Nr. 290. Abonnements- Bedingungen: V Abonnements Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter Sonntagss Beilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PontAbonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Post Beitungss Preisliste für 1901 unter Br. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Dte Insertions- Gebühe beträgt für die fechsgespaltene Rofonets geile oder beren Raum 40 Bfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derErpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Gonn- und Befttagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Zelegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Afind Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Benth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. vom • Quikkung. " Donnerstag, den 12. Dezember 1901. " " der Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. er Anscheinend war zu den ernsten Darlegungen im Augenblic Die Mittwochfizung gehörte quantitativ den golltariffreunden, fein Anlaß gegeben. Die Parteien im Abgeordnetenhause haben auf deren zwei aus dem Hause und einer vom Ministertisch sprachen; Jm Monat November gingen bei dem Unterzeichneten folgende jeden obstruktionellen Widerstand verzichtet; seitdem das Wort von von den Gegnern des Tarifs tam nur ein Redner zum Wort, aber Parteibeiträge ein: der Auflösung gefallen ist, sind die Trozigsten unter ihnen manierlich diese Rede Singers erfeßte durch die Schlagkraft ihrer Angriffe die Berlin, Beiträge der Wahlkreise: 3. Kreis 500,-( barunter und nachgiebig geworden. Insbesondere das Budgetprovisorium, um Ueberzahl der agrarischen Reden. Dr. R. F. 50,-). 4. Kreis Ost 1500,-( darunter Tischlerei Fischer, das in den Obstruktionszeiten so wilde Rämpfe geführt werden Zunächst sprach Graf Kanig. Graf Kanitz ist unter den Weidenweg 64, 20,-). 4. Kreis Südost 1500.-( darunter mußten, geht nun ohne jede größere Schwierigkeit durch. Aber Agrariern eine eigne Gestalt. Er ist nicht vom Normalmaß der B. P. Spinn 5,-, Statklub" Namenlos" 5,-). 5. Streis, Social- gerade der Umstand, daß zu der düsteren Rede kein augenblicklicher Lärmer, er müht sich um die wissenschaftliche Begründung der demokratischer Verein 150,-( darunter 9. S. 50,- Ranch Anlaß gegeben war, daß sie ganz unvermutet und überraschend ge- agrarischen Forderungen und bringt seine Anschauungen in fast flub Ohne 8wang" 50,-). 6. Kreis, Schönhauser Vorstadt 1000,-( darunter 2. B. Mister 1,-. Referat Augustine bei kommen ist, gerade das giebt ihr ein besonderes Gewicht. Mit der professoralem Tone zum Ausdruck. Gras Kaniz wirkte auch heute den Straßenhändlern 5,-) 6. Kreis Moabit 837,73( darunter Rebe tlagt die Regierung das Parlament an; bor der nicht unangenehm, wohl aber erfüllte er nicht die Erwartungen, die 2. M. 10,-). 6. Kreis Wedding und Oranienburger Vorstadt gesamten Oeffentlichkeit wälzt sie ihm an allem, was fommen könne auch der Gegner in den Philosophen des Brotwuchers sezen mochte. 1100,- 6. Streis Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen 700,- und werde, die Schuld und die Verantwortung zu; nicht sie, die Wo Graf Kanit sich auf allgemeine Erörterungen des handels( darunter Ueberschuß von der Dampferpartie der Arbeiter der A. E. G. Regierung, sondern das treulose Parlament werde es sein, das vor politischen Problems einließ, gelangte er zu Schlüssen, die Abt. Maschinenlager 13,95, Uebersch. v. Kranz der Gen. der Firma der Geschichte verantwortlich sein wird. wenn die Verfassung, der selbst Der Gauert 5,30, Uebersch. einer Kranzspende durch F. Pf. 1,85, Kranz Sort der Völker sonst gegen die staatliche Gewalt, zusammenbricht in Regierung gänzlich unannehmbar find fund die überschuß Polemik gegen 449. und 451. Bez. 18,85, durch H. Hoch- und ihre wirkende Kraft einbüßt. Nicht mit Unrecht fonnte sich Herr meist an deren Beweisgründen vorbei. 8ollgegner redete gu straße 28 Chokoladen- Automat 8,-.) Berlin, diverse Beiträge: Graf Kanitz bekennt 3.6 30,-. Kleiner Nauke, Brandenburgstraße 3.-. Durch Bredow b. Koerber auf die immer zahlreicher werdenden Stimmen berufen, sich als Gegner von langfristigen Handelsverträgen, er glaubt, 1,30, Filiale IIl eingeschr Hilfskaffe 20 10,-, Sa. 11,30. Uebersch. die, augeekelt von dem impotenten Gebahren dieses schrecklichen daß Deutschland durch möglichst geringe Bindung seiner Handels. der Kranzspende v. Hilsenbeck u. Groll 10. Die Kontobucharbeiter Hauses, nach einer„ Radikalkur" verlangen und fein Hehl daraus beziehungen mit dem Ausland am stärksten dastehen würde. Thatvom Wedding 5, Hausdiener von Jacoby durch Bernhardt 7.- machen, daß sie dem Schrecken ohne Ende das schrecklichste Ende vor- sächlich würde seine Politif den erbittertsten Krieg aller gegen alle entUebersch. v. 5. Geburtstagsf. aus d. roten Luke 14,-... 30,- ziehen. Wenn das Abgeordnetenhaus in seiner traftlosen, den Staat feffeln, der alle Staaten schwer schädigen müßte und nicht zum geringsteu Dr. 2. A. 50,-. Von den Arbeitern der Neuen Berliner Genossen zerrüttenden Unthätigkeit verharrt, so wird kommen, was kommen Deutschland, zunächst die deutsche Industrie und in der Folge die schaftsbäckerei 23,-. Cigarrenfabr. R. Schulze, Friedrichsfelderstr. 21 muß das hat gestern Herr v. Koerber den Abgeordneten trocken deutsche Landwirtschaft. Die fchneidige Waffe, durch die GrafftanizDeutsch7,30. 2. 23. 2. S. 50,-. A. B. 50,-. Uebersch. d. Lotterie- herausgefagt, und er hat damit nur ausgesprochen, was sich alle land zu schützen glaubt, würde auf den eignen Leib mörderisch zurücktasse 2. W. 1,50. M. G. 2, Werkabteilung von Bading 15,-. Von den Mitgliedern der A. B.schen Druckerei 45,-. Im Rauch sagen, was jeder fühlt und viele schon ungeduldig erwarten. stoßen. Die principielle Handelsvertrags- Feindschaft des Grafen flub Rüdersdorf gesammelt 8,-. Bleisteg 1,-. Mitgl. der U.-Dr. Was ist es aber, was tommen fann? Herr v. Koerber hat von wird denn auch von der Regierung selbst nicht geteilt. Im übrigen 4,75. Sempel 2, J. M. 2, Borgstedt b. Rendsburg, vun de drei Möglichkeiten" gesprochen, die der Parlamentstrach hervorbrachte Graf Kanit so unzutreffende Argumente gegen die ZollPiepenmokers u. H. M. 3,-. Breslau, socialdemokr. Verein 50,-. rufen fönnte.„ Man vernimmt schon jest", meinte er, ziemlich erhöhungs- Opposition, daß daraus nur dem folgenden socialdemo Bern 50,-. Baußen, 3. sächs. Reichstags- Wahlkreis 50,-. Bams viele Stimmen dieser Art, von denen die einen sagen, es liege ihnen tratischen Redner erfreuliche Gelegenheit wurde zur Entwicklung der socialberg, Solitarius 5,- Cottbus, P. L., Vierteljahresbeitrag 2.- am Parlament nichts, weil seine Befugnisse ihnen nicht paffen" demokratischen Anschauungen über die Bedeutung des Freihandels innerCöpenick, Zahlstelle des Centralverb. der Maurer Deutschlands 6, das sind die Förderalisten, die der lächerlichen Utopie anhängen, halb der tapitalistischen Produktion, über unsre Auffassung vom VerErfurt, Wahltr. Erf.- Schl.- Biegenr. 50,-. Falkenberg( Oberschl.) 14,-. Forst i. L., von den Parteigenossen 200,- Gelsenkirchen, man könne einen modernen, kapitalistisch entwickelten Staat mit hältnis des Industriestaats zum Agrarstaat und mancherlei andre eindurch P. M. 20,-. Höchft- Usingen- Homburg. Wahlkreis 150,- stebzehn Landtagen regieren, während die andern mit schlagende Fragen. Konnte der Gelehrte des Bollwuchers unglücklicher Heidingsfeld, socialdemokr. Verein 50,-. Hagen i.., Ungenannt feiner Wahlgrundlage nicht zufrieden sind, und die operieren als durch den Himveis, daß es im freihändlerischen England 3, Hohenstein- Ernstthal, C. B. 5,30. Hamburg, 2. Wahltr. 2000,-. dritten. die hier allerdings nicht zum Worte kommen, noch eine auch hungernde Menschen gebe? Gerade der Socialdemokratie liegt es Hastedt b. Bremen, v. Barteigenoffen 10,-. Hildburghausen, Dr. W., ganz andre Melodie im Kopfe haben". Diefe fernt, eine freihändlerische Handelspolitik als Lösung der socialen Parteibeitrag für 1900/01 69,-. Hamburg, im Monat November Melodie" ist natürlich der Absolutismus, aber daß der Frage zu betrachten. Wohl aber bietet das freihändlerische England in der Erp. d.„ Echo" eingegangen 52,-. Haßfurt a. M., 2. R. 3.- Absolutismus, den mant vielleicht tassieren wird müssen, der Arbeiterklasse im allgemeinen bessere Löhne und günstigere Lauscha 10,-. Lahr i. B., Altvater 5,-. Magdeburg, durch Har: um von dem Privilegienhaus zu einem wirklichen Parlament Lebensbedingungen als die hochschutzzöllnerischen Staaten Frank baum 30, Meran, J. M., Protokoll 0,90. München, V. S. 5,-. zu fommen, nicht mehr sein kann denn eine Merzig a. S. 1,55. München, Waldläufer 5,- Nürnberg- Altdorf, flüchtige reich und insbesondere Rußland, in dem die Hungersnot ganze Provinzen socialdemokratischer Verein 20,-. Ohlau, Wahlkreis Ohlau- Strehlau, Episode, begreift jeder, dem die Existenzbedingungen eines großen verheert. Und an ähnlich verfehlten Versuchen war die Rede des September- November 15,- Oberlangenbielau, Arbeiter aus dem Staates vertraut sind. Was also vor dem östreichischen Parlament Grafen Kanik überreich. Eulengebirge 100,-. Quedlinburg, vom A.-B.-V. 50,-. Regensburg, steht, ist nicht eine Möglichkeit, die kommen kann, aber nicht kommen Um so wirkungsreicher war die Rede des dritten socialdemo socialdem. Berein 10,-. Rahnsdorf, R. u. P. 6,-. Stuttgart, G. u. 10,- muß. fondern ist eine Notwendigkeit, und wie jedes Notwendige nur fratischen Redners, der in der Zolldebatte das Wort nahm. Genosse Striegau, socialdem. Wahlver. v. Str. u. Umg. d. d. Kassierer P. B. 50,-. Eines ist, so giebt es auch nur Eine Notwendigkeit: die, die aus Singer erfaßte in glücklicher Auswahl aus den mannigfaltigen Solingen, durch den Kreisvertrauensmann 50,-( darunter vom dem abgestorbenen, bei lebendigem Leib verfaulten Privilegien Vorbringungen der Zollerhöhungs- Redner die wichtigsten Momente, Boltsverein Solingen 10,-, desgl. Wald 10.-). Seifhemmersdorf, Barlament eine wahre, wirkliche Boltsvertretung erschafft. Kurz- um sie treffsicher zu widerlegen und in ihrer Nichtigkeit zu erweisen. von den 27 Wahlmännern des 2. sächsischen ländlichen Landtags: fichtige mögen das einen„ Staatsstreich" nennen, in Wirklichkeit wird Singer knüpfte an seinen Vorredner an, wandte sich dann gegen Wahlkreises 13,50. Tönisheide 10,- Wandsbeck, socialdemotratischer Verein 800,-. Württemberg 100,-. Wirges, socialdemo- es aber eine rebolutionäre That sein deren Bedeutung frühere Redner, insbesondere gegen Herrn Speck vom Centrum und kratischer Verein des 3. nassauischen Wahlkreises 100,-. Westrick, dadurch nicht gemindert wird, daß sie die vollziehen, die diesen Staat den nationalliberalen Freiherrn Heyl zu Herrnsheim. In wuchtigem gesammelt vom Gefangverein Einigkeit" 100,-. Beiß, Wahlkreis zur Zeit besitzen. Vorstoß warf er deren eifrige Versuche, den Brotwucher in eine Beiß Weißenfels Naumburg 100,- Bichiedsche und Umgegend, Die Wirkung der Koerberschen Rede ist auf die nationalen Par- Harmlosigkeit umzutäuschen, über den Haufen und wendete sich soA. R.-C. 10,-. Zehlendorf, Namenlos 11,25. teien geradezu lähmend. Die Herren Obmänner der deutschen Par- dann zu einer Beurteilung der Regierungsvorlage, in der er eine Fülle Unter den im vorigen Monat vom 6. Berliner Kreis Moabit teien sind noch gestern zu einer Beratung zusammengetreten, und neuen Materials ausbreitete und die Ungeheuerlichkeit der brot abgelieferten 313,51 befinden sich folgende Einzelbeiträge: G. J. 6.- das Ergebnis ihrer Erwägung und ihres Mutes war. daß sie zu wucherischen Zumutungen zu überaus machtvollem Ausdruck brachte. In der Quittung in der Nr. 263 des„ Vorwärts" vom 9. No- Herrn v. Koerber gegangen sind, um sich in seinem Zimmer von Durch vielfache grollende Zurufe nnd Unwillenskundgebungen bea vember d. J. muß es unter den Einzelbeiträgen des 6. Berliner ihm beruhigen zu lassen. Der Ministerpräsident konnte natürlich mit zeugten die agrarischen Reihen, wie schwer fie getroffen wurden. Kreises Wedding und Oranienburger Vorstadt nicht heißen 14,-, vollem Recht versichern, daß er mit seinen Worten keine„ Drohung" Zu den bedeutensten Partien der Singerschen Rede zählt seine sondern 15, Kranzüberschuß vom Begräbnis des verstorbenen beabsichtigt habe, daß er vielmehr alles dransetzen wolle, daß Oest- Aufrechnung über die Frage, wer denn in Wirklichkeit die Majorität Kollegen A. Wichmann, gesammelt durch. L., Union Electr. reich verfassungsmäßige Zustände erhalten bleiben. Den Herren vertrete, ob die Wucherparteien, die im Reichstage die Mehrheit Berlin, den 7. Dezember 1901. Obmännern mag das eine Neuigkeit gewesen sein, aber außer ihnen haben, oder die Gegner des Wuchers, die die Volksmehrheit dürfte in Oestreich niemand Herrn v. Koerber in Verdacht haben, daß vertreten. Ebenso eindrucksvoll waren die Exkurse Singers er aus Frivolität etwa, aus größenwahnsinniger Ueberhebung mit über die finanziellen Vorteile, die aus der Vorlage den dem Parlamente Krieg beginnen wollte. Nicht drohen wollte der leeren Kassen des Reiches erwachsen und über die gewaltigen GeMinisterpräsident, sondern sagen, was ist: damit den Versuch winne, die insbesondere der hohe Adel und die deutschen Fürsten machend, die Abgeordneten zur Vernunft und Besonnenheit zu führen. aus der Zollerhöhung gewinnen würden. Da Singer auch die Daß die bürgerlichen Parteien auf diese Warnung nichts zu erwidern Summen, die dem deutschen Kaiser zufließen würden, genau bes haben, zeigt die Thatsache, daß sie nichts erwidert haben. rechnete, verhalf Vicepräsident Graf Stolberg dieser Berechnung Wenn eine Bombe aufgeflogen wäre, so hätte sie die Reihen Heute wurde die Debatte fortgesetzt, man hätte also erwarten zu besonderer Auffälligkeit, indem er dem Redner bedeutete, daß in der östreichischen Abgeordneten nicht stärker erschüttern können, als fönnen, daß sich die führenden Parteien beeilen werden, dem Minister- dieser Art der Kaiser nicht in die Debatte gezogen werden solle. Singer es mit der gestrigen Rede des Ministerpräsidenten ge- präsidenten die Antwort zu geben, das Recht des Parlaments gab ferner eindringliche Schilderung von den Dürftigkeiten des Arbeiterschehen ist. Auf der Tagesordnung stand die zweite Lesung des gegenüber seinen„ Drohungen" festzulegen. Was geschah aber? Die lebens, dessen weitere Belastung schwerstes Verbrechen sei, und höhnte dreimonatigen Budetprovisoriums, und da Herr v. Stoerber zu der fämtlichen zu Worte gemeldeten Mitglieder der deutschen Parteien die agrarische Heuchelei, als ob vom Vorteil aus den 8öllen irgend Beratung im Ausschuß ursprünglich gar nicht gekommen war, weil ließen sich von der Rednerliste streichen! Und der Wort- ein Teil den Landarbeitern zu gute kommen würde. Er untersuchte er, wie er erklärt hatte, eine politische Debatte bei dieser Durchgangs- führer der Jungczechen, der als Generalredner gewählte Abg Placet, die Ursache der Abwanderung vom Lande und steigerte den agrarischen verordnung nicht erwarten konnte, so waren die Abgeordneten gestern wußte nichts vorzubringen, als die gewohnten Klagen über Unmut zu lauter But durch den Nachweis der materiellen und wirklich keines Ueberfalles gewärtig." Man hatte sich auf eine Burücksetzung von Czechen bei Besehung von Beamtenstellen! Das geistigen Verwahrlosung, in der die Agrarier die ländliche Beöde Abhaspelung der Neden der zum Wort gemeldeten Ab war die Antwort" der bürgerlichen Parteien auf die Rede, die das völkerung zu erhalten versuchen. Singer schloß die an schlagenden geordneten eingerichtet, als fich ganz unvermutet Herr Gespenst des Staatsstreiches an die Wand malte! Sinnfälliger Wendungen ebenso wie an fachlichen Gründen reiche Rede mit dem v. Koerber erhob und den Abgeordneten den ganzen Ernst konnte die Abdication des Privilegienparlaments inweis auf den Millionenprotest der Entrüsteten im Volke, deren der Sachlage förmlich ins Gesicht warf. Das war nicht mehr das nicht demonstriert werden; das berlegene Schweigen der Namen die socialdemokratischen Petitionen decken, und mit der Aufübliche Bertuschen und Verschleiern der unheilbaren Krise, wie es Herr chauvinistischen Parteien ist ein Beweis, wie die Lebenstraft diefes forderung an die Regierung, den Reichstag aufzulösen v. Stoerber bisher betrieben hatte; obwohl er scheinbar von der Parlaments vollständig aufgebraucht ist. Es ist dem Tode ver- und das Urteil des Volkes über den Zollwucher herbeizuführen. Erwägung ausging, daß sich der Gesundungsprozeß des Barlaments fallen und wartet nur des Schlages, der sein schwächliches Dasein Das Centrum versuchte durch Aussendung eines jungen Draufnur zu langsam" vollzieht, flingt aus seinen Worten doch die Ueber beendet. gängers den Erfolg der Singerschen Rede zu mindern. In zeugung heraus, daß die Regierung, und ebenso was über der Dr. Heim erscheint ein besondre Spielart der Centrumspolitik. Regierung steht, die Krankheit des Parlaments als unheilbar Er hat nichts von der würdevollen Gemessenheit und der vorsichtig erachten, nicht mehr mit seinem Leben, sondern mit seinem Tode diplomatisierenden Methode der älteren Centrumsführer, er ist ein rechnen und die Frage bereits aktuell geworden ist, was dann gejugendlicher Stürmer, der die Worte nicht wägt und nur das eine Biel schehen solle, geschehen könne, wenn sich das Parlament zur Behat, Lacher auf seine Seite zu bringen. Herr Dr. Heim ist der wältigung der ihm obliegenden Aufgabe dauernd als unfähig erTypus der Demagogie des linken Centrums, er weiß geschickt jesuitische weisen würde. Das Privilegienparlament würfelt wurde im Reichstag am Mittwoch wieder aufgenommen und brachte Berdrehungskunst mit derber Spaßmacherei zu mischen. Herr um sein Leben: das ist, in kurzen Worten, der Inhalt dieser überaus lebendige Episoden; es zeigte sich, daß der gewaltige Stoff, Dr. Heim erreicht fast den Wig eines Liebermann v. Sonnenberg Letzten Rede des östreichischen Ministerpräsidenten, die so ernst flingt, um den der Kampf geht, trop vieltägiger Auseinandersetzungen noch und so erfreute er sich denn des wiehernden Jubels der ge= so schicksalsschwer, wie noch keine, seitdem Oestreich parlamentarisch bei weitem nicht erschöpft ist, vielmehr bietet jede neue Rede neue famten Rechten. Aber je mehr seine Rede durch grobe regiert wird. Serausforderung zu weiteren Erörterungen. Späße den Beifall der Zollparteien erivarb, umsoweniger vermochte 3 2. M. 10,-, O. M. 30,-. Für den Parteivorstand: A. Gerisch, Kreuzbergstr. 30. Staatsstreich in Sicht? -st- ien, 10. Dezember. " Politische Mebericht. Berlin, den 11. Dezember. Der Zollstreit fie die Anforderungen einer ernsthaften Behandlung der Zollfrage zu] Das nennt Herr v. Rheinbaben: Die Preise seien unter dem Unfer alter berehrter Parteigenosse Löwenstein, der in dieser erfüllen. Das Beweisthema, um das sich Herr Heim, mühte, daß 5 Mark- 3oll gesunken. Nein, das Gegenteil ist wahr. Die Weise von dem Hilpert gearnimt" wurde, ist Alters präsident neben dem Großgrundbesiger auch ein Teil der Bauernschaft Nußen Preise stiegen unter dem 5 Mart- 3oll fo rapid, daß mit Recht Caprivi der bayrischen Kammer. aus den Zöllen hat, steht gänzlich außer Frage. Wir behaupten viel- davon sprach, mit der Erhöhung des Zolls auf 5 M. sei der Bogen Für die Opfer des Gnesener Prozesses sind bereits über mehr, daß der Nußen aus den Zöllen um so größer ist, je größer überspannt worden. 100 000 M. eingegangen, zu deren Verteilung ein Komitee gebildet die Getreidefläche der Bauern ist, daß der kleine Bauer Im übrigen aber ist diese ganze Art der Beweisführung wenig worden ist. Die Streuz- 3tg." denunziert die Sammlung giftig als einen äußerst geringen Nugen hat, einen Nugen, der durch stichhaltig. Nicht sowohl darauf kommt es in erster Linie an, polnische Aufwiegelungsfaffe" und wirft die Frage die Schädigung aus den Einkauf von Brot sowie aus den Futter- wie die Preise sich mit der Zeit entwickelt haben, sondern wie auft:„ Sieht die Regierung dem ruhig zu?" Sie wird das ja wohl zöllen und aus den Industriezölfen vielfach überholt wird. der deutsche Konsument in jedem Jahre über den müssen zum Schmerze der„ Kreuz- 3tg.", die die 100 000 m. geri Der Schluß der langen Sigung brachte ein wahres Satirspiel. Weltmarktpreis belastet wird. Und in dieser Hinsicht haben beschlagnahmt und als kleines Mittel" unter die 25 000 Agrarier verteilt sehen möchte. Herr v. Podbielski hatte in gravitätisch aufrechter Haltung wir wiederholt nachgewiesen, daß der deutsche Arbeiter Daß die preußische Vergewaltigungspolitik gerade das Gegenteil durch die ganze Sigung den Rednern gelauscht und mochte nun, nach gegenwärtig das teuerste Brotgetreide bezahlen muß in ganz der beabsichtigten Stirchhofsruhe hervorgebracht hat, geht aus einent all den andern Ministerreden der früheren Tage, zum erstenmal Europa. Bericht hervor, den die Nat.- Lib. Korresp." erhalten hat: viel * Deutsches Reich. e die Befähigung des Husarenoffiziers nicht nur für das Postwesen, Herr v. Rheinbaben aber mag ein wenig tiefer in die Geheim-sondern jetzt für das Ministerium der Landwirtschaft ernisse der Statistik eindringen, ehe er wieder im Reichstage Behaupweisen. Herr von Podbielski versagte so versagte so völlig, daß tungen aufstellt, deren Gegenteil wahr ist. die freudige Stimmung, welche Dr. Heim den agrarischen Parteien beschert hatte, banger Verlegenheit wich. Je lauter der Landwirtschaftsminister abgebrauchte Gemeinpläglichkeiten vortrug und cine unsagbare Unkenntnis der einfachsten Verhältnisse der Landwirtfchaft in peinlichem Pathos ausbreitete, um so stiller wurde es in den Bänken der Rechten, und die Lärmfreudigen wagten es nicht, das Ende dieser Ministerrede mit dem leisesten Beifall zu bedenken. Freilich besaß Herr v. Podbielski zu allem andren Ungeschick auch die Ungeschicklichkeit, seine Rede durch die Aufforderung zu beschließen, daß die Agrarier sich an den von der Regierung gebotenen Zöllen genügen lassen mögen. Die erfundene Duellrede. Die Potsdamer Aeußerungen des Kaisers über das Duell werden jezt von allen Seiten energisch in Abrede gestellt. Der Reichs Anzeiger" stellt fest, daß die ganze Geschichte von Anfang bis zu Ende erlogen ist". Die„ Nordd. Allg. 3tg." bezeichnet sie als glatt erfunden". Die" Post" enthält folgende Berichtigung von dem General v. Bod: " Ein ungewöhnlich dreister Echtvindler hat eine Anzahl von Tagesblättern mit einer detaillierten Erzählung betrogen, an der einzig und allein wahr ist, daß Seine Majestät sich, nach Der Präsident hat die Fortsetzung der Debatte am Donnerstag bereits auf 11 Uhr vormittags angesetzt. Noch eine stattliche Namens- Beendigung des Gottesdienstes in der Potsdamer Garnisonkirche reihe ist in die Rednerliste eingezeichnet. Berichtigung. Am Schluß unsrer Betrachtung über die Montags- Sigung des Reichstags in Nr. 288 des„ Vorwärts" ist irrtümlich eine Rede des Abg. Aigner kritisiert worden. Wir haben zu berichtigen, daß nicht Herr Aigner, sondern Herr VeckAichach vom Centrum die betreffende Rede gehalten hat. Ueber den Zwischenfall in Tientsin am 1. d. Mts., furze Zeit im Regimentshause des 1. GardeRegiments 3.. aufgehalten hat, wo Sc. Majestät unangemeldet erschien und sich mit denjenigen Offizieren unterhielt, die zufällig dort anwesend waren, ein Vorgang, der feineswegs neu, sondern auch früher schon vorgekommen ist. Der ganze übrige Inhalt der Erzählung mit allen Details beruht auf völlig freier Erfindung. nov. Bock, 300 General der Infanterie, fommandierender General des Garde Corps. " " " Mit Besorgnis sehen die deutschen Landwirte aus der Umgegend von Wreschen den Folgen der Agitation entgegen, die im Anschluß an das Urteil des Gnesener Landgerichts von den Polen entfaltet wird. Unter den landwirtschaftlichen Ar beitern polnischer Nationalität werden e- und Brand= artikel der schlimmsten Art verbreitet, worin zum llngehorsam gegen die Vrotherren und zu Gewaltthätig= reiten gegen die deutschen Grundbesizer und Pächter aufgefordert wird. Bezeichnend ist der Vorfall, daß in einer Dorfschänke die Leute von den polnischen Agitatoren mit Schnaps freigehalten wurden; dabei spiegelte man ihnen vor, zwei Könige" seien bereit, den Polen zu helfen." Wenn man von den plumpen und läppischen Uebertreibungen des Berichts absieht, ist aus ihm jedenfalls soviel ersichtlich, daß das Gnesener Urteil auch unter den polnischen Landarbeitern eine nur zu begreifliche mächtige Aufregung hervorgerufen hat. Banern gegen den Brotwucher. Man schreibt uns: = In St. Tönis, Kreis Kempen, fand eine Versammlung statt, in welcher Dr. Maurenbrecher, Berlin, über die Getreidezölle referierte, und welche von Landwirten sehr stark besucht war. Einer der Landwirte, Binger Benrad, wurde ins Bureau der Bersammlung gewählt. Außer dem Referenten sprach in der Diskussion unser Genoise von der Meulen St. Tönis gegen den Zolltarif Entwurf, während der Redacteur der Rheinischen Volksstimme", Organ der christlichen Bauernist nunmehr auch eine amtliche englische Nachricht erschienen, Es wird nun notwendig sein, daß die„ Potsdamer Zeitung", vereine, und der Großgrundbesiger Höveler- Benrad die sich zwar mit der„ Reuter- Meldung" nicht völlig deckt, noch aus der die Meldung stammt, sich verantwortet, wie der ungewöhnlich für die Erhöhung der Zölle eintraten. Der Redacteur Schreiner weniger aber mit der amtlichen deutschen Meldung, breiste und, wie wit hinzufügen: merkwürdig geschickte Schwindel stellte noch die Behauptung auf, daß die geplante Bollerhöhung für die auf dem etwas sonderbaren Umwege über Peling eingelaufen entstanden ist. eine fünfköpfige Arbeiterfamilie eine Mehrausgabe von nur 4 Pf. pro war. Es gehört schon eine nicht gewöhnliche Verdrehungskunst dazu, Lächerliche Drohungen. Die Deutsche Tageszeitung" hat Tag erfordere. Gegen einige Stimmen der Großgrundgleich der„ Post" und dem„ Berliner Tageblatt" zu behaupten, das sich völlig mit dem Gedanken abgefunden, daß der Zolltarif nicht befizer wurde eine scharfe Protestresolution gegen den Zollamtliche englische Telegramm bestätigte die deutsche Meldung. zu stande kommt, weil er eine gründliche Beratung natürlich tarif- Entwurf angenommen. Eingangs der Resolution heißt es, nicht vertragen fann. In der Untersuchung ihrer Frage wie wird daß die Versammlung in ihrer Mehrheit von Bauern be Die Reuter- Meldung behauptete, wie erinnerlich, daß nicht nur der Hase laufen", tommt das Blatt mun zu folgender komischen Er- ucht sei. Obwohl dies eine Thatsache war, beantragten die Beder„ Amoklaufende" Inder von den Deutschen niedergeschossen worden findung: fürworter des Brotwuchers, diesen Passus wenigstens aus der Refosei, sondern daß die Deutschen auch mehrere andre Jnder, Wie aus bester Quelle mitgeteilt wird, haben einzelne Berlution zu streichen, welcher Antrag aber abgelehnt wurde. Es die den Tobsüchtigen verfolgten, niedergeschossen hätten, daß treter der verbündeten Regierungen kürzlich Aeußerungen gethan, war den Herren sichtlich unangenehm, die Kleinbauern mit ihren also ein förmliches Gefecht" stattgefunden habe. Der deutsche Be- aus denen gefolgert werden muß, daß man entschlossensei, Tiraden nicht einfangen zu können. richt dagegen meldete, daß lediglich der Amokläufer die Handelsverträge sofort zu kündigen, sobald man die Ver selbst von einer deutschen Wache niedergestreckt worden sei. Der eilelungsabsicht der Obstruktion klar erkannt habe. Dieser Entschluß amtliche englische Bericht teilt aber mit, daß die Deutschen würde verständig sein, wenn man gleichzeitg sich entschließen und event. thatsächlich auch auf die verfolgenden Juder der Pendschab: befunden wollte, daß man geneigt sei, die berechtigten Forderungen der Landwirtschaft über die Säße des Entwurfs hinaus zu Infanterie Feuer gegeben haben und dadurch einen derselben berücksichtigen; andernfalls würde die Kündigung wenig helfen. töteten und drei weitere verwundeten. Nur wenn die beiden eben angedeuteten Vorbedingungen erfüllt Die Gesellschaft spricht die Ansicht aus, daß die Erhöhung der werden, darf die Hoffnung gehegt werden, daß etivas zu stande fomnie, sonst nicht. Sonst dürfte der Hase trotz aller Mühe 3ölle auf Getreide und andre Lebensmittel nicht geeignet sei, der Treiber aus dem Kessel laufen." die Lage der großen Mehrheit der elsaß- lothringischen Landwirts Es ist höchst belustigend zu sehen, welche Sorge die Agrarier fchaft thatsächlich zu verbessern, während sie notwendigerum das Zustandekommen eines Entwurfs haben, den sie doch weise die Gesamtheit der Konsumenten benachteiligen gar nicht wollen. Und es ist weiter sehr grotest, wie die und den Abschluß von Handelsverträgen gefährden würde, die für Agrarier auf die einfältigste Weise durch lächerliche Drohungen die die Weiterentwicklung von Handel und Industrie unentbehrlich Brotwuchergegner von der pflichtgemäßen gründlichen Beratung sind. der Vorlage abzubringen suchen. " = Ein„ Gefecht" hat also stattgefunden, und zwar ganz im Sinne der Reuter" Meldung, die es nur ausdrücklich hervorzuheben unterlassen hatte, daß die Salven der Deutschen lediglich auf ein fatales Mißverständnis zurückzuführen seien. Das Wolffiche Depeschenbureau" meldet aus London: Eine amtliche Depesche von General Creagh aus Tientsin vom 9. d. M meldet mit tiefem Bedauern den durch den irrsinnigen Sepoy hervorgerufenen Vorfall; derfelbe habe sich in der Dämmerung abgespielt; da zu der Zeit viele Menschen auf der Straße waren, sei es dem Sepoy gelungen, nach dem von den Deutschen besetzten Gebiet zu cutkommen, wo er, bevor er getötet wurde, zwei deutsche Soldaten erschoß und einen dritten verwundete. Der Irrfinnige und ein andrer Sepoy, der ihn festnehmen wollte, seien von der deutschen Wache erschossen und drei Mann der dem Frren folgenden SepoyAbteilung verwundet worden. In dem Bericht des Generals heißt es dann weiter, die Deutschen, welche die Situation naturgemäß nicht verstanden hätten, treffe tein Vorwurf, er( Creagh) habe dem deutschen General sein tiefes Bedauern ausgesprochen. Wenn die Regierung wirklich die Verantwortung für eine vorzeitige Kündigung der Verträge übernehmen will, so mag sie das thun- das schreckt niemand. Wenn die„ Deutsche Tageszeitung" aber hofft, daß dann die„ Landwirtschaft" noch über die Säge des Buchertarifs begünstigt werden könnte, so übersicht das Blatt, daß die Regierung dazu gar keine Möglichkeit hat, wenn sie nicht überhaupt statt Handelsverträge zu schließen sich auf Bollfriege einläßt, die allerdings den Agrariern lieber wären als alle Zölle zu fammen; denn dann könnten sie den Hunger der Massen ganz nach willkür besteuern und die Preise für die notwendigsten Lebensmittel diftieren. " Agrarische Sachverständige gegen den Brotwucher. Aus Straßburg i. E. schreibt man uns:„ Die hiesige Gesellschaft zur Förderung der Wissenschaften, des Ackerbaues und der seinste im Unterelsaß" hat nach einem Referate des Oekonomierates Wagner einstimmig den folgenden Beschluß gefaßt: Der Arbeiterschutz im Gastwirtsgewerbe. Seitdem die ersten Erhebungen über die Arbeitsverhältnisse inc Gastwirtsgewerbe in die Wege geleitet wurden, ist nun beinahe ein Jahrzehnt ins Land gegangen. Es fällt der Regierung, wie es scheint, ungemein schwer, den rechten„ Mittelweg" zu finden und ein Gefeß zu schaffen, das den Gastwirten nicht wehe thut, den Gehilfen aber auch nichts nützt. Nun war aber bereits in diesem Frühjahr der Entwurf einer Bundesratsverordnung erschienen, die ant 1. Oktober d. J. in Kraft treten sollte. Dies ist aber nicht geschehen, Wenn also General Creagh nicht amtlich geflunkert hat, war Grafen Bülow niemals verleiten lassen. Wenn sie also die Handels- schäftigen, mußte er doch vor allem den Wucherzoll unter Dach und Zu diesem Wahnsinn kann sich natürlich selbst die Regierung des der Bundesrat hat jetzt noch keine Zeit gehabt, sich damit zu bedie amtliche deutsche Meldung sehr unvollständig. verträge vorzeitig kündigt, so könnte sie nichts andres thun, als Fach bringen. Sonderbar ist es übrigens, daß, trotzdem man in London dann auf Grund des geltenden Generaltarifs mit den Vertrags- Bei dem Bekanntwerden des Bundesratsverordnungs- Entwurfs bereits am 9. Dezember im Besitz der amtlichen Depesche war, die staaten zu unterhandeln. Die Regierung wäre dann gefeßlich verging mun der übliche Entrüstungsrummel feitens des Unternehmerman doch wohl dem deutschen Botschafter in London nicht vor- würden somit bei einer vorzeitigen Kündigung vom Regen in die tuin des Gastwirts gewerbes" sei die sichere Folge; auf der hindert, über den 5 M.- Zoll hinaus zu gehen. Die Agrarier tums in Scene. Die Verordnung sei unaunehmbar", der enthalten haben wird, noch am 10. Dezember die unvollständige Transe kommen, zumal dann auch der Wucherpakt mit der Industrie andren Seite wurde behauptet, daß es den Angestellten im Gastwirtsdeutsche Meldung publiziert und mit Aplomp der Reutermeldung in die Brüche geht. entgegengehalten werden konnte. Vielleicht droht Herr Dertel nun zur Abwechselung wieder einmal gewerbe außerordentlich gut gehe, namentlich denen in den Hotels. Mag auch der deutsch- englische Kugelwechsel in Tienisin lediglich mit der Befehrung zum Freihandel oder dem Verzicht auf In zahlreichen Petitionen der verschiedenen Gastwirte- Vereinigungen, durch ein Mißverständnis hervorgerufen worden sein„ Miß- monarchische Gesinnung. Sein neuestes Schreckmittel ist doch gar zu die an den Bundesrat abgegangen sind, finden sich die widerspruchs. verständnisse" sind in der Geschichte schon zum Ausgangspunkte ver- tläglich erfonnen. vollsten Behauptungen nebeneinander gereiht; einmal soll die a cht= hängnißvoller Ereignisse geworden. Jedenfalls wird das Blut- Protest der Brauereibefizer gegen den Zolltarif. Der it indige Ruhezeit, welche der Entwurf vorsieht, nicht durchvergießen in Tientsin kaum dazu beitragen, die ohnehin gereizte und gegenwärtig in Berlin tagende deutsche Brauertag nahm einstimmig führbar sein, ein andermal wird aber behauptet, daß die Die Unters früher schon in blutigen Zusammenstößen so bei dem schweren folgende Resolution at: cigentliche Arbeitszeit faum 10 Stunden betrage. Bordellfrawall in Tientsin, den Walderſee in höchsteigener Berion sammelten 1000 Befiger und Leiter deutscher Brauereien legen mobil gemacht, die alle auf Antrag eines Gasthofsbesizers in ihren Die heute im großen Saal der Victoria- Brauerei zu Berlin ver- nehuier haben ferner eine große Anzahl Handelskammern fchlichten, mußte sich entladende Verstimmung zwischen den hiermit Protest ein gegen die in dem Ent: vuf des neuen Eingaben an den Bundesrat die Verordnung als undurch englischen und den deutschen Truppen zu verschärfen. Zolltarif- Gesetzes beantragte Erhöhung der Zölle auf Gerste. Malzingaben und Hopfen. Sie erkennen hierin eine schwere Schädigung führbar erklärten. ihrer berechtigten Interessen, die von den nachteiligsten Folgen für Gegen alle diese Kundgebungen zu Gunsten der Unternehmer " Fachkommission der Der kleine Buttkamer, weiland Polizei- und jetzt Finanzminister das Gesamtgewerbe sein und den Ruin vicler Mittel- und Klein- wendet sich nun eine Petition der Herr v. Rheinbaben, hat neulich im Reichstag zu Ehren des brauereien herbeiführen würde. Diese Zollerhöhungen erscheinen um Gastwirtsgehilfen Deutschlands, welche dieser Tage Brotwuchers in der Statistik geradezu Verheerungen angerichtet. o ungerechtfertigter, als einerseits die deutsche Landwirtschaft gar dem Bundesrat eingereicht worden ist. Sie wendet sich nach zwei nicht in der Lage ist, den Bedarf an Braugerste Als Polizeiminister hatte er ja teine Gelegenheit zu statistischen und quantitativer Beziehung zu decken und andrerseits die deutschen den Entwurf der Bundesratsverordnung und sodann erklärt sie diesen in qualitativer Seiten: einmal widerlegt sie die Einwände der Unternehmer gegen Hebungen, und als Finanzminister ist er noch zu jung, um diefes Brauereien den bayrischen Hopfen nicht entbehren können. Sie geben jelbst als unzulänglich und hält die bescheidenen Forderungen der schwierige Gebiet der Zahlen einigermaßen zu beherrschen. Er sich daher der Hoffnung hin, daß der Reichstag den beantragten Zoll- Gehilfen, wie sie auf deren Kongreß formuliert sind, aufrecht. Wie ist bei seinem statistischen Aufruhr mit heißem Kopf heimgeschickt erhöhungen seine Zustimminung versagen wird. bescheiden und gerechtfertigt dieselben sind, sei kurz nochmals durch die Rekapitulierung der Hauptforderungen dargethan. worden. - Rheinbaben als Statistiker. Inter anderm stellte Herr v. Rheinbaben die fühne Behauptung duf, daß in der Zeit des 5 Mart- 3olles die Preise für Roggen und Weizen nicht gestiegen, sondern gefallen seien. Das ist völlig unwahr, wie durch folgende Zahlen bewiesen wird. Die Tonne Roggen kostete in Berlin unter dem 3 Mark- Zoll: 1896 130,6 M. 1887.. 150,9 W. Im Dezember 1887 wurde dann der Zoll auf 5 Mark erhöht. Die verteuernde Wirkung trat sofort in die Erscheinung: 1888.. 1889 1890 1891. • 134,5 . 155,5 · 6 170,3 211,2 Erit nach dem Infrafttreten des Handelsvertrages santen wieder die Roggenpreise. Genau dieselbe Entwicklung zeigt sich beim Weizen: 1887: 164,4 " 1886: 151,3 M. . 3oll von 3 M. 1888: 172,2 M. 1889: 187,7 1890: 195,4 1891: 224,2 " " Zoll von 5 M. Brotwuchermoral. Als der bayrische Bauernbändler Metzger meister Hilpert aus dem Reichstage sin die bayrische Kanmer zurückgekehrt war, empfing ihn am Montag der Präsident des bayrischen tägliche Ruhepause von neun Stunden, d. h. also nit Die Gastwirtsgehilfen verlangen eine ununterbrochene Abgeordnetenhauses, v. Orterer, mit folgender Ansprache: Ich sehe, daß der Herr Abg. Hilpert zum erstemmal seit andern Worten, sie willigen in eine tägliche Arbeitszeit von einiger Zeit wieder hier amvesend ist. Ich war leider, als der 15 Stunden. An Stelle des Sonntags, der ihnen mehr und Herr Abg. Hilpert nenlich sprach, selbst nicht in der Lage, seine schwerere Arbeit bringt, als die Wochentage, verlangen sie einen Schlußworte zu hören, und ich bin auch nicht von andrer Seite rege elmäßig wöchentlich wiederkehrenden Ruhes darauf aufmerksam gemacht worden, was er am Schlusse seiner tag von 36 Stunden. Für jugendliche Arbeiter unter 16 Jahren Rede vom 29. November in Bezug auf den Abgeordneten ist ein etwas erhöhter Schuß gefordert. Löwenstein gesagt hat. Ich bin erst durch die Wiedergabe diefer Aeußerungen im stenographischen Bericht und in mit einem Worte zu be= Es wäre in der That im höchsten Grade wünschenswert, daß der Presse darauf aufmerksam gemacht worden, daß Abgeordneter die Regierung mun endlich den äußerst minimalen Wünschen der gastHilpert folgendes bemerkt hat:" Ich bin weit entfernt, wirtschaftlichen Arbeiter nachkäme. Ihren Fraktionsgenossen leidigen, aber den Wunsch möchte Zur Verprenßung der Main- Neckar- Bahn wird uns aus und so alt wie Herr Baden vom 10. Dezember geschrieben: Der Staatsminister Jiraeliten jo gefund singh aussprechen, wenn alle Löwenstein wären, so würden wir bald befreit v. Brauer ließ heute in der Zweiten Kammer, veranlaßt durch die sein von ihnen." M. HH.! Nachdem ich nun diesen Wort- Interpellation der socialdemokratischen Fraktion in Taut vor mir habe und Abg. Hilpert heute zum erstenmal wieder Sachen der Verpreußung der Main- Neckar- Bahn, die Erklärung ab= erschienen ist, kann und will ich nicht unterlassen, auszusprechen, geben, es feien Verhandlungen im Gange, die eine Vereinfachung daß eine solche Bemerkung gegen ein Mitglied des Hauses durch der Verwaltung der genannten Bahu bezweckten. Der diesbezügliche aus ungehörig ist und den Gepflogenheiten des Hauses wider Vertrag bedürfe der Genehmigung des Landtags und werde diesem spricht. Ich sehe mich leider veranlaßt, den Abg. Hilpert darüber nach Neujahr vorgelegt werden. Unfre Genossen haben also mit förmlich zur Ordnung zu rufen." ibrer Interpellation, die übrigens erst nach den Weihnachtsferien zur eigentlichen Verhandlung kommen soll, ins Schwarze getroffen, in sofern sich die Gerüchte über bevorstehende Aenderungen in der Berwaltung der Main- Neckar- Bahn bestätigt haben. Ausland. Liberale Ablösungsrüstungen in England. London, 8. Dezember 1901. Etiva 500 Delegierte des Verbandes der liberalen Vereine von England und Wales waren letzten Mittwoch in Derby versammelt, um eine einheitliche Politik in Bezug auf den südafrikanischen Krieg zu schaffen. Die Beratungen, in denen sich eine bewußte, flare Opposition gegen den Imperialismus fundgab, fanden ihren Ausdruck in folgender Resolution: Der Generalausschuß des Verbandes der liberalen Vereine anerkennt die ernsten Meinungsverschiedenheiten, die in Bezug auf den Anfang des Krieges innerhalb der liberalen Partei bestehen, erklärt aber, daß der Zeitpunkt gekommen sei für Ver= handlungen mit den Boeren zum Abschluß eines ehrenvollen und dauerhaften Friedens und daß zu diesem Zwecke ein besonderer Kommissär nach Südafrika entsandt werden solle. Der Ausschuß bedauert aufs tiefste die Suspension der Verfassung und die Ausdehnung des Standrechts auf solche Teile in Südafrika, wo die Civilgerichte aufrechterhalten werden konnten. Schließlich er klärt der Ausschuß sein volles Vertrauen in Sir CampbellBannerman als dem Führer der liberalen Partei im Unterhause." Die andre Resolution lenkte die Aufmerksamkeit der Regierung auf die schreckliche Sterblichkeitsrate in den Konzentrationslagern und fordert sie auf, die sanitären Zustände um jeden Preis zu verbessern. " wer nicht. Die aus Vertretern beider Organisationen be: Jeiner blinden, anmaßenden Politit. Der Wunsch des stehende Revisionskommission einigte sich über die Zulassung von englischen Volkes sei weder Ruhm noch Rache, noch Eroberungssucht, etwa 800 Personen ohne Diskussion, bei circa 30 machte sondern es verlange einen großmütigen, sicheren Frieden. fie Vorbehalte. Es blieb eine Anzahl Mitglieder der Federation" Der Sohn des Ministers Chamberlain hielt an dem ( alte Organisation) übrig, die, weil sie den Waffenstillstand, zu dem gleichen Tage eine Rede, in welcher er Bannerman auf fich beide Teile verpflichtet, durchbrachen, das Centralorgan, den das heftigste angriff und erklärte, er möchte nicht den Platz Avanti", angegriffen hatten, nach Majoritätsbeschluß nicht mehr einnehmen, den die Geschichte diesem Mann geben werde, der von aufgenommen werden sollten. Dieser Beschluß traf Mitglieder der allen Feinden Englands gegen die englische " Federation", und dies veranlaßte zwei Kommissionsmitglieder, ihre Armee als Zeuge angerufen werde. Wyndham Aemter niederzulegen; die Arbeiten der Kommission kamen zum sprach in Erster ebenfalls gegen Bannerman. Stillstand, die Mitglieder legten ihre Mandate in die Hände der dim Australien. Parteileitung zurüd. " " Die Parteileitung entschied wie früher, nämlich, daß nur eine Organisation bestehen dürfe. Alle 800 Mann, die von der Kommission als zum Beitritt berechtigt anerkannt worden sind, haben der Federation" beizutreten. Ueber die Zulassung der von der Kommission Zurückgestellten soll ein Schiedsgericht entscheiden. Im übrigen erklärte die Parteileitung( wie im Vorwärts" schon mitgeteilt) die Differenzen für weit mehr persönlicher als principieller Natur. Turati und seine Freunde hatten alle ihre Schritte zu dem Zwecke gethan, eine„ Meinigung" der Partei von solchen Elementen herbeizuführen, die ein eriprießliches Arbeiten hindern. Durch den Durch den Beschluß des Parteivorstands wird die Kommission, die auf seine Veranlassung selbst in Funktion getreten war, desavoniert und damit Turati und Genossen direkt getroffen. Man kann den Rücktritt Turatis also wohl verstehen. Die parlamentarische Gruppe hat den Entscheid der Parteileitung sehr befremdend gefunden und die Gründe Turatis für seinen Rücktritt als berechtigt anerkannt. Chefcheidungs- Gesch. Die Einführung obligatorischer Schiedsgerichte ist von beiden Kammern in Neu- Südwales( Australien) beschlossen worden. Dies Gesez lehnt sich an dasjenige von Neu- Seeland an. Alle Konflikte, die zwischen Arbeit und Kapital entstehen, müssen dem Schiedsgerichtshof zimm Enfscheide unterbreitet werden. Der Schiedsgerichtshof, dem Unternehmer und Arbeiter als Richter angehören, wird präsidiert durch einen Richter des Höchsten Gerichtshofes. Bei Zuwiderhandlungen kann das Schiedsamt Geld- und Gefängnisstrafen verhängen. Partei- Nachrichten. Der Wahlkampf in Breslau- West ist eingeleitet worden durch eine imposante socialdemokratische Wählerversammlung, in der Genosse Bernstein seine Kandidatenrede hielt. Vernstein hielt eine große programmatische Rede, in der er hauptsächlich unsre demokratischen und socialistischen Ziele behandelte. Die Rede fand stürmischen Beifall. Eine Debatte entwickelte sich nicht. Auch von den zahlreich anwesenden Gegnern in führenden Parteistellungen nahm keiner das Wort. Die Antisemiten stellen diesmal einen Kandidaten auf in der Person des Herrn hans v. Mosch. Bei den Stadtverordneten- Wahlen in Netschkau( Sachsen) wurden sowohl in der 3. wie in der 2. Klasse die Parteikandidaten - je ciner gewählt. Wahlrechts für die Wahl zur Stadtverordneten- Bersammlung; dabei ergaben sich so verzwickte Verhältnisse, daß fünf verschiedene Wahlresultate durch das Los festgestellt: verden mußten. Die Konferenz ist aus folgenden drei Gründen bemerkenswert. Erstens ist sie eine Kriegserklärung gegen die liberalen Imperialisten: Rom, 8. November.( Eig. Ber.) Lord Rosebery, Mr. Asquith, Mr. Haldane und Sir Edward Grey, die Italien hat feine gefeßliche Ehescheidung; möglich ist nur die Campbell- Bannerman als Führer der Partei nicht anerkennen wollen. durch gerichtlichen Entscheid festgesetzte persönliche Trennung, giveitens zeigt sie ein Wiederaufleben der liberalen Partei. Drittens spricht die wohl alle Schattenseiten der Scheidung, nicht aber deren Vorsie sich für die Entfernung Lord Milners aus, denn nur in diesem Sinne teile hat. Die socialistischen Deputierten Berenini und ist das Verlangen nach einem besonderen Kommissar zu verstehen. Berciani haben der Stammter einen Gesetzentwurf unterbreitet, Dies war die erste Wahl nach Einführung des Dreiklassens Es besteht indes kein Zweifel darüber, daß die Regierung Lord der die Ehescheidung in folgenden Fällen vorsieht: Bei Verurteilung Milner nicht opfern wird. Die Times" weisen einen derartigen zu Zuchthausstrafe von mehr als 10 Jahren; bei Geisteskrankheit, Gedanken mit aller Entschiedenheit zurück. Ebensowenig wird sie die mehr als 3 Jahre dauert; bei Impotenz, die während der Ehe mit den Boeren zum Abschlusse eines ehrenvollen und dauernden eingetreten; nach 5 oder 3jähriger faktischer Trennung( je nachdem Friedens" Verhandlungen anknüpfen. Nur keine Täuschungen. Der Kinder vorhanden sind oder nicht). Auch anstedende Krankheiten, ivie junge Abgeordnete Winston Churchill, das enfant terrible der ton Tuberkulose und Syphilis, berechtigen zur Ehescheidung. Es jervativen Partei, hat in seiner Rede in Birmingham ausdrücklich scheint, daß das Gesetz in der Kanmier durchgeht, nachdem es die erklärt, der Krieg müsse bis zum bitteren Ende fortgesetzt werden, Regierung angenommen hat; im Senat dagegen wird es einer auch wenn England mit einer oder zwei europäischen Nationen in scharfen Opposition begeguen. Konflikt geraten sollte. Das ist die Stimmung der großen Mehrheit der Nation. Unionisten nicht undenkbar. Der niederländische ,, Socialdemokratische Lehrer- Verband" wird am 26. Dezember seinen 12. Verbandstag im Gebände für Kunst und Wissenschaften zu Utrecht abhalten. " Aus Industrie und Handel. Polizeiliches, Gerichtliches usw. Zu 500 M. Geldstrafe wurde Genosse Robert Albert, verantwortlicher Redacteur des Sächsischen Voltsblattes" in Zwickau, Die einzige Hoffnung der Boerenfreunde liegt in der Wider die Diskussion über das, was man die große Frage des Südens das sich eine arge Berhöhnung der notleidenden Arbeiter geDie ,, große Frage des Südens". In der Kammer beginnt verurteilt. Albert soll das Werdauer Tageblatt" beleidigt haben, standstraft der Boeren selbst. Sind letztere noch start genug, einige nennt. Es handelt sich hierbei in erster Linie um die bekannten leistet hatte. Monate hindurch aggressiv vorzugehen, so wird die Geduld des Untersuchungen über die Korruption in Neapel. Diese fommunale Laudes mit der konservativen Regierung brechen. Die durch den Mizwirtschaft beschränkt sich aber nicht auf Neapel, sondern erstreckt G. Müller aus Eisdorf in Schlesien hatte einen Strafbefehl von Die Unterschriftensammlung vor Gericht. Der Steinarbeiter südafrikanischen Krieg zu neuen Leben galvanisierte liberale sich mehr oder weniger auf alle füditalienischen Gemeinden und 3 Mark erhalten, weil er in einem Dorfe Unterschriften gegen die Partei hätte sodann die Aussicht, die Friedensverhandlungen Provinzen. Alle Verwaltungszwveige, die Kommunal, Provinzial, geplante Bollerhöhung gesammelt hatte. M. hatte richterliche Entaufzunehmen. Die Liberalen rüsten sich auf eine derartige Mög- Militär= und lichkeit und versuchen, eine gewisse Einigkeit in ihren Meihen her- Skandalnachrichten, Civilbehörden find, wie die verschiedenen scheidung beantragt, und das Schöffengericht in Striegan, vor die zustellen. Die einzige Schwierigkeit besteht mit den liberalen Gegenden gekommen sind, erwiesen haben, von Strebern, gekauften weil er die Petitionsbogen nicht frei getragen und den Feder in der letzten Zeit aus jeten welchem am Freitag die Sache zur Verhandlung fam, sprach ihn frei, Imperialisten. In der Partei machen sich nim zwei Strömungen und fäuflichen Subjekten besetzt. In Catana z. B. haben in den halter nicht hinterm Ohr,(!) sondern in der Tasche geltend: eine ist für ein Kompromiß, die andre für eine reinliche legten zehn Jahren 20 Kommunalverwaltungen aufeinander gefolgt, getragen hatte. Scheidung; lettere intriguiert gegen Rosebery. Behält sie die Ober- und jede scheint nach dem Brincip verfahren zu sein, daß die WohlDer Amtsanwalt beantragte selbst Freihand, so ist ein Anschluß der liberalen Imperialisten an die thätigkeit bei sich selbst anfängt. Um das Gleichgewicht in den sprechung. Es scheint nach dieser Begründung( der Vorgang hat sich vers Die durch den Krieg geschaffene Lage hat eine gewiffe Aehnlich- Finanzen dieser Stadt für dieses Jahr wieder herzustellen, iſt allein mutlich an einem Sonntag abgespielt), daß das Schöffengericht gefeit mit der in Frankreich während der Dreyfus Affaire. Die Re- schöpfung ihres kredits mit Schulden überhäuft. Nun soll in der Sonntagen strafbar ist, anzunehmen. Das wäre ganz lustig gceine Million erforderlich; außerden ist die Stadt bis zur Er- neigt gewesen wäre, eine öffentlich bemerkbare Arbeit, die an gierung und die militärischen Behörden sind diskreditiert. Die stürmischen Buller- Demonstrationen find als Symptom bemerkens: acht Tage in Aussicht genommen hat. Kammer die große Wäsche vorgenommen werden, für die man etwa worden. 1vert. Segen nun die Boeren ihre aggressive Taktik noch einige Monate hindurch erfolgreich fort, so wird das Land nach einer Eine Hungerstatistik. In welch traurigen Verhältnissen die Regierung schreien, die der ganzen Affaire ein Ende machen fönnte. italienische Bevölkerung, namentlich diejenige Süd- Italiens, wo eine Und das fönnte nur die liberale Partei unter Ausschluß der liberalen Großindustrie so gut wie noch garnicht vorhanden ist, lebt, das zeigt Das Petroleum- Monopol. Imperialisten thun, also in der Gestalt, wie sie sich in Derby offen- eine Berechnung, welche der neapolitanische Professor, Nitti über Die Standard Oil Company, die im Petroleumhandel barte. Eine solche Regierung fönnte aber mir mit Hilfe der die Bevölkerung und den Konsum Neapels aufgestellt hat. Er so ziemlich die Monopolherrschaft auf dem Weltmarkt erlangt hat, organisierten Arbeiter zusammenkommen. Um diefe Hilfe zu er- vergleicht die Bevölkerung Neapels von 1872 und deren Konsum versucht durch eine bedeutsame Abmachung weiter einen Schritt zur halten, würde eventuell einer der Arbeiterabgeordneten Minister mit der von 1899. 1872 hatte Neapel. 448 335 Einwohner, 1899 eine Befestigung ihres Monopols. Der Wettbewerb des amerikanischen werden. Es sind dies alles nur Möglichkeiten und Mutmaßungen, Bevölkerung von 540 373. Er setzt die Bevölkerung an mit 100, Betroleums ist hauptsächlich von drei Gewinnungsgebieten bedroht. aber mit ihnen wird in den vom Imperialismus gereinigten liberalen danach ist die Bevölkerung von 1899 120,53. Nitti vergleicht Rußland hat sich bisher eine gewisse Unabhängigkeit besonders für den Organisationen wohl gerechnet. sodann den Konsum von 20 der wichtigsten Nahrungmittel in den Innenmarkt erhalten, in Rumänien sind die Pläne der amerikanischen beiden Jahren. Auch hier setzt er den Konjum von 1872 an mit Gesellschaft, die Betroleumfelder in Besiz zu bekommen, gescheitert, 100 und kommt zu dem Schluß, daß der Konsum von 1899 ist ebenso blieben die Petroleumquellen in Ostasien besonders auf den Konjum jedoch nur von 100 auf 109,85. 109,85. Also die Bevölkerung ist gestiegen von 100 auf 120,53, der holländischen Sunda- Inseln frei von amerikanischen ProtektionsDie neapolitanische Be- gelüften. Dem legteren Unternehmen ist nunmehr der Krieg erklärt. völkerung von 1899 muß also den Schmachtriemen noch enger an- Erst versuchte die Wohnungsverhältnisse, die in Neapel herrschen, so braucht es nicht zukaufen, eine der großen holländischen Gesellschaften aufs da dies mißlang, ist eine andre Taktik einWunder zu nehmen, wenn diese schönste Stadt der Erde" ein geschlagen. Die Standard Oil Company hat nämlich mit fändiger, gefährlicher Ansteckungsherd für Best, Cholera und andre der in London ansässigen Reederei und Handelsgesellschaft Krankheiten bildet. The Shell Transport and Trading Co. einen Vertrag abgeschlossen, England. der bestimmt, daß die Londoner Handelsgesellschaft in ihren großen Für die Arbeitslosen. Die socialdemokratische Fraktion des Tankanlagen, die sie in Ostasien, dem Indischen Ocean und andren Follethings hat am Sonnabend drei Gesetzentwürfe eingereicht, die thau Das Schicksal englischer Arbeiterführer. Hafenorten der Linie, wo die Dampfer der Gesellschaft anlegen, bebestimmt sind, der herrschenden Arbeitslosigkeit und der dadurch London, 9. Dezember.( Eig. Ber.) figt, mur amerikanisches Petroleum zum Verkauf gelangen läßt. Die hervorgerufenen Not entgegenzuwirken. Durch den ersten der Tom Manns Abreise nach Neuseeland ist eine traurige Illustration Tanfdampfer des amerikanischen Trusts befördern direkt nach den Entwürfe soll der Minister des Innern ermächtigt werden, jährlich bis zu 500 000 kronen als Staatsbeitrag für solche Gewerkschaften zur Lebensgeschichte englischer Arbeiterführer, die mit der Bour- Niederlagen das gewonnene Petroleum, um es dann dem Verschleiß und Arbeiterorganisationen zu verausgaben, die den Zwed rer- geoisie feinen Frieden machen wollen. In irgend einem andern, der Londoner Handelsgesellschaft zu überantworten. Die Standard folgen, ihre Arbeitslosen zu unterſtüßen. Der Beitrag aus der mehr oder weniger konstitutionellen Lande Europas wäre ein Dil Company wird mit diesem Vorstoß die niederländisch- ostStaatskasse tann bis zur doppelten Höhe des für dicien Zweck geindischen Betroleumerzeuger in starke Bedrängnis bringen und sie der Begabung Tom Manns schon längst schließlich zwingen, sich dem amerikanischin Trust tributpflichtig leisteten Mitgliederbeitrages, doch nicht über 10 Kronen jährlich pro im Parlament gewesen, 100 er mit feiner hinreißenden zu machen. Mitglied betragen. Durch den zweiten Entwurf wird der Minister Beredfamkeit, feinen gründlichen Kenntnissen der Arbeiter= Zugleich mit dieser neuen Aktion des amerikanischen Trusts fällt crmächtigt, den Kommunen auf ihren Antrag einen Beitrag aus der Tage und feiner schr bedeutenden Arbeitskraft dem Proletariat die Aktion einer Gruppe russischer Petroleumproduzenten zusammen, Staatstaffe zur Abhilfe der durch die Arbeitslosigkeit entstandenen hätte nützen können. Er ist mindestens ebenjo tüchtig wie die sich gegen die Firmen Nobel und Rothschild richtet. Nobel und Not zu gewähren, der der Summe von 25 Dere vro Kopf der John Burns, aber minder flug und vorsichtig. Abgesehen von Rothschild haben mit dem amerikanischen Truſt die Vereinbarung Einwohnerzahl entspricht. Die hieraus geleistete Hilfe foll nicht als Armenunterstützung gelten. Des weiteren soll der Minister den Keir Hardie sind die Arbeiter- Abgeordneten Englands einem Tom Kommunen zwecks Jnangriffnahme kommunaler Arbeiten Darlehen Mann gegenüber einfach Nullen. Aber eben deshalb sizzen sie im gewähren, wofür ihm eine Gesamtsumme von 2 Millionen zur Verfügung gestellt wird. Der dritte Gejegentwurf bezweckt die gesetzliche Einführung des Achtstundentags. Nachdem Regierung und Follethingmehrheit fürzlich erst die nicht notleidenden Prinzessinnen so großmütig beschenkt haben, darf man auf ihre Haltung dieser Frage gegenüber gespannt sein. Frankreich. Oestreich- Ungarn. Der Herausgeber der ,, Deutschen Zeitung", Dr. Theodor Wähner, ist am Mittwoch gestorben. Wähner war einer der widerlichsten Lärmer der Antisemiten. Erziehen als die von 1872. Ziehen wir dazu in Betracht die elenden gütlichem Wege Standard Oil Company, man möchte jagen auf war es, der seiner Zeit bei der Wahl des Genossen Adler in Favoriten das hundsgemeine Gerücht ausgesprengt hatte, daß für Adlers Wahl durch Prostituirte Agitation getrieben worden sei. Dänemark. Arbeiterführer von der Kammer einen Antrag auf Abänderung des Gefezes vom 27. Februar fagte Tom Mann:„ Meine Abreise bedeutet durchaus nicht einen von den Firmen Nobel und Rothschild abhängig sind. schädigten russischen Produzenten Front, die Teil Die getroffen, daß die russische Ausfuhr über eine bestimmte Quote nicht hinausgehen darf. Damit erklärt sich, daß trop der guten Eigen Parlament und bekleiden einträgliche Posten als Sekretäre der Deutschland so gering ist. Die beiden Firmen haben aber schaften des amerikanischen amerikanischen Petroleums die Einfuhr nach Trades- Unions. Man muß diese Leute diese Liberal- Labour- Men weiter gegenwärtig den gangen russischen Außenhandel monopolisiert. fennen, um die große Klugheit der englischen Bourgeoisie würdigen Für diese Konzession an Rodefeller, dem Leiter des amerikanischen zu können. Diese Patrizier wissen, welche Bolfstribunen sie zu wählen Trusts, werden die beiden russischen Interessenten dadurch entschädigt, baben. Vor seiner Abreise veranstalteten die Socialisten und Demokraten daß in London, Liverpool und Hamburg russisches Londns zu seinen Ehren ein Abschiedsfest, an dem u. a. folgende Petroleum einen Gewinn von 300 bis 600 Broz. abwirft. während Genossen teilnahmen: Bete Curran, William Thorne, Cummingham- in Baku die Preise so niedrig stehen, daß nicht einmal die Zum Fall Hervé. Der socialistische Abgeordnete Pastre hat in Graham, James Macdonald und H. Quelch. Bei dieser Gelegenheit Produktionskosten gedeckt werden. Hiergegen machen nun die ge1880 eingebracht. Danach sollen die Rechte der Disciplinar- Richter Abschied von der Arbeiterbewegung. Die Sache der Arbeiter ist Konkurrenten wollen sich zu einem Syndikat zusammenschließen, eingeschränkt werden. Den Vorgesetzten soll im Disciplinarverfahren nicht national, Wo Menschen gegen das die Ausfuhr begünstigen soll. Ohne erhebliche Mittel ist nur beratende Stimme gegeben werden. Die Aufregung über die die Thrannei des Kapitals fänipfen, mögen diese Menschen natürlich das Unternehmen ein totgeborencs Kind, und so verlangt fchamlose Verurteilung Hervés ergreift auch die Studenten. Protestweißer, roter oder schwarzer Farbe sein, da fühle da fühle ich man von der russischen Bank einen Kredit von 6 Millionen Rubel, Inndgebungen haben in vielen Universitätsstädten, so in Dijon, mich Paris usw. stattgefunden. au Hause. Ich werde in Neuseeland ebensowenig Aber es ist heute mehr denn fraglich, ob selbst mit solchen bes schweigen, wie in unsrem modernen Babylon. Ich gehe nach deutsamen Hilfsmitteln dem amerikanischen Petroleumtrust die Spige Die Spielhöllen. Bezüglich des Gesetzes der Aufbebung der für die nächsten fünf Jahre in England fein bemüht, feine Organisation zu befestigen. Von den galizischen Rohäls Neuſeeland, um dort zu lernen und zu agitieren, da ich fürchte, daß geboten werden kann. Weniger von Bedeutung ist das östreichische Kartell, das sich beSrielhöllen sind zwischen Senat und der Kammer neue Diffe- deutender Fortschritt zu erwarten sei. Welche Auf- Fabrikanten haben jezt 93 Proz. ihren Beitritt zur Genossenschaft renzen entstanden. Der Artikel II, in welchem die Bestrafung derjenigen vorgeschen ist, welche ein Spielhaus halten, wurde im gabe mir in Neuseeland zufallen wird, weiß ich nicht. Aber dessen" Ropa" erklärt und gehen von hier weitere Versuche aus, die Senat mit 57 gegen 10 Stimmen bei 2 Stimmenthaltungen ab- feid gewiß, daß ich der Klasse, welcher ich angehöre, bis zum letzten übrigen Produzenten für das Unternehmen zu interessieren. Das gelehnt. Der Entwurf muß alio nochmals an die Kammer zurück- Atemzuge dienen werde." Unternehmen fommt für den Außenhandel weniger in Betracht, sein geben. Abjazz ist auf den Innenmarkt berechnet. Belgien. Italien. Die Demiinon Turatie. Rom, 8. November.( Eig. Ber.) fie ist universal. Das Schicksal der Socialisten in England ist ein ungemein hartes. Es treibt sie entweder in die Einsamkeit oder ins Eril. Bannerman und Chamberlain. Soviel ist sicher, daß das amerikanische Petroleum- Monopol in feiner Stellung nicht erschüttert ist, vielmehr findet es neue Wege fein Machtgebiet zu erweitern. Es gehört unstreitig mit zu den interessantesten Schöpfungen amerikanischer Spekulanten, in ihm ist Die Gründe von Turatis Rücktritt sind folgende: Nach den In Dunfermline( Schottland) hielt am Montag Sir Camp- das verwirklicht, worauf die neueren Internehmungen spekulativer Seichlässen der Parteileinung vom rerigen Sommer war eine bell Bannerman eine längere Rede, in welcher er erklärte, Gründerkönige hinstenern, in ihm erschöpft sich die kapitalistische Kommission gewählt worden, welche zu prüfen hatte, wer er sehe Tein bestimmtes Programm in der Politik Entwicklung. all der neuen, gemeinsamen Organisation zuzulassen sei und der jegigen Regierung. Diese scheine ihm inspiriert von " 1 Der Boeren- Krieg. Eine Boerenschlappe.. Die Pfandbriefbefizer der Pommerschen Hypothekenbank gesprochen. Insoweit Freisprechung erfolgt ist, hat der Amtsanwalt Meißner, dagegen im Falle Kahlbrock für überführt und vers haben gestern in einer etwas stürmischen Verhandlung den Reorga- Berufung eingelegt. Gelegentlich des im Frühjahr ausgebrochenen urteilte Fadlam zu bier Monaten, Holzte zu drei nisationsplänen der Darmstädter Bank, über die wir vor kurzem be- Streits der Arbeiter auf der Gummifabrik in Harburg hat der An- Monaten Gefängnis. Bei ersterem wurden zwei Monate, bei richteten, zugestimmt. Die Versammlung tagte wieder unter dem geflagte an einem Morgen zu mehreren Arbeitswilligen, welche nach legterem ein Monat auf die Untersuchungshaft angerechnet. Vorsitz des Justizrats Kempner und machte sich sofort eine kompakte der Arbeitsstätte gingen, geäußert: Wenn Ihr anständige Arbeiter Majorität, aus Vertretern der Banken bestehend, für die vorgeschlagene feid, fallt Euren Kollegen nicht in den Rücken." Das BerufungsReorganisation geltend. Interessant war an der Debatte, daß feft- gericht konnte mit dem Schöffengericht hierin keine Ehrverlegung gestellt wurde, daß die Aktien der Preußischen Hypothekenbank mit erblicken und hat daher die Berufung verworfen. 7-8 Proz. Provision den Banken zur Verkaufsvermittelung über,, Chriftliches." Bei der Gewerbegerichtswahl in Gerres. geben wurden. Auch bei Pfandbriefen sollen ansehnliche Provisionen gezahlt sein. Das Publikum ist also wohl überlegt auf den Leim heim( Rheinproving) haben die christlichen" Gewerkschaften als Kandidaten einen Arbeitswilligen vom Glasarbeiter gelockt worden und bezahlt nun die Zeche. Bei solchen UnterStreit proklamiert!!! Die christliche Liebe, welche alle Fehler zunehmungen gewinnen die Banken in jedem Stadium, ganz gleich, bedt, ist bei den frommen Gewerkschaftlern offenbar stärker als das ob die Gründung im Entstehen begriffen ist, ob sie zufammenbricht, nach Kommunismns riechende Solidaritätsgefühl. oder saniert wird, immer fällt in die Tresors der Banken eine hübsche Summe, die geschickt aus den Taschen der Geprellten hervorgeholt wird. " Ausland. Die amtliche Statistik über die Streiks in Deftreich im Jahre 1900 ist dieser Tage erschienen. Eine Depesche des Generals Kitchener aus Standerton vom 10. Dezember befagt: Die Kolonnen, die unter der Führung des Generals Bruce Hamilton operieren, haben nach einem Nachtmarsch heute morgen das Kommando von Bethel bei Richardsfontein überrascht und es fast ganz gefangen genommen. Sieben Boeren wurden getötet, 131 gefangen genommen. Diese Schlappe würde allerdings durch englische Verluste tompensiert werden, wenn die Meldung richtig ist, daß De Wet den Obersten Wilson und Rennington bei den Gefechten in der Nähe von Heilbronn einen Verlust von 13 Toten und 130 Berwundeten beigebracht habe. Englische Verlegenheiten. und daß die niedergehende Geschäftskonjunktur eine erhebliche An-( das ift 20.13 Proz. aller) endeten mit vollem Erfolg der Ar- Die Reichstags- Stichwahl in Wiesbaden. Der nächste Kongreß des schweizerischen Gewerkschaftsbundes wird während der Ostertage 1902 in Bern stattfinden. Zu Westkapelle in Niederland streiten seit dem 2. Dezember 240 Deicharbeiter. Es handelt sich um Lohndifferenzen. Wiesbaden, 11. Dezember, 8,45 Uhr abends.( Privatdepesche.) In der heute stattgefundenen Reichstags Stich wahl erhielten Dr. Crüger( frs. Bp.) 12 404 und der socialdemokratische Kandidat Quard 10 260 Stimmen. Somit ist Dr. Crüger( frs. Vp.) gewählt. Wie uns weiter drahtlich gemeldet wird, sind sämtliche Centrumsstimmen auf den freisinnigen Volksparteiler übergegangen, während sich die Anhänger des Kartells( fons.- antis.- natlib.) heute der Abstimmung enthielten. In der Hauptwahl am 30. November hatte Dr. Crüger ( freis. Volts p.) 6400, Quard( Soc.) 9500, Fuchs ( Centrum) 5826, Stadtrat a. D. Bartling( artell) 5452 und Halzmann( B. d. L.) 944 Stimmen erhalten. * * Die Eisengroßhändler in Berlin haben beschlossen, den Preis für Stabeisen um 0,50 M., für Grobbleche von 161/2 auf 14 M. Die Zahl der Streifs hat 303 betragen. Betroffen waren und für Feinbleche von 15 auf 14 M. pro 100 Kilo herabzusetzen. 1003 Betriebe, die 156 237 Arbeiter beschäftigten. Von diesen Die Maßregel wurde notwendig durch die Unterbietungen der Werke, streiften 105 128, also etwas über zwei Drittel. die bereits seit längerem mit ihren Preisen zurückgegangen waren. 11 210 dem weiblichen Geschlecht an. 97 564 nahmen die Arbeit bergroad in der Kapkolonie: Die Kommandos in Clanwilliam, Von den Ausständigen gehörten 93 918 dem männlichen und Das„ Reutersche Bureau" meldet vom 9. d. Mts. aus PiquetEine Enquete der Frankfurter Handelskammer über die wieder auf, entlassen wurden 2658, den Betrieb verließen frei Calwinia und den benachbarten Distritten fahren Arbeitslosigkeit ergab, daß bei einem Sechstel der berichtenden willig 4879, für die Entlassenen wurden 4346 Arbeiter neu auf- fort, große Geschicklichkeit und Beweglichkeit in der Vermeidung von Firmen Entlassungen von Arbeitern teils in größerem, teils ge- genommen. Gefechten zu entwickeln. 8um wenigsten vier Fünftel ringerem Umfange erfolgt find. Ein geringer Teil der Betriebe Vergleicht man das Jahr 1900 mit dem Vorjahr, so hat in der von ihnen sind Aufständische aus der Gegend; sie hat auch ohne Verminderung der Arbeitszeit eine Kürzung Anzahl der Arbeitseinstellungen wie in der Zahl der beteiligten Be- tennen jeden Gebirgspaß. Besonders große Schwierigder Löhne eintreten laffen. Im allgemeinen ist eine triebe eine geringe Abnahme, hinsichtlich der Zahl der ausfeiten haben die englischen Kolonnen in dem längs der Meerestüfte Kürzung der Löhne immer in der Form erfolgt, daß ständigen Arbeiter aber eine bedeutende Zunahme sich erstreckenden Zandveld zu überwinden, wo die Wagen der Engzugleich eine Reduktion der Arbeitszeit eingeführt wurde. Be- stattgefunden, da im Jahre 1899 311 Ausstände in 1330 Betrieben länder die Bewegungen der Truppen in hohem Maße hinderten, merkenswert ist es, daß von der Arbeitslosigkeit weit mehr die vorfielen, an denen sich aber nur 54 763 Arbeiter beteiligten. Diese während die Wagen der Boeren leicht und schnell fortbewegt männlichen Personen betroffen sind als die weiblichen. Diese Er- Zunahme ist dem großen Bergarbeiter- Streit zuzuschreiben. wurden. scheinung läßt sich nur dahin erklären, daß man bemüht ist, die 216 Ausstände stellen sich als Angriffs. 50 als Ab iv ehrbillige weibliche Arbeitskraft in noch erhöhterem Maße auszunuzen streits dar; der Rest ist in dieser Hinsicht unbestimmbar. 61 Fälle regung dazu gegeben hat. beiter, 106( das ist 34.98 Proz.) ohne Erfolg, bei 136 Fällen Auch auf die Heimarbeiter hat der wirtschaftliche Rückgang feine( das ist 44,89 Proz.) war ein teilweiser Erfolg zu verWirkung ausgeübt, obgleich die Arbeitslosigkeit hier nicht so offen zeichnen. 4891 streifende Arbeiter( das ist 4,65 Broz.) hatten einen zu Tage tritt. In der Lithographiebranche und Schneidereibranche vollen, 10,316( das ist 9.81 Proz.) hatten leinen und 89 921( das wird die Verminderung des Verdienstes der Heimist 85,54 Proz.) hatten einen teilweisen Erfolg. arbeiter auf 1/3 veranschlagt. Was die Veranlassungen im einzelnen betrifft, fo war Trotz der nur in einigen Branchen zur Zeit ungünstigen, sonst die unzufriedenheit mit den Löhnen die häufigste; noch erträglichen Verhältnisse des Bezirks sieht man der Zukunft diese trat bei 152 Ausständen als Motip hervor; zunächst tommen mit Bangen entgegen. Viele Saisongeschäfte, z. B. Biegeleien, sowie ihr die Unzufriedenheit mit der Arbeitsdauer die rege Bauthätigkeit haben bisher noch einer großen Zahl von in 69 Fällen und die Entlassung von Arbeitern in Arbeitern Beschäftigung bieten können. Für die Zeit nach Weihnachten 36 Fällen. aber, wenn die Geschäfte weniger flott gehen, in vielen Branchen z. B. im Maurer- und Ziegeleigewerbe nicht mehr gearbeitet wird fürchtet man, daß auch hier die Arbeitslosigkeit in größerem Maße überhand nehmen wird. Die Befürchtung ist um so stärker, als taum eine Besserung der Absazverhältnisse erwartet wird und das bisher mögliche Arbeiten auf Vorrat auch einmal ein Ende finden muß. Selbst Unternehmungen, die mit Aufträgen zu rechnen haben, die sich auf mehrere Jahre erstrecken, z. B. für Hoch- und Tiefbauten, berichten, daß z. 3. zwar noch Arbeit vorhanden ist, daß aber neue Aufträge nicht mehr vorliegen. In allen Branchen wird von einer MutlofigDer Engros: Schlächtermeister Paul Facklam, deffen Ver- bezirks Wiesbaden erhielten dem Rheinischen Courier" zufolge nach bisher Man haftung seiner Zeit in den Kreisen der Schlächter und Markthallen- den feit infolge der verworrenen politischen Lage gesprochen. vorliegenden Ergebnissen: fürchtet, daß die Annahme des Zolltarifes den Absag unsrer Pro- Interessenten jo großes Aufsehen erregte, stand gestern in Gemein-( freis. Boltspartei) 13 841 Stimmen, Dr. Quard dufte noch mehr erschweren wird. Andrerseits lähmt die Einschränkung ichaft mit dem Kaufmann Friedrich Holzte vor der ersten Straf-( Soeialdemokrat) 13 785 Stimmen. Aus einigen Bezirken des Kredits die Unternehmungsluft. Unter diesen Umständen fürchtet fammer, um sich wegen Abgabe wissentlich falscher fehlt das Ergebnis noch, doch dürfte die Wahl Dr. Cruegers man auch dort, wo man bisher noch keine Arbeiterentlassungen vor- eidesstattlicher Versicherungen, Holzte auch wegen als gesichert anzusehen sein. genommen hat, daß man nach Weihnachten zur Reduktion der Urkundenfälschung, zu verantworten. Die Verhandlung zeigte, mit Arbeitszeit schreiten müsse. welcher sträflichen Leichtfertigkeit in Civilprozessen Die Aelteften der Berliner Kaufmannschaft haben die Um- mit eidesstattlichen Versicherungen gearbeitet wird. Tekke Nachrichten und Depelthen. wandlung ihrer Korporation in eine Handelskammer in einer sehr den Namen dazu giebt seine Ehefrau her. Facklam betreibt hier das Gewerbe eines Engros- Schlächters; Er muß den fleineren Hamburg, 11. Dezember.( W. T. B.) Während heftigen lebhaften Sigung, die am Dienstagabend stattfand, abgelehnt. Der Unmut der Herren von der Börse, der schon start erregt wurde Schlächtermeistern ausgedehnten Kredit gewähren und gerät oft in Sturmes fant gestern univeit Helgoland der Hamburger Hochseeburch den Beschluß, für die Börse eine Bertretung nach algemeinem Rechtsstreitigkeiten, bei denen er oft die schleunigsten Hilfsmittel der Fischerdampfer„ Erna" bei dem Versuch, dem durch Schraubenbruch gleichen Wahlrecht in den Vorstand der Handelstammer vorzunehmen, Civilprozeß- Ordnung, Arreſte und einstweilige Verfügungen in An- in Not geratenen englischen Stohlendampfer Achroite" Hilfe zu wendung bringen muß. Es wurde seiner Zeit behauptet, daß leisten. Neun Mann von der„ Erna" ertrauken, einer wurde steigerte sich, als vom Minister das Statut der Handelskammer insoweit beanstandet wurde, als es bestimmt, daß für jede Alenderung Facklam im Verein mit Helfershelfern eine Art schwarze Bande" gerettet. Die„ Achroite" wurde später von dem englischen Dampfer Der Gedes Statuts eine Dreiviertel- Majorität nötig ist und ferner die bilde und sich nicht scheue, in Rechtsstreitigkeiten mit den aller-" Corennie" geborgen und nach Hamburg gebracht. Börse ständig ein Drittel der Vertretung in der Handelskammer verwerflichsten Mitteln zu arbeiten, unter denen die Abgabe falscher rettete ist der Neymacher Joseph Reichel aus Neustadt in zugestanden wird. Nun haben die Herren in großer Entrüstung er- eidesstattlicher Versicherungen die Hauptrolle spiele. Gerade diese Oberschlesien. Die Ertrunkenen sind, dem„ Hamb. Corr." zufolge, flärt, sie machen nicht mehr mit, ihre bisherige Korporation halten Behauptungen und die direkte Beschuldigung eines Beugen, der Kapitän Lühmann aus Leswig, Steuermann Kalhorn, geboren zu fie aufrecht. Der Beschluß ist ein Fehlschuß, es besteht heute faum den Herrn Fadlam als Haupt einer schwarzen Bande bezeichnete Altpassage in Mecklenburg, Maschinist Wagner, geboren zu bei Danzig, Maschinist Proschinsky aus Rendnißeine Meinungsverschiedenheit darüber, daß dann die Handelstammer und behauptete, daß er sich dessen gerühmt habe, haben Fischau bei Danzig, es zu Wege gebracht, daß Facklam ziemlich lange in Leipzig, Heizer Wiechmann aus Fense, Koch Dierking aus Geeste, Schließlich ist aber auch nicht einzusehen, aus welchem Grunde Untersuchungshaft behalten worden ist. Von dieser Beschuldigung ist Matrofe Turowsky aus Burg in Dithmarschen, Matrose Engel aus Schließlich ist aber auch nicht einzusehen, aus welchem Grunde aber nicht viel stehen geblieben, denn es sind im ganzen nur drei Wismar, Matrose Majus Poulsen aus Statskow. die Herren ihre Sonderrechte beanspruchen fönnten. Fälle unter Anklage gestellt, in denen nach der Ansicht der Anklage- Solingen, 11. Dezember.( W. T. B.) Die„ Solinger Zeitung" behörde eine abgegebene eidesstattliche Versicherung falsch sein soll. meldet: Der Verein der Scherenschleifer hat heute vorDer Zeuge, der in der Voruntersuchung von dem Haupt der mittag den Vorschlag der Fabrikanten, betreffend schwarzen Bande" gesprochen hatte, 30g bei seiner gestrigen eidlichen herabjegung des Schleiflohnes, abgelehnt. Die Vernehmung diese Beschuldigung zurück und erklärte, daß er Fabrifanten beschlossen daraufhin, sämtliche einen andern, als den Angeklagten, gemeint habe. Der Verteidiger, Scherenschleifer von morgen ab auszusperren. Bon Rechtsanwalt Dr. Davidsohn, wollte sogar aus der Beweis- dieser Maßregel werden etwa tausend Scherenschleifer aufnahme den Schluß ziehen, daß die schwarze Bande" ganz wo betroffen. dekretiert wird. Von der Reederei vereinigter Schiffer in Breslau hat der frühere Direktor Breslauer nunmehr nach dreimonatiger Unterfuchungshaft seine Mitschuld an den Millionendefraudationen seines Kollegen Schostag eingestanden. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. ชน Gerichts- Beitung. " Wiesbaden, 11. Dezember, 11 Uhr abends. Ein WolffTelegramm meldet folgendes Ergebnis: Bei der heutigen Reich 3tags Stichwahl im zweiten Wahlkreis des RegierungsCrueger 9 Dr. ein anders zu suchen sei, nämlich bei solchen Schlächtern, die durch Ent- Wien, 11. Dezember.( W. T. B.) Der Wehrausschuß nahm Ein nichtfocialdemokratisches" Arbeiterkartell hat sich in nahme von Ware auf Kredit den Angeklagten ichädigen und dann mit überwiegender Mehrheit die Rekruten KontingentBerlin unter dem Vorsize des Arbeiterfekretärs Behrens gebildet. durch Aussprengung solcher Gerüchte sich ihrer Zahlungspflichten zu Vorlage an. Im Laufe der Debatte erklärte der LandesDasselbe soll etwa 12 000 Mitglieder mit ihren Vereinen umschließen. entziehen suchen. Bei den drei gestern verhandelten Fällen handelte verteidigungsminister Graf Welsersheimb, Zu seinen Mitgliedern zählen der Verband christlicher Maurer, der es sich um folgenden Thatbestand: Im ersten Fall hatte eine mit gänzliches Aufhören der nationalen Agitation in der 8de- Frage, durch Bauarbeiter, der Zimmerer, der Dachdecker, der christlichen Metall- ihrem Ehemann aus Natel gekommene Frau Pidde hier eine welche allerdings die Armee, deren Kommandofprache und Disciplin aufarbeiter, die christlichen Holzarbeiter, der Verein Berliner Haus- Schlächterei aufgemacht und den Kredit von Facklam in nicht recht bleiben müsse, nicht erschüttert werden könnte, wäre in aller Jnteresse diener, der Berliner Gau des Deutschnationalen Handlungsgehilfen- unbeträchtlicher Höhe in Anspruch genommen. Da wurde der Ehe- wünschenswert. Bezüglich der Neuanschaffung von Kanonen Berbandes, der Bund der Fleischer, der Katholische Arbeiterverein, mann Pidde in Schneidemühl wegen Konkursvergehens zu einem betonte der Minister, sämtliche Staaten müßten die Fortschritte Eine aus der Evangelische Arbeiterverein und andre. Zu seinen Hauptaufgaben Jahr Gefängnis verurteilt und fofort in Haft genommen. Frau der Technik für ihr Geschügmaterial verwerten. zählt das Kartell die Beteiligung an den Arbeiter- Vertreterwahlen. Pidde geriet dadurch in schwere Bedrängnis, fie fezte sich mit giebige Erhöhung des Retruten Kontingents, welche Merkwürdigerweise leistet dasselbe, obgleich es die Marte nicht- Facklam in Verbindung, und nachdem alle Vorschläge, die dieser in dieser Vorlage nicht aktuell erscheine, fei angesichts der socialdemokratisch" an der Stirn trägt, der Socialdemokratie Vor- gemacht, ohne Erfolg geblieben waren, ließ Holzfe ein Arrestgesuch großartigen Entwicklung der Wehrsysteme andrer unerläßlich, nicht nur wegen der Schlagschub, in dem es für das Proportional- Wahlsystem eintritt, aller- los. Beigelegt wurde eine von beiden Angeklagten unterschriebene Staaten dings nur bei den Gewerbegerichtswahlen und bei diesen auch nur eidesstattliche Versicherung, wonach Gefahr vorliegen sollte. daß Fran fertigkeit der Wehrmacht, welche für den Staat von eminenter volks an den Orten, wo die auf dem Boden der modernen Arbeiter- Pidde ihr Geschäft verschiebe. Auf Grund dieser angeblich wirtschaftlicher Bedeutung sei, sondern auch wegen der größeren bewegung stehenden Gewehrkschaften die Mehrheit haben. falichen eidesstattlichen Versicherung ordnete das Amtsgericht Möglichkeit der Gewährung dienstlicher Erleichterungen, insbesondere den dringlichen Arrest gegen Frau Pidde an Fadlam in berücksichtigungswürdigen Fällen. Nur ein mächtiger Staat werde Aus den Berliner Gewerkschaften. Der Fachberein ließ noch an demselben Tage die gesamte Habe der Frau Bidde durch von Freunden gesucht und von Gegnern gefürchtet und könne seine der Kistenmacher lehnte in einer außerordentlichen General- Gerichtsvollzieher pfänden und wenige Tage darauf die Fleischvor- Interessen mit Nachdruck vertreten. versammlung die obligatorische Einführung des Fachorgans„ Einig räte versteigern. Im zweiten Falle, der den Schlächtermeister Wien, 11. Dezember.( W. T. B.) Die Neue Freie Presse" feit" mit 93 gegen 19 Stimmen ab. Die Bezirksversammlung für Stahlbrod betraf. handelt es sich gleichfalls um eine von beiden An- meldet aus Lemberg: In Dolina fand eine Protest versammden Bezirk Wedding- Gesundbrunnen des Holzarbeiter- Ver- geklagten unterschriebene eidesstattliche Versicherung, durch die eine lung statt. welche sich in heftigen Ausdrücken gegen den bandes wählte als Beitragssammler für die Zahlstelle 14( Berg- fchleunige Verfügung und die Juhibierung einer Zwangs- Hakatismus wandte und den Bewohnern Wreschens Syma straße 60) August Wiegner; in die Kontrollkommission wurden versteigerung veranlaßt und indirekt gefährdetes Geld des pathie und Mitgefühl aussprach. In Sieniawa wurde Geißler, Franz Müller und Manste gewählt. Fadlam gerettet wurde.- In diesen beiden Fällen ergab in eine Aftion aur einer Protestversammlung beschlossen, die umfangreiche Beweisaufnahme nicht genügendes Belastungs- Berdrängung der preußischen und der übrigen deutschen Bros Dagegen duktion aus Galizien einzuleiten. Die polnischen Hoch material, um die Anklage aufrecht erhalten zu können. hielt Staatsanwalt Braut im dritten Fall beide Angeklagte für schüler in krafa u beschlossen, sich zu Gunsten der Verschuldig. Hier wurde beim Amtsgericht ein Arrestgesuch gegen die urteilten aus Wreschen eine freiwillige Steuer Fleischhändlerin Frau Meißner eingereicht. Dem Gefuch lag eine im aufzuerlegen und setzten zur Durchführung dieses Beschlusses ein Auftrage Facklams von Holzke geschriebene eidesstattliche Versicherung Komitee ein. bei, die letzterer nicht nur mit dem Namen Fadlams, sondern auch des Schlächters Paul Löple unterzeichnet hatte. Diese versicherten darin an Eidesstatt, daß der Ehemann der Frau Meißner gegangen iei und nach Amerila sei und die Ehefrau den Unterzeichnern der eidesstattlichen Versicherung gesagt habe, daß sie ihren Verkaufsstand schließen und ihrem Manne nach Amerita folgen wolle. Da der Ehemann nicht nach Amerika ausgewandert, sondern nach Schlesien übergesiedelt ist, Frau Meißner auch bestreitet, zu den beiden Angeklagten die Absicht ihrer Auswanderung geäußert zu Zientfin, 11. Dezember.( Telegramm des„ Neuterschen haben, so stützt sich hierauf die Anklage. Der Vorwurf der Urkunden- Bureaus".) Es hat sich nunmehr herausgestellt, daß der indische fälschung gegen den zweiten Angeklagten mußte fallen, da der Posten, der Amok lief, ein Afridi war, Auch die indischen Schlächter Löpte die Möglichkeit zugab, in angetrunkenem Zustande die Soldaten, welche den Wahnsinnigen festnehmen wollten, waren Genehmigung zum Vollzuge seiner Unterschrift gegeben zu haben. Die Afridis. Es wurden von englischer und deutscher Seite. Angeklagten bestritten auch in diesem Falle jede Schuld und beriefen sich Ausdrücke des Bedauerns gewechselt. Englische Stabą. auf Zeugen, denen Frau Meißner ihre Absicht, nach Amerika zu offiziere wohnten der heutigen Beerdigung der beiden Deutschen bei. des preußischen Breßgefezes zu 3 M. Geldstrafe verurteilt, ihn da- gehen, gleichfalls bekundet habe. Der Gerichtshof hielt die An- Die von beiden Seiten eingeleitete Untersuchung des Falles ist noch gegen von der Auflage aus§ 153 der Gewerbe- Ordnung frei- geklagten im Gegensatz zum Staatsanwalt nicht im Falle nicht abgeschlossen. Zwecks einer Arbeitslosenzählung in Rigdorf findet am Donnerstag, den 12. d. M., eine Flugblatt- Verbreitung und am Sonntag, den 15. d. M., die eigentliche Zählung in folgenden Lokalen statt: 1. Bezirk bei Grunewald, Richardstr. 111. 2. Bezirk bei Heinrich, Schöneweiderstr. 14. 3. Bezirk bei Baul, Rosenstr. 24. 4. Bezirk ebendort. 5. Bezirk bei Martinius, Jägerstr. 6. 6. Bezirk bei Schmidt, Mainzerstr. 6. 7. Bezirk bei Zibell, Reuterstr. 54a. 8. Bezirk ebendort. 9. Bezirk bei Hahn, Wißmannstr. 10. 10. Bezirk bei Köpfe, Karlsgartenstr. 1. 11. Bezirk bei Engel, Ziethenstr. 66. 12. Bezirk bei Breßler, Biethenstr. 69. 18. Bezirk bei Höpfner, Lessingstr. 34. 14. Bezirk bei Krüger, Steinmegstr. 35. 15. Bezirt bei Beez, Knesebecstr. 135. 16. Bezirk bei Schulz, Bergstr. 81. Die Gewerkschaften werden ersucht, sich recht zahlreich an den Arbeiten zu beteiligen. Das Gewerkschaftstartell Rigdorf. Deutsches Reich. Ein Appell an das Anstandsgefühl ist keine Ehrverletzung. Das Schöffengericht in Harburg hat den Fabritarbeiter Karl B. in Magdeburg, früher in Harburg, wegen Uebertretung der§§ 10, 41 Budapest, 11. Dezember.( B. B.) Seit heute morgen finden größere Straßendemonstrationen seitens der Arbeitslosen statt. Starte Polizei- Aufgebote bewachen das Parlaments- und die meisten öffentlichen Gebäude, sowie das Haus des Abgeordneten Jvankfa. Cherburg, 11. Dezember. Der gestrige Sturm hat enormen Schaden angerichtet; die Fischerei ist gänzlich eingestellt. Auch in Mittelmeer herrscht Sturm; zahlreiche Fahrzeuge werden vermißt, fortgefeßt laufen Hiobsposten ein. Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Br. 290. 18. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 12. Dezember 1901. Reichstag. 110. Sigung vom Mittwoch, 11. Dezember 1901, nachmittags 1 Ubr Anz Bundesratstische: Graf Posadomsth, Freiher: v. Rheinbaben, Möller. v. Podbielsti. Die erste Beratung des Bolltarif Gesezes wird fortgesetzt. you Abg. Graf Kanik( f.): zufezen. Daß es zu einem Zollfrieg mit Amerifa tommt, glauben Sie( nach links) ja doch nicht. Uebrigens würden wir bei einem folchen noch immer die bessere Position haben, denn wir sind die Käufer und Amerika der Verkäufer. Herr Spahn erklärte neulich, daß seine Freunde 1891 gegen den Diefer Ausspruch des Grafen Arnim zeugt auch von der Auffassung der Parteien, denen er und Graf Kantz angehören. Für die. Not und das Elend der arbeitenden Klassen, wie sie durch die wirtschaftlichen Verhältnije erzeugt sind, haben die Herren unr Hohn und Spott! Handelsvertrag mit Oestreich gestimmt hätten, wenn sie die Folger. Präsident Graf Ballestrem( unterbrechend): Herr Abg. Singer, borausgesehen hätten, und die Oestreicher sagen dasselbe. Also die nicht besonders gute. Wie steht es mit Rußland. gemeint haben, kann ich diese Ausdrücke durchgehen lassen. Aussichten auf einen neuen Handelsvertrag mit Cestreich sind nur unter der Vorausjegung, daß Sie keine Mitglieder dieses Hauses Die Hoffnungen der deutschen Textilindustrie auf Bollermäßigungen Abg. Singer( fortfahrend; Ich habe nur von der Partei geseitens Rußland sind seiner Zeit schmählich zu Schanden fprochen.( Heiterfeit.) Diese Charakteristif, die ich eben gegeben geworden. Rußland behielt sich 1894 freie Hand für diese Artikel habe, war notweneig, um dem Versuche, diesen Vorfall abzuschwächen, vor und erhöhte noch in demselben Jahre seine Zölle auf Baumwolle entgegenzutreten. Wenn ich mich auch dem Wunsche des Präsidenten, ganz bedeutend. Dennoch würde ich es mit Freuden begrüßen wenn persönliche Verhältnisse der Abgeordneten nicht in die Debatte zu wir zu einem Handelsvertrag mit Rußland fämen, ich fürchte nur, ziehen, füge, so wird doch der Zurus dadurch, daß er von einem es werden große Schwierigkeiten dabei zu überwinden sein. In Mann Herrührt, der als Großgrundbesizer doch auch einem Artikel des offiziöjen Blattes des russischen Finanzministers Borteile von den Getreidezöllen hat, nicht schöner im Wjestic Finanzow" wurde betont, daß man beim Abschluß von neuen und feiner.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Handelsverträgen sich auf den Standpunkt des nationalen Egoismus Abg. Sped hat Bezug genommen auf angebliche Aeußerungen stellen müsse. Ich kann es nicht verstehen, warum von russischer Seite ein meiner Parteigenossen im bayrischen Landtag. Es war übrigens be so besonderes Gewicht auf die Getreidezölle gelegt wird, die bekanntlich sonders bezeichnend, daß Abg. Eped es ebenso wie Graf Kaniz und bei uns gegenüber früher nur unbedeutend erhöht werden sollen. seine politischen Freunde für seine Aufgabe erachtet, die weitere ( Lachen bei den Socialdemokraten.) Ich freue mich, daß der Staats- Entwicklung der Industrie zu hemmen. Das ist um so besekretär Freiherr v. Richthofen mit mir hier so vollkommen überein- zeichnender, als die Herren im Centrum doch auch Industrielle in zustimmen scheint.( Staatssekretär v. Richthofen springt auf und ihren Reihen haben und als das Centrum doch angeblich protestiert durch eine abwehrende Geberde.( Große Heiterfeit.) Hunderttausende von fatholischen Arbeitern verDann bitte ich um Entschuldigung.( Erneute Heiterkeit.) tritt. Wenn Herr Spec seine Aeußerungen in einer katholischen Abg. Singer( Soc.): " Die Mahnung des Reichskanzlers, bei der Beratung dieser VorTage nur die nationalen Interessen zu berücksichtigen, ist leider nicht allen Rednern beherzigt worden. Wohl niemals hat man in der Weise mit dem Schlagwort der„ Brotverteuerung" operiert wie jetzt. In Frankreich hat die Kanmier bedeutend öhere landwirtschaftliche Bölle, als sie unsre Vorlage vor fieht, nach ganz kurzen Debatten mit überwältigenden Majoritäten bewilligt. Freilich weiß man in Frankreich, daß die Erhaltung der Landwirtschaft gleichbedeutend ist mit der Erhaltung der Wehrkraft des Landes, eine Ueberzeugung, die sich bei uns leider noch nicht überall Bahn gebrochen hat. Der socialdemokratische Redner hat von der Belastung des Volkes durch die Getreidezölle gesprochen, aber die industriellen Schutzölle vergessen. Durch Zölle auf eiserne Schienen usw. wird der Ackerbau und damit das Brot erheblich verteuert, ebenso wie durch andre industrielle Zölle die Lebenshaltung auch der ländlichen Bevölkerung. Wir wollen aber diese Lasten tragen um der Solidarität willen, die uns mit der In- Das System der Wertzölle will ich nicht verteidigen, aber Arbeiterversammlung wiederholen wollte, würden ihn die Arbeiter dustrie verbindet; wir legen das Schwergewicht auf den einheimischen es würde eine gute Maßnahme sein gegenüber denjenigen Ländern, um ihrer Selbsterhaltung willen schön nach Hause schicken. Es zeigt Markt. Auch die Handwerker wissen ganz genau, wie eng ihr die uns mit ihren Wertzöllen belästigen. Die Zollplacereien mit auch von sehr geringer Kenntnis unsrer ökonomischen Entwicklung, Erwerb mit dem Wohlergehen der Landwirtschaft zusammenhängt. den amerikanischen Wertzöllen find allmählich unerträglich geworden. wenn man glaubt, die industrielle Entwicklung Deutschlands aufEin Abgeordneter in der bayrischen Kammer erzählte:„ Mein Vater Ich wünsche, die Einführung von Wertzöllen der Regierung zu erhalten zu können. Warum hat denn das Centrum, went war ein kleiner Handwerker. Als die Getreidepreise sehr hoch waren, möglichen gegenüber denjenigen Ländern, die uns gegenüber Wert- es diese Anschauungen des Herrn Spec teilt, für die flagte er über die teuren Preise, und als einige Jahre später die zölle in Anwendung bringen. Milliardenflotte gestimmt, warum hat es sich für die Weltpolitik Getreidepreise niedrig waren, jammerte er auch und meinte, was Die Notlage der Landwirtschaft steht außer Zweifel. Wir begeistert? Warum hat es Milliarden ausgegeben zur angeblichen nügen uns die billigen Preise, wir haben ja kein Geld, weil brauchen aber unsren einheimischen Körnerban nicht nur in Friedens- Beförderung von Handel und Industrie, um dann zu sagen: Nun wir nichts verdienen.( Sehr richtig! rechts.) Herr Bebel zeiten, sondern besonders auch in Kriegszeiten, damit wir nicht aus- will ich, daß die Entwicklung still steht! Abg. Speck hat behauptet, hat auch von dem Vorzug des Industriestaates gesprochen. Dem gehungert werden. Als in alten Rom die Zufuhr des die Abgg. v. Vollmar und Segist hätten in bayrischen Landtag die gegenüber möchte ich Sie auf eine sehr interessante Statistit über die billigen Getreides aus den römischen Kolonien überhand nahm, Erhebung städtischer Oftroys in München und Fürth als etwas ganz tommunalen Sanitäts- und Mortalitätsverhältnisse der Stadt als die Latifundien den bänerlichen Besitz auffogen( Sehr richtig! Harmloses hingestellt. An dieser Behauptung, die der Abg. London aufmerksam machen. Danach sind im letzten Jahre in bei den Socialdemokraten), ivar es mit der wirtschaftlichen Gesund- Speck in gutem Glauben aufgestellt hat, ist nicht ein wahres London 48 Menschen an Hunger und Entbehrung gestorben.( hört! heit des römischen Staates vorüber. Prof. Mommsen, der Ihnen Wort.( hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Ich konstatiere hört! rechts.) Bei einem kleinen Kinde von 5 Jahren wird als( nach links) politisch sehr nahe steht, sagt, das einzige Mittel, um nach den stenographischen Berichten, daß auch nicht eine Todesursache angegeben: Armut der Eltern und Mangel an den italienischen Bauernstand zu erhalten, wäre die Einführung Andeutung solcher Aeußerungen der Abgg. v. Vollnar und Nahrung. In vielen Fällen heißt es einfach: Tod Tod durch von Getreidezöllen gevejen. Wir wollen dem Natschlage Segit darin enthalten ist. Abg. Segit präcisierte die Stellung auch Hunger. Wenn Herr Bebel wieder einen Bortrag hält Mommsens folgen und umsren einheimischen Bauernstand er der bayrischen Socialdemokratie dahin, daß sie gegen alle über die Vorzüge des Industriestaats, so möge er die sämtlichen halten.( Bravo! rechts.) Als der Bauernsohn aus den römischen indiretten Steuern eintrete, weil diese die großen 48 Fälle mit ihren großen erschütternden Begleiterscheinungen vor- Legionen verschwand, ging es mit der Tüchtigkeit des römischen Massen in ungerechter Weise viel höher bedrücken und belasten, als tragen.( Unruhe rechts.) Gerade Sie( zu den Socialdemokraten) Heeres zu Ende.( Buruf des Abg. Bebel.) Ich könnte auf ein die besitzenden Klassen. Unfre Partei hat weiter in der Stadtbringen ja solche Fälle jetzt immer mit den Getreidezöllen in Verschlagendes Beispiel hinweisen, um die Leistungsfähigkeit einer Armee verwaltung regelmäßig gegen die Erhebung städtischer Octrois gebindung( Sehr gut! rechts.) Eine genügende Fürsorge für die darzuthun, die sich aus einem reinen Industriestaat rekrutiert. Bestimmt.( hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Ais unsre ParteiArmen kann aber nur eine gleichmäßige Verteilung des Wohl- wahren Sie uns vor dem Uebergang zum Industriestaat; dieser genossen in München den direkten Antrag auf Beseitigung des standes über Stadt und Land bringen, nicht eine unzeitige würde mit dem Verlust unsrer wirtschaftlichen und politischen Selb- Octrois stellten, da wurden sie durch das Centrum und die Bevölkerung der Industriecentren. Vor zehn Jahren habe ich ständigkeit gleichbedeutend sein. Erhalten Sie uns die ländliche Be- Liberalen niedergestimmt.( hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Herrn Richter einmal gefragt, warum die Leute, die in den Grenz- völkerung und damit unsre Volkskraft, die mehr wert ist als Reichtum. Kollege v. Vollmar ersucht mich, die Behauptung, als ob distrikten über die Grenze gehen, um sich von jenseits billigeres( Lebhafter Beifall rechts.) er im bayrischen Landtage die städtischen Octrois als etwas Brot zu holen, nicht in dem Lande des billigeren Brotes bleiben, Notwendiges und Harmloses hingestellt hätte, in seinem Nament sondern immer wieder zu uns zurückkehren. Herr Richter ist mir für eine unwahrheit zu erklären. Kollege Segitz schreibt mir, bis heute die Antwort auf jene Frage schuldig geblieben. Die Der Herr Vorredner hat uns am Schlusse seiner Ausführungen das allerdings die Parteigenossen im Fürther Gemeinde- KolleAntwort ist aber sehr einfach. Es kommt eben weniger auf die vor dem Uebergang in den Industriestaat gewarnt und auf den gium es versäumt haben, direkten Widerspruch gegen die Brotpreise als auf die Höhe des Arbeitsverdienstes an.( Sehr wahr! Untergang des römischen Reiches hingewiesen. Er sollte doch aus Forterhebung des Octrois zu erheben. Dieses Versäumnis rechts.) Wir wollen mit diesem Zolltarif die deutsche Arbeit gegen der Geschichte wissen, daß die römischen Bauern eben durch die ist auf Dem bayrischen Parteitag der Social die Konkurrenz des Auslandes schützen und sind deshalb die einzig Latifundienbefizer zu Grunde gegangen find.( Sehr richtig! demokratie von allen Seiten auf das stärkste gemißwahren Freunde der Arbeiter. lints. Buruf rechts: Hat Graf Kanit ja gejagt.) Außerdem billigt und getadelt worden. Abg. v. Haller hat Ich komme zu der Frage der Handelsverträge. Gerade diejenigen gab es damals in Rom teinen Industrie staat. Graf eine Rede betreffend die lokalen Verhältnisse zwischen Nürnberg und Länder, die den größten Anteil am Weltmarkt aufweisen, haben sich Staniz hat vor dem Schlagworte der Brotverteuerung gewarnt. Fürth mit der Erklärung geschlossen: Geben Sie den Städten ein bis jetzt noch nicht von der Zweckmäßigkeit langfristiger Handels- Das ist ein gefährliches Unternehmen für Sie, Herr Graf! Ein richtiges Stenersystem, eine richtige Kommunalbesteuerung, und an verträge überzeugen können; das gilt von England, Nordamerika noch viel schlimmeres Wort hat sich angeknüpft an einen Antrag, der demselben Tage werden die indirekten Steuern in Fürth beseitigt und Frankreich. Wenn uns die Handelsverträge Vorteile gebracht von Ihnen selbst stammt, das Wort Brotwucher, und wer das fein." Es gehört doch in der That ein gewisser Mut, eine gewisie haben, so werden sie meines Erachtens doch weit überschäßt. Auch Wort gebraucht hat, konnte man im Reichs- Anzeiger" lesen: das Entschlossenheit dazu, diese Vorgänge hier im Reichstage auswir vertreten die Interessen unsrer Exportindustrie am besten, wenn war der deutsche Kaiser! zuschlachten gegen die Stellung der socialdemokratischen Partei zur wir jede unliebsame Zollerhöhung des Auslandes sofort mit ent Der Vorredner schilderte uns gegenüber die Schädlichkeit der Erhöhung der Getreidezölle.( Sehr richtig! bei den Socialdemo sprechenden Maßnahmen unsrerseits beantworten können. Langfristige Eisenzölle. Mein Freund Bebel hat sich ausdrücklich gegen fucten.) Handelsverträge machen dies aber unmöglich. Wenn man ab- die Eisenzölle erklärt. Es ist nicht wahr, wenn behauptet Auch Abg. Freiherr v. Hehl hat sich zum Ankläger meiner folut langfristige Handelverträge haben will, gut, wird, wir seien in jedem Fall für den Industriestaat, und es ist auch Freunde gemacht und behauptet, wir hätten, weil wir für den so wollen wir sie abschließen; ob fie aber zu nicht richtig, daß man uns als Feinde der Landwirtschaft hinstellt. russischen Handelsvertrag und für den 3,50 Mart- 3oll gestimmt hätten, stande kommen, ist ja noch eine Frage für sich. Wir sind gewillt, Mittel zur Verbesserung der kein Recht, uns als Ceguer der Getreidezölle aufzuspielen. Herr jedenfalls muß man aber einen Fehler vermeiden, den jene früher kleinen Landwirte und namentlich der Landarbeiter v. Heyl hat scheinbar bei seinen Ausführungen auf unire Gedächtnisbegangen haben. Man darf nicht wieder die Kündigung sämtlicher und die gehören doch auch zur Landwirtschaft! zu bewilligen. schwäche gerechnet, der wir allerdings noch nicht verfallen sind. Wir Verträge, namentlich der meistbegünstigsten Verträge, unterlassen. Wir wollen nur nicht die Hand bieten zur Hilfe für die Neichen haben mir deshalb für den russischen Handelsvertrag gestimmt, weil Diese Kündigung sämtlicher Verträge ist eine der in der Landwirtschaft und wollen nicht dulden, daß die er den Getreidezoll von 5 M. auf 3,50 M. herabsetzte, nach dem wichtigsten Forderungen, die ich stellen muß. Ich Armen in der Landwirtschaft ausgebeutet wir uns vorher auch gegen einen 3,50 Mart- 3oll verlange damit nichts unmögliches, denn es hat ja auch Frankreich werden zu Gunsten ddr 25 000 Großgrundbefizer!( Sehr richtig! principiell erklärt hatten. seine sämtlichen Verträge zum 1. Januar 1902 gekündigt. bei den Socialdemokraten.) Was wir bekämpfen, das ist, Aber an die Behauptung, daß wir, weil wir unsre Zustimmung Wir müssen es ferner unmöglich machen, daß Länder, die von daß unter dem falschen Schlagwort:„ Not der Landwirtschaft" den für eine Berringerung der Getreidezölle in die Wagschale geworfeit unfren Tarifermäßigungen profitieren, nachher uns die Zölle rück- agrarischen Prinzen und Grafen geholfen werde, die haben und die" rettende That" des russischen Handelsvertrages era fichtslos erhöhen, wie wir dies von Amerika erlebt haben. Auf unser allein den Nuzen aus dem Zolltarif haben. Der Bund der Land- möglicht haben, deshalb Brotverteuerer und Kornwucherer sind, Verhältnis zu Amerika lege ich für meine bescheidene Person das wirte will dic Industriezölle bewilligen, wenn sie die Landwirtschafts: glaubt außer Herrn Hehl kein Mensch und vielleicht er Schwergewicht. Die Regelung unsrer Handelsverhältnisse zu Amerifa zölle bekommen. Das ist aber die Solidarität der Räuber. selbst nicht.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Herr von Heyl ist die wichtigste Aufgabe, die wir auf handelspolitischem Gebiet zu( Große Unruhe rechts, sehr richtig links.) Graf Kanit hat uns das fragt, ob wir wirklich alle Zölle beseitigen wollen. Wir sind regeln haben.( Sehr richtig! links.) Der alte Vertrag von 1828, Elend aus London vorgeführt. Wer von uns hat denn dieses in der That für die gänzliche Beseitigung der der für das Königreich Preußen abgeschlossen war, ist für uns Glend bezweifelt? Wir wissen genau, daß auch in den 3ölle, insbesondere der Lebensmittelzölle und natürlich gegen jede materiell ganz wertlos. Dann fam 1891 der Vertrag von Saratoga, Industriestaaten Masseurelend existiert, wir wissen aber auch, Erhöhung der Lebensmittelzölle. Wenn dieser Zustand eingetreten ist in dem wir den Amerikanern von vornherein unfre ganzen Tarif- daß dies die Folge der Produktionsverhältnisse und wir die politische Macht haben, dann werden wir uns auch die ermäßigungen einräumten. Dieser Bertrag war eine der der bürgerlichen Gesellschaft ist, und wenn Graf Kanig auf Mittel, die zur Durchführung der Geschäfte notwendig sind, zu ver schwächsten diplomatischen Leistungen Deutschlands.( Sehr wahr! dieses Massenelend hingewiesen hat, so hat er ebenso, wie mein schaffen wissen; allerdings wird Herr von Heyl dann mit seinen lumpigen rechts.) In dem neuen Vertrage vom 10. Juli 1900 gewährt uns Freund Bebel, damit bewiesen, daß die bürgerliche Gesell 4 Proz. Einkommensteuer, die er heute zahlt, nicht mehr so gut weg Amerita seine Meistbegünstigung. Diese Meistbegünstigung bedeutet ichaft nichts tangt und daß sie beseitigt werden muß. kommen. aber für uns nur eine Anzahl ganz untergeordneter Ermäßigungen. Graf Kanik weiß doch auch ganz genau, daß auch in den Herr v. Heyl hat die Mehrheitsparteien auch als die Der Wert der ganzen hiervon betroffenen Einfuhr ist für uns gleich Agrarprovinzen Not und Elend vorhanden ist. Vertreter der Mehrheit der Arbeiter hingestellt, wie es Null. Trotzdem haben wir noch als Zugabe amerikanisches Obst Erimert er sich nicht mehr an die Hungerrevolte im Jahre 1873 schon einmal Fürst Bismarck gethan hatte. Er hat 9 Millionen ohne Untersuchung nach Deutschland hineingelassen. Als der in seiner Proving? Weiß er nichts von der Hungersnot in Oft Arbeiter in der letzten Berufszählung gerechnet. In Wirklichkeit Dingley- Tarif gemacht wurde, schrieben amerikanische Blätter: preußen im Jahre 1867, weiß er nicht, daß in dem Agrarftaat waren es aber 12 Millionen Lohnarbeiter in Deutschland. Er sagt Wir fürchten, es werden nicht viele an den Humbug glauben, Rußland permanente Hungersnot herrscht?( Sehr richtig! Von diesen 12 Millionen vertraten die Socialdemokraten 2 Millionen, mun, in Europa gab es genug Lente, die daran glaubten. bei den Socialdemokraten. Rufe rechts: Bu niedrige Getreidepreise!) folglich vertreten wir den Rest.( Lachen bei den Socialdemo Frankreich hat mit Amerifa einen Separatvertrag abgeschlossen, der Gerade in dem bestehenden Massenelend wurzelt ja die Social fraten.) Unter den 12816 552 Lohnarbeitern waren 9070 097 unsere Parität Amerika gegenüber wieder in Frage stellt. An diesen demokratie. männliche, davon wieder 4 174 902 Arbeiter unter 25 Jahren. schwierigen Verhältnissen, die augenblicklich zwischen Deutschland und Graf Kanig sagt, die Landwirtschaft wolle ihren Arbeitern höhere Es bleiben danach für die Berechnung des Herrn v. Hehl nur Amerika bestehen, ist der jezige Reichsfanzler, die jetzige Regierung, Löhne zahlen und gerade dazu brauche sie die Getreidezölle. Aber 4 896 195 Wähler übrig. Wenn Sie von dieser Summe die unschuldig; die Fehler liegen in einer zurückliegenden Zeit. Wenn Sie klagen doch gerade deshalb über den Jndustries 2146 000, die für die Socialdemokratie gestimmt haben, abziehen, Amerifa seine Zölle so weiter erhöht wie bisher, so können wir mit staat, weil er Ihnen die Löhne verteuert, das ist doch dann mag der Rest für Herrn v. Heyl verbleiben; aber ich erlaube einem Lande, das seine Thüren nur nach außen offen hat, feinen weiteren ein arger Widerspruch; außerdem ist auch die ganze Behauptung, daß mir dann an Herrn v. Hehl und seine Freunde die Anfrage: Wo Handelsverkehr pflegen.( Sehr richtig! rechts.) Amerika bereichert die Höhe der Löhne von der Höhe der Lebensmittelzölle abhänge, find die acht Millionen Arbeiter, auf die die Herren sich ungebührlich durch seine Handelspolitik, und das geduldige ganz falsch. In England und Amerika, wo keine Lebensmittel- sich stizen? Aber auch bei dieser Berechnung ist noch die stärkste Europa geht mit dieser Politik der Verarmung entgegen. Das zölle bestehen, sind die Löhne viel höher als bei uns in Deutschland politische Partei, nämlich die Partei der Nichtwähler. deutsche, in Amerita angelegte Kapital dürfte in stetem Rückgang( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten). Wir wollen feine finst außer acht gelassen. Bei der letzten Reichstagswahl haben von begriffen sein. Die Amerikaner schägen beute ihre ganzen. Verbindliche Verteuerung des Brotes und weil wir meinen, daß durch die 11 Millionen Wählern 71/4 Millionen gewählt, 33/4 Millionen haben lichkeiten gegenüber Europa auf 20 Millionen, höchstens auf Erhöhung der Lebensmittelzölle, wie sie diefer Tarif vorsieht, das nicht gewählt. Von diesen 334 Millionen wird Herr v. Heyl die 45 Millionen Dollar. Weiter gehen die Amerikaner darauf aus, die tägliche Brot der breiten Masse des Volfes verteuert wird, darum Güte haben, auch uns ein gutes Teil zuzurechnen. deutschen Schiffahrts- Gesellschaften aufzukaufen, nachdem sie schon sind wir gegen die Zölle und werden gegen fie fämpfen troß der( Zuruf: Nein! Heiterkeit bei den Socialdemokraten.) Wenn er das die englische White Star- Linie fäuflich erworben und die Kon- philosophischen Ausführungen des Grafen Kanig.( Sehr richtig! bei nicht thun will, ist das um so merkwürdiger, als die Herren von der trolle über zwei andre englische Gesellschaften erlangt haben. den Socialdemokraten.) nationalliberalen Partei doch am allerbesten wissen müssen, welche Hamburg- Amerita- Packetfahrt- Aktiengesellschaft hat 80 Millionen Ich muß zunächst noch einmal auf den Zwischenruf des Grafen Unsumme von Wahlbeeinflussungen, welche wirtschaftlichen Mart Kapital und 40 Millionen Obligationen; diese 120 Millionen Arnim in der Siging vom legten Donnerstag zurückkommen. Nachteile und welche Beeinträchtigung der Wahlkann einer der großen amerikanischen Milliardäre mit Leichtigkeit auf- Graf Arnim hat am Schlusse der Sigung den Versuch gemacht, diesen freiheit sie, soweit sie Großindustrielle sind, ihren Arbeitern aufkaufen. Wir müssen unbedingt Amerika gegenüber irgend welche Zwischenruf, der gerechte Empörung auf dieser Seite des Hauses erlegen, so daß viele Arbeiter lieber überhaupt auf die Ausübung Ausgleichsmaßregeln treffen.( Sehr richtig! rechts.) Herr Bebel hat hervorgerufen hatte, dadurch abzumildern, daß er behauptete, er ihres Wahlrechts verzichten.( Gelächter bei den Nationalliberalen.) die Abschaffung des Roheisen Bolls empfohlen. Ich würde die hätte gefragt:" Hat der Vater vielleicht alles vertrunken?" Nein, Wir wollen uns die Rechnung mm aber mal von der andren Abschaffung dieses Zolles für außerordentlich bedenklich meine Herren, so war die Sache nicht. Herr Graf Seite ansehen. Wenn die Herren von der Notwendigkeit halten. Die Einfuhr von Roheisen aus Amerika hat sich seit 1894 Arnim hat dazwischen gerufen: Der Mann einer Erhöhung der Zölle sprechen, dann thun sie so, als bon 18 000 auf 31 000 Tonnen gesteigert. Wir müssen also den Zoll hat vielleicht alles vertrunten!" Er hat dies wenn sie die Majorität hinter sich haben. Sie haben möglichst hoch segen, um Amerita zu givingen, auch seine Zölle herab als eine Behauptung hingestellt.( Sehr richtig! links.) laber lediglich die Majorität des Reichstages, nicht die Die 11 Majorität dcS Volkes hinter fich.(Bravo I bei den Sociab demokraten.) Die Majorität des Volkes steht hinter den Gegner» deS Brotwuchcrs und diese würden nichts sehn licher wünschen als die Auflösung des Reichstage Ob dann viele von den Freunden des Zolltarifs wiederkehren würden, bleibt abzuwarten.(Sehr wahr! bei den Social demokraten.) An der Hand der amtlichen Statistik stelle fest, dah alle Parteien, die kür den Zolltarif oder für die Erhöhung seiner Positionen stimmen, durchschnittli IS S7Z pro Gewählten hinter sich haben, während die Gegner des Tarifs, die Socialdemokraten und die frei sinnigen Parteien 2S2S2 Stimmen für den Gewählten hinter sich haben.(Hört, hört! links.) Nun berechnen Sie sich, wo die wirkliche Majorität des Volkes steht. Bei einer vernünftigen Einteilung der Wahlkreise würden Sie ja längst nicht in solcher Stärke hier sein und Sie würden es dem Volke nicht mehr er- schweren können, sein tägliches Brot zu verdienen.(Bravo I bei den Socialdemokraten.) Auch Herr v. Heyl hat von den Beschlüssen unsrer Parteitage gesprochen. Ich freue mich. da« diese Beschlüss so große Beachtung finden. sie werden ja auch gefaßt, um beachtet zu werden.(Sehr gut! bei den Socialdemokraten Herr v. Heyl hat nun auf unfern Mainzer Parteitag hingewiesen und sich einverstanden erklärt mit der Auffassung, die unser Freund C a I w e r dort in Bezug auf die deutsche Zollpolitik gegen Amerika ausgesprochen hat. Eine harte Strafe für Calwe (Heiterkeit bei den Socialdemokraten.) Aber Herr v. Heyl hätte doch wirklich aus dem Mainzer Protokoll weiter feststellen solle», daß alle übrige» Redner dort sich gegen die Caliverschen Aus führungen gewendet haben. In seiner grundsätzlichen Aufi fassung der Zoll« und Handelsvertrags- Politik ist Calwer in der Partei gänzlich isoliert.(Ruf bei den National liberalen: Schippe!!) Vielleicht teilt noch Kollege Schippel die Calwersche Ansicht. Aber es ist doch ein starkes Stück, diese unsre beiden Freunde hier zu citieren, von denen Herr v. Heyl ganz genau weiß, daß sie in Bezug auf die L e b e n s m i t t e lz ö lle durchaus einig mit uns sind. Calwer und Schippel sind genau in demselben Grade wie wir alle gegen jede Erhöhung der Lebe nsmittelzölle, und es ist nicht berechtigt, ihnen aus dieser Haltung einen Vorwurf zu machen. (Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Uebrigens möchte ich doch auch bei dieser Gelegenheit grundsätzlich betonen, daß für die Haltung unserer Partei die Parteibeschlüsse maßgebend find (Lebh. Zustimmung b. d. Socialdemoktraten.), ganz gleichgültig, welche Auffassung der Einzelne hat. Es wäre wahrhaftig sachlicher und würdiger, ivenn Sie die Beschlüsse unsrer Partei zum Gegenstand Ihrer Be trachtungen mache» wollten, statt den Versuch zu machen, Zwiftigl leiten in unsre Reihen zu tragen, wobei Sie den gewünschten Erfolg doch nicht erzielen.(Abg. Dr. Oertel: Na! Na I Heiterkeit.) Auch der neue preußische F i n a n z m i n i st e r hat sich mit unserm Lübecker Parteitag beschäftigt. Er hat sich dabei mehr als Polizeimini st er gefühlt(Sehr gut! bei den Social demokraten) und Sachkenntnis und Verständnis durch Schneidige keit ersetzt.(Sehr gut! bei den Socialdemokraten.) Er hat damit auf uns keinen Eindruck gemacht und auch nicht auf das Haus, das er offenbar mit den, preußischen Land- tage verwechselt hat(Sehr richtig I bei den Socialdem.), wo er allerdings hätte darauf rechnen können, daß der Chor der Brot- verteurer alle seine Ausführungen mit Jubel und Beifall auf genommen hätte. Herr v. Rhmbaben hat gemeint, die Regierung wolle sich nicht.bernsteinen" lasse». Er glaubte damit einen vor- trefflichen Witz zu machen. Aber er wird ja nun bald auch die Freude haben, B e r n st e i n, der sicher in Breslau gewählt werden wird, in voller Ueberein- stinimung mit uns hier den Brotlvucher be kämpfen zu sehen.(Lebhafte Zustimmung bei den Social- demokraten.) Der Herr Minister ist wohl wie viele andre recht enttäuscht über den Ausgang unsrer Lübecker Verhandlungen. Nichts wäre ihm gewiß qngenehmer gewesen, als wenn die Dinge da einen andren Verlauf genommen hätten. Natürlich ist es eine ganz irrige Ansicht, als weun durch eine andre Auffassung in der Bernsteinfrage unsre thatsächliche Politik irgendwie geändert wird. Nachdem unser Freund Bernstein die ihn ehrende Erklärung in Lübeck abgegeben hat, sind wir der Meinung, daß es seiner Würde nicht entspricht, ihn gegen das Lob des Herrn Ministers und seiner Freunde hier noch in Schutz zu nehmen.(Lebhafte Zustimmung bei den Socialdemokraten.) Herr v. Rheinbaben hat die Flinte und den Säbel des Hern, v. Enlenburg citiert. Das entspricht ja ganz unsrer Politik. Erst die Massen aushungern und sie dann niederschieße».(Sehr gut! links. Unruhe rechts.) Der Minister sagte auch,' er wisse aus seiner Düsseldorfer Zeit, daß der rheinische Jndustrie-Arbeiter gegen höhere Getreidezölle nichts einzuwenden habe. Aus welcher Quelle hat er denn da geschöpft? Das hat er wohl auf den Diners gehört, die er bei den Großindustriellen mitgemacht hat.(Lebhafte Unruhe rechts. Sehr gut! links.) Arbeiter können ihm das nicht gesagt haben. Der rheinische Jndustrie-Arbeiter ist auch gegen Brotverteuerung und Hungertarif, unsre Petition hat dort 146 869 Unterschriften erhalten. Der Minister hat die Vorlage mit kapitalistischen Nachweisen begründet. Niemals ist die Statistik ärger mißbraucht worden, als von ihm bei Ver- tretung dieser Vorlage, durch die der Zollwucher in Permanenz er- klärt ist. Ich weiß nicht, ob der jetzige Finanzminister»och Minister des Innern war, als im Auftrage der Regierung die Landräte für Flugblätter im Sinne der Regierungsvorlage mobil gemacht worden sind, Jedenfalls weiß das aber der Staatssekretär des Innern, der ja gewiß der agrarische Obergott innerhalb der Regierung ist.(Unruhe rechts.) Ich habe hier ein Schreiben des Magistrats von Landeshut in Schlesien, in welchem es heißt: Im Austrage des Herr» Landrats übersende ich Ihnen Flugblätter, die Sie, Ivenn es Ihnen angemessen erscheint, an Ihre erwachsenen Arbeiter verteilen wollen. Einer Rückgabe der etwa nicht verteilten Flugblätter bedarf es nicht. Das Schreiben ist au alle Fabrikanten gegangen. Es handelt sich um Flugblätter aus der bekannten Hülleschen Fabrik und jedenfalls hat die Regierung ihre Hand dabei im Spiel. Hoffentlich hat sie auch jemand gesunde», der ihr ltitHtV M. dazu gegeben hat(Lebhafte Unruhe rechts. Heiterkeit links.). damit sie nicht Geld der Steuerzahler anzugreifen nötig hatte. Genosse Bebel hat Ihnen hier schon Arbeiterbudgcts vor- geführt. Ich kann die Liste noch vervollständigen und zwar sind diefeBudgets von st aatlicken Beamten aufgestellt, von Fabrik« und Gewerbe-Jnspektoren, die doch nicht im Verdacht stehen, die aufhetzerischen Socialdemokraten unterstützen zu wolle». Der Münchener Fabrikinipektor hat ausgerechnet, daß eine fünf« köpfige Familie nur für die Ernährung 16,50 M. ausgeben muß. Für Wohnung, Kleidung und andre Bedürfnisse verbleibe» dann so minime Beträge, daß ich wirklich den Centrumsmann sehen will, der noch behaupten kann, daß eine Verteuerung des Brotes die Lebenshaltung der Arbeiter nichr beeinträchtige» könne Dabei verdienen die hier in Rede stehenden Arbeiter noch Hobe Löhne. Das nennt man nun Socialpolitik, das nennt sich Socialreforni, für die fich Herr v. Rheinbaben als Düsseldorfer Regierungspräsident so interessiert hat.(Ruf links: Ist auch danach!) Der Fabrikinipektor Laurisch in Kottbus bat ausgerechnet, daß eine fünsköpfige Familie pro Kopf und Tag nicht mehr als 40 Pf. ausgeben konnte. Man wird unwillkürlich an die Kochrezepte des Herrn Hitze erinnert, wenn man von diesen Zuständen hört.(Lacken im Centrum) Die ganze Zollpolilik ist von uns in Lübeck sehr richtig dahin charakterisiert worden, daß Proz. der Bevölkerung von dem»est- lichen'/e Proz. ausgeplündert werden sollen. Sie ist die Sanktion des Bündnisses, das Kraut- und Schlotjunker abgeschlossen haben. Die Regierung sollte sich ihrer Verantwortung wirklich etwas mehr bewußt sein, ehe sie hier durch Herrn von Rheinbaben erklären läßt, die Lebenshaltung der Arbeiter werde durch die Vorlage nicht beein- trächtigt.(Sehr wahr! links.) Ich komme nun zur Vorlage selbst und ihrer Begründung. Die finanzielle Seite der Frage ist nicht genügend gewürdigl worden. Ich sage, die agrarische Politik würde die Unterstützung der Regierung gar nicht in dem jetzigen Maße finden, wenn diese nich das Geld aus den Zöllen für volksschädliche Militär und Marinczwecke brauchte. Es ist der Regierung allmählich unbequem geworden, wenn sich um jedes Schiff eine große Debatte entspinnt. Sie will Geld haben und ihre Forderung mit dem Hin lveis auf die volle Kasse durchdrücken. Wir sehen den Geldmangel beim neuesten Etat. Aber auch hier werden die Einnahmen aus den Steuern der Aermsten geholt. Warum kommt die Re gierung nicht mit einer Reichseinkommenfteuer Weil die Rechte und das Centrum Zeter schreien. Wollte die Regierung das Gesamtinteresse wahren, sie müßte mit der Reichs einkommensteuer, die die Reichen belastet, kommen. Statt dessen wird die Politik getrieben, die überhaupt nur den besitzenden Klaffen zu gute komnit.(Sehr wahr! links.) Ich habe hier eine Rechnung aufgemacht, die feststellt, um welche Mehreinnahmen es sich für das Reichsbudget eigentlich handelt. Wenn neue Handelsverträge zu stände kommen, so ergeben sich nach den Durchschnitts- Einfuhrziffern der Jahre 1898—1900 folgende Mehrerträgc: für Roggen circa ll3i* Millionen Mark� für Weizen circa 27 Millionen, für Gerste 10 Millionen, für Haser Millionen, also im ganzen circa 58 Millionen Kommen nun keine Handelsverträge zu stände und findet der autonome Tarif Anwendung, so ergiebt sich eine Mehreinnahme bei Roggen von circa IS Millionen Mark, bei Weizen 41 Millionen Mark, bei Gerste 20 Millionen Mark, bei Hafer 12 Millionen Mark, ini ganzen also beinahe S2 Millionen Mark Mehrcinnahme, und was bei den unverschämten Forderungen des Bundes der Landwirte herauskommt, könne" Sie sich ungefähr an diesen Ziffern berechnen Dabei aber Hand,: es sich nur um Getreide; es kommen jedoch noch andre landwirtschaftliche Produkte in Betracht. Bei Buchweizen würde z. B. der Mehrertrag 4Vs Millionen Mark bei einem Zoll von 3,50 Mark, bei Mais 2,7 Millionen Mark, bei Raps und Rüpse» 1�/2 Millionen Mark, bei Hopfen 1,1 Millionen Mark, bei Aepfcl und Birnen 900 000 Mark, bei Pflaumen und Kirscken 600 000 Mark be- tragen. Dazu kommen noch die Viebzölle. Der Mehrertrag durch Einfuhr von Pferden würde allein 6 Millionen Mark betragen von Bullen und Kühen 460 000 Mark, bei Jungvieh 530 600 Mark, bei Ochsen 2 730 000 Mark. Bei Gänsen, die bis jetzt Tei waren, 4 350 000 M. Im ganzen würden diese Zolleinnahmcn einen Mehrertrag von 17 Millionen Mark einbringen. Dazu kommen Ivichtige landwirt'chaftliche Produkte: die Mehreinnahmen der Butter- einfuhr würden 1660 000 M., aus Eiern 4 730 000 M. einbringen Im ganzen würden die Mehreinnahmen aus den landwirt- chaftlichen Zöllen 130 000 000 M. ausmachen.(Hört! Hört! links.) Bei den I n d u st r i e z ö l l e n ist ja nur eine einschätzungs weise Berechnung möglich: wenn ich aber ganz niedrig schätze, so komme ich zu einem Mehrertrage von 40 Millionen Mark. Der finanzielle Effekt der Bundesratsvorlage würde also insgesamt 177 Millionen Mark betragen.(Hört! hört! links.) Angesichts dieser Thatsache wird es für die verbündeten Regierungen schwer sein, ihre Behauptung zu wiederholen, daß sie keinen entscheidenden Wert auf diese Frage legen. Wir legen ein überaus großes Gewicht darauf, daß die Reichskasse nicht gespeist wird aus den Taschen der Armen 'ür Ausgaben, die Arbeitern gar nicht zu gute kommen. Es ivird immer von der Not der Landwirtschaft gesprochen. Die Not der kleinen Bauern zu mildern und den Arbeitern höhere Löhne zu zahle», das sind ja die höheren Motive, von denen die Herren geleitet werden und die die Regierung ver- anlaßt hat, diese Vorlage einzubringen. Es ist ja schon mehrfach darauf hingewiefen worden, welche Kreise der Landwirtschaft den Nutzen der Zollerhöhung haben werden. Ich werde Ihnen hier ans einem Adreßbuch der notleidenden Landwirtschaft einige Mitteilungen machen, bannt Sie sehen, wer i n W i r k l i ch- keit die Notleidenden sind. Vor mir liegt eine Zusammen- tellung aus dem Werke von Professor Conrad über Grund- .'csitz vom Jahre 1889. Das ist zwar schon etwas lange her, aber ffcherlich kann ich mit Recht behaupten, daß der Besitz dieser Herren sich eit jener Zeit nicht verringert hat. Die L o h n z u l a g e, um einmal einen Arbeiterausdruck zu gebrauchen, die diesen Herren in Form der Erhöhung der Civilliste zugeflossen ist, wird zur Verschlechterung ihrer Lage nicht beigetragen haben. Der Grund- besitz einer großen Reihe von Fürsten— ick nenne Ihnen nur die Namen Ernst Herzog v. Sachsen- Koburg- Gotha, Fürst von Hohcnzollrrn- Sigmaringrn, Fürst Friedrich Leopold— bewegt sich zwischen 5000— 35 000 Hektar. Diese Herren— es sind zusammen 15 mit 214 Besitzen— würden aus den Zöllen bei ihrer jetzigen Höhe 2 380 000 Mark profitieren, und wenn die Bundesrats Vorlage Annahme finden sollte 3 442 030 M. pro Jahr.(Hört! hört! bei den Social- deniokraten.) Es ist die gröbste Beleidigung für die deutschen Fürsten, daß der Bundesrat sie in die Lage bringen soll, ier bezeichnet zu iv erden als diejenigen, die von er Belastung und Besteuerung des Hungers u n« geheure Summen für ihren Privatbesitz ge- Winne n.(Sehr gut! bei den � Socialdemokraten.) Weiter eine Reihe von Grundbesitzern ans dem hohen Adel I Fürst Bismarck I. iguriert dabei an erster Stelle. und der jetzige Fürst Bismarck wird jedenfalls an seine Stelle getreten sein. Ich nenne loeiter Fürst Carolath-Beuthcn, Graf Hcnckel Donncrömarck, Fürst Hohcnlohc-Qehringen, Fürst Pleß, Prinz Schönaich-Carolath, Graf v. Culenbnrg, Herr v. Tiele- Winkler, zusammen sind es 3!6 Herren mit 244 Besitzungen, ihre Einnahmen würden sich von 2110 888 M. auf 3 170 000 M. pro Jahr erhöhen, wenn die Regierungsvorlage Gesetz würde. Dann zu den bürgerlichen Agrariern mit 75 Besitzungen zu 83 000 Hektar, ihre Mehreinnahmen würden 1 030 000 Mark betragen. Uebrigens sind unter diesen 10 bürgerlichen Herren die nieisten ireue Mitglieder des Bundes der Landwirte, sehr be- kannte agrarische Namen.(Hört! hört! links.) Im ganzen haben wir 152 Besitzer, die jetzt allein aus den Getreide- zöllen 13 Millionen 754000 Mark Profit habe» und deren Profit sich später, falls die Bundesratsvorlage an- genommen wird, auf ca. 20 Millionen Mark erhöhen würde. Nun rage ich Sie: Rechnen Sie diese Leute zu den Notleidenden. oll das deutsche Volk seinen sauren Schweiß hergeben, um die Taschen dieser Herren zu füllen? Können Sie der deutschen Arbeiterklasse zumuten, für eine Vorlage einzutreten, die nichts weiter bedeutet, als daß die Aermsten zu Gnnsten der Reichsten ausgeplündert werde»?(sehr gut! bei den Social- demokraten.) Ick möchte Ihnen nock einen Besitzer vorführen. dessen Besitzungen über ganz Preußen verteilt sind, der in Schlesien, Brandenburg, Sachsen, Pommern, Wesiprenße» Güter bat. Dieser Herr besitzt eine Gesamtfläche von 00 050 000 Hektar, ohne An- rechmliig der Wiesen. Wälder zc. 27 216 000 Hellar. Hiervon sind 13 608 000 Hektar mit Getreide, welches zum Verbrauch dient, bebaut. Die Einnahmen dieses Herrn betragen bei deni jetzigen Zoll 476 286 M. pro Jahr oder kapitalisiert 9 524 600 M. Wenn ich den Mark-Zoll annehme, so bezieht dieser Herr an Einnahmen aus den Getreidezöllen 680 400 M., oder der Wert seiner Besitzungen lavi- talisiert erhöht sich durch den Zoll um 15 680 000 M. Wissen Sie, wer dieser Herr ist? Das ist der deutsche Kaiser, der krincn Brot- wuchcr will k(Hört! börl! bei den Socialdemolraten. Unruhe rechts.) Vicepräsidem Graf Stolberg-Wernigerode: Herr Abgeordneter, ch bitte, die Person des Kaisers nicht in' dieser Weise in die Debatte zu ziehen. Abg. Singer(forlfahrend): Die Herren Vertreter der Mehr- hettsparreien nennen sich so gern„staatserhaltende Parteien", allerdings, sie find so lange staatserhaltend, als sie vom Staate etwas erhalten.(Große Heiterkeit lintS.) Für diese Grenzen ihrer Regierungsfreundlichkeit bieten die Aeuherungen besonders der agrarischen Presse ein reiches Material. Die Bündler sogen z. B. in einem von ihnen verbreiteten Flugblatt:»Wenn die Regierung den deutschen Bauernstand nicht schützt, so sägen die deutschen Fürsten und ihre Regierungen den Ast ab, auf dem sie sitzen."(Hört, hört! bei den Soc.) Sic(nach rechis) ereifern sich immer ganz besonders, wenn Sie aus die Jnternationalilä» der Socialdemokratie zu reden kommen. Nun, wir werden als die„Rotö Internationale" bezeichnet, und Sie stellen die Grüne Intern nationale dar. Auf dem Internationalen Kongreß für diq Organisation der Landwirte, der am 28. Juli in Versailles zn-f sammentrat, wurde unsrem Kollegen Dr. Roesicke-Kaiserslautern die Ehre zu teil, zum Vorsitzenden gewählt zu werden. Der Präsident des Internationalen Kongresses stellte in seiner Eröffnungsrede fest,. daß unter den Landwirten aller Länder eine' völlige Harmonie bestehe. Dr. Roesicke sagte, daß die land- wirtschaftlichen Fragen durch die gemeinsame Arbeit auf diesem Kongreß. zu dem die Jni'tiative von Frankreich ausgegangen sei, einer glücklichen Lösung entgegengingen. Die Agrarier behaupten immmer, hohe Getreidezölle würden den Arbeitern besseren Lohn, verkürzte Arbeitszeit, überhaupt bessere Bedingungen verschaffen. Nach den Aeußerungen der hervor- ragenden Redner dieser Partei sowohl in der Presse wie im preußi- schen Abgeordnetenhause scheinen mir die Wünsche der Agrarier mehr auf niedrige Arbeitslöhne und lange Arbeitszeit zu gehen.(Sehr richtig I bei den Socialdemo- traten.) Dazu kommen die mangelhaften Arbeiterwohnungen auf dem Lande; der Gutsherr von Cadinen hat selbst gesagt, daß die Arbeiterwohnungen schlechter seien alsSch weine- st ä l l e. Der nationalliberale Abg. Sieg sagte bei der Be- sprechung der Interpellation Szmula, betreffend die � Zulassung" ausländischer Arbeiter, diese Zulassung sei bezüglich der Wohnungen an Bedingungen geknüpft, die nicht immer zu erfüllen seien. Und die Regierung wird ihren Lieblingskindern. den Agrariern, doch gewiß keine schweren Bedingungen auferlegen I Abg. Sieg sagte weiter:„Wenn ich als A m t s v o r st e h e r die Verfügung des Regierungspräsidenten streng b e- folgen wollte. müßte ich die Arbeiter tvohnun gen der Domänen nicht mehr bewohnen lassen.(Hört! hört! bei den Socialdemokraten.) Ich werde das aber nicht t h n n, weil ich das nicht für den Verhältnissen entsprechend erachte." lHörts! hört! bei den Socialdemokraten.) Können Sie sich einen stärkeren Vorwurf gegen die Domänenverwaltung denken als diese Aeußernng aus nationalliberalem Munde? Der Hauptgrund der Landflucht der Arbeiter ist ihre mangelhaste Existenz auf dem Lande. Wenn Sie(nach rechts) tüchtige Arbeiter haben wollen, so benutzen Sie doch die Gesetzgebung, um die Lebenshaltung der Arbeiter zu verbessern! Seien Sie nicht so bildungsfeindlich, meine Herren! Aber Sie wollen ungebildete Leute haben, die sich'micht gegen die Ausbeutung zu verteidigen wissen. Die 15. Jahresversammlung drs oft- preußischen landwirtschaftlichen EentralverciiiS hat den Halb- tagS-Untcrricht gefordert,(Hört, hört! bei den Socialdemokraten.) damit die Kinder mehr zum Viehhüten verwendet werden können. Statt einer Beschränkung wird also eine Erhöhung der Ausbeutung der Kinder gefordert. Das ist das Princip, nach dem Sie handeln. Da dürfen Sie sich nicht wundern, daß der intelligente Arbeiter, der weiß, was Menschenwürde ist, es müde ist, ich in Ostelbien wie das liebe Vieh behandeln zu lassen. (Bravo I bei den Socialdemokraten.) Die mecklenburgische Ritler- ichaft hat die Errichtung der von der Regierung geforderten Prä- parandenanstalt für Lehrer für überflüssig erklärt, und dabei ist aus- gesprochen worden, daß den Kindern nur beigebracht werden soll die Kenntnis des göttlichen Vaters", eine„ b e- ch r ä n k t e Kenntnis des engeren und weiteren Vaterlandes" und soviel Schreiben. Lesen und Rechnen, wie sie es beim pöteren Hofedienst verwenden können".(Hört. hört! bei den Socialdemokraten.) So sollen die Sklave» heran- gezogen werden, denen Sie dann noch ihr bißchen Brot verteuern I (Bravo! bei den Socialdemokrate».) Graf Könitz hat die Behauptung aufgestellt, daß von einer Be- lastung des Volkes durch die Getreidezöllc nicht die Rede sein iverde. Diese Behauptung ist bereits hundertfach widerlegt worden. Ich will mir noch darauf hinweifen. daß die Einnahmen des Reiches ans sänitlichen Zöllen auf Lebensmittel, die jetzt 844 Millionen Mark betragen, bei den neuen Mindest- ätzen auf 1100 Millionc» Mark, beim Inkrafttreten des all- gemeinen Zolls aber auf 1000 Millionen Mark steigen würden. Der Prozentsatz dieser Zölle zu den Wettmarklspreisen beträgt 35 bis 50 Proz. Das ist eine ungeheure Belastung des Volkes.(Sehr richtig! bei den Sociald.) Die Denkschrift des Bundes der Landwirte über den Zolltarif ist deshalb wertvoll, weil ie zeigt, wie die Herren eigentlich in Bezug auf die Zölle denken, wenn sie unter sich sind. Für fast alle landwirtschaftliche Erzeugnisse wird von den Herren eine Erhöhung der Zölle gefordert, äst a 1 l e Produkte sollen verteuert werden, die zum Lebensunterhalt der ärmeren Bevölkerung dienen und nur einige Artikel haben Gnade vor den Augen der Herren gefunden. Es find Auster», Kaviar nnd Hummer»! Do wollen Sie die Zölle nicht er- höhen.(Bewegung und lebhafte Zustimmung links. Lärm rechts.) Es ist doch nützlich, das aus der Denkschrift festzustellen. Man lernt wenigstens die Stimmung kennen, die im Kreise der Herren gc- herrscht hat, als sie sich zusammenletzten, um einmal zu sehen, lvas ffch herausschlagen lasse.(Sehr gut! links.) Das Beitreben der Agrarier läuft darauf heraus, einen mo- dornen Robot einzuführen,(Bravo l links.) Im Anfang des vorigen Jabrhunderts hob Preußen den alten Robot auf. Ini Anfang des 20. Jahrhunderls sind wir so weit, daß der alte Robot in der modernen Form der Besteuerung des Hungers wieder eingeführt werden soll.(Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Die Agrarier verstehen die Gesetzgebung ihrem Vorteil dienstbar zu machen. Eine tolosiale Summe würden die Großgrundbesitzer an den Zöllen auf Getreide und Fleisch neu einsacken, ivie sie bereits die Liebesgaben und die Grimdsteuer-Aushebung genießen. Ein Gelehrter, Dr. Finkel- 'teiii, hat ausgerechnet, wie viele Arbeitstage geleistet werden müssen, um diese Gummen für die Großgrundbesitzer herbeizuschaffen. Der alte Robot galt früher nur für die Bauer«, jetzt aber inuß jeder Staatsbiirgcr ohneUnterschied des Standes ü r die Agrarier arbeiten» um die Kasse der Großgrundbesitzer zu erhallen. Sie behaupten immer. daß der Staat auf der Erhaltung ihres Standes beruhe Ojuein! Sie sagen, die Land- wirlichaft erfordert dieie Unterstützung. Aber zu dieser gehöre» ie ja gar nicht.(Lärm rechts.) Zur Lmidwirlicha't gehören die lalidwinsckaftlichen Arbeiter, und fragen Sie die einmal, was sie von den Millionen, die den Großgrundbesitzern in den Schoß fallen, erhalte» werde». Glaubt auch nur ei» Arbeiter, daß feine Löhne sich bessern, daß er in einer gesunden Wohnung ivohiien, daß er eine nständige Behandlung erfahren iverde, nachdem Ihnen die hohen Zölle Veivilligt sind? Die Not d e r L a n d w i r l j ch a f t, von der Sie sprechen, ist nicht eine Not der Großgrund« besitzer, es ist die Not der Kleinen.(Bravo! bei den ocialdemokralen.) Nun noch einige Bemerkungen zu der Stellung des C e n l r u m s zu dieser Vorlage. Die bayrischen Agrarier sind ganz zu Knappen der preußischen Junker geworden. Das klang aus den Reden der Herren Nißler und Hilpert hervor, und das wird wohl auch Dr. Heim, der ja wahrscheinlich noch sprechen wird, ausdrücken. Die bayrischen Lauern haben mit bajuvarischer Deutlichleil mit ihren Vertretern gesprochen nnd auch mit der Cenlrnnisparteileilung wird in Fraktur geredet. Herr Dr. Heim, der ohne die Zollerb Lbung kein Interesse mehr on der Mon- r ch i e bat, bot den Bauern geraten, den wankcl- nlütlgcil Vertretern die Knochen einzuschlagen. wenn sie»ach Haufe kommen.(Große Heilerkeil.) Das find ja trübe Aussichten fü: die Herren I(Enieiile Heiterkeit.) Das Centrum scheint im großen und ganze» über die vom Bundes- rat gezogene Linie mit Zollcrböhiliigen nicht hmausgeheii zu ivollen. Da könne» sich ja die Herren aus Bayern auf einen kräftigen Empfang gefaßt machen.(Große Heiterkeit.) Das Centn»» jagt zwar, es sei die regierende Partei. Aber so wie es aus der einen Seite die agrarische Strömung bedrängt, so bedrängen es auf der andre» Seite die katholische» Arbeiter, und auf diesen Umstand lege ich das größere Gewicht. Da- Centrnm» das sich stets auch als Vertreter der Arbeiter gcberdcn»wchtc opfert die Jnlcrcsseu der Arbeiter der agrarischen Begehrlichkeit. Wie lau» man noch wagen von der Sorge für die Sillerbun zu jxreche», wen» man ihnen das tag- = " noch an fiche Brot verteuern will.( Lebhafte Zustimmung bei den Social| Minimalzöllen in den deutschen Bolltarif Handelsverträge abgeschlossen uns in Bayern giebt es feinen Großgrundbesitz und doch verlangen demokraten.) Wie kann man von der Sorge für die Arbeiter sprechen, würden. Hat Graf Bülow damals von all dem gar nichts gewußt? wir die Zölle. Ich beneide heute feinen Großgrundbesitzer. Der wenn man die Industrie hemmen, die Arbeitsgelegenheit vermindern, Er hätte doch sofort gegen die offiziöse Bresse einschreiten fönnen. Großgrundbesitz geht statistisch stetig zurück, der mittlere und kleine hält und vermehrt sich. In Bayern werden die Möglichkeit einer gesunden und ausreichenden Ernährung ihnen Die agrarische Bresse, namentlich die Deutsche Tagesztg.", hat da- Besig erichweren will.( Lärm im Centrum, Beifall bei den Socialdemokraten.) mals in drohendem Tone verlangt, daß das Wolffsche Telegraphen- 47 Millionen Centner Getreide bertauft, nicht von Wissen denn die Herren nicht, daß unter den katholischen bureau diefe Thätigkeit einstelle. Es ist nicht geschehen. Für Großgrundbesitzern. Ist es da nicht von Vorteil, wenn der Gentner Arbeitern eine wahre Rebellion ausgebrochen ist? würdelos tann also damals der Reichskanzler die Beachtung der eine halbe oder eine Mark mehr fostet?( Ruf bei den SocialDas Brot wird nur teurer!) Das ist noch Die Leute haben es jetzt gemerkt, daß die Herren, die ihre Vertreter Stimmen des Auslandes nicht gehalten haben.( Sehr gut! bei den demokraten: Sache. ausgemachte Darüber werden wir find, sie in ihren Lebensbedürfnissen so erheblich einschränken wollen. Socialdemokraten.) Und wenn heute der Reichskanzler eine noch feine Die Beweise dafür liegen in den Berichten über katholische so unbedeutende Rede gehalten hat, dann kommt am sprechen. Da sind noch andre Dinge dazwischen. Unfre Arbeiterversammlungen. Ein Redner hat da gesagt, andren Morgen das Wolfffce Telegraphen fleinen Bauern bringen hundert Centner Getreide auf den 9/10 der christlichen Arbeiter seien Gegner der Zoll- bureau und verkündet aus London, Paris, Madrid, Wien Markt.( Widerspruch bei den Socialdemokraten.) Was haben Sie erhöhungen und die Kapläne und Geistlichen mußten beruhigend und Rom, was dort irgend ein Journalist Rühmendes und denn für eine Vorstellung von 100 Centnern Getreide! Schon bei eingreifen. Meine Herren!( aum Centrum) Hören Sie nicht auf Anerkennendes über die Rede des Reichskanzlers geschrieben 5 Heftar fann der Baner 70-80 Centner Getreide verkaufen. das Geschrei, daß die Junker Not leiden, sehen Sie hat.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten. Unruhe( Lebhafter Widerspruch bei den Socialdemokraten. Der Präsident dahin, wo die Hilfe am notwendigsten ist, zu den Arbeitern. rechts.) Das muß doch alles dem Reichskanaler bekannt Graf Ballestrem bittet, die Zwischenrufe zu unterlassen.) Diese FestDann werden Sie zu der Ueberzeugung kommen, daß sein; wenn ihm die Beachtung des Auslandes würdelos" stellung ist Ihnen unbequem.( Lachen lints.) Das ist nicht graue Ihre jezige Politik teine boltserhaltende, nein erscheint, so würde doch ein Wort von ihm genügt Theorie, das ist praktische Wirklichkeit.( Lebhaftes Bravo rechts und im eine bolts verwüstende ist.( Unruhe im Centrum.)( Sehr haben, um es zu verhindern, daß der Reichskanzler Centrum. Ruf links: Cirkus Busch.) Gehen Sie nur hin nach dem Cirkus wahr, links.) Herr von Wangenheim hat an Gott appelliert, er möge wie eine gefallsüchtige Primadonna oder wie ein Heldentenor Busch, da find Elefanten und amerikanische Ochsen.( Stürm. Heiterkeit.) die Herzen der Regierung weich stimmen. Was wird nicht alles unter behandelt wird( Sehr gut! bei den Socialdemokraten. Große Unfre Bauern sagen, fie leiden unter den gegenwärtigen ZollAnrufung der Hilfe Gotttes erbeten. Die Bündler flehen seinen Heiterkeit), der nach seinem jedesmaligen Auftreten die lobenden verhältnissen, weil sie ihr Getreide jetzt schwer an den Mann bringen. Schuß für den Brotwucher herab. Unter Anrufung Gottes verüben Stimmen der Kritik sammelt.( Sehr gut! bei den Socialdemokraten. Damit haben sie recht. Nun sagt man, die Bauern halten Vieh. die Engländer in Südafrika die scheußlichsten Missethaten, unter An- Große Unruhe rechts.) Der Vorgänger des Reichskanzlers Das mag im allgemeinen richtig sein, obwohl es für viele Gegenden rufung Gottes haben die europäischen Krieger in China gemordet hat dies Ruhmbedürfnis nicht gefannt, dem Herrn war nicht paßt. Was würde aber sein, wenn alle Bauern zur Viehzucht und gesengt.( Unruhe rechts.) Wenn es einen Gott giebt, er wäre die Art des Ueberbrettis noch nicht bekannt, dessen übergehen würden? Dann würde eine koloffale Konkurrenz entnicht an beneiden darum, daß er angerufen wird für alle die Schand- Einführung in Deutschland mit dem Amtsantritt stehen und die Fleischpreise rapid sinken.( Bravo! rechts.) Als des Grafen Bülow zusammenfällt. thaten.( Sehr gut, links.) ( Stürmische Gräferbaner ift der fleine Bauer auf den Absatz Die Minister aus den Bundesstaaten sind zum großen Heiterfeit.) den mittleren und den Großbauer angewiesen, also hat er Die Regierung hat nach ihrem ganzen Auftreten gar feine ein Intereffe wieder abgereist, hoffentlich nicht ohne daran, daß seine Abnehmen bar Geld in vorher ihre Lagegelder eintassiert zu haben. Ahnung davon, welche Unsumme von Haß und Erbitterung diese den Fingern haben und ist auch aus dieser Jnteressenverbindung ( Bfuirufe rechts und im Centrum.( Sehr gut, links.) Bolitik hervorruft, wie es im Volte aufgefaßt wird, wenn heute die heraus an höheren Zöllen intereffiert.( Lebhafte Zustimmung rechts.) ( Vicepräsident Graf bon Stolberg bittet 11111 Ruhe.) verbündeten Regierungen zu einer Vorlage kommen, die auf nichts Sie reden immer nur von Arbeitern, aber ich sage Ihnen, Weshalb erregen sich die Herren so? Ich spreche doch hier nur Thats anderes hinausläuft als auf eine Besteuerung des Hungers. mancher Arbeiter hat ein leichteres Los, als die fachen aus. Die Herren vom Bundesratstisch haben das Recht,( Großer Lärm rechts.) Sie lachen darüber, ganz im Aruimschen Bauern bei uns im Schwarzwald, im Spessart, im täglich 30 M. zu liquidieren. Das wunderbarste ist nur, daß Sinne!( Erneutes Gelächter rechts, große Ünruhe.) Gegen diese Mittel- und Fichtelgebirge.( Lebhafte Zustimmung rechts.) Sie uns vorenthalten, was sie selbst beanspruchen.( Sehr richtig! Vorlage richtet sich die 31/2 Millionen- Betition, die unsre Partei dem Sie müssen dem Boden ihr Brot mit Ausdauer, Selbstverleugnung links,) Ich wiederhole also, die Herren sind abgereift, gewiß nicht Reichstage vorgelegt hat. Wenn ein solcher Protest möglich ist im und Entfagung abringen.( Sehr richtig! bei den Soc.) Sie wollen ohne vorher ihre Tagegelder eintassiert zu haben.( Große Heiter Deutschen Reich unter der Polizeiwirtschaft, die wir in Deutschland ihn forttreiben von der väterlichen Scholle( Widerspruch bei den Soc.), feit.) Wo waren aber die Vertreter der Hanfeftädte?( Sehr haben, und unter der Herrschaft des Juntertums, so ist das gleich- und so hart sein Los auch ist, er will doch nicht tauschen gut, lints.) Haben sie ihre Kraft ganz bei der Seemannsordnung bedeutend mit einer öffentlichen Abstimmung bei den Reichstags- mit dem großstädtischen Arbeiter, weil er auf verausgabt oder haben sie so etwas wie SchamgefühI? wahlen! seiner Erde figen bleiben will.( Bravo! rechts.) Ich Wo ist der Vertreter von Coburg Gotha? Er hat Diese 312 Millionen Unterschriften sind nicht gegeben von Leuten, bin gewählt von Bauern des deutschen Mittelgebirges.( Widerspruch doch von seinem Landtag ausdrücklichen Auftrag, gegen die nicht wußten, um was es sich handelt, sie sind der Aufschrei links.) Nun, ich muß doch wissen, wo ich gewählt bin.( Seiterkeit.) den Bolltarif zu stimmen.( Unruhe am Ministertisch. Ich der Entrüstung, die im ganzen Wolfe herrscht gegenüber dem Gs ist richtig, daß es Bauerngegenden giebt, wo die Leute unter höre, der Herr ist hier.( Ruf am Ministertisch: Nein!) Stehen die Beginnen der Regierung. Eine Regierung, die wie der Herr Reichs- besseren Bedingungen produzieren, aber das ist doch nicht die Regel. Vertreter der Hansestädte nicht in diametralem Gegensatz zu ihren fanzler wiederholt erklärt hat, die Gesamtinteressen im Auge hat, Nun zu der Brotverteuerung. Es ist nachgewiesen, daß Handelskammern? Wie beredt waren sie sonst, wenn es galt, staat- follte auch auf diese Stimmen hören. Die Regierung hätte die die Getreidepreise und die Brotpreise gar nicht liche Subventionen für Hanseatische Dampfschiffahrts- Gesellschaften Pflicht, nicht die Majorität dieses Reichstages zu hören, sondern sie parallel laufen, sondern sich oft in ganz entgegengesetter durchzusetzen. Wir haben ja den Herren in der Berfassung das Recht müßte fich beim Bolte vergewiffern, wie die Meinung desselben Richtung bewegen. Sie reden so, als ob die Erhöhung der Zölle gewahrt, ihre gegenfägliche Meinung hier zum Ausdrud zu bringen. über diese Vorlage ist. Lösen Sie den Reichstag auf, appellieren Siean mit der Erhöhung der Getreidepreise Hand in Hand gehen wird. Aber die Herren schweigen. Herr v. Bischet hat gegen die Vor- die Stimme des Volkes und Sie werden sehen, daß die Wahlen so( Abg. Bebel: Weshalb wollen Sie denn da höhere Zölle!) Nehmen lage geredet, aber er tam doch am Schlusse seiner Rede dazu, ihre An- ausfallen, daß Sie mit gutem Gewissen diese Vorlage nicht weiter Sie doch die Importstatistik zur Hand, Herr Bebel. Von 1887 bis nahme zu empfehlen. Auch Herr von Riedel hat in das agrarische vertreten können. Wir werden gegen die Vorlage stimmen, wir 1893 ist der Getreide- Import während des 5 Mark- 3olles beträchtlich Horn gestoßen, aber vor Ueberspannung des Bogens gewarnt. werden alles daran segen, sie zu Fall zu bringen. zurückgegangen, find deshalb die Brot- und Getreidepreise gestiegen? Der fächsische Bundesbevollmächtigte hat von Wohlthätigkeits- Wir sind überzeugt, im Sinne und Auftrage der großen Majorität( Rufe bei den Socialdemokraten: Ja!) Nun, doch nur in einem bestrebungen gesprochen, die den Arbeitern zu gute fämen. Wir des Volkes zu handeln, wenn wir uns leiten lassen von dem Rufe: Jahre, in einem Notjahre. Ich schäße ihren Verstand doch zu hoch. berlangen aber feineswegs, daß die befizenden Klaffen wohlthäfig" Nieder mit dem Hungertarife, nieder mit dem Brotwucher! als daß sie das als Regel aufstellen wollen. Noch 1893 aber sein sollen; wir fordern für die Arbeiter feine Wohlthaten, sondern( Stürmischer Beifall bei den Socialdemokraten, Lachen rechts, er- ift der Import toloffal gestiegen und hat es den Bauern wir wollen für die breite Masse der Bevölkerung, neutes Bravo! bei den Socialdemokraten.) überhaupt unmöglich gemacht, ihr Getreide los zu werden. aus deren Arbeit der Reichtum erst entsteht, Gerechtigkeit und Früher war der Gewinn der Zwischenhändler ein sehr bescheidener, Gleichberechtigung. Wir vertreten feine Politik der Wohljetzt ist das nicht mehr der Fall.( Ruf: Schienenwegel) Gewiß, ich thaten, sondern wir behaupten, daß die herrschende Gesell- Nach den Ausführungen des Herrn Singer scheint es, als ob es gebe Ihnen das zu. Ich selbst habe gesagt, die Agrarfrage wird schaft bisher ein Verbrechen gegen die breiten Massen hier nur zwei Parteien giebt, auf der einen Seite die Junterpartei auf dem Schienenwege gelöst. Nach dieser Richtung habe ich ganz der Bevölkerung begangen hat, indem sie dieselben ausgebeutet und auf der andern Herr Paul Singer als beredter Verteidiger der vernünftige Ansichten.( Stürmische Heiterkeit links.) Ich trete auch und ausgepowert hat. Wir wollen die Damen, die sich zu Intereffen derjenigen, mit denen Brotwucher getrieben werden soll. für Genossenschaften ein, aber die Socialdemokraten werfen diesen wohlthätigen Vereinsgründungen zusammenfinden, nicht stören, aber( Heiterfeit im Centrum.) Da weiß ich wirklich nicht, wohin ich Bauern- Genossenschaften Knüppel in den Weg. Zum Beispiel in mit solchen Bestrebungen werden unfre Forderungen nicht erfüllt. gehöre.( Heiterkeit im Centrum.) Zu den Junkern gehöre ich gewiß München bekämpfen die Socialdemokraten die Milchgenossenschaft der Was hat dies Moment mit einer Zolltarifvorlage zu thun, durch die nicht, ebenso wenig aber fann ich den Ausführungen des Herrn Bauern in der Umgebung Münchens.( Ruf links: Monopol- und die Bevölkerung um Tausende von Millionen ärmer gemacht wird? Singer zustimmen. Doch ich will im Gegensatz zu Herrn Singer Ring bestrebungen!) Die landwirtschaftlichen Arbeiter Diese Wohlthaten würden also geleistet werden aus dem, zunächst auf die Sache eingehen. bei uns in Bayern leben mindestens so gut wie die was man zunächst den Arbeitern genommen hat.( Sehr richtig! Es ist eine Thatsache, daß bis jetzt die Handelsverträge der Ju- Industriearbeiter. Die Höhe der Getreidezölle ist nicht bei den Socialdemokraten.) dustrie den Hauptporteil gebracht haben.( Sehr richtig! im Centrum!) immer maßgebend für den Brotpreis, und ebenso ist die Höhe der Staatssekretär Freiherr von Thielmann hat auf die Klagen, daß In Schmollers Jahrbuch hat ein Herr Dr. Ballo( Lachen links) Brotpreise nicht immer die Glückseligkeit für den Konsumenten. Wir die Verhandlungen des wirtschaftlichen Ausschusses nicht genügend ja, Herr Gothein, es kann ja sein, daß Ihnen die Autorität des wollen ein Blühen der Industrie, aber nicht daß die Landwirtschaft unparteiisch geführt seien, hier im Reichstage am 2. Dezember Herrn Dr. Ballo nicht genügt, mir genügt Ihre Autorität auch nicht rapide zu Grunde geht. Sie wollen aber, weil es 20 000 Straut erklärt, daß das Stelett" des Zolltarifes, lange che überhaupt eine( Große Heiterkeit), dieser Herr Dr. Ballo hat also nachgewiesen, junker giebt, denen Sie die Köpfe einschlagen wollen, gleich die zwei Einstellung der Säge erfolgte, sämtlichen Bundesregierungen vor- daß der Profit der Industrie aus den Schutzöllen Millionen Bauern mit totschlagen. Das ist die Logit Ihrer Politit. gelegt und von diesen im Verein mit ihren Handelskammern gründ- dreimal jo groß gewesen ist, wie der Profit Es giebt nun hart- und weich gesottene Gegner der Getreidelich durchberaten wurde. Der Staatssekretär des Reichs- der Landwirtschaft aus ihren Zöllen.( Hört! zölle. Herr Bebel und Herr Singer find hartgesottene Gegner. Da Shazamtes scheint etwas an Gedächtnisschwäche zu hört! im Centrum, Lachen links.) Sie( nach links) fönnen weiß man, woran man ist, das ist mir viel lieber. Bei Leiden; ich bin in der Lage, sein Gedächtnis aufzufrischen. Am es ja nie vertragen, wenn sich ein Gelehrter auf einen Herrn Richter ist man schon zweifelhaft. In einem Flugblatt im 1. Oftober 1898 ist aus dem Reichs- Schaamte ein vom Freiherrn andern Standpunkt stellt das ist die bekannte Wissenschaft der Wahlkreise Wiesbaden wird den Freisinnigen vorgeworfen, daß sie v. Thielmann gezeichneter Erlaß ausgegeben worden, worin die Voraussetzungslosigkeit( Heiterkeit und Sehr gut! lints) Herr zur Zollfrage teine flare Stellung einnehmen.( Ruf bei den FreiBehörden aufgefordert werden, den Zolltarif- Richter hat der Rechten die Millionen vorgeworfen, die sie aus den finnigen: Wer sagt denn das?) Ein socialdemokratisches Flugblatt! Entwurf den Handelstammern nicht vorzulegen Zöllen gehabt hat, Herr Bebel hätte sich jedenfalls anders aus-( Ruf bei den Freifinnigen: Na also! Das sagen unsre Gegner.) Nun ( Hört! hört! bei den Socialdemokraten), weil dies die gedrückt, er hätte gesagt, diese Krautjunker, die dem Wolke die freilich! Ich werde doch nicht glauben, daß Sie sich selbst die Nase Begutachtung durch den Wirtschaftlichen Ausschuß vorgreifen würde. Millionen aus der Tasche gestohlen haben"( Große Heiterkeit im abbeißen.( Große Heiterfeit.) Im bayrischen Landtage haben die Herr von Thielmann wußte also am 2. Dezember Centrum.) Glauben Sie denn, das Großkapital hat nicht Freifinnigen für die Resolution gestimmt, die die bayrische 1901 nicht mehr, was er 1898 g ci chrieben hatte. Es auch die Hände aufgehalten, um die Millionen aus den Regierung ersuchte, für höhere Getreidezölle einzutreten. wäre doch vielleicht nicht zu viel verlangt, daß einer der höchsten 3öllen einzujacken? Herr Richter hat sie dafür in Acht und Bann gethan. Ich Beamten des Reiches, bevor er im Reichstag folche Behauptungen Herr Singer sagte, ich hätte in Regensburg der bayrischen Re- werde dafür sorgen, daß int Almanach des bayrischen Landtags aufstellt, wenigstens einen Blid in seine Aften gegierung den Patriotismus gekündigt, wenn sie nicht für den 7 M. die Bezeichnung" Freisinn" gestrichen wird.( Heiterkeit.) Aber auch worfen hätte. Dann hätte er sich es erspart, daß ihm dieser Zoll eintreten würde. Wenn Herr Singer mir auch nur einen Fall die Beurteilung des Herrn Richter ist sehr verschieden. In der einen Widerspruch nachgewiesen wurde. Was ist nun richtig? Ich nehme aufweist, wo ich den 7 M.- Zoll gefordert habe, so zahle ich Zeitung heißt es, seine Rede war eine Meisterleistung, er habe sich an, daß allerdings die sachverständigen Gutachten aus den Kreisen ordentlich verjüngt- nach den letzten Ereignissen ja kein Wunder von Handel und Industrie der Regierung etwas unbequem gewesen sein ( Stürmische Heiterkeit) in der Münchener Allgemeinen Zeitung" würden und daß fie es vorgezogen hat, in dieser unschuldsvollen hieß es: Richter ist wirklich alt geworden.( Erneute Heiterkeit.) Unkenntnis zu verharren und, ohne durch Besserwissen beschwert Wie steht es denn mit dem Abg. Beckh? In Nürnberg, wo er zu sein, die Forderungen der Agrarier zu erfüllen. auf die städtische Verwaltung maßgebenden Einfluß hat, be steht der höchste Octroi für Getreide, 54 Pf. für den Doppelcentner. ( Hört! hört! rechts und im Centrum.) In Württemberg haben mehrere Volksparteiler sich für Erhöhung der Getreidezölle ausgesprochen. Einer der Herren sagte: die kleinen Landwirte leiden alle Not. " Abg. Dr. Heim( C.): " Be= dagegen ihm 5 M. in die Parteikasse.( Stürmische Heiterfeit. Herr Bebel behauptet, ich hätte in Regensburg das Aeußerste an Berbegung geleistet. Er hat gewissermaßen die Sensibilität der Regierung angenommen und nagelt mich nun hier vor dem Lande fest als einen Aufhezzer. Ich habe die Rede hier, Herr Bebel( Rufe bei den Die Regierung und mit ihr ein Teil der Rechten behauptet mun, Socialdemokraten: verlesen); lesen Sie sie nur selbst, sie ist nicht so wir tönnten auch mit diesem Tarif zu Handelsverträgen tommen. lang wie die Jbrige.( Heiterkeit im Centrum.) Wir haben in Bayern Diefer Auffassung tritt aber das in den letzten Tagen veröffentlichte feine extremen Forderungen gestellt. Der bayrische Landtag hat auch Exposé eines russischen Blattes entgegen, daß gewiß mit den Stimmen der Freisinnigen die ja jezt allerdings, nach mit dem Willen des russischen Finanzministers Witte publiziert einer Notiz der Freis. 8tg.", dimittiert worden sind sich für eine worden ist. Aus diesem Exposé geht hervor, daß man sich Erhöhung der Getreidezölle erklärt. Der Bauerntag in Regensburg Kollege Singer hat eine Rede gehalten, die wahrscheinlich als in Rußland angesichts des deutschen Tarifentwurfes darauf hat für einen 6 Mark 3oll für den Doppelcentner Brotgetreide und Flugblatt gedruckt werden wird.( Buruf bei den Socialdemokraten: einrichtet, ohne Handelsvertrag mit Deutschland für Erhöhung der Gerste- und Haferzölle gestimmt. Kommen Sie Ihre auch! Heiterkeit.) Wir haben nicht so viel Geld wie Sie! zu existieren. Die Behauptung, daß man mit den Mindestsägen( zu den Socialdemokraten) nur nach Bayern, dann wird Ihnen dort( Große Heiterkeit.) Abg. Speck hat sich nu- gegen eine ungefunde Handelsverträge abschließen fönne, scheint also auf sehr schwachen ein prachtvolles Haberfeldtreiben zu teil werden.( Heiterkeit.) Entwicklung der Industrie gewandt. Allerdings hat er sich mit der Füßen zu stehen. Rußland wird gegenüber unsern Zollerhöhungen Auch für die Minimalzölle hat sich der Bauerntag in Regensburg Behauptung geirrt, daß die Abgg. v. Vollmar und Segitz im Repressalien üben und namentlich einen hohen Zoll auf die Eisen- ausgesprochen. Unire Stellung zu der Handelsvertragspolitik ist eine bayrischen Landtag sich für die Weitererhebung des städtischen Octrois einfuhr nach Rußland legen. Wir haben an Eisenwaren nach Ruß- andre wie die des Grafen Kanizz. Wir brauchen Handels in München und Fürth ausgesprochen hätten. Diese land ausgeführt 1892 für 13 Millionen, 1899 für 58 Millionen verträge, sonst kommt eine Unsicherheit in unsre Konjunktur. Hauptung beruhte auf einer irrigen Zeitungsnotiz; ( hört! hört! bei den Socialdemokraten) und 1900 für 44 Millionen. Das schadet Industrie and Landwirtschaft gleichermaßen. Lang hat der socialdemokratische Abgeordnete v. Haller Unter den Handelsverträgen also diese enorme Steige fristige Handelsverträge haben freilich für die Landwirt- sich in verklausulierter Weise in Fürth, wo die Socialrung, die in ähnlicher Weise bei andren Ausfuhrprodukten nach schaft manche Bedenkliche. Bei längerer Dauer der Ver- demokraten in der Gemeindevertretung die Mehrheit haben, für Rußland aufgetreten ist. Welchem Arbeiter will man da noch träge dürfen der Landwirtschaft nicht Verhältnisse aufgezwungen die Erhebung des Octrois ausgesprochen. Er führt dafür an, daß einreden, daß eine Politik, die unsre Ausfuhr nach Rußland, wenn werden, die sie nicht tragen kann. Wir brauchen höhere Gerstenzölle die Steuerkraft von Fürth sonst geschädigt würde. Das sind nicht ganz unmöglich macht, so doch erheblich einschränkt, eine Politik und ich befinde mich da im Gegensatz zu unsrer Finanz- Excellenz in opportunistische Gründe, die man sonst von socialdemokratischer der Arbeiterfreundschaft sei? München, die leider schon wieder abgereist ist. Ich spreche Seite nicht hört. Wenn Abg. Singer meint, die Missionare Der Reichskanzler meinte, es sei würdelos, auf die Stimmen nicht für die Brauer, sondern für die Gerstenbauern hätten unter Gottes Beistand in China rauben und plündern und Stimmungen des Auslandes zu achten. Ich muß fagen: es in Bayern und Württemberg. Das Ausland legt sich lassen, so verletzt ein solches Wort die christlichen Empfindungen muß doch ein schlechter General sein, wer nicht die Stellung auf die Getreidesorten, deren Einführung mit geringerem vieler Mitglieder des Hauses mindestens ebenso wie des Feindes beachtet. Im Laufe des Sommers wurde eine finanziellen Risiko verbunden ist. Die schönste Gerste ist der Ausruf des Grafen Arnim.( Widerspruch bei den Social Aeußerung verbreitet:„ Minimalzölle sind Unsinn; in den letzten Jahren unverkäuflich gewesen. Das steht in keiner demokraten.) Abgeordneter Singer hat auch die Diätenfrage berührt. Bülow ist derselben Meinung!" Diese Aeußerung wurde Statistik, es hat noch niemand eine Doktorarbeit darüber geschrieben, Ich bin der Meinung, daß diese Frage von den verbündeten allerdings dann offiziös als erlogen" erklärt. Ich weiß aber wahr ist es doch.( Heiterkeit.) Daß die Brau- Industrie keine Regierungen gelöst sein muß, bevor sie hier einen Zolltarif, sei er aber ganz genau, daß in hanseatischen Kreisen stärkere Belastung vertragen kann, ist nur zum Teil richtig. Im wie er wolle, zu stande bringen können. Gerade die Freunde einer Ort und Stunde der Aeußerung genau gekannt Brauereigewerbe ist der fleine und mittlere Betrieb zu Grunde ge- gerechten Zollpolitik besonders aus meiner Heimat, die meist dem werden. Das pfeifen pfeifen die Spazen Don Den gangen. Es herrscht da eine ungesunde Konkurrenz. Da hilft Mittelstande angehören, können unmöglich fich täglich ohne Diäten Dächern!( hört! hört! bei den Socialdemokraten. Große Un- feine Gesetzgebung. Die großen Brauer jagen sich die Wirte gegen- in Berlin aufhalten, in den schlechten Zeiten hat man auch zu einem ruhe rechts.) Herr v. Bülow scheint aber nach seinen seitig ab. Beim Gerstenzoll handelt es sich nicht um Brotgetreide, solchen Verlangen ein Recht.( Große Heiterkeit.) Abgeordneter Aeußerungen im Reichstag doch nicht derselben Meinung zu sein. Da werden wir hoffentlich die Unterstützung der Socialdemokraten Singer hat drei Millionen Unterschriften unter Allerdings hat die offiziöse Presse und das offiziöse haben. Gerste wird ja zur Bierbereitung gebraucht. Aber die der socialdemokratischen Petition erwähnt.( Abg. Singer: Wolffiche Telegraphenbureau im Laufe des Sommers Socialdemokratie will sich ja immer mehr vom Alkohol losmachen. 3 1/2 Millionen!) Ja, 31/2 Millionen, entschuldigen Sie, Herr eine Anzahl ausländischer Breßäußerungen eifrig Da steht der Gerstenzoll also nicht im Wege.( Große Heiterfeit.) Kollege Singer, ich tann mit den Millionen nicht so verbreitet, die fich dagegen wandten, daß bei der Einstellung von Die Zölle sollen nur dem Großgrundbefizer zu gute kommen. Bei gut rechnen wie Sie.( Stürmische Heiterkeit. Buruf bei den Social demokraten: schwach.) Rufen Sie mir nicht zu: schwach, sonst die Unfallrente entzogen worden war. Die Witte erhält nun feine meter Länge. Er hat dann, angeregt durch die persönliche Ere müßte ich sagen: Frau Nachbarin, Euer Fläschchen.( Erneute Unterstützung mehr und wendet sich an den Steichstag um Gewährung fahrung, daß unter seinen weiblichen Bekannten in den oberen Heiterkeit.) Wie sind diese Unterschriften denn zusammengekommen? einer Hinterbliebenenrente. Ihrer Bitte mußte nach dem Stand Bevölkerungsschichten eine ganze Anzahl größerer Individuen waren, seine Studien in dieser Richtung an lebenden Personen außerhalb des Spitals fortgesezt und sagt dann darüber: -Viele lassen sich durch die Schlagworte der Brotverteurer zur Unter der Geseze jeder Erfolg versagt bleiben. schrift verleiten, ohne zu wissen, worum es sich eigentlich handelt, biele ahmen auch das Beispiel ihrer Nachbarn einfach ohne leber: legung nach. Die socialdemokratische Agitation arbeitet mi: großen Uebertreibungen. bei Im bayrischen Landtage wurde ein Kornzoll geradezu als Kindermord bezeichnet. Auch in diesem hohen Hause unter laufen den Socialdemokraten ähnliche Uebertreibungen. Denfen Sie an die Zeit, als von Ihrer Seite( zu den Socialdemokraten; der Schaumwein als„ Volksgetränk" bezeichnet wurde.( Heiterkeit. Zurufe bei den Socialdemokraten.) Wenn unsre Bauern Champagner trinken, dann trinken sie ihn meistens nicht mehr sehr lange. Große Heiterkeit.) Abg. Bebel wünscht die ganze Vorlage in den Ortus. Gine solche Ausdrucksweise müßte uniren Parlamentarismus bald dahin bringen, wo er heute in Oestreich ift. ( Web hafte Zustimmung im Centrum und rechts. Lachen den Socialdemokraten.) Wir werden mit unsrem Parlamentarismus Bankrott machen, wenn, um mit dem Abg. Richter zu reden, eine Vorlage nur noch durch die Muskelkraft zum Siege gelangen tann. Dann wird eine Gruppe im Parlament von 40-50 Mann hinreichend sein, um alles zu verhindern.( Lebhafte Zustimmung rechts.) Dann werden wir uns mit unfren Wünschen nicht mehr an den Reichskanzler Grafen Bülow wenden, sondern wir kommen dann erst zu Paul I.( Stürmische, Heiterkeit.) Wenn die Socialdemokratie so fest davon überzeugt wäre, daß dem Centrum durch seine Unterffügung der Getreide- Erhöhung seine sämtlichen Arbeiter untreu würden, so würde sie doch lieber die Vorlage passieren lassen und den Vorteil für sich haben. Dazu sind Sie( zu den Socialdemokraten) viel zu zute Rechenmeister! Ob allerdings der Wechsel auf Ihren großen Zusammenbruch, dessen Termin schon lange abgelaufen ist( Heiferkeit). inzwischen wieder prolongiert worden ist, weiß ich nicht.( Große Heiterkeit), und ob der Wechsel reichsbantsicher ist, bezweifle ich auch. ( Erneute Heiterkeit.) Der Weg der Socialdemokratie zu der Landwirtschaft. geht über. die Leichen der Bauern. Bei uns aber werden sich die Arbeiter einst noch be= danken für die Sicherung des inländischen Marktes. Die Versicherung muß ausgedehnt werden auf diejenigen, die in der legten Novelle, nur fakultativ einbezogen waren. Der Brei wird nicht so heiß gegessen, wie er gekocht wird.( Nuf links: Das wollen wir hoffen!) Ich meine ja Ihren Brei!( Stürmische Heiterfeit rechts.) Sie werden es sich überlegen, ob Sie bei Ihrer Politik verharren. Thun Sie es, so werden Sie noch in Ihren eignen Reihen eine Konterströmung bekommen. Im Hause ist bei der Mehrheit der beste Wille zur Verständigung vorhanden. Die Verständigung darf aber nicht auf Kosten der 2 Millionen Bauern geschehen, die auch 51/2 Millionen Arbeiter beschäftigen. Den Herren auf der äußersten Linken rufe ich wiederholt zu: Sie kommen nicht zu Ihrem Ziele, außer über die Leichen des Bauernstandes. Daß Sie diesen Weg nicht gehen, dafür werden wir sorgen.( Lebhafter Beifall und Händeklatschen rechts und im Centrum.) Preuß. Landwirtschaftsminister v. Podbielski: Die Kommission für die Vorberatung des Schaumweinftenergeiezes trat heute vormittag zu einer Sizung zusammen. Es war geplant, den Bericht des Abg. Dasbach( Ctr.) entgegenzunehmen und festzustellen. Der Bericht wurde indessen nicht allgemein als eine geeignete Grundlage für die Verhandlungen des plemums angesehen und die Kommission beschloß, morgen noch in eine dritte Lefung der Vorlage einzutreten. Es soll vor allen Dingen die Regierung gefragt werden, ob sie nicht in eine Kontrolle der Flaiche( durch Banderole 2c.) statt der im Gesezentwurf bisher vorgesehenen Kontrolle der Fabrikationsräume willigen wolle. Mnterm neuesten Kurs. November. " 1. Berlin. Die Genossen Noad, Heidte und Zanowsin je 5 M. Geldstrafe wegen Verstoßes gegen§ 153 der GewerbeOrdnung. 2. Braunschweig. In der Berufungsinstanz Genosse HehmannStuttgart 30 M. Geldstrafe wegen Beleidigung eines Gemeinderats. 4. Wurzen. Wegen Verübung groben Unfugs ein Genosse 10 M. Geldstrafe.. Fürth. 161/2 Monat Gefängnis 5 Arbeiter wegen Landfriedensbruchs. 7. Stuttgart. 200 M. Geldstrafe Genosse Heymann wegen Beleidigung des ostasiatischen Corps. 8. Krefeld. Ein Arbeiter und eine Arbeiterin 5 Tage Gefängnis beziv. 10 M. Geldstrafe wegen Bergehens gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung. " 9. Köln. 5 Tage Gefängnis ein Zimmerer wegen Beleidigung von Streitbrechern. Düsseldorf. In der Berufungsinstanz 2 Glasarbeiter je 14 Tage Gefängnis wegen Beleidigung des Fabrikanten Heyc. Waldenburg. 15 M. Geldstrafe ein Sattler wegen Verstoßes gegen das preußische Vereinsgesetz. Döhlen. Wegen Bedrohung ein Glasmacher einen Monat Gefängnis. 12. Leipzig. 14 Tage Gefängnis der Arbeiter Windisch wegen Nötigung. 13. Frankfurt a. M. Genosse Quard 3. Wochen Gefängnis wegen Beleidigung des ostasiatischen Corps. 14. Krefeld. Vier Sammetweber je 5 und einer 20 M. Geldstrafe wegen Beleidigung von Streifbrechern. " Leipzig. In der Revisionsinstanz die Genossen Schaal und Weibezahl Solingen wegen Erpressung 1 Monat bezw. 14 Tage Gefängnis. 16. Magnit. 15 M. Geldstrafe Genosse Schulz wegen Verstoßes gegen das preußische Vereinsgefez. Dortmund. Wegen Beleidigung eines Berichterstatters Genosse Scheibe 30 M. Geldstrafe. " 21. Berlin. Je 3 Wochen Gefängnis die Schuhmacher Rosenbeck und Timpf wegen Vergehens gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung. " " Erfurt. 1 Monat Gefängnis Genosse Henning wegen Beleidigung eines Referendars. Krefeld. Genosse hübsch 30 M. Geldstrafe wegen Beleibigung eines Fabrikanten. 23. Berben. Drei Glasmacher je drei Monate Gefängnis wegen Mißhandlung von Streitbrechern. Jusgesamt wurden erkannt auf 2 Jahr, 7 Monate, 7 Wochen und 4 Tage Gefängnis und 395 M. Geldstrafe. Berlin, den 7. Dezember 1901. Der Parteivorstand. Sociales. Die Großköpfe. „ Auf diesem Wege habe ich festgestellt, daß in der wohlfituierten Bevölkerung Straßburgs die Körperhöhen von mehr als 175 Centimeter beim weiblichen Geschlecht nichts weniger als selten find. Weibliche Individuen, die so groß wie ich( 1768 Millimeter) oder größer sind, sehe ich bei jedem Gange durch die Stadt, bei jedem Besuch im Theater, und zwar durchaus nicht als vereinzelte Ausnahmen. Alle gehören den besseren Ständen an; so lange ich diese Studien treibe, sind mir nur zwei weib= liche Personen mit annähernd meiner Körpergröße aufgestoßen, die nicht dazu gehörten, ei ne Fabritarbeiterin und eine Puzfrau. " Also in einer einheitlichen Bevölkerung tommen in den höheren socialen Schichten die sehr großen Körperlängen, die sich bei den niederen Schichten nur ausnahmsweise finden, häufiger vor, und daneben noch größere, die bei jenen gänzlich fehlen. Gerade das lettere scheint mir das Wesentliche und Wichtigste zu sein. In den sehr wohlhabenden Straßburger Familien befizen die weiblichen Angehörigen zum Teil eine Körpergröße, die niemals erreicht wird von solchen weiblichen Personen, welche im Erkrankungsfalle das( wohleingerichtete und musterhaft geleitete) Straßburger Bürgerspital aufsuchen. Die Erreichung einer sonst nicht verwirt. lichten Körpergröße ist also ausschließlich ab hängig von der Zugehörigkeit zu den besseren Ständen".. Professor Bfügner will es unerörtert laffen, auf welche Ursachen diese Erscheinungen zurückzuführen sind; dem Socialpolitiker drängt sich aber ohne weiteres die Vermutung auf, daß beide Erscheinungen: Körpergröße wie Kopfumfang, mit der wirtschaftlichen Lage der Bevölkerung zusammenhängen. Die bessere Ernährung, die günstigeren Wohnungsverhältnisse sind ohne Zweifel ein wesentlicher, wenn nicht ausschlaggebender Fattor für die Erscheinung. Die Großköpfe", die besserfituierten Klaffen, sind in der Lage, dem Körper ausreichende Nahrung zuzuführen, ihn rationell zu pflegen, und sie haben deswegen auch größere Körper und größere Köpfe wie die Armen, die an allem Not leiden. " Arbeiter- Genossenschaften. London, 2. Dezember. Um die Mitte des Monats November veröffentlichte das Arbeitsamt den ersten selbständigen Bericht über die Konsum- und Produktiv Genossenschaften der Arbeiter( Report on Workmen's Cooperative Societies) des Vereinigten Königreichs. Der Bericht, 252 Seiten start, umfaßt einen Zeitraum von 38 Jahren1862-1899. 1. Mitgliederzahl und Geschäftsgebahren. Im Jahre 1872 betrug die Mitgliederzahl faum 1 Proz, der Gesamtbevölkerung, stieg aber langsam und ohne Rückschlag auf 4,1 Proz., das ist auf 1 677 018 im Jahre 1899. Der Jahresumsatz der Konsumbereine( Groß und Kleinvertrieb) circa stieg von rund 15 Millionen Pfund Sterling( 1 Pfd. Sterl. 20 Mark) im Jahre 1874 auf 64 Millionen im Jahre 1899. Der von den Produktivgenossenschaften erzeugte Warenwert betrug im legtgenannten Jahre rund 11 Millionen, davon für 7 Millionen Nahrungsmittel. Der Warenaustausch ist demnach der Hauptfaktor des englischen Genossenschaftswesens. Die große Mehrzahl der Konsum- Vereine beruht auf dem Kleinhandel; neun Zehntel der Gesamtmitgliedschaft 1 613 461 rund und zwei Drittel des Geschäftsumfages 45 Millionen Pfd. Strl. gehörten im Jahre 1899 dem Kleinhandel an. Jm felben Jahre betrug das Gesamtkapital der Genossenschaften 26 365 000 fd. Strl., also etwa soviel, wie der südafrikanische Krieg in 20 Wochen verschlingt, oder etiva 27 Proz. der Summe, die die Sapitalisten Englands an Zinsen, Dividenden und Frachten jähr lich vom Auslande beziehen. So sehr ich der Meinung bin, daß die Ansichten des Abg. Singer von der Mehrheit des Hauses nicht geteilt werden, muß ich trotz der späten Stunde einige Aeußerungen des Herrn Abgeordneten zurüdweisen. In meiner langen Lebenserfahrung habe ich gefunden, daß, wie man im Volke sagt, wer im Unrecht ist, recht grob wird. Die drei Hauptschlagworte des Abgeordneten Singer waren: Zollwucher, Brotwucher und Besteuerung des Hungers. Können Sie daraus eine Senteng ziehen? Ich habe sie nicht finden können.( Heiterfeit. Ruf links: Das liegt an Ihnen!) Die Schlagworte des Herrn Singer treffen schon deshalb nicht zu, weil zahlreiche Zollsäge im neuen Tarif herabgesetzt sind. Herr Singer hat hier vicle Zahlen über landwirtschaftlichen Grundbesitz augeführt. Ich kann sie im einzelnen nicht nachprüfen. Aber der größte Teil des von Herrn Singer genannten Besiges besteht offenbar in Wald. Go weit der Großgrundbesitz Frage tomnit, ist auch verpachtet er und der Vorteil tommt Der Profit des Jahres 1899 betrug 7 765 000 Pfd. Sterl. darim nicht dem Besitzer, sondern dem Bächter 811 2. Arbeiterzahl und Entlohnung. gute. Die ganze Rede des Abgeordneten Singer Ivar Die Bedeutung dieses Ausdrucks ist bekannt: im Volksmunde Die Zahl der in den verschiedenen Konsum- und Produktiv darauf berechnet, unzufriedenheit im Volfe zu säen; damit haben wird damit eine herrschende Gruppe, sei es in der Gemeinde oder genossenschaften beschäftigten Arbeiter belief sich im letzten Berichtsdie Herren auch bei den Jndustrie- Arbeitern unverkennbar schon Erfolge erzielt. Bei den ländlichen Arbeitern ist es Ihnen noch nicht sonstwo, bezeichnet; die„ Oberen" find damit gemeint. Daß diesem jahre auf 82 000. Eine genaue Statistik der Löhne liegt nicht vor. Aus den Ausdruck auch eine ernsthafte anthropologische Thatsache zu gelungen, da haben Sie Halt machen müssen, und daher der Haß Grunde liegt, daß die„ Großköpfe" auch wirklich größere Bilanzen geht nur hervor, daß das Lohntonto 4,3 Broz. des Geschäftsgegen diese ländlichen Arbeiter. Wenn Sie wirklich ein warnies Herz für die landwirtschaftlichen Arbeiter hätten, dann müßten die Studien des Dr. med. Profeffor W. Pfühner in StraßKöpfe haben, als die unteren Volksschichten, dafür liefern umsages beträgt. In 234 Genossenschaften ist die Gewinnbeteiligung eingeführt. Sie für die erhöhten Zölle eintreten. Denn diese Arbeiter burg den Beweis. bekomunen ihren Lohn nicht hauptsächlich in bar Geld, sondern Der genannte Forscher veröffentlicht die Sie betrifft im ganzen 9921 Arbeiter in England und Wales, die in Naturalien, und haben also auch ihren Vorteil davon. Der Ergebnisse seiner Studien in der Zeitschrift für Morphologie und im Durchschnitt einen Bonus von 4,8 Proz. ihres Lohnes erhielten Bolltarif stellt die mittlere Linie dar und berücksichtigt gleicherweise Anthropologie", Band IV, Heft 1. Er hat diese Art Studien nur und 3228 in Schottland, die 11 Proz. erhielten. für Männer in origineller Weise in Hutgeschäften gemacht, aber auch, Ebensowenig liegt eine genaue Statistik über die Arbeitszeit und dies giebt ein besonders klassisches Zeugnis für die Richtigkeit vor. Ermittelungen über die Arbeitszeit wurden im Jahre 1896 mur auf 1123 Stonsumvereine mit seiner sonstigen Untersuchungen, durch direkte Kopfmessungen an den angestellt, die sich indes Leichen des Bürgerspitals, in dem er als Arzt thätig ist. 27 712 Arbeitern und 522 Produktivgenossenschaften mit 9898 ArProfessor Pfützner hat selbst einen großen Kopf( 608 Millimeter) beitern erstreckten. Die wöchentliche Arbeitszeit belief sich im Durchund das hat ihn auf seine Untersuchungen geführt. Er erzählt schnitt auf 53,6 Stunden. darüber zuerst, daß, als er sein halbes Jahr" abdiente, sein ExtraHelm am Orte gar nicht vorrätig war und erst aus Berlin verschrieben werden mußte, und als er abging und den Helm verschenken wollte, war im ganzen Bataillon fein einziger Soldat, der den Helm gebranchen konnte. Im Kreise seiner Kollegen aber und sonstiger studierter Beamten hat er später häufiger solche Köpfgrößen angetroffen. die Interessen von Produzenten und Konsumenten. Er ist durchaus geeignet, Handel und Wandel im Vaterlande gedeihen zu lassen. Hierauf wird ein Vertagungsantrag angenommen. Persönlich bemerkt Abg. Dr. Hitze( Ctr.), daß die Kochrezepte nicht von ihm stammen und ohne sein Wissen und seinen Willen in ein Büchlein hineinge kommen sind, das häufig von socialdemokratischer Seite citiert werde. Er habe für die Entfernung dieser Rezepte gesorgt und bitte den Abg. Singer, nunmehr keinen Gebrauch weiter davon zu machen. Abg. Graf v. Aruim( Rp.)( persönlich): Der Abg. Singer hat meinen Zwischenruf in einer der letzten Sizungen erwähnt und ge jagt, ich hätte nur Hohn und Spott gehabt. 3. Socialpolitische Thätigteit. Behausung. In den letzten Jahren wandten die Genossenschaften ihre Aufmerksamkeit der Wohnungsfrage zu. Nachdem dieſe anerkannt und auf Konferenzen und Kongressen beschlossen worden, der Wohnungsnot ihrer Mitglieder abzuhelfen, entstand die wichtige Frage:" Sollen die Häufer das Gemeineigentum der Genossens schaften bleiben, oder sollen sie in den Privatbesik der Mitglieder übergehen?" Präsident Graf v. Ballestrem: Der Abg. Singer hat ausIn einem Hutgeschäft, das billige Massenartikel führt, wollte drücktich erklärt, daß er diese Bemerkung nicht auf Mitglieder des er sich einen Hut kaufen. Nicht ein einziger der vor Nach zweijährigem Ringen zwischen Socialisten und IndiviHauses bezogen wissen wollte. Sie, Herr Graf, konnten also nicht handenen Hüte paste ihm. Dieselbe Erfahrung mit den dualisten wurde die Frage im Sinne des Socialismus entschieden. gemeint sein.( Große Heiterkeit links.) Graf v. Arnim begiebt sich billigeren Hutsorten machte er bei einem andren Hutmacher. Hüte Schiedsgerichte. Neun Zehntel der Genossenschafter gehören auf seinen Play zurück.( Ernente Heiterkeit.) Abg. Beckh( frs. Vp.)( persönlich): Herr Heim hat mir als einem im Preise bis zu 2,50 M. überſtiegen die Hutnummer 56( Centi- der„ Cooperativen Union" an, einer Centralorganisation, die sich mit meter) nicht und Hüte im Preise von 5 bis 6 M. überstiegen nicht den allgemeinen Interessen des Genossenschaftswesens beschäftigt. Führer der freisinnigen Partei Nürnbergs den Vorwurf gemacht, die Nummer 57. Profeffor Biügner wünschte in einem Hutgeschäft Ihre oberste Behörde ist eine aus 63 Mitgliedern bestehende Centraldaß wir nicht gegen den Octroi aufgetreten find. Wenn die einen Cylinderhut für 3 M. Es war unmöglich, einen solchen für seinen leitung und der Jahreskongreß. Zwecks Vermeidung von industriellen bayrische Steuergesetzgebung, namentlich die Häuserstener geändert Stopf zu bekommen; im Laden war keiner, beim Fabrikanten war tonflitten ist es zwischen der Cooperativen Union und dem Parlawird, werden wir sofort die Aufhebung des Octroi in die Wege keiner auf Lager und auch auf besondere Bestellung keiner zu mentarischen Komitee des Trades- Unions- Kongreffes zu folgenden Abg. Singer( Soc.)( persönlich): Nach der Erklärung des Abg. erlangen. Auf die Anfertigung so großer Hüte in dieser Preislage Einvernehmen gekommen: Beide Körperschaften wählen je vier MitAbg. Singer( Soc.)( persönlich): Nach der Erklärung des Abg. war die Fabrit nicht eingerichtet, sie werden nicht verlangt. Alle glieder, die zu einem Schiedsgerichte zusammentreten und die Hite nehme ich keinen Anstand, meinerseits zu erklären, daß ich Huthändler bestätigten ihm, daß Hüte in dieser Größe( 608 Milli- letzte Instanz in Konflikten zwischen den Genossenschaften und den seiner Bitte willfahren werde. meter Kopfweite) in billigen Qualitäten nicht gekauft würden und von ihnen beschäftigten Arbeitern bilden. Abg. Dr. Heim( C.): Ich habe Herrn Bech nicht als Führer daher nicht vorhanden seien. Das Ergebnis seiner jahrelangen Propaganda und Erziehung. Die Cooperativ- Union der Nürnberger Freiſinnigen bezeichnet. Ich kenne die leitenden Untersuchungen, die mit allen erdenkbaren Vorsichtsmaßregeln zur bestellt Redner, die über Zweck und Nuzen des Genossenschaftswesens Personen in der freifinnigen Partei Nürnbergs und werde nie o Vermeidung von Fehlern betrieben wurden, faßt er in folgende Vorträge halten, beruft Konferenzen über wichtige kooperative Fragen weit gehen, Herrn Bech einen Führer zu nennen.( Stürmische Formel zusammen: und hat auf den Universitäten Orford und Cambridge zwei Stipendien Heiterfeit.). für Söhne von Genossenschaftlern eingerichtet. leiten. Hiermit schließt die Sigung. Nächste Sigung Donnerstag 11 Uhr.( Fortsegung der heutigen Beratung.) Schluß 634 Uhr. 307 Parlamentarisches. Petitionskommission. = Einen tecken Sprung auf dem Gebiete der Verfrommung bersucht die Kreisshnode zu Pr.- Eylan. Sie verlangt den Schluß der Schaufstätten an Sonn- und Feiertagen. Nur während derjenigen Stunden sollen die Schankstätten geöffnet werden, in denen auch andre Gewerbe ihre Geschäftsbetriebe offen halten dürfen. Die Petitionskommission überwies dieje Petition nicht dem Papierförb, sondern dem Reichskanzler als Material. Nur 7 Stimmen ( Socialdemokraten und einige Freisinnige) erhoben sich gegen diese viel zu günstige Censur. • M. 3 6 56 5ä 54 55 7 12 24 59 61 56 58 2650 57 Hutpreis Höchste Hutnummer Mittlere ettva. An 1597 männlichen Spitalleichen( also nur Leute aus unteren Voltsschichten) über 15 Jahre hat er dann festgestellt, daß ein Kopfumfang( der etwa 1/2 Centimeter größer ist wie die Hutweite) von mehr als 570 Millimeter nur bei 10 Proz. der Untersuchten, von mehr als 580 Millimeter nur noch bei 3 Proz. der Untersuchten vorkommt. Unter 556 Millimeter Kopfumfang blieben 67 Proz. der Untersuchten. Ein Kopfumfang von 560 Millimeter und darüber fand sich nur bei ertrem großen Personen. kommt zu dem Schluß: Presse. Die Genossenschaften haben 9 Organe, davon er= scheinen 2 wöchentlich, 1 vierzehntägig, 2 monatlich, 4 jährlich. Außerdem erscheinen je nach Bedarf 37 lokale Blätter. Eingegangene Druckschriften. In seiner soeben erschienenen Nummer 25 widmet der ,, Süddeutsche Postillon" dem Dichter Grabbe zu dessen 100. Geburtstag ein Erinnerungs blatt in einem Aufsatz von X. T. und der Wiedergabe Freiligrats Gedichtes Bei Grabbes Tod". Von dem übrigen Inhalt erwähnen wir besonders das Titelbild, das Profeffor Bfügnerung zeigt, wie die deutsche Muse antreten muß, wenn sie Anspruch auf den Schillerpreis machen will. Der menschenfreundliche Arbeitgeber" betitelt sich ein nach einer wahren Begebenheit gezeichnetes Bild und ein andres ist eine Juustration zur englandfreundlichen Politik des offiziellen Deutschland. Eine charakteristische Brobe ausländischer Satire, das Gedicht„ Kornspenden und Kornzoll" von Robert Seidel sind noch besonders erwähnenswert. " Die oberen jocialen Schichten der Straßburger Bevölkerung besitzen einen mittleren Kopfumfang, wie er bei den unteren Schichten als Durchschnittsmaß mir bei den ausnahmsweise hoch gewachsenen wiederkehrt. Mit andren Worten: Die oberen socialen Schichten haben einen absolut und relativ größeren Kopfumfang als die unteren." Zur Warnung für Unfallrentuer diene folgender Fall: Zu Resultaten von gleicher Bedeutung kommt der Forscher bei Der Arbeiter Szibulla in Berlin bezog als Arbeiter an der Straßen Messung der Körperhöhe, die er an weiblichen Personen vorgenommen bahu infolge eines unfalls eine kleine Rente. Auf Zureden ließ er hat. Bei seinen Studien an Spitalleichen war es ihm aufgefallen, sich gefund schreiben, da ihm unter dieser Bedingung eine leichte daß Individuen von größerer Länge ganz außerordentlich selten Beschäftigung an der Straßenbahn zugesichert worden war. Kurze vorkommen und zwar sowohl bei männlichen wie bei weiblichen; Zeit darauf starb der Mann, dem natürlich nach dem Gesundschreiben bei weiblichen z. B. unter 1360 Fällen nur 5 mit über 170 Centi- und mäßigen nordwestlichen Winden. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin Die Karikatur der europäischen Völker vom Altertum bis zur Nenzeit von Eduard Fuchs und Hans Kraemer, Verlag von A. Hofmann u. Comp., Berlin, mit ca. 500 Juftrationen und 60 meist farbigen Beilagen. Heft 15-20.( Schluß.) Broschiert 15, M., gebunden 22,50 M. Wetter Prognose für Donnerstag, den 12. Dezember 1901. Ein wenig fälter, vorherrschend wolkig mit geringen Niederschlägen r. 290. 18. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 12. Dezember 1901. Berliner Partei- Angelegenheiten. Parteigenoffen, welche bereit sind, zur Wahl im Kreise Wittenberg Schweinit Sonntag Flugblätter zu verbreiten, wollen sich bei Gresie. Siboldstr. 3 melden. Schöneberg. Heute abend findet eine öffentliche Kommunalwähler Versammlung bei Obst. Meininger Straße 8, statt.( Siehe Inserat.) Parteigenossen! Es gilt, alles daran zu setzen, daß wir die beiden Bezirke( 4. und 8.) mit großer Majorität wieder erobern. Wem also morgen, am Wahltage, bon nachmittags 5 Uhr ab, die Gelegenheit geboten ist, zu helfen, der finde sich entweder bei Hoppe. Merseburgerstr. 7. oder bet Hauser, Sedanstr. 31, ein. Jm 4. Bezirk fandidiert Genosse Gustav Däumic im 8. Bezirk Genosse Gustav Hoffmann. Das Wahllokal für den 4. Bezirk ist Grunewaldstr. 27, das für den 8. Bezirk Gothenstr. 1. Parteigenossen, arbeitet mit ganzer Kraft dahin, daß die Socials demokratie auch diesmal siege! Briz. Der Wahlverein hält morgen, Freitag, seine Mitglieder bersammlung ab, in welcher der Genosse August Hendel einen Vortrag über das Thema" Streifzüge durch die Mark Brandenburg" hält. Auch gelangen die Protofolle vom Parteitage zur Ausgabe. Alt- Glienicke. Sonntagnachmittag 4 Uhr hält der Wahlverein feine Mitgliederversammlung bet Saß ab. Früh 61/2 11hr Agitationstour. Um zahlreiche Beteiligung wird geDie Parkdeputation beschloß in ihrer gestrigen Sigung, die punkte für sich erobert hätte. Die Direktion sege sich über eine Partwächtet im Samariterdienst ausbilden zu lassen und ganze Reihe von polizeilichen Verordnungen ohne weiteres hinweg. sich zu diesem Zwed mit der Krantenhaus- Deputation in Berbindung Die Schienen feien keine drei Meter vom Bürgersteige entfernt. zu fegen. Dem Bächter der Erfrischungshalte im Treptower Auf jeder Brücke, auf der sonst kein Fuhrwerk halten dürfe, befinde Bart wurde die Erlaubnis erteilt, die Halle mit Fenstern zu ver- fich eine Haltestelle. Die Intervalle würde nicht eingehalten und sehen; so fann sie auch im Winter mugbar gemacht werden. An die Wagenführer seien nach wenigen Tagen ohne polizeiliche Prüfung Stelle des jezigen Spielplages im Kleinen Tiergarten, ausgebildet. Alle Eingaben der Berliner Polizei hätten auch bei der der dem Erweiterungsbau des Kriminalgerichts weichen muß, soll Verkehrs Deputation feinen Erfolg gehabt. Referent forderte auf der Oftseite ein Blag zur Verfügung gestellt werden. Ein Entlastung der Leipzigerstraße durch die Nebenstraßen, von denen die Gesuch des Generaltommandos vom Gardecorps, durch den Jägerstraße leicht nach dem Spittelmarkt und die Mohrenstraße wurde abgelehnt. Begründet trar das Gesuch u. a. damit, daß werden könne. Endlich behauptete der Referent, die Straßenbahn Treptower Part und den Plänterwald einen Reit weg anzulegen, nach Beseitigung des Wilhelmplages zur Tiergartenstraße durchgeführt bei Benutzung eines Reitweges sich die Sicherheit im Bart fet schon aus dem Grunde teine Kleinbahn, weil sie beim Nahen von heben würde. Für die Benutzung der auf öffentlichen Militär, Feuerwehr und kaiserlichen Wagen Halt machen müßte. Die Straßen und Pläßen aufgestellten Bänke wollte die Polizei Bersammlung nahm nach längerer Debatte eine Resolution an, in Normen eingeführt wissen, die sich auch darauf erstreden sollten, wie der sie forderte: 1. Gesetzliche Regelung des gesamten Straßenbahns lange eine Person. die sich auf einer Bank niedergelassen habe, auf wesens, teine Bestrafung nach dem Kleinbahn- Gesetz sowie Bedieser Bank Plaz behalten dürfe. Die Parkdeputation lehnte es feitigung der Anhängewagen innerhalb der Stadt. 2. Einhaltung die gärtnerischen Anlagen in der am nächsten Jahre neuzugestaltenden Straßen durch die Nebenstraßen und Verlegung von Halteplagtafeln rundweg ab, hier mit Neglementierungen einzugreifen. Für der vorgeschriebenen Intervalle. 3. Entlastung der HauptverkehrsStraße Unter den Linden wurde die Summe von 70 000 m. an Engpässen nach geeigneteren Stellen. 4. Einführung von Fahrtals Nachtragsetat eingestellt. richtungs- Anzeigern." " Medico": Die Influenza hat im November, wohl infolge der rauhen Witterung, wieder um sich zu greifen begonnen. Nach den jetzt bis zur dritten November- Woche vollständig vorliegenden Meldungen starben an Influenza in der Woche vom 10.- 16. November 6 Personen, in der Woche vom 17.- 23. November 9 Personen. Bis in die erste November- Woche hinein waren nur vereinzelte InfluenzaTodesfälle vorgekommen. Friedrichshagen. Die nächste Versammlung des Arbeiter= Bildungsvereins findet am Sonnabend, den 14. Dezember, die medizinische Wochenrundschau Ueber den Stand der Schularztfrage in Berlin berichtet Die öffentlichen Springbrunnen find ein nicht ganz billiges 1. April Vergnügen. Zu ihrer Speisung sind in der Zeit vom 1. April 1900 abends pünktlich um 812 11hr, im Vereinslokale Friedrichstr. 137 tommenden Jahres ist die Probezeit für die im Jahre 1900 ge- bis 31. März 1901 von den städtischen Wasserwerfen 1 202 550 Kubikstatt. Ein bewährter Freund unsres Vereins, der Schriftsteller Herr schaffene Institution der Schulärzte um. Wie erinnerlich, wurden meter Wasser unentgeltlich geliefert worden. Um diese Wassermenge Wilhelm Bölsche, hat nach langer Pause wieder einen Vor- damals zunächst nur 10 Schulärzte angestellt, denen die hygienische richtig beurteilen zu können, muß man sich gegenwärtig halten, daß trag übernommen und wird uns mit dem Thema Moderne ueberwachung der Kinder in 20 Gemeindeschulen Dichtungen" jedenfalls wieder einen seltenen Genuß verschaffen. wurde. übertragen in demselben Jahre zur Besprengung der Straßen Berlins nicht viel Die Stadtverwaltung muß sich nun darüber schlüssig mehr Wasser verbraucht worden ist, nämlich 1 286 199 Stubifmeter. Außerdem steht auf der Tagesordnung der Bericht der Kommission werden, ob sie die Einrichtung der Schulärzte zu einer dauernden Da der Selbstkostenpreis für 1 Kubikmeter Wasser 0,09175 M. betrug, betreffend den beantragten Ausschluß des Mitgliedes Paaz. machen will, wie dies in Nürnberg, Frankfurt a. M., Wiesbaden, so hatte die zur Speifung der Springbrunnen gelieferte Wassermenge Königsberg und andren größeren Städten längst geschehen ist. Die einen Wert von 110 334 M. von den Schulärzten erstatteten Berichte find insgesamt günstig ausgefallen, die Institution hat sich als eine wirksame und ſegensreiche hygienische Einrichtung erwiesen, die sich beim Publikum gut eingelebt hat und von diesem als ein erheblicher Fortschritt gepriesen wird. Troß dieser Thatsachen kann sich die städtische Schuldeputation nicht dazu entschließen, die schulärztliche Institution nunmehr den Bedürf nissen entsprechend auszugestalten. Im ganzen sollen zwei neue Schulärzte angestellt werden, damit jeder Schulfreis über einen Arzt verfügt. Und dabei sind rund 250 Gemeindeschulen vorhanden, mit 50 bis 60 Nebenklassen, in denen die minderbegabten Kinder untergebracht sind, die der schulärztlichen Fürsorge bis jetzt noch voll tommen entbehren. Man darf wohl der Erwartung Ausdrud geben, daß die städtischen Behörden über den Vorschlag der Schuldeputation hinausgehen und keine Sparsamteitsrüdsichten an unrichtigen Blaze walten lassen werden. Was die Vororte Berlins und zahlreiche Provinzialstädte zu stande gebracht und zum Segen ihrer Bürger erhalten und entwickelt haben, das wird wohl auch die Reichshauptſtadt noch schaffen können." beten. Tokales. Ueber den Besuch des städtischen Obdach8 = Der Stadtverordneten- Ausschuß zur Beratung der Gültigkeit von Stadtverordneten- Wahlen hat unter dem Vorsiz des Stadtverordnetenvorsteher Stellvertreters Michelet nach eingehender Rentners Byli cz in der ersten Abteilung des 13. Wahlbezirks für Beratung beschlossen, der Versammlung zu empfehlen, die Wahl des gültig zu erklären und wegen der Einsprüche gegen die Wahl des Abg. Karl Goldschmidt I in der zweiten Abteilung des 9. Wahlbezirks die genannten 25 Zeugen zu vernehmen. Die Brut war in diesem Die Zahl der Havel- und Spreeschwäne um Potsdam und zwischen Berlin und Spandau ist neuzeitig von 5 zu 5 Jahren immer auf die Hälfte des vorherigen Bestandes gesunken. So waren ihrer vor 10 Jahren rund 1600, vor 5 Jahren 800 vorhanden und gegenwärtig werden nur noch 400 gezählt. Jahre durchweg gut ausgekommen, und man sab fünf bis neun Tiere als Familienglieder beisammen. Die Ursachen der Abnahme der schönen Tiere sind in Flußregulierungen, bermehrter Schiffahrt, zus nehmenden Nachstellungen und Fabrikanlagen an den Ufern zu suchen, aus deren giftdurchsetzten Abwässern Nahrungsstoffe abgehen, durch deren Aufnahme viele Schwäne eingehen. Dagegen ist im Spreewalde eine erfreuliche Zunahme der Schwäne zu konstatieren. Hier vereinigten sich vor Jahren mehrere Befizer zu dem Vorhaben der Bevölkerung des Spreewalds mit Schwänen. Ein Paar wurde fodaß es ihm gefiel und es sich vermehrte. Die Nachkommenschaft angekauft und ausgesetzt. Es fand alle Lebensbedingungen erfüllt, dieser Stammeltern ist zur Zeit bereits auf ein halbes Schock angewachsen. Im vorigen Jahre ist den Tieren ein hübsches ge= räumiges Winterquartier im Stile der bekannten wendischen Blockhäuser hergerichtet worden, worin sie sorgfältige Wartung finden. Auf dem Postamt 83 in der Bücklerstraße sind vor einigen Tagen aus einer Postkassette 1000 Mart verschwunden, ohne daß es bisher gelungen wäre, festzustellen, auf welche Weise dies geschah. Als Montagabend in dem Postamt der Dienst beendet ivar, zählte der Schalterbeamte das eingenommene Geld in den werden vom Rathaus aus folgende auf den November bezüglichen Angaben verbreitet. In der Familienabteilung wurden am 1. November 112 Familien mit 447 Röpfen, außerdem 81 Einzelpersonen, also überhaupt 528 Personen beherbergt und verpflegt. Bis zum 1. Dezember verringerte sich die Zahl der Familien auf 82 mit 288 Röpfen und stieg die Zahl der Einzelpersonen auf 109, so daß der Gesamtbestand an diesem Tage 397 Personen betrug. Die Abteilung für nächtlich Obdachlose beherbergte im Laufe des November 53 101 Männer, 4582 Frauen, zusammen 57 683 Personen. Zu den Zahlen des Familieno bdachs wird in der rathäuslichen Mitteilung bemerkt, daß im vorigen Jahre dort vier mal so viel beherbergt" wurden. Diese Behauptung ist unwahr. Nach dem im„ Gemeindeblatt" 1900, Nr. 50 veröffentlichten amtlichen Unzuträglichkeiten auf Arbeiterkonzerten. Zu Zu unfren Bericht beherbergte die Familienabteilung im Jahre 1900 am 1. No gestrigen Ausführungen über einige auf dem Feste des Arbeiter bember 271 Familien mit 988 Köpfen, außerdem 72 Einzelpersonen, Sängerbundes hervorgetretene Aeußerlichkeiten erhalten wir 910 überhaupt 1060 Perſonent, am 1. Dezember 206 Familien mit von einer dem Bunde naheſtehenden Seite eine Zuſchrift, die er 711 Köpfen, außerdem 70 Einzelpersonen, also überhaupt 781 Personen. freulicherweise sich zustimmend zu unsrem Hinweise ausspricht und Die Besetzung des Familienovdachs war demnach im vorigen Jahre beachtenswerte Ergänzungen bringt. Es heißt in dem Schreiben: an den genannten Tagen nicht viermal", sondern hinsichtlich" Bu den größten Unzuträglichkeiten ist noch die des Abfertigens sogenannten Ablieferungstaften, um es nach dem Postamt 33 in der Personenzahl nur doppelt so groß wie in diesem Jahre. Wir ber Sellner an den Büffetts zu zählen. Sollte es nicht möglich der Staligerstraße 74, dem das Nebenamt in der Büdlerstraße untersein, während des Konzerts überhaupt kein Bier zu ver- stellt ist, überzuführen. Das Geld war in Rollen verpackt, zwei haben hier einen neuen Beweis für die Unguverlässigkeit abfolgen, so müßten doch unter allen Umständen während der Rohrpostbeamte vom Amt 33 sahen zu, wie es eingezählt und der Nachrichten, die über das Obdach an die Zeitungen versandt einzelnen Aufführungen die Büffetts gänzlich geschlossen bleiben, was der Kasten ordnungsmäßig verschlossen wurde. Diese beiden werden. Es drängt sich einem unwillkürlich immer von neuem die sehr wohl durchzuführen wäre. Das Reinigen der Gläser und Be Beamten begleiteten auch den andren, als er mit dem Geld und Frage auf, ob eine Absicht und eventuell we I che Absicht hinter dienen der Kellner an den Büffeits, wodurch das Geräusch, des den Abführungsbüchern nach dem Amit 33 hinüberging. Als hier diesen unrichtigen Darstellungen der Frequenz Slirrens verursacht wird, ist sicherlich die größte Störung bei einem nun aber der Staften wieder geöffnet und das Geld aufgezählt verhältnisse des Obbachs steckt. Ihre Wirkung ist Konzert. Wie peinlich ferner die Unruhe des Publikums wirft, das wurde, zeigte es sich, daß eine Rolle mit 1000 m. fehlte. Diese zweifellos die, daß sie die in Berlin herrschende Wohnungsfollten die Herren Sänger, die einen großen Teil der Zuhörerschaft Rolle ist bis heute noch nicht wiedergefunden. Daß ein Rechenfehler zweifellos die, daß fie die in Berlin herrschende 23 ohnungsbildeten, doch am besten selbst erfahren, wenn sie auf der Bühne vorläge, ift faum anzunehmen, denn man hätte ihn sonst wohl schon not weniger schlimm erscheinen erscheinen lassen, als stehen. Bemerkt sei noch, daß die Sänger in einer der letzten herausgefunden. Die zuständige Postbehörde hat sofort eine Unter sie thatsächlich noch ist. Daß die Wohnungsnot in letter lebungsstunden ausdrücklich auf die Unzuträglichkeiten aufmerksam fuchung angeordnet, die aber bisher noch weiter nichts als den mitZeit etwas nachgelassen hat, das ist unverkennbar, und gemacht worden sind, die durch eine derartige Unruhe entstehen müssen. geteilten Thatbestand ergeben hat. man darf von vornherein annehmen, daß diese erfreuliche Daß aber auch bei einer Dilettanten- Veranstaltung musterhafte OrdWendung zum Besseren auch in den Frequenzverhältnissen des nung herrschen kann, sah ich in einem Konzert, welches die„ Neue meldet. Hier hat in dem Hause Nr. 31 im dritten Stock eine Ein rätselhafter Selbstmord wird aus der Höchstestraße geObdachs zum Ausdruck kommen wird. Wir müssen aber entschieden Orchestervereinigung" legten Sonntag in der Singakademie unter Schneiderin Helene Jübner von einem Beamten ein 8immer ab= Berwahrung dagegen einlegen, daß vom Rathause aus Mitteilungen Leitung des Herrn Professors Holländer gab. Sobald der Dirigent gemietet, das sie mit einem andren Mädchen zu teilen pflegt. Am verbreitet werden, die auf eine unfres Erachtens durchaus uman- das Zeichen gegeben hatte, trat strengste Ruhe ein, und hatte wirklich 1. d. Wt. war nun die Zimmergenosfin Fräulein Jübners, vie längere ein Zuhörer sich vergessen, so genügte eine Wendung des Leiters, den gebrachte Schönfärberei hinauslaufen. Es wird wirklich Zeit, Mann auf seine Verfehlung aufmerksam zu machen. Auch nach Be- Zeit bei ihr gewohnt hatte, ausgezogen. Ant Montagabend fand sich daß dieser Unfug endlich aufhört. Merkwürdig ist, daß bei den Zahlen der Abteilung für Mitwirkenden nur die Zeit, die zur Abstimmung der Instrumente nötig war. es schon ziemlich spät war, so verschob man die Ausfüllung des endigung eines Stüdes blieb der Dirigent auf seinem Platz und ließ den eine neue Mieterin ein, die sich als eine unverheiratete Schneiderin Anna Müller vorstellte, ein Mädchen in den zwanziger Jahren. Da nächtlich Obdachlose das Vorjahr nicht zur Vergleichung heran- Unter solcher Ordnung war in der That von einem Genuß zu reden; gezogen wird. Sollte auch hier eine bestimmte Absicht dahinter das Ohr wurde nicht abgelenkt und blieb im Bann der Töne. Viel Meldezettels auf den nächsten Tag. Fräulein Jübner mußte nun stecken? Erst vor kurzem war magistratsoffiziös gemeldet worden, leicht nehmen die Mitglieder des Bundes hier und da einmal Ge- während die angebliche Anna Müller weiter schlafen wollte und im aber zeitig ihre Wohnung verlassen, um ihrer Arbeit nachzugehen, der Besuch des nächtlichen Obdachs sei in diesem Jahre normal. legenheit, an einer der eben erwähnten Veranstaltungen sich zu Bette liegen blieb. Als die Schneiderin aber des Abends von der Nun hat aber diese Abteilung, wie wir ergänzend hinzufügen wollen, schulen." Dieſe Konzerte werden in den Wintermonaten öfter ab Arbeit heimkehrte, fand sie ihre neue Zimmergenoffin tot im Bette im November vorigen Jahres 30 609 Männer, 6057 Frauen, zu gehalten; man kann sich einen solchen Genuß für 50 Pf. schaffen. sammen 36 666 Personen beherbergt. Der Andrang obdachloser Mit dem gegenwärtigen Stand des Milchkrieges beschäftigte Männer ist demnach im Noveniber dieses Jahres um 22 492 sich gestern eine zahlreich besuchte Milchhändler Versamm gegen denselben Monat des Vorjahres gestiegen. In der rat- lung. Der Vorfizende Wiesener erflärte, die Sachlage habe sich häuslichen Mitteilung wird das mit Stillschweigen übergangen. Gegen Berliner Milchbedarf sei gedeckt und die Centrale müsse noch nahezu Jahren an einer Weiche einen Stein liegen, der in Metall eingefaßt wesentlich zu Gunsten der Milchhändler geändert. Der gesamte Eigentümer gesucht. Ein Straßenbahn- Beamter sah vor brei den November des Vorjahres vermindert hat sich erfreulicherweise 100 000 Liter Milch verarbeiten. Mit ihren Läden mache sie über var. Er steckte ihn ein und warf ihn zu Hause in eine Schachtel die Zahl der in der Abteilung für nächtlich Obdachlose beherbergten dies recht schlechte Geschäfte, wie ihr Suchen nach andern Berkaufs mit alten Knöpfen. Vor einigen Tagen hatte er zufällig Gelegenheit, Frauen, und zwar um 1475. Sie hatte im vorigen Jahre eine artikeln beweise. Die Stimmung unter den Genossen" des Milch den Stein einem Goldarbeiter zu zeigen. Dieser fab sofort, daß es bis dahin unerhörte Steigerung erfahren.( Noch im November 1899 ringes sei übrigens angesichts der bisherigen Mißerfolge recht flan, ein in Gold gefaßter Brillant war. Der Straßenbahner gab jezt waren nur 1062 Frauen beherbergt worden.) Die jetzt wieder ein zumal das Gerücht umgehe, die Centrale beabsichtige, den Genossen statt den Fund der Polizei, die nun den Eigentümer sucht. Der Brillant, getretene verminderung entspricht dem Rüdgang der Frequenz Bf. vom 1. Januar ab anderthalb von jedem Liter Milch in Abzug der im Bimmer 37 des Polizeipräsidiums besichtigt werden kann, In der sehr lebhaften Debatte wurde darauf hinwiegt 31/2 Karat und ist mindestens 1000 m. wert. Er scheint zu des Familienobdachs und bestärkt uns aufs neue in unsrer bereits zu bringen. mehrfach ausgesprochenen Ansicht, daß im vorigen Jahre und noch gewiesen, daß der Milchkrieg vielleicht schon im Januar fein Ende einer Nadel gehört zu haben. finden würde, da die von dem Ring aufgenommene Dreibis in den Sommer dieses Jahres hinein viele Frauen mit der Ab- Millionen Anleihe gedeckt werden müßte. Andrerseits Verschwunden ist seit dem 8. November d. J. der wegen teilung für nächtlich Obdachlose vorlieb nehmen mußten, weil sie im betonte man jedoch die Notwendigkeit, für alle Fälle schon jetzt für Geisteskrankheit entmündigte Rentier Benno Bollack aus feiner Familienobdach keinen Platz fanden oder nicht länger darin geduldet Massenpachtung ringfreier Milch Sorge zu tragen. Von besonderem Wohnung in Groß- Lichterfelde, Lankwiẞstr. 11. Derselbe ist 55 Jahre Interesse war die Debatte über die halb milchfrage. Auch alt, 1,70 Meter groß, schlank, hat etwas gebückte Haltung, schleppenden die Milchhändler sind entschlossen, die Halbmilch ans ihren Gang, start melierten Bollbart, oben falsches Gebiß, ist pockennarbig verbannen, in Schöneberg und Charlotten- und zeigt stark nervöses Wesen. Er trug einen braunen GehrockDie Nachwahl im 32. Kommunal- Wahlbezirk, die sich das Geschäften zu burg ist dies bereits geschehen. In einer Besprechung anzug, weißes Oberhemd, dunkelgrauen Fülzhut mit hellem Band, burch nötig gemacht hatte, daß Genoffe Karl Liebknecht, der mit den dortigen Vereinsvorständen hat sich auch der Borst anschwarzen Regenschirm mit weißer Krücke, in der Westentasche eine bei der Hauptwahl zweimal gewählt war, für diesen Bezirk die Wahl des Berliner Milchhändler- Vereins einstimmig wertvolle silberne Uhr ohne Kette. Er spricht deutsch, italienisch, nicht annahm, führte gestern zu dem erwarteten Resultat. Redacteur für Abschaffung der Halbmilch ausgesprochen. Milch- franzöfifch und und etwas englisch und redet gern von seinen Bollack neue Kandidat des 32. Bezirkes, wurde chemiker Dr. Reich fonstatierte, daß die Bezeichnung Halbmilch" Bermögensverhältnissen. ist int der Karl Leid, der Nacht vom beinahe einstimmig gewählt! Von 2436 abgegebenen Stimmen bisher vielfach bloß als Schußmittel beim Verkauf von anscheinend 12. zum 13. November in Gr. Lichterfelde, Moltkestraße, in der Nähe erhielt er nicht weniger als 2391. Auf seinen freisinnigen schwächerer Vollmilch angewandt wurde und deshalb lange nicht des Auguſtaplazes zuletzt gesehen worden und hat die Absicht ge Gegenkandidaten fielen nur 60 Stimmen, während so viel Halbmilch in Berlin verkauft würde, als man glaube. äußert, sich nach Oppeln zu begeben, ist dort aber nicht gesehen. noch 4 Stimmen sich zersplitterten. Bemerkenswert ist an diesem Sämtliche Redner stimmten der Abschaffung der Halbmilch zu, doch Den Bemühungen der Polizei ist es bisher nicht gelungen, den VerResultat der lobenswerte Eifer unsrer Genossen. Obgleich es sich soll dies nicht plötzlich und sofort geschehen, um nicht den Schein zu schwundenen ausfindig zu machen. Ein Unglücksfall oder Verbrechen um eine absolut sichere Nachwahl handelte, hat sich die erwecken, als hätte die Agitation der Milchcentrale diese Maßnahme erscheint nicht ausgeschloffen. Auf die Auffindung des Verschwundenen ist von dem Vormund eine Belohnung von 300 M. ausgesetzt. Anzahl der socialdemokratischen Stimmen gegen die Hauptwahl Droschken- Fuhrherren gegen die Straßenbahn. Eine gut Etwaige Nachrichten werden auf dem Königlichen Bolizei- Präsidium, nicht vermindert, sondern um 123 vermehrt. Die freisinnigen besuchte Versammlung von Fuhrwerksbestßern tagte gestern unter Alexanderplay, 2 Treppen, Zimmer 335, in den Vormittagsstunden Stimmen sind dagegen auf etwa ein Viertel der bei der Haupt- dem Borfit des Fuhrherrn Streu im Handwerkerverein in der oder in dem hiesigen Polizei- Revier- Bureau entgegengenommen. wahl abgegebenen zurückgegangen. Ein der diesjährigen Berliner Sophienstraße. Fuhrwerksbefizer S. Britsch entwickelte in seinem Wegen Sittlichkeitsverbrechens ist der 24 Jahre alte ProKommunalwahlbewegung würdiger Abschluß. Referat, wie die Straßenbahn allmählich selbst die engsten Verkehrs- duktenhändler M. aus der Gartenstraße 155 verhaftet worden. Die wurden. 2 beranlaßt. liegen. Sie hatte sich durch einen Revolverschuß getötet. Die Nevier polizei ließ die Leiche nach dem Schauhause bringen. Wer die Selbstmörderin ist und was sie veranlaßte, zum Revolver zu greifen, ist nicht bekannt. Marktpreise von Berlin am 10. Dezember 1901 nach Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. Kartoffeln, neue, D- Cir. 6,- 4Rindfleisch, Keule 1 kg 1,70 1,20 do. Bauch Schweinefleisch Belgen, gut D.-tr. 17,35) 17,32 17,29 17,26 17,23 17,20 14,50 14,48 Kalbfleisch Hammelfleisch Butter Gier Karpfen Male mittel " " gering 1,40 1* Roggen, gut " 1,70 1,30 " mittel gering 14,46 14,44 1,80 " 14,42 14,40 1,60 1, 14,50 14, 2,80 2, mittel " gering 13,90 13,40 13,30 12,90 17,20 16,60 60 Stat 5,80 2,80 1 kg 2,20 1,20 2,50 1,40 mittel gering 16,50 15,90 Bander 2.50 1,20 15.80 15.30 Hechte 2,00 1, 7,66 7, Barsche 1,80 0,80 8,30 6,20 Schleie 3, 1.40 40, 25, Bleie 1,40 0,80 50,- 25,- Krebje 65, 20per Sjot 15,- 8." Frau eines Arbeiters aus der Borsigstraße schichte vorgestern ihre Rechnungsjahr 1900 eine Reihe allgemein interessierender Daten. Unmöglichkeit zu machen, abermals aufgerollt. Da diese Frage elfjährige Tochter mit Lumpen zu M. Als sie ihr zu lange aus- Die Thätigkeit der Armenverwaltung ist außerordentlich start in An gerade in diesen Tagen in allen Streifen eifrig erörtert wird, so jei blieb, ging die Mutter selbst hin, fand aber den Keller verschlossen spruch genommen worden, und zwar sind die Ursachen, die zum Ein- darauf aufmerksam gemacht, daß auch dieser Unfall nicht vorund erhielt auf ihr Kopfen keine Antwort. Nun holte die Frau greifen der Armenpflege Anlaß gegeben haben, überwiegend Krant gekommen väre, wenn diese Kopfstation einen hydraulischen einen Schuhmann, dem M. öffnete. Nach dem Verhör auf der heit und Altersschwäche gewesen. Daneben hat sich in ver- Sicherheits- Prellbod gehabt hätte. Derartige Prellböcke haben sich Revierwache nahm die Arbeiterfrau ihre Tochter wieder mit nach stärktem Maße der Einfluß der Wohnungsnot bemerkbar ge- auf verschiedenen Bahnhöfen bei ähnlichen Unfällen durchaus Hause, während der Unhold der Kriminalpolizei am Alexanderplatz macht. Die Zahl der leerstehenden fleinen Wohnungen ist immer mehr bewährt( u. a. befinden sich in Deutschland hydraulische Prellböcke zugeführt wurde. zurückgegangen. Im Januar 1901 standen nur noch drei Wohnungen auf: Wannseebahnhof Berlin, Köln Norden, Straßburg, Altona, von einem Zimmer und 25 von 2 Zimmern. leer. Hand in Hand Kassel und Erfurt). Wenn man bedenkt, daß der in Frankfurt anMit dem Steigen der Weihnachtsgeschäfte mehren sich auch mit dieser Verminderung des Angebots ist eine außerordentlich starke gerichtete Schaden mindestens über 50 000 M. beträgt, jo erscheint die Taschendiebe wieder. Während an dem verregneten fupfernen Sonntag" in Gegensatz zu den früheren Jahren nicht Erhöhung der Mieten gegangen, die in vielen Fällen auch es faum glaublich, daß von den Eisenbahnen ein zu Gebote stehendes fupfernen Sonntag" in Gegensatz zu den früheren Jahren nicht ein einziger gefaßt wurde, ergriffen die Kriminalbeamten am eine Erhöhung der laufenden Unterſtüßung notwendig gemacht hat. technisches Sicherheitsmittel, das sich noch dazu in den legteir Dienstagabend nicht weniger als elf der Langfinger, die sich das Die Armenverwaltung ist gezwungen gewesen, mit Hauswirten Jahren wiederholt gut bewährt hat, wesentlich infolge der fortgesezt in Verhandlungen einzutreten, um 3wvangsausweisungen zu leidigen Sparsamkeitspolitik nicht überall angebracht wird. Gedränge in und vor den Warenhäusern und Kaufläden zu muze vermeiden, und in zahlreichen Fällen mit baren Unterstützungen sowohl Gefährdete Kopfstationen sollten überall mit den hydraulischen machen. Dabei sind die Helfershelfer, die die eigentlichen Diebe für den bei der Arbeit decken, nicht einmal mitgerechnet. Bei einer zur Abwendung der Zwangsausweisungen als auch zur Erlangung eines Sicherheits- Prellböden ausgerüstet werden, denn Materialschaden tönnten neuen Unterkommens einzugreifen. Die Wohnungsnot nahm einen in Frankfurt angerichteten allein gewissen Dombrowski aus der Skaligerstraße fand fand man in der Tasche fünf Portemonnaies aller Formen und Farben mit obdachlosen Familien ist von 23 mit 113 Köpfen am verlief das Unglück noch gut, indem weder Menschen verletzt noch In diesem Fall immer schlimmeren Charakter an. Die Zahl der untergebrachten sechs solcher Vorrichtungen aufgestellt werden. einem erheblichen Inhalt und in der Wohnung der Festgenommenen 1. April 1900 bis auf 66 mit 369 Köpfen am 1. April 1901 an- getötet wurden; wäre dagegen das Unglück bei Tage zur Reisezeit eine beträchtliche Summe Geldes, obwohl sie schon längere Zeit keine ehrliche Arbeit mehr gehabt hat. Diese Diebin wurde vor dem gewachsen und am. 3. Oktober 1901 bis auf 101 mit 583 Köpfen passiert, so wären sicher viele Menschen schwer verunglückt. Vielleicht Schaufenster eines Warenhauses in der Rosenthalerstraße feſt- gestiegen. Unter den obdachlos gewordenen Familien befanden sich trägt aber der Frankfurter Unglücksfall doch dazu bei, daß die Eisengenommen. In einem Warenhause der Leipzigerstraße wurden allein eine große Anzahl solcher, deren Haupt ständige Beschäftigung bahnen im Interesse der Sicherheit des Verkehrs auf den Kopffünf Taschendiebe ergriffen, außerdem eine Ladendiebin, eine Beamten hatte, denen es aber wegen großer Kinderzahl unmöglich stationen die Sicherheits- Prellböcke aufstellen, sodaß derartige Unfälle Auch auf die erhebliche unmöglich find, was im Interesse der Erhaltung von Gesundheit frau. Dieser holte man aus den unergründlichen Taschen des war, eine Wohnung zu erhalten. Radmantels drei seidene Unterröcke, die sie schon in einem andern Zunahme der Zahl der Pflegefinder ist der Wohnungs- und Leben der Reisenden und des Fahrpersonals, sowie zur VerGeschäfte gestohlen hatte, mehrere seidene Halstücher und eine große von Pflegestellen hat namentlich bei Säuglingen und größeren wünschen ist. mangel nicht selten von Einfluß gewesen. Die Beschaffung hitung von meist bedeutendem Materialschaden dringend zu Menge Spielzeug heraus, das sie ihren Kindern bescheren wollte. Knaben dauernd Schwierigkeiten gehabt. Es mußten infolgedessen, Feuerbericht. Ein Schadenfeuer, welches Dienstag früh 81/4 Uhr zugleich mit Rücksicht auf die Erhöhung der Wohnungsmieten und in der Brunnenstr. 74 austam, machte der Wehr viel zu schaffen und die Steigerung der Lebensmittelpreise, seit dem 1. Januar 1901 die verursachte einen beträchtlichen Schaden. In dem Dachgeschoß des regelmäßigen Pflegegeldfäße erhöht werden. Auf den Kopf der Bezweiten Quergebäudes befinden sich Lagerräume der Tischlerei von völkerung entfielen im Berichtsjahre 3,42 M. für Armenausgaben, Schack und der Tapeziererfirma Swoboda. An der Grenze beider eine Zahl, die zwar größer als die der letzten Jahre, aber im VerLager war das Feuer entstanden und hatte nicht nur die Tischler- gleich zu andern gleich großen Städten immer noch keineswegs überhölzer, sondern auch einen größeren Posten Polstermöbel erfaßt, noch mäßig hoch zu nennen ist. bevor es bemerkt wurde. Als dann von einem benachbarten HolzAns Ober- Schöneweide schreibt man uns: Als ein bedenk- Berste, gut plage aus die Gefahr erkannt und die Feuerwehr herbeigerufen war, licher Zustand muß es bezeichnet werden, daß in den frühen Morgenhatte das Feuer eine solche Verqualmung des Dachgeschosses herbei- stunden Tausende von Arbeitern, welche in den in Ober- Schöneweide geführt, daß die Feuerwehr anfangs den Treppenaufgang nicht benutzen gelegenen zahlreichen Fabriken beschäftigt find, die Hasselwerderstraße in afer, gut konnte. Es blieb dabei nur übrig, vom zweiten Hof aus über eine Nieder- Schöneweide in vollständigem Dunkel passieren müssen. Auf dem mechanische Leiter und vom dritten Hofe aus über Hakenleitern nach Wege von der„ Kaisersteg" genannten Brücke bis zur Berlinerstraße dem Brandherde vorzubringen. Erst nach dem durch Einschlagen des brennt in der Zeit bis 7 ühr morgens auch nicht eine Laterne, trotzdem Nichtstroh Daches Luft geschaffen war, ermöglichte sich eine energische Be Hen man zur Zurücklegung dieser Strecke wenigstens 6 Minuten gebraucht. Grösen kämpfung der Flammen. Immerhin hatten drei Rohre längere Zeit Das Pflaster der Berliner Straße an der Kreuzung mit der Hassel- Speiset ohnen Wasser zu geben, bevor die Gefahr beseitigt war. Außer dem zer werderstraße befindet sich ebenfalls in einem schlimmen Zustande, so- Linsen störten Dachstuhle hat namentlich die Firma Swoboda erhebliche Verluste erlitten. Zur selben Zeit war Palisadenstraße 9 ein Zimmer- daß man bei schmutzigem Wetter zu der Annahme gedrängt wird, man befinde sich in einem Dorfe Ostelbiens. † frei Wagen und ab Bahn. brand abzulöschen. Dienstag abend 8 Uhr wurde die Wehr nach Auch die Beleuchtung der 0011 Nieder- Schöneweide nach Wrangelstraße 84 gerufen, wo die Balkenlage in der Waschküche Ober- Schöneweide führenden Brücke läßt in der That nicht mehr Feuer gefangen hatte. Außerdem erfolgten kurz vorher noch Elsasser- wie alles zu wünschen übrig. Die Bogenlampen brennen morgens zu straße 61 und Waterloo- Ufer 5 kleine Wohnungsbrände. der Zeit der größten Frequenz niemals, nur einige wenige Glüh lampen verraten dem Fußgänger, daß hier ein öffentlicher Weg vorhanden ist. Sollten die Gemeiden Nieder- bezw. Ober- Schöneweide Tod im Berufe. Im Dienste gestorben ist der 66 Jahre alte wirklich keine Mittel besitzen, um diesem traurigen Zustande abhelfen Bauwächter Stenz auf dem Neubau des Rathauses zu Char- zu können? Jedenfalls wäre eine solche Ausgabe viel nötiger und lottenburg. Bei einem Rundgang fiel er gestern, Mittwoch, auch im Interesse der Allgemeinheit mehr angebracht, als ein morgens uni 51/2 Uhr plötzlich um und war tot. Wahrscheinlich hat Beitrag zu der Bismarckiäule in den Müggelbergen." ein Herzschlag seinem Leben ein Ende gemacht. Ein umfangreicher Dampferbrand hat gestern auf der Lichtenberg. Das Ortsstatut zum Gewerbegericht wird Havel in Spandau stattgefunden. Der Schleppdampfer aller Voraussicht nach noch einmal die Gemeindevertretung be-" Rathenow", Eigentum der Berlin- Hamburger Schleppschiffahrtsschäftigen. Diefelben Elemente, die in dem nun zur ständigen Ein- Gesellschaft Rothenbücher u. Co., Berlin, Kronprinzenufer 13. hatte richtung der Gemeinde Lichtenberg gewordenen Kommunal- Wahl- in Spandau Kohlen eingenommen und lag zur Abfahrt bereit, als kampf die treibenden Kräfte sind, haben auch hier wieder eine vom Ufer her bemerkt wurde, daß aus der Thür der mittleren „ Gesegesverletzung" entdeckt. Die Gewerbetreibenden sind wohl über Kajüte Rauch hervordrang, Man entdeckte sodann, daß das Innere die Errichtung eines Gewerbegerichts gehört" worden, dieje haben dieser Kajüte, die dem Maschinenraum benachbart ist, bereits natürlich die„ Notwendigkeit" dazu nicht einsehen können; nun lichterloh brannte. Das Schiffspersonal und Kohlenarbeiter " sollen" aber auch die Gewerbetreibenden vor Erlaß des Ortsstatuts begannen sofort die Löscharbeiten; von der nahen Artilleriegehört werden, und das, so wird behauptet, sei unterlassen worden. faserne wurde eine Sprize entsandt. Inzwischen breitete sich Vom Schöneberger Arbeitsnachweis. Die Stellen- das Feuer im Schiffe weiter aus, und bald schlugen meterhohe vermittelung im Monat November zeigt ein leider nicht sehr er- Flammen aus dem Verdeck empor, die bei dem gerade freuliches Bild. Offene Stellen für männliche Arbeitsuchende herrschenden orfanartigen Winde einen noch größeren Umfang anwaren vorhanden 28, für weibliche 150, zusammen 178( im Oktober zunehmen drohten. Da man mit den bis dahin zur Verfügung waren deren zusammen 272); Arbeitsuchende waren gemeldet stehenden Kräften und Löschgeräten das verheerende Element nicht 42 männliche und 255 weibliche, zusammen 297( im Oftober zu bewältigen foimte, so wurde die städtische Feuerwehr alarmiert. Den fammen 438); besept wurden 19 Stellen für männliche und vereinten Anstrengungen gelang es dann, den Brand zu löschen. 131 Stellen für weibliche Arbeiter, zusammen 150 Stellen. Nur Der angerichtete Schaden ist beträchtlich. Der Dampfer mußte etwa die Hälfte aller Arbeitsuchenden onnte demnach untergebracht außer Dienst gestellt werden und wurde zur Reparatur nach Branden werden. Die Nachweisung von Arbeit im städtischen Arbeitsnachweis, burg geschleppt. Das Feuer ist vermutlich durch Funken verursacht Kaiser Wilhelmnplay 3, erfolgt fostenlos, und zwar für gelernte und worden, die der starke Wind aus dem Stajütenofen geweht hatte. mgelernte Arbeiter und Lehrlinge von 8 bis 1 Uhr und für Arbeiterinnen und Dienstmädchen von 2 bis 7 Uhr nachmittags. Aus den Nachbarorten. In Wilmersdorf siedelt das Bureau der gemeinsamen OrtsKrankenkasse nach dem einem Gemeindeschöffen gehörenden Hause Brandenburgischestr. 104 über. Des Umzuges wegen ist das Bureau am 30. und 31. Dezember geschlossen. Ueber die Thätigkeit der Charlottenburger Armendirektion entnehmen wir dem soeben erschienenen Verwaltungsbericht für das Verband der Bau-, Erd- u. gewerblichen Hilfsrarbeite Deutschlands. Zahlstelle Berlin III. Den Mitgliedern zur Kenntnis, daß ber Kollege Adolf Kaltenbrunn am 6. Dezember freiwillig aus dem Leben geschieden ist. findet heute, Die Beerdigung Donnerstag, den 12. Dez, nachni. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Sebastian Kirchhofes in Dalldorf, Berlinerstraße aus statt. = Um rege Beteiligung bittet 44/10 Die Ortsverwaltung. Todes- Anzeige. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß meine liebe Frau Maria Lubermerski geb. Perl am 9. Dezember nach schweren Leiden im 28. Lebensjahr verstorben ist. Die Beerdigung findet am Freitag, nachmittags 312 Uhr, von der LeichenHalle des Neu Weißenseer Kirchhofs aus statt. † 111 Dertrauernde Gatte Franz Lubermerski. Danksagung. Für die vielen Beweise herzlicher Teilnahme und Kranzspenden bei der Am 10. cr. morgens starb nach kurzem schweren Kranken: lager mein lieber Mann, unser guter Vater, der Schankwirt, frühere Hutmacher Robert Grüneberg ( Neue Grünstr. 39) im Alter von 42 Jahren. Die Beerdigung findet Sonn tag, den 15. cr., nachm. 2 Uhr, von der Halle des LouisenKirchhofs, Rirdorf, Hermann straße, aus statt. 25246 Die trauernden Hinterbliebenen. Besten Dank dem Gesangverein Freiheit", Weißenfee, für den Gesang bei der Beerdigung unsres Kameraden August Krüger. 30082 H. A. CR. KALBLEDER 4. Coldmanagea Mrk.60 " Vermischtes. " *) ab Bahn. markt war schwächer auf die flaue Haltung Amerikas. Weizen gab 1 bis Produktenmarkt vom 11. Dezember. Getreide. Der Getreide: 12. Roggen 3, M. im Preise nach. Oestreich- Ungarn meldete gleichfalls etwas schwächere Preise. Das Geschäft blieb beschränkt, das Warenangebot war flein. Eine Ladung füdrussischen Roggens ist aus zweiter Hand über Hamburg angeboten, aber der Preis stellt sich ca. 1 M. über DezemberNotierung, so daß ein Abschluß nicht zu stande tam, Dagegen ist Bulgarenroggen zu rentablen Preisen in fleineren Poften offeriert. Mehl behauptete im Gegensatz zu Getreide seine legten Preise und ging ziemlich flott nach der Provinz. safer war ruhig, behauptet. Mais witger auf Amerika. Rüböl notierte für Frühjahrslieferungen 20 Pf. niedriger; nahe Sichten blieben fest. Spiritus. Am Spiritusmarkte wurde 70er loco mit 31,90. (-0,10 m) gehandelt. licher Bericht der Direktion. Zum Verkauf standen: 651 Rinder, Städtischer Schlachtviehmarft. Berlin, 11. Dezember 1901. Amt: 1453 Stälber, 1340 Schafe, 9315 Schweine. Bezahlt wurden für 100 Pfund in Pfennigen): Cchien: a) vollfleischige, ausgemäßtete, höchsten Schlachtoder 50 Kilogramm Schlachtgewicht in Mark( beziehungsweise für 1 Pfund wertes, höchstens 7 Jahre alt 00-00, b) junge fleischige, nicht aus gemäßiete und ältere ausgemäßiete 00-00; c) mäßig genährte junge und gut genährte ältere 00-00; d) gering genährte jeden Alters 00-00. Bullen: a) vollfleischige höchsten Schlachtwerts 00-00; b) mäßig genährte jüngere Färsen und und gut genährte ältere 00-00; c) gering genährte 47-50. Rübe: a) vollfleischige, ausgemästete Färsen höchsten Schlachtwerts 00-00; b) vollfleischige, ausgemäßtete Kühe höchsten Schlachtwerts bis zu 7 Jahren 00-00; c) ältere ausgemästete ühe und wenig gut entwickelte jüngere sühe und Färien 00-00; d) mäßig genährte Kühe und Färsen 43-47; e) gering genährte Stühe und Färjen 37-41. Sälber: a) feinste Masttälber( Bollmilchmast) und beste Saugfälber 74-78, b) mittlere Mastund gute Sangfälber 60-68, c) geringe Saugfälber 45-54, d) ältere, gering Schafe: a) Mastlämmer und jüngere Mast: genährte( Fresser) 38-45. c) mäßig genährte Hammel 62-65, b) ältere Masthamntel 54-60, Hammel und Schafe( Merzschafe) 40-48, d) Holsteiner Niederungs schafe( Lebendgewicht) 00-00.- Schweine: a) vollfleischige, der feineren Rassen und deren Krenzungen im Alter bis zu 1 Jahren 220-280 Pfund schwer, 60; b) schwere, 280 Pfund und darüber( Stäfer) 60; c) fleischige 57-59; d) gering entwidelte 53-56; e) Sauen 53-55. Für 100 Pfund mit 20 Broz. Tara. Verlauf und Tendenz. Bom Ninderauftri eb blieben ungefähr 350 Stüd unverkauft. Der Kälberhandel gestaltete sich ruhig. Bei den Zum Eisenbahn- Unglück in Frankfurt a. M. Uns wird Schafen fand ungefähr ein Biertel des Auftriebes Absaz. Der Schweine: Der Aufsehen erregende Unfall, daß der Orient marft verlief schleppend, er wird faum ganz geräumt. In der Festwoche geschrieben: Expreßzug in Frankfurt a. M. in den Warteiaal II. Klasse gefahren und in der Neujahrswoche wird nur je ein Markt, und zwar am Sonnist, hat naturgemäß die Frage, ob denn die Technik gar kein Mittel abend, abgehalten werden, die Märkte am 25. De zember und 1. Januar bietet, um derartige Unfälle selbst beim Versagen der Bremsen zur I fallen aus. Grösstes Lager aller Arten Uhren und Goldwaren Berlins grösste Fischhandlung sowie Hochzeits- und Patengeschenke in Silber und Alfenide von den einfachsten bis zu den elegantesten. Massen: Auswahl [ 30079* in sämtlichen Schmucks. Specialität: Opal- und Farb: iteine. 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Die Mitglieder der Ortsverwaltung werden ersucht, sich um 7½½ Uhr auf dem Verbandsbureau einzufinden. Donnerstag, den 12. d. Mts., abends 81/2 Uhr, bei Bauer, Rosenthalerstr. 57: Versammlung der Stellmacher. Tages Ordnung: 1 Krankenkassen- Angelegenheiten. 2. Verbands- Angelegenheiten. 3. Verschiedenes. Morgen, Freitagabend 84 Uhr, im Gewerkschaftshans: Die Kommission. u.xum Drehen mit auswechselbaren Metallzum Notenscheiben Preise v. 20 M. aufwärts gegen Monatsraten v.2 M. an Phonographen Grammophone ישה erstklassige tadellos funktionirende Apparate mit Wachswalzen u. Hartgummi-, platten PHONOGRAPH zum Preise v. 20M.aufwärts 0 gegen Monatsraten V.2 M.an. Sihung der Ortsverwaltung. Photogr. Apparate Socialdemokratischer Wahlverein für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Donnerstag, den 12. Dezember, abends 1/29 Uhr: Musik 26589* Werke mit aus: wechselbaren Noten: scheiben, geringe Teil: zahlung J. Kurzberg. General- Versammlung dsbergerſtr. 13, part. im„ Eiskeller", Chausseestraße Nr. 88. Tagesordnung: 1. Bericht des Vorstandes und des Kassierers. 2. Bericht der Revisoren. 3 Neuwahl des Gesamtvorstandes sowie der Mitglieder für die Preß, Lotal- und Agitationskommission, ferner der Zeitungsrevisoren. 4. Ber: Mitgliedsbuch legitimiert. schiedenes. Zahlreichen Besuch erbittet 249/14 Der Vorstand. Schöneberg. Hente Donnerstagabend 8 Uhr, im Obstschen Lokale, Meiningerstraße 8: 204/7 Oeffentliche Kommunalwähler- Versammlung. Tages Ordnung: Die Bedeutung der Kommunalwahlen. Referent: Frik Zubeil. Achtung! Kupferschmiede. Achtung! Sonnabend, den 14. Dezember 1901, abends S/ 2 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Saal 7, Engelufer 15: Vereins- Versammlung. Tages Ordnung: Neuwahl des gesamten Filialvorstandes. 25306 Der Vorstand. + Männer= Vortrag Morgen, Freitagabend 8 1hr, Kommandantenstr. 20: Braft. Naturheilkundiger Grundmann erklärt an Lichtbildern Nerven. und Geschlechts- Krankheiten. 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De- heutigen Nummer u. zember, seine Haupt- Generalversammlung. Aus dem Geschäftsbericht Apothefer& r äntl präsentierten Rezepte zurückgewiesen". Da hier Die Arbeiterinnen in Reinigungsinstituten( Waschfrauen, ist hervorzuheben, daß der Umsatz im Jahre 1900/1901 337 165 M., ein Apotheker& ränft nicht existiert, ſondern nur ich gemeint jein Scheuerfrauen 2c.) waren am Dienstag durch die Geschäfts- der erzielte Reingewinn 20 540,41 M. betrug. Die Generalversamm fann, so ersuche ich Sie, die Mitteilung dahin richtig zu stellen, daß kommiſſion der Vertrauensmänner- Centralisationen zu einer öffent- lung genehmigte, die Bilanz und nahm den Vorstandsantrag, 6 Proz. ich bei keiner der beiden in Betracht kommenden Kassen weder ſelbſt lichen Versammlung eingeladen worden. Es handelte sich darum, Dividende zu verteilen, an. Ferner wurde eine von Lamm ein noch durch einen Boten Rezepte präsentiert habe, mithin solche auch. diese Kategorie der Arbeiterinnen, die zu den Ausgebeutetsten ihrer gebrachte Resolution gegen nur wenige Stimmen angenommen nicht zurückgewiesen werden konnten. Klasse gehören, für die Organisation zu interessieren, und ihnen zu" Die Generalversammlung des Berliner Konsumvereins steht Eine Versammlung von Arbeitslosen tagte gestern auch in zeigen, daß sie nur auf diesem Wege eine Verbesserung ihrer Lage durch Einigungsbestrebungen mit den eingetragenen Genossenschaften Neu- Weißenſee. Der Reichstags- Abgeordnete Förster wies in jezen können. Leider war die Versammlung, die in Stecherts Saal sympathisch gegenüber, erklärt aber, daß dieselben die Frage, ob ein- seinem mit Beifall aufgenommenen Vortrage darauf hin, daß die stattfand, nur sehr schwach besucht, und gerade von denen, um die getragen oder nicht, nicht berühren darf; die Autonomie der Vereine heute herrschende Arbeitslosigkeit und das Sinken der Löhne mit es fich handelte, waren nur einzelne erschienen. Frau Gubela also gewahrt bleibt. Die Vereinigung soll sich demnach auf gemein- der von unsrer„ weisen" Regierung inaugurierten Berteuerung der schilderte die traurigen Verhältnisse, unter denen die Wasch- und schaftlichen Einkauf, Bekämpfung der Rabatt- Sparvereine( also ge- Lebensmittel durchaus nicht in Einklang zu bringen iſt. Alle event!. Scheuerfrauen, die Aufwärterinnen, Austrägerinnen usw. zu leiden meinſame, für beide Teile eriprießliche Agitation), tein gegenseitiges in Angriff genommenen Notstandsarbeiten würden nur Balliativhaben; Frl. Koschinski wies auf den Wert der Organisation Ronkurrenzmachen, sowie Regelung der Arbeitsverhältnisse der An- mittel sein eine wirklich durchgreifende Aenderung hierin bin, und zum Schluß wurde eine aus vier in den in Frage gestellten 2c. beschränken." Veranlassung zu dieser Resolution gab biete erst die Beseitigung der kapitalistischen Gesellschaftstommenden Erwerbszweigen thätigen Frauen zusammengejezte bie von einigen Mitgliedern beantragte Debatte über Vereinigung ordnung. In der Diskussion wurde auf das gute Herz" des Agitationskommission gewählt, welche das weitere zu veranlassen hat. der Berliner Konsumvereine. Der Vorstand sowie Aufsichtsrat und Gemeindevorstehers hingewiesen, der anläßlich eines Aufrufes zu einer Ueber das Verhältnis der politischen und gewerkschaft- Abteilungsleitungen behalten ihr Amt so lange, bis das in Be- privaten Sammlung auf die heutige unbegrenzte, aus Anlaß des lichen zur genossenschaftlichen Bewegung und die Bedeutung arbeitung stehende neue Statut vollendet ist. der letzteren für die Arbeiter sprach Reichstags- Abgeordneter Peus Gegenerklärung. Zur Klarstellung des in Nr. 287 des in einer gut besuchten Volksversammlung, die am Dienstag in Peters|„ Vorwärts" veröffentlichten Versammlungsberichts des Fachvereins Gesellschaftshaus, Alt- Moabit, stattfand. Von dem Gedanken aus der Maurer, den Kollege Gustav Beder teilweise als unwahr gehend, daß es nun, nachdem die politische Partei der Arbeiter und bezeichnet, sehe ich mich genötigt richtig zu stellen, daß freilich ein die Gewerkschaften so fest gegründet seien, daß keine reaktionäre lokalorganisierter Kollege auf Veranlassung des Verbandskollegen Gewalt sie mehr vernichten könne, an der Zeit sei, auch die Arbeiter Georg Becker entlassen wurde, welches Gustav Becker vor Gericht als Konsumenten zu organisteren, legt der Vortragende die Zwed selbst zugegeben hat. mäßigkeit und Vorteilhaftigkeit der Konsumvereins- Bestrebungen eingehend dar und zeigt, was an verschiedenen Orten in dieser Hinsicht schon erreicht ist und welche Entwicklungsmöglichkeiten auf diesem Gebiete vorhanden sind. Der Redner hebt u. a. die Bedeutung der erziehe rischen Kraft hervor, die von solchen Organisationen ausgeht und weist ferner auf den fundamentalen Unterschied hin, der zwischen einer Organisation von Konsumenten, die die Produktion in die Hand nehmen und einer Produzentenorganisation besteht; Produktion innerhalb der Konsumgenossenschaften nüüsse die Losung für die nächste Zukunft sein. An den mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrag schloß sich eine längere Diskussion. Mehrere Anträge und Refolutionen fommen auf Wunsch des Vorfizenden, Genossen Walther, Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Donnerstag, 12. Dezember. Opernhaus. Margarete. Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. Ein Sommernachtstraum. Anfang 72 Uhr. Deni zweiten Absatz der Berichtigung, in dem Gustav Beder selbst zugiebt, als Arbeitervertreter einen Unternehmer vertreten zu haben, ist von mir nichts hinzuzufügen und überlasse ich das Urteil hierüber den Parteigenossen. Daß ich in der Baubude gesagt habe, eine Maßregelung liegt nicht vor, ist richtig; nur ist diese Aeußerung von mir gefallen, nachdem die Beckers erklärten, an der Entlassung des lokalorganisierten Kollegen außer Schuld zu sein, und die Erklärung des Poliers, daß Georg Becker zu ihm gejagt habe, Mensch, schaff Dir bloß den Kerl vom Halje", noch nicht vorlag. Der Hergang der betreffenden Geschichte ist in Nr. 49 der„ Einigkeit“ unter der Ueberschrift Auch ein Agitator" wahrheitsgetreu erzählt. Julius Gehl. Urania. Passage- Theater. Casino- Theater. Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Ueber den Wolken Invalidenstr. 57/62. Tägl. Sternwarte. Neues Overn Theater( Stro). Passage- Panopticum. Geschlossen. Schiller. Die schöne Melusine. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Der rote Hahn. Anfang 72 11hr Berliner. Alt- Heidelberg. Anfang 712 Uhr. Leffing. Heimat. Anfang 72 Uhr. Nesidenz. Sein Doppelgänger. Borher: English spoken. Anfang 72 11hr. Nenes. Coralie u. Co. Anfang 71 116r. Westen. Rigoletto. Anfang 72 Uhr. Secessionsbühne. Detlev Liliencrons Buntes Brettl. Ausang 8. 116r. E. v. Wolzogens Buntes Theater ( Ueberbrettl). Anfang 8 Uhr. Schall und Ranch. Vorstellung. Anfang 81/2 Uhr. Central. Die Geisha. 712 Uhr. Anfang Thalia. Die Badepuppe. Anfang 71/2 Uhr. Neu! Der indische Neu! Doppelmensch! 4 Arme, 4 Beine, 1 Kopf, lebend. Castans Panopticum. Neu! Neu! Das neueste Wunder der Elektricität: Vorführung d. Telegraphie ohne Draht. Vorstellungen von 11 bis 1 Uhr und 4-10 Uhr. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurterstr. 132. Luifen. Schiedsmann Hempel. An Der Märchenbrunnen. fang 8 Uhr. Carl Weiss. Der Märchenbrunnen. Vorher: Adelaide. Anfang 8 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Offenbach- Cyklus. Parijer Leben. Anfang 72 Uhr. Belle Alliance. Kein Hüsung. Anfang 8 Uhr. Casino Theater. Weihnachten. Mädchenjäger. Specialitäten. Anfang 8 Uhr. Orpheus. Specialitäten Borstellung. Anfang 8 Uhr. Boffe mit Gejang in 4 Atten von K. Junge. Musik von. Wicher Borher: Adelaide. Charaktergemälde in 1 Aft v H Müller. Anfang 8 Uhr. Ab 25. Dezember: Operetten- Saison. Central- Theater. Anfang: Sonntags 3, Wochentags 5 Uhr. Ende 11 Uhr. Grosses Festprogramm des Weihnachtsmonats. Mme. Jourda in ihrer grossartig. Imitation der Sada Yacco. Die Harrison- Truppe. Hella v. Schmidt. Lotte Sebus. Sisters Pontelli. ,, Mascagni" etc. etc. 16 neue erstklass. Nummern. Metropol- Theater. Vorletzte Woche: Schön war's doch. Gr. Berliner Ausstattungsposse mit Gesang u. Tanz in 5 Bildern. Thomas, Josephi, Bender, Frid- Frid, de Veré, !! Bender als Saharet Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Apollo- Theater. Sensationeller Erfolg durch Neubesetzung u. Umarbeitung der Ausstattungs- Burleske: König Aqua mit Willi Walden, Georg Kaiser, Emil Richard, Arnold Rieck, Martin Kettner, Emmy Kröchert. Ferner: Lothringerstr. 37. Neu! Das Volksstück: ,, Weihnachten". Neu! Die Gesangsposse:„ Mädchenjäger". Sens. Spec. Progr. Corradini. Anf. Woch. 8 Uhr. Sonnt. 712 llhr. Arbeitsmangels herrschende Notlage der ärmeren Schichten der Be völkerung hingewiesen hat; der Befürtwortung einer Petition für etwa auf Kosten der Gemeinde vorzunehmende Notstandsarbeiten glaubten die Anwesenden jedoch entraten zu dürfen, da privat" und " amtlich" zweierlei Dinge find. Nach der mit Beifall aufgenommenen Aufforderung des Vorsitzenden, sich politisch und gewerkschaftlich zu organisieren, ging die Versammlung auseinander. „ Es werde Licht!" Verein zur Unterhaltung und Belehrung. Heute Vortrag des Herrn abend 8½½ Uhr, Dresdenerstraße 45: Versammlung. A. Domnick über„ Die modernen Reproduktionsverfahren". Verband deutscher Barbiere, Friseure und Berrückenmacher ( 3weigverein Charlottenburg), Bismarckstraße 34 bei Wernicke, abends 10 Uhr: Sizung. Gäste willkommen. Vegetarier Vereinigung, Centrale Berlin. Donnerstag, den 12. Dezember, abends 8 Uhr, im Lokale Gontardstraße 5 I: Vortrag des Herrn Baumeister Lilienthal über„ Die Verbesserung unsrer Wohnungen". Gäste willkommen. Verein für Kinderpsychologie zu Berlin. Freitag, den 13. De gember 1901, abends 8 Uhr, im Psychologischen Institut der Universität, Dorotheenstr. 95/96, III( Ecke der Charlottenstraße). Vortrag des Herrn Universitäts- Profeffors Dr. C. Stumpf: Eigenartige sprachliche Entwicklung eines Kindes. Um pünktliches Erscheinen wird gebeten. Orpheus- Theater. Friedrichstr. 236. Das neue Dezember- Programm. 28 internationale Künstler 1. Ranges, unter anderm die Cantomimen und Chansons animés in der Pariser Original Besetzung. Anfang 8 Uhr. = Cirkus Renz- Konzert- Tunnel Wochentags 7.Uhr. Sonntags 5 Uhr. Karlstrasse. 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An- Operette in 3 Aften v. Sidney Jones. La Roland. Georg Kaiser. fang 8 Uhr. 2 Morgen Anfang 72 Uhr. JubiläumsApollo. Specialitäten Vorstellung. Vorstellung. Zum 200. Mal: Die König Aqua. Luftballett„ Grigo: Puppe. Operette in 3 Akten von tatis". Anfang 8 1hr. Passage Theater. = Specialitäten: Borstellung. Anfang nachmittags 5 11hr Paisage Panoptikum. = täten Borstellung. Specialis Neichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Palast. Specialitäten- Vorstellung. E. Audran. Kasseneröffnung 7 Uhr. Anfang der Vorstellung 8 Uhr. Deutsche Konzerthallen. Schall und Rauch, An der Spandauer Brücke 3. Unter den Linden 44. Donnerstag, 12. Dezember 1901, abends 812 Uhr: Vorstellung vor Serenissimus. Großstadtzauber. Anfang 8 Uhr. Auftreten der Harfen-Virtuosin Urania. Taubenstr. 48/49.( mu. Sängerin Mlle. Jeanne de la Praz Morgen u. die folgenden Tage: Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Dieselbe Vorstellung. Ueber den Wolken." Invalidenstraße 57/62. Täglich: Sternwarte. Cirkus A. Schumann. Donnerstag. d. 12. Dezember, abends 72 Uhr: Schiller Theater Elite- Abend Gala- Programm ( Wallner: Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: Die schöne Melusine. Dramatische Dichtung in 4 Auszügen pon Georg Reide. Freitagabend 8 1hr: Die schöne Melusine. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. Neu! Neu! U. a. zum 12. Mal: Allabendlich stürmischer Beifall! The Louisiana Amazon- Guard Zum erstenmal auf dem Kontinent Schwarze Damien aus dem Staate Louisiana, darunter die schwarze Patti. Mr. Thompsons wunderbar dressierte Elefanten. Heute und folgende Tage: Direttor Albert Schumanns neueste Die Badepuppe. Große Ausstattungspoffe mit Gesang und Tanz in 3 Aften. Paula Worm a. G. Guido Thielscher, Helmerding, Junkermann, Paulmüller, Wannovius, Junker- Schatz. Anfang 7½ Uhr. Sonntag, den 15. Dezember, nach: mittags 3 Uhr, fleine Preise: Die drei Haulemännerchen. Original Dreffuren und die neuen Specialitäten. Zum Schluß zum 61. Mal: Der Schlager der Saison: Quer durch Varis ( A Travers Paris). Schlußatt: Nordseebad Scheveningen Größte und glänzendste Ausstattungsund Waffer Pantominie in 8 Aften. Vornehmst. Vergnügungslokal! Täglich: Internationale Konzerte. Specialität.- Doppel- Vorstellung von nur erstklassigen Kräften. Special- Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. Vorzügliche Küche. Gut gepflegte Biere. Reichshallen. Stettiner Sänger. Zum Schluß: Neu! 0 Tanneboom! Anfang 8 Uhr. Senntags 7 Uhr. Cirkus Busch Donnerstag, 12. Dezbr., abds. 72 Uhr: ,, Klondike". Origin Pantomime des Cirkus Busch. MenagerieCirkus mit 15 Wagen trifft im Laufe dieser Woche, yon Chemnitz kommend, in Berlin ein und wird in dem grossen Exercierhause am Prenzlauer Thor, Lothringerstr. 1-7 Aufstellung nehmen. Die Menagerie führt Tiere aus allen Weltteilen mit sich, unter andern: 10 Löwen von seltener Pracht und Schönheit, Königstiger, Leoparden, Panther, Jaguare, Silberlöwen, Hyänen, Eisbären, E. von Wolzogens Buntes Theater( Ueberbrett!) Köpnickerstr. 68. Gastspiel der japanischen Truppe Sada Yacco Kawakami Gerichtsscene aus dem Kaufmann von Venedig, in japanischer Umdichtung. Vorstellung des Bunten Theaters. U. a.: Der unverschämte von Raoul Auernheimer; Der Nacht: wandler, Musik von R. Schönberg; Brunnenzauber, Musik von Bepler; Das tote Eichhorn von Rudolf Presber. Anfang 8 Uhr. Palast- Theater ( früher Feen- Palast) Burgstr. 22. Direktion: Winkler u. Fröbel. Ganz Berlin lacht! und amüsiert sich über das neue riesengroße Dezember- Programm. Um 9 Uhr die allabendlich mit toloffalem Beifall aufgeführte erfolgreiche Ausstattungs- Gesangsburleske Großstadtzauber Hugo Luftig: Direktor R. Winkler. Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Billet- Vorverkauf v. 11-1 Uhr. Sanssouci Kottbuserstr. 4 a. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag Hoffmanns Norddeutsche Sänger Nach jeder Soiree: Tanz. Neu! Neu! Neu! Lehmanns Heimkehr. Entree 50 und 75 Bf. Wochentags Anfang 8 Uhr, Entree 30 u. 50 Pf. Wochentags Vereinsbillets gültig und Tanz frei. Alle andern Tage bleiben die Säle zu Festlichkeiten und Berfammlungen frei. W. Noacks Theater. Brunnenstraße 16. Der Glöckner von Notre Dame. Romantisches Drama in 8 Bildern von Chart. Birch- Pfeiffer. schwarze a braune Bären, russische, u sibirische Heute Tanz- Kränzchen. Wölfe, Schakale, Dingos, Lamas, Zebus, sowie Gespenster- u. Panzertiere. Ein& Fuss langer Seelöwe, Kondor, Pelikane, Kasuare u. Reptilien aller Art. Eine Kollektion Riesenschlangen, darunter die grösste und gewaltigste Schlange der ganzen Erde. Das grossartigste und neueste auf dem Gebiete der Raubtier- Dressur. I. Teil: Auftreten des Frl Remo mit einer Meute Wölfe und Hyänen. II. Teil: Auftreten der berühmten Dompteure Miss Helio mit 5 prachtvollen Löwen. III. Teil: Die wilde Jagd mit Königstiger im Feuerwagen, ausgeführt von Mstr Stefano Gumberto, die hervorragendste Leistung auf dem Gebiete der Raubtier- Dressur. IV. Teil: Der Löwen- Ringkampf, ausgeführt von Miss Helio mit dem Löwen,.Nauke", das grösste Wagestück, welches jemals im Leben eine Dame ausgeführt hat. Sodann Vorzeigung der Riesenschlangen, darunter die grösste Schlange der Welt. V. Teil: Die Fütterung. Seelöwen, Eisbären, Pelikane werden mit Seefischen gefüttert. Haupt- Dressur und Fütterung finden nachmittags um 4, 6 und 82 Uhr statt. Entree: 1. Platz 1 M., 2. Platz 50 Pf., 3. Platz 20 Pf. Kinder bis 10 Jahren zahlen auf allen Plätzen die Hälfte. Eigene elektrische Beleuchtung. Die Eröffnung wird später bekannt gegeben. Alles Nähere durch Anschlagsäulen. Die Direktion. 2518b* Freitag: Die beiden Waisen. Knaben- Garderobe am billigsten und reellsten direkt m der Fabrik von 12937* Karl Hustädt, O., Koppenstrake 85, parterre, 2 Min. vom Schlesischen Bahnhof. Gelegenheitskäufe! 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