Nr. 304. Abonnements- Bedingungen: Abonnements-Preis pränumerando: Bierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mr., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags= Nummer mit tlluftrterter SonntagsBeilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Post: Abonnement: 1,10 Mart pro Monat, Eingetragen in der Post- Zeitungss Preisliste für 1901 unter Br. 7671. Unter Kreuzband für Deutschland und Desterreich- Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erscheint täglich außer Montags. Vorwärts Berliner Volksblatt. 18. Jahrg. Die Insertions- Gebuye beträgt für die fechsgespaltene Kolonet zeile oder beren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg. Kleine Anzeigen" jedes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Bently- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Die Gewerbegerichts- Novelle. Dienstag, den 31. Dezember 1901. Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. die, wonach die Einführung des Proportionalwahl Systems Bestimmung wegen versuchten die Scharfmacher des ( Verhältniswahl) für zulässig erklärt wird. Eine Erweiterung Centralverbandes der Industriellen den Bundesrat zu verdes Wahlrechts bringt das neue Gesetz insofern, als der anlassen, der Abänderung des Gesezes seine Zustimmung zu Die Gewerbegerichts- Novelle, wie sie im Frühjahr 1901 socialdemokratische Antrag zur Annahme gelangte, welcher versagen. Doch diesmal war ihr wüten umsonst, die Novelle bom Reichstage beschlossen worden ist, tritt am 1. Januar 1902 forderte, daß im§ 13 die Bestimmung gestrichen wurde, hat die Zustimmung des Bundesrats erhalten. in Kraft. Da wir uns bereits in zwei Leitartikeln am welche festsetzte, daß der Wähler seit mindestens Die Zusammensetzung des Einigungsamtes des Gewerbe31. Mai und 1. Juni 1901 ausführlich mit dem abgeänderten einem Jahre in dem Bezirke des Gewerbegerichts Wohnung gerichtes wird nach dem neuen Gesetz auf wesentlich andrer Geseze beschäftigt haben, wollen wir heute nur noch einmal kurz oder Beschäftigung haben muß. Grundlagen beruhen. Bisher war das Einigungsamt neben auf die wesentlichsten Abänderungen desselben hinweisen. Das Gewerbegerichts- Gesez enthielt bisher keine Be- dem Vorfigenden mit vier Beisitzern, Arbeitgeber und Arbeiter Während der bisherige§ 1 des Gesetzes nur bestimmte, ſtimmung darüber, wer im Sinne dieses Gefeßes als Arbeit- in gleicher Zahl, besetzt. Die Zuziehung der Beisitzer erfolgte, daß für die Entscheidung gewerblicher Streitigkeiten Gewerbe- geber zu betrachten sei. Während einige Gemeinden jeden als sofern durch das Statut nichts andres bestimmt war, durch gerichte errichtet werden können, ist der Reichstag der Forde- Arbeitgeber erachteten, der sein Gewerbe wenn auch ohne den Vorsitzenden. Es konnte sich ferner durch Zuziehung rung der socialdemokratischen Fraktion, welche die obliga- Gesellen, Lehrlinge oder sonstige Hilfsarbeiter selbständig be- von Vertrauensmännern der Arbeitgeber und Artorische Errichtung von Gewerbegerichten für alle trieb, wurde in andren Gemeinden die Beschäftigung von beiter in gleicher Zahl ergänzen. Dies mußte geGemeinden verlangte, wenigstens insofern entgegengekommen, Hilfskräften als Vorbedingung erachtet, um als Arbeitgeber schehen, wenn es von den Vertretern beider Teile unter Bedaß das Obligatorium für alle die Gemeinden beschlossen zu gelten. Um hier einheitliches Recht zu schaffen, hatten zeichnung der zuzuziehenden Vertrauensmänner beantragt wurde. wurde, welche nach der jeweilig letzten Volkszählung mehr als unsere Parteigenossen im Reichstage beantragt, daß als Jetzt sollen die vom Vorsitzenden zu berufenden Beisitzer zwanzigtausend Einwohner haben. Das Ergebnis dieses Be- Arbeitgeber im Sinne dieses Gesezes jeder des Einigungsamts fortfallen. Das Einigungsamt besteht in schlusses wird die Errichtung von etwa 50 neuen Gewerbe- selbständige Gewerbetreibende gelten solle, Zukunft neben dem Vorsitzenden nur noch aus den Vergerichten im Deutschen Reiche sein. auch wenn er teine Arbeiter beschäftigt. trauensmännern der Arbeitgeber und der Arbeiter in gleicher Dieser Antrag fand nicht die Zustimmung der Majorität. Bahl. Die Vertrauensmänner sind von den Beteiligten zu Es wurde vielmehr beschlossen, daß als Arbeitgeber die bezeichnen. Erfolgt die Bezeichnung nicht, so so werden jenigen selbständigen Gewerbetreibenden zu betrachten seien, die Vertrauensmänner durch den Vorsitzenden erwelche mindestens einen Arbeiter regelmäßig das Jahr hin- nannt. Einigen sich die Beteiligten über die Zahl durch oder zu gewissen Zeiten des Jahres beschäftigen. der zuzuziehenden Vertrauensmänner nicht, so ist die 11 Politische Neberlink. Berlin, den 30. Dezember. Zoll- Heimlichkeiten. zu erklären, daß das Centrum sich für den Fall des Scheiterns des In der Sonntagsnummer der Allg. 3tg." werden diese An= Die bisher ziemlich eng begrenzte sachliche Zuständigkeit der Gewerbegerichte, wie sie der§ 3 bestimmte, hat eine wesentliche Erweiterung erfahren. Nach der Ziffer 1 dieses Paragraphen waren die Gewerbegerichte bisher u. a. zu ständig für Streitigkeiten über die Aushändigung oder den Inhalt des Arbeitsbuches oder Zeugnisses. Künftig werden Große Mißstände hat die Bestimmung des bisherigen Zahl derselben von dem Vorsitzenden auf mindestens zwei für Streitigkeiten dieser Art auch bezüglich des Lohn buches,§ 13 Absatz 3 des Gesetzes hervorgerufen, nach welcher Mit- jeden Teil zu bestimmen. Die Vertrauensmänner dürfen Arbeitszettels und Lohnzahlungs- Buches glieder einer Innung, für welche ein Jnnungs- Schiedsgericht nicht zu den Beteiligten gehören. Der Vorsigende ist befugt, ebenfalls zur Kompetenz der Gewerbegerichte gehören. in Gemäßheit des§ 81 b Nr. 4 und der§§ 91-91b der eine oder zwei unbeteiligte Personen als Beisitzer mit beNoch wichtiger ist jedoch die neue Bestimmung, daß die Gewerbe- Ordnung errichtet ist, sowie deren Arbeiter weder ratender Stimme zuzuziehen; vor der Zuziehung sind die Zuständigkeit der Gewerbegerichte fünftig ausgedehnt werden wählbar noch wahlberechtigt sein sollen. Bei ſtrenger Be- beiden Teile zu hören. foll auf Streitigkeiten über die Rückgabe von Zeugnissen, folgung dieser Vorschrift waren die Gewerbegerichte jedesmal Zum Schluß wollen wir noch darauf hinweisen, daß den Büchern, Legitimationspapieren, Urkunden, Gerätschaften, gezwungen, sobald eine Innung die Errichtung eines Innungs- Gewerbegerichten durch das neue Gesez insofern ein größeres Kleidungsstücken, Kautionen und dergleichen, welche aus Anlaß Schiedsgerichts beschlossen hatte, einen Teil ihrer Beisiger des Recht eingeräumt worden ist, indem sie nicht nur wie bisher des Arbeitsverhältnisses übergeben worden sind, ferner auf Amtes zu entheben, da der§ 19 des Gesetzes festsetzte, daß berechtigt sein sollen, in gewerblichen Fragen Anträge an Streitigkeiten über Ansprüche auf Schadensersatz oder auf ein Mitglied des Gewerbegerichts, hinsichtlich dessen Umstände Behörden, an Vertretungen von Kommunalverbänden, sondern Zahlung einer Vertragsstrafe wegen Nichterfüllung oder nicht eintreten oder bekannt werden, welche die Wählbarkeit zu dem fünftig auch an die gefeßgebenden Körper gehöriger Erfüllung der Verpflichtungen, welche die unter von ihm bekleideten Amte nach Maßgabe dieses Gesetzes aus- schaften der Bundesstaaten und des Reiches Nr. 1-3 des§ 3 bezeichneten Gegenstände betreffen, sowie schließen, des Amtes zu entheben sei. zu richten. wegen gefeßwidriger oder unrichtiger Eintragungen in Arbeits- Also nicht der Wille der Man datgeber der Gewerbebücher, Zeugnisse, Lohnbücher, Arbeitszettel, Lohuzahlungs- gerichts- Beisiger war entscheidend, sondern der einfache Bebücher, Strankenkassenbücher oder Quittungskarten der Invaliden- schluß einer Innung genügte, um die Gewerbegerichts- Beifizer versicherung. ihres Amtes für verlustig zu erklären. Diese oft chifanösen Endlich werden die Gewerbegerichte nicht nur wie bisher Anitsentsegungen sind in Zukunft unmöglich, weil durch einen über Streitigkeiten über die Berechnung und Anrechnung der focialdemokratischen Antrag veranlaßt wurde, daß dem Geseze Wir citierten fürzlich einen seltsamen Artikel des leitenden von den Arbeitern zu leistenden Krankenversicherungs- eine neue Bestimmung hinzugefügt worden ist, welche besagt, Centrumsblattes, der darin gipfelte, daß manchem Abgeordneten schon Beiträge zu entscheiden haben, sondern auch über solche daß aus den Arbeitgebern entnommene Beisiger, die erst nach Centrumsblattes, der darin gipfelte, daß manchem Abgeordneten schon jetzt die Neigung zur Mitarbeit an der Fertigstellung des Zollgesetzes Streitigkeiten, welche wegen der Krankenkassen- Eintritts- ihrer Wahl Mitglied einer im alten§ 13 Abs. 3 bezeichneten vergehen könne, da nicht einmal klarheit bestehe, ob und inwieweit jetzt die Neigung zur Mitarbeit an der Fertigstellung des Zollgefeges gelder, deren Berechnung und Anrechnung entstehen. Innung werden, sowie aus den Arbeitern entnommene BeiOft und mit Recht ist darüber geklagt worden, daß ge- sizer, die erst nach ihrer Wahl bei einem Mitgliede einer die Regierung selbst an ihrem Entwurf noch festhalte. Diese überwissenlose Unternehmer durch Bestimmungen in Fabrik solchen Innung in Arbeit treten, bis zur nächsten Wahl im raschenden Bemerkungen der„ Germania" fanden eine Erweiterung feitens des Berliner Korrespondenten der oft offiziös erleuchteten Münchener ordnungen oder durch den Arbeitern zwangsweise zur Unter- Amte bleiben sollen. schrift vorgelegte Reverse, es verstanden haben, die Zuständigkeit Ueber die örtliche Zuständigkeit der Gewerbegerichte ist Allg. 31g."; der Korrespondent suchte den Germania"-Artikel dahin der Gewerbegerichte für die in ihren Betrieben vorkommenden oft Streit entstanden, weil bisher nur dasjenige Gericht zu Bolltarifs schon jetzt gegen den Vorwurf der eigenen Berfahren gewerblichen Streitigkeiten aufzuheben. Um diesem arbeiter ständig war, in dessen Bezirk die streitige Verpflichtung zu feindlichen Gebaren ein für allemal entgegen zu treten, erfüllen ist. Es tamen Fälle vor, in denen infolge dieser Be- heit und hilflosigkeit durch die Beschuldigung der Rehatte die socialdemokratische Fraktion beantragt, dem§ 5 die Stimmung mehrere Gerichte sich als nicht zuständig erklärten gierung Rückendeckung sichern wolle. Bestimmung hinzuzufügen, daß Vereinbarungen, durch welche und eine Klage beim Gewerbegericht deshalb überhaupt nicht der Zuständigkeit des Gewerbegerichts unterliegende Streitig angebracht werden konnte. Recht unliebsame Erfahrungen in keiten der Entscheidung dieses Gerichts entzogen werden, dieser Hinsicht hat u. a. ein in einem Speisewagen der Eisenfür nichtig erklärt werden sollen. Diesen Antrag erachtete der bahn beschäftigter Kellner gemacht, weil nicht festgestellt Reichstag als zu weitgehend. Er lehnte ihn ab und werden konnte, in welchem Gewerbegerichts- Bezirk dessen dem§ 5 folgenden Zusatz: ,, Schiedsverträge, streitige Verpflichtung zu erfüllen war. Um derartige durch welche die Zuständigkeit der Gewerbegerichte Kompetenzstreitigkeiten aus der Welt zu schaffen, soll nach für fünftige Streitigkeiten ausgeschlossen wird, sind dem abgeänderten Gesetz außer dem genannten auch noch das nur dann rechtswirksam, wenn nach dem Schiedsvertrage Gewerbegericht zuständig sein, in dessen Bezirk sich die bei der Entscheidung von Streitigkeiten Arbeitgeber und gewerbliche Niederlassung des Arbeitgebers befindet oder Unter mehreren zuArbeiter in gleicher Zahl unter einem Vorsigenden mit beide Parteien ihren Wohnsitz haben. zuwirken haben, welcher weder Arbeitgeber noch Arbeiter ist." ständigen Gewerbegerichten hat der Kläger die Wahl. Der alte§ 10 des Gesetzes bestimmte, daß die Mitglieder In den Urteilen der Gewerbegerichte soll fünftig nicht ( Beisitzer sowohl wie Vorsigender) des Gewerbegerichts in wie bisher nur der Betrag der Kosten neben dem Spruch des dem Bezirke des letzteren seit mindestens zwei Jahren wohnen Gerichts enthalten sein, sondern auch der Betrag der der oder beschäftigt sein müssen. Diese Bestimmung ist jetzt hin- obsiegenden Partei etwa zu gewährenden Entschädigung sichtlich des Vorsigenden aufgehoben und gilt in Zukunft nur für Zeitversäumnis soll, so weit sie sofort zu ernoch für die Beifiker. Der Reichstag glaubte, den in mitteln, im Urteil festgestellt werden. manchen Gemeinden herrschenden Mangel an geeigneten Vor- Nach dem bisherigen§ 61 konnte das Gewerbegericht in sigenden dadurch etwas weniger fühlbar zu machen. Fällen von Streitigkeiten, welche zwischen Arbeitgebern und Der§ 13 des bisherigen Gesetzes fette fest. daß die Arbeitern über die Bedingungen der Fortsetzung oder näheren Bestimmungen über die Wahl der Beisitzer und das Wiederaufnahme des Arbeitsverhältnisses entstanden, a Is Verfahren bei der Wahl durch Ortsstatut getroffen werden. Einigungsamt nur dann angerufen werden, wenn die Daher fam es, daß in vielen Gemeinden die Wahlen voll. Anrufung von beiden, am Streit beteiligten Teilen erfolgte. zogen wurden, ohne daß vorher eine Wählerliste angefertigt Nach dem neuen Gesez ist die Kompetenz des Gewerbegerichts und zur Einsicht ausgelegt worden wäre, während in andren als Einigungsamt weit ausgedehnt werden. Erfolgt fünftig Gemeinden zwar nach Wählerlisten gewählt wurde, daß aber die Anrufung nur von einer Seite, so soll der Vorsitzende dem in diese Listen nur diejenigen eingetragen wurden, welche schrift andern Teile oder dessen Stellvertretern oder Beauftragten lich ihre Eintragung beantragt hatten. Dies hatte für viele Wähler Kenntnis geben und zugleich nach Möglichkeit dahin wirken, den Nachteil, daß sie am Wahltage zur Stimmenabgabe nicht zu- daß auch dieser Teil sich zur Anrufung des Einigungsamtes gelassen wurden, weil sie es unterlassen hatten, den Eintragungs- bereit findet. antrag zu stellen. Nach dem neuen Gesez besteht zwar auch Ferner ist der Vorsitzende jetzt befugt, zur Einleitung der in Zukunft fein Zwang für die Gemeinden, nach Wählerlisten Verhandlung vor dem Einigungsamt, und in deren Verlauf wählen zu lassen, dafür aber enthält es die Bestimmung, daß an den Streitigkeiten beteiligte Personen vorzuladen und zu überall da, wo durch Ortsstatut die Aufstellung solcher Listen vernehmen. Er kann hierbei, wenn das Einigungsamt angeordnet wird, diese Listen von den Gemeindebehörden, ordnungsmäßig angerufen worden ist, für den Fall des Nichtohne daß es erst eines Antrags der Wahlberechtigten bedarf, erscheinens eine Geldstrafe bis zu einhundert eventuell mit Hilfe der Polizeibehörden und Krankenkassen Markt androhen. gab aufgestellt werden müssen. Neu ist ferner unter den Diese Strafbestimmung hat bekanntlich den hellen Zorn Wahl der Beisitzer betreffenden Bestimmungen des profitwütigen Unternehmertums entflammt. Dieser die deutungen gegen das Centrum in verschärfter Form wiederholt, ohne daß doch Klarheit geschaffen würde über die Vorgänge in der Centrumspartei, die den Andeutungen zu Grunde liegen sollen. Der Centrumspartei, die den Andeutungen zu Grunde liegen sollen. Der Berliner Korrespondent führt aus: Berliner Korrespondent führt aus: „ Man müßte ein gewissenloser Optimist sein, wollte man behaupten, daß die Lage der inneren Reichspolitik einen freundlichen Anblick gewähre. Die Männer von fräftig nationaler Gesinnung haben schon bei der famosen Debatte über die Polen- Interpellation den ganzen Jammier des Schicksals, welches das Centrum zur führenden Partei im deutschen Reichstage machte, gu Toften bekommen. Als geringer Trost konnte ihnen wenigstens die Hoffnung bleiben, daß das Centrum die große Aufgabe der golltarifs reform zu einem guten Ende führen werde. Aber inzwischen haben sich die Anzeichen in geradezu erdrückendem Maße gehäuft, daß das Centrum fich um diese Aufgabe herumdrücken möchte. Wer die Centrumsredner in der endlosen Generaldebatte des Reichstags gehört hat, dem hätte Centrums über die jeder Zweifel an der Einigkeit des Bolltariffrage für ausgeschlossen gelten können. Inzwischen ist es Thatsache, daß das Centrum nichts weniger als einig ist, und damit erscheint das Zustande tommen des Bolltarifgefeßes in Frage gestellt. Wir haben keine Neigung, Schwarzmalerei zu treiben; aber andrerseits wäre es Leichtsinn, sich über die Tragweite dieser Situation nicht klar zu werden." Der Korrespondent legt weiter dar, daß die agrarischen Kreise das Scheitern des Tarifs nicht ruhig ertragen würden, und daß Graf Bülow sicherlich den Reichstag auflösen und den Zolltarif zur Losung des Wahlkampfes machen werde. Der nationalliberale Storrespondent beschließt seine Betrachtung mit erneutem appell an das Centrum: Der Wahlkampf, wie er alsdann entbrennen würde, würde voraussichtlich den extremen Richtungen über die mittleren die Oberhand verschaffen. Aber weder ein Sieg der freihändlerischen, noch ein Sieg der intransigent agrarischen Richtung würde zu befriedigenden Zuständen führen. Und das Ende? Das Deutsche Reich darf und wird nicht über dem Streite der politischen Parteien zu Grunde gehen. Aber ob nicht die parlamentarischen Institutionen im Fall dauernder Leistungsunfähigkeit Schaden nehmen könnten, ist eine andre Frage. Wenn man sich das im Centrum genau überlegt, kommt man vielleicht noch rechtzeitig auf den richtigen Weg." " Die Not. Die Germania" findet in ihrer Ausgabe vom Montagabend derselben in der letzten Zeit wohl ausgeschlossen, daß ein deutscher noch kein Wort der Erwiderung auf diese nationalliberalen Zumutungen. Operettenfrieg gegen Venezuela zu einem Krieg der Union mit Aus Baden wird uns geschrieben: Die verschiedenen ThatDies könnte auffällig erscheinen, wenn man die journalistische Deutschland führen könnte. Immerhin wäre es möglich, daß die sachen, die im Laufe der letzten Tage hinsichtlich der Arbeitslosigkeit Schneckenbewegung des Centrumsblattes nicht bei allerlei Gelegenheiten, Union sich auf diplomatischem Wege Venezuelas annähme, bevor es durch Veröffentlichungen städtischer Behörden bekannt geworden sind, stimmen sehr schlecht zu dem von der Regierung und den bürgerbei Anlässen ohne Bedeutung ebenso wie bei wichtigen Vorkomm zum Aeußersten käme. Hoffentlich treten alle derartigen Eventualitäten überhaupt nicht lichen Parteien anläßlich der socialistischen Interpellation im Landtag niffen, genügend kennen gelernt hätte. Vorläufig können die ein, hoffentlich bewahrt die deutsche Regierung faltes Blut, hoffent unternommenen Versuch, jeden wirklichen Notstand in Abrede zu dunklen Andeutungen der Münchener Allgemeinen Beitung" wenig lidh besinnt sie sich zweimal, bevor sie in übereifriger Vertretung der stellen. In seinem eben veröffentlichten Bericht über eine Unterbetweisen, denn die Centrumspresse bekundet bis auf den heutigen Tag Interessen der Herren Krupp und Konforten einer Flotten- fuchung der Geschäftslage in Karlsruhe sagt das dortige in der Beurteilung des Zolltarif- Entwurfs teinerlei Abweichen von der spazierfahrt nach Venezuela antreten läßt. Das gescheiteste statistische Amt: bisher dauernd festgehaltenen Meinung. Noch am Sonnabend brachte ist. Venezuela erst einmal feine innere Krisis überstehen die Kölnische Volkszeitung" einen Artikel, der das Beharren des zu lassen, die Herren von der Diskontobank werden alsdann schon Centrums auf die Erklärungen der Centrumsredner bei der ersten zu ihrem Spekulationsgewinn kommen. Jedenfalls viel eher, als Lesung des Tarifs feststellte. In der Oeffentlichkeit ist jedenfalls Venezuela würde Deutschland wohl Millionen toften, aber schwerlich wenn man mit der gepanzerten Faust auftrumpft. Ein Krieg gegen nichts von den„ Anzeichen“ und„ Thatsachen" bekannt, auf welche die etwas einbringen. Denn nach der Art der chinesischen Kriegs ,, Allgemeine Zeitung" sich beruft, ohne sie näher zu bezeichnen. führung würde die Union Deutschland schließlich doch nicht in Venezuela vorgehen lassen, das vertrüge sich nicht mit ihrer MonroeDoktrin. Also ruhiges Blut, und eine falte Douche für die lindischen für die linbif Lärmer vom Schlage des Mosse- Blattes. Wir erachten das schärfste Mißtrauen gegen all diese Boll- Heimlichkeiten für geboten. Es wäre höchst bedenklich, wenn die große lebensvolle Voltsbewegung gegen den Brotwucher sich durch die Erweckung von unklaren Hoffnungen auf das Scheitern des Tarifentwurfes durch die Unreinigkeit über die Zollerhöhungs- Parteien ein schläfern ließe. Dies darf nimmermehr geschehe it, was auch immer an Verwirrungsversuchen in den bürgerlichen Zeitungen aufgeboten werden mag.. * Deutsches Reich. Deutsches Reich. Futterneid. " Der Stillstand und Rückgang im Geschäftsleben der Großindustrie kam auch hier in Arbeiter Entlassungen und in Kürzungen der Arbeitszeit und des ArbeitsTohnes zum Ausdruck. Die von ihm unmittelbar betroffenen hiesigen Großbetriebe haben ihre Arbeiter und ihr sonstiges Betriebspersonal, wenn man seinen derzeitigen Bestand in Vergleich setzt zum Novemberſtand des vorigen Jahres, um etwa den vierten Teil, und wenn man ihn am Novemberſtand des Jahres 1899 mißt, in dem die wirtschaftliche Hochkonjunktur ihren Höhepunkt erreichte, um etwa den dritten Teil verkleinert." dnia befchäftigten Arbeiter brotlos auf die Straße gefeyt wird, läßt fich Was es für eine Stadt wie Karlsruhe mit verhältnismäßig starter Großindustrie bedeutet, wenn ein volles Drittel der in dieser Teicht ermessen, und es braucht daher nicht Wunder zu nehmen, wenn man gleichzeitig erfährt, daß der Aufwand der Stadt für die Armenpflege gleichzeitig gewaltig gesteigert werden mußte. Genau dasselbe traurige Bild zeigen auch die Mitteilungen des Statistischen Amtes der Stadt Mannheim. Dasselbe tonstatiert, daß in einer ganzen Reihe von Berufen, vornehmlich bei den Eiſenund Metalldrehern, den Schmieden, Bauschlossern, Bauschreinern, Maurern, Malern und Anstreichern, also überhaupt bei den BauHandwerkern, dann auch bei den Fabritarbeitern ohne nähere Bezeichnung und den Tagelöhnern bereits im Oktober ein den Buzug erheblich übersteigender Wegzug von Arbeitskräften, insbesondere männlichen, stattgefunden hat. Die Ausweise der Krankentajie ergänzen dieses Bild. Seit Anfang Juli bis Ende Oktober d. J. ist die Mitgliederzahl der Krankenkassen in fortgesetztem Fallen von 53 034 auf 50 700 zurückgegangen, und der November und Dezember Nicht über die höfifche Hörigkeit der Kunst hat man sich entrüstet, dürften die Vormonate hierin noch bedeutend übertroffen haben. Ganz sondern daß just die Begas auf den Stufen des Thrones figen im Rahmen dieses Bildes halten sich auch die rapid steigenden Eine Spazierfahrt nach Venezuela? durften, nicht die andren. Es waren die Bosheiten des Salons Beträge, die für Armennuterstützung aufgewendet werden Der Mytilene- Lorbeer Frankreichs scheint unsre Flottenpatrioten der 3urüdgewiesenen über die glücklicheren Konkurrenten. müssen. Auf 1000 Einwohner tamen im Oktober d. J. bereits nicht schlafen zu lassen. In vollem Ernste erörtert man bereits die Futterne id stachelte den mannhaften Zorn. Die Sieges- Allee- 107,09 M. Armenunterstützung, gegen 86,37 M. im gleichen Monat des Vorjahres und 102,17 M. im September. Der ArbeitsEventualität einer deutſchen Flottendemonſtration, ja eines Strieges Leute sollen aus der Sonne gehen, damit die„ Modernen“ heran markt hatte nach dem Berichte derselben Stelle schon im Oktober gegen Venezuela. Und bezeichnenderweise ist es wieder ein libe- fönnten. Das ist das ganze Geheimnis! eine beträchtliche Verschlechterung erfahren. Auf 979 offene Stellen rales Blatt, das" Berliner Tageblatt", das bereits mit dem Säbel, Herr Prof. Muther, der Herold der vom Kaiser verschmähten in der männlichen Abteilung famen 5787 Bewerber, also nahezu oder, wie es hier heißen müßte, mit dem Dreizack fuchtelt. Die Stumst, hat das mit schöner, naturalistischer Offenheit soeben in der sechs im Durchschnitt auf jede offene Stelle. War schon im Oktober Herausforderungen des Präsidenten Castro, erklärt das Mosse- Wiener Beit" ausgesprochen. Er richtet in dem Blatt eine be- ein derartiger Ueberschuß von Angeboten zu verzeichnen, um wie Blatt, würden immer unverschämter". Danach scheint Herr Levysohn es an der Zeit zu halten, daß Deutschland geisterte Ode„ An Kaiser Wilhelm", einen Artikel, der selbst im viel mehr mag dies erst jekt, im November und Dezember, der auf die„ Unverschämtheiten" des venezolanischen Präsidenten schleunigst Sieges- Allee- Stil verfaßt ist. Er findet in der Rede goldne Worte," Fall gewesen sein! Der Monat Oktober war seit langen Jahren der durch die Entsendung eines Geschwaders antwortet. Die übrige inhaltsschwere herrliche Säße".„ Ein Großer der Vergangenheit" so erfte, in dem der Zuwachs der Bevölkerungszahl von Mannheim Breffe betrachtet die Sache zwar wesentlich fühler und beteuert, daß deklamiert Muther in Meininger Inscenierung scheint aus lediglich auf den Ueberschuß der Geburten über die Todesfälle man in maßgebenden deutschen Kreisen noch immer an der Hoffnung seinem Munde zu reden: stolz und selbstbewußt, seinem persönlichen zurückzuführen war. festhalte, daß sich der Konflikt in befriedigender Weise durch diplo- Geschmack vertrauend, die Künstler anregend und zugleich vom matische Unterhandlungen beilegen laffen werde. Aber auch diese Respekt vor dem Genius durchdrungen". Wilhelm II. ist aber auch Versicherungen stellen den Ausbruch eines Konfliktes, die Entsendung der„ moderne Mensch": eines deutschen Geschwaders keineswegs als etwas außerhalb des Bereiches der Möglichkeit Liegendes hin. Die Kunstrede Wilhelms II. hat in den Kreisen der„ modernen" Sollte dennoch in den Heimlichkeiten der Allgemeinen Zeitung" Künstler natürlich arg verstimmt. Man hat außergewöhnlich harte mehr als nationalliberaler Merger über die Centrumsmacht stecken, Gegenäußerungen in der Presse gelesen und Undenkbares in privaten sollte die Frage des Minimaltarifs oder andre Momente die Brot- Cirkeln gehört. Wer nun aber wähnen sollte, der Troz sei in diese wucherparteien unter einander entgiveien nun, um so beffer! bürgerliche Künstlerschaft gefahren, der würde sich ebenso gründlich Die lächerliche Angstgeberde des nationalliberalen Blattes, als tönne zum Narren Halten, wie die guten Leute, die in dem Goethe- Aufstand die Bewegung des deutschen Volkes die parlamentarischen Juftitutionen der Heinzemänner das Erwachen des deutschen Geistes bejubelten. erschüttern, wird selbst das Centrum nicht erschrecken. Die agrarische Ach, Herr Sudermann hat sein Schwert längst wieder aus der Hand Reaktion wird aus solchem Wahlkampfe nicht als Sieger hervorgelegt und fein Rütlischwur ist eine komische Erinnerung von ehe: gehen. Wohl aber wird die liberale und socialdemokratische Linke, gestern. Der byzantinische St ist der Bourgeoisie- Kunst die den Sieg erringen wird, die parlamentarischen Institutionen gemeinsam, ob sie sich nun idealistisch auf der Sieges- Allee panzert nicht nur vor Erschütterung bewahren, sondern lang ersehntem Ausbau oder auf modernen Gefilden secessionistisch wandelt. entgegenführen. Man erivartet noch immer ein Nachgeben Venezuelas. Wie nun, wenn Venezuela, auf die Unterstützung einer andren amerikanischen Macht hoffend, sich den deutschen Forderungen nicht gefügig zeigen follte? Die deutsche Presse scheint es unter solchen Umständen als etwas ganz Selbstverständliches anzusehen, daß alsdann ein deutsches Geschwader die Spazierfahrt nach den venezolanischen Gewässern antreten müsse, um Häfen zu blockieren, kurz in derselben Weise aufzutreten, wie vor einigen Wochen Frankreich bei seiner vielbespotteten Flottendemonstration in den türkischen Gewässern. D " Denn lediglich dent Glanz des mediceischen Hauses hatte unter Leo X. die Kunst gedient. Ein Mittel der Selbstberäucherung war sie dem Somienfönig. Im Kopf Kaiser Wilhelms ist Schillers Gedanke von der ästhetischen Erziehung des Menschengeschlechtes lebendig. Er kennt die Kulturmission der Kunst. Er denkt nicht an sich allein, an das Haus Hohenzollern, nein, an das arme, schönheitsdürstende Bolt." Und Herr Muther zicht den Hut vor dem Herrn Kaiser" und jauchzt aus tiefster Brust: Der Traum unfrer Zeit ist hier in Worte gefaßt. Ins war es ein Traum mur. Du kannst ihn verwirklichen. Heil, Kaiser Wilhelm! Das ist das Große, das Bewundernswerte des deutschen Er hört Saifers, was, ach, so wenige Fürsten mit ihm teilen. das Herz der Zeit in seiner Brust pochen, fühlt sich mitten in der Brutwärme der Gedanken, die im Kopf unfrer Größten, unsrer Edelsten reifen. Und er wird sie zum Leben führen, des darf man sicher sein. Wann wird der Augenblick kommen? Wann wird der seltsame Fürst, den die gleichen Empfindungen, die gleichen Ideen gänge mit uns verbinden, diese Verwandtschaft fühlen?" Aber mm kommt das Tragische, das Entsetzliche, das UnbegreifPunkten liche. Dieser Fürst, der ganz nach dem Herzen Muthers und der Seinen ist, steckt in den Banden schlimmer Verleumder: Welche Forderungen Deutschland der venezolanischen Regierung gestellt hat, ist diplomatisches Geheimnis geblieben. Wie aus Venezuela eingegangene Nachrichten behaupten, handelt es sich um den Ersatz deutschen Eigentums, das bei früheren Aufständen zerstört worden sei, und um die Zahlung der fälligen Zinsrate für die von der Diskontogesellschaft finanzierte Eisenbahnanleihe. Es handelt sich also genau wie bei dem franko türkischen Konflikt um die Ansprüche von Finanzkonsortien, die teils nicht anerkannt, teils verzögert worden sind. Daß die französischen Ansprüche teils sehr dubiöser Art waren, ist bekannt, ob die Ansprüche der deutschen Finanziers in allen berechtigt find, läßt sich nicht beurteilen. Was speciell die deutsche Eisenbahnanleihe anlangt, so sind nur die Forderungen der deutschen Kapitalisten für die Zeit vom 30. Juni 1898 zu tilgen. Allem Anschein nach ist infolge des neuerlichen Bürgerkrieges Venezuela nicht in der Lage, die Zinsraten zu zahlen. Ob es besonders flug von Deutschland ist, gerade in diesem Augenblick, wo die liberale Regierung bemüht ist, die konservative Erhebung niederzuwerfen, gegen die bedrängte Regierung vorzugehen, erscheint zweifelhaft. Denn je länger der Bürgerkrieg dauert und je mehr die gegenwärtige Regierung geschwächt wird, desto ungünstiger werden die Aussichten auf eine Befriedigung der deutschen Ansprüche. „ Die moderne Kunst ist bei Kaiser Wilhelm verleumdet. Böswillige, die um ihren Posten besorgt sind, haben ihm Flöhe ins Ohr gesetzt, ihm Lügen aufgebunden, die dimmsten Oberförster Geschichten erzählt. Der Socialismus- ja natürlich! Das ist für einen Fürsten dasselbe, wie für einen Toro das rote Tuch. Aber wo find nur die Bilder, die„ das Elend noch scheußlicher Hinstellen, als es ohnehin ist und sich damit am deutschen Volke verfündigen?" Die Grundnote der gegenwärtigen Kunst ist eine idealistische, romantische. Die Phantastit, die Legende, das Märchen herrscht. Ganz wie der Kaiser es aussprach: die Kunst will uns ermöglichen, uns nach harter Mühe und Arbeit am Schönen zu erfreuen, aus unfren sonstigen Gedankenkreisen herauszutreten. Das Reinigungseffen. Wie bekannt, wollen die Berliner Professoren mit ihren trintfesten Stehlen und mannhaften Mägen für den Universitätsgewaltigen Ithoff demonstrieren. Unter Vorsitz des Herrn Schmoller werden sie die Angriffe des Straßburger Profeffors Michaelis mit Champagner abwaschen. Nach der Suppe bereits wird Herr Althoff ein tadelloser Mann sein, und nach dem Fisch der„ Besten Einer". Beim Käse aber wird ein Heiligenschein feinen Scheitel bestrahlen, und die sämtlichen voraussetzungslosen Fakultäten werden die Lackspitzen seiner Schuhe aubetend füssen, von dem demütigen Wesen des Christentums tief durchdrungen. Will man noch behaupten, die Professoren hätten feine Gesinnung, wo sie durch die That beweisen, daß sie das Stärkste und Schwerste kühn bewältigenden stärksten Wein und die schwersten Speisen!? Damit nicht genug, wird bereits behauptet, daß noch höhere Ehre dem getreuten Eckart der Gelehrtengarnison bevorsteht. Dem Jenaer Volksblatt" wird aus Berlin depeschiert: 8u dem akademischen Althoff Essen im Hause von Professor Schmoller, das am 5. Januar stattfinden soll, hat der Kultusminister Studt sein Erscheinen zugesagt. Eingeweihte bewegen sich in Redewendungen, die kaum einen andren Sinn zulaffen, als daß bei diesem Festessen auf das Erscheinen des Kaisers oder, falls er verhindert sein sollte, des Reichskanzlers gerechnet wird. Der Kaiser( oder sein Bertreter) soll als Beschirmer der voraussetzungslosen Wissenschaft" gefeiert und im Anschluß daran Althoff eine Ovation gebracht werden. Sollte Bülow wirklich kommen, so wird er vermutlich in seiner Rede darlegen, was sein Freund Fichte über die Bestimmung des Gelehrten, über Dent- und Lehrfreiheit gefagt hat. Wir sind gern bereit, dem Herrn Reichskanzler mit den benötigten Citaten auszuhelfen. Verstaatlichung des Bergbanes. Die„ Berl. Börsen- 8tg." erfährt, daß seitens des Handelsministers Möller neuerdings erfolgversprechende Verhandlungen wegen Vergrößerung des fistalischen Bergwerksbesiges in Rheinland- Westfalen angeknüpft worden sind. Von einer Verpreußung des Bergbaues ist kein socialpolitischer Fortschritt zu erwarten. Präsident Castro scheint, wie gesagt, außer stande zu sein, die deutschen Forderungen zu erfüllen. Es wurde bereits gemeldet, daß Diese moderne Kunst ist- das betenert Muther übrigens durch- Die Eulengebirgs- Weber gegen den Zolltarif. Am zweiten er die Häfen in Verteidigungszustand setzen ließe. Auch nach einer aus zutreffend ganz und gar nicht socialistisch revolutionär, sie ist Weihnachts- Feiertage tagte in Friedrichsfelde bei Leutmannsdorf eine andren Meldung soll er zum äußersten Widerstand ent= Nach einem Referat des Genossen Feldmann- Langenbielau nahm schlossen sein und angeblich 15 000 Mann zu diesem Zwede zur märchenhaft- romantisch, völlig harmlos, und ihr höchstes Jdeal ist, trotz des strömenden Regens sehr gut besuchte Volksversammlung. Verfügung halten. In den panamerikanischen Bestrebungen der Union bei Hofe zugelaffen zu werden. Und mm haben die bösen Begas dieselbe e instimmig folgende Resolution an: erblicke er einen Rückhalt gegen einen ernstlichen Angriff. und Werner, die Leffing und Eberlein die Modernen, schamlos aus Schon bei normalen Verhältnissen macht sich bei der karg entInzwischen ist der Konflikt durch einen weiteren Zwischenfall der Gunst des Herrschers verdrängt, indem sie diese Kunst als lohnten Hausweber- Bevölkerung des Eulengebirges jede Verteuerung mit der deutschen Eisenbahnlinie verschärft worden. Die abscheulich socialistisch anschwärzten. der Lebensmittel auf das schwerste bemerkbar; die jezige Krisis legt venezolanische Regierung hat den Verkehr auf dieser Linie Indes Herr Muther giebt die Hoffnung nicht auf: Einst wird aber der Hausweber- Bevölkerung Entbehrungen der härtesten Art fperren lassen, weil die Gesellschaft sich weigerte, Truppen zu kommen der Tag, da Bafilios Tücke zu Schanden wird, da die alten auf, die verschärft worden sind durch die bestehenden Lebensmittelbefördern, ohne Garantien für ihr etwa erwachsenden Schaden zu Günſtlinge und Verleumder mit Schmach und Schande davon gejagt Bevölkerung werden, wenn der Zolltarif der Regierung oder gar die erhalten. Der deutsche Gesandte in Caracas soll nachdrücklich Einspruch gegen diese Sperre erhoben haben. Eine werden; und alsdann wird in strahlender Pracht die verfolgte Gesetzestraft erlangten. Meldung behauptete jogar, daß der deutsche Gesandte wegen dieses Unschuld der modernen Kunst unter Muthers Führung in das 3olforderungen der Großgrundbesitzer, des Bundes der Landwirte, Vorfalls einen heftigen Wortwechsel mit Castro gehabt habe und Schloß einziehen, und Freude wird sein und Jubel; die Aufträge, Die heute am 26. Dezember 1901 in Klein- Friedrichsfelde bei aus Caracas abgereist sei, doch wird diese Nachricht als Erfindung Honorare, Titel, Orden und Dankreden werden strömen, und die Lentmannsdorf tagende, sehr stark von Hauswebern besuchte charakterisiert. Die diplomatischen Verhandlungen dauerten vielmehr Sieges- Allee wird verlängert werden, aber nicht mehr zu Gunsten Versammlung erklärt sich deshalb auf das entschiedenste gegen den noch fort. Zolltarif der Regierung und gegen die Zollerhöhungen überhaupt. Eine Laffan"-Drahtung will weiter wissen, daß die venezolanische der Begas, Cauer, Böse, Brener und Calandrelli, sondern--Also schreibt Herr Richard Muther, auch ein deutscher Professor Die Versammlung erklärt, daß sie ihr Interesse am besten gewahrt Die Versammlung Regierung den Berliner Vertreter Strupps ersucht habe, den Leiter glaubt durch langfristige Handelsverträge. der Eisenbahn seines Amtes zu entheben. Man nehme an, daß der von Althoffs Gnaden, wörtlich: beauftragt den Abgeordneten für Breslau- West, Herrn Franz Tuganer felbe wegen seines Verhaltens während der vene in Berlin, diese Resolution dem Reichstage zu unterbreiten." 3olanischen Wirren ausgewiesen werden solle. Danach tönnte es fast scheinen, als spiele bei dem Vorgehen gegen die venezolanischen Wirren auch die politische Intrigue mit. Der unerklärliche Widerspruch, der zwischen den Worten des Kaisers und seinen Thaten besteht, geht nur darauf zurück, daß noch alte Herren ihn umschmeicheln, die aus Zeiten der Unkunst stammen. Wenn sie erst einmal tot sind, wenn Männer seiner Generation ihn umgeben wenn das Bollwerk von Lügen be seitigt ist, das falsche Ratgeber aufbauten, dann wird er nicht mehr Reinhold Begas, den seichten Epigonen des Barock, mit den Griechen, die braven andern Herren mit Meistern der Renaissance vergleichen. Ich sehe den Moment schon kommen, ich fühle ihn nahen. Und dann ist Kaiser Wilhelm der Bollstrecker unsrer Träume." Ein Kulturbild aus Deutschlands tiefster Erniedrigung ist dieser Folgende Erklärung sendet uns der Reichstags- Abgeordnete Dr. Heim, Mitglied der Centrumspartei: Der Herr Kollege Dr. v. Haller veröffentlicht im„ Vorwärts" folgende Erklärung: Wie ich aus dem Berichte über die Sigung des Reichstages vom 11. Dezember entnehme, hat Herr D. Heim die Behauptung aufgestellt, ich hätte mich in verklausulierter Weise in Fürth, wo die Socialdemokraten in der Gemeindevertretung die Mehrheit hätten, In London verbreitet man das Gerücht, als würden die Vereinigten Staaten sich einem Vorgehen Deutschlands gegen Venezuela widersehen. Der Washingtoner Korrespondent der„ New York Times" meldet, der deutsche Versuch, Venezuela durch Entfaltung von Seestreitkräften zum Nachgeben zu zwingen, werde möglicherweise zu ernsten Streitigteiten zwischen Deutsch= land und den Vereinigten Staaten führen. Zwischen dem Washingtoner Staatsdepartement und dem Berliner Auswärtigen Amt bestehe keine Meinungsverschiedenheit, man befürchte Artikel des Kunstschreibers. Die bürgerliche Welt ist hoffnungslos für Erhebung des Octrois ausgesprochen. Diese Behauptung ist aber sehr, daß lokale Vorfälle in übereilter Weise einen Bruch herbei- verwahrlost. Wann kommt ein reinigendes Gewitter, das endlich ein echter Heim: 1. haben die Socialdemokraten in Fürth nicht die Mehrheit; 2. habe ich in Fürth überhaupt noch nicht geredet; führen könnten. Die Möglichkeit eines Krieges mit die unerträgliche Stickluft auskehrt? Deutschland für früher oder später werde von den obersten Oder irren wir uns? Werden die modernen Künstler von Ehre 3. habe ich mich in Nürnberg am 16. Dezember 1900 im Bürgersaal Militär- und Marinebehörden in Betracht ge- und Charakter mun öffentlich und laut gegen die beleidigenden zogen. Hervorragende Persönlichkeiten im Striegs-, Staats- und Träume des Herrn Muther protestieren, die den Futterneib und Marine- Amt hielten einen solchen Strieg für unvermeidlich. Von andrer Seite wird ganz entschieden bestritten, daß in ameri- die Hofgunststreberei zum tiefsten Inhalt künstlerischer Sehnsucht fanischen Regierungsfreisen derartige Auffaffungen beständen. Und machen? Wir glauben an solchen Protest nicht. Eher versetzt schon in der That ist es ja auch trotz des starren Festhaltens der Union Herr Althoff Herrn Muther nach Berlin. Sein Befähigungsan der Monroedoktrin und des selbstbewußt friegerischen Auftretens nachweis zu einer Berliner Profeffur ist jetzt erbracht... sehr scharf gegen die Erhebung des Octrois in Fürth ausgesprochen, ebenso im bayrischen Landtag. 4. Wenn ich auch in letzterer Körperschaft versucht habe, die Haltung der Fürther Genossen in der Octroifrage zu erklären, so bin ich doch der leyte, der ihre Haltung ge= billigt hätte. Dem gegenüber brauche ich bloß das hier folgen zu lassen, was ich im Reichstag in diesem Vetreff gesagt habe: Die Sterblichkeit in den Konzentrationslagern. Nach im Haag eingegangenen Meldungen aus Südafrika hat die Sterblichkeit in den Kaozentrationslagern eine solche Höhe erreicht, daß, wenn keine Befferung eintritt, die ganze Boerenbevölkerung, soweit sie in den Lagern festgehalten wird, bis zum Juni ausgestorben sein dürfte. Partei- Nachrichten. In einer Hinsicht hat der Herr Kollege Spec sich geirrt und letzten Zeit, ferner alle großen Betrugsprozesse mit äußerster Strenge. ich muß allerdings als Zeuge Herrn Kollegen Singer bestätigen und Er war Parteimann durch und durch und von der demokratischen Partei auch den Brief des Kollegen Segiz und des Kollegen v. Vollmar: derartig gefürchtet und angefeindet, daß man nicht wagte, ihm nach es hat in der Zeitung gestanden, was Herr Kollege Sped dem Abgange des Präsidenten Graf Lamessan, das Präsidium des fagte, aber die Zeitungsuotiz ist irrig gewesen. EB ift nicht bon dem Kollegen von Vollmar Landgerichtes zu übergeben. Man schuf daher für ihn den Posten und auch nicht von dem Kollegen Segit, sondern von dem Kollegen v. Haller eines ersten Vicepräsidenten mit dem Range eines Hofrates. zugegeben worden, daß der Octroi in Fürth, wo die Social- Holzinger war als Richter besonders durch seine Resumés be demokraten und Demokraten die Mehrheit haben, besteht. Ich rüchtigt. Er wußte stets, wenn er sich der Verteidigung gegenüber glaube sogar ich weiß es nicht genau, ich will nichts unrichtiges ich wächer fühlte, in den Resumés in formal tabellos objektiv behaupten die Socialdemokraten allein( Buruf) ich will ja erscheinender Weise sachlich neue Anflagemotive au wurde in das Stadtverordneten- Kollegium in MyIau gewählt. In Gemeindewahlen in Sachsen. Der erste Socialdemokrat nichts unrichtiges behaupten, ich könnte ja irren. Ich sage, daß auch finden. dort der Octroi nicht beseitigt worden ist.( hört! hört! rechts.) Auf Oberplanitz wurden troß einer durch Klassenteilung vordem bahrischen Parteitag hat ein Socialdemokrat gesagt: was sollen genommenen Verschlechterung des Wahlrechts die socialdemokratischen wir denn noch antworten draußen in der Agitation, wenn wir von Kandidaten mit starken Majoritäten gewählt und zwar einer in der In gemeinsamer Beratung der Obmänner aller galizischen ersten und drei in der zweiten Klasse der Unansässigen. Es fizen Brotwucher reden wollen, und man behält in Fürth den Octroi bei.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Gut! Geben Sie, Landtagsparteien wurde beschlossen, von einer besonderen Debatte jetzt schon sieben Socialdemokraten in dem Kollegium, das heißt, es meine Herren, das freut mich; aber Herr Kollege v. Haller hätte der Budgetdebatte bloß zu erklären, daß sich der gesamte wurden 1, in Bodwa 2 und in Cunewalde 5 Socialdemo= meine Herren, das freut mich; aber Herr Kollege v. Haller hätte über die Vorgänge in reichen Umgang zu nehmen und in fehlen nur noch zwei an der Majorität. In Burkhardtsdorf dies thun müssen im Landtage, wie Herr Kollege Singer es hier Landtag den am 10. Dezember im Reichsrate vom Sprecher des traten gewählt. Proteft gegen Wreschen. gethan hat, in richtiger Weise, d. h. von Ihrem Standpunkt aus; er Bolenklubs Grafen Dzieduszydki vorgebrachten Bemerkungen anSeitens des hätte nicht diese Berklausulierung machen müssen, die er gemacht hat, schließe. Jufolgedessen hat Fürst Czartoryski im Namen Gemeinderats- Mitglieder fand am 2. Weihnachtsfeiertag zu Zwolle Ein Kongreß der niederländischen socialdemokratischen indem er gesagt hat, die Steuererträge von Fürth würden geschädigt, des gesamten galizischen Landtages folgende Erklärung in der unter dem Vorsitz des Genossen Schaper statt. Zunächst beschäftigte man würde sonst nach Nürnberg hinüberziehen usw. Das sind opportunistische Gründe, die Sie sonst nicht gelten lassen; Sie sagen Landtagssigung abgegeben: fich der Kongreß mit dem Antrag auf Errichtung eines fonst, der Opportunismus darf nicht ausschlaggebend fein.( Sehr grenzende Beispiel von unbill und Bedrudung bas den gwed haben soll, den socialdemokratischen GemeindeDie Vorgänge in Wreschen, das an Grausamkeit Informationsbureaus für Gemeindepolitit", richtig! und Zurufe.) Sie geben mir also recht. Aber darum hat Herr Kollege v. Haller es doch gesagt. Ich lese ihm die Stelle bor haben überall einen starken Wiederhall gefunden, wo die Losung vertretern und den Arbeiter- Wahlvereinen solcher Orte, wo noch keine Bericht von der 172. Sigung am 5. Oftober 1901- Jch habe " Gewalt geht vor Recht" das menschliche Gefühl noch nicht erdrückt erklärt, daß, wenn in Fürth im Gegensatz zu Nürnberg die Gemeinde- hat. Um jo schmerzlicher und allgemeiner hat das polnische Bolt Socialdemokraten im Gemeinderat fizen, über alle die Gemeindediese Verfolgung empfinden müssen, dieses Volk, das, wiewohl politik betreffenden Fragen Aufklärung zu bieten. Umlagen bedeutend erhöht würden, für Fürth die Gefahr bestände, politisch getrennt, nie aufgehört hat, eine geistige und nationale Socialdemokratischen Studienklubs" wurde dem Kongreß ein Bericht daß so und so viel Gewerbetreibende, Handelshäuser usw., denen es Einheit zu sein. Der Landtag schließt sich den Erklärungen des Belgiens vorgelegt, die bereits vor längerer Zeit ein derartiges Kontrollüber die Organisation der focialdemokratischen Gemeindevertreter ganz gleichgültig ist, ob sie von Nürnberg oder von Fürth aus ihre Geschäfte besorgen, nach Nürnberg ziehen würden; dadurch würde Grafen Dzieduszydi im Reichsrat an. Die Geschichte wird in dieser bureau errichtet haben, bei dem im vorigen Jahr allein über 400 Gefuche Sache entscheiden. Wir haben hierauf eine patriotische Antwort, um Aufklärung zu erledigen waren. die Steuerkraft von Fürth ungemein geschwächt, wenn an Stelle des Der Antrag wurde einstimmig Octrois direkte Steuern treten würden." Sehen Sie, meine Herren, berdoppelten Gifer und Ausdauer in der Arbeit für das wieder angenommen und als Siz des Bureaus Amsterdam beſtimmt. Mit das ist ein opportunistischer Standpunkt, und hier wollen Sie den aufblühen, für die Stärkung unsrer moralischen, intellektuellen und der Leitung wurden die Genossen Antersmit, Tat und Vooguit begegenteiligen Standpunkt aufrecht erhalten. Infolge dessen ist die wirtschaftlichen Kräfte sowie für die Festigung und Erweiterung traut.- Ferner wurde eine Kommission von 7 Personen, einschließDebatte für mich über diesen Bunkt geschlossen. unfres nationalen Bewußtseins.( Stürmischer Beifall.) lich der Mitglieder der Informationsbureaus, gewählt, die die Vor arbeiten für die Gründung eines Bundes der focial; demokratischen Gemeinderats- Mitglieder" verrichten soll. Außerdem soll diese Kommission auch dafür forgen, daß mit Het Volt" eine periodisch erscheinende Beilage herausgegeben wird, die sich ausschließlich mit den Fragen der Gemeindepolitik befaßt. Jedermann, der die Erklärung des Herrn v. Haller mit meinen wirklichen Ausführungen vergleicht, muß finden, daß mich Herr b. Haller in keinem Punkt widerlegt hat, 1. daß er nur Dinge widerlegt, die ich gar nicht behauptet habe. Ich habe nicht gesagt, die Socialdemokraten haben in Fürth die Mehrheit, sondern einen Irrtum meinerseits sofort für möglich erklärt. 2. Ich habe nicht gesagt, daß Herr v. Haller in Fürth gesprochen habe. 3. Ich habe nicht davon gesprochen, wie sich Herr v. Haller anderweitig über den Octroi aus sprach, ich habe nur laut offiziellem Stenogramm gesagt, in den Ausführungen des Herrn v. Haller im Bayerischen Landtag sehe ich ein Stück Opportunismus. Ansbach, 28. Dezember 1901. Dr. Georg Heim. Frankreich. Die Parlamentswahlen finden, wie bereits mitgeteilt, im Mai 1902 statt. Die socialistische Partei Frankreichs( Jaurès und Genossen) in den Departements Nord und Calais hatte der französischen Arbeiterpartei( Guesdisten) den Vorschlag gemacht, bei den Wahlen gemeinsame Kandidaten aufzustellen. Ueberall da, wo die Guesbiften in der Mehrzahl find, wollten sie auf einen Sonder Kandidaten verzichten; nur dort, wo sich bei den legten Generalratswahlen ergeben hatte, daß sie in der Majorität seien, sollte einer der ihrigen aufgestellt werden. Die Guesdisten haben " Beitschrift, welche bisher 14tägig erschien, wird vom 1. Januar ab Parteipreffe. Le Mouvement socialiste", die socialistische Beitschrift, welche bisher 14tägig erschien, wird vom 1. Januar ab wöchentlich und in vergrößertem Format herausgegeben werden. Die Redaktion dieser Revue, die nunmehr drei Jahre besteht, hat sich die Aufgabe gestellt, unabhängig von den beiden Hauptgruppen der: durch den Genossen Delory, Bürgermeister von Lille und Sekretär der Nord- Föderation erklären lassen, daß sie in französischen Socialdemokraten der socialistischen Agitation und Aufteinerlei Unterhandlungen mit den„ Ministeriellen" eintreten würden. flärung zu dienen. Der Leiter der Redaktion ist der Genosse Hubert Sie lehnen es ab, weil trotz gegenteiliger Erklärungen die socialistische Lagarbelle; herausgegeben wird die Schrift von der Société Nouvelle de Librairie et d'Edition, 17 Rue Cujas, Paris. Partei oder deren Führer nach wie vor ministeriell" seien. Die französische Arbeiterpartei hat, wie wir schon f. 8t. mitgeteilt, auf Polizeilidhjes, Gerichtliches usw. ihrem letzten Kongreß den Beschluß gefaßt, in allen 500 Wahlkreisen des Landes eigene Kandidaten aufzustellen. Aus diesem Beschluß und aus obigem ist ersichtlich, daß man es in einer ganzen Reihe von Wahlkreisen mit zwei socialistischen Kandidaten, die sich gegen seitig auf das heftigste bekämpfen, zu thun haben wird. Arbeitslos. Wir haben diese Erklärung Dr. Heims unfrem Parteigenoffen Dr. v. Haller unterbreitet, der uns dazu nachfolgendes schreibt: Veranlaßt durch den Bericht des Vorwärts" über die Reichstagsfizung vom 11. Dezember sandte ich unsrem Centralorgan eine Berichtigung zu den Aeußerungen Dr. Heims über meine Stellung hörden auch zu denen gehören, denen die Zeitung Es gewinnt fast den Anschein, als ob die mecklenburgischen Benahme zum Fürther Octroi. Nach Durchsicht des Reichstags- Stenoeine willkommene Weihnachtsgabe sein sollte und trotz aller BeschlagArbeitslos" gramms ergänze ich meine Berichtigung durch Nachstehendes: Ich gebe zu, daß Dr. Heim nicht gesagt hat, daß ich in Fürth nahme auch vielfach noch geworden ist. Denn nirgends haben sich über den Octroi gesprochen, auch, daß er nur geglaubt hat, Zum Fall Millerand. Amilcare Cipriani hatte im Oktober die Behörden mit solcher Hingebung der Aufspürung dieser Blätter daß die Socialdemokraten in Fürth die Mehrheit haben, und einen beantragt, Millerand aus der socialistischen Partei auszustoßen, weil gewidmet wie in Mecklenburg. Alles, was im mecklenburgischen Irrtum seinerseits für möglich gehalten, das genierte ihn aber feines er den Barenfesten beigewohnt und einen russischen Orden an- Lande nur entfernt auf den Namen einer Amtsperson Anspruch erwegs, zugleich den Vorwurf mit der Spitze gegen die Social- genommen hatte. Dieser Antrag wurde von der Gruppe Allemanes heben kann, scheint Anweisung gehabt zu haben, die offenbar im demokrateu zu erheben, daß in Fürth der Octroi nicht beseitigt unterstüßt, während Gérault Richard einfache Tagesordnung ver- Ueberfluß vorhandene freie Zeit auf die Jagd nach der„ Weihnachtsworden ist. Tangte. Das Generaltoniitee bestimmte darauf, daß die ver- Beitung" zu verwenden. Zwei luftige Stückchen von dieser Hat erzählt jetzt wieder unser Ich will auf meine am 16. Dezember 1900 in Nürnberg ge- schiedenen Vorschläge allen Föderationen vorzulegen feien, damit haltene, die Stellung der Fürther Genossen zur Octroifrage miß- das Votum über diese Frage den Ausdruck der gesamten socialistischen Rostocker Parteiblatt. Während der Weihnachtsfeiertage verbreiteten billigende Rede nicht zurücfommen, da Dr. Heim sie wohlweislich Partei bilde. Nach Eingang der betreffenden Antworten wurde die mecklenburgischen Genossen ihren Landagitations- Kalender. ignorierte, sondern nur auf die von Dr. Heim angezogene Stelle aus gestern, wie dem Berl. Tagebl." gemeldet wird, nach lebhafter De- In meiner Bolltarifrede in der bayrischen Kammer. Herr Dr. Heim hat batte die einfache Tagesordnung mit 27 gegen 16 Stimmen, Manne angehalten, hier beliebt, aus meinen Ausführungen zu den indiretten Stenernt in bei 11 Stimmenthaltungen, votiert. Fürth nur einen ihm bequemen Passus herauszugreifen und das lebrige zu verschweigen; ich sprach über diesen Punkt laut Stenogramm folgendes: A Italien. Turati wiedergewählt. Turati, der bekanntlich vor mehreren Wochen infolge von Zwistigkeiten innerhalb der socialistischen Partei sein Mandat niedergelegt hatte, wurde mit 2657 von 2860 abgegebenen Stimmen wiedergewählt. Rußland. einem Orte wurden die Kalenderverteiler von einer der ein Gutsinspektor zu sein sien. Dieser erklärte dent Genoffen, ihm sei amtlich Mitteilung geworden, daß der Kalender an diesem Tage verbreitet wird und er habe den Auftrag, darauf zu achten, daß nicht etwa die Weihnachtszeitung Arbeitslos" verteilt würde. Die Parteigenossen fonnten das dringende Verlangen des Mannes nach der Zeitung der Arbeitslosen nicht befriedigen; sie hatten teine. " Daß sich natürlich das Gentrum ich weiß augenblicklich nicht, ob sich auch Liberale beteiligt haben( Abg. v. Vollmar: In einem andren Orte tam ein Verteiler des Kalenders in Natürlich) das Fressen der indirekten Steuern von Fürth nicht entgehen lassen würde, das war ja sehr klar und vorauszusehen. die Wohnung des Schulzen. Dieser Ind ihn höflichst ein, Blak zit nehmen, und framte dann mit all seiner Umständlichkeit Ich kann hier ganz besonders gut dazu sprechen, da ich Schreiben hervor, das er ja bereits Die Unterdrückung Finnlands. zu dieser Frage wiederholt als amtliches vor einem Jahre Stellung Die Finlandstaja ein Er erklärte sich auf Grund des Inhalts bazu genommen habe in einer Versammlung in Nürnberg. Ich aseta" meldet: Am 20. d. M. wurde ein kaiserlicher Befehl er- Schriftstick bezeichnete. habe da durchaus nicht für die indirekten Steuern gesprochen, lassen, dem zufolge der Protest gegen das neue Statut dieses Schreibens für verpflichtet, sämtliche Drucksachen, welche nein, im Gegenteil sehr scharf dagegen in dieser über die Militärpflicht, der u. a. auch von mehreren Lokal- unser Freund etwa bei sich habe, zu beschlagnahmen! Unser Genosse Nürnberger Versammlung. Aber ich habe die Haltung meiner beamten unterschrieben worden ist, keine Folge belassen ließ sich das amtliche Schriftftück zeigen und deutete dem Schulzen dessen Fürther Genossen in dieser Frage entschuldigt und ich will Ihnen werden soll. Ferner wird befohlen, bei Ernennungen für Bosten wahren Wortlaut aus. Danach sollte der Schulze nur Jagd nach der auch fagen warum.( hört! hört! rechts.) Gewiß, ich habe sie allerhöchsten Vertrauens, falls es an entsprechenden Kandidaten unter Weihnachts- Zeitung Arbeitslos" machen. Der Schulze ließ sich beentschuldigt. Die Nähe Nürnbergs ist von einer ganz be- den Eingeborenen mangelt, diese Posten mit Reichsangehörigen lehren und unser Parteigenoffe, der ja kein Exemplar der Zeitung sonderen Bedeutung für Fürth. Sie wissen, daß zwischen den zu befeßen. Der Hauptdirektor des Finnländischen Zollamtes bei sich führte, konnte dann ungestört seine Kalender verbreiten. zwei Städten, die ungefähr gleiche Erwerbsbedingungen- vielleicht inter und der Hauptdirektor des Gefängniswesens Grippenberg Freuden, welche Ausdehnung die socialdemokratische Bewegung in Wir ersehen übrigens aus dieser gewaltigen Aktion mit in Nürnberg noch teurere wie in Fürth- für die Industrie wurden vom Dienste enthoben. und den Handel bieten, eine gewisse Konkurrenz stattfindet, und Wie„ Rigaus Bureau" aus Helsingfors meldet, ist das Er. Medlenburg schon gewonnen hat. hier spielt die Höhe der Gemeindeumlagen eine große Rolle. fcheinen dreier Beitungen in Finnland für immer Daz Verhältnis Nürnberg Fürth ist ein berboten worden, bei sieben Zeitungen ist das Erscheinen specieller Fall In Bayern haben wir kein auf die Zeit von einem bis fünf Monaten sistiert anderes Analogon. Es sind keine zwei Städte in Bayern worden, zwei Zeitungen erhielten Verwarnungen. vorhanden, die in einer derartig innigen Nachbarschaft liegen, wie gerade meine Baterstadt Nürnberg und Fürth. Ich habe Amerika. Auch die reichsländischen Behörden haben auf der Jagd nach dieser aufreizenden Zeitung allerlei Gindigkeiten entfaltet. So wurde bei einem Parteigenossen in Colmar eine Haussuchung durch den Polizei- Inspektor und einen Wachtmeister so früh vorgenommen, daß der Behaussuchte aus dem Bett gejagt wurde. Die Suche war zwar erfolglos, aber das Interessante an der Sache find auch mehr die begleitenden Umstände. erklärt, daß wenn in Fürth im Gegensatz zu Nürnberg Die venezolanische Regierung giebt bekannt, daß der Indie Gemeindeumlagen bedeutend erhöht würden, in Fürth die furgentenführer Mendoza bei La Puerta völlig geschlagen worden Von der Redaktion unfres Straßburger Parteiblattes war an den Gefahr bestehe, daß so und so viele Gewerbetreibende, Handels- fei und die Stadt Ortiz am 24. d. M. auf der Flucht und nur von erivähnten Parteigenossen ein Brief geschrieben worden, in dem von häuser usw., denen es ganz gleich ist, ob sie von Nürnberg oder 40 Anhängern begleitet berührt habe. der Weihnachts- Zeitung die Rede war. Dieser Brief gelangte von Fürth aus ihre Geschäfte besorgen, nach Nürnberg ziehen nicht in die Hände des Adressaten. Wohl aber gelangte würden. Dadurch würde die Steuerkraft von Fürth ungemein geZum chilenisch- argentinischen Konflikt. Die Times" berichten er in die Hände der Polizei, wurde von dieser geöffnet und schwächt. Ich habe damals dies ausgesprochen. Geben Sie doch aus Valparaiso: Die Erregung hat hier nachgelaffen, da bekannt auf Grund des Briefes wurde die Durchsuchung den Städten ein richtiges Stenersystem, lassen Sie die Städte geworden ist, daß der argentinische Geschäftsträger Portela nicht von vorgenommen! Es entsteht die Frage, auf welche Weise die doch einmal aufhören, auf Zuschläge zu den Staatssteuern an- den mit Chile getroffenen Vereinbarungen zurücktreten wird, wenn Polizei in den Besiz des der Reichspost übergebenen Briefes gelangt gewiefen zu sein, machen Sie die Städte finanziell unabhängig er überhaupt vorher die Absicht hatte es zu thun. Man nimmt an, ist und wo sie das Recht herleitet, den Brief zu öffnen! Die Weihnachts- Zeitung" scheint Anlaß zu geben, die Rechtsdurch ein richtiges fommunales Besteuerungssystem, und an dem daß Mißverständnisse bei den Verhandlungen vorliegen. felben Tage werden die indirekten Steuern in Fürth beseitigt sein. worden ist, hat Argentinien seine Weigerung, dem am 25. Dezember prüfen. Wie Washingtoner diplomatischen Streisen amtlich mitgeteilt sicherheit in ganz Deutschland einmal auf Herz und Nieren zu Die Versicherung kann ich Ihnen geben. unterzeichneten Protokoll beizutreten, zwar noch nicht amtlich Ich füge noch bei, daß Herr Dr. Heim sehr wohl weiß, daß ich notifiziert, jedoch sehe man die in nicht- formeller Form erhobenen vom Opportunismus so wenig angehaucht bin, wie Herr Dr. Heim Einwände des argentinischen Gesandten Portela gegen die Bevon höfifchem Wesen. Uebrigens wird man wohl nach dieser Fest- stimmungen des Protokolls, welche von der Zurückziehung der stellung des Zusammenhanges zugeben müssen, daß die Ausführungen Polizeitruppe aus Ultima Esperanza, und dem Schiedsspruche des Dr. Heims im Reichstage, auf die er so bedeutenden Wert zu legen Königs von England handeln, als eine ernste Gefährdung der Beischeint, in gar feiner Weise gegen die Haltung der Socialdemokratie legung der Streitfrage an. gegenüber den indirekten Steuern und Zöllen ausgebeutet werden können. ( Buruf: Ich glaube es nicht.) Ausland. Destreich- Ungarn. Dr. Haller. Der Boeren- Krieg. De Wet Ein öftreichischer Brausewetter. Großes Aufsehen erregt entließ nach einer Meldung sämtliche 400 Gefangene, die er bei in Wien der Selbstmord des Vizepräsidenten des Tweefontein gemacht hatte." Wiener Landgerichts, Hofrats Nitter Holzinger Nach der heute, Montag, vom Kriegsamt veröffentlichten Verlust v. Janaburg. Holzinger, der früher Staatsanwalt war, erschoß lifte beträgt die Zahl der bei Tweefontein verwundeten Mann sich in seinem Büreau und wurde am Montag tot aufgefunden. fchaften 50; gefallen sind von den Mannschaften 58, und ferner find Auf dem Tische fand man einen Bettel, auf welchem Holzinger fol- nach der Schlacht 4 Mann an ihren Wunden gestorben. gende Worte geschrieben hatte:„ Nachdem die Aerzte mir vollständige Er- Melbungen 7, die der verwundeten Offiziere 9. Die Zahl der gefallenen Offiziere betrug nach früheren blindung in Aussicht gestellt haben, ziehe ich es vor, in den Tod zu gehen, liste des Kriegsamts wären mehr Mannschaften getötet, als verum diesem schrecklichen Lose zu entgehen. Ich bitte alle meine Freunde, wundet worden, ein schier unmögliches Verhältnis, zumal sonst im mir ein gutes Andenken zu bewahren." Holzinger, der nach dem Feldzug die Zahl der Toten sich zu der der Verwundeten wie 1: 3, Auftauchen der anarchistischen Bewegung in Oestreich Präsident der 4 oder 5 verhält. Man darf also die Zahl der Toten und VerAusnahmegerichte war, leitete alle politischen und Preßprozesse der wundeten auf mindestens 200 veranschlagen. Nach der VerlustAus Industrie und Handel. Der Verband der Glasarbeiter teilt uns mit, daß unsre Bemerkungen zu dem Geschäftsbericht der Gerresheimer Glashüttenwerke vorm. Ferd. Heye in Düsseldorf von der irrigen Voranssegung ausgehen, daß bei dieser Firma der Ausbruch des Streits am 1. August 1900 erfolgte. Die Differenzen begannen bei der Firma eye in Nienburg und Schauenstein und dauerte hier der Streit bis zum 17. September dieses Jahres. Die Firma Heye hat mit der Aktiengesellschaft Gerresheimer Glashüttenwerte nichts zu thun, von dem Streit wurde die Gerresheimer Hütte nur durch den 7 Wochen währenden Generalstreik in Mitleidenschaft gezogen. Insofern ist unsre fritische Bespre hung über die Birkung des Streits, die durch eine VerGlasarbeiter bemerkt zu der erhöhten Leistung, die der Geschäftswechselung der Firmen entstanden ist, hinfällig. Der Verband der bericht der Gesellschaft angiebt, der Direktor der Gerresheimer Hütte habe seiner Zeit der Organisation die Anerkennung gezollt, daß, sp lange die Arbeiter dem Verband angehören, die Arbeitsleistung eine viel regelmäßigere und intensivere iſt. Damit dürfte sich auch der Ilmiah der Hütte tros des zwei Monate währenden Stillstandes Umsatz der Hütte tros des zwei Monate währenden Stillstandes infolge des Generalstreits erklären. Die Generalversammlung der ,, Aktiengesellschaft für Glasinduftric vormals Friedrich Siemens", in der 39 uttionäre V vor allen Eine neue Organisation der Isolierer und Rohrumhüller Zahlung der Zinsen und Abträge und die Vermittlung des gesamten durch die ungünstige Konjunktur zu erwartenden Ausfall an EinDeutschlands. " 1 mit 3693 Stimmen vertreten waren, beschloß mit 3099 Stimmen| Amortisationsquote von 11/2 Broz. jährlich festzuhalten, die übrigen, die diesbezüglichen Beschlüsse der Berliner Steinsetzer Innung und gegen 219 Stimmen, den Vorstand zu ermächtigen, die Vallendarer früher beschlossenen Bedingungen aber beizubehalten, wonach sich der aller übrigen daran beteiligten Innungen für um so verwerflicher, Attiengesellschaft zu den bekannt gegebenen Bedingungen zu erwerben, Binsfuß von 3 Proz. auf 31/2 Broz. erhöht, sobald die einer Bau- als die Mitglieder dieser Jnnungen, insbesondere der Berliner Steinund genehmigte die Erhöhung des Attienkapitals um eine Million Mark genossenschaft bewilligten Darlehen insgesamt den Betrag von sezer Jnnung, infolge des 1899er Streits sich eine Preiserhöhung sowie die Ausgabe von sechs Millionen Mark Schuldverschreibungen. 500 000 m. übersteigen. Für die Folge einzelnen Bauvereinen regel- und damit eine Erhöhung ihres Profits verschafft haben, die weit Gegen das Kohlensyndikat. Die vorgestern stattgehabten Be- mäßig feinen höheren Betrag als 30 000 m. jährlich in Aussicht zu hinausgeht über das Maß dessen, was die Arbeiterschaft an Vorteilen ratungen von Vertretern großer Reederfirmen und Kohlen- Groß An einzelne Arbeiter, welche dauernd bei der Anstalt versichert feinerlei Ursache vorhanden ist, da ja die Mitglieder der resp. stellen, sofern es sich nicht um erstmalige Bewilligungen handelt. durch den Streit errungen hat, und weiter zu einer Lohnherabsetzung Händlern aus Mainz, Mannheim und Frankfurt a. M., welche mit find, werden Darlehen zum Zwecke der Errichtung eigner Innungen durchaus nicht und nicht nötig haben. dem Kohlensyndikat in Geschäftsverbindung stehen, führten, wie die Wohnhäuser nur dann gewährt, wenn Kölnische Volkszeitung" meldet, zu der erstrebten Bildung einer Baugenossenschaft, ein Raiffeisenscher Darlehnskaffen Berein oder herabfeßung zu erwartende Ersparnis an Löhnen durch eine Herabeine gemeinnügige Dingen ja gar nicht daran denken, die durch die geplante LohnBereinigung. ein fonstiger gemeinnügiger Verein die selbstschuldnerische Bürg- fetzung der Preise auszugleichen, mithin die Lohnherabsetzung nur schaft für die Sicherheit des Kapitals, sowie für die ordnungsmäßige den Zweck haben kann und soll, den einzelnen Unternehmern den Geschäftsverkehrs( Darlehnsanmeldung, Hypothekenbestellung, Kapital- nahmen durch eine Ersparnis" an Lohn zu decken, d. h. also, daß auszahlung, Leistung der 1/ 2jährigen Zahlung an Zinsen und Ab- die Mitglieder genannter Innungen, soweit sie sich dem Vorgehen trägen 2c.), fowie die Verpflichtung zur unentgeltlichen Ueberwachung der Berliner Jnnung anschließen, sich in Zeiten der ungünstigen Von seiten des Vertrauensmannes der Berliner Isolier- und der verpfändeten Gebäude 2c. übernimmt. Arbeiterwohnungen im Konjunktur noch besonders auf Kosten der Arbeiter Rohrumhüller- Organisation, Westphal, war zum Sonntag ein all abgeschäßten Werte von mehr als 9000 M. find von der Beleihung bereichern wollen! Die Versammlung protestierte aber gemeiner Kongreß der Isolierer und Rohrumhüller nach annover regelmäßig ausgeschlossen und sind die im Einzelfalle zu begebenden auch deshalb gegen diesen Beschluß der Berliner Steinjeßer- Innung, einberufen und zwar, wie es in dem Aufrufe hieß, auf Ersuchen der Darlehen auf eine regelmäßige Höchstgrenze von 4500 m. bestimmt. weil derselbe für eine ganze Anzahl derselben angehöriger Firmen Organisationen in Berlin, Celle und Hamburg. Die Erledigung der üblichen und notwendigen Formalitäten waren dem Vertrauensmann einigung hielt am 26. Dezember zu Utrecht ihren 12. Kongres ab. bisherigen Lohntarif gebunden sind. und die Steinfeger Die niederländische Socialdemokratische Lehrer- Ver- ungültig ist, da diese durch Einzelverträge mit dem Gefellenausschuß noch bis 31. März 1903 an den der Metallarbeiter- Gewerkschaft in Hannover übertragen, dieser hatte Den Hauptgegenstand der Verhandlungen bildete eine von der Ababer nicht für die polizeiliche Anmeldung Sorge getragen, was namentlich teilung zu Amsterdam vorgelegte Resolution gegen die staatlich fub feineswegs gewillt find, diese Firmen von den Verträgen zu den Hamburger Delegierten Veranlassung gab. gegen die Abhaltung des ventionierten sogenannten freien Schulen und für die Aufnahme entbinden. Sollten jedoch diese Firmen einseitig von den abStongresses überhaupt zu protestieren. Anwesend waren 12 Dele- ber Forderung einer allgemeinen Eta atsiule, geschloffenen Verträgen zurücktreten, also vertragsbrüchig werden gierte aus Berlin, Celle, Hamburg und Hannover. Da die Ham- neutral in religiöfer und politischer Hinsicht, in das Programm der wollen, so werden die zuständigen Organisationsvorstände der burger protestierten und die übrigen im unklaren darüber zu sein Organisation. Ferner wurde verlangt, daß der Hauptvorstand einen ausschüssen folgende Abwehrmaßregeln zu ergreifen: 1. GewerbeSteinfeger usw. beauftragt, gemeinsam mit den Gesellen schienen, was nun in der fatalen Situation zu machen sei. so unter- dahingehenden Antrag auf dem nächsten socialdemokratischen Partei oder innungsschiedsgerichtliche Entscheidung in blieb die Abhaltung des Kongreſſes. Die Delegierten besuchten dann tag stelle.- Viele unsrer niederländischen Parteigenossen haben sich nach dem Ballhof" einberufene öffentliche Ver principiell gegen die staatliche Zwangsichule und für die freie Schule fällen herbeizuführen, in denen die durch Vertrag noch auf ein sammlung der Isolierer von Hannover und Umgegend, ausgesprochen. So auch die Redaktion von„ Het Volk", die die be- Jahr gebundenen Firmen sich weigern, den bisherigen Lohntarif an= um in dieser Bersammlung die Gründung zu voll ziehen. In der unter dem Vorfize von West bhah I- Berlin ab- wurde, als reaktionär bezeichnet. Sie beruft sich unter anderm auf zu gewähren); 2. Verhandlungen mit den einzelnen Firmen anzuantragte Resolution, die bereits vor einigen Wochen veröffentlicht zuerkennen;( in allen diesen Fällen ist nach Bedarf Rechtsschutz gehaltenen Bersammlung gerieten nun die Befürworter der Gründung Marr, der in seiner Kritik des Gothaer Programms die Volks: bahnen unter Beiseiteſetzung der refp. Immungen; 3. Sofort eine mit den Hamburger Delegierten, die gegen die Gründung einer weisen die Anhänger der staatlichen Zwangsschule auf das deutsche Sonstige Behörden einer eignen Jolierer- und Rohrumhüller- Organiſation hart aneinander erziehung durch den Staat für verwerflich erklärt. Dagegen ver- Denkschrift auszuarbeiten und an sämtliche Gemeinde- und in Berlin und sämtlichen Vororten einSonderorganisation waren und die Ansicht vertraten, daß die Jfolierer und öftreichische Parteiprogramm und führen zusenden, in welcher unter Klarlegung der ganzen Verund Rohrumhüller der übrigen Städte sich ebenso wie die Hamburger an, daß, da hältnisse, insbesondere unter zugrundelegung des von Kollegen dem Metallarbeiter- Verbande oder dem Fabrikarbeiter- Verfreien Schulen in Holland fich hauptben Steinfegmeistern vereinbarten Preisverzeichnisses sächlich in Händen von Religionsgemeinschaften befänden, bande anzuschließen hätten. Auch mehrere Angehörige der beiden ihre Unterſtügung durch den Staat eine Unterstügung religiöser darum ersucht werden soll, nur solche Steinſegmeister zur Ausbenannten Verbände aus Hannover schlossen sich den Ausführungen der Zwecke darstelle und schon deshalb zu verwerfen sei. Die Reso- führung öffentlicher Arbeiten zuzulassen, welche den Nachweis führen Hamburger an, während andre wieder der Specialorganisation der solution wurde nach längerer Debatte mit 17 Stimmen gegen 11, bei fönnen, daß sie sich bezüglich der Lohn- und Arbeitsverhältnisse mit dann mit 22 gegen 4 Stimmen folgende Resolution" zur Annahme: von einem förmlichen Antrag auf dem Parteitag Abstand genommen ausschüssen oder Gewerkschaftsvorständen, geeinigt haben. 4. Fir 6 angenommen, jedoch mit der Abänderung, daß Die am 29. Dezember im" Ballhof" tagende öffentliche Versamm wird, es aber als Pflicht der niederländischen Socialdemokratie ereine Fall, daß Einigung mit den Unternehmern lung der Isolierer und Nohrumbüller Hannovers, an welcher Dele- flärt wird, jede weitere Subventionierung der freien Schulen abzu erneutes Ansuchen an die vorstehend genannten Behörden betr. des Steinfeggewerbes nicht zu stande kommt, soll gierte aus Berlin, Celle und Hamburg teilgenommen haben, be- lehnen und im Princip für die allgemein verpflichtende Volksschule Einführung der Regie Arbeit unter Hinzuziehung fchließt: eine Vereinigung der folierer und Rohr zu sein. Ob es aus taftifchen Gründen notwendig ist, sich vorläufig der Arbeiterorganisationen oder direkte Uebergabe von Arbeiten zur umhüller Deutschlands" zu gründen und verpflichtet sich, mit dem gegenwärtigen Zustand zufrieden zu geben, das zu Ausführung an letztere zur genossenschaftlichen Ausführung gerichtet mit allen Mitteln dafür einzutreten und zu agitieren. Auch jedem beurteilen wird der Partei überlassen. Des weiteren wurde Kollegen, der sich auf Montage befindet, wird die Beachtung dieses beschlossen, eine Flugschrift gegen die freien Schulen herauszugeben. werden. In letzterem Falle ist die Gewerkschaft der Steinsetzer usw. Beschlusses noch besonders zur Pflicht gemacht." Als Hauptvorstand wurden gewählt: C. Bijkerk, J. C. Ceton bereit, eine Anzahl von Genossenschaftern mit dem nötigen BetriebsJansen und Ceton; als Administrator: P. Zander, Amsterdam, fchlüssen bestehen bleiben und es deshalb zum Kampf kommen, daß und Jac. Jansen; als Redacteure des„ Boltsonderwijzer": Zander, tapital zu stellen. Des weiteren erklärte die Versammlung: Sollten die Junungen auf ihren eine Lohnherabsetzung involvierenden Be Rustenburgerstraat 191 e. sich die Steinfeger dann eventuell die Aufstellung weitergehender Forderungen vorbehalten. " " visorischer Vorstand bestimmt und ihnen aufgegeben, demnächst eine Es wurden dann Hof, Dirting und Schröder als proVersammlung einzuberufen, die das vorzulegende Statut zu genehmigen hat. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Der Verein zur Wahrung der Intereffen der Maurer hat in seiner letzten Sitzung beschlossen, das Kassieren in den Zahl stellen nur bis zum 25. Januar fortzuseßen, später werden Beiträge uur im Bureau in Empfang genommen. Es liegt im Interesse der Mitglieder, die Beiträge bald zu entrichten, damit dieselben bei Ausfertigung der neuen Mitgliedsbücher ihre alte Buchnummer behalten. Deutsches Reich. die unter anderm Die Socialdemokratische Onderwijzersvereeniging", die eine Gruppe im Bond van Nederlandsche Onderwijzers"" bildet, zählt jezt 153 Mitglieder. Frauenarbeit und Kindersterblichkeit. Interessant ist eine Tabelle, die Dr. G. Reid nach der Zahl der in den Fabriken von Städten in Staffordshire beschäftigten Frauen und der jährlichen Kindersterblichkeit in diesen Städten mitteilt. Bei der Arbeit sind beschäftigt fast teine Viele Frauen Bevölkerung nach der Zählung von 1901 in Städten mit Einwohnern: 147 281 182 864 Kinder unter 1 Jahre starben auf 1000 Geburten, 1881-1890: 1891-1900: 195 211 Weniger 198 955 166 177 152 167 Es fand demnach eine allgemeine Zunahme der Kindersterblichkeit im legten Decennium statt. Zwischen den einzelnen Gruppen von Städten hat sich aber dasselbe relative Verhältnis in Bezug auf die Kindersterblichkeit im letzten wie im vorlegten Jahrzehnt erhalten; je weniger Frauen beschäftigt wurden, um so geringer war die Mortalitätsziffer der Kinder. Dr. Reid plädiert für eine Beschränkung der Frauenarbeit wenigstens soweit, daß die Mutter 3 Monate nach der Entbindung erst zur Arbeit zugelassen werden darf. den allen Einzelein Die Refolution soll sowohl den Innungsvorständen, als auch den einzelnen Junungsmitgliedern durch die Gesellenausschüsse zugesandt werden. Erfolgt bis zum 25. Januar 1902 die Aufhebung des Innungsbeschlusses nicht, dann haben die Gesellenausschüsse alle weiteren Maßnahmen sofort einzuleiten. Die Neuwahl des Gefellenausschusses ergab die Wiederwahl des bisherigen Obmannes Peter, als Beifizer Sch ip ebs, Lutter und als Stellvertreter Stiehl Als Revisor für den lokalen Streiffonds wurde Schommar gewählt. Die Reichstags- Stichwahl in Wittenberg die gestern stattfand, hat mit einer Niederlage des Brot wuchers geendet: Wir erhalten folgendes Privattelegramm: Wittenberg, 30. Dezember. 10 Uhr abends. In der heute stattgefundenen Reichstags- Ersatz- Stich wahl erhielten Dr. Barth( frs. Bg.) 8746 und Rittergutsbefizer v. Leipziger( f.) 7739 Stimmen. OP * Wiewohl noch eine Anzahl ländlicher Wahlbezirke ausstehen, gilt die Wahl Dr. Barths( frs. Vg.) als gesichert. Wolffs Telegraphen- Bureau meldet: Bisher wurden gezählt für v. Leipziger( f.) für Dr. Barth( frs. Wg.) 8720, Zur Einführung des neuen Buchdruckertarifs. In Erfurt wird der Tarif von zwei Firmen( darunter Reißhaus u. Comp.) ohne alle Einschränkung anerkannt, eine Firma( Kirchner) hat sich die schriftliche Anerkennung vorbehalten, zahlt aber den Tarif. Ganz ablehnend verhält sich nur die Firma Wellendorf; alle übrigen Firmen behalten sich, soweit bis jetzt bekannt, fleine Modifikationen vor( eine von ihnen bewilligt dem Verbandsmitglied die Forderungen, auf weiteres geht sie nicht ein). Die Gehilfen sind mit den gewordenen Auskünften nicht zufrieden, sondern verlangen Anerkennung des Tarifs im ganzen Umfange und schriftliche Unterfertigung desselben. In Karls ruhe scheint der neue Tarif großen Schwierigkeiten nicht zu begegnen. Nur ein Prinzipal, Herr Dr. Knittel, der Inhaber der Braunschen Hofbuchdruckerei, Drucker des Regierungsblattes, der„ Karlsruher Zeitung", und vieler sonstiger behördlicher Arbeiten, soll sich vorläufig ablehnend verhalten wollen, weil er bei den maßgebenden Behörden kein Ver ständnis für eine Erhöhung der Drudpreise Frau Wally 8epler zum Schluß: Wie ist es möglich, daß Fran In ihrer Besprechung meines Buchs„ Die Frauenfrage" fagt finde() und ihm eine Arbeit, die Herstellung der Druckarbeiten Braun in dem Kapitel über die Arbeiterinnenbewegung Namen wie für die erste Kammer, von einer andren Firma weggefchnappt die einer Klara Zetkin, Emma Ihrer und andrer unerwähnt läßt?" Landtags- Abgeordneter v. Leipziger( f.) 8045, Landtags- Abgeordneter worden ist. Angesichts der schon seit etlichen Jahren infolge einer Demgegenüber verweise ich auf die Seiten 434, 452 und 457, wo Dr. Barth( frs. Vg.) 6644 und Rohrlack( Soc.) 2048 Stimmen. von der Kammer der Regierung empfehlend überwiesenen Petition ich die beiden genannten Genoffinnen teils in ihren Schriften citiere, Im Jahre 1898 fiegte in der Stichwahl der Kandidat der geübten Bragis, behördliche Arbeiten mur in tariftreuen teils ihrer Thätigkeit als Leiterinnen der Zeitschriften Die Freisimmigen Vereinigung mit 8713 Stimmen gegen den konservativen Druckereien herstellen zu lassen, die auch von den städtischen Arbeiterin" resp.„ Die Gleichheit" gedenke. Zusammenfassend Kandidaten, auf welchen 7829 Stimmen entfielen. Behörden acceptiert wurde, und angesichts des geschlossenen Ein- gebe ich mein Urteil über die focialdemokratischen Agitatotretens der Gehilfenschaft für den neuen Tarif wird ja Herr rinnen, Aus der Frauenbewegung. Berichtigung. die ich ebenso wenig alle einzeln aufzählen konnte, Dr. Knittel es sich noch überlegen müssen, ob er es auf einen Kampf wie ich die bürgerlichen Rednerinnen aufgezählt habe, ab, indem wird aukommen lassen. ich von ihrem oft von wahrhaft apostolischer Begeisterung für ihre 3 * 7893 Stimmen. Die Ergebnisse aus 40 Wahlbezirken stehen noch aus. In der Reichstags- Ersatzwahl am 20. Dezember erhielten Zugentgleisung. Köln, 30. Dezember.( W. T. B.) Heute mittag entgleiste Für die bereits über Tarif bezahlten Gehilfen foll gleichfalls Cache erfüllten Geist" spreche,- ein Lob, das in einem von persön Lehte Nachrichten und Depeschen. eine Lohnerhöhung von 2 M. gefordert werden. Die Regelung des lichem Lob oder Tadel sich sonst gleich fern haltenden Buch doppelt paritätischen Arbeitsnachweises wurde dem Vorstand des Ortsvereins schwer wiegt. Daß ich auch nur etwas annähernd Aehnliches einer überwiesen.-Sonst liegt uns noch eine Nachricht vor aus Husum, bürgerlichen Agitatorin gegenüber aussprach, ist schon deshalb auswo die Löhne um 1 M. und 1,50 M. erhöht werden und außerdem geschlossen, weil niemand neben der in ihren Grenzen anzuerkennenden zwischen Wissen und Betzdorf der Schnellzug 81 Gießen Köln. in einer Druckerei eine Verkürzung der Arbeitszeit zu stande kommt. Berechtigung der bürgerlichen Frauenbewegung ihre Unzulänglichkeit, Der Materialschaden ist anscheinend bedeutend. Personen find nicht Wegen des Solinger Scherenschleifert Streiks fand am ihr halbes Wesen und ihr mutlojes Verhalten schärfer fritisiert hat verlegt. Sonnabend unter dem Vorsiz des Landrats Dr. Lukas eine Kon- als ich in meinem Buche. In allem übrigen liegt die größte BeKrefeld, 30. Dezember.( B. H.) Im Walde bei Kevelaer wurde ferenz statt, an welcher außer je drei Delegierten der Arbeitgeber deutung gerade der in der Partei hervorragend thätigen Frauen auf und Arbeinehmer die Vorsitzenden des Centralkomitees der Arbeiter politischem Gebiet, das ich in meinem Buche nur insoweit streifte, der Jagdaufseher Thielen mit durchschnittenem und des Fabrikantenvereins teilnahmen. als es zum allgemeinen Verständnis nötig war, während seine ein- alfe aufgefunden. Zwei Wilderer wurden als der That vergehende Darstellung, wie ich es schon in meiner Vorrede aus- dächtig verhaftet. gesprochen habe, dem folgenden Bande vorbehalten bleibt. Lily Braun. Sociales. Die Zahl der jugendlichen Fabrikarbeiter in Deutschland hat sich nach den Mitteilungen der Vierteljahrshefte zur Reichsstatistit von 1899 zu 1900 bedeutend vermehrt. Sie wuchs in diesem Jahre Derlammlungen. Internationale Konferenz. Brüffel, 30. Dezember.( S. P. V.) Das internationale focialistische Bureau hat seine erste Sigung heute vormittag im Voltshause in Brüssel unter dem Vorsige von Eine Protest- Versammlung der Steinseher, einberufen von Vandervelde abgehalten. Vertreten waren: England, Frankvon 295 145 auf 334 847, alſo um fast 40 000 oder beinahe 14 Proz. den Gesellenausschüssen der Innungen in Berlin, Steglitz, Potsdam reich, Deutschland, Holland, Polen, Vereinigte Staaten von NordDabei hat sich auch die Zahl der unglücklichen Kinder in noch weit und Eberswalde, tagte am Sonntag im Nümannschen Lotale. Die- amerita, Belgien und die Republik Argentinien. Ihre Zustimmung stärkerem Maße vermehrt, die dank der Mangelhaftigkeit der Ge- felbe war von ca. 500 Mann besucht; angesichts der vollständigen sandten: Italien, Dänemart, Destreich, Spanien. Der folgende werbe- Ordnung und dank der in einigen Teilen Deutschlands noch und schon seit Mitte November anhaltenden Arbeitslosigkeit eine Antrag, von Ka utsty gestellt, wurde einstimmig angenommen: bestehenden ungenügenden Schulpflicht schon vor dem 14. Lebens jahre in das Joch der Fabrikarbeit gespannt werden. Solcher Kinder stattliche Zahl. Es handelte sich, wie der Berliner Gesellenausschuß Das socialistische internationale Bureau protestiert gegen die Gerjahre in das Joch der Fabrikarbeit gespannt werden. Solcher Kinder berichtete, in der Hauptsache darum, daß die Berliner Junung be- manisierung Preußisch- Polens und gegen die barbarischen Thaten gab es im Jahre 1899 7408 und im Jahre 1900 9347, so daß ihre schlossen hat, den Minimalſtundenlohn von 75 auf 70 Pf. herabzufeßen der Engländer in Transvaal. Bahl sich um fast 25 Broz. vermehrte. In solchem Maße hat sich die Zahl der Fabritarbeiter im und die Klassenlöhne wieder einzuführen. Weiter soll auch das Fahrgeld innerhalb des Rayons der Stadt- und Ringbahn- pro Tag 15 Pf.allgemeinen nicht entfernt vermehrt. nicht mehr gezahlt werden. Die übrigen Jnnungen haben sich, soweit sie im zweimeiligen Umkreise um Berlin in Frage kommen, Charkow, 30. Dezember.( B. H.) Auf der Katharinenbahn diesem Beschluß angeschlossen. Seitens der Steinfeger waren neue ist ein scheußliches Verbrechen verübt worden. In einem Forderungen nicht gestellt, sondern nur die Verlängerung des jetzt Wagenzuge fuhr ein Staffenbeamter, der 30 000 Rubel mit sich führte. Für die Folge von den zur Kapitalanlage verfügbaren Beständen gültigen Tarifs bis zum 31. März 1904 beantragt worden. Auf einer Umsteige- Station stieg derfelbe zu seiner Zerstreuung auf bis zu 1/3 derselben, jedoch nicht über 750 000 m. jährlich, als Dar- Seitens der vereinigten Gesellenausschüsse wurde eine Protest- die Lokomotive und blieb alsdann verschwunden. Alle Nachforschungen lehen zum Bau von Arbeiterwohnungen bereitzustellen, und von der resolution empfohlen, welche zur einstimmigen Annahme gelangte. blieben erfolglos; schließlich fand man beim umrühren der zu diesem Zwecke auszuwerfenden Summe bis zu 2/3 den gemein- In derselben protestierten die Versammelten gegen das arbeiterfeind- Kohlen in der Lokomotivheizung ein Stück von einer nüßigen Baubereinen zuzuwenden, den Rest zum Zwecke des Baues liche und volkswirtschaftlichschädliche Treiben einer Anzahl Mitglieder menschlichen Ferse. Der Maschinist und der Heizer von Wohnhäusern einzelner Arbeiter bereitzustellen. Bei der Ge- der Berliner Steinfeger- Junung. Insbesondere protestierten sie gegen die hatten den Sassenbeamten beraubt und ihn dann lebend währung von Darlehen für Arbeiterwohnungen regelmäßig an einer geplante direkte Lohn herabsegung. Die Versammlung erklärte in die Lokomotivheizung geworfen und verbrannt. Berantwortlicher Redacteur: Carl Zeid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glode in Berlin. Drud und Verlag von Max Bading in BerlinSierzu 2 Beilagen n. Unterhaltungsblatt. Ueber die Begebung von Darlehen zum Wohnungsbau hat der Vorstand der Versicherungsanstalt Hessen Nassau beschlossen: Schenkliches Verbrechen. Nr. 304. 18. Jabrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt, Dienstag, 31. Dezember 1901. Momentbilder and der Berliner Arbeiterbewegung des Jahres 1901. Das vollendete Jahr 1901 brachte dem Proletariate GroßBerlins wiederum schwere Kämpfe und harte Prüfungen in verschiedentlicher Gestalt, doch als Lohn auch manchen Erfolg, der Kunde von den Fortschritten unsrer Bewegung gab. Als Marksteine in der Jahresgeschichte seien hier kurz einige Daten angeführt. Eingeleitet wurde das neue Jahr gleich mit einem traurigen Ereignisse. Am ersten Januar Im Monat Juli nahmen die Kämpfe in der Gewerkschaftsbewegung ihren Fortgang. Daneben brachte der 2. dem Genossen Kalisti eine gerichtliche Verurteilung zu 50 M. Geldstrafe wegen Beleidigung. Am 5. hatte sich der Maurer Rippler wegen thätlicher Be leidigung von Streitbrechern vor Gericht zu verantworten. Das Gericht erkannte auf 2 Monate Gefängnis. durch sein energisches Auftreten, daß die Liquidatoren nach einer langwierigen Debatte eingestanden, unter den Debitoren sei ein Arealtonto Niefa geführt worden. Rechtsanwalt Beltasohn äußerte sein Befremden darüber, das unter Aufgabe des Regreßanspruches die Liquidatoren mit Generalfouful v. Rosenkranz einen Vergleich geschlossen haben. Rechtsanwalt Dr. Pleißner teilte mit, v. Rosenkranz sei unpfändbar. Schloß Schönbach gehörte der Mutter des General Die Agitation für die bevorstehenden Stadtverordneten tonfuls, die es fürsorglich unter Umgehung des Sohnes den Wahlen wurde am 10. im 6. Reichstags- Wahlkreise durch fünf Kindern desselben vermacht habe. Die Forderung der Voltsversammlungen eingeleitet. Bant betrüge 431 000 m., v. Rosenkranz habe 219 000 m. freis Am 18. fand wieder ein Beleidigungsprozeß statt. 8wei Steinwillig hergegeben und den Rest der Forderung bestritten. Die träger wurden zu je einer Woche Gefängnis verurteilt. Liquidatoren hätten sich mit den 219 000. als abgefunden erklärt. Der Monat Bürgermeister Klöhers Schulden erreichten eine Höhe von 237 000 m. Hiervon habe man 66 000 M. aufgegeben. Der Rest sei durch Depots, Hypotheken, Forderungen( allerdings zweifelhafter Natur) gedeckt, 53 000 W. hätten die Verwandten aufgebracht.( Herr im Vorjahre, wie man uns mitteilt. Die Ned.) Klößer hat jekt noch ein Einkommen von 18 000 m. gegen 80 000 m. 3 Anguft wurde der am 28. Dezember v. J. verstorbene Genosse des vierten Wahlkreises( Often) August Fint von seinen treuen Mitkämpfern nach dem Auferstehungs- Kirchhofe in Weißensee zu Grabe geleitet. Das parlamentarische Leben wurde nach kurzer Unter- nahm in seiner ersten Hälfte einen stillen Verlauf, die zweite Hälfte brechung am 8. d. M. wieder aufgenommen, indem an diesem Tage Gestaltete sich etwas lebhafter. So trat am 18. die reistonferenz für den Wahlkreis Reichstag wie Landtag wieder eröffnet wurden. Allgemach waltete Beestow: auch die Juftig wieder ihres Amtes. Wegen Beleidigung eines großeltow Beesto w Storfow- Charlottenburg bei Obst in Schöne zu ihren Beratungen zusammen. herzoglich mecklenburgischen Polizisten durch die Presse angeklagt, berg zu ihren Beratungen zusammen. wurde am 12. d. M. der Redacteur Paul John( Vorwärts") zu gelegtes Vergehen gegen§ 153 der Gewerbe- Ordnung mit einem Am 19. wurde an dem Genossen Stoltnow ein ihm zur Last 4 Monaten Gefängnis verurteilt und am 17. d. M. der Tischler Tage Gefängnis gerichtlich geahndet. geselle Köhler wegen Streitvergehen( Nötigung", wie die Anflage besagte) mit 50 M. Geldstrafe belegt. Der 22. brachte Parteiveriammlungen in allen sechs Die 10. Wiederkehr ihres Gründungstages feierte die Arbeiter- Berliner Reichstags- Wahlkreisen, berufen zur Stellungnahme zur Die 10. Wiederkehr ihres Gründungstages feierte die Arbeiter bevorstehenden Brandenburger Parteikonferenz und zum Partei Bildungsschule am 19. d. M. in treuem Gedenken an den Stifter und Förderer derfelben, Wilhelm Liebknecht, im tage in Lübeck( 22. September) sowie zur Wahl von Delegierten Böhmischen Brauhause. und Stellung von Anträgen zu beiden. Das erste größere Ereignis auf gewerkschaftlichem Gebiete war und zwar für Brandenburg- 23est havelland in Rathenow Zwei weitere reistonferenzen traten am 25. zusammen die Konferenz der in Konsumvereinen beschäftigten Lager- und die für den Wahlkreis Ober- Barnim in Eberswalde. An halter und Lagerhalterinnen der Proving Brandenburg, welche am bemfelben Tage wurde der Lebensthätigkeit einer braven Partei20. d. M. im Gewerkschaftshause zusammentrat. Am 21. d. M. folgte dieser eine von dem Deutschen Metall- genossin, der Frau 2uise Rante, Borkämpferin in der Textil arbeiter- Verbande ebenfalls nach dem Gewerkschaftshause einberufene branche und Mitglied der Frauen- Agitationskommission, durch den Versammlung arbeitslofer Metallarbeiter. Tod ein Ziel gesetzt. An dem gleichen Tage starb im Krankenhause am Urban ein alter Parteigenoffe, der Schankwirt und frühere Cigarrenarbeiter Karl Schon heim. Die am 22. d. M. bei Keller( Noppenstraße) abgehaltene Bolts versammlung galt vornehmlich den Zwecken der Frauen agitation. In derselben sprach Frau Klara Bettin Stuttgart über das Thema: Was fordern die Mütter und Frauen von der Gemeinde?" " Den gleichen Zweden diente im Monat Februar 9 die Volksversammlung, welche am 6. in Nigdorf abgehalten wurde, in welcher Genossin Steinbach- Hamburg über Socialreform und Brotwucher referierte. Die Beleidigung eines Gutsbesitzers durch die Presse wurde am 11. an dem Redacteur des Vorwärts" Hugo Pötzsch durch eine Geldstrafe von 30 M. geahndet. Eine große Protesikundgebung gegen die geplante Erhöhung der Getreidezölle wurde am 18. durch gleichzeitige Abhaltung von 26 Volksversammlungen in Berlin und der Umgegend veranstaltet. An demselben Tage fand in Lichtenberg Gemeindevertreter Der 16. brachte dem Redacteur Hornidel( Reues Leben") eine Geldstrafe in Höhe von 100 m. wegen Beamtenbeleidigungs. Den Reigen der Ereignisse im Monat Wahl statt. März eröffnete gleichfalls eine gerichtliche Verurteilung wegen Beamtens beleidigung. Diesmal war es Genoffe Litfin, welcher am 6. wegen Beleidigung eines föniglich preußischen Gendarmen mit einer Geldstrafe in Höhe von 30 M. belegt wurde. Der versuchten Nötigung angeklagt, wurde am 27. der Genosse Boransti zu einer Woche Gefängnis verurteilt. Wegen Beleidigung eines Streifbrechers wurden am 29. zwei Frevelthat erhielt durch Verhängung einer Geldstrafe von je 15 M. Schuhmacher gerichtlich zur Verantwortung gezogen. Die ihre Sühne. Am 31. tagte in Rummelsburg die Kreistonferena für Nieder Barnim. Der Monat September setzte am 1. ein mit den üblichen Lasalle Feiern sowie mit einer Gedenkfeier für die verstorbenen Vorfämpfer, veranstaltet vom Socialdemokratischen Wahlverein in Rigdorf. Bantier Martie wig- Berlin: Am 12. Juli hat uns auf der hatte. Er that damals so, als ob er v. Rosenkranz regreßpflichtig Generalversammlung der Liquidator Dr. Getz nicht gesagt, daß er bereits einen Vergleich mit Generaltonful v. Rosenkrantz abgeschlossen machen wolle. Er hat uns einfach an der Nase herumgeführt. Dr. Get hielt hierauf eine längere Rede, in der er aber nicht auf diese Beschuldigung einging. Zum Schluß sagte er, wenn er gewußt hätte, wie es mit der Kreditanstalt stehe, wäre er nicht so dumm gewesen, einzutreten. Man solle ihm doch das Gehalt auszahlen und ihn absetzen. So schön sei die Stelle nicht. zweijähriger Kündigung angestellt. Eine Dummheit, bei der man Ein alter Herr erwiderte, Herr Dr. Getz sei mit 24 000 m. und 48 000 m. verdiene, sei entschuldbar.( Stürmische Heiterkeit.) Auf eine Anfrage teilte Dr. Pleßner mit, die Liquidation könne noch 2 bis 3 Jahre dauern. Zum Bericht der Revisionskommission bemerkt Kaufmann Bossomaier- Radebeul folgendes: Soeben erfahre ich, daß Herr Komm. Rat Horn den frag lichen Mut besaß, hier zu erscheinen, hier unter uns, die er durch feine Leichtfertigkeit um einen großen Teil ihres Gutes gebracht hat. die Direttoren und Aufsichtsräte juristisch zur Verantwortung gezogen Die Hauptfrage, um die es sich dreht, ist und bleibt: Können werden?" Ich glaube mit" ja" antworten zu können und zwar auf Grund folgender gesetzlicher Bestimmungen:§ 314 des Handelsgesetzbuches lautet: Wenn der Vorstand wissentlich in seinen Darstellungen, in seinen Uebersichten über den Vermögensstand der Gesellschaft oder in den in der Generalversammlung gehaltenen darstellen oder verschleiern, werden sie mit Gefängnis bis Vorträgen den Stand der Verhältnisse der Gesellschaft unwahr zu einem Jahre und zugleich mit Geldstrafe bis aut 20 000 2. bestraft." Das Gespenst der Arbeitslosigteit trat am 3. offens fundig in die Erscheinung in Gestalt einer bei Keller in der Koppen versammlung vom 4. April d. J. beigewohnt haben, werden sich Nun, meine Herren, alle diejenigen, welche der Generalstraße stattgehabten Verfammlung arbeitsloser, in der Metallwohl noch lebhaft erinnern, wie Direktor Horn und v. Rosenkranz, industrie sonst beschäftigt gewesener Arbeiter und Arbeiterinnen. Borfizender des damaligen Aufsichtsrats, alle aufgeworfenen Bedenken Die Provinzialfonferenz für die Provinz Branden mit hochtönenden Redensarten widerlegten, die sogenannten Nörgler burg hielt am 8. im Gewerkschaftshause ihre Tagung ab. des Verbandes der Töpfer Deutschlands, ebenfalls im Gewerk- würden und besonders die ihnen dadurch entstehenden hohen Kosten The folgte am 15. diejenige des Gautages des ersten Gaues einzuschüchtern suchten, indem sie dieselben für alle Nachteile, die ihr Verhalten der Gesellschaft bringen könnte, regreßpflichtig machen schaftshause. Die am 17. ftattgefundene Erfazwahl zur Gemeindevertretung hervorhoben. Folgende Antworten Horns fallen unter den angeführten§ 314: in Treptow Baumschulenweg hatte als Ergebnis eine Stichwahl zwischen Socialdemokraten und Konservative. Auf die Frage: Wer sind die Banken und Bankiers, die uns Deutsche Bank für gut?" schulden?" antwortete Horn wörtlich: Nin, Sie halten doch die Am 20. war eine Protesttundgebung von Frauen gegen die Verteuerung von Milch und Fleisch durch die agrarischen Hungerkünstler. In der betreffenden Volksversamma ist, daß die Deutsche Bant der Kreditanstalt nichts Hierüber herrschte doch kein Zweifel, aber worauf es ankommt, lung, die im Kolberger Salon abgehalten wurde, war Genoffin fchuldete. Horn hat also die Bhrafe nur angewendet, damit die Martha Tiez Referentin. Der 22. ist der auch für Berlin wichtige Tag, an welchem der Fragesteller beruhigt werden. Er hat aber eine wissentliche unwahrs Am 10. traten zwei gewertschaftliche Konferenzen Parteitag in Lübeck mit der Abhaltung einer Delegierten- fchleiern. heit behauptet, um die Verhältnisse der Gesellschaft zu verin Berlin zusammen: eine Konferenz der durch Vertrauensmänner verfammlung feine Thätigkeit eröffnete. centralisierten 8immerer Deutschlands, sowie eine Konferenz Am 23. trat wieder in Berlin ein Ge wertschaftstongreß sämmtlicher Bahlstellen des Centralverbandes der Maurer der zu seinen Beratungen zusammen. Es war dies der 5. Kongreß der Provinz Brandenburg( Gewerkschaftshaus). durch Vertrauensmänner centralifierten Gewerkschaften Am 16. schied ein braver Parteigenosse, der Zimmerer August Deutschlands. Die Verhandlungen fanden in den Armin- Hallen statt. Gruse, aus dieser schönen Welt. Die Beerdigung erfolgte am Der Lübecker Parteitag gab dem Parteigenoffen Dr. Victor 20. auf dem Friedhofe der Bartholomäus- Gemeinde bei Faltenberg. Adler Wien Gelegenheit, am 30. im 6. Wahlkreise vor einer im Wegen Richterbeleidigung hatte sich ferner am 16. Genoffe Gisteller tagenden Voltsversammlung über die SocialdemoLiesniowsti vor einem hohen Gerichtshofe zu verantworten. tratie Oestreichs zu sprechen. Das Verdikt lautete: 300 M. Geldstrafe. ( Schluß folgt.) Der 18. brachte die März feier in der üblichen Weise. Am gleichen Tage fand in Lichtenberg die Ersatzwahl zur Ge meindevertretung statt, während in Berlin die Aussperrung der Fabrikschuhmacher ihren Anfang nahm. Dem§ 153 der Gewerbe- Ordnung fielen am 26. der Maurer Kraustopf und der Schlosser v. Brüsin sti zum Opfer. Beide wurden zu 3 Monaten Gefängnis verurteilt. Der Monat April erivies fich im allgemeinen als still und ruhig. Der 7. und 8. brachte das Osterfest; nachdem find nur zwei Ereignisse von Bedeutung zu verzeichnen: Am 21. trat eine Konferenz der Schneider in Berlin zusammen und am 23. tagte bei Steller in der Koppenstraße eine Volksversammlung, in welcher Frau Klara Bettin( Stuttgart) Vortrag über:" Die Frauen in der russischen revolutionären und Arbeiterbewegung" hielt. Der erste Mai, Ein Beitrag zur Kriminalgeschichte des Bankwesens. antwortete Horn wörtlich:" Diese Außenstände sind sicher gedeckt, so, Auf die Frage: Wie es mit den gedeckten Gläubigern stände?" daß selbst, wenn die Kurse auf dem Berliner Kurs ettel noch um 100 Prozent auridgingen, was doch nicht zu erwarten ist, sind diese sicher gestellt." versammlung reden, wo er gesetzlich verpflichtet war, nur die Wie konnte da horn von so sicherer Deckung in der Gläubigerwahren Verhältnisse den Aktionären zu unterbreiten. Noch am 29. Mai 1901 schrieb die Kreditanstalt an einen Aktionär u. a. folgendes: Was nun die Kreditanstalt anbetrifft, so hat dieselbe in vorfichtiger Weise in ihrer letzten Bilanz auf ihren Aktienbesitz an der Gesellschaft Kummer, von dem übrigens schon ein erheblicher Teil abgestoßen worden ist, einen sehr großen Betrag zurückgestellt. Dies schließt aus, daß der inzwischen eingetretene weitere Dresden, 28. Dezember. Die Generalversammlung der Dresdner Kreditanstalt großen Einfluß ausübenden Verlust bringen könnte, daß der Ricka Rückgang der Kummer- Aktien ihr einen auf den Jahresertrag so für Handel und Industrie in Liq., die heute im großen gang ihrer schon ohnehin niedrig notierten Aktien gerechtfertigt Börsensaale von nachmittags 3 Uhr bis 1/210 Uhr abends tagte, erscheine, umsoweniger, als die Geschäfte der Bank, wie in der letzten förderte eine Menge nenes und überraschendes Material über die Generalversammlung angeführt wurde, sich gut und normal ent leichtfertige Geschäftsleitung der Baufdirektoren zu Tage. Ueber die wickelt haben und das Justitut außer feinen großen Reserven noch finanzielle Lage der Bant fonnte nichts Neues vorgebracht werden. einen Dividenden- Refervefonds von 1 200 000 m. befigt, aus wel Die Aktionäre wissen seit langem, daß nicht 19, sondern 60 Millionen chem bis 71/2 Proz. Dividende zum Gewinn zuzuzahlen sind." einschließlich der Bankrotte der Tochtergesellschaften verloren worden sind und daß im besten Falle 12 Broz. des Aktienkapitals erhalten bleiben werden. Dabei ist ins Auge zu faffen, daß die Liquidation bisher so flott ging, weil der Bestand an guten Effekten abgefeßt wurde. Der Verkauf der restierenden Papiere dürfte aber mehr Schwierigkeiten bereiten. Achi Tage später trat der Ruin der Bank ein. standes haben bei ihrer Geschäftsführung die Sorgfalt eines ordent § 241 des Handelsgesetzbuchs lautet: Die Mitglieder des Vorlichen Geschäftsmannes anzuwenden. Mitglieder, die ihre Obe liegenheiten verletzen, haften der Gesellschaft als Gesamtschuldner fülr den daraus entstehenden Schaden." " = welcher auf einen Mittwoch fiel, brachte die Maifeier der Arbeiter; awischen der Revisionskommission und dem Bankdirettor Komm. Nat die Warnungen der Aufsichtsrats- Mitglieder und Revisionsmitglieder Den Höhepunkt der Verhandlung bildete die Auseinandersetzung Dieses war nicht nur nicht der Fall, sondern es wurden sogar welche vielfache Aussperrungen zur Folge hatte. Der Monat Mai brachte fernerhin verschiedene Nachspiele zum Menz verfaßten und gedruckten Revisionsbericht, worin es hieß. 25. April 1899 wurde bereits darauf hingewiesen, daß es wünschensHorn. Sehr im Gegensatz zu dem vom Geh. Komm. Rat einfach ignoriert. Im Revisionskommissions Protokoll vom Ausstande der Fabrikschuhmacher. Im Laufe des Monats daß Horn nur zu optimistisch gehandelt, sich aber feiner strafbaren wert sei, den Kredit thunlichst zu moderieren, nament wurden nämlich nicht weniger als 62 Strafmandate erlassen mit einer Gesamt- Straffumme in Höhe von 1644 M. Außerdem erfolgten Handlung schuldig gemacht habe, gingen die mündlichen Revisions lich bezüglich der Kummer- Werke, die damals 3 800 000 gerichtliche Verurteilungen wegen Verstoßes gegen§ 158 der Gewerbe- berichte ber beiden andren Revisoren, der Herren Boffomaier schuldeten, und der Rizzi- Brauerei, die 1 900 000 m. entlichen hatte. von denen drei mit insgesamt und Heyfing geradezu darauf hinaus, daß Komm.- Rat Horn Nach Ausweis der Kreditliste der Kummer- Werke waren nur 44 Tagen Gefängnis, eine mit 25 M. und vier andre mit zusammen unbedingt gerichtlich zur Verantwortung gezogen werden müsse. 2 400 000 W. Deckung in Effekten vorhanden, wovon jedoch nur die Namentlich großen Eindruck machten die mit vielem Temperament Mäntel hinterlegt worden. 65 M. Geldstrafe belegt wurden. Am 22. wurde sodann Genosse Paul Jahn wegen Beleidigung als zum sprachlosen Erstaunen der Aktionäre Komm.- Rat Horn 8 762 000 M., ohne ich fage ohne die Tochtergesellschaften. vorgetragenen Ausführungen Boffomaiers. Sie wirkten um so mehr Heute stehen wir vor einer Schuld der Kummer- Werke von des Bürgermeisters in Finsterwalde in der Revisionsinstanz zu persönlich erschienen war. 14 Tagen Gefängnis verurteilt. Kann da von der Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes die Herr Bossomaier schleuderte seine Staatsanwaltsrede dem Stede sein, wenn die Warnungen der Mitarbeiter in Zu Pfingsten, 26.- 27., brach der Streit der Barbiergehilfen aus. Der Streit zeitigte die fliegenden Barbierstuben in Schant- Angeklagten, der nur wenige Schritte von ihm entfernt saß und so unverantwortlicher Weise mißachtet werden? Totalen. Unterm 16. Juni 1900, Seite 9, heißt es im Protokoll der zur Schau trug, unerschrocken direkt ins Gesicht. Alle Anwesenden Aufsichtsratssitzung: Bezüglich des großen Debetsaldos von Der Monat hatten sich von ihren Sigen erhoben und umstanden Ankläger nud 8 350 000 W. Der Glektricitäts- Gesellschaft Kummer wird hingewiesen, Angeklagten. Als Komni.- Rat Horn einmal das Wort„ Lügen" einerseits auf die vorhandenen bedeutenden Deckungen, welche eine brachte eine Reihe von Lohnbewegungen und sonstige gewerkschaft- dazwischenwarf, entstand eine solche Entrüstung, daß zu Hand- Gefährdung nicht befürchten lassen, audrerseits auf die von der Gesellliche Kämpfe. greiflichkeiten anscheinend nicht mehr viel fehlte. Die Generalversamms fchaft zugesagte äußerste Beschränkung in der Ausnutzung weiteren Der 13. ist ein Gedenktag von eigenartiger Bedeutung. An lung beschloß einstimmig, die wuchtige Bossomaiersche Rede im Steno- Kredits. Die Höhe des Saldos erscheint außer Verhältnis zum eigenen diesem Tage fand in Lichtenberg die Wahl der Abgeordneten zum gramm drucken zu lassen. Kapital der Kreditanstalt und es wird deshalb im Einverständnis mit der Während des Niederbarnimer Kreistage statt; es wurde Oswald Grauer als weiteren Verlaufes der Verhandlung saß Summer- Gesellschaft auf thunlichste Abminderung des Saldos hinSocialdemokrat in den Kreistag delegiert. An demselben Komm.- Rat Horn allein und unbeachtet auf seinem Blaze da. gearbeitet werden." Tage faßte die Berliner Gewerkschaftskommission einen bemerkens- Doch nicht von allen wurde er gemieden. Wie erfolgte die Abminderung des Saldos? Trotzdem Kom. werten Beschluß. Sie verhängte nämlich den Boykott über die beugungen näherte sich ihm der wegen Bestechlichkeit von den Nat Horn die trostlose Lage der Kummerwerke und Tochter- GesellFabrikate derjenigen Rautabat Fabrikanten in Nordhausen, Dresdner Nachrichten" angeblich entlassene Handelsredacteur und schaften kannte, beglückte er seine Mitbürger durch die Herausgabe welche ihren Arbeitern die Koalitionsfreiheit illusorisch zu machen hielt den schiefen Blicken der Nachbarschaft trozend tapfer in seiner von 2/2 Millionen sprog. Obligationen, die zum großen Teil vera Nähe aus. loren sein werden. Die Kreditanstalt hat dadurch keinen Vorteil gea Am 18. tagte schließlich im 1. Reichstags- Wahlkreise( Armin habt, indem der Saldo von 8 300 000. am 16. Juni 1900 auf Hallen) eine Volksversammlung, in welcher die Genossin Frau Jm einzelnen gestaltete sich der Verlauf der Versamnilung wie 8 762 000 m. stieg, ohne die Verluste der unterm 4. April 1901 Dr. Rosa Luxemburg über Weltpolitik und die Arbeiterklasse" folgt: Den Borfiz führte Rittmeister a. D. Groß. Gleich zu Be übernommenen, schwer zu verwertenden Aftien im Betrage von Vortrag hielt. ginn der Sigung erawang Rechtsanwalt Beltasohn Leipzig 2 500 000 m. der Deutschen Kabelwerke, Pöge, Baschen und Dan unternommen hatten. Junt " Unter vielen Ver ziger Elektrische Straßenbahn. Somit hat die am 16. Juni 1900 beschlossene Abminderung des Kredits nicht stattgefunden, im Gegenteil, er wurde trotzdem erheblich erhöht. Ist dies die Sorgfalt eines ordentlichen Geschäftsmannes? wort. Also, meine Herren, am 22. Mai schaffte er langsam seine Depots weg, ließ aber ruhig bis 4. Juni für Rechnung des Kursregulierungs- Contos die Aktien auf taufen. Diese infame Handlungsweise bedarf keines weiteren Kommentars. Ferner fand ich im Protokoll der Aufsichtsratssißung vom 5. März 1901 folgende Bemerkung: Geh. Kom.- Rat Henschtel giebt Daß Böswilligkeit seitens Horns und Konsorten vorliegt, glaube die Erklärung ab, daß er seit seinem Eintritt vor dem Engagement ich nicht, aber Fahrlässigkeit" im wahren Sinne des Wortes. Für Kummer gewarnt habe. Horn ließe sich als Entschuldigung, wenn dieses als Entschuldigung In der Aufsichtsratsfizung vom 25. Januar 1900 wurde die gelten kann, anführen, sein in seinen Streifen schon längst Anstoß er Direktion ausdrücklich ersucht, die Kredite der Aktiengesellschaft für regender leichtfertiger Lebenswandel und sein Größenwahn, der mit elektrische Anlagen und Bahnen, der zur Beit 1443 000 m. betrugen, Größenwahnsinn wohl treffender bezeichnet wird. Sorgen wir des nicht zu erhöhen. Heute schuldet diese Gesellschaft 3 080 000 m., halb dafür, daß er wenigstens in eine Heilanstalt gebracht wird, womit will die Direktion diese Erhöhung um 110 Broz. begründen? damit er nicht noch größeres Unheil anstiften kann als es bereits Nun müssen wir berüdsichtigen, daß Geh. Kom.- Rat ens chtel geschehen. im Dezember 1899 als Aufsichtsrats- Mitglied gewählt wurde, also Nachdem noch der dritte Revisor Kaufmann Heysing seinen feit Anfang des Jahres 1900 thätig gewesen ist, Horn fann sich Bericht erstattet hatte, versuchten die Hornschen Anwälte die Besomit nicht mit der Ausrede decken, ich habe im Einverständnis mit schuldigungen zu widerlegen. Sie vermochten aber nicht zu über dem Aufsichtsrat gehandelt". In den Aufsichtsratsatten stehen bisher zeugen. nur die Beschlüsse und nicht die Debatten. Aber die hier auf- Schließlich genehmigte die Generalversammlung, daß auf den geführten vier Fälle beweisen hinlänglich, daß wohl öfters" Be- Regreßanspruch in den folgenden Fällen zu verzichten sei, wenn die denken" laut geworden sind bezüglich der in gar keinem Verhältnis betreffenden Aufsichtsräte zahlten: Borkowski 75 000 M., zu den Mitteln der Kreditanstalt gegebenen Kredite an Kummer Geh. Rat Henschtel 25 000 m. und Justizrat Gerlach( Erben) und Konsorten. Wo bleibt die Sorgfalt des ordentlichen Geschäfts- 25 000 m. Der Regreßanspruch auf das Hornsche Vermögen muß unterNun, meine Herren, will ich Ihnen zur richtigen Beleuchtung des bleiben, weil Komm- Rat Horn angeblich nichts besigt. Im letzten Charakters Horns das von ihm im April 1901 errichtete Kurs- Jahre betrug sein Einkommen 150 000 m. regulierungs- Conto näher vorführen. Weshelb dieses Conto eingeführt wurde, ist mir nicht erklärlich, da bereits zum Auffauf der Sreditattien ein Konsortium bestand. Bei Einführung des Kurs regulirungs- Contos wurde den Beteiligten folgende Verpflichtung auferlegt:" Die anwesenden Herren verpflichten sich auf Ehrenwort, über die Verhandlungen und Geschäfte, welche ihnen seitens der Direttion mitgeteilt werden, oder sonst zu ihrer Kenntnis gelangen, absolutes Stillschweigen zu beachten und auf keine nur irgend geartete Weise zu Privat operationen zu benußen. Und wie hat Horn sein Ehrenwort gehalten? mannes? Als er den unvermeidlichen Niedergang fah, schaffte er aus seinem Depot u. a. am 22. Mai ab für 35 000 m. Kreditaftien an die Deutschen Wechselstuben in Berlin, doch jedenfalls zum Verkaufe, worüber mir allerdings die Beweise fehlen, da die betreffende Bank alle Anfragen unbeantwortet ließ. Keine Antwort ist auch eine AntFür den Inhalt der Juserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Theater. Dienstag, 31. Dezember. Opernhaus. fang 7 Uhr. Fra Diavolo. An Briefkasten der Redaktion. tag und Freitag von 7-9 1hr abends statt. Die juristische Sprechstunde findet am Dienstag, Donners: 5. S. Tegel. Eine Sparkassen- Annahmestelle in der Gegend vom Wedding befindet sich bei Ochs, Chausseestr. 9, und bei Just, Müllerstr. 156a. H. P. 36. Sie hätten die Rechnung zu bezahlen. Streitig fönnten nur die Posten Auskaufung, sonstige Ausgaben und Hose sein. Diese sollten Sie sich von Ihrer Schwefter erläutern lassen; was zur standesmäßigen Beerdigung erforderlich war, ist zu zahlen. Der Begriff standesgemäß darf es tein Mittel, das nicht strafbar wäre. Man nennt die Anwendung solcher nicht fleinlich ausgelegt werden. J. 23. 24. 1. und 2. Dafür giebt Mittel Abtreibung. Diese wird mit Zuchthaus und im Mindestfall mit sechs Monaten Gefängnis bedroht. Ueberdies find alle folche Mittel gesundheitsschädliche. 3. Nur, wenn das Statut der Kaffe dies vorschreibt. Belle- Alliance- Theater. Urania. Apollo- Theater. Die Dame aus Trouville. Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Frühlingstage an der Riviera. Invalidenstr. 57/62. Schauspielhaus. Johannisnacht Tägl. Sternwarte. Die Komödie der Jrrungen. Anfang 72 Uhr. = Neues Opern Theater( Kroll). Wilhelm Tell. Anfang 72 Uhr. Schiller. Der Revisor. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Der Biberpelz. Anfang 72 Uhr. Berliner. Alt- Heidelberg. Anfang 71 Uhr. Lessing. Die Wohlthäter. Anfang 71, 1162. Residenz. Lumpacivagabundus,' oder Das liederliche Kleeblatt. An: fang 7 Uhr. Menes. Coralie. Co. Anfang 72 Uhr. Westen. Die Fledermaus. Anfang 72 Uhr. Secessionsbühne. Detlev Lilien crons Buntes Brettl. Airfang 8 Uhr. E. v. Wolzogens Buntes Theater ( Ueberbrettl). Anfang 8 Uhr. Schall und Nauch. Vorstellung vor Sereniffimus. Anf. 81/2 Uhr. Trianon. Geschlossen. Central. Das füße Mädel. Anfang 712 Uhr. Thalia. Die Badepuppe. Anfang 71/2 Uhr. Castans Panopticum Friedrich- Strasse 165. Grosse Weihnachts- Ausstellung Eine Reise ins Schlaraffenland Marionetten- Theater für die Kinderwelt. Central- Theater. Heute Anfang 72 Uhr: Das süsse Mädel. Operette in 3 Att. v. Heinrich Reinhardt. Morgen nachm. 3 Uhr, halbe Preise: Die Fledermaus. Abends 712 Uhr: Das süsse Mädel. Carl Weiss- Theater. Luisen. Schröder u. Co. Anfang Große Frankfurterstr. 132. 8 11hr Größter Operetten- Erfolg! Novität! Am Silvesterabend: Auftreten d. gesamten engagierten Specialitäten und Künstler: Trio Monfroid Kathi Herold Georg Kaiser The Amones Der Kosmograph Willi Walden La Roland Emil Richard Brothers Felsina usw. usw. Um 8 Uhr: König Schwant m. Gesang u. Tanz i. 3 Aften. Hierauf: Ex Er Bariser Lebensbild in 1 Aufzug. Adele Hartwig, Mizzi Birkner, Rosa Marten, Emil Sondermann, Ferd. Worms, Leopold Thurner, Wert meister, Kettner, Olfers, Kahlmez. Anfang 72 Uhr. Cirkus A. Schumann. Heute, Dienstag, den 31. Dezember" Anfang präc. 7% uhr. Ende 10 Uhr. Große außerordentliche Gala: Vorstellung. Letztes Auftreten Aqua. The Burleske in 1 Akt u. 4 Bildern von R. Ehrke. Im 2. Bilde: Die Mönchguter Fischer mit ihrem Originaltanz: Schüttel de Büx. Anfang d. Vorstellung 8 Uhr. Am 1. Januar 1902: Vollständig neues Specialitäten- Programm. Schall und Rauch, Unter den Linden 44. Dienstag, 31. Dezember 1901, Anfang 7 Uhr: Vorstellung vor Serenissimus. Mittwoch, 1. Januar 1902, nachCarl Weiß. Das Jungfernftift. Das Jungfernstift. mittags 4 Uhr: Don Carlos.- Die Anfang 72 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Operette in 4 Atten nach Paul de Stock Der rote Kosat. Anfang 72 Uhr. Belle- Alliance. Die Dame aus Trouville. Hierauf: Er. Anfang 712 Uhr. Casino Theater. Weihnachten. v. Ernest Guinot. Musik v. JeanGilbert. Anfang 7/2 Uhr. Comtesse Marie: Minna Michetti als Gast. Morgen nachmittag 3 Uhr( fleine Breise): Maria Stuart. Abends 72 Uhr: Das Jungfernstift. SonnOrphens. Specialitäten Borstellung. abendnachmittag: Kinder- Vorstellung. Mädchenjäger. Specialitäten. Anfany- 72 Uhr. Anfang 7 Uhr. Metropol.' ne feine Nummer. Specialitäten Vorstellung. Aufang 8 Uhr. S Apollo. Specialitäten Vorstellung. König Aqua. Anfang 7 Uhr. Passage Theater. Specialitäten Aschenbrödel. Metropol- Theater. Heute, den 31. Dezember: Borstelung. Anfang nachmittags Gr. Silvester- Feier 5 Uhr. Passage Panoptikum. täten Borstellung. Speciali Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Palaft. Specialitäten- Borstellung. Großstadtzauber. Anf. 7 Uhr. Urania. Zaubenstr. 48/49.( Im Abends 8 Uhr: Pfingsttage an der Reviera. Zuvatidenstraße 57/62. Täglich: Sternwarte. Theatersaal.) Shiller Theater ( Wallner- Theater). Dienstagabend 7 Uhr: Zum erstenmal: Der Revisor. verbunden mit Tanz- Kränzehen. Präcise 8 Uhr: ' ne feine Nummer! Burlesque Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 1 Vorspiel und 4 Bildern von Julius Freund. Musik von Victor Holländer und Leo Fall. In den Hauptrollen sind beschäftigt: Emil Thomas- Henry Bender Josef Josephi Frid- Frid Weber vor Serenissimus. Abends 82 Uhr: vor Serenissimus. Vorstellung E. von Wolzogens Buntes Theater( Ueberbrett!) Köpnickerstr. 68. Letztes Loïe Fuller. Gastspiel Silvester- Programm. Anfang 712 Uhr. Morgen, 1. Januar: Silvester- Programm- Vorstellung. Gewöhnliche Preise. Anf, 8 Uhr. Passage- Theater. Heute: Grosse Silvester- Feier. Anfang 5 Uhr, Ende i. neuen Jahr. Michel Mayer aus Wien, Der stärkste Mann der Welt Gifford der einbeinige Amerikaner. Das glänzende Festprogramm 16 erstklass. Nummern. der DezemberSpecialitäten. Zum legtenmal: The Louisiana Amazon- Guard genannt: Das schwarze Ueberbrettl. Zum erstenmal auf dem Kontinent. Neu! Phänomenal! Neu! R. R. 100. Ihre Forderung berjährt mit Ablauf des Jahres 1903. E. 2. 127, E. 5. 100, 2. B. Die Kündigung ist gültig. Nieder: 1870. 1. Ja. 2. Polizeipräsidium. 3. Nein. 4. Ja. E. T. 20 M. schönhausen 36. Nur wegen der Strafe, nicht wegen der Kosten ist Fest fetzung einer Freiheitsstrafe zulässig. Wegen der Kosten kann nur gepfändet und eventuell Leistung des Offenbarungseides begehrt werden. Zahlen Sie die 3 Mart als Strafe. 1901. M. Eine Strafverfolgung ist nicht mehr angängig. Sie tönnten lediglich Ihre Schadensersatzforderung im Civilrechtsstreit geltend machen. Hierzu ist aber wegen der Kostenlast und voraus sichtlich erfolglosen Zwangsvollstreckung zu raten, wenn Sie für diesen Prozeß das Armenrecht erwirken. J. 28. An die Polizeiverwaltung in Hamburg. können zur Bahlung des Ihnen zustehenden auffordern. Wenn Sie aber N. B. 74. 1. Die Strafantrags: Frist beträgt 3 Monate. 2. Sie beifügen, daß Sie sonst die Sache strafrechtlich verfolgen würden, so sezen Sie sich selbst einer Strafverfolgung wegen Nötigung oder Erpressung aus. 3. Zwischen 6 und 20 M. für eine Entbindung und 1-2 M. für jeden Besuch einer Hebamme werden als angemessen erachtet. St. O. 36. Es ist ratsam, daß Sie sich direkt an das Patentamt wenden. Dort erhalten Sie nach Möglichkeit Auskunft, ob eine patentfähige Erfindung vorliegt. Hernach wenden Sie sich an die Schuldeputation. M. K. P. 9. Für die Kosten haften die Erben und der Nachlaß.: M. N. 2. Ihr Anspruch ist erloschen. Ein Weiterkleben wäre des: halb zwecklos. W. 21. Ihnen ist zu raten, weiterzufleben. Personen, welche aus einem die Versicherungspflicht begründenden Verhältnis ausscheiden, find befugt, die Versicherung freiwillig fortzusetzen oder zu erneuern. Wer weiterversichern will, flebt aus eignen Mitteln eine Klebemarke in die Quittungskarte ein. Die Fortsetzung der Versicherung ist jedoch nur so reits erloschen ist. Damit das Erlöschen nicht eintritt, müssen bei Verlange möglich, als die Anwartschaft auf eventuelle Rentenbezüge nicht be: ficherungspflichtigen mindestens 20, bei Selbstversicherern mindestens 40 Marken innerhalb je zwei Jahren geklebt sein. Sie hätten 40 Marten in je zwei Jahren zu kleben. M. K. 35. 1. und 2. Nein. 3. Ja. A. F. Für den Fall einer Wiederverheiratung soll im Interesse der Kinder aus der früheren Ehe vor der neuen Heirat eine Auseinandersetzung in Ansehung des Vermögens stattfinden. Die Mutter, welche die zweite Ehe eingehen will, muß diese Absicht der Vormundschaftsbehörde( Amtsgericht) anzeigen, auf ihre Kosten ein Verzeichnis des ihrer Verwaltung unterliegenden Vermögens einreichen und die Auseinandersetzung mit dem Kinde, herbeiführen. Die Vormundschaftsbehörde erteilt dann der Heirats: luftigen ein Beugnis darüber, daß sie die ihr hiernach obliegenden Verpflichtungen erfüllt hat. Ein Beispiel für solchen Antrag finden Sie auf S. 224 Nr. 19 des dem Arbeiterrecht anhängenden Führer durch das Bürgergeschiedene Ehefrau muß das mit Rechtstraftsattest versehene Erkenntnis liche Gesetzbuch. Das Buch liegt in den öffentlichen Lesehallen aus. Eine vorweisen. Ift sie wegen Ehebruchs geschieden, so kann sie nur mit Ges nehmigung des Gerichts den heiraten, deffen Umgang die Trennung herbeiführte. Schöneberg 133. Am 1. Oftober 1904. M. M. 10. Ja. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Heute: Grosse Silvester- Ulk- Soiree. Casino- Theater. Lothringerstr. 37. Heute 8 Uhr: Silvester- Vorstellung. Abschied d. gesamten Artisten- Personals Corradini mit feinen Glanznummern. Weihnachten- Mädchenjäger. Morgen nachmittag 4 Uhr: " Der Nanb der Sabinerinnen." Abends 72 Uhr: Gala- Vorstellung. Orig.- Bycicle- Renu- Truppe Bollständig neues Programm. vom Alhambra Theater in London. Ferner das übrige vorzügliche Programm und Direft. Albert Schumanns neueste Originaldresſuren. Zum Schluß zum 83. Mal: Quer durch Paris. Mittwoch, den 1. Januar: 2 große außerordentl. Gala Festvorstellungen. Ju beiden Vorstellungen: Das vollständig neue Januar Programm. In beiden Vorstellungen: Cuer durch Paris. Nachmittags 1 Kind frei. Palast- Theater ( früher Feen- Palast) Burgstr. 22. Direktion: Winkler 11. Fröbel. Heute, den 31. Dezember: Silvester- Vorstellung Abschieds- Auftreten der gesamten erstklassigen Kunst Specialitäten. Um 9 Uhr! Die erfolgreiche Ausstattungs- Gesangs- Burleste Großstadtzauber. Hugo Luftig- Direkt. R. Winkler. Entree 50 Pf. Anfang 8 Uhr. Billet Vorverkauf von 11-1 Uhr. Morgen, den 1. Januar: Durchweg neues Künstler- Personal. Sanssouci Kottbuserstr. 4 a. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoffmanns Norddeutsche Sänger Neu! Die Zillerthaler. Neu! Die Voltaschützen. refer 11 Luftſpiel in b Atten von Stilolop Gogor. Lucie Engelke- Else de Vére W. Noacks Theater. te Nikolov Deutsch von E. v. Schabelsky. Um 12 Uhr: Mittwochnachmittag 3 Uhr: Der Silvestertraum in der Der Revisor. Mittwoch abend 8 Uhr: Heimat. Donnerstagabend 8 Uhr: Die Mütter. Thalia- Theater. Dresdenerstr. 72/73. 71% Uhr. Heute u. folg. Tage. 72 Uhr: Die Badepuppe. Große Ausstattungspoffe mit Gesang und Tanz in 3 Aften. Baula Worm a. G., Guido Thielscher, Helmerding, Juntermann, Baulmüller, Bannovius, Junker- Schatz. Fachmittag 3 Uhr( fleine Preise): Die Waise aus Lowood. Markgrafen- Allee. Neujahrsrevue v. Julius Freund etc. etc. Brunnenstraße 16. Seute, Dienstag, den 31. Dezember: Grosser Silvester- Ball bei stark befektem Orchester. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Um 12 Uhr: Verteilung von Neujahrswünschen m. darauffolgender großen Pfannkuchen- und Punsch Um 12 Uhr: Schmetternde Fanfaren. Allgemeines Prosit Neujahr! Grosse Ueberraschungen. Blumen- und Konfettischlacht. Bolonaise. Nach 12 Uhr: Gross. Tanzkränzchen. Ballmusik: Die vollständige Kapelle des II. Garde- Regiments, 200 Mitwirkende, 3 Musikkapellen. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Ende der Vorstellung 12 Uhr. Ende des Tanzkränzchens um 4 Uhr Orpheus- Theater. Friedrichstr. 236. 28 internat. Specialitäten I. Ranges, ut. a.: Veldemanns Hunde- u. Affen- Cirkus. Anfang 7 Uhr. Be Heute: Große Sylvester Ult: Vor: stellung und Sylvester- Ball. grüßung des neuen Jahres. Punsch und Pfannekuchen, Polonaise usw. Deatsche Konzerthallen. An der Spandauer Brücke 3. Vornehmst. Vergnügungslokal! Täglich: Internationale Konzerte. Specialität.- Doppel- Vorstellung von nur erstklassigen Kräften. Special- Ausschank der Berliner Bock- Brauerei. Vorzügliche Küche. 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Oftober 1901 Die Mitglieder- Guthaben betrugen am 30. September 1901 4 688,50. Die Haftfumme beträgt am 30. September 1901 Schöneberg, den 15. November 1901. Der Vorstand. Hermann Meiling. Wilhelm Bäumler. . 11 520,-99. [ 268/18 Der Aufsichtsrat. Hermann Plätrich. Zähne Bahns, Untarb. schlechti. Geb. Goldstein, Drantenftr. 123 vorzügl. fizzend, Garantie. Teilzahl., Plomb., schmerzt Reinhold Werner Schneidermeister 2617L jetzt nur: Gr. Frankfurterstr. 70, parterre u. I. Etage Elegante Anzüge und Paletots einstweilen geschloffen. Wiedereröffnung nach Mass von 30 M. an. Telephon Amt VII. No. 23. wird bekannt gegeben. Elegante Fracks und Gesellschafts- Anzüge werden verliehen. Allg. Orts Krankenkasse für Rixdorf. Nachdem der von der General: bersammlung vom 22. November be: schloffene Nachtrag zum„ Revidierten Statut" die Genehmigung des Bezirks: ausschusses gefunden hat, tritt derselbe mit dem 1. Januar 1901 in Straft. Das beste Genussmittel für den Magen) und unentbehrlich für jede Haushaltung ist Nur echt mit Dr. med. Woerlein's Die Mitglieder werden fortan in fünf Klassen nach ihrem wirklichen vollem Namenszug Arbeitsverdienſte eingeteilt. Die Arbeit; Dr. med. Woerleins, Magen trank geber wollen deshalb unverzüglich fämtliche Mitgliedsbücher ihrer Arbeit: Arzt. a Mk. 1,-, 1,50, 3, - per Flasche. Diätische Thees. Fabrikant: Jean Becker, Ludwigshafen a. Rh. Erhältlich in Berlin: nehmer und eine Aufstellung über den Verner nach dessen Vorschrift: bon letteren bezogenen Wochenlohn der Kaffe einreichen. Nach der Lohn: aufstellung werden die Mitglieder auf die fünf Klassen verteilt und erhalten neue Mitgliedsbücher. Es ist deshalb dringend erforderlich, daß die Arbeit: geber der vorstehenden Aufforderung sofort in den ersten drei Tagen des neuen Jahres nachkommen, da andernfalls die Kaffengeschäfte ins Stocken geraten müssen. Die wöchentlichen Beiträge betragen vom 1. Januar ab f. Lohnfl. I( Durchschnittslohn 3,00 M.) 0,63 M., für Lohutlasse II( Durchschnittslohn 2,50 M.) 0,54 M., für Lohnklasse III( Durchschnittslohn 2,00 m.) 0,42 M., für Lohntlasse IV( Durchschnittslohn 1,50 M.) 0,33 M., für Lohntlasse V( Durchschnittslohn 1,00 m.) 0,21 M. Das Krankengeld für Mitglieder der I. Lohnklaffe beträgt 1,50 M., ber II. Lohntlaffe 1,25 M., der III. Lohn: tlaffe 1 M., der IV. Lohuklaffe 0,75 W. und der V. Lohnklasse 0,50 M. täglich. Bor dem 1. Januar 1902 ertranfte Mitglieder erhalten das bisher be: zogene Krankengeld weiter. Vor dem 1. Januar 1902 der Kasse bereits an gehörige Mitglieder haben für die Woche vom 30. Dezember 1901 bis 5. Januar 1902 die bisherigen Wochen: beitragssäge zu zahlen, am 1. Jan. 02 oder später der Kasse beitretende Mitglieder zahlen für dieselbe Woche die neuen Beitragssäge. Für die freiwilligen Mitglieder bleibt die Kaffe ausnahmsweise am 6. und 7. Januar zur Entgegennahme der Beiträge 2c. geöffnet. Rixdorf, den 30. Dezember 1901. Der Vorstand. 0. 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Wir stehen in der Fabrikation feinster Liqueure nicht im mindesten hinter Frankreich und Holland zurück; leider herrscht aber das Vorurteil noch vielfach, dass alles dasjenige besser sei, was aus dem Auslande kommt. ausBei keiner Ware ist dieses Vorurteil so wenig berechtigt, wie bei Liqueuren. Unsre aus dem feinsten Weinsprit, bester Raffinade und den ausgesuchtesten Zusätzen hergestellten Liqueure 2,40 1,25 sind in Qualität den renommiertesten 2,40 1,25 ländischen gleich und übertreffen viele der2,40 1,25 selben. Unser Preis ist kaum halb so hoch. 2,90 1,50 da Zoll, Fabrikations- und Handelsgewinn bei 2,90 1,65 unsren deutschen Fabrikaten wesentlich geringer 1,80 1,00 sind. 2,90 1,50 2,90 1,50 1,50 0,80 1,65 • • 1 Ltr. 2,40 M., 3/4 Ltr. 1,80 M., 1/2 1,25 1/4 0,65Branntweine. Nordhäuser 1,90 1,00 2,25 1,20 Bitter Liqueure. Unser Nervus rerum ist ein aus magenstärkenden, medizinischen Kräutern hergestellter, sehr kräftiger Süss- Bitter mit ausgezeichneter Wirkung bei Verdauungsstörung. Wird von uns nur in frischer bester Qualität hergestellt. Besonders für schwache genesende Personen zu empfehlen, und auch in Krankenhäusern als Stärkungsmittel gebraucht. Nordhäuser, fein alt 0,50 0,60 Nordhäuser, sehr alt. 0,90 Schl. Weizenkorn, fein alt 0,65 Schl. Weizenkorn, sehr alt 0,90 Tafel- Aquavit 0,80 An Stelle der teueren Cognacs ist ein alter Nordhäuser und Weizenkorn zu empfehlen, nicht minder Slibowitz und Kirschwasser. Steinhäger 1,40 0,75 Slibowitz u. Kirschwasser 1,75 0,95 alt fein 2,25 1,20 Cognac. Das oben von den Liqueuren C. Gesagte gilt in noch höherem Masse von Cognac. Wenn die Deutsch. Verschnitt- Cognac 0,90 0,50 Flaschen nur ein französisches Etikett und noch OriginalCognac flaschen von Hermann Meyer & Co. Franz. Verschnitt. Franz. Cognac Franz. Cognac, fein Franz. Cognac, hochfein O . ° Rum und Arac. Verschnitt. 1,40 0,75 2,40 1,25 3,40 1,75 2,-1,05 2,75 1,50 3,90 2,15 5,40 2,90 0,90 0,50 fein hochfein Original. 2,50 bis • 1,25 0,70 1,75 0,95 ( 1,30 4,40 2,20 Punsch- Extrakte. Glühwein Arac- Punsch Grogk- Punsch Rum- Punsch Rotwein- Punsch Schlummer- Punsch Feinere Qualitäten Ananas- Punsch. Burgunder- Punsch irgend eine mehr oder weniger bekannte französische Firma tragen, wird ein ganz aussergewöhnlicher Preis bezahlt. Unsre CognacFabrikation ist aber in Deutschland auf solcher Höhe, dass die an Frankreich gezahlten Millionen für diesen Artikel einen Nationalverlust darstellen. Unsre deutschen Original- Cognacs halten jede Konkurrenz mit dem viel teureren französischen aus. Auch die von uns geführten franz. Cognacs sind bei gleicher Qualität wesentlich billiger als die andrer französischer Firmen, welche sich lediglich ihren durch Reklame bekannt gewordenen Namen bezahlen lassen. Wir beziehen nur feine, ausgesuchte Sorten in Rum und Arac und stellen die Qualität nach dem Preise, welcher jedoch sehr billig kalkuliert ist, Sind rein und zweckentsprechend fabriziert. 1,- 0,55 1,25 0,70 1,25 0,70 1,25 0,70 1,25 0,70 1,25 0,70 Fabrikate. 1,75 0,95 2,25 1,15 Die teureren Sorten sind erste, unerreichte 2,25 1,15 Zu gleichen Preisen auch in unsren 270 Niederlagen erhältlich. Alles excl. Flasche, welche mit 10 Pf. berechnet und zurückgenommen wird. Nach auswärts gegen Nachnahme. Nicht Zufriedenstellendes wird zurückgenommen. Wiederverkäufer erhalten Rabatt. Ctn breimal bonnerndes Hoch unfrem Stammbudiker 28606 Ferdinand Kiesel gen. Nante, zu ſeinem 55. Geburtstage. Unfrem langjährigen Kassierer und Kollegen 104/11 Friedrich Linde zu seinem 50. A Wiegenfeste die besten Wünsche und ein dreifach donnerndes Hoch! Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, be sonders dem Gesangverein Männerquartett Arion, für die herzliche Teilnahme bei der Beerdigung meines meinen innigsten Frau Müller. lieben Mannes Dant. Danksagung. 28516 für die herzliche Teilnahme u. zaht Sage allen Verwandten u. Freunden reiche Kranzspende bei der Beerdigung meiner lieben Frau, besonders dem Berlin, 31. Dezember 1901. focialdemokratischen Gast: u. Schank Filiale II( Lackierer) des V. d. M., wirts Verein und dem Statklub 2. n. B. Namenlos, meinen besten Dank. 28436 Emil Gumlich. Danksagung. Verband der Bau-, Erd- u. gewerblichen Hilfsarbeiternahme und Kranzspenden beim BeDeutschlands. Zahlstelle Berlin I.bal Todes- Anzeige. Den Mitgliedern hierdurch die traurige Nachricht, daß der Kollege Gustav Kernchen Sagen hiermit für die rege Teil: gräbnis meiner Tochter unsern innigsten Dant. Ww. Unterlauff u. Töchter. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, den Steinarbeitern Berlins, Dresdens und Leipzigs sowie dem Social demokratischen Wahlverein Rixdorf für die herzliche Teilnahme und Kranz spenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unfres guten Vaters, Central- Verband der Handels-, lel Große Silvesterfeier! Parteigenossen der Schönhauser, Rosenthaler und Prenzlauer Vorstadt werden zum 31. Dezember zu einer geselligen Abend Unterhaltung freundlichst Wernan, Schwedterstr. 23/24. Transport- und Verkehrsarbeiter Deutschlands. eingeladen bei Telephon: Amt 7, 3348. Verwaltung Berlin. Engel- Ufer 15, II, Zimmer 16. o Heute in Louis Kellers Festfälen, 1878 A Roppenstraße 29: Große Silvesterfeter. Humoristische Vorträge 1598 [ 67/17 ausgeführt von der Berliner Vollssänger- Gesellschaft Lewandowsky, Tang. W Die Ballmuft wird von zwei stark befesten Kapellen vom„ Neuen Berliner Konzert Orchester" unter Zeitung des Herrn R. Tietz ausgeführt. Anfang abends 9 Uhr. Ende früh 6 Uhr 1902. Billets: Herren 50 Pf.( intl. Tanz), Damen 30 Pf., find zu haben im Bureau, in den Zahlstellen, im Cigarrengeschäft Engel Ufer 15. Abends am Eingang offene Kaffe", Herren und Damen a 50 Pf. Um zahlreichen Besuch bittet Das Komitee. Buchbinder am Sonntag, den 29. b. M., an der des Steinmeßen Othmar Schmidt, und verwandte Berufsgenollen! Proletarierkrankheit verstorben ist. Die Beerdigung findet am Mittwoch ( 1. Neujahrstag), nachm. 4 Uhr, von der Leichenhalle des Emmaus: Kirch hofes in Brig aus statt. Am gleichen Tage verstarb der Kollege August Kolberg. ebenfalls an der Proletarierkrankheit. Die Beerdigung findet am Mittwoch ( 1. Neujahrstag), nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des Hl. Kreuz- Kirch hofs in Mariendorf aus statt. Um rege Beteiligung bittet 44/11 Die Ortsverwaltung. Freitag, den 27. b. Wis., verfchieb nach sechstägigem schweren Leiden der Bimmermann Eduard Runschke. Er folgte seiner lieben Frau Emilie eine Woche später ins Grab. 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Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Dienstag, 31. Dezember 1901. Der Tarif der Buchdrucker. Die städtischen Kassen und Bureaug werden heute( Dienstag) um 1 Uhr geschlossen. Man wird uns zwar einwenden, daß es sich nicht immer um Wahrheit ins Gesicht schlagenden Notizen, die damals vom Nat intelligente Arbeiter, sondern um Lohndrücker handelt, die als böse hause aus an die Presse versandt wurden. Konkurrenten ferngehalten werden sollen. Diese Konkurrenten sind aber in allen Berufen, gegen diese kann die Organisation nur einMit dem 1. Januar nächsten Jahres tritt für die Buchdrucker schreiten, wenn sie zu niederen als den sonst üblichen Lohnsätzen ein neuer Tarif in Kraft, der zwischen Unternehmer und Arbeiter arbeiten. Ihnen von vornherein den Eintritt in den Beruf vernach langen Beratungen, die vom 23. bis 28. September d. J. sperren ist eine Ungerechtigkeit. Weihnachtsfeier im Gewerkschaftshause. Eine in allent in Berlin stattfanden, zum Abschluß gelangte. Abgesehen von diesem einseitigen Auffaffen der Berufsinteressen Teilen wohlgelungene Weihnachtsfeier, verbunden mit Bescherung Für die Buchdrucker liegen die Dinge heute wesentlich anders und einigen andren Vorkommnissen während der Beratungen für die arbeitslosen Zugereisten, veranstaltete, wie man uns mitals vor fünf Jahren, wo die Organisation in ungeregelten Verhält- des Tarifausschusses, die wir seiner Zeit fritisch besprochen haben, teilt, auch diesmal, gleich wie im Vorjahre, der Aufsichtsrat der nissen aufs neue zu einer Tarifvereinbarung schritt. Damals hatte muß der Vereinbarung die Anerkennung gezollt werden, daß der Gesellschaft" Gewerkschaftshaus". Jm Saal I, wo die Feier vor sie nicht nur innerhalb ihrer eignen Reihen eine heftige Opposition Verband der Buchdruder eifrigst bemüht war, das unter den gegen- fich ging, faßen an langen Reihen etwa 170 zugereifte Handzu bekämpfen, sondern auch außerhalb ihrer Organisation wärtigen Verhältnissen Mögliche durchzusetzen, und die Vereinbarung werksburschen" aller Berufsarten, die sich Speise und Trank, welches zeigten sich in der Arbeiterbewegung principielle Abneigungen auch für die Buchdrucker einen Fortschritt bedeutet. Heute, wo wir beides reichlich gespendet wurde, wohl munden ließen. Nach Aufgegen solche Vereinbarungen. In der Gewerkschaftsbewegung ist die fortgesezt von Lohnreduktionen berichten müssen, kann die Organi- hebung der Tafel nahm zunächst der Genosse Sassenbach, der Opposition verstummt, andre Berufe sind dem Beispiel der Buch- fation der Buchdrucker mit um so größerem Nachdruck ihren Tarif den liebenswürdigen Wirt des Hauses machte, zu einer kurzen Andrucker gefolgt, und der letzte Gewerkschafts- Kongreß hat mit großer als einen Erfolg bezeichnen. Diesen Erfolg vollständig zu erringen, sprache an die Zugereiften das Wort. In einfachen zu Herzen Majorität den Abschluß von Tarifvereinbarungen gutgeheißen. Ohne wird die nächste Beit reichlich Gelegenheit geben, der Kampf wird gehenden Worten wies er darauf hin, wie das klassenbewußte Proledie Zweckmäßigkeit der Tarifvereinbarungen eingehend zu erörtern, dem Verband nicht erspart bleiben, denn jetzt gilt es, dem Tarif tariat die Weihnachtsfeier auffasse. Die Schlußworte der Ansprache erkennt man sofort, daß ihr Wert in einer Beit des wirtschaftlichen auch Anerkennung zu verschaffen; an Feinden wird es ihm nicht flangen in ein Hoch auf Partei und Gewerkschaft aus, das von den Niederganges für die Arbeiter um ein bedeutendes gewinnt. Schon fehlen. Anwesenden mit Begeisterung aufgenommen wurde. In der mum allein von diesem Standpunkte aus enthält der neue Tarif der Buchfolgenden geselligen Unterhaltung trugen manche der Zugereisten druder, zumal da er eine Erhöhung der Lohnfäße festlegt, eine be Deklamationsstücke ernsten und heiteren Inhalts vor. Gegen 10 1hr deutsame Errungenschaft. Die Buchdrucker sind die einzige Organis abends trat Schluß der Feier ein. Außer der fostenlosen Bewirtung fation, der es bisher gelungen ist, mit den Unternehmern einen für wurde jedem Zugereisten ein Arbeiter- Notizkalender, Postkarten mit ganz Deutschland anwendbaren Tarif abzuschließen. Das liegt zum Der Magistrat hat jetzt den Bericht der Verwaltung des dem Bilde des Gewerkschaftshauses und Cigarren übergeben. Teil in der Eigenartigkeit des Berufs, der die Arbeitsleistungen städtischen Obdachs für das Jahr 1900/01 veröffentlicht. Man gleichmäßig berechnen läßt, dann aber auch in der Stärke der mußte dem Bericht über diese Anstalt diesmal mit besonderem InterOrganisation. Ihrer Organisation verdanken es die Buchdrucker, wenn inmitten einer überaus schlechten Geschäftskonjunktur die Untereffe entgegensehen. Das Jahr 1900/01 hat, wie noch in frischer Ernehmer fich zu Zugeständnissen herbeiließen. Trotzdem werden auch innerung ist, der unbemittelten Bevölkerung Berlins einen bis zu die Unternehmer einen Vorteil herausrechnen, für sie fonnte der äußerster Schärfe gesteigerten Mangel an fleinen Wohnungen und drohende Streit nicht unerhebliche Verluste bringen. dem städtischen Obdach einen in gleicher Stärke vorher noch nicht beobachteten Audrang obdachloser Familien gebracht. Lokales. Wohnungsnot und Obdach. gerichts I in Sachen des Justizrats Wagner wider den EisenbahnDie überfüllten Coupés. Das Urteil des hiesigen Landfistus, durch das die Selage auf Rückzahlung von sechszig Pfennig Fahrgeld wegen Ueberfüllung des Eisenbahncoupés abgewiesen wurde, ist jetzt ausgefertigt. Am Schlusse des Urteils heißt es: Beranlassung finden müßte, einer Ueberfüllung der Abteile gegenOb etwa die Eisenbahnpolizei aus sanitären oder sonstigen Gründen über einzuschreiten, ist nicht Sache richterlicher Kognition, vielmehr lediglich Verwaltungsangelegenheit." ist Auf dieser Grundlage kommen aber Tarifvereinbarungen überhaupt nur zu stande, daß beide Parteien die Chancen eines Kampfes ab- Die Erwartung, daß die Obdachverwaltung diesen Zuständen ein wägen und nach der einen oder andern Seite Konzessionen machen. paar Worte der Betrachtung widmen würde, ist nun allerdings Wie die Nationalliberale Korrespondenz" hört, hat der Justizrat Wenn wir in Kürze die Veränderungen des Tarifs gegen den getäuscht worden. In dem Bericht wird der ursächliche Zusammen- Wagner außer der Klage bei Gericht auch bei der Eisenbahnverwaltung bisherigen besprechen, so übergehen wir alle fachmännisch hang zwischen der Verschärfung der Wohnungsnot und Beschwerde geführt und, nachdem die Eisenbahndirektion zwar ihr fomplizierten Pofitionen, um uns alt die wichtigen aus schlaggebenden Bestimmungen zu halten. Der Tarif ist der Steigerung der Frequenz des Familienobdachs Bedauern ausgesprochen, Abhilfe aber nicht zugesagt hat, die weitere zunächst wieder auf 5 Jahre abgeschlossen. In Bezug auf die mit feiner einzigen Silbe berührt. Daß im Herbst 1900 in Berlin Beschwerde bis zur Erledigung des Prozesses ausgefeßt. Der Prozeß Arbeitszeit bleibt es bei der bisher gültigen 9stündigen. Indes ein in weiten Kreisen der Bevölkerung bitter empfundener Wohnungs troß der Wichtigkeit der Sache ein höheres Gericht als das Landzu Ende, da leider bei dem geringen Wert des Streitgegenstandes wurde für die Maschinenmeister die Ausnahmeklausel, die eine mangel geherrscht hat, wird überhaupt nicht erwähnt. Es wird gericht nicht angerufen werden kann. Wird aber nunmehr Beschwerde 91/ aständige Arbeitszeit festlegte, beseitigt und die übliche 9stündige lediglich gezeigt, daß für das Familienobdach das Berichtsjahr ganz eingereicht, so wird der Herr Eisenbahnminister, der ja schon zu der Arbeitszeit als Norm eingeführt. Dagegen wurde den Unternehmern ungewöhnliche Frequenzverhältnisse mit sich gebracht hat", und im Verhandlung vor dem Landgericht einen Kommissar entsendet hatte, die Vergünstigung eingeräumt, daß bei schwierigen Druckarbeiten Anschluß daran wird mitgeteilt, in welcher Weise die Verwaltung die Gelegenheit haben, sich darüber auszusprechen, ob er die auch vom gegen Bezahlung eine Stunde länger gearbeitet werden kann. Ab- Menge der Obdachlosen unterzubringen bezw. einer weiteren Frequenz- Landgericht anerkannten„ fanitären und sonstigen Gründe" gegen die gesehen von diesen für die Maschinenmeister maßgebenden Be stimmungen ist allgemein die Vorschrift eingefügt, daß bei mehreren steigerung vorzubeugen gesucht hat. Im übrigen bringt der Bericht- Ueberfüllung zugestanden und Veranlassung findet, gegen einen unte Ueberstunden eine Pause eintritt, die von dem Unternehmer entlohnt genau so wortfarg, wie seine Vorgänger wieder nur die üblichen haltbaren und geradezu unwürdigen Zustand einzuschreiten. werden muß. nackten Zahlenangaben und überläßt es dem Leser, sich den Kommentar dazu zu machen. " Abermals eine gestörte Leichenfeier. In Lichtenberg Die Lohnfestsetzung hat in Gehilfenkreisen vielfach Unwillen erereignete sich vorgestern abermals eine der bei Beerdigungen von regt und ist auch seitens der Vertreter im Tarifausschuß erst an- Die Frequenzverhältnisse des Familien obdachs Arbeitern üblichen Störungen. Sonntagvormittag wurde der Buizer erkannt, als die ganzen Verhandlungen an dieser Frage zu scheitern find im letzten Jahre in der That ganz ungewöhnliche" gewesen. Gris Stephan vom Sterbebauſe in der Hübenerstraße aus nach drohten. Der Lohn teilt sich in eine Grundposition und Lokalaufschlag Im Jahre 1899/00 hatten 1229 Familien mit 4172 Köpfen Aufnahme So lange der Leichenzug, der aus etwa zweihundert Personen demi Central- Friedhof in Friedrichsfelde zu Grabe getragen. Die Grundposition betrug bisher 21 M. pro Woche; jetzt ist eine Staffel gefunden, im Jahre 1900/01 aber mußten 1847 Familien mit 6835 bestand, fich auf Berliner Gebiet bewegte, blieben die Leidfeftgesetzt. Danach sollen Gehilfen bis zu 21 Jahr 21,50 M., von 21 bis 23 Jahr 22 M. und über 23 Jahr 22,50 M. erhalten. Die Köpfen aufgenommen werden. Es sind, wie man sicht, im letzten tragenden unbehelligt. Ju Lichtenberg jedoch, vor dem Gegner dieser Einteilung befürchten, daß bei den niederen Sägen Jahre um 50 Proz. mehrfamilienaufgenommen worden Lokal von Höflich, trat ein Gendarm auf den Zug zu für junge Leute diese bevorzugt werden, während die älteren Leute als im vorletzten. Die Zahl der zu diesen Famitien gehörenden Personen und verlangte von dem Kranzträger Franz Schulz, daß er die rot schwer Arbeit bekommen und aus der Arbeit gedrängt werden. Von zeigt sogar eine Steigerung um 64 Proz. Das läßt von vornherein Schleife vom Kranz entferne. Selbstverständlich verbat Schulz fic den Verteidigern der Bestimmung ist zugegeben, daß die Staffelung vermuten, daß diesmal die kinderreichen Familien noch diesen Eingriff, worauf der Beamte die Schleife abriß und de fein Jdealzustand ist, aber es soll auch Aufgabe der Arbeiter sein, stärker als sonst vertreten waren. in jeder Druckerei entsprechend den Leistungen einen höheren Lohn den beiden Jahren 2379 und 2161 Obdachlose aufgenommen; hier es einen andern Leidtragenden, dem Gendarmen die Schleife Als einzelne Personen wurden in eidtragenden packte, um ihn zur Feststellung seiner Personalien au das Amitsbureau zu bringen. Ju selben Augenblick gelang zu beanspruchen, denn die Löhne bedeuten nur das Minimum der ist also im letzten Jahre eine Verminderung eingetreten. Die Gesamt wieder Lohnsäge. abzunehmen; 11111 weiter teine Störung zu er Zu der Grundposition kommt der Lokalaufschlag, der sich an zahl der Aufgenommenen stellte sich hiernach 1899/00 auf 6551, daregen, verbarg die Schleife fo, daß fie fortan die Preislage für Lebensmittel und Miete anlehnen soll. Bur Be- gegen 1900/01 auf 8996. Die Zahl der von der Anstalt geleisteten von niemand mehr bemerkt werden fonnte. Mehrere gründung dieser und auch der allgemeinen Lohnerhöhung hatte das Verpflegungstage stieg von 114 132 auf 216 137. Den Höhepunkt andre Leidtragende ersuchten den Gendarm, von der Sistierung Tarifamt deutscher Buchdrucker eine überaus interessante Statistit bildete im Herbst der Oktober, auf den allein 36 261 Verpflegungs- abzusehen, da die Persönlichkeit des Buyers Schulz doch ohne aufgestellt, die aus 388 Orten die Preise für Lebensmittel und tage tamen, ein volles Sechstel der im ganzen Jahre geleisteten weiteres auf der Straße festzustellen sei und der so schon peinliche Miete vom Jahre 1896 zum Jahre 1900 in Vergleich stellte. Verpflegungstage. Eindruck für die Leidtragenden durch die Sistierung doch nur vere mehrt werde. mußte auf das Amtsbureau und dort seine Bersönlichkeit feststellen Alle Einwendungen halfen jedoch nichts; Schulz lassen. # " 628 " " " 362 " " Säuglingen von 525 auf 671( um 146, d. h. 28 Proz. 1- 6jährig. 1006 1589( 583, d. h. 58 6-10 1199( 571, d. h. 91 10-14 766( 404, d. h. 112 " " " " " 1 " Wir brauchen wohl nicht erst die Wirkung derartiger Vorgänge zu schildern; bedauerlich bleibt nur, daß es dem Amtsvorsteher von Lichtenberg immer noch nicht möglich war, die Leichenzüge vor Störungen der gedachten Art zu behüten. Daß man durch Mittel wie die geschilderten die Arbeiterschaft von dem pietätvollen Branch abhalten kann, ihre Toten durch Keranzspenden mit roten Schleifen der Erwartung wird sich im Ernst doch wohl niemand zu ehren hingeben! Neujahrsbriefe. Um beim Jahreswechsel eine möglichst bes schleunigte Bestellung der Stadtbriefe zu erzielen, werden vom 30. Dezember bis 1. Jannar in den Schaltervorräumen der Postanstalten wieder besondere Briefkästen für Ortsbriefe aufgestellt werden. Dem Publikum wird empfohlen, von diesen Kasten bei Auflieferung der in Berlin bleibenden Briefe, Postkarten und Druck fachen Gebrauch zu machen. Weiter fann nicht dringend genug die Mahnung wiederholt werden, die Briefaufschrift recht deutlich herzustellen und neben der genauen Angabe der Wohnung nach Straße, Nummer und Stockwerk den Bostbezirk und die Nummer der Bestellpostanstalt deutlich und zutreffend anzugeben. Auch in diesem Jahr werden die am 31. Dezember und 1. Januar in Berlin eingehenden gewöhnlichen Briefe oder Postkarten nicht mit dem Ankunfts- oder Bestellstempel bedruckt werden. Bisher führte der Tarif 88 Orte mit Lokalzuschlägen auf; vom Bon großem Interesse ist die Gruppierung der Aufgenommenen 1. Januar 1902 find es 180 Orte. Von den Orten, die bisher nach dem Alter. Sie zeigt, daß bei den Kindern die Zahl schon Lokalzuschläge hatten, haben eine Erhöhung erfahren: 5 um der Aufnahmen ganz besonders start gestiegen ist, von 12/3 Proz., 38 um 2/2 Broz., 1 um 22/3 Proz., 6 um 5 Proz. Schließlich haben 92 Orte, die bisher keinen Zuschlag hatten, einen 2521 auf 4225( um 1704, d. h. 68 Proz.). Im einzelnen stiegen die folchen erhalten. In Wirklichkeit ist die Zahl der Orte, die Lokal- Aufnahmen bei den zuschlag erhalten, erheblich höher, weil die Lokalzuschläge auch für die fleineren Orte gelten, die 20 Kilometer im Umkreise liegen. Der Accordpreis wurde in allen Positionen um 2 Bf. pro 1000 Buchstaben erhöht, desgleichen erfuhren eine Anzahl Nebenarbeiten Aufschläge. Die an Maschinen beschäftigten Setzer dürfen künftig nur im Lohn arbeiten, die Lehrzeit soll drei Monate nicht Die Zunahme ist verhältnismäßig am geringsten bei den Säugüberschreiten und erhält der Arbeiter während der Zeit lingen, am stärksten bei den schulpflichtigen Kindern, namentlich bei das Lohnminimum. Die Arbeitszeit an der Maschine im den über 10 Jahre alten. In Zeiten des Wohnungsmangels finden Beitungsbetrieb foll 8 Stunden, im Werkbetriebe 9 Stunden ärmere Familien erfahrungsgemäß gerade mit Kindern dieses Alters betragen. Zu dem Lohnminimum muß für den Maschinenseger bei sehr schwer eine Wohnung. Daß nicht wenige Familien nur wegen achtstündiger Arbeitszeit 25 Broz. und bei neunstündiger 30 Proz. ihres Kinderfegens" wohnungslos geworden waren, darauf hatten Auffchlag gezahlt werden. wir schon im Herbst 1900 hingewiesen. Auch die obigen Zahlen Von Bedeutung ist die Einführung der obligatorischen Arbeits- machen das leider durchaus wahrscheinlich. nachweise unter paritätischer Verwaltung. Bisher bestanden neben der Arbeitsvernittelung des Verbandes der Buchdrucker 28 ArbeitsDie Gruppierung der im Familienobdach beherbergten Männer nachweise unter ausschließlicher Leitung der Unternehmer. Diese nach dem Beruf fehlt diesmal in dem Bericht. Gerade diesmal! wurden sehr einseitig geleitet und nicht selten die Unorganisierten be- Sie würde zweifellos gezeigt haben, daß die Wohnungsnot des vorzugt. Nunmehr soll jede Bevorzugung unterbleiben und nur für Jahres 1900 bis tief in die Reihen des sogenannten Mitteltariftrene Druckereien vermittelt werden. Die Bestimmungen über st a ndes hinein ihre Opfer gefordert hat. die Zahl der im Betriebe beschäftigten Lehrlinge zur Zahl der Die Maßnahmen, die zur Verhütung einer weiteren FrequenzGehilfen fanden feine Aenderungen, fie dürften aber auch in feinem steigerung, sowie zur Herbeiführung einer allmählichen Verwaltungsbericht der Feuerwehr für das Etatsjahr 1900/01 mitleber 11 000 Brände sind in Berlin, wie der jetzt erschienene Beruf in so engen Grenzen gehalten sein als hier. Der Abnahme der Frequenz getroffen wurden, waren von teilt, in der Zeit vom 1. April 1900 bis 31. März 1901 zur Kenntnis Tarifausschuß wird beim Bundesrat vorstellig werden mit dem Ber zweierlei Art. Die üblichen Mietsbeihilfen, die den Obdachlosen bei der Polizei gekommen. Seit Aufang der 90er Jahre hat sich die Zahl langen, der Bundesrat möge diese Vereinbarung zur Grundlage der Entlassung aus dem Obdach gewährt werden, wurden„ be- der Brände in Berlin mehr als verdoppelt; im Jahre 1891 waren einer Berordnung benüßen, die für alle Buchdruckereien Gültigkeit erhält. deutend erhöht", und die Armenkommissionen wurden angewiesen, nur 4441 Brände bekannt geworden. Die meisten Brände find Der§ 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs soll im Tarif insofern durch Zahlung ausreichender Unterstügungen" der Obdachlosigkeit allerdings von geringem Belang. Die Feuerwehr wurde im Jahre Anerkennung finden, als es sich um Versäumisse, zwecks Erfüllung nach Möglichkeit vorzubeugen.„ Andrerseits aber", sagt der Bericht, feuern, 48 Schornsteinbränden, zusammen 1937 Bränden gerufen. Durch 1900/01 nur bei 88 Großfeuern, 177 Mittelfeuern, 1624 Klein staatlicher oder fommunaler Pflichten handelt, sofern sich dieselben war die Verwaltung gezwungen, die hinsichtlich der Auf- 384 Fälle von blindem Lärm und 36 böswillige Alarmierungen nicht außerhalb der Arbeitszeit erledigen lassen. Die Vergütung enthaltsdauer bestehenden Bestimmungen der Haus- erhöhte sich die Gesamtzahl der Alarmierungen auf 2357. Dazu darf den Lohn von drei Stunden für Gewißgeldsezer und Drucker ordnung mit Strenge zu handhaben. Um jedoch während famen noch 25 Alarmierungen bei Bränden außerhalb Berlins und oder 1,50 M. für berechnende Sezer nicht überschreiten. Zivei Bestimmungen in dem Tarif sind charakteristisch für den der kalten Jahreszeit namentlich Frauen und Kinder durch die aus 301 Alarmierungen bei Nöten verschiedener Art, sowie bei harm Gesichtspunkt, von dem aus innere Berufsangelegenheiten in Buch- Gründen der Aufrechterhaltung eines geordneten Betriebes notwendige loseren Anlässen. Ohne Alarmierung verlief kein Tag; die höchste druckerkreisen geregelt werden. Der Tarif verbietet, daß andre als Ausweisung vom Familien obdach zum nächt Bahl war 22 Alarmierungen an einem Tage( ie am 2. und aut nur gelernte Sezer an die Segmaschine und Drucker an die Schnell- lichen Obdach nicht tags über der Unbill der Witterung auszu- nämlich 1274, erfolgte durch die in den Straßen aufgestellten Feuer7. Januar 1901). Mehr als die Hälfte aller Feuermeldungen, presse zugelassen werden. So viel in Buchdruckerkreisen über den setzen, wurde in Baracken des nächtlichen Obdachs eine Zwischen- melder, die sich immer mehr als ein wertvolles Mittel zur Erhöhung neuen Tarif opponiert wurde, über diese Bestimmung hat sich nie- station für sie eingerichtet." mand erhitzt. Wir haben vor einigen Monaten an einer Reihe von Einzelfällen Es offenbart sich hier ein Stück Kastengeift, auch zünftlerische gezeigt, mit welcher Rücksichtslosigkeit bei der strengen Vororten hat jetzt durch eine Verfügung des Nieder- Barnimer LandDie Barbierstuben- Hygiene in den östlichen und nördlichen Engherzigkeit. Die Folgerung wäre, daß keine Organisation das Hinübertreten andrer Berufsangehöriger in ihren Beruf dulden Handhabung der Hausordnung verfahren worden ist. Obwohl Ende rats ihre Regelung gefunden. Danach müssen die öffentlichen dürfte. Daß ein solcher Wechsel heute in unsrer hochentwickelten August und Anfang September eine ungewöhnlich rauhe Witterung Barbier- und Friseurstuben täglich mehrmals sorgfältig gereinigt Industrie mit ihrer weitgetriebenen Teilarbeit fortgesetzt vor sich herrschte, find Frauen und Kinder und selbst Säng und gelüftet werden, sie dürfen nicht als Schlafftuben benutzt und geht, braucht des näheren nicht erörtert zu werden. linge im Alter von wenigen Wochen, die aus dem Hunde und Kazen in denselben nicht geduldet werden. Personen, Wir wollen dabei nicht unterlassen darauf hinzuweisen, daß Familienobdach in das nächtliche Obdach verwiesen worden waren, welche mit Haar, Hant- oder sonstigen ansteckenden Krankheiten beähnliche Neigungen sich auch in andren Organisationen bemerkbar früh um sechs Uhr auf die Straße hinausgewiesen haftet find, dürfen weder das Barbiergewerbe ausüben, noch in machen. Für berechtigt fönnen wir fie nicht anerkennen, denn und erst am Abend wieder hineingelassen worden. Die bürgerliche öffentlichen Barbierstuben bedient werden. Vor Bedienung eines mancher intelligente Arbeiter, der keine Lehrzeit durchgemacht hat, Bresse Berlins, voran die freisinnige, hat diese Zustände damals zu die Hände zu waschen. Die Sessel, an die der Stopf gelehnt wird, jeden Kunden hat sich der Barbier gründlich mit Wasser und Seife entwidelt sich zum geschickten Handarbeiter, der seinem zünftigen Nachbar die Wege weisen kann. Mit welchen Recht will man beschönigen und zu bemänteln versucht. Einzelne Blätter gingen find bei jedesmaligem Gebrauch mit einem sauberen Schutzstoff diesem Mann die Entwickelung seiner Fähigkeiten veriveigern? Bom sogar so weit, überhaupt in Abrede zu stellen, daß Frauen und aus Papier zu bedecken, der nach einmaliger Benugung zu vernichten Standpunkte der Arbeiterbewegung fann ein solcher engherziger Kinder in Baraden des nächtlichen Obdachs verwiesen worden seien. ist. Scheren, Kämme, Rasiermesser, Birsten 2c. find gehörig zu Standpunkt nicht bestehen. Sie wurden in ihrem schamlosen Treiben unterstützt durch jene der reinigen. Berboten ist die Benutzung von Kopfrollbürsten, Buder der Feuersicherheit erweisen. Vermischies. Ju Lübeck ist am Sonntag das 500jährige Bestehen der quaften, Rafterpinseln und Schwämmen, sowie der gemeinsame Ge- 1ben legten großen Rennen zu Baden- Baden ereilte einige Mitglieder brauch von Schnurrbartbinden. Diese Vorschriften müffen in jeder ihr Geschick, und mun kam der Stein ins Rollen. Die Ertappten Barbierstube ausgehängt werden. Die Vorstände der Barbier, blieben lange Beit in Saft, bis die Voruntersuchung abgeschloffen Friseur und Perrückenmacher- Junungen des Kreises wurden auf war. Der Untersuchungsrichter am Landgericht Karlsruhe tam nach Schiffergesellschaft durch ein Festmahl begangen worden. gefordert, ihren Mitgliedern sofort diese Bestimmungen bekannt zu Charlottenburg und verfolgte hier mit dem Kriminaliachtmeister Ein Zeitungsjubiläum. Aus Hof wird berichtet: Der in der geben, deren Innehaltung einzuschärfen und zu überwachen. Es er- Tackmann die Spuren. Haussuchungen förderten ein schweres Be- hiesigen Münzelschen Buchdruckerei( gegründet 1642) erscheinende folgt Kontrolle durch die Ortspolizeibehörde. lastungsmaterial zu Tage. Jetzt beginnt in Karlsruhe wegen der Hofer Anzeiger" begeht am 1. Januar 1902 den Tag seines Vorgänge Baden- Baden 81 Der Silvester- Unfug. Um dem Unfug in der Silvesternacht Sie Hauptverhandlung. Ein schrift erschienen und außerdem ist eine, größere lokale Festlichkeit zu steuern, werden seit Jahren die in dieser Nacht vorfallenden Bäckermeister und Hauseigentümer Stange, ein Buchmacher 100jährigen Bestehens; aus diesem Aulaffe ist eine interessante Fest Amort, ein früherer Hausbesitzer Feezig, ein gewisser vorbereitet. Hebertretungen nicht durch polizeiliche Straffeftfegung erledigt, ulf, ein Mann namens Wilczeck, und noch mehrere andre fondern der königlichen Staatsanwaltschaft zur gerichtlichen Spieler aus. Charlottenburg kommen vor den Strafrichter. Unter Schiffeuntergang? Aus Stettin wird berichtet: Das der Verfolgung übermittelt. Trotz der alljährlichen Warnungen vor den Belastungszeugen befinden sich Kriminalwachtmeister Tachmann, hiesigen Reederei Wilhelm Kunstmann gehörige Dampfschiff diesem Unfug und dem Hinweis auf seine Folgen mußten in der ein Fuhrherr G., dem die Spieler in einem Lokal der Kirchstraße zu" Borussia", das am 10. d. M. von Bilbao nach hier abgegangen ist, letzten Silvesternacht 131 derartige Fälle zur gerichtlichen Ahndung Charlottenburg in einer Nacht 22 000 m. abgewonnen haben sollen, ist hier noch nicht eingetroffen. Man befürchtet, daß das Schiff, gebracht werden, von denen nur bei zehn Freisprechung erfolgte. Vier und ein Kellner, der in einem Café der Berlinerstraße um 67 M. welches eine Besatzung von 20 Mann hatte, während eines Sturmes jugendliche Unfugstifter famen mit einem Verweise davon. Dagegen erleichtert wurde. Weitere Ermittlungen sollen ergeben haben, daß im Golfe von Biscaya untergegangen ist. wurden 90 Personen mit Geldstrafen von 3 bis 50 m. belegt und eine ganze Reihe von Spielern sich nicht bloß wegen gewerbs27 Personen zu Freiheitsstrafen von 2 Tagen bis 6 Wochen ver mäßigen Glücksspiels, sondern auch wegen Falschspiels wird verant Theologie Dr. Kraus in San Remo an einer Magenblutung geAus Freiburg i. B. wird berichtet, daß der Profeffor der worten müssen. Auch einige Berliner sind angeklagt, u. a. ein Das Polizeipräfidium teilt mit: Mit dem Jukrafttreten des Friseur Spangenberg. Dieser entwischte, als die Gesellschaft in storben ist; in Wien ist der Dekan der chemischen Schule am Gesetzes betreffend die Abänderung der Unfallversicherungs- Baden- Baden am 9. Juli nach dem Rennen überrascht wurde, und dortigen Technikum, Hofrat Berger, gestorben. Geseze vom 30. Juni 1900 war eine veränderte Faffung des vom entkam nach Berlin, wurde hier aber später festgenommen. KriminalReichs Versicherungsamt vorgeschriebenen Formulars für die von kommissar v. Manteuffel ist als Sachverständiger, Kriminalkommiffar den Betriebsunternehmern zu erstattenden Unfallanzeigen notwendig Cellarius als Zeuge geladen, urteilt. geworden. Das neul festgesetzte, nach Format, Farbe und Inhalt Eine schreckliche Familienscene spielte sich am Sonnabend in statteten Unfallanzeigen zurückweisen. 9 D In Wien hat der Vicepräsident des Landesgerichts Hofrat Solzinger, der in mehreren fenfationellen SchwurgerichtsProzessen den Vorsitz führte, Selbstmord verübt. Als Ursache wird drohende Erblindung angegeben. Die Hafenstadt Saffi( Marolto) ist von einer Wasserhose ficherungsamts vom 1. Oftober 1900 Amtl. Nachr. d. R. V. A. dem Hause Sophie Charlottenstr. 106 zu Charlottenburg ab. Dort G. 710- veröffentlicht worden und es ist dabei der Verbrauch der wohnt der Magistratsarbeiter Ankersin, ein Mann in den fünfziger heimgesucht worden. 200 Gingeborene sind ertrunken. Die Bollvorhandenen Bestände des bisherigen Formulars noch bis zum Jahren, der seit dreiviertel Jahren mit der 38 Jahre alten ge- gebäude und viele Warenlager sind zerstört und die Waren ins 1. Januar 1902 zugelassen worden. Von diesem Jahre ab werden schiedenen Frau Dorothee Wederath verheiratet ist. Die als sehr die Polizeirebiere die auf dem bisherigen Formular etwa noch er- jähzornig bekannte Frau war in der vergangenen Woche einige meer fortgetragen worden. Europäer kamen nicht um. Kohlensäure als Rattengift. Aus Marseille, deffen BeTage bei ihrer Schwester in Rigdorf. Dorthin sollte auch ihr Mann kommen. Als er das nicht that, ging die Frau am völkerung schon mehrfach durch Schiffe beunruhigt worden ist, welche Sonnabend wieder nach Hause und nahm ihre Schwester mit. aus pestverseuchten Gegenden famen, berichtet man: Amtliche Ber Sie hatte kaum die Wohnung betreten, da machte sie suche zur Nattenvertilgung an Bord der Schiffe, und zwar mit auch schon ihrem Manne die heftigsten Vorwürfe, weil er nicht nach flüssiger Kohlensäure, sind gestern angestellt worden. Der Versuch Rigdorf gekommen war. Um Spettafel im Hause zu vermeiden, hat sich ausgezeichnet bewährt, und wird diese Methode offiziell ein: wollte Ankerfin seine Frau von der Thür wegbringen. Darüber geführt werden. geriet die Jähzornige in noch größere Wut. Sie lief nach dem Auf den Cockerillschen Werken in Seraing sind neun Frauen Spinde, holte eine Flasche mit Salzsäure heraus, schlug den Hals durch brennende Schlacken schwer verletzt worden. Eine derselben ab und goß dann den ganzen Jubalt ihrem Manne ins Gesicht. Die ist äßende Säure traf leider auch beide Augen. Das linke verbrannte ihren Wunden bereits erlegen, zwei andre befinden sich in Todesgefahr. vollständig, und auch auf dem rechten ist die Sehkraft fast ganz erlofchen. Der Bedauernswerte liegt in einer Privatklinik auf Westend schwer danieder. Der nächste Rurfus an der Hufbeschlags. Lehrschmiede in Charlottenburg beginnt Montag, den 8. Februar nächsten Jahres, bormittags 8 Uhr. Meldungen zur Teilnahme find an den Vorsteher, Ober- Roßarat a. D. Herrn Brandt zu Charlottenburg, Spreestraße 42, zu richten. Zur Aufnahme find erforderlich: 1. Der Nachweis über Erlernung des Schmiedehandwerts; 2. cin polizei Liches Führungsattest. Unbemittelte erhalten freie Ausbildung und haben keinerlei Prüfungsgebühren zu entrichten. Rekruten- Selbstmord. Bei der dritten Compagnie des zweiten Garde- Regiments zu Fuß erhängte sich Sonntagnachmittag ein Rekrut auf dem Borflur der Kammer. Eine Lokalforrespondenz berichtet dazu: Der Selbstmörder, Namens Robert Sauer, gehörte der 3. Compagnie an. Er war der Sohn eines gut gestellten Handwerkers aus dem Rheinland. Der junge Mann war vom ersten Tage seines Dienstantritts an schwermütig, verweigerte aber auf die teilnehmenden Fragen feiner Stameraden, was ihm fehle, jede Auskunft. Als er am Sonntag vor acht Tagen Geld gefchickt erhielt, wollte er es unter die Kameraden verteilen, da es ihm doch nichts nütze; diese lehnten es jedoch ab. Gestern nachmittag befand sich Sauer in einer besonders trüben Stimmung. Um 4 Uhr nachmittags ging er unter dem Vorwande, daß er austreten wolle, von der Stube veg. Als er ausblieb, fuchte man ihn und fand ihn auf dem Borboden dem Tode nahe wieder. Mit einer Schürzen schnur hatte er sich an einer Leiter erhängt. Als man ihn abschnitt, atmete er noch schwach und verschied bald. Wiederbelebungsversuche. die ein Arzt und zwei Sanitäts- Unteroffiziere eine halbe Stunde Lang anstellten, hatten feinen Erfolg. Das herrenlofe". Dampfboot, das bekanntlich vor dem Bornowschen Restaurant in Grünau aufgefunden wurde, wird noch die Gerichte beschäftigen. Als rechtmäßige Eigentümerin des von feinem Rapitän im Stich gelaffenen Schiffes wurde nämlich die Berliner Firma Nunge Söhne aus der Alten Jakobstraße ermittelt. Sie verlangt min von dem Restaurateur Bornow die Herausgabe des Schiffes gegen eine Entschädigung von 30 M. für die Vergung des Dampfbootes und feine sonstige Mühewaltung. Zornow verlangt jedoch eine Vergütung von 200 m. und will sonst den Dampfer nicht Herausgeben. Hoffentlich einigen sich die Parteien noch. D heiten. Eingegangene Druckschriften. Bon der„ Nenen Zeit"( Stuttgart, Diet' Berlag) ist soeben das Friedrichsfelde. Die Gemeindevertretung beschloß in ihrer legten Sigung, die Kreissteuern fortan nicht mehr zu erheben; 18. Seft des 20. Jahrgangs erschienen. Aus dem Inhalt heben wir hervor: Neo Maryismus. Der Myftizismus in der modernen Literatur. Von dafür soll von der Grund- und Gebäudestener das Doppelte der Henriette Roland- Holft. Deutsch von Franziska de Graaff. Grundzüge bisherigen Buschläge erhoben werden. Die Neu- Ordnung, die man ber Handelspolitik. Von K. Kautsky. 3. Die Agrarzölle.( Schluß.) sich als Notbehelf an Stelle der abgelehnten Grundwertsteuer vor- Das Glüd der Unfall- Berufsgenossenschaften. Bon E. Gräf. Social: stellt, tritt mit dem 1. April 1902 in Straft. Zur Erbauung eines politische Umschau. Von Emanuel Wurm. Literarische Rundschau: Gemeindehauses soll ein 360 Quadratruten großes Grundstück Adalbert v. Sanſtein, Das jüngste Deutschland. Hugo Heinemann, Dr., Bon Victor Fräntl des Rittergutsbefizers v. Tresckow zum Preise von 150 M. für die Rechtsanwalt, Führer durch die Strafprozeßordnung. Rule angekauft werden. Ein Vertrag mit dem Konsortium für Berlin. Dr. A. Blaschko, Hygiene der Prostitution und venerischen KrantErbauung der nordöstlichen Vorortbahn wurde mit der Abänderung genehmigt, daß der Fahrpreis innerhalb der Gemarkung( Stuttgart, Diet' Berlag) ist uns soeben die Nr. 1 des 12. Jahrgangs zuVon der Gleichheit", Zeitschrift für die Interessen der Arbeiterinnen Friedrichsfelde, einschließlich Karlshorst, 10 Bf. nicht überschreiten darf. Aus dem Inhalt dieser Nummer heben wir hervor: Auf eine private Anregung unsrerseits, die Streitklausel aus dem Ginladung zum Abonnement. Unfre Tageslosung. Wie die Zucker: Bauvertrage zu entfernen, erwiderte der Unternehmer echt kapitalistisch, industriellen die Proletarierinnen schröpfen. Bon Louiſe ziet. Aus der Bewegung. daß er diesem Verlangen nicht nachkommen werde, da er einen Stellung der Frauen in Australien. Bon a. br. Streit als höhere Gewalt betrachte. Zur Mülla blagerung Feuilleton: Neujahrsgruß. Von Andreas Scheu. Feudaler Jammer. Von Notizenteil: Weibliche Fabritinspektoren. soll nicht, wie anfänglich gedacht wurde, ein Platz von der königl. Forstverwaltung gepachtet, sondern ein passendes Grundstück gekauft Adressen der weiblichen Ver= werden. Drei sanalisationsprojekte werden demnächst der Gemeindevertretung vorgelegt werden. " -ww Gerichts- Beitung. 85 gegangen. Von der Seinrich Leuthold.( Gedichte.) Dienstbotenfrage. Socialistische Frauenbewegung im Ausland. Frauenbewegung. Frauenstimmrecht. trauenspersonen. Quittung. tra Die„ Gleichheit" erscheint alle 14 Tage einmal. Preis der Nummer 10 Pf., durch die Post bezogen( eingetragen in der Reichspost- Zeitungsliste für 1902 unter Nr. 3051) beträgt der Abonnementspreis vierteljährlich ohne Bestellgeld 55 Pf.; unter Kreuzband 85 Pf. nur empfehlen. " " 6arFipreffe von Berlin am 28. Dezember 1901 nach) Ermittlungen des tgl. Polizeipräsidiums. Kartoffeln, neue, D- Cir. * Weizen, gut D.-tr.| 17,50| 17,46 mittel 17,42 17,38 Blindfleisch, Keule 1 kg 17,34 17,30 gering do. Bauch 14,50 14,48 Schweinefleisch 14,46 14,44 Stalbfleisch Hammelffetsch Butter " " * Roggen, aut " 1,70 1,20 1,40 1, 1,70 1,30 " mittel 1,80 " " " gering 14,42 14,40 1,60 1, " 14,50 13,90 2,80 2, " " mittel, 13,80 13,20 " gering Eier Karpfen 60 St 5,80 2,80 1kg 2,40 1,20 thafer, gut mittel gering 13,10 12,50 17,- 16,40 16,30 15,70 Aale 2,50 1,40 Banber 2,50 1,20 15,60 15, Hechte 2,- 1, 7,32 7, Barsche 1,80 0,80 " 8,40 6, Schleie 2,80 1,40 40, 25, 50, 25, Bleie Krebse per Shot 15, 1,40 0,80 3, " 65, 20, Der Wahre Jacob" hat soeben seine Neujahrsnummer, Seltsame Anwendung des Verlenmdungsparagraphen. die Nummer 1 feines 19. Jahrganges erscheinen laffen. Das farbige Titel: Semitismus und Antisemitismus plagten in heftiger bild symbolisiert die Arbeiterbewegung als den„ Schrecken des Jahrhunderts". Beim Auf- und Absteigen von der Straßenbahn verunglückt Weise aufeinander in einer Verhandlung, die gestern vor dem Vor dem Arbeitsmann mit der roten Fahne ergreifen alle Schichten der Das farbige Rückbild John Bulls find am Sonntagmittag zwei Damen, die sich die Folgen des Un- Schöffengericht stattfand. Der Geschäftsführer des deutsch- socialen Gesellschaft erschrocken die Flucht. falles eigener Unvorsichtigkeit zuzuschreiben haben. Gegen 1/23 Uhr Reformvereins, Dr. Giese, hatte gegen den Redacteur der Höllenfahrt" schildert die Qualen, die John Bull für seine Transvaalsünden verdientermaßen erleiden müßte. In einer Anzahl Kleinerer Illustrationen versuchte die 21 jährige Clara Alt in der Kaiser- Allee den Hinter- Israelitischen Wochenschrift", M. N. Klausner, die Privat- und Textbeiträge werden politische und sociale Satiren geboten, welche perron des Straßenbahnwagens Nr. 41 der Linie Lintstraße- Steglig beleidigungsklage angestrengt. Die Staatsbürger- Beitung" hatte mit dem Zahreswechsel in Zusammenhang fiehen. Dem Proletariat" heißt während der Fahrt zu besteigen. Dabei trat sie fehl, blieb mit dem seiner Zeit in mehreren Nummern 17 Gutachten von Autoritäten der Tittel eines von Clara Müller verfaßten Neujahrsgedichtes; auch eine Kleide an der Bremse des Anhängewagens Nr. 5 hängen und hielt veröffentlicht, die sich für das Bestehen des Nitualmordes in der Silvesternacht Im Reichskanzler- Balais" abgehaltene und in Bersen fich am Borderperron desselben feft. So wurde die A. etwa fünf aussprachen. Es befand sich darunter auch das Gutachten geschilderte spiritistische Soiree sei hier erwähnt. Zahlreiche andre Beiträge Privatklägers. Meter fortgeschleift, kam dann zu Fall und blieb dicht neben dem des In den Nummern 30 und der find den politischen Tagesfragen gewidmet; außerdem liegt der Nummer Geleiſe liegen. Die von dem Unfall Betroffene mußte, da sie über Jeraclitischen Wochenschrift" zog der Beklagte gegen die Gut- der Luftige Almanach des Wahren Jacob für 1902" bei. Wir können innerliche Schmerzen klagte, die Unfallstation in der Lauterstraße achter zu Felde. Er bezeichnete sie unter anderm als Verbrecher unfren Lesern die Anschaffung der Nummer, die inkl. Almanach 10 Pf. kostet, aufsuchen. Trop Warnung des Schaffners sprang um 2 Uhr nach- und Hallunken, von denen man nicht wisse, ob sie ins Narrenhaus Belehrungsschrift über das Halten einheimischer Bögel. 20 f. mittags eine alte Dame an der Ecke der Elsasser- und Ackerstraße oder ins Zuchthaus gehörten. Dr. Giese stellte darauf Strafantrag 24 Seiten. Verlag der Kölner Vereinsdruckerei V. Deterre u. Co., Kölnvon dem Hinterperron des in langsamer Fahrt befindlichen wegen verleumderischer Beleidigung. Im gestrigen Termin stand Elberfeld. Wagens 2736 der Ringbahn ab. Hierbei stürzte die Unvorsichtige dem Kläger Rechtsanwalt Janien zur Seite, während der Beund verstauchte sich die rechte Hüfte und den rechten Ellenbogen. flagte sich selbst verteidigte. Die Parteien vertraten ihren entgegengesetzten Standpunkt mit außerordentlicher Schärfe. Der Beklagte Eine öffentliche Belobigung erhielt, wie das Polizeipräsidium blieb dabei, daß er von den beanstandeten Aeußerungen kein Wort mitteilt, Herr Augusto Musciacco aus Brindisi in Italien, weil er zurücknehmen könne. Es sei seine Pflicht als Jude und Redacteur, am 16. August gemeinsam mit einem Schußmann ein Mädchen den Antisemitismus zu bekämpfen, und er bleibe noch heute vor dem Tode des Ertrinkens im Landwehrkanal gerettet hat. dabei, daß die antisemitische Bewegung eine verruchte und verDie Große Berliner Straßenbahn Gesellschaft teilt uns brecherische sei, sowie daß jeder, der sich daran beteilige, uur die mit, daß in der Nacht zu morgen auf allen ihren Linien bis zu Entschuldigung der Unzurechnungsfähigkeit für später Stunde der Nachtverkehr aufrecht erhalten wird. So dauert der ich habe.() Uebrigens hätten die Juden unter mindestens erfte, gut Straßenbahnverkehr auf der Linie Alleganderplay- Ebersstraße bis ebenso fchweren Angriffen in der antisemitischen Presse zu leiden, 5 Uhr 36 Min. nachts, der Verkehr auf der Ringbahn vom Rosen- der Kläger habe sogar auf eine zweite Rundfrage in der Staatsthaler Thor bis 5 Uhr 30 Min.; von Charlottenstraße nach Tegel bürger- Zeitung"," wie dem Ritualmord vorzubeugen sei", den fährt der letzte Wagen 3 Uhr, von Kreuzberg über den Opernplay Rat erteilt, man möge die Juden aus Deutschland hinaustreiben. nach Gesundbrunnen und umgefehrt 5 Uhr 48 Min., von Demminer Er daß ein Micro halte es für eine unerhörte Dreiftigkeit, der einen solchen Rat erteile, fich durch Straße- Kreuzberg 5 Uhr 42 Minuten usw. Durchweg fahren die Mann, die Hen Wagen sämtlicher andren Linien bis in die dritte und vierte den Antisemiten zur Abwehr genachten Vorwürfe Vorwürfe beleidigt Gibfen Morgenstunde. fühle. Der Kläger räumte dem Beklagten das Recht ein, sich zu Selbstmord nach der Verlobung beging die 25jährige Ber- verteidigen, aber er habe die Achtung vor dem Gegner zu belvahren. Käuferin B. aus der Bartelstraße. Sie hatte fich mit einem Schlächter Die 17 Gutachter einfach als Hallunken und Verbrecher zu bezeichnen, E. verlobt und war abends mit dem Bräutigam zu Verwandten gehe doch über das Maß des Erlaubten hinaus. Er habe in seinem nach Rigdorf gefahren. Nach der Rückkehr sprang sie zum Fenster Gutachten ausdrücklich hervorgehoben, daß Ritualmorde nur aus hinaus und starb bereits auf dem Wege nach dem Krankenhause. abergläubischen Motiven begangen würden und wenn er im Interesse des deutschen Volkes die Austreibung fämtlicher Juden wünsche, so Eine seltsame Art des Selbstmords wählte der 40 Jahre wisse er wohl, daß einige gute Elemente unschuldig mit darunter alte Schmied August Lang aus der Aleganderstraße 11. Der Mann zu leiden haben würden. Er habe die Juden ganz generell kennwar feit einem Jahre schvindsüchtig und nervenleidend. Man fand zeichnen wollen, ohne jeden einzelnen treffen zu wollen, etwa so, wie ihn Sonnabend in der Küche tot auf dem Fußboden liegend. Der wenn man von den„ tapferen Deutschen", den galanten Franzosen" ze. Unglückliche hatte sich um den Hals ein Tuch gebunden, in dieses den spricht. Der Beflagte wollte keine dieser Anführungen gelten lassen. Stil eines Quirls gesteckt und den so lange umgedreht, bis er sich Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten zu sechs Wochen erstickt hatte. Ein Arzt konnte nur noch den Tod feststellen. Gefängnis. Der Angeklagte habe wie der Vorfigende in der Feuerbericht. Montag früh gegen 2 Uhr wurde die Wehr Urteilsbegründung ausführte als Redacteur der" Israelitischen nach der Oranienstr. 50 gerufen, wo in einem Steller eine Stifte mit Wochenschrift" das Recht, Angriffe auf das Judentum abzuwehren Wäsche Feuer gefangen hatte. Kurz darauf mußte Bremerstr. 44 und seinerseits die Interessen des Judentums zu vertreten. Das ein Wohnungsbrand beseitigt werden. In der Nacht zum Montag dürfe aber nur fachlich geschehen, nicht durch persönliche Ver erfolgte eine Alarmierung nach Hochstätterstr. 1, wo Betten und unglimpfung. Die Artikel in Nr. 30 und 35 der Jsr. Wochenschr." Möbel in Flammen aufgingen. Boffenerstr. 14, Mariannenstr. 33 enthalten schwere Beleidigungen gegen den Privatlläger und da der und Demminerstr. 14 mußten Schornsteinbrände beobachtet werden.§187 Amvendung finde, stehe dem Angeklagten der Schutz des Sonntagnachmittag gingen Andreasftr. 59 und Grüner Weg 76$ 198 nicht zur Seite. Die Beleidigungen seien sehr schwere; der Gardinen in Flammen auf. Ein Alarm nach Elsasserstr. 15 betraf Angeklagte habe den Privatkläger einen Hallunken", einen„ Vereinen Kellerbrand, der noch im Reime erstickt werden konnte. brecher" u. dgl. genannt und damit wider besseres Wissen Invalidenstr. 123 brannte die Schaldede über einem eisernen Ofen, Thatsachen behauptet, die geeignet feien, feinen Gegner verächtlich zu während Schulstr. 106 ein Kellerbrand zu beseitigen war. Außerdem machen. Mildernde Umstände seien dem Angeklagten nicht zugebilligt waren noch Alarmierungen von Lausigerstr. 26, Schillingstr. 25, worden und nur mit Rücksicht darauf, daß seine letzte Strafe wegen Liniensir. 82 und Neuenburgerstr. 26 zu verzeichnen, die aber Breßbeleidigung 13 Jahre zurückliege, sei über die zulässig niedrigste Strafe nicht hinausgegangen. Für die zwei Fälle der Beleidigung durchweg auf unbedeutende Anlässe zurückzuführen waren. seien je ein Monat Gefängnis eingesetzt und diese auf sechs Wochen Gefängnis zusammengezogen worden. Dem Beleidigten wurde die Publikationsbefugnis in der„ Jsrael. Wochenschr.", der„ Staatsb.8tg." und der Deutschen Wacht" zugesprochen. Aus den Nachbarorten. H Die Charlottenburger Sarmlosen". In Charlottenburg bestand seit längerer Zeit eine Gesellschaft, die auf den Rennbahnen, in Kaffeehäusern und Wirtschaften mit großem Eifer spielte. Bei " Speisebohnen Linien *) ab Bahn. + frei Wagen und ab Bahn. Produktenmarkt vom 30. Dezember. Getreide. An der heutigen Getreidebörse war die Stimmung für Weizen im Anschluß an flane Preisnotierungen in New York und Chicago schwächer, Lieferungen nolierten 1/2 m. niedriger als vorgestern. Ein Segler Walla Walla- Weizens, der in voriger Woche nach hier verschlossen worden ist, soll bei Aukunft an der englischen Stifte für dortige Rechnung übernommen worden sein. Am Roggen markte waren vermehrte Offerten in russischer Ware vorhanden. Diese ver: mochten jedoch einen Preisbrud nicht auszuüben, da in der Provinz dauernd gute Warenfrage bestehen bleibt. Lieferungen notierten unverändert; Mehl bei fleinem Handel behauptet. Safer und Wiais verkehrten zu unveränderten Preisen, lezterer blieb ruhig, während ersterer sich guter Konsumfrage ers freute. Rüböl war ohne Geschäft. Schluß für Getreide sehr still. Spiritus. Am Spiritusmarkt waren die Zufuhren recht bedeutend, erreichten jedoch nicht das von den Käufern verlangte Quantum, wodurch der Locopreis 20 Pf. angog; 70er notierte 30,70 2. Witterungsübersicht vom 30. Dezember 1901, morgens 8 1hr. Stationen Barometer stand mm Wint Bunjpa Windstärke Wetter winembe 759 Se 2 bedect Hamburg Frantf./M. München Wien Berlin 757 SSO 4 bedeckt 760 SSW 2 bedeckt 4 bedeckt 4 wolfig wolkig Temp. n. 6. 5° 4° R. Stationen Barometer stand mm Windrichtung Windstärke 1 Baparanda 765 O 4 Petersburg Cort 6 Aberdeen 3 Baris 745 SW Wetter 2 bedeckt Temp. n. 6. 5° G.-4° R. -17 7voltig 20 760 SS 3 bedeckt 761 SM 765 SW 764 Still Wetter- Prognose für Dienstag, den 31. Dezember 1901. Mild und vielfach heiter, aber veränderlich mit leichten Regenfällen und lebhaften südlichen Winden. Berliner Wetterbureau. Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Verlag von Mar Bading in Berlin.