- TZ�äSStm' ■ 1 19. Jahrs- • Kkin«mettfj- K-dlngMn: «borj-tiuents- Preis pränuifnnbo: Eüertelv brt. S,30 Mb. monall-IoMk.. wöchig ich LS Pfz. frei i» fcauä. Si cire Nummer 6 Pfg. Snniag»- ?! Ummer Mi» Iliuiiricriec knnt�gZ- E c.:t„Die Neue Welt" 10 Pi iß est, !! ennemenl! 1,10 Marl pro o i> ll i, «in�'tragen in der Boft'Z'un,,«- Breij'.!'- für IVOS unier»r.suzO. U»!er! reuibanv für Deutfchlr» nb Oesterreich-Ungarn L Marl, st ßie üdeige Ausland s Marl pro!>niil. ?te Znstrtl-ns-Srvllyt tetrSgt für die fechSgefpaltsne Kolon«»- »eile oder deren Raum so Pfg.. für politische und gewerlschaftliche Vereins- und verfammlungS- Anzeigen 20 Pfg. „Kleine Anfeigen" jedes Wort 5 Pfg. (nur das erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen diS 4 Uhr nachmittag? In derExpedition abgegeben werden. Die Srpcdilton ist an Wochen- tagen dt» 7 Uhr abends, an Sonn- und Festlagen bis SUHr vormittags geöffnet. St k iaglich auffer Worig,'. Devlinev Volksblertt. Telegramm- Adreffer „Porialdruiostrat Sertin" Ce.rwalorgan der locialidemokratischen Partei Deutschlands. Rrdalilion: SW. 9, Benllz-Skrahe 2. Fernsprecher! zl»>t I Nr. lftO«. Mittwoch, den 1. Januar 15)03. Expedition: sw. 19, Benth-Striche 9. Nernsprecher: Zlmt l. Nr. Die nächste Nsinnier nnsres Blattes 'scheint am Frei agmorgen. Jahreswende. Selbst die befnhi.qtesteii ��tdwcrler der Feder, die überull für :c Herren Glanz und Nuhm.l finden vermögen, Ivcrdcn in diese» gen ein hartes Stück Arbeit z» verrichten haben, soll es ihnen 5i gelingen, auch 1Ü01 als h» Jahr des Ruhnies und des Glanzes Kaiser und Reich, für Köag und Vaterland darzustellen. Die N/ ei scheu Trophäen des Bcltmarschalls und der China-Frei- mi sind in Potsdam und überall dort, wohin unsre auf den l des Baterlandes vcrgellich wartenden Krieger zurückgekehrt t sehen. Aber der blühmde Lorbeer fehlt, die lvenigcn Reden >-ickkehrendcn Waldersee euischädigtcn den patriotischen Deutschen isowenig, wie die Rede» derSaatsanwalte i» den Hunuenprozessen den entgangenen Ruhm. Der ganze Acrger des Philisters v. nun zum Ausdrucke in ier sittlichen Entrüstung über die as ihrung der Engländer in Südafrika, über die Reden crlaiiis,'daß Krieg Krieg.iei. An den Stammtischen entrüstet ch über Sympathien für England am Kniserhofe, über den � Aufenthalt des deutscher. Kaisers und englischen General .Marschalls in London anläßlich des Todes der Königin Vicioria d über die Verleihung des Schwarzen Adlerordcns an Lord >bertS. Die allergctreuestcn unter unsre» Monarchisten, die rarier, zeigen die geringste Befriedigung über die englischen jinpathien am Kaiserhofe. Sie fürchten freihändlerische Ein- ffe, sie würden am liebsten line Verfassnngsbestimmung treffen, i den Aufenthalt des Kaisers nur auf den Herrensitzen zwischen be und Weichsel gestatten würde. Schon die Reisen nach Helgoland d nach dein Bremer Ratskell?r erscheinen den Befürwortern des »imaltarifs höchst überflüssig,'' sie können dem monarchischen ffüht schade u,»»mn ffch�luSsp nicht mehr abstreiten lassen, e der:„Minimaltarif ist Unsinn An die Qualen des Tantalns der alten rsriechikchen Sage »n er» unsere Agrarier im Jahre Ätzt. Nachdem sie unter Caprivi Z Hohenlohe die kleinen Mittel mit sschiver verborgenem heim «en Schmunzeln eingesackt haben, winkt ihnen jetzt die Er lung ihrer Wünsche, das groze Mittel, die staatlich rnntierte» hohen Getreideprcise, die Verdoppelung der Zollsätze, Bindung derselben vor dem Vejinne von Handelsvertrags- rhandlungen mit denr Auslände. Und tvie der nimmcrsattc ntalus innner durstig im Wasser stehen mutz, das allemal, wenn trinke» wollte, zurückwich, dem die Zweige mit den herrlichsten ichten zurückschnellten, sobald er nach ihnen griff, so quält die carier die Erwartmig nach der Entscheidung über den Zolltarif. cht wuchs ihr Vertrauen znm Reichskanzler von Monat zu Monat. chl dachte» sie. dast auch der Kaiser sich wie schon bei »reu Gelegenheiten in das finden würde, was ihm als Notwendig- klar gemacht wird. Aber die Strömung im Volke, die in 1 Millionen Unterschriften auf den Petitionen gegen den Brot- cher zum Ausdruck kam, das Zusammenfallen der Bestrebungen eine Erhöhung aller Lcbensmittelzölle mit einer von Tag zu z mehr um sich greifenden Krise, die das ganze Volk i» Mit- Piischaft zieht, machten die Agrarier bedenklich, ließen c» den sicher irlvartcte» Sieg immer zweifelhafter erinen. Alle Mächte hatte sich der Bund der Landwirte nnter- nig gemacht, aber an dem arbeitenden Volke versagte Tänschnngs- st und Ucberredungsgabe der notleidenden Landwirte unter den ickten Strohdächern. Der Zusammenbruch großer Bauken, an- .'Heuer Jndustric-Unternehmungen, die allgemeinen Betriebs- chränkungen innerhalb der deutschen Industrie, die Verminderung Löhne, die Verschlechterung der Arbeitsbedingungen, der grofic fang der Arbeitslosigkeit, erschwere» der industriellen Gefolgschaft Junker die weitere Aufgabe ihrer Selbständigkeit gegenüber den not- enden Grafen in Ostelbien. Immer klarer wird es den industriellen ützern der„nationalen Arbeit", daß ein Ende der Krise nicht er- cket werden kann, bevor der Abschlug günstiger Handelsverträge dem Auslände außer Zweifel steht. Der Selbsterhaltungstrieb unsrcr den Absatz im Auslände immer mehr angewiesenen Industrie zwang st die im Vordergrund der Sammlnngspolitik stehenden In- riellen, gegen die Endziele der agrarischen Politik, vor allem en die Festsetzung eines Minimal-Tarifes für die Hanpt-Getreide- » zu protestieren. Mit dem besten Vertrauen auf die nie ruhende Kampfes- unsrcr Genossen geht unsre Partei de» Entscheidungs- pfcn mit den Agrariern, die das Jahr 1902 bringe» ivird, ent- en. Sie weiß sich einig mit der überwiegenden Mehrheit Volkes. niit der Majorität der Reichstagswählcr. In er Ueberzcugung sind ivir bestärkt worden durch den gang aller Nachwahle» im verflossen en Jahre, so in mmcn-Grcifsivald, in Memel-Hehdckrng, i:» Dnisburg-Rnhrort, Wiesbaden, in Wittenberg-Schweinitz. Diese Nnchlvahlen lehrten uns r, daß wir allein unsrcr eigne» Kraft vertraue« müssen, daß die isinnigen einem agrarfeindlichen Socialdemi'kraten stets einen tverteliernden Junker vorziehen. Memel-Heyi'ekrng bleibt ein un- viistbarer Schandfleck in der Geschichte des deutschen Freisinns. ier Lucius als Kapell bleibt in alle» Lebciislitgcn die Parole der .lentwegteu". « Nicht nur die Reichstagswahlcn, auch die Wahle, i zu den Gemeinde- iretlwgen zeigten ein ständiges Wachsen»nsrer Partei, in der Reichs- ptstadt wie in den Landstädten, imNorden wie i m Süden des Reiches. i Königsberg bis Stuttgart hat eine ganz: Reihe bon Städten Bertretiiug des arbeitenden Volkes in den zu politischer Reife in das Reich der]?ia desideri.a sfronimen Wünsche) gehört. Wir mahnen daher zum Ergreifen höherer Gesichtspunkte." Also ergreifen Ivir die höheren Gesichtspunkte des e Mark-Zolles vud blicken wir mit Neid„auf einige unsrer Nachbarvölker"— gc- meint ist wohl England und dessen Haltung im Boerenkrieg— die die Soiiderinteressen dem Wohle des Landes unterordnen. Die Regierung des Grafen Bülow ist verstimmt, es fällt ihr nichts mehr ein als das abgedroschenste Lanscr-Zeug,— Bei dem Reinignngscsscn für de» Ministerialdirektor Althoff werden, wie die..Kreuz-Zcitung" versichert, weder der Ilntcrrichts- minister, noch der Reichskanzler, noch der Kaiser erscheinen. Schade! Der Miinsterialdireklor muh sich nun mit den von ihm abhängige n Professoren begnügen, während seine Chefs fernbleiben. Schimpfworte— Verleumdungen. Wie wir gestern im Gerichtsbericht niitteiltcn, ist der Herausgeber einer jüdischen Zeit- fchrift, M. A Klausner, auf Grund des V e r l e u in d u n g s- Paragraphen(§ 187) zu sechs Wochen Gefängnis verurteilt worden. weil er über einen Antisemiten„wider besseres Wissen T h a t s a ch e n behauptet" habe, die geeignet sind, seinen Gegner verächtlich zu machen. Klausner hatte mit Bezug auf antisemitische Gutachter, die den Blödsinn eines R i t u a l in o r d e s vortrugen, von einem anti- semitischen Verbrecher- und Narrentum gesprochen; der Kläger „würde seiner Zeit unter den Halunken gewesen sein, die in den ersten Jahrhunderten den Christen nachgcloge», dah sie beim Abendmahl Kamiibalismiis getrieben." Herr M. A, Klausner ist eine sehr unsympathische Persönlichkeit, und die Art, wie er in der christlichsocialen Parlaineutssprache Oeslreichs seine Gegner behandelt, ist auch nicht»achahmenswert. Trotzdem ist die Verurteilung wegen B e r I e u in d u n g(nicht wegen formaler Beleidigung auf Grund des§ 185) eine höchst bedenkliche Neuerung der Rechtsprechung. „Halunke" und„Verbrecher" sind Schimpfworte, nicht Be- Häuptlingen von Thalsache», also auch nicht Bchaiiptnugcn wider besseres'Wissen. Das Schöffengericht hat durchaus den Begriff der Verlcnnidung verkannt und den§ 185 wider den Sinn der Ve- stimmungen mit dem§ 187 verwechselt. Der§ 185, der formale Beleidigungen ahndet, wäre überflüssig, wenn ein derartiges all- gemeines Schimpfwort als ivissenilich unwahre Behauptung von Thatsachen nusgefaht wird. Wen» heute zwei Gegner sich „Esel" oder„Rindvieh" schelten, so sind das formale Beleidigungen. Nach dem Vorgang dieses scklöffeugerichtlichen Urteils aber wären das Verleumdungen: denn die Gegner wüßten, dah sie Menschen und keine Esel oder Ochsen seien. Wie viel Ver- leumdungcn enthielte dann eine einzige Bilderrede des Dresch- grasen? Man sieht. daß schlichlich jedes Schimpfwort zur Verleumdung würde. das leichteste Vergehe» der Dcliltsgnttung zum schwersten, Zum Begriff der Verleumdung gehört eine b e st i in m t e T h a t- s a ch e, die einer hehnuptet, oblucchl er weis;, dnjz sie nicht lvnhr ist,„Halunken".„Verbrecher" sind leine Thatsachen. sondern Be- schimpfnngen.— Zwischen zwei Stühle». Aus dem rheinischen Judustriebezirk wird uns berichtet: Die katholischen Bauern und ihre Presse sind neuerdings dabei, Propaganda gegen den katholischen Volksverein Dentichlands zu machen, llud zwar aus dem Grunde, weil in den vet,amm- lnugen des katholischen Volksvereins durchweg die ausschweifenden Forderungen der christlichen Bauernvereine bezüglich deS Zolltarifs abgewiesen wurden. Man sei so klug, behauptet die agrarische Centrumspreffe, dies nicht in Vcrsaumilungen zu thuu, die von Bauern besucht werden, sonder» thn» dies nur in den Jndiistrie-Ortc». Eine schöne Heuchcl- Politik, die dem Cciitrnm da von eignen Anhängern vorgehalten wird, die aber für jede» selbstverständlich ist, der die Ziisanimciisetzniig des Ceutrums kennt. Die christlichen Bauer» verlangen, dah in den Vcrsauiniltingen des Volksvereins den Fabrikarbeitern und sonstigen Koiisumeuteii plausibel gemacht wird, daß die Forderniigen der Laudivirte sehr bescheidene seien und von den Konsumeilten mit Leichtigkeit getragen werden können. Im Gegensatz aber würden die völlig nnznreicheude» Zollsätze der Regierungsvorlage noch für zu hoch erklärt, deshalb dürfe kein Bauer dem Volksverein beitreten, Am stärksten aber ist den Bauern in die Galle gestiegen, dah von einzeliicii Rednern des Volksvereins für die l a n d w i r t schaftlichen Arbeiter das K o a l i t i o n s r e ch t ge fordert wird. Der katholische Socialpolitiker Dr. Hohn, welche in der Ceutralstclle des katholischen Volksvereins in M,- Gladbach thätig ist. hat sich in Köln gegen die Erhöhung der Fleischzölle ans gesprochen und dann weiter ausgeführt: „Der Schutzzoll ist gleichzeitig ein Entwickelnugs- und Erziehungszoll für die Landwirtschaft. Es ist nicht mehr wie recht und billig, dah der Landwirt, der höhere Preise erzielt, auch dem Landarbeiter höhere Löhne zahlt, und damit diese Arbeiter die höheren Löhne erreichen, muff man ihnen das Koalitionsrecht sicher» und die landwirtschaftlichen Organe dahin festlegen, daß sie dieses Koalitionsrccht nicht hindern wollen." Diese Ausführungen veranlassen die agrarische Centrumspresse zu folgendem Erguß: „Also die ländlichen Arbeiter sollen in Vereinen znsamincu geschlossen werden zur Erreichung höherer Löhne. Steht dann die Ernte vor der Thür und der Arbeiterverein diktiert ungerechte Löhne, ivas dann? Zahlt der Bauer, so ist der Verdienst des Jahres für ihn dahin, zahlt er nicht, so treten die Arbeiter in den Streik ein, die Ernte verfault auf dem Felde, und der Bauer ist ruiniert," Noch nie sind die Gegensätze im Centrum so hart aufeinandcrl gestoßen, als jetzt im Zeichen des Brotwnchers.— Der Lichtpunkt der„Frankfurter Zeitung". Das Frank- nrter Organ der Demokratie bcharrt dabei, die Znstimmungs adrcssen für Mommsen als Lichtpunkt zu sehen, der auch nicht durch den Unistand verdunkelt wird, daß für Herrn Prof. Michaelis sich keine Stiinine erhoben hat. Die„Frankfurter Zeitung" erklärt sich dies Schweigen höchst naiv daraus,„daß die Zahl derer, welche die Aeußerungen von Michaelis für schief halten, eine ganz beträchtliche ist. Wie konnten sie da ihm beipflichten?" Zwei Zeilen vorher aber gesteht die„Frankfurter Zeitung" zu: Einige stimmen zu, das wissen wir." Nun, warum haben sich diese Einige" nicht wenigstens für Prof, Michaelis zum Wort gc meldet? Das Schweigen der„Einigen" ist vermutlich auch so ein demokratischer Lichtpiinkt. Im übrigen mag die„Franks. Ztg." so viel Lichtpunkte sehen Ivie es die Organisation ihres Auges gestattet, Bülow war ihr ein Lichlpiinkt; ein Lichlpunkt wird ihr wohl auch das Allhoffessen sein. Nur das erscheint nns nicht zulässig, daß sie die Entscheidung, wer recht habe, sie oder die Socialdemokrakie, zu einer Stimmungsfrage des Gemüts macht, daß sie die o p t i m i st i s ch e Demokratie gegen den pessimistischen Marxismus ausspielt. Es handelt sich vielmehr um eine Frage des Intellekts, der politischen Urteils- ähigkeit. Die„Franks, Ztg." bemüht sich— außerhalb des Handels teils— um Raivetät,— Ccutrnmö-Abgeordnctc gegen den Zollwncher. Unsrc vor einigen Tagen mitgeteilten AuSführuiige» eines Ccutrums-Abgeord- neten über den Zollioncher, die besonders darlegten, dah der tleine Landwirt keinen Nutzen von den Zöllen habe, ist in der klerikalen Presse mit Stillschweigen übergangen ivorden. Aber dieser Abgeordnete— das müssen Ivir hinzufügen der sich also über die G e in e i n g e f ä h r l i ch k e i t des 5 Mark- Zolles auf Getreide ausgesprochen hat, ist nicht dieser oder jener, ondern einer der h e r v o r r a g e n d st e n Cciitrumsführcr, Peter 3t e i ch e n s p e r g e r» dessen 1887 crschiciicucr Schrift über die Ge treidezölle wir die Darlegungen entnommen haben. Wird dieser Parteiführer schon wenige Jahre nach seinem Tode von seiner Partei verleugnet?— Monarchische Kopsschni erzen. Man schreibt uns aus Hessen unterm 29. Dezember: Bekanntlich hat vor einiger Zeit der Anti- eniit Köhler-Langsdorf— ganz im Gegensatz zu feinen in letzter Zeit sich fast schlimmer als republikanisch gebcrdeiidcn Gcsiuiiungs- genossen vom Schlage Hirsche!— eine schleunige Regelung der hessischen Thronfolge beantragt, zu einer Zeit, als von einer Treninmg der„hohen Lebenswege" noch kein Ton verlautete. Diese Frage ist noch unerledigt, aber dafür hat sich die Regierung be- müßigt gesehen, einem andern„dringenden Bedürfnis" abzuhelfen, indem sie der zweiten Kammer ein Regentschaftsgesetz unterbreitete, das in II Artikeln eine regierungslose Zeit im Hessciilande verhindern soll. Stach diesem Entwurf tritt eine Regentschaft in Kraft, wenn der Grohherzog minder- jährig oder dauernd verhindert ist, die Siegierung persönlich zu 'iihreii oder wenn bei der Erledigung des Thrones die Person des Thronfolgers ungewiß ist. In solchen Fällen sind die Stände zu- 'ainmcn zu berufen und zur Abgabe einer Eiitschciduug darüber zu veranlnsseii, ob die Voraussetzungen zur Jnstallieriiiig einer 3kegent- chaft gegeben sind. Als llicgent kommt in erster Linie derjenige regierungsfähige Agnat in Betracht,„welcher der Krone am nächsten steht." Sobald ein regierungsfähiger Agnat nicht vorhanden oder die 3legciitschast von diesem ausgeschlagen wird, so haben die Stände aus den volljährigen nicht regierenden männlichen Mitgliedern einer landesherrlichen oder vormals reichsständischen Familie einen Siegenten zu wählen, der dann de» Eid auf die Verfassung zu leisten hat. Für die Hofhaltung und Repräsentation des Regenten soll die Civilliste aufkommen, was aber nicht ausschließt, daß bei zu„starker Belastung" ei» von den Ständen festzusetzender Zuschiih ans der Staatskasse gewährt werden kann. Bei vorübergehender Bcrhinderiiiig des Grohherzogs soll dieser jedoch Vollmacht für seine Stellvertretung in Ausübimg der Rcgieriingsrechte erteilen können. Das Sicgent- schafls-Gesetz ist als Bestandteil der Verfassung gedacht.— Die Tortur in der Polizei- Wachtstnbc. Vor der Straf- kammcr des Landgerichts zu Köingsberg i.Pr. hatte sich der Rcdacteur Julian Borchnrdt der socialdeniokratisckicn„Königsbcrger Volksztg." wegen Beleidigung des Schutzmannes Mäcklenburg zu verantworten. Der Angeklagte hatte in einem Artikel„Wachtsuibcii- Abenteuer" behauptet, Mäcklenburg habe den Drcchslergesellen Emil Müller, den er in der Stacht vom 13. zum 14. Juni d, I. arretiert und nach der Wache gevracht habe, durch Schläge zwingen wollen, den Namen seines entflohenen Begleiters zu nennen. Müller gab als Zeuge hierzu an, der Schutzmann habe ihn mit einem„Penter" mehrmals über den Rücken gcsiblagen. bis er schließlich den Namen des Begleiters genannt hätte. Der ebenfalls als Zeuge anwesende Schutzmann Mäcklenburg destritt mit aller Entschiedenheit, durch Zwangömittel die Aussage erpreßt zu haben. Thatsache ist jedoch, dah Müller am Morgen nach dem Vorfalle vier bis fünf große Striemen auf dem Rücken hatte. Weiter trat der Beamte auch niit andern Zeugen in einen so scharfen Widerspruch, daß der Gerichtshof sein e Aussagen als unzuverlässig er- achtete. Das Gericht sah den Wahrheitsbeweis für erbracht an und sprach den Angeklagten von Schuld und Strafe frei. Wie der Ver- teidiger hervorhob, sind in Königsberg in der letzte» Zeit nicht weniger alö fünf Sichcrhcitöbcainte ivege» Körperverletzung im Amt« mit Gefängnisstrafen von drei bis nenn Monaten belegt morden. Offiziersspäste. Die lllanenoffiziere in Bamberg, die. wie wir berichtet haben, nach ihrer Weihnachtsfeier einen heillosen Spektakel in den dortigen Straße» machten, mit den Pferden auf den TrottoiiZ herumritten und sich dabei on der RegkmentSmustk anffpielen liehen, ohne sich um den frei!) schüchternen Einspruch von Polizeibeamten zu kümmern, sind, ach einer Meldung des Wiirzb. Journals", schon bestraft wor ii, und zwar erhielt ein fürstlicher Lieutenant einige S t u n d e iZ i m m e r a r r e st, die übrigen kamen mit Verweifen davon. Wie wäre es gewöhnlichen Sterbliche! ergangen, die derartigen Unfug vollführen und sich dem polizcichen Einschreiten wider- setzten!— MilitärgerichtlichcS. Wegen Belvigung von Borgesetzten. M i h h a n d l u n g und B e I c i d i g u n v o n U n t e r g e b e n e n und wegen MihbranchS der Dienstgewial wurde von dem Kriegs- gerächt der 16, Division in K ö l n toe M a j o r Selmar Kruse von dem Infanterieregiment Str. Uilüzu nenn Monaten F e st n n g s h a f t verurteilt. Der Vc«eilte war früher Chef der 5. Compagnie des geuininten Regiinei-id Die Verhandlung, zu der zahlreiche Zeugen geladen waren,' bau zwei Tage. Jlt Der Konflikt zwischen$ ati und Ferri. Unser römischer Korrespondent schr� uns unterm 27. Dezember: Es ist nötig, die Borkommnisse l r fünften Mailänder Wahl- kreise, der bisher durch Turati Pr eten wurde, näher zu be« leuchten, nanieiitlich da der Zwist i�h durch einen persönlichen Konflikt Tnrati-Ferri kompliziert wom ist. Der Entscheid der Parteileitung nid der Brief TuratiS find bekannt. In der neuen, wiederveri'ngten Mailänder Föderation haben die Freuiidc Turatis die Majoä ät im Vorstand. Merkwürdig erscheint, dah nicht nur seine Freunde sondern auch seine Gegner. die ihn als den„Diktator" bekämpft hatten, der unbedingt aus der Partei entfernt werden müsse, für ihn limmten, so dah er einstimmig als Kandidat wieder aufgestellt wurdi Noch mehr verwirrt und verjäimmert wurde die Situation durch eine Rede Ferris in MaistO. Es ist bekannt, dah Ferri „Tendenzen T n r a t i S" der Parteileitung stets am ist, der die Slrönmng, die als d bekannt geworden sind, innerhalb energischten bekämpft. Es war deswegen wenig opportun, daß er nach Mailand ging, mn Turatis Kaiilidatnr zu unterstützen. Turati selbst telegraphierte ihm, dah er(Fori) eine„Komödie" aufführe, und der Vorstand der Föderation hitte ihm im„Name» der Aufrichtigkeit" vom Kommen abgeraten. Ferri antwortete, er ginge, weil sein socialistisches Gewisien es ihm so vor- schreibe. Ferri sprach dann auch in Mailand zu Gunsten Turatis, obgleich dessen„reoimistische" Tendenzen seinen (Ferris) Anschaniingen nicht entspächen, denn er sei unversöhnlich (intranstgent). revolutionär, inte national. Turati mühte wieder- gewählt werden, denn es sei in>er Partei Sianm für beide Rich- tungen, und die Partei wolle Twatis Talente im Parlament nicht missen. Die Siede und die Einftimmigbit der Föderation schien Turati ein„Mangel an Aufrichtigkeit", ja eine„Seiltänzerei"(in Deutsch etwa: Eiertanz). Er lehnte abermals die Kandidatur ab, weil seiner Ansicht nach unter diesei Umständen der Schein erweckt werden köimtc. als ob bei den S>cialisteii in der Jagd nach Ehren genau in demselben Geist verfahren werde, wie bei der C a m o r r a. die seitens der Socialisten so wakcr bekämpft wird.„Wollte ich gcstcni nicht der Kandidat der Umnigkcit fein, so will ich heute nicht der der Heuchelei sein." Ferri antwortet, dah er durch das Wort„Seiltänzerei" nicht getroffen sein könne, worauf Turati replicierte, dah Ferri zu intelligent sei. um nicht zu ver« tchen. Die Föderation von Mail bestätigte nach einer sehr bewegten Sitzung die Kandidatur Tnrat indem sie erklärte, dah sie mit Turati vollständig überciiistiiit... Aver es ist fast sicher, dah Turati in jedem Falle ablehnen wird Was daö schlimmste bei der ganzen Sache ist, das ist der Um« kand, dah man dabei verharrt, imbedingt zwei Richtinigen unter- chciden zu wollen, wie Ferri in Mailand wieder erklärte. Außer den Differenzen bezüglich bei Taktik scheinen mir keinerlei Differenzen über die Grinidanschaniingenluiisrer Partei zu bestehen, und ich halte eS nicht für richtig, dah Ferri eine der Richtungen repräsentiere. In den Fragen über die Republik, den MiiiisteiäalismuS. in dem Urteil über den Siadikalisnins SacchiS fand sich Genosse Ferri eile an Seite mit dem„Avmm" und Turati. Und wie cS unrichtig erscheint, die revolutionäre Tendenz der alltäglichen Thaten Turatis leugnen zu wollen, so wäre es ebenso naiv, den wahren RevolnIionariSmus in den gesteigerten Adjektive' und in der 3icvolte gegen die»»gerechten Beschlüsse des Parlamen sehen zu wollen. Ich vermag deshalb in der Konslruierimg der zweierlei Tciideiizen nichts andres zu sehen als persönliche Aniipathie. »» Die Censur, welche die Kammer über den Deputierten Ferri verhängt hat. und die Erklärung, die derselbe darüber gegeben, ver- anlassen forlgesetzt weitere Proteste der Bourgeoisie und Zu- tininiiiiigserklärmige» des Proletariats von Süd-Jtalien. Man»uih dabei nicht vergessen, dah die parlamentarische ocialistische Gruppe dem Deputierten Ferri die Verantwortung für einen Faiistschlag gegen die Glasscheiden im Parlament, überlassen hat. Denn es wäre unangebracht gewesen, von Partei wegen einen Akt der Aiiflehnnng gegen eine gesetzgebende Körperschaft anzu« erkennen und zu billigen, deren Arbeiten zu fördern auch das Be- treben der Partei ist. Dänemark. Gegen de» Verkauf der nieftindischcn Inseln an Amerika ivird jetzt wieder mit einem großen Auswand patriotischer Phrasen agitiert. In Dänemark hat man eine Adresse, an„dim König, die Regierung nnd den Reichstag" in Umlauf gesetzt, worin verlangt wird, daß der Verlaus von einer allgenicincn Abstimmmig der Vevvlkerimg der Inseln abhängig gemacht wird. � Die Adresse ist von 850 Personen niiterzcichnct worden.„Socialdeniokrät.m" erinnert daran, dah schon eiinnal im Jahre 1867 eine solche Abstimniiing sialtgcfinidcn hat. Damals hatten die Amerikaner auch ein Angebot gemacht und alles ivar klipp und klar. Die Bevölkerung erklärte sich mit großer Mehrheit für den Verkauf. Mittlerweile aber hatte Amerika die Kauflust verloren und wollte nichts mehr davon wissen.— Wie ans S t. Thomas gemeldet wird, hat am 26. Dezember auf St. Croix eine von 2000—3000 Persoiicu besuchte Versammliing 'olgende Resolution gefaßt und zwar in englischer Sprache:„Leitende Bürger, namentlich Eingeooreue, ansässige Kaufleute und Pflanzer. dänische Uiiterthaiien der dänijchen Insel St. Croix wünschen keinen Verkauf, sondern Reformen unter dänischer Flagge, ein Wunsch, von dem wir überzeugt sind, dah ihn S. Maj. und das Ministeri mn in Erwägung ziehen wird."— Nach der Versammlung soll eine Prozeffion mit 900 Daimcbrogs- ahnen statlgefinidcii haben. Unser dänisches Brnderorgan erklärt übrigens die ganze> engster Fühlung mit der deutschen Socialdcmotratie aufgeivahsen sind und sich ciilwickelt haben und die dafür von den Kritsck?>vskhs des französischen Possibilismns stets beschuldigt wurden,.sich den Deutschen verkauft zn haben", — dies alles hypnotisier e den deutschen Leser und machte .Stimmung für den»neuei» Socialismns" der Vollmar und Bern- ftein." i Es ist uns nicht erinnerlir daß deutsche Socialdemokratcn jemals derart ivahrheitswidrig durch ausländische Parteigenossen bezickitigt worden sind als hier der..Vorwärts" und die focialdemokratische Provinzpresse Deutschlands durch das Organ, dessen Herausgeber Genosse Plechanoff ist. Es li.gt uns aber fern, der erstauulichen Un- kenutnis der„Sarja" über die Stellung des„Vorivärls" in der Debatte nin Lenistein entgegenzutretei-»nd noch weniger liegt ein Anlaß vor, die für deutsche SociaIdeiN»raten ivahrhaft groteske Auffassung ernsthaft zu erörtern, als ob socialdemokratische Provinzpresse in der Behandlung von PartcifraV» ohne die Stimme unsrer Redaktion rcttungSlvser Hilflosigkeit versi'ilen müsse. Dagegen ist es unsre Pflicht, die Anschuldignilgen zuriickzulvciseii. welche die„Sarja" gegen uiisren Pariser Kokrespo�enten. Genosse» Kritschewsky, erhebt, Beschnidignngen. die i.>s nur erklärlich sind ans der Vor- cingenoninienheit'infolge des ÄcimmgSzwisteS zwischen der Richtung der„Sarja" und derjenigen der«Rabotscheje Djetr"(Arbcitersache), der Kritschelvsky angehört. Genosse Kritscheivsky ist seit langen Jahren Pariser Korrespondent des„Vorwärts" und hat die deuffche Socialdenwkratie stets trefflichst über die Politik und die Arbciierbcwegung in Frankreich unterrichtet. Auch die überaus schwierige Aufgabe der Berichlerstattnug über die wechselvollen Geschehnisse ii» inneren Streit der socialistischen Richtungen während der Zeil der Dreysusfrage sowie der Mittislcrschaftsfragc hat nnser Korrespondent im ehrlichen Bemühen um Objektivität und Wahrheit eisüllt. Und es giebt niemand in der deutschen Socialdemokratie, wer die Aufrichtigkeit dieses Be- mühcns aberkennen würde. Es ist unwahr, daß Kritschewsky im„Vorwärts" zn Gunsten der .neuen Methode" der Herren Jaurch- und Millerand eine systematische Propaganda betrieben habe. Vs�lmehr hat er schon im ersten Stadium der Millcrand-Frage Angriffe gegen Millerands ivkinister- schaft gerichtet, ohne allerdings dicfo Frage, über die in den socialisti- scheu Parteien aller Länder die �»sichten gespalten ivaren, durch prüfungsloses Verurteilen lösen zur>vollen. Es ist univahr, daß Kritschelvsky Thatsachen entstellt und Ereignisse tendenziös verschwiegen hat. Die llnwahrheit dieser Behauptung er- giebt sich schon daraus, daß Genosse Bracke, Mitglied der Guesdislischeu Partei, der durch V> reiiibaiimg zwischen unsrer Redaktion und der Gliesdistischeu Partt> bestinmit worden ivar, falls Vorkommnisse in der französischen Parteibewcgimg nach Ansicht der Gucsdjstische» Partei im„Voriv."«'»tstellt iviedergegeben oder ver- schwiege» würden, diesen etiv eintretende» Mangel ans- nfüllen.— daß Genosse Br»ile außer einer Mitteilung, ie nur nebensächliches betraf, sich iiieinals in der Lage sah, uns Korrespondenzen zu senden. Es ist endlich eine unwahr« uujl niedrige Beschuldiginig, daß Kritschewsky jemals im„vorwärts"»»sre ltzuesdiftischen Genossen mit Kot beivorfeu oder beschuldigt habe,„sich den Deutschen ver- kanlt zu haben". Nicht nur unser K�respondent ist über einen der- artigen schmählichen Borlvnrs erhaben, auch die Redaktion des „Vorwärts" verwahrt sich gegen di«. ungeheuerliche Beschuldigung, daß sie Korrespondenzen des angeblichen Inhalts jemals Raum gegeben habe.'. Wir bedauern überaus, daß die,-.Sarja", die uns durch das Zeugnis russischer Frennde als lapfe» und treffliches Organ der russischen Socialdemokratie bckaiint itz. derartige unberechtigte und verbitternde Beschnldigunge» erhebt. Die Konferenz der Internationale. Brüssel, 30. Dezember 190l. DaS internationale Burean ist heute zusammengetreten und hat lcinc Arbeiten in einem Tage beendet. Die Verhandlungen ivaren kurz und gut, alle Beschlüsse wurden einstimmig gefaßt und zu all- geineiner Zufriedenheit erledigt. Aiuvescnd waren: Anscele, Vaiidervelde, Serwy(Belgien). Herron(Vereinigte Staaten)! Van Kol, Troelstra(Holland), Vaillant, Geranlt-Richard(Frankreich). Hyndnian, Queich(England), Plechanoff, Kritschewsky-(Rußland), WoynarowSka(Polen), Singer, Kantsky, (Deutschland). Von den Verhandlungen können wir die über die Streitigkeiten unter den Engländern, über die Gcstaltnng der Enlsendnng von Ersatzmänner» in das Bnreaii und andre übergehn. Die Resokntione» über die W r e s ch e» e r A f f a i r e, den Imperialismus, russische Angelegenheiten lassen wir im Anhang folgen. Von Wichtigkeit waren die Verhandlungen über die Thätigkeit des Bureaus. Genosse Singer spendete der Thätigkeit unsrer belgischen Genossen vollste Aiierkenunng, nur wünsche er. daß das internationale Sekretariat sich mehr auf Anregungen dort beschränke, wo cS internationale Aktionen veranlaßt und deren Formen den einzelnen Ländern überläßt. So ist es z. B. nicht immer möglich, gleichzeitig über eine bestimmte Frage in allen Parlamenten zn interpellieren. In Ocstreich hat der Reichsrat nicht über Fragen der äußeren Politik zn sprechen, in Deutschland ist die Behandlung einer Frage beim Etat oft wirksamer als eine Interpellation, der die Re- gierung ausweichen kann usw. Im allgemeinen sei die Hauptaufgabe des internationalen Sekretariats das Informieren, nicht das Dirigieren. Vaillant unterstützte Singer und fügte zu dessen Erwägungen parkamcntstechiiischer noch solche politischer Natur hinzu, die bei der Verschiedenheit der Verhältniffe in den verschiedenen Ländern eine gleichmäßige internationale parlamentarische Aktion nur in bcstiiinnten, wohl zu übeilegenden Fällen zulassen. Er fügte hinzu, socialistische, ökonomische Fragen sollten im Vordergrunde der Thätigkeit des Bureaus stehen, wie augenblicklich die Arbeitslosigleit und dergleichen. Vaiidervelde wies ans die delikate Stellung deS Bureaus hin, das den einen zu viel thut, den andren zn wenig, das aber stets im Einverständniß mit den Bnreaumitgliedern der verschiedenen Länder vorgeht. Dies die ivichtigsten Gesichtspunkte, die auch von andren Rednern noch entwickelt wurden. Ein Beschluß wurde nicht gefaßt, da maii im Princip mit der Auffassung des Sekretariats von seiner Thätig- keit einig war und nur in Details Kritik übte. Die wenigst erfreuliche Seite der Verhandlungen bildete der Bericht über die Finanzen d e S B n r e a u s,' da viele Nationen mit ihren Beiträgen ganz oder teilweise im Rückstand sind. Von der Begründung eines großen internationalen Archivs lvnr.de Abstand genommen, alle Nationen aber verpflichtet, ihre ParteivorstandS-Berichte nnd Ccntralorgniie dem Sekretariat rcgcl- mäßig zugehen zu lassen. Ferner wurde beschlossen, die bisherige» Resolutionen der internationalen Kongresse znsainmcnzustellen und als besondere Broschüre zu veröffentlichen. lieber die periodischen Zusammenkünfte des BnrcanS entspann sich eine längere Debatte, da die einen öftere Znsanimenkünfte wünschten, die deutschen Delegierten für jährliche eintraten. Schließ- lich wurde die nächste Zusaiinirenkunft für Juli angesetzt nnd dieser überlassen, den Termin der nächsten Zusammenkunft selbst zu be- stimmen. Bezüglich der Publikationen des BnreanS wurde zunächst be- schlössen, sie in den Parteircvncn zu veröffentlichen, die von den Parteivorsländen der verschiedenen Länder bestiiiiiiit sind. Dringende Mitteilniigen sind in den täglichen Partei- Organen zn vcröffent- lichen. Die Erfahrung soll lehren, ob das genügt oder ein eignes Pnblikationsorgan des internationalen Sekretariats notivendig wird. Als Zeit des n ä ch st e n internationalen K ong rcsseS ivurde der Aug» st 1303 festgesetzt. Sein Titel soll lauten: Internationaler socialistischer Kongreß. Genosse Vaillant regte an, ihn ausschließlich ans die socialistischen Parteien zu beschränken, doch stellte er keinen positiven Antrag, sondern wollte blos zur Diskuticning der Frage in den verschiedenen Ländern anregen. Dies die wichtigsten Verhandliingspimktc des Bureaus. Es ist zn hoffen, daß es damit die Grnndlage eines gedeihlichen iiiternatioiialen Wirkens geschaffen hat, eine Form, die einen fiiicht- baren Inhalt freilich nur durch die Gunst der Verhältnisse nnd eifriges Zusammenarbeiten der Genossen in allen Fragen von internatioiialcr Bcdeutniig erlangen kann. Aber daran wird es wohl nicht fchlcii. Am Kongreß von Amsterdcni wird es dann liegen, nachdem bis dahin genügende Erfahrniigen gesammelt, der so neuartigen nnd schwierigen Einrichtung des internationalen Bureaus ihre definitive Gestaltniig zu geben. Henle schon weiter zu gehen, als die Brüsseler Konferenz gegangen, erschein! uns verfrüht. Die Hauptsache war der brüderliche Geist, der die ganze Konferenz beseelte nnd der in erfreulichem Gegensätze zu den erregten Scenen mancher unsrer internationalen Kongresse stand. Dieser Geist bewies aber auch, daß die unerfreuliche» Erscheiiinnge» mancher unsrer iiiternatioiialen Kongresse mehr auf äußerlichen als innerliche» Gründen, der Schivierigkeit der Verständigung nnd der Verschiedenheit der parlamcntarischen Forme» in den verschiedenen Ländern beruht, Schivierigkcite», die bei der Konferenz fehlte». Diese Schivierig- leiten zu beseitigen und so ein leichteres Arbeiten der internationalen Kongresse zu ermöglichen, ihre Rcibuiigsflächen zu vermindern, das ist die Hanptivirkuiig, die ivir von dein längeren Bestehen des inter- nationalen Bureaus erwarten. *-3 * Resolution über die Wreschener A f f a i r e. DaS iniernationake socialistische Burean. versammelt zur Kon- ferenz in Brüssel am 30. Dezember 1901, spricht im Ramen des socialistischen Proletariats aller Länder seine höchste Empörung aus über die preußische G e r in a n i s i e r n n g s- P o l i t i k, die sich nicht scheut, gegenüber der polnischen Bevölkerung zu den, bar- barischen Mittel geivaltsanier Unterdrückimg der Muttersprache zu greife». Das Bureau brandmarkt zugleich die Heuchelei und Verlogenheit der herrschende» Klassen, die sich in Deutschland in der Entrüftimg über die englischen Barbareien i»i Boerenlande nicht geling thnn können und zn gleicher Zeit die krasseste Unterdrückuiigspolitik ihrer eignen Regierung gegenüber de» Polen in Deutschland gutheiße» nnd fördern. Das internationale socialistische Bureau fordert c»d- lich das polnische arbeitende Volk ans. gegen die Unterdrückung seiner geistigen und nationalen Kilktnr wie gegen seine ökonomische Ans- beutnng Schutz zn suchen unter dem Banner der internationaken Socialdemokratie nnd ans allen Kräften mitzuarbeiten an der Be- schleunigung ihres Sieges, der allein die volle geistige wie materielle Freiheit und Gleichheit herbeiführen Ivird. Singer. Kantsky. Resolution über Imperialismus. Das internationale socialistische Bureau lenkt lvieder einmal die Aufmerksainkeit der socialistischen und nichtsocialistischen Arbeiter auf die Politik des Jinperialisniiis, der heute in jedem Lande der europäischen Civilisalion. die Vereinigten Staaten cingeschlosse», zur Fördennig der Zivecke des internationalen Kapitalismus verfolgt.wird.. Obwohl sie zeitweise in Feindschaft gegen einander unter| verschiedenen nationalen Flaggen vorgehen, befolge» sie doch alle die gleiche nndarmhcrzige Methode, um überall ihre Herrschaft zn behaupten. Wenn England in Südafrika und die Vereinigteii Staaten auf den Philippinen sich in letzter Zeit besonders stark mit Schuld beladen haben, so hat das gesamte Europa samt den Vereinigten Staaten»nd Japan in China so viel Ungerechtigkeit und kaltblütig« Grausamkeit entwickelt, daß dies einen scheußlichen Schandfleck in der Geschichte unsrer Zeit bildet. Die entsetzlichen ökonomischen Wirkungen kapitalistischer Aus- bentung ans unterworfene Völker, wie in Indien(wo 230 Millionen- Menschen durch entsetzliche Erpressungen dem Untergang preisgegeben 1 sind), in Irland, in Polen, in Afrika nnd Asien, überall in der Welt, sind begleitet von der Degradation und Bcrarnnnig des Proletariats in der Heimat. Imperialismus und Chauvinismus lverden beständig von den herrschenden Klassen aller Länder benutzt, die Schwäche des kapitalistischen Konkurrcnzsystenis zn verdecken und sie gegen die steigende Kraft des Socialisnins zn schützen. Zn einer Zeit, Ivo eine verhcrende indnftricllc Krisis die Arbeiter in vielen Ländern heim- sucht, in vielen andren Ländern bedroht, ermahnt das internationale socialistische Bureau die Arbeiter der Welt ans das dringendste, sich nicht von den Jntrignen der kapitalistischen Staatsmänner und den skrupellosen Entstellungen der kapitalistischen Presse bethören zu lassen, sondern sich zusammenzuthnn zu enger internationaler Ber- eiiiigung und einmütig für einander cinzustehen im Kampfe gegen die letzte und schlimmste Form der Klassenherrschaft. Resolution über Finnland und die Juden- Verfolgungen. Das internationale socialistische Bureau protestiert einstimmig gegen die russische Regierung, die 1. zn Zivccken der Reaktion die Verfassung vernichtet, deren sich das finnländische Volk erfreute, und die 2. jüngst durch einen Erlaß des UuterrichtSministerS den russischen Israeliten fast völlig die Hoch-»nd Mittelschulen verschlossen hat. DaS Burean fühlt sich»in so mehr verpflichtet, gegen diese letztere von de» Antisemiten diktierte Maßregel zu protestieren, als die socialistische» israelitischen Arbeiter in Rußland sich bereits durch ihre nnermüdliche Thätigkeit»in die Sache des internationalen Prolc« tariats große Verdienste erworben haben. P l e ch a n o>v. K r i t s ch e iv s k y. C. W o y n a r o w s I a. Resolution über d i e D e m o» st r a t i o n d e r Obuchoffscheu Fabrik. Das internationale socialistische Burean brandmarkt den hassenS» werten russischen Dcspotismns, der sich wieder einmal niit Blut be- fleckt hat, indem er a»> 7. Mai 1901 die Arbeiter der Obnchoffschcn Fabrik in Petersburg während einer Demonstration niedermetzeln ließ, die in engcni Zusaminenhang mit der Feier des 1. Mai stand, und indem er dann im September 1901 durch seine feile Justiz 23 Opfer zu Zwangsarbeit nnd Gefängnis ver- urteilen ließ, Opfer, die willkürlich unter den Demonstranten der Obnchoffschcn Fabrik ausgewählt wurden. DaS Burean sendet den heldenhaflen kämpfenden Arbeitern Rußlands seinen brüderlichen Gruß und versichert sie der wärmsten Sympathien des inlernatioualeil Sociakiömus für den Frciheits- kämpf, den sie gegen de» ZariSnnis führen,„den Feind des SocialiSmnS wie der Demokratie". Kritschewsky, Plechanoff, WoynarowSka. Der Boeren- Krieg. Ter KricgSplan De WetS. Wie eS heißt, ivnrde der U eberfall De WetS bei Twc e- f o n t e i n zu dein Zivecke ausgeführt, um die großen Q u a» t i- täten Proviant und Munition, die sich dort befanden, in die Hände der Boeren zu bringen, was auch v o l l st ä n d i g g e- l nn g e n sein soll. Ferner Ivird ans Kapstadt gemeldet: In den Kreisen der Kap- Holländer war seit längerer Zeit bekannt, daß De Wct-mit ungefähr 2000 Man» im Nordosten des Freistaates große Bewegimgen vorhat. Er habe ans den Kreisen der besten nnd zuverlässigsten Frei- staatlcr einige dreihundert Mann Elitcsoldate» unter sein persön» liches Kommando gesannnclt nnd seine» alten Freunden ans dem Freistaat ciiic ganze Anzahl andrer tleiiier beweglicher nnd vorsichtiger Konnnandos zncrteilt, die ebenso kühn nnd erfahren wie ihre Führer die großen englischen Heeresabteilungen uiiauSgesetzt beimrnhigeii solle» nnd wenn notwendig in schneller Konzentriernug den Englandern so schwere Niederlagen beibringen solle», wie jetzt bei Twecfontein. Kitcheners Wochcnrapport. Ein Telegramm Kitcheners a»S Johannesburg besagt, daß»ach den Berichten der verschiedenen britischen Kolonne» in der Woche seit dem 23. Dezember 35 Boeren gefallen, 5 vcrwnudct, 237 zu Gefangenen gemacht sind»nd 51 sich ergeben haben. In diese Zahlen sind die Verluste De Weis bei den Angriffen auf die Lager DartncllS und FirmanS nicht eingeschlossen. Nach Milteiliingeil aus zuverlässiger Quelle sollen von Deivets Leuten 30 gefallen und 50 verwundet sein(?). Dcwets Truppe» stehen noch im Langberg und südlich davon. Kleincrc Konnnandos befinde» sich in der Nachbarschaft von Reitz. SpeiiS und Plunier operieren in der Gegend von Amersfoort. Am 28. ds. trieben sie einen Teil deS zioinniandos Britz über die Eisenbahn nach Süden. Spens machte 24 Gefangene. Pliimer 3. Bruce Hainilton stieß am 23. oft- lich von Ermelo ans Grobelaars Äommando. Der Feind entkam im Nebel unter Zurücklaffimg von 4 Toten nnd 11 Gefangenen. Mackcnzie hat im Norden 17 Boeren gcfqnge» geiioniiiici» und French berichtet, daß er weiter befriedigende Fortschritte macht. Milner lehnt die Vermitwortlichkcit fiir die Konzentrationslager ab. Wie in London verkantet. hat Lord Milner den Wunsch ans- gedrückt, vo» der Verantivortlickikeit der Verwaltung der Konzen- trationSlager entbnndc» zn werden. Man beabsichtigt angeblich, minmehr einen indischen Beamten zur Verwaltung der Konzcntrations- lager nach Südafrika zu entsenden. DÄvkvi-Mmtzvidjken. Flohknacker. Eine ganz unnötige Gelegenheit, sich an der Socialdenioktalie zu reiben, verschafften das„Hamburger Echo" nnd die „Erfurter Tribüne" der bürgerlichen Presse. Anlaß dazu gab ihnen ein Artikel des Gothaer Parteiblattes über die Domänen- angelegenheit, die für das Herzogtum Kobnra-Göthn eine Lebensfrage ist. Wir haben vo» dein Vorgänge, der schon seit circa 2 Wochen spielt, ansänglich keine Notiz geiiommen, weil zur Kritik an deniVerhialten des Gothner Parteiblattes nicht der g e r i ii g st e Anlaß vorliegt. Nur der Umstand, daß die bürgerliche Presse immer wieder darauf ziirückkonunt und auch die„Erfurter Tribüne" selbst eine besondere Erklärung des„Gothaer Volksblattes" noch nicht für ausreichend hält, veranlaßt inis, die Sache noch zu erwähnen. Ans dein erwähnten Artikel deS„Gothaer VolksblatteS" druckte das„Hamburger Echo" folgende Stelle ab: Die Gefahr lag und' liegt durchaus nicht so entfernt, wie man jetzt von gewisser Seite glauben machen niöcbte. Wir erinnern mir daran, wie schwer es nach dem Tode des Thronfolgers Alfred gewesen ist, einen neuen Thronfolger zn bekommen niid daß es einer Reise des damaligen Staatsministers v. Strenge nach Eng» Ia»d bedurfte, um zum gewünschte» Ziele zn gelangen. Auch jetzt steht die Thronfolge ans zwei Auge». Sollten diese sich durch einen iniglücklichen Zufall schließen, daini ist es eine große Frage, ob cS bei den jetzige» gespannten politischen Verhältnissen gelingeil wird, einen nencii Thronfolger zn finden, nnd ob nicht die Agnaten es lieber vorziehe», als Privateigentiiiner das Gesamteinkommen aus den Domänen in d i<> 2 Tasche z n stecken, nnd der Würde, damit aber auch der Bürde eines Herrschers �n entsagen." ?fiich mit besonderer Neigung zur Kritikasterci statt zn obscktiber Würdigung sollte man selbst bei diesem aus dem Zusammenhang gerissene Citat durch die von n»s gesperrt gedruckten Worte des Schlngsatzes verhindert werden, anS diesen Worten eines Partei- dlattes auf eine besondere Liebe für die angestammten Landcsväter zu schlietzcn. Dem„Hamburger Echo" gelang es trotzdem; und trotzdem zum uebcrflnß der Artikel, dem das Citat entstammt, gar keinen Zweifel darüber läßt, weshalb diese scheinbare Sorge um den Thron- folgcr, hielt das„Echo" doch die Gelegenheit für geboten, dem„Gothaer Volksblatt" eine Vorlesung über die re- publikanisckie» Verpflichtungen eines Socialdcmokraten zu halten. So etwas durfte sich die berufene„Erfurter Tribüne" nicht entgehen lassen; flugS verlangte sie in dem sie zierende» bekannten Tone Aufklärung. Dabei genierte sie sich auch nicht, zu schreiben: „Zu uns rem eignen lebhaften Bedauern sind unsre Gothaer Genossen schon wiederholt, nicht ganz mit Unrecht, wie diese citierte Notiz als Krone alle» bisher Dagewesenen jetzt zeigt, „angeulkt" ivorden als„herzogliche Hof-Socialdemokraten". Dieser„Ulk" ist bisher lediglich geistiges Eigentum der frei- sinnigen und der konservativen Presse Thüringens gewesen, und der „Erfurter Tribüne" gebührt der Ruhm, als erstes socialdcmokratisches Blatt ihm die Berechtigung zuerkannt zu haben. Es mutz eine eigne Befriedigung gewähren, mit freisinnigen Witze», die ans niemand besser passen wie auf die Freisinnigen selber, die wertvolle politische Thätigkcit nnd die durchaus unanfechtbare Haltung der Gothaer Parteigenossen zu verulken. Die Parteigenossen in Gotha haben sicher nicht geglaubt, dag ihre bisherige Thätigkeit objektiv»rteilenden Parteigenossen Anlaß zu solchen Angriffen geben konnte, sonst hätten sie es wohl nicht ver- säumt, in irgend einer geistreichen Bemerkung noch ausdrücklich zu er» klären, daß ihnen der Thronfolger nur Mittel zum Zweck ist oder war. So ist es in der That I Die Existenz des Koburg- Gothmschcn Staatswesens beruht auf den Nutzungen aus dem sogen. Domänen- gute, dem umfangreichsten, eine» großen Teil des Landes bildenden Grundbesitz, Dieses Domäneugut war bisher Privatbesitz der Herzog- liche» Familie, Der Staat hatte zwar an den Nutzungen Anteil (nach dem letzten Etat 300 000 M, jährlich), aber kein Eigentumsrecht. Für ein Land mit kaum 50 000 mündigen männlichen Einwohnern sind 300 000 Mark Jahrescinnahme eine gcwallige Summe, Die bisher bestandene Verteilnngsart nnd die feudale Bcivirtschaftungs- weise legten die Gefahr nahe, daß zwar die Einkünfte der Herzog- lichen Familie nicht allzusehr, die Einkünfte des Staates aber in höchstem Grade gefährdet waren. Sobald aber die herzogliche Familie aus irgend einem Grunde aufhörte, das Herzogtum zu regieren, dann hörten auch die Nutzungen des Staates an dein Domänengute auf; dieses ging in reines Privateigentum der Herzogsfamilie über und die paar Steuerzahler könnten zu sehen, wo sie daL Geld zur Landcs-Verwaltung her nehmen. S o lange dieser Zu st and bestand, hatte allerdings die ganze Bevölkerung einschließlich der Socialdenrok raten ein sehr lebhaftes In ter- esse daran, lv jeder einen Thronfolger aus de in koburgischeir Hanse zu finde ir. Daß dieser Zustand so lange(seit 1854) bestand, ist ivesentlich freisinniger Waschlappigkeit geschuldet. Seine ernsthafte Bekämpsiing durch unsere Parteigenossen im Landtage hat ivesentlich mit zu ihren Landtags- Wahlerfolgen beigetragen und daß er jetzt beseitigt wird, daß dem Lande seine bisherigen Ein- künfte aus dem Domäncngute sicher gestellt Iverden unabhängig davon, ob ein koburgischer Prinz oder ein social demokratischer Schuster an der Spitze diese? Staatswesens steht, das ist das alleinige B e r d i e n st n n s r e r Partei genossen in Gotha. Ihrer energischen Vertretung der Volks Interesse» ist es zu danken, daß das Land sich jetzi nicht mehr um einen Thronfolger zu sorgen braucht, falls den Herren aus dem Hause Koburg die Hcrrscherbürde einmal zu schwer scheint. Die abgedankten Freisinnigen ärger» sich natürlich mächtig darüber, daß die Wähler nichts mehr von ihnen wissen wollte», nnd sie suchen nun das neue Doniänenabkommen, das vom Landtage vor einigen Tagen genehmigt wurde und nur noch der Ausführung harrt, als wertlos und unnötig zugleich hinzustellen. In einer polemischen Anseinandersetzung mit den Freisinnigen, uni zu zeigen, wie groß die Gefahr für die Existenz des Landes unter dem vis- hcrigen Zustande war, ist der Artikel geschrieben, ans dem das an- gegriffene Citat stanmit, und der Artikel selbst läßt, wie gesagt, gar keinen Zweifel über diesen Zusammenhang. Und nun beurteile man, ob es berechtigt war, gegen die Golhaer Genossen irgend welche Vorwürfe zu erheben. Wir haben doch tvirklich besseres zu thun, als uns um eingebildeter Principien- Verletzungen willen zum Gaudium unsrcr Gegner gegenseitig in die Haare zu fahren. Ernsihnste Verstöße gegen die Partei- Interessen und die Parteigrundsätze zu rügen ist jedes Parteigenossen un- bestrittenes Recht, aber um einer vielleicht nicht genügend ausgefeilten Redewendung willen principielle Flohknackercien zu treiben. Ivo in der Sache nicht der geringste Vorwurf zu erheben, vielmehr gerechte Anerkennung am Platze wäre, das gereicht uns wirklich weder zur Ehre noch zum Nutzen, nur den Gegnern zur Freude. Für daS allgemeine Wahlrecht in den Niederlanden. Am 21, Dezember fand zu Amsterdam die allgemeine Versammlung des „Niederländischen Koniitees für allgenicineS Wahlrecht" statt. ES waren LI dem Komitee angeschlossene Organisationen vertreten. In dem letzten halben Jahre konnte nicht viel von dem Komitee gethan werden. Es wurden aber 50000 Manifeste verbreitet und 10 000 Anfrnfe angeschlagen. Eine Ver- sammlnng für das allgemeine Wahlrecht ist sehr gut verlaufen, es Waren dort 30 000 Arbeiter durch Delegierte vertreten. Dem Komitee gehören jetzt 3 Landesverbände, 21 örtliche Komitees, bei denen wiederum 1»4 Organisationen angeschlossen sind, und 17 selbständige Organisationen an. Insgesamt zählen die dem Komitee angeschlossenen Organisationen ca. 30 000 Mitglieder. Auf Antrag des Vorstandes der„Socialdemokratischcn Arbeiterpartei" wurde beschlossen, einen allgemeinen Wahlrechts-Kongreß ab- zuhalten, und ztvar zu Utrecht. Das Datum soll durch das Komitee bestimmt Iverden. Ferner sollen die Arbeitervertretcr in der Zweiten Kammer ersucht werde», eine Kammerdebatle über das allgemeine Wahlrecht herbeizuführen, und gleichzeitig sollen dann überall im Lande Demonstrations-Versaminlungen nnd Umzüge veranstaltet werden. Des weiteren wurde das Komitee beauftragt, die Getverk- fchaften aufzufordern, Versammlungen für das allgemeine Wahlrecht zu veranstalten, nnd hierzu sollen Redner und Rednerinne» zur Ver- fügung gestellt werden. Auch eine Broschüre soll zur Ansklärung der Geiverkschaftsmitglieder über den Wert des allgemeinen Wahl- rechts hergestellt werden. Der Cigarrcnniacher-Bnnd ist ans dem Komitee ausgeschieden. Wie Loognit vom socialdemokratischen Parteivorstand ausführt, ist das kein' Zeichen dafür, daß der Eifer für die Sache unter den Arbeitern nackläßt, sondern auf belanglose Streitigkeiten zurück- zuführen. Folgende Resolution wird hierzu einstimmig angenommen: „Die Versammlung, bedauernd, daß sich eine Organisation vom Komitee abgetrennt hat, ruft In der Uebcrzcugung, daß die politische Situation in unsrem Lande eine solche ist, daß alle Kräfte zu- sammengezogcu werden müssen, um für die Arbeiter und für die Frauen das allgemeine Wahlrecht zu erlangen, die niederländische Arbeiterklasse auf. abzusehen von allem Zwist und den mühevollen Kampf für ihr erstes Bürgerrecht mit zu kämpfen und festzustehen gegenüber einer Regierung, die, mit Beihilfe eines Teiles des Prole- tariats zu stände gekommen, einer der wichtigsten Forderungen dieses Proletariats ins Gesicht schlägt.— Aus Ittduflvie und Mündel. Der rheinisch- westfälische Kohlen», arkt hat unter der miß- kicken Lage der Eisenindustrie stark zu leiden. Gegen das Coals- syndikat ist in den Kreisen der Roheisenerzeuger eine Erbitterung Im Jahre 1895: „ 1896: „ 1897; „ 1898: „ 1890; „ 1900: wachgerufen, die sich in den heftigsten Angriffen gegen die Syndikats- Wirtschaft Luft macht. Von den eingegangenen Abschlüssen der Hochofenwerke harren noch 1�/« Millionen Tonnen Cooks der Abnahme, neue Abschlüsse fehlen nahezu gänzlich, da die Werke mit Bestellungen zurückhalten, einige haben ihren Bedarf mit Umgehung des Syndikats gedeckt, andressind entschlossen, den Betrieb still zu lege», wenn nicht die Preise weiter herabgesetzt werden. Die Folge davon ist, daß bereits 50 Proz. aller Coaksöfen außer Betrieb gesetzt wurden. Nicht mit einer Einschränkung von 43 Proz. der Produktion ist zu rechnen, sondern man wird sich dazu ver- stehen müssen, ans 60 Proz. den Prozentsatz zu erhöhen, sckrcibt man aus Interessentenkreisen. Der Mindcrbedarf des Coaksmarktcs läßt die Bestände von Coakskohle» auf den Kohlenzechen bis ins Unerträgliche steigern und drängt auch hier zu größeren Einschränkungen. Das Kohlensyndikat nnd mit ihm das Coaksshndikat hat zwar die Preise für Industrickohle und Coaks erniäßigt, aber weiteren Anforderungen auf Preisherabsetzung zeigt es sich vollkommen unzugänglich. Die gegenwärtige Situation ist für diese Syndikate eine Machtprobe. Gelingt es ihnen nicht, in der Zeit der niedergehenden Konjunktur ihre Interessenten durch Festhallen hoher Preise von der Nützlichkeit der Syndikatsvilduiig zu überzeugen, dann kann das Bestehe» dieser Organisation in Frage gestellt werden. Denn die Aufgabe des Syndikats ist ein Hinaufschrauben der Preise über die Marktkonjunktur. Fällt dieser Vorteil für die Produzenten fort, dann suchen sie ihr Heil lvicder in der freien Konkurrenz. Im Gegensatz hierzu steht natürlich das allgemeine wirtschaftliche Interesse, denn ein Herab gehen der Preise für die Jndustrie-Erzeugnissc kann die Aufnahme fähigkeit des Marktes mit der Zeit des wirtschaftlichen Niederganges günstig beeinflussen, ohne natürlich das Mißverhältnis von Angebot und Nachfrage während einer Krise auszugleichen. Es liegt im System der kapitalistischen Gesellschaft, daß' sie solche Widersprüche Die Arbeitsverhältnisse sind unter der gerügten Marktlage äußerst trübe. Man hat zwar versucht, möglichst durch Arbeitszeitverkürzungen die Entlassungen zu beschränken, aber es dürfte bei dem Arbcitsmangcl doch zu erheblicheren Entlassungen kommen. In der bürgerliche» Presse ist davon die Rede, daß die ausländischen Ar bester, die zum Teil schon abgeivandert sind, zunächst entlassen werden sollen. Die„Köln. Volks-Ztg." erblickt in diesen Maßnahnien eine Härte gegenüber den Leuten, welche den Zechen in der Not halfen. Eine Härte ist jede Arbcitcrentlassung, wir hielten eS für billig, wenn die Regierung die Zechcnbesitzer anhalten würde, die Entlasscuen mit Reise- und Zehrkosten»ach der Heimat zu versehen, damit nicht die von den Agenten in die Jndustriebezirke gezerrtcn Arbeiter mittel- und hilflos auf das Straßenpflaster gelvorfen iverden. Die preußischen Sparkaffc» weisen im Jahre 1900 gegen die Vorjahre einen überraschenden Rückgang auf. Mit Zinsen und Ein läge ergab sich in den Jahren 1895 bis 1900 folgende Zunahme des ciibestandeS '"'— 345,91 Millionen Mark 309,32 815,04 318,39 291,07 252,18 Die Zahlen beweisen, eine wie irrige Schlußfolgerung cS wäre. erhöhte Sparkasseneinlagen als eine Folge des wirtschaftlichen Wohl- ergchcnS zu betrachten. Die aufsteigende Konjunktur hätte sonst eine bedeutende Zunahme der Einlage nachweisen müssen, so ist das gerade Gegenteil eingetreten. Dir Erscheinung ist sehr erklärlich, selbst die Gelder kleiner Sparer sind in den Jahren der Hoch- konjnnktnr mehr in Anlagewerte der Industrie oder sonst höher verzinsliche Papiere geflossen nnd den Sparkassen entzogen. Das Gegenteil kann während der Krise eintreten, und zeigt die Berliner Sparkasse bereits eine solche Wandlung. Die Gelder fließen in der Zeit der Unsicherheit auf dem Geldmarkt zu sicheren Anlagen zurück, es sind dabei nicht nur keine Sparer, sondern vor allem gut situicrte Leute, die in der Angst über die Znsammenbrüche der Banken ihr Geld zur Sparkasse tragen. Mithin ist gerade in der Zeit der Krise ein Anschwellen der Einlage erklärlich. Deshalb war es durchaus irrig, wenn Herr Stadtrat F i s ch b e ck bei Besprechung der Arbeitslosigkeit in Berlin die hohen Einlagcsnmmen der Sparkasse als ein Symptom gegen die ivirt- schafiliche Misere anführte, er bewies damit nur, daß er über die Bewegung des Geldmarktes vollkommen im unklaren war. Noch stärker tritt diese rückläufige Bewegung im ivirtschaftlicken Aufschwung hervor, wenn wir nur die Zahlen betrachten, die de» Ilebcrschnß der Einlagen ergaben»ach Abzug der abgehobenen Summen. Die reinen Ucberschüsse betrugen in den Jahren: 1895... 233.05 Millionen Marl 1896... 187,97 1897... 186.91 1898... 182.26 1899... 145 47 1900... 95.37 Es ist klar ersichtlich, daß im Jahre 1900, als wir den Höhe- Punkt der wirtschaftlichen Aufwärtsbewegung erreichten, die Gelder am stärksten ans den Sparkassen abflössen nnd auch die geringsten Einlagen stattfanden. Das Geld wurde durch höher verzinsliche Anlage aus den Sparkassen herausgelockt, wobei allerdings mancher ein trübes Nachsehen gehabt hat. Berliner Handelskammer. Die Frage der Hinzuziehung der Vororte zur Berliner Handelskammer ist vom preußischen Handels- minister vorläufig ausgeschieden nnd für Berlin Anordnung zu den Vorarbeiten für die Errichtung der Handelskammer, die nur Berlin nnisäßt, erlassen. Ter Polizeipräsident von Verlin, dem nach Z 11 des Handelskammer-Gesetzes die Vorbereitung der ersten Wahlen zur Berliner Handelskammer obliegt, ist beauftragt worden, mit der Auf- stellung der Wahllisten unverzüglich zn beginnen, damit deren Aus- legung ivomöglich noch im Januar erfolgen kann. Tic Slktiengesellschaft für Grundbesitz und Hypotheken- tvesen, eine Tochtergesellschaft der verkrachten Preußischen Hypotheken« dank, schließt in ihrer Bilanz per 31. Dezember 1900 mit einem Verlust von 27 558 360 M. ab. Das Aktienkapital betrug 4 Millionen. Das Deficit ist durch das Abschreiben völlig verlorener Außenstände herbei- geführt, die infolge des großen Bankrachs als aussichtslose Forderungen erschienen. Ueber den mit den beiden früheren Vorstandsmitgliedern ab- geschlossenen Vergleich wurde berichtet, daß der Gesellschaft durch Otto Sande» rund IVä Mill. Mark zugeflossen sind, nachdem dcr Ge- nannte bereits im März rund 1 Million Mark Bnchfordcrimgen an die Gesellschaft übernomnieir hat. Otto Sauden besitzt— wie der Vor- sitzende berichtete— immer noch Vermögensobjekte im Gesamtbeträge von etwa 600 000 M. Das frühere Vorstandsmitglied Hänsckke hat außer dem Verzicht ans seine Forderungen 125 000 M. in preußischen Konsols gewährt. Durch die Herabsetzung des Aktienkapitals auf 200 000 M. und Vergleich mit zwei der größeren Gläubiger, soll die Anineldung des Konkurses vermindern werden. Elrktra, Slkticngesrllschaft in Dresden hat in ihrer General- Versammlung beschlossen, das Aktienkapital um IV2 Mill. Mark(auf s'/s) herabzusetzen; zur Abstoßung einer schwebenden Schuld soll eine An- leihe von 1'/4 Millionen aufgenommen werden. Ans dem Anfsichts- rate trist der Bankier Arnold in Dresden aus, ohne daß die Ver« Wallung die Gründe bekannt geben will. Herr Ehrambach tritt für ihnein. Gründe ebenfalls unbekaniit. Welches Vertrauen der AnfsichtSrat in die Zukunst der Gesellschaft setzt, mag mau daran ermessen, daß er sich je 1000 M. Fixum aussetzen ließ. Bei 4 Proz. Dividende steht ihm aber laut Vertrag eine ziemlich hohe Tantieme zu. Er jcheint also vorläufig die 4 Proz. mit der bekannlcn Taube aus dem Dache zu vergleichen. Die Gesellschaft ist eine Tochtergesellschaft der Kon- tincnta'len Gesellschaft für elektrische Ilntcrnehniungen in Nürnberg und diese wieder zählt zu den Gründungen der Schnckert-Gcscllschast. Die Hannoversche LebenöversichcrnngSanstalt hatte in ihrer Generalversammlrmg den Antrag gestellt, das Unternthinen in eine Akliengesellschaft umzuwandeln. Nach heftiger Debatte, die lich 14 Stunden hinzog, erlangte der Aistrag 2109 Stimmen gegen 1223. Da die erforderliche Zweidrsttcl-Majorstät nicht erreicht ist, so dürfte der Antrag in den nächsten Gcncralvcrsammlmigcu wieder ans- tauchen. Ter Außenhandel Frankreichs. In den crsicn 1l Monaten 1901 betrug die Eiiisnhr 4 302 164 000 Fr., gegen 4 261 638 000 Fr. in dem gleiche» Zeitraum des Vorjahres. Die Ausfuhr erreichte einen Wert von 3 814 625 000 Fr., gegen 3 720 634 000 Fr. in den Monaten Januar bis November 1900. Die Einfuhr überragt also die Ausfuhr der gleichen Periode im Vorjahre um 487 539 000 Fr., während der Einfuhr-Ueberschuß der Monate Jaunar bis November 1900 541 054 000 Fr. betrage» hatte. Die Einfuhr von Nahrungsmittel» ist von 739,5 ans 722,0 Mill. Fr. gesunken und diejenige von Fabrikaten von 761,4 auf 719,9 Mill. Fr., dagegen bat sich der Import von Rohstoffen für die Jiidnsiric von 2760,7 auf 2360,3 Mill. Fr. gehoben. Die Ausfuhr zeigt diesmal in sämtliche» Hauptwarengriippen eine Zmiahnic. Nahrungsmittel sind im Export von 686.1 ans 699.1 Mill. Fr. gestiegen, Rohstoffe von 989,8 auf 1001,6, Fabrikate von 1857,1 ans 1908,9 Mill. Fr. vor den ab- Die GvmevkflltzAMittzes. Berlin und llmgcgcnd. RbcrmalS Unternehmer gegen Tarifverträge. Der dem Einigilngsamt des Berliner Gcwcrvcgcrichts zwischen Berliner Militäreffekten- Fabrikanten nnd ihren Arbeitern geschlossene Tarifvertrag läuft mit dem 31. Dezember d. I. ab. Bemühungen der Arbeiter, zn einem neuen Tarifvertrag zn gelangen, sind an der Verständnislosigkeit der Favrikanten gescheitert, so daß mit dem 1. Januar das alte Spiel des PreiSdrückenS wieder beginnen kann. Zunächst scheinen sich die Fabrikanten ans einen ge- meinsamen Lohnabzug geeinigt zu haben, so z. B. soll für den bisher mit 3,50 M. bezahlten Tornister nur noch 3,25 M. gezahlt werden. Dieser Abzug ist geradezu skandalös, da schon bei dein jetzigen Preis nur ein sehr bescheidener Lohn zu verdienen war. Die Herren Fabrikanien scheinen nicht daran z: denken, daß nach der jetzigen schlechten Geschäftslage auch mal wieder eine gute kommen wird, bei der die Arbeiter die Stärkeren sein werden. Deutsches Reich. In der Fcriinuschcn Schraubenfabrik zn Branden- bürg a. H. haben die Arbeiter die Arbei eingestellt, weil ihnen verboten wurde, zn einer Geburtstagsfeier Schnaps zn trinken.— Hoffentlich sehen die Leute bei nüchterner Beurteilung der Sachlage das ungerechtfertigte ihrer Handlungsweise' ein, die bei der gegen- wärtig herrschenden schlechten Konjunktur noch härter als sonst zu verurteilen ist. Um den Unbesonnenen die Rückkehr in ihr altes Arbeitsverhältnis nicht zu erschweren, bittin wir, jeden Zuzug fernzuhalten. i Die Kutscher der Firma Wiilve AlberS ß, H a r b n r g sind in einen Ausstand getreten, weil die Firnia den tereinbarien L 0 h n t a r i f durchbrochen hat. 1 Beim Schlcnsenban in Husum hcren 20 Arbeiter die Arbeit niedergelegt, weil der Sohn des Schachstne sterS sie in unangebrachter Weise behandelte. Wenn es nicht Winter gewesen wäre, danii hätten die Arbeiter schon längst die Arbeit verlassen, denn für diese schwere Schlickardeit werden bei Nacht- innd Tagschicht mir 35 Pf. pro Stunde bezahlt, während es niindtstiiiS 50 Pf. pro Stunde geben müßte. 1 Zur Solinger Scherenschlcifer-Biwrgung. Als vorläufiges Ergebnis der Bemühungen des Herrn Lindrat Dr. Lucas ist ein Vergleichsvorschlag anzusehen, der dennrcchst beiden Teilen zur Ab- stinmiung vorgelegt werden soll und ivic folgt lautet: „Alle Oualiläleiuiufiuärts bis zu diu v« pol. werden nm 1/« Zoll mit Ausnahme der Sackscheren crinätztgt und zwar bis zum 1. Juli 1902. Mit dein 1. Jnli 1902 tritt d 5 bisherige Höhere Preisverzeichnis in Kraft nnd bleibt für«c Dauer von drei Jahren , iiikündbar. Das bisherige Verhältnis. BerglcichSkmnmer:c. wird sofort wieder hergestellt, von beidcNsPastcien wird Streik bezw. Sperre aufgehoben. Es soll versucht inrden, weitere, noch fehlende Bestiinmungen im Preisverzeichnis disch die VergleichSkammer zn regeln." 7 Die Verhandlungen der Kommission, in welcher diese Verein- barnngen getroffen werden, dauerten won 5 Uhr nachmittags bis 9'/s Ilhr abends. Vor der Abstimimmg�jber die Vergleichsvorschläge verließen der Vorsitzende des Fabrikant imereins. Herr Koinmcrzicnrat Coppel nnd mit ihm der Falsstkant Gerresheim die Versammlung. Alle Ziiriickbleibendei, sowohl Favrikanlen wie Arbeiter, gaben einstimmig ihre Zustimmung zu den Vereinbarungen. Ein Weberinnen- Ausstand iß am Montag in der großen Kölner Baumwollspinnerei nnd-Weberei ausgebrochen. Die Gesell- chaft halte kürzlich eine erhebliche Lo�nrednktion vorgenommen und kündigte nun eine zweite an. Da Verhandlungen ergebnislos waren, legten die Arbeiter— es sind nur fün"Männer beteiligt— die Arbeit nieder. Die Ausständigen sind nicht'rganisiert. AnSlank/. Lohnkampf in der dänische» Textilindustrie. Die Arbeit- geber i» der Textilindnsirie Dänemn cks beabsichtigen, von Neujahr ab die sowieso schon unzureichenden S rbcitslöhne um 30 Proz. herab- zusetzen. Ter„Dänische TextilarveiUr- Verband" hat sich auf eine» Lohnkanipf vorbereitet. Die Streiks in Frankreich im Monat November waren an Zahl bedeutend geringer als die her Vormonate. Laut Berichten des„Office du Travail" haben im November 29 Streiks stattgefunden; an 26 derselben waren insgesamt 8503 Arbeiter beteiligt. Ii» November 1900 fanden 70 Streiks statt nnd der Durchschnitt der iinf vorhergehenden Jahre war 4ß. Die Streiks waren auch von ichr geringer Dauer 1 20 waren schoy vor Ablauf von 3 Tagen wieder beendet. Bei einem Teile der Streiks handelte es sich um die Ver- niche der Bergleute, im Kohlengebiele von Calais und des Nordens, de» Generalstreik einzuleiten. Achttausend anSftändige Nletallarbeitcr hielten nach dem .Wolffschen Bureau" in Barceliona eine Bersaminlnng ab, in welcher sie scharfe Maßregeln gegenüber den Arbeitgebern empfahlen. Nach der Versammlung veranstalteten die Teilnehmer an derselben Kundgebungen in den Straßen. Vitzke Nachvichtrn und Depeschen. PariS, 31. Dezember. lW. x. b.) Mehreren Blättern zufolge habe der Papst bei dem Empfange einer Gruppe hervorragender sranzösischer Katholiken in ei icr Ansprache erklärt, daß das Vereinsgesetz den schwersten Angriff ans die Religion bilde. den man jemals in Frankreich besehe». Die einzige Rettniig ans den gegenwärtigen Zuständen kimnten die nächsten'»laimnerivahlen bringen, die Katholiken niüßte!» ihr« Pflicht thnn und die vom Deputierten Pion gegründete koivstitnlionclle Gruppe unterstützen. Nizza, 31. Dezember.(B. H.) Der Mörder der Schweizerin Gertrud Hirschvrnnncr. welche im Ciscnbahiiconpä zwischen Nizza und Montecarlo ermordet wind e, ist in der Person des 24jährigen Heinrich Bidal verhaftet wordeiu Lemberg, 31. Dezember.;SB. H.) Das Kriegsgericht in P r z e m y S l verurteilte!z e n Infanteristen C z a b a n, Ivelcher auf seinen Zugführer fünf Gewehrschüsse abge- enert hatte, zum Tode d u r�vy Erschießen. Amsterdam, 31. Dezemvcr.»te abend fand eine Zusammenkunft der Arbeitgeber statt, deren> trgebniS morgen veröffentlicht werden oll. Die Zahl der organifiex-cii Arbeiter beträgt 6000, die der nicht organisierten 1300. �_ Lerawworilichcr Redacteur: Carl Leid in Berlin. Kür den Inseratenteil verantwortlich: TP. Glo«e in Berlin. Druck und Verlag von Max vading iu Berlin. Hierz � S Beilagen n. llnterhaltnngsblntt. 9t. 1. 19. ZahtWz. 1. KtilM Ses ,|onüärte" Knliin WMÄ , 1. Ziiimr 1992. Socisilrs. Nach dem ncnc» UnfallverfichcrmigSgescizc für Land- und Forstwirtschaft fallen unter dasselbe solche land- uud forstwirtschast- lichcn->Nebeubetriebe nicht, ivelche»ach näherer Bestimmung, des Reichs-Versicherungsaintes tvcgcn ihres erheblichem Umfanges oder wegen besonderer maschineller Einrichtungen oder wegen der Zahl der verwendeten gewerblichen Arbeiter den imUij das Gcwerbe- Unfallversichernngsgesetz fallenden Fabriken zuzurechnen sind. Eine solche Bestimmung ist ergangen und erlangt mit dem 1. Januar 1902 Geltung. Danach unterliegen nicht dem land- und forstlvirtschaftlichcn Unfallvcrsicherungsgesetze: Steinbrüche und Gräbereien, welche unterirdisch betrieben werden oder in denen die Zahl der Arbeitstage der beschäftigten vcrsichernngS- Pflichtigen Personen im Jahresdurchschnitt 1200 übersteigt; Torf- ge.winnuiigsvetriebe, einschließlich derjenige», welche Preßtorf erzeugen, in denen die Zahl der Arbeitstage sich im gleichen Ver- hältiiis befindet; Torfstren- und Torfbrikettfabriken i Kallbrennereien und Kalköfen, ivelche kotttinuierliche Feuerung haben, oder in denen die Zahl der Arbeitstage der versicherungspflichtigen Personen im Jahresdurchschnitt 1200 übersteigt; Ziegeleiefi, in denen im Jahresdurchschnitt mindestens 500 000 Ziegelsteine(Mauersteine, Dach- ziegel, Hohlziegel, Drainröhren usw.) hergestellt werden; Mahl- und Oehlmühlcn, in denen die Zahl der Arbeitstage der in der Mühle selbst beschäftigten Personen 1200 übersteigt; Schneidemühlen und Hölzbcarbeituiigsbetnebe, in denen zur ivcitcccn Bearbeitung der geschuittcncn Nohhölzer besoirdere maschinelle tLinrichtnngen ver- wendet werden oder die Zahl der Arbeitstage röh in der schon an- gegebenen Höhe beivegt; Zuckerfabriken, so»vie Betriebe der Nahruiigsmittelindustrie und Brauereien sowie M älzercien. in denen gleichfalls die Zahl der Arbeitslage der beschcft igten versichcrungs- Pflichtigen Personen im Jahresdurchschnitt 1200 ütbersteigt. Arbciterlöhne. Aus einer großen Arbeit des Arbeitsministers der Vereinigten Staaten über die Arbeitslöhns in Amerika und X Europa wird eine Zusammenstellimg mitgeteilt, wieviel Arbeitstage dje Arbeiter verschiedener Länder nötig haben, um die notwendige» Ausgaben für Nahrung. Kleidung. Wohnung, Heizung, Beleuchtung und Stencrii zu decken. Danach brauchte der Arbeiter für diese Zwecke in England.... 209 Arbeitstage Amerika.... 223„ Frankreich.... 231„ Deutschland... 240 Nußlaud.... 280„ Italien..... 290„ Nach dibser Rechnung blieb dem deutschen Arbeiter nur der Lohn für 00 Arbeitstage zur Befriedigung geistiger Bedürfnisse, für Ver- giiügcn und sonst zu freier Verfügung, während dem cnglischen fast ein Drittel seines Lohnes für diese Ztvccke übrig bleibt. Dabei ist hier die Annahme gemacht, daß der europäische Arbeiter nur 27 Tage- löhne für die Wohiinng ausgiebt. Das ist für den deutschen Arbeiter entschieden viel zu niedrig gegriffen: man wird auf 40 und 50 Tagelöhne hinaufgehe» müssen, um der Wirklichkeit nahe zu koninien. Dadurch schränkt sich der dem deutschen Arbeiter über das Aller- notwendigste hinaus übrig bleibende Lohnbetrag noch erheblich ein. Devssurnnlungen» Zu tuinultiiarischen Auftritte« kam eS Montagabend in einer nach dem Jndnstricgcbäiide in der Bcnthslrnße einberufenen Ver- sanimlnng, zu weicher der Recherchenr George„Enthüllnngcn über die Konitzer Affaire" angekündigt hatte. Da der größte Teil der erschienenen Gäste ans Antisemiten bestand, so mußte von vorn- herein iiiit Sknndalscenen gerechnet werden, iveshalb der die Aufsicht führende Polizeilieutenant rechtzeitig ein starkes Schutz», anns- aufgebot zusammenzog, das die Treppe» und den Hof besetzte. In der That mußte die Polizei mehrfach einschreite», lhat dies aber, ohne die Versammlung auszulösen. Offenbar war die Polizei auf die eigentliche» Enlhiillliiigen selbst gespannt und übte deshalb Znrückhaltiuig. Der Lärm steigerte sich von Minute zu Minute und drohte in eine regelrechte Keilerei auszuarten. Als endlich die so- genannten Enthüllungen kamen und George an der Hand ver- schiedencr Vorkoimmiisse den Lehrer Wcichcl in engste Beziehnng zum Winterschcn Morde brachte, entstand ein derartiger Tumult, daß die Versammlung geschlossen tverden mußte. Freireligiöse Gemeinde. Mittwoch, den 1. Januar, vormittags WU Uhr, i» der Aula der 09. Gemeindeschule, Kleine Frankfurter- ftraheO. Versammlung. Festvortrag des Herrn Professor Dr. Albert Gehrke:„Fragen der Menschheit". Vor- und Nachspiel aus dem Parilcr M u st e l- H a r ni o n i u m. Gaste, Damen und Herren, sehr willkommen._ Eingegangene Druitschrifte». Die„Socialistischcn Monatshefte«(Administration: Berlin 3V. Lützowstr. 85A) haben soeben das Januarheft ihres VIII. Jahr- gangs erscheiiicll lassen. Ans dem Inhalt desselben heben wir hervor: I g» a z Auer: Partei und Gewerkschaft.— RtaClaasteii: Stefan George.— Richard Calw er: Der Zolltarif-Entwurf.— Carl Legten; Tarifgcmeinschastcn imo geinenisaine Vorbände von Arbeitern und Unternehmern.— Eduard Bernstein: Der Gang der Wirtschast- lichen EntWickelung.— Heinrich Kaufs m an u: Zur Frage der ge- nosseiischastlichcii Produktion durch Prodilktiv-Genosseiischafteil.— W i l- Helm D ü w c l l: Wohlsahrtseinrichtungen.— Dr. C o n r a d Schmidt: Ein neues Buch über die Franensrage.— Rundschau: Politik; von Richard C a l w e r.— Wirtschaft; von Max S ch i p p e l.— S o c i a- l i st i s ch e Bewegung; von Oskar Peterssvn und Dr. Ladislaus Gnmplowicz.— Gewertschastsbewegmig; von Heinrich Bürger.— G c n o s s e ii s ch a s t s b e w e g u n g; von Gertrud David.— Sociale Kommunalpolitik; von Dr. Hugo Linde m ann(C. Hugo.)— F r a u e ii b e w e g u ii g: von Henriette Fürth.— S o c! a l w i s s e n- s ch a f t e n; von Dr. Ch. S ch i t I o w s l u.— Bücher; von Georg Bernhard.— Als Beigabe bringt das Hest das erste der Oeffentlichkeit übergebene Porträt von Stefan George, gezeichnet von Karl Bauer.— Der Preis des Höstes beträgt 00 Pf, pro Quartal 1,59 M. Zu beziehen durch alle Buchhandlungen, Colporteure und Postanstalten (Post-Zeitungs-Katalog Nr. 7138). serncr direkt durch die Expedition der „Socialistischen Monatshefte", Berlin W. 35, Lützowstr. 85 A.(Zusendung unter Kreuzband oder in geschlossenem Couvert.) Tereiil der sMm BWrickr und Schnftgießer. Wir machen unsre Mitglieder daraips aufmerksam, daß die nächste Tereinsversammlung am 35/10 Montag, den Jannar, stattfindet. Da das„Louisenstädtische Konlzerthaus" nunmehr an eine Ge- fellschaft verpachtet ist, die allabendlich �Vorstellungen abhält, so wird der Borstand den Mitgliedern am Montag anderweitige Vorschläge zur Ab- Haltung unsrer Vereinsverfammlungeu n�achen. Diejenigen Vertrauensleute, die nockh mit der Beantwortung der Frage- karten im Rückstände, werden ersucht, bis spätestens Freilag. den 3. Januar, dem Borsitzenden die Kart-en zuzustellen, '_ Der Vorstand. r Uneren werten Gästen, Freunden und Bekannten wünschen wir ei� fröhliches ineue?« Jahr! Carl Stecher! und Familie, Andreas-Fest'äslle., Andreasstr. 21. SM" Allen ihren werten Vereii ,cn, Gästen, Freunden und Bekannten w ünschen ein fr»hliches Neujahr t Uielil?, Armin-Salle!!, Berlin, 1 1. 02. Kom�nandantenstr. 20. Allen meinen Kunden,� Freunden und GÖnnem w;ünsche ein gutes •'neneiS J»Ii r2 J. Maryueur, Stallschreilfcrstr. 32a. Unfcnii Vertrauensmann und Gelt oisen Karl Wünsch die herzlichste Gratulation zum neuen Jahr. Unverzagt! Wir solgen nach. Die Getreuen d Schönhauser Borstadt. Allen meinen Gästen, Freunden und Bekannten zum neuen Jahre meinen S870b herzllchsten kliitasll). Nixdorf, den 1. Januar 1902. Oskar Preil, Schaukwirt, Roseustr. 24. Meinsn werten Gästen ein recht fröhliches neues Jahr. Moritz ühie, Kreuzbergstr. 50. Zum MreonieiM sendet allen seinen Kuitdcn, Freunden und Betanntcil die herzlichste Grata- lalion. 2879b Serrmsnn fAvselov. Sclterwaficrfabrikant. Cliarlottenbnrg;, BiSmarkstr. 82. Coepenick. Allen meinen werten Gästen, Partei- gtitofien und Freunden wünsche ein fröhliches und gesundes iieues Jahr! Albert Stippekohl, Schönerlindcrstr. 5. Allen meinen werten Gästen, Freun- den und Bckaiintcii wünsche ein sröh- liches, gesundes Neujahr. 28l4b dAiuWU üsleliöuliöu Restaurant„Zur Schaukel". UritT,, Biirgcrstr. 4. Coepenick. Allen meinen werten Gästen, Freundcil und Parteigenossen wünsche j ein fröhliches und gesundes neues Jahr. August Rochütz, _ Ptüggelheimcrstr. 2. \ m flerli" vicri rf'rt'di if.« Aden) Partei-Tpei itionen: >1, Iii reit - Hof pari.-««l.: Pa' !>tccl,stcr Wahlh.-eis S°.'"2kdeie>i, raste 8, im Laden.— V/cdd Vo �..; Emil Stoltzeniur z, W? hn'': Henuaim Raschle, 0 rüntb und Voratadt: Karl � �'»..l,.ttc Gustav Scharn» Goet?. r-e v zk- I>ciitseli-Wllnic'_ stWstJt'"ok' bffitl— Vrlcdrlchslierf 108, [ii 1 1 Bat fit O., Frailtsurter Allee Uj j: Robert W e n g e ts, Große I Böhm, Lausitzervlatz 14/15 Woabit): Karl Anders, i> et und vranicnhiirAcr eiistrabe 4l/42.— 9 st ermann, Erkstraße 0.— Wilh. Bäumt er,•Rollet Paiilllsstraße 13, Quergeb. »cliönoM clde: C»lo lohn, Wilhelmineiihofstr. 18. _ic,|e,'. fe fböncwclde: Ka l riebet, Eigarrengeschäst.— hlnnist Paul Mau Ii, s rt edrichstraste 39, I.— Vdlcrs- h?r-'GuNa v Ö i tz e, Hackenbergstra te 8,— liiincnlckt: Friedrich A oick Giüu straste 29.- Frieden,!»»»-«tcxlkt-: H. Berufe e, risillr 15 in Frte dsnail. Bestelliiligen I! ehnikii enigegen in iSteskit«: � Mo b r Tjjppel llrabe S, und Fr..2 e I l h a f e, Ahornstraste loa.— r 4an»LhiiI�i>v- Stock. Enisü, aste 2. II.- Vcu- Weissen- se«- H'eiiirich e"«' D"" Ä�r*3«>-«"»" Bommeli». bni'K: Forgb rrl. Prinz Albertstr. 5a, Allste rdenl tfl sä mtliche Parteilittera mr sowie alle wistenschaftticheil w» i Auch weichen Inserate für den„Vonva'rts" eiitg>egeiigenommeii. Uitte ausseh neiden t Kekutt-Se lileiduuz mm«Suelie-Pslii'ili iL») � Wlliv et& Co. jetzt:)KÖPflfipkerStroS5; ISO, nantcnffclstrasse. Berlin, Neujahr 1002. AV Fröhliches Neujahr wünscht allen Freunden, Betannten, Gästen und den Sportssreunde» vom Segeltlnb Fraternitas 2874b der Dicke aus der Fricdrichsbergerstr.i l. Meinen werten Abonnenten ein ftöhlichcs Neujahr! Ww. Forgbert, _ Itnnunelsburs. Prosit Neujahr! auf allen Wegen! Nüst„Magcndoktor" Dir entgegen. Es bring' Dir Glück!— Doch bringt es Sturm, Der beste Tröster ist„ein Wurm!" Verlangen Sie gest. ausdrücklich: Wurms Magendottor. Vertreter: vonoralckapot: Berlin V»., Neue Äöuigstr. 74. Dr. Simmel, Prinzensir. 59. Specialarzt für 3/18* Haut- und Harnleiden. 10-2, 5-7. Sonntags 10-12, 2-4. r � Umsonst erhält joder Kunde einen schönen Kalender 1002. Jln unsare diunÖQn! Belm Jahresivechsel nehmen wir ffem Veranlassunt/, für das uns bisher erwiesene Wohlwollen beslens zu danken und um die fernere Brhalfnng desselben ergebensf zu bitten. Hochachtungsvoll Ester Sohn, Fabrikation u. Maass- Anfertigung guter Herren- u. Knaben- Bekleidung. Chausseestrasse 24a]25, Brückensir. 11, Gr. Frankfurterstr, 20, r � 1 Handtuch-Verleih-Institut fiinensfa. Unsrer geehrten Kundschast unsrell verbindlidisteii Dank für ihr gütiges Wohlwollen, welches sie uns bisher zu teil werden liest. Herzlichen Glück- wünsch zum neuen Jahr. 2859b Hochachtungsvoll H. Hantke& Comp. Stralauerstr. 11. Schlafmöbel-Bazar„Baby" Jnvalidcnstr. 160 Belle-AManceftr 107 Rciiiickcndorserst. ÜC Frankfurterstr 115 SeutTelitr. 18 Tauenzienftr 7a Ocanicnftv. 31 Ärnnncnstr. 92 Fertige' Betten und Akttt-BMKeu fürOl»»eru.Sr».»senc liieilistiiline gestattet. Bei größeren Raten Easiaprcile. Liefer. d. Post-Tpar- u. Vorschuß-Tere ns. Hlu reebt frübllebos STcuJahr und ein IVohcs, gesundes Wiedersehen wünscht icu>il>er keinerlei Berantwiirtnna. Thesttev. Mittwoch, I. Januar. Freie Volksbühne. Lesstng- Theater, t. Abteilung und b. Abteilung: Die Medaille Der eingebildete Kranke. Anfang . SV. Uhr. Opernhaus. Lohengrin. Anfang 7'/» Uhr. Donnerstag: Die Afrikanerin. Tchanspiclhnns. Iphigenie aus Tauris. Anfang 7Vz Ubr. Donnerstag: Das grobe Licht. Neues Opern- Theater lKroll) Wilhelm Tell. Anfang 7-/2 Uhr. Donnerstag: Geschloffen. Schiller. Heimat. Anfang 8 Uhr. Nachm. Z Uhr: Der Revisor. Donnerstag: Die Mütter. Deutsches. Roscnmontag. Anfang ?'/- Uhr. Nachm. 2V2 Uhr: Die versunkene Glocke. Donnerstag: Die Jüdin von Toledo. Berliner. Alt-Heidelberg. Anfang 7'/» Uhr. Nachm. 2»/, Uhr: Frau Holle. Donnerstag: Die rote Robe. Lessing. Die Wohlthäter. Anfang 7'/- Uhr. Donnerstag: Die Fee Caprice. Residenz. Sein Doppelgiinger Vorher: English spoken. An- fang 7V2 Uhr. Nachm. Z UHr: DaS blaue Kabinett. Donnerstag: Sein Doppelgänger. Vorher: Englizd spoksn. Neues. Coralie u. Co. Anfang 7»/, Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Veilchenfresser. Donnerstag: Coralie u. Co. Eveste». Die Fledermaus. Anfang 7V- Uhr. Nachm. 3 Uhr: Zar und Zimmer- mann. Donnerstag: Der Wildschütz. Becessionsbühne. Detlev Lilien- crons Buntes Brettl. Anfang 8 Uhr. Donnerstag: Dieselbe VorsteNung. E. v. Wolzogens Buntes Theater (Ueberbrettl). Anfang 8 Uhr. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Schall und Rauch. Vorstellung vor Serenissimus. Auf. b'/z Uhr. Nachm. 4 Uhr: Don Carlos, Die Weber vor Serenissimus. Donnerstag: Vorstellung vor Sere- uisflmus. Trian»«. Geschlossen. Ventral. Das süße Mädel. Ansang 7V, Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Fledermaus. Donnerstag: Das sühe Mädel. Thalia. Die Badepuppe. Anfang 7'/- Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Waise von Lowood. Donnerstag: Die Badepuppe. Luisen. Schröder u. Co. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Die Räuber. Donnerstag: Schröder u. Co. Carl Weist. Das Jungfernstift. Anfang 71/2 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Maria Stuart. Donnerstag: Das Jungfernstift. Frirdrich-Wiche»» städtisches. Der rote Kosak. Anfang 7>/z Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Bettelstudent. Donnerstag: Der rote Kosak. Belle-Zllliance. Die Dame aus Trouville. Hieraus: Er. Anfang 7V- Uhr. Donnerstag: Dieselbe VorsteNung. Easiuo- Theater. Weihnachten. Mädchenjäger. Specialitäten. An- fang 7>/2 Uhr. Nachm. 4 Uhr: Der Raub der Sabinerinnen. Donnerstag: Weihnachten. Der Mädchenjäger. Orpheus. Spectalitäten-Vorstellung. Anfang 7 Uhr. Donnerstag: Specialitäten- Vor- stellung. Mctropol.'ne feine Rnmmer. Specialitäten- Vorstellung. An- fang 7»/, Uhr. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Bpollo. Specialitäten-Vorslellnng. König Aqua. Anfang 7r/, Uhr. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Passage- Theater. Specialitäten- Vorstellung. Anfang nachmittags 3 Uhr. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Passage- Panoptikum. Specials- täten-Vvrstellnng. Reichshalleu. Stettiner Sänger. Ansang 7 Uhr. Palast. Specialttäten-VorsteNnng. Grobstadtzauber. Ans. 7 Uhr. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Urania. Tanbenstr.(Im Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Frühlingstage an der Reviera. Donnerstag: Dieselbe Vorstellung. Jnvalideujtraste«7/63. Täglich: Sternwarte.__ Central- Thratkr. Heute, Mittwoch, den 1. Januar: 2 Vorstellungen. 3 Uhr halbe Preise: IM« FledermaiiH. Operette in 3 Akten v. Joh. Straub. Abends 7l/z Uhr: Das süsse Mädel. Operette in 3 Akt. v. Heinrich Reinhardt. rksIia-Meater. Dresdenerstr. 78,73. 7V- Uhr. Heute». folg. Tage.?V,Uhr: Die Badepnppe. Grobe Ausstattuugspofse mit Gesang und Tanz in 3 Akten. Paula Worin n. G., Guido Thielscher, Helinerding.Jnnlcrmann, Pauliuüller, Wannovius, Junkcr-�chatz. Nachmittag 3 Uhr(kleine Preise): Die Waise aus Lotvoos. SiMeMjeattl' iWallner-Theater). Mittwochnachmittag 3 Uhr: D«r Revisor. Lustspiel in 5 Akten von Nikolay Gogol. Deutsch von E. v. Schabelsky. Mittwochabend 8 Uhr: Heimat. Schauspiel in 4 Akten von Hermann Sudermann. Donnerstagabend 8 Uhr Dl« Slttttvi». Freitagabend 8 Uhr: !»«»> Revisor. pari Weiss-Theater. Graste Frnnkfnrterftr. 132. Nachmittags 3 Uhr(kleine Preise). SV Parkett 60 Pf."ME Raria Stuart. Trauerspiel von Fr. 0. Schiller. Abends 7'/, Uhr. Größter Operetten-Erfolg! Novität! Das Jltttgsernftift. Operette in 4 Akten nach Paul de Kock v. Ernest Guinot. Mnsikv. JeanGilbert. Com« esse Mari«: Minna Michetti al» Gast. Morgen: Das Jungfernstift. Ans. 8 Uhr. Sonnabendnachmittag 4 Uhr: Aschenbrödel. INktnpKIilistks. Heute, den 1. Januar: Emil Thomas— Henry Bender Josef Josephi— Frid-Frid Lucie Engelke— ElsedeVere Mit vollständig neuer prachtvoller Ausstattung: 'ne feine Kummer! Burleske Gesan und 4 Im 4. Bilde: Rauchens Weihnachtstisch. Anfang Uhr. Bauchen überall gestattet. Sonnabend, 4. Januar: r Erster grosser-»s IMopol- Theater-Ball. Schall und Rauch, Unter den Linden 44. Mittwoch, 1. Januar 1902, nachmittags 4 Uhr, bei halben Preisen; Don Carlo». Die Weber vor Serenissimut. Parkett 3, 2, 1 Mk. Anfang 8>/2 Uhr: Vorstellung vor asercnlMsinui». Donnerstag: Dieselbe Vorstellg. Freitag, 3.; Jublläums-Vorstellung. Zum 50. Male: Vontellung vor Serenlseimu«. (Jrania Tauben-Stmese 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Frübllagstage» 4er Rirler«. Invnlldenatr. 57/02. Sternwarte. Castans Paoopticii Frledrich-Strasse 165. Siros»« Weihnachts-Ausstellung Eine Reise ins ScIiiarafTenland Marionetten- Theater für die Kinderwelt E. von Wolzogens Buntes Theater(Ueberbrettl) Köpnlckerstr.<18. Silvester- Programm-Vorstellung. 3 Striche, Groteske v. Schanzer. Der Silvester-Engel v. Julius Keller. Neues satirisches Schatten-Bänkel. Mene Solo-Xummern. Gewöhnliche Preise. Anf. SUhr. Belle-Älüance- Theater. Die Dame aas Trauville. Schwank m. Gesang u. Tanz i. 3 Akten. Hierauf: f&sWt Pariser Lebensbild in ,,�1-. i Aufzug. Adele Hartwig, Mizzi Birkner, Rosa Marten, Emil Sondennann, Ferd. Worms, Leopold Thurner, Werk- meister, Kettner, Olfcrs, Kahlmetz. Anfang 7»/, Uhr. BrplieuL-Tliealer. Frledriehstr. 236. 28 internat. Specialitäten! I. Kunzes, u. a.; VeldemannsJ Hunde- u. Affen- Clrkus. Apollo-Theater. Vo llstAndig; neue» Specialitäten-Programni, Ilka Paulet Stoch u. Mllton Granto& Maud Willi Waiden Georg Kaiser Soeurs Pischiany Emil Richnrdt dTiolHachthaler Dille. LncienneDercy Kathi Herold I>er KoNinograph Um 8l/i Uhr: König Aqua. Ausstattungs-Burleske in 1 Akt von R. E h r k e. Anfang 71/. Uhr, Charivari- Brettl (Alb. Kähne) Alte JaliolistrasseS?. Eröffnung 8. Januar 1902. Reichshallen. Stettiner Sänger. Heute; Grosse Neu] ah rsf est-Solree. Anfang 7 Uhr. > Morgen 8 Uhr.■ W. Noacks Theater. Brinmenflrabe 18. Heute, Mittwoch, den 1 Januar: Der tolle Wenzel. Posie mit Gesang in 4 Alien von Mannstädt. Musik von Steffens. Heute: TäB�Rran�oUsii. Donnerstag: Der tolle Wenzel. Das sensationelle Keujulirs- Prograiuin. Damen- Luftringkampf. Der neueste Daraensport, ausgeführt von 12 unübertrefflichen Luftringerinnen. Gifford dSmSrif Mlcliel Mayer der stärkste Mann der Welt. 15 neue erstklassige Nummern. Casino-Theater. Lothringerstr. 37. Heute nachmittag 4 Uhr: „Der Raub der Sabinerinnen.» Abends 7l/z Uhr:_ WM- Galn-Vorstcllnng. Vollständig neues Programm. Günther— Concordia-Tric tc. Mädcheiljager- Weihnachten. Palast-Theater (früher Feen-Palast) «urgstr. 2'i. Direktion: Winkler u. FrBbel. Mittwoch, de» 1 Januar: Neujahrs--� Fest-Vorstell»tug der durchiveg neu engagierten Kuilst-Tpecialitäten. Um 9 Uhr! Nur noch kurze Zeit! Die erfolgreiche AuSstattungs-Wcsangs-Burleske Großstadtzanber. Hugo Luftig— Direkt. R. Winkler. Anfang 7 Uhr. Entree 50 Pf. Billet-Borverkaufvon 11— 1 Uhr. In Vorbereitung: „Die süften MädelS." kaalaelia taartliallea. An der Spandauer BrUcke 3. Vornehmst. Vergnügungslokal I Täglich; Internationale Konzerte. Speclalität,-Doppel- Vorstellung von nur erstklassigen Kräften. Special-Ausschank der Berliner Bock-Brauerei. Vorzügliche Küche. Gut gepflegte Biere. Trianon-Theater bleibt wegen baulicher Veränderungeu einstweilen geschloffen. Wiedereröffnung wird bekannt gegeben Sanssonci Kottbnserstr. 4«. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: R«» r r»»» n n s Mddtiitsche Tanger Xea! Die Werthaler. Wen! Die Palkaschühen. Nach jeder Vorstellung: T4.V�. Entree öv und 75 Pf. Wochentags Anfang 8 Uhr, Entree 30 u. 5V Pf. Wochentags Vereinsbillets gültig und Tanz frei. Alle andern Tage bleiben die Säle zu Festlichkeiten und Versammlungen frei. Heute, Mittwoch, den 1. Januar: 2 grobe Vorstellungen. Nachm. 4 Uhr: „Nie guet Brandenburg allewege". Abends 71/2 Uhr:„Klondike1 Holt ina uns Yolksprlen Westend sind Säle für Sonnabende zu Fest- lichkeiten unter coulanten Bedingnngen zu vergeben._ 3145L* Saal [31678* nebst groben Nebenräumen, circa 500 Personen fassend, zu Bersan»»- lungen und Festlichkeiten zu vergeben. Verschiedene Sonnabende noch frei! 0. Spiegelberg, früher Orschel, Sebnstianstrasse 39. iLmpfehle allen Freunde» u. Bekannten v mein Weiss-, Bayrinchblcr- und gr. tSpeiseseschilft. Reichhaltiges Frühstück von 30 Pf., Mittag mit Bier 50 Pf. sowie Abendtisch ä la carte von 30 Pf. an. 2 Vereinszimmer mit Klavier für 20—50 Personen.* H. Stramm, Rest, Ritterstr. 133. Alkambv'a Walinertlieaterstr. AS. Mitttvorii. 1. Januar: Groster NenjahrSbail bei doppelt besetztem Orchester. Anfang 5 Uhr. A. Kaireltat. -u. Filiale Köpenick. Sonntag, S. iJannar 199», nachm. 2 Uhr, bei Stippekohl, Schönerliuderstr. 5:_ Versaiiiinlniig."WD Tages-Ordnuug: 197/1 1. Aufnahme öon neuen Mitgliedem. 2. Vortrag des Frl. Fanny lnile. 3. Diskussion. 4 Verschiedenes. Nach der Berscimmlung: vemiitliehe» Rei»ammen»eia. Der Borstand. Ileus freie Voiksbiiime. . r Sonntag, 3. Jan.ej nachm. SV-UHr. im: Danton« Tod. LÄÄ'Ä? i Die Borstellung für die S. Abteilung, zu der noch Mitglieder auf- genommen werden, sindet am 13. Januar statt. 150/1 Freitag, 3. Jannat: 10YS, abends 8V1 Uhr, im«ewerkschaftShau», Engelnfer 15: Oeffentliche Bersammlung. Vortrag des Herrn Dr. Rudolf Dtetuer über: Dnutons Tod. Um zahlreichen Besuch bittet Der Flnberufer: A. EHendt Freie Volksbühne. I Mittwoch, dc�n 1..lanoar 1903, nachniitt. t3!i Uhr, im 1. csning-Theater, 4./5. Abteilung: Der eingebildete Kranke. Elie Medaille« Sonntar, deu 18. Januar, im Carl Wciss-Theater, 1. Abteilung: 228,1 Tov. Von Georg Büchnw. Jn Bearbeitung von Alfred Halm. Der Vorstand. I. A.: C. Winkler. Cirkus A. Schumann. Heute. Mittwoch, den 1. Januar: Ä große lüiherordelltlilhi' Allla-Fest-Vorjtellünge« � Nachmittags 3l/j U hr und abends?>/, Uhr. In beiden Vorstellungen: Gleich reichhaltiges abwechselndes Programm. Nachmittags aus allen Plätzen ohn.! Ausnahme ei» Sind frei. Jedes weitere Kind halbe Preise(anber G alerte, abends jedoch volle Preise). Van« Dehnt».— U. a.: i4«i.'»iitioin*ll« Venhclt! jfÜB'ÄSt Iwoleni Truppe Neu 1 Jeuricatieus aus Kamele Zum erstenmal in Deutschland! Mirza Galem-Tr'fsspe Hat soeban ein sechsmouatlicheS Engagement im Londoner Hippodrou,! eit gröbtem Sucres absolviert und war während dieser Zeit dos_ lb„._.-. jy T«.�agespritcih liondon».-MW Neu! Zum erstenmaZ�üf dem Kontinientl Drokenoor Thdr«»«» mit seinem Assistenten als der einzig dastehende HypnOUSClir. Neu! Original Bim-Boen, musikalische Clowns. Neu! Ferner die übriger' neu enge.gierten Specialitäten. N. PF" Origiiml-Wlill e-RfNä-Truppt. In beide» Vorstellungen: Hoichinteressante» höchst spannendes Kunst- und Wettsahren a»! der eigens in der Manege errichteten Reimbahn. Direktor Albert Schumanns neueste Originaldressuren. 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Alle» Belannteir und Benvandlen die traurige Nachricht, daß uieut lieber Mann, der Fraiser zugust Kunze am 29. Dezember au der Luugeu- tuberkulöse verstürbe» ist. 2LK9b Witwe Kunze. Die Beerdigung findet am DonnerS- tag, de» 2. Januar 1902, nackmittags 3 Uhr, von der Leichenhalle Rudow«- strahe aus statt. Vei'dav«! äer Lau-, Erd- n. gewerbliclien Hilfsarbeiter Dentschlands. Zahlstelle Berlin III. TodcS- Anzeige. Mm Sonnabend, 28. Dezember 1901, Verstarb nach langen Leiden der Kollege kränz Liegmann an der Prolctarierkrankheit. Die Beerdigung findet heute, Mitt- woch, den 1. NcujahrStag, nachmittags 2'/» Nhr, vom Tranerhause, Star- garderstr. 80. auö statt. Um rege Beteiligung bittet 32/1 IMe Ortsverwaltnng. Metallgewerbe. Elektrotechnik. Am Tienstaa, den 7. Januar, abendö 8 Uhr. beginnt ein neuer sechtmonatlicher Zlbcudknrsus. Keine Borkenutnifie. Anerkannt vorzstgliche Lehruiethode— theoretisch— praktisch.'Alänzende Resultate. Be- deutende Zukunft für Herren aller Branche». Abgangsprüfung— Zeugnis— Stellcnnachivels. Aumelduug persönlich � umgcheud. Jacksons Elektrotechnikon, �»�»5 Tereill Der Zimmerer Verlins u. Umgegend. t&ctdes- Anzeige. Den Mitgliedern zur Nachricht, dab uuser langjähriges Mitglied, der Kamerad 257/1 killisi'll»iilizclills am 27. Dezember verstorben ist. Ehre seinem Andenke» k Die Beerdigung findet am 1. Januar 1902, nachm. 3 Uhr, vom Augusta- Hospital, Scharnhorststrabe, aus nach dem Elisabeth- Kirchhos, Pankow, Wollankstrabe, statt.— Um rege Be- teiliguug ersucht»er Vorstund. Danksagung. Für die rege Beteiligung bei der Beerdigung meines lieben Mannes, unsres guten Baters, Schwteger- und Grobvaters Frlts Stephan sage» wir allen Verwandten, Freunden und Bekannten, sowie dem Centralverband der Maurer Deutschlands, Zahlstelle Berlin I(Putzer), dem Gesangverein sowie dem Bradenbergschen Quartett uusren herzlichsten Dank. 2871b Die trauernden Hinterbliebenen. Bekanntmachung der Ortö-Kraiikeukasse für den Gemeiiidebezirk Lichtenberg. Zufolge Anordnung der AufstchtS- behörde wird hierdurch zur öffentlichen Kenntnis gebracht, dab seitens des Herrn Rcgieruugs- Präsidenten in PolSdam der durchschnittliche Tage- lohn sür die Mitglieder der hiesigen Orts-Krankeukaffe, und zwar a) für männliche Mitglieder über 19 Jahre auf... 3,00 M. d) für weibliche Mitglieder über 1« Jahre auf... 1,50 M. c) für männliche Mitglieder unter 16 Jahren und sür Lehrlinge auf....... 1,25 M. d) sür weibliche Mitglieder unter 16 Jahren ans... 1,00 M. neu festgesetzt worden ist und diese Sätze mit dem 1. Januar 1902 tu Kraft treten. biL. Die Januar-Erhebung beginnt mit dem 6. Januar 1902. Ilobtonberg, 31. Dezember 1901. Der Vorstand 270/1 Mer Orts-Krankcnkaase. R. Clement, Borsitzender. Gänsefedern mit allen Daunen, ungerifien 1,30 bis 1.50, geriffen 2,00- 3,50. G143L» Paul Paegelow, S±S" 55 Grösste Heizkraft Geringster Äschengehalt Kein Schlacken-Rückstand! sind die von altersher bewährten Vorzüge (xMÄRIExl .HENCKECS WERKE Daher stellen sich diese echt Senftenberger Henckels Brikets thatsächlich viel billiger als andere durch Reklame angeprieiene Marken. Alleiniger engros Vertrieb der Henckels- Brikets durch Maliluiaiin& Co., Berlin NW., Holsteiner Ufer No. 8. Zu beziehen durch alle renommierten Kohlengeschäfte. Konkursmassen-Ausverkauf grossen Lagerbestände** Ädlerschen Konkursmasse bestehend in Teppichen, Portieren, Gardinen, Stores, Reise-, Divan-, Tisch-, Schlaf- und Steppdecken, sowie eine grosse Anzahl Lanier- nnd Möbelstoffe, alles in nur vorzüglichen Qnalittttea— kommen zu ansscrordentlich billig: herabgesetzten Preisen zum Ausverkauf und zwar im bisherigen ClcnchllftMlokul Königstrasse 20/21, nahe dem Rathaus. Besonders empfehlenswert sind einige grosse Partien | Teppiche, Portieren, Gardinen, Läuferstoffe"Decken| aller Art. 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Januar 1902, bis 5 Uhr nachmittags geschlossen. Zugleich gestatten wir uns darauf hinzuweisen, dass der Beifall und die Anerkennung g welche unser SLsEmBAh bei unsrer werten Kundschaft gefunden hat, uns veranlassen, auch anlässlich des neuen Jahres keine Aendemng darin eintreten zu lassen. Wir gewähren nach wie vor bei sämtlichen Einkäufen 47. Rabatt. Jeder Kunde erhält beim Einkaufe von je 25 Pfennig einen Sparkassenschein im Werte von 1 Pfennig; bei Rückgabe von Sparkassenscheinen im Gesamtwerte von Mark 1,00 wird der Sparbetrag fällig und mit Mark 1,00 bar ausgezahlt.— Die Auszahlung der Sparkassenscheine kann jederzeit, auch am Jahrcsschluss stattfinden. 3253L s BERLIN. Mit unserm Frankfurter Allee 89. 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Druck und Verlag von Mar vadi», in Berlin. %t. 1. 19. 2. f eilöje Ks„Kmarts" Jolkslildtt. mm, 1 1»««« wo«. ................... Hl l HIB■ Ml—........... II II IUI—■»I!»«»- Gerichtlicher Schutz für die Zollvorlage. Das Ivurde von dem die Bcschlaftiiadme verfügenden Richter zur Begründung der Konfiskation der„WeihuachtS-Zcitung" aus- drücklich angeführt. Am Montag ist mm die Beschlagnahme von der S. Strafkaminer, bei welcher gegen die Berfllguug des Nniersuchungs- richterS Podeivils Bcschiverde erhoben ivurde, bestätigt worden. Die Beschivcrdc richtete sich einmal dagegen, dag entgegen der Vor- schrift des Z 27 Abs. 2 des Preggesetzes" „Sei der Beschlagnahme sind die dieselbe veraulasseudcn Stellen der Schrift unter Anführung der verletzten Gesetze zu b e- z e i ch» e». Trennbare Teile der Druckschrift �Beilagen einer Zeitung zc.), ivelche nichts Strafbares enthalten, sind von der Be- schlagnahme auszuschließen" solche Stellen in der Bcschlagnahme-Verfügung nicht angegeben waren. Der Untersuchungsrichter hatte sich damit begnügt, den G e- samtin halt des Blattes als offenbare Tendenz zur Auf- reizung hinzustellen, und nur das erste Gedicht„Der Knabe von Budapest", das einen historischen Vorgang schildert. spcciell bezeichnet, er hat aber auch hier unterlassen, eine bestimmte Strophe oder Stelle hervorzuheben. Die Beschwerde- sichrer haben daher weiter beantragt, erstens einmal die I I l u- strationen, die an sich unmöglich eine Verletzung des Z 130 enthalten lönnten, freizugeben, ferner diejenigen Teile der Platten und Zeitung, welche einen strafbaren Inhalt nicht enthalten, da ja 8 40 Abs. 3 des Preßgesetzes ausdrücklich vorschreibt: „Ist nur ein Teil der Schrift, Abbildung oder Darstellung strafbar, so ist, insofern eine Ausscheidung möglich ist, auszu- sprechen, daß nur die st r a f b a r e n Stellen und derjenige T e i l d e r P l n t t e n und Formen, auf welchem sich diese Stellen befinden, unbrauchbar zu machen sind." Eine schriftliche Begründling des Strafkammer-Urteils liegt uns nicht vor; wenn wir recht unterrichtet sind, so hat die Strafkammer sich auf den Standpunkt gestellt, das über die Strafthat des ß 130 „Wer- in einer den öffentlichen Frieden gefährdenden Weise verschiedene Klaffen der Bevölkerung zu Gewaltthätigkeiten gegen einander öffentlich anreizt, wird mit Geldstrafe bis zu 300 Mark oder mit Gefängnis bis zu zivci Jahren bestraft" zu urteilende Gericht könne in dem Gciamt-Juhalt, in der Zusammen stcllnng des ganzen Blattes die strafbare Handlung erblicken. Ans dieseni Grunde müsse daher die Beschlagnahme als gerechtfertigt angesehen werden und seien darum auch die Anträge der Beschwerde- siihrer abzulehnen. Bis zum Vorliegen der schriftlichen Begründung dieses Urteils Müssen wir uns also bescheiden, aber es erscheint uns heute schon ganz unmöglich, daß das Gericht sich auf den Standpunkt des Untersuchungsrichters v. Podewils stellen wird, der das Unmöglichste an Mangel juristischer Beweise für die Notwendigkeit der Beschlag nähme und das Unglaublichste an juristischer Phantasie für die Gc fährlichkeit der Socialdcmvkratie— seit dem Wydcner Kongreß, ja seit L a s s a l l e s Einleitung der Agitation in den OOer Jahren ge- leistet hat. ES ist uns leider nach der Strafprozeßordnung unmvg lich, die die Beschlagnahme rechtfertigen sollende Verfügung de< Untersuchungsrichters jetzt schon im Wortlaut wiederzugeben, unsre Leser— und zwar nicht etwa bloß die Juristen, sondern auch die Laien— würden die Hände über dem Kopfe zusammenschlagen. Herr v. Podewils scheint der Auffassung zu sein, daß es schon gegen den§ 130 des Strafgesetzbuchs verstößt, wenn eine Schrift die Tendenz hat: Propaganda zu erregen gegen unsre Gesell schaftsord n u n g und insbesondere wirtschaftliche and tische Gesetzgebung. Wie werden sich die B r o l w u ch e r e r vom Schlage der«Kreuz Zeitung" und des Bundes der Landwirte freuen, wenn sie erfahren, daß sie aus der Konfiskatioiisbegründiiiig eines königlich preußischen Amtsgerichtsrats vielleicht die Schlußfolgerung ziehen könne», dieser sei am Ende gar der gleichen Ansicht wie sie: daß die Propaganda gegen die von ihnen verlangte Ausbeutung der Mas j est für ihrcu Privatbriitel mit Hilfe der Gesetzgebung durch die Organe des Staates verboten werden solle! Wie glücklich wird der Reichs- kanzler v. B ii l o w und gar der Staatssekretär v. P o s n d o w s k h sein, wenn schon die Propaganda gegen die zollpolitische Gesetzgebung mit Gefängnis bis' zu 2 Jahren bestraft werden kann! Ei, da ist ja die Regierung„schöne raus" der Zarismus nicht! Und doppelt ilitcrcssant ist diese Auffassung, iveiin man versteht, welche Art Propaganda gegen diezollpolitischcGesctz gebung in der„Weihnachts-Zeitung" erregt worden ist. Daist erstens die lakonische Mitteilung, daß die Familie Puttkamer beim jetzigen Getreidczoll schon jährlich 150 030 M. verdient, daß Herr v. Osten auf Plothen 58 000 M., ein Herr v. Posadoivsky-Wehner sein Vetter des Bueck-Bries-sStaatSsekretärs) 17 800 M. und ein Puttkamer an der durch das Schweine-Einfuhrverbot erzeugten Fleisch- tcuerung jährlich bloß 200— 240 000 M. verdienen. Nur diese That- s n ch e n sind angeführt— kein Wort weiter, kein Kommentar, keine Kiitikl Dann ivird aus der Rede des Reichskanzlers Caprivi vom 14. April 1894 mitgeteilt, daß die 400 Millionen des Antrags Kunitz von den Brot es fern, den ärmsten Klassen, aufgebracht werden müssen. Kein Wort weiter, kein Kommentar, keine Kritik. Und endlich wird angeführt, was Kaiser Wilhelm II. dazu sagte sam 25. Februar 1895 auf dem Vraiidenburgischen Proviuzial-Landtags. nämlich daß kein Stand beanspruche» könne, auf Kosten des andren bevorzugt zn werden, und daß man ihm nicht zumuten könne, Brot- Wucher z» treibe». Auch hier kein Wort weiter, keine Kritik, kein Kommentar! Also die Mitteilung von Thatsachcn, die der mariiicschlvärmcnde Naumaim ziisainmengestellt, ja die Mitteilung von K a n z l e r reden, sogar von K a j s e r- Reden ist heute schon anfrcizend und eventuell mit zweijähriger Gefängnisstrafe bedroht! Schau, schau! Wir haben es wirklich„herrlich weit gebracht". Denn außer der weilcren Mitleitimg, daß von 1887—1900 die Junker allein an Schiiapspräniicn bOO Millionen und an Ausfuhrprämie» für Zucker von 1881— 1900 1008 Millionen Mark Liebesgaben schon erhalte» haben, enthält die Weihnachts-Zeitung keine Zeiie, die man nnsres Erachtens zur Erregung der Propaganda gegen unsre z o 1 1 p o l i t i s ch e Gesetzgebung anführen könnte! Und darum Konfiskation und gesetzwidrige Erbrechung von Siegeln seitens der Polizei! Heber den sonstigen Inhalt des konfiscierten Blattes äußert sich die Beschlagnahme- Verfügung des Untersuchungsrichters mit keinem Worte. Sie enthält nur längst widerlegte rechtsphilosvphische Irrtümer über die Slaatsgefährlichkeit der Socialdemokratie! Das K o in in u n i st i s ch e M a n i s e st wird als ihr Endziel-Programm hingestellt und mit einer bencidcnsivcrten Logik die von Marx-EngelS für die 48er Revolnlion ausgestellten Forderung«»— als heute maßgebende P a r t ei- Anschanungen hingestellt. Daß sogar damals das Kommilnistifch« Manifest„für die verschiedenen Länder" je nachdem„verschiedene Maßregeln" für angebracht erklärte, scheint der Herr Untersuchungsrichter nicht zu ivisseu, er scheint als Endziel zu hallen die Konfiskation des Eigentums aller Rebellen— das Komninnisiische Manifest forderte aber„Konfiskation des Eigenthuins aller Emigranten u n d Rebellen", dafür verwechselt wohl Herr v, Podeivils die„R e b e l l e n" mit Nicht-Socialisten. Und solche bequeme Argnnicntation soll ein deutscher Gerichtshof sich zn eigen machen I' Das glauben sogar wir nicht, die wir in dieser Hinsicht sehr leichtgläubig sind! Sogar das E r s n r t e r P r o g r a m m scheint dem UnterfnchnngS- richtcr anfreizeiid zu sei», wonach zwar jetzt nur noch ein Teil des Eigentums koufisciert werden, immerhin aber noch ein so Bequemer hat's auch despotischer Eingriff in das Eigentumsrecht bestehen bleiben soll, daß eine D u r ch fü h r u n g eines solchen Princips ohne gemalt- same Niederschlagung des unfehlbaren Widerstandes unmöglich sei. Gut— aber wer sind denn die Nebellen? Und wenn jeder Eingriff in das Eigentumsrecht eo ipso den Begriff der Aufreizung zu G c w a l t t h ä t i g k e i t e n nach 8 130 in sich schließt, ivarum wird dann nicht gegen die Armceverwaltung ein- geschritten, die gegenwärtig im Hessischen zwei Dörfer vom Erdboden wegrasieren will, um das Gelände für Er- richtung eines Artillerie-Schicßplatzes freizubekommen, und die zn dieser Expropriation nötigen Mittel vom Reichstag verlangt! Auch der alte Lassallc wird aus dem Grabe beschworen, er hat die Revolution von 1789 und 1830 eine.Philister"-Bewegiing genaimt und hat geglaubt, die R e v o l u t i o u führe schnell und energisch zu einem praktischen Ziel, während das legale R e- formieren langsam fortschreite. In der That, sehr langsam! Wir merken es an der Arbeiterschutz- Gesetzgebung, an der die deutsche Socialdemokratie trotz des königlich preußischen Amtsgerichts rats so hervorragend thätig ist I Aber freilich, der Kongreß von W y d e n hat die gesetzlichen Mittel aus dem Programni gestrichen: es ist zwar schon über 22 Jahre her, auch das diesen Beschluß provozierende Socialisteugesetz ist schon seit über einem Jahrzehnt außer Kraft gesetzt— das macht alles nichts! Dafür hat Kautsky irgendwo' und irgendwann einmal die Aus- gebeutcten gewarnt vor der Hoffmiiig, daß die gebratenen Tauben ihnen ohne i h r Z u t'h un in den Mund fliegen werben— das genügt doch für den Beweis, daß die „Weihnachts- Zeitung" dazu bestimmt ist, die Erbitterung rege zu erhalten bis zum endlichen Tage der Abrechnung! Trotz alledem glauben wir, der Herausgeber der„Weihnachts- Zeitung" darf der drohenden Anklage ohne Herzklopfen entgegen- sehen. Nach den Deduktionen des llntersiichiingsrichters freilich wäre das Schlimmste zu befürchten; und unsre Rechtsanslcgimg ist ein Kapitel, das man nur mit Sorge durchblättern kann. Aber solche juristische Saltoinortalcs dürste kein preußischer Gerichtshof mit machen, wie sie uns die Begründung der Beschlagnahmeverfügiing zu enthalten scheint. Aber sie scheinen«nS ein Zeichen der Zeit zu sein! Und zugleich eine Warnung dafür, wohin die Rechtsprechniig gelangen würde, wcim sie ans den Boden einer svlckcu Rechtsauffassung treten würde! Das hieße einfach die Justiz niederdrücken in die Stelle der dienenden Magd der jeweiligen Regierungsaiischauimg. Vor wenigen Jahren wäre es demnach ein mit zwei Jahren Gc fängnis bedrohtes Staatsverbrechen gewesen, fürGetreidezoll- Erhöhung zu agitieren, das wäre Propaganda gegen unsre sdamalige) zollpolitische Gesetzgebung gewesen: heute soll der Kampf g e g c n die Gctreidezoll-Erhöhung ein solches Staatsverbrechen sein, denn es ist P r o p a g a ii d a gegen unsre Wirtschaft- lich- insbesondere zollpolitische Gesetzgebung. Man braucht nur diese Konsiequenzen sich vor Augen zu halten, um das Unhaltbare einer solchen Rechtsauschauimg zu begreifen! Tic preußische Justizverwaltung hätte nnsres Erachteus allen Anlaß, schleunigst klare Situation zu schaffen, damit nicht der ein- fache Arbeiter, der kein Verständnis für juristische Logik und juristischen Scharfsiiiu hat, auf die irrtümliche Auffassung komme die„Weihnachts-Zeitung" sei tonfisciert worden, weil sie gegen die Erhöhung der Brotzölle Propaganda macheu wollte! Hier thut Eile in der That not! UokÄlles. Als Neujahrsgabe für unsre Leser ist der Historische Kalender für 1902 der heutigen Nummer des„Vorwärts" beigefügt. Auch diesmal hat der Kalender seinen alten Charakter bewahrt; sein Inhalt wird, wie in früheren Jahren so auch jetzt, das Proletariat belehren und anregen, den Feinden des Volkes aber zu den üblichen öden Ausfällen Anlaß geben. Das sind wir so gewohnt und wir freuen uns des Gezeters der Scharfmacher,„denn ihrer Stimmen lauter Schall beweist nur, daß wir reiten". Und daß wir auf unsrein Wege ein gutes Stück vorwärts kvimneii, daß das Proletariat »ach einem neuen Jahre, nach einem Jahre voller Kämpfe und Eilt- bchrmigen selbstverständlich, abermals mit stolzer Befriedigung auf seine Thateu zurückblicke, das ist imscr Wunsch für 1902, in dem wir uns mit allen nnsreu Freunden vereinen. Möge» der Rnhmestage recht viele im iieuen Kalender eingezeichnet werden I Neujahr. Ein neues Jahr! Sein Beginn ist von der Berliner Be- vvlkernng in der üblichen Weise begrüßt worden: mit Gläserklang und„Prosit Neujahr", unter mitternächtigem Straßenlärm und Glockengeläut. Groß ist diesmal die Zahl derer, die eigentlich recht wenig Grund hätten, den Jahreswechsel in ausgelassener Lustigkeit zu feiern. Für viele Arbeiter ist der Rückblick ans das scheidende Jahr sehr trübe und der Ausblick auf das kommende»och trüber. Aber gerade in solchen Zeiten ist auch der Wunsch, sich zu betäuben und einmal für ein paar Stunden die Sorgen zu vergessen, lebhafter als sollst. Genau genommen hätten wir es wohl alle nicht nötig, vergnügt zu sein, wenn wieder ein Jahr vorüber ist und ein andres anfängt. Der arme Teufel, der einen alten, abgetragenen, zerrissenen Rock endlich abwerfen und einen neuen anzicheu darf, hat sicherlich mehr Grund, sich einem Freudenrausch hiiizugebeu, als die Menschheit. wenn sie aus dem alten Jahr in ein neues hinübergeht. Demi die Jahre wechseln nicht, wie die Röcke gewechselt werden! Es gehört zwar nicht viel Witz dazu, diese am Ende nicht ein- mal neue Wahrheit zu entdecken. Sie ist mit ihrer philiströsen Nüchternheit auch nicht sehr geeignet, die latzenjämmerliche Stiimmmg, die den ReujahrSmorgen beherrscht, zu mildern. Wenn der Silvestertrubcl verklungen ist und die Schwärmer von gestern ernüchtert in das graue Heute blicken, dann fällt den meisten die triviale Weisheit, daß„ein neues Jahr" noch lauge lein neues ist, rasch genug von selber ein. Diesmal aber drängt sich einem der Gegensatz zwischen dem althergebrachten Jubel, mit dem der Beginn des neuen Jahres begrüßt wird, und der bangen Sorge, die mit schwerem Druck auf weiten Kreisen der Bevölkerung lastet und doch aus dem alten Jahre unvermindert in das neue mit hiii« übergeiivmmcn werden muß, ganz besonders stark ans. Groß, sehr groß ist gegenwärtig die Zahl derer, die, wie gesagt, keinen Anlaß haben, das kommende Jahr froh zu begrüßen. Aber dennoch sollte keiner das neue Jahr in Mutlosigkeit beginnen! Mit der alten Sorge, die aus dem alten Jahr in das neue hinüber- genommen werden muß, soll auch die alte Zuversicht und der alte Mut hinübergenoinmeii werden— der alte Mut zu Immer neuem Kampfe für die Befreiung der Arbeiterklasse! DaS Jahr, das gestern zu Ende gegangen ist, war ein Jahr des wirtschaftlichen Rückganges, ein Jahr der Lohnkürzungen und der Arbeitslosigkeit. In solcher Zeit ist es doppelt Pflicht jedes Arbeiters, treu zu einen Kampfgenossen zu halten und nicht von der Fahne zu weichen. Das sei unsre Neujahrömahniing und unser Nenjahrswunsch l Eine Neuerung, die misren Lesern hochwillkommen sein wird, führen wir von Neujahr ab in unsrer juristischen Sprechstuudo ein. Diese wird nämlich fortan jeden Wochentag mit Ausnahme des Somiabends von 7�/2 bis lff/s Uhr abends abgehalten. Für das Liebknecht-Dcnkmal sind noch zu quittieren: 3 Bei-, träae, gesammelt durch Ernst Eichhorn in Mannheim, 10,85 Mark. I. A.: I. Pfarr, Putlitzstr. 10. Die»mfangreichen Mirtssteigernngen haben zur jetzigen Kündigungszeit eine Gemeingefährlichkeit angenommen, die einem Staatswesen, welches es ernst mit seinen Pflichten nimmt, die dringende Frage auferlegen muß, ob es denn wirklich noch mit der öffentlichen Ordnung vereinbart werde» könne, daß die Kaste der Hausbesitzer ihre Uebermacht in so unerhörter Weise mißbraucht, nnd ob zur Verhinderung der jetzt üblich gelvordeiien Ausbeutung der Mieter nicht die Uebciftthruug des Grund und Bodens in Staatsbesitz zur unabweisbaren Notwendigkeit wird. Aus allen Gegenden der Stadt und der Vororte und vor allem aus den Arbeitervierteln laufen Berichte über Mictssteigeriiiigen und anderen Kundgebungen des Hansbesitzerdrucks bei uns ein. Die allgemeine Arbeits- l o s i g k c i t, die namentlich nach Neujahr in verschärftem Umfange einsetzen wird, macht dem Proletarier das Dasein an sich schon schwer und miii kommt der Hausbesitzer und treibt dem Elend zum Trotz die Mieten abermals um ein bedeutendes in die Höhe. Machte früher schon die Ausgabe für Wohuungsmiete bereits ein Viertel des Arbeits- Verdienstes aus, so ist jetzt durchweg der HauSbcsttzertribnt fast auf ein Drittel des kargen Einkommens zu berechnen. Im Angesicht der Thatsache, daß die in ihrer Mehrheit aus Hausbesitzern zusammen- gesetzten städtischen Kollegien zum Bau von kleinen Wohiimigen bis jetzt keinen Fulger gerührt und ihre sociale Pflicht ans das schmählichste verletzt haben, in dem Bewußtsein ferner, daß die private Banthätigkeit, soweit Arbeiterwohiiungen in Betracht kommen, ebenfalls völlig stockt, steigern die Hausbesitzer, durch keinerlei materielle Schranken gehemmt, abermals nach Herzenslust. Ein Merkmal des Vorgehens der Herren zur gegenwärtige» Küudigimgs- zeit liegt darin, daß, soweit die Hiuterhäuser in Betracht kommen, ausnahmslos allen kündbaren Mietern die Kündigung zugestellt resp. die erhöhte Kontribution auferlegt Ivird. Wie schon berichtet worden, sahen manchp Hausbesitzer etwas Besonderes darin, die schlimme Botschaft den Mietern gerade zum heiligen Abend zu ver- künden. Andere wieder teilten ihren Mietern mit, daß sie nur wohnen bleibe» könnten, wenn sie sich außer einer Mietsstcigernng die Klausel des strengen Verbots der Aftervermietimg au Chambre- garnisten und Schlafburschen gefallen ließen. Kündigungen wegen zu großer Kinderzahl sind ebenfalls etwas Selbstverständliches. Kurzum, die durch das Gesetz privilegierten Herren geben sich alle erdenkliche Mühe, durch Demonstration der Oeffeutlichkeit zu be« weisen, daß von einer Ordnung in der menschlichen Gesellschaft künftig nur als s o c i a l i st i s ch e Ordnung die Rede sein kann. Sie fordern durch ihr Thun und Treiben die„Expropriation" geradezu heraus. Ueber die Sieges-Allee hat dieser Tage auch Franz v. Leu- dach sein Urteil gefällt. Das„N. W. Journ." berichtet über folgende Aeußerungen des vom Verdacht der Vaterlandslosigkeit wohl völlig freien Münchener Künstlers: .. Ich halte nämlich die Sieges-Alleefiir verfehlt. DerGegen- stand der kniistlerischcu Darstellimg kann entweder dnS Schöne sein, das ZwcckloS-Schöiie— so haben es die Alten gehalten— oder auch der g e i st i g e Inhalt und die Bedeutung de? Dargestellten. Na, daö Schöne an sich sollen ja die Herrscher- gestalten der Sieges-Allee gewiß nicht sein. Kaiser Wilhelm hat sich über einen besonders korpulenten Ahnherrn selber in lustigen Worten ausgesprochen. Die zweite Bedingung trifft jedoch bei der Aufgabe, die den Plastikern gestellt war, ebenfalls nicht zu. Es mußte häufig ein sehr arges Miß- Verhältnis zwischen den H a u p t g e st a l t e n und den Nebenfiguren ciilstehen, die bloß als Büsten beigefügt wurden. Wenn z. B. ein I in in a n n e I Kant vor mich hingestellt wird, dann ist er für mich der H a n p t r e p r ä s e n t a n t seiner Epoche, und kein andrer, sei dieser auch mit noch so großer äußerer Machifülle ausgestattet gewesen, dieser ist der Kleinere, trotz der überlebensgroßen Dimeu- s i o n e ii. Darum hätte man die Gruppen der Sieges-Allee, die, als Ganzes genommen, schon durch die Monotonie d c S A n f b a u c S u n k ü n st l e r i s ch wirken, nicht ins Grüne stelle» dürfen, nicht unter den freien Himmel: dorthin gehören nur Werke, die bloß dem rein k ü n st l e r i s ch e u Empfinden dienen und keine tendenziösen Gedanken ans« zwinge n." In der Berliner Arbeiterschaft gilt der Bestich der Sieges-Allee, wie wir schon nenlicli ausgeführt haben, durchaus nicht als verpönt. Der s o c i a l d e m o k r a t'i s ch e P r o l e t a r i e r zeigt seinenKindern recht gern die lange Mviiarchenreihe. Natürlich nicht, weil er für sich und seinen Nachwuchs hohen kiinstäslhetischcn Gewinn aus dem Anblick der Marmorstatneu erhofft. Wohl aber belehrt der Arbeiter beim Durchivandern der langen Bildiiisreihe seine Kinder gern durch A n s ch a u u u g s u ii t e r r i ch t darüber, daß die Monarchie von GotteSguaden leider so selten einen Mann an der Spitze des Staates hervordringt, der als Genie seiner Zeit vvraus wäre oder dessen Angedenken auch nur wegen hervorragender Geistes- und Charakicr« gäbe der Nachwelt erhalten zu werden verdiente. Die Stadtverordneten- Versammlung hält am Donnerstag- abend 5 Uhr im Rathnnse eine Sitzung ab, in der u. a. folgende Gegenstände ans der Tagesordnung stehen: Einführung der wieder- und ncugewählten Mitglieder der Versammlung. — Wahl des Vorstehers und des Vorsteher-StellvertreterS.— Wahl von drei Beisitzern und drei Stellvertretern derselben.— Verlosung der Mitglieder in die Abteilungen.— Beschliißfassmig darüber, an welchem Tage und zn ivelchcr Stunde die ordentlichen Sitzungen der Bersammliing im Jahre 1902 stattfinden sollen.— Bc- schliißfassiing über die Neuwahl des Ausschusses für die Wahl von unbesoldete» Geiueindcbenmteii, deS Ansschuffes zur Begutachtung der Vorlagen wegen Anstellung bezw. Penstonicrimg besoldeter Gemeiiidebcmntcn und Lehrer und des Ausschnsses für Petitionen.— Beschliißfassting über die etwa sonst noch zu wählenden ständigen Ausschüsse: Ausschuß für Rechmingssachen und Ausschuß zur Vorprüfung der Gültigkeit der Stadtverordneteiiivahlen.— Beschlußfassung iii Bezug aus die Abordnung der Mitglieder der Ver- sammlnng in die Verwaltiiiigs-Deputationen und Kuratorien.— Beschlußfassung in Bezug aus die Zuteilmig der Stadtbezirke an die Mitglieder der Versammlung behuis der Ausführung von Recherchen. — Aeschlnßfassuiig über die Neuwahl derjenigen Ansschiisse und ge« mischten Deputalioiien, welche, im Jahre 1901 zur Vorberatung einzelner Gegeuftäiide ernamil. den ihnen erteilten Auftrag noch nicht erledigt haben.— Beschlußfassung darüber, Ivelche Gegen« täude im laufeuden Geschäftsjahr an das Ende der Tages- orduiiiig zu' bringen sind.— Berichterstattung über die Vorlagen betreffend: die Festsetzung eines eiuheitlicheu Satzes für die Ver« pfleguiig von Minderjährigen, welche sich in Fürsorge- Erziehung befinden sowie den Erlaß von Reglements über die Ausführung der Fürsorge-Erziehimg und die Verivalumg der städtischen Erzichungs- nnd Befferuiigs-Austalteii.— den Jahresabschluß der städtischen Kanalisationswerke und Rieselfelder für das Etaisjahr 1900,— die Erwerbung eines Grundstücks au der Seuefelderstraße für Gemeiudeschulzivecke,— die Feftsetzimg der Feuer-Socictäts- Beiträge für 1. Oktober 1000/1901,— Entschädigung deS Eigcir tümers deS Grundstücks Siegmundshof 7 c>us Anlast der Anrampung der Achenbachbrücke.— die Wahl eines unbesoldeten Stadtrats. Eine Erhöhung der Anslösnngsgcbühr für gefangene Hunde tritt am 1. Januar 1902 in Kraft. In dein Vertrage des königliche» Polizeipräsidiunis mit dein Deutschen Thicrschntz-Berein hat die Behörde dein letzteren die Berechtigung gegeben, neben der Auslösungsgebühr von 3 M., welche gleichlautend mit der Polizci- ftrafe ist, eine Pflcgegeld-Gebnhr von 30—60 Pf. pro Tag aus der Johannisstrastc 21 tödlich verletzt. Herr K. versuchte in der Karlstraste in der Nähe der Albrechlstrastc auf die Hinter plattfornr des in voller Fahrt befindlichen RingbahmvagenS 1689 aufzusteigen, verfehlte jedoch das Trittbrett'»nd stürzte so unglücklich auf de» Fahrdanmi, dast er besinnungslos liegen blieb. Er lvnrde mittels Droschke nach der nahe belegene» Eharitö gebracht, verstarb jedoch bereits an dein Transport dorthin.— Ein zweiter schwerer Unglücksfall ereignete sich vorgestern abend gegen l/e9 Uhr in Moabit. Die 12jahrige Tochter Anna der in der Strowstr. 24 wohnende» Witwe GurSki lief vor dein Hanfe Nr. 25 der gcuanntc» Straste schräg über den Fahr- damni und raunte blindlings gegen die Scitenivand der Vorder- Plattform des Motorivagens 1934 der Linie Charlottenburg— Gesund brnunen. Das Kind fiel neben dem Wagen zu Boden, doch hatte es infolge des heftigen Anpralles eine Gehirucrschiittcrinig erlitten und lvurde in besinnungslosem Znstande nach der Wohnniig ihrer An gehörigen gebracht. Zwei KindcSlciche»» wurden gestern an, Alexanderplatz ge- fnndeir. Als vormittags um 10l/2 Uhr der Pförtner Bnchholz in dem Hanse An der Sladtbnh» 23 beim Reinmachcn Ivar, fand sein elfjähriger Sohn Paul auf dem Flur hinter der Treppe ein Paket aus gelbem Papier. Man öffnete es und entdeckte nun»nitcr einer zivciicn Hülle aus brainiem Packpapier die Leiche eines neugeborueu Kindchens. Der Pförtner übergab den grausige» Fund einem Schutz- mann des 14. Reviers, der ihn nach der Wache brachte. Noch am selben Abend kam dorthin die Leiche eines ncugeborncn Knaben, die abends um 11V» Uhr auf dem Bahnhof Alexanderplatz in einem unbesetzten Abteil eines Stadtbahnzugcs gefmiden wurde. Ob die Kinder eines gclvaltsnnwn Todes gestorben sind, bedarf noch der Feststelliliig durch gcrichtsärzlliche Oeffnuug der Leichen. Nach- forschungen nach den Müttern Ivurden von der Kriminalpolizei fofort «ittgclcitet. Der Itcriic»hi»i»ncl im Januar. Um Mitternacht meichen ihren höchsten Stand die Sternbilder des grasten und kleinen HundeS, die Zivilliuge und der Luchs. Der Orion und Stier stehen uni diese Zeit bereits am Westhimmel und gehe» schon vor € Uhr morgens unter, ebenso auch der Widder und der Walfisch. Dagegen kommen der Bootes»md die Jungfrau erst nach Mitter« nacht über den Horizont herauf, stehen also während der Nacht am östlichen Hinunel. Von den Planeten ist nur Neptun die ganze Nacht hindurch sichtbar: er steht im Stcrnbilde der Zivillinge. Venus ist Abend- ftern; sie geht am Tage auf und glänzt daher abends im Westen; Ende Januar ist sie bis V»8 Uhr abends sichtbar. Am 18. Januar ist sie am hellsten und glänzendsten. Die andren grotzen Planeten stehen in der Nacht nicht am Himmel; nur der M a r S ist noch kurze Zeit des Abends zu sehen, er geht schon etwa iVs St,»»den nach der Sonne mitcr. Der Mond bat am 1. Januar letztes Viertel, geht also erst um Mitternacht auf. Neumond ist am 9. Jannar, so daß dann die Nacht völlig mondlos ist. Am 17. Januar hat der Iviedcr zunehmende Mond das erste Viertel erreicht,>vo er bald nach Mitternacht unter- geht, also nur den ersten Teil der Nacht erhellt. Mondhell sind dagegen die Nächte um den 24. Januar, an»velchem Tage er voll wird' Der dann»vieder abnehmende Mond erreicht am 31. Jannar daS letzte Viertel. Die Sonne steigt, nachdem sie am 2t. Januar ihren tiefsten Stand erreicht hatte, wieder höher empor»nd verweilt länger über dem Horizont,»ms wieder läugere Tage und die Aussicht auf den Frühling b.iugend. Am 1. Januar geht sie um 8 Uhr 13 Mi nuten auf und schon uni 3 Uhr 53 Minuten unter, der Neujahrstag zählt also nur 7 Stunden 40 Minuten. Am 31. Jannar geht sie bereits um 7 Uhr 50 Minuten auf und um 4 Uhr 37 Minuten unter; der Tag dauert 8 Stunden 47 Minuten, seine Länge nimmt also ivährcnd des Januar um 1 Stunde und 7 Minuten zu. Die Lagerei-UcrnfSgenossenschaft. Vom 1. Januar 1902 wird die Spcditions-, Speicheret- und Kellerei-Bernfsgenossenschaft ihre Bezeichnung ändern und den Namen Lagcrei-Bernfs- g e n o s s e n s ch a f t führen. Tie von der Genosfenschaftsversannnlnng getroffene diesbezügliche statutarische Bestimmung hat nnnmchr vom Reichs- Versicheriingsamt die Genehmignng erhalten. Bekanntlich sind dieser Beinfsgcuossenschaft durch Beschluh des Bundesrates alle gewerblichen Lagereibctriebe, zu denen auch die mit einem Handels gewcrbe verbundenen Lagereien gehöre», deren Inhaber im Handels- register eingetragen sind, zugewiesen worden. Die volkstümliche KuustanSstcllnng im Gcwcrkschafts- Hanfe wird am Donnerstag den 9. Januar eröffnet. Die Vorträge finde» während der Monate Jannar und Februar regelmästig an den Donnerstagen und Freitagen statt. Eintrittskarten a 20 Pf. sind im Cigarrengeschäft von Horsch, Gcwerkschaftshans, zu haben. Die KnnstanSstcllnng zeichnender Künste der Berliner Seccsfiou, Kantstr. 12, hat in liebenswürdiger Weise den Berliner Gewerkschaften Eintrittskarten zum crmästigten Preise von 10 Pf. statt 1 M. zur Verfügung gestellt. Diese Eintrittskarten, bei deren Vorzeigung auch der Preis des Katalogs von 60 auf 20 Pf. ermästigt wird, sind von de» Beauftragten der Organisationen im Bnreail des Gcwcrkschafts Hauses in Empfang zu nehme». Die Ansstcllnug ist an Sonntagen von 10—7 Uhr, an Wochentagen von 10—6 Uhr geöffnet. Am Mnntag. den 6. Januar, bleibt die Ansstellnug bis 9 Uhr geöffnet; an diesem Tage finden von 7—9 Uhr Vorträge verbunden mit Führungen statt. Es empfiehlt sich, diesen Tage zum Besuch der Ausstellung zu benutzen. Bei genügender Beteiligung werden die Vorträge wiederholt werden. Fenerbcrichk. In den letzten 24 Stunden waren mehrere gröstcre WohnungSbräude zu beseitigen. Dienstagvormittag gegen 10 Uhr wurde die Wehr nach der Linkstraste 17 gerufen. Hier hat der Kaufmann Auerbach eine Wohnung im III. Stock des Vorder- Hauses iniie. Kurz nach 9 Uhr bemerkte nun der Portier, dast Ranch ans diesen Räumen drang. Da die Familie nicht z» Hanse war, so erbrach er die Korridorthnr und sorgte gleichzeitig für die Alaciiiicrung der Feuerwehr. Diese rückte mit mehreren Zügen an und löschte de» Brand, der im Schlafzimmer ausgekommen war, in kurzer Zeit. Das Schlafzimnier ist jedoch ausgebrannt. Durch einen brennenden Christbann, entstand Montagabend O'/a Uhr in dein Speisezimmer des Geheimrats Schiller, Bictoriastr. 1 ein WohiinngSbrnnd. der noch im Keime erstickt werden konnte. Alarmiernngen nach Mnllcrstr. 25 lind Stallschreiberstr. 43 betrafen Kellerbrände, die Stroh und Ver- packiingSmaterial einäscherten. Austerdem waren noch Alarmiernngen von Neue Hochstr. 31 und Lortzingstr. 27 zu verzeichnen, die durch kleinere Wohnungsbräiide verursacht waren. In Zehlendorf' führt bekanntlich der Amtsvorsteher M i 1 1 u o w s k i, ein früherer Hauptmann, seit Jahren eine» un- glücklichen Krieg gegen die socialdemokratische Arbeiterbewegung. Die Wirte am Orte würden durchweg, wie man uns schreibt, ihre Nälimlichkcitcn den Arbeitern ebenso zur Verfügung stelle», wie andre» Leuten: die Furcht aber vor der Obrigkeit ist zn grvst, als dast sie sich zu einem Schritt entschliesten könnte», der nicht allein aus Grüiiden der Gerechtigkeit nngebracht wäre, sondern ihnen auch bedeutende Vorteile bringen lvnrde. Zum Wcihnachtsfcst wollten die Arbeiter bei einem Saalinhabcr eine Bescherung abhalten. Der Wirt aber in seiner Angst sagt, dast er erst den„Herrn Hauptma»»" fragen müsse, wie der AintSvorslcher von gutgesinnten Leuten tituliert tvird. Bald darauf erhielten die Arbeiter von dem Wirt einen ablehnende» Bescheid. Kürzlich hielten die Bau- arbeit er am Orte ein sehr harnionisch verlaufenes Wer- gnügen ab. Diese von dem Wirt gestattete Frcvelthat sollte nicht »ngcrochen bleiben. Eines Tages erschien der Vorsitzende der S ch ü tz e n g i l d e in dem Lokal und nun begann ein hoch- notpcinlichcS Verhör. Dem Wirt wurde eröffnet, dast er nicht mehr Mitglied der Gilde bleiben dürfe, weil sonst der A in t S v o r st e h e r aus dieser Socictät anStrelcn würde. Der Wirt in seiner Angst entschuldigt seine Verfehlung gebührenden Orts, und nach langem Hin und Her erreicht er endlich, dast er für diesmal noch mit einem blauen Auge davon kommt. Aber vor dem ivciten Mal. so wurde ihm verkündet, solle er sich in acht nehmen. Die Thatsachc jedoch, dast ein Vorstandsmitglied der Schützengilde an einen leibhaftigen Socialdemotraten Kartoffeln verkaufte, ist iilmier noch nicht gesühnt. Hoffentlich wird an diesen Fall, der hier- mit den konipetenten Persönlichkeiten unterbreitet wird, endlich ein- mal ein abschreckendes Excmpel statuiert. Gerichtschemiker Dr. Pauk Lohmann schloß sich km wefent« lichen dem Gutachten des Dr. Juckenack an. Es handele, sich»im Kunstprodukte, die die ihnen beigelegten Namen nicht verdiente». Eine Limonade solle alle Bestandteile der betreffenden Frucht ent- halten. Was den Maiwcin-Extrakt anbetreffe, so bchr.np e er. dast das Publikum darunter ein Produkt verstehe, mit dem man Mailvein herstelle. Der Gerichtshof verurteilte den Angeklagten zu'einer G e I d st r a f c von 20 M. Ter Spiclerprozcst zu Karlsruhe hat gestern zur Ver- nrtciliiug einiger Berliner und Charloitenburger geführt. Die An- geklagten Agent Amort und Agent Fiering ans Charlottenburg, Agent Schasiciibcrger. Kellner Drahoita und Kellner Männer ans Berlin wurden zu drei Wochen bis zwei Monaten Gefängnis ver- urteilt, die jedoch durch Untersnchiingshaft als verbiistt erachtet ivurden. Der im Zusammeiihnng mit dieser Geschichte genannte Bäckermeister und Hausbesitzer Stange in Charlottenburg ist an der gerichtlichen Affaire demnach nicht beteiligt. Vermifchkess Zu dein Raubmord in Altona teilt das hiesige Polizei- Präsidium der Presse folgendes mit: Morgens gegen 2Vz Uhr wurde in Altona die in der Gärtnerstr. 53»vohnhafte 22 jährige Gclcgenheilsarbeiterin Friederike Wupper ennordet aufgefunden. Die' Luftröhre war vollständig durchschnitten. die Wupper lag bekleidet am Boden. der Hut uuler der Leiche, das Bett war un- berührt. Sie innstte soeben nach Hause gekommen sein, da Brosche »nd Jackett bereits abgelegt»vnrcn. Ein Raubmord scheint nicht vorznliege». da der Thäter anscheinend nur vier der Wupper gehörige Schiüssel miigenommen hat.— Der That verdächtig ist ein ziemlich groster Mann, dessen Kleidung stark mit Blut befleckt sein »miß, bekleidet mit schlvarzein Ueberzicher und schwarzem steifen Hut, Eine nähere Personalbeschieibimg desselben kann vorläufig nicht gegeben»verde», Zlveckdienliche Nachrichten nimmt auch die hiesige Krimiualpolizei entgegen. Die Opfer des Thielensche» SparsystcmS. Der„West- fälische Merkur", ein durchaus regiernngsfromines Centnunsorgau, bringt eine Zuschrift in Sachen des Eisenbahnunglücks zu Altenbeken, die sehr schwere Anklage» gegen die Verwaltungsbehörde enthält. Danach ivar die Strecke früher von 25 Bahnwärter» besetzt, während sie jetzt nur von 13 bedient wird. Auch diejenige Bahnwärterbude, die mliiiittelbar au der UnglückSstclle liege, sei infolge dieser übel angebrachten Sparsamlcit unbesetzt gewesen, und das sei die unmittelbare Ursache der schrecklichen Katastrophe, Denn andernfalls wäre das Pferd, das der D-Zug überfuhr, rechtzeitig vom Bahn- körpcr entfernt worden, Dast die Vcrlvaltnng selbst die Besetzung der Strecke mit mir der Hälfte der früheren Beamteiizahl nicht für ausreichend ansehe, gehe daraus hervor, daß für den Tag vor dem Unfall die sämtlichen leeren Buden mit Streckenarbeitern belegt worden seien, weil der Kronprinz die Linie benutzte. Eine weitere schwere Beschuldigung entnimmt die„Frankfurter ,eit»»g" einem rheinischen Blatte. Nach der vom Bundesrat er- lassenen Betriebsordnung von 1398 ist für alle Strecken mit schgeller Zugfolge die„elektrische Sireckeublocknng" vorgeschrieben; dennoch habe hier, ans dieser ansterordentlich stark befahrenen Linie, nach drei Jahren immer noch das alte, als»luzuverlässig bckaimte Shstein bestanden, dast ein Blockwärter die Signale telegraphisch wcilcrgiebt. Ucbcr den Schiffbruch eines deutschen TauiPserS wird ans Hongkong berichtet; Bei Hoihau an der Hainanstraste ist der deutsche Dampfer„Clara" gescheitert. Vermistt werden der Kapitän Illderup, der erste Ossizier Hanse, der erste Ingenieur Wittmack, der zweite Ingenieur, vier europäische Reisende sonne elf Chinesen. 42 Jusaffeu s Schiffes wurde» durch den sranzösischeu Dampfer„Hanoi" ge- rettet und nach Hongkong gebracht. Mit Getränken, die paffend zur Herstellung einer kalte» Silveftcrbolvle benutzt werden koiiiilen, hatte sich gestern die sechste Beriifttiigs-Slrafkammer des Landgerichts I in längerer Berhaudlimg zu beschäftigen. Dei Grostdestillateiir.Laiidtags-Abgeordnete und Stadt- verordnete Max Schulz ivar des Vergehens gegen das Rahrniigs- mittel-Gcsetz beschuldigt, weil er„ E r d b e e r- L i m o n n d c" und „Maiwcin-Extrakt" ans künstlichem Wege hergestellt und verkauft haben sollte. Dos Schöffengericht hatte ein frei- p reche» des Urteil gefällt, der Staalsanlvalt aber dagegen Berufung eingelegt. Zinn gestrigen Termin Ivar eine ganze Anzahl Sachverständiger geladen worden. Der Angeklagte verwahrte sich entschieden dagegen, dast er eS auf eine Täuschung des Publikums abgesehen habe. Schon in der früheren Verhandlung sei anerkannt worden, dast er Destillate aus denjenigen Früchten hergestellt habe, nach denen er mit Fug»nd Recht die Produkte benmint habe. Gerichtschemiker Dr. I n ck c n a ck beharrte auf seinem Stand- punkte, dast die beiden in Frage stehenden Erzeugnisse die ihiicu bei- gelegten Namen nicht verdiente». In der ganzen gebildeten Welt verstehe man unter„Limonade" init Zucker verdickten und Wasser verdünnten Fruchtsaft. Die Erdbeer-Liuimiade des Angeklagten bestehe im ivesemlichen aus gefärbter Ziickerlösuiig, der Wein- säure zugesetzt und die mit künstkicheil Oele» aromatisiert ei. Er wolle zugeben, dast auch etwas natürliches Erdbeer- aroma in der Flüssigkeit cnthallen sei. Echte Limonade enthalte nicht mir das Aroma der betreffenden Frucht, sondern deren ganzen Saft. Achnlich verhakte es sich mit dem als ,.�>kaiwein-Extrnll" ver- kauften Erzeugnis. Dasselbe bestehe ans einer Mischung von Wasser, Zucker, Cumarin und andren kleinen Zusätzen. Nichtig sei es, daß der. den Waldmeister kennzeichnende Wohlgernch im wescnt- lichen auf Cumarin zurückzuführen sei, die Pflanze enthalte aber noch andre Bestandteile, die durch Cumari» nicht zu ersetzen seien, der Wohlgernch des Waldmeisters sei abgerundeter und die daraus her- gestellte Bowle viel schmackhafter und beköninilichcr.— Der Angeklagte entgegncte auf dieses Gutachten, das cS im Handelsgebrarich seit 20 Jahren üblich sei. Erdbeer- Limonade so herzustellen, wie er es gethan. Bei der übergrostcu Flüchtigkeit des Erdbecraromas könne dasselbe nur durch Destillation gewonnen werden, und da das Destillat klar wie Wasser sei, das Kiblikum aber eine Farbe haben wolle, die der Frucht entspreche. müsse die Limonade gefärbt»Verden. Zum Rkaiwein-Extrakt habe er zu bemerken, dast derselbe nie dazu dienen solle, daraus Mailvein herzustellen, sondern er vcrtaiifc ihn nur an Schankivirte, Ivelche ei» ivcnig davon einem Glase W c i st b i e r zusetzte», um diesem Geiräuk auf Berlmigeii einen äromatikchrn Geschmack zu geben. Der Geschäftsführer des Angeklagten bestätigte diesem, dast all- jährlich grostc Mengen Eidbccrcn angekauft und verarbeitet ivurden »nid dast die Maiwein-Essenz durch Ausziehen von Maikräutern her- gestellt würde. Briefkasten der Redaktion. E. N. 100. Lelnlnrse der Massage iverden unter andern, abgehalten im königlichen Polizeipräsidüiui. Dieselben erslrecken sich auf Massage und Badcpfiege, dauern drei Monate und losten 30 Mark. Meldimge» sind zu richten an den lönigl. Kreisarzt Saiiitälsrat Dr. Gramer, Wallsir. 3/4. Untres Wissens werden dort auch Massenrinnen ansgebilvet. Solitc das jedoch nicht der Fall ieiii, lo fragen Sic vielleicht einmal bei der hiesigen Filiale des Verbandes des Massage-, Bade- und Kraiilcnpflege-Persoiials Deiitschlauds, SO., Engel-Nier 15(Gewerkschastskommiffkoil) an. 35. M. 1. Sic können einen Vertrag auf Einführung der Güter- gemeinschait gerichtlich schli-ß-n. Die Kosten richten sich nach der Höhe des Objekts. Zu raten ist zum Abschlusi solchen Vertrages nicht. 2. Nein. Die gewünschten Karten sind die Gcneralftabslarten. Sie erhallen dieselben bei Schropp.— E. Ä. Vorficht. 1. Das köniien Sie lhim; geraten ist es aber dabei zn betonen, dag Sic vollen Lohn für die Dauer der Küiidigungs- frist bcansprnchc». 2. Sie hätten an die Polizei oder die Versicherungs- ausialr den Antrag zu richte», den Chef zum Nachtleben anzuhalten. Sie köimcii die fehlenden Marken auch selbst kleben und auf Erstattung des verauslagten Betrages klagen. 3. Nein. Eine Klage hatte kaum Aussicht auf Erfolg.— H. S., Meiningerilraste. l. Sic haben recht. 2. Net,, - Alter Abonnent 10. Ja, das Gesuch ist an das Polizeipräsidium z- richten.- I.«i., Hildesheil». Nein Ob die Bäckerei versicherungs- pfljchtig ist und bei welcher Berujgcnosieiischast, erfahre» Sie am zu- treffendste» durch direkte Aufrage beim ReichS-Versicheriiiigsaint.— (5. M 1. Ihre KsindigungSsrisi beträgt 14 Tage, 2. Die Nichteinhaltung einer Kündigungsfrist macht schadciiörrsatzpslichtig. 4. Durch das Polizei- Präsidium.— P. 8k. 98. Falls gepfändet werden iolllc, mühten Sie schleunigst Einstellniigsantrag stellen und Jiiterveniiousklage erheben.— Schmnl 9. Eine Klage wäre aussichtslos.— G. H. In Civilsachen haben nicht Sie den Zeugen zn laden. Vielmehr' haben Sie in einem Schriftsatz anzugeben, was der Zeuge bekunden soll, diesen Schristjatz dem Gericht einzureichen und im Termin seinen Inhalt und den Antrag vorzutragen, den Zeugen zu laden. Das Gericht belchlieht dann über die Ladung. — E. 9t. 27. 1. Bis zur Daner von sechs Wochen, jedoch nicht über die Beendigung deS DinistverhältnisicS hinaus, ist die Hmichasl verpflichtet, Berpflegiing und ärztliche Behavdlimg, eventuell KraukeuhauSpflege. zn ge- währen. 2. Nein: dcr wird aufgerechnet. 3. Ja.— Naminrrs. 1. und 2. Ja, das Gcwcrbegcrlcht ist znstäiidig.— T. Tl. H. H Für das Verenden der Kuh hasten Sie nicht. Demi weder liegt ein Hanptuiangel vor, noch hat sich die Kranthcit in der Gewährsrist gezeigt, noch ist die Anzeigefrist gewahrt. Welches Hauptmängel sind, wie lang die Gewährfristen usw. finden Sie Seite 14N'15>) des dein Arbeiterrecht beigefügten Führers. Das Buch liegt in den üsieiitlichen Lesehalle» ans.— H. K. 36. Sehr gern. — Landsberg. 1. Landrat von Nieder-Bamim, Berlin, Friedrich Karl- Ufer. 2. Jawohl. 3. Die Städte-Ordlumg vom 30. Mai 1853 gilt für Landsberg. Die Städte-Ordnimg vom 24. Juli 1858 gilt fi'a haimoveischc Städte.— BJ.2/„ M., Marie ist im Testament nicht erwähnt, ist es aber ein Enkelkind der Bertha, so erhält sie 30>Vu M.— V-.. THeisteniee. 1 und 2. Ja, — 3k. D. 31. 1. Nein. 2. Sie kömieu sich z. B. in die Osienbacher Krankenkasse ausnehmen lasse,,.— Piepcnhage». Solche Bereilibaruiig ist durchaus gestattet nud dcdars keinerlei Geiiehniigung.— C. 3t. Der Hauswirt ist im Unrecht. Sein Schreiben ist keine Liindigmig— C. 3t. 13. Das ist zulässig. Sinr wird eine Ausweis»«« möglich sein, wenn die Mutter in den ersten zwei Jahren Aiiueniniterstützuüg erhält, Sorgen Sie atto imudesleiis zwei Jahre hindurch slir die Mutter, — Ackerstr. 102 H. 1. und 2. Ja.— A. Z. 25. Keineswegs ist die Kuiidiguiig dem Gesetz entsprechend, die Dame soll am 2. zur AnSsiillniia ihrer Verläuferstell, mg anlietcu und, wenn der Chef sie entläßt, auf daS volle Gehalt pro Jamiar beim Amtsgericht klagen. Andre Beschästigmige» als solche, zu denen sie sich veipflichlei hatte, ist sie keineswegs verbunden auszuführen, insbesondere nicht solche im Hanstzalt des Chefs oder chikatiöfe.-«. 5,.. I. D.. 3. Z. 100. Ja.- P, Z. 4. Nein- <5. D. 105. l, 30 Jahre lang. 2, Dann steht ihr lemerle, Recht zu, falls der Wohnort zur Zeit der Geburt in Preußen lag. 3, Nach allem Recht ja, nach neuem nejn. 4. Stach altem Recht nein,, nach neuem ja. Verantwortlicher Nedacteur: Carl Leid in Berlin. Für de» Inseratenteil verantwortlich: Tb.«locke in Berlin. Druck und Berlag von Mar Vading in Balm.