Nr. 231. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mir tlluftrierter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. Postbonnement: 1,10 Mart pre Monat, Eingetragen in der Post Zeitungss Preisliste für 1901 unter Mr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montage. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Dte Insertions- Gebühr beträgt für die fechsgespaltene Stolonet jeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Bleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expcdition ist an Wochen#tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Bocialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Schrittmacher des Brotwuchers. er, der Donnerstag, den 3. Oktober 1901. „ Herr Bueck wird sich bald im Parlament davon überzeugen, daß die Freunde der Landwirtschaft gegen jede Erhöhung irgend eines Industriezolles und also gegen den ganzen Tarif= entwurf stimmen werden, wenn ihnen der Minimalzoll für Getreide nicht zugestanden wird. Nicht um die Industrie zu schädigen, sondern um die Landwirtschaft zu retten, würden wir und die meisten unserer Freunde auch für vollständige 8ollfreiheit eintreten, wenn die Industriellen nicht bedingungslos den im herrschenden Bollsystem nötigen Bollschutz für die Landwirtschaft bewilligen. Herr Bueck wird aufhören zu lachen, wenn die Entscheidung fommt!" Ja, selbst ein reizvolles Geheimnis fonservativer Politik enthüllt die„ Kreuz- Zeitung", um die Großindustrie gefügiger zu machen. Sie sucht Herrn Bued und seine Gefolgschaft durch die erschreckliche Ankündigung einzuschüchtern, daß die konservative Partei, im Fall der Nichtbewilligung des vollen und lückenlosen Brotwuchers Social reform betreiben werde. Sie erklärt: Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. " Fernsprecher: Amt 1, Nr. 5121. " Der geftrige Beschluß des Centralverbandes wiederholt zwar den bekannten Beschluß des Direktoriums, wonach Minimalfäße für die Haupt Getreide- Arten nicht gesetzlich fest zulegen feien, bedeutet aber im übrigen sowohl nach Form wie nach Inhalt einen wesentlichen Fortschritt gegen feinen Direttorialbeschluß. Zunächst wird mit Entschiedenheit betont, daß nicht unter die im Bolltarif- Gesetz vorgesehenen Säße für Getreidezölle herunterzugehen sei, und damit den Wünschen und Interessen der Landwirtschaft ein für das fünftige Zusammenwirken beider großen Interessengruppen sehr wünschenswertes Entgegen tommen bewiesen. Sodann aber wird in dem Schlußsaz verständigerweise bereits mit der Eventualität der Aufrechterhaltung der Minimalsäge für die Hauptgetreide- Arten durch die gesetzgebenden Körperschaften gerechnet und ein modus vivendi für diesen Fall in Aussicht genommen. Das entspricht durchaus der Auffassung, die wir stets vertreten haben, und bildet eine Brücke für die Verständigung zwifche it allen Gruppen der Anhänger des Schutzes der nationalen Arbeit bei der definitiven Feststellung des Zolltarif- Entwurfes und Zoltarif- Gesetzes. Wie nicht anders zu erwarten war, eröffnet daher der erste Tag der Tagung der Delegierten- Versammlung des Central verbandes deutscher Industrieller die sichere Hoffnung, daß im entscheidenden Momente industrielle und agrarische Schutzöllner fest zusammenhalten werden..." Es wird sich zeigen, ob die liberale Hoffnungsseligkeit nicht troß zwingen oder mindestens einem Herabgehen von der im Regierungsdieser Enttäuschungen sich von neuem durch die agrarischen entwurf vorgeschlagenen Zollhöhe vorbeugen. Täuschungsmanöver bestriden läßt. Denn die konservativen und Dem wirtlichen Stand der Dinge entsprechend ist allein extrem agrarischen Blätter verharren tros allen Entgegenkommens die Auslaffung der Post", des eigentlichen Organs für„ SammelWie schon gestern mitgeteilt, hat die abgehaltene Delegierten des Centralverbandes in der bisher nicht erfolglofen Berstellungs- politik". Die" Post" führt aus: versammlung des Centralverbandes deutscher Industrieller taktit, als seien sie höchst empört, wenn neben all ihren andren sich im wesentlichen mit dem am 9. August vom Direktorium gefaßten Forderungen nicht auch die Forderung der gesetzlich festgelegten Beschluß einverstanden erklärt, der zwar den im Zolltarif Gefeß- Minimalzölle erfüllt werde. Die Kreuz- 8eitung" versucht entwurf enthaltenen Mindeſtsäzen für Getreide zustimmt, sich aber die Großindustrie, die den Agrariern so viel zugesteht, zu noch vergegen ihre Festlegung durch einen Minimaltarif ausspricht. Diese mehrtem Zugeständnis zu preffen, indem sie droht: Zustimmung zum Direktorialbeschluß war vorauszusehen; weit wichtiger wie er selbst ist, wie die Debatte geführt wurde und unter welchen Umständen die Annahme zu stande tam. Die hierbei sich abspielenden Vorgänge zeigen, daß der größte Teil der Versammlung feineswegs an ein Aufgeben des Battes mit den Agrariern denkt. Schon das Einleitungs- Referat des Generalsekretärs Bued suchte gefliffentlich jedes scharfe Wort gegen die Angriffe der agrarischen Presse zu vermeiden. In gesuchter Weise betonte er wiederholt, der Centralverband wolle unter feinen Um ständen" die Mindestzölle herabgesetzt sehen, er halte an der Solidarität der Interessen der Industrie und Landwirtschaft" fest, ihm erscheine gegen die Höhe der im Tarifentwurf vorgeschlagenen Agrarzölle durchaus nichts ein zuwenden 2c. 2c. Nur mit der Bindung der Mindestzölle durch einen partiellen Minimaltarif könne sich, erklärte Centralverband nicht einverstanden erklären. Doch auch diese letzte Behauptung stellte sich im weiteren Verlauf der Wir können Herrn Bued sagen, daß auch in der konservativen Debatte als unrichtig heraus, unrichtig heraus, indem verschiedene Redner Bartei und Fraktion sehr viele sind, denen die Verzögerung in der teils offen aussprachen, teils deutlich durchblicken ließen, daß Socialreform durch den Einfluß des Centralverbandes schon viel sie, wenn Aber nicht nur die Versammlung der Industriellen des Centrales nicht anders sein könne, auch für den zu lange dauert, und die mit den Rücksichten auf die Großindustrie Minimaltarif zu haben seien. So forderte gleich der als Korreferent ( z. B. beim Arbeitswilligen- Gesez) nur aus Opportunitätsgründen verbandes, sondern auch der gleichzeitig tagende Handelstag einverstanden waren. Auch dies Blatt wird sich einmal wenden!" zeigte ein recht seltsam schutzzölnerisches Gesicht. Eine ganze Reihe bestellte nachfolgende Redner, der Geheime Regierungsrat König, Es eröffnen sich also die herrlichsten Aussichten, wenn die Korn von Handelskammern erklärten sich durch ihre Vertreter, wenn auch die Versammlung solle in der Doppeltariffrage keine Stellung nehmen, oder wenn sie dies doch thun wolle, 8ölle" nur" erhöht, nicht aber die Minimalzölle des Wuchertarifs gegen das Doppeltarifsystem, so doch mit den in den Zolltarif einwenigstens sich nur gegen den partiellen Doppeltarif. nicht den Agrariern erfüllt werden: dann werden die Konservativen nicht gestellten Zollsägen für Agrarprodukte einverstanden, und schließlich gegen das volle Doppelsystem aussprechen. Ebenso erklärte sich nur für Freihandel, sondern auch gegen Ausnahmegeseze und für fand die vom Kommerzienrat Pfister( München) vorgeschlagene Stommerzienrat van der Zypen im Namen des Vereins der Industriellen gute Socialpolitik stimmen! Nur noch ein Schritt und die Kreuz- Resolution, der Handelstag trete dafür ein, des Regierungsbezirts Köln gegen eine Beschlußfassung, und der durch Zeitung" erklärt, socialdemokratisch werden zu wollen, falls der auf Rohstoffe nicht feine Oppofition gegen die Arbeiterschutz- Gesetzgebung bekannte Minimalzoll nicht zu stande kommt. Das alles würde äußerst erfreulich sein, wenn es nicht offenbar Kommerzienrat Vorster meinte gerade heraus, er fände auch gegen wäre, daß die Herren Agrarier auch hier wieder nur ihre übliche den von den Hochagrariern geforderten partiellen Doppeltarif nichts einzuwenden. Schließlich enthielten sich der Verein der Industriellen des Erpressungspolitik versuchen, um so viel als möglich bei dem großen Regierungsbezirks Köln, der Oberschlesische Verg und Hütten- Raubzug wider den Volkswohlstand herauszuschlagen. Natürlich beteiligt sich auch die„ Deutsche Tageszeitung" männische Verein und die Handelskammer Hagen der Abstimmung. Der Vorgang ist außerordentlich charakteristisch; er zeigt, daß die an diesen Versuchen: im Centralverband vereinigten Industrien keineswegs geneigt sind, ihre Zollerhöhungsansprüche und Syubitatsprojekte aufzugeben, daß fie vielmehr, um diese durchzusetzen, zu weitestem Entgegenkommen gegen die agrarischen Forderungen bereit sind. Beinlicher fonnten die freisinnigen Blätter, voran die Boss. 8tg.", die nach dem Direftorialbeschluß vom 9. August bereits den totalen Bruch zwischen Centralverband und Junkertum voraussahen und daran optimistische Folgerungen fnüpften, faum dementiert werden. " Verantwortliche Minister. In dem unlängst erschienenen zweiten Bande der von Poschinger zufammengestoppelten Denkwürdigkeiten des Freiherrn v. Manteuffel finden sich neben einem Wust von Gleichgültigem, auch einige sehr anmutige Beiträge zur Psychologie des monarchischen Absolutismus in scheintonstitutionellen Staaten. Friedrich Wilhelm IV. erscheint hier unter der Beleuchtung seiner Minister, und fachlich vernichtendere Urteile sind über den gekrönten Kranten und seine heillose Wirtschaft faum je gefällt worden wie hier seitens seiner verantwortlichen Ratgeber, die freilich nie sicher waren, ob nicht irgend ein dunkler Einfluß, irgend eine auf den Zustand des Königs geschickt berechnete Einflüsterung alle ihre Ratschläge und Entscheidungen plößlich umwarf. Stam es doch nicht selten vor, daß der König die Briefe seiner Minister uneröffnet zurückschickte, während er einer beliebigen unverantwortlichen Person Gehör schenkte und ihren Anregungen willfahrte! Eine Besonderheit Friedrich Wilhelms IV. war, daß er durch Erklärungen seine Bereitwilligkeit für eine Sache aussprach und dann, nachdem die Minister vor der Oeffentlichkeit demgemäß Verpflichtungen eingegangen waren, jäh sich eines andren befann und seine Ratgeber in der Patsche ließ. Eine diese Affairen führte 1851 zum Rücktritt des Kriegsministers v. Stockhausen; die Angelegenheit sei nach der erwähnten Publitation furz erzählt. " daß gölle neu eingeführt oder erhöht werden und daß die Lebensmittelgölle im neuen Zolltarif feinesfalls die bestehenden des allgemeinen Tarifs überschreiten", nur eine Mehrheit von 5 Stimmen, 151 dafür, 146 dagegen. Nichts also wäre thörichter, als auf die geringfügigen und zum Teil erheuchelten Zwistigkeiten zwischen industriellen und agrarischen Schutzzöllnern oder auf die Festigkeit der mehr oder weniger liberalen Handelstreise irgendwelche Hoffnungen zu bauen. Was es für einen Sinn haben soll, daß unter die Minimal- Die Arbeiterklasse hat in ihrem großen Kampfe gegen fäße des Bolltarifs nicht herunter gegangen werden soll, daß den Brotwucher nichts von den Vertretern der Industrie und des aber dies nicht im Gesez festgestellt werden dürfe, wäre un- Handels zu erwarten, die vielmehr zum guten Teil die Schritterfindlich, wenn nicht die Absicht auf seiten des Centralverbands macher des Agrariertums sind. Die Arbeiterklasse ist auf sich allein bestände, auch diesmal wieder wie 1892 der Landwirtschaft je de gestellt; doch je schwerer dieser Kampf ist, um so ruhmvoller werden Erhöhung der 8ölle vorzuenthalten." Die Deutsche Tageszeitung" glaubt selbst nicht an die Unter: die Erfolge sein, die sie erringen wird. ftellung, die sie dem Centralverband macht. Sie will ihr Gefolge alarmieren und durch fortgesetztes Lärmen weitere Konzessionen erveritable Plastron( Stichblatt) dieser Leute, auf den sie durch den Arm des Königs fortwährend stoßen. Außerdem vertritt der König niemals den Kriegsminister gegen die ungehorsamen Generale, hört vielmehr deren borniertes Geflätsch gegen denselben bereit willig an." Friedrich Wilhelm IV. aber, der in ewiger Angst vor neuen Revolutionen lebte, fürchtete durch einen Ministerwechsel an feiner Position Schaden zu leiden und ließ den Kriegsminister nicht los. Indessen die Lage wurde für einen Mann, der auf Ehre hielt, bald unerträglich. und mannhaft sagte:„ Ich muß mich außer stande erklären, noch einmal vor die Kammer mit einer unerledigten Sache zu treten, an der ein zweimal feierlich gegebenes, aber unerfüllt gebliebenes Versprechen haftet; ich muß, wenn dieses letztere nicht irgendwie zur Erfüllung wird, Sr. Mr. gebracht ungefäumt meine Entlassung einreichen und kann, wenn lettere sich etwa bis nach Eröffnung der Kammern verzögern sollte, in denselben nicht mehr erscheinen." Diese in der Folgezeit anscheinend gänzlich ausgestorbene Ana schauung über ministerielles Ehrgefühl machte nicht den geringsten Gelegentlich des Militäretats 1849/50 hatte die Kommission den Eindruck auf den König. Obwohl sämtliche Minister ihrem Kollegen Antrag gestellt, die bisher höher gelohnten Offiziere des 1. Garde- beistimmten, obwohl Stockhausen persönlich dem König erklärte, er Regiments zu Fuß und des Regiments Garde du Corps den tönne zwar über sein Leben jeden Augenblick gebieten, eines Offizieren des 2. Garde- Regiments zu Fuß gleichzustellen. Bei den aber müsse sein Eigen bleiben, die Ehre, diese aber würde Stammerdebatten erklärten die Regierungsvertreter, daß man diese durch ein nicht gehaltenes Versprechen zertrümmert werden und ein Angelegenheit der Regierung überlassen und das nächste Budget folches habe er auf föniglichen Befehl in der Kammer gegeben, erwarten möge." Infolgedessen ging die Kammer zur Tages- nicht auf eine in weiter Ferne möglich werdende Erfüllung, sondern ordming über. auf eine nahe Zukunft hin Friedrich Wilhelm IV. blieb allen diesen Vorstellungen zum Trozz bei seiner Ausrede, daß die Theaterfubventionen noch nicht erledigt seien. " Als der nächste Etat 50/51 vorbereitet wurde, unterhandelte der Kriegsminister mit dem König, um die Sache zur Erledigung zu bringen. Friedrich Wilhelm IV. bezeichnete es als seine Absicht, die In einem feiner tauberwälschen Briefe erklärt Friedrich Offiziere für ihre petuniären Verluste aus seiner Schatulle zu ente Wilhelm IV. diese Berufung auf die Ehre als galligsten Eigensinn:„ dem schädigen; diese sei aber augenblicklich nicht leistungsfähig; indessen galligsten Eigensinn eines Ministers gebe ich aber nicht nach. wolle der König die den verschiedenen Theatern bisher gewährten Das steht fest." In demselben Briefe entwickelt der König das Talent Subventionen aufheben und aus den so gewonnenen Mitteln jene eines verfolgten Schuldners, der um Vertröstungen nie verlegen ist. Am 9. September 1851 schreibt der Kriegsminister dem Minister Offiziere entschädigen. Friedrich Wilhelm IV. instruierte in diesem Er schreibt, nachdem der Kriegsminister zum zweitenmal fein Entpräsidenten v. Manteuffel, daß er zum Rücktritt entschlossen sei. Die Sinne den Minister, der Kammer mitzuteilen, von der sofortigen lassungsgesuch eingereicht hat, an Manteuffel: Ein trauriger Gründe dafür deutete er in den folgenden mefierscharfen Sägen an, Regelung der Sache abzusehen, da sie von der Regierung be- Bufall bringt mich der Erfüllung meines Versprechens vieler( Stockhausen) es im vorigen die in der That das Jnnerste des scheintonstitutionellen Absolutismus stimmt bewirkt würde, wenn die Fonds, deren Zurückfließen in leicht näher, als ich und der ahnen konnten: Tod meines teuren Onfels die Schatulle des Königs in naher Aussicht ständen, verfügbar Jahre nur bloßlegten: Wilhelm. Wenn nämlich: 1. bis September kommenden Jahres 80 000 Rthlr. an die Erben ausgezahlt sein können( was die ganze Apanage für ein Jahr aufzehrt), 2. wenn ich dann nicht genötigt werde, einen oder gar zwei meiner Neffen zu etabliren und einer Nichte die Mitgift von 100 000 Rthlr. zu geben, so tann ich und will ich dann mit Anfang 1853 die Gardezulage in Volle übernehmen. Aber der vielen„ Wenn" wegen tann ich als ehrlicher Mann In der That ein ehrlicher Mann! mich nicht binden." Es ist nicht vonnöten, den Konflikt in seinen Einzelheiten weiter zu verfolgen. Mit dem Ende des Jahres verließ Stoc baufen das Kriegsministerium, ohne daß er sein Versprechen hatte einlösen fönnen. Bur Charakteristik Friedrich Wilhelms IV. und der traurigen Rolle, die in Preußen zu Zeiten die verantwortlichen Minister spielen müssen, verdient die Episode der Vergessenheit entrissen zu werden. Allerdings gebietet es die Gerechtigkeit, anzuerkennen, daß der Minister damals die Konsequenzen aus der ihm zu teil gewordenen Behandlung zu ziehen wußte. „ Es ist durchaus erforderlich schreibt der Kriegsminister an würden. den Ministerpräsidenten„ daß der König einen Kriegsminister Der Stellvertreter des Kriegsministers gab demgemäß ein wählt, zu dem er entweder größeres Vertrauen oder gegen den er Versprechen ab und die Kammer verzichtete daraufhin, die An größere Rücksichten hat, als zu mir und bezw. gegen mich. Wenn der gelegenheit sofort zum Austrag zu bringen. Seriegsminister nicht ein Mann ist, dem der König Vertrauen und Friedrich Wilhelm IV. hatte sich inzwischen anders besonnen. Achtung zu zollen das Bedürfnis hat, dann ist er nichts als Es war ihm sehr lieb, daß die Kammer den Beschluß auf seine Verdas Lasttier, welches die riesenhaften Aften des Kriegssprechungen hin ausgesetzt hatte, aber er mochte seine Privatschatulle ministeriums trägt und dieser unwürdigen Bürde würdelos bald nicht in Anspruch nehmen. Am 18. November 1851 mabute v. Stock erliegt. Der König widersetzt sich allen meinen Vorschlägen, ebenso hausen den König an das Versprechen. Friedrich Wilhelm IV. wies denen, die sehr dringend und wichtig, als denen, die unbedeutend ihn schroff ab, obwohl er sein Wort auch eigenhändig schriftlich dem aber doch nötig sind; mit gleicher Beharrlichkeit fordert er Dinge Präsidenten der Kammer und dem Vorsitzenden der Budgetkommission von mir, die entweder unausführbar oder schädlich sind. Jene Wider verpfändet hatte; er berief sich darauf, daß die Theatersubventionen setzlichkeit ist Abneigung oder Privatrache gegen meine Person, diese noch nicht aufgehört hätten. Bu jener Zeit hatten Forderungen find Eingebungen von ganz unwiffenden oder unter den Einwirkungen der stählenden böswilligen Leuten, zuweilen Generale und Stabsoffiziere, Märzstürme die Minister noch eine höhere Auffaffung von dem mit denen feine Umgebungen torrespondieren, oder wach- verpflichtenden Ernst ministerieller Versprechungen, als das wohl habende Lieutenants in Sanssouci usw., oder Kammerièren, späterhin der Fall war. Genug, Minister v. Stockhausen richtete an Stadträte, Polizeibeamte usw. Der Kriegsminister ist der den Ministerpräsidenten ein offizielles Schreiben, in dem er tnapp Politische Uebersicht. • ning 81 Berlin, den 2. Oftober. Die Märchenbrunnen. Vielleicht kauft man zu diesem Zived England an. mehr unfittlich war. Nur noch höhere geschlechtslose Wesen Ueber die fittliche" Mission der Kolonialpolitik gerieten v. Ger- waren übrig geblieben. Diese ästhetische Hunnenthat rief natürlich lach und Profeffor Rathgen im Gegensatz. Gerlach empfahl den Spott aller vernünftigen Menschen hervor, und die kastrierten eine Kolonialpolitik jenseits von Gut und Böse; sie müsse im Kunstwerke wurden weidlich angestaunt. Der Brunnen erhebt sich Ein Teil der bürgerlichen Presse, vor allem das„ Berliner Interesse des Mutterlandes, nicht der Neger wegen geschehen, die also angesichts der Front des imposanten Rathausbaues, und auch dieser Tageblatt", bringt Mittwochabend einen Bericht über die Sigung Dagegen will das gute Herz Rathgens auch den Regern von wegen Verstümmelung vom Oberhaupt des Rathauses selbst ausgegangen fei. nur als billige tapitalistische Ausbeutungsobjekte zu betrachten sind. Umstand gab zu Deutungen Anlaß, als ob die Jnitiative zu der der städtischen Kunstdeputation, der geeignet ist, grundfalsche Ander sittlichen Pflichten Hilfe angedeihen lassen. sichten über den Beschluß, den die Deputation in der Angelegenheit des Märchenbrunnens gefaßt hat, zu verbreiten. -= dem ein arbeiten. #homitish Ausland. Wie erstaunten aber alle diejenigen, die da Augen haben zu Schließlich wurde beschlossen, ein Kolonialprogramm auszu sehen, als heute morgen einige der fastrierten Figuren wieder in die Reihe des männlichen Geschlechts eingerückt waren. An den Während das„ B. T." meldet, daß die Frage erst noch vom Ueber die Taktik bei den Gemeindewahlen sprach Lehrer Wolff andren Figuren wurde der Wiedergeburtsprozeß noch vollzogen, Magistrat näher geprüft werden soll, bevor Stellung zu Berlin: Bei den Gemeindewahlen können die Nationalsocialen auch indem der Künstler, halb verdeckt durch einen Vorhang, den Meißel Einspruch des Kaisers genommen wird und daß mit den Antisemiten zusammengehen. Ob diese für höhere Getreide- führte und das Fehlende wieder künstlerisch herausarbeitete. Jetzt wurde Eingehen auf die Vorschläge des Monarchen zu erwarten steht, geht wahlen sei eben nur das Gemeindeprogramm maßgebend. Deshalb berichte aufmerksam gemacht, fand sich Jung und Alt zur Kritik ein zölle stimmen, fönne nicht in Betracht kommen, bei den Gemeinde- der Brunnen natürlich erst recht angestannt. Durch die Zeitungsuns die Nachricht zu, daß gerade das Gegenteil von der Deputation tönnte man auch mit den Socialdemokraten bei den Gemeinde- und diese Kritik war für die kastrationslüfternen Hunnen nicht beschlossen worden ist. d wahlen zusammengehen. Dies sei aber nicht ausführbar, da die schmeichelhaft. Oberbürgermeister und aber fühlte sich heute geDie Deputation war die Magistratsmitglieder eingeschloffen Socialdemokraten ein Zusammengehen ablehnen. Dagegen tönnen nötigt, in der Stadtverordneten- Sigung zu erklären, daß er nicht die einmütig der Ansicht, daß dem Einspruch des Kaisers, der in die Nationalsocialen mit dem linken Flügel der Freifinnigen zu- Anordnung zu jenen Abänderungen gegeben habe, sondern daß die einem längeren, im Auftrage des Ministers vom Polizeipräsidenten fammengehen, wenn diese auch betreffs der Militär- und Marine- Baubeamten selbst infolge ihnen zu Ohren gekommener Klagen über an den Magistrat gerichteten, Schreiben aus fünstlerisch ästhetischen fragen von den Nationalsocialen abweichen. Die Braven find also anstößige Darstellungen den ausübenden Künstler zur Aenderung Gründen gegen die geplante Art der Ausführung des Kunst- bereit, mit allem und jedem zusammenzugehen, nur nicht mit den veranlaßt hätten; er verwahre sich dagegen,„ daß die Stadtverwaltung werks Einwendungen erhebt und eine völlig andre Grund- allen nach!" Socialdemokraten. Wer erbarmt sich ihrer Liebe? und eine völlig andre Grunderbaruit Liebe? Wir laufen von Elberfeld oder er persönlich in Bezug auf die Kunst und idee vorschlägt, nicht stattgegeben werden soll. tünstlerische Darstellungen jemals einer gewiffen Richtung Vorschub Die Deputation Graveur Haag riet freilich, daß man die Socialdemokraten leisten könnte, welche Kunstwerke nur durch die trübe Brille einer fand keinen Anlaß, die bereits in der Ausführung begriffenen unterstügen müsse. Oberlehrer Dr. Sandrock( Wehlheiden bei prüden Pseudosittlichkeit zu betrachten vermag und der darstellenden Märchenbrunnen infolge des kaiserlichen Einspruchs anders Kassel) bezeichnete cs zu gestalten, und war ebenfalls einmütig ebenfalls einmütig- der Meinung, daß zu tragen. Man bees als unzulässig, die Politik in die Gemeindewahlen Kunst andre Geseze als die der Natürlichkeit und Schönheit aufnicht einen Mann wegen seiner politischen Partei- zuerlegen bestrebt ist." weder nach dem vom Minister angegebenen Gesetz über die Bau- angehörigkeit wählen. Deshalb dürfe man auch keinen Social- Von den ultramontanen Stadtverordneten ergriff keiner das fluchtlinien, noch nach dem seiner Zeit bei Uebernahme der Straßen demokraten haben für Gemeinde- Angelegenheiten im allgemeinen ein ihnen dieser Heinze- Unfug etwas zu toll geworden. demokraten bei den Gemeindewahlen unterstützen. Die Social: Wort, um die bedrohte Sittlichkeit zu retten. Vielleicht ist selbst abgeschlossenen Vertrage die Aufstellung der Brunnen von der Genehmigung des Kaisers abhängt. zu geringes Interesse. Dies habe wieder einmal die kurze BehandDa das Schreiben lung der Wohnungsfrage auf dem Lübecker Parteitage bewiesen. des Polizeipräsidenten feine definitive Verweigerung der Kaufmann Bohlmann Hohenaspe: Er halte es für unklug, mit polizeilichen Bauerlaubnis diese muß nach dem Gesetz der radikalen Forderung: Abschaffung aller indirekten Steuern vor Neue Unruhen in China. not see eingeholt werden enthält, sondern eine Abänderung des die Gemeindewähler zu treten. Lithograph Tischendörfer Die Schredensherrschaft, welche die vereinigten Borerjäger in Projekts anheimſtellt, beschloß die Deputation, dem Magistrat zu ist der Meinung, daß der Zolltarif nicht in die Gemeindevertretung China vernichteten, mußte naturgemäß zu neuen Ausbrüchen der empfehlen, dem Polizeipräsidenten mitzuteilen, daß eine Aenderung des gehöre(!). Da die Socialdemokraten als politische Partei in den China vernichteten, mußte naturgemäß zu neuen Ausbrüchen der Bolksleidenschaft führen. Daß diese frechen Chinesen selbst durch Projekts nicht beabsichtigt wird, und den Polizeipräsidenten Gemeinde- Wahlkampf ziehen, so wolle er nicht gegen die Unter- Volksleidenschaft führen. Daß diese frechen Chinesen selbst durch um eine definitive Aeußerung darüber zu ersuchen, ob er die Bau- ftigung der Socialdemokraten etwas sagen, er möchte aber auch die deutsche Ordensdekoration eines ihrer Prinzen sich nicht beruhigen nicht die Unterstützung direkt befürworten. v. Gerlach- Berlin: lassen und in dem bunten Metallstück feine Sühne für verwüstetes erlaubnis erteilt oder verweigert. Für den Fall der Verweigerung Er sei doch der Meinung, daß, wo es irgend angehe, auch in den Land und Zehntausende niedergemezelter Menschen erkennen beschloß die Deputation, den Magistrat zu ersuchen, gegen den Polizei- Gemeindevertretungen gegen den Bolltarif protestiert werden müsse. wollen das will unfren Gutgesinnten natürlich nicht in den Kopf. präsidenten die Klage auf Erteilung der Bauerlaubnis beim Ober- Es giebt sicherlich keine Meinung in der Welt, die nicht in der Nach dem Kotau vor dem Prinzen Tschun kommt zur Abwechselung Verwaltungsgericht einzuleiten. nationalsocialen Gesellschaft vertreten wird. Sie ist der Sammelort wieder einmal das Khakitum an die Reihe. aller Untlaren und Ueberflüssigen. Im übrigen bleibt abzuwarten, ob die englischen AlarmteleIn der Schlußfizung am Mittwoch hielt Pfarrer Naumann einen Vortrag über den Niedergang des Liberalismus in Deutsch- gramme nicht wieder eitel Humbug sind. Jedenfalls wird Graf durch ein Zusammenwirken der socialistischen Bernsteinianer, der China China sein lassen. Man hat genug an der ersten Blut- und land. Eine Neugeburt desselben könne nur zu stande kommen Bülow jezt nicht wieder in die plump gestellte Falle gehen und socialreformistischen Kreise und freisinnigen Demokraten sowie der Gutfarce! Nationalsocialen gegenüber der von den politischen und wirtschaft- Charakteristischerweise handelt es sich wieder um einen Angriff lichen Weltanschauungen des Bundes der Landwirte beeinflußten auf eine deutsche Mission. Deutschland ist nun einmal jegt für Ueber die Hinwegführung der astronomischen Instrumente Vereinigung der Konservativen und Nationalliberalen. Der Mann die Chinesen begreiflicherweise der Erbfeind. aus Peking hat die Regierungspresse trotz aller Mahnungen um hat eine unsterbliche Phantasie! Aufklärung bisher mit absonderlicher Beharrlichkeit geschwiegen. Ueber die Angelegenheit meldet der sehr unzuverlässige„ Daily. Das„ Boltsblatt" Mail" aus Hongkong: Die Vorgänge auf der Gazelle". Das Jetzt endlich öffnet die" Nordd. Aug. Ztg." die offiziösen Zähne, um in Halle erhält über diese Angelegenheit folgende Nachrichten, folgendes zu finden: Der Vorstand der Station Lokon, 80 Meilen nördlich von Piangderen Richtigkeit ihm verbürgt sein sollen: Durch den ungemein tung, Sutter, ist zu Pferde nach Tichunglod entkommen. Die Auf„ Nachdem durch die jüngst erfolgte Unterzeichnung des strengen Dienst, den Kapitän Neitzke vorschrieb und der ständischen, mehrere tausend an Zahl, haben, nachdem sie die Mission Schlußprotokolls in Peking normale Beziehungen zwischen China den an Bord befindlichen Mannschaften jede freie Stunde in Brand gesteckt hatten, die Stadt Sfingning angegriffen, find aber und den Mächten wieder angebahnt worden sind, hat die raubte, wurden die Mannschaften stark erregt. Auch die Be- unter Verlust von 10 Toten und 4 Gefangenen zurückgeschlagen deutsche Regierung der chinesischen die seiner Zeit von föſtigung soll nicht den Anforderungen entsprochen haben. worden. Hierauf haben die Aufständischen Schakma angegriffen, sind dem deutschen Kontingent aus Peting fortgeführten Kreuzer Gazelle ist erst vor wenigen Monaten wieder in Dienst ge- aber ebenfalls zurückgeschlagen worden. astronomischen Instrumente wieder zur Ver- China gewesen waren. Vor etwa zehn Wochen kam die Erregung Missionare von Piangtung sind hier eingetroffen. Sie waren stellt worden und zwar mit altgedienten Mannschaften, die in Eine Depesche der„ Times" aus Hongkong besagt: fügung stellen lassen. Die chinesische Regierung hat dar- der Mannschaft dadurch zum Ausdruck, daß Verschlußstücke und vor dem Anrücken der Aufständischen gewarnt worden, deren auf erwidert, daß sie mit Rücksicht auf die Umständlichkeiten und andre Geschützteile über Bord geworfen wurden und der Ziel die Ersetzung der Mandschu- Dynastie durch die MingSchwierigkeiten, mit denen der Rücktransport sowie die denmächstige Kapitän morgens in seiner Kajüte auf dem Tisch ein offenes Schreiben Dynastie und die Ausrottung der Ausländer ist. Der deutsche Wiederaufstellung der Instrumente verknüpft sein würde, auf fand, in welchem er aufgefordert wurde, den Dienst weniger streng tonful in Swatau hat sofort die nötigen Maßregeln ergriffen. Die dieselben verzichte." zu gestalten, andernfalls würde er in See geworfen werden. Wie chinesischen Behörden haben von Tschautschaufu 900 und Diese offiziöse Mitteilung bestätigt die Berechtigung der von uns dieser Brief in die Kajüte gekommen ist, konnte nicht aufgeklärt Weitschaufu 700 Soldaten entsandt; man glaubt, daß es diesen gezuerst in der Hauptstädtischen Presse erhobenen Anklage vollauf. werden. Die Posten, denen die strenge Bewachung der Zugänge zur lingen wird, den Aufstand zu unterdrücken. Die Lokalbehörden und Es bleibt unaufgeklärt, wer die Instrumente fortgeführt hat. wurden sofort zehn bis zwölf Mann in Untersuchungshaft genommen. Kajüte anvertraut war, vermochten keinerlei Auskunft zu geben. Es die Bevölkerung sind Missionaren gut gesinnt. Das aber ist aufgeklärt, daß fie nicht etwa durch Kauf oder mehrere der Verhafteten, die fast ausnahmslos ausgedient hatten und Schenkung, wie die Beschöniger jeglichen Humentums vorzuspiegeln vor ihrer Entlassung zur Reserve standen, sind wieder freigelassen gedachten, erworben worden waren. Und die offiziöse Note wagt worden; acht sitzen dagegen noch in Haft. Die Untersuchung wird selbst nicht zu behaupten, daß ihr Hinweis auf nicht„ normale Be- mit großem Eifer betrieben, hat aber bis jetzt zu keinerlei greifbarem ziehungen" die Thatsache der Widerrechtlichkeit des Ergebnis geführt, so daß die Vermutung berechtigt ist, man habe sich in Plünderungsaktes auslöschen kann. Dics der Sachverhalt. Wir raten dem„ Berliner Tageblatt", das offenbar der Meinung ist, ein König habe kraft seiner Geburt das höchste Urteil über Kunstfragen, wegen dieser„ Auflehnung“ der Künstler und der Stadt, der sie ihre Kraft widmen, am gebrochenen monarchischen Gefühl unverzüglich zu verscheiden. Die Chinabente. Die deutsche Regierung benutzt die Wiederherstellung der„ normalen Beziehungen zur Ausrede, um das hunnische Vergehen wider das Völkerrecht zu mildern. Es müssen seltsame Dinge hinter den Coulissen des Chinafahrertums sich abgespielt haben, daß die Regierung nicht eher und nicht unumwunden zum Zugeständnis der geschehenen Versündigung gelangen konnte. Erst, als wir und andre deutsche Blätter das Unrecht aufgedeckt hatten, entschloß man sich, seine Schuld zuzugestehen und stellte die ungerechte Beute der chinesischen Regierung zur Verfügung. Diese hat mit feiner Fronie die Annahme zurückgewiesen, indem sie auf Die Schwierigkeiten des Rücktransports hinwies. " Der den Personen der Verhafteten vergriffen und Unschuldige festgenommen. Die Besatzung der Gazelle besteht aus 200 Mann. Eine weitere Nachricht besagt: In Kiel wird erzählt, daß gegen die strenge Disciplin unter der Schiffsbesatzung starke Gärung herrsche. Auf einer Thür der„ Gazelle" war geschrieben: Neizke, Neigte hüte Dich, nommen. * ** Die UDI Von dem Gouverneur in Riantschou liegen folgende Melvor: dungen " Zeitungsnachrichten über ernste Lage durchaus unbegründet." " Quenshikai hat mir telegraphisch seine Wiederübernahme der Geschäfte angezeigt und die Sendung eines höheren Beamten zur Begrüßung angemeldet." Oestreich- Ungarn. Italien. Pestgefahr in Neapel. Wien, 2. Oktober. Auf der Tagesordnung der am 17. d. M. stattfindenden ersten Sitzung des Abgeordnetenhauses steht Kennst Du den Fall Krosigk nicht? als erster Punkt das Budget und das Finanzgefeß für 1901. Typhus- Epidemie. Aus Essen wird uns geschrieben: Die Budapest, 2. Oftober. Die Wahlen sind bisher im ganzen Die Regierung wird ſelbſt empfinden, daß die dürftige Ausrede, im Bochumer Bezirk grassierende Seuche nimmt trotz der letzten Lande ruhig verlaufen. An verschiedenen Orten wurde bedie sie in der„ Nordd. Allg. 3tg." unternimmt, ihr nicht zur Ehre Beschwichtigungsversuche noch an Ausdehnung zu. Einzelne Orte hufs Aufrechterhaltung der Ordnung Militär in Anspruch ge= gereichen kann. Wollte man die Instrumente nur an sich nehmen erhielten bereits das Aussehen eines großen Krankenhauses, sogar nommen; doch ist über ein Einschreiten desselben von teiner Seite bis zur Wiederherstellung der„ normalen Beziehungen", so hätte Schulen und Amtszimmer mußten für Unterbringung der Kranten etwas gemeldet worden. In Sanft Gotthard wurde Ministerman sie in China belassen und nicht zu einer Zeit, wo die Wieder zur Verfügung gestellt werden. Nun steht die bösartige Strantheit präsident von Szell einstimmig gewählt. Ferner wurden einstimmig Herstellung der normalen Beziehungen schon gesichert war, über See auch bereits vor den Thoren der Stadt Essen. Im nabe belegenen gewählt Finanzminister Dr. v. Lulacs, Handelsminister Hegedues, geführt und im Potsdamer Part aufgestellt. Kray und Rotthausen sind bereits zahlreiche Erkrankungsfälle fon- Staatssekretär Franz Nagy und zahleiche andre Liberale; ebenso die Stattfinden einer Stirmeß in Steele zu verbieten, dagegen ist bereits statiert. Merkwürdigerweise hat man noch nicht daran gedacht, das Oppositionellen Karl Eötvös und Gabriel Ugron. in Erwägung gezogen, im Interesse der Sicherheit" Versammlungen zu verbieten. In Effen selbst ist auch bereits die Schließung der Schulen bei weiterem Bordringen der Seuche in Aussicht ge- Die„ Agenzia Stefani" meldet ans Neapel: Die Kranken im Lazarett von Nisida befinden sich alle etwas besser. Die 135 Ber Die chinesische Regierung beabsichtigt das unrecht erworbene Majestätsbeleidigungs- Prozeß. Aus Halle a. S. wird fonen, welche im Lazarett isoliert wurden, befinden sich ganz wohl Gut in Deutschland zu belassen zum dauernden Gedächtnis, wie die berichtet: Der bereits 32 mal, darunter auch wegen Staiferbeleidigung In San Giovanni a Teduccio ist ein verdächtiger Fall angemeldet Deutschen das Völkerrecht zu achten wissen. Wird die deutsche Ne- mit 9 Monaten Gefängnis vorbestrafte Dachdecker Julius Gustav worden. Es handelt sich wieder um einen Arbeiter, der in der gierung dieses Schandmal dem deutschen Volke erhalten wollen? Nutsch von hier trat am 3. September auf der Straße zu einem Mühle beschäftigt war, die bereits wegen eines Bestfalles unter den Es scheint, daß die Mühle Die Ehre gebietet, die aus Befing fortgeführten astronomischen Polizeibeamten heran und äußerte eine Beleidigung über den deutschen dortigen Arbeitern geschlossen wurde. Instrumente ohne Säumen zurückzuführen und an ihren Platz zurück- Staiser. Als der Beamte dem Manne entgegnete, ob er denn krank durch Getreide infiziert worden ist, welches dorthin aus dem Frei zustellen. Die Regierung kann sicher sein, daß selbst die Social- lei, er folle doch machen, daß er weg komme und nicht solche hafen vor der Schließ.mg desselben gebracht wurde. Aeußerungen thun, wiederholte der Angeklagte die Aeußerungen so demokraten ihr die Kosten für den Rücktransport und die Wieder- oft, bis er von dem Sergeanten festgenommen wurde. Bei der Voraufstellung der Instrumente zu bewilligen bereit sind! untersuchung hatte der Angeflagte ruhig zugegeben, daß er die Aeußerungen gethan, um Obdach zu bekommen. Auch heute erklärte er Aus Dublin wird gemeldet: Ju einer am Montag stattsofort ant Beginn der Verhandlung, die Sergeanten brauchen gar nicht als Zeugen vernommen zu werden, ich räume alles ein. Die gehabten Versammlung der„ United Irish League" wurde ein Brief von William O'Brien verlesen, in welchem dieser sich entKommunale Demut. Aus Halle wird uns berichtet: Die Verhandlung wurde wegen Gefährdung der öffentlichen Ordnung schuldigt, daß er der Versammlung nicht beiwohnt, und weiter Kompetenzfommission, die wegen der Petition gegen die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit geführt und hatte das Ergebnis, erklärt, die Irländer seien ein Volk, welches nur Waffen Getreidezölle eingesetzt worden ist, hat nun, so teilte der Vorsteher daß der Angeklagte zu einem Jahre Gefängnis verurteilt und die Schulung der Boeren brauchte, um mit derdes Kollegiums heute mit, ihre Arbeiten" und Beratungen er- wurde. In der Urteilsbegründung hieß es, daß der Angeklagte im selben Beredsamkeit wie die unbesiegten Boeren- Republiken bezeugen lebigt. Die seit Februar d. I. tagende Kommission hat nun den vorliegenden Fall ganz diefelbe Aeußerung über den Kaiser gethan, zu können, wie sehr es die englische Herrschaft bast. Beschluß gefaßt, die Absendung einer Petition nicht die er damals, als er zu neun Monaten Gefängnis verurteilt wurde, John Redmond hielt eine Rede, in welcher er ausführte, die zu empfehlen. Das wirtschaftliche Leben unsrer Industriestadt gethan habe. Das sei frivol und es sei deshalb das Strafmaß er- Irländer hätten allen Grund, um zur Erlangung der Freiheit die Halle, so heißt es in dem Beschlusse, werde durch den Zolltarif nicht höht worden. Der Angeklagte nahm die Strafe an. Waffen zu ergreifen. beeinträchtigt. Am nächsten Montag soll die Angelegenheit im and Plenum beraten werden. * * Deutsches Reich. " Eine Heinze- Komödie. England. Frische Drohungen. London, 29. September.( Eig. Ber.) Die neneste Phase des Die Nationalsocialen debattierten am Dienstag über die Aus Elberfeld wird uns vom 1. Oktober geschrieben: füdafrikanischen Krieges wird, troz aller Deveschen und Nach Kolonialpolitik. Maurenbrecher gab zu, daß für die heutige Der hiesige Verschönerungsverein schenkte der Stadt einen richten vom Kriegsschauplas, nicht genügend gewürdigt. Diejenigen, Kolonialpolitik die Arbeiter nicht gewonnen werden könnten, schwärmte Monumentalbrunnen, mit deffen Aufstellung man vor welche von einer Verschlechterung der Lage sprechen, haben wohl dann aber für eine antikapitalistische Kolonialpolitik, die vermutlich wenigen Wochen auf dem Neumarkt begonnen hatte. Wie bei all vom humanen Standpunkt aus ganz recht, denn der massenhafte heute auf dem Monde betrieben wird. derartigen Werken, vorausgesetzt, daß sie nicht im ultramontanen Anschluß der Kapholländer an die Boeren bedeutet ohne Zweifel eine Kaufmann Pohlmann schlug vor, eine Insel anzukaufen, Aachen zur Aufstellung kommen, waren die dargestellten menschlichen Verlängerung der Seriegsschrecken. Das ist indes nicht alles. Er auf die jeder geschickt werden müßte, der sich offen zum Anarchismus Figuren unbekleidet und entbehrten Heinzescher Feigenblätter. Legterer bedeutet noch etwas andres: die Loyalisten mit Lord Milner an betene. Der Staat hätte die Verpflichtung, diese Leute, die doch Umstand nun brachte einige ultramontane Heinzelinge in Harnisch, der Spize haben durch ihre öffentlichen Erekutionen und Vereinmal hier geboren und zweifellos das Produkt der heutigen und das ultramontane Lokalblatt machte sich in einem jalbungsvoll folgungen die Kapholländer planmäßig in ihre anti- englische wirtschaftlichen Verhältnisse seien, ein Jahr lang zu ernähren. Diesen triefenden Artikel zu deren Sprachrohr. Und das Blamable ge- Stellung hineingetrieben, um England zu zwingen, mit dem AfrikanderAnarchisten müsse gesagt werden: wenn es Euch gelingt, aus dieser schah! Als eines schönen Morgens die Hülle bont dem element auch in der Kapkolonie und Natal ein Ende zu machen. Einen Jusel ein Paradies zu schaffen, dann wollen wir anerkennen, daß noch unfertigen Brunnen entfernt war, sahen die Elberfelder, andren Ausgang tann die Erhebung der Kapholländer jetzt nicht haben. Eure Ideen die richtigen sind. daß der vom Neptun mit dem Dreizad gekrönte Brunnen nicht Der machiavellische Plan Milners ist klar genug. Die große Mehr # heit der Transvaal- und Oranjestaat Boeren sind fampfunfähig| früher zu je 9 M. Geldstrafe verurteilt, und ihre gegen das Urteil gemacht. Die noch unter Waffen stehende Mannschaft kann entscheidende eingelegte Berufung war seiner Zeit verworfen worden. Hiergegen Treffen nicht mehr unternehmen. Aber damit ist die alte Nachsucht hatten die Angeklagten Revision eingelegt, und das Kammergericht der Loyalisten noch nicht befriedigt. Die Gelegenheit einer Be verwies die Sache zur nochmaligen Verhandlung vor die Prenzlauer friedigung ist gegeben, denn England hat dort eine Armee Straffammer. Diese erkannte auf Aufhebung des ersten Urteils und von 250 000 Mann. Diese nach der Kapkolonie zu auf Freisprechung der vier Angeklagten, da das Verteilen der Druckbringen, war der Plan Milners. Deshalb die schriften nur dann als Arbeit anzuschen ist, wenn es mit AnAufstachelung der mit ihren Stammesgenossen sympathi- strengung verbunden ist, was in der vorliegenden Sache nicht der fierenden Kapholländer. Gegen diese ist die Campagne Fall gewesen war. jezt gerichtet, die nun mit der Ausrottung der anti- englischen Afrikander endigen fann. Der lusgang wäre wahrscheinlich ein andrer, wenn diese sich vor zwei Jahren erhoben hätten. Jetzt ist's zu spät. Das moderne Empire fann wohl einen Krieg anfangen, aber je länger er dauert, desto mehr entschlüpft er der Kontrolle des Mutter Landes, um in die der Kolonialklique über zu gehen. Es wird jetzt nicht mehr um die„ Ehre" Englands gekämpft, sondern wegen der Rachlust der Loyalisten. Aus Induftrie und Handel. Kommunales. Der städtische Wohnungsansschuß hatte gestern seine erste Sigung nach den Ferien. Man trat zunächst in die Beratung des letzten von unsren Vertretern gestellten Antrages ein, durch welchen die Grundsteuer- Ordnung vom 2. Januar 1897 aufgehoben und an deren Stelle eine Besteuerung der bebauten und undebauten Grundstücke nach dem gemeinen Wert eingeführt werden soll. Jetzt wird in Berlin, wie Heimann begründend ausführte, die GemeindeGrundsteuer erhoben nach dem Nußungswert der steuerpflichtigen Grundstücke und der darauf befindlichen Baulichkeiten. Infolge dieses Veranlagungsmaßstabes bleiben, nachdem im Jahre 1896 die kurz vorher Die Berliner Arbeitsnachweisstatistik, die vom Central- eingeführte Bauplatzsteuer wieder aufgehoben werden mußte, alle verein für Arbeitsnachweis durch Umfrage aus 80 Arbeitsnachweisen Bauplätze, da sie keinen oder nur geringen Nutzungswert haben, von aufgenommen wird, ergab folgendes: der Gemeinde- Grundsteuer ganz oder fast ganz frei, und auf der Es hatten sich im Monat August 17 133( 15 136 im Juli) andern Seite werden die Häuser mit kleinen Wohnungen durch die Arbeitsuchende nen gemeldet. Verlangt wurden 11 651( 14 277) und jetzige Steuer außerordentlich schwer belastet. Diese Häuser haben besetzt konnten 109 37( 11 431) Stellen werden. Auf je 100 Stellen nämlich, wie vom Rheinischen Verein zur Förderung des ArbeiterEinen klaren Ausdruck dieses Gedankenganges hat die englische famen 147( 106) neue Meldungen Arbeitsuchender, 89 Stellen wurden Wohnungswesens in einwandsfreier Weise festgestellt ist, aus beBresse wohlweislich nicht gegeben. An Andeutungen fehlt es indes von 100 besetzt. stimmten Gründen sehr hohe Nutzungswerte im Verhältnis zu ihren nicht. Die nicht ganz unglaubwürdigen Gerüchte über Mißverständ- In den einzelnen Berufen wird die Lage des Arbeitsmarktes wie Verkaufswerten. Da die Grundsteuer num aber eine indirekte Steuer nisse zwischen Kitchener und Milner entspringen zum großen Teile folgt geschildert: ist, die von den Wirten nur vorgeschossen, in Wahrheit aber im den Intriguen der Loyalisten gegen Kitchener, der mit seiner Der allgemeine Gärtnerverein giebt an, daß ältere Mietszins von den Mietern gezahlt wird, so wirkt die jetzige GrundArmee nicht nach der Kapkolonie, sondern zur Pacifizierung Arbeitskräfte schwer unterzubringen sind, da nur 18- bis 22jährige steuer insbesondere bei den kleineren Wohnungen als ein mietsvon Transvaal und Oranjestaat ausgesandt wurde und seine verlangt werden. Zuzug von auswärts sehr starf. steigender Faftor. Die Einführung einer Steuer nach dem gemeinen Aufgabe in diesem Sinne auffaßt. Nicht unerwähnt soll Der Metallarbeiter Verband, Schmiede, Kupfer- Wert, deren Veranlagung auch einfacher ist als der bisherige Verhier bleiben eine Auslassung der„ Saturday Review" von gestern: schmiede, Former, Gewerkverein der Metall- anlagungsmodus, würde diese Uebelstände beseitigen und überdies " Bellagenswert wie die Fortsetzung des Krieges auch sein mag, so arbeiter und Bauanschläger berichten übereinstimmend, daß dazu führen, daß die Baustellen schneller als bisher der Bebauung wird sie doch zu einem dauernden Frieden nicht wenig beitragen. die Arbeitsgelegenheit bedeutend schlechter als im vorigen Monat sei. erschlossen werden. Die nach dem Verkaufswert des Bauplages verMit jedem Tage verschwindet so mancher Feind des Friedens; die Bei den Porzellanarbeitern war die Nachfrage lebhaft. Tape anlagte teuer würde nämlich bald den betreffenden Besizern recht rebellischen Mitglieder der Kapkolonie, die sich den Boeren anschlossen, aierer und Buchbinder berichten: Bis Mitte des Monats fühlbar werden. Eine Steuer nach dem gemeinen Wert wird außer werden am Ende um so viel die Summe der Jlloyalen verkleinern; hatte sich die ungünstige Lage wenig geändert. Am Schlusse desselben in den Verliner Vororten erhoben in Köln, Charlottenburg, Mülje mehr Boeren und Rebellen im Kampfe beharren, desto kleiner wird macht sich bei den Tapezierern ein kleiner Aufschwung bemerkbar, da heim a. Rh., Eberswalde, Breslau, Neusalz, Naumburg, Kiel, Recklingam Ende die Zahl Seiner Majestät Unterthanen sein, die verräterische die Saison beginnt. hausen, Oberhausen, Aachen, Dortmund, Düsseldorf, Duisburg, Gedanken gegen uns pflegen." Holzarbeiter Verband, Vergolder, Holz Elberfeld, Essen, Görlitz u. a. und hat sich überall gut bewährt. Das war ja im Grunde genommen auch der Zweck der Pro- bearbeitungsmaschinen- Arbeiter, Gewerkverein der Holz- In der ausgedehnten Debatte, die sich anschloß, wurden zunächst flamation, die vorige Woche zehn Opfer forderte. Gegen diese Ver- branche, Musikinstrumenten Arbeiter, Möbel von einem der Magistratsvertreter eine Reihe von technischen Be-, bannung werden jetzt wichtige konstitutionelle Bedenken erhoben. polierer und istenmacher bezeichnen die Nachfrage als denken erhoben, aber zugegeben, daß der jezige Zustand, nach welchem Man frägt sich, ob die Regierung das Recht besige, englische Bürger flau. Nur bei den Möbelpolierern ist eine Besserung ein- die unbebauten Grundstücke von jeder Steuer befreit sind, ein unund als solche werden die Boeren von ihr betrachtet auf abgetreten. erwünschter und ungerechter ist. Von den nachfolgenden Rednern ministrativem Wege zu verbannen. Das geschieht wohl in Ruß- Der Holzarbeiter Verband veranstaltete am 16. August cr. traten drei den Ausführungen unsrer Vertreter durchaus bei, die land, aber in England war dies bis jetzt nicht geschehen. Mr. Asquith eine Enquete bei den organisierten Mitgliedern. Nach Angabe der Mehrheit aber glaubte an dem jetzigen Zustande, der ja schon seit äußerte sich über diese Frage folgendermaßen:" Die Annahme, daß Ortsverwaltung beteiligten sich daran von 12000 Mitgliedern längerer Zeit bestände, nicht rühren zu sollen. Da die Herren der Proflamation Gesezestraft innewohne, ist als eine irrtümliche in Berlin über 7000, und es fonnte festgestellt werden, aber zugeben mußten, daß die Freilassung der unbebauten zu bezeichnen. Kein Minister dieses Landes hat das Recht, die Ver- daß von den letteren am 16. Auguſt cr. zirca 350 arbeits- Grundstücke von jeglicher Steuer ein frafie Ungerechtigkeit bannung von Seiner Majestät Unterthanen zu dekretieren. In los waren. In der Zeit vom 5. Juli bis zum 15. August waren darstelle, salvierten sie ihr Gewissen, indem sie nach Ablehnung des Wahrheit hat die Proklamation nur die Bedeutung jener circa 1200 arbeitslos. Des ferneren wurde konstatiert, daß die von unsren Vertretern gestellten Antrages, die mit 7 gegen 5 Stimmen Maßregel, der Deutschland beim Schlusse des deutsch- Arbeitszeit infolge der flauen Konjunktur in den Betrieben be- erfolgte, die nachstehende Resolution zur Annahme brachten: französischen Feldzuges gegen die Elsässer ergriffen hat. deutend eingeschränkt wurde, ganz besonders in der Stockbranche, Die Proklamation sagt den Boeren: Ihr habt die Wahl. Entweder in welcher sie auf 40, 30 ja bis auf 20 Stunden pro Woche reduciert unterwerft Ihr Euch bis zum festgesezten Termin, oder Ihr müßt wurde. gewärtig sein, daß eine lokale Gefeßgebung geschaffen wird, die Euch Die Arbeitsgelegenheit bei Tabatarbeitern ist sehr mäßig. aus dem Lande verweist. Selbstverständlich muß ein solcher meist Aushilfe. Bei Konditeren beginnt die Saison. Bei den Schneidern ist in allen Branchen die Nachfrage sehr soweit die von unsern Genossen gestellten principiellen AnDie Beratungen des städtischen Wohnungs- Ausschusses sind damit, Gesezentwurf verfassungsmäßig eingebracht und debattiert werden; er fann amendiert, angenommen oder abgelehnt werden. Aber Ver- flau, außer in der Damenkonfektion, welche etwas Lebhaftigkeit aufträge in Frage kommen, zunächst zu Ende gelangt. Ueberblickt bannung durch Proklamation ist verfassungswidrig." weist. Bei den utmachern ist lebhafte Nachfrage nach Arbeits- man, was im Laufe der lang ausgesponnenen Verhandlungen beDie Bauarbeiter, 3immerer, Maurer und Puzer schloffen wurde, so ist das Ergebnis geradezu kläglich. Man hat die den 27. September: Eine starte Boerentruppe überraschte am loje. Bei den Dachdeckern hat die Arbeitslosigkeit nachgelaffen, Wohnungsnot in Berlin Verwendung finden sollen. Man hat den Boerenkrieg. Das„ Reutersche Bureau" meldet aus Dundee geben 810 Arbeitslose an. Bei Steinfegern 20 Proz. Arbeits- König Friedrich- Stiftung errichtet, die bekanntlich mit 1 Million Mark ausgestattet ist und deren bereite Mittel zur Linderung der 26. September abends bei Onetree Hill, wo im Jahre 1899 der so daß nur noch ca. 5 Proz. ohne Arbeit sind. Bei den Töpfern Wohnungsnot in Berlin Verwendung finden sollen. Man hat den erste Stampf im südafrikanischen Kriege stattgefunden hat, einen ist die Nachfrage in der letzten Hälfte des Monats gestiegen, so daß Herstellung gesunder kleiner Wohnungen in Verbindung zu treten. Magistrat ersucht, mit gemeinnügigen Baugenossenschaften für die fleinen Volunteerposten. Die Volunteers verteidigten sich wacker. am Schlusse desselben keine Arbeitslosen waren. Das heißt zu deutsch, daß sie zurückgeschlagen worden sind! Man hat im schroffen Widerspruch zu den Wünschen der Beteiligten Beamten beschlossen und schließlich die oben mitgeteilte nichtssagende Resolution zur Annahme gebracht. Afrika. Unruhen in Französisch- Kongo. Das Antwerpener Blatt " La Métropole" meldet: Ende Juli brach in Französich- Kongo ein Aufstand aus. 18 000 Babunis schlossen die von 50 Europäern, meistens Belgiern, bewohnten Faktoreien am Ogowe ein. Da keine Miliz zur Verfügung stand, wurde das französische Kanonenboot " Alcyon" zur Hilfe entsandt; dieses konnte jedoch bei dem niedrigen Wasserstande des Ogowe nicht vorwärts kommen. Anfang August gelangte nach Libreville die Nachricht, daß vier Europäer getötet feien. Amerika. New York, 1. Oktober. Ein Telegramm aus Willemstad bestätigt in vollem Umfange die schwere Niederlage der Venezo Inner am 14. September auf ihrem Rückzuge von La Hacha. Die columbischen Truppen griffen die Venezolaner von allen Seiten an und zersprengten sie; die Fliehenden wurden dann noch von Indianern überfallen. Dem columbischen Gesandten in Washington ist telegraphisch die Nachricht zugegangen, daß in Bogota infolge der Ernenning Miquel Mendez zum Minister des Aeußern eine Kabinetts trijis ausgebrochen fei.Partei- Machrichten. Zu den fächsischen Landtagswahlen. Zu den in Zittau notwendig gewordenen Wahlmänner- Nachwahlen erläßt das social demokratische Wahlkomitee folgende Erklärung: Polizeiliches, Gerichtliches usw. = V fräften, da die Damenhutsaison beginnt. Bei den Bildhauern ist das Geschäft im Niedergang begriffen. Graveure, Eiseleure und Photographen flau. Muiiter etwas besser. Im Buchdruck gewerbe ist anhaltend wenig Nachfrage. aufmännische Stellen werden im Verhältnis zur Zahl der Stellensuchenden nur sehr gering angeboten. 3 = Bei den Handels- und Transportarbeitern ist der Verkehr auffallend still. Ein Teil der offenen Stellen konnte wegen niedrigen Lohnes nicht besetzt werden. Jm Gastwirtsgewerbe macht sich eine Stille bemerkbar, die nach Beendigung der Sommersaison eintritt. Bei Nachfrage werden nur noch junge und billige Arbeitskräfte verlangt. tommen. verbleibe." Die Versammlung ersucht den Magistrat, in Erwägung zu ziehen, daß die unbebauten Grundstücke in wirksamerer Weise als bisher, vielleicht im Wege der Besteuerung nach dem gemeinen Wert, zur Steuer herangezogen werden." So ist die Wohnungspolitik der größten und reichsten Kommune Deutschlands beschaffen. Und das angesichts der Thatsachen, daß am 1. Januar d. J. die leerstehenden Wohnungen kaum 2 pro Mille ausmachten, daß die private Bauthätigkeit mehr und mehr versagt und daß als Folge davon die Mietspreise eine Höhe erreicht haben, die der breiten Schichten der Bevölkerung selbst in Zeiten guter Arbeitsgelegenheit die schwersten Lasten auflegt, die aber in Zeiten gewerblichen Niedergangs, wie wir sie jetzt haben, kaum noch erschwinglich ist. Soweit das auf dem Boden des Dreiklassen- Wahlrechts möglich ist, werden hoffentlich die Stadtverordneten- Ersatzwahlen im Herbst der freisimmigen Majorität die deutliche Antwort auf ihre Beschlüsse geben. t Aus der Frauenbewegung. " 21 Geschäftspraxis auf dem Hypothekenmarkt. Wie wir bereits berichteten, kam es in der Generalversammlung der Pommerschen Hypothekenbank zu ernſten Auftritten, als dem Geh. Kommissionsrat iman entgegengehalten wurde, er habe für die der Firma Tietz von der Bank gewährte Hypothek eine Provisionsgebühr bezogen. Entrüstet erklärte Herr Liman, er habe keine derartigen Ge schäfte gemacht. Jetzt wird bekannt, daß Herr Liman mit noch einem Herrn die Summe von 3000 Mark teilte, die die Pommersche Hypothekenbank dafür auswarf, daß Herr Liman der Firma Tietz die Bommersche Hypothekenbaut bei der Beleihung der Allgemeine deutsche Frauenverein hat auf seiner in empfahl. Man kann es danach verständlich finden, wenn angenommen Eisenach gegenwärtig tagenden Generalversammlung eine Statutenwurde, diese Entschädigung sei einer Provision gleich zu achten und änderung beschlossen, nach der das Programm des Vereins in Zu der Untersuchungsrichter Herrn Liman als Sachverständigen ablehnte. tuft lauten foll: a) Befreiung der Berufsarbeit der Frau von lebrigens ist es recht interessant, durch wieviel Hände die Geld- allen ihrer Entfaltung entgegenstehenden Hindernissen. b) Belebung penden gleiten müssen, ehe derartige Geschäfte zum Abschluß des Jnteresses für Hauswirtschaftliche und gewerbliche, wissenschaft liche und künstlerische Berufsbildung des weiblichen Geschlechts. Die von der Vossischen Zeitung" in die Presse und auch von c) Förderung der thätigen Anteilnahme der Frauen an den fulturellen In Erwägung, daß es am ſichersten ist, der Oppofition zum uns übernommene Mitteilung, daß der königliche Bankinspektor und socialen Arbeiten unsrer Zeit. d) Förderung der Rechte der Frau Siege zu verhelfen, wenn unsre Wähler bei den bevorstehenden Nachwahlen für die Wahlmänner der freisinnigen Volkspartei ein- artmann aus seinem Amte scheidet, ist unrichtig, es besteht bei im privaten und öffentlichen Leben." treten, fordern wir die Wähler auf, den nachstehenden Wahlmänner- der Regierung die Absicht, mehrere Beamte mit der Aufgabe der Die„ Vossische Zeitung" kandidaten ihre Stimmen zu geben:( es folgen die Namen der Hypothekenbank- Inspektion zu beauftragen. freisinnigen Wahlmänner.) Dann heißt es weiter:„ Unire san- giebt über diese falsche Meldung folgende befremdliche Erklärung: Die norwegischen Frauen und das Wahlrecht. didaten zieben wir hiermit zurü d. Jeder Wähler wird" Die Nachricht hatte keinerlei andre Begründung, als daß wir der Die proletarischen Frauen Norwegens bereiten sich aufs cifrigste dringend gebeten, obenstehenden Wahlmännern seine Stimme zu wollten, ob es wohl gerechtfertigt sei, daß der Herr in seinem Amt sind der Ansicht, daß sie das neugewonnene Wahlrecht am besten Regierung in üblicher(!) diplomatischer Weise einen Wink geben für die in diesem Herbst stattfindenden Gemeindewahlen vor. Sie geben, um den Wahlrechtsverschlechterern den Sieg zu entreißen." Es handelt sich bei diesen Wahlen um Stichwahlen oder um die dadurch ausnutzen, daß sie gemeinsam mit der Socialdemokratie in Ergänzung solcher Wahlen, die bei der Hauptwahl aus irgend einem„ Boifischen Zeitung" zu sagen.zeugt doch von einer größeren bei den bürgerlichen Frauen große Verwirrung. Diesen Weg zu wählen, um der Regierung die Meinung der den Wahlkampf treten. Sie wissen, was sie wollen. Dagegen herrsch Sie wollen fid formellen Grunde nicht zu stande gekommen sind. Jämmerlichkeit und Feigheit der Gesinnung, als wir es bisher für feiner Bartei anschließen und stellen eigene Frauenlisten" auf, auf möglich gehalten haben. denen freilich, weil es recht oft au geeigneten Damen fehlt, Der Landagitation der Socialdemokratie werden fort- Ein Truft im amerikanischen Schiffsbau ist im Entstehen häufig auch Männernamen mit aufgeführt sind. Die bürgers gesezt die größten Schwierigkeiten bereitet. Kürzlich standen wieder begriffen. Eine ganze Reihe von Vorgängen, für welche bisher die lichen Frauen wollen vor allem unparteiisch" sein. Ihre Gewählten fünf Elbinger Genossen vor dem Schöffengericht, weil sie gegen ein rechte Erklärung gefehlt hat, steht mit diesem neuen gigantischen sollen gleichsam als Friedensengel in die Gemeindevertretungen einauf 20 m. lautendes Strafmandat Widerspruch erhoben hatten. Blane in Zusammenhang; so der Ankauf der Bethlehem Steel Co., ziehen und dem Kampf der Parteien ein Ende machen. Welche Ges Sie sollten während des Gottesdienstes Flugblätter verbreitet haben. welche vorher noch die Bethlehem fron Co. in sich auf- fahren in dieser Stellungnahme der Damen für sie liegt, das ist den Die Berufung wurde vom Schöffengericht verworfen. Der Gerichts- genommen hatte, durch den Präsidenten des Stahl- Trustes bürgerlichen Parteien bereits flar geworden. Die Konservativen find hof stützte sich auf das Zeugnis des Amtsvorstehers Krüger aus Charles M. Schwab, sowie der Ankauf der Pennsylvania bekanntlich seiner Zeit für das Frauen- Wahlrecht eingetreten, weil Fichthorst, der die Verbreitung während der Kirchzeit gesehen haben Steel Co. und der Cambria Steel Co. durch die Penn- fie darin ein Gegengewicht gegen das allgemeine Männer- Wahlrecht wollte. Die Verteilung der Flugschriften wurde als öffentlich sicht- sylvaniabahn. Die Reorganisation der Cambria Steel Co. ist in zu finden hofften. Nun sehen sie, wie sie sich verrechnet haben und bare Arbeit charakterisiert, durch welche andre Leute in ihren religiösen der Weise vollzogen worden, daß diese ursprünglich mit beschwören die Frauen ihrer Klasse, doch ja von ihrem gefährlichen Gefühlen verletzt werden könnten. 4 320 000 Dollar kapitalisierte Gesellschaft in eine neue Organisation, Thun abzulassen, weil sonst die Socialdemokraten zur Herrschaft gewelche den Namen Connemangh Steel Comp. führt und deren langen. drei Monate Gefängnis. Dortmund, " Die Socialisten", schreibt„ Aftenposten", stehen nun ihrem die 1. Oftober. Das heute verkündete Urteil wider Genossen Bredenbed tapital 50 000 000 Dollar beträgt, übergegangen ist, wobei gleichzeitig durch eine Neuwahl des Direktoriums die Interessen- Bertretung Gesellschaft verwüstenden Ziele näher, als je zuvor. Der Kampf wegen angeblicher Polizeibeleidigung, begangen durch die Presse, der Pennsylvaniabahn entsprechend zum Ausdrucke kam. Der Angegen die Socialisten ist der springende Punkt bei den kommenden lautet auf 3 Monate Gefängnis. Bredenbeck hatte die Verantwortung tauf der Bethlehem Steel Comp. durch Ch. M. Schwab hat zu einer Wahlen. Nun ist nicht Zeit, um unpolitische Vereine zu bilden. für die fragliche Noliz abgelehnt und stellte unter Beweis, daß nur durch die Bergeßlichkeit des Metteurs die betreffende Nummer der ganzen Reihe von Gerüchten Anlaß gegeben, von welchen sich am Das einzige, was man damit erreicht, ist Zersplitterung und NiederZeitung seinen Namen als Verantwortlichen trage. Das Gericht hartnädigsten jenes erhalten hat, Schwab beabsichtige seine Stelle lage für die Partei, an deren Fortschritt man interessiert ist. Die als Präsident des Stahl- Trustes niederzulegen und für eigene focialdemokratischen Frauen find fich darüber vollkommen ,, fonstatierte" jedoch trotzdem sei Bredenbeck verantwortlich und Rechnung die Bethlehem Steel Comp. zu betreiben. Wie die Wiener Hlar. Das konnte man auf der Versammlung hören, die sie weitere drei Monate find seinen noch zu verbüßenden Strafen zu Neue Freie Presse" wissen will, waren diese beiden Transaktionen diesen Sommer abhielten, wo sie auf das bestimmteste von der nur vorbereitende Schritte für das Zustandekommen eines neuen Bildung eines unpolitischen Vereins Abstand nahmen. Da kehrte bei Gegen Bredenbeck schwebt nun noch ein Verfahren wegen großen Schiffsbau- Trustes, welcher von der in Cleveland ansässigen allen Rednerinnen der Gedanke wieder: Wir haben gar keine Ur Polizeibeleidigung. Lange Zeit wird unser Genosse hinter schwedischen Gardinen American Shipluilding Company den Namen erhalten soll. Die sache, unsre Stimmen an impolitische" Experimente zu verschwenden, die Freuden eines socialdemokratischen Stapitalisation der Gesellschaft wird einige hundert Millionen Dollars jede einzelne von uns stimmt für die Arbeiterpartei( SocialRedacteurs genießen. betragen, da ausnahmslos alle großen und auch einige der kleinen demokratie). Wir wollen unsre Macht aufs äußerste ausnutzen, um Wegen Verbreitung socialdemokratischer Schriften an Schiffsbaufirmen in dieser neuen Gründung aufgehen souen. Auch unsre Interesse zu fördern." cinem Sonntage hatten sich am 26. September d. J. vor der hier soll durch die Kontingentierung der Arbeits- und der AbsatzStraffammer in Prenzlau die Cigarrenarbeiter Spazzed, Driesener, gebiete mit möglichst geringen Kosten fabriziert werden. Die AnWendt und Labahr aus Vierraden zu verantworten. Das Schöffen- gliederung dieses neuen Trustes an die United States Steel Comp. gericht zu Schwedt hatte die vier Angeklagten wegen Verlegung der fommt schon in der Weise zum Ausdruck, daß die Finanzierung der Ober- Präsidialverordnung über die Heilighaltung des Sonntags selben durch das Haus Morgan besorgt werden wird. - Nochmals gezählt. " Wie man sieht, stellt das konservative Organ den norwegischen Arbeiterfrauen das beste Zeugnis politischer Reife ans, während es den Damen der sogenannten gebildeten" Stände vergeblich ihre Dummheiten vorhält. Die Hoffnung, die Frauen der Reaktion dienstbar zu machen, ist also gescheitert. Gewerkschaftliches. Arbeitseinkommen der Versicherten unter Statuierung eines Eristenz-| besteht, die aber noch keine Vorteile errungen habe, da sie sich erst minimums. Bei der Invalidenversicherung, Witwen- und Waisen im Anfangsstadium befinde. Die Lohnverhältnisse seien nicht so Der Minimallohn in HamBerlin und Umgegend. versorgung ist, wie bei der bestehenden obligatorischen Kranken- und schlecht wie die der Berliner Kollegen. Achtung Schuhmacher! Die Einleister der Filzschuh- Unfallversicherung, von der Einführung einer Karenzfrist abzusehen. burg beträgt 21 M., jedoch läßt die Regelung der Arbeitszeit viel fabrit von Schweizer, Gleim str. 17, haben wegen Lohn3. Ausgiebige Beitragsleistung durch den Staat, ohne die weder zu wünschen übrig. Es herrsche eine starke Arbeitsüberbürdung. Die genannten Redner gaben übereinstimmend der Ansicht Aus differenzen, die anläßlich eines neu eingeführten Artikels entstanden Invaliditäts- und Altersversicherung noch Witwen- und Waisenfind, die Arbeit niedergelegt. versorgung durchführbar sind. Was bisher für Privatbahnen und druck, daß nur eine fräftige Organisation Besserung in den ArbeitsSchiffahrtsgesellschaften, für mächtige Industriezweige und fapitals- verhältnissen schaffen könne. An die organisierte Arbeiterschaft Rigdorfs! Arbeiter, fräftige Bevölkerungsschichten geschehen ist, muß endlich der ge= Hierauf ging man zum zweiten Punkt der Tagesordnung über: Parteigenossen! Die Organisation der Barbiere tämpft einen famten arbeitenden Bevölkerung zu teil werden. Welche Organisation ist für die Fensterpuer Möller Berlin führte aus, daß es am schweren Existenzkampf, da die Selbständigen durch Hinzuziehung 4. Sicherung der erworbenen Ansprüche bei eintretender Arbeits- die beste? jüngerer unaufgeklärter Arbeitskräfte unsere vor dem Einigungsamt Tofigkeit, entweder durch Schaffung eines eignen Fonds zur Zahlung zweckmäßigsten wäre, eine einheitliche Organisation sämtlicher Fensteranerkannte und von den Selbständigen unterschriebenen Forderungen der Beiträge oder angemessene Erhöhung der laufenden Prämien. puzer Deutschlands zu gründen. Hierüber entspann sich eine illusorisch machen wollen. Wir richten nun an die organisierte 5. Schaffung einer einheitlichen und einfachen, den Zwecken der lebhafte Debatte. Der 1. Vorsigende des Handels- und TransportArbeiterschaft die Bitte, nur solche Geschäfte in Anspruch zu nehmen, Versicherung entsprechenden Organisation, für die eine weitgehende arbeiter- Verbandes, Genosse Schumann empfahl den anwesenden wo organisierte Arbeiter beschäftigt sind. Die richtige Abstempelung Selbstverwaltung durch die Versicherten die grundlegende Bedingung Delegierten, sich mit ihren bestehenden Organisationen seinem Verder Kontrollkarte( augenblicklich die 40. Woche) bürgt hierfür. Die ist. Das Ziel dieser neuen einheitlichen Reorganisation des Ver- band anzuschließen und legte die Vorteile dar, die der Anschluß an Geschäftsinhaber, welche trog ihrer Unterschrift unsre Forderungen sicherungswesens soll sein, daß die Grundlage örtliche Kassen bilden, eine größere Organisation biete. Von den Delegierten aus Hamburg Schumann unbeachtet lassen, werden jeden Sonnabend bekannt gemacht. die bei vorübergehender Erwerbsunfähigkeit Unterstügungen gewähren, und Bremen wurde dieser Antrag lebhaft bekämpft. daß er die nicht gekommen wäre, um während sie, zu territorialen Kassenverbänden vereinigt, die dauernden erklärte darauf, Renten bei der Invaliditäts- und Altersversicherung, bei der Fensterpuzer durchaus zum Anschluß an seine Organisation zu Witwen- und Waisenversorgung sichern. Die Versicherten wählen ihre zwingen, sondern wenn sich dieselben auf eigne Füße stellen wollen, Vertreter auf Grund des allgemeinen, gleichen und direkten Wahl- so würde er den Sektionen, die bis jetzt dem Verband der Handels- 2c. rechtes. Die Rückversicherung sowie die Vereinheitlichung und Zu- Arbeiter angehört haben, empfehlen, sich ihrer eignen Organisation sammenfassung des ganzen Versicherungsgebietes hat durch einen anzuschließen. Reichsverband und durch die Errichtung eines Reichs- Versicherungs- Ein von den Hamburger und Bremer Delegierten gestellter Antrag, über die Gestaltung der Organisation eine Urabstimmung amtes zu erfolgen. unter den organisierten Fensterpuzern vornehmen zu lassen, wurde zurückgezogen, und ein von den Berliner Delegierten gestellter Antrag angenommen, welcher besagt: Es wird ein Centralverband der Fensterpuzer Deutschlands gegründet. Derselbe hat seinen Siz in Berlin und tritt am 1. Januar 1902 in Thätigkeit. Ueber folgende Geschäfte ist die Sperre aufgehoben, da hier die Zustände geregelt sind: Kaffta, Erfstr. 5; Muschat, Berlinerstr. 79; Schäfer, Steinmegstr. 119. Die Lohntommission. J.. A.: Val. Frohnert. Deutsches Reich. Die Weber in Gera find in eine Lohnbewegung eingetreten. Sie haben einen allgemeinen Lohntarif aufgestellt, der den 6. Gewährung weitgehenden Einflusses an die VersicherungsFabrikanten vorgelegt werden soll mit dem Ersuchen, daß lettere sich institute bei Erlassung von Verordnungen zur Verhütung von Bebis zum 15. Oftober darüber äußern. Als Mindestlohn verlangen triebsunfällen und Berufskrankheiten; ebenso Teilnahme dieser die Weber 3 M. pro Tag, einen Zuschlag von 10 Broz. bei Accord- Institute an der Ueberwachung der Fabriken, Werkstätten und Arbeitsarbeiten und Einführung der zehnstündigen Arbeitszeit. pläge. In der Feilenhauerei von Mummhoff u. Stegemann in Bochum haben die Schleifer wegen Lohndifferenzen gekündigt; sie ersuchen um Fernhalten des Zuzugs. Bei der Gewerbegerichtswahl in Haynau( Schlesien), die am Montag stattfand, wurden die vom Gewerkschaftskartell aufgestellten Arbeitnehmer gewählt. Gegenfandidaten waren nicht vor handen. Ausland. Zum Bergarbeiter Streik in Belgien. Aus Brüssel wird uns geschrieben: Der nationale Kongreß der Bergarbeiter, vereinigt in Gilly, berwarf den allgemeinen Streit, erflärte aber, daß er die Haltung der Lütticher Bergarbeiter billige und diesen Streit unterſtüßen werde. Der Kongreß beschloß weiter, die Organisationen auszubreiten und zu verbessern, um den Achtstundentag zu erringen und die le berproduktion zu beseitigen. Der Streit in dem Lütticher Revier breitet sich nur langsam aus. Bekanntlich hat die provinziale Organisation der Bergarbeiter des Lütticher Reviers, die 10 500 Mitglieder zählt, den Streit beschlossen, um sich gegen eine Lohnherabfeßung von 5 Broz. zu wehren. Nach den bis jegt eingelaufenen Meldungen sind 5000 Arbeiter an dem Lütticher Streit beteiligt. der Derlammlungen. = Als Centralvorsigender wurde Möller und als Kassierer Leuchter gewählt. Hierauf verließ Genosse Schumann den Kongreß, da er feine Mission für beendigt betrachtete. Bezüglich der Taftit der Organisation wurde beschlossen, erst abzuwarten, wie start die geplante Unternehmerorganisation werde, und was fie beabsichtige. Einer Anregung Möllers folgend beschloß der Kongreß, in allen größeren Städten eigene Arbeitsnachweise einzurichten. Zur Ausarbeitung der Statuten wurde eine Kommission eingesetzt. Damit war die Tagesordnung erledigt. Eine gutbesuchte Volksversammlung, einberufen von den ertrauensleuten des zweiten Wahlkreises, tagte am Dienstag in Berliner Bockbrauerei". Reichsrats Abgeordneter Dr. G. Bernerstorfer- 23ien sprach über die Arbeiter bewegung in Oestreich. In seinem überaus fesselnden, fast zweistündigen Vortrage schilderte Genosse Bernerstorfer die politischen Bustände in Oestreich und deren Ursachen, die Entwicklung der Arbeiterbewegung, ihre Stämpfe und ihre Erfolge. Das geschichtliche Bild, welches der Referent über die östreichischen Verhältnisse entrollte, Konservativ- freifinnige Bundesbrüder. Am 30. September ähnelte, wenigstens in seinen Grundzügen, vielfach dem der deutschen fand eine von fonservativer Seite einberufene KommunalwählerArbeiterbewegung. Dort wie hier eine geeinigte Reaktion im Befige Versammlung für Treptow- Baumschuleniveg statt. Eingeladen waren aller Machtmittel, die, unterstützt von der Regierung, emfig bemüht mur solche Wähler, die nicht für den Socialdemokraten eintreten. Die ist, das vorwärtsstrebende Proletariat niederzuhalten. Die sich sonst Ordnungsleute" befanden sich also unter sich, und sie benutzten die schroff gegenüber stehenden politischen oder wirtschaftlichen Interessen- Gelegenheit, um die trotz des konservativ- freisinnigen Bündnisses gruppen sind sich sofort einig, wenn es gilt, gegen die Arbeiter zwischen den Vertretern beider Richtungen bestehenden Zwiftigkeiten bewegung vorzugehen. Dort wie hier eine Verfassung, die in ihren zwischen den Vertretern beider Richtungen bestehenden Zwiftigkeiten Grundsäßen den Staatsangehörigen weitgehendste Rechte und auszufechten. In der Diskussion beklagte sich ein freifinniger Herr Tegner darüber, daß die von der Kommission der gemeinsamen die aber in der Praxis nicht beFreiheiten verbürgt, bürgerlichen Barteien aufgestellten Kandidaturen von den Konservativen thätigt werden dürfen. Und das östreichische liberale Bürger- Bundesgenossen nicht aufrechterhalten werden, sondern daß diese in der tum hat genau so wie das deutsche, längst seine Ideale Person des Herrn Bettmann einen eignen Kandidaten und zwar in Die französischen Bergleute beabsichtigen, wie schon mehr vergessen und nichts gethan, um dem Recht und der Freiheit nichtöffentlicher Sizung aufgestellt haben. Wegen dieser Angelegenheit fach mitgeteilt, die verschiedenen Reformen eventuell durch den zum Siege zu verhelfen. Nur die Socialdemokratie ist es, die nach zwischen den Bundesgenossen schließen lassen. Achtstundentags in den Bergwerken und um die Gewährung einer Menschheit aus der ökonomischen und politischen Sklaverei kämpft wurde auch vom Bruch eines Ehrenwortes gesprochen, und nun stellte Generalstreit zu erzwingen. Es handelt sich um die Einführung des wie vor mit Mut und Kraft für ihr Ideal, die Befreiung der fam es nun zu Auseinandersetzungen, die nicht auf ein gutes Verhältnis Rente von täglich 2 Fr. für alle Bergarbeiter nach 25jähriger Thätig trotz den Brutalität und den Verfolgungen, die seitens der herrfeit. Zur Zeit werden in den verschiedenen Kohlengebieten die Ab- schenden Gewalten geübt werden. Der Redner erläuterte sehr ein- ich ein Lehrer als derjenige vor, auf den dieser Vorwurf sich beziehen solle. Es handelte sich, wie aus den weiteren Auseinanderstimmungen vorgenommen, am 15. Oktober sollen diefelben beendet gehend die verschiedenen Schwierigkeiten, mit denen fein und, falls Regierung und Kammer die oben bezeichneten Forde die östreichischen Genossen zu rechnen haben: Die jahrhundertelange fegungen hervorging, um ein Biertischgespräch zwischen einigen lokalen Barteigrößen, des Inhalts, daß der Amtsvorsteher gesagt haben rungen nicht bewilligen, soll am 1. November der Generalstreit geistige und politische Unterdrückung des Volkes, die nationale Parteigrößen, des Inhalts, daß der Amtsvorsteher gesagt haben erklärt werden. Am vergangenen Sonntag find nun die Bergleute des Gestaltung des östreichischen Staates und der Umstand, daß die solle, man müsse streng darauf sehen, wie die Lehrer stimmen. Von Pas de Calais zusammengetreten, um zu diesen Fragen Stellung zu Induſtriebevölkerung in einzelnen Landesteilen sehr gering ift. einem Redner wurde die nähere Untersuchung dieser Angelegenheit nehmen. Der Entscheid dieses Distrikts ist von besonderer Wichtig- Außerdem aber ist es die widerrechtliche Beschränkung der Breß- gefordert, da, wenn die Erzählung wahr sei, es sich um eine unkeit, weil die Idee des Generalstreits im Norden unter den Berg freiheit und des Versammlungsrechts und die Rechtsunsicherheit häuslichen Zwistes an die Kandidaten die Frage gerichtet wurde, Als nach Beendigung dieses leuten ebenso wie unter andern Arbeitern nur wenige Anhänger hat. überhaupt, womit unfren Genossen viel Schwierigkeiten verursacht wie sie sich zu etwaigen Maßnahmen gegen die Wohnungsnot Der Kongreß, der von 121 Delegierten beschickt war, hat sich dafür werden. Nachdem der Referent das komplizierte, für die Arbeiter ausgesprochen, den Beschlüssen des allgemeinen Kongresses gemäß recht ungünstige Wahlsystem beleuchtet, schilderte er die Erfolge, ſtellen, wurde von konservativer Seite der Schluß der Versammlung herbeigeführt. die Abstimmung vorzunehmen, dieselbe findet am 13. Oftober statt. welche die Socialdemokratie trog aller die Socialdemokratie trotz aller Schwierigkeiten und Viel Stimmung scheint indes für den Generalstreit nicht vorhanden trotz schamlosen Kampfesweise der Gegner erzielt hat. gewesen zu sein, denn es wurde dem Delegierten dieses Gebiets beim Nationalfomitee aufgetragen, bei diesem zu beantragen, daß der Generalstreit wohl vorbereitet, aber verschoben werde; es soll so Regierung und Kammer mehr Zeit gegeben werden, den Wünschen der Bergleute Rechnung zu tragen. " " Unter den Landarbeitern in Dänemark sucht der Christliche dänische Gesamtverband"( Innere Mission) Propaganda zu machen auf Grund eines Programms, deffen sociale Forderungen in der Hauptsache mit den vom socialdemokratischen ArbeitsmannsVerband" vertretenen Forderungen übereinstimmen. Einige Jahre lang hat die Innere Mission den vergeblichen Versuch gemacht, Bersplitterung in die Reihen der gewerkschaftlich organisierten Arbeiter der Städte zu tragen und hat damit natürlich die volle Sympathie der Arbeitgeber erworben. Nun aber, wo die Innere Mission Fachvereine der Landarbeiter gründen und deren wirtschaftliche Lage bessern will, wird sie von der Arbeitgeber- Bresse aufs heftigste angegriffen. Sociales. " speciell Verschüttet. Unter anderm Die Socialdemokratie in Oestreich wird in ihrem schweren Stampfe nicht erlahmen, sie wird, so führte der Redner an, sich nicht Tehte Nachrichten und Depeschen. abspeisen lassen mit einigen Reformen, sondern sie wird, weil sie weiß, daß nur durch die Beseitigung der privatkapitalistischen Gesellschaftsordnung die Befreiung der Menschheit ermöglicht wird, unermüdlich nach dem Vorbilde der deutschen Socialdemokratie thätig sein, und wenn auch mühsam, Stufe um Stufe in das harte Gestein hauen, bis das hehre Ziel erreicht ist. Stürmischer, langanhaltender Beifall folgte den Ausführungen des Referenten. Breslau, 2. Oktober.( W. T. B.) Die Abendblätter melden: In dem Bahnschacht der Königsgrube" bei Königshütte wurden durch herabfallende Kohle 4 Mann verschüttet. Die Ausgrabungsarbeiten dauern noch fort. Es ist aber wenig Aussicht auf Rettung der Verunglückten vorhanden. Reichstags- Abgeordneter N. Fischer sprach im Konik, 2. Oktober.( W. T. B.) Der Erste Staatsanwalt Namen der Versammlung und unter deren lebhafter Zustimmung dem Genossen Bernerstorfer den Dank für den belehrenden Vortrag Schweigger hat das Verfahren gegen den Fleischermeister Adolph aus und wies darauf hin, daß die deutsche Reaktion, das deutsche Lewy und den Fleischergesellen Moris Lewy wegen Mordes bezw. Junkertum, die deutsche Regierung keineswegs besser sei und die Teilnahme an dem Verbrechen eingestellt. Den Ersten Staatsöstreichischen Genossen durchaus feine Ursache hätten, fich anwalt beim Landgericht I Berlin hat er davon zu den Strafatten nach einer Europarisierung nach deutschem Muster zu sehnen. wider Böttcher und Genossen in Kenntnis gesetzt. Die deutsche Bourgeoisie ist genau so schlecht und gewalt- Gelsenkirchen, 2. Oktober.( W. T. B.) Die Zahl der Typhusthätig und steht auf einem ebenso niedrigen, rückständigen erkrankungen im Stadt- und Landkreise Gelsenkirchen betrug heute Niveau, wie die östreichische. Er erinnert an die verschiedenen nachmittag 770, ist also seit gestern vormittag um 48 gestiegen. Die Borkommiffe, wobei unsren Parteigenossen die brutalste Behandlung Sterblichkeit ist im allgemeinen gering, einzelne Erkrankte fonnten zu teil wurde und wie auch noch gegenwärtig das Vereins- und bereits entlassen werden. Versammlungsrecht und die Redefreiheit in ganz willkürlicher Weise. namentlich in Sachsen und Weimar, beschränkt wird. Auch die deutsche Socialdemokratie hat von den östreichischen Genoffen gelernt und unsre Aufgabe wird es sein, die errungene Stellung zu erhalten und durch energischen Kampf die Partei noch mächtiger zu gestalten. Der Konsumberein Produktion" in Hamburg hat jetzt eröffnete Bereits, wie in seiner legten Generalversammlung am 30. September bon berichtet wurde, über 10 000 Mitglieder und wird demnächst die bon 21. Verkaufsstelle errichten. Die raiche Entwidlung des Vereins ergiebt sich daraus, daß der Umiaz im Juni 1900 fich auf 368 000 m. und im Juni 1901 auf 764 000 m. belief. An Gehältern zahlte der Verein im ersten Halbjahr 1901 fast 49 000 m. Der Kongreß der Fensterputer Deutschlands Budweis, 2. Oftober.( B. H.) Der Infanterist Rehor, Entwurf eines Gesetzes betreffend die Sicherung von der feiner Zeit den Unteroffizier Brzet erschossen hatte, wurde heute Bauforderungen. Nachdem der im Dezember 1897 veröffentlichte früh im Hofe der Marinekaserne durch den Strang hingerichtet. Entwurf eines Reichsgefezes betreffend die Eicherung der BauParis, 2. Oktober.( W. T. B.) Der„ Temps" meldet, die forderungen von neuem einer Beratung durch eine aus Ver retern der Reichsämter der Justiz und des Innern sowie des französische Regierung sei nicht geneigt, bie türkischen Gegenvorschläge betreffs der Regelung der Lorando Angelegenheit anzuBreußischen Staatsministeriums zusammengesetzte Stommiffion unter Nachdem der Vorsitzende, Genosse Schola, noch bekannt nehmen, halte vielmehr die Forderung in Höhe von 345 000 türkischen ogen worden ist, hat das preußische Staatsministerium beschlossen, ben aus den Beratungen dieser Kommission hervorgegangenen gegeben, daß am 13. Oftober eine Flugblattverbreitung stattfindet Pfund aufrecht. und zum Unterzeichnen der Betitionslisten gegen den Brotwucher Paris, 2. Oftober.( B. H.) Dem„ Gaulois" zufolge be= Entwurf demnächst zu veröffentlichen. Als Wortlaut des§ 1 biefes aufgefordert hatte, wurde die Versammlung mit begeisternden Hoch- absichtigt die Regierung, die bisher von geistlichen Orden geangeordnet werden, daß für einzelne Gemeinden im Falle der Er- rufen auf die internationale Socialdemokratie und auf den Geleiteten Schulen, in welchen fich Söhne und Töchter bedürftiger Mitglieder der Ehrenlegion befinden, demnächst zu verweltlichen. richtung eines Neubaues eine Sicherung der Bauforderungen nach noisen Bernerstorfer geschlossen. Paris, 2. Oktober.( B. H.) Mehrere Untersuchungsrichter erden Vorschriften dieses Gesetzes stattfindet. Die Sicherung erfolgt hielten vom Justizminister den Auftrag, gegen alle diejenigen durch Eintragung einer Hypothet( Bauhypothet) und, soweit die der Kongregationen, welche nach dem 3. Oktober sich dem Gesetz nicht Bauhypothet vorhergehenden Belastungen den Baustellenwert überfand am 29. und 30. September in Berlin, Grünftr. 21, unterworfen haben, ein gerichtliches Verfahren einzuleiten. steigen, durch Hinterlegung von Geld oder Wertpapieren." statt. Der Vorsitzende der organisierten Fensterpußer Berlins London, 2. Oftober.( W. T. B.) Eine Depesche Kitcheners aus die Verhandlung und verlas Begrüßungsschreiben Pretoria von heute besagt: Der Nachtangriff Delareys auf das ber General Kommission der Gewerkschaften, sowie Lager des Obersten Ketewich bei Moedwill am 30. September den Kollegen in Hagen, Bremen, Braunschweig. Erfurt wurde vom Feinde, der etwa 1000 Mann zählte, mit großer Delegierte waren erschienen aus Berlin, Hamburg, Energie durchgeführt. Nach zweistündigem erbitterten Nahtampf und Trier. Bremen und Köln, außerdem war der Vorsigende des Central wurden die Boeren mit beträchtlichem Verlust zurückgetrieben. Auf verbandes der Handels, Transport und Verkehrsarbeiter, Genosse englischer Seite waren die Verluste schwer. 2Offiziere Schumann, anwesend. Er vertrat die in dem genannten Verbande und 31 Mann fielen, 11 Offiziere und 48 Mann wurden organisierten Fensterpuzer von Hannover, Leipzig, Breslau, Stettin schwer. drei Offiziere und 26 Mann leicht verwundet. Alle Verwundeten wurden nach Rustenburg transportiert. Außerdem find etwa In einem Kampfe um die Altersversicherung befinden sich und Elberfeld. von denen ich nichts Genaueres zur Zeit unsre östreichischen Parteigenossen. Sie führen den Kampf Als Vorsitzender des Kongresses fungierte Möller- Berlin, als 40 Mann verwundet worden, weiß; fie sollen ebenfalls nach Rustenberg geschafft werden. Die zunächst durch öffentliche Agitation in Wolfsversammlungen und Schriftführer Helmchen. werden ja demnächst auf ihrem Parteitage darüber verhandeln. Am Zum ersten Bunft der Tagesordnung: Die Lage der Meldungen von den schweren Verlusten des Feindes bei den Forts Montag haben in Wien wieder 16 Voltsversammlungen stattgefunden. Fensterputer Deutschlands. nahm zunächst Leuchter Itala und Prospect bestätigen sich. Es sollen 250 Boeren getötet in denen eine Nesolution votiert wurde, die nach längerer Einleitung Berlin das Wort. Er führte unter anderm aus, daß die Lohn- und 300 verwundet sein. folgende Forderungen stellt: verhältnisse in Berlin sehr traurige feien. Es würden Wochenlöhne Washington, 2. Oftober.( 2. T. B.) Ein Telegramm des 1. Gesetzliche Fürsorge für alle gegen Lohn und Gehalt be- von 13 M. gezahlt. Der höchste Lohn betrage 18 M. Hinsichtlich amerikanischen Konfuls in Stanton vom heutigen Tage besagt, schäftigten Personen( Arbeiter, Beamte. Dienstboten in Industrie der Arbeitszeit herriche die größte Willkür. Oft werde schon früh daß General Wu mit 1500 Soldaten die Aufständischen, und Gewerbe, Bergbau, Land- und Forstwirtschaft, Handel und um 5 Uhr angefangen und bis 7 Uhr abends gearbeitet. Eine welche zur„ Dreifaltigkeits- Gesellschaft" gehören, bei Singling im Tschutschau Distritt geschlagen hat. 200 Aufständische find Transport, Hausindustrie, freien und öffentlichen Berufen) sowie für geregelte Arbeitszeit gebe es nicht. Kleingewerbetreibende und Kleinbauern durch Ausdehnung der Strangmann Bremen führte aus, daß die Verhältnisse gefallen und viele gefangen genommen und enthauptet Kranken- und Unfallversicherung auf dieselben. durch Einführung der in Bremen nicht ganz so schlecht feien wie die in Berlin. Dies worden. Kanton, 1. Oktober.( W. T. B.) Von den Aufständischen obligatorischen Alters- und Invalidenversicherung und der Witwen- führte er darauf zurück, daß die Fensterpuzer in Bremen bis und Waisenversorgung. auf den legten Mann organisiert sind und dem Unternehmertum wurden weitere, jedoch fleinere Missions stationen beraubt. 2. Gewährung vorübergehender Unterstützungen und dauernder dadurch einigen Respett abgenötigt haben. Seber Hamburg Der Generalgouverneur hat sein Bedauern ausgesprochen und Renten in ausreichender Höhe in möglichster Anpassung an das teilte mit, daß in Hamburg eine Organisation der Fensterputer 1900 Soldaten abgeschickt. A Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inferatenteil verantwortlich: Th. Glode in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. Nr. 231. 18. Jahrgang. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 3. Oktober 1901. Berliner Partei- Angelegenheiten. Zum Organisationsstreit im 6. Wahlkreise schreibt uns Genosse Borgmann: " schon gelöscht. " gelten soll und demnach nicht zu beanstanden ist. Dieses Urteil ist Krankenhause gebracht. Dort starb ste schon nach einer halben um so bedenklicher, da die„ Milchbauern" bekanntlich die Kunst er- Stunde. Der zehnjährige Sohn des Buchbinders v. Thielemann funden haben, durch eine entsprechende Fütterung die Milch hatte unterdessen die Feuerwehr gerufen. Als ein Zug von der Wache in der Turmstraße tam, hatten Hansbewohner, der MilchIn der gestrigen Ausgabe des Vorwärts" wird eine Buſchrift hon im Bauch der Kuh zu verfälschen. Wenn Herr Händler Paul und die Arbeiter Merzschen Eheleute den Brand aber des Genossen Ledebour veröffentlicht, welche auf die Organisations moltene Milch, also auch die durch entsprechende Fütterung berdarüber jede natürlich erstreitigkeiten, die im 6. Wahlkreis ausgebrochen sind, Bezug nimmt. Mit einem seltsamen Verlangen ist gestern ein Hauptmann Da darin auch mein Name genannt wird, ich auch lebhaften Anteil schlechterte, als" Vollmilch" gelten soll, dann muß man in der That an der beregten Sache, und zwar von Anfang an genommen habe, fragen, worauf der Herr den Anspruch gründet, den Milchhändlern vom 3. Feldartillerie- Regiment in der Scharnhorststraße einigen Schuhmachern gekommen, die sich durch Vermittelung eines fühle ich mich gezwungen, furz auf Ledebours Ausführungen zu den Vorwurf der Milchverschlechterung zu machen. Arbeitsnachweises bei dem erwähnten Regiment zum Arbeiten ge erwidern. Zunächst will ich bemerken, daß innerhalb der Opposition der Die Behandlung der Stadt Berlin in der Straßenbahn- meldet hatten. Als die Handwerker früh 6 Uhr in die Kaserne einNein, unterstraten, wurden sie von dem Wachtmeister eingestellt. Der UnterWunsch bestand, unser Abgeordneter möge sich an diesen Auseinander- frage. Mit der kaiserlichen Randbemerkung: fegungen nicht beteiligen, weil zu befürchten stand, daß er dadurch irdisch", auf das Gesuch der Stadt Berlin, um Genehmigung der offizier wies den Männern ein Zimmer als Arbeitsstätte an und in eine schiefe Lage fommen könnte, was in feinem eignen Interesse Führung einer Straßenbahn über die Straße Unter den Linden" ersuchte fie, eine Beitlang zu verweilen, da er zur Stunde die Einbesser zu vermeiden sei. Wie ich erst gestern erfahren habe, ist man im Zuge der Kanonier- und Neustädtischen Kirchstraße sind drei seit teilung der Arbeit noch nicht vornehmen könne. Die Schuhmacher in den Reihen der Majorität derselben Meinung gewesen. 2. ist längerer Zeit erwogene und mit vielen Kosten und Mühen ver- warteten einige Stunden, bis endlich der Quartiermeister mit der leider davon abgewichen, ich muß aber gestehen, daß ich bundene Pläne der Stadt ad acta gelegt worden. daß ich bundene Pläne der Stadt ad acta gelegt worden, Zunächst der Botschaft eintrat, daß der Hauptmann fie in Arbeit behalten wolle, die Notwendigkeit dazu nicht einsehen kann. Ledebour schreibt: Straßendurchbruch, um eine neue seit Jahren gewünschte Verbindung wenn sie für freie Stoſt und 30 Pfennige Tagelohn arbeiten In der Versammlung wurde dann ausgesprengt, daß das mit dem Bahnhof Friedrichstraße zur Entlastung des Engpasses wollten. Natürlich lehnten die Leute ein solches Anerbieten ab, und Telegramm gar nicht von mir herrühre, sondern, wie zwischen diesem Bahnhof und der Behrenstraße, d. h. der Friedrich- da auf gütlichem Wege feine Einigung zu erzielen war, müssen sie einer der Redner es ausdrückte, eine Machenschaft der das Heft straße für den allgemeinen Verkehr zu schaffen; dann die Straßen- fegt die Hilfe des Gerichts in Anspruch nehmen, um zu ihrem Recht in Händen habenden Personen" sei." Wer 2. dies berichtet hat, bahn- Verbindung zwischen Nord und Süd, zur schnelleren und be- zu kommen. Ein schweres Geschick hat den früheren Inhaber des Deutschen weiß ich nicht, daß es aber unwahr ist, geht schon daraus hervor. quemeren Erreichung der Bahnhöfe Friedrichstraße, Görlizer- und daß Genosse Bruno fich sofort, als das Telegramm verlesen war, Stettiner, sowie der Bororte Pankow und Treptow mit den jezigen, nur Wirtshauses", Emil Bodeck, der Schwiegersohn Ahlwardts, bezum Worte meldete und seine allerdings ungeschickten Ausführungen einen Torso bildenden Siemensschen Bahnen, und schließlich die Unter- troffen. Er ist wegen eines schweren Nervenleidens der Edelschen machte. Rein Redner von seiten der Schönhauser Vorstadt ist auf das grundbahn zur Verbindung des Wedding mit Schöneberg. Es soll Anstalt in Charlottenburg zugeführt worden. Telegramm eingegangen, weil eben der Abgeordnete nicht in den Stadt Berlin die Ueberführung nur einer Straßenbahnlinie über mit: Auf jeder Feuerwache wird eine größere Quantität Sauers bier nicht die Frage aufgeworfen werden, aus welchem Grunde der Erste Hilfe bei Vergiftungen. Das Polizeipräsidium teilt Streit hineingezogen werden sollte. Der Bericht des„ Borwärts" über die Volfsversammlung läßt die Linden nicht genehmigt wird, während an einer andren Stelle it off nebst zugehörigen Inhalationsgeräten für die erste Hilfe bei dies auch erkennen." Da nun tein Mensch in der Versammlung von( Opernhausplay), wo häufiger Sperrungen aus Anlaß von Hof- Bergiftungen aller Art, Schlaganfällen und tiefen Ohnmachtsdem Dasein des Telegramms etwas wußte, fonnte natürlich auch festlichkeiten stattzufinden pflegen, einer Attiengesellschaft die Querung anfällen usw. vorrätig gehalten und zwar hat im allgemeinen öffent nichts ausgesprengt werden; Ledebours Informationen sind daher der Linden" mit mehr als einem Dußend Linien gestattet worden lichen Interesse die Sauerstoff- Fabrit, Tegelerstr. 15, den Sauerstoff falich. Falsch ist auch die Behauptung, es hätten gleich zu Anfang ist, sondern es soll nur darauf hingewiesen werden, daß mit diesen und die Apparate zur Verfügung gestellt. Die Abgabe erfolgt unte persönliche Momente hineingespielt; allerdings kann das Ledebour Plänen auch andre bis auf weiteres haben vertagt werden entgeltlich an Aerzte, auch können, wenn solche nicht zur Stelle, aus nicht wissen, denn er war ja nicht dabei. müssen. Ein neuer Plan, der dahin geht, durch den Ankauf der nahmsweise in schweren Fällen Feuerwehrsamariter die WiederWas nun die Frage der Sonderorganisation anlangt, so hat es Edgrundstücke in dem geplanten Straßendurchbruch Platz für belebungsversuche unter Anwendung des Sauerstoffes bis zum Eindamit folgende Bewandtnis: Genosse Kröhn, nicht Stiefel, stellte eine Rampenanlage zu gewinnen, die Siemensschen treffen eines Arztes einleiten. an mich die ganz bestimmte Frage, ob die Schönhauser Vorstadt die Bahnen dann in einem Tunnel unter der Straße Unter den erfordert zunächst umfangreiche Zeugen gesucht. Die Personen, welche den Vorfall beobachtet Gründung einer Sonderorganisation beabsichtigt. Da ich gerade das Linden" verkehren zu laffen, Wort erhielt, fragte ich vorher unsren Vertrauensmann: Kann ich Borarbeiten, Verhandlungen und hohe Kosten, man spricht von fünf haben, der sich am 26. Juli d. J., 5 Uhr nachmittags, vor dem mit gutem Gewissen sagen, daß wir nicht an die Errichtung einer Millionen Mark, d. h. soviel, wie die Bahnanlagen nach Pantow Hause Pallisadenstraße 51 zutrug, werden gebeten, ihre Adresse bei Sonderorganisation denken?" Das wurde mir bejaht, und infolge- und Treptow gekostet haben. Die Gemeindebehörden würden sicher- August Koczorowski, Handelsmann, Romintenerstr. 32 bei Schütt, dessen habe ich diese Erklärung abgegeben, der Zusatz war meine lich auch vor diesem Opfer nicht zurückschrecken, wenn eine Gewähr abzugeben. persönliche Ueberzeugung. Ein Beschluß der Schönhauser Vorstadt vorhanden, daß die Pläne dann nicht abermals im letzten Stadium fonnte nach Lage der Verhältnisse meiner Erklärung nicht zu Grunde durchkreuzt werden würden. Ein dritter Plan geht dahin, die Linie liegen. Treptow- Behrenstraße bis zur Ecke der Behrenstraße am OpernZum Schluß seiner Ausführungen richtet Ledebour einen Appell hause zu verlängern und auf Grund des vertragsmäßigen Mit an das Solidaritätsgefühl der Genossen in der Schönhauser Vor- benutzungsrechts von 400 Meter Geleisen der Großen Berliner stadt, und spricht darin die Hoffnung aus, daß die Genoffen einer Straßenbahn die Bahn bis zur Charlottenstraße in die Linie Mit großter Sorgfalt hat, wie nachträglich berichtet wird, der möglichen Verständigung nicht aus dem Wege gehen sollten. Mittelstraße- Pankow überzuführen, eventuell unter Neulegung Provisor Gilers aus der Wenzelschen Apotheke zu Hegermühle bei Eberswalde seinen Selbstmord vorbereitet. Eilers war von seiner Nun, hätte Ledebour sich die Mühe genommen, um nach seiner von Geleisen in der Straße am Opernhause und neben den Geleisen Rückkehr vom Parteitag persönlich Fühlung mit den Genossen zu der Großen Berliner Straßenbahn über den Opernhausplatz. Diese ersten Frau geschieden. Auch von der zweiten wollte er sich scheiden nehmen, fo hätte sich seine Beröffentlichung erübrigt, denn er hätte Straßenbahn wird natürlich und nicht mit Unrecht das vertrags- laffen, seine Absicht scheiterte aber an dem Widerspruch der Frau. dabei erfahren, daß seitens der Schönhauser Vorstadt bereits der mäßige Recht der Stadt mit dem Hinweis auf die Ueberlastung Erst kürzlich wurde er verurteilt, Frau und Tochter den Lebenszu gewähren. Statt dessen beschloß er jedoch, Beschluß gefaßt war, die ganze Angelegenheit dem Parteivorstand dieser kurzen Strecke durch das Kastanienwäldchen bekämpfen, indes unterhalt zu scheiden. In der vergangenen Woche und den Berliner Vertrauensleuten zu unterbreiten. Das Ver ständnis und der gute Wille ist seitens der Genossen der Schönhauser billig sein. Ob diefer Plan zur Durchführung gelangen tann, hängt fchrieb und ſtedte es in einem Briefumschlag in die Tasche, Vorstadt längst und in vollem Maße vorhanden. wieder lediglich von der Aufsichtsbehörde ab. Mit allen diesen Plänen nahm Abschied von seinen Bekannten und meldete sich bei wird sich die Verkehrsdeputation voraussichtlich schon in den nächsten der Polizei als unbekannt verzogen" ab. Am Sonnabend begleitete Tagen befassen. er dann zwei Freunde zur Bahn, ging über den Eberswalder Wasserfall nach der Biesenthaler Heide, suchte sich hier einen schönen Platz aus, entkleidete sich bis auf die Beinkleider und tötete sich durch zwei Revolverschüsse in das Herz. Arbeiter fanden den Toten und machten dem in der Nähe wohnenden Förster Anzeige. In seinem seine Beerdigung, über 20 m., die er außerdem noch hatte, traf er letzten Willen vermachte er seine Wertsachen seinem Kinde, seinen Krimstecher einem ihm bekannten Gastwirt, 50 M. bestimmte er für teine Verfügung. Der Wahlverein für den fünften Kreis hält heute im Alten Schützenhause, Linienstr. 5, eine außerordentliche Generalversammlung ab, in der Genosse Leopold Liepmann über die Reorganisation und das neue Statut des Vereins spricht. 11m Straßensperrung. Die Ostseite der Petersburgerstraße von der Kochhann bis zur Heidenfeldstraße einschließlich der beiden Kreuzdämme wird wegen Umpflasterung vom 3. Oftober ab für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. was der Charlottenburger Straßenbahn recht ist, muß der Siemensschen aus dem Leben er mehrere Briefe, fette sein Testament auf Das städtische Obdach scheint bei dem gegenwärtigen Umzugstermin nicht so start in Anspruch genommen zu werden als vor sechs Monaten und vor einem Jahre. Am Nachmittag des 1: Oftober Reinickendorf. Sonnabendabend 81/2 Uhr findet in Bötchers waren im Familienobdach 97 Familien mit 478 Köpfen es tamen sammlung des Wahlvereins statt. Genosse Lankow referiert ganzen um Mitternacht 532 Personen dort beherbergt waren. Gestern Seepark, Markstr. 1-2( Inhaber Kirsch), die öffentliche Verim Laufe des Abends hinzu 16 Familien mit 54 Köpfen, so daß im über das Thema: Platonischer und urchristlicher Kommunismus. vormittag vermehrte sich der weitere Bestand auf 555 Köpfe. In Potsdam. Am Donnerstag findet eine Versammlung des der Mitternacht zum 1. April d. J. waren$ 23 Personen im Wahlvereins statt. Tagesordnung: Berichterstattung vom Familienobdach, am Morgen des 2. Oktober 1900 betrug der Bestand Parteitag. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. 962. Köpfe und vermehrte sich bis zum 5. Oktober auf 409 Familien mit 1672 Röpfen. Tokales. übernommen. " gefangen. Bei einer Spiritusexplosion in der Friedrichstr. 130 hatte die Wehr längere Zeit Wasser zu geben und nebenbei schwer unter Berqualmung zu leiden. Eine Person zog sich Brandwunden an Händen und Beinen zu. Kleinere Brände wurden außerdem von Bernauerstr. 54, Wilhelmshavenerstr. 15, Alte Jakobstr. 58 und Schliemannstr. 15 gemeldet. Die Kindesmorde nehmen in erschreckendem Umfange gut. Gestern wurde wieder eine kleine Leiche gefunden, die eines neu geborenen Knaben. Sie trieb im Schleusentanal an der Jungfernbrücke und wurde gelandet und dem Schauhaus füberwiesen. EinDer Unterricht in der Gesetzeskunde, der seit dem Winter- gehüllt war sie in einen rot und weiß karierten Ueberzug eines Der Milchkrieg kommt nun allmählich in Gang". Schwierig halbjahr 1892/93 von einigen der städtischen Fortbildungsschulen für Kopftiffens ohne Zeichen. Während in diesem Falle die Mutter noch feiten in der Versorgung Berlins mit Milch haben sich bisher nur dann seit dem Winterhalbjahr 1896/97 nur noch an zwei Schulen entdeckt wurde, in einem Arbeitsmädchen eines Hotels alsbald erJünglinge eingeführt wurde, aber wenig Anklang gefunden hat und unbekannt ist, wurde sie in einem andern, der vorgestern morgen in geringem Umfange gezeigt. An manchen Stellen hat es an erteilt worden ist, wird von dem tommenden Winterhalbjahr ab mittelt. Milch gefehlt, an andern konnte die Nachfrage voll befriedigt werden. wieder an drei Schulen erteilt werden. Neben der 3. und der Die Leiche eines neugeborenen Kindes weiblichen Geschlechts Die Bevölkerung hält namentlich in den Arbeiter 9. Fortbildungsschule( Hinter der Garnisonkirche und Fruchtstraße), wurde am Montag auf einem Holzplatz in der Friedenauerstraße in vierteln treu zu denjenigen Milchhändlern, die mit dem Milch- von denen dieser Unterrichtsgegenstand beibehalten worden war, Schöneberg aufgefunden. Die Leiche war in graues Papier ring im Kampf liegen, und bontottiert die Verkaufs wird künftig auch die erst im Winterhalbjahr 1900/01 eröffnete, aber eingewickelt und darüber ein schwarzer Frauenstrumpf gezogen. Jeden stellen der Milchcentrale sowie der von ihr rasch aufblühende 13. Fortbildungsschule( Prinzen- Allee) Unterricht falls ist das Paket mit seinem grausigen Inhalt in der vorherabhängigen Händler. gegangenen Nacht über den den Holzplatz umgrenzenden Zaun gein der Gesezestunde in ihrem Lehrplan haben. worfen worden. Die Milchcentrale hat jetzt das Ergebnis der Unter Dem inzwischen aus der Untersuchungshaft entlassenen suchung von Milchproben veröffentlicht, die sie in der letzten Redacteur Panzer des anarchistischen Wochenblattes Neues Leben" Fenerbericht. In der Wörthstr. 16 zu Weißensee tam Mittwoch Zeit in zahlreichen Berliner Milchgeschäften hat ankaufen lassen. ist nunmehr die Anklageschrift zugestellt worden, nach welcher er sich früh 3 Uhr ein großer Dachstuhlbrand aus, der auch die Alarmierung Dabei soll sich, wie die Centrale behauptet, ergeben haben, daß von wegen öffentlicher Anreizung zu Gewaltthätigkeiten" zu verantworten der Berliner Wehr zur Folge hatte. Obgleich mit mehreren Rohren der" guten Milch" 84,8 Proz. der Proben und von der„ Vollmilch" haben wird. Bekanntlich handelt es sich dabei um den im Neuen über mechanische Leitern hinweg vorgegangen wurde, konnte Leben" veröffentlichten Artikel" Das Attentat auf den Präsidenten doch nicht verhindert werden, daß der ganze Dachstuhl des 74,4 Proz. der Proben entrahmt oder gefälscht waren. Mc Kinley", durch den nach der Auffassung der Staatsanwaltschaft großen Eckhauses von den Flammen zerstört wurde. Dienstagabend Die Milchhändler werden die Antwort auf diesen Vorwurf nicht die Besiglosen zu Gewaltthätigkeiten gegen die Besigenden angereizt brannte Lettestr. 4 und Zwingliftr. 13 die Balkenlage. Gubenerstr. 33 schuldig bleiben. Nach früheren Erklärungen, die aus dem Lager und diese letzteren in ihrem Sicherheitsgefühl gefährdet werden.ging Stroh und ein alter Bretterzaun in Flammen auf. In der der Milchhändler gekommen sind, wird die Milch zumeist Die Verteidigung des Angeklagten hat Rechtsanwalt Victor Fränt I Stochstr. 4 und in der Belle- Alliancestr. 10 hatten Mobilien Feuer schon von den Landwirten selber so o weit ver schlechtect und verfälscht, daß sie nicht mehr als Vollmilch mehr als Vollmil Die in der Löfflerscher Angelegenheit angestellten Ergelten kann. mittelungen haben bisher noch keine Gewißheit ergeben, ob Löffler Auf diese Untersuchungen bezugnehmend, versichert jetzt die sich selbst getötet hat oder ob ein Verbrechen vorliegt. Die gerichtsMilchcentrale, aus dem Ergebnis gehe hervor, daß die Milchprodu- ärztliche Untersuchung der Leiche wird heute stattfinden. Ueber die zenten weder von Preissteigerungs- Absichten, noch sonst von Kampfes: Vorgänge am Montagabend ist der Agent Tomaichte eingehend Der Verein abstinenter Arbeiter und Arbeiterinnen luft geleitet worden seien, sondern von dem Wunsch, dem Pro- vernommen worden. Er holte, als Löffler kurz vor 8 1hr von einem duzenten den ihm zustehenden Anteil zu sichern, ohne dem bis jetzt noch unbekannten Manne besucht wurde, aus einer benach Berlins veranstaltet heute im Gewerkschaftshaus, Saal 7, eine barten Wirtschaft für 60 Pf. Bier und ging dann weg. 700 Mart, konstituierende Versammlung der Genossenschaft zur BePublikum die Milch zu verteuern und trotzdem bessere Milch die bei ihm gefunden wurden, hat Tomaschte von seinem Mitagenten gründung von Lokalen ohne Trintzwang, in denen alkoholzu liefern. Nun find aber die Untersuchungen erst vor wenigen Solzapfel erhalten. Diese Thatsachen sind einwandsfrei nachgewiefen. Die haltige Getränke nicht verabreicht werden. Nach Erstattung des BeWochen vorgenommen worden, während die„ Milchbauern" schon wiederholten Vernehmungen der Braut Tomaschtes und des Fräuleins richts der Kommission werden noch Mitglieder aufgenommen, die lange vorher mit der Forderung eines höheren Preises auf Kretschmer founten zur Klärung des Dunkels nicht viel beitragen. dann an den weiteren Beratungen und Wahlen teilnehmen können. getreten sind. Der Wunsch, dem Publikum beffere Milch Die Thatsache, daß bei Löffler weder Wechsel noch Geld gefunden Der Genoffenschaft tönnen auch nichtabstinente Genossen beitreten. zu liefern", scheidet scheidet also aus den Beweggründen des wurden, braucht nicht mehr als ein Beweis für sein gewaltsames Ueber das englische Genossenschaftswesen hält Herr KaufEnde oder für einen Raub betrachtet zu werden. Die Ermittelungen mann aus Hamburg Freitagabend bei Keller, Koppenstr. 29, einen Kampfes aus, und es bleibt nur noch die Absicht übrig, haben ergeben, daß es mit den Vermögensverhältniffen Löfflers mit Lichtbildern ausgestatteten Vortrag. Der Eintrittspreis beträgt dem Landwirt einen größeren Profit zu vernicht mehr gut bestellt war. Es ist möglich, daß er gezwungen war, 10 Pf. fchaffen eine Absicht, von der der Leiter der Milchcentrale alle Wechsel von Geldbedürftigen sofort an seine Hintermänner, die im vorigen Jahre den Milchhändlern selber zugegeben hat, daß sie eigentlichen Geldgeber, weiterzugeben. Diese wohnen aber nicht in Der Standesamts- Bezirk III, der die Stadtteile Gesund sich nur dann durchführen läßt, wenn das Publikum die Berlin. brummen und Wedding umfaßt, wird zum 1. Januar nächsten Jahres Preiserhöhung trägt. geteilt. Die Bevölkerungszahl dieses Bezirkes hat in den letzten Eine Schreckensscene, die mit dem Tode eines jungen Daß es dem Milchring nicht ernsthaft darum zu thun mädchen 3 endete, spielte sich Dienstagabend auf dem Grundstüid Jahren sehr stark zugenommen und betrug bei der Volkszählung vom 1. Dezember 1900 bereits 141 295 Einwohner. sein kann, bessere Milch zu liefern, das geht auch aus Aeuße Dreyfestr. 15 ab. Hier wohnt im vierten Stock eine Frau Specht, rungen des Vorsitzenden der Milchcentrale Oberamtmann Ring die im Marinepanorama einen Cigarettenhandel betreibt, mit ihren Poliklinik. Herr Dr. F. Mainzer hat seine Poliklinik für Frauenhervor. Herr Ning hat zwar bestritten, daß er bei der Polizei 13 und 12 Jahre alten Töchtern Margarete und Ella. Während die Frau frankheiten von Luisenstr. 17 nach Chausseestr. 81 verlegt. Sprechstunden beantragt habe, die die polizeilichen Anforderungen an den sich um 9%, Uhr noch im Geschäft befand, tochten sich die Kinder Kaffee. für Unbemittelte täglich von 4-5 Uhr. Das Passage- Theater hatte die Freundlichkeit, uns zu dem Fettgehalt der Milch herabzusetzen. Er hat aber in öffent- Der Petroleumtocher stand auf einem Tisch vor dem Bett. Als ihn licher Versammlung deutlich genug durchblicken lassen, daß er eine Ella herunternehmen wollte, stieß sie ihn um, so daß er auf einen ersten Auftreten einer Dame einzuladen, von deren Vorhandensein Scrabsezung für erstrebenswert hält. So hat er in neben dem Tisch stehenden Stuhl fiel. Dabei gerieten Kleidungs- das Publikum durch die Anschlagfäulen in großen Plakaten unterstücke, die auf dem Stuhle lagen, und das Oberbett in Brand. richtet worden war." Sozo" von der Scala in Mailand hieß der der Versammlung der Milchproduzenten vom Dezember vorigen während Ella sogleich nach dem Flur lief und um Hilfe rief, fletterte Stern. Bevor diese Stünstlerin erschien, zeigten Akrobaten und Jahres seine Befriedigung über ein Reichsgerichtsurteil geäußert, Margarete auf das Fenster- und Blumenbrett und stürzte mit diesem Sängerinnen, was sie konnten. Auch Traudchen Hundgeburth trat ans nach welchem die natürlich ermoltene Milch. der nichts entzogen und auf den Hof hinab. Mit Arm- und Beinbrüchen und inneren Ver- Rampenlicht und sang erbarmungslos dem bedenkmalten Bismarck, sichts zugefezt ist, unbeschadet ihres niedrigen Fettgehalts als„ Bollmilch" llegungen wurde die Unglüdliche in einer Droschte nach dem Moabiter dem deutschen Heere und der ländlichen Sitteneinfalt Zoblicder. Nachdem abermals Akrobaten aufgetreten waren, kam Sozo. Alte Erinnerungen| sichtigte, daß der Angeklagte im Termin teine Spur von Reue gezeigt an den hüpfenden Freier" und ähnliche schöne Sachen wurden beim habe und bemaß die Strafe auf drei Jahre Gefängnis. Anblick der Dame wach. Sozo ist Ballettänzerin und kleidet sich in gut zielbewußt ins Wert gefestes Manöver zweier ungenannter Spekulanten zurückführt, war in Börsentreifen nichts befannt. Mehl gab 15 Pf. nach. Futterartifel lagen äußerst still. Hafer matt. Mais nominell behauptet. üböl wenig vreändert. Spiritus. Am Spiritusmarkte wurde 70er loco zum gestrigen Preise Berlin, 2. Oftober 1901. Amt turze Gazeröckchen, wie sie bis vor zwanzig, dreißig Jahren nicht dem Landgericht Il gegen den Maler Völlmer aus Bromberg verWegen Majestätsbeleidigung wurde gestern nachmittag vor anders auf der Bühne gekannt waren. Auch ihre Kunst war nach altem Schnitt und in Pirouetten leistete sie, was menschenmöglich handelt, der, wie wir damals mitteilten, vor einiger Zeit in einer mit 39 M. gehandelt. Städtischer Schlachtvichmarkt. Gastwirtschaft an der Chaussee in Neu- Nahnsdorf verhaftet wurde, war. Daß das Auftreten der Künstlerin aber ein Gewinn ist, be- als er trog wiederholter Warnungen seine beleidigenden Aeußerungen zweifeln wir. Heute verlangt man von einer Tänzerin, wenn sie als wiederholte. Der Staatsanwalt beantragte gegen den schon mehrfach Berühmtheit gelten will, Temperament und Leidenschaft und verzeiht bestraften Mann ein Jahr Gefängnis, der Gerichtshof verurteilte ihn es gerne, wenn diese selbst zu tollen Extravaganzen ausartet. Die Dressur des Zehenspigentanzes aber kann nicht mehr erwärmen.. zu vier Monaten. Schöneberg Großstadt! Die Stadt Schöneberg hat am Montag, den 30. September, nach den Aufzeichnungen des hiesigen Einwohner- Melde- Amtes unter Hinzuzählung der beim hiesigen Standesamt angemeldeten Geburten die Einwo ohnerzahl von 100000 überschritten und ist hiermit in die Reihe der preußischen Großstädte eingetreten. Gerichts- Beitung. „ Es werde Licht!" Verein zur Unterhaltung und Belehrung. Heute ( Donnerstag), 9 Uhr abends bei Fischer, Waldstr. 8: Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag mit Demonstration:„ Künstlerphantasien 2. Disfussion. 3. Verschiedenes. Alle Freunde geistiger Unterhaltung. Damen und Herren, sehr willkommen. Eingegangene Druckschriften. licher Bericht der Direktion. Zum Verkauf standen: 450 Rinder, 1854 Kälber, 1341 Schafe, 9031 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Bfund oder 50 Stilogramm Schlachtgewicht in Mark( beziehungsweise für 1 Bfund in Pf.): Ochsen: a) vollfleischige, ausgemästete, höchsten Schlachtwertes, höchstens 7 Jahre alt 00-00, b) junge fleischige, nicht ausgemästete und ältere ausgemäßtete 00-00; c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 00-00; d) gering genährte jeden Alters 00-00 Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwerts 00-00; b) mäßig genährte jüngere und gut genährte ältere 00-00; c) gering genährte 47-52. Färfen und Kühe: a) vollfleischige, ausgemäßtete Färsen höchsten Schlachtwerts 00-00; b) rollfleischige, ausgemästete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 00-00; c) ältere ausgemästete Kühe und wenig gut entwickelte jüngere Kühe und Färsen 00-00; d) mäßig genährte Kühe und Färsen 47-50; e) gering genährte Kühe und Färsen 42-45. Kälber: a) feinste Mast: Das erste Heft der von Ed. Bernstein herausgegebenen Zeitschrift: tälber( Bollmilchmaft) und beste Sangfälber 72-75, b) mittlere Masts " Dokumente des Socialismus“ ist soeben erschienen. Es ist ein drei und gute Saugfälber 68-70, c) geringe Saugfälber 62-66, d) ältere, gering Bogen starkes Heft und bietet in erster Reihe unter dem Titel: Bibliogenährte( Fresser) 38-43. Schafe: a) Maftlämmer und jüngere Mast c) mäßig genährte graphie des Socialismus" eine Anzahl von Referat en über litte hanimel 65-68, b) ältere Masthammel 58-63, Schafe( Merzschafe) 50-56, d) Holsteiner Niederungsrarische Erscheinungen des In- und Auslandes, die sich mit dem Socialismus Hammel und beschäftigen. schafe( Lebendgewicht) 00-00. Schweine: a) vollfleischige, der feineren Daran schließt sich unter der Rubrif: Aus der Geschichte des affen und deren Kreuzungen im Alter bis zu 1 Jahren 220-280 Pfund Socialismus" ein längerer Aufsatz über Das erste politische schwer, 63-00; b) schwere, 280 Pfund und darüber( Käser) 64-65; c) fleischige Arbeiterprogramm des XIX. Jahrhunderts, worunter das 50-62; d) gering entwidelte 57-59; e) Sauen 58-60. Für 100 Pfund Statut des 1831 in London von Gewerfvereinen und politischen Arbeiter mit 20 Proz. Tara. vereinen ins Leben gerufenen„ Nationalen Bundes der arbeitenden Klasser Verlauf und Tendenz. Der Rinderauftrieb wurde bis auf ng uber eigen ist, das u. a. die ſpäter, ſo biel erörterte Forderung wenige nicht passende Stücke geräumt. Der Kälberhandel gestaltete sich glatt. des vollen Arbeitsertrages für jeden Arbeiter aufstellt. Der bezeichnete Bei den Schafen fanden ungefähr 800 Stück Absatz. Der Schweinemarkt Bund ist die Stammorganisation des Chartistenbundes. Gin Artikel verlief glatt und wurde rasch geräumt. Es wurden nur wenige Abschlüſſe Broudhons, worin dieser in den erhitzten Tagen nach der Februar um ca. 1 Mart über Notiz gemacht. Revolution 1848 den Pariser Arbeitern warnend zuruft, sich nicht durch Grinnerungen von 1793 zu einer Haltung verleiten zu lassen, die mit den veränderten Beitverhältnissen im Widerspruch stehe, schließt sich daran an " Ein anfänglich unter dem Gefichtspunkte des versuchten Mordes behandelter Eifersuchtsaft beschäftigte am Mittwoch die achte Strafkammer des Landgerichts I unter Vorsiz des Landgerichts- Direktors v. Winterfeld. Der 27 jährige Sattler Josef Weirauch stand unter der Anklage der schweren Körperverlegung mittels eines Messers und einer das Leben gefährdenden Behandlung. Der Angeklagte hat schon im Jahre 1896 einmal eine fleine Strafe erhalten, weil er aus Eifersucht ein Mädchen mit einem Stock geschlagen hat. Er arbeitete hier in der Hoffmannschen Militär- Effektenfabrit, woselbst auch die Arbeiterin Anna Bernice beschäftigt war. Seit Anfang dieses Jahres hatte sich zwischen ihm und dem Mädchen ein Liebesverhältnis entwickelt, sie machten zu sammen Ausflüge, sie besuchte ihn in seiner Wohnung 2c. Der Angeklagte ist etwas leichtsinnig. und hat ein Erbteil von 700 Mark ziemlich schnell verbracht. Als er zu Ostern dem Vater Zernice erklärte, daß er dessen Tochter heiraten wolle, soll der Vater gefagt haben, er würde seine Tochter nur einem Manne geben, der ordentlich sei und sein Geld zusammen halte. Herr Bernice redete feiner Tochter zu, das Verhältnis zu lösen, er ließ auch etwas spöttisch dem modernen Gesellschaft mitgeteilt. Angeklagten fagen, daß er sich doch erst einen anständigen Anzug Der 4. Abschnitt:" Der Socialismus in den Zeit beschaffen solle, ehe er ans Heiraten denke. Diese Aeußerung verfchriften" besteht aus Inhaltsangaben der neuesten Hefte der socia: droß dem Angeklagten außerordentlich und er machte wiederholt häßliche liſtiſchen Zeitschriften des In- und Auslandes, sowie Notizen über Auffäße Bemerkungen über den Vater. Trotz mancher Zerwürfnisse dauerte in nichtsocialistischen Zeitschriften, in denen Fragen behandelt werden, die den Socialismus betreffen. aber das Verhältnis fort. Am 9. Juni hatten die Sattler der Jm 5. Abschnitte, Anfragen und Nachweise" stellt die Redaktion eine zur Beantwortung, die sich auf die Litteratur des Socialismus beziehen. Die Zeitschrift, die monatlich im Verlage der„ Socialistischen Monats hefte erscheint, fostet pro Heft 1,25 W. welcher Als Urkunden des Socialismus" werden das 1830 verfaßte Glaubensbekenntnis der Saint- Simonisten", der ein: feitende allgemeine Teil des Entwurfes zu einem neuen Partei programm für die östreichische Socialdemokratie, sowie eine vor 70 Jahren( 1831) erschienene bildliche Darstellung der welchem 2605 beſtimmt Vermischtes. der Angeklagte mit Anna Bernice teilnahmen. In Friedrichshagen und im Müggelschlößchen hat niemand ernste Streitigkeiten zwischen beiden bemerkt, wohl aber kam es zu solchen auf der Rückfahrt im Kremser. Weirauch schimpfte auf den Vater seiner Braut, das Mädchen berbat sich dies und erklärte, daß sie gar nicht daran denke, einen so garstigen und leichtsinnigen Menschen zu heiraten. An der Ecke der Mariannen- und Staligerstraße verließen beide den Kremser. Vor dem Hause Reichenbergerstr. 32, Explosion. Aus Köln wird berichtet: Gine folgenschwere in welchem das Mädchen wohnt, gingen beide hin und her, und Explosion ereignete sich in den Etablissements der bei Troisdorf geder Angeklagte redete auf die Zernicke ein, doch wieder legenen rheinisch- westfälischen Sprengstoff- Fabrik. Bisher wurden gut zu sein, was aber abgelehnt wurde. Inzwischen schloß ein Mann drei Arbeiterinnen gräßlich verstümmelt unter den Trümmern hervor das Nebenhaus auf, und um von dem Angeklagten loszukommen, geholt. Die Ursache ist unbekannt. Ein großes Gebäude is total lief sie schnell dort in den Flur hinein. Da pacte dem Angeklagten zertrümmert. Auch in dem zur Sprengstoff: Fabrik zu Delbrück geeine blinde Wut, er eilte der Bernicke nach, ergriff sie von hinten hörigen Siebhause entstand eine heftige Explosion. Glücklicherweise am Halse und warf sie zur Erde, wobei sie auf die linte Seite fiel. war nur ein Arbeiter anwesend. Einzelne Teile des verstümmelten Er schnitt sie mit dem Sattlermesser, welches er bei sich führte, am Leichnams wurden aufgefunden. Auch hier ist die Ursache un Halse und brachte ihr eine furchtbare Schnittwunde bekannt. bei, die vom Ohr bis zum Munde ging und eine breite Narbe im Gesicht zurückgelassen hat. Dann stach bis " Marriprelfe von Berlin am 1. Oftober 1901 nach Ermittlungen des fgl. Polizeipräsidiums. Kartoffeln, nene, D- Ctr. Rindfleisch, Rente 1 kg do. Bauch " Schweinefleisch, " 841,70 1,20 1,30 1.1,60 1,30 Kalbfleisch Roggen, gut * " " mittel gering " Gerste, gut " mittel gering 14,40 13,70 13,60 13, 12,90 12,30 16,10 15,30 15,20 14,40 14,30 13,60 Hammelfleisch Butter Gier Karpfen Aale Bander 60 Stitt 1 kg Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet am Dienstag, Donners: tag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. J. S. Nordstern. 1. Ja. 2. Bei der Pacht eines Grundstücks ist, falls vertraglich nichts andres vereinbart ist, im Gegensatz zur Miete die Kündigung nur für den Schluß eines Pachtjahres zulässig; sie hat spätestens am ersten Werktag desselben Jahres zu erfolgen, mit dessen Ablauf die Bacht endigen muß. F. D. 79. Führt die Pfändung nicht zur Be friedigung des Gläubigers, so ist dieser berechtigt, den Antrag auf Abnahme des Offenbarungseides zu stellen. Ob der Schuldtitel ein Erkenntnis oder ob er ein Zahlungsbefehl ist, ist dabei gleich. Ein Schuldner, der den Offenbarungseid in den letzten fünf Jahren schon einmal geleistet hat, tann nicht der Gläubiger nachweist, daß er inzwischen Bermögen erworben habe. W. H. 30. Wenden Sie sich an die Ober- Postdirektion. M. R. 26. Weder der Vater noch die Mutter sind Vormund, sondern haben weiter: gehende Rechte: ihnen steht die elterliche Gewalt zu. Seit dem 1. Januar 1900 ist nach dem Tode des Vaters nicht mehr ein Vormund zu ernennen. Bielmehr steht der Mutter die elterliche Gewalt in vollem Umfange nach dem Tode ihres Mannes zu. Diese elterliche Gewalt der Mutter ruht fedoch, wenn die Mutter minderjährig ist oder wenn sie eine neue Che eingeht. In beiden Fällen ist ein Vormund zu bestellen. W. M. 25. 1. und 2. Sie würden gut thun, sich an das Wöchnerinnenheim in der Bankwigstr. 4( Heilsarmee), oder an die Frauenklinit, Artillerieſtr. 20, oder an das städtische Krankenhaus Moabit, Turmſtr. 21, zu wenden. 3. Ja. 4. Die Klage ist von Vormund anzustellen: das Armenrecht wird auf Grund einer Bescheinigung des Vormundschaftsgerichts erteilt. 5. Für den all der Hilfsbedürftigkeit müßte fich die Mutter an den Armenfommissions Vorsteher wenden. 2. I., Nixdorf. 1. Nein. 2. Ja. E. Th., Schöneberg. Sie sind im Irrtum. Wenn Pacht vereinbart ist, so liegt eben mündlicher Vertrag vor. Da Sie, wie es scheint, vom 1. April ab gepachtet haben, so ist mangels anderer Vereinbarung Kündigung nur für die Zeit zum 1. April zulässig. Diese Kündigung muß spätestens am 1. Oftober erklärt sein. Ist sie unterlassen, so gilt Ihr Bachtverhältnis bis zum 1. April 1903 weiter. 999. Wenn Ihrem Schwiegernater nicht bewiesen wird, daß er über die Grenze gebaut habe, so ist die Klage in vollem Umfange abzuweisen. Hat er über die Grenze gebaut und der Nachbar beim Bau nicht widersprochen, so fann lediglich eine Verurteilung zur Zahlung erfolgen. Ihr Schwiegervater tann es also auf eine Entfcheidung des Gerichts antommen lassen. x. 89. Sie sind im Recht. .. 12. Leider ist die Betreffende im vollen Umfang zur Zahlung verpflichtet. Wir hatten seiner Zeit an dieser und anderen Stellen des Borwärts" wiederholt vor dem Beitritt zu Allgemeinen Volts- Krankenkasse ( H. Nr. 126) gewarnt und dringend zum Austritt durch eingeschriebenen Brief geraten. Die Nichtbefolgung dieses Rates verursacht der Betreffenden eine Kaffenlast von über 50 Mart. Ist sie etwa minderjährig zur Zeit des 1,70 1,10 Abschlusses des Vertrages gewesen, so ist sie zur Zahlung nicht verpflichtet 1,60 1,10 und soll das den Liquidatoren sagen. J. B. 7. Die Rechnung müffeit 2,80 2, Sie bezahlen. Im übrigen hängt die Regulierung des Nachlasses und der 4,40 2,40 Umfang des Rechts der einzelnen Erben von dem nicht mitgeteilten Wort Trauen Sie Ihrem Vefter nicht, so legen Ste 2,20 1,20 laut des Testaments ab. 2,60 1,20 die Wahrnehmung ihrer Rechte in die Hände eines dortigen Anwalts. And Bochum wird berichtet: Auf der Strecke der elektrischen er mit den Straßenbahn nach Wattenscheid stieß Dienstagabend ein Bier Messer blindlings auf die wehrlos am Boden Liegende ein und wagen mit einem Straßenbahnwagen zusammen. Eine brachte ihr 17 zum Teil gefährliche Schnitt und auf dem Bierwagen befindliche Person und der Kutscher wurden Stichwunden am Kopfe, an der Brust, am Rücken und am schwer verletzt. Letzterer ist alsbald verstorben. rechten Arm bei. Auf ihren Hilferuf stürzten Leute herbei, die dem Rasenden von seinem Opfer reißen mußten. Das Mädchen hatte großen Blutverlust und mußte nach dem Krankenhause Urban gebracht am werden, sie 100 gum 30. Juli verteilte, Außer der breiten Narbe, die sich über Welzen, gut D.- Str. mittel die rechte Seite der Wange zieht, erinnert sie der steif gebliebene gering Zeigefinger der rechten Hand an das blutige Abenteuer. Als man dem Wüterich auf der Polizei vorhielt, was er gethan, drückte er sein Bedauern darüber aus, daß die Sache nicht noch schlimmer gefommen sei. Er hatte auch schon einige Zeit vorher zu einer Schwester der Verlegten gefagt, daß es etwas geben würde, wenn er die Schwester nicht befäme". Troß alledem nimmt die Staatss anwaltschaft nicht an, daß der Angeklagte dem Mädchen nach dem Leben getrachtet, vielmehr in einer blinden Wut, die plöglich über ihn gekommen, gehandelt habe. Staatsanwalt Nichtstroh Ellendt verkannte nicht, daß gewisse Momente, namentlich die Hen unmenschliche Brutalität und der nach der That gezeigte Cynismus Grbsen des Angeklagten darauf hindeuten, daß er das Mädchen habe aus Speisebohnen 60, der Welt bringen wollen. Er hielt aber doch nicht einen bündigen Linsen 30, Beweis dafür erbracht und die Möglichkeit für gegeben, daß er in* frei Wagen und ab Bahn. seiner Heißblütigkeit und Leidenschaft nicht recht gewußt habe, was er Produktenmarkt vont 2. Oktober. Heute waren die Getreidepreise Swinemde that. Immerhin sei es aber geboten, den Angeklagten wegen seiner start rückgängig, was bereits am Frühmarkte begann und mittags trop pamburg Die Berlin vichischen Roheit längere Zeit ins Gefängnis zu schicken, damit er leicht erhöhter Preismeldungen aus Defireich Ungarn fortdauerte. Beit gewinne, fein heißes Blut abzukühlen. Er beantrage drei zieferungspreise waren für Weizen über 2 M., für Roggen 14%, M. niedriger Grantf./M. 761 NO Jahre Gefängnis. als gestern. Als Gründe dieser neuerlichen, starken Verflauung wurden München Rechtsanwalt Heine beantragte ein schwaches Nordamerita, fawie reichliche und billige Offerten aus Rußland Wien geringeres Strafmaß, da in diesem Falle irgend eine Absicht den bei äußerst geringer Aufnahmefähigteit des Marktes angegeben. Erste hiesige Wetter: Prognose für Donnerstag, den 3. Oktober 1901. Angeklagten sicherlich nicht geleitet habe, offenbar das Tier im Firmen waren Abgeber für laufende Sichten. Der Mehlabzug läßt nach Etwas fühler, vielfach wollig bei mäßigen östlichen Winden; teine Menschen bei ihm zum Ausbruch gekommen und er einem ganz wie vor viel zu wünschen übrig. Ueber die sensationellen Enthüllungen erheblichen Niederschläge. zügellosen Durchbruch der Wut gefolgt sei. Der Gerichtshof berück- eines hiesigen Blattes, das die allgemeine Baiffe im Getreideverkehr auf ein * pafer, gut 2,60 1,20 1,- Witterungsübersicht vom 2. Oftober 1901, morgens 8 1hr. mittel gering " 7,32 7, Hechte Barsche 2, " " 1,80 0,80 8,10 6, Schleie 40,- 25, Bleie 50,-25,- Krebse 2,60 1.20 " 1,40 0,80 Stationen per S.tot 16,- 2,50 Wetter Stationen Wetter Temp. n. C. 16° G.= 4° N. 767 Still 765' 766 SD Nebel 2 Dunst 2 heiter 763 SW 766 Still 11 Haparanda 772 Still 14 Betersburg 769 NO 1 Nebel 14 Cort 762 NNW 3 heiter 2 heiter 14 Aberdeen 1hlb.bed. 12 Baris 759 30 2 bedeckt wolfent 11 wollent- 0 10 13 15 Berliner Wetterbureau. An die Arbeiterschaft Deutschlands! Am 13. Juni d. J. hat die Berliner Gewerkschafts- Kommission den Boykott über die Nordhänser Kantabakfabrikate verhängt. Den Knebelrevers( Versagung des Rechts auf Koalitionsfreiheit) verlangen folgende Nordhäuser Kantabaffirmen: C. A. Kneiff, G. Reddersen, H. A. Hanewacker, Berlin& Bona, H.& R. Wittig, Rothhard& Comp., F. C. Lerche, Salfeld& Stein. Wir ersuchen, den Tabak obiger Firmen so lange zu meiden, bis die Inhaber das Koalitionsrecht ihrer Arbeiter anerkannt haben. Die Kommission der Tabakarbeiter. Wer den Agrariern zu einem willkürlichen Preismonopol für alle Lebensmittel, erst Milch, dann Butter, Fleisch, Obst, Gemüse verhelfen will, kauft bei der Ring'schen Milchcentrale; jeder andre beachte die ringfreien Geschäfte. 118/ 16* Möbel Bartsch Die vereinigten Milchhändler- Verbände. [ 189,8 Oranienstrasse 73, Alexandrinenstrasse u. Platz, nicht bekannt? Grösste Auswahl in meinem extra dazu erbauten, 4 Etagen hohen Fabrikgebäude. Empfehlenswerte Einkaufsquelle für Brautleute. Solide und gediegene Einrichtungen für 200-300-400-500 bis 10 000 Mark stets zur Ansicht vorrätig. Verlangen Sie meinen Prachtkatalog gratis und franco. Coulante Zahlungsbedingungen. Kein Ladengeschäft. 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