Nr. 275. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags= Nummer mit tlluftrierter Sonntagss Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 1,10 Mart pr Monat, Eingetragen in der Post- Zeitungs Breisliste für 1901 unter Br. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebüye beträgt für die fechsgespaltene Kolonel geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Bersammlungs- Anzeigen 20 fg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Fefttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Die Begründung" zum Zolltarif " 1 Entwurf. Sonntag, den 24. November 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. hiermit offiziell zugegeben. Was aber heißt„ Hauptteil"? Bisher, deffen Erfolge für für die Gesamtheit gewinnbringend waren. Wasserstraßen, die Handelsflotte erfuhr eine bedentende und stetig nicht den deutschen Getreidebedarf allein zu decken vermag, wird Entfaltung des Unternehmungsgeistes in Gewerbe und Handel, dem Zollschutz d. h. in den letzten Jahren, hat die deutsche Landwirtschaft etwa Unter erstartend, tonnte die Industrie 7/8 bis 9/10 des deutschen Roggenkonsums, 2/3 bis 3/4 des Weizen: bamit den arbeitenden Klassen Beschäftigung und Berdienst zuführen. die Herstellung von Handelsgütern erheblich erweitern und Früher, als nach den letzten halboffiziellen Andeutungen erwartet tonfums und ungefähr 2/3 des Gerstekonsums gedeckt. Das ist doch mit dem Waremumsatz hob sich der Berkehr auf Eisenbahnen und werden durfte, ist die Begründung zu dem Entwurf des neuen Zoll sicherlich der Hauptteil. tarif- Gesezes erschienen, allerdings noch nicht die spezielle Begründung, Uebrigens ist ganz interessant, daß sich die Begründung durch zunehmende Vergrößerung, und ihre Frachtdienste für das Ausland welche die besonderen Motive darlegen soll, die zur Erhöhung und die Getreidepreis- Statistik dazu gezwungen sieht, zuzugeben, seit sind die Quelle reichlicher Erträge. Ebenso hat die Beteiligung weiteren Spezificierung einer langen Reihe Positionen des bisher Aufhebung des Identitätsnachweises seien die Inlandspreise deutschen Kapitals an ausländischen Unternehmungen zugenommen. giltigen Zolltarifs Veranlassung gegeben haben, sondern vorerst für Weizen und Roggen annähernd um den Betrag Die überfeeische Auswanderung ist erheblich zurückgegangen. Als nur der Allgemeine Teil", der sich mit den bei der Ausarbeitung des Eingangszolls höher als die Weltmarkt- Wirkung des steigenden Volkswohlstandes zeigte die Jahrhundert des neuen Entwurfs in Betracht genommenen allgemeinen Ge- preise". Wie fast überall in dieser fautschudartigen Leistung, wende einen wesentlichen Fortschritt in den Daseinsbedingungen und in der Lebenshaltung der breiten Vollsmassen, insbesondere der sichtspunkten befaßt. Daß durch diese frühere Fertigstellung der Ent- folgt allerdings auch hier wieder eine Einschränkung hinterher, in- Arbeiterschaft, der eine umfassende und nirgends übertroffene Fürs wurf qualitativ gewonnen hat, läßt sich nicht behaupten. Selten wohl dem ausgeführt wird, daß Getreidepreiserhöhungen nicht auch schon forge auf socialpolitischem Gebiet gewidmet worden ist. Dic hat eine Gefeßesbegründung, trotz der überall zu verspürenden Ab- Brotpreiserhöhungen bedingen: Befferung der Lebenshaltung kommt zum Ausdruck in dem steigenden wägung der Worte und Feilung, einen so unbestimmten Charakter gehabt, Anteil der mittleren Steuerklassen an der Gesamtzahl der Ver wie die, mit der hier eine für das Wirtschaftsleben Deutschlands anlagungen zur Einkommensteuer( in Preußen und Sachfen), ferner eminent wichtige Vorlage eingeführt wird. Das Tastende, Unsichere, in dem Anwachsen der Einlagenbestände der Sparkassen und der das in der letzten Zeit die Haltung der Regierung zu den die Bahl der Spareinlagen, in der stetigen Zunahme der Lebensversicherungen nach der Zahl der Personen und der Höhe der Ver-. Deffentlichkeit aufwühlenden Zollfragen charakterisiert hat, die Taktik, sicherungsbeträge sowie in dem vermehrten Verbrauch besserer sich nach keiner Seite zu binden, nach allen aber vieldeutige, underLebensmittel. Dabei mußte auf dem gleichen Gebiet eine wesentlich! bindliche Zusicherungen zu machen, kommt auch in dieser Bedichtere Bevölkerung ernährt werden. Die Einwohnerzahl ist von! gründung zum Ausdruck. Das Operieren mit dem„ Wenn“ und„ Aber", rund 45 Millionen im Jahre 1880 auf rund 56 Millionen im dem„ Diesseits" und" Andrerseits" ist vielleicht ihr hervorstechendster Jahre 1900, also um mehr als 24 Proz. gestiegen. Zug, und wenn irgendwo ein Satz oder eine Wendung gebraucht wird, die sich zu Gunsten irgendwelcher bestimmten Auffassungen aus spricht, folgt sicherlich wenige Zeilen weiter eine andere Wendung, die den Sinn der ersteren mehr oder minder wieder aufhebt und ein Kompliment nach der Gegenseite enthält. allour % Denn es fragt sich, ob die Brotpreise, die zugleich von dem Einfluß des Zwischen- und Kleinhandels und von dem Preisaufschlag der Bäder abhängig sind, der Steigerung der Getreidepreise gleichmäßig folgen werden. Da der bisherige Rückgang der Getreidepreise in den Brotpreisen jedenfalls nicht in seinem vollen Umfang zum Ausdruck gekommen ist, erscheint die Annahme nicht unvertretbar, daß dies ebenso wenig bei einer Steigerung der Getreidepreise der Fall sein wird." Das Sonderbarste an dem ganzen offiziellen Attenstück ist, daß die Begründung der Viehzollerhöhungen völlig in ihm Gegenüber dieser Entwicklung bietet die Gestaltung der Bilanz fehlt vielleicht ist sie vergessen, vielleicht auch haben die aus- unfres. answärtigen Warenhandels, wenngleich derselbe im arbeitenden Geheimräte ihnen selbst als stichhaltig erscheinende wies, keinen Anlaß zu Besorgnissen. Dieser Ueberschuß beruht zum Jahre 1900 einen Einfuhrüberschuß von 1290 Millionen Mart auf Gründe nicht gefunden. Und doch sind bekanntlich die Viehzölle großen Teil darauf, daß zahlreiche Rohstoffe und Genußmittel im nicht nur bis auf das Drei- und Vierfache der bisherigen Bolliäße Bollgebiet nicht gewonnen werden können und vom Auslande beerhöht, sondern es spielt auch die Viehzucht eine weit bedententele zogen werden müssen; das Zollgebiet hat allein für seinen gegen Eingeleitet wird die 20 Quartseiten umfassende Begründung Rolle in der deutschen Landwirtschaft als die Getreideproduktion. wärtigen Verbrauch von Baumwolle, Jute, Rohseide, Chiledurch einen geschichtlichen Ueberblick, dem eine Erörterung der An- Nach einer jüngst vom agrarischen Deutschen Landwirtschaftsrat felbft falpeter, Kautschuk, Kopra, Erdöl, Kaffee, Kakao und Südfrüchten ordnung des neuen Tarifentwurfs im Gegensatz zum geltenden und veranstalteten Enquete, die 1524 Betriebe mit 207 443 Settar umfaßte, jährlich mehr als 800 Millionen Mark an das Ausland zu zahlen. eine Auseinandersetzung über die Vor- und Nachteile der Wertzölle kamen durchschnittlich an Brutto- Einnahmen der Betriebe auf Ge- Auf den zahlenmäßigen Einfuhrüberschuß kommen die inländischen folgt. Schon diese Einleitung enthält recht seltsame Auffassungen. treide aller Art nur 26,4, quf Vich und tierische Produkte aber Forderungsrechte an das Ausland zur Aufrechnung. So wird beispielsweise Seite 6 der Uebergang zum Schutzzoll- Syftem 40,6 Proz. Zu dem Emporblühen von Gewerbe und Handel hat die im Jahre 1879 nicht auf die durch den Rückgang der GetreidePolitik der Tarifverträge wesentlich beigetragen. Nachdem die Ausfuhr und die durch die Nach.sirkungen des 1874er Krachs Höchst widerspruchsvoll ist, was die Begründung zu Gunsten Industrie begonnen hatte, neben der Versorgung des inländischen erzeugte antifreihändlerische Strömung in den Kreisen der Groß- der Judustriezölle zu sagen weiß. Mehrfach wird der Auf- Marftes den Abjazz in das Ausland zu steigern, konnte Deutschgrundbefizer und Großindustriellen zurückgeführt, sondern auf an schwung der Industrie betont und Seite 13 die Erwartung land nicht zurückstehen, als die Neigung hervortrat, die Be gebliche schutzöllnerische Tarifänderungen des Auslandes, die Deutsch- ausgesprochen, daß, wenn auch zur Zeit die Lage eine dingungen des Warenaustausches für längere Zeit vertragsland zur Nachfolge zwangen: Aus mäßig zu erweitern. ungünstige sei, doch unsre Industrie in nicht allzu ferner Bertragsstaaten festgelegten Bollsätze hat unsre Industrie durch Ausder Stetigkeit der seitens Die Rüdtehr zu den während der ersten Jahrzehnte nach Zeit die gegenwärtige Krisis wieder rüftig bau der alten und durch Anknüpfung neuer Handelsbeziehungen int Begründung des Bollvereins befolgten Grundfäßen eines auf aufsteigender Bahn fortschreiten wird". Für die gewöhnliche weitesten Umfange Nutzen gezogen. Allerdings mußte dieser Vorteil mäßigen Schußes des einheimischen Gewerbefleißes gegen Logik würde daraus folgen, daß, wenn die Industrie unter den bis- durch eine Abschwächung des Zollschutzes wichtiger Erwerbszweige den ausländischen Wettbewerb beruhte auf der Erkenntnis, daß von der Abminderung und Beseitigung der Schutz herigen Zollsägen einen derartigen Aufschwung zu nehmen ver- erkauft werden. zölle eine Forderung unsres wirtschaftlichen Lebens nicht mochte und eine weitere Ausdehnung mit Sicherheit zu erwarten Im Zusammenhang mit dem Aufschwung von Gewerbe und länger erwartet werden dürfe, nachdem einige der am Waren- steht, sie sicherlich nicht verstärkten Zellschutzes bedarf. Arders die Handel und mit der vermehrten Nachfrage nach Arbeitskräften ist austausch mit dem Zollgebiet hauptsächlich beteiligten Staaten Regierungslegit. Seite 15 heißt es: eine Verschiebung der Verteilung der erwerbsthätigen Bebegonnen hatten, der Sicherung ihres einheimischen Marktes Im Gegensatz zur Landwirtschaft bedarf die Industrie keiner völkerung auf die großen Berufszweige eingetreten. Nach den größere Bedeutung beizulegen als der Vermehrung ihres Außen- allgemeinen Verstärkung ihres Bollschutzes. Im einzelnen umfassenden amtlichen Erhebungen von 1882 und 1895 entfielen von handels. Auch für Deutschland ergab sich hieraus sind jedoch zahlreiche Verschiebungen ein- ie 100 Eriverbsthätigen im Hauptberuf je Hauptberufid muni gauf die drei die Notwendigkeit, der inländischen auf auf Handel erzeugung einen Vorzug vor der ausländischen genannten Gewerbe und Verkehr Berufsgruppen auf dem einheimischen Absatzgebiet zugewähren, fzusammen soweit nicht ein solcher Vorzug für einzelne Gewerbszweige ent 85,34 behrlich erschien. Güter Während thatsächlich erst das Vorgehen Deutschlands die übrigen industriellen Staaten zum Einschwenken in schutzölnerische Bahnen veranlaßte, erfgeint hier das Ausland als das anfangende Karnickel. * getreten, welche eine Verstärkung der ausgleichenden Wirkung der Schußzölle erforder= im Jahre 1882 1895 auf Land und Forst wirtschaft 43,38 36,19 33,69 36,14 8,27 10,21 82,54 der lich nt a die it. Das gilt für einige altein: geführte Gewerbe, deren Arbeitsbedingungen das Erstarten des ausländischen Wettbewerbs beeinträchtigt hat oder deren gesteigerte Leistungsfähigkeit in der Herstellung besserer Eine ähnliche Verschiebung zu Ungunsten der Landwirtschaft Erzeugnisse nunmehr die bisherige Erleichte zeigen die Zahlen für die Berufsbevölkerung( Erwerbsthätige, Dienende. rung des Bezugs aus dem Auslande entbehrlich und Angehörige) jeder Gruppe, und zwar nicht nur im Verhältnis macht. Namentlich aber können solche Gewerbszweige, welche erst in neuerer Zeit entstanden oder zu Bedeutung gelangt sind, die Neufestsegung der Eingangszölle nach ihren besonderen Bedürfnissen mit Recht beanspruchen." du Die sonderbarsten Leistungen offizieller Equilibristit aber finden sich dort, wo es sich um die Begründung der im Entwurf vorgeschenen Zollerhöhungen handelt. Daß des langen und breiten die Rückwirkung des wirtschaftlichen Aufschwunges Mit anderen Worten heißt das, der eine Teil der Judustrie beauf die Lebenshaltung der unteren Volksschichten gerühmt und als darf der Schutzzölle, weil in andren Staaten ein Wettbewerb entBeweis hierfür auf die Vermehrung der Spareinlagen und den standen ist, der auf die Profite drückt, der andre Teil, weil er so steigenden Anteil der mittleren Steuerklaffen an der Gesamtzahl leistungsfähig geworden ist, daß er allein den deutschen Bedarf zu Beranlagungen zur Einkommensteuer in Preußen und decken vermag und deshalb auf den Bezug vom Ausland verzichtet Sachsen hingewiesen wird, tanu weiter nicht verwundern, werden kann. der " zu der jeweiligen Gesamtbevölkerung; auch ziffermäßig hat vielmehr die landwirtschaftliche Berufsbevölkerung einen Rückgang erfahren. Die Zahl aller Personen, welche im Jahre 1882 ihren Lebensunterhalt aus der Landwirtschaft gewannen, hat sich bis 1895 durch) Uebertritt von Erwerbsthätigen zu andren Berufen um über 700 000 ver mindert. Dieser Uebertritt mag zum Teil auf andren als wirtschaftlichen Gründen beruhen; seine Hauptursache wird jedoch darin zu tommens mit der Steigerung der Barlöhne erwarteten, welche die erblicken sein, daß die Arbeitsuchenden eine Verbesserung ihres Einaufblühende Industrie bewilligen konnte und in der That bewilligt hat. Bur Hintanhaltung einer noch stärkeren Einbuße an Arbeitsum so gerechtfertigter erscheint ja die spätere Forderung, Nirgends ein eigner Gedanke! Ueberall ein Wiederholen träften war deshalb auch die Landwirthschaft genötigt, die Lohndaß von der Durchführung von Zollerhöhungen auf die notwendigsten jener Argumente, die schon zum Ueberdruß die agrarische und zahlung an ihre Arbeiter zu erhöhen. Hierdurch erfuhren die Be Lebensmittel die Rücksicht auf die inländischen Verdie hochschutzzöllnerische Presse des„ Central- Verbandes deutscher triebskosten eine namentlich bei dem für die Volksernährung wichtigsten braucher" nicht abhalten dürfe. Industrieller" ausgespielt hat, nur mit dem Unterschied, daß wenn Zweige der Landwirthschaft, dem Aderbau, schwer erträgliche Steige Ein tollster Widerspruch aber ist es, wenn weiterhin erst unter Hin dort eine gewisse Stonsequenz zu finden ist, in der offiziellen Berung. Gleichzeitig ist bei dem Getreidebau der Gelderlös für die weis auf die gestiegenen Löhne der Landarbeiter und das Sinten gründung durchweg dem Argument aus dem einen Argumentenfonds Mengeneinheit unter Schwankungen von Jahr zu Jahr je nach dem Ausfall der Ernte im Ganzen zurückgegangen. Je mehr die der Getreidepreise gefagt wird: Dem Versuche, den ein mehr oder weniger entgegengesetztes Argument aus dem andern weiten überfeeischen Ländergebiete sich dem Anbau von Brotgetreide Mindererlös durch Vermehrung der Erntemengen Fonds folgt, welches das erstere aufhebt oder korrigiert. So gleicht erschlossen, je mehr der Ausbau ihres Bahnnetzes und die Verbillieinigermaßen auszugleichen, waren durch den Mangel die Begründung in etwas den beiden Löwen, die sich gegenseitig bis gung der See- und Bahnfrachten den Absatz ihrer Erzeugnisse auf Arbeitskräften und Betriebskapital Schranken gezogen," auf die beiden Schwänze auffreffen. große Entfernungen erleichterte, so mehr beeinflußte ihr Wettbewerb den Weltmarktpreis für Getreide, von welchem die annähernd um den Betrag des jeweiligen Eingangszolls höheren Inland spreise abhängig sind. Aus beiden Ursachen ergab sich ein zunehmendes Mißverhältnis zwischen den Herstellungskosten und dem Verkaufswerte. Dem Versuche, den Mindererlös durch Vermehrung der Erntemengen einigermaßen auszugleichen, waren durch den Mangel an Arbeitskräften und Betriebskapital Schranken gezogen. Gleichwohl ist dem deutschen Getreidebau, welcher an technischer Leistungsfähigkeit demjenigen andrer Kulturstaaten durchaus ebenbürtig ist, sowohl die Vergrößerung feiner Anbauflächen als die Steigerung des Körnerertrages auf die Flächeneinheit durch verbesserte Betriebsweise gelungen. Eine eingehende Darstellung der gegenwärtigen Lage der deutschen Landwirtschaft ist in dem besondren Teil der Begründung gegeben. Daraus ist zu entnehmen, daß die ugunst der Verhältnisse auch andre landwirtschaftliche Betriebsarten in Mitleidenschaft zieht. an - und dann gleich hinter r ausgeführt wird, es sei dem deutschen Getreidebau sowohl die Bergrößerung seiner " auf die Flächeneinheit durch berbefferte Ber triebsweise" gelungen. " un Anbauflächen als Steigerung des Könerertrages Begründung zu dem Entwurf eines Zolltarif- Gesches. In Anbetracht des Interesses, das der foeben den Mitgliedern Also die Erntemenge ist nicht ge- des Reichstags zugesandte„ Algemeine Teil der Begründung des stiegen; aber die Anbaufläche und der Ernte- Ertrag pro Hektar Bolltarifentwurfs, wenn auch nicht wegen seines Juhalts, so doch hat zugenommen. Das reime zusammen, wer kann. Ebenso als offizielles Dokument beansprucht, bringen wir nachstehend den sonderbar heißt es S. 14: Wenn auch auf die völlige Entwichtigsten Teil desselben zum Abdruck, indem wir betreffs der Kritit behrlichkeit der Getreide zufuhr aus dem Aus- auf den Leitartikel verweisen. lande nicht zu rechnen sein wird, so ist doch in hohem Nach einem Ueberblick über die Tarifveränderungen seit 1879 Grade erwünscht, daß der Hauptteil des Nahrungs- und einer Erörterung des Tarifschemas heißt es: mittelbedarfs dauernd aus der eignen Erzeugung des Inlands Die Uebersichten ergeben bis auf die allerneueste Zeit, in der befriedigt werden kann. Das Deutsche Reich gehört zur Zeit noch allerdings ein empfindlicher Rückschlag eingetreten ist, das Gesamtzu den wichtigsten Erzeugungsländern für Brotgetreide. Die vor- bild eines erfreulichen Aufschwunges in der wirtschaftlichen Gutgeschlagenen Erhöhungen der Getreidezölle sind so bemessen, daß sie wicklung. Der Ertrag der wirtschaftlichen Arbeit hat im großen und ganzen zugenommen, im einzelnen allerdings bei wichtigen Eriverbs die Aufrechterhaltung dieser Stellung erhoffen lassen", zweigen, namentlich bei dem Ackerbau, eine Beeiträchtigung erfahren. Wie bereits hervorgehoben, ist in dem Aufschwung unsrer Die von der handelsvertragsfreundlichen Presse behauptete, von Die Fernhaltung von Störungen der friedlichen Beziehungen Industrie in jüngster Zeit ein Rückschlag eingetreten, dessen Bes den Agrariern bestrittene Thatsache, daß die deutsche Landwirtschaft| Deutschlands zum Ausland ermöglichte eine immer regere| deutung nicht unterschätzt werden darf. Der Gewinn der industriellen * 營 Unternehmungen ist teilweise nicht unerheblich zurüdgegangen; eine entsprechende Vorteile gewähren und auf unsre Waren ihre niedrigsten| die nicht reden wollen, oder Opfer, die nicht reden dürfen. Sollen Anzahl industrieller Anlagen hat sich zur Einstellung des Betriebes Tarife anwenden, während die Wareneinfuhr aus andren Staaten sie etwa das offene Geheimnis verraten, daß sie seit Jahren unter genötigt gesehen; dem Arbeitermangel ist stellenweise Arbeitslosigkeit den Bollfäßen des Höchsttarifs unterliegen würde. einem unwürdigen Ueberwachungssystem stehen, das jeden ernsthaften gefolgt. Ob der Rückgang bereits den Tiefstand erreicht hat und Die hiermit verbundene handelspolitische Selbständigkeit ermöglicht Versuch, ins Freie zu fliehen, vereitelt? Sie werden bespielt, wie wie lange er anhalten wird, läßt sich nicht mit Sicherheit ermessen. zwar die Beherrschung des einheimischen Marktes und die DurchGleichwohl darf gehofft werden, daß unsre Industrie in nicht allzu führung aller nach den Wechselfällen in der Geschäftslage der nur je ein Socialdemokrat, und ihre geheimen Personalakten dürften ferner Zeit die gegenwärtige Strijis überwinden und wieder rüftig einzelnen Erwerbszweige jeweils erforderlichen Maßnahmen, sie manche Aehnlichkeit mit denen von roten Zeitungsredacteuren haben. auf aufsteigender Bahn fortschreiten wird. würde aber bei gleichem Berhalten der für unsre Ausfuhr in Betracht Man läßt ihre Vorlesungen observieren, man verfolgt ihre Dagegen werden die Gefahren, welche die zunehmende Ent: tommenden Staaten die Weiterentwidlung unsrer Ausfuhrindustrie außeramtliche Thätigkeit, prüfte ihre Schriften, ihre Journalauffäße, wicklung des Weltverkehrs für unsre Landwirtschaft mit sich in Frage stellen, ein Nachteil, der für Deutschland nach seiner wirt ihr öffentlich politisches Wirken, ihren persönlichen Umgang. Nur bringt, voraussichtlich in den nächsten Jahrzehnten noch nicht verschaftlichen Lage bedenklich wäre und durch jenen Vorteil nicht auf der Heiratstonsens ist für die Offiziere des Geistes noch nicht einschwinden. gewogen werden würde. Für Deutschland verdient jedenfalls die geführt, wenn auch eine zweckmäßige Heirat für die Carriere sehr Die Erkenntnis, daß die zu Ungunsten der Landwirtschaft ein- bisherige Politik der Tarifverträge von längerer Dauer den Vorzug. Sie wichtig und förderlich ist. Inter solchen Umständen ist aller stolzer getretene Verschiebung der deutschen Erwerbsthätigkeit schließlich nicht verbürgt mit der Sicherung wichtiger ausländischer Absatzgebiete größere Mannesmut längst verkümmert, und unsre Professoren, die doch nur auf wirtschaftlichem Gebiet unheilvolle Folgen für die Gesamtheit Vorteile für die Gesamtheit, wenn auf der Grundlage einer verhaben würde, muß zu der Ueberzeugung führen, daß die Durch besserten Anordnung des neuen Einheitstarifs die Zollbindungen nationale Führer sein wollen, wirken still im Verborgenen, meiden führung wirksamer Gegenmaßregeln nicht unterlassen werden darf. und Bollermäßigungen richtig ausgewählt und vorsichtig bemessen es, in den Kampf der Meinungen und Interessen herabDer vorliegende Bolltarif- Entwurf erblickt demgemäß eines seiner werden. zusteigen", höchstens daß sie oben wohlgefällige Aktionen wesentlichsten Ziele darin, die Lage der einheimischen Landwirtschaft mit ihrer docierenden Gelehrsamkeit aufblähen. Auch die günstiger zu gestalten, indem durch höheren Zollschutz ihrer Er- Bon wesentlich anderer und geringerer Bedeutung ist die Frage, Freiheit der Forschung und der Lehre ist nirgend vorhanden, man ich ander zeugniffe die mit der Entwicklung des Weltverkehrs und der Welt- ob Aulaß besteht, den Umfang der in Tarifverträgen zuzu bescheidet sich mit der von dem verstorbenen Kultusminister Bosse gemarktpreise entstandenen Nachteile abgeschwächt und derart aus- gestehenden Zollermäßigungen von Anfang an durch die autonome statteten" thunlich sten" Freiheit. Subordination- das ist geglichen werden, daß der Erlös beffer den Herstellungs Bollgefeßgebung zu bestimmen. Die Befürwortung dieser Maßtosten angepaẞt wird. Der verstärkte Zollschutz soll die Möglich- nahme ist ebenso wie diejenige des Uebergangs zu einer Tarifpolitit auch das oberste Gesetz der in den Universitäten kasernierten Proleit bieten, daß dem Acerbau ein angemessener und zu Betriebs- nach dem Vorbilde Frankreichs wesentlich von der Erwägung fessoren; dabei geht es natürlich auch nicht ohne„ Soldatenmißverbefferungen ermunternder Gewinn übrig bleibt; dadurch werden ausgegangen, daß die Tarifverträge von der Volksvertretung nicht handlungen" ab. weiteren Fortschritten in der Sorgfalt der Güterbewirtschaftung und im Einzelnen abgeändert, sondern nur als Ganzes angenommen oder Auf allen Univerfitäten giebt es eine mehr oder minder große in der Ergiebigkeit der Feldbestellung die Wege geebnet werden. abgelehnt werden können, und daß ihre Ablehnung unerwünschte Anzahl Lehrer, die noch das Gewissen ernster Wissenschaft haben und Diese Fortschritte werden dazu beitragen, daß Deutschland künftig Folgen für die allgemeine Politit nach sich ziehen kann. Die die auch noch die Verpflichtung fühlen, in der Richtung ihres in der Deckung seines Getreidebedarfs bei zunehmender Volkszahl Prüfung der Frage hat jedoch zu der Ueberzeugung geführt, daß im wissenschaftlichen Bekenntnisses öffentlich zu wirken. Sie nicht noch mehr vom Auslande abhängig wird. Wenn auch auf die allgemeinen die Nachteile eines solchen Vorgehens die davon zu erfchreiben für Zeitschriften, treten als Oppositionsmänner in völlige Entbehrlichkeit der Getreidezufuhr aus dem Auslande nicht wartenden Vorteile überwiegen. Insbesondere würde für Vertrag der politischen Arena auf. Eines Tages werden fie etiva zu rechnen sein wird, so ist doch in hohem Grade erwünscht, verhandlungen ein großer Teil der möglichen Erfolge preisdaß der Hauptteil des Nahrungsmittel Bedarfs dauernd aus gegeben werden, wenn das Ausland von vornherein davon in der höflichsten Weise, in väterlicher Warnung darauf aufmerkſam der eignen Erzeugung des Inlandes befriedigt werden kann. Kenntnis erhielte, bis zu welcher Grenze wir Zollermäßi- gemacht, daß ihre Thätigkeit Anstoß erregt hat. Behutsam und Die Abhängigkeit der Inlandspreise von den Weltmarktpreisen wird gungen zuzugestehen bereit sind. Eine Ausnahme ist bei den liebenswürdig, fern von aller Oeffentlichkeit in strengster Diskretion, allerdings fortbestehen. Der Zolltarif hat auch nicht die Aufgabe, Böllen für die wichtigsten Getreidearten gemacht worden. Mit werden die sanft grollenden Vorbereitungsmaßregeln für ein irgend einem Zweige der einheimischen Gütererzeugung die danernde Rücksicht auf die weittragende Bedeutung, welche ihrer Beneffung Disciplinarverfahren getroffen. Man winkt mit traurigen NotErzielung von Verkaufspreisen in bestimmter Höhe zu gewährleisten für das Wohl der Landwirtschaft und der Gesamtheit innewohnt, wendigkeiten, die sich möglicherweise ergeben fönnten. O, in Berlin Ebenso liegt die Rücksichtnahme auf besondere, mit den Herstellungs- erschien es trotz der entgegenstehenden gewichtigen Bedenken an will man durchaus feinen öffentlichen Lärm, man zieht es vor, die tosten der Ware nicht zusammenhängende Schwierigkeiten, welche gezeigt, durch die Gesetzgebung eine Weisung über den bei Vertrags rebellierenden Gemüter in schleichender Sanftmut zu vergewaltigen, in einzelnen Gegenden die bedrängte Lage des Ackerbaues verhandlungen festzuhaltenden Mindestbetrag zu geben und hiernoch verschärfen mögen, außerhalb des Bereichs der Bollgesetzgebung. durch einerseits dem Wunsche der Landwirtschaft nach einer den Mannestrotz durch kleine, feine Chikanen zu erweichen. Die Muß die Erhöhung der landwirtschaftlichen Zölle als un Sicherung, soweit als thunlich, zu entsprechen, so: vie andrerseits Herren in Berlin wollen ja nur das Beste ihrer Untergebenen, fie find abweisbares Bedürfnis auch vom Standpunkt der Gesamtheit an- späterem Meinungsstreit über das zulässige Ausmaß der vertrags- ihre treuen Berater. So gehen die zarten Angriffe wochen-, monatelang. erkannt werden, so darf von ihrer Durchführung die Rücksicht auf mäßigen Bollherabsetzung möglichst vorzubeugen. Noch weiter zu Anfangs lehnt sich der Idealist auf, schließlich aber wird er so mürbe und den inländischen Verbrauch der davon betroffenen Nahrungsmittel gehen und auch für Zölle auf andre Erzeugnisse die Mindestsäge im müde, daß er schon froh ist, wenn man ihn endlich in Ruhe läßt. nicht abhalten. Bei der Mehrzahl der für landwirtschaftliche Er- Gesetz zu beziffern, verbietet sich dagegen durch das allgemeine und er willigt feufzend in alles ein, was man von ihm verlangt. zeugnisse vorgeschlagenen Bollerhöhungen sind übrigens schwerwiegende Interesse am Abschluß von Tarifverträgen. Nachteile für die Verbraucher nicht zu befürchten. Derartige Nachteile Innerhalb der Grenzen, welche hiernach bei den genannten Er fügt sich stumm drein, daß man ihm einen zwar untauglichen, lönnen selbst bei den beantragten Erhöhungen der Zölle für Brot Getreide- Arten aus der gesetzlichen Bestimmung, im übrigen aus der aber höchst gesinnungstüchtigen Straffollegen auf den Nacken setzt, getreide nicht ohne weiteres als sichere und unmittelbare Folge vor- wirtschaftlichen Lage der beteiligten Eriverbszweige und aus dem im der natürlich sofort das einflußreiche Amt eines Britfungskommissars ausgesehen werden. Denn es fragt sich, ob die Brotpreise, die zu einzelnen sehr verschiedenen Mindestmaß ihrer Schußbedürftigkeit sich erhält. Oder er läßt sich an eine andre Universität verfeßen. Oder gleich von dem Einfluß des Zwischen- und Kleinhandels und von ergeben wird, kann und soll die deutsche Handelspolitik der Bereits er erklärt, daß er für gewisse Zeitschriften nicht mehr schreiben, daß Sem Preisanfichlag der Bäder abhängig sind, der Steigerung der willigkeit ausländischer Staaten zum Abschluß neuer Tarifverträge er in seinen öffentlichen Aeußerungen Maß halten, aus dem politiGetreidepreise gleichmäßig folgen werden. Da der bisherige Rüd- soweit entgegenkommen, als es zur Erlangung gleichwertiger Buschen Kampf zurücktreten wolle. Es ist auch schon vorgekommen, gang der Getreidepreise in den Brotpreisen jedenfalls nicht in geständnisse zu Gunsten unfrer Warenausfuhr erforderlich ist. der Regierung gezwungen feinem vollen Umfang zum Ausdrud gekommen ist, erscheint Nach den vorhergehenden Ausführungen erscheint die Annahme daß ein Universitätsprofeffor von die Annahme nicht unvertretbar, daß dies ebenso wenig berechtigt, daß die unumgängliche Neugestaltung des deutschen Zoll- wurde, die Redaktion eines mißliebigen Fachorgans für Berufsbei einer Steigerung der Getreidepreise der Fall fein tarifs fein Hindernis bilden wird, unsre Handelsbeziehungen zu den intereffen niederzulegen. wird. Gewiß begründet schon die Möglichkeit einer Er wichtigeren Staaten des Auslandes von neuem auf vertragsrechtlicher Was soll er auch sonst thun, als sich fügen? Soll er sich auf fchiverung der Boltsernährung die ernste Verpflichtung, 8oll. Grundlage zu regeln. Die Ungewißheit der handelspolitischen Bu- die Solidarität seiner Kollegen verlassen? So thöricht ist er nicht. erhöhungen von so bedeutender wirtschaftlicher Tragweite mit der funft erfordert indessen, zugleich dafür Sorge zu tragen, daß etwaige Er weiß, daß sich die meisten über sein Mißgeschid freuen, er ver größten Vorsicht zu bemessen. Sollte sich deffemungeachtet unter Trübungen dieser Beziehungen uns nicht unvorbereitet treffen. So mutet in einzelnen sogar seine Denunzianten. Soll er auf sein Amt Umständen eine Belastung der verbrauchenden Bevölkerung ergeben, weit in der Anwendung des allgemeinen Tarifs kein genügender verzichten? In Deutschland haben nur ganz feltene Ausnahmefo müßte fie ertragen werden, um weit ernſtere Gefährdungen der Ausgleich von Erschwerungen unsrer Warenausfuhr gefunden werden Bersönlichkeiten die materielle und geistige Möglichkeit, außer Staatswohlfahrt hintanzuhalten. Dem berechtigten Streben der tann, wird die im Entwurf des Tarifgefezes vorgesehene Erweite halb der Universität wissenschaftlich zu arbeiten und Einzelwirtschaften nach möglichst vollkommener Befriedigung aller rung und Verschärfung der Vergeltungsmaßnahmen die geeignete Bedürfnisse mit möglichst geringem Aufwande find durch den Handhabe bieten, um einem handelspolitisch unfreundlichen Berhalten wirken. Nein, er muß ausharren, er muß feinen Kompromiß Zusammenschluß zu einem staatlichen Gemeinwesen Schranken ge- fremder Staaten wirksam zu begegnen. schließen. Die Universitäts- Aufsichtsbehörde aber hat es erreicht, daß wieder ein Unbotmäßiger weniger ist ganz ohne Standal Die Verfolgnug finanzpolitischer Ziele hat bei der Auf- und Gewaltmaßregeln. Die Oeffentlichkeit erfährt kein Wort von Im Gegensatz zur Landwirtschaft bedarf die Industrie feiner stellung des vorliegenden Tarifentwurfs feinen entscheidenden Einfluß der Couliffentragödie. Einzeln und geräuschloß werden die allgemeinen Verstärkung ihres Bollschutzes. Im einzelnen sind jedoch geübt. Die Einwirkung der vorgeschlagenen Bollerhöhungen und Charattere abgewürgt, die meisten fallen ohnehin durch Charakter zahlreiche Verschiebungen eingetreten, welche eine Verstärkung der Bollermäßigungen auf die Wareneinfuhr und damit auf den finanziellen der wachenden Obrigkeit nicht zur Last. Man sorgt von Haus aus ausgleichenden Wirkung der Schutzölle erforderlich machen. Aus der Ertrag der Zölle kann zur Zeit nicht mit annähernder Sicherheit dafür, daß nur zuverlässige" Leute auf die Lehrstühle kommen. besonderen Begründung der Zollvorschläge des Entwurfs ergeben vorausberechnet werden. Im Hinblick auf die bestehenden Tarifverträge könnte das Bersonen von lächerlicher Unfähigkeit, aber erprobtem Servilismus die Wünsche der einen Gruppe vor denen der anderen zu bevorzugen neue Bolltarif Gefch frühestens am 1. Januar 1904 machen schnell und glänzend Carriere. Die tüchtigsten Gelehrten oder einen Ausgleich auf mittlerer Linie vorzuschlagen. in Kraft treten. Die Einhaltung dieses Zeitpunktes wäre bleiben Privatdozenten, wenn sie es überhaupt auch nur so weit Vom Standpunkt der Gesamtwirtschaft finden die in den Ent- ohne Zweifel wirtschaftlich erwünscht und wird daher anzustreben bringen, sie leben in der Verbannung einflußloser Universitäten, wurf eingestellten Erhöhungen von Industriezöllen ihre Rechtfertigung sein. Nicht weniger wünschenswert erscheint jedoch, daß die neuen fie altern im engsten Wirkungskreis. Noch ein paar Jahre so ge= dadurch, daß sie die Leistungsfähigkeit inländischer Erwerszweige er- Tarifverträge im unmittelbaren Anschluß an die jetzt geltenden in wirtschaftet, und die Wissenschaft hat auf preußischen Universitäten dadurch, daß fie die Leistungsfähigkeit inländischer Erwerszweige er wirksamkeit treten. Denn vertragsloie Uebergangszeiten fömmen zu teine Stätte mehr, die dann völlig zu Bersorgungsanstalten für ſtrupelhalten und steigern und somit dem Inlande Unternehmergewinn und Arbeitsgelegenheit zuführen. Die Belebung der Nachfrage empfindlichen und nachhaltigen Störungen des Güteraustausches nach Arbeitskräften und die damit voraussichtlich verbundene Lohn- führen. Daß die neu zu vereinbarenden Verträge schon freie Lohndiener der herrschenden Gewalten geworden sein werden. steigerung kann die Rückwirkung der Nahrungsmittelzölle auf bei möglichst frühzeitiger Einleitung Diese Entwidelung vermag auch der mutige Straßburger Protest Kraft gesetzt werden können, ist zwar Anfang 1904 in und beschleunigter nicht aufzuhalten. Das Uebel sigt tiefer, als die Kundgebung andie Lebenshaltung der arbeitnehmenden Bevölkerung wesent lich abschwächen. Nicht in allen Fällen genügt allen Fällen genügt hierzu die Durchführung der Verhandlungen nicht ausgefchloffen, aber nimmt. Der Fall Spahn ist verhältnismäßig gleichgültig, und die Sicherung des einheimischen Marktes. Viele Gewerbe find nach doch zu wenig sicher, schon jetzt jenen Beitpunkt be- nunmehr offen eingeführte Konfessionalisierung der Wissenschaft, ist ihrer wirtschaftlichen Lage und ihren Betriebsbedingungen auf die stimmt in Aussicht zu nehmen. Mit der einstweiligen Weiter mur ein Schritt auf einem Wege, auf dem man sich seit langer Zeit Ausbreitung des Abfazes in das Ausland angewiesen. Wichtige anwendung der geltenden Vertragstarife, welche demnach durch ge bewegt. Gewerbszweige namentlich innerhalb der chemischen Industrie, der wichtige handelspolitische Erwägungen für einige Beit erforderlich Textil- und der Metallindustrie beherrschen schon jetzt den inländischen werden könnte, würde aber die gleichzeitige Wirksamkeit des neuen Markt so vollständig, daß sie zum Teil( wie beispielsweise die Groß- 8olltarifs nicht vereinbar sein. Aus diesem Grunde ist in§ 12 des industrie der Theerfarbstoffe) eines Bollschutes überhaupt nicht be- Entwurfs vorgeschlagen, die Festsetzung des Zeitpunktes, mit welchem Diese hoch entwickelten und leistungsfähigen Industrie- das Bolltarif Gefes in Kraft tritt, einer mit Zustimmung des zweige müssen auf die Fortdauer günstiger Bedingungen für den Bundesrats zu erlassenden kaiserlichen Verordnung vorzubehalten... Abjaz ihrer Waren in das Ausland das entscheidende Gewicht legen. Ihre Erhaltung und Förderung durch handelspolitische Vereinbarungen ist auch vom Standpunkte der Gesamtheit aus geboten. zogen. fich die Erwägungen, welche jeweils dazu geführt haben, entweder dürfen. um * Politische Uebersicht. Berlin, den 23. November. discodin Rafernierte Wissenschaft. I Zit Der Sündenfall der deutschen Wissenschaft und der deutschen Universitäten ist in dem Augenblick geschehen, als man verkündete, Universitäten ist in dem Augenblick geschehen, als man verkündete, daß man auf den Universitäten die socialistische Weltanschauung nicht lehren dürfe. Damit war der erste Grundsatz der voraus fegungslofen Wissenschaft und der Lehrfreiheit zerbrochen. Kein deutscher Professor hat jemals gegen diese Bergewaltigung und Aechtung wissenschaftlicher Ueberzeugung Protest erhoben, wie es der Gelahrtenzunft nicht einfiel, sich mit jenem Lehrer der Physik solidarisch zu erklären, der die Universität verlassen mußte, weil er als Privatmanu für die Socialdemokratie thätig war, und Die Aussichten auf den Abschluß neuer Tarifverträge können zur Zeit noch nicht überblickt werden. Auf Seite Deutschlands be= steht die Bereitwilligkeit, nach der Verabschiedung des vorliegenden Der Notschrei, den der Straßburger Profeffor Michaelis der zudem Der Notschrei, den der Straßburger Profeffor Michaelis der zudem auf Grund eines Geieges verurteilt wurde, Entwurfs, rechtzeitig in Vertragsverhandlungen mit denjenigen gegen die preußische Universitätswirtichaft gerichtet bas eigens für ihn fabriziert war. Wahrlich, man brauchte nicht Staaten einzutreten, die zu solchen geneigt find. Die Ausgestaltung bat, tommt sehr spät wir fürchten zu spät. Die Storruption ist erst vor der Katholisierung der Wissenschaft zu warnen, die Uni des Entwurfs zu einer möglichst geeigneten Grundlage für Tarif zu weit gediehen, als daß es noch möglich wäre, sie zu beseitigen. Die verfitäten find län ft katholisiert, indem sie die Lehre der modernen verhandlungen war deshalb erwünscht. Deutschlands fünftige Handelspolitik wird zwar von dem Grund- Universitäten find nun einmal zu Kafernen geworden, in denen die staat- Weltanschauung, der neuen Wahrheit von dem Lehrvortrag aus fage auszugehen haben, daß ihre Maßnahmen zu Gunsten der Aus- lich angestellten Herren die Lehren vorzutragen haben, die von den herr schloffen und die von den herrschenden Klassen offenbarte Weisfuhrindustrie nicht zu einer Beeinträchtigung des für die Erschenden Klaffen und deren Schleppträger, der Regierung, gefordert wird. heit zum Dogma erhoben. Das ist derselbe Vorgang, wie er in haltung des Ackerbaues unentbehrlichen Rollschutzes führen dürfen. Dasselbe System, das in Wreschen die Lehrer anwenden, um die jenem Zerstörungsprozeß der Universitäten der katholischen Länder Andrerseits kann aber die Ausfuhrindustrie mit Recht erwarten, daß Kinder zu germanisieren, wird in der angemessenen Berfeinerung zur Geltung fam, als Jahrhunderte hindurch der Vortrag der nicht zu ihrem Schaden die Rücksichtnahme auf die Landwirthschaft gegenüber den Trägern der Wissenschaft angewandt, um fie zu modernen Philosophie durch das Machtgebot der Kirche als Kegerei über das unerläßliche Maß hinausgehe. Die fortbanernde vertrags- demoralisieren, sie zum Verzicht auf das edle Herrenrecht der freien verpönt war. So muß unser Universitätswesen daran rechtliche Regelung der Handelsbeziehungen Deutschlands zum Aus- Wissenschaft zu bringen. intellektuell und moralisch zu Grunde gehen, daß es die lande liegt für unfre Ausfuhrindustrie nach drei Nichtungen hin im Wissenschaft zu bringen. Immerhin, Herr Michaelis hat ein tapferes Wort gelvagt, das Stegerlehre des Socialismus nicht duldet. Der Forscher, der sich von Bedürfnis. Neben der Erlangung von Ermäßigungen ausländischer Zölle ist von großer Bedeutung die Festlegung bestehender Zölle der preußischen Universitätsregierung unangenehm in die an das der wissenschaftlichen Wahrheit des Socialismus überzeugt hat, darf burch Zollbindungen sowie die Sicherheit, unter feinen Umständen Leise..id Heimliche gewöhnten Ohren fallen wird; denn die Herren sie nicht lehrender Gelehrsamkeitsbetrieb ist damit an eine ungünstiger als die Wareneinfuhr aus andren Staaten be- lieben nicht den öffentlichen Standal, zu dem das Aussprechen der unverbrüchliche Vorausjegung gekettet, er ist dogmatisch, handelt zu werden. Nur das legtbezeichnete Ziel kann durch Meist- Wahrheit allemal wird. heuchlerisch, feig und unfrei der selige Bosse würde gesagt haben, begünstigungsverträge erreicht werden. Dagegen erfordern die Den peitschenden Satz des Straßburger Gelehrten wird man er lebt in thunlichster Freiheit. beiden erstgenannten Bedürfnisse den Abschluß von Tarifverträgen, auf allen Universitäten und bei den Stultusherren wohl empfinden. Es hilft nichts, daß man sich jetzt über beiläufige un beren Geltungsbauer nicht zu kurz bemeffen werden dürfte. Auf An welche deutsche Universität man auch kommt, da hallt es erträglichkeiten entrüstet. Der Staat, dem man das Recht zuerkannte, der andern Seite ist der Berzicht auf den Abschluß von Tarifs verträgen feineswegs Vorbedingung für die Erhaltung wider von Empörung über dies früher unerhörte Regiment, eine fezerische Lehre zu verbieten, tann natürlich und deutschen Landwirtschaft. Wenn der Zollschuß der wichtigsten landbessen Schilderung einst das schwärzeste Blatt in der Getonfequenterweise nicht verhindert werden, wenn er nun auch dazu wirtschaftlichen Erzeugnisse so bemessen wird, daß er für einen schichte der preußischen Universitäten füllen wird. Ueberall übergeht, den Vortrag bestimmter Lebren zu gebieten. längeren Zeitraum ausreicht, und wenn darauf Bedacht genommen treten einem Beispiele in Fülle entgegen von den dabei beliebten wird, daß der Landwirtschaft im Fall des Abschlusses von Tarif- Mitteln: Grobheiten, Einschüchterungen, Drohungen, verträgen ein genügender Zollschutz erhalten bleibt, so begegnet die Reverse, die die Freiheit des Berufenen einschränken oder vertragsmäßige Festlegung der hierzu notwendigen Zollfäße" feinem feine Intereffen schädigen, Strafprofeffuren usw." begründeten Bedenken. Das sind nur Andeutungen, Umriffe, die von den Eingeweihten mit einer unendlichen Fülle beschämenden Materials ergänzt werden tönnten. der Bei dieser Sachlage erscheint weder notwendig noch empfehlens wert, von vornherein auf den Abschluß neuer Tarifverträge zu verzichten und nach dem Vorgange Frankreichs einen Doppeltarif mit der Maßgabe aufzustellen, daß die jeweiligen autonomen Bollfäge Freilich wird kein preußischer Universitätsprofeffor es wagen, des Mindesttarifs folchen Staaten einzuräumen wären, welche uns den Schleier ganz zu heben, find sie doch alle entweder Mitschuldige, Man wird sich eben an die Kasernenluft gewöhnen, die Kafernens hofblüten der maßgebenden Persönlichkeiten mit schuldiger Achtung riechen und den vorgeschriebenen Stechschritt der Gelehrsamkeit wader mittrollen müssen. Bisher hat keine preußische Universität dem Proteste Mommsens ihre Zustimmung ausgesprochen. Nur außerhalb Breußens regt es sich ein wenig. Deutsches Reich. da tato Bum Bolltarif. Die Frankfurter Zeitung" veröffentlicht einen umfangreiwen Fragebogen, den der russische Finanzminister an die Industriellen Rußlands erlassen hat, um ihre Ansicht über das handelspolitische Verhältnis zu Deutschland kennen zu lernen. Der Fragebogen zeigt, daß die russische Regierung eifrige Vorbereitungen trifft, um sich gegen die deutsche Sperrpolitit zur Wehr zu setzen. % Die Deutsche Tageszeitung" ermahnt ihre Parteifreunde, nicht zu glauben, daß ihre Anwesenheit bei der demnächstigen ersten Beratung des Zolltarifs nicht nötig sei, weil bindende Beschlüsse noch nicht gefaßt würden. Viemehr sollen sie sogleich bei Wiederaufnahme der Reichstagsberatungen vollzählig und dauernd zur Stelle sein, denn ,, es ist recht wohl möglich, ja in hohem Grade wahrscheinlich, daß es schon am Schlusse der ersten Beratung der Zolltarif- Entwürfe zu wichtigen Erörterungen über die Geschäftsordnung und zu erheblichen Abstimmungen kommen wird; ja, wir halten es für durchaus nicht ausgeschlossen, daß die Obstruktion den Versuch machen wird, schon bei diesem Punkte einzusetzen." Wir wissen nur nicht, ob die„ Deutsche Tageszeitung" auf die agrarische Obstruktion deutet, die sie so oft angekündigt hat. Aus dem Poftetat sind dieser Tage schon in einigen Blättern Mitteilungen gemacht worden. Diese Thatsache soll, wie eine Korrespondenz sagt, im Reichs- Postamt höchst peinlich berührt haben, umsomiehr, als der Entwurf noch nicht einmal von dem zuständigen Bundesrats- Ausschuß beraten worden ist. Man vermutet einen Mißbrauch des Amtsgeheimnisses, ist aber über den Urheber der Vers öffentlichung gänzlich im Ungewissen. Von den Unbotmäßigen. Bei der Bereidigung der Rekruten der Berliner Garnison, die am Sonnabend im Lustgarten stattfand, hat der Kaiser in Teifer Erinnerung an seine Alexandrinerrede die jungen Soldaten nicht nur zum unbedingten Gehorsam, zur vollsten Hingabe an König und Baterland" aufgefordert, sondern ihnen auch zugerufen, sie sollen den Thron schützen, wenn Unbotmäßigkeit denselben bedrohe". Der Kaiser wird sich vielleicht selbst nicht verhehlen, daß die Wiederkehr eines derartigen Appells an die Soldaten in diesen leicht die Meinung erwecken kann, als sei der Thron thatsächlich schwer gefährdet und als bedürfe er in Ermangelung andren Schutzes dringend des Schutzes der Bajonette. Dabei ist nicht zu verkennen, daß der Kaiser diefe Hinweise auf die den Thron bedrohenden Unbotmäßigleiten in früheren Ansprachen weit ernster zum Ausdrud gebracht hat. Einigen Erfaz für diese Milderung scheint bei der Rekruten vereidigung der Divisionspfarrer Müller, der die Fest predigt hielt, beabsichtigt zu haben. Dieser fagte in seiner sonst unwesentlichen Ansprache: 5. in allen Ländern Europas werden täglich durch die fapitalistische Selasse Grausamkeiten aller Art begangen, mit denen verglichen die Vorkommnisse in den Konzentrationslagern zur Unbedeutendheit herabsinken." Ergänzt wird dieses Schreiben durch einen Artikel, den der Genosse Paul Lafargue in dem" Petit Sou" veröffentlicht, und der sich mit dem Boykott Englands befaßt. Dieser fügt hinsichtlich Deutsch lands noch die Kulturthaten der Leist, Wehlan, des Hänge- Peters und andrer Civilisatoren in Afrika hinzu. Ferner verweist er auch noch auf Amerika, das in Kuba und auf den Philippinen den Nach weis seiner civilisatorischen Reife erbrachte. Ein Reichsamt zur Vermehrung der Arbeitslosigkeit. verwaltung veranlaßt der finanzielle Rückgang ein Sparsystem, das Nicht nur im Reiche Thielen, sondern auch in der Postnicht geeignet ist, die herrschende Arbeitslosigkeit zu vermindern. Wir erhalten Kenntnis von dem folgenden Erlaß: Kaiserliche Ober- Postdirektion. I 1702. Hannover, 6. November 1901. Fehler fand, von denen der eine allem Anschein nach ein Druck. der andre ein Schreib- oder Rechenfehler des Bearbeiters der Erhebung ist, daß der Rechner des Herrn Kühnemann dagegen einen britten Fehler übersah, wo die Differenz um 100 zu niedrig berechnet ist. Wenden wir uns nun zu dem Kern der Kühnemannschen Angaben. Dieselben beziehen sich auf den Herbst dieses Jahres und des Vorjahres, während sich die Ziffern der von uns veröffentlichten Tabelle, wie deutlich zu lesen ist, auf den Monat Oktober dieses und des vorigen Jahres beziehen. Schon aus den verschiedenen Zeitangaben sind Verschiedenheiten in der Arbeiterzahl zivifchen den von uns gebrachten Angaben und denen des Verbandes der Metallindustriellen erklärlich. Aber abgesehen davon ist es zweifellos, daß die Unternehmer stets in der Lage sind, die Zahl ob das in diesem Falle zutrifft, tönnen weder wir noch der von ihnen beschäftigten Arbeiter richtig anzugeben unfre Gewährsmänner nachprüfen während die von Arbeitern herrührenden Angaben naturgemäß nicht vollständig sein werden. Unfre Gewährsmänner behaupten auch keineswegs, daß ihre Erhebungen lückenlos sind. Wir haben ja auch in unsrem Artikel ausdrücklich bemerkt, daß nicht aus allen Abteilungen einiger a Das finanzielle Ergebnis der Posts und Telegraphen der aufgeführten Großbetriebe Angaben eingegangen find. verivaltung hat sich während der ersten sechs Monate des Wenn wir nun die Zahlen, welche der Verband der Metalllaufenden Rechnungsjahres nicht günstig gestaltet. Während eine Industriellen ermittelt hat, als richtig annehmen, so kommit heraus, Steigerung der Einnahmen in dem bei Aufstellung des Etats er daß die Summe der Arbeitslosen in den 52 in unsrer Tabelle aufwarteten Maße nicht eingetreten ist, haben die Ausgaben in geführten Fabriken nicht 10 883, fondern 8130 beträgt. So erfreul ch höherem Umfange, als veranschlagt war, zugenommen; der Ueber- es auch sein würde, wenn die Zahl der Arbeitslosen geringer wäre, schuß ist infolgedessen hinter dem Etatssoll erheblich zurüd als die, welches wir angegeben haben, so ändert doch die Ermittelung geblieben. des Verbandes der Metallindustriellen an dem traurigen GesamtUnter diesen Umständen sowie in Rücksicht auf die allgemeine bilde der Arbeitslosigkeit leider nichts. Gegenüber den Betrieben, Finanzlage des Reiches ist es dringend geboten, daß bei den wo die Berhältnisse günstiger sein sollten als von uns dargestellt, Ausgaben überall bie äußerste 8urüdhaltung giebt es sicher eine große, von uns noch nicht berücksichtigte Baht beobachtet und nicht unbedingt und bringend folcher Fabriken, wo die Arbeitslosigkeit unfre Angaben weit nötige Aufwendungen vorerst noch ausgefegt übersteigt. werden. Demgemäß fann allen Anträgen auf Mehrbewilligungen, so weit für dieselben nicht ein unabweisbar dringendes Bedürfnis borliegt, im Laufe dieses Rechnungsjahres nicht mehr entsprochen werden. Insbesondere muß von allen Anträgen abgesehen werden, welche auf eine Vermehrung des Beamten und Unterbeamten personals gerichtet sind. Hagemann. 11/55 D Ausland. Die beleidigte Würde des Schiedsgerichts. Ueber die Sigung des Verwaltungsrates des Haager Schiedsgerichts, in der über das Ansuchen der Boerenmission um eine Friedensintervention verhandelt wurde, werden allerhand intereffante Die gesperrten Worte sind im Original unterstrichen. Man er sieht aus dem Erlaß, daß man in der Postverwaltung nicht daran Einzelheiten bekannt. Das bemerkenswerteste dieser Detaits besteht denkt, durch Neueinstellung von Berfonal das gewaltige Angebot von in der Meldung, daß das Schiedsgericht über das Boerengesuch Arbeitskräften zu vermindern. Daß die Anträge auf solche Neu- beshalb ohne weiteres zur Tagesordnung übergegangen fei, weil einstellungen unbegründet seien, wird nicht behauptet. Man will es durch seinen angeblich unhöflichen Ton die diplomatische eben nur an Menschen sparen, mögen sie noch so bringend gebraucht Etikette verlegt habe. werden. Wieviel Beamte könnte man einstellen, wieviel Arbeitslosigkeit vermindern für die 800 Millionen, die für das chinesische Abenteuer vergeudet worden sind? Die Aktiengesellschaft als Wahlkomitee. In Hörde wurden für die Kommunalwahlen Bettel verteilt, die Stadtverordnetenwahlen für die dritte Wie Abraham auch von seinen Freunden sich trennen mußte, so hieß es auch zu euch gehet aus von eurer Freundschaft. so aussahen: Vielleicht, daß auch schlechte Freunde darunter waren, die euch bethören wollten. Die gilt es jetzt für immer zu verabschieden. Gehet aus von den Verfuchern in Menschengestalt, die mit dem süßen Wort von Freiheit und Gleichheit die Landesgenossen von der Treue gegen Gott und Landesherrn abwendig machen möchten. Siget nicht, da die Spötter und Verächter fizzen, meidet die Orte, da das Vere derben droht, gehet aus von ihnen für immer!" Dieser Verkünder des Christentums hat offenbar gänzlich ver gessen, daß seine Amtsbrüder vor fast 1900 Jahren gegen den Stifter des Christentums ungefähr dieselbe üble Nachrede hielten die er jetzt gegen die" schlechten Freunde" der jungen Soldaten unter nimmt. Aber so wenig als damals die Briefter und die Macht haber gegen die neuen füßen Worte vermochten, so wenig wird sich Heute der junge Soldat durch derlei falsches Predigen gegen das Evangelium unfrer Beit aufwiegeln laffen, das ihm die Not seiner Jugend und die Lehre seiner Eltern und seiner Arbeitskameraden in das Herz geschrieben. Abteilung. Wir empfehlen unfren Mitbürgern folgende Kandidaten: a) Für die Ergänzungswahl: 1. Betriebschef Brandenburg 2. Rechnungsführer Pet. Semmi er b) Für die Neuwahl: 1. Fabrikant Alb. Cremer 2. Borarbeiter Wilh. Reefe. Hörder Bergwerke: und Hütten- Verein. Das Wahlkomitee. Selten hat man eine so hübsche und klare Jllustration für die Wahlmache in Industrie- Orten gesehen wie auf diesem Bettel. Lints unterschreibt sich der Hörder Bergwerks- und Hüttenverein, rechts das anonyme Wahlkomitee. Die Sache ist nur nicht richtig gedruckt. Statt des trennenden Punktes müßte ein erläuterndes Komma stehen:" Sörder Bergwerks und Hüttenverein, das Wahlkomitee." Denn die Aftiengesellschaft ist das Wahlkomitee, das sich aus eigner Machtvollkommenheit eingesetzt hat. Die Arbeitslosigkeit. Der unter dem Vorsitz von Dr. Freund- nud die Arbeiter werden von ihren Unternehmern nachdrücklich anSo ernennen Aktiengesellschaften die Gemeindevertretung. Berlin tagende Ausschuß des Verbandes deutscher Arbeitsnachweise ist nach eingehenden Berichten und Erörterungen über die Arbeits- gewiesen, daß sie die Leute ihrer Brotgeber zu wählen haben. Der werbende Wahlzettel erscheint durch die Gegenzeichnung in der lofen Frage zu folgenden Ergebnissen gelangt:" zwingenden Form eines Regimentsbefehls. Welch ein Paradies des patriarchalischen Regiments! Diese stolze Manifestierung der Würde des hohen Schiedsgerichtshofs kommt wirklich zur rechten Zeit. Die Herren des una zuständigen internationalen Schiedsgerichts brohten dem allgemeinen Gelächter zu verfallen und heitere Figuren für die Wigblätter abzugeben. Man war versucht, das Schiedsgericht für den Jubegriff des Richtigen, Ueberflüssigen und Abgeschmackten zu halten, für einen Bopanz, mit dem jeder seinen Spaß treiben tönnte. Da beiveisen jetzt die Herren, wie tief sie von der Wichtigkeit ihres Amtes durchdrungen find. Mag das Völkerrecht, die Sumanität, die Civilisation: noch so oft und noch so brutal verlegt werden: das bulbet das Schiedsgericht unter feinen Umständen, daß im Berkehr mit ihm die diplomatische Etikette verlegt wird. Deftreich- Ungarn. In der Obmännerkonferenz, die am Freitag in Anwesenheit des Ministerpräsidenten v. Körber stattfand, um die Barlamentstrife zu beseitigen, erklärte zunächst störber, daß die schnelle Erlediung des Budgets nicht nur eine Staats-, sondern auch eine Volksnotwendigkeit fei und daß er deshalb nicht glauben könne, daß auch zu verhindern die Absicht haben tönne. Dr. Bazat erklärte namens nur eine Partei die Arbeitsfähigkeit des Parlamentes noch länger ber Czechen, daß man zu viel von ihnen verlange, wenn man ihnen zumute, die Aussprache über ihre nationalen Forderungen bis nach Erledigung des Budgets zu verschieben. Der Czechenklub tönne Rumänen und Ruthenen, erklärten, die Erledigung des deshalb keine bindende Erklärung abgeben, er werde sein Berhalten von Fall zu Fall einrichten müssen. Die Polen Dr. Baernreither endlich vertrat den Standpunkt der deutschen Obmänner, die Budgets nach Kräften fördern zu wollen. die nationalen Forderungen der Czechen erst nach Erledigung des Budgets erörtert wissen wollen. Der Ministerpräsident gab schließlich der Hoffnung Ausdruck, daß die Konferenz eine Befferung im Fortgang der parlamentarischen Arbeiten herbeiführen möge. Frankreich. ,, Ein Referendum über Millerand". Paris, 20. November 1901. Wir erhalten folgende Bufchrift: Ich bitte Sie dringlichst, zu dem in Nr. 267 des Vorwärts" abgedruckten Artikel:„ Ein NeDer Khatikrieger, der bei seinen Entdeckungsreisen im Kaifer- ferendum über Millerand" folgendes berichtigen zu wollen. Der palast nicht weniger als vier fostbare Uhren mitgehen hieß, war ein Verfasser dieses Artikels bezeichnet irrtümlicherweise den von meinem Trottel, daß er sich an den Uhrmacher eines kleinen Neftchens wendete, Freund Revelin und mir eingebrachten Antrag als„ eine ledigder so wenig Kunstverständnis und Patriotismus besaß, daß er au liche Bertagung der Frage bis zum Parteitage". Hier der Wortdem chinesischen Kunstwerk nur den rohen Materialwert zu tagieren laut unires Antrags:„ Das Generalfomitee beschließt, die Haltung die in irgend welcher Weise sich vermochte, der natürlich mit der Löhnung des ehemaligen China- derjenigen Socialisten, friegers in einem argen Mißverhältnis stand. Der Uhrenliebhaber an den Festlichkeiten anläßlich des Barenempfanges beteiligt hätte doch aus Inseraten wissen können, daß es kunstverständerige haben, dem Kongreß in Tours zu unterbreiten." Auffäufer für wertvolle Chinasouvenirs giebt!! Das heißt, einfach gesprochen, die Frage nicht vertagen, sondern in einer auf Grund der bekannten Lhoner Resolution einzig Der Ausschuß des Verbandes deutscher Arbeitsnachweise erachtet es für notwendig, Verfuchen zur le bertreibung oder Wer schleierung bezüglich des Umfanges der zur Zeit in Deutsch- Geplündert wurde nicht: Die Stattowitzer 8tg." berichtet: land herrschenden Arbeitslosigkeit in gleichem Maße entgegen.Bu einem in Schoppinig wohnenden Uhrmacher fam dieser Tage ein autreten. Daß eine über den gewöhnlichen winterlichen Umfang China tämpfer aus Bawodzie bei Kattowitz und brachte diesem hinaus gehende Arbeitslosigkeit besteht, ist unbestreitbar; daß sie eine ho chelegante Standuhr, die er aus dem kaiserlichen Socialistischer Wahlfieg. Bei den Gemeinderats- Wahlen in den Charakter eines Notstandes angenommen habe, findet in Balaste in Peking vielleicht auf unrechte Weise erworben hatte, Graz eroberten am Freitag unfre Genossen nach heftigen Wahlden vorliegenden Nachrichten teine Begründung. Die Arbeitslofig zur Reparatur. Diese Uhr, aus feinem Golde gearbeitet, wobei das keit ist vielmehr über die verschiedenen Teile des Deutschen Reiches Bifferblatt mit kostbaren Edelsteinen befegt war, repräsentierte tampfe drei Mandate im dritten Wahlkörper. uungleich verteilt. Ein wesentlicher Teil der arbeitslos Gewordenen wohl einen Wert von mehr als 1000 m.; der Chinakämpfer ist anscheinend von solchen Erwerbszweigen aufgenommen worden, wollte sie für billiges Geld losschlagen. Ein Gendarm, der davon zu denen bisher ein Zudrang von Arbeitskräften nicht stattfand. in Kenntnis gesetzt wurde, forschte nach dem Namen des Eigentümers Die gegenwärtige gespannte Lage des Arbeitsmarktes zwingt, und erfuhr, daß der tapfere Chinakämpfer noch drei solcher mit der Möglichkeit zu rechnen, daß insbesondere bei einem strengen Uhren sich angeeignet hatte. Diese wurden alsbald in Beschlag Winter ein Notstand infolge großer Arbeitslosigkeit eintritt. genommen. Staat und Gemeinde müssen, insoweit dies nicht bereits geschehen, diese Möglichkeit rechtzeitig ins Auge faffen. Insbesondere wird die beschleunigte Inangriffnahme bereits beschlossener Arbeiten sowie die Bewilligung von Mitteln für in Aussicht genommene Arbeiten, deren fofortige Durchführung zu ermöglichen ist, bei zeiten vorzubereiten sein. Es erscheint hierbei dringend erwünscht, die Beschäftigung und den Zuzug ausländischer Arbeiter auf das notwendigste einzuschränken. Es ist eine unabweisbare Aufgabe von Staat und Gemeinde, der Lage des Arbeitsmarktes vollste Aufmerksamkeit zuzuwenden und Maßnahmen zu treffen, um fortlaufend über den Umfang der Wirkungen der preußischen Polenpolitit. Aus Posen möglichen legalen Form die Frage vor dem Kongreß stellen. Arbeitslosigkeit unterrichtet zu sein. In dieser Hinsicht ist die wird gemeldet: Zum Besten der im Gnefener Prozesse Es wäre so wenigstens glaubten die Unterzeichner des obigen Einrichtung von allgemeinen öffentlichen Arbeitsnachweiſen an wegen der Wreschener Schulvorgänge zu Gefängnisstrafe Ver- Antrages widerfinnig, daß das Generalfomitee, dessen HauptOrten, an denen solche noch nicht bestehen, dringend erforderlich. urteilten find dem„ Dziennik" bereits 1201,65 Mart an Beiträgen aufgabe darin besteht, ein Vollstrecker des Willens der socialistischen Es ist ein sehr überflüssiges Bemühen des Herrn Dr. Freund, zugegangen. Zum Besten der relegierten polnischen Parteitage zu fein, einer seiner wichtigsten Refolutionen, die Millerand feine Fürsorge für die Arbeitslosigkeit in der Form peinlicher philo: Gymnasiasten sind bis jetzt insgesamt 8808,49 Mart ein außerhalb der Kontrolle der Partei"( hors Controle) erklärt, rebelliſch logischer Grübeleien zu demonstrieren, ob die heute vorhandene gegangen. Auch unter den Polen im Auslande wird eifrig ge- entgegentrete. Diejenigen Genossen, die den Fall Millerand als Arbeitslosigkeit ein Rotstand zu nennen sei, oder ob sie erst sammelt. So erläßt in Krakau der bekannte Dichter Heinrich Sien durch die vorigen Beschlüsse erledigt halten, haben den einfachen im Winter zum Notstand werden wird. Jede unverschuldete tiewicz einen Aufruf zu Sammlungen für die Kinder der in Uebergang zur Tagesordnung" vorgeschlagen. Der Unterschied Arbeitslosigkeit ist ein schwerer Notstand, eine furchtbare Auflage Gueien Berurteilten; er selbst eröffnet die Liste mit einer Spende ist also principieller Art. Es ist derselbe wie im gegen die Gesellschaftsordnung, und, wer ernstlich sich um von 200 Kronen. Der Aufruf enthält heftige Angriffe gegen die Bola- Prozeß: Entweder wird die Frage gestellt oder nicht. Ihr Berichterstatter scheint ebenfalls überdiese Frage bemüht, für den ist es sehr unwesentlich, ob es in preußische Regierung. Deutschland zur Beit 10 000 Arbeitslose mehr oder weniger giebt. Graf Hanfeld, der frühere englische Botschafter, der erst sehen zu haben, daß unseren Parteistatuten gemäß gemäß die Die unbestreitbare Thatsache, daß es Behn, ja Hunderttausende von fürzlich aus Gesundheitsrücksichten von seinem Amit zurüdgetreten Frage überhaupt nur von einem Barteitage im Sinne der einArbeitslosen gegenwärtig giebt, sollte doch wahrlich genügen. war, ist am Freitag in London gestorben. gebrachten Anträge gelöst werden könnte. Das Generalfomitee ist Herr Dr. Freund ergreift das schlechteste Mittel, um die Ge teine gefeßgebende, sondern eine lediglich vollstredende Körperschaft. Dr. Ch. Rappoport. wissen zu erwecken, wenn er beweislos zu zeigen sich müht, daß es noch nicht so schlimm sei. England. Eine Epistel für die Alldeutschen Chamberlain- Proteftler. In der„ Justice" weist der Genosse Hyndman in einer Buschrift mit vollem Recht darauf hin, daß das gesamte offizielle Europa fein Recht hat, auf England wegen seiner Kriegsführung in Südafrika Steine zu werfen. Er schreibt:" Sicher ist 1 1. die Grenelthaten, welche Rußland in der Mandschurei begangen hat, überragen alles, wessen England sich in Südafrika fchuldig gemacht hat; Vom Verband Berliner Metallindustrieller erhalten wir ein von Herrn Frip Kühnemann unterzeichnetes Schreiben, s welches Bezug nimmt auf den am vorigen Sonntag im Vorwärts" Das neue englische Parlamentsmitglied, der Jre Lynch, veröffentlichten Artikel über die Arbeitslosigkeit in Berlin. Der der im südafrikanischen Kriege als Führer irischer Freischärler gegen Verband der Metallindustriellen so heißt es in dem Schreiben England kämpfte und feit seiner Rückkehr in Paris als Journalist habe ermittelt, daß von den 57 in unfrem Artikel namentlich auf- lebt, erklärte, er werde erst nach der Einberufung des Parlaments geführten Firmen 32 dem Verbande dor Metallindustriellen an nach London gehen, weil er sonst Gefahr laufe, verhaftet zu werden. gehören. In diesen 82 Betrieben seien im erbst des vorigen Türkei. Jahres 24 255 Arbeiter beschäftigt gewesen, und nicht, wie von uns mitgeteilt 17 954. Ferner hätten dieselben Firmen im Herbst Konstantinopel, 23. November. Die Echwierigkeiten, welche 2. die Gewaltthätigkeiten, die Deutschland sowohl als Frankreich dieses Jahres nicht, wie aus unfrer Tabelle hervorgehe 10 589, bie forte der seitens der französischen Botschaft für das a weite fich in China zu Schulden kommen ließen, find bestimmt schlimmer, sondern 10 648 Arbeiter beschäftigt. In vier von diesen Betrieben französische Stationsschiff" La Mouette" nachgesuchten Durchals die Englands in Südafrika; habe sich die Arbeiterschaft zusammen um 206 vermehrt. Weiter fahrt durch die Dardanellen bereitete, sind noch nicht 8. die Grausamfeiten Frankreichs und Belgiens in Central- Afrika macht uns der Verband der Metallindustriellen barauf aufmerksam, behoben. Doch hofft man auf baldige günstige Beilegung der stehen ebenfalls gewiß nicht hinter den von den Engländern in Süd- daß in der genannten Tabelle die Differenz zwischen der Arbeiter strittigen Frage. In Pfortekreisen wird behauptet, daß für die Anafrila begangenen zurück; zahl dieses und des vorigen Jahres bei zwei Firmen um je 100 au wesenheit des zweiten Stationärs im Bosporus keine Notwendigkeit 4. Rußland vernichtet die finnische Nationalität und unterdrückt hoch berechnet worden fei. 8weifellos hat ber betreffende Beanite vorliege und darauf hingewiesen, daß Oestreich- Ungarn und Italien die Polen durch Methoden, die selbst in Indien unter der britischen des Verbandes der Metallindustriellen die Tabelle recht genau durch bereits seit langer Beit ihre zweiten Stationsschiffe zurüdgezogen Flagge nicht bekannt find; gerechnet. Da wundert es uns doch, daß er mir diese beiden haben. Amerika. Bedrohung Panamas durch die kolumbischen Auf ständischen. Nach einer Depesche aus Colon sind 1000 Liberale unter Lugo an der Bahnlinie, 12 englische Meilen von Banama entfernt, angekommen. Die Liberalen gewinnen längs der ganzen Bahnlinie Berstärkung durch zahlreiche Mannschaften, die von ihnen bewaffnet werden, und sind Herren der Bahn bis auf zwei Meilen vor Panama. In Panama herrscht lebhafte Unruhe, da jeden Augenblick ein Angriff auf die Stadt erwartet wird. Die Liberalen haben bereits bekannt gemacht, daß die Wertzölle von in Colon ausgeschifften Waren fünftig 10 Broz. und nicht mehr 20 Proz. wie bisher betragen. Der Durchgangsverkehr ist noch ungestört. Der Boeren- Krieg. Die Treber: Gesellschaft. Die Voruntersuchung gegen die fünf Schulz und 7. Schankwirt Hermann Otto. Durch die Beweiss. in Untersuchungshaft befindlichen Aufsichtsräte der Trebertrocknungs- aufnahme wurde folgender Sachverhalt festgestellt. Als der SchutzGesellschaft ist nunmehr abgeschloffen. Die Verhandlung wird jedoch mann Freder in der genannten Nacht in dienstlicher Eigenschaft an dem Lokale des Schankwirts Otto am Schlesischen Thor erst zu Anfang nächsten Jahres stattfinden. Regresansprüche aus der Preußischen Hypothekenbank vorüberging, wurde er von einem Manne, der blutig geschlagen war, Affaire. Der frühere Direktor der Preußischen Hypothekenbank, angegangen, ihn in das Ottosche Lokal zu begleiten, er sei dort Kommerzienrat Sanden, hat sein und seiner Frau Bermögen zur laffen. Nach anfänglicher Weigerung folgte der Schuhmann der Befriedigung der Regreßansprüche zum Betrage von 1200 000 M. hergegeben. Davon werden der Neuen Boden Gesellschaft 900 000 m., Aufforderung. Er wurde sofort von dem Schankwirt Otto unter der Preußischen Hypothekenbank 300 000 M. zufließen. Der Ehefrau gehen. Als der Schuhmann nach etwa einer Stunde wieder an dem beleidigenden Aeußerungen hinausgewiesen. Er zog es vor, zit Sanden soll danach immer noch ein Vermögen von 300 000 m. ver- Rotal vorüberkam, war dieses gerade geschlossen worden. Auf der in bleiben. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. zu der Nähe befindlichen Brücke befand sich eine größere Menschenmenge, welche einen heillosen Lärm vollführte. Der Schußmann forderte wiederholt zur Ruhe auf, aver Eine Verschwörung in Johannesburg. ohne Erfolg, bis der Beamte zur Sistierung eines der HauptAus Johannesburg wird vom Donnerstag gemeldet: Den tumultuanten, des Angeklagten Whczinski, schritt. Dies brachte den Die von der Firma Bell n. Co. gebrachte Notiz, wonach Schußmann in eine äußerst gefährliche Lage. Von allen Seiten englischen Behörden ist es gelungen, eine Verschwörung im Keime 8 Arbeiter ohne Erklärung, nachdem sämtliche Forderungen bis auf drängte die Menge auf ihn ein und es ertönte der Ruf: aut zu ersticken, welche hier angezettelt worden war. Legten Dienstag 50 Pf. von der Firma bewilligt, die Arbeit verlassen hätten, stimmt ihn!" und Werft den Blauen ins Wasser!" Der Angeklagte Stagen um Mitternacht wurden hier etwa zwanzig( nach einer andern mit den Thatsachen nicht überein. Die Verhandlungen der Umleimer fing an, sich feines Roces zu entledigen und rief dem Schutzmann Meldung dreißig) Verhaftungen in verschiedenen Teilen der Stadt mit dem Geschäftsführer und dem Umleimermeister Schütz wurden zu: Komm her, wir wollen mal raufen!" Der Angeklagte Müller vorgenommen. Als die Nachricht hiervon gestern bekannt wurde, 4-5 mal geführt. Während von unsrer Seite von Anfang an die sowie seine Ehefrau griffen den Schuhmann thätlich an und ver rief fie größe Aufregung hervor. Für den Prozeß gegen die Ver- Absicht vorhanden war, diese Frage ruhig und fachlich zu erledigen, fuchten, ihm den Gefangenen zu entreißen. Der Schußmann rief hafteten ist noch kein Termin festgesetzt. wurden die Verhandlungen von der Firma in einer Weise geführt, durch die Notpfeife einen Kollegen herbei, und nun zogen beide den Es muß schlecht um England stehen, wenn man sogar in den die an Frivolität nichts zu wünschen übrig ließ. So erklärte z. B. Verhafteten nach der Wache in der Cuvrystraße. Eine große von den englischen Truppen besetzten Städten eine neue Erhebung Herr Schütz einem der Umleimer: Wenn es mir in einer Fabrit nicht Menschenmenge folgte unter Johlen und Schimpfen. An der Wache plant! gefiel, habe ich mich nicht so lange darin aufgehalten wie Sie, dann angelangt, drängten viele Personen mit in den Flur #Vom Vom Standrecht. machte ich, daß ich raustam!" hinein, Wyczinski setzte sich zur Wehre und von der hinter ihm stehenden Menge wurde von allen Seiten mit Stöcken und Schirmen auf den Schutzmann Freder eingeschlagen. Er sank zu Boden, raffte sich aber wieder auf und erreichte die Korridorthür. Jm Begriffe, dieselbe zu schließen, wurde von außen ein wuchtiger Schlag mit einem schweren Stock gegen die Glasscheibe der Thür geführt, die Krücke zertrümmerte die Scheibe und traf den Schutzmann gegen das linfe Auge. Er sant sofort ohnmächtig zusammen. Der Schlag hatte unglückliche Folgen, der Schußmann wird voraus= sichtlich zeitlebens fiech bleiben. Der verhängnisvolle Schlag foll von dem Angeklagten Müller geführt worden sein, was von diesem allerdings bestritten wurde. Ein Burgher, Namens Vernich, den das Kriegsgericht schuldig befunden hatte, seine Landsleute in den Burgherlagern dazu verleitet zu haben, den Treueid zu brechen und sich ihren Kommandos wieder anzuschließen, wurde am 21. November erschossen. Ein gewisser Mayer wurde wegen eines ähnlichen Vergehens zu lebenslänglicher 8 wangsarbeit verurteilt. Englisches Bündnis mit den Eingeborenen. Aus London wird vom Sonnabend gemeldet: Einem Telegramm der Abendblätter aus Pretoria zufolge nahmen Eingeborene an dem jüngsten Gefecht in Ost- Griqualand teil, in dem Kapitän Elliot, als er die Boeren zurücktrieb, fiel. Die Boeren flüchteten in die Berge. Die Eingeborenen hatten sich zu ihrer Selbstverteidigung bewaffnet, da sie einen Ueberfall fürchteten, weil die Boerenkommandos seit einiger Zeit den reichen Eingeborenen Bezirk von Ost- Griqualand bedrohten. Als Elliot die Boeren angriff, verbanden sich die Eingeborenen mit den Engländern und leisteten ihnen wesentliche Hilfe. Sollten die Eingeborenen nicht erst von den Engländern gegen die Boeren aufgehegt und bewaffnet worden sein? Es war noch in allen Boerenkriegen Brauch, daß England die Eingeborenen gegen die Boeren hezte. Aus Industrie und Handel. Aus der Geschäftspraxis der Banken werden jetzt, nach dem Zusammenbruch so mancher Institute, recht erbauliche Dinge bekannt, so u. a. auch der bekannte Trick, wie das verehrte Publikum für gewisse Käufe intereffiert wird. Das Geschick eines Gründerfonfortiums besteht vor allem darin, daß es versteht, zur geeigneten Zeit die Aftion mit möglichst hohem Agio an den Mann zu bringen. So ist zum Beispiel aus der Gründerperiode der 70er Jahre bekannt, daß eine Anzahl durchtriebener Gauner dreimal ihre Papiere in andre Hände lancierte, sie dann zurückkauften und jedesmal durch falschen Alarm bei hohem Kurs sie abstießen, bis schließlich die Katastrophe eintrat, als die Papiere im sicheren Besitz Unbeteiligter waren. Wie das Interesse für gewisse Papiere durch hohe Provifionen entfacht wird, darüber enthält die Frankfurter 3tg." folgende Schilderung: Weiter wird in der Notiz gefagt, die Umleimer seien ohne Erklärung weggeblieben. Am Mittwochabend waren die Mitglieder der Lohnkommission und zwei dort arbeitende Kollegen vorstellig geworden, um einen Vergleich anzubahnen. Vergeblich. Zum Schluß dieser Unterredung wurde den Herren von einem Mitgliede der Lohn tommission gesagt, daß dann am andern Morgen kein Umleimer die Arbeit aufnehmen würde. Worauf Herr Bell antwortete:„ Es thut mir leid, daß es so zwischen uns gekommen ist." Als dann am Freitagvormittag die Zusammensetzer nochmals versuchten eine Wer ständigung herbeizuführen und die Erklärung abgaben, daß sie die Forderung der Umleimer für gerecht halten, und sich mit diesen solidarisch erklären, bemerkten die Arbeitgeber Hochmütig:„ Die Schuster machen nur blau!" Herr Bell hat wohl vergessen, daß er den Zusammensegern antwortete:„ Ich kann Euch nicht verdenken, ich würde es eben so machen, nur würde ich alle mit heraus nehmen. Ueberdies wäre es in zwei Tagen doch alle gewesen." Heute liest man, die Zusammenfeger blieben ohne Erklärung und Forderung weg! Die Firma bestreitet, daß von einem aufs Pflasterseßen die Rede sein kann. Wenn aber wie hier eine so geringe Forderung von 25 Pfg. pro Klavier rundweg abgelehnt wird, und sich die Arbeiter von ehemaligen Genossen" noch sollen verhöhnen lassen, ist jede weitere Verhandlung unmöglich. Zum Schluß sei noch bemerkt, daß es die früheren Streit führer" fertig gebracht haben, uns die Polizei auf den Hals zu schicken, wodurch das Bostenstehen zur Unmöglichkeit wird. Die streikenden Arbeiter der Pianofabrik Bell u. Co. Deutsches Reich. industrie, das hütte, 11111 den Nachdem die Menge vor der Polizeiwache vertrieben worden war, begaben sich einige Personen nach dem Laufiger Plaz, wo eine andre Ausschreitung stattfand. Es wurde dort gepflastert, die Müllerschen Eheleute und ihre Begleiter vergnügten sich damit, die Stopfsteine durcheinander zu werfen. Als der Schuhmann Höppner dem Unfug Einhalt gebot, fiel die Menge über ihn her und warf ihn zu Boden. Man entriß ihm den Säbel und mißhandelte ihn damit aufs schwerste. Auch der Nachtwächter Scheer, der dem Bedrängten zu Hilfe tam, wurde mißhandelt. Bei dieser Ausschreitung sollen wiederum die Müllerschen Eheleute die Hauptrolle gespielt haben. Als der Wächter Scheer am Boden lag, versezte der Angeklagte Schulz ihm noch zwei Fußtritte. Der Staatsanwalt hielt sämtliche Angeklagten im Sinne der Anflage für überführt. Er beantragte gegen den Ehemann Müller 3 Jahre, gegen die Ehefrau Müller 9 Monate, gegen Wyczinski 9 Monate, gegen Stagen 3 Monate, gegen Schulz 1 Monat, gegen Müde 3 Tage Gefängnis und gegen Schantvirt Otto 150 M. Geldstrafe. Der Verteidiger der Müllerschen Eheleute, Rechtsanwalt Staub II, Die Diktatur der Glasfabrikanten. Der Glasarbeiterstreit ist beendigt. Die Steifenden waren gezwungen auf Gnade und Un- suchte deren Verhalten in ein milderes Licht zu stellen. Das Urteil lautete: Ehemann Müller: 3 Jahre Gefängnis. gnade dem Unternehmertum sich zu unterwerfen. Mit welcher zähen Ehefrau Müller: 1 Jahr 3 Monate Gefängnis( 3 Monaten verbüßt). Ausdauer, mit welcher Hingebung gestreift wurde, ist bekannt. Während Wyczinski: 9 Monate Gefängnis, wovon 3 Monate verbüßt. des Streiks hatte die" Glashütte", eine Zeitschrift für die Glas- Stagen: 6 Monate Gefängnis, 1 Monat verbüßt. Schulz: 4 Monate Scharfmachergetverbe eifrig getrieben, zum Gefängnis, 1 Monat verbüßt. Müde: 3 Tage Gefängnis( verbüßt). Leiborgan der Hehe und Dant dafür ist sie jetzt zum Otto: 150 M. Geldstrafe. Genossen ernannt. Damit ist dem" Sprechsaal", dem bisDie Verhandlung gegen Erich v. Kriegsheim ist gestern Ein Bankier hatte Aftien der Mecklenburg- Strelitzschen Hypo- herigen Organ der Vereinigung deutscher Flaschenfabrikanten, thekenbant als gute Kapitalsanlage einem Kunden verkauft, und der Krieg erklärt. Nebenbei sei bemerkt, daß der Sprechsaal" eine noch nicht zu Ende gekommen, sondern wird voraussichtlich bis dieser klagt jetzt auf Rücknahme, im wesentlich anscheinend auf die der angesehenſten Zeitschriften der Keramik ist und seit langem einen Dienstag andauern. Die zahlreichen Anträge des Angeklagten auf Behauptung, der Bankier habe damals schon gewußt oder wissen Weltruf sich erworben hat. Vermutlich hat der Sprechsaal", der wissen- Beweiserhebung und Beschlußfassung hemmen den Gang der Vermüssen, daß solche Aftien nicht als gute Stapitalsanlage gelten fchaftlichen Charakter trägt, seine Spalten nicht ganz mit den bodenlofen handlung ganz bedeutend. Gestern wurde der Fall v. Richthofen durften, zumal ihm für die Unterbringung eine Provision von Schmähartikeln der Heye- Clique ausfüllen wollen, wie es die Glashütte" zu Ende geführt, bei dem es sich darum handelt, daß der Angeklagte exorbitanter Höhe gewährt worden sei. Der hiesige Bankier be that. Trotzdem der Kampf mun beendet, die Belohnungen und die Strafen dem Zeugen bei der Beschaffung von Geld gegen Wechsel falsche rechnete seinem Kunden die Aktien zum Tagesfurse, aber er erteilt sind, will man dem Besiegten noch keine Ruhe gönnen. Er wird Vorspiegelungen gemacht, die Wechsel im eigenen Interesse verwvertet erhielt von der Breslauer Diskontobant eine Provision von noch immer weiter gehegt, gespigelt, gemaßregelt. In allen Ver- und dann dem Zeugen nicht den gewünschten Betrag hingegeben, 5 beziv. 6 Proz. unter der Bedingung, daß er wenigstens sammlungen daß er wenigstens ſammlungen erscheinen die Weiſter der Gerresheimer Glas- fondern fleine Abschlagszahlungen geleistet haben soll. Für diesen von herauszufundschaften, wer 10 000 m. nominal verkaufe und sie binnen 1/2 Jahren nicht zurückArbeitern Anklagefall mußte ein mittlerweile nach Pretoria verzogener Zeuge verfließen durften. Mehrere Stuttgarter Bankdirektoren sollen, obwohl fich auch jetzt noch erdreistet, einer Versammlung beiwohnen nomemn werden, dessen verlesene kommissarische Aussage zu Ungunsten Echon der Versuch dazu ist strafbar. Vor des Angeklagten ausfiel. Letterer bestritt auch hier entschieden jede fie dieses Geschäftsgebaren als unfair" bezeichneten, etwas auf zu wollen. fällig für die Entlastung des verklagten Bauliers eingetreten furzem wurde aus dem Anlaß der Gewerbegerichtswahl eine Ver- Schuld und sein Verteidiger Rechtsanwalt Graf Bredow suchte fein. Auf den Ausgang des Prozesses darf man jedenfalls ge- fammlung einberufen. Die ersten Besucher waren wie gewöhnlich nachzuweisen, daß die von der Anklage hier erhobenen Momente den ein paar Meister. Die Versammlung wurde vor dem Beginn auf- Angeklagten nicht belasten könnten. Alsdann wurde in die VerEinen andren Fall: Ein leiner Kapitalist in der Provinz gelöst, weil 4 Frauen daran teilnahmen. Trotzdem, daß die Verhandlung derjenigen Bunfte eingetreten, in denen gegen Frau faufte auf den Rat feines Bankiers 4 Proz. Obligationen der Sammlung nicht stattfand, wurde ein dabei anwesender Arbeiter v. Kriegsheim die Anklage wegen Beihilfe erhoben worden ist. Strafe schon am Der eine fommt in Pommerschen Hypothekenbant, nächsten Tage in der Heheschen Es handelt sich dabei um zwei Fälle. er wurde nach etwa aur einem Jahr von dem gleichen Bankier animiert, hierfür Streliger Hütte an viel schwierigeren und weniger einträglichen Wegfall, weil von Kriegsheim selbst in demselben bereits rechtsZum Regieren aber Regieren gehört Aktien einzutauschen. In dem zweiten Fall handelt nur fräftig freigesprochen worden ist. Der Bankier hatte also zunächst die hohe Posten versetzt. sich um die Bestellung und Lieferung von Mobiliar. Provision auf den Verkauf der Obligationen eingesteckt und nach das Erlassen von Restripten, Unterhaltung von Spizeln, Austeilen es sich um Angeklagte ist, wie schon berichtet worden, nicht Ablauf der Frist, innerhalb deren die Obligationen nicht verkauft von Strafen und Belohnungen, das Regieren verlangt auch eine Die werden durften, seinen Stunden offenbar nur aus dem Anlaß zum bewaffnete Macht, das wissen die um Hehe und handeln anwesend. Sie wird wie berichtigend festgestellt werden mag von dem Rechtsanwalt Schne II= München verteidigt. Vom ersten Berkauf bewogen, um die noch weit höhere Provision auf die dementsprechend. Streliger Attien gleichfalls verdienen zu können. Verhandlungstage ist noch ein fleiner charakteristischer Zwischenfall hervorzuheben. Als die Sigung geschlossen wurde, trat die ehemalige Geliebte des Angeklagten, Frau Korb, die dem Angeklagten ihre ge= famten Ersparnisse geopfert haben will und als Hauptbelastungszeugin figurierte, an den Gerichtsdiener heran und überreichte dema selben zur besseren Verpflegung des Angeklagten" ein Zehumarkſtüd. Der Angeklagte verschmähte aber diese Liebesgabe, die deshalb an die Beugin zurückgelangte. spannt sein." und einen nicht Am letzten Sonntag fand in Gerresheim eine Bollsversamm lung statt, in welcher Fräulein Jda Altmann aus Berlin über Rückgang des Seeverkehrs der deutschen Oftseehäfen. Der" Die Vergewaltigung der Arbeiterfrauen und Arbeite Schiffahrtsverkehr in den deutschen Häfen der Nord- und Ostsee hat rinnen" im Stampfe un ihre Rechte" zu sprechen hatte. in den letzten Jahren nicht unerheblich zugenommen. Während 1899 Lange bor dem Beginn der Versammlung fanden fich die Seegütereinfuhr etwa 162/3 Mill. St.-. betrug, ist sie für 1900 die Herren Meister ein und um die Uleberwachung beffer in der auf gegen 171/8 Mill. R.- 2. gestiegen. Ihr gegenüber steht die Aus- Hand zu haben, verteilten sich die Herren an verschiedenen Plägen fuhr mit etwas über 12 Min. M.-T. für 1899 und mit 13 Mill. des Saales. Troz aller Maßregelungen fanden sich im Saal über R.-T. für 1900. Charakteristisch dabei ist, daß die englische Flagge 700 Personen ein. Die Referentin erhielt das Wort. Gleich wieder weiter zurückgetreten ist als im Vorjahre, die deutiche nachher entsteht im Saale ein Geräusch, einer spricht dazwischen Lehte Nachrichten und Depeschen. entsprechend zugenommen hat. Ueber den Anteil, mit dem Der Vorsitzende gebietet Ruhe, der Friedensstörer beruhigt sich nicht, die Häfen an dieser Ein- und Ausfuhr teilnehmen, ist zu will mit dem Vorsitzenden diskutieren und nun entfällt ihm ein mit Socialistischer Gemeinderatswahlfieg. fagen, daß die Nordseehäfen in allererster Reihe Ham- sechs Kugeln geladener Revolver. Der Ehrenmann, der in eine zum Eberswalde, 23. November.( Privatdepesche des Vorwärts".) die Ostseehäfen weit hinter sich zurüdlassen, großen Teil von Frauen besuchte Versammlung mit geladenem Revolver Sämtliche vier Kandidaten unsrer Partei wurden bei der natürlich auch in Bezug auf das Anwachsen ihrer geht, entpuppte sich als der Meister Kilian aus der GerresReedereien. Die Hauptursache dafür ist in der geographischen Lage heimer Glashütte. Die Entrüstung der Versammlung gegen den heutigen Stichwahl mit großer Majorität gewählt. zu suchen, die die Ostseehäfen vom transoceanischen Verkehr ab- Revolverhelden war nur schwer zu unterdrücken, doch gelang Gelsenkirchen, 23. November.( B. H.) Im Stadt- und Land fchließt. Dazu kommt dann auch, daß die Ostsee- Reedereien noches, die Ordnung aufrecht zu erhalten, die Waffe wurde freis Gelsenkirchen ist die Zahl der Typhuskranken laut„ Gelsent. vorwiegend mit Segelschiffen arbeiten. Eine besonders rasche Ab- dem Polizeibeamten überreicht und der saubere Patron an die Zeitung" in der letzten Woche von 1008 auf 808 gefunden. nahme seiner Reederei und damit seines Seeverkehrs zeigt Rostock. frische Luft befördert. Der Vorfall beherrschte die Stimmung der Bersonen sind gestorben, 240 als genesen entlassen. Es hatte Anfang 1900: 54 Schiffe mit 23 893 S.-T., während es Versammlung und begeistert nahm man eine Protestresolution an, jegt etwa 42 mit nur 16 079 R.-. befißt. 1895 hatte es noch die sowohl gegen die Vergewaltigung der arbeitenden Frauen im 141 Schiffe mit 85 874 S.-T. und im Jahre 1880: 353 Schiffe mit Stampfe um ihre Rechte als gegen die Ausbeutung der arbeitenden 164 882 St.-T. Klassen durch die Zölle auf Lebensmittel richtete. burg In den wichtigsten Ostseehäfen Königsberg, Danzig, Lübed und vor allem in Stettin sind dem gegenüber noch günstige Verhältnisse; ein fortdauernder Rückgang des Seeverkehrs ist aber auch hier zu tonstatieren. Sociales. Zählungen der Arbeitslosen beschlossen das Gewerkschaftsfartell in Hannover und zum wiederholten Male das Gewerk schaftskartell in Magdeburg. Die Arbeitslosen in Leipzig waren am Freitag in Stärke von etwa 2000 versammelt. In einer Resolution forderten sie Maß regeln gegen den bestehenden Notstand. Gerichts- Beitung. Behn Köln, 23. November.( B. H.) Der Köln. 8tg." wird aus Madrid gemeldet: Angesichts der unerhörten Zustände a n der Universität Barcelona, wo die kata Ionistischen Studenten den Rektor verhöhnen und vors übergehende Offiziere mit den Nufen: Nieder mit Spaniei, nieder mit dem Heere!" beschimpfen, verlangt die Presse sofortige scharfe Maßregeln. Der Ort Ca ft erocal in der Provinz Leon befindet sich in vollem Aufruhr. Circa 500 Personen widersetzten sich den Gerichtsbefehlen. Gendarmerie ist dorthin abgegangen. Das Nordwestmitteldeutsche Gementsyndikat ist in arge Bedrängnis geraten. Zu der Uneinigkeit der Shudifatsmitglieder, die bereits zum Beschluß einer Auflösung geführt hat, gesellt sich Paris, 23. November.( W. T. B.) Die Budgetkommission nunmehr eine finanzielle Kalamität. Die Dresdner Bank hat dem wird im Gegensatz zu ihrem früheren Beschluß der Kammer vors Konsortium ihr Guthaben gekündigt. Wie berichtet wird, soll dieses schlagen, den Betrag der aufzunehmenden Anleihe in der von der Guthaben vor kurzem 21/2 Millionen Mark betragen baben, während Regierung geforderten Höhe, also auf 265 Millionen, festdas Aktienkapital des Syndikats die Summe von 207 800 M. erreicht. zufezen. Die Kommission wird weiter in Uebereinstimmung mit der Die Dresdner Bank ist somit nicht sehr günstig gestellt, besonders da Regierung beantragen, daß durch eine gefeßliche Bestimmung für auch eine Haftpflicht der Syndikatsteilhaber fehlt. Das Syndikat Ein erufter Krawall, der in der Nacht zum 17. Juli am eine besondere Kontrolle seitens der Civilbehörden bei der Zuweisung hat deshalb auch das Verlangen der Bant, ihr Ausstände zur Schlesischen Busch stattfand, beschäftigte gestern die erste Straffammer der einzelnen Entschädigungsbeträge Sorge getragen werde. Einziehung zu überweisen, abgelehnt. Es wird ferner berichtet, daß des Landgerichts I. Die Anklage lautete auf groben Unfug, Be- London, 28. November.( W. T. B.) Das Kriegsamt bat die Widing- Werke, die aus dem Syndikat ausgetreten find, einen er- leidigung, Widerstand gegen die Staatsgewalt, Gefangenenbefreiung das Anerbieten der kanadischen Regierung, fedis heblichen Schadensersatzanspruch gegen das Syndikat im Wege der und schwere Körperverlegung, letztere mit dem Erfolge, daß der hundert weitere berittene Mannschaften für Südafrika zur Klage geltend gemacht haben. Andre Werke haben Schadensersatz- Mißhandelte, ein Schußmann, in Geisteskrankheit verfallen ist. An Verfügung zu stellen, angenommen. flage angedroht. Das Syndikat ist außer stande, für den Oktober die diesen Strafthaten sollen folgende sieben Personen mehr oder Petersburg, 23. November. Die Russische Telegraphen fälligen Beiträge den Werksbefizern in bar zu zahlen und bietet weniger beteiligt sein: 1. Arbeiter Franz Wyczinski, 2. Händler Agentur meldet vom heutigen Tage aus Jalta: In den letzten Accepte auf spätere Frist an. Somit dürfte die Dresdner Bank das Eduard Müller, 3. dessen Ehefrau Martha Müller, 4. Kutscher Tagen hat sich der Gesundheitszustand Tolstois vers Leere Nachsehen haben. Albert Mücke, 5. Arbeiter Martin Stagen, 6. Arbeiter Otto schlechtert; der Kranke verläßt nicht das Zimmer. Hierzu 3 Beilagen n. Unterhaltungsblatt. Berantwortlicher Nedacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Berlag von Mag Bading in Berlin. Ur. 275. 18. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 24. November 1901. 00:47 f childhist Partei- Nachrichten. Zum Kampf gegen den Brotwucher. Die„ Volksstimme" in Chemnitz hat sich der wertvollen Arbeit unterzogen, die Proteſt bewegung gegen den Hungerzoll in ihrem Verbreitungsbezirke 8. Reichstags- Wahlkreise in zusammenfassender Darstellung zu Es schildern. Es werden die Protestversammlungen der Reihe nach aufgezählt mit Angabe der Besucherzahl und Schilderung besonderer Umstände, dann werden bie Gemeindevertretungen genannt, die fich mit der Zollfrage beschäftigt haben und ihr Verhalten geschildert. Ein zweiter Artikel wird dann wohl die sonstigen Vorgänge aus der Protestbewegung darstellen. Wenn sich die gesamte Parteipresse diese Arbeit zum Muster nähme, so wäre infren Abgeordneten damit ein reiches Material geliefert, das sie bei der Bekämpfung der Vorlage im Reichstage wohl verwenden könnten. Gemeindewahlen. In Rittelsthal( S.- Weimar) wurden bei gemeinschaftlichem Vorgehen der Arbeiter und Kleinbauern zum erstenmal vier Parteigenossen in den Gemeinderat gewählt. Auch in Mosbach( S.- Weimar) siegten zum erstenmal die socialdemokratischen Kandidaten. In Bromberg beteiligten sich die Parteigenossen zum ersten mal an den Stadtverordnetenwahlen und, brachten ihren Kandidaten mit 156 Stimmen in die Stichwahl. Zur Reichstag8ersatzwahl in Breslau- West. Nächsten Montag findet eine außerordentliche Generalversammlung des socialdemokratischen Vereins in Breslau statt, in der der Kandidat unfrer Bartei zur Erfagwahl für unfren verstorbenen Genossen Schoenlant aufgestellt werden soll. Das Wahlkomitee bringt in Vorschlag die Genossen Eduard Bernstein, Dr. med. 9. Friedeberg= Berlin und Ostar Schiltz Breslau. d Der Fall Bredenbeck kam auch in der jüngsten Versammlung des Vereins" Thüringer Presse" zur Sprache. Es wurde eine scharfe Mißbilligungsresolution gegen die unziemliche Behand lung Bredenbeds angenommen. Polizeiliches, Gerichtliches usw. ufiv. legenheit dazu bieten die Verhältnisse des Kreises vollauf und das zu dem Gehörten ans, alle betonten auch die Notwendigkeit, die Bedürfnis nach planmäßiger Agitations- und Organisationsarbeit ist Arbeitenden soviel als möglich für die Organisationen zu gewinnen. in diesem Kreise, der früher schon socialdemokratisch vertreten war Der Vorschlag eines Herrn Kuchenbäder, die Mädchen sollten lieber von Geib, Penzig und Kayfer gleichfalls vorhanden. dienen gehen, als in Fabrik und Heimarbeit schlechten Lohn erhalten, Hoffentlich haben sich die Veranstalter des Unternehmens des wurde von mehreren Seiten mit dem Hinweise auf die Unfreiheit Einverständnisses der maßgebenden Organisationen versichert, die an zurückgewiesen, welche die Gesinde- Ordnung dem häuslichen Dienst dem Nifito nicht uninteressiert sind. aufe auferlegt. Der Vorschlag eines andern Redners, die Mütter sollten in guten Werkstätten arbeiten, für die Kinder gute Bewahr Eisleben polizeilich aufgelöst, weil ein Buchdrucker anwesend war. dem Bolt eine Fülle von Kraft und Gesundheit erhalten würden. anstalten gegründet werden, fand mehr Anklang, als er wohl- leider Eine öffentliche Zimmerer Versammlung wurde in bei jenen finden wird, welche durch Errichtung solcher Anstalten Die Auflösung ist ungefeßlich und die Veranstalter sollten nicht unterlassen, Beschwerde zu führen. Das Vereinsgesetz unterscheidet fahrungen unter den Heimarbeiterinnen einige Beispiele an. Unter Frl. Baader führte aus ihren langjährigen und vielseitigen Ernur zwischen öffentlichen Versammlungen und Vereinsversamum- den Webern bei Bernan, welche Vorarbeit für Teppichweberci, auch lungen. Zu einer öffentlichen Versammlung hat jedermann Zutritt- Seidenplüsche und feine Seidenwaren auf ihren Handstühlen abgesehen etwa von Soldaten, Polizeibeaufsichtigten und dergleichen. arbeiteten, sagte ihr eine Frau die rastlos schaffte: Wenn ich nur Wenn die Veranstalter sich selber Beschränkungen auferlegen wollen, 6 M. die Woche hätte, dann wäre ich glüdlich! Dort nur Zimmerer oder nur Schuster zulassen wollen, so ist das ganz fauften mehrere Familien gemeinsam 4 fund ebenso ihre Sache, als wenn Zimmerer oder Schuster zu ihren Fleisch, um es unter sich zu teilen! Berufsversammlungen noch Angehörige andrer Berufe zulaffen wollen. schönen Waltershausen, In dem am Fuß des Thüringer Waldes, Die Polizei geht das gar nichts an. wo kleine Kinder das Spielzeug verfertigen helfen, an dem -Talglichter und Petroleumlampen oder östliche und sich glücklichere Kinder erfreuen, es auch wohl achtlos zerbrechen, be westliche Polizeikultur. Auf dem Schnee", einer Ortschaft in trug der Tageslohn fleißiger Kinder 5-6 Pfennig. In der Dortmunder Gegend, verbot am Sonntag die Polizei in einer Sachsen, dem klassischen Lande der Industrie, in einem Dorfe, welches Versammlung die Verwendung von Petroleumlampen und forderte, die Herstellung von Störben zum Brotbacken im Hause betreibt, sprach daß mir Talglichter gebrannt wirden. ein Vater mit stolzem Bewußtsein zu ihr:" Fräulein, ich beute meine Kinder nicht aus. Sie brauchen nur bis 9 Uhr abends zu arbeiten, und dann dürfen sie ihre Schulaufgaben machen." Welch' grelles Schlaglicht wirft diefes naive Selbfilob auf die Zustände, die es er möglichen! Diese und andre Beispiele ergreifender Not, fast unbegreiflichen Elends sprechen machtvoller gegen die bestehenden Vers hältnisse als alle Theorie. In Oberschlesien dagegen genügte es fürzlich in einer Versammlung der Polizei nicht, daß neben dem elektrischen Lichte noch Talglichter brannten. Sie verlangte die Herbeischaffung von Petroleumlampen. Woraus der Schluß zu ziehen, daß Oberschlesien die Erleuchtung doch noch nötiger hat wie Westfalen. Aus der Frauenbewegung. Heimarbeit. Aus der Wäschebranche teilte Herr Stanowsky einige besonders auffällige Beispiele von Verdrängung der Werkstattsarbeit durch die billigere Arbeit der Zwischenmeister hin, welche noch mehr als die vereinzelte Heimarbeiterin die Preise drücken. Damit neben den schmerzlichen Bildern auch der Humor nicht fehle, erzählte er von einer Plätterin, welche auf seine Mahmung, sich zu organisieren, erwiderte, sie sei schon im Verein". In welchem denn? Mit Einwilligung des Ehemames in 23 it we noore in Ju einer öffentlichen Versammlung in Schöneberg am 26. November sprach Frau Ihrer über Wesen und Gefahren der Heimarbeit. Nach einem Ueberblick über das weite Gebiet der Haus In einer Parteikonferenz für den Wahlkreis Lichtenfels- induſtrie als der primitivsten Arbeitsform, welche in gleicher Weise Kronach( Nordbayern) wurde die erfreuliche Mitteilung gemacht, daß liefert, schilderte sie in lebhaften Farben, wie seit dem Erlaß der zur Sprache gebracht worden war, mahnte die Vorsitzende, Frau tünstlerisch feine und andrerseits die schlechteste und billigste Arbeit Nachdem noch die Wichtigkeit der Konsumvereine für die Arbeiter die Vergrößerung der„ Oberfränkischen Volkszeitung" eine erhebliche Arbeiterschutz- Gefeße die Arbeit im eignen Wohnraum eine unerhörte Selle, in eindringlicher Weise zum Eintritt in die gewerkschaftlichen Vermehrung der Abonnentenzahl zur Folge hatte. Es wurde dann auch die Kandidatenfrage zur Reichstagswahl Zunahme erfahren. Die Fabrikanten fanden es bequemer, nicht nur Organisationen mit Erfolg, wie einige Aufnahmen bewiesen. Nach Es wurde dann auch die Kandidatenfrage zur Reichstagswahl behandelt. Der bisherige Kandidat, Landtagsabg. Scher mi, hatte die Versicherungsgelder, sondern auch Heizung, Beleuchtung, Arbeits- einem Hinweis auf die bevorstehenden Stichwahlen, bei denen jedermitgeteilt, er die Kandidatur nicht wieder annehmen könne. Die raum usw. zu sparen, und überdies Arbeitswillige zu erhalten, welche mann, auch jede Frau gehalten ist, nach Kräften zum guten Erfolge Scherm, Kandidatur wurde darauf dem Landtagsabg. Walter in Koburg weder eine Grenze des Arbeitstages noch eine untere Grenze des Lohnes mitzuwirken, schloß die Versammlung. angetragen, der sich jedoch erst eine Bedenkzeit ausbat, um mit seinen fannten. Es sind eben Frauen, welche das Hauptkontingent der Koburger Genossen darüber zu reden. Heimarbeit stellen; welche von Natur und durch die besondere Art Eingegangene Druckschriften. des Arbeitsverhältnisses grenzenlos bescheiden und fügfam sind; teils Von der Kommunalen Pragis", Beitschrift für Kommunalpolitik Parteipresse. Nach dem Vorbilde des musterhaft geleiteten aus bitterer Not, teils weil sie in ihrer Arbeit nur eine Zubuße sehen, und Gemeindefocialismus( Dresden, Verlag Kaden u. Comp.), ist uns Armen Teufel" aus der Oberlausitz haben jezt die Parteigenoffen welche willkommen ist, und nicht durch Forderungen gefährdet soeben die Nr. 20 des 1. Jahrganges zugegangen. Aus dem Inhalt des 9. sächsischen Reichstags- Wahlkreises, der das Unglück hat, von werden soll. Nachdem in andren Ländern längst Schutzgesetze für dieser Nummer heben wir hervor: Mietervereine. einem Oertel vertreten zu werden, ein Blatt herausgegeben, das den die Heimarbeiterinnen bestehen, welche hier stets verschoben und ver- der focialdemokratischen Partei Elberfelds. Der Staat gegen die Kommune. Das Programm Kommunalprogramm des Titel führt: Der arme Lazarus aus dem Erzgebirge". tagt worden, hat der Schneiderverband mit seinen Forderungen für Evangelischen Arbeitervereins zu Berlin. Kommunalwahlen. Die Ge Das Blatt ist als Flugblatt bezeichnet, kostet 5 Pf. und soll nach die Konfektion die Frage aufs neue angeregt. Aber nicht nur die meinden und die Arbeitslosigkeit. Städtische Wohnhäuser in Nürnberg. Bedarf erscheinen. Wenn sich das Blatt den Inhalt des" Armen Konfektionsarbeiterinnen, auch die aller andren Branchen sollen ge- Krankenkassen und Arbeitslosigkeit. Unfallfürsorge in Berlin. Schul Teufel" so zum Muster nimmt, wie es mit dem Titel gethan hat, sezlich geschützt werden, um der Verelendung zu steuern, welche nur hygiene. Ein Krematorium für Chemniz. Ein Stadtpark für Plauen. nämlich die forgsame, dem Empfinden der ländlichen und klein durch strenge Maßnahmen zu Gunsten der Arbeitenden zu verDie Steuerreform in Leipzig. Ueber die Frage des Submissionss städtischen Arbeiterbevölkerung angepaßte Behandlung aller lokalen hüten ist. wesens. Unzulässige Schließung von Orts- Krankenkassen. Rundschaut. Angelegenheiten bei entsprechender Berücksichtigung der bedeutenden Nach der mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Rede entwickelte jährlich 1 M.( eingetragen in der Postzeitungsliste für 1901 unter Nr. 4019 a, Die„ Kommunale Praris" erscheint monatlich zweimal. Preis viertelpolitischen Vorgänge, dann fann es sicher auf Erfolge rechnen. Ge- sich eine lebhafte Diskussion. Alle Redner sprachen ihre Zustimmung 4. Nachtrag). Thoneic " 88 E Julius Haack Brunnenstrasse 198 BERLIN N. am Rosenthalerthor. Manufactur- und Modewaarenhaus größten Styls. Sonntags geöffnet: Don 8-10 und Mittags von 12-2 Hhr. Besonders vortheilhafte Angebote in ARE Damenwäsche. form mit Spitze. Besonders vortheilhafte Angebote in Tischwäsche. 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Montag: König Richard der Dritte. Nenes Opern Theater( Kroll). Iphigenie auf Tauris. Anfang 72 Uhr. B Montag: Luther. Außerordentliche Central- Theater. Urania. Freie Volksbühne. General Bersammlung Heute nachmittag 3 Uhr zu be: deutend ermäßigten Preisen: Konzert. Abends 72 Uhr: Gastspiel Sada Yacco und La Loie Fuller. Morgen und folgende Tage: Gastspiel Sada Yacco und Loie Fuller. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurterstr. 132. Am Altar. Beitgemälde in 4 Atten und 8 Bildern nach E.Werners gleichnamigem Roman. Anfang 72 Uhr. Montag: Das Schloß am Meer. Mittwochnachmittag 4 Uhr: Kinder: Schiller. Die Braut von Messina vorstellung. Prinz Diamant. oder: Die feindlichen Brüder. Anfang 8 Uhr. Montag: Lysanders Mädchen. Hierauf: Die Komödie Frrungen. der Deutsches. Maria Magdalena. Anfang 72 Uhr. Montag: Einsame Menschen. Berliner. Alt- Heidelberg. Anfang 72 11hr. Montag: Die rote Robe. Lessing. Haus Rosenhagen. Anfang 7 lir. Montag: Die lieben Feinde. Nesidenz. Die Wildente. 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Recht zahlreiche Beteiligung erwartet Dienstag, den 26. November, abends 82 Uhr, im GewerkDer Vorstand. schafthaus, Engel- Ufer 15, Saal Nr. 8, Seitenfl. 2 Tr.: 241/ 4* Achtung! Achtung: Socialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Dienstag, den 26. November, abends 8½ Uhr: Versammlung in Wernan's Festsälen, Schwedterstraße Nr. 23/24. Tages- Ordnung: Vortrag des Reichstags: Abgeordneten Georg Ledebour über: Der Beginn des Kampfes gegen den Zollincher." Diskussion. Zahlreiches Erscheinen erwartet Der Vorstand.[ 218/ 19* Oeffentlicher Vortrag des Herrn Dr. med. Knips- Hasse über: Frauen- Hygiene ( nur für Damen). Eintritt inkl. Broschüre 20 Pf. Billets sind von 28 Uhr am SaalEingang und vorher im Reformbad, Dessauerstr. 31, erhältlich. Voranzeige! Freitag, den 29. November, ebendaselbst Herren: Vortrag über: Sexual- Hygiene. Orts- Krankenkasse der Deutscher Holzarbeiter Verband. Schlosser und verw. Gewerbe. Montag, 25. November, abends 8% Uhr: Sitzung der Orts- Verwaltung im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. Montag, 25. November, abends 8 Uhr, Die Mitglieder obiger Kaffe werden auf Grund des§ 43 des Kassen: Statuts vom 12. Juni 1893 aufgefordert, am fämtlicher Arbeitgeber sowie der großjähr. Mitglieder obiger Kaffe am Sonntag, den 1. Dezember, vormittags 102 Uhr, in Wolffs Festfälen, Fruchtstr. 36a. Tages Ordnung: 10% Uhr vormittags: 11 Wahl von 53 Delegierten der Jahr 1902. beigeber für bad vormittags: 1. Wahl von 126 Delegierten der Rassenmitglieder für das Jahr 1902. 2. Verschiedenes. Kann die Tagesordnung nicht erSocialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berl. Reichstags- Wahlkreis. daß unser Mitglied, der Former Gustav Woywode, Den Parteigenossen zur Nachricht, Franseckistr. 46, am 21. d. M. durch Unfall verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, den 26. d. M., nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Städtischen Friedhofs aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet 248/20 Der Vorstand. Deutscher ledigt werden, so findet in demfelben Metallarbeiter- Verband Lokal und zur selben Stunde am Sonntag, den 8. Dezember cr., die Verwaltungsstelle Berlin. Fortsetzung der Versammlung statt. Todes- Anzeige. Wahlberechtigt und wählbar sind nur großjährige Kaffenmitglieder (§ 48 Abf. II des Statuts). ist Durch Unfall verstarb unser langs jähriges Mitglied, der Former Zum Eintritt in das Wahllokal i Gustav Woywode. das Mitgliedsbuch erforderlich. Das Wahllokal wird um 12 Uhr geschlossen, da um diese Zeit der Wahlakt beginnt. 21886 Berlin, den 24. November 1901. Der Vorstand. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am Dienstag, ben 26. November 1901, nachmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle des Central- Friedhofs in Friedrichsfelde 122/10 E. Last, stellvertretender Vorsitzender. aus statt. R. Hildebrandt, Schriftführer. Dienstag, den 26. November d. J., abends 8 Uhr, in Cohns Festsälen, Beuthstraße 20( großer Saal), behufs Wahl von 273 Delegierten sich einzufinden. Wahlberechtigt sind nur diejenigen Mitglieder, welche das 21. Lebensjahr zurückgelegt und im Besiz Branchenversammlung vegitimations- und Quittungsbuch zu legitimieren. Die Wahl iſt eine geder bürgerlichen Ehrenrechte find. Die Wähler haben sich durch das Kranken- Orts- Krankenkasse der Tischmacher im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal Nr. 1. Tages Odnung: 1. Fortseßung der Verhandlung der letzten Branchen- Versammlung betr. bie Organisation in dieser Branche. 2. Werkstattangelegenheiten und Ver: schiedenes. Korbmacher. Montag, den 25. November, abends 72 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15, Saal VII: Derlammlung. Tages Ordnung: 1. Bericht über die Agitation betreffs des Vertrauensmänner- Systems. 2. Branchenangelegenheiten. 3. Verschiedenes. Bünftliches und zahlreiches Erscheinen erwartet Die Kommission. Die Inhaber von Bibliotheksbüchern werden ersucht, dieselben In der Versammlung abzugeben. heime. Berlin, im November 1901. Der Vorstand. P. Heinrich, Vorsitzender. 21266 Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- llfer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonntag, den 24. November 1901, vormittags 10 Uhr: Morgensprache der Schraubendreher bei Wetzel, Wrangelstraße 136. Montag, den 25. November 1901, abends 8½ Uhr: der Schuhmacher. d. General- Versammlungen Die Ortsverivaltung. Central- Verband Maurer Deutschlands Filiale Berlin II. Am 21. d. M. starb unser Mitglied Franz Schölzchen am Dienstag, den 26. d. M., im Englischen Garten, im Alter von 45 Jahren. Alexanderstr. 27c. 1. Abends 8 Uhr: General: Ver: sammlung der Arbeitgeber, welche Kaffemitglieder beschäftigen. Tagesordnung: Ersatzwahl von 6 Vertretern aus der Zahl der Arbeit: geber pro 1901-1902. 2. Abends 81/2 Uhr: General- Ver: fammlung der Kaffenmitglieder, welche Versammlung der Former großjährig und im Beſüz der Bürgerim Kolberger Salon, Solbergerstraße 23. Tagesordnung: lichen Ehrenrechte sind. Tagesordnung: Ersatzwahl von 38 Vertretern aus der Zahl der Kassen: 1. Abrechnung vom dritten Quartal. 2. Die Lohnabzüge in den Eisenmitglieder pro 1901/1902. Witglieds: gießereien. 3. Diskussion. 4. Verbandsangelegenheiten. buch legitimiert. 21796 Dienstag, den 26. November 1901, abends 81 Uhr: 3. Abends 9 Uhr: General: Versammlung der Vertreter der Arbeit Modell- und Fabriktischler, sowie Modelleure. Bersammlung der Gold- n. Silberarbeiter Beber pro 1901/1902. Mittwoch, den 27. November, abends 8 Uhr, im WeddingPart, Müllerstraße 178: Branchen- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag über: Gewerkschaftsorganisation während der Krise". 2. Disfuffion. 3. Branchenangelegenheiten. Zahlreichen Befuch erwartet Die Kommission. Musikinstrumenten- Arbeiter. Mittwoch, 27. November, abends 8½ Uhr, Gewerkschaftshans, Branchen- Versammlung. Tages Ordnung: 1. Bortrag über: Naturerkenntnis und Weltfortschritt". Referent Dr. Wollheim. 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Bürstenmacher. 128/9 und verwandten Berufsgenossen im Dresdener Garten, Dresdenerstraße 45. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Paul Bernstein über:" Geschlechts: frankheiten." 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht Die Ortsverwaltung. Verband der Tapezierer. Tagesordnung: 1. Wahl von zwei Borstandsmitgliedern pro 1902/1903. 2. Ersazwahl von 1 Vorstands- Mitglied pro 1901/1902. Vertreterfarte legitimiert. 4. Abends 94 Uhr: General- Verfammlung der Vertreter der Staffenmitglieder pro 1901/1902. Tagesordnung: 1. Wahl von vier Vorstandsmitgliedern pro 1902/1903. 2. Ersazwahl von 2 Vorstands: Mit: Montag, den 25. November, abends 1/29 Uhr, im Gewerk: gliedern pro 1901/1902. Vertreter: schaftshaus, Engel- llfer 15: farte legitimiert. 5. Hierauf: Gemeinschaftliche Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet heute nachs mittag 3 Uhr von der Leichenhalle des St. Hedwig- Kirchhofs in Reinidens dorf, Berlinerstr. 8, aus statt. Bahlreiche Beteiligung erwünscht. 154/1 Der Vorstand. Todes- Anzeige. Hiermit die traurige Nachricht, daß unser Kollege Carl Westphal am 23. November im 58. Lebensjahr verschieden ist. Die Beerdigung findet am 26. No vember, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus- Kirchhofs zu 22265 Rixdorf statt.. Die Kollegen der Klaviaturfabrik Schwohls u, Co. Frauen- Vortrag Dienstag, d. 26., abends 81/2 Uhr: Nixdorf, Hermannstr. 49, über Krebskrankheit Pratt. Naturheilt. Grundmann, Ruranstalt Köpenickerstr. 72. Naturärztl. Sprechst. 11-2, 6-8. Mitglieder- Versammlung. famining der Beitreter Orts- Krankenkasse Tages Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Genoffen Rosenow über: Der deutsche Bauernfrieg von 1525." 2. Disfuffion. 3. Stellungnahme zur Gaufonferenz und Wahl der Delegierten zu derselben. " Wir machen besonders auf die am Freitag, den 29. d. Mts., abends 9 Uhr, im Gewerkschaftshause stattfindende öffentliche Versammlung aufmerksam, zu der sämtliche Verliner Arbeit: geber- Vercine schriftlich eingeladen find. Alle Kollegen, die in den letzten Tagen von der Verbandsleitung feine Mittwoch, den 27. November, abends 8½½ Uhr, bei Mörschel, Statiſtiffarte zugesandt erhalten haben, werden aufgefordert, sich solche vom Bureau, Engel- Ufer 1, zu holen und sofort auszufüllen. Die Verbandsleitung. 179/2 Jüdenstraße 35: Kommissions- Sitzung. Verb.deutsch. Schneider u. Schneiderinnen ( Filiale Berlin). Samariter- Kursus für Arbeiter und Arbeiterinnen. Bureau: Engelufer 15, Zimmer 7. Telephon Amt 7a Nr. 6672. Heute abend 5½ Uhr, im Vereinslokal Dresdenerstraße 45: Montag, 25. November, abends 8½ Uhr, in Haberechts Festsälen, Große Frankfurterstr. 30: der Oeffentliche Versammlung Herrenkonfektions- Schneider u.'- Schneiderinnen. Tagesordnung: 1. Bortrag des Kollegen Ritter über: Einrichtung und Bedeutung der neuen Zwangsorganisation des Handwerks und der vom Berliner Magistrat ausgesprochenen Ausdehnung der Kranken Versicherungsbflicht auf die Heimarbeiter. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 163/7 Pflicht jedes Herrenkonfektions- Schneiders ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. Dienstag, 26. November, abends 8 1hr, in den Arminhallen, Kommandantenstr. 20: Oeffentl. Versammlung der Herren- Massschneider. Tagesordnung: 1. Die gegenwärtige Situation in der Herren- Maßzbranche. Referent Kollege Nitter. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Das Erscheinen aller in der Herren- Maßbranche Beschäftigten ist zu dieser Versammlung besonders notwendig. Achtung! Heimarbeiter und Arbeiterinnen Weißensees. Dienstag, 26. November, abends 8 Uhr, bei Serru Sengbeil, König- Chauffee 49: Oeffentliche Versammlung für alle in der Heimarbeit beschäftigten Schneider und Näherinnen, Wäschearbeiterinnen und Plätterinnen. Tagesordnung: 1. Die Forderungen der in der Heimarbeit beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen an die Gesetzgebung bezüglich der Beschränkung der Heimarbeit. Referentin Frau E. Jhrer. 2. Diskussion. 3. Ver: schiedenes. Die in der Hausindustrie thätigen Arbeiter und Arbeiterinnen Weißenfees werden ersucht, zahlreich zu erscheinen. Der Vertrauensmann. Versammlung. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Christeller über:" Die Entwickelungs: geschichte der Heilkunde". 261/11 Nach der Versammlung: Gemütliches Beisammensein. Gäste sind willkommen. Morgen abend 9 Uhr Uebungsstunde in der Filiale Brunnenstraße 150. Vortrag über„ Knochenbrüche, Verrenkungen und Verstauchungen" Unt regen und rechtzeitigen Besuch ersucht Der Vorstand. Herren- Vortrag Freitag, den 29. November, abends 8½ 1hr, im Ostend- Restaurant, Gr. Frankfurterstr. 18, Karl Bruckhoff, Friedrichstr. 10, über:„ Sogenannte unheilbare Männerteiden." Nur für Herren! Eintritt frei! Tamenvortrag am Donnerstag, den 28. November, abends 812 Uhr, 1 Kellers Festsälen, Koppenstr. 29, Karl Brackhoff, Friedri chstr. 10, fiber: Moderne Frauenleiden." Nur für Damen! Eintritt frei! 22016 Arbeiter- Bildungsschule. Sonntag, 24. November, abends 7 Uhr, in Feuersteins Festsälen, Alte Jacob- Strasse Vortrag der Arbeitgeber und Kaffenmitglieder pro 1901/1902. Tagesordnung: 1. Wahl von drei Mitgliedern zum Ausschuß zur Vorprüfung der Jahresrechnung pro 1901. 2. VII. Abänderung zum Statut. Aenderung der SS 11 u. 12, ev. der IV. Abänderung. 3. Der Stand des Apothekenbontotts und verschiedene Kassenangelegenheiten. Der Vorstand. Orts- Krankenkasse der Möbelpolierer. Sonnabend, den 30. November cr., abends 8 Uhr, bei Merkowsky, Andreasstr. 26: Ordentliche der Kürschner u. verwandt. Gewerbe zu Berlin. Ordentliche Generalversammlung der Delegierten am Mittwoch, den 27. November 1901, abends 8 Uhr, in der Brauerei Bözow, Prenzlauer Allee 247. Tagesordnung: 1. Verlesung der Präsenzliste und des Protokolls. 2. Wahl von drei Vorstandsmit gliedern, 1 Arbeitgeber, 2. Arbeitnehmer. General- Versammlung. 3. Baht von brei Reviforen zur Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes. 2. Er: gänzungswahl des Vorstandes. 3. Wahl des Rechnungs- Ausschusses. 4. Wahl der Beamten. 5. Anträge. 6. Ver: schiedenes. 276/5 Berlin, den 24. November 1901. Der Vorstand. Orts- Krankenkasse Wahl Prüfung der Jahresrechnung. 4. Anstellung der Beamten nach einem Dienstvertrag. 5. Zwei Anträge Kranz und Genoffen: Die Medizinscheine durch Arbeitgeber ausstellen zu lassent. 6. Die Versicherungspflicht der Hausindustrie. 7. Antrag Kranz und Genossen: Aenderung des gegenwärtigen Arznei1. d. Tapezierergewerbe bezuges und der fonſtigen Heilmittel. zu Berlin. Donnerstag, 28. November, 8. Verschiedene Kassen Angelegen heiten. Die Versammlung wird pünktlich abends 81 Uhr, in den Arminhallen, eröffnet. Es wird daher gebeten, Kommandantenstr. 20: 21906 pünktlich und zahlreich zu erscheinen. Der Vorstand. 276/6 General- Versammlung 3. G. Seibenkranz, Borsitzender. Tagesordnung: 1. Rechnungsbericht. 2. Bekannt: machung der Beschlüsse des Vor: standes. 3. Wahl von 6 Vorstands mitgliedern( 4 Raffenmitglieder, 2 Ar beitgeber). 4. Wahl des Ausschusses zur Prüfung der Jahresrechnung. 5. Verschiedenes. J. A.: M. Deft, erſter Borfigender, 75: Charlottenburg, Kaiser Friedrichstr. 53. des Genossen Waldeck Manasse über: ,, Spinoza und Goethe" Eintritt 20 Pf. [ 5/ 9*] Garderobe frei. Bilderrahmenmacher. Sonntag, den 24. November, vormittags 9% Uhr, bei H. Wolter, Zuſammenkunft behuſs Neugrändung eines Bereins. Central- Verband der Stuccateure Achtung! Brauer und Brauerei- Hilfsarbeiter! Deutschlands( Filiale Berlin). Am Montag, den 25. November, abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Buske, Grenadierstraße 33: Abstinentenheim. ( Genossenschaft m.beschr.Haftpflicht) Montag, 2. Dezbr. cr., abends 81% Uhr, in WendisKlubhaus, Königsgraben 14a: Außerordentliche Generalversammlung. P.Siegesmund, licher Berfügung. Tages Ordnung: Aenderung des Statuts laut gerichtDer Vorstand. Joseph Pleczkowski. Oskarkoselowski. Felix Fränkel. [ 17466 21946 Uhrmacher, Naunynstrasse 80, empfiehlt sein Lager in Regulateuren, Wand, Taschenuhren und Ketten zu billigsten Preisen. Reparaturen unter Garantie gut und billigst. Lager von Gold- und Silberwaren. W. Krügers Restaurant, Vereinslokal, Naunynstraße 6. Sonntags: Familien- Abend. Centralverband der Maurer 2c. ( Zahlstelle Berlin II.) 2 Mitglieder- Versammlungen Die Genossenschafts- Brauerei des Verbandes der Gastund Schankwirte für Berlin und Umgegend erkennt den ringfreien für Moabit Außerordentl. Mitgliederversammlung. Arbeitsnachweis nicht an. 21676 für Wedding Tagesordnung: 1. Beschlußfaffung über die Errichtung unserer Fachschule und Aufnahme ber Teilnehmer an derselben. 2. Verschiedenes. Zahireiches Erscheinen der Mitglieder ist erforderlich. Die Agitationskommission der Brauerei Arbeiter Berlins und Umgegend. J. A.: Fritz Preuss. 100/8 Bühne 2 M. Der Vorstand. am Sonntag, den 24. November, vorm. 10 1hr, im Lokale Fischer, Waldstr. 8. am Montag, den 25. November, abends 8 Uhr, im Lofale Hoffmann, Vafewalkerstr. 3. Tages Ordnung: 154/2 1. Berichterstattung aus den Vertreter- Sigungen. 2. Verbandsange= 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzlos. Zahn- legenheiten. ziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Teilzahl. wöchentl. Regen Besuch erwartet 1 M. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr. 130. Spr. 9-7 Die Verbandsleitung. erscheint am Berliner Arbeiter- Kalender 1902 Dienstag, .9hr Jedes Wort: 5 Pfennig. Nur das erste Wort fett. Worte mit mehr als 15 Buchstaben zählen doppelt.. * Verkäufe. Kleine Anzeigen. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt, Sonntag, 24. November 1901. sorisch(!) sein dürften, mit großer Majorität angenommen. Es gelangte dann die Eingabe der nicht praktizierenden erzte( Professoren, Docenten usw.) betreffend die Beitragsder Berliner Universität hat sich an den Kultusminister gewandt, um leistung zur Aerztekammer zur Besprechung. Eine Anzahl Docenten Befreiung von der Beitragspflicht zu erlangen, da sie nicht praktizierende Aerzte seien. Der Vorstand der Aerztekammer hat hierauf bereits ein ablehnendes Antwortschreiben an den Minister gerichtet. Auf Antrag des Geheinrats Bergmann wurde diese Antvort einstimmig gutgeheißen und nochmals darauf hingewiesen, daß jene Herren nur durch die ärztliche Approbation ihre Aemter erlangt und deshalb auch die Pflichten eines approbierten Arztes auf sich zu nehmen haben. die zum Teil mehr als dreimal so hohen Preise Berliner Partei- Angelegenheiten. der Tage zahlen; denn auch Herr Bernard berechnet, wie die Charlottenburg. Montagabend 81/2 Uhr findet in der Gam: andern Apotheken den Krankenkassen die vollen Tarpreise! Und dabei brinus- Brauerei, Wallstr. 94, eine öffentliche Kommunal- vergegenwärtige man sich, daß selbst bei den Preisen der Liste Herr wähler Versammlung statt, in welcher Reichstags- Bernard anscheinend sehr gut seine Rechnung findet, trotz der beAbgeordneter Zubeil über die bevorstehenden Stadtverordneten deutenden Spesen, welche alljährlich Druck, Versand usw. machen! Stichwahlen sprechen wird. Diese Benachteiligung der Kassen kann übrigens durch die Wilmersdorf. In einer in Strauß' Salon, Ede der Augusta- Gutscheine" beseitigt werden, welche demnächst bei den Stassen zur straße und Berlinerstraße, stattfindenden Volksversammlung Einführung kommen. Den verständigen Kranken wird dann der Arzt wird Genosse Waldeck Manasse Dienstag Abend 8½½ Uhr über nicht mehr ein Rezept über 50 Gramm Zinföl" ausstellen. Mit die Gemeindewahlen sprechen. Am Mittwoch finden die Wahlen im dem Gutschein geht der Kranke in eine der zugelassenen Apotheken Victoriagarten, Wilhelmsaue, statt. Als Kandidaten find von unsrer Seite aufgestellt: Hausbefizer August Natusch, Gast- zeigt ihn aber nicht vor, sondern fordert mündlich, wie jeder wirt Paul Hilpert und Redacteur Wilhelm Schröder. Die Private, für 30 Pfennige usw."; der Kassenkranke bekommt dann Wahlzeit ist vormittags von 10 bis 2 Uhr und nachmittags von wie jeder Private für 30 Pfennige dieselbe Menge, die er bei Ab4 bis 8 Uhr. Die Parteigenossen am Orte werden ihre ganze Kraft gabe eines Kaffenrezepts mit 56 Pfennig hätte bezahlen müssen zur Agitation einsetzen. Gegen Abgabe des Gutscheins im Droguengeschäft oder auf der Adlershof. Die Mitglieder des Wahlvereins machen Kaffe erhält der Kranke das verauslagte Geld zurückerstattet bezw. wir darauf aufmerksam, daß Anträge zur Statutenänderung bis zum er kann auch, wie sonst, einen Arzneivorschuß erheben. 1. Dezember schriftlich beim Vorstande eingereicht sein müssen. Gleichzeitig bringen wir in Erinnerung, daß Sonntagvormittags von 10-11 Uhr im Restaurant Lehmann, Bismarckstr. 28, Bücherwechsel stattfindet. Der Vorstand. Mühlenbeck. Beit nicht gestattet werden. Die Bereinsversammlung findet erst am nächsten Sonntag statt. Nieder- Schönhausen. Dienstagabend 81/2 1hr Vereinsbersammlung bei Settekorn, Lindenstraße. Referent: Genosse Gerstenberger Weißensee über: Die Zollvorlage und das arbeitende Bolt. Lokales. Totensonntag. Berlin am Totensonntag! Ein eigenartiges, wehmütig fesselndes Bild! Wohin das Auge schaut " Fliegende Kaffeeküchen" will der Verein für Volkshygiene bereits im nächsten Monat in den Straßen Berlins an den DroschkenHalteplägen und vor den großen Fabriken kursieren lassen. Für billiges Geld soll heißer Kaffee, Kakao und Milch an jedermant abgegeben werden, um dem Alkoholkonsum Abbruch zu thun. Der Verein für Feuerbestattung ersucht uns, folgendes bekannt zu geben: Die beiden Urnenhallen des Vereins für FeuerDer Former Gustav Woywode aus der Fransediftr. 46 ist, bestattung auf dem städtischen Friedhofe in Friedrichsfelde und im wie wir gestern mitteilten, infolge eines Unglüdsfalls gestorben. Parf von Treptow find am heutigen Totensonntag von 10-3 Uhr Boywode war ein eifriges Mitglied unsrer Partei und hat längere nur für diejenigen Leidtragenden geöffnet, die Afchen- Urnen AnJahre im sechsten Wahlkreise für die Verbreitung socialdemokratischer gehöriger besuchen wollen. Fremden kann der Zutritt während dieser Ideen gewirkt. Wer ihn kannte, lernte bald das Pflichtbewußtsein und die Opfermütigkeit unfres dahingeschiedenen Genossen schätzen, jahren 1902/04 zu berechnenden Kosten für die Verpflegung Der Magistrat hat eine neue Festsetzung der in den Rechnungsund daher wird die Berliner Socialdemokratie auch diesem braven von Geistestranten usw. in den städtischen Frrenanstalten Mitstreiter ein ehrendes Andenken bewahren. Die Beerdigung erfolgt zu Dalldorf und Herzberge, in Lichtenberg, sowie in der Anstalt WuhlDienstagnachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des städtischen Fried- garten aufgestellt. Die Stadtverordneten- Versammlung wird in einer hofs in Friedrichsfelde aus. Der Vertrauensmann der Schönhauser ausführlich begründeten Vorlage ersucht, sich damit einverstanden zu Borstadt spricht die Erwartung aus, daß die Parteigenossen sich zahl- erklären, daß der Kostenansatz für die volle Anstaltsverpflegung feita dreich an dem Leichenbegängnis beteiligen. gesetzt wird auf a) 2,30 M. für die Frrenanstalten und auf 2,60 m. für Wuhlgarten; b) bei der Außenpflege für Leistungen von der Gustav Dahms, der leitende Redacteur der Woche" ist ge Hauptanstalt außer der Barauslage an die Pflegestelle innerhalb der in allen Straßen storben. Ein Nierenleiden hat den Achtundvierzigjährigen in Grenze des Satzes zu a bei Privatanstaltspflege auf 35 Pf. für die und Gaffen, auf allen Wegen und Stegen. begegnet es ernst get airo, wo er Heilung suchte, hinweggerafft. Mit Dahms ist eine Jeremanstalten und 55 Pf. für Wuhlgarten, bei Familienpflege auf stimmten Menschen, feierlich gekleideten Männern, Frauen und Bersönlichkeit, eine in ihrer Art beachtenswerte Erscheinung der 65 Pf. für die Irrenanstalten und 80 Pf. für Wuhlgarten; c) die Kindern, die, mit Blumen und Kränzen beladen, nach den Fried- Berliner Journalistenwelt dahingegangen. Die Eigenart seiner Be- allgemeinen Verwaltungsfosten im Sinne von§ 31a des Gefeßes vom Höfen hinauswandern, um die Gräber ihrer Toten zu schmücken. Die gabung zeigte sich, als er Redacteur der Frauenzeitschrift" Bazar" 11. Juli 1891 und seiner Materialien auf 1,30 M. für die FrrenLästerer Berlins, die den Berliner so gerne als pietätlos wurde und mehr noch als er bei Gründung der Scherlschen Woche" anstalten und 1,60 M. für Wuhlgarten. schelten, müssen an diesem Tage verstummen. Durch den Anblick der die Leitung dieses Blattes übernahm. Instinktiv, mit einer Wahlprotest. Der Verein Berliner Grundeigentümer SüdHunderttausende, die es heute zu den Friedhöfen sozusagen genialen Geſchicklichkeit wußte Dahms herauszufinden, Ost" hat unter dem Vorsiz des Stadtv. Iden und nach einem Widerwas dem jeweiligen Leserkreis seiner Zeitschrift frommte. So hob hinauszieht, werden sie Lügen gestraft. Nun soll freilich die Art, in der der Berliner am und so stempelte er, als er dann bei Herrn Scherl in Stellung trat, inzulänglichkeit und ungeeignetheit des Wahllokals Einspruch gegen er durch Heranziehung tüchtiger Mitarbeiterschaft das Frauenblatt spruch des Stadtv. Daber beschlossen, beim Magistrat wegen der Zotensonntag feiner Toten gedenkt, zumeist nicht mit einer ebenso geschäftskundigen Begabung die„ Woche" zu dem die Wahl des Abg. Karl Goldschmidt I zum Stadtverordneten in der die rechte sein. In denjenigen Kreisen, die der Kirche den Rücken bekannten Bilderbuch, dessen Dasein ein jeder, der es mit der 11. Abteilung des 9. Wahlbezirkes zu erheben. gewandt haben und diese Kreise bilden in Berlin den weitaus geistigen Entwicklung seines Volkes erst ernst nimmt, in hohem Straßenpflasterungen. Der Magistrat wünscht eine neue Festgrößten Teil der Bevölkerung hat man auf das kirchliche Drum Maße bedauert, und wonach doch sich aller Hände ausstrecken. Ueber setzung der nach dem Ortsstatut vom 7./19. März 1877 von den Ander„ Woche" war und Dran des Totenfestes verzichtet. Das ist durchaus folgerichtig. diesen Charakter niemand sich klarer liegern für Pflasterung und Unterhaltung neuer Straßen zu ers; als ihr Chefredacteur, und mit einem Aber den Frommen erscheint dieser Verzicht als ein Verlust, durch den Freimut, der stattenden Kosten für das Rechnungsjahr 1901/2. Beim Vergleich der an Bentlichkeit nichts zu wünschen übrig ließ, fälte dem Totenfest in ihren Augen das Beste genommen wird. Nur der über das Publikum, das die Woche" verschlang, sein Urteil. daß seit dem Jahre 1899 eine weitere nicht unwesentliche Preiser gezahlten Preise mit den berechneten Durchschnittspreisen ergab sich, Kirchengänger, meinen sie, befize mehr Pietät gegen die Verstorbenen, und Das war Chuismus. Aber dieser Cynismus war nicht abstoßend. steigerung der Pflasterung eingetreten ist. Es ist deshalb eine Erer habe die rechte Art, der Toten zu gedenken. Es ist ein Herzens- Er hatte im Gegenteil für jeden, der den persönlich liebenswürdigen höhung des ortsstatutarischen Einheitspreises( Säße) erforderlich und wunsch aller Frommen, den kirchlichen Charakter des Maum tannte, elias Versöhnendes in sich; es war unmöglich, einem empfiehlt der Magistrat der Stadtverordneten- Versammlung, diese für Totenfeftes wieder mehr zur Geltung zu bringen, Dahins zu zürnen. Und wie sich oft die widersprechendsten Eigen- Hauptstraßen auf 16,75 M. und für Nebenstraßen auf 15 M. für den das Totenfest weiteren Kreisen der Bevölkerung wieder zu einer schaften in bizarrer. und doch harmonischer Gruppierung zusammen Geviertmeter festzusetzen; den Beitrag zu den Kosten der Unterfirchlichen Angelegenheit zu machen. Die Bemühungen, diefes Ziel finden, so war auch Dahms bei aller Jovialität ein Stück haltung neuer Straßen auf 20 Pf. für den Geviertmeter und das zu erreichen, sind von Jahr zu Jahr gesteigert worden. Erst tam Kampfnatur. Es wird ihm unvergessen bleiben, wie er als Jahr und für die Unterhaltungspflicht bei etwa zu zahlendem die Verteilung von Totensonntags- Predigten auf den Friedhöfen, Schriftführer des Vereins Berliner Preſſe in der Förderung Ablösungskapital auf 80 Pf. für 1 Quadratmeter festzusetzen und die des Ansehens dieser Organisation mit ganzer Straft bemüht tosten für die Bauleitung usw. bei der Festiegung der ortsstatutaridie einen fortgesetzt wuchsenden Umfang angenommen hat, war und wie er weiter noch in den letzten Jahren im schen Anliegerbeiträge außer Ansatz zu lassen. ind dann ging man dazu über, am Totensonntag auf den Kampfe wider zweifelhafte Elemente in der Journalistik Friedhöfen auch öffentliche Andachten abzuhalten ein Agitations- manchen Strauß ausfocht. Die Zahl unsrer Parteigenossen, die so Ein gefährlicher Brand fam Sonnabend kurz nach Mittag mittel, dessen Anwendung nun gleichfalls allgemeiner werden zu den Dahingeschiedenen fennen gelernt haben, ist nicht gering. Es im Laboratorium der Apotheke Zum weißen Hirsch in der Bellewird keiner unter ihnen sein, der das Andenken an dem Toten Alliancestraße, Ecke Yorkstraße, aus. Als der Hausdiener den Keller betrat, drang ihm Hanch entgegen, worauf er schleunigst die FeuerOb der Erfolg der bisherigen Bemühungen die nicht lieb und wert hielte. wehr alarmierte. Niemand wagte sich in den Keller hinein, weil Veranstalter bereits einigermaßen befriedigt hat, darüber hat ,, Sie wollen nicht arbeiten." Das ist ein Vorwurf, den dort u. a. ein großer Ballon Benzin lagerte, dessen Explosion jeden eigentlich noch wenig verlautet. Wenn er hinter ihren vermutlich man namentlich aus Anlaß der letzten Arbeitslosen- Ver- Augenblick erfolgen konnte. Die Feuerwehr veranlaßte zuerst, daß ohnedies nicht sehr hohen Erwartungen noch zurückgeblieben sein sammlungen häufig genug vernehmen konnte. Zum Zeichen alle Parterreräume von ihren Bewohnern verlassen wurden und ging sollte, dann wäre das schon deshalb begreiflich, weil gerade der dafür, welcher Art die Beschäftigung ist, die von den Arbeitslosen dann mit großer Vorsicht mit 3 Schlauchleitungen, die von DampfFriedhof der ungeeignetste Ort und der Totensonntag die un- berschmäht wird und verschmäht werden muß, möge eine be- sprigen gespeist wurden, gegen das Feuer vor. Es gelang denn geeignetste Zeit ist, den unverlangten Trost des Gottes- achtenswerte Aufklärung dienen. In Nr. 543 veröffentlichte die auch, eine Explosion zu verhüten, doch brannte das Laboratorium " Deutsche Tageszeitung" folgendes ihr aus ihrem Leserkreise zu wortes denen aufzudrängen, an die bei solchen Veranstaltungen gegangenes Schreiben: in erster Reihe gedacht wird: der aufgeklärten Arbeiter schaft, die sich von der Kirche abgewandt hat dem Bolte, dem erhalten oder zurückgegeben werden soll, was unsre Kirchenfrommen Religion" nennen. Wenn eine Arbeiter familie ihrer Toten gedenkt, wenn die Bewohner der Vorstadtgemeinden am Totensonntag den Friedhof aufsuchen, wenn dort ein trauerndes Ehepaar vor das Häuflein Erde hintritt, das ihr durch einen frühen Tod hingerafftes Kind deckt, eine Mutter mit dem Waisen lagend an dem frischen Grabhügel des Gatten und Baters steht, der im harten Frondienste des Kapitals zu Grunde gegangen ist ja, dann machen sich meist ganz andre als kirchliche Gedanken geltend, sehr weltliche und sehr bittere Gedanken, gegen die fein gesprochenes oder geschriebenes Trostwort eines Pastors aufkommen kann. Aus manchem dieser Gräber dringt es zu den Hinterbliebenen herauf wie eine Iaute, zornige Anklage gegen die Gesellschaft, die fort und fort in Gleichgültigkeit zusieht, eine dem Moloch Kapital Opfer auf Opfer gebracht wird. wollen scheint. Apothekerpreise. zu übervollständig aus. Vorher waren Stargarderstr. 63 und Pücklerstr. 6 fleine Wohnungsbrände abzulöschen. Außerdem wurde die Wehr noch nach Wörtherstr. 3 gerufen, wo der Inhalt eines Hängebodens in Flammen aufging. Ich suchte für mein Geschäft Stadtreisende gegen Provision und Spesenvergütung und wandte mich mit Gesuchen an alle hiesigen kaufmännischen Vereine, 7 an der Zahl. Drei Vereine schrieben, Schon wieder ist ein leberfall auf eine Geschäftsfran daß sie nur Stellungen gegen festes Gehalt vermitteln, die übrigen verübt worden. Ueber den Vorfall, der im Westen der Stadt großes antworteten überhaupt nicht. Nun wandte ich mich an drei fogen. Aufsehen hervorrief, erhalten wir folgende Mitteilungen: Zu der im Stellenvermittelungs- Comptoire, aber nur ein einziges Comptoir Parterregeschoß des Hinterhauses Kulmstraße 9 wohnenden fandte einen Mann, der in seiner Bescheidenheit außer der Provision 62jährigen Althändlerin Frau Meiners fam gestern vormittag 100 M. Gehalt haben wollte; natürlich ohne Garantie gegen 11 Uhr ein etwa 35jähriger fremder Mann und bot ihr eine nehmen, dieses zu verdienen. Jetzt nahm ich eine Zeitung zur Weckeruhr zum Verkauf an. Als die alte Frau erklärte, daß der Hand und schrieb an zehn Leute, die dringend" Beschäftigung Weder völlig wertlos sei und sie dafür keine Verwendung habe, zog fuchten, und niemand meldete sich! Um noch einen legten Versuch der Unbekannte plöglich ein dolchartiges Meffer aus der Brusttasche zu machen, stellte ich mich an einer Zeitungs- Ausgabe auf und und drang mit dem Rufe auf die Händlerin ein:„ Wenn Du altes fuchte mir vier geeignet erscheinende Leute heraus, die sämtlich, A.. die Uhr nicht haben willst, so sollst Du wenigstens daran glauben." nachdem ich ihnen flar gemacht hatte, was ich wollte, die Stellung Die mißtrauische Frau hatte jedoch die Absicht des Fremden rechtannahmen. Ich bestellte sie zur nochmaligen Besprechung nach zeitig bemerkt und mit großer Geistesgegenwart versetzte sie dem meiner Wohnung, und niemand ließ sich sehen. Auch eine Annonce hatte keinen Erfolg; die sich meldenden vier Angreifer einen Stoß, bevor dieser von seiner Waffe einen Gebrauch Personen verzichteten. Dabei handelt es sich um leicht ver- machen konnte. Der Bursche taumelte zurück, blieb mit dem Absag an der Thürschwelle hängen und stürzte auf dem Korridor zu Boden. täfuliche Artikel, bei welchen nicht einmal Branchenkenntnis er- Frau M. schlug schnell die Thür zu und alarmierte durch Hilferufe forderlich ist. die Hausbewohner. Als der Näuber seinen Plan vereitelt fab, ergriff er die Flucht und es gelang ihm auch, in der Bülowstraße seinen Berfolgern zu entkommen. Der Bursche, der etwa 1,60 Meter groß ist, war mit einem grauen, reduziert aussehenden Anzuge bes fällig wilden Gesichtsausdruck. fleidet, hat einen dunkelblonden Schnurrbart, dunkles Haar und aufDie wahre Bietät gegen die Verstorbenen, die rechte Art der Hierzu schreibt man uns: Der Einsender der Anklage gegen die Toten zu gedenken, fei das nicht sagen die Paftoren, die sich den Stellungslosen ist ein in einem bekannten hiesigen Geschäft angestellter r. Die leicht verfäuflichen Artikel, die Tranernden am Totenfonntag auf den Friedhöfen als Tröster an- Kaufmann Namens se Familienbieten, wenn sie kommen, um die Gräber ihrer Lieben zu schmücken. dieser Herr an den Mann bringen will, find wappen. Wer ein bißchen Verständnis dafür hat, wie die gegenDie rechte Art besteht darin, daß sie sich in Demut beugen wärtige Notlage jeden zwingt, seine paar Pfennige zusammenzuhalten, vor dem Willen des Allmächtigen und nicht hören auf die wird begreifen, daß es außerordentlich schwer, ja fast unmöglich Auf eine eigentümliche Weise wurde gestern ein 25 Meter zornigen Anklagen, die aus den Gräbern zu ihnen herauf- ist, derartig unnüßes Zeng all den Mann zu bringen. hoher Fabritschornstein in der Neanderstraße niederdringen. Es ist ein ehrendes Zeichen für die in Betracht kommenden gelegt. Der Unternehmer hatte, um die Kosten einer Sprengung faufmännischen Vereine, daß fie fich auf solchen Schwindel zu ersparen, mit polizeilicher Genehmigung ein seltsames Hilfsmittel überhaupt nicht einlassen, und ebenfalls verdienen die zur Anwendung gebracht, um den Koloß umzuwerfen. In der Höhe Vor uns liegt eine Vorzugs- Preisliste für Aerzte, Kranken- Stellunglosen Anerkennung dafür, daß fie trog aller Not auf die von 1,50 Meter über dem Erdboden wurde in das Mauerwvert eine Häuser, Hofpitäler 2c." von Bernard's Einhorn- Apotheke Angebote des braven Lefers der Deutschen Tageszeitung" nicht Oeffnung geschlagen und in diese eine Holzsteife eingefügt, welche Dann wurde das Mauerin Berlin. Auf Seite 17 dieser Liste finden wir ein Verzeichnis der hineinfielen. Eine große Dreiftigkeit ist es aber, wenn dieser Herr fest genug war, um die Last zu tragen. Preise, zu welchen die genannte Apotheke die sogenannten ben Mangel an Dummheit in einen Mangel an Arbeitswilligkeit wert in der gleichen Höhe an der linken Ecke durchbrochen. Nachdem umstempelt. nun auch hier eine Steifensicherung angebracht war, fonnten ohne Magistralformelu" abgiebt, d. 5. vielgebrauchte, feststehende Verordnungen, wie sie sich in Berlin in der Armen- und Die Aerztekammer trat gestern im Provinzial- Ständehause au jegliche Gefahr die zwischen den beiden Stützen befindlichen Steinreihen entfernt werden. Nun wurden die mit brennbaren Stoffen Staffenpraris eingebürgert haben. Diese Verordnungen werden nun teilungen von seiten des Vorfigenden Geheimrat Becher erhält ſtart getränkten Balken angezündet und in dieſer Weise die Stüßen einer Sigung zusammen. Nach einer Reihe geschäftlicher Mitvon Herrn Bernard zu recht billigen Preisen angeboten: 3. B. Pepfin- Privatdozent Dr. Wehl als Gaft der Kammer das Wort zu einem entfernt. Nach kan zehn Winuten waren die dicken Balken derartig migtur ftatt für 97 Pfennig( Tarpreis) für 40 Pfennig, lösende Referat über die Verbrennung von Pestleichen. Seine berkohlt, daß sie ihre Tragkraft verloren und der Schornstein brach Mixtur statt für 75 Pfennig für 20 Pfennig. 8intöl statt für Anträge gehen dabin: In Erwägung, daß die Bestleichen geeignet in der gewünschten Richtung nach dem Bauplatz zusammen. 56 Pfennig für 20 Pfennig. Ichthyolfalbe statt für 113 Pfennig sind, die Best zu verbreiten, ferner, daß die Erdbestattung der Beſt- Die Große. Ueber eine Uebervorteilung bedenklicher Art schreibt für 35 Pfennig usw. Nun sollen das ja Vorzugspreise sein, also leichen nicht unter allen Umständen eine schnelle und sichere Ber- uns ein Lefer: Dienstag Abend kurz nach acht Uhr benutzte ich, vom Preise, die Herr B. anscheinend nur Großabnehmern, wie Kranken- nichtung der Bestteime gewährleistet, endlich daß die schnelle und sichere Gewerkschaftshause kommend, einen Wagen der Strecke Müllerstraßehäusern oder besonders bevorzugten Personen, wie den Aerzten, ge- Bernichtung der Besterreger im öffentlichen Intereffe geboten ist, be- Winterfeldplay. Ich stieg in den Anhängewagen ein, da der Borders währen will. Aber andrerseits ist nicht daran zu zweifeln, daß zu schließt die Aerztekammer, den Oberpräsidenten zu ersuchen, bei der wagen besetzt war. Meine Absicht war, bis zur Bellealliancestraße nur wenig erhöhten Preisen auch jeder Private die genanten Medikamente Staatsregierung dahin zu wirken, daß die Vernichtung der Best- zu fahren. Kurz nachdem ich meinen Nickel bezahlt hatte, verkündete leichen durch Feuer gestattet werde, und bont dem ge- der Schaffner an der Hasenheide, daß der Anhängewagen nicht weiter in Bernhards Einhorn- Apotheke im Handverkauf" entnehmen kann. faßten Beschluß allen Aerztekammern Kenntnis zu geben. fahre. Jm Vorderwagen war tein Blaz und so blieb mir nebst etwa Anders bei den Krantentassen. Sie dürfen nicht zu dem Preise die Der Antrag wurde, obgleich Geheimrat v. Bergmann auf die Kost- acht andren Fahrgästen nichts übrig, als in strömenden Regen auf Meditamente kaufen, zu dem Herr B. sie in seinem Preisverzeichnis spieligkeit der Anlage von Krematorien himvies und der Ober- den nächsten Wagen zu warten. Zuerst kam ein Wagen, der gleichin jeder gewünschten Quantität" anbietet, sondern die müssen präsident betonte, daß solche Anlagen in jedem Falle nur provi- falls an der Hasenheide Schicht machte; nach etlichen Minuten erschien " einer mit Anhängewagen, ber diesmal burchfuhr. Wir stiegen ein, 1 gezogen find. Bon der herrschenden Bragis des Ober- Verwaltungs- des Corpsstudententums in dem Stüde figuriert. Was bei gewöhn mußten aber wohl oder übel noch einmal zehn Pfennig zahlen. So gerichts, welches sich zunächst mit dem Einspruch zu beschäftigen hätte, lichen Menschenkindern, die mit ungestußten Flügeln aufgewachsen respektiert die Straßenbahndirektion den Zehnpfennigtarif. Ließe sich fönnen wir jedoch alles mögliche erwarten; hoffentlich werden unsre find, eine Schule des Geckentums, der Streberei und reaktionärer eine berartige lebervorteilung nicht durch die Einführung von Um Genossen, wenn es sein muß, alles daran setzen, um der Social- Verblödung ist, das mag von einer Durchlaucht, die hinter den steige- Billets beseitigen? demokratie den Sieg zu sichern. Unferm jüngsten Bericht ist engen Gitterstäben höfischer Etikette groß geworden, ja vielleicht Zwei Schwindlerinnen haben in der letzten Zeit unter der 29. November um eine Stichwahl im 1. Bezirk handelt, nicht um und Erleuchtung empfunden werden. Die neuen Scheuklappen, die Zwei Schwindlerinnen haben in der legten Zeit unter der insofern ein Irrtum unterlaufen, als es sich zur Wahl am immer noch mit einigem Recht als aufrüttelnde innere Befreiung Maste von Krantenpflegerinnen in Berlin ihr Wesen ges eine Neulvahl im 2. Bezirk. In der Prinz hier angelegt bekommt, find wohl nicht ganz so dicht als trieben und namentlich öffentliche und Privathotels gebrandschazt. die alten, und so mag er am Ende glauben, die Klappen überhaupt Sie wußten sich die Tracht von Krankenpflegerinnen zu verschaffen Der Arbeiterausschuß der Artilleriewerkstätte in Spandan losgeworden zu sein. Alles ist relativ und nichts so schlimm, daß und fanden unter dem Vorgeben, vorläufig ohne Stellung au sein, hat gestern infolge von Lohndifferenzen feinen Boften niedergelegt. es an einem schwereren Uebel gemessen, nicht noch als Vorzug er in mehreren Hotels Aufnahme, aus denen sie dann ohne Begleichung Es ist dies bereits der vierte Ausschuß der königlichen Militär- fcheinen tönnte. Und schließlich Jugend ist Jugend, auch in den der Rechnung verschwanden. Um Mitleid zu erregen, nahmen ste stets ihre beiden kleinen Kinder mit sich und wurden dann um so werkstätten, der sich durch die fortgesetzten Abzüge an Accordlöhnen lächerlichsten und faritiertesten Formen lebt ein Schimmer ihres Straftund Glücksgefühles fort. williger aufgenommen. Auf Ersuchen des Besizers einer Gastwirt zu diesem Schritt genötigt fah. Das Publikum fand an den bunten Bühnenbildern sehr beschaft wurde schließlich die eine der falschen Krankenschwestern und Aus der Spandauer Stadtverordneten Sigung. Vor Eindann die andre festgenommen. adidas tritt in die Tagesordnung gab Stadtv. Rieger( Soc.) gegenüber dem zeichnend nennt der Autor sein Werk ein Schauspiel- großes Gebekannten Herrn Reinede, der in voriger Sigung während der fallen. Der Wirtshausgarten mit dem Hintergrund des Schlosses, Zur Warnung. Der Verdacht, das alte Fräulein Mebenwalt Abwesenheit unfres Genoffen diefen der frivolen Verdächtigung ehr- die Studentenbude des Prinzen mit dem Heidelberger Ausblick, bas ermordet zu haben, richtete sich seinerzeit auch gegen einen Schloffer barer Bürger" beschuldigt und ihm nach Büdlerscher Art mit Gedränge bunter Mützen und Bänder, die wohlbekannten Klänge des Reumann, der jedoch vom Schwurgericht freigesprochen wurde. Mit jungen Eichen" gedroht hat, eine sehr gepfefferte Erklärung Regie für die äußere Wirkung aufs stimmungsvollste arrangiert. Gaudeamus" und der alten Burschenherrlichkeit", alles war von der der Verhaftung Neumams, der jet wegen anderer Strafthaten zu ab, in welcher er die Moralanschauungen des Herrn Reinede ge- und wieviel andre Ueberraschungen! Man denke, ein leibhaftiger Regie für die äußere Wirkung aufs stimmungsvollste arrangiert. büßen hat, ließen die früher häufigen Einbrüche bei allein wohnenden bührend festnagelte und seine Snippelrede in das richtige Licht Erbpring, der infognito, während der alte Hoffchulmeister den Schlak und wieviel andre Ueberraschungen! Man denke, ein leibhaftiger Damen, namentlich Lehrerinnen, ganz merklich nach. Seit vierzehn Tagen rückte. In der Angelegenheit der Uebernahme von städtischen Erbprinz, der inkognito, während der alte Hofschulmeister den Schlaf aber nehmen diese Einbrüche wieder in einem Maße zu, daß man an- Arbeiten des Gerechten schläft, von dem bemoosten Präses der Sagonen für hatte die und Lieferungen nehmen muß, es habe sich wieder ein Einbrecher auf dieses Sonder- Kommiffion das Corps geteilt" wird; eine„ Durchlaucht", der man, als sie unt einen Beschlaß gefaßt, welcher alle Stadt fach verlegt, zumal da die Arbeitsweise" bei diesen nenesten Ein- verordneten, Magistratsmitglieder und Deputierte von städtischen Uhr in der Frühe mit der ganzen Gesellschaft auf ihre Bude brüchen immer dieselbe ist. Lehrerinnen und andre alleinstehende Arbeiten und Lieferungen ausschließen sollte. Der Magistrat hinauf will, ben Hausschlüssel ans dem Fenster herunter Damen werden daher gut thun, thre Wohnung nach Möglichkeit be- hat biefem Beschluß nicht zugestimmt und die Versammlung und auf ein Haar zusammen mit dem Mädchen nach Paris durch werfen muß; die endlich gar mit einem lieben Schankmädel herzt auffichtigen zu laffen oder anderweitig zu sichern, wenn sie ste ver- berwarf den Beschluß in namentlicher Abstimmung mit 18 gegen laffen müffen. Von erfolgten Einbrüchen aber follten fte der 9 Stimmen. Dafür stimmten außer unfren fünf Genoffen nur vier gegangen wäre! Und, auf daß das Herz nicht zu kurz tomme, itach Der gemütliche Kriminalpolizei unverzüglich Anzeige machen, nicht verspätet, wie es Bürgerliche. Dagegen stimmten audy einige Stadtverordnete, die bem luftigen Anfang das ſentimentale Ende! meistens geschieht. Denn jede Verzögerung erschwert die Verfolgung bei der Sache sich persönlich interessiert fühlen mußten, die aber Seidelberg- schwärmende Erzieher und Begleiter des Prinzen, der in dem ersten Aft über seine Krankheit so hypochondrisch gejammert und Festnahme des Verbrechers. den§ 44 der Städte- Ordnung ganz außer acht ließen. gemischte Da Die Not des Alters. Der Selbstmord einer Greifin wird Der neue Krankenhaus- Etat wurde auf 201 602,67 m. in Eine hatte, daß man mit Sicherheit annahm, der Dichter wolle ihn in aus der Mödernstraße gemeldet. Hier wohnte in dem Hause Nr. 112 nahme und Ausgabe festgestellt, ebenso einige andre fleinere Etats. dem Trubel des Studentenlebens späterhin gesund werden laffen, seit vier Jahren die 78 Jahre alte Arbeiteriitwe Emilie Herrmann, Endlich nahm die Versammlung eine Vorlage an, welche die legt sich nach einer Abschiedsrede, in welcher er dem Prinzen ein die sich durch Austragen von Zeitungen und Stublflechten den Relittenverforgung für die städtischen Arbeiter schärft, die Heidelberger Tage niemals zu vergessen, zum Sterben nieder Lebensunterhalt erwarb, ganz für sich allein. Als Nachbarsleute einführt. Diese Vorlage, welche fich zwei Jahre in der Schiebe und der Brinz selbst wird mitten in den Freuden des ersten Semesters der fleißigen Greifin, die feit einigen Jahren an Atemnot litt, befand, enthält manche recht realtionären Bestimmungen, welche an den Hof, um die Regierungsgeschäfte zu übernehmen, zurückgerufen. In einigen Jahren hat er, in der öden Abgeschlossenheit seines neuen gestern nachmittag etwas zu effen bringen wollten, fanden sie sie in auszumerzen sich unsre Genossen lebhaft bemühten. Alle von unsrem Metiers, das Lachen gründlich verlernt, er wird menschenschen, kalt, der verschloffenen Stube todt auf einem Stuhl figen. Mit einer Genoffen Pieper gestellten Abänderungsanträge wurden jedoch finster und hochmütig. Da fliegt ihm eine Heidelberger Erinnerung Scheere, die neben der Leiche lag, hatte sich die Lebensmüde an den abgelehnt und die Magistratsvorlage schließlich mit einigen vom fiber den Weg und unbezwinglich packt ihn die Sehnsucht, die alten Händen die Pulsadern geöffnet. Referenten beantragten Abänderungen angenommen. Stätten seines Glücks und seiner Freiheit noch einmal zu sehen. Aber Einen schweren Unfall erlitt ein Straßenbahnschaffuer am Steglitz. Mit dem Erlaß eines Orts statuts für das hier natürlich, nun trifft er alles verändert. Er hatte an Freunde und Sonnabendmorgen 7 Uhr auf der König- Chauffee. Dort beugte sich der zu errichtende Gewerbegericht beschäftigte sich die hiesige Ge- Genoffen gedacht, aber die jungen Herren in den Corps empfangen Schaffner Lange, welcher den Anhängewagen Nr. 408 der Linie Spittel- meindevertretung in ihrer Freitags- Sigung. Der Entwurf, der gegen ihn jegt mit feierlichst devoter Rede. Hoheit, Durchlaucht und kein markt- Weißenfee begleitete, während der Fahrt über den Hinter über dem Berliner Statut verschiedene von socialdemokratischer Seite Ende! Diese Scenen sind die wahrsten und stimmungs des Stückes. Einsamer als zu Hause figt er perron. Hierbei stieß der Beamte mit dem Kopf gegen einen dicht angeregte Verbesserungen enthält, wurde, anscheinend nur deshalb, vollsten in Der Schöffe Maier( freisin.) bekämpfte die abgewandten Hauptes an ihrer Festtafel. dem an den Schienen haltenden Turmwagen der Union- Glefricitäts- heftig bekämpft. Gesellschaft und wurde auf den Fahrdamm geschleudert. L. erlitt öhe der auf 6 M. pro Sigungstag normierten Entschädi letzten Augenblick, als die andern gegangen, stürzt Käthi herbei. Sie hierbei Verlegungen am Kopfe sowie einen Rippenbruch und mußte aung für die Beisiger; die Etatskommission müsse erſt prüfen, ist diefelbe geblieben und lichterloh flammt in den Seelen der Beiden nach seiner Wohnung gebracht werden. ob der Etat dadurch nicht zu sehr belastet werde. Die die alte Liebe wieder auf. Und bei dem Abschiednehmen giebt ihm fonfervative Opposition der fogenannten" Unabhängigen", das gute Kind die leise Mahnung mit, daß, wenn er ihrer freundlich Hand an sich gelegt hat der 52 Jahre alte Gerichtsvollzieher bemängelte durch die Herren Wendeler und Jachmann u. a., daß der gedente, er auch nicht so finster und herb zu den andern sein dürfe; Hermann Schulz, der seit 3 Jahren im Ruhestand lebte, aus Entwurf die Wahlberechtigung nicht auch wie die Wählbar- und seine fünftige Frau, die Durchlaucht- Prinzessin, die soll er auch Schlesien hierher gekommen war und für sich allein im Erdgeschoß keit an einen zweijährigen Ortsaufenthalt binde. Der sehr glücklich machen. Beruhigt fieht man, da der Fürst bewegten des Hauses Stralsunderstraße 18 wohnte. Der Mann schien fich Referent sowohl wie der Gemeindevertreter Stapp( Soc.) verteidigten Herzens ihr, an dieses Wort zu denken, zufchwört, den Vorhang schon lange in gedrückter Stimmung zu befinden, ohne sich über die den Entwurf energisch. Der letztere betonte, daß man in Steglis bei fallen. Mit einem Worte: alle Töne der Gefühlsstala, von Benedig Ursache auszusprechen. Als gestern ein Maler, der am Vorderhause Bemessung der Gehälter und Pensionen der höchsten Gemeinde- bis zur Birchpfeiffer hin, wurden angeschlagen, und just in folcher zu thun hatte, durch das Fenster sah. bemerkte er, daß Schulz fich beamten ohne Rücksicht auf die Belastung des Etats sehr freigebig Mischung, wie sie dem Publikum am meisten zu behagen schien. auf seinem Sofa fißend an einem Haken erhängt hatte. Ein Arzt gewesen sei, daher sei eine Knauferigkeit den Arbeitern gegenüber Die Aufführung war. und zwar nicht nur in der Inscenierung stellte fest, daß der Tod schon vor einigen Tagen eingetreten sein nicht angebracht. Den konservativen Wünschen nach Ver- recht gelungen. Willy Rohland war als Prinzenerzieher so gut ge mußte. schlechterung des Wahlrechts sei durch das Gesetz launt und humoristisch, daß man fein Sterben mitten im Stücke Vermikt wird der Drechsler Franz Poplawski aus Berlin, der ein Riegel vorgeschoben, Riegel vorgeschoben, dessen Studium der Opposition doppelt schmerzlich empfand. Harry Walden machte aus dem bor 14 Tagen aus Medlenburg nach Weißensee, wo seine Mutter in au empfehlen fei. Auch der Schöffe Regierungsrat Kühne Prinzen, was aus ihm zu machen war, und hatte in der Käthi des der Großen Seestr. 28 eignen Besitz hat, zurückkehrte. Seit Montag- mußte sich erst vom Referenten darüber belehren laffen, el. Taliansti eine äußerst muntere Partnerin. Würdevoll und er abend ist Poplawski verschwunden. Wer etwas über den Vermißten daß die Wahl der Beisiger nicht, wie jener annahm, in einem Wahl- haben war der Kammerdiener, den Herr L'Allemand gab. Auch -dt. weiß, wird gebeten, Herrn Gustav Sänger, Neu- Weißenfee, gauge, sondern in nach Arbeitgebern und Arbeitnehmern getrennten die Nebenrollen lagen in guten Händen. Rölkestr. 136, v. 3 Tr., davon Mitteilung zu machen. Wahlgängen zu erfolgen habe. Die Mehrheit der solchermaßen sachkundigen Gemeindevertretung Opernhaus. Und das nennen die Leute einen Mozarta Das Polizeipräsidium teilt mit: Nach einer Mitteilung der lehnte den Antrag der Kommission, den Entwurf in erster Lesung Chtlus! Eine freisförmige Bewegung in dem alten Schlendrian Polizeiverwaltung Spandau sind einer aus Köln kommenden Arzu genehmigen gegen 7 Stimmen ab und beschloß. beim Regierungs- it es allerdings. Längst hat man sich von andren Bühnen her ge beiterfamilie Mechter am 9. d. M. auf dem Spandauer Personen- präsidenten bezüglich des angekündigten Musterstatuts anzufragen wöhnt, unter einem solchen Cyklus eine wirklich neue, felbständige, fortbahnhofe zwei Kinder im Alter von 8-11 Jahren abhanden ge- und in besonderer öffentlicher Sigung eine nochmalige Beratung des schrittliche Leistung zu verstehen; und die Münchener Weise des Mozart. kommen. Die beiden Kinder sollen in Begleitung eines Buppenspielers Entwurfs vorzunehmen. spieles beginnt allmählich auch nach Norddeutschland zu wandern. Ingefehen worden sein, der in einem Zuge von Cüstrin nach Berlin in Abgelehnt wurde die von Interessenten veranlaßte An- awischen täuscht die hiesige alte Oper mit ihren Cyllen" das wahrhaft der dritten Wagentlasse fuhr und dort seine Künste gezeigt hat. regung, durch Ortsstatut auch die Erteilung der sogutmütige Publikum. Die an Mitteln reichste Oper! Nun wird man vielDer 11jährige Knabe mit dem Vornamen Mag trug eine graue genannten halben Schanttonzession an die Restaura- leicht fragen, was wir denn eigentlich wollen, ob die vorgestrige Joppe, schwarze furze Hosen, schwarzes Jackett und Weste, graue teure von der Bedürfnisfrage abhängig zu machen, wobei Figaro"-Aufführung nicht gut gewesen sei, und was denn noch Strümpfe, eine Matrosenmüße mit Krone und Anter; er hat auf über ungleiche und ungerechte Handhabung der Fonzessionsbefugnis extra gethan werden solle? Aber gerade umgekehrt: wir warten darauf, fallend langes blondes Haar. Das achtjährige Mädchen, Anna, geklagt wurde. daß uns das Theater etwas bringe. Etwas, ein Etwas, irgend etwas, trug ein fchwarzes Jackett, grünliches Kleid, schwarze Strümpfe, Die prompt erfolgte Bestätigung des Bürgermeisters bas tünstlerisch mitzählen würde, sei's auch schließlich verfehlt. Wieder Knöpfschuhe, gelbes Umschlagetuch und war ohne Kopfbedeckung. Am Buhrow aus Aschersleben als Amts- und Gemeinde wird man vielleicht antworten: Ihr wißt gar nicht, wie viel Mühe linten Badenknochen hatte das Kind ein Geschwür. vorsteher von Steglig wurde mit dem Bemerken bekannt wir uns geben, wie sorgfältig wir einstudieren usw.!" Allein man gegeben, daß dessen Amtsantritt Anfang Januar erfolgen soll. tann sich und große Künstler endlos quälen und doch nichts zuwege Die diesjährigen Weihnachts- Gratififationen sollen bringen, wenn der Herde ein wahrhaft leitender Hirte fehlt, be nach dem Antrag Rapp auch auf die bei der Gemine bezwen z. B. auf der Bühne uiemand da ist, der sich an der gegenwärtigen Weiterentwidlung der Vortragskunst fchäftigten Arbeiter ausgedehnt werden. teiligen will. Um außerdem etwas zu nennen, δαξ bei Die Erregung der Privilegierten. Aus Tegel wird berichtet: einer solchen Extra- Aufführung gemacht werden könnte, so erwähnen Große Erregung hat unter den Hausbefizern die Gewährung einer wir die Wiedereinsetzung der Secco- Recitative an Stelle des Sprech weitstel en Hypothet an die Baugenossenschaft Freie Scholle" in dialogs, die bisher nur ein oder das. andre Mal da oder dort verTegel durch das Reichsamt des Junern auf die bereits errichteten fucht wurde. Merkwürdigerweise haben sich gegen das Zurückgreifen Orgeltonzert. Während der Wintermonate finden die Orgel Genossenschaftshäuser hervorgerufen. Die Genossenschaft wird im auf solche Recitative just einige Stimmen ausgesprochen, die ausvorträge in der Marienkirche nicht Mittwochmittag, sondern Frühjahr eine Anzahl nener Doppelhäuser aufführen lassen. gerechnet zu den fortschrittsfeindlichsten gehören( F. Hiller, D. Jahu, Montagabend 7% Uhr bei freiem Eintritt statt. Der VorLichtenberg. Die Gemeindevertretung hat befchloffen, die E. Hanslid). Mittlerweile aber vermochte sich unser Geschmad soweit zu trag am Montag, den 25. November, ist ein Bach Konzert mit Kom pofitionen, die der Totenfeier entsprechen( Kantate Selig ist der Mann, Klage gegen die Nachbargemeinde Friedrichsfelde auf Anerkennung verfeinern, daß uns das Hinundhergeworfenwerden zwischen Sprech Das Singfpiet" ift Baffacaglia, große E- moll- Fuge 2c.), ausgeführt von Herrn Musikdirektor des Rechtes anzustrengen, Friedrichsfelde mit Wasser zu ton und Sington unerträglich werden kann. Otto Dienel, Fr. Anni John- Rösel, Fr. Gertr. Labauve, Herrn Sarzen versorgen. In einem Vertrage mit der Rechtsvorgängerin der Ge- nach seiner bisherigen Behandlung eine vergangene Sache. JmmerMüller, dem Biolinisten Herrn H. Spöndly und Herrn Rob. Schwieffelmann. meinde Lichtenberg, der Kontinentalen Wafferwerts- Gesellschaft, ist hin deutet einiges daraufhin, daß uns Versuche zu seiner Renaissance -wenn's eine wirkliche Renaissance gilt! Wolzogens Ueberbrettl. Da die polizeiliche Gebrauchsabnahme des die Pflicht hierzu ausdrücklich anerkannt und nach Meinung des Ge- bevorstehen. Auch gut neuen Hauses erst am Dienstag, den 26. b. M. stattfinden kann,... sich die meindevorstandes ist durch ein Zwischenurteil des Kammergerichts wenn nicht, so sei lieber gleich eine luge Vorsicht empfohlen.idb Direktion des E. v. Wolzogenschen Bunten Theaters( Ueberbrett) veranlaßt auch das entsprechende Recht zugestanden worden, Das ablehnende Doch um auf die Königliche zurückzukommen: es bleibt über gesehen, die für diesen Tag angefeßt gewesene Eröffnungsvorstellung auf Berhalten von Friedrichsfelde zwinge zur Klage. Die von den jene Aufführung aus dem Mozart- Cyllus wahrlich nicht mehr viel Donnerstag, den 28. d. Wis., zu verschieben. Die für Dienstag Socialdemokraten beantragte Beschaffung von Filzpantoffeln zu sagen übrig. Wir kennen das ausgezeichnete Orchester, tvir kennen ausgegebenen Billets sind für die Eröffnungsvorstellung gültig. Erwünschten oder Schuhen zunächst für die aus der Kolonie Wilhelmsberg nach die teils ausgezeichneten, teils guten, teils mittelmäßigen Solisten, Falles werden die für Dienstag gelösten Billets an der Staffe gegen bar Lichtenberg kommenden Schulkinder zum Wechseln des Schubzeugs wir kennen die lässige Regie. Es ist schade um die Zeit, Einzelues während der Unterrichtsstunden wurde der Konsequenzen halber" nachzurechnen. Gegen Kunstgedankenlosigkeit fämpfen Götter selbst vergebens. Daß Frl. Hiedler, auch eine etwaige Indisponiertheit wieder abgelehnt. abgerechnet, in ihren Duetten mit Frau Herzog wieder merten ließ, was eine unvollkommene neben einer höchst volltommenen Gesangskunst bedeutet, daß Fräulein Rothauser für schule für Alt- Schöneberg, ein Realgymnasium für den Friedenauer Berliner Theater. Alt Heidelberg." Schauspiel in die ganz einzige Gestalt des Pagen Cherubin nur äußeres, fein Ortsteil und ein solches für den Berliner Ortsteil geschaffen werden. 5 Aften von Wilhelm Meyer Förste r. Willst Du inneres dramatisches Können mitbringt, usw. usw.- alles das noch Die für Alt- Schöneberg und den Friedenauer Ortsteil bestimmten frei fein, willst Du die Jugend fühlen und zum Menschen eigens aufzuzählen würde nachgerade eine Verschwendung von Anstalten beabsichtigt der Magistrat bereits Ostern 1902, die Schule werden", Jüngling, fo löfe ein Billet nach Heidelberg und tritt Mitteln sein, ähnlich der, die sich jenes Theater fort und fort für den Berliner Ortsteil Ostern 1908 zu eröffnen. Studierens halber bei den Sagonen ein. Oder auch bei den Sayo- leistet. Aus Schöneberg schreibt man uns: Nach Meldungen eines boruffen, oder den Rhenanen, oder schließlich auch bei irgend einem hiefigen Blattes ist von bürgerlicher Seite gegen die Wahl des Ge- der andren Corps, das da auf den feucht- lichten Höhen des Lebens nossen Obst zum Stadtverordneten des 9. Bezirks Einspruch erhoben wandelt. Hier bist Du Mensch, hier darfst Du's jein." Und wenn worden, nachdem Obst das ebenfalls neu gewonnene Mandat im Du ein Bring wärest und Deine liebe lange Kindheit und Jugend 4. Bezirk zurückgegeben hatte. Daß man überhaupt gegen diese hindurch nichts andres als papierne Lakaienseelen um Dich gehabt Wahl würde Protest erheben können, nachdem der Wahlvorstand sie hättest, hier wird das große freie Leben, das fern von den feier für gültig erklärt hatte, war nach dem flaren Stimmenverhältnis lichen Fürstenpalästen vorbeirauscht, Dir in aller seiner Herrlichkeit nicht zu erwarten. Sollte vielleicht der im legten Augen aufgehn. blide ergangene Einspruch von gewiffer Seite nicht ohne Absicht so spät erfolgt sein? Wie man überhaupt hier einen Grund zum Protest herausbestillieren will, ist uns unerfindlich. Bekanntlich betrug die Gesamtzahl der abgegebenen Stimmen für die beiden sich gegenüberstehenden Kandidaten Obst und Bresch 534, so daß als absolute Mehrheit 268 Stimmen herauskommen. Da unser Genosse Obst aber 271 Stimmen erhalten hat, sein Gegner nur 263. so dürfte es nicht schwer sein, zu entscheiden, wer Sieger geblieben ift. Die für den Steinmegmeister Nehe abgegebenen 17 Stimmen Tönnen hierbei unmöglich in Betracht kommen, da Nehe zu den Kandidaten der Nichteingesessenen gehörte, die auf ihn gefallenen Stimmen auch bereits bei der absoluten Stimmenmehrheit in Betracht wirklich eine richtige Durchlaucht, ein Erbpring, als Erziehungsobjekt Schröder ihre Stimme zu geben. Die Polizeiverwaltung bittet um Mitteilungen über den Verbleib der Kinder. at noth -Arbeiter- Bildungsschule. Heute abend 7 Uhr in Feuersteins Festfälen, Alte Jakobstr. 75, Vortrag des Genossen Walded Manaffe über„ Spinoza und Goethe". Der am vergangenen Freitag ausgefallene Unterricht in Rede- lebung wird am Mittwoch, den 27. d. M., im Gewerkschaftshaus, Engel Ufer 15, Saal V, nach geholt. zurückgenommen. # Aus den Nachbarorten. Der Schöneberger Magiftrat hat nun doch die Errichtung bon drei neuen höheren Lehranstalten beschlossen. Es soll eine RealTheater. Heil Dir Corpsbursch, schönste Blüte " An dem Riesenbusch der Zeit! Durch mein trunkenes Gemüte Duftet Deine Herrlichkeit. Schmiß Berichiß Bierjunge- hängen! Abgestochen! Juden' raus! Brüder preist in Hochgesängen Das erhabene Herrscherhaus Unwillkürlich fallen einem bei dem Alt- Heidelberger Symnus Meher- Försters jene reizenden Verse Henkells ein. Etwas erträglicher wird die Verherrlichung freilich dadurch, daß Versammlungen. SZ. Die Gemeinderatswahlen in Wilmersdorf bildeten in einer gut befuchten Versammlung, die am 21. November hier tagte, das Thema, über welches Dr. Bernstein referierte. Die eingehende Darstellung der socialdemokratischen Forderungen auf kommunalem Gebiete fand in der Versammlung rege Zustimmung, ebenso wurde in der Diskussion die Kritik über örtliche Mißstände, die von den aufgestellten Standidaten geübt wurde, als berechtigt anerkannt und der lebhafte Wunsch ausgesprochen, daß es der Partei gelingen möge, in der Gemeindevertretung die Intereffen der Arbeiterklasse zu bertreten. Die Wahl findet am 27. November vormittags 10-2 Uhr und 4-8 Uhr abends statt. Am Dienstag, den 26. d. M., wird Genosse Waldeck Manaffe in Struß' Salon über unsre Forderungen in der Gemeindevertretung sprechen. Die Genossen bitten wir, am 27. November ihre Pflicht zu erfüllen und unsren Kandidaten Matusch, Hilpert und Versammlung der Arbeitslosen in Charlottenburg. In worden; der Mann hat sich dann in feiner Belle erfchoffen. Ueber| vouzieher auf Grund des Urteils die Pfändung und den Berlauf des Pfandes Charlottenburg fand am Freitagnachmittag in Hoffmanns Bolts- den Vorfall schreibt man uns: Dem Unteroffizier Hagen wurden vornehmen. Ober er wählt den Weg, ber thin wenigftens die Gerichtsloften garten eine von 400 Personen besuchte Arbeitslosen- Versammlung Beruntreuuugen zur Last gelegt. In seiner Civilstellung war er ein erfpart, nämlich den der Versteigerung ohne vorhergehende Klage. Die Berstatt. Die Erschienenen bildeten natürlich nur einen Bruchteil der tüchtiger Kellner gewesen;" beim Militär brachte er es bereits mit steigerung findet auch in diesem Fall durch einen Gerichtsvollzieher statt. hier am Orte Beschäftigungslosen, denn die Lage des Versammlungs- 22 Jahren zum Unteroffizier. Da Hagen aber vor der Front nicht ist der Geldbetrag zu bezeichnen, wegen beffen der Verkauf stattfinden soll. Dem Eigentümer muß der Verkauf angedroht werden. In der Androhung Totals war sehr ungünstig, an der Spandauer Grenze gelegen. Die gut zu gebrauchen war, erhielt er die Stellung eines Rechnungs- Der Verkauf darf nicht vor Ablauf eines Monats nach der Androhung er Saalbefizer inmitten der Stadt hatten es abgelehnt, der Gewerkschafts- führers vom Kasino, und hier entwickelte er, der stets eine offene folgen. Auch dieser zweite Weg führt insbesondere bei kleinen Forderungen tommission zu diesem Zweck einen Saal zu überlassen. Das Referat über Hand hatte, fich gewissermaßen zum„ Bankier". In seinem Leicht zu verhältnismäßig erheblichen Kosten. Das ratsamste für Gläubiger und die Ursachen und Wirkungen der Arbeitslosigkeit hatte Frl. Jmle über- finn beging der Leichtsinnige Fälschungen, und am 15. b. M. brach Schuldner bleibt deshalb eine Vereinbarung, daß freihändiger Verkauf stattnommen, deren Ausführungen unter andachtsvoller Ruhe, nur mitunter die Katastrophe über ihn herein. Mit einem Revolver schoß er sich bes Pfandinhabers. 2. und 3. Liegt kein Pfandantrag, sondern lediglich ein finden barf. Durch Bettablauf werden die Sachen keineswegs Eigentum von stürmischen Beifallsbezeugungen unterbrochen, entgegen genommen am nächsten Tage eine Kugel durch den Kopf; unaufgeklärt bleibt, wurden. Die Rednerin kritisierte, daß von seiten des Staates und wie er zu der Waffe tam. Am 20. November' starb Hagen an der aufbewahrungsantrag vor, so können Sie lediglich die Rücknahme der Ihnen zur Aufbewahrung übergebenen Sachen verlangen. Eine Vergütung haben der Kommunen feine Zählungen der Arbeitslosen vorgenommen sind, Schußwunde. Sie nur zu beanspruchen, wenn solche vereinbart war oder wenn die Aufsondern man sie auf die mühevollen Arbeiten der Gewerkschaften an Ein Frauenmord in Stuttgart. Aus Stuttgart vom 28. No bewahrung nach den Umständen des Falles( z. B. wenn Sie Spediteur find) gewiesen, die aber immerhin noch kein umfassendes Bild der be- vember wird ein rätfelhafter Word gemeldet. In einem mit Stachel- nur gegen eine Vergütung zu erwarten war. M. W. 1. und 2. Nein. stehenden Arbeitslosigkeit uns geben können. Und diese Zählungen braht umgebenen Rondel bei der Hofwaschküche hinter dem Residenz der Angehörigen ober der Erben von Fremdenlegionären nicht. Sie thun D. J. Soviel uns befannt, besteht der von Ihnen behauptete Anspruch seitens der Gewerkschaften, so weit fie bis jetzt vorliegen, geben uns schloß wurde heute früh 7 Uhr die 22 jährige Dienstmago Babette am besten, unter Darlegung des Sachverhalts und Ihrer Ausicht, sich an schon ein erschreckendes Bild der herrschenden Arbeitslosigkeit. In Wirth mit durchschnittenem Halfe tot aufgefunden. Neben der Leiche, bas auswärtige Amt in Berlin zu wenden. E. 3. 24. 2affen Sie dem Wesen der heutigen unsinnigen Produktionsweise liegt welcher Uhr und Geld geraubt ist, lag ein Herrenstock. Von dem Ihre Hand von der Börse und von Industriepapieren feber Art, wenn Sie es, daß die Krisen mit dem Gefolge der Arbeitslosigkeit an Umfang Mörder hat man noch keine Spur. gut schlafen wollen. Legen Sie die paar tausend Mart, wenn Sie dieselben zunehmen und immer weitere Streise und Schichten der Bevölkerung mit Sicherheit einige Jahre entbehren können, in einer Sypothek zur ersten mit ins Elend ziehen. Was ist nun demgegenüber zu thun? Wir Stelle oder, falls Sie hin und wieder Kapital oder Zinsen glauben flüffig Berliner Stadtanleihe und die infen bei der Sparkaffe ges machen zu müssen, in deutscher Reichs- oder preußischer Staats- oder G. 14. Ja F. M. 60. Ein Recht, Aufhebung des Mietsvertrages zu verlangen, steht Ihnen nicht zu, falls, wie es scheint, das ungefunde der Wohnung auf deren Ueberfüllung zurückzuführen ist. Jahnstr. 6. 1. Klagen Ste auf Beseitigung der Plage. Als bestes Mittel gegen Ratten wird vom Reichs- Gesundheitsamt Piftolin bezeichnet. 2. Das ist möglich.- With. D. Da Sie feinen hauspafchalischen Bertrag unterzeichnet haben, auch nicht mündlich besonderes vereinbart haben, so gelten die geseglichen Vorschriften. Danach hat Ihre Frau das Recht, in der Wohnung zu waschen. Nur darf die Art des Waschens nicht die Wohnung selbst infolge Ueberpantschens, Nichtlüften und dergleichen ruinieren. des Waschrechts statt, Findet folcher Mißbrauch so kann der Wirt auf Unterlassung und erst bei trotz Abmahnung fortgesetzten erheblichem Mißbrauch auf Ermission flagen. Waschen Ste also unbesorgt weiter. R. 2., Nigdorf. Nein. Abonnent Jhehoe. Ein Lagerhalter mit S. 306, Mitte. 25 M. Wochengehalt hat in der höchsten Klaffe zu fleben. Arbeiterrecht Geistlichen wenden, sodann Ihrer katholischen Religionsgemeinschaft gegenE. Sch. 500. Sie müßten sich an einen evangelischen über den Austritt, der evangelischen den Eintritt ausdrücklich erklären. Donnerstag Freitag November 1901 24. Wetter- Prognofe für Sonntag, den 24. November 1901. Ziemlich falt, vielfach heiter, aber veränderlich mit leichten Schneefällen Berliner Betterbureau. Briefkasten der Redaktion. Aus Philippeville( Algier) wird vom 23. November gemeldet: Arbeiter müssen uns selbst helfen, indem wir die Gewerkschaften zu Getreidehaufen zusammen; vier Arbeiter( wurden dabei getötet und In den Magazinen der Schiffahrts Genossenschaft stürzten zivei einer achtunggebietenden Macht auszubauen haben. Die Frage der Arbeitslosen Unterstügung muß in den Gewerkschaften mehr be- zwei schwer verletzt. rücksichtigt und durchgeführt werden, denn durch diese Einrichtung helfe die Gewerkschaft ihren arbeitslosen Mitgliedern in den schlechten Beiten hinweg und verhindert damit, daß und frischen nordwestlichen Winden. nicht so viele Arbeiter wie heute als Lohnbrücker auftreten. Zweitens müsse man danach streben, geordnete Lohn- und Arbeitsverhältnisse auf tariflichem Wege seitens Arbeitnehmer und Arbeitgeber anzubahnen, und drittens die Forderung: Einführung paritätischer Die juristische Sprechstunde findet am Dienstag, Donners: Arbeitsnachweise. Dieses sind drei Forderungen, die bei gutem Willen und genitgender Stärke der Gewerkschaften im heutigen tag und greitag von 7-9 1hr abends statt. Gesellschaftsleben durchgeführt werden können. Auch müsse man Bachstein. Der Maurer Behrend ist am 16. Junt 1886 aus Berlin Reich, Staat und Kommunen an ihre Pflichten erinnern, die sie an und am 19. Februar 1887 aus Stettin ausgewiesen worden. ihren notleidenden Bürgern bei dieser Gelegenheit zu vollführen haben jemand, dem eine Sache als Pfand für ein Darlehn gegeben ist, hat zwei N. H. 17. 1. Der Pfandinhaber, also z. B. der Hauswirt oder und daher müssen die Forderungen der Arbeitervertreter in diesen Körper- Wege, um zur Befriedigung zu gelangen, die aber beibe tofifpielig find. schaften hochgehalten und immer wieder von neuem erhoben werden.( Leb- Entweder flagt er seine Forderung ein und läßt dann durch einen Gerichts hafter Beifall.) Dem Vortrage folgte eine rege Diskussion, in welcher Spörer, Schulze und Flemming die brei erhobenen Forderungen der Referentin als durchführbar und durchaus vorteilhaft bezeichneten und dafür eintraten, an den Magistrat von Charlottenburg den Appell zu richten, Notstandsarbeiten in Angriff nehmen zu lassen. Opernhaus Auch wurde getadelt, daß man ausländische Arbeiter mit Vorliebe beschäftigt und hiesige steuerzahlende Bürger ohne Arbeit herumlaufen läßt. Geraten wurde den Anwesenden, sich samt und sonders auf dem hiefigen Städtischen Arbeitsnachweis für ungelernte Arbeiter als Arbeitsuchende einzutragen. Wochen: Spielplan. Schauspielh. Die in den acht Montagsversammlungen der Berliner Arbeits- Kgl. Opern: Tofen angenommene Resolution wurde auch hier nur mit folgendem Bufag einstimmig angenommen: Neben der Thätigkeit von Reich, Staat und Gemeinde steht aber in erster Reihe die Arbeit gewerkschaftlicher Selbsthilfe. Diese ist besonders zu richten: Auf die Durchführung der ArbeitslosenUnterstügung, durch welche die Lohudrückerei der Arbeitslosen ver hindert und die Arbeiter kampffähiger gemacht werden. Zweitens auf die Sicherung tariflich festgelegter Arbeitsbedingungen, welche durch die Beseitigung des persönlichen Arbeitsbertrages die Kampfposition der Arbeiter stärken. Drittens auf die Einführung paritätischer Arbeitsnachweise, durch welche die Uebers nahme von Arbeitsstellen, die heute vielfach mit schimpflicher Er niedrigung borbunden ist, zu einer geregelten, für die Arbeiter würdigeren wird." Allgemeine Familien- Sterbe- Kaffe. Heute Bahltag: Aderstr. 123 bei Diefe und Mariannenstr. 48 bei Liebehenschel von 3-6 Uhr. Vermischtes. Soldaten- Selbstmord. Der Rekrut Wilhelm Wirth hat sich am 14. November in Graudenz durch Ertrinken das Leben ge= nommen. Der Betreffende ist erst am 16. Oktober in das 14. Infanterie- Regiment Graf Schwerin eingetreten. In einem kurz vorher an Kollegen gerichteten Brief hat sich der Rekrut über die Behandlung seitens des vorgesetzten Unteroffiziers beklagt. In Perleberg ist dieser Tage der bei dem Offizierscorps als Rechnungsführer thätig gewesene Unteroffizier Hagen verhaftet GoldwarenSonntag 24. Montag 25. mitt.: Mo3. Gr. Cosi fan tutte Don Juan Meffe C- moll Iphigenie auf Tauris Einsame Menschen Mittwoch 27. 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Mühlenstraße 12. SO. Pfuelstraße 5. Verantwortlicher Redacteur: Carl Zeid in Berlin. H. F. Br. 275. 18. Jahrgang. 3. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Sonntag, 24. Bovember 1901, I. Aus dem Nachlah unfrer Meister. " Mai desselben Jahres: Schreibe mir umgehend, ob die französischen Wir meinen den geschichtlichen Spielraum für den individuellen Der Name Laffalles wird immer zu den Wenigen gehören, auf réfugiés( Flüchtlinge) in London der Meinung sind, daß es bei Entschluß", den Lassalle in seiner Kontroverse mit Marg und Engels die fich allgemeines aus dem Herzen wie aus der Phantasie gleich Gelegenheit des Wahlreformprojekts in Paris zur Insurrektion gegen die Hegelsche konstruktive Geschichtsanschauung" verteidigte. strömendes Intereffe tonzentriert. Alle bisherigen Veröffentlichungen kommt. Ich bin zwar fest überzeugt, daß dies der Fall sein wird Ob und inwieweit Lassalle die historische Rolle Sickingens der menschlichen Dokumente" aus seinem Leben wurden mit und muß. Der Socialismus oder richtiger die socialistische Partei historisch treu aufgefaßt und geschildert hat, das ist uns hier nebenBegeisterung vom lesenden Publikum verschiedener Kreise auf in Frankreich würde sich eine ganz enorme Blöße geben, wenn sie fächlich. Wenn er aber in dem Briefe vom 27. Mai 1859 auf genommen. Die wichtigste dieser Publikationen ist jedoch erst jetzt bei dieser Lebensfrage nicht das Schwert zöge. Und zieht sie es, seinem Recht besteht, seinen Helden an dessen subjektivem Widerspruch erschienen.*) so ist, meiner Ueberzeugung nach, der Sieg gar nicht zweifelhaft." im Handeln, statt, wie Marg und Engels es für richtig hielten, an dem Allerdings werden die Lassalleschen Briefe an Marg und Engels alle Noch im Juni 1851 findet er es trostlos, daß der Haft des mit objektiven Widerspruch der Sickingenschen Bestrebungen mit der gejene schöngeistigen und salonsocialistischen Kreise bitter enttäuschen, Nothjung, Becker und andren Kommunisten festgenommenen Bürgers schichtlichen Entwickelungstendenz zu Grunde gehen zu lassen, so sehen die bis jetzt in den Dokumenten aus dem Leben Lassalles sensationelle„ wahrscheinlich erst die Revolution ein Ende machen wird". wir darin mehr oder richtiger andres, als eine Kundgebung der Einzelheiten seiner romanhaften Erlebnisse suchten und fanden. Als die Erwartungen durch den flachen Ausgang der revo- idealistischen Geschichtsauffaffung Lassalles. Was wäre entstanden, Ernst und unpersönlich ist vorwiegend der Inhalt der Briefe an lutionären Beriode in Frankreich enttäuscht wurden, verlegt Laffalle frägt Laffalle, wenn Sidingen, statt fich ausschließlich auf den Kleinadel Marr und Engels; er dreht sich meistenteils um politische oder hier wieder eins mit Marg seine Hoffnungen auf eine zu stützen, fich zur Führerschaft der Bauernbewegung aufgeschwungen ökonomische, philosophische oder juristische Fragen, nur hier und da bevorstehende Handelskrise. Was hältst Du schreibt er im hätte? blickt das Persönliche zwischendurch. Aber zum erstenmal in diesen Dezember 1853- von der Industriebewegung für fünftiges Jahr? Briefen an Marg erscheint uns Lassalle in seinem Innersten als Sollte die lang erwartete Krise, deren Zeit seit der letzten von 1847 Revolutionär, als Mitglied der kleinen socialistischen Gemeinde der lange abgelaufen wäre freilich ist sie durch die überaus schwache 40er und 50er Jahre und im intimsten geistigen Verkehr mit ihr. Produktion in den Jahren 1848 und 1849 zc. wesentlich aufgeschoben Freilich zeigen uns auch die die feit langem veröffentlichten Briefe an worden endlich herangenaht sein?" Rodbertus Lassalle im ernsten Gedankenaustausch mit einem der bedeutendsten Denker unter seinen deutschen Zeitgenossen, freilich liefern saison morteieber in einem Gedanken zuſammen Und endlich als statt der Krise wie der Revolution die bleierne der politischen Reaktion begann, finden sich Lassalle auch diese Briefe ein reiches Material zum Verständnis der und Marg in der momen Lassalleschen Theorie und Agitation. Aber was den großen tanen Resignation und den Plänen einer vorläufigen stillen MaulUnterschied zwischen dieser und der soeben erschienenen Bubli- wurfsarbeit der revolutionären Aufklärung. tation ausmacht: dort, in den Briefen an Rodbertus, haben wir den fertigen Lassalle vor uns, in seiner politischen Eigenart, bereits mitten in seiner Agitation, auf seinem selbstgewählten politischen Pfad; hier, in den Briefen an Marg, können wir zuerst seine geistige Entwicklung, sein Werden verfolgen, von den ersten Schritten auf der politischen Bühne im Jahre 1849 bis zum Anfang der 60er Jahre, von seiner völligen lebereinstimmung mit Warg in allen wichtigeren Fragen der Theorie und der Praxis bis zu dem Puntt, wo sich die Wege der beiden Führer trenuten, um schroff auseinanderzugehen. " " Daß die gegenwärtige Apathie nicht auf theoretischem Wege überwunden werden kann, schreibt 2. anfangs 1854, darin hast Du ganz recht. Ich generalisiere diesen Satz sogar dahin: noch niemals ist eine Apathie auf rein theoretischem Wege überwunden worden resp. theoretische Neberwindung einer solchen Apathie hat Schüler und Setten oder verunglückte praktische Bewegungen, noch niemals aber weder eine reale Weltbewegung, noch auch eine allgemeine Bewegung der Maffengeifter erzeugt. Die Massen werden nicht nur praktisch, sondern auch geistig nur durch die Siedehize thatsächlicher Ereignisse zu Fluß und Bewegung hingeriffen. Doch glaube ich, daß man jetzt eines thun kann, was ich nicht für gering halte. Man kann eine mehr oder weniger große Zahl Proletarier theoretisch bilden und in diesen, in möglichst vielen Städten, dem Proletariat zu( sic) Vertrauensmännern und geistigen Mittelpunkten für fünftige Bewegungen erzeugen, welche dann verhindern, daß sich das Proletariat nochmals zum Chorus für die bürgerlichen Helden hergiebt." Was entstanden wäre? Geht man von der Hegelschen fonstruktiven Geschichtsanschauung aus, der ich ja felbft fo wesentlich anhänge, so weiß man sich freilich mit Euch( Marg und Engels) 811 antworten, daß int legter Instanz der Untergang doch notwendig eingetreten wäre und eintreten mußte, weil Sickingen, wie Ihr sagt, ein au fond reaktionäres Interesse vertrat, und daß er dies wieder notwendig mußte, veil ihm geitgeist und Klasse das konsequente Einnehmen einer andern Stellung unmöglich machte. M Aber diese kritisch- philosophische Geschichtsanschaumg, in der fich eherite Notwendigkeit an Notwendigkeit tuüpft, und die eben .deshalb auslöschend über die Wirksamkeit individueller Entschlüsse und Handlungen hinwegfährt, ist eben darum kein Boden, weder für das praktische revolutionäre Handeln, noch für die vorgestellte dramatische Aktion. Für beide Elemente ist vielmehr die Voraussetzung von der umgestaltenden und entscheidenden Wirksamkeit in dividuellen Entschließens und Handelns der unerläßliche Boden, ohne den ein dramatisches zündendes Interesse ebenso wie eine fühne That nicht möglich ist." gleichen Briefe, wife, entblößt und getrennt von dem allgemeinen Die Briefe an Marg und Engels sind nicht nur die erste Hier verteidigt Lassalle ut. E. nicht den individuellen Entschluß" Beröffentlichung, die uns Lassalle im Verkehr mit Gleichgesinnten im Gegensatz zur historischen Notwendigkeit, sondern als Auszeigt, sondern auch die erste, die von einem Gleichgesinnten besorgt druck, als Medium dieser Notwendigkeit. Denn wird die entworden ist. Die bisherigen Briefsammlungen Lassalles waren scheidende Wichtigkeit des individuellen Handelns", schreibt er im jedesmal von bürgerlichen Herausgebern veranstaltet manchmal möchte man sagen: verunstaltet worden, wobei die nötigen Juhalt, mit dem es operiert und der es bestimmt, in der Tragödie Kenntnisse sowie jedes Verständnis für das Ganze des Lassalleschen gefeiert( oder sagen wir: als Triebfeder der Geschichte hingestellt. D. R.), Lebens und Wirkens fehlten. In dem vorliegenden Bande liefert fo wird fie freilich zur gedautenlosen Ineptie". Sidingen mußte ums Mehring in seinen Nachbemerkungen zu jedem Jahrgang der Und diefes Programm entwirft Lassalle nicht mur, sondern er freilich und darin hatten Marg und Engels vollkommen recht Korrespondenz mit liebevoller Sorgfalt, der feine Mühe zu groß ist, führt es auch mit der größten Hingebung aus, indem er sein Haus mit seinem Unternehmen auf jeden Fall scheitern. Aber die Ans um auch dem dümisten Faden aus den politischen Beziehungen in Düsseldorf zur Burg und zum Wall" der Arbeiterschaft macht, fichtslosigkeit dieses Unternehmens drückte fich für Laffalle in letter Laffalles bis zu seinem Verschwinden nachzuspüren, alles historische, indem er gleichzeitig den Schriften von Marg und Engels den Linie in dem inneren Widerspruch des Sickingenschen Handelns aus. Es politische und litterarische Material, das zur Vervollständigung des deutschen Büchermarkt durch alle unzähligen Schwierigkeiten hin- waren die historischen Gesetze, die hier entschieden, aber sie wirkten Bildes Lassalles und seiner Epoche erforderlich ist. durch öffnet, indem er seinen Freunden. in London mit durch den individuellen Entschluß". Mehring selbst nennt in seiner Vorrede die Briefe an Marg eine Rat und That hilft und so ein lebendiges Bindeglied zwischen Was hier zwischen Lassalle und Marg ausgefochten wird, ist Ehrenrettung Laffalles. Das ist in der That das richtige Wort für dem geistigen Centrum und dem socialen Boden der deutschen scheint es nus nicht der Gegensatz der idealistischen und den Gesamteindruck, von dem sich jeder unbefangene Leser beherrscht Revolution bildet. materialistischen Geschichtsauffassung, sondern vielmehr eine Differenz fühlt, als er das spannende Buch aus der Hand legt. Eine Ehren- In Bezug auf theoretisch- ökonomische Gesichtspunkte äußert sich innerhalb der letzteren, welche die beiden bei ihren verschiedenen rettung namentlich auch gegenüber der bis jetzt parteioffiziellen Lassalles Stellung in den Briefen vorzugsweise durch begeisterte Bu- Momenten pacien. Die Menschen machen ihre eigne Geschichte, aber Schilderung Lassalles aus der Feder Bernsteins. Ed. Bernstein ſtimmung zu Mary' Werken: dem Anti- Proudhou wie der„ Ktritit sie machen sie nicht aus freien Stücken fagten Marr und Engels, inkannte allerdings die Briefe im Original und er citiert fie auch bruch der Politischen Oekonomie". Wohlgemerkt zeigt sich auch hier in der dem sie ihr Lebenswerk: die gesetzmäßige materialistische Geschichtsstückweise bereits in seiner Vorrede zur Ausgabe der Lassalleschen Schärfe und Sicherheit des Urteils nicht sowohl die Zustimmung des erklärung verfochten. Die Menschen machen die Geschichte nicht aus Schriften. Aber gerade deshalb ist es höchst verdienstvoll, dem Schülers an den Meister, sondern vielmehr die eines Gleichgesinnten, freien Stücken, aber sie machen sie selbst betonte Lassalle, indem obersten Richter, dem lesenden Publikum, die Dokumente selbst in die der auf Grund selbständigen Nachdenkens zu wesentlich gleichen Er- er sein Lebenswert: den„ individuellen Entschluß", die„ kühne Hand zu legen, um darzuthun, wie eine fubjeftive vorgefaßte Bor: gebuiffen gelangt. Wenn Lassalle im Jahre 1851 Karl Mary den, Socialist That", verfocht. stellung manchmal gegen die schlagendsten Beweise standbehalten kann. gewordenen Ricardo und Defonom gewordenen Hegel" nennt, so hat Die materialistische Geschichtsauffaffung, aus einer Theorie der Nicht 11ur einzelne thatsächliche Behauptungen Bernsteins, er darin im voraus die geschichtliche Mission Margens in der Vergangenheit in die der Gegemvart übersetzt, heißt socias wie zum Beispiel die von der Art und Weise, wie Lassalle sich im Wirtschaftslehre und damit zugleich die specifische Aufgabe des wissen- listische Doftrin, und der individuelle Entschluß" aus einem Jahre 1857 die Ueberfiedelung von Düsseldorf nach Berlin schaftlichen Socialismus aufs genaueste formuliert. Es ist nämlich für Fattor der Geschichte in die aftive Politik übersetzt, heißt: erwirkt habe, finden in den Briefen Lassalles an Marg eine den ökonomischen Scharfblick Lassalles höchst bezeichnend, daß er praktische Politik, der das nächste Ziel am wichtigsten, alldirekte und vollkommene Widerlegung. Das ganze psychologisch unter ausdrücklicher Ablehnung aller Arten des zeitgenössischen gemeine theoretische Gesichtspunkte Nebensache sind. Lassallepolitische Charakterbild Lassalles, das Bernstein gezeichnet hat, englischen und französischen Socialismus, unter Ablehnung aller schrieb Morg im Jahre 1868 an Schweiger„ ließ sich erscheint neben dem, welches uns aus dem hellen Spiegel partiellen Lösungen" der socialen Frage- Ricardo als den zu schr durch die unmittelbaren Zeitumstände beherrschen. Er machte feines geistigen Berkehrs mit Marg entgegenleuchtet, wie Ausgangspunkt der socialistischen Theorie bezeichnet. Mißverstehe den kleinen Ausgangspunkt feinen Gegensatz gegen einen Zwerg ein Berrbild, wie eine Fraße. Statt des grenzenlosen Selbst- mich nicht, schreibt er an Marg in dem erwähnten Briefe vom wie Schulze- Delizich zum Centralpunkt seiner Agitationvertrauens", der" Eitelkeit", des„ Triebes, jedermann durch außer 12. Mai 1851, wenn ich sage, Socialist gewordener Ricardo. Aber Staatshilfe gegen Selbsthilfe. Viel zu intelligent, um diese gewöhnliche Leistungen zu verblüffen", des Mangels an„ gutem ich halte in der That Ricardo für uniren unmittelbaren Bater. Ich Parole für etwas andres als ein transitorisches pis aller( Notbehelf) Geschmack und moralischem Unterscheidungsvermögen", der Fäulnis", halte seine Definition der Grundrente für die gewaltigfte zu halten, konnte er sie nur durch ihre unmittelbare( angebliche!) von der angestedt Lassalle aus der Pfütze" der Haßfeldschen kommunistische That." Freilich ist es zugleich für den verschiedenen practicability rechtfertigen. Zu diesem Behufe mußte er ihre AusProzesse herauskam, des" Cynismus" und welches sonst das Grad von analytischer Tiefe auf beiden Seiten entscheidend, daß, führbarkeit für die nächste Zukunft behaupten. Der Staat" verduftende Bouquet von Eigenschaften ist, mit denen Bernstein während Mary, auf den Grund der Dinge zurückgehend, die wandelte sich ihm daher in den preußischen Staat." seinen Lassalle nebst der Syphilis Gewiß, der individuelle Entschluß" Lassalles hielt vor der ausgestattet hat, sehen wir Ricardosche Wert theorie, d. 5. die Theorie, melche den Schlüssel hier das lebensgroße Portrait eines großzügigen, frystalklaren, in aur fapitalistischen Produktionsweise bildet, zum Ausgangs- haarscharfen Kritik der Marrschen Doktrin nicht stand. Die Fehler, der Freundschaft wie in dem Drang nach Erkenntnis. in stoischer punkt seiner Kritit des Kapitalismnis gemacht hat, Lassalle, an der die vor 40 Jahren der Adlerblick eines Mary entdeckte, kann heute Berachtung für eigne Leiden, wie in fiefem Jnteresse für die Schicksale Oberfläche der socialen Erscheinungen haftend, in der Ricardoschen jeder seiner Schüler mit spielender Leichtigkeit an den Fingern abandrer echt antiken Charakters. Wie Lassalle den bürgerlichen Grund renten Theorie, also auf dem Gebiete der Ver- zählen. Salonlöwinnen und Löwen in seinen Briefen erschien oder er teilung einen solchen Ausgangspunkt zu erblicken glaubte. Wer hat indes vor der Geschichte recht behalten, Marg oder scheinen wollte, was es mit dem von ihm einer Dönniges ver- Wie sehr Lassalle und Marg in jener Epoche in der Einschätzung Laffalle? Beide. Marr hatte recht, denn in normalen Bedingungen sprochenen Triumphaug mit sechs grauen Schimmeln u. dergl. Märchen der politischen Ereignisse ihrer Zeit zusammentreffen, zeigen die und auf großen Strecken des geschichtlichen Weges nur der Leitstorn auf sich habe, mag für seine bürgerlichen Biographen von höchster Ausführungen Lassalles über den Rapoleonischen Staatsstreich. Man feiner Theorie die Arbeiterflaffe zur Befreiung führen fount Bedeutung sein. Dem socialistischen Proletariat wird braucht nur den Brief vom 12. Dezember 1851 mit dem bald darauf Lassalle aber hat für seinen Geschichtsabschnitt recht behalten, denn Ferdinand Laffalle als Socialist, als Denter, Revolutionär und erschienenen 18. Brumaire" zu vergleichen, um bei aller selbst durch einen fühn eingeschlagenen Seitenweg hat er die Arbeiterklaffe Mensch erst durch die Mehringsche Veröffentlichung seiner Briefe an verständlichen Verschiedenheit in der Faffung einer großangelegten nach abgekürzter Methode auf denselben großen geschichtlichen Weg Mary wiedergegeben. geschichtlichen Analyse und eines Bündels leicht hingeworfener Be- im Sturmischritt geführt, auf dem ste fortan durch Margens mertnngen in einem Privatbriefe von der Uebereinstimmung des Fahne geleitet wird. Was wäre entstanden", wenn Sickingen- Lassalle seine Fehler Wir haben uns bis jetzt im allgemeinen gewöhnt, uns Laffalle Urteils frappiert zu werden. Die erste wichtige Differenz in den Ansichten Laffalles und Mary- nicht begangen hätte? Wenn Lassalle die Staatshilfe für seine nur auf sich selbst gestellt, in seinem Gegensatz zu Mary- Engels und ihrer Gruppe vorzustellen. Der herrschende Zug in dem vor Stellungnahme zum italienischen Kriege. Allein auch hier handelte punkt feiner Agitation gemacht hätte? Gewiß, das geschichtliche Engels', die in den Briefen zum Ausdruck kommt, ist die bekannte Associationen und das allgemeine Wahlrecht nicht zum Centralliegenden Buche- und das macht seine besondere Bedeutung aus ist im Gegenteil die lebereinstimmung und der politisches sich, wie Laffalle und Mart selbst hervorheben, nicht etwa um Resultat im großen und ganzen wäre dadurch ebensowenig geändert, geistige Zusammenhang mit den Schöpfern des Kommunistischen principielle, sondern lediglich um taktische Meinungsverschiedenheiten. wie das schließliche Scheitern der Sickingenschen Kampagne durch Insofern Versuche gemacht worden sind, aus der Stellung Lassalles ihre Vereinigung mit der Bauernbewegung hätte verhindert Manifestes. Bei seiner gänzlichen Selbständigkeit des Denkens er in diesem Falle grundlegende Differenzen zwischen ihm und Marg in werden können. Die Socialdemokratie in Deutschland wäre gewiß. scheint uns Lassalle in seinem Briefwechsel mit Marg vor allem als Nationalismus und Internationalismus heraus- traft der, ehernen geschichtlichen Notwendigkeit", die auslöschend über Der letzte Mohikaner", wie er sich selbst nannte, der revolutionären Bezug auf Schar der vierziger Jahre in Deutschland, in lebendigfter udeffellieren, so scheitern sie jest endgültig. In dieser Beziehung die Wirksamkeit individueller Entschlüsse und Handlungen hinwegfährt", und ununterbrochener Fühlung mit den Londoner Flüchtlingen und bewährt sich das Wort Bernsteins aus dem Jahre 1892, wonach früher oder später auch so zur Macht geworden. Indem Zaffalle in ständiger revolutionärer Wachsamkeit und Stampfbereitschaft. diejenigen, die bisher Lassalle als das Muster eines guten aber auf eigne Verantwortlichkeit handelnd, an vorgefundene Vor Obwohl er wahrscheinlich auch der jetzt modernen socialistischen Patrioten, im nationalliberalen Sinne dieses Wortes, der Social- stellungen und konkrete Thatsachen anknüpfte und seine theoretisch Selbstfritit" vom leifesten Verdacht des„ Blanquismus" frei erscheinen demokratie von heute gegenüberstellen, nach der Beröffentlichung der unhaltbare, aber unter den gegebenen Verhältnissen einzig wirkjame Dürfte, lebte Laffalle zunächst Ende der 40er und Anfang der 50er afsalleschen Briefe an Marg und Engels einfach einzupacken haben Losung ausgab, rüttelte er mit einem Schlage die Massen auf und berief die deutsche Arbeiterklasse zum politischen Leben. Die„ tühne Jahre ganz so in dem Gedanken und der Hoffnung auf eine nahe Nicht in der Kontroverse über Po und Rhein, sondern an einer That" behielt recht auch gegenüber der ehernen Notwendigkeit" bevorstehende Revolution, die den Sieg des Proletariats einleiten andren Stelle der Briefe scheint uns deshalb der erste Keim des der Geschichte, die auf fleineren Strecken für Abweichungen nach sollte, wie Marr und Engels. Alle seine Briefe aus den ersten 3-4 Jahren atmen die sehnsuchtsvolle Erwartung großer Ent- arg- Lassalleschen Gegensages sich fundgegeben zu haben, nämlich, rechts oder links, für sterile Fehler Sickingens und befruchtende so seltsam dies auf den ersten Blick scheinen mag, in der gleichzeitig Fehler Laffalles wohl Spielraum läßt. scheidungen. Von den Hazfeldschen Prozessen, die ihn angeblich zwischen den beiden Freunden geführten Polemit über das Laffallesche Wäre es nicht im Hinblick auf die Erscheinungen der Gegenwart restlos verschlungen haben sollten, klingt in den Briefen an Mary Drama Franz von Sidingen". Unter der Form der Diskussion eine Blasphemie gegenüber Lassalle, wir könnten ihn den großen nur hie und da eine wuchtige Anklage gegen die preußische Justiz über die formelle tragische Idee" des Sickingen hat Laffalle unsres Opportunisten der deutschen Socialdemokratie nennen. Aber zwischen durch. Mitten in dent titanischen Zweikampf mit diesem Ungeheuer find Lassalles Blick und Gedanke durch alle Vorgänge der liche, Specifische, was später den Gegenfaz seiner Agitation zu der besteht nicht Analogie, sondern direkter Gegensaz. Lassalle fündigte Erachtens in seinen Briefen vom 6. März und 27. Mai 1859 das Eigent der sog. praktischen Politik" des heutigen Tages und der Lassalles politischen und socialen Zeitgeschichte gefesselt, dem Nachspüren Mary Engelsschen Auffassung ausgemacht hat, formuliert und ver- mit seiner Barole der Produktiv- Affociationen und des Staatskredits jeder Hoffnungerweckenden revolutionären Regung gewidmet. Sehr fochten. gegen die Margsche Auffassung des Socialismus sozusagen in ihrer gefreut hat mich", schreibt er im April 1850 an Marx,„ daß Du die Wir deuten damit nicht die ziemlich flache und wohlfeile Be- Abwesenheit, als eine Klassenbeweging im Sinne dieser Theorie in Revolution für so nahe bevorstehend hältst, um so mehr, weil dies obachtung an, wonach Lassalle im Sidingen sein eignes späteres Deutschland noch gar nicht existierte. Durch seine Fehler selbst mit meinem Urteil übereintrifft, ich aber damit hier ziemlich allein Schicksal vorgezeichnet haben soll, indem er die strafende Nemefis hat er vielmehr der Marrschen Theorie erst die Bahn gebrochen. stehe, da die meisten erst auf die Zeit der Präsidentenwahl( Ende der sich realistisch dünkenden Verständigkeit" zeichnete, die revo- Beute ist die Lehre Mary' zur herrschenden, bestimmenden für die 1851) in Frankreich wieder hoffen zu können glauben." Und im lutionäre Zwede durch diplomatische Mittel, durch schlaue große Maffe des kämpfenden Proletariats geworden, und indem der *) Aus dem litterarischen Nachlaß von Kar! Mary, Friedrich Engels und Täuschung des Feindes wie der Freunde erreichen will. Auch nicht socialistische Opportunismus sie außer acht läßt oder umgeht, fucht Ferdinand Lassalle. Herausgegeben von Franz Mehring. Bierter Band. die andre merkwürdige Auffaffing, wonach Franz von Sidingen" er unbewußt die historisch bereits vollzogene Vereinigung„ der Wissenschaft und der Arbeiter", der Theorie und der Praxis, rückgängig zu Briefe von Ferdinand Lassalle an Karl Marx und Friedrich Engels. 1849 einen Beleg für die Annäherung Laffalles an die Gesichtspunkte bis 1862. Stuttgart. Verlag von J. H. W. Diez Nachf. 1902. der kleindeutschen Bulgärdemokratie der 50er Jahre abgeben soll. machen und die Arbeiterbewegung wieder ohne den sicheren theo10 II. werden". retischen Kompaß auf das Meer praktischer Experimente zu stoßen.[ und endlich während Lassalle seine praktischen Losungen im schroffstent| gestellte Bernunft und Wohlthat des Laffalleschen Praktizismus. Laffalle wandte sich mit seiner Agitation ausschließlich und direkt Gegensaz zu den Losungen der Bourgeoisie aufstellte, Und so rechtfertigt sich auch der einzige große Versuch, die socia at das industrielle Profetariat, das heißt an eine Klaffe, die und so die deutsche Arbeiterklaffe von der bürgerlichen Demokratie listische Praxis in gewissen Grenzen ohne und gegen die wisseneinmal durch seine Agitation in den Stampf" geriffen fraft ihrer zum selbständigen politischen Klaffendasein abschnitt, führt der heutige schaftliche socialistische Doktrin zu gestalten, so rechtfertigt sich der focialen Lage felbst auch durch die Laffalleschen Irrtümer hindurch Prakticismus durch Aneignung der bürgerlich demokratischen Losungen Lassallesche„ Opportunisms" in legter Linie lediglich dadurch, daß den Weg zur tieferen Einsicht, zur Marrschen Lehre finden ganz umgekehrt nur dazu, die Arbeiterklasse in den Heerbann der er im Grunde genommen doch nur der Bannerträger der„ Doktrin" mußte. Der heutige Prakticismus sicht hauptsächlich auf die Bourgeoisie zurückzugeleiten. war. Und die kühne That" behielt auch vor der„ ehernen NotHeranziehung von leinbürgerlichen und bäuerlichen Schichten ab, Die Geschichte ist ein gar respektlofer Spaßvogel. Der heutige wendigkeit der Geschichte" nur recht, weil sie im geschichtsdie ebenso sehr kraft ihrer socialen Lage aus der irreführenden Agitation Infinn und die heutige Plage des Opportunismus um philosophischen Sinne eine revolutionäre That war. nur das Irreführende weiter zu entwickeln und immer mehr den im Weg von der Marrschen Lehre hinweg einzuschlagen im stande find. man find, wenn Lone Goethes zu sprechen so will, die im Laufe der Zeit auf den Kopf R. Luxemburg. Der alljährlich stattfindende Weihnachts- Ausverkauf Ein großer Bosten aus, und StraßenKleiderstoffe doppeltbreit, früher 0,50-1,00 1. Ein großer Poſten reinwollene Cheviots doppeltbreit, früher 0,75-1,00 wit. 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