Nr. 301. Abonnements- Bedingungen: Abonnements Preis pränumerando: Wierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 mt., wöchentlich 28 Pfg. fret ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntagss Nummer mit illuftrierter SonntagsBeilage, Die Neue Welt" 10 Pfg. PoftAbonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Post- Beitungss Preisliste für 1901 unter Mr. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 8 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Dolksblaff. 18. Jahrg. te Insertions- Gebinge beträgt für die sechsgespaltene Rolonet geile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Bfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für bie nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in berExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: " Sorialdemokrat Berlin". Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Mittwoch, den 25. Dezember 1901. Die nächste Nummer unfres Blattes die geweihte Nacht, aus der erlösendes Licht anbrechen sollte, wird erscheint am Sonnabendmorgen. Mit dem 1. Januar 1902 eröffnen wir ein neues Abonnement auf den ,, Vorwärt8" mit seinem wöchentlich fünfmal erscheinenden Unterhaltungsblatt und der Sonntags- Beilage ,, Die Neue Welt". Im Unterhaltungsblatt beginnen wir am 1. Januar mit dem Abdruck des Romans Foma Gordjejew Bon Magim Gorki. Für Berlin nehmen sämtliche Beitungsspebiteure sowie unfre Expedition, Beuthstr. 3, Bestellungen entgegen zum monatlichen Preise von 1 Mark 10 Pfennig frei ins Hand. Für das übrige Deutschland nehmen sämtliche Postanstalten Bestellungen zum Preise von Bon geweihter Nacht geht ein feierliches Raunen. Aber frebelhaft entweiht durch das Unrecht, das grenzenlos alle Beziehungen der Menschen verdunkelt und jedes Aufleuchten des Lichts erstickt. Im christlichen Staat wird der Erdenfrieden verwirklicht durch den Bau von Kasernen, durch die Zwangserziehung der Kinder zum Niederschießen von Vater und Mutter, durch gierigen Wetteifer der Nationen um die mörderischste Kriegswaffe. Im christlichen Staat wird Gott angerufen, daß er den Sieg gebe über ein kleines, tapferes volt, das die Heimatliche Scholle todesmutig verteidigt. Im christlichen Staat wird Christlichkeit geübt durch Raub und Plünde rung, durch grausames Morden von Frauen und Kindern. Und christliche Staaten müssen dies christliche Werk Jahre aus Jahre ein ungehindert geschehen lassen, da sie allesamt Staaten der chriftlichen Herrschpolitik sind, die andern Völkern Land stiehlt und sie durch Summengewalt zum Ertragen des Unrechts zivingt, die dem Gefängnis überliefert diejenigen, welche sich weigern, den Widerchrist Christ zu nennen. Im christlichen Staat wird die Liebe und das Recht verwirklicht durch die Herrschaft des Goldes. Der christliche Staat ist der Staat der Millionäre und Milliardäre. Im christlichen Staat wird der Prasser satt von der Mühsal der Arbeitenden, gesund von der Krankheit der Ueberarbeiteten, langlebig vom vorzeitigen Sterben der Notleidenden. der Armen, fittlich von der Entfittlichung der Franen und Töchter 1 Mart 10 Pfennig pro Monat ( ausschließlich Bestellgeld, 14 Pfennig pro Monat) entgegen.( Eingetragen ist der Vorwärts" in der Post- Beitungsliste unter Nr. 7671.) Und als schönster Schmuck und höchste Krönung ist auf den Jm Auslande tann der„ Borwärts" gleichfalls bei der Post Weihnachtsbaum, den der christliche Staat errichtet, das christliche bestellt werden; der Abonnementspreis beträgt vierteljährlich Staatsgesetz des Brot touchers gesteckt. Die eifervollsten 5 Fr. 1 Cts. in Belgien, 8 l. in Holland, 8 Kr. 59 Dere Christen des christlichen Staates sollen gelohnt werden durch die in Dänemart, 5 Fr. 71 Cts. in Italien, 5 Fr. 15 Cts. in Milliardengabe aus der Bezollung der Volksnahrung. Sie feiern Luxemburg, 4 Sr. 66 Heller in Oestreich Ungarn, 6 Fr. frohe Weihenacht, denn es wird ihnen zur Wahrheit das ersehnte 10 Cts. in Rumänien, 4 Sr. 17 Oere in Schweden, 5 Fr. in ber Schweiz; 9 M. in Frankreich, England, Spanien und Evangelium: Nehmen ist seliger denn geben! Portugal, den Bereinigten Staaten von Nord= Aber das heuchlerisch betrogene Bolt wendet sich von der amerika und andren zum Weltpost verein gehörenden außer- schmählich entweihten Nacht, deren Friedenshoffen im Donner der europäischen Ländern. Kanonen, deren Liebeswort in unmenschlichem Haß begraben wurde. Es erfüllt sich mit heiligem Zorn wider die große Lüge, welche die Missethat vollführt im Namen des Evangeliums, welche das Liebesfest durch den Vorsatz der Marterung des Nebenmenschen begeht. Das Volk feiert fein frohes Fest. Unter Kreuzband direkt von der Expedition bezogen kostet der Vorwärts" pro Monat 2 Mart immerhalb Deutschlands und feiner Kolonien und in Oestreich- Ungarn, im Ausland 3 Mark pränumerando. Redaktion und Expedition des Vorwärts". Entweihte Nacht. Nicht feiert unser Bolt ein frohes& e ft. Schivere Nebel brücken das Land; der Sonne freudiges Licht ist umdüstert und vermag nicht Hoffnungen erweckend die Herzen der Menschen zu erhellen. Nicht vermag es fönstliche Seelenfriedenn zu finden nach Tagen harten Ringens um die Notdurft des Lebens, nicht dürfen die Männer und Frauen des Volkes ein Fest begehen in froher Zuversicht, daß ihr nächster Tag und die Tage ihrer Kinder geordnet und gefichert sind. Die strenge Not der Zeit, die schwere Hand der Bes brückung, die auf den Leibern lastet und die Geister beugt, die dräuend ragende Gefahr neuen Unheils wehrt den unbefangen frohen Sinn und umdüstert das schivache Licht, das in der Behausung des Arbeiters den verlangenden Kindern entzündet wird. - Doch ist das frohe Fest der Nt a st verwehrt, so mag denn ein Fest des Rüstens uns bereitet sein! Wurde die Nacht froher Liebesbotschaft entweiht durch ihrer Verkündiger Liebesleere, so sei denn eine neue Weihe ihr gewonnen durch das erlösende Birken einer erneuten weltumgestaltenden Lehre, deren Träger, auch in den Krippen der Armut geboren, in neuer Art Erquickung und Erhöhung der Menschheit verkündet. Expedition: SW. 19, Bently- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. Vorjahr von 1 219 599 To. Winterweizen und einem Plus von 250 441 To. Sommerweizen ein thatsächlicher feststellbarer Verlust bon 167 664 000 M. für Weizen. Auch aus dieser Bahl ergiebt fich, daß meine Schäßung im Mai d. J. der Wirklichkeit sehr nahe gekommen ist. Was die Ernte von Roggen betrifft, so habe ich den Ausfall an Winterroggen auf 713 000 To. geschätzt, während er nach der amtlichen Veröffentlichung 598 797 o. beträgt. Ich schätzte den Ertrag auf rund 5 600 000 To., während er nach der amtlichen Veröffentlichung mit 5 719 324 To. zu benteffen ist. Bei einer Bugrundelegung des Roggenpreises von 145 M. per Tonne schätzte ich im Monat Mai den Verlust auf rund 103 000 000 m., während er jetzt thatsächlich nach Abzug des Mehrertrages in Sommerroggen noch auf 80 880 000 m. zu veranschlagen ist. Den Gesamtverlust, den die Landwirtschaft allein in Brotgetreide Weizen und Roggen erleidet, schätzte ich auf 286 750 000., während er nach den amtlichen DezemberAngaben unter Berücksichtigung des Anbaues von Sommergetreide jegt auf 248 544 000 m. zu ermäßigen ist." Der einzige Vorteil, den die Landwirtschaft aus der diesjährigen Körnerernte hat, ist darin zu suchen, das in Gerste und Hafer beträchtlich mehr eingebracht wurde als im vorigen Jahre und zwar bei ersterer ein Plus von 281 999, bei letzterer von 114 888 Tomen. Niemand wird behaupten wollen, daß ein Plus von etwa 280 000 Tonnen Gerste und 110 000 Tonnen Hafer die enormen Verluste in Roggen und Weizen wettmachen könnte." Die Eingabe enthält vorausgesetzt, daß sie genau dem von dem agrarischen Blatt mitgeteilten Wortlaut entspricht einen Fehler. Graf Schwerin hat, so viel wir wissen, in seiner früheren Berechnung für Weizen nicht einen Preis von 170, fondern von 175 M. pro Tonne zu Grunde gelegt; er schätzte den Ausfall auf 1,05 Mill. Tonnen und erhielt, indem er die Tonne mit 175 M. in Rechnung stellte, einen Gesamtverlust an Weizen von 183,75 Millionen Mart. Doch diefer Irrtum ist nebensächlich; was auch Graf Schwerin zugeben muß, ist, daß seine Schätzung zu hoch war, daß er die bedeutenden Mehrerträge an Sommerweizen und Sommerrogen nicht mit in Anschlag gebracht hat und daß ferner das Deficit an Brotgetreide durch die größere Hafer- und Gersten- Ernte wenigstens zu einem guten Teil wieder ausgeglichen wird. er Indes richteten sich überhaupt von vornherein die Angriffe weit weniger gegen die vom Grafen von Schwerin veröffentlichten Saatenstands- und Ernteschäßungen, als gegen die absurde Verlustrechnung, die er aufzustellen beliebte, und die Berechtigung dieser Angriffe wird durch die neue Eingabe in feinem Punkte widerlegt, sie wird viel mehr vollinhaltlich bestätigt. Als Verlust kann der Landwirt immer nur rechnen, was er thatsächlich bei der Umackerung der mit Winterkorn bestellt gewesenen Fläche zugesezt hat, also die Ausgaben für die Saat, für die Bestellung des Ackers und den Dung; für legteren übrigens auch nur einen Teilbetrag, da seine Kraft keineswegs durch die mißglückte Wintersaat voll ausgenutzt worden ist. Graf Schwerin stellt aber nicht nur diesen Verlust in Rechnung; Kümmernis und Not nisten in den Wohnstätten unsres Boltes rechnet einfach als Verlust die Preissumme des Korns, das und die Lichter am schmächtigen Weihnachtsbaum, die der Arbeitsmöglicherweise der Landwirt auf der umgepflügten Fläche mann seinen Kindern entzündet, vermögen nicht zu erwärmen und hätte ernten können; in diesem Preis aber steden auch erquickende Freudigkeit nach langer harter Arbeitszeit zu entfachen. die Ausgaben für Mähen, Binden, HereinNur eine kurze Rast ist den Ermatteten gewährt nach schwerer Mühsal, freudlose Rast in der Gewißheit baldig erneuter Qual, bringen, Dreschen, Lagern 2c. 2c.- Ausgaben, die Nicht erbt unser Volt jene Wunder und Dogmen der alten der Landwirt infolge des Umpflügens der mit Wintergetreide und für Zehntausende die schwerere Not, der Arbeitsmühsal ent- Lehre, die vor der Wahrheitsforschung menschlicher Vernunft ger- bestellt gewesenen Fläche sämtlich erspart hat. Aber nicht ledigt zu sein und die viel härtere Not der Arbeitslosigkeit zu dulden. rinnen mußten. Wohl aber hütet es treu ihren edelsten Gehalt, das nur, daß der Herr Graf Ausgaben als Verluste berechnet, Auf der Schwelle der Armen tauert der Hunger; in die Klänge der deal der Liebe und der allmenschlichen Brüderlichkeit, das geläutert die der Landwirt gar nicht gehabt hat, Weihnachtsglocken, die feierlich von den Domen ertönen, mischt sich und befähigt für die Wirklichkeiten des Lebens auferstanden ist in auch den Entgang an Gewinn, er zählt den vielleicht die bange Klage der Entbehrenden, der verzweifelte Schrei der der Verkündigung des Socialismus. vielleicht beim Verkauf des Getreides der Landwirt hätte erzielen können, Mutter, der das geliebte Kind in unverschuldetem Siechtum zu- Ist es nicht Zeit zu frohen Festen, so laßt uns die entwveihte als Verlust hinzu; und hiermit noch nicht genug, rechnet er sammenbricht. Nacht durch das Gelöbnis weihen, getreue Knechte zu sein im nicht den Getreidepreis loco Gutshof, sondern Aber die Christenheit feiert die heilige geweihte Nacht. Dienste des Ideals, und all' unser Wollen und Können einzusetzen, den Börsenpreis und zwar wieder nicht, obAus der Krippe der Armut sollte einst aufgehen die neue Lehre, auf daß die schöne Botschaft des Socialismus Wahrheit werde unter gleich doch Posen, Westpreußen, Ostpreußen, Pommern die umgestalten würde die ganze alte Welt des heidnischen Römer- der Menschen. reiches. Der armselige Galiläer sollte Geistesherr werden über das am schlimmsten von dem Ernteausfall betroffen worden Noch lasten die Nebel über den Fluren und verhüllen das Licht sind, die Preise in Königsberg, Danzig, Stettin usw., Imperium der Weltmacht durch das Wunderwort der Liebe des der Sonne. Aber die Tage der Sonnenwende sind gekommen, die sondern die höheren Preise an der Berliner Nächsten. Nebel werden zergehen und sieghaft wird die Sonne neues jauchzendes Börse. Und doch weiß selbst der Einfältigste, daß in diesen Auch heute wieder wie alle Jahre wird die Botschaft von der Lenzesleben eriveden. So wird auch der Sonnengedanke des Socialis Berliner Großhandelspreisen außer dem Betrag, den der Geburt des Menschenerlösers in der Krippe verkündet, der die Liebe mus die Düsternis der Not, die uns umdunkelt, durchleuchten und Landwirt erhält, die Ausgaben für das Anfahren des Geund den Frieden über die Erde breitet und die Menschen mit den Tag schaffen, da eine blühende Menschheit im leuchtenden Licht treides vom Gutshof nach der nächsten Bahnstation, der gläubiger Zuversicht in aller Not erfüllt. Eisenbahntransport von dort nach Berlin, die Koften des Umladens, des Aufspeicherns 2c. und schließlich auch die Handelsgewinne der Kornhändler stecken. Alle diese Kosten und Profite, auch die Eisenbahnfracht, das Umladen in Berlin, den Gewinn des Berliner RornHeut kündet der Römer Christentum. Heut nußen die Herren des Imperiums die Geberde des Galiläers. Heut lehrt der ErGraf v. Schwerin- Löwit will die ihm in letzter händlers, berechnet Herr Graf Schwerin als barmungslose Erbarmen. Heut mahnt der Raubende zur Demütig- Beit mehrfach von gegnerischer Seite gemachten Vorwürfe, in Verluste der notleidenden Landwirte. Es ist seinen bekannten Eingaben an den Reichskanzler vom 30. Mai gerade so, als wenn z. B. ein Stuhlfabrikant, dem eine Anroher, halbfertiger Gestelle verbrennen, als bezw. 5. Juni den Ernte Ausfall an Weizen und Roggen zahl nur das berechnen wollte, was zu hoch veranschlagt und eine ganz unhaltbare Schaden- feinen Schaden nicht für die berechnung aufgestellt zu haben, nicht auf sich sitzen lassen ihm die Gestelle foften, sondern was er für und hat deshalb an den Landwirtschaftsminister als Vor- fertigen Stühle möglicherweise hätte erhalten können, und sitzenden des königlichen Landes- Dekonomie- Kollegiums eine wenn er dann obendrein auch noch die Transportkosten und erneute Eingabe gerichtet, in der er seine früheren Schätzungen die Gewinne, die seine Abnehmer beim Wiederverkauf der zu rechtfertigen sucht. Er führt nach der Mitteilung der Stühle einstecken, zu seiner Verlustfumme mit hinzu addiert. Deutschen Tagesztg." folgendes aus: Eine furiose Rechenleistung, die jedoch keineswegs eine Seltenheit in der agrarischen Algebra ist. Doch diese Botschaft tommt von den Lippen derer, die felbst das neue Römerreich gegründet haben, die das Imperium der Gewaltthat und der Menschenbedrückung aufrichteten und deren allgesamtes Thun und Trachten nichts andres will als Herrschaft und Macht zu sichern und zu mehren. keit und der Verwüster des Nebenmenschen zur Liebe des Nächsten Die chriftliche Verkündigung der Herrschenden unsrer Tage bedeutet die verruchteste Komödie der Unfittlichkeit, die je in der Welt geschichte gespielt wurde. Erstände der arme Zimmermannssohn von Galiläa wieder in dieser Zeit, er würde laut sein Wort erheben: Ich bin nicht gekommen, den Frieden zu bringen, sondern das Schwert! Er würde die Wechsler und Wucherer aus dem Heiligtum jagen. Er würde sagen: Gottlos ist die Gewaltthätigkeit, doch das gott Loseste ist der Frevel, der sich in das Gewand der Tugend kleidet! Friede auf Erden! verkündet der christliche Staat. Aber Habsucht und Herrschbegier find die treibenden Mächte seines Thuns. Liebe deinen Nächsten wie dich selbst! erschallt es in den Kirchenhallen dieses christlichen Staates. Aber die Kirchenfrommen dieses christlichen Staates trachten, wie sie die Habe des Nächsten erbeuten, wie sie den Nächsten sich zum Sllaven machen. wandelt. Politische Neberlicht. Berlin, den 24. Dezember. Agrarische Verlustrechnungen. Was den Ernteertrag in Weizen betrifft, so schätzte ich den selben im Monat Mai auf 1192 000 Tonnen, während thatsächlich 1025 916 Tommen geerntet worden sind. Ich schäßte den ErnteChristliche Bauernvereine und Centrum. ausfall nach seinem Wert, indem ich den Preis von 170 M. per Tonne zu Grunde legte, auf 183 750 000 M. für Weizen. Der Centrums- Abgeordnete Amtsgerichtsrat Frißen- Rees, Lege ich heute den Preis von 173 M. per Tonne meinen Be- hat sich vor einigen Tagen in Dülken Kreis Kempen über den rechnungen zu Grunde, so ergiebt sich bei einem Ausfall gegen das Bolltarif ausgesprochen. Er äußerte sich in folgender Weise: werden Wenn man mich nun fragt, wie die Aussichten im Reichstage| städte, und sogar bis zu dem Ruhrrevier. Um diese waltige Furcht vor der amerikanischen Gefahr ausfür die Zölle sind, so kann ich nur sagen, Zölle von 71/8 M. für Leute nun für Getreide, wie sie der Bund der Landwirte und unsre Bauernvereine in den Versammlungen von den Führern der Bauernbewegung die Zölle zu erwärmen, fie zeichnet. verlangen, werden, darauf müssen Sie gefaßt sein, nicht bewilligt mit der Redensart geängstigt, wenn der Getreidebau nicht unterlassen hat, aus seinen eignen Erfahrungen die ganze Merkwürdig ist nun, daß der besagte Boltsvertreter es bisher werden; das acceptiert die Regierung nicht, da bei hohen Zöllen keine Handelsverträge denkbar sind. Andrerseits ist lohnender würde, würden die Großgrundbesitzer zur Vich- Größe der amerikanischen Gefahr zu schildern, die sich sowohl für die eine große und entscheidende Mehrheit für einen mäßigen Zoll- haltung übergehen und den Kleinbauern die Preise verderben. deutsche Wirtschaftskraft als auch für die deutsche Frömmigkeit in schutz nach der Regierungsvorlage von ungefähr 5 M. oder etwas Durch dieses Schreckgespenst veranlaßt, schreien vielleicht einige dem Fall unfres Abgeordneten äußerst fühlbar gemacht hat. darüber, sicher." von den Kleinbauern in den Versammlungen mit, aber die Herr- nun er wird ja seinen Namen und seine Erfahrungen Mit diesen Ausführungen ist die Rheinische Volks große Masse sind Zollgegner. wohl selber demnächst im Reichstage zum besten geben, dieser stimme", das christliche Bauernorgan, nicht zufrieden; ihr Im übrigen sind die Gegensätze" im Centrum über das fromme Herr also unternimmt des öfteren Studienreisen nach genügt der Sechs- Mark- Zoll, den Frigen zugestehen will, nicht. Maß" des Wuchers nicht sehr tragisch zu nehmen. Im Amerika. Auf einer dieser Fahrten gelangte er auch an einem Sie schreibt furz und bündig: Gegenteil, den Herren ist es ganz angenehm, daß der An- Septembertage in eine große nordamerikanische Stadt. Allhier erschein erweckt wird, als ob der Fünf bis Sechsmart- Zoll griff den Mann ein ungestümer Anfall von christlicher Nächstenliebe, tein Wucher sei. die dieses mur an Geschäfte denkende ideenlose Amerita natürlich raubgierig ausbeutete. " 1. E. ist es nicht Sache der Abgeordneten zu fragen: Was bewilligt die Regierung und was nicht", sondern: Was ist billig und gerecht?" Wenn die Regierung sieht, daß eine Mehrheit für den 712 Mart- 3oll vorhanden ist, so wird dieselbe sich u. E. nicht ablehnend verhalten." " " christlichen" Brotzölle eintritt, betragen sie" nur" 6 Mark oder Jeder katholische Arbeiter und Kleinbauer, der für die 7/2 Mart, versündigt sich an seinen eignen Interessen. * * starh Deutsches Reich. Ein amerikanisches Blatt schildert das feltsame Geschehnis wie folgt: Gleichzeitig rechnet die„ Volksstimme" nun auch mit dem Centrums Abgeordneten Richard Müller- Fulda ab. Müller hatte Das Geschick wollte es, daß er am Abend des 21. September, feiner Zeit in einer Versammlung gesagt,„ er" finde es einem Sonnabend, gerade als er sein Hotel verlassen wollte, von gewissenlos, wenn man den Landwirten einen Zollsaß von einer hübschen weiblichen Person angeredet wurde; der ermunternde 7,50 Mart vorgaukle. Es habe sofort nach der Versamm- Die Wahl in Wittenberg. Die" Post" will es noch immer Blick dieser Dame nahm den Herrn Abgeordneten wie mit einemt lung ein Briefwechsel zwischen dem Vorstand des nicht wahr haben, daß das Ergebnis der Wittenberger Reichstags- Zauberschlage gefangen. Mit der Höflichkeit, die nun einmal den Rheinischen Bauern Vereins und Müller- Fulda statt- wahl für die Parteien des Brotwuchers eine schwere Niederlage Deutschen ziert, und dem umgänglichen Wesen eines Weltmannes gefunden. Diese Schreiben seien aber bis jetzt nicht ver- bedente. reichte er und fte in reichte er der Dame seinen Arm und erbot sich, sie in sicherer Hut öffentlicht worden, weil man in christlichen Bauernkreisen der = Ansicht gewesen sei, daß Müller mit seinen Anschauungen in der Centrumsfraktion allein dastehen würde. Nachdem aber jekt wieder ein Centrums Abgeordneter, der sein Mandat hauptsächlich christlichen Bauern verdanke, sich ablehnend zu den Forderungen der Bauern geäußert, sei es an der Zeit, die Briefe zu veröffentlichen. In dem Briefe, den der Vorsitzende des Bauernvereins, Graf v. Spee, am 22. Oktober d. J. an Herrn Müller geschrieben hat, fragt der Graf an, ob jene Aeußerung auf Wahrheit beruhe: " Ich möchte annehmen, daß eine solche Aeußerung und in dieser Form nicht gefallen ist, denn dadurch würde den christlichen Bauernvereinen und ihren Führern eine gewissenlose Vorspiegelung falscher That sachen vorgeworfen. Die Führer der christlichen Bauernvereine haben den Mitgliedern derselben diesen Zollsatz für Weizen und Roggen vorgeschlagen und zur Aufstellung empfohlen. Sie werden sich nicht verhehlen können, daß die verantwortliche Stellung als Führer der christlichen und für mich speciell des Rheinischen Bauernvereins uns nicht gestattet, zuzugeben, daß von irgend einer Seite derartige Vorwürfe gegen uus erhoben werden. Nun, wir erwarten, daß die Stichwahl auch die" Post" über- vor dem Gesindel zu geleiten, das namentlich in der Nacht zum zeugen werde. Wir sind durchaus der Meinung, daß es angesichts Parteigenossen im Kreise Mann für Mann dem Abg. Barth ihre der gegenwärtigen Situation geboten sei, daß unsre Stimme geben werden. .the Sonntag den Weg durch die Woodward Avenue gefährlich macht. Sie nahm gern den ihr zärtlich angebotenen Arm an und das Paar Die Dame schien gleichfalls von dem Fremden entzückt zu sein. ging von dannen. Was nun weiter geschah das hüllt sich in Die Kunstrede des Kaisers im Spiegel des Auslands. tiefes Geheimnis. Nur eines steht fest, nämlich, daß der Herr Die Londoner„ Daily News" schreiben über die Kaiserrede: Abgeordnete eine Weile nachher in einer Straße wieder zum Vorschein " Der Kaiser meint, daß die Kunst nur das Schöne von der kam und spornstreichs zu einem Polizeibureau eilte, um dort zu Natur nehmen sollte. Jedoch es ist eben nicht alles schön an der erzählen, daß er beraubt worden sei. Die Kriminalpolizisten Kane und Natur. Ein Kunstwerk, das die Misere des täglichen Lebens zeigt, Cotter erfuhren von ihm, daß ein Weibsbild ihm um 247 Dollars fann vom fünstlerischen Standpunkt größer und erhabener sein, als beraubt habe; als Zeichen dieser Unthat zeigte er eine leere BriefElend feine Karikatur machen; aber das wäre wieder unnatürlich. Staubes verweigerte der Herr Abgeordnete seltsamerweise jede die vollkommenste Wiedergabe des Schönen. Natürlich darf man vom tasche vor. Auf die Frage nach den näheren Umständen dieses und würde nichts zu thun haben mit der modernen naturalistischen Auskunft. Schule... 2erest chagins Bilder geben die Greuel und das Elend des Krieges mit einer geradezu abstoßenden Naturtreuheit Wir hoffen, daß der durch Amerika in so schiverer Weise geschädigte wieder, und doch verschlagen wir ihren erzieherischen Wert viel Mann im Reichstag mun aller Welt mitteilen wird, wie gefährlich Amerika ist! höher, als die stereotypen Bilder, herrlichen und welche den Krieg ber= die berühmten Monarchen int den ummöglichsten Situationen darstellen. Wir wissen nicht, auf welchem Graf Arnim ist in der bürgerlichen Presse wieder zum EhrenWege die Künstler der Klassischen Zeit sich bekannt gemacht mann ernannt worden. Der Herr Graf hat den Arbeiter in Köln, haben, aber das eine ist sicher, daß heute ein Künstler, der nicht mit den er durch seinen Zwischenruf gegen Bebels Ausführungen schwer einem filbernen Löffel im Munde geboren wird, unter Umständen beleidigt hatte, sein Bedauern übermittelt und sich verpflichtet, die Herr Müller- Fulda antwortet am 24. Oktober u. a.: verhungern kann, so vielversprechend auch sein Werk sein mag. Ein fräufliche Frau des Arbeiters zur Wiederherstellung ihrer Gesundheit " Die fragliche Aeußerung, wenn folche auch nicht wörtlich berühmter Name kann in den meisten Fällen nur durch Protektion in einer Lungenheilanstalt verpflegen zu lassen. wiedergegeben ist, stelle ich nicht in Abrede. Dieselbe hat jedoch oder durch die Presse erlangt werden. Der Kaiser selbst Graf Arnim scheint Sorge getragen zu haben, daß die Mitauf die Beschlüsse des Rheinischen Bauernvereins nicht den mindesten hat manchen Stünstler zu einem berühmten Mann gemacht, der teilung der Arnimschen Sühne schleunigst in die Zeitungen gelangt Bezug, zumal mir letztere damals überhaupt noch nicht bekannt andernfalls dies Attribut nicht verdient hätte. Wenn alle die iſt, und er hat den Erfolg, daß die Blätter seine Schuld als gefühnt waren. Ich bestreite dem Verein, seinen Führern, überhaupt zahlreichen Portraits des Kaisers in aller Stille an den Wänden des erklären und ihn des Titels eines Gentlemans wieder für allen Produzenten, keineswegs das Recht, ihre Wünsche königlichen Schlosses aufgehangen würden, ohne daß sie wieder- befinden. ir würdig i'n bollem Umfange geltend zu machen, holentlich ausgestellt und photographiert würden, mancher Künstler Wir haben von Anfang an den Zwischenruf des Grafen Arnim halte dies fogar angesichts der gegnerischen Agitation, würde nicht bis auf die oberste Stufe der Leiter emporgelangt sein. nicht deshalb verurteilt, weil er für den einzelnen Arbeiter beleidigend welche die Aufhebung aller Schutzölle anstrebt, für ganz zwed- Stann es eine beffere öffentliche Bekanntmachung geben, als den sein könnte, sondern weil es charakteristisch für die Gemäßig. Meine Bemerkung bezog sich lediglich auf diejenigen, Kaiser zu malen oder ihn auf seinen Reisen zu begleiten?" sinnung eines reichen Grafen war, bei der Aufrollung welche, obwohl ihnen die Verhältnisse und das Maß des Erreich Zum Schluß wendet sich„ Daily News" gegen die Aeußerung, socialer Rotbilder gerade den vom Grafen Arnim eingeworfenen Einbaren ziemlich genau bekannt, doch den Glauben zu erwecken daß nur das deutsche Volk die großen Ideale der Kunst festgehalten wand zu erheben, daß die Not der Kinder durch die Trunksucht der suchen, als brauchten die Abgeordneten nur den guten Willen zu habe. Es sei nicht ganz verständlich, was der Kaiser hiermit gemeint Väter verursacht sein dürfte. Das Wohlthätigkeits- Schauspiel, das zeigen, dann würde ein derartiger Zollfaz auch Gesetz werden...." habe." Kunst kennt keine Grenzen und wehe dem deutschen Künstler, jezt Graf Aruim notgedrungen aufführt, ändert nichts an seinen GeHerr Müller versichert dann noch, daß sich seine Be- wenn er die großen Kunstwerke andrer Nationen unbeachtet lassen oder fimmungen und an unsrer Beurteilung dieser Gesinnungen. merfung nicht gegen den Bauernverein richte, ja, daß er hochmütig auf sie herabblicken wollte. Wir würden dann bald einen sogar mit dessen Beschlüssen, insbesondere soweit sich solche besondren deutschen Stil bekommen, der in der Kunst dieselbe Rolle auf Futtermittel erstrecken, zum Teil ganz einverstanden sei". spielen dürfte, wie die Pan- Germanen in der Politik spielen. Und Die Verlegenheitserwiderung des Herrn Müller ist mehr das will etwas sagen." als schwach. Er hält zwar die Forderung eines 7½½ Mark- teineswegs überwältigt. Bolls für eine gewissenlose Gaukelei, wenn sie aber vom chriftlichen Bauernverein erhoben wird, ist sie ganz zweck mäßig". Das Bauernorgan erklärt die Entschuldigung Müllers, diesen zwei langen weißen Marmorreihen stehen, vollständig Bestimmungen über Behandlung untergebener er habe die christlichen Bauernvereine nicht gemeint, für un- unbekannte Persönlichkeiten sind. Der Berliner weiß nichts der genauern Beachtung wegen sehr häufig verständlich, und sagt weiter, daß die Ausdrücke„ gewiffenlos" von ihrer Stellung in der Geschichte, vermutlich aus dem einfachen den Vorgesekten bekannt gegeben werden, treten die und„ Gaufler" nur auf die betreffenden Vereine gemünzt seien. Gründe, weil so wenige von ihnen überhaupt eine Stellung in der Schönheiten" des Kasernenlebens besonders in den Vordergrund; erst Bei diesen Auseinandersetzungen kommen die Abgeordneten, Geschichte eingenommen haben... Gs mag fraglich sein, ob das fürzlich berichteten wir darüber, wie in derselben Halberstädter Bei diesen Auseinanderschungen kommen die Abgeordneten, Marmarameer, wie der Berliner die Sieges- Allee jetzt neunt, Küraffterfaserne sogar zwei Civilpersonen, ein Kaufmann wenigstens soweit sie niederrheinische Kreise vertreten, in eine nicht sehr angenehme Situation, denn die Kleinbauern dort, wirklich eine wertvolle Zugabe zu dem künstlerischen Schmuck und cand. med. Bulger von einem Vicewachtmeister mit dem Degen und selbstverständlich auch die Arbeiter, mögen von einer Erhöhung des Bolles überhaupt nichts wissen. Die Kleinbauern Die amerikanische Gefahr. Im deutschen Reichstage figt ein leben am Niederrhein hauptsächlich von Viehzucht und Mann, der sich durch eine ans Heilige streifende Frömmigkeit, durch liefern ihre Produkte in die umliegenden Industrie- eine zuckerig schleimige Beredsamkeit und endlich durch eine geAbsolutismus und geistige Kultur. Bor fast einem halben Jahrhundert erschien in London zum erstenmal Thomas Buckles, Geschichte der Civilisation in England" eine Kulturgeschichte großen und tiefen Stils, ein Wert, das bleibenden Wert behalten hat als ein Dokument aus der kraftvollen Jugendzeit des enthusiastischen und wahrhaftigen bürgerlichen Liberalismus. Gerade aus diesem Geschichtswerk kann man abmessen, was der Liberalismus hätte erreichen sollen und, was er, wenigstens auf dem Kontinent, nicht erreicht hat. Die feudale und klerikale Weltmacht, die Buckle geistig zertrümmerte, ist heute stärker denn je, und der Absolutismus schuf sich im Militärstaat einen schuß- und hiebsicheren Panzer. Bereits find auch die Philosophen des Absolutismus wieder thätig, um zu beweisen, wie alles Heil im persönlichen Regiment liege, und eine servile Presse hat in millionenfacher Verbreiterung und Verflachung das Amt übernommen, das einst die Hoflitteraten des französischen Sonnenkönigs ausübten. Gelehrte, Schriftsteller, Künstler gehen wieder um, die wie wesenlose Gespenster aus der Zeit Ludwigs XIV. fcheinen und doch einen verhängnisvollen, stetig wachsenden Einfluß ausüben. Es war Thomas Buckle, der die Legende von dem goldenen Zeitalter Ludwigs XIV., von der schöpferischen, alle Gebiete der tünstlerischen und wissenschaftlichen Kultur befruchtenden Zauberwirkung des persönlichen Regiments unbarmherzig zerstörte. Jm elften Kapitel des ersten Bandes seines Hauptwverkes hat er in grandioser Wucht den„ Geist der Bevormundung" geschildert, den Ludwig XIV. in Kunst und Wissenschaft einführte. Im Folgenden fei ein Auszug des Kapitels wiedergegeben: * # Jeder Gelehrte wurde ein Vafall der französischen Krone, jedes Buch wurde mit Rücksicht auf die königliche Gunst geschrieben, und die Protektion des Königs wurde als der entschiedenste Beweis geistiger Vortrefflichkeit betrachtet. Wir sehen in der Regierung Ludwigs XIV. das merkwürdigste Beispiel von Despotismus, das jemals vorgekommen ist, einen Despotismus von der ausgedehntesten und umfassendsten Art, einen 50 jährigen Despotismus über das civilisierteste Volt in Europa, welches das Joch nicht nur ohne Murren trug, sondern fich ihm mit Heiterfeit, ja mit Dankbarkeit gegen den unterwarf, der es ihm auferlegt hatte. Militärinstiz. dns dou Halle a. G., 23. Dezember. 25 Stockprügel, eine Ohrfeige und 22 Tage Auch der Berliner Korrespondent des„ Daily Chronicle" ist it rengen Arrest, das war das Fazit eines Morgenerlebnisses für den 24jährigen Küraffter Friedrich Ernst Menge von der der zweiunddreißig Ottos, Johanns, Friedrichs und Karls, die in jenem Ehren- Regiment Bismards, „ Man ſagt nicht zu viel, wenn man behauptet, boß sie majorität 2. Eskadron des" Straffic- Regiments. Se afler höchsten der deutschen Hauptstadt ist." der gemeinste friechendste Aberglaube folgte, charakterisierten fein Brivatleben, während er in seiner öffentlichen Laufbahn eine Anmaßung und eine systematische Trenlosigkeit entwickelte, welche gulegt den Zorn ganz Europas aufregten und Frankreich eine scharfe und merkliche Büchtigung zuzogen. In seiner inneren Politik verband er sich aufs genaueste mit der Kirche und ob= gleich er dem Ansehen des Papstes Widerstand leistete, ließ er doch seine Unterthanen willig von der Tyrannei des Klerus unterdrücken. Und doch giebt es noch Leute, die im Angesicht dessen das Zeitalter Ludwigs XIV. bewundert haben wollen. Obgleich es bekannt ist, daß unter seiner Regierung jede Spur von Freiheit verschwand, daß das Volk unter einer unerträglichen Auflagenlaft erlag, daß ihm seine Kinder bei zehntausenden entrissen wurden, um die königlichen Armeen zu füllen, daß die Reichtümer des Landes in einem Maße wie noch nie vorher verschwendet wurden, daß ein Despotismus von der ärgsten Art fest gegründet wurde; obgleich alles dies allgemein zugegeben wird, giebt es dennoch selbst in unfren Tagen Schriftsteller, die von dem Ruhm der Litteratur so verblendet sind, daß sie ihn gegen die ungeheuersten Verbrechen in die Wagschale werfen, und daß sie jedes Unrecht zu verzeihen bereit sind, welches von einem Fürsten verübt wurde, bei defien Lebzeiten die Briefe von Pascal, die Reden von Bossuet, die Komödien von Molière und die Tragödien von Racine ge= schrieben wurden. Diese Methode, die Verdienste eines Regenten zu schätzen, hängt mit einem noch weiter verbreiteten Irrtum über den Einfing töniglicher Gönnerschaft gegen die Nationallitteratur zusammen. Diese Täuschung haben die Schriftsteller selbst zuerst verbreitet. Aus der Sprache, welcher sich mir zu viele von ihnen zu bedienen pflegen, tönnten wir zu dem Glauben verleitet werden, als sei eine magische Kraft in dem Lächeln eines Königs, welche den Geist des Glücklichen aufstachelt, dessen Herz es erfreuen darf. Und man muß dies nicht als eins von den harmlosen Vorurteilen, die noch die Person des Königs umschweben, verachten. Dieser Irrtum beruht nicht nur auf einem Mißverständnis der Natur der Dinge, sondern ist auch in seinen praktischen Folgen sehr schädlich. Er ist in dem unabhängigen Geist, den die Litteratur immer be fizzen sollte, schädlich, und er ist dem Fürsten selbst schädlich, denn er stärkt jene Eitelkeit, von der sie gewöhnlich eine mir allzu große Dosis besigent." Von dem Augenblick, wo die theologische Dichtung vom göttlichen Recht der Stönige schließlich verlassen wurde, folgte es not wendig, daß die Achtung, die man für sie fühlte, eine entsprechende Verminderung erlitt. Die abergläubische Ehrfurcht, womit man Was dies noch befremdender macht, ist, daß die Regierung fie früher betrachtete, ist erloschen, und jetzt flößt uns die Ludwigs XIV. vollständig verurteilt werden muß, wenn man sie Göttlichkeit, von der ihre Personen einst um= auch nur mit dem niedrigsten Maßstabe von Sittlichkeit, Ehre geben sein sollten, nicht länger eine heilige oder Interesse mißt. Eine rohe, ungezügelte Liederlichkeit, welchercheu ein. Das Maß also, mit dem wir sie zu messen haben, " wo die mißhandelt wurden. Auch der jezige Fall lag dem Kriegsgericht der 8. Division zur Aburteilung vor. Angeklagt waren der Kürassier enge wegen Gehorsamsverweigerung und Achtungsverlegung und der 22jährige Unteroffizier derselben Eskadron Ostar Bülde wegen Mißhandlung eines Untergebenen. liegt auf der Hand. Wir müssen ihr Betragen loben, in dem Verhältnis, als sie zum Glück des Volkes beitragen, über das fie Gewalt haben; aber wir müssen uns erinnern, daß wegen der Art ihrer Erziehung, und wegen der kindischen Huldigung, die ihnen immer gezollt wird, ihr Unterricht sehr mangelhaft und ihre Vorurteile sehr zahlreich sein müssen. Deswegen find wir weit entfernt zu erwarten, daß sie verständige Beförderer der Litteratur fein oder auf irgend eine Weise ihr Zeitalter auführen könnten; wir müssen zufrieden sein, wenn sie sich nicht hartnäckig dem Geiste ihrer Zeit widersetzen, und wenn sie es nicht unternehmen, den Fortschritt der Gesellschaft zu hemmen. Denn wenn der König nicht trotz der intellektuellen Mißstände seiner Lage ein Mann von sehr großem Geiste ist, so muß es sich natürlich ereignen, daß er nicht die Bedeutendsten, sondern die Gefügigsten belohnt, daß er seine Gönnerschaft einem tiefen und unabhängigen Denker ver weigert, sie aber einem Schriftsteller schenkt, der alte Vorurteile hegt und alte Mißbräuche verteidigt. Auf diese Weise ist die Gewohnheit, Männer der Wissenschaft mit Ehrentiteln und Geld zu belohnen, ohne Zweifel angenehm für diejenigen, welche sie empfangen, aber hat offenbar die Tendenz, die Kühnheit und Kraft ihrer Gesinnung zu schwächen und so den Wert ihrer Werke zu vermindern. Nach einem forgfältigen Studium der Litteraturgeschichte halte ich mich für berechtigt zu sagen, daß für ein Beispiel, wo ein Fürst einen Manu belohnt hat, der seiner Beit vorauf war, wenigstens zwanzig Beispiele an 3 uführen sind, wo er solche belohnte, die hinter ihrer Zeit zurüd waren. Die Folge ist, daß in jedem Lande, wo die königliche Gönnerschaft lange und allgemein gewährt worden ist, der Geist der Litteratur statt progressistisch zu sein, reaktionär geworden ist. Es ist ein Bündnis gemacht worden zwischen denen, die geben, und denen, die empfangen. Durch ein System von Gnadenbezeigungen ist künstlich eine gierige und bedürftige Klasse von Menschen erzeugt worden, die in ihrem Eifer für Pensionen, Aemter und Titel die Verfolgung der Wahrheit dem Wunsch nach Gewvim untergeordnet und in ihre Schriften die Vorurteile des Hofes, dem sie sich anschließen, übertragen haben. Daher kommt es, daß die Gunstbezeigungen ein Wahrzeichen der Knechtschaft geworden sind. Daher kommt es, daß die Eriverbung von Kenntnissen, bei weitem die edelste von allen Beschäftigungen, eine Beschäftigung, welche vor allem die Würde des Menschen erhöht, zu dem Maß eines gemeinen Handwerks erniedrigt worden ist, wo die Möglichkeit des Erfolges nach der Zahl der Belohnungen abgemessen, und die höchste Ehre ein Geschenk dessen wird, der gerade der Minister oder der König des Tages ist. Schöne Gemälde, edle Paläste, rührende Dramen mögen eine. Zeitlang reichlich hervorgebracht werden, aber auf Kosten des Am Morgen des 12. November zivischen 5 und 6 Uhr hatte Freifinnigen und vier Socialdemokraten, 25 Konservative und tragliche gesetzmäßige Frist von 14 Tagen nicht habe innegehalten Menge dem Kürassier 3. einen Krug mit dem Morgenkaffee weg- Agrarier fißen, davon überzeugt, daß neue Mittel für Heer und werden können. Ferner läge in der ungleichmäßigen Behandlung, genommen. Solche Scherze werden, da es sich um Eigentum der Marine vorerst nicht mehr bewilligt werden dürfen und der Ver- der er und seine deutsch gesinnten Kollegen ausgesetzt worden seien, Kajerne handelt, nicht etwa als Diebstahl angesehen und es passiert treter beim Bundesrat soll in dem Sinne instruiert werden, dort ein Verfassungsbruch, sollten doch alle Staatsbürger vor dem Gesez öfter, daß von der einen Mannschaftsstube Gegenstände nach der für größte Sparsamkeit auf allen Gebieten einzutreten. gleich sein. Der Regierungspräsident zu Schleswig erwiderte auf andren verschleppt werden. 3. verlangte seinen Krug zurüd, Die Beratung des Etats brachte auch eine Zolldebatte und bei die Klage, daß Rosenwold, wenn er auch in Mitleidenschaft gezogen erhielt ihn aber nicht und meldete darauf die Sache dem der auf einem Vier- Klassensystem beruhenden Zusammen sei und die Staatszugehörigkeit besige, im vorliegenden Falle überUnteroffizier Bülde, obwohl er nicht einmal fezung des Landtages war es klar, daß die Mehrheit haupt nicht flagen fönne, weil die ausgewiesenen Ausländer ein Stubenältester war, und ihm die Alberei nichts an- für den Brotwucher zu haben war. Daß der Zoll eine gesetzlich gewährtes Recht zum Aufenthalt im Zuland nicht hätten. ging, fofort mit seinem Rohrstock, der zum Reiten der Preissteigerung mit sich bringe, gab fogar der stramm agrarische Der erste Senat des Ober- Verwaltungsgerichts wies die klage Remonten benutzt wird, auf die Stube lief, wo M. Tag und Staatsminister zu, nur bestritt er, daß der Preis in der vollen Höhe a b. Gründe wurden nicht verkündet. Anscheinend hat man die denselben zur Nede stellte. Menge bestritt zunächst, den Krug ge- des Bolles steige. Mit Recht wurde die Regierung darauf hin- Klage für gesetzlich unzulässig erachtet. nommen zu haben, gab die Wegnahme aber gleich darauf zu, gewiesen, daß Zölle in dieser Höhe für die Dauer kaum zu halten der, worauf der junge Unteroffizier feinen Rohrstock ergriff und wie ein Wütender auf den nur mit Hemd und Drillichjacke befleideten Menge losschlug. Zeugen befundeten, daß Menge auf Rücken, Wangen, Ohr und Hand, welche er zum Schuevor das Gesicht hielt, mindestens 25 kräftige Schlage immer von oben herab erhielt. Dem Unteroffizier wurde vorgehalten, daß infolge der mit Wucht geführten Stockschläge auf dem Rücken und der Schulter des Mißhandelten 15 bis 20 blutunterlaufene Striemen, drei Abschürfungen an der Hand, je einestrieme auf dem Hinterkopf, an der Wange und an der Ohrmuschel vorgefunden wurden. Die Sache mit dem Kruge habe doch gar keinen Anlaß geboten, in dieser brutalen Weise zu mißhandeln, zumal gerade bei diesem Regiment die allerhöchsten Bestimmungen über Behandlung Untergebener der genauen Beachtung wegen sehr häufig befannt gegeben werden. e zu be Sittenbild aus dem Offiziersleben. Von einer kaiserlichen Musteranſtalt. Aus Kiel wird uns berichtet: find und ob sie schon daran gedacht habe, was denn werden soll. wenn diese Zölle fallen gelassen werden müssen. Am Regierungstisch, den zwei Rittergutsbesiger und nur ein Mann ohne der Bevölkerung und allgemein wird das Gebahren verurteilt, das Aus Bamberg wird berichtet: Große Empörung herrscht in Ar und Halm zieren, wußte man nichts darauf zu sagen. Die Beschränkung der Vereins- und Versammlungsfreiheit an einer Christbaumfeier teil genommen hatten, zeigten. In wein in der Nacht zum letzten Sonnabend einige Ulanen- Offiziere, die ist eine stehende Klage in unserem Großstaat, entschied doch auf eine feliger Laune stellten sich einzelne derselben an die Spize der Beschwerde hin der Polizeidirektor der Stadt Altenburg, daß Referate la nentapelle, und marschierten gegen halb 3 1hr nicht absprechend gehalten sein dürfen und daß es zu den Be- mit gezogenem Säbel unter klingendem Spiel fugnissen des überwachenden Beamten gehöre, den Redner auf durch den Grünen Markt, über die Ludwigsbrüde, Königsstraße, üden und Unrichtigkeiten in seinem Vortrag aufmert Sophienbrücke, Schüßenstraße sam zu machen! Diese tollkühne Auffassung von den Befugnissen zur Amalienstraße. Doriselbst eines überwachenden Beamten hat die Regierung allerdings nicht gemachte der Zug Halt und es wurden Pferde gefattelt. Darnach mußte die Kapelleihren Marich fortiegen und teilt. In Ronneburg ließ man einen Redner aus dem benachbarten Gera in einer Textilarbeiter- Versammlung nicht sprechen, weil der die Herren Offiziere ritten in der Hainstraße auf den Trottoirs. da und dort durch Anschlagen an die Fenster die dortigen Bürgermeister der Meinung war, daß der Betreffende die Ver Anwohner aus dem Schlafe störend. Am Schönleinsplatz löfte sich hältnisse in Ronneburg nicht kenne und außerdem kein Bei dem sich furz an den geschilderten Vorgang anschließenden Tegtilarbeiter sei. In dem Bergwerksstädtchen Meuselwitz wurde die Schar auf und der Unfug war beendet. Polizeiliche Anzeige ist erstattet. Stalldienst, der unter Aufsicht der Berittführer stattfand, erhielt der es uns durch den Bürgermeister unmöglich gemacht. Säle a braun und blaugeschlagene Menge von dem Unteroffizier Bülde kommen. Ein Landrat verfügte, daß der Genosse Stücklen, weil regiment an, dessen Chef Kaiser Wilhelm ist, und sind SprößDie betreffenden Offiziere gehören dem 1. bayrischen Ulanenpußen, nicht nachtant und sich bei seinen Kameraden über überhaupt nicht mehr sprechen dürfe. Das sind nur einige noch eine Ohrfeige, weil er dem Befehl, fein Pferd zu er eine aufreizende Rede gehalten haben alle inte linge aus den ersten Adelsfamilien Bayerns. die empfangenen Prügel beschwerte. Menge, der bereits frank Proben dafür, wie man bei uns die Versammlungsfreiheit auslegt. geschlagen war, soll sich mun dadurch vergangen" haben, daß er Beim Schuletat forderten unsre Genossen die Aufhebung des auf den Befehl, ruhig zu sein und das Pferd zu puzen, entgegnete: Schulgeldes an den Volksschulen, leider ohne Erfolg. Bei dieser " Ich puze das Pferd nicht, das brauche ich nicht, ich Gelegenheit sagte der konservative Abgeordnete Frenzel, der In einer Werkstätte des Resorts III der kaiferlichen Werft wurde Tasse mich nicht schlagen, sondern gehe ins Revier und Vertrauensmann des berüchtigten Scharfmacherbundes im Bau- dieser Tage eine Liste gefunden, die die Ueberschrift trägt:„ Vermelde mich krank." Daß er ernstlich kraut war, ging daraus her- gewerbe, er wiffe aus eigner Anschauung, daß die Arbeiter den zeichnis derjenigen Arbeiter der Schmiede- und Schlosserwerkstatt, vor, daß er nach der empfangenen Ohrfeige fofort in das Revier Tag über fünf bis sechs Glas Lagerbier trinken. Wenn sie welche bei eventueller Entlassung in Vorschlag ging, wo er ärztlich untersucht und laut Attest vom sich mit drei Glas begnügen würden, dann könnten sie gebracht werden." Diese Liste, die offenbar nach Angabe 12. bis 15. November als frank behandelt ihre Kinder sogar in eine gehobene Schule schicken. Diese der Meister im Bureau zusammengestellt, ist mit dem Stempel wurde. Menge erklärte, daß er den Befehl beachtet Arnimerei ist von unfren Genossen gebührend zurück der Werft versehen und enthält die Namen von 50 Arbeitern hätte, wenn er vorher nicht so sehr mishandelt gewiesen worden, namentlich schleuderten sie diesem Scharfmacher der genannten Werkstatt mit beigefügter Arbeitsmarken- Nummer, worden wäre. Er habe aber das Pferd nicht pugen die Anklage ins Gesicht, daß er den Vertrag, der zwischen den Lohntlasse und mit einer Rubrik" Bemerkungen" hinter den Namen. können, weil er krank gewesen sei, was ja durch das Attest hiesigen Maurern und den Meistern geschlossen war, gebrochen habe, Die Bemerkungen haben folgenden lieblichen Wortlaut:" frech" indem er noch vor Ablauf des Vertrages einigen Arbeitern Lohn( 19 mal)," f a ut"( 16), frech und faul"( 3), Bummelant"( 4), Das Gericht erkannte nichtsdestoweniger auf 22 Tage strengen abzüge gemacht habe. Ein konservativer Kommerzienrat rief aus, Trinter"( 3), ufwiegler"," frech und Aufwiegler", Arrests. Der Unteroffizier Bülde erhielt dem Strafantrag gemäß wer die Behauptung aufstelle, daß das Schulgeld als eine Last niederträchtig",„ tann nicht sehen", oft tranf"( je die gelinde Strafe von 45 Tagen Gefängnis, wobei der empfunden werde, der spreche gegen feine Weber- 1 mal). Vertreter der Anklage noch darauf hingewiesen hatte, daß B. die zeugung. Den Vogel schoß aber ein Agrarier ab, der erklärte, Zunächst sei bemerkt, daß die Schmiede- und Schlosserwerkstatt, Abficht gehabt, den M. einmal ordentlich zu verdreschen, obwohl die Arbeiter auf dem Lande haben bei völlig freier Station auf die sich die Liste bezieht, ca. 400 Arbeiter zählt, daß also circa keine Veranlassung dazu vorgelegen habe. V. habe au M. einmal einen Lohn von 6-700 Mark per Jahr, es giebt ländliche 12 Proz. der dort beschäftigten Arbeiter in der angegebenen beals Unteroffizier sein Mütchen fühlen wollen und nichts schade Arbeiter, die 20, 30, ja fogar 40 Mart wöchentlich verschimpfenden Weise charakterisiert werden. Sodann fei konstatiert, der Disciplin mehr. als Mißhandlung Unter- dienen. Wo man diese unbedingt beneidenswerten Arbeiter finden daß es sich nicht etwa um eine politische Prostription handelt, wie sie gebener, so meinte Herr Kriegsgerichts- Rat Wolff. kann, das hat der Gute leider nicht gesagt. Herr v. Tirpitz vor einigen Jahren empfohlen hatte, denn nur wenige Zum Schluß noch ein Stück evangelischer Toleranz. der Verzeichneten find gewerkschaftlich, politisch keine organisiert. Ueber Ein kaum glaubliches Kriegsgerichts- Urteil. Aus Bel Die Zahl der Katholiken in der Stadt Altenburg und Umgebung ist den Zweck der Liste erhalten wir einige Aufklärung, wenn wir in Stich gard i. Pomm. wird gemeldet: Mehrere Reservist en hatten namentlich durch den Zuzug bayrischer und polnischer Arbeiter start proben, die auf genauen Erkundigungen unter den nicht persönlich sich bei der legten Kontrollversammlung angestiegen. Sie verlangten nu vom Staate die Gründung eines an der Sache beteiligten Arbeitern der Werkstatt beruhen, eine Nachgetrunken und an einem Gendarm thätlich ver- römisch- katholischen Parochialverbandes. In der Diskussion prüfung der Bemerkungen" anstellen. griffen. Sie hatten diesen Uebergriff schiver zu büßen, denn sie hierüber ist sowohl von seiten der bürgerlichen Abgeordneten als find durch Urteil des Kriegsgerichts aus dem Heere ausgestoßen und auch der Staatsregierung das Amvachsen der Katholiken tief be zu hohen Zuchthausstrafen verurteilt worden, und zwar der Ge- dauert worden. Man sieht nämlich schon das Gespenst des freite Zemte zu 5 Jahren 2 Monaten, Füsilier Zemke zu 5 Jahren Ultramontanismus! Borläufig hat man diesen Entwurf an die 1 Monat und der Trainsoldat Koop zu 5 Jahren. Kommission zurückverwiesen und es besteht alle Aussicht, daß er abEs ist dringend erwünscht, daß Aufklärung gegeben wird, worin gelehnt wird. der thätliche Angriff gegen den Gendarm bestanden hat, der eine Unfre Parteigenossen haben selbstverständlich gegen den Etat gestimmt. derartige Bestrafung möglich machen konnte. bewiesen ist. " Aus naheliegenden Gründen veröffentlichen wir die Namen der Verfemten nicht, geben aber, wo von einzelnen die Rede ist, die Markennummern an, damit man sich an maßgebender" Stelle über die Authenticität unfrer Veröffentlichung keinem Zweifel hingiebt. Was die als" frech" und" faul" charakterisierten Arbeiter anlangt, so ist es ihren Kollegen rätselhaft, wie gerade diese Namen auf die Liste geraten sind, es müßte dei den Arbeitern als Frechheit und Faulheit angekreidet werden, wenn sie bei Accordabmachungen die eigne Berechnung energisch vertreten und so den Meistern unbequem werden. Bom Altenburger Landtag. Ans Altenburg wird uns ge- Vom Kampf gegen die Dänen. Dem Sattlermeister Rosenfchrieben: Die Landtagssession ist beendigt. Der Präsident hat die wold in Apenrade waren innerhalb 6 Monaten vier Sattlergesellen Nr. 1181 wird als niederträchtig bezeichnet. Es handelt Abgeordneten zum Diner eingeladen, wofür ihm aus Landesmitteln dänischer Staatsangehörigkeit durch Ausweisung entzogen sich um einen geistig nicht ganz normalen, bei seinen Arbeitskollegen 1000 m. bewilligt werden. Der Etat ist fertiggestellt, er bilanziert worden. Nach vergeblichen Beschwerden beim Landrat und beim aber allgemein als vollständig harmlos geltenden Mann. mit 5 152 349 M., d. h. wenn, da der Etat auf drei Jahre festgestellt Regierungspräsidenten klagte er im Verwaltungs- Streitverfahren, in- Nr. 1007: Aufwiegler", gleichfalls ein völlig indifferenter bird, das Reich nicht mit noch erheblicheren Anforderungen an die dem er geltend machte: Die Ausweisungen richteten sich eigentlich Arbeiter, der sich an nichts beteiligt und höchstens durch die BeEinzelstaaten herantritt. Im Altenburger Lande schwimmt man sonst gegen ihn als dänisch gesinnten preußischen Staats- mühungen irgend eines getreuen Nachbars in die Liste gekommen ist. förmlich in Hurraſtimmung, den Bauern, die im Landtage figen, ist angehörigen. Das werde bewiesen durch die Thatsache, daß Nr. 1036 wird als frech" geführt, trotzdem er ein„ braves" aber doch etwas fagenjämmerlich zu Mute geworden, als sie den Ausgewiesenen gestattet worden sei, bei andren Sattler Mitglied des Kriegervereins ist. fehen mußten, welche Wirkung die Weltpolitik und was drum meistern in Apenrade, die deutscher Gesinnung wären, in und dran hängt, auf die Finanzen unsres Landes und damit auf den Arbeit zu treten. Man wolle ihn schädigen und habe ihn Geldbeutel des einzelnen Stenerzahlers hat. Bei den hohen lleber- auch erheblich geschädigt. Als Beteiligter könne er deshalb gegen schüffen aus den verflossenen Jahren war es nicht notwendig, die die Ausweisungs- Verfügungen flagblar werden. Die Maß Steuern zu erhöhen, ob es aber später nicht doch noch kommen regeln der Polizei seien auch schon ungerechtfertigt, weil dadurch der muß, das ist die Befürchtung, die man nicht von der Hand Arbeitsvertrag verlegt worden sei. Die den Ausgewiesenen gestellte weisen kann. Allgemein war man im Landtag, in dem neben einem Frist habe nur 24 Stunden betragen, so daß infolge dessen die verHerzens und der Stärke der Nation. Die Klasse selbst, für welche das Opfer gebracht wurde, wird bald in Verfall geraten; Dichter mögen das Lob des Fürsten, der sie mit seinem Golde gekauft hat, fortsingen. Aber es ist gewiß, daß Männer, die einmal ihre Unabhängigkeit verlieren, am Ende auch ihre Kraft verlieren werden. Ihr Geist muß wirklich sehr stark sein, wenn er in der frankhaften Atmosphäre eines Hofes nicht verdorrt. Ihre Aufmerksamkeit richtet sich einzig auf ihren Herrn, und so nehmen sie unvermerkt die Sitten der Knechtschaft an, die für ihre Lage passen. Und wie sich der Kreis ihrer Teilnahme zusammenzieht, wird der Gebrauch und die Thätigkeit ihres Genius geschwächt. Ihnen ist Unterwürfigkeit eine Sitte, und Knechtschaft ein Vergnügen. In ihren Händen verliert die Litteratur bald ihre Kühnheit, Ueberlieferung gilt für einen Grund der Wahrheit, und der Geist der Forschung erlischt. Dann kommt der gefährliche Augenblick, wo die Gemüter der Menschen sich nicht Luft machen können, weil der öffentlichen Meinung kein Ausdruck übrig gelassen ist, ihre Unzufriedenheit sich langsam in das Gift eines tödlichen Haffes verwandelt, weil sie teine Stimme hatte, und ihre Leidenschaften sich in aller Stille anhäufen, bis sie zuletzt alle Geduld verlieren, und zu einer jener schrecklichen Revolutionen aufgestachelt werden, durch die sie den Stolz ihrer Herrscher demütigen und die Vergeltung selbst bis in das Junere des Balastes tragen. Dieser Fürst ergab sich während seiner langen Regierung der schädlichen Gewohnheit, Männer der Litteratur mit großen Summen Geldes zu belohnen, und ihnen vielfache Beweise seiner persönlichen Gunst zu geben. Da dies länger als ein halbes Jahrhundert geschah, und der Reichtum, den er so gewissenlos verwendete, natürlich aus den Taschen seiner andern Unterthanen genommen war, so fönnen wir kein besseres Beispiel der Wirkungen, die eine solche Gönnerschaft hervorzubringen geeignet ist, finden, als ihn. Er hat wirklich das Verdienst, jene Beschützung der Litteratur, welche Manche so gern herstellen möchten, in ein System gebracht zu haben. Zu feiner Zeit sind Schriftsteller so verschwenderisch be= lohnt worden, als unter der Regierung Ludwigs XIV.; und zu teiner Zeit sind sie so gemein gefiunt, so servil, fo gänzlich unfähig gewesen, ihren großen Beruf als Verkünder des Wissens und als Prediger der Wahrheit zu erfüllen. Um die Gunst des Königs zu gewinnen, opferten sie den Geist der Unabhängigkeit, der ihnen teurer als ihr Leben hätte sein sollen; sie gaben die Erbschaft ihies Genius fort, sie verkauften ihre Erstgeburt für ein Linsengericht. Deshalb follte jedes Bolt sich wohl in Acht nehmen, daß die Interessen der Schriftsteller mehr auf seiner Seite, als auf seiten seiner Herrscher liegen. Denn die Litteratur vertritt den Berstand, welcher progressistisch ist, die Regierung vertritt die Ordnung, und die ist stationär. Wenn jedoch diese Mächte sich verbinden, wenn die Regierung den Verstand bestehen kann, und wenn der Verstand der Regierung nachgiebt, muß die unvermeidliche Folge Despotismus in der Politik und Servilität in der Litteratur fein. Dies war die Geschichte Frankreichs unter Ludwig XIV., und dies, das können wir versichert sein, wird die Geschichte eines jeden Landes sein, das sich versucht fühlen sollte, ein, so verführerisches, aber so verhängnisvolles Beispiel nachzuahmen. Je weiter das 17. Jahrhundert vorrückte, desto offenbarer wurde der Verfall und desto deutlicher kömien wir den Zusammen hang der schwindenden Kraft der Franzosen mit dem protektionistis schen Geiste erkennen, der ihre Energie lähmte, die er zu stärken dachte. Ludwig XIV. hatte gehört, Astronomie sei eine edle Wissenschaft; er wollte daher ihren Betrieb in Frankreich gerne befördern, um den Ruhm seines Namens zu erhöhen. In dieser Absicht belohnte er die Professoren der Astronomie mit unerhörter Verschwendung; er baute das prächtige Observatorium von Baris, er lud die berühmtesten fremden Astronomen, Cassini aus Italien, Römer aus Dänemark und Huygens aus Holland an seinen Hof, aber an einheimischem Geist brachte Frankreich nicht einen einzigen Manu hervor, der auch nur eine von den epochemachenden Entdeckungen in der Astronomie gemacht hätte. In jener Zeit, und überhaupt in allen Zeiten folgte das Elend des Volkes und die Erniedrigung des Landes dem Sinken des nationalen Geistes, während dieser seinerseits das Resultat des bevormundenden Geistes war, jenes schädlichen Geistes, der alles schwächt, was er berührt. Wenn in dem langen Lauf der Geschichte irgend etwas flar ist, so ist es dies, daß, wo nur eine Regierung die Beschüßung der geistigen Arbeiten unternimmt, sie diese fast immer am unrechten Orte beschützen und die unrichtigen Leute belohnen wird; und man darf sich nicht wundern, daß dies der Fall ist. Was können Könige und Minister von jenen un ermeßlichen Wissenszweigen verstehen, deren erfolgreicher Anbau oft das Wert eines ganzen Lebens ist? Wie können sie, die immer von ihren vornehmen Beschäftigungen in Anspruch ge= nommen sind, Zeit für so untergeoronete Dinge finden? Kann man erwarten, daß sich solche Kenntnisse bei Staatsmännern finden, die immer mit den wichtigsten Angelegenheiten beschäftigt sind, Depeschen zu schreiben, Reden zu halten, eine Partei im Parlament zu organisieren, eine Intrigue im Kabinett zu ver= eiteln? Oder wenn der König seine Gönnerschaft in Gnaden nach seinem eignen Urteile verleihen sollte, können wir erwarten, das bloße Philosophie und Wissenschaft hohen und mächtigen Fürsten geläufig sei, die ihre eignen besonderen und wichtigen Studien haben, die die Mysterien der Heraldit, die Natur und Würde des Ranges, das Verhältnis und den Wert der verschiedenen Orden, Dekorationen und Titel, die Gesetze des Vortritts, die Borrechte adeliger Geburt, die Namen und die Wirkungen von Ordensbändern, Sternen und Hosenbändern, die verschiedene Art und Weise, wie man eine Ehrenstelle überträgt, Aemter verleiht, wie man Ceremonien einrichtet, die Feinheiten der Etiquette beobachtet, und alle übrigen höfischen Vollkommenheiten zu lernen haben, welche notwendig sind, um ihr hohes Amt zu verwalten? Unter einem solchen System erfolgt zuerst natürlich die VerNr. 1087, 1080, 1028 verden als Trinker gebrandmarkt. Dabei ist Nr. 1087 seit 18 Jahren, Nr. 1080 feit 20 Jahren, Nr. 1028 seit 27 Jahren auf der Werft beschäftigt. Jezt auf einmal sollen diese Leute als„ Trinker" hinausfliegen. Nr. 1037 ist f an I"- ein über 60 Jahre alter Arbeiter, der seit 27 Jahren auf der Werft arbeitet, also begreiflicherweise nicht mehr über die Kräfte eines Jünglings verfügt. armung und die Verknechtung des Genies, dann der Verfall des Wissens und endlich der Verfall des ganzen Landes. So entschieden schädlich ist das ganze System der Gönnerschaft und der Belohnung, daß nach dem Tode der Schriftsteller und Künstler, deren Werke die einzige Ehrenrettung für die Regierung Ludwigs XIV. bilden, sich nicht ein einziger Mann fand, der fähig gewesen wäre, ihre Vorzüge auch nur nachzuahmen. Die Dichter, Dramatiker, Maler, Musiker, Bildhauer, Baufünstler waren fast ohne Ausnahme unter einer freieren Politit, wie sie vor seiner Zeit bestand, nicht nur geboren, sondern auch erzogen. Als sie ihre Arbeiten begannen, zogen sie Vorteil von einer Freigebigkeit, welche ihr Genie zur Thätigkeit aufmuterte. Als aber in wenigen Jahren diese Generation ausgestorben war, tam die Hohlheit des ganzen Systems deutlich zum Vorschein. Mehr als ein Viertel Jahrhundert vor dem Tode Ludwigs XIV. hatten die meiſten von diesen ausgezeichneten Männern zu leben aufgehört; und unit konnte man sehen, zu welch einem elenden Zustande das Land unter der gerühmten Gönnerschaft des großen Königs beruntergebracht war. Das Genie der Maler sant aber so tief, das Frankreich lange vor dem Tode Ludwigs XIV. feinen einzigen Maler von einigem Verdienst mehr besaß; und als sein Nachfolger den Thron bestieg, war diese schöne Kunst unter jenem großen Volke fast ganz ers Toschen. Die Schriftsteller, die der Hof pensionierte und dekorierte, waren in ein friechendes, scheinheiliges Geschlecht ausgeartet, die nach dem Wunsche ihres Herrn sich aller Verbesserung widersetzten, und sich bemühten, alle alten Mißbräuche aufrecht zu erhalten. Das Ende von alledem war eine Verderbuis, ein Knechtsinn und ein Kraftverlust, die man in so vollständigem Maße nie bei einem der großen Völker Europas gesehen hat. Es gab keine Volksfreiheit, es gab keine großen Männer, keine Wissenschaften, keine Litteratur, feine Künste. Dies war die verzweifelte Lage jenes edlen Voltes am Schlusse der Regierung Ludwigs XIV. Die Unglücksfälle, welche die finkenden Jahre des Königs verbitterten, waren in der That so ernsthafter Art, daß sie unsre Teilnahme erregen müßten, wenn wir nicht wüßten, daß sie die Folge seiner eigenen leidenschaftlichen Ehrfucht, seiner unerträglichen Anmaßung aber, vor allem einer übergreifenden ruhelosen Eitelkeit waren, die ihn verleitete den Ruhm ganz Frankreichs in seiner einzigen Person zu konzentrieren, und so die trügerische Politik erzeugte, welche zuerst mit Geschenken, mit Ehrenstellen und füßen Worten die Bewunderung der intellektuellen Strasse gewann, sie dann höfisch und dienstbeflissen machte und zulegt all' ihre Kühnheit zerstörte, alle Anstrengung zu ursprünglichem Denten erstickte, und so den Fortschritt der Französischen Civilisation auf lange Zeit hinausschob. Nr. 1029. ann nicht sehen." Das muß entweder durchgreifenden Reformen ist er nicht geneigt.„ Alles bleibt beim beabsichtigen, zu Weihnachten die Feindseligkeiten einzustellen, ledigs | den Vorgesetzten des Mannes schon seit 25 Jahren bekannt alten," tonstatierte der Socialdemokrat Hugenholz, und das beweist lich müßige Kombination Unberufener war, denn in den gestern und fein, denn so lange ist er auf der Werft beschäftigt, aufs neue, daß der Minister auf dem Klassenstandpunkt steht, ebenso heute gemeldeten sechs ernsten Gefechten waren die Boeren immer oder er hat sein Sehvermögen im Laufe dieses Vierteljahrhunderts wie die richterliche Macht". wieder die Angreifer und haben damit bewiesen, daß sie die schwerer Arbeit im faiserlichen Dienste" eingebüßt. Absicht haben, die Feindseligkeiten ganz energisch fortzuführen. Aus diesem Grunde wird auch ein vorübergehender Waffenstillstand während der Weihnachtsfeiertage für ausgeschlossen erachtet.Nr. 1275 ift, oft trant". Der Mann ist erst seit kurzer Zeit in der Schlosserei. Vorher war er lange Jahre in der Winkelschmiede der Werft beschäftigt und hat dort vor dem Feuer seine Gesundheit berpfuscht. Italien. Eine päpstliche Weihnachts epiftel. Gerichts- Beitung. Die Blumentöpfe. Der Papst empfing am Freitag das heilige Kollegium, welches ihm Glückwünsche zum Weihnachtsfeste darbrachte. Auf eine AnDiese Proben genügen wohl, fie können nötigenfalls noch ergänzt sprache des Dekans des Kollegiums, welcher dessen Wünsche zum werden. Jedenfalls ist die Liste ein bedeutsames Dokument staat- Ausdruck brachte, erwiderte der Papst und sagte, die Kirche habe licher Socialpolitik und sie giebt wahrhaft verblüffende Aufklärung gegenwärtig eine schwere Beit durchzumachen, ähnlich noch Es waren gestern nur wenig Leute auf den Fluren des Gerichtsdarüber, mit welchem Rechte sich die kaiserliche Werft die selbst schlimmeren Zeiten der Vergangenheit. Man suche die Massen des gebäudes, denn nur vereinzelte Abteilungen des Schöffengerichts gefällige Bezeichnung Musteranſtalt" beilegt. Unter den Arbeitern Boltes zu Feinden der Kirche zu machen, man lege den hielten Sizungen ab. Unter den des Aufrufs harrenden Personen Ser Werkstatt und auf der ganzen Werft herrschte, als die viste religiösen Orden Bedrückungen auf und ächte sie, man fiel ein etwa 50 jähriger Maun auf, der befürchtet hatte, zu spät zu bekannt wurde, allgemeine Empörung, denn es ist absolut nicht aus- mache verderbliche Gefeße, die im offenen Widerspruch zu den ewigen kommen, sich augenscheinlich sehr beeilt hatte und sich nun mit einem geschloffen, daß nicht auch für andre Werkstätten und in den Gesezen Gottes ständen. Der Papst meinte natürlich die in Italien gewaltig großen roten Taschentuch die schweißbedeckte Stirn trodnete, übrigen Refforts solche Verzeichnisse existieren, zumal erst kürzlich zur Beratung stehende Frage der Ehescheidung. Dann sprach wobei er eifrig bemüht war, seiner sich bis zum Nacken ausdehnenauf der Kruppschen Werft ein ähnlicher Fund gemacht er von dem Socialismus, welcher die sociale Ordnung bedrohe, den, wie eine Billardkugel blanken Glaze durch Herüberholen der wurde. Niemand ist sicher, daß ihm nicht ein gleiches Schicksal und betonte, daß zur wirksamen Bekämpfung alle Katholiken den Seitenhaare das Aussehen einer Sardellensemmel zu geben. Und blüht, denn offenbar spielen bei der Zusammenstellung persönliche Lehren der Kirche gemäß gehorsam und einig sein müßten, um den dabei war er redselig. Sehen Sie, meine Herrschaften, det is Intriguen eine große Rolle. , unteren Voltsschichten" zu helfen. Die Werftarbeiter geben sich bislang dem Glauben hin, Kein Wort aber von dem Menschheit schändenden Kannibalismus ia nich jerade wat Schönet, det man an den Dag vor'n Weihnachtsfest nach'n Termin muß un wenn der Staat een ihre Beschäftigung auf der Werft bedeute eine Lebensstellung. in China, in Südafrika, auf den Philippinen, dafür aber eine thränen- bürjerlichet Insehn hätte, denn ließ er diesen Dag ieberhaupt ausSie waren beshalb von jeher in der Bethätigung ihrer Selaffen- felige Selage über das Kongregationsgesetz, über die Ehescheidung fallen, aber seine Schuldigkeit als 8euge muß jedermann dhun." interessen äußerst vorsichtig, hielten sich in der Mehrzahl und den Socialismus! Und wenn der Socialismus der Allein- Sie haben also selbst nicht ausjefreffen?" fragt eine alte Frau. den politischen und gewerkschaftlichen Bestrebungen fern und seligmachenden nicht auf den Fingern brennen würde, würde jogar" bewahre, die Person, die hier rechts zivee Bänke weiter fo gaben höchstens zur Wahlzeit ihrer Ueberzeugung durch die armselige Phrase von der Hilfe der unteren Boltsschichten alleene figt, jejen die bin id als geuge geladen, ihre Sache is zivar Abgabe des socialdemokratischen Stimmzettels Ausdruc. Sie fallen. Eine nette Sorte Christentum! werden jezt einsehen, daß sie umsonst so zurückhaltend gewesen find, daß noch nicht einmal die Mitgliedschaft im Kriegerverein sie vor dem Schicksal des Tirpigschen socialdemokratischen Agitators" schützt. " Ausland. Bum chilenisch- argentinischen Konflikt. Armee. England. Rußland. Serbien. Aller er teene große, hat aber doch eenen janz apartijen Fummel." Augen wenden sich nach der bezeichneten Stelle. Es sitzt dort kein ständigen Wechsel in der Uniformierung der englischen König Eduard ordnet durch Armeebefehl einen voll- mehr junges Mädchen mit knallrotem Mantel und eben solchem Hut. Fräulein Antonie Müller und die Zeugen! ruft der GerichtsOffiziere an. Die Uniformen sollen zunächst in weitgehendster Weise diener nach einer Weile. Die rote Dame erhebt sich, begiebt sich in Einschübe in die elfaßt- lothringische Verwaltung. A118 vereinfacht werden. Die jetzt üblichen überreichen Gold- und Silber den Saal und ohne Zurechtweisung in den Anklageraum. Dann folgen Straßburg wird uns geschrieben: Nachdem erst vor kurzem ein ſtickereien und die oft die ganze Brust bedeckenden Lizenverschnürungen die Beugen, voran der schwitzende Mann. Sie find die Kellnerin Antonie Müller, 32 Jahre alt und bisehemaliger Garde- Offizier und Adjutant des Prinzen, nachmals follen fortfallen, ebenso die mit breiten Goldligen besetzten sehr Kaisers Wilhelm in den reichsländischen Verwaltungsdienst ein- fostspieligen sogenannten„ Messe- Jaden". Dagegen soll ein einfacher her unbestraft?" beginnt der Vorsitzende die Verhandlung. Vors: Jezt wird Ihnen ein unter eigengeschoben worden ist eine Maßregel, die von den Blättern aller einfarbiger Ueberrod eingeführt werden. Auch das bekannte fleine anget I.: Jawohl. Barteien aufs schärffte mißbilligt wurde flagt die Preffe heute Format ersetzt werden. leberhaupt zeige die vom König angeordnete Angel.: Diebstahl? Wat heeßt Diebstahl. Et jiebt ooch HerzensKäppi der englischen Offiziere soll durch eine Müze nach deutschem tümlichen Umständen begangener Diebstahl zur Last gelegt. bereits wieder über eine schroffe intansezung der eingeborenen Elemente beim Nachschub von jungen Juristen in Neu- Uniformierung engste Anlehnung an die Uniformen der deutschen un Dagediebe. Vori.: Hören Sie mal, diesen Ton lasse ich mir nicht gefallen. Drücken Sie sich auständig aus, sonst spanne ich Ser diesseitigen Verwaltung. Diesmal handelt es sich um zwei dem württembergischen Abel angehörige Referendare, die bei einem Manne, der jahrzehntelang der König der Dandies und Schulz vei Die Anlehnung an das deutsche Muster nimmt eigentlich Wunder andre Saiten auf. Ist es richtig, daß Sie dem Restaurateur die Blumentöpfe fortgenommen haben, nach einer Mitteilung ber amtlichen Straßburger Storrespondenz zu der Mode war und als Erfinder ueuer Westenmodelle Weltruf i feinem Vorgarten stehen stehen hatte? Angeklagte: taiserlichen Regierungsaffefforen ernannt worden sind, Fortjenommen, ja, aber jestohlen nich. genoß. Wat frage ic wohl Die einheimische Bresse erblickt hierin eine schwere Benachteiligung der aus ville nach'n Paar olle Blumen? Mir is die Blume von elfäffischen Familien hervorgegangenen Rechtsbeflissenen, deren Zahl jetzt, mehr als 30 Jahre nach der Annexion, völlig genügen würde, um Antideutsche Demonftrationen in Moskau. In Moskau een las Pilsener lieber wie alle seine Hyazinthen. In die Spree den Bedarf an verwaltungsjuristischem Nachwuchs zu beden. Die follen, nach in Lemberg eingetroffenen Meldungen, vor einigen habe ich die beeden Töppe jeworfen. Vors.: Erzählen Sie furz, Angel: Jd war in der Nacht Einschiebung fremder Elemente muß umsomehr überraschen, als der Tagen in Moskau arge Tumulte gegen das dortige wie die Sache zusammenhing. gegenwärtige Unterstaatssekretär für Justiz und Kultus im reichs- deutsche Konsulat stattgefunden haben." Eine große Menschen zum 25. November noch zu Schulzen jejangen, weil id noch een glas ländischen Ministerium, Herr Petri, felbft Elsässer ist und menge sei vor dem Konsulat erschienen, habe das Schild herunter- Pilsener drinken wollte un weil ich iloobte, da noch een Paar von die Forderung: Elsaß Lothringen den Elsaßgeriffen und in der unflätigsten Weise besudelt. Bis jetzt habe die meine Studenten zu treffen. Die waren aber nich da uu die andern Jäste, die da waren, die kannte ich nich. Ich muß befürworten, det Lothringern!" in früheren Beiten mit besonderem Nachdruck deutsche Regierung wegen dieses Vorfalles noch nicht reklamiert. ick selbstredend een bisten ville jedrunken hatte. Als die Jäfte des vertreten hat. Allem Anschein nach sind bei der Einschiebung mertten, machten sie allerleihand Mumpitz mit mir. Gener der beiden württembergischen Adelssprößlinge höhere Wünsche maßDer Socialismus in Serbien. Das internationale focia hatte sich die Hände an dem Rahm im Ofen schwarz gebend gewesen. Die Familie des gegenwärtigen Statthalters listische Bureau zu Brüssel erhält soeben einen Bericht über die Ent- jemacht un mir denn mit beide an die Backen jedrückt, Fürsten Hohenlohe- Langenburg ist bekanntlich auch ein württem- wicklung des Socialismus in Serbien. Wir entnehmen demselben wobei er fagte:" Sie füßet Schmuteken Sie!" Finden Sie det bergisches Adelsgeschlecht. folgende Einzelheiten: Socialismus fennt man in Serbien seit nich sehr jewöhnlich, Herr Jerichtshof, ick meene det mit dem Rahm? 30 Jahren, 1870 erschien die erste socialistische Zeitung„ Radnik" Bors: Nur weiter. Angefl.: Also is jut. Als ick det („ Der Arbeiter"). Durch Agitationslitteratur wurde auch auf dem gewahr werde, tritt mir natürlich ooch die Jalle in't Blut un id Lande gewirkt, jedoch handelte handelte es sich damals nur um stecke die Herren gehörig Bescheed. Wat macht da mein Wirt? Kriegt utopischen Socialismus, der, lich, bald in den demokratischen Radikalismus verlief. der, schlecht verstanden, kleinbürger- er mir nich beim Arm un segt mir vor die Dhire? Da stand ic Die nu im Vorjarten mit'n schwarzen Jesicht un Jift un Jaffe im raditale Demokratie hat in den darauffolgenden 20 Jahren heftige Herzen. Als meine Dojen nu uf die beeden Blumentöppe fielen, da Stämpfe gegen den Absolutismus und gegen die Niedertracht und dachte ich, det ick den Wirt eenen Schabernad spielen müßte un Brutalität der Demokratie zu bestehen gehabt. In den Reihen der nahm die beeden Dinger mit. Ich mußte über die Bellevuebrücke Demokraten kämpfen die Socialisten für politische Freiheiten und ein jehen un da habe id fie in't 28affer geworfen. Det habe ick parlamentarisches Regime. jedhan. Als ich am nächsten Vormittag ausjeschlafen hatte, da liegt ooch schon en Brief da von dem Schankwirt Schulz un wenn er nich innerhalb 3 Stunden seine Töppe wiederhätte, denn thäte er mir bei der Pollezei anzeijen. Jet fact, fack zum Bette heraus un mir den Rahm aus'n Jesichte jewaschen un schide meine Wirtin hin, det sie Seit einigen Jahren haben wir eine fräftige politische Be- mir een Paar recht schöne Kameelblumen holen soll. Un denn ließ wegung. Im Jahre 1894 wurde der" Socialdemokrat" gegründet, ich mir ihren Mann kommen un jebe ihm den Ufdrag, daß er damit der bis 1890 bestand, 1897 trat die„ Radniksché Novice"( Arbeiter nach der Kneipe an die E.- straßen- Ecke jehen soll, da wo Der New York Herald" veröffentlichte eine Depesche aus Buenos zeitung) an feine Stelle. Außerdem besteht der Vorwärts" der Borjarten vor is, UIT soll die Blumen Aires, welche meldet, ein starker Boltshaufe habe unter Rufen und der Tipograph". abjeben Unter der Herrschaft des famosen un der Wirt wüßte schon von wem sie wären. Un nach Nieder mit Chile!" die chilenische Gesandtschaft angegriffen, Königs Milan batten die Socialisten schwer zu leiden,' ner Stunde kommt die olle Nuß mit die beeden Töppe fei jedoch, ehe Schaden angerichtet wurde, zurückgetrieben worden. viele mußten in die Gefängnisse wandern, andre wurden aus wieder an un schwigt iber alle Maßen un erzählt mir, det se ihn Dänemark. gewiesen, ihre Bücher und Zeitungen wurden verbrannt, die Ge- da rausgeworfen haben. Später hat sich det herausgestellt, det er werkschaften wurden aufgelöst und deren Kassen tonfisciert. Jezt sich verjriffen hatte un war nach der Kneipe an eene andre StraßenDie Arbeitslosigkeit vor dem Folketing. Genoffe J. Jensen sind die politischen Freiheiten einigermaßen garantiert, und die ecke jejangen, wo voch en Vorjarten vor is, un als er hier die Bewies in feiner großen Rede über die Arbeitslosigkeit auf die hohen schon ziemlich zahlreiche industrielle Arbeiterschaft ist erwacht. Die stellung ausrichtet, een scheenen Jruß von die Kellnerin un der Unterstützungssummen hin, die hierfür von den Gewerkschaften auf- Bartei befigt eine Anzahl Organisationen; die in Belgrad umfaßt Wirt wüßte schon, un hier wären die Blumen", da hört det den gebracht werden, und die 1899 ca. 170 000 Stronen, 1901 aber 600 Mitglieder. Gewerkschaftlich organisiert sind von den Typographen Wirt seine Frau un die wird eiserfleckig un macht eenen 320 000 kronen ausmachten, wofür in den einzelnen Getverk- 95 Broz.; auch bei den Tischlern, Bauarbeitern, Metallarbeitern, Haufen Standal, so det dem armen Mann nischt weiter iebrig fchaften ganz bedeutende Summen aufgebracht werden, z. B. bei den Handlungsgehilfen find die Anfänge einer Organisation vor bleibt, als meinen Boten mit die Blumen rauszujagen. Böttchern 24,70 Kronen, den Schmieden 18,30 Kronen, den Bau- handen. Das Centralorgan der Partei, welches dreimal verboten andern Dag habe ich denn die Blumen dem richtigen Wirt zustellen tischlern 16,35 Kronen pro Mitglied im Jahre 1901.- Der Wortführer der Liberalen und der Minister Alberti konnten diesen Aus- war, hat jetzt 3000 Abonnenten, davon 1900 in Belgrad. Bur Beit laffen, er hat sie anjenommen un hat sie noch heute. führungen gegenüber, die noch durch die Genossen A. C. Meyer und ist von der Partei eine Petition an das Parlament in Umlauf ge- ft das wahr? Anget I.: Janz jewiß. Er steht draußen. Leider Da der Zeuge Schulz dies P. Sabroe wirksam unterstützt wurden, die Notwendigkeit eines fegt, in welcher eine Arbeiter- Gesetzgebung verlangt wird. In Bel- hatte er die Sache schon anjezeigt. Refezlichen Eingreifens nicht von der Hand weisen, suchten aber den grad ist eine populäre Universität gegründet worden, in welcher bestätigt und gleichzeitig sein Bedauern darüber ausspricht, daß er während der Woche 6 Kurse gratis gegeben werden. Während des den Strafantrag nicht zurückgenommen hat, so wird auf jede weitere Eindruck dadurch abzuschwächen, daß sie die socialdemokratischen Sonntags werden seitens der Partei zahlreiche öffentliche Verfamm- Beweisaufnahme verzichtet und zu seinem Leidwesen selbst der Reden als agitatorisch bezeichneten. Nachdem die Debatte am Freitag zum Abschluß gelangte, wurden die Anträge einer Kommission lungen abgehalten; alle 14 Tage finden auf Veranlassung und Kosten Schweißtriefende nicht mehr vernommen. Die Angeklagte wird freider Partei Theatervorstellungen statt. von 15 Mitgliedern überwiesen. Nach einem in New York eingetroffenen Telegramm aus Valparaiso verlautet dort, Argentinien und Chile hätten ein Protokoll unterzeichnet, in dem beide ihre Zustimmung dazu geben, die zwischen ihnen bestehende Schwierigkeit dem Schiedsspruche Eng Iands zu unterbreiten. Ein Telegramm aus Buenos Aires bejagt, Präsident Roca habe in einem ausführlichen Bericht die Umstände dargelegt, welche zu der bestehenden Schwierigkeit geführt haben. Der Bericht solle nach England gesandt werden. Der chilenische Geschäftsträger hat mit dem argentinischen Präsidenten Roca eine Unterhandlung gehabt, die indes einen sehr fühlen Charakter trug. Präfident Roca präcisierte noch einmal alle Bedingungen, die Argentinien stellen müsse. " % Die Sigungen des Folketings wurden bis zum 9. Januar vertagt.Niederlande. Heute ist die Demokratie in Serbien vollkommen verbürgerlicht. Alle Forderungen der Bauern und Arbeiter hat sie aufgegeben, fie hat aufgehört, antimilitaristisch zu sein, und fein einziger Socialist ist mehr auf jener Seite zu finden. Amerika. " gesprochen. Den Wors.: Polenproteste gegen den Wreschener Kurs. Nach einer den Lehte Nachrichten und Depelthen. " Times" aus New York zugegangenen Depesche ist die polnische Unter„ chriftlichem" Regime. Das neue Ministerium hat Agitation aus Anlaß der Wreschener Vorgänge auch nach Frankfurt a. M., 24. Dezember.( V. H.) Nach einem Telegramm leinerlei durchgreifende Aenderung der bisherigen Politik herbei- Amerifa übergesprungen. Die Polen in Buffalo taufen der Frankfurter Zeitung" aus London glaubt man, daß bei dem geführt. Das trat bereits sehr deutlich bei der Kolonial- teine Ware deutschen Fabrikats mehr. Massenmeetings Brande im Tunnel bei Liverpool nur ein Dugend Passa= debatte hervor und das zeigte sich auch wiederum bei der Be werden abgehalten, in denen Mittel zur Unterstützung sogenannter giere in dem verbrannten Zuge gewesen seien, und ratung über das allgemeine Staatsbudget. Zwar Opfer in Bofen gesammelt werden. man weiß, daß wenigstens elf paffagiere in der Station spricht der Ministerpräsident eingehend über das Christentum, über Dingle aus dem Zuge entfamen. die Offenbarung und über das Verhältnis des Glaubens zur Ver munft und citiert die Worte bedeutender Männer offenbar mit mehr Geschick als der Graf Bülow, aber auf die Forderung der Socialüber. Der Boeren- Krieg. Englische Schlappen. Paris, 24. Dezember.( W. T. B.) Der Senat nahm nach mehrtägiger Debatte den Gejezentwurf betreffend die zeitweilige zollfreie Zulassung von Getreide an. Hierauf verlas Minister Monis bas Defret, durch welches der Senat geschlossen wird. Hierauf wurde die Sigung geschlossen. demokraten auf eine praktische Bethätigung der christlichen Den gestern bereits im Depeschenteil gemeldeten englischen Nächstenliebe in einer durchgreifenden Socialreform Schlappen ist eine neue anzufügen: will auch er nicht eingehen. Treffend charakterisiert der parlamentarische Eine Depesche Kitcheners aus Johannesburg vom 22. Dezember Paris, 24. Dezember.( W. T. B.) Deputiertentammer. Bei Korrespondent von" Het Bolt" die Situation:„ Nüchtern und vermeldet: Die Kolonne des Obersten Parts wurde im der Beratung des Budgets des Innern wird von mehreren Deputierten ständig erblickt das Bolt, das sein Brot im Schweiße seines An- Nylstroom- Distrikt in der Nacht vom 19. Dezember von Müller gerügt, daß Karikaturen fremder Souveräne ungestraft veröffentlicht gesichts verdienen muß, in dem politischem Bestreben vor allem das Trichaardt, der ein schweres Geschütz mit sich führte, an- würden. Es sei zu befürchten, daß hierdurch Ausländer sich abMittel zur Vertretung seiner Interessen. Er( Dr. Kuyper) stellt gegriffen. Der Feind wurde zurückgeworfen und ließ acht halten ließen, nach Paris zu tommen. Minister Präsident bemgegenüber den Glauben. Dem Stofflichen stellt er das Geist- Tote und drei Verwundete zurüd. Auf britischer Seite wurden Walded- Rousseau erklärt, die Regierung mißbillige durchaus solche liche gegenüber, den materiellen Interessen das höchste Gut gegen- fieben Mann getötet, 6 Offiziere und 18 Mann Karikaturen, aber er halte sich an das Gesez, wonach eine StrafKein Wahlrecht, teine Altersversorgung, verwundet. verfolgung in solchen Fällen nur auf Antrag der in Frage aber das höchste Gut, den Glauben! Keine Verkürzung Die Depesche Kitcheners stellt es zivar so dar, als ob Oberst tommenden Perfonen eintreten könne. Zu großer Eifer könne der Arbeitszeit- Weiterschuften die langen, langen Parks der Sieger gewesen sei, allein aus der hohen englischen nur Unzuträglichkeiten im Gefolge haben.( Beifall.) Hierauf Lage der Lohnftlaberei! Keine Hilfe für Sie Verlustziffer, die zudem wie gewöhnlich der Wirklichkeit nicht einmal werden mehrere Kapitel des Budgets angenommen. Im Laufe der Protektion für die Unternehmer! entsprechen dürfte, geht hervor, daß die Engländer im Nachteil ge- Sigung tommt es zu scharfen Auseinandersetzungen zwischen den So zeigte es sich denn nur zu deutlich, daß auch diese wesen sind. Bei diesen letzten Gefechten verloren die Engländer Deputierten Allemane und Bernard, welche zu Thätlichkeiten ausRegierung nur die Interessen der Bourgeoisie wahrnehmen wird." allein 31 Tote und 57 Verwundete, die eingestandenermaßen schweren, arteten. Das Budget wurde mit allen gegen die Stimmen der Socialdemo- aber nicht genau bezifferten Verluste im Beginderlyn- Bezirke nicht Sofia, 24. Dezbr.( B. H.) Die Affaire der Mix Stone ist traten angenommen. mit eingerechnet. beigelegt. Die Räuber nahmen das Lösegeld von 14 000 türkischen Der neue Justizminister hat viele seiner Parteifreunde Botha droht mit Repreffalten. Pfund an, welches der Vertrauensmann in Bulgarien ausgezahlt dadurch enttäuscht, daß er sich gegen die Wiedereinführung der Todes- Der Pariser, Rappel" berichtet, Botha habe in seinem Lager erhält. Die Frauen werden auf türkischem Gebiet freigelassen. Die strafe aussprach. Zwar, meinte er, hätte die Obrigkeit das Recht, fünf englische Offiziere zurückbehalten und Kitchener durch eine Bot- türkische Regierung bewilligte den Räubern Straflosigkeit und stellte die Todesstrafe anzuwenden, aber sie hätte nicht die Pflicht, und schaft benachrichtigen lassen, daß er dieselben standrechtlich erschießen die Verfolgung ein. wenn diese Strafe in das Gesetz aufgenommen würde, so würden laffen werde, falls Kruizinger von den englischen Behörden zum die Richter je nach ihrer politischen Meinung an einem Ort ein Tode verurteilt werden sollte. Verbrechen mit dem Tode bestrafen, an einem andern nicht. Im Schwachen Sligo( Jrland), 24. Dezember.( W. T. B.) Die Mitglieder des Parlaments Tully und John O'Donnell wurden Kein Weihnachts Waffenstillstand. wegen Aufreizung der Pächter des Lord Defreynes zur Verweigerung übrigen wird sich der Justizminister darauf beschränken, das von In Londoner boerenfreundlichen Kreisen ist man sich angeblich der Pachtzahlung zu einem bezw. zwei Monaten Gefängnis verseinem Borgänger Uebernommene auszuführen; ชน neuen barüber einig, daß die lezthin verbreitete Meldung, die Boeren urteilt. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 3 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. r. 301. 18. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mittwoch, 25. Dezember 1901. Aus dem Konzentrationslager des " Christentums. „ Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet Euch nicht; fiche ich verkündige Euch große Freude, die allem Volke widerfahren wird; Denn Euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der Ehre sei Gott in der Höhe, Friede auf Erden und den Menschen ein Wohlgefallen." Ev. Lucä, Kap. II, Vers 10, 11, 13 und 14. Seine Majestät der deutsche Kaiser... Seine Majestät der Kaiser von Oestreich Seine Majestät der König der Belgier Scine Majestät der Kaiser von China 2c. 2c. von dem festen 2illen beseelt, zur Aufrechterhaltung des allgemeinen Friedens mit zuwirken, entschlossen, mit allen ihren Kräften die friedliche ErLedigung internationaler Streitigkeiten zu begünstigen, gewillt, die Herrschaft des Rechtes auszubreiten und das Gefühl der internationalen Gerechtigkeit zu stärken..., von dem Wunsche beseelt, auch in diesem äußersten Fall den Gesehen der Menschlichkeit und den fich immer steigernden Forderungen der Civilisation zu dienen.. Aus dem Abkommen der Ha ager Friedens Konferenz. über Leben und Chinesen Leben oder Eigentum war auch nur einen Augenblick ganz öffentlich und jedermann, Offizier und Soldat, hat Kenntnis ficher vor Vernichtung. Leute, mit denen ich noch zu Mittag davon. Sogar Kitchener weiß davon. Aber kein einziger gesprochen, lagen bei Sonnenuntergang schon in der Grube und Schritt wird gethan, um diesen schandhaften Handel mit Menschenfein Sterblicher wird jemals wissen, warum. Der Blut- feelen zu verbieten." durft hatte die Europäer Der unbedeutendste, verächtlichste Bursche, der zufällig das wahnsinnig gemacht. Fred Lavelle, ehemaliger Mitkämpfer der Boeren. Tageslicht in Europa erblickt, hatte unkontrollierte Gewalt Amerikanische Bestialitäten auf den Philippinen. Stadt. Gegen seine Handlungen gab es feinen Refurs, fein Chinese wohl niemand. Eigentum des gebildetsten Chinesen der„ Wir Engländer find als Nation nicht beliebt; daran zweifelt Es ist begreiflich, daß die Nationen, die gegenwurde er zur Arbeit kommandiert, um nach 12, 14stündiger Blackerei Daß aber die Amerikaner, die einen Guerillakrieg mit ähnlichen wußte, was der nächste Augenblick ihm bringen konnte. Vielleicht wärtig keinen Krieg haben, unsre Methoden in Südafrika anklagen. zusammenzubrechen, vielleicht auch, daß er ohne weiteres nieder- Mitteln führen, in den Chorus einstimmen, ist schwierig zu vergeschossen wurde. Der Grund wurde ihnen nicht gesagt. Ich sah, stehen. Wenn man ferner den blutdürftigen Paffus, den wie ein Ehepaar, das sich nach gethaner Arbeit nach Hause begeben Roosevelts Botschaft mit Bezug auf die Filipinos enthielt, wollte, von den Soldaten festgenommen wurde. In einem kleinen fich ins Gedächtnis ruft, so wird es ganz unbegreiflich, wie die Boote nahe am Fluß war Feuer ausgebrochen, sie waren die Boerenmeetings in Chicago und anderswo die Amerikaner über die nächsten, die aufgegriffen wurden; bei der Frau fand man Streich- Aehnlichkeit ihrer eignen Striegführung hinwegtäuschen können." hölzer, niemand, auch der Bootswächter nicht, hatte sie bei den Cunningham Graham in der Saturday Review". Booten gesehen, trotzdem- 15 Minuten später waren sie schon eingescharrt." Was in des Himmels Namen ist das?" fragte ich eines Tages meinen Begleiter, als ich in dem Hause eines reichen Chinesen, der wohl jetzt in Abrahams Schoß lag, auf einen großen schwarzen Staften sticß. Es war in einem der größten Zimmer und dem dunklen Winkel entstieg ein scheußlicher Geftant. Es sind die Mädchen, drei Mädchen!" sagte mein Begleiter, ein Europäer." Ihre Leichname liegen in dem Kasten," erklärte er. " Wer schaffte fie da hinein?" ,, Es waren Offiziere!" " Sind Sie deffen ganz sicher?" " Jawohl, mein Herr! Ich war hier, als es geschah!" Sahen Sie die jungen Mädchen selbst?" " " Jawohl! Es waren die Töchter des Besizers dieses Hauses." Dr. Dillon in der Contemporary Review". " ,, Es ist leider unter den Europäern bräuchlich geworden, das Niederbrennen eines chinesischen Dorfes durch Erzählung vorher gegangener Mordthaten zu entschuldigen. Ich weiß, daß auch in dem oben besprochenen Fall ein deutscher Korrespondent kurz entschlossen die Ermordung einer Patrouille oder doch den blutigen Angriff auf eine Patrouille hinzuphantasierte." Der Kriegs- Korrespondent der urantfurter Zeitung". zu verwerten." " * Deutsche Kulturträger in Kamerun. „ Die Greuelthaten, die, wie wir fürzlich unseren Lesern mitteilten, in Samerun von mehreren Deutschen gegen Reger verübt wurden, haben nunmehr ihre Sühne gefunden. Einer Privatdepesche aus Kamerum zufolge wurde der Hamburger Wittenberg, der einen Neger von hinten mit dem Ladestock pfählte, zu fünf Jahren Zuchthaus verurteilt. Der Kölner Keltenich zündete mit Petroleum begoffene Hände eines Negers an. Er erhielt für diese Unthat drei Jahre Zuchthaus. Der Bremer Haesloop, der einem Häuptling mit der Beitsche ein Auge ausschlug, tam mit 8 Monaten Gefängnis davon. Berliner Tageblatt", Dezember 1901. " Soweit unsre fleine Blütenlese christlicher Heldenthaten in den beiden letzten Jahren. Unzählige andre Vorgänge, die das Christentum unjrer Kulturnationen fanm minder herrlich offenbaren, ließen sich freilich noch erwähnen; wir nennen nur einige Kapitel überschriften: Duelle, Soldatenmikhandlungen, Wreschen, Ausweisungen, Prügelstrafe, reaktionäres, blutgieriges Getobe gegen den inneren Feind usw. usw. Und nun genieße man mit Andacht die von Menschenliebe übers strömenden Festartikel der bürgerlichen Presse! Der Spiritusring ist nun dem 3erspringen' so nahe, daß es eigentlich rätselhaft ist, wie er sich noch halten kann. Ob er wirklich größere Anleihen bei der Central- Genossenschaftskaffe machen oder sonst wo sich Geldmittel verschaffen konnte auf jeden Fall vermag er nur durch „ Wir haben den kubanischen Krieg, den auf den Philippinen und den in China gehabt. An letzterem haben alle Großmächte teilgenommen, und die Haager Konferenz wäre auf ihn doch auwendbar gewesen, da ja auch China die Abmachung unter zeichnet hatte. Haben wir aber nicht gesehen, daß Generale in China Befehle erlassen haben, die allem zuwider waren, was im Haag beschlossen worden war? Das war für mich eine große Enttäuschung. Vor allem ist es für das Leben der Armee von unermeßUnser Jahrhundert ist leider nur in Worten sehr lichem Wert..., im fernen Lande kriegerische Thätigkeit zu sehen fortschrittlich, in Thaten wenig.( Beifall.) und zu üben und dann mit erweitertem Blick und erfrischtem Niemals wurde das Wölkerrecht mehr mißachtet, und Geist heimzukehren, um diese Erfahrungen im Interesse des Ganzen noch immer gilt der Satz: ,, Gewalt geht vor Recht". Nede des belgischen Ministers Bernaert in der Das Militär- Wochenblatt" über den Chinakrieg. Kammerfigung vom 17. Dezember 1901. Woyron versichert, daß die französischen Truppen sich viel Dokumente über den Chinakrieg. beffer benommen hätten, als die Truppen der andren außergewöhnliche Unterstützung sich bis jetzt zu halten, denn seine Nationen. Es hätten zwar Plünderungen seitens Franzosen geschäftlichen Manipulationen haben ihm und seinen Mitgliedern stattgefunden, doch habe es sich hier um vereinzelte Vorkommnisseur fortgesetzt den Beweis geliefert, daß er sich verspekuliert gehandelt. hat. Die Produktion von Spiritus ist im November worden, für deren Rechnung fie die Plünderung ausführten. Eines höher gewesen als fie jemals gewesen ist und überſtieg die bis Tages, so heißt es in dem Bericht weiter, begaben sich Miffionare infolge der ungefunden Anreizung durch den Ning sehr hoch war, dahin höchste November- Produktion, die auch im vorigen Jahre schon mit 40 Wagen und 300 eingeborenen Chriften nach dem um faft 10 Broz.! Auch die Produktion im Oktober war bedeutend Balaft des Prinzen Li, um diesen zu durchsuchen. dort eine bedeutende Summe in Silberbarren an sich und höher als die im Vorjahre! die ihnen bei der gaben jedem der Marinefoldaten, Blünderung geholfen hatten, Checks bis zum Betrage von 2000 Frank. Andre Soldaten, die dies erfuhren, nahmen dann für ihre eigne Rechnung Silberbarren weg, welche sie Privatleuten gegen Checks abtraten, da sie die Barren nicht selbst verwerten konnten." Hinrichtung muß auf hinrichtung folgen, fein Alter, kein Geschlecht darf Schonung finden, mit uner bittlicher, alles vernichten der Rächerhand muß das Volk im Reich der Mitte lernen, die Fremden zu fürchten, wie es noch nie gethan." „ Das Kleine Jonviral", Juli 1900. Bilden wir starke Kolonialtruppen aus der Hefe des Volfes, begnadigen wir geeignete Männer aus den, Gefängnissen zum Dienst in dieser Truppe, öffnen wir verwegenen Abenteurern den Eingang in sie, verwenden wir Offiziere, die in deutschen Garnisonen als nicht ganz fair" erscheinen, zur Führung der Kolonialtruppe." " Schwäbischer Merkur", Juli 1900. Dem heutigen China imponiert nur noch brutale Gewalt... Der Fanatismus des Volkes ist entzündet, und wo der einmal brennt, hilft nur noch rücksichtsloses Vorgehen. " Berliner Lotal- Anzeiger", Juli 1900. Die Soldaten seien von Missionaren verleitet Die Petite République" Sie nahmen Der Verbrauch an Spiritus ist dagegen auf jedem Gebiet zurück gegangen, trop der niedrigen Preise, die augenblicklich gezahlt werden. Der November- Trintverbrauch dieses Jahres war der zweitniedrigste der letzten 5 Jahre; mur im Vorjahre war er höher. Noch geringer war der Verbrauch an steuerfreiem Spiritus; der Stückgang gegen 1900 betrug fast 12 Broz.„ Es mag mum freilich dahingestellt sein", bemerkt die Zeitschrift für über den amtlichen Geheimbericht des Generals Voyron. Spiritusindustrie" hierzu, inwieweit hier von einem thatsächlichen " In den ersten vier Tagen war das Plündern in Rückgang des steuerfreien Verbrauchs die Frage ist, und inwieweit " Sobald die Alliierten in die Stadt( Tientsin) eindrangen, be- der That die Liebhaberei aller; die Truppen der ver- der Verbrauch auch noch im November von den auf Vorrat gannen sie ihr Plünderungswert. Die Russen waren die ersten, die schiedenen Nationen sicherten sich ihren Teil durch Befizwechsel. Für denaturierten Mengen gezehrt hat. Immerhin wird sich fich daran machten. Ich sah mit meinen eignen Augen, wie sie war nicht die Hauptfrage, welcher Chinese der eine gewiffe Wirkung der Aufhebung des Brennsteueracht alte und gebrechliche Chinesen mit faltem Blute nieder- fchlechteste, sondern wessen Haus das reich ste sei. Da war Gesezes in dem Sinne der Herabminderung des steuerfreien gestochen wurden...." Prof. D. D. Clifford. faum ein Laden oder ein Haus, wo nicht jemand eingedrungen war. Verbrauchs nicht ablengnen laffen." Auch die Ausfuhr von Spiritus war eine sehr geringe; sie Die Chinesen suchten, wenn möglich, davon verschont zu bleiben, aber selbst, wenn sie ausgeplündert worden waren, erhoben sie betrug im November 1901 mur 1048 Bettoliter, 1900 noch 3951 HeftoSie wenig Beschwerde, sie waren froh, mit ihrem Leben davon liter. war in diesem Jahre die weitaus geringste der gekommen zu sein oder daß ihre Häuser stehen geblieben. legten fünf Jahre. Somit zeigen sich die bedauerlichen Sie erwarteten es nicht anders, als daß die ganze Stadt Folgen des Aufhörens der Brennsteuer auch in Bezug für die Verbrechen ihrer Herrscher zu leiden hätte. Später, als in auf den Export, wobei allerdings dahingestellt sein mag, ob nicht Peking wieder mehr Ordnung vorzuherrschen begann, wurde das auch hier der wirkliche Rückgang hinter dem scheinbaren, sich aus Verbot der Plünderung mehr als eine Form; die einzig erlaubte den Zahlen der offiziellen Statistik ergebenden zurückgeblieben ist, Plünderung war die von den militärischen Autoritäten an- indem die Ausfuhr von den in dem Freihafengebiete geordnete. Alles Eigentum der Boxer wurde offiziell kon gelagerten Mengen gezehrt hat." fisciert". Die Ruffen schlachteten sogar die Kinder an der Mutterbrust ab, sie spiesten die Säuglinge auf den Vajonetten auf, warfen sie dann hoch in die Luft, um sie wieder mit den Bajonetten aufzufangen. Viele Frauen und Kinder wurden in das Wasser getrieben, wo sie elendiglich ertranten." Frau C. B. Dreew, Gattin des britischen Zollcontroleurs. „ Unfre Leute standen sich übrigens mit den Chinesen selbst recht gut. Als sie noch nicht nach den Kleidern zu unterscheiden wußten, sahen sie jeden Chinesen einfach als einen Kuli an und benutten ihn selbstverständlich als Hilfe bei den Arbeiten. Kuli, lai, lai!" hieß es da inimer( fomm, tomm!)" Divisionspfarrer Beete, in einem Bortrag Dezember 1901. " Ihr könnt Euch nicht vorstellen, was für eine Empörung diese sogenannten civilisierten Nationen, Engländer und andre, hervorrufen. Sie fangen friedliche Chinesen und zwingen fie, ihre Lasten zu tragen; und was für Lasten werden ihnen aufgebürdet, und wie werden sie geschlagen, und wie viele Man sieht Züge von halbnackten Chinesen, von ihren Lasten zusammengebogen, vom Schweiß über goffen..., auf dem Wege ſieht man auf jedem Schritt und Tritt chinesische Leichen: das sind meistenteils getötete Träger werden getötet Brief eines russischen Offiziers vom Kriegsschauplatz. „ Das schlimmste dabei war, daß bei dieser Arbeit mit den Aulis alles nervös wurde. Da wurde geschimpft, gewettert und mit dem Knüttel dreingeschlagen. So ungern mau zu diesem Mittel greifen wird, es hilft nicht, mit der Gesellschaft ist anders faum fertig zu werden." Predigtamts kandidat Erich Braun, freiwilliger Krantenpfleger, in der„ Ostpr. 8tg.". Die Japanesen nahmen ungeniert eine Million Taels von den Steuereinnahmen, die Franzosen erbeuteten 200 000 Taels in dem Palaste des Prinzen Li, dem Chef des Kabinetts. Wie viel die geworden; die Amerikaner belegten den faiserlichen Kornspeicher mit Russen im Sommerpalast erbeuteten, ist nach außen nicht bekannt Beschlag. Der englische Kommandeur, befürchtend, daß dieses wilde, unterschiedslose Plündern einen schlechten Einfluß auf die indischen Truppen ausüben werde, unterstellte alles Plündern dem Kommando von Offizieren. Der Ertrag war ein großer. Die Kriegsbeute Niederlagen und-Auktionen auf der britischen Gesandtschaft gaben populäre 3erstreuungen für diejenigen, welche die Strapazen und Schrecken des Marsches nach Peking mitgemacht hatten, und die Erträge ergaben für Offiziere und Mannschaften. welche die ersten gewesen waren, die in die Tatarenstadt eingedrungen und die Belagerten befreit hatten, eine kleine Belohnung." Reverend Guilbert Reid, amerikanischer Missionar, im Forum".. Sunnisches and Südafrika. Die unter steueramtlicher Kontrolle lagernden Vorräte find ganz außerordentlich angewachsen. Sie betrugen Ende November dieses Jahres 703 821 hektoliter, während sie im Vorjahre zur selben Beit nur 366 452 Hektoliter, und 1897 mur 179 638 Hektoliter bedie höchsten an tragen hatten.„ Es waren somit die Bestände Ende November 1901 dem gleichen Termin beobachteten Bestände innerhalb der legten fünf Jahre." Die Zeitschrift für Spiritusindustrie" knüpft daran die„ eindringliche Mahnung" an die Bremnercibefizer, mit allen ihnen zu Gebote stehenden Witteln ihre Produktion einzuschränken, damit wieder gesunde Zustände auf den Spiritusmarkt kommen". Die Brennereibefizer hätten daran schon weit früher ges mahnt werden müssen und vor allem hätte die Zeitschrift für Spiritusindustrie" sich nicht stets so intensiv für die Centrale ins Beug werfen sollen, denn daß ganz allein der Ring mit feinen verlockenden Versprechungen die jegige leber produktion verschuldet hat, beweist ja schon allein die Thatsache, daß vor dem Entstehen des Ringes von einer solchen leberproduktion nicht die Rede war! schnitt der ganzen Wirtschaft geerntet worden! Infolge jener thörichten Versprechungen, die der Ring schlimmer wie die Emittenten irgend einer egotischen Anleihe gemacht hat, wurde Es sei eine Thatsache, daß bis jezt 35 Broz. sämtlicher Boeren- feitens der Landwirte die Kartoffelproduktion unausgesetzt frauen und Mädchen in Transvaal und im Freistaat von britischen Düngung vorgenommen und voraussichtlich wird die Kartoffels gesteigert. Ertragreichere Sorten wurden angebaut, rationellere Unter uns, am Oftthor, erschallt eine Salve. Unfre Pferde Offizieren und Soldaten vergewaltigt sind, darunter Mädchen produktion noch steigen! Während im Jahre 1900 vom Hektar durchstugen nur einen Moment und schnoben die Luft. Ich fizze ab. Da von zehn Jahren. liegen 3 Chinesen( Soldaten, die Patronen entwendeten) neben- Die Mädchen sollen vielfach in die Soldatenlager genommen, erntet wurden, in der Provinz Brandenburg 141( die schnittlich im Deutschen Reiche 126 Doppelcentner Kartoffeln geeinander in der frischgeschaufelten Grube. Dicht davor eine von den Konzentrationslagern nach Bretoria usw. sogar ausgewechselt Höchsternte war in Anhalt mit 155 Doppelcentnern), sind in diesem Sektion deutscher Infanteristen. Sie haben ihr Ziel nicht verfehlt. werden, sobald sie verbraucht( useless) find. Ein kürzlich zurückgekehrter Jahre in Brandenburg bis zu 242 Doppelcentner pro Hektar im Durch Von neuem treten Hand in Hand fünf Boxer in die Grube Mitkämpfer schreibt: Die armen Kinder können teinen Widerstand zwischen die Leichen. Lautlos stehen sie da. Zwei haben davon leisten. Der eigne Hunger zwingt sie und das Bewußtsein, daß fich nachgewiesenermaßen an der Ermordung der Missionare beteiligt. Die Mutter und kleinen Geschwister verhungern, wenn sie ohne Abermals das Rommando" Feuer". Vornüber stürzen die Fünf. Nahrungsmittel heimkehren. Ich habe viele folcher unglücklichen Ein Körper wirft sich noch einmal hoch. Dann„ Erde drüber". Die Mädchen, selbst von 14 Jahren, gesehen, die in andern zehn Kulis ich aufein ihre Landsleute ein.. Das Umständen waren; es war ein Anblick zum Steinerbarmen." war ein interessanter Ritt von Tientsin hierher. Durch hochimmauerte Städte. Die Bivouats in Tempelgärten. Von Bogern angebrannte und zerstörte Städte, von chinesischen Truppen wieder erobert. Abgeschnittene Köpfe an den Stadtthoren und an Pfeilern zerstörter Brücken.. Und weiter gehts, bis ein nenes, feffeludes Bild das vorige verdrängt." Dr. Ballentin, ehemals deutscher Boerenbeamter. Die schlechten Spirituspreise haben aber für die Landwirtschaft selbst die allerbesten Folgen, wenn auch einzelne Landwirte, die sich einmal auf Brennerei mit Liebesgabenzuschuß eingerichtet haben, augenblicklich in arge Klemme gekommen fein mögen. Das Interessanteste dabei ist, daß jezt nicht mehr wie früher behauptet wird, die Güter mit Startoffelboden „ Ich erwähne jetzt nur ein bestimmtes Lager bei Frene, etwa feien unbedingt auf die Brennerei wegen der Schlempe au neun Meilen von Pretoria. Alle weiblichen Personen von gewiesen. Die Zeitschr. für Spiritusindustrie" bringt verschiedene 12 Jahren aufwärts werden hierher gebracht und wie Vieh Mitteilungen, aus denen hervorgeht, daß der Landwirt jetzt lerne, zusammengetrieben. Abwechselnd werden mehrere von ihnen in auch ohne Brennerei, also ohne Schlempe, die Kartoffeln fleinen Haufen nach Pretoria geschafft für unzüchtige Zwecke sehr rationell zu verwerten. So theilte fürzlich der Amtsrat Maler Theodor Rocholl in einem Düsseldorfer Blatt. und werden hier unter Anwendung von Gewalt und Schmidt- Kösen in einer Versammlung der Abteilung Branden„ Mitten unter einer wehrlosen Bevölkerung in Tungtschau, die Zwang, durch Entziehung von Nahrung und andre Torturen burg des Verwertungsverbandes deutscher Spiritus Fabrikanten mit, bei dem Anblick eines Gewehrs, eines Revolvers bis in die tiefste gefügig gemacht. In Pretoria werden fie von englischen daß seine Ackerpferde 15 Pfd. Kartoffeln neben 8 Pfd. Korn und Seele hinein vor Furcht erzittert, hat man ein Regiment des Offizieren und Mannschaften int brutalster, unmenschlicher 3 Pfd. Milchmelaffe erhalten. Diese Fütterung ist nicht nur eine Schredens errichtet, für das jedes vernünftige Motiv fehlt. Weise benutzt. Diefe behalten die unglücklichen Mädchen vorzügliche, sondern auch eine billige. Es werden pro Selbst wenn sich alle Chinesen innerhalb der Mauern der Stadt so lange dort, bis lettere thatsächlich unbrauchbar( useless") find. Pferd und Tag 22 Pf. gegenüber der reinen Kornfütterung erspart, gegen die Fremden empört hätten, wäre es diesen doch ein leichtes Sie laffen fie hierauf nach dem Lager bei Frene zurückbringen und was bei 120 Pferden einer Ersparnis von rund 5400 Mark gewesen, sie ohne große Anstrengung zu bewältigen. Steines sich von da frisches Menschenfleisch kommen. All dieses geschicht in sieben Monaten gleich kommt." d So liegt also das Geld bei den Agrariern geradezu auf der Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Die Krankenversicherung 198. 15 von 43 8olltarifnummern weisen eine Bu-, 28 ein Abnahme Straße, die Herren müßten nur so viel Berstand haben, daß sie es der Dienstboten und die Gemeinden. Ueber das kommunale Wahl auf. Wesentlich zugenommen haben Getreide(+74 110), Materials 2c. aufheben lernen. recht in Preußen. Kommunalwahlen.- Sekretariat der städtischen Waren( 21 709), Del und Fette( 6994), wesentlich abgenommen: Derselbe Amtsrat fütterte die Kühe mit 40-45 Pfd. Kartoffeln Arbeiter Berlins. Die Gemeinden und die Arbeitslosigkeit Zur Kohlen( 210 160), Holz( 149 884), Erden, Erze( 79 622), Eisen unter Zugabe von 2 Pfund Baumwoll- Saatmehl und 21/ 2-3 Pfd. Wohnungsfrage in Nixdorf. ( 51 188), Abfälle, Drognen, Apothekers und Farbwaren, Instrumente, Kleie.„ Der Milchertrag stieg regelmäßig bei dem Uebergang Mit der vorliegenden Nummer schließt die„ Kommunale Praxis" Maschinen und Fahrzeuge, Teer, Pech, Harze. von der Schlempe zur Kartoffelfütterung. Diese Milchsteigerung ihren ersten Jahrgang ab. Ein ausführliches Namens- und Sachregister Gesam mte infuhr in den elf Monaten Januar bis November liefert den Beweis, daß sich die Schlempe sehr wohi giebt über die Fülle des Stoffes Aufschluß, den das Blait bisher schon in Tommen: 41 060 764 gegen 42 137 265 und 41 299 925 in den durch Kartoffeln mit der richtigen Beigabe von Kraftfutter- feinen Lesern geboten hat. Wie wir einer Ankündigung der Nedaktion beiden Vorjahren. Edelmetalle: 1161 gegen 1114 und 955. Gegen mitteln erse en läßt." Schließlich empfiehlt Amtsrat Schmidt entnehmen, soll im fommenden Jahrgang der Vorbereitung der auf das Vorjahr haben 19 8olltarifnummern eine Zunahme erfahren, das Einsäuern von Kartoffeln. Nach seinen Erfahrungen bilden dem nächsten Parteitage zu erwartenden Diskussion über die Ziele namentlich Getreide(+676 849), Erden, Erze, Droguen usw., Del eingesäuerte Kartoffeln ein vorzügliches Sommerfutter, und Aufgaben der Kommunalpolitik besondere Beachtung geschenkt und Fette, Abfälle. Die Weizeneinfuhr( 1 960 496) hat gegen das das einen großen Teil des teuren Grünfutters ersehen kann und werden. In einer Reihe von Gemeindevertretungen hat die focial- Vorjahr mit 1 206 065 To. stärker zugenommen als die ganze Gruppe sich bei den diesjährigen Kartoffelpreisen so billig ftellt wie fein demokratische Fraktion das Blatt für ihre Mitglieder obligatorisch Getreide und andre Landbau- Erzeugnisse und ist stärker als je zuvor anderes Futtermittel." gemacht; vielfach wird es auch von den Partei- Organisationen am in einem ganzen Jahr. Die Vereinigten Staaten von Amerika All diese Mitteilungen der Sachverständigen beweisen, daß die Orte den socialdemokratischen Vertretern gratis geliefert. Der waren an dieser gewaltigen Zufuhr mit 1143 975 Tonnen beteiligt, ganze Liebesgaben politit nicht nur überflüssig, sondern Abonnementspreis des reichhaltigen Organs beträgt nur 1 M. pro Rußland und Argentinien weniger. Auch die Hopfen der Landwirtschaft geradezu schädlich ist. Die Regierung wie die Vierteljahr( Postzeitungsliste 4116). Der Verlag teilt mit, daß vom einfuhr war wegen der mißlichen deutschen Ernte, namentlich in den Branntweinbrenner behaupten foust stets, daß im Interesse der ersten Jahrgang noch einige vollständige Exemplare vorhanden sind drei letzten Monaten, ungewöhnlich hoch und überstieg die HopfenLandwirtschaft den Brennereien Zuschüsse auf Kosten der Steuer- und zum Preise von 4,30 m. gegen vorherige Einsendung des Be- ausfuhr in den elf Monaten un 598 Tonnen. Besonders große Auszahler denn das sind ja die Liebesgaben gewährt werden trages oder Nachnahme abgegeben werden. fälle zeigen Kohlen(-899 307), Eisen( 548 184), Holz, Steine Thonmüßten, weil sonst die leichten Böden, auf denen mur Kartoffeln Polizeiliches, Gerichtliches usw. im waren, Instrumente, Maschinen, Kupfer, Blei. wachsen, nicht rentabel bearbeitet werden könnten und daher auf2. Ausfuhr in Tommen zu 1000 Kilogramm: 2909 855 gegen geforstet werden müßten. Ganz abgesehen davon, ob das Aufforsten Die mecklenburgischen Behörden haben einen ganz besonderen 2 969 985 im Vorjahre, daher weniger 60 130. Edelmetalle: 19 gegen nicht für Kelima und Bewässerung der ganzen Gegend vorteilhafter Jagdeifer gegen die Weihnachts Beitung Arbeitslos" entfaltet; in 48. 17 von 43 Bolltarifnummern zeigen eine verstärkte Ausfuhr, aber wäre, so wird jetzt, wo trotz der Liebesgaben die Spiritusbereitung den weltabgeschiedensten Orten wurde bei den Vertrauensleuten nur bei Eisen ist die Zunahme(+114 450) von erheblicher Benicht mehr die bisher übliche Rente abwirft, von fachkundiger Seite unfrer Partei danach gesucht. So erschienen bei unsrem Vertrauens deutung, Erden, Erze, Materialwaren, Kohlen, Getreide und Thonbewiesen, daß die Verfütterung der Kartoffel ebenfalls eine rationelle Ber- maun in Röbel, dem fleinen, verkehrsfernen Acerbürger- Städtchen waren ließen start nach. wertung derselben ist, mithin die Erzeugung von Branntwein am Mürigfee, zwei Natsdiener und nahmen eine, allerdings erfolg- Gesamtausfuhr in den elf Monaten Januar bis November und damit von Schlempe durchaus nicht zu den un- lofe Haussuchung nach der Zeitung bor. Ebenso er in Tonnen: 29 459 008 gegen 30 043 340 und 27 990 564 in den erläßlichen Bedingungen gehört, unter denen die schien bei dem Vertrauensmann in Malchow ein Polizist, Vorjahren. Edelmetalle: 336 gegen 325 und 331. Gegen 1900 leichten Böden kultiviert werden können. um auch hier vergeblich zu suchen. In Güstrow wurde haben 15 Zolltarifnummern eine stärkere, 28 eine schwächere AusDaraus folgt, daß der Nuf: Fort mit der Liebes- bei verschiedenen Parteigenoffen gehaussucht. Bei zweien derselben fuhr. Nur Eisen hat start zugenommen(+698 904), während nur gaben Bolitit! vollauf berechtigt ist! Sobald die Kontingen wurde je ein Exemplar gefunden, das sie sich gekauft hatten; ob Erden, Erze und Kohlen besonders starte Rückgänge zeigen. tierung und die ganze Prämienmißwirtschaft beseitigt und die diese Exemplare beschlagnahmt wurden was gejezwidrig wäre, Der Betriebsüberschuß der Harpener Bergbau- Gesellschaft Spiritusbereitung ein freies Gewerbe wird, hört ist aus der Notiz unseres Rostocker Parteiblattes nicht ganz klar zu auch der künstliche Anreiz zur Ueberproduktion von Spiritus auf und erfehen. Fast scheint es, als sollte gesagt sein, daß sie beschlagnahmt im Monat November 1901( 24 Arbeitstage) betrug 1230 000 m. gegen 1282 400 M.( 27 Arbeitstage) im Oflober 1901 und die schon im Interesse der Volksernährung notwendige Steigeworden sind. rung der Viehzucht tritt an deren Stelle. Die deutsche Land- Der Auftrag zu der Aktion ist von der Oberstaatsanwaltschaft 1647 500 M.( 24 Arbeitstage) im November 1900. wirtschaft hat alle Ursache, sich darüber zu freuen, daß die in Rostock unterzeichnet. Geschäftsberichte deutscher Konsumvereine. Der Allgemeine durch unsre Fraktion veranlaßte Beseitigung Konsumverein für Chemniß und Umgegend, einer der ältesten der Brennsteuer jetzt die Brenner veranlaßt, einmal auch deutschen Vereine, hatte im verflossenen Jahre einen Umfaß von ohne die Krücken der Subventionen gehen zu lernen! Die Not lehrt das von dem Herrn Bezirksdirektor( Eucken- Addenhausen) erlassene 14 Proz. Von der Generalversammlung ist bereits die Errichtung Die Beschwerde des Schankwirts A. Baudert in Apolda gegen 2 895 298 M. Der Reingewinn betrug 409 575 M. Rückvergütung fie, die die Liebesgaben- Politik zu einem gewiffen Schlendrian in Verbot einer für den 3. Juli d. Je. angekündigten Versammlung einer eigenen Bäckerei genehmigt. Der Konsumverein für der Bodenbewirtschaftung gebracht hatte, nun wieder thatfräftig ein- Is. greifen! Bequemer ist es allerdings, fich die Liebesgaben und in Eisenach weisen wir als unbegründet zurück. Wenn, nachdem Großenhain berichtet über einen Umfag von 119 863 M. in den Prämien in die Tasche zu stecken- und für manche ostelbische Junker eine für den 1. Juli 1901 geplante Versammlung, in welcher derselbe 9 Monaten seines 8. Geschäftsjahres. Der Reingewinn beziffert sich mag es auch rentabler sein. Im Interesse der Allgemeinheit aber Redner sprechen sollte, verboten worden war, der Beschwerde- auf 15 850 M. Rückvergütung 9 Proz. Der Konsumverein liegt es, die ganze bisherige Brennerei- Gesetzgebung mit führer eine neue Versammlung angemeldet hat mit der Tagesordnung: Treuen erlangte einen Umsatz von 285 894 M. Reingewinn , Mein Landtags Kollege samt dem auf dieselbe sich aufbauenden Spiritusring zu beseitigen und das Versammlungsrecht", so stellt sich ein solches görrach giebt seinen Umsatz auf 265 840 M. an. Reingewinn Eucken Addenhausen 46 476 M. Rückvergütung 20 Broz. Rückvergütung 20 Broz.- Der Konsumverein in Vorgehen insonderheit auch in dem Wortlaut der Tages- 38 741 ordnung als eine Verhöhnung der Behörde dar, die aus dringenden Gründen des öffentlichen Wohles nicht geduldet werden kann. Die Bersammlung ist deshalb mit Recht verboten worden. Dabei ist es gleichgültig, ob das erste Wersammlungsverbot genügend begründet war oder nicht. gez. v. Wurmb. Partei- Nachrichten. Unfre Petition gegen den Zollwucher mit ihren 31/2 Millionen Unterschriften liegt gewissen Leuten schwer im Magen. Es läßt sich eben nicht bestreiten, daß hier das arbeitende Bolt seine Stimme zu einer wuchtigen Kundgebung erhoben hat, an der man nicht achtlos borübergehen darf; denn schließlich ruht die Herrschaft der Ausbeuter doch nur auf der Langmut und Schafsgeduld der Ausgebeuteten. Man versucht deshalb, den Proteft zu verkleinern. Aber man kann es nur durch Lügen und thörichte Behauptungen. " " Ein weimarisches Versammlungsverbot. 9 Sociales. Die Reichsausländer in Preußen nud im Reiche. Nach den Ergebnissen der Volkszählungen betrug die Zahl der Reichsausländer, wie die Statistische Korrespondenz" berichtet: im Reiche in Preußen 1871 206 755 1875 " 87 304 120 993 1885 156 969 164 805 205 818 868 003 Die Herren in Weimar erweisen sich selbst keinen guten Dienst durch die Behauptung, daß schon in der angegebenen Tagesordnung eine Berhöhnung der Behörde zu finden sei. Zunächst ist darin gar nichts zu finden, was einer Verhöhnung auch nur ähnlich sieht, 1890 sondern es geht aus der Tagesordnung mir hervor, daß Baudert über die Stellung des Bezirksdirektors zum Versammlungsrecht reden wollte. Oder sollte die Verhöhnung darin gefunden werden, daß der Landtags- Abgeordnete und Schankwirt den Landtags- Abgeordneten und Bezirksdirektor seinen Kollegen nennt? So verfährt der Ableger der Staatsbürger- Beitung", der sich " Deutsches Volksblatt" nennt. Das Blatt greift Preußen Herans. Die 1849 295 Unterschriften könnten ja, so meint es, auf dem ersten Blick imponieren, aber es sei doch nur der 24. Teil der Einwohnerschaft. Das Blatt will mit diesem Rechenkunststück offenbar demonstrieren, daß es eines Urgermanen nicht würdig sei, mit Zahlen, die so sehr an Geld und Börse erinnern, Bescheid zu wissen. Die ge- Es ist möglich, daß Baudert in beiden geplanten Bersammlungs nannte Bahl ist nämlich nicht der 24., sondern fast der 18. Teil der Einwohnerschaft Breußens, die bekanntlich rund 34, Millionen alt ist, so bedeutet die Zahl der Unterschriften in Wirklichkeit unbeträgt. Da aber fast die Hälfte der Bevölkerung unter 21 Jahren gefähr den 10. Teil der in Frage kommenden Bevölkerung. * 71895 1900 290 799 372 792 433 254 486 190 noch nicht festgestellt. ausländer. In Berlin lebten am 1. Dezember 1900 insgesamt 35 026 ReichsNiederländer( 83 944), Russen( 32 485), Italiener( 22 407), Dänen Am zahlreichsten waren in Preußen die Defireicher( 137 963), ( 22 333), Schweizer( 14 377), Ungarn( 12 194), Belgier( 9294), Briten stetigem starken Wachsen begriffen ist, viel stärker wächst, wie die ( 8646), Nordamerikaner( 8293) und Schiveden( 5704). Die Statistik zeigt, daß die Zahl der Reichsausländer in einheimische Bevölkerung; wir leben also thatsächlich im Zeitalter des Verkehrs, wenn auch die deutsche Politik nicht gerade im Zeichen rede die Behörde verhöhnen wollte; wahrscheinlich ist das aber auch nicht, weil eine Verhöhnung gar leicht zu einer Beleidigung gefertig einer Beleidigungsklage auszusetzen. Man sollte daher eher stempelt werden kann, und Baudert ist flug genug, sich nicht leicht vermuten, daß er an der Auffassung des Herrn Bezirksdirektors vom Das Blatt fchäßt" dann, daß sich unter den preußischen Unter- Versammlungsrechte sachliche Kritik üben wollte. Da die Behörde fchriften gegen 400 000 Frauen und Kindernamen" befinden. auf diese nächstliegende Vermutung nicht fam, sondern gleich an VerWoher mag wohl das Blatt wissen, was ein Kindername ist? Ist höhnung dachte, so ist zu vermuten, daß sie selbst das erste Ver- Die Statistik beleuchtet auch die preußische Dänenpolitik recht des Verkehrs steht. Hans Schulze ein Kind oder ein Mann? Ist Clara Müller eine jammlungsverbot, deffen Mangel an Begründung sie ja zugiebt, für Frau oder ein Kind? Solche Behauptung trägt also den Stempel so grundlos hält, daß demgegenüber nur noch Hohn am Plazze ge- Breußen bis 1890 ständig zugenommen, sie stieg von 13 520 im Hell. Die Zahl der dänischen Staatsangehörigen hat nämlich in der Erfindung von vornherein an der Stirn. wejen wäre. Frauen haben selbstverständlich das Recht, eine Petition gegen Jahre 1871 auf 31 440 im Jahre 1890. Seitdem ist sie, zweifellos indie Erhöhung der Lebensmittelzölle zu unterschreiben; daß das antifolge der rigorosen Ausweisungen des Köllerkurses, bis auf 22 328 semitische Btatt das Gegenteil behauptet, ist nebensächlich. Wir beAus Industrie und Handel. gefunken. Die Ausweisungen sind aber nur, und zwar in noch dauern nur, daß so wenig Frauen unterzeichnet haben; es wird aber stärkerem Maße als die Differenz dieser beiden Zahlen erkennen Die allgemeine wirtschaftliche Lage bietet für die nächste läßt, in Schleswig- Holstein erfolgt. Dänische Staatsangehörige leben dadurch der Wert der Petition gerade von dem Standpunkte Zeit ganz trostlose Aussichten. Aus Oberschlesien wird berichtet, daß nämlich in Preußen fast ausschließlich in Schleswig- Holstein und in des antisemitischen Blattes aus bedeutend erhöht. Denn wenn es die von ihm geschätzten 400 000 Frauen- und Kindernamen" ab- die Hüttenwerte zum größten Teil ihren Betrieb vom 21. Dezember Berlin und Umgegend. In Schleswig- Holstein fant die Zahl der rechnet, so bleiben noch knapp 1/2 Millionen Männernamen" übrig i 2. Januar ſtillliegen lassen. Der Breslauer Gen.- Anz." teilt Dänen von 1890 au 1900 von 29 766 auf 19 139, also um 10 627 und da wir in Preußen nur etwa 9 Millionen Männer von über mit, daß von 650 Coatsöfen seit Sonnabend 195 außer Betrieb Köpfe. Da die Gesamtzahl der Dänen in Preußen nur um 9112 21 Jahren haben, so bedeutet die Zahl der Unterschriften in Wirklichkeit gesetzt sind. Motiviert wird der Schritt damit, die Feiertage und Stöpfe sant, so ist sie im übrigen Preußen gestiegen. ungefähr den 6. Teil der in Frage kommenden, nach antisemitischer Herrschenden widrigen Geschäftslage das durch Som- und Feiertage das Neujahrsfest lägen diesmal so ungünstig, daß sich bei der Logit allein zum Protest berechtigten Bevölkerung. Die Wirkungen des Gefänguiffes auf die Gesundheit. Es sollen Unterschriften doppelt und dreifach fein; wir ver- häufiger notwendig werdende Anlassen und Einstellen des Betriebes muten, daß Müller und Schulze sogar tausendfach draufstehen werden. der erzwungenen Muße den Lohn weiterzahlen wolle, ist selbst- bayrische Bezirksarzt Dr. Schäfer eine Arbeit, in der er unter nicht verlohne. Davon, daß man den Arbeitern während der Zeit In der Münchener medizinischen Wochenschrift veröffentlicht der Rechenfehler sollen bei der Zählung unterlaufen sein. Bitte nachrechnen und beweisen! Aber laßt feinen zahlenfeindlichen Ur- verständlich keine Rede. germanen an diese Arbeit, damit er sich nicht so blamiert wie das dahin gebracht, daß allgemein die Abnehmer mit Aufträgen zurück Das Westfälische Coatssyndikat hat es mit seiner Preistreiberei " Deutsche Volksblatt". Einzelangaben über die Unterschriften aus balten. Infolgedessen rechnet man damit, daß eine abermals erhöhte einem bestimmten Hause Berlins dürften sich als eben solcher Betriebseinschränkung eintreten muß, die sich bis auf 48 Prozent Schwindel erweisen. steigern wird. anderm sagt: von Tuberkulose waren sämtlich durch die Hafteinwirkungen bedas vorzeitige Altersiechtum, der Fall von Skorbut und die Fälle Die anämischen Erkrankungen( Blutleere), die Magenaffektionen, bingt." Dr. Schäfer schildert dann, wie bisweilen schon nach sehr Der polnische König von Breslau. Irgend ein feiger Schuft Aus dem Ruhrgebiet kommt die Nachricht, daß auf mehreren furzer Haft der Hämoglobin( Blutfarbstoff) Gehalt bei den Gean deutsche Blätter verschickt, sich dabei in die Maste eines Partei- Betriebspause benutzt wird, weil es an Aufträgen zur Beschäftigung führt dann in leider nicht seltenen Fällen und zwar in einer unin Paris verbreitet eine Sudelfchrift gegen Bernstein, die er anonym Eisenwerken die zwischen Weihnachten und Neujahr liegende Zeit als fangenen überraschend schnell abnimmt. " Die lange Dauer des subnormalen Gehaltes an Hämoglobin genossen verkleidend. Es werden darin eine Anzahl Beschuldigungen einzelner Betriebe mangelt. Dies ist u. a. auf Werken der Firma heimlich latenten( versteckten) Weise zu jener Grenze, an der das Ges gegen Bernstein erhoben, die von nichts weiter als der dummen Friedr. Krupp in Essen, der Dortmunder Union und der Gußstahlfängnissiechtum mit allen feinen Komplikationen, seien es chronische Gehässigkeit ihres Urhebers zeugen. So lautet die eine: Bernstein und Eisenwerfe in Gelsenkirchen( vormals Munscheidt u. Co.) der rühmte sich in England, von einer polnischen Königsfamilie ab- Fall. Der Hörder Verein wird am Jahresschluß 100 Arbeiter ent- Verdauungsstörungen, frühzeitiges Altern, sei es Tuberkulose, bezustammen, dem legendären Samuel Wahl, der während einer Nacht laffen und es ist unsicher, ob nicht weitere Entlassungen folgen. Auf Das mögen fich die Leute merken, denen der heutige Strafe die polnische Krone getragen haben soll." Am Schlusse wird auf der Effener Union wird jogar wegen mangelnder Beschäftigung in gefordert, Bernstein nicht in den Reichstag zu wählen. der zweiten Hälfte des Monats Dezember in den meisten Betrieben vollzug noch zu human ist. gefeiert. Die Montanarbeiter gehen, allen Anzeichen nach, einem schweren Winter entgegen, trotzdem die fremden Arbeiter bereits in großer Anzahl den hiesigen Gewerbebezirk verlassen haben und in ihre Heimat zurückgekehrt sind. Der Verbreiter der Subelei muß von deutschen Parteiverhält niffen eine sonderbare Vorstellung haben, wenn er glaubt, mit solchem Mist die Entschließungen der deutschen Parteigenossen beein fluffen zu können. An der Situng des internationalen Bureaus werden für Deutschland, wie uns vom Parteivorstande mitgeteilt wird, die Genossen Singer und Rautsty teilnehmen. Die Eisen- und Stahlwerke in Osnabrück haben eine größere Zahl von Arbeitskräften entlassen und stehen weitere Kündigungen bevor. Der Berichterstatter bemerkt, daß dadurch die Arbeitslosigkeit in Osnabrück eine erschreckende Höhe erreicht. Für den Reichstags- Wahlkreis Schaumburg- Lippe, der Auf den Schiffsbauwerften tritt der Arbeitsmangel auch fühlinfolge Todesfalles schon die zweite Nachwahl seit den letzten Haupt- barer hervor. Die Schiffswerft von Joh. C. Tecklenborg A.-G. in wahlen vorzunehmen hat, haben unsre Parteigenoffen am Sonntag Gee ft e minde, die in den letzten Jahren sehr reichlich mit Auf in einer gut besuchten Versammlung in Stadthagen den bis- trägen versehen ivar und ganze 2000 Arbeiter beschäftigt, hat sich, herigen Kandidaten, Genossen Reichenbach aus Bielefeld um Arbeiterentlaffungen zu vermeiden, veranlaßt gefehen, vorläufig wieder einstimmig proklamiert. die tägliche Arbeitszeit von zehn auf neun Stunden herabzusetzen. ginnt." Böse Weihnachts- Bescherungen für Eisenbahn- Arbeiter. Jm Direktionsbezirk Köln ist angeordnet worden, daß jeder Bahnarbeiter monatlich zehn Feierschichten machen muß. Das ist für die Getroffenen bei ihren ohnedies geringen Löhnen ein harter Schlag. Auch auf der Eisenbahn- Strecke im Abrthal kommt das Thieleniche Sparsystem zur Anwendung. Die Tagelöhne der Rottenarbeiter find seit dem 1. Dezember um 33 und 50 Proz. herabgesetzt worden, was einen so bedeutenden Minderverdienst ergiebt, daß die Arbeiter unmöglich ohne Schulden zu machen durchkommen können. Es find von dieser Maßnahme Leute betroffen, die fünfzehn und mehr Jahre in Diensten der Eisenbahn Verwaltung stehen, darunter Familien väter mit großer Kinderzahl. J Rechtsungültige Arbeiterschuh- Verordnung. Nach§ 120e Der Wahlkreis, der kleinste des Reiches nach der Einwohnerzahl Daneben werden fortgesetzt Lohnabzüge auch aus den Betrieben Absatz 2 der Gewerbe- Ordnung tönnen, sofern nicht der Bundesrat ( 43 132 Einwohner, rund 9000 Wähler) bietet für uns noch gemeldet, die noch sehr ansehnliche Gewinne abwerfen. So wird die schon gemäß§ 120e Absatz 1 eingegriffen hat, durch Polizeiwenig Aussicht. Eine nennenswerte Agitation wird überhaupt erst Laurahütte durch ihre Lohnabzüge rund eine Million in ihrer Jahresforderungen in bestimmten Arten von Anlagen zur Durchführung der in verordnungen Vorschriften darüber erlassen werden, welchen Anfeit 1890 betrieben; wir bekamen bei dieser Wahl 1110 Stimmen, bilanz erübrigen, während die Aktionäre beim letzten Abschluß noch den§§ 120a bis c enthaltenen Grundfäße bezüglich des Arbeiterschutzes der Freisinnige 3287 und der Konservative 2825. Jn der Stichwahl 14 Broz. Dividende erhielten, also ein gwang zur Herabsetzung der fiegte dann mit unfrer Hilfe der Freifinnige. Eine bemerkenswerte Löhne nicht vorlag. Aber es ist die bekannte Geschäftspraxis imur genügen sei. Für den Regierungsbezirk Arnsberg ist eine derartige Zunahme unsrer Stimmen ist seitdem leider nicht zu verzeichnen ge- fapitalistischen Getriebe, daß auf Kosten der Arbeiter den Aktionären fie sollten sich die Unternehmer Schneider und Bäcker vergangen haben. Polizeiverordnung, betreffend die Steinbrüche, erlassen worden. Gegen wesen; wir erhielten 1893: 1304 und 1898 mur 1237 Stimmen, die ihre Revenuen sichergestellt werden. bei der Stichwahl fogar auf 591 zurückgingen. Es fehlt offenbar an der Organisation und an planmäßiger Agitation. Deutschlands Außenhandel im November 1901. Die monatlichen Nachweise des statistischen Amts geben über den Außen Handel im Monat November folgende Zusammenstellung: 1. Einfuhr in Zonnen zu 1000 Kilogramm: 3 642 042 gegen Sie wurden jedoch in zweiter Instanz freigesprochen, weil die Verordnung ungültig sei. Das Landgericht führte aus: Nach§ 120e Abs. 2 der Gewerbe- Ordnung sei vor dem Erlaß einer solchen Polizeiverordnung dem Vorstande der beteiligten Berufsgenossenschaft oder Berufsgenoffenschafts- Sektion Gelegenheit zu einer gutachtlichen Neußerung Von der ,, Kommunalen Pragis", Zeitschrift für Kommunalpolitik und Gemeindesocialismus( Dresden, Verlag Kaden u. Comp.) ist uns soeben die Nr. 22 des 1. Jahrganges sugegangen. Aus dem 14 107 577 im Vorjahre, daher weniger 465 535. Edelmetalle: 89 gegen zu geben. Da die Verordnung nicht erkennen lasse, daß erachtet werden. Dies geschehen set, so könne sie nicht als rechtsgültig| zivingende Natur zu erkennen gegeben. Aber nicht nur die An Eltern nicht als Armenunterstüßung angerechnet werden. Auch sollen Die Staatsanwaltschaft legte Revision hörung der Berufsgenossenschaft sei notwendig, um der frag- die Lehrer und Lehrerinnen, wenn sie es für nötig halten, die Gratisein und machte geltend, die Verordnung sei auf jeden Fall lichen Verordnung Rechtskraft zu verleihen, sondern speisung von Kindern anordnen, selbst wenn die Eltern nicht darum rechtsgültig, denn jener Passus des Gesetzes über die gutachtliche es müsse auch zur Vermeidung der Rechts ungültigteit nachgesucht haben. Die Ausgaben für die unentgeltliche Speifung Aeußerung der Berufsgenossenschaft wäre nicht zwingender, in der Verordnung selber ausgedrückt werden, daß der sollen je zur Hälfte vom Staat und von den Gemeinden gedeckt sondern nur instruktioneller Natur. Der Straffenat des Berufsgenossenschaft Gelegenheit zur Aeußerung gegeben worden werden. Sie werden auf 800 000 Stronen veranschlagt. Kammergerichts verwarf das Rechtsmittel mit folgender Begründung: sei. Mit Recht sei deshalb die Verordnung für ungültig erklärt Alters- und Juvaliden- Versicherung in Dänemark. Auf Das Gericht nehme im Gegensatz zur Staatsanwaltschaft an, daß worden. A die Bestimmung, wonach den einzelnen Berufsgenossenschaften Gelegenheit zur gutachtlichen Aeußerung gegeben werden solle, zwingender Natur sei, daß also die Erfüllung der Vorschrift erst die Rechtsgültigkeit einer auf Grund des§ 120 e Absatz II der Gewerbe- Ordnung erlassenen Polizeiverordnung bedinge. Hierfür sprächen Entstehungsgeschichte und Wortlaut des Gesetzes. Der Reichstag habe zum Beispiel die Worte des Ent wurfs: sollen, sofern nicht umgeändert in die stritte Ausdrucksweise: ist zu geben", und er habe damit die -Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Nedaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Mittwoch, 25. Dezember. Opernhaus. Die Zauberflöte. Anfang 7 Uhr. Donnerstag: Samson und Dalila. Freitag: Tannhäuser der und Sängerkrieg auf Wartburg. Schauspielhaus. Das große Licht. Anfang 72 Uhr. Donnerstag: König Richard der Dritte. AnFreitag: Das große Licht. Nenes Opern: Theater( Kroll). Ein Sommernachtstraum. fang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Wie Klein: Else das Christkind suchen ging. Donnerstag: Hänsel und Gretel. Die Puppenfee. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Wie Klein- Else das Christkind suchen ging. Freitag: Faust. Schiller. Jugend. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Braut von Messina, oder: Die feindlichen Brüder. Donnerstag: Heimat. Nachm. 3 Uhr: Figaros Hochzeit, oder: Ein toller Tag. Freitag: Hans Huckebein. Nachni. 3 Uhr: Die schöne Melusine. Deutsches. Der Biberpelz. An: fang 7 Uhr. Nachm. 22 Uhr: Die versunkene Glocke. Donnerstag: Nora. Nachm. 21 Uhr: Fauft. Freitag: Die Jüdin von Toledo. Nachm. 22 Uhr: Rosenmontag. Berliner. Alt- Heidelberg. Anfang 712 Uhr. Nachm. 22 Uhr: Ueber unfre Kraft.( 1. Teil.) Donnerstag: Die rote Robe. Nachm. 2½ Uhr: Ueber unsre Kraft.( 2. Teil.) Freitag: Alt- Heidelberg. Nachm. 22 Uhr: Frau Holle. Leffing. Die Wohlthäter. Anfang 72 Uhr. Nachi. 3 Uhr: Flachsmann als Erzieher. Donnerstag: Die Wohlthäter. Nachm. 3 Uhr: Flachsmann als Erzieher. Freitag: Die Wohlthäter. Nachm. 3 Uhr: Flachsmann als Erzieher. Mesidenz. Sein Doppelgänger. Vorher: English spoken. fang 7 11hr. Nachm. 3 Uhr: Lcontinens Ehemänner. Donnerstag: Sein Doppelgänger. Borher: English spoken. Nachm. 3 Uhr: Der SchlafwagenControleur. Freitag: Sein Doppelgänger. Vorher: English spoken. Nachun. 3 Uhr: Nera. Nenes. Coralie u. Co. Anfang 712 11hr. Nachmi. 3 Uhr: Der Veilchenfreffer. Donnerstag: Coralie u. Co. Luifen. Schröder u. Co. Anfang einen von liberaler Seite gestenten Antrag wurde im Folketing eine Gratisspeisung bedürftiger Schulkinder verlangen unsre Kommission von 15 Mitgliedern gewählt, die sich mit der Frage der Parteigenossen im dänischen Folketing. Am Donnerstag Einführung einer obligatorischen Volks- Versicherung befaffen soll. brachte N. L. Christensen namens der socialdemokratischen Fraktion Den Liberalen erscheint die jetzige Form der Alters- Versorgung zu einen Gesetzentwurf ein, wonach jedes Seind in den öffentlichen Frei- fostspielig. Sie wollen die Lasten auf die Arbeiter abwälzen. schulen während der Monate Dezember bis März an jedem Schultage auf Verlangen der Eltern eine Portion nabrhaftes Effen erhält, entweder unentgeltlich oder gegen eine die Herstellungskosten nicht Florenz beschlossen; dieselbe soll pro Jahr 3000 Frank betragen. übersteigende Bezahlung. Die unentgeltliche Speisung darf den Eine Subvention der Arbeitskammer hat der Stadtrat von electie de de Carl Weiss- Theater. Urania. Cirkus A. Schumann. 8 11hr. Nachm. 3 Uhr: Nathan der Weise. Donnerstag: Schröder u. Co. Nachm. 3 Uhr: Wilhelm Tell. Freitag: Schroeder n. Co. Nachm. 3 Uhr: Fröhliche Weihnacht. Carl Weiss. Das Jungfernftift. Anfang 7/2 Uhr. Nachut. 3 Uhr: Die Schlangentänzerin. Donnerstag: Das Jungfernstift. Nachm. 3 Uhr: Der Märchen: brunnen. Freitag: Das Stiftungsfest. Nachm. 3 Uhr: Am Altar. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der rote Kosat. Anfang 72 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Landstreicher. Donnerstag: Der rote Kosat. Nachm. 3 Uhr: Pariser Leben. Freitag: Der rote Kosat. Nachm. 3 Uhr: Die Landstreicher. Belle Alliance. Die Dame aus Trouville. Er. Anfang 72 Uhr. Donnerstag und Freitag: Dieselbe Borstellung. Cafino Theater. Weihnachten. Mädchenjäger. Specialitäten. Anfang 72 Uhr. Nachmi. 3 Uhr: Emilia Galotti. Donnerstag: Weihnachten. Mädchenjäger. Nachm. 3 Uhr: Berlin N. Der Berlin W. Der Mädchenjäger. Große Frankfurterstr. 132. Nachmittags 3 Uhr fleine Preise: Die Schlangentänzerin. Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Posse in 3 Aften von Antony Hope. Frühlingstage an Abends 72 Uhr: Bum erstenmal: Das Jungfernstift. Operette in 4 Aften von Ernest Guinot. Musik von Jean Gilbert. Donnerstag und folgende Tage, abends 7 Uhr: Das Jungfernstift. Am 2. Feiertag, nachmittags 3 Uhr: Am 3. Feiertag, nachmittags 3 Uhr: fleine Preise. Der Märchenbrunnen. Kleine Breise. Am Altar. Trianon- Theater. Georgenstrasse( nahe Friedrichstrasse). Bahnhof Künstlerische Leitung: Otto Julius Bierbaum. Eröffnung: 28. Dezember. Schriftl. Vorbestellungen an das Trianon Neuen der Riviera. Invalidenstr. 57/62. Mittwoch, den 25., Donnerstag, den 26.,. Freitag, 27. Dezbr.: Je 2 große außerordentliche Gala- Fest- Vorstellungen. Nachmittags 32 Uhr und abends 7 Uhr. Tägl. Sternwarte. Auftreten fämtl. Specialitäten. U. a: Madame Renz. Herr Ernst Renz. Castans Panopticum Friedrich- Strasse 165. Grosse Weihnachts- Ausstellung Eine Reise ins Schlaraffenland Marionetten- Theater für die Kinderwelt. königl. Opern- Theater( Kroll). Passage- Panopticum. or verfauf bei Wertheim u. Invalidendant. Belle- Alliance- Theater. An allen 3 Feiertagen: Freitag: Weihnachten. Der Mädchen- Die Dame aus Trouville, jäger. Nachm. 3 Uhr: Berlin N. Berlin W. Der Mädchenjäger. Orpheus. Specialitäten- Vorstellung. Anfang 7 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Kinder- u. FamilienVorstellung. Schwant mit Gefang und Tanz in 3 Aften. Musik von Gustav Wanda. Hierauf: ,, Er. Pariser Lebens bild in 1 Aufzug. Anfang 72 Uhr: Grosses WeihnachtsFestprogramm. Nur 5 Tage: Die Togo- Neger. Darunter 24 hübsche Togomädchen. junge Ferner: Der indische Doppelmensch! Rumänische National- Kapelle. Donnerstag: Specialitäten- Bor Schall und Rauch, Entree Panop- 50 Pl. stellung. Nachm. 3 Uhr: Kinder- u. Familien: Borstellung. Freitag: Specialitäten- Vorstellung. Metropol. Der Raub der Sa binerinnen. Anfang 8 Uhr. Donnerstag:' ne feine Nummer. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Apollo. Specialitäten Vorstellung. Der Ehrentag des Glücks. Anfang 71/2 libr. Donnerstag und Freitag: König Aqua. Paffage Theater. Specialitäten: Vorstellung. Anfang nachmittags 2 11hr. Donnerstag und Freitag: Die: felbe Vorstellung. Passage Vanoptikum. täten Vorstellung. Reichshallen. Specialis Stettiner Sänger. Anfang 7 11hr. Balast. Specialitäten Borstellung. Großstadtzauber. Anf. 7 Uhr. Donnerstag und Freitag: Diefelbe Vorstellung. Urania. Taubenstr. 48/49. Im Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Pfingsttage an der Neviera. Donnerstag und Freitag: Die selbe Borstellung. Juvalidenstraße 57/62. Täglich: Sternwarte. Unter den Linden 44. Mittwoch, den, 25. Dezember 1901: Nachm. 4 Uhr u. abends 812 Uhr: Vorstellung vor Serenissimus. Nachmittags- Preise: Parkett 3, 2. 1 M. Donnerstag, d. 26. und Freitag, d. 27. Dezbr., nachm. 4 Uhr bei ermässigten Preisen( Parkett 3, 2, 1 M.): Hanni weint Hansi lacht. Die Weber vor SereAbends 82 Uhr: Vorstellung vor Serenissimus. Familienidyll. Herbstzauber etc. Sonnabend, den 28. Dez., nachm. 4 Uhr, bei halben Preisen: Märchen- Vorlesung. Wilbrandt- Baudius, Auguste Louise Dumont, Paula Eberty. Don Carlos. nissimus. Metropol- Theater. Heute, den 25. Dezember: Einmalige Aufführung Der Raub der Sabinerinnen Striese Emil Thomas. Anfang 28 Uhr. Rauchen überall gestattet. Morgen, den 26. Dezember: Emil Thomas a. G. Schiller Theater Henry Bender. ( Wallner- Theater). Nachm. 3 Uhr: Der Beilchen- mittwoch nachmittag 3 Uhr: freffer. Freitag: Coralie u. Co. Nachm. 3 Uhr: Der Veilchenfreffer. Westen. Der Bettelstudent. Anfang 7½ 11Hr. Nachm. 3 Uhr: Der Freischütz. Donnerstag: Die Fledermaus. Die Braut von Messina Josef Josephi. Frid- Frid. Die feindlichen Bruder. Lucie Engelke. Ein Trauerspiel Friedrich Schiller. Mittwoch a bend 8 Uhr: Jugend. Nachm. 3 Uhr: Der Troubadour. Ein Liebesdrama in 3 Aufzügen von Freitag: Bar und Zimmermann. Mar Halbe. Secessionsbühne. Detlev Lilien Donnerstagnachmittag 3 Uhr: Anfang crons Buntes Brettl. 8 Uhr. Donnerstag und Freitag: Dieselbe Vorstellung. E. v. Wolzogens Buntes Theater ( Ueberbrettl). Anfang 8 Uhr. Donnerstag: Diefelbe Vorstellung. Nachm. 3 Uhr: Vorstellung zu un gefähr halben Preisen. Freitag: Dieselbe Vorstellung. Schall und Rauch. Vorstellung vor Sereniffimus. Anf. 81/2 Uhr. Nachm. 4 Uhr: Dieselbe Vorstellung. Figaros Hochzeit ober: Ein toller Tag. Donnerstagabend 8 Uhr: Heimat. Freitagnachmittag 3 Uhr: Die schöne Melusine. Freitagabend 8 Uhr: Hans Huckebein. Central- Theater. Donnerstag: Vorstellung vor Sere:| Mittwoch, den 25., Donnerstag, den nissimus. Familienidyll. Herbst 26., Freitag, den 27., ie 2 Borstellungen, nachmittags 3 Uhr, halbe Preise: zauber. Nachum. 4 Uhr: Hansi weint Hanft lacht. Don Carlos. Die Die Geisha". Weber vor Serenissimus. Freitag: Vorstellung vor Sere niffimus: Familienidyll. Serbft Das zauber. Nachm. 4 Uhr: Hanni weint Hansi lacht. Don Carlos. Die Weber vor Sereniffimus. Central. Das süße Mädel. Anfang 71 11gr. Nachm. 3 Uhr: Die Geisha. Donnerstag: Das füße Mäder. Nachu. 3 Uhr: Die Geisha. Freitag: Das jüße Mädel. Nachm. 3 Uhr: Die Geisha. Thalia. Die Badepuppe. Anfang 7½ Uhr. Nachm. 3 Uhr: Goldelse. Donnerstag: Die Badepuppe. Nachm. 3 Uhr: Das Geheimnis der alten Mamfell. Freitag: Die Badepuppe. Nachm. 3 Uhr: Lumpenmüllers Lieschen Abends 71/2 Uhr: süsse Mädel. Mufit Operette in 3 Aften von Alexander Landsberg und Leo Stein. Heinrich Reinhardt. Else de Vére. Zum erstenmal: N Mit vollständig neuer, prachtvoller Ausstattung: 9. ticum) E. von Wolzogens Buntes Theater( Ueberbrett!) Köpnickerstr. 68. Mittwoch, den 25., abends 8 Uhr: Vorstellung des Bunten Theaters . Gaftip. Loie Fuller. Donnerstag, den 26., nachm. 3 Uhr, zu ungefähr halben Preisen, abends 8 Uhr( Abend: preise): Vorst. d. Bunten Theaters . Gaftip. Lole Fuller. Freitag, den 27., abends 8 Uhr: Diefelbe Vorstellung. Palast- Theater ( früher Feen- Palast) Burgstr. 22. Direktion: Winkler ut. Fröbel. Am 1., 2. u. 3. Weihnachtstag: Gr. Fest- Vorstellung. Um 9 Uhr! Das erfolgreiche Ausstattungs- Lebensbild: Großstadtzauber. Sugo Luftig- Dirett. R. Winkler. Dazu das große neue Weihnachts- Programm. Aufang an allen 3Feiertagen 7Uhr. Entree 50 f. Billet Vorverkauf vormittags voit 11-1 Uhr. Sanssouci Kottbuserstr. 4 a. An allen drei Feiertagen Hoffmanns Norddeutsche Sänger Neu! Die Zillerthaler. Die New! ne feine Nummer! i Solfaſüken. Burlesque Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 1 Vorspiel und 4 Bildern von Julius Freund, Musik von Victor Holländer und Leo Fall. Vorspiel: Eln Skandal im MetropolTheater. 1. Bild: Heringsdorfer Strandgeschichten. 2. Bild: Eine mysteriöse Nacht. 3. Bild: Vor dem Schöffengericht. 4. Bild: Auf dem Ball der ArtistenLoge. Im 4. Bilde: Am I und II. Feiertag Anfang 7 Uhr, Konzert um 5 Uhr, am III. Feiertag Anfang 1/28 Uhr. Nach der Vorstellung: Tanz. Am Sylvesterabend große Sylvester: ult- Vorstellung und Ball. Be grüßung des nenen Jahres. PunschBolonaise. Apollo- Theater. An den 3 Weibnachts- Feiertagen Frauchen's Weihnachtstisch. Grosse Fest- Vorstellung. Grosses Ballabile, ausgeführt von 50 Damen. Anfang 28 Uhr. Rauchen überall gestattet. Freitag, den 27. Dezember: Zum zweitenmal. Dieselbe Vorstellung. Thalia- Theater. W. Noacks Theater. Dresdenerstr. 72/73. 1., 2. und 3. Feiertag abends 7%, Uhr: Brunnenstraße 16. 02 Der Die Badepuppe. Leiermann n. sein Pflegekind. Große Ausstattungspoffe mit Gefang und Tanz in 3 Aften. Sonnabend und folgende Tage: Die Badepuppe. Nachmittags: Borstellungen 3 Uhr. Aleine Preise. 1. Feiertag: Boldelse. 2. Feiertag: Das Geheimnis der alten Mamsell. 3. Feiertag: Bumpen müllers Lieschen Bolts- Schauspiel in 3 Aften von Charlotte Birch- Pfeiffer. Am 2. und 3. Weihnachtsfeiertag: Der tolle Wenzel. Posse mit Gesang in 4 Alten von Mannstädt. Mufit von Steffens. 2. u. 3. Feiertag nach der Borstellung Tanzkränzchen. Am 1. Weihnachts- Feiertag: Neu einstudiert: Der Ehrentag des Glücks. Weihnachtsstück in 1 Akt von 0. Th. Stein und Edmund Braune. Ferner Solovorträge von Gg. Kaiser, Emil Richard, Willy Walden, Lieban sowie die glänzenden Specialitäten. Am II. u. III. Weihnachtsfeiertag und folgende Tage: König Aqua Aqua sowie sämtliche engagierten Dezember- Specialitäten. Anfang 7, Uhr. An allen 3 Feiertagen: In beiden Vorstellungen, nachmittags u. abends: Neu! Sensationell! Neu! Zum 1. Male in Deutschland: Original- Bycicle- Renn- Truppe vom Alhambra- Theater in London. Hochinteressant. Wett und Kunstfahren auf einer eigens in der Manege errichteten Rennbahn mit 650 Steigung. Zum erstenmal auf dem Kontinent: Neu! Nen! The Louisiana Amazon Guard genannt: Das schwarze Ueberbrett'l, schwarze Damen aus dem Staate Louisiana. Mr. Thompsons einzig Wunder- Elefanten. Direktor Albert Schumanns anerkannt unerreicht dastehende Originaldreffuren. Ferner in jeder Vorstellung: Große Ueberraschungen. Außerdem: Unt den geehrten Bewohnern Gelegenheit zu und um den colossalen Andrang zu den Abenblaffen zu verteilen: An allen 3 Feiertagen in beiden Vorstellungen, nachmittags und abends: Die größte und glänzendste Ausstattungspantomime in 8 Atten. Der Schlager der Saison: Quer durch Paris. A Travers Paris. Schlußaft: Nordseebad Scheveningen mit sätt. Einlagen. An allen 3 Feiertagen nachmittags 32 Uhr: ein Kind frei auf allen Blägen, unter 10 Jahren. Jedes weitere Kind halbe Preise, außer Galerie, abends jedoch volle Preise. Wo amüsiert man sich grossartig? Hasenheide 21 und Jahnstr. 8 in Schnegelsbergs Festsalen, Juh. Max Schindler. 1. und 2. Feiertag: Grosser Ball. Als Specialität: Thaler- und Cigarren- Regen verbunden mit Schlangen- u. Bonbon- Regen u. diversen Ueberraschungen. Täglich: Specialitäten Vorstellung. Entree frei. Dienstag, den 31. Dezember: Grosser Silvester- Ball. Cirkus Renz- Tunnel Heute und morgen: Gala- Vorstellung! Die 4 besten Komiker Berlins Chic. Zum Totlachen. Miss Marion Die schönste Chansonnette. Schneidig. Ferner das große Dezember- Programm. 29882* Cirkus Renz- Tunnel. Passage- Theater. Deutsche Konzerthallen. Während der drei Feiertage Anfang 2 Uhr, Ende 11 Uhr. Grosses Fest- Programm. Special- Engagement: Michel Mayer aus Wien. Herr Michel Mayer setzt einen Preis von 1000 Mark für denjenigen, welcher seine Hanteln nachhebt. Special- Engagement: Der einbeinige Amerikaner Gifford mit einer ganz neuen, noch nicht dagewesenen Produktion auf dem Zweirad. Maletzki, der russische Zauberer. Harrison- Truppe. Sisters Pontelli. Lotte Sebus etc. etc. 17 erstklassige Nummern. Casino- Theater. Lothringerstr. 37. An allen 3 Feiertagen: 712 11hr: Gala- Vorstellung. Das sensationelle Programm. Musikalische Schmiede, Corradini. ,, Weihnachten". Der Mädchenjäger. Nachmittags 4 Uhr zu fleinen Preisen. 1. Feiertag: Emilia Galotti. 2. und 3. Feiertag: Berlin N. Der Mädchenjäger. Berlin W. Cirkus Busch Am 1., 2. u. 3. Feiertag je 2 große Seft- Borstellungen. Am 1. u. 2. Feiertag Uhr: An der Spandauer Brücke 3. Vornehmst. Vergnügungslokal! Täglich: Internationale Konzerte. Specialität.- Doppel- Vorstellung von nur erstklassigen Kräften. Special- Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. Vorzügliche Küche. Gut gepflegte Biere. Orpheus- Theater. Friedrichstr. 236. Am 1. und 2. Feiertage: nachmittags 3 Uhr: Kinder- u. FamilienVorstellung zu halben Preisen. Abends 7 Uhr: Fest- Vorstellung. In beiden Vorstellungen: 28 internationale Künstler I. Ranges, u. a.: Veldemanns Hunde- u. Affen- Cirkus. Am 3.Feiertag, abbs. 7 Uhr: Fest- Vorstellung. Reichshallen. Stettiner Sänger. 1.1.2.Feiertag Anf.7Uhr 3. Feiertag 72 Uhr. Großes Fest- Programm. 2. Feiertag, mittags 12 Uhr: Weihnachts.Watinee. Hoffmanns nach. 4 115r: Hie guet Brandenburg Volksgarten Westend allewage. Am 3. Feiertag nachmittags 4 Uhr: Berliner Landpartien. find Säle für Sonnabende zu Fests An allen 3 Feiertagen, abends 7/2 Uhr: lichkeiten unter coulanten Bedingungen ,, Klondike". 26210* zu vergeben. Donnerstag, den 26. Dezember 1901: Zwei grosse Matinees, veranstaltet von den socialdemokratischen Parteigenossen der Rosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen in folgenden Lokalen: Ballschmieders Salon| Boroussia- Sälen Badstraße 16 unter Mitwirkung des Gesangvereins ,, Lied hoch" und der Theatergesellschaft Bohemia. Ackerstr. 6/7 unter Mitwirkung des Gesangvereins Rote Nelke und der Theatergesellschaft Strczelewicz. Billet 25 Pfennig. Anfang mittags 12 Uhr. Zahlreichen Besuch erwarten [ 220/19] Achtung! Die Komitees. Achtung! 6. Wahlkreis( Moabit). Donnerstag, den 26. Dezember( 2. Weihnachts- Feiertag), vormittags 11, Uhr: Grosse Matinee " in der ,, Kronen- Brauerei", Alt Moabit Nr. 47/49, W unter Mitwirkung des Gesangvereins Vereinte Sangesbrüder Moabits" und der Berliner Volkssänger Gesellschaft Lewandowsky". Eintritt 25 Pfennige. Um recht zahlreichen Besuch bittet Achtung! [ 220/20] Achtung! Das Komitee. 000000000000 Aktien- Brauerei ,, Friedrichshain" ( vorm. Lipps). Am Freitag, den 27. Dezember d. J.: .KONZERT. veranstaltet von den Gesangvereinen Kreuzberger Harmonie, Norddeutsche Schleife und Sorgenfrei( M. d. A.-S.-B.) Leitung: Musikdirektor H. Bleil. Mitwirkende: Berliner Tonkünstler- Orchester Leitung: Herr F. v. Blon. Frau Petterson- Münich, Konzertsängerin. Herr A. Pfitzner, Oratoriensänger. Auserwähltes Programm! Zur Aufführung gelangt u. a.: Max Bruch: FRITHJOF Oratorium für Männerchor, Orchester und Solostimmen. Eröffnung 6 Uhr. Anfang 7 Uhr. Freunde und Gönner bestens eingeladen! -- Kinder unter 10 Jahren haben keinen Zutritt. Das Reservieren der Plätze ist nicht gestattet. Große öffentliche 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Konzerthaus Sanssouci Schuhmacher- Versammlung Grosses Winterfest Kottbuserstr. 4a. am Mittwoch, 25. Dezember( 1. Feiertag), in Magliem Donnerstag, 26. Dezember 1901( 2. Weihnachtsfeiertag): Festsälen, Hafenheide 13: Gr. Vokal- und Instrumental- Konzert. Zur Aufführung gelangt das Chorwerk: Columbus von Brambach. Dichtung von Waldbrühl. Aufgeführt vom Gesangverein Freiheit West en". Unter Mitwirkung der Opernsänger Herren H. Nagel und S. Urich, sowie des Pianisten Herrn H. Berger. Direftion Herr Th. Schönberger. WW Dorträge. Tanz. W Eintritt 40 f. Tanz 50 Pf. Garderobe fret. Programm gratis. Anfang 5 Uhr. Da das Komitee bemüht gewesen ist, den Benoffen einen wirklich genußreichen Abend zu verschaffen, so ersuchen wir um recht zahlreiche Beteiligung. 238/ 19* Der Vorstand des Wahlvereins. III. Wahlkreis. Freitag, den 27. Dezember( 3. Feiertag), abends 41/2 Uhr, bei Möhring, Admiralftr. 18c: Matinee arrangiert von den Parteigenossen des am Freitag, den 27. Dezember( 3. Weihnachts- Feiertag), vorm. 10 Uhr, in Cohns großem Sant, Beuthstr. 19/20. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen Lankow über: Die Notwendigkeit der gewerkschaftlichen Organisation für den wirtschaftlichen Kampf." 2. Diskussion. 3. Beschlußfaffung über den revidierten Minimal- Lohntarif. 4. Verschiedenes. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 215/ 6* 170/20 Der Einberufer. 4. Berl. Reichstags- Wahlkreises Central Verband der Maurer ( Südost). ( Bezirk Norden). 154/11 Am 25. Dezember( 1. Weihnachtsfeiertag), nachmittags 5 1hr, in Wernaus Festsälen( fl. Saal), Schwedterstr. 2324: Auftreten der Hoffmannschen Norddeutschen Sänger. Großer Familien- Abend mit Tanz für die Verbandsmitglieder und deren Familien. Wozu freundlich einladen Anfang 12 Uhr. Es ladet freundlichst ein Eintritt 30 Pf. Das Komitee. Mittwoch, den 25. Dezember( 1. Feiertag) Die Obleute. Arbeiter- Bildungsschule. Freitag, 27. Dezember( 3. Feiertag), abends 7 Uhr, in Feuersteins Saal, Alte Jakobstr. 75: Gemütliches Beisammensein. in den Apollo- Sälen, Hermannstrasse 49, Ph. Thomas Vortrag des Zahnkünstlers Herrn Carl Gedicke über: Eintritt inklusive Garderobe 20 Pf. Silvesterabend im Gewerkschaftshaus. Zahlreiche Beteiligung erwünscht. 241/7 Der Vorstand. 6. Wahlkreis Wedding u. Oranienburger Vorstadt). Donnerstag, den 2. Weihnachtsfeiertag, im Eisfeller, Chauffeeftr. 88: Grosse Matinee. Grosses Weihnachtsfest arrangiert vom Socialdemokratischen Wahlverein Rixdorf bestehend in Konzert, Vorstellung und Tanz. Auftreten der Theater- Gesellschaft Strzlewitz. Konzert, Gesang und Vorträge Musik von den Mitgliedern der Freien Vereinigung der Civil- Berufsmusiker. ausgeführt vom Gesangverein Nordwacht und dem R. Blobelschen Musik- Konservatorium. Eintritt 25 Pf. Um zahlreichen Besuch ersucht Achtung! 249/ 7* Anfang 12 Uhr. Das Komitee. Achtung! zu haben. 6. Wahlkreis Schönhauſer Vorstadt). Donnerstag, 26. Dez.( 2. Weihnachtsfeiertag), mittage 12 Uhr: Grosse Matinee in 2 Lotalen: Buhlmanns Vaudeville- Theater, Schönhauser Allee 148 und Berliner Prater, Kaftanien- Allee 7-9. Veranstaltet von socialdemokrat. Parteigenossen der Schönhauser Vorstadt. Unter Mitwirkung des Berliner Ulf- Trio mit Hinzuziehung hervor: ragender Kräfte. Anfang Bunft 12 Uhr. An der Kaffe werden Billets nicht verkauft und bitten wir die Parteigenossen sich vorher mit solchen zu versehen. Um rege Beteiligung ersucht 27316* Das Komitee. Central- Verein der Bildhauer Damen 20 Pf. Herren incl. Tauz 50 Pf. Anfang 7 Uhr abends. Der Tanz beginnt nach 12 Uhr. Eintrittskarten sind bei den Bezirksführern sowie in den Zahlstellen 235/ 1* Um recht zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vorstand. Deutscher Holzarbeiter- Verband. Musikinstrumenten- Arbeiter. Freitag, den 27. Dezember er.( 3. Weihnachtsfeiertag): Die Zähne und ihre Krankheiten. Nach dem Vortrage: 5/11 Garderobe frei Gemütliches Beisammensein und Tanz. Eintritt 20 Pfennig. 必 Grösste Heizkraft Geringster Aschengehalt Kein Schlacken- Rückstand! sind die von altersher bewährten Vorzüge MARIE HENCKEL'S WERKE Daher stellen sich diese echt Senftenberger Gr. Weihnachts- Vergnügen Henckels Brikets im mit Kinderbescherung Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15( gr. Saal). Unter Mitwirkung der Berliner Volkssänger- Gesellschaft Lewandowsky. Zu zahlreichem Besuch ladet ergebenst ein Das Komitee. Billets a 30 Pf. sind im Verbandsbureau, Engel- Ufer 15, Zimmer 12, Deutschlands.( Verwaltungsstelle Berlin.) Sonntag, den 5. Januar 1902, abends punkt 6½ Uhr, zu haben. in Stecherts Andreas- Festsälen, Andreasstr. 21: Lichtbilder- Vortrag über der Kunstschaubühne( Dr. Alfr. Köppen) ,, Venedig und seine Kunstschätze." Billets für Mitglieder und deren Angehörige a 30 Pf., inklusive Tanz, find im Bureau Engel- fer 15, III und beim Koll. Greier, Röpnickerstr. 1, 2. Aufg., IV zu haben. Kinder unter 12 Jahren frei. Zahlreichen Besuch erwartet 21/ 15* Der Vorstand. Musikinstrumenten- Arbeiter. Fachverein. Parkettbodenleger. Sonnabend, den 28. Dezember( 4. Weihnachtsfeiertag) Weihnachts- Feier im Gewerkschaftshaus, Engel- Ufer 15. Konzert. Ball und Kinderbescherung. Tischler- Verein zu Berlin. Am 1. Feiertag( Mittwoch, den 25. Dezember) [ in ,, M. Schindlers Festsälen", Hasenheide 21: Grosses Weihnachts- Vergnügen, thatsächlich im Gebrauch viel billiger als andere durch Reklame angepriesene Marken. Alleiniger engros Vertrieb der Henckels- Brikets durch Dahlmann& Co., Berlin NW., Holsteiner Ufer No. 8. Zu beziehen durch alle renommierten Kohlengeschäfte. Schlafmöbel- Bazar Baby" Invalidenstr. 160 Beuffelstr. 18 Belle Allianceftr. 107 Tauenzienstr. 7a Reinickendorferst. 2C Dranienstr. 31 Frankfurterstr. 115 Brunnenstr. 92 Fertige Betten und Freitag, den 27. Dezember( 3. Weihnachtsfeiertag): bestehend in Konzert, Gesangs- Aufführungen und Ball, Metall- Bettstellen in Schuegelsbergs Festfälen, Hasenheide 21: Grosses Weihnachts- Vergnügen berbunden mit Kinder- Bescherung. Garderobe und Tanz frei. Anfang 5 1hr. zum Besten des Extra Unterstützungsfonds. Anfang präcis 6 Uhr. Billets a 30 Pf. find nur beim Vorstand zu haben. Nächste Bersammlung: Sonnabend, den 28. Dezember. Der Vorstand. Robert Dieseler, Restauration und Stehbier- Halle. Ecke 201/5 Billets a 25 Pf. find bei den Borstandsmitgliedern sowie im Restaurant 145 Brunnenstr. 145, Rheinsbergerstr. Grundmann, Naunynstraße 78, zu haben. 142/14 Der Vorstand. 2. Speisen u. Getränke. 28962* für Kinder u.Erwachsene. Theilzahlung gestattet. Bei größeren Raten Caffapreife. Liefer. d. Post: Sparu. Vorichuy Vere ns. Neujahrs- Karten. Samoristische Postkarten, a 100 Stüd 35, 45, 60, 80 Bf. Große Auswahl in Jahreszahlfarten 1902. Kollektionen für Straßenhändler.( 15 Stück zum 10 Pf. Verkanf. Gratulationskarten: Sortimente in großartiger Zusammenstellung, enthaltend: 100 Stüc Karten, Preis per Sortiment 2,50, 4.00, 6,00 usw. S.& G. Saulsohn, Berlin C. 25, Kaiser Wilhelmstr. 19 a. 30042* Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin Mittwoch, Br. 301. 18. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Mito, 25. Dezember 1901. Erbrochene Siegel. wertlose Makulatur in die Ecke wirft, ohne sich zu überzeugen, daß da begreift sich's leicht, daß bei dem Wort vom Frieden auf Erden die Zahl der in Verwahrung genommenen Bafete mit der Bahl der zuerst und allein an den Frieden der Menschen unter von ihm der Buchhandlung als beschlagnahmt bestätigten und bei einander gedacht wird. Die Haupt- und Staatsaktion der Berliner politischen Polizei den aften zu protokollierenden Pakete übereinstimmt! Friede aller unter einander, allgemeine Versöhnung- das Also muß bereits am 18. das Fehlen eines Pakets bemerkt ist der Grundton, auf den die moderne Weihnachtsfeier gestimmt ist. gegen die ,, Weihnachts- Zeitung" worden sein! stellt sich heute noch interessanter dar, als man gestern annehmen Wie kommt denn die Polizei dazu, erst am 20. wider Recht unterm Weihnachtsbaum wird mancher Zwist geschlichtet, mancher fonnte. Zwar ist über die Frage, ob die Weihnachts- und Gefek die Pakete eigenmächtig zu öffnen? Hader begraben, der zwei Herzen lange von einander getrennt hatte. Beitung" zu Recht oder zu Unrecht beschlagnahmt worden ist, ein Warum hat die Polizei nicht am 18., am 19., am 20. Im Lichterglanze des Weihnachtsbaumes soll auch der Streit ruhen, Urteil der Straffammer noch nicht ergangen; die Geschäftsbücher der Buchhandlung Vorwärts gestern mittag hat den natürlichsten Schritt gethan? Warum ist sie nicht zur die Besitlosen. doch find gleich viel wann sie die Entdeckung des Fehlens eines Paketes gemacht der die Klassen von einander scheidet-die Besitzenden und der Staatsanwaltschaft zurückgeliefert worden, nachdem Buchhandlung Vorwärts gegangen und hat dort nachgefragt, bereits am Freitagabend mit letzter Post eine diesbezügliche Ber- ob sie nicht im Eifer ihrer Amtsthätigkeit ein Paketes hätte ja Berföhnung spricht aus den wohlthätigen Veranstaltungen, die die Ein heißes Verlangen nach Friede, eine brennende Begier nach fügung dem Vertreter des Beschwerdeführers, Herrn Rechtsanwalt auch das wichtigste sein können habe liegen lassen? Dr. Heinemann, zugegangen war, aber die Siegel der Buchhandlung Vorwärts waren gelöst, die Bücherpakete waren geöffnet worden, und Patet nach Entfernung der Polizei vorgefunden fezen, klingt heraus aus den feierlichen Reden, durch die sie ihre Die Buchhandlung Vorwärts hat freilich das Besitzenden zu Weihnachten für die Aermsten der Armen ins Werk zwar nicht vom Richter und nicht in Anwesenheit des Eigentümers und in Verwahrung genommen, aber fie glaubte nicht den Beruf zu öffentlichen Weihnachtsbescheerungen eindrucksvoller zu gestalten oder dessen Vertreters, sondern entgegen der klaren Vorschrift haben, der Polizei Laufburschendienste zu leisten. suchen. Und auch die Festartikel, die die Preßorgane der bürgerdes§ 98 der Strafprozeß- Ordnung waren die versiegelten lichen Gesellschaft dem Weihnachtstage widmen, sind erfüllt vom Bücher- Pakete von der Polizei geöffnet worden. Geiste der Versöhnung und predigen den Frieden auf Erden, den Weihnachtsfrieden. bon Es flingt beinahe unglaublich, aber es ist wahr. Die Polizei, als Hilfsorgan der Staatsanwaltschaft, also die berufenste Hüterin von Recht und Gesetz hat in diesem Falle gegen die flaren Gesetzesvorschriften verstoßen. Und zwar befundet und bestätigt das der Herr Oberstaatsanwalt Dr. Jfenbiel in folgender, der Buchhandlung Vorwärts mitgeteilten Verfügung: Berlin, den 24. Dezember 1901. Geschäftsnummer: 2. B. J. 2392. 01. Preßfache. Straffache gegen Glocke. Im Anschluß an das an Rechtsanwalt Dr. Heinemann gerichtete Schreiben vom 23. Dezember cr. teile ich bei Rückgabe der am 18. Dezember polizeilich in Verwahrung genommenen und mir am 20. Dezember zugegangenen 6 Pakete mit Geschäftsbüchern, Postkarten und Bostabschnitten ergebenſt mit, daß die überbringenden Beamten gleich bei der Uebergabe an die Staatsanwaltschaft 5 von diesen Paketen geöffnet haben, weil sie irrtümlich der Ansicht waren, daß sich in den Paketen auch eine von ihnen vermißte Anzahl der gerichtlich beschlagnahmten Druckschrift befinde. Nach der sofort zu Protokoll genommenen amtlichen Versicherung des verantwortlichen Sekretariatsbeamten hat niemand von dem Inhalt der Geschäftsbücher, Postkarten und Postabschnitte irgend welche Kenntnis genommen. Der Herr Oberstaatsanwalt versichert und wir zweifeln nicht worden sind; er versichert weiter im geringsten daran, daß die Pakete sofort wieder versiegelt und wir zweifeln auch daran nicht, daß niemand von dem Inhalt Kenntnis genommen hat. Wir verstehen unter niemand sogar die öffnenden Polizeibeamten. Sollen wir uns dieser verföhnlichen Stimmung folgendes: Worin wir aber vom Herrn Oberstaatsanwalt uns trennen, ist entziehen? Können wir kalt bleiben, wenn unser Nachbar seiner tranten Frau ein Fläschchen Wein, das ihm sein Arbeitgeber am Der Herr Oberstaatsanwalt glaubt der Versicherung des Staats- Heiligabend in die Hand gedrückt und mit einem wohlwollenden anwaltschaftssekretärs, daß er nur die Siegel des Polizeipräsidenten, Weihnachtswunsch begleitet hat, vor ihr Leidenslager stellen darf? nicht aber die Siegel der Buchhandlung Vorwärts Vermögen wir es ungerührt mit anzusehen, wenn er seinem Kinde bemerkt und deshalb die Ceffnung zugestanden habe. Auch das eine Puppe, die einst der Tochter des Hauswirts als Spielzeug wollen wir zugeben. gedient und mun aus dem Vorderhause den Weg ins Hinterhaus ge funden hat, unter den bescheidenen Weihnachtsbaum legt? Sind wir im stande, uns auszuschließen von dem allgemeinen WeihnachtsAber kann die Meinung des Beamten, der nicht einmal die großen roten Siegelladstempel der Buchhandlung Vorwärts sieht, sondern nur die blauen Stempelmarken des schon vorher geöffnet waren, che sie ihm abgeliefert wurden? Polizeipräsidenten, eine Gewähr dafür bieten, daß die Pakete nicht Wir stellen keine Behauptung auf, sondern eine Frage, die sich nach Lage der Dinge von selber aufzwingt; eine Frage, auf welche die Polizei sofort eine Antwort geben wird. frieden? Ach, wenn's doch mehr wäre als ein bloßer„ Weihnachtsfriede", der die zwei oder drei Weihnachtsfeiertage nicht überdauert! Wenn doch hinter der weihnachtlichen Wohlthätigkeit mehr steckte, als der genau besehen recht eigenartige Wunsch, sich selber die Frenda Denn hierbei kommt noch ein Punkt in Betracht. zu bereiten, andren eine Freude bereitet zu haben! Wenn doch die Als die Bücherpakete von der Buchhandlung Borwärts fort brennende Begier nach Versöhnung, die die besigende Klasse in des gebracht wurden, befanden sich unfres Wissens teine Siegel Weihnachtstagen ergreift, in etwas Besserem wurzelte, als in de oder Siegelmarten der Polizei auf den Paketen, brutalen Verlangen, ihren Wohlstand und ihr Glück einmal in Ruhe Als sie an die Staatsanwaltschaft sondern nur die Siegel der Buchhandlung Vorwärts. zwei Tage später genießen zu können! Ich will meine Ruhe haben!" Das ist der übergeben wurden, wurden sie sofort von den Polizeibeamten leitende Gedanke des" Weihnachtsfriedens", den die besitzende klasse geöffnet wir wiederholen wider Recht und Gesetz und der alljährlich den Besitlosen zu diktiren versucht. untergeordnete Beamte der Staatsanwaltschaft bemerkte jetzt bloß Sie hat ihn diesmal besonders nötig- den„ Weihnachtsdie Siegel bezw. die blauen Siegelmarken der Polizei, frieden", wie sie ihn meint. In diesem Jahre hat der Weihnachtsnicht aber die roten Siegellad stempel der Buchhandlung mann noch um vieles reichlicher als sonst das Weihnachtsgeschenk Borivärts. des diesseitigen Geschäftsbereichs in Frage kommen, ist das be umlautere Absichten imputieren möchten, flärt die Frage der Gesetzes- Arbeitslosigkeit. Das Versehen des Staatsanwaltsbeamten, dem wir feinerlei ausgeteilt, das er für die Arbeiterklasse alljährlich bereit hält: die In den friedlich frohen Klang der verletzung für die Polizei nicht auf, sondern stellt neue Fragen, neue Weihnachtsglocken mischt sich manch verzweifelter Schrei nach Arbeit Wir sind begierig, tv er sie löst, wann sie gelöst werden! Aber die Lösung dieser Fragen liegt im allgemeinen Interesse, sie eine Frage des Vertrauens in den Gang der Untersuchung, in die Rechtspflege überhaupt. Auf meine unverzüglich nach erlangter Kenntnis von diesem Borgange erlassene Anordnung find die Patete sofort wieder amt lich geschlossen worden, und zwar am 20. d. M. Soweit Beamte dauerliche Versehen von mir gerügt worden. Zu seiner Entschuldigung giebt der verantwortliche Sekretariatsbeamte an, er habe bei Zulassung der Oeffnung nur die Siegel des Polizei- Präsidiums, nicht aber die Siegel der Buchhandlung des Vorwärts bemerkt. gez. Dr. Isenbiel, Oberstaatsantvalt. Wir haben nicht den mindesten Grund, daran zu zweifeln, daß der Herr Oberstaatsanwalt nach Lage der Dinge alles gethan hat, was man loyalerweise von dieser Behörde zwecks Beschleunigung der Sache wie zur Remedur der begangenen Inkorrektheiten der Polizei verlangen durfte. Mutmaßungen. Berliner Partei- Angelegenheiten. " und Brot. Ein böser„ Weihnachtsfriede"! Die„ Vossin" und die brave Schneidersfrau. Es war ein mal ein Schneidergeselle. Ein kreuzbraver Mann ganz nach dem Herzen der Tante Voß. Der kante fein höheres Glück als schneidern schneidern schneidern!. Da bescherte ihm der Herr ein ebenso braves wie frommes Weib. Auch sie kannte kein höheres Glück als arbeiten arbeiten arbeiten! So schafften denn jagen wir vorsichtig: halten die Parteigenossen verschiedener Wahlkreise Vergnügungen ab, Werttisch, sie im Haushalt und als Gehilfin des Mannes an der In den Weihnachtstagen die beiden gleichgestimmten Seelen: Er als Schneidergeselle auf dem Aber das interessiert uns für den Augenblick weniger. auf die wir unsre Leser und Leserinnen nochmals aufmerksam Nähmaschine. So ging es jeden Tag, den der liebe Gott werden Betrachten wir uns das Verhalten der Polizei etwas näher. machen. ließ, von früh 6 1hr bis nachts 11 Uhr. Wenn die Nähmaschine Am 18. Dezember beschlagnahmt die Polizei die Geschäftsbücher, Vom Wahlverein des zweiten Reichstags- Wahlkreises ist zu flapperte, fangen die glücklichen Schneidersleute zu deren Takt bei der Auswahl wir dürfen es sagen ohne Furcht, desavoniert heute abend in Max Kliems Festsälen, Hasenheide 13, ein ein munteres Lied. der NähDas langfamere Tempo zu werden mehr vom Zufall als der Sachkenntnis beeinflußt; Vokal- und Instrumentalfonzert veranstaltet worden, nadel wurde dagegen von dem Gesang eines frommen Chorals vielleicht auch unter dem Eindruck stehend, daß die von dem Ver- in welchem 11. a. das Brambachsche Chorwerk Columbus" vom ihre Arbeit mur insoweit, als sie nachmittags einen Spaziergang Auch des Sonntags unterbrachen die braven Leute treter der Buchhandlung näher belegte Erklärung, man werde Gesangverein Freiheit- Westen unter Mitwirkung der Opernfänger machen und weder Versendungsliste noch Bestellkarten finden, zutreffend sei. Was natürlich in die Kirche gehen konnten. Drei hatte aber dann die Beschlagnahme für einen Wert? Wurde sie bloß Nagel und Ulrich und des Pianisten Berger aufgeführt wird. Der Kinder, mit denen der Himmel das Musterehepaar gesegnet hatte, vollzogen, weil sie angedroht war, und der Effekt ausblieb? Beginn des Festes ist 5 Uhr, der Eintrittspreis beträgt 40 f. gediehen bei der siebzehnstündigen Arbeitszeit beider Eltern, daß es Aber auch das ist jetzt gleichgültig; worauf es ankommt, ist: Die Parteigenossen des vierten Wahlkreises( Südost) ver- eine Lust war. Herrlich entwickelten sie sich an Körper und Geist. Am 18. erfolgt die Beschlagnahme, weil Gefahr in Verzug anstalten am Donnerstag, 2. Feiertag, im Lokal Sanssouci", So schwelgte die fromme Familie eine Reihe von Jahren Tag war; dieser Gefahr zu begegnen, dazu sollten dem Stichter die Kottbuserstr. 4a, eine Matinee, deren interessantes Programm für Tag in dem beseligenden Glück siebzehnständiger Arbeitszeit. Geschäftsbücher die Mittel liefern. den Besuch überaus lohnend erscheinen läßt. Eintrittspreis 30 Pf. O, das war eine köstliche Zeit! Sie läßt die Bücher am 18. auf dem Polizeipräsidium( 6. Wahlkreis) amt zweiten Feiertage mittags 12 Uhr in Puh!- das war der Anfang vom Unglück der braven fleißigen SchneiderEbenso halten die Parteigenossen der Schönhauser Vorstadt im Berliner Schneidergewerbe den Achtstundentag ein, und Da tamen eine Anzahl nichtsmutziger Faulenzer. Die führten liegen, fie läßt sie auch am 19. noch auf dem Polizeipräsidium liegen; erst am dritten Tage, am 20., liefert fie manns Bandeville Theater, Schönhauser flee 148, und im familie. Anfangs hielt der gute Mann noch an der siebzehnstündigen die Bücher nicht dem Richter, laut§ 110 der Str. P.-O. Berliner Prater, Kastanien- Allee 7-9, eine Matinee ab, Arbeitszeit fest. Aber die nichtsnuzigen, nur acht Stunden aus, sondern dem Staatsanwalt, der, wie der Verlauf zeigt, an der u. a. das durch hervorragende Kräfte verstärkte Berliner arbeitenden Faulenzer Hänselten ihn, und als das nicht half, da an der Konfistation und an den Büchern vernünftigerweise gar Ulf- Trio mitwirken wird. Der Eintrittspreis ist ebenfalls 30 Pf. bedrohten sie ihn! tein Interesse hat. Für den Wedding und die Oranienburger Vorstadt wird Zu welchem Zwecke liegen die Bücher so lange bei der Polizei? Donnerstagmittag 12 Uhr im Gisteller, Chauffeestraße 88, eine Entweder hatte die tonfistation einen Zweck, dann war Matinee veranstaltet, an welcher der Gesangverein Nordwacht und fchleunige Ablieferung an den Richter das erste Gebot! Oder das Blobelsche Musikkonservatorium mitwirken. fie hatte keinen Zweck, weshalb wurde dann die Konfiskation vorRosenthaler Vorstadt und Gesundbrunnen halten unter genommen? Die Polizei hatte doch kein gefegliches Inter- Mitwirkung des Gesangvereins„ Rote Nelle", der Theatergesellschaft effe daran, die Geschäftsbücher der Buchhandlung Strzelewicz und des Theatervereins Bohemia in den BorussiaBorwärts vom 18. bis 20. Dezember in unfontrollier fälen, Ackerstr. 6/7, und in Ballschmieders Salon, Badbarem Besiz zu haben. straße 16, am Donnerstagmittag zwei Matineen ab. Was thut die Polizei? " Möhring, Admiralstr. 18c, ein geselliges Beisammensein ab. Der Am Freitagabend hält der dritte Wahlkreis im Lokal von Eintrittspreis beträgt einschließlich Garderobe 20 Pf. Bahlreiche Beteiligung wird erwartet. Damit war der Widerstand des fleißigen Schneidergesellen gebrochen, und er ergab sich ebenfalls nach und nach dem Laster gewohnt war, bei der Arbeit Choräle zu fingen und Sonntags in des Achtstundentages. Was sollte der fromme Mann, der die Kirche zu gehen, mit dem Uebermaß freier Zeit anfangen? Er ging in die Destille, ergab sich dem Schnapsteufel und verlumpte vollständig. Da fitzt er nun jeden Tag, den der Herrgott werden läßt, in der Schnapsbude, während das arme Weib daheim das Hauswesen besorgt und durch Näharbeit den kümmerlichen Unterhalt für sich, die braven Schneidersleute eine Zeitung und gute Bücher lesen. den Trunkenbold von Mann und die drei Kinder erwirbt. Früher, als sie noch das Glück des Siebzehnstundentages genossen, konnten Jetzt muß sich die arme Frau damit begnügen, jeden Fegen Zeitungspapier, in das ihr der Krämer die gekauften Waren einwickelt, sorgfältig zu studieren. Dazu hat sie trotz ihrer aufreibenden Arbeit immer noch Zeit. Bei der Gelegenheit möchten wir auch gleich noch eines bezeichnenden Intermezzos bei der Haussuchung gedenken: Als bei der Durchsuchung der Polizei Abrechnungslisten früherer Mai- und März Zeitungen in die Finger gerieten, da meinte einer der Herren Beamten in übereifrigem Vorwiße: ,, Nun, dann können wir ja an der Hand dieser Listen die Orte vergleichen", worauf ihm Es wird gewiß auf eine zahlreiche Beteiligung an diesen Veraber der Vertreter der Buchhandlung Vorwärts entgegnete: Nein, anstaltungen zu rechnen sein. zu polizeilichen Durchsuchungszwecken erhalten Sie die Bücher nicht; die werden von uns versiegelt, Sie müssen sie versiegelt dem Richter( 2. Weihnachtsfeiertag) findet bei Adel, Tempelhof, Germaniaſtr. 1, wickelpapier heim, und auf besagtem halben Bogen stand- o Mariendorf, Tempelhof, Marienfelde. Am 26. Dezember stürzte Frau einen halben Bogen der" Voifischen Zeitung" als Ein Kürzlich trug nun die durch den Achtstundentag ins Unglück ge vorlegen und dort werden Sie nur in meiner Gegenwart geöffnet." Unter heutigen Umständen gewinnt dieser charakteristische Hoff- ein geselliges Beiſammenſein ſtatt. Da für Unterhaltung bestens ge- wunderbare Fügung des Schidials!- ein Artikel, der wie ein nungsseufzer des ahnungslosen Polizei- Wachtmeisters eine erhöhte sorgt ist, ersuchen wir die Parteigenossen, recht zahlreich mit ihren Strahl des Lichts in die Unglücksnacht der armen Schneiderfrau fiel. Bedeutung, wenngleich wir ihn zur Rechtfertigung der Beschlagnahme Familien dort zu erscheinen." nicht anführen möchten. Anderseits schließt dies Vorkommnis auch jede Entschuldigung der Polizeibeamten aus, daß sie die in Frage tommenden Baragraphen der Strafprozeßordnung vergessen, also in Unkenntnis der Geseze gehandelt hätten, was bekanntlich nur den Laien nicht schützt. Denn man darf doch nicht annehmen, daß die Beamten der politischen Polizei ohne jede Kenntnis der Strafprozeß- Ordnung leben sie, die in erster Linie mit derselben vertraut sein und ihre Vorschriften peinlichst respektieren müssen! Und nun die schwierigste Frage: Am 20. Dezember also liefert die Polizei endlich die Bücher, pakete bei der Staatsanwaltschaft ab. Was ist ihr Erstes dabei? Der Herr Oberstaatsanwalt sagt es uns:" Tokales. Weihnachtsfriede. Darob setzte sie sich hin und beichtete der mitfühlenden Tante Voß die Ursachen des Unglücks der Schneiderfamilie. Die ganze Geschichte vom Glück siebzehnstündiger und dem Unglück achtstündiger Arbeitszeit vertraute die bedauernswerte Frau der guten alten Dame in der Breitestraße an. Ein ganzes Schulheft mit blauem Decktel füllte die Schneiderfrau mit ihrer schriftlichen Ueber der langsam erwachenden Stadt liegt tiefe Stille. Ver- Beichte. Sie, die das Hauswesen besorgt, und durch Nähstummt ist das laute, lärmende Treiben der letzten Wochen und arbeit den Unterhalt für die ganze Familie erwirbt, hat noch Tage, das noch am gestrigen Heiligabend bis in die sinkende Nacht Beit und Kraft, der Tante Voß eine so umfangreiche Beichte zu ers hinein gewährt hatte. Der erste Weihnachtsfeiertag steigt heraufstatten. Und das alles thut die unglückliche Frau ohne den Wunsch, der Weihnachtsfriede hat begonnen! ihre Arbeit veröffentlicht zu sehen oder Honorar zu erhalten. Nur Bald wird durch den schweigenden Wintermorgen der Gloden der Drang, der mitfühlenden alten Boffin ihr Herz auszuschütten, veranlaßte die Schneiderfrau, das blaue Heft mit der GeDaß die überbringenden Beamten gleich bei der Uebergabe feierlicher Kelang vom Thurme des nahen Gotteshauses zu Dir schichte von ihrem Glück und Unglück der Nedaktion der Vossin zu an die Staatsanwaltschaft fünf von diesen Paketen eröffnet herüber schweben. Er will Dich locken, Dich mahnen, dem Engels- senden. Wirklich rührend! haben, weil sie irrtümlich der Ansicht waren, daß sich wort von einem andren Weihnachtsfrieden zu lauschen. Er läutet Diese Geschichte erzählt die Bossische Zeitung" mit durchaus in den Paketen auch eine von ihnen vermiste Anzahl der ge- die beglückende Verkündigung des Friede auf Erden!" ein. ernsthafter Miene ihrem gläubigen Bublifum. Sie veröffentlicht den richtlich beschlagnahmten Druckschrift befinde." Friede auf Erden! Bedeutet diese Botschaft den Frieden des angeblichen Brief einer armen Frau unter der bezeichnenden UeberDie Polizei vermißt ein Batet. Gut. Wann vermißt Einzelnen mit sich selbst? Oder bedeutet sie den Frieden aller unterschrift: Ein Dokument" und sucht dessen Echtheit durch hier fie dieses Paket. Erst am 20.? Wir denken viel zu gut von dem und da angebrachte orthographische Fehler glaubhaft zu machen. Ordnungssinn und der Gewissenhaftigkeit des die Haussuchung und Für jeden, der nicht mit der socialen Unwissenheit freifinniger Beschlagnahme leitenden Beamten, als daß er so wichtige GegenWo der Kampf aller gegen alle herrscht. nicht jener Philister behaftet ist, trägt das Machwerk der Vossin den Stempel stände wie beschlagnahmte Geschäftsbücher der socialdemokratischen Stampf geistiger Kräfte, der dem Menschen Bedürfnis ist und den einer ungeschickten Erfindung oder einer lebertölpelung an der Stirn. Buchhandlung mit unzähligen Karten, Bestellbriefen, Korrespondenz Fortschritt der Menschheit fördert, sondern ein in den roheften abgesehen von andren Simmvidrigkeiten fehlt der rührenden Leidens Kopien, Postabschnitten, Quittungen 2c. einfach bei der Rückkehr wie Formen geführter, kulturhemmender Kampf um materielle Güter geschichte die wesentlichste Voraussetzung: Es giebt nämlich einander? -, handen ist. m Berliner Schneidergewerbe noch in feiner Erfolg in den städtischen Frrenanstalten eingebürgerten Schweine zucht stochenen, eilten ihm nach. Nun wurde der Mann, der eben erst Branche und in feiner Werkstatt den Achtstunden wollen Stadtverordnete anregen. weinend um seine Freilassung gebeten hatte, frech. Er erklärte, nicht tag. Gerade in diesem Beruf liegen die Verhältnisse noch so traurig, daß Leute vom Schlage des Schneiders der" Bossischen sonen wurde gestern nachmittag in dem Asyl für Obdachlose beschert. Nach dieser Aeußerung entspann sich zwischen beiden Männern ein Weihnachten im städtischen Asyl für Obdachlose. 800 Per da es an Zengen fehle, mit R. allein werde er schon fertig werden. belästigt sein zu wollen; denn man könne ihm gar nichts anhaben, Zeitung" leider reichlich Gelegenheit haben, ihre un= gezügelte Arbeitswut zu ihrem und ihrer Mitarbeiter In dem Festsaal des„ Noten Schlosses" hatten sich 470 zur Zeit furchtbarer Kampf, die Wache aber war nicht mehr weit. Der Knabe Schaden zu bethätigen, vorausgesetzt, daß Arbeit genug vor- Familien- Obdach weilende Perſonen eingefunden und zwar brückte auf die Nachtglocke( die 10. Stunde war inzwischen vorüberMänner, Frauen und Kinder. Die Feier, welcher mehrere MitWas will nun die Voffin" mit ihrem„ Dokument?" Der Ge- glieder des Kuratoriums, die Stadtverordneten Reimer, Kluth, gegangen) und mehrere Schußleute machten dem Abenteuer ein vordanke, daß der Arbeiter seine freie Zeit nicht anders als mit Meisner, Hübner u. a. m. beiwohnten, begann um 4 Uhr mit der läufiges Ende. Bei der Festnahme rief einer der Zuschauer:" Ach, das ist ja der Kerl, der auch mir unfittliche Anträge gestellt hat." Trinken verbringt und daß er deshalb mit möglichst langer Arbeits- bingung eines Chorals. Dann hielt der Anſtalts- Geistliche Herr Auf der Wache versuchte der Verhaftete, ein„ Herr 8. aus der Lic. Pastor Gräbener eine Ansprache, welcher sich Vorträge von Kindern zeit," gefegnet werden muß, ist dem freisinnigen Philistertum der Asylisten anschlossen. Sämtliche Männer und Frauen erhielten Rathenowerstraße, ein wohlhabender Maun, den„ Wilden" zu spielen so geläufig, daß man ihm solche Anschauungen auch in seiner Bekleidungsstücke, die Kinder außerdem noch Spielwaren sowie Pfeffer- und dieses Manöver scheint er auch weiter fortgesetzt zu haben, denn vernünftigen Leuten blamabel, wenn man solche spießbürgerliche, fuchen, Acpfel und Nüsse. Ju ähnlicher Weise verlief die Feier in au ſeiner Vernehmung auf dem Polizeipräsidium wurde er schwer vernünftigen Leuten blamabel, wenn man solche spießbürgerliche, he intentation des Obdachs, in welcher 330 Personen beschenkt gefeſſelt vorgeführt. durch Thatsachen längst widerlegte Ansichten unter eigner Verant- wurden. Die nächtlichen Asylisten, etwa 2800, erhielten wortung vertreten würde. Um nun den spießbürgerlichen Lesern gerecht zu werden, bringt man rührende Zuschriften aus Boltskreisen, statt der üblichen Suppe Kaffee und Weihnachtsstollen. Heute, am welche den Zweck haben, Stimmung zu machen gegenwäschestiide, aus der Guttmannschen Stiftung gespendet, zur Verersten Feiertag morgen, gelangen an diese nächtlichen Asylisten jeden socialen Fortschritt. Damit glaubt man der eignen Verantwortung ledig zu sein und doch dem Empfinden freisinniger teilung. Philister genügt zu haben. muß. Nun es aber doch " Autisemitische Socialpolitik. In dem hiesigen Organ des Bielleicht folgt der Beichte der armen Schneiderfrau demnächst Dreschgrafen, der Staatsbürger- 3eitung", wird unsre ein durch Vossisches Wurstpapier angeregter Herzenserguß einer Mitteilung über die am 2. Februar nächsten Jahres vor sich gehende Kaufmannsfrau, deren Glück durch den Neunuhr- Arbeitslosen 3ählung auf folgende liebliche Weise ausLadenschluß zerstört wurde, und weiter die Klage einer geschlachtet: Geheimrätin, deren Mann durch 3-4 stündige Arbeitszeit veranlaßt wird, in den Weinstuben herumzubummeln. Und warum soll sich schließlich nicht auch eine Pastorsfrau an den mitfühlenden Busen der Tante Voß werfen und ihr flagen, daß der Herr Pastor mit seinen sechs freien Wochentagen nichts andres anzufangen weiß, als seine Frau zu vernachlässigen? Das wäre ja die einfache Konsequenz des Gedankens, daß freie Zeit ein Unglüď ist. Die zuletzt von uns aus Licht geförderte Spigelei läßt die Berliner Presse merkwürdig kalt vermutlich weil ihr derartige Polizeithaten in ihrer Alltäglichkeit keiner Entrüstung mehr wert scheinen. Ein rheinisches Zentrumsblatt jedoch, die„ Köln. Volls- 3tg.". giebt sich die Mühe, die polizeilichen Notstandsarbeiten einmal auf ihren sittlichen Wert hin zu prüfen, wobei denn dies mit unvertilgbarem Eifer auf den Schutz von Ordnung, Religion nud Sitte bes dachte Staatsrettungsinstitut nicht gerade zum besten weg kommt. Das Blatt schreibt unter der wohlwollenden Spigmarke„ Entlarvte Nichtgentlemen". Wozu Geld da ist. Eine Zählung der Arbeitslojen von Berlin und den Vororten wollen die Berliner Gewerkschaften in Gemeinschaft mit den socialdemokratischen Vereinsorganisationen vornehmen. Die Kosten sind auf 1500 m. veranschlagt, troß der Mitarbeit freiwilliger Kräfte. Wäre es nicht vernünftiger, für die 1500 M. Fahrkarten nach der Provinz zu kaufen, wo allenthalben Leutenot herrscht und viele der in Berlin Arbeitslosen ein Unterkommen finden würden? Wir wollen uns mit allen Thorheiten, die in den vorstehenden geilen zusammengedrängt sind, nicht befassen, sondern dem Ratschlage des Antisemitenblattes mir eine am Montagabend von verschiedenen Blättern gebrachte Mitteilung gegenüberstellen: Von einem Hunde schwer gebiffen wurde gestern nachmittag der 4 Jahre alte Sohn Paul des Handelsmannes Gees aus der hund. Mit diesem spielten Baul und fein fiebenjähriger Bruder Gubenerstr. 13. Gees befigt seit einem Jahre einen großen ZiehOtto, während der Vater einen Geschäftsgang machte und die Mutter eine Nachbarin besuchte. Der Hund kannte die Kuaben sehr gut, wurde aber ihrer Nedereien schließlich dennoch überdrüssig. Plötzlich sprang er dem kleinen Paul, der ihm am nächsten stand. ins Gesicht und biß ihn in das Kinn und die Backen. Zum Glück hatte der ältere Knabe die Geistesgegenwart, sofort die Mutter zu holen, der es bald gelang, den kleinen von dem wütend gewordenen Tiere zu befreien. d Erleichterung des Post Zeitungsabonnements. Wom 15. bis 25. jedes dritten Monats im Quartal wird, wie man uns amtlich ein bißchen spät mitteilt, für die durch die Post abonnierten Zeitungen die Abonnementsgebühr vom ständigen Briefboten eingezogen. Die Einziehung der Abonnementsgelder neu bestellter Zeitungen kann auch schriftlich bei dem in Betracht kommenden Bostamte beantragt werden und zwar wird für die der Post übertragenen Mühewaltung feinerlei Gebühr erhoben. Ebenso können dem Briefträger derartige Bestellungen auf Zeitungen im Couvert unfrantiert mitgegeben In der letzten Sitzung des Gesamtausschusses der Branden beliebigen Brieftasten des Postbezirks zu werfen. werden, wie es auch zulässig ist, solche Aufträge unfrantiert in einen burgischen Landwirtschaftstammer machte Amtsrat Schrader- Alt- Landsberg darauf aufmerksam, daß die Lohnsä e Die Freude über ein gutes Weihnachtsgeschäft hat dem für Tagelöhner oder Wanderarbeiter erheblich gesunken sind. Straßenhändler Karl Müller aus der Friedenstr. 50 einen bösen Er bemerkte, daß er infolge einer einzigen Zeitungsannonce Streich gespielt. Nachdem er sich von dem sauer verdienten Gelde fürzlich eine große Menge von Anträgen erhalten habe; einen schweren Rausch angetrunken hatte, trieb er in der Nacht zum für eine Stelle hätten sich vierzig Bewerber gemeldet. Sonnabend in der Ballisadenstraße allerhand Unfug und schlug Verschiedene Agenten hätten seine Kontratte sogar mit dem Ve- zuletzt am Raden eines Kaufmanns eine Scheibe ein. Dabei schnitt Ohne allen Zweifel sind mit diesen beiden mun nicht sämtliche merken zurückgeschickt, daß die Löhne zu hoch seien; die er sich an der linken Hand die Pulsader auf, so daß er beinahe Bolizeispitel entlarvt. Es werden sich noch manche Leute als Leute wären jegt billiger zu haben. Der Amtsrat verblutet wäre. Die Nettungswache in der Frankfurter Allee legte eifrige Genossen aufspielen, die in Wahrheit der Polizei dienen, meinte schließlich, man solle bei dem jetzigen Andrang die ihm einen Verband an und brachte ihn nach dem Krankenhaus am ohne daß man bis jetzt Verdacht gegen sie hat. Die Notwendig Gelegenheit nicht unbenutzt vorübergehen lassen. Friedrichshain. Dort muß er mun die Feiertage liegen und dann teit und Nüglichkeit einer solchen Einrichtung will uns indes Köstlicher als in diesen Zeilen geschicht, kann die Roheit und kommt der Geschädigte mit der Rechnung und der Strafrichter. wenig einleuchten. Die Polizei sagt natürlich, sie müsse doch im rücksichtslose Arbeiterfeindlichkeit der Agrarier auch von deren Gegnern Gestohlen wurde gestern mittag einer Dame, die bei Jandorf öffentlichen Interesse über das Thun und Treiben der Social- nicht ins Licht gerückt werden. Sobald sich Arbeitskräfte anbieten, am Spittelmarkt Einkäuf gemacht und an der Staffe bereits ihre demokratie unterrichtet sein, und das sei ihr nur durch die Ver- thum die biederen Landwirte alles, um die Lage der schußlosen Tage- Rechnung beglichen hatte, in Portemonnaie mit 200 M. Juhalt. wendung von Agenten oder Spizzeln möglich. Wir glauben zu löhner und Wanderarbeiter so weit als irgend möglich zu nächst gar nicht, daß sie so notwendig unterrichtet sein muß. verschlechtern. Wer unter diesen Umständen den nieder- Elend gestorben. Ar ehemalige Gastwirt und Leiter des Die Geheimnisse der Socialdemokraten find nach unsrer trächtigen Rat des Antisemitenblattes befolgte, verdiente wegen seiner Ausstellungsparkes in der Hasenheide, Franz Bickel, wurde, laut Ueberzeugung nicht derart, daß Staat und Gesellschaft davon Thorheit eigentlich, daß er von den Agrariern obendrein mit dem Meldung eines hiesigen Blattes, vor einigen Tagen im Chauffeebedroht wären. Sie planen weder eine Revolution noch Dynamit- Dreschflegel willkommen geheißen würde. graben zwischen Französisch- Buchholz und Blankenfelde erfroren aufattentate. Daß sie die Polizei trotzdem nicht in alles und jedes gefunden. Bickel hatte sich im Ausstellungspark ein ansehnliches VerAuf dem diesjährigen Weihnachtsbaum- Markt ist die eigen mögen erworben und errichtete später in der Haisenheide eine hineinblicken lassen mögen, ist ganz natürlich. Andre Parteien artige Erscheinung zu Tage getreten, daß in den Straßen Berlins Theaterbühne mit einem Tanzjalon. Infolge ehelicher Zerwürfnisse haben auch ihre Geheimnisse", die sie nicht allen Leuten fast der gesamte Baumbestand am Tage vor Heiligabend geräumt fonnte er diesem neuen Unternehmen nicht die notwendige Energie an die Ohren hängen. Die Socialdemokraten haben noch war, während auf den Engros- Lagerplägen an der Großgörschen- widmen, so daß er bei demselben fast sein ganzes Vermögen verlor. besonderen Anlaß zur Heimlichkeit", weil ihnen die Polizei aus straße und auf dem Stettiner und Lehrter Bahnhof große Posten Er versuchte sich dann bei anderen Geschäften zu beteiligen, doch von allem möglichst viele Schwierigteiten zu machen sucht. Tannen vorhanden waren und Tausende, welche zu spät an den verschiedenen Schicksalsschlägen Heimgesucht, büßzte er endlich auch den Dinge, die zu wissen der Mühe wirklich wert sind, erfahren Erwerb eines Christbaumes dachten, waren heute gezwungen, weite letzten Rest seines Geldes ein. die Polizeispiel von den Genossen auch so gut wie gar Wege zurückzulegen, um in den Besitz eines Nadelbaumes 31 ge- fristete als solcher ein kümmerliches Dasein. Auf einer Geschäftstour, Er wurde schließlich Agent und nicht. Um in alles eingeweiht zu werden, muß man sich schon langen. Wie wir erfahren, haben die Kleinhändler, die im ver- die er, trotz der grimmigen Kälte, zu Fuß unternommen hatte, durch lange Beziehungen gründliches Vertrauen erworben haben, gangenen Jahre viel Ueberbestand behielten, diesmal sehr vorsichtig scheint er, von Mattigkeit übermannt, zusammengestürzt und dann und so weit bringt es ein Polizeibeamter nicht. Oder hat jemals Sisponiert und nur kleinere Quantitäten Weihnachtsbäume gekauft, um erfroren zu fein. einer im Parteivorstande gesessen oder auch es nur zum" Ver- sich vor Verlusten zu schützen. Während zur Deckung des Berliner trauensmann" gebracht? Welche staatsgefährlichen Geheimnisse Bedarfs ca. 400 000 Tannen erforderlich find, wurden auf dem Durch die Explosion von Hartspiritus wurde Dienstags hat denn einer von ihnen seit Jahren aus Licht gebracht? Die Engrosmarkt faumi 300 000 verkauft. Die Großhändler gaben vormittag gegen 10 Uhr in den Kellerräumen einer Hartspiritus ganze zweideutige Stellung ist nur dazu angethan, die heute die Bäume, um zu räumen, zu jedem Preise ab. So wurden Fabrik am Grünenweg 119 großer Schaden verursacht. Wände und Polizei- Agenten zur Lockspitzelei zu verführen. Um überhaupt irgend große Tannen, die sonst drei Mark und mehr kosten, für 50 Pfennig Scheiben wurden eingedrückt und zertrümmert, ein Regal mit Voretwas zu erfahren, müssen sie sich als eifrige Genossen aufspielen, bis 1 Mark abgegeben. Kleinere Bäume konnte man für 20 Pfennig räten an Hartspiritus ging in Flammen auf und sonstiger Materialund um ihren Auftraggebern etwas Strafbares melden zu können, erstehen. schaden angerichtet. Personen wurden zum Glück nicht ernstlich werden fie nur zu leicht geneigt sein, selbst so etwas unter den verlegt, fie tamen mit leichteren Verletzungen und dem Schrecken Genoffen anzuregen. Da nun aber die Genossen gar nichts 11mJu Rücksicht auf den außerordentlich starken Verkehr auf stürzlerisches im Simme haben, so machen fich die Polizeispigel durch dem Zollpoftamt in der Alexandrinenstraße, der durch die davon. Die Ursache der Explosion wird auf Unvorsichtigkeit zurüc geführt. Uebereifer, wilde Neden oder gar strafbare Vorschläge nur ver- Weihnachtsfeiertage bedingt ist, findet die Abfertigung des Bublikums dächtig und werden entlarvt. Bequemer ist es, die Auftraggeber ein- bei den Zollstellen an den beiden Feiertagen statt von 8-10 Uhr fach zu belügen und ihnen allerlei„ Mordgeschichten" aufzubinden. Wir glauben den Socialdemokraten, wenn sie behaupten, daß die Polizei- Agenten durch Lügen und Lod fpigelei manchen Genossen ins Unglüd gebracht haben. Jezt geht das ja nicht mehr so leicht, aber unter dem Socialistengesetz ist es häufig geschehen. von 9-12 Uhr vormittags statt. Am 3. Feiertage tritt wieder der Wochentagsdienst ein und kann die Abholung der Pakete von 8 Uhr vormittags bis 4 Uhr nachmittags erfolgen. Zwei jugendliche Weihnachtsmarkt- Diebe, Knaben im Alter von 10 und 12 Jahren, wurden heute morgen bei dem Versuche, auf dem Weihnachtsmarkt eine Pfefferkuchen- Bude zu erbrechen, abgefaßt. Die beiden Bürschchen, Söhne achtbarer HandwerkerFamilien, wurden nach Feststellung ihrer Personalien den Eltern zu Im Zoologischen Garten ist eine Sendung von Huftieren aus Sardinien eingetroffen, je ein Bärchen des dort lebenden Wildschweines( Sus sardous) und des dortigen Damhiriches( Daina dama varietas) und ein Edelhirsch( Servus mediteraneus) von jener Insel. Alle drei Arten sind in ihrer äußeren Erscheinung den entsprechenden deutschen Formen sehr nahe verwandt, zeichnen sich aber durch ein gemeinsames Merkmal vor ihnen aus, durch ihre Kleinheit. Es sind Liliputaner in ihren Gattungen, Zwergformen, die das lebhafte Erstaunen jedes Besuchers hervorrufen. Sardinien ist auch die Heimat des fleinsten Wildschafes, welches wir femten, des Muflons. Dem bekannten Reisenden Menge in Limburg ist es gelungen, diese auch für die Fach zoologen außerordentlich interessanten Tiere zum erstenmal lebend in einen zoologischen Garten zu bringen. Nunmehr wird niemand weiterhin daran zweifeln können, daß das Wildschwein, der Damhirsch und der Edelhirsch sogar in Europa geographische Abarten bilden, die durch ganz bestimmte Merkmale fenntlich find. " " Bon der socialdemokratischen Preffe werden solche Geschichten jahrelang gegen die Polizei und zur Schürung der Erbitterung unter den Genossen ausgenutzt. Werden aber die Agenten entlarvt, geführt. so verfällt die Polizei dem Spotte der ge= samten Socialdemokratie. Leisten denn mum die Kampf mit einem Wüstling. Uns wird geschrieben: Ein schlimmes Agenten der Polizei wirklich so viele Dienste, Abenteuer mit einem Unhold hatte dieser Tage der am Schlesischen daß dieser Schaden dadurch aufgewogen wird? Bahnhof wohnende Maler K. zu bestehen. Er hatte gegen 8 Uhr Wenigstens für die Gegenwart glauben wir es nicht. Als abends feinen neunjährigen Sohn zu seinem Bruder nach der nahe es noch wilder gärte in der Socialdemokratie, insbesondere unter gelegenen Mühlenstraße geschickt. Als der Knabe von dort zurück dem Socialistengesek, mag es vielleicht anders gewesen sein. fehrte, wurde er von einem etwa 35 jährigen, gut gekleideten Herrn Ueberzeugt find wir auch davon nicht. Auch wenn man davon angesprochen und von diesem schließlich aufgefordert, mit auf den Die Treptow Sternwarte bleibt am heiligen Abend und 1. Feier abiieht, wie das Polizeispielwesen sittlich zu be- Vorboden eines Hauses zu kommen, wo er ihm etwas Schönes zeigen tag geschloffen. Am 2. Feiertag wird von 2-6 Uhr die Benus und von urteilen ist, muß man sagen: Schon vom reinen Nüglichkeits- und auch 4 M. schenken wolle. Der Knabe, dem es ängstlich zu 6-10 Uhr der Mond beobachtet. Direttor Archenhold spricht um standpunkt aus sollte die Polizei auf das Schnüffeln nach den Mute wurde, willigte in dies Verlangen nicht ein und lief, als der 5 Uhr nachmittags über„ Der Mond im Treptower Riesen- Fernrohr", und „ Geheimnissen" der Socialdemokratie durch Spizzel möglichst voll- Mann in sonderlicher Weise zärtlich wurde, am Schlesischen Bahnhof um 7 Uhr abends über„ Himmelstunde und Weltbild". ständig verzichten, denn bestenfalls tommt doch nur davon. In der elterlichen Wohnung, die dem Bahnhof gegenüber Theater und Vergnügungen. Im Metropol Theater wird eine Blamage für sie dabei heraus. liegt, angelangt, erzählte er atemlos das Vorgefallene. Der Vater, das Ausstattungsfiüc' ne feine Nummer" am Donnerstagabend zum wollte, welchem der sich überführen Wir wollen diesen Artikel nicht analysieren, sondern an ihm nur sein Kind beinahe zum Opfer gefallen wäre und liebenswürdigen Mann erstenmal aufgeführt. Casino Theater. An allen drei Feiertagen auch finden abends 7 Uhr Ertra- Vorstellungen mit dem Feiertags- Programm zeigen, wie das als Stütze für Thron und Altar wesentlich in Be- zu verhüten gedachte, daß andern Kindern Böses widerfahre, und dem Vollsstücke„ Weihnachten" und" Mädchenjäger" statt. Am ersten tracht kommende Institut der Polizei von bürgerlicher, an der Er- fandte seinen Sohn sofort wieder auf die Straße mit der Weisung, Feiertagnachmittag geht" Emilia Galotti" in Scene, während am zweiten und dritten Feiertagnachmittag die Berliner Boltspoffe Berlin N haltung der heutigen Staatsordnung" interessierter Seite in Bezug daß wenn der Mann noch zu treffen sei und er von ihm angeredet Berlin W." gegeben wird. Die Wiedereröffnung des Belle: auf seine fittliche Qualität beurteilt wird. Daran ermesse man die würde, er ruhig mitgehen, aber nicht merken lassen solle, daß alles Alliance- heaters, die, wie gemeldet wird, durch die Erkrankung Einschätzung und das Vertrauen, das die Polizei in der großen Masse Vorgehende von seinem nachfolgenden Vater beobachtet werde. That einer Hauptdarstellerin verschoben werden mußte, findet bestimmt am ersten der Bevölkerung genießt. fächlich wartete der Wüstling auf den Knaben, faßte ihn an der Weihnachtsfeiertag flat. Zur Aufführung gelangt das Vaudeville, Die Dame aus Hand und ging, vorsichtig nach allen Seiten Umschau haltend, nach Trouville", Musik von Gustav Wanda mit Herrn Emil Sondermann als Gast Die Verwaltung der städtischen Rieselgüter schließt mit dem um die späten Abendstunden menschenleeren Stralauer Platz. und der ernste Meténiersche Einafter" r"; beide Stüde bleiben während der einer Minder- Einnahme von 352 235 M. ab, der eine Minder- Ausgabe Dort wollte er den Knaben in einen Hausflur zerren; da das ganzen Woche auf dem Repertoire. In" E" werden Frl. Adele Hart wig und Herr Leopold Thurner vom Neuen Theater mitwirken. Int von 144 670 M. gegenübersteht, so daß der Etat um 207 565 M. Kind sich aber sträubte, ging er mit ihm nach einer an dem Girtus Busch wird an den Festtagen das Ausstattungsstück„ Klondike" hinter dem Etatsanfaz von 1900 zurückbleibt. Dieses ungünstige Rummelsburger Platz stehenden Bedürfnisanſtalt. Inzwischen hatte neben einem hervorragenden artistischen Programm gegeben. Am ersten Ergebnis ist auf geringere Ernte- Erträge infolge ungünstiger Witterung sich zu dem an einer Hausthür stehenden Vater ein junger Mann Festtagnachmittag geht sie guet Brandenburg allewege", am zweiten zurückzuführen. Die Erträge stehen durchweg erheblich hinter dem gefellt, dem das Benehmen des Kinderfreundes" verdächtig Feiertagnachmittag Berliner Landpartien" in Scene. Das Apollo: Etatsansag zurück. Osdorf hatte einen Minderertrag von 84 863 M., vorgekommen war. Diesen schickte K., der infolge eines Theater führt der lieben Polizeicenfur wegen am 1. Feiertag die Das Passage Großbeeren von 73 144 M., Sputendorf von 60 991 M., Falkenberg Unfalls schlecht zu Fuße ist, eiligst über den Damm. Weihnachtskomödie„ Ein Ehrentag des Glücds" auf. Theater hat ebenfalls für die Festtage ein ausgesuchtes Programm auf von 60 852 M., Malchow von 21 670 M., Blankenfelde von 42 185 M., Der junge Mann erzählte, als er zu. zurückkehrte, daß er gerade gestellt. Die Direktion des Girtus A. Schumann hat für die Festage und Buch von 8530 M. Die Minderausgaben betrugen bei Osdorf zurecht gekommen sei, wie der unfaubere Batron an den Knaben ein eine sehr bemerkenswerte Einrichtung getroffen. Mit Rücksicht auf die Be 17 705 M., bei Großbeeren 25 950 M., bei Sputendorf 20 390 m., abscheuliches Verlaugen gestellt habe; durch das Hinzukommen fucher aus der Umgegend und den Bororten Berlins hat sie nämlich die bei Falkenberg 23 969 M., bei Malchow 23 532 M., bei Blankenfelde andrer Personen sei er aber in seinen Absichten gestört worden. Nun Bantomime Quer durch Paris" auch für die Nachmittags: 22 740 M. und bei Buch 10 256 M. Die Minderausgaben sind auf wollte der Unhold sein ihm sicher dünkendes Opfer, wie sich später Borstellungen auf das Programm gestellt, so daß das Schauspiel an geringeren Viehumsay, Verwendung selbstgewonnenen Saatgetreides, herausstellte, nach dem Schlesischen Busch verschleppen, in deffen Nähe den Feiertagen täglich zweimal in Scene geht. geringeren Ankauf von Kraftfutter, Minder- Ausgaben an Löhnen er wohne und wo er dem Knaben viel Geld geben wollte. Jetzt durch Benutzung von Maschinen und Ersparnissen an Feuer- hielt es der mit dem jungen Manne folgende Bater für geboten, versicherungsprämien zurückzuführen. einzuschreiten. Infolge des entstehenden Wortwechsels sammelten sich Dieser ungünstige Abschluß wird gutem Vernehmen nach die Stadt: alsbald eine Anzahl Personen an, die auch einen Fluchtversuch des Das Schöneberger Stadtparlament und die Arbeitslosenverordneten veranlassen, aufs neue bei der Etatsberatung Anträge Lüstlings verhinderten. Auf dem nun folgenden Gange zur Wache frage. Der Magistrat hat sich über die mündliche Beantwortung auf Einführung von Milchwirtschaften auf sämtlichen Rieselgütern zu ereignete sich aber etwas Verblüffendes: Der junge Mann, der als der von unsren Genossen gestellten Juterpellation betreffend die stellen. Wegen der Seuchengefahren wurde die Viehhaltung auf Beuge dienen sollte, begann mit dem Festgenommenen zu unter Arbeitslosigkeit dadurch hinwegzusetzen gesucht, daß er seine fämtlichen Rieselgütern auf das allernotwendigste eingeschränkt, handeln. Das Resultat war, daß er nach dem Empfange Antwort den Stadtverordneten in gedruckter Borlage zugehen ließ. schließlich wurden nur noch einige Milchkühe für den eignen Bedarf von sieben Mark eiligst davonlief und die andern Die Anfrage lautete: Welche Maßregeln gedenkt der Magistrat zu und Bugochfen gehalten. Auch die Einführung der mit großent dem Transporte folgenden Leute, jedenfalls Bekannte des Be- ergreifen, um der jetzt herrschenden und voraussichtlich im Laufe des " Aus den Nachbarorten. Winters sich noch steigernden Arbeitslosigkeit entgegen Verwaltungsbehörden gebrauchten Fremdwörter enthält, zum Dienst- im Krankenhaus, während der Dritte als Leiche unter den Trümmern zutreten?" Unser Parteigenosse Stadtv. Masuh begründete gebrauch und zur Nachachtung überwiesen worden. Eine erneute Ver- hervorgezogen wurde. Er war verlobt und wollte in diesen Tagen die Interpellation in der vorgestrigen Sitzung der Stadtverordneten fügung des Oberbürgermeisters Schusterus besagt, daß die ihm zur seine Hochzeit feiern. Von den schwer verwundeten beiden Herren Versammlung, indem er darauf hinwies, daß der Magistrat sich Revision( Prüfung) und Superrevision( Oberprüfung)" vorgelegten Jacobjohn war der eine hier als Reisender in der Kleiderstoffmit der Frage längst hätte beschäftigen müssen, da bereits Verfügungen ergeben haben, daß das genannte Buch nicht immer in branche, der andre als Reisender für eine große Gummiwarenfabrik im Sommer die Arbeitslosigkeit ihre Schatten vorausgeworfen ausreichender Weise Berücksichtigung findet. beschäftigt. hätte und andre Kommunen, z. B. unsre Nachbargemeinde Nixdorf, Aus Spandau wird uns geschrieben: Das gransige Eisen- Ueber einen Mord im Eisenbahnwagen wird aus Nizza in einigermaßen eingreifender Weise diese Sache durch Bewilligung bahn- Unglüd bei Paderborn mußte endlich auch die berichtet: Während der Eisenbahnfahrt von hier nach Monte Carlo von größeren Geldmitteln zu Notstandsarbeiten in die Hand ge- öffentliche Aufmerksamkeit auf die unhaltbaren und gefährlichen wurde die aus der deutschen Schweiz gebürtigte zwanzigjährige nommen haben. In der vorliegenden schriftlichen Antwort vertröste Eisenbahn- Zustände in unsrer Stadt lenken, da bisher alle Be- Sirsbrufiner ermordet und beraubt. Die Leiche wurde mit jedoch der Magistrat die Arbeiter auf die Güte des Himmels; wenn mühungen noch nicht dahin geführt haben, daß die Eisenbahn- abgeschnittenem Kopf auf den Schienen in der Nähe von Ezé aufSchnee fallen laffe, dann würde ja„ vorübergehende Arbeitsgelegenheit" vorhanden sein. Und dann würden die Arbeits- Behörde gründliche Remedur schafft. Die unglücklichsten Verhältnisse gefunden. Diefer losen verwiesen auf die im Frühjahre" beginnenden umfang reichen Gemeindebauten! Barum find, so fragt der Redner, die Vorarbeiten zum Krankenhausbau, mit denen, wie seiner Zeit versichert wurde, bestimmt am 1. Oktober begonnen werden sollte, nicht schneller gefördert worden? Antwort! = Volks sowie durch Truppentransporte start belebten Klosterstraße, über. bestehen hierselbst in der durch Personen- und Fuhrwerksverkehr welche zwei Eisenbahn- llebergänge führen, die täglich von mehreren Dugend Personen, Schnell-, Vororts- und Güterzügen passiert werden. kann hier namenloses Unglüd herbeiführen. Ein einziger unglücklicher Zufall, ein Versehen des Bahnwärters Die ziemlich rege die loſterſtraße befahrenden Wagen der elektrischen Straßenbahn find schon manchmal nur knapp der Gefahr eines Zusammenstoßes mit der Eisenbahn entgangen." Die städtischen Behörden haben eine Fülle von Thatsachenmaterial in ihrer Denkschrift an den Landtag Verlegung des Bahnhofs auf das rechte Havelufer zu erreichen; zusammengetragen, um die Hochlegung der Eisenbahngeleise und die vergebens, die Eisenbahnverwaltung wird sich nicht cher entschließen, diesem lebensgefährlichen Zustand ein Ende zu machen, als bis das Unglück da ist. Kürzlich erst entging hier der Hof zug nur mit tnapper Not der Gefahr einer Entgleisung, da sich kurz vor Eintreffen desselben auf dem Schienengeleise ein Fahrzeug festgefahren hatte, das nur mit größter Anstrengung noch rechtzeitig wieder flott gemacht werden fonnte. V Gefahr für ein ähnliches Unglück, wie das bei Paderborn, denn hier Bei Rubleben, firz vor Spandau, besteht aber noch eine weitere treuzen sich drei Eisenbahn- Geleife. Ein geringes Versehen des Beamten in der Blockstation, oder eine Funktionsstörung in der letzteren, tann leicht zu einer ebensolchen Katastrophe führen. Zwar sind die Mittel zur Verlegung der Geleise an dieser Stelle im Etat bereit gestellt, aber Es ist eine große Verantwortung, die Herr Thielen mit jeder hinaus die Ausführung läßt auf sich warten! schiebung einer wirklich durchgreifenden Reform der Spandauer Eisenbahnverhältnisse auf sich lädt. Briefkasten der Redaktion. P. G. 53. Anfrage so unbestimmt und unklar, daß Antwort nicht erfolgen kann. F. K. Greulich lebt und wird uns hoffentlich noch recht lange erhalten M. E., Mühlenstr. Das ist nicht unsere Sache. Neustadt a/ Orla. Die Gefahr der Ausweisung in solchem Falle ist allerdings vorhanden. Th. Erdner. Der Mittelbau des Warenhauses Ties ist 34 Meter hoch, der darauf befindliche Globus 4½ Meter, macht 38% Meter. Charlottenburg, Wahlverein. Aus technischen Gründen ist es Seite zu beschreiben. Wie oft haben wir das schon wiederholt! absolut notwendig, das Papier bei Berichten nur auf einer " Alter Freund" 153. Schönen Dant. Aber leider nicht möglich. Marienstraße. Das Buch„ Notizen und Zahlen" erschien im Deutschen Verlag, Königgrägerstr. 41/42, und ist auch in der Buchhandlung des Vorwärts zum Preise von 30 Bf. zu haben. Karl W., Desinfektion. Die Desinfektion erfolgt in Berlin nicht unentgeltlich. Dahin gerichtete Anträge sind leider wiederholt abgelehnt. Nach dem Reglement ist aber von Zahlung der Desinfektionsgebühren be freit, wer sich zu diesem Zweck entweder von dem Vorsteher des betreffenden Bezirk er wohnt, ein Attest ausstellen läßt und dasselbe an die DesinfektionsStadtbezirts oder von dem Vorsteher derjenigen Armenkommission, in deren anstalt einschickt. Das Attest fann auch nach erfolgter Desinfektion eingesandt werden. Die Ausstellung des Attestes findet statt, wenn der Betreffende eine Wohnung im Mietswert bis zu 300 M. innehat oder zu der untersten Steuerstufe veranlagt ist oder wenn sich nach Prüfung der Vervon Zahlung der Gebühren hat nicht den Charakter einer Armeniunterſtützung hältnisse ergiebt, daß er infolge von Ungtidsfällen( Krautheit, Sterbefälle u. dergl.) nicht in der Lage ist, Gebühren zu zahlen. Die Befreiung aus öffentlichen Mitteln. dieses Materials an die Agitations Kommission beschlossen. 2. Nein. Wettende. Das ist uns unbekannt. Witterungsübersicht vom 24. Dezember 1901, morgens S thr. Stationen Barometerstand mm Windrichtung Windstärfe Wetter Swinembe 752 SO 2 Nebel 749 SO 3 bedeckt Hamburg Berlin 753 SSW 2 bedeckt anf./. 752 3 bedeckt München Temp. n. T. 5° G. 4° R. Stationen Barometer stand mm Wind richtung Windhärte Wetter Temp. n. C. 5 15° C.-4° R. 1 paparanda 768 SO 2 bedeckt-10 1h16.bed. Betersburg 768 1 Cort 738 NW 3 wolfig 747 SSW 4 bedeckt 1 Aberdeen -2 Baris 12 4 4 Herr Bürgermeister Dr. Gerhardt erwiderte hierauf, daß die Arbeitslosigkeit sich mehr auf Handelsangestellte und Kaufleute erstrecke und verstieg sich unsrem Genossen gegenüber zu der Aeußerung, daß er ja auch noch nichts dagegen gethan hätte"; ferner meinte der Herr, daß eben die Armendirektion tiefer in den Stadtsäckel greifen müßte und daß der Magistrat für Anregungen" zur Ergreifung von Maßregeln dankbar sein würde. Im übrigen verwies der Bürgermeister auf die segensreiche Einrichtung der küchen. Demgegnüber sprachen sich Obst und Masuch dahin aus, daß sich unsre Arbeiter für Gewährung von Almosen, die ihnen das Wahlrecht raubten, bedanken. Sei man in Schöneberg in der Erfüllung ſocialer Pflichten doch noch so rückständig, daß man bedürftigen Schulkindern noch nicht einmal ein warmes Frühstück verabfolge, wie es bereits in einer unsrer Nachbargemeinden der Fall sei. Hierauf fand der vom Stadtv. Dr. Richter gestellte Initiativantrag, für den die Dringlichkeit anerkannt wurde, ziemlich einstimmig Annahme:" Der Magistrat wird erjucht, noch Vorberatungen in gemischter Deputation der Stadtverordneten- Versammlung zur Bekämpfung der ArbeitsIosen Not Vorschläge zu machen. In die gemischte Deputation wurde auch unser Parteigenosse Mafu ch gewählt. Sodann beschäftigte sich die Versammlung noch mit dem Bericht des Ausschusses für Errichtung höherer Schulen. Nach langer Debatte wurde beschlossen: 1. Die Mittelschule bleibt in ihrer Taubstumm. Ihre Schuld müßten Sie bezahlen. Ihr Gläubiger bisherigen Form bestehen. 2. Zum 1. April 1902 wird in Alt Schöneberg eine Realschule zunächst mit Serta eröffnet. 3. Jm fönnte Sie sonst verklagen und pfänden lassen. Hierdurch würden erhebliche Wilmersdorf besigt seit einigen Tagen elektrische Straßen Mehrkosten erwachsen. F. N. 43. 1. Jede Arztforderung verjährt mit Friedenauer und Berliner Ortsteil wird zu demselben Zeitpunkte je beleuchtung. Zunächst ist ein Teil der Uhlandstraße von der Ablauf des zweiten, auf die Entstehung der Forderung folgenden Jahres. Preußischen Straße bis zur Grenze von Charlottenburg durch unterbrochen wird die Verjährung durch Abschlagszahlung, Zinszahlung, Ferner wurde zum Vorsitzenden des hiesigen Gewerbe- 16 Bogenlampen, die Ludwigsfirch- und Schaperſtraße, wie der Sicherheitsleistung, Anerkenntnis, Klagezuſtellung, Zuſteilung eines Zahlungsgerichts Stadtrat Dr. Heyl und zu Stellvertretern Rentier Joachimsthaler Platz von 8 weiteren Lampen erhellt. Auch in befehls, Anmeldung zum Konkurs. 2. Ja. Fini Nowawes. 1. und I. Fröhlich und Rentier Eich wiedergewählt. Der für den Halensee ist seit zwei Tagen elektrische Beleuchtung eingerichtet 2. Die Meldung erfolgt bei Ihrem Kreisphysikus. Nachdem dort eine Borvierten Bezirk bisher gewählte Stadtv. Fr. Richter( Micter) hat worden. Der Anfang wurde mit den neuerschlossenen Terrains an prüfung und Untersuchung stattgefunden hat, erhalten Sie Bescheid, ob Sie sein Mandat wegen Verzugs niedergelegt, so daß daselbst eine Ersatz- der Katharinenstraße gemacht. Insgesamt wurden, wie in Wilmers- angenommen sind und zu einem Kurjus in der Charité zugelassen werden. 3. Etwa 300 Marf. 4. Das ist zulässig. 5. Der Kurfus findet in wahl stattzufinden hat. In diesem Bezirk liegen auch für uns die dorf, 24 Bogenlampen aufgestellt. Ju legtgenanntem Vororte soll der Zeit vont 1. Oftober bis 1. März statt. 6. Uns nicht bekannt. Wahlaussichten günstig. in kurzem auch die Berlinerstraße, sowie der andre Teil der 2. 3. 35. 1. Rein. 2. Ja. P. 14. Die Wohnung muß zwecks Der Notstand in Steglitz. Man schreibt uns aus Steglitz: Uhlandstraße bis zur Wilhelmsaue elektrisch beleuchtet werden. eventueller Vermietung vom Zeitpunkt der Kündigung ab bereits der BeIn der Begründung der Notstands- Interpellation, welche dieser Tage sichtigung frei gestellt werden. Den Schlüssel müssen Sie also einem NachJohannisthal. Die Banverwaltung des Teltow kanals bar oder dem Wirt abgeben. 2. B. Naunynstraße. Sie gehören der in der Gemeindevertretung verhandelt wurde, führte Genosse Rapp hat ihre Forderung im Betrage von 30 000 m., welche sie an die Junungs- Kranfenfasse an. Seitens der Arbeiter ist nichts nachzuzahlen, folgende, von der hiesigen Gewerkschaftskommission am 24. November Gemeinde für den Fall gestellt hat, daß diese den geplanten Hafen ebensowenig können die Arbeiter fich durch irrige Meldung strafbar machen. aufgenommene Statistik an: Von den in der Gewerkschaftskommission an der für sie günstigsten Stelle haben will, auf 15 000 m. ermäßigt. Das, was die Arbeitgeberin an die Nicht- Jumungskasse irrtümlich gezahlt vertretenen 908 organisierten Arbeitern waren 192 arbeitslos, die Die Gemeindevertretung hat aber die Zahlung eines Beitrags über- hat, ist von dieser an die Arbeitgeberin zurückzuzahlen. Ofthavelland. unorganisierten Arbeiter werden auf ca. 500 geſchäßt und es wird bei haupt abgelehnt mit dem Hinweis darauf, daß die rände- 1. Das specielle Ergebnis der Wahl ist in den amtlichen Blättern ſeiner diefen die Verhältniszahl der Arbeitslosen mit ca. 85 angenommen, fo reien von den Johannisthaler Grundbefizern unter der Be- Beit veröffentlicht. Es iſt feiner Zeit die Aufstellung und Uebermittelung daß von 1400 Arbeitern rund 275 arbeitslos sind. Angesichts dieses bedingung, daß der Hafen an einer für Johannisthal günftigen 3. Sie könnten das versuchen. dauerlichen Resultates muß das Verhalten des Gemeindevorstandes von Stelle angelegt wird, bedeutend billiger als sonst( der Morgen um der Arbeiterschaft aufs schärfste verurteilt werden. Trotzdem die Inter- 1000 M.) an die Bauverwaltung verkauft worden sind. Die Ge pellation schon vor etwa drei Wochen eingereicht war, scheint der meindevertretung glaubt zu der ablehnenden Haltung um so mehr Gemeindevorstand nichts gethau zu haben, um sich auch nur ober- berechtigt zu sein, als die Bauverwaltung mit ihrer Forderung erst flächlich über den Umfang der Arbeitslosigkeit in unserm Orte zu tam, als die Nachbargemeinde Rudow die Pfarrwiese unentgeltlich unterrichten. Der stellvertretende Gemeindevorsteher Mante ver- zur Verfügung gestellt hatte. Wie verlautet, will aber die Regierung ließ die Sigung vor der Verhandlung der Interpellation und der hierzu ihre Genehmigung versagen, und auch die Gemeinde Johannis: Schöffe Meyer erklärte, namens des Gemeindevorstandes nicht aut- thal dürfte in dieser Angelegenheit noch ein Wort mitzureden haben, worten zu können. Keine Antwort ist in diesem Falle auch eine da beide Ortschaften eine Kirchengemeinde bilden. Auch der auf Anregung des Landrats voni Gemeindevorstand eingebrachte Antrag auf Lichtenberg. Die Bescheinigung über den gelungenen EntAnfammlung eines rechtungsversuch der Gemeindewähler der dritten Wählerklasse, wie Kanalbau- Fonds, damit die beteiligten Gemeinden nach Fertig solcher unter der Firma des„ Werkmeister" Janatz Meißner aus der stellung des Teltow Kanals den erhöhten materiellen An755SO 4wolkig sprüchen genügen könnten, enthüllte ein Anilinfabrik in Rummelsburg von dem hiesigen Bürgerverein unter- Wien Stück preußisch757 Still- bedeckt deutscher Socialpolitik. Der Landrat hatte darauf hingewiesen, daß nommen wurde, ist nun dem Gemeindevorsteher und den vier in Betracht Wetter- Prognose für Mittwoch, den 25. Dezember 1901. fich infolge des Kanalbaues eine starke Grundstücksspekulation in dem Erkenntnisses des Kreisausschusses von Niederbarnim als Weihnachts- schlägen und ziemlich starken südwestlichen Winden. kommenden socialdemokratischen Gemeindevertretern in der Form des Etwas wärmer, zeitweise aufflarend, aber sehr veränderlich mit Nieder: Interessengebiete entwickelt habe, und empfahl deshalb, die daraus präsent zugestellt worden. Das Erkenntnis hebt hervor, daß der Kläger Berliner Wetterbureau. resultierende erhöhte Umsatzsteuer zu diesem Fonds zu verwenden. Meißner, entgegen der Behauptung der Beklagten, stimmberechtigtes Abgesehen davon, daß unter Ort nach Ansicht des Gemeinde- Gemeindemitglied sei, da er sein Einkommen mit 12 M. Staats vorstandes keine wesentliche Erhöhung der Umfassteuer zu er- Einkommensteuer verstenere. Im weiteren wird gesagt: der Zweck paar zu ihrer aut 27. Dezember 1901 Dem Arbeiter Jourschen Ehe: Verein socialdemokratischer warten haben wird, erhellt aus der ganzen Sache, daß die Gesamt- und die ordnungsmäßige Erledigung des Wahlverfahrens erfordert, stattfindenden filbernen Hochzeitsheit der Steuerzahler wohl die Kosten aufbringen darf, den Haupt- daß die den einzelnen Wahlbezirken zugeteilten. Wähler wissen, ob feier ein dreimal donnerudes Berlins und Umgegend. Gast- und Schankwirte vorteil jedoch die Grundstücksbesizer und Spekulanten haben sie einen Eigentümer oder Nichteigentümer wählen dürfen. Da im Hoch, daß die ganze Erkstraße in werden. Die Krone des Ganzen ist jedoch die Thatsache, daß trok vorliegenden Fall eine Bezeichnung, welcher Bezirk und wie viel Nixdorf wadelt. der Tausende von Arbeitslosen in den die Kosten tragenden Gemeinden die Kanalbau- Verwaltung einen großen Prozentsaz Nichtangesessene in diesem Bezirk zu wählen Social demokratischer ausländischer Arbeiter beschäftigt. Zum Schluß ergangen unter sei, rechtfertige fich auch noch einen Beweis, daß unsre Gemeindevertretung auch dann und Berufung auf das Erkenntnis des Ober- Verwaltungsgerichts Wahlverein für den 6. Berl. vann freigebig sein kann. In geheimer Sigung wurde beschlossen, Gemeindevertretung den ungültigkeitsbeschluß auszudehnen, habe der vom 26. April 1901 die Klage. Auf die übrigen Mandate der Reichstags- Wahlkreis. Herin Manke, welcher seit der Erkrankung des früheren Vor- Verwaltungsrichter, da Einspruch gegen diese nicht erhoben sei, kein ſtehers Zimmermann die Geschäfte der Gemeinde geführt hat, für Recht. Die Kosten des Verfahrens fallen den beigeladenen Gemeinde- daß diese Thätigkeit eine Entschädigung von 4000 M. zu zahlen, ebenso verordneten zu vier Fünfteln und dem Gemeindevorsteher zu einem erhält Bureauvorsteher Schmidt für während dieser Zeit geleistete Fünftel zu. Das Objekt ist, wie bereits mitgeteilt, auf 8000 Mart außerordentliche Dienste 500 m. augesetzt, also ist jedes Mandat mit 2000 Mark bewertet. Nicht am Sonnabend, den 21. d. W., an Eine Streitfrage auf kommunalem Gebiete wurde vor weniger als zehn Mart Porto- Auslagen find in Anrechnung gebracht, einem Betriebsunfall verstorben ist. einigen Tagen vor dem Kreisausschuß des Kreises Nieder- Barnim während den vier Beigeladenen insgesamt zwölf Buschriften, mit Die Beerdigung findet am Donners als Berwaltungsgericht unter dem Vorsitz des Landrats v. Treskow 5 Pf. bis 60 Pf. beschwert, zugegangen sind. Berufung wird ein- tag, den 26.( 2. Feiertag) nachmittags entschieden. Bei Gelegenheit der Umwandlung des Pferdebahnlihr vom Moabiter Krankenbaute gelegt. betriebes der Strecke Weidendammer Brücke- Tegel in einen elektrischen mußte die Berliner Straße in Tegel mit neuem Kopfpflaster anstatt des alten versehen werden, weil die schweren elektrischen Wagen eines widerstandsfähigeren Pflasters bedurften. Es war Ein elektrischer Zug im Tunnel verbrannt. feiner Zeit eine Einberufung der Gemeindebehörden erfolgt, in der Aus Liverpool kommt die Meldung über einen Vorfall, der in die Anlieger und Interessenten zum Kostenbeitrag aufgefordert ( Filiale Berlin). wurden. Ein Teil der Anlieger lehnten dies ab. Nachdem inzwischen seiner Furchtbarkeit an das Eisenbahnunglück bei Altenbeken erinnert, Allen Kollegen zur Nachricht, daß die Neupflasterung erfolgt und der Betrieb eingerichtet war, beschloß ja, wegen der Umstände der eigentümlichen Katastrophe fast noch unser Mitglied die Gemeindebehörde, die Anlieger zu Beiträgen entsprechend der grauenhafter erscheint. Das Telegramm besagt: Frontlänge ihrer Grundstücke heranzuziehen, indem sie sich auf die In einer Tunnelstation der Liverpooler elettrischen Bahn Waldemar Knöfel Bestimmung betreffend Anlegung neuer Straßen stüßte. Einige entstand Montagabend durch Schmelzen der elektrischen Einrichtung bei dem Eisenbahnunglück bei AltenAnlieger erhoben Widerspruch und der Rentner Reichel sowie der eines Zuges Feuer, das alsbald auf eine Menge dort aufgestapelter, beden den Tod gefunden hat. Gastwirt Fischer, die 1500 bezw. 1800 M. zahlen sollten, be- mit Kreofot getränkter Bahnschwellen übersprang. Der Tunnel war bald Ehre seinem Andenken! auftragten, nachdem ihr Widerspruch verworfen war, den Rechtsanwalt Dr. Werthauer mit Anstrengung der Klage gegen ein praffelnder, mit erstickenden Dämpfen angefüllter Glutofen, und 179/5 Die Beerdigung findet am Doners den Tegeler Gemeindevorstand Gemeindevorstand beim Kreisausschuß. der Zug verbrannte völlig. Jetzt fuhr ein mit Passagieren tag, den 27. Dezember, nachmittags beschloß Beweisaufnahme darüber, об die Berlinerstraße dicht besetzter Zug in den Tunnel hinein und geriet gleich 2 Uhr, auf dem Georgen- Kirchhof, in Tegel eine alte historische Straße sei, oder wie seitens des falls in Brand. Sechs Personen, nämlich fünf Bahnbeamte Landsberger Allee aus statt. Rechtsanwalt Henschte als Vertreter des Gemeindevorstandes be- und ein Knabe, tamen um. Früh 13/4 Uhr war das Feuer gelöscht. Um zahlreiche Beteiligung der Mitglieder wird gebeten. hauptet wurde, als eine nenangelegte Straße angesehen werden Zwei leere Züge, die auf Nebengeleisen standen, verbrannten ebenmüsse, da nur für letztere die Anlieger zu Beiträgen für Pflasterung falls; auch die Bahnstation ist zum großen Teil zerstört. herangezogen werden können. Rechtsanwalt Werthauer legte eine Reihe von Urkunden vor, die in früheren Jahren seitens des Bom Eisenbahn Unglück bei Altenbeken. Bei den Auf- Metallarbeiterverband Gemeindevorstandes ausgestellt waren und in denen stets von der bereits bestehenden„ Berliner Straße" die Rede war. Der Kreis- räumungsarbeiten haben sich noch eine Menge menschlicher Körperteile Verwaltungsstelle Berlin. ausschuß erkannte daraufhin dahin, daß der Gemeindevorstand zu festgestellt werden konnte. Man hat diese Leichenteile in eine Kiste gefunden, Arme und Beine, deren Zusammengehörigkeit bisher nicht Todes- Anzeige. Tegel mit seinen Ansprüchen abzuweisen sei. Dant. verpackt und vorläufig nach Paderborn übergeführt. Die Leiche des Die Reinigung der amtlichen Sprache von Fremdworten hat verunglückten Kindes ist ebenfalls noch nicht erkannt; man weiß glied, der Klempner fich der Charlottenburger Magistrat zur befonderen nicht, ob es ein Knabe oder ein Mädchen ist, da nur die Beine noch vorAufgabe gemacht. Es heißt nicht mehr Bureau I oder Central- handen sind. Man schätzt das Alter dieses Opfers auf 10-12 Jahre. bureau, sondern Stelle I( allgemeine Verwaltung), Stelle III Der Zustand der Verletzten, die sich in Paderborner Krankenhäusern be( Gesundheitspflege 2c.), nicht mehr Kalkulatur, sondern Stelle V finden, war Sonnabendabend den Umständen nach zufriedenstellend. ( Rechnungswesen). Statt Armendirektion Armenverwaltung, statt Die bei dem Eisenbahnunglück bei Altenbeken verunglückten drei Stadtverordneten- Bureau Geschäftsstelle der Stadtverordneten- Ver- Tapezierer waren, wie der„ Konfektionär" meldet, hier im Geschäft fammlung, statt Bortier Pförtner usw. Sämtlichen Verwaltungs- des Herrn Otto Schöll, Kurfürstendamm 240, angestellt. Sie hatten stellen ist das Buch von Bruns über die Amtssprache, das das Kasino in Münster eingerichtet und wollten nun zu den eine Verdeutschung der hauptsächlichen im Verkehr der Gerichts- und Weihnachtsfeiertagen Heimkehren. Zwei liegen bekanntlich verwundet Dieser Angesessene nicht haben, Vermischtes. 10 2 27506 Den Parteigenossen zur Nachricht, unser Mitglied, der Arbeiter Carl Müller aus statt. 249/8 Am 23. d. M. starb nach furzent Leiden die Frau unsres Mitgliedes Kollegen Gumlich Ida Gumlich geb. Horn. Die Beerdigung findet Freitag, den 27. d. M., nachmittags 2 Uhr, von der Halle des Emmaus- Kirchhofes in Britz aus statt. Um rege Beteiligung ersucht 70/8 Der Vorstand. Allen Freunden und Bekannten zur Nachricht, daß meine liebe Frau Elise Thomas Um zahlreiche Beteiligung ersucht am 22. Dezember nach schweren Leiden Der Vorstand. Verband der Tapezierer Die Ortsverwaltung. Deutscher Am 22. d. M. starb unser Mit 125/9 Albert Wagner im Alter von 41 Jahren. Ehre seinem Andenken! Die Beerdigung findet am 26. De: ember, nachmittags 3 Uhr, von der Reichenhalle des Michael- Kirchhofs in Mariendorf aus statt. Zahlreiche Beteiligung erwartet Die Ortsverwaltung. verschieden ist. Die Beerdigung findet, am 2. Weihnachtsfeiertag nachmittags 2 Uhr vom Krankenhause allt 27626 Friedrichshain aus statt. Der tieftrauernde Gatte Paul Thomas. Todesanzeige. Steinarbeiter! Am 24. d. M. starb unser Kollege der Redacteur unfres Fach blatts 192/1 Alfred Schmidt Die Geschäftsleitung der Steinarbeiter Deutschlands. Näheres in der Freitag- Nummer. Danksagung. für die zahlreiche Beteiligung bei der Beerdigung meines Bruders, des Vergolders Adolf Fitting fage allen daran Beteiligten meinen besten 27636 Heinrich Fitting nebst Frau und Mutter. Danksagung. Herzlichen Dank den Kollegen der Pianofabrik v. Pfeiffer sowie dem Holz: arbeiter Verband für die rege Beteiligung bei der Beerdigung unfres lieben Outels August Fechner sage ich im Namen der Verwandtschaft. W. Jordan, Alexanderstr. 31. Freie Volksbühne. Sonntag, den 29. Dezember, nachmittags 24 Uhr, im Lessing- Theater, 2./3. Abteilung: Die Medaille von L. Thoma. Hierauf: Der eingebildete Kranke von Molière. Gleichzeitig im Berliner Theater: 9./10. Abteilung: Heimg'funden. 6. Serie im Carl Weiss- Theater am 12. Januar 1902: Dantons Tod. Drama von Georg Büchner. 231/16 O BELOW XA Der Vorstand. I. A.: G. Winkler. Louis Kellers Festsäle Koppenstr. 29. Am zweiten Feiertag: Grosse Extra- Soiree der Norddeutschen Sänger ( Fuhrmann, Horst, Walde) und des Neuen Berlin. Konzert- Orchesters Dirigent: Rud. Tietz. Anfang 5 Uhr. Entree 50 Pf. Men: Riesen- Weihnachtsbaum( Neu: mit elektrischer Beleuchtung. Während des Konzerts in den Nebensälen: Ball. Nach bee Soiree: Großer Ball. Zeichnende Künste Vierte deutsche Kunstausstellung der Berliner Secession Kantstr. 12. Täglich geöffnet von 10-6 Uhr, Sonntags bis 7 Uhr. Eintritt an Wochentagen M. 1,-. Sonntags M. 0,50. Danerkarten, auch für die Sommerausstellung 1902 gültig, M. 4, Die richtige, wirkliche, grosse Weihnachts- Messe u. Ausstellung Luisenhof, Dresdenerstr. 34/35 Fist eröffnet!! 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Holzarbeiter Verband. = 4. bestreitet das Sekretariat, daß es gelte, in diesen Vereinen solchem gang und gäben Brauch sollte man auch meinen, daß ein eine möglichst große Anzahl Indifferenter" zusammen zu faffen. Staatsanwalt seine Worte vor Gericht auf das genaueste abwägt. 5. stellt es fest, daß das Kreisstatut den späteren Uebergang Es wäre nun sehr interessant, von dem öffentlichen Ankläger zu erin den Metallarbeiter- Verband vorsieht. fahren, wo etwa sich der Fall abgespielt hat, daß Arbeiterführer, worunter doch wohl Gewerkschafsleiter zu verstehen sind, ausständigen Arbeitern geraten haben, den Arbeitswilligen" mit Drohungen und Thätlichkeiten zu kommen. " " Versammlungen. Wir haben den thatsächlichen Inhalt unsrer Notiz einem Barter Am 27. und 28. d. M. findet im Gewerkschaftshause die vierte organ entnommen, das gerade über die Gründung der Zahlstelle Konferenz des 6. Gaues mit folgender Tagesordnung statt: Schwerte feitens der Neutralen" Beschwerde führte und ihnen 1. Vorstandsbericht. empfahl, lieber für Aufklärung im Streise Altena- Iserlohn Sorge zu 2. Sassenbericht. tragen, als über die Grenzen dieses Kreises hinaus zersplitternd in die Arbeiterbewegung einzugreifen. Daß einige Centralverbände" ebenso" neutral" sein sollen, wie die Altena- Iserlohner Gewertschaften, ist doch auch wenn es wahr sein sollte Die Schlächtergesellen Berlins hielten am Mittwoch, den schuldigung für diese. Warum stellen die Jierlohner die behauptete sammlung in den Arminhallen ab. Reichstags- Abgeordneter Friz 18. Dezember d. J. eine verhältnismäßig recht gut besuchte VerBei der Wichtigkeit der Tagesordnung erwartet der unter- immere Konformität nicht auch äußerlich her? Ob die Indifferenten, 3ube il referierte über:„ Die Wirkungen der Vieh- und Fleischzeichnete Vorstand rege Teilnahme seitens der Berliner Kollegen. die dem Lockrufe der„ Neutralität" gefolgt find, später ebenso bereit" 3. Die Rechte der Arbeiter aus den socialpolitischen Gesetzen". Referent: Rob. Ahrens. 4. Anträge. 5. Verschiedenes. Der Gauvorstand des 6. Gaues 10 des Deutschen Holzarbeiter Verbandes. Zum Streik der Kistenmacher bei der Firma Göke. Es mag vielleicht manchen Kollegen und Gewerkschaftler geben, der es unverzeihlich findet, bei der jetzigen Geschäftskonjunktur und acht Tage vor Weihnachten in einen Streit einzutreten. Alles dies haben wir wohlweislich erwogen, und doch kamen wir zu der Ueberzeugung. daß es nicht möglich sei, den Streit zu verhüten. Herr Göte er flärte der Kommission gegenüber, er wolle Herr im Hause sein, der Verein sei für ihn eine Null, er wolle mit Vereinsbrüdern nichts zu thun haben usw. Herr Göfe erklärte, er wäre sonst mit seinen Arbeitern zufrieden, es wären alles tüchtige, fleißige und nüchterne Leute, aber sie rechnen sich die Arbeit nach und wenn was fehlt, so tommen sie gleich nach dem Comptoir. Er wolle mal sehen, wer es länger aushalte. Nun, mit den Arbeitswilligen, die der Herr bes Tommen hat, wird die Freude wohl nicht lange dauern; er ist viel Teicht froh, wenn er sie wieder los ist. An die Holzarbeiter und Sistenmacher richten wir die Bitte, den Zuzug nach der Kistenfabrik von Göte, Köpenickerstraße, fernzuhalten, dann find wir der Ueberzeugung, daß der Herr noch gern die Vereinsbrüder suchen wird. Die Kommission der Kistenmacher Berlins. Tapezierer! Wir bitten die Kollegen um rege Beteiligung bei der Beerdigung unsres braven Verbandsmitgliedes Waldemar Knöfel, der bei dem Eisenbahnunglück bei Altenbeken den Tod fand. Siehe Inserat in der heutigen Nummer des Vorwärts". Die Verbandsleitung. J. A.: Leo Schmidt. Deutsches Reich. Der Verband deutscher Buchdrucker hat aus Anlaß der Durchführung des vom 1. Jannar 1902 gültigen Tarifes bis auf Widerruf sämtliche Grenz- 3ahlstellen für aus dem Auslande zureisende Mitglieder gesperrt. = Die Krankengeld Zuschußkaffe des Verbandes der Gemeinde Arbeiter hat sich als nicht existenzfähig erwiesen und ist vom Vorstande des Verbandes aufgehoben worden. feine Ents Anschluß an unsre neuliche Notiz mit, daß er die Annahme der ArGenosse Bernhard Müller in Markranstädt teilt uns im beiter- Sekretärftelle in Iserlohn abgelehnt habe. willig mit ihren Führern in das Lager der modernen Arbeiter- zölle". Der Referent forderte am Schlusse seiner Rede die Anbewegung abschwenken werden, ist mindestens fraglich. Vielleicht wesenden auf, auch ihrerseits immer schärfer gegen die Zollpolitik der Den beifällig muß dann die ganze bisher geleistete Arbeit der Agitation und Or- Herren Agrarier und der Regierung zu protestieren. ganiation noch einmal geleistet werden und es zeigt sich, daß die aufgenommenen Ausführungen folgte eine in demselben Sinne gehaltene ihnen bekämpften„ Christlichen" geleistet haben. Neutralen ein gut Teil ihrer Organisationsarbeit auch für die von Diskussion, sodaß sich die Gesamtheit der Anwesenden dem Proteste gegen die heutige Zollpolitik anschloß. Zum nächsten Punkt der aller Diskussionsredner Ansichten gingen dahin, daß der GesellenTagesordnung: Die Neuwahlen des Gesellen Ausschusses und die bisherige Thätigkeit desselben" sprach Gluch. Seine sowie fast Ausschuß seine Pflichten nicht voll und ganz erfüllt habe und deshalb müsse bei den bevorstehenden Neuwahlen eine andere Zusanunens setzung des Ausschusses erfolgen, damit die Interessen der Gesellen wenigstens gewahrt bleiben. Kandidaten Vorschläge sollen dem Vorstand mitgeteilt werden. Das Andenken des verstorbenen Wirtes des Verkehrslokals E. Grüneberg, wurde in üblicher Weise geehrt. H Zum Solinger Scherenschleifer Streit wird jetzt mitgeteilt, daß der Herr Landrat Dr. Lukas den Versuch einer Bermittelung machen will. Er hat mehrere Vertreter der Arbeiter und der Arbeit geber zu sich geladen, um sich über Ursachen und Einzelheiten des Streits genauer zu informieren. Die Besprechung hat etwa 21/2 Stunden gedauert; über das Resultat derselben ist noch nichts bekannt. Ausland. Die Arbeitslosigkeit in Dänemark. Am Donnerstag begann im dänischen Folkething die Beratung über den von der socialdemofratischen Fraktion eingebrachten Gesezentwurf zur Bekämpfung des durch die Arbeitslosigkeit hervorgerufenen Notstandes. Aus diesem Wachstum und den gegenwärtigen Umfang der Arbeitslosigkeit in Anlaß veröffentlicht" Socialdemokraten" eine Uebersicht über das Von den organiserten 83 000. Arbeitern waren Dänemark. arbeitslos: im November 1899. " 1900. 1901.. • • 5 108 13 799 17.599 = 6 Prozent $ 17 " € 21 Um nicht die Meinung auffonumen zu lassen, daß die große Zahl der Arbeitslosen in ungünstigen Witterungsverhältnissen ihre Hauptursache habe, hat man folgende Gruppeneinteilung vor genommen: Nov. 1899 Nov. 1900 Nov. 1901 3260 Bauhandwerker 1097 Arbeitsmänner 2200 Industrie- Arbeiter 1811 5900 4639 4448 Arbeitslose 7983 5168 " Wie man sieht, sind die nicht von der Witterung abhängigen Arbeiter ebenso schwer getroffen, wie die erste Gruppe. Ueberträgt man den Prozentsatz der organisierten Arbeitslosen Gesamtzahl der Industrie Arbeiter die G 0 Charlottenburg. Der Wahlverein hielt am letzten Donnerstag seine regelmäßige Mitgliederversammlung ab, in welcher Dr. Conrad Schmidt einen interessanten und beifällig aufgenommenen Vortrag über„ Dekonomische Theorien" hielt. Eine Diskussion über die vor trefflichen Ausführungen wurde nicht beliebt. Bunge gab sodann den Bericht über die am 24. November abgehaltene Generalversamm lottenburg, welcher bereits in Nr. 277 veröffentlicht ist. Baake lung des Central- Wahlvereins für Teltow- Beeskow- Storkow- Charteilte mit, daß die Abonnentenzahl des„ Vorwärts" und die Zahl der Wahlvereinsmitglieder zu den bei den Stadtverordnetenwahlen abgegebenen Stimmen in einem ungünstigen Verhältnis stehen, so daß hier eine kräftige Agitation entfaltet werden muß, desgleichen daß durch die Nichtbestätigung des Mandats des Genossen Röttger im vierten Bezirk eine Neuwahl stattfinden wird. Da der Magistrat jedwede Unterstützung bei der Arbeitslosenzählung ablehnte, wird es den Genossen zur Pflicht gemacht, sich an dem noch näher zu bestimmenden Zähltage der Partei zur Verfügung zu stellen. Da weiter die Gewerbegerichtswahlen mittelbar bevorstehen, so sind auch hier die nötigen Vorkehrungen bald zu treffen. Zum Schluß ließen sich 26 Genossen als Mitglieder des Wahlvereins aufnehmen. in der Aula der 69. Gemeindeschule,& icine Frankfurterstraße 6: Freireligiöse Gemeinde. Mittwoch, 25. Dezember, vormittags 103/ Uhr, Festvortrag des Fräuleins Jda Altmann:„ Weihnachtsbetrachtungen". Donnerstag, den 26. Dezember, vormittags 103 Uhr, ebendaselbst: Fest Dänemauts vortrag des Herrn E. Bogtherr- Stettin. Vor und Nachspiel auf dem Pariser Mustel Harmonium. Gäste, Damen und Herren, 236 112 r., Eingegangene Druckschriften. 1 Bon der Neuen Zeit"( Stuttgart, Diet' Verlag) ist soeben das 12. Heft des 20. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Die Entwicklung des Kapitalismus in Bur Freihandelsrede von Mary. Grundzüge der Handelspolitik. Bon Italien. Von Alessandro Schiavi. S. Kautsky. 2. Die Vereinigung des Industriezolls mit dem Agrarzoll. ( Fortsetzung.) Antisociales aus der Gewerkschaftsbewegung. Von Julius Grünwald( Wien). Wirtschaftliche Umschau. Von Heinrich Cunow. Litterarische Rundschau: Die Medaille, Komödie in einem Akte von Budwig Thoma. Von der Wiener Wochenschrift Die Zeit"( Herausgeber: Professor. Dr. J. Singer, Dr. Mar Burckhard, Dr. Heinrich Kanner; Redaktion für bildende Kunst: Prof. Dr. Richard Wuther) ist soeben das 377. Heft erschienen. Aus dem Inhalt desselben heben wir hervor: Eine mißlungene Provotation. Von K. Der Wreschener Fall und die preußische Polen politit. Von Karl Jentsch. Das östreichische Patentwesen. Von Mann und Frau. Von Dr. Otto Helmut Dr. Adolf Gallia. Die östreichische Provinzlitteratur. Eine Entgegnung von Rud. Christoph Jenny. Nationale Kunst. Ein Briefwechsel zwischen Richard Bergh und Ellen sey. Mufit. Von Richard' Wallaschet. Die Woche: Politische Notizen; Voltswirtschaftliches; Kunst und Leben. Bücher. Revue der Revuen. Jungfer Hauge. Bon Peter Egge. Abonnements auf diese Wochenschrift, vierteljährlich 6 Kronen= 5 M. entgegen. Einzelnummer a 60 Heller nehmen die Post, alle Buchhandlungen und die Administration, Wien, IX/ 3, 50 Pf. Probenummer gratis und franco. Die politische Gewerkschafts- Zahlstelle. Die Bahlstelle Torgelow des Deutschen Metallarbeiter- Verbandes beabsichtigte, am 3. März ein Vergnügen verbunden mit Tanz und humoristischen auf Vorträgen abzuhalten. Der Amtsvorsteher verbot das Vergnügen( ca. 150 000), so fommt man zu ca. 30 000 Arbeitslosen. Hierzu mit folgender Begründung: Das Vergnügen könne mit Rücksicht auf die kommt dann noch die gegenwärtig unberechenbare Anzahl Arbeits- sehr widtommen. Verfügung des Regierungspräsidenten in Stettin vom 8. November 1900 loser in der Hausindustrie, in der Landwirtschaft und im Handel. nicht genehmigt werden, da die Zahlstelle Torgelow des MetallarbeiterJm„ Gesamtverband" der Gewerkschaften wurden an UnterVerbandes als ein politischer Verein gemäß§ 8 des Vereinsgesetzes stigungen Arbeitsloser gezahlt: 1900: anzusehen sei und Tanzlustbarkeiten solcher politischen 1901: 320 564 Str. Im Durchschnitt zahlte jeder Arbeiter für die Vereine, weil sie die Teilnahme von Frauen zur Arbeitslosen 1900: 4,76 Str., 1901: 6,11 r. Die ArbeitslofenWoraussetzung hätten, nicht geduldet werden könnten. Unterstüßung ist jedoch noch nicht in allen Gewerkschaften Dänemarks Der Former Jahrmann als Bevollmächtigter der Zahlstelle beschwerte eingeführt, so daß sich also die von dem einzelnen Mitgliede der sich beim Landrat. Diefer wies die Beschwerde zurück, indem er Gewerkschaften, die diese Unterstützungsform eingeführt haben, hier fagte, es hätten sich Thatsachen ergeben, wonach anzunehmen für geleisteten Beiträge bedeutend höher stellen. sei, daß der Verein bezwvede, in Versammlungen politische Die Metallarbeiter der Werft von Livorno stehen bereits Gegenstände qu erörtern. Hierfür bezog fich der Herr über einen Monat im Streit. Die Ursache desselben war die unLandrat einzig und allein auf eine allerdings von Fahrmann, der gerechtfertigte Entlassung einiger Arbeiter, die für ihre Organisation auch in der Torgelower socialdemokratischen Bewegung steht, ein eintraten. Die Direktion will nicht nachgeben und versucht, die berufene Volfsversammlung für Männer und Arbeiten in andren Werkstätten Herstellen zu lassen und Ersatzkräfte Frauen, wo Genosse Rohrlack über den wirtschaftlichen Rückgang aus andren Städten Italiens heranzuziehen. Alle diese Versuche sind und damit in Zusammenhang über die Zoll- und andre politische bisher vergeblich geblieben. Tagesfragen gesprochen hatte. Diese Versammlung sei, meinte der LandDie Krankenwärter von Florenz haben den Krankenhausrat, als Veranstaltung des Metallarbeiter- Verbandes anzusehen. Das ergebe sich daraus, daß in der Versammlung zum Anschluß an den Direktionen bestimmte Forderungen unterbreitet und stehen im Be- opfen. Verband aufgefordert worden. sei. Jahrmann beschwerte sich griff, eine gewerkschaftliche Organisation zu gründen. weiter beim Regierungspräsidenten und betonte, daß jene Volts versammlung mit der Verbands- Zahlstelle absolut nichts zu thun habe. Es sei eben eine allgemeine Volksversammlung gewesen. Die Aufforderung zum Anschluß an den Metallarbeiter- Berband ändere daran nichts. Der Regierungspräsident wies die Beschwerde eben- ersten Weihnachtsfeiertage, sind bekanntlich Tanzmusiken, An den ersten Feiertagen der großen Feste, also auch am falls ab, worauf J. beim Ober- Verwaltungsgericht flagte. Dem Bälle und ähnliche Lustbarkeiten nach den Verfrommungsersten Senat lagen die Polizei- Aften vor, darunter zwei Bände Berordnungen verboten. Die vielen Vereine, die an solchen Fest,, betreffend socialistische Angelegenheiten" in Torgelow und Berichte des Amtsvorstehers an seine Vorgesezten. Beim Verlesen eines daß sie mit dem Tanz erst nach 12 1hr nachte, d. h. am zweiten tagen Vergnügungen veranstalten, fuchen sich nun dadurch zu helfen, dieser Berichte konnte der Gerichtsreferent ein Lächeln Feiertage beginnen lassen. So hatte es auch ein Klub Harmonija nicht unterdrücken, sagte doch der Ortspolizeigewaltige darin, beim legten Osterfest gemacht. Der Vorsitzende wurde wegen leberdaß die Zahlstelle ein politischer Verein sei, weil der Borsigende die Einreichung der Statuten und des tretung der Verfrommuungs- Verordnung angeklagt, vom StammerDer StrafMitgliederverzeichnisses verweigert habe, und gericht in letter Instanz aber freigesprochen. weil gewöhnlich die Frauen an den Versammlungen dem ersten Feiertage zuzurechnen feien und durch das Verbot bezügjenat ging davon aus, daß die Stunden nach 12 Uhr nachts nicht mehr teilnahmen. Aus dem polizeilichen Material wurde mancherlei über die großen Streits vorgetragen, die vor mehreren Jahren in Torgelow statt- Bestimmung, wonach an den zweiten Feiertagen Tanzmusit nicht nicht betroffen würden. Aber auch die lich dieses Tages gefunden haben, sowie über die damit zusammenhängenden Vorgänge vor 3 Uhr nachmittags beginnen darf, wäre nicht anwendbar. Die ( Landesfriedensbruch- Prozeß 2c.) Auch einen Bericht über die erwähnte Volksversammlung teilte der Referent ausführlich Berordnung finde nur ihre rechtliche Stütze in der Kabinettsorder von 1837 über die äußere Heilighaltung der Sonn- und Feiermit. Anscheinend legte er großes Gewicht darauf. Rechtsanwalt Dr. H. Heinemann machte für den Kläger geltend, tage. Danach könne nur verboten und beschränkt werden, was nach daß das polizeiliche Material absolut nichts beweise für außen unmittelbar in die Erscheinung trete und geeignet sei, die allgemeine Sonntagsfeier zu beeinträchtigen. Diese alleinen Zusammenhang zwischen der viclgenannten Volksversammlung und der Zahlstelle des Metallarbeiter- Verbandes. Auch wäre nicht gemeine Sonntagsfeier beginne aber kaum vor Sonnenaufgang. vermacht ist, z. B. ein Tisch oder 1000 W., heißt Vermächtnisuehmer oder erwiesen, daß die Zahlstelle bei jenen großen Streits beteiligt ge- Auf die Nachtstunden vorher könne sich das Verbot deshalb nicht wesen. Wenn dies aber der Fall wäre, könnte daraus auch noch nicht der politische Charakter der Bahlstelle gefolgert werden. Das Ober- Verwaltungsgericht wies indeffen Fahrmanns Klage mit folgender Begründung ab: Die Entscheidung sei abhängig davon, ob die Zahlstelle bezivece, in Versammlungen politische Angelegen heiten zu erörtern. Dies stehe aber nach dem Ergebnis der Beweiserhebung zweifellos fest. erstreden. waren. Gerichts- Beitung. Die Weihnachts- Nummer des Süddeutschen Postillons Nr. 26 abend unter dem Socialistengeset". Im Leitgedicht fingt der Dichter ein bringt eine Erzählung von Robert Schweichel:" Am Weihnachtse crustes Lied" Deutsches Weihnachten". Auch von den mehr als 20 weiteren Beiträgen ist ein Teil auf Weihnacht" gestimmt, während der andre die Tagesfragen beleuchtet. Ron den Matern kritisiert A. Fiebiger im Titelbild Compagnie- Weihnacht". Von M. Vanfelow stammt eine Brincip" Trug. Engert ist diesmal mit einem Stilisierten vertreten. Vertreibung der Frauen aus dem Reichstage, den Bülow grüßt das„ böse Satire auf unsre elegante Welt:„ Neujahrsnacht". R. Edler bringt eine die einem thatsächlichen Vorkommnis die Entstehung verdankt. Auf der Schlußseite bietet ein Ungenannter die Satire: Simulant Nr. 34", Briefkasten der Redaktion. R. Klinger. Jemand, dem das ganze Vermögen aber ein Bruchteil desselben vermacht ist, ist Erbe. Der aber, dem ein bestimmter Gegenstand Legator, das Bermachte Legat. Der Hauptunterschied zwischen beiden besteht darin, daß der Vermächtnisnehmer im Gegensatz zu dem Erben mit Einen seltsamen Rat gab der öffentliche Ankläger zwei Arbeitern, den Schulden des Nachlasses nichts zu thun hat. Erbschaftssteuer haben beide zu zahlen. Patent. die gestern vor der zweiten Straffammer am Landgericht II standen, dem wohl Unfundigen erteilten Auftrag sowie die Papiere ſchleunigst zurüd Es kann Ihnen nur geraten werden, den weil sie sich in der Wahl der Mittel, beffere Arbeitsbedingungen zu zuziehen und Ihre Sache einem wirklichen Patentanwalt zu übertragen. erreichen, vergriffen hatten. Die Arbeiter Janaz B a stubbe und 3. D. Ja. Nowawes. Ein Anspruch auf Schadensersatz August Gast arbeiteten im Sommer an einem Kanalbau auf den erwächst Ihnen nuv dann, wenn dort durch eine Polizeidie städtischen Rieselfeldern zwischen Blankenburg und Malchow. Ins verordnung Anbringung eines Geländers vorgeschrieben ist. Fischer. 1. Die französische Kriegserklärung erfolgte am 19. Juli 1870. Die Errichtung eines Gewerkschafts- Kartells für Stade gesamt waren es fünf Schächte, welche die anal beschäftigt Der Kriegsrüstung des norddeutschen Bundes, schloßen sich die Südstaaten, beschloß am Sonntag eine dort abgehaltene öffentliche Gewerschafts- Schachtes, darunter die beiden Angeklagten, eine geringe Erhöhung abgeschlossenen Schutz- und Truzbündnisse an. 2. Württemberg ging ebenso Am 23. August beantragten Arbeiter einen zu denen Württemberg gehört, unmittelbar auf Grund der 1866 mit Breußen Versammlung. Das Kartell soll im Januar nächsten Jahres in ihres Lohnes. Da ihnen diese nicht gewährt wurde, die andern wie Bayern, Baden, Hessen, Nassau mit Napoleon. 1805 wurde es als Funktion treten. Schächte sich auch nicht der Forderung anschlossen, so stellte der eine Königreich anerkannt. Geschichtlich richtig könnten Sie es freilich danach Aus dem ,, neutralen" Arbeitersekretariat in Iserlohn Schacht die Arbeit ein. Die beiden Angeklagten bemühten sich nun, als Königreich von Napoleons Gnaden bezeichnen. Im übrigen läßt sich erhalten wir zu unsrer Notiz in Nr. 298, die neutralen Gewerkschaften auch die Arbeiter der andren Schächte zur Arbeitseinstellung zu be- 2. so gut und so schlecht wie jedes andre Land als Königreich von Gottes des Kreises Altena- Iserlohn betreffend, eine Zuschrift, der wir wegen, und als sie überall abgewiesen wurden, da drohten sie, daß Gnaden" bezeichnen. Der völlig inhaltlose Titel V. G. G. wird auf eine folgendes entnehmen: fie die andren tüchtig verhauen würden. Auch warfen sie mit Erd- Ausführung zurückgeführt, die sich in der im Reichstag zu Paris von 829 unter Ludwig dem Frommen diskutierten Verfassung vorfand. Die be 1. Die Industrie- Arbeiter- Vereine sind nicht mehr und nicht klößen nach den Arbeitern. Sie wurden deshalb wegen Bedrohung treffende Stelle lautet: König( lat. rex ,, der Richtige") heißt er deshalb, weniger neutral als einige Centralverbände. angeklagt. Der Staatsanwalt bezeichnete die That der Angeklagten weil er richtig handeln soll. Denn wenn der König fromm, barmherzig 2. Die zu einem Streisverband zusammengefaßten Vereine als eine gemeingefährliche. Wenn diese jegt in das Ge- und gerecht ist, so heißt er wahrhaft König. Wenn er dies nicht thut, find wohl formell in sich abgeschlossen, in ihren Aufgaben hin- fängnis wandern müßten, da könnten sie sich bei fo ift er fein Stönig, sondern ein Tyrann. Kein König foll aber meinen, er gegen stehen sie in voller Stonformität mit denjenigen der Central- den Arbeiterführern bedanken. Der Gerichtshof ver- fet König, weir's feine Vorfahren auch waren, sondern in Wahrheit und urteilte den Angeklagten Bastubbe zu einem Monat Gefängnis. darauf deffen eingedent bleiben, daß er durch göttliche Fügung König ge= 3. Daß wir in Schwerte einen Verein gegründet, hat darin Die Sache wider Gast wurde vertagt, weil bezüglich seiner noch ge- worden ist." Ueber die Abschaffung des Titels V. G. G. sind lange und breite Debatten bei Festsetzung der Verfassungen gepflogen. 3. Die Scheibe seinen Grund, weil man seitens des Metallarbeiter- Verbandes nauere Feststellungen gemacht werden sollen. Wenn ein Staatsanwalt einen Zeitungs- Redacteur wegen Be- find gültig, weil sie dieselben nicht durchstrichen, sondern unterschrieben haben Sie zu ersetzen. 4. Die bezüglichen Bestimmungen Ihres Vertrages wenn wir nicht irren schon dreimal, doch immer vergeblich versucht hat, eine Sektion zu gründen. Uns glückte gleich der erste leidigung nach§ 186 Straf- Gesetzbuch vor Gericht citiert, dann ver- haben. 5. Die Höhe des Mietsstempels beträgt bei Jahresmieten von Versuch, womit zugleich ein Damm gegen die„ Christlichen" ge- langt er, daß der Preßsünder bis aufs Tipfelchen über dem I die 300 bis 500 Mart 50 Pfennig, von 500 bis 1000 Mart einschließlich eine, Richtigkeit der unter Anklage gestellten Nachricht beweise. Nach von 1000 bis 1500 Mart 1,50 Mart. 9. 70. Sie sind in Ihrem Recht. zogen worden ist. verbände. Sirup Pagliano 107/ 11* von Prof. Ernesto Pagliano NEAPEL, 4 Calata S. Marco Ein vollständiges Schachspiel für 20 Pfg. mit Anleitung zum Erlernen. Das interessanteste aller Spiele. Zusammenklappbar in der Tasche zu tragen. Wiederverkäufern Rabatt! Bu beziehen durch die Buchhandlung Vorwärts, Beuthstraße 2. Anzüge nach Maß für Herren Knaben II. Grökte Auswahl in in- und ausLändischen Stoffen für Paletots, Anzüge, Beinfleider 2c. werben unter Garantie des guten Sites zu überans billigen Preisen schnellstens angefertigt im Tuchgeschäft bet A.Karle, Waldemarstr. 66. Honig! 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