtfrage, mit der nötigen Macht Thätigkeit im Reiche central zusammenzufassen; das Wohnungsgesez nossenschaftswesens nach wie vor gefeit; wir sehen in ihnen nügliche läßt sich etwas schaffen. Diese Macht müssen wir erreichen, insofern tann nur einen Teil der ganzen socialen Gesetzgebung bilden. Der Hilfsmittel, die dem Bestande der tapitalistischen Wirtschaftsordnung ist auch dies eine Aufgabe des Klassenkampfes und insofern mündet Reichstag ist unsre beste Tribüne. Wir verlangen vom Reich ein feinen Abbruch thun, wohl aber geeignet sind. innerhalb derselben die Wohnungsfrage ein in den großen proletarischen Kampf um die Reichs- Wohnungsgesetz mit allgemeinen Grundzügen der Wohnungs- die Lebensumstände einzelner Gruppen bon Proletariern zu Befreiung aus socialem Elend; insofern ist es wichtig, daß die fürsorge und Normativ bestimmungen; ferner eine Reichs- Bauordnung, verbessern. Gemeinnützige Baugenossenschaften verwerfen wir Wohnungsfrage nicht zu lösen ist, ehe nicht der Kapitalismus beseitigt gegen die man die großen lokalen Berschiedenheiten einwendet, wo grundsäßlich als Armenunterstügungs- Vereine. Wir lehnen auch die ist. Diese Erkenntnis spornt uns zu neuer Thätigkeit an; fie muß gegen aber die Autoritäten Lübben und Schillings die technische Bauvereine für Erwerbshäuser, die spekulativen Genossenschaften, ab, und wird unsre Vertreter in den Kommunen anregen, ihre SchuldigMöglichkeit der Durchführung vertreten; weiter die Schaffung einer die das berühmte Klein, aber mein" auf ihre Fahnen geschrieben feit zu thun.( Stürmischer Beifall.) obersten Centralinstanz für das gesamte Wohnungswesen im haben; ihrer ganzen Natur nach tönnen sie auch nur für die besser Reiche und ein Reichs- Wohnungsamt. Darüber hinaus hat gestellten Arbeiterkreise, die Werkmeister und ähnliche Leute, wirken. das Reich noch wichtige wichtige Aufgaben. Vor allem eine Die Schäden des Kapitalismus beseitigt man nicht dadurch, daß man Reform des Mietsrechtes und zwar eine systematische noch mehr Kapitalisten, den Wucher nicht dadurch, daß man Socialisterung desselben. Die Erleichterungen, die das Bürgerliche noch mehr Wucherer schafft. Wir wollen uns nur befassen mit Gesetzbuch brachte, haben die Hausbefizer fast alle illuforisch gemacht. den Genossenschaften für gemeinsamen Besitz und gemeinsame VerDaher müssen zunächst die Vorschriften des Bürgerlichen Gesetzbuchs, waltung von Wohnhäusern. die dispositives Recht sind, zum zwingenden Recht gemacht werden. Der Redner geht nunmehr auf diese Verhältnisse in längeren Ferner eine Reform des Mietsprozesses und Mietsschiedsgerichte, Ausführungen im einzelnen ein, in denen er u. a. die FlüssigBeisitzer von besonderer Sachkunde, Beschleunigung bei gründlicher machung der Gelder der Invaliditätsanstalten für diese Swede Besserung des Räumungsrechts, Wahlen gleichzeitig für das Gewerbe- verlangt. und Mietsgericht, eine weitere Verbesserung der Zwangsvollstreckung Die Voraussetzung für die kommunale und sonstige Thätig nach dem Vorbild der amerikanischen Exemtion Laws, wodurch nicht teit auf dem Gebiete der Wohnungsfrage ist, daß die nur der Lebensunterhalt, sondern direkt Häuslichkeit und ein gewisser| Freizügigkeit nicht eingeschränkt wird; fie läßt sich auch ohne Be Komfort geschützt wird. schränkung der Freizügigkeit lösen. Insbesondere dürfen auch die Ich überspringe große Partien meines Referats im Interesse Kommunen der Bewegungsfreiheit der Arbeiter, die sie in ihre Häuser einer rascheren Lösung der Wohnungsfrage.( Große Heiterkeit.) Aber aufnehmen, nicht einschränken. Der Einwand, daß die private Baueiniges muß ich noch hervorheben. thätigkeit lahmgelegt werden würde, kann uns nicht schrecken; wir In dem Bericht über die Schlußßigung des Parteitags betreffend eine Beschwerde des Genossen Dreyer- Kaffel läßt mich der Bericht sagen:" Ich kenne den Genossen Dreger, er war jahrelang mein Hauswirt, und ich bin ihm zu Dank verpflichtet, da ich eine Zeitlang, ohne Miete zu zahlen, bei ihm gewohnt habe." Das trifft nicht zu. Ich habe gesagt: Jch lenne den Genossen Dreher. Er war mehrere Jahre mein Hauswirt und glaubt, ich sei ihm zu besonderem Dan! verpflichtet, obgleich ich meine Miete wie jeder andre bezahlt habe." Jch fügte hinzu:" Nachdem Dreher alle Berufungs- und Beschwerde- Instanzen erschöpft hatte, wandte er sich an die Redaktion des Vorwärts" und den Parteivorstand mit dem Erfuchen, durch Veröffentlichung seines Materials im Centralorgan seine Sache zu fördern. Hierzu suchte Dreyer meine Befürwortung nach, die ich nach Lage und Kenntnis der Sache ablehnte." 2. Pfannkuch. Schuhe und Stiefel für Jeden Stand. Naturgemässe Fuss- Bekleidung für Kinder in jedem Alter. Es ist eine bekannte Thatsache, dass die Füsse der Kinder durch schlecht geformte Schuhe zum grossen Theil an ihrer natürlichen Form einbüssen u. verdorben werden. Die unangenehmen Folgen zeigen sich erst im späteren Alter. Es kann den Eltern deshalb nicht angelegentlich genug empfohlen werden, auf richtig geformte Fussbekleidung, wie solche von der Firma STILLER geführt wird, für ihre Kinder zu achten. 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Mit grösster Sorgfalt werden beim Sortieren die annähernd gleichen Farben der Cigarren ausgewählt.- Als Ausschuss werden folglich diejenigen Deckblätter abgesondert, die in Farbe ungünstig abweichen. Solche Cigarren werden mindestens billiger verkauft. Je bedeutender der Fabrikant, desto sorgfältiger seine Sortierung. Die meisten Raucher beurteilen die Qualität der Cigarre lediglich nach dem Aussehen. Dieser Standpunkt des Deckblattes dadurch hervorgerufen werden, ist aber irrig, da die Farbabweichungen dass das Tabakblatt, wenn es nach einem Regen sofort von der tropischen Sonne beschienen, hierdurch gefleckt wird. So gefleckte Cigarren beeinträchtigen jedoch die Qualität durchaus nicht. 90 Prozent der dunklen Cigarren sind nicht kräftig, und die der hellen nicht leicht, nur Geschmack 2. Kenner, die mit Zunge und Nase den Tabak beurteilen, sollten gemischtem Ausschuss den Vorzug geben. Um diese Preisermässigung auch bei importierten Cigarren zu erzielen, wies ich meinen Havanna- Vertreter an, für mich Fehlfarben oder Ausschuss, dort Segundas genannt, aufzukaufen. Ein Posten davon ist jetzt eingetroffen, und offeriere ich diese verzollt per Mille zum Preise von 80,-, 85,-, 110,-, 115,-, 125,-, 130,-, 185,-, 140,- 150,-, 160, 170,-, 175,-, 195,-, 200,- MK. Da der Lagerbestand permanent wechselt und ich nur solche Pöstchen bekomme, wie selbe von Fall zu Eall erhältlich sind, kann ich bestimmte Marken und Façons nicht angeben, doch sind es durchweg nur Fabrikate renommierter Firmen. 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Es lautet: Oberbürgermeister Kirschner und dem Polizeipräsidenten v. Wind heim empfangen worden. In der nächsten öffentlichen Versammlung wird die Kommission Bericht über die Unterredungen erstatten. Kultur Dehne aus Templin. Er hatte hier Verwandte besucht und wollte vom Bahnhof Gesundbrunnen aus wieder nach Hause fahren. Als er eben Blaz genommen hatte, jant er bewußtlos in sich zuIn Erstickungsgefahr schwebten in der vergangenen Nacht jammen. In das Stationsbureau gebracht, starb er nach furzer mehrere Familien des Hauses Große Frankfurterstraße 86. Im Beit. Die Leiche wurde nach dem Schauhause gebracht. Grobe Täuschung der Milchbauern! Wie es in Wahrheit um ersten Stock des Quergebäudes wohnt die Witwe Corin mit ihren Der Cirkus Busch ist am Sonnabend eröffnet worden. Bis die Sache der Ringschen Milchcentrale steht, ersteht man aus Kindern. Mit Rücksicht auf die jüdischen Festtage hatte die alte zum legten, oder da am guten Besuch der Galerie wohl noch nie folgender urkundlich erwiesener Thatsache. Herr Neuhaus- Selchow Dame ein brennendes Nachtlämpchen auf einen Schrant in ihrem Zweifel bestanden haben, bis zum ersten Platz war alles im Cirkus ( Mitglied des Aufsichtsrats der Milchcentrale. D. R.) schließt mit Arbeitsraum gestellt, das die Nacht hindurch brennen sollte. besetzt. Sogar die Hofloge, die sonst meistens ihren Beruf verfehlt, jeinen alten Bächtern zu dem Preise der Milchhändler 12 Pfg. Während nun die Familie schlief. explodierte die Lampe und setzte wies Besuch auf, und zwar lehnte sich dort ein halbes Dutzend Achsmilch ab, läßt sich aber von denselben Pächtern einen das Zimmer in Brand. Schon war auch die angrenzende Küche, in Chinesen über die Brüstung. Die Herren, unter denen auch der lachten derbe über die Scheinvertrag ausstellen, worin diese zwecks Täuschung einen welcher ein Sohn schlief, von den Flammen erfaßt, als Haus Prinz Tschun gewesen sein soll, Preis von 14 Bfg. versprechen müssen. Dieser Scheinvertrag wird bewohner das Feuer bemerkten und Lärm schlugen. Die Familie Clownspäße und und mochten dieje nächst den Leistungen der dann den geängstigten, um ihren Ruin sorgenden Bauern in der Corin fonnte nur fast unbekleidet durch Flurnachbarn in eiliger europäischen Khatidiplomatie für die gelungensten Erscheinungen Centrale vorgelegt. abendländischen Wie lange aber wird dieser Sand in die Flucht ins Freie gebracht werden. Aber auch die Bewohner der der halten. Selbstverständlich hatte Augen helfen. Besinnt Euch in legter Stunde, ehe es zu spät. oberen Etagen befanden sich infolge starter Verqualmung der Treppen die Direktion zum Eröffnungsabend ganz vorzügliche Kräfte aufSchugvereinigung Berliner Milchhändler. und Wohnräume in kritischer Lage. Die Feuerwehr sorgte zunächst geboten; und so schwierig die Dressurleistungen auch sein mochten, für Abzug des Rauches und löschte dann das Feuer mit zwei fo flappte doch alles aufs beste. ie in früheren Jahren, so war es Rohren ab. anch diesmal wieder Herr Busch, der in schier unglaublichen Kunststüden das Talent seiner vierfüßigen Schüler leuchten ließ. In der hohen Schule aber, die für so ein Pferd ebenso ihre Unannehmlichfeiten haben muß wie für manches Menschenkind, zeigten Herr Burchardt- Foottit und Fräulein Grothe ihre Meisterschaft. Im alte bunten Gewimmel folgten Afrobatenlünste und Clownsprünge; aber fam ein mit verschwenderischer Bracht aus Gründen, die nicht ausgestattetes Ritterschaft, das Kessel wird. In dem Ausstattungsstück thut sich das Ballett nicht minder die Manege in einen See verwandelt ist, werden ins nasse Element hervor wie die Reiter in schwerer Eisenrüftung; und zulegt, wenn die tollsten Sprünge riskiert. So hat der Dichter dieser Ausstattungsscenerie Herrn Joseph Lauff am Ende ein bißchen nachgeahmt und die alten Brandenburger vorahnend zeigen lassen, was sie über unsre auf dem Wasser liegende Zukunft Schalthaftes im Sinn haben. Unter welchen Verlegenheiten die Unternehmer des Milchboykotts übrigens arbeiten, lehrt die uns mitgeteilte Thatsache, daß im Milch ring organisierte Bauern nach Potsdam und Spandau ihre Milch für elf Pfennig verkaufen; ja dem Dampf- Molkereibefizer 3. in Friefad hat die Milchcentrale telegraphisch Milch zum Preise von 81/2 Pf. für den giter angeboten. Durch ein eigentümliches Versehen ist übrigens der Leiter der Milchcentrale, Herr Oberamtmann Ring, zum Teil seiner VerZwei scharfe Schüsse sind Sonnabendnachmittag auf den 4 Uhr 28 Minuten vom Schlesischen Bahnhof nach Ertner abge: fahrenen Vorortszug abgegeben worden. Zum Glüd wurde niemand durch die Frevelthat verlegt. Einen schrecklichen Tod gefunden hat der 34 Jahre Maurer Heinrich Müller aus der Etralauer Allee 17a. Im Schlu Norddeutschen Hofe in der hat nämlich vergessen, einem seiner bedeutendsten Abnehmer, Wand in der Küche beschäftigt, mußte er eine Leiter anlegen. Diese ganz ersichtlich find.„ hie guet Brandenburg allewege" genannt dem Milchhändler S. im Osten der Stadt, den laufenden Vertrag zu kündigen und ist demgemäß verpflichtet, dieſem Vertrag zu kündigen und ist demgemäß verpflichtet, dieſem Herrn troß der Sperre weiter Milch zu liefern. Auch im übrigen foll es nach allgemeiner Einschätzung durchaus nicht so schlimm mit der Milchnot bestellt sein, so daß die Berliner Hausfrauen guten Mutes sich gegen die beabsichtigte Milchverteuerung zur Wehre jezzen tönnen. Die Zahl der Opfer der ,, Großen Berliner" hat sich im abgelaufenen Monat September gegen den Vormonat wesentlich verringert. Es ist. was bisher im ganzen Jahre noch nicht vorgekommen ist nur eine Person fotgefahren, gegen 5 Tote im August, während auch die Zahl der Schwerverletzten von 14 auf 12 heruntergegangen ist. Den Hauptübelstand bildeten die Zusammen stöße von Straßenbahnwagen mit andrem Fuhrwert, hauptsächlich mit Omnibussen und Bostwagen, auf die auch ein qut Teil der Un fälle zurückzuführen ist. Dagegen tamen Straßenbahnwagen- Brände nur in 4 Fällen, Drahtleitungsbrüche nur ganz vereinzelt vor. In verschiedenen Fällen haben sich die Schutzvorrichtungen, mit deren Bermehrung leider viel zu langsam vorgegangen wird, gut bewährt und Unfälle entweder ganz verhütet, oder deren Tragweite herabgemindert. Die Gesamtzahl der Opfer der Großen im letzten Vierteljahr beträgt 8 Tote und 43 Schwerwundete, gegen 6 Tote und 53 Schwerverlegte im vorlegten Quartal. kochendem Waffer. Entsetzlich verbrüht wurde er nach dem Krankenglitt aus und Müller stürzte von oben herab in einen Steffel mit hause am Friedrichshain gebracht, wo er seinen Verlegungen erlag, Um 5000 Mark bestohlen worden ist der Werkmeister Ferdinand Münter aus Alt- Moabit 45. Der Kriminalpolizei gelang es gestern, Montag, eine Spur der Diebe zu ermitteln, indem sie in einem Bankgeschäft in der Jägerstraße zwei Wertpapiere aus der Diebesbeute wiederfand. Der Einbruch fand vor acht Tagen statt, während Münter in der Berlin- Anhaltischen Maschinenfabrik in Martinikenfelde arbeitete und seine Frau von 5-6 Uhr nachmittags auf dem Boden wusch. Die Diebe hatten die Wohnungsthür mit einem Nachschlüssel geöffnet und die Zimmerthüren und die Behält: nisse mit einem Stemmeisen erbrochen. Sie erbeuteten die gesamten Ersparnisse und Wertsachen des tinderlosen Ehepaares.. Ein schwerer Unglücksfall hat sich, wie uns nachträglich mitgeteilt wird, am Donnerstagabend im Cirkus Busch zugetragen. Dort stürzte der Möbeltransport- Arbeiter Hans Becker aus der Gubenerstr. 59 von der obersten Bühne in die Manege hinunter und erlitt so schlimme Verletzungen, daß er bereits am Freitagabend in der königl. Klinik in der Ziegelstraße starb. Becker hinterläßt eine Frau, mit der er 9 Monate verheiratet war. Die Leiche ist von der Staatsanwaltschaft beschlagnahmt worden. Wetter Prognose für Dienstag, den 1. Ottober 1901. Warm bei mäßigen südlichen Winden und zunehmender Bewölkung; Berliner Wetterbureau. nachher etwas Regen. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet am Dienstag, Donners tag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. G. N. 49. Tausend. 11. 100. Durch die Expedition Adalbertstr. 99, H. I. International. Die Stadt Berlin giebt nach hier sowie nach auss wärts Waisenfinder jeden Alters in Softpflege. Man meldet sich bei der Armendirektion, Abtheilung für Waisenpflege, Alte Jafobstr. 33. Das Kostgeld ist nach dem Alter des Kindes verschieden bemessen und variiert zwischen 9 und 18 M. monatlich. O. S. 43. Antworten Sie, daß Sie bereit sind, die Bände gegen Rückleistung des Jhrerseits Gezahlten herauszugeben und die Rückzahlung verlangen. In der Angelegenheit des Straßenhandel- Verbots ist Bei der Abfahrt nach der Heimat vom Tode ereilt wurde gestern die Fünfer- Kommission der Händler und Händlerinnen vom vorgestern nachmittag um 21/2 Uhr der 45 Jahre alte Arbeiter Karl 101. Schabe. Wer ein Cigarren- Geschäft eröffnen will, wende sich zuvor an Adolf Adler, Belforterstrasse 25. Verkauf nur an Cigarren- Händler Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 1. Oktober. Opernhaus. Bajazzi. Aschenbrödel. Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. Der kommende Mann. Anfang 712 Uhr. Nenes Opern Theater( Kroll). Geschlossen. Schiller Theater Urania. Passage- Theater. ( Wallner Theater). Dienstagabend 8 Uhr: Jugend. Ein Liebesbrama in 3 Aufzügen von Mar Halbe. Mittwoch abend 8 Uhr: Jugend. Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Ueber den Wolken Invalidenstr. 57/62. Donnerstagabend 8 Uhr: Tägl. Sternwarte. Heimat. Thalia- Theater. Apollo- Theater. Schiller. Jugend. Anfang 8 Uhr. Dresdenerstr. 72. Sente u. folg. Tage: Neues Dentiches. Die Hoffnung. Anfang Ein tolles Geschäft. Specialitäten- Programm. 712 Uhr. Berliner. Die Goldgrube. Anfang 712 Uhr. Lessing. Die Zwillingsschwester. Anfang 7/2 Uhr. Nesidenz. Sein Doppelgänger. Vorher: Im Coupé. 712 Uhr. Anfang Nenes. Das Ewig- Weibliche. Anfang 72 uur. Weiten. Der Troubadour. Anfang 71 Uhr. Secessionsbühne. Detlev Lilien crons Buntes Brettl. Anfang Central. Giroflé- Giroflá. Anfang 8 Uhr. 72 Ubr. Thalia. Ein tolles Geschäft. Anfang 7 Uhr. Luisen. Der Mann im Monde. Anfang 8 Uhr. Carl Weiß. Berliner Rangen. Anfang 7 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Die Landstreicher. Anf. 72 Uhr. Belle Alliance. Talolo. Anfang 8 Uhr. Cafino Theater. Berlin WGroße Ausstattungsposse mit Gefang und Tanz in 4 Bildern. Paula Worm in 8 Verwandlungen. Wallno und Marietta, Gesang- und Tanz- Duettisten. Guido Thielscher in 11 Berwandlungen Ellen Sousa Brothers Avolo Fritz Helmerding als Wolzogen. Junkermann, Bojé. Anfang 7 Uhr. Soubrette. 3 fach Reck. Carl Weiss- Theater. Lucie Verdier Große Frankfurterstr. 132. Abends 8 Uhr! Abends 8 Uhr! Berliner Rangen! Soubrette u. Instrumental- Künstlerin. Mme. Balfa Cantatrice à la harpe. 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Allen Freunden und Befannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser guter Vater und Bruder, der Bauarbeiter Carl Kiekeber, am Sonnabend, den 28. September, abends 7 Uhr, im 50. Lebensjahre verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwochnachmittag 4 Uhr vom Trauerhause, Ballisadenstraße 55, nach dem städtischen Begräbnisplatz in [ 8726 Friedrichsfelde statt. Die traneruden Hinterbliebenen. Socialdemokratischer Deutsche Konzerthallen, Wahlverein für den 4. Berl. An der Spandauer Brücke 3. Vornehmst. Vergnügungslokal! Täglich: Internationale Konzerte. Specialität. Doppel- Vorstellung von nur erstklassigen Kräften. Special- Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. Vorzügliche Küche. Gut gepflegte Biere. Cirkus Reichstags- Wahlkreis. ( Often.) Todes- Anzeige. Am Sonnabend, den 28. September, starb unser langjähriges Mitglied, der Bauarbeiter Karl Kiekeber. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Mitts woch, den 2. Oktober, nachm. 4 Uhr, vom Trauerhause Pallisadenstraße 55 aus nach dem städtischen Friedhof in Friedrichsfelde statt. Um zahlreichen Besuch bittet Der Vorstand. Albert Schumann. 266/4 Freie Vereinigung der Bauarbeiter Berlins und Umgegend. Am Sonnabend, den 28. September 1901, verstarb plöglich unser Kollege Karl Kiekeber. Renz- Gebäude. Karlstrasse. Dienstag, den 1. Oktober 1901, abends präc. 71/2 Uhr: Außerordentl. Galavorstellung. Neue Debüts. u. a.: 1. Auftreten des Berliner Original- Clowns Paul Bojanowski mit seinem neueft. Entree " Der Sänger aus Finsterwalde." Ferner allabendlich: Stürmischer Beifall des kolossalen, für Berlin voll- Die Beerdigung findet am Mittständig neuen Programm. Madame woch, den 2. Oftober, nachmittags Mathilde Renz. Herr E. Nenz. Carry Uhr, vom Trauerhause Pallisaden und Morla. Troupe Eugen( 8 Perf.) straße 55 aus statt. 31/5 Die einzig existierenden dressierten Mécharas, vorgef. von Mlle. Blanche Der Vertrauensmann O. Böttcher. und Rita Alarty. Clown Adolph der Unverwüstliche Mons. und Madame Marquis. Ein Stündchen in der Arche Noahs. Dir. Alb. Schumann. 120 gr. Ballettdivertiffemtent 120 von Damen. Das Schulpferd in Regen Besuch erwartet Danksagung. Sage hiermit allen Verwandten und Bekannten, sowie den Genoffen des 2. Berliner Reichstags Wahlkreises, den Kollegen der Firma Schäffer u. Walder, demGefangverein ,, Kreuzberger Harmonie", dem Deutschen MetallFener u. Flammen. arbeiter- Verband für die große BeNeueste Erfindung des Dir. Alb. Schumann. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Die wilde Kate. Bosse mit Gesang in vier Atten von Mannstädt und Weller. Musit von G. Steffens. Nach der teiligung sowie zahlreichen Kranzspenden meinen tiefgefühltesten Dant. 865b] Wwe. Haberland nebst Töchtern. Danksagung. Für die liebevolle Teilnahme bei der Beerdigung unfers Verwandten Martin Zehner sagen wir allen denen, besonders dem Verband der Schmiede, Kranten- Unters stützungsverein der Schmiede, Wahl4. Berliner Reichstags= Lanztränzchen.attreiſes unsern innigſten Dank. Borstellung: Lauztränzchen. Mittwoch: Schuldig. Elektra. Großer Eröffnungs- Kursus 8. Beginn d. Wintersemesters am 3. Oftober, 8 Uhr abends. 6 Mark monatlich. Anmeldungen schlennigft. Neanderstraße 4, Prospekt gratis. Die trauernden Hinterbliebenen. Für die so überaus zahlreichen, wohl= thuenden Beweise herzlicher Teilnahme anläßlich des Ablebens unfres lieben Sohnes, Bruders, Gatten und Vaters Adolf Bonck fagen wir allen Turnern, Freunden, Kollegen und Bekannten unsern auf richtigsten Dant. 78/13 Familie Bonck, Gentralverband Centralverband der Maurer etc. der Stuccateure, Gipier ( Zahlstelle Berlin II). u. verw. Berufsgenossen. Bahlstelle: Vom 1. Oftober Dunder: Am Dienstag, den 1. Oktober, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus", traße 83 bei G. Grobler. 201 Engel- Ufer Nr. 15: " Außerordentliche Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: = Vereinszimmer, große, find Neue Friedrichstr. 20 zu vergeben. 7296* Dr. Schünemann, 1. Vortrag des Genossen Waldek Manasse über: ,, Socialdemokratie und Militarismus". Specialarzt für Haut, Harn: und 2. Regelung einiger Vereinsangelegenheiten. Um regen Besuch bittet Arbeitervertreterverein Donnerstag, den 3. Oktober 1901, Die Verbandsleitung. 144/8 Frauenleiden, Seydelstr. 9. Sprechstunden: 1/ 212-123, 16-1/ 28. Berlin. Achtung! Vergolder! ( Filiale Berlin I) Achtung! abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel 15, Saal III: Donnerstag, den 3. Oktober cr., abends präc. 8 Uhr, in der Versammlung. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. C. Freudenberg über:" Arbeiterschutz und Frauenarbeit“. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Der Vorstand. 53/12 ,, Alhambra", Wallnertheaterstr. 15: Ausserordentl. Mitglieder- Versammlung. Tages Ordnung: II. Wahlkreis. Dienstag, den 1. Oktober, abends 8 Uhr, in der ,, Berliner Bockbranerei"( Tempelhofer Berg): Volks- Versammlung Tages Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Engelbert Pernerstorfer- Wien, Mitglied des östreichischen Reichsrats, über: Die Arbeiterbewegung in Oestreich. 2. Disfuffion. Um recht zahlreichen Besuch ersuchen 238/13 Die Vertrauenslente. Berliner Konsum- Verein. Freitag, den 4. Oftober 1901 in 225/20 Kellers großem Festsaal, Koppenstr. 29: 1. Was für Maßnahmen gedenten die Kollegen Berlins zu den Maßregelungen bei der Firma Baer u. Co. zu treffen? 2. Verschiedenes. In Anbetracht der hochwichtigen Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes, pünktlich zu erscheinen. Der Vorstand. Deutsch. Holzarbeiter- Verband ( Zahlstelle Berlin.) Mittwoch, den 2. Oktober, abends 84 Uhr: Vertrauensmänner Versammlungen Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt: bei Wernau, Schwedterstr. 23. Tages Ordnung: 1. Bericht der Werkstatt- Kontrollkommission. 2. Verbands: und Werkstattangelegenheit: 3. Verschiedenes. bei Herrn Raabe, Wedding und Gesundbrunnen: Kolbergerstraße 23. Tages Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. 4. Verschiedenes. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Friedrichsberg: bei Lutterbüse, Friedrich Karlstr. 11. Tages Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Verbands- und Werkstattangelegenheiten. Es ist Pflicht, daß jede Werkstatt vertreten ist. Bom 1. Oktober find folgende Bahlstellen verlegt, von Schmidt, Trescow: Musikinstrumenten- Arbeiter straße, nach Wörtherstr. 15 bei Sievert und von Waßmann, Linienstraße, nach der Lothringer str. 65 bei Roller. Ju Pankow, Mühlenstr. 25, bei Hoffmann ist eine neue Zahlstelle errichtet. Often und Nordoften: bei Mann, Straußbergerstr. 3. Tagesordnung: 1. Bericht der Werkstatt- Kontrollkommission. 2. Werkstattangelegenheiten. 3. Berbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Der Obmann für den Osten ist Stollege Otto Tilly, Liebigstr. 24, für den Nordosten Kollege Traugott Boche, Frankfurter Allee 119 2 Tr. Zu dieser Versammlung sind die Kollegen der Werkstatt von Euliz, Weidenweg 37, und Schlüter, Weidenweg 37, besonders eingeladen. Südosten: bei C. Behrend, Manteuffelstr. 95. Tages Ordnung: 1. Bericht der Werkstatt- Kontrollkommission. 2. Werkstattangelegenheiten. 3. Berschiedenes. 109/6 Hierzu sind die Kollegen der Werkstätten von Dressel u. Doru, ganz bei Nowack, Manteuffelstr. 9. Im Interesse aller Kollegen liegt es, daß jede Werkstatt vertreten ist. Vortrag mit Lichtbildern über: ,, Das englische Genossenschaftswesen, gehalten vom Redacteut des Wochenberichts der Großeinkaufs Gesellschaft Deutscher Konsumvereine, Herrn Heinrich Kauffmann aus Hamburg. Beuffelfir. 56, Michaeltirchplatz 4, Krautſir. 7, Petersburgerſir. 4a; Rummels Eintrittstarten a 10 Pf. find in unsren Verkaufsstellen( Rostockerstr. 21, burg: Türrschmidtstr. 6; Lichtenberg: Frankfurterstr. 48/49), sowie in den durch Plakate kenntlich gemachten Geschäften und Restaurants zu haben. NB. Herr Dr. Hans Müller aus Basel ist leider behindert, den Vortrag selbst zu halten, hat aber seine Bilder, Material 2c. Herrn Kauffmann zur Verfügung gestellt. Unfren Mitgliedern zur Nachricht, daß die Verkaufsstelle Waldstr. 12 am 1. Oktober nach der finden Emdenerstraße 45 Modell: u. Fabriktischler, sowie Modell- perlegt wird, deren Eröffnung wegen Umbaues erst am 10. Oftober statt drechsler im Lokal von Dieke, Aderstr. 123. Tages Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Verbandsangelegenheiten. 2. Verschiedenes. Die Adresse des Obmanns ist H. Desinghaus, Gartenstr. 43 v. I. Drechsler. bei Matthes, Often und Nordoften: Koppenstraße 41. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Mittwoch, den 2. Oktober, abends 8/2 Uhr: Südosten u. Südwesten: Admiralstr. 18c, bei Möhring Konferenz der Vertrauensleute für Osten Norden: Brunnenstr. 150 bei Neumann. = Tages Ordnung: 1. Verbands: und Branchenangelegenheiten. 2. Werkstattangelegenheiten 3. Verschiedenes. bei Bartel, Große Frankfurterstr. 18. Mittwoch, den 2. Oktober, abends 8%, Uhr, bei Barthel, Bülowstraße Nr. 59: Admiralfir. 7, Beder, Admiraliſt. 22, und Reich), Momiralftr. 22, gaus Zifches die lieffaftigte Soliegen müssen vertreten sein. witgliedsbuch Konferenz der Vertrauensleute für Westen. besonders eingeladen. Süden: bei Retzolk, Wafferthorstraße 68. Die Kollegen aus folgenden Werkstellen sind besonders ein: gelaben: Bogt, Alte Jakobstr. 18/19; Trost, Dresdenerstr. 81; 23 eibel, Dieffenbachstr. 36; Sath, Alte Jakobstr. 65; Heidetlang, Hollmann ftraße 32; raht, Hollmannstr. 32. in Habels Brauerei, Westen und Süd- Westen: Bergmannstr. 5-7. Tages Ordnung: 1. Bericht der Kommission. 2. Bericht der Vertrauensleute. 3. Verfchiedenes. Moabit: im totale des Herrn Jocksch, Turmstr. 84. Tages Ordnung: 1. Bericht der Werkstatt- Kontrollfommission. 2. Werkstattangelegenheiten und Verschiedenes. Jede Werkstatt muß vertreten sein. Jedes Wort: 5 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 16 Buchstaben zählen doppelt. Verkäufe. Restauration wegen Krankheit lottenburg, Pestalozzistraße 30.[+ 144* Restauration zum Inventarpreise zu verkaufen. 8u erfragen bei Anders, Salzwedelerstraße 8, parterre. billig zu verlaufen. Näheres Char * Verkaufe mein gutes ofal billig sofort. Pinzer, Schützenstraße 18. 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