Nr. 53. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements: Breis für Berlin: Vierteljährlich 5,30 Mt., monatlich 1.10 mt, wöchentlich 28 Bfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfa. Sonntags Nummer mit illustr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pig. eft- Abonnemen.: 3,30 Mr.pro Quaria! Inter Kreuzband: Deutsaiazd u. Desterreich: Ungarn 3 m, für das übrige Auslands Mv More Gingetr. in der Poft Bungs Breisliste fu 1892 unter Nr. 6662. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Baum 40 Pig., für Vereins: und Bersammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. Gern sprech- Anschluss Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Das Feigenblatt- Geleh. Der König sprach's, der Page lief; Der Knabe tam, der König rief: Laßt mir herein den Alten!" Als wir( Nr. 252 vom 28. Oktober 1891) den föniglichen Erlaß besprachen, kennzeichneten wir bereits jene Politik der Verlegenheit, welche Gelegenheitsgeseze macht und nicht die Ursachen aufspürt und beseitigt, sondern gegen Folgeerscheinungen sich wendet. Donnerstag, den 3. März 1892. der Kontrollirten etliche Hunderte. Was aber wird aus dem Rest, was vor allem aus den Zehntausenden, die der flottirenden Prostitution angehören, will sagen den sozialen Gruppen, welche uur periodisch sich feilbieten? Bordellwirthschaft beseitigt die Winkelprostitution nicht, sie beDie fördert sie nur, sie züchtet sie. " Expedition: Beuth- Straße 3. alle Dämme niederreißender Strom läßt sich nicht durch einen Maulwurfshaufen aufhalten. Es Und wo bleibt die ethische" Aufgabe des Staats, diefes Dem Mordprozeß Heinze, der ein Symptom des Verfalls Prostitution, das ist ethisch", wie es ethisch" ist, daß er Steckenpferd der historischen Schule? Der Staat regelt die der bürgerlichen Gesellschaft, folgt der Gesezentwurf Heinze, der ein Symptom des Verfalls der bürgerlichen Gesetzgebung. Aus den Augen, aus dem Sinn! Das ist der leitende mittelalterlichen Städte ihr Frauenhaus unter Zucht und das Glücksspiel durch die Staatslotterie regelt. Wie die Jener hat diesen unmittelbar veranlaßt. Im Oktober 1891 Gedanke des Entwurfes. Ist die eiternde Wunde nur verdeckt, Aufsicht des Stockmeisters hatten, wo des ehrbaren Raths steht das Ehepaar Heinze vor den Schranken des Berliner nicht etwa geheilt, so ist genug geschehen. Das ist Vogel- arme Schwurgerichts. Am 22. Oktober 1891 fordert der König straußpolitik; aber sie gehört in das System, das heute der heutige Staat, der Kulturstaat, der Rechtsstaat der Töchter" ihr Handwerk trieben, so wird von Preußen nnter Hinweis auf die in den Verhandlungen herrscht. Das Uebel an der Wurzel packen hieße zugestehen, Stockmeister der Prostitution, er errichtet auf höherer ,, aufgedeckten Schäden" das Staatsministerium zu legis- daß die Prostitution eine Konsequenz der Verele udung Stufenleiter eine Organisation von Frauenhäusern. In das lativen Vorschlägen auf. Und bereits am 29. Februar 1892, der Massen ist. Die Wohlfeilheit der Weiber arbeit, Nürnberger Frauenhaus führten die Patrizier Karl V., den noch ehe der Prozeß entschieden ist, überreicht Graf Caprivi die Industrialisirung der Frau, das ist ein Schlüssel zur deutschen Kaiser. Die Dirnen des Mittelalters waren zünftig im Auftrage der Reichsregierung dem Reichstage einen Geschichte der modernen Prostitution. Sperre man also die organisirt, und wie die Handwerksmeister gegen die Pfuscher Gesetzentwurf. Lohndirnen in sorgsam überwachte Häuser, und man erwirbt und Bönhasen, so kämpften die zünftigen Dirnchen gegens sich zum mindesten den Dank der empfindsamen Bourgeois, die Winkelhuren. Noch heute ist uns jene berühmte die als Klasse der Prostitution bedürfen, einer Prostitution, hinter welcher Schuhmann und armen Töchter" Nürnbergs an den Rath wegen der aber Supplit aus dem Jahre 1492 erhalten, in welcher die Polizeiarzt stehen. Schütze man die Gesundheit der Eingriffe der Winkeldirnen Beschwerde führen. Lebemänner, schüße man ihre Portemonnaies, organisire bitten: Uns Arme dermaßen und wie von Alters Sie man von Staatswegen ein Bordellsystem, welchem als Herkommen, Recht und Gitte ist zu halten." Krönung" nur noch fehlt die Prostitutionssteuer. Die kam damals zu Straßenkrawallen, die armen Töchter" Steuer, die nichts Neues, die etwas Einträgliches ist. Gewiß, stürmten die Häuser der nichtorganisirten Dirnen und Die Prostitution ist eine gesellschaftliche Massenerscheinung, der Patriotismus" unserer Bourgeoisie wird dem Fiskus jagten sie davon. Heute dieselbe Klassifikation der Dirnen, sie wurzelt in dem Boden der kapitalistischen Wirthschafts- zu Liebe ein Opfer bringen, und die Bordellfrequenz wird der privilegirten und der nicht privilegirten. Die Jnnungs verfassung. Der Entwurf, richtet sich nicht gegen den ein Gradmesser sein vaterländischer Gesinnung. Bestand jener sozialen Einrichtung, er bemüht sich, sie dem Akbar, der indische Kaiser aus Timur's Geschlecht, Raiser bewegung zeitigt zum mindesten Erfolge auf diesem Gebiet. Bedürfniß der bürgerlichen Gesellschaft anzupassen. Nicht romantischer Despot vom Wirbel bis zur Zehe, der Hausbesitzer und der Vermiether. Der Kuppelei- Para graph Der Entwurf sorgt wohlwollend für die Interessen der Sozialpolitik, sondern Sittenpolizei, nicht wirthschaftliche eine der zwei gekrönten Freidenker", welchen Büchner findet auf sie dann keine Anwendung, wenn die Dirne Reform, sondern polizeiärztliche Kontrolle! Die Prostitution in seinem Schriftchen Loblieder singt, hat bereits wird nicht bekämpft, sie wird reglementirt, und der Weisheit vor drei Jahrhunderten dieses steuerpolitische Moment sehr polizeilich kontrollirt ist, wenn die Vermiethung unter letter Schluß ist das staatlich genehmigte, staatlich beauf gut erfaßt. In seiner Hauptstadt Delhi errichtete er für die Beobachtung der polizeilichen Vorschriften erfolgt. Und sichtigte Bordell. Als nothwendige Ergänzung tritt hinzu Freudenmädchen einen eigenen Stadttheil, Schaitanpura dieser Paragraph Thür und Thor öffnet. Aus dem Louis man glaubt, die Zuhälter fassen zu können, denen eine Reihe von Strafbestimmungen gegen die Zuhälterei( Teufelsstadt) genannt. Am Thor des Viertels saß der und Kuppelei. Wohlverstanden gegen diejenige Zuhälterei taiserliche Zöllner und erhob das Eintrittsgeld. Der Prokop wird der Vermiether, der fonzessionirte und Kuppelei, welche der polizeilichen Aufsicht nicht unter der Akbar- Zeit, Ibn Badauni, schreibt in seiner Geheim- Ruppler, und die Maschen des Gesetzes sind zerrissen. stellt ist. geschichte, am Thor hätten sich die Bezire( Kanzler), Minister, Die Personen, welche gewohnheitsmäßig aus der ProDie gegenwärtige Erscheinungsform der Prostitution, Tschagirdare( Generale) und andere hohe Staatsbeamte geſtitution einer Weibsperson ihren Erwerb ziehen", sollen welche durch die Berstreuung der Prostituirten über den drängt, natürlich", fügt er ohngefähr hinzu, dem Padischah strafrechtlich gefaßt werden, schärfer als bisher, denn auch ganzen Bereich großer Städte die Ausbreitung von Kraut-( Kaiser) zur Liebe, um den Säckel Sr. Majestät zu füllen jetzt bietet das Strafgesetz Handhaben, um sie zu packen. heiten begünstigt, die Ordnung und Sittlichkeit in den und sich in der Sonne seiner Gnade zu wärmen." Aber es wirft ein grelles Streiflicht auf die sozialen Zus Straßen und an öffentlichen Drten empfindlich beeinträchtigt, Solch eine Abgabe fehlt noch in dem Alles erfassenden stände, wenn es in den Motiven heißt: die polizeiliche Beaufsichtigung erschwert und das Buhälter und ausquetschenden Mühlenwerke unserer Besteuerung. thum hervorruft und befördert", soll bekämpft werden. An Non olet, Geld riecht nicht. ihre Stelle soll die Konzentration der Lohndirnen auf be stimmte Viertel, in bestimmte Häuser treten; die Bordelle, unter Kontrolle der Polizei, werden die Zuflucht und der Sammelpunkt des Dirnenthums. Die Prostitution wird lokalisirt. Die Prostitution, das heißt der Bruchtheil eines Bruchtheils. Wenn es feststeht, daß die kontrollirte Prostitution nur den weitaus kleinsten Theil des thatsächlichen Dirnen thums ausmacht, so ist es nicht minder klar, daß dieser Bruchtheil nur zu einem gewissen Prozentsaz in die öffent lichen Häuser Aufnahme finden wird. Von den Tausenden Feuilleton. Nachdrud verboten.) [ 53 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. Es erfolgte nunmehr die Vernehmung des Kaufmanns Rollmann, seines Prokuristen und der Kriminalpolizisten, welche keine neuen Momente zu Tage förderten. Jede Zeile der Motive ist eine Bankrotterklärung gegenüber den sozialen Problemen, die unsere Zeit bewegen. Öffen erklärt die Begründung( S. 8): Die Erfahrung hat gezeigt, daß eine völlige Ausrottung der Prostitution im Wege der strafrechtlichen und polizeilichen Repression unausführbar ist." So lange die ökonomischen Bedingungen vorhanden sind, unter denen das Weib sich prostituiren muß, bleibt die Prostitution eine soziale Nothwendigkeit. Und weder Strafrecht noch Polizeigewalt richten dagegen etwas aus. Selbst die Kasernirung der Prostitution, wie der Entwurf sie anbahnt, wird mit einem heillosen Fiasko enden. Ein Eitelkeit zum Verbrechen verführt, als der Angeklagten eine ziemlich achtungswerthe Bildung zuzugestehen sei, daß sie in Rollmann's Hause stets nur Liebe und Güte erfahren, darum schwarzen Undank geübt und das in sie gesetzte Vertrauen getäuscht habe. Er beantragte infolge dessen Bestrafung der Angeklagten nach der„ vollen Strenge des Gesetzes." Man mußte dieser Nede zugestehen, daß sie, so gehässig immer ihr Geist sein mochte, doch handwerksmäßig sehr gut ausgeführt war. Sie legte sich wie ein schwerer Alp auf die Herzen aller Anwesenden. Von alledem schien der öffentliche Ankläger indessen nichts zu fühlen, denn mit einem flüchtigen, triumphirenden Blicke streifte er das Publikum, Nachdem auf diese Weise der Thatbestand genügend als wenn er fragen wollte:" Habe ich meine Sache nicht erörtert war, erhielt der Staatsanwalt das Wort. Der gut gemacht?" Staatsanwalt gehörte unter seinen Kollegen jener Sorte Mit um so größerer Spannung sah man jetzt auf den an, die ihren persönlichen Ruhm, wie die Aufgabe ihrer berühmten Vertheidiger, der sich alsbald erhob und also Stellung, und nicht minder den Triumph der juristischen begann: " Eine Ausnahme war nur zuzulassen zu Gunsten solcher Angehörigen, welche das Erhaltene auf Grund eines ihnen im gegebenen Falle zustehenden gefeßlichen Anspruchs auf Alimentation empfangen haben. Dieser Ausnahme liegt die Erwägung zu Grunde, daß es gegen die Billigkeit verstoßen würde, hilfsbedürftige nächste Angehörige, wie etwa den kranken, erwerbslosen Vater oder Sohn, mit der Strafe des Zuhälters zu belegen. In Fällen dieser Art enthält die Annahme von Zuwendungen nicht das Schimpfliche der Freiwilligkeit und der moralischen Theilnahme an dem Laster, sondern sie wird mehr von der Noth und durch die Umstände aufgezwungen." Angehörigen zu ernähren! Es genügt, von dieser ant" Noth und Umstände", die Prostitution ein Mittel, die lichen Beichte Akt zu nehmen. Ist sie doch die furchtbarste der Angeklagten zu rächen, diese Spitzen in ihren Koffer gebracht. Ein Drittes giebt's nicht. Leider fehlt zur An nahme jenes zweiten Falles alle und jede Handhabe, sos wohl was die etwaige Person des Urhebers, als was die Möglichkeit des Ausführens betrifft, und so bleibt mir nichts übrig, als gegenüber den Erschwerungsgründen des Staatsanwalts auf die Jugend und bisherige Unbescholten heit meiner Klientin, sowie auf den vollständig geleisteten Ersatz hinzuweisen, und sie somit der Milde der Herren Richter zu empfehlen." Barth unterdrückte den Schrei der Wuth, der sich beim Schluß dieser Rede aus seiner Brust losringen wollte. Das Publikum war im höchsten Grade betroffen und begann sich zu gleicher Zeit mit dem Gerichtshof zurückzuziehen, da es das Ende dieses Prozesses mit ziemlicher Bestimmtheit selbst angeben konnte. ,, Acht Monate Gefängniß", meinte Raffmaus dem Staatsanwalt gegenüber. der Dieser nickte zustimmend. Advokat Streit. Es ist eine Schändlichkeit, aber es ist ,, Acht Monate Gefängniß wird sie bekommen," meinte noch nicht aller Tage Abend!" Streit. ,, Es Der Spruch des Gerichts erfolgte nach kurzer Berathung, Wissenschaft darin sucht und findet, aus jedem Angeklagten Meine Herren Richter! Nie ist mir eine Pflicht so einen Schuldigen zu machen. Demgemäß begründete der schwer geworden, wie die heutige Vertheidigung; denn die dienstthuende Staatsanwalt seine Anklage in wohl- Geständnisse meiner Klientin nehmen mir förmlich den Boden gefügten Redewendungen, welche in ihrer Verdammung unter den Füßen weg, und ich habe es niemals für ein verdienstdes Lurus und der Genußsucht bei den unteren liches Streben eines Vertheidigers gehalten, die Richter Boltsklassen", seiner Ansicht nach, die größten Uebel durch Spitfindigkeiten und Verdrehungen in ihrem ernsten und lautete genau so, wie die Vermuthungen der Sachder Gegenwart bildeten, allerdings bewiesen, daß der Werke aufzuhalten, oder der Wahrheit Abbruch zu thun, verständigen angenommen. Der Buchdrucker lief aus dem Mann seinen Beruf als Prediger verfehlt hatte. Mit indem man sie in einer öffentlichen Gerichtsverhandlung zu Saale, als er den Spruch vernommen, denn ihm brannte einer, nach seiner Meinung unumstößlichen Beweis- vertuschen und zu bemänteln sucht. Im vorliegenden Falle der Kopf und er fühlte, daß er eines Verbrechens Folgerichtigkeit wies er dann nach, daß die Spigen ledig sind, nach den Geständnissen der Angeklagten nur zwei fähig sei. Die Verurtheilte verhüllte jetzt ihr bleiches lich von der Angeklagten, welche höchst wahrscheinlich durch Fälle möglich entweder sie hat die Spigen in mehr oder Gesicht und folgte äußerlich und innerlich gebrochen dem die Puzsucht verleitet worden sei, und keinem anderen weniger strafbarer Absicht entwendet und in den Koffer Gerichtsdiener, der sie wieder nach ihrer traurigen Wohnung Menschen entwendet werden konnten; glaubte insofern Er gepackt, um sie aus den Hause zu bringen, oder es hat zu geleiten hatte. Dr. Raffmaus sprach ihr noch einige schwerungsgründe zu erblicken, als nicht bloße Noth, sondern eine frevelnde Hand, in der Absicht, sich an Worte des Bedauerns zu, auf die sie nicht hörte, versprach Anklage gegen ein System, das solche gräuelvolle Verhältnisse möglich macht! Trifft die bürgerliche Moral und das bürgerliche Gesetz mit voller Wucht den Zuhälter, so sucht sie ihn allein in den Kreisen des Lumpenproletariats von unten. Die Motive sagen:" Der Zuhälter nimmt wissentlich an dem durch die Unzucht erzielten Erwerbe Theil, um selbst ein dem Müßiggange und den Vergnügungen gewidmetes Leben zu führen." Wie steht es aber mit den„ ausgehaltenen Männern," dieser typischen Erscheinung unserer Bourgeoisgesellschaft, mit den Schürzenstipendiaten, wie mit jenen Gatten, welche die Hahnreischaft mit Freude tragen, wenn die Frau sich preisgiebt, um für den Gatten Beförderung, pekuniäre Bortheile, eine fette Stelle zu ergattern? Wie steht es mit der Favoritinnenwirthschaft vornehmer Herren, wie mit jenen Ehen, zu welchen die Männer fommandirt werden, um als Strohmänner die Vergnügungen und die Bastarde irgend einer Standesperson zu decken? Wie steht es mit der großen Gruppe jener Kaufehen, bei denen der Mann einen wurmftichigen Stammbaum an eine reiche Jüdin verfauft, wie mit der bürgerlichen Ehe überhaupt? Das Lumpenproletariat der guten" Gesellschaft wandelt straflos anter Palmen, der Louis mit Titel und Namen ist und bleibt ein Ehrenmanu. Werden derartige Darstellungen und Abbildungen in ge schlossenen Räumen, insbesondere auch in Kunstausstellungen zum Zwecke der Besichtigung oder des Verkaufs in einer Weise ausgestellt, daß sie von öffentlichen Straßen oder Plägen aus nicht gesehen werden können, so erscheint dies weniger bedenklich, da Jedermann in der Lage ist, den Besuch solcher Räume zu vermeiden." Bei der Verurtheilung zu Buchthaus oder Gefängniß- und ihren Produkten geweckt haben. Was Witte und Strafe fann, wenn die That von besonderer Rohheit oder Menzer übrigens zu sagen wußten, war sachlich noch etwas Sittenlosigkeit des Thäters zeugt, auf Verschärfung der Strafe weniger als unbedeutend. Witte brachte es fertig, von der bis auf die Dauer der ersten sechs Wochen erkannt werden." Zerstörung einer tausendjährigen Kultur zu sprechen, wenn Und die Motive( S. 15) sagen: das Apothekenprivilegium aufgehoben werde. Wir dächten Es wäre indeß ohne innere Berechtigung, die Schärfung das genügt. Für den Bundesrath erklärte Herr von ber Strafen auf diese Personen zu beschränken, und nicht viel Bötticher, daß ein Gesetzentwurf zur Regelung des Apothekenmehr ihre Grenze noch weiter zu ziehen. Denn zahlreiche andere Uebelthaten haben mit den in diesem Entwurf bewesens in Vorbereitung sei. handelten in mancher Beziehung Aehnlichkeit und fordern die Der weiteren Tagung des Reichstags sette die chronische Strenge der Bestrafung in nicht geringerem Grade heraus. Beschlußunfähigkeit wieder ein Ende. Es sollten PetitionsDer Entwurf glaubt ihren Kreis richtig dadurch zu bezeichnen, berichte daran kommen, unter anderen auch die Hausirerdaß, um die Strafschärfungen zu begründen, die begangene frage. Darüber wollte nun irgend ein Antisemit eine lange That von besonderer Rohheit oder Sittenlosigkeit zeugen müsse. Rede halten, leider soll aber, so wurde erzählt, der geehrte Es werden nach der vorgeschlagenen Begriffsbestimmung Herr nicht anwesend gewesen sein. Um nun das hohe" neben den Zuhältern und Kupplern beispielsweise der Straf Haus nicht um den Genuß der Rede zu bringen, bezweifelte schärfung verfallen: die zahlreichen Raufbolde, welche auf der Antisemit Werner die Beschlußfähigkeit, und die Ausöffentlicher Straße rohe Schlägereien beginnen, harmlose Baffanten beschimpfen, Frauen wörtlich oder thätlich angreifen, zählung ergab richtig nur die Auwesenheit von 167 Abferner die sogenannten Messerhelden", diejenigen, welche in geordneten. " der Deffentlichkeit durch unzüchtige Reden oder Handlungen Dieses Ergebniß nahm der Abgeordnete Prinz von Mergerniß erregen, und Andere mehr, auf deren That Schönaich- Carolath zum Anlasse, eine geschäftsordnungs die Merkmale der besonderen Nohheit und Sittenlosigkeit zu- widrige Rede über den unwürdigen und bedauerlichen" treffen." Zustand zu halten, in welchen der Reichstag durch die fortUnd Andere mehr," hier ist die Hinterthür, welche gesetzte Beschlußunfähigkeit gerathe. Der verehrte Prinz will, jeder Ungeheuerlichkeit offen steht, auch gegen politische daß der Herr Präsident über Mittel nachdenke, wie dem Nur turz gestreift seien die Accidenzbestimmungen, Gegner. Peus, den idealistischen Schwärmer vom Uebel zu steuern sei. welche gegen die Herstellung und Verbreitung unzüchtiger Scheitel bis zur Sohle, bezichtigt das Magdeburger Urtheil Wir denken, man braucht nur an's andere Ende der Schriften, Bilder, Darstellungen sich richten und vorsichtig der ehrlosen Gesinnung." Giebt es etwa keine Leipzigerstraße zu gehen, und das Mittel ergiebt sich von da still halten, wo die Amüsements der besigenden Klassen Staatsanwälte und keine Richter in Deutschland, die selbst. Die mit Diäten gesegneten Landtags- Abgeordneten in Frage kommen. Die pornographische Literatur, welche gegebenen Falls den wegen politischer Vergehen angeklagten sind immer in beschlußfähiger Bahl anwesend. Also man auch in die Hände von Gymnasiasten und anderen uner- und verurtheilten Staatsbürger mit diesem Matel behaften und zahle Diäten und dem lebel ist abgeholfen. wachsenen Personen gelangt", ist nur eine Abart der Pro- ihn dem Schicksal überliefern werden, das der§ 16a androht? ouktion, welche auf der Bühne, im Roman, in der bildenden Fehlt nur noch die Prügelstrafe. Und vor unseren Augen taucht Otto Reimer. Aus Hamburg wird uns unter'm Kunst Augen- und Ohrenweide der Bourgeoisie ist. Da die Gestalt des wackeren Freiheitskämpfers, des Pfarrers 1. März geschrieben: Eine Trauernachricht geht heute durch freilich waltet zarte Rücksicht: Weidig auf, den hessische Strafkunst zu Tode gequält hat. unsere Reihen. Unser alter und treubewährter ParteiEine Reihe von Einzelheiten werden wir später be- genosse Otto Reimer ist gestern freiwillig aus dem sprechen. Heute war es unsere Aufgabe, allgemeinere Gesichts- Leben geschieden. Er fand seinen Tod in den Fluthen der punkte hervorzuheben. Alster. Der Verstorbene war in des Wortes rechter Beverkehrt, er ist unannehmbar. Der Gesezentwurf ist in jedem Betracht verfehlt und deutung ein Opfer des Sozialistengefeges. Als die Maffenausweisungen seiner Zeit aus Hamburg- Altona erfolgten, Der Gefeßentrourf ist, so sagten wir, eine Bankerott- ging Reimer, wie so viele Andere, gleichfalls ins Eril nach Und birgt sich nicht hinter jener Bestimmung etwa auch erklärung der bürgerlichen Gesellschaft. Unfähig und nicht Amerika. Bei einem unglücklichen Sprung von einem Pferdebie Absicht, der neuen Kunst, welche von sozialen Gedanken geneigt, die sozialen Uebel zu beseitigen, welche am Marke bahnwagen verletzte er sich so schwer, daß ihm ein Bein werden mußte. Durch Sorgen und Enterfüllt ist, den Weg zu verlegen und dem schwaßschweifigen der Nation zehren, greift sie zur Polizeifuchtel, um das amputirt werden mußte. erfüllt ist, den Weg zu verlegen und dem schwaßschweifigen Laster" in seine„ Jammerecken" zu scheuchen. Die Pro- behrungen wurde seine Gesundheit untergraben. Nach Phrasendrescher Wildenbruch den bösen„ Ole Pessimoff" zu stitution ist ein nothwendiger Bestandtheil des Kapitalismus, Aufhebung des Ausnahme- Gesetzes kehrte er mit Die Moral ist ein Produkt der sozialen Zustände, und und so wird sie regulirt, wie die Kanalisation oder die seiner Familie hierher zurück. Im vorigen Jahre verlor er seine treue Lebensgefährtin, deren Gesundheit in den Entdurch solche Verbötchen und Kniffe wird die Gefittung Die ergreifende Tragödie des Weibes, wie sie sich dar- behrungen des Lebens, unter ungewohnten Verhältnissen nicht geändert. Die Kreise, auf welche man wirken will, ftellt in der Prostitution, erhält ihr Satyrdrama, die gleichfalls zerrüttet worden war. In den letzten Monaten Gymnasiasten und andere unerwachsene Personen", stehen staatlich geordnete Bordellwirthschaft. Statt der sozialen hatte sich bei Reimer ein schweres Ohrenleiden eingestellt unter dem Banne der bürgerlichen Moral. Und ihre Lebens- staatlich geordnete Bordellwirthschaft. auffassung wird nicht gebessert, wenn erst der Reiz des Ver- Reform, welche die Lage der Arbeiterklasse hebt, das infolge eines inneren Geschwürs. Eine schmerzhafte Opebotenen die Begierde stachelt. Die proletarische Moral aber Toleranzhaus, statt der Politik, welche das Elend und den ration im hiesigen Freimaurer- Krankenhause verschaffte nur vorübergehende Linderung und sollte er sich jetzt einer hat sich längst von einer Weltanschauung emanzipirt, welche Hunger bekämpft, die Polizeikontrolle. an der Ausrottung" der Prostitution verzweifelt und die Die bürgerliche Gesellschaft ist nicht im Stande, Wandel zweiten Operation unterwerfen. Der schwer Leidende beSittlichkeit zu retten meint, wenn sie die Dirnen kasernirt 3 schaffen. Sie durchschnitte ihren Lebensnerv, unter- fürchtete, daß das innere Geschwür auch sein Gehirn annähme sie dies Wagniß. greifen werde und er selber dann dem Frrsinn verfallen läßt hier fünf Kinder; die älteste Tochter ist 15 Jahre alt. würde. Er zog den freiwilligen Tod vor. Reimer hinterDer älteste Sohn ist in New- York als jugendlicher Arbeiter beschäftigt. Otto Reimer vertrat 1874-76 als ReichstagsAbgeordneter den 9. schleswig Holsteinschen Wahlkreis. -( Siehe Artikel Beilage.) opfern? " Die Schein und etlichen Botenreißern zu Leibe geht. heiligkeit, die Heuchelei find die Begleiterinnen jener Brüderie, welche vorschriftsmäßig sich erbaut und in seraphischen" Konventiteln ihrer Wollust unter einem heilig- mäßigen Deckmäntelchen fröhnt. Die Sittengeschichte Preußens ist reich an Belegen. Hinter dem Wöllner, dem Bater des Religionsedikts, steht die Rietz, so berühmt geworden als Gräfin Lichtenau. Straßenreinigung. Moral, bürgerlicher Sozialreform, bü erlicher Gesetzgebung: Und so ist das folgerichtige Ergcbniß bürgerlicher Hurenhaus und La tenarrest. 9 Die Geſeggebung des meuen Rurſes ist am Ende ihres Politische Ueberlicht. trägt die Schuld an den Bubenstreich en bergubalter, Lateins. Mit der Besserungstheorie des Strafrechts macht fie turzen Prozeß und schreibt( S. 14 der Motive): Berlin, den 2. März. " den Nagel auf Kopf getroffen! Messerhelden und andere Strolche, die einer Kundgebung Im Reichstag stand heute der Antrag der sozial- nothleidender Arbeiter zu Krawallen und Plünderungen beEine schlaff und unzweckmäßig vollzogene dreimonatige demokratischen Fraktion auf Verstaatlichung der Apotheken nugten? Die" Kreuz- Zeitung" und noch deutlicher die Gefängnißstrafe ist im thatsächlichen Ergebnis für den Ver- auf der Tagesordnung. Unsere Genossen Bebel und Germania" ſagen es uns. Die Felix Dahn und die urtheilten eine mildere, als eine energisch und empfindlich voll- Wurm begründeten den Antrag unter Beibringung eines Heinrich Treitschke und deren Genossen sind es. ftredte einmonatige. Dasjenige, was er nach eingetretenem Bollzuge an feinem törperlichen Zustand empfindet, ist für den umfassenden Materials und sehr zum Aerger der Ver- Jene unsauberen Elemente haben eben in den Straßen Verbrecher die Strafe". Soll daher nicht nur vermeintlich, theidiger des Apothekenprivilegiums. Für die letzteren Berlins den Versuch gemacht, die Lehren ungläubiger sondern in Wirklichkeit, ein wirksames Strafrecht gegenüber der traten besonders der deutschfreisinnige Witte und der kon- Professoren( wie wird euch, ihr edlen Blüthen deutscher verbrecherischen Hefe der großstädtischen Bevölkerung geschaffen fervative Menzer ein. Ersterer ist von Haus aus Schweifwedelei und Bismarckanbetung?) in die Praxis zu werden, so bedarf es einer erheblichen Verschärfung des Boll- Apotheker und treibt heute Fabrikation und Handel mit übersetzen. Die„ Germania" behandelt die Herren Dahn Chemikalien, sein Interesse an dem Gegenstand als Fach- und Treitschke mit denselben Waffen, welche diese so„ ritterlich" Also harte Lagerstätten, Wasser und Brot als Straf mann und Industrieller ist also erklärlich; was aber Herrn führten. verschärfung. Und hier kommt bei diesem durchaus kultur- Menzer bewog, sich mit dem Antrage näher zu befassen, ist widrigen Gesezentwurf der reaktionäre Pferdefuß deutlichst unerfindlich, wenn man nicht böswilligerweise annehmen will, Lande der Obotriten, wo der Adel ein Drittel des ganzen Die Junker und die Schule. In Mecklenburg, dem zum Vorschein. Die Verbrecher", welche man mit dieser daß es die Erfahrungen bei der Behandlung der griechischen Grund und Bodens sein Eigen nennt, wo die Landarbeiter neuen Tortur treffen will, sind nicht allein Buhälter und Weine mit welchen der Herr einen Handel en gros behörige sind, herrschen patriarchalische Schulzustände. Die Ruppler. Es heißt in dem neuen§ 16 a ausdrücklich:! treibt sind, welche in ihm das Interesse an der Chemie von der mecklenburgischen Ritterschaft abhängigen Lehrer züges der Strafen." Der Saal war leer geworden; nur unsere Bekannten von der Gallerie, die jetzt die Treppe herab und in den Saal traten, sowie ein Gerichtsdiener, waren noch zugegen. " Ich hätte schwören mögen, daß dieses Mädchen un schuldig ist," rief Frant. befinden sich in einer geradezu schmählichen Lage. Ein ihr auch Milderung der Strafe durch ein von ihm einzus Herr Uhlig," rief der Advokat dem Gerichtsdiener zu, Lehrer schildert in der Mecklenburgischen Schulzeitung" reichendes Begnadigungsgesuch, wozu fie stumm den Kopf Sie werden mir bescheinigen, daß dies das Papier ist, seine Erlebnisse als ritterschaftlicher Schulmeister. Danach schüttelte, und ging dann, um mit dem Staatsanwalt die welches um die Spigen gewunden war; und dann thun Sie hat der Patron innerhalb 14 Jahren den zweiundzwanzigRückerinnerungen an die reizenden Mädchengruppen beim mir den Gefallen und sagen Sie dem Mädchen, welches sten Schulmeister", und das ist weiter kein Wunder, indem Sommerfest des Bankier Roscher am Frühstückstisch von heute hier verdonnert worden, sie solle sofort den Advokat die Ritter über ein unbeschränktes Kündigungsrecht ver Neuem zu beleben. Streit, zur Zeit in Wechselhaft, als ihren erwählten Ber- fügen, so daß die Lehrer keine sicherere Existenz haben als theidiger anmelden; ihr Bruder habe das verlangt. Hier Tagelöhner und Knechte. Da das Baareinkommen des haben Sie ein Trinkgeld, Uhlig, und vergessen Sie nichts." Lehrers nur 270 M. betrug, so ging er den Patron um Nun, dann viel Glück," meinte Frant." Bulage an, welcher dieselbe jedoch von der Verpflichtung " Ja, meine Herren, die Sachen gehen wunderbar hier abhängig machte, Fische und Vögel zu fangen, Gartenauf Erden. War ich heute noch der trockene, verrannte arbeiten zu verrichten u. dergl. m. Will der Lehrer einen Jurist, so hätte ich nicht gefühlt, daß das Mädchen un- Gaft beherbergen, so muß er jedesmal um Erlaubniß nachschuldig ist; hätte ich das nicht gefühlt, so würde ich nicht suchen. Als er einmal während einer Reise des Gutsherrn so bestimmt und scharf mir vorgestellt haben, wie die Sache den Besuch eines nahen Verwandten erhielt, wurde er wegen aller Wahrscheinlichkeit nach zugegangen, und ich würde solcher Unbotmäßigkeit" auf dem Hofe öffentlich ausniemals dazu gekommen sein, zum Wohle des Mädchens im geschimpft. So treiben es die„ Edelsten und Besten" nicht Wir wollen das Beste hoffen," entgegnete Streit. Besonderen und zum Heil der Menschheit im Allgemeinen, blos in Mecklenburg, ihre oftelbischen Gesinnungsverwandten Wie? Sie hoffen noch immer, Herr Streit," fragte nachzuweisen an diesem Stück Papier, daß die Führer der in Preußen und anderswo stehen auf der gleichen Stufe. Frank verwundert, zumal nach einer solchen Bertheidigung?" Bartei für Freiheit und Fortschritt" zwei abgefeimte Diese Bertheidigung könnte man geradezu ein Ber- Schurken sind. Ich meine den Kaufmann Rollmann und In der Aera der Majestätsbeleidigungs- Prozesse. brechen nennen; sie war ein Vertrauensbruch ohne Gleichen, den Dr. Raffmaus, von denen ich den Ersteren früher, den Wegen Majestätsbeleidigung soll gegen die Kölnische ein wahrer Berrath an der Unschuld. Nun, jedenfalls ist Anderen später in's Zuchthaus zu bringen hoffe. Wenn ich Beitung" die Untersuchung eingeleitet worden sein. mir jetzt meine Aufgabe um so dankbarer geworden." diesen Prozeß verliere, lerne ich das Bigarrenmachen und Gefunden werde die Majestätsbeleidigung in dem Artikel Sie wollen also die Sache noch einmal aufheben?" bin dann wenigstens ein nützlicher Wiensch. Jetzt, meine über die Rede des Kaisers auf dem brandenburgischen " Das werde ich, unter allen Umständen werde ich das. Herren, zum Frühstück, und dann zurück in jene traulichen Provinzial- Landtage. Auch gegen die hiesigen Neuesten Nachrichten" ist ein Majestätsbeleidigungs- Prozeß anhängig gemacht. ch auch, ich auch," rief die Anderen. " Und ich," rief Streit, muß geschehen, daß ich noch jebt die volle Ueberzeugung habe." Und dennoch muß die Unglückliche an Ehre und Freiheit leiden." Zweites Buch. Erstes Kapitel. " Sehen Sie, meine Herren, auch mir hat die neue soziale Hallen!" Weltanschauung zugleich den Geist geschärft und das Herz geöffnet. Sie sollen in mir einen Bundesgenossen gefunden In Sachen des Nothstandes richtete eine zu haben, der sich sehen lassen kann, und mir auch ist ein Salle a. S. am 26. Februar stattgehabte Arbeitsneues Leben aufgegangen. Dem Gerichte will ich den Staar Ein Stündchen auf dem Zeitungsbureau. Losen Bersammlung an das preußische Staatsstechen, dem Staatsanwalt will ich auf die Finger klopfen Unter den politischen Tageblättern der Residenz er- ministerium die dringende Bitte, der Arbeitslosen und den Dr. Raffmaus will ich zum Gelächter der Kinder freute sich die Allgemeine Zeitung" nicht nur der größten frage sofort näher zu treten und infolge dessen an sämmtmachen. Und wodurch mache ich das Alles möglich? Lachen Verbreitung, sondern auch infolge ihrer unablässigen Kämpfe liche Gemeinden und städtische Behörden sofort eine InSie nicht, wenn ich es Ihnen in allem Ernst sage: Durch für konstitutionelle Rechte, für Preßfreiheit und was der struktion dahin ergehen zu lassen, daß überall durch Ins dieses unscheinbare Stück Papier." werthvollen Freiheitsgüter sonst noch von ihr hervorgehoben angriffnahme von Arbeiten und durch die nöthigen Geldund täglich von ihr verlangt wurden, der größten Achtung bewilligungen der Noth und der Arbeitslosigkeit gesteuert in den liberalen Kreisen beinahe aller Schattirungen, welche wird. Die Versammlung war überzeugt, daß nur auf im Lande Fuß gefaßt. diesem Wege jetzt Hilfe zu schaffen sei, und erwartete vom Ministerium umgehende, schleunige Maßnahmen. Hoffentlich Wie? dieses Papier?" fragte Frank erstaunt, als Streit den filbergrauen Umschlag aufhob, der vom Gerichts tische gefallen war, als der Vorsitzende dem Kaufmanne die Spigen zur Besichtigung übergab." ( Fortfehung folgt.) wird dieser Nothschrei an den grünen Tischen gebührend Ifällige und ganz willkürliche Annahme der Behörden, daß ich mit| Die Krisis treibt immer mehr Italiener zur Auss gewürdigt. An der Forderung, daß die Gemeinden die meinem Weggang nach Berlin- Charlottenburg meinen sächsischen wanderung. Im Jahre 1891 find allein über Genua 139 000 nöthigen Gelder bewilligen sollen, braucht man sich um Wohnsitz habe aufgeben wollen, oder aufgegeben habe. Indem ich auf meine dem Deputationsbericht beigedruckte und zwar 110 000 nach Brasilien ausgewandert. Eine InterS. Polizeiwite. Die heilige Hermandad in Barcelona will ein anarchistisches Komplott entdeckt haben, welches gegen das deutsche Konsulat geplant gewesen sein soll. Vier Individuen", darunter zwei Franzosen, sollen verhaftet sein. Daß diese vier Individuen die fürchterlichen Anarchisten" feien, die das unschuldige deutsche Konsulat gekomplottet haben sollen, getraut sich noch nicht einmal der ans Lügen gewöhnte Telegraph zu behaupten. so weniger zu stoßen, als ja auch die Kommunalsteuern Darlegung des Sachverhalts verweise, habe ich nur noch zu be- pellation in der Deputirtenkammer bezüglich der Massenin der Hauptsache durch die breiten, arbeitenden, merken, daß ich in dem Bericht der Deputation nicht die unbe- auswanderung. die in Italien beiläufig schon älteren Datums ärmeren Boltsmassen aufgebracht wurden und wer- fangenheit" erblicken kann, die auf 6. 4 versichert wird, daß ist, wurde von Seiten der Regierung dahin beantwortet, daß ben. Formale Hindernisse, die einem ministeriellen mehrere Aeußerungen, namentlich auf S. 5 und 18 des Berichts sie den Zustand der Dinge wohl bedauere, aber daß sie Eingreifen etwa entgegenstehen, können nicht in Frage die behauptete„ Unbefangenheit" sehr stark vermissen lassen, nicht helfen könne. Mit dieser Bankrotterklärung ist leider kommen, weil es sich um einen Noth stand im wahrsten und daß der volle Abdruck von Privatbriefen, die ich der Depu- den Arbeitern nicht geholfen. Sinne des Wortes handelt, um Etwas, das als Ans- tation in vielleicht zu weit gehender Loyalität zur privaten nahmezustand aufzufassen gerade in den Intentionen der Information der Mitglieder anvertraut habe, und die Verwerthung Minister liegen wird, die ja die jetzige Weltordnung für einzelner Stellen dieser Privatbriefe für den Bericht( S. 13) ge die beste halten. Ausnahmezustände werden von der Re- lindest ausgedrückt nicht von Delitateffe zeugt. Im Vertrauen auf mein gutes Recht, erwarte ich die Entgierung sonst sehr gern als Rechtsgrund für Ausnahme- scheidung des Landtags und das Urtheil der öffentlichen Meinung. maßregeln benutztendlich handelt es sich bei obigem mehr W. Liebknech t. um den moralischen Einfluß der ministeriellen Instruktion, als um einen Befehl an die Gemeinden. Demnach stünde Ni Dieu ni Maître Rein Gott fein Herr. In weder hinsichtlich der Theorie noch der Praktik des Regierens einem Artikel der„ Nation" vom 27. Februar schreibt 2 u detwas im Wege, um der dringenden Bitte der Arbeitslosen wig Bamberger: Vom bulgarischen Agentenmord. Was wir von nach Arbeit zu willfahren. Man wolle nur, und man" In unmittelbaren strengen Zusammenhang mit Anfang an mit aller Schärfe betonten, daß der Vertreter wird können. Es ist überdies ein armseliges Palliativ, einander traten überall die beiden Faktoren( der philo. Bulgariens für Konstantinopel, Dr. Vulkowich, von im um das gebeten wird, und für Palliative haben die Regie- sophische und politische Radikalismus) erst mit Solde Rußlands stehenden Meuchelmördern erschlagen worden rungen ja von jeher eine besondere Vorliebe gehabt. dem Eintritt des sozialistischen Programms. Die einzige ist, das wird jetzt von dem bulgarischen Regierungsorgan, Ausnahme davon macht das von Mazzini, welches ohne der Swoboda" offen ausgesprochen. Nach einem Eine Todsünde. Gegen die Sachsengängerei dem Wesen nach sozialistisch zu sein, die Formel verkündet: historischen Rückblick auf die verschiedenen Versuche, welche wendet sich der Fasten- Hirtenbrief des Erzbischofs„ Ni Dieu ni Maître", während noch sein viel wirksamerer zur Herbeiführung von Ruhestörungen in Bulgarien untervon Stablewski. Die Sachsengänger rekrutiren sich zum Mitarbeiter Garibaldi den Ruf: Dio e Popolo nommen wurden, wie die Verschwörung des Paniza, das großen Theile aus der Provinz Posen, und sie ziehen, um Gott und Volk zu seinem Feldgeschrei machte, d. h. Attentat auf den Ministerpräsidenten Stambulow und die besseren, wenn auch immer noch höchst färglichen Arbeits- Gottesglaube und Republik." Ermordung des Finanzministers Beltschew, betont die Lohn zu beziehen, zur Arbeit nach den westlichen Provinzen. Herrn Bamberger ist hier etwas Menschliches passirt. Seine Swoboda", daß die russische Diplomatie, nachdem sie alle Hier ist die elendeste Lage noch immer beffer als die des einzige Ausnahme" ist gar keine Ausnahme. Mazzini gesetzlichen Mittel zum Sturze des Fürsten und zur BerLändlichen Arbeiters in Posen. Der Erzbischof beklagt diese beiläufig ein entschiedener Gegner des Sozialismus wandlung Bulgariens in eine russische Provinz erschöpft armen Leute, welche der geistlichen Pflege ihrer Hirten be war durch und durch religiös. Der Spruch: Dio o Popolo babe, nun zu niedrigen Mitteln greife. Während die geraubt, sehr oft ein fast heidnisches Leben führen, ohne Gott und Volk rührt nicht von Garibaldi, sondern sammte europäische Presse diese Umtriebe der russischen Gottes Wort, das sie in der Muttersprache zu hören keine von Mazzini her, dem Garibaldi ihn erst entlehnt hat. Diplomatie offen verurtheilt, verharre die europäische Gelegenheit finden, ohne h. Beichte, ohne Fasten und oft Das Ni Dieu ni Maître- kein Gott und fein Herr Diplomatie in Indifferenz, und sie unternehme feinen ohne h. Meßopfer und so ihre unsterbliche Seele zu Grunde war der Spruch Blanqui's, der auch während der Be- Schritt, welcher auf die Verhinderung der Anwendung derrichten. Wie einst Judas Jesus verkaufte, so verkaufen lagerung von Paris im Jahr 1870/71, eine Zeitschrift mit artiger Mittel hinzielen würde. Das Blatt übt an diesem jene ihre Seele für die wenigen Silberlinge, um diesem Titel herausgegeben hat. Verhalten äußerst scharfe Kritik und wirft die Frage auf, Sie sie in der Fremde ihren Arbeitslohn erhöhen. ob Europa etwa wolle, daß das bulgarische Volk die Gebulb verliere und gleichfalls beginne, mit dem Mittel des Mordes zu arbeiten. Der Artikel tabelt sodann auch das Berhalten der Pforte, welche, als die bulgarische Regierung die Auslieferung Stantschew's verlangte, diesem, um sich Rußland gefällig zu erweisen, die Möglichkeit zur Flucht nach Rußland gelassen habe. " -O " Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. Es heißt zum Schluß: Beten wir in dieser Das neue französische Ministerium verdanit seine Zeit für diese verirrten und bethörten Schäflein, Existenzmöglichkeit einzig dem Umstand, daß Constans damit in ihren Herzen die Liebe zu Gott erwache, damit nicht Mitglied desselben ist. Die äußerste Linke, die, sosie lernen die Seele höher zu schätzen als den Leib, den bald sie sich mit der Rechten zusammengesellt, jeden Augen Schatz der göttlichen Gnade allen irdischen Schäßen vorzu- blick das Ministerium stürzen kann, hat den Ausschluß des ziehen, damit sie hier verbleibend unter dem Schuße der Schlächters von Fourmies" zur conditio sine qua non Kirche, unter der Pflege ihrer Seelenhirten sich vorbereiten( zur unerläßlichen Bedingung) ihrer Duldung gemacht. Wohl- Und der Zarismus ist darüber empört, daß die Terroristen können auf jene große und weite Bilgereise in das Land gemerkt: Duldung, nicht Unterſtüßung. Nun ist aber Constans, gegen ihn die Waffen gebrauchen, welche er selbst so meiſterder Ewigkeit, zu der wir tin jedem Augenblick bereit sein was immer seine Fehler und seine Verbrechen sein mögen, haft zu führen weiß. sollen nach der Mahnung Gottes: Wachet, denn ihr wisset der energischste und talentvollste Vertreter des Bourgeoisweder den Tag noch die Stunde"( Matth. 25, 13). Amen." Republikanismus. Mit derselben rücksichtslosen, vor nichts Rönnte nicht beffer der Erzbischof den großen polnischen zurückschreckenden Energie, die er im Interesse der Republik Majoratsherren und Rittergutsbesitzern die Verachtung der gegen Boulanger und die boulangistische Verschwörung ents irdischen Schätze predigen und sie mahnen, ihre Arbeiter so wickelte, ging er auch im Interesse der Bourgeoisie gegen zu behandeln und zu entlohnen, daß sie sich nicht versucht die Arbeiter und die sozialistische Bewegung vor. Die 24. Gigung vom 2. März. 12 Uhr. Republik bedarf jetzt keines Vertheidigers seit der fühlen, die Heimath zu verlassen? Papst sich für sie erklärt hat, denken die Pfaffen und ver Am Ministertische: Herrfurth und Kommiffarien. pfafften Monarchisten Frankreichs nicht mehr an den ge- des Gefeßentwurfs, betreffend die Kosten töniglicher Auf der Tagesordnung steht zunächst die zweite Berathung waltsamen Sturz der Republik. Aber die Bourgeoisie Polizeiverwaltungen in den Stadtgemeinden. fühlt sich in der französischen Republik nichts weniger als sicher sie sieht mit Grauen das lawinenartige Anwachsen beitragen: a) die Stadt Berlin 2,50 M., b) die Stadt Kaffel Nach§ 1 sollen zu den Ausgaben für die Polizeiverwaltungen der Arbeiterbewegung und der Sozialdemokratie, und in dem 0,44 M. für den Kopf der Bevölkerung; von den übrigen Stadt„ Schlächter von Fourmies" erblickt sie ihren von der Vorsehung 1,50 m.; d) diejenigen mit 25 000-75 000 Einwohnern 1,10 M.; gemeinden: c) diejenigen mit mehr als 75 000 Einwohnern bestimmten Retter. Und sobald die Angst der französischen e) diejenigen mit weniger als 25 000 Einwohnern 0,70 M. für Bourgeoisie eine gewisse Höhe erreicht hat, wird Constans den Kopf der Bevölkerung. der Mann der französischen Bourgeoisie sein und als Abg. Kelch beantragt, in a, c, d, e zu setzen, 2,10, 1,10, Triumphator in die Regierung zurückkehren. Das Rothe 0,70 und 0,60 m. Gespenst" wird aber in Frankreich gerade jetzt wieder sehr Abg. von Jhenplit will unter c, d, e feßen 1,80, 1 und bedenklich herumgeführt, und es scheint für den 1. Mai 0,60 m. zu wichtigen Diensten bestimmt zu sein. Erfüllen sich die gesellschaftsretterischen Hoffnungen der französischen Bourgeoisie, so wird der Weizen des Herrn Constans schon in wenigen Monaten blühen. Natürlich. Der sächsische Landtag hat in seiner heutigen Sigung mit 64 gegen 10( sozialdemokratische) Stimmen das Mandat Liebknecht 3, dem Deputations Antrage gemäß, für erloschen erklärt. Im Verlauf der Debatte wurde nachstehender Brief Liebknecht's von Geyer verlesen Dresden, den 1. März 1892, Lieber Freund und Kollege! Da ich aus leuchtenden Gründen an der Kammerverhandlung, betreffend die Giltigkeit meines Mandats, persönlich nicht Antheil nehmen kann, so bitte ich Sie, folgende Erklärung zu verlesen: Die Giltigkeit meines Mandats wurde vor Beginn der gegenwärtigen Landtagssession von teiner Seite angezweifelt. Wäre der Leifeſte Zweifel aufgetaucht, so würde ich ungefäumt Schritte zur rechtlichen Prüfung der Frage veranlaßt und, falls die Zweifel fich begründet erwiesen, ohne Verzug mein Mandat niedergelegt haben, so daß noch vor Beginn der Session eine Neuwahl in dem bisher von mir vertretenen Wahlkreis hätte stattfinden tönnen. anzustellen. # Das englische Parlament hat sich in nächster Zeit mit zwei für die Arbeiter äußerst wichtigen Gesetzesvorlagen Abg. Dr. Krause beantragt, 1. bei a zu setzen 2,20 M.; 2. an Stelle von c- e zu setzen: c) diejenigen mit mehr als 40 000-100 000 Einwohnern 0,90 m.; e) diejenigen mit mehr 100 000 Einwohnern 1,20 m.; d) diejenigen mit mehr als als 10 000-40 000 Einwohnern 0,70 M.; f) diejenigen mit weniger als 10 000 Einwohnern 0,60 M. 3. Für den Fall der Ablehnung dieser beiden Anträge ftatt c- e zu setzen: insbesondere auch zur Vermehrung der Landgendarmerie behufs Ausdehnung der Thätigkeit derselben auf zu Landkreisen gehörige orten der einen eigenen Kreis bildenden Städte mit fommunaler Stadtgemeinden und behuss Verstärkung derselben in den VorPolizeiverwaltung, wird durch den Staatshaushalts- Etat allfährlich Bestimmung getroffen, die Worte: insbesondere" bis " Polizeiverwaltung" zu streichen. Endlich beantragt Abg. Kelch, dem§ 1 einen Zusatz zu geben, wonach aus den Beiträgen denjenigen Nichtwachtbeamten, welche aus Anlaß dieses Gesetzes nach mindestens dreijähriger Dienstzeit ohne Bension oder Wartegeld aus dem Gemeindedienst entlassen werden, auf die Dauer von drei Jahren eine EntSchädigung gewährt werden foll. Abg. Greiß( 3.) empfiehlt eine Herabsehung der Säße unter c, d, e auf 1,20, 0,90 und 0,60 m. und verweist namentlich auf die Verhältnisse von Köln. Abg. Wuermeling( 8.) empfiehlt die Annahme der Säße der Kommission und hält höchstens für Linden eine Ermäßigung für nothwendig. Den Berlinern brauche man dagegen in keiner Weise entgegenzukommen. Und hätte bei mir irgend ein Zweifel an der Giltigkeit meines Mandats bestanden, so würde er durch die Zusendung zu beschäftigen. Die eine betrifft den a chtstündigen c) Diejenigen mit mehr als 100 000 Einwohnern 1,50 M., der Missive im vorigen November beseitigt worden sein. Arbeitstag für Bergleute. Der Hauptpunkt d) diejenigen mit mehr als 40 000 bis 100 000 Einwohnern Mein Weggang nach Berlin Charlottenburg war den Be- dieses Antrages lautet: Die Arbeitszeit eines unterirdisch 1,10 M., e) diejenigen mit 40 000 und weniger Einwohnern hörden bekannt die Missive wurde auch nach Berlin adressirt beschäftigten Bergmannes darf, vom Zeitpunkt feines Ab- 0,70 wt. es war allgemein bekannt, unter welchen Umständen sich mein stieges bis zur beendigten Auffahrt nicht länger Außerdem beantragt Abg. Krause, in dem zweiten Absatz Weggang vollzogen hatte, und wenn die Regierung der jegt von als acht Stunden betragen. Innerhalb 24 Stunden darf, des§ 1, welcher lautet: Ueber die Verwendung dieser Beiträge, der Deputation vertretenen Ansicht gewesen wäre, nämlich außer bei Unglücksfällen, eine solche achtstündige Schicht nur daß mit meinem Weggange nach Berlin Charlottenburg einmal geleistet werden. Ein zweiter Antrag geht dahin, die Giltigkeit meines Mandats erloschen sei, so würde ben im Handelsgewerbe thätigen Personen- kauffie mich ebensowenig in die Ständeversammlung ge laden haben, wie im Jahre 1878, wo ich zum ersten Mal in männischem und sonstigem Hilfspersonal je de Woche jede den sächsischen Landtag gewählt ward, jedoch unter Bedingungen,( außer dem in England bekanntlich streng durchgeführten welche das Mandat als ungesetzlich erscheinen lassen mußten.( Ich Sonntag) noch einen halben Tag Ruhezeit zu gewähren. war noch nicht genügende Beit im Besitze des sächsischen Staats- Jede Zuwiderhandlung soll mit 5 Pfd. Sterl.- 100 m. bürgerrechts.) geahndet werden. Die Maßregel soll in der Weise durch Zwischen dem Datum meines Weggangs nach Berlin- Char- geführt werden, daß sämmtliche Geschäfte eines bestimmten Lottenburg- September 1890 und der Zusendung der Stadtbezirks zu festgesetter Stunde zu schließen haben und Missive November 1891 lag ein Zwischenraum von fast so ein Stadtheil nach dem andern. Apotheken haben eben14 Monaten, also reichlich Zeit, die eingehendsten Erörterungen falls zu schließen, nur ist es erlaubt, daß unbedingt nöthige Nach Beginn dieser Kammerfession wurde mir Wochen Rezepte angefertigt werden. lang von feiner Seite, namentlich nicht Seitens des Dis Der Kohlenarbeiter- Streik in England scheint nach reftoriums der zweiten Kammer, die leiseste Andeutung gemacht, daß die Giltigkeit meines Mandats in Zweifel gezogen den neuesten Depeschen einen Umfang annehmen zu wollen, werde, und den im Dezember eingebrachten Antrag des Abgeord- der über die bisherigen Schätzungen weit hinausgeht. Man neten Mehnert, betreffend die Giltigkeit meines Mandats, be- spricht von 450 000 Mann, die am 12. März vorläufig trachtete ich, gleich allen meinen Freunden, als einen Ausfluß auf 8 Tage die Arbeit einstellen würden. Die Kohlen- In der Abstimmung werden sämmtliche Anträge abgelehnt. des Parteigeistes, der in dem Antragsteller ja hervorragend preise sind bereits um 2 bis 3 Mart per Tonne ge- Für die Erleichterung der Stadt Berlin stimmen neben den Freilebendig ist. stiegen. finnigen nur einige nationalliberale und Zentrumsmitglieder. Die Begründung des Antrags Mehnert fonnte weder in mir Für den Eventualantrag Krause stimmen die Freifinnigen, die Der norwegisch schwedische Konflikt. Von der Mehrzahl der Nationalliberalen und einige Zentrumsmitglieder. noch in irgend einem meiner Freunde den Glauben an die Giltigkeit meines Mandats erschüttern; und so sehr ich norwegischen Volksvertretung, dem Storthing, wird das Der Antrag Krause auf Streichung eines Theiles des Absages 2 persönlich geneigt gewesen wäre, durch Niederlegung Recht beansprucht, eigene Konsuln als Vertreter der nor- und der Antrag Kelch wegen des Zusages werden ebenfalls abmeines Mandats den immerhin zeitraubenden Streitfall wegischen Interessen im Auslande zu ernennen, eine For- gelehnt. aus der Welt zu schaffen, so handelte es sich doch um derung, gegen welche die schwedische Regierung Einspruch genommen, wodurch Klargestellt wird, daß die Polizeiverwaltung nur Beim§ 4 wird ein Antrag des Abg. Meyer= Berlin anzu wichtige Prinzipienfragen, als daß ich meinen persönlichen Neigungen hätte nachgeben dürfen. Nicht nur mir erhebt. Diese Frage wird in der nächsten Zeit zu parla auf solche Diensträume, die bisher unentgeltlich gewährt sind, felber, auch meinen Wählern war ich es schuldig, die Sache zum mentarischen Kämpfen im Storthing führen: die nor auch weiter Anspruch hat, dagegen nicht das Recht hat, die wegische Bauerndemokratie will ihre Selbständigkeit gegen miethsweise überlassenen Räumlichkeiten auf die Dauer zu be Auch heute, nachdem ich den Deputationsbericht sorgfältig über den Vorherrschafts- Gelüsten der Krone Schweden anspruchen. durchgelesen, zweifle ich nicht an der Giltigkeit meines Mandats. wahren. Minister Herrfurth erklärt sich mit diesem Antrag einIch bin und zwar in vollster Uebereinstimmung mit meinen verstanden. Fraktionskollegen der festen Ueberzeugung, daß ich den Wohnsitz Ein Antrag des Abg. Eberth zu§ 6: für Berlin an die Stelle der Landespolizeibehörde( jetzt das Polizeipräsidium) den Oberpräsidenten zu sehen, wird vom Minister Herrfurth be= fämpft, weil er formell nicht in dieses Polizeikoſtengesetz gehört, sondern eine Aenderung der Verwaltungsorganisation herbeiführen will. Der Antrag wird abgelehnt und im Uebrigen das Gesetz uns verändert genehmigt. Schluß nach 4 Uhr. Nächste Sigung Sonnabend 1 Uhr. tleinerer Vorlagen.) Austrag zu bringen. = In Italien nimmt die Arbeitslosigkeit immer größere in Sachsen durch meinen Weggang nach Berlin- Charlottenburg Dimensionen an. Die Regierung ist eifrigst bemüht, die nicht verloren habe, und daß ich durch unwesentliche Formfehler Aufregung der hungernden Bevölkerung durch Versammlungs( in An- und Abmeldung, Bahlung der Steuern u. s. w.), an verbote und andere Unterdrückungsmaßregeln noch zu erbenen ich unschuldig bin und die sofort rettifizirt worhöhen. den wären, wenn man mich pflichtmäßig darauf aufmerksam gemacht hätte, meines Rechtes nicht verlustig geworden bin. In Turin sind dieser Tage gegen 800 Arbeitslose in Ich hatte, als ich im Herbst 1890 nach Berlin- Charlotten- der Arbeiterbörse" versammelt gewesen; sie sandten eine fächsisches Wahlrecht zu behalten wiederholt und auss Un- in Versammlungen zu ihren Gunsten zu sprechen. Auch in( Dritte Berathung des Polizeitostengesetzes und zweite Lesung. burg ging, die feste Absicht, meinen sächsischen Wohnsitz und mein Deputation an den Professor M. de Amicis, ihn bittend, zweideutigste befundet und es war deshalb eine durchaus hin- anderen Städten waren Arbeitslosen- Versammlungen. • Theater. A Donnerstag, den 8. März. Opernhaus. Cavalleria rusticana ( Bauern Ehre). Hierauf: Die lustigen Weiber von Windsor. Schauspielhaus. Das heilige Lachen. Deutsches Theater. Kollege Grampton Leffing Theater. Fräulein Frau. Der sechste Sinn. Berliner Theater. Der Hütten besitzer. Rendenz- Theater. Riquette( Ma Cousine). Wallner- Theater. Yvette. Vorher: Der berühmte Mitbürger. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Das Sonntagskind. Thomas- Theater. Jägerblut. Bellealliance- Theater. AlmenCircus Renz. Circus G. Schumann. Karlstraße. Donnerstag, den 3. März 1892, Abends 74 Uhr: Ausserordent!. Vorstellung. Zum 165. Male: ,, Auf Helgoland" DI oder: Ebbe und Fluth. M Friedrich- Karl- Ufer, Edie Karlstr. Donnerstag, den 3. März 1892, Abends 71/2 Uhr: Grosse Achtung! Achtung! Große öffentliche Volksversammlung am Freitag, den 4. März, Abends 8½ Uhr, im Lokal des Herrn Joël, Andreas Strasse No. 21. Tages- Ordnung: Sohn und die Stellung der Berliner Arbeiterschaft. Referent Herr 1. Der Arbeiterfang verschiedener Konfektionsfirmen, speziell der Firma Pfeiffer. 2. Diskussion. 179/12 Zu zahlreichem Besuch ladet ein im Einverständniß mit dem VerDie Agitations- Kommission der Schneider und Schneiderinnen Berlins. Grosse öffentliche sozialdemokratische Wähler- Versammlung Gala Benefiz- Vorstellung für den beliebten Clown Tanti. Besonders hervorzuheben: Zum ersten Große hydrologische Ausstattungs- Male: Bibb, Bobb und John, die drei Bär Pantomime in 2 Abtheilungen mit dressirten Schweine, vorgeführt vom L. National Tänzen( 65 Damen), Auf- Benefizianten. Zum 1. M.: Berliner zügen. Neue Einlage: Die Garde- Schuljugend, tom. Intermezzo vom trauensmann des Bezirks Husaren u. Ulanen. Dampfschiffs Benefizianten und mehreren Mitgl. der und Bootfahrten, Wasserfällen, Riesen Gesellschaft. Zum 1. M.: Eine Ausfontänen mit allerlei Lichteffekten u. f. w., fahrt nach dem Grunewald des 80 Fuss hohe Riesenfontaine, zum Benefizianten mit seinen Kollegen. Zum Schluss: Neu! Feenhaftes Kunst- 1. Male: Der englische Jockey und Prachtfeuerwerk, arrangirt und( Parodie) dargestellt vom Benefizianten. inszenirt vom Direktor E. Renz. Auftreten des anerkannt besten rausch und Edelweiß. 1. Auftreten der Original- 3 Gebr. Schulreiters der Gegenwart Mr. Oftend- Theater. Gebannt und erlöst. Basso. Zum ersten Mal in Berlin. James Fillis mit seinem Schulpferd am Sonntag, den 6. März, Vorm. 11 Uhr, Adolph Ernst Theater. Der 1. Heben eines Orchesters von HF Mackir. im Saale des Herrn Westphal( Schwarzer Adler), Frankf. Allee. Tanzteufel. 12 Mann. 2. Trägt Ferdinand Zum Schluß der Vorstellung: Neu 1. Bortrag des Reichstags Abgeordneten Mehger. 2. Diskussion. Alexanderplatz- Theater. Berliner Basso ein Klavier sammt Pianist, einstudirt: Eine Nacht in Venedig. 3. Aufstellung der Kandidaten zur Gemeindewahl. 4. Berschiedenes. Pflaster. Flötist u. Violinist, welche schwebend Große komische Original Wasser- Von Friedrichsberg, Lichtenberg, Wilhelmsberg sind die GeFeenpalaßt. Spezialitäten- Vorstellung. eine Konzertpiegel vortragen. 1. Auf- pantomime in 2 Abtheilungen mit neuen noen verpflichtet, in dieser Versammlung zu erscheinen. Gebrüder Richter's Variété. Spe- treten der Reitkünstlerinnen Miss fenfationellen Licht- u. Wassereffekten. 1713b Das Komitee. zialitäten- Borstellung. Edith und Mlle. Rosa. Mohamed Morgen große Vorstellung. Auftreten Winter- Garten. Spezialitäten- Bor-( Apporteur) vorgeführt von Herrn, Ernst des anerkannt besten Schulreiters der ftellung. Renz( Entel). Trepido, geritten v. der Gegenwart Mr. James Fillis. Eine Kaufmann's Variété. Spezialitäten Schulreiterin Frl. Oceana Renz. Jeu Nacht in Venedig. Borstellung. de la rose, geritten von Fräulein Auftreten des Jockeyreiters Mr. Jules, American Theater. Spezialitäten- des Grotesquereiters Mr. Franks, ſoBorstellung. Konkordia- Palat- Theater. Epe Clotilde Hager und Mille. Theresina. zialitäten- Borstellung. Komische Entree's und Intermezzo's Gratweil'sche Bierhallen von sämmtl. Clowns etc. Kommandantenstrasse 77-79. Heute, sowie täglich: Gr. Freikonzert. Anfang Wochentags 71/2 Uhr, Sonntags 20 Pf. Entree. Anfang 6 Uhr. Täglich: Auf Helgoland. Achtung! Galvaniseure! Achtung! 6. Berliner Wahlkreis! der Unkosten des Erfurter Parteitages werden Die Mitglieder der Kommission zur Aufbringung wie der Akrobaten 3 Gebr. Briatore. findet bei Lange, Prinzenstr. 59, eine rechnung am Freitag, den 4. März, Abends 8½ Uhr, Am 7. März, Abends 82 Uhr, hierdurch aufgefordert, zur letzten endgiltigen AbZusammenkunft von Interessenten der früheren Vereinigung der Galvaniseure bei Gieshoit, Boyenstr. 40, bestimmt zu erscheinen. Es Sonntag 2 Borstellungen. Nachm. statt. Zweck: Regulirung des Vereins fehlen noch die Listen Nr. 69, 72, 133, 136, 141. 4 Uhr( 1 Rind frei) Mazeppa's Ver- vermögens. bannung. Abends 7½ Uhr Auf Helgo- Vereinsabzeichen, virung, empf. d. E. Renz, Direktor. Genossen G. Kleist, Waldemarstr. 48. 1705b u. Gra Empfehle meinen berühmten Mittags Freie Bereinig. aller in der chirurgischen Branche tisch à la Duval. Diner à 1 Mark. 3 Kegelbahnen, 6 Billards, 2 Säle. Sowie täglich: beschäftigten Berufsgenossen. 99 1169L Sonnabend, den 5. März 1892, in der Berliner Resource", Kommandantenstraße 57, zur Feier des 6. Stiftungs- Festes: Gr. Bock- Ausschank aus der Berliner Bock- Brauerei. Grosser Ball, Musikinstrumente. Lager in Bithern, Violinen, Guitarren, Harmonikas. Alle Blasinstrumente, Trommeln, Flöten und Klarinetten, Spieldosen zum drehen und selbstspielend, Albums und Bierseidel mit Musik. Musikwerke- Verleih, alle mit Arbeiterliedern. Theilzahlung gestattet. 1938L Aug. Kessler, 51 Lausitzerstr. 51, am Platz. Altenberg's hem. Färberei, Wäscherei, Garderob.- Reinig.Etablissement Buggenhagen Sudsdorf. Die Balmusik wird von Berufsmusikern der Freien Vereini- Gard., Möbelſt. gef. 1 Mt. p. Pfd., Bettdeck. gef. 1,23 Mt. p. Stück. Herrenam Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion A. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücs- und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Pazenhofer Geport- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. 641 Castan's Panopticum Interesantente Völkerschaft Inner- Afrikas: Schuli b. Emin Pascha- Reich. unter gütiger Mitwirkung des Sängerchors., Chirurgische Branche"( Mit glied des Arbeiter- Sängerbundes) unter Leitung seines Dirigenten Herrn gung ausgeführt. Feftrede, gehalten vom Reichstagsabg. Wilhelm Metzger. Anjang 8/2 Uhr. Entree für Herren 50 Pf., für Damen 30 Pf. Billets sind zu haben bei G. Schuster, Fehrbellinerstr. 48; M. Janisch, Ackerstr. 156; G. Hasenjäger, Gr. Friedrichstr. 249; G. Sattler, ElisabethUfer 24; E. Finkendey, Ackerstr. 12; R. Brennice, Lottumstr. 16. 132/3 Das Komitee. Jahnstr. HasenNo. 8. Gründer's Festsäle Haide 21. Großer Wiener Masken- Ball, 12. arrangirt von Mitgliedern der Central- Kranken- und SterbeKasse der Tischler. Anfang 8 Uhr. E Um zahlreichen Besuch bittet Entree 50 Pfennig. Das Komitee. Anstalt, Neue Jakobstr. 9, Brunnenstr. 123, Andreasstr. 54, Fruchtstr. 36, Potsdamerstr. 57/58, empf. f. 3. Färb. u. Reinig. v. Garderob. jed. Art, Spißen, Anzug gereinigt, gebügelt von 2,50 k. an. Reparaturen billigst. Neu! Glanzentfernung von blankgetragenen Kammgarn- Garderoben. Möbel, フラ 2083L Spiegel und Polster- Waaren. Ganze Ausstattungen in Mahagoni u. Nuhbaum; Küchenmöbel in großer Auswahl empfiehlt 1726L Berlin S.0., Franz Tutzauer, Tutzauer, spiderstr. 25. Der Sozialist" Expedition: Berlin S. 14, Alte Jakobstr. 91. Organ der unabhängigen Sozialisten. Erscheint wöchentlich einmal und kostet 40 Pf. pro Monat. Bestellungen nehmen alle Spediteure, Kolporteure, Zeitungs- Austräger 2c., sowie die ExBillets find bei folgenden Komitee- Mitgliedern zu haben: W. Geiling, pedition entgegen. Nach auswärts durch die Post bezogen kostet der Manteuffelstr. 115, 2 Tr.; Worlig, Reichenbergerstr. 149, 3 Tr.; B. Rölling," Sozialist" 1 M. 20 Pf. pro Quartal ohne Bestellgeld. I. 300/12 fostet, Der Sozialist" 1 M. 60 Pf. pro Quartal. 1717 30 Personen, Männer, Rottbufer Damm 98, 38 Tr.; K. Steinke, Urbanſtr. 33, of 4 Tr.; Zuſch, II; Nachtrag für 1892 der Zeitungs- Preisliſte 5943 A. Direkt per Kreuzband Frauen, Kinder. Borstellungen: 11, 12 u. 1 Uhr Vormittags, Tachmittags. 4, 5, 6, 7, 8 und 9 Uhr Entree 50 Bf. Kinder 25 Pf. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Úhr Ab PassagePanopticum. Forsterstr. 5, 4 Tr.; R. Thomas, Grünauerstr. 37, Hof pt. Grosses Gesangs- Konzert des Männer- Gesangvereins der Kürschner d. V. D. K., Filiale Berlin ( Mitglied des Arbeiter- Sängerbundes) am Sonnabend, den 5. März 1892, im Saale des Herrn Joël, Andreasßtraße 21, unter Mitwirkung des humoristischen Kaiser'schen Solo- Quartetts. Nach dem Konzert Tanzkränzchen. Billets à 25 Pf. find bei allen Gefangs- Mitgliedern, sowie in den mit Lebensgrohe Plakaten belegten Stellen zu haben. Wachsfiguren und Gruppen, Dioramen. Sündfluth Panorama = Anfang 8 Uhr. Die Geburt eines kleinen Sohnes Das Komitee. 444/4 Den Herrn Delegirten von Paris mit Gewitter. zeigt den Parteigenoffen an Friedrich bitte ich um Entschuldigung, daß ich Jm Theater- Saal( ohne Müller, Wirthschaftsmeier, Gallun bei Extra- Entree): Täglich Mittenwalde. v. 6 Uhr ab Vorstellung von Spezial. I. Rang. Entree 50 Pf. Todes- Anzeige. 1712b Allen Freunden und Genossen die traurige Nachricht, daß unser lieber Gatte und Vater, Herr August Suder, Präuscher's anat. Museum. Schantwirth, am 26. Febr. im 53. LebensSchluss unwiderruflich am 30. März. Influenza und vieles andere Täglich für erwachsene new! Herren. jahre gestorben ist. Die Beerdigung findet am Donners tag, den 3. März, Nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Nikolai- Friedhofes am Prenzlauer Thor statt. 1716b Die trauernden Hinterbliebenen. Hiermit sage allen Freunden und Damen- Tag jeb. Dienstag Befannten, insbesondere dem GesangFreitag. verein Maiglöckchen", dem Zauben flub„ Süd- Ost" und dem geselligen Verein Terpsichorall" für ihre rege innigst geliebten Mannes, F. Pietsch, Lanz- Dresdenerstr. 10. Betheiligung bei der Beerdigung meines Der letzte neue Lehrkursus in der Saison beginnt für Damen und Herren Sonntag, 6. März, Nachm. 4 Uhr. Meld. Adalbertstr. Bu. b. Beginn d. Unterrichts. 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Es war dies der erste hauptsächlich länd- fann zugleich auf die im§ 16a vorgesehenen Strafverschärfungen liche Wahlkreis, der von den Sozialdemokraten erobert wurde. sowie darauf erkannt werden, daß die verurtheilte Person nach Die Gegner rächten sich- schofel wie immer dadurch, daß verbüßter Strafe der Landes Polizeibehörde zu fie die als Sozialdemokraten bekannt gewordenen Landproletarier überweisen sei. Durch die Ueberweisung erhält die Landesschaarenweise von ihren Gütern vertrieben. Unter den deutschen Polizeibehörde die Befugniß, die verurtheilte Person entweder bis Arbeitern wurde damals für diese Opfer des Junkerübermuthes zu zwei Jahren in ein Arbeitshaus unterzubringen oder zu gemeinund liberaler Verfolgungswuth gesammelt. Eine tief erschütternde Trauernachricht erhalten wir aus Hamburg. Otto Reimer, der frühere sozialdemokratische Reichstags- Abgeordnete für den IX. Schleswig- Holsteinischen Wahlkreis( Oldenburg- Plön) und in letzter Beit Mitarbeiter an unserem Hamburger Partei- Organ„ Echo", weilt nicht mehr unter den Lebenden. Von einer unheilbaren Krankheit verfolgt, sollte Reimer, nachdem er erst vor wenigen Wochen sich einer Operation am Kopfe unterzogen hatte, jezt aufs neue eine Operation über fich ergehen lassen, deren Erfolg sehr zweifelhaft erschien. nügigen Arbeiten zu verwenden. Im Falle des§ 361 Nr. 4 ist Reimer selbst war Jm Reichstag war Reimer bis zu den Neuwahlen 1877, wo dieses jedoch nur dann zulässig, wenn der Verurtheilte in den der festen Ueberzeugung, daß er der vereinten Reaktion unterlag. bei seinem törperlichen Zustande letzten drei Jahren wegen dieser Uebertretung mehrmals rechtskräftig es für ihn feine andere Alternative mehr gebe als wie: Tod Als im Spätherbst 1880 der kleine Belagerungszustand auch verurtheilt worden ist, oder wenn derselbe unter Drohungen oder Folge der Operation, oder Versinken in geistige Umnachtung. den ersten Ausgewiesenen. Er ging mit einer größeren Anzahl Landes- Polizeibehörde die verurtheilte Person statt in ein über Hamburg- Altona verhängt wurde, war Reimer mit unter mit Waffen gebettelt hat. Im Falle des§ 361 Nr. 6 kann die Um dieser letzteren grausamen Möglichkeit zu entgehen, zog es ebenfalls Ausgewiesener nach New- York. Dort hat Reimer gelebt Arbeitshaus in eine Besserungs- oder Erziehungsanstalt, oder Otto Reimer vor, seinem Leben ein Ende zu machen, so und in gleicher Weise wie früher in Deutschland für die Ideen in ein Asyl unterbringen. Ist gegen einen Ausländer auf Ueberlange er noch Herr seines Willens und seiner geistigen Fähig- der Sozialdemokratie gewirkt, bis durch den Fortfall des Sozia- weisung an die Landes- Polizeibehörde erkannt, so kann an Stelle Bei vollem Bewußtsein, schreibt unser Hamburger liftengefeßes ihm die Möglichkeit wieder gegeben wurde, an die der Unterbringung in ein Arbeitshaus Verweisung aus dem Stätte feines ersten Wirkens zurück zu kehren. Nachdem Reimer Bundesgebiet eintreten. Bruderorgan, wollte er sterben. Er ist so gestorben. Ueber die Gründe, welche unseren dahingeschiedenen Freund heit ein Bein verlor, starb bald nach seiner Rückkehr in Altona der durch das Gesetz vom 5. April 1888 festgestellten Fassung während seines Erils in Amerika durch eine heimtückische Krank- Artikel III. Dem§ 173 des Gerichtsverfassungs- Gesetzes in bestimmten, einem Dasein, das für ihn nur mehr Qual und Schrecken bedeuten konnte, durch einen Sprung in die Alfter ein feine Frau, ihm sieben lebende Kinder hinterlassend. Die Sorge wird als Absatz 2 hinzugefügt: Ende zu machen, unterrichtet uns ein von ihm hinterlassener und wir dürfen es hier wohl aussprechen, daß das Versprechen, fann, falls eine Gefährdung der Sittlichkeit zu besorgen um dieselben hat den braven Genossen bis in den Tod begleitet Soweit die Deffentlichkeit nicht ausgeschlossen wurde, Brief, den er auf der Redaktion des„ Echo" für alle Fälle" welches unsere Genossen Frohme, Audorf und Fischer dem Dahin- ist, durch Beschluß die öffentliche Mittheilung hinterlegte, als er von seinen dortigen Freunden Abschied nahm, angeblich um sich in's Krankenhaus zu der zweiten Operation, gegangenen in Bezug auf seine Kinder gegeben haben, von der aus den Verhandlungen oder aus einzelnen in Wirklichkeit aber auf seinen letzten Weg zu begeben. Der Partei eingelöst werden wird. Theilen derselben untersagt werden. Brief, welchen das„ Echo" veröffentlicht, lautet: teiten war. " An die Redaktionsmitglieder. Werthe Genossen und Freunde! Artikel IV. Artikel II des Gesetzes, betreffend die unter Ausschluß der Deffentlichkeit stattfindenden Gerichtsverhandlungen, vom 5. April 1888, erhält folgende Fassung: Wer die nach den §§ 173 Absatz 2 und 175 Absatz 2 des Gerichtsverfassungsgesetzes wird mit Geldstrafe bis zu eintausend Mark oder mit Haft oder mit Gefängniß bis zu sechs Monaten bestraft. Es ist doch ein eigenthümlich Ding, so bei gesundem Ber: Der neue Sittlichkeits"-Gesetz- m auferlegte Pflicht durch unbefugte Mittheilung verleßt, stande seine letzten Worte aufzuschreiben. Ich bin übrigens ziemlich faltblütig dabei, und Ihr werdet wohl sagen, mit Recht, denn ich habe nichts zu verlieren. Man könnte einwenden: Denfst Du denn nicht an Deine Kinder?" Aber gerade an die denke ich, daß ich ihnen weiterhin nur eine Laft sein werde. Wenn Ihr mich hört, wird gewiß kein vernünftiger Mensch sagen, daß ich im Unrechte bin, wenn ich meiner Qual ein Ende mache. ( Reimer schildert dann eingehend den Beginn und Verlauf feiner schrecklichen Leiden, seine Befürchtung, daß eine Operation unglücklich verlaufen werde, und fährt dann fort:) Schlägt man mir nun ein Loch in den Kopf, so ist es fraglich, ob die rechte Stelle getroffen wird; jedenfalls ist die Gefahr des Frrfinnigwerdens weit größer als früher. Im allerglücklichsten Falle werde ich nur für eine kurze Zeit vom Schlimmsten befreit, während die anderen Krankheiten nachbleiben und ich nicht mehr bin, als ein Verfuchsobjekt für die Herren Aerzte. Wenn ich mir nun diese Qual erfpare, so habe ich gewiß Recht; es ist unnüt, an mich noch Geld zu verschivenden, denn unter den jeßigen Um ständen und meinen Kindern fehlt ein geregeltes Leben. Ist es deshalb für den Moment auch bitter für die armen Dinger ist der erste Schmerz überstanden, so wird es für sie viel besser sein, als wenn ich sie durch meine Krankheit noch ferner so schwer in Mitleidenschaft ziehe. Entwurf. " Der allgemeine Theil der Begründung lautet: Dem Reichstag ist vom Reichskanzler der folgende Ent- Der kürzlich vor einem Berliner Schwurgericht verhandelte wurf eines Gesetzes fiber Abänderung von Bestimmungen des Mordprozeß gegen die Heinze'schen Eheleute hat verbreitete MißStraf- Gesetzbuchs, des Gerichtsverfassungs- Gesetzes und des Ge- stände hervortreten laffen, welchen trotz der Anstrengungen der feges vom 5. April 1888, betreffend die unter Ausschluß der betheiligten Behörden auf Grund der bisherigen Gefeße nicht Deffentlichkeit stattfindenden Gerichtsverhandlungen vorgelegt hinlänglich gesteuert werden kann, und welche daher eine Abworden: änderung und Ergänzung der letzteren erforderlich erscheinen Artikel I. Die§§ 180, 181 und 184 des Straf- Gesetzbuchs lassen. Bu jenen Mißständen gehört das Unwesen der sogenannten werden durch folgende Bestimmungen ersetzt: Buhälter", dessen Umfang und Gemeingefährlichkeit in dem bes § 180. Wer gewohnheitsmäßig oder aus Eigennutz durch zeichneten Prozesse besonders auffällig geworden ist. Ferner ist feine Vermittelung oder durch Gewährung oder Verschaffung hierbei zu rechnen die gegenwärtige Erscheinungsform der Provon Gelegenheit der Unzucht Vorschub leistet, wird wegen Ruppelei ftitution, welche durch die Zerstreuung der Prostituirten über den mit Gefängniß nicht unter einem Monat bestraft; ganzen Bereich der großen Städte die Ausbreitung von Krankauch kann zugleich auf Geldstrafe von einhundert- beiten begünstigt, die Ordnung und Sittlichleit in den Straßen fünfzig bis sechs tausend Mart, auf Verlust der bürger- und an öffentlichen Orten empfindlich beeinträchtigt, die polizei lichen Ehrenrechte, sowie auf Zulässigkeit von Polizeiaufsicht er liche Beaufsichtigung erschwert und das Zuhälterthum hervorruft kannt werden. und befördert. Im Zusammenhange mit diesen Erscheinungen Die Vermiethung von Wohnungen an Weib3- steht der immer mehr sich ausbreitende Vertrieb unzüchtiger personen, welche wegen gewerbsmäßiger Un- Schriften, Bildwerke und Darstellungen, welcher, aus versucht einer polizeilichen Aufsicht unterstellt werflichem Eigennut entspringend, die erheblichsten fitt sind, bleibt straflos, wenn sie unter Beobach- lichen Schäden vor allem der heranwachsenden Jugend, tung der hierüber erlassenen polizeilichen Vor- aber auch dem Volksleben im Allgemeinen, zufügt. schriften erfolgt. Der vorliegende Gefeßentwurf beabsichtigt daher, durch über Schärfung gewisser Freiheitsstrafen vorgesehen. Die wieder holte Erfahrung endlich, daß Gerichtsverhandlungen sittlich anftößigen Inhalts infolge unterlassenen Ausschlusses der Deffentlichkeit mit ihren widerwärtigen Einzelheiten in der Tagespresse wiedergegeben worden sind, hat darauf Bedacht nehmen laffen, die einschlägigen Bestimmungen des Gerichtsverfassungsgesetzes über Ausschließung der Deffentlichkeit zweckentsprechend zu er gänzen. Freunde! Die Ihr mir soeben die Versicherung gegeben habt, Du, lieber Frohme, Fischer und J. Audorf, ich denke, Ihr§ 181. Die Ruppelei ist, selbst wenn sie weder gewohnheits- Abänderung und Ergänzung der einschlägigen Bestimmungen werdet Euer Wort einlösen, auch einem Selbstmörder gegenüber. mäßig, noch aus Eigennut betrieben wird, mit Zuchthaus des Strafgesehbuchs in erster Linie eine Einschränkung und er Wenn diese einzige Sorge von mir genommen ist, kann ich mit bis zu fünf Jahren zu bestrafen, wenn 1. um der folgreichere Beaufsichtigung der Prostitution sowie ein Fug und Recht über meine traurige Existenz verfügen. Sagt Unzucht Vorschub zu leisten, hinterlistige Kunstgriffe anwirksames Einschreiten gegen Ruppler und Zuhälter zu ermög= mir, wer von Euch würde es nicht eben so machen? Mich gewendet werden, oder 2. der Schuldige zu der verlichen. Weil aber dieser Erfolg nur unvollkommen erreicht werden ängstigt nur Eins, daß ich möglicherweise an der Ausführung fuppelten Person in dem Verhältniß des Ehemanns zur würde, wenn sich nicht die zu verhängenden, der Mehrzahl nach gehindert werde, denn einen Revolver habe ich leider nicht, will Ehefrau, von Eltern zu Kindern, von Vormündern zu Pflege- kürzeren Freiheitsstrafen empfindlicher gestalten, als dies gegens auch den Kindern das Geld dafür nicht entziehen; im Hause befohlenen, von Geistlichen, Lehrern oder Erziehern zu den von wärtig der Fall ist, so hat der Entwurf auch eine Vorschrift kann ich die That auch nicht begehen wegen der armen unglück- ihnen zu unterrichtenden oder zu erziehenden Personen steht. lichen Kinder. Einige Tage warten fann ich auch nicht Neben der Buchthausstrafe ist der Verlust der bürgerlichen Ehrenmehr, denn ich kann Nachts die Schmerzen nicht aus rechte auszusprechen; auch kann zugleich auf Geldstrafe von einhalten, und der Eiter wird mir, da er feinen Abfluß hundertfünfzig bis sechstausend Mart, sowie auf zulässigkeit von hat, rasch in's Gehirn treten. Ich habe schon fort- Polizeiaufsicht erkannt werden. während Uebelfeit empfunden, deshalb also frisch gewagt und nicht auf den Operationstisch sich hinopfern lassen, oder dem Frrenhause mit allen seinen Schrecken verfallen. So habt Ihr mich zuleßt, indem ich bei Euch saß und diese Zeilen schrieb, als einen Euresgleichen betrachtet; ganz anders wenn man mich zollweise hinmartert oder wenn ich zum Thiere herabsinte. Vielleicht werdet Ihr sagen, das war lange so schlimm nicht; leider kenne ich aber aus Erfahrung meinen Zustand besser, was jetzt eingetreten, und auch das Frühere habe ich den Umständen nach vorausgesehen. Daß sich meine Knochen in der Schläfe entzünden würden, fürchtete ich schon im Dezember und sagte es den Aerzten; die lachten mich aber aus. Die Ursache zu dieser Krankheit stammt von einer Versammlung im Ballhossaal" in Hannover, wo ich bei einer schrecklichen Kälte redete, ohne vorher Abendbrot gegessen zu haben; da setzte zum ersten Male der fleine Knochen aus. Ich legte dem aber weiter tein Gewicht bei. Indem ich Euch Allen danke für Eure Freundlichkeit und Nachsicht, meine herzlichsten Grüße an Alle, Stolten nicht vergessen! Nochmals bitte ich, sorgt für meine Kinder! Der Schritt, den ich thue, ist gewiß feine Feigheit. Hätte ich Aussicht auf Erfolg, würde ich mich der Operation mit Freuden unterziehen, denn ich lebte gar zu gerne, wenn auch nur fünf Jahre. Nochmals lebt wohl, sollte meine Absicht nicht zur Ausführung gelangen, wird hoffentlich Niemand diese Zeilen sehen. Euer unglücklicher Genosse D. Reimer. § 181 a. Gine männliche Person, welche, ohne im gegebenen Falle einen gesetzlichen Anspruch auf Alimentation zu haben, von einer Weibsperson, die gewerbsmäßig Unzucht treibt, ganz oder theilweise den Lebensunterhalt bezieht, oder welche einer solchen Weibsperson gewohnheitsmäßig oder aus Eigennut in Bezug auf die Ausübung des unzüchtigen Gewerbes Schuß gewährt oder sonst förderlich ist, wird wegen Zuhälterei mit Gefängniß nicht unter einem Monat bestraft. Die Bestimmung des§ 180 Abs. 2 findet auch hier Anwendung. Ist der Zuhälter der Ehemann der Weibsperson, oder hat der Zuhälter die Weibsperson unter Anwendung von Gewalt oder Drohungen zur Ausübung des unzüchtigen Gewerbes angehalten, so tritt Gefängniß nicht unter einem Jahre ein. Neben der Gefängnißstrafe fann auf Verlust der bürgerlichen Ehrenrechte, auf Zulässigkeit von Polizeiaufsicht, sowie auf Ueber weisung an die Landes- Polizeibehörde mit den im§ 362 Absatz 2 und 3 vorgesehenen Folgen erkannt werden. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 185. Sigung vom 2. März. 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: v. Bötticher. welche von der Petitionskommission als zur Erörterung im Plenum Auf der Tagesordnung stehen zunächst zahlreiche Petitionen, nicht geeignet erachtet worden sind. handwerker- Innung des Löwenberger Kreises, betreffend die EinAuf Antrag des Abg. Men er wird die Petition der Bauführung des Befähigungsnachweises für die Bauhandwerker, an die Kommission zur Berichterstattung zurückverwiesen. übrigen Petitionen werden für erledigt erklärt und es wird die Die entsprechende Bescheidung der Petenten erfolgen. § 184. Wer unzüchtige Schriften, Abbildungen oder Darstellungen feilhält, verkauft, vertheilt, an Orten, welche dem Publikum zugänglich sind, ausstellt oder anschlägt, oder sonst verbreitet, wer sie zur Verbreitung herstellt, oder zum Zweck der Verbreitung im Besitz hat, ankündigt oder anpreist, oder wer durch Ankündigung in Druckschriften unzüchtige Berbindungen einzuleiten fucht, ingleichen wer an öffentlichen Straßen oder Es folgt die Berathung folgenden Antrages der sozialdemo Plätzen Abbildungen oder Darstellungen ausstellt oder anschlägt, kratischen Partei( Auer und Gen.): Die verbündeten Regiewelche, ohne unzüchtig zu fein, durch gröbliche Verlegung des rungen zu ersuchen, alsbald dem Reichstage einen Gefeßentwurf Scham- und Sittlichkeitsgefühls Aergerniß zu erregen geeignet vorzulegen, durch den die Uebernahme der Verwaltung sind, wird mit Gefängniß bis zu sechs Monaten und mit Geld- und des Eigenthums des Apothekenwesens durch Bald hätte ich vergessen, Freund Stengele zu danken. Man firafe bis zu sechshundert Mark oder mit einer dieser Strafen das Reich herbeigeführt wird. wird mich hoffentlich noch als Parteigenossen betrachten; es sind bestraft. Dem Antrage sind folgende Motive beigegeben: Der Ueber Ist die Handlung gewerbsmäßig begangen, so tritt Gefängniß- gang des Apothekenwesens in Reichsverwaltung und Reichseigen25 Jahre, daß ich der Partei angehöre und Aemter bekleide. 1867 fing ich damit an, der Zigarrenmacher- Gewerkschaft als Be- strafe nicht unter drei Monaten ein, neben welcher auf Geldstrafe thum ist die nothwendige Konsequenz der Geseße über Kranken-, vollmächtigter in Hamburg vorzustehen und den Sozialismus bis zu eintausendfünfhundert Mart, auf Verlust der bürgerlichen Unfall- und Invaliditätsversicherung. Das Reich soll mit der Ehrenrechte sowie auf Zulässigkeit von Polizei- Aufsicht erkannt Verwaltung und Befihnahme des Apothekenwesens fein fiskalisches darin nach Kräften zu fördern. einen Werthgegenstand besige ich werden kann. Die Strafen des Ablaß i treffen Interesse verfolgen, sondern die Medikamente zum SelbstkostenAber noch etwas, wenigstens nominell, die Altonaer rothe Fahne! Das Recht an auch denjenigen, welcher aus Gerichtsverhand- preise verabreichen. derfelben übertrage ich an E. Frohme als den geeignetsten Mann. Iungen, für die wegen Gefährdung der Sitt: Abg. Bebel( Soz.): Unser Antrag soll nicht dem Staate In meinem Schrank in meiner Wohnung wird er die Schenkungs- lichkeit die Deffentlichkeit ausgeschlossen war, einen materiellen Vortheil bringen, sondern die Bevölkerung, urkunde finden. Wenn es J. Audorf intereffiren sollte, einen oder aus den diesen Verhandlungen zu Grunde liegenden amt namentlich die franke, günstiger stellen. Nach der GewerbeBlick in meine Verhältnisse, die ich in Amerika durchgemacht, zu lichen Schriftstücken öffentliche Mittheilungen macht, Ordnung ist das Apothekergewerbe fonzessionspflichtig; die Art thun, so mag er sich mein altes Kontobuch geben laffen; ich habe welche geeignet sind, ergerniß zu erregen. der Konzessionsverleihung aber gereicht den Ronzessionirten zum darauf geschrieben, daß es für ihn ist. Zwei angefangene Er Artikel II. Hinter§ 16 des Strafgesehbuchs wird folgender größten Vortheile, dem Publikum zum größten Nachtheile. Der zählungen für die Beitung habe ich leider nicht fertig bekommen, neue§ 16a eingestellt, und§ 362 erhält folgende Fassung: Reichstag beschäftigte sich mit der Frage schon mehrfach. ich fonnte nicht, weil ich ja stets meine Hände eingewickelt hatte. § 16a. Bei der Verurtheilung zu Buchthaus oder Ges Am 12. Ottober 1867, also zwei Jahre vor Erlaß der fängnißstrafe tann, wenn die That von besonderer Rohheit oder Gewerbe- Ordnung, dann bei bei Berathung derselben Sittenlosigkeit des Thaters zeugt, auf Verschärfung der zweiter und dritter Lesung, weiter 1873, 1874, 1878 und in Das sind die letzten Worte unseres unglücklichen, einem grau- Strafe bis auf die Dauer der ersten sechs Wochen erkannt zuletzt am 16. Februar 1888 wurden theils vom Plenum, famen Schicksal erlegenen Genossen. werden. Die Verschärfung der Strafe besteht theils von Kommissionen Beschlüsse gefaßt, wonach die Otto Reimer der wie er selbst angiebt, seit 1867 dem barin, daß der Verurtheilte eine harte Lager Heichsregierung zur Vorlegung eines allgemeinen deutschen Allgemeinen deutschen Arbeiterverein und dem Zigarrenarbeiter tätte und als Nahrung Wasser und Brot erhält. Apothekengesetzes aufgefordert wurde. Mehrfach wurde in diesen Berbande angehörte- war seit jener Zeit und überall und unter Die Verschärfungen können einzeln oder vereinigt angeordnet werden Beschlüffen die Beseitigung des Nachweises des Bedürfniffes nach allen Verhältnissen ein unermüdlicher Kämpfer für die Sache des und kommen an jedem dritten Tag in Wegfall. Auch kann auf eine einer Apotheke verlangt, der Abg. Dr. Virchow hat sich im Jahre Proletariats. Bei den Parteigenossen in Altona und der Proving mildere Bollstreckungsweise erkannt werden. Die Strafverschärfungen 1879 entschieden für die Verstaatlichung der Apotheken ausge erfreute er sich wegen seiner Opferbereitschaft, Begeisterung für unsere sind auszufeßen, wenn und so lange der körperliche Zustand des sprochen. Delbrück und Michaelis sagten mehrfach die Erfüllung Sache und bescheidenen Hingabe an dieselbe großer Berurtheilten den Vollzug nicht zuläßt. der auch von ihnen als gerechtfertigt anerkannten Wünsche zu, Achtung, welche darin ihren Ausdruck fand, daß Reimer zu $ 362. Die nach Vorschrift des§ 361 Nr. 3 bis 8 Ver- was freilich zuletzt nur noch mit großer Stepsis anfgenommen . * D. D." das wurde; der Bundesrath beschäftigte sich mehrfach mit der Frage, und nicht selten gelingt es ihnen den Kranken möglichst viele| bürdet war. Vergreift sich aber ein überbürdeter Apothekergehilfe, die er allerdings für noch nicht spruchreif erklärte, bis nach dem und theure Medikamente zu verschreiben und die Kranken in ihre dann werden ihm nicht mildernde Umstände zugebilligt. UeberRücktritt Delbrück's und Michaelis' jeder Versuch einer reichsgesetz- Apotheken zu verweisen. Das würde vermieden werden, wenn triebene Preise für Apotheken sind mir namentlich in Hannover Lichen Regelung der Materie aufhörte und nur noch Petitionen das Apothekergewerbe verstaatlicht und die Apotheker zu Staats- vorgekommen. Das Uebel liegt in einer völlig falschen Handden Anlaß zu ihrer Besprechung im Hause boten. Inzwischen war beamten gemacht würden; dann hätten sie kein Interesse daran, habung der bestehenden Gesetzgebung. Unser Gesetz fennt nur 1877 das Gesetz zur Regelung des Apothekenwesens in Elsaß- so hobe Reinerträge herauszuschlagen. Bei einer Verstaatlichung conzessionirte Apotheken; von 6000 Apotheken sind nur 40 pet. Lothringen zur Verabschiedung gekommen, wonach in der Apotheken würden die Preise allmälig billiger werden. Jede privilegirt mit der Realberechtigung, bei allen übrigen müßte mit diesem Lande statt der früheren Niederlaffungsfreiheit jedes zum neue Apotheke würde dem Staat nichts foften, während dem Tode des Besizers die Konzession erlöschen. Es hat sich Apothekenbetriebe Befähigten das Konzessionssystem eingeführt der Staat allerdings die bestehenden, von ihm zu über- aber der Usus herausgebildet, daß Personalfonzessionen zu Realwurde; sofort stiegen dort die Preise für eine Apotheke von nehmenden Apotheken entschädigen müßte. Selbstverständ tonzessionen geworden sind. Es giebt eben genug gute Freunde 15-18 000 Mart auf 50-60 000. Die gegenwärtige Praxis in lich brauchte das Reich nicht diejenigen Spekulations- und Gevattern. Es fann einmal nicht bestritten werden, daß der Handhabung der Konzeffionirung giebt keine Hoffnung auf preise zu zahlen, welche einzelne Unternehmer in den letzten die Krankenkassen jährlich für Arzneien 12 Millionen Mart ausBesserung. Wir haben in Deutschland 4680 Apotheken mit 6000 Jahren, verführt durch die allgemeine Lage des Apothekenwesens, geben. Diese Arzneien würden in Wirklichkeit einen BruttoGehilfen und Lehrlingen, und außer ihnen darf Niemand, z. B. gezahlt haben, sondern nur eine Durchschnittstage. Die weitaus werth von 200 000 7. repräsentiren. Würde auch kein zum Apothekenbetrieb befähigter, studirter und exami- größte Bahl der Apotheken beruht nicht auf Real, sondern Reich nicht ein ungeheures Geschäft machen, wenn es für nirter Droguift Medikamente herstellen und verkaufen. Noch vor Personalfonzessionen. Der Staat braucht also nur abzuwarten, den Preis von 11 800 000 M. Die Apotheken in die Hand wenigen Jahren hat das fächsische Ministerium die ihm unter bis diese Apothekenbesizer ihr Gewerbe aufgeben oder sterben, nähme? Wenn man sagt, daß bei den Apotheken nur ein bes stellten Behörden aufgefordert, in jedem Uebertretungsfalle gegen umsonst in den Besitz der Apotheken zu gelangen. Durch die scheidener Binsfuß herauskommt, so übersieht man, daß, wie bei den betreffenden Droguisten nicht mehr Geldstrafe, sondern Haft Verstaatlichung würde auch der Geheimmittel- Schwindel, wie er der Landwirthschaft der Grund und Boden, hier der Besitz der zu beantragen. Durch die Zunahme der Bevölkerung und die durch die heutigen Apotheter unterstützt wird, mit einem Schlage Apotheke viel zu theuer getauft worden ist. Die Realtonzessionen fozialpolitische Gesetzgebung mit ihren zahlreichen Krankenkassen beseitigt werden. Angesichts der vom Reichstage beschlossenen stammen noch aus der Zeit der Privilegien, die Zeit der Realist der Gewinn der privilegirten Apotheker ganz außerordentlich fozialen Gesetzgebung, die in den nächsten Jahren noch ausgedehnt tongessionen ist vorüber. Heute giebt man das Privilegium in geftiegen. Die Folge ist ein sehr große Steigerung des Werthes der werden soll, ist es eine dringende Nothwendigkeit, dem jezigen der Form von Liebesgaben an Spiritusbrenner u. f. w. und in Apotheken und ein so häufiger Wechsel der Befißer, wie in feinem Apothekenunfug durch Uebernahme des Apothekenwesens auf Form von Schutzöllen an die Großgrundbesizer. In Braunanderen Gewerbe. Von 1876 bis 1887 vermehrte sich die das Reich ein Ende zu machen.( Beifall bei den Sozial- schweig hat man im vorigen Jahrhundert verstaatlichte Apotheken Zahl der Bevölkerung Deutschlands um 9,7 pct., die der demokraten.) gehabt, fie aber wieder aufgehoben, weil Unregelmäßigkeiten vor Apotheken um 284, d. h. um 6, die der Pharmazie Studirenden Abg. Witte( fr.): Das Material des Begründers des An- gefommen waren. Die württembergischen Apotheker haben selbst um 60, die der Approbirten um 50 pet.; 1876 tam eine Apo- trags ist ein äußerst dürftiges gewesen. Was er sachlich gegen bas System der Personalfonzession für Gift erklärt, für den theke auf 10 800 Einwohner, 1887 eine auf 11 300; in Preußen den Apothekerstand vorgebracht hat, muß ich zum größten Theil moralischen Ruin des Standes. Im weiteren führt Redner einige ftieg in demselben Beitraum die Zahl der Apothefen von 2336 auf das entschiedenste bestreiten. Ich finde allerdings auch ein Beispiele an, welche die ungeheuere Bertheuerung darthun auf 2532. Beim Apothekenverkauf rechnet man das 7-10fache schweres Verschulden der Regierung darin, daß sie die Regelung follen, die für die arme Bevölkerung durch den Arzeneides Jahresumsages als Werth. Die Apotheker arbeiten mit des Apothekenwesens hat ruhen lassen; diese Lässigkeit hat die zwang und Apothekenzwang, welchen die Krankenversicherung einem Durchschnittsgewinn von 200 pet. Viele reiche Apotheker Mißstände großgezogen, welche thatsächlich vielfach aufgetreten eingeführt hat, herbeigeführt worden ist. Arzeneien, welche mit Taufen Apotheken nur, um sie nach wenigen Jahren mit großem sind in den erstaunlichen Preissteigerungen der Apotheken. Aus 80 Pf. vom Droguisten geliefert werden können, sind mit 9 M. Nuzen wieder zu verkaufen. In der preußischen, noch jest gel- brücke wie Schwindel u. f. w. sind aber durchaus unstatthaft; berechnet worden. Dabei werden eine Masse Rezepte nur u., t. tenden Apothekerordnung vom 24. Oktober 1811 wird als Motiv ich bedauere, daß man dem gebildeten, tüchtigen und zuverlässigen verschrieben, nämlich ut aliquid fiat, damit nur etwas geschehe. zur Apothekenvermehrung das Wachsthum der Bevölkerung und Stande der Apotheker solche Vorwürfe in solcher Allgemeinheit( Heiterfeit.) Ein Millionär läßt sich für 30 Pf. Fliederthee vom Steigerung des Wohlstandes angegeben. Man erkannte also gemacht hat. Die Arzneipreise sind die billigsten in der ganzen Droguisten holen, ein Krankenkassen- Mitglied muß sich vom Kassenschon damals, daß nur der Begüterte überhaupt Medikamente Welt und außerdem durch die behördlichen Tayen festgelegt. Be- arzt die Sache verschreiben lassen und bezahlt 67 Pf. Wir sind taufen könne, inzwischen hat die sozialpolitische Gesezgebung rechnungen, wie sie Herr Bebel vorgeführt hat, find durchaus der Meinung, daß über solche Fachgegenstände nicht im Plenum mit dem Rassenzwang auch die Zahl der Medizinkonsumenten hinfällig. Durch Staatsbetrieb fann abfolut nicht ein billigerer Preis verhandelt werden kann, sondern nur in der Kommission. Wir erheblich vermehrt. Schon 1875 bemerkte eine Petition erreicht werden. Die Arzneikosten der Krankenkaffen betragen nur haben darauf hingewiesen, daß etwas geschehen muß zur Regelung von Droguisten, in den Großstädten sei der Preis der Apotheken 15 pet. ihrer Gesammtausgaben. Von 4680 Apotheken werden diefer Verhältnisse, daß ein ganz ungeheurer Wirrwarr in der unverhältnismäßig gestiegen; seitdem hat sich die Preissteigerung 1266 ohne Gehilfen geleitet, 1919 haben 1, 915: 2, 320: 3, Apothekengesetzgebung herrscht. Wirklich realprivilegirte Apotheken auf alle Orte ausgedehnt. Nach einem amtlichen Bericht aus 182: 4, und nur 78: 5 und mehr Gehilfen. Diese Zahlen giebt es im Deutschen Reich nur 40 pCt., also etwa 4000 dein Regierungsbezirk Liegnitz über die Jahre 1884 bis 1888 setgen schon, wie übertrieben die Behauptungen von der glänzen- find Personalfonzessionen. Bei den letzteren läßt sich schon das foftete die Apotheke in einem Städtchen mit 3000 Einwohnern den finanziellen Stellung der sämmtlichen Apothekenbesitzer sind. durch unser Antrag realisiren, indem man einfach das heute bein dieser Zeit 160 000 M., in Lüben, einer Stadt mit 5000 Ein- Vor 4 Jahren haben die Sozialdemokraten über die Frage ganz stehende Gesetz zur Ausübung bringt, wonach das Privilegium wohnern, 155 000 M., in Landshut mit 7000 Einwohnern anders gedacht, damals hielten sie die Gemeinden für die richtige mit dem Tode des jeweiligen Inhabers erlischt. Die Regierung 255 000 M., in Glogau die Hofapotheke 266 000 M.; in Mark Stelle zur Uebernahme der Verwaltung des Apothekenwesens tann schon jetzt Apotheken errichten, wo es nothwendig ist, ohne Lissa stieg von 1884-88 der Preis der Apotheke von 80 000 auf und lehnten ausdrücklich im Reichstage ab, sich für die Ver- sich um Privilegien zu kümmern; denn es steht nirgends im Gefeß, 120 000., in einer anderen Stadt von 120 000 m. 1880 auf ftaatlichung zu begeistern. Die Angaben über Ausbeutung der daß den privilegirten Apothekenbesitzern teine Konkurrenz gemacht 150 000 M. 1884 und auf 184 000 m. 1888; aus einer fleineren Gehilfen und Lehrlinge find gewiß in gutem Glauben gemacht, werden darf. Wir haben ja heute schon die Apotheken unter Stadt in der Nähe von Hanau wird berichtet, daß die Apotheke aber sie müssen von einem fläglichen Gewährsmann herrühren. Staatsrevision, die zwar sehr mangelhaft ist; die staatliche Aufgetoftet habe: 1876: 54 000 9., 1884: 65 000 m., 1885: Ich bitte die Regierung meinerseits dringend, die Regelung der sicht ist also kein Novum, wir wollen nur, daß sie etwas er72 000 m., 1888: 88 000., 1889: 106 000 M.! In dieser kurzen Apothekenfrage endlich in die Hand zu nehmen. weitert und strenger gehandhabt werde. Die Staatsapotheken Zeit hat also diefe Apotheke fünfmal ihren Besitzer gewechselt! Tas Staatssekretär v. Bötticher: 1877 waren Seitens der tönnen auf jeden Fall billiger arbeiten, denn nicht allein die Apothekergewerbe ist hiernach ein Privilegium für reiche Leute ge- Reichsverwaltung dem Bundesrathe zwei Gefeßentwürfe zu: ungeheueren Kosten sind es, welche den Preis für Medikamente worden. Theoretisch ist ja die Konzession eine reine Personalfonzession, Regelung des Apothekenwesens vorgelegt, einer auf Grund der vertheuern; es sind die Grundobjekte, welche mit verzinst die, wenn der Inhaber sie aufgiebt, an den Staat zurückfällt, Personal, der andere auf Grund der Realkonzession. Die Be- werden müssen, das Kapital, welches in Vorräthen angelegt praktisch ist es anders: praktisch erkennen Gerichte, daß, wenn rathung im Bundesrath endete damit, daß der Bundesrath Ab- ist u. s. w. Auch die Hauswirthe prellen die Leute, die eine ein Grundstück, in dem eine Apotheke sich befindet, subbastirt stand nahm von der einheitlichen Regulirung, weil die Regelung Apotheke in ihren Häusern eröffnen wollen. Dabei er wird und der den Höchstbetrag Bietende zur Ausübung des nach der einen oder anderen Seite auf vielfachen Wider zielen die Apothekenbefizer, wie ich ganz genau weiß, noch Apothekergewerbes berechtigt ist, diesem die Fortführung der spruch stieß. Die preußische Regierung hat sich dann in ganz enorme Ueberschüsse. Was ist denn eigentlich aus unseren Apotheke sicher sei. Ein Blick in die" Apotheler Zeitung", das ihrem Machtbereich mit der Materie beschäftigt, aber auch hier wissenschaftlichen Heimstätten geworden? Niederlagen von allerlei. Organ des deutschen Apothekervereins, zeigt, wie häufig Apotheken haben sich noch nicht ausgetragene Meinungsverschiedenheiten er- Mineralwassern, ein Sammelsurium von allerlei möglichen Ge verkauft find; in jeder Nummer findet man zahlreiche An- geben. Ich bin aber zu der Annahme berechtigt, daß in nicht zu heimmitteln u. f. w. Das Loos der Agothekergehilfen, die erst erbietungen. Im Großherzogthum Baden sind von 1884 bis ferner Zeit die Frage wird geregelt werden können; es wird lange studiren und zwei Examina ablegen müssen, um schließlich 1889 von 147 vorhandenen Apotheken 50 für 7 310 000 m. ver- jedenfalls nicht mehr so lange dauern, wie es schon gedauert hat. 1500-1600 M. zu beziehen, ist fein glückliches, oft sind sie sogar fauft worden, also die einzelne für durchschnittlich 144 000 m. Dann erst würde auch die Zeit sein, den Gedanken des Antrags noch zum Zölibat verurtheilt. Man zieht immer mehr Personal Durch die hohen Ankaufspreise sind die Apotheker genöthigt, die voll zu würdigen. Die Annahme des Antrags würde die be- durch die technischen Hochschulen heran, an ein Selbständig Apotheke auf jede Weise rentabel zu machen und so werden sie stehenden Schwierigkeiten nicht vermindern, sondern vermehren. werden ist gar nicht zu denken, es sei denn, daß Jemand einen gegen die Bestimmungen der Konzession zu Hauptverkäufern Die Verstaatlichung der Apotheken halte ich für kaum durch- reichen Bater habe, oder es verstehe, einen reichen Schwiegervater Der theueren Geheimmittel, fie verkaufen Medizinal- führbar. Dazu müßten wir umfassende Organisationen haben, zu bekommen. Diese Zustände sind nach allen Seiten hin unwein", den man in jeder Weinhandlung viel bil über die wir jeht nicht gebieten. Ich werde Alles thun, um haltbar. Unser Antrag ist einem dringenden Bedürfniß ent liger bekommt. Dabei sind durch die fozialpolitische die Vorlage eines derartigen Entwurfs nach Möglichkeit zu be- fprungen. Die Regierung beeilt sich ja auch sehr, die Zustände Gesetzgebung 61/2 Millionen Arbeiter in der Krankenversicherung, schleunigen. zu verbessern feit 80 Jahren ist die Apothekenordnung nicht 131/2, Millionen Arbeiter in der Unfallversicherung; im Jahre 1989 Abg. Menzer( dk.): Wir schließen uns dem Antrage auf geändert worden. Der preußische Kultusminister erklärte wurden von den Krankenkassen 11 775 000 M. für Medikamente Beschleunigung einer derartigen Vorlage an. Die rapide Steige- war, er habe für Preußen eine neue Apotheker- Gefeßgebung ausgegeben, von freien Kassen Krankengeld für Aerzte und Medi- rung der Apothekenpreise ist zugegeben; Herr Bebel hat aber alle fix und fertig, aber man sieht nichts davon. Die sozialfamente 32/3 Millionen, von anderen Anstalten für Medikamente Momente, welche geeignet sind, die angeblichen hohen Gewinne demokratische Partei denkt nicht daran, daß diese scheinbaren 7 Millionen. Da bieten die Apotheker natürlich Alles auf, ihr der Apotheker zu schmälern, anzuführen unterlassen. Wenn die Konzeffionen irgendwie abgelöst werden sollen, dazu würden Privilegium zu behalten. In Preußen ist schon 1886 ein Vorwürfe des Abg. Bebel dahin gehen sollten, daß die Apotheker 400 Millionen nicht genügen; wir brauchen uns nur auf den Ministerialerlaß ergangen, wonach neufonzessionirte Apotheken den Geheimmittel- Schwindel begünstigten, so ist das ebenso un- Boden des Gesetzes zu stellen und zu verlangen, daß das Reich nicht früher als 10 Jahre nach Ertheilung der Konzession verwahr, wie die behauptete unmenschliche Behandlung der Gehilfen. von seinem Recht Gebrauch macht und Apotheken gründet. Die kauft werden dürfen, widrigenfalls die Konzession verfiele und Unser Apothekerstand steht viel zu hoch, als daß er von solchen Gründe gegen unsern Antrag haben nicht den geringsten Gehalt; vom Staate wieder neu verliehen werde. Mit der Zahl der Be Angriffen berührt würde. Die weitaus größte Zahl der Apo- wenn die Mehrheit sich auf unsern Antrag nicht einlassen will, völkerung wächst naturgemäß der Werth der Apothefen. Und thefen sind Realtonzessionen( Widerspruch links), wenigstens bei fo beweist das blos ihre alte Neigung, zu Gunsten einer be wenn man diesen Zustand noch für die Bergangenheit als berechtigt uns in Baden; wie diese Alle ohne ungezählte Millionen aus günstigten Klasse das Alte bestehen zu lassen. anerkennen will, wo die Apotheker die einzigen wissenschaftlich dem Reichssäckel abgelöst werden sollen, ist mir unerfindlich. Wir Gebildeten, zur Herstellung von Medikamenten Befähigten waren, bitten um die Ablehnung des Antrags, wir haben allen Grund, so gilt das doch nicht für die Jezztzeit, wo durch den kolossalen auf unsere Neunundneunziger stolz zu sein. Umschwung in der Physik und Chemie es möglich geworden ist, Abg. Wurm( Soz.): Die Vertretung der Apotheker hat der die Medizinalstoffe billig und vorzüglich in großen Fabriken her Vorredner mit einer Entschiedenheit geführt, die auffallen muß zustellen, von wo der Apotheker sie zu geringen Preisen bezieht, bei einem Manne, der nur mit dem Wein zu arbeiten pflegt. nach den Vorschriften der Rezepte mischt und theuer verkauft.( Abg. Menzer: Geht Sie garnichts an!) Alle seine Behaup- Part eitag lediglich als Agitationsmittel bezeichnet hat. Aus der Gegend von Chemniz hat mir ein Apotheker ein Rezept tungen sind falsch. Er weiß zunächst nicht, was 1887 hier in Apothekerstand begünstigt den Verkehr mit Geheimmitteln nicht, geschickt, wonach die einzelnen Ingredienzienbezeichnungen sind Berlin passirt ist. Es wurde, um eine Probe auf die Leistungen er will ihn entfernen. Die eigentliche Rezeptur ist in den Apovon ihm verdeutscht die Kosten für den Apotheker betragen: der Herren zu machen, ein Rezept an sämmtliche Apotheken theken in den legten Jahrzehnten sehr zurückgegangen, der Hand 25 Gramm grüne Seife: 1 Pf.; 3 Tropfen Rosenöl: 15 Pf.; geschickt, auf welchem unter Anderem„ rother Nesselfriesel, verkauf hat entsprechend zugenommen. Ich kann nur dringend 17 Gr. Schweinefett: 20 Pf.; Binkweiß: 3 P.; 2 Büchsen: betrügerischer Playkauf" u. f. w. verschrieben war. Wiit Aus- bitten, den Antrag abzulehnen. 6 Pf.; in Summa: 45 Pi.; der Apotheker nimmt dafür 1 M. nahme von zwei Apotheken haben alle Berliner Apotheken Damit schließt die Diskussion. Im Schlußwort bemerft 70 Pf. Gläser, die 4 bis 5 Pf. fosten, berechnen sie den armen diese schönen Sachen sauber auf Flaschen gezogen geliefert. Abg. Bebel( Soz.): Da es sich hier um prinzipielle Aufs Leuten mit 25 Pf.! Pasing macht in einer Broschüre für( Hört! hört!) Er weiß ferner nicht, daß ein Prozeß in Köln im fassungen handelt, tönnen wir unsere Gegner nicht von der den kleinen Landapotheker folgende Rechnung auf: Jahres- vorigen Jahre enthüllte, daß am Bertriebe eines faulen Geheim- Richtigkeit unserer Ansichten überzeugen. Wir haben ja schon einnahme aus der Rezeptur 3416 M. 75 Pf., aus dem mittels fich nicht weniger als 552 Apotheker mitschuldig gemacht viele Staatsbetriebe: Bergwerke, Eisenbahnen u. s. w.; hier soll Handverkauf 760 M., in Summa 4176. 75 Pf.; Aus- hatten, wie der Staatsanwalt selbst hervorhob. Der Angeklagte ein ähnlicher Staatsbetrieb eingeführt werden, nur soll der Staat gaben für Droguen 678 M. 70 P., für Flaschen 763 M. 55 Pi.; Heilgehilfe Schuhmacher wurde zu 2/2 Jahren Zuchthaus ver- nicht, wie es sonst geschieht, materielle Vortheile von seinem Be dabei hat der Apotheker aus seinem Hause noch Reinertrag an urtheilt. Gegen die Apotheker bedauerte der Staatsanwalt nicht trieb haben. Die Thatsache, daß wir einen solchen Antrag hier Miethe, Gartenfrüchten u. s. w.; der Kaufpreis dieser Apotheke einschreiten zu können, weil das Gesetz teine Handhabe dazu einbrachten, beweist, daß wir praktische Vorschläge machen, aber betrug 1880: 18 000 m., 1890: 38 000 M.; der Apotheker ver- biete. Ein Blick auf die Schaufenster der Apotheker zeigt, daß daß der Antrag von uns tommt, genügt Ihnen, dagegen zu sein. diente an den Droguen 487 pSt., am Arbeitslohn 218 pct., an diese hauptsächlich Geheimmittel vertreiben. So wird dem armen Die Apothekenverstaatlichung ist schon seit 25 Jahren von dem Gläsern u. f. w. 288 pet. Diese hohen Beträge muß das Publikum das Geld aus der Tasche gezogen. Die Pharmakopöe bekannten Apotheker Kempf in mehreren Petitionen als Jdeal Publikum in dem Augenblick zahlen, wo für die Leute die größte unterscheidet zwischen Heilmitteln für die Armen und Reichen. hingestellt worden. Durch die neuere sozialpolitische GesetzNoth und Trübsal eintritt, wo die Beschaffung der nothwendigsten Ich habe mir nun eigens von einem Arzt in Hannover ein Rezept gebung sind die Arbeiter genöthigt, ihre Medikamente in Lebensmittel ost sehr schwer fällt. Nun sollte man doch meinen, besorgt und in zwei verschiedenen Apotheken anfertigen lassen. Den Apotheken zu hohen Preisen herstellen zu lassen. in einem solchen Gewerbe werde für die Gehilfen und Lehrlinge gut In der Pharmakopöe steht, daß für die Armen statt Hier soll ja nicht eine tausendjährige Kultur umgestoßen geforgt sein nichts weniger als das! Wir haben bei der Kranten-, ein zu geben ist eine Mischung von von Spiritus, aro- werden, denn so lange bestehen die Apotheken noch nicht, und die Unfall- und Invalidenversicherung die Apothekerlehrlinge und-Ge- matischer Zinktur, destillirtem Wasser und Syrup. Diese jetzigen Apothekerverhältnisse verdienen nicht, erhalten zu werden. hilfen miteinbeziehen wollen, der Reichstag lehnte es jedesmal ab! Jch billige Mischung ließ ich zuerst für den Arzt selbst her- Dieser Antrag Auer soll durchaus kein Agitationsmittel sein. Die weiß überhaupt nicht, woher diese den Apothekenbesitzern so stellen, da toftete sie nur 20 Bf. Darauf ließ ich sie für einen Absicht den Antrag zu stellen, ist bei mir schon seit sieben Jahren günstige Stimmung der Reichsregierung und der Reichstags- Fremden herstellen, da kostete fie 65 Pf. Der Wein selbst hat vorhanden, und ich bin nur aus persönlichen Gründen daran ges mehrheit kommt. Die Ausbeutung der Gehilfen und Lehrlinge im einen Werth von 3 Pf., die Flasche von 8 Pf. Auf das Liter hindert worden, ihn einzubringen. Die Auffassung von der Apothekergewerbe ist die ärgste, die es giebt; in einer Berliner berechnet, würde sich das Liter Armenwein auf 5,20 m. stellen, Nothwendigkeit einer Aenderung ist allgemein. Die schwindel Apotheke hatte ein Gehilfe in 14 Tagen 200 Arbeitsstunden, täg- dafür läßt sich doch schon ein ganz hübscher Wein herstellen. haften Preise der Medikamente haben von feiner Seite widerlegt lich also 15, und nur alle 14 Tage einen freien Tag. Dadurch Seit der Zeit, wo Herr Witte Apotheker war, haben sich die werden können. Auch daß eine fortwährende Preissteigerung der erflären sich auch die in letzter Zeit mehrfach von Gerichten er Verhältnisse sehr geändert. Ein großer Theil der Medikamente Apotheken selbst vorhanden ist, ist nicht bestritten worden. Diese ledigten Fälle falscher Rezeptanfertigungen, infolge deren wird sogar schon fertig verpackt von den chemischen Fabriken be- unnatürlichen Zustände müssen beseitigt werden. Bei dem jetzigen Krankheitsverschlimmerungen, ja Todesfälle eintraten die zogen. Die Droguenwaaren werden von den Apothekern mit ganzen System müssen die Apotheken geradezu aus finanziellent Leute sind eben zu überbürdet. Ein tüchtiger Rezeptor tann im 200-600 pe. theurer verkauft, als sie sie selbst beziehen. Die Intereffe Den Geheimmittel- Schwindel begünstigen. Die Tage 70 bis 100 Rezepturen anfertigen; aber wenn bis zu Apothekergehilfen und Lehrlinge werden heute von den Besitzern Bustände, die ich bezüglich der Lage der Apotheker 150 Rezepten gefordert werden, so ist das zu viel. Die Ver- in ganz entsetzlicher Weise ausgebeutet. Nach der amtlichen Sta gehilfen und-Lehrlinge schilderte, beruhen durchaus theuerung der Medikamente hat noch andere Uebelstände tistik hat sich in den letzten 11 Jahren die Zahl der approbirten auf Wahrheit, denn meine Anführungen entstammen zur Folge. Die Krankenkassen- Borstände erließen mehrfach Gehilfen überhaupt nicht vermehrt und nicht vermindert, die Thatsachen, die uns aus Kreisen der Gehilfen mitgetheilt Zirkulare an die Kaffenärzte, möglichst billige Arzneien zu ver- Bahl der nichtapprobirten Gehilfen um 36 und der Lehrlinge und die in den Fachzeitschriften öffentlich besprochen sind. ordnen, oder, wo es geht, folche ganz fort zu lassen; mit den um 60 pet. gesteigert. Wenn Jemand im Eisenbahndienst einen Sie sollten den Antrag nicht lediglich deshalb ablehnen, weil er hohen Preisen schädigen sich also die Apotheker schließlich selbst. Unfall verschuldet, dann sind Publikum und Gerichte ge- von uns tommt. Die Unternehmerklasse hat auch ein Intereffe Auch haben Apotheker mehrfach Aerzte zu bestechen versucht -neigt, Milde walten zu lassen, wenn der betreffende Beamte über- an der Berbilligung der Medikamente, denn fie flagt ja über - " Präsident v. Levetow: Der Redner hat der Majorität des Hauses einen Vorwurf gemacht, den ich als parlamentarisch un zulässig erklären muß. Abg. Witte: Die ganzen Ausführungen, die wir hier gehört haben, sind zum Fenster hinaus gesprochen; wir wissen ja doch, daß die sozialdemokratische Partei den ganzen Antrag auf ihrem Der bie Opfer, welche ihr die Kranken- und UnfallversicherungsGesetzgebung auferlegt. Die ärmeren Klaffen trifft natürlich erst recht die Bertheuerung der Medikamente. Ich bitte Sie, unseren Antrag anzunehmen. Vor der Abstimmung bezweifelt Abg. Werner( Antisemit) die Beschlußfähigkeit des Hauses und beantragt die Konstatirung derfelben; es mache ihm im Allgemeinen fein Vergnügen, die Beschlußfähigkeit zu bezweifeln, aber Präsident v. Levekow: Der Antrag bedarf keiner Motivirung. ( Heiterkeit.) Der Namensaufruf ergiebt die Anwesenheit von 167 Mitgliedern, das Haus ist also nicht beschlußfähig. Zur Geschäftsordnung bemerkt Abg. Prinz Carolath, daß es ein völlig haltloser Zustand fei, wenn ein einzelnes Mitglied des Hauses die Macht haben folle, die Verhandlungen lahm zu legen. Der Präsident werde dadurch in seiner verantwortlichen Stellung beeinträchtigt und die Anwesenden, nicht die Abwesenden damit bestraft. Der Präsident möge mit dem Seniorenkonvent in Verbindung treten darüber, ob nicht ein Antrag auf Feststellung der Beschlußfähigkeit der Unterstützung einer erheblichen Anzahl von Mit gliedern bedürfe. Das Ansehen des Reichstags werde durch solche Vorgänge geschädigt. Präsident: Das Uebel liegt in der mangelhaften Frequenz des Hauses, diese macht das Verweilen an diesem Plage that fächlich zu einer nicht angenehmen Aufgabe. Hinsichtlich der Frage, wie den häufigen Auszählungen vorzubeugen sei, will ich eine Erörterung veranlassen. Schluß 4 Uhr. Nächste Sigung Donnerstag 1 Uhr. ( Gefeßentwurf betr. den Belagerungszustand in Elsaß- Lothringen, fleinere Vorlagen, Wahlprüfungen.) Parteinachrichten. " In Salberstadt fand am 24. Februar die letzte Der Berliner Asylverein für Obdachlose hat soeben gegen den Redakteur Berg von der Sonntags- Beitung" feinen 22. Jahresbericht zur Versendung gebracht. Aus dem schwebende Antlage ihre Erledigung. Es handelte sich um eine felben geht hervor, daß die gemeinnüßigen Einrichtungen des angebliche Beleidigung des Ober- Stabsarztes Dr. Spiering. Das Vereins von Jahr zu Jahr mehr in Anspruch genommen werden. Landgericht hatte seiner Zeit gegen Berg auf einen Monat Ge- Die Bestrebungen des Asylvereins sind uns durchaus sympathisch, fängniß erkannt, das Urtheil war aber vom Reichsgericht auf- er thut unter den heutigen Verhältnissen das, was in seinen gehoben und an dasselbe Landgericht zurückverwiesen worden. Diesmal Kräften steht, um der augenblicklichen Noth zu steuern. Der erfolgte Freisprechung. Von den sechszehn Anklagen, welche ins- Verein hält sich durchaus frei von jener Wohlthätigkeitsfimpelei, gesammt gegen Berg erhoben wurden, endigten fünf sofort mit welche gegenwärtig zu einer Modefache geworden ist, er fann als Burücknahme, bez. Zurückweisung, zwei mit Freisprechung in der ein Muster gelten für Wohlthätigkeitsvereine der kapitalistischen Hauptverhandlung, drei in drei Fällen mit Verurtheilung in Gesellschaftsordnung. erster Instanz zu zwei Monaten Gefängniß und 15 Mart Geld- Die Angaben des neuesten Jahresberichts zeigen deutlich, strafe, wonach durch Revision und Berufung jedoch Freisprechung daß die Proletarisirung der Massen stetige Fortschritte macht. erfolgte. In sechs von sechszehn Fällen erfolgten Verurtheilungen Zum Beweis hierfür wollen wir einiges Zahlenmaterial anführen: zu insgesammt 340 Mark Geldstrafe nebst den nicht unbeträcht: Im Jahre 1891 wurden die Asyle von 127 088 Personen( Männer, lichen, nach hunderten von Mark zählenden Kosten und fünf Monat Frauen, Mädchen, Kinder) frequentirt, gegen das Vorjahr ein Plus Gefängniß. Berg hat noch fünf Monate wegen Beleidigung der von 3564 Personen. Der Durchschnittsbesuch im Männerasyle Mitglieder des reichstreuen Volksvereins zu Egeln abzureißen. betrug pro Nacht 298,88, im Frauenasyle 49,29. Seit der GrGegen den neuen Redakteur Osterburg schweben bereits öffnung der Anstalten sind in den Asylen 2 336 797 Personen wieder drei Anklagen. beherbergt worden! Durch den Arbeitsnachweis fonnten In Düsseldorf wurde im Geschäftslokal der 1710 Männer Arbeit erhalten. Das Hauptkontingent der Bes Niederrheinischen Boltstribüne" nach einem schäftigungslosen stellen die Arbeiter unbestimmten Berufs", Badet Schriften gehaussucht, von dessen Existenz die an dann tamen Rutscher, Schneider, Schuhmacher, Tischler u. s. w. jenem Parteiblatt Beschäftigten teine blasse Ahnung hatten. Es Um Arbeit suchten auch nach je 1 Graveur, Monteur, Ranglist, fonnte folglich auch nichts gefunden werden. Weber und Klavierspieler. war. In Glauchau ist abermals eine Versammlung ver- Das Männerasyl tann überhaupt nur 300 Personen auf boten worden, weil Walther May als Referent angegeben einmal beherbergen, die Durchschnittsziffer betrug fast 299, Die Begründung" war dieselbe wie früher: Walther so daß eigentlich ein Bett nie freigewesen ist. Während May ist in Untersuchung wegen§ 166 und 130, folglich tann der Wintermonate mußten nach einer durchschnittlichen es einem gegründeten Bedenken nicht unterliegen, daß auch die Schäßung in jeder Nacht mindestens 50 Menschen abgewiesen auf den 27. Februar einberufene Versammlung den Zweck hat, werden. Der Verein plant daher einen Neubau für Männer Gefeßesübertretungen, insbesondere gegen§§ 110, 131 St..G.- B., und hofft hierfür die thatkräftigste Unterstügung der vom Glück zu begehen, dazu aufzufordern oder doch dazu geneigt zu und Wohlstand begünstigten Mitbürger. machen, zumal in ostentativer Weise die Einberufung dieser Versammlung in Nr. 20 des Beobachters" als Antwort auf die polizeiliche Auflösung der Versammlung vom 13. v. Mts. angekündigt wird." Eine dem Jahresbericht beigefügte vergleichende Tabelle der Frequenz ergiebt eine stetige Zunahme. Während in den ersten Jahren( bis 1872) nur Biffern von 36 000 und 39 000 Männern zu verzeichnen sind, setzt das Krachjahr" 1873 gleich mit 57 500 ein. Von hier aber geht die Besuchszahl stetig hoch, von 1875/76 schnellt dieselbe von 73 960 auf 91785! Ab 1878 werden nie weniger denn 100 000 verzeichnet! Bei den Frauen ist das Verhältniß ein ähnliches, nur mit der Ausnahme, daß für diese die Jahre 1881/82 diejenigen waren, in denen das Asyl die höchste Besucherinnenzahl aufwies. In Aachen wurde der Genosse Adam Vogel als Vorsitzender des Arbeiter- Bildungsvereins für Aachen und Umgegend von der Anklage des Vergehens gegen das Vereinsgesetz (§§ 4 und 14) und der Uebertretung der Polizeistunde durch die Straftammer als Berufungsinstanz freigesprochen. Gegen das gleichfalls freisprechende Urtheil des Schöffengerichts war seitens Der Staatsanwaltschaft Berufung eingelegt gewesen. Gegen die Diese Ziffern find aber nur ein Beweis dafür, wie viel Obübrigen damals mitangeklagten sechs anderen Vorstandsmitglieder dachslose wirtlich im Asyl genächtigt haben, die Ziffern würden war feine Berufung angemeldet. Die Kosten beider Instanzen ganz andere sein, wenn sich die Feststellung ermöglichen ließe, sind der Staatstasse zur Last gelegt. Die Staatsanwaltschaft wie viel Personen beim Asyl vorsprachen, um Unterkunft zu hatte das Stiftungsfest des Vereins als Versammlung finden, und wie viel wegen Raummangels abgewiesen werden betrachtet. mußten. Daß dem Asylverein reichliche Spenden zufließen mögen, ist im Interesse der Humanität dringendst zu wünschen. Der Jahresbericht appellirt bringendst an die opferwillige Thätigkeit der Besitzenden und weist darauf hin, daß die schlechten Zeiten, das weitverbreitete Stocken von Handel und Gewerbe, am laften und die Elenden Leider hatte der Asylverein im verflossenen Jahre eine zur Verzweiflung treiben". Mindereinnahme sowohl an Jahresbeiträgen als auch an ein maligen Beiträgen zu verzeichnen. Und dabei sind die Ausgaben in stetigem Steigen Kommunales. Braunschweig, 1. März. Gestern Abend wurde im Saale des Hofjägers" eine Bolksversammlung abgehalten, für welche 6000 Billets ausgegeben waren. Die noch in stärkerer Zahl heranrückenden Massen fanden nicht alle mehr Unterkommen, sehr viele mußten umfehren. Das Referat hatte Genosse Bebel übernommen; derselbe sprach über das Thema: Wesen und Ziele der Sozialdemokratie. Die Versammlung verlief ausgezeichnet. Nach dem Vortrag nahm ein Herr Bär, der sich zu den Berliner Unabhängigen zählte, das Wort, um sich in den sattsam be fannten Anflagen gegen die Fraktion und den Parlamentarismus zu ergehen. Die Versammlung wurde darüber so erregt, daß sie schließlich dem Redner das Wort entzog. Der Referent ant wortete und führte den ,, Unabhängigen" gebührend ab. Weiter interpellirte Genosse Göß den Referenten: ob es wahr sei, daß der Parteivorstand die Weisung habe ergehen lassen, teine Ver sammlungen der Arbeitslosen mehr zu veranstalten. Genoffe Bebel antwortete, daß ihm von einem solchen Beschluß nichts bekannt sei und die Nachricht auf Erfindung beruhe. Gine Die Bezirks- Komiteemitglieder, welche bei den Berliner schwersten auf den unbegüterten Klassen unseres Boltes mittlerweile eingegangene Resolution, lautend: Die Versammlung erklärt sich mit den Ausführungen des Referenten voll- Stadtverordneten- Wahlen im November 1891 gewählt sind, werden tommen einverstanden und hält die eingeschlagene Taktik für hiermit ersucht, am Freitag, den 5. März, Abends 82 Uhr, im die allein richtige", wurde mit allen gegen 3 Stimmen( die des Restaurant Pyrtet, Gipsstr. 3, zu erscheinen. Tagesordnung: erwähnten Bär und zweier seiner Freunde) angenommen. Alsdann 1. Rechnungslegung des Zentral- Wahlkomitees. 2. Wahl von wurde die imposante Versammlung mit einem donnernden Hoch auf die internationale Sozialdemokratie geschlossen. Das Zentral Wahlfomitee. J. A.: Otto Klein, Unter Revisoren. dem Gesang der Marseillaise ging man auseinander. Schönleinstr. 6. Die Polizei war in sehr starker Bahl aufgeboten und in der Nähe des Versammlungslokals postirt, sie fand aber feine Veranlassung zum Einschreiten. Eine große Unruhe bemächtigte sich der Versammlung und allerlei Zurufe wurden laut, als der die Versammlung überwachende Polizeibeamte das Podium betrat. Es war derselbe Beamte, der in der Woche vorher durch sein Einschreiten in der Versammlung der Arbeitslosen wesent lich zu den Konflikten beitrug, die aus jener Versammlung entstanden, daher der Unmuth der Massen über diesen Herrn. # Lokales. Wir sehen in den Asylen natürlich keine Anstalten, die herbeizuwünschen wären in dem Augenblick in welchem an Stelle des Klassenstaates der sozialistische Staat getreten ist. Dann erübrigen sich solche Institutionen von selbst. So lange aber Dieses Ziel nicht erreicht ist, müssen wir das Gute nehmen, woher es kommt. Und die Bestrebungen des Berliner Asylvereins sind gute, die der Unterstützung werth sind. Durch das Polizeikostengesetz, welches gegenwärtig in Senfationelle Schauermären über einen größeren zweiter Lesung im Abgeordnetenhause zur Berathung steht, wird Butsch", der in Vorbereitung" sein soll und für den man die Stadt Berlin ganz erheblich belastet. Der Abg. Gberin, untrügliche Zeichen" haben will, werden in die Presse lancirt. Stadtrath und Syndikus des Berliner Magistrats, sprach in der Es soll am Dienstag Abend ein Arbeiter verhaftet worden sein, heutigen Sitzung des Abgeordnetenhauses die fürchterliche Durch den Beschluß der Kieler freisinnigen" Stadt der sich dadurch bemerkbar gemacht hatte, daß er Drohung aus, Berlin werde nun manche Anstands- und verordneten- Versammlung( fiehe Politische Uebersicht), wonach eine rothe Fahne bei sich trug. Bei seiner Vernehmung hüllte Repräsentationsausgabe unterlassen müssen. Unter Anstands nur derjenige das Bürgerrecht und damit das kommunale Wahl er sich in Bezug auf seine Zugehörigkeit zu einer politischen ausgaben versteht der Herr Stadtrath nicht etwa Ausgaben zur recht hat, welcher entweder als Hausbesizer 6 M. Haussteuer Partei in ein geheimnißvolles Schweigen und verweigerte auch Beseitigung des Nothstandes; nach Bourgeoisbegriffen wären das zahlt oder als Gewerbetreibender 16 M. Gewerbesteuern, oder über den Zweck der mitgeführten Fahne jede genauere Aus- teine Anstandsausgaben. Herr Eberty versteht darunter Aus aber für ein Einkommen von mehr als 1200 M. steuert, durch kunft. Bei dem längeren und eindringlichen Verhör ist es in gaben wie für Widmung eines Schloßbrunnens, Dotationen für diesen unerhörten Beschluß werden ca. 5000 Bürger in tommu dessen gelungen, dem Festgenommenen äußerst wichtige Bu- Schüßen- und Sängerfeste, für Bekränzungen und Illuminationen naler Beziehung politisch entmündigt. Man will dadurch die ständnisse zu entlocken. Er giebt an, daß eine große Menge bei Fürstenbesuchen; solche und ähnliche Ausgaben, die in den Vermehrung der sozialdemokratischen Stadtverordneten verhindern; rother Fahnen in den letzten Tagen angefertigt worden seien und letzten Jahren Millionen verschlungen haben, droht Herr Eberty, dieser Zweck wird vielleicht auch fürs erste erreicht, aber die Er auch noch weiter hergestellt würden. Dieselben sollten dazu dienen, werde die Stadt in Zukunft unterlassen müssen. Das würde bitterung, welche die Taufende rechtlos gemachter Kieler Bürger um bei der nächsten Gelegenheit auf offener Straße Verwendung uns wenig dauern; wir fürchten nur, daß die Loyalität des erfassen muß, wird dafür sorgen, daß bei den nächsten Reichstags- zu finden. Gleichzeitig ist der Behörde die Ermittelung eines Herrn v. Forckenbeck es vorziehen wird, die vermehrten AusWahlen Kiel der Sozialdemokratie zufällt und auch bei den anderen Arbeiters gelungen, welcher in einem Geschäfte der gaben für die Polizei durch Anziehen der Steuerschraube zu Kommunalwahlen den Freifinnigen für später kein Segen erblüht. Rosenstraße eine nicht unbedeutende Menge rothen Beuges gekauft decken. hat. Auch dieses ist dazu bestimmt, um in Form von Zeichen In Strelin fand am 25. Februar die erste sozialdemo bei einer beabsichtigten Revolte vorangetragen zu werden. vorgestern Vormittag gegen 1/211 Uhr zwischen Treptow und Rig Selbstmord. Von den Rädern eines Südring- Zuges wurde fratische Parteiverfamalung statt. In derselben sprach Genoffe Auf Grund dieser Wahrnehmungen werden die umfangreichsten bort, in der Nähe der Köllnischen Wiesen, ein etwa zwanzig Jahre Berendt aus Berlin fiber die Bedeutung der Reichstags polizeilichen Vorbereitungen getroffen, so daß man in der Lage alter Mann zermalmt. Als der heranbrausende Zug sich in Wahlen und die Ziele der Sozialdemokratie unter reichem Beifall ist, den Ausbruch neuer Unruhen gleich im Reime zu ersticken. der Zuhörer. Von den anwesenden Gegnern meldete sich Niemand Fernerhin erfahren wir, daß der bevorstehende 18. März zu einer unmittelbarster Nähe des auf dem Bahnkörper stehenden Unzum Wort; sie haben nur den Muth, die in ihren Zusammen- Kundgebung ausersehen ist, und es gewinnt den Anschein, als ob bekannten befand, schritt dieser über die Schienen fort. Obwohl tünften ums Wort bittenden Sozialdemokraten niederzuschreien die Fahnen an diesem Tage Verwendung finden sollen. Gin beder Lokomotivführer sofort bremste, war es schon zu spät; als und ihnen die Thür zu zeigen. Die Versammlung erklärte sich stimmter diesbezüglicher Plan ist jedoch noch nicht bekannt ge- der Zug zum Stehen gebracht wurde, konnte nur noch die buchin einer Reſolution mit den Ausführungen Berendt's einver worden. Soviel aber verlautet, daß der Friedhof der Märzgefallenen stäblich in zwei Hälften getheilte Leiche des Mannes hervor standen und versprach bei der demnächstigen Reichstags- Nachwahl aus dem Jahre 1848 wahrscheinlich den Ausgangspunkt von Unruhen gezogen werden. Bei dem Todten, einem Arbeiter, der den heranmit voller Kraft für die Wahl Dr. Lütgenau's einzutreten. bilden wird. Während in den letzten Jahren die Besucher jenes stillen brausenden Bug wahrgenommen haben muß, wurden weder irgend Ortes den polizeilichen Anordnungen, in steter Bewegung 3 welche Papiere, die über seine Persönlichkeit Aufschluß geben, Die Kaffeler Sozialdemokraten haben durch elf monat- bleiben und nicht festen Fuß zu faffen, unbedingt Folge leisteten noch Werthgegenstände vorgefunden. lichen Boykott das Lokal Bunter Bock" wieder zu Ver- und ohne jedes Aufsehen ihre Kränze dem Andenken der Todten in einem Roupee 4. Klasse des schlesischen Personenzuges Nr. 72 Mit durchschoffener Schläfe wurde von Eisenbahn Beamten sammlungen zur Verfügung gestellt erhalten. widmeten, soll man mit der Absicht umgehen, in diesem Jahre an unweit der Station Erfner ein dem Arbeiterstande angehörender den Gräbern den Gedenktag auffälliger hervorzuheben. Hierbei * * " Gegen den Volksschul- Gefehentwurf erklärte sich ein stimmig eine Versammlung des Vereins Arbeiterschuh" in Hanau. Dieselbe forderte in der bezüglichen Resolution die Einführung des allgemeinen, gleichen, direkten und geheimen Wahlrechts für die Landtagswahl. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. genannte Genosse referirte, geschehen sein. scheint es dazu kommen zu sollen, durch einen einzigen Bider- Mann todt aufgefunden und nach der dortigen Leichenhalle ge= standsfall gegen die Polizei eine umfangreiche Bewegung hervorbracht. Daselbst wurde er als ein in Potsdam wohnhafter zurufen. Andererseits erfahren wir auch, daß sich unter den ver- Bigarrenmacher Richard Krause refognoszirt. Die Motive der ständigen Arbeitern viele abmahnende Stimmen befinden, und That find unbekannt. wir wollen hoffen, daß diese die Oberhand behalten werden." Wir bringen diefe Mittheilung einer Berliner Lokal- Alexander- Regiments am Schönhauser Thor umschließt, verVerunglückt. Den Zaun, welcher den Uebungsplatz des Korrespondenz so ausführlich, um an einem flagranten Beispiel fuchten vorgestern Nachmittag mehrere Knaben zu ertlettern, um Genosse Riesop in Berlin hat am 2. März eine zu zeigen, in welch unverfrorener Weise die Bevölkerung in Un- den Uebungen der Soldaten zuzusehen. Hierbei blieb ein siebenviermonatliche Gefängnißstrafe angetreten, die ihm wegen Be- ruhe zu erhalten versucht und damit für die von den Reaktionären jähriger Knabe mit dem rechten Arme auf einem der auf dem leidigung des Polizeikommissarius Art auferlegt worden ist. Die gewünschten Ausnahmemaßregeln präparirt werden soll. Aus Baun angebrachten aufrechtstehenden spigen eisernen Nägel Beleidigung soll in einer Versammlung zu Danzig, in welcher der der unverbürgten Behauptung, daß ein Irgendwer, der sich als hängen, und da er sich nicht aus dieser Lage befreien konnte, Arbeiter gerirte, eine rothe" Fahne" bei sich getragen habe und Gegen den Genossen G. Schöder in Bernau ist in irgend einem Laden ein Quantum rothen Zeugs gelaust bang ihm das Eisen tief in den Unterarm, die Pulsader burchschneidend. wegen angeblicher Aufreizung in drei Fällen Anklage er worden sein soll, sowie aus der weiteren unverbürgten Be aus seiner gefährlichen Lage befreit und seinen Eltern zuAuf seinen Hilferuf wurde er von Passanten beben. Der Termin findet am 26. März vor der Straflammer hauptung, daß jener Irgendwer verhaftet und der Polizei geführt, jedoch waren feine Berlegungen so bedenklicher Natur, des Landgerichts II zu Berlin- Moabit statt. " Geständnisse" gemacht hätte, konstruirt die erfinderische Lotal-In Chemnitz wurde der Redakteur des„ Beobachters", forrespondenz einen Schauerroman, der mit dem blühendsten daß die Ueberführung des Verletzten in ein Krankenhaus erfolgen Walther Way, vom Landgericht, unter Vorsitz des Land- Blödsinn der Hinder- und Vordertreppen- Schundliteratur erfolggerichts- Direktors Jaspis, wegen Religionsschmähung, Gottes- reich wetteifert. Wir hängen dieses Phantasieſtück spekulativer Zum Fall Ruttke. In der Ruttle'schen Mordsache ist lästerung und Aufforderung zum Ungehorsam gegen Gefeße zu Reportermache hiermit tiefer und wollen allen jenen Leuten, gestern der Polizei- Inspektor Jäckel aus Cöpenick vor dem Unter1 Jahr 3 Monaten Gefängniß verurtheilt. Diese Ver- welche ein politisches Interesse an jenem literarischen groben Unfug suchungsrichter am Landgericht II geladen. Mit der Vernehmung gehen sollen durch zwei Artikel begangen sein, die in der Weih- haben und denselben deshalb etwa auch in der Provinzialpresse dieses Beamten, der in dieser Sache gestern zum ersten Male nachts Nummer des Beobachters" veröffentlicht waren. Dem fruftifiziren möchten, um den deutschen Michel in Angst zu jagen vernommen wird, dürfte die Boruntersuchung ihren Abschluß Antrag der Staatsanwaltschaft auf sofortige Inhaftnahme hatte und damit zu politischen Thorheiten wie Anno 1878 reif zu machen, erreichen. Jäckel hatte Ruttle in Göpenick zuerst vernommen und der Gerichtshof entgegengesehen und demselben schon im Voraus die Gewißheit mit auf den Weg geben, daß die deutsche sozial ihn wenigstens zu dem Zugeständniß gebracht, daß dieser am entsprochen; es erfolgte daher nach Verkündigung des Urtheils demokratische Arbeiterschaft, und in erster Reihe die Arbeiterschaft Thatort gewesen sei. Dem Amtsrichter in Cöpenick, der dann die sofortige Abführung des Verurtheilten. Berlins dem gegenwärtigen Spiele der Gegner mit derselben das Verfahren übernahm, hat Ruttke jede Erklärung verweigert 0 mußte. Genosse Klüß in Gimshorn legte gegen das ironischen Kaltblütigkeit und derselben unerschütterlichen Be- und gefagt, daß er dem Polizei Inspektor genug erzählt habe, Urtheil des Altonaer Landgerichts Berufung ein, welches ihn des Sonnenheit und Festigkeit zuschaut, wie den gegnerischen Machi- daß er nun aber nichts mehr sagen wolle. Jäckel hat einige Bergehens gegen§ 126 des Straf- Gesetzbuchs( Störung des nationen früherer Zeit, und daß sie für keinerlei Provokationen, Beichnungen angefertigt, aus denen die Stellung des Mörderöffentlichen Friedens) schuldig gesprochen und auf 6 Mionate mögen sie tommen woher sie wollen, die große Sache des inter paares deutlich hervorgeht; die Zeichnungen gründen sich auf Gefängniß erfannt hatte. Das Reichsgericht verwarf die Be- nationalen Proletariats und ihre Haut zu Markte tragen wird. den Befund der Blutspuren. Der Erschlagene war ein ziemlich rufung. Der genannte Genosse wird demnach in nächster Zeit Sie kennt ihr Ziel, ſie kennt ihre Bahn, nichts kann sie in ihrem vollblütiger Mensch, und durch die Beilhiebe ist eine Schlagader nach dem Glückstädter Gefängniß übersiedeln. rubigen Wege irre machen. Und darin liegt ihr Sieg. an der linken Schläfe durchhauen, infolge dessen ist das Blut ca. 2 Meter hoch gefprigt; aus der Lage der Blutflecken auf dem Hemde der Schütt geht hervor, daß Ruttke selbst die Schläge geführt haben muß. S Jeffante Thema, welches bereits an anderer Stelle erörtert worden Der Männer- Gefangverein der Kürschner hält am Sonnabend, den ift, hatte auch hier einen besonders zahlreichen Besuch veranlaßt. wirtung des humoristischen Kaiser'schen Soloquartets). Nachdem Tanzkränzchen. 5. März, Andreasstraße 21 bei Joel, großes Gesangskonzert ab( unter Mits Redner kam nach einer eingehenden Grörterung des Gedankens Billets zu 25 Pf. find bei allen Mitgliedern zu haben. der Bodenbefit Reform zu dem Schluffe, daß die Bodenbesi- fich am Donnerstag, den 3. D. M., Abends 8% Uhr, im Prälaten, AlexanderMitglieder des Vereins„ Zukunft und seiner Kaffen versammeln Lebensrettung. Zwei Mädchen im Alter von 10 und Reformer die soziale Frage zu lösen gedenken durch Ueberführung play, 6. Bogen. Tagesordnung: Siehe Anschlagssäulen. 12 Jahren, die vorgestern Nachmittag in der vierten Stunde des Grund und Bodens aus dem Privatbesitz in Allgemeinbesitz, von der Treptower Chauffee tamen, versuchten, um den Nach jedoch nicht unter Ausschluß des Privatbetriebes, sowie der Behauseweg zu verkürzen, über den Mittelstieg des im Verbindungs- feitigung des Monopols des falschen Kapitals". Redner war An die Herren Vereins- 2c. Vorstände! Kanal liegenden Floßholzes zu gehen. Hierbei glitt das ältere der Ansicht, daß eine derartige Vergesellschaftlichung des Grund Um den Vereinskalender einer Richtigstellung zu unterziehen, der Kinder auf dem schlüpfrigen Holze aus und stürzte ins und Bodens der heutigen Kulturentwickelung nicht entspreche und ersuchen wir um Neueinsendung der betreffenden Mel. Wasser, wobei sie ihre Gefährtin, an der fie fich festgehalten, daß die alleinige Basis der Werth bezw. Kapitalbildung und geschafft. Berunglückt. Auf den Geleisen der Pferdebahn auf dem Haacke'schen Markt tam vorgestern ein gut gekleideter Mann dadurch zu Falle, daß ihm sein Hund, den er an der Leine führte, zwischen die Beine lief. In demselben Moment kam die Pferdebahn herangefahren, der Kutscher vermochte nicht, den Wagen noch rechtzeitig zu bremsen, und so wurde der Niedergestürzte an den Beinen schwer verlegt. Baffanten sorgten für die Ueberführung des Verunglückten in dessen Wohnung. Vermischtes: mitriß. Trotzdem der etwa 15 Fuß breite Graben nicht fehr tief bamit der Ausbeutung des Menschen durch den Menschen ungen bis spätestens Sonntag, den 6. März. An ist, wären die Mädchen in dem Morast desselben unigekommen, feineswegs lediglich die Grundrente sei, daß sich diese der Spitze der Zuschriften ist rechts in der Ecke der Tag wenn nicht zwei Arbeiter von der nahe belegenen Schneidemühle, vielmehr auch ganz unabhängig von dieser vollziehe durch anzugeben, an welchem die Vereine ihre regelmäßigen Sitzungen die den Vorfall angesehen, schnell herbeigeeilt wären. Es gelang Schaffung von Mehrwerth. Redner veranschaulichte dieses in flarer abhalten. Bei Vereinen, welche dem Arbeiter- Sängerbund oder denselben unter großer Anstrengung, die Verunglückten zu retten. Weise, zeigte, daß die Bodenbesitz- Reform Zwergwirthschaften dem Bund der geselligen Arbeitervereine angehören, ist dies mit Nachdem man die Mädchen mit anderen Kleidern versehen, wur- bedinge, die im Konkurrenztampfe mit dem Kapitale elend den dieselben mittelst Wagens nach den Wohnungen der Eltern liegen würden und daß die Ausbeutung des Menschen durch das zutheilen. Die Zuſchriften sind deutlich zu schreiben und an die Kapital durch die Verwirklichung der Bodenbefiz- Reformideen Redaktion, Berlin SW., Beuthstraße 2, zu richten. feineswegs beseitigt werde. Die Vergesellschaftlichung des Grund und Bodens würde zudem auf genau denselben Widerstand stoßen, Der Entwickelungsgang der heutigen Gesellschaft auf dem Gebiete wie die Vergesellschaftlichung der gesammten Produktionsmittel. des Großbetriebes werde durch eine Bodenbesitz- Reform nicht auf. gehalten. Redner legte ferner augenscheinlich flar, wie die und persönliche Freiheit, innerhalb der heutigen Wirthschafts- suchen zu, die auch von uns erwähnte Nachricht, betreffend eine Säulen der modernen Gesellschaftsordnung", freie Konkurrenz Von Herrn Flürschheim geht uns aus Nizza das Ers ordnung beseitigt werden. Nur durch Vergesellschaftlichung der ge- Bekanntmachung des Großherzoglichen Landgerichts Karlsruhe Die Feuerwehr hatte in den letzten 24 Stunden reiche Be- fammten Arbeitsmittel, von denen der Grund und Boden nur bezüglich einer öffentlichen Ladung und Vermögensbeschlagnahme schäftigung. Gestern Nachmittag brannte eine in einem alten einen Theil darstelle, und eine vernünftige Organisation der gegen ihn( wegen angeblicher Steuerhinterziehung), dahin zu be Fabrikgebäude der Brunnenstr. 123 untergebrachte Hutfabrit, Arbeit könne eine Lösung der sozialen Frage erfolgen. richtigen, daß die betreffende Bekanntmachung( des Land Speziell der Exhaustor und der Trockenraum mit seinem Inhalt Der Vortrag erzielte den lebhaftesten Beifall der Genossen. gerichts Karlsruhe)" einem Mißverständnisse entspringt, an Wolle, halbfertigen Hüten, den Regalen, den Thüren, Herr Dr. Borchardt( Bodenbesitz- Reformer) erkannte an, daß die und daß ihre Zurücknahme verfügt wurde". der Schaaldecke und dem Fußboden. Abends entstand auf dem Bestrebungen der Bodenbesitz- Reformer zwar in dem Programm So herzlich hat man lange nicht gelacht, wie am Grundstück Hochstr. 29, auf dem erst vor vier Wochen der sozialdemokratischen Partei enthalten seien, meinte aber, daß Dienstag voriger Woche in der Kreisstadt Nauen. Als am ein größerer Brand gewüthet, ein mächtiges Feuer, in demselben die besondere Wichtigkeit des Grund und Bodens Morgen dieses Tages die Schüler der Elementar Knabenschule das den Dachstuhl des Borderhauses und den des als Ausgangspunkt aller Produktionsmittel nicht genügend betont die Schule betreten wollten, fanden sie an der Eingangsthür halben Seitenflügels mit allen Verschlägen und vielem Ge- fei, und stützte sich hierbei vornehmlich auch auf das Mary'sche einen mit Blauftift beschriebenen Zettel angeklebt, auf welchem rümpel ergriff und nach dem Grundstück Str. 29a überschlug, so Kapital". Wenn es wahr sei, daß in letter Instanz die Los: zu lesen war:" Wegen unvorhergesehener Konferenz fällt die daß vier Spritzen Wasser geben mußten. Während man hier noch lösung der Allgemeinheit vom Besize des Grund und Bodens Schule aus!" Seelenvergnügt machten natürlich die Nauener thätig war, wurde von der verlängerten Schwedenstraße Feuer die kapitalistische Produktionsweise sozusagen verschuldet habe, so ABC- Schüßen fehrt, um nach Hause zu gehen und bei dem gemeldet, wo inmitten des Straßendammes ein Haufen Bettstroh müsse es eben so wahr sein, daß durch Sozialifirung des Grund guten Wetter sich im Freien herumzutummeln. Als um 8 Uhr die brannte. In der zwölften Nachtstunde erfolgten zwei Alarm- und Bodens die kapitalistische Produktionsweise beseitigt werde. Lehrer ihre Klassen betraten, wunderten sie sich nicht wenig, daß meldungen, in der Stralsunderstr. 54 war ein mächtiger Dach- Redner ersuchte, im Hinblick auf die praktischen Bestrebungen ihnen nur leere Bänke entgegenstarrten. Im Konferenzzimmer, stuhlbrand zu löschen, in der Holzmarktstr. 44a hatte ein Keller der Bodenbefiz- Reformer, innerhalb der heutigen Gesellschafts wohin sie sich begaben, erschien bald darauf der Leiter der Anbrand das Zwischengebält durchschlagen und sich den Weg nach ordnung das Leben der Einzelnen so angenehm wie möglich stalt und erklärte, daß er die an der Eingangsthüre angeschlagene einer Bierdruckapparat- Fabrik gebahnt, die mit einem Theil des zu gestalten, denselben nicht feindlich gegenüberzutreten. Schulabsage nicht veranlaßt und wahrscheinlich irgend ein SpaßDaches ein Raub der Flammen wurde. Heute Vormittag endlich Als Sozialdemokrat tönne man sehr wohl die Bestrebungen vogel sich einen Scherz erlaubt, auf den Jung- Nauen" hinein brannte in der Brunnenstr. 5 eine Badestube und in der Wilhelm der Bodenbefiz- Reformer unterstützen. In der folgenden lebhaften gefallen ist. Nicht allzu unangenehm von diesem Scherz berührt ftraße 119-120 der Hängeboden einer Bäckerei. Diskussion hob Molkenbuhr besonders hervor, daß der trennende blieb den Lehrern schließlich auch nichts weiter übrig, als nach Punkt zwischen Sozialdemokraten und Bodenreformer der sei, Hause zu gehen. Auf den„ Spaßvogel" fahndet die Polizei in daß die Bodenreformer troß der Verstaatlichung des Grund und Stauen vergeblich. ( Potsd. Nachr.) Bodens die kapitalistische Privatproduktion beibehalten wollen. Die Das Stadttheater in der russischen Gouvernementsstadt usa Sozialdemokraten stehen auf dem Standpunkte, daß die soziale ist vollständig niedergebrannt. Fünf Menschen sind dabei ums Frage nicht stückweise gelöst werden könne, wenn sie auch die Leben gekommen. Polizeibericht. Am 1. d. M. Morgens wurde ein Artist Särten der heutigen Wirthschaftsordnung im Interesse des End- Das ,, Zweckeffen" ist nirgends so verbreitet, wie in Eng in seiner Wohnung in der Gartenstraße im Bette liegend todt zieles nach Möglichkeit beseitigen wollen. Im Uebrigen bot die land. In einer englischen Dorfkirche war der Strick an der aufgefunden. Er hat sich anscheinend vergiftet. Bormittags Debatte hochintereffante Entwickelungen nationalökonomischer Glocke gerissen. Der Küster fragte sofort beim Gemeindevorstand wurde ein Lederfärber in seiner Wohnung in der Wriezener- Theorien, die den ganzen Abend ausfüllten und deren Quint an, ob der Strick geflickt oder ein neuer angeschafft werden solle. Straße und ein Mädchen in seiner Wohnung in der Oranien- effenz mar, daß die soziale Frage nur gelöst werden könne in der Der Gemeindevorstand rief seine Vertrauensmänner zu einem ftraße erhängt vorgefunden. In der Triftstraße gingen Mittags Weise, wie die Sozialdemokratie dies erstrebt. Die Versamm Effen zusammen, bei dem man berathschlagen wollte, was in der wei Rutschpferde infolge Bruchs der Wagenachse durch und lung ernannte noch einstimmig den Genoffen Peus zum Ehren Angelegenheit zu thun sei. Man aß und trant denn auch wurden hierbei vor dem Hause Nr. 40 der Kutscher und der mitgliede des Vereins. Die auf die Nummern 3 und 18 ent- wacker darauf los und kam endlich zu dem weisen Entschluß, Eigenthümer des Wagens auf die Straße geschleudert. Während fallenen Gewinne der Verloosung beim Stiftungsfeste können daß die Kirche zu arm sei, um einen neuen Strick zu kaufen Ersterer unversehrt blieb, erlitt Letzterer bedeutende Verlegungen beim Genossen Raschke, Wiesenstr. 8, in Empfang genommen und daß der alte geflicht werden müsse. Der Berathungsam Kopfe. Im Laufe des Tages fanden sieben Brände statt. werden. Die Versammlung schloß mit der Aufforderung des Vor- fchmaus aber toftete die arme Kirche zwölf Pfund Sterling sitzenden, dem Wahlvereine beizutreten, und mit einem Hoch auf( 240 mart). die internationale Sozialdemokratie. Die Hundesperre ist jetzt auch für den Amtsbezirk Weißensee und zwar für die Dauer bis zum 27. Mai verhängt worden. Boziale Uebersicht. Sur Nothlage der Volksschul- Lehrer. Der mittelfränkische Kreisausschuß des bayerischen Lehrervereins hat fürzlich folgende Resolution gefaßt, die auf die unter den Lehrern herrschende Stimmung helles Licht wirit: " Im Hinblick auf die Regierungsvorlage Betreffs der Aufbefferung des allseitig und längst als gänzlich unzureichend anerkannten Lehrereinkommens sieht sich der Ausschuß des mittelfränkischen Kreis- Lehrervereins zu der Erklärung gedrungen, daß Eine furchtbare Fener8brunst ist in Brooklyn aus gebrochen. Bier große Häuserkomplexe wurden vollständig zertört, einige andere beschädigt. Ein 196 Fuß hoher Glockens thurm stürzte ein und durchschlug den angrenzenden Viadukt der Hochbahn. Drei Personen wurden getödtet, sechs verlegt. Depeschen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Die freie Vereinigung der Seifenfieder und Berufsgenoffen bielt am 21. Februar ihre Generalversammlung ab. Vor Eintritt in die Tagesordnung ehrte die Versammlung das Genosse Thal hielt dann einen Vortrag über: Andenken der Frau Beus durch Erheben von den Plätzen. Die Macht des Kapitals und was haben wir davon zu lernen?" Der Redner erntete großen Beifall. Der Vorsitzende erstattete sodann den Jahresbericht des Vorstandes und wurde dem letzteren Decharge ertheilt. Bei der Neuwahl des Vorstandes wurden wiedergewählt: W. Hoffmann, 1. Vorf., Gabbey, 1. Schriftf., Hentschel, 1. Kassirer, Schüler, 2. Kassirer, A. Mandel, Beisiger und Bischoff, Bibliothekar. Neugewählt wurden: Haase, 2. Borf., Röttger, 2. Schriftführer, Müller, Beisiger, W. Wandel, Mindach und Spitz als Revisoren. a) die abermalige Nichtberücksichtigung berechtigter Soff: Die Frage: Wie stellen wir uns zu dem neugegründeten Vernungen und bescheidenen Erwartungen einen geradezu nieder- bande sämmtlicher gewerblichen Hilfsarbeiter Berlins und UmWien, 2. März. In Enyatin in Galizien verlangen die schmetternden Eindruck auf die gesammte mittelfränkische Lehrerfchaft gemacht hat und geeignet erscheint, den idealen Sinn und gegend rief eine lebhafte Debatte hervor. G3 sprachen zu Ruthenen die Einführung des obligatorischen Unterrichts in der diesem Punkte die Genossen Gabbey, Schüler, Thal, Hentschel deutschen Sprache in allen Voltsschulen Galiziens. bie Berufsireudigkeit des Volksschul- Lehrerstandes aufs Tieffte und Hoffmann. Der vorgerückten Tageszeit wegen konnten diefer Christiania, 2. März. Die Annahme der Moursand'schen herabzustimmen und nachhaltig zu schädigen, und daß deshalb und der letzte Bunkt der Tagesordnung nicht zu Ende geführt Tagesordnung durch das Storthing, in welcher im ent b) von dem Gerechtigkeitsfinn der Volksvertretung erwartet werden. Die Versammlung endete mit einem Hoch auf die inter- schiedenen Widerspruche zu der Auffassung König Ostars werden darf, daß sie mit aller Entschiedenheit mindestens eine nationale Arbeiterbewegung.- Eine zur Erledigung der letzten und der schwedischen Regierung ausgesprochen wird, daß Erhöhung des Grundgehaltes auf 1000 M. und die Verdoppelung beiden Punkte einberufene Versammlung wurde von der Polizei die Errichtung eigener norwegischer Konsulate im nor der 1. Alterszulage anstrebt." wegen angeblich zu später Anmeldung nicht gestattet. wegischen Staatsrathe allein beschlossen werden kann, hat -Danzig, 2. März. Heute haben abermals Arbeiter ansammlungen stattgefunden. Es wurden Suppenmarken vertheilt. Morgen beginnen die Arbeiten in den Rieselfeldern. Rom, 2. März. Bei einem Zusammenstoß zwischen Karabinierie und Bürgern von San Michiele bei Sufa wurden zwei Personen getödtet, fieben tödtlich verwundet. Die Tagelöhne im Großherzogthum Heffen. Nach Der Verband deutscher Textilarbeiter und Arbeite hier große Sensation hervorgerufen. Man ist jetzt gespannt einer Statistit über die Tagelöhne erwachsener Personen in Heffen rinnen, Filialen Stider, Weber, Wirter, nahm darauf, was Rönig Ostar thun wird, wenn das Ministerium nach dem Stand vom 1. Februar 1892 werden die höchsten Löhne am 21. Februar Stellung zum Gewerkschaftskongreß. Genosse Steen den in der Thronrede angekündigten Gesetzentwurf, be im Kreise Offenbach bezahlt, nämlich für männliche Arbeiter Theodor Metzner hielt unter reichem Beifall das einleitende treffend die Ordnung des Konsulatswesens, zur Unterschrift 2-2,20 M. Jm Kreise Mainz betragen diefelben 1,60-2,20. Referat. An der Diskussion betheiligten sich mehrere Kollegen im vorlegt. Alsdann folgt der Kreis Darmstadt mit 1,40-2,20 m. Kreis Sinne des Referenten. Als Delegirter wurde Kollege Petersbeschäftigten Arbeiter lehnten das Anerbieten der Kohlenbergwerks London, 2. März. Die in den Kohlengruben von Durham Oppenheim weist Löhne von 1,80-2 M. auf; Worms 1,50 bis borf gewählt. 2 M.; Bingen 1,50-1,70 M.; Alzey 1,60 m. Die geringsten Besizer, in eine kleine Lohnermäßigung zu willigen und dadurch Löhne werden in den Kreisen Alsfeld und Dieburg bezahlt, nämIm Fachverein der Marmor und Granitarbeiter ehrte den Streit zu vermeiden, mit einer Mehrheit von mehreren tausend lich 1,20-1,50 M. refp. 1-1,80 m. Die Tagelöhne für Ar- man am 21. Februar das Andenken des verstorbenen Kollegen Stimmen ab. beiterinnen sind ebenfalls im Kreise Offenbach die günstigsten, Ernst Schröder durch Erheben von den Plätzen und nahm 1,20-1,40 W., dann folgen die Kreise Darmstadt und Mainz dann die Abrechnung vom 4. Quartal 1891 entgegen, welche mit 1-1,20 m.; die Kreise Bingen. Alzey, Oppenheim und 150 M. 36 Pf. Einnahme, 86 M. 35 Pf. Ausgabe und einen Worms zahlen 1 M. Die geringsten Löhne für weibliches Per- Bestand von 64 M. 1 Pf. fonstatirte. Die Jahres- Abrechnung Venedig, 2. März. Die Lohnbewegung der hiesigen Zigarren sonal weisen die Kreise Gießen, Alsfeld und Dieburg mit 80 bis pro 1891 ergab Folgendes: Einnahme 279 M. 1 Pf., Ausgabe arbeiterinnen ist beendet, nachdem ihnen höhere Löhue bewilligt 90 Pfg. auf. Bei solchen Löhnen ist eine menfchenwürdige 215 M., Kassenbestand 64 M. 1 Pi Die Revisoren erklärten worden sind. Existenz unmöglich. Wenn dieselben so elend bezahlten Arbeiter die Abrechnungen für richtig, worauf dem Kassirer Decharge er ( Wolff's Telegraphen- Burean.) eine Erhöhung ihrer Löhne beanspruchen, so wird man ihnen theilt wurde. Die Vierteljahres- Abrechnung vom Reservejonds Wien, 2. März. Eine für Freitag und Sonnabend eins auch noch den Vorwurf der Begehrlichkeit" entgegen- betrug: Einnahme 69 M., Ausgabe 55 W. 45 Pf., Bestand berufene Versammlung der Bäcker ist von der Behörde untersagt schleudern. 13 M. 55 Pf. Der ganze Kassenbestand belief sich auf 166 M. worden. 25 Pf. Nachdem auch hierfür Decharge ertheilt war, wurde Athen, 2. März. Die Kammer ist bis zum 6. April d. J. Wie das ehrbare Handwerk" die Lehrlinge technisch bekannt gemacht, daß bis zur nächsten Versammlung die statistischen vertagt worden. ausbildet, wird der Halberstädter Sonntags- Beitung" anschau Fragebogen auszufüllen sind und an den Vorstand abgeliefert lich geschildert:„ Einige dortige Schloffermeister haben 6-8 Lehr werden müssen. Die nächste Versammlung findet am 20. März statt. linge, aber feinen Gesellen. Haben die Lehrlinge ausgelernt, d. h. vier Jahre Schweine gefüttert, Wasser geholt, Kinder ge- Im Fachverein der Stuckateure und Berufsgenossen wartet und Prügel bekommen und nebenbei etwas vom Hand- Berlins und Umgegend hörten am 22. Februar die Mitglieder werk gelernt, dann kriegen sie den Laufpaß. Ein Maurermeister einen interessanten Bortrag des Herrn Dr. Pinn über Kirche sucht Arbeitsburschen, dieselben erhalten pro Tag eine Mart. und Humanität" an und zollten demselben ihren Beifall. Dann Sind die Leute erwachsen, und verlangen höheren Lohn, dann diskutirte man längere Zeit über den neuen Tarif, vertagte jedoch heißt es Gang" ,, neue Burschen her". Die jungen Ge- schließlich die Berathung darüber mit der Maßgabe, daß vorfellen mögen dann auf die Landstraße gehen und fechten, daß läufig der alte Tarif in allen seinen Positionen von den Kollegen der Stock schwigt". Das ist die Moral dieser Lehrlingszüchter, streng inne zu halten und gegenüber reduktionsluftigen Unterdie womöglich noch in den ,, achtbaren Bürgerkreisen" ihres Wohn- nehmern zu vertheidigen ist. orts in hohem Ansehen stehen. Versammlungen. Briefkaffen der Redaktion. Bet anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Briefie Antwort wird nicht ertheilt. Elmshorn. Die Adresse ist: Berlin, Holzmarktstr. 45a, IV. Kirchheim und Teck. Hat nur lokales Interesse. O. P., Dessau. Auf Frei- Exemplare können wir uns nicht einlassen. Im Uebrigen besten Dank. Für die Arbeiter- Bildungsschule von 6 Drechsleru und 1 Tischler der Fabrik 2. Beyer durch Baumberg 7 M. 50 Pf., In Weißensee fand am 22. Februar er. eine öffentliche Ueberschuß von den theueren Pantoffeln 4. Von der Vereinsversammlung des Sozialdemokratischen Arbeitervereins Nord II. Schule 30 M. erhalten. Besten Dank H. Gumpel, für Weißenfee und Umgegend" ftatt, in welcher Genosse Barnimstr. 42. Silberberg- Berlin über das Thema:„ Sklaventhum und freie Arbeit" referirte. Der Redner erntete reichen Beifall. Hierauf wurde ein neungliedriges Komitee gewahlt, welches das Arrangement der Maifeier zu besorgen hat. Ferner ersucht Genosse Mai die Anwesenden, sämmtlich auf das Boltsblatt" zu abonniren, da daffelbe jetzt besonders interessant zu lesen sei. Der sozialdemokratische Wahlverein des sechsten BerBriefkaffen der Expedition. liner Reichstags. Wahlkreises hörte in seiner am 1. März K. in Bruch. Die Firma heißt: Kirberg u. Ro. stattgehabten Versammlung einen Vortrag des Reichstags= K., Zielenzig. Der Abonnementspreis beträgt 2 M. pro Abgeordneten Moltenbuhr über das Thema: Boden am Donnerstag, den 8. März, Abends to uhr, Mitgliederversammlung, Rofen Monat; wir ersuchen daher um Einsendung des Restes von besig- Reform und Sozialdemokratie." Das inter- thaleritr. 38. 50 Pfennigen. Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW, Beuthstraße 2. # Fachverein der Barbier, Friseur-, und Verrückenmachergehilfen