Nr. 52. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Brets für Berlin: Vierteljährlich 5,30 m, monatlich 1, Mt, ma yemlich e Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer 6 Ptg. Sonntags: Nummer mit tDufic. Sorntags- Beilage New Welt 10 Pfg. Sort- Abonneme:: 3,80 Mr.pro Qua ai. Unter Kreuzband Deutschland v Desterreichs Ungarn 2 Mi, für das brige Ausland 3 Mt.pi Mott Eir.jetr. in des Post Belrungs- Preisitste fin 899 unit M. 6032 Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pia Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeber. werden. Die Expedition ist an Wochen= tagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Fesitagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Fern spredj- Anschluß: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Abonnements- Einladung. Mittwoch, den 2. März 1892. Expedition: Beuth- Straße 3. Diese Art Lügen sind noch die unschuldigsten. Aber es der Gesellschaft ihre Wirkung geübt, in der Häuslichkeit soll in christlichen und noch dazu aristokratischen Häusern wieder abgewaschen wird. Das christliche Dienstmädchen vorkommen, daß das christliche Dienstmädchen die Ge- lernt in dem christlichen Hause so vieles, daß wir den ArMit dem 1. März eröffnen wir ein neues Abonnement heimnisse der Hausfrau vor deren eigenem Ehemanne zu beiter bedauern, der ein so christlich erzogenes Mädchen als auf den bergen hat, ja, daß die gnädigen Fräulein sie zur Frau heimführt. Vorwärts" Berliner Volksblatt. Der Bezugspreis des Vorwärts" Berliner Volksblatt mit der ,, Nenen Welt" als Gratisbeilage beträgt 1 Mark 10 Pfennige monatlich frei ins Haus, wöchentlich 28 Pfennige. Für außerhalb nehmen sämmtliche Postanstalten Abonnements zum Preise von 1,10 M. für den Monat März entgegen. Vertrauten ihrer Herzensgeheimnisse machen. Die Wenn die schädliche Wirkung der christlichen Er Hauptpflicht des des christlichen Dienstmädchens ist dann ziehung des christlichen Dienstmädchens im christlichen Hause Diskretion. Die frommen Herren und Damen, welche sich nicht immer so geltend macht, so liegt das meistens das christliche Dienstmädchen erzogen haben, sorgen an dem gesunden Kern, der in dem Mädchen steckt; wenig mehr um die Christlichkeit des Mädchens, wenn sein natürlich moralisches Gefühl schützt das Mädchen nur die Herrschaft mit demselben zufrieden ist. Für vor der Ansteckung. Dann aber wollen wir auch zugestehen, das Mädchen hat die Herrschaft die Vertreterin Gottes daß es so manches christliche Haus giebt, in welchem das auf Erden zu sein, wenn sie dasselbe auch in der Kunst Dienstmädchen wirklich eine gute Erziehung erhält, in des Lügens und der Verheimlichung erzieht. welchem die Hausfrau ihm ein Vorbild so mancher Tugend Ist nun das christliche Dienstmädchen gar schön und wird und in dem Mädchen noch bis ins späte Alter doch bei dem gestrengen Herrn Gebieter und den schneidigen solchen Häusern ist eben die allgemein menschliche Moral, Herren Söhnen gut, ja sie wird oft von denselben mit den der Geist der Humanität noch nicht vom„ Christenthum" äußersten Liebkosungen überhäuft. Sollte es ihm viel erstickt worden. leicht einfallen, die Liebkosungen zurückzuweisen oder Was heute so ruhmredig als Christenthum zur Schau frisch, so hat sie es, wenn nicht bei der gnädigen Frau, so eine liebevolle und dankbare Erinnerung zurückläßt- in sich gar bei der gnädigen Frau zu beklagen, so kann getragen wird, bezweckt nicht, was Jesus lehrte, die Er das Mädchen darauf rechnen, als schlaue Ver- hebung der Schwachen und Gedrückten und die Demüthiführerin angesehen zu werden. Wenn ein Mädchen was gung der Reichen und Mächtigen, sondern ist vielmehr auf sich hält, nehmen sich die Herren auch nichts heraus", darauf angelegt, den Hochmuth und die Anmaßung der das ist eine der mildesten Nedensarten, die das Mädchen Herrschenden noch zu steigern und die Getretenen und Be ladenen noch tiefer herabzudrücken und noch schwerer zu be lasten. O über das moderne Pharisäerthum! Die Redaktion und Expedition des ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. zu hören hat. Christliche Dienstmädchen im christlichen Staat. Politische Uebersicht. = Berlin, den 1. März. In einem chriftlichen Hause wird auch strenge darauf gesehen, daß das Dienstmädchen sich äußerst züchtig trägt. Die Haarfrisur muß recht schlicht sein, und an der Kleidung darf sich kein überflüssig Bändchen befinden. Dafür hat das Mädchen aber der Ball- oder Gesellschaftstoilette der gnädigen Frau und der Fräulein Töchter zu assistiren, und Die frommen Herren und Damen erblicken das Ideal dafür Sorge zu tragen, daß deren entblößte Büste und der Erziehung für Arbeitertöchter darin, daß sie zu guten sonstige Reize auch zur vollen Geltung gelangen. Welche Dienstmädchen herangezogen werden. Es wird tief beklagt, Jeremiaden werden angestimmt über die Putzsucht der Marine Etats fort. Erster Redner war Herr v. Stumm. Der Reichstag setzte heute die zweite Lesung des daß Mädchen lieber in die Fabriken gehen, wo sie allen Dienstmädchen und welcher Versuchung werden diese aus Da kaum 50 Abgeordnete im Saale anwesend waren und sündhaften Versuchungen ausgesetzt würden, als sich bei gesetzt! O Pharisäer! christlichen Herrschaften zu vermiethen, wo ihre Tugend in Das christliche Dienstmädchen erfährt in dem christ- Staude zu hören, was der Selbstherrscher von Neunkirchen diese sich möglichst laut unterhielten, so waren wir nicht im ficherer Obhut stehe. Und was ist die Tugend eines christlichen Hause so manches, was nicht gerade sehr löblich er- zum Besten gab. Nur so viel wurde uns klar, daß Herr lichen Dienstmädchens in den Augen ihrer frommen Gönner? scheint. Es lernt die Klatsch- und Scheelsucht der gnädigen v. Stumm die Baurate für die Kreuzerkorvette K bewilligen Der Herrschaft willfährig und unterthänig zu sein in allen Frau und Fräulein Töchter, die Spekulation auf Gunst will. Recht glücklich polemisirte unser Genosse Vollmar Dingen, ein gehorsames Werkzeug in ihren Händen, ohne und die Kriecherei vor Höhergestellten, deren Einfluß man gegen den Bewilligungseifer der Nationalliberalen und des eigenen Willen und ohne Prüfung von Recht und Unrecht. auszunuzen bemüht ist, die Jagd nach Schwiegersöhnen Bentrums. Schließlich wurde die Nate abgelehnt, aber nur Ist das Mädchen in einer chriftlichen Anstalt aus mit allen Chikanen, und so mancherlei, was nicht gerade um gelegentlich der dritten Lesung um so sicherer bewilligt gebildet und zu einer christlichen Herrschaft in den Dienst geeignet ist, das christliche Dienstmädchen mit Respekt vor zu werden. Die übrigen Positionen des Marine- Etats gethan, dann hat das christliche Dienstmädchen alle göttlichen der christlichen Herrschaft zu erfüllen. Und dabei wählen wurden nach den Vorschlägen der Budgetkommission_erGebote dem der Herrschaft zu unterordnen. Das Erste, wir nur Beispiele was das Dienstmädchen lernt, ist im Interesse der Herrschaft sonst könnten wir mit Schilderungen aus dem Leben christ graphengesetzes wurde von freifinniger Seite die Beschlußder glimpflichsten Art, denn ledigt. Bei der nun erfolgenden Berathung des Tele zu lügen. Der frömmsten Frau Konsistorialrath macht es licher und aristokratischer Häuser aufwarten, die das fähigkeit des Hauses bezweifelt und ergab die Auszählung feine Strupel, durch das Mädchen ihre Anwesenheit ver- Aeußerste an Schamlosigkeit und Gemeinheit aufweisen. leugnen zu lassen. Wollte das Mädchen nun der Wahrheit 11 zu wenig zu einem beschlußfähigen Hause. Diäten wer auch richtig wieder ganze 188 anwesende Mitglieder, gerade die Ehre geben und ihren Auftrag mit den Worten ausden aber trotzdem nicht bewilligt. richten: Die gnädige Frau läßt sagen, fie sei nicht zu Hause, so ist darauf zu wetten, daß man das Mädchen nicht wegen seiner Wahrhaftigkeit loben, sondern es vielmehr als dumme Gans ausschelten würde. Feuilleton. Nadbrud verboten.) Am Webstuhl der Zeit. [ 52 Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. Was ist Dir, Vater?" rief Fanny, die die große Vers anderung im Aeußeren ihres Vaters mit Schrecken bemerkte. Eines fann jedenfalls das chriftliche Dienstmädchen lernen: die Heuchelei. Es sieht, daß die Tugenden, die man ihm predigt, am wenigsten von den Herrschaften geübt werden. Es sieht ferner, daß die zur Schau getragene Ehrbarkeit und Wohlanständigkeit ebenso wie die Schminke nur Abänderungen von Bestimmungen des Strafgesetzbuches, des Paragraphirte Moral. Der Gesezentwurf über ganz obenhin aufgelegt ist, und wie diese, nachdem sie in Gerichtsverfassungs- Gesetzes und des Gesetzes vom 5. April und da mußte steil bergan geklettert werden, aber die Besorgnisse der geängstigten Schwester kannten keine Hindernisse, und so langten sie, da die begleitenden Damen nicht hinter den Voraneilenden zurückbleiben mochten, in ver hältnißmäßig kurzer Zeit auf dem Gipfel an. kommen, und da werden Leute rar werden, die man jetzt als unnütz bei Seite zu schieben pflegte. Geld thut's allein nicht, Herr Musselich." Das Wasser und die Charpie waren bald beschafft, Frant machte sich an die Arbeit, wusch die Wunde des Umringt von den früher angelangten Herren, lag auf Stöhnenden sorgfältig aus, legte Charpie darauf und bat dem weichen Rasen der Selbstmörder und Fraut war bes sich dann von den Herren die seidenen Halstücher aus, die schäftigt, das aus der offenen Brustwunde hervorquellende er, mit dem seinigen verknüpft, zur Befestigung des Ver Blut zu stillen. So beschäftigt er mit dem Verwundeten bandes verwendete. war, sah er doch alsbald die erwartungsvoll herantretenden Elise war während der Zeit ein Stück zurückgetreten Damen. und stand in stummem Sinnen da, als auf einmal zwischen ,, Verzweifeln Sie nicht, meine Damen," rief er gut sie und das helle Licht der Sonne ein dunkler Körper trat. D, er muß sie mir wiedergeben, er muß es mir bezeugen, müthig, die Sache ist, allem Anschein nach, nicht so schlimm, Sie blickte erschrocken auf und erschrak beinahe noch mehr, ich gehe bis zum König. Diese Woche erst tausend Thaler! als sie aussieht. Die Kugel ist hier auf dem Brustbein als sie in das geisterbleiche Gesicht Jwan's schaute. Er muß sie noch haben, ich muß sie wiederbekommen, wo sitzen geblieben, ich habe sie übel und böse herausgequetscht, ist er, wo ist er." man thut, was man kann. Schaffe mir aber Einer so " Meine Ankunft hier oben," rief er mit fast tonloser von Leinwand, wenn ich bitten darf. Und außerdem schaffen das Thal überblicken zu können, und wie ich diese Bergwiese schnell als möglich kaltes Wasser und etwas Charpie, aber Stimme, hat einem Menschen möglicher Weise das Leben gekostet. Ich kam von der Landstraße, um von hier oben Sie mir Herrn Musselich vom Halse, der partout in diesem betrete, kommt mir von der entgegengesetzten Seite jener Er war nicht der Erste, denn wie auf Verabredung Augenblicke 6000 Thaler haben will, als wenn man die Sterbende entgegen, zieht einen Revolver aus seiner Tasche, waren Lange, Frank und Barth in gleicher Richtung voraus auf die Landpartie mitnähme. Es hapert so wie so schon ber, wie ich annehmen.muß, auf mich gerichtet werden soll. geeilt. Auch das unglückliche Mädchen faßte endlich ihre in der Stadt mit so vielem Gelde, geschweige denn hier Ich trete, um mich für den Augenblick zu schüßen, hinter schwindenden Kräfte zusammen und bat die um sie be- draußen. schäftigten Damen, sie unverweilt nach dem Unglücksorte" Ich bin ein ruinirter Mann," schrie Musselich, die Augen sehen. Jetzt habe ich Sie zu fragen, Elise, auf querfeldein dem Drte zu, in welchem er den Gegenstand Und damit lief der geängstigte Darlehensvermittler feiner Sorgen zu finden vermuthete. Hände ringend. zu geleiten." Umsonst waren alle freundlichen Bemühungen, sie von Meinetwegen," entgegnete Frank ganz ruhig, indeffen diesem Beschlusse abzubringen; man durfte der Erregten die Herren nach Wasser liefen und die Damen mit leichteren auf die Dauer die Erfüllung der Bitte nicht verweigern. Der Herzen beschäftigt waren, ein leinenes Taschentuch zu zerBerg, nach welchem sich die Genannten, so eilig, wie es schneiden und zu zerzausen; ich heirathe Ihre Tochter doch, Jedem möglich war, begaben, war auch der einzige, der und wenn ich die Ausstener selbst besorgen müßte. Ja, ja, nicht auf bequemen Wegen erreicht werden konnte. Hier Herr Musselich, es werden noch viel schlimmere Zeiten einen Baum und muß das unselige Schauspiel mit eigenen Pflicht und Gewissen: haben Sie diesen Brief, den ich an jenen Baum genagelt fand, geschrieben?" Damit zeigte er dem Mädchen den Brief, den sie zur Verhütung des Un glücks geschrieben: Unglücklichen zu retten," erwiderte sie fest und ruhig. Diesen Brief habe ich geschrieben, Jwan, um jenen " Nun dann, Fräulein Barth, bleibt mir nichts mehr übrig, 1888 betreffend die unter Ausschluß der Oeffentlichkeit statt- findenden Gerichtsverhandlungen ist soeben dem Reichstage zugegangen. Es handelt sich um die§§ 180, 181, 18-1 des Strafgesetzbuches. Nach dem neuen§ 180 soll der, welcher gewohnheitsmäßig oder aus Eigennutz durch seine Vermittelung oder durch Gewährung oder Verschaffung von Gelegenheit der Unzucht Vorschub leistet,) wegen Kuppelei Gefängnißstrafe nicht unter einem Rtonat erleiden, zugleich Geldstrafe von 150 bis 6000 Mark, Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte und Zu- Lässigkeit von Polizeiaufsicht. Die Vermiethung von Wohnungen an wegen gewerbsmäßiger Unzucht unter poli- zcüicher Aufsicht stehende Weibspersonen soll straflos bleiben, wenn die polizeilichen Vorschriften dabei beobachtet werden. Nach dem neuen ß 181 soll gewöhnliche Kuppelei, d. h. andere wie die im ß 180 gekennzeichnete, einer Zuchthaus- strafe bis zu 5 Jahren unterliegen, falls bei Vorschubleistung der Unzucht hinterlistige Kunstgriffe angewendet werden, wenn zwischen dem Schuldigen und der verkuppelten Person ein näheres verwandtschaftliches oder erziehliches Verhältniß besteht, auch dem Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, zu- gleich einer Geldstrafe von 150 bis 6000 M. und Zn- lässigkeit von Polizeiaufsicht.— Nach§ 181» wird ein Mann, welcher ohne Alimeutationsanspnlch von einer gewerbsmäßig Unzucht treibenden Weibsperson unter- halten wird oder der Weibsperson gewohnheitsmäßig oder ans Eigennutz beisteht,— wegen Zuhälterei mit Ge- sängniß nicht unter einem Monat bestraft. Die Ver- miethung von Wohnungen an Prostituirte unter der Vor- aussetzung, daß bei derselben die polizeilichen Vorschriften beobachtet sind, soll auch nicht aus§ 181-» als Zuhälterei zur Bestrafung gezogen werden. Wenn der Zuhälter mit der Prostituirten verheirathet ist, und dieselbe zu dem Ge- werbe genölhigt hat, so wird er mit Gefängniß nicht unter einem Jahre bestraft. Die anderen sonst vorgesehenen Strafen sollen auch hier angewendet werden.—§ 184 will bestrafen mit Gefängniß bis zu 6 Mo- naten Geldstrafe bis zu 600 Mark unzüchtige Schraten u. s. w. feil zu halten, zu verkaufen, zu vertreiben, an dem Publikum zugänglichen Orten Izu verbreiten, zur �Verbreitung herzustellen oder für die Ver- breitung zu besitzen, anzukündigen oder anzupreisen oder durch Ankündigung in Druckschriften unzüchtige Verbin- düngen einzuleiten zu suchen, an öffentlichen Straßen und Plätzen Abbildungen oder Darstellungen auszustellen soder anzuschlagen, welche, ohne unzüchtig zu sein, durch gröb- 'iche Verletzung des Scham- und Sittlichkeitsgefühls Aergcrniß zu erregen geeignet sind. Bei gewerbsmäßiger Handlung soll Gefängnißstrafe nicht unter drei Monaten, event. Geldstrafe bis zu 1500 Mark, Verlust der bürgcr- lichen Ehrenrechte und Polizei- Aufsicht verhängt werden. Bei Anwendung des§ 361. Nr. 6 kann die Unterbringung in einer Besserungs- oder Erziehungsanstalt oder in einem Asyl an die Stelle treten. Ein Ausländer ist an Stelle der Unterbringung im Arbeitshause ans dem Bundesgebiete zu verweisen. Wir werden diesen Gesetzentwurf eingehend besprechen. Heute sei nur konstatirt, daß man mit Polizeigesetzen einem gesellschaftlichen Uebel zu Leibe geht, das durch die wirth- schastlichen Zustände naturnothwendig bedingt ist, daß serner das Bordellwesen wieder seinen offiziellen Ein- zug in Deutschland hält.— Auch eine Berichtigung. In der Sonnabendsitzung des Reichstags hatte der sozialdemokratische Abgeordnete Metzger an den Staatssekretär Hollmann die Anfrage ge- stellt, ob ihm bekannt sei, daß im letzten Sommer u. a. für die Firma Jantzen in 5kiel Marinesoldaten zum Kohlen- laden kommandirt worden seien. Die Firma erläßt nun eine Erklärung, in welcher sie die Thatsache offen zugiebt. Es heißt darin: «In den mit den kaiserlichen Morinebehörden laufenden Kontrakten ist ftipulirt, daß die Abladung der Koblen, resp. das Hincinschaffen in die betreffenden Kellerräume, Sache der Marinetheile ist, und daß, wenn diese keine Mannschaften dazu stellen können, sich der Preis um den Arbeitslobn für das Abladen:c. erhöht. Hieraus ist zur Evidenz ersichtlich, daß das Abladen durch eigene Mannschaften im fiskalischen Jnter» effe liegt und daß meiner Firma durch die Gestellung von Marinemannschaften keinerlei Vortheile erwachsen." Feststeht also, daß die Soldaten zu Zivecken verivendet wurden, die mit der Wehrpflicht aber auch gar nichts zu thun haben und den Nutzen der dreijährigen Dienstzeit im als ihnen ein Lebewohl auf Nimmerwiedersehen zuzurufen." «Iwan!" rief das Mädchen, zum Tode erschrocken. Aber ohne sich ein einziges Mal umzusehen, verschwand der Russe mit schnellen Schritten hinter den dichten Stämmen der Waldung. «Er hat niich nie geliebt!" seufzte das Mädchen und legte die Hand ans ihr tiefbekümmertes Herz. Der Verwundete war inzwischen so weit versorgt, daß man ihn auf eine improvisirte Bahre von Baumstämmchen und Zweigen legen und nach dem nahe gelegenen Dorfe Althafselbach tragen konnte. Die Freuden des Tages aber waren damit um ein Be- trächtliches verküinmert. denn nur Barth und Frank ent- schloffen sich, der fröhlichen Gesellschaft, welche den Pistolen- schuß für einen gewöhnlichen Vergnügungsschuß angesehen hatte, chre Gesellschaft bis zum Schlüsse zu schenken. Einundzwanzigstes Kapitel. ' Eine Gerichtsszene. Der Mittwoch, welcher auf jenen verhäugnißvollen Sonntag folgte, war angebrochen, und auf den schwarzen Tafeln, welche in der Hausflur des Gerichtshauses an der Wand ausgehängt waren, las man: Mittwoch, den 2. Oktober, um 9 Uhr, Hauptverhandlung wegen Veruntrenung gegen die unverehelichte Hedwig Reichelt von hier. Vorsitzer: Gcrichtsrath Hahn. Ein sehr zahlreiches Publikum hatte in dem unteren Räume, der für das Publikum reservirt war, sowie auf den Galerien Platz genommen. Auf letzterer, versteckt einigermaßen durch die Inhaber der Vorderplätze, hatten sich Advokat Streit, Frank, Draht, der Mime, der Israelit und der Offizier, sowie der Schriftsteller postirt. Alle von ihnen wurden aller Orten fleißig gesucht, nur hier nicht. Ter Herr Staatsanwalt und Dr. Nassmaus als Ver- theidiger find bereits erschienen und unterhalten fich leb- Haft über das letzte Sommersest beim Bankier Roscher, namentlich über die reizenden Mädchcngruppen, welche den lebenden Bildern zur Folie gedient. hellen Lichte zeigen. Die steuerzahlenden Arbeiter, welche das Heerwesen mit ihrem Gelde bezahlen, werden durch Soldaten außer Brot geworfen, und die Soldaten werden zu Verrichtungen verwendet, die mit der Erziehung zur Wehrfähigkeit nicht im mindesten zusammenhängen.— Ter Ausritt des Kaisers. Der„Reichs-Anzeiger" bringt heute folgende Notiz: „Seiner Majestät dem Kaiser und Könige sind aus Anlaß der in den letzten Tagen hier stattgehabten Ansammlungen von angeblich„Arbeitslosen" mehrfache Kundgebungen aus Arbeiter- kreisen zugegangen, in welchen dem Bedauern über die Vor- kommnisse sowie der treuesten Anhänglichkeit und dem un- erschütterlichen Vertrauen zu der Allerhöchsten Person Aus- druck gegeben wird. Namentlich hat der Ausritt des Kaisers am 26. v. M. inmitten eiuer wildbewegten Menschenmenge, welcher einen tiefen Eindruck auf dieselbe gemacht hat. Ein- gaben veranlaßt, in denen jene Gefühle charakteristischen Aus- druck finden." Diejenigen Organe der bürgerlichen Presse, welche die Helden der Straßenkrawalle mit der Sozialdemokratie zu- sammenkoppeln möchten, wird diese Mittheilung des amt- lichen Blattes hoffentlich über den Sachverhalt ausklären, den wir ihnen klarzumachen uns vergeblich bemüht haben. Was man dem Gegner nicht glauben will, muß die loyale Gesinnung vom„Reichs-Anzeiger" widerspruchslos hin- nehmen. Als am 26. Februar jener Ausritt vor sich ging, waren zahlreiche Tumultuanten und viele Gaffer, sicher aber keine Sozialdemokraten zugegen. Denn selbst unsere grimmigsten Feinde werden nicht annehmen, daß die That- fache des kaiserlichen Spazierritts auf die Sozialdemokratie den„tiefen Eindruck" gemacht hätte, welcher auf die an- wesende Menge, wie wir dem«Reichs-Anzeiger" gerne glauben wollen, hervorgerufen worden ist.— Die Berliner Strasteutumulte und das Ausland. Es ist eine ausfällige Erscheinung, daß die Presse des Aus- lands, die sich seit längerer Zeit bei Besprechung deutscher Angelegenheiten durchschnittlich einer ziemlichen Sachlichkeit befleißigte, fast ausnahmslos die jüngsten Vorkommnisse in Berlin sensationell aufbauscht. Aus den sonst so nüchterneu englischen Blättern erfahren wir, daß wir Ende der vorigen Woche„Aufruhr"(nots) gehabt haben. Und die französische Presse bringt die tollsten Berichte: Aufruhr, Straßenkämpfe, kurz Szenen, wie am Vorabend einer Re- volution— und dazwischen im Stil des bekannten Bismarck- schen Telegramms die Ankündigung„strenger Maßregeln gegen die Sozialisten." Die Blätter, welche die Dinge richtig auffassen und schildern, sind in England wie in Frankreich überaus dünn gesäet. Zum Theil erklären sich diese Uebcrtreibungen aus der im Ausland verbreiteten Ansicht, daß Berlin eine vor- herrschend militärische Stadt sei, in der Alles stramm nach dem Schnürchen gehe. Und da nun die Straßentumulte entschieden sehr unmilitärischer Natur waren und den Be- griffen von militärischer Ordnung aufs Schroffste wider- sprachen, so lag die Annahme nah, daß in die eherne Mauer des Militärstaats ein Riß gekommen sei. Jndeß das reicht nicht hin, um Alles zu erklären. Ohne Zweifel haben wir es hier auch mit einem plan- mäßigen Vorgehen zu thun, und zwar mit der Absicht, den Berliner Vorkommnissen den Charakter ernsthaftester und folgenschwerster Ereignisse zu geben und aus außerordent- liche Ereignisse und Entschlüsse vorzubereiten. Weder in Frankreich noch in England kann aber vernünftiger Weise eine solche Absicht vermuthet werden. Wohl aber in Deutschland. Und es wäre beiläufig nicht das erste Mal, daß die„Drahtzieher" der deutschen Reaktion den Umweg der ausländischen Presse gewählt hätten, um ihre wahren Absichten auszusprechen und die öffentliche Meinung an gewisse rettende Thaten zu gewöhnen. Unter Bismarck wurde diese Taktik sehr häufig befolgt. Zu den Demonstrationen der Arbeitslosen. Nach- dem in Hamburg in letzter Zeit verschiedene Versamm- lungen Arbeitslosen abgehalten worden waren, sollte am 29. Februar eine friedliche, öffentliche Demonstration, ein Umzug der unbeschäftigten Arbeiter stattfinden. Sie wurde jedoch mit Rücksicht auf die Berliner Vorkommnisse im letzten Augenblicke abbestellt.— Zur gefälligen Beachtung! Im vorigen Jabre hatte das königliche Konsistorium der Provmz Bald erscheinen auch die Herren, welche den Gerichts- hos in diesen: Falle bilden. Der Staatsanwalt und Dr. Raffmaus eilen, ihre Pulte rechts und links vom grünen Tische einzunehmen, an dem die Richter sammt dem Pro- tokollanten sich niederlassen. Erwartungsvoll richten sich aller Augen auf eine kleine Thüre im Rücken des Dr. Raffmaus, die eben von einem Gerichtsdiener geöffnet wird. Durch dieselbe tritt in ein- facher, aber tadelloser Toilette ein junges Mädchen von schlankem Wuchs und angenehmen, nur gar zu bleichen Zügen. Sie ist ernst, ohne trotzig zu erscheinen; das Gesicht trägt sie frei und offen, aber sie blickt weder rechts noch links, sondern hat nur die Anklagebank im Auge, welche ihr der Gerichtsdiener angewiesen hat. Ein dumpfes Gemurmel durchläuft die Reihen des Publikums, aber soweit die ängstlich lauschenden Ohren Barth's den Inhalt des Flüsterns vernehmen, hören sie nur eine Ueberzeugnug:„Dieses Mädchen ist unschuldig." Der Vorsitzende räuspert sich und beginnt mit der Auf- forderung an den Protokollanten, die Ergebnisse der Vor- Untersuchung und die Klage der Staatsanwaltschaft zu ver- lesen, nach deren Anhörung er sich an die Angeklagte mit der Frage wendet: «Wie heißen Sie?" „Emilie Hedwig Rcichelt." „Wie alt sind Sie?" „18 Jahre." „Welcher Konfession angehörig?" „Lutherisch." „Sie haben das Protokoll und die Anklage gehört, und ich habe Sie zunächst zu fragen, ob Sie sich des Ihnen zur Last gelegten Vergehens schuldig bekennen?" „Nein," erwiderte das Mädchen mit fester Stimme und ließ dabei nicht Barth's Herz allein erbeben. „Sie waren bei Herrn Kaufmann Rollmann als Ver- käuferin engagirt?" „Ju." „Wie lange?" «Zwei Jahre sechs Monate." „Sind Sie frerwillig aus Ihrer Stellung geschieden?" Schlesien bei den Kreissynoden eine Umfrage über Um- fang, Ursache und Bekämpfung der Sozialdemokratie veranstaltet. In dem auf Grund der eingelaufenen Mit- theilungeu ergangenen Bescheide heißt es: „Alle Kreissynoden stimmen wesentlich darin überein, daß fast allerorten in Stadt und Land eine bedenkliche Unzufrieden- heit weit verbreitet sei, und daß der Wunsch und das Be- gehren, es müsse in den sozialen Verhältnissen vieles anders und besser werden, weithin die Gemüther beherrsche. Wenn freilich die Lohnverhältnisse in einigen Gegenden derartig sind, daß auch die angestrengteste Arbeit nicht völlig im Stande ist, die unentbehrlichsten Lebensbedürfnisse zu erwerben; wenn viel- fach die Arbeitsverhältnisse so gestaltet sind, daß den Eltern eine einigermaßen genügende Pflege und Beaufsichtigung der Kinder unmöglich wird; wenn die Wohnungsverhciltnisse der Arbeiterbevölkerung«in gedeihliches Familienleben mcht zu- lassen und die nothwendige Erholung, namentlich die Sonntags- ruhe, entbehrt wird, so erscheint jene Unzufriedenheit erklärlich. Verschärft mag sie oftmals dadurch werden, daß manche der Besitzenden, statt sich als verantwortliche Haushalter zu wiffen, den Besitz nur ansehen als das Mittel zu üppigstem und zügel- losestem Lebensgenuß und in der Arbeit und dem Arbeiter nur das Werkzeug zur Beschaffung jener Mittel erblicken. Da kann Mißgunst, Neid und Haß mcht ausbleiben, und aus vielen Synodalverhandlungen tönt uns die Klage entgegen, daß dieser Riß gefährlich zu werden beginne." Mit frommen Sprüchen und Spittel-Unterstützungen aber wird dieser Riß nicht verkleistert.— Ter Dummheit Grenze. Seit einiger Zeit treibt in der bürgerlichen Presse eine seltsame Verschwörerbande ihr Wesen. Sie nennen sich Anarchisten, sind von blutrünstigem Radikalismus, hassen die Sozialdemokratie wie die Ratten das Gift, versammeln sich zu nächtlicher Stunde, ganz ge- Hein«, die Schlapphüte tief ins Gesicht gedrückt, sprechen in leisem Flüsterton und hüllen sich in den düstern Schierer des tiefsten Geheimnisses. Haben die neuen Carbonari eine solche Sitzung gehabt, von der Niemand nichts weiß, so brrngen die Zeitungen der Bourgeoisie mit rührender Pünktlichkeit und mit einer bis ins kleinste Detail gehenden Akkuratesse genauesten Bericht über die Reden, über die Beschlüsse, über die Zahl der Verschworenen und über den Kaffenbestand. So übt dieser spukhafte Geheimbund seine Künste, und den braven Philister überläuft beim Morgenkaffee eine Gänse- haut, wenn er von diesen Gestalten der Finsterniß in seinem Tageblättchen liest. Heute finden wir in einem Bourgeois- organ folgende Schauermär: „Im anarchistischen Lager wurde, wie wir erfahren, am Sonntag«ine geheime Gruppenversammlung abgehalten, die von 95 Genossen besucht war. Aus den Berhandlungen ging hervor, daß man sich die Demonstrationen der vergangenen Woche friedlicher und weniger umfangreich gedacht hatte, als sie sich schließlich entwickelten. Der Hauptkoup war für den 18. März in Aussicht genoinmen und daran will man festhalten. Es wurde betont, daß, da die heutige Sozialdemokratie ihren revolutionären Charakter abgestreift habe, es Pflicht der Anarchisten sei, in die Bresche zu treten. Am 13. März sollen deshalb alle„Genossen" an den Gräbern der Märzgefallenen erscheinen und sich unter keinen Umständen zwingen lassen, rothe Schleifen von den Kränzen zu entfernen,„möge darauS ent- stehen, was da wolle". Ueber die„Feigheit" des sozialdemo- kratischen Parteivorstandes herrschte allgemeine Entrüstung und wurde den Herren für den Fall der Revolution das ochicksal der Girondisten in Aussicht gestellt. Dann wurde Bericht er- stattet über die Unterstützung der Familien der Jnhafttrten, die bis jetzt 410,50 M. erhalten haben. Die gesammte Mit- gliederzahl der Berliner Anarchisten beträgt, wie mitgetheilt wurde, jetzt 260." In der That der echte und rechte Verschwörer unter- richtet Wochen vorher durch eine gefällige Presse alle Welt von seinen umstürzlerischen Plänen, entwickelt sein Projekt bis aufs letzte Pünktchen über dem i und giebt Ort, Tag, Stunde und Minute exakt an. Pünktlichkeit ist die Höflich- keit der Verschwörer,„mag daraus entstehen, was da wolle". Und schon blitzt die Schneide des Fallbeils, daS dem Parteivorstand die Köpfe abschlagen wird. Wir sind keine Phan- tasten und haben uns niemals Illusionen über die geistige Sehschärfe und das Begriffsvermögen der Anarchisten hin- gegeben. So vorsichtig wir in ihrer Abschätzung waren, die öffentliche Versammlung, in welcher die Hermann, Steinkopf, Börner dieser Tage aufgetreten sind, hat uns bewiesen, daß wir noch viel zu optimistisch von ihrem Intellekt gedacht haben. Trotz alledem aber müssen wir sagen: für so ent- setzlich dumm halten wir sie nicht, daß sie die Narrheiten begingen, welche ihnen die kapitalistische Presse andichtet. „Wissen Sie einen besonderen Grund anzugeben, warum Sie Ihre Stellung aufgaben?" Das Mädchen schwieg. „Sie hatten in dem Verkaufsladen des Herrn Noll- mann Seidenwaaren und Spitzen zu den Ihnen bekannten Preisen zu verkaufen?" „So ist's." „Gegen baar?" «Ja, gegen baar; ausgenommen, es waren bekannte Kunden des Geschäfts." „Und hatten Sie das Recht, an solche bekannte Personen Kredit aus eigener Machtvollkommenheit zu geben, oder mußten Sie Herrn Rollmann vorher fragen?" „Ich mußte Herrn Rollmann feagen." „Jederzeit?" „Ja, jederzeit, ausgenommen es handelte sich um gering- fügige Beträge." „Hatten Sie nur Herrn Rollmann zu fragen?" „Ausgenommen, Herr Rollman war nicht zugegen, in welchem Falle ich den Herren Prokuristen fragte." „Aber diesen dann jedenfalls." „Ja, jedenfalls." „Und die kleineren Beträge, deren Sie jetzt Erwähnung thun, mußten Sie die nachträglich angeben?"" „Ich hatte sie einzuschreiben in's Journal." „Ohne Verzug?" „Ja, ohne Verzug." „Und was verstehen Sie unter kleinen Beträgen?" „O, etwa bis zu einem Thaler." „Sie nmßten andernfalls den Prinzipal oder den Pro- kuristen fragen?" „Ja." „Hatten also auch nicht das Recht, stillschweigend aus eigene Rechnung Waaun aus dem Geschäfte zu nehmen? „Nein." „Ich habe Sie zu fragen, Angeklagte, ob Sie dieses Päckchen Spitzen wiedererkennen," fragte der Präsident und hob ein dünnes, viereckiges, in silbergrauen Umschlag»in« geschlagenes Packetcken emvor. Man hat es hier mit einer ganz gewöhnlichen Mache zu thun, die den Zweck hat, die Spießer einzuschüchtern und Stimmung zu machen. 0 : 9 bereits in der Alabama- Frage gezeigt, wie zivilisirte Wölfer| dem Beschluß einer Parteiversammlung sein Eigenthumsrecht auf ihre Differenzen erledigen. Ein neuer Beleg ist jetzt wieder die Praca" an die Lemberger Partei abzutreten. beigebracht worden. Der von der englischen Regierung vor dem obersten Gerichtshofe der Vereinigten Staaten angestrengte der Weber Johann Fuchs aus Brüsau, 51 Jahre alt, gestorben. Todtenliste der Partei. Wozu Welfenfonds und Geheimfonds gut sind. Prozeß zur Entscheidung der Frage über die Gesetzmäßigkeit der Derselbe stand seit Beginn der dortigen Arbeiterbewegung in der In Brünn ist am 13. Febr. Als Graf Caprivi, ein hoffnungsvoller Kanzler- Jüngling, Beschlagnahme des kanadischen Fahrzeuges Sayward" ist vordersten Reihe der Kämpfer für die Interessen des Proletariats. mit tausend Masten in den Ozean der Regiererei schiffte, burch Urtheil des Gerichtshofes in Alaska" heute beendet- In Beit verschieb am 25. Febr. der Schuhmacher U. Krüger maren Reptilien und offiziöse Blätter ihm ein Scheuel und worden. Der Gerichtshof hat sein Urtheil zu Gunsten der aus Guben. Greuel, und nur der brave Reichs- Anzeiger" follte das Vereinigten Staaten gegenüber dem Verlangen Englands Mundstück des Kanzlers sein. Heute ist Herr Pindter der bahin abgegeben, daß der" Sayward" ein Robbenfänger Schaumschläger des jetzigen Regiments, wie er derjenige des gewesen und durch ein amerikanisches Kanonenboot im bruar eine Bersammlung stattfinden, zu welcher Genosse Schmidt Polizeiliches, Gerichtliches ze. Ein Räthsel. In Bernburg sollte am 22. Fe Bismardischen gewesen ist, und der Andrang zur Futter Behring- Meer mit Beschlag belegt worden sei. Der eng- von dort am 20. Februar die Anmeldung einreichte. Derfelbe trippe ist so start wie noch nie. Der" Bosener Zeitung" lische Gesandte Pauncefote und der nordamerikanische Staats- mußte für die Bescheinigung zwei Mart an die Kreisdirektion wird aus Berlin geschrieben, daß jezt eine offiziöse Beilage sekretär Blaine haben nun die Uebereinkunft über die entrichten. Schmidt eröffnete am 22. Februar, Abends 7½ Uhr, für regierungsfreundliche und konservative Blätter im Lande in Berlin redigirt und von einem Herrn Robert Rohde Regelung der Frage betreffend den Robbenfang im Beh- die Versammlung und vertagte dieselbe auf eine halbe Stunde ( Berlin W, Potsdamerstr. 26b) verlegt und gedruckt wird. ringsmeer durch ein Schiedsgericht unterzeichnet. " Die wöchentlich in vier Seiten Quart erscheinende Schrift beschäftigt sich hauptsächlich oder vielleicht ausschließlich mit der Bekämpfung der Sozialdemokratie und der Empfehlung solcher Mittel gegen die Sozialdemokratie, die in der Richtung des früheren Sozialistengesetzes liegen; zugleich aber sucht die Korrespondenz nachzuweisen, daß allein die KonParlamentarisches. Parteinachrichten. " um von den Anwesenden ein Entree zur Deckung der Kosten zu erheben. Der Wachtmeister Berger aus Bernburg als Ueberwachender verlangte darauf die Bescheinigung und als er dieselbe gelefen, sagte er zu Schmidt:" Sie haben die Versammlung er öffnet, ich schließe sie hiermit". Als Schmidt intervenirte, rief der Wachtmeister laut in den Saal: Die Versammlung ist auf gelöst." Warum? Soziale Lebersicht: Die Wahlprüfungskommission hat in ihrer letzten Sitzung rode und Kunzendorf bei Mitgliedern des in ersterem Orte Bahlreiche Haussuchungen wurden in Neufervativen zur Ueberwindung der Sozialdemokratie geeignet wegen der Wahl des Abgeordneten Müllensiefen neue bestehenden sozialdemokratischen Wahlvereins vorgenommen. Man find." Auf dem geretteten Kahn des Herrn Rohde treibt Erhebungen und speziell die Vernehmung des Staatsanwalts fuchte nach verbotenen Schriften, fand aber feine und begnügte der Kanzler- Greis Caprivi in den Reptilien- Hafen. Wir Sandmeyer darüber beschloffen, ob es richtig sei, daß er die fich deshalb mit unverbotenen. Für die Behaussuchten hat das wissen nicht, wie oft bereits der Kollege Eugen Richter's Beschlagnahme des Flugblattes abgelehnt habe, worin der ultra- Borgehen der Behörde das Unangenehme, daß die Hauswirthe, den Sozialismus vernichtet hat. Nachdem eine zwölfjährige montane Kandidat Battmann die bekannten Bergarbeiter bei welchen sie wohnen, in Angst gerathen. Den ultramontanen Erfahrung die Untanglichkeit einer Zwangspolitik auch dem Forderungen anerkannte. Dieſem Flugblatt fehlte der Name des tommt das sehr gelegen; auf der Angst der Menschen beruht ja Blödesten bewiesen hat, ist es ein um so aussichtsloseres Druckers und es wurde deshalb von der Polizei in Witten und die Herrschaft dieser Helben. Unternehmen, den Ausnahmezustand fortzuspinnen. Kleinliche wie der Protest behauptet, die Staatsanwaltschaft die Beschlagnahme. Walther aus Modelwit wegen einer beleidigenden Aeuße anderen Orten in tausenden von Exemplaren weggenommen, obwohl, In Schreudig wurde am 26. Februar Genosse Chikanen so wenig, wie brutale Gewalt, hemmen auf die abgelehnt hatte. Dieser Fall bedarf auch insofern sehr der Auftlärung, rung verhaftet, die er gegen den Raiser ausgestoßen haben soll. Dauer den Fortgang der Arbeiterbewegung. Bon sozialen als die Polizei in Witten auf telegraphische Anweisung gehandelt Reformen ist es längst still geworden. Dafür tritt Herr Rohde haben soll und in der gleichen Zeit, in welcher diese bis jetzt unauf- eine Versammlung, deren Anmeldung unter Berücksichtigung Desterreichisches. In Luzna bei Rofonih wurde auf den Kampfplatz. Und immer dringender wird eine geklärte Anweisung erfolgte, liberale Flugblätter verbreitet wurden, aller möglichen Formalitäten erfolgt war, doch noch ver Reform! Hier ist Rhodus, hier tanze! welche von der angeordneten Beschlagnahme bereits zu berichten boten, weil in der Anmeldung nicht angegeben war, ob die wußten und die entsprechenden Bemerkungen daran Enüpften. Bersammlung im Gast zimmer oder im Saale des betr. Die Deutschfreifinnigen und das Wahlrecht. Fünf- Herr Staatsanwalt Sandmeyer hat zunächst seine zeugeneibliche Wirthslotals abgehalten werden sollte. tausend Bürgern ist durch Beschluß des freisinnigen Kieler Bernehmung abgelehnt, und beantragt die Kommission deshalb In Brünn wurde der Redakteur K. Protop von Magistrats und der noch freisinnigeren Stadtverordneten- jetzt, den genannten Herrn von amtswegen zur Zeugnißabgabe der Gerwanti"( Morgenröthe) wegen Religionsstörung zu vier Versammlung das Bürgerrecht entzogen worden. Das einzige fondern es sich im schlimmsten Falle nur um eine Mystifikation zu ermächtigen. Da Staatsgeheimnisse nicht in Frage kommen, Monaten Gefängniß verurtheilt. Verbrechen, das diese Bürger begangen haben, besteht darin, der Polizei handeln kann, so wird der schließlichen Bernehmung daß sie die größere Hälfte der Bürger bilden und in dieser des Herrn Staatsanwaltes wohl nichts im Wege stehen. Erkenntniß bereits zwei Sozialdemokraten in die Stadt- Auf das Ergebniß derselben darf man übrigens immerhin geverordneten Versammlung gewählt haben und nur durch spannt sein. allerlei unfeine Manöver verhindert worden sind, noch mehr wirkliche Volksvertreter in den Rieler Karpfenteich zu bringen. Um die unbequemen Mahner und Kontrolleure loszuwerden, An fämmtliche Gewerkschafts- und Fachvereins- Vorstände griff man in der ach! wie mühsam behaupteten Domäne Berlins! des glattgefämmten Phrasenhelden Hänel zu dem brutalen Bur Durchführung der Bestimmungen in§ 105b und e der Auskunftsmittel, Bestimmungen zu treffen, durch welche Aus der sozialdemokratischen Presse. Gewerbe- Ordnung, Sonn- und Festtagsarbeit betr., ist von der 5000 Bürgern einfach das Wahlrecht entzogen wurde. Augsburger Bolts Zeitung": Wie man ein Ar- Gewerbebeputation des Magistrats eine Enquete beschlossen beitsthier so pflegt, daß es gerade leistungsfähig bleibt, so er Arbeitet selbst! So tann man nur auf die frechen hält im Gefängniß der Sträfling genau so viel, daß er nicht worden, bei welcher u. a. auch die Gewerkschaften bezw. Klagen der Gutsbesiger darüber, Laß ordentliche Arbeiter frant und arbeitsunfähig wird, also das Mindestmaß von Nah Fachvereine um Auskunft angegangen werden bei ihnen nicht bleiben mögen, an.worten. Die Nord- rung zur Erhaltung seines Lebens. Dieses Mindestmaß haben sollen. Unter Hinweis hierauf fordern wir die Vorstände sämmtdeutsche Allgemeine Zeitung" meldet heute mit großer Be- Tausende und Abertausende von braven Arbeitern in Bayern licher Berliner Gewerkschaften und Fachvereine auf, bis friedigung, daß dieselben Klagen, wie von den Junkern der nicht. Sie können sich nicht ausreichend ernähren trotz der ange- spätestens 3. März inklusive uns ihre genaue Ostprovinzen, auch aus dem bäuerlichen Württemberg er eigentlichen Leben, zuviel aber aum. direkten Verhungern Adresse einzusenden, damit ihnen die bezüglichen Fragebogen strengtesten Arbeit. Diese Masse aber, welche nie zum ertönen. Soll man vielleicht den Gutsbesitzern mit der Peitsche hat, die Arbeiter zuführen, soll man, um jenen das Leben ihrer törperlichen Straft, fie degenerirt. geht zurück in ihrer Leistungsfähigkeit, in rechtzeitig zugestellt werden können. Diejenigen Korporationen, leicht zu machen, die Arbeiter zu Sklaven machen? Rönnt Nachkommenschaft heran, schwächlich, widerstandsunfähig, ent fie bei der Enquete übergangen werden. Gie giebt eine welche dies verabsäumen, haben es sich selbst zuzuschreiben, wenn ihr feine Arbeiter bezahlen, so arbeitet entweder selbst, nervt. Von Staatswegen", fagt der Sträfling, erhalte ich trinkt weniger Champagner, schränkt euch in eueren Aus- wöchentlich dreimal 13 Loth Fleisch." Warum sorgt der Staat gaben ein, so werdet ihr auch solche Löhne zahlen können, für die Gesundheit der Sträflinge, während er die tüchtigen, daß ihr eure Arbeiter anständig bezahlen könnt. Wollt ihr arbeitsamen Bürger zu Grunde gehen läßt? Mit verschränkten das nicht, nun, dann wandert aus; es werden sich schon es lebe die freie Konkurrenz!"" Wird das immer so bleiben? findet im Einverständnisse mit dem Vertrauensmann des vierten An die Arbeiterschaft Berlins! Freitag, den 4. März, Leute finden, welche den von euch aufgegebenen Boden Nein, das Volk wird sich dank der sozialdemokratischen Agitation Kreises eine Volksversammlung statt, in welcher gegen verschiedene bewirthschaften werden, und zwar mit sehr gutem Ertrage, aufraffen und es wird den Ruf erheben: Bon Staatswegen, im Konfektionsgeschäfte, die sich durch Reklamen speziell unter den wenn der Grund und Boden nicht mehr durch eure noblen Interesse der Gesellschaft, für das Gedeihen der Gesellschaft und Arbeitern Kundschaft zu erwerben suchen, während sie den Passionen ausgesogen wird. Wandert aus, das wird dem von der Gesellschaft fordern wir die Garantie unserer Existenz." Interessen der Arbeiter entgegenhandeln, Stellung genommen Lande nur zum Segen gereichen. werden soll. Wir fordern hiermit die Arbeiter Berlins auf, in duldet das Wertheilen von Schriften in den Wohnungen nicht, Behördliche Uebergriffe. Ein bayrischer Amtsanwalt dieser Versammlung zahlreich zu erscheinen. Die Agitations- Kommission trotzdem die Gewerbe- Ordnung besagt, daß zur Bertheilung von Druck- oder anderen Schriften ze. in geschlossenen Räumen eine Erlaubniß nicht erforderlich ist. Weiter erklärte der Amtsanwalt unseren Genossen:" Ich strafe Sie höher, als jeden anderen beendet. Uebertreter, welcher Drucksachen verbreitet, weil Sie Sozialbemokraten sind." Auf das Verlangen, anständig behandelt zu und id. Anfragen find an W. Hoffmann in Teplit, Grüne Jn Teplig streiken die Maler der Firma Scheuer werden, antwortete er:„ Leute, die solche unanständige gemeine ringsgaffe 7, Unterstügungen an Gastwirth H. Baier in Turn Schand- und Schmähschristen verbreiten, wie diefe- insbesondere: bei Teplis, Belgischer Hof, zu richten. Nieder mit den Sozialdemokraten" sind auch unanständig zu behandeln." Sie werden unbedingt verurtheilt." Rücktritt des griechischen Ministeriums. Das Minifterium Delijannis ist zurückgetreten; angeblich wegen Budgetstreitigkeiten. Auf friedlichem Wege. Daß Streitigkeiten zwischen Kulturstaaten durch gütliche Uebereinkunft, durch Schiedsgerichte zu erledigen sind, ist eine Forderung, welche von den Vertretern der rohen Gewalt auf's heftigste bekämpft wird. England und die nordameritanische Union haben Ich erkenne es an dem Umschlage als ein ähnliches wie das, welches die Polizei bei mir im Koffer fand." Es ist das nämliche. Sehen Sie im Uebrigen das Packetchen an, Sie mögen es öffnen." Das Mädchen schlug den filbergrauen Umschlag zurück und dann einen dünnen weißen Bogen, worauf sie die Spigen erblickte. Kennen Sie diese Spitzen?" Nein." " Sie haben dieselben nie gesehen?" " Ich kann mich nicht erinnern." " Armen sieht er zu und spricht:" Ich mische mich nicht darein, " * * „ Ich will in meinem Bezirk Ruhe haben und dulde feine Agitation der Sozialdemokraten."„ Es ist höchst wahrscheinlich, daß Sie die angegebenen Personen sind, da Sie aher Sozialdemokraten find, glaube ich es nicht." " Redaktion bes, Vorwärts", Berlin SW., Beuthstr. 2, IV. der Schneider und Schneiderinnen Berlins. In Bergstadt ist der Streit der Seibenweber " hoffnungslos ihrem Untergange entgegen. Die Handweberei im Kreise Grafschaft Hohenstein geht Die entkräfteten Männer, die blaffen Kinder, die zu Soldaten untauglichen Burschen bezeugen es, schreibt man der Magdeburger Zeitung" aus Nordhausen. Der soziale Ausschuß des Hohensteinschen Pfarrvereins" erläßt jetzt einen Aufruf, in dem er Gaben der fammlung statt, in welcher Genoffe Treuherz aus Berlin über der schlechten Kartoffelernte der Sunger naht, helfen, besonders In Prinwalk fand am 21. Februar eine impofante Ver- Liebe erbittet, um 1. Den ärmsten Weberfamilien, welchen infolge bas Thema sprach: Was haben die Arbeiter von den verschie aber 2. Prämien als Ersatz für ihnen entgehenden Arbeitsverdienst benen Parteien zu erwarten? Der Redner kritisirte zunächst den solchen Eltern gewähren zu können, deren Kinder der Weberei heuchlerischen Freifinn unter Bezugnahme auf die Berliner den Rücken fehren. Der soziale Ausschuß ruft den Webern zu: Kommunalverhältnisse, wo der Freifinn die Macht hat und ganz Heraus aus der Weberei: die Erwachsenen wenigstens im gut etwas für's Bolt thun könnte, wenn er wollte; dann fam Sommer, die heranwachsende Jugend aber für ihr ganzes Diese Spigen hat Herr Rollmann als sein ihm ent- das Bentrum an die Reihe, dem von arbeiterfreundlicher: Phrasen Leben!" Es wäre für den Staat ein Leichtes, den in der wendetes Eigenthum erkannt und anerkannt. Diese Spitzen der welke Mund gleichfalls überläuft und dem es lediglich darum Handweberei noch beschäftigten Personen den Uebergang zu einem find bei Durchsuchung Ihrer Effekten durch Beamte der mäßig zu machen. Es folgte eine Schilderung der Konservativen, erkennung der Berkürzung der Arbeitszeit in allen gewerblichen sc. 3 thun ist, der katholischen Geistlichkeit Deutschland wieder bot- andern Berufe zu ermöglichen, wenn er sich endlich zur AnKriminalpolizei in Ihrer eigenen Gegenwart als in Ihrem von denen einer ihrer berufensten Angehörigen einmal felber erklärte, Betriebe aufschwingen wollte. So lange aber in der Gesetzgebung Koffer liegend aufgefunden worden. Ich habe Sie nunmehr daß sie Ochsen von Geburt oder aus Prinzip" feien, und deren der Kapitalismus die führende Rolle spielt, was angesichts des zu fragen, Angeklagte, wie sie das Vorhandensein dieser einziges Erträgliche ist, daß sie im allgemeinen ihre egoistischen, kultur- allgemeinen Wahlrechts zum Reichstage allerdings mit Schuld des Spigen in Ihrem Roffer erklären?" feindlichen Absichten offen herausfagen, während der ganze Proletariats selber ist, so lange ist an eine gründliche Aenderung Liberalismus und das Zentrum dieselben egoistischen Triebe der Regierungsmaximen in dem angedeuteten Sinne nicht zu pflegen, aber sie hinter schwindelhaften Bhrafen von Freiheit, denken; das geflügelte Wort vom Weber- Elend" wird deshalb Moral, Sitte 2c. zu verbergen suchen. All diesen Parteien gegen noch manches Jahr durch die Lande flattern. über ist die sozialdemokratische Partei die einzige, welche die Interessen der besiglosen, arbeitenden Klaffen aufs Schärffte wahr Aus der Pfalz. Das St. Ingberter Eisenwert hat wegen nimmt und an Stelle der durch Klaffer gespaltenen, durch und Beschränkung resp. zeitweiser Einstellung des Betriebes 120 йrdurch anarchischen Gesellschaftsverfassung einen Zustand schaffen beitern gekündigt. Das Gleiche ist schon auf anderen inwill, welcher den größten Theil des Leids, alles vermeidbare dustriellen Etablissements des Saar- und Mofelgebietes einGlend, unter dem die Menschheit heute feufat, nicht mehr aufgetreten. oder es wird nach Aussage der Fabrikanten in den weisen wird. Der Redner besprach dann die Frauenbewegung nächsten Wochen noch nöthig werden. und forderte die anwesenden Männer auf, ihre Frauen am politischen Leben mit theilnehmen zu laffen, fie ber Bewegung Die Mainzer Bäckermeister haben beschlossen, vom Ich weiß nichts darüber zu sagen." " Wo hat sich Ihr Koffer befunden, ehe Sie ihn in die Barth'sche Wohnung brachten?" " In meiner Stube in Rollmann's Haufe." Bewohnten Sie diese Stube allein?" " Ja, allein." " Ließen Sie die Thür offen, wenn Sie die Stube ver ließen?" " Nein, ich schloß sie zu und nahm den Schlüssel mit." Und Ihren Koffer, ließen Sie den offen?" " Ja, während er leer war." " Wann haben Sie Ihre Sachen gepackt?" An demselben Sonntag früh, an dem ich wegzog." Haben Sie den Koffer offen gelassen, nachdem Sie ihn gepackt hatten?" Nein, ich habe ihn zugeschlossen." " Rönnen Sie eine Möglichkeit bezeichnen, wie eine frembe Hand in Ihren Koffer hätte kommen können? Nein." Die Spigen find auf 120 Thaler geschätzt, haben Sie etwas gegen diese Taxe einzuwenden?" „ Nein." " Sie können sich sehen." ( Forts. folgt.) nicht fern zu halten, denn auch der Frau gilt die erlösende Mission 1. April ab ihre Gehilfen Sonntags nicht länger als bis des sozialdemokratischen Proletariats. Als zweiter Redner sprach 9 Uge wo. aittags zu beschäftigen und um 3 Uhr Nachmittags Genoffe or wit ans Berlin unter großem Beifall über lokale pie Lider zu schließen. Verhältnisse Prizwalls. Gegner meldeten sich nicht zum Wort. Die Versammlung wird manchen Indifferenten aus seinem geistigen wite an ärmere Leute das Holz aus den Staatswaldungen mit tiative. Auf Anordnung des bayerischen Finanzministers Schluminer aufgeweckt haben. einer Preisermäßigung von 25 pet. verkauft. 12 Sur Reichstagswahl in Reichenbach i. B. stellen die Freifinnigen teinen Kandidaten auf. In Wien erscheint am 4. März eine neue Fachzeitung, die Ginigtett", Organ für die Interessen der österreichDie Lemberger Sozialdemokraten haben der Zeitschrift und Kartonagenarbeiter, sowie der Hilfsarbeiter und Hilfs ungarischen Buchbinder, Raftrirer, Futteralmacher, LedergalanterieBraca" den Charakter eines Partei Organs abgesprochen und arbeiterinnen. werden an deren Stelle das Blatt Sita" herausgeben. Der Herausgeber der„ Praca", Danilut, hatte es verweigert, gemäß # Theater. Mittwoch, den 2. März.. Opernhaus. Mignon. Schauspielhaus. Das heilige Lachen. Deutsches Theater. Die Journalisten. Leffing Theater. Paragraph 330 ( Fiaker 117). Fünf Dichter. Berliner Theater. Othello, der Mohr von Venedig. Residenz Theater. Riquette( Ma Cousine). • Circus Renz. Karlstraße. Mittwoch, den 2. März 1892, Abends 74 Uhr: Fest- und Gala- Vorstellung. Zum 164. Male: = Unserem Freund und Kollegen Albert Baer zu seinem heutigen Wiegenfeste die herzlichsten Glückwünsche von seinen Kollegen. 1703b Zum heutigen Tage unferem Freunde und Genossen Carl Brandt( genannt 1701b Fachverein der Tischler Berlins und Umgegend. der Weiße) ein donnerndes Hoch, daß Sonntag, den 6. März d. J., Vormittags 10 Uhr, im die Lübbenerstraße wackelt. Die Rothbequasten. Auf Helgoland" I oder: Ebbe und Fluth. Große hydrologische AusstattungsBantomime in 2 Abtheilungen mit Die Genossen der Stammkneipe. National Tänzen( 65 Damen), Aufzügen. Neue Einlage: Die Garde- W. Voitig zu seinem heutigen GeUnserem Pfeifenbruder und Genossen Husaren u. Ulanen. Dampfschiffburtstage ein donnerndes Hoch. und Bootfahrten, Wasserfällen, Riesen- 1706b fontänen mit allerlei Lichteffekten u. s. w., 80 Fuss hohe Riesenfontaine, zum Schluss: Neu! Feenhaftes Kunstund Prachtfeuerwerk, arrangirt und inszenirt vom Direktor E. Renz. Im Reiche der Blumen, Phantasie equestre von Fräul. Clotilde Hager. Elimar( Strickspringer) vorgeführt von Frl. Oceana Renz. Cyd, geritten vom Schulreiter Herrn Gaberel. WalkürenWallner- Theater. Yvette. Borher: Der berühmte Mitbürger. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Das Sonntagskind. Thomas- Theater. Jägerblut. Bellealliance Theater. Almen rausch und Edelweiß. Oftend- Theater. Othello, der Mohr von Venedig. Adolph Ernst Theater. Der Tanzteufel. Alexanderplat- Theater. Berliner Pflaster. Gebrüder Richter's Variété. Spe- 4 Gebr. Briatore, Afrobaten. Mlle. zialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Vor- Drahtseil. Auftreten der Reittünstler stellung. Kaufmann's Variété. SpezialitätenVorstellung. Konkordia- Palast- Theater. Spezialitäten- Vorstellung. American- Theater. SpezialitätenBorstellung. Feenpalaft. Spezialitäten- Vorstellung. Fuß Manöver, geritten von 16 Damen Theresina auf dem 20 Sub bohen Herren Alexander Briatore und Lion Dastie. Komische Entree's und Intermezzo's von sämmtl. Clowns etc. Täglich: Auf Helgoland. E. Renz, Direktor. Circus G. Schumann. Gratweil'sche Bierhallen Friedrich- Karl- Ufer, Edhe Karlstr. Kommandantenstrasse 77-79. Heute, fowie täglich: Gr. Freikonzert. Anfang Wochentags 71/2 Uhr, Sonntags 20 Pf. Entree. Anfang 6 Uhr. Empfehle meinen berühmten Mittagstisch à la Duval. Diner à 1 Mark. 3 Regelbahnen, 6 Billards, 2 Säle. Sowie täglich: Mittwoch, den 2. März 1892, Abends 71/2 Uhr: Grosse Extra- Vorstellung mit vorzüglich gewähltem, aus den besten Repertoir- Nummern bestehendem Programm. Auftreten des anerkannt besten Schulreiters der Gegenwart Mr. James Fillis mit seinem Schulpferd Germinal. B Zum Schluß der Vorstellung: Neu 1169L einstudirt: Eine Nacht in Venedig. Große Komische Original WasserGr. Bock- Ausschank aus der Berliner Bock- Brauerei. pantomime in 2 Abtheilungen mit neuen sensationellen Licht- u. Wassereffekten. Außerdem: Auftreten sämmtlicher Rünftlerinnen und Künstler. Reiten Etablissement Buggenhagen und Vorführen der beſtdressirten Schulam Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion 3. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücks- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Bazenhofer 641 Export- Bier, Seibel 15 Pf. F. Müller. Castan's Panopticum Friedrichstr. 165a, Ece Behrenstr. Interessanteste Völkerschaft Inner- Afrikas: Schuli b. Emin Pascha- Reich. 30 Personen, Männer, Frauen, Kinder. Borstellungen: 11, 12 u. 1 Uhr Vormittags, 4, 5, 6, 7, 8 und 9 Uhr achmittags. Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 ühr Ab und Freiheitspferde. Komische Entree's sämmtlicher Clowns. Donnerstag, den 3. März, große Gala- und Benefiz- Vorstellung für den beliebten Clown Tanti. Auftreten des anerkannt besten Schulreiters der Gegenwart Mr. James Fillis. Eine Nacht in Venedig. Danksagung. Allen Freunden, Kollegen u. Genossen meinen tiefgefühlten Dank für die lebten Ehren- und Kranzspenden am Mannes und Vaters. Grabe meines unvergeßlichen guten 1704b Frau Wittwe Welsch nebst Sohn. Adlershof!! Gr. Versammlung des Arbeiter- Bildungsvereins grossen Saad von Joël, Andreasstr. 21: Außerordentliche General- Versammlung. Zages Ordnung: Stellungnahme zum Deutschen Tischlerverband event. Beschlußfaffung zum Anschluß an denselben. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht der Mit glieder, vollzählig aus allen Bezirken zu erscheinen. Der Vorstand. Freie Vereinig. der Kaufleute. Versammlung am Donnerstag, den 3. März, Abends am Donnerstag, den 3. März, Abends 9 Uhr, im Saale des Herrn Seefeldt, Grenadier- Strasse 33. 81/2 Uhr. Tages Ordnung: 1. Vortrag über Sitte und Moral Tages Ordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. R. Wolff. 2. Bericht über den AusReferent R. Schmidt. 2. Distuſſion. der heutigen bürgerlichen Gesellschaft. fall der Stadtverordneten- Versammlung am Donnerstag betr. die der heutigen bürgerlichen Gesellschaft. Sonntagsruhe im Handelsgewerbe. 3. Diskussion. 4. Verschiedenes. Gäste willkommen. Um zahlreiches Erscheinen bittet 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Berschiedenes. Gäste willkommen. Der Vorstand. 133/10 Elegante 2047L EinsegnungsAnzüge in Jaquet- Façon, blau u. schwarz, in nur guten Stoffen von 15 M. an. Julius Lindenbaum, Berlin O., Frankfurterstr. 139. In meiner 2029L zahnärztlichen Poliklinik, Oranienstr. 55, geöffnet Vormittags v. 8-9, Nachm. 1-3 u. 5-6, werden Zähne unentgeltl. gezogen. Für Plombirungen werden 1 M. und künstliche Zähne 2 M. gezahlt. Privat- Sprech stunden 9-1 und 3-5. Prakt. Zahnarzt J. Semmel. Ausstehende Sammellisten der Buchdrucker! Trotz aller Mahnungen behufs Einziehung der noch ausstehenden Sammellisten steht noch immer eine so bedeutende Zahl aus, daß sich die unterzeichnete Rommission gezwungen sieht, die Nummern der fehlenden Listen zu veröffentlichen, in der Erwartung, daß nun endgiltig die Säumigen dieser Mahnung nachkommen werden. Diejenigen Inhaber von Sammellisten, welche dieselben trotzdem nicht abliefern, werden in der nächsten Woche mit Namen und Wohnung im Vorwärts" veröffentlicht werden. 149/2 Es stehen noch folgende Listen aus: Mr. 20 39 44 63 125 161 162 202| 2011 2035 2050 2072 2074 2075 2090 203 237 238 305 306 326 329 331 388 2099 2101 2107 2114 2115 2117 2122 368 419 420 428 438 444 445 447 471 2125 2126 2127 2141 480 481 492 500 542 549 576 583 584 588 589 593 596 597 602 633 634 644 646 649 666 667 673 677 682 709 710 727 732 737 788 742 763 767 768 771 778 774 777 783 785 786 794 970 979 PassagePanopticum. 988 984. Lebensgrohe 2167 2168 2184 2190 2225 2226 2230 2233 2240 2241 2259 2265 2319 2822 2329 2333 2354 2379 2386 2396 2427 2428 2454.2457 2150 2160 2163 2211 2213 2223 2235 2236 2239 2268 2282 2317 2336 2338 2346 2401 2407 2415 2459 2463 2483 2523 2525 2541 2633 2634 2636 2665 2666 2667 2684 2689 2694 1197 1219 1222 1234 1236 1250 1259 2696 2840 2842 2844 2849 2852 2856 1260 1268 1326 1334 1342 1845 1348 2860 2871 2907 2908 2942 2943 2944 1349 1371 1374 1381 1392 1412 1414 2945 2946 2999. 1417 1437 1454 1459 1476 1479 1482 3000 3001 3006 3009 3010 3013 1489 1491 1492 1496 1497 1515 1517 3015 3017 3022 3024 3025 3028 3031 1519 1532 1580 1580 1584 1598 1600 3040 3042 3043 3045 3065 3090 3100 1622 1651 1669 1694 1700 1702 1706 3101 3109 3123 3126 3132 3133 3134 1707 1710 1714 1733 1739 1744 1745 8185 3137 3143 3169 3170 3171 3172 1002 1021 1024 1033 1037 1048 2491 2495 2498 2505 Wachsfiguren und 1067 1071 1072 1073 1084 1089 1099 2548 2550 2628 2630 Gruppen, Dioramen. 1100 1101 1102 1115 1126 1148 1158 2660 2661 2663 2664 Sündfluth Panorama 1160 1170 1174 1179 1185 1189 1192 2668 2670 2671 2674 mit Gewitter. Im Theater- Saal( ohne Extra- Entree): Täglich v. 6 Uhr ab Vorstellung Don Spezial. I. Rang. Entree 50 Pf. 1756 1757 1772 1774 1779 1781 1789 3270 3272 3295 3297 3298 3301 3302 Präuscher's anat. Museum. 1746 1747 1750 1751 1753 1754 1755 3173 8174 3184 3185 3188 3195 3202 Schluss widerruflich 1800 1808 1809 1813 1814 1822 18233303 3306 3307 3308 3309 3310 3311 Influenza Täglich fürwachsene Damen- Tag jed. Dionstag am 30. März. 1824 1825 1832 1883 1857 1865 1866 3312 3313 3314 3315 3317 3319 3333 und vieles andere 1867 1891 1896 1897 1909 1910 1914 3345 8346 3852 3362 3364 3369 3370. neu! 1927 1955 1959 1964 1969. Herren. und Freitag. Wo speisen Sie? In der alt. pominerschen Küche, Dranienstr 181, Hof pt. Die Listen find in der Zeit von Vormittags 10 Uhr bis Abends 8 Uhr in ,, Gratweil's Bierhallen" abzuliefern. Die Kommission der Berliner Buchdrucker. C. Königsfeld, Thren. u. Goldwaaren- Geſchäft. Reinickendorfer- Str. 69. Größte Auswahl. Reparaturen gut und billig. 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Eingegangen ist die Vorlage betreffend Abänderung von Beftimmungen des Strafgesetzbuches( Buhälter- und Dirnen- Paragraphen), des Gerichtsverfassungs- Gesetzes und des Gesetzes betr. die unter Ausschluß der Deffentlichkeit stattfindenden GerichtsVerhandlungen. Die Berathung des Extra- Ordinariums des Marine Etats wird fortgesetzt. Abg. v. Stumm bestreitet die angeblichen gestrigen Ausführungen des Abg. Rickert, daß die Wirksamkeit der Alabama im nordamerikanischen Kriege genügt habe, den feindlichen Handel erheblich zu schädigen. Für uns kommt es darauf an, daß unseren Handel durch die feindlichen Schiffe nicht geschadet wird and dazu brauchen wir mehrere solcher Kreuzer stärkerer Konstruktion. Wir müssen Vorkehrungen treffen, daß unser Handelsverkehr nicht abgeschnitten, die Fischerei nicht unmöglich gemacht, unser Nationalwohlstand dadurch aufs schwerste geschädigt wird. Der Redner und seine Partei werden schon heute für die zweite Kreuzerkorvette K stimmen. 3 Mittwoch, den 2. März 1892. 9. Jahrg. uns! Laft von 200 Millionen Mark jährlich auf die Bevölkerung. würden die vorhandenen Einrichtungen auch nach Fertigstellung Dieser Umstand ist ein wesentliches Moment für die Steigerung der neuen Schiffe genügen. Heute hat die Verwaltung eine des Nothstandes.( Widerspruch rechts.) von Es würde niemals so andere Meinung; sie verlangt 17 Millionen schlimm geworden sein, wenn nicht unsere falsche verderbliche Die Kommission hatte einstimmig die Forderung abgelehnt. Was Gefeßgebung bezüglich der Getreidezölle hinzugetreten wäre.( Un- ist denn für ein neues Moment hinzugekommen? Die Frage des rube rechts.) Deshalb sollte man sich gerade jetzt nochmals ernst- Grunderwerbs ist so einfach wie möglich; die Kommission tann lich die Frage vorlegen, ob nicht endlich an die Beseitigung der mangels jeden Materials garnicht berathen. Ich bestreite, daß Getreidezölle gedacht werden könnte.( Beifall links.) im nächsten Jahre die Kosten für den Grunderwerb höher sein Abg. Graf Ballestrem( 3.): Ich habe gestern nur für werden. meine Person gesprochen und ausdrücklich erklärt, daß ich zwischen Staatssekretär Hollmann: Ich habe doch verschiedene Mits der zweiten und dritten Lesung mit meinen Freunden in Be- theilungen zu machen, welche hier ins Plenum nicht gehören, rathung treten würde, wie wir uns zu dem neuen Momente aber auf die Beurtheilung der Frage Einfluß üben. Die Vorstellen werden. Die Gründe, warum wir in der dritten Lesung fehrungen sind getroffen, um durch unsere Debatte eine Erhöhung diese oder jene bestimmte Stellung nehmen werden, werden dem des Preises nicht herbeizuführen. Hause in der dritten Lesung nicht vorenthalten bleiben, bis dahin muß Herr v. Vollmar ſeine Neugierde zügeln. Ich nehme an, daß er nur Gründe meint, die in der Sache selbst liegen. Abg. Rickert( dfr.) meint, daß Herr Hahn ihn gestern mißverstanden" habe. Ebenso beschwert sich der Abg. Jebsen, daß ihm gestern Richter den alten Kasten" aufgemukt habe. " Abg. Hahn( dt.) will Rickert nicht mißverstanden haben und meint, daß die Uebertreibungen" des Abg. Barth hinsichtlich der Getreidezölle wirklich nicht mehr widerlegt zu werden brauchen. Es sprechen noch die Abgg. von Vollmar, Dr. Barth, Graf Ballestrem und Richter, ohne indeß Wesentliches zur Sache noch vorzubringen. Darauf wird die Diskussion geschlossen. Abg. von Vollmar: Ich habe nicht den Grafen Ballestrem, sondern das Zentrum genannt und dagegen werden alle Ihre Proteste nichts nützen. Präsident von Levehow: Ich hätte einen solchen Vorwurf gegen den Abg. Grafen Ballestrem auch nicht zugelassen; ich habe aber den Namen nicht nennen hören. Abg. Graf Arnim( Rp.): Ich schließe mich dem Antrage auf nochmalige Kommissionsberathung an. Die Sache ist zu ernst und zu wichtig, als daß wir sie kurzer Hand abmachen könnten. Selbst wenn die Docks nicht gebaut werden, braucht die Werft den Grund und Boden für ihre zukünftige Entwickelung. Abg. Hänel( dfr.): Diejenige Seite des Hafens, um die es sich hier handelt, fommt für die Privatspekulation garnicht in Frage; die Entscheidung über die Preissteigerung bezw.-Ermäßigung liegt dort durchaus in der Hand der Marine. Sollte die Sache in die Kommission zurückgehen, dann muß die Marineverwaltung auch endlich einmal zu den berechtigten Forderungen der Nachbargemeinde Gaarden Stellung nehmen.( Präsident von Levego w bittet den Redner, nicht abzuschweifen.) Diese Frage steht im allerengsten Zusammenhang mit den hier angeregten Grundstückserwerbungen. Die Lage Gnardens ist durch die Maßnahmen der Marineverwaltung eine so fritische geworden, daß die Verwaltung, die sich bisher diesen Verhältnissen gegenüber abfolut ablehnend verhalten hat, endlich etwas thun muß. Ich bitte diesen Gesichtspunkt nicht aus dem Auge zu lassen, Bundeskommissar Geh. Rath Plath: Bei der Wichtigkeit der Sache hat der Neichskanzler im vorigen Jahre die Terrains verhältnisse an Ort und Stelle untersuchen lassen und mit den betheiligten Besitzern Punttationen zu stande gebracht, welche die Erwerbung zu mäßigen Preisen sichern. Einer der Besizer hat dort ein großes Vergnügungsetablissement, dessen Erweiterung er beabsichtigt und dessen Preis, wenn diese Erweiterung zur Ausführung kommt, ganz außerordentlich steigen würde, so daß die Erwerbung zu einem späteren Termin sehr viel kostspieliger wäre. Abg. Jebsen will zuvor einen Kostenanschlag sehen, ehe er eine so toloffale Ausgabe bewilligt. Auch sei ihm die Gile nicht ganz verständlich, mit der man den Grunderwerb betreibe. Der Antrag auf Zurückweisung des Titels wird gegen die Stimmen der beiden Parteien der Rechten und des größeren Theils der Nationalliberalen abgelehnt; für die Etatsforderung erhebt sich Niemand. Abg. v. Vollmar( Soz.): Bis jetzt ist uns seitens der Marineverwaltung stets von Jahr zu Jahr eine Ueberraschung bescheert worden; immer wurde im Jahr vorher versichert, daß Abg. Graf Ballestrem weist in persönlicher Bemerkung die diese oder jene Neuforderung nicht gestellt werden würde, und Insinuation des Abg. von Vollmar als unzulässig zurück, als ob im nächsten Jahre wurde sie dann regelmäßig doch gestellt. So er und seine Partei sich durch das neue Kartell mit den Konist es uns mit dem Nord- Ostseekanal, so mit Helgoland, so mit fervativen in preußischen Abgeordnetenhause und durch das den neuen Kreuzerforvetten gegangen. Helgolands Besitz allein Volksschul- Gesetz beeinflussen lasse. follte uns einige Kriegsschiffe werth sein; jetzt ist Helgoland der Drücker, um neue Kriegsschiffe zu bewilligen. Wo soll denn schließlich die große Pumpwirthschaft hinaus, in der wir uns schon seit langem bis an die Ohren befinden? Wie weit müssen wir in dieser Beziehung gekommen sein, wenn Herr v. Bennigsen es schon nöthig hat, daran zu erinnern, daß wir wenigstens noch nicht in so schlechten Kreditverhältnissen uns befinden, wie Ruß- Die Forderung für die Kreuzerkorvette K wird gegen die land, wenn also Herr v. Bennigsen keinen besseren Vergleich mehr Stimmen der Rechten und der meisten Nationalliberalen abweiß? Jede neue Anleihe wird immer schlechtere Erfolge haben gelehnt, ebenso die Forderung von 1 500 000 M. erste Rate für und das Ende ist der offene oder schleichende Bankrott. Gestern das Panzerfahrzeug V. sprach man vom Werthe des heimischen Handels, für den soll die Bei der Position„ Erste Rate von 750 000 m. für den Kreuzerflotte nothwendig sein. Danach würde es sich nicht um Kreuzer F( von der Kommission gleichfalls abgelehnt) ergreift ein militärisches, sondern um ein nationalökonomisches das Wort Interesse handeln. Aber die Ausdehnung des Handels Staatssekretär Hollmann: Ich kann die Ablehnung des ist nicht von der Zahl der Schiffe und Kanonen ab- Kreuzers F nicht ohne jede Bemerkung vorübergehen lassen. Wir hängig, die man an dieser oder jener Stelle demonstrativ brauchen auf vier überseeischen Stationen je zwei Kreuzer. Das zeigen fann. Die Erfahrung hat gerade das Gegentheil bewiesen. dafür vorhandene Material fällt ungefähr unter den Begriff, dem Ich verweise auf Schweden, welches eine leine Kriegs- und der Abg. Jebsen Ausdruck gegeben hat; es genügt nicht, den Zum Bau von Arbeiter- Wohnhäusern für die Werft in Kiel große Handelsflotte hat, während Frankreich eine viel größere politischen Dienst und den stationären Dienst zu versehen. Es werden 202 000 m. verlangt. Die Kommission hat im Hinblick Kriegsflotte, aber eine trozdem viel geringere Handelsflotte als müssen dann größere Schiffe genommen werden, welche sehr viel darauf, daß Wohnungsnoth nicht bestehe, vielmehr zahlreiche Deutschland besitzt. Nun kam der Reichskanzler mit einem nagel- mehr Indiensthaltungskosten erfordern. Diese Forderung ist also Wohnungen leer ständen, die Forderung für dieses Jahr abe neuen Grunde, das war die Noth der Arbeiter in Stettin. Schon eine sehr dringliche. gelehnt. gestern hat man die eigenthümliche Thatsache hervorgehoben, daß Die Forderung wird aber trotz dieser Befürwortung ent- Das Haus beschließt demgemäß ohne Debatte. Diefelbe Regierung, welche fortgesetzt bisher geleugnet hat, daß sprechend dem Kommissionsantrage abgelehnt, desgleichen die erste Der Rest des Extra- Ordinariums wird ohne Debatte erledigt, überhaupt ein Nothstand vorhanden sei, plößlich diesen entdeckt Rate für den Aviso H, nachdem auch hier Staatssekretär auch die Einnahmen nach dem Etatsanschlage genehmigt. und als vorhanden anerkennt. Gelegentlich der Frage der Auf- Hollmann erklärt hat, daß bei der Wichtigkeit der Avisos für Es folgt die Fortsetzung der zweiten Berathung des hebung oder Ermäßigung der Kornzölle haben hunderte und den Nachrichtendienst mindestens 14 Avisos für die 14 Panzer- Telegraphengesetes, von dem die Abstimmung über aberhunderte von Versammlungen stattgefunden, welche sich auf schiffe vorhanden sein müßten, während nur sechs vorhanden sind. den§ 7a( Schutz der Telegraphenleitungen) noch nicht er den vorhandenen Nothstand berufen haben. Die Regierung aber In Titel 20 werden 150 000 M. zu Vor- und Projektirungs- ledigt ist. wußte alles viel besser, sie war besser unterrichtet und bestritt arbeiten für den Neubau von Schiffen" gefordert. Die Ein- Der Antrag Lieber- Spahn, wonach die Telegraphenleitungen allen den Hunderttausenden von Manifestanten gegenüber das stellung dieses neuen Titels ist auf eine Anregung des Reichstags, möglichst so anzulegen sind, daß sie weder andere Anlagen Vorhandensein des Nothstandes. Jetzt kommt ein einziger Brief, für die Bauprojekte ein Konkurrenzverfahren eintreten zu lassen, störend beeinflussen tönnen, noch von solchen störend beeinflußt ein Brief des bewährten Arbeiterfreundes" Herrn v. Buttkamer erfolgt. werden, wird heute abgelehnt; dafür stimmen außer den Frei( Heiterkeit links), und der genügt, um den Reichskanzler zu der Staatssekretär Hollmaun: Wir haben die Erfahrung ge- finnigen und Sozialdemokraten nur einige Welfen und ZentrumsAnerkennung des Nothstandes für Stettin zu bringen! In macht, daß die Privatwverften, wenn sie Bauprojekte einreichen, mitglieder. Berlin ist bekanntlich noch heute der Nothstand für den Magistrat für den Fall, daß diese genehmigt werden, auch den Bau über- Vor der Abstimmung über den Antrag v. Bar, wonach die und die Stadtvertretung nicht vorhanden. Weil also in Stettin tragen baben wollen. Darauf hat sich die Verwaltung nicht ein- Reichsregierung verlangen kann, daß andere Zeitungen in fich ein beschränkter Nothstand vorhanden ist für eine geringe Bahl lassen können. Mit Ablauf dieses Jahres werden die kaiserlichen selbst geschützt werden, wenn sie eine Störung der Telegraphenvon Arbeitern im Verhältniß zu den nothleidenden Ar- und die Privatwerften fein Schiff mehr auf dem Stapel haben, leitungen befürchten lassen, vorausgesezt, daß die Telegraphen beitern in ganz Deutschland, sollen wir plötzlich ein wenn nicht die in zweiter Lesung bewilligten Schiffe auch in leitung selbst den bezüglichen Ansprüchen genügt, bezweifelt Abg. neues Schiff und damit einige Millionen mehr bewilligen! dritter Lesung bewilligt werden. Ein Stamm von Arbeitern ist Dohrn die Beschlußfähigkeit des Hauses. Der Namensaufruf er= Sehr bedauerlich ist ja die Lage der Stettiner Arbeiter. auf den kaiserlichen Wersten vorhanden, er würde entlassen werden giebt die Anwesenheit von nur 188 Mitgliedern. Das Haus ist Wenn das aber ein hinreichender Grund für die Bewilligung müssen, wenn keine Beschäftigungsgelegenheit vorhanden wäre. also nicht beschlußfähig, die Sigung muß abgebrochen fein soll, wohin kommen wir da mit den Konsequenzen? Gewehr, Ich kann versichern, daß mit den beiden schon bewilligten Bauten werden. Munitions, Kanonenfabrikation, alles tönnte auf dieselbe Weise es zu ermöglichen sein wird, Kiel und Danzig zu beschäftigen. Schluß 434 Uhr. Nächste Sigung Mittwoch 1 Uhr.( Anvon Reichswegen Förderung verlangen. Der„ Vultan" ist ein Danzig war der jetzt abgelehnte Kreuzer F zugedacht; um die träge und Petitionen.) Wert, wie viele andere, welches nach privatkapitalistischen Grund- dortige Werft zu beschäftigen, müssen wir ein Panzerfahrzeug fäßen verwaltet wird; wie es seine Gewinne einstreicht, so hat bauen lassen, obgleich die Vorrichtungen dazu nicht vorhanden es seine Verluste zu tragen, und der Reichskanzler hat selbst ge- find, um den Bau zu vollenden. sagt, daß ein Rechtsanspruch des Vulkan" nicht vorhanden sei. Der Titel wird, nachdem Abg. Rickert noch sein EinDas Wohl der Arbeiter steht mit dem Wohl des„ Vulkan" nur verständniß mit der Benutzung von Privatwerften erklärt, bein entferntem Zusammenhang. Wenn die Regierung endlich, willigt, ebenso nach den Anträgen der Kommission der Rest des 23. Sigung vom 1. März. 11 Uhr. wenn auch sehr spät, der Ueberzeugung Ausdruck giebt, daß ein ordentlichen Etats des Extra- Ordinariums. Am Ministertische: Herrfurth, Heyden und Kom Nothstand da ist, dann sollte man meinen, sie werde ihre sozial- Im außerordentlichen Etat werden 32 406 500 m. verlangt. miffarien. politischen Studien auch noch soweit fortsetzen, daß fie auf Ab- Die Kommission hat davon 1532 000. abgesetzt, darunter die Eingegangen ist ein Geseßentwurf, betr. den Anschluß der hilfe im allgemeinen sinnt. Aber so wenig wie die Regierung, zweite Rate von 1 300 000 9. zum Bau von zwei großen Kirchengemeinde Helgoland an die evangelisch- lutherische Landesdenkt die nationalliberale Partei und das Zentrum daran. Beide Trockendocks auf der Werft zu Kiel. firche der Provinz Schleswig- Holstein. haben dagegen durchblicken lassen, daß sie im vorstehenden Falle Ein Antrag der beiden Parteien der Rechten, Graf Behr Auf der Tagesordnung steht die Fortsetzung der zweiten Befür die Wünsche der Regierung zu haben sein werden. Das und Gen., will von der genannten Forderung die Summe von rathung des Staatshaushalts- Etats für 1892/93 und zwar des Zentrum hat zwar in seinem Wahlprogramm strengste Sparsamkeit 940 000 M. zum Grunderwerb bewilligen. Die Gesammtkosten Etats des Handelsministeriums. gelobt; in Wirklichkeit erleben wir jetzt am Zentrum, was früher für beide Docks werden sich nach dem Etat auf 17 Millionen be- Zur Ausbildung von Kunst- und anderen Handwerkern find Die Nationalliberalen trieben, die alte Praktik, zwischen der zweiten laufen. Die Kommission hat die Forderung abgelehnt, weil ge- 35 000 m. ausgesetzt. und dritten Lesung umzufallen. Verlangen aber können wir, daß naue Pläne der Kommission nicht vorgelegt wurden. Die laufenden Ausgaben werden ohne weitere Debatte beSie die Gründe für diesen Wechsel so offen, als es Ihnen möglich Abg. Hahn befürwortet den Antrag auf theilweise Wieder- willigt. Unter den einmaligen Ausgaben befindet sich auch die ist, sagen( Heiterkeit links). Ihre plötzliche Rücksichtnahme auf die sozial- berstellung der Position. Der Grunderwerb scheint ihm schon erste Rate von 150 000 M. zur Errichtung eines Dienst- Wohnpolitischen Momente fann unmöglich Jemand im Hause ernst nehmen. jetzt wirthschaftlich rathfam. Schwimmende Docks würden den gebäudes für den Minister für Handel und Gewerbe. Unsere Partei muß dagegen Einspruch erheben, daß man die Hafen zu sehr beengen und schließlich theurer werden als Trocken- Budgetkommission beantragt, diese Forderung zu streichen und Noth der Arbeiter plötzlich deshalb anerkennen will, um sie zu docks. die Regierung zu ersuchen, nochmals in Erwägung zu nehmen, Der Staatssekretär Hollmann erklärt die Docks für die Marine ob nicht das Dienst- Wohngebäude für den Herrn Handelsminister militärischen Zwecken zu fruftifiziren; wir werden gegen diese Bewilligung stimmen.( Beifall lints.) nothwendig. Wir haben in Kiel zwei Docks für das Docken in den Gärten des Dienstgebäudes des Königlichen Handels- und Abg. Barth( fr.): Durch den Sezessionskrieg der nord- der Panzerschiffe; das eine hat wohl die Dimensionen, welche Staatsministeriums zu errichten sei. amerikanischen Freistaaten ist gerade der Beweis geliefert worden, für unsere großen Panzerschiffe nothwendig sind. Aus Das Haus tritt dem Antrage der Kommission bei. sind die neuen Docks daß Kreuzer wie die" Alabama" für den Gang des Krieges von diesem Grunde nicht gefordert. Im Uebrigen werden die einmaligen Ausgaben ohne Debatte durchaus untergeordneter Bedeutung sind. Die Zerstörung von Aber zwei Docks genügen für die 15 Panzer nicht. bewilligt. Privateigenthum hat für die Entwickelung des Krieges absolut Im Fall eines Krieges würden wir bei nur zwei Docks in große Es folgt der Etat der Ansiedlungs- Kommission. feine Bedeutung gehabt. Beim Friedensschluß nach dem deutsch- Verlegenheit gerathen. Zwei Schwimmdocks würden 13 Millionen Der Etat der Ansiedlungs Rommission wird bewilligt und französischen Kriege mußte der durch die Kaperkreuzer der Mark kosten und sehr schlecht unterzubringen sein. Die Aus- die Dentschrift über die Thätigkeit der Ansiedlungs- Kommission deutschen Handelsflotte zugefügte Schaden wieder ersetzt werden; baggerung eines besonderen Baffins für ein Dock würde ebenfalls durch Kenntnißnahme für erledigt erklärt. die Zerstörung des Privateigenthums war also direkt unnüß. ungeheure Kosten machen. Ein schwimmendes eisernes Dock er- Schluß 4 Uhr. Nächste Sigung Mittwoch 12 Uhr.( Gesetz, Die Auffassung des Herrn von Stumm ist falsch, dieselbe führt fordert auch unverhältnißmäßige Reparaturkosten; die Arbeit betr. Die Polizeitosten; betr. Die Aufsicht bei den Berliner Gein ihrer Konsequenz dahin, daß im Kriege die Zerstörung von darauf ist sehr viel schwieriger als auf Trockendocks. Der Er- richten; betr. die Besteuerung der Militärpersonen und die kirchPrivateigenthum ebenso zweckdienlich ist, wie die von öffent- werb des in Aussicht genommenen Terrains ist schon im vorigen lichen Verhältnisse Helgolands.) lichem Eigenthum. " hat sich die städtische Vertretung niemals geweigert, nur über die jetzt nicht bewerkstelligt werden können, so würde später der Frage, wie ihm entgegenzutreten sei, war die Meinung getheilt. Kostenpunkt noch viel erheblicher werden. Den Reichsfinanzen Nichts aber würde verfehlter sein, als die fünstliche Schaffung geschieht jedenfalls ein Gefallen, wenn der Ankauf jeyt perfekt von Arbeit, um den Nothstand in Stettin abzuhelfen. Die Be- wird. Abgeordnetenhaus. Lokales. Die fürchtung, daß ein Rütteln an den Getreidezöllen den Nothstand Abg. von Bennigsen( natl.) spricht sich für die Zurückdadurch noch vergrößern würde, daß die Arbeitsgelegenheit auf verweisung der Position an die Kommission aus. dem Lande sich verringern und ein Zustrom nach den Abg. Rickert: Bisher habe ich niemals so positiv aussprechen Städten stattfinden würde, Unsere Landlords haben es sehr eilig damit, ihre Arbeiter ist mir nicht verständlich. gehört, daß die vorhandenen Docks auch die großen Panzer- möglichst feßhaft" zu machen. Und dazu haben sie auch allen Nicht den Arbeitern würde Arbeitsgelegenheit genommen werden, Schlachtschiffe aufnehmen können. Damit wäre der Hauptgrund, Grund, denn bei der miserablen Bezahlung, bei der miserablen das zeigt unsere Anbaustatistik, nur der Gewinn der Besitzer des der nach meiner Meinung für die Neuforderung geltend gemacht Soft und noch miserableren Behandlung kann es ein Arbeiter auf Grund und Bodens würde etwas abnehmen. Die Getreidezölle werden könnte, weggefallen. Vor zwei Jahren noch hat der die Länge der Zeit in einem landwirthschaftlichen Betriebe nicht in ihrer jetzigen Höhe von 35 Mart pro Tonne bedeuten eine Vorgänger des Herrn Hollmann gesagt, bezüglich der Docks aushalten. Ist der Mann dagegen seßhaft" geworden. dann ist " er dem Gutsbesitzer mit Haut und Haaren verfallen, er kann fich| Angestellten behorcht zu werden; nichts ist dem Fremden lästiger nicht mehr von der Scholle rühren, wenn er nicht schwere Ver- als eine übergroße Dienstbefliffenheit oder gar Budringlichkeit, leihen wünscht, muß an Herren Adams u. Ko. 2,50 M. einsenden D. h. auf gut Deutsch überseht: Derjenige, welcher Geld zu lufte erleiden will und zudem noch die angenehme Aussicht auf wogegen er eine freundliche und aufmerksame Bedienung gern und erhält in feinem Falle Geld, weder dasjenige der Londoner Bestrafung hat. Ein Berliner, den die ungünstigen Erwerbsver- anerkennt. hältnisse zwangen, Berlin den Rücken zu fehren und in der ProFirma, noch seine 2,50 M., welche lettere ihm für spätere Anvinz ein Unterkommen zu suchen, erzählt uns seine Erlebnisse. gehört das Ansammeln des Personals bei Ankunft oder Abreise Schwindel besteht aber darin, daß Adams u. Ko. garnicht daran § 5. Zu den läftigsten und unangenehmsten Budringlichkeiten fragen" von den Schlautöpfen gutgeschrieben" werden. Der Der übliche Agent" engagirte unseren Gewährsmann für ein der Fremden, welches in beiden Fällen denjenigen Angestellten denken, Geld auszuleihen, vielmehr auf die Dummheit vieler Gut im hintersten Hinterpommern. Lohn 100 m. pro Jahr bei aufs Strengste untersagt wird, die nicht vermöge ihrer Stellung Menschen, die obine Summe zuviel in ihrem Geldbeutel haben, freier Station. Die Wohnung" befand sich im Pferdestall und dabei nöthig sind; ebenso ist der Aufenthalt auf Treppen, Rorri- spekuliren! bestand aus einem Lager, auf welchem die Nächte zugebracht dors, vor dem Hotel- Eingang, besonders aber in der Portierloge, werden mußten. Das erste Renkontre gab's, als das Gesinde Küche und Keller, sofern es der Dienst nicht erfordert, streng ver Eine räthselhafte Affäre beschäftigt augenblicklich unsere zu Mittag etwas Anderes verlangte als die üblichen Kartoffeln boten und wird jedes Dawiderhandeln mit 1 Mart Strafe Sicherheitsbehörde. Am 8. Februar wurde, wie eine Lokalund den üblichen Hering. Der Gutsbesitzer erstickte den Kampf um belegt. das Mittagsessen im Reime, indem er die Leute einfach rechts Korrespondenz meldet, auf dem Postamt Zentralbahnhof(?) in § 6. Morgens zur bestimmten Stunde hat jeder Angestellte den Mittagsstunden eine Holzkiste aufgegeben, welche an den und links ohrfeigte. Dhrfeigen scheinen überhaupt das National- auf feinem Posten zu erscheinen und denselben ohne besondere Sattlermeister Otto List in Roßleben bei Wiehe adreffirt war, gericht der Pommern zu sein, der Gutsbesiger wenigstens war Erlaubniß nicht zu verlassen. Die Speise- und An- als Absenderin war auf der Begleitadresse Martha Voigt, Güften, damit außerordentlich freigebig. Kleider und Stiefel lieferte der tleidestunden müssen pünktlich innegehalten werden. Niemand verzeichnet. Die als unbestellbar zurückgekommene Rifte mußte Gutsbesizer, natürlich wurde der nicht eben niedrige Betrag vom darf Abends vor der festgesetzten Zeit zu Bett gehen. Dawider- neun Tage später geöffnet werden, und man fand in derselben Lohne abgerechnet. Dann hatte der Mann noch das Eystem der handelnde werden mit 50 Pfennigen bis 3 Mart be- die Leiche eines etwa fünf Tage alten Knaben, welcher, mit geGeldstrafen, die er nach eigenem Ermessen feinen Leuten auf- ftraft. erlegte und deren Höhe er selbst bestimmte. Die Strafen trieb er sticktem, weißem Hemd und ebensolcher Jacke angethan, in einem auch selbst ein, indem er sie einfach vom Lohne abzog. Hier wie überhaupt unanständiges Betragen wird mit 3 Mart außerdem zwei aus rothen wollenen Bändern geflochtene, mit § 7. Trunkenheit, Rauchen, Banten, Schlägereien, Spiel, mit Stickerei versehenen Stecktiffen lag. Bei der Leiche fand man einige Beispiele: Als er einige Knechte ertappte, als fie Reit- bestraft. pferde bestiegen hatten, gab's die üblichen Ohrfeigen und drei fleinen weißen Perlen benähte sogenannte Erstlings- Armbänder, Mark Geldstrafe. § 8. Unvorsichtigkeit und Fahrlässigkeit mit Feuer und Licht wie auch eine Milchflasche mit Gummisauger vor. Die Kiste mit Der Mann leistete sich also vollständig feine wird mit mindesten3 20 Mart und sofortiger Schiebedeckel ist 48 Bentimeter lang, 28 Bentimeter breit und eigene Gerichtsbarkeit. Gin verheiratheter Arbeiter( Lohn 80 Bf. Entlassung bestraft, auch trifft den Schuldigen falls der 22 Bentimeter hoch und war verschloffen durch ein eisernes Borpro Tag) wurde in einer Woche mit 25 M. Geldstrafe belegt, Behörde angezeigt laut Allgem. Landrecht Theil I Tit. 6- legeschloß, welches durch einen an der Rifte festgeschraubten Batentbie Frau mußte 15 M. zahlen, weil der Mann sich weigerte, eine hohe Gefängnißstrafe. im Finstern einen Sack Hafer nach dem Boden zu tragen. Meffingüberwurf griff. Amtlich festgestellt worden ist, daß das Die Leute wollten sich diefer Strafe" durch die Flucht entziehen, daß es sich um einen Mord handele. Die Ausstattung der fleinen Kind den Erstickungstod erlitten hat, und man nimmt daher an, weil sie der Meinung waren, der Gutsbesitzer habe gar fein Recht, so mir nichts dir nichts Strafen zu verhängen. Sie wurden Leiche scheint darauf hinzudeuten, daß sie aus wohlhabenden Kreisen aber durch den Gutsbesitzer, der sich mit einem Gewehr aus Ergebniß geführt. stammt. Die behördlichen Nachforschungen haben bisher zu feinem gerüstet hatte, und drei Knechte wieder zurückgebracht, mußten von dem Gelde, daß sie bei sich führten, sofort die Strafe beGeprellte Einbrecher. Die Darmhandlung von Schulz in zahlen und wurden dann fortgejagt. Als der aus Berlin ander Memelerstraße wurde in der Nacht zum Montag von Eingefommene Arbeiter über diese Behandlung energisch Beschwerde führte, wurden ihm für sein unbotmäßiges Benehmen die be- zur Aufbewahrung übergeben oder unabsichtlich zurückgelassen Hause vorbeifahrende Droschke in ihrer Arbeit gestört und ergriffen § 11. Gegenstände, welche von Fremden den Angestellten brechern heimgesucht. Die Diebe wurden indeß durch eine am kannten 3 M. Strafe in Abzug gebracht, er erhielt Alles in Allem worden sind, müssen sofort im Bureau abgegeben werden. Der schleunigst die Flucht und ließen nur, um nicht ganz leer aus2,60 m. ausgezahlt und wurde entlaffen. Dieser Berliner gleichen Sachen in eigenem Gewahrsam zu behalten, ist bei augehen, ein Fäßchen Speck mitlaufen. Bei näherer Untersuchung Sterl" paste nicht nach Hinterpommern und der Gutsbesiger nahm 5 Mart Strafe verboten. Das betreffende Etagen- Personal desselben werden sie jedoch ihren Schaden befehen haben, benn die Gelegenheit wahr, um diesen Hecht aus seinem Karpfenteich ist deshalb bei gleicher Strafe verpflichtet, die Zimmer der Speck war vollständig mit Maden durchsetzt. Das Fäßchen auszusehen. Wer nach solcher Schilderung noch Luft hat, sein nach dem Freiwerden und auch die Möbel genau zu registriren, war aus diesem Grunde bei Seite gestellt worden, um anderen Glück in Hinterpommern zu suchen, dem ist nicht zu helfen. Die damit etwa zurückgelassene Gegenstände der Fremden mir zum Tages vernichtet zu werden. Berliner Wärmehallen mögen sehr schlecht sein, sie sind aber Verwahr übergeben werden. immer noch besser als der Stall des hinterpommerfchen Guts-§ 12. Die zum Gebrauch der Fremden bestimmten Gegen- mission, bei welcher sich der Wirth des Hauses auffallend in Aus Weißensee berichteten wir fürzlich über eine Ers befizers. stände dürfen unter feinen Umständen von den Angestellten für human benommen haben sollte. Wie uns jetzt des Näheren fandes Betroffene zahlt 1-5 M. Strafe. sich benutzt werden. Der beim Gebrauch eines solchen Gegen- mitgetheilt wird, liegt die Sache keineswegs so, wie sie uns zuerst denselben kommenden Speisen und Getränken etwas nimmt, wird § 9. Wer von den für die Fremden bestimmten oder von mit 3 Mart Strafe belegt. Klosets und Pissoirs benutzt, oder etwas ungehöriges in die § 10. Wer andere, als die für das Personal bestimmten Klosets oder Bissoirs wirftendlich die Badegelegenheit des Hotels ohne Erlaubniß oder Meldung benutt, wird mit I Mart Strafe belegt. Auch eine Hausordnung! Wohl nirgends find Licht und Schatten ungleicher vertheilt, als in den sogenannten HausOrdnungen, welche die Geschäftsinhaber zur Wahrung ihrer Möbel oder anderes Inventar aus einem Zimmer in ein anderes sondern der Wirthschafterin des Sch. die Rüche zur Benutzung § 13. Wer ohne meinen oder meines Vertreters Befehl mitgetheilt wurde. Der Wirth des Hauses hat sich sogar äußerst § 13. Wer ohne meinen oder meines Vertreters Befehl nachsichtig benommen, er hat die Wohnung nicht verschlossen, Interessen entworfen haben und welche für die Angestellten als bringt, oder Möbel, Teppiche, Decken, Betten, Kleidungsstücke an und zum Wohnen überlassen. Dem Sch. war durch die Be Norm gelten sollen. In diesen Hausordnungen ist alles Licht anderen als dazu bestimmten Orten reinigt, zahlt 3 M. Strafe mühungen des Wirths übrigens Arbeit verschafft worden, er hielt auf Seiten der Prinzipale, aller Schatten auf der der Angestellten,§ 14. Das Etagen- Zimmermädchen haftet für das ihr mit anderen Worten, sämmtliche Rechte sind auf Seiten der Ar- speziell übergebene, sowie in den Zimmern befindliche Inventar bei derselben allerdings nur anderthalb Tage aus. beitgeber, die Arbeitnehmer haben ganz ausschließlich Pflichten zu und für die Glasscheiben und hat den etwa von Fremden herbei erfüllen. fie selbst dafür einzustehen hat; ebenso hat sie die mangelhafte geführten Schaden sofort dem Bureau anzuzeigen, widrigenfalls Beschaffenheit der Klosets sofort zu melden. Wohl das tollste aber, was bezüglich der Hausordnungen geleistet worden ist, ist die Hausordnung des Vereins der Berliner Gasthofsbesiker, von welcher ein Exemplar vor uns liegt. Um unseren Lesern einen Begriff zu geben, welche Anforderungen in diefem gedruckten Büchlein an die Angestellten gestellt werden, laffen wir dasselbe im Wortlaut folgen. Wir bemerken noch, daß das uns vorliegende Eremplar uns übergeben worden ist von Parteigenossen, welche in einem der ersten Hotels und Café's am Potsdamer Platz engagirt find. Ehe das Engagement abgefchloffen wird, muß der Angestellte folgenden Anstellungsvertrag unterschreiben: aus Mark als Polizeibericht. Am 29. v. M. Vormittags wurde im 20jährigen Frauensperson, und in der Spree, hinter dem GrundNeuen See, im Thiergarten, die Leiche einer unbekannten, etwa stück Ziegelstraße 4, die bereits start verweste Leiche eines un§ 15. Die Kellner haften für das ihnen übergebene Service bekannten Mannes aufgefunden. Auf der Nordbahn, nahe der das gute Funktioniren ihrer Klingeln zu achten und evnt. für von einem auf den Schienen laufenden Arbeitswagen überfahren und Inventar. Die Etagen- Kellner haben besonders auch auf Grünthalerstraße, wurde zu derselben Zeit ein Streckenarbeiter fofortige Reparatur zu forgen; schlechte und unprompte Bedienung und an beiden Füßen so bedeutend verlegt, daß er nach dem darf nie durch mangelhafte Klingeln entschuldigt werden. Für Lazarus- Krankenhause gebracht werden mußte. Mittags wurde die Schlüffel sämmtlicher Möbel in den Etagen sowie der Zimmer- ein Zimmermann auf dem Schlesischen Bahnhofe in einem Kloset thüren haften die dazu beauftragten Hausdiener. mit einer Schußwunde in der Stirn, welche er sich mittelst Rea volvers beigebracht hatte, todt aufgefunden. In dem WeinBettler, als er wegen Trunkenheit abgewiefen worden war, eine geschäft von Huth, Genthinerstraße 7, zerschlug Nachmittags ein Scheibe und biß den Handlungsgehilfen in die Hand. Infolge dessen von diesem zurückgestoßen, fiel er zu Boden und brach dabei anscheinend das Bein, so daß er nach der Charitee gebracht werden mußte. Im Laufe des Tages fanden drek Kleine Brände statt. §16. Die Angestellten haften für das Inventar und die zerbricht, hat es fofort zu ersehen. Sollten mehrere AnGlasscheiben, welche sich in ihren Räumen befinden. Wer etwas gestellte ein Zimmer bewohnen, so haften Alle für Einen. § 17. Das Personal hat sich in Krankheitsfällen durch mich oder meinen Vertreter von den Dienstleistungen dispenfiren zu laffen und sich der Behandlung des Hausarztes zu unterwerfen. Sollte die Krankheit Jemand verhindern, das Zimmer zur persönlichen Meldung zu verlassen, so ist irgend Jemand mit dieser Meldung zu beauftragen. Unterläßt dieser Beauftragte, mir oder meinem Vertreter sofort Meldung zu machen, so verfällt er in eine Strafe von 3 Mart. Theater. Ich. der ich gegen ein monatliches Gehalt von .. in die Dienste des Herrn .... getreten bin, erkläre durch meine Namensunterschrift: 1. mich der Hausordnung des.... Hotels unbedingt zu unterwerfen, mich allen getroffenen Anordnungen ohne Widerrede zu fügen und mich außerdem jeder gericht lichen und außergerichtlichen Einwendung § 18. Jeder Ausgang ohne meine oder meines Vertreters zu begeben, 2. dem Herrn... Erlaubniß ist untersagt, und zwar gilt feine Entschuldigung für des.... Hotels gegenüber die nicht an gehöriger Stelle angemeldete noch so kurze Abwesenheit gesetzliche Kündigungsfrist eingegangen zu sein, Thomas- Theater. Vorgestern begann mit dem auf der 3. dem Herrn. von seinem Posten, sei es im Innern des Hotels, sei es außer hiesigen Bühne noch unbekannten Voltsstück Jägerblut" von des. Hotels das Recht ein halb deffelben; jede Uebertretung wird mit 3 bis 5 mart beauchenegger das Gastspiel des Münchener Hofschauspielers Herrn geräumt zu haben, falls meine Leistungen oder Kenntnisse straft. für die übernommene Stellung nicht genügend befunden Ronrad Dreher und einiger Mitglieder des Gärtner- Theaters. werden sollten, mich sofort entlaffen zu können, Gegenstände, welche aus dem Hause gebracht werden oder auch komischer Rollen in altbayerischen Volksstücken vorausging, zeigte § 19. Jeder ist verpflichtet, mir oder meinem Beauftragten Der Ruf, welcher Herrn Dreher als einem vorzüglichen Darsteller 4. die für das.... Hotel bestimmte Hausordnung feine in seinem Wohnraum befindlichen Effekten auf Verlangen fich als vollkommen gerechtfertigt. Wir haben nie eine beffere des Vereins der Berliner Gasthofsbesitzer empfangen zu vorzuzeigen. haben. Leistung in diesem Genre gesehen, kaum eine ähnliche. Bei seinem Datum. Erscheinen auf der Bühne wurde Herr Dreher lebhaft begrüßt. War auch das Publikum im ersten Att nicht gleich ganz in die entsprechende Stimmung versetzt, so lag das wohl nur daran, daß das Ohr sich erft etwas mit dem Dialekt vertraut machen mußte. Tag des Eintrittes. Unterschrift: § 20. Besuch darf von meinen Angestellten nur in dem dazu bestimmten Raum empfangen werden. § 21. Jeder Angestellte empfängt beim Dienstantritt ein Wir wollen nur auf die famosen Kündigungsbestimmungen unbeschädigtes Exemplar dieser Hausordnung; er ist verpflichtet, hinweisen: Der Angestellte muß die gesetzliche Kündigungsfrist bei seinem Abgange das Exemplar in demselben Zustand zurüc auf das Pünktlichste innehalten, fann aber sofort herauszugeben, widrigenfalls er eine Strafe von 1 Mark zahlt. geschmissen werden, wenn es dem Prinzipal so gefällt. Das sind doch noch Chancen! Berlin, Juni 1891. Nun zu der aus 21 Paragraphen bestehenden Hausordnung selbst, welche gar sauber in einen grünen Deckel gebunden ist. Die Paragraphen haben nachstehenden Wortlaut: § 1. Die Augefteliten meines Hauses werden durch diese Hausordnung mit ihren Pflichten bekannt gemacht, haben sich derselben zu unterwerfen und dies durch ihre Unterschrift an zuerkennen. Die Uebertretung dieser Hausordnung wird mit geringeren oder höheren Geldstrafen belegt. Der Vorstand. Töpfer, Giebelist, Rendant. Heinrich, 1. Vorsitzender. 2. Borsigender. Mühling, Holtfeuer, 1. Schriftführer. 2. Schriftführer. Handtlaß, Lange, Raan, Reibedanz, Beisitzer. Nachdem dies steigend geschehen war, verfehlte auch der töstliche Humor des Stücks, der hauptsächlich in der Rolle des Dorfbader Zangerl( Herr Dreher) zu Tage tritt, seine Wirkung nicht. Das dichtbesetzte Haus brach bei manchen Stellen unisono in herzliches Lachen und Beifallklatschen aus, so beim Gesang des Gstanzer!", den verliebten Szenen des Alten und so oft er mit fomischer Gewichtigkeit seine Autorität als„ Mann der Wissenschaft" zur Geltung bringen will. Die gesammte Dare stellung war dem Text entsprechend höchst sympathisch, von frischer, flotter Lebendigkeit. Wir heben, außer der Hauptrolle, besonders die Rolle der Frau Waben von Fräulein. Nenbauer, der Loni von Fräulein So sieht dieses famose Exemplar einer Hausordnung aus. §2. Das Kündigungsverhältniß zwischen mir Mund balten und Strafen zahlen! Wie es da mit der viel. Schäfer und der Frau Therese von Fräulein Lorbach hervor. Es läßt sich furz folgendermaßen charafterifiren: tüchtig arbeiten, und den Angestellten wird dahin festgesetzt, daß ich als gerühmten Harmonie" zwischen Arbeitgeber und Arbeitnehmer Der Leonhardt des Herrn Kreith ließ vielleicht hier und da Prinzipal berechtigt bin, Jedermann ohne Angabe des aussieht, können sich unsere Leser selbst ausmalen. Grundes sofort zu entlassen und mit Ausschluß jeder weiteren Entschädigung nur zur Zahlung des Lohnes bis zum Achtung! Gimpelfang! Von London aus geht Personen, Tage der Entlassung verpflichtet bin; die Angestellten ver- die in deutschen Zeitungen Geld zu leihen suchen, folgendes gepflichten sich, sofern nicht eine fürzere Kündigungsfrist vereinbart bruckte Schreiben zu: zu einer vierzehntägigen Kündigung, die J. Adams u. Co. aber nur am Ersten oder Fünfzehnten eines jeden Monats zu ift, 1 79 Mart Lane. London E. C. lässig ist. $ 8. Jeder Angestellte hat dienstlichen Befehlen seiner VorLondon, Datum Postmarke. Wir haben die Ehre Ihnen mitzutheilen, daß unser Haus gesetzten unbedingt Folge zu leisten. Widerspruch zum" 8wed hat, um ehrlichen Leuten, welche momentan in Verist aufs Strengste verboten. Glaubt Jemand in legenheit sind, zu Hilfe zu fommen und denjenigen, die irgend feinem Rechte beeinträchtigt zu sein, so fann er sich jedoch einen Grund haben, Geld leihen zu wünschen. Unsere Finanzerst nach Ausführung des Befehls, bei mir oder freunde und unsere vielfachen Verbindungen sehen uns in den meinem Bertreter beschweren. Jedes Dawiderhandeln wird Stand, Ihnen gute Auskunft zu versichern über jede ernst gemit 1 Mart Strafe belegt. § 4. Jeder Angestellte soll immer reinlich und seiner Stellung werden. meinte Frage, welche Grund hat, in Ueberdenkung genommen zu angemessen gekleidet sein)... Redlichkeit, Höflichkeit, Zuvors Wir wollen Ihnen das gewünschte Geld gleich anbieten ohne tommenheit, Bescheidenheit, sowie schnelle Bedienung ist einem Informationen zu nehmen, Sie brauchen uns nur Ihre aktuelle Jeden zur Pflicht gemacht. Das Betragen der Angestellten muß Stellung zu nennen und die Summe, die Sie wünschen, anzustets anständig und geräuschlos(!) sein. Größte Ruhe im geben und die Raten von Rückzahlung und in 5 Tagen geben Hause gehört zu den Haupterfordernissen und Vorzügen eines wir Ihnen unseren Entschluß. guten Hotels: es ist daher jedes laute Benehmen, sei es durch unnöthiges Sprechen des Personals unter sich, sei es durch ungebührlich lautes Auftreten beim Gehen oder durch hastiges Werfen der Thüren oder gar durch ungeschickte Handhabung von Gläsern, Tellern, Bestecken u. f. w. durchaus zu vermeiden.- Die Angestellten sollen sich stets so entfernt von den Gästen halten, daß diese sich ungenirt unterhalten können und nie das Gefühl haben, von den Hier findet sich auch noch folgender Paffus, der aber gestrichen worden ist: Den Kellnern und Hausdienern ist es nicht erlaubt. Schnurrbärte zu tragen!! Ihnen 5 Jahre für Rückzahlung." Unsere Konditionen find 5 pet. jährlich und wir gestatten lichen Gelddarleiher in der Themsestadt etwas Berdächtiges finden, Bis dahin dürfte wohl Niemand in der Offerte der angeb aber das dicke Ende kommt gleich hinterher. Die Philanthropen fahren nämlich in ihren Konditionen" wie folgt, fort: " Wenn Sie eine Frage an uns richten, bitte fügen Sie dann 2,50 M. in Briefmarken bei, wir verlangen diese kleine Summe nur, um uns Rorrespondenztoften zu bezahlen, wenn Sie Ihre Frage fein Gefolg geben, wir stellen diese Summe mit auf Stechnung, wenn das Darlehn nicht auf einmal realisirt wird." etwas zu wünschen übrig. Die Sprache des Herrn Krah als Forstwart war anfänglich etwas unverständlich. Nicht un erwähnt dürfen wir den Schuhplattler" lassen, der großen Bei fall fand. Die magnetische Dame, Mrs. Annie Abbott, die sich gestern Abend im Wintergarten den Berlinern vorgestellt hat, ist sicherlich eine intereffante Erscheinung. Sehr geschickt, sehr muskulös, fehr fingerfertig, wohl im Stande, nervösen Leuten irgend etwas zu fuggeriren, erzielte sie mit ihren Künften trotzdem ein Fiasko. Der Berliner ist ein geborener Voltairianer und läßt sich fein æ für ein U machen. Schiefstehende, mit einem oder mehreren Männern belastete Stühle gerade rücken, Billard- Queues so biegsam und zerbrechlich wie Weidenruthen virtuos in den Händen halten und fich nicht entreißen lassen, das sind Kunststücke, für welche die Uitstimmung, die von Anfang bis zu Ende vorherrschte, gerade recht war. Gine Farce war die Wahl" des Kontroll- Komitee's. Der Impresario Carlotta stellte an die Hunderte von Besuchern, von denen Einer den Andern nicht fannte, das Anfinnen, aus ihrer Mitte Mitglieder der medizinischen Fakultät zu wählen. Jm Uebrigen waren die Produktionen vorzüglich, so die des Hundedresseurs Wallenda, des Elephanten Pädagogen Lockhard und der Brüder Hegelmann. " Gerichts- Beifung. des Aufsehen erregt, auch schon den Ehrenrath der AnwaltsEine Angelegenheit, welche in juristischen Kreisen bedeutens tammer befchäftigt hat und im Parlament zur Sprache gekommen ist, bildete die Grundlage einer Antlage wegen versuchter hauptung wider besseres Wissen an Grohmann geschrieben]" In Anbetracht der Thatsache, daß ein Erpressung und verleumderischer Beleidigung, zu haben, um diesem dafür die angeblich gezahlten Theil der hiesigen, vorzugsweise der fo welche gestern vor der zweiten Straffammer des Landgerichts I 500 Mart auf das Unkosten Konto feßen zu fönnen. genannten liberalen Presse die Versammzur Verhandlung gelangte. Der genannten Vergehen war der Bei solchen Geschäften komme es dem Betenten auf Gelb nicht lung ber der Arbeitslosen vom 25. Februar 53jährige Schriftsteller Dr. Viktor Alexander Fischer an und der frühere Gasanstalts- Direktor, der kürzlich geadelt und die Sozialdemokratie für die in den legten beschuldigt und zwar soll der Erpressungsversuch gegen den ehe- worden sei, würde wohl ganz andere Opfer gebracht haben, um Tagen stattgehabten Straßentrawalle verant maligen Affeffor Gerschel, die verleumderische Beleidigung gegen diese Standeserhöhung zu erlangen. Der Staatsanwalt be- wortlich zu machen versucht, erklärt die heute den bei der deutschen Botschaft in Hamburg angestellten Kanzler merkte hierzu, daß dem Angeklagten nachweislich viele Tausende am 29. Februar im Konzerthause Sanssouci Lang gerichtet sein. Es tamen in der Verhandlung Gegenstände Mart eingehändigt worden seien, um sie milden Stiftungen und tagende öffentliche sozialdemokratische Ver= zur Sprache und Schriftstücke zur Verlesung, welche dem Vor- Wohlthätigkeitsanstalten zu überweisen. Der Angeklagte wollte fammlung dieses Bestreben für eine gewissens figenden, Landgerichts- Direktor Brausewetter, die Bemerkung in seiner Handlungsweise etwas Unerlaubtes oder Ehrenrühriges lose Denunziation. abnöthigten man sollte nicht glauben, daß man sich in Deutsch- nicht finden, in einem Briefe, der diskret behandelt werden solle, Ferner erklärt diefelbe, daß die Berliner land befände." Der Angeklagte bestritt seine Schuld. Auf Be- tönne er schreiben, was er wolle. Der Präsident hielt Arbeiter nicht so wahnsinnig sind, sich als Ver= fragen gab er an, daß er sich mit Eingaben an hochstehende ihm vor, daß diese Anschauung wohl mit der jedes fuchsobjekte für das kleinfalibrige Gewehr Personen befaffe, wie beispielsweise an den Reichskanzler, den anständigen Menschen in Widerspruch stände. Im Uebrigen herzugeben. Sie macht es vielmehr jedem ziel Justizminister oder den Kammergerichts- Präsidenten. Wenn wollte der Angeklagte auch feine Dor dem Richter ge- bewußten Arbeiter zur Pflicht, etwaige skandalPersonen mit dem Auftrage an ihn heranträten, welche den machte Aussage so aufgefaßt wissen, daß der Kanzler Lang von füchtige Elemente gang energisch zur Ruhe zu Adel, einen Titel oder einen Orden wünschten, so leiste er den jedem Verdachte gereinigt werde. verweisen, da für die Sozialdemokratie der felben auch hierzu hilfreiche Hand und vermöge feiner Bekannt- Staatsanwalt Dies hielt beide Strafthaten für erwiesen. artige, nur den Gegnern dienende Tumulte fchaft fönne er nach dieser Nichtung hin auf einige Erfolge Als die Angelegenheit durch die vom Angeklagten gegen den von unberechenbaren Folgen sein können." zurückblicken. Natürlich laffe er sich für seine Thätigteit Assessor G. angestrengte Klage zuerst zur Kenntniß der Behörden Der Antragsteller motivirte diese seine Resolution, unter entsprechend bezahlen, die Preise für seine Thätigkeit mache er gelangte, da glaubte man, in dem Angeklagten eine Persönlichkeit Anderem hervorhebend, daß die Sozialdemokratie einen Gesellschaftsselbst und wenn er wie es im vorliegenden Falle geschehen sei, gefunden zu haben, welche es verstehe, durch Bestechung von Be- zustand erstrebe, der es jedem Einzelnen ermöglicht, zufrieden und tür eine Eingabe 1000 m. verlange, so tönne Niemand ihm dies amten Anstellungen zu verschaffen. Die Sache habe das größte froh leben zu können. Wem es dann, wenn dieser Gesellschaftszustand Recht streitig machen. Ueber den Erpressungsversuch äußerte sich Aufsehen erregt und alle hohen Behörden hatten mit erreicht sein würde, hier nicht gefallen sollte, nun, der möge getrost der Angeklagte sich folgendermaßen: Im Dezember 1890 fei Entschiedenheit darauf gedrungen, durch eine möglichst eingehende auswandern!( Stürmischer Beifall.) Die Genossen Masch und der Kaupmann Selten zu ihm gekommen und habe ihn gefragt, Untersuchung Klarheit zu schaffen. Gott sei Dant fei der Singer sprachen gleichfalls für und im Sinne der Resolution. ob es ihm möglich sei, dem Assessor G. eine Stelle als juristischer preußische Beamtenstand rein aus der Untersuchung hervor- Letterer wies auf die ernste Bedeutung der angeregten AngelegenHilfsarbeiter beim Auswärtigen Amt zu verschaffen. Er habe gegangen, der Angeklagte möge, vielleicht noch von der heit hin. Der Bufall habe es gewollt, daß die bedauerlichen Die Möglichkeit zugegeben, worauf Selten ihm angeboten habe, Universitätszeit her, Beziehungen haben, wodurch er titelsüchtigen Borgänge mit der Reichstagsrede des Herrn v. Stumm zusammendas Geschäft zusammen zu machen. G. wolle im Falle des Personen behilflich sein könne, aber daß er eine Anstellung habe fielen, welche bestimmt erschien, eine neue sozialistengesetzliche Erfolges 2000 m. zahlen und diese Summe wollten sie verfchaffen tönnen, fei nicht erwiesen. Es fönne im vorliegenden Alera einzuleiten. Man glaube noch immer, die Sozialdemokratie fich theilen. Der Angellagte fet hiermit einverstanden Falle nur der Schein intereffiren, den der Assessor G. ihm aus- mit Polizeimaßregeln zu Boden schlagen zu können; dadurch, daß gewefen. Er habe einen Entwurf zu einer Eingabe gestellt. Der Staatsanwalt hielt es für zweifellos, daß der An- man die Führer einkertere, ausweise oder à la Buttkamer exan das auswärtige Amt gemacht, die er dem Affeffor getlagte von der Unrechtmäßigkeit seines Anspruches überzeugt war patriire. Dies sei ebenso unmöglich, wie, daß ein Einzelner die G. durch Selten zugestellt habe. Nach einiger Zeit habe er er und ebenso erblicke er in der Aussage des Angeklagten in Betreff des Geschicke der Menschheit nach seinem Willen gestalte.( Stürmischer fahren, daß Assessor G. infolge der Eingabe zu einem höheren Kanzlers Lang eine verleumderische Beleidigung, obgleich ein- Beifall.) Für die erwähnten Vorgänge fuche man die Sozial Beamten beschieden und daß demselben dort Aussicht auf An- geräumt werden müsse, daß das Protokoll an einer etwas un- demokratie verantwortlich zu machen, obgleich, wer dieselbe stellung gemacht worden sei, wenn er sein curriculum vitae in flaren Fassung leide. Er beantrage 1 Jahr Gefängniß tennt, missen müsse, daß fie ihre Biele nicht durch englischer und französischer Sprache eingereicht haben würde. Er und 2 Jahre Ehrverlust. Der Bertheidiger, R.-A. Böger, solche Mittel zu erreichen trachte. In Aktion waren nicht die habe dann an Assessor G. einen Brief geschrieben, in welchem er plädirte für Freisprechung in beiden Punkten. In Betreff des organisirten, zielbewußten Arbeiter, diese gäben sich zu fich auf den Revers berief, den G. ihm durch Selten übermittelt ersten Theiles der Antlage habe der Angeschuldigte doch zweifel- Strawallen nicht her, wenngleich man sich nicht wundern bürfe, hatte und in welchem der Aussteller sich klar und bündig ver los die Ueberzeugung gehabt, daß seine Forderung eine berechtigte daß sie durch Arbeitslosigkeit und Noth aufgeregt und erbittert pflichtet hatte, ihm, dem Angeklagten, für seine Bemühungen gewesen, denn sonst würde er nicht versucht haben, sie einzu feien. Die Verantwortung für die Ausschreitungen dürfe an 2000 M. zu zahlen. Der Angeklagte schloß diesen Brief mit lagen, mit dem Mangel des Bewußtseins der Rechtswidrigkeit nicht einer Partei zuschieben, deren ganzes Streben darauf ge= dem Bemerken, daß er im Falle der Nichtzahlung annehmen falle auch die versuchte Erpressung. In Betreff des zweiten richtet sei, bessere Zustände herbeizuführen; vielmehr seien diewerde, der Adressat überlaffe es ihm, weitere Schritte zu thun. Bunftes sei der zweifelhafte Wortlaut des Protokolls zu Gunsten jenigen Parteien dafür verantwortlich zu machen, unter oeren Assessor G. leistete der Zahlungsaufforderung keine Folge und des Angeklagten auszulegen. Herrschaft ein Nothstand möglich, die alle Anträge, die Lage der nun beauftragte der Angeklagte den Rechtsanwalt Bonk mit der arbeitenden Klassen zu verbessern, tühl zurückweisen. Die Herren Anstrengung der Klage. Bei dieser Gelegenheit überreichte der von Caprivi und von Forckenbeck vermöchten feinen Nothstand Angeklagte dem Anwalt noch zwei andere Schriftstücke, die ihm Durch Selten zugegangen waren. In dem einen Schriftstück veranzuerkennen. Hätte die städtische Verwaltung für Arbeit gesorgt, Unter der Anklage des Wuchers stand gestern der Pfand statt eine Million für Wohlthätigkeit" zu verläppern, so wäre pflichtet sich der Rechtsanwalt Dr. Hugo G. dem Angeklagten leiber Jonas Siegmann vor der VIL Straftammer hiesigen die herrschende Noth einigermaßen gelindert worden. Die einen Betrag von 5000 Mart zu zahlen, wenn sein Bruder, Landgerichts I. Der Angeklagte, welcher ein Pfandleihegeschäft Standalszenen feien lediglich von dem Janbagel der Weltstadt Der obenerwähnte Assessor Willy G., die vakante Amts auf den Namen seiner Mutter betrieb, war der Geldmann der verursacht worden. Daß die sozialdemokratische Partei nicht das richterstelle in Köpenick erhalte und zweiten Schrift- Wäscherinnen, Blätterinnen und sonstiger fleinen Leute, welche Mindeste mit diesen Elementen zu schaffen habe, erhelle schon aus stücke verspricht der Assessor Milly G. dem Angeklagten aus Noth ihre Werthgegenstände zum Bersage brachte. Die An dem Umstande, daß auch drei bekannte Parteigenoffen durch 1000 Mart, wenn der Rechtsanwalt Georg Brud flage behauptet nun, daß der Angeklagte den Darlehnssuchern die Plünderungen in Mitleidenschaft gezogen wurden. Redner innerhalb einer bestimmten Frist ein Notariat in Berlin erhalte. das gewünschte Geld nur unter der Bedingung gewährte, daß ihm sprach die Hoffnung aus, Rechtsanwalt Dr. Bont hielt auf Grund der ihm vom An- diefelben nebenbei unterwerthige Seife oder unbrauchbare Zigarren Gegnern anerkannt werden würde, und legte den Parteigenossen daß dies auch von den getlagten gewordenen Mittheilungen die Klage für berechtigt und abkauften und der hochgeschraubte Preis dafür gleich mit in dem im Sinne der Resolution dringend an's Herz, fich derartigen Durchführbar, er nahm das Mandat an und dadurch kam die Pfandschein vermerkt wurde. Eine besondere Methode soll der Vorgängen durchaus fern, die Ehre der Partei stets rein zu erganze Angelegenheit zur Kenntniß der Behörde. Angeklagte auch bei der Annahme von Betten befolgt haben: halten und der Verantwortung eingedent zu sein, die jeder einzelne Als erster Zeuge wurde der Kaufmann Isidor Selten verwenn die Leute gut verpackte Betten brachten, so erklärte er, daß Parteigenosse für die Partei mit zu übernehmen hat.( Lebhafte nommen. Derfelbe gab an, daß er den Assessor G. kennen lernte, es polizeiliche Vorschrift sei, daß er die Betten in Säcke packen Bustimmung.) Die Abstimmung über die Resolution ergab die als dieser den Rechtsanwalt Bruck vertrat. Aus dem ge- müsse, er berechnete dann den Sack mit 50 Pfg. und rechnete bei Annahme derselben mit allen gegen zwei Stimmen. Einem geschäftlichen Verkehr sei ein freundschaftlicher geworden und der Wiederabholung der Betten 25 Pfg. für die Abnußung ab. äußerten Wunsche, die Einberufung einer Arbeitslosen- VersaminG. habe ihn gelegentlich einer Unterhaltung gefragt, Die Anklagebihörde erblickte in dieser Geschäftspraxis die Kri- lung betreffend, soll nach Möglichkeit Rechnung getragen werden. ob er nicht Mittel und Wege wisse, wie eine Stelle als terien des verschleierten Wuchers, der Angeklagte bestritt aber Nachdem der Vorsitzende in Rücksicht auf die zu erwartenden juristischer Hilfsarbeiter beim Auswärtigen Amt zu erreichen entschieden seine Schuld und behauptete, daß die Darlehnsnehmer polizeilichen Maßnahmen zur Vermeidung aller Zwischenfälle" fei. Der Zeuge habe an den Dr. Fischer gedacht, von dem er sich durchaus nicht in einer Nothlage befunden, das Geld viel- und zum ruhigen Auseinandergehen ermahnt hatte, schloß er die gewußt habe, daß derselbe Einfluß besitze und dann dem Assessor mehr zu Bergnügungen, Maskenbällen und dergleichen gebrauchten. Versammlung mit einem dreifachen, begeistert aufgenommenen geantwortet, daß er sich in der Sache bemühen wolle. Der Er bebauptete, daß er neben der Pfandleihe ein reguläres Seifen Hoch auf die internationale Sozialdemokratie. Die Bersammelten Lettere habe dann hinzugefügt, daß es ihm auf ein Paar taufend und Zigarrengeschäft gemacht habe und durchaus kein Ueber- antworteten mit stürmischen Hochrufen auf Singer und trennten Mark nicht ankomme. Der Beuge hat sich dann mit Dr. Fischer faufen auf Seiten des Darlehnsnehmer festzustellen fei. Nach fich in gewohnheitsmäßiger Ordnung. Die Erwartung des in Verbindung gefeßt, welcher ein Gelingen zwar für schwierig, den Ergebnissen der Beweisaufnahme beantragte der Staats- Borsitzenden bestätigte fich übrigens nicht. Ein außergewöhnliches aber nicht für unmöglich gehalten hatte. Später habe der An- anwalt ein Jahr Gefängniß, zweijährigen Ehrverlust Polizeiaufgebot war nicht zu bemerken. getlagte ihn aufgefordert, wegen der Provision von 2000 M. ge- und 1000 Mart Geldstrafe. Das Urtheil lautete nach dem meinschaftlich gegen Dr. G. vorzugehen, er, der Zeuge, habe dies Antrage des Staatsanwalts, mit der Abweichung, daß die eraber abgelehnt. fannte Geldstrafe auf 500 M. ermäßigt wurde. Der Verurtheilte wurde sofort in Haft genommen. Der Gerichtshof schloß sich diesen Ausführungen an und erkannte auf Freisprechung. Versammlungen. B In einer Wanderversammlung des Vereins zur Wahrung der Interessen der Berliner Knopfarbeiter sprach Der Zeuge, Assessor G., stellte den Sachverhalt etwas anders am 21. Februar Herr Türck unter reichem Beifall über Sibirien. dar. Gelegentlich eines Gesprächs mit Selten habe er Ju der sehr lebhaften Diskussion, an der sich mehrere Mitglieder demselben gegenüber geäußert, daß er eine Beschäf betheiligten, wurde auch unser Militär- Strafgesetz einer kritischen tigung beim auswärtigen Amte der juristischen LaufBesprechung unterzogen. Hierauf wählte man die Kollegen bahn vorgezogen haben würde. Hierauf sei Selten später zurückWeisfluck, Luttig, Jädel, Rohde, Wieland gekommen und habe seine Vermittelung angeboten, die er auch in die Rechtsschuß- Kommission. Unter Verschiedenem wurde be angenommen habe. Dann habe Selten gefragt:„ Kommt es fannt gemacht, daß am 9. März eine öffentliche Versammlung Ihnen dabei auf ein paar tausend Mark an?" und diese Frage Ueber die Handelsverträge sprach am 29. Februar der sämmtlicher Knopfarbeiter Berlins bei Buß, Frankfurterstr. 85, habe der Zeuge einfach verneint. Es sei richtig, daß er auf eine Reichstags- Abgeordnete Paul Singer in Sanssouci vor einer stattfindet, in welcher Reichstags- Abgeordneter Albert Schmidt Gingabe, deren Konzept ihm von Dr. Fischer zugeschickt worden von mehr denn 2000 Personen besuchten öffentlichen Versprechen wird. In Betreff der Maifeier wurde bestimmt, daß den sei, nach dem Auswärtigen Amte beschieden wurde. Hier habe sammlung der Parteigenossen des IV. Berliner Beschlüssen der politischen Partei zu folgen ist. man ihm zwar keine Aussicht auf eine Anstellung als juristischer Reichstags- Wahlkreises. In einem etwa anderthalbHilfsarbeiter, wohl aber auf eine folche als Konfularbeamter ge- stündigen Vortrage entwarf der Redner in scharfen kritischen 21. Februar Herr Dr. Kantorowica einen interessanten VorIn der Arbeiter Bildungsschule Nordbezirk hielt am macht und ihn aufgefordert, innerhalb 6 Wochen ein curriculum vitae Bügen ein Bild der seit dem Jahre 1878 unter der Firma: in englischer und französischer Sprache einzureichen. Hiervon habe" Schuß der nationalen Arbeit" vom damaligen Reichskanzler trag über ansteckende Krankheiten. Er schilderte darin den der Zeuge Abstand genommen, da er Deutschland nicht verlassen und den herrschenden Klassen inaugurirten Schutzzollpolitik, deren Typhus und dessen verschiedene Formen, sowie die Pockenkrankwollte. Er habe deshalb auch nicht die vom Angeklagten auf- Kernpunkt die Lebensmittelzölle bilden. Der Redner veranschau- heit und stellte für die nächste Versammlung eine Fortsetzung gestellte Forderung für berechtigt gehalten, da der Zweck der lichte, wie gerade die Lebensmittelzölle, anstatt nach der Pro- lung schloß sich eine gesellige Unterhaltung nebst Tanz, welche seiner lehrreichen Ausführungen in Aussicht. An die VersammEingabe nicht erreicht war. phezeiung der Schutzöllner die wirthschaftliche Lage des arbeitenDer dritte Zeuge, Rechtsanwalt Dr. Bont, gab an, daß er den Woltes zu heben, zum heutigen Rothstand mit beigetragen die Anwesenden noch längere Zeit beisammen hielt. Die Klage für Dr. Fischer angenommen habe, weil sie wohl be haben, der des heutigen Kulturstandes unwürdig ist und beseitigt rechtigt und durchführbar war. Er fei auch heute noch dieser werden muß. Die Lebensmittelzölle müssen in erster Linie verschwinden schäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend, die am Sonntag, In der Versammlung aller in der Metallindustrie be Ansicht, trotzdem die Klage mit der Begründung abgewiefen wor- und diese zu bekämpfen, bis auch der letzte Lebensmittelzoll auf 21. Februar, Vormittags im Weddingpart" tagte, follte der den sei, daß der zwischen dem Kläger und dem Beklagten ab- Nimmerwiedersehen verschwindet, habe die sozialdemokratische Partei Elektrotechnifer Herr Brott einen zweiten populär wissenschaftgeschlossene Vertrag gegen die gesetzlichen Bestimmungen sich zur Aufgabe gemacht. Die Fraktion habe im Reichstage den lichen Vortrag über das Wesen der Elektrizität halten. Die Versammverstoße. Der Angeklagte Dr. Fischer habe stets sich so Sandelsverträgen zugestimmt, weil sie dieselben als einen ersten Schritt lung beschloß jedoch diesen Punkt von der Tagesordnung ab benommen, als fei er von der Berechtigung feines zur Beseitigung der Lebensmittel- Zölle betrachtet. Thöricht wäre zusetzen, um dafür über die Zustände in der Fabrik der AllAnspruchs fest überzeugt. Als Dr. Fischer ihm die Schriftstücke es gewesen, einer, wenn auch nur theilweisen Herabsetzung der gemeinen Elektrizitätsgesellschaft, welche zu einer partiellen gegeben habe, welche von dem Assessor G. und dessen Bruder Getreidezölle nicht zuzustimmen; ebenso thöricht würde es aber Arbeitseinstellung geführt haben, zu verhandeln. Kollege Gerisch, ausgestellt worden seien, habe er sich über den Inhalt auf's auch fein, zu glauben, daß die Partei dadurch befriedigt fei. welcher zu dieser Angelegenheit das Wort nahm, besprach zuhöchste verwundert und sofort eingesehen, daß die Sache nicht zu Für sie laute die Parole nach wie vor: Fort mit den Lebens- nächst die gewaltige Umgestaltung, welche alle Verhältnisse erden lauteren gehörte, aber nach Rücksprache mit mehreren mittel- zöllen! Hierfür werde sie eintreten, so lange noch ein fahren haben, seitdem der Mensch anfing die Naturkräfte in Kollegen habe er sich doch für verpflichtet gehalten, den Dr. Fischer Lebensmittel- Zoll bestehe. Der Vortragende forderte von den feinen Dienst zu nehmen. Die ersten Kraftmaschinen bestanden Parteigenossen das Gleiche, ferner die Unterstützung der Abgeord- aus einfachen Vorrichtungen, welche durch das Wasser oder den zu vertreten. Hiermit war die Beweisausnahme hinsichtlich des ersten neten dadurch, daß man immer mehr Sozialdemokraten in den Wind in Umdrehung gesezt wurden und infolge ebenso einfacher Theils der Anklage erledigt. Reichstag entfende. Der vielfach von Beifall unterbrochene Vor- Uebertragungen diejenige Arbeit verrichteten, welche bis dahin Mit der Anklage der verleumderischen Beleidigung hatte es trag entfesselte zum Schluffe einen nicht enden wollenden Beifalls durch thierische oder menschliche Mustelkraft verrichtet werden folgende Bewandtniß: flurm. Eine Debatte knüpfte sich an den Vortrag nicht, mußte. So groß war die Freude über diesen Fortschritt, daß Im Jahre 1883 hat Dr. Fischer sich bemüht, dem und die Versammlung vollzog im Anschlusse an den- die Denker und Dichter jener Zeit den Anbruch eines goldenen damaligen Gasanſtalts- Direktor und Generalfonful Saafe zu felben die Wahl eines Ausschusses zur Vorbereitung der Zeitalters für die Menschheit prophezeiten, von dem leider bis Hamburg den Titel eines Kommerzienraths zu verschaffen. Diese Waifeier, nachdem sie ihr Einverständniß damit bekundet heute nichts zu spüren ist. Golden ist das Zeitalter nur für den Bemühungen haben keinen Erfolg gehabt, weil, wie der An- hatte, daß die Maifeter von der politischen Organisation fleinen Bruchtheil der Menschheit, der im Besitz aller zur geklagte in einem Schreiben an den Vertreter Haase's, den Kauf inszenirt werde. Der Ausschuß besteht aus 7 Personen und zwar modernen Produktion nothwendigen Einrichtungen ist, während mann Grohmann, angiebt, Fürst Bismarck nicht die gewünschte den Genossen: Gürtler Friedrich, Former Lehmann, das Gros der Menschheit, weil mittellos, Auszeichnung befürworten würde, da Haase teine deutschen Maurer Lange, Maurer Hoffmann, Glafer Kari famen Daseinstampf einen graus führt. Auch der Kohlen verwenden wolle. In demselben Briefe schreibt der An- Scholz, Tischler Seidel und Tischler Wölfer. Wie der des menschlichen neueste Triumph geklagte, daß er seine Bemühungen doch nicht aufgeben werde, Vorsitzende der Versammlung, Stadtverordneter 3ubeil, bewendung der Elektrizität, einer Naturfraft, welche ebenso ge Geiftes die Erforschung und Ver er habe den Kanzler Lang von der deutschen Botschaft ganz auf merkte, ist der vierte Wahlkreis getheilt worden, oa derselbe zu heimnißvoll wie furchtbar erschien, und daher durch Jahrtausende feiner Seite, demselben aber auch 500 m. gegeben. Diesen Brief groß ist bezw. zu viele Genossen enthält, um eine einheitliche hindurch zu den Attributen der Gottheit gehörte, hat an diesen hat Grohmann dem Untersuchungsrichter eingesandt, als Feier zu ermöglichen. Der gewählte Feſtausschuß hat für den Verhältnissen nichts geändert. So besteht hier in Berlin ein er erfuhr, daß gegen Dr. Fischer das Strafverfahren wegen Er- Theil Südost" zu wirken, indessen der Theil Ost" selbständig Ronfortium von Leuten, welches auf jedem Stückchen Papier, pressungsversuchs eingeleitet worden war. Dr. Fischer wurde eine Feier veranstalten wird. Als Mitglied des Preßausschusses das es versendet, bombastisch sein Besitzthum auf 20 Millionen auch wegen Beamtenbestechung zur Verantwortung gezogen. Bei für die„ Bolts- Tribüne" bestätigte sodann die Versammlung den Mart angiebt ,, welches die Anfertigung von Maschinen und Gefeiner verantwortlichen Bernehmung gab er eine Aussage ab, Genossen Robert Schmidt, dessen Wahlzeit abgelaufen war, räthschaften zur Erzeugung und Verwendung des elektrischen worin er zwar besiritt, den Kanzler Lang bestochen zu haben, auf ein weiteres Jahr; 8ubeil nahm Gelegenheit, den Ge Lichtes in die Hand genommen hat und damit ein glänzendes aber doch durchblicken ließ, daß dieser Beamte täuflich gewesen. noffen die Pflicht, die Bolts- Tribüne" zu unterstützen, dringend Geschäft macht. Wer freilich dieses Räthsel, wie es möglich ist Im gefirigen Termine nahm der Angeklagte jeden Berdacht ans Herz zu legen. Beim Verschiedenen brachte Genosse Schulze trotz der wirthschaftlichen Krise so glänzende geschäftliche Erfolge von dem betagten Beamten ab, er gab zu, jene Be folgende Resolution ein: zu erzielen, lösen will, muß bei den Arbeitern Umfrage halten. " " Neue Königstr. 89. Gäste willkommen. Charlottenburg. Lese- und " Schulzestr. 27.bet Röllig. " Gesangverein 〃 Verein Sanssouci", Abends sy Uhr, Kochstr. 61. Gäste willfommen. ehemaliger Schüler der 99. Gemeindeschule, Abends 9 Uhr, in Schröder's Saal, Stegligerstr. 18. Geschäftliches, Gefangprobe. Gäste will tommen. Stattlub Puschelgrün, Abends 8 Uhr bei Fürstenau, Reichen Abends 9% Uhr, Annenstr. 9 bei Proz, Mitglieder werden gewünscht. Sprechzfaal. eingegangenen Gelder. Einnahme: Ausgabe: Damit das goldene Bächlein des Unternehmergewinns gleichmäßig| hingewiesen wurde, als ein Strohfeuer, daß durch damals und ohne Stockung fließt, müssen die Arbeiter ihre Leistungen herrschende, besondere Umstände entfacht worden fei. erhöhen, ihre Ansprüche an das Leben ermäßigen. Kleinen, Damals hätte auf der Tagesordnung gestanden, erstens: regelmäßig wiederkehrenden Abzügen gegenüber sind die Arbeiter die Beseitigung der langen Sonntagsarbeit; zweitens: die berger und Manteuffelstraßen- Ede. Zitherklub„ Alpen veilchen" Abends bereits so stumpf geworden, daß sie dieselben als etwas un- Entfernung eines unliebſamen Stellenvermittlers. Als die Wogen umor" Abends 9 Uhr im Restaurant Königstädtische Bierhallen, Große 8% Uhr, Jüdenstraße 55: Uebungsstunde. Gäste willkommen. Gefelliger Klub abänderliches betrachten. So feien, erklärte Redner, auch den dieser Bewegung fich glätteten, seien die großen Massen wieder Frankfurterstraße 30. Junge Männer als Gäfte und Mitglieder willkommen. Arbeitern, welche jetzt die Arbeit niedergelegt haben, bereits früher in ihren Stumpfsinn zurückgesunken. Die heutige Vereinigung mit Rauchtlub Rothe Nelle". Mittwoch, Abends 8½ Uhr, bet Steuer, Weinfleine Abzüge gemacht worden. Es habe den Anschein, als ob einem gefunden Kern von Leuten, die wüßten was sie wollten, sei ftraße 22. Gäste tönnen durch Mitglieder eingeführt werden. Vergnügungsverein Rathe Recht jeden Mittwoch Abends 9 Uhr, Dividenden von 12 pet. nicht mehr genügten, als ob man den ihm, Redner, lieber, als eine große zusammengelaufene Masse. Man koppenſtr. 42. 18 pet., welche die Löwe'sche Fabrit auch dieses Jahr wieder müsse die Fernstehenden durch Aufklärung über die Verhältnisse heran- Privat- Theatergesellschaft Felsen. Sigung mit Damen jeden Mittwoch ihren Aktionären abwerfe, nacheifern wolle, und zu diesem zuzieben suchen. Die Versammlung erklärte sich dann mit einem Vor3wede mit größeren Lohnreduktionen vorgehe. So follte schlao einverstanden, daß auf die Tagesordnung der nächsten öffenteine Operation, welche bisher mit 1 Mart 50 Pfennige pro lich Bersammlung gesetzt werde: Wahl einer Agitationstom100 Stück bezahlt wurde, in Zukunft für 95 Pfennige, mission. Nach Annahme einer Resolution, in welcher die Veralso um 55 Pf. billiger ausgeführt werden. Die Verdienste der sammelten die bestehende Zentralvereinigung als die zweckmäßigste alten, eingeübten Arbeiter seien zwar solche gewesen, daß sie als Organisation anerkennen und sich ihr anzuschließen verpflichten, sogenannte„ gute" hätten bezeichnet werden fönnen; rechne man schloß die Versammlung mit einem Hoch auf die Sozialdemo- Die Redaktion stellt die Benutzung des Sprechfaals, soweit der Naum dafür jedoch die überaus mageren Verdienste der Anfangswochen hinzu, tratie so ergebe fich bei einjähriger Thätigkeit ein Durchschnittsverdienst abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten allgemeinen von 21 m. 60 Pf. pro Woche. Bei Anfängern habe der Wochen- des Kranten- Unterstüßungsbundes Hadamczit findet am 6. März im Restaurant Achtung, Schneider! Zum Besten des ausgesteuerten Mitgliedes des Interesses zur Berfügung; sie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Inhalt desselben identifizirt zu werden. verdienst zwischen 7-12 M. geschwankt. Angesichts dieser Um- Seefeldt, Grenadierstr. 33, eine gemüthliche Abend- Unterhaltung statt. Billets Quittung über die für die streitenden stände erschien den Arbeitern der vom Meister angekündigte Lohn- mit Tanz 30 Pf. sind in den Zahlstellen und bei bekannten Kollegen zu haben. Weber der Firma Feibisch in Berlin in der Beit Kranken- und Sterbe- Unterstühungskasse der Berliner Hausabzug sehr hart; sie erklärten sich jedoch, in Anbetracht der über- diener. Kaffenlotal, Neue Friedrichstr. 44 bei Röulig, Sigung jeden mitt- vom 14. November 1891 bis zum 13. Februar 1892 aus ungünstigen Konjunktur, mit einem Abzuge von 30 Pf. ein- woch, Abends von 8 Uhr. Auflage. Aufnahme neuer Mitglieder. verstanden, ein Anerbieten, das vom Meister, der auf dem im Restaurant Sommer, Grünftr. 21. Tagesordnung: Vorstandswahl, Fide Gefelliger Vergnügungsverein Regia. Mittwoch Abend 9 Uhr Sigung vollen Abzuge beharrte, nicht angenommen wurde. Da litas. Gäste willkommen. Berlin und Umgegend auf Listen gesammelt 1929,65. Ver eine Einigung nicht zu Stande tam, legten 18 Klempner und Sozialdemokratische Lese- und Diskutirklubs am Mittwoch einigung der Stuhlarbeiter, Berlin 50,- Verein der Tabak 3 Gürtler die Arbeit nieder. Daß man derartig mit den Ar- Gesundbrunnen", Sizung jeden Mittwoch Adend 8 Uhr bei Saferland, arbeiter 100,-. Berein d. Maurer d. W. G. 100,-. Verein d. beitern verfahre, daran seien die letteren allerdings bis zu einem Gigung bei klein. Gäste, burch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Bellermannftr. 87.- Vereinte kraft", Schönleinstraße 6. Abends 9 Uhr Töpfer 100,-. Verband der Textilarbeiter 100,-. Verein der gewissen Grade selbst schuld, weil sie alle Mahnungen und War- defe- und Diskutirflub manzipation", Abends 8½ Uhr bei Wagner, Gastwirthe, Berlin 75,-. Ver. d. Böttcher 25,-. Ver. d. Steinnungen, die feit Jahresfrist fortgesetzt an die Metallarbeiter er Distutirklub Mehr Licht", Abends 83 Uhr, tm Lofale Spreeftr. 36. Drucker 50,-. Ver. d. Hutmacher 60,-. Ver. d. Möbelpolirer gangen seien, unbeachtet gelassen und sich nicht in einem solchen Männer und" Frauen, durch Mitglieder eingeführt, sind stets milltommen. 20,- Ver. d. Albumarbeiter 20,-. Theaterverein 5,-. Berlin, Umfange der Organisation angeschlossen hätten, wie es noth- Gleichheit", Sigung Abends 8 Uhr, Staligerfir. 7 bei Schönemann. d. G. 2. 30,-. Knopfmacher 10,-. Crimmitschau, d. G. V. wendig, wenn den Aninaßungen des Kapitals ein Tamm ent" Johann Jacoby", Abends s½ Uhr bei Otto Thierbach, Schwedter 20,-. Velten, d. V. B. 20,-. Augsburg, d. C. D. 10,25. gegen gestellt werden solle. Von den 21, welche die Arbeit ftraße 44. Säfte, durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Arbeiter- Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwody. Nebungs- Neumünster, d. A. K. 32,60. Ronsdorf, d. D. B. 30,-. niederlegten, gehörten nur 3 einer Organisation an! Dieses Ver- ftunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Gefangverein& te des Friedrichshagen d. A. W. 2,25. Gera d. K. F. 30,-. Bernau hältniß sei typisch für die gesammten Metallarbeiter, die aus ihrem freiheit", Blumenstraße 38, bet Sente. Gesangverein Frena", b. J. Sch. 19,05. Greit d. F. F. 45,75. Nowawes d. W. Th. Schlafe erst dann aufwachen, wenn fie die rauhe Hand des( Gen. Chor), Alte Schönhauserstr. 22-23, Bößow's Braueret. Silaritas", Hochstraße 32 a, bei Wilte. Gefangverein Deutsche 21,-. Spremberg d. A. K., 2 Raten 20,-. Rixdorf d. H. St., Kapitals unmittelbar an der Kehle fühlen. Hoffentlich trügen Eiche", Blumenstraße 46, bei Went. Gesangverein Borwärts 2", 2 Raten 28,40. Strießen d. H. N 11,65. Aachen d. E. Sch. die Keulenschläge, welche das Unternehmerthum jetzt austheile, Schönhauser Allee 28, bet Kuhlmey. Gefangverein Echo 1", Banton, 33,45. Köln d. Ch. 3. 9,50. Pößneck d. H. P. 6,-. Barmen dazu bei, die Massen aufzurütteln und sie der Organisation zu- um, Beitgeist".- Gesangverein der Steinmeßen", Johannisfir. 20, bei D. J. K., 2 Raten 65, Gefangvereiner che", Bernauerstr. 72, bei Casper, Restaur. Rottbus d. W. H., 2 Raten 60,40. auführen. In der Diskussion schilderte Kollege Werner als Müller.- Gesangverein Freiheit", Bülowstr. 27, bei Gundlach.-Männer Delmenhorst d. M. Sch., 2 Raten 26,15. Guben d. J. G., Mitstreikender die Vorgänge nochmals eingehend, dabei betonend, Gesangverein der Kürschner", D. B. D. Br. Berlin, Neue Friedrichstr. 44, 2 Raten 22,50. Elberfeld d. H. R., 2 Raten 44,85. Lucken Daß sie nicht übereilt gehandelt, sondern Alles wohl erwogen Gefangverein Sanges luft", Bülowstr. 69, bet Gründer. Gefangverein Südost 2", Cuvrystraße 16, bet Ziemer. Gefangverein walde d. F. M., 2 Raten 22,10. Berge b. Forst d. C. D., hätten. Der Direktor sei für sie nicht zu sprechen gewesen, und Morgenroth 3", Admiralstraße 38, bei Sülow. Gesangverein Stein 2 Raten 57,85. Rummelsburg d.. F. 8,20. Summa der Obermeister, bei dem sie vorstellig gemorden wären, habe ne it e", Röslinerftr. 17, bet Wendt. Gefangverein, yra 1", Raupach: 3321,60 m. rund heraus erklärt, der Meister habe sich in Bezug auf Preise steßner. straße 6, bei Stachel. Gesangverein ,, Euphonia", Annenstraße 16, bei Gesangverein Hand in Hand 1", Mariannenstr. 31-32, bei noch nie geirrt, derselbe handle nur im Interesse der Gesellschaft. Doberstein. Gefangverein" Schneeglöckchen 1", Rottbuser Damm 39, Sammelliften und Quittung 11,-. Platate 12,-. Inserate Unter solchen Umständen sei nichts weiter übrig geblieben, als die bet Jacob. Gefangverein Schneeglödchen 2", Potsdam, Branden: 78,30. Porto und Papier 21,30. Diverse Ausgaben 44,75. An Arbeit niederzulegen. Mehrere Kollegen gingen hierauf mit den Fennstr. 5, bei Krüger. burger Kommuntation 16, bet Glafer. Gefangverein unverdrossen", Ausständigen scharf ins Gericht, indem sie ihnen Flöter'scher Gesangverein", Landsbergerstr. 31, Unterstüßung bezahlt bis 13. Februar 3150,-. Summa 3317,35. ihre bei Musehold. Gefangverein Rütli", Friedenau im Kurhaus. Un Unterstüßung für Streifende in 8 Wochen bezahlt 2718,-. bisherigen Unterlassungssünden zu Gemüthe führten. In Gefangverein Vorwärts 5", Friedrichshagen, Rundthell. bei Lerche. Betreff der Unterstüßung führte Kollege Gesangverein Freundestreue"( Gemischter Chor), Jüdenstr. 55, bet Für Ausgesperrte in 5 Wochen 432,-. Summa 3150,-. Pezold aus, Trieschmann. Gefangverein" Lorbeerkranz", Landsberger Platz 5, bei Hierüber quittirt dankend mit genossenschaftlichem Gruß daß die Streifenden, welche bisher feiner Männerchor Organi- Müller. Südost 1", Röpniderstr. 191, Restaurant. Anton Kopp, Friedrichsberg bei Berlin, Borhagenersation angehörten, auch von Soffnung 1", Friedrichsberg, Friedrich Start- Straße Nr. 20. einer solchen nicht unter- arbeiter- Gefangverein stügt werden könnten, daß es aber vielleicht möglich sein würde, Brunewaldstr. 110, bet Jakob. straße 34, bei Schnlze. Gesangverein Rothe Nelte", Schöneberg, Gesangverein Freiheit 1", Kulm str. 36 Revidirt und für richtig befunden, bescheinigen hiermit fie aus öffentlichen Mitteln zu unterstützen, wenn alle Kollegen bei Raumann. Gefangverein Freiheit Moabit", Kronenbraueret, die Revisoren Paul Burghardt, H. Mogwiß, W. nach Kräften für den Vertrieb der Unterstützungsmarken sorgen alt- Moabit 47-49. Steinfeger Sängerchor", Rastanten Franzke. Allee 28 bet Maiwald. wollten. Annahme fand hierauf folgende Resolution: Offenbacher Sängertranz", Dranten: ftr. 153 bet Götze. Gesangverein der Kupferschmiede, Weinstr. 11 bei Feind.- Gefangverein, Bergißmein nicht", Schulstr. 29 im WeddingGesangverein" Echo 3" in Behlendorf, Stunde in Friedenau( Kurhaus). Safino. Gesangverein Freies Lied. 1", Gr. Frankfurterstr. 81 bei Weiß. Brandenburger"-Männer- Gesangverein in Brandenburg, Mengert's Boltsgarten. Gefangverein Mannesmuth", Mauerstraße 3 bet Ramm. Gesangverein Freiheit" Kronen- Braueret, Alt- Moabit 46/49. Mittwoch: Berein, Fridolin" bet Wolff, Brunnenstr. 35a. Sund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Theater: verein Buttanta" bet Säger, Gartenstraße Nr. 13/14.- Bergnungsverein oro bet Schiple, Schul- und Reinickendorferstraßen- Ede. Rauchklub Hellblau" bei Grand, Blücherstr. 59.- Geselliger Berein Waldes: grün" bet Nebelin, Langeftr. 108. Berein Kreuzftbel bei Gumlich, Reichenbergerstraße 149. Theaterverein Durch Nacht zum sicht" bei Zubeil, Naunynftr. 86. Humoristischer Verein„ Pipifar" bei Möhring, Admiralstraße Nr. 18a. Zwei Güterzüge stießen auf der Strecke Saarbrücken In einer öffentlichen Versammlung für Frauen und beutel", Abends 9 Uhr bet Boppe, Bindenstraße 106. Gesang Turn- und gesellige Vereine. Gefangverein Bause Bingenbrück bei Ottweiler zusammen. Ein Zugführer Männer, welche am 21. Februar im Restaurant Klein, Schönlein- gefangverein" Sangestreue", abends 49-11 Uhr bei Euther, Brüder wurde leicht verlegt; 10 Wagen find zertrümmert. Gesangverein firaße 6, tagte, hielt Genosse Pötzsch einen mit großem Beifallenber Alpenglühen", 8% Uhr, bei Schröder, In Salzburg ist der Direktor der Arbeiter Versicherungs Reichenbergerstraße Nr. 24. Gäste, Surch Mitglieder eingeführt, will anstalt, Dr. Julius Fränzel Ritter von Vesteneck aufgenommenen Vortrag über Nationalität und Internationalität, tommen. Tambourverein„ Eco"( Vergnügungs- Verein), Abends 9 Uhrt. t. Bezirkshauptmann i. p., wegen Weruntreuun in welchem er das Haltlose des gegnerischen Verfahrens fenn bei Süttrich, Gollnowftr. 9."- Tambourverein Vorwärts", Uebungszeichnete, welches darin besteht, der Sozialdemokratie daraus einen reis", Ritterstr. 21. bei Juhdisch, Mittwoch und Sonnabend, Abends 8% Uhr, fiunde 9 Uhr Langeftr. 65. Gäste willfommen. Tambourverein Einig von 1400 Gulden amtlicher Gelder verhaftet worden Vorwurf zu machen, daß sie international ist. Es tönne doch utebungsstunde. Durch einen Schneesturm wurden, ie aus Neu- Fundlan Männergesangverein Edelweiß", Abends 8% uhr, bei berichtet wird, 200 Robbenfischer auf em Meere überrascht fein Verbrechen sein, wenn sich die Arbeiter aller Länder Schneider, Belforterstr. 15. Neue Mitglieder werden aufgenommen. zufammenthun, uni gemeinsam ihre Lage zu verbessern, zumal fich 10 uhr im Zurnsaale des Königstädt. Gymnaf.", Elisabethstr. 57-58. Lübeck' scher Turnverein: 1. Lehrlingsabtheilung, Abends von 8 bis Man befürchtet, daß 150 davon, die noch ht zurückkehrten, et ja auch die Unternehmer in Verbände vereinigen, welche Berliner Turngenoffenfchaft. 6. Männerabth. Abds. von 8-10 Uhr; froren sind. Von 13 Fischern ist das bereits festgestellt. beinahe über Die ganze Erde verbreitet sind, Ju Konstantinopel sind am 25. Februar ca. 100 Häuse wie Turnlotal Mariannen- Ufer 1a. 8. Männer- Abth., Abends von 9 bis dies die 11 Uhr. Turnlofal: Mühlenstr. 49-50. Kohlen und Kupferringe beweisen. Redner Turnverein, sten", Männer- und Baracken eines Stadttheils niedergebrannt, in welchem di Abtheilung, von 8-10 Uhr Abends, Blumenstr. 63a. meinte weiter, daß die bürgerliche Gesellschaft wohl bei Berolina" Mittwoch Abends 8 Uhr Reichenbergerfir. 73a bei Faustmann, in den Flammen um. Kraft- Turn- Berein ärmere Bevölkerung wohnt. Eine Frau und ein Mann tamen jeder Gelegenheit mit ihrem Patriotismus prahlt, dagegen aber Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. mit Vorliebe, um einen höheren Gewinn zu erzielen ausländische huisdorf( eigene Turnhalle, Biethenstr. 72a), von 6-8 Uhr SchülerArbeiter heranzieht, weil dieselben meist für einen geringeren Lohn arbeiten, als die einheimischen, theils weil sie am Anfang mit den Verhältnissen des Landes noch zu wenig vertraut, theils weil sie vielleicht noch bedürfnißloser als die letzteren sind. In der Diskussion sprach sich Genosse So lisch im Sinne des Refe renten aus und forderte dann zur recht regen Unterzeichnung der gegen das Volksschul- Gesetz gerichteten Petition auf. Nach der Versammlung fand ein vom Lese- und Diskutirklub„ Vereinte Kraft" veranstaltetes geselliges Beifammensein statt. Die heutige Versammlung des Verbandes aller in der Metallindustrie beschäftigten Arbeiter Berlins und Umgegend ertlärt sich mit den Ausführungen des Referenten einverstanden; fie ersieht in dem Vorgehen der Allgemeinen Elektrizitätswerke lediglich einen Ausfluß der heutigen wirthschaftlichen Zustände, die aufs Neue die Nothwendigkeit einer starken Organisation darlegen und jedem Kollegen die Pflicht auferlegen, sich einer folchen anzuschließen. Die Versammlung ist jedoch nicht im Stande, Stellung dazu zu nehmen, und beschließt demzufolge die Regelung dieser Angelegenheit dem Vorstand des Verbandes zu überweisen." M " " -" " " " " 1 " " " " " Männer 14 Männer- Turnverein Abtheilung, von 8%-10% Uhr Männer- Abtheilung. Theaterverein Blumenlefe" Sigung 9 Uhr Abends mit Damen, StallVerein beizutreten, tönnen sich daselbst melden Klub 40 e. fraße 31.Berein Rauchklub Nord " Verloren gegangene Listen: Nr. 5, 214, 302, 821, 858, 881. Ausstehende Listen: Nr. 42, 46, 192, 194, 246, 247, 280 297, 299, 316, 332, 342, 399, 286, 288, 289, 291, 292, 295. Die noch ausstehenden Listen bitte ich die Genossen und Genossinnen sobald wie möglich an mich einzusenden. Anton Kopp, Friedrichsberg bei Berlin, Borhagenerstr. 20. Vermischtes. Depescheit. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) A schreiberſtr. 60.- Theater- u. Vergnügungsverein Bultania" Abends 9 Uhr, neigt sind, dem in Meißners Restaurant, Gartenstraße 162. Damen und Herren, welche ge oder beim Vorsitzenden M. Lieske, Ackerstraße 13, Hof 1 Treppe. abends 9 Uhr bei Zubell, Naunynfir. 84, Sizung mit Damen. Gäfte haben geblich einzelne Trupps Arbeitsloser die an der Arndtstraße bei Privattheater- Berein Durch Nacht zum Licht." Jeden Mittwoch Hannover, 1. März. Im Laufe des Tages versuchten an Butritt. Herren und Damen, welcher sich der Bühne widmen wollen, findet den städtischen Kanalarbeiten beschäftigten polnischen Arbeiter zu dort bie beſte Gelegenheit. Anmeldungen und Auskunft ertheilt der Vorsitzende Otto Glefer, Uhrmacher, Naunynstraße Nr. 15. Bollad stören. Hierbei wurden zwei Verhaftungen vorgenommen. Der Klub uftige Brüder" Abends Liewald, Dresdenerstr. 38.- Verein Fidele Brüder", Schönleinstr. 5 8%-10% Uhr im Restaurant Versuch einer größeren Wienge, die Berhafteten zu befreien, wurde bet G. Rien. Gäste willkommen. Bergnügungs- Berein Proletariat", von der Polizei zurückgewiesen. Als am Nachmittage auf dem In einer öffentlichen Schmiedeversammlung hielt am Sigung Abends 9 Uhr, bei Steemann, Melchiorfir. 16, Sof part. Gajte will lagesmarkte größere Zusammenrottungen stattfanden, mußte ein 24. Februar der Stadtverordnete Tempel einen Vortrag über Bergnügungsverein„ B on um", Abends 8% ubt bet Schröder, Stegliger stärkeres Aufgebot an Polizei herangezogen werden, um dieselben Gewerbe- Schiedsgerichte, in welchem er eine ein- ftraße 18. Gäste, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. Berein zu zerstreuen. gehende Erläuterung sowohl der Bestimmungen des Gewerbe- reusfibel", Sigung mit Damen bet Doberstein, Mariannen Wien, 1. März. Bei der heutigen Bertheilung von Brot gerichts Gesetzes, wie auch derjenigen des Magistrats- Entwurfs Abends 9 Uhr im Albrechtsgarten, Wilhelmstr. 105.ehem. Schüler der 44. Gemeindeschule". an bedürftige Arbeitslose erschienen nahezu 6000 Männer, in für ein in Berlin zu errichtendes Gewerbegericht gab. tern" in Friedrichsberg. Rauchtlub, ultan", Abends 9'uhr bei einem anderen Stadttheile gegen 6000 Weiber. Je 4000 erhielten Seine Ausführungen wurden beifällig aufgenommen. Der zweite Ahmer, Gräfestraße 82. Rauchtlub Frisch gewagt", Abends Brot. Es kam hierbei zu geringen Ausschreitungen, wobei zwei Punkt der Tagesordnung, die Organisation der Berliner Schmiede 3 wang", Abends 8 Uhr, bei Spät, Weinfir. 28. von 9 bis 11 Uhr, Pofenerstraße 5 bei Rockendorf. Rauchtlub Ohne Verhaftungen vorgenommen wurden. Von den für die be betreffend, führte zu einer lebhaften Auseinandersetzung darüber, u aste", Abends 9 ühr, bei Schlüter, Kleine Martusstraße 10. Gäfte will dürftigen Arbeitslosen eingeleiteten Geldsammlungen verspricht wie am besten die bestehende Vereinigung zu fördern sei. tommen. Rauchklub Sumatra", Südost, Reichenbergerstr. 83, man sich ein bedeutendes Ergebniß. Herr Bosin meinte, die jetzt gegen früher geringe Mit- Restaurant Trucks. Jeden Mittwoch Don 812 Uhr ab Aufnahme Rauchklub Victoria" " gliederzahl laffe sich dadurch heben, daß vor Allem eine jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, Schüßenstraße 40-41, bei Staubaum( Restaur.) Arbeitsunterstützung eingeführt werde. Auch müßte die Gäste willkommen. Aufnahme neuer Mitglieder. Rauchtlub Gutge: Befugniß der Zentralleitung, die im Interesse des Vereins innte Freunde." Jeden Mittwoch Höchſteftraße 28 bet Neumann. Gäſte Briefkaffen der Redaktion. willkommen. Mitglieder werden aufgenommen. Rauchtlub ,, Lassalle". thätigen und darum gemaßregelten Kollegen zu unterstützen, der Jeden Mittwoch, Abends 9 Uhr, Friedrichsbergerstr. 11 bet Loc. Gäſte, hiesigen Ortsverwaltung übertragen werden. P. R., Gneisenaustraße. Wir sind mit Ihnen durchaus An der Debatte durch Mitglieder eingeführt, haben Zutritt. Sumoristischer auch einer Meinung über das Buch„ Apostata". Sie wollen aber Jeden Niemann, Görliger tlub. betheiligten sich noch die Herren Badner, Rott, Raiser, age 42. Bäste durch Mitglieder eingeführt willtommen. Grattlub„ treit nicht vergessen, daß hier in der That von Seiten eines großen The mpel, Schmidt und Newsky. erfannten alle Redner an, daß etwas geschehen müsse, um die Die Nothwendigkeit abends 8% Uhr, Frankfurter Allee Nr. 90 bei Otto Babel. Gäfte wiltomten. Theils der bürgerlichen Presse ein Boykott vorliegt und wir Pfeifentlub, a ft a nia". Tagt jest jeden Mittwoch von 9 Uhr ab Brizer halten es daher für unsere Pflicht, dem boykottirten Schriftsteller Vereinigung zu heben. Die Borschläge Bosins fanden jedoch fast straße 22. Gäste willtommen. Regelflub Vorwärts Jeden Mittwoch allgemein feine Gegenliebe. Herr Badner bezeichnete das wittwoch und Sonnabend bei Infinger, Krautstr. 48. Stattlub ,, Revolution". Beughofftraße 8, Restaurant Biester. Jeden beizustehen. Herr Harden selbst ist weder Sozialist, noch hat er plögliche Anschwellen der Fachvereinigung von Rauchtlub belgo- sich jemals als solchen ausgegeben. Wir haben es ja auch gar vor einigen land." Jeden Mittwoch, Abends 10 Uhr, Bereinssizung Neue Hochstr. 19 nicht mit der Tendenz des Buches, sondern mit dem speziellen Jahren, auf das verschiedentlich mit Betonung der heutigen geschüler per 99. Gemeindeschule", Mittwoch, Abends" uhr, Fall, daß man einen Schriftsteller seiner Meinung wegen mundbei Liefe. Gäfte, durch Mitglieder eingeführt, willkommen. „ ehem. ringen Mitgliederzahl der Ortsverwaltung des Schmiedeverbandes Schröder's Gaal, Stegligerjir. 18. Geschäftliches; Gesangsprobe. Rauchttub todt machen will, zu thun. " neuer Mitglieder. Gäste willtommen. Rauchflub, Grüne Verein M Geschäfts- Auflösung! Wegen vollständiger Auflösung unseres seit über 12 Jahren bestehenden Geschäfts in der tommen vom 1. Februar er. ab folgende Waaren wie Oranienffrake 64 Kleiderstoffe, Leinen- u. Baumwollenwaaren, Teppiche, Gardinen, Tischdecken, Fertige Wäsche 2c. 2c. zu enorm billigen, streng festen Preisen zum Ausverkauf. Gebrüder Lamm, Berlin S., Oranienstrasse 64, zwischen Morigplaz und Kommandantenstraße. P. S. Die Preise sind auf jedem Stück Waare deutlich mit blauer Schrift verzeichnet und dadurch jeder Käufer vor Uebervortheilung geschützt. Verantwortlicher Redakteur: Angust Enders in Berlin Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW.. Beuthitraße 2. 2065 L