Nr. 248. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit talustrierter SonntagsBeilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Post- Beitungs Preisliste für 1901 unter Mr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. det mot sld drapak is to sed Vorwärts ঙ Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. The Insertions- Gebaye beträgt für die fechsgespaltene Kolonets geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. " Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für abbie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben. werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Schutzöllnerische Strömungen in Oestreich- Ungarn. Mittwoch, den 23. Oftober 1901. Bau- und Nuhholz Gerste und Gerstenmalz. " Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. -A " " Und sie alle find mehr oder weniger schutzölnerisch haben, daß sie die bestehenden Handelsverträge erst dann kündigen gestimmt. Teils find sie zwar zweifellos, wie z. B. die Eisen- werde, wenn neue Verträge gesichert sind. Die Note richtet sich industrie, dem Ausland gegenüber konkurrenzfähig, ziehen es gleicherweise allerdings ohne diejenigen zu bezeichnen, die solche aber, gleich den deutschen Konkurrenten, vor, sich durch hohe Sumutungen erhoben gegen die Agrarier, welche die KünDie Rede des östreichischen Ministerpräsidenten in der Zölle den inneren Markt zu sichern, um ihm nach Belieben digung der Handelsverträge vor der Fertigstellung des neuen Zollersten Sigung des wiedereröffneten Reichsrats hat durch die hohe Preise auferlegen zu können. Teils befinden sie sich tarifs fordern. Schärfe, mit der sie sich gegen den deutschen Zolltarif wandte, thatsächlich gegenüber dem deutschen und englischen Rivalen Die Deutsche Tageszeitung", die Kreuz- Zeitung", die„ Kons. in der deutschen Presse vielfach Ueberraschung hervorgerufen. in einem gewissen Nachteil. Sind fast durchweg die Löhne Korrefp." bedrängen seit Monaten die Regierung, sie solle mög= Diese Ueberraschung zeigt aber nur, daß man die mannig- in den östreichischen Industriegebieten auch etwas niedriger lichst bald die Verträge fündigen, damit, falls ein neuer Zolltarif fachen Verschiebungen in der Wirtschaftslage des Donaustaates als in den deutschen, so ist andrerseits der Steuerdruck im Reichstage nicht zu stande kommt, der Generaltarif in Kraft tritt, noch immer nicht begreift und das Destreich von 1900 noch ein stärkerer, und zudem fehlt es an billigen Bahnverbin- der alle agrarische Hochschutzzoll- und Zollkriegshoffnungen erfüllen nach dem von 1890 beurteilt. dungen und Wasserstraßen. die würde. Es verlautet bereits, daß die Konservativen alsbald nach Als 1890 die Vertragsverhandlungen begannen, die später Dennoch trotz dieser hochschutzöllnerischen Strömung in Wiederbeginn der Reichstagssession einen entsprechenden Antrag einzur Abschließung des deutsch- östreichischen Handelsvertrages Oestreich- Ungarn sind für Deutschland die Handhaben zur zubringen beabsichtigen. führten, spielte der Brotgetreide- Export für die östreichische Abschließung eines günstigen Handelsvertrages mit der Es ist wahrlich nichts rühmenswertes, daß die Regierung solchen Monarchie, vor allem für die östliche Reichshälfte, noch eine habsburgischen Monarchie gegeben. Kommt sie auch als verderblichen Unsinn in ihrer heutigen Note zurückweiſt. Sie würde beträchtliche Rolle. Nach der östreichischen Handelsstatistik Lieferantin für Brotgetreide nicht mehr in Betracht, so um sich damit völlig allen extrem- agrarischen Diktaten ausliefern und betrug im Jahre 1891 die Gesamteinfuhr an Getreide und so mehr als Exporteurin von Holz, Gerste, Malz, Vieh, ohne Not und Anlaß die Handelsbeziehungen mit dem Auslande Mehl nur erst 18,5, die Gesamtausfuhr aber 106,2 Millionen Eier, Obst, Hopfen, Butter, Bier, Garnen, Schuhwaren, ruinieren. Die Regierung will sich vielmehr den geeigneten Gulden, der Uebeschuß der Ausfuhr über die Einfuhr also ledernen Handschuhen usw. 87,7 Millionen Gulden oder rund 149 Millionen Mart. letzten Jahre in das deutsche Zollgebiet ein: Es führte z. B. Oestreich im Beitpunkt" für die Kündigung vorbehalten. Wenn die Note sogar zu zweifeln scheint, ob" der geeignete Allein an Roggen und Weizen gingen in jenem Jahr Zeitpunkt überhaupt eintreten wird, so ist hierin wohl nicht eine 114 085 Tonnen nach Deutschland. Speciell Ungarn war in Verschärfung der den extremen Agrariern abholden Regierungserheblichem Maße am Getreide- Export interessiert. Heute auffassung zu erblicken, sondern lediglich ein stilistisches ungeschick des haben sich diese Verhältnisse fast völlig verschoben. Schon Verfassers der Note. Die Meinung der Regierung geht offenbar dahin, in 1898 hat die Gesamteinfuhr von Getreide und Mehl in " an alsdraddaß jetzt nicht gekündigt werden kann, daß die Kündigung aber Oestreich- Ungarn die Ausfuhr um 17,6 Millionen Gulden überals ein Trumpf gegen das Ausland zu geeigneter Zeit vorstiegen, und während früher Deutschland einen bedeutenden genommen werden soll. Teil seines Brotgetreides aus den östreichischen Landen erhielt, hat es in den drei legten Jahren weit mehr dorthin geliefert, als von dort bezogen. Ungarn, einst die wichtigste Kornkammer Mitteleuropas, sucht sich jetzt selbst der Getreidemengen zu erwehren, die teils von Rußland, teils von den Balfanländern über seine Grenzen hereinströmen, und wie bei uns in den siebziger Jahren der Rückgang der WeizenImmerhin ist also die östreich- ungrische Landwirtschaft ausfuhr nach England das Einlenken der bisher frei- erheblich an dem Export nach Deutschland interessiert, und händlerischen preußischen Junker in schutzöllnerische Bahnen wenn die deutsche Regierung sie an diesem Interesse packen bewirkte, hat auch in Ungarn während der letzten Jahre die wollte, wenn sie sich zu Zollermäßigungen oder wenigstens schutzöllnerische Bewegung unter den Agrariern stetig an zur Beibehaltung der bisherigen Zollfäße auf die obigen Der Generalftrekk der französischen Bergarbeiter. Ausdehnung gewonnen, so daß schon im vorigen Jahre der Ausfuhrartikel der landwirtschaftlichen Produktion Oestreichs Die gewaltige Bewegung der französischen Bergarbeiter hält ungrische Landesagrikultur- Verein einen mit Minimal- und verstände, so wäre sicher, daß bei dem Einfluß der östreich- fortgefegt die öffentliche Aufmerksamkeit rege, die ganze politische Marimalsägen ausgestatteten Zolltarif aufgestellt hat, der ungrischen Agrarier auf die Regierung des Donaustaates doch Lage in Frankreich steht stark unter ihrem Einfluß. Die Nationalisten unter andern folgende absurde Forderungen erhebt: schließlich die östreichischen Großindustriellen sich mit einer suchen, wie immer, die Dinge für sich auszunügen, unausgefeßt gerecht wesentlichen Herabminderung ihrer verschiedenen Zoll- fällt sich ihre Presse darin, der Bewegung einen gewaltthätigen wünsche würden zufrieden geben müssen. Anstatt dessen sieht Charakter anzudichten. Dabei zeigt die Regierung durchaus nicht jedoch der deutsche Zolltarif- Entwurf unterschiedslos für fast die ruhige Haltung, die allein bei Beurteilung des Streifs nötig sämtliche Artikel der östreichischen Ausfuhr, für die landwirt- wäre, sondern sie läßt sich in dem Strudel der Heße mit fortreißen. schaftlichen wie für die industriellen, exorbitante Zollerhöhungen Ju Montceau- les- Mines hat der Präfekt des Departements Minimaljaz pro 9 M. 5 Marimaljazz pro 100 Kilogr. Jeziger allgemeiner Tarif 1,50, 1909 100 Kilogr. Weizen Roggen 11 M. 3 M. 7 3 " 17 " Gerste 3 5 bor. " " Hopfen Malz 60 90 20 " " " 8 3 • " " " Cier .. 10 15 3 " 12 feines Eier und Eigelb Ochsen " 92,9 Mill. Mark 64,5 " " 47,8 " " 25,6 " Kühe und Jungvieh. 18,1 Pferde. 8,9 " Saat( Kleesaat, Luzerite 2c.) 9,3 " Obst 8,1 " Hopfen. 6,7 Butter 6,0 " " Bier in Fässern 9,9 19 9,1 " 8,1" 6,4 " Garne, ungefärbt Handschuhe, lederne Schuhwaren, feine Dieser Trumpf ist natürlich nur eine lächerliche Illusion. In welchem Stadium der zollpolitischen Verhandlungen immer die Kündigung erfolgen würde, irgend welche Vorteile würden hierdurch nicht erzielt werden können. Wohl aber wird durch die Erklärung der Absicht, vor Siche= rung neuer Verträge zu geeignetem Zeitpunkt" zu fündigen, dauernd Beunruhigung in das gesamte Gewerbsleben getragen und schwerer Schaden für Handel, Industrie und Arbeiterbevölkerung in Aussicht gestellt. In der Deputiertenkammer, die am Dienstag zusammentrat, ist der Daß ein solches Verfahren die auf die Ausfuhr Saône- et- Loire provisorisch den Verkauf und den Transport unnach Deutschland angewiesenen östreich- ungrischen Agrarier geänderter Militärgewehre und der dazu gehörigen Munition unterin die Arme der industriellen Hochschutzöllner treiben, daß es fagt. Die Besizer solcher Gewehre werden angewiesen, dieselben Zugleich mit dem Rückgang seiner Bedeutung als als ein dem ganzen östreichischen Wirtschaftsleben zugedachter innerhalb dreier Tage auf der Mairie oder dem Polizeikommissariate Getreide- Exportland aber hat sich in Ungarn, unterstützt durch Schlag empfunden werden muß, ist um so begreiflicher, als abzuliefern. Nach Ablauf dieser Frist werden die nicht abgelieferten Subventionen und die Eisenbahnpolitik der ungrischen Re- für das ärmere Oestreich die Ausfuhr nach Deutschland eine Waffen mit Beschlag belegt, und es wird gegen die Schuldigen gegierung, eine nicht unbeträchtliche einheimische Industrie ungleich größere wirtschaftliche Bedeutung hat, als für richtlich vorgegangen werden. entwickelt, die für sich den einheimischen Markt als Deutschland seine Ausfuhr nach Oestreich- Ungarn. Denn Diese Verfügung, wie das ganze nervöse Verhalten der Neihr natürliches Absatzgebiet reklamiert und, um sich die der Export des letteren nach Deutschland hat sich in gierung ist nur geeignet, die Erregung unter den Bergarbeitern zu fremde Konkurrenz vom Leibe zu halten, ebenfalls hohen den letzten sechs Jahren zwischen 47,2 bis 48,4 roz. steigern, anstatt beruhigend zu wirken. Zollschutz für ihre Fabrikate fordert: ein Verlangen, in dem Gesamterports bewegt, während die Ausfuhr sie von der ungrischen Regierung wie von einem großen Teil Deutschlands nach seinem südlichen Nachbarn in diesem Zeit- Bergarbeiter- Streit sofort Gegenstand der Verhandlung gewesen. der ungrischen Latifundienbesitzer unterstügt wird. Aehnlich raum nie 12,7 Proz. feines Totalerports überschritten hat. Der Deputierte für Pas- de- Calais Bergarbeiter Basly brachte wie in den Jahren 1878/79 in Deutschland ist auch in Ungarn Stampf, den uns nach allen Seiten hin der neue Zoll- ben Bergwerken verlangt. Ferner verlangt er den Arbeitstag auf Die Koerbersche Rede ist nur erst die Ouverture zum einen Antrag ein, welcher die Einführung eines Mindestlohnes in zwischen Großgrundbesitz und Großindustrie eine Art Koalition zu stande gekommen. Die Industrie unterstützt die Agrar- tarif eintragen wird. Die nächste Folge wird sein, daß 8 Stunden zu beschränken und ein Ruhegehalt von täglich 2 Frank zollforderungen der Großlandwirte, und diese wieder als Destreich mit einem Tarif herausrückt, der den deutschen Ent- nach 25jähriger Dienstzeit gesetzlich festzusetzen. Entgelt jene der Industriellen: ein Profitbündnis, das in wurf noch übertrumpft. Als schließliches Facit ergiebt sich Walded Rousseau erklärte, die Regierung habe ihre dem Antagonismus des Magyarentums gegen Oestreich und entweder der Zollfrieg oder eine Karikatur von Handels- Ansicht über das Minimalgehalt geäußert und ihre Meinung in der häufigen Beteiligung der ungrischen Magnaten an bertrag, welche die beiderseitigen Handelsbeziehungen stark nicht geändert; er sei aber bereit, die Frage der Altersversorgung industriellen Unternehmungen noch eine weitere Grundlage reduziert, beide Teile schädigt und neben den wirtschaftlichen ebenso wie diejenige des achtstündigen Arbeitstages zu erörtern. An scharfe politische Gegenfäße schafft. derartige Fragen müsse man jedoch mit großer Vorsicht herantreten. Die Regierung sei geneigt, die Reformen fortzuführen, welche sie begonnen habe, aber er wolle keine Versprechungen machen, welche er nicht halten könnte. Redner nimmt die Dringlichkeit an, lehnt jedoch die sofortige Beratung ab. findet. Die " Politische Webericht. Auf Berlin, den 22. Oktober. Die Kündigung der Handelsverträge. Norddeutsche Allgemeine Beitung" veran hervorragender Stelle folgende offizielle RegierungsViviani( Soc.) und Bouvry bestehen auf der sofortigen Besprechung. Schließlich nahm das Haus die Dringlichkeit an und Ichute mit 321 gegen 254 Stimmen die sofortige Beratung ab. Die Mehrheit der Regierung war also sehr klein. Die Antwort " In verschiedenen Blättern begegnen wir der Behauptung, des Ministerpräsidenten hält sich ganz in den engen Grenzen feines daß die deutsche Regierung beabsichtige, die handels- Schreibens, das er an die Leitung der Bergarbeiter selbst richtete. verträge überhaupt nicht zu fündigen. Es ist nicht Sie läßt nicht erkennen, daß die Arbeiter auf irgendwie erhebliche recht verständlich, wie eine solche Auffassung entstehen fonnte, focialpolitische Zugeständnisse zu rechnen haben. Und diese ungrischen Schutzzollbestrebungen gelten nicht nur der fremdländischen Konkurrenz; sie richten sich, wenigstens was die Industriellen anbetrifft, nicht minder gegen die Industrieländer der westlichen Reichshälfte, vornehmlich Nieder- Destreichs und Böhmens, deren Fabrikate noch immer im großen und ganzen den ungrischen Markt behaupten. Die ungrischen Industriellen fordern deshalb eine Art wirtschaftlicher Autonomie Ungarns, öffentlicht und manchem erscheint es nur als vorteilhaft, wenn die jebige Note: Bolleinheit mit Destreich, die auf einer gebrechlichen Notzwangsverordnung des§ 14 aus dem Jahre 1899 beruht, baldigst in die Brüche gehen wollte. Zum mindesten fordern sie, daß der sogenannte Ausgleich ihnen gegen die Konkurrenz der östreichischen Industrie Industrie Länder gewisse Vorteile zusichert. Diese Bestrebungen sind es, auf die sich die Worte der Stoerberschen Rede beziehen:„ Es ist ein Lebensinteresse des Gesamtreiches, daß jede Hälfte wisse und anerkenne, daß sie den nächsten und zuverlässigsten Markt in der andren besiße und daß sie mit ihren Produkten über die Grenzen der Monarchie nur dann erfolgreich hinausdringen kann, wenn die engherzigen Rivalitäten innerhalb derselben aufhören." " Doch auch in der Westhälfte des Reiches hat sich in den letzten zehn Jahren eine weitere Industrialisierung vollzogen. Die Eisen-, Maschinen- und Zuckerindustrie hat bedeutend an Umfang zugenommen, ebenso die chemische Industrie, die Baumwollweberei, die Papier- und Lederindustrie, die böhmische Leinen, Quincaillerie- und Glasfabrikation usw. wo ein neuer Zolltarif ausgearbeitet und allgemein be- Eine Entscheidung des Bundesausschusses der Bergarbeiter in kannt ist, daß die deutsche Regierung mit Hilfe dieses Saint Etienne liegt noch nicht vor, die Verhandlungen werden geBolltarifs zu einer neuen Regelung der Handelspolitischen Beziehungen zum Auslande, insbesondere unter stärkerem Schuße der Bergarbeiter im Departement Pas- de- Calais, ein Schreiben, in heim gehalten. Der Ausschuß richtete an Lamendin, den Sekretär der heimischen Agrarprodukte, zu gelangen bezweckt. Der Entschluß, die geltenden Handelsverträge überhaupt nicht zu welchem er demselben nahelegt, im Falle der Proklamierung des kündigen, wäre zivecwidrig und würde nur eine Stärkung der allgemeinen Ausstandes eine Versammlung des internationalen AusPosition der ausländischen Staaten bedeuten, mit denen wir schusses einzuberufen, damit man sich auf die ausländischen Verbände Handelsverträge auf neuer Basis abschließen wollen. Die deutsche stützen könne. Regierung muß sich also selbstverständlich freie hand vorbehalten, im geeigneten Zeitpuntte die die bestehenden Handelsverträge zu tündigen. Ob und wann dieser Zeitpunkt eintritt, hängt von dem weiteren Verlauf der Dinge, insbesondere von dem Zustandekommen des neuen Zolltarifs und von den Verhandlungen mit den andren Staaten, ab." s 36519 # Deutsches Reich. Nochmals die Sackgasse. Man schreibt uns: Die von dem Stadtverordneten Bankdirettor Die Note richtet sich gegen zwei Seiten, nicht nur gegen die- Mommisen in der Berliner Bürgermeisterfrage an dem jenigen, die etwa der Regierung die vernünftige Absicht zugemutets 33 der Städte- Ordnung versuchte Auslegung, nach der einer Stadt tat Recht, dieselbe Person wiederholt zum Bürgermeister zu wählen, nicht zustehen und daher der Oberprästdent berechtigt sein soll, eine Entscheidung über die Bestätigung nicht herbeizuführen, wird auch von Staatsrcchtlern vom Schlage der„National-Ztg." bis zur„Kreuz-Ztg." verfochten, nachdem sich der Oberpräsident zu ihr bekannt hat. Es ist von uns und in der Stadtverordueten-Versammlung hervorgehoben, daß der Wortlaut des ß 83 solcher Auslegung klar widerspricht und daß diese Auslegung dem Rest der Selbstverwaltung, den die Städte-Ordnung stehen gelassen hat, noch ein weiteres Teil ab- bröckelt. Wie ungeheuerlich die Rechtsauffassung des Herrn Mommsen und seiner journalistischen Gesinnungsgenossen ist, er- weist außer dem Wortlaute des§ 33 auch klar seine Eni- st e h u n g s g e s ch i ch t e. Die Städte-Ordnung beruht auf der im Jahre 1849/1850 vorberatenen Gemeinde-Ordnung, der Entwur zur Siüdte-Ordnung von 1853 nimmt deshalb zu seiner Begründung ausdrücklich aus diese Bezug. In dem Kommissionsbericht des (damals erste Kammer genannten) Herrenhauses heißt es wörtlich: „Die der Regierung beigelegte Befugnis. die Wahl des Bürgermeisters und der Beigeordneten nicht zu bestätigen, slann die Folge haben, daß diese Stellen zum größten Nachteil sowohl für die Staats- als für die Gemeinde-Jnteressen längere Zeit hindurch unbesetzt bleiben, wenn der Gemeinderat fort- während bei einer Wahl beharrt, welche die Re- gierung nicht bestätigen kann oder wenn die Wahl gänzlich ver- weigert wird. Die dritte Abteilung hat vorgeschlagen, daß bei der zweiten Wahl die abgelehnte Person ausgeschlossen werden soll. In derKom Mission ist dieser Antrag mit großer Mehrheit ver« warfen worden, weil möglicherweise die Gründe, welche die Verwerfung der Wahl herbeiführten, inzwischen beseitigt sind und weil es für Sie Regierung gleichgültig ist, ob die Bestätigung desselben Kandidaten zweimal vorsagt wird oder ob die zweimalige Nichtbestätigung verschiedene Kandidaten trifft, wenn für die beiden Fälle dieselben Folgen eintreten." ES ist also die jetzt von Herrn Mommsen vertretene Anschauung selbst vom Herrenhause verworfen: entgegen dem Gesetz bekennt sich heute dennoch zu ihr die.liberale".National-Zeitung". In der Praxis ist die zutreffende Auslegung des§ 33 stets anerkannt, so bei Gelegenheit des zweimal gewählten und erst nach der zweiten Wahl bestätigten Stadtrats v. Henning. Ein Ministcrialbescheid vom 12. März 1830 eröffiret einem Rcgiernngs- Präsidenten, der die Entscheidung über die Bestätigung der Wahl der hierzu berufenen Stelle nicht vorlegen wollte, weil s i e den Ge- Ivählten für nicht zur Bestätigung geeignet erachtete, daß das unzulässig sei, daß„vielmehr ivegen jeder dergleichen Wahl die landesherrliche Entscheidung über deren Be- stätiguug oder Nichtbestätigung eingeholt werden muß." Der Brandenburger Oberprästdent hat entgegen der klaren Rechtslage es abgelehnt, eine Entscheidung über die Bestätigung herbeizuführen. Damit hat er sich in eine Sackgaffe verrannt, aus der die leider vom Stadtverordneten- Ausschuß beantragte Beschwerde gegen seine Weigerung allein ihn heraushelfen könnte. Will die Stadtverordneten- Versammlung ihr Recht der Selbstverwaltung wahren, so müßte sie diesen Beschwerdeweg verwerfe». Die Stadt kann warten, gleich- viel, ob ein Strafkommissar ihr zugesandt ivird oder nicht. Der Magistrat und der Oberprästdent ist aber nach§ 77 der Städteordnung verpflichtet, einen Beschluß der Stadtverordueten-Versammlung, eine Neuwahl bis zum Eingang einer Entscheidung über die Bestätigung abzuwarten,'anzufechteil, falls dieser Beschluß von ihnen für uugesetz- lich erachtet wird. Die Entscheidung steht dann dem Ober- Verwaltuugsgericht zu. Wird der Beschluß nicht angefochten, so er- leimt dadurch der Oberpräsident an. daß sein Vorgehen ein uu- gesetzliches Ivar. Aus diesem Dilemma würde er nicht heraus- lomiuen, weun der von der Stadtverordneten-Bcrsainmlnug vor- geschlagene Weg der Beschwerde abgelehnt wird.~ Der Professor des Kaisers. Aus Straßburg i. E. wird uuS zum Fall Spahn noch geschrieben: Die Professoren der durch die Berufung Dr. Spahns vergewaltigten philosophischen Fakultät unsrer Kaiser Wilhelms-Uuiversilät scheinen nun, nachdem das Patent des kaiserlichen Günstlings ganz ohne ihr Zuthun vollzogen wurde, doch etwas aufmucken zu wollen. In der„Straßb. Post" wendet sich einer der Herren gegen einige von dem Blatte in der Spahn- Affaire aufgestellte Behauptungen,' indem er u. a. schreibt: „Bisher war es durchaus üblich, daß die Regierung bei Be- rufungen die Vorschläge der Fakultäten berücksichtigte. Dies alte Gewohnheitsrecht deutscher Universitäten wird ja freilich in neuerer Zeit gerade in Preußen öfter verletzt, sicher nicht zum Heil der Anstalten und der Wissenschaft. Eine verhängnisvolle Matzregel war es aber, eine neue Stelle zu besetzen, ohne daß die Fakultät auch nur irgend befragt worden wäre; allerdings mochte man wohl ahnen, daß dieselbe nicht mit dieser Neuerung einverstanden sei» werde. Meines WiffeuS hat der Landesausschuß niemals den Wunsch nach „katholischen" Professoren ausgesprochen', sondern haben das nur einzelne nltramontane Mitglieder desselben gethan. Und diese Herren werden doch iveder in diesem Falle»och sonst je befriedigt werden. Der Wortlaut der Jnimediateiugabe der Fakultät an Se. Mnj. den Kaiser darf nicht veröffentlicht werden. Ich darf aber wohl aus- sprechen, daß darin von dem Vater D r. Spahns und dessen Stellung im C e n t r u nr natürlich nicht die Rede war. Schließlich noch, daß der auch von der Fakultät vorgeschlagene Professor R a ch f a h l katholisch i st." Ans der Zuschrift geht ferner die bisher nicht bekannte That- fache hervor, daß die Straßburger philosophische Fakultät von der Abficht der Regierung, eine Doppelbesetzuug der in Betracht kommenden Stelle vorzunehmen und den Professor Spahn neben dem von der Fakultät vorgeschlagenen Dr. Meinecke, dazu heranzuziehen, überhaupt in keiner Weise den ach- r i ch t i g t worden war, daß man in Berlin das„alte Gelvohnheits- recht der Universitäten" vielmehr völlig ignorierte. Des ferneren bestätigt auch die„Straßb. Post" die Behauptung der Profesforen- Zuschrift, daß die reichsländische Volksvertretung niemals einen Beschluß im Sinne der Berufung katholischer Professoren gefaßt hat. Es ist also schlechterdings nicht einzusehen, worauf sich der Passus im Spahn- Telegramm' des Kaisers, der von der Erfüllung eines„lange ge- hegten Wunsches meiner Elsaß- Lothringer" spricht, eigentlich stützen will. Die„Germania" erblickt in dem Telegramm Wilhelms II. eine programmatische Kundgebung erstens Ranges— und dies, obwohl die'klerikale Presse des ReichSlandeS vor der Depesche Spahn als einen Abtrünnigen behandelt hat. Die„Germania" hofft,„daß es Herrn Prof. Dr. Spahn nicht schiver fallen werde, das Mißtrauen katholischer Kreise trotz schlverer einzelner Fehler zu überwinden, da er in seiner Treue zum katholischen Glauben und zur katholischen Kirche auch»ach deni Zeugnisse seiner Gegner bezw. seiner falschen Freunde vom Evangelischen Bunde niemals wankend geworden ist. Buch das kaiierliche Telegramm setzt bei dem.Prof. Dr. Spahn eine unzweifelhafte katholische G l a u b e n s ü b e r z e u g u n g ebenso voraus, wie es die Vater- landsliebe zu einer ,', Basis" ftir die Berufung macht". Es iväre der„Germania" geiviß lieber gewesen, ivenn der Kaiser einen Schwarzen„ohne schwere Fehler" ernannt hätte, aber sie macht aus der Not eine Tugend und bejubelt die Katholisterung der Wissenschaft. Nicht mit Unrecht I Als Erfolg des KlerikaliSmus ist die Berufung Spahns zweifellos beabsichtigt, auch wenn sich der Kaiser in der Person vergriffen haben sollte. Bereits wird ein katholischer Philosophie- Professor gefordert. Katholische Naturwissenschaftler werden folgen, die die Natur nach der Offenbarung des Pentateuchs docieren und die Sonne sich dem Gebote Gottes gemäß um die Erde drehen lassen. Wenn selbst der Tanzunterricht katholisiert wird, warum nicht auch die Wissenschaft I Wenn sich die bürgerliche Welt diese Umkehr-Wissenfchaft ge- fallen läßt, so ist das ihre Sache. Die Freiheit und der Fortschritt der Wissenschaft ruht sicher in den Händen des Proletariats.— Die Saat der Kaiserin. Zum Geburtstag der Kaiserin stimmt in der„Kreuz-Zeitung" Paul v. Roell die antike Leyer. Zwei Verse seien wiedergegeben:' Run ist in goldncn Nehren die Saat gereift: Zahlreiche Kirchen ragen zu Gott empor. Dieser Dichter sagt die Wahrheit. � Kostspielige Gefühle. In der„Deutschen Tageszeitung" lesen wir dgs Folgende; Die Festlichkeiten bei Reisen des Kaisers im Lande erregen nicht selten Kopfschütteln. Wohlmeinende Leute äußer» un- verhohlen ihre Anficht, daß darin oft des Guten zu viel gethan werde. Und in der That: es muß fast eine Plage für den Kaiser sein, wenn er allenthalben, aber auch allenthalben Fahnenmaste, GuirlandeN, Ausschmückungen, oft im Uebermaß, findet. Sollte darin nicht etwas weniger gethan werden können? Der Kaiser selbst hat schon öfter den Wunsch geäußert, daß ihm zugedachte Ehrungen möglichst einzuschränken wären oder mit wenig Geldaufwendungen ausgeführt werden sollten. Jetzt scheint der Kaiser noch einen Schritt weiter gegangen zu sein. Das kaiserliche Oberhofmarschallamt hat verichiedenen Krieger- und Gewerkschaftsverbänden, die bei den I a g d r e i s e n des Kaisers diesem Ovationen darbringen wollten, gcautwortet, daß bei den kleinen privaten Reisen des Kaisers Begrüßungen und Empfänge zu unterbleiben hätten. Warum ist das Oberhofmarschallamt nicht noch weiter gegangen und hat die Verfügung von den Jagdreisen auf alle Reisen des Kaisers ausgedehnt? Die Unsummen, die für ein paar Stunden aus allgemeinen Mitteln bei solchen Gelegenheiten für überflüssigen Flitterpomp vergeudet worden find, find oft genug Gegenstand der socialdemokratischen Kritik gewesen. Es wäre gut, wenn das Ober- Hofmarschallamt von dieser Kritik lernen wollte.— Flotte und Freihandel. Der freisinnige Abgeordnete Müller- Sagan erzählte dieser Tage in einer Versammlung, der Marine- minister v. Tirpitz habe ihm zur Zeit der weltpolitischen Flotten- Propaganda, um den Freisinn für die Politik auf dem Waffer zu ge- Winnen, gesagt, jedes neue Panzerschiff bedeute ein Gewicht i u der Wagschale des Freihandels. Die„Deutsche TageSztg." und die„Post" thun sehr verwmidert über diesen Ausspruch. In Wahrheit weiß jedes Kind, daß der ganze Flotten- schwindel auf diesem schönen Gedanken beruhte. So schwärmten die Nationalsocialen, so docierten die Wafferprofefforen, so hoffte die Freisinnige Bereinigung. Und auch die Freisinnige Volkspartei samt den Dcmokralcn ivar drauf und dran, die Zukunft des Frei- Handels auf dem Wasser zu suchen und flottenfromm zu lverden. Gerade von freisinniger Seite wurde der Glaube genährt, eS sei eine ganz besondere Schlauheit von der handelsvertragsfreundlichen Regierung, die Flottenpolitik zu betreiben, damit den Agrariern auf die Weise die Waffen aus der Hand genommen würden. Wenn jetzt der Berliner Berichterstatter der„Frankfurter Zeitung" konstatiert, „daß noch ganz andre st a-ats männische Persönlich- keilen als Herr v. Tirpitz in der kritischen Zeit der Flottcnverniehrnug mit dem Argument, daß Seolust frei mache, und daß die Flotte ein natürliches Schwergewicht zum freien Welthandel bedeute. recht kräftig und ausdauernd operiert haben"— so ist das nur ein offenes Geheimnis. Die Andeutung zielt auf den guten Grafen Bernhard Biilow, der zur Zeit Reichskanzler ist. Nur sollten die Leute, die jetzt alles längst gewußt haben, sich criimern, daß sie selbst keineswegs immun gegen die Lockungen der„geheimen" Freihändler in der Regierung warxn. Sie ließen sich alle düpieren, und in dem Flotten- wie in dem Chinarummel war es allein die Socialdemokratje, die den Verstand nicht verloren hatte.— Verjudcte Autisemitcu. Am Dienstag gelangte in Kassel die bekannte Beleidigungsklage des antisemitischen Reichstags- Abgeord- ncten Warner gegen den früheren antisemitischen, jetzt national- sociale» Rcdacteu'r Erdmannsdörfec zur Verhandlung. Der Gerichts- Hof erkannte, daß der Wahrheitsbeweis der Behauptung Erdmannsdörfers, der Abg. Werner habe, obwohl A n t i s e m i ts, au den jüdischen Journalisten Hamburger gegen Bezahlung parlamentarische Berichte geliefert, erbracht sei. Erdnianns- dörfer wurde deshalb freigesprochen. Doch wurde er in einem andren Falle wegen einer formellen Beleidigung zu 50 M. Geldstrafe verurteilt. Die ReichstagS-Ersatzwahl in Wiesbaden ist auf Sonn- abend, den 80. November, festgesetzt worden. Die Eile, mit der die Negierung die Wahl vornehmen läßt, dürfte den bürgerlichen Parteien' rechl unangenehm sein. Das Centrum hat immer noch leinen DnrchfallSkandidaten; Herr Fuchs in Köln hat sich offenbar ür diese Ehre bedankt. Eine vorige Woche in Eltville statt- gehabte zweite Vertrauensmänner-Sitzimg ist resnltatloS verlaufen. (Nach einer anderweitigen Meldung ist Professor Wedewer 'ür das Ccntrum aufgestellt worden. Red.) Auch die Kon- ervntivcn und Nationalliberalen wifleu noch nicht. was sie machen. Für einen Durchfallskandidaten scheint sich der Polizei- Präsident Prinz Ratibor doch etwas zu gut zu halten. Vielleicht bringt steht die Not die politischen Gegner zusammen, so daß wir von' Anfang an mit einem Kuddelmuddel zu thun haben. Denn mit einem Kuddelmuddel wird ja die Wahl doch enden. In rheinischen Bauernkreisen munkelt man jetzt von einer bündlerischen Kandidatur. Daß die Rheingauer Bauern nicht frei- sinnig siuo. bedarf wohl kaum eines näheren Beweises, llud daß auch'das Eentrum ihnen nicht traut, beweist die Zaghaftigkeit, mit der es die Kandidatenfrage behandelt.— Die Verpreußung der thüringischen Bahnen, von der jüngst gemeldet wurde, bestätigt sich nicht. ES ist lediglich die von Salzungen abzweigende schmalspurige weimarische Feldabahn von Preußen übernommen worden; sie soll zum Anschluß an die geplante Bahn Gerstungen-Vacha-Hünfeld bis Vacha normalspnrig ausgebaut werden. Hierzu ist für eine kurze Strecke im meininger Staatsgebiet neuer Grundcrwerb nötig, und die unentgeltliche Ueberlassung des erforderlichen Bodens und des Mitbenutzungsrechts an der Land- straße ist nun zum Gegenstand eines Staarsvertrages zwischen Preußen und Meiningen gemacht. Dieser Vertrag ist jetzt dem meininger Landtag vorgelegt.— Die Schönheiten des Drciklaffen- Wahlsystems. Aus Elberfeld wird uns geschrieben; Ein Streifzug durch die Kommunal-Wählerlisten ist imnier sehr interessant.„Bildung und Besitz" finden sich da wohl bei einander, aber durch Klassen getrennt. Ob der dem Kommunal-Wahl-.Recht" zu Grunde gelegte Geldsack ge- drittelt oder wie hier jetzt gezwölftelt ist und dementsprechend die Wählerzahl gedrittelt wird, das ändert an der Sache gar nichts. Der Geldsock herrscht. Di« vorgenommenen Scheinreförmchen hatten nur den Zweck, den wenigen zur Gattung Besitz gehörigen Individuen einige Exemplare beizugesellen, so eine Art kommunaler Pairs-Schub. Die zweite Klaffe hat ebenso wie die erste etwas Zuwachs erhalten. In der dritten Klasse aber tummelt ftch einerseits ein Heer von Beamten und eine sehr große Zahl„Behäbiger", die nicht gern in ihrer Verdauung gestöcl werden, andrerseits finden sich in ihr die Arbeiter, die es so weit gebracht haben, den zur Wahlberechtigung erforderlichen CensuS von 6 M. Einkommensteuer odermehrzuzahlen. Jenseits der Grenzeder3.Klasse findet sich die große Zahl derRechtlosen, derjenigen Arbeiter, die ein Einkommen von weniger als 900 M. haben. Nach§ 77 Des Einkommensteuer- Gesetzes ist es auch für das Rheinland gesetzlich zulässig, Bürgern mit einem Einkommen von 660 bis 900 M. das Kommunal- Wahl- recht zu verleihen. Davor hütete man sich hier aber, denn Social- demokraten hält und macht die herrschende Klasse rechtlos. wo sie es nur kann. Eine vierte Wählerklasse. ähnlich wie auf preußischen Eisenbahnen die vierte Klasse für Arbeiter, giebt's ja bis jetzt noch nicht. Was die Bildung betrifft, so findet sie sich reichlich in der dritten Klaffe zusammen: hohe Beamte, Professoren, Oberlehrer, Landrichter usw. usw. Doch auch die Un- betitelten und Nichtbeamteu der dritten Klasse verfügen über gute Bildung. Aber auch wenn sie gar nichts wüßten, Analphabeten wären, sie könnten in der ersten Klasse wählen, wenn sie über einen entsprechenden Geldsack verfügen könnten. Das Wahl-„Recht" ist hier wie folgt verteilt: Erste Klasse 224 Wähler und ein Ehrenbürger, zweite Klasse 1453 Wähler, dritte Klasse 13 522 Wahler. Vor zwei Jahren waren die entsprechenden Zahlen 122, 884, 12 440. Das laufende Steuerjahr brachte für eine große Zahl von Arbeitern die Veranlagung zum niedrigsten Satz der Einkommensteuer, in die Wähler- liste wurden sie aber nicht aufgenommen, wie es das socialdemo- kratische Wahlkomitee beantragt habe; der Oberbürgermeister führte dagegen eine unbekannte Entscheidung des Ober- Verivaltmigs- gerichts an.— Der eben erwähnte Ehrenbürger ist der Elbcrfelder Landgerichts-Präsident, Geh. Ober- Justizrat Stomps, den das Stadtverordneten- Kollegium zum Ehrenbürger ernannte, als er in den Ruhestand trat. Wäre er nicht Ehrenbürger, so würde er in der dritten, günstigstenfalls in der zweiten Klasse wählen. In der ersten Klasse zu wählen ist also zugleich eine„Ehre", die unsre kom- mnnalen Machthabenden zu vergeben haben, etwa in dem Sinne, wie der Landesfürst jemand in den Adelstand„erhebt".— Ausland. Wirtschaftspolitik in Oestreich. In Ergänzung der Darlegungen unfres heutigen Leitartikels geben wir nachfolgende Betrachtungen unsreS Wiener Korrespondenten: -st-. Wien, 20. Oktober. Die Mißerfolge der früheren Regierungen sind freilich mit der Talentlosigkeit und Charakter- losigkeit der betreffenden Männer allein nicht zu erklären, und daß es Herr» v. Koerber geglückt ist, daS schon auf- gegebene Parlament wieder ins Leben zu rufen, beruht natürlich nicht allein auf seiner Geschicklichkeit— wie es die Schmeichler, die jeder Mann von Erfolg so leicht findet, der Welt einreden möchten. Der Mißerfolg und der Erfolg sind im Grunde die zwei Seiten de? östreichifchen Staatswesens: die nationalen Verschiedenheiten rütteln am Staate, die Wirtschaft- lichcn Notwendigkeiten festigen ihn. Das Bedürfnis nach nationaler Unabhängigkeit und Selbständigkeit treibt die Völker vom Staate; die wirtschaftlichen Bedürfniffe machen ihnen den Staat wieder notwendig. Daraus erklären sich die wechselnden Empfindungen, die der östreichische Staat bei seinen Völkern erweckt: in den Zeiten, in denen die nationalen Strömungen die Oberhand haben, das ideologische Jntereffe die realen Bedürfnisse unterdrückt, wird der antinationale Staat, besten Dasein nur möglich ist, wenn ihm die Nationen Opfer bringen, von den Völkern gehaßt; in den Zeiten der Not, wo die erstickten materiellen Bedürfnisse ihr natürliches Gewicht wieder erlangen, wird der Staat zwar auch nicht geliebt, immerhin aber als Notwendigkeit erkannt. Und das umso stärker, je länger das unnatürliche Ueber- gewicht der nationalen Fragen gewährt hatte, je größer die Ver- nachlässigung war, die die realen Interessen der Völker erlitten hatten. Nach dem Rausch folgt der Katzenjammer, und so ist eigentlich der Erfolg der Koerberschen Politik das natürliche Ergebnis der Miß- erfolge feiner vielen Vorgänger. In den Epochen, wo die nationalen Dinge das Uebergewicht erlangen, muß jede östreichische Regierung scheitern; wenn sich die Leidenschaften abgekühlt haben, kann eS jeder gsticken. Herr v. Koerber hatte das Glück, zur Zeit der Flut des östreichische» Patriotismus zu komme»; die Kunst seines Regierens besteht darin, die Nottvendigkeit des Staates wirksam zu mache n. Wenn die Völker im Kriege stehen gegen den Staat, hören sie und verstehen sie das Wort der Vernunft nicht. Aber wenn sie an ihre gemeinsame Not, an ihre gemeinsamen Sorgen denken, so kann man zu ihnen allen reden. Herr v. Koerber hat seine Negierung damit begonnen, daß er von den Völkern nationale Opfer verlangte'. Er wurde niedergeschrien, das Parlament ging in Trümmer. Jetzt redet er davon, daß man die Industrie entwickeln müsse, die Schätze des Bodens fruchtbarer gestalten solle, davon, daß sich Oestreich gegen die Uebergriffe Ungarns zur Wehe setzen müsse, daß der Raubzug der deutschen Agrarier nicht bloß die Lebenshaltung des deutschen Volkes, sondern auch die Interessen der östreichische» Pro, dnktion mit Gefahr bedrohe. Das nun versteht jeder, denn die ivirtschaftlichen Dinge sind das einzige Gemein- s a m- Oe st r e i ch i s ch e, und so ist es nicht weiter erstaunlich, daß solche Worte das Ohr der Hörer zwingen und das Selbstbewußtsein des Parlaments wecken. Wenn die Regierung dem Parlament zuruft, die nationalen Fragen zurückzustellen, von den Parteien verlangt, daß sie ihr Interesse den wirtschaftlichen Dingen zuwenden, so ist das nicht etwa ein taktisches Kunststück, sondern sehr aktuelle Politik. Wie hoch immer ma» die nationalen Zwistigkeiten werten will— die wirtschaftlichen Fragen sind so unmittelbarer und zwingender Art, sie berühren die Wirtschaft aller Völker, daß sich ihrem Druck niemand zu entziehen vermag. Einesteils ist es die industrielle Krise, die das Parlament zum Ernst mahnt, und andernteils setzen die Verhand- lungeu über die Handelsverträge mit dem Auslande voraus, daß das Verhältnis zlvischen Oestreich und Ungarn, das derzeit auf dem Zwirnsfaden der Reciprocität beruht, in feste Verträge gebracht werde. In dieser Hinsicht war die Rede des östreichische» Minister- Präsidenten ein ganz unerwartetes Ereignis; so entschiedene Worte sind von einer' östreichifchen Regierung noch nicht vernommen worden. So oft seit dem Bestände' des Dualismus Oestreich mit Ungarn in Bcrtragsverhandlungen trat, stand die Sache immer o, daß die Ungarn den Ausgleich'schlössen, wenn er und weil er ihnen Vorteile brachte, die Oestrcicher aber den Auftrag hatten, den Ausgleich unter allen Umständen abzuschließen. Dieses Verhältnis bedingte, daß jeder Ausgleich Oestreich neue Opfer brachte; der Patriotismus der Nnjjsrn wurde aus den Taschen OestreichS bezahlt. Aber nicht bloß die gebrachten Opfer kommen auf die Rechnung der Oestrcicher, nicht minder klagt man in Oestreich über die illoyale, listige Art, mit der in Ungarn das Ausgleichsgesetz gehandhabt wird. Ueber die Nachgiebigkeit der üstreichiichen Regierungen kann Herr v. Koerber sogar aus eigner Erfahrung reden: sein Vergleich mit Herrn v. Sze'll über die bosnischen Bahnen war wohl die letzte der östreichifchen Kapitulationen, aber sicherlich nicht die kleinste. Das soll sich nun, so hat Herr v. Koerber angelündigt, gründlich ändern. Die Regierung, versicherte der Ministerpräsident unter dem lebhaften Beifall des ganzen Parlaments, werde die Interessen Oestreichs„mit aller Energie wahrnehmen", sie sei entschlossen,„eine Klärung herbeizuführen, welche dem Dunkel einer ftüheren Zeit ein Ende bereitet", sie werde„kein östreichisches Interesse an wen immer preisgeben"; solle nian nur Opfer von Oestreich fordern und dafür keine Vorteile gewähren wollen, so werde sie„die Rolle des geduldigen Lammes ablehnen". Der Ernst dieser Sprache kam um so deutlicher zum Bewußtsein, weil Herr v. Koerber auch die Anklage nicht scheute. Vielleicht dem Wortlaute des Vertrages mit Ungarn nicht, aber sicherlich seinem Geiste werde Gewalt an- "an; nur die unbedingteste Loyalität, nicht bloß im Augenblicke Abmachung, sondern während der ganzen Dauer ihrer Gültigkeit, „nur die nnansgesetzte schonungsvolle Rücksichtnahme auch auf den andren Theil verleiht dem Vertrage seinen eigentlichen Wert". Wenn Herr v. Koerber damit nicht bloß eine Fechterstellung eingenommen hat, um die Abgeordneten zu verblüffen, dem Parlament zu imponieren, weun diese Worte mehr sind als ein parlamentarischer Kunstgriff, so deuten sie unzweifelhaft einen großen Umschwung nicht? bloß bei der Wiener Regierung, sondern auch bei der Krone an. Wie weit Herr v. Koerber befähigt ist, seine energischen Worte einzulösen, wird nian freilich erst dann wissen, wenn er den Entwurf Die Verlufte der lehten Woche. Bum autonomen Bolltarif und zum Boll- und Handelsbündnisse mit verlassen. Die Berbreitung von Zeitungen und Zeitschriften, welche von 155 226 auf 613 080 Bfd. Sterl., bie Diamantenausfuhr von Ungarn präsentiert haben wird. aufreizende Artifel enthalten und der Handel mit Konterbande ist 1614 738 auf 3 624 643 Bfd. Sterl. und die Ausfuhr sonstiger ErHerr v. Koerber verbreitete sich auch über die Handels- verboten; desgleichen ist es unbefugten Bersonen nicht gestattet, sich zeugnisse der Kolonie von 2011 902 auf 2462 123 Bfd. Sterl., er konnte da natürlich mur Selbstverständliches Feuerwaffen, Gewehrmunition und Explosivstoffe zu halten. Briefe während die Wiederausfuhr fremder Waren von 429 294 auf jagen. Die Regierung fei für eine Politik der Handels- und Telegramme sind der Censur unterworfen. 365 025 Pfd. Sterl. zurückgegangen ist und die Münzenausfuhr von verträge; freilich nur solcher Verträge, in welchen auch die Die Bestimmungen werden durch die Civilbehörden zur Ausführung 300 211 auf 57 049 Pfd. Sterl. Interessen Oestreichs gewürdigt werden. Auch die Drohung, gebracht. die agrarische Schuzzoll Politit Deutschlands mit einer industriellen Oestreichs heimzuzahlen, ist nicht überraschend; was die Lord Kitchener telegraphiert aus Pretoria vom 21. Oftober: Agrarier des Reiches an der östreichisch ungarischen Landwirtschaft Seit dem 14. Oftober melden die Berichte der einzelnen englischen fündigen wollen, will Herr v. Koerber an der deutschen Industrie Abteilungen, daß 25 Boeren gefallen sind, 18 verwundet und rächen. Daß der Raubzug der deutschen Agrarier die Lebens: 190 gefangen genommen wurden, während sich 50 Mann ergeben interessen der deutschen Industrie ebenso gefährdet, wie er das haben. politische Bündnis zwischen Deutschland und Destreich- Ungarn be- Die englischen Verluste in Südafrika belaufen sich seit dem droht, war noch deutlicher aus den diplomatisch zurückhaltenden 14. Oftober auf 31 Tote, 35 an Krankheiten Verstorbene, 61 VerWorten des Ministerpräsidenten bei der Debatte zu entnehmen, die wundete, 4 Vermißte und 6 Deserteure. das Abgeordnetenhaus danach über einen Antrag des jungczechischen Montag umfaßt 7 Tote, 20 Verwundete, 2 Vermißte und vier au Die Verlustliste vom Abgeordneten Forscht gehalten hatte, der von der Regierung Aus- Krankheiten Verstorbene. kunft über den Stand der Zollfrage verlangte. Es ist auch nicht zu zweifeln, daß der Wahnsinn des deutschen Entwurfes, in dem öſtreichiſch- ung ariſchen seinen Widerhall finden, daß der agrarische Protektionismus mit dem industriellen beantwortet werden wird, So wird der östreichische Entwurf nicht bloß Oestreich zeigen, wohin die besinnungslose Schutzzollpolitik führt, sondern nicht minder eindringlich auch Deutschland. Deftreich- Ungarn. Für ein Invaliditäts- und Altersversicherungs- Gesek, für das von unsren östreichischen Genossen eine gewaltige Agitation ins Leben gerufen worden war, find am Dienstag dem Reich 3 rat 1400 Petitionen mit 576 000 Unterschriften vorgelegt worden. Alle Nationalitäten und Kronländer haben sich an diesem Petitionssturm beteiligt. Herr v. Koerber hat bereits vor einem halben Jahre die Einbringung eines derartigen Gefeßes in Aussicht gestellt und jezt wird wiederum versichert, daß die Regierung die Grundzüge eines derartigen Gesetzes bereits fertig gestellt habe und den Entwurf demnächst dem Parlament unter breiten werde. Die socialdemokratische Fraktion hat den Antrag eingebracht, einen 36- gliedrigen Ausschuß mit der Ausarbeitung eines derartigen Gesezentwurfs mit Zugrundelegung näher formulierter Grundsätze zu beauftragen. Dänemark. Kindermord in den Konzentrationslagern. Die Engländer haben, wie bekannt, sogenannte Flüchtlingslager hergestellt, in welchen sie die Boerenfrauen und Kinder unterbringen. Nach den in den legten Tagen erschienenen offiziellen Berichten sind in den südafrikanischen Flüchtlingslagern insgesamt 109 418 Berjonen untergebracht; darunter sind 54 326 Kinder. Die Sterblichkeit in diesen Lagern ist eine ungeheuer große. Der Septemberbericht meldet 2411 Todesfälle, davon 1964 Kinder. In den englischen als gesund geltenden Städten ist die durchschnittliche Sterberate von etwa 15-17 pro Taufend. Die oben angeführten Zahlen entsprechen einer Sterberate von 264 pro Tausend, bei den Kindern gar einer solchen von 482 pro Tausend. Am schlimmsten waren die Verhältnisse in Transvaal; die Sterberate der Kinder erhöhte sich dort auf 456 pro Tausend. Das bedeutet, falls die Sterberate die gleiche Höhe weiter behält, daß in einem Jahre 28 568 Kinder tot sein werden; in etwa 24 Jahren würden sie alle tot sein. Die Zahl der Verstorbenen bis September starben 5209 Stinder, deren Heimatsstätten von den ist von Monat zu Monat gestiegen. In den vier Monaten Juni britischen Soldaten verbrannt und zerstört worden sind und die nun burch stälte, Mangel an Nahrungsmitteln und Verpflegung dahin gerafft werden. Partei- Nachrichten. Protest gegen den Hungerzoll. In Crimmitschau und ben umliegenden Ortschaften wurden 10 014 Unterschriften gesammelt. Darunter befinden sich, wie in unserm Zwidauer Partei blatte mitgeteilt wird, 26 Unterschriften von Gutsbefizern, 7 von Fabrikanten, 36 von Kaufleuten, 636 von Handel- und Gewerbetreibenden. Aus der Stadt Crimmitschau, die 28 000 Einwohner zählt, stammen 6727 Unterschriften. M Reformprojekte des Minifteriums. Gegenwärtig beschäftigt fich das Folketing mit der Budget- Beratung, die in diesem Jahre eifriger und eingehender vorgenommen wird, als das früher der Fall war. Nachdem in den vier ersten Tagen der Beratung die Volts vertreter ihre Ansichten entwickelt hatten, tamen am Sonnabend auch einige Mitglieder des Ministeriums zu Wort. Der Ministerpräsident Deunger erklärte, daß er gewillt sei, dem Folketing ein Ministera In dem Dorfe 3 wößen bei Gera wurden 1428 Unterschriften verantwortlichkeits- Gesez vorzulegen, wie es der Geist und gegeben. der Wortlaut der Verfassung verlangt. Der Landwirtschafts- Minister In der Wahlkreis Konferenz für Landeshut- Jauer Ole Hansen sprach sich für eine weitgehende Unterstützung der Boltenhain wurde mitgeteilt, daß in dem Orte Liebau, einer Häusler, sowie der Fischerei aus. Der Justizminister Alberti fündigte Centrumsdomäne, die uns bei der letzten Wahl nur 188 Stimmen folgende Reformvorschläge an: In erster Linie drei Reformen: brachte, 700 Unterschriften auf unsre Petition gegeben wurden. Reform der Rechtspflege, Aufhebung der Staats. aufsicht der Brostitution und staatliche Fürsorge für berwahrlofte Kinder. Der Minister erklärte sich im wesent lichen mit unsrem Genossen Borgbjerg einverstanden, der vor einigen Tagen in ausgezeichneter Rede die Forderungen der socialdemokratischen Fraktion eingehend dargelegt hatte, und ebenso trat er auch für die von den Socialdemokraten aufgestellte Forderung der Errichtung von Staats- Sanatorien für Lungenfrante ein. Norwegen. Ein nachahmenswerter Beschluß. Die Gemeindevertretung bon Bergen hat beschlossen, heimatberechtigten Personen, die keine Armenunterstützung beziehen, im Bedürfnisfalle aus einem besonderen Fonds Strantenunterstügung sowohl für sie selbst als auch für ihre Kinder zu gewähren. Der ausgesprochene Zweck dieses Beschlusses ist es, die zahlreichen auf Grund der Armenunterstügungen erfolgten Suspensionen des Wahlrechts einzuschränken. Die Nobel- Prämie für Förderung der Friedenssache ist nicht, wie in der Presse vielfach irrtümlich gemeldet wurde, dem Präsidenten Krüger zuerkannt worden, vielmehr steht der Entscheid des Specialausschusses des Storthings, der die Prämie zu verleihen hat, noch aus. Präsident Krüger hat das Vorschlagsrecht, betreffend Verteilung der Nobel- Prämie für Förderung der Friedenssache, dahin ausgeübt, daß er beantragte, dieselbe Mr. Stead in London zuzuerkennen. Afien. Parteilitteratur. Bom socialdemokratischen Reichstage- Handbuch ist soeben das 8. Heft erschienen. Es enthält die Fortsetzung des Artikels Arbeiterausschüsse und den Artikel Arbeiterschutz. Der Preis des Heftes ist 20 f. = Der englische Arbeitsmarkt vom September zeigt, verglichen mit dem Monat August, für die meisten der wichtigsten Industriezweige eine leichte Besserung, aber er ist immer noch weniger gut, als der des Monats September v. J. In den 142 Trades Unions mit einer Mitgliedschaft von 542 917, welche dem englischen Arbeitsamt Be= richte einfandten, wurden 20 180 oder 3,7 Proz. der Mitglieder als arbeitslos aufgeführt, während der Prozentsaz im August 3,9, im September v. J. jedoch nur 3,6 betrug. Die industrielle Krisis zeigt fich aber noch mehr in der Herabsetzung der Lohnhöhe für eine große von einer Aenderung in der Lohnhöhe betroffen. Von diesen erhielten Anzahl Arbeiter. Im Monat September wurden 172 890 Arbeiter nur 4438 eine Erhöhung von 111/4 Pence per Woche und Kopf, 168452 dagegen mußten sich eine Lohnherabsetzung von durchschnittlich 10 Bence per Woche und Kopf gefallen lassen. Der August war auch in dieser Beziehung für die Arbeiterklasse noch schlechter, denn in diesem Monat wurden 103 419 Personen von einer Lohn Reducierung bon durchschnittlich 2 Schill. 2 Pence pro Woche und Kopf betroffen; im September 1900 dagegen war für 164 199 Personen eine wöchentliche Lohn Erhöhung von 2 Schill. 1/2 Bence pro Stopf zu verzeichnen. In erster Linie waren es Kohlen-, Eisen- und Stahlarbeiter, die von den Lohnherabsetzungen betroffen wurden; die größte Bahl derselben, nämlich 170 337, mußte fich die Herabfegung der Löhne auf Grund der gleitenden Lohnstala gefallen lassen. Die Zahl der Streits im September war ziemlich gering; es wurden 38 neue Streits mit 8654 Personen gemeldet. 0 Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. des technischen Bühnenpersonals wurde vor kurzem mitgeteilt, daß Das Koalitionsrecht im Leffing- Theater. Dem Verband die Bühnenarbeiter am Lessing- Theater vor die Frage gestellt worden feien, entweder aus dem Verbande auszutreten, oder ihre Arbeitsstelle aufzugeben. Um die Richtigkeit dieser Mitteilung zu prüfen, wandte sich der Vorstand des genannten Verbandes sowohl an die Direktion, als auch an an das technische Personal des Leffing Theaters. Darauf erhielt der Vorstand die nachfolgenden Lessing- Theaters. Antwortschreiben: Auf das geft. Schreiben vom 16. Oktober erwidern wir Ihnen, daß die Direktion des Leffing- Theaters dem angestellten technischen Personal das Recht, Vereinen beizutreten, sicherlich nicht einzuschränken beabsichtigt, sofern die Biele und Be strebungen dieser Vereine feinen schädigenden oder störenden Einfluß auf das Unternehmen felbst ausüben oder der bestehenden Ordnung zuwiderlaufen. J. A.: Leopold B. Arnold. Auf Ihr wertes Schreiben von 16. d. M. teile ich Ihnen hierdurch mit, daß wir Arbeiter, wie Ihnen schon mündlich mitgeteilt, dem Verband nicht mehr angehören wollen. Uebrigens war d die Direktion so gütig, als Ersatz für den technischen Verband, eine Kranken- und Unterstügungstasse zu gründen, in der wir einen fleinen Beitrag steuern. Mehr Extra- Ausgaben zu leisten, ist für uns zu viel. Wir erklären hierdurch nochmals, dem Verbande nicht mehr anzugehören und bitten, uns doch in Ruh zu lassen. Ergebenst Das technische Personal des Leffing- Theaters. Ob die Direktion des Leffing Theaters den Arbeitern die Bus H. Bauer. gehörigkeit zu ihrer Gewerkschaft untersagt oder nicht, das ist war in dem Schreiben nicht ausdrücklich gefagt. Aber soviel steht it flaren Worten in dem Briefe, daß die Arbeiter nur solchen Vereinen angehören dürfen, deren Bestrebungen„ teinen schädigenden oder störenden Einfluß auf das Unternehmen ausüben". Direktion fagt auch nicht, ob sie den Verband des technischen Bühnenpersonals für einen Verein dieser Art hält. Aber welcher Unternehmer wird nicht die Gewerkschaft, der die Arbeiter seines Betriebes angehören, und die sich die der macht, Verbesserung Arbeitsbedingungen zur Aufgabe als einen sein Unternehmen schädigenden und störenden Verein anschen? Diese Ansicht ist jedenfalls auch wie eine Erleuchtung von oben über die Arbeiter des Lessing- Theaters gekommen und hat sie veranlaßt, sich feierlichst von ihrem Verbande loszusagen. Absagebrief der Arbeiter ist ebenso wie das Schreiben der Direktion auf der Schreibmaschine, also doch wohl im Bureau der Direktion angefertigt. Schon aus diesem Nebenumſtand kann man ermessen, wie wirkungsvoll die Erleuchtung von oben gewesen sein muß. Reichstags- Wahlkreises( Blauen) befchloffen, das VertrauensmännerPartei- Organisation. Die Parteigenossen des 23. sächsischen R System aufzuheben und die Besorgung sämtlicher Partei- Arbeiten den in den einzelnen Orten bestehenden Parteipereinen zu übertragen. Diese Parteivereine werden zu gemeinsamer Aktion zu ſammengeschloffen. Sie haben an den Vorort Plauen pro Mitglied monatlich 5 Bf. zu leisten. Diese neue Organisation tritt am 1. Januar 1902 in Straft. in Mit den Beschlüssen des Parteitages erklärten sich eine verstanden die Parteigenossen in Crimmitschau, im 28. jäch sischen Reichstags- Wahlkreise( Plauen), welche Delsnig ihre Delegiertenverfanimlung abhielten, und die Barteigenossen in Osterode a. H. Die Der Aus Industrie und Handel. Bur Preispolitik des Rheinisch. Westfälischen Kohlensyndikats. Aus Hamburg tommt eine Nachricht, welche die sauberen Machinationen des Rheinisch Westfälischen Kohlensyndikats und die aus deffen rücksichtsloser Preispolitik dem Gemeinwohl erwachsenden Schädigungen treffend illustriert. Während sich sonst das Syndikat Die Musiker der Freien Vereinigung" fowie des immer noch weigert, die Koblenpreise herabzusegen und sie mit allen Mitteln auf der Höhe zu halten sucht, die sie während der letzten Jahre Vereins Berliner Mufiter" haben einen in gemeinschaftder aufsteigenden Konjunktur erlangt haben, hat es den Hamburger licher Lohukommission beratenen allgemeinen Lohntarif aufgestellt Ueber die Gaswerken, die feit 25 Jahren englische Durham- Kohlen brennen, und am 1. Oktober in Kraft treten lassen. In beiben Vereinigungen so niedrige Preise für ihren 20-25 000 Tonnen betragenden Winter- find wie der Vorstand der Freien Bereinigung" angiebt bedarf gestellt, daß die Werke bei den Newcastler Kohlenhändlern nahezu 2000 Civilmusiker organisiert und kommen dieselben als die Lieferungen bis auf einen Rest von 8000 Tons abbestellt haben. maßgebend in Betracht. Der Tarif wird den Civil- und MilitärDer Preis für diese 8000 Tonnen, die noch bezogen werden, soll nur behörden vorgelegt werden, um Militär- und Beamtenmusiker zu 14 Schill. 6 Bence inkl. Exportabgabe sein, was nach Abzug der einem Innehalten zu verpflichten. Für die Maifeier wurde der Fracht nur einen Preis von ungefähr 91/2 Schill. pro Tonne läßt. höhere Feiertags lohn festgelegt; verschiedentlich haben auch Es muß also der vom Kohlensyndikat eingeräumte Preis noch unter fleine Erhöhungen für Musikarten stattgefunden. diesem Niveau stehen. Die Rückkehr des Hofes nach Peking ist den Mächten als bevorstehend angekündigt worden. Zugleich mit diefer Mitteilung ist angefragt worden, in welcher Weise sich die Gesandten an dem Empfange zu beteiligen gedächten. vom diplomatischen Corps an den Kaiser zu richtende Ansprache und die Erwiderung desselben schweben Unterhandlungen. Einen neuen Thronfolger soll nach den Mitteilungen hoher chinesischer Beamter die Kaiserin zu ernennen beabsichtigen. Die Ernennung werde erfolgen, wenn die Kaiserin mit dem Prinzen Tsching in Kaifeng zusammentreffe. In Aussicht genommen sei Leun Beige, ein Neffe Tuans, des nach dem Friedensvertrag zu lebenslänglichem Gefängnis nach Turkestan verbannten Bogerführers. Die Reformpartei erhebe jedoch gegen die Wahl Widerspruch und hoffe, daß sich die Mächte diesem Proteste anschließen würden. Da der Gesundheitszustand des Kaisers ein sehr schwächlicher iſt, befäße die Frage der Thronfolge immerhin eine gewisse Bedeutung. Jedenfalls besäßen die Mächte aber keinerlei Recht, sich in einen etwaigen Thronfolgestreit irgendwie einzumischen. Der neue Mandschurei- Vertrag. Für Arbeitervereine, so weit sie gelegentlich Aufträge für Musiker Im seltsamen Widerspruch zu dieser außergewöhnlichen Kulang haben, kommen besonders folgende Tariffäße in Betracht: steht eine andre Meldung aus Magdeburg, nach welcher der dortige seonzertmufit für geschlossene Gesellschaften: An Verwaltungsausschuß der Gas- und Wasserwerte sich gezwungen Wochentagen bis zu 4 Stunden a Person 4 M., bis 7 Stunden überzugehen, da für erstere gegenüber dem Abschluß von 1898 ein 8 W., bei Festlichkeiten von 12 Uhr mittags bis spätestens gesehen hat, vom Bezuge westfälischer zum Bezuge englischer Kohle 6 M., an Sonnabenden, Sonn- und Festtagen bis 7 Stunden um 28 Broz, anfänglich sogar um 39 Proz. höherer Breis gefordert 11 Uhr abends a Person 10 M., von 8 Uhr früh bis spätestens wurde. Hinzugefügt wird, daß es sich in diesem Falle um einen 11 Uhr abends 12 M., jede weitere angefangene Stunde 1 M. Kohlenbedarf von etiva 50 000 Tommen handelte. Konzertmusit mit nachfolgendem Tanz für ge= Ein für die Syndikatspolitik recht charakteristisches Beispiel. Um schlossene Gesellschaften an Wochentagen bis 9 Stunden dem Newcastler Kohlenhandel den Abfaz nach Hamburg zu unter- a Berson 7,50 M., an Sonnabenden, Sonn- und Festtagen 9 M., Der Shanghaier Korrespondent des" Standard" hat einen Auszug graben, findet sich das Kohlensyndikat in der Lage, dort fo billige jede weitere angefangene Stunde 1 M. Ballmusit für des zwischen Leffar und Li- Hung- Tschang verhandelten neuen Breise zu stellen, daß die englischen Händler nicht mehr fonkurrieren Vereine an Wochentagen bis 9 Stunden a Berfon 7,50 M., an tönnen. Dagegen hält es für nötig, in Magdeburg auf solche Preise Sonnabenden, Sonn- und Festtagen 8 M., jede weitere Stunde Mandschurei- Abkommens empfangen. In dem ersten Paragraphen des zu bestehen, daß dort die Gas- und Wafferwerte es vorteilhafter 1 M.- Land- und Wasserpartien von früh 7 bis spätestens jelben willigt Rußland in die Rückgabe der drei Mandschurei- Provinzen an finden, ihren Bedarf über Hamburg von Englaub zu beziehen. nachts 12 Uhr a Person an Wochentagen 8 M., an Sonnabenden China, nämlich von Schöng- King( oder Liau- tung), in der Mukden Welche große Belastung die erhöhten Kohlenpreise für die In- 9 M., an Sonn- und Festtagen 12 M. Bon 12 Uhr mittags bis liegt, Kirin, die Centralprovinz und Ho- Lung- Kiang nördlich vom dustrie zur Folge hatten, ist aus dem Geschäftsbericht der Allgemeinen spätestens 12 Uhr nachts a Person an Wochentagen 7 M., an SonnSungariflusse. Durch das erste Gebiet läuft die Shan- hai- fwan Elektricitäts- Gesellschaft ersichtlich, die im verflossenen Geschäftsjahr abenden 8 M., an Sonn- und Festtagen 10 M. Niutschwang- Eisenbahn. China ist damit einverstanden, daß Rußland 700 000 Mark Mehraufwendungen für Kohle zu verzeichnen hat. Der die alleinige Beschützung diefer Linie ausübt. In dem zweiten und britten Paragraphen des Abkommens erklärt sich Rußland bereit, seine Truppen aus diesen drei Provinzen innerhalb zweier Jahre zurückzuziehen. In dem vierten Baragraphen giebt China seine Erlaubnis dazu, daß russische Offiziere die Mandschutruppen Tsenchis, des Tatarengenerals in Mutben, einegercieren. Der Korrespondent fügt hinzu, das Abkommen sei für China so günstig, daß neben demselben vermutlich noch ein geheimes Abkommen existiere. Bericht befagt, daß die Gesellschaft jetzt zu bedeutend herabgesetzten Breisen für das tommende Jahr Kohlenlieferungen abgeschlossen hat. Ob die Geſellſchaft auch den Ausweg gefunden hat, wie die Magdeburger Gas- und Wasserwerke, ist nicht ersichtlich. Soviel ist nur llar, daß die Begünstigung der ausländischen Konkurrenz dem Syndikatswucher eine Grenze zieht. Der öftreichische Außenhandel weist einen nicht unerheblichen Rückgang auf. Für die ersten neun Monate betrug die Einfuhr Der Vertrag hat allerdings einen recht unwahrscheinlichen In- 1289,9 Millionen, b. i. 3,7 Millionen weniger als in gleichen Beit halt. Es wäre ganz unbegreiflich, warum Nußland auf die Herr- raum des Vorjahres; der Wert der Ausfuhr 1361,6 Millionen oder schaft über ein Gebiet verzichtete, die ihm von feiner Seite ernstlich 56,5 weniger als im Vorjahre. bestritten wird. Der Boeren- Krieg. Verkündung des Kriegsrechts. Der Außenhandel der Kapkolonie zeigt in den ersten acht Monaten trotz der Kriegsunruhen einen Aufschwung gegenüber dem Vorjahre. In den Monaten Januar bis August 1901 erreichte die Einfuhr einen Wert von 15 960 650 fd. Sterl. gegen 12 090 351 Bfd. Sterl. in dem gleichen Zeitraum des Vorjahres. Deutsches Reich. Die Schiffchensticker in Plauen t. 2. haben nun ebenfalls beschloffen, in eine Lohnbewegung einzutreten. Sie haben diefelben Lohnforderungen aufgestellt, wie vergangenen Winter, und wollen fie nunmehr in fürzester Frist zur Durchführung bringen. Verlangt Iverben für 1000 Stiche, je nach den verschiedenen Artikeln, 20 bis 30 Pf. Im Laufe des vergangenen Sommers, während welchem die 20 Bf. für 1000 Stiche zurückgegangen. Außer der Lohnerhöhung Schiffchenstickerei sehr daniederlag, find die Löhne teilweise auf 15 bis wird noch 11/ aftündige Mittagspause gefordert. Der neue Tarif soll bereits am Montag, den 28. Oktober, in Kraft treten. Ein Streit bürfte hier wie bei der Lohnbewegung der Weber ebenfalls ausgeschlossen sein. öbau ist durch Vergleich beendet. Der Ausstand der Steinarbeiter bei der Firma Kloß in Die Errichtung eines Gewerbegerichte forbern bie Arbeiter der Weberstadt Sorau. Dieser über 16 000 Einwohner zählende Ort besteht überwiegend aus einer industriellen Bevölkerung und find daher gewerbliche Streitigkeiten nicht selten. Der Magistrat genannter Stadt verhielt sich bisher zu dieser Forderung paffiv und Aus Kapstadt wird vom Montag gemeldet: Heute wurden die Die Ausfuhr der Napkolonie in den Monaten Januar bis Bestimmungen des Kriegsrechts in der Staphalbinsel verfündet. Nach den August 1901 betrug 7 121 865 Pfd. Sterl., b. i. 2 610 494 Pfd. Sterl. felben soll das ordentliche Recht in der Sapkolonie so weit wie mög- mehr als die Ausfuhr der ersten acht Monate des vergangenen Jahres lich aufrechterhalten werden. Ferner soll niemand befugt sein, den mit 4511 371 Bfd. Sterl. Für die ersten acht Monate der dürfte nach allen Erfahrungen auch weiter diesen Standpunkt einDiftritt ohne Erlaubnis auf dem Seeweg oder dem Landweg zu Jahre 1900 und 1901 zeigt die Goldausfuhr eine Steigerung nehmen. In einer am Sonntag vom Gewerkschaftskartell ein berufenen und gut besuchten Versammlung wurde einstimmig beschlossen, dem Magistrat die Forderung auf Errichtung eines Gewerbegerichts mit der Motivierung zu unterbreiten, daß die in den Vorortsgemeinden Soraus wohnenden aber in der Stadt selbst beschäftigten Arbeiter die Zahl 4000 erreichen dürfte und die Forderungen des§ la der neuen Gewerbegerichts- Novelle erfüllt sein würden. Juftiz gegen Gewerkschaft. Der Vorstand der Zahlstelle Wroute des Verbandes der Maurer wurde vom Schöffengericht in Wronke verurteilt, weil er außer den Statuten des Centralverbandes nicht noch Statuten der Zahlstelle Wronke der Polizeibehörde eingereicht hatte. Die Angeklagten behaupteten, daß die Statuten des Centralverbandes auch die Statuten der Zahlstelle seien, denn die Zahlstelle Wronte sei ein Teil des Centralverbandes. Die Straf tammer in Bosen als Berufungsinstanz bestätigte das Urteil des Schöffengerichts. Gegen diese Entscheidung ist Revision angemeldet worden. die dann und Verlust der Portefeuilles. Die Barlamentsmehrheit ist abhängig und solche der Gewerbedeputation zu überreichen, Die Versammlung nahm von dem Willen des Arbeiterstandes wer diesen nicht erfüllt, wird die Auszahlung veranlassen werde. nicht gewählt. Der Wille des Arbeiterstandes wird von den Leitern schließlich eine Resolution an, in der sie gegen das Vorgehen der Krankenkassen protestiert und den Vorstand des Vereins der Wasch der Trades- Unions fommandiert."| Wenn das so einfach wäre, wie der Herr Professor, der und Plättanstalts- Besizer beauftragt, dahin zu wirken, daß die übrigens Geologe und vermutlich kein Politiker ist, erzählt, dann Ausweisungs order zurückgenommen oder aber von der Orts- Krankenwäre es doch höchst wunderbar, daß diese Arbeiter sich noch immer tasse ein zur Gründung einer eignen Krankenkasse notwendiger von Privatunternehmern ausbeuten lassen, anstatt der Privat- Reservefonds an den Verein der Wasch- und Plättanstalts- Inhaber ausbeutung ein rasches Ende zu machen. erstattet werde. Diese Forderungen sollen nötigenfalls auf gerichtlichen Wege zum Austrag gebracht werden. In derselben Angelegenheit findet am 29. d. M. in der Brauerei Friedrichshain eine große öffentliche Versammlung statt. Versammlungen. Kommunales. " Der Verein socialdemokratischer Gast: und Schankwirte Eine Kommunalwähler- Versammlung für den 44. und hielt am 18. Oktober in Rigdorf bei Münzer eine Generalversamm45. Bezirk tagte am Montag in Ahrens Brauerei Moabit, in lung ab, in welcher beschlossen wurde, an der Gewerbesteuerausschußwelcher der Genoffe Dr. C. Freudenberg über die Bedeutung Wahl teilzunehmen, und wurde eine Kommission von fünf Mitgliedern zur weiteren Vorarbeit gewählt. Der Kaffenbericht vom 3. Quartal der bevorstehenden Kommunalwahlen und unsre Aufgaben im Roten zur weiteren Vorarbeit gewählt. Der Kassenbericht vom 3. Quartal Hause referierte. Der Redner sagte unter anderm, daß felten eine ergab eine Einnahme von 969 M., eine Ausgabe von 697,84 m. und verbleibt ein Bestand von 7239,91 M. Neu aufgenomment Das Gewerkschaftshaus in Stuttgart ist durch einen großen Wahl unter so interessanten Umständen, wie die bevorstehende, stattAnbau erweitert worden. Im Jahre 1893 gründeten die Stuttgarter gefunden hat. wurden sechs Mitglieder. Nicht nur, daß die Wahl auf Grund Gewerkschaften ihr eigenes Heim. Dasselbe wurde mietweise in den der neuen Wahlreform vorgenommen wird, die allerdings Räumen des Gasthauses zum Hirsch untergebracht. Schon nach fünf schon dadurch gekennzeichnet ist, daß sie bon der preußis Jahren hatte das neue Unternehmen sich so gut entwickelt, daß es fchen Regierung vorgeschlagen wurde und die Zustimmung des in das täuflich für den Preis von 225 000 m. erworbene Gasthaus reaktionären preußischen Landtages erhalten hat und thatsächlich auch zum goldenen Bären übersiedeln konnte, was eine wesentliche räumnur in einigen Bezirken einen Einfluß ausübt, sind es namentlich Der Ausschuß zur Vorberatung der Magistratsvorlage zur liche Erweiterung bedeutete. Bald erwies sich auch das neue Haus als zu flein, es wurden deshalb einige Nachbarhäuser angekauft und auch politische Momente, die bei dieser Wahl im Vordergrund stehen Umgestaltung der Straße Unter den Linden" beschäftigte an deren Stelle im vergangenen Sommer der Erweiterungsbau auf- und die Frage aufwerfen ob Männer oder Waschlappen in das sich am Dienstagabend nochmals mit den Plänen des Stadtbaurats Stadtparlament gewählt werden sollen. Der Referent erinnerte an das Strause. Die Mitglieder Stadtv. Borgmann, Lange und geführt. In den neuen Räumen können sich nunmehr gleichzeitig wiederholte Eingreifen der Krone in die Selbstverwaltung der Stadt- Rosenow erhoben bei Gröffnung der Sigung Einspruch gegen eine 2000 Personen aufhalten und 100 Fremde beherbergt werden. Das Gewerkschaftshaus in seiner gegenwärtigen Gestalt repräsentiert einen gemeinde Berlin, an das byzantinische Verhalten der Kommunalfrei- neue Verhandlung, weil sie den Ausschuß nicht für legitimiert Wert von 640 000 m. Ein gutes Zeichen für die finanzielle finnigen bei der Nichtbeſtätigung des Bürgermeisters Kauffmann, sowie erachten, nochmals in dieser Sache zu verhandeln, weil die in der Straßenbahnfrage und in Sachen der Märchenbrunnen, wobei Verhandlung durch einen Beschluß vorläufig ihren Abschluß Leistungsfähigkeit der Stuttgarter Gewerkschaften, die sich hoffentlich wieder recht eindringlich der Beweis erbracht wurde, daß unter den gefunden hätte, der Vorsitzende Baurat kyllmann beaufauch in der Zukunft kräftig weiter entwickeln und gedeihen werden. Freisinnsmannen nicht die Energie vorhanden ist, um die Rechte der fragt worden sei, über diesen Beschluß der StadtverordnetenDie Neuwahl von Knappschaftsältesten im Ruhrrevier fand Bürgerschaft zu wahren oder gar noch zu erweitern. Bei einer Bersammlung zu berichten und weil der Ausschuß offensichtlich zu Der so- Körperschaft wie der Berliner Stadtverordneten- Versammlung, die dem Zweck zusammenberufen worden sei, um seinen nach erschöpfender am 19. Oktober in 12 neugebildeten Sprengeln statt. genannte alte Verband und der christliche Gewerkverein gingen ge- zuni weitaus größten Teil aus waschechten Hausagrariern zu Verhandlung gefaßten, wohlüberlegten Beschluß den Wünschen höheren trennt vor. Merkwürdigerweise hat der alte Verband in Essen und fammengesezt ist, fann ein andres Verhalten auch gar nicht er- Ortes entsprechend zu ändern. Diesem Einspruch wurde lebhaft Alteneffen in dem Sprengel gesiegt, der thatsächlich vor der Thüre wartet werden. Die Vertreter der privilegierten ersten und zweiten widersprochen, worauf die drei Genannten den Ausschuß verließen. des Gewerkvereins- Vorsitzenden Brust liegt und die Angaben Brusts Wählerklasse verzichten auf das liberale Mäntelchen, fie be- Nach einer Geschäftsordnungs- Debatte wurde dann beschlossen, in zu Schanden gemacht, daß er dort dreimal mehr Mitglieder habe wie schränken sich auf die reine Interessen Politik zu Gunsten die Beratung einzutreten und nach langer Erörterung die Sigurg der alte Verband unter Führung der„ roten Brüder". In Effen der Großbourgeoisie. Aufgabe der Wähler in der dritten Klasse vertagt. Man will zunächst noch nähere Erhebungen über die Kosten siegten die alten Verbändler mit 80 refp. 73 Stimmen über die muß es dehalb sein, socialdemokratische Vertreter ins Stadtparlament der Umgestaltung abwarten. Zechenpartei; der Gewerkverein erhielt nur 23 resp. 19 Stimmen. zu senden, die mit Energie die Interessen der Bevölkerung wahren. Ein Gegenkandidat für den Stadtverordneten Jacobi. In Altenessen erhielten die Kandidaten des Verbandes 131 resp. 126, Der Redner schilderte in seinen weiteren Ausführungen die Mängel die Gewerkvereinler blieben mit 120 resp. 115 Mitglieder in der auf den Gebieten des Schul- und öffentlichen Gesundheitswesens und In dem Wahlbezirk des Stadtverordneten Jacobi hat am DienstagMinorität. Auch in Lünen siegte der alte Verband. ihre Folgen, er verivies darauf, daß allen Verbesserungsanträgen der abend eine Vorbesprechung derjenigen liberalen Wähler stattgefunden, Socialdemokratie, so auch in Bezug auf die Arbeitsbedingungen der die nicht für Herrn Jacobi eintreten wollen, sondern die Aufstellung städtischen Arbeiter, von den" Liberalen" der heftigste Widerstand eines andren liberalen Kandidaten wünschen. Die von etwa 70 Personen entgegengesetzt wurde und er zeigte an der famojen Lösung der besuchte Versammlung wurde geleitet von Herrn Rechtsanwalt Bieber, Wohnungsfrage, wohin es führte, wenn fast 2/3 einer Gemeinde- der vor 8 Tagen in der allgemeinen Wählerversammlung zuerst und vertretung von einer Slique ernannt und nur 1/3 von der Bevölkerung am heftigsten gegen Jacobi gesprochen hatte. Vor Eintritt in die Besprechung wies Herr Bieber die Anhänger Jacobis, etwa zehn wirklich gewählt wird. ein Verfahren, das er damit begründete, Herren, aus dem Saal Aus Anlaß des Cunewalder Weberstreiks ist Genosse Schulze in Dresden, der bei der Leitung des Streiks thätig war, von dem Fabrikanten Kalauch wegen Beleidigung verklagt worden. Das Schöffengericht hatte Schulze zu 75 m. verurteilt, das Landgericht dagegen sprach ihn frei. Ausland. Die Arbeiter der Steinbrüche von Leffines( Belgien) befinden sich seit 6 Wochen im Streit, sie wollen einen höheren Tarif durchsetzen. vornehmen. Sociales. Eine Zählung der Arbeitslosen wird das Gewerkschaftsfartell in Braunschweig in den Tagen vom 4. bis 6. November Eine Arbeitslosen- Versammlung in Mannheim, in der auch Vertreter der städtischen Behörden das Wort ergriffen und möglichste Berücksichtigung der Wünsche der Arbeitslosen zusagten, hat folgende Resolution angenommen: Arbeiterherrschaft in Neuseeland. Die Ausführungen des Referenten wurden mit lebhaftem Beifall aufgenommen. In der Diskussion beleuchtete auch der Kandidat des daß die Besprechung eine vertrauliche und nur für Gegner Jacobis Die Besprechung selber bot wenig Bemerkens44. Wahlbezirks, Genoffe Glode, das Verhalten der Freifinnigen bestimmt sei. in der gegenwärtigen Wahlbewegung, die allerdings nach all den wertes. Als Kandidaten wurden vorgeschlagen: Justizrat Stern, Vorkommnissen das Gefühl haben müssen, daß sie in den öffentlichen der eine Kandidatur ablehnte, ferner Bezirksvorsteher Charton Rechtsanwalt Bieber. Herr Charton empfahl sich der Versammlungen nichts zu bestellen haben, und nun im stillen mit und den Worten, er sei„ ein sogenannter allen ihnen zu Gebote stehenden Mitteln für den Kandidaten, der Versammlung mit Mann". Gegen Herrn Bieber wurde geltend den Mischmasch vertreten soll, wirken. Die Agitation, mit der liberaler Socialer stehe vielfach dem Nuf, der die Hausverwalter beauftragt sind, bedeutet für die vielen gemacht, Beamten in diesem Bezirk die Einführung des schwarzen Listen- de motratie zuzuneigen; das könne leicht gegen ihn aussystems, und ein Vorgehen, das den Thaten des Freifimus im Noten genutzt werden. Herr Bieber wies diesen Vorwurf zurück. Die Hause würdig angereiht werden kann. Der Redner forderte die Abstimmung ergab 10 Stimmen für Charton und 24 für Bicber; Parteigenoffen auf, ihre Thätigkeit den Verhältnissen entsprechend etwa die Hälfte der Versammlung enthielt sich der Stimmie. Herr einzurichten und dafür zu sorgen, daß am 6. November die Social- Bieber soll auf Grund dieses Beschlusses in einer demnächst einzuberufenden allgemeinen Wählerversammlung als Gegendemokratie als Sieger hervorgeht. tandidat aufgestellt werden. Trotz wiederholter Aufforderung meldeten sich keine Gegner zum Die am 19. Oftober, vormittags 10 Uhr, in der„ Central- Wort. Nachdem der Vorsitzende noch bekannt gegeben, daß am halle" tagende Arbeitslosen Versammlung erwartet bestimmt von Donnerstag eine Versammlung im Victoria- Salon, Perlebergerstraße, der städtischen wie von der staatlichen Verwaltung die ungesäumte und am Sonntag eine Flugblattverbreitung stattfindet, sowie zur Inangriffnahme der bereits bewilligten öffentlichen Arbeiten regen Bethätigung aufgefordert hatte, erfolgte der Schluß der Ver: Lehte Nachrichten und Depelthen. in den der allgemeinen Arbeitsnot entsprechendem Umfange, sammlung mit einem kräftigen Hoch auf die Socialdemokratie. Oestreichisches Abgeordnetenhaus.dat nötigenfalls die Herbeiführung weiterer Bewilligungen zu diesem Ueber die Bedeutung der Kommunalwahl im 36. Bezirk Wien, 22. Oftober.( W. T. B.) Im Verlaufe der Sizung Zwede. Sie erwartet, daß in erster Linie die in Aussicht ge- sprach am Montag Genosse Dr. Weyl in einer Kommunalwähler- erklärte der Minister für Kultus und Unterricht in Beantwortung der nommenen Abbruchs-, Wald- und Erdarbeiten unter Vermeidung Bersammlung bei Kranz in der Badstraße. Einleitend ersuchte der Interpellation Groß und Genossen über die Einwanderung des Unteraccordantenwesens unternommen werden, daß im übrigen die Arbeits- und Leistungsfähigkeit der Arbeitenden nach Möglich- Redner die Genossen, sich nicht der Meinung hinzugeben, daß, weil von Klerikern in Oestreich, bisher seien von französischen feit berücksichtigt wird, und daß das Steinklopfen den sich freiwillig von den Gegnern bezüglich der Wahl scheinbar nichts geschieht, diese Songregationen nur drei Gesuche um vorübergehende NiederDie Genehmigung zur Niederlassung hierzu erbietenden Arbeitern mit den zur Erhaltung der Gesund überhaupt nicht auf den Plan treten würden. Die Gegner hätten laffung eingelaufen. nur der zwanzig Professen und fünf Laiengroße Organisationen und würden ihre Agitation wahrscheinlich erst sei bisher heit erforderlichen Bedingungen übertragen wird. Sie erwartet, furz vor der Wahl beginnen, wo man keine Gelegenheit mehr hätte, Schwestern zählenden Karmeliterinnen- Kongregation in Versailles daß Staat und Gemeinde ihren ganzen Einfluß aufbieten, um sie zu widerlegen. In fesselnder Weise übte Dr. Weyl dann eine für Salzburg erteilt worden. Die beiden andern Gesuche befänden durch Einrichtung ihrer eignen Arbeiten wie durch Beeinflussung äußerst scharfe Kritik an den Thaten der freisinnigen Pantoffelhelden, sich in Stadium der Vorbereitung. Selbstverständlich würden bei der Privatindustrie die möglichste Vermeidung von Arbeiter entlassung und die Vermehrung und gleichmäßige Verteilung der die es mit ihrem Duckmäuſerſtandpunkt nicht fertigbringen, folchen Gesuchen die genauesten Erhebungen gepflogen. Bisher sei entlassung und die Vermehrung und gleichmäßige Berteilung der Arbeitsgelegenheit herbeizuführen. Sie verlangt nicht den völligen der Ausdehnung des persönlichen Regiments einen Damm entgegen- tein Gesuch einer franzöfifchen Stongregation um Verleihung der Ausschluß auswärtiger Arbeitskräfte, wohl aber die vorzugsweise zustellen. Der Redner zeigte, wie rücksichtsvoll diese Herren der östreichischen Staatsbürgerschaft eingereicht worden, auf Grund Berücksichtigung der hier ansässigen nicht nur der unterstügungs- Strone entgegenkommen, wie rücksichtslos sie der großen Masse der welcher auf die Ausübung der Seelsorge oder der LehrthätigAbgeordneter Eisenkolb wohnsigberechtigten Arbeiter wie der Familienhäupter als all- Bevölkerung gegenüber sich verhalten, wie unfähig sie sind, in social- feit Anspruch erhoben werden könnte. gemeinen Grundsatz für alle für Rechnung der öffentlichen Behörden politischer Beziehung etwas zu leisten, und welch klaffender Wider brachte einen Dringlichkeitsantrag ein, in welchem er die Regierung spruch zwischen der Auffassung der Socialdemokratie, nach der die auffordert, eine Gesetzesvorlage einzubringen, wonach die Neu auszuführenden Arbeiten." Zur Feststellung der Zahl der Arbeitslosen sind in verschiedenen der Freisimmigen besteht, die den Befiglosen ein paar Almosen zuwerfen, wird, die bestehenden Klöster und Kongregationen die Genehmigung Stadt eine große sociale Gemeinschaft seien soll, und der Auffassung Errichtung von Klöstern von einem Geschatte abhängig gemacht Lokalen Listen zum Einzeichnen ausgelegt. es aber als ihre Hauptaufgabe betrachten, die brutal kapitalistisch einzuholen haben, und nach welchem ferner die Orden und Konagrarischen Interessen zu vertreten. Zum Schluß seiner interessanten gregationen dem Vereinsgefeß unterworfen werden, gleichzeitig ihnen Ausführungen erinnerte der Vortragende die Genossen an ihre aber jede Lehrthätigkeit untersagt werden soll. Pflicht, aufs eifrigste dafür zu wirken, daß der Vertreter der Der Präsident beantwortet schon am Schlusse der Sigung die In einem Buche über Neuseeland erzählt ein Profeffor Arbeiterschaft mit überwältigender Mehrheit ins Rote Haus geschickt heutige Anfrage des alldeutschen Abgeordneten Stein. Der Präsident v. Lendenfeld, wie wir der Wolfschen Zeitschrift für Socialwissen werde und der Kapitalistentlüngel gründlich aufs Haupt geschlagen erklärt, er habe sofort, nachdem das verabscheuungswürdige Attentat schaft entnehmen, eine merkwürdige Geschichte über die Herrschaft werde. Nach dem Vortrag, der mit lebhaftestem Beifall auf- auf Mc Kinley bekannt geworden sei, dem Gesandten der Verder Gewerkvereine in der australischen Kolonie Neuseeland. Nachdem genommen wurde, gelangte eine im Sinne des Referats gehaltene einigten Staaten persönlich seine innigste Teilnahme ausgesprochen. er eine Anzahl Daten über die gesetzgebenden Faktoren der Kolonie Resolution zur einstimmigen Annahme. Genosse Raschke regt an, Nach dem Tode Me Ninleys habe er abermals dem Gesandten im gebracht hat, sagt er: daß diejenigen Wähler der 2. Klasse, die unsre Ansichten teilen, dem Namen des Hauses das tiefste Beileid zum Ausdruck gebracht und hierfür den Dank des Gesandten entgegengenommen. In Anbetracht Diese Einrichtungen tragen einen sehr freiheitlichen und liberalen Genossen Singer ihre Stimme geben. Charakter und man tönnte beim ersten Blick glauben, daß durch sie die Bedürfnisse und Interessen der verschiedensten der etwa 400 Personen teilnahmen, tagte am Montag in Sellers Savon sein, daß irgend ein andrer Faktor ihn zu seinem Entschlusse Eine Volksversammlung für den IV. Berliner Wahlfreis, an deffen, daß seitdem lange Zeit verflossen sei, habe er es nicht für geboten gehalten,( arauf zurückzukommen. irgend eines Teiles der Bevölkerung durch einen andren unmöglich rierte über die Socialdemokratie und Arbeiterbewegung bestimmt habe. Berufsklaffen im richtigen Maße berücksichtigt und die Unterdrückung Festsälen, Koppenstr. 29. Genosse Robert Seidel Zürich refe: Davon sein, daß irgend ein andrer Faktor ihn zu seinem Entſchluſſe werden müßte. In Wahrheit verhält es sich aber ganz anders. In schweizerischen Republik". Der Vortrag, über den wir bereits gestern folge des allgemeinen Stimmrechts übt natürlich der Arbeiterstand anläßlich der Bersammlung im III. Wahlkreis berichtet haben, fand der Frankfurter Beitung" aus Mainz hat die socialdemo Frankfurt a. M., 22. Oktober.( B. H.) Nach einer Depesche bei der Wahl einen entscheidenden Einfluß aus, im allgemeinen haben auch hier lebhaften Beifall. Diskutiert wurde nicht. Mit einem Hoch tratische Fraktion der zweiten Hessischen Ständekammer nur die diesem Stande genehmen Kandidaten Aussicht auf Erfolg. auf die internationale völkerbefreiende Socialdemokratie ging die Nun wäre das an sich ja ganz gut, denn es ist unzweifelhaft, daß Bersammlung auseinander. folgenden Antrag eingebracht: Die Kammer wolle beschließen, die großherzogliche Regierung zu ersuchen, behufs Linderung der neuseeländische Arbeiter in seiner Sphäre tüchtiger ist als Der neuseeländische Gebildete" in der seinigen. Die Juhaber von Wasch- und Plättaustalten hielten Mon- überall sich fühlbar machenden Arbeitslosigkeit alle irgendwie in Fast alle Arbeiter gehören aber den„ Trades- Unions" an, und tagabend in der Ressource, Kommandantenstraße, eine von 800 Per- Frage kommenden Staatsarbeiten in beschleunigter Weise in Angriff diese stehen wieder unter der Leitung einzelner Leute von oft sonen besuchte Versammlung ab, um gegen eine Verfügung der nehmen und eventuell der Kammer eine Vorlage über Notstandsfragwürdigem Charakter. Innerhalb der Trades- Unions herrscht Orts- Krankenkasse für Wäschefabrikation zu protestieren. Diese Kasse arbeiten zugehen zu lassen. Wien, 22. Oktober.( B. H.) Der volkswirtschaftliche Ausschuß sehr stramme Disciplin, da giebt es feine lauwarme Toleranz und hat durch Rundschreiben bekannt gegeben, daß sie vom 27. Oftober cr. teinen Liberalismus, sondern nur scharfe Befehle von feiten des ab alle in Alt- Blättereien und Wäschereien beschäftigten Kaffen des Abgeordnetenhauses beschloß, ein Verbot des Getreides Präsidenten und unbedingten Gehorsam von seiten der Mitglieder. mitglieder ausschließe. Wie der Verlauf der Versammlung zeigte, Terminhandels sowie die Reformierung der Produktenbörse Wer nicht gehorcht, wird sicher ausgeschlossen, bekommt nirgends mehr stößt die Ausweisungsorder bei den davon Betroffenen auf heftigen zu beantragen. Wien, 22. Oktober.( W. T. B.) Der Gemeinderat Es wurde hervorgehoben, daß das Personal der Arbeit und hat gute Aussicht, durchgeprügelt oder totgeschlagen zu werden. Widerstand. Stadtrates über Unter diesen Umständen ist es klar, daß die Vorstände der Trades- Unions Plättereien und Wäschereien im Jahre 1893 geradezu auf behörd- verhängte gemäß den Anträgen des Bau und Betriebsgesellschaft für Straßenin Wahrheit bestimmen, wer in das Parlament kommen soll, und daß auch liche Veranlassung jener Kasse überwiesen sei und daß seitdem die nach der Wahl sie es sind, von denen die Ratschläge ausgehen, ganz erhebliche Beiträge an legtere abgeführt wären. Die Gewerbe- bahnen in Wien eine Konventionalstrafe im Betrage von welche dem gewählten Vertreter von seiten seiner Wähler ab und zu deputation habe denn auch auf erhobene Vorstellung angedeutet, daß 481 100 Stronen wegen Nichteinhaltung des vertragsmäßig festgesetzten erteilt werden. Ein Abgeordneter, der dann nicht diesen Winken das Vorgehen der Orts Krankenkasse unberechtigt sei. Es wurde Fahrplans in 72 Fällen. folgt, hat keine Aussicht auf Wiederwahl. mun empfohlen, etwaige neue Mitglieder auch nach dem 27. Oftober Paris, 22. Oktober.( W. T. B.) Jn der Deputiertenkammer Wenn man also die Sache ansieht, wie sie wirklich ist, bei der bezüglichen Stasse anzumelden und bei verweigerter Auf- brachte Viviani im Namen der socialistischen Gruppe einen so erkennt man, daß eigentlich diese paar Demagogen, welche fich nahme Beschwerde bei der Gewerbedeputution einzulegen. Bei Antrag auf Aufhebung des sogenannten Anarchistengesetzes vom zur Herrschaft in den Trades- Unions aufgeschwungen haben, etwaigen Erfrankungen bisheriger Mitglieder sollten diese ruhig Jahre 1894 ein. Neuseeland regieren. Paris, 22. Oftober.( W. T. B.) Der vor kurzem vom Buchts Der Statthalter muß thun, was das einen Krantenschein fordern und bei Nichtgewährung irgend mit der Arzt Behandlung betrauen. Indes Ministerium ihm sagt, sonst erfolgt Secession und Abfall einen jei polizeigericht zu 6 Monaten Gefängnis verurteilte verantwort erforderlich, fich eine ärztliche der Kolonie bom Mutterlande. Das Ministerium miß thun, was dabei Bescheinigung über liche Redacteur des anarchistischen Blattes Libertaire", Krankheit und Arbeitsunfähigkeit ausstellen zu lassen Grandidier, ist heute vormittag verhaftet worden. die Mehrheit des Unterhauses sagt, sonst giebt es Mißtrauensvotum die Hierzu 1 Beilage u. Unterhaltungsblatt. Berantwortlicher Rebacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. der -OO in der Es tönne feine Nede Nr. 248. 18. Jahrgang. = Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 23. Oktober 1901. straße und des Nordufers und die Wahl des Stadtrats von einem Todestampfe nichts mehr zu sehen war. So wurde der Kauffmann zum II. Bürgermeister. Vorlagen, bes Anschein eines natürlichen Todes erweckt. An kleine Versehen treffend: die Verlegung des Friedrich- Realgymnasiums, tonnte der Mörder nicht denken, so nicht daran, daß ihm von seiner werken, Aktiengesellschaft zu Berlin, den Abschluß eines Vertrages mit den Moabiter Elettricitäts-, brennenden Cigarre an mehreren Stellen Asche auf die Kleider des städtischen Volk 3- Badeanstalt für den Stadtteil Wedding, auf die Chaiselongue gewisse Falten übereinstimmend nach derselben die Errichtung einer Toten gefallen war und daß sich bei seinem Hinaufschieben der Leiche Blinden Berline" legtwillig ausgesetzten Vermächtnisses. die Annahme des von dem Fräulein Martha Heiß den armen Richtung im Bezug gebildet hatten. Den Aschenbefund suchte er damit zu erklären, daß ja doch Löffler auch geraucht habe. Als man teilchen nachwies, schwieg er. ihm aber die Unhaltbarkeit dieser Erklärung aus der Lage der AschenNachdem der Mörder die Leiche Berliner Partei- Angelegenheiten. Eine Kommunalwähler- Versammlung für den 34. und 35. Bezirk findet heute im Berliner Prater, Kastanien Allee 7-9, statt. Gen. Borgmann hält einen die Stadtverordneten Wahlen behandelnden Vortrag. Ebenfalls spricht Gen. Pfannkuch in einer bei Rabe, Stolbergerstraße 23, für den 48. Bezirk stattfindenden Versammlung über die Bedeutung der Wahlen. Für den 29. und 41. Bezirk tagt heute bei eydeder, selben, die Wahl von 4 unbefoldeten Stadträten für die Stellen Außerdem findet in dieser Sigung, und zwar am Beginn der Sophienstraße 34, eine Versammlung, in der Gen. Dr. Friedeber Herren Marggraff, Dr. Münsterberg, Dr. Straßmann und Struve berg spricht. Zahlreicher Besuch dieser Versammlungen ist er deren Wahlzeit mit Ende dieses Jahres abläuft, statt. forderlich. Ueber die Aufgaben des nächsten Reichstages hält Genosse Bebel Donnerstag in der Urania, Wrangelſtr. 10, einen Vortrag. Die Parteigenossen wollen für zahlreichen Besuch dieser Verjammlung agitieren. Weißensee. Heute abend 81/2 Uhr hält Genosse albed Manasse im Prälaten einen Vortrag über„ Glauben und Wissen". Lokales. ber= eines in eine unverdächtige Lage gebracht hatte, wiſchte er bas Glas, in dem er das Gift gemischt hatte, sorgfältig aus, und zwar mit seinem Taschentuch, nud verwischte so jede Spur in den Trinkgefäßen. Daß ein Teil des Giftes mit der Hülle auf den Boden gefallen war, übersah er; oder er ließ es mit Absicht liegen, um den Gedanken an einen Selbstmord durch Gift aufzubringen. Wahrscheinlich ist das erstere. Nachdem er alles besorgt hatte, ging Tomaschte wieder in die Wirtschaft, sprach von einem unbekannten Besuch, den Löffler noch erhalten habe, und nahm angeblich für den Besuch noch Bier mit. In Wirklichkeit trant er das Bier selbst auf der Stelle aus und ging nun sogleich wieder weg, und zwar so, daß er gesehen werden mußte. So schaffte er sich ein Alibi, wenn man an den Besuch glaubte. Für diesen hat sich momente will Tomaschte von einem Morde nicht das geringste indessen eine Stüße nicht gefunden. Trotz aller dieser Verdachtswissen. Die Kriminalpolizei aber führte ihn gestern nachmittag noch nach Moabit in Untersuchungshaft ab und beschlagnahmte die ihren und andren Beweismittel. Die Einigungsverhandlungen in Sachen des ApothekerBoykotts beginnen am Sonnabendabend vor dem Gewerbegericht. Die elektrische Hochbahn. Aus 460 Brücken besteht der am 1. Dezember zur Eröffnung kommende Hochbahnkörper. 48 Brücken überspannen Straßenübergänge oder Wasserläufe, während der übrige Teil zwischen Warschauerstraße und Nollendorfplatz aus 412 Brückenjochen und 400 Metern Mauerpfeiler zusammengesetzt ist. Welch' eine gewaltige Arbeit bei diesem Riesenbau zu überwinden war, ergiebt der Umstand, daß die Tragfähigkeit einer jeden Brücke für sich berechnet ist, jeder einzelne Bogen eine selbständige Arbeitsleistung darstellt. Große technische Schwierigkeiten verursachten die Bauten über den Körper der Anhalter und Potsdamer Bahn hinweg, die durch ihre Der Magistratskommissar mit dem Januskopf. Durch die interessantesten Teil der Hochbahn bilden. Hier ist es das soEigenarten zu einem Kunstbauweit ersten Ranges geworden sind und den neuliche Verhandlung des schleunigen Antrags der socialdemokratischen genannte Geleisdreieck, welches hinter der Luckenwalderstraße geFraktion im roten Hauses über den Fall des gegen das Gesetz vers legen, aus einem wohl einzig daftehenden Brückensystem besteht. Da hafteten Drehers Gries ist von den vielen in der hiesigen Kranken- durch das Geleisdreieck drei verschiedene Hochbahnlinien zusammenfaffen- Behörde herrschenden Mißständen nur einer, wenngleich ein geschlossen werden, so wurden hier selbstverständlich viele Kreuzungsrecht auffallender, ans Licht gefördert worden. Von den vielerlei weichen erforderlich. Um solche nach Möglichkeit zu vermeiden, andern Klagen aber mag heute nur noch eine hervor wurden die Bahnkörper der entgegenlaufenden Geleife in gehoben werden, die zeigt, welch' chamäleonartige Gestalt auch die schiedene Höhenlagen gebracht, Gefahr sodaß die Entscheidungen dieser Behörde tragen. Es giebt in dieser Behörde Busammenstoßes von zwei aus In der Schöneberger Mordaffaire ist vielfach die Ansicht entgegengesetzten Richtungen verbreitet worden, daß die Obduktion der Leiche des Bau- Arbeiters nur einen Magistratskommissar, Herrn Stadtrat Friedel. Daß kommenden Zügen an den Kreuzungsstellen gänzlich ausgeschloffen ist. Gabriel ergeben hätte, daß G. nicht das Opfer eines Verbrechens, dieser eine Mann neben seinen sonstigen unter und ober- Gin Kunstwert ist auch die 83 Meter lange Ueberführung über die sondern eines Unfalles geworden wäre. Diese Auffassung soll auf irdischen Arbeiten nicht alle Angelegenheiten der Kaffen Potsdamer Stamm und Wannseebahn. Hier mußte darauf Rücksicht einem Irrtum beruhen. Der Befund hat zwar die Möglichkeit eines aufsicht allein besorgen fann, ist selbstverständlich. Er muß aber genommen werden, daß bei einer etwaigen Verlegung der Geleije Unglüidsfalles offen gelassen, weil die Verlegungen am Halse nicht darauf sehen können, daß die von ihm unterschriebenen Entscheidungen des Bahnkörpers die Pfeiler der Hochbahn kein Hindernis bilden mit einem Messer, sondern durch Glasscherben hervorgerufen feien, stellte einander nicht schmurstracks widersprechen. Und doch ist dem leider und dies konnte nur dadurch erreicht werden, daß verschiebbare, dagegen außer Frage, daß die Verlegung am Auge dem G. schon vorher so trotz der für die Arbeiterschaft so notwendigen Einheit in der unverankerte B zur Anwendung kamen. Um dem beigebracht worden ist. Diese Verlegung kann durch einen Fall oder auch Rechtsprechung. Einer der unter Stadtrat Friedel beschäftigten Verkehr auf der Botsdamer Bahn feine Störung zu verursachen, durch einen Schlag mit einem stumpfen Gegenstande entstanden sein. Assessoren irren wir nicht, Assessor Hamburger entschied mußte die Brüde zwei Meter höher, als die natürliche Lage zur Untersuchungssache selbst ist mitzuteilen, daß die gegen den in den von ihm zu bearbeitenden Kassensachen, z. B. der es erfordert, fertiggestellt und die Kasse der Bureaubeamten betreffenden, zutreffend, daß werden. unter dann unter Druck gefentt Gärtner Anton Scholten vorliegenden Berdachtsmomente sich wesentEs ist natürlich, daß ein so fompliciertes Bauwerk lich verstärkt haben. Besonders belastend für Scholten spricht der Bureaubeamte mit weniger als 2000 M. Gehalt stets dann kranken besonders sorgfältig auf seine Tragfähigkeit untersucht werden mußte. Umstand, daß er in einem Pokal in der Kurfürstenstraße in der Zeit versicherungspflichtig sind, wenn eine Kündigungsfrist unter sechs Es geschah dies unter Berücksichtigung der denkbar größten, im prat von 6-7 Uhr morgens, also vor Auffindung der Leiche von einem Wochen vereinbart ist, also auch dann, wenn der Chef die Fürsorge tischen Gebrauch nie vorkommenden Belastung. Zwei in gleicher Morde auf dem Laubenterrain bei Wilmersdorf gesprochen und daß für sechs Wochen Krankheit vertraglich übernimmt. Diese Ent- Richtung hintereinander folgende gleichzeitig in voller Fahrt die er sich an jenem Tage nicht auf dem Laubenterrain hat sehen lassen, scheidung unterzeichnete Stadtrat Friedel mit Recht. Aber er unter Brücke passierende elektrische Bahnzüge werden unter Anwendung obwohl ihn, da Gabriel ein guter Bekannter von dem Gärtner gezeichnete auch die andre Reihe der entgegengesetzten Entscheidungen, von Gegenstrom in dem gleichen Moment zum Stehen gebracht. wesen, die Neugierde hätte veranlassen müssen, das Laubenterrain zu die vom Assessor Meyer, über dessen Thätigkeit auch in der Trotz des enormen Drucks, der so auf die Bänke ausgeübt wurde, besuchen. Griesschen Angelegenheit lebhaft Klage geführt wurde, entworfen war die Durchbiegung nur eine ganz minimale, so daß das Bauist. Diese Reihe der Entscheidungen traf die den Bureaubeamten werk die verlangte Sicherheit bietet. Dem Hungertode nahe wurde gestern morgen die Witwe bezüglich der Krankenversicherungspflicht gleichstehenden HandMinna Schmielenz dem St. Gerhardstift in der Müllerstraße zuIungsgehilfen. Hier wurde entgegen zutreffender Ansicht Zum Milchkriege nahm die Berliner Bäderinnung geführt. Gestern morgen gegen 6 Uhr bemerkte ein den Spandauer entschieden, daß eine Versicherungspflicht dann nicht bestehe, wenn Germania" in ihrer am Montag stattgehabten Quartalsver- Weg bei Dalldorf entlang fahrender Milchhändler in der Nähe der die Kündigungsfrist eine kürzere als die sechswöchentliche gesetzliche fammlung Stellung. Die Junung hatte zu Beginn des Milchkrieges städtischen Frrenanstalt eine am Rande eines Grabens liegende ist, der Brinzipal aber die Fürsorge für Krankheitsfälle mit der Centrale verhandelt, die Centrale hatte aber durch unge Frau, die sich in besimmungslosem Zustande befand. Den Bevertraglich für die Dauer von sechs Wochen übernommen hat. nügende und unregelmäßige Lieferung selbst bei den mühungen des Milchhändlers, die unglückliche wieder ins Leben Wiederholt hatten wir darauf hingewiesen, daß auch für Bäckermeistern, die sich mit ihr eingelassen, jede Sympathie ver- zurückzurufen, waren von Erfolg gekrönt. Er flößte ihr etwas Milch folche Fälle die Versicherungspflicht bestehe. Wir haben auch kon- scherzt. Die Jnnung ist jetzt gleichfalls auf Seite der Milchhändler ein und trug die Kranke, die sich nicht zu erheben vermochte, statiert, daß in den letzten Jahren auch das Ober- Verwaltungs- getreten. Die Milchcentrale ist in den letzten Tagen abermals an nach seinem Wagen, um sie dem genannten Krankenhause zuzuführen. gericht, das Kammergericht und das Reichsgericht in fie herangetreten und hat mit ihr auf zwei Jahre für den Wie die Aerzte feststellten, ist die Aermste, die nur notdürftig mit gleichem Sinne entschieden haben. Hoffentlich hat sich nun auch der Preis von 15 Pf. pro Liter Vollmilch abschließen wollen. Rumpen befleidet war, infolge Hungerns geschwächt, zweifellos am von den Meyerschen Irrtümern befangene Teil des Magistrats- Kom- Das Anerbieten wurde jedoch von den Bäder- Wege zusammengebrochen. Aus einem bei ihr vorgefundenen Schriftmissariatstopfes endlich zu dieser zutreffenden Ansicht befannt. Wie fonnte meistern abgelehnt. ftück wurde festgestellt, daß die Krante eine anscheinend obdachlose es kommen, daß jahrelang verschiedene Entscheidungen seitens desWitwe Minna Schmielenz aus Berlin ist. Wie die Frau in jene selben Kommissars für dieselben Rechtsfragen ergingen, je nachtraurige Lage geraten, konnte noch nicht festgestellt werden, da die dem welcher Assessor vorberfügt hatte? Glaubt der Kranke bald nach ihrer Einlieferung in die Anstalt die Bestimmung Kommissar die von seinen Hilfsarbeitern entworfenen Verfügungen verlor und bisher noch nicht vernehmungsfähig war. nur unterhauen zu brauchen, so sollte er mindestens dafür Sorge tragen, daß einer seiner Hilfsarbeiter von seinem Recht des Irrtums nicht in stärkerer Weise als die übrigen Gebrauch macht. Supfergraben bis zur Universitätsstraße einschließlich der Kreuzung Straßensperrung. Die Georgenstraße von der Straße Am mit der letzteren wird wegen Verbreiterung und Asphaltierung vor den Stadtbahnbögen Nr. 183-188 vom 24. 3. M. ab bis auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. jetzt" Die Braut von Messina" vorbereitet und Donnerstag, den 31. d. M., wird die Posse„ Ein tolles eschäft" Sonnabend zum 50. Mal gegeben. zum ersten ma I zur Aufführung kommen. Jm Thalia Theater Die Internationale Artenloge veranstaltet Sonntagmittag 12 Uhr im Wintergarten eine Matinee, an der die ersten Kräfte der hiesigen Aus den Nachbarorten. 9 Abermals hat sich eine Zwangsinnung aufgelöft. In einer gut besuchten Versammlung, welche die Drechslermeister Berlins und der Umgegend am Montag abhielten, wurde mit 134 gegen 5 Stimmen die Auflösung der erst seit wenigen Jahren bestehenden Inmung beschloffen. Der Vorstand erklärte sich allerdings bereit, fein Amt weiter fortzuführen, aber die Innungsherren mußten den Tot ihrer Zur Umgestaltung des Lehrplans der Berliner Gemeinde- Organisation schon vor Augen gesehen haben, denn sie hatten sich schule. Die Kommission, die im Frühjahr zur Prüfung und vorher bei der zuständigen Behörde erkundigt, ob sie nach der Aufeventuellen Umgestaltung des neuen Lehrplans der Berliner Gemeinde- lösung wieder forporative Rechte erlangen könnte. Auf diese Frage Fenerbericht. Nach Pankow wurde die Berliner Feuerwehr in schule zusammengetreten war, hatte ihre durch die Sommerpause war eine vorab verneinende Antwort erteilt worden, da man oben der Nacht zum Dienstag gerufen, weil dort in der Thalstr. 1 kurz unterbrochenen Beratungen vor einiger Zeit wieder aufgenommen. der Ansicht war, daß bei der Auflösung der Innung die Freie Ver- nach Mitternacht ein großer Dachstuhlbrand ausgebrochen war. Neben Die Arbeit ist in den letzten Wochen so rasch gefördert worden, daß einigung der Drechslermeister das erwähnte Vorrecht beanspruchen verschiedenen Ortswehren aus der Umgebung leisteten auch die fie jetzt dem Abschluß nahe ist. Wie die„ Volkszeitung" mit- tönne. Berliner mit einer Dampffprize Löschhilfe. Da der größte Teil des Dachstuhles eingeäschert wurde, ist der entstandene Schaden erteilt, glaubt man den neuen Lehrplan spätestens am 1. Dezember In der Löfflerschen Angelegenheit ist der mit Zuchthaus heblich. Vorher brannten Megerstr. 42 Holzkohlen und Gerümpel dem Ministerium vorlegen zu können. Das Ergebnis der Ver- vorbestrafte Agent Tomaschte unter dem Verdacht, den Wucherer, und Gitschinerstr. 80 Schaldecke und Fußboden in einem FabrikHandlungen ist eine einheitliche Verteilung des Lehrstoffs dem er als Schlepper diente, ermordet und beraubt zu haben, ver- gebäude. Beuffelstr. 50 war ein kleiner Wohnungsbrand zu bes auf 8 lassen. Die 8., 7. und 6. Klasse bilden die Unterstufe, haftet worden. Der 65 jährige Geldverleiher Eduard Löffler wurde, feitigen. Durch übergekochten Teer war Hussitenstr. 25 ein Gartendie 5. und 4. die Mittelstufe, die 3., 2. und 1. die Oberstufe. Es wie wir seiner Zeit mitteilten, am 1. d. Mts. um 9½½2 Uhr vor- zaun in Brand geraten. foll jedoch mit Rücksicht darauf, daß ein großer Teil der Schüler die mittags in seiner Wohnung tot aufgefunden und hatte anscheinend Theater und Vergnügungen. Jm Schiller Theater wird 1. Klasse nicht erreicht, der Unterricht so eingerichtet werden, daß der Selbstmord Murch Gift( Strychnin) verübt. Da aber, weil allerlei Lehrgegenstand mit Absolvierung der 2. Klasse eine Wertsachen fehlten, die Möglichkeit eines Raubmordes nicht aus Art Abschluß erhält. Danach wäre, genau genommen, auch in geschlossen war, hatte die Kriminalpolizei alle Spuren verfolgt, die diesem umgestalteten Lehrplan das Achtklassen System nicht streng zur Entdeckung eines etwaigen Thäters führen konnten. burchgeführt, sondern ein Kompromiß mit dem Gedanken des Bekannte Löfflers hatten eine Beschreibung seiner goldenen Uhr Specialitätenbühnen mitwirken.-Blanche Allarty, die Dromedar- Amazone Siebenklassen- Systems nebst aufgesetter Oberklasse geschlossen worden und Kette geliefert. Da fiel es dieser Tage auf, daß Tomaschte, des Cirkus Schumann, tritt nur noch wenige Tage auf, da sie sich auf wenn auch die Klassennumerierung, verständigerweise, von der kurz vor seiner Verheiratung mit einer Witwe steht, genau fo einige Beit nach Paris begiebt. der obersten bis zur untersten Klasse gleichmäßig durchgeführt eine Uhr und Kette trug. Gestern darüber zur Rede gestellt, gabullstein obr ist. Dennoch muß nach allem, was über die Arbeiten der Lehrplan: mehr wisse, wo er fie gekauft habe. Kriminalinspektor Braun wies er au, daß er die Uhr mit der Kette schon lange befize und nicht kommission bisher bekannt geworden ist, angenommen werden, daß ihm jedoch nach, daß er sie erst in der letzten Zeit erworben und wies in ihrer letzten Sigung den Antrag betreffend die Aufstellung Die Schöneberger Stadtverordneten Versammlung über die von der Kommission empfohlene Fassung des Lehrplans gegen wo er sie gekauft hat. er fie gekauft hat. Eine genaue Betrachtung zeigte aber, von fünf Uraniasäulen einem Ausschuß, welcher besonders den über derjenigen, für die sich die Schuldeputation entschieden hatte, daß diese Uhr und Kette nicht die Löfflers war. Es fehlten einen dankenswerten Fortschritt bedeutet. Es ist nur gewiffe Merkmale, die nur der alten Uhr eigentümlich waren. Wert oder Unwert der von einigen Mitgliedern für wünschenswert bedauerlich, daß es dazu erst des Eingreifens der staat- Löffler hätte also gar keine Ursache gehabt, über den Erwerb foll. Außerdem trat die Versammlung dem vom Ausschuß eingehaltenen Anbringung von meteorologischen Instrumenten erörtern lichen Aufsichtsbehörden bedurft hat. Die freisinnigen falsche Angaben zu machen, wenn nicht irgend ein Zusammenhang ftimmig gefaßten Beschlusse, betreffend der Haftpflichtversicherung der " Hüter" der Selbstverwaltung können diesem Eingriff gegenüber mit der alten Uhr bestände. Er zeigte sich denn auch bald. leider nicht einmal sagen, daß er ein ungerechtfertigter Tomaschte hatte zunächst die Uhr Löfflers getragen, fie dann aber, ehrerschaft, bei. Die Kosten hierfür belaufen sich bei einer gewesen sei. als in den Zeitungen auf deren Verschwinden aufmerksam gemacht fünfjährigen Versicherung auf etwas über 540 W. wurde, sich ihrer entäußert und sich eine ganz ähnliche neue gekauft. Politik und Schule. In Lichtenberg ist das neue Schuls Auf der Tagesordnung der Stadtverordneten- Sihung Die alte Uhr mit Stette ist bereits ermittelt. Dazu kommt, daß haus, ein Anbau mit 14 selassen, seiner Bestimmung übergeben am Donnerstag stehen u. a. folgende Gegenstände: Die Gemeinde man in der Wohnung Tomaschkes auch Strychnin gefunden hat worden. Beim Eröffnungsakte wurde darauf hingewiesen, daß es Einkommensteuer- Ordnung der Stadt Berlin und und zwar in derselben Papierhülle, wie eine vor dem toten Aufgabe der Schule sei, die Kinder in der Religion, in der Abstandnahme von der Erhebung der Gemeinde- Einkommensteuer Löffler lag. Nach amtlicher Darstellung hat Löffler nach hart- Waterlandsliebe und in der Trene zu Kaiser und nach dem Steuersatz von 4 M. vom 1. April 1902 ab bis auf nädigem Leugnen sich schließlich zu dem Geständnis bequemen te ich zu erziehen, damit sie zum Bollwert würden gegen die weiteres, Genehmigung eines mit der Großen Berliner Straßen- müssen, daß die bei der Leiche gefundene minderwertige Uhr ihm immer mehr um sich greifenden Bestrebungen auf Umsturz der bahn und der Berlin- Charlottenburger Straßenbahn getroffenen Ab- gehört; er will sie am 30. September mit Löffler gegen dessen bestehenden Staats- und Gesellschaftsordnung. Nun wünschen die tommens wegen Einstellung des Accumulatorenbetriebes goldene Uhr eingetauscht haben, angeblich weil Löffler Pfändung Arbeiter in Lichtenberg dem neuen Schulhaus das Beste und halten und Ersatz desselben durch Betrieb mittels ober- und unterirdischer befürchtete. Die geraubte Uhr ist bei dem Thäter vorgefunden es für solide genug, um die heute noch bestehende GesellschaftsStromzuführung- und die Höhe der den Anliegern der Borhagenerstraße worden. ordnung noch eine gute Weile überdauern zu können. Und daher stehen zwischen Frankfurter Allee und Warschauerstraße für Abtretung der Tomaschke richtete sich nach seiner Entlassung aus dem Buchte sie auch dem auf Erhaltung dieser, Ordnung" bedachten Wunsche recht fühl zur Freilegung der Boghagenerstraße erforderlichen Terrains hause am 1. August in der Christburgerstr. 38 ein Bureau ein und gegenüber. Sie wissen, daß sowohl die Zustände, welche die kapitalistische und Abbruch von Baulichkeiten zu zahlenden Beträge. Vorlagen, beschäftigte einen jungen Schreiber, dem er ein als Staution ver- Gesellschaftsordnung bedingen, als auch die nach Möglichkeit sorgbetreffend die Einführung von Schugvorrichtungen an den langtes Sparkassenbuch über 1000 m. veruntreute. Der Schreiber fältige und pflichtbewußte Erziehung, welche den Kindern im Elternelektrischen Straßenbahnwagen, die Benennung des neuen städtischen hat nun am Abend der That zufällig bemerkt, daß Tamaschte Gift hause zu teil wird, gar kein andres Resultat hervorbringen können Krankenhauses und die Dienstwohnungen des Direktors im Bureau hatte. als das, daß die Kinder gleich ihren Eltern zu tüchtigen Streitern und des Schuldieners an der 6. Realschule. Berichterstattung über Der Mörder hat hiernach ohne Zweifel nach einem ganz sorg für die kommende socialistische Ordnung der Dinge werden. die Anträge von Mitgliedern der Versammlung, betreffend die fältig überlegten Plane gehandelt. Wie festgestellt ist saß Tomaschte Dieser Wirkung stehen die Hunderte von Bibelsprüchen und Gesangs Wohnungsnot und die auf dem Gebiete des Wohnungsam 30. September abends in einer Wirtschaft gegenüber dem Haufe buchversen, die am ersten Tage nach der Schulentlaffung vergessen wesens bestehenden Mißstände sowie die Bereitstellung des Geländes Löfflers, das er ganz genau beobachten konnte. Nachdem er gesehen sind und die sonderbaren Hohenzollerngeschichten ganz und gar nicht der ehemaligen Stralauer Wasserwerke für Einrichtung kleiner Woh- hatte, daß Fräul. Kretschmar weggegangen war, ging er zu Löffler im Wege. Viel mehr als die patriotische Rede bedauern die Arbeiter nungen. Berichterstattung über die Vorlagen, betr. die Räumung hinauf und brachte ihm auf irgend eine Weise das Gift bei. Nun daher die leidige Thatsache, daß manches an dem neuen Schuldes Steindepotplages auf dem Brunnenplaze und Errichtung eines nahm er die Leiche, die unter den Wirkungen des Strychnins gekrümmt gebäude noch nicht fertig ist. Namentlich wünschen sie, daß die Ersatzdepots auf dem städtischen Grundstücke an der Ede der Sees war, und bettete sie auf die Chaiselongue lang ausgestreckt so, daß Bade Einrichtung bald funktioniere. Gerichts- Beitung. Berliner Straßenbahn geworden der Großen welchem Heroismus fie dem Tode ins Auge geschaut haben, das verflossen sind, ist auch dann fein Scheidungsrecht gegeben, wenn Statt jeder besondren Meldung. 2. 2. Nein. Danksagung. Am 21. d. Mts. verschied sanft nach Für die zahlreiche liebevolle TeilBater, unser herzensguter Großvater, Freunden, die meine liebe Frau in turzem Krantenlager mein geliebter nahme und Blumenspenden den der Goldschmiedemeister die Gruft gebettet, den Sängern, fowie den Hausgenossen des Berliner Spars und Bauvereins und ins: besondere Freund Manasse für seine herzlichen trostreichen Worte am Sarge der Entſchlafenen sage ich hiermit im Gustav Hamann im 77. Lebensjahre. Dies zeigt um teilnahme bittens, tiefbetriist an Witwe Gertrud Hintze geb. Hamann Wenigstens war diese eine verwitwete Marie Lolehtis, geb. Gaßmann. I gesehen. Darauf antwortete ihm ein Buhörer: Wenn es wahr ist, so Jebe der Frauen hat einen Schuß in die Schläfe, die alte in die linte, die brauchst Du teine Zeugen, führe den Beweis.durch die Als schändliche Ausbeutung eines hilfsbedürftigen Menschen füngere in die rechte erhalten, und so find denn beibe neben dem That: Hier ist Rhodus, hier springe. O. Nein.- N. A. Ja. bezeichnete der Staatsanwalt die Handlungsweise, die gestern den Grabe hingesunken, das für die eine ben Gatten, für die andre den R. 73. 1. Ja. Nicht der des Ehebruchs Schuldige, sondern der andre Rechtskonsulenten Wilhelm Krause unter der Anklage der Vater barg. Beide, das Antlig zu dem stillen Epheuhügel gewandt, wenn es nicht innerhalb 6 Monaten, nachdem er von dem Ehebrus Kenntnis Ehegatte hat das Recht, Scheidung zu begehren. Dies Recht verjährt, Unterschlagung vor die 188. Abteilung des Schöffengerichts so find fie gemeinsam aus diesem Leben gegangen, und mit erhalten hat, geltend gemacht wird. Wenn feit dem Ehebruch 10 Jahre führte. Der Arbeiter Wendt war ein bei einem Bu- geht daraus hervor, daß der tödliche Schuß doch nicht beide der andre Ehegatte erst nach Ablauf der 10 Jahre Kenntnis von sammenstoß hatte er einen Beinbruch erlitten. Die Gesellschaft war auf einmal treffen konnte, sondern die zweite harren mußte, bis dem Ehebruch erhält. 2. Jn 5 Jahren. dann in betreff der Entschädigungsfrage mit ihm in Unterhandlung die erste vor ihren Augen zusammenbrach. Und nach diesem getreten, die damit endete, daß der Verunglückte sich mit einer ein- wiefachen Morde legte der unglückliche Mann Hand an sich maligen Abfindungssumme von 800 M. für befriedigt erklärte. Es felbst und machte mit einem Schuß in die Schläfe seinem Leben waren nur noch einige Schriftstücke, darunter auch eine Verzichterklärung, ein Ende. Zu Füßen des Grabes in der alten Ulmenallee lag einzureichen, und da der Verunglückte hierzu der Hilfe bedurfte, er, als man die Leichen fand. Alle drei waren sofort tot gewandte er sich an den Angeklagten. Es wurde vereinbart, daß dieser wesen. Gegen 8 Uhr morgens sah eine Arbeiterin des für seine Bemühungen 20 M. erhalten follte. Am 1. Juli follte die Friedhofes noch die drei mit einander unter den alten Bäumen Arm Auszahlung der 800 M. erfolgen und der Angeklagte begab sich mit in Arm, wie sie annahm, lustwandeln. Sie grüßte jene noch mit feinem Auftraggeber nach dem Bureau der Gesellschaft. Vorher freundlicher Gesprächigkeit, doch als sie sich zutraulich nähern wollte, hatte der Angeklagte sich eine Generalbollmacht ausstellen lassen da ließ sie der Feueriverker hart an: Was wollen Sie hier? unter der Angabe, daß dies zur Vereinfachung der Abwickelung bei- Scheren Sie sich weg!" Sie ging dann zum Frühstück, und als sie trage. Auf dem Bureau hatte Wendt dann die Quittung nach einer halben Stunde wiederkehrte, war die That geschehen. auszuschreiben. Während dieser Seit zählte der Beamte die Bei den Leichen lag ein 8ettel, mit Bleistift von Griebes Hand ge 800. auf, die der Angeklagte einstrich. Wendt fand schrieben; er enthielt die Mitteilung: Wir gehen gemeinsam in hierin nichts Auffälliges. Beide begaben sich dann in ein den Tod", und daran schloß sich die Bitte an den Friedhofsverwalter, benachbartes Bierhaus. Als sie Plaz genommen hatten, fagte die Leichen in der Halle dort zu bergen und dann neben dem heimKrause: So, nun wollen wir mal den Kram teilen", holte 400 m. gegangenen Lolehtis zu beerdigen. hervor und legte sie dem Wendt hin. Dieser war natürlich aufs and dialled höchste erstaunt und verlangte sein sämtliches Geld nach Abzug der Unfosten. Krause gab ihm noch hundert Mart und erklärte dabei, daß auch er etwas bei dem Geschäft verdienen müsse, bei dem er biele Scherereien gehabt. Wendt entfernte fich empört; anstatt sich aber sofort an die Polizei zu wenden, schrieb er dem Angetlagten, daß er ihm Abrechnung zu leisten und ihm das übrige Gelb bald zurückzuzahlen habe. Gr erhielt keine Antwort und erstattete schließlich Anzeige. Im Termine stellte der Angeklagte die dreiste Behauptung auf, daß er die 300 M. an den Swinembe 760 Zeugen Wendt zurückgezahlt und dieser ihn somit wider besseres hamburg Wiffen bezichtigt habe. Der Zeuge, der einen durchaus glaub- Franks./M. 759 N würdigen Eindruck machte, bestritt dies unter seinem Gide. Der München 757 St Staatsanwalt beantragte gegen den Angeklagten eine Gefängnis- Wien ftrafe von neun Monaten, der Gerichtshof erkannte auf sechs Monate Gefängnis. Gegen bas franzöfifche Winblatt La Caricature" richtete fich ein Strafverfahren wegen Majestätsbeleidigung, mit dem sich geftern die 2. Straffammer des Landgerichts I zu beschäftigen hatte. Die Verhandlung fand unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt. Dem Vernehmen nach hatte das Blatt in einer seiner Nummern eine Zeichmung gebracht, die sich mit der Person des Kaisers Wilhelm II. be= schäftigte und eine Ehrberlegung desselben enthielt. Der Gerichtshof erfannte auf Einziehung und Unbrauchbarmachung aller sich vorfindenden Exemplare, sowie der zu ihrer Herstellung bestimmten Blatten und Formen. ம் nebst Kindern, Engel- Ufer 1. Die Beerdigung findet am Donners: tagnachmittag 3 Uhr, von der LeichenHalle des alten Luisen- Kirchhofes in der Bergmannstraße aus statt. 1305b Verband der Banarbeiter und Witterungsübersicht vom 22. Oftober 1901, morgens 8 ube. Berufsgenossen Deutschlands Stationen Berlin Barometer stand mm Wind 760 S 7600 Bunpa Windstärke Wetter 1bebedt 2 wolfig 1woltig 2wollig Temp. n. 6. 5º G.= 4º R. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windstärke 11 paparanda 758 S 9 Petersburg 13 Cort 9 Aberdeen 7599 9 Baris 759 91 BI I Better 2 Regen Temp.n.C. colo 5º.= 4° R. 3 heiter 1 bebeat 3 Bahlstelle Rigdorf- Brit. Am 19. Oktober verstarb plötzlich burch einen Gerüfteinsturz unser Kollege Namen meiner Familie unsern tiefgefühltesten Dant. 1301b] Aug. Schweizer. Für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meiner lieben Frau Johanna Stoermer fage ich den Mitgliedern der Offenbacher rantentaffe, Verwaltung Berlin I, insbesondere dem Vorstand, für die freundliche Kranzspende Dant. Franz Stoermer. Dr. Schünemann, Haut, Harn: und Joseph Pomkalla.rauenleiben, Seydelstr. 9. Ehre seinem Andenken. 1/ 212-1/ 23, 1/ 6-1/ 28. Die Beerdigung findet Mittwood, Buchen- u. Eichenholz 7 nachmittags 4 Uhr, vom Katholischen ist als Ofenfeuerung beffer wie Kohlen. Kirchhof am Mariendorfer Weg statt. But den billigsten Preisen liefert bas. 44/3 Die Ortsverwaltung. felbe ofenrecht zerkleinert[ 24089* W. Jonentz, Bärwaldstr. 64. Bedeckt 763 50 2 bedeckt Wetter Prognose für Mittwoch, den 23. Oktober 1901. Etwas kühler bei veränderlicher Bewölkung, leichten Regenfällen und diuen alda mäßigen füdöstlichen Winden. Berliner Wetterburea ut. strichen. Briefkasten der Redaktion. unter den fleinen Fabrikanten und Gewerbetreibenden, Vorfigende Frau O. B. Bielleicht hilft Ihnen der Frauenverein zur Abhilfe der Not da Salamonsohn, oder das Bürgerrettungs- Institut, Sekretär Magistrats Sekretär Höhne, Gr. Präsidentenstr. 7. Beide Stiftungen gewähren Handwertern 2c. fleine Darlehne. $ 7900 Socialdemokratischer Wahlverein für den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Mittwoch, den 23. Oktober, abends 8 Uhr, in Habels Braueret, Bergmannstr. 5/7: General- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht bes Vorstandes. 2. Diskussion. 3. Neuwahl des Borstandes. 4. Vereinsangelegenheiten. 238/ 15* Mitgliedsbuch legitimiert. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Centralverband der Maurer 2. ( Zahlstelle Berlin II.) Donnerstag, den 24. Oktober, abends 8 Uhr: 2 Mitglieder- Versammlungen: Für Wedding im Lokal Bergmann, Pafewalkerstrake 3. Für Schöneberg im gofal Krüger, Grunewaldstraße Nr. 110. Tages Ordnung: Die furiftliche Sprechstunde findet am Dienstag, Donners. tag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. A. W. 8. Leo Bucht, Kl. Frankfurterstr. 3/4. minden i. Westf. A. P. 99. Wenden Sie sich an F. C. E. Bruns' Verlagsbuchhandlung, B. 128. Träufeln Sie Terpentin in die Löcher. Dieses Mittel gilt Ein kleiner Wendland Prozeß wurde gestern vor der allgemein als wirksam gegen den Holzwurm. Fraiser. Als Mitglieder neunten Straffammer des Landgerichts I verhandelt. Der ehemalige des Holzarbeiter- Verbandes haben Sie doch selbst Gelegenheit, diese AnDirektor des Deutschen Bankvereins E. G., Paul Wendland, der frage an den Vorstand zu stellen. zur Zeit seine Strafe in Plößensee verbüßt, wurde der Strafkammer Frauen- Krantentaffe mündlich oder schriftlich an den Ortsvorsitzenden Herrn 23. 9. 100. Wenden Sie sich wegen Aufnahme in die Offenbacher vorgeführt, um sich wegen Konkursvergehens zu verantworten. Ihm R. Othegreve, Rixdorf, Steinmetzfir. 20. wurde vorgeworfen, die Ziehung von Bilanzen und als Liquidator M. D. 38. Sie hatten das Recht, 8 Attten gegen eine der Neuen der Genossenschaft die rechtzeitige Anmeldung des Konkurses unter Boden- Aktiengesellschaft umzutauschen. Die Frist zum Umtausch ist verlaffen zu haben. Als die Genossenschaft umgegründet wurde und eine Kommanditgesellschaft daraus entstand, wurde die Genossenfchaft mit einem gewissen Betrage von Aktien der KommanditGesellschaft abgefunden. Ueber die Tegtere wurde der Konkurs eröffnet, das Verfahren aber wegen Mangels einer Aktivmaffe bald wieder eingestellt. Obgleich der C. M., Moabit. Wenden Sie sich unter Klarlegung des Sachverhalts Angeklagte, der der Liquidator der Genossenschafter war, daraus und dem Antrag, aus einem Fonds Ihnen etwas zukommen zu lassen, alt erfehen mußte, daß das in den Aktiven der Kommanditgesellschaft Stadtrat Münsterberg, Rathaus. Langenbielan. 1. Anfrage fann bei bestehende Attivvermögen keinen Pfifferling wert war, hat er es der Staatsanwaltschaft gestellt werden, voraussichtlich ist Verjährung nicht doch unterlassen, die Eröffnung des Konkursverfahrens zu beantragen. eingetreten. 2. Wenn der Betreffende vor vollendetem 32. Lebensjahre Donnerstag, 24. Oktober, abends 7½ Uhr, im Gewerkschaftshaus. Nach dem Gutachten des gerichtlichen Bücherrevisors Neuter wäre er genudelten Ferienkolonie zu werden. nach hier kommt, so läuft er Gefahr, Mitglied der kommisbrot 2. 870. Ihre Ansicht ist richtig. hierzu verpflichtet gewesen. Der Angeklagte entschuldigte sich damit, daß er durch seine Verhaftung verhindert gewesen sei, den Konkurs anzumelden und im übrigen die Buchführung bezw. Bilanzierung einem Angestellten obgelegen hätte. Der Staatsanwalt beantragte 300 M. Geldstrafe event. 30 Tage Gefängnis. Rechtsanwalt Leonh. fraglichen Zeit seinen Kopf ungewöhnlich voll gehabt habe, und bean Friedmann verwies darauf, daß der Angeklagte zu der hier tragte eine möglichst geringe Strafe. Der Gerichtshof erkannte auf 100 Mark Geldstrafe event. 10 Tage Gefängnis. Dermischtes. 144/ 11* 1. Bericht über die Vertretersizung. 2. Verbandsangelegenheiten. Um regen Besuch bittet Die Verbandsleitung. Achtung, Bauauschläger! Engel- lifer 15( Saal IV): Ausserordentliche General- Versammlung. Tages Ordnung: Fünfer- kommission.". 1. Bericht der Fünfer- Kommission. 2. Verschiedenes. Der Vorstand. Genosse Stackow. 1. Der Weiterversicherer also, der aus einem die Bersicherungspflicht begründenden Verhältnis ausfcheidet, ist befugt, die Versicherung freiwillig fortzusetzen. Er muß die Weiterversicherung aber innerhalb zwei Jahre, die auf den Ausstellungstag seiner Starte folgen, beginnen. Welche Art Marken er fleben will( 14, 20, 24. 30, 36 Pfennig Marken) steht ihm fret. 2. Der Weiterversicherer muß er seine Rechte. Die Starte tus bet bergleichen in einer geschloffenen, auf innerhalb 2 Jahren mindestens 20 Marten fleben. Klebt er weniger, so verliert Orts- Krankenkasse der Sattler ſpätestens 31./12. 1901 umgetauscht sein. Köpenick. Die Recitation ober bestimmte Personen beschränkten Gesellschaft ist anmeldes, genehmigungs- und 40/2 und verwandten Gewerbe zu Berlin. Mittwoch, den 30. Oktober 1901, abends 8 Uhr: Wahl- Versammlung der Kaffen- Mitglieder int ,, Gewerkschaftshaus", Engel- Ufer 15, Quergebäude Saal 1. Tages- Ordnung: lichen Genehmigung und der Luftbarkeitssteuer.- Patentjade in Modell in verkleinertem Maße genügt. 5. für Zufpätkommen dürfen sent.. 1001. 3a. Die Strafen vom Lohne abgezogen werden. Ueber das blutige Drama, von dem der Draht gestern Bahlung Geschteht es dennoch, so können Sie mit Aussicht auf Erfolg auf 1. Vortrag: Die Apothekerfrage". 2. Diskussion. 3. Aufstellung der des fehlenden Lohnes lagen. G. N. 65. Nein. Kandidaten zur Delegiertenwahl. 4. Ergänzungswahl von 86 Delegierten aus Danzig berichtete, schreibt die Danz. 8tg.": Ein Decoffizier 2. 3. 700. 1. An Herrn Stadtschulrat Gerstenberg, Berlin, Rathaus. für 1902. 5. Verschiedenes. Namens Otto Griebe, 27 Jahre alt, Feuerwerker aus Wilhelms- 2. Falls das dortige Pensionsreglement nicht gegenteilige Bestimmungen NB. Wahlberechtigt und wählbar zu diesem Amte sind nach§ 48 bes haven, hat am Grabe des am 15. Dezember 1890 verstorbenen Ernst enthält: nein. 3. Die Gehaltsverhältniffe für die Berliner Volksschul- Statuts nur diejenigen Kassenmitglieder, welche großjährig und im Besize Ludwig Loleytis feine Braut Ella Loleytis erschossen, oder war 6: 1500, nach 9: 1700, nach 12: 1800, nad) 15: 2000, nach 18: 2200 W. lehrerinnen sind: Anfangsgehalt 1200 M., nach 3 Jahren: 1400, nach der bürgerlichen Ehrenrechte sind. fie inzwischen seine legitime Frau geworden? Die neuen Trau- Der Dienst an einer nicht Berliner Schule wird voll angerechnet. 4. Hic ringe an den Händen beider deuten auf das lektere. Zubor aber Rhodus, hic salta heißt wörtlich: Sier Rhodus, hier springe. In einer gegen welche die Mutter der jüngeren gewesen zu sein scheint. Sprung gethan zu haben, das hätten andre, auf die er sich berief, mit an Mitgliedsbuch legitimiert. Berlin, den 22. Oftober 1901. S.42, Prinzenstr. 38, v. II. Gustav Schillmann, Borsitzender, Der Vorstand. 274/13 Paul Jenner, Schriftführer, N.28, Swinemünderstr. 4, v. II Berlin trinkt Halbund Halb, Mampe mit Pomeranzen. Die untenstehende Darstellung zeigt, in welchem Umfange sich der Konsum von Halb und Halb, Mampe mit Pomeranzen, von Jahr zu Jahr in Berlin gesteigert hat. di nous gatal hon host and 1899-1900 tad tuntun 1900-1901 _1895-1896 1896-1897 1897-1898 1898-1899 dist Stilo op and s Uctobr. 1894 bis Septbr 1895 sid add som sti diu Gel Mam 100 Etised 1390 400 CHEL Halbund Mam Relbonthail Ha 9311 Balboa dad i Mampe Halbund Hal HalbandHal HalbaHal Mamp Pamer Preis 1.25M Prais. 1.25 Preis 1.25NK 1512 medonk Jn Berlin über 4000 Verkaufsstellen. Für den Inhalt der Inserate Thalia- Theater. Urania. übernimmt die Redaktion dem Dresdenerstr. 72. Heute u. folg. Tage: Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater.st Mittwoch, 23. Oktober. Opernhaus. Lorging- Cylus. Die beiden Schützen. Anfang 7 Uhr. Schauspielhaus. Florio und Flavio. Anfang 72 Uhr. Ein tolles Geschäft. Große Ausstattungspoffe mit Gesang und Tanz in 4 Bildern. Paula Worm in 8 Verwandlungen. Guido Thielscher in 11Verwandlungen. Fritz Helmerding als Wolzogen. Tauben- Strasse 48/49. Achtung! Achtung! Genossen und Genossinnen. Im Theater um 8 Uhr: Am Mittwoch, den 23. Oktober, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15: Ueber den Wolken Im Junkermann, Bojé. Anfang 7% Uhr. Dr. Nem Hörsaalzbildner". Sonnabend, den 26., zum 50. Male: Ein tolles Geschäft. Invalidenstr. 57/62. Neues Over Theater( Krom). Carl Weiss- Theater. Tagl. Sternwarte. Gefchloffen. Schiller. Jugend. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Die Hoffnung. An: fang 72 Uhr. Große Frankfurterstr. 132. Nur kurze Zeit: Berliner. Nacht und Morgen. An Berliner Rangen! fang 7 Uhr. Leffing. Die Zwillingsschwester. An fang 7 Uhr. Residenz. Sein Doppelgänger. Borher: Jm Coupé. Anfang 71 Uhr. Neues. Das Ewig- Weibliche. An fang 7 Westen. Große Ausstattungspoffe mit Gefang in 5 Aften und 7 Bildern v. G. Albert. Musik von R. Leonard. Anfang 8 Uhr! Anfang S Uhr! In Vorbereitung: Der Märchenbrunnen. ften. Der Wildschutz. Anfang Cirkus Schumann 7 Uhr. Seceffionsbühne. 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Die Bebeutung der bevorstehenden Kommunalwahlen und unfre Aufgaben im Roten Hause. Referent Arthur Stadthagen. 2. Disfuffion. 220/4 Parteigenoffen, agittert für den Besuch dieser Bersammlung. Sämtl. neut engagierten Specialitäten Abschieds- Vorstellungen Sanssouci Direktor Alb. Schumanns neueste Originaldreſsuren und Konkurrenzlos Unkoplerbar Landstreicher. Anf. 7 Uhr Mr. Ephraim Belle- Alliance. Die Biebesblume. Anfang 8 Uhr. Cafino Theater. Berlin WBerlin N. Specialitäten. Anfang 8 Uhr. Metropol. Specialitätenvorstellung. Schön war's boch. Anfang 8 Uhr. Irania. Taubenftr. 48/49.( m Theaterfaal.) Abends 8 Uhr: Neber ben Wolken. Jm örsaal: Dr. Naß:„ Die Salzbildner". Anfang 8 Uhr. Invalidenstraße 57/62. Täglich abends von 5-10 thr: Sternwarte. Schiller Theater ( Wallner- Theater). Mittwoch abend 8 Uhr: Jugend. Ein Biebesbrama in 3 Aufzügen von Mar Halbe. Donnerstagabend 8 Uhr: Hans Huckebein. Freitagabend 8 Uhr: Figaros Hochzeit oder: Ein toller Tag. Central- Theater. 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70055 70 161 403 83 709 926 37 46 89 71015 132 83 265 763 833 931 36 72079 134 291[ 5001 781 939 73141 328[ 3000] 46 69 88 698 716 913 74022 157 76 263 321 409 33[ 500] 90 737 75030 565 606 713 853 82 971 97 76235 410[ 3000] 20 33 59 680 93 940 77158 514 76 748 826 929 78082[ 500] 152 70 514 22[ 500] 84 669 856 922 79147 496 614 723 82 [ 1000] 841 909 80112 385 98 750 864 81105 563 739 882 94 82190 202 25 301 51 444 56 539 690 835 922 83050 64 174 78 356 84[ 500] 793 838 928 52[ 500] 84042 115 ( 5000] 416( 500) 504 44 822 944 85575 626 708 69 74 916 86046 128 39 234 565 636 55 729 46 53 58 899 87038 53[ 500] 55 845 71 947 88205 305 434 572[ 500] 77 95 679 805.69 920 89023 120 97 207 42 90 443 98 690 86 90 70025 150030705008 547 49 698 91017 50 314 17 466 848 92165 217 388 90 519 57 706 20 53 95 840 53 914 17 81 93039 250 90 328 729 806 94066 142 405 525[ 1000] 628 89 701 924 69 95114 212 46 86 392 422 96195 210 410 813 57 97134 261 337 409 16 521 39 678 916 98061[ 10001 212 74 352 68 813 61[ 1000] 35 99039 288 351 524 67 646 96 8292 49 90 100131 280 320 422 77 599 612 49 90 738 999 101066 79 95' 393 468 528[ 500] 91 608 751 83 905 65 102047 118 45 216 70 471 103037 303 38 603 846 104101 47 306 52 71 404 39 58 510 713-939 105017 449 566 613 751 900 106007 182 232 46 74[ 500] 381 82 570 617 707 20 90 107150 201 30 49 52 349 66 98 542 991 108199 346 452 81 519 80 663 719 835 109130 567 620 707 45 Jedes Wort: Pfennig. 110230 453 614 31 64 846 987 111174 263[ 1000] 64 460 553 58 707 831 967 112135 77 201 44 61 71 334 39 727 31 994 113044[ 3000] 134 66[ 1000] 317 53 567 85 613 830 72 76 88 952 114121[ 1000] 363 462 674 716 60[ 3000] 115115 23 303 519 49 971 116277[ 500] 399 406 555 637 39 708 34 72 883 117055 132 59 422 30 605 865 89 969 118115 273 363 906 119222 35 60 379 409 512 30 88 89 630 754 818 30 922 120005 22 271 339 82 98 456 591 928 121065 96 490 97 564 616 750 69 122005 28 101 235[ 500] 460 714 859 974 123156 274[ 3000] 407 14 73[ 500] 584 966 124772 839[ 1000] 83 125001 274 446[ 500] 500 643 706[ 500] 53 69 804 939 126129 80 394 463 86 685 751 55 61 826 35 83 908 12 127029 65 68 74 238 64[ 1000] 73 96 351 400 4 64 565 793 826 128039 172 77 357 412 526 45 886 923[ 500] 29 59[ 3000] 67 [ 3000] 75 129104 14 27 518 89 638 760 800 36 89 926 130157 224 81 394 450 528 767 812 42 984 131235 321 49 81 401 84[ 50 000] 747 803 28 938 132064 97 189 256 310 96 428 536 854 83 900 55 133611-17 801 134029 43 150 212 52 653 54 708 33 135000 133 54 449 580 605 79 715 40 41 82 823 136382 712 814 935 37 137179 317 34 478 725 138180 324 43 468 519 777 844 139251 341 424 27[ 500] 693 742.64 94 832 935 140075 87 135[ 500] 268 341 418 571 600 98 792 890 926 56[ 1000] 61 141180 207 42 58 442 750 74 [ 1000] 835 58 944 142147 314 22 430[ 3000] 34 51 [ 500] 68 682 798 838 143100[ 1000] 709 13 866 80 144233 91 335 466 603 15 701 897 145266 85 406 55 74 524 602 71[ 500] 89 748 941 91 146298 379 403 560 648 934 59 66 147048 50 338 662 81 871 913 148102 315 508 747 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39 50 56 619 96 176062 292 570 636 845 961 177090 181 443 633[ 3000] 776 973 178129 308 19 23 46 62 417 59 726 875 907 85 94[ 1000] 179085 163 825 30 65 99 180193 248 67[ 500] 537 96 639 791 801 181183 240 53 321 401 545 75 606 75 765 869 182731 869 965 183211 16 301 464 526 53 646 93 94 769 92 184022 672 185079 126 247 331 554 682 962 186043 72 257 678 84 97 743 85 947 187455 509 42 48 74 941 80 188146 270 309 40 531 602 15 80 933 40 82 189065 299 481 868 916 93340 82 190640 71 764 983 191058 113 202 15 51 475 79[ 3000] 694 843 969 192043[ 1000] 149[ 1000] 734 42 52 890 962 193091 443[ 3000] 729[ 10 000] 40 938 58 194096 167 86 216 33 65 305 34 88 426 528 957 195156 213 15 304 440 73 717 23 819 196086 19% 237[ 3000] 79 461 584 642 79 795 817 926 84 197153 98 263 485 699 198209 78 340 465 595 607[ 1000] 199113[ 500] 251[ 3000] 437 82 613 38 90 776 852 911 200115 98 290 305[ 500] 514 604 803 1500] 44 58 60 910 51 201274 81 475 558 697 706 33 202049 52 114 240 65 332 79 440 533 894 942 203174 234 390 493 97 600[ 500] 42 81 88 729 91 811 204118 206 91 371 451 599 602 42 44 13000] 743 1000] 85 902 95 205405 33 35 37 524 32 50 71 642 79 868 924 206159 70 208 26 553 776 977 207031 235 59 711 828[ 1000] 48 925 208045 459 83[ 10 000] 539 629 49 705 59 86 95 889 905 209066 242 381 682 743 801 7 85 906 999905 210332 63 502 634 49 770 807 904 31 89 211031 66 119 270$ 500] 332 513 714 810 972 212029 112 215 66 349 472 611 60 772 916[ 500 49 74 213005 93 152 227 762 214136 46 355 65 80 411 14 32[ 500] 66 635 57 708 72 974 215357 67 96 15uv] 736[ 10001 216179 295 301 11 400 899 217044 221 313 17 51 404 78 537 93 643 74 717 848 929 41 218514 57 652 801 935 219047 117 341 473 547 600 938 41 220109 304 445 75[ 5000] 604 42 57 96 787 822 222045 221085 562 603 701 855 910 62 81 [ 1000] 52 474 864 223174[ 1000] 342 48 464 74 224050 86 133 346 66 471[ 500] 502 625 898 971 Im Gewinnrade verblieben: 1 Gewinn zu 500 000 Mart, 2 zu 200 000 Mt., 2 zu 150 000 Mt., 2 zu 100 000 t., 2 zu 75.000 wt., 1 zu 50 000 Mt., 10 zu 30 000 Mt., 16 zu 15 000 Mark 34 zit 10 000 Mt., 67 g 5000 Mt., 1046 zu 3000 Mt., 1407 au 1000 Mt., 2575 zu 500 Mt. Am Sonntag, den 27. Oktober, nachmittage 2 Uhr, im Belle- Alliance- Theater: Die Journalisten. Lustspiel in 4 Aufzügen von Gustav Freytag. Mitglieder werden noch in allen Zahlstellen, sowie beim Kassierer H. Neft, Georgenkirchstraße 47 I. aufgenommen. Der Vorstand. Berichtigung. Jch teile ergebenst mit, daß ich keine Milch mehr aus der Centrale nehme. Hochachtend Gustav Reiche, Molkereibefizer, Faldensteinstr. 13. Engl. Garten. Alexanderstraße 27 c. 150/18 Sonnabend, den 16. November, Totensonntag, Sonnabend, den Zähne ugl, ſizend, Garantie, Teilzahl., Plomb., schmerzl. 30. November, Saal frei unter Zahnz., Umarb. schlechts. Geb. Goldstein, Oranienstr. 123 ganz coulanten Bedingungen. 3. Ziehung 4. Klasse 205. Kgl. Preuß. Lotterie. Ziehung vom 22. Oftober 1901 nachmittags. Nur die Gewinne über 232 Mt. find den betreffenden Nummern in Klammern beigefügt. ( Ohne Gewähr.) 254 356 596 1088[ 1000] 662[ 500] 838 86 924 2248 92 337 423 78 511 52 814 95 3049 81 188 213 60 93 478 618 41 67 977 4030 85 285 350 464 588 800 42 903 52 5117 211 69 356 88 583[ 1000] 680 805 30 940 6003[ 1000] 185 99 391 436 40 506 24 44[ 500] 612 890 93 7075 474 870 8111 240 318[ 500] 42 567 723 45 75 933 9049 164 87 367 682 97 916 10023 52 166 270 11051[ 1000] 71 114 19 225 344 457 666 928 12178 97 276 94[ 1000] 95 515 88 915 13016 229 400 6 44 534[ 3000] 780 827 84[ 3000] 14056 57 414[ 3000] 44 47 90 690 931 47 15047 77 226 58 345 629 700 63 79 933 16007[ 500] 76[ 1000] 421 766 72 876 84 960 17047 53 230 49 423 55 579 608 21 796 825 31 79 18216 94 437 86 583 740 91 815 964 19007[ 500] 143 297 349[ 1000] 454 540 865 995[ 500 20064 106 609 29 865 995[ 500] 21023 156 97 311 55 75 412 31 65 71 680 860 22300 13 69 73 414 608 704 21 862 902 11 23509 82 89 713 874 999 24068 221 317 95 478 504 53 77 93 724 48 856 25125 250 360 469 85 529 645 979 26021 152 206 7 46 306 495 99 670 96 709 992 27170 219 339 51 430 613 38 706 28 79 921 57 95[ 500] 28007[ 15 000] 27 41 82 170 325 33 42 84 410 510 59 79 664 815 35 74 77 29000 51 55 181[ 500] 421 694 738 824 32 58 72 941 69 30026 47 160 303 430 516 632 872 948 31086 166 284 336 82[ 1000] 478 613[ 500] 716 883 932 78[ 3000] 32050 205 21 401 18 758 858 66 901 76 33047 65 298 461 571 667 865 34039[ 1000] 276 303[ 1000] 408 28 60 676 700 15 91 831 77 95 919 20 74 35007[ 30 000] 126 40 76 202 5 32 312[ 500] 59 411 99 668[ 500] 73 98 783 847 36240 382 541 647 64 742[ 1000] 89 91 927 33 94 95 37146 212 37 89 421 85 92 615 89 816 35 85 907 38034 273 552 683 835 39110 202 18 72 323 75 87.400 555 635 49 861 808 56 969 41 40122[ 3000] 41 433 54 618[ 500] 808 56 969 41133 262 69, 413 71 513[ 1000] 810 27 42057 79 120 216 449 677 864 70 4.3365[ 500] 528 54 634 74 772 807, 14[ 500] 82 44106 16 202 49 576 685 98 860 45012[ 3000] 92 151 202 346[ 5000] 447 69 917[ 1000] 46183[ 1000] 217 29 51 390 437 52 84 628 704 14 83 837[ 500] 40 61 [ 500] 970 47017 147 363 611 65 79 705 74 816 953 88 48035 387 442 896 929 49049 70 170 262 332 570 802 50059 112 287 341 50 482 579 929 51032 76 80 230 488 528 81 940 47 52106 55 281 389 635 893[ 500] 94 941 53054 205 54414 35 918 61 81 55137 358 707 23 86 813 926 56113 399 565[ 500] 669 708 806 57067 321 405 540 71 98 811[ 500] 64 86 58016 69 114 225 350 65 734 895 59009 85 144[ 500] 90 389 423 37 64 516 766[ 500] 944 80 60601 13 99 763 893 956 61113 78 540 57 64 [ 3000] 930 62029 98 193 241 43 91 385 439 578 679 63060 123 85 358 506 47 668 894 64027 124 379 89 98 511[ 3000] 797 856 913 29 92 65005 42 278[ 500] 433 551 615 956 66157 99 311 448 55[ 3000] 539 50 818 59 67007 240 425 40 53 63 597 801[ 1000] 21 970 68081 129 80 84 99 424 789 808 949 69035[ 10 000] 92 120 212 60 409 569 902 70036 75 246 68 320[ 500] 493 569 86 658 59 819 71032 272 438 61 617 36 811 28 68 72129 233 521 35 614 834 59 72 957 73028[ 500] 38 164 290 548 850 956 81 85 86 74042 152 82 206 16 79 303 429 39 41 45 610 71 846 914 75045 185 93 235[ 500] 39 619 757[ 500] 809 76104 8 81 243 360 429 744[ 1000] 819[ 500] 23 72 930 41 72 77127 354 507 661 905 21 78066 148 242 559 773 79089 100 341 65[ 3000] 436 52 609 67 770 908 80080[ 5000] 121 284 374 439 73 617 54 713 84[ 10001 805 16 78 927 29 81104 9 44 217 578 681 713 30 55[ 1000] 975 82107 205 16 416 72 96 580 85 634 732 33[ 30001 883 936 83114 252 86 395[ 1000] 508 59 88 663 796 835 94 84024 81 113[ 500] 89 315 425 83 525 845 902 53 95 85000 22 100 358 680 755 824 86005 107 62 365 71 592 802 87086 208 341 [ 1000] 85 678 917 67 88124 200 432 68 99 524 67 630 67[ 1000] 758[ 500] 89123 24 53 511 29 707 44 99[ 1000] 822 54 945 60 90010[ 500] 348 85 619 47[ 500] 782 800 986 91026[ 500 172 287 302 48 418 T30001 506 846 99 15001 976 90 92053 158 88 240 322 97[ 3000] 460 559 91 648 1500] 80 83 749 801 130001 94 965 93003 6 96 360 473 96 589 626 70 711 92 921 61 74 94001 104 36 50 231 98 470 95 746 903 95025[ 500] 26 33 53 106 10 200 521 676 740 813 949 96024 73 213 [ 3000] 344 426 29 48 824 42 956 97006 61 77 121 58 213 388 497 564 832[ 500] 98104 93 407 94 509 49 53 56[ 500] 951 57 99415 500 769 950 100020 37 180 324 438 553 66 92 695 806[ 500] 75 82[ 3000] 101029 174 489 594 628 55 830 10001 948 50 102152 251 99 416 506 37 620 902 103035 373 527 726 99 836 45 989 104134 39 66 268 1500] 75 403 589 668 893 105002 62 108[ 1000] 80 243 538 745 54 809 97 106094 136 495 652 700 43 855 82 107160 389[ 1000] 457 75 625 859 108038 180 361 532 797 99 804 52 949[ 3000] 109121 46 464 88 646 726 854 926 5 Kleine Anzeigen. 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