Mr. 283. Abonnements- Bedingungen: : Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mir illuftrierter Sonntags Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 1,10 Mart pr Monat, Eingetragen in der Post- Zeitungs Preisliste für 1901 unter Mr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat, Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts 13 Berliner Dolksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebühe beträgt für die fechsgespaltene Rolonel zeile oder deren Raum 40 Pig., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Kleine Anzeigen" jedes Mort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der@ xpedition abgegeben werden. Die Erpcdition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. ,, Kardinal, thun Sie das Ihre!" Der zweite Tag der Bolldebatte begann mit dem mißlungenen Versuch des Grafen Posadowsky, die am vorhergehenden Tage durch die Regierung überreichlich bewiesene Unfähigkeit in der Vertretung ihrer Vorlage auszugleichen, und er endete in einem erneuten Fiasko des Reichskanalers, deffen letzte armiselige Redekunst in homerischer Lächerlichkeit erstickte. Graf Posadowsky meinte im Eingang seiner Nede, es habe ihn das Gefühl überkommen, mit welch geringer Sachlichkeit und Sachkenntnis dieses ernste Wert des Zolltarifs beurteilt werde". Aber Graf Posadowsky hat nicht zu überzeugen vermocht, daß seine bedauernde Bemerkung, die zweifelsohne durchaus richtig ist, wenn fie auf die Klopffechter der Zollerhöhungspolitik in der Regierung wie in den Parteien bezogen wird, nicht auch zugleich ihn selbst kenn zeichnet. Graf Posadowsky, der lange Jahre den Tarif vorbereitete, der Fachmann und eigentliche Urheber der verderblichen Neuerungen dieses Tarifs, hat seine eigne Sachkenntnis dadurch er= wiesen, daß er die oberflächlichsten Scheinbeweise und kläglichsten Trugschlüsse des Agrariertums als Quintessenz handels- und zollpolitischer Weisheit zum Vortrag brachte. Mittwoch, den 4. Dezember 1901. Durch dieses Wort fordert im Schillerschen Drama König Philipp den Großinquisitor auf, seinen Sohn Carlos dem Kerler zu überliefern und aus der Reihe der Lebenden zu tilgen. In Carlos durch den er sein Land verwüstet und zu Grunde gerichtet hat. Kurz aber will Philipp die Auflehnung gegen den Despotismus ersticken, or jenem Citat läßt Schiller den spanischen Despoten also den Mordplan gegen Carlos faffen, da ihm berichtet war, daß diefer eine neue Beit in das Land bringen wolle: " Er könnte sich verrechnet haben. Noch, Noch bin ich. Habe Dank Natur! Ich fühle Zu meinen Sehnen Jünglingskraft. Ich will Ihn zum Gelächter machen. Seine Jugend Sei eines Träumers Hirngespinust gewesen. Er sei gestorben als ein Thor. Sein Sturz Erdrücke feinen Freund und sein Jahrhundert! Laß sehen, wie man mich entbehrt. Die Welt Ist noch auf einen Abend mein. Ich will Ihn nüßen, diefen Abend, daß nach mir Stein Pflanzer mehr in zehen Menschenaltern Auf dieser Brandstatt ernten soll. Er brachte Der Menschheit, seinem Gößen, mich zum Opfer; Die Menschheit büße nun für ihn!. So rächt sich die Anrufung des Dichters der Freiheit und menschlichen Würde. Niemals wurden die Schändlichkeiten der Zollwucherpolitik furchtbarer gekennzeichnet, als durch den Reichskanzler Grafen Bülow, indem er die Parteien des Reichstages aufrief, eine Politik in Deutschland durchzuführen: ... Daft Kein Pflanzer mehr im zehen Menschenaltern Auf dieser Brandstatt ernten soll." Politische Webersicht. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. nicht mehr erforderlich sind, oder wo ein Artikel in Amerika nicht produziert wird, oder wo der Zoll nicht mehr für Einnahmezwecke nötig ist. Ein solches Verfahren wird naturgemäß herzliche Bes ziehungen zu den andren Nationen, wie sie so wünschenswert sind, fördern. Eine Tarifänderung ist demnach, wie die Botschaft nachdrücklich hervorhebt, nicht geplant; der Dingley- Tarif soll bestehen bleiben, nur der Abschluß von Reciprocitätsverträgen zur Erweiterung der auswärtigen Absatzmärkte wird befürwortet. Ob bei Abschluß solcher Verträge die Regierung geneigt ist, unter die durch die Dingley- Bill festgesetzte unterfte Ermäßigungsgrenze von 20 Proz. herabzugehen und eine dementsprechende Abänderungs- bezw. Ergänzungsbill ein zubringen gedenkt, wird unerwähnt gelassen. Eine dahingehende Absicht ist der ganzen Fassung des betreffenden Bassus nach faum anzunehmen, sollen doch überhaupt nur solche Bollsäge ermäßigt werden, die entweder für die Zwecke des gollschutzes nicht mehr erforderlich sind, die Waren treffen, die in Amerika nicht produziert werden, oder wo der Goll für Einnahmezwecke nicht mehr erforderlich ist. Damit sind von vornherein die Bollzugeständnisse auf ein bescheidenes Minimum eingeschränkt. " Im übrigen enthält die Botschaft, die mit einem Nachruf für Mc Kinley beginnt, im Anschluß hieran einige scharfmacherische Wendungen zu Gunsten zu schaffender Anarchistengesetze, ein paar Worte über die zu erstrebende Forderung der Handelsmarine, einige im Chamberlainschen Stile gehaltene Straftworte gegen die Filipinos, deren den Kampf fortsetzende Elemente nur noch aus Banditen" und Marodeuren" beständen und„ die Bes handlung als Briganten verdienten", und schließlich die Aufforderung an den Kongreß. den neuen Panamatanal. Vertrag zu ratificieren und sobald als möglich Sorge für den Ban des Kanals zu treffen. Sie klingt aus in die Betonung der Pflicht, die Kriegsflotte und das Landheer mehr auszubauen, um die Monroe Doktrin aufrecht erhalten und die Nechte des Landes mit Nachdruck wahren zu können. Graf Pojadowsky bestätigt heute die Gründe, ob deren die konservative Partei den Mantel ihrer chriftlichen Liebe über den 12 000 Marl- Frevel gedeckt hat. Graf Bosadowsty war unentbehrlich als agrarischer Zutreiber in der Regierung und er hat den Dank an seine Schüßer erstattet, indem er ihre Anschauungen und ihre Wünsche in seiner würdevollen Bose als Regierungsüberzeugung vertrat. Die hohe Sachkenntnis des sachkundigsten Vertreters der Zollvorlage in der Regierung offenbarte fich in Gedanken, wie diesen, daß man eine freihändlerische Oase nicht gründen könne in einer Wüste von Schußzöllen" und daß ein besondrer sozialpolitischer Wert der Vorlage darin beruhe, daß die Bevölkerung mehr in der LandBerlin, den 3. Dezember. wirtschaft verbleiben könne, wo es leichter sei, wirtschaftlich selbDie Botschaft Roosevelts. ständig zu werden. Es ist schwer, ernsthaft gegen Argumente zu Linie bedeutsame Auslaffungen über des Präsidenten Stellungnahme Die Botschaft Roosevelts an den Kongres enthält in erster streiten, die bald die Anschauungen des Gegners gänzlich entstellen, bald die offenkundigsten Thatsachen des Wirtschaftslebens vernachzu wichtigen inner und zollpolitischen Fragen, über die mancherlei vernach- Legenden folportiert worden sind. Hieß es doch, daß Roosevelt Lässigen. Nach dem Grafen Posadowsky tam der Vertreter des Centruma ernstlich gewillt sei, dem Umvesen der allmächtigen Kapitalistenzu Wort. Anstatt des durch Krankheit gehinderten Dr. Lieber erfüllte Organisationen, der Trusts, mittels der Gesetzgebung zu Leibe Dr. Spahn die ihm gewordene Aufgabe mit so geringer Sprachau gehen. Und wurden doch ferner allerhand Gerlichte laut kunst, daß das Haus nur mühsam den Redner der entscheidenden über eine von Roosevelt geplante Kursänderung der amerikanischen dauernden Ausgaben werden Partei anzuhören vermochte. Dr. Spahn legte in innerlich wenig ebensowenig daran denkt, den Trusts im Ernste ein Haar zu an einmaligen främmen, wie in der Zollpolitik neue Wege einzufchlagen. Ueber die Trusts erklärt die Botschaft: zusammenhängenden Bemerkungen die Meinungen seiner Fraktion dar, ohne neues oder abweichendes vorzubringen zu dem, was aus der Presse des Centrums und aus Versammlungsreden bekannt war. Das Centrum ist nicht nur bereit, den Brotwucher zu verwirklichen, sondern will in der Kommission prüfen, ob nicht noch höhere Wucherzölle für die Getreidearten sich erzielen lassen, und es ist gleichfalls bereit, die agrarische Zwangsforderung zu unterstützen, daß das Inkrafttreten des Tarifs nicht der Entschließung der Regierung überlassen, sondern auf einen bestimmten Zeitpunkt festgelegt werde. Der Regierung soll die letzte Möglichkeit entzogen werden, unter die wucherischen Zollsätze irgendwie herabzugehen, selbst wenn sie nach Beginn der Handelsvertrags- Verhandlungen mit den auswärtigen Staaten erkennt, daß auf Grund des neuen Tarifs Verträge nicht zu stande kommen können. Die Kugel des Czolgocz hat also, wie vorauszusehen war, den um ein paar Striche abzulenken vermocht. von Mc Kinley innegehaltenen politischen Kurs auch nicht einmal * Deutsches Reich. Der neue Militäretat übertrifft den vorjährigen um rund 80 Millionen. An forta Ausgaben im ordentlichen Etat 8 106 726 M. mehr, 61 815 470 M. mehr, an einmaligen Ausgaben im außerordentlichen Etat 5 852 050 M. mehr Es sei nicht zutreffend, daß in demselben Maße, wie der Reiche reicher geworden sei, der Arme ärmer geworden sei. gefordert. Zur Fortführung der Errichtung von Maschinengewehr- Abteilungen Das Land sei den Männern zu großem Dante verpflichtet, welche den Handel des Landes geschaffen sollen im Jahre 1902 weitere 7 Abteilungen gebildet und die und seine Industrie entwidelt hätten. Ein weiterer Etatsstärken der bestehenden 5 Abteilungen anderweit festgesetzt Grund, diese kommerziellen und industriellen Korporationen mit werden; außerdem sollen bei der Fuß artillerie, deren AufBedacht zu behandeln, liege in den internationalen gaben vielseitiger und schwieriger geworden find, 10 Compagnien Handelsverhältnissen. Die Bedeutung der herrschenden neu errichtet werden. Durch die Renderungen in der Heeresstärte, Stellung, welche Amerita im internationalen Geschäftsverkehr die sämtlich vom 1. Oktober 1902 ab durchgeführt werden sollen, der Welt erst seit kurzer Zeit einzunehmen begonnen habe, sowie durch eine geringe Verstärkung von Bezirkskommandos wird dürfe nicht auf das Spiel gesetzt werden. Es sei ja richtig, die in dem Gesetze vom 25. März 1899 festgejezte Friedenspräsenzdaß wirkliche und ernste Uebelstände vorhanden seien, der Haupt- stärke an Gemeinen, Gefreiten und Obergefreiten in Laufe des So unbedeutend die bisherigen Neden dieses Tages waren, Für das Rechnungsjahr 1902 fehler sei die Ueberkapitalisierung; Verschmelzungen sollten technungsjahres 1903 erreicht. nicht verboten, aber innerhalb vernünftiger werden u. a. mehr verlangt: 5 Bataillonskommandeure, 20 Hauptso hoch stand die mun folgende Rede Eugen Richters, die an 22 Vicefeldwebel, Grenzen beaufsichtigt werden. Ein wesentliches Gr- lente, 200 Oberlieutenants, 39 Feldwebel, fachlicher Juhaltlichkeit und rednerischer Drastik zu den besten fordernis, um eine solche Stontrolle ausüben zu können, liege in 18 Fähnriche, 91 Sergeanten, 202 Unteroffiziere, 12 Trompeter, Leistungen des freisinnigen Führers zu zählen ist. Richter sprach, der Kenntnis aller Vorgänge bei derartigen Gesellschaften und in 27 Kapitulanten, 140 Obergefreite, 182 Gefreite, 1346 Gemeine. besonders im zweiten Teil seiner Rede, nicht leicht und nicht ohne Die Summe der fortdauernden Ausgaben für das Rechnungsder Deffentlichkeit ihres Geschäftsganges. Die Regierung die Spuren seiner Jahre zu befunden, aber seine Rede bekundete eine sollte das Recht haben, in den Geschäftsgang der jahr 1902 beläuft sich auf 443 281 516 M. gegenüber vortreffliche Abfertigung der hinterwäldlerischen Anschauungen des großen, am internationalen Geschäftsverkehr 435 174 790 M. beteiligten Korporationen einzusehen, und die Unter den einmaligen Ausgaben im ordentlichen Etat sind zu schutzzöllnerischen Absperrungssystems, eine eindringliche Darlegung Nation selbst die Aufsicht über dieselben übernehmen. Darin liege erwähnen: 25 000 m. erste Rate( für Entwurf) zum Neubau der Gefahren, die aus dem Tarif erwachsen müssen und eine von teine Härte. Die Banken feien schon jetzt der gleichen Maßnahme bunden mit teilweisem Umbau des Dienstgebäudes der Generaleines Geschäftshauses für das Militärkabinett, verSpott und Jronie überquellende Beurteilung der gegenwärtigen unterworfen. Regierungsmänner und ihres Regierungssystems. Die sarkastischen Die Botschaft zeigt also, daß die Berichte, die von einer gegen Chef des Militärtabinetts in Berlin( leberschlag 1 500 000 W.); der Militärkasse sowie eines Dienstwohnungs- Gebäudes für den Ausfälle Richters gegen den langen Möller gtvangen selbst die Trusts gerichteten Politik des Präsidenten Roosevelt tvissen Neubau des Geschäftshauses soll auf dem Grundstild Ede Bring die Rechte zu stürmischer und sich oft erneuernder Heiterkeit. wollten, jeder Begründung entbehren. Daß eine weitverbreitete Albrecht- und Königgrägerstraße, der der Dienstwohnung auf dem Das schwerste Geschoß Richters aber traf den Grafen Bülow, Stimmung gegen die Trusts in den Mittelschichten der Hinterlande dieses Grundstücks errichtet werden; 15 000 m. 1. Nate dessen staatsmännische Geringfügigkeit Richter rücksichtslos feststellte. amerikanischen Bevölkerung vorhanden ist, läßt sich nicht bestreiten,( zu den Kosten der vorläufigen Verhandlungen und der EntwurfsEin solches Zeugnis der Armseligkeit hat aus den Reihen einer und gern würde, um diese Elemente für sich einzufangen, die bearbeitung) zur Erwerbung und Herrichtung eines Truppen bürgerlichen Bartei noch niemals ein Reichsfangler vor versammeltem amerikanische Regierung ihnen Konzeffionen machen; aber der übungsplates für das 18. Armeecorps, das einen solchen noch Parlament erlebt. Es bedarf dabei kaum ausführlicher Erwähnung, Einfluß der großen Trust Monopolisten, die zugleich nicht hat,( die Kosten für Platz und Lagereinrichtungen können noch daß auch die Richtersche Rede der allgemeinen Unzureichendheit des frei- die Drahtzieher der republitanischen Partei find, nicht angegeben werden). fimigen Standpunktes nicht entgehen konnte; weder fand der frei- die Rücksicht auf ihre Hergabe von Geld zu Wahlzweden, haben, wie Diplomatische Entschuldigungen. Am Dienstagmorgen wußte sinnige Redner das genügende Wort für die furchtbare Belastung die Auslassung Roosevelts beiveist, alle Bedenken überwunden. Nur das Berliner Tageblatt" beftinformiert zu melden, daß die östder arbeitenden Klaffen durch den Kornwucher, noch gelang es ihm, an der Ueberkapitalisierung, der sogenannten Verwässerung" der reichische Regierung sich bei der deutschen wegen der polnischen die verhängnisvolle Zollpolitik der Regierung, über die Ver- Anteilscheine findet er etwas auszusetzen, und das Mittel, Demonstrationen gegen Preußen entschuldigt habe. antwortlichkeiten einzelner Personen hinaus, auf das allgemeinere das er dagegen empfiehlt, ist lediglich ein gewisses Am Nachmittag desselben Tages erklärte das Berliner Tageblatt" Uebel der tapitalistischen Entwicklung Deutschlands zurückzuführen. Ober Aufsichtsrecht der Regierung über die Geschäftsführung: gleichfalls beftinformiert, daß eine solche Erklärung nicht erRichter zwang den Reichskanzler zur Antwort. Diese ein Recht, das bei der finanziellen Abhängigkeit derselben folgt jei. Antwort aber bestätigte nicht nur das Urteil, das Richter soeben Regierung von den Trustcompagnien letztere schwerlich allzu hart gefällt hatte, sondern entkleidete dem Grafen Bülow des letzten treffen dürfte. Flitters, der ihn geschmückt und der ihm so oft den Beifall der Auch von einer fogenamiten Abwendung von den Schutzzoll Anspruchslosen erworben hatte. Graf Bülow sollte an der Neigung, principien der letzten Jahre ist keine Rede. Der betreffende Bassus die eigne Nichtigkeit durch Citierung von Aussprüchen großer Männer der Botschaft lautet: zu schmücken, auch seinen Ruhm tönenden Wortschwunge zu Grunde richten. Da er sich verwahren wollte, daß er nicht ein Führender in der Politik des Reiches sei, spielte er den Getreuen des Konstitutionalismus, rühmte sich des Zustandekommens einheitlicher Meinungen der Bundesregierungen in der Tariffrage und wendete fich pathetisch an den Reichstag mit dem Gitat aus Schiller: " Stardinal, ich habe das meinige gethan. Thun Sie das Ihre informieren, ob in gleicher Weise Deutschland der englischen Kann uns das„ Berliner Tageblatt" mun vielleicht auch darüber Regierung das Bedauern über die Anti- Chamberlain- Rundgebuigen ausgesprochen hat? Die ,, Krenz- Zeitung" über den Profefforen-, Rummel". Richts könnte univeiser sein, als die geschäftlichen Interessen des Der beißende Hohn, mit dem die„ Kreuz- Zeitung" in der Landes durch eine allgemeine Tarifänderung zu stören. Doch ist es Wochenschau ihrer Sonntagsnummer die Zustimmungserklärungen höchst wünschenswert, für ein Ergänzungssystem der Reciprocität der deutschen Universitätsprofefforen zu der Erklärung Mommsens zu sorgen. Die Reciprocität muß als die Gehilfin der Schutzzoll überschüttet, beweist mit erfreulichster Deutlichkeit, welche Berachtung Bolitik behandelt werden. Das phänomenale Anwachsen unsres Ausfuhrhandels verlangt gebieterisch ausgedehntere Abfagmärkte unsre junterlichen Throustügen gegenüber den Trägern der ordnungsund eine liberalere Politik den fremden Nationen gegenüber behufs staatlich konzessionierten Wissenschaft empfinden: Gewinnung dieser Märkte. Wir können dabei die bestehenden Bollsäge in jedem Fall verwerten, wo sie für Zwecke des Schutzes Da der Liberalismus verschmachten müßte, wenn er nicht immer wieder einen frischen Rummel" in Scene sezen tönnte, zu haben." " " so hat er sich rechtzeitig vorgesehen und mit dem Fall Spahn, weder im Besik von Grundeigentum noch sonstigem Vermögen"| der Justizminister zu Berbefferungen des Entwurfs geneigt ist, fo für Altmeister Mommsen eine ungeheure Professoren war?! ift zu erwarten, daß hier wirklich eine nüzliche Reform zu stande begeisterung entzündet, die aber freilich das unsagbar fonimt. Komische an sich hat, daß sich die lodernde Flamme des am 10. Dezember erfolgen. Reichstagswahlen. Die Stichwahl in Wiesbaden wird Der Termin für die Nachwahl im Frankreich. Temperaments, in diesem Fall mit dem Kaltwasser 10. sächsischen Reichstags- Wahlkreise ist auf den aufgusse der Vorsicht, auszugleichen versucht. Bis jetzt 28. Jannar 1902 festgefegt. Die Religionsgemeinschaften und das Gesetz. Nach dem find es nämlich überwiegend die ordentlichen Profefforen nichtGesez betreffend die Kongregationen haben bekanntlich die KommunalUnfre besorgten Ostafiaten. Wie ein Blatt meldet, tele- behörden Gutachten abzugeben darüber, ob den die staatliche Autoripreußischer Hochschulen, die den Altmeister ihrer dankbaren graphierte am Montag die Deutsche Vereinigung in fation nachsuchenden Religionsgemeinschaften diese zu bewilligen oder Berehrung versichern, weil er wieder einmal ein unvergängliches Shanghai an den Ostasiatischen Verein in Hamburg:„ Wir zu versagen ist. Zur Zeit sind eine große Anzahl von Gemeinden Bort" gesprochen habe. Daß dieses unvergängliche Wort leider bitten, geeigneten Ortes dringend Barzahlung des anerkannten damit beschäftigt, solche Gutachten der Regierung beziehentlich der nichts als eine Trivialität ist, die alle Wald- und Wiesenblätter der Schadensersages zu veranlassen; teine Bons." Kammer zu erstatten. Nach den durch die Blätter gehenden NachErde unzählige Male wiederholt haben, geniert die heiß Offenbar verstehen die Geschädigten" unter Bons Anweisungen richten nehmen die Kommunen in ihrer Mehrzahl einen ablehnenden fpornigen Herren nicht. Demgegenüber ist namentlich die Zurüid auf die für 1902 fälligen chinesischen Bins- und Entschädigungsraten. Standpunkt ein. So äußert sich zum Beispiel der Gemeinderat Sie hegen augenscheinlich die Besorgnis, daß derartige Anweisungen von Willace, daß daß den dortigen Kapuzinern die staatliche haltung der Berliner Professoren so bezeichnend, daß wir sehr unsicherer Natur sind, und wünschen deshalb von den deutschen Anerkennung zu versagen sei; die Mönche gäben dem Volke nur das uns nicht wundern würden, wenn Mommsen es schließlich bereute, Steuerzahlern die Beträge in zuverlässigem Bar vorgestreckt zu er- Beispiel der Faulheit und nähmen den Armen das Brot weg. Dem sich mit so schwacher Deckung über die Landesgrenze hinaus gewagt halten. Der Reichstag hat natürlich nun erst recht alle Ursache, die Herren Gemeinderat von Montpellier lagen 7 Gesuche vor, die sämtlich mit so lange warten zu lassen, bis die ersten China- Entschädigungen that- 24 gegen 4 Stimmen und 4 Stimmenthaltungen abgelehnt wirden, Die Kreuz- Zeitung" fügt der Schmach, der Thatsache, daß die sächlich eingegangen sind. mit dem Hinweis, daß die Religionsgemeinschaften eine nuglose Professoren der preußischen Hochschulen es zum großen Teil aus sociale Institution seien und daß die sogenannten WohlfahrtsFurcht vor Die Verbreitung der Wiener Arbeiterzeitung" ist vom einrichtungen der Staat zu übernehmen habe. der drohenden Zuchtrute der Es bleibt freilich wagen, State Ser, Daßregelung nicht Reihstanzler Grafen Bülow auf die Dauer von zwei abzuwarten, ob die Kammer und namentlich die Regierung den fich dem Protest ihrer doch auch auch wahrhaftig Jahren in Deutschland verboten worden, nachdem Religionsgemeinschaften gegenüber sich nicht nachgiebiger zeigen nicht bom Titanentroß erfüllten Protest Erklärung ihrer das östreichische Blatt binnen Jahresfrist zweimal in Deutschland werden. außerpreußischen Lehrkollegen anzuschließen, noch den brutalen verurteilt worden ift. Das Verbot erfolgt auf Grund Hohn dazu. Sie spricht es mit chnischer Offenheit aus, daß und des§ 14 des Preßgesezes, welcher bestimmt, daß, wenn gegen eine der französischen Kammer zugegangen. Der Entwurf einer neuen Militärftrafprozeß- Ordnung ist weshalb das Gros der preußischen Professoren nicht wider den frist zweimal eine Verurteilung erfolgt, der Reichskanzler innerhalb leitende Idee in dem den Entwurf begleitenden Bericht wie folgt Wie Justizrat Nummer einer im Auslande erscheinenden Zeitschrift binnen Jahres- Dr. Staub in der Deutschen Juristen- Zeitung" schreibt, wird die Stachel zu löken wagt: aus Vorsicht, aus, wie die Kreuz zwei Monaten nach Eintritt der Rechtskraft das Verbot des ferneren auseinandergesetzt:„ Der vorherrschende Gedanke bei Abfassung des Zeitung" besser wie sonst jemand weiß, nur zu gebotener Borsicht. Erscheinens dieser Druckschrift bis auf zwei Jahre aussprechen Entwurfes war, auch den militärischen Angeklagten so viel als Das Organ der regierenden Junker nennt die Professoren- ta 11. fundgebung einen„ Rummel". Gewiß, diese papierene Demon- Der moderne" Graf Bülow läßt sich also dazu herbei, die Strafverfahrens zu statten kommen zu lassen, und jene Garantien, möglich die freiheitlichen und hinnanen Principien des ordentlichen stration wird nicht ein Glied der Ketten lockern, mit denen der Einschränkung der Meinungsfreiheit fogar im Ausland zu ver- die das Civilstrafverfahren festgesetzt, auch auf militärische StrafSunkerstaat die verfassungsgemäß" freie" Wissenschaft eiſern ſuchen, indem er die Blätter materiell schädigt. umschnürt hält, aber man muß von der Haltbarkeit dieser Sklaven- hindern, Freilich wird diese Abstrafung unser Wiener Parteiorgan nicht dem Soldaten seine Eigenschaft als Staatsbürger gewahrt. untersuchungen anzuwenden". Diesem Grundgedanken gemäß bleibt Tetten sehr fest überzeugt sein, wenn man die Gefesselten wegen hindern, unbekümmert die Meinung auszusprechen. Ein Versuch mit Alle Verbrechen und Vergehen gegen das gemeine Recht werden dieser unwürdigen Knebelung noch verhöhnen zu dürfen glaubt. Die untauglichen Mitteln! Junker haben von den Professoren anscheinend noch dieselbe schmeichelhafte Meinung, wie Friedrich Wilhelm IV., deffen Munde das bekannte Wort von den Professoren und-n entstammt. völlig illusorisch geworden. = " Der östreichische Thronfolger, Erzherzog Ferdinand Karl, der gegenwärtig bei dem deutschen Staiser jagt, hat den Schwarzen Adler- Orden erhalten. Der Erzherzog ist bekanntlich in hohem Maße in ferifaler Anschauung befangen. Münchener Centrumsarbeiter gegen den Brotwucher. München, 2. Dezember.( Eig. Ber.) in Friedenszeiten der Jurisdiktion der ordentlichen Ge= richte unterstellt. Ferner wird dem Obersten Gerichtshofe die Verhandlung über die Berufung gegen Urteile der Militärgerichte in Friedenszeiten übertragen.- sliving sist Italien. Niederlande. fei und im Widerstreit ſtehe zu den Erfordernissen der Disziplin. Althoffe Reinigung. Die, Norddeutsche Allgemeine In der Kammer gab der neue Finanzminister einen Bericht 3eitung" beginnt heute die angekündigte Widerlegung" der über den Stand des Staatshaushalts. Er feilte mit, daß anstatt temperamentvollen Angriffe des Straßburger Professor Michaelis des erwarteten Deficits, das man für 1900/1901 auf 7 Millionen auf die preußische Universitätswirtschaft. Zunächst beschäftigt sich das Blatt mit dem Vorschlagsrecht der Fakultäten. erhoben, wenn man wagte, die Vermutung zu äußern, daß auch die zeichnen sei. Diese Verbesserung der Finanzlage sei herbeigeführt Die katholische Presse hat bisher regelmäßig ein großes Geschrei veranschlagt hatte, ein leberschuß von 41 Millionen zu verMichaelis hatte behauptet, daß das alte Vorschlagsrecht der Fakultäten fatholischen Arbeiter in Bayern schließlich nicht so ganz mit dem durch eine starke Verminderung der Ausgaben, wodurch eine Erchristlichen Brotwucher einverstanden seien. Dabei that sich besonders sparnis von 8 Millionen Franc erzielt worden, und durch MehrDie„ N. Allg. 3tg." glaubt diese Behauptung sonderbarerweise die führende„ N. Bayer. Ztg." hervor. Nun bringt aber das gleiche einnahmen an Tabal-, Salz- und Fabrikationssteuer, sowie durch dadurch zu widerlegen, daß sie eine Reihe von Citaten seit dem Jahre Blatt in einer seiner letzten Nummern eine gegen Herrn Wieber erhöhte Ueberschüsse aus dem Poſt- und Telegraphenvesen.- Für 1801 beibringt, die das Vorschlagsrecht mehr oder minder entschieden bestreiten! Es ist ein recht taktvoller Scherz und eine unbewußte Daraus geht hervor, daß Wieber am 15. September in München gerichtete Erklärung des christlichen Metallarbeiters Joseph Reiz. das Jahr 1901/1902 stellte der Finanzminister einen Ueberschuß von 14 Millionen in Aussicht. grimmige Selbstverspottung obendrein, daß das offiziöse Organ fich war, wo in einer geschlossenen Mitgliederversammlung, die 11. a. auf das Verhalten Vismards in der skandalösen Schweninger: mur den Charakter einer vertraulichen Besprechung interner Verbandsaffaire beruft. Vismard hatte Herrn Schweninger, feinen Leibarzt, der angelegenheiten trug", eine provisorische Abstimmung über das VerSocialistische Propaganda bei der Marine. Berliner Universität als Profeffor aufgenötigt. Als sich gegen den wegen halten Wiebers zur Getreidezollfrage stattfand. In den Niederlanden besteht ein Bund der niederländischen unsauberer Geschichten vorbestraften Herrn die medizinische Fakultät ftimmung habe ergeben, daß die Mehrheit der Anwesenden, auf dem Boden der modernen Gewerkschaftsbewegung stehen. Die Und diese Ab Marinematrosen" und ein„ Bund der Marinesoldaten", welche beide auflehnte, ließ Bismard ein Schreiben an den Kultusminister Ios, in darunter die ganze Vorstandschaft die zuvor die Haltung Marinebudget- Kommission der giveiten Stammer hat nun den Minister dem er eine häufigere Anwendung der ministeriellen Befugnis Biebers in der Zolffrage verurteilt hatte sich auf die Seite aufgefordert, daß er ernstliche Maßregeln gegen diese beiden Berforderte. Professuren ohne vorherige Rüdfrage bei der Fakultät zu Biebers stellte! bejezzen, und es für geboten erachtet, dem Streben nach einer derbündeten ergreife, da der Geist, der dort herrsche, ein socialistischer artigen Republikanisierung der Staatsaufsicht mit Entschiedenheit zu begegnen und die Zweifel, welche sich über die Grenzen der RechtsEs sind schlimme Dinge, die den beiden Verbänden nachgesagt fphären bilden wollen, noch in ihrem Entstehen zu unterdrücken." Der Hauptvorstand des Matrosenbundes hat einen „ Schmähartitet" gegen einen hochgestellten Offizier veröffentlicht, wo durch ein ausgebreiteter Prozeß hervorgerufen wurde, und die Agitation des Marinesoldaten- Bundes hat dazu geführt, daß ein Korporal in einer öffentlichen Versammlung seine Untergebenen darüber belehrte, daß sie, die Berufssoldaten, nur zur Beschirmmg des Kapitals da feien. Die Verkündigung solch rein socialistischer Theorien durch die Chargierten an die Gemeinen sei höchst bedenklich. meint die Kommission, die die Lauheit der militärischen Autoritäten dieser Propaganda gegenüber unerklärlich findet.- Einige Mitglieder der Kommission waren jedoch andrer Ansicht und meinten, daß ein Borgehen gegen die genannten Verbände und die socialistische Propaganda ein Angriff auf das Koalitionsrecht sei, das auch den Militärpersonen unverkürzt gewahrt werden müsse. Eine Verfammlung der Abteilung Amsterdam des Matrofenbundes hat eine Protestresolution gegen die Kommissionsmehrheit gefaßt und erklärt, daß die dem Minister empfohlenen Maßregeln nur zu gunsten der socialistischen Gesinnung wirten würden. Der Verbandsvorstand wurde beauftragt, Gegenmaßregeln zu treffen, damit die Organisation in ihrem Kampf für die Verbesserung der Lebens. bedingungen ihrer Mitglieder nicht behindert werde. Es ist ein ausgezeichneter Einfall der Althoff- Verteidiger, daß fie einen der brutalsten Gewaltatte Bismards als vorbildlich darftellen. Ganz wie Bismarck in jenem Schreiben erkennt die N. A. 8." zwar das Vorschlagsrecht der Fakultäten an, fügt aber drohend hinzu: Und diese Vorgänge spielten sich zu einer Zeit ab, wo die N. Bayer. Stg." noch wie wütend über jeden herfiel, der nur die Möglichkeit von Differenzen zwischen Centrum und katholischen werden: Arbeitern besprach. Ausland. Oestreich- Ungarn. ,, Andrerseits darf der Universitätsverwaltung nicht angesonnen Wolf über seinen politischen Rücktritt. Wolfs„ Ostdeutsche werden, auf die selbständige Erwägung und Initiative Rundschau" giebt folgende Erklärung ab:„ Bei der Mandats zu verzichten und sich einfach zum„ Vollstrecker des Fakultätswillens" niederlegung Wolfs handelt es sich um eine rein persönliche zu machen. Das hieße, der Regierung eine unwürdige und mit Angelegenheit, die sich vor vier Jahren abgespielt hat und erst ihrer staatsrechtlichen Verantwortlichkeit unvereinbare Rolle zu- jetzt einer damals noch unbeteiligten Seite Anlaß zu muten, wofür in Preußen tein Plaz ist. Durch nichts fönnte Erörterımgen gab, die zum Zweikampfe führten. Wolf legte, um das Vorschlagsrecht mehr gefährdet werden, als wenn von feiner Partei alle aus dieser privaten Angelegenheit erwachsenden ernsthafter Seite derartige Uebergriffe erfolgten. Dann Unannehmlichkeiten zu ersparen, aus freier Entschließung seine Mandate würde nach guter altprenßischer Tradition die Wahrung nieder, um sich ganz seinem Blatt zu widmen." der Kronrechte in den Vordergrund treten und sich für die Der Rede Sinn ist ziemlich dunkel. Wenn ein Liebeshandel mit Universitätsverwaltung die gebieterifche Pflicht ergeben, der rein persönlichen Angelegenheit" gemeint sein soll, so erscheint entsprechend den im Eingang angeführten Worten des es ziemlich unflar, wie so eine so verjährte Geschichte den, Sturz Zürsten Bismarck dem Streben nach einer derartigen Re- des in seiner Partei so populären Parlamentariers herbeigeführt publifanisierung der Staatsaufsicht mit Entschiedenheit zu begegnen haben sollte, zumal Wolf doch sonst nicht die so delikate Rücksicht und die Zweifel, welche sich über die Grenzen der Rechtssphäre nahme bewiesen hat. Hatte aber Wolfs eifersüchtiger Nebenbuhler bilden wollen, noch in ihrem Entstehen zu unterdrüden". Glüd- Schönerer die Hand im Spiel, so ist es erst recht sonderbar. daß licherweise sind wir aber noch nicht so weit gekommen, und zum Wolf so entfagungsvoll die Ecgel gestrichen haben sollte. Sollten mindesten für Preußen handelt es sich hier lediglich um eine andre Unsauberkeiten hinter der Affaire stecken? Dottorfrage." Das heißt troz des Veruhigungsschnörkels am Schluß Schweiz. Der Boeren- Krieg. Der Wochenrapport Kitcheners. mehr zu geben, als Herr Michaelis behauptet hat. Die Drohung Beru, 1. Dezember.( Eig. Ber.) Die bundesrätliche Reaktion Kitchener telegraphiert aus Pretoria vom 2. d. M.: Wie die befagt: Wenn Ihr nicht Order pariert und ernsthaft Ener Selbstverarbeitet mit affenartiger Geschwindigkeit.. Vor etwa 2 Monaten verschiedenen englischen Truppenabteilungen berichten, find in waltungsrecht ausüben wollt, so beseitigen wir das noch auf dem wurde angekündigt, daß der Bundesrat ein Attentat auf die Bresse der vergangenen Woche 32 Boeren gefallen, 18 verwundet, 256 Papier stehende Vorschlagsrecht überhaupt, und wir ernennen die vorbereitet und heute schon ist der Wechselbalg geboren, der bereits gefangen genommen; 14 haben sich ergeben. Die Generale Universitätslehrer nach den Grundsätzen der Offiziersbeförderung. Die der morgen zur Wintersession zusammentretenden Bundesrats- Bruce- Hamilton, Spence und Plumer marschieren gegen den Feind Wahrung der Kronrechte tritt nach guter altpreußischer Tradition in versammlung vorgelegt werden soll. Der Bundesrat beantragt im Ermelo- Bezirk. Methuen hatte am 25. November in Westden Vordergrund, und die Rechte der Wissenschaft treten, nach guter nämlich derselben die Aufnahme folgender Bestimmungen in das Transvaal einen kleinen Zusammenstoß mit Boerentruppen. Die altpreußischer Tradition, bescheidentlich in den dunkelsten Hinter- eidgenössische Strafrecht:„ Wer einen Militärpflichtigen zu einer Boerenkommandos im Südosten des Oranjestaats sind durch Gegrund. erheblichen Verlegung seiner Dienstpflicht verleitet, oder zu ver- fangennahme einzelner kleiner Abteilungen beträchtlich verringert Die Berteidiger des Herrn Althoff müssen ja wohl die leiten versucht, wird mit Gefängnis bestraft. Wird die worden. General French berichtet, daß seine Profefforen Welt fennen. Sie müssen glauben, daß die strafbare Handlung durch die Druderpresse oder durch im Nordosten der Kapkolonie den Scharen Myburghs und Herren mit solchen groben Drohungen wieder zum schwei- ähnliche Mittel begangen, find sämtliche Teil Fouchés fchwere Verluste beigebracht hätten, und daß diese jezt genden Dulden eingeschüchtert werden, daß das mulicb- nehmer(!) strafbar und es finden auf dieselben die Bestim- sehr verstreut seien. Im Südwesten sei Kommandant Theron mit fame Feuer, daß im Entstehen begriffen war, wieder schleunigst mungen der Artikel 69-72 keine Anwendung. Unter die Bestimmung geringen Streitkräften südwärts durch die an der Eisenbahn nach ausgetreten werden wird. Die Althoff- Offiziösen dürften sich nicht dieser Artikel fällt auch die im Auslande begangene Hand Clanwilliam stehenden englischen Abteilungen hindurch entwischt, man verrechnen! Es wird bald wieder Ruhe im Reich der Gelehrsamkeit Lung. Vorbehalten bleiben die Bestimmungen der Militär- sei ihr aber auf den Fersen. ftrafgefeße für die denselben unterstellten Personen". Also ein London, 3. Dezember. Wie aus Vryheid gemeldet wird, Jedenfalls zeitigt die von Herrn Michaelis gekennzeichnete Politit ganz schändliches Attentat der„ radikalen" Bundesregenten auf die find zahlreiche Boeren in der Umgegend aufgetaucht. Die Engländer gerade in diefem offiziösen Rechtfertigungsversuch ihre schönste Blüte: von der Bundesverfassung gewährleistete Preßfreiheit. Darauf sollte habent Höhlen aufgefunden, in welchen große Vorräte von Munition die Politik der" Grobheiten, Einschüchterungen, Drohungen". die gesamte Preise einmütig mit dem Schrei antworten: Nieder und Proviant lagerten. De Wet wäre in der Nähe von Kronstaad, mit dem schändlichen Wechselbalg, nieder mit der bundesrätlichen wo er sich augenblicklich mit einem Kleinen Kommando aufhält, Die Fesselung des Genoffen Bredenbeck versuchte in der Reaktion!" Der Tessiner Stantonsrat hat die Vorlage betreffend beinahe in Gefangenschaft geraten, die Kolonnen Elliot und French Dortmunder Stadtverordneten- Verfammlung der Oberbürger die unentgeltliche Geburtshilfe angenommen. Irren meister von Dortmund durch folgende Argumente zu recht- wir nicht, so ist der Kanton Tessin der erste Kanton, der auf diesem verfolgen den Feind und bringen ihm schwere Verluste bei. fertigen: Gebiete einen Fortschritt macht. herrschen. Dänemark. Reichstag. ( Schluß aus der 1. Beilage.) Reichslanzler Graf Bülow: 1. Bredenbeck sei bereits zu längeren Freiheitsstrafen verurteilt gewesen und habe weitere noch zu erwarten gehabt. Er war aus diesen Gründen bereits in einem früheren Termin vom öffentlichen An- Die Reform der Rechtspflege ist eine von den Versprechungen, fläger( Staatsantvalt) für fluchtverdächtig erklärt und seine sofortige die bereits in der 1849 zustandegekommenen Verfassung dem Volke Juhaftnahme gefordert worden. Diesem Antrage sei freilich gemacht wurden. Nun endlich wird die Durchführung dieser feitens des Gerichts nicht entsprochen worden. wichtigen Reform ernstlich in Angriff genommen. Die Ne Herr Nichter hat darüber geklagt, daß ich gestern nicht mehr Die Gesamtstrafen des Bredenbeck betragen annähernd zwei Jahre gierung hat dem Folkething einen sehr umfangreichen, gesagt habe. Er sollte mir eigentlich dankbar sein, daß ich bei Ein Gefängnis. 2. Bredenbeck sei weder im Besitz von Grund= 657 große Drudseiten füllenden Entwurf, der im legten leitung einer voraussichtlich langen Debatte mich der Kürze beeigcutum noch sonstigem Vermögen und 3. die Flucht Jahrzehnt des verflossenen Jahrhunderts von einer Reichstags- fleißigt habe, wir werden noch lange Reden genug zu hören bein das Ausland sei auf einem verhältnismäßig furzen Wege möglich fommission ausgearbeitet wurde, vorgelegt, und das Foltething hat tomunen.( Heiterkeit.) Im übrigen hat Herr Richter zwar einige und eine Auslieferung von deutscher Seite nicht erzwingbar ge- am Dienstag nach fiebentägiger Debatte eine Kommission eingesetzt, jehr gute Wize gemacht( Lachen links), er hat einige wirklich recht die dafür sorgen wird, daß der Entwurf so bald wie möglich dem nette aber Wige gemacht, Ivesen. hat doch nicht all Die Rechtfertigungsversuche der schmählichen Behandlung eines Landething vorgelegt wird. Es handelt sich hier um eine ziemlich viel Neues gesagt, nicht all zu viel, was ich nicht schon im Laufe des Ehrenmannes sind absolut nichtig. Bredenbeck war nicht weitgehende Reform des ganzen Gerichtswesens, namentlich auch Sommers in manchen ihm nahestehenden Zeitungen gelesen habe. fluchtverdächtig, das bewies die Ablehnung der sofortigen Juhaft- um die Einführung der Oeffentlichkeit und Mind( Muruhe links.) Herr Nichter hat sich bemüht, einen Gegensatz nahme durch den Gerichtshof. Hätte Bredenbeck fliehen wollen, jo lidh feit des Verfahrens, wie sie bis jetzt nur zu konstruieren zwischen dieser Vorlage und jener Weltpolitik, hätte er es vor Antritt seiner Strafe gefomit. Aber selbst am höchsten Gericht besteht, an allen Gerichten, und um die ich hier von dieser Bant vertreten habe und iwenn man einen Fluchtversuch befürchtete, hätte man Bredenbeck die Einführung der Geschworenengerichte. Die Reduer überzeugter und entschiedener Anhänger ich bin. Ein nicht gleich einen gemeinen Verbrecher in Ketten durch die ganze aller Parteien erklärten sich principiell einverstanden mit dem Ent- folcher Gegensatz existiert aber nicht, denn die Basis Stadt zu schleppen brauchen. Selbst Kassendefraudanten und wurf; jedoch wies der Wortführer der Socialdemokratie J. Jensen unsrer gesunden, vernünftigen Weltpolitif schurkische Aufsichtsräte pflegt man per Droschte zu transportieren. auf verschiedene Mängel hin. Da in der Kommission auch zwei ist eine fräftige nationale Heimatspolitit.( Bravo! Warum geschah das nicht auch bei Bredenbeck? Etwa weil er unsrer Genossen, nämlich J. Jensen und Borgbjerg sigen, und auch rechts.) Das eine schließt das andre nicht aus, sondern das eine ist er 811 deren " Abg. v. Kardorff( Rp.): Der Abg. Richter hat Aeußerungen von mir citiert, nach denen es scheinen könnte, daß ich früher andre Ansichten vertreten habe als heute. Man kann ja immer etwas hin zulernen. Anschauungen zu ändern ist also keine Schande. Im vorliegenden Fall ist davon aber nicht einmal die Rede. Ich halte auch heute nicht die Zölle für das beste Mittel gegen die Not der Landwirtschaft, viel bessere Mittel sind der Antrag Kanik und die Lösung der Währungsfrage. des g 11 Lodz die erste Nummer eines neuen Organs des Lodzer Komitees Aus der russischen Bewegung. Vor einigen Wochen erschien itauen, Polen und Rußland"," Die Freiheits. Allgemeinen Jäbischen Urbeiterbundes in einer Geheimdruckerei hergestellt wurde. Aus dem Inhalt heben wir Iode", eine 28 Seiten umfassende jüdische Arbeiterzeitung, die in hervor: Die Freiheitsglocke( Gedicht); Eine neue Lüge der russischen Regierung; Rabbiner, Bopen und Pfaffen im Dienste des Kapitals; Die Arbeiterinenbewegung in Lodz; Korrespondenzen aus mehreren Fabriken, Schneider- und Schustertverkstätten; Ein Brief aus dem Lodzer Gefängnis; Chronik der Arbeiterbewegung in Lodz, Nekrologe und Staffenberichte des Lodger Komitees des Bundes" und der Lodzer Allgemeinen Streitfaffe". die Voraussetzung des andren.( Sehr richtig! rechts.) Eine Welt- sehr dem Standpunkt des Abg. Richter näherte.( Sehr richtig! rechts.)| beträgt, was für eine Stadt von ca. 80.000 Einwohnern wohl bes politik welche die heimische Arbeit ohne Schuß lassen würde, die sich Auf manche Einzelheiten, die Graf Schwerin und Herr Spahn vor- deutend erscheint. Die Aktiengesellschaft Folkets Hus", in deren insbesondere nicht um die Landwirtschaft kümmern würde, das wäre gebracht haben-- von einem Piden" habe ich übrigens garnichts gehört Gebäude Arbetet" hergestellt wird, hat nun beschloffen, einen Neueine phantastische, ungesunde, chimärische Politik, für eine solche( Heiterfeit rechts), einzugehen, enthalte ich mich; darüber sich zu bau aufzuführen, der bestimmt ist für die Druckerei, Sckerei und Politik werde ich nie zu haben sein.( Lebhaftes Bravo! rechts.) verständigen, wird Aufgabe der Kommissionsberatungen fein. Es ist Redaktion der Zeitung. Es soll eine Notationspresse angeschafft Herr Richter hat auch die Kanalfrage berührt. Diese Frage ja eine alte Erfahrung, daß nichts versöhnlicher wirkt als gemeinsame werden und das Blatt, das jetzt sicbenspaltig gedruckt wird, soll dann gehört ja eigentlich nicht vor das Forum dieses hohen Hauses, ich Arbeit an großen, gemeinsamen Arbeiten. Die Regierungen hoffen, daß achtspaltig herausgegeben werden. nehme aber gar keinen Austand, da die Frage ja von allgemeinem diese Beratungen ein befriedigendes Ergebnis haben werden und daß Interesse ist, mich darüber zu äußern. Herr Richter warf mir in manche Gegenfäße sich als weniger scharf herausstellen werden, in Der Kanalfrage Nachgiebigkeit vor. Ich hätte den Herrn Abg. Richter als Heute angenommen wird. Sie hoffen jedenfalls, daß die Beeigentlich für konstitutioneller gehalten.( Sehr richtig! rechts.) ratungen zur Milderung der Gegensäge beitragen werden und daß Warum nimmt er es mir denn übel, wenn ich gegenüber es gelingen wird, ein Tarifgesetz zu stande zu bringen, der Landciner parlamentarischen Körperschaft nicht sofort das ganze wirtschaft zum Nutzen und der Industrie nicht zum Truße, ein Tarif schwere Geschütz aufgefahren habe, welches einer Regierung zu gefeß, mit dem das Land zufrieden sein kann.( Stürmisches Bravo! Gebote steht.( Sehr gut! rechts.) Das ideale Verhältnis zwischen rechts.) Regierung und Boltsvertretung ist doch nicht der ewige von Reiter Hierauf schlägt der Präsident die Vertagung der Beratung vor. und Roß. Der eine führt, der andre muß unbedingt gehorchen. Es folgen ( Sehr gut! rechts.) Das wäre ja für mich als Minister in gewisser persönliche Bemerkungen. Beziehung ganz nett, ich traue aber dem Herrn Abg. Richter in dieser Beziehung nicht ganz, ich befürchte, daß es ihm doch weniger darauf ankommt, die Autorität der Regierung zu befestigen, als darauf, einen Streit herbeizuführen zwischen der Regierung und einer großen Partei dieses Hauses, bei welchem er den tertius gaudens abgeben fant.( Heiterfeit und Sehr gut! rechts.) Daß ich dazu nicht die Hand bieten will, daß ich dem Herrn Abg. Nichter nicht das Streichhölzchen liefern will, 1111 den Brand anzuzünden, an dem er seinen Parteiist selbstverständlich. gewesen.( Heiterkeit.) topf fochen fann( Große Heiterkeit), Die Fabrikinspektorin für Baden, Frl. Dr. v. Richthofen führte Ich bin ja immer gern bereit, Herrn Richter Freude zu machen, es in einem Referat, welches sie in der Dresdener Ortsgruppe der darf nur nicht auf Kosten des Staatswohls sein. Das Staats: Gesellschaft für sociale Reform hielt, darüber Klage, daß die wohl verlangte es, daß die Kanalvorlage im vergangenen führungen sehr mit meiner Rede beschäftigt und dabei eine Reihe fcien, Der Staatssekretär Graf v. Posadowsky hat sich in seinen Aus- Arbeiterinnen noch nicht genügend für die Fabrikinspektion erzogen Frühjahr mit Ruhe behandelt wurde und im Hinblick auf das die Sprechstunden werden wenig vont Arbeiterinnent Allgemeininteresse und nicht vom Standpunkt dieser oder jener Fraktion. Behauptungen aufgestellt, die unrichtig waren. Ich habe nicht ge- besucht. Auch die Berliner Juspektorin Frl. Reichelt mußte in ihrem Das schließt natürlich nicht aus, daß die Regierung an ihren fagt, daß Amerika die Schutzölle erst nach dem deutschen Bericht vom Jahre 1900 konstatieren, daß nur wenige Beschwerden verkehrspolitischen Zielen unbedingt festhält.( hört! hört! das durch den Krieg mit den Südstaaten zehnfach gesteigerte Budget der Beschwerden wurden ihr durch die hiesige Beschwerdekommission, Schweine- Einfuhrverbot eingeführt habe. Ich habe gesagt, daß von Arbeiterinnen direkt an sie ergangen sind, die große Mehrzahl links.) Von einem Fallenlassen der großen Wasserstraßenpläne ist die Veranlassung zum llebergang zum Schutzzollsystem gegeben habe. welche von den organisierten Arbeiterinnen ins Leben gerufen wurde, keine Rede.( Lebhaftes Bravo! bei den Nationalliberalen.) Von einem definitiven Scheitern der Kanalvorlage kann schon deshalb Erst spätere fleine Schutzzollbewegungen sind auf unser Schweine- zugestellt. nicht die Rede sein, weil dies eine tiefgehende Schädigung Einfuhrverbot zurückzuführen gewesen. Auch das letzte Quartal führte der Kommission wieder zahl= bedeuten würde nicht bloß für diesen oder jenen Gebiets- rüdständig vermiffen Ich habe ferner nicht gesagt, daß die deutsche Landwirtschaft reiche. Arbeiterinnen in gewerblichen Angelegenheiten zu. Leider teil, sondern für den allgemeinen Wohlstand des Landes. rückständig in der Technik sei. Ich habe im Gegenteil gefagt, ver- müffen wir immer wieder viele Slagen zurückweisen, Die königlich preußische Staatsregierung ist aber fest überzeugt, daß schiedene Preisrückgänge ſeien auf Fortschritte in der Technik zurück weil die Grenzen der Inspektion zu eng gezogen find. Wie häufig cin Projeft, welches nicht nur einzelnen Erwerbszweigen, sondern zuführen. Wenn ich alfo Fortschritte in der Technik konstatiert habe, wird nicht Klage darüber geführt, daß die Werkstättenbesiger die dem allgemeinen Volkswohl der gesamten Monarchie au gute fann ich doch unmöglich von einer technischen Rückständigkeit ge- ersten fünf Tage der Woche für das Geschäft arbeiten lassen, Jam zu sprochen haben. tommit, mit der Zeit realisiert werden wird, und wenn Sonnabend jedoch die Privatkundschaft befriedigen. So können fie Nächste Sitzung Mittwoch 1 Uhr.( Fortsetzung der heutigen ungestraft die Arbeiterinnen Sonnabends nach 1/26 Uhr beschäftigen; Präsident Graf v. Ballestrem: Das letztere ist nicht persönlich Abg. Molkenbuhr( Soc.): Beratung.) Schluß 614 Uhr. Partei- Machrichten. " Aus der Frauenbewegung. Zur Frage der weiblichen Fabrikinspektion geht uns von der Berliner Beschwerdekommission folgende Notiz zu: kein Gesetz hindert sie daran, für ihre Kundschaft länger arbeiten zu lassen und wehe der Arbeiterin, die sich dagegen sträuben wollte, sie könnte ihren Wanderstab ergreifen. Ferner gehen uns aus den Vororten, namentlich aus Weißensee, die haarsträubendsten Schilderungen von Schwigwerkstätten zu. Die Reinlichkeit läßt in allen Fällen sehr zu wünschen übrig, foll es doch nicht einmal selten sein, daß die in der Werkstube befindlichen Kinder des Meisters dieselbe vers umreinigen und der Unrat bis abends liegen bleibt. Zicht man in Betracht, daß in den Räumen meist noch gebügelt wird, dann kann man sich ungefähr vorstellen, welche Atmosphäre Herr Richter uns da unterstützt, so soll mir das sehr recht sein. Weiter hat Herr Richter moniert, daß ich gesagt habe, wir wollen abwarten, wie der Hase weiter läuft; er meinte, ich spiele in der ganzen Frage feine führende Rolle. Es kann doch aber nicht die Aufgabe des Reichskanzlers sein, seine Ansicht den Bundesstaaten zu octrobieren. Das würde mit dem Geiste der Reichsverfassung im Widerspruch stehen und entspricht nicht der Ansicht, die ich von der Reichstagskandidaturen. Eine Parteiversammlung für den Selbständigkeit und Würde der Bundesstaaten habe. Ich kann auch meine 10. fächsischen Reichstagswahlfreis, die am Sonntag Anſicht nicht ohne weiteres dieſem hohen Hause aufoctroyieren. Das in Hartha tagte, stellte zur bevorstehenden Ersatzwahl den bisherigen fonstitutionelle Leben beruht auf dem Princip der gegenseitigen Ber- Standidaten Karl Grünberg aus Hartha wieder auf. ständigung des gegenseitigen Entgegenkommens hier und da auch auf Für den 21. sächsischen Reichstagswahlkreis tagte dort herrscht. Kontrolliert werden diese Höllen überhaupt nicht. Kompromissen. Es ist mir aber zu meiner Freude gelungen, zwischen am Sonntag eine Versammlung des Kreiswahlvereins, die sich gleich- So weit reicht der Arm unsrer Gesetzgebung noch nicht und die den Verbündeten Regierungen einen Consensus herbei- falls mit der Kandidatenfrage beschäftigte. Nach längerer Debatte zuführen, und ich denke, es wird auch gelingen, eine Ver- wurde Grenz- Leipzig als Kandidat nominiert, der auch bei der wenigen Beamten der Gewerbe- Inspektion könnten das große Arbeitsständigung über über diesen diesen Tarif zwischen den Verbündeten legten Wahl schon kandidierte. feld, welches sich ihnen hier öffnen würde, nicht bewältigen. Regierungen und diesem hohen Hause herbeizuführen. Jeden- Die Vertrauensmänner des 9. badischen ReichstagsDie Beschwerden, die unter die Gewerbe- Inspektion fallen, falls habe ich das meinige gethan, und kann Arbeitszeit zu lange und Unsauberkeit. mit König wahlkreises erwählten in einer Konferenz am Sonntag den betreffen meist Philipp sagen: Ich habe das meinige gethan, Herr Kardinal Landtags- Abgeordneten Emil Eichhorn aus Mannheim als zu 8 ja 9 Uhr aus. So dehnen manche Arbeitgeber die Arbeitszeit bis 7, thun Sie das Ihrige.( Stürmische Heiterkeit.) Herr Richter wird fünftigen Kandidaten des Kreises. Der bisherige Abgeordnete des für jugendliche Arbeiter bis 14 Stunden täglich. Wasch- und Ankleide In einer Fabrik betrug die Arbeitszeit bei den Verhandlungen jedenfalls dabei stehen als der Geist, der Streises, Ag ster, wird krankheitshalber nicht mehr kandidieren. stets verneint, schließlich aber überstimmt wird.( Heiterkeit.) Mephisto räume fehlen häufig oder sind so mangelhaft, daß Klagen geführt unterliegt und die Engel triumphieren.( Erneute große Heiterfeit.) Gemeindewahlen. Auf Grund eines Kompromisses mit den werden mußten. In einer Fabrik wurde als Ankleideraum ein Herr Richter sagte, ich hätte als Staatssekretär des Aeußern Bezirksvereinen gegen die Nationalliberalen wurden in Darmstadt Durchgang benutzt, den zu jeder Stunde Männer passieren mußten. anderen politischen Ansichten gehuldigt, die mit dieser Vorlage in zwei Parteigenoffen mit in das Stadtverordneten- Kollegium gewählt. In einem Konfektionsgeschäft wurde den Mädchen, obwohl sie Widerspruch ständen. Ich konstatiere demgegenüber, daß in Ver- Bisher gehörte dem Kollegium tein Socialdemokrat an. mittags nicht nach Hause gehen, nicht gestattet, sich warme. Gegangenheit und Gegenwart zwischen allen Ressorts Die Barleigenossen in Mainz haben für die am 9. Dezember tränke zu bereiten. In derselben Firma, bei welcher noch vollständige lebereinstimmung besteht. Ich muß für stattfindende Gemeindewahl, bei der 16 Mandate strittig sind, ein außer den Arbeiterinnen kaufmännische Angestellte thätig alle Refforts das Vertrauen in Anspruch nehmen, daß sie sich Startell mit den Demokraten, Deutschfreifinnigen und National- find, waren die Aborte nicht mit Schlössern versehen und mußten gleichmäßig der Pflicht bewußt find, welche der Schuk liberalen abgeschloffen, um gegen die die Stadt beherrschenden von innen mittels einer Schnur zugehalten werden. Den Reisenden der nationalen Interessen ihnen auferlegt, daß fie diefelben Ultramontanen vorzugehen. In einem gemeinschaftlichen Wahl- und Comptoirangestellten war es häufig bequemer, am Ausguß der mit Maß und Besonnenheit, aber auch mit voller Festigkeit vertreten. aufrufe, der von den Vorständen dieser vier Parteien unterzeichnet Wafferleitung Bedürfnisse zu befriedigen. Vom Fabrikanten wurde Von Gegensätzen, Widersprüchen, Ungleichheiten innerhalb der Ne- iſt, heißt es, daß zum erstenmal die vier liberalen diese Unfitte stillschweigend geduldet, obwohl die jungen Mädchen gierung kann schon deshalb keine Rede sein, weil die Leitung ja von Parteien gemeinsam vorgehen. aus derfelben Leitung ihr Trinkwasser eninahmen, auch bietet einer Stelle ausgeht, dem einzigen verantwortlichen Beamten. Das ist insofern richtig, als sich die Socialdemokraten zum diese Wasserleitung die einzige Waschgelegenheit. Zu welch' Alfo mit einer Zweifeelentheorie, damit ist es nichts.( Heiterkeit.) erstenmal den andern drei Parteien angeschlossen haben, die bisher unliebsamen Begegnungen das führte, liegt auf der Herr Nichter hat auch über die Handelsverträge gesprochen. Ich habe in den verschiedensten Sonstellationen zum Teil mit den ultra- hand. Auf Grund einer Inspektion des Fräulein Reichelt nie einen Zweifel darüber gelassen, daß ich die Erneuerung lang- montanen gegen die Socialdemokratie gekämpft haben. Im wurden diese Mißstände sofort abgestellt. In einem andern fristiger Handelsverträge für wünschenswert halte. Schon im übrigen verdient wohl gerade die Partei, die das Wort liberal" Falle war für 40 Bersonen überhaupt nur ein Abort vorhanden, der vorigen Jahre habe ich erklärt, daß es unsre Absicht wäre, auf für offiziell im Wappen führt, am allerwenigsten den Namen einer nicht einmal regelinäßig gereinigt wurde. In einer Wäschefabrik beuns annehmbarer Basis wieder zu Handelsverträgen zu gelangen. liberalen Partei. finden sich im Plättsaal zwei Aborte und deshalb hatten die ArAllerdings bin ich nicht der Meinung, daß Deutschland sich in einer Zwangs- Die Kandidaten find so verteilt, daß auf die gemeinsame Lifte beiterinnen sehr durch die schlechten Dünste zu leiden. Diese BlumenTage befindet, die uns nötigt, um jeden Preis und zu jeder Bedingung Socialdemokraten, 5 Deutschfreisinnige, 4 Demokraten und lefe ließe sich bis in das Unendliche ausdehnen und wenn wir hier mit andern Staaten Handelsverträge abzuschließen.( Sehr wahr! rechts.) 2 Nationalliberale kommen. Unter den freiwerdenden Mandaten sind einige Beispiele mitteilen, so geschieht es, un der Deffentlichkeit zu Die Staaten, mit denen wir im Vertragsverhältnis stehen, haben 3 socialdemokratische. zeigen, wie menschenunwürdig auch hier in Berlin die Arbeiterinnen genau dasselbe Jnteresse wie wir, dieses Verhältnis fortzusetzen. Bei dem bisherigen selbständigen Vorgehen hat unsre Partei von den Unternehmern behandelt werden, ( Sehr richtig!) Neue Handelsverträge sind mur möglich auf der Basis recht gute Erfolge erzielt. Die Zahl der für uns abgegebenen Dann möchten wir noch anknüpfen an den Ausspruch des Frl. voller Gegenseitigkeit und gegenseitiger Anständigkeit, wir brauchen Stimmen ist ständig gewachfen, so daß sie bei der Wahl 1898 m Dr. v. Richthofen, in Baden wäre die Juspektion durch die Getvert auch nicht schüchterner zu sein als andre Staaten. Durch Aeuße noch mit einigen hundert Stimmen hinter der gegnerischen Liste schaften sehr gut an die Arbeiter herangekommen, die Frauen seien rungen fremder Blätter werden wir uns natürlich nicht um eines zurückblieb. Da die ganze Stadt einen Wahlkreis bildet, so ist jedoch leider nicht follektivistisch zu faffen. In Berlin find nuu die Haares Breite von dem Weg abbringen lassen, den uns unser Stecht dieses fortwährende Steigen unsrer Stimmen von ganz besonderen Arbeiterinnen auch nicht selbst zur Suspektoriu gegangen, doch haben und uursre Interessen vorschreiben.( Sehr gut! rechts.) Die An Werte. sie ihr die Beschwerden durch ihre Vertrauenspersonen zugehen griffe der fremden Presse betrüben mich auch gar nicht Parteipresse. Die Verschmelzung der Halberstädter lassen. Wenn wir nun gar zugestehen, daß Frl. Reichelt ihre Aufweiter, im Gegenteil, es würde mich nach denklich stimmen, Bolts Zeitung" mit der Magdeburgischen, Bolts- gabe sehr ernst nimmt und mit Erfolg thätig ist, so müssen wir um wenn die fremde Presse den Tarif lobte. Wir thun, it imme" ist jetzt als beschloffene Thatsache zu betrachten. Eine fo mehr bedauern, daß sie unsrer Kommission jede Auskunft verwas wir für die wirtschaftliche Entwicklung Deutschlands für not Wahlkreiskonferenz für Calbe- Aschersleben und eine eben weigert. Auf persönliche Anfragen unsrer Kommission nach Erwendig und nüglich halten.. Ich zweifle gewiß nicht an dem solche für Halberstadt Aschersleben, die am Sonntag dieselben befänden sich im Geschäftsgange, obwohl uns einzelne der ledigung eingereichter Beschwerden wurde uns immer die Antwort, Patriotismus des Herrn Richter oder irgend eines der Herren Abgleichzeitig getrennt von einander über die Angelegenheit verhandelten, Fälle als erledigt bekannt waren. Daraus geht hervor, daß jede geordneten. Aber das ewige Drohen mit dem Zorn des Aus- faßten übereinstimmende Beschlüsse in dieser Hinsicht. Die Magde- Berbindung mit uns verpönt ist, und da am Anfang ihrer Thätigkeit landes, wie es seit einiger Zeit in einem Teile unsrer Presse im burger Genossen erklärten ihr Einverständnis mit dem Plane. Die Schwange ist, die geradezu denunziatorische Weise, wie die Ilmvandlung soll am 1. Januar 1902 vollzogen werden. Frl. Reichelt uns Auskunft gab, so gehen wir wohl nicht Regierung des eignen Landes angeschwärzt wird bei den Die Genossen Martwald und Tielsch treten dann in das Magde- Beamten den Weg gezeigt. Nun geht uns ja wohl in einigen Fällen der Annahme, ein Wink aus höheren Regionen habe den Regierungen fremder Länder, das ist würdelos.( Lebhaftes burger Blatt ein. Bravo! rechts und bei den Nationalliberalen.) Welche Die als Kopfblatt der Bolts- Zeitung" erscheinende„ Sonntage- von den Arbeiterinnen selbst Nachricht zu, aber in den meisten Fällen Sonntags- hören wir nichts mehr von der Beschwerde. Die Arbeiterinnen haben Naivetät liegt auch darin, einer Regierung immer 8 Beitung" geht damit gleichfalls ein. drohen mit dem fremden Knecht Ruprecht. Ich beneide meine eben keine Zeit, noch einmal den Weg in unsere Sprechstunde zu Herren Kollegen in andern Staaten um Sen Eifer, mit dem Die Offenbacher Parteigenoffen tauschten in givei Verfamm- machen. Nun vielleicht sieht man auch in den biefigen amtlichen hier ihre Geschäfte von deutschen Blättern besorgt werden. Ingen ihre Erfahrungen bezüglich der letzten verlorenen Gemeinderats- Sereisen noch einmal ein, wie wichtig das in Verbindung treten mit Vom deutschen Standpunkt aus ist es nupatriotisch, aus Gründen wahl aus, wobei sie zu dem Schlusse kamen, die örtliche Organisation den Vertrauenspersonen der Arbeiter ist. Zu den Beamten haben die imerer Parteitaktik das fremde Selbstgefühl zu steigern, das ohnehin besser auszubauen, um in Zulunft den Gegnern schlagfertiger gegen- Arbeiter und Arbeiterinnen hente noch nicht so viel Vertrauen, daß manchmal nicht gering ist. Wir wünschen mit allen andern Mächten übertreten zu können. Zu diesem Zweck wurde die Einführung des fie die amtlichen Sprechstunden besuchen. Ihnen stehen eben die politisch: vie wirtschaftlich in allerbesten Beziehungen zu fein, Bezirkssystems nach dem Muster von Hamburg und Berlin beschlossen Leute aus ihren Reihen viel näher und wir werden auch fernerhin aber wir laffen uns durch fremden Tadel, fremde Angriffe und eine Kommission gewählt, welche die Borarbeiten dazu über unsre Pflicht in ihrem Interesse erfüllen. und fremde Drohungen nicht ins Bockshorn jagen.( Bravo.) nehmen soll. Beschwerden nehmen entgegen: Dies vorausgeschickt, fonstatiere ich, daß ich- ivas auch Herr Spahn Totenliste der Partei. In Breslau starb der Genosse zu meiner Freude zur Geltung gebracht hat den Wert der Handelsverträge rückhaltlos anerkenne, nud daß wir von dem Wunsche August Boremski, Kassierer des Müllerverbandes. Ein Veteran der Arbeiterbewegung, der Genosse Karl Wöhler, erfüllt sind, solche Handelsverträge wieder zu erneuern. Langfristige starb in Braunschweig. Der Verstorbene, der bei langem Handelsverträge kommen nicht nur der Industrie, sondern auch der Siechtum ein Alter von 81 Jahren erreichte, gehörte zu den Be= Landwirtschaft zu gute; denn auch die Landwirtschaft hat ein mann. Frl. Baader, Großgörschenstraße 38, zweiter Hof II. Fran Bauschte, Sostoderstr. 47, Hof II. Frau Dr. Weyl, Lothringerstraße 67, I. Frau Luz, Waterloo Ufer 9, im Laden. Fran Mesh, Lychenerstr. 3, links, Aufg. IV. Frau Ties, Blumen ftraße 63, I rechts. Frau Sprung, Markusstr. 18, Aufgang 8, III. Sprechzeit jeden Mittwochabend von 7-9 Uhr. Gewerkschaftsbureau, im Gewerkschaftshause, Engels Interesse an stabilen Zuständen, an ruhigen und gleichmäßigen Ver- gründern des Allgemeinen deutschen Arbeitervereins. hältnissen. Jedenfalls ist die fortschreitende Erweiterung des Abjazz- tapfersten Mitkämpfer in der Person des Genossen Adolf Bor- bis 8 Uhr. Die Parteigenoffen in starlsruhe verloren einen ihrer Ufer 15, II. Flureingang. Vormittags 9-1 und nachmittags 6 gebietet unserer Industrieprodukte für unsre gesamte wirtschaftliche Die Gewerbe- nspettorin Fräulein Reichelt, Entwicklung eine sociale und ökonomische Notwendigkeit, der sich die Die Parteigenossen werden den Verstorbenen ein treues An- Georgenkirchplatz 22, ist jeden Donnerstag von 7-8 Uhr abends und verbündeten Regierungen nicht im entferntesten verschließen. s denken bewahren. Es hat mich gefreut, daß Herr Richter so warm eingetreten iſt jeden ersten Sonntag im Monat von 9-10 Uhr vorniittags zu für den monarchischen Gedanken.( Lachen rechts.) Ich glaube aber, Die socialdemokratische Presse Schwedens ist zur Zeit in fprecher. daß durch diese Tarifvorlage der monarchische Gedanke ge- einer erfreulichen Entwicklung begriffen." Socialdemokraten" in Die Namen der Beschwerdeführer werden streng fördert wird, weil die Bevölkerung weil die Bevölkerung daraus ersehen kann, Stockholm ist bekanntlich vor einigen Wochen nach den prächtigen geheim gehalten! wie die Monarchie darauf ausgeht, die chrlich und fleißige Lofalitäten in dem neuen Voltshaus übergesiedelt und wird nun auf Arbeit zu schützen( große Unruhe links), und so sehr ich Herrn einer Rotationspresse neuester Konstruktion gedruckt und mit neuem Richter dankbar bin für sein Interesse an der Erhaltung der Mon- Typenmaterial gefeßt. Die Abonnentenzahl von Arbetet" in archie, so weiß ich doch nicht, ob ich das Interesse der Monarchie Malmö, der zweitgrößten Parteizeitung Schwedens, hat seit dem fördern und ihre Zukunft sicherstellen würde, wenn ich mich gar zu 1. Januar um 1500 zugenommen, so daß die Auflage jest 10 000 Schuk allen Heimarbeitern. Die Denkschrift der Schneider, welche für die Heimarbeiter der Konfektion gefeglichen Schuß verlangt, hat berechtigtes Aufsehen erregt. Man darf wohl mit Zuversicht hoffen, daß gegenüber so Die Petition ist unterzeichnet für die Blumen- und Federbranche von Frau Ihrer und Frau Nönsch, für die Buchdruck Hilfsarbeiterinnen von Fräulein Heydemann und Frau Thiede, für die Metallbranche von Frau Liez, für die Posamentenbranche von Frau Hofmann, für die Textilarbeiter von Fräulein Altmann und Frau Reinhold, für die Wäsche branche von Frau Rosenstengel und Frau Hahnhold. Aus Industrie und Handel. grauenvollen Zuständen keine Partei des Reichstags fich weigern Neun in der genannten Fabrit beschäftigte Maler, die sämtlich Vor dem Schwurgericht in Gotha hat sich ein Student Yann, die Auswüchse wenigstens dieser bedenklichsten aller Arbeits- dem Verbande der Porzellan- 2c. Arbeiter angehören, haben sich der Berliner Universität unter der schweren Anklage der formen durch gefeßliche Regelung zu beseitigen. Um aber diesen geweigert, billiger und länger ihre Arbeitskraft zur Verfügung Ermordung seiner Geliebten zu verantworten. Der An gefeßlichen Schuß auf alle Heimarbeiter zu erstrecken auch solche, zu stellen und haben gekündigt. Wiederholte Vermittlungsversuche, geklagte ist der 24jährige Sohn des Bürgerschullehrers Fischer welche nicht in der Stonfektion beschäftigt sind, ist dem Reichstag auch durch die Verbandsleitung, hatten tein Resultat, so daß nunmehr in Eisenach, Hans Fischer, der in Berlin Jura studiert und, wie eine dahingehende Petition, gleichsam als Ergänzung jener Denkschrift die Maler außer Arbeit getreten find. Die Firma sucht in allen f. 8. mitgeteilt, während der Pfingstferien, die er in Eisenach vers zugegangen. Viel zahlreicher als man glaubt, find die Berufsarten, Blättern, die in Kreisen der Emaille- und Borzellanmaler gelesen lebte, die damals 17jährige Martha Amberg, die Tochter in denen die Heimarbeit eingerissen ist, und stets wächst ihre Zahl werden, Ersatzkräfte. einer armen Witwe tötete. Fischer hatte hatte schon als durch die Findigkeit der Arbeitgeber, welche hierbei Betriebskosten Es ist seitens der Verbandsleitung die Sperre über Schüler des Eisenacher Gymnasiums mit der Martha Amsparen und an williger Fügsamkeit der vereinzelten Arbeiter gewinnen. o bige Firma verhängt worden und wird ersucht, dieselbe berg ein Liebesverhältnis angefangen und war nach Berlin Es gilt endlich, dieser Rückwärtsbewegung Einhalt zu gebieten, deren zu beachten. Ein Zweiggeschäft der Firma befindet sich in Hamm, mit dem Versprechen abgereist, dem Mädchen die Treue zu bes Umfichgreifen für den Erwerb wie für das Familienleben der Ar- dort ist eine Reduktion nicht vorgenommen worden, möglich ist es wahren. Inzwischen trat aber zwischen den beiden Liebenden eine beiterinnen von gleich verhängnisvollen Folgen begleitet ist. aber, daß Maler für das Hammer Geschäft gesucht und dann nach Entfremdung ein, und nach der Behauptung des Angeklagten soll dem nahen Ahlen gesandt werden. Es ist demnach die größte das ermordete Mädchen diese durch ihr Verhalten herbeigeführt Vorsicht bei Engagements nach dort zu beachten, haben. Als Fischer deshalb zu Pfingsten nach Hause kam, beschloß Vom Landgericht zu Bochum wurde am 29. November der er, das Mädchen zur Rede zu stellen. Am Morgen des 29. Mai verließ das Paar die Stadt, um einen Spaziergang zu machen. frühere Redacteur der„ Deutschen Bergarbeiter- Zeitung" Fr. Lang- Was hierauf zwischen den Beiden geschehen ist, wird wohl Betriebsleitung der Beche„ Sulzbach"( Saar- Revier) zu 300 Mart abends gegen 9 ühr allein wieder in der Stadt einfand, borst wegen einer in dieser Beitung begangenen Beleidigung der niemals ganz aufgeklärt werden. Als der Angeklagte sich Geldstrafe verurteilt. war er in einem Zustande der schrecklichsten Verzweiflung. Not In der Weißmöbel Fabrik von Wagner u. Zinkeisen zu dürftig bekleidet lief er durch die Straßen dem Polizeigebäude zu, Leipzig Lindenau sind, nach der Leipziger Volkszeitung", wo er in abgeriffenen Sägen die Erklärung abgab, daß er seine Differenzen mit den daselbst beschäftigten Arbeitern ausgebrochen, Geliebte erschossen habe und um seine Festnahme bat. Polizeibeamte welche darin bestehen, daß man wohl angiebt, an dem bestehenden fuhren sogleich mit ihm zu dem Thatorte hinaus und fanden dort Der Beschäftigungsgrad in den Spinnereien steht gegen- Tarif der Tischler nichts abziehen zu wollen, gleichwohl aber am die Martha Amberg entfeelt am Boden liegen. Die Leiche hatte wärtig unter dem Zeichen der Erzeugungseinschränkungen, von denen verdienten Lohn 10 Proz. in Abzug bringt. Betroffen sind davon der Angeklagte mit Blumen und Tannenzweigen bedeckt und seinen namentlich die Baumwoll- und Leinenbranche betroffen ist. Die nicht allein Tischler, sondern alle in der Fabrit beschäftigten Rock und seine Weste darüber gebreitet. Wie er angab, hatte er westdeutsche Baumwollspinnerei beschäftigt ca. 17 000 Arbeitskräfte, Arbeiter. mit dem Mädchen unterwegs Streit bekommen und in rasender von denen nur ein ganz minimaler Prozentsatz voll beschäftigt ist. Die Firma scheint den Betrieb ganz einstellen zu wollen, da Eifersucht die verhängnisvollen Schüsse abgegeben. Er erklärte Meist ist die Betriebseinschränkung so bemessen, daß durchschnittlich nur noch die unvollendeten Arbeiten fertiggestellt werden sollen und ferner, daß er sich selbst auch das Leben habe nehmen nur 5 Tage in der Woche gearbeitet wird. In den Bezirken ein Teil der Tischler und 22 Maschinenarbeiter die Arbeit daselbst wollen, jedoch nicht den nötigen Mut dazu gefunden habe M.- Gladbach, Dülken, Barmen, Elberfeld, Rheydt und Düsseldorf schon verlassen mußten. Nach der That ist er dann im Walde umhergeirrt, bis ihn schließlich beträgt der Verdienstausfall der Arbeiter gegenüber einem vollen Völlig unverständlich bleiben aber die Maßnahmen des Ver- die Reue überwältigte und er sich selbst der Behörde stellte. Die Geschäftsgang mindestens 30 000 m. pro Woche. Dabei ist der bandes der Holzindustriellen in dieser Sache. Den bei Wagner u. Staatsanwaltschaft ist der Meinung, daß Fischer das Mädchen mit Beschäftigungsgrad so schwach, daß eine weitere Betriebseinschränkung Binkeisen entlassenen Tischlern hat man auf der Arbeitsvermittlungs- Absicht und leberlegung getötet habe und hat deswegen Anklage wahrscheinlich unvermeidbar ist. Auch in Sachsen mit mehr als stelle obigen Verbandes erklärt, gleichwie die Arbeiter der Firma wegen Mordes erhoben. Fischer war sechs Wochen in der psychiatris 10 000 Arbeitskräften ist die Erzeugung in den Baumwollspinnereien Schlobach, wären auch die bei Wagner u. Zinteisen entlassenen fchen Abteitung der Universität Jena zur Beobachtung seines Geistess herabgesetzt worden. Die Arbeitgeber sind zusammengetreten, um Arbeiter von der Arbeitsvermittlung ausgeschlossen. Auf der einen zustandes interniert, doch hat die Untersuchung ergeben, daß er volleine einheitliche, allgemeine Reduktion von 20 Prozent durchzu- Seite giebt der Verband der Holzindustriellen als Daseinszweck die kommen zurechnungsfähig ist. führen. Bekämpfung der Schmutzkonkurrenz mit an, und hier sollen Arbeiter Vielfach noch schlimmer als die Arbeiter in Westdeutschland und verfemt werden, die sich weigern, die finanziellen Angelegenheiten in Sachsen sind die Spinner im Oberelsaß daran, wo in einzelnen einer Firma mitzutragen, denn mit dieser, Motivierung ist den großen Betrieben nur noch vier Tage in der Woche gearbeitet wird. Arbeitern der Abzug angeboten worden. Bon circa 13 000 Arbeitern wird binnen furzem der größere Teil Der Streit in der Fahrradfabrik von Gebr. Giese u. Co. unter dieser verluftbringenden Erzeugungsverkürzung arbeiten. Der in Offenbach a. M. wurde am Sonntag durch gütliche Ausandre Teil arbeitet aber feineswegs voll, sondern höchstens 5 Tage einandersetzung beigelegt. Die Firma willigt in eine Lohnreduktion in der Woche. Auch die Leinenspinnerei ist schlecht beschäftigt, so von 10 Broz, anstatt 25 Proz. und verspricht bei Besserung der Gedaß die bisher schon geübte Erzeugungseinschränkung, die in schäftslage die bisherigen Löhne wieder zu bezahlen. Einige Arbeiter, Schleften einen Tag pro Woche beträgt, verlängert werden muß. Der die nicht sofort wieder eingestellt werden komiten, sollen in erster Verband der schlesischen und sächsischen Spinnereibesitzer, der zivar Linie Berücksichtigung bei Neueinstellungen finden. nicht alle, aber den größten Teil sämtlicher Spindeln repräsentiert, hat zunächst für weitere drei Monate, also bis Ende Februar die Aus dem Arbeitersekretariat zu Mannheim wird im Aufrechterhaltung der Betriebseinschränkung beschlossen. Von dieser Laufe des Winters der Arbeitersekretär Genosse Raßenstein Verkürzung wird der größte Teil der in deutschen Leinenspinnereien ausscheiden, um sich ganz der litterarischen und socialpolitischen beschäftigten Arbeiter betroffen, von 23 000 etwa 14 000. Thätigkeit zu widmen. Genosse Katzenstein gedenkt zunächst in Mannheim zu bleiben. Die Menselwiger Kohlenwerke haben beschlossen, die Preise für alle Sorten Braunkohlen um 1 M. pro Doppelcentner zu er mäßigen. Der Grund zu dieser Maßnahme wird in verminderter Nachfrage und in den bedeutenden noch vorhandenen Vorräten gesucht. Winterpreise sollen diesmal gar nicht eintreten. Roheisensyndikat und Gießereien. Die Gießereien des Siegerländer Bezirks haben nur in geringem Maße von der vom Roheisensyndikat angebotenen Verschmelzung der abgefchloffenen und noch abzunehmenden Roheisenmengen mit dem noch offenen nächst jährigen Bedarf Gebrauch gemacht. Die Gießereien wollen sich der S. 8tg." zufolge nach den gemachten Erfahrungen nicht wieder dazu verstehen, sich bis Ende des nächsten Jahres zu binden. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Achtung, Bildhauer! Ein Schwindler, welcher sich meinen Namensstempel verschafft hat oder sich eine Nachbildung hat an fertigen lassen, geht mit einer Liste, unter welcher sich dieser Stempel befindet, sammeln. Er giebt vor, im Auftrage des Centralvereins der Bildhauer zu kommen und für die Arbeitslosen sammeln zu follen. Ich bitte vorkommendenfalls demselben die Liste abzunehmen eventuell denselben festnehmen zu lassen, um festzustellen, ob er im Befig eines Stempels ift. Der Stempel trägt die Aufschrift: Otto Meyer, Berlin SO., Engel- Ufer 2b oder Engel- Ufer 15. D. Meyer, Verwalter des Centralvereins des Bildhauer. Bociales. 640 Versammlungen. M 11 Ueber den Kampf gegen den Brotwucher und die Neaktion sprach am Montag Reichstags- Abgeordneter Ledebour in einer gutbesuchten Volksversammlung in Peters Geſellſchaftshaus", ult. Moabit. Der Redner berichtete zunächst über den Verlauf der Montagssigung des Reichstags und wies besonders auf den Gegens fag hin, in welchem die nichtssagenden kurzen Reden der Regierungs. bertreter zu der einschneidenden Bedeutung stehen, die die Zolltarif. vorlage für das deutsche Volk hat. Er führte den Versammelten dann weiter an mehreren Pofitionen der Vorlage vor Augen, wie unerhört die Belastungen die sind, die Annahme der Vorlage herbeiführen würde. Genosse Ledebour schloß feine oft von Beifallsbezeugungen unterbrochenen Ausführungen mit einem Hinweis auf die soeben gegen die Vorwärts" Redacteure, Genossen Schmidt und John, gefällten Urteile, die Antwort unfrei Rechtspflege auf die im Interesse der Ehre Deutschlands erfolgte Geißelung von Mißbräuchen. Diese harten Urteile zeigten einmal wieder, wie unrecht jene haben, die zur Sanftmut mahnten. Hier gelte es vor allem, tonsequent seiner Ueberzeugung zu folgen und das Ziel im Auge zu behalten: Nieder mit der Reaktion! der sogenannten parteiloſen Blätter und zum Abonnement auf den Den Bortrag schloß sich eine furze Disfuffion, worin zur Abschaffung " Borwärts" aufgefordert wurde. - An Die Alkoholfrage und die Frauenfrage lautete das Thema, über welches am Donnerstag im Gewerkschaftshause Fräulein Dr. Springer in einer sehr gut besuchten Versammlung des Die Rednerin besprach zunächst in äußerst sachlicher Weise die Vereins abstinenter Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins" referierte. Alkoholfrage, indem sie die hygienischen, finanziellen und fittlichen Schädigungen farlegte, welche der Alkoholgenuß an der einzelnen Schöneberg. Eine gut besuchte öffentliche Kommunals Person, der Familie, dem Staat und an der ganzen menschlichen wähler Versammlung beschäftigte sich am Montag mit den Gesellschaft anrichtet. Sodam zur Frauenfrage übergehend, hebt sie am Freitag, den 13. Dezember stattfindenden Stadt. hervor, daß die Frauenbewegung ebenso wie die Anti- Alkoholbewegung verordneten Nachwahlen im 4. und 8. Bezirk. Genosse am allermeisten von denen verachtet und verhöhnt wird, die am Süter gab einen Hinweis auf die Ursache der Nachwahl in den ge wenigsten davon verstehen. Rednerin erläutert sehr eingehend das nannten Bezirken, wo infolge der Doppelwahl des Genossen Obs Wesen der Frauenfrage und kommt zu dem Resultat, daß die Frauen und seiner Annahme des Mandats im 9. Bezirk die Wähler wieder an der Alkoholfrage in erster Linie interessiert sind. Zur Lösung der holt an die Wahlurne treten müssen; er streifte in furzen Zügen die Alkoholfrage sei eine vernunftgemäße Erziehung der Jugend not- hiesigen tommunalen Verhältnisse und gab zum Schluß der Hoffnung wendig, und hierzu sei vor allen Dingen die Frau berufen. Reicher Ausdruck, daß uns am Tage der Wahl, vorausgesetzt, daß die Beifall belohnte die Rednerin für die fast zweistündigen Aus- Parteigenossen ihre vollste Pflicht erfüllen, der Sieg sicher sei. So führungen. dann stellte die Versammlung einstimmig die Genossen Gust as In der Diskussion wies Genosse Manasse unter lebhafter Hoffmann für den 8. Bezirk und Gustav Däumig für den Zustimmung der Versammlung darauf hin, daß der Kampf für 4. Bezirk als Kandidaten auf. das Recht der Frau sowohl wie der Kampf gegen den Pankow. Am Mittwoch, den 27. November, war vom Alkoholismus seine beste Vertretung in der socialdemokratischen Deutschen Holzarbeiter- Verband nach dem Lokale des Herrn Mierk Bartei finde. Das könne jedoch nicht abhalten, den Stampf noch in in Bankow eine Holzarbeiter- Versammlung einberufen worden. Die besonderer Weise zu führen; denn es sei nicht zu bestreiten, daß die Versammlung sollte dem Zweck der Aufklärung über 8wed und Ein aufwärtsstrebende Arbeiterschaft durch den Alkoholismus sehr ge- richtung ber Gewerbegerichte dienen, zumal am Orte in nächster hemmt wird. Er müsse den Mut des kleinen häufleins abstinenter Beit ein solches errichtet werden soll. Obgleich nun die Versamm Arbeiter anerkennen, welche es unternommen haben, ihre Genossen lung In der Berlin Gubener Sutfabrik vormals. Cohn zu über die schädlichen Wirkungen des Alkoholgenuſſes aufguttären, leider ng drei Tage zuvor vorschriftsmäßig angemeldet wurde, A. traf die Bescheinigung der Anmeldung nicht ein. Als Guben ist am 27. November den Matrizenziehern ein Lohnabzug aber noch so häufig mit Hohn und Spott behandelt werden. Man brauche die Versammlung dennoch eröffnet wurde, verhinderte der vou 20 Prozent angekündigt worden mit dem Bemerken, daß die aber die Sympathie, welche der Abstinenzbewegung entgegengebracht wird, anwesende Gendarm die Fortsetzung derselben. Der Einberufer jenigen, welche nicht damit einverstanden sind, ihre Kündigung zu nicht zu unterschäzen; es gebe große Streise von Arbeitern, welche begab sich nun persönlich nach dem Amte, unt die Bes vergewärtigen haben. Um diesem Lohnabzug Nachdruck zu geben, nur noch aus falscher Scham sich den herrschenden Trinksitten unter- scheinigung zu holen, fand dasselbe aber geschlossen. Nun tagte die wurden in den Lokalblättern sowie anderswärts Annoncen einwerfen. Vorläufig wäre es schon ein großer Fortschritt, wenn der Versammlung weiter und verfiel der Auflösung. Der Beschwerdegerückt, worin Matrizenzieher für die betr. Fabrik gesucht werden. Alkoholkonsum im allgemeinen nachließe. Eine wahre geistige Hebung weg ist beschritten. Hoffentlich werden die Bankower Solzarbeiter Schon vor zwei Jahren fand zu einer Zeit, wo sich alles des Proletariats sei allerdings erst möglich, wenn sich die Arbeiter die nächste Versammlung noch reger besuchen, denn die beste Agitation zum fröhlichen Weihnachtsfeste, zum Feste des Friedens schaft vom Alkoholgenuß vollständig fern hält. Genosse Fränkel hierzu hat die Ortsbehörde uns geliefert. und der Liebe, vorbereitete, ein Lohnabzug statt. Jedoch führte aus, daß die Abstinenzler keineswegs von den Arbeitern war es damals noch möglich, mit der Direktion zu unter- fordern, sie sollen von morgen ab feinen Schluck Bier handeln und ein für die Hutmacher annehmbares Reſultat zu er- mehr zu fich nehmen; aber die vollständige Abstinenz müsse doch Lehte Nachrichten und Depeschen. zielen, wogegen bei der jetzigen Lohnreduktion von vornherein jede immer als das Ziel aufgestellt werden und nicht die sogenannte Berhandlung abgeschnitten wurde mit dem Bemerken:" Wer nicht Mäßigkeit, wie es leider so vielfach geschehe. Mäßigkeitsbestrebungen für den Preis arbeiten will, kann aufhören." In dem Betrieb seien für die Bekämpfung des Alkoholismus vollständig wertlos. Frankfurt a. M., 8. Dezember. Der Frankfurter Zeitung" werden ungefähr 700 Personen beschäftigt und die Geschäftskonjunktur Diejenigen Genoffen, welche den Mut hätten, abstinent zu leben, wird aus Konstantinopel gemeldet: In Djeddah hat die fann für das ganze Jahr hindurch als eine gute bezeichnet werden. mögen fich dem Verein abstinenter Arbeiter und Arbeiterinnen dortige 700 Mann starte türkische Garnison ges Wurden doch 10 Proz. an Dividende bezahlt und zudem die Gehälter Berlins" anschließen. der Direktoren um ein Bedeutendes erhöht. Deutsches Reich. " Gerichts- Beitung. Gementert. meutert. Dieselbe zog sich in die große Moschee aurid, welche sie befestigte. Die Truppen fordern den rückständigen Solb sowie Beförderung in die Heimat, da ihre Dienste zeit seit zehn Monaten abgelaufen set. Der dortige Gouverneur hat jeden Einfluß verloren. Der Sultan hat einen Sherif von Metta nach Djeddah gesandt, um den Streit zu schlichten. Amsterdam, 8. Dezember.( B. H.) Wie aus Boerenquellen berichtet wird, haben die Boeren beschlossen, nunmehr andre Maßregeln gegen die von ihnen gefangenen Engländer zu treffen. Anstatt dieselben, wie bisher, unter dem Versprechen zu entlaffen, daß fie die Waffen gegen die Boeren nicht mehr ergreifen, sollen sie nunmehr auf den Armen tätowiert und bei Wiederergreifung erschossen werden. Gewerkschaft oder Versicherungsanftalt? Mit ihrem Bestreben, den Centralverband deutscher Schuhmacher zu einer Versicherungsanstalt zu stempeln, ist die Magdeburger Der Brotwucher und das religiöse Gefühl eines ForstStaatsanwaltschaft auch in der zweiten Instanz abgewiesen worden. meisters. Unser Parteigenosse Fris Hoppe aus Rigdorf hatte am Bekanntlich hat das Schöffengericht vor einiger Zeit den Leiter der Sonntag, 15. September, in Neubrück ein socialdemokratisches Magdeburger Filiale des Schuhmacher- Verbandes von der Anklage, lugblatt verteilt und Unterschriften für die Petition gegen ben daß er ohne Genehmigung der Behörde eine Versicherungs: Brot wucher gesammelt. Daraufhin erfolgte eine Anklage, teil anstalt betreibe, freigesprochen. Die Staatsanwaltschaft hatte Be Hoppe mit dem Flugblattverteilen am Sonntagnachmittag eine öffentlich bemerkbare Arbeit verrichtet und sich dadurch gegen die rnfung eingelegt, die aber vom Landgericht verworfen worden ist. Das Gericht führte aus, es müsse auf Freisprechung erkannt Oberpräsidial- Berordnung vom 4. Juli 1898 vergangen haben sollte. werden, weil der Centralverein deutscher Schuhmacher seinen Mit- Vor dem Amtsgericht zu Be estow war gestern Termin in dieser gliedern, wie aus den Statuten des Vereins hervorgehe, fein flagbares Sache. Als Belastungszeuge trat u. a. ein Forstmeister namens Harwich. 3. Dezember. Der Dampfer Cambridge", der gestern Recht auf Unterstüßung einräume, Ober- Berwaltungsgericht und Schöppfer auf. Dieser Herr erzählte dem Gerichte, daß Kammergericht aber entschieden hätten, daß solche Gewerkschaften nicht als er sich durch die Flugblattverteilung unfres Barteigenossen außer abend den hiesigen Hafen verließ, stieß mit dem gleichzeitig in den Versicherungsanstalten zu betrachten feien. Ferner erschien die Frei- ordentlich in seinen religiösen Empfindungen verlegt gefühlt habe, Hafen einlaufenden Torpedobootszerstörer Salmon" zufammen. sprechung geboten, weil das Reichsgesetz über die privaten Versiche- und er erachtete es für angebracht, daß dem groben Umsturz der Der Salmon" wurde stark beschädigt. Der vorderste FeuerungsDer rauni stand bald unter Wasser. Zwei Heizer werden vermißt, zivei rungs- Unternehmungen vom 12. Mai 1901 im§ 1, Absatz 2 be- Socialdemokratie ganz energisch entgegengetreten werde. stimme, daß Personenvereinigungen, die ihren Mitgliedern Unters Amtsanwalt wollte unser Parteigenossen zu einer aft- andre wurden verlegt. Der Dampfer Crambridge", der anscheinend stügungen gewähren, ohne ihnen einen Rechtsanspruch darauf ein strafe verurteilt wissen. Der Vorsitzende teilte dem Vertreter der unbeschädigt geblieben ist, fehrte hierher zurück und landete die Anklagebehörde jedoch mit, daß dies Verlangen nicht erfüllt werden übrige Mannschaft des„ Salmon". zuräumen, teine Versicherungsunternehmungen seien. könne, da das Gesez dem hindernd im Wege stehe. So begnügte fich Porzellanarbeiter. In den Westfälischen Stanz- der Amtsanwalt dann damit, die Hälfte des höchsten Straffages, nämlich und Emaillierwerken vorm. J. H. Kertmann" in Ahlen 30 M. zu beantragen. Auf eine solche Strafe müsse schon erkannt werden, in Westfalen hat die Direktion mit Rüdjicht auf die schlechte weil man höre der Angeklagte fich geweigert habe, feine Geschäftslage eine Herabsetzung der Löhne um 20 Prozent verfügt, Mitthäter" zu nennen. Genoffe Hoppe wies in feiner Berund gleichzeitig, um den Arbeitern die Lohnfürzung so wenig wie teidigung darauf hin, daß er mit dem in feinen religiösen Gefühlen Harrismith, 8. Dezbr.( Meldung des Reuterschen Bureaus.) möglich fühlbar werden zu lassen", die Verlängerung der täglichen so tief verlegten Forstmeister Schöppfer vor kurzem in einer Volts. General Dartnell, mit einer Abteilung leichter Reiter, überraschte Arbeitszeit um eine Stunde verfügt. In dem Utas der Direktion versammlung eine persönliche Auseinandersetzung eine Abteilung bewaffneter Boeren, nahm 24 Mann gefangen, wird gleich bemerkt, daß denen, welche mit der Lohnherabsetzung nicht gehabt habe. Seitdem möge dieser Herr ihm nicht grün sein. Das unter welchen sich der Feldkornet Lyon und der Kapitän Pretorius einverstanden sind, die Kündigung freistehe, die dann aber auf Gericht verurteilte Hoppe zu 15 M. Geldstrafe. Es soll Berufung befanden, und erbeutete 800 Stild Bieh und 150 Pferde. Lyon war feinen Fall wieder rückgängig gemacht werden dürfe. eingelegt werden. der eifrigste Boerenführer jenes Bezirks. " London, 3. Dezember.( W. Z. B.) Ein abends eingetroffenes Telegramm aus Harivich besagt, der Torpedobootszerstörer Salmon" sei völlig wrack; alle seine Geschütze seien auf Deck zerstreut, eine Seite sei eingebrochen und das Deck zwischen den beiden vorderen Rauchfängen geborsten. Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Berlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. . 283. 18. Jahrgang. 1. Beilage des Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 4. Dezember 1901. * Reichstag. 103. Sigung vom Dienstag, 3. Dezember 1901, nachmittags 1 Uhr. Am Bundesratstische: Graf Posadowsky, Frhr. v. Thiel mann, Frhr. v. Rheinbaben, Möller, später der Reichs tangler. Präsident Graf Ballestrem macht dem Hause Mitteilung von dem am Montag erfolgten Tode des Abgeordneten Dr. Müller Schaumburg( frs. Vp.). Das Haus chrt das Andenken des Verstorbenen durch Erheben von den Sizen. Darauf wird die erste Beratung des Zolltarif Gesetzes fortgesetzt. Staatssekretär Graf Posadowsky: leben schützen und wir können nicht eine freihändlerische Oase bilden inmitten von Schutzöllnern.( Lachen links.) Man darf nicht sagen, was schadet es, wenn einige Landwirte zu Grunde gehen. Das ist ein Grundirrtum. Wenn die Preise Man hat von Erziehungszöllen gesprochen. Früher verstand nicht mehr die Produktionskosten decken, dann man darunter Zölle, die eine in der Entwicklung begriffene Industrie tanneben kein Mensch in der Welt mehr Landwirtwir herabsetzen sollen, um dadurch andere Staaten beim Point schüßen sollten. Heute nennt man Erziehungszölle solche Zölle, die schaft treiben.( Sehr richtig! rechts.) d'honneur au faffen und auch sie zur Herabsetzung zu zwingen. wäre, das die heilige Verpflichtung hat, niemals mehr den bestehenden Man hat es so dargestellt, als ob Deutschland das einzige Land Das haben wir einmal versucht, nämlich beim Zuder, aber fein Tarif zu verändern. Aber bereits furz nach dem Abschluß der beZuckerindustrie zu Grunde gehen, so mußten wir die Zölle wieder Amts die Notwendigkeit, solcher Aenderungen vorausgesagt für den Mensch ist uns gefolgt.( Sehr wahr! rechts.) Sollte nicht unsere stehenden Verträge hat der damalige Vertreter des Auswärtigen heraufsetzen. Fall, daß andre Staaten ihre Zölle erhöhen. Thatsache ist mum, Weiter hat man die Konventionalsäge als die richtigen hin- daß seit den neunziger Jahren eine große Anzahl der meistgestellt. Das sind, die Zollfäße, die wir im Kampf mit andern begünstigten Staaten Europas ihre Zölle wiederholt erhöht haben, Staaten noch als Minimalsäge bewilligen, konnten. Unter diese und zwar zum Teil in geradezu prohibitiver Weise gegenüber fonnten wir nicht ohne Schädigung des Erwerbslebens herabgehen. Deutschland. Was andre Staaten gethan haben, das soll nur Und da mutet uns dieselbe wirtschaftliche Richtung, die sich Deutschland nicht erlaubt sein?! Wer das nicht zugiebt, der besitzt Das wichtige Werk der Neuordnung unsres Bolltarif- Systems ist so entschieden gegen den durchgängigen Doppeltarif, an dem nicht den nationalen Stolz.( Stürmische Unterbrechungen links. vielfach in der Oeffentlichkeit mit sehr geringer Sachkenntnis be- niemand je in der Regierung gedacht hat, zu, wir Abg. Fischer( Soc.) ruft: 12000 Mart- Stolz! Andauernde Un handelt worden, sodaß man öfter an das französische Sprichwort er- sollten den autonomen Zolltarif aufstellen mit unsern ruhe.) Meine Herren, Sie haben meine Deduktion nicht verstanden. innert wurde: La mauvaise foi c'est l'âme de la discussion. Stonventionalsägen. Wenn wir diese Säße aufstellen, haben Sie werden doch zugeben müssen, daß Deutschland das Recht hat, ( Böswilligkeit ist die die Seele der Diskussion.) Unser veralteter wir ja gar nichts weiter zu bieten.( Sehr richtig! rechts.) Es seine Zölle zu erhöhen.( Abg. Richter: Bestreitet ja niemand!) Zolltarif hat sich als ein ungeeignetes Instrument für den Abschluß wird immer über den enorm hochschutzölnerischen Tarif geklagt. Ueber das Maß der Erhöhung werden wir ja noch verhandeln. Ich neuer Handelsverträge erwiesen. Schon Graf Caprivi, dessen Nun unser Tarif weist 950 Positionen auf. Davon find 33,2 Proz. behaupte mur, uns steht das Recht zu, so gut wie jeder andre Staat Verdienste auf handelspolitischem Gebiete ich vollkommen unverändert geblieben, 6,9 Proz. find teils ermäßigt, unfren Bolltarif zu verändern, und wenn wir es für richtig halten, gern anerkenne( Lachen links), hat erkannt, daß eine teils unverändert, 4,6 Proz. sind ermäßigt gegenüber dem autonomen zu erhöhen. Wer das bestreitet, dem fehlt das Gefühl, das man Rüdtehr zu einer einer 3ollautonomie fich in Zukunft nicht Bolltarif. Nur 25,5 Proz. der Positionen sind erhöht worden. Also haben muß für die Souveränität eines Staates. werde vermeiden lassen. Er hat bereis die Anschauung es ist thatsächlich ganz unberechtigt, von einem hochschutzöllnerischen Fürst Bismard hat einmal gesagt, wirtschaftliche Fragen müßten ausgesprochen, daß die späteren Verträge nicht einfach eine Tarif zu sprechen. unabhängig von politischen und internationalen Fragen behandelt Widerholung der bestehenden sein tömmten. Diese Anschauung teile Ich verstehe nicht, weshalb sich die Linke so gegen Industriezölle werden. Die Genialität des Fürsten Bismarck lag darin, daß er in ich vollkommen. Das Auswärtige Amt erachtet es für ein Gebot wehrt. Unser Rohmaterial, das wir aus den meistbegünstigten jedem Augenblick das der Situation speciell. Angemessene zu thun unferer handelspolitischen Fortexistenz, ein modernes Instrument eines Staaten bekommen, ist doch dasselbe, ob es für Präcisionsmaschinen verstand. Wenn der große Staatsmann noch unter uns weilen Zosystems zu schaffen. Beim Abschluß des russischen Handelsvertrags oder rohes Gerät verwandt wird. Der Wert der Waren liegt erst würde, würde er seine damaligen zollpolitischen Ansichten wohl nicht ergab sich die Notwendigkeit, zur Information der bureaukratisch zu in der auf sie verwandten Arbeit. Also die Industriezölle mehr aufrecht erhalten. Seit 20 Jahren haben sich unsre wirtschaftfammengefeßten Regierung eine ständige Körperschaft auschen nur die Intelligenz und den Fleiß der lichen Ansichten so vertieft der Grundstock des socialdemokratischen Sachverständigen au bilden. Nach meiner urfprünglichen Nation. Programms ist ja auch Volkswirtschaft, daß alle großen interAbsicht sollte dieser wirtschaftliche Ausschuß aus der freien Was wollen nun die industriellen Gegner des Zolltarifs? Wer nationalen Fragen eigentlich zu voltswirtschaftlichen geworden sind. Initiative von Handel und Industrie hervorgehen, er sollte eine diejenige Wirtschaftspolitik, die die Rohstoffe überall daher bezieht, Damit find die volkswirtschaftlichen Fragen auch zu der Regierung gegenüber durchaus unabhängige Korporation sein. wo sie am billigsten sind, für richtig hält, müßte fonfequenterweise politischen geworden. Leider war dieser Plan nicht zu realisieren, weil man sich nicht einigen einen Antrag stellen:" Die Schutzölle werden überhaupt auf- Die konservative Partei ist das habe ich aus der Nede des fonnte, wer die Führung übernehmen sollte. Daher entschloß sich gehoben." Ich fann hier zu meiner Freude Herrn Molkenbuhr darin Abg. Graf Schwerin- Löwig herausgelesen mit den landwirt die Regierung, die Bildung des Wirtschaftlichen Ausschusses selbst zu zustimmen, daß Garn- und Getreidezölle im Princip dasselbe sind. schaftlichen Zollfäßen, die die verbündeten Regierungen nach übernehmen. Ich benuge die Gelegenheit, hier vor dem Da aber ein radikaler Freihandel finanziell bei nus un reiflicher Erwägung angesett haben, nicht zufrieden. Lande dem Wirtschaftlichen Ausschuß meinen Dank gegen möglich ist, so miißte man zu den englischen System über- Die Konservativen wünschen also höhere Zousätze. Gestatten Sie über den unzähligen ungerechten Angriffen der Preffe ausgehen, im allgemeinen den Freihandel zu etablieren und nur mir dem gegenüber folgende Erwägung. Es sind ja nicht immer zusprechen für die Sachlichkeit, Nuhe und Unauf getviffe Einfuhrartikel toloffal hohe Schutzölle zu legen, um unsre besten Freunde, die uns das sagen, was wir hören wollen. parteiliteit( Ohorufe links; Bravo! rechts), für die Un auf diese Weise die rund 500 Millionen Zölle zu vereinnahmen, die( Sehr richtig! und Heiterkeit links.) Es wird nicht immer parteiligteit...( Erneute Unruhe links; Bravo! rechts), mit uns durch den Freihandel verloren gegangen und dies System, das möglich sein, hohe Getreidezölle in Zeiten hoher der die Herren gearbeitet haben. Sie kennen ja die Verhandlungen bei einem Inselreich wie England möglich ist, würde aber in einem Getreidepreise aufrecht zu erhalten. Frankreich fah gar nicht, ich muß das also beffer beurteilen können. Wenn der Binnenlande eine Armee erfordern, um den Schmuggel zu unter- fich im Frühjahr 1898 genötigt, feine Bölle zeitweilig aufzuheben. Wirtschaftliche Ausschuß sonst nichts geleistet hätte, so hätte er sich drücken.( Sehr richtig! rechts.) So mußte fich die Regierung fragen Eine solche Gefahr könnten auch uns zu hohe Getreidezölle bringen. schon durch die unschätzbare Arbeit der Produktionsstatistit st unser bestehender Bolltarif eine ausreichende tattische Waffe, um: Wir haben nach langen Erwägungen für Getreide Minimalzölle einein bleibendes Verdienst erworben. 50 000 Betriebe find gefragt unsre nationalen wirtschaftlichen Interessen zu schützen? Aus diesem geführt; wir hielten es für unsre politische Pflicht. int worden und 92 Broz. derselben haben geantwortet. Gefühl der Verantwortlichkeit heraus haben die verbündeten Regie- autoritativer. Form Zu erklären, welche Getreidezollsäge Gegen den Einwand, die eingehende Specialisierung, wie fie rungen den nenen Bolltarif eingebracht, für den sie vor der Geschichte wir bereit sind, bei den Handelsvertrags- Verhandlungen zu ver der neue Zolltarif vorsieht, sei nicht notwendig, hat sich bereits der und der lebenden Bevölkerung die Verantwortung gerne tragen. treten. Wenn Sie uns diese Zollsätze erhöhen, nötigen Sie uns damalige Vertreter des Auswärtigen Amtes am 8. Februar 1897( Bravo! rechts.) unter Umständen, Getreidezölle zu vertreten, bei denen ein Zwiespalt gewandt. Frhr. v. Thielmann hat schon gestern auseinandergesetzt, Unfre Industrie hat in den letzten 10-15 Jahren einen großen besteht zwischen dem, was wir fönnen, und dem, was wir wollen. daß nach den alten Sammel- Tariffäßen die meistbegünstigten Staaten Aufschwung genommen, der zusammenfiel mit einem Zustand der Dadurch wird der Wert der Minimalzölle unter Umständen arg in in der Lage waren, z. B. Präcisionsmaschinen, Nähmaschinen, Fahr- Landwirtschaft, in den sie zum Teil sehr niedrige und un- Gefahr gebracht. Deutschland hat einen Einfuhrüberschuß von über räder 2c. in großen Massen nach Deutschland einzuführen, ohne daß sie zureichende Preise hatte, an Mangel an Leuten litt und sich vor die einer Milliarde, wir sind der beste Käufer und wir sind gewillt, nit uns irgend eine Gegenleistung dafür geboten hätten.( Unruhe lints.) socialpolitisch bedenkliche Notwendigkeit gestellt sah, Tausende von den besten Absichten in handelspolitische Verhandlungen mit beAehnlich stand es mit dem wertvollen Material, das das Quebracho- Arbeitern über die Grenze herbeizuziehen, um überhaupt die Land- freundeten Nationen anzutreten; wir werden aber auch diese Verholz für die Lederindustrie darbietet. Andre Staaten, auch solche, wirtschaft über Wasser zu halten.( Hört, hört! links.) Die Land- handlungen mit dem Selbstbewußtsein führen, zu dem wir berechtigt deren Industrie sich mit der deutschen keineswegs meffen taun, haben wirtschaft befand sich also in der denkbar schwierigsten Lage. Nun sind durch unsre wirtschaftlichen Leistungen und durch unsre Stellung in ihren Tarifen eine weitgehende Specialisierung; so hat Frankreich argumentieren gewisse Leute: auf die Landwirtschaft entfallen von unserer in der gebildeten Welt.( Beifall rechts.) 644, Rumänien 576, die Vereinigten Staaten von Nordamerita Gesamtbevölkerung etwas über 34 Proz., auf die übrige Bevölkerung 705 Nummern. Die Auflösung der bisherigen Sammelpofitionen im etwas über 65 Broz.; also könne man, da Deutschland in steigendem Abg. Dr. Spahn( C.): Specialtarif erscheint danach auch für uns als eine Notwendigkeit Maße ein Industriestaat werde, auf die Landwirtschaft tein ausschlag- Das Centrum ist stolz darauf, daß seine Anhängerschaft aus Es ist natürlich, daß wenn große Sammelpositionen bestehen, die gebendes Gewicht legen. Es find mun aber in der Landwirtschaft Mitgliedern aller Berufsklassen zusammengesezt ist. Wir treten an Unterhändler weniger geneigt sein werden, Zugeständnisse zu machen. fast 18 Millionen Menschen beschäftigt, eine Bahl, die fein andrer den vorliegenden Tarif heran mit der Ueberzeugung, daß er in Nun hören Sie bitte weiter folgende Zahlen und folgen Sie Griverbszweig auch nur annähernd erreicht. Dazu kommt die große wesentlichen ein neutraler ist. Zweifellos ist aber auch die geringe meinen Schlüffen aus denselben. Ueber 61 Proz. des Einfuhr- Anzahl von Erwerbszweigen und Industrien, die in Gedeihen Rentabilität und der Arbeitermangel der Landwirtschaft, deren überschusses stammt aus den Meistbegünstigungsstaaten und nur und Verderben mit der Landwirtschaft verbunden find. Arbeiterlöhne keineswegs so gering find, wie sie gestern Abg. Molkenetwas über 34 1/2 Broz. aus den Tarifstaaten. 640 Millionen( Sehr richtig! rechts. Unruhe links.) Ferner fann man in buhr dargestellt hat. Die Existenz Deutschlands bernht wesentlich mit beträgt der Einfuhrüberschuß aus den meist begünstigten, nur teinem andern Erwerb so leicht selbständig werden wie in auf der Existenz der Landwirtschaft. Abg. Molkenbuhr erwähnte 466 Millionen aus den Vertragsstaaten. Woher tominen unsre Roh der Landwirtschaft( Unruhe links); das ist auch ein wichtiges sociales gestern, es gäbe in Deutschland 6000 Millionäre; nun, von diesen stoffe? leberwiegend aus den meistbegünstigten Staaten. Die Moment. Diese socialpolitischen Vorzüge der Landwirtschaft 6000 ist kein einziger Landwirt( Sehr richtig! rechts), höchftens find meistbegünstigten Staaten, find aber die, die entweder noch keine müßten die Vertreter aller Parteien in eine freundschaftliche es die sogenannten Schöneberger". Wir brauchen die Erhaltung Industrie haben oder doch eine erst auffeimende. Die in der Ent- Stellung zur Landwirtschaft bringen.( Lachen links.) M. H. eines Mittelstandes in der Landwirtschaft, um unsre inländische wicklung begriffenen Staaten das sind aber die Staaten, wohin wir Sie sind doch nicht Feinde der Landwirtschaft, Sie sind doch nur Feinde Absatzfähigkeit zu erhalten. Die landwirtschaftliche Bevölkerung das dringendste Interesse haben, unsere Ausfuhr zu leiten. Ich halte der Landwirte, soweit sie übermäßige Forderungen stellen. Es kommen ninnnt um 1/2 Prozent jährlich ab; um so mehr muß es für einen großen Frrtum, auf die schlechte ökonomische Lage auch noch weitere zwei Millionen Arbeiter und Handwerker hinzu, die die man denjenigen den Ertrag von Grund und Boden auch wirkeines Landes zit Schließen aus feiner passiven Handels- Landwirtschaft als Nebenerwerb betreiben. Die deutsche Landwirtschaft lich zu gute fommen lassen, die ihn bebauen.( Bravo! rechts.) bilanz.( Sehr richtig!) Aber man muß auf auf jeden Fall erzielt in Anbetracht der ungünstigen flimatischen Verhältnisse verhältnis Der Großgrundbesitz kann sich nun allerdings zu einem guten Teil in der Lage sein, feine passive Handelsbilanz zu bezahlen. mäßig hohe Brutto- Erträge; ihre Schwierigkeiten liegen eben in helfen durch Zuziehung von ausländischen Arbeitskräften; das kann Wir bezahlen unsre passive Handelsbilanz mit den Fabrikaten, die den geringen Rein- Erträgen. In Deutschland werden z. B. der kleine und mittlere Grundbefiß nicht. Abg. Moltenbuhr nannte wir herstellen aus den Rohstoffen ihrer Ursprungsländer, mit den geerntet auf den Hektar Roggenland 12 Doppelcentner, in Rußland gestern die Sunime von 18 Milliarden, die den Landwirten durch Schiffahrtsfrachten und den Zinsen der deutschen Kapitalien, die in nur 7 Doppelcentner und in den Vereinigten Staaten 8,33 Doppel: die höheren Zölle als Geschenk gemacht werde. Er meinte damit das Ausland gehen. Wenn aber diese Ursprungsländer sich immer centner. Eine solche Landwirtschaft kann man technisch nicht rück- vielleicht diejenige Summe, die man sonst als Verschuldungsmehr handelspolitisch abschließen, wenn uns dadurch die Konkurrenz ständig nennen.( Sehr richtig! rechts.) Num verlangt man, wenn summe der Landwirtschaft bezeichnet. Ich weiß nicht, ob auf dem Weltmarkt immer mehr erschwert wird, so folgt daraus mit der Körnerbau nicht mehr lukrativ sei, eine intensivere Bieh- diese Summe richtig ist, es tonimit mir aber int umbezwinglicher Logit, daß wir die Sammelpofitionen in Einzel- zucht. Bei unserm Klinia ist aber eine intensive Vich- wesentlichen auf die Erhaltung der Landwirtschaft an.( Beifall positionen auflösen müssen, um nicht große Sammelpofitionen uniren wirtschaft nicht möglich ohne einte intensive Getreide- rechts.) Jede Herabsetzung der Rentabilität führt zu einer Vernach Vertragsstaaten gegenüber preiszugeben und den meistbegünstigten wirtschaft.( Schr wahr! rechts.) Ich bin mir allerdings, lässigung des Betriebes( Sehr richtig! im Centrum.) und das rächt Staaten diese großen Sammelpofitionen ohne Gegenleistung in den ehrlich gestanden, zweifelhaft darüber, ob es sicher ist, wie die sich an der ganzen Nation. Molkenbuhr hat gestern davon gesprochen, Schoß zu werfen.( Sehr richtig! rechts.) Die deutsche Fahrrad- Herren von der Rechten annehmen, daß Deutschland in der Lage ist, daß auch die Industriezölle aufgehoben werden sollen. Er wird sich industrie führt über 20 Proz. ihrer Produkte ins Ausland aus, die feinen Getreidebedarf völlig felbst zu produzieren. Es steht aber sehr hüten, das sofort zu verlangen.( Sehr richtig! im Centrum.) Stahlfederindustrie über 25 Broz., von den in Deutschland produzierten fest, daß kein überflüssiges Getreide in Deutschland eingeführt wird. Das lebhaftefte Interesse an der Erhöhung der Zölle hat ja ganz Nähnadeln gehen 68 Proz. ins Ausland, von Nähmaschinen 45 Broz., Wan tann nicht von einer Ueberschwemmung gewiß die Landwirtschaft. Die Wünsche aus den Kreisen der Land= von der Textilindustrie über 20 Proz., Borzellan 67 Broz., Spielwaren Deutschlands mit Getreide sprechen, denn es wird wirtschaft, zum Beispiel aus meinem Wahlkreise, gehen viel höher faft 69 Proz., Musikinstrumentenindustrie 51 Broz., Uhren 43 Proz., fein Getreide eingeführt, das nicht auch innerhalb der deutschen Zoll- als die Minimaljäße. Wenn feine Industriezölle beständen, kömite von der Zuckerindustrie 52 Proz. Bei dieser Sachlage müssen wir grenzen verbraucht würde. die Landwirtschaft allerdings darüber in Erwägung treten, ob sie durch einen specialisierten Tarif Stompensationsobjekte gegenüber den Man hat einmal das Gleichnis gebraucht, durch den modernen überhaupt Zölle für sich braucht, durch diese Industriezölle aber wird meistbegünstigten Staaten schaffen. Was soll aus unsrer Ausfuhr- Verkehr werde unser Erdball zusammengepreßt wie ein Gummiban. sie sehr schwer belastet. Die Höhe der Mindestfäße hängt von der industrie werden, wenn wir uns diese Kompenfationsobjekte ver- Der Vergleich ist drastisch und wahr. Aber gerade deshalb ist es ganzen Gestaltung des Zolltarifs ab. Die Frage können wir ruhig scherzen? Unfre Exportindustrie z. B. nach Amerika ist bereits zurück- unsrer Landwirtschaft so schiver, mit andren Ländern, die heute in der Kommission verhandeln. Die Wünsche meiner Freunde aus gegangen für Glaswaren von 61/2 Millionen auf 4 Millionen, für gleichsam vor den Thoren des Zollgebiets Getreide produzieren, zu Bayern gehen dahin, die Mindestzollsätze für Gerste, Hafer und litterarische und Kunstgegenstände von früher 22/2 Millionen auf fonfurrieren, wenn die Bestellungskosten so niedrig sind wie z. B. Roggen zu erhöhen. Herr Moltenbuhr meinte gestern, man 161/2 Millionen, für Seide und Seidenwaren von 49 Millionen auf in Argentien oder das Klima ein viel günstigeres ift.( Sehr richtig! fneble erst die Arbeiter durch Zuchthausgefeze, um ihnen dann 30 Millionen, für Wollengarn und Wollwaren von 21 auf rechts.) Die Frage, ob erhöhte Zölle auch erhöhte die Lebensmittel zu verteuern. Meine Herren, wir haben doch aber 12 Millionen. Demgemäß liegen die neuen Specialsätze eminent im Getreidepreise bedingen, ist noch nicht entschieden. ist noch nicht entschieden. Unfre das Zuchthausgesetz abgelehnt. Herr Moltenbuhr meinte auch, vom Interesse unsrer Ausfuhrindustrie, der wir ihren auswärtigen Markt Getreidepreise werden sich meines Erachtens immer nach den Welt Schutz der nationalen Arbeit spreche man mur, wenn man den erhalten müssen, und diejenigen politischen Richtungen, die im marktspreisen richten, ein Schutzzoll hat allerdings den Vorzug, daß Arbeiter auspowern wolle. Es hat bei uns noch niemand daran geInteresse der Ausfuhrindustrie den vorliegenden Zolltarif bekämpfen zu Zeiten besonders reicher Ernte es verhindert wird, daß unfre dacht, in den Zollfäßen weiter zu gehen, als ein unbedingtes Bezu müssen glauben, sind bei diesem Rennen auf ein falsches Pferd Getreidepreise unter einen gewiffen Minimaljaz heruntergehen. dürfnis dazu uns nachgewiesen wird. Betriebe, die dauernd ohne gekommen. Der gestrige Einwand des Abg. Molkenbuhr, Amerika sei Herr Molkenbuhr sagte gestern, in den Preisen der Waren Rente fortgefegt werden sollen, müssen zu Grunde gehen. schutzzölnerisch geworden infolge unfrer Maßnahmen gegen amerikanische wird das bezahlt, เม ตริ an menschlicher Arbeit in Uebrigens sollen ja doch die Normen der Zölle zu WohlFleischwaren, trifft nicht zu; Amerika hat seine Schutzzollpolitik ein- ihnen steckt. Nachher aber gab er der Grundrente Schuld fahrtseinrichtungen für die Arbeiter verwendet werden. geführt nicht nur gegenüber Deutschland, sondern gegenüber der ganzen an der Preisbildung. Eins kann doch nur der Fall sein. Ich Auch der Herr Reichskanzler hat in diesem Sinne eine Erklärung Welt. Amerita ist schutzölluerisch geworden im Interesse der Entwicklung fomme mit zu den Viehzöllen. Fest steht für mich, daß die deutsche feiner Zeit abgegeben, und daß die Mehreinnahmen aus den Zöllen seiner eignen nationalen Industrie. Sind wir denn überhaupt Landwirtschaft technisch im stande ist, den Fleischbedarf Deutschlands ganz beträchtliche sein werden, dürfen wir auf jeden Fall annehmen. Hochschnyzöllner?( Ruf links: Ja! Heiterkeit.) Ich behaupte, zu decken. Von 1897 wurden 300 Kilo Vieh pro Hektar weniger Die Wichtigkeit von Handelsverträgen erkenne ich durchaus an und wir sind es nicht in Verhältnis zu andren Staaten. Der objektive produziert als technisch möglich wäre. Selbst das reiche England ist wir sind auch der Ansicht, daß auf Grundlage diefes Tarifs der Abs Maßstab dafür ist das Verhältnis der Zolleinnahmen zu dem aber nicht im stande gewesen, seinen Fleischbedarf zu decken, schluß neuer Verträge möglich sein wird. Der Herr Staatssekretär Wert der Einfuhr. In den Vereinigten Staaten betragen weil es keinen Zonlschutz für Vich besaß.( Sehr richtig! hat ja bereits betont, daß wir der beste Käufer der Welt sind. die Zolleinnahmen von Wert der Einfuhr 27,50 Proz, rechts.) Wir haben gesehen, ivie in den Zeiten des Wir sind auch gewillt, die Interessent der Konsumenten wahrs in Frankreich 9,76 Proz.. in Italien 13,71 Broz., in wirtschaftlichen Aufschwungs eine Anzahl von Arbeitern vom Lande zunehmen.( Lachen bei den Socialdemokraten. Ruf: Auch?) Rußland innerhalb der europäischen Grenzen 32,61 Proz. und in in die Städte gezogen find. Diese Abwanderung bedeutet eine Auch die Konsumenten, die wir vertreten, werden mit der Deutschland 9,04 Proz.( Hört! hört! rechts.) Wie sich in Zukunft große Gefahr für die Landwirtschaft. Diesem Uebelstande können Erhöhung der Zölle einverstanden sein, wenn sie notwendig sind, um dies Verhältnis gestalten wird, kann heute niemand voraussehen. Sie mur steuern, wenn Sie die Landwirtschaft in die Lage setzen, unsern Mittelstand zu erhalten. Es ist gesagt worden, die LandwirtDaß es aber vermutlich hinter dem andrer Staaten zurückbleiben die Löhne für ihre Arbeiter ähnlich zu normieren, wie sie die sch aft würde besser fortkommen, wenn jezige Landwirte, die über wird, ist selbstverständlich. Wir müssen unser deutsches Erwerbs Industrie zahlt. Konturs flagen, expropriiert würden. Nun, daß die Landwirte heute + " M Abg. Richter( freis. Vp.): 01 nicht ihr Bestes einsetzen, das glaubt doch wohl taum jemand. würden. Rein, mit diesem Tarif ist es völlig ausgeschloffen, daß scheint nach Art aller Diplomaten anzunehmen, daß die Sprache Ich hoffe, daß der Herr Staatssekretär uns das Material aus den wir zu Verträgen kommen, die nur entfernt dasselbe bieten, wie die erfunden sei, um die Gedanken zu verbergen( Buruf rechts: Stand 50 000 befragten Betrieben in der Kommission vorlegen wird.bisherigen Verträge. Der jetzige Tarif ist nicht einmal nach einheit schon in der Beitung!) Dann tam Frhr. v. Thielmann. Da sagten Wer es mit der Viehzucht gut meint, müßte eigentlich die Viehzölle lichen Grundfäßen aufgestellt. Er enthält einen teilweisen Minimal wir uns: Jetzt fommit's.( Große Heiterkeit.) Sein Auftreten war verwerfen, denn durch sie wächst die Gefahr, die Seuchengefahr vom tarif, der in den Motiven eine vernichtende Kritik erfahren hat und um so intereffanter, als man bis dahin den Kopf des Freiherrn Ausland zu unterschätzen. Jedenfalls werden die Fleischpreise nicht steigen. über den die besten Freunde der Regierung, die agrarischen v. Thielmann in handelspolitischen Sachen noch gar nicht bemerkt hatte. Denn mehr Vieh als durch die Sperre fann auch durch Zölle nicht abgesperrt und bie industriellen Hochschutzöllner uneinig geworden Freiherr v. Thielmann aber berief sich auf den geehrten Herrn werden. Mit der möglichsten Specialisirung des Tarifs find wir ein- find. Unser Vorgehen Unser Vorgehen muß natürlich andre Staaten zu Borredner".( Stürmische Seiterkeit) und wir waren ebenso flug wie verstanden. Wir stimmen der Verweisung der Vorlage an eine gleichem Vorgehen anregen.( Sehr richtig! lints.) Schon ist vorher. Da dachte Graf Posadowsky: So kann das nicht weiter Kommission von 28 Mitgliedern zu.( Beifall im Centrum.) in Ungarn die Rede von einem autonomen Tarif, und dem gehen"( Erneute Heiterkeit), und darum hat er heute die große Rede russischen Selbstherrscher ist es ein leichtes, das Gleiche anzuordnen. gehalten, die gestern Graf Bülow und Freiherr v. Thielmann Herr Körber und und noch entschiedener Herr Witte haben an nicht gehalten hatten.( Heiterkeit und Sehr gut! links.) Graf Wir sind der Meinung, daß, wenn jetzt die gesamte Vorlage gekündigt, daß fie ein den deutschen Zollerhöhungen entsprechendes Bosadowsky aber ist noch agrarischer als Graf Bülow und die an eine Kommission verwiesen wird, aus der sie erst nach Ostern Gewicht von Bollerhöhungen in ihre Wagschale legen würden, Vorlage. Wenn ich solche Ansichten hätte, wie der Staatssekretär wieder herauskommt, das Interesse der Oeffentlichkeit an der was erreichen Sie? Hier schrauben Sie empor und des Innern, dann hielte ich mich gar nicht erst auf mit einem um Vorlage allzu sehr zurüdtritt und bei den nach Ostern einander dort schrauben Sie empor. Sie klettern die Leiter hinauf und wenn 1 oder 2 M. höheren Getreidezoll, dann gäbe ich mindestens das unmittelbar folgenden Plenarverhandlungen keine Gewähr für Sie wieder unten sind, sind Sie auch nicht weiter gekommen.( Große jenige, was die Herren von der rechten Seite wollen. Graf eine genügend gründliche Durchberatung der Zolltarifvorlage ge- Heiterkeit und Buruf links: Und da wollt er wiederrunter Posadowsky ist die eigentliche agrarische Seele, geben ist. Die Behandlung der Vorlage im Jahre 1878 war eine richtige und da fonnt er nicht und die Raben hadten der Reichsregierung! und wir würden vorschlagen, die Verhandlungen in ähnlicher Weise ihn ins Angesicht.) Ja ganz recht, die agrarischen Sonder- Wie steht es nun mit der so viel erwähnten ausgleichenden wie damals auf Plenum und Stommiffion zu verteilen, wenn dieser interessen hadten der Regierung ins Angesicht.( Stürmische Heiter Gerechtigkeit"? Man spricht von produktiven Ständen", aber Gedanke von andrer Seite unterstützt würde. teit.) Schon regen sich die öftreichischen Industrie- Schutzöllner und von den Produzenten geistiger Werte ist dabei gewöhnlich nicht die Wir haben die Regierung 1892 und 1894 geschlossen und kräftig verlangen höhere Industriezölle, wenn den Agrarprodukten Oestreichs Rede. Auch der Handel wird dabei gewöhnlich als etwas Minder unterstützt bei der Politik der Handelsverträge. Aus denselben Gründen von uns Eingangsschwierigkeiten gemacht werden. Ueberall werden wertiges angesehen. Der Handel schafft aber auch Werte, denn der find wir jetzt entschiedene Gegner dieser Vorlage. Der Reichskanzler hat durch den autonomen Tarif die Interessenten aufgestachelt. Den Wert einer Ware entsteht erst an dem Ort, wo sie gebraucht wird. freilich gestern gefagt, er beabsichtige keine Abwendung von der Politit besten Beweis dafür liefern unsre Agrarier. Sind die etwa jezt( Sehr richtig! links.) Auf der einen Seite inauguriert man heut der Handelsverträge. Aber gleich darauf hat Graf Schwerin- Löwiz zufrieden?( Sehr gut! links.) Graf Schwerin hat ja gestern eine zutage mit großen Trinksprüchen die Schiffstaufe neuer Schnelldampfer den Reichskanzler beglückwünscht zu seiner ganz verschiedenartigen Rede gehalten. Am Eingang nidte er dem Grafen Bülow und auf der andern Seite schafft man zollpolitische Vorlagen, die die Bollpolitik im Gegensatz zu seinen beiden Vorgängern. Er hat das zu und am Schluß nickte er ihm zu, aber in der Bedeutung dieser Schnelldampfer einschränken.( Zustimmung links.) System der Vorgänge geradezu als ein falsches bezeichnet. Im Mitte δα pidte er auf ihn.( Stürmische Heiterkeit.) Die Industrie wird ferner geschädigt durch die Verteurung aller Jahre 1892 aber hat man die Einleitung der Politit der Handels- Der Mittelsatz ist mir mehr wert als der ganze übrige Teil. Was landwirtschaftlichen Erzeugniffe; das gilt besonders von der Brauerei, verträge charakterisiert als eine geradezu rettende That", als fagt Graf Schwerin in diesem Mittelsat? Er fordert den Minimal- der Seifenindustrie, der Gerberei usw. Ein großer Teil der Industrie hat eines der bedeutendsten geschichtlichen Ereignisse. Man hat gesagt, tarif für alle landwirtschaftlichen Produkte, er erklärt, daß die überhaupt mit der Konkurrenz des Auslandes nichts zu schaffen, beder Reichskanzler hat sich einen Mark- und Denkstein gesezt Minimalsätze nicht hoch genug sind, und er droht, wenn Sie uns darf also auch nicht der Schutzölle. Eine Reihe von Bollerhöhungen in der Geschichte des deutschen Volkes und sein Beschluß nicht folgen, dann verwerfen wir den 8olltarif und stimmen auch belasten die Industrie selbst, indem sie die Rohstoffe und die Halbwerde Millionen bon Unterthanen auch anderer Länder gegen die Handelsverträge, die auf diesem Tarif aufgebaut werden. fabrikate verteuern. Die Synditate find bestrebt, den Preis ihrer zum Segen gereichen. Nun, meine Herren, wir sind nicht Man sagt im allgemeinen, der Appetit kommt tommt beim Produkte möglichst hochzuhalten und anstatt ihren Ueberschuß im diejenigen, die, weil oben wieder einmal der Wind um Essen, aber bei diesen Herren meldet sich der Inland abzusetzen, ihn an das Ausland zu verkaufen. Die Herren gesprungen ift( Großer Lärm und lebhafte Zwischenrufe rechts). Appetit bereits, wenn die Schüsseln erst auf von der Rechten find ja auch Gegner von Syndikaten, wenn es auch unsre Ansicht demgemäß ändern. Wir sind nicht diejenigen, getragen werden.( Stürmische Heiterfeit. Burufe links.) nicht gerade Bucker oder Spiritussyndikate sind.( Sehr gut! links.) die jezt den Mart- und Denkstein, den sich da- Sie glauben, die Worte des Grafen Schwerin seien nicht Heben Sie doch den Zoll auf für alle diejenigen Produkte, deren mals der Reichstanzler gefest hat, unterminieren ernst gemeint. Nun, dann ist er offenbar der Ansicht, daß man mit Preise auf diese Weise von den Syndikaten im Inland höher gewollen.( Sehr gut links.) Graf Posadowsky hat heute die der Regierung auch den berühmten Kuh- und Pferdehandel treiben balten werden, als für das Ausland. Specialisierung der Tarifpofition verteidigt; das ist etwas ganz und tüchtig vorschlagen muß. Wenn es aber ernst gemeint war von Die ganze Begründung der landwirtschaftlichen Zölle stützt Aeußerliches und trifft nicht den Kern der Sache. Die Speciali ihm, dann haben wir hier den Bruch der Herren mit der Regierungs- fich in erster Reihe auf die Behauptung, daß 700 000 erwerbe fierung würden wir uns schon gefallen lassen, wenn die Bölle felbst politik. Wir dürfen uns nicht wundern über das selbstbewußte Auf- thätige Personen aus der Landwirtschaft zu andern Berufen nicht wären.( Sehr gut! links.) Der Staatssekretär meinte, die Höhe treten der Agrarier gegen den Grafen Bülow, nachdem sie ihn hätten übergehen müffen. Diese Behauptung iſt nicht wahr. der Zolleinnahmen beweise die Höhe der Schutzölle; nein, Herr gezwungen haben, in der Kanalpolitik vor ihnen den Kotau Diese Behauptung ist nicht wahr, oder, wenn ich mich höflicher aus Staatssekretär, auf Bolleinnahmen wirken in erster Linie die Finanz- zu machen.( Lebhafte Zustimmung links. Unruhe rechts.) drücken soll, sie ist vollständig falsch.( Lachen rechts.) Nach der Be zölle, während ein richtiger Schutzoll womöglich gar Die agrarischen Forderungen steigen so, daß Herrn Möller schon rufszählung von 1892 hat sich ergeben, daß gegenüber 1882 die Zahl nichts einbringt( Sehr gut I lints.); er foll ja die Einfuhr angst und bange davor geworden ist.( Seiterfeit.) Er sprach im der erwerbsthätigen Personen sich erhöht hat, sowohl die ber verhindern. Graf Posadowsky sprach weiter von einer Oase des Frei- Rheinlande von einem Chaos, und der Reichskanzler sprach gestern felbständigen Landwirte, als der Tagelöhner als der in der Wirt handels. Nun, Fürst Bismard hat uns im Jahre 1875 mit den Konfer- auch schon von dem Wirrwarr. fchaft thätigen Familienangehörigen. Vermindert hat sich nur die vativen dazu eingeladen. Das jezt vorgeschlagene Bollsystem ist nicht das Zu diesem Tohuwabohu aber hat niemand so viel beigetragen, Bahl der nicht mit erwerbsthätigen Angehörigen, und auch das rührt System der Erziehungszölle, auch nicht das System Bismards von als Herr Möller als Abgeordneter. Er hat beim Flachsröftungs- hauptsächlich davon her, daß ein anderes System der Zahlung statts 1879, sondern dieses System, das der Vorlage zu Grunde liegt, ist Verfahren eine große Verbrüderungsscene mit den Agrariern in- gefunden hat, daß diese Angehörigen jezt in einer anderen Liste aufin Preußen und Deutschland bisher unerhört, es ist das System sceniert.( Stürmische Heiterkeit.) Er hat den Steigbügel gehalten, in dem geführt werden. Die ganze Begründung der landwirtschaftdes Universal Protektionismus.( Sehr gut! lints.) Es beruht bie Agrarier in den Sattel gestiegen sind. Er hat sich wirklich lichen Zölle des Tarifs und die ganze Vorlage also beruht auf der Anschauung, daß jede Ware, die vom Aus- um die Agrarier verdient gemacht und die„ Konserv. Korrespondenz" auf einem Mißverständnis der einfachsten Statistik.( Hört! land eingeht, ein Abbruch unsres nationalen Wohlstandes ist. fonnte mit Recht seiner Ernennung zum Handelsminister Vertrauen Hört! lints.) Diese Anschauung würde in einem Privathaushalt als hinterwäld- entgegenbringen. Ich hätte es freilich lieber gesehen, wenn das Graf Schwerin hat gestern von der Mutlosigkeit und von der lerisch gelten.( Beifall und Heiterkeit links.) Graf Schwerin huldigte ganze Handelsministerium aufgelöst und unter Herrn v. Podbielski Verzweiflung der Bauern gesprochen, und Graf Pofadowsky erging ebenso hinterwäldlerischen Anschauungen, wenn er verlangte, Deutsch zu einer Ministerialabteilung geworden wäre.( Große Heiterfeit.) fich gleichfalls ausführlich über den Niedergang" und die schlechte land müsse seine ganzen Bedürfnisse an Getreide und Bieb selbst Die Nationalliberalen haben freilich gejubelt und die Ernennung Möllers Lage" der Landwirtschaft. Demgegenüber möchte ich doch produzieren. Es mag ja sein, wenn man es nur teuer bezahlt, zum Handelsminister gefeiert in einem Trinflied nach der Melodie: Bring feststellen, daß in den letzten Jahren der Handelsverträge wenn man teuer und schlecht leben will.( Sehr gut! links.) Graf Eugen, der edle Ritter.( Stürmische, lang andauernde Heiterkeit.) nach den Angaben des Dr. Dade die Landwirtschaft große Schwerin hat uns ja schon in Aussicht gestellt, daß man den Einen Vers aus diesem Liede muß ich Ihnen doch mitteilen. Er Fortschritte gemacht hat. Generalsekretär Dr. Dade ist als die rechte Roggen, den man jezt an das Bieh verfüttert, alsdann lautet: Hand des Grafen Schwerin- Löwig, des Oberpräsidenten der Agrarier in das Brot hineinbacken werde.( Sehr gut! und Heiterkeit ( Heiterfeit links), sowohl im Landwirtschaftsrat wie im preußischen links.) Deutschland kann sich abschließen vom Auslande, es kann Landes- Oekonomiekollegium, gewiß eine auch für die Agrarier uns sich aber nicht selbst genügen, wir bedürfen des Zuschusses an Lebensverdächtige Autorität. Herr Dade hat die Lichtseiten der Landwirt mitteln für die wachsende Bevölkerung. Deutschland ist nach seiner schaft hervorgehoben: die technischen Fortschritte, die Entwicklung Größe, nach seinem Klima, nach seiner ganzen Lage in Europa an der landwirtschaftlichen Maschinen, die Ausdehnung des Zuderrüben diese internationale Arbeitsteilung gebunden. Die Politik,( Stürmische Heiterkeit, in die auch Minister Möller mit ein- und Futterrübenbaus, des Kartoffelbaus, die Einführung des fünft die der Vorlage zu Grunde liegt, ist chinesische Politik stimmt.) lichen Düngers, den Umschwung in der Milchwirtschaft durch die ( Große Heiterkeit und Beifall links); wie eine chinesische Die Politik, deren Früchte wir jetzt zu kosten bekommen, wurde Centrifugen, die rationelle Fütterung, die Ausdehnung des landMauer wird hier die Zollmauer um Deutschland gezogen. nicht von Herrn von Marschall, dem ich diese Infonsequenz nicht zu wirtschaftlichen Genossenschaftswesen. Sollte ein Erwerbszweig, der Als die legte Flottenpropaganda eingeleitet wurde, da pries man traue, sondern von Miquel im Juli 1897 infceniert, als die Regie- solche Fortschritte aufweist, wirklich in so verzweifelter Lage sein? die Notwendigkeit der wirtschaftlichen Ausdehnung Deutschlands in rung jenes Fiasko erlebt hatte mit ihrem fleinen Socialistengejeg. In den 10 Jahren der Handelsverträge ist die Roggenproduktion allen Tonarten. Die Vorlage jezt ist wieder dazu angethan, den Um die allgemeine Aufmerksamkeit von diesem Fiasko abzulenten, pro Hektar um 40 Prozent, die Weizenproduktion pro Handel einzuschränken. Damals fonnte man wirklich versucht werden erhob Miquel die Fahne der Sammelpolitik und riet den Produ- Hektar Auch der 30 Prozent gestiegen.( hört, hört!) zu glauben, daß jeder neue Panzer ein neues Gewicht in die zenten, mit einander zu paftieren beim Abschluß neuer Handels- Viehstand hat sich seit 1892 sehr stark vermehrt. Die Preise sind Wagschale des Freihandels werfe.( Große Heiterkeit.) Jezt verträge. Graf Bosadowsky hat dann seine Fähigkeiten und seine nach Herrn Dade im allgemeinen auf derselben Höhe geblieben. scheint man wieder ganz audrer Meinung geworden zu sein. In Arbeitskraft in den Dienst Miquels gestellt, er war die Seele aller Graf Kanitz fieht mich teilnehmend an.( Heiterkeit links.) Nun ich der bekannten offiziösen Flottenbroschüre wurde vom wirtschaftlichen Vorbereitungen, er hat von Grund aus alle Verhandlungen geleitet. möchte ihm einige Worte vorlesen, die er fürzlich selbst gesprochen Bankrott Deutschlands gesprochen, wenn die Schiffe nicht gebaut Graf Boiadowsty rühmt sich der Arbeiten des wirtschaftlichen hat. Er sagte:„ Wir wollen uns nicht verhehlen, daß ein hoher würden, und die Flottenprofessoren thaten damals alle Ausschusses. Andre Leute denken darüber anders. Man hat bei Getreidezoll ein unvollkommenes Ding ist. Jede unabänderliche Zahl mit. Es hieß darin: Wolle der Arbeiter ein erträgliches Dasein, so allen diesen Kundgebungen die Leute von vornherein auf den engsten hat immer etwas Mißliches. Bei reichen Ernten gewährt er feinen müsse er fich für die Flotte begeistern. Jezt heißt es, wenn auch persönlichen Gesichtskreis hypnotisiert. Der gerühmte wirtschaftliche angemessenen Preis, bei knappen Ernten aber verteuert er das Getreide das Brot etwas teurer wird, der Arbeiter muß sich eben bescheiden. Ausschuß ist nichts andres, als eine schlechte Neuauflage des Bis- in ungebührlichem Maße.( Hört! hört! links. Graf Kanig ruft:„ Nun Weshalb bauen wir denn eigentlich in diesem marcschen voltswirtschaftlichen Ausschusses, den damals Reichskanzler aber weiter!" Graf Ballestrem bittet, keine Privatgespräche zu führen.) Jahre dann noch so viel neue Schiffe, unterlassen wir und Abgeordnetenhaus abgelehnt haben. Man sagte damals mit Graf Schwerin hat das Schutzoll- System einen roben Mechanismus doch den Bau, tafeln wir auch noch einzelne vorhandene ab und Recht, die Addition oder Subtraktion der Sonderinteressen sei nicht genannt und doch soll jetzt dieser rohe Mechanismus die einzige verkaufen fie als altes Eisen. Beschränken wir uns auf den Küsten identisch mit den allgemeinen Interessen.( Sehr richtig! links.) Rettung für die Not der Landwirtschaft sein. Herr v. Kardorff hat schuß. Graf Schwerin sagte in seiner Rede, wir sollten das Ausland Jn dem Bosadowskyschen wirtschaftlichen Ausschuß waren ver- einmal gesagt, die Schutzölle drücken nur den Weltmarktpreis und nicht herausfordern, und der Reichskanzler meinte, wir sollten treten Großindustrie, Großgrundbesitz und Großhandel. Graf die Ermäßigung der Getreidezölle habe die Notlage der Landwirts das Bewußtsein haben, daß wir hier vor fremden Ohren, vor Posadowsty rühmte fich, die Bertreter der Interessentengruppen schaft nicht wesentlich beeinflußt. Fürst Hohenlohe, der ver den Ohren des Auslandes sprechen und uns Burückhaltung auferlegen. zugezogen zu haben. Graf Caprivi aber habe mit Recht gesagt, storbene Reichskanzler, wies nach, daß fünf Sechsiel der landwirts Das sind Anklänge an Worte, die außerhalb des Hauses gefallen was der Einzelne sich nicht getraue, aus seinem Egoismus heraus- fchaftlichen Betriebe fein Interesse an der Erhöhung der Getreides find, daß wir, die Gegner des Zolltarifs, Agenten des Auslandes zufordern, das fordere er dreift als Vertreter einer Interessen- zölle haben, da sie nicht mehr produzieren als sie selbst verbrauchen. feien. Wir sind aber ebenso national, vertreten ebenso nationale gemeinschaft.( Sehr richtig lints.) Besonders waren im wirtschaft- Der Tarif mußt aber nicht nur nichts den Landwirten, er schadet Interessen, nämlich die der großen Masse, der Konsumenten. Selbst lichen Ausschuß vertreten Mitglieder der Landwirtschaftskammern, der ihnen auch insofern, weil er die Produkte, die der Landwirt selber wenn das Ausland sich auf Grund dieser Tariffäße herbeiließe, Junkerparlamente( Großer Lärm. Oho! rechts.) und da Graf braucht, auch verteuert: Die Kornzölle verteuern diefe Produkte. noch größere Konzessionen zu machen als bisher, wir würden gegen Posadowsky an den Herren Graf Kanig, von Frege und Rettich Dr. Dade, die rechte Hand des Grafen Schwerin, warnt dringend vor der den Tarif stimmen wegen der Belastung der inländischen Konju- noch nicht genug hatte, so berief er aus allerhöchstem Vertrauen noch Erhöhung dieser Futterzölle. Sie trifft noch viel mehr die mittleren Bementen. Man fagt, der Tarif bilde vorerst ein Provisorium, nach die Herren Graf Schwerin- Löwig und Freiherrn v. Wangenheim dazu. triebe als die größeren, denn Viehzucht wird viel mehr in den mittleren her fäme alles anders. Wer will das wissen. Der Tarif ist Gesetz Graf Bülow hat von der Stellung des Frhru. v. Marschall ge- als in den größeren Betrieben getrieben. Das Interesse an der und bleibt Gesetz. Oder sollen bei uns die Gepflogenheitensprochen, nicht aber davon, wie Graf Bülow als Vertreter des aus Viehzucht nimmt mit der Größe des Besizes ab.( Sehr richtig, des Kuh- und Pferdehandels Platz greifen? Beim wärtigen Ressorts sich zur Instradierung dieser Zollpolitik gestellt links.) Teures Fleisch wird den Fleischkonsum einfach verringern. Dabei Kuh- und Pferdehandel da soll es Sitte sein, daß der Käufer hat. Als Graf Bülow dann Reichskanzler wurde, sagte er uns zu- ist der Fleischkonsum in Deutschland noch sehr erweiterungsfähig, in östlichen Provinzen ist der Fleischkonsum ein sehr möglichst wenig bietet und der Verkäufer einen möglichst hohen Preis nächst in Bezug auf seine volkswirtschaftlichen Anschauungen: Du den Auch Eier und Butter, wie alle Neben= anfagt. Das nennt may aber nicht mehr Handeln, sondern Feilschen. tennst mein Herz noch lange nicht.( Große Heiterkeit.) Man mußte fümmerlicher. der Landwirtschaft werden teurer werden. Ich Sie scheinen im Gegensatz zu uns der Ansicht zu sein, daß bei warten, bis das Festessen des Deutschen Landwirtschaftsrats tam. produkte Handelsverträgen immer der eine übers Ohr gehauen werden muß. Da entdeckte Graf Bülow fein agrarisches Herz und erinnerte will zugeben, daß die Grundrente der großen Güter in den Es ist also ganz ungehörig, die Gegner des Zolltarifs als Agenten des sich, daß seine mecklenburgischen Vorfahren jahrhunderte- legten Jahren geringer geworden ist, auch die Domäneurente ist ja Auslandes zu bezeichnen. Sonst gäbe es ja noch andre lang die Scholle bearbeitet hatten. Dann kamen die all- zurückgegangen. Aber haben Sie denn ein Recht auf Rente? Agenten. Zum Beispiel, wenn die Regierung sagt, wir wollen gemeinen Redewendungen im Reichstage und Landtage, aber Man vergißt auch immer, daß die Domänen immer gleich auf achtunbedingt Handelsverträge, so müßte man doch annehmen, daß eine so recht wußte man doch noch nicht, woran man mit ihm war, zehn Jahre hinaus verpachtet werden und daß der auf den ersten solche Aeußerung ungünstig auf das Ausland einwirke. Ein richtiger und selbst auf der rechten Seite des Hauses begegnete man noch Blid erheblich erscheinende ginsrüdgang in diesen ganzen achtzehn Pferdehändler muß doch den Anschein erwecken, als liege ihm Aeußerungen des Mißtrauens. Um so gespannter war man nun Jahren erfolgt ist. Vergleichen Sie aber damit gefälligst auch den Zinss möglichst wenig an dem Zustandekommen des Geschäfts.( Große gestern auf die Einleitungsrede Graf Bülows zum neuen Bolltarif. rüdgang überhaupt. Die Konvertierungen der Staatspapiere in Heitert.) Herr Möller hat in seiner Rede am Niederrhein gesagt, Handels-( Heiterkeit.) Ja, meine Herren, da sind nun wir enttäuscht worden, diesen 18 Jahren. Es wird immer auf das Wachsen der Hypothekenverträge feien eine Lebensbedingung des Auslandes und der Bund oben ist man enttäuscht worden und draußen ist man enttäuscht schulden hingewiesen. Aber es steht doch fest, daß viele Hypotheken der Landwirte hat ihn dafür den Generalagenten des Auslandes ge- worden.( Große Heiterkeit und Beifall links.) In der zurückgezahlt worden find, ohne daß sie gelöscht wurden, weil man Nede Die Bündler wurden durch ihn an den Grafen Caprivi er ganzen war fein Sah enthalten, der nicht die Löschungskosten sparen wollte und später wieder leichter eine innert und diese Erinnerung wirkt auf diese Leute stets wie die schon vorher in irgend einem Trinkspruch vorgekommen neue Hypothek aufnehmen kann. Die Erhöhung der Grundrente, die Bekreuzigung des Gottseibeins, wäre.( Große Heiterkeit.) Was war diese Rede im Vergleich zu den die Zölle zur Folge hat, nutzt auch nur dem gegenwärtigen Besizer, die Erben und Nachkommen stehen schlechter da. Sie sprechen un Der neue Tarif brauchte kein Abklatsch zu sein, kleine Aenderungen Ausführungen, mit denen einst Bismard seine Bollprojekte verlegte. Fülle bon Gedanken entwidelte waren naturgemäß. Weshalb hat man aber die ganze Grundlage Welche immer von der Leutenot, für die ich volles Verständnis habe. Sie verkehrt? In den Motiven wird der große Volkswohlstand an der Jahre 1892 bei der Inaugurierung seiner Handels- wird aber nicht so sehr durch den Lohnunterschied auf dem Lande Jahrhundertwende konstatiert. Sollte man sich da nicht erst recht vertragspolitit Graf Caprivi, der schlichte, einfache und in der Stadt verursacht, sondern dadurch, daß die Leute auf bedenken, alles in Frage zu stellen? Man thut häufig so, als General!( Großer, langanhaltender Lärm rechts.) Damals hat die dem Lande es so schwer haben, vorwärts zu kommen, selbständig bildeten die Tezten beiden Jahrzehnte eine ganz fonti- Mehrheit der Konservativen für diese Handelsverträge gestimmt. zu werden. Beim Militär sehen sie, daß man in der Stadt leichter vornuierliche Entwidlung. Das ist gar nicht richtig.( Widerspruch rechts, Buruf: Die Minderheit der Fraktion) Nun wärts kommen tann. Daran werden nun die erhöhten Zölle gar nichts waren es Der wirtschaftliche Aufschwung unter den letzten Handelsverträgen ist dann zwei oder drei weniger, jedenfalls ein ändern. Eine Stärkung der Wehrkraft verspricht man sich von den Zöllen; viel bedeutender als im Jahrzehnt vorher.( Sehr richtig, links.) großer Teil der Konservativen und Freikonservativen, fast aber jede Verschlechterung in der Ernährung des Volfes schwächt die WehrDer Reichskanzler meinte, wir sollten abwarten, wie der Haje läuft, alle Nationalliberalen und das ganze Centrum. Allzu sehr dürfen fraft des Landes.( Sehr richtig! lints.) Die Regierung giebt in der ob nicht auch mit diesem Tarif Handelsverträge zu stande kommen Sie die Politit jener Zeit jezt doch nicht verleugnen. Graf Bülow Begründung selber zu, daß die Erhöhung der Bölle eine Steigerung nannt. Wilhelm sprach: Du bist ein heller Kopf, mein lieber langer Möller. Du hebst den Verkehr und Wandel, Schüßest Industrie und Handel, Komm ins Ministerium! im würden ( Schluß im Hauptblatt.) ber Getreidepreise im Inland bewirken muß. Nur Graf Bofabowsky| demokratie. Seit 1888 ift auch eine andre Kraft am wir uns befinden. Gewiß ist die Regierung nicht schuld an der machte heute einen Vorbehalt, er sprach noch, als sei das eine Werke, fie hat es herbeigeführt, daß eine republi wirtschaftlichen Depression, sie hat auch kein Mittel, sie zu beseitigen. äußerst diffizile Frage. Ich habe gedacht, darüber wenigstens würde fanische Partei sich seitdem verdreifacht hat.( Lärm rechts.) Um so mehr sollte sie sich aber hüten vor einer Wirtschaftsman im Klaren sein. Nun halten Sie weiter an dem Märchen fest, Aber die Palme gebührt doch dem Grafen Bülow. politit, die nur zu sehr geeignet ist, diese Depression zu daß die Erhöhung der Zölle sich nicht in den Brotpreisen auszu Wenn die socialdemokratische Partei ihr ganzes Vermögen als Prämie verstärken.( Sehr richtig! lints.) Herr Möller freilich tröstet drücken brauche, daß eine Verminderung des Gewinnes der Bäder- dafür aussetzen wollte, so würde sie Graf Bülow fich unzweifelhaft sich sehr leicht. Er beruft sich auf Joseph von Aegypten meister, der Zwischenhändler die Erhöhung wieder ausgleichen tönne. verdient haben. Ich fage nicht, wie die Agrarier, daß ich, wenn die und sagt, daß auf sieben fette, fieben magere Jahre zu folgen Das Märchen stammt von dem Fürsten Bismarck, der von den Bäcker- Borlage angenommen wird, jetzt felbst Socialdemokrat würde. pflegen. So erzählt die Bibel. Es ist aber auch leider nicht meistern sprach, deren Rockschöße man nur zu schütteln brauche, damit( Stürmische Heiterkeit.) Immer ist uns gelehrt worden, daß der Vorzug mehr wahr, daß der Herr es den Seinen im Schlaf giebt. die harten Thaler heraussprängen. Statistisch ist bewiesen, daß des monarchischen Staatssystems darin bestehe, daß es auf die Dauer Das wäre ja manchem Minister fehr angenehm.( Stürmische die Brotpreise durchaus den Getreidepreisen folgen. Glauben Sie stärker die allgemeinen Intereffen des Staates gegen die Sonder- Seiterkeit.) Der alte Joseph sorgte auch wenigstens dafür, daß das ( nach rechts) aber wirklich, recht zu haben, nun bann wäre es intereffen au verteidigen wiſſe, als jedes andre Syſtem. Wenn man Bolt auch in den ſchlechten Zeiten etwas zu eſſen hatte. Grade in Bädermeister( Stürmische Heiterkeit) und ließen Ihre Herren und nach einer mittleren Linie sucht, dann nimmt die Bedeutung Ernährung des Volkes schädigen.( Sehr gut! links.) Herr Söhne statt Kavallerie- Offiziere und Landräte Bädermeister werden, des monarchischen Systems ganz erheblich in Deutschland ab. Möller hat in feiner Rede gehofft, daß die Krisis erziehlich auf die damit ihnen die harten Thaler aus den Nockschößen springen.( Er.( Bewegung.) Arbeiter einwirken wird. Ich hoffe, daß die Krisis auf die Regierung neute Heiterkeit.) Die Vorlage ift nachteilig nach innen, aber sie wirkt erzieherisch einwirkt und daß sie von dieser Vorlage abfieht. Wenn Schon jetzt wird eine fünftöpfige Familie durch die Getreidezölle auch nach außen schädlich auf die Stellung Deutschlands ein. Graf fie aber nicht auf die Vorlage verzichtet, dann werden wir alle mit 31,29 m. jährlich belastet. Würde der Zoll auch nur um 2 M. Bülow hat uns versichert, daß Deutschlands europäische Stellung Muskeln anspannen, um diese Borlage zu Fall zu bringen, steigen, so würde diese Belastung um 18 M. jährlich sich vermehren. gesichert werde durch den Dreibund und die guten Beziehungen zu denn sie ist unheilvoll und liegt nicht im Interesse des Baterlandes! Dazu kommt noch die Erhöhung der andren landwirtschaftlichen Bölle, Rußland. Das ist ganz richtig. Als Caprivi 1894 den russischen( Lebhafter Beifall links.) durch die besonders die minder wohlhabenden Familien belastet werden. Handelsvertrag verteidigte, da nannte er ihn eine Brücke des friedEs schlägt Ihnen ja selbst auf das Gewiffen. Herr Spahn hat von einer lichen Verkehrs zwischen zwei Großstaaten und bezeichnete ihn als Art Kompensation, von einem Patrimonium für die Armen gesprochen. ein Wert von ungewöhnlicher Tragweite. Zwar hat man gesagt, daß Er will aus den fiskalischen Erträgnissen der Getreidezölle die Witwen wirtschaftliche Politik und Handelspolitik zwei ganz verschiedene Dinge. und Waisen der Arbeiter versorgen. Crispin gab wenigstens alles, seien. Aber Caprivi hat dieser Behauptung mit vollem Recht widerwas er stahl, den Armen, Sie aber wollen ja nur 1/9 abgeben, denn sprochen. Der Vertrag mit Rußland, dem eine allgemeine politische soviel kommt auf den Fistus, 8/9 wollen Sie für sich behalten. Bedeutung beizumessen ist, wird jetzt ins ungewiffe gestellt. Graf Bülow ( Lebhafte zurufe lints! Oho! rechts.) In der Vorlage steht gar erklärt, es liegt im Dunkeln, ob und welche Tarifverträge gelingen nichts von diesem Patrimonium, es soll sich alles später finden. würden. Der Dreibund wird von allen Parteien als wertvolle Errungen1879 war das Centrum so schlau, eine solche Bedingung gleich in die schaft gleichmäßig geschäßt. Gerade die Rücksicht auf den Dreibund hat Vorlage zu schreiben. Nachher können Sie lange warten. Die feiner Beit das Gros der Nationaliberalen, das Centrum und sehr swinembe 755 2 Ausgaben für Militär, Marine und unsre Kolonien werden schon viele Konservative veranlaßt, dem Handelsvertrag mit Rußland zu Hamburg nicht lange auf fich warten laffen. Sie sehen ja schon, wie die zustimmen. Oestreich ist wirtschaftlich ein schwächerer Staat, als Berlin Finanzminister der Einzelstaaten nach höheren Ueberweisungen Deutschland. Der Dreibund trägt große militärische Rüstungen Grants./M. platten Landes. Nun diese Kauftraft wird doch nur soweit gestärkt, als forgen, daß ein freundschaftliches Verhältnis der Bundesstaaten die Kaufkraft der übrigen Konsumenten durch die Getreidezölle untereinander erhalten bleibe. geschwächt wird.( Sehr gut! links.) Es handelt sich hier nicht um Seit 1897 fchon ist der neue Tarif im Wert, 7 Jahre lang eine Politik des Schußes der nationalen Arbeit, sondern höchstens werden wir hin- und hergezogen, ohne daß wir wissen, wie es nach um cine Politik des Schutzes der Rente. Früher wurde Ablauf der Handelsverträge aussehen wird. Wer kann noch jedes Gesetz auf seine Wirkung auf die Socialdemokratie hin Aufwendungen in der Industrie für den Absatz nach dem geprüft. Nun ist das abhanden gekommen. Nie habe ich die Herren Ausland machen, wenn es so ungewiß ist, wie die BeSocialdemokraten so munter gesehen, wie seit Bekanntwerden des ziehungen zum Ausland fich 1903 gestalten werden? Bolltarifs. Die früheren Herren Reichstanzler haben sich ja Auch der Unternehmungsgeist für den inländischen Markt kann durch auch sehr verdient gemacht um das Wachstum der Socials die Vorlage nicht gestärkt werden. Dazu kommt die Krifis, in der zügen zum Versand. Witterungsübersicht vom 3. Dezember 1901, morgens 8 1hr. Station Stationen Barometers stand mm richtung Wind Windstärke 758 759 Wetter Temp. n. T. 4wollig 3 bedeckt 3 woltig 5 Stationen Barometer stand mm Winds richtung aparanda 7609 6 Petersburg 7600 6 Cort 7 Aberdeen lechzen.( Heiterkeit.) Sie trösten sich mit der gesteigerten Stauffraft des auch in unsrem Interesse, umsomehr hätten wir Anlaß, dafür zu München 766 SW 3bedeckt aris Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, 4. Dezember. Opernhaus. Der Bärenhäuter. Anrenhäuter. fang 7 Uhr. Schauspielhaus. König Richard der Dritte. Anfang 72 Uhr. Neues Opern: Theater( Kroll). Luther. Anfang 72 Uhr. Schiller. Mütter. Anfang Wien 4bebett 3wolfig 771 NW Windstärke Wetter Tenty. n. G. 56. R. 2volten!-22 3 bedeckt 2voltig 7702bebeckt -12 768 2 765 23 für Mittwoch, den 4. Dezember 1901. ben 4. Dezember 1901. Wetter Prognose Etwas fühler, vorherrschend woltig mit geringeren Niederschlägen und ziemlich frischen nordwestlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Briefkasten der Expedition. J. F. Speier. Unsre Postabonnements kommen mit den ersten Früh Schiller Theater Urania. W. Noacks Theater. Reichshallen. ( Wallner- Theater). Mittwoch abend 8 Uhr: Die Mütter. Schauspiel in 4 Att. v. Georg Hirschfeld. Donnerstagabend 8 Uhr: Das Gefängnis. Freitagabend 8 Uhr: Die Braut von Messina Die feindlichen Brüder. court Suite Rafana Thalia- Theater. 8 Uhr. Deutsches. Johannes. Anfang Heute und folgende Tage: 712 Uhr. Berliner. Alt- Heidelberg. Anfang 712 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Frau Holle. Lessing. Die Fee Caprice. Anfang 71 11hr. Residenz. Sein Doppelgänger. Vorher: Jm Coupé. Anfang 72 hr. Neues. Coralie u. Co. Anfang 7½ 116r. Westen. Undine. Anfang 72 Uhr. Secessionsbühne. Detlev Liltencrons Buntes Brettl. 8 11hr. Die Badepuppe. 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Mittwos, 4. Dezember 1901. Tokales. Die Schulnot ist im Osten der Stadt in der letzten Zeit so groß geworden, daß den Bewohnern dieses Stadt teiles allmählich die Geduld zu reißen beginnt. Der Vorwärts" hat bereits im Sommer darauf hingewiesen, daß in der Petersburgerstraße eine ganze Schule fliegt", b. h. in Ermangelung eigner Klassenräume die Räume einer andren Schule mitbenutzt. Das ist natürlich nur in der Weise möglich, daß das Schulhaus Tag für Tag sowohl vor- als auch nachmittags benutzt wird. Schon damals waren uns aus den Kreisen der Eltern Klagen über diese dem auf 28 600 geschätzt. In der Hälfte der Betriebe ist die Arbeitszeit zugegangen: Am Sonnabend erschien auf der neu errichteten verkürzt. Im Verband der Metallivarenfabrikanten ist von November Station Schönhauser Danum" bei Schönhausen an der Lehrter Bahu, zu November die Arbeiterzahl von 9278 auf 8719 gefunten( was furz nachdem ein Zug in der Richtung Berlin die Halle passiert hatte, Der Wahlverein für den fünften Wahlkreis hält heute jedoch gegen Oktober schon ein Erholung bedeutet); von 135 Be- ein etwa dreißigjähriger Mann und erfundigte sich bei dem bei Leydecker, Sophienstr. 34, eine öffentliche Bersammtrieben arbeiten 36 verkürzt. Die( fast vollständige) Aufnahme der Stationsvorsteher nach der Abfahrt des nächsten Zuges. Nachdem er Iung ab, in der Gen. Eduard Bernstein einen Vortrag hält: männlichen Krankenkassen- Mitglieder hat für den 1. Rovember hierauf Bescheid erhalten, knüpfte der Fremde mit Krankenkassen- Mitglieder Wofür kämpft die Socialdemokratie?" 337 438 ergeben, gegen 345 986 ein Jahr zuvor, die der weiblichen Stationsvorsteher ein Gespräch an, im Verlaufe dessen er plötz indes eine Steigerung: 135 675 gegen 132 046; an den Ziffern der lich einen Revolver zog und einen Schuß auf den Beamten abgab. weiblichen fehlen jedoch noch die 18-19 000 Mitglieder der Orts- Dieser hatte univillkürlich die Hand zur Abwehr emporgehoben und Krankenkasse für Wäschefabritation, die merkwürdigerweise mit ihren fo drang ihm die Kugel in den Arm. Che der Verbrecher noch Feststellungen nicht fertig geworden zu sein scheint. In jedem Fall einen zweiten Schuß abgeben konnte, faßte der Stationsvorsteher wird die geringe Zunahme der weiblichen von der bedeutend größeren nach dem Revolver und rief um Hilfe. Der Mordbube, der seinen Abnahme der männlichen erheblich überragt. Eine befonders deutliche Plan vereitelt fah, ergriff die Flucht und entkam trotz der sofort Abnahme zeigen die Kassen der Gürtler, Klempner, Schloffer, aufgenommenen Verfolgung. Ein Bündel, welches der Fremde vei Maschinenbauer, Mechaniker. feiner Flucht zurückgelassen, enthielt verschiedene Gegenstände, welche stätigt, das unsre Erhebungen ergeben haben. So wird in den Grundzügen durchaus das troftlofe Bild be aus einem am Tage vorher in Schönhausen verübten Diebstahl herrühren. Der Thäter ist vermutlich nach Berlin zu entflohen. Zur Bürgermeister Frage. Wie Stadtverordneter Nosenow gestern in einer Versammlung des Bezirksvereins für das Köpenicker Mädchen Namens Dora Distel, die Tochter eines Paftors and Ju einem Hotel hat gestern früh um 8 Uhr ein junges aus Stadtviertel mitteilte, ist Stadtrat Kauffmann vor der zweiten Wahl der Umgegend von Dresden sich zu erschießen versucht. von mehreren Stadtverordneten darüber interpelliert worden, ob er tam gestern abend hier an und nahm in einem Hotel der Königauch unter allen Umständen an dem Bürgermeister- Mandat grägerstraße Wohnung. Um 8 Uhr früh hörte das Hauspersonal in festhalten würde. Sie wiesen auf die Vorkommnisse in Königsberg ihrem Zimmer einen Schuß fallen und fand sie halb angekleidet in hin und betonten die Notwendigkeit, Berlin vor ciner bloßen ihrem Blute schwimmen. Die Lebensmüde hatte sich eine RevolverTheaterspielerei" zu bewahren. Stadtrat Kauffmann habe fugel in der Herzgegend in die Brust geschossen und wurde schwerdarauf befriedigende Versicherungen gegeben und er- verlegt in ein Krankenhaus gebracht. Was sie zu ihrem unseligen Härt, er fei Mannes genug, fein Mandat unter feinen Umständen Schritt veranlaßte, ist nicht bekannt. freiwillig aufzugeben. Diefen Mitteilungen des Stadtverordneten Rosenow gegenüber ift. D Sie Den Tod im Waffer suchte und fand in der vorletzten Nacht ein unbekanntes Mädchen von 20 bis 24 Jahren. Sturz vor 2 Uhr stürzte sich die Lebensmüde, indem sie das Geländer überſtieg, von der Waterloo- Brücke in den Landwehrkanal. Den Rettungsball, den zwei Männer ihr zuwarfen, verschmähte fte, und bald ging fie unter. Erst nach längerem Suchen gelang es dem Schiffer Kulice, fie als Leiche zu landen. Die Ertrunkene, die nach dem Schauhause gebracht wurde, ist etwa 1,60 Meter groß, untersetzt und kräftig, hat dunkelblondes Haar und blaue Augen, eine stumpfe Safe, etwas aufgeworfene Lippen und Leberflecke auf beiden Wangen und trug ein braunes Jackett, einen grauen Kleiderrock mit Taille aus gleichem Stoff, einen grünen und einen hellblauen Unterrock, weißgraue, rotgeftreifte Wäsche, schwarze wollene Strümpfe, helle Lederschuhe und ein weißes Taschentuch mit den Zeichen F. F. " Zustände zu Ohren gekommen. Inzwischen sind die Dinge aber nicht besser, sondern eher noch schlimmer geworden; denn der Beginn des sondern eher noch schlimmer geworden; denn der Beginn des Winterhalbjahrs hat dem Osten eine weitere, beträchtliche Vermehrung der schulpflichtigen Kinder gebracht, ohne daß eine entsprechende Vermehrung der Schulgebäude hat stattfinden können. Erst zu Ostern ist dem Stadtteil die Vollendung von ein paar neuen Doppelschulhäusern in Aussicht gestellt. Nach Mitteilungen von Eltern, die sich erneut an uns gewandt haben, liegt die Unterrichtszeit für die in Betracht kommenden Schulen in der Petersburgerstraße immer noch so, daß manche Kinder morgens von 8-11 Uhr, andre mittags von 11-2 Uhr Unterricht haben; außerdem wird magistratsoffiziös gemeldet: In der Bürgermeister- Frage haben wird dann nachmittags von 2-4 Uhr unterrichtet. Wo Kinder mit dem Stadtrat Kauffmann mit Rücksicht auf die veränderte Sachverschiedenen Alters find, da geht das eine um 8 und kommt um lage bisher keinerlei Verhandlungen auch nicht aus 11, das andere geht um 11 und kommit um 2, und das erste geht Stadtverordneten- Kreisen geschwebt. Stadtrat Kauffmann hat auch dann wieder um 2 und tommt um 4. Unter solchen Umständen ist bisher keinerlei Erklärungen abgegeben.- Erklärungen wären in selbstverständlich ein geordneter Haushalt nicht durch dieser klarliegenden Sache auch höchst überflüssig gewesen. zuführen, und von einem gemeinsamen Mittagessen kann Der diesjährige Weihnachtsmarkt beginnt am 11. Dezember vollends keine Rede sein. In den Kreisen der Eltern wird und dauert bis zum 27. Dezember einschließlich mit der Maßgabe, beabsichtigt, gemeinschaftlich eine Beschwerde an daß am 28. früh 8 Uhr sämtliche Buden und Verkaufseinrichtungen Schuldeputation einzureichen. Der Der Gedanke von den Straßen und Blägen fortgeschafft sein müssen. Die für den ist nicht übel. Für das Winter Halbjahr ist davon zwar 15. und 22. Dezember dieses Jahres durch Bekanntmachung vom kaum noch Abhilfe zu erwarten selbst eine Mietsschule, 5. November dieses Jahres getroffenen Polizeibestimmungen fiber die die ja ebenfalls nur ein trauriger Notbehelf wäre, ließe sich Sonntagsruhe im Handelsgewerbe finden auch auf den WeihnachtsDie Verhaftung eines Bankdirektore in Schöneberg nicht im Handumdrehen einrichten aber vielleicht sieht sich die marft Anwendung. erregt dort großes Aufsehen. In Schöneberg bestand seit Oftober 1899 Schulverwaltung wenigstens in Zukunft ein bißchen mehr vor, wenn Die königliche Eisenbahndirektion berichtigt in der Frage der die Spar- und Diskontobank zu Schöneberg", eingetragene Genossenfie weiß, daß es mit der Geduld der Eltern zu Ende Arbeiterentlassungen wieder ein bißchen. Die Sufchrift lautet: In fchaft mit beschränkter Haftpflicht, in dem Hause ihres Direktors Eltern, die sich über solche und ähnliche Mißstände dem Artikel Ihrer Beitung vom 20. November b. 3., 2. Beilage, C. Gollin, Golzstraße 18. Die Bant machte gute Geschäfte, aber und Mängel der Schule den Lehrern und Rektoren gegenüber bestellen Sie aus Anlaß der Ihnen am 17. November b. Js. diesseits Direktor Gollin lebte auf großem Fuße, hatte eine verschwenderisch eingesandten Berichtigung die Behauptung auf, daß die entlaffenen ausgestattete Wohnung und gab für Brillanten, Gemälde und dergl. klagt haben, haben zuweilen die Antwort hören müſſen:„ Nun, Arbeiter das Gegenteil beschwören wollen, nämlich, daß nichte große Summen aus. Auch fostspielige Reisen gehörten zu feinen andre beklagen sich doch nicht; die Mehrzahl der Eltern scheint doch derartiges gesagt worden ist." Unter Bezugnahme auf§ 11 des Liebhabereien. Da feine Einnahmen zur Bestreifung aller dieser ganz zufrieden damit zu sein." Derselben Ansicht ist natürlich auch Breßgefeßes ersuchen wir um Aufnahme folgender Berichtigung: Ausgaben nicht hinreichten, so vergriff sich der Direktor an dem die Schulverwaltung bisher getvesen. Aber vielleicht wird sie nun 1. Nach der amtlichen Erklärung des Dienstvorstehers ift den Arbeitern Gelde seiner Bank. Gollin wurde auf die Anzeige eines ehemaligen endlich eines andren belehrt werden. bei ihrer Annahme mitgeteilt worden, daß ihre Beschäftigung nur Borstandsmitgliedes der Bank am Montag durch die Schöneberger eine vorübergehende sein könne; auch sei allgemein bekannt gewesen, Kriminalpolizei festgenommen und gestern dem Untersuchungsrichter Die Stadtverordneten- Versammlung hat sich in ihrer Sigung daß eine dauernde Verwendung nicht in Frage komme. 2. Die zugeführt. Die Veruntreuungen belaufen sich nach den bisherigen am Donnerstagnachmittag 5 Uhr u. a. mit folgenden Gegenständen Arbeiten des Erweiterungsbaues waren nicht schon im Auguft beendet, Feststellungen auf 170 000. Welcher Art Geschäfte Direktor der Tagesordnung zu beschäftigen: Berichterstattung über eine Petition, es ist vielmehr noch im Oktober daran gearbeitet worden. 3. Daß Gollin gemacht hat, dafür nur ein Beispiel: Ein Moabiter Hausbetr. Preisermäßigung für Motorengas.-Berichterstattung von den entlassenen Arbeitern an Sonntagen einige zum Schließen befizer wandte fich in einer Verlegenheit an seine Bank. Gollin über die Vorlage betr. den Abschluß eines Vertrages mit den Moabiter der Thüren, zum Abkoppeln und Heizen der Maschinen, zum Bahn- riet ihm, für diese eine Hypothek von 30 000 M. auf sein Vorlagen betr. die Erhöhung der für den steig sprengen und zur Beihilfe bei einzelnen Schrankenwärtern ver- Grundstück eintragen zu lassen, er werde ihm alsdann Druck der Reiseberichte über den Besuch der Welt- Ausstellung wendet worden sind, ist richtig. Es entspricht dies der dienstlichen Stapital auszahlen. Die Hypothet wurde eingetragen, aber in Baris bewilligten Summe, die Verlegung des Friedrich- Uebung, nach der für den verstärkten Sonntagsverkehr Hilfskräfte das Geld ließ auf fich warten. Endlich erklärte der Herr Werderschen Gymnasiums nach Moabit und die Eröffnung der aus dem Streckenarbeiter- Personal herangezogen werden. Außerdem Direktor, es bedürfe noch eines Wechsels über 18 000 M. Auch XIII. Realschule zu Ostern kommenden Jahres, eine lag diese Verwendung durchaus im Juteresse der Arbeiter, da sie den unterschrieb der Hausbefizer, da seine Verlegenheit durch die Zahlung aus dem der Stadtgemeinde Berlin zur Begründung einer sonst für den Sonntag keinen Lohn erhalten hätten. 4. Es ist nicht Verzögerung noch größer geworden war. Nun hätte er nach der wohlthätigen Stiftung zugefallenen Nachlaß des Professor Vier- richtig, daß die Leute als Hilfsbremser bei Schnellzügen heran- Berabredung mit 2000 m. fernere 16 000 m. bekommen sollen; in lingschen Ehepaares, die Erwerbung des Straßenlandes von dem gezogen worden sind. 5. Durch die Teilnahme an der Abteilung A der Wirklichkeit aber erhielt er nur 8000, die andere Hälfte des verGrundstücke Alte Schüßenstraße 1, die Festschung der Höhe der Arbeiterpenfionstaffe genügen die bei der Eisenbahnverwaltung besprochenen Kapitals wurde ihm bei der Bank gutgeschrieben. So von den Anliegern für Pflasterung und Unterhaltung neuer Straßen schäftigten Arbeiter der Versicherungspflicht nach dem Invaliden- erhielt der Mann für Hypothek und Wechsel über 48 000 M. gerade zu erstattenden Kosten für das Rechnungsjahr 1901, die Festsetzung versicherungs- Gesetz; ohne Rücksicht auf die Dauer der Beschäftigung 8000. die Festsetzung versicherungs- Gefeß; ohne Rücksicht auf die Dauer der Beschäftigung 8000 M. Die Wohnungseinrichtung, Brillanten zc. des verhafteten der für die Rechnungsjahre 1902/1904 zur Erstattung zu berechnenden müssen- so lange die Beschäftigung dauert- Wochenbeiträge zur Direttors wurden beschlagnahmi. Das Grundstück in der Golzstraße Kosten für Verpflegung von Geistestranten und Epileptischen Abteilung A entrichtet werden. Diese Beiträge fönnen bei der gehört der Schiviegermutter Gollins, zwei Grundstücke in der in den betreffenden städtischen Anstalten,- die Ueberweisung Beendigung der Beschäftigung ebensowenig zurückgezahlt werden wie Grunewaldstraße und in Alt- Moabit seiner Frau. des Terrains der früheren Gasbehälter Anstalt ant Stoppenplatz für Gemeindeschulzwecke, die Mietung von Räumen im Sause Königstr. 61 zu Bureauzwecken, die Annahme des zum besten der hiesigen Handwerkerschulen bestimmten Nachlasses der Ratsmaurermeister Julius und Emilie Mappesschen Eheleute, forderlich. und die Verlegung des auf dem Kemperplatz befindlichen Brunnens. Wir dachten, daß diese Berichtigung" uns endlich den Kopf Außerdem findet in diefer Sigung statt: 1. Am Beginn: die Ein- fosten würde. Aber wie man sieht, begnügt sie sich damit, Er führung und Verpflichtung der neugewählten Stadtverordneten Berger flärungen für die von uns gerigten Maßnahmen herbeizubringen. und Thieme; 2. um 6 Uhr: die Wahl von 2 unbesoldeten Stadt- Auf die Mühe der Widerlegung ist, wenn man von ganz nebensäch räten( Stellen der Herren Gehrice und Kalisch). lichen Kleinigkeiten absieht, verzichtet worden. Elektricitätswerken. = die Beiträge, die durch Klebemarken entrichtet werden. Die Heranziehung zwveier Arbeiter zu Beiträgen für die Abteilung B der Benfionstafse war nach den bestehenden Bestimmungen wegen der früheren Mitgliedschaft dieser Arbeiter zur Abteilung B er Das Hausschuh- Berbot im Central- Arbeitsnachweis. In Ein ungewöhnlicher Grund verursachte gestern die Bertagung unsrer Sonnabendnummer berichteten wir, daß ein Angestellter des Central- Arbeitsnachweises einen Mann, der wegen eines Fußübels Hausschuhe trug, geboten habe, sich damit nicht wieder sehen zu lassen. das Specialitätenteil zu gute fommende Aenderung des Programms Im Apollo- Theater hat der Dezember eine namentlich dem gebracht. Züchtige Akrobaten, die zum Teil unglaubliches in Gliederverrentungen leisten, sind die drei Manfroids, ebenso geben sich die Amones als vorzügliche Parterrekünstler. Halsbrecherisch bis zum äußersten und doch wieder unbegreiflich sicher ausgeführt find die Trapezafte der Brüder Feresina. Von den Balancierfünften dieser Artisten könnte ein Bülow profitieren. Eine vorzügliche Tänzerin ist Juanita Thero; nicht minder anmutig erscheint die von Feuer und Farbenspiel umgebene Serpentintänzerin Roland. Als Humorist tritt Herr Kaiser vom Metropol- Theater auf. Diesem Künstler ist auch die Rolle des Redacteurs im König Aqua" übertragen worden. Merkbare Kürzungen haben die Ausstattungsoperette etivas genießbarer gemacht. Aus den Nachbarorten. eines vor der 11. Straffammer des Landgerichts I anstehenden Termins. Wegen versuchten schweren Diebstahls sollte gegen den Krankenwärter Wilhelm Dehnert verhandelt werden, der in einem Krankenhause beschäftigt und eines Tages dabei betroffen worden war, Zu dieser Angelegenheit teilt uns ein Arbeitnehmer, der dem verfchloffene Behälter, in denen sich Wertgegenstände befanden, zu erbrechen. Er wurde aus dem Dienst entlassen und unter Anklage Borstande des Zentral Arbeitsnachweises angehört, folgendes mit: gestellt. Der Angeklagte war zum gestrigen Termin nicht erschienen. Die bürgerliche Mehrheit nenerdings unsre Genossen von der Be In der Spandaner Stadtverordneten- Versammlung sucht Der Träger der Hausschuhe ist vom Portier nur darauf aufmerksam Statt seiner traf die Nachricht ein, daß Dehnert am Abend vorher gemacht worden, daß die Hausordnung den Besuchern des Arbeits- in der Weise Selbstmord verübt habe, daß er sein Zimmer in Brand ſegung der Kommissionen und Deputationen auszuschließen, so auch nachweises das Erscheinen in Hausschuhen verbiete. Eigentlich stedte und schwere Brandwunden erlitt, die feinen Tod zur Folge Kommission. Unfre Genoffen machten deshalb den Anfang einer in der letzten Sigung wieder bei Besetzung der Grundwertsteuerzurückgewiesen sei der Arbeiter aber nicht. Man habe ihm auch im hatten. Unter diesen Umständen mußte die Verhandlung vertagt" Obstruktion, indem sie mehrfach namentliche Abstimmungen Borzimmer des Bureaus des Herrn Dr. Freund nicht gesagt, dieser werden. über verschiedene Vorlagen beantragten, sehr zum Leidwesen des sei für Arbeitslose nicht zu sprechen, sondern Herr Dr. Freund sei Ein neues Opfer der Straßenbahn. Der 44 Jahre alte Vorstehers Schröder, der diese Taktik eine Verschleppung der Verhier, d. h. im Bureau der Landesversicherungs- Anstalt, in An- Oberlieutenant a. D. Heinrich Grunert, der aus Magdeburg ge- handlungen" nannte, worauf ihm von unsren Genossen prompt die gelegenheiten des Arbeitsnachweises nicht zu sprechen. bürtig ist, von seinen Renten lebte und seit sechs Jahren Lützow- Antwort wurde:„ Es kommt noch besser, warten Sie nur ab!" Die Diese Richtigstellungen sind nicht von besonderem Belang; wir straße 85a wohnte, besuchte gestern nachmittag einen Bekannten im vom Grundbesigerverein beantragte Vermehrung der Stadtfind also im wesentlichen richtig berichtet worden. Einen Unfug Blumeshof. Auf dem Heimweg wollte er feiner Wohnung gegen verordneten- Mandate von 42 auf 48 lehnte die Versammlung in nannten wir es, daß Leuten, welche Hausschuhe tragen, der Besuch einen von der Potsdamerstraße her kommenden Wagen der Linie führte dazu aus, daß man bei der bisherigen Anzahl ganz gut ausüber den Fahrdamm überschreiten. Da er schlecht fah, nahm er namentlicher Abstimmung ab; der Referent Stadtv. Jenne( lib.) der Räume des Arbeitsnachweises verboten ist. Daß diese Be- tüstrinerplay- Wilmersdorf erst wahr, als er schon nahe an ihn gekommen sei; auch sei der jezige Sigungsfaal nur für 42 Sige einstimmung in der That höchst ungerechtfertigt und überflüffig ist. herangekommen war. Der Wagenführer rief ihn an, Grunert fab auf. gerichtet und schließlich würde auch bei der jetzigen Zahl schon häufig viel dürfte man jetzt auch in der Leitung des Central- Arbeitsnachweises erblickte den Wagen plötzlich in seiner Nähe, erschrat und versuchte zu viel geredet! Stadtv. Pieper hatte sich namens unserer eingesehen haben. Aus Anlaß unsrer Mitteilung hat das erwähnte hastig dem drohenden Unheil zu entrinnen. Dabei fiel er aber auf dem Fraktion für die Vermehrung der Mandate ausgesprochen. Vorstandsmitglied veranlaßt, daß die Bestimmungen, welche das vom Negen glatt gewordenen Asphalt hin, geriet muter die Blatt- Ihre sociale Fürsorge für die Armen bethätigte die Versamm Tragen von Hausschuhen verbietet, aus der Hausordnung form und mit den Beinen unter die Räder. Nachdem man den Ver- lung dadurch, daß sie das Sammeln von Raff- und Leseholz, gestrichen wird. Von jetzt an dürfen Leute, die aus irgend unglückten durch Emporheben des Wagens befreit hatte, brachte man das bisher den mit einem Holzzettel a 50 Pf. versehenen Bersonen einem Grunde feine Stiefeln tragen können, deswegen nicht aus den ihn in einer Droschke in das Elisabeth Krankenhaus. Sier starb er an jedem Tage der Woche gestattet war, auf zwei Tage in der bald nach der Aufnahme infolge seiner schweren äußeren und Woche einschränkte. Räumen des Central- Arbeitsnachweises hinausgewiesen werden. inneren Verlegungen. Angesichts solcher immer wiederkehrender Unsere Genossen ließen durch Rieger ihren streng ablehnenden Wir können also mit Genugthuung tonstatieren, daß unsre Inglücksfälle muß man sich von neuem fragen, ob es denn ganz un- Standpunkt erklären. Unsere Anträge, vier statt zwei Tage zu setzen Besprechung des besagten Mißstandes einen guten Erfolg ge- möglich ist, eine gut funktionierende Schutzvorrichtung anzufchaffen? und die Holzzettel fortan unentgeltlich an bedürftige Einwohner habt hat. Zu dem Selbstmordversuch in der Kastanien- Allee 18 wird abzugeben, wurde in namentlicher Abstimmung mit 20 gegen 12 Die Erhebungen des Berliner Magistrats über die Arbeits- uns mitgeteilt, daß die Ursache, warum Frau Nt. die Verzweiflungs- Spandauer Stadtverordneten Mehrheit in allen socialen Fragen begiv. 25 gegen 7 Stimmen abgelehnt. Die Rückständigkeit der losigkeit sind abgeschlossen. Neben überwiegend ungünstigen Be that beging, nicht in Liebesgrant, sondern in Nahrungssorgen gelegen Spandauer Stadtverordneten Mehrheit in allen socialen Fragen richten aus den einzelnen Geschäftszweigen haben sich doch auch hat. Die Mitteilung, daß Frau R., die übrigens 83 nicht 37 Jahre offenbart sich immer drastischer. einige Lichtblicke gezeigt. Die Berliner Brauereien find trotz des alt ist, mit einem 19jährigen Mann ein Verhältnis gehabt hat, ist allgemeinen Konsumrückganges recht gut und bei unverkürzter Arbeits eine durchaus irrtümliche. Zum Glück ist Frau S. jetzt wieder zeit beschäftigt. In 16 Brauereien wurden am 1. November hergestellt. Dieses Jahres 3387 gegen 3322 Arbeiter am 1. November 1900 Selbstmord eines Arztes. Ein Arzt in Moabit tötete sich durch gezählt. Die Buchdruckereien find nach vorübergehender Stockung einen Revolverschuß in den Kopf. Er hatte sich in seinem Beruf eine wieder steigend beschäftigt. Das Baugewerbe zeigt normale Berhältuiffe. Singegen hat sich die schlechte Lage der Metallindustrie sehr schmerzhafte Gesichtsrose zugezogen und fcheint die That im Fieberwahn vollbracht zu haben. vollständig bestätigt. Die Zahl der männlichen Arbeiter im Verbande der Metallindustriellen ist vom 1. Ottober 1900 bis dahin 1901 von Ueber einen Ranbmordverfuch auf einen Stationsvorsteher 73 100 auf 32 200 aurüdgegangen und wird für Ende des Jahres ist der hiesigen Kriminalpolizei aus Rathenow folgende Mitteilung Die Rigdorfer Baudeputation beschäftigte sich in ihrer letzten Sigung abermals mit den Maßnahmen zur Linderung der Arbeitsnot. Fast einstimmig wurde beschlossen, der Stadtverordneten- Versammlung zu empfehlen, die beim Bau des fchiffbaren Stichtanals erforderlichen Erdarbeiten in eigner Regie auszuflihren. Die Stadtverordneten Bersammlung soll mit einer entsprechenden Vorlage in einer bald anzuberaumenden außerordentlichen Sigung befaßt werden. Es sind außerdem bezüglich der Abtretung von Land durch Privatbesitzer einige Formalitäten zu erledigen, Der Bürgermeister teilte mit, daß nach der von der Polizeidirektion Sie im Gemeindebureau. aufgenommenen Statistit in Rigdorf 762 Arbeitslose vorhanden Jan Stelle dieser Schule eine Realschule zu Ostern 1902, 12jähriger Abonnent. Gegen die Remigung der Schornsteine und wären, darunter 59 landwirtschaftliche Arbeiter. Die letteren habe ein Realgymnafium im Friedenauer Ortsteil zu demselben Zeitpunkte die notwendig damit verbundene Belästigung können Sie mit Erfolg nichts nan benachrichtigt, daß sie sich bei der für landwirtschaftliche Arbeiter und ein Realgymnafium im Berliner Ortsteil, und zwar zu Ostern unternehmen. Else S. 1. Wenden Sie sich an die Offenbacher Kranten: geschaffenen Vermittelungsstelle in der Madaistraße melden fönnten, 1903, treten zu laffen. Man überwies den Antrag schließlich einem ist zu bezahlen, falls nicht die gesamten Umstände ergeben, daß auf Stoſten taffe. 2. Wahrscheinlich nicht. A. Sch. 19. Die Zeit des Aussezens" von wo sie auswärts untergebracht würden. Wenn sie sich auf Ausschuß. Mit der Englischen Gasgesellschaft soll nun des Arbeiters gefeiert werden sollte. Der Arbeiter thut gut, zu erklären, mindestens ein Jahr verpflichteten und so lange aushielten, würden doch endlich einmal ein deutliches Wort gesprochen werden. Da der er sei nur mit Aussehen auf Kosten des Arbeitgebers einverstanden. ihnen die Reisekosten vergütet. Der Stadtverordnete Oster- Vertrag mit derselben im Jahre 1904 abläuft, so beantragt der T. A. 50. Falls das dortige Statut den Schulzwang auf alle dort mann( Soc.) betonte demgegenüber vor allem, daß die Magistrat die Errichtung einer eignen Gasanstalt zu be- beschäftigten und dort wohnenden Arbeiter unter 18 Jahren erstrect: ja, statistischen Aufnahmen der Rirdorfer Polizeidirektion un- schließen; es sollen leistungsfähige Firmen aufgefordert werden, ihre sonst nein. Ob diese Vorausseßung in Ihrer Gemeinde vorliegt, erfahren zulänglich wären. Sie feien nicht geeignet gewesen, alle Arbeits- Angebote einzureichen. Auch hier wurde Ausschußberatung beschlossen. J. S. 74. Wenn Sie feine Chewohnung Tosen Rigdorfs festzustellen. In der nächsten Woche werde das Ge- Sodann gab die Versammlung ihr Einverständnis zu der Anstellung haben, vielmehr Ihre Möbel sich bei Ihren Eltern befinden, so würde das Gericht annehmen, Ihre Aufforderung, das eheliche Leben herzustellen, fei werkschaftskartell eine Arbeitslosenzählung vornehmen. Er mache sich von 20 Lehrern an den hiesigen Volksschulen für das Jahr 1902, da nicht ernst zu nehmen und Sie weiterhin als für den Unterhalt Ihrer Frau auheischig, dann der Baudeputation und der Stadtverordneten- Ver- die Zahl der Kinder seit dem Vorjahre von 8045 auf 8900 ge- verbindlich erachten. P. G. Frau Fränkel, Grünauerstr. 6. fammlung das Material des Kartells zu unterbreiten. Arbeitslosen stiegen ist. Streitende. Aber! 1. Es schneit. 2. Büchse. J. W. O. 92. Bersammlungen hätten in Rigdorf bisher noch nicht stattgefunden, Der Konsumverein Weißenfee weist erfreuliche Fortschritte Dort erhalten Sie die beste Wenden Sie sich direkt an die betreffenden Verwaltungsbehörden. weil jedermann geglaubt habe, daß die Arbeiten am Stichtanal noch Auskunft. Nein. 2. 9. 999. vor Weihnachten beginnen würden. auf. Gegründet im Juli d. J. mit einer Mitgliederzahl von 23 zählt J. Sch., Krummestr. 67. 1. und 2. Die staatlichen Krantenanstalten er jetzt bereits 320 Mitglieder. Die Vereinsverwaltung hat in diesem erachten sich für befugt, ohne Einwilligung der Angehörigen die in den Herbst im ganzen 17 Lowries Preßkohlen zum Selbstkostenpreis Krankenhäusern Verstorbenen zu fecieren und für die Behandlung noch Geld abfahren laffen. Binnen wenigen Wochen wird der Verein seine zu fordern. Wenden Sie sich beschwerdeführend an das Kultusministerium zweite Verkaufsstelle in Weißensee eröffnen. Gewiß ein erfreuliches stalten aus einer alten Kabinettsorder ab. 3. Ob und welche Eingabe Sie Beichen vom Aufblühen der genossenschaftlichen Bewegung. Die Nixdorfer Stadtverordneten- Versammlung verhandelte am Montag in einer außerordentlichen Sigung über die Aufnahme einer Anleihe von 3 200 000 m. Es sollen davon verwendet werden für den Neubau der Gasanstalt 1 750 000 m., für den Bau des Amtsgerichtsgebäudes( Nestbautosten) 100.000 M., Im Amtsgefängnis zu Zehlendorf hat sich ein gefährlicher für den Bau der Realschule( Resibaukosten) 54000 Mart, Einbrecher, der Schloſſer Joseph Beck gestern erhängt, nachdem er am für den Bau des zweiten Armenhauses 50 000 M., Montag durch Zufall verhaftet worden war. für den Eriverb von Grundstücken zum Bau eines Strankenhauses, eines Armenhauses, sowie für die Anlage des Teltow- Kanals 350 000 m., für die Anlage des Rigdorfer Stichkanals und den dazu gehörigen Uferstraßen 630 000 m., desgleichen der Straße 19 des Bebauungsplanes 38 000 m., der Straße 87 des Bebauungsplanes 28 000 m., und schließlich für die Mart. werde. 309 Vermischtes. Mehrere und teilen Sie uns dann die Antwort mit. Das Recht leiten die Anim Anfang vergangenen Monats nach hier gerichtet haben, läßt sich jetzt nicht mehr feststellen. Wiederholen Sie eventuell die Anfrage unter unfrer Adresse. A. fia): as dortige svaté 2, Unires willen nicht. Die Betreffende for an Krankenhaus wenden. 3. Entbindungswochenkosten hat die Mutter, die Alimente der Vormund einzuflagen. Bereits vor der Entbindung tann durch die Mutter auf Hinterlegung eines Betrages geklagt werden, der den voraussichtlichen Sechswochen- und Ent: bindungskosten und dreimonatlichen Alimenten entspricht. Es muß dann aber der Anspruch glaubhaft gemacht werden. Ein Beispiel für solchen An trag auf Hinterlegung finden Sie S. 219 Nr. 10 des dem Arbeiter: recht beigefügten Führers. Das Buch liegt in den öffentlichent Frau W. 33. Das Recht, den Rock zu verkaufen, haben Sie feines -P Herstellung eines Hauptfammlers der Schwemmtanalisation 200 000 Explosion in einer Schule. Wie die" Frankfurter Zeitung" Lesehallen aus. 4. Zum Vater braucht das Mädchen nicht zu gehen. Die Stadtverordneten- Versammlung hat sich mit der An- aus Mannheim meldet, entstand in dem Zimmer der Unterwegs. Klagen Sie auf Zahlung des Lohnes gegen Rückgabe des Rodes. gelegenheit bereits im Juni beschäftigt. Damals wurde die Aufnahme prima des dortigen Gymnasiums während einer von Profeffor. W. 14. 1. In der Regel ja: ob eine Ausnahme vorliegt, ist erst einer Stadtanleihe von 4 Proz. beschlossen. Der Magistrat hat Bettler gegebenen Unterrichtsstunde eine Explosion, bei welcher zu beantworten, wenn Sie angeben, wann und wo die Ehe geschlossen ist jezt beantragt, jenen Beschluß aufzuheben und ein Darlehn von der Professor und drei Gymnafiasten durch Glassplitter erhebliche und wo der erste Chewohnsitz genommen war2. Ja. 3 und 4. Nein. 3 200 000 Mark bei der Kur- und Neumärkischen Ritterschaftlichen Verlegungen erlitten. Ersterer sant blutüberströmt und bewußtlos revier. 2. Ja, aber nicht verpflichtet. 3. In der Regel. Falckensteinstraße 20. 1. Erkundigen Sie sich auf Ihrem PolizeiC. 2. 300. Darlehnskasse zu Berlin, Wilhelmsplay 6, aufzunehmen. Das Dar zu Boden. Tehn würde jährlich mit 3/2 Proz. zu verzinsen und mit 1/2 Proz Alle drei haften, falls das Gericht was wahrscheinlich- annimmit, daß der Kauf und Verkauf zweds Benachteiligung der andren Gläubiger vor zu tilgen sein. Ferner wäre ein Berwaltungsbeitrag von jährlich Verhaftung von Polizeibeamten. Wegen Verdachts des genommen ist. 1/10 Proz. zu entrichten. G. R. Die Forderung ist verjährt, falls die Ware zum In der Begründung führte der Magistrat Meineides wurden auf Anordnung der königlichen Staatsanwaltschaft Privatgebrauch, nicht zur Weiterveräußerung, getauft war. 1000. Nein. aus, die Verhältnisse des Geldmarkts hätten sich derart verändert, daß zu Düsseldorf der Polizei- Wachtmeister Meyer, der Polizeisergeant P. M. 33. 1. Ja. 2. Nein. 3. In 4 Jahren nach Ablauf des Jahres, es geraten erscheine, für die Anleihe einen niedrigeren Binsfag als 4 Proz. Jordans und der Polizeisergeant Walter, die früher in M.- Gladbach in dem die Gerichtskosten entstanden oder in dem Beitreibung versucht festzusehen. Außerdem empfehle sich, den Anleihebedarf der Stadt angestellt waren, verhaftet. Es handelt sich um eine Angelegenheit, wurde, verjähren Gerichtstoften. 4. Sie müffen zahlen.- P. Flunk 77. nicht, wie es beabsichtigt war, durch Ausgabe von Inhaberscheinen, die schon mehrere Monate zurückliegt. Damals hatten die drei Beamten Rein, wenden Sie sich an Ihre Strantenkaffe behufs näherer Aufklärung. G. Herr: sondern durch Entnahme eines Darlehus bei der genannten Kasse einen nächtlichen Boltsauflauf zerstreut. Hierbei sollen sie, wie Die Rechtslage ist bei den verschiedenen Stassen verschieden. zu beschaffen, weil die Stadtgemeinde so am wenigsten belastet mehrere Zeugen in der Schöffengerichts- Verhandlung aussagten, zwei 2. 2. Wiederholen Sie die Anfrage. mann. Leider ist die Herrschaft nach der Gesinde- Ordnung im Recht. 100. Das zu viel Erhobene Nach mehrstündiger Berhandlung, für welche die Deffent- Verhaftete mißhandelt haben. Die Beamten hatten dies unter ihrem fönnen Sie innerhalb 2 Jahren zurückfordern. Berg. Die chinesische lichkeit ausgeschlossen worden war, wurde eine besondere Kommission Eid bestritten. Die Angelegenheit wird demnächst das Schwnr- Gesandtschaft blieb während der Anwesenheit deutscher Soldaten in China zur Prüfung der Vorlage niedergesetzt. Innerhalb acht Tagen soll gericht in Düsseldorf beschäftigen. hier in Berlin, In den Zelten 14. G. 42. Militär- sein befreit vont eine weitere außerordentliche Stadtverordneten- Sigung die Ander Verpflichtung zur Alimentenzahlung keineswegs. Mt. Tu. Nein. gelegenheit endgültig erledigen. J. K. 1. Ja. 2. Nein. N., Fidizinstr. 15. 1. 50 f. 2. Der Mietsstempel ist für die Zeit vom 1. Januar bis zum 1. Januar ohne Rüdficht auf die Person des Mieters zu entrichten. Hat der frühere Mieter mit einem Wietszins von mehr als 300 m. bis 500 Wt. bezahlt, so hat der 3. B. für die Zeit vom 1. Januar bis 1. Oftober 50 Pf. für einen Vertrag neue Mieter für die Beit vont 1. Oktober bis 1. Januar nichts zu zahlen. Nig. Ihre Frage ist bereits vor 3 Wochen in bejahendem Sinne beantwortet. D. B. 100. Schonzeit für Steuerzahler giebt es nicht. Es tommt lediglich darauf an, ob eine Veranlagung zur Steuer vorliegt. 0. 3. 100. Sie müssen schleunigst Einstellung der Zwangsvollstreckung und Aufhebung des ersten Urteils unter Vorlegung Ihrer Quittungen G. S., Brandenburg a. H. Der Arbeitgeber ist im Recht. beantrageit. der Invalidität nicht erhöht werden: ihre Höhe hängt von der Anzahl und F. F. Die Invaliden: und die Altersrente kann auch bei Verstärkung Höhe der geklebten Marken ab. K. 3. Ein Mietsvertrag ist feines: wegs ungültig, wenn ihn die Ehefrau nicht unterschreibt. Durch die Unter schrift wird die Ehefrau Mitmieterin. Ihr Eigentum haftet also für die Wiete, während das nicht der Fall ist, wenn sie nicht unterschreibt. E. 2. 1901. Keineswegs hat der Ehemann das Recht, seine Frau zu schlagen, oder gar unter den von Ihnen dargelegten Umständen zu beschimpfen, zu bedrohen und zu mißhandeln. Gegen einen derartigen Miz brauch der Gewalt des Stärteren fönnen Sie sich an das Amtsgericht I mit dem Antrag wenden, Ihnen zu gestatten, mit den Kindern getrennt vom Ehemann zu wohnen. 0 Aus Sibirien. Infolge von Stürmen auf dem Baitalsee trifft die Post aus Rußland jetzt häufig verspätet ein; das ThermoSchöneberg. Die Stadtverordneten Versamm- meter ist hier auf 20 Grad unter Null gefallen. In der Nähe Iung hatte gestern ihren großen Tag". Auf der Tagesordnung von Charbin stießen zwei Eisenbahnzüge zusammen; stand u. a. ein als Nachtrag bezeichneter Gegenstand, für den die 18 Chinesen und 7 Russen kamen dabei ums Leben, davon 2 durch Versammlung die Dringlichkeit anerkannte. Es handelte sich um die Erfrieren. Erwerbung von Mietsräumen in der Ebersstraße zu Zweden der Unterbringung dreier Voltsschultlassen, um, wie der In Toulon brach Montagabend in einem dicht bevölkerten Magistratsvertreter betonte, den Zustand der sogenannten„ fliegenden Stadtteile eine furchtbare Feuers brunst aus. Mehrere Gebäude Slassen" zu beseitigen. Von verschiedenen Seiten, u. a. von unsren sind vollständig zerstört. Es gelang nur mit großer Mühe, die Genossen Obst und Masuch, wurde die Unzulänglichkeit Bewohner zu retten. Eine Frau ist in den Flammen umgekommen. der in Aussicht genommenen Räume zu Schulzwecken dar- An dem Rettungswerk beteiligte sich auch eine Abteilung russischer gethan und betont, daß ein kaum im Rohbau fertiges Marinesoldaten. Gebäude, das schon im April bezogen werden solle, 2111= möglich den Forderungen der Schulhygiene entsprechen könne. Zudem seien die Kosten für diese Mietsräume, auf die der Eigen tümer Philippsborn am liebsten einen 10jährigen Vertrag vorgesehen hätte, mit etwa 130 000 m. viel zu hoch bemessen. Man Die juristische Sprechstunde findet am Dienstag, Donners sollte lieber in Anbetracht der Herrschenden Arbeitslosigkeit daran tag und Freitag von 7-9 Uhr abends statt. gehen, sobald wie möglich eigue Schulhäuser zu errichten. Der E. N.. 8. Buchhandlung Vorwärts, Beuthstr. 2. Magistratsantrag wurde denn auch mit großer Mehrheit abgelehnt. N. W. Außer der Baugewerks: und Fortbildungsschule giebt es hier Ein anderer wichtiger Punkt betraf die Auflösung der Stallschreiberstraße 54a und Turmstraße 86 Fachschulen für Maurer und hiesigen städtischen Mittelschule. Der Magistrat beantragt, 8immerer. Mittwoch, den 4. Dezember, abends 8½ Uhr: Briefkasten der Redaktion. Allgemeine Orts- Krankenkasse| für Volks- Versammlung vereinigten Gewerbebetriebe in Gohmanns großem Saal, Kreuzbergstr. 48. Tagesordnung: Lebensmittel- Bertenerung und die Bedeutung der Konsum Genossenschaften. Referent: Reichstags- Abg. Emil Rosenow. Am Montag, den 2. Dezember, eröffnete der Konsum Verein BerlinSüd" seine 3. Verkaufsstelle Kreuzbergstraße Nr. 36-38. Mitgliederstand ca. 1000. 268/8 Deutscher Holzarbeiter- Verband. Donnerstag, den 5. Dezember 1901, abends 8 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: Charlottenburgs. In Gemäßheit des§ 48 des Stassen: statuts hat für die Wahlperiode vont 1. Januar 1902 bis 31. Dezember 1903 die Neuwahl der Delegierten zur Generalversammlung zu erfolgen. Es sind zu wählen: 1. durch die Kaffenmitglieder 193 Delegierte, 2. durch die bei der Kasse zustän digen Arbeitgeber 95 Dele: gierte. Die Delegierten der Kaffenmitglieder müssen Kassenmitglieder, diejenigen ber Arbeitgeber bei der Kasse zuständige Arbeitgeber oder Geschäftsführer bezw.. Betriebsleiter bei solchen sein. Wahl: 128/15 berechtigt und wählbar find nur solche Berfonen, welche großjährig und im Sihung der Werkstatt- Kontroll- Kommiffion Beige ber burgerlichen Ehrenrechte und der Ortsverwaltung. Deutsch. Metallarbeiter- Verband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel- Ufer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Donnerstag, den 5. Dezember 1901, abends 81 Uhr, im Gewerkschaftshause, Engel- Ufer 15: find. Die Arbeitgeber können sich bei der bevorstehenden Wahlhandlung auch durch ihren Geschäftsführer bezw. Betriebsleiter vertreten laffen, in diesem Fall muß die Bevollmächti gung vor der Wahl in Kassenlokal schriftlich angezeigt werden. Die Wahl ist geheim und geschieht durch Stimmzettel in einem Wahl: gange; eine Diskussion über die Aitf: Bezirksversammlung für Süden, Südost, Centrum u. Rigdorf tellung von Kandidaten findet im Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Steiner über:„ Sociale Kunft". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenheiten und Verschiedenes. Vertrauensmänner- Konferenz für den Osten am Mittwoch, den 4. Dezember, abends 81/2 Uhr, bei Bartels, Große Frankfurterstraße 18. Bertrauensmänner- Konferenz für den Westen am Mittwoch, den 4. Dezember, abends 82 Uhr, Bülowstraße 59. Zahlreiches Erscheinen erwartet 122/ 18* Die Ortsverwaltung. Central- Verband der Töpfer. Wahllofal nicht statt. Wir berufen deshalb zur Vornahme der Wahlen 1. die Arbeitgeber für Freitag, den 13. Dezember, abends 8 Uhr, nach dem Saal des Restaurants von Wernicke, Bismardstr. 34, 2. die Kaffenmitglieder für Sonn tag, den 15. Dezember, vormittags 9 Uhr, nach der„ GambrinusBrauerei", Wallstr. 94, Mittwoch, den 4. Dezember 1901, abends 6 Uhr, bei Dräsel, Diejenige ad 2 um 11 Uhr vormittags Neue Friedrichstraße 35: mit dem Bemerken, daß die Wahlhandlung ad 1 um 9 Uhr abends, geschlossen wird. Zur Wahl Mitglieder- Versammlung. abt werden nur die 206/1 Tages Ordnung: 1. Vortrag: Die Aufgaben der wirtschaftlichen welche sich im Befiße einer Legi: Organisationen der Arbeiter und ihre Vorteile für die Mitglieder. Referentin: timationsfarte über ihre WahlFräulein Fanny Imile. 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. Am Eingang des Saales erhält jeder Kollege gegen Vorzeigung des Mitgliedsbuches den neiten Lohntarif ausgehändigt. Pünktliches und zahlreiches Erscheinen erwartet Reste 28149* zur Der Vorstand. Damen- WWW Konfektion und Kinder- Garderobe. Fertige Mäntel. berechtigung befinden. Die Le gitimationskarten werden auf Antrag im Kaffenlokal während der üblichen Kassenstunden un entgeltlich verabfolgt. Charlottenburg, 1. Dezember 1901. Der Kaffenvorstand. Wilhelm Sabor. Mathematik. $ 170 Abendkurse für Anfänger u. Fort geschrittene erteilt billigst[ 23266 C. Pelz, Rottbuserstraße 4. Stiefelhagen, Goltzstr. 47, vorn III rechts. Der Annoncen Expedition Rudolf Mosse haben wir schriftlich mitgetheilt, daß wir jeden Versuch dieser Firma, uns Bedingungen für den Geschäftsverkehr mit ihr vorzuschreiben, zurückweisen müßten. Dies veranlaßt nun die Firma Rudolf Mosse zu einer öffentlichen Erklärung, wonach sie Anzeigen für unsere Blätter nicht mehr aufnehmen will. Uns liegt daran, dieser Erklärung die denkbar weiteste Verbreitung zu geben und das verehrliche inserirende Publikum darauf aufmerksam zu machen, daß wir seit ca. 12 Jahren eine eigene Annoncen Expedition haben und in folgenden Städten Deutschlands Geschäftsstellen unterhalten: Dresden, See- Straße 1. Düsseldorf, Schadow- Straße 59. Elberfeld, Herzog- Straße 38. Frankfurt am Main, geil 63. Hamburg, Neuertvall 60. Köln am Rhein, Hohe Str. 145. Leipzig, Peters- Straße 19. Magdeburg, Breiteweg 184, I. München, Kaufinger Straße 20 ( Domfreiheit). Stuttgart, König- Straße 11, L Weimar, Jubiläumsplatz 1. Wir bitten das inserirende Publikum, Insertionsaufträge einer unserer Geschäftsstellen oder einer anderen Annoncen- Expedition ( außer Rudolf Mosse) überweisen zu wollen. Berlin, den 3. Dezember 1901. Eigener Verlag: August Scherl G. m. b. H. ,, Berliner Lokal- Anzeiger" ,, Die Woche" ,, Der Tag" ,, Berliner AbendZeitung"„ Die Weite Welt" ,, Vom Fels zum Meer"" Berliner Wohnungs- Register". Alleinige Annoncen- Annahme: ,, Adressbuch für Berlin und seine Vororte" Feld- Post" ,, Der Pfarrbote" ,, Das Kränzchen"" Der Gute Kamerad" ,, Das Buch für Alle"( letzteres vom 1. April 1902 ab) sowie die offiziellen Publikationen der Industric, Gewerbe- und Kunst- Ausstellung Düsseldorf 1902: ,, Offizieller Katalog für die Rheinisch- Westfälische Industrie- und Gewerbe- Ausstellung" ,, Offizieller Führer durch die gesamte Ausstellung" ,, Offizieller Katalog für die deutsch- nationale Kunst- Ausstellung"" Das Düsseldorfer Ausstellungs- Tageblatt". Berantwortlicher Redacteur: Carl Zeid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glode in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in Berlin,