Ar. 332. Kboimements- Zedlngiiiige»: KbonneinenlZ- Preis pränumerando: lSierteljährl. 330 Mä, tnonatl. 1,10 3Jlt., wöchenllich 28 Sjfg. frei ins Haus. Einzelne Sluinw'i 5 Pfg. Sonntag«- Nummer mir lOunticnec SonniazS- Beilage„Die Neue Weil- 10 Pfg. Post- Pbonnemenl: 1,1V Mark pro Monai, Eingelragen in der Post- Zeitung»- Preisliste für 1901 unter Nr. 7671. Unter streuzdand für Deutschland und Oesterreich-Ungarn L Marl, für da« übrige Ausland S Marl pro Monat. Erscheint täglich aiisjer Wonkag«. Verlinev VolKsblakk. 18. Jahrg. Ate InsertilMs-GeMyr beträgt für die fechSgelpaltene Kolonsi« zetie aber deren Raum SO Pfg., für polisticheund gewerlfchaflliche Vereins- und Versammlung«-Anzeigen 20 Pfg, „jiletne Ansrigrn» jedes Wort S Pfg. (nur das erste Wort fett). Inserat« sur die nächste Nummer müssen biS S Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werben. Die Expedition ist an Wochen- tagen bi» 7 Uhr abends, an Sonn- und FesttaKen bis 8 Uhr vormittags geössnet. Telegramm-Adreste- «Porialdrmostrnt verlin" Csntralorgan der sorialdemokratischen Uartei Deutschlands. Kedalttion: SW. 19, Beuth-Slrahe 2. Aernsstrecher: 9(mt I Nr. 1508. Freitag, den 4. Oktober 1901. Expedition: sw. 19, Beukh-Skeahe 3. geriisstrechcr: Zlmt I. Nr. 5131. Im Hanse der Frechen. Wer verstehen will, warum es dem Bürgertum in Deutschland liicmals gelungen ist, zur politischen Macht zu gelangen, der muh den Liberalismus dort studieren, wo er dank einer prähistorischen Gesetzgebung ohne eigenes Zuthuu Macht erhalten hat: in den frei- sinnig verwalteten Gemeinden. Hier entblöht sich jene Charakter� losigkeit, die nur übertroffen wird durch eine politische Unfähigkeit die selbst die einfachste Situation nicht zu begreifen vermag, niemals die unvernieidlichen Konsequenzen zieht und in der Wahl der Mittel die lächerlichsten Dummheiten begeht. Der deutschen Bottr- geoisie höchster Ehrgeiz ist es, den staatsmäimischen Ge- berden der feudalen Lehrmeister nachzustümpern, und mit laliitem Lächeln die Streiche zu parieren, die sie empfängt. Ihre Macht benutzt sie nur, um dem Proletariat die Er ringuiig auch nur der billigsten Refonnen brutal zu versagen. Ihren absolutistischen Widersachern aber beugt sie den Rücken und sucht in geduldigem Kriechen staatsmännisch ihre Interessen zu er- schleichen. Es sind traurige Helden, diese Männlein von der bürger lichen Opposition, nicht trotzig, aber auch nicht tüchtig, und dabei von einer politischen Einfalt, die ihnen wirklich von der Polizei verboten werden sollte.... Am Donnerstag kamen in der Berliner Stadtverord- n e t e n- V e r s a m m l n n g, die Schmeichler der Bourgeoisie oben als ein Hans der Frechen und Unbotmäßigen wider die Wahrheit geschildert haben, die neuesten Eingriffe in die kommunale Selbstverwaltung zur Erörterung, die auch dem lammfrommsten Philister das Blut heißer durch die sonst so schlaffen Adeni trieben. Die Straßenbahn Unter den Linden und die Märchenbruniien standen auf der Tages- ordnung. Das Publikum war äußerst zahlreich erschienen, um des großen Augenblicks Zeuge zu sein, da endlich die gewählten Vertreter der Stadt Berlin ihr Recht würdig und kraftvoll proklamieren würden. Wer aber eine aufrüttelnde Fanfare erwartet hatte, der wurde schlimm durch die Chamade enttäuscht, die herauskam und die ein jämmerliches Riickzngssignal darstellt, mochte es auch mit Lärm posaunen geblasen sein. Und wenn die Zuschauer auf den Tribünen im Saale unten gelegentlich Funken sprühen sahen, so verdanktcu sie dieses Schauspiel dem Zusammenstoß der ehrlichen Aussprache dessen, was ist, wie sie der socialdeniokratische Redner unternahm mjt der nervösen Unterwürfigkeit unheilbarer Charakterschwäche, die der Liberalismus hinter künstlich aufgepeitschten„Mannesworten" vergeblich zu verbergen suchte. Zur Erledigung der Straße nbahnaffaire hatten sich die freisinnigen Stadt-Fraktionen zu einer bescheidenen Resolution ein trächtiglich zusammengefunden, die das Bedauern der Körperschaft darüber ausspricht, daß die Ueberfllhrung der Straßenbahn über die Straße Unter den Linden verweigert worden sei, und die ferner den Magistrat auffordert, sein Möglichstes zu thun, um eine Be seitigung des Hinderniffes zu erwirken. Bon Langerhans bis Cassel und selbst bis zu Herrn Mommsen stand man heldenhaft zu diesem herrlichen Zeugnis ungebrochenen Mannesniutes des freigesinnten Bürgertums. Wäre Genosse Singer den Leutchen nicht gehörig in die Parade gefahren, sie wären vielleicht in dem Bewußtsein nach Hause gegangen, daß ihnen das furchtbare Lölvenfell natürlich und fest angewachsen sei. Der greise L a n g e r h a n s, der zuerst mit ein paar Worten die einmütige Annahme der Resolution empfahl, zog sich noch leidlich aus der Affaire. Er sprach von einer unerhörten Thatsache, forderte zimi Widerstand auf und riet— allerdings ein nach der Rechts- Inge unmögliches Mittel— zur Einleitung des Verivaltungsstreit- Verfahrens. Dann nahm Geuoffe Singer das Wort, den man auf- merksam aber mit dem Unbehagen des schlechten Gewissens und des Gefühls der eignen Jämmerlichkeit zuhörte, eines Gefühls, das nur durch eine gewisse lüsterne Neugier, was der Wortführer der Social- deniokratie wohl alles sagen würde, gemildert wurde. Denn im Grunde hören diese Freisinns- Makkabäer furchtbar gern, daß von andren ausgesprochen wird, was selbst zu sagen, sie zu fei— nfühlig sind. Hinwiederum ist es ihnen auch auö Parteiinteresse im- angenehm, daß gerade ein Socialdemokrat die Worte offen aus- spricht, von denen sie wissen, daß die gesamte Bürgerschaft Berlins sie insgeheim denkt. Singer legte zunächst den Thatbestand mit all seinen Wider- sprächen und Unglaublichkeiten dar und wünschte die Ausfüllung gewisser Lücken in den vorgelegten Akten. Er charakterisierte die unwürdige Stellung, in die jetzt auch die verantwortlichen Stellen gedrängt seien. Wir können auf das Verlangen nicht ein- gehen, daß Unter den Linden zur geheiligten Straße erhoben werde. Man spricht von Verkehrsstörungen durch die Ueberführung der Straßenbahn. Ach, wenn wir keine weiteren Verkehrsstörungen Unter den Linden hätten als die durch die Straßenbahn, dann könnten ivir uns glücklich preisen. Diese Anspielung Singers auf die Absperrungen bei Paraden und höfischen Umzügen wurde mit stürmischer Zu- stiinmuiig begrüßt. Rechtlich allerdings könne die Stadt nichts machen. Darum sei auch die Resolution nur geeignet, Täuschungen zu erwecken. Welche Mittel solle denn der Magistrat anwenden? Soll er im feierlichen Zuge nach dem Schloß wallfahren und den Kotau machen? Die Socialdcmokraten können nicht für die Resolution stimmen, weil niaii es dem Magistrat zu ersparen wünsche, daß er sich weiteren Ab- Weisungen aussetzt. Man solle den Dingen klar ins Auge sehen. Die Verantwortung für den Schaden, den die Stadt erleidet, treffe nicht die Vcrsanmilung sondern die Stelle», die die Interessen der Stadt auf ihre Weise wahren zu müssen glauben. Während der Rede Singers war der Oberbürgermeister Kirschner sichtlich in Erregung geraten. Er empfand offenbar allzu deutlich das Unerträgliche seiner Situation; erinnerte ihn doch der leere Zweite-Bürgermeister-Stuhl an seiner Seite unablässig an den Fall Kauffmann und an seine eigne Wartezeit. Aus dieser Nervosität erklärt sich wohl die große Ungeschicklichkeit, mit der Herr Kirschner gegen Singer statt gegen die verantwortlichen Personen vor— ging Wir zweifeln nicht im mindesten, daß der Oberbürgermeister von einem unauslöschlichen monarchischen Gefühl durchglüht ist— aber die augenblickliche Lage scheint unS auch für einen Monarchisten nicht gerade geeignet zu sein, gegenüber den „Republikanern" seine unterlhäuigste Monarchen-Ehrfurcht zu betonen. Kirschner hätte sich wahrhaftig nichts vergeben, wenn er etiva erklärt hätte: Ich bin zwar Monarchist, aber— ich bekenne— es ist zum Rcpublikanisch-Wcrden! Aber der freisinnige Oberbürgermeister ist in der mehr als ein Jahr dauernden Quarantäne, der er sich seiner Zeit unterziehen mußte, so völlig scuchenfrei geworden, daß kein Wort trotzigen Widerspruchs mehr sich hervorwagt.— Daß eS aus sichtSlos sei, den Einspruch auf dem Prozeßwege anzufechten, das gab er Singer zu. Dennoch sprach er, indem er mahnte, statt Streit und Zivietracht Frieden und Eintracht zu suchen, der Resolution seine Sympathie aus. die er als ein Manifest der Hoff uung auffaßte, daß sich noch alles durch die Macht der Thatsacheu zum Guten wenden möge. Diese Hoffnung ist das einzige— rief er mit ungewollter Komik aus. Die Socialdemokraten erhoben ein spottendes Gelächter, die Freisinnigen erleichterten sich von ihrem gefährlichen Manuesmut, indem sie ihrem Oberbürgermeister auf munterndcn, künstlich empor getriebenen Beifall spendelen. Herr Cassel fühlte gegenüber der wehleidigen Ansprache KirschnerS denn doch das Bedürfnis, ein wenig den Bürgerstolz vor Königsthronen zu mimen. Den Gedanken eines Kotau lehnt er mit Entrüstung ab. Er drohte sogar mit einer Erörterung im Abgeordnetenhaus. Aber der Protest war nur ein Wind von Worten. Der Freisinn hofft, aber er handelt nicht; der Wider- stand existiert nur äußerlich, in der Phrase. Die Casselaner wollen allerdings mit Festigkeit die Sache weiter treiben, aber— und das ist die Hauptsache— ohne jede unnütze Zuspitzung. Theoder Thomas Heine hat einmal im„Simplicissimus" den Hoseubefund nach solcher Oppositionsrede schön illustriert. Welcher Wert der Bedauern-Resolution beizumessen ist, beweist die eine Thatsache, daß selbst Herr Mommsen sich für sie aussprach; auch er„hoffte". Herr Nathan von der neuen Linken sprach vom Lübecker Parteitag, vom Gothaer EiniguiigSkongreß— alles zu dem Zweck, um zu zeigen, daß die wahre Staatsmannskunst darin bestehe, Opfer des Intellekts zu bringen. Damit war denn wider Willen die Resolution treffend gekenuzeichnet: ein Opfer des Intellekt und— des Charakters obendrein. Singer mahnte noch einnial zur Festigkeit. Durch Nach- giebigkeit erreiche man nichts. Er erinnerte an die Konfliktszeit, Durch die Politik der Deniut werden die Interessen der Stadt ge- schädigt. Diese Bemerkung mißverstand Herr Kirschner als einen direkten Vorwurf gegen sich und sehr erregt verlangte er Beweise, daß er durch seine Aintsführung die Interessen der Stadt geschädigt habe. Für den Oberbürgermeister ist alles, was seit Jahren die Stadt hat über sich ergehen lassen, immer noch nichts.' Es sind noch Beweise von Nöten! Herr Kirschner meinte auch, daß die Stadt stets ihren höfischen Verpflichtungen nach- gekonunen sei, und er weiß nicht einmal aus der kommunalen Geschichte. daß 1863 die Stadtverordneten von Berlin beschlossen haben, alle Adressen und Deputationen an das königliche Haus zu unterlassen. Und damals handelte es sich nicht einmal um die Abwehr direkter Eingriffe in die kommunale Selbstverwaltung, sondern um eine politische Demonstration gegen die„Preßordoiuianz", durch welche die Preß freiheit aufgehoben war. Nachdein Herr Cassel noch einmal erklärt hatte: Wir Frei sinnigen haben niemals Byzantinismus getrieben, aber wir gelobe». auch fernerhin unsren byzantinischen Verpflichtungen nachzukommen. diente Singer dem Oberbürgermeister mit einigen der erbetenen Thatsache» und dabei erwähnte er auch zum crstemual in der Stadt- verordneten-VersammIiiug die Alexandriner-Rede, die der Ober- bürgermeister mit anhören mußte. Herr K i r s ch n e r sah sich genötigt. Rede zu stehen. Er ent- chuldigte die Alexandriner-Rede, die„nicht so scharf" gelautet habe, halb und halb psychologisch, daß sie unmittelbar nach dem Bremer „Attentat" gehalten sei. Er, Kirschner, sei nicht Gast des Kaisers, sondern des Regiments gewesen. Geschmerzt habe ihn die Rede allerdings tief. Aber was sollte er machen? Das Lokal verlassen? Da« wäre eine lächerliche Taktlosigkeit gewesen. Wenn Herr Kirschner einmal bei einer städtischen Feier, bei der Offiziere eingeladen sind, eine Rede halten sollte, in der er von der Frechheit und rohen Unmenschlichkeit spräche, mit der die Offiziere 1848 auf wehrlose Menschen schoflen— glaubt er Wirklich, daß die anwesenden Offiziere es dann als eine lächerliche Taktlosigkeit empfinden würden, das Lokal zu verlassen und ruhig am Fest- schmaus teilnehmen würden?... Die Debatte war erschöpft. Die namentliche Abstimmung ergab S5 Stimmen für, Lv gegen die freisinnige Resolution des leeren Bedauerns. Mit den Socialdemokraten stimmten nein drei Mitglieder: Kyllmann und der Antisemit Pretzel, weil sie ihnen zu antimonarchisch war, und Herr Marggraff von der ueucn Linken, der die Gefühle, die der socialdeniokratische Redner aussprach, seinerseits zu bekunden für seine Pflicht hielt. Also doch wenigstens e i n Exemplar wirklichen Freisiims! Zum Schluß kam dann noch die Angelegenheit der Märchen« brunnen zur Sprache. Singer begründete den socialdemolratischen Antrag, betonte, daß hier die Rechtsfrage durchzukämpfen sei und wies auf die falschen Angaben der bürgerlichen Presse über die letzte Sitzung der Kunstdeputation hin: diese hat einmütig beschlossen, an den Entwürfen festzuhalten und das Recht nötigenfalls im Prozeß- wcge zu wahren. Mit guter Laune unter großer Heiterkeit bemerkte Singer, daß man sich ja die künstlerischen Anregungen des Kaisers gefallen laffeu könne, aber doch nur unter der Voraussetzung, daß er in der Kunst- deputation erscheint und mitarbeitet. Was würde man wohl oben sagen, wenn sich die Stadt herausgenommen hätte, gegen die Statuen auf der SicgeLallee kritischen Einspruch zu erheben? Nehme nian der Stadt das Recht, nach eigner Freiheit für die künstlerische Ausschmückung zu sorgen, so müßte man eben künftig überhaupt auf solche Thätigkeit verzichten und sie der Krone überlassen. Der Oberbürgermeister bestätigte die Angaben Singers über den Verlauf dcr KuustdeputationS-Sitzung. Er teilte die pikante Thatsache mit, daß er die Beanstandung der Märcheubrunnen früher aus der Preise als amtlich erfahren habe. Der amtliche Bescheid sei ihm erst am 27. September geworden. Danach will der Kaiser, daß die Märcheugcstalten in einzelnen Gruppen verstreut und ihre Ausführung dazu geeigneten Künstlern übertragen werde. «Begas!" rief man bei dieser Mitteilung verstäitduiSinnig dazwischen. Da das Aktenmaterial noch nicht gedruckt vorliegt und der Magistrat sich mit der Angelegenheit bisher nicht befassen konnte/ wurde unter allgemeiner Zustimmung beschlossen, die Besprechung auf die nächste Woche zu verschieben. Wird sich dann der bürgerliche Freisinn zu einiger Höhe zu erheben wissen? Wir glauben es nicht. Sie wollen nicht im mindesten Konvent spielen, und das Haus der Frechen und Unbot- mäßigen ist in Wahrheit, so weit das Bürgertum in Betracht kommt, eine Versammlung ängstlicher und politisch urteilsloser Philister, denen der„staatsmännische" Servilismus das Mark verdorben hat. Rolitifcho MebLvfittzk» Berlin, den 3. Oktober. Daö Geständnis dcS HnnitcntnmS. Der K r i e g S m i n i st e r hat vor mehreren Monaten Straf- antrag gegen den„Vorwärts" und andre socialdeniokratische Blätter gestellt wegen Veröffentlichung von Hilimenbriefen und wegen der am Chinafeldzug geübten Kritik. Jetzt ist eine schliminere moralische Verwahrlosung im China- feldznge festgestellt worden, als je von uns behauptet ivurde. Und diese Festftellnng geht ans von der Regierung, deren Mitglied der KriegSMinister ist. Wir hatten Abschculichkeitcn gebrandmarkt, die von einzelnen Untergeordneten verübt ivorden waren. Jetzt ist die Heeres-' leitung selb st durch die Regierung aufs schwerste bezichtigt ivorden, indem zugestanden ist, daß die astronomischen Instrumente der Pekinger Sternwarte, wertvollstes chinesisches Eigentum, wider- rechtlich ans China entführt worden sind. Für die Vergehen der Soldaten, die aus den Himnenbriefen be- kannt wurden, fanden sich gewisse mildernde Umstünde in jenem Rachegeist, der die ausziehenden Truppen in den Wahn versetzte, daß in China alles erlaubt sein werde. Für die jetzt festgestellte Völker- rechtswidrige Eigentums-„Fortführung" ist kein Milderungsgrimd auffindbar. Wir dürfen daher erwartungsvoll den Erklärungen des Kricgsniinisters entgegensehen, wie er die socialdeniokratische Kritik dem Staatsanwalt überliefern konnte, während seine Regierung gegen die oberste Heeresleitung in China eine Anklage des Hunnen- titmS erhebt, gegen deren Gewicht alles, was je von uns behauptet wurde, geringfügig ist. Den bürgerlichen Zeitungen ist das offiziöse Geständnis des begangenen Unrechts höchst peinlich. Sie empfinden. daß der glorreichen Weltpolitik kein schimpflicheres Nachspiel folgen konnte. Sie fordern die Bezahlung oder die Rücksendung des fremden Eigentums für deutsche Rechnung. Nur die „Germania" bekundet eine heillose Rechtsverwirrung, indem sie erklärt:„Die astronomischen Instrumente sind nunmehr von Rechts wegen unsre." Selbst der gewöhnliche Diebstahl bleibt Diebstahl und wird von Amts wegen verfolgt, auch wenn der Bestohlcne ans irgend welchen Gründen auf sein Eigentum verzichtet. Die Centrums- moral schaltet nicht nur diesen Grundsatz für daS politische Leben und das Völkerrecht auS, sondern erklärt das Unrecht für Recht, weil die chinesische Regierung das Denkmal der Schande für alle Zeit dem deutschen Namen erhalten will. Aber auch durch Rückgabe oder Bezahlung kann der Bruch des Völkerrechts nicht gesühnt gelten. Die Schuldigen müssen zur Rechenschaft gezogen werden. Oder sollen deutsche Soldaten, die vom wilden Khakiwahn zu Ausschreitungen verführt wurden, in vicljährigcr Gefängnis- und Zuchthausstrafe furchtbar büßen, während die des BölkerrechtSbrncheS Schuldigen ungestraft bleiben? Noch manches ist dunkel in dieser Angelegenheit. Tor allem bedarf der Aufklärung, warum die Negierung nicht schon vor mehr als Monatsfrist, als sie durch die Presse Kunde von der im- rechtmäßigen Beute erhielt, den Thatbestand aufgeklärt hat, sondern die falsche Nachricht der„Köln. Ztg.", daß die astronsmischen In- strumente gekauft ivorden seien, verbreiten ließ. Es müssen starke Widerstände gewesen seien, welche die verantwortliche Regiernng zu überwinden hatte, bis sie die jetzige Erklärung abgeben durfte. Ja, es erscheint erstaunlich, daß die Erklärung in der vorliegenden Fassung erfolgt ist; ein Berliner Blatt tadelt die Leitung der aus- wärtigen Politik, daß«sie diese beschämende Antwort der chinesischen Regierung noch an die große Glocke hängt, statt sie ruhig ein- zustecken und den Schleier des Amtsgeheimnisses darüber zu breiten." Vielleicht bethatigt Graf Waldersee seine bewährte Rede- kunst in einer gründlichen Aussprache über die Urheberschaft dieser Chinabeute und über den Inhalt der Regierungserklärung, in der er der Angeklagte ist.— * Deutsches Weich- Prinz TschunS'Tank. Prinz Tschun hat von der Grenzstation Knsstcin aus ein Telegramm an Kaiser Wilhelm II. nach Rominten gerichtet, worin er seinem tiefgefühlten Danke für die während seines Äufenhaltes in Deutschland geuosseue Gastfreundschaft und die herz- liche Aufnahme durch den Kaiser und die Kaiserin Ausdruck gab, die besondere Freude über die ihm gewordene Ordensdekoration und die Bitte ausspricht, es möchten die bisherige» freundschaftlichen Be- zichunge» zwischen dem deutschen und chinesischen Kaiserreiche noch mehr gefestigt und die kulturelle Entwicklung des chinesischen Reiches durch die machtvolle Unterstützung Kaiser Wilhelms II. gefördert werden. Man muh gestehen, der chinesische Prinz hat sich in die Ge- Heimnisse des europäische» Hofceremoniells so vorzüglich eingelebt, das; es ihm zur Einkleidung bissigster Ironie graziöse Dienste leistet.—_ bestreich und der deutsche Zolltarif. lieber die Aktion Oestreich-llngarns gegen den deutschen Zoll- /arif erfährt die„Franks. Zeitg." aus Wien folgendes Authentische: Gleich nach den. Bekanntwerden des deutschen Zolltnrif-Entwurfs kam der ungrische Ministerpräsident S z e l l nach Wien, um mit K ö r b e r. dem östreichischen Ministerpräsidenten, hierüber z» konferieren. ES wurde sodann an de» gemeinsamen Minister des Auswärtigen. Grafen G o l u ch o w s k i herangetreten, der den Berliner Botschafter Szögyeny damit betraute, die deutsche Regierung in freundschaftlicher Weise ans die schweren Besorgnisse aufmerksam zu machen, die bei den Pro- duzcntcn Ocstrcich-Ungarns durch den Tarifentwurf für daS Ver- trags-Rcgime hervorgerufen wurden. Szögyeny entledigte sich, da Bülow abwesend war, seiner Mission gegenüber Richthofcn, der erklärte, der Tarifentwurf bedeute noch nichts Abschließendes, da erst in den VertragSverhandlungcn der Verlragstarif festzustellen sein»verde._ Drakonische Militärjustiz. In der„Sächsischen Arbeiter- Zeitung" findet sich folgender Bericht über eine Perhandluiig des Kriegsgerichts der I. Division in Dresden: „Zu einem Soldatenexcest kam cS am Abend deS l. September in dem Orte Eckartsberg bei Zittau. DaS 1. Feldartillerie- Regiment Nr. 12 war dort zum Teile einquartiert, und da cS gerade Sonntag ivar, so»vimmclte es ans dein Tanzboden des dortigen Gasthofes von Soldaten aller Gattungen und Grade. Besonders an einein Tische ging es lustig her. Der Quartierivirt des Friseurs und jetzigen Kanoniers Wilhelm August Blume von der ti. Batterie des genannten Truppenteils traktierte die Soldaten zur Feier von Sedan mit Schnaps, wobei letzterer etwas allzu reichlich geflossen zu sein scheint. Blume drehte sich eben lustig im Kreise mit einer Dorfsckiöne», als ihn der Unteroffizier Bamsch zu sich rief. Nach Beciidignng des Tanzes ging der Soldat zum Unteroffizier hin, worauf ihm dieser befahl. sofort sein(des Untcroffiziersj Pferd zu putzen. Hierauf entgegnete Blume, er habe kein Putzzeug da, und auf einen dies- bezüglichen Einwand des andern:„Na, dann werden Sie es ivohl allein putzen können." Diese Aeußerung hörte der patrouillierende Unteroffizier Michel, der den Soldaten deshalb zur Rede setzte. In seiner Zechcrlaune antivortetc Blume aber:„Herr Unter- offizier. Sie haben jetzt nichts zu sagen!" Darauf forderte ihn die Patrouille auf, niit aus dem Saale zu kommen, aber ohne Erfolg. Blume soll vielmehr höhnisch lächelnd und die Hände in die Hosentaschen gesteckt auf die andre Seite des Saales gc- gangen, schliefilich aber auf Zureden seines Ouarlierivirtes bis zur Saalthür gefolgt sein. Aus die abermalige Aufforderung, nach Hause zu gehen, gab er zur Antlvort:„Ich gehe noch nicht zu Hanse, es ist noch nicht 10 Uhr und»verde erst meinen Kameraden noch „Gute Nacht" sagen I" Den auf ihn beschivichtigcnd einredenden Unteroffizier Pfeil»vics er mit den Worten ab;„Du hast hier nichts zu suchen, scher' Dich»veg!" Unteroffizier Michel erklärte ihn nunmehr für arretiert, zumal schon eine Anzahl Civil- Personen sich einmischen»vollten,»nd beauftragte den Gefreiten Ahnert»nt dem Trausport des Blume nach der Wache. Trotz- dem ihn nun auch dieser crinahnte, doch mitzugehen, da er cS sonst sicher bereuen»vürde, erklärte der Arrestant nach einer Weile. er gehe nicht ivciter mit. Dem Gefreiten blieb schließlich nichts ivciter übrig, als»vieder umzukehren und den Unteroffizier Michel davon zu benachrichtigen. Es»vurden nunmehr die Kanoniere QuoSdorf und Lippmann zum Transport bekohlen. auch der Unteroffizier Michel ging mit. UuterivegS forderte letzterer ihn auf. schneller zu gehen, doch dieser erklärte:„Ich habe doch nicht das Galopplaufen gelernt, ich bin Friseur und Barbier. Sie aber bloß Marienderger!" Kurz vor der Wache wart er sich ins Gras, stand auch nicht»vieder auf, sondern sagte zu Michel: „Unteroffizier, scheren Sie sich her, Sie haben bei mir Wache zu stehen!" Schließlich mußte noch zur Unterstützung der Transporteure der Fahrer Letter geholt»verde», doch nunmehr leistete Blume ver- zweifelten Widerstand. Er stemmte sich mit Händen und Füßen und schlug den Unteroffizier inS Gesicht und gegen die Brusi daß dieser noch am nächsten Tage blaue Flecken hatte, Sein Verhalten änderte er auch nicht, als er in die Parkivache geschafft wurde. Er rief dem Wachthabenden zu:„Guten Abend. Kamerad, ich melde mich als Arrestant!" Die Handlungsiueisz des Blume, der sich vor dem Kriegsgericht der 1. Devisiou Nr 2Z wegen Achlungs- Verletzung, Beleidigung eines Vorgesetzten, ausdrücklichen Un- gehorsams gegen eisten' Befehl in Dienstsachen, Beharrens im Un- gehorsam. Widersetzlichkeit und thätlichen Angriffs auf einen Vor- gesetzten zu vcrantivorten hatte, erscheint beinahe unerklärlich, Angeklagter ist durchaus nicht renitent veranlagt, bisher noch gänzlich u n b e st r a f t und erfährt a u ch v o n seinen Vorgesetzten eine gute Beurteilung, Weinend erklärte er in der Verhandlung, daß er wohl ii« Bctruukcnhcit gehaitdelt habe» müsse. Das Gericht ahndete die Vergehen mit zwei Jahren sechs Monate» GefängiliS. Die Härte dieses Urteils des Kriegsgerichts zu Dresden ist geradezu erschreckend und nicht entfernt durch die Forderungen militärischer Disciplin gerechtfertigt. Den Anlaß der Ver'chlungcn des Soldaten gab ein Befehl des Unteroffiziers, der dienstlich un- berechtigt»vor und nur die Macht des Vorgeietzten zu außecdicnst- lichen Zivecken benutzte, Daher der Widerstand des Sol- baten unter den Wirkungen des Schnapsgenusies. daher alle Weiterungen, die vom«randpunkt der'Disciplin strafwürdig erscheinen mögen, aber doch nichts»veniger als bewußte, absichtliche Auflehnung bedeuten. Unter diesen Um- ständen hätte eine Strafe von einigen Wochen sicherlich allen An- forderungen der Disciplin genügt. Die furchtbar schwere Bestrafung mit 2>/s Jahren Gefängnis aber ist unverständlich und»vahrlich nicht geeignet, in der Bevöllerung Sympathien für das Heer zu cnvecke» ES ist z» hoffen, daß die obere G-richiSinstanz das drakonische Ur- teil beseitigen und das Vergehen des Soldaten menschlicher beurteilen »vird.— DaS Ergebnis der sächsischen LandtagSwahl. Die von uns an? Sonntag veröffentlichte Belrachtuug über de»» Ausfall der sächsischen Wahlen»vird durch einen Artikel der„Sachs. Arb.-Ztg." wertvoll ergänzt. Wir entnehmen demselben folgende thatsäch'liche Mitteilungen und das abschließende Urteil: „Viele Einzelergebuisse reden eiudriugiiche. ja geradezu auf- reizende Sprache. In Leipzig z. B. entfielen im zweiten Wahl- krelse auf den Socialdemokrgten Heillisch 2265 Stimmen, auf den WahlcechtSverschlechtecer Schill 2061. Und jdoch hat Schill„gesiegt". Roch deutlicher traten die Schönheiten des Wahluurechts im 4. Leipziger Kreise zu Tage, wo der Socialdemokrat Geher 4304 s Stimmen erhielt, sein reaktionärer Gegner kaum die Hälfte, nämlich 2430 Stimme». In Chemnitz ist es ähnlich. Hier„siegte" der in verschiedenen reaktionären Farben schillernde Fabrikant Reinecker mit 3800 Stimmen über unfren Genoffen Seyfert, der 5780 erhielt. Im 16. städtische» Wahlkreise erreichten»vir i» der dritten Klasse 4193 Stimmen, die Gegner 1369 Stimmen. Diese gewaltige Differenz hat die zivcite Klasse der gegnerischen Wähler nicht weit machen können. Solche Stimmenvcrhälinissc und solche konservative Siege müssen aufreizender als die schärfste Siede wirken. Sie v c r a u s ch a n l i ch e n die Eni- recht»»ig des Volkes ziffernmäßig und müssen eine um so furchtbarere Waffe gegen die Wahlrechtsräuber,»vie gegen das Dreiklassenwahlrecht bilden, je zahlreicher sich das Voll an den Landtagsivahlcn beteiligt. Noch unangenehmer aber als diese Zahlen � ist den sächsischen Reaktionären die Thatsache, daß in uiehreren Kreisen trotz eifriger Ausnützung aller Machtmittel die ordnungsparteiliche» Stimmen zurückgegangen find, und die kläglichen Resultate in der dritten Wählerklasse. In Chemnitz stehen 5254 social- demokratischen Stimmen 1180 gegnerische gegenüber, die Social- demokratcn gewaunen seit der letzte» Wahl vor sechs Jahren 1336 Stimmen, die Gegner aber haben an Stünmen ver- loren. In Crinunitschail standen 2358 socialdemolratischeu Stimmen in der dritten Klasse 858 gegnerische gegen- über, in Wcrdau 1835 socialdemokratischen 511 ordnnngsparteiliche Stimmen, im 14. ländlichen Kreise wurden 1592 socialdemokraliiche und 609 gegnerische Stimmen abgegeben. In vielen Gemeinden waren bei 60 bis 80 socialdeniolrätischcn Stinune» nur 1 bis 5 gegnerische zu verzeichnen. Wir haben zum drittenmal nntcr dem Dreiklassen-Wahlsystem getvählt. Der Wahlausfall im Jahre 1897 konnte uns nicht be- friedigen. Unsre Stimmcnzablen blieben zumeist hinter denen der letzte»! Wahlen in diesen Kreisen znriick und die Gegner geivannen eine verhältnismäßig große Anzahl Wahlmänncr der 3. Klasse und im Jahre 1899»vor es eher schlimmrr als besser. Damals schrieb unsre Zeitung:„der Wahlausfall ist beschämend für die Social- demokratie." In diesem Jahre sieht es schon viel besser ans. Noch ist die grollende Iluthäkigkeit und Lethargie nicht völlig überwunden, aber»vir habe» sie doch etiva? beseitigt. Das giebt uns die Zuversicht, daß wir iit späteren Jahren.bei regerer Agitation auch bessere Erfolge haben werden. Das wissen auch die Gegner, darum verstimmt sie in erster Linie der Fortschritt, den wir gemacht haben. Ueberwältigend ist dieser freilich auch nicht. Man vergesse aber nicht, daß die Gegner die Kirchhofsrnhe haben und das Volk einlullen wollten. Das haben wir trotz aller S ch>v i e r i g k e i t e n verhindert.... Von großer Bedeutung aber ist. daß die s o c i a I d e in o k r a- tischen S t i m in e n z a h l e n trotz der Schwierigkeiten und des lähmenden Einflusses der Dreiklasienwahl g c iv a ch s e n sind. In den beiden Dresdner Kreisen ist der Zuwachs allerdings nur gering. Im zweiten Kreise haben sich iinsre Stimmen seit 1895 nur von 3027 auf 3164 vermehrt, im dritte»! Wahlkreise von 1933 auf 1970. In Leipzig aber ist der ZmvachS beträchtlich. Unsre Stimmenzahl vermehrte sich seit 1895 im dortigen zweiten Wahlkreise von 1953 ans 2265, im vierten Wahlkreise von 3889 auf 4304, Allerdings sind auch die gegnerischen Stimmen in fast demselben Maße angewachsen, Vom Wachstum nnsrcr Stimmen zeugt auch ein Vergleich der Wahlresultate im 9, ländlichen Wahlkreise. Dort erhielten wir 1895, also unter dem Cciisnsivahlrccht, 572 Stimmen, bei der ersten Wahl unter dem Dreiklassen-Wahlsystem 687 und jetzt beinahe 1100 St. Ganz besonders erfreulich ist das Ergebnis im 6. ländlichen Wahl- kreise lAintsgcrichtsbezirko Neusalza und Schirgistvalde). Dort erhielten»vir 1395 im ganzen Kreise 173 Stimmen. Bei den jetzigen Wahlen haben»vir dort in der 3. Klasse 16 Wahlinänner durch- gebracht. Stunmeiizahlcn liegen leider nur aus 9 Bezirken vor, Aber schon in diesen nenn Orten beträgt nnsrc Stimrncnzahl' 531, also schon dreimal mehr als 1395, I» Wirklichkeit dürften wir 900 bis 1000 Stimmen in diesem Wahlkreise, dem schwarzen Winkel der Lausitz, erreicht haben. Erfreulich sind auch die Fortschritte im 16. städtischen Wahlkreis. Dort hatten»vir 1895 2320 Stimuicn, bei den diesjährigen Wahlen aber allein schon in der 3. Klasse 4193, Unsre Stimniciizahl hat sich mithin verdoppelt. In diesem Kreise dürfte indes der Fortsall des Census von Einfluß gewesen sein,»vas in den übrigen Wahlkreisen nicht der Fall ist, In, 41. ländlichen Kreise sind wir von 1250 Stimmen auf 1592 Stimmen gestiegen. die allein schon in der dritten Klasse abgegeben ivnrden. Zu alledem komnit noch, daß mir auch in der ziveiten Wählcrklasie vereinzelt Erfolge erzielt haben. Man sieht überall ein erfreuliches Vorwärtsschreiten, wohin der Blick dringen kann. Eins steht nun fest: die von den Gegnern erhoffte Entinntigung der socialdemokratischen Wählerschaft ist nirgends zu bemerken. Nur macht sich zum Teil die Empörung über den Wahl- rechtsraub durch eine grollende Glcichgiltigkcit bemerkbar, die»vir durch regere Agitation beseitigen»verde». Dann»verde», unsre Stimmenzahlen noch deutlichec reden und den Gegnern sehr im- bequem werden. Wir sind auf dem richtigen Wege mit der Wahlbeteiligung, das giebt auch die„Leipziger Volkzeitung" zu. Sie schreibt am Schlüsse einer Actrachtimg über die Landtagsivahlcn: „Keinesfalls darf uns das Drciklasscn-Wahlrccht, dieses nn- gerechteste aller Wahlsysteme,»vieder ans die Bahn der Wahl- ciithnltnng treiben. Die Partcivcrhältnissc. die politischen und socialen Zustände sind in Sachsen so erbärmliche, daß die Wahl- eiithaltnng diesen erbärmlichen Zuständen Vorschub leisten hieße— die Wahlenthaltnng würde nur der Reaktion zn statten kommen. Schließlich bietet aber die Wahlvetcilignng das beste Mittel, gegen das Wahlsystem selbst Sturm zu laufen. Je ent- schiede»« und eifriger»vir auch»Itter dem Klasse», Wahlsystem an die Wahlurne gehen, um so sicherer winken uns praktische Er- folge, wem, auch zunächst nicht an Mandaten. so doch durch die Ausdehimng nnsrcr Partei. Je stärker aber nnsrc Partei wird. je mehr eS unS gelingt, das Bürgertum gegen die Reaktion scharf zu machen, um fo eher wird die Zeit kommen, da daS elendeste aller Wahlsysteme in Scherbe» am Bode» liegt." Wir stimmen dem rückhaltlos zu. bemerken nur noch: Die E»t- rechtnng des sächsischen Volkes kann nicht eindringlicher, als durch solche Zahlen dargethan»Verden,»vie»vir sie au» Chemnitz und Leipzig veröffentlicht haben. Die Thatsache. daß ein reaktionärer Kandidat siegen kann, obivohl er nicht die Hälfte der Stiminen- zahl auf sich vereinigt bat, muß die Entrüstung über die Wahlentrechtung auch aufs äußerste steigen. Solche Zahlen»verdcn die wuchtigste Waffe im Kampfe gegen die Wo h lrccbt svcrn i chtcr und das Drciklassei,-Wohlrecht bilden. Diese Waffe erlangen»vir aber nur durch die Wahlbeteiligung. Zudem treibt uns die Landtagslvahl zu intensiverer Agitation. Wenn diese vorläufig auch nicht zu praktischen Erfolgen führt, so kommt sie doch uiiircr Prej'e und der Organtiation zu' gute und schließlich tvcrdcn»vir bei den Reichstags- wählen cruteir. was wir bei oeu Landtagswahlen gesäet haben.— München, 2. Oktober.(Eig. Bcr.) Bayrischer Landtag. In der heutigen Sitzung erstattete die vor 2 Jahren von der Kammer eingesetzte Hochlvafferkommission ihren Bericht, Bei dieser Gelegenheit kündigte der Minister des Innern einen»cueii Gesetzentwurf au. der möglichst bald der Kammer vorgelegt»verde» soll und der eine einheittiche Regelung der Wassergesetzgebung vezivcckl. Es soll dabei anch auf eiire rationelle staatliche A il s u ü tz u u g der vorhandenen Wasserkräfte im Interesse der A l l g e in e i n h e i t Rücksicht genommen werden. Der Centruins- Abgeordnete Steint nger beklagte, daß viele private Triebiverksbesitzer durch die Flußkorrcktionen und namentlich durch die hauptstädtischen Wasscrlcitniigsaulagen im Quellengebiet des Mangfallthaies geschädigt»vürden. Er verlangte, man solle dem Entzug von Wasserlräftc», durch solche großstädtische Wasserleitungsanlagen Einhalt thnn. Gegen diese agrarischen Wünsche protestierte Abgeordneter Ad. Müller fSoc.) niit Entschiedenheit. Letzterer verlangte auch von der Regierung Nachweismigen über die jetzige Lage der Wasserkraft- benntzung durch Private und ivelche Gebühren dafür bezahlt werden. Der Minister sagte eine Erfüllung dieses Wunsches zu. In dem heutigen Einkauf der Kammer befand sich u. a. auch ei» Gesetzcntivurf. der für die Beschaffung von Wohnungen für die Beamten und Bediensteten der StaatSbahne», den Betrag von 4 500 000 M. fordert. «* lieber die Zolltarif-Debatte am Donnerstag wird tclegraphisch gemeldet: Abg. Heim begründet die Interpellation des Cent rums über die Stellung der bayrischen Staatsregiernng zum Zolltarif. Ministerpräsident Graf Crailsheim erwidert', di c bayrische Regierung sei stets bestrebt, der Landivirtschaft in ihrer schwierigen Lage zu helfen; dazu gehöre anch die Gewährung V e r st ä r k t c ii Z o l I s ch u tz e s. Die Erhöhung der land- »virtschaftlichen Zölle finde jedoch ihre Grenze in der Rücksichtnahme auf die Gesamtheit der Konsumenten soivie auf die Möglichkeit des Abschlusses langfristiger Handelsverträge. Der neue Zolltaris-Entwurf sehe einen namhaft erhöhten Zollschutz' für laudivirtschaftliche Erzeug- uisse vor. Für solchenZollschutz werde die bayerische Regierung eintreten. Der Minister legt sodann die Gründe dar, ivelche gegen die Forderung eines gieichcn Zollsatzes für alle Gctrcidenrten sprechen. Er betont, daß eine allzu große Erhöhung des Hopfeuzolles eine gcivisse Gefahr für den bayerischen Hopfeucxport mit sich bringe, und»varut im Jntereffc der Bierbrmiiildnstrie, specicll auch der kleinen Bierbrauer, vor einer übennäßigen Erhöhung des Gcrsteuzolles. Finanzn, mister Ficht, v. Riedel äußert sich in gleichem Sinne. In der B c- sprechung der Interpellation fordern alle Redner des Centrums niid des Bauernbnndes höhere Hopfen- und Gerstenzölle. Minister Ficht, v. F e i li tz sch erklärt, daß die bayerische Regierung im Bmidesrat beantragen werde, die bisherige B e g ü n st i g u u g für die Grenzbewohner bezüglich der Einfuhr von Zucht- und Nutzvieh fortbestehen zu lassen oder mindestens eine fünfjährige II e b e r g a n g s f r i st zu gewähren. Die Wciterbcralung der Interpellation ivird sodann auf Freitag ver- tagt.—"_ Vor der badischen LandtagSivahl. Aus Karlsruhe wird ge- meldet: In einer von über 3000 Personen besuchten Versammlung der Oppositionsparteien sprach v. Volkmar gegen die Politik der Nationalliberalcn vom politischen, socialen und ivirtschaftliche» Stand- punkte ans und erinnerte besonders an deren Haltung in Sachen des RcichStagS-WahlrcchtS, das sie in demselben Augenblicke beseitige» ivollcu. wo sie einmal die Majorität hätten. Eine Aufgabe der süddeutschen Parlamente müsse es sein, der deutschen Regierung zu beweisen, daß anders als bisher gcwirtschaftet werden müsse. Rechts- anwalt Mus er(Demokrat) erklärte das Verhalt«» der Freisiuuigci, in Karlsruhe für einen direkten Gegensatz zu politischer Treue und Charakterfestigkeit, Er segne heute den Tag, wo in Baden sich die Freisinnigen von den Demokraten getrennt haben. ES ist zu hoffen, daß die Socialdemokratie ihre heiß um- strittcucn Mandate in der Residenzstadt bei der am Freitag statt- findenden Wahl erhalten wird.— Wegen Majcstätöbcleidigniig hatte sich heute der M.ilcr Maximilian Foellmer zu Nen-Rahnsdorf vor der zweiten Straf- knmnicr vom Landgericht II Berlin zu veraiittvorten. Zur Zeit der Landestrauer für die Kaiserin Friedrich befand sich der Angeklagte in einem Restaurant seines Wohnortes. Dort wollte er den im Lokale aufgestellten Miisik-Autoiiiatcn spielen lassen. Ein Polizei- beamter i» Eivil, der zufällig anwesend war, hielt dies mit Rücksicht auf die Landestrauer für nnzulässiig und riet dem Angeklagten, davon abziilasscn. Dieser beleidigte darauf die verstorbene Kaiserin und im Anschluß daran auch den jetzigen Kaiser. Die Verhandlung fand in nicht öffentlicher Sitzung statt und endete mit der Ver- urteilimg des Angeklagten zu vier Monaten Gefängnis. Ausfand. Ocstrcich-Ungarn. Die ungrische» Wahle». Pndapcst, 3, Oktober,(W. T, B.) Die Blätter konstatieren als Ergebnis des gestrigen Wahltages einen großen Sieg der R e g i e r u n g s p a'r t e>. Sämtliche Oppositionsparteien dürften zusamnicir nicht mehr als ein Drittel des Abgcordiictciihanscs bilden. Die Preise hebt die auffällige Veruiiiidcrniig der klerikalen Volks- Partei hervor. Von 293 Abgeordneten gehören 197 der Regicrnngs- Partei. 52 der Kosiuthpartei, 14 der klerikalen Volkspartei an, 7 sind parteilos. 3 sind auf ein Nationalitätcnprogramin gewählt, einer ist Demokrat. Ferner stellen die Blätter mit Geinigthiluiig fest, daß die Wahlen noch niemals so ruhig verlaufen sind, wie diesmal. Immerhin ereigneten sich einige Zwischenfälle, bei dciicii infolge der Ans- rcgi'ing die Wähler gcgencinauder gerieten und mehrere verwundet würden. Militär mujzte nur in zwei Bezirken einschreiten und von der Waffe Gebranch machen, so daß einige Personen verletzt ivnrden. Die Wahlhandlung mußte im Piiiczehelycr Bezirk infolge der Tcrrorisierung durch die Vollspartci. wo das Militär ans Notwehr die Waffe gevrmichte. suspendiert und im Stomfacr Bezirk für un- gültig erklärt weiden.— Frankreich. Paris, 3. Oktober. Mehreren Blättern zufolge wird die Nc- giernng die Kammern nicht, wie ursprünglich beschlossen, am 22. Ott., sondern erst am 15 November emberufeii, um der Budgetkonmnssion Zeit zn geben, ihre Beratungen zu Ende zn führen.— Nationalistischcr Porstos,. Paris, 3. Oktober. Eine halbamtliche Note erklärt, die Negicnmg habe sich bei der Ernennung des Generals Florentin zum Großkmizler der Ehrenlegion diirchans nicht von politischen Beweg- gründen leiten lassen. General Florentin habe für seine lang- jährigen Dienste eine Belohnung verdient und die Regierung sei'der Ansicht gewesen, daß General Davont, der sechs Jahre hindurch als Großkanzlcr fmiklionierte, den Posten lange qeimg ist lcqehabt habe. Durch die Entscheidmig der Rcaicrung habe Davont keineswegs gcdcmütigt werden sollen— Vice- Admiral Lefevre hat gestern abend seine Entlassung als Mitglied des OrdenSrateS der Ehrenlegioii cin- qcrcicht. Auch General Härtung wird, den nationalistischen Blättern zufolge, aus dem Ordensrat austrete,»„Gaulois" deutet an. daß General Florentin unter diesen Umständen sich leicht entschließen könnte, von seinem Posten zurückzutreten. Di- Regierung habe diese Möglichkeit bereit? ins Auge gefaßt und werde sich entschließen, m diesem Fall dem früheren Präsidenten der Republik Casimir Pcrier den Posten des Großkanzlers aiizuiragen.— Türkei. Der cuglisÄ-türkische Streitfall. Konstantinopcl, 3. Okt. Von zuständiger türkischer Seite wirdjcde Absicht der ottomanischen Regicrimg. zur Besetzung K o w e i t S(am persischen Meerbusen) zn schreiten, bestimmt mit der Erklärung bestritten. daß dies nicht im türkischen Interesse läge, überdies auch auf den entschlossenen Widerstand Englands stoßen würde. Die ottomanische Regierung tvünsche nur die Behinderung der Waffen- einfuhr nach Arabien über Koweit, wie sie zwischen England und der Pforte beim Abschluß des Uebereinlommcns ans Anlaß dcz früheren Zwischenfalls in Koweit vereinbart worden sei. Die Amts- ciitsetzmig des Mali von Basra, Ali Muhsin-Pascha. wird aus dessen schlechte Verwaltung zurückgeführt.— Amerika. Most freigesprochen. Dem„B. T." wird aus NewDork gemeldet: Johann M o st wurde heute vom Gerichtshof s r x j> gesprochen, da ibin nicht nachgewiesen werden lonnte, daß er in seinen Reden Aufreizungen begaiigen hat. Der Boeren- Krieg. Eine englische Schandthat. Johannesburg, M. September. Der unter der Anklage der Spionage»nd des Hochverrats vor Gericht gestellte frühere dritte Staatsanwalt der Südafrikanischen Republik Broeksma, welcher Bermittler zwischen den im Felde stehenden Boeren und Dr. Leyds und Dr. Krause gewesen ist, ist der genannten Verbrechen für schuldig befunden»Vörden. Broeksma wurde heute früh erschösse n. Tapfere Bocrcnstrcifzügc. Pretoria, 2. Oktober. Die Kolonnen der Obersten Fethersion- hangh und Äckcwich warfen die Boeren bis nordwestlich von Ma- gatone! zurück. Als sie sich dann ans der Rückkehr von einander ge- lrcnnt hatten, lvurde die schivächste derselben von 800 bis 1000 Boeren, die wieder umgekehrt Ivaren, heftig angegriffen, doch wurde auch dieser Angriff abgeschlagen. Die Boeren halten schwere Verluste. Sie liegen OTote zurück: 10 wurden gefangen genommen. Die Boeren standen unter dcui Befehl von Remp, aber Delarey war auch anwesend. London, 3. Oktober. Lord Kitchen er meldet: Oberst Kckcwich berichtet folgende Einzelheiten über den Angriff der Boeren auf sein Lager. Vor Tagesanbruch ivar eine Patrouille von DeonKinrh-Leuteil ausgesandt worden, die den vorrückenden Feind traf: sie gab ein Warnnngszeichen, jedoch zu spät. um zu verhindern. das; die kleine Abteilung überrumpelt »vnrdc. Dadurch vermochten die Boeren sich einer Stellung zu bemächtigen, ivelche ihnen in günstiger Schußweite eine giite Deckung bot. Von dort überraschten sie das Lager mit einem heftigen Feuer, ivährend zugleich Flankenangriffe von beiden Seiten erfolgten. Die ganze Abteilung Kekewichs hielt sich unter schwierigen Umständen sehr tapfer. Der Angriff wurde nach mehr als zweistündigem Kampf abgeschlagen. Die Boeren vcr- brauchten gewaltige Mengen Munition und müssen schwere Verluste erlitten haben. Die Mannschaften Fethcrstonhanghs sind jetzt mit denen Kekewichs in Fühlung. Dieselben nehmen die Verfolgung deS Feindes auf. Tie etwa 40 Venvnndelcn. über die noch bestimmte Nachricht gefehlt hat, werden heute nach Nustenburg gesandt. Mommnnnlvs. Stadtverordneten- Versammlimg. 29. Sitzung vorn Donnerstag, den 3. Oktober, nachmittags 5 11 h r. Aus der Versammlung sind ausgeschieden die Mitglieder Glocke (Mandat für-nngültig erklärt durch Entscheidung des Ober- vcrwaltungsgerichts) und Mühlberg er(Verzicht aus Gefnudheits- rücksichten). Der Protest des Vcrgoldcrs Jaucke, Plan-Utcr S2cl, gegen seine Nichtaufnahme in die K o m m u n a l w ä h I c r- L i st e ist auf Grund des in voriger Sitzung angenommenen Antrags Ewald im Wahlprüsungs-Ansschiisse nochmals geprüft ivorden. Da Jancke in dem letzten Jahre und zwar vor seinem Aufenthalt in der Hcit- statte am Grabowsce Stencrrestant gewesen ist. hat der Ansschntz einstimmig die endgültige Zurückweisung des Protestes beschlossen. Die Versammlung beschließt ohne Debatte in gleichem Sinne. Der Restbestand des sog. Leichen ha ns-Baufonds soll nach dem vom Oberpräsidenten genehmigten Vorschlage des Magistrats in Hohe von 2307,88 M. zu je einem Drittel an die Auf- erstehungs-, Lazarus- und Saniaritergemeinde ausgeschüttet ivcrden. Die Versammlung stimmt dem zn. Die Vorlage wegen Erwerbung der zur Frcilcgung der Box- hagcncrstrnne zwischen Frankfurter Allee und Warschaüerstraße er- forderlichen Terrains geht an einen besonderen Ausschuß. Die Pcrbrcitcvnng der Alexanderstraffe auch vor den Grund- stücken 12 und 12a ist jetzt vom Magistrat als dringende Notivcndig- keit anerkannt ivorden. Derselbe schlägt vor, die erforderlichen Grundstücks flächen(ca. 130 bez. 80 Quadratineter) im Wege der Enteignung z» erwerben, da eine gütliche Einigung mit de» Be- sitzern nicht zu erzielen war. ?lach kurzer Beratung wird die Vorlage demselben Ausschüsse überivicscn, der sich bereits mit der Frage der Verbreiterung der Straße vor den Grundstücken 10 und 1 t beschäftigt. Das in der fiüpiiirccr Forst für eine Gas bereit nngs- A n st a l t vom ForslfiStus für die Stadt erworbene Terrain von 45 Hektar bat sich bei der Nenveruicssung als um lWs Hektar größer erwiesen. Es sollen nur etwa 4'/e Hektar davon städtischerseits noch übernommen und der Kaufpreis(10 M. pro Quadratmeter) von 4 000 000 auf 5 000 000 M. erhöht werden. Es folgt die Beratung über die vom Magistrat der Versamm- lnng zur Kenntnisnahme vorgelegten Aktenstücke in der Sache der . ltcbcrführnng der Strasienbahu über die Straße Unter den Linden im Zuge der Ncnstö.dtischcn Kirchstraße. Tazu ist folgender Antrag Lailgcvhanö-Michclct unterstützt von allen Fraltione» außer den Socialdemolraten euigegange»: Tie Versainmlnng spricht ihr Bedanern aus. daß durch die versagte Genehmigung dieser Uebcrfnhrnng die städtischen Verkehrs- interessen und Finanzen schwer geschädigt iverdcn und daß. obwohl die städtische Verwaltung nach Mitteilung der zuständigen Staats- bchörden die tönigliche Genchinigiing der vorbercgtcn Uebersührung als gesichert voraussetzen mußte. diese Genehmigung nicht erteilt ist»nd ersucht den Magistrat, mit allen geeignet erscheinend«» Mitteln die Genehmigung zur Uebersührung zu erwirken. Stadtv. Langcvhans: Ich hoffe nicht nötig zu haben, eine Be- grüiidung zu gebe». Diese Angelegenheit ist so außerordentlich wichtig, daß wir unbedingt Stellung dazu nzhmen müsse»: cö liegt hier eine so lUierhörte Thatsachc vor, das; ivir von Stadt- wegen das. dringendste Interesse haben,, möglichst Widerstand zn leisten und alle Mittel in Betvcgnng zu setzen gegen die Per- iveigcrung der Konzcssion über die Linden. Wir haben doch ohne Zweifel alle den Gedanken, daß der König ciitjchlossen war. diese Linie zu genehmigen, da er entschieden Acllßcrungcn.im Schöße des Ministeriums gethän haben muß. daß diese Linie einer Ucbcr- führung durch die Eharlottenstraße vorzuziehen sei. Ich glaube, ivir »chnic» einstimmig diese Resolution an. Sie tvird»ns Gelegenheit gcbcii, die Angelegenheit im Verivaltimgsstreit-Vcrsahren zu fördern. �ch bitte Sic dringend im Interesse unsrer Selbständigkeit, nehmen Sle diese Nesolution an!(Beifall.) Stadtv. Singerind Genossen die Angliederung der Gewcrlschaften an. Wenn der Kongreß schließlich eurer Resolution zustimmte, ivelche der Konsöderation und den ihr angeschlossenen Gewerkschaften untersagt, sich in Politik zu mische», so ist es nur in dcnr Sinne aufzufassen, daß die wirischastlichen Organisationen den in Frankreich herrschende» Paneistreitigkeiteu scrnbleidcu svllen, denn in der aus Grund der Beschlüsse vor- genommenen Statutenänderung heißt es ausdrücklich,«haben sich außerhalb der politischen Schulen zu halten." Au der Debatte über den Generalstreik beteiligen sich eine große Menge Redner. Tie Frage wurde im wesentlichen dahin gestellt: Ist der Generalstreik ein Mittel, die Verbesserung einzelner Arbcilcrschichtcn herbeizuführen oder ist er ein Mittel revolutionärer Taktik. Der Vertreter der Bergarbeiter C o t t e erklärt, daß die Bergarbeiter bereit seien, zu streiken, falls ihre bekannten Forde- rnugcn nicht bcivilligt werden. Folgende Resolution wurde mit 852 gegen 41 Stimmen und 85 Stirnmciitbalrungcn angenommen: «Der Kongreß erklärt, daß der Gcncralstrcil nicht ei» Mittel der Befreiung irgend einer Kategorie von Arbeiten» sein kann. Er kann nur zum Ziel haben die vollständige Befreiung des Proletariats durch die gewaltsame Expropriation der kapitalistischen Klasse. Angesichts dieser Sachlage erklärt der Kongreß, daß die Beivcgung. welche zu Gnustcn der Bergarbeiter unternommen wird. deren' Bedeutung und Trngivcite niemand voraussehen und welche bis zur allgeinrnic» Emancipaliou führen kann, in jedem Falle eine Betvegmig der Solidarität ist, die in nichts das revolnlionüre Priucip, welches der GcneralstreikiLee inneivohnt. verletzt." Das bedeutet wohl eine SolidarilätLerklärnug gegenüber den Bergleuten, beionders ermutigend süt diese ist die Erklärung jedoch , licht, Ter Abslimmuiig und den Reden»ach zu urteilen. scheinen sich die Anschauungen der französischen Arbeiter bezüglich des Generalstreiks umzubilden. Man scheinl ihn nur noch als das letzte. gcivallsamc. revolutionäre Mit:cl. als die Revolution selbst anzu- sehen. Tics geht auch aiis dem Umstände hervor, daß man kaum ein nettes Geiieralstreiklomitec zusammenbrachte. Guörard erklärt, daß die Gewerkschaft der Eisenbahner es ablehnt, im Komitee vertreten zu sein; ebenso reserviert verhält sich der Delegierte der Mechaniker. Der Präsident sieht sich veranlaßt, festzustellen, daß sich die Delegierten..kür diese Frage sehr wenig interessieren"; bei der Abstinimuiig erhebe» sich nur wenige Hände. � Das ist im wesentlichen das Resultat der sechstägigen Ver- haudlmigcn. Der ablehnende Standpunkt, den die französischen Ecwerifchasten gegenüber einer Reihe von Gesetzentwürfen be- ziehentlich von bestehenden Institutionen eingenommen haben, die. tveun sie den socialistischeu Aiiforderuugen auch nicht vollkommen genügen, so doch immerhin den Keim zu Besserem cuthalte», dürste ivohl zum großen Teil auf die in Frankreich herrschenden Partei- zerwürfnisse zurückzuführen sein. Denn dem AltcrSpensions-Gesetz und der Jilstitution der Arbeitsräte hätte mau andernfalls wohl wenigstens im Priucip zugestimmt. Aus Industrie und Hsndol. Die Lage der Eisenindustrie gestaltet sich fortgesetzt ungünstiger. Stockt in einem so wichtigen Industriezweig der Geschäftsgang, so ist das für zahlreiche in enger Beziehung hierzu stehende Bernfszweige ein Gradmesser ihres Geschäflslcbcus, ja es läßt sich nnt Sicherheit auf das gesamte Wirtschaflögetriebe eine Schlußfolgerung ziehen. Zwar hat sich im Monat August der Außenhandel in Eisen sehr günstig gestaltet, aber er konnte nicht das Manko des inneren Bedarfes beseitigen. In den ersten acht Monaten ging die Einfuhr von 682 179 Tonnen im Vorjahre auf 303 160 Tonnen in diesem Jahre zurück, während die Ausfuhr vvn 1006189 Toniicu auf 1400 084 Tonnen stieg. Der Ausfuhr-Neberschuß. der von 1897 bei dem starken Inlandsbedarf eine Rückwärtsbewegung gemacht hatte und 1900. die ersten acht Monate vergliche», bis ans 324 010 Tonnen sank, erhöhte sich in diesem Jahre auf 1 096 924. Die lebhafren An- strengungeii der Syndikate kommen hier stark zum Ausdruck, aller- Vings ans Kosten des Inlandsmarktes. Der Streit der Walzwerke gegen das Rohcisen-Syndikat ist noch nicht zur Ruhe gekonime». Am 6. Oktober wird der Prozeß der Sieger- länder Walzwerke gegen das Roheisen-Syndikat zum Austrag kommen. Die Werke wollen von ihren Verträgen entbunden sein, da sie behauplcu, man hätte sie getäuscht über die Marktlage, um sie zn langfristigen Lieferverträgen bei hohen Preisen zu überreden und anch zu zwingen. Der Ausgang des Prozesses ift von großer Bc- deuluiig. Wird auf Erfüllung der Verträge erkannt, dann ciitstcheii für die Walzwerke ungeheure Verluste, denn die znrückgewiesencii Roheiseiimassen sind vielfach auf Kosten der Slbnchnier zur Auktion gebracht, wo äußerst niedere Preise erzielt wurden. Tie Vorräte haben sich unausgesetzt vermehrt und allerorts wird über Betriebs- eiiischränluiigcn und Arbcitercntlassuiigen berichtet. Beachtlich sind die Geschäftsberichte einiger großer Gesellschaften, die ohne Ausnahme dii: schlechte Geschäftslage wiedcrspiegeln, aber wie schwer die Depression ans ihnen lastet, noch gär nicht erkennen lassen, weil immer noch von de» guten Jahren gezehrt wurde. Das nächste Geschäftsjahr wird andre Eingriffe in die Gewinnkonten aus« weisen. Für den Prcisriickgnng in Eisen giebt der Geschäftsbericht des „Rheinischen StählwerkcS zn Meidcrich" eine krasse Gegenüberstellung. Danach fiel der Preis für Stabeise» von 190 ans 110M., für Knüppel von 140 M. auf 95 M., für Blöcke von 130 M. ans 90 M. Die Gründe sür diesen Preissturz erblickt die Gesellschaft in der scharfen amerikanischen Konkurrenz und in der durch die chinesischen und südafrikanischen Wirren erzeugten Unsicherheit der politische» Lage. Trotzdem schließt die Gesellschaft finanziell günstig ab, wohl weil sie nicht unter den hohen Malorialpreisen z» leiden hatte, wie die reinen Walzwerke. Dasselbe konimt anch bei dem Geschästöbericht der „Lanrahütte" zum Ausdruck, die ihren Aktionären noch immer 14 Proz. Dividende bieten konnte gegen 16 im Vorjahre. Der Brnltogcwinn sank von 9 706 209 Mark im Vorjahre auf 8 730 841 Mark in diesem Jahre. Die große Berg- und Hütten- gcscllschnfl„Phönix" verminderte ihren Gewinn von 8 650 541 Mark im Vorjahre auf 7 045 625 M. in diesem Jahre und die Dividende wurde von 15 auf 4 Proz. herabgesetzt. Die„Dillinger Hütre", die eine Ausnahmestelluiig einnimmt, da sie durch die Panzerplatten- Fabrikation ihren Gewi»» ans ansehn- licher Höhe zu halten weiß, muß ihren Aktionären die Dividende von 30 auf 13 Proz. kürzen. Ein Zeichen, daß ans den Rcgicruiigs- austrägen immer noch ein gutes Geschäft erblüht. Diese Unternehmungen werden natürlich ihren Gewinn schon deshalb auf einer gewissen Höhe halten können,' weil ihre Ucbcrlegen- hcit in technischer Beziehung als gewaltige Großbetriebe in Betracht kommt; anders sieht es schon in den ctwnS zurückstehenden Vc- trieben aus. Die„Charlottcnhütte" in Niederscheide schloß ihr Geschäftsjahr mit einem Fehlbetrag von 190 530 M. ab, dem im vorige» Jahre noch ein Gewinn von 120 613 M. gegenüberstand. Achnlich erging es dem Warsteincr Gruben- und Hüttenwerke, die nnt einer Unter- bilanz von 303 000 M. abschlössen.. Die Chemnitzer Werlzeug- Maschinenfabrik vorm. Joh. Zimmermann, Chemnitz, verzeichnete für das Geschäftsjahr 1900-D1 einen Gewinn von 291 852 M. gegen 757 473 M. im Jahre 1899/00, die Dividende von 3 Proz. kann überaupt nnr'mit Hinzusetzen einer Summe ans dem Dividenden- Reservefonds gewährt werden. Im Vorjahre wurden 10 Proz. Divi- dende verteilt. Die Aktiengesellschaft„Lauchhammcr" hat einen Reingewinn vvn 135 594 M. gegen 546 158 M. im Vorjahre, die Dividende ist von 7 aus 2 Proz.' herabgegangen. Ohne Ausnahme bekunden die Geschäftsberichte anch anderer als der hier angeführten Hüttenwerke eine schivere Störung des Marktes, die leider noch verschärst wird durch rücksichtslose Haltung der Rohstoffverbändc. Wir gehen trüben Anösichtc» entgegen, denn es besteht nicht die geringste Hoffnung, daß diesem Zustand ein Ende bereitet wird, wohl aber ist zn befürchten, daß die Marktlage sich verschlimmert._ Eine abermalige Diskonterhöhung ist bei der Rcichsbank zn crwarlen. Der letzte Bankaiisweis gab wiederum ein starkes A» wachsen des WcchselportcfeuilleS bekannt. Der Wechsel- und Lombard- verkehr hat in der vergangenen Woche um 136 752 000 M. zugenommen. Im Notenumlauf ist die steuerfreie Reserve von 266.4 Millionen Marl verschwunden und in eine steuerpflichtige von 108 608 000 M. verwandelt, also eine Vermehrung des Umlaufes vvn 375 002 060 M. In der nämliche» Wockc des Vorjahres betrug die Zunahme des Umlaufes 333 520 000'M. Der Metallbcstaud nahm um III Millionen Mark ab. Die Ansprüche an die Bank sind, wie man vorausiah. sehr gesteigert, und wird die Bank wohl einer Ueberspanming des Kredits durch die Diskonterhöhung begegnen. Fiskalische Grubcnankäufe. von denen vor kurzem berichtet wurde, sollen nicht in Lünen tMestsalen) erfolgt sein, sondern in einem andren Bezirk in Aussicht stehen. Wie niitgeteilr wird, kommen Kohlenfclder in Frage, die erst der Ausbeute erschlossen werden sollen. Anscheinend haben die großen Werke dem Fiskus die Beute in Lünen weggeschnappt, denn man sehnt sich von jener Seite nicht nach der Konkurrenz des staarlichen Bergdancs, noch weniger möchte das Kohlensyndikat sein Herrschaftsgebiet eingeschränkt sehen, da gegenivärtig schon die Hüliemverte durch Grridcnankänse eine dem Syndikat mumaenehme Schwäche zufügen können. Die großen BergwcrkSgesellichaften richten deshalb ihr Augenmerk ans eine weitere Ausdehnniig und Konsolidierung ihres Bergwcrksbesitzes. Sie lassen in aller Stille die Kuxe der von ihnen zum Erwerb auscrschenen Bergwerke anflnufcn. Habe» Sie dann eine genügende Anzahl Kuxe in ihren Besitz gebracht, so können sie eineni von ihnen zn stellenden Antrag aus Verkauf des Bergwcrkseigcntums an die eigne Gesell- schaft in den Gcwerken- Bcrinmmliiiigen leicht zur Annahme ver- helfen. Der gegenwärtige niedrige Kursstand der Bcrgwerksniiteilc und daS starke Augebot in letzteren seitens des Privchpubliknms erleichtern die Erwerbung von Kuxen in größere» Posten sehr. Auf diese Weise sind in letzter Zeit viele Anteile der Gcwcrkschastc» Moni- EeniS, Lothringen, Graf Schwerin. Victoria bei Lünen, Die Lippe, Hans Aden u.a. in andren Besitz übergegangen, und das Zusammen- fassen des Bcrgwerkbctriebs in den Händen weniger großer Gesell- schaften erheblich gefördert. Bei der Elektricitäts- Zlkttcngcscllschaft vorm. Schlickert in Nürnberg sind dem„Fränkischen Kurier" zufolge in den letzten Wochen zahlreiche Arbeiterentlassungen erfolgt. Es soll anch eine Llnzahl Beamte entlassen werden. Tic Siedlungögcnoffcuschaft„Frciland" liquidiert. Das von Dr. Franz O p p e n h e i m c r- ausgehende Unternehmen sollte, wie bekannt sein dürfte, einer landwirtschastlichen Genossen- schaft die Wege ebnen. Die geringe Beteiligung an dem Unter- nehmen muß wohl die Weiterführung aussichtslos gemacht haben. Die LignidationSbilanz schließt in Aktiva und Passiva mit 6922,65 M. ab._ Ans dev Frauvnbrmegung. Ter Kongreß fortschrittlicher Frauenvcrcine wurde am 3. Oktober, vormittags, im Reichstagsgebände cröffnei. Frau Caner begrüßte die Delegierten und zahlreich erschienenen Gäste, indem sie betonte, es sei ein gutes Omen, daß die Frauen im Reichstage tagen können, wenn auch vorläufig»nr als geduldete Gäste, nicht als vollberechtigte Bürgerinnen. Daß sich die Frauen als voll- berechtigt fühlen dürfen, soll diese Tagung durch sachliche Behandlung aller zur Tagesordnung stehenden Fragen beweisen. Keine der thätigcn Frauengrnppen ist bei den Einlndnngen übergangen worden. Möge ihr Zusammenwirken für alle gedeihlich werde». ' Fräulein L ii d e r s- Berlin referierte über:„Die Arbeiterinnen- frage". Beginnend mit einer Darstellung der Entstehimg der Ar- beiierinnenfrage durch die rasche Entwicklung der Industrie seit Ein- sührnng der Maschine, welche die Verwendung ungelernter Arbeits- kräfte ermöglichte und somit Beschäftigung von Frauen und Kindern begünstigte,' schilderte sie ini weitere» eingehend die schlechte Bezahlmig, lange Arbeitszeit und die Verelendung der Arbeiterbevölkernng. Als' charakteristisch hob die Rednerin hervor, daß ein rheinischer General es war, dessen Bericht an die Negierimg über zunehmende Untanglichleit der für das Militär Auszuhebenden den Anstoß gab zu einem Versuch, den schlimmsten Auswüchsen zn steuern. Bis dahin hatte die Presse vom«freien Arbeitsvertrag" die Thatsnche verhüllt, daß mir einer frei sei, der Arbeitgeber, welcher nach Be- lieben wählen kann nntcr der zahlreichen Schar, die der Hunger ihm zutreibt. Redncrin geht dann näher ein ans die allmähliche Eni- Wicklung der Schützgcsetzgcbnng für Kinder, für Erwachsene im allgemeinen und dann für die Arbeiterinnen im besonderen, wie sie allmählich ausgebaut worden ist. Wenngleich wir meinen, daß der Schutz wie ihn die Gcwerbe-Ordnung den Arbeiterinnen heute bietet, noey viel zu ungenügend ist, so sagte Herr v. Kardorff doch, „der Arbciterschutz befinde sich in rasender Fahrt", und leider sind noch viele Volksvertreter seiner Meinung. Scharf polemisierte Rednerin dann gegen alle llmgeynngen der Gewerbc-Ordnung. insbesondere die Unsitte, den zehnstündigen Arbeitstag durch Mitgäbe von Arbeit nach Feierabend zu verlängern. Der hierdurch erzielte höhere Wocheiiloh» biete leider häufig genug dem Arbeitgeber die Beraiilassung. den scheinbar hohen Loh» durch Herabsetzung der Preise zu kürzen. Noch schlimmer jedoch wirke die Heimarbeit, ivelche jeden Lohnkampf der Fabrikarbeiterin erschwert, da ihre Vereinzelung ihr Zusammenwirken fast unmöglich macht. So lange der Arbeiterschutz nicht ans die Hansindustrie ausgedehnt sei, bleibe hier die weitgehendste Ausbcutimgsfreihcit bestehen. Sowohl im Interesse der Arbeiterinnen wie der Konsumenten müsse man mindestens fordern, die Gewerbeaufsicht auf die Hausindustrie auszudehnen und Cciitral-Werkstüttcn zu schaffen. Würden die Arbeit- geber weiter verpflichtet, Listen der Heimarbeiterinnen z» führen, so wü.rde dies da« geeignetste Mittel sein, die Konkurrenz jener„ver- schämten Arbeiterinnen" auszumerzen, die sür ein Taschengeld arbeite». Unter den Fordcnmgen, welche sie zur Erweiterung des ?lrbeiteiteriiinc»schutzes aufstellt, heben wir besonders hervor die Verkürzung des Arbeitstages sür alle Arbeiter, der heilsamen Folgen wegen, welche erivicsenermaße» die längere Muße in geistiger, sittlicher und hygienischer Bczichnng für die Familien der Arbeiter mit sich bringt. Als eine der Hnuptanfgaben für alle Frauen bezeichnet sie die Mitarbeit in den Gewcrlschaften für die Heranziehung der Arbeiterinnen ,1 zum Eintritt in die Organisation, und zwar die gemeinsame, in der Männer und Frauen des gleichen Berufes nebeneinander die Interessen ihrer Klasse wahrnehmen. Es weisen die freien Gewcrlschaften jetzt bereits über 22 000 weibliche Mitglieder auf, während die Hirsch-Dnnckcrschen Gewrrkvcrcine mir 4000 gewonnc» haben. Die von der evangelischen Fuanengriippe organisierten Heimarbeiterinnen können als Gewerkschaft nicht eigentlich gelte», da ihr Verein mehr eine Art Hilfsvercin darstellt, dessen Rückhalt nicht der Mitgliedsbeitrag, sondern ein von Gönnern gespendeter Reservesöiids bildet. Die wohldurchdachten Ausführungen der Redncrin. welche selbst i» monatclnnger mühevoller Kleinarbeit auf gewerkschaftlichem Gebiet Gelegenheit hatte, den selbstlosen Eifer der Arbeiterinnen leimen und schätzen zu lernen, schlössen mit einem Appell an die Frauen aller Stände, mitzuwirken an dieser Kulturarbeit. Jedem ein Anrecht ans ein menschenwürdiges Dasein erringen zn helfe», dieser Gedanke vergolde die mühevollste Kleinarbeit. Reicher Beifall folgte dem trefflichen Referate. Mehrere Redner meldeten sich zum Wort; als erster sprach Herr Dr. Max Hirsch, welcher Namens der Gctverlvercine dagegen protestierte, daß diese nicht mit genügender Wärme für die Organi- siernng der Arbeiterinnen eingetreten seien. Auch sei kein erheblicher Unterschied zwischen Gcwerkvereincn und freien Gewerkschaften, erstere seien die ältere Richtung, welche mit Konsequenz iyre Ziele nach englischem Muster verfolgten. Auch sie fordern weitgehenderen Ar'beiterinnenschntz. er bcdnncre aber auf die Debatte nicht vorbereitet zn sein, sonst würde er das einschlägige Material zur Hand haben um zn beweisen, was ihrerseits gcthan worden ist zur Organisierung der Arbeiterinnen. Herr Pastor Kötzschke, der nächste Redner, stellte die sonderbare Behauptung auf, daß die proletarische Frauenbewegung nicht gedeihe» könne,' so lange nicht Frauen ans der bürgerlichen Gesellschaft sich an ihre Spitze stellen. In den rheinischen Industrie- bezirken, wo er min lebe, habe er bisher keinerlei Bewegung nntcr den Frauen bemerkt. Dein Einfluß der Geistlichen sei es zuzuschreiben, wenn Arbeiterinnen in die christlichen Gcwerkvereine eintreten. Er bittet die Frnuenvercme, einen Fischzng im rheinischen Gebiet zn machen. Fräulein Hcymann- Hamburg spricht sich gegen Organisiernng der Heimarbeileriiincn ans, weil sie für Abschaffung der Heimarbeit überbaupt eintritt. Herr G o l d s ch mi d t polemisiert gegen die Vorredner; man müsse an die Männer appelliere», um Erfolg zu haben bei der Orgniiisierimg der Arbeiterinnen. Man könne aber die Arbeiterinnen noch nicht an die Spitze der Gewerkschaften stellen, so lange die Zahl der weiblichen Mitglieder eine so kleine sei. Fräulein L i s ch n e w§ I a- Spandau vertr'ahrt die Arbeiterinnen gegen den Vorwurf der Lässigkeit, indem sie ans die 40 Jahre hin- iveist, welche die bürgerliche Feauenbewcgnng'gebraucht hat, um auf ihren jetzigen Standpunkt zn kommen, auch betont sie die großen Schwierigkeiten, welche die arbeitende Frau z» überwinden hat— Hausarbeit und Kinderpflege nach der Berufsarbeit, wodurch sich ihre anscheinende Rückständigkeit genügend erklärt. Fräulein Dr. A n g s p u'r g- Berlin schlägt als förderlich bor, in den Statisten der Gewerlvcrcine festzulegen, daß eine Frau im Vorstand sein müsse. . Herr Dr. M a x H i r s ch polemisiert des weiteren gegen die Gewerkschaften, indem er besonders hervorhebt, nach dem letzten Parteilag der socialdemokratischen Partei sei die Hoffnung ge- schwnndcn, daß die Neutralität der Gewerlschasten gewahrt. bleibe. Nach diesem ebenso überflüssigen wie unrichtigen Exkurse brachte die Diskussion nichts Neues mehr" u. a. brach Frau Lina Morgen- stern eine Lanze für ihren alten Freund und Kampfgenossen Dr. M. Hirsch. Die von Frl. Lüders eingebrachte und einstimmig angenommene Resolution lautet: Die am 3. Oktober 1S31 im Reichstagsgebäude versammelten Delegierten des Verbandes fortschrittlicher Frauenvereine erkennen an, daß dem Arbeitnehmer, der in einem Abhängigkeitsverhältnis zum Arbeitgeber steht, als ein Ausgleich für diese ungünstigere Stellung geboten werden muh, einerseits durch die Staatshilfe in Form der Arbeiterschutz-Gcsetzgebung, andrerseits durch die Selbsthilfe in Form der beruflichen Organisation zur Hebung des Arbeiterinnenschutzes hält die Versammlung a) die Einführung der obligatorischen Fortbildungsschule, b) den erweiterten Ausbau des gesetzlichen Arbeiterinnen- schutzes, c) die berufliche Organisation der Arbeiterinnen für not- wendig. Die Delegierten verpflichten sich, durch praktische Mitarbeit jeder Art die Bewegung zu fördern. Das zweite Referat über Waisenpflege mit Bezug auf das Fürsorge-Erziehungsgesetz hatte Frau Schaaf-Cha'rlotten- bürg übernommen, welche auf Grund ihrer langjährigen Praxis Ivohl als die berufenste Rednerin auf dicsein Gebiet gelten darf. Bei der großen Fülle des rasch vorgetragenen Materials heben wir nur das hauptsächlichste heraus. Als schwersten Scbaden hob sie die geringe Beteiligung der Frauen bei der Waisenpfleqe hervor, Kinderpflege ist F r a u e n s a ch e I Sie befürwortet für Knaben Anstaltserziehung, für Mädchen Unterkunft in Familien; freilich nur, wo eine wirkliche Erziehung und liebe- volle Pflege garantiert ist. Die Pflegekinder Berlins, von denen nur ein Teil(2\ Prozent) Waisen sind, lverdcn teils in Nnmmelsburg(Knaben), teils in und außerhalb Berlins in Familien untergebracht. Die weitaus größere Sterblichkeit der auf dem Lande untergebrachten Kinder beweist, daß die städtische Pflege der länd- lichen vorzuziehen ist, wohl iveil die Uebcrwachung iii der Stadt leichter durchführbar ist. Auch ist das fürs Land gezahlte Kostgeld, 6 M. monatlich, kaum geeignet, auch nur den dürftigsten Ansprüchen zu genügen. Wenn es bisher möglich war, Pflegekinder bei Säufern, Dirnen, Zuhältern und ähnlichen Elementen unterzubringen, so kommt man mit Recht zu dem Schluß, daß die bisherige Uebcrwachung der Pflege eine völlig ungeeignete war. Die Rednerin bedauerte besonders, daß ein Teil der Kinder bei ihren Pflege-Eltern nicht zum Besten angehalten tverden; es scheint danach, als ob sich nicht viele„fromme Familien" zu dem Liebes- wert der Wnisenpflege melden. Dringend forderte die Rednerin die. größere Beteiligung an der Waisenpflege; dann würde es wohl kaum mehr vorkommen, daß Geschwister, welche die Eltern verloren habe», auseinander gerissen und jedes einem andern Haushalt zugeteilt werde, wie das jetzt überall häufig geschieht. Wieviel höher steht das in Frankreich und Amerika eingeführte System der Kolonien. in denen 10— 2l) Kinder unter der Aufsicht einer Pflegemutter auf- wachsen. Dringend zu empfehlen sei die Einrichtung Schwedens, welches eine stete Kontrolle durch eine angestellte Jnspektorin aus- üben läßt. Dürften die Frauen bei uns, sowohl nach der Zahl als nach der Stellung, in der Waisenpflcge den Platz einnehmen. der ihnen gebührt, so könnte auch das nnt der Waisenpflege eng verbundene Fürsorgegesetz seine Härten zum Teil verlieren. Nicht unicr Vormund- schaft der männlichen Armen- und Waisenpfleger soll die Frau auf diesem Gebiet mitarbeiten, sondern in voller Selbständigkeit mit- beraten und mitbeschließen. Besonderen Wert legt Rednerin auf die Mitwirkung der Volks- schnllehrerinnen, denen in dieser Beziehung häufig von den Vor- gesetzten Schwierigkeiten gemacht werden. Außerordentlich wichtig sei aber die Organisierung der Pflegerinnen aller Orte, wie dies in Charlottenburg bereits durchgeführt sei? ein Ring der Ver- eine muß sich bilden, der von einer Centralstelle geleitet wird. Nicht länger mehr werden dann die in die Ferne geschickten Kinder von Hand zu Hand gehen gleich einer Ware, die das Einkommen ver- bessert. Alle die unglücklichen Kinder sollen fühlen, daß sie von Schwesterhänden gepflegt, von Schwesteraugen bewacht werden. Reicher Beifall wurde nnch dieser Rednerin. Nach kurzer Diskussion wurde folgende Resolution einstimmig angenommen: Zur Erzielung eines durchgreifenden Jugendschutzes ist es durch- aus notwendig: daß an den Aemtern der Armenpflege. Vornnindschaft, Waisenpflege und Fürsorgepflege, die Frauen gesetzlich gleichberechtigt, min- bestens in gleicher Zahl wie die Männer berufen werden, daß nur charaktervolle, tüchtige und erfahrene Frauen für diese Aemter er- wählt werden, daß die männlichen und weiblichen Amtsgenossen in regelmäßigen gemeinsamen Sitzungen, in denen Vertreter der Schule nicht fehlen' dürfen, sich über die Aufgabe ihres WirkungS- kreises verständigen. Daß das Publikum in weitesten Kreisen, insbesondere die Frauen- und Wohlfahrts-Vereine, die amtliche Fürsorge thatkräftig unterstützen. Die gefährliche bürgerliche Fraueubewcgnng. Als Frau Schiilrat Caucr am Donnerstag früh bei Eröffnung des Delegierten- tages der fortschrittlichen Fraucnvercine ihrer Gcnugthung darüber Ausdruck gab, daß sie im Reichstagsgebäude wenigstens als Gäste tagen dürften und dies als ein gutes Omen bezeichnete für die weitere Entwicklung in der Anerkennung der Frauenrechie, da ahnte sie gewiß nicht, daß die Herrlichkeit von so kurzer Dauer sein sollte. Die' Vormittagssitzung ging ungehindert von statten; die Nach- mittagSsitzung kam aber gar'nichl'zu stände. Die Polizei verlangte, daß sie die Versammlung überwachen dürfe, die Reichstags-Beamten verweigerten jedoch der Polizei auf Grund der Hausordnung den Eintritt und deshalb zogen es die Ver« anstalter der Tagung vor, auszuwandern und ihre Verhandlungen im Jndustriegcbäude fortzusetzen. Man kann wohl die Erwägungen verstehen, die die bürger- lichen Damen vcranlaßten, nachzugeben und der Polizei die gewünschte Gelegenheit zur Ueberivnchung zu geben; hätten sie sich jedoch nicht gefügt, so ist nicht recht ersichtlich, durch welche Mittel die Polizei die Fortsetzung der Verhandlungen hätte verhindern wollen. Aus dieser raschen Nachgiebigkeit dürften die Polizeibehörden übrigens ersehen, daß sie gär nicht einnial nötig gehabt hätten, die Ver- Handlungen zu stören. Anmaffuug? Auf dem allgemeinen deutschen Frauentag in Eisenach wurde über die Dienstbotenfrage verhandelt. Neben manchen recht verständigen Ansichten wurde nach einem uns vor- liegenden Bericht auch eine laut, die man nicht gerade unter die verständigen rechnen kann. Fräulein Helene Lange aus Berlin meinte, in Berlin frage das Mädchen zunächst, wieviel Kinder die Herrschaft habe und wie oft sie ausgehen dürfe und was dergleichen Anmaßungen mehr seien. Ja, soll denn etwa das Dienstmädchen nicht vorher fragen, welche Anforderungen der neue Dienst an sie stelle? Verlangt das ver- ehrte Fräulein, das ja bekanntlich für Frauenrcchte eintritt, daß die Frau als Dienstmädchen nicht das Recht haben soll, sich bei AnWitt einer neuen Stellung zu erkundigen, was sie leisten soll und was man ihr dafür gewähren will? Dienstbotenrcchte scheint die Dame nicht zu den Frauenrechtcn zu zählen. Gcwcrbc-Anfsicht durch Frauen. Der Mgemeine deutsche Frauemag in Eisenach nahm folgende Resolution an:„Als weibliche Geiverbe-Aiifsichtsbcamte sind in Zukunft Frauen mit akadcnnscher Bildung, die den wissenschaftlich gebildeten männlichen Beamten gleichzustellen sind und daneben Hilfskräfte aus dem Arbeiterftand mit praktischer Borbildung airznstcllcn." Ueber daS Frauenstudium an bayrischen Universitäten hat der bayrische Kultusminister folgende Verfügung erlassen: „Im Interesse gleichmäßigen Verfahrens bei der Zulassung von Frauen zuUniversitäisvorlestliigen wird Nachstehendes zur Beachtung er-, öffnet: 1. Grundsätzlich ist daran festzuhalten, daß Frauen nicht als Studentinnen immatrikuliert, sondern nur als Hörerin im Sinne des§ 10 der Satzungen für die Studierenden an den bayerischen Universitäten mit ministerieller Genehmigung zugelassen werden können. 2. Allgemeine Vorbedingungen für die Zulassung als Hörerin sind: a.) entsprechende wissenschaftliche Vorbildung (Mittelschulbildung), b) entsprechender persönlicher Ausweis(Legi- limation). Der Vorbildungsnachwcis ist zu erbringen durch die ein- schlägigen Schulzeugnisse.' Die Legitimation' wird erbracht: a) bei Inländerinnen durch das Schulzeugnis beziehungsweise wenn seit Ausstellung dieses ZeugniffeS schon längere Zeit verstrichen ist, durch besonderen Führungsausweis, b) bei Ausländerinnen durch den Paß. 3. Die Anmeldung hat mittels schriftlichen Gesuchs bei dem Rektorate der betreffenden Universität zu geschehen. Das Gesuch hat zu enthalten: a) eine nähere Angabe über die persönlichen Verhältnisse der Gesuchstellerin (Zeit und Ort der Geburt, Konfession, Stand, Staatsangehörigkeit), b) eine Darlegung des bisher igen Bildungsganges unter Bezeichnung der besuchte» Anstalten und abgelegten Prüfungen, o) die Bezeichnung der zu hörenden Vorlesungen bezw. des gewählten Fachstudiums. Als Beilagen sind dem Gesuche anzufügen die Vorbildungsnachweise und die Legitimationspapiere. 4. Die Rektorate der Universiläteu sind ermächtigt, die ministerielle Genehmigung als stillschweigend gegeben anzunehmen und die Zulassung ohne Bericht zu verfüge», ivenn a) als Vorbi ldungsnachwcis das Reifezeugnis eines deutschen Gymnasiums oder'Realgymnasiums erbracht wird, b) die Legiti- matiouspapiere in Ordnung sind, und o) auch sonstige Bedenken nicht bestehen. S. In allen übrigen Fällen bleibt besondre ministerielle Genehmigung vorbehalten und find zu diesem Zwecke die entsprechend instruierten Gesuche von den Rektoraten dem Staatsministerium des Innen, für Kirchen- und Schulangelegcnheiten mit Bericht in Vorlage zu bringen." Marktpreise von Verlin am 2. Oktober lvvl nach Erniitllnngru des kgl. PoltzeipräüdimilS. Kartossel», neue, D-Clr. Rindfleisch, Keule 1 kg bo. Baach„ Schweinesleisch„ Kalbfleisch Hainnielslelsch. »littet Eier Karpfen «aie Zander Hechte Barsch« Schleie Blei- Krebse ö0 Slflck 1 kg per Scho.t » frei Wagen und ab Bahn. Produkteiimarkt von, 3. Oktober. Heute konnten sich die Getreide- preise etwas erholen, da sich einige Meinung für effektive Ware zeigte. Oestreich-Ungarn kam zwar mit etwas niedrigeren Notierungen, Liverpool und London dagegen etwas höher. Die amerikanischen Börsen notierten für Weizen auch niedrigere Preise. An inländischer Ware war bei uns wenig angeboten. Das Geschäft war still. Die Preise für Weizen stellten sich für Oktoberlieferung zunächst etwa>/« Mark über gestrigen ofstzicllen Schluß, gaben dann aber wieder nach und wurden etwa V« Mark niedriger als gestern. FrühjahrSsichten blieben unverändert. Roggen war für nahe Sichten etwa»/- Mark Köher, für spätere unverändert. Mehl unverändert. Haser bei wenig umsangreichen Umsähen schwach. Mais still und fast unverändert, ebenso Rüböl. Spiritus loco Iber wie gestern 33 M. ipiir den Inhalt der Inserate iiberiiimnit die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. tElzentrr. Freitag, 4. Oktober. OpernhnnS. 1. Sinfonie-Abend der künigl. Kapelle. Anfang 7V, Uhr. Mittags 12 Uhr: Oeffentliche Hauptprobe. Schauspielhaus. Die Journalisten. Ansang T/i Uhr. Neues Oper»- Theater(Kroll). Geschlossen. Schiiter. Jugend. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Einsame Menschen. An- fang 71/2 Uhr. Berliner. Ueber unsre Kraft. (1. Teil.) Anfang 7'/, Uhr. Lessing. Flachsmann als Erzieher. Anfang 71/2 Uhr. Residenz. Sein Doppelgänger. Vor- her: Im Coupö. Anfang 7-/2 Uhr. Neues. DaS Ewig-Weibliche. An- fang 7/2 Uhr. Seeesfioiisbiihne. Detlev Lilien-. crons Buntes Brettl. Ansang 8 Uhr. Central. Die Geisha. Anfang 8 Uhr. Thalia. Ein tolles Geschäft. An- fang?>/, Uhr. Luise». Ter Mann im Monde. Anfang 8 llhr. Carl Weist. Berliner Rangen. An- fang 8 Ubr. Fricdrich-Wiihelmsiädtisches. Die Landstreicher. Ans. 7,/, Uhr. BeUe-Allianee. Talolo. Ansang 8 Uhr. Casino- Theater. Berlin W— Berlin N. Specialitäten. Anfang 8 Uhr. Metropol. Speeialiiäienvorstcllmig. Schön war's doch. Ansang 8 Uhr. Slpolio. Specialitäten- Vorstellung. Frau Lima. Anfang 8 Uhr. Urania. Taiibeuslr. 48/4!».(Im Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Ueber den Wolken. Jnbalidenftrastc 57/6S. Täglich abends von ö— Il> Uhr: Sternwarte. Passage- Theater. Specialitäten- Vorstellung. Anfang nachmittags 5 Uhr. Passage- Panoptikum. Special!- täien-Borftrllung Rcichehallen. Stettiner Sänger. Amaiig 8 Uhr.__ Cii'kus Freitag, den 4 Oktober er.. 71/2 Uhr: Humoristischer Gala Ilbeud. „Uie gnot Brandenburg allewege." Großes Ritter- und Schaustück zu Wasser und zu Lande. Besonders hervorzuheben: ver ttmerlkaner Cltford als einbeiniger Hochspringer auf seinem Rad. Außerdem: Gala-Programmliummern. SWerÄMer (Walluer-Theater). Freitagabend 8 Uhr: Jnxsiul. Ein LiebeSdrama in 3 Aufzügen von Max Halbe. Sonnabendabend 8Uhr: Helen i»t. S onntagnachmittag 3 Uhr: Heliiint. Sonntagabend 8 Uhr: Wer Herr Senator. Cklitral-Water. Abends 7Va Uhr: Die Geisha. Operette in 3 Akten. Sonnabend: tiilroflS tülroflä. (Frl. Min Weiber.)— Sonntagnachmittag zu halben Preisen: Dle Geisha. Sonntagabend: Girods Oirofld. NN" Dienstag, den 8. Oktober: Novität! Zum erstenmal:„I-oue Blätter." Kunterbunt in 3 Abteilungen. 1. Abteilung: Die Probe. 2. Abteil.: Lole Blätter. 3. Abteil.: Diogenes. Operette in 1 Akt von 'stilius Freund, Musik v. Dr. Bagunül epler. yrania. Tauben-Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Ueber den Wolken InTnlldcnstr. 57/03. Tägl. Sternwarte. farl Weiss-Theater. «roste Fraiikfurterftr. 132. Ansang 8 Uhr I Anfang 8 Uhr! Berliner Rangen! Große Avsstattiiiigspoffe mit Gesang in b Akten und 7 Bilden, v. G. Albert. Musik von R. Leonard. Morgen: Dieselbe Vorstellung. Sonnabend 4 Uhr: Kinder- Vor- stellung: Biax und Morih. Sonntag, nachm. 3 Uhr: Aarta Stuart. Apollo-Theater. Xeues Specialitäten• l'rograntm. Miss Batfa Ellen Sousa Rob. Steidl luci Ferdier firotb. ivolo Wailnou.MarieKa Der Kosmograph. Ferner: Frau Lima ÄS««„CriBOlalis". Kasseneroffn'.mg 7 Uhr Anfang S Uhr. Passaiß-Ilieatßr. Anf. wochent. 5, Sanntags 12, Ende II Uhr. Das nene Oktober-Programm. Adelina Sozo Prima ballerina assoluta. Traudchen Hundgeburth, die Kuhmagd aus dem Khein- Inade. Easl und Franzi, die bayrischen Juxbrüder und Schuhplattler. Zum ersten- maie in Berlin. 18 erstkl. IVnnimorn. Thalia-Theater. Dresdenerstr. 72. Heute u. folg. Tage: Ein tolles Geschäft. Große Ausstattungsposse mit Geiang und Tanz in 4 Bildern. Paula Worm in 8 Verwandlungen. lluldo Thielscher in 11 Verwandlungen Erltr Helmerding als Wolzogen. Junkermann, B0J6. Anfang 7»/, Uhr. MatiDiifiKIiaalai'. Schön war's «loch! Gr. Berliner Ausstattungsposse mit Gesang u. Tanz in 5 Bildern. Emil Thomas a. G. Joseph Joseph! a. D. H. Bender. G. Kaiser. Eise de Verd a. D. Frld-Frid. F. Georgette. Gastspiel: Saharct! Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Schall und Rauch, Unter den Linden 44. Wegen baulicher Schwierigkeiten ist die EröRnungs•Vorstellung bis zum 9. Oktober verschoben. preise der Platze: Fauteuil 10 M. Loge 6 M. Parkett 6, 5, 3 M. Girkns Albert Schumann. Renz-Gebäude. Karlstrasse. Freitag, öcn t. Oktober 1901, abends präc. 7»/» Uhr: Graste austerordentl. Vorstellung. Auftreten sämtl. für Berlin voll- ständig neuen Specialitäten. 11. a.: Die einzig existierenden dressierten Msharas, Borges, von Mllc. Blanche und Rita Alarlv und Möns. Sauvet. Die phänomenalen 5 Amerik. John- sons. Klub- Jugglers. 8 Eugens- Elite-Parterre-Akrobaten. S Balaguers. Ein Stündchen in der Arche Noahs. Dir. Alb. Schumann. Mad. Mathilde Renz. Herr Emst Renz. DaS Schulpfcrd in Feuer u. Flammen. Neueste Erfindung des Direktors Alb. Schumann. Original-Elown Paul Vojanowski, der urkom. Berliner. Clown Adolph, der Unverwüstliche. 1 Oft gr. Ballettdivertissement 1 90 14U von Damen IvU. Sonnabend: II. Grand Soiräe Hlgh-IAfe. An der Spandaner Brücke 3. Vornehmst. Vergntlgungslokal! Täg lieh: Internationale Konzerte. jSpeclalltät.-Doppel- Vorstellung von nur erstklassigen Kräften. Special-Ausschank der Berliner Bock-Brauerei. Vorzügliche Küche. 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N3 gs o sr 3 CL P § � • 5 der Dainpffisclierel-Gescllsclinft 5?� 0!(ISGC* Hauptfifiale Berlin C. 22, Bahnhof Börse. Bogen 9—10 II. Filiale: littne burgepstrasse, Ecke Paulstrasse. III.„ DrinxeiiHtrasse 30. PV., Radaistr. 22. Im Schleslschen Bshnhof. Sanssouci Kottbnserstr. 4 a. Wicdcrnuftreten von Adolf HofTniann. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag II„ f f ,» a n'. s NMeutsche Tauger Nach jeder Soiree: Tanz. Ansang SonntagS 7 Uhr, von b— 7 Uhr Konzert. � Entree 50 und 75 Pf. Wochentags Ansang 8 Uhr, Entrce 30 u. 50 Pf. Wochentags VcreinsbilletS gültig und Tanz frei. Alle andern Tage bleiben die Säle zu Festlichkeiten und Ver- sammiimgen frei. Ww Paipticum. Frledrlchstr. 165. Horwarths wunderbare B Liliputaner mit ihren kleinsten Pferden der Welt und Pracht-Equipage! W. Noacks Theater. Briumeustraße 16. Schuldig. Drama in 3 ilufzilzen von R. Voß. Sonnabend: Keine Vorstellung. Reichshallen. Stettin er Sänger. Herrliches Programm, u a.„Boseo". Anfang 8 Uhr. 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Oktober, nachmittags 3 Uhr, im Englischen Garten, Alexanderstrasie Nr. 27c: Vol. sQMttilung Tages-Ordnung: Vortrag bcS Hailptvorützenden KoNegeu liiippIer-Zlltenbnrg über: „Die Wucherzölle und die Lage der Muhlen-Jnduftrie". fly Nachdem: C�eselligos IteiHnminciiHein und TanB. Um zahlreiches Erscheinen der Kollegen mit ihren Damen ersucht __ Die I.oIinlverTialtnns. Deutsch. Metallarbeiter-Verband Tcrwnltnngrsstelle Berlin. Bnrea»: Engel-llfer 1», Zimmer 1— S. Fernsprecher: Amt VIR, 33Z. Freitag, den 4. Oktober 1901. abends 8Vt Uhr, im Gc« erleschaftshanse, Engel-Ufer Nr. 15, Taal I: Gro�e Verwaltttugssitzuttg mit säintlichen Bezirksleitungen und Kommissionen. Pimktilches Erscheinen notwendig. sllS/Ss Tie Lrtsbcrwaltnng. Die DcrtrnnenSlente werden ersucht,«ns so schnell wie möglich etwaige Adressenverändernngen mitzuteilen, damit eö in der Bestcllmig von Briefen ze. feine Vcrzögcrniig gicbt MbUPüilttll.Tl'M'! Sonntag» den 6. Oktober, vormittagö 1v Uhr, im Lokale des Herrn G. I a n n a s ch k, Jnsclstrafie Nr. 10: UlitKUeder- V ersa niuil uugs. Tage?- Ordnung: 1. Abrechnung vom dritten Quartal, i. Diskussion nnd Absiimmnng über den vom Vorstand vorgeschlagenen Paragraphen betr. Slerbe-Unter- slüyung. 3. Wahl eines DergnügungskvmItceS. 4. Verschiedenes. Bei der Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Kollegen, pünktlich zu erscheinen._[43 20] Tic OrtSverwaltuiig. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Heute Freitag, abends 8'/« Uhr, iin GewcrkschaftShansc, Engel-Ufer 15: Sit�nnKx Orts- Verwaltung. herein kt gcjttrgmlpuiifr Berlins uiiii llmgesenü. Sonntag, den 0. Oktober 1V01: 0)cner«l-Vooln»nmlung. TageS-Ordnnng: Wie stellen sich die Kollegen zur Auflösung deS Vereins der Leitergerllstbauer? 8llsib Der Yoraitnnd. � Atchtuttg! Bretterträger n. Bretts chneiber. Sonntag, den(J. d. M.> mittags 12 Uhr. bei vibnt, SelräneUere, Meiniiigcr- n. Martin Lutherstrahen-Ecke, OeÄeiltlÄeÄse Versa inuilnng. ~—.. � daß die Abrechnung 84/10 Ter Vorstand. Den IMaf®- Deputierten zur Nachricht, acht Tage später ist. Nerband der?au-. Erd- mtd gkuterdlichen Dilsslirbriter Aeutschlltnds. sZta Irl-, teile Bortiu I.) Sonntag, den 6. Oktober d. I., voruiittags lO'/.Usir, im Lokal von __ Graumanii, Naunyustr. 27:__ Mitglieder-Versammlung. TageS-Ordnnng: 1. Abrechnung vom 3. Quartal 1001. 2. Die beantragte Urabstimmung über den vom Haiiplvorstand in Vorschlag gebrachten Passus betresscnd Slerbc-Untersiühnng. 3. Verbandsangelegenliciten. Der wichtigen Tagesordnung wegen ist daS Erscheinen aller Mitglieder erforderlich. 44/1 Die OrtaverrvaltnuA. tein Berliner ßnciitiriicis-lüaselieiieister. Hrnte, Freitag, den 4., Montag, de» 7., und Tirnötag, den 8. d. M., abcndS von 0—8 Uhr: Bejilljtigi'iilg des lnlteHifltijltitii Bößtil-Ailltße- Apparats bei der Firma Fl.ehcr A. KrecUc, Handels fl(Ute Belle-Alliance, Ltndeustrasie 101/102, Aufgang 9. Reaen Besuch erwartet[3b/I21 Ter Vorstand. Partei-Speditionen: Berlin vierter PhnlilUrei»: Robert W en gelS, Grosse Franksurterstr. 133, Hos pari- SO.: Paul Böhm, Lausttzerplah 14/1» (Laden).- Mech.ter WahlUrel.(Woabft): Karl Ander?, Salzwedelerstrahe 8, pari, im Laden.— Weddln* und Oranlen- bnrger Voratadt: Emil Stoltzenburg, Wiesenftrasse 41/42— Gea»ndbr„,,„e»: Wilhelm G n ss m a n n. Nachfolger Hermann Raschle, Grünthalersirasse«!5- Bn.entbaler Voratadt und ScbtfnbauMcr Vorstadt: Karl Mars, Kastanien-Allee 95/96— Cbarlottenbnrx: Gustav Scharnberg. Sesenhesmerstrasse I, Erle Goethestrassc. v. I.- Dentseb- Vl'llnierBdorK: W. Nirtel, llhland- strasse 108, pari— l-'riedrichsbersr-Fricdrichsfelde: Oswald Grauer, Berlin O, Franksurter Allee 197— Grtinan: Adols G ll n d e l, Köpenstkerstrasse 89.— Bindork: Lsteimann. Erkstrabe 6.— KebOneberA: Wllh. Bäuui ler. Aposicl Paulusstrasse l3, Quergeb Hochp- Olier-SehNnenetde: Otto Fdhn, Wicheluiinenhofftt 18. — Xleder- ScbOiiewcUle: Karl Weber. Cigarrengeschält.— dobannlntlial: Paul Mann, Friedricksrr. 39. I.—.AdleralioK: Gustav Hiye. Hallenbergstr g._ Köpenick: Friedrich Watck. Echönerlinderftrasse 8— Frledennn- Stegkiitn: H. Bernsee, ÄUrchstr. 15 �k�deNllU.•BtftcDimfipn»tpfmtpti pnknpnpn in Steirlltz i « aenan- siejjiiiz; v- � r—-- -■•umi. iu in t»............ Bestellungen nehmen entgegen in Sttegkilt»: H Mohr T iippclstrasse 8� und Fr S ch e l I h a i e,«bornftrasse 15».— in Friedenau . wiovr, Tüppelstrasse � pir. s? w e 1 1 o a> r, lyoinumor u».— Kannischiiienucs: atod, Ernftstrabe 2, II— Xen-Wel»»en» "ce: Htiiiiidi Bach m ann. Lehderstrasse 1, part. link?.- Bnninicl»- bnrg: ft o t a b e 1 1. Prinz Albertstr. 5a. Ausserdem ist sämlliche Parteiliueratur sowie alle wissenschaftlichen Werke dort zu haben. Auch werden Inserate für den„Vorwärts" entgegengenommen. Bitte«««schneiden!-tWA +DaBien-Yoi1rag.+ Carl Brneklioii', Friedrichstr. 10, üb. �Moderne Francnleiden" Freitag, d.4. Okt., abends 8 Uhr, in Graumanns Feftsäle», Namiynftr. 27.[924b Nur Damen. Eintritt frei. Orts-Krankenkass e der Vergolder nnd Bernfsgenosien. Freitag, den Ii. Oktober, abends 6 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel-Ufer 15, Saal I: Außmrbeutliche General-Versammlung wozu die Herren Vertreter der Arbeit- geber und Arbeitnehmer ergebenst eingeladen werden. 274/8 Tagesordnung: 1. Beichlussfassung über die von der Kommission ausgearbeitete Aenderung dcö Statuts 10, 12, 13, 20. 30, 31, 42). 2., Die Apothekersrage. 3. Verschiedenes. Der Vorstand. Emil Voge«, Vorsitzender. Schriftführer. Soeben beginnt der 20. Jahrgang S! Neuen 8eit*« Wochenschrift der deutschen Socialdemokratie. Unter ständiger Mitarbeiterschaft von A. Bebel, P. Lafargue, Fr. Mehring, F. ZI. Sorge u. a. redigiert von Nttvl VKukskiz. Die angesehene Stellung, welche sich die„Neue Jett" bei An- bängern und Gegner» der Socialdemokratie erworben hat, ver- dankt die Zeitschritt ihrer Eigenschaft als Organ des wissen- schaftlichr» Socialismus, nicht minder aber auch der einer politischen»tcviie ersten Ranges. Tie Ereignisse des Tages, die von weiter reichender Bedeutung find, werden, namentlich soweit sie auf die Arbeiterbewegung und den SocialiSinnS Bezug haben, eingehender besprochen, als es in der Tagespreise möglich ist, während gleichzeitig die wichtigsten Erscheinnngc» auf dem Gebiete der Litleratur und Kunst, der Naiurwisienschasten und der Technik an- gemessene Berücksichtigung finden. Die„Neue Zeit" darf als»neirtbchrltche Zeitschrift für alle diejenige» bezeichnet werden, welche ein mehr alS flüchtiges Interesse für die grosse TagcSfrage der socialen Entwictiuiig haben. Die„Neue Zeit" erscheint wöchentlich einmal und ist durch alle Buchhandlungen und Kolporteure zum Preise von M. 3,25 pro Ouartal zu beziehen. Das einzelne Heft kostcl 25 Pfennige. Hochachtungsvoll I. H. W. Dich Nachf., Stuttgart yi Verband der Salr und m. Gewerbe. Mitjliitdtt-Ncrslimmlinlgcii. 1» Sonnabend, den 5. Oktober, abends 8V2 Uhr, WIUUIC 1. im Englischen Hof, Neue Roßstrasfe 3. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Lind über: Aibeitslosen-Unierstützung. 2. Urabstimmung über Erhöhung der Beiträge resp. Einsührung der Arbeits- losen-Unterstützmig. 3. Verschiedenes. ES ist entschieden Pflicht eines jeden Mitgliedes, in dieser Versammlung zu erscheinen und an der Urabstiinmung teilzunehmen. �ilids» 9* Sonnabend, den 5. Oktober, abends SVa Uhr, UllllllC iv* bei Buske, Grenadierstrahe 33. cv«»« r« Mittwoch, den S. Oktober, abcndS 8 Uhr, jstUtlUll tK_ im GewerkschaftShanfe, k Engel-Ufer 15, Saal 6, Aufgang links. TageS-Ordnnng: 1. Ausspräche über die zur Abstimmung stehenden Punkte. 2. Wahl einer Kommission zur Leitung der Abstimmung. 3. Verschiedenes. Nach Erledigung dieicr Tagesordnung findet die Urabstimmung statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Tlorstand. Sonnabend, den 5. Oktober» abends 8 Uhr, im (KcwcrkschaftShanse, Engel-Ufer 15, Saal 1. Tages-Ordnu nsg: 1. Besprechung über die Urabstimmung, welche am Mittwoch, den 9. Oltober, Saal« des Gewerlschafrshauses stattfindet. 2. Wahl eines Mit- glicdes zur Brandenburger AgitationSlommisston. 3 VcreinSangelegenheiten. r%'*' t et 1 u r DienStag, den 8. Oktober, Male Charlatteiibarg:"°uds8�uhr.�-tDsrr-.Wall- TageS-Ordnung:'« 1. Vortrag deS Kollegen Standtke. 2. Urabstimmung. Die VorstUndo. Sonnabend, den 12. Okt., im GewerkschaftöhanS[Besamträiime) IK. Ztittungstest. Konzert, Gefangdvorträge des Gesangvereins der Sattler, sowie Mit- Wirkung der Volls'änger-Gcsellschast Lewaudowöly. Festrede, gehalten vom Kollegen Brnno l'örscli. Eröffnung 8 Uhr, Anfang präc. 8V, Uhr. Eulrec Dame» 0,40 M., Herren 0,00 M. Billets sind in säintlichen Versammlungen, sowie bei den Vertrauens- männern zu haben. Zahlreichen Besuch erwartet 157/17 _ Ida» VerpnOgnngskoniltce. Einladung der Arbeitnehmer von der Wahl- abteilung der BttrithtmitDampsMupp., sowie von der Wahlabtcilnng Alle Handwerke der OrtS> Krankenkasse für de» Gemeindebeztrk Lichtenberg zur Wahl von einem Vertreter bezw. von zwei Vertretern der Arbeitnehmer zur Generalversammlung für die Wahl- Periode 1901/1904. Zufolge Ausscheidens dreier Mit- glicder auS der hiesigen Kasie und da- mit zugleich ans der Zahl der neu- gewählten Delegierten zur General- versauimlnng sind Neuwahlen er- forderlich. Es sind zu wählen: a) aus den Betrieben mit Dampfkesseln pp. ein Ver- treter, » d) aus dem Betriebe Alle Hand- werke zwei Vertreter. Wahlberechtigt und wählbar ist jedes Kassenmitglied, welches grossjährig und im Besitze der bürgerlichen Ehren- rechte ist. Die Wahlen finden statt am Montag, de» 14. d. Mts., im grossen Saale deS Gasthofs zum „Schwarzen Adler" Hierselbst, Frankfurter Chaussee 120 und zwar: a.) für die Arbeitnehmer aus den Betrieben mit Dampf- kesseln abends von 7—8 Uhr. (Wahl eines Vertreters.) d) für die Arbeitnehmer aus dem Betriebe Alle Handwerke abends von 8'/,— 9'/, Uhr. (Wahl zweier Vertreter.) Die Wahlen erfolgen durch zu- sammengesaltct abzugebende Stimm- zettel, auf denen so viel Namen ver- zeichnet iverden müssen, als in der betresseuden Abteilung zu wählen sind. Die zu Wählenden müssen durch 'Bor- und Zunamen mit Woh- nungsaiigabe und der Nummer ihres hiesigen Kaffcnbnchcs oder tn Ermangelung der letzteren durch Namhaftmachiing des der- zeitigen Arbeitgebers auf dem Stimmzettel deutlich bezeichnet werden. Jeder Wähler hat als Legiti- mation sein Kasseii-Quittungsbuch mitzubringen, in welchem über die bis 12. Ollober d. I. gezahlten Bei- träge vom Arbeitgeber oder bei frei- willigen Mitgliedern vom Kassen- sührer quittiert sei» muss. Ob die Arbeitgeber als zu den Betriebe» mit Dampfkesseln PP. bezw. zu Allen Handwerke» ge- hörig in der Wahlliste aujgesührt und somit deren Arbeitnehmer zur Abgabe ihrer Stimme berechtigt sind, ist am 11. Oktober, nachmittags von 1 bis 3 Uhr, durch die Arbeitgeber eventuell im Lokale der Kranlenkasse zu er- sragcu. Die Wahl leitet der unterzeichnete Vorsitzende oder in desienBehinderungS- falle ein andres Vorslandsuiitgiled ans der Zahl der Arbeitnehmer. Lichtenberg, den 3. Ottober 1901. Der Vorstand per Orts-Krantenlasse. II. Clenrent, Vorsitzender._ Grope FmklurterstrÄ 3H. Chic IX. IX. Berliner Pferde■ Lotterie. Zielmng in Berlin im Kaiserliof am 11. Oktober 1901. 3333 Gewinne Wert Mark 100000 Hauptgevinn: M. 10000, 8000 etc. Lose ä I Mark! II Lose- 10 Mark Porto u. Liste 20 Pf., versendet gegen Briefmarken oder Nachnahme Carl Heintze, Berlin W. _ Unter den Idnden 8._[2371L* EhrcncrNSrnng. Die Beleidigung gegen Frau Pohl und Frau Rentrr nehme zurück,«r> kläre beide für anständige, ehrenhafte Frauen. 930b grau Piipke, Stranssbergerstr. 24. Tour nach[13/4 lilepnlts- See. 7V| früh Prenzlauer Thor. 2 Uhr mittag?: Frans. Bnchholz. Prenzlauer Thor. Gelegenheitsliänfe für moderne 2470C* Herren-Artikel SpoclalitUt der Firma: Hüte, Handschuhe, Wüsche, Krawatten, Trikotagen, Schirme, Stöcke, Hosenträger. Stets das Allerneueste zn spottbilligen Preisen. krosjt zmkfurtttstrch 39. MMSWKMZMAMNMrWvvS Chtt vl ottr nbu vg. ZI. Scluncrbcrzx(240oL* Wilmersdorfer- Strasse 127, Uhrmacher nnd Goldarbciter. Grosses Lager von Ub r cn und Ciuldsvarcn zu äusserst billigen Preisen. Optlscbe Artikel. Ohrlöcher werbe» schmerzlos gestochen IZrolze Ketten IS M.' (Oderden, vnterdeit, zwei mit sereinigt«»»»neu Krdern de) «suftsv Lustig, Verl)» Prw,«,» ftratr SS. tlreUiitt«(oftcnfrti. viel» L«nerkenunngtfchreibe». � Nnserm verehrten Freunde und Genossen Unrl Kerker, Bergstr 10, zu seinem Wiegenfeste die herzlidiste Gratulation. 919b 0.0. A. Z. M. F. W. M. L.L. R H. C.C. Heute früh erlöste bei Tob meinen geliebten jüngsten Sohn, unfern guten Bruder Waller Geiser von seine» langen, schweren Leiden. Um stille Teilnahme bittet Alice tsclncr geb. Uedkneefft mit ihren 4 Söhnen. Berlin, Schleswiger Ufer 2, 2. Oktober 1901. Todes-Änzeige. Allen Genossen, Freunden und Der- wandten die traurige Nachricht, daß mein lieber Mann, unser lieber Bater, Gross- und Schwiegervater, der Schank- Wirt[24S8b Carl Schmidt nach langem Leiden am Mittwoch, den 2. d. Mts., verstorben ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, dm 6. d. MIs., nachmittags 3 Uhr, vom Tranerhause, Hochmeisterstr. 17, nach dem Gethsemane-Kirchhof statt. Im Namen der trauerndm Hinter- bliebenen Ww. Bertha Schmidt. Socialdemokratisclier Wahlverein für den 6. Berl. Ptei clistags-Walilkreis. Den Parteigenossen zur Nachricht, dab unser Mitglied, der Schankwirt Carl Schmidt, Hochmeisterstr, 17, am 2. d. M. verstorben ist. 2KS/i» Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Sonntag- nachmittag 3 Uhr vom Trauerhause aus nach dem Kirchhof der Gethsemane- Gemeinde(Nieder-Schönhausen) statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Der Vorstand. Nachruf! Ilm 28. September verstarb Mitglied, der Schlosser unser Mcriiz Adler im 28. Lebensjahre an akuter Ohren« entzündung. 17S/9 Ehre seinem Andenken! Durch zu späte Meldung war eS nicht möglich, die Mitglieder hiervon rechtzeitig in Kenntnis zu setze». Central-Kranken-Ünter- stütznngsverein der Schmiede o. verw. Gewerbe Deutschlands. Zahlstelle Berlin III. Dir Ortsverwaltung. Achtung, Vereine! Der Toten-Sonutag ist noch zu vergeben. 2471L» Etablissement„Süd-Ost", SSalbemarstraffe 75. Dr. Schünemaiin, Specialarzt sür Haut-, Harn- und Frauenleiden, bte�detatr. 9. Sprechstunden: V,12— V�, 7,6— V�. Dr. med. Schapen* homSop. Arzt«. Spez.-Arzt f. Baut- u. Barnleidenf FrauenJtrankheiten. Küniggrätzerstr. 27. Spr. 9-1. 4-7, Wer schnell und zu coulaiiten Bedingungeu 22aOL* Geld! Darlehen oder Hhpothel sucht, verlange unscrn Htzpotheken- und Darlehens- Nachweis. B. Blttncr& Co., HaunoverlK. Herren-Anzüge, Paletots». Mass, eleg. Aussah cung, auch seritgc Garderobe am Lager, liefert � ßltnhrrg Landeberaerstr. 13 prt �..ulll jüllll, Teilzahlung gestattet, A rbclt.-ir- Neue UniernuUi.SK.ar»» Ue�iuiiuu Freitag, den 4. Oktober, im Bezirk Centram, bei Grupe, Annenstrasse 16. 527b Dienstag, den 8. Oktober, im Bezirk KTorden, bei Qleinert. Schulstr. 29. Beginn S1/] Uhr abenda. Die erste Stunde ist kostenfrei. Tischler-Verein zn Berlin. Sonnabend, den 6. Oktober, abend« 8 Uhr, in„Sansnoncl", Kottbuser-Stmaae 4a 30, Stiftungsfest. Soiree der Norddeutschen Sänger - O nnd Ball,•- Billets a 30 Pf. sind bei allen Borstandsmitgliedern zu haben. Um zahlreiches und pünltliches Erscheinen ersucht 199/13 Der Vorstand. Cirkus Renz-Konzert-Tnnnel KarlHtrnsse. Wochentags 7 Uhr. Nur erstklassige Sonntags b Uhr. SpSCtatttätSII Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tan« ohne Nachzahlung, Direktion: j. n. uutt. €$ wird allmählich früher dunkel, weshalb Geschäfts- und Privatleute gut daran thun, ihre Beleuchtungsanlagen nachzusehen. Mit sachverständigem Rat stehen wir dabei allen Auer■ GasglOhlicht• Konsumenten� zur Verfügung und bitten, den Besuch unsrer Monteure per Karte oder Telephon zu verlangen. Reparaturen und Installationen jeder Art werden schnell und billig ausgeführt. Unsre Ingenieure Und Meister machen jederzeit an Ort und Stelle praktische Vorschläge für notwendige Verbesserungen oder nützliche Neuerungen. Grosses Lager moderner Hänge-, Tischlampen, Kronen, Lyren. Kostenanschläge für Neuanlagen kostenfrei. 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Sämtliche Räume sind vollständig renoviert und stehen die Säle, VcrcinSzinimer sowie Kegelbahn noch für einige Tage, auch Sonnabends, frei. Es wird mein Bestreben fein, durch vorzügliche und preiswerte Küche und gntgepflegle Bierc meinen werten Gästen den Aufenthalt in meinem Lokal so angenehm wie möglich zu machen, und lade ich zu recht zahlreichem Besuch freundlichst ein. 23o3L* Ami 7. 946. Franz Hei-Uowskl. I>ie vereinigten Mllclihändler- Verbände. Mordhäuser Kautabak Athenstädt& Bachrodt, Nordhausen, sehr beliebtes Fabrikat fboykottfreil, überall käuflich. IL. Fi'«»«», Berlin N., Swinemunderstr. 66, I. für Hüte auszugeben, man erhält auch zu billigen Preisen gute Sachen, wenn man die richtige Bezugs- guelle kennt. s63S4L» IU lin J&f. A Verkäufe. Ein gutgehendes RestaurationS- und Destillationsgeichäft umstände- halber villig zu verkaufen. Zu er- fragen Knuffeldt, MarkuSstrahe 47. 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Oktober dargelegt zu haben. Da aber selbst Genosse Borgmann sie nicht verstanden hat, mutz ich noch deutlicher werden. Ich habe an den Beratungen des Orgauisationsstatuts selbst nicht teilgenommen, iveil unter den Gründen für die Notwendigkeil einer Statutenänderung auch der Wunsch nach Aenderung der Bestimmungen für Vorbereitung von Reichstagskandidaturen geltend gemacht worden ivar. Das sind die„persönlichen Momente", die mir als Abgeord- neten des Kreises nach meinem Empfinden völlige Zurückhaltung bei der Statutenberatung auferlegt haben. Ganz anders ivurde aber die Situation, als bei der dissentierenden Minderheit der Plan einer Sonderorganisation hervor- trat. Da niutzten für mich alle Bedenken schwinden. ES war meine Parteipflicht, einzugreifen, ivie das hoffentlich jeder Reichstags- Ab- geordnete der Partei in gleichem Falle thun würde. Ich hatte aber auch jetzt nicht in den Statutenstreit selbst eingegriffen, sondern zu- nächst einen Disciplinbruch zu hindern und dann eine Beilegung des Zwistes anzubahnen gesucht, trotzdem ich nicht einen Augenblick darüber im Zweifel war. datz deshalb einzelne Genossen Vorwürfe gegen mich erheben würden. Datz ich indes dadurch nicht„in eine schiefe Lage kommen" werde, dafür kann ich mich, denke ich, auf das gesunde Urteil der ganz überwiegenden Mehrheit der Parteigenossen des Kreises auch in der Schönhauser Vorstadt verlassen. Weiterhin niacht mir Genosse Borgmann den Vorwurf, ich hätte mir nicht die Mühe genomnicn, nach meiner Rückkehr vom Parteitag persönlich Fühlung� mit den Genossen zu nehmen. Er irrt sich. In der Nacht vom Sonntag auf den Montag kam ich zu Hause an. Ani Montagabend ging ich in die Versammlung im Eiskeller, wo ich hoffen durfte, Genoffen aus allen Teilen des Kreises zu finden. Da lvurde mir nun von Teilnehmern an der Freitagsverinmmlung mitgeteilt, datz nach Verlesung des Telegranims nicht nur Genosse Grunow(oder Bruno) die fragliche Aeutzernng gemacht, sondeni ans der Versammlung heraus sofort Rufe erschollen sein:„Machenschaft von Ernst und Kiesel!" usw.(Datz eS sich, nebenbei bemerkt, nur um Aeutzcrungcn nach der Verlesung des Telegramms. nicht vorher handelt, ist doch eigentlich selbstverständlich.) Ja, es traten nachher zwei Genossen aus der Schönhauser Vorstadt direkt an mich mit der Frage heran:„Haben Sie denn wirklich das Tele- gramm abgeschickt? In der Versammlung wurde gesagt, datz Ernst uild Kiesel das gcthan hätten I" Datz Borgmann von alledem nichts gehört hat und deshalb nichts davon weitz, spricht sehr für seine eigene Harmlosigkeit, ändert ober nichts an der Thatsache, datz in der Freitagsversammlung zwei um den Wahlkreis und die Partei verdiente Genossen schlankweg der Fälschung eines Telegramms bezichtigt wurden und datz diese Be- zichtigung Glauben gefunden hat. Eine andre Version, von der ich nachiräglich gehört habe, ist die, datz Ernst und Kiesel inich durch Vorspiegelung falscher Thatsachen zu meinem Telegramm verleitet hätten, was natürlich ebenso unsinnig ist. Die Unserrcdung am Montagabend mit den beiden Genossen aus der Schönhauser Vorstadt iiisbesondere drängte mir nun die Ueberzeugung auf, datz ich unverzüglich einen Schritt thun müsse, um dem Wciterwuchern solcher gehässigen Aussprengungen entgegen- zutreten und. da mein Telegramm die Genossen von dem Disciplinbruch nicht abgehalten hatte, nachträglich ivenigstens auf sie in vcr« söhnlichem Sinnt einzuivirken. Der einzige Weg, der mir einen Appell an die Gesamtheit der Genossen in der Schönhauser Vorstadt ermöglicht, ist aber der öffentliche durch eine Zuschrift an den„Vorwärts." WaS nun BorgmannS Erklärung in der Versammlung bei Ball- schmicdcr anbetrifft, die mich durch ihren beruhigenden Inhalt davon abbrachte, damals schon vor der Sonderbikndelei zu warnen, so macht er jetzt einen seinen Unterschied zwischen dem ersten Teil seiner Er- Ilärung, den er gcwissermatzen offiziös abgegeben, und dem zweiten, in dem er nur seine Privatmciuuug zum Ausdruck gebracht habe. Von diesem Unterschiede ivar aber für den Hörer nichts zu spüren. Borgmann sagte: An eine Sonderorganisation denken w.ir nicht; über solche Kindereien sind wir doch hinaus. Es machte das durchaus den Eindruck, datz er namens der gesamten dissentierenden Genossen der Schönhauser Vorstadt sprach. ES erhob auch niemand aus der Versammlung Widerspruch dagegen. In dem Stillschweigen drückte sich die Zustimmung auch zu dem ziveiten Teil der Erklärung aus. Und die rossrvatio mentalis, der stillschweigende Borbehalt, es nachher doch ander« machen zu können. als man zugesichert, hat bisher in untrer Partei»och nicht An- erkennnng gefunden. Wen» es nun aber sogar Borgmanns allereigeuster Ueberzeugung entspricht, datz die Gründung einer Sonderorganisation eine Kinderei ist, dann hat er geradezu unverantlvortlich gehandelt, und zwar i> ii v e r a» t»v o r?t I i ch gegenüber den dissentierenden Genossen der Schönhauser Vorstadt, datz er in der Freitagsversammlung nicht alle seine Beredtsamkeit aufgeboten hat, um sie von einem Schritt zurückzuhalten, den er selbst so hart verurteilte, ihn eine Kinderei zu nennen. Das hat er aber uichfi gethan. Er hat zwar'in der Debatte das Wort genommen. aber lein Wort gegen die Sonderorganisation gesprochen und damit bei den Versammelten den Glauben erwecken müssen, datz er nun- mehr auch mit dem Plane einverstanden sei. Wenn Borgmann nun zum Schlutz die Mitteilung macht, datz die Genossen'der Schönhauser Vorstadt ihre Bereitwilligkeit zu einem Ausgleich durch einen neuerdings gefatzten Beschlutz. die Sache an den Parteivorstand und die Vertrauens- leute zu überiveisen. kundgethan haben, so ist eS nur höchst vedaucrlich, datz dieser Eutschlutz nicht ein paar Tage vorher gesatzt wurde und dadurch die blamable Freitags-Versammlimg verhinderte. Wenn aber Genosse Borgmann diese Mitteilung jetzt für ratsam hielt, so hätte er auch nicht verschweigen dürfen, datz vorgestern abend unter seiner Beteiligung eine Äesprecknmg von Genossen aus allen Teilen des Kreites diesen Vorschlag verwarf, da er die Entscheidung einer Korporation, den Berliner Vertrauensleuten, anheinigeben wollte, die in diesem Streite Partei ist, dagegen schlietzlich e i n st i m m i g einen von der andren Seite gemachten und von mir unterstützten Vorschlag angenonmieu bat, den Streitfall der schiedsgerichtlichen Entscheidung der in unserni Parteistatut vorgeschriebenen Instanz. P a r t e i v o r st a n d und C o n« r o l e u r e n, zu überweisen. Hoffentlich stimmen beide Seiten diesem Vorschlage zu. Aber es kann immerhin noch einige Zeil hingehen, ehe das Schiedsgericht darüber entscheidet, ob das in der Generalversammlung des ti. Kreiies angenommene Statut gegen Programm und Organiiationsstatut der Partei verstötzt oder nicht, und ob ein Teil der Genossen des Kreises be- recdtigt ist. eine Sonderorganisation in» Leben zu rufen. Das braucht uns deshalb nicht abzuhalten, mittlerweile in öffentlicher Versammlung in freier gegenseitiger Aussprache Mitzverständnisse aufzuklären, Mitz- stin'.niuiigeu zu beseitigen und ein gedeihliches Zusamnienarbeiten anzubahnen Das bezweckte mein Vorschlag: den halte ich aufrecht und zu allem, was zur Einigung der Genossen de» Kreises beitragen kann, biete ich bereitwillig die Hand. Berlin-Grunewald, 3. Oktober 1001. _ G. Ledebour. Wir erhalten folgende Zuschrift: In Ihrem Blatte vom 29. September stnde ich unter der Bezeichnung„Der Fall Lange" vom Lübecker Parteitag folgenden Satz:„Ja. Lanze förderte sogar den Berkehr des Spitzels in der Wirtschaft des Genoffen Drescher und die gemeinsamen Aktionen des Spitzels mit dem im Hause Dreschers ivohnenden Photographen." Mit diesem Photographen bin ich gemeint und mutz ich mich ganz energisch dagegen verwahren, mit einem Polizeispitzel irgend etwas gemein zu haben. Denn erstens bin ich selber Genosse und zweitens würde ich mich zu solchen Dingen überhaupt nicht hergeben. Alfred Lange. Maler und Phorograph, Berlin C., Rückerstratze 6a, Linienstratze 218. LokÄllvs. Der Milchkrieg bietet das Schauspiel eines Konkurrenzkampfes, bei dem die streitenden Rivalen einer den andern eines unlauteren Geschäftsbetriebes be- zichtigen. Auf beiden Seiten wird mit den schärfsten Waffen ge- kämpft. Während die Centrale den Händlern Fälschungen über Fälschungen vorwirft, zahlen die Angegriffenen mit gleicher Münze heiin. In einer Flugschrift, welche die vereinigten Milchhändlcr soeben unter dem Titel„Zum Kampfe gegen die drohende Milchverteuerung" herausgegeben haben, wird den Agrariern an der Hand einer Reihe von Thatsachen unverblümt der Vorwurf gemacht, datz sie bisher gegen nichts eine solche Ab- neignng bewiesen haben, als gegen hygienische Verbesserungen bei der Milchgcivinnung, besonders was Sauberkeit in der Stallung und tadelfreie Futtermittel anbetrifft. Wie wir der Flugschrift entnehmen, giebt es noch heute länd« liche Milchwirtschaften, wo die Seihtücher, die bekanntlich zur Absonderung des unvermeidlichen Stallschmutzes notlvendig gebraucht werden, von den Berliner Pächtern bezahlt werden müssen. iveil der„hygienisch angehauchte Landwirt" für solche Dinge nur wenig Verständnis besitzt, ebenso, wie ja auch der Milchpächtcr an der Produktionsstätte eigne Kühlcinrichiungen halten und eignes Personal besolden mutz. Die bereinigten Milchhändler haben auch schon bor längerer Zeit den Landwirten eine Denkschrift: Grundsätze für die Gewinnung und Bchandlung der Milch an der ProduktionSstätte unterbreitet und auf eigne Kosten eine freiwillige Milchkontrolle eingeführt. Ebenso waren es die Milchhändlcr. ans deren Antrag im Jahre 1898 eine Sach- verständigen- Konferenz im Land wirtschafts- M i n i st c r i n m znsanimcnbcrnfcii wurde, hauptsächlich um über Einführung einer Kontrolle an der Produktions st ätte zu beraten: und hier waren es im Gegensatz zu den Milchhändlern und den Vertretern der Wissenschaft einzig und allein die Herren von der Landwirtschaft, die der Kontrolle auf das schärfste widersprachen und e§ verhinderten, datz diese hygienisch so hochwichtige Matzrcgcl eingeführt wurde. Dagegen stimmten damals die Landivirte dafür, datz der ohnehin recht dürftige Min de st- Fettgehalt der Vollmilch von 2,7 Proz. noch iveiter ans 2,5 Pro z. herab- gedrückt würde. Man darf gespannt sein, luas die Centrale auf die Anschuldi« guiigen der Händler antworten wird. Jedenfalls beweisen auch diese Thatsachen, datz es den Herren Agrariern nicht im geringsten auf eine sanitäre Verbessernng der grohstädtischcn Milchversorgung an- kommt, sondern lediglich auf den Profit. Eine polizeiliche Uebcrwachimg der für den Milchverkehr in Be- tracht kommenden Güter-Bahnhöse in Berlin ivie auch der Verkaufs- stellen der hiesigen Milchcentrale findet jetzt täglich durch vcrittene »nd Futz-Schutzleute statt, weil etivaige Ausschreitungen seitens der Milchhändler befürchtet werden: jedoch ist es bisher noch zu keinem offene» Gefechte gekommen. Die Ringmilch findet bis jetzt nur wenig Absatz. Boni Nordbahnhof inntzte in der gestrigen Stacht die gesamte Anfuhr nach der Centrale geschafft werden und auch auf den übrigen Bahn- Hofen war der Absatz antzerordentlich gering und nicht nennenswert, so datz fast die gesamte Zufuhr an Ring-Milch zur Verarbeitung kommen mutz. Der HanSvcrkauf in der Cemrale und an den Verkaufsstellen war dagegen sehr lebhaft, zum Teil beeinflutzt durch die Milchhändler. welche sich nach bekanntem Muster Milchproben verschafften, um diese auf ihren Fett- und Wassergehalt untersuchen zn lassen. Die Bekanntmachung der Milchcentrale bezüglich der bei den Milchhändlern aiifgeknuften. angeblich gefälschten Milchproben hat diese zu einem energischen Vorgehen gegen die Milschverfälscher veranlatzt, die ja vielfach bei den Pcoduzenle», d. h. bei den Milch- bauern zu suchen sind. Mit der weiteren Verfolgung dieser Angelegenheit hat der Verein der Berliner Milchpächter einen Rechtsanwalt beauftragt. Am gestrigen Tage hat sich ein dedeutender Milchmangel herausgestellt. und die meisten Milchgeschäfte, welche ringfreie Produkte führen, hatten vorniiitags bereits den gesamten Milchvorrat misverkanft. Einige Händler hatten üverhaupt keine Milch erhalten und niutzten sich solche bei Geschäftsfreunden verschaffen. In der letzte» Nacht ivar die Zufuhr ringfreier Milch schon erwaS stärker und da durch nnihmeisende Agenten weitere Pachtgebiete täglich erschlossen werden, dürfte die Milchkalamität in wenigen Tagen gehoben sein. Wer trägt die Kricgökostcn dcö ApothekenkampfcS? Durch die bürgerliche Presse geht eine Mitteilung— offenbar ein„Waschzettel" vom Pretzburcan des Apothekervereiiis—, der zufolge die Apotheker bisher sehr gm gefahren seien; rund 300cXX)M. kämen zur Verteilung usiv. Es wird dabei aber wohlivciSlich nicht angegeben, für welche Zeit und von welchen Kassen die 800(XX) M. vereinnahmt wurden, und so wird dann der Eindruck erweckt, als ob die genannte Sninnie die Einnahme von den Boykott« lassen in der Boykottzeit darstellt. Wie sich diese letzteren Eiirnahmen thatsnchlich gestalteten, darüber liefert die Nr. 77 der „Apotheker-Zeitimg" eine etwas andre Auskunft. Danach gelangen für die ersten vier Monate des Boykotts als Einnahmen von den Boykottkassen zur Verteilung nicht 300 000 M a r t, sondern 102 000 Marl, so datz also— wenn man die 40 Proz. hinzuzählt, welche die anfertigenden Apotheker für sich behalten, die Boykott- lassen in dieser Zeit nur rund 170000 Mark an„Apotheke»kosten" gezahlt haben. Das ist eine autzci ordentlich niedrige Summe, denn die Boykottkasscn zählten zu Beginn des Boykotts 400 000 Mitglieder, nack Hinzutritt des Gewcrks- kranlcnvercins om 1. Juli 500 000, und den jährlichen Arzneiverbrauch eines Kassenniitglicdes kann man noch dem letzten MngistrntSberickt auf durchschnittlich 2,50 Mark berechnen. Danach würde also der Arzneibedarf der Boykottkassen, wenn man mir 400 000 Mitglieder der Berechnung zu Grunde legt, ohne den Boykott auf mindestens eine Million Mark jahrlich zu berechnen sein. Selbst ivenn man nun in Betracht zieht, datz die Monate Mai bis August verhällnisiiiätzig günstig für die Kassen sind, und datz man deshalb die Arzneiausgaben dieser Monate nicht 3, sondern 4 mal nehmen nmtz. um die Jahiessmnme zu erhalten, so ergiebt dies auch noch nicht 700 000 M.. d. h. die Apotheker erleiden durch den Boykott eine Mindereinnahme von über 300000 Mark j ä h r l i ch I Und das bei annähernd gleich bleibenden Ausgaben, insbesondere der gleichen Verzinsung des KonzessionSkaufgeldes, der gleichen Miete, Beleuchtung usw. So stehen die Dinge für die Apotheken. Die Kassen da« gegen können auch mit dem finanziellen Ergebnis des Boykotts mehr als zufrieden sein.' Vor uns liegen z. B. die Ergebnisse von fünf Krankenkassen mit zusammen etwa 150 000 Mitgliedern: dieselben haben im II. Quartal 1901 insgesamt für Arzneikosten bezahlt 76 700 M. gegenüber 85 800 M. des Borjahres— a l s o 10 P r o z. w e n i g e r— ii n d z>v a r bei e i n e m ü b e r 14 Prozent höherenKrankenbe stände. Zieht man diesen in Rechnung, so erhält man eine Ersparnis von über 21 Prozent. Das sind aber Ersparniffe, die im Haushalt der Krankenkassen schon eine Rolle spielen. Im letzten Berichtsjahr(1899) betrugen � die reinen Arzneikosten der Berliner Krankenkassen zusammen elwa 1160 000 M. Wenn davon nur 10 Proz. erspart werden, so könnten damit z. B. die Unterstützungen, die an Angehörige bei Ausnahme des KassenmitgliedeS in ein Krankenhaus gezahlt werden, schon an- nähernd verdoppelt werden, denn der Aufwand hierfür betrug 1899 nur 144 000 M.; oder es könnte für einen Teil dieser Ersparnisse die Wöchnerinnenunterstütziing, wie es die Absicht der Regierung und die Forderung der Versicherten ist, auf 6 Wochen ausgedehnt werden, denn der Aufwand hierfür betrug bei vierwöchentlicher Unterstützungsdaner nur 150 000 M. Und so ließen sich noch eine Reihe von VcrwcndungSartcn aufzählen, bei denen jedesmal das ersparte Geld weit nutzbringender angelegt wird, als wenn es iveiter dem Arzneiwncher zum Opfer gebracht wird. Den Krankenlassen- Mitgliedern möge darum das bisher erzielte Ergebnis ein Ansporn sein, in ihren Bemühungen nicht zn erlahmen, sondern den Boykott mit derselben Energie fortzusetzen wie bisher. Die ollen ehrlichen Milchbauern. In Zeitungsannoncen, deren eine auch im Inseratenteil unsrcs Blattes veröffentlicht worden ist, beliebt es der Milcdcentrale bekanntlich mit einem Male, die Milch- Händler der Pantscherei sn gros zu bezichtigen. Nun ist es keineswegs unser Beruf, die Händler vor dem Verdacht der Nahrungs- mitlelvcrfälschung in Schutz zu nehmen, und mancher der Herren mag Sünden sonder Zabl auf dem Geivissen haben. Wie wenig aber gerade die M i l ch p r o d n z e n t e u berufen sind, ihre jetzigen Gegner anzuklagen, lehrt eine Gerichtsverhandlung, die gestern die 146. Abteilung des Amtsgerichts I beschäftigte. Der Milchhändler Karl Wille hatte ein Strafmandat in Höhe von 3 M. erhalten, weil M a g e rm i l ch, welche er feilgeboten, nach dem Gutachten des Polizcichcmikers gewässert war. Er hatte auf richterliche Entscheidung angetragen, da er sich bewutzt war, seiner- seits eine solche Verwassernng nicht vorgenommen zu haben. In diesem Bclvntztsein ließ er die von dem bäuerlichen Lieferanten für ihn hierher gesandte Milch sofort nach der An- kunft durch den Gerichtschemiker Dr. Reiche untersuchen, und dieser fand deutliche Spuren von Salpetersäure vor, deren Vorhandensein ein charakteristisches Merk- mal der märkischen Bauern ist. Hiernach stand fest, datz die VerWässerung nicht von dem Auge- klagten, sondern von dem bäuerlichen Lieferanten vorgenommen worden war. Gegen letzteren ist inzwischen auch schon ein Ver- fahren wegen wissemlicher Fälschung von Nahrungsmitteln eingeleitet worden. Dem Angeklagten wurde Fahrlässigkeit vorgeworfen. Auf Antrag des Rechtsanwalts Dr. F l a t a u veschlost daS Schöffengericht, ein Gutachten des Dr. Bischof darüber einzuholen, ob eS einem Händler ohne weiteres möglich ist, eine solche Fälschung an Magermilch, die in Verkehr gebracht worden ist, sofort zu erkennen. ' Dieser Vorfall, der ja bekanntlich nicht vereinzelt dasteht, zeigt deutlich, datz die Milchprodiizentm alle möglichen Tugenden, aber kaum die der Ehrlichkeit für sich in Anspruch nehmen können. Im städtische» Fainilien-Obdach hat die Frequenz gestern doch beträchtlich zugenommen, wenn sie auch die frühere Höhe nicht erreichte. Während in der Nacht zum 2. Oktober 555 Personen dort beherbergt wurden, stieg gestern der Bestand auf 744 Personen, die sich auf 113 Familien verteilten. Die vom Stadtbaurat Ludwig Hoffmunn erbaute städtische V n d e- A n st a I t in der Dennewitzstratze ist fertig und soll in den nächsten Tagen dem Verkehr übergeben werden. Die neue Bade- Anstalt in der Bärwaldstrage zeigt geradezu enorme Besiichsziffern, an einzelnen Tagen bis zu 1800 Personen. Die im Bau begriffene städtische Bade-Anstalt in der Odcrbergerstratze dürfte in einigen Monaten für ibrcn Ziveck bereit sein. Äutzerdem ist noch eine vierte neue städtische Bade-Anstalt für den W e d d i n g geplant. In der Vadc-Zlnstalt für Frauen und Kinder des Berliner Vereins für häusliche Gesundheitspflege, Stein- metzstratze 16, werden in den Wintermonatcn Bäder am Dienslag. Freitag und Sonnabend von 3 bis 7�/, Uhr verabreicht. Von April bis Oktober wurden über 2000 warme Wajserbäder zum Preise von 15 Pf.(für ein Kind) und 25 Pf.(für eine Frau) und gegen 1000 Salzbädcr zum Preise von 20 beztv. 35 Pf. verabfolgt. Ein Teil der Bäder wird auf ärztliches Attest nach festgestellter Bedürftigkeit frei oder zu ennätzigten Preisen bewilligt. Diese Anstalt ist die ein- zige in Berlin, die Unbemittelteren den Gebrauch fertig zubereiteter Salzbädcr ermöglicht. Den leidenden Frauen ivird beim Baden geholfen, die Kinder werden beaufsichtigt und so wird durchs geeignete Fürsorge die heilsame Wirkung der Bäder wesentlich verstärkt. Die von Btcdrrsee-Stiftimg wurde mit einem Kapital von 8000 Thalern laut Testament ovm 16. November 1869 zu Gunsten verheirateter Handwerker und Arbeiter, sowie selbständiger Arbeiterinnen in Berlin unterm 8. Mai 1871 als Stiftung genehmigt. Sie wurde von der Stadt Übernonimen und der Friedrich Wilhelms- Anstalt für Arbeitsame als Zweigstiftung überwiese». Jni Berwaltiingsjahr 1900(vom 1. April 1900 bis 31. März 1901) wurden ans der von Biedcrscc-Stiftimg an 104 Personen Darlehen im Gesamtbeträge von 6245 M. oder im Durchschnitt auf die Person 60 M. bewilligt. Die Rückzahlungen früher gewährter Darlehne stellten sich im Vcrwaltnngijahr 1900 ans 5729,53 M., die ver- bleibenden Reste ans 6937,55 M. Vom Droschkenfilhrgewcrbo. Um Herabsetzung der Taxa» meter- Miete bei den Taxameterfabrikaiiten vorstellig zu werden, haben die Drosckckenbcsitzer beschlossen. Der flaue Geschäftsgang der letzten Monat« ist die Veranlassung zu ihrem Vorgehen.— Die lange geplante P r o t e st v e r s a m»i l n n g aller Interessenten des Fuhrgewerbes gegen die Bevorzugung der S t r a tz e n b a h n wird bestimmt noch im Lauf dieses Monats stattfinden. Eine Borversammlimg der Vertreter sämtlicher Berliner fuhrgewerblichen Vereine hat sich bereits mit den Beschwerden gegen die Stratzenbahn beschäftigt, welche das Material für eine an die zuständigen Behörden zu rich- tende Eingabe bilden sollen. Es wird hauptsächlich über die Ueberschrcitiing der Fahrgeschwindigkeit, Nichteinhaltung der polizeilich vorgeschriebenen Intervalle, ivie darüber geklagt, datz bei Karam» bolagen von vornherein der Führer des andern Gefährtes als der schuldige Teil betrachtet und der Gefährdung eines Eisenbahn-Trans- porte« angeklagt wird, während die Stratzenbahn für die zahlreichen Sachbeschädigungen, die sie durch Zerstörung von Wagen- und Pferdcmaterial anrichtet, niemals haftbar gemacht wird.