Nr. 54. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements- Prets für Berlin: : Vierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 mt, wochentlich 28 Pfg. frei in's Baus Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 16 Pfg. Poft- Abonnemen: 3.30 Mt.pro Quartai. Unter Kreuzbund: Deutschland u. Desterretch= Ungarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.p: Mona.. Eingetr. in de: Post- Zeuungs- Preisliste fü: 1892 unier Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder beren Raum 40 Pfg., für Vereins. und Versammlungs- Anzeigen 20 fa Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werde. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 1hr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vormittags geöffnet. fern spred- Anschluß: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Freisinnige Opposition. Freitag, den 4. März 1892. Expedition: Beuth- Straße 3. abpugen läßt, statt sie zu streichen, und wenn man für die nichts gemein hatte, da erklärten die fruktifizirenden Bieder Dienstwohnung Geßler's und seiner Adjutanten billigere männer: die Sozialdemokratie hat aber die intellet Tapeten nähme, und entwickelt eine ökonomische Weisheit, tu elle Urheberschaft. wie sie der Spar- Agnes alle Ehre machen würde. Das Jetzt taucht das prächtige Wort wieder auf, und zwar Bwing- Ulvi selbst aber wird von den tapferen Rütlimännern in Bezug auf die Aufläufe Ende der vorigen Woche. Die Sozialdemokratie hat direkt nichts damit zu thun, aber sie hat die intellektuelle Urheberschaft". Und wieder ist es Herr Pindter von der„ Norddeutschen", der wie damals, sp auch jetzt das famose Wort zuerst apportirt hat. Gegen die Reaktion so lautet der Ansturm gegen das preußische Volksschul- Gesetz auf der ganzen Linie von Bennigsen bis Eugen Richter. Die höchsten Kulturgüter stehen in Gefahr, die Reaktion will Deutschland in die bewilligt.; Zeit des finstersten Mittelalters zurückführen. Das ganze Nun, jedes Gleichniß hinkt. Die Bennigsen, Rickert gebildete Bürgerthum muß Front machen gegen die Dunkel- und Richter sind keine Rütlimänner und der Herr v. Caprivi männer, welche das Volk der Denker in die Nacht des kein Geßler. Im Wesentlichen entspricht aber das VerAberglaubens und der Unwissenheit versenken möchten. Es halten der liberalen Opposition ganz dem oben geschilderten. Herrn Pindter zu antworten, ist unter unserer Würde. handelt sich um einen Kampf auf Leben und Tod, von dem Die Reaktion mit allen Schrecken wird von den Liberalen Wir wollen ihn aber etwas fragen: Wer hat durch KornAufgang und Niedergang des ganzen Reichs' abhängig geschildert, die zahmisten Professoren ziehen die Löwen- zölle den Noth st and herbeigeführt, wenigstens verschärft? sein sollen. Spöttisch sprach der Kultusminister von dem mähne über ihr Eselsfell, die Dahn und Treitschke Und wenn der Nothstand zu Aufläufen führt, wer hat ihren Mannesmuth in alle Welt, und Rütli Bund der Nationalliberalen und Deutschfreisinnigen. brüllen die intellektuelle Urheberschaft: Der, welcher den Nothstand verhandeln fie als Einen schneidenderen Sarkasmus konnte Graf Zedlig dabei ganz gemüthlich, ob mindestens theilweise verschuldet, oder Der, welcher ihn zu nicht anwenden. Man blicke nur auf die parlamentarischen es sich um Nebensachen handle, über die Bewilligung beseitigen versucht hat? U. A. w. g. Debatten im Reichstage wie im Landtage! Die modernen der Steine, welche die Reaktion zum Aufbau und Ausbau Rütlimänner, auf's Aeußerste vom Landvogt Geßler be- des Zwing- Uri's verlangt. Sie kennen die Reaktion mit Die Umstürzler an der Arbeit. Es war recht droht, haben ihm Sturz und Vernichtung geschworen. Ein allen ihren Plänen, erscheint sie jedoch mit Gesezen, welche der schlecht von den Berliner Arbeitern und Sozialdemokraten, feierlicher Eid hat den Rütlibund besiegelt, und sie polizeilichen und richterlichen Auslegekunst den weitesten daß sie vorigen Donnerstag und Freitag sich nicht unter die find Mannes genug, den Eid zu halten. Da er Spielraum gewähren, wie es die Vorlagen über die Be- Führung der Ballonmützen stellten und zu Versuchsobjekten scheint unter ihnen der Geßler. Er verlangt, daß kämpfung der Trunksucht, der Unfittlichkeit oder über die für die Acht- Millimeter hergaben. Wir hätten Belagerungssein Hut, das Symbol seiner Herrschaft, einen Beröffentlichung von Militärgeheimnissen thun, dann weisen zustand, ein neues Ausnahmegesetz- und der verfahrene neuen Ueberzug nebst neuem Futter und neuer Feder er diese Liberalen diese Vorlagen nicht einfach von der Schwelle Staatstarren konnte wieder ein bischen voran, oder richtiger halte. Die braven Rütlimänner sind nun zu gute und zu zurück, sondern glauben schon, wer weiß was gethan rückwärts rumpeln. Ach, es wär' so schön gewesen und hat Loyale Unterthanen, um dem Geßler, von dent sie wissen, zu haben, wenn sie die Ansprüche der Reaktion nur nicht sollen sein. Die bösen Sozialdemokraten, ohne die daß er sie verderben will, sein Verlangen rundweg ab- theilweise erfüllen. Jedenfalls aber wird die Reaktion alles vortrefflich gegangen wäre, kennen zum Unglück ihre zuschlagen. Sie verhandeln also mit ihm. Die Gemäßigten gekräftigt und sie kann sicher sein, daß sie, was Pappenheimer, und sie haben das schöne Spiel grausam wollen ihm den Hut furzweg bewilligen. Geßler muß einen ihr heute noch versagt wird, morgen mit Zinsen einstreichen vereitelt. Indeß so leicht geben die Herren Umstürzler, Hut haben, und ein Geßlerhut muß auch ein stattliches Aus- wird. Die Regierung, ob sie noch so reaktionär auftreten denen die normale, friedliche Fortentwickelung ein Greuel sehen haben. Uebrigens was ist ein Hut? Die Kosten mag, ob sie noch so wenig Hehl aus ihren reaktionären ist, und die in der Gewalt und Gesetzlosigkeit ihre sind nicht so ungeheuer, daß der Preis ins Gewicht Tendenzen macht, ist sicher, daß die große liberale Oppo- einzige Hoffnung erblicken, das Spiel nicht verloren fallen könnte. Es wäre unwürdig der Rütlimänner, sition ihr kein ernſtes Hinderniß in den Weg legen wird, und so wühlen sie denn noch immer luftig und wohlgemuth wegen dieser Geringfügigkeit noch tann es da Wunder nehmen, wenn fie das ganze darauf los. Mit den Sozialdemokraten läßt sich nichts Lieren. Ein radikaler Rütlimann wagt es zu be liberale Geschrei mit Verachtung anhört? Der ganze mehr machen, außer auf den abgelegenen Dörfern, laffen haupten, daß die alte Feder und der Ueberzug liberale Oppositions- Ansturm ist ein einfaches Hundegekläff; sie sich nicht mehr als Vogelscheuchen verwenden. Es galt des Hutes noch ganz gut sei, und es vollständig genüge, ein kräftiger Fußtritt und die liberalen Opponenten, ins- Ersatz zu finden und er ist gefunden in den„ Anarchisten". ihn neu zu füttern. Eine Mittelpartei will zwar das Ver- besondere die hochgelehrten Professoren verstummen und Wer und was die„ Anarchisten" in Berlin sind, das wissen langen Geßler's erfüllen, aber nicht auf einmal, sondern in schweifwedeln vor Caprivi, wie sie es vor Bismarck gethan wir. Nun dieses winzige Häuschen, das die kleinste drei Raten, so daß in diesem Jahre der Ueberzug, im nächsten haben. Nicht der Schwur macht die Bedeutung des Rütli- Wirthsstube nicht ausfüllen würde, ist plötzlich lawinendas Futter und im dritten die Feder erneut werden soll. Bündnisses, sondern der Umstand, daß es Männer artig angeschwollen in den Spalten der Ordnungspresse. Schließlich wird der Geßler'sche Antrag mit kleinen Amen waren, die den Schwur leisteten. Und das sind weder die Es hält große Volksversammlungen" ab, die in den Spalten dements angenommen. Bennigsen- Eynern, noch die Richter- Rickert- Hänel und am der Ordnungspresse mächtig viel Raum einnehmen, und es allerwenigsten der Bratenbarde Felix Dahn und der Geschichts- bietet den Stoff zu langathmigen Leitartikeln, welche die Akrobat Treitschke. Worte zu ver= Geßler kommt nun bei den Rütlimännern mit einem nenen Antrag. Er will die Kosten für ein Zwing- Uri bewilligt haben. Da sind die Rütlimänner ganz Feuer und Flamme. Nicht etwa gegen das Zwing= Uri, das man gegen sie errichten will, sondern nur über die passendste Form des Zwing- Uri! Die kunstver Spalten der Ordnungspresse füllen. Die Anarchisten in Berlin" sind eine schwere Gefahr für Staat und Gesellschaft geworden, die anarchistische Bewegung in Berlin" bedroht Alles mit Untergang, und die tieffinnigen Aeußerungen namentlich solche, wie: der fändigen Rütlimänner debattiren fiber die Form des Baues, Politische Leberlicht. Anarchismus ist die logiſche Folge des Sozialismus Berlin, den 3. März. ob er im gothischen oder im Renaissance- Stil gebaut werden werden als Drakelsprüche des unterirdisch rumorenden solle. Die Fachmänner streiten über die fortifikatorischen Geistes der Revolution feierlich zitirt.-- Genug der Vorzüge und Nachtheile des Banes. Der Radikalste der Intellektuelle Urheberschaft. Als 1878 den Attentats- Narrenspossen. Wenn die Herrn Umstürzler einmal verRütlimänner, ein großer Rechenmeister, weist nach, wie Er Fruktifizirern Bismarck und Genossen der Nachweis geliefert suchen sollten, im Reichstag durch Einbringung irgend sparnisse gemacht werden können, wenn man die Wände roh war, daß die Sozialdemokratie mit Hödel und Nobiling einer Geschesvorlage das Anarchistengespenst ernsthaft Feuilleton. Nadbrud verboten.] ( 54 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. leidigenden Angriffes auf eine ehrenhafte Privatperson der unmittelbar an ihn, statt an den Redakteur, wandten; wenn verantwortliche Redakteur der Allgemeinen Zeitung" drei eine Künstlerin persönlich bei ihm über harte Beurtheilung Wochen Gefängniß verbüßen mußte. flagte, dann gab es im Redaktionsbureau ziemlich lebhafte " Eigenthümer der Zeitung war der Besizer der großen Auftritte zwischen dem Eigenthümer der Zeitung einerseits Wehrhahn'schen Druckerei, Herr Wehrhahn, von Anfang an und dem Redakteur oder den Mitarbeitern andererseits. gewesen. Bei Gründung der Zeitung hatte die Druckerei Umsonst wurde dem Buchdruckerherren vorgehalten, daß die nur sechs Seher, für welche der Prinzipal oft nicht hin- Beitung für ein großes Publikum und nicht für ihn und reichende Beschäftigung finden konnte. Dieser Um- seine Freunde geschrieben werde, daß das Publikum die stand veranlaßte ihn, mit einem wenig bemittelten Wahrheit zu hören berechtigt sei und nicht das, was etwa Buchhändler gemeinschaftlich das Blatt zu gründen, welches ihm, dem Herrn Wehrhahn, oder seinen Freunden beliebte; Eingeweihte Politiker wollten allerdings behaupten, daß anfangs gar nicht ansprechen wollte. Die Mittel der Eigenthümer erklärte rund heraus, daß das Blatt sein dieses liberale. Blatt im Laufe der zwanzig Jahre seines des Buchhändlers waren den allwöchentlich sich erneuernden Eigenthum sei, mit dem er machen könne, was ihm beliebe, Bestehens mannigfaltige Wandlungen erfahren, daß es ur- Opfern nicht gewachsen, er mußte schließlich ohne Ent- und so mußte es endlich zum Bruche kommen. Der Schrift sprünglich den Ehrgeiz besessen, ein halbamtliches Organ zu schädigung zurücktreten und verfiel dem Bankrott. Auch steller hatte sein Bestes drangesetzt, um das Blatt in die werden, daß es zu diesem Behuse das konservative Mini- Wehrhahn war tief in Schulden gerathen und ging schon Höhe zu bringen; sein Honorar war, in Ansehung sterium mit hervorragendem Eifer unterstüßt, später im längst mit dem Gedanken um, dieses geldverschlingende Un- der damaligen dürftigen Verhältnisse desselben, ein Bollgefühle erlittener Kränkung, welche in der Nichtbeachtung gethüm eingehen zu lassen, als ein talentvoller Journalist, äußerst geringes gewesen; auf solche Undankbarkeit nicht freundlichen Entgegenkommens( verschmähter Liebesmühe!) der eben müßige Tage hatte, seine Geschäftserfahrungen, gefaßt, hatte er es mit dem Kontrakte nicht streng bestand, die Fahne des Liberalismus aufpflanzte und unter seine Gewandtheit und seine Kenntnisse demselben zu widmen genug genommen, und so schied er von dem Blatte, seiner dieser ein gutes Geschäft geworden. sich entschloß. Von Stund' an nahni das Blatt einen viel geistigen Schöpfung, ohne Dank und ohne Lohn. Aber alle diese früheren Vorgänge waren, wie gesagt, versprechenden Aufschwung; bewegte Zeiten traten ein, in Die Zeitung nahm nach und nach eine andere Tendenz von der großen Menge des Boltes theils taum bemerkt, denen Jedermann nach einem Zeitungsblatte griff, und bald an. Herr Wehrhahn konnte seinen persönlichen Liebhabereien theils längst vergessen worden; dagegen wurde man häufig konnte sich Wehrhahn mit Befriedigung sagen, daß er über nun ungehindert die Zügel schießen lassen, er wurde ein daran erinnert, daß die Zeitung um ihres Kampfes für dem Wasser" sei. angesehener Bourgeois, um dessen Gunst sich Hoch und Wahrheit und Recht, Freiheit und Gesetz willen wenigftens Wehrhahn besaß indessen nicht blos Spekulationsgeist, Niedrig bekümmerte; die liberale Partei verstand es, ihn in ein Dußend Preßprozesse erlitt, in denen sie achtmal freier nährte auch einen ziemlichen Ehrgeiz in seiner Brust; ihr Netz zu ziehen, machte ihn dafür zum Stadtverordneten gesprochen und viermal verurtheilt wurde, bei welch' letterem woher es kam, daß er in derselben Zeit, da die Nahrungs sowie zum Mitgliede aller vorkommenden Komitee's und Ereigniß das Land jedesmal in nicht geringe Aufregung sorgen aufhörten, ihn zu beschäftigen, ein heftiges Ver- Kommissionen, bei deren Zwecken und Zielen man zwar gerieth. Aber nur Wenige wußten davon, daß auf langen spürte, in den Inhalt der Zeitung ein gewichtiges nicht seine persönliche Einsicht, wohl aber die Mithilfe der eingereichte Gnadengefuche dreimal die Strafe nachgesehen Wörtchen mit hineinzusprechen. Wenn einer von den hoch- Beitung brauchte; Herr Wehrhahn konnte zufrieden sein. worden war, während man das ganze Land zu inniger gestellten Leuten, die ihn früher nicht beachtet, seine Ge- Die denkenden Leser fanden allerdings, daß die AllTheilnahme einlud, als infolge eines unbegründeten und be- fälligkeit in Anspruch nahm; wenn Parteihäupter sich gemeine Zeitung" ihre Schuldigkeit nicht mehr ausreichend aufmarschiren zu lassen, dann machen wir uns vielleicht den Spaß, die sämmtlichen Anarchisten" Berlins leibhaftig auf dem Tisch des Hauses niederzulegen. Es wäre Platz auch noch für einige der Hintermänner! fanden, daß sich bei den jetzigen Deklarationen vier, sechs- und 11 Jahre in Zürich ansässig war, übernimmt käuflich bis zwölffach höhere Steuerfäße gegen früher herausstellten ein Geschäft in Basel, er besitzt gutes Leumundszeugniß und daß man bei ihm, wäre die Deklaration vor 1888 ge- von Zürich und Heimathsschein. Das genügt der Baseler tommen, zu feiner nennenswerthen Erhöhung gelangt wäre, Behörde nicht, er darf nicht früher ein eigenes Geschäft denn nur die Jahre 1889/90 hätten bessere Bilanzen ge- eröffnen, bis seine Papiere. von der Gesandtschaft in Bern Zum Nothstand. In einem vorzüglichen Artikel bracht. Und da diese Fahre in Betracht kommen, verweigert beglaubigt resp. also Heimathschein und deutsches Leumundserörtert die Frankfurter Zeitung"( Nr. 63 vom 3. März) Herr Funke eben die Deklaration und geht nach Lothringen. zeugniß bescheinigt sind. Stellung darf man annehmen. das Wesen der heute herrschenden Krisis. Sie sagt zum So handeln die Musterpatrioten, die von Vaterlandsliebe Ich selbst habe in Zürich ebenfalls vier Jahre ein LadenSchluß: Brotmangel ist die Folge der Nahrungsmittel-, Arbeits- überschäumen, sobald das Vaterland sie zu Millionären geschäft betrieben, besize von dort ein gutes Leumundsmangel die der Produktions, Absatz- und Finanzkrise. Beide züchtet und ihnen das hilflose Volk zur Plünderung aus zeugniß und verziehe nach Basel, wo ich einen Laden ge zusammen, durch Wechselwirkung sich gegenseitig Schritt für liefert, die aber Reißaus nehmen, wenn sie einen nur zu miethet habe, bestelle Waaren und alles Nöthige. Als ich Schritt verstärkend, haben das Elend erzeugt, welches in Ruß- winzigen Bruchtheil ihrer Beute an das Gemeinwesen aus- hierherkomme und das Geschäft eröffnen will, wird mir land wie in Ungarn, in Böhmen und in Portugal, in Wien liefern müssen. das polizeilich verboten, meine Papiere müssen erst nach und Rom, in Berlin, in Halle, Braunschweig, Danzig, Leipzig Bern und wenn dieselben zurück sind( nach sechs Wochen, u. f. w. nach Hilfe ruft. Es könnte verhängnißvoll werden, Ein Kulturbild. Wir lesen in hiesigen Blättern: vier Wochen warte ich schon darauf) kann ich erst das wenn zu der wirthschaftlichen Kalamität der Brot- und Arbeits-" Der dreizehnjährige Schultnabe Franz Kübler wurde am Geschäft eröffnen. Also num sechs Wochen Miethe zahlen, losigkeit der Bevölferung nun auch noch die politische Kalamität Montag wegen vorfäßlicher Brandstiftung, Diebstahls und Be sonstige Unkosten, Lebensunterhalt u. s. w., nichts verdienen der Einsichtslosigkeit der Regierungen hinzuträte." truges zu drei Jahren Gefängniß verurtheilt. Der Junge, Sohn eines Ortsarmen in Eggersdorf bei Strausberg, ist, wie können. Ich werde thatsächlich vollständig ruinirt. hiesige Blätter berichten, bereits wegen Diebstahls mit 6 Mo- jeder Geschäftsmann wird begreifen, in welch schrecklicher naten Gefängniß bestraft, die er in Plößensee verbüßt hat. Situation man sich befindet. Beschwert man sich beim Auf die Frage, wie es ihm in Plößensee gefallen habe, ant- Konsul, so zuckt der die Achseln, bittet man die Gesandt wortete er: So gut habe ich es in meinem Leben noch nicht schaft um Beschleunigung, so schreibt sie, das sei nicht ihre gehabt, nur das Essen hätte besser sein können." Sache, sondern Sache der Heimathsbehörde. Warum weist man nicht direkt oder durchs Auswärtige Amt die betreffenden Behörden an, solche Sachen sofort und nicht nach der alten bureaukratischen Schablone zu erledigen? Thatsächlich wird hierdurch manche Eristenz vollständig zerstört. Schöne Worte. Ueber die SoldatenmißhandIungen schreibt das Organ des freikonservativen LandtagsAbgeordneten Dr. Otto Arendt, das Deutsche Wochenblatt": " " Die Statistik des deutschen Heeres weist durchschnittlich über 200 Selbstmorde alljährlich auf und dürfte ein Theil der felben wohl auf Rechnung der übertriebenen Anforderungen an einzelne schwächer veranlagte Mannschaften zu sehen sein. In dieser bedeutsamen Erscheinung und in den neuerdings wieder hervorgetretenen Soldatenmißhandlungen aber liegt eine ernste Aufforderung, unbeschadet der straffsten Disziplin und hoher dienstlicher Anforderungen, der Humanität im Heere nicht nur seitens der Unteroffiziere, sondern auch seitens der Offizierschargen in dem Sinne mehr Rechnung zu tragen wie bisher, daß von übertriebenen Anforderungen an die formelle Dressur, welche das beste Fundanient der Disziplin, den guten Willen der Mannschaft zu gehorchen und das beste zu leisten, untergraben, im Hinblick auf die zum Theil wohl durch diefelben hervorgerufenen Mißhandlungen, Abstand genommen wird." Aber die Freifonservativen sind die eifrigsten Advokaten des heutigen Heermesens, und ihre Predigt läßt sich in den Satz zusammenfassen:" Wasch' mir den Pelz, mach' ihn mir aber nicht naß!" Ein dreizehnjähriger Schulknabe, der drei Jahre im Gefängniß fißt, es in seinem Leben nicht so gut gehabt hat tann eine furchtbarere Anklage gegen die heutige Gesellschaftsordnung erhoben werden? Jedes Wort des Kommentars würde die Wucht der Thatsachen abschwächen. Beitung" entnehmen wir folgende Notiz: Sklavenhandel in Brandenburg. Der Kreuz " Ein Die letzte deutsche Volkszählung. Nach einer Ver öffentlichung des kaiserlichen Statistischen Amts im ersten Vierteljahrsheft zur Statistik des Deutschen Reichs belief „ Hiesige Blätter schreiben: Der„ Handel" mit Landmädchen sich die ortsanwesende Bevölkerung des Reichs am 1. De und Landknechten ist auch in der Provinz Brandenburg recht gember 1890 nach endgiltiger Feststellung des Volkszählungsrege. In zahlreichen märkischen Blättern findet man Ankün- Ergebnisses auf 49 428 470 Einwohner, von denen 24 230 832 digungen, wie:" Treffe bestimmt am 2. März mit 10 Landmädchen, die melken können, und 8 Knechten in Berlin ein; männlichen, 25 197 638 weiblichen Geschlechts waren. Die alle fräftige und junge Leute aus Ostpreußen, billig im Lohn. Volkszählung vom 1. Dezember 1885 hatte eine Bevölkerung Bitte um schnelle Abholung u. f. w.", oder:" Tüchtige Land- von 46 855 704 ergeben, so daß die Einwohnerzahl in fnechte und Landmädchen, die melken tönnen, aus Ost- und zwischen um 2572 766 gestiegen ist. Zu einem, freilich Westpreußen, auch tüchtige Tagelöhner- Familien sind soeben sehr kleinen Theile rührt diese Zunahme von der Er eingetroffen und warten auf Abholung. Billigste Löhne." Also werbung Helgolands her, das am 1. Dezember 1890 2086 überall billige und gute frische Waare, die abgeholt werden Bewohner hatte. Sieht man von diesem neu erworbenen tann", ganz wie beim Bäcker die Semmel, und die Unternehmer Gebietstheile ab, so verbleibt eine Zunahme während der stecken den Hauptverdienst in ihre Tasche." legten Volkszählungsperiode von 2570 680 Einwohnern. Größer war in derselben Zeit die natürliche Bevölkerungsvermehrung, diejenige also, welche durch den Ueberschuß der Zahl der Geborenen über die der Gestorbenen veranlaßt ist. Es betrug nämlich die Zahl der in dem Beitraume zwischen den beiden Volkszählungen vor gekommenen " • • 2901 876 • 2 570 680 • 331 196 • Die Mera der Majestätsbeleidigungen. Das erste Morgenblatt der Frankfurter Zeitung" vom 1. März ist Die Kreuz- Zeitung"- und das ist nicht das wenigst wegen eines von M. Harden verfaßten geschichtlichen Interessante bringt die Notiz, ohne ein Wort des ProFeuilleton- Artikels:" Gekrönte Worte", der die Aussprüche testes oder der Empörung. Sie ärgert sich nur, daß die einer Reihe von Herrschern, Merowinger, Kapetinger, Unternehmer" den Hauptverdienst in die Tasche stecken. Sachsenkaiser erläuterte, mit Beschlag belegt worden. Grund: Warum räth sie nicht den Herren Junkern, das Geschäft Majestätsbeleidigung". Der fromme, Reichsbote" hat bereits selber in die höchstadligen Hände zu nehmen? gestern mit vorwurfsvollem Eifer den Harden'schen Aufsatz dem öffentlichen Ankläger denunzirt. Wo in der übrigens Jahrmarkts- Kunststückchen. Den Kaiser, als im fozialpolitisch nicht gerade tiefen Plauderei die Majestäts- Herzen gegen das Volksschul- Gesez eingenommen beleidigung steckt, fonnten wir nicht ergründen. Der hinzustellen, versuchten die" Kölnische" und die Berliner historischen Kritik legt die Fürsorge der Staatsanwälte Börsen- Zeitung". Das letztere Blatt läßt den Kaiser zu täglich neue Fußangeln. Daß solche Zustände sich entwickelt einem in Halle lebenden Arzt höchft anerkennende Worte haben, daran trägt die Hauptschuld das System Bismarck. über die Adresse der Halle'schen Professoren gegen das Wird es Herrn Harden ein Trost sein, daß er, der Verfaffer des Bismarck verherrlichenden Apostata", kürzlich von Bismarck empfangen worden ist? Bürgerliche Ideologen, wie Herr Harden, sind stets die Dupes ihrer Klasse. Ein nationalliberaler Ehrenmann. Unter den westfälischen Bismarc- Anbetern spielte von jeher der Hagener Großindustrielle Funke eine große Rolle. Millionär Zum deutschschweizerischen Niederlaffungsund Gentleman, flüchtet er jetzt aus Hagen nach den Reichs- vertrag. Aus Basel wird uns geschrieben: Nach dem landen vor der Steuerdeklaration. Er will seine Steuer- neuen deutsch schweizerischen Niederlassungsvertrag muß pflicht nicht erfüllen und erläßt ein Flugblatt, dessen naive nicht nur jeder aus Deutschland nach der Schweiz über- In dem ganzen 19jährigen Zeitraume hat sich demnady Frechheit die Ordnungsstüße in ihrer ganzen Ge- nialität siedelnde Deutsche einen Heimathschein und ein Leumunds- die Bevölkerung des Reichs um 8 369 678( bei Ausschluß gar herrlich offenbart. Herr Funke findet es nicht in der zeugniß haben, welches dann dem deutschen Gesandten in Helgolands um 8 367 592) Röpfe vermehrt. Die Verluste Ordnung, daß ihm gegenüber gesetzliche und politische Be- Bern zu weiteren Recherchen bezw. Bescheinigung zugesandt durch Wanderungen bedeuten eine schwere Schädigung der stimmungen in Anwendung gebracht würden, wie gegen werden muß( welche Formalität in jedem Falle sechs Wochen Volkskraft. Je trister die Zustände daheim find, desto jeden Andern. Er beklagt es dann, daß man ihn beständig dauert); es muß jetzt auch jeder Deutsche, der in der Schweiz stärker schwillt diese Verlustziffer an. Die Noth treibt Behn in den Steuern in die Höhe geschraubt habe. Funke's niedergelassen ist und seinen Wohnsitz von einer schweizerischen tausende dazu, den Staub von ihren Pantoffeln zu schütteln. Geduld ist aber jetzt zu Ende, er will nach Lothringen, um Stadt nach einer andern desgleichen verlegt, diese belästigende Geburten( einschließlich der Todtgeburten) 9 111 832 Sterbefälle( einschließlich der Todtgeburten). 6 209 956 und somit der Geburten- Ueberschuß. Hiergegen die thatsächliche Zunahme von. gehalten, ergiebt sich eine Differenz von welche den Verlust darstellt, den die Bevölkerung des Reiches Schulgesetz sprechen. Die Vossische Zeitung" gab diese in dem fünfjährigen Zeitraume zwischen den Zählungs Nachricht mit Quellenangabe wieder und erhält dafür vom terminen von 1885 und 1890 durch Wanderungen erlitten Reichs- Anzeiger" einen Wischer, indem das amtliche Blatt hat. Werden die summarischen Ergebnisse aller seit der erklärt, daß jene Nachricht sowohl was die angeblichen Errichtung des Deutschen Reiches veranstalteten Bolts Thatsachen, als was die ihnen unterstellte Voraussetzung anzählungen zusammengestellt, so sind gezählt worden: geht, jeder Begründung entbehrt. am 1. Dezember 1871 41 058 792 Einwohner 31 1. 1875 42 727 360 " 1. 1880 45 234 061 " の . 1. 1885 46 855 704 " # 1. 1890 49 428 470 " aus dem preußischen Staatsverbande entlassen zu werden. Formalität durchmachen. Der neue Niederlassungsvertrag Ein alter Schwindel. Wie man uns mittheilt, spukt Nur hat sich aber diese Formalität verzögert, und warum? besitzt also rückwirkende Kraft für diejenigen, die schon ihren die Morgenstern'sche Erbschaft" wieder in ver Nun, um mich zu zwingen, mein ganzes Einkommen hier Wohnsitz vor dem neuen Niederlassungsvertrag in der schiedenen Orten. Ein Deutscher, der vor langen, langen zu deklariren, was ich als Bewohner eines deutschen Schweiz hatten. Welche Unannehmlichkeiten und böse Folgen Jahren in holländische Dienste ging, soll ein riesiges Ver Bundesstaates nicht nöthig habe!" Herr Wilhelm Funke dies namentlich für die Deutschen, welche selbständig ein mögen hinterlassen haben, das herrenlos in der holländischen macht dann noch die sehr interessanten Mittheilungen, daß eigenes Geschäft betreiben, hat, beweisen zwei Fälle. Ein Bant liegen und auf die Erben warten soll. Seit Jahr. früher in Hagen sehr ungleichmäßige Besteuerungen statt- deutscher Uhrmacher, der schon 18 Jahre in der Schweiz zehnten nun machen vermeintliche Erben Versuche, den erfüllte, daß verdienstvolle Leute ungebührlich herunter- mit aufnimmt. Ein einmal entstellter Bericht gelangt auf Gehirne. Das geht nun wohl nicht anders, aber dann sollte geriffen, falsche Größen gelobhudelt wurden, je nach den diese Weise in hundert Blätter, wird von Hunderttausenden man wenigstens nicht die nüchternen Vertreter der WahrBedürfnissen der Partei. Sie bemerkten mit Unwillen, daß gelesen, welche großartige Gelegenheit, einem Geguer, ja heit zu hindern und zu maßregeln versuchen. Doch genug Leute, welche der Zeitung durch Ankündigungen viel Geld einer Regierung die empfindlichsten Stiche beizubringen! mit dieser anderswo weiter zu verfolgenden Betrachtung, zu verdienen gaben, sogar im Texttheile das unverschämteste Dann und wann wird man allerdings zu einer Be- wir kehren zur Allgemeinen Zeitung" zurück. Lob zuertheilt bekamen, zum Schaden der Tüchtigeren in richtigung gezwungen, die man dann mit einem süß- sauren Das Unangenehmste in der Thätigkeit des Hauptredakteurs, demselben Fache. Indessen, was konnten sie thun? Ein Lächeln bringt, aber man tröstet sich mit der Zuversicht, welcher alle Korrespondenzen der Mitarbeiter durchzulesen und zu nenes Blatt verlangte, um dem alten Konkurrenz zu machen, daß die Kollegen von dieser Berichtigung keine Notiz nehmen prüfen hat, bleibt die Berücksichtigung von Entgegnungen größere Opfer, als das erstere, und der denkenden Leser find werden, und dann ist der Zweck der Wahrheitsentstellung und Berichtigungen, da man sich so leicht daran gewöhnt, so wenige! Die große Menge merkt taum solche Umwand- doch noch immer so ziemlich erreicht. Außerdem hofft man als Drakel der Stadt und des Landes angesehen zu werden, lungen in der Führung eines Blattes, sie merkt nur, wenn durch unablässigen Rampf für Breßfreiheit noch zu erreichen, und so eine Berichtigung nicht wenig dazu beiträgt, das der Preis oder das Format geändert wird, sie sieht nur, daß man von der Pflicht, solche Berichtigungen zu bringen, Ansehen, den Nimbus zu zerstören, den man mit so vieler was die Zeitung schreibt und ahut taum, warum sie so entbunden werde. Soweit gehen die Hoffnungen und die Mühe um sich zu verbreiten verstanden. Zwar weiß man schreibt. Was die Zeitung lobt, lobt die gedankenlose Menge, Wege der Zeit! Gin dominirendes Blatt in einem Landes- sich meistens zu helfen, indem man das Bittere der was jene tadelt, tadelt sie auch. freise vermag eine Person in der Achtung von Hundert- Berichtigung durch eine Einleitung und einen Nachsatz Es giebt so wenig denkende Leser! Diese Thatsache tausenden zu erhöhen und herabzusetzen, je nach Gutdünken unmerklich zu machen versteht, gleichwie der Apoerklärt die Geschichte von Hunderten von Zeitungen. Wehe Verdienste zu schmälern und zu schaffen, Unternehmungen thefer das Bittere gewisser Pillen durch eine Beimischung dem Geschichtsschreiber der Zukunft, der einst aus solchen zu fördern und zu hemmen, seine Beschränktheit als von Zuckerstoffen zu verhüllen trachtet; man weiß einen Quellen schöpfen soll; kein Herkules wird diesen Augiasstall Weisheit zu proklamiren, Anderer Scharfsinn als Thor: elephantengroßen Frrthum als Mücke hinzustellen und der zu reinigen vermögen! Ich habe es doch in der Zeitung heit hinzustellen; und häufig, ja meistens ist der Eigen- Wahrheit dadurch wieder Genüge zu leisten, daß man die gelesen?" ruft verwundert der eifrige Zeitungsleser aus, thümer nur ein unwissender Kapitalist, der aber seinen Frrthümer der Gegner recht grell beleuchtet. wenn man einen von seinen, der Zeitung entnommenen Mit Leidenschaften, seiner Unfenntniß und seinen Liebhabereien theilungen widerspricht. Und sein Urtheil ist so stumpf und Geltung verschafft in solch einem Organ, denn es ist ja Schlimmstenfalls muß ein so unglücklicher Lokal- Bericht sein Gedächtniß so schwach, daß er die Widersprüche, die sein Eigenthum! Für alle Berufskreise wissenschaftlicher Art erstatter, der ganz wahrheitsgetreu berichtet und zu seiner das Blatt in seinen Spalten enthält, nicht gewahr wird, hat der Staat Staatsprüfungen angeordnet, die immerhin Verwunderung seinen Bericht aus der Redaktion entſtellt selbst wenn sie in ein und derselben Nummer vorkommen. einen sehr relativen Werth haben; aber wo ist die kom- hervorkommen fah, als Sündenbock dienen. Die ganze fitt Im schön geschmückten und elegant eingerichteten mission, welche Journalisten und Zeitungseigenthümer nach liche Entrüstung wendet sich öffentlich gegen ihn, und zwar Redaktionslokal fist Professor Birnenmann, der gegen ihrer Fähigkeit prüft? Die Thätigkeit der Advokaten wird in solcher Weise, daß das Publikum nicht anders kann, als wärtige Hauptredakteur der Allgemeinen Zeitung", wie von Advokatenkammern überwacht; doch wo ist das Ehren- so einen armen Hauptredakteur zu beklagen darüber, daß auf dem Titel derselben zu lesen, obwohl auch er, trotz gericht, welches unfähige und verlogene Redakteure dieses Der Hilfsarbeiter schweigt; er weiß nicht, wo er sonst sein Brot er von solchen unzuverlässigen Hilfsarbeitern abhängig sei. seines ziemlich bekannten Namens, den er von auswärts Berufes für unwürdig erklärt? Und doch kann der Der Hilfsarbeiter schweigt; er weiß nicht, wo er sonst sein Brot mitgebracht, der Oberleitung des Eigenthümers in manchen Advokat nur einzelne Personen gefährden, während eine verdienen könnte er ist ein Sklave des Kapitals. Dem einen Beziehungen unterworfen ist. Er pflegt während seines schlechte Presse das Herzblut der Nation vergiften oder andern Bekannten vermag er wohl das Unerklärliche Aufenthaltes in diesem Lokale stets im schwarzen Frack und darf. Die Apotheker und Händler mit Droguen zu erklären; die Meisten glauben es ihm nicht; es ist auch in weißer Stravatte sich zu zeigen und handhabt bei seiner unterwirft man strenger Ueberwachung und genauen Regu- kaum zu glauben, aber es ist nichts desto weniger wahr. Thätigkeit einen eleganten filbernen Stift. Seine Thätigkeit lativen, damit sie die Gesundheit ihrer Kunden nicht ge als wahr erscheinen, da es doch täglich von seinen Zeitungen Auf welche Weise soll dem Publikum immer das Wahre ist, nicht gerade eine anstrengende zu nennen: die" Tages- fährden können; die Geistesverdummung und Gefühls- Ver- als wahr erscheinen, da es doch täglich von seinen Zeitungen geschichte" wird mit der Scheere aus gefinnungsverwandten wilderung durch die Zeitungen läßt man selbstverständlich belogen wird und damit so zufrieden ist, daß es ganz Blättern herausgeschnitten; da hat man nicht nöthig, diese frei. Selbst der Verkauf und Ausschant spirituoſer Ge- grimmig werden kann, wenn man ihm nachweist, wie es Artikel selbst zu schreiben, und ist sicher, daß man nicht aus tränke wird sorgsam durch die Polizei regulirt und über sich systematisch und gedankenlos hat belügen laffen. Versehen etwas der Partei Unangenehmes oder Schädliches wacht, der Reitungsfusel fließt ungehindert in denkunfähige ( Fortsetzung folgt.) " Ultramontaner Arbeiterfang. Der Erzbischof von Frankreich sagt in seinem letzten FastenRouen Hirtenbrief: Nibelungen Schatz zu heben; jedoch umsonst. Bergebens heraus. Nur Herr Conftans ist vorläufig ermittirt, zum wurde seitens der sächsischen Behörden, die in Holland Er- tiefen Seelenschmerz der in den Megger von Fourmies verfundigungen eingezogen hatten, vor Fortsetzung der hoffnungs- liebten Kapitalisten. losen Versuche gewarnt- der Glaube erhielt sich, und sobald es gelungen war, die nöthigen Geldmittel zusammen zu bringen, wurde immer wieder ein neuer Versuch gemacht, der natürlich ebenso endete wie die früheren. Wir selbst beschäftigten uns, um weiteren Täuschungen und Enttäuschungen vorzubeugen, im Jahre 1889 sehr eingehend mit der Angelegenheit, und das Ergebniß war: eine Morgenstern'sche Erbschaft hat es allerdings gegeben,-wenn auch lange nicht in der angeblichen Höhe- allein die Erbschaft ist längst vertheilt; weitere Ansprüche sind Tängst verjährt, und in der Bank von Holland liegt tein Pfennig mehr für die vermeintlichen Morgenstern'schen Erben. Die Sache ist also absolut aussichtslos, und jeder Pfennig, der für die Hebung der sogenannten Morgenstern'schen Erbschaft ausgegeben wird, ist zum Fenster hinausgeworfen. Wir hielten es für nöthig, diese Warnung zu ver öffentlichen, weil die vermeintlichen Erben, die diesem Gaufelbild nachjagen, meist Proletarier sind, die sich die schwersten Opfer auferlegen, um Agenten, denen sie ihr Vertrauen geschenkt, das Geld zu kostspieligen und ganz unsinnigen Reifen Die einzigen Menschen, und Nachforschungen zu liefern. denen die Morgenstern'sche Erbschaft etwas eingebracht hat und einbringt, sind die, welche den Glauben an sie zu nähren wußten und wissen. Todtenlifte der Partei. In Nürnberg starb am 29. Februar der Drahtzieher Karl Hofmann, einer der älterer und bewährtesten Mitglieder unserer Partei. Bolizeiliches, Gerichtliches 2c. Genosse Grimpe von der Elberfelder " Freien Presse" hat am 26. Februar den Rest seiner ihm Die dumpfe Erregung, welche in der arbeitenden Klasse zuerkannten Gefängnißstrafe angetreten, und hat damit noch 3 Monate zu verbüßen. Sind diese verbüßt, so hat Grimpe immer mehr um sich greift, die wachsende Heftigkeit ihrer Forderungen, die beängstigende Leichtigkeit, mit welcher die wegen verschiedenartiger Preßvergehen 10 Monate im Gefängniß Bündnisse der Arbeit gegen das Kapital entstehen und sich ver- die Juristen selbst nicht einig waren, ob ein Bergehen in diesen zugebracht. Es sind darunter Breßvergehen, hinsichtlich welcher mehren, all das fündigt die Nothwendigkeit und Unvermeid- Artikeln gefunden werden könnte. lichkeit einer Umgestaltung der Gesellschaft an.. Was allen Forderungen der Arbeiter zu Grunde liegt, das ist deren beständiges, hartnäckiges, allgemeines Bestreben, ihren Antheil an der außerordentlichen Steigerung des Wohllebens und Reichthums zu erlangen, die seit einem Jahrhundert eingetreten ist. Sie find der Ansicht, daß diese Steigerung, da sie das Wert des Kapitals und der Arbeit ist, nicht dem Kapital allein zu Gute kommen darf. Sie denken, daß es etwas besser gehen würde, wenn auf der einen Seite etwas weniger Reichthum, aber auf der anderen etwas weniger Glend wäre." -Genosse Riesop in Berlin hat nicht eine viermonatliche, sondern eine vierwöchentliche Gefängniße strafe angetreten. 081 Gerichts- Beitung: Dieses Scheinzugeständniß hält den Ultramontanismus rung zum Ungehorsam gegen die Gesetze hatten fich gestern Wegen Aufreizung zum Klaffenhak bezw. Aufforbe. natürlich nicht ab, der kapitalistischen Gesellschaft Schutz und der Kaufmann Albert Auerbach und der Tapezirer Ernst Schirm zu sein. Der Hirtenbrief wird seinen Zweck, Arbeiter- Biester vor der II. Straffammer hiesigen Landgerichts I zu ftimmen zu fangen und die Proletarier zu Frohuknechten verantworten. Auf Anfrage des Staatsanwalts erklärt der Andes Pfaffenthums zu machen, nicht erreichen. geklagte Biefter, daß außer dieser Antlage noch zwei gleiche Anflagen gegen ihn schweben.- Am 28. September v. J. fand im Italienisch- schweizerischer Handelsvertrag. Zwischen Saale des Schüßenhauses hierselbst eine sozialdemokratische den Vertretern der augenblicklich im Zollfrieg liegenden Bersammlung statt, in welcher die Delegirtenwahlen zum Unter den Rednern der Staaten find neue Verhandlungen im Gange. Ob sie aus- Erfurter Kongreß stattfanden. sichtsvoll sind, ist sehr zu bezweifeln. Daß der Kampf bis Opposition befanden sich die beiden Angeklagten, deren Eine moralische Eroberung. Die deutsche aufs Messer für beide Theile auf die Dauer unerträglich ist, richt, welchen der überwachende Polizeilieutenant Schreiber Aeußerungen die Anklage veranlaßt haben. Nach dem Be Sprache hat, seit sie durch den deutschen Mords haben wir bereits früher nachgewiesen. Die Land- und über den Verlauf der Versammlung abgestattet hat, soll Auerpatriotismus den Nichtdeutschen verhaßt gemacht worden Forstwirthschaft und die Metallindustrie der Schweiz sind bach sich etwa dahin geäußert haben: Wir Alle streben einem ist, fortwährend an Gebiet verloren. Jezt schreibt man vor allem stark bedroht. Ziele zu: den Boden des Klassentampfes zu unterwühlen, und nun wieder einmal von einem Siege der deutschen Sprache. wir tönnen nur wünschen, daß sich der Klassenkampf immer mehr Die Ruthenen Galiziens sollen neben der polnischen Sprache Arbeiterversicherung in Italien. Der Senat zuspißt, denn die Massen folgen uns nur deshalb, weil sie sehen, die obligatorische Einführung der deutschen Sprache in allen den Gesezentwurf betreffend den Schuß der Arbeiter gegen daß wir allein im Stande sind, ihre Lage zu verbessern. Der jetzige Parlamentarismus ist nichts werth, er ist nicht revolutionär Volksschulen Galiziens verlangt haben. Das wäre sicherlich Unfälle in Ausübung ihres Berufs genehmigt. genug, es muß eine schärfere Tonart zum Durchbruch kommen. nur vernünftig, denn die deutsche Sprache ist für die verDie griechische Ministerkrisis. Der hellenische Der Kurs hat sich nicht geändert, Haß und immer Haß schiedenen slavischen Völkerschaften, die sich trotz ihrer ver- Duodezkönig Otto hat sich des Ministeriums Delyannis muß gepredigt werden, um die jetzige Gesellschaftswandtschaftlichen Jdiome keineswegs panslavistisch verstehen, entledigt, um für den gestürzten Trifupis Platz zu machen. ordnung zu zerstören. Der Boden muß vorher aufdas durch die Verhältnisse gegebene beste Verständigungs- Delyannis hatte die bekannten Steuerprojekte, Tabak gewühlt werden, um endlich das Ziel der revolutionären mittel, und dem deutschen Sozialismus würde es bei seinem monopol, Kopfsteuer u. f. w. bei der Kammer durchgedrückt, führungen gemacht haben: Das Volk müsse schon von KindesDittatur zu erreichen. Angell. Biester soll folgende AusBordringen nach dem Osten jedenfalls von Vortheil sein, Rönig Otto aber behauptet, jener sei in Sachen des beinen an mit Haß gegen den Militarismus erfüllt werden, man wenn die slavischen Völker der deutschen Sprache genügend Monopols unschlüssig gewesen, deshalb habe er deffen Rück müsse das Militär bontottiren und sich bei einem Kriege nicht mächtig wären. tritt gefordert. Das griechische Thrönchen steht nicht so fest, betheiligen. An Recht und Gesetz haben wir uns nicht zu D Parteinachrichten. hat " " Die Boltsabftimmung gegen das schweizerische daß ber darauf Sigende gar so muthwillig sich darauf fehren, wir stehen auf dem Standpunkte der kommunistischen Auslieferungsgesetz. Wie wir bereits mitgetheilt haben, schaukeln könnte. Und dem Otto von heute blüht vielleicht Revolution in Paris; wir sollen das Volk haffen lehren, damit hat der Vorstand der schweizerischen sozialdemokratischen das Schicksal seines Namensvetters aus dem Bayerland, den daffelbe auf revolutionärem Standpunkte anlangt." Beide An sein Papa Ludwig und die bayerischen Grenadiere in geklagte erkannten den Bericht des Polizeilieutenants als goes hoenderat nicht bos als Partei sich für das Referendum( die Volksabstimmung) Griechenland auch nicht haben halten können. Otto läßt assisches Zeugniß nicht an und behaupteten, daß derfelbe gegen das Bundesgesetz betreffend die Auslieferung gegen Wahres und Entstelltes durcheinander bringe und aus längeren über dem Auslande vom 22. Januar 1892 ausgesprochen. jetzt die Husaren reiten. aufammenhängenden Reden willkürlich einzelne Säße herausHoffentlich kommen die 30 000 Unterschriften, welche zur Russische Staatsrettung. Aus Rußland werden gegriffen habe. Einzelne der infriminirten Redewendungen gaben Bornahme einer Boltsabstimmung erforderlich find, bald eine Reihe von Verhaftungen politisch Verdächtiger" ge- bei der Richtigkeit seiner Aufzeichnungen. Die als Zeugen die Angeklagten zu. Polizei- Lieutenant Schreiber verblieb zusammen, damit das Schweizervolt dies schmähliche Gesez, meldet. Kosacken, Peters- und Pauls Feste, Sibirien, der vernommenen Abgeordneten Auer und Stadthagen, sowie das dem Asylrecht den Rest giebt, mit Schimpf und Schande Galgen, so reagirt Väterchen" auf die leiseste freiheitliche der Tapezirer Frenwald vermochten sich mit Bestimmthett faffirt. Der Schwerpunkt des Gesezes liegt im Ar- Regung der Nation. Dafür strahlt die Sonne zarischer auf den Wortlaut der einzelnen Aeußerungen nicht mehr zu ent titel 10, einer wahren Wolfsgrube für politische Flücht Huld einem Schurken, der sich des gemeinen Mordes finnen. Abg. Auer versicherte, daß der Angeklagte Biefter für linge. Die Fassung des Artikels bürgt nicht einmal dafür, schuldig gemacht hat. Der wegen hinterliftiger Tödtung der ihn und viele andere Angehörige der sozialdemokratischen Partei daß politische Bergehen im engeren Sinne ausgeschlossen Schauspielerin Wisnowska zur Zwangsarbeit verurtheilte nur die Rolle einer komischen Figur spiele und daß es in dem find. Denn was soll das heißen:„ Wenn die Handlung, ehemalige Garde- Husaren- Kornet Bartenjem ist zur Degra- Kopfe beffelben wie Kraut und Rüben durcheinander gehe. In wegen deren die Auslieferung verlangt wird, vorwiegend dirung zum Gemeinen begnadigt worden. Er hat als Ge- den Bersammlungen werde. Biefter nicht ernst genommen. Staatsanwalt Dr. Bendix war der Meinung, daß die den Charakter eines Verbrechens oder Vergehens hat", und meiner fünf Jahre im Kaukasus zu dienen, worauf seine beiden Angeklagten ihre gegen Gefeß und Ordnung sich aufwas soll man unter„ Charakter" verstehen, ferner unter dem Rehabilitirung erfolgen kann. Natürlich wird er rehabilitirt lehneuden Anjauungen in einer Weise geltend gemacht haben, Ausdruck vorschüßt", wie es in dem Saße: Die Aus- werden. Eine Jesse Helfmann, eine Sophie Perowstaja daß eine Aufreizung verschiedener Klassen der Bevölkerung zu Lieferung wird indessen bewilligt, obgleich der Thäter einen fallen unter der Hand des Henkers, Leo Deutsch schmachtet Gewaltthätigkeiten flar zu Tage liege. Der Staatsanwalt bepolitischen Beweggrund oder Zweck vorschüßt", vorkommt! in irgend einer sibirischen Goldgrube als Opfer der Katorga, antragte gegen Auerbach 3 Monate, gegen Biester Etwas, was nur vorgeschützt wird, existirt gemeinhin in der der Zwangsarbeit, Hunderte edler, aufopfernder Männer 6 Monate Gefängniß.-R.-A. Wreschner I als VerWirklichkeit nicht, oder ist eine leere Phrase. Auch wird, und Frauen, die für das Wohl ihres Boltes, für Freiheitskriterien des§ 130 St. G. B. hier durchaus nicht zutreffen, theidiger des Angeklagten Auerbach führte dagegen aus, daß die wenn bei mit einem Gewaltakt verknüpften politischen Ber- und wirthschaftliche Reformen gekämpft, liegen in Ketten denn es sei mit keinem Worte zu Gewaltthätigkeiten" aufgereizt, gehen die That von ihren Motiven losgelöst wird, wie es und Banden, verfommen in der Verbannung, sterben durch sondern nur einige kräftige Ausdrücke gebraucht worden. Das Wort im Gesetz geschieht, erstere naturgemäß ein gemeines Ver- eigene Hand, weil sie die Qualen der russischen Kerker Revolution" bedeute bei den Sozialdemokraten keineswegs eine gehen und muß in jedem Fall nach dem Wortlaut des meister nicht mehr ertragen können, verderben in Hunger Revolution mit Heugabeln und Dreschflegeln und die„ revolutionäre Passus, der von dem Vorwiegen des gemeinen Verbrechens und Wahnsinn. Alexander III. stößt sie in's Elend, aber Diktatur", von welcher der Angell. Auerbach gesprochen, sei nicht das spricht, als solches taxirt werden. Aber auch abgesehen den Mörder Bartenjem begnadigt er. Ziel der sozialdemokratischen Bewegung, sondern nur eine Ueberhiervon gehören solche vage und räthselhafte Ausdrücke, gangsperiode bei dem Wechsel vom fapitalistischen zum foziawelche die nackte Willkür des Richters provoziren, in fein listischen Staat. Der Vertheidiger bestreitet, daß die vagen Abe Gesetz hinein, welches auf die Bestimmtheit der Ausdrucksstraktionen bestimmte Klassen" im Auge gehabt haben und den weise und der logischen Folgerichtigkeit Anspruch erheben Zweck verfolgten, durch die Aufreizungen", die sie etwa enthielten, will.den öffentlichen Frieden zu gefährden. Der Angeklagte Biefter vertheidigte sich in längerer, sehr traustöpfigen Rede, in welcher Maifeier in Frankreich. Wie wir dem amtlichen er unter Anderem die Wendung gebrauchte:„ Wir stehen Alle Berichte des franzöfifchen nationalen Arbeiterfekretariats Immer vorwärts! In Altenburg wurde am 1. März auch andere hochgestellte Personen, wenn sie auffordern, auf Brüder unter dem Gesetze und sind gleich zu behandeln. Dann soll man entnehmen, wird dieses die französischen Arbeiter auffordern, der Sozialdemokrat Buchwald mit 793 Stimmen wieder in und Geschwister zu schießen, wegen Aufreizung zu Gewaltthätigkeiten die Maifeier gemäß den Beschlüssen des Brüsseler Kongresses den Landtag gewählt; der Kartellkandidat erhielt 489 Stimmen: antlagen.- St.- A. Dr. Benedig erhob sich hier und beantragte gegen zu begehen. Es wird die Fachvereine u. s. m. einladen zu Bei der lezten Wahl( 1889) errang unsere Partei 367, das den Angeklagten eine Ungebührstrafe von 3 Tagen. Derselbe fammenzutreten, um Komitees zu ernennen, welche diese Kartell 173 Stimmen. Diesmal fand die Wahl an einem Tage wisse ganz genau, daß wegen einer gleichen Aeußerung, die er in Feier allerorten organi firen sollen, wie überhaupt Alles ge- statt, früher an zwei. Die Gegner hofften deshalb auf den öffentlicher Bersammlung gethan, gestern das Verfahren wegen schehen soll, um die Demonstration so wirkungsvoll wie mög- Sieg; gegenüber der strammen Altenburger Sozialdemokratie Majestätsbeleidigung gegen ihn eingeleitet worden sei. Die lich zu gestalten.- Leider fehlt es, wie wir nachträglich fonnten sie aber natürlich nicht auskommen. Sie werden sich Antlagebehörde stehe auf dem Standpunkte, daß der Angeklagte erfahren, nicht an Versuchen, die Einheitlichkeit des Vor- wohl oder übel damit abfinden müssen, daß die Residensstadt von mit dieser Aeußerung auf eine Ansprache habe abzielen wollen, welche nach unverbürgten Zeitungsberichten Se. Majestät( in gebens zu stören. Aus der Mitte verschiedener Gewerk- einem Sozialdemokraten vertreten bleibt. Potsdam an die Rekruten gehalten habe. Wenn der Angeklagte, schaften( syndicats) ist dagegen protestirt worden, daß das Leipzig. In einer äußerst zahlreich besuchten Partei trotzdem er bei feiner verantwortlichen Bernehmung über das Arbeitersekretariat die Sache in die Hand nehme: es habe versammlung wurde über die Maifeier- Beschluß gefaßt. Vorliegen einer Majestätsbeleidigung belehrt worden, noch die sich vor Allem mit gewerkschaftlichen Angelegenheiten zu be- Anfänglich waren einige Meinungsverschiedenheiten vorhanden dreiste Stirn habe, in öffentlicher Gerichtsverhandlung dieselbe schäftigen, und würde durch politische Aktion sich nur von darüber, ob es angängig sei, das Fest an einem Orte zu ver. Aeußerung zu wiederholen, so sei das eine schwere Ungebühr. seiner wichtigsten Aufgabe entfernen. In der letzten Sigung anstalten; allgemein ſtimmte man aber schließlich dem Vorschlag Auf wiederholtes Befragen lehnt der Angeklagte des Nationalen Arbeiterfekretariats" kam es zu einer au, in diesem Jahre den Achtſtundentag durch eine Massen: Aeußerung darüber ab, wen er mit seiner Bemerkung gemeint hißigen Debatte, die jedoch vertagt werden mußte. Hoffent demonstration zu begehen. Nachdem sich die Meinungen geklärt habe.- Der Präsident verlas hierauf das protokoll über die Vernehmung des Angeklagten in der Untersuchungsfache lich gelingt es den Vertretern des einseitigen Trades- hatten, fand folgende Resolution einstimmige Annahme: Die heutige Parteiversammlung des 12. und 13. Reichstagswegen Majestätsbeleidigung. Der Gerichtshof erkannte beide Unionismus nicht, die Thätigkeit des Arbeitersekretariats Wahlkreises beschließt, um die diesjährige Maifeier ganz besonders Angeklagte im Sinne der Antlage für schuldig und verurtheilte imposant und würdig zu gestalten, die Kundgebung für Leipzig den Angeklagten Auerbach zu drei Monaten Gefängniß, Lahm zu legen. und das Weichbild an einem Orte abzuhalten. Zwecks Vorwährend das Urtheil gegen Biester auf sech 3 Monate Das Debut des Ministeriums Loubet. In der bereitungen zu diesem Feste wird ein aus fünfzehn Per- Gefängniß lautete. Außerdem verhängte der Gerichtshof über heutigen Sigung der Deputirtenkammer gab der Minister- sonen bestehendes Komitee gewählt. Komitee gewählt. Sollten sich un den Angeklagten eine sofort zu verbüßende Ungebührstrafe von Schwierigkeiten zur Abhaltung des Festes drei Tagen Hast. präsident Loubet die Erklärung ab, die Regierung werde überwindliche das Romitee beauftragt, fich mit alle republikanischen Gesetze, namentlich das Militärgeseb ergeben, so wird and Schulgesetz vertheidigen. Sie glaube jedoch nicht, das mehreren Wirthen ins Einvernehmen zu setzen und die AngelegenMandat zur Vorbereitung einer Trennung der Kirche vom beit einer später einzuberufenden Parteiverfammlung zur BeschlußStaate zu haben. Die Regierung werde demnach die faffung zu unterbreiten, Den Arbeitern außerhalb des WeichKonkordatsgesetzgebung mit fester Hand aufrecht erhalten bilbes( Markranstädt, Rötha 2c.) bleibt es überlassen, für ihre Drte besondere Festlichkeiten zu veranstalten. und sie ihrem wahren Geiste entsprechend anwenden. Die Nach Wahl des 15 gliedrigen Komitees beschloß man die Mitglieder des Klerus hätten den nationalen Gesezen Ge- nächste, zu Ostern stattfindende Landesversammlung durch drei horsam zu leisten und sich von den Parteitämpfen und den Delegirte zu beschicken. Man hielt diese Zahl als dem 12. und Parteistreitigkeiten fern zu halten. Sollten sich die Kon- 13. Wahlkreis für angemessen. Fordatsgesetze als unzulänglich erweisen, so würde das Tabinet vom Parlamente die zu einer weiteren Aktion nothDie sozialdemokratischen Parteimitgliedschaften von vendigen Mittel verlangen. Mit einem Wort, es bleibt Zürich und Umgegend haben beschlossen, für das durch DeAlles beim Alten, die bisherige Kirchenpolitik wird auch mission, erledigte Nationalraths mandat Dr. Bürklis einen eigenen Kandidaten aufzustellen. ferner innegehalten. Die Regierung will es nicht mit dem Klerus, dem ein glänzend dotirtes Kultusbudget zur Ver- Otto Reimer, über dessen tragischen Tod wir in gestriger fügung steht, will es aber auch nicht mit den Radikalen Nummer berichteten, wird am Sonntag, den 6. März, zur letzten verderben, und kommt deshalb aus den Komprimissen nicht Ruhe bestattet. -M jede Briefkaffen der Redaktion. Ein eifriger Leser des ,, Vorwärts". Ob's in jüdischen Häusern die„ chriftlichen" Dienstmädchen besser haben? Wer fucht denn auch in Judenhäusern Christenthum und„ chriftliche" Gesinnung? In dem betreffenden Leitartikel wird das„ Christenthum" der Pharifäer, welche als Heilmittel für alle fozialen Leiden die Religion" und das" Christenthum" beständig im Mund führen, die für sich die Erde und alle Erdgenüffe in Anspruch nehmen und die Armen mit dem Himmel" abspeisen, gegeißelt, und ihm gegenüber die allgemein menschliche Moral", die Humanität, vertreten. Lesen Sie den Artikel noch einmal, dann werden Sie ihn richtig verstehen. Für die Arbeiter Bildungsschule vom Gauverein der Bildhauer 20 M., von Dr. Sch. 6 M. dankend empfangen. H. Gumpel, Barnimstr. 42. Theater. Freitag, den 4. März. Opernhaus. Cavalleria rusticana ( Bauern Ehre). Hierauf: Fra Diavolo. Schauspielhaus. Das heilige Lachen. Deutsches Theater. Der Pfarrer von Kirchfeld. Leffing- Theater. Die Großstadtluft. Berliner Theater. Schlimme Saat. Residenz Theater. Riquette( Ma Cousine). Wallner- Theater. Yvette. Vorher: Der berühmte Mitbürger. Friedrich- Wilhelmnädt. Theater. Das Sonntagskind. Thomas- Theater. Jägerblut. Bellealliance- Theater. Der Prozenbauer von Tegernsee. Oftend- Theater. Gebannt und erlöst. Adolph Ernst Theater. Circus Renz. Circus G. Schumann. Zentralverb. der Maurer Deutschlds. Karlstraße. Freitag, den 4. März 1892, Abends 71/4 Uhr: 3um 165. Male: Auf Helgoland" DI oder: Ebbe und Fluth. Große hydrologische AusstattungsBuntomime in 2 Abtheilungen mit National- Tänzen( 65 Damen), Aufzügen. Neue Einlage: Die GardeHusaren u. innen. Dampfschiff und Bootfahrten, Wasserfällen, Riesenfontänen mit allerlei Lichteffekten u. s. w., 80 Fuss hohe Riesenfontaine, zum Schluss: Neu! Feenhaftes Kunstund Prachtfeuerwerk, arrangirt und inszenirt vom Direktor E. Renz. Friedrich- Karl- Ufer, Freitag, den 4. März 1892, Abends 71/2 Uhr: ( Filiale I Berlin, Buzzer). Sälen, Dresdenerstraße Nr. 96: Grosse Extra- Vorstellung Sonntag, den 4. März 1892, Vormittags 11 Uhr, in den Bürger. mit vorzüglich gewähltem, aus den besten Repertoir- Nummern bestehendem Programm. Versammlung. Tages Ordnung: 1. Abrechnung vom Maskenball. 2. Wichtige Vereinsangelegenheit. Auftreten des anerkannt besten Schulreiters der Gegenwart Mr. James Fillis mit seinem Schulpferd 3. Verschiedenes und Fragekasten. 1 Mackir. In dieser Vollkommenheit in Berlin noch nie gesehen. Zum Schluß der Vorstellung: Neu einstudirt: Eine Nacht in Venedig. Große komische Original Wasserpantomime in 2 Abtheilungen mit neuen fenfationellen Licht- u. Wassereffekten. 1. Auftreten der Original- 3 Gebr. Raffo. Zum ersten Mal in Berlin. Morgen große Vorstellung. Auftreten Der 1. Heben eines Orchesters von des anerkannt besten Schulreiters der 12 Mann. E 2. Trägt Ferdinand Gegenwart Mr. James Fillis. Eine Rasso ein Klavier sammt Pianist, Nacht in Venedig. Flötist u. Violinist, welche schwebend Tanzteufel. Alexanderplah- Theater. Berliner Pflaster. Fernpalaft. Spezialitäten- Vorstellung. Gebrüder Richter's Variété. Spezialitäten- Vorstellung. 381/17 Achtung! Der Bevollmächtigte. Korbmacher! Achtung! Am Montag, den 7. März, Abends 82 Uhr: Große öffentliche Versammlung in Scheffer's Salon, Inselstraße Nr. 10. Tages- Ordnung:. 1. Vortrag des Herrn Th. Mehner über:„ Die heutige wirthschafts liche Lage der Arbeiter und wie bessern wir dieselbe?" 2. Diskussion. 3. Be eine Konzertpieçe vortragen. Contre- Vorstellungen. Nachm. 3/2 Uhr( ein Sonntag, den 6. März, 2 große richt der Delegirten zur Streit- Kontrollkommission. 4. Verschiedenes. danse, geritten von 9 Herren. Vor- Kind frei) Eine Nacht in Venedig. Der Einberufer. führung zweier Blumenpferde( Boll- Abends 7½ Uhr Auftreten des Mr. Achtung! Winter- Garten. Spezialitäten- Bor- blut- Araber) durch Fräulein Oceana James Fillis. Eine Nacht in Venedig. stellung. Renz. Colmar, geritten von der beKaufmann's Variété. Spezialitäten- liebten Schulreiterin Fräulein Clotilde Vorstellung. Hager. Sisters Lawrence am flieg. Konkordia- Palaß- Theater. Spe- Trapez. Auftreten der 3 Amerikaner Rohtabat A. Goldschmidt, zialitäten Vorstellung. 4 Gebrüder Rixfords. Miß Edith und American Theater. Spezialitäten- Mlle. Rosa, Reitkünstlerinnen. Mr. Vorstellung. Fascio, Voltigeur. Mr. A. Delbosq, Saltomortales a. ungefatteltem Pferde. Gratweil'sche Bierhallen Komische Entree's und Intermezzo's Kommandantenstrasse 77-79. Heute, sowie täglich: Gr. Freikonzert. Anfang Wochentags 71/2 Uhr, Sonntags 20 Pf. Entree. Anfang 6 Uhr. Empfehle meinen berühmten Mittagslisch à la Duval. Diner à 1 Mark. 3 Regelbahnen, 6 Billards, 2 Säle. Sowie täglich: 1169 Gr. Bock- Ausschank von sämmtl. Clowns etc. Täglich: Auf Helgoland. Sonntag 2 Vorstellungen. Nachm 4 Uhr( 1 Kind frei) Mazeppa's Verbannung. Abends 71/2 Uhr Auf Helgoland. Spandauerbrücke 6, am hiesigen Blaze bekanntlich Größte Auswahl. Garantirt ficher brennende Tabake. Streng reelle Bedienung, billigste Preise! Sämmtliche im Handel befindl. Rohtabake sind am Lager. A. Goldschmidt, Spandauerbr. 6, am Hacke'schen Markt. 2069L Achtung! Fortsetzung der außerordentlichen Wahl- Versammlung der Mitglieder der Orts- Krankenkasse der Weber und verwandten Gewerbe am Sonntag, den 13. März, Vormittags 10 Uhr, in ,, Bräuer's Salon", Frankfurterstr. 74. Tagesordnung: 1. Wahl von 174 Bertretern zur General- Versammlung für das Jahr 1892. 2. Verschiedenes. E. Renz, Direttor. Kinderwagen. Brößtes LagerBerlins alt. Wählbar zum Vertreter find jedoch nur männliche Mitglieder über Andreasstr.23H. p, Mitglieder- Versammlungen des Vereins zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend am Sonntag, den 6. März, Vormittags 10 Uhr, aus der Berliner Bock- Brauerei. für den Norden( Wedding) im Lokal des Herrn Wendt, Röslinerstr. 17. Referent Kollege Blaurock; Etablissement Buggenhagen für Often und Südosten im Vereinshaus, Waldemarstr. 75. Referent am Moritzplatz. Täglich: Unterhaltungs- Musik. Direktion 3. Rödmann. Dienstag und Freitag: Walzer- Abend. Großer Frühstücs: und Mittagstisch. Spezial- Ausschant von Bayenhofer Export- Bier, Seidel 15 Pf. F. Müller. 641 Castan's Panopticum Friedrichstr. 165a, Ece Behrenstr. Interesanteßte Völkerschaft Jnner- Afrikas: Schuli b. Emin Pascha- Reich. Kollege Wilke. Tages Ordnung: 427/18 Der Vorstand. 1. Zwecke und Ziele des Vereins. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. NB. Die nächste ordentliche Mitglieder- Versammlung findet am 10. März bei Drschel, Sebastianstr. 39, statt. D. D. Grosse öffentl. Versammlung der Militär- und Lieferungsschneider mit Frauen am Sonnabend, den 5. März, Abends 81/2 Uhr, Tages- Ordnung: in den Armin- Hallen, Kommandantenstraße Nr. 20. 1. Vortrag des Fräulein Wabnitz über das Volksschul- Gesez. 2. Dis tuffion. 3. Wahl eines Delegirten zum Gewerkschafts- Rongreß. 4. Ber schiedenes. Bur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. In Anbetracht der wichtigen Tagesordnung ist es Pflicht, daß jeder Kollege in der Versammlung erscheint. 30 Personen, Männer, 19/6 Frauen, Kinder. Vorstellungen: 11, 12 u. 1 Uhr Vormittags, 4, 5, 6, 7, 8 und 9 Uhr achmittags. Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Ab Achtung! Der Einberufer. Anmerkung: Wahlberechtigt ist jedes Rassenmitglied über 21 Jahre 21 Jahre alt. Nur mit Quittungsbuch versehene Mitglieder haben Zutritt zur Wahlversammlung. Ausnahmen können der Feststellung des Alters wegen nicht stattfinden. Berlin, den 8. März 1892. 1722b 3. Schuster, Vorsitzender. H. Wagner, Schriftführer. Fachverein d. Musikinstrumenten- Arbeiter. Vereins- Versammlung am Sonnabend, den 5. März, Abends 8/2 Uhr, bei Keller, Bergstr. 68. Tagesordnung: 1. Die Hygiene des Mundes. Referent: Zahnarzt R. Wolff. 2. Diskussion, 3. Vereinsangelegenheiten und Verschiedenes." Der Vorstand. 485/15 Arbeiter- Bildungsschule( Süd- Bezirk). Grosse Versammlung Sonntag, den 6. März, Abends 6 Uhr, bei„ Poppe", Lindenstr. 106. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Dr. Joél über:" Die moderne Naturanschauung". 2. Diskussion. Nachher: Geselliges Beisammensein und 432/6 Tanz. Gäste find willkommen. Rixdorf! Große öffentliche Versammlung für Männer u. Frauen im am Sonnabend, den 5. März, Abends 8½ Uhr, Variété Theater's, Hermannstrasse 18. Tagesordnung: 1. Die zehn Gebote und die besitzenden Klassen. 2. Diskussion. Achtung! tatt und ist es Pflicht aller Arbeiter und Arbeiterinnen, in derselben zu er NB. Die Versammlung findet mit Bewilligung des Vertrauensmannes Allgemeiner Arbeiterinnen- Verein. scheinen. [ 88/12] Der Einberufer. Grosse Versammlung Sozialdem. Arb.- Berein Weißensee. am Sonnabend, den 5. März, Abends 82 Uhr, bei Säger, Grüner Weg 29. PassagePanopticum. hiebenes. Die Ausgabe der Gleichheit erfolgt vor und während der VerTagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Silberberg über Sklaventhum und freie Arbeiter. 2. Diskussion. 3. Aufnahme neuer Mitglieder. 4. Verfammlung. Mitglieder, welche mit ihren Beiträgen im Rückstande, werden Lebensgrohe ersucht, dieselben in der Versammlung zu entrichten. Nach der Versammlung Wachsfiguren und geselliges Beisammensein und Tanz. Herren und Damen als Gäste will Gruppen, Dioramen. fommen. Um zahlreichen Besuch bittet Sündfluth- Panorama 176/8 mit Gewitter. Jm Theater- Saal( ohne Extra- Entree): Täglich v. 6 Uhr ab Vorstellung von Spezial. I. Rang. Entree 50 Pf. Der Vorstand. Fachverein der Steinmeßen. Den Mitgliedern zur Kenntniß, daß unsere Monatsversammlung am Sonntag, den 6. d. M., ausfällt, und findet dafür Freitag, den 11. d. M., Abends 7 Uhr, eine Mitgliederversammlung in Deigmüller's vereins", statt. Präuscher's anat. Museum. Salon, Alte Jatobftraße 48a, mit der Tagesordnung:„ Auflösung des Fach. Deffentliche Versammlung für Männer und Frauen Montag, den 7. März, Abends 8 Uhr, im Saale des Vereinshauses, Charlottenburgerstr. 150. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abg. A. Bebel über„ Parlamentarismus". 2. Diskussion.-Um pünktliches Erscheinen bittet 114/4 Der Vorstand. Ausstehende Sammellisten der Buchdrucker! Trotz aller Mahnungen behufs Einziehung der noch ausstehenden Sammellisten steht noch immer eine so bedeutende Zahl aus, daß sich die Schluss widerruflich Wir machen die Kollegen darauf aufmerksam, daß nur Diejenigen unterzeichnete Kommission gezwungen sieht, die Nummern der fehlenden Listen stimmberechtigt sind, welche ihren Verpflichtungen laut Statut nachgekommen zu veröffentlichen, in der Erwartung, daß nun endgiltig die Eäumigen dieser am 30. März. find. Noch restirende Beiträge werden vor und während der Versammlung Mahnung nachkommen werden. entgegen genommen. Mitgliedsbuch legitimirt. Umi zahlreiches Erscheinen ersucht und vieles andere neu! Herren. Influenza Täglich für erwachsene Damen- Tag jeb. Dienstag und Freitag. Damen Masken- Garderobe von M. Roussel, Skalikerstr. 43, pt. Zur Beleuchtung der Kaiser- Rede & br. o. 50 Pig. Bum 291/12 Der Vorstand. Ost- und Westpreußen! Sonntag, den 6. März, Nachmittags 6 Uhr: Große öffentliche Versammlung bri Knebel Gesundbrunnen, Badstraße 58. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Julius Folger( Schüler der ArbeiterBildungsschule) über: Ultramontanismus und Sozialismus." 2. Disfusion. 3. Verschiedenes. Alle Parteigenossen und Landsleute sind willkommen. Nach der Versammlung Tanz. 257/13 Der Einberufer. Grosse öffentliche sozialdemokratische Wähler- Versammlung am Sonntag, den 6. März, Vorm. 11 Uhr, im Saale des Herrn Westphal( Schwarzer Adler), Frankf. Allee. Diejenigen Inhaber von Sammellisten, welche dieselben trotzdem nicht abliefern, werden in der nächsten Woche mit Namen und Wohnung im Vorwärts" veröffentlicht werden. 149/2 Es stehen noch folgende Liften aus: " Mr. 20 39 44 63 125 161 162 202| 2035 2050 2072 2074 2075 2090 203 237 238 305 306 326 329 331 2099 2101 2107 2114 2115 2117 2122 338 368 428 438 444 445 447 471 2125 2126 2127 2141 2150 2160 2163 480 481 492 500 542 549 576 583 584 2167 2168 2184 2190 2211 2213 2223 588 589 593 596 597 602 633 634 644 2225 2226 2280 2233 2235 2236 2239 646 649 666 667 673 677 682 709 710 2240 2241 2259 2265 2268 2282 2317 727 732 787 788 742 765 767 768 771 2319 2322 2329 2333 2336 2338 2346 773 774 777 783 785 786 970 979 983 2354 2379 2386 2396 2407 2415 2427 984. 2428 2454 2457 2459 2463 2483 2491 1002 1021 1024 1033 1037 1048 2495 2498 2505 2523 2525 2541 2548 1067 1071 1072 1073 1084 1089 1099 2550 2628 2630 2633 2636 2660 2661 1100 1115 1126 1148 1158 1170 1174 2663 2664 2665 2666 2667 2668 2674 1185 1189 1192 1197 1219 1222 1234 2684 2689 2694 2696 2840 2842 2844 1236 1250 1259 1260 1268 1326 1334 2849 2860 2871 2907 2908 2942 2943 1342 1845 1848 1849 1374 1381 1392 2944 2945 2946 2999. 1412 1414 1417 1437 1454 1459 1476 3000 3001 3006 3009 3010 3013 1479 1482 1489 1491 1492 1496 1497 3015 3017 3022 3024 3025 3028 3031 1515 1517 1519 1532 1580 1584 1600 3040 3042 3043 3045 3065 3090 3100 1622 1651 1669 1694 1700 1702 1706 3101 3109 3126 3132 3133 3134 3135 1707 1710 1714 1789 1747 1750 1751 3137 3143 3169 3170 3171 3172 3173 1772 1774 1779 1781 1789 1800 1832 3174 3184 3185 3188 3195 3202 3270 1838 1857 1865 1866 1867 1891 1896 8272 3295 3297 8298 3302 3317 3319 1897 1909 1910 1914 1927 1955 1959 8333 3345 3846 3352 3362 3364 3369 1964 1969. 3870. in„ Gratweil's Bierhallen" abzuliefern. Die Listen sind in der Zeit von Vormittags 10 Uhr bis Abends 8 Uhr Die Kommission der Berliner Buchdrucker. Berantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Druck und Berlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten Metzger. 2. Diskussion. Ausstellung der Kandidaten zur Gemeindewahl. 4. Verschiedenes. Von Friedrichsberg, Lichtenberg, Wilhelmsberg hnd die Geverpflichtet, in dieser Versammlung zu erscheinen. Ersuche die Genossen und Genofsinnen von Berlin, die Cammellisten für die 3. Streifenden Handschuhmacher haben, an Unterzeichneten baldmöglichst abzugeben. nollen 175,6 Nob. Sternkopf, Panfstr. 32a. 1713b Das Komitee. Hierzu zwei Beilagen. 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 54. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. 186. Sigung vom 3. März, 1 Uhr. Am Tische des Bundesraths: von Bötticher, Bosse, oon Stephan. Freitag, den 4. März 1892. 9. Jahrg. einigung der Elsaß- Lothringer mit den alten Landsleuten wünscht, folle er sie wie Landsleute behandeln und nicht als gemeingefährliche Leute. Die Vorlage wird darauf einer Kommission von 21 Mitgliedern überwiesen. Darauf wird die Berathung des Telegraphengesetes fortgesetzt und zwar bei der Abstimmung über den§ 7a. Der Antrag von Bar, wonach die Telegraphenleitung in sich selbst geschüßt sein solle, wird abgelehnt; angenommen wird der Antrag Bödiker: Elektrische Anlagen sind, sobald eine Störung der einen Leitung durch die andere zu befürchten ist, auf Kosten des= jenigen Theiles, welcher durch eine spätere Anlage oder durch eine später eintretende Aenderung einer bestehenden Anlage diese Gefahr veranlaßt, nach Möglichkeit so anzulegen, daß sie sich nicht störend beeinflussen. innerer Unruhen oder Barrikadenkämpfe liegt heut zu Tage auch nicht vor. Elsaß- Lothringen ist doch auch nicht gar so weit von Berlin entfernt, es existiren Telegraphen und Eisenbahnen. ElsaßLothringen soll als Grenzland besonders exponirt sein, aber das sind Abg. Hartmanu( dk.): In Bezug auf diesen Punkt mag doch die an Rußland grenzenden Landestheile ebenfalls, und hoffent- Herr v. Vollmar sich mit Herrn Liebknecht auseinandersehen. lich bedeuten die Worte des Staatssekretärs, das Gesetz solle kein Abg. Singer( Soz.): Herr Hartmann hat in der elsässischen Ausnahmegeses sein, nicht, daß man ein ähnliches Gesetz für ganz Frage einen Gegensatz zwischen meinen Freunden LiebAuf Grund des mündlichen Berichtes der Geschäftsordnungs- Deutschland einführen will. Nach dieser Richtung wird die Kom- knecht und v. Vollmar konstruiren wollen. Ich weise Kommission wird die Ermächtigung zur strafrechtlichen Verfolgung mission die Absichten der Regierung besonders genau prüfen zunächst darauf hin, daß vor gar nicht langer Zeit Bebel des Abg. Freiherrn von Münch wegen Beleidigung im Privat- müssen. Die innere Lage des Reichslandes ist nach einer vor dem Kriegsminister gegenüber auf das Entschiedenste bestritten flage- Verfahren nicht ertheilt. wenigen Tagen gehaltenen Rede des Statthalters durchaus be- hat, seinerseits die ihm damals unterstellte Behauptung, es wäre Zur ersten Berathung des Gesetzentwurfes über den Befriedigend. Lothringen freilich wird wohl stets nur äußerlich mit für die Rückgabe Elsaß- Lohringens an Frankreich eingetreten, lagerungszustand in Elsaß- Lothringen erhält zu Deutschland verbunden bleiben, aber das Elsaß ist troß der jemals gethan zu haben. Was unsere Stellung zu dieser Frage nächst das Wort falschen Behandlung durch die Behörden infolge des natürlichen anlangt, so kann ich im Einverständniß mit meinen sämmtlichen Abg. Petri( natl.), welcher darauf hinweist, daß die Vor: Schwergewichts der Thatsachen und einer gewissen natürlichen Freunden erklären, daß für uns eine elfaẞ- lothringische Frage Tage eine Aufregung hervorgerufen habe, die nicht berechtigt sei Gutmüthigkeit der Bevölkerung uns näher gerückt, ein„ Protest" gar nicht eristirt. Ich verlange daher vom Abg. Hartmann, daß angesichts des Inhalts des Entwurfes. Auch im Auslande habe existirt nicht, die elsässischen Abgeordneten bezeichnen sich nicht er dem Reichstage mitheilt, wann und wo mein Freund man die Sache so angesehen, als ob in Elsaß- Lothringen ganz mehr als" Protestler"; sondern meistens einfach als„ Elsaß- Liebknecht jemals die Rückgabe Elsaß- Lothringens gefordert hat. besondere Zustände herrschten, welche diese Vorlage rechtfertigen. Lothringer", ja, es giebt darunter einen Deutschkonser Bevor er diese Erklärung abgegeben hat, wird er mir gestatten, Das sei aber durchaus nicht der Fall, denn man lebe in Elsaß vativen, einen Reichsparteiler, einen Nationalliberalen, einen an der Wahrheit seiner Behauptungen zu zweifeln. Lothringen durchaus im Zustande des tiefsten Friedens, gegründet Sozialdemokraten, und Letterer sprach sich vor seiner Wahl so- Abg. Hartmann( dk.) glaubt den Beweis liefern zu können, auf das Gefühl der unauflöslichen Zusammengehörigkeit mit dem gar direkt gegen den Protest aus. Danach erscheint mir die und zwar aus den stenographischen Berichten des Reichstages, Deutschen Reiche.( Beifall.) Weshalb ist ein Ausnahmegesetz Borlage als ein schwerer politischer Fehler, die Elsässer werden natürlich nicht jetzt augenblicklich; er spricht seine Freude darüber gemacht worden? Die Reichsverfassung stellt ein einheit dadurch von Neuem gekränkt, in Frankreich werden die falschen aus, daß Herr Singer sich gleichfalls gegen die Rückgabe des liches Reichsgesetz für diese Materie in Aussicht, welches Auffassungen von Neuem gekräftigt, und die Regierung gesteht Reichslandes ausgesprochen hat. allerdings in 20 Jahren noch nicht fertig geworden ist. dadurch ihre Unfähigkeit, in Elsaß- Lothringen auf regelmäßigem Nach der Reichsverfassung kann nur der Kaiser den Belagerungs- Wege gute Verhältnisse herbeizuführen. Die Vorlage erscheint zustand verhängen; hier soll aber ein kommandirender General uns ungünstig für das Reichsland und für ganz Deutschland, dazu ermächtigt werden, ja nach dem Wortlaut des Gesetzes kann und schon darum, ohne Rücksicht auf die Einzelbestimmmungen, ihn irgend ein Offizier, sogar ein 18 jähriger Sefondelieutenant werden wir dagegen stimmen. Wir meinen, man hätte den verhängen! Solchen Bestimmungen können wir uns nun und Elsässern statt dessen die spärlichen Freiheiten, die wir in Deutsch nimmermehr unterwerfen. Die Vorlage enthält schärfere Be- land genießen, gewähren sollen, damit sie nicht immer wieder ftimmungen als das preußische Gesez, es fehlen auch gewisse von Neid erfüllt werden, und wir hoffen, daß der Reichstag, Kautelen desselben. Die Bestimmungen des preußischen Gesetzes der zu unserem Bedauern bei dieser politisch so wichtigen Verfind fautschukartig erweitert, so daß keine klaren Bestimmungen handlung so außerordentlich schwach besetzt ist, die Vorlage mit darüber mehr vorhanden sind, was eigentlich bestraft werden uns ablehnen wird. soll. Warum sollen beim Belagerungszustand sofort Kriegs- Abg. Hartmann( dk.): Der Erlaß eines Reichsgesetzes über gerichte eingerichtet werden? Unsere Richter sind patriotisch die Frage des Belagerungszustandes ist allerdings sehr zu wünschen; Es wird die Einschaltung eines neuen§ 7aa beantragt und genug, um nöthigenfalls auch schwere Strafen zu verhängen. die Schwierigkeiten werden freilich keine geringen sein, denn es zwar von drei Seiten: 1. die Abgg. Auer und Genossen wollen Das Gesetz ist nicht nöthig, weil es gegen eine Bevölkerung kommen sehr schwerwiegende Verfassungsfragen dabei in Betracht. Die Streitigkeiten, ob eine Telegraphenanlage den Anforderungen gerichtet ist, die nicht an Aufruhr denkt. Warum ein Ausnahme- Das Reich kann warten; ob man in Elsaß- Lothringen warten bezüglich des Schutzes genügt, den ordentlichen Gerichten übergesetz für Elsaß- Lothringen? Warum wird nicht ein Reichsgesetz kann, ist doch die Frage. Aus der Stimmung der Bevölkerung weisen. Die physikalisch- technische Reichsanstalt soll zur Ervorgelegt, wenn ein Bedürfniß dazu vorliegt? Durch den Tele- in Elsaß- Lothringen ist allerdings die Nothwendigkeit der Vorlage stattung von Gutachten verpflichtet sein. 2. Abg. von Bar graphen kann der Belagerungszustand vom Kaiser schnell an- nicht zu erklären. Aber es handelt sich um eine Grenzproving will die Streitigkeiten, sofern sie nicht aus privatrechtlichen Vers geordnet werden, wir brauchen deshalb solche Geseze nicht. einem feindlichen Nachbar gegenüber. Wenn Herr v. Bollmar hältnissen herrühren, dem Verwaltungsstreit Verfahren unter Staatssekretär Boffe: Der Vorredner hat die Bedeutung vom Osten sprach, so kann er ja in der Kommission ein dahin- werfen, auch nach diesem Antrage soll die phpsikalisch- technische der Vorlage übertrieben. Nicht das Vorhandensein normaler gehendes Amendement einbringen. Es sind wesentlich militärische Reichsanstalt zur Erstattung von Gutachten verpflichtet sein. Zustände, sondern die größere Möglichkeit, welche für Elsaß- Rücksichten, welche diese Vorlage veranlaßt haben. Das Gesetz schafft 3. Abg. Bödiker( 3) will die Streitigkeiten ebenfalls dent Lothringen besteht, daß dort solche Zustände eintreten können, statt derjeßigen Schwerfälligkeit bequeme und handliche Bestimmungen. ordentlichen Gerichte überweisen und zwar sollen dieselben als hat Anlaß zur Vorlage gegeben, welche fein Ausnahmegesetz, Redner emfiehlt die Verweisung der Vorlage an eine Kommission schleunige und als Feriensachen gelten. sondern ein durch besondere Umstände gerechtfertigtes Provisorium von 14 Mitgliedern. Als das Reichsland annektirt wurde, Abg. Bödiker hält seinen Antrag für ausreichend; eine Darstellen soll. Das allgemeine Reichsgesetz über den Belagerungs- wollte man Frankreich die Ausfallsthore nehmen und in unsere Verschleppung wird nicht herbeigeführt werden durch die Ueberzustand kann nicht mit der Beschleunigung vorgelegt werden, Hände bringen; das waren die militärischen Gründe, aber das weisung an die ordentlichen Gerichte. Dagegen wendet sich: welche nothwendig ist, um die Sache für Elsaß- Lothringen Bolk sah darin nur die Wiedereroberung eines alten deutschen Redner gegen die Hereinziehung der physikalisch- technischen Reichs baldigst zu regeln. In der Kommission wird nachgewiesen wer- Landes, welches noch Ende des vorigen Jahrhunderts völlig anstalt zur Begutachtung. den können, daß nichts weniger beabsichtigt ist, als eine Ver- deutsch war. Wenn wir das Reichsland nicht annektirt hätten, Geheimer Oberpostrath Dambach: Wenn der Antrag auch schärfung des preußischen Gesezes. Was wir wollen, ist nur die hätten wir doch keinen Frieden mit Frankreich. Frankreich wird nicht angenommen würde, würden die Streitigkeiten doch vor die Rechtsfrage vollkommen flar zu stellen, denn das preußische uns unsere Siege bei Gravelotte und Sedan nicht verzeihen. ordentlichen Gerichte gehören und würden auch wohl von den: Gesetz ist in manchen Punkten nicht vollkommen klar und Abg. v. Bar( dfr.): Wir sind ebenso wie die elsaß- Gerichten als schleunige Sachen behandelt werden. Wenn es bestimmt. lothringische Bevölkerung überrascht worden durch diese Vorlage, aber zur Beruhigung dient, so ist gegen die Annahme des AnAbg. v. Vollmar( Soz.): Die Vorlage ist nicht als eine noch mehr aber durch die Auslaffung des Staatssekretärs, der in trages nichts einzuwenden. einfache, abgeschlossene Maßregel für sich zu betrachten, sondern kurzen Worten gesagt hat: Für dieses Gesetz ist eigentlich gar Abg. Schrader( dfr.): Streitigkeiten werden nicht entstehen im Zusammenhang mit der allgemeinen Lage, in der Elsaß- feine Veranlassung. Es soll einige Zweifel lösen und führt zwischen der Telegraphenverwaltung und den Interessenten, Lothringen sich befindet, und mit der allgemeinen Lage in Deutsch- lediglich Verschärfungen des preußischen Gesetzes herbei, das fondern zwischen der Polizeibehörde, welche sich an die Stelle land selbst. Als Elsaß- Lothringen anneflirt wurde, hat meine für den Fall innerer Unruhen gilt, gilt, die französischen der ersteren fetzt, und den Interessenten. Wenn jemand eine Fraktion unter den schwierigsten Verhältnissen dagegen protestirt, Gesetze, auf welche sich die Begründung beruft, gelten elektrische Anlage einrichten will, so wird ihm die Konzession nicht weil wir für Frankreich mehr Freundschaft empfinden, als aber nur im Falle eines auswärtigen Krieges. Dieser nicht eher ertheilt werden, als bis er alle Forderungen der Telefür Deutschland, sondern vom Gesichtspunkt der Selbstbestimmung Unterschied verdient doch einigermaßen Beachtung. Bei graphenverwaltung erfüllt, eventuell wird der Kompetenzkonflikt der Völker aus, und weil wir eine Verschlechterung der der großen politischen Wichtigkeit der Vorlage reicht eine Kom- erhoben werden. Redner verweist auf das schweizerische Gesetz, allgemeinen europäischen Lage durch die Annexion voraus- mission von 14 Mitgliedern nicht aus; Redner beantragt eine dessen Bestimmungen der Staatssekretär von Stephan nur theilfahen. Man hörte nicht auf uns, und die militärische folche von 21 Mitgliedern einzusetzen. weise verlesen habe, nämlich nur den Theil, der den freisinnigen Sicherheit nur um dieser willen, nicht aus nationalen Staatssekretär Bosse: Es handelt sich nur darum, die Anträgen widerspricht, nicht aber den, der mit ihnen überGründen, wurde die Annexion eingestandenermaßen vor: Rechtsverhältnisse richtig zu stellen, die Gründe für die Noth- einstimmt. Da die Polizei in den meisten Fällen ein hat fich darnach verringert, statt fich wendigkeit der Vorlage werden in der Kommission wohl dargelegt Wort mitzureden haben wird, empfiehlt sich mehr das zu steigern. Nachdem aber einmal die Annexion eine werden. Verwaltungsstreit Verfahren. als das gerichtliche Verfahren. Thatsache geworden war, müßte man darauf bedacht sein, die Abg. Orterer:( 3.): Die Vorlage hat allerdings allgemein Die Einfügung der physikalisch- technischen Reichsanstalt als gutSympathien der Elsässer dem Deutschen Reich zu gewinnen. Fürst überrascht, denn es ist wohl allgemein die Auffassung vorhanden, achtende Behörde wird aber nothwendig sein, um einen un Bismarck fagte einmal:" Wir Preußen haben nicht die Gabe, daß die Entwicklung in Elsaß- Lothringen eine solche ist, daß es parteiischen Sachverständigen zu bezeichnen. Da der Bundesrath uns beliebt zu machen", und wenn je eines seiner Worte wahr feiner Ausnahmemaßregeln mehr bedarf, daß man wünschen muß, feinen Werth darauf legt, das Gesetz über die elektrischen Anist, so ist es dieses; wir Süddeutschen wissen davon ein Lied zu daß nicht wieder mit rauher Hand in die Verhältnisse eingegriffen lagen bald zu Stande zu bringen, müssen die Vorschriften schon singen. In Elfaß- Lothringen beschränkte man sich in der Haupt- wird. Das Gesetz hat einen starken Schein einer Ausnahme- hier in dieses Gesetz hereingebracht werden, die eigentlich erst in fache, statt eine versöhnende Politik zu verfolgen, auf die An- gefeßgebung und muß beunruhigend wirken. Darauf will ich jenes Gesetz gehören würden. wendung von Gewalt, verbunden mit einer Konservirung der nicht eingehen, ob die preußische Regierung jeder Zeit die geJahrhunderte alten, jetzt überlebten Bourbonischen Gesetze, und eignetsten Schritte gethan hat, um die Affimilirung der Reichslande haben mich nicht überzeugt, ich meine vielmehr, daß, da wir nach Abg. Singer( Soz.): Die Ausführungen des Vorredners diese Berquickung war den Elsässern nach ihrer ganzen historischen an Deutschland zu fördern. Die Vorlage enthält jedenfalls Annahme des§ 7a eine Instanz für Entscheidung von StreitigEntwickelung die unerträglichste. Man hätte ihnen die spärlichen eine Dilatation des bestehenden preußischen Gesetzes in pejus. feiten schaffen müssen, das ordentliche Gericht, dessen Vertheidiger Freiheiten, die wir in Deutschland haben, unsere Preß- und Das muß begründete Besorgniß für die Weiterentwickelung der wir ja sonst nicht sind, mehr Garantien bietet, als das VerBersammlungsgesetze, unsere Fetzen von habeas corpus Dinge erregen. Gründe für die Vorlage sind nicht ausreichend waltungsgericht. Auch gegen die Bestimmung, betreffend die Be nicht vorenthalten sollen. Die gegenwärtige Vorlage stüßt vorgebracht worden, auch nicht durch die heutigen Auslassungen schleunigung der Sachen und ihre Behandlung als Feriensachen fich auf ein französisches Gesetz vom 9. August 1849, des Herrn Staatssekretärs. Die militärischen Rücksichten find habe ich nichts einzuwenden. Dagegen bin ich, im Gegensatz und dies wieder auf ein Gesetz vom 10. Juli 1791; in beiden ebenfalls nicht klargelegt. Sie werden in der Kommission ein- zum Abg. Bödiker, mit dem Abg. Schrader einverstanden bezüg Gesetzen ist aber dem militärischen Befehlshaber nur, wenn jene gehend gewürdigt werden können. Die Zahl von 14 Mitgliedern lich der Heranziehung der Physikalisch- Technischen Reichsdem Angriffe eines äußeren Feindes ausgesetzt sind, die Ver- wird für die Kommission ausreichend sein. anstalt zu Gutachten; solche Gutachten in hängung des Belagerungszustandes gestattet, sonst hat nur die in Streitsachen Abg. Dziembowski- Pomiau( Pole): Die Elsaß- Lothringer follen möglichst unparteiisch, möglichst wenig von Sachverständigen assemblée nationale darüber zu bestimmen. Bei uns kann der empfinden die Vorlage als ein Ausnahme Gesetz; Sie tönnen abgegeben werden, die von den Parteien nominirt sind, und Kaiser den Belagerungszustand verhängen nach Bestimmungen, sich daher nicht wundern, daß wir uns als Gegner eines solchen da fönnen wir uns Glück wünschen, daß wir in dieser Reichsdie denen des preußischen Gesetzes vom 4. April 1851 also Gesetzes erklären. anstalt eine unparteiische und zu den bezüglichen Gutachten sehr Abg. Petri: Wenn das Gesetz nicht eine ganz entscheidende geeignete Stelle haben. Der Einwand, daß das Gutachten einer aus der schlimmsten Reaktionszeit entsprechen, außerdem hat der Statthalter das Recht, bei drohender Gefahr für die öffent- Bedeutung für die Regierung hat, dann möchte ich sie doch bes nach Majorität entscheidenden Behörde wenig Werth vor Gericht liche Sicherheit Bestimmungen zu treffen, die weit über die in jenen schwören, auf das Zustandekominen desselben nicht zu drängen. habe, wird widerlegt durch die Sachverständigen- Gutachten der beiden alten franzöfifchen Gesezen enthaltenen Vollmachten hinaus. Wenn das einheitliche Gesetz auch schwierig sein sollte, 22 Jahre Vereinigungen für Breßerzeugnisse, für musikalische, für photogehen. Die Vorlage bringt nun noch zwei neue Garnituren lang wird es doch nicht mehr dauern; und so lange haben wir graphische Angelegenheiten, für gewerblichen Musterschutz, die alle von Belagerungszuständen für Elsaß- Lothringen auf einmal. schon ohne ein solches Gesetz schwerere Zeiten durchgemacht, unter Herrn Dambach tagen und deren Gutachten das Ansehen Einmal im Kriege oder bei drohender Kriegsgefahr. Letztere als sie jetzt sind. Man hat im Deutschen Reiche wohl genießen, welches Gutachten überhaupt haben können, und welche mit Dem wurde aber mehrfach als vorhanden hingestellt, ohne daß sie die besten Absichten Reichslande, aber die auch nach Mehrheiten entscheiden. Sollte also der erste Theil thatsächlich existirte, 3. B. im Septennatsrummel von 1887; hätte öffentliche Meinung im Reiche wird oft irregeführt durch unseres Antrages verworfen werden, so werden wir für den Andies Gesez damals schon bestanden, so wäre sicher in mehreren übertriebene Berichte von unzufriedenen Beamten u. f. w. trag Bödiker stimmen, bitten Sie aber, neben demselben den Bezirken der Belagerungszustand proklamirt worden, um den Man follte die Verschmelzung jetzt nicht stören, man sollte uns zweiten Theil unseres Antrages zu genehmigen. Kriegsdrohungen ein besseres Relief zu geben. Gegen einen in Ruhe lassen mit Gesetzen, die keinen andern Erfolg haben als Geheimer Ober- Postrath Dambach: Es liegt keine Ver Mißbrauch dieser Bestimmungen giebt es fein Korrektiv, als den das Volk unzufrieden zu machen. Man gebe gewissen auslän- anlassung vor, den Richter zu binden in Bezug auf die Auswahl Kaiser; aber, da dieser nach den Motiven eben zu weit entfernt dischen Elementen nicht eine Waffe in die Hand um die elfaß der Sachverständigen. Will er ein Kollegium hören, so wird er ist, so ist er es auch für die mißbräuchliche Anwendung des Gelothringische Frage immer wieder aufzurollen.( Beifall links.) feyes, welches sogar die Bestätigung von Todesurtheilen durch Abg. v. Vollmar( Soz.): Wenn uns auch die militärischen swingen. sich an die Reichsanstalt wenden, aber man sollte ihn nicht dazu denselben Offizier, der den Belagerungszustand verhängt, zuläßt. Gründe etwas angehen, so kommen doch die bürgerlichen Rück- Abg. Hammacher( natl.): Der Antrag von Bar enthält doch Daneben soll der provisorische Belagerungszustand auf Antrag der sichten in erster Linie in Frage. Die geographische Lage von manche Vorzüge. Es handelt sich vielfach nicht um Streitigkeiten Zivilbehörden eintreten können, aber offenbar hat man zu den Elsaß- Lothringen hat sich seit 22 Jahren meines Wissens nicht zwischen bestehenden Anlagen, sondern wohl mehr um Streitig Letzteren fein besonderes Vertrauen, denn auch ohne diesen Antrag verändert. Während der ganzen Zeit hat dieselbe Gefahr be- feiten bei der Neubegründung von Anlagen. Ob und welchen kann der militärische Befehlshaber diesen Belagerungszustand verstanden, deshalb muß uns die Regierung die besonderen Gründe Schutz und Vorsichtsmaßregeln für die neuen Anlagen nothwendig hängen. Zur Motivirung dieser Bestimmungen sagt der Staatssekretär für die Vorlage andeuten. Wir ſizen nicht hier, um im blinden sind, kann doch wohl nicht der ordentliche Richter entscheiden. Boffe eigentlich Nichts, als daß die Regierung in ihrem unschul- Vertrauen auf die Regierung Alles anzunehmen. Der Abg. Es handelt sich dabei um Zweckmäßigkeitsrücksichten und ähnliche digen Herzen an die Folgerungen nicht gedacht habe, die Hartmann scheint zu wünschen, daß wir Alles, was einmal einen Fragen, die besser im Verwaltungsstreit- Verfahren zu entscheiden Abg. Petri aus dem Geses zog; wir wissen aber, wenn die Re- deutschen Namen gehabt hat, wieder bekommen, aber ich glaube jind. Der Gesetzentwurf über die elektrischen Anlagen, wie er im gierung eine Befugniß einmal hat, so macht sie eher zu viel, als nicht, daß er das sagen wird. Ich habe kein Wort von einer Reichs- Anzeiger" veröffentlicht ist, ist nicht brauchbar und hat zu wenig Gebrauch davon. Im Entwurf selbst ist nur auf die Rückgabe Elsaß- Lothringens gesagt; ich habe nur die prinzipielle thatsächlich Beunruhigung hervorgerufen. Aber man sollte des Möglichkeit einer plößlich hereinbrechenden Gefahr hingewiesen; Stellung meiner Partei zur Zeit der Annexion gegen diese dar- halb nicht mißtrauisch fein gegen die Telegraphenverwaltung. aber heutzutage entstehen die Kriege doch nicht so plöglich und gelegt, mich dann aber auf das Gebiet der Thatsachen begeben, Abg. Schrader: Soll man nicht schließlich mißtrauisch wer über Nacht, wie im Reitalter des Faustrechts, und die Gefahr um die Vorlage abzulehnen. Wenn Herr Hartmann eine Ver- den, wenn man von den Ansichten der Regierung gar keine genommen = Abg. Bödiker( 3.) weder das Verwaltungsgericht noch das ordentliche Gericht ist für sich in diesen technischen Fragen fach verständig, es muß sich immer auf Sachverständige verlassen. Deshalb ist kein Grund vorhanden, die Verwaltungsgerichte vorzuziehen. Renntniß erhält, wenn man gar keine Antwort darauf bekommt, Auf Antrag Langerhans war die Beschlußfassung über die der stellvertretende Stadtverordneten- Vorsteher sprach die Hoffwie die Telegraphenverwaltung ihre Rechte auffaßt? Die Ver- durch den Antrag Singer angeregte Frage der Ausdehnung der nung aus, daß es gelingen werde, die Zeit noch mehr herabzusetzen. wendung der Wasserkräfte wird allemein gewünscht, aber die Aus- Sonntagsruhe für die Handlungsgehilfen in der In Gießen ist man, wie mir ebenfalls Herr Gutfleisch mitführung dieser Anlagen hängt vollständig von der Willkür der Sitzung vom 18. Februar von der Tagesordnung abgesezt wor- theilte, nur noch zweifelhaft, ob man 3 oder 4 Stunden Telegraphen Verwaltung ab. Ob es gerade zweckmäßig den. Am 23. Februar hatte dann Stadtv. Langerhans folgenden nehmen wird. Der Magistrat spricht immer von Wahrung der ist, Telegraphen Technifer als Sachverständige zuzulassen, Antrag eingebracht: Selbstverwaltung; hier giebt er ein Recht der Selbstverwaltung ist mir in der letzten Zeit etwas zweifelhaft geworden. Den Magistrat zu ersuchen, vor Festsetzung eines aus den Händen. Wenn ein Ortsstatut gemacht wird, hat die Denn die Telegraphen Beamten scheinen in einer felt- Statuts zur weiteren Regelung der Sonntagsruhe an Gemeinde die Geschäftsstunden zu bestimmen, wenn nicht die famen Stimmung zu sein. Sie empfinden es jetzt in elektrotech- geeigneter Stelle dahin zu wirken, daß im Sinne der höhere Verwaltungsbehörde. Ich nehme die Selbstverwaltung nischen Vereinen unbequem, wenn von anderer Seite Streitfragen Gewerbenovelle als Beginn des Hauptgottesdienstes in ernsthaft und fordere sie nicht blos in der Theorie. Der Antrag angeregt werden. Der elektrotechnische Verein zu Frankfurt a. M. Berlin die Zeit um 11 Uhr Vormittags angesehen wird, Langerhans ist ganz gut gemeint, aber praktisch nüßen wird er ist sogar vor die Polizei gefordert worden, wegen Veranstaltung um dergestalt zu ermöglichen, daß durch eine bis 1' Uhr aus nichts. Der Magistrat tann ihm auch gar nicht zustimmen, denn er einer unerlaubten Versammlung, zu welcher, nebenbei bemerkt, gedehnte Arbeitszeit für einen großen Theil der Handels- hat bisher grundsäglich abgelehnt, auf den Standpunkt zu auch der Polizeipräsident geladen war, der sich durch einen Rath Gewerbes cine von diesem Zeitpunkt ab ununterbrochene treten, daß um 11 Uhr die Sonntagsarbeit aufhören vertreten ließ.( Heiterkeit.) Redner verweist nochmals auf das Sonntagsruhe stattfinden kann. foll. Wir haben ja außerdem bei den Getreidezöllen schweizerische Gefeß, wonach auch die Telegraphenverwaltung ihre Der Ausschuß einpfiehlt, den Antrag Singer, welcher die erlebt, wie energisch die Exekutive des Magistrats auf An Anlagen so einrichten muß, daß sie an sich selbst geschützt sind. Sonntagsarbeit für Engros- und Bankgeschäfte absolut untersagt, regungen der Versammlung erfolgt: Monate lang blieb die Sache Falls das Gesetz zu Stande kommen solle, müsse es auch in dritter für Detailgeschäfte und Verkaufsstellen auf 3 Stunden beschränkt, in seinem Bureau einfach liegen. Bei den individualistisch- manLesung noch manche Aenderung erfahren. die um 10 Uhr Vormittags beendet sein müssen, abzulehnen und cheſterlichen Auffassungen der Herren Eberty und Weigert mit von dem Magistratsbeschlusse, wonach eine weitere Einschränkung ihrem Einfluß im Magistratskollegium würde auch diese Anregung über die gesetzlichen 5 Stunden hinaus nicht eintreten soll, lediglich dort so sicher aufbewahrt werden, daß sie wahrscheinlich gar nicht Renntniß zu nehmen. oder erst zu einer Zeit zum Vorschein käme, wo sie von den Referent Stadtv. Hütt verbreitet sich ausführlich über die Thatsachen längst überholt ist. Mit dem Antrag Langerhans Schwierigkeiten, welche ein Eingehen auf den Antrag Singer für geht man nur der Entscheidung aus dem Wege. Wir haben VorStaatssekretär v. Stephan: Ueber die Absichten der Tele- die kleinen Geschäftsleute und auch für die Konsumenten im Ge- forge getroffen, daß, wie sich neulich Herr Meyer II ausdrückte, graphenverwaltung habe ich mehrmals Auskunft gegeben und auch folge haben würde. Der Antrag Langerhans würde allerdings, zum ewigen Gedächtniß festgestellt wird, wer für und wer gegen in der Kommission ausdrücklich betont, daß die Regierung einen wenn er Erfolg hätte, eine anderweite Regelung fehr erleichtern. Sonntagsruhe im Handelsgewerbe ist, indem wir den Antrag auf großen Werth auf die Fertigstellung des Gesetzes über die elek- Stadty. Singer: Der Gang, den die Verhandlungen ge- namentliche Abstimmung stellen.( Heiterkeit.) trischen Anlagen legt. Uebrigens ist die Vorlage ja einer erheb- nommen haben, zeigt, daß ich mich vor 14 Tagen mit Recht Stadtv. Langerhans bestreitet, daß sein Antrag eine lichen Aenderung von dem Hohen Hause unterzogen worden; sie gegen die Absehung des Gegenstandes von der Tagesordnung er- Bertagung ad calendas graecas, also auf lange Zeit bedeute. ist jest doppelt so lang wie sie war. Danach tönnten sich doch klärt habe. Ich sagte damals, daß die Absetzung die Vertagung Im Reichstage sei die freisinnige Partei über die Frage ge auch die mißtrauischen Herren etwas beruhigen. Herr Hammacher der Sache ad calendas graecas bedeute, und ich habe Recht be- theilter Meinung gewesen. Ueberhaupt gegen jede weitere Einschien sich der Uebertragung der Streitigkeiten auf die Verwal halten. Sollte vor Erledigung meines Antrages erst versucht schränkung der Sonntagsarbeit sei Niemand, die Sache lasse sich tungsgerichte zuzuneigen. Ich möchte mich lieber den Ausfüh- werden, mit dem Konsistorium in Verhandlung zu treten, so aber nur nach und nach machen. In Frankfurt am Main fange rungen des Herrn Bödiker anschließen und bemerke dabei, daß mußte das sofort von Seiten des Magistrats erfolgen oder Herr der Haupt- Gottesdienst viel später an als in Berlin. Woher Die einheitliche Rechtsprechung auf diese Weise besser gesichert ist, Langerhans mußte sofort nach seiner Anregung der Versammlung wisse denn Herr Singer, daß die Kirchenbehörden der Verlegung weil das Reichsgericht die endgiltige Entscheidung zu treffen hat. Gelegenheit geben, einen bestimmten Beschluß zu fassen. Das ist des Anfangs des Gottesdienstes widerstreben werden? Nach Abg. Schrader: Auf meine Hinweisungen auf das schweize- nicht geschehen. 14 Tage hat sich Herr Langerhans Zeit gelassen, den eingezogenen Erkundigungen sei das Gegentheil an rische Gesetz hat der Staatssekretär nicht geantwortet. so lange hat die Sache geruht; sie wird auf die lange Bant ge- zunehmen. Helfen könne man den Handlungsgehilfen nur auf Staatssekretär v. Stephan bemerkt, daß dieses Gesetz die schoben und wir werden zut leiden haben unter dem Wege des Antrags, der diese Verhandlungen ein Kosten der Schutzmaßregeln der später fommenden Anlage auf der Nichtausführung dieser Bestimmung des Gesetzes, zuleiten empfiehlt. ein Magiftratsmitglied werde erlegt; mehr will die Telegraphenverwaltung auch nicht erreichen. welche, wie ich noch immer hoffe, am 1. April d. J. fich gegen ein Statut sträuben, das auf dieser Grundlage zu Abg. Bödiker: Wenn die Ansprüche der Telegraphen- Ber- in Kraft treten wird. Die Abseyung hat nichts genügt, sondern Stande täme. waltung nicht festgestellt sind, dann werden sie am besten durch nur die Entscheidung um 14 Tage verzögert. Der Referent hat Stadtrath Weigert: Der Magistrat hat dieselbe Theildie ordentlichen Gerichte festgestellt; deshalb empfiehlt sich mein sich in Einzelheiten vertieft; ich sehe die Frage aus größeren nahme für die Handlungsgehilfen und Lehrlinge, wie die Antrag Antrag mehr als der Antrag von Bar. Gesichtspunkten an. Seine Ausführungen, wie die Existenz einer steller, welche eine weitere Einschränkung der Sonntagsarbeit beAbg. Schrader: Der Staatssekretär hat wieder vergessen großen Bahl Gewerbetreibender durch die Annahme unseres An- fürworten; er hat aber auch die Unternehmer und die Konsu zu verlesen, daß die Kosten der späteren Anlage erlassen werden trages gefährdet werden wie überhaupt ein ganz unleidlicher menten ins Auge zu fassen. Die Unternehmer sind die Säule des fönnen, wenn es sich dabei um ein öffentliches Interesse Bustand herbeigeführt werden würde, wenn weniger als 5 Stunden Bürgerthums, die uns die Steuern aufbringen; fie müssen ebenso handelt. Sonntags gearbeitet wird, erinnerte wirklich an die Klage der berücksichtigt werden, wie die Konsumenten, denen man die Ge Der Antrag Bödiker wird darauf mit großer Mehrheit an- Lohnkutscher und Fuhrherren zur Zeit der Einführung der Eisen- wohnheit, am Sonntag einzukaufen, nicht ohne Weiteres auss genommen. bahnen,( Stadtv. Sa ch 3 II: Das ist nicht neu!) Neu ist es treiben kann. Von fofort" steht nichts im Gesetz. Die Selbsts Nach§ 7b erlangt das Reich durch dieses Gesetz teine weiter nicht, aber das Neue, was Sie bringen, ist niemals gut.( Heiter verwaltung steht nicht auf dem Spiel, wenn wir oder die Polizei gehenden Rechte als die bisher bestehenden auf die Verfügung teit.) Die Auffassung des Ausschusses über unsern Antrag wird die 5 Stunden bestimmen. Der Antrag Langerhans steht dem über fremden Grund und Boden. vollinhaltlich gekennzeichnet durch einen Ausspruch eines Ausschußantrag nicht entgegen. eines Ausschußantrag nicht entgegen. Er dürfte doch nicht so schnell Abg. Hammacher erklärt, daß diese Bestimmung nur auf- Gegners unseres Antrags: Ueber der Sonntagsruhe des Per- feine Erledigung finden; die kaiserliche Verordnung, welche die genommen sei, um Beunruhigungen zu vermeiden. sonals steht die Existenz des Unternehmerthums. Wir halten neuen Bestimmungen in Kraft seßt, tann aber sehr bald fommen. diese Existenz für nicht im Mindesten beeinträchtigt, und wäre es Stadisyndikus Eberty: Weil wir noch nicht wissen, wie der Fall, so kann das Unternehmerthum diese kleine Beeinträch auch nur die ohne Weiteres in Kraft tretenden Vorschriften der tigung eher vertragen als das Personal. Die Argumente, deren Gewerbenovelle in Ansehung der Sonntagsruhe wirken werden, Sie sich gegen den Antrag bedienen, zeigen, daß Sie den Stand- nehmen wir Anstand, weitere Beschränkungen im Augenblick vor Nach§8 sollen die Vorschriften dieses Gefehes auch für punkt verlassen, welchen Sie sonst mit der Betonung Ihrer zuschlagen. Rechte der Selbstverwaltung geben wir damit nicht Bayern und Württemberg gelten. Arbeiterfreundlichkeit einnehmen. Da ist zunächst der Einwand, auf. Der Stadtv. Singer hat fein Recht, einzelne Mitglieder Abg. Graf Arnim tritt für diesen§ 8 ein, weil dadurch die daß man abwarten müsse, wie die 5 Stunden Sonntagsbeschäftigung des Magistratskollegiums, wie mich und Herrn Weigert, in der Reservatrechte Bayerns geschützt werden. wirken, daß man es ev. immer noch in der Hand habe, durch Ortsstatut Weise, wie geschehen, zu stigmatisiren; diese Aeußerung war Abg. Schrader empfiehlt den Antrag v. Bar, wonach die weitere Einschränkungen zu beschließen. Diesen Einwand möchte allerdings nicht für uns, sondern für weitere Kreise bestimmt. Bestimmungen dieses Gesetzes auf Bayern und Württemberg feine ich auf das allerbestimmtefte zurückweisen. Von allen Parteien, Stadtv. Scheiding giebt dem Kollegen Singer hinsichtlich Anwendung finden sollen. Wenn man ein Reichs- Telegraphen- auch von der freisinnigen, ist im Reichstage anerkannt worden, der Auffassung der Reichstags- Verhandlungen vollständig Hecht, monopol schaffen wolle, dann solle man zu gleicher Zeit für daß man die in Nede stehende Berechtigung der Gemeinden nicht fann aber für seinen Antrag doch nicht stimmen, da er bezüglich Bayern und Württemberg ein Staats- Telegraphenmonopol nicht aufgenommen hat, um denselben Zeit zu lassen, Erfahrungen zu der Engros- und Bankgeschäfte zu weit gehe. Am besten fei, den schaffen. Dazu sei der Reichstag nicht da und auch gar nicht sammeln, sondern mit der ausdrücklichen Motivirung, daß die Antrag Langerhans anzunehmen. Den Vorschlag des Magistrats berechtigt. Diese Refervatrechte müßten doch über kurz oder lang Gemeinden sofort von diesem Recht Gebrauch machen follten. habe man allerdings nicht erwarten tönnen; er gebe fallen. ( Widerspruch.) Der freisinnige Mann, der an der Spitze der den Handlungsgehilfen, Hausdienern 2c. nur eine zerrisseneSonn fog. Verschlechterungskommission bei der Gewerbenovelle stand, der tagsruhe, die nichts nühe. Man solle den Ausschußantrag unter Abg. Gutfleisch hat mir gestern im Reichstage unverhohlen aus allen Umständen ablehnen. gesprochen, daß er nicht begreifen fönne, daß die von uns ver Ein Schlußantrag wird angenommen. langten Einschränkungen so langsam vor sich gehen und daß Stadtv. Singer erbittet auf Grund des§ 47 der Ge Berlin es sich nehmen lasse, in dieser Beziehung die erste zu sein. schaftsordnung das Wort als Antragsteller. Ein anderes Zeugniß, welches ich in Bezug nehme, ist das des Borsteher Stry d erklärt, daß er mit der Abstimmung über Magistratsvertreters Eberty; dieser hat die allgemeine Ueber den Antrag Langerhans die Angelegenheit heute als erledigt an zeugung von der Nothwendigkeit der Sonntagsrube" als Rede- fehe, fodaß es zu einer Abstimmung über den Antrag Singer floskel bezeichnet. Wir machen ja leider die Erfahrung, daß was vorerst gar nicht kommen würde. Wenn die Sache bis zur Bes Ihre Parteigenossen im Reichstag ausführen, von der Mehrheit schlußfassung gediehen sei, werde der Antragsteller das Wort er hier so bezeichnet wird; deshalb aber dürfte es von den Gesetzgebern nicht auch als bloße Redeslostel betrachtet worden sein.Es soll ferner ein Eingriff in das persönliche Recht sein, wenn auch die ohne Personal arbeitenden Geschäftsleute schließen müssen. Bis zu einem gewissen Grade geift jedes Recht in die Borsteher Stryd entgegnet, daß nach seiner Auffassung die persönlichen Rechte des Einzelnen ein; aber ganz abgesehen davon Berathung über den Antrag nicht geschlossen sei; dieser schwebe begreife ich nicht, wie man diese Vorschrift des§ 41 a der Ge- vielmehr noch und darum könne er das Wort jetzt nicht geben. werbe- Ordnung gegen eine weitere Beschränkung der Sonntags- Stadtv. Singer bemerkt persönlich: Stadtrath Eberty ist arbeit verwerthen will. Es sollte mit§ 41a nur eine Gleich zu einem Urtheil darüber, für welche Kreise ich spreche, nicht ( Etat stellung derer, welche Personal halten, mit denen herbeigeführt kompetent; für welche Streife ich spreche, weiß einzig und allein werden, welche ohne Personal arbeiten, damit lettere nicht eine ich und zwar am allerbesten zu beurtheilen. Herrn Langerhans die Andern schädigende Konkurrenz machen können. Sie habe ich zu bedeuten, daß ad calendas graecas nicht eine Ber weisen auch nicht aus diesen Gründen unsern Antrag zurück, son- tagung auf lange Zeit, sondern auf den Nimmermehrstag be dern weil Sie überhaupt die Sonntagsarbeit nicht auf das deutet, auf den Tag, an dem Ostern und Pfingsten zusammen Maß einschränken wollen, welches nöthig ist, um eine angemessene fallen. Abg. Bödiker erklärt, daß unter Grund und Boden auch die Häuser zu verstehen seien. Abg. Schrader hält die Bestimmung für überflüssig. § 7b wird angenommen. Bayrischer Bevollmächtigter Landmann erklärt sich gegen den Antrag v. Bar; durch denselben wolle man nur die bayerische und württembergische Regierung indirekt zwingen, auf ihre Reservatrechte zu verzichten; einem solchen Versuch wird der Reichstag in seiner jezigen Mehrheit wohl nicht zustimmen. Württembergischer Gesandter von Moser schließt sich den Ausführungen des bayerischen Vertreters vollständig an. Abg. v. Vollmar: Von großer Tragweite ist die ganze Sache nicht; es ist deshalb eigentlich zu verwundern, weshalb mit solchem Eiser für den§ 8 gekämpft wird. Wenn die bayerische und württembergische Regierung nur in anderen Punkten so tapfer wären. bg. von Gagern( 3.) tritt für die Annahme des Kommissionsbeschlusses ein. Nach einer furzen Bemerkung des Abg. Schrader wird die Debatte geschlossen. Der Antrag von Bar wird abgelehnt und der§ 8 in der Fassung des Kommissionsvorschlages angenommen; ebenso der Rest des Gesetzes. Schluß 6 Uhr. Nächste Sigung Freitag 1 Uhr. des auswärtigen Amtes.) Kommunales. Stadtverordneten Versammlung. Deffentliche Sigung vom Donnerstag, den 3. März, Nachmittags 5 Uhr. halten. Stadtv. Singer beruft sich nochmals auf die Geschäftss ordnung, die ihm das Recht gebe, nach geschlossener Berathung, nicht erst vor der Abstimmung das Wort zu erhalten. und ausreichende Erholung zu ermöglichen. Wir sind fest über- Der Antrag Langerhans wird mit 90 gegen 17 Stimmen zeugt, wenn die Sonntagsbeschäftigung so gelegt wird, wie wir angenommen. Dagegen stimmen Sozialdemokraten und Bürger fie vorschlagen, werden sich in furzer Zeit die Verhältnisse so partei sowie Stadtv. Bortmann. geregelt haben, daß Niemand einen Schaden davon hat, und die Nach dem Vorschlage des Magistrats soll in Abtheilung VIII rührende Besorgniß, daß man im Interesse der ärmeren Be- des Bebauungsplans westlich und parallel der Jagowstraße eine völkerung, die nur Sonntags einkaufen kann, die Leute länger neue Straße 35 a aufgenommen werden, für welche der Alt Ats Nachtrag zu der 42 Nummern umfassenden Tagesordnung arbeiten lassen muß, ist wirklich ganz unnöthig, da die drei Moabit 71 wohnhafte Rentier Gericke, Besitzer des von der ist eingegangen die Petition, welche an die beiden Häuser des Stunden, die wir für die Tetailgeschäfte offen lassen, dafür projektirten Straße durchschnittenen Terrains, die unentgeltliche Landtages in Betreff des Polizeikoften- Gesetzes abgesandt werden völlig ausreichen. Die Bezugnahme auf die Speditions- und lastenfreie Auflassung des erforderlichen Straßengrundes, die soll. Der Gegenstand wird vorweg verhandelt, uachdem Stadtv. geschäfte zeugt von absolutefter Unkenntniß der Verhältnisse. Regulirung, Pflasterung und Entwässerung, sowie für 4 Jahre Singer beantragt hat, auch die Nr. 26 der Tagesordnung, Seit Jahren wird auf diesem Gebiet versucht, dem Unfug die Unterhaltung, Beleuchtung, Reinigung und Besprengung der den dringlichen Antrag betr, der Arbeitslosen, vorab zu ver- zu steuern, daß Sonntags abgerollt wird; was in dieser Straße angeboten hat. handeln. Beziehung geschieht, wird nur durch fortwährende Zahlung von Die Vorlage wird angenommen. tommen. Die Stadtverordneten- Versammlung wolle beschließen, den Magistrat zu ersuchen, schleunigst durch Ins angriffnahme städtischer Erd- und Baus arbeiten dafür Sorge zu tragen, daß die in Berlin befindlichen Arbeitslosen sofori Beschäftigung erhalten. Stadtv. Singer: Unser dringlicher Antrag ist den Vor Die Petition wird en bloc ohne Debatte angenommen. Gegen Polizei- Kontraventionsstrafen erreicht. Engros- und Export- Von den Stadtvv. Singer und Genossen ist am Freis die Borwognahme der Berathung des dringlichen Antrages erhebt geschäft wird nicht leiden, wenn Sonntags nicht mehr abgerollt tag, den 26. Februar, folgender dringliche Antrag eingebracht Stadtv. Spinola Widerspruch. Die Petition müsse heute werden darf; man wird dann Sonnabend Abend abrollen. Be- worden: Abend noch abgesandt werden; so dringlich aber sei der Antrag denken Sie doch, daß es in Berlin Taufende von HandlungsSinger nicht. Zur Verhandlung werde er heute zweifellos gehilfen giebt in den Kolonial, Bigarrengefchäften u. f. w., die Tag für Tag 16-18 Stunden arbeiten müssen; diesen den freien Stadtv. Singer: Wenn Herr Spinola überhaupt die Sonntag Nachmittag zu gewähren, ist ein Wert wenn nicht der Absicht hat, den Antrag heute zu verhandeln, so ist es doch Gerechtigkeit, so doch der Menschlichkeit. Alle diese Einwände ziemlich gleichgiltig, ob er um 3/46 oder um 1/28 verhandelt wird. also wiegen federleicht gegen den immenſen Vortheil, Ich halte aber auch aus einem anderen Grunde an meiner Bitte den Tausende von Bürgern durch unsern Antrag erlangen. fest. Der Antrag ist als dringlicher eingereicht und es ist der Höchstens eine Handvoll Geschäfte werden augenblicklich eine gängen entsprungen, welche hier in Berlin vor einigen Tagen Versuch gemacht worden, mit der Mitwirkung des Vorstehers fleine Unbequemlichkeit haben; da sollte die Entscheidung doch gespielt haben. Natürlich fann es nicht meine Absicht sein, in den Antrag noch vor dem heutigen Tage zur Verhandlung zu nicht schwer fallen. Wenn Herr Meyer I bei der ersten Lesung eine Untersuchung einzutreten über die Frage, wem an diefen bringen, wie wir es als in der augenblicklichen Lage begründet ausführte, daß die jungen Leute in den Bank- und Handels- bedauerlichen Vorgängen eine Schuld beizumeffen ist. Was wir erachteten. Der Vorsteher hat indeß von seinem Rechte der Be- geschäften die glücklichsten Menschen feien, so zeugt das nicht von mit unserm Antrag beabsichtigen, ist, gegenüber den Zuständen rufung einer außerordentlichen Sitzung feinen Gebrauch gemacht, einer ausgereiften Erkenntniß der Dinge; diese jungen Leute wie sie sich in diesem Winter herausgebildet haben, noch einmal und so mußte der Antrag heute auf die Tagesordnung kommen. würden immerhin noch mit den Rechtsanwälten und Justiz an die Versammlung zu appelliren, noch einmal zu verfuchen, Da würde es der Sachlage vollkommen entsprechen, wenn ein räthen in aus der Noth des Tages heraus gestellter Antrag 3 siner Beit Statt unserer Versammlung tauschen.( Seiterkeit.) dasjenige Mittel, welches wir als das zweckmäßigste und einzige voran zu marfchiren lehnt die städtische städtische Be ansehen, um der Arbeitslosigkeit zu steuern, hier zur Geltung besprochen wird, wo die ganze Versammlung noch in der Lage hörde ab, den fozialpolitischen Gedanken der Erweite- bringen. Denn darüber tann fein Zwei, el sein, daß die in Berlin ist, ihre Sympathie oder Antipathie für den Antrag gelten läßt es anderen Städten, diesen Weg zu beschreiten. In Frankfeit doch in Verbindung mit den Borgängen zu bringen ift, der Sonntag cube nutzbar zu machen, und über leider in so überaus großem Umfange vorhandene Arbeitslosig zu machen. Die Borwegnahme der Berathung wird abgelehnt. In die Steuerdeputation wird Stadtv. Dr. 3 adet ge Frankfurt hat der Magistrat ein Ortsstatut vorgeschlagen, nach auseinandergehalten werden die Vorgänge an den Vormittage wählt; für die Wahl in die Straßenreinigungs- Deputation erhält dem eine Bürgermeister- Konferenz für Frankfurt und die um- und die Szenen, die sich des Abends abgespielt haben. Stadtv. Bogtherr 12 Stimmen; gewählt wird Stadtv. liegenden Städte 3 Stunden für Ladengeschäfte, 2 Stunden für glaube, ich habe in dieser Versammlung nicht nöthig, nur Plischte mit 78 Stimmen. Engrosgeschäfte vereinbart hatte. Das Statut ist voracleat und Wort darüber zu verlieren, daß teine organisirte Partei, möge fie einen Namen haben, welchen sie wolle, verantwortlich gemacht werden kann für das wüste Treiben, zu dem in einer großen Etadt immer eine genügende Anzahl von Menschen sich bereit findet. Dagegen stehen aus der anderen Seite die Vorgänge, die am Vormittage zu einem formirten Zuge der Arbeitslosen geführt haben, veranlaßt durch die Meinung, die ich nicht theile, die aber in vielen Herzen und Köpfen der Arbciterbevölkerung vor- handen ist, daß man dadurch, daß man vor das Rathhaus oder das Schloß zieht und die Roth und das Elend der Arbeitslosigkeit zeigt, Hilfe zu erhalten glaubt. Wer die Verhältnisse kennt, wie sie sich in diesem Winter hier gestaltet haben, muß zugeben, daß durch die wirthschaftliche Depression, durch das Darnieder- liegen von Handel und Gewerbe, verschuldet zum nicht geringen Theil durch die Steuer- und Zollpolitik, welche seit einigen Jahren in Deutschland eingerissen ist, durch die Mißernten und die durch die hohen Getreidezölle Herbeigeführte Vertheuerung der nolhwendigsten Lebensmittel(Zwischenrufe: Streiks!) ein Zustand gezeitigt wor- den ist, der seinen grauenhaften Ausdruck in dieser unerhörten Arbeitslosigkeit findet. Ich beabsichtige, diese Frage rein von diesem Standpunkte aus zu behandeln, wollen Sie diesen Ton weiter führen, so unterlassen Sie die Zwischen- rufe; die Streiks haben damit gar nichts zu thun. (Rufe: Ja wohl! Lärm.) Wenn Sie glauben, daß die Streiks dabei nntgewirkt h&ten, so müßte doch nach ihrer Beendigung vermehrte Arbeitsgelegenheit da sein. Ich wünsche also diese Diskussion frei zu halten von parteipolitischen Aus- sührungen und werde nur antworten, wenn Sie mich dazu zwingen, dann aber auch Ihnen nicht eine Erwiderung schenken. (Unruhe. Vorsteher Stryck bittet den Redner nicht in diesem Ton z» der Versammlung zu reden.) Ich glaubte, nur die Worte, nicht der Ton nnlerständen der Disziplinargewalt des Vorstehers.(Vorsteher Stryck: Das müssen Sie mir über- lassen, vorläufig sind Sie noch nicht Vorsteher, sondern ich bins.) Wir stehe» also vor ernsthaften Verhältnissen und diese legenden Ver- tretungskörperschaften auch besondcrePflichten auf. JmNovember,als wir die Verhältnisse sich zuspitzen sahen, stellten wir den Antrag, die städtischen Behörden möchten vor Allem für Arbeit sorgen. Der Magistrat meinte, diesen Weg nicht betreten zu können; es wurden Summen ausgeworfen zurUnlerstützungdcr Privativ ohlthätigkeit, die Armenunterstützung wurde erhöht, das Asyl vergrößert. Alle diese Maßregeln reichen nicht entfernt aus, das haben die Thatsachen bewiesen. Sie müssen zugeben, daß die Leute, die Vormittags in großen Versammlungen zusammenkommen konnten, keine Arbeit haben._(Gelächter und stürmischer Widerspruch.) Sie wollen doch erst einmal das Gegcniheil beweisen! Wir haben es also hier mit wirthschaftliche» Verhältnissen zu thun, die zu einer großen Kalamität führen können. Alle Unterstützung und Privativohlthätigkeit, so gut sie ge- meint ist, kann das Uebel nicht aus der Welt schaffen; die einzige Möglichkeit, diese Mißstände erheblich abzumlldern, ist die Schaffung von Arbeit. Damit wird auch die Frage, ob die Leute arbeiten wollen, praktisch gelöst, denn wollen sie nicht, so haben sie nicht mehr den Ausweg der Behauptung, es gebe keine Arbeit. So lange das nicht geschieht, hat Niemand das Reckt einen Arbeitslosen zu verurtheilen, zum Unglück den Spott zu fügen.(Widerspruch und Zustimmung.) Wir glauben, daß Arbeit zu schaffen ist, wir halten es für vortheilhafter für die Gemeinde, daß sie die in ihrem Bereich liegenden Arbeiten de- schleunigt, um die Arbeiter, soweit es geht, steuerfähig zu er- halten, in den Reihen der bürgerlichen Gesellschaft zu erhalten und sie davor zu behüten, der öffentlichen Armenpflege anHeim zu fallen. Selbstverständlich wird man auch von einer so großen Kommune wie Berlin nichts Unmögliches verlangen, aber die Behörden können und werden sich der Verpflichtung nicht entziehen, nach Lage der Verhältnisse das denkbar Möglichste zu leisten, um die Betroffenen über Wasser zu halten. Es können solche Arbeiten vorgenommen werden und viele Arbeiter vorübergehend Beschäftigung erhalten. Es ist zunächst die Möglichkeit gegeben, mit den Erdarbeiten am Urban, auf die schon im November der'Oberbürgermcistpr hinwies, in größerem Umfange vorzugehen; es kann die Vergrößerung des Asyls in größerem Umfange in Angriff genommen werden; bei der neuen Schule in der Stcphanstraße sind sehr bedeutende Erdarbeiten erforderlich; bei den Wasserwerken arbeitet nur die halbe Mannschaft; eine Anzahl Brückenbanten sind beschlossen. Auch bei der Pflasterung und Strabenreinigung läßt sich mehr Arbeitsgelegenheit schassen. Desgleichen läßt sich die Pferdebahn anhalten, die konzessionirten Linien schneller zu baue». Ebenso können die Vorarbeiten zur neuen Handwerker- schule beschleunigt werden. Arbeit haben wir also. Wo ein Wille ist, da ist auch ein Weg. Ter Magistrat kann sicher seine Indemnität erhalten, wenn er hierbei die Etatsmittel überschreitet oder außcretatsmäßige Arbeiten »n Angriff nimmt. Einen Theil der Schuld trägt die allzu bnreaukratische Bauverwaltung. Die Stadt steht vor einer Aufgabe, die abzulehnen sie außer Stande ist. Seien wir doch einig darin, einer Noth abhelfen zu wollen, die Niemand leugnet! Die bloße Annahme des An- träges wird außerordentlich beruhigend und versöhnend wirken. Wenn beide Behörden zeigen, daß der ernste Wille vor- handen ist, Abhilfe zu schasse», so thun sie nicht blos ein Werk der Menschenliebe und Gerechtigkeit, son- dern auch der Klugheit, indem sie das Vertrauen in die städtische Verwaltung befestigen. Mit platonischen Vor- sicherungen, daß man bemüht sein werde, Abhilfe zu schaffen, reichen wir nicht; hier muß praktisch Hand angelegt werden, in absehbarer Zeit wenigstens, damit kein Mensch mehr den städtischen Behörden einen berechtigten Vorwurf machen kann, sondern Jeder, der arbeiten will, auch Arbeit findet! Bürgermeister Zelle: Mit der rücksichtslosen Verurtheilung der bestürzenden Auftritte, die unsere Stadt betroffen haben, wird wohl Jeder einverstanden fein. Die Schadenersatzansprüche, die geltend gemacht werden, lausen in die Tausende; damit hätte viele Roth gelindert werden können.(Sehr richtig!) Der Magistrat hat bereits, ohne auf die Anregung des Antr/iges zu warten, die nöthigen Schritte gethan, um über die Etatsmittcl hinaus Arbeitsgelegenheit zu schaffen(Beifall), in der Hoffnung, später Indemnität zu erlangen. Er tritt aber mit seinen Beschlüssen nicht hervor, um den Zuzug nach Berlm nicht zu verstarken. Seme Absicht geht ganz i» der Richtung des Antrages Singer. Er will so viel wie möglich thun. aber allerdings so wenig wie möglich T.«» ordnung. Die Aeußerung des_ Bürgermeisters genüge völlig, und auch der Anlragstellcller könne damit zu, neden sein Ei» unbedingtes Recht aus Arbeit könne die Ve�ammlung mchl anerkenne», jedenfalls aber nicht eme Pflicht der Commune, diese Arbeit unbedingt zu verschaffen. Die Tumulte der letzten"0che könnten dem Antrag keinen Vorspann leisten, denn die Thei- nehmer an denselben seien Arbeitslustige nicht gewesen.(Zu- Stimmung.) Die Streiks seien an den Zuständen nicht ganz un- Stadtv. S p i n o l a(gegen die Tagesordnung) empfiehlt die Ueberweisung an den Etatsausschuß._. I» na n, entlicher Abstimmung, beantragt von Singer »i. Gen., wird der Uebergang zur Tagesordnung mit 67 gegen 14 Stimmen beschlossen. Schlust SVs Uhr. Uolterles. Wie vielen unserer Leser erinnerlich sei» durfte, be richteten wir im vorigen Jahre, daß einer unserer Genossen, als er im Lokale des Herrn Buschke, Ostbahnhof 4, für streikende Arbeiter sammelte, von dem Genannten des Lokals n, verwiesen wurde. Herr Buschke hat sich daraus wenig über allzu regen Besuch von Seiten der Arbeiter zu beklagen gehabt. Noch mehr Unwillen aber erregte folgender Fall: In demselben Hause wohnt der Genosse Tischler Stege; dieser kam eines Abends spät nach Hause und entschloß sich, da er die Hauslhür ver- schloffen fand, durch das Lokal zu gehen. Hier ent- wickelte sich ein Gespräch, in dessen weiterem Verlauf sich Stege einer Majestätsbeleidigung schuldig gemacht haben soll. Anzeige wurde von dem Vorgefallenen der Staatsanwalt- schaft durch einen mitanwesenden Bahnbeamten Namens Fiebig gemacht. Als Hauptbelastungszeuge trat Herr Buschke mit ans. Genosse Stege, welcher als ein durchaus ruhiger Parteigenosse gilt, stellte die ihm zur Last gelegte Aeußerung ganz energisch in Abrede, Er wurde jedoch zu IV« Jahr Geiängniß verurtheilt. Nicht genug damit, hat Herr Buschke das Bcdürsniß, weitere Lorbeer» zu sammeln, er hat nun auch die Frau des inhaftirten Genossen wegen einer angeblichen Beleidigung vor den Schiedsrichter gefordert und dort eine von der Frau zu veröffentlichende Ehrenerklärung im„Vorwärts" verlangt. Unter dem Drucke der augenblicklichen Verhältnisse hatte die Frau einem solchen Verlangen stattgegeben, später jedoch aus nahe- liegenden Gründen ihr Versprechen nicht in Erfüllnng gebracht. Der in der Sache fungirende Schiedsrichter, dessen Name uns augenblicklich nicht bekannt ist, hat sich veranlaßt gesehen, bei der Frau persönlich vorzusprechen und ihr das abgegebene Versprechen in Erinnerung zu bringen. Frau Stege, welche die angebliche Beleidigung ganz entschieden in Abrede stellt, wünscht, daß sich diejenigen Genossen, welche bei dem Wortwechsel zwischen ihr und dem Herrn Buschke zugegen waren, bei dem Genossen Röhn, Lichtcnbergcrstr. IS, melden möchten. Der Wahlverei» deS 5. ReichStagS-WahlkreiseS hielt am 27. v. Mts. sein Stiftungsfest im Saale der Brauerei König- stadt ab. Der Vorstand des Vereins hatte den Saal geschmack- voll dckoriren lassen, leider aber mußte den Festtheilnehmcrn die Mittheilung gemacht werden, daß die— Polizei gegen die De- koration sehr viel einzuwenden gehabt hatte. Die polizeilichen Bedenken hatten schließlich einen solchen Umfang angenommen. daß dem Vorstand bedeutet wurde, die Saaldekoration müsse ent- fernt werden, sonst werde die Polizei die Abhaltung des Ver- gnügens nicht gestatte», Da der Wunsch der Polizei dem Vor- stand Befehl»vor, wurde die Dekoration herabgenommen und dadurch erst war die Abhaltung des Festes möglich geworden. Was hätte aber auch nicht alles passiren können, wenn die staatsgefährliche Dekoration nicht entfernt worden wäre...!Der Reichstags-Abgeord- nete Genosse Auer hielt die Festrede, die eine begeisterte Aufnahme fand. Der Redner führte ans, daß man in den Tagen des großen Notbstandes und der damit verbundenen Ercigniffe, welche die Augen der ganzen Welt auf die Berliner Arbeiter gerichtet hätten, erst recht kaltes Blut und klaren Kopf bewahren müsse. Die Berliner Arbeiter seien zum Glück von einer Disziplin beseelt, die es ausschließen lasse, daß ihre Gegner ihnen auch nur die geringste ungesetzliche Handlung unterschieben könnten. Die Hungrigen ließen sich allerdings nicht durch den Schutzmanns. säbel satt machen, aber es sei nicht daran zu denken, daß die Kapitalswirthschaft auf dieses Mittel verzichte. Die Berliner Arbeiier würden sich aber durch keinerlel Provokationen aus ihrer Reserve herausdrängen lassen, zumal die Macht noch auf der Seite der Gegner sei. Dafür aber müffe unablässig gearbeitet werden, daß die Macht des Wissens mehr und mehr die Massen durchdringe. Das sei die beste Agitation für die Ziele der sozialistischen Partei. Die Machtverhältnisse seien oft Plötz- lichen Veränderungen unterworfen, wie dem aber auch sei: komme die Sozialdemokratie zur Macht, dann werde der Mensch erst als Mensch leben, als Mensch sterben können und überhaupt als Mensch behandelt werden.— Nachdem sich der Beifall, welchen die Rede entfesselte, gelegt hatte, trat der Frohsinn in seine Rechte. Der Arbeiter-Gesangverein„Vorwärts" erfreute die Theilnehmcr durch zahlreiche vortreffliche Vorträge und ein ge- müthlicher Tanz gestattete erst beim Anbruch des Morgens den „Kehraus".— Das Fest war ein so gelungenes, daß kommendes Jahr für eine— geeignetere Saaldekoration gesorgt werden soll.... Daß längst Verstorbene in dem Personalregister der Polizei noch Jahre lang ein vergnügliches Dasein führen, scheint in Berlin nicht eben zu den Seltenheiten zu gehören. Im Anschluß an einen von unS dieser Tage mitgetheilten Fall, wonach der Vater wegen des Unterlaffens des Jmpsens seines längst ver- storbenen Kindes polizeiliche Weiterungen gehabt hat, schreibt uns einer unserer Abonnenten: Im Jahre 1883 wurde mein im Jahre 1888 geborenes Töchterchen impfpflichtig. Das Kind war kränklich, die Impfung erschien deshalb nicht rathsam und so unterließ ich dieselbe. Am 13. Juli 1889 starb das Kind. Die Meldung über den Tranerfall wurde von mir in der vom Gesetz vorgeschriebenen Weise erstattet. Z» meinem Erstaunen erhielt ich im Laufe des Jahres noch zwei Mal die polizeiliche Auf- forderung. das bereits verstorbene Kind impfen zu lassen. Da die Aufforderungen in meiner Abwesenheit abgegeben wurden, hat meine Frau zedcs Mal dem Schutzmann gesagt, daß das Kind längst verstorben sei. Das hat aber Alles nichts geHolsen. Im Monat Januar 139(1 erhielt ich ein Strafmandat wegen unterlassener Impfung respektive unterlassenen Nachweises der Befreiung vom Impfen u. s. w. in der Höhe von 3 Mark oder einem Tag' Haft. Jetzt mußte ich nun erst ein Schreiben an das Polizeipräsidium richten, in welchem ich den Sachverhalt klar legte, zugleich aber um schriftlichen Bescheid ersuchte, ob von dem Inhalt meines Briefes polizeilicherseits Notiz genommen worden sei, da man ans neuerliche Mittheilungen nicht reagirt habe. Nach einiger Zeit trat wieder ein Schutzmann bei uns an und brachte münd- lichen Bescheid. Ich erkundigte mich, weshalb ich keine schrift- liche Antwort erhalten hätte. Der Schutzmann erklärte: schrift- lichen Bescheid giebt das Polizeipräsidium nicht! Damit war die Sache abgemacht. Später habe ich mir gesagt, daß es gar nicht nothwcndig war, dem Präsidium die nölhige Aufklärung zu geben, ich hätte einfach gegen das Strafmandat Widerspruch erheben sollen. Dann wäre die Sache vor dem Schöffengericht zur Verhandlung gekommen und ich hätte in öffentlicher Ver- Handlung die Beweise dafür erbringen können, daß auch die Polizei zu irren im Stande ist. Der„Verein für nnr Kurbelstepperinneu" veranstaltete am Sonnabend, den 27. Februar, in den Räumen des City- toteis einen Ball. Der Besuch war sehr zahlreich; ein reizender amcnflor belebte die Räume und das Fest verlies in animirtester Stimmung. Ter Schriftsteller Otto Glagau ist gestorben. Die Blätter seiner Partei widmen ihm folgenden Nachruf:„In rastloser Ar- beil hatte der Verstorbene sich durch eigene Kraft emporgearbeitet und sich durch Herausgabe seines„Börsen- und Gründungs- schwindelS" in den weitesten Kreisen bekannt gemacht. Er ließ diesem größten seiner schriftstellerischen Werke bald andere Bücher folgen, von denen unter anderem„Des Reiches Roth" und „Deutsches Handwerk und historisches Bürgerthum" mehrere Auf- lagen erlebten. Otto Glagau war am 16. Januar 1834 j» Königsberg i. Pr. geboren und seit 28 Jahren in Berlin an- sässig, wo er zuerst an der„National-Zeitung" als Mitarbeiter thätig war, später aber sich ganz selbständig machte und vom Jahre 1889 ab die Zeitschrift:„Der Kulturkämpfer" herausgab." Der Aufklärung bedürftig ist folgender Vorfall, welcher der„Voss. Ztg." aus Landsberg a.W. gemeldet wird: Zu Weih- nachten vor. Js. kam der Buchdrucker Gustav Milte aus Lands- berg a. W., der dort kurz vorher in der Buchdruckerei von Schneider u. Sohn ausgelernt hatte, nach Berlin, um bei der Finna Gronau in Stellung zu treten. Seit dem 23. Dezember. an welchein Tage er einige Stunden gearbeitet hatte, war er ver- schollen. Am 23. Februar wurde Wrlke am Salz-Ufer bei Char- lottenburg als Leiche aus dem Waffer des Kanals aufgefischt. Jeder, selbst der kleinste Anhalt, fehlt bis jetzt darüber, auf welche Weise Wilke ums Leben gekommen ist. Der Vater und der Onkel des Unglücklichen richten daher das Ersuchen an alle Buchdrucker, die Wilke's Bekanntschaft gemacht haben sollten, ihnen Mit- theilung über etwaige Aeußerungcn des W., sowie über den Ge- wüthszustand desselben zukommen lassen zu wollen. Die Adresse des Vaters lautet: Zimmerer Ferdinand Wilke, Landsberg a.W., am Wall Nr. 39; des Onkels: Gastwirlh C. Wilke, Berlin L., Fürstenstr. 10. Eine geheimnistvolle Geschichte, bei der es sich möglicher- weise um einen zweiten Fall Zastrow-Corny handelt, spielte sich heute früh gegen 6 Uhr in dem Hause Blücherstr. 37 a ab. Der Sachverhalt ist der folgende. Als um die angegebene Zeit ein etwa dreizehnjähriger Zeitungsausträger, Namens Kolbcrg, sich nach den oberen Etagen des genannten Hauses begeben wollte, um seine Zeitungen abzuliefern, fand er plötzlich im dritten Stock einen Mann vor, der mit Soldatenmantel und Militärmütze bekleidet war und sich wie lauernd in die dunkle Ecke des Podestes gedrückt hielt. Beim Erscheinen des Knaben sprang der Un- bekannte, der, anscheinend um sich unkenntlich zu machen, den Kragen über das Gesicht gezogen hatte, auf denselben zu und ver« setzte ihm, augenscheinlich um ihn zu betäuben, mit einem dicken Stock einen wuchtigen Hieb über den Kopf. Eine dicke Pelzmütze, die der Junge trug, verhinderte die beabsichtigte Wirkung, so daß der Getroffene, laut um Hilfe rufend, die Treppen hinunter flüchten konnte. Sein Angreifer folgte ihm dicht auf den Fersen bis ins Vestibül des Hauses, riß dort die Korridorthür auf und rannte, da sich inzwischen infolge der gellenden Hilferufe des Jungen Bewohner des Hauses im Flur zeigten, über den Straßen- dämm und dem Eingange der schräg gegenüber liegenden Kaiser Franz Grenadierkaserne zu, wo er verschwand. Der von Schreck und Schmerz völlig überwältigte Knabe gab, nachdem er sich einigermaßen erholt, an, daß er diesen Unbekannten in den gleichen Uniformstllcken bereits am Morgen des verflossenen Sonntags in demselben Flur gesehen habe, ihm aber, ohne direkt angegriffen worden zu sein, entschlüpft sei. Dasselbe bestätigte bald darauf ein Milchjunae, der den Unbekannten bei eventueller Konfrontation wiederzuerkennen vermeinte. Seitens eines im Senannten Hause wohnenden Herrn H. ist die Sache sofort der iolizei und der Militärbehörde zur Anzeige gebracht worden. Die über Berlin verhängte Hnndcsperre und die Art ihrer Handhabung wird in der„Neuen deutschen Jagdzeitung" einer längeren Kritik unterzogen, in der es u. A. heißt: Es würde fast vollständig genügen, wenn den auf die Straße ge- brachten Hunden ein das Beißen verhindernder Maulkorb angelegt und das Unterlassen dieser Vorsichtsmaßregel bestraft würde, und wenn die Verordnung erginge, daß ohne Maulkorb aufgefangene Hunde unter thierärztliche Kontrolle gestellt würden, während es ganz nutzlos, sogar direkt schädlich ist, Hunde monatelang auf die geringe Bewegung an einer Leine zu beschränken. Die Polizeibehörde hat nun noch angeordnet, daß jeder Hund auf der Straße an einer kurzen Leine geführt werden muß. Diese Vorsichtsmaßregel bietet gar keinen Schutz gegen Bisse Seitens toller Hunde, beraubt vielmehr nur den gesunden, an der Leine geführten Hund der ihm so noth- wendige» Bewegung und giebt dadurch zu allerlei Krankheiten Veranlassung, deren Symptome denen der Tollwuth mitunter ungemein ähnlich sind. Bekanntlich biegt ein toller Hund nie plötzlich nach rechts oder links ab. um zu beißen, sondern beißt nur nach Hunden und Menschen, die ihm in den Weg kommen, was doch der Leinenführer, der den Hund seitwärts neben sich hat, sicherlich nicht hindern kann. Sollte also der Maulkorb an sich vor einem Biß nicht schützen, so thnt es die Leine erst recht nicht.— Noch drakonischer als das Führen an der Leine ist aber die Verordnung, daß ein frei laufender Hund, selbst wenn er Maulkorb und Steuermarke trägt, unerbittlich auf 3 Monate ins Hunde-Asyl wandern und daß das Futtergeld für diese Zeit voraus- bezahlt werden muß. Das ist namentlich für ärmere Hundebesitzer sehr hart. Die Hundefänger dürfen, und ganz mit Recht, einen Unterschied nicht machen, sondern müssen, so lange diese Berord- nung besteht, jeden sreilausenden Hund einfangen, ganz gleich, ob sich in dem Moment des Erblickens erst die Leine vom Halsband oder dieses selbst löst, oder ob der Hund absichtlich schon seit Stunden freigelassen worden ist. Darum aber ist eine drei- monatliche kostspielige Beobachtungszeit noch nicht gerechtfertigt, es würde vollständig genügen, einen eingefangencn Hund drei bis fünf Tage in das Asyl zur Beobachtung zu schaffen, ihn aber dann dem Besitzer mit Auflage auszuliefern, ihn wöchentlich ein- mal von einem Thierarzt untersuchen zu lassen. Aber auch hier- für ist ein dreimonatlicher Zeitraum viel zu ausgedehnt und viel zu theuer. Das Thierasyl wird Tausende von nicht eingelösten Hunden, oft die Lieblinge und einzigen Freunde der Armen, tödten müssen. Die Hundesperre dehnt sich jetzt immer weiter aus und muß nach einer Berfügung des Regierungspräsidenten in Potsdam in allen Ortschaften in Kraft treten, welche bis vier Kilometer von der Berliner Weichbildgrenze entfernt sind. Verschont von der Hundesperre bleiben nur die Jagdhunde, so lange sie sich im Jagdrevier aufhalten und die zum Biehtreiben benutzten Hunde, doch unterliegen dieselben außerhalb ihrer Thätigkeit auch den Bestimmungen über die Hundesperre. Die Hundesperre für die Vororte bis vier Kilometer von Berlin bleibt vis zum 27. Mai d. I. in Kraft. Berliner Ashlverei» für Obdachlose. Im verflossenen Monat Februar 1892 nächtigten im Männerasyl 3694 Personen, davon badeten 2887 Personen, im Frauenasyl 1901 Personen, davon badeten 141 Personen. Achtung k Parteigenossen, welche an der Fortentwickelung des Sozialdemokratischen Wahlvereins iin IV. Berliner Reichstags- Wahlkreis Interesse haben, können sich Sonntag, den 6. März, Morgens 3 Uhr. im Lokal des Genossen Lock, Friedrichsberger- straßeil. zur Austragung von Flugblättem einfinden. Um zahl- reiches Erscheinen bittet der Vorstand. Polizeibericht. Am 2. d. M. Morgens wurde ein Ar- Heiter an der Ecke der Trist« und Torsstraße mit mehreren Schnittwunden am Vorderarm, die er sich anscheinend selbst bei- gebracht hatte, aufgesunden und nach Anlegung eines Verbandes nach der Charitee gebracht.— Vor dem Hanse Straußberger- -I r} 1 ltlutÖe Nachmittags ein Arbeiter von einem Nollwagen uberfahren und an den Füßen bedeutend verletzt. Vormittags fanden zwei kleine Brände statt.. GeriSiks-Ietkung; �er Anklage deS Betruges in vier Fällen und des Vergehens gegen die Konkursordnung stand gestern der Kauf- mann Karl Neumann vor der vierten Strafkammer des Land- gerichts I. Der Angeklagte hat im Mai 1389 eine Metallschrauben- Fabrik gegründet. Das Geschäft zeigte sich wegen zu geringer Mittel des Inhabers nicht lebensfähig, die Verlegenheiten des Angeklagten nahmen kein Ende und der Gerichtsvollzieher war ein häufiger Besucher. Nach anderthalb Jahren meldete der Angeklagte den Konkurs an. Geschäftsbücher wurden nicht vorgefunden, der Angeklagte behauptete, daß dieselben sich in einem Pulte befunden hätten, welches der Gerichtsvollzieher ihm kurz zuvor abgeholt. Der Letztere bestritt, daß er ein einziges Buch in dein Pulte gefunden, und der Gerichtshof nahm ebenfalls an, daß der Angeklagte seine Geschäftsbücher beseitigt habe, um verschiedene Unregelmäßigkeiten bei deren Führung zu verdecken. ES stellte sich denn auck heraus, daß der Angeklagte vier Genossenschaste- " banken um eine Summe von annähernd 8000 m. geschädigt| Schmucksachen gepumpt. Die Festnahme Krapf's soll bereits er-| Gewerkschaftskongresses in Halberstadt, sowie zur Besprechung hatte. Es fonnte ihm nachgewiesen werden, daß er sich den Kredit folgt sein. Der hoffnungsvolle junge Mann hinterließ übrigens über die Neuwahl von Knappschaftsältesten statt. durch falsche Vorspiegelungen verschafft hatte. Um bei einer Ge- so geht das Gerücht wie weiland Unkel Bräfig drei Bochum, 3. März. Das Organisationskomitee des sozia noffenschaftsbant Kredit zu erhalten, hat der Suchende u. A. Brauten". listischen Arbeiterfongresses in Zürich fordert im Verbandsorgan die schriftliche Erklärung abzugeben, daß er nicht bei einer Als eine Ente bezeichnet unser Hamburger Partei- Organ die Bergleute zur Einsendung von Anträgen seitens aller Arbeiter anderen Bank betheiligt ist. Diejenige Genoffenschaftsbant, Echo" die durch einen großen Theil der Presse gegangene Nach- verbände auf. welche die Wechsel eines Mitgliedes disfontirt, will sich durch richt, daß in Hamburg eine zum 29. Februar verbreitet geweſene Kölu, 3. März. Die Röln. 3tg." bestätigt die Nachricht, diefe Vorsichtsmaßregel einen Ueberblick über dessen Geschäftsumsatz Demonstration von Arbeitslosen infolge der tumultuarischen Vor- daß gegen sie wegen des Artikels mit der Ueberschrift:„ Ein verschaffen. Ferner wird jedem Mitgliede zur Bedingung gänge in Berlin abbestellt worden wäre. Nach unserem Bruder- frischer Bug" über die jüngste Rede des Kaisers Untersuchung gemacht, nur Geschäftswechsel und keine Gefälligkeitsaccepte dis organ ist an dieser Nachricht, welche auch von uns wiedergegeben wegen Majestätsbeleidigung eingeleitet wurde. fontiren zu lassen. Gegen beide Bestimmungen hat der An- wurde, tein wahres Wort. Wien, 3. März. Die bisher den hiesigen Arbeitslosen ge geflagte verstoßen, er erwarb die Mitgliedschaft bei vier Banken In Stade wurde am 1. März der Harburger Frauenmörder spendete Summe beträgt 77 000 Gulden. und half sich in Verlegenheit mit Gefälligkeitswechseln durch, von Hagemann hingerichtet. Paris, 8. März. Die Erklärung des Ministeriums, welche deren Acceptanten nach der Konkurserklärung des Angeklagten Beide Füße sind im Münchner Zentral- Bahnhof dem im Senat und in der Kammer verlesen wurde, verhehlt nicht die nichts zu haben war. Der Staatsanwalt beantragte gegen ihn Ablösewärter Häberlein abgefahren worden. bestehenden Schwierigkeiten und versucht ihnen entgegenzutreten. ein Jahr Gefängniß, der Gerichtshof erkannte auf sieben Monate leber Sen Affeffor und Landrathsamts- Verweser Die Regierung rechnet auf das Vertrauen einer festen Mehrheit. Gefängniß. Tübben in Landsberg wird im Gastwirthsgehilfen" Klage ge- Bei der Besprechung der religiösen Frage erklärt das führt. Derselbe soll einen Kellner, mit dem er beim Bezahlen in Ministerium, daß es vom Klerus strengsten Gehorsam gegen Differenzen gerieth, mit ehrenrührigen Bezeichnungen belegt und die Gesetze und Enthaltung von jeglicher streitenden ihm sogar mit dem Bierglas ins Gesicht geschlagen haben. Als Politik verlange. Es will Vorsorge treffen für die Arbeiter, der erheblich verlegte Kellner Tags darauf beim Polizei- Inspektor die Gesundheit derselben und die die Gesetzgebung die Sache zu Protokoll geben wollte, soll dieser Beamte die Auf- Berbesserung der Lage der arbeitenden Klaffen. ES nahme des Protokolls mit dem Bemerken abgelehnt haben, will nichts für die republikantsche Partei allein, sondern für Den Mitgliedern der Zahlstelle Berlin des Zentral- der Kellner habe die geschilderte Behandlung jedenfalls das ganze Land regieren, indem es sich auf alle Fraktionen stüßt. verbandes der Bauarbeiter und Berufsgenossen verdient". Dies in Kurzem der übrigens erheblich gemilberte Rivet, radikaler Abgeordneter der Ifère legt eine InterDeutschlands hiermit zur Nachricht, daß die Mitglieder Inhalt des Artikels. Wir können nicht wissen, ob der pellation, betreffend die Haltung des Ministeriums be versammlung für den Monat März in Anbetracht des herrschen- Sachverhalt so ist, wie man dem genannten Kellnerfachblatt züglich des Klerus auf den Tisch des Hauses nieder den Nothstandes und der Arbeitslosigkeit ausfällt. Der Vorstand schildert, halten uns aber für verpflichtet, der Angelegenheit zu und verlangt sofortige Diskussion. Ribot verliest alle hat in feiner Sigung vom 20. Februar diesen Beschluß einstimmig erwähnen, damit von Berlin aus Anweisung gegeben wird, die Depeschen, welche zwischen Paris und dem Vatikan gewechselt gefaßt. Die nächste Versammlung findet am Sonntag, den 3. April, Sache streng zu untersuchen. Sind der Landrathsamts- Verweser wurden und weist nach, daß die Encyklika ein freier Att des statt. S. Inserat am 1. April im Vorwärts". und der Polizei- Inspektor schuldlos, um so besser; ist aber der Papstes ist. Die Intervention des letzteren sei nur erbeten worden Sachverhalt vom Gastwirthsgehilfen" richtig geschildert, so er- bezüglich des politischen Katechismus. Eine Tagesordnung, welche warten wir strengites Einschreiten gegen beide Herren, denn alle Vertrauen zur Regierung ausspricht, wurde mit 341 gegen 91 St. Preußen sind vor dem Gesetz gleich, in diesem Falle auch die beschlossen. Dieselbe befestigt das neue Ministerium in seiner Kellner. Stellung. Versammlungen. Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. Da zur Zeit feine Bundes- Bersammlung stattfindet, geben wir auf diesem Wege ben Witgliedern zur Kenntniß, daß Freibillets zum Feen- Balan für die Tage vom 3. bis intl. 6. März bei unserem Borstandsmitgltede Alfred Forsberg, Kommandantenstr. 48, in beliebiger Anzahl entnommen werden tönnen. Sterbekaffe der Maschinenbau- Arbeiter und verwandten Berufsgenoffen zu Berlin. Sonntag, den 6. März, Vormittags 10 Uhr, findet im Saale des Sandwerkervereins, Sophienstr. 15, die ordentliche General- Verfammlung fiatt. Fidelitas. Verein der Berliner Schirmmacher. Sonnabend, den 5. März, Restaurant Trieschmann, Jüdenstr. 67: Sigung. Pergnügungsverein Esperance. Jeden Freitag, Abends 9 Uhr, im Restaurant, Rosenthalerstr. 11-12: Sigung mit Damen. Nach der Sigung Oeffentliche Versammlung für Männer und Frauen. Sonntag, den 6. März, Neue Friedrichstraße 44, Bortrag des Genoffen Mehner: Tas Jahr 1878 und die Rede des Freiherrn v. Stumm im Reichstage. Theaterverein„ ria". Jeden Sonnabend, Abends 9 Uhr, bei Domeier, Langefir. 101. An die Herren Vereins. 2c. Vorstände! Um den Vereinskalender einer Richtigstellung zu unterziehen, erfuchen wir um Neueinsendung der betreffenden Mel. dungen bis spätestens Sonntag, den 6. März. An der Spitze der Zuschriften ist rechts in der Ecke der Tag anzugeben, an welchem die Vereine ihre regelmäßigen Sizungen abhalten. Bei Vereinen, welche dem Arbeiter- Sängerbund oder dem Bund der geselligen Arbeitervereine angehören, ist dies mitzutheilen. Die Zuschriften sind deutlich zu schreiben und an die Redaktion, Berlin SW., Beuthstraße 2, zu richten. Dermischtes. Arbeiter- Risiko. Auf Zeche Recklinghausen II bei Bruch in Westfalen er stick te am 1. März ein Bergmann in einem fogenannten„ Ueberhauen", welcher mit schlagenden Wettern angefüllt war. zur London, 3. März. In Staffordshire und Worcestershire bes schlossen die Nagelschmiede wegen Verweigerung einer zehn prozentigen Lohnerhöhung am nächsten Sonnabend die Arbeit niederzulegen. Madrid, 3. März. Die Minister haben beschlossen, die Ausgaben ihrer verschiedenen Departements um 10 pet. zu er mäßigen, um das Gleichgewicht des Budgets herzustellen. Rom, 3. März. In Secco haben die Seidenspinnerinnen die Arbeit niedergelegt, weil man ihren Tagelohn um 10 Cents ver Drum prüfe, wer sich ewig bindet." Nachfolgendes Inserat findet sich in der Borbecker 3tg.": Meine unehrliche Frau L'3 Rahe ist mir wieder entkniffen, und hat die nöthigen Möbel, eine halbe Seite Speck und sogar das nöthige Bettzeug mir abgestohlen, so daß ich mich nicht zur Ruhe legen fann. Sogar 7 M. hat sie seit 14 Tagen verschluckt, ohne mein Wissen, türzt hat. hat Schmucksachen gekauft, wo sie bekannt war. Hat sie sich binnen 24 Stunden nicht eingefunden, so sind wir geschiedene Leute, da sie schon viermal ausgerückt ist. Ich warne jeden, der sich so ein Schicksal aufthut. Gute Nacht. Ich suche sofort eine Haushälterin. Gut. Nikolaus Kleiderling, Bochold, Sett. I. 137." Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Stockholm, 2. März. Die erste Kammer beschloß mit 118 gegen 7 Stimmen, den Zoll für ungemahlenen Roggen und Weizen vom Tage des Inkrafttretens Ser Vorlage über Herabsetzung der Zölle an bis zum 1. Juli 1893 auf 150 Dere und von da ab bis zum Schluffe des Jahres 1893 auf 250 Dere per 100 Kilo festzusetzen. Die zweite Rammer beschloß mit 131 gegen 84 Stimmen einen Zoll von 125 Dere bis Ende 1893 für diese Getreidearten. Den Bollfayz für gemahlenes Getreide, Mehl, Graupen hat die erste Kammer bis zum 1. Juli 1893 auf 250 Dere und von da Artikel bis Ende 1898 einen Bollsat von 280 Dere befchloß. ab auf 430 Dere festgesetzt, während die zweite Kammer für diese Paris, 3. März. Nach Meldungen aus St. Etienne stehen die Gruben von Camille vollständig unter Waffer. Die 290 Are beiter, welche sich in denselben befanden, sind sämmtlich gerettet. ( Depeschen des Bureau Herold.) Auch ein Vaterlandsvertheidiger. Steckbrieflich verfolgt wird der Lieutenant Krapf von dem in Ludwigsburg bei Stuttgart garnisonirenden Trainbataillon, welcher nach New Yort entflohen ist, nachdem er mehrere Bekannte vermocht hat, Wechsel in hohen Beträgen zu afzeptiren; ein Offizier hat 10 000 m., ein Reserve Offizier 17 000 und ein Stuttgarter Rechtsanwalt 8000 m. gezeichnet. Krapf hat dann die Wechsel Gelsenkirchen, 3. März. Am nächsten Sonntag finden Ver zu Geld gemacht, sich Urlaub genommen und ist geflüchtet. Bei sammlungen zur Berathung einer Resolution der Arbeitslosen einem Pforzheimer Juwelier hatte er für einige Zausend Mark und der entlassenen Bergleute und bezüglich der Beschickung des M Achtung! Schöneberg. Briefkaffen der Redaktion. Bei Anfragen bitten wir die Abonnements- Quittung beizufügen. Briefliche Antwort wird nicht ertheilt. Frau Jda. Besten Dank für Ihre gute Meinung. Sie haben so Unrecht nicht. " Beinigkehmen. Wiener Arbeiterzeitung", Wien, Gumpens dorferstraße 60. Das Blatt ist sehr zu empfehlen, wenn man fich über österreichische Arbeiterverhältnisse informiren will. Auf eine Anfrage wird man Ihnen jede Auskunft ertheilen, E. K. Wenden Sie sich an einen Arzt. R. E. 1. Beides ist richtig. 2. Leipzig. G. Franz. In unseren Händen befindet sich kein solcher Bericht. Vielleicht verloren gegangen. Haben Sie die Güte, dens selben noch einmal zu senden. E. Wünsche. Die Redaktion übernimmt hinsichtlich der Inferate nur die preßgefchliche Verantwortung. Ihr Brief wird der Preßkommission übergeben werden. H. K., Bruch. Wahrheitsgemäßes immen milffommon, Briefkaffen der Expedition. W. Schulze, Charlottenburg. Bitte theilen Sie uns mit, ob die Vertrauensmänner Charlottenburgs mit der Einberufung der Bersammlung einverstanden sind. 6. 10% Achtung! Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß mein lieber Reftaurateur Verlag des„ Vorwärts" Große fent. Wählerversammlung für Schöneberg Gatte und Sohn Der Schaarateur Berliner Volksblatt Gerlin SW., Beuth- Strasse No. 2, Wir empfehlen zur Anschaffung folgende Neuere Erscheinungen ber in der ,, Westend- Resource", Schwerinstr. 13, Berlin. Tages- Ordnung:" 1. Die bevorstehenden Kommunal- Wahlen und unser Programm. Referent Genosse Schmidt. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Bur Deckung der Unkosten findet Tellersammlung statt. 421/5 Das Wahlkomitee. NB. Genossen, welche gewillt find, bei Verbreitung eines Flugblattes mitzuwirken, mögen sich am Sonnabend, den 5. d. M., Abends 8 Uhr, bei Siegeler, Golzstraße 48, melden. sozialistischen Broschüren- Literatur: Teppiche Breitum, Paul. Das unter| Vitalis, P. Das höchste Rech gehende Handwerk und feine Rettung. Eine wirth fchaftliche Studie. 48 Seiten. Preis 30 Pfg. Des Boltes Protest! Ein Lichtstrahl auf das soziale Leben der Gegenwart. 48 Seiten. Preis 25 Pfg. Domela- Nieuwenhuis. Mein Abschied von der Kirche. Zwei Vorträge. Deutsch von H. Harders u. E. Groth. 32 Seiten Preis 25 Pfg. Heigl, Ferd. Spaziergänge eines Atheisten. Ein Pfad: weiser zur Erkenntniß der Wahrheit. Polemisches und Akademisches. 5. Auflage. 88 Seiten. Preis 60 Pfg. Hoffmann, Adolph. Die zehn Gebote und die besigende Klasse. Nach dem gleichnamigen Vortrage des Verfassers. 64 Seiten. Preis 30 Pfg. Pfund, Max. Unsere Zaktit. Ein ehrliches Wort zur Klärung. 47 Seiten. Breis 20 Pfg. t des Volkes. Darstellung der verschiedenen Wahlsysteme nach den Gesichtspunkten der Vernunft, Gerechtigkeit und Freiheit. 68 Seiten. Preis 20 Pig. Vogtherr, E. Moderne Regergerichte. Ein Schul- und Joeentampf der Freireligiösen Gemeinde zu Berlin. 108 Seiten. Preis 50 Pfg. Wurm, E. Die Naturertennt niß im Lichte des Darwi nismus. Vier Vorträge. Dritte vermehrte Auflage.. 192 Seiten. Breis 60 Pfg. Gegen Eugen Richter: August, B. Eugen Richter's fozialdemokratischeẞerr bilder. 2. Auflage. 32 Seiten. Preis 20 Pfg. in allen Arten und Größen kleiner Musterfehler wegen offeriren sehr billig. Portièren, Gardinen, Steppdecken in den geschmackvollsten Ausführungen zu anerkannt billigen Preisen. 477M Reste Don Plüschen, Fantasiostoffen, Damasten und Ripsen, passend für Sophas und Garnituren, zur Hälfte des früheren Kostenpreises. J. Adler Söhne, Teppichfabrik, Spandauer- Strasse 30, gegenüber dem Nathhause. Mehring, Franz. Herrn Eugen Richter's Bilder aus der Betten Bettfedern Spezialgeschäft. Theilzahlung. 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Heckbauer 2,50 M. reelle Männchen. 20712 Karl Zechlin im 39. Lebensjahr an Lungenkrankheit, was wir mit unserer größten Betrübniß zur Kenntniß bringen, als der Vers florbene stets ein besonnener Berfechter unserer guten Sache war. Berlin, den 3. März 1892. 408/18 Schnelle, Staliterstr. 132. Schöner Stand Betten, neu, 22 M., fof. zu verf. Brizerstr. 10, vorn part. Alte Stiefel für Herren, Damen und Kinder reell und billig 1724b Stallschreiberstr. 6. 9 Pfd. oftfries. Kalbfleisch Der Leseklub„ Heine". Die Beerdigung findet Sonntag, Nachmittags 3 Uhr, vom Trauerhause, Bornstr. 11, nach dem Neuen Jakobi Kirchhofe statt. Freunden und Genossen theile ich hierdurch mit, daß unsere liebe Tochter Margarethe 1700b im Alter von 8 Jahren nach langem Leiden am 2. d. M. fanft entschlafen ist, Die Beerdigung findet nächsten Sonns Brust von 35-45 Pf., tag, Nachmittags 4 Uhr, von d. Leichen 3-4 M. franto Nachnahme. Jacob M. de Beer, Emden. 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Wohnungen, 95 u. 80 Thlr. fauf à Pfd. 55 Pf. befindet sich zu verm. bei Ziemer, Cuvrystraße 17. 1720b Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin Druck und Berlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. Schwedterstr. 21. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 54. Parteinachrichten. And der sozialdemokratischen Preise. Braunschweiger Volksfreund" über den zwischen Polizei und Arbeitslosen in Braunschweig vorgekommenen Sonflikt: " Da über den Konflikt noch nicht volle Klarheit herrscht, so tönnen wir darüber noch kein Urtheil abgeben. Aber zweierlei tönnen wir heute schon sagen: Einmal: die von der Polizei getroffenen Anordnungen müssen unweigerlich und fofort befolgt werden; es hat absolut keinen Sinn, im Augenblick auf feinem Rechte bestehen zu wollen. Wenn wir uns benachtheiligt glauben, so wenden wir uns an die höheren Behörden, über reichen diesen eine Beschwerde, oder gehen eventuell vor Gericht. Finden wir auch hier nicht nach unserem Dafürhalten unser Recht, gut, wir haben schon viel getragen, wir werden auch dieses tragen müssen. Das ist nun einmal im Kampfe so. Auf der anderen Seite aber dürfen wir uns durch polizeiliche Anordnungen in unseren Bestrebungen nicht stören lassen, werden wir auch aus einer Position zurückgedrängt, so werden wir uns eine andere suchen, von der aus wir wieder operiren können. Denn daß die arbeitslose Masse das Recht hat, auf Mittel nnd Wege zum Erwerb zu sinnen und Forderungen zu stellen, das fann und darf ihr Niemand verwehren. Aber all dieses darf nur geschehen innerhalb der Grenzen, die wir im Interesse unferer Sache nothwendig ziehen müssen. Ausschreitungen müssen in jeder Hinsicht vermieden werden. Sie schaden mehr der Sache, als daß sie nügen. Wir wissen sehr wohl, daß bei derlei Affären meistens die Polizei durch ganz ungeschickte Behandlung die Sache soweit treibt, daß sich der andere Theil zu Ausschrei tungen verleiten läßt, aber wir müssen unseren Gegnern und namentlich auch der Polizei in Ruhe und Selbstbeherrschung überlegen sein." Freitag, den 4. März 1892. " " 9. Jahrg. " Personen gemaßregelt werden. Zahlreiche Bestrafungen sind leider Emigranten an Bord gehabt, denen bis auf 60 durch Vermittlung zu erdulden gewesen. Die Referenten zu Versammlungen wurden der jüdischen Wohlthätigkeits"- Gesellschaften die Landung gemeist von den Hamburgern auf deren Kosten gestellt. Broschüren 2c. stattet wurde. Jene 60, welche die Wohlthätigkeit" am Nöthigsten zur unentgeltlichen Abgabe an die Einwohnerschaft wurden im hatten, wurden zurückgeschickt, da die Gesellschaften für sie teine Gesammtgewicht von 40 Zentnern versandt. Die Gesammt Bürgschaft leisten wollten. Sie wurden als nicht arbeitsfähig ausgabe der Agitationskommission betrug 4879,90 M., der Ueber- erachtet, b. h. nicht zur Ausbeutung geeignet. Außer den russischschuß 2073,26 in. Nach Annahme einer Reihe von Anträgen, jüdischen Passagieren hatte das Schiff noch ca. 400 Italiener welche die Vervollkommung der Agitation, der Presse 2c. be- gebracht, die aber, während erstere beinahe sämmtlich in Newzweckten, wurde wieder Neumünster als Sitz der Agitations York blieben, meistens nach nach allen Windrichtungen ins fommission, ferner als Sitz der Preßkommission Riel bestimmt. Land gezogen find. Die betreffenden Häuser in in NewDer nächste Parteitag findet Anfang Januar 1898 ftatt. Yort, alle im Judenviertel" gelegen, wurden abgesperrt, nachdem die Kranken( bis jetzt über 80) nach den Baracken für Der Reichstags- Abgeordnete Graf von Arnim, der den ansteckende Krankheiten auf Brothers Jsland" geschafft worden Wahlkreis Rothenburg- Hoyerswerda vertritt, hat sich zu einem waren. Todesfälle sind bis jetzt nicht vorgekommen. Die VerHechenschaftsberichte herabgelassen, der im„ Mustauer Anzeiger" dächtigen" befinden sich in mehreren dazu gemietheten Häusern veröffentlicht wird. Der Herr Graf beklagt die Handelsverträge, unter strenger Quarantäne. Von den hier bis jetzt aufgefundenen für die er jedoch aus politischen Gründen gestimmt habe. Er verthei- 10 italienischen Passagieren der„ Massilia" war keiner von der Digt die Kornzölle, die nach ihm durchaus nicht das Brot ver- Krankheit ergriffen. Außerhalb New- Yorks find ca. 140 solcher theuern, da das Ausland den größten Theil des Zolls trage. Paffagiere ermittelt worden, und zwar in Brooklyn 24, PhilaNicht blos die großen Besitzer hätten den Vortheil der Bölle, son- delphia 29, Pittsburg 14, Chikago 10 und ferner zusammen in dern auch die kleinen, die noch selbst Getreide mit dem ver- ca. 30 Orten bis nach Zexas 63, unter denen sich aber feine Dienten Arbeitslohne kaufen müssen, da durch die Getreidezölle Typhuskranken befanden. Bei dieser Gelegenheit sei mitgetheilt, die Löhne so bedeutend gestiegen seien. Nun, die Arbeiter wissen, daß durch die Thätigkeit" der jüdischen Wohlthätigkeits". wie es mit den hohen Löhnen steht. Wenn man den Grafen Gesellschaften hört, so wären nur die Arbeiter in einer glücklichen Lage. Diesen jüdischen Arbeiterorganisationen zweds Regelung der russischwelche f. 3. ein Zusammenwirken mit der gegenüber beklagt er, daß der Kontrattbruchs Paragraph, jüdischen Einwanderung abgelehnt hatten in der hiesigen Be welcher das Koalitionsrecht der Arbeiter erdrosseln sollte, tleidungsindustrie, welche fast ausschließlich( inkl. eines großen nicht angenommen sei; er bedauert die Aufhebung des Sozialisten Theils des Kundengeschäfts) in Händen jüdischer Unternehmer gesetzes und wünscht dafür Straf- und Preßgesetz verschärft. Gegen und Arbeiter liegt, wieder Zustände herbeigeführt worden sind, die freien Hilfstassen wünscht der Herr Graf auch vorzugehen. wie sie nicht viel schlimmer vor den großen Streits der Mäntel= Betreffs der Alters- und Invaliditätsversicherung fühlt er jedoch macher u.s.w.bestanden. Gegenwärtig befinden sich ca. 600 der letzteren die schwere Noth der Unternehmer. Er wünscht, daß die Strafen bei einer der größten Firmen wegen fortgesetter Lohnbrückung gegen dieselben wegen Verlegung der gesetzlichen Bestimmungen im Streit. Charakteristisch für die hiesigen Zustände ist, daß herabgesetzt werden, und fühlt sich sehr unangenehm von dem Verkehr f. 3. die Knights die ,, Scabs" jenes Industriezweiges organisirten," mit dem Gummiarabitum der Beitragsmarken berührt. Das muß und zwar unter Protektion der Unternehmer! Münchener Post":" Kürzlich wurde im Reichstag den die aristokratischen gräflichen Hände wirklich sehr unangenehm Sozialdemokraten der Vorwurf gemacht, das Bontottiren berühren. Bei diesem zarten Gefühl des Grafen dürfen sich die ihrerseits sei ein grober Unfug. Warum urtheilt man denn nicht Arbeiter nicht wundern, daß er für ihre Beschwerden kein Verebenso über die Verhängung der Militärsperren? Dabei ständniß und keine Empfindung hat. Für die Arbeiter aber mag besteht außerdem noch ein wesentlicher Unterschied zwischen der Bericht des Grafen eine Mahnung sein, kräftig dahin zu dem sozialdemokratischen und dem durch die Militärbehörden ge- wirken, daß der Kreis bei den nächsten Wahlen durch einen übten Bourgeoisboykott. Bei legterem wird gesperrt, weil in Sozialdemokraten vertreten werde, dessen Herz Antheil nimmt den betreffenden Wirthschaften Leute anderer politischer an dem Wohl des arbeitenden Volkes, wenn auch darunter der Ueberzeugung verfehren; wir sperren, wenn man uns gerade Champagnerbedarf der Herren Großgrundbesizer und Junker aus politischen Gründen in wirthschaftlicher Beziehung leiden sollte. benachtheiligen will. Unser Boykott ist immer eine Antwort auf ein angethanes unrecht; der Bourgeoisboykott ist ein Att dittatorischen Machtgefühls, das ohne jeden gerechten Grund sich erhoben und selbstherrlich äußert. Wenn gegen eine solche Dittatur die Arbeiter Gegenmaßregeln ergreifen, so thun sie es unseres Dafürhaltens nach ganz mit Recht. Wenn aus dieser Abwehrtaktik dann der Zustand erwächst, den Marg mit Arbeiterdiktatur bezeichnet, so mögen sich die Gegner immer vorhalten, daß sie diesen Zustand durch ihre unbegründete Bourgeoisie- Dittatur hervorgerufen haben." " Soziale teberlicht. Bum deutschen Gewerkschaftskongreß in Halberstadt. Am 18. März von Abends 71/2 Uhr an findet im festlich geschmückten Saale des Odeums ein zu Ehren der Delegirten von der organisirten Arbeiterschaft Halberstadts veranstalteter Rommers Aus Wittgensdorf bei Chemnitz schreibt man uns: Hier statt. Bei sämmtlichen eintreffenden Bahnzügen werden Genossen fand am 28. Februar die Generalversammlung des Gemein- zur Abholung der Delegirten anwesend sein. Dieselben sind an nüßigen Ortsvereins" statt. Seit 1. Januar d. J. ist die Mit roth und weißer Schleise kenntlich. Das Wohnungsbureau be gliederzahl desselben von 78 auf 128 gestiegen. G3 findet jett jeden vierten Sonntag im Monat eine Versammlung statt, wobei sindet sich im Zentralhotel. Für sämmtliche Delegirte des Konjedesmal ein Vortrag gehalten wird. Am 24. Januar sprach gresses werden Logis besorgt, soweit sich dieselben bis spätestens Genoffe Karl Fusel über: Staatssysteme und ihre Entwicke- am 9. März gemeldet haben. Dies hat jedoch nur Bezug auf lungen". Diesmal referirte er über:" Darwinismus und Mosais: diejenigen Delegirten, welche sich nicht an E. Legien- Hamburg mus". Beide Vorträge wurden mit Beifall aufgenommen. In nächster Versammlung wird ein Vortrag über das Programm anmeldeten. Etwaige Wünsche wolle man an den Vorsitzenden der Sozialdemokratie gehalten werden. Auch die Presse( Burg- des Lokalkomitees, Robert Dahlen, Bürstenfabrikant, Halber städter Voltsstimme") hat sich gut verbreitet, so daß wir gegen stadt, adreffiren. wärtig über 200 Abonnenten haben. Dadurch, daß wir im Ortsverein" einen mächtigen Rückhalt besigen, ist es uns auch möglich geworden, wieder einen Saal zu Boltsversammlungen zu erlangen, und so ist für uns Johann Jacoby's Wort zu praftischer Geltung gelangt, wonach die Gründung des fleinsten Ar beitervereins für die Menschheit ein größerer Erfolg ist, als die große Schlacht von Sadowa. Jm katholischen Arbeiterverein zu Karlsruhe ist ein großer Krach ausgebrochen. Durch einen Herrn v. Grafen, welcher aus demselben ausgeschlossen wurde und der dann in einer von ihm einberufenen Bersammlung der Mitglieder sich rechtfertigte, wurde bekannt, daß der Vereinsvorstand in un verantwortlicher Weise mit den Geldern gewirthschaftet hat. Für Dekorationen z. B., die man anschaffte und deren Kaufwerth von der Versammlung auf 50 m. tarirt wurde, waren über 350 M. verrechnet. Drei Rechnungen für 1500 Einladungsformulare forderten 36, 36 und 22 M., während diese Drucksachen höchstens 12 M. toften fonnten. Weiter eristirten Belege für Reisen der Vorstands- In den Papierkorb sollen, wie die Münchener Post" mitglieder nach Mannheim, Bruchsal, Heidelberg, Freiburg, wovon schreibt, die Petitionen wandern, welche eine Reform des Niemand der Versammelten etwas wußte. Dann folgten fünf Be bayerischen Landtags- Wahlgesetes verlangen. lege von über 250 Mart, die noch gar nicht bezahlt waren, unter der Regentschaft soll feine Verfassungsänderung möglich Don deren Existenz auch Niemand etwas wußte. Weiter sein. Der eigentliche Grund ist natürlich, daß die im bayerischen wics Herr v. Grafen nach, daß auf dem gedruckten Landtage vertretenen Parteien der besitzenden Klassen, Liberale Rechnungsabschluß das Vereinsvermögen auf 500 Mart an- und Ultramontane, feine Lust verspüren, den arbeitenden Klaffen gegeben war, während erst am 28. Januar 200 M. auf die durch ein besseres Wahlgesetz den Weg zu den Landtagssigen zu städtische Sparkasse gebracht worden seien und fein Pfennig mehr ermöglichen. Derfelbe turzsichtige Klaffenegoismus, auf den das da wäre. Es wurde ihm vom Redakteur des katholischen Bad. Proletariat überall und bei jeder Gelegenheit stößt, spielt auch Beobachter" zugerufen, es feien sogar 850 M. auf der Vereinsbank. im bayerischen Landtag die Hauptrolle. Herr v. Grafen wies aber durch die Bücherauszüge nach, daß im Juli " 1891 500 M. auf die Vereinsbank gebracht, aver gleich nach drei Die allgemeine Ortskrankenkasse in Canustadt benützt Wochen wieder 300 m. abgeholt wurden. Die ganzen Binsen einem Beschluß der Generalversammlung zufolge in Bufunft auch hätten nur 2 M. und etliche Pfennige gemacht. Obwohl der die sozialdemokratische Schwäbische Tagwacht" als InsertionsKassirer statutengemäß nie mehr als 100 M. in der Kasse haben organ. Begründet wurde dieser Antrag damit, daß dieses Blatt sollte, ist doch nie darauf geachtet worden. Ferner wies Herr von den Mitgliedern der Kasse in dem Maße gelesen wird, daß v. Grafen noch auf einen Beleg von 138 M. hin, die dem Wirth die Annahme des Antrages zur Nothwendigkeit geworden fet. vom Arbeiterheim als Umzugskosten vom Verein gezahlt worden Selbst die zahlreich anwesenden Fabrikanten waren dem Antrage fein sollten. Der Wirth bewies aber, daß er nur 23 M. nicht entgegen. 50 Pf. erhalten habe, ferner, daß er vom Vorstand durch " B . 3 Bühl( Ober- Elsaß). Der Streit des Personals in der Fabrik Marin Astruc dauert fort. Alle Sendungen sind an Eugen Geiges, Gangolfftr. 22 in Bühl( Ober- Elsaß), zu richten. B Anch in Hamburg Altona hat sich eine auf dem Boden der modernen Arbeiterbewegung stehende Freie Vereinigung der Bivil- Berufs musiter gebildet. Man beschloß die Errichtung derselben, nachdem in zwei gut besuchten Mujiterverfammlungen die Herren D. Thierbach und Musikdirektor G. Schonert aus Berlin Zweck und Nußen der Organisation largelegt batten. Von den etwa 700 in Hamburg- Altona befindlichen Berufsmusikern ist die Hälfte beständig ohne Be schäftigung und muß mit der Familie hungern und darben. Der Hauptsache nach beruht dieser unerfreuliche Zustand in der Kon turrenz der Militär- und Beamten- Kapellen. In der Privatwirthschaft bringen neue Erfindungen dem Arbeiter meist nur größeres Elend. Was ein Segen für alle Uebrigen, das wird für ihn zum Fluch. Die Maschinenfabrik von J. E. u. H. Dietrich in Plauen i. V. baut z. B. Schiffchenvon 3. 6. u. H. Dietrich in Plauen i. V. baut z. B. SchiffchenStickmaschinen mit einer neuen Berkurbelung, durch welche dic Leistungsfähigkeit um ein Bedeutendes erhöht worden ist. Die neue Berkurbelung läßt sich auch an Maschinen älteren Systems anbringen. Eine solche Maschine liefert in der Woche im Durch ſchnitt 180 000 Stiche, eine dreireihige Hand- Stichinaschine das gegen im Durchschnitt pro Woche nur 10 000 Stiche. Was also früher 18 Arbeiter leisteten, das leistet mit der neuen Maschine die Vorspiegelung, es würden alle katholischen Körperschaften New York, Ende Februar. In einer Sigung der hiesigen natürlich nicht mehr als bisher. Im Gegentheil; die 17 auf die Straße in der gleichen Zeit ein Arbeiter. Der eine Arbeiter verdient aber und Vereine bei ihm verkehren, sogar die Landtags- Abgeordneten Central Labor Federation" theilie das Zehner Komitee zur Geworfenen werden ihm Konkurrenz machen und durch ihr Anwürden Mittags und Abends bei ihm speisen, aus seinem Ausführung der Brüsseler Beschlüsse" mit, daß dasselbe die ficheren Brote gerissen worden und nun zu Grunde gerichtet Delegaten Me Vey, Sotheran und S. Fränkel gewählt hätte, um gebot auf seinen Lohn drücken. Go vollzieht sich täglich und sei; dafür habe man ihn noch als Säufer hingestellt. Ferner mit den Vertretern der übrigen Organisationen die nöthigen tündlich der alte Prozeß der Ueberflüssigmachung von Händen, war ihm versprochen, daß der Verein die Bedienung bezahlen Arrangements zu treffen. Die Kommission empfahl, Sanial Der Verelendung einer größeren Masse des Proletariats, der würde, aber er habe bis heute noch keinen Heller Unterstügung( nebst Me Bey Telegat der Federation auf dem Brüffeler Serabdrückung der Kaufkraft der breiten Boltsschichten, der Verbekommen. Ferner stellte der Wirth drei Mitgliedern des Ver- Kongreß) zu den Arbeitern heranzuziehen; und weiter, den allgemeinerung und Verschärfung der Krisis und des steigenden eins, für den ihm gemachten Vorwurf fich revanchirend, das Sekretär der sozialistischen Arbeiterpartei zu ersuchen, big beugenderung schaffen. Das ist nur durch die Einführung der geNothstandes, und keine Maßnahme der alten Gesellschaft fann Beugniß aus, daß sie auch große Sünder seien. Giner habe liche Konferenz der Organisationen einzuberufen. Beides wurde den Verfuch gemacht, ein 19jähriges Mädchen des Wirths zu akzeptirt. Ueber den Vorschlag der Zigarrenmacher- Union 90. fellſchaftlichen Produktion, durch den Sieg der sozialdemokratischen min feien wegen übermäßiger Nüchternheit auf dem Abort zum Brüsseler Kongreß zu übertragen, ist kein Beschluß gejat Kapitalismus felbst die Menschheit diesem Ziele zu, mißbrauchen; er wurde aus der Wohnung geworsen. Die beiden die Einberufung des Kongresses den amerikanischen Delegaten Weltanschauung möglich. Mit größerer Schnelligkeit, als eine ben, aut fein Beschluß gitt Straßenrevolte, drängt die revolutionirende Entwicklung des Andern gefaßt liegen geblieben und hätten nur mit besonderer Hilse herunter- worden. geholt werden können. Undie weiter! Dieser Musterverein hat die Aufgabe, die Sozialdemokratie zu vernichten!- Unsere Parteigenossen werden nicht verjehlen, im Kampf gegen die ultramontanen Ordnungs hüter von den Enthüllungen über den Karlsruher Verein recht ausgiebig Gebrauch zu machen. * Es fragt sich jetzt, ob mit den übrigen auf sozialistischem Zur Kinderarbeit wird dem„ Chemnitzer Beobachter" aus Boden stehenden Organisationen ein Ginverständniß erzielt wird; Marienthal geschrieben: Wahrhaftig traurig ist es anzusehen, ausgeschloffen ist ja von vornherein, daß dies bezüglich der Amert wie besonders schulpflichtige Mädchen von ihren Müttern gleich can Federation of Labor und bes Ordens der Knights of nach Beendigung der Unterrichtsstunden nach dem eine gute Labor der Fall sein wird. Bekanntlich haben die betressenden Stunde von hier entfernten Werbau zur Halbtagsarbeit in die Organisationen in Chikago schon vor dem Brüsseler Kongreß ein Fabriken gejagt werden. Die armen Dinger können zu Hause Komitee eingesetzt, welches die Arrangements zu einem während nicht einmal Mittag essen. Manche Mütter passen ihre Kinder In Neumünster traten am 28. Februar 82 sozialdemokra- der Weltausstellung einzuberufenden internationalen Arbeiter auf dem Heimweg von der Schule ab, drücken ihnen ein Stück Holstein, des Herzogthums Lauenburg, des Fürstenthums Lübeck eine Einigung zwischen den beiden getrennten fozialistischen nach ihrem Arbeitsort. Erst Abends nach& Uhr lommen die Kongreß treffen Wird nun bis zur entscheidenden Zeit zusammen. Uus dem Bericht der Situationstommiſſion ist von Schritte nach dieser Richtung gemacht wären, durch die Kinder ist natürlich ziemlich gering, wird aber von den armen und der freien Hansestadt Hamburg zu einem Parteitage Gruppen herbeigeführt Interesse, daß die um Abschaffung der dänischen Sabbathoronung Nothwendigkeit genieinfamen Handelns bezüglich des Rongresses Eltern nothwendig gebraucht, da mit Kindern gefegnete Arbeiterzirkulirende Petition ca. 13 000 Unterschriften gefunden hat; gefchehen muß so tönnte der Kongreß immerhin ein gutes familien gegenwärtig ein sehr schweres Auskommen haben. Daß leider haben sich die großen Städte hieran nicht in genügenoem Resultat haben: nämlich, daß endlich eine vollständig auf sozial- die Entwidelung der Kinder in der dumpfen Fabrilatmosphäre Maße betheiligt. Die Agitation unter den Deutschen macht be- wissenschaftlichem Boden basirende Arbeiterbewegung ins Leben bei der magern Kost sehr leidet, ist zweifellos; aber Kinderfriedigende Fortschritte, hinsichtlich der Polen und Dänen ist gerufen würde. Selbstverständlich ist aber hierbei, daß man all- fleisch ist eben billiger als das erwachsener Arbeiter und gleiches vor der Hand noch nicht zu sagen. Die Agitationskom jeitig zu einem solchen Schritte entschloffen ist und nicht wieder Arbeiterinnen." mission hat ihre Hauptthätigkeit den Wahlkreisen Apenrade den alten Tretmühlengang aufzunehmen gewillt ist. Ueber diese Flensburg, Schleswig, Tondern- Husum und Oldenburg- Plön Seite der Sache ist übrigens bisher noch fein einziges Wort gezugewandt, während die Agitation in den übrigen Wahlkreisen sprochen worden. Von der Lage der Uhrenarbeiter in der Westschweiz von den in denselben liegenden Städten besorgt wurde. Auf In der Metropole herrschte in den letzten Tagen große Beinahe in allen Hauptjentren der Uhrenindustrie ist die entrollt ein Artikel des Uhrenarveiter" folgendes düstere Bild: dem Lande konnten fast überall Verbindungen angeknüpft werden. Aufregung. Es nämlich entdeckt worden, daß unter den Situation die nämliche: feine Arbeit, tein Kredit mehr, dagegen Die Verbreitung der Presse, namentlich der Nordwacht", ist in russisch jüdischen Passagieren des türzlich von Mar- tiefes, ergreifendes Elend, wie man es noch nie gesehen. Alles, gutem Fortschreiten. Die Gründung von Aroeitervereinen stößt seille eingetroffenen Dampjers Massilia" der Hunger- was irgend welchen Werth besigt, wird in Geld umgewandelt, in fleineren Orten auf große Schwierigkeiten, weil die leitenden typhus wüthete. Das Schiff hatte girta 400 solcher um den Ankauf von Nahrung und Heizmaterial zu ermöglichen Versammlungen. = umgehend dem Vorstande zu übermitteln. " A Literarisches. Von Julius Rausnis, Rechtsanwalt. Berlin, Walther und Der preußische Richter und der deutsche Strafprozek. polant's Verlags- Buchhandlung. In wiel wie in Chaurdefonds und anderwärts sind die Pfand- schieden wurden, konnte leider nicht angegeben werden, da dies des Antrages anerkannte, die Ausführung desselben in Ans häuser überfüllt mit Möbeln und anderen Gegenständen: einzelne dem Vorstand nur in den wenigsten Fällen mitgetheilt wurde. betracht der modernen anarchischen Produktionsweise und dieser Institute sind sogar genöthigt, die ihnen an- Beim nächsten Punkt, der Wahl des Verbandsvorstandes, tam es der damit verbundenen Opfer für eine Unmöglichkeit. gebotenen Gegenstände aus Mangel an Metallwerth zurückzu- zu heftigen Auseinandersehungen. Da der frühere Vorsitzende, Der Antrag des Kollegen Hagen, die[ Beschlußfassung über weisen. Es ist dies der Fall mit der Pfandleihanstalt Biel, die Kollege Schweizer, die Wiederwahl ablehnte, so wurde zum ersten den Antrag bis nach dem Kongreß zu vertagen, fand einstimmige seit vier oder fünf Wochen 35 000 Franken auf Pfänder aus Vorsißenden Kollege Rief op gewählt. Als Kassirer wählte Annahme. Auf Anregung des Kollegen H. Hoffmann in Betreff geliehen hat. Eine große Anzahl kleiner Meister müssen, anstatt man den Kollegen Wentker wieder; zu Beisitzern die Kollegen der Stellungnahme zum zehnjährigen Bestehen der Berliner daß sie von den sie beschäftigenden Fabrikanten mit Geld aus Schulz, H. Kube, Mart, Formond' und Fleischer, zu Revisoren Organisation wurde beschlossen. die Feier am 22. Mai zu be bezahlt werden, Uhren an Zahlungsstatt annehmen. Natürlich die Kollegen Greetz und Raschte. Leytere wurden gleichfalls gehen und das Arrangement dem Vorstande zu überlassen. Zum ist es ihnen unmöglich, die auf diese Weise erhaltenen Uhren zu wiedergewählt. Schluß erfuchte Kollege H. Hoffmann die Auskouleurer, den verkaufen, um damit ihren Arbeitern die schuldigen Summen ausArbeitsnachweis fräftig zu unterstützen, insofern, als sie ihren In einer öffentlichen Versammlung aller in Buch Einfluß dahin geltend machen, daß Arbeitskräfte nur von diesem zuzahlen, und doch wäre dieses Geld absolut nothwendig bindereien, Album, Karton, Quguspapierbezogen werden. Die Ausfouleurer werden ersucht, ihre Adressen für den Unterhalt der Familien. Groß ist die Zahl Derjenigen, welche keinen Vorrath an Holz, Torf oder und Lederwaaren Fabriken beschäftigten Ar= anderem Brennstoff besitzen; ja nebst diesem Mangel an Heiz- Frl. Wabnih einen Vortrag über das Thema„ Königs- und beiter und Arbeiterinnen hielt am 24. Februar material macht sich bei ihnen eine Entbehrung von nöthigen Gottesidee" und erntete für ihre Ausführungen lebhaften Beifall. Kollege Brall den Kassenbericht. Danach betrug die Einnahme In der Filiale der Steindrucker gab am 25. Februar Lebensbedürfnissen recht fühlbar. Erheblich ist die Ziffer Solcher, denen es an Kleidern und Schuhwerk fehlt, bei dieser Nach kurzer Diskussion wurde unter" Verschiedenem" mitgetheilt, 997,29 M., die Ausgabe 766,72 M., der Bestand 230,57 M. Da Jahreszeit gewiß feine Kleinigkeit. Zu diesem Gemälde er- daß durch den Werkführer der Luruspapier- Fabrik von Kaufmann feiner der Revisoren gegenwärtig war, mußte die Decharge greifenden Glends fommt noch die Hartherzigkeit der Häuser zwei dort beschäftigte Arbeiter, die für die Organisation agitirt Ertheilung bis zur nächsten Versammlung verschoben werden. befizer. Ist ein armer Teufel mit der Bezahlung seines Mieth- batten, gemaßregelt worden sind. Die Versammlung beauftragte Bur Aufbringung der Diäten für die Delegirten zum Gewerb zinses im Rückstand, so wird ihm das geringe Hausmobiliar ge- dann den Einberufer, über vier Wochen wieder im Norden eine schaftskongreß gelangt eine 10 Pfennig Marte zur Ausgabe. pfändet, und wenn er nicht im Stande ist, seine Schuld zu gleiche Versammlung anzuberaumen und ging dann mit einem Infolge des schwachen Versammlungsbefuchs in letzter Zeit wurde decken, stellt ihn die Polizei auf die Straße, ihn und seine Hoch auf unsern Vorkämpfer Bebel auseinander. beschlossen: Die Verwaltungen mögen sich in kombinirter Vor Kinder, und läßt ihnen nichts, als was sie auf dem Leibe tragen." In einer Branchenversammlung der Mechaniker des drei Filialen und die Art und Zahl der monatlich stattzufindenden standssitung schlüssig werden über eine event. Verschmelzung der Verbandes aller in der Metallindustrie beschäftigten Ar- Versammlungen." Eine lebhafte Diskussion führte die Anführung In der Legislatur von Nen- Süd- Wales wurde heute beiter Berlins und Umgegend sprach am 24. Februar Kollege eines Falles herbei, wonach ein ehemaliger Präger jetzt al eine Bill zur Schlichtung von Arbeitsstreitigkeiten eingebracht. Berisch über die Ursachen des schlechten Versammlungsbesuches, Drucker an der Schnellpresse beschäftigt ist. Hierzu wurde Die Bill bestimmt, daß Streitfragen zwischen Arbeitern und darauf hinweisend, daß die schlechte Geschäftskonjunktur, die sich folgender Antrag gestellt: Die Versammlung erkennt jeden in Unternehmern mit dem Einverständniß beider Parteien einem gera se für die Metallarbeiter in erster Linie fühlbar mache, es der Branche Arbeitenden als Ihresgleichen an, sofern derselbe Versöhnungsrath vorgelegt werden können. Derfelbe besteht aus den Kollegen nicht ermöglicht, die Versammlungen zu besuchen, nicht als Lohnbrücker auftritt, sondern für gleiche Leistung cinem Mitgliede, den die Gewerkvereine, und einem, den die ihre Beiträge zu entrichten, dieselben ferner abhält, ein Amt in gleichen Lohn verlangt." Da die Versammlung sehr schwach be Unternehmer ernannt haben. Sollte es dem Versöhnungsrath der Verwallung anzunehmen und so eine allgemeine Erſchlaffung sucht war, und auch die Lithographen sich hierüber aussprechen nicht gelingen, den Streit zu schlichten, so fann derfelbe einem herbeiführt. In der Diskussion beklagte Kollege Pinn, daß die follen, wird dieser Antrag auf die Tagesordnung der nächsten aus 3 Mitgliedern bestehenden Versöhnungsamt vorgelegt werden. Mechaniker so selten Branchenversammlungen abhielten. Hierüber tombinirten Versammlung gesetzt. Gleichzeitig werden sämmtliche In diesem Falle ernennen die Unternehmer ein, die Arbeiter das entspann sich eine lebhafte Debatte, bei welcher es sich haupt- Kollegen ersucht, die Listen zur Unterstüßung der ausgesperrten zweite und der Gouverneur das dritte Mitglied. Die Entfächlich um die Frage drehte, ob den Vertretern ob den Vertretern der Buchdrucker unverzüglich zurückzubringen. scheidung dieses Amtes hat bindende Kraft. Branche im Vorstand der Vorwurf zu machen sei, daß sie den Wünschen der Kollegen nicht genügend Rechnung getragen hätten. Nach stattgefundener Klärung der Meinungen wurde eine Resolution angenommen, nach welcher der neuzuwählende Beisitzer zum Borstande beauftragt ist, dafür Sorge zu tragen, daß in Zukunft Mechanikerbranchen- Versamm lungen in Zwischenräumen von 4 Wochen stattfinden. Man ent schied sich dafür, die Versammlungen vorläufig jeden zweiten Der Verband der Geschäftsdiener, Packer und Berafs Mittwoch im Monat bei Reßner, Annenstr. 16 abzuhalten. Danu genossen nahm am 22. Februar einen Vortrag des Stadt- wurde zum Beisiger Kollege Neumann gewählt. Zum Schluß verordneten Borgmann über die Gewerbegerichte entgegen. ermahnte Kollege 3iegler die Kollegen, schleunigst in ihren Der Redner schilderte u. a. die Unzulänglichkeit des Berliner Werkstätten die Wahl von Vertrauensmännern vorzunehmen und stellung über die Wirkung, welche die Einführung des englischen In der kleinen Broschüre giebt der Verfasser eine Dars Entwurfs, gab Aufklärung darüber, nach welcher Richtung hin ihn sobald als möglich in den Besitz der Adressen der Gewählten Partei- oder Verhandlungsprozesses in seiner französischen Derselbe zu verbessern ist, und ermahnte die Hausdiener, sich recht zu bringen, damit das Vertrauensmänner- System wieder in Karikatur in die deutsche Strafprozeßpflege übte. Er zeigt, daß rege an der Sache zu betheiligen, damit die von denselben er- Funktion treten kann und mit zur Kräftigung der Organisation thatsächlich bei uns das alte Inquisitionsverfahren bestehen oberte Position nicht wieder verloren gehe. Zur schnellen Er- beizutragen vermag. Die Adresse des Kollegen Ziegler ist: blieb, und dem Richter Staatsanwalt und Vertheidiger als ganz ledigung der Streitfachen sei es überhaupt besser, wenn möglichst N. W., Waldstr. 36, 3 Tr. jede Gewerkschaft einen Beisitzer aus ihrer Mitte wählt. In der überflüssige Personen erscheinen. Den Staatsanwalt, als Staatss Diskussion sprachen die Herren Grauer, Denasse, Weißwenger, beamten, als gleichgeftelten Kollegen, als den zufünftigen Der Verband deutscher Zimmerlente( Lokalverband Präsidenten hat der verhandelnde, inquirirende und urtheilende Günther, Utes, Raßler mehr oder weniger im Sinne des Verlin) hielt am 24. v. Mts. eine Versammlung ab, in welcher Richter noch zu ästimiren; die Vertheidigung spielt eine voll Referenten, worauf folgende Resolution einstimmig angenommen Kamerad Weiß über seine Thätigkeit als Arbeitsvermittler für ständig untergeordnete Rolle.„ Staatsanwalt und Vertheidiger den Bezirk Nordost berichtete. Hierauf hielt Genosse Otto find im wesentlichen noch heute Ornamente des Prozesses." Die Die Versammlung des Verbandes der Geschäftsdiener, Thierbach einen mit Beifall aufgenommenen Vortrag über Darstellung des Verfassers ist im wesentlichen richtig. Packer und Berufsgenossen erklärt: Obwohl dem Statut des die Bestrebungen der Innungen und Arbeitsorganisationen früber streifen seine Folgerungen zu sehr die Oberfläche. Es ist un Gewerbe- Schiedsgerichts der Stadt Berlin viele Mängel anhaften, und jeßt. Er schilderte darin die Kämpfe der Handwerksknechte richtig, wenn er das Jahr 1879, die Einführung der neuen Justiz so im Besonderen der Ausschluß der Frauen vom Wahlrechte, mit den mittelalterlichen Züniten, zeigte, daß die Bestrebungen gefeße, als Ausgangspunkt einer neuen Entwickelung annimmt. bie zu weit gesteckte Altersgrenze der Wähler u. s. w., ist es der heutigen Innungen der heutigen tapitalistischen Produktions- Die Einführung der freien Advokatur, welche in anderen Pflicht aller Hausdiener, in eine energische Agitation einzutreten, weise zuwiderlaufen und mit der modernen Technit in Wider deutschen Staaten schon bestand, ist nur in Preußen neu. damit auch die Geschäftsdiener, Packer und Berufsgenossen bei spruch stehen und erklärte, daß er auf dem Boden der Zentrali Gie hat aber nichts geändert. Alle die Uebelstände, die der Ver der Zusammensetzung des Gewerbe Schiedsgerichts Berück- fationsform stehe, was er damit motivirte, daß die Arbeiter den starken fasser erwähnt, bestanden auch vorher, nur der Ton, den die fichtigung finden. Die Versammlung erklärt es aber für un- Unternehmerverbänden eben solche Arbeiterverbände gegenüber Richter den Advokaten gegenüber brauchen, ist etwas wegwerfender bedingt nothwendig, daß die Wahl der Beisiger mittelst Listen, stellen müßten, um mittels dieser dem Kapital erfolgreichen Widerstand geworden. Wenn der Verfasser wünscht, daß unser noch heute auf welchen die Namen aller zu wählenden Beisitzer genannt leisten zu können. An der Diskussion betheiligten sich die mächtigster Stand, der Adel, sich mehr wie bisher der Advokatur find, vorgenommen wird, daß ferner die Listen zum Einzeichnen Kameraden Weiß, Schönfisch und Schmidt im Sinne widme, damit dieser durch das bloße soziale Ansehen ihrer Mits der Wähler mindestens 6 Wochen vorher ausgelegt werden und des Referenten. Kamerad Hugo Lehmann betonte, es sei glieder an Macht gewinne", so tomint er dem Wunsche der Antidie Entschädigung der Beisiger auf 6 M. pro Tag normirt, auch nicht richtig, wenn man sage, daß die Arbeiter dieselben Rechte miten sehr nahe, welche die Hebung des sozialen Ansehens der die Wahlperiode auf einen Zeitraum von nicht mehr als 2 Jahren hätten, wie die Unternehmer. Man vergesse immer zu erklären, Advokatur schon darin sehen, daß man die Juden aus ihr ent festgesetzt wird. Indem sich die Versammlung mit den Aus- daß wir mit den bestehenden Gesetzen zu rechnen haben, und wie fernt. Zum Schluß stellt der Verfasser wie es heute Mode führungen des Referenten, Stadtverordneten Borgmann, ein- diese Gefeße gehandhabt würden, daß dem Unternehmerthum ge- ist das Schreckbild der Sozialdemokratie hin. Heute habe verstanden erklärt, ersucht dieselbe den Vorstand, von dem sach- ftattet ist, was bem Arbeiter verboten. Ebenso verwerflich ist es, noch die bürgerliche Gesellschaft vielleicht die Möglichkeit, fich lichen Inhalt dieser Resolution den Vertretern der Arbeiterpartei von einer Lokalorganisation zu sprechen, wo es sich um die Form aufzuraffen, einen wirklichen idealen Rechtsstaat zu schaffen, im Stadtverordneten- Kollegium Kenntniß zu geben." der Zentralisation handelt. Wir wollen die Zentralisation durch hinter ihr stehe bereits eine andere Gesellschaft, für die Unter Verschiedenem wurde noch bekannt gemacht, daß am Vertrauensmänner, weil dieses System sich bisher auf der Staat Aues sein werde und in welcher der Eins 10. refp. 15. März je eine Versammlung für den Norden und das Beste bewährt hat, Beweis die Töpfer- Organisation und die zelne jeden Schutzes entbehren und der staatlich gestellte Ver Süd- Osten abgehalten wird. ehemalige Maurer- Organisation, welche leider von Hamburg aus theidiger nur als Roulisse dienen werde. Der Staatsproturateur zu nichte gemacht worden sei. Daß die Verbandsform der Zen Bürger Fouquier- Tinville, bei uns der Genosse Christian Friedrich Die Freie Vereinigung selbständiger Barbiere, Fri tralisation nicht im Stande sei, das zu halten, was man sich von Wilhelm Schulze genannt, erhebt vor dem Staatstribunal die feure und Verrückenmacher Berlins und Umgegend hielt am ihr versprochen, beweise der Buchdr. dkerverband. Derselbe habe Anklage im Interesse des Staats, und das Staatstribunal ver 22. Februar eine sehr gut besuchte Monate versammlung ab, in es nicht vermocht, troß seines 25jährigen Bestehens die Majorität urtheilt genau nach dem Antrage; denn dort werden nur welcher der Vorsitzende über den Verband, dem die Vereinigung feiner Berufsgenossen an sich zu ziehen, er war nicht im Stande, Marionetien der regierenden Personen fitzen." Man sieht, Herr nun definitiv angehört, Bericht erstattete. Dabei wurde der Lehr- die Streifbrecher abzuhalten trotz seiner 21 M. Unterstützung, Hausnitz ist bei Eugen Richter in die Schule gegangen. Im brief, welchen ein bei einem Wiitglied der Freien Vereinigung welche ausgezahlt worden sind. Sonderbar sei es auch, daß die Anfange seiner Broschüre scheint es, als ob der Verfasser ganz ausgelernter junger Mann erhalten soll, einer Kritik unterzogen. Anhänger der Verbandsorganisation gegen die Unionsbildung richtig den Krebsschaden darin erkennt, daß in Preußen die Da die Form diefer Urkunde zu sehr an das Jnnungswesen er feien, wenn dieselben loyal handeln wollten, müßten sie moderne Gesellschaft blos formelle Errungenschaften erzielt hat, innert, hielt man ihre Einführung nicht für richtig. Ferner für dieselbe eintreten, statt wurde beschlossen, in Berlin fein Gehilfen- Nachweisebureau zu da diefelbe zu bekämpfen, thatsächlich aber der alte monarchische, militärische und bureau durch die Union fich die Agitation schaffen, da hier die Gehiljen selbst sehr gut organisirt sind und um 50 pCt. billiger stellt als juht: aber sie spreche in der Existenz- Konsequenz zu ziehen, versagt sich der Verfasser jedoch. Diese mindestens fratische Staat in der alten Machtstellung verblieben ist. Die schon ein Nachweisebureau bejizen, welches sich Rosenthalerstraße frage einzelner Agitatoren mit, infolge dessen sei man dagegen. Intonsequenz gereicht der kleinen Abhandlung nicht zum Vortheil. befindet, und man den Gehiljen hierin keine Konkurrenz machen Kamerad knüpfer sprach seine Freude über die sachliche Ver Der Politiker schlägt den Juristen todt. will. Im Weiteren forderte der Vorsitzende die Kollegen auf, bandlungen aus und hoffte, daß sich bald im Interesse der fich womöglich sämmtlich an der in Hamburg domizilirenden Bimmererbewegung eine Einigung erzielen lassen werde. Kamerad Kranten sowie Sterbefasse zu betheiligen und binnen acht Tagen ein ärztliches Attest beizubringen, damit die Aufnahme so bald wie möglich vollzogen werden kann. wurde: " zu schaffen. M Obst hob hervor, daß die fanatischen Anhänger des Verbandes sowie der Lokalorganisation nur die Sache im Auge behalten möchten, wo die größten Vortheile zu erreichen sind; Fanatismus schade nur, im übrigen sprach sich Redner für Zentralisation durch " Spredtlaal. " 1 K. Die Mänteluäherinnen, Bügler und Stepper hatten sich Bertrauensmänner aus. Der Rejerent ging in seinem Schlußwort Die Nedaktion stellt die Benugung des Sprechsaals, soweit der Raum dafür am 22. Februar außerordentlich zahlreich zusammengefunden, um noch auf einzelne Bemerkungen, welche in der Diskussion gefallen abzugeben ist, dem Publikum zur Besprechung von Angelegenheiten augemeinen zunächst einen Vortrag des Fräulein Wabniz über das waren, ein und ermahnte zur Einigkeit unter den Zimmerern. Intereffes zur Verfügung; fie verwahrt sich aber gleichzeitig dagegen, mit dem Problem der Armuth" anzuhören. Die Rednerin erntete reichen Eine Resolution, welche das Einverständniß mit dem Referenten Beifall. Im weiteren Verlaufe der Versammlung wurden die ertiärt, wurde angenommen. Unter Verschiedenem erklärte der An die Arbeiterschaft Berlins und Umgegend! Inhalt deffelben identifizirt zu werden. bei der Unternehmerin SchieveItamp, jezt Frau Urbane d, Vorstand auf eine Anfrage des Kameraden Lehmann, daß der Chorinerstr. 15, herrschenden Arbeitsverhältnisse einer scharfen im legten Zimmerer" über die letzte Verbandsversammlung ver- Timm und Täterow tönnen wir nur erwidern, daß in dens Auf die maßlosen Anschuldigungen der Herren Pfeiffer, Kritik unterzogen, und man forderte die Kommission auf, Remedur öffentlichte Bericht nicht vom Schriftführer eingesandt worden ist felben auch nicht ein Schein von Berechtigung enthalten iſt, und sich der Vorstand mit den darin enthaltenen Ausdrücken auch Was wir in unserer Erwiderung( siehe Nr. 47 des Vorwärts" Die Filiale des Verbandes deutscher Korbmacher nicht einverstanden erklären kann. vom 25. Februar) gesagt haben, ist buchstäblich wahr und wir berieth am 22. Februar die Anträge zum Gewerkschafts- Kongreß. Im Verein zur Regelung der gewerblichen Verhält durch Belege und sonstige Thatsachen antreten. Wer Interesse Im Verschiedenen tamen einzelne Wertstellenangelegenheiten zur niffe der Töpfer Berlins und Umgegend hielt am 25. Feoruar baran bat, sich von der von jenen Herren beliebten Entstellung können dafür gegenüber Jedermann den Beweis der Wahrheit Sprache, welche bis 1. April geregelt sein sollen. Weiter wurde beschlossen, demnächst eine öffentliche Korbmacherversammlung ab- Herr Lehrer Henning einen fejjelnoen Vortrag über den der Thatsachen und von der Ursache ihrer Anzapfungen gegen zuhalten. Dieselbe findet am 7. Wiarz, Abends 8 Uhr, in russischen Despoten Jwan den Schrecklichen. Hierauf wurde zum uns zu unterrichten, wolle gefälligst in unserem Geschäfte Scheffer's Salon, Inselstr. 10, statt. zweiten Schriftführer Kollege opp gewählt. Dann gelangten Chauffeestraße 24 a Einsicht nehmen in die Quittungen zwei Anträge zur Besprechung. Absatz 1 des ersten Antrags der Herren Pfeiffer und Timm, sowie in die von diesen Im Verbande der Möbelpolirer Berlins und Umgegend lautend: Stollegen, welche dem Verein als Mitglieder nicht an- Herren geführte Korrespondenz, ferner in unsere Lohnverhältniffe wurde am 22. Februar der Halberstädter Gewerkschaftstongreß gehören, erhalten erst dann durch den Arbeitsnachweis Arbeit zu und in unsere auf durchaus reeller Grundlage beruhenden Ge besprochen. In der lebhaften Distussion traten die meisten gewiesen, wenn keine Mitglieder vorhanden sind", wurde abKollegen für die Nothwendigkeit einer Umgestaltung der Organi- gelehnt; dagegen Abfah 2: Kollegen, welche nicht Mitglieder schäftsgrundsäge. Auf alle sonstigen Anfragen gleichfalls Rede fation und für die Entsendung eines Delegirten zum Kongreß find, wird nur einmal Arbeit zugewiesen, bei ihrem Wieder zu stehen sind wir daselbst gern bereit. ein. Unter Geschäftlichem wurde einem Kollegen Rechtsschutz ge- erscheinen müssen dieselben Mitglied fein", einstimmig an uns zu Gebote stehenden Mitteln über die in Rede stehenden Wir halten es für unsere Pflicht, der Arbeiterschaft mit allen währt und ein Reglement für die beiden Arbeitsnachweise ver- genommen. Der zweite Antrag, Gründung eines Unterstüßungs- unhaltbaren Verhältnisse Aufklärung zu schaffen. Es ist bes lesen und angenommen; ferner ernannte man den Kollegen Höfonds für Arbeitslose betreffend, wurde vom Antrag bauerlich, daß die genannten Herren ihre Eigenschaft als Mits necke zum Ehrenmitglied. Der diesjährige Maskenball findet ſteller Abendroth damit motivirt, Sonnabend, den 12. März, im Konzerthaus Sanssouci, Rottbuser Beitragsleistung, entsprechend der Anzahl der zu Unterstützenden, ben Schuß der Partei für ihr durch und durch unberechtigtes daß bei besonderer glieder der Schneider- Kommission dazu gebrauchen, um auch noch straße 4a, statt und find Billets hierzu in den beiden Arbeits- es sich bei einiger Ronfequenz wohl ermöglichen ließe, etwas zu Vorgehen gegen uns zu beanspruchen. nachweisen und bei den bekannten Borstandsmitgliedern zu haben, gewähren. Kollege agen war der Meinung, die zugereiften Kollegen, welche bei ungünstiger Geschäftstonjunktur sich sonst In der Vereinigung deutscher Maler, Lackirer und den Berliner Staub von ihren Pantoffeln geschüttelt haben, Austreicher gab am 23. Februar der Vorsitzende Schweizer würden dann in Erwartung einer Unterstügung hier bleiben und den Bericht über die Entwickelung der Vereinigung in den letzten den Fonds sehr bald erschöpfen. Nachdem noch Kollege zwei Jahren. Danach hat sich dieselbe während dieser Zeit um Münz apoft mit feurigen Worten feine langjährige Sympathie 38 Filialen vergrößert( von 68 auf 106). Rechtsschuß wurde in für den Antrag bekundet und begründet hatte, erklärte 187 Fällen gewährt. Wieviel Fälle zu Gunsten der Arbeiter ent- Rollege Thieme, wenn er auch die volste Berechtigung Baer Sohn, Berlin, Chauffeestr. 24a, Gr. Frankfurterstr. 16, Brückenftr. 8. Verantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2.