Nr. 56. Erscheint täglich außer Montags. Abonnements Prets für Berlin: Vierteljährlich 3,30 Mr, monatlich 1,10 mt, wöchentlich 28 Pfg. frei in's Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage ,, Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. in der Post- Zeitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Vorwärts 9. Jahrg. Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs- Anzeigen 20 Pfg Inferate für die nächste Nummer müffen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Vor: mittags geöffnet. Fern sprech- Anschluß: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Quittung. Jm Monat Februar gingen an freiwilligen Beiträgen bei dem Unterzeichneten ein: = Sonntag, den 6. März 1892. Expedition: Beuth- Straße 3. Bum Auswanderungs- wanderungsgesetz lediglich um der Auswanderer willen erlaffen, Gesek. " um Leuten den Weg zu einer besseren Grifteuz so leicht wie möglich zu gestalten. Auch die Einheitlichkeit aller Vorschriften für Auswanderungsagenten, die an Stelle Mann im Mond 1000,-. Von den Pfälzer Genossen durch Von jeher ist die Auswanderung für die Machthaber der buntscheckigen preußischen, sächsischen, hannoverschen, Ludwigshafen 100,-. Gn., Steglit 20,-. Aus Schwaben 100,-. Etwas gewesen, worüber sie nicht gerade übermäßige Freude bayerischen u. s. w. Bestimmungen herbeigeführt werden soll, Dr. 2. A., Berlin 20,- A., Berlin 3,-. Rellinghusen 40,- empfanden; denn die Auswanderung war, von ihren wirth- dürfte unseren Gesetzgebern schwerlich als so brennend noth Eberswalde 15,25. Leuchern 20,-. Hamburg- Uhlenhorst, Ron- schaftlichen Ursachen einmal abgesehen, immer eine Art wendig erschienen sein, daß sie allein ihretwegen den Getrollmarken Schuhladen 3,05. Potsdam 50,- VI. Berliner Wahlkreis: die drei Kontrolleure 1. Rate 17,-; 2. Rate 17,50. Sicherheitsventil für die Völker. Wo politische Zustände sezgebungs- Apparat in Bewegung setzten. Man hätte schon D. 3., Silberarbeiter, Berlin 2,-. J. J., Berlin, 3. Rate 4,50. unerträglich wurden, wo Verfolgungen einzelner Bevölte- vorher darauf schwören können, daß noch etwas Anderes Weinheim, Ueberschuß der Weihnachtsfeier 10,-. Barmen rungsklassen beliebt waren, da flüchteten sich Diejenigen, die in dem neuen Gesezentwurf enthalten sein müsse, und man 50,- Mainz, von einer Regel- Gesellschaft 15,-. Hildes das Kriechen nun einmal nicht fertig bringen, und es giebt hätte sich nicht getäuscht. Unter der heuchlerischen Vera heim, Ueberschuß des Töpfer Kränzchens 11,30. Sängerkreis und gab immer einen ganzen Haufen solcher Querköpfe", sicherung, daß an der bisherigen," nur" durch die WehrDarmstadt 5, R. 2., Berlin 3,--. Luther, Worms 50,- aus der zur Hölle gewordenen Heimath in ein besseres Land. pflicht zeitlich beschränkten Auswanderungsfreiheit festgehalten Döbelner Genossen 25, Meißen," Piano" 18,25. D. 2. Man braucht nur daran zu erinnern, wie viel Geist und worden, dagegen aber dem Mißbrauch derselben durch ein Kaiserslautern 2, Bernburger Rückwärtser" 12,-. Hamburg, Talent sich im 17. Jahrhundert aus Frankreich, nach 1848 früher auch in einzelnen Partikularrechten eingeführt ge= von den Verkaufsstellen- Inhabern der Tabalarbeiter= Genossenschaft 65,- Grefeld, Norden" 5,- Forft i. 2. 150,- und 1879 aus Deutschland in die Fremde gerettet hat, um wesenes Veröffentlichungsverfahren vorgebeugt werden solle", Schwerin i. M. 3,-. Pforzheimer Genoffen an der Werderbrücke dort wieder befruchtend zu wirken; und vor 1879 erkannte auch kündigen die offiziösen Blätter die Hauptneuerung an. Es 10, Ellerbed 18,15. Rettenhauser Laufer 3,-. Wandsbeck das Bürgerthum diese nüßliche Seite der Auswanderung an. ist die Forderung einer Anzeige der Auswanderungsabsicht d. A. H. 300,- Wandsbeck, amerit. Berloosung bei einer Verlobung Allerdings versuchten die Machthaber früher, Diejenigen, an die Ortspolizeibehörde des Wohn- oder Aufenthalts3,40. Durch W. R. 11,50. Rottbuser Genoffen 50.-. Gesammelt v. welche sich vor ihnen retten wollten, sehr nachdrücklich fest ortes, worauf diese öffentlich bekannt gemacht wird. Die der Congofapelle beim Zischlerball 3,50. Schmauß 0,80. Bock- zuhalten. Sie handelten nach Sarastro's weisem Spruch: Auswanderung darf nur nach Ablauf von vier Wochen nach bierfest von Höge 5,-. Derlinghausen 15,-. Arnstadt in Thür." Bur Liebe kann ich Dich nicht zwingen, doch geb' ich Dir dieser Bekanntmachung, und nur auf Grund einer über 6,-. Brettnig 3,05. Von den letzten Rüben in Koblenz 25,-. Lucenivalde 4,40+ 2,15+0,907,15. Barmen- Elber- Die Freiheit nicht." Noch bis in den Anfang dieses Jahr- letztere erhaltenen behördlichen Bescheinigung erfolgen. Die feld vom Gummibaum 100,- Ueberschuß der Handwerker- Ver- hunderts gab es stellenweise landesväterliche Vorschriften, Betheiligten, Gemeinden, Armenpflegen u. s. w., werden fammlung im Feenpalast, Berlin 34,55. Döbeln 20,-. Maurer welche das Auswandern sehr streng bestraften. Da wurde hierdurch zur Wahrung etwaiger Interessen von der AusAnnaburgs 8,65. Flensburg 10Flensburg 10, Baniberg, von einem bei unerlaubter Ausivanderung unter Umständen geköpft, ge- wanderungsabsicht in Kenntniß gesetzt. Da der AusLehrer: Trotz alledem und alledem 20,- Gera 50,- hangen und konfiszirt. Doch das gehört mehr in eine Vor- wanderungsvertrag nur auf Grund der erwähnten Be IV. Berliner Reichstags- Wahlkreis Osten 200,-. Bier geschichte des Patriotismus. Heutzutage hat man ja Etwas scheinigung und nur schriftlich abgeschlossen werden darf, prozente von P. R., Wienerstr. 61, Berlin 6,50. Fünf toleranter werden müssen. Müssen" denn die wirthschaft so ist allerdings eine wirksame Kontrolle der Auswanderung Hutmacher und der Biervater Königstr. 25 Berlin 12,-. Konto: lichen Verhältnisse brachten es so mit sich. Wenn seit Ein- gegeben" so fügen die offiziösen Berichterstatter schon buchfabrit Leipzigerstraße Berlin 5,-. I. Berliner Wahlkreis 100,-. Schusterschulden von Petermann, Berlin 2,50. Maler- führung der Gewerbefreiheit die Bewohner ganzer Gegen- ehrlicher hinzu. Also wirksame Kontrolle der Ausa Werkstatt von Bahnte u. Caspar, Berlin 4,-. Prenzlau 11,55. den mit einer früher nahrhaften Haus oder Klein- wanderung". Das ist wieder des Pudels Kern. Es wird Hamburg, von den Arbeitern der Tabatarbeiter- Genossenschaft, industrie oder kleinem Ackerbau nahe an das Verhungern eben noch nicht genug kontrollirt" im lieben Deutschen Fabrit Zollvereins- Niederlage II. Rate 100,-. F. H. 6: 20,- famen, so wußte sich vor 30 und 20 Jahren der bureau- Reiche. Und wenn man außerdem weiß, daß diese„ KonBon der rothen Bude Hopfenmarkt 20,-. 130. Bezirk Barmbeck fratische Staat nicht anders zu helfen, als die Leute mit trolle" einem ausdrücklichen Wunsche agrarischer Rorporationen 5,70, Tellersammlung in Winterhude bei Vollhardt 14,- einem kleinen Reisegeld womöglich noch zur Auswanderung entspricht, so weiß man genug. Der Haupttheil der Schöneberg bei Berlin durch M. 5,- Breslau 36, West- zu subventioniren. Zu Haus wären es zu gefährliche" deutschen Auswanderung kommt aus den ostelbischen Probezirk 9,20. Dömitz a. G. 5, Die rothen Buchbinder aus der Elemente geworden. Und daß die moderne, in größtem vinzen, wo der Junker herrscht und der Landrath gebeut. Grünstraße, Berlin 5,-. Bessungen Darmstadt 10,-. A. B. 150,-. G. 50,- Braunschweig 300,-. Troisdorf 5,-Maßstabe regelrecht alljährlich vor sich gehende Auswande- Sogar christlich- soziale Professoren und Nationalliberale M. M., Gitschinerstraße, Berlin 1,-. Für die alte Raketentiste, rung nicht mehr grundsätzlich zu hemmen ist, weil sie auf haben schon zugestanden, daß die Arbeiterverhältnisse dieses Berlin 1,25. Elberfeld 400,-. Welten i. M. 50,-. II. Berliner wirthschaftlichen Gründen beruht, so weise ist man nach frautjunterlichen Ostens vielfach an Sklaverei und Wahlkreis 253,25, darunter: KI. W. 37,05, Kraft 20,-, die Ver- gerade auch geworden. Hin und wieder tröstet man sich Aehnliches erinnern. Die famosen Gesinde- Ordnungen jener wahrloften im Westen 10,-. IV. Berliner Wahlfreis SO. 522,50, fogar mit der Bismarck'schen Weisheit, daß die Auswande- Gegenden erlauben dies ja den Herren. Zur Reform dieser darunter: L. u. Dl.-GI. SO. 240,-, Görlitzer und Sorauer- Ecke 25,-rung doch eigentlich ein Zeichen der Wohlhabenheit sei, weil Gesinde- Ordnungen aber hat man selbstverständlich keine Beit Bierprozente von Wernicke 8,50, eine Wette 1,-, Mufiter 58,50. fie gewiffe Mittel zur Reise voraussetze, eine Argumentation, und Lust, Gott bewahre, so oft auch schon die linksIII. Berl. Wahlkreis 150,- VI. Berl. Wahlkreis, Moabit, 168, die ungefähr auf derselben nationalökonomischen Höhe steht, ſtehenden Parteien, vor Allem die Sozialdemokraten, eine VI. Berliner Wahlkreis Rosenthaler Vorstadt 98,-. VI. Berliner Wahlkreis Oranienburger Vorstadt 165,10; darunter: 2. GI. N. wie die andere, daß sich ja Jeder in theueren Beiten solche Reform gefordert haben. Nein, die läßt man hübsch 3. 15,- 2. C1. D. 30,-. VI. Berliner Wahlkreis Schönhauser von den kleinen Broten zwei statt eins faufen könne, bestehen und macht lieber ein Auswanderungsgesetz dazu, Borstadt 174,20. G. 2. Metallarbeiter Berlin 6,50. Derling- wenn er nicht fatt werde. Aber eine gewisse Ranküne das die nöthige Kontrolle" für die" Malefizauswanderer" haufen durch G. von einer gemüthl. Gesellschaft 2,-. Dortmund, gegen die verfluchte Auswanderung haben gewisse Kreise enthält. Da muß der Stoffel und der Johann erst hübsch Buchdruckerversammlung 5,- Wahlkreis Offenbach- Dieburg auch heute noch; sie hat in ihren Augen den Anstrich des zum Schulzen gehen, um seine unpatriotische Absicht, aus25,-. H. V. P. 58 8,80. Aus der Sparbüchse der Biseleure Unpatriotischen noch nicht ganz verloren. Sp. u. S. 5,-. R. Z., Pößnect 10,- m. zuwandern, anzuzeigen. Und wenn er da den gelinden Bundesrath befindliche Auswanderungsgesetz an, das freilich land ist, noch nicht nachgiebt, dann wird er ans schwarze Zu diesen Betrachtungen regt nun auch das beim Vorstellungen, daß es doch eine Luft zu leben" in Deutschbisher nicht im Wortlaute, sondern mur in offiziösen Aus Brett zu den Vergantungen und Steckbriefen geschlagen, zügen bekannt wurde. Man soll uns doch nicht glauben und es kann dann nicht mehr vorkommen, machen wollen, daß die heutigen Machthaber ein neues Aus dem Fürsten Bismarck ein armer Hintersasse mit zwei Für Durlach wurden in der Januar- Quittung infolge eines Druckfehlers statt 30 nur 20 M. quittirt. Berlin W., den 4. März 1892. Für den Parteivorstand A. Bebel, Gr. Görschenstr. 22a. Feuilleton. Machorud verboten.] [ 56 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. " Ja, das sieht sich so an, aber wir Geschäftsleute denken " daß gesprochen wird, geschweige, daß sie ihn einzurichten wüßten. und das schmerzt. Wenn er einem Mädel den Kopf vers Und schließlich, was sollte denn überhaupt dabei heraus- drehen will, kann er es doch billiger haben; er kann mit kommen? Die Kerle haben ja nichts, wovon wollen sie dem Reichthum blenden, ohne ihn wegzugeben, denn leben? Ich würde sie ruhig hungern lassen, bis sie das habe ich ihm gründlich auseinandergesetzt. Mit den fich auf Gnade und Ungnade ergeben. Hunger ist das Gläubigern meines Sohnes werde ich übrigens ein ernst befte Zwangsmittel, und es sollte mir ein derartiges Erliches Wörtchen noch reden; warten Sie nur, eigniß ganz willkommen sein, denn die Leute werden täg- müssen sie wenigstens herunterlassen, oder sie sollen die Hälfte lich übermüthiger." mich kennen lernen. Ach, die Kinder, die Kinder! Bis die einmal zur richtigen Erkenntniß des Lebens kommen! Meine Tochter ist auch nicht recht bei Verstande." Ihr Sohn befindet sich auf dem Wege der Besserung, wie ich gehört?" " Ja, es war eine Kinderei. Denken Sie nur: ein " Fräulein Hermine, Herr Findeisen? Sie scherzen hierüber anders. Wenn man sich so das ganze Jahr plagt, Mann, ber eine Million erben soll, will einen Selbstmord wohl Denn alle Welt erklärt sie für eine der geistreichsten Dann will man am Ende desselben auch ein anständiges begehen! Lächerlich im höchsten Grade! Ach, Herr Pro- jungen Damen, die man in hiesiger Stadt kennen lernen Sümmchen erübrigt haben, sonst hole der Teufel die ganze feffor, was Einem die Kinder für Noth und Merger machen!" kann, ein Muster von Bildung, eine wahre Minerva, in „ Er hatte sich, wie ich höre, in ein Bürgermädchen ver- Künsten und Wissenschaften Plackerei und Sorge. Ein Milliönchen muß für jedes meiner beiden Kinder herauskommen, das ist nun einmal liebt, das nichts von ihm wissen wollte?" Nichts von ihm wissen wollte? Herr Profeffor, wie Sie eine ordentliche Gans, wie ihre felige Mutter. Ich habe sie Im Vertrauen zu Ihnen gesagt, Herr Profeffor, ist fie mein Ehrgeiz. Denken Sie nur, wenn man fünfhundert Arbeiter ernährt, da muß man's doch wenigstens so weit das so sagen können! Von einem Manne, dessen Vater nahe- lernen lassen, was sie wollte, denn ich dachte: sie kann es zu zwei Millionen besitzt, will jedes Mädchen etwas wissen. haben, obwohl sie es keinesfalls gebrauchen kann. Ein echter Die Sache ist einfach die sie traut ihm nicht, und das ist mir Diamantenschmuck ist zehnmal imponirender, als die feinste lieb, denn ich will mit meinem Jungen höher hinauf. Daß Bildung. Indessen, ich dachte, sie kann es haben, ich ließ er aber um ihretwillen beinahe 20000 Thaler Schulden sie Pianoforte und Harfe, Englisch, Französisch, Italienisch gemacht hat, habe ich ihm nur auf dem Krankenlager ver- lernen, ließ ihr Stunden in Literatur, Gesang, Zeichnen und Bwanzigtausend Thaler! Das ist für Sie doch nur einmal alle habe merken können; ich dachte, wenn es ihr anderen brotlosen Rünsten geben, deren Namen ich mir nicht eine Kleinigkeit, Herr Findeisen, die schlagen Sie doch, in auch nichts Besonderes helfen kann, wird es ihr doch jeden bringen können?" " A propos, was Ihre Arbeiter betrifft, so erzählt man sich, daß dieselben gegenwärtig sehr unruhig sind?" Ja, sie wollen mehr Lohn haben, die Nimmersatte; ich habe aber reine Wirthschaft gemacht und die Rädelsführer ohne Weiteres fortgejagt." " Man spricht neuerdings von einer Arbeitseinstellung, die in Ihrer Fabrik eintreten soll. zeihen können." Eine Arbeitseinstellung, ein Streik, das sind englische gewöhnlichen Zeiten, des Jahres dreimal zusammen." falls auch nichts schaden. Da bin ich aber schön anErfindungen, die mich nur lachen machen; meine Leute" Ich schlage sie zusammen; aber der ganze Jahres- gekommen! Setzt sich das Mädchen romantische Ideen in wissen nicht einmal, daß dies Wort Strike Streit aus- ertrag meines polnischen Zweiggeschäfts geht mir vorauf, den Kopf und schlägt die Hand des reichen Bankier Ohne Frühstückshühnern durchgeht, sondern der Amtmann des Politische Webericht. Berlin, den 5. März. " Fünfmalhunderttausend Mark. In der Reichstags-| Palliative und Gebete. Gegen Soldatenmishand Gutsbesizers wird schleunigst Arrest auf die Habe des Sigung vom 4. März ist der Posten: Geheime Aus- lungen soll angeblich in Bayern eine Maßregel ergriffen Reifeluftigen legen lassen, so daß ihm das Auswandern gaben, der bisher sich auf 48 000 M. beziffert, auf eine werden, die, wenn sie wirklich durchgeführt würde, ganz einstweilen vergeht. Ob der„ flüchtige" Bankier in der halbe Million Mark erhöht worden. Geschloffen stimmten gewiß von heilsamem Erfolg begleitet sein müßte und bas Stadt ebenso d- rollig sein wird, den Termin seiner Ab- dagegen nur die Sozialdemokraten und das kleine Häuflein Kapitel der Mißhandlungen bedeutend einschränken würde. reise nach Amerika oder sonsthin vorher bei der Behörde der Volksparteiler, von den tapferen Deutschfreisinnigen Es soll sich nämlich darum handeln, den Grundsatz in der anzuzeigen, glauben wir freilich nicht. Jedenfalls hat man fand nur ein Bruchtheil den Muth in der zottigen Mannes- bayerischen Armee unnachsichtig durchzuführen, daß die auf gegen Diejenigen, welche dennoch glücklich durchgewischt brust, gegen diese Steigerung des Reptilien- und Spitzel- fichtführenden Offiziere derjenigen Truppentheile, in denen find, ein neues Polizei- Strafmittel in der Hand, und der fonds zu stimmen. Bekanntlich hatte die preußische Re Soldatenmißhandlungen vorkommen, bei Auszeichnungen Rest Jener, der unter allen Umständen nicht am Gehen ver- gierung erklärt, sie könnte nicht eher das Geld aus dem übergangen werden, auch wenn sie keine unmittelbare Schuld hindert werden kann, muß glücklich ein paar Scheerereien Welfenfonds aus der Hand geben, als bis das Reich größere daran tragen." Wenn diese Nachricht sich bestätigt, so geht mehr durchmachen. Mittel bewilligt hätte. Das Reich war bis jetzt Koftgänger daraus nur hervor, wie unzulänglich die Vorkehrungen So sehen heut zu Tage Gesezentwürfe bei uns aus. des Welfenfonds. Auf dieses leere Versprechen, in feiner sind, welche gegen die brutalen Ausschreitungen der VorEinen moralisirend- kontrollirend- staatserzieherischen Charakter Beziehung fest umschrieben- nähere Auskunft ward dem gesetzten getroffen werden. Man müßte viel tiefer einhaben sie alle. Ob sie freilich im Endziele auch so wirken, wißbegierigen Rickert von oben herab verweigert votirt greifen, wollte man Erfolge erzielen. Wenn der kathodas ist eine andere Frage. die Mehrheit des deutschen Parlaments geheime Fonds, lische Feldprobst der preußischen Armee in einem geheime Fonds in der Höhe von 500 000 M. Ob das von der Germania" heute veröffentlichen Rundschreiben Reich aus dem hannoverschen Fonds oder durch die deutschen die Nothwendigkeit des Gebets und seine Wirkung und die Steuerzahler diese Summen erhält, über deren Ver- Pflicht des Gebets für jeden Menschen" nachzuweisen unters wendung dem Parlament keine Kontrolle zusteht, das nimmt, so tritt er nur in die Fußstapfen seiner Lutherischen ift trog aller feierlichen Erklärungen des Graf Kollegen im Sachsenlande, welche die fromme Ritterschaft Kanzlers durchaus gleichgiltig. Mit diesem Gelde kann mit tönendem Eifer empfohlen haben. Eine Demokratifirung jedes Unternehmen, das die Regierung gegen Volksrechte, des Heerwesens wird die Mißstände beseitigen, an denen es Die Aera der Majestätsbeleidigungs- Prozeffe. gegen die Unabhängigkeit der Volksvertretung, gegen die heute krankt. Klerus und Bureaukratie, Kamaschen und Es wird munter weiter beschlagnahmt. Am 4. März ist Interessen der großen Menge ins Werk sett, ausgiebig unter- Talar operiren gemeinsam zur höheren Ehre der herrschenden auch das Morgenblatt der Frankfurter Zeitung" vom stützt werden. Hier werden Spionengeseße eingebracht, da Zustände. 2. März wegen Majestätsbeleidigung konfiszirt worden auf werden Spionenlöhne ausbezahlt. Und die politische Polizei, Grund eines Leitartikels, der einen Bericht des Wiener welche überall gebeiht, wo die bürgerliche Freiheit unter Arbeiter empfiehlt der soeben erschienene Geschäftsbericht Selbsthilfe. Gegen den Kontraktbruch der ländlichen Times" Berichterstatters wiedergab. Der deutsche Kaiser drückt ist, die politische Polizei, die in erster Reihe gegen des Deutschen Landwirthschafts- Raths höhere Löhne, gute hat in einer Reihe von Fällen es vorgezogen, statt durch das Proletariat sich richtet, schöpft ebenso gut aus geheimen Behandlung, menschenwürdige Behausung? Nein, Unterden Mund der verantwortlichen Minister, ohne Rücksicht Fonds, wie jene Biedermänner, welche den„ Brunnen" der auf diese konftitutionelle Formel fich zu äußern. Die öffent- offentlichen Meinung vergiften. Und Graf Ballestrem, der nehmerverbände zur Knechtung der Landproletarier. liche Kritik stand bei diesen Erlassen und Reden feinen ultramontane Junker, hauchte, ein echter Komödiant der Regierungsatten, sondern privaten Handlungen des Regenten Reaktion, mit feelenvollem Augenaufschlage sein Ja, da haben schon wiederholt dargelegt, daß auf dem Gebiete des Der Kohlenarbeiter Streit in England. Wit gegenüber, der in den Streit der Ideen unmittelbar ein- Graf Caprivi die Frage des Welfenfonds nach den ewigen Klaffentampfes, ebenso wie auf dem des internationalen griff, die öffentliche Meinung zu beeinflussen und zu be- Regeln der Gerechtigkeit" lösen werde, fand im Uebrigen es Militarismus die kleinen Heere und die kleinen Kriege mehr timmen unternahm. Daß die Beurtheilung der kaiserlichen aber nicht für nöthig, die Natur des geheimen Fonds, dieses und mehr verschwinden, und daß die Heere zu riesenhafter Ansichten von vornherein durch den Majestätsbeleidigungs- Fonds" zu erörtern. Dieser Fonds" ist ein nothwendiger Größe anwachsen, die Kriege von unberechenbarer AusdehParagraphen auf das Aergfte eingeengt, und daß dieser Fonds für diese Regierung. Baragraph von eifrigen Staatsanwälten gerade jetzt in einer mung und Tragweite werden. In England, dem MutterZeit der scharfen Auseinandersetzung mit geschäftigem Sinne Sie muß auf's Land. Die Arbeiterschaft nämlich. den industriell weniger entwickelten Ländern noch häufig lande des Klaffenkampfes, kommen kleine Streiks, wie sie in augewendet wird, offenbart wieder einmal, daß die deutsche Dort findet sie Arbeit, und alle Noth der Großgrund find, überhaupt gar nicht mehr vor. Es giebt nur noch Preßfreiheit ein Meffer ohne Griff und Klinge ist. Freilich, befizer hat ein Ende.„ Reichsbote" und National das Zetergeschrei des Liberalismus, der mum einmal am Beitung"," Voffische Zeitung" und" Norddeutsche Allgemeine Der riesenhafteste aller Riesenstreits, die in England jemals Streits in denen Zehn und Hunderttausende kämpfen. eigenen Leibe die Zweischneidigkeit der Waffe verspürt, die Beitung" begeistern fich für den Schub. Die überschüssigen vorgekommen sind, wird mit Ende der nächsten Woche beer selbst gegen das Boll geschmiedet hat, hören wir nur Arbeitskräfte, Uhrmacher, Schneider, Weber, Setzer, Kunft ginnen. Sonnabend den 12. März wird fast eine halbe mit dem fühlen Lächeln der Verachtung. Die Partei der tischler, Maschinenbauer, fie alle sollen den Pflug führen, Million englischer Bergarbeiter die Gruben verlassen, um Gentlemen zollte den rauschendsten Beifall, wenn die Bresse die Sade schwingen und für die Junker Frohndienste leisten. so lange nicht ein Waffenstillstand oder Friedensschluß der Arbeiterpartei in die Schlingen des Preß- und Straf was dabei aus ihrer Arbeitsgeschicklichkeit wird, ist gleich erfolgt ist, nicht mehr in dieselben zurückzukehren. Die Union gesetzes verstrickt wurde, fie hat z. B. 1878, als das Aus giltig: ob fie geeignet sind, die schwere Landarbeit zu verder Durhamer Kohlenarbeiter hat sich endgiltig der nahmegesetz tam, das schofle Handwerk des Denunzirens richten, fümmert die Rathgeber nicht. Und mehr Kirchen Aktion des Nationalen Kohlenarbeiter- Verbandes" mit Birtuofität betrieben. Uns fümmert blos das Grund- und Kirchengemeinden in den Städten, branchen wir in den geschlossen, die Kündigungen find erfolgt, und obgleich von Üns sägliche der Frage. Städten, pfalmodirt der Reichsbote". Wenn eine Reihe einigen Rechtsgelehrten die Gesetzlichkeit der Kündigung be Wenn man mit unseren Zuständen die englischen ver- neuer Pfründen geschaffen wird, ist allerdings die pastorale stritten wird, so kann doch durch solche juristische Tifteleien gleicht, macht sich die Kläglichkeit des deutschen Verfassungs Reservearmee, der Nachwuchs lutherischer Klerisei, zahlreich und Zwirnsfäden der Gang der Ereignisse nicht mehr aufwesens mit beschämender Handgreiflichkeit bemerkbar. Wir sind wie Sand am Meere, noch besser daran als heute. Es und Zwirnsfäden der Gang der Ereignisse nicht mehr aufder Ansicht, daß derjenige, welcher an der öffentlichen Dis- giebt so viele Söhne und Töchter zu versorgen... Wenn gehalten werden. In England herrscht eine wahre Panit. Die Kohlen1 5 an fuffion fich betheiligt, auch alle Konsequenzen seines Vorgehens ein bürgerlicher Dekonom wie Heinrich Herkner in tragen muß. Und tritt der Monarch in die Debatten ein, der letzten Nummer des„ Sozialpolitischen Zentralblatts" preise gehen Tag für Tag um mehrere Mark in die Höhe, ohne sich des ihm gewährleisteten Rechtes der Minister( Nr. 10, S. 129) in einem Lesenswerthen Aussage die und da dort wie bei uns eine heftige Rälte eingetreten ist, vertretung zu bedienen, so soll er in einem gefitteten Staats- Arbeitslosigkeit ernsthaft als ernſtes Problem behandelt, so welche das wirthschaftliche Elend wesentlich verschärft wird. so bildet die Kohlennoth eine schwere Kalamität, durch wesen dieselben Rechte und dieselben Pflichten haben, wie predigt er tauben Ohren: unsere Bourgeoisie will nicht Betreffs der Kohlennoth schreibt der" Standard": ein anderer Privatmant, der zum Debatter wird. Aus hören. Herkner sagt: Stockholm kommt heute folgende Nachricht: Der schwedische Staatsrath berieth darüber, ob das Blatt Sozialdemokraten" wegen grober Majestätsbeleidigung gerichtfich zu belangen fei. König Ostar ließ dem Staatsrath eine dahin lautende Entscheidung zugehen, daß keine Klage zu er heben fei." In England hat man seit Menschengedenken von einem Majestätsbeleidigungs Prozesse nichts gehört. Staub von den Pantoffeln. Die Nothlage zahlreicher fächsischer Industriezweige, über welche zu berichten wir schon wiederholt Veranlassung gehabt haben, kommt in besonders drastischer Weise zum Ausdruck in der neuerdings veröffentlichten Auswanderungsziffer für 1891. Während nämlich in den vorausgegangenen 10 Jahren die höchfte Auswanderungsziffer 2577 betrug, haben im Jahre 1891 nicht weniger als 4126 Personen dem Heimathlande Sachsen den Rücken gekehrt, um sich jenseits des Ozeans eine neue Existenz zu begründen." Wan organisire allenthalben den Arbeitsnachweis, und man wird auch eine Statistik der Arbeitslosigkeit erhalten; man gewähre den Arbeitssuchenden gegebenen Falls die Arbeitsmittel, damit die Produktionskraft ihrer Hände ihnen die Deckung ihrer Lebensnothdurft gestatte, man lasse die beschäfti gungslosen Bauarbeiter Arbeiterwohnungen errichten, man entwickle die Arbeiterschutz- Gesetzgebung, man fördere die auf Herabfehung der Arbeitszeit und Erhöhung des Lohnes ge richteten Bestrebungen der Gewertschaften, man unterstütze die Entwickelung technischer Fortschritte, denen bei sozialer Ver waltung kein Arbeiter mehr fluchen wird, und das Deutsche Reich wird großen und herrlichen Tagen entgegengehen!" Wer glaubt, daß die bürgerliche Gesellschaft dieses Programm unterstüßen werde, das ihrer Abdankung Anfang bedeutet, ist ein Illusionär. Kapitalismus und soziale Verwaltung" find zwei sich ausschließende Dinge. Aber daß ein deutscher Universitätsprofeffor solche Zugeständnisse macht, ist symptomatisch für die Bersetzung der kapitalistischen Wirthschafts- und Gedankenwelt. sorg aus, eine Hand, die er nur auszustrecken braucht, um" Ja, Sie meinen als Künstler; aber als Schwiegeran jedem Finger eine Millionärin fitzen zu haben. Und sohn, meine ich; die ganze Stadt würde mit Fingern auf warum? Warum? Können Sie sich das vorstellen, Herr mich weisen." Profeffor?" Was Sie denken!" Die Kohlenhändler theilen dem Publikum mit, daß sie sich bei Bestellungen, welche sie nicht sofort ausführen können, nicht an die Preise des Bestellungstages halten fönnen. Das heißt natürlich so viel, als möglichst bald zu bestellen. Beffer, der Rath wird nicht befolgt. Die Kohlennoth wird nicht lange anhalten. Die Kohlenhändler haben natürlich ein Interesse daran, eine Art Panik zu schaffen, das Publikum aber hat kein Intereffe daran, ihnen in die Hände zu spielen. Das Publikum sollte vielmehr möglichst wenig bestellen. Gerade der Umfang des drohenden Streifs gewährt die Sicherheit, daß er bald zu Ende sein wird. Wo soll das Geld herkommen, 400 000 ftreitende Bergleute über Wasser zu halten? Ob die Hoffnung des" Standard", daß der Streit blos Tage dauern werde, sich erfüllen wird, ist nichts weniger als sicher; zumal die Grubenbefizer selbst ein Intereffe an der Verlängerung des Streiks haben, der die Kohlenpreise emportreibt und die Profite vermehrt. Der Kohlenarbeiter Streit wird zur unmittelbaren Folge den Stillstand vieler Fabriken. und Eisenwerke haben. dem Stegreif, daß es eine Art hat; es wundert mich gar nicht, daß Sie so viel Einfluß auf die Menge ausüben. Wenn Sie nur etwas praktischer wären." " Sie würden also wohl an meiner Stelle im Stande fant gleich darauf dem eintretenden Buchdruckerherren zu, Nein, ich bin gänzlich außer Stande, Herr Findeisen." " Ja, es tann's auch kein Mensch faffen oder errathen: sein, ihm Ihre Tochter zu geben." Denken Sie sich, sie schlägt den Bankier Ohnesorg aus, weil " Ich glaube, ja." sie eine kleine Neigung für ihren Lehrer im Malen, Herrn" Trotzdem er gar nichts hat?" Eichenbach, empfindet. Ich weiß nicht, ob Sie den Menschen tennen?" maler Herrn Eichenbach, unseren berühmten LandschaftsDas sind Geschmacksachen, Herr Findeisen." " Ja wohl, das mag sein; aber daß man für einen folchen Maler eine besondere Zuneigung empfinden kann, bas begreift wohl Niemand." Stellen Sie sich vor, Herr Wehrhahn," rief der Fabriunser Professor will mir einreden, ich würde am Besten thun, meine Tochter mit der Million, die sie einmal von mir bekommt, an einen Menschen hinzugeben, der gar nichts " Erstens glaube ich, daß Herr Eichenbach etwas hat." hat; als wenn man das nicht billiger haben könnte!" " Lumpige paar Tausende, wenn's hoch kommt." " Und seine Kunst Unser Herr Professor hat noch manchmal kleine unpraktische Anwandlungen aus der Studienzeit", meinte der Buchdrucker, der sich im Laufe der Jahre eine ziemliche Wohlbeleibtheit und ein sarkastisches Lächeln angewöhnt hatte. Er lächelte so oft und so beständig, daß es schien, als habe der Zeitgeist über das Schicksal dieses Glückspilzes gelächelt und ihm die äußeren Linien dieses Lächelns um " Eine Kleinigkeit von zweiundfünfzig Stimmen find in meinem Geschäft vereinigt," erwiderte der Fabrikant mit Selbstbewußtsein. " Seine Kunst? Nun ja, zehntausend Thaler sind mir Ja, ja; er malt so Bäume mit Flüssen und Häusern. lieber." Romische Idee das; ein wirklicher Baum und ein wirk" Ich verstehe weder Sie recht, Herr Findeisen, noch liches Haus sind mir doch zehnmal lieber; ich begreife gar einen von Ihren Gesinnungsgenossen. Statt das Geld als nicht, wie manche Leute einen Haufen Geld für so eine ein Mittel zu betrachten, mit dem man lästige NahrungsSchmiererei weggeben können. Wenn's noch so eine Frauens- forgen von seinem und seiner Kinder Haupte fernzuhalten den Mund gezeichnet. person in natura von Tizian wäre, wovon ich einige Ropien vermag und mit dem man ein wahrhaftes Glück noch um„ Na, das vergeht schon noch mit der Zeit", meinte ber habe machen lassen, oder so ein Trinkgelage von Rubens ein Bedeutendes erhöhen kann, sehen Sie das Geld als Fabrikant, für heute wünsche ich gesegnete Mahlzeit." und dergleichen, daß sieht man gern einmal mit an, und so Selbstzweck an, stellen Sie sich vor, es machte aus dem Ein Wort noch, lieber Herr Findeisen," rief der Buch etwas muß man auch anstandshalber in seinem Besuchs- Menschen ein anderes, ein höheres Wesen, und erkennen als drucker und Zeitungseigenthümer; Sie haben doch eine zimmer haben; aber gemalte Bäume und Berge? nein, das gleichberechtigt nur solche Menschen an, die ungefähr eben- Anzahl Handwerker in Ihrem Geschäfte, welche wahlbegreife ich in der That nicht." soviel haben, wie Sie. Und wenn Sie eine Tochter haben, berechtigt find?" die zehn Mal mehr von Ihnen zu erwarten hat, als sie zu ihrem Glücke braucht, so meinen Sie nicht, daß dieselbe am Besten thut, Jemanden zu nehmen, den sie schäßt und liebt, der sie glücklich zu machen verspricht, sondern denken, daß sie besser daran thäte, Jemanden zu nehmen, der auch zehn Mal mehr hat, als er braucht, er mag sonst sein, wie und was er will? Das scheint mir denn doch eine Verkennung aller Kraft und Bedeutung des Geldes zu sein; eine Krankheit, an der Sie freilich nicht allein leiden, sonst würde man nicht auf Seiten der Reichen das trampf hafte Streben finden, das Geld, welches sie ihren Kindern geben können, immer wieder zu Gelde zu bringen, statt daß es natürlicher und einfacher wäre, wenn Eltern dächten: Das Letztere macht mir sehr wenig Kopfschmerzen, Dein Kind hat Geld, es ist so glücklich, ohne ängstliche meinte der Fabrikant; die Wahlanfechtungen haben noch Rücksicht Jema..dem angehören zu dürfen, den es wirklich selten zu etwas geführt. Man ist doch im Landtage unter Brüdern, das wissen Sie ja. Also nur immer frisch d'rauf. ( Fortsetzung folgt.) Das möchte ich nicht gesagt haben, Herr Findeisen; warum sollte man für einen Maler nicht ebenso gut zu neigung empfinden, wie für jeden Andern?" Hm, es ist schnurrig; aber die Malerei ist doch im Grunde auch nichts weiter als Spielerei." Das macht, Ihre Tochter ist eine Kunstkennerin, und Sie find es nicht." Mag sein, deswegen läßt man fich doch aber wohl lange nicht mit so einem windigen Künstler ein." Herr Eichenbach ist ein weit und breit geschätzter Rünftler." Ich schäße ihn keine tausend Thaler." Verstehen Sie nur recht, ich meine als Künstler." liebt." Bravo, Herr Professor, Bravo! Sie halten Reden aus Diese zweinndfünfzig Stimmen werden Sie doch auf unseren Brofessor zu lenken wissen?" " Das versteht sich von selbst; wer nicht nach unserer Liste stimmt, der hat bei mir nichts mehr zu thun. Hier heißt's, weß' Brod ich effe, deß' Lied ich singe." " Machen Sie's nur nicht zu auffällig," warnte der Professor, denn erstens würde mir ein Standal in meiner Stellung sehr unangenehm sein, und zweitens könnte die Wahl angefochten werden." # " Ein Telegramm aus Seaham Harbour melbet, daß 18354,05 9. je 0,82 M.; c) die Gemeinden mit mehr als 75 000 allen Handwerkern und Arbeitern der Maschinen-, Eisen- Einwohnern je 1,50 M.; d) mit 25 000 bis 75 000 Einwohnern und Wagenfabriken Durhams in Hinsicht auf den Streit ie 1,10 m.; e) mit weniger als 25 000 Einwohnern je 0,70 m. Ein bereits in zweiter Lesung abgelehnter Antrag Bartmer gekündigt worden ist. Auch den Arbeitern der großen Krause ist für die britte Lesung wiederholt; er will bei 40 000 industriellen Etablissements Lord Londonderry's haben ihre begiv. 100 000 ftatt bei 25 000 bezw. 75 000 Einwohnern abKündigung erhalten. Infolge des Ausstandes werden außer- stufen. " " Parteinachrichten. in der Aus der sozialdemokratischen Presse. ,, Volksblatt für Teltow- Beeskow" über die Berliner Krawalle: Arbeiter, Ihr könnt ganz sicher sein, wo folche Versuche gemacht werden, sind die Anstifter bezahlte Agenten der dem über 7000 Eisenbahnbedienstete der North- Easternbahn In der Generalbistusfion erklärt Reaktion, der pfäffischen und der junterlichen. Weist sie mit zeitweilig ihre Beschäftigung verlieren. Abg. Meyer Berlin( dfr.), daß seine Freunde dem Gesetz- deutlicher Entschiedenheit zurück, laßt sie nicht in Eure Nähe Aehnliche Nachrichten kommen von verschiedenen Seiten, entwurf hauptsächlich seine Fistalität zum Vorwurfe machen. tommen. Je näher wir dem ersten Mai kommen, desto vorso daß der Riesenstreit, welcher jetzt bevorsteht, von allen Es gehört wenig geiftige Arbeit dazu, einen Entwurf zu schaffen, fichtiger müssen wir darauf achten, daß das Heranschleichen und Streits, die jemals stattgehabt haben, der Utopie des Ge- welcher bestimmt: 3hr sollt zahlen und ich stecke es in die Tasche. Gindrängen folcher Agenten der Reaktion in unsere Reihen verneralstreits" am nächsten kommt. Daß aber diese bis jetzt Diefe geistige Arbeit hat Herr von Eynern ganz allein bestritten hindert wird. Also seid flug, besonnen und wachsam!" Arbeit- one Hilfe der Regierung. Der frühere Minister v. Puttkamer vollkommenste Berwirklichung jener Jdee von den Arbeit hat es zurückgewiesen, daß hier eine lex Eynern vorliege; Herr über Arbeiter entlassungen, namentlich Elsaß- Lothringische Volks- Zeitung":" Die Klagen gebern begünstigt und von den Grubenbesitzern Hand Herrfurth wird auf den Ruhm verzichten können, auf den Herr Textilbranche, wollen nicht verstummen; sie bilden eine in Hand mit den Grubenarbeitern durchgeführt wird, sollte v. Eynern stolz ist, der Urheber dieses Gesetzes zu fein. Wir in furchtbare, immer wieder erneute Anklage gegen die heutige Geben Schwärmern, die von dem Generalstreit" als dem Berlin fühlen uns durchaus nicht bevorzugt durch die königliche fellschaftsordnung, welche dem von ihr selbst erzeugten Glende legten revolutionären Kampfmittel reden, denn doch einen Polizeiverivaltung, sondern belästigt. Wir glauben ebenso gute rath- und thatenlos gegenübersteht, ebenso wie ihre Bertheidiger, kleinen Dämpfer aufsetzen. Bei dem englischen Riesenstreit Männer für die Polizeiverwaltung zu haben, wie Barmen, Herrn die wohl den Sozialismus verdammen, ohne aber selbst den Weg machen jedenfalls die Herren Kapitalisten die besten v.Gynern ausgenommen, dem wir nichts an die Seite zu stellen haben. bezeichnen zu können, der zur Rettung führt aus dem jetzigen Geschäfte.Es ist das Verdienst unseres jetzigen Kollegen Hobrecht, daß er endlosen Wirrsal der Noth und Unsicherheit. Die Sozialdemo die Straßenpolizei in die Hände der Stadtgemeinde Berlin ge- fratie weist diesen Weg, wer es wirklich aufrichtig und gut meint Die Lehre" dieses Streits richtet sich freilich auch nach bracht hat; das hat viel Geld gekostet, denn Berlin hatte vorher und wem es ernst ist mit seiner Sorge um das Volkswohl, der einer anderen Seite hun. Kann die Widerfinnigkeit der den Ruf, die schlechteft gepflasterte Stadt zu fein; ich felbft trage möge ihr folgen." heutigen Produktionsform, kann die Anarchie des Rapita- die Spuren davon noch an meinen Füßen.( Heiterkeit rechts). lismus eindrucksvoller und deutlicher offenbart werden, als Die Vorlage wäre der geeignete Anlaß gewefen, um eine Schei- Aus Leipzig wird uns zum Berichte über die öffentliche durch die Thatsache, daß einer der wichtigsten Industries dung zwischen Staat und Stadt in Bezug auf die Polizeibefugnisse Parteiversammlung am 2. März noch geschrieben: In einer zweige lahm gelegt und die Förderung eines ber zur eine Schagung auferlegt, für welche es nach dem Ausspruche des aus Berlin( jetzt wieder daselbst) den Vertrauensmann 2 a ube, festzustellen. Statt dessen hat man den einzelnen Städten nur früheren Parteiverfammlung hatte der Schlosser Delevsty Existenz unserer Gesellschaft nothwendigsten Naturprodukte Ministers feine Begründung giebt. Berlin hat ein Gebäude für mit dem er zusammen in einem Geschäfte arbeitete, als einen eingestellt werden muß, weil die Arbeiter sich nicht mit bas Polizeipräsidium gebaut, dessen Kosten die Regierung zu Arbeiterschinder schlimmster Sorte bezeichnet. Laube sollte in Hungerlöhnen begnügen, und die Arbeitgeber ihre Profite niedrig veranschlagt hat. Die Sache ist entschieden; wir beugen seiner Funktion als Werkführer die ihm unterstellten Arbeiter mit vergrößern wollen! Daß die Grubenbefizer von der Ein- uns vor der Mehrheit des Hauses und vor den Urhebern dieses den schwersten und ungerechtesten Geldstrafen belegen, das Bierstellung der Arbeit augenblicklich größeren Nuzen haben, Gesetzes. trinken im Geschäfte in ganz rigoroser Weise verbieten, in der als von der Fortsetzung derselben das ist für die Ver Minister Herrfutrh: Der Beschluß des Hauses richtete sich ausgiebigsten Weise Ueberzeit- Arbeit pflegen und was dergleichen nünftigkeit unserer Gesellschaftsordnung ungefähr ebenso nur auf die Regelung der Kostenfrage; weshalb die Regierung Beschuldigungen mehr waren. Eine zu diesem Zwecke einberufene bezeichnend als die verwandte Thatsache, daß eine gute ihrerseits nicht darüber hinausging, habe ich bereits bei der ersten Geschäftsversammlung ergab die vollständige Haltlosigkeit der Lesung dargelegt, als Herr Meyer noch nicht vom Urlaub zurück- Delevsky'schen Anschuldigung, sodaß derfelbe am Schlusse ber Ernte eine Kalamität für das Land, nämlich für die Grund- gekehrt war. Daß die Gemeinden die Polizei haben sollen, ist Versammlung selbst erklärte, feine Anschuldigungen feien voll befizer ist. Das heißt: die Juteressen des Rapitalismus Sie Regel; daß eine Trennung der Polizei in Wohlfahrts- und ständig hinfällig geworden. Vom Vorsitzenden der betreffenden find denen der menschlichen Gesellschaft diametral entgegen Sicherheitspolizei nicht allgemein durchgeführt werden kann, hat Geschäftsversammlung wurde Delevsky darauf aufmerksam gemacht, gefeßt. Ueber das Steigen der Kohlenpreise in England theoretische und praktische Gründe; es sind Gemeinden, denen die daß es, da er selbst zugebe, daß er sich geirrt, feine Ehrenpflicht erfahren wir folgendes Nähere. Der Preis der Kohlen an Uebernahme der gesammten Polizei angeboten wurde, zur Ueber- fei, eine öffentliche Erklärung im Wähler" zu veröffentlichen, den Gruben ist von 10, 11 und 12 Shillings( Mark) pro nahme nicht bereit gewesen, vielleicht, weil sie sich vor den Kosten worin er die als unwahr erwiesenen Anschuldigungen zurücknähme. Tonne auf 18, 14 und 15 gestiegen, und von London tamen scheuten. Die Schäßung der Bautosten des Gebäudes für die Delevsky ist jedoch dieser selbstverständlichen Pflicht nicht nachgekommen und deshalb wird in Parteifreisen die Meinung verschon Nachfragen zu höheren Preisen. Von der Kohlennoth Polizei in Berlin beruhe auf den Angaben des Magistrats. Abg. Barth( frt.) Die Regelung der Kosten ist die Haupt- treten, daß er die Beschuldigungen wider besseres Wissen erhoben in London kann man sich einen Begriff machen, wenn man frage bei dieser Vorlage; über diesen Puntt fann man mit den habe, um den Genossen Laube in der öffentlichen Achtung heraberfährt, daß im Kleinhandel der Bentner Kohlen von einzelnen Gemeinden feinen Vertrag abschließen, denn sie einigen zuseßen. Die am 2. März abgehaltene Barteiversammlung nahm 1 Mart bereits auf 1% Mark und in den abgelegeneren sich, wie die Verhandlungen zeigen, nicht mit der Regierung in dieser Sache folgende Resolution einstimmig an:„ Die Vorstädten sogar auf 2 Wtart, also um 100 Prozent ge- über die Höhe des Beitrages. So, wie es ging, daß nämlich die öffentliche Parteiversammlung erklärt die von Herrn Delevsky stiegen ist. Wie immer kommen die Armen, die von der Städte die fächlichen, der Staat aber die stetig anwachsenden per- gegen Genossen Laube vorgebrachten Anschuldigungen und BerHand in den Mund leben und auf den Detail- Einkauf an sönlichen Kosten zu tragen hat was nicht auf dem Gesetz, son- dächtigungen nach Prüfung des Thatbestandes als vollständig hingewiesen sind, am schlechtesten weg. Für sie ist die Preis- weiter gehen. Daß nach§ 6 ben Gemeinden einzelne Zweige der Die Handlungsweise des Herrn Delevsky als tattlos und spricht bern auf einem Obertribunalserkenntniß beruht, konnte es nicht fällig und gegenstandslos. Gleichzeitig tabelt die Versammlung erhöhung doppelt so hoch als für die Reichen. Polizei übertragen werden können, haben wir angenommen, wir ihre schärffte Mißbilligung über dessen groben Verstoß gegen die Die Londoner Kohlenträger haben sich einem Telegramm wollen aber den Minister nicht drängen, nach diefer Richtung Parteidisziplin aus." zufolge mit den Bergleuten folidarisch erklärt. Ob das be- hin vorzugehen; es ist auch gut, daß solche Uebertragungen nur beuten soll, daß die Kohlenträger am 18. März ebenfalls auf Widerruf erfolgen sollen und zwar nur an die Oberbürger Reichenbach t. V. Die Agitation für die bevorstehende die Arbeit einstellen werden, geht aus dem Telegramm nicht meister, damit die Schnelligkeit der Exekutive gewahrt wird, nicht Reichstags- Wahl wird von seiten unserer Parteigenoffen auf das deutlich hervor. Die schottischen Bergleute hatten an die Magistrate. flotteste betrieben. In den Städten finden zahlreiche Versammvorgestern eine Delegirten Versammlung, in welcher der für die Anerkennung aus; es fei aber des Rebners Thätigkeit die von allen Seiten beeinflußten Wirthe uns ihre Säle verAbg. von Eynern spricht dem Abg. Meyer seinen Dant lungen statt, auf dem Lande ist gleiches leider nicht möglich, da Antrag, in den Streit der englischen Kohlenarbeiter ein- wohl überschätzt worden. Daß die Stadt Berlin wegen dieser weigern. Die gegnerischen Machinationen werden aber bei der zutreten, abgelehnt, dagegen einstimmig beschlossen wurde, Vorlage ihre Thätigkeit auf dem Gebiet der Wohlfahrts- Gin- Bevölkerung des Wahlkreises schwerlich verfangen, denn die blos 5 Tage in der Woche zu arbeiten. Also auch Einrichtungen einschränken werde, wie in der Petition der Stadt er brückende Noth, unter welcher sie lebt und die doch nur verschränkung der Produktion.wähnt werde, glaube er nicht. schuldet ist durch das politisch- wirthschaftliche System, für dessen Forterhaltung die Ordnungsparteien Himmel und Hölle aufbieten, dürfte auch den Indifferentesten einigermaßen darüber Klarheit verschafft haben, daß nur durch die Stärkung der fozialdemokratischen Partei im Reichstage Wandel zu schaffen ist. " Damit schließt die Generalbiskussion. * " Englische Kolonialpolitik. Das britische Parlament Beim§ 1 vertheidigt Abg. Bartmer( ntl.) ben oben mit hat vier Millionen Mark zu Vorarbeiten für die Eisenbahn getheilten Antrag, der hauptsächlich der Stadt Linden eine Bevon Mombassa nach dem Victoria- Nyanza bewilligt. Vor- rücksichtigung zu Theil werden lassen wolle. Diefe Stadt wand: Christenthum, Kampf gegen die Sklaverei. Wirkliche habe hauptsächlich eine Arbeiterbevölkerung mit nur geringer Ursache: Plusmacherei englischer Kapitalisten, die aus Dft Steuertrait. Ausgewiesen aus dem anhaltischen Staatsgebiet hat die afrika Elfenbein und andere profitliche Dinge holen wollen. Steuerkraft habe, ist bereits in der Kommission von mir anerkannt welcher an Peus' Stelle das sozialdemokratische Boltsblatt Minister Herrfurth: Daß die Stadt Linden eine geringe Regierung dieses Ländchens den Schriftsteller Edgar Steiger, worden. Wenn der Antrag nur Linden betreffen würde, hätte für Anhalt" redigirte. Edgar Steiger ist Schweizer Bürger, Das zarische Lämmchen weiß wie Schnee. Die ich nichts dagegen einzuwenden. Es werden aber auch Coblenz das giebt der anhaltischen Regierung die Handhabe, den unim Dienste der russischen Regierung stehende Nordische und Charlottenburg begünstigt, die eine solche Begünstigung nicht bequemen Redakteur des schneidig redigirten„ Boltsblatts", der Telegraphen- Agentur" drahtet die Tartarennachricht in alle verdienen; für Coblenz würden 11000, für Charlottenburg außerdem ein beliebter Redner ist, auf Grund von§ 4 des Welt, ein gewiffer Jwanow, der frühere Kawaß des russischen 33 000. erfpart werden. zwischen Deutschland und der Schweiz im Jahre 1890 abGeneralkonsulats in Sofia, sei nicht der Meuchelmörder des Inzwischen ist ein Antrag der Abgg. Brüel und Würme geschlossenen Niederlassungs Vertrags loszuwerden. Deme bulgarischen Agenten Wulkowitsch. Selbiger Jwanów sei ling eingebracht, die Abstufungen bei 40 000 und 75 000 Ginzufolge legt Genoffe Edgar Steiger mit 6. März die nieber und verläßt das anhaltische Gebiet. bereits zwei Monate vor der That nach Odessa übergefiedelt wohnern statt bet 25 000 und 75 000 Einwohnern vorzunehmen. Redaktion und habe diese Stadt seither nicht verlassen. Ist es nicht antrag. Die Abgg. Würmeling und Enneccerus empfehlen diesen Die anhaltische Sozialdemokratie aber wird mit ganzer Kraft für ihr Organ, das Volksblatt", auch ferner eintreten und bie Iwanow, so ist es irgend ein anderer Schelm, den die Abg. Bartmer zieht seinen Antrag zurück zu Gunsten des sozialdemokratische Propaganda unbeirrt durch das ganze anhalzarische Regierung gebungen hat, um sich des unbequemen Antrages Brüel, welcher auch gegen die Stimmen der Konservativen tische Ländchen tragen und der Unwille der Bevölkerung, den Vertreters der bulgarischen Interessen zu entledigen. Es und einiger Freikonservativen angenommen wird. jede aus politischer Ursache erfolgte Ausweisung hervorruft, wird giebt ja Schufterle's genug, die für Geld zu Allem zu Die übrigen Paragraphen werden unverändert angenommen, zur Folge haben, daß die Lehre vom Sozialismus überall haben sind. Das Brandmal des Meuchelmords wird das nachdem Abg. Höppuer erklärt hatte, daß die Konservativen größerem Verständniß begegnen wird, als das sonst der Fall Zarenthum trotzdem nicht los. den Minister durchaus nicht drängen wollten, einzelne Zweige gewesen wäre. Der Person unseres Genossen bereitet die Ausder Polizei auf die Gemeinden zu übertragen, nachdem ferner weisung momentan Nachtheil, der sozialdemokratischen Partei Graf Tolstoi's Juternirung." Bäterchen" will auf eine Anfrage des Abg. Meyer Berlin der Minister Herr- aber ist sie von agitatorischem Nußen. nicht, daß in seinem Reiche Nothstand herrsche. Zum min- Städte übertragenen Zweige der Polizei gedient haben, auch an unter den obwaltenden politischen Verhältnissen jedem„ ausfurth erklärt hatte, daß die Gebäude, welche einem an die Uebrigens mag man aus dem Vorfall die Lehre ziehen, daß desten soll nicht darüber geschrieben werden, mögen die ge- die Städte zurückgegeben werden sollen, vorbehaltlich der Prüfung ländischen" Sozialdemokraten das Schicksal Edgar Steiger's mit treuen Unterthanen auch elend Hungers sterben. Der be des einzelnen Falles. tannte Dichter und sozialpolitische Querkopf Graf Tolstoi, Gewißheit in Aussicht steht. Bei der Besegung von BarteiDas Gesetz wird darauf endgiltig im Ganzen angenommen Aemtern muß Seitens der Parteigenossen wohl oder übel darauf der mit reichen Mitteln eine private Hilfsorganisation zum gegen die Stimmen der Freifinnigen, der nationalliberalen Ab- Rücksicht genommen werden. Nutzen der nothleidenden Bauern geschaffen hatte, ist auf geordneten Tschocke, Krause und Enneccerus und des Konservativen fein Gut verbannt worden, nachdem ein von ihm an einen von Jhenplig. gehen, erhält so den Heiligenschein des Märtyrers. # " Die Hirsch- Dunckerianer veranstalten bier und da Bolts englischen Zeitungsverleger gerichteter Brief, der die Lage Es folgt die zweite Berathung des Gesetzentwurfs, betreffend versammlungen, um für ihre rückständigen Anschauungen Proin Rußland schilderte, in einem Londoner Blatte zur Ver- die Führung der Aufsicht bei dem Amtsgericht I paganda azu machen. Sobald in diesen Versammlungen ein sozialöffentlichung gelangt ist. Und Tolstoi, dessen reaktionäre und dem Landgericht I in Berlin, sowie die Hand- demokratischer Redner auftritt, haben dieselben in der Regel den Verlauf, daß sich die Zuhörer für die Grundsätze der SozialUtopien, deffen schäbiges Verhalten gegen die russischen habung der Disziplinargewalt bei dem ersteren Gericht. Freiheitskämpfer dem Barismus nicht gegen den Strich einen neuen§ 7a angenommen.- Nachos Recht der Dunderianer sprach über den Schutz der Arbeiter und die Die Kommission hat die Vorlage nur im§ 4 geändert und demokratie erklären. Aehnliches war dieser Tage wieder in § 4 soll dem neu zu Sulza( Thüringen) der Fall. Der Referent der Hirsch schaffenden Amtsgerichts Präsidenten nicht blos das Zur griechischen Ministerkrisis. König Georgios Mahnung, sondern sämmtliche Disziplinarbefugnisse der Land- Arbeiterorganisationen und meinte dabei naiv, daß zur Lösung der sozialen Frage einzig und allein die Hirsch Duncker'schen hat Delyannis zum Rücktritte genöthigt, weil der Minister- gerichts- Präsidenten übertragen werden. Justizminister von Schelling erklärt sich mit dieser Aen- weiß, daß diese Klubs selbst zur geringfügigsten Mitwirkung an Gewerkvereine befähigt seien, während jeder unterrichtete Arbeiter präsident Abstriche am Militärbudget machen, Georgios derung, obwohl sie feine Werbefferung fei, einverstanden. aber sein herrliches Kriegsheer" verstärken und die Flotte Bum§ 6 liegt ein Antrag Böditer vor, wonach die ber Lösung der sozialen Frage schon deshalb unfähig sind, weil vergrößern wollte. König Georg handelt im höheren Auf- Zurücknahme eines Auftrages zur Stellvertretung bent unser Genosse Baudert aus Apolda machte den Hirschfie die kapitalistische Wirthschaftsform grundsäglich anerkennen. trage- Rußlands, das Griechenland im Kriegsfalle gegen gerichts- Präsidenten nur mit Zustimmung des Justizminiſters erdie Türkei und im Mittelmeere mobil machen will. Vielleicht folgen tann; derfelbe wird von den Abgg. Czwvalina und Duncker'schen Vertretern des Kapitalismus denn auch den Standpunkt gehörig klar, so daß bei der Abstimmung über eine Reso purzelt er von seinem Thrönchen, wenn er gar zu selbst- Brandenburg empfohlen, aber mit großer Mehrheit abgelehnt. punkt gehörig flar, so daß bei der Abstimmung über eine Reso Der neu eingefügte§ 7a betreffend die Vertretung des mit den Ausführungen des Hirsch Dunder'schen Referenten sich lution nur reichlich der dritte Theil der Versammlungsbefucher herrlich sich gebärdet. Und es könnte ein böser Sturz dieselbe, theils gar nicht abstimmten. werden, da er doch wohl„ kein Fallhütchen auf dem Köpfchen" Amtsgerichts- Präsidenten, im Falle der Behinderung wird ges einverstanden erklärte, während fast zwei Drittel theils gegen hat. Parlamentsberichte. Abgeordnetenhaus. 25. Sigung vom 5. März. 1 Uhr. Am Ministertische: Herrfurth, v. Schelling, Miquel und Kommiffarien. Auf der Tagesordnung steht die britte Berathung des Geset entwurfes, betr. die Kosten tönigl. Polizeiverwal tungen in Stadtgemeinden. Bu ben Roften sollen beitragen für den Kopf der Bevölkerung a) Berlin je 2,50 M.; b) Kassel neben einer festen Summe von . Ohne Debatte erledigt das Haus in erster und zweiter Berathung die Gefeßentwürfe wegen Abänderung des Gesetzes vom 29. Juni 1886 betreffend die Heranziehung von Militärpersonen berg Freystadt wird am 20. März cr. in Neufalz abs Eine Konferenz der Parteigenossen des Wahlkreises Grünzu Abgaben für Gemeindezwecke und betreffend den Anschluß der gehalten. Bericht des Vertrauensmannes, Agitationsangelegen Kirchengemeinde Helgoland an die evangelisch- lutherische Kirche heiten und die Maifeier bilden die Verhandlungspunkte. Auch der Provinz Schleswig- Holstein. Genossen aus den benachbarten Wahlkreisen sind als Gäste will fommen. Schluß 34 Uhr. Nächste Sigung Montag 11 Uhr( britte Lefung der heute in zweiter Berathung erledigten Vorlagen und Berathung des Kultusetats). Der Münchener Agitationsverein für Südbayern wird fich am 19. März auflösen, nachdem die südbayerischen Sozials demokraten durch anderweite Organisation gesichert sind. Polizeiliches, Gerichtliches 2c. " Die Besprechung des Falles peus hat bem Stettiner Boltsboten eine Anklage zugezogen. Die Magdeburger Staatsanwaltschaft soll beleidigt worden fein. Theater. Gonntag, den 6. März, Opernhaus. Die Afrikanerin. Montag: Tannhäuser und der Sängerkrieg auf der Wartburg. Schauspielhaus. Wilhelm Tell. Montag: Wohlthätige Frauen. Deutsches Theater. Der Richter von Zalamea. Montag: Die Kinder der Exzellenz. Leffing- Theater. Paragraph 330 ( Fiaker 117). Fünf Dichter. Montag: Die Großstadtluft. Berliner Theater. brüder. Die KönigsMontag: Der Hüttenbefizer. Residenz- Theater. Riquette( Ma Cousine). Montag: Dieselbe Vorstellung. Wallner- Theater. Yvette. Borher: Der berühmte Mitbürger. Montag: Dieselbe Vorstellung. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Das Sonntagskind. Montag: Dieselbe Vorstellung. Thomas- Theater. Jägerblut. Montag: Dieselbe Borstellung. Bellealliance- Theater. Der Proßen bauer von Tegernsee. Montag: Dieselbe Vorstellung. Oftend- Theater. Die Geyer- Wally. Montag: Diefelbe Borstellung. Adolph Ernst Theater. Tanzteufel. Montag: Dieselbe Vorstellung. Montag: Dieselbe Vorstellung. Umzug! Empf. Genoffen mein ProCircus Renz. Tetarier- uhrwert zu II. Fuhren billigst, mein Rohlengesch. u. f. w. zur gef. Karlstraße. Sonntag, den 6. März 1892: Benuzung. Zwei Vorstellungen. 17496 Nachm. 4 Uhr( 1 Kind frei): Mazeppa's Sommerfeld, Stallschreiberstr. 6. Verbannung, oder: Die Rache Graf mann zu seinem heutigen Wiegenfeste Rottof's. Gr. historische Pantomime ein dreifach donnerndes Hoch, daß der mit Ballet( Polnischer Nationaltanz, Tempelhofer Berg wackelt. Aute laß Abtheilungen, arrangirt und inszenirt ausgef. v. gef. Corps de Ballet) in vier gießen??? M. B. M. S. H. S. vom Direttor E. Renz, ausgeführt von 150 Kindern. 99 Sozialdemokr. Partei- Versammlung Der Vertrauensmann. für den 2. Berliner Reichstags- Wahlkreis Unferem Freund u. Kollegen A. Leh am Mittwoch, den 9. März, Abends 8 Uhr, in Lehmann's Salon, Kreuzbergstraße 48. ( Früheres Thürmchen".) Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr. Bruno Schönlank. 2. Diskussion. 3. Die Maifeier, resp. Wahl einer Kommission zur Arrangirung Unserem Pfropfenkontrolleur Ernst desselben. 4. Wahl einer Kommission zur Untersuchung eines Streitfalles. Scharschmidt zu seinem morgenden Zahlreiches Erscheinen der Genoffen erwartet Abends 7/2 Uhr: Aufhelgo-( den 7. 3.) stattfindenden Wiegenfeste 450/4 land" oder: Ebbe und Fluth. ein dreimal donnerndes Hoch. 17516 Große hydrologische Ausstattungs- Der Pfropfen- Verein Wedding. Direttor E. Renz. Pantomime in 2 Abtheilungen vom Ernst so leichte nicht. National Tänze ( 65 Damen) 2c. Einlage: TscherUnserem Regelbruder keffen. Dampfschiff- u. Bootfahrten; Max Labes neue überraschende Licht- und Feuer zu feinem morgigen Geburtstag ein effette. 80 Fuss hohe Riesenfontaine. breifaches„ Gut Holz". Gebr. Rasso. Zum 1. Male in Berlin. In beiden Vorstellungen: Auftreten der Der Regelklub Rage. Unserm rothen Skatbruder R. Sommer 1. Heben eines Orchesters von 1743b 1764b 5. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Große öffentliche Volks- Versammlung 12 Mann. 2. Trägt Ferdinand zu feinem morgenden Wiegenfefte ein am Mittwoch, den 9. März, Abends 8½ Uhr, im Saale Drei Nörgler. Rasso ein Klavier sammt Pianist, breimal donnerndes Hoch. Robert det eine Konzertpièce vortragen. Ferner Flötist u. Violinist, welche schwebend Bockbier. Auftreten der vorzüglichsten Reitkünstund Vorführen d. bestdress. Schul- und lerinnen und Reitkünstler, sowie Reiten Freiheitspferde. Romische Entree's ,, Altes Schützenhaus", Linienstraße 5. 1. Die nationale und internationale Bedeutung der Maifeier. Hurrah! Der zweite+++ Sozial- Referent Reichstags- Abgeordneter Fritz Kunert. 2. Diskussion. 3. Wahl Schuhmachermftr., Langestr. 108. bemofrat ist da! A. Hannuschka, eines Lokal- Festkomitees. Der und Intermezzo's von sämmtl. Clowns. Im Namen des Königs! Feenpalaft. Spezialitäten- Borstellung. Täglich: Auf Helgoland. E. Renz, Direktor. Gebrüder Richter's Variété. Spe Circus G. Schumann. zialitäten- Vorstellung. Winter- Garten. Spezialitäten- Bocftellung. Friedrich- Karl- Ufer, Ede Karlstr. Sonntag, den 6. März 1892: Kaufmann's Variété. Spezialitäten- 2 große Ertra- Vorstellungen 2 Vorstellung. Nachmittags 3/2 und Abends 7/2 Uhr. Konkordia- Palast- Theater. Spe- 3u der Nachmittags: Vorstellung hat zialitäten- Vorstellung. American Theater. SpezialitätenVorstellung. jeder Besucher das Recht, auf das vom ihm gelöste Billet ein Kind unter zehn Jahren frei miteinzuführen. Beide Vorstellungen sind mit verschied. ProGratweil'sche Bierhallen rammen ausgestattet. In beiden Kommandantenstrasse 77-79. Heute, sowie täglich: Gr. Freikonzert. Vorstellungen: Circus unter Wasser. ,, Eine Nacht in Venedig." In der Straffache gegen 1. den Redakteur Curt Baate zu Berlin, 332/13 Der Vertrauensmann. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 3. Berl. Reichstags- Wahlkreis. Grosse Versammlung 2. den Vorarbeiter Wilhelm Robert am Dienstag, den 8. März, Abends 8 Uhr, in Deigmüllers Salon, Julius Geschte, ebendort, Alte Jakobstraße Nr. 48a. Tagesordnung: 1. Vortrag über die Chartiften- Bewegung. Ref.: Reichstags- Abgeordneter Gen. Schultze. 2. Diskussion. 3. Vereins- Angelegen beiten. Gäfte haben 3ntritt. Neue Mitglieder werden aufgenommen. 3. den Buchbindergehilfen Rockel ebendort, Hans 4. den Lederarbeiter Wilhelm Rudolf Otto Mehlhose ebendort, 5. den Lederarbeiter Karl Schüler ebendort, 6. den Lederarbeiter Karl Bruno Treff ebendort, wegen Beleidigung, 399/9 Der Vorstand. Sozialdemokratischer Wahlverein des 4. Berliner Reichstags- Wahlkreises. hat die II. Straffammer des königl. Landgerichts Izu Berlin in der Sigung vom 3. Oktober 1891, an welcher Theil genommen haben: Gr. tom. Original- Wasserpantomime. 1. Brausewetter, Landgerichtsdirektor, In der Abendvorstellung: 2. Grundke, Sonntags 20 Pf. Entree. Anfang 6 Uhr. Auftreten des anerkannt besten 3. Graf Strachwih, Landgerichtsräthe, 2. Empfehle meinen berühmten Mittags- dhulreiters der Gegenwart Mr. 4. Dr. v. Kirchbach, tisch à la Duval. Diner à 1 Mark. James Fillis mit seinem Schulpferd 5. Schulze, Gerichtsaffessor, Anfang Wochentags 71/2 Uhr, 3 Kegelbahnen, 6 Billards, 2 Säle. Sowie täglich: 1169L Mackir. Montag, den 7. März: Große Vorstellung mit neuem Programm. AufGr. Bock- Ausschank at in Venedig. treten des Mr. James Fillis. Eine aus der Berliner Bock- Brauerei. Castan's Panopticum Friedrichstr. 165a, Ecke Behrenstr. Interesantette Völkerschaft Inner- Afrikas: Schuli b. Emin Pascha- Reich. W. Gründel's Gasthaus, S., Dresdenerstraße 116. Arbeitsnachweis und Verkehr der Maler, Buchbinder, Drechsler, Sattler, Gärtner und Schuhmacher. 1868L 2 Billards, Vereinszimmer und Saal. B. Niest's Weberstr. 17. Feft- Säle, Weberstr. 17., 30 Personen, Männer, find noch frei am Sonntag d. 10. April Frauen, Kinder. Borstellungen: 11, 12 u. 1 Uhr Vormittags, 4, 5, 6, 7, 8 und 9 Uhr Fachmittags. Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Ab ( Palmsonnt.) u. 2 Sonnabenden. 1763 b B Lade Freunde und Bekannte zum ein; für gutes Frühstück ist gesorgt. Bockbier Anstich Adolf Siewert, Görligerst r. 50. 1755b Passage- Restaurant ,, 3ukunftsstaat", Panopticum. als Richter, Nölting, Gerichtsassessor, als Beamter der Staatsanwaltschaft. Rasch, Referendar, als Gerichtsschreiber, für Recht erkannt: 1. daß der Angeklagte Baake von der Anklage der Beleidigung mittelft der Preffe freizusprechen und die ihn betreffenden Kosten der Staatstaffe aufzuerlegen. Mitglieder- Versammlung am Montag, den 7. März, Abends 8/2 Uhr, in der Böhmischen Brauerei", Landsberger Allee 11, Tagesordnung: 1. Vortrag. Referent: Reichstags- Abgeordneter Genosse Förster Diskussion. 3. Wahl eines Kassirers für den Often. 4. Verschiedenes. Gäste willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Der Vorstand. 387/12 Große öffentliche Versammlung der Töpfer Berlins und Umgegend 2. Die Angeklagten Geschke, Kockel, der Mehlhofe, Schüler und Treff der Beleidigung mittelst der Presse schuldig und deshalb ein jeder von ihnen mit einer Geldstrafe von 411/6 fünfzig Mark, der im Unvermögensfalle für je fünf Mark ein Tag Gefängniß zu fubstituiren, zu be strafen, 3. alle Exemplare der Zeitung Berliner Boltsblatt" Nr. 242 vom 17. Oftober 1890 sowie die zu ihrer Herstellung bestimmten Blatten und Formen unbrauchbar zu machen. 4. Dem Fabrikanten Karl Hahn das am Dienstag, den 8. März, Abends 6 Uhr, in Fey's Festfälen, Brunnenstraße Nr. 140. Tages Ordnung: 1. Vortrag des Kollegen H. Wolff aus Hamburg über: Welche Form Organisation ist die Beste? 2. Der Gewerkschaftskongreß und Stellungnahme hierzu. 3. Gewerkschaftliches. Kollegen! Der Wichtigkeit der Tagesordnung entsprechend, erscheint Alle. C. Thieme. Glaser- Gesellschaft Berlins u. Umg. Versammlung am Montag, den 7. März, Abends 8/2 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße 77-79, Zagesordnung: 1. Bortrag über die Gewerbe- Schiedsgerichte. Referent: Reichstag Recht zuzusprechen, den verfügen- Abgeordneter Zuhauer. 2. Distuffion. 3. Organisationsfrage. 4. Ber schiedenes. Billets zu dem am Sonnabend, den 12. d. Mts., stattfindenden Mastenball find in dieser Versammlung, sowie in der Herberge, Ritterstr. 19 den Theil des Urtheils binnen vier Wochen nach Zustellung des rechts bei Stramm, zu haben. 1984L Kastanien- Allee 35. Vereinszimmer, 30-40 Perf. fassend, mit Piano, noch einige Abende an Ber Wachsfiguren und eine, auch zur Zahlstelle, zu vergeben Lebensgrohe Gruppen, Dioramen. Sündfluth Panorama mit Gewitter. Jm Theater- Saal( ohne Bestes Weißbier fräftigen Urtheils, soweit das Urtheil auf Verurtheilung lautet, auf Kosten der verurtheilten Ange flagten einmal in dem Hauptblatt der Zeitung„ Vorwärts"( Berliner Voltsblatt) öffentlich bekannt zu machen, Extra- Entree): Täglich ohne Wafferzusatz, 5. den verurtheilten Angeklagten die v. 6 Uhr ab Vorstellung 16 große oder 32 fleine für 3 Mark von Spezial. I. Rang. liefert Entree 50 Pf. Emil Böhl, 19872 Frankfurter Allee 74. Präuscher's anat. Museum. Fernfprech- Anschluß Amt VIIb. 1511. Schluss R. F. unwiderruflich am 30. März. nen! Influenza und vieles andere Täglich fürwachsene Damen- Tage. Dienstag FRIEDRICHSHAIN Herren. und Freitag. AktienR. F. Daubitz' Daubitz' Magenbitter, weltbekannt und seit 1861 erprobt und bewährt, dürfte in keiner Familie fehlen; zu haben in allen Droguen, Kosten des Verfahrens, soweit fie nicht der Staatskaffe zur Last fallen, aufzuerlegen. [ 1756b Goldwaaren te Einsegnung. C.Lübeke, Oranienstr. 154 am origplay. Größte Ausw. v. Geschenken zur Lieferant sämmtlicher Kolonialwaarenhandl. u. in der Fabrit S.O. Krankenkassen. S.0. " FI. 3,00, 1 II. FI. 1,00 M.[ 1435b Bruchbänder, Brillen 2c. Friedrichs- tung tung! P. Kornrumpf, hain Vereinen Berlins und Umgegend empf. fich H. Ofang, Voltshumorist, am Königsthor. Berlin SO., Mariannenstr. 10, Hof 2025L Heute, Sonntag: Grosses InstrumentalKonzert Arnold. Anfang 4/2 Uhr Eintritt 30 Pf. Programm unentgeltlich. Bodbier- Ausfdjank.[ 2079L F. Pietsch, Lauz- ruitut, Dresdenerstr. 10. part., 2. Ging. rechts. 1972L Jüttner's Restaurant. Oranienstrasse Nr. 187, am Heinrichs- Play. Roh- Tabak! Sämmtliche im Handel befindliche Sorten, nur brennbare und gesunde Allen Freunden und Gen. empfehle Waare, zu äußerst billigen Preisen mein in der Barnimstr. 16 gelegenes empfiehlt Restaurant mit großem Vereinszimmer ( ca. 80 Personen fassend), insbesondere Gefangvereinen. 1769b J. V.: Barnimstraße 16. Heinr. Franck, Brunnenstraße 142. Otto Heindorf, Rind- und Schweineschlächterei Der letzte neue Lehrkursus in der Saison beginnt für Damen und Herren Sonntag, 6. März, Nachm. 4 Uhr. Meld. Adalbertstr. 3u. b. Beginn d. Unterrichts. straße 58. Vereinszimmer frei. Stallschreiber Deutscher Tischler- Verband ( Bahlstelle Berlin Often). Versammlung Dienstag, den 8. März, Abends Punkt 8% Uhr, im Lokal Freischüt", Fruchtstr. 36 a. Tages- Ordnung: 161/9 1. Vortrag des Stadtverordneten Otto Klein:„ Die Arbeiterbewegung älterer und neuerer Zeit". 2. Diskussion, 3. Verschiedenes. neuer Mitglieder. Gäste haben Zutritt. Aufnahme 325/15 Die Lokalverwaltung. Arbeiter- Bildungsschule( Süd- Bezirk). Große Versammlung Sonntag, den 6. März, Abends 6 Uhr, bei Poppe, Lindenstraße 106. Vortrag des Herrn Dr. Joel über:" Die moderne Naturanschauung". Diskussion. willkommen. 432/7 Nachher: Geselliges Beisammensein und Tanz. Gäste find Deffentliche Versammlung für Männer und Frauen für die Stadtbezirke 1 bis 5 des ersten Wahlkreises Sonntag, den 6. März, Abends 51/2 Uhr, Tagesordnung: Die Rede des greiherrn von Stumm Deutschen Reichstage. Referent: Genosse Menuer. Nach der Versammlung, die im Einverständniß des Vertrauensmannes stattfindet: Geselliges Beifammensein. Große öffentliche 887/8 Schneider- und Schneiderinnen- Bers. am Montag, den 7. März, Abend 3 8½½ Uhr, im„ Vittoria- Salon", Perlebergerstr. 13, Moabit. 1. Ursache und Wirkung der französischen Revolution von 1789. Ref.: Wilhelm Schulz, Alexan- J. Tim m. 2. Diskussion. 3. Wahl eines Vertrauensmannes für Moabit. drinenstr. 81, empfiehlt sich den Ge noffen zur gefl. Beachtung. 2080b von 1732b Um zahlreiches Erscheinen ersucht Die Berantwortlicher Redakteur: August Enders in Berlin. Drud und Verlag von Mag Bading in Berlin SW ,, Beuthstraße 2. Agitations- Kommission. 179/3 Steen awei Beilages. 1. Beilage zum ,, Vorwärts" Berliner Volfsblatt. Nr. 56. Parlamentsberichte. Deutscher Reichstag. Sonntag, den 6. März 1892. " 9. Jahrg. Wolf zerstört. Ostafrika lebt in einer Art von Diftatur. des Herrn Wolf gehe ich nicht ein; in der Petitionstommission Diese Diftatur fann wohlthätig nur wirken, wenn sie nicht gestört wird der Ort sein, die Zweifel, die vielleicht noch an der Be wird; etablirt sich neben der Diktatur eine zweite, so werden rechtigung der Ausweisung gehegt werden, aufzuklären. unsere Beamten in Ostafrika in ihrer Pflichterfüllung und in Die Missionsthätigkeit zu schützen und zu stützen ist eine der vor188. Sigung vom 5. März, 1 Uhr. ihrem Gehorsam gegen den Gouverneur geschwächt. Bei uns in nehmsten Aufgaben der Kolonialpolitik; dieser Unterstützung sollte Am Tische des Bundesraths: Graf von Caprivi, Deutschland müssen solche Telegramme wie die des Herrn Wolf, auch der Dampfer Wißmann's dienen, der jetzt statt nach dem bon Bötticher, von Marschall, Direktor der Kolonial- wenn fie eins aufs andere folgen und ihre Sicherheit mit Victoria- nach dem Tanganicafee geschafft werden soll. Der Abtheilung Kayser. apodiktifcher Sicherheit aussprechen, einen Eindruck machen, der Uebelstand der Schnapseinfuhr muß mit allen Mitteln bekämpft Einige Urlaubsgesuche, welche mit dringenden Geschäften der Kolonie nicht förderlich ist. Wie die Schlachtenbummler für werden, damit wir nicht in Ostafrika ähnliche Zustände bekommen, motivirt sind, werden bewilligt. Der Präsident bemerkt, daß er die Truppen nicht immer bequem und angenehm find, namentlich wie wir sie in Westafrika leider haben. für praktischer halten würde, wenn in Zukunft das Haus einige mit ihrer Weisheit post festum, so find Kolonialbummler Geh. Rath Kayser: Bezüglich der Wirksamkeit der Missionen Tage die Sigungen ganz aussetzte, damit in dieser Zeit die be-( Heiterkeit) für die Kolonien schädlich, zumal wenn die Verhält- und die Schädlichkeit der Branntweineinfuhr stimme ich mit dem treffenden Mitglieder ihre persönlichen Geschäfte erledigen können; nisse der Kolonien noch nicht in sich gefestigt sind. Die Stellung Borredner vollständig überein. An Farbige wird nur ausnahmsdie Präsenz des Hauses würde dann an den Sizungstagen be- des Herrn Wolf zu unsern Kolonien war eine freundliche bis weise und nur gegen vorherige schriftliche Genehmigung der Orts friedigender sein. zum Untergang der Expedition Zalewski. Da hat Herr Wolf behörde, analog wie in der Kapkolonie, Branntwein abgegeben. Das Haus seht darauf die Berathung des Etats des im Berliner Tageblatt" viel Geld und die Stellung des richtigen Klagen über die Besteuerung sind nicht laut geworden; die Höhe auswärtigen Amtes fort und verhandelt zunächst über Mannes an die richtige Stelle verlangt, wenn nicht das Schicksal der Steuern ist noch heute dieselbe wie unter dem Sultanat von die Forderung im Extra Ordinarium von 2 500 000 m. für der Kolonie besiegelt sein sollte. Diese Schilderung schien selbst Sansibar. Unsere Kolonien haben doch bisher der englischen Maßregeln zur Unterdrückung des Stlavenhandels und zum der Redaktion als übertrieben. Daß seine Schilderung kohlschwarz Interessensphäre angehört und die Beziehungen zu den englischen Schutz der deutschen Interessen in Ostafrika. Nach den Er- von Pessimismus war, geht aus dem Berichte des Kommandeurs Kaufleuten tönnen doch nicht mit einem Male abgebrochen werLäuterungen im Etat ist es, da die Zivilverwaltung erst mit dem der Schwalbe" vom 13. September hervor, von wo der Brief den. Die Zahlen des eigenen Exports und Imports, so klein sie 1. April 1891 hat begonnen werden fönnen, bis jetzt unmöglich Wolf's batirt. Korvettenkapitän Rüdiger schließt sich der An- absolut sind, zeigen unter diesem Gesichtspunkt bereits ein er gewesen, einen Boranschlag für die Verwendung der Ausgaben sicht des Gouverneurs an, daß man abzuwarten habe. Die freuliches Wachsthum. im einzelnen zu machen. Auf Einnahmen an Zöllen und Thatsachen haben bewiesen, daß keine Gefahr da war. In Abg. Hammacher( natl.): Es ist durchaus irrig, wenn man Steuern wird bis zum Betrage von 2 Millionen gerechnet; die dem Depeschenwechsel zwischen mir und Herrn von Soden dem Plantagenbau und der ganzen landwirthschaftlichen Nutzbar Summe der Ausgaben ist wie im Vorjahre auf 42 Millionen gelangte dann auch die Nachricht an uns, welche ich veröffent- machung der Kolonialgebiete nur eine untergeordnete Bedeutung veranschlagt. lichen ließ: Alles ruhig!" Die Depesche hatte aber noch einen beimißt. Ein Beweis des Gegentheils ist Neu- Guinea. Auch Referent Abg. Prinz von Arenberg theilt mit, daß in Zusaß, den ich erst heute mittheilen will: Ausgenommen Eugen das abfällige Urtheil über den Werth des Tabakbaues ist un der Kommission ein Antrag auf Herabsetzung des Reichs- Wolf."( Große Heiterkeit.) Ich will persönlich nicht weiter auf berechtigt. Es braucht ja nicht die allervorzüglichste Sorte zuschusses auf 11/2 Millionen gestellt, aber abgelehnt worden ist. Herrn Wolf eingehen. Begreiflich ist ja, daß Herr Wolf in dem- kultivirt zu werden, das würde nicht einmal den Verhältnissen Abg. Bamberger( dfr.): Bei der ersten Berathung des felben Ton in feinen Depeschen fortfuhr. Er hat auch ganz des Marktes entsprechen. Ich halte die Bewilligung der ge Etats ist das Wesentlichste über unsere Kolonialangelegenheiten Recht, von einer Unzufriedenheit der Kolonie zu sprechen; die forderten Summen mit dem Grafen Arnim für das Mindeste, was schon gesagt worden. Wir, die wir immer Gegner der Kolonial- Neger find gewiß nicht zufrieden in den neuen Verhältnissen, der gegeben werden muß. politik waren und immer mehr geworden sind, haben uns doch indische Kaufmann findet sich noch nicht hinein; die Deuschen Abg. Barth( dfr.): Meine Freunde haben das System Soden mit den Thatsachen abfinden müssen und haben uns darauf be- mögen auch dann und wann fühlen, daß es anderswo beffer ist eifrig hier und in der Presse befürwortet und das System Wißschränkt, den erwähnten Abstrich zu beantragen. Wir vertreten als unter der Sonne von Dar- es- Salaam; andere Deutsche sind mann bekämpft, deffen Hauptverfechter Herr Engen Wolf ist. In bie Ansicht, zu welcher die eigenen Auslaffungen der Reichs mit anderen Erwartungen hingegangen und die abenteuernden der Magime, die der Reichstanzler aufstellte, ist aber doch ein regierung uns Beranlassung gegeben haben, daß man die Mehr- find überhaupt nicht leicht zu befriedigen. Herr Wolf nennt fich Grundsatz enthalten gewesen, der zu Bedenken Anlaß giebt; es einnahmen der Kolonialgebiete nicht zur Mehrausgabe verwenden bescheiden die vox populi von Ostafrika; welches ist denn dort tommt danach lediglich auf das freie Belieben des Kanzlers an, soll. Da nun in Ostafrika in diesem Jahr Mehreinnahmen aus das Bolt, das schwarze, das braune oder das weiße?( Seiter- wie weit er Kritik dulden will oder nicht. Herr Wolf hat sicher den Zöllen und Steuern in Höhe einer Million erwartet werden, teit.) Man kann doch nicht deutsche Verhältnisse auf diese Ge- in gutem Glauben und bei seiner Freundschaft für das System so ließe sich sehr wohl um diese Summe der Reichszuschuß ver- biete ohne weiteres übertragen; das verlangte er und die, welche Wißmann gleichzeitig höchst parteiisch gehandelt. Aber schließlich mindern. Wir sind ja nicht genügend eingeweiht in diese es der Regierung übel genommen, daß sie nicht darauf reagirte. urtheilt jeder mehr oder weniger parteiisch von seinem Rolonialverwaltung, um darüber diskutiren zu können, wo und Herr v. Soden war länger da als Herr Wolf, ihm standen alle Standpunkte aus. Deshalb also kann man nicht jeden wieviel abgestrichen werden könnte; wir meinen aber, daß bei Informationen zu Gebote, dennoch warf ihm Herr Wolf Un- fofort für einen Verräther erklären, wenn er scharfe guten Willen mit 1/2 Millionen Zuschuß ausgekommen werden fenntniß der Verhältnisse vor. Absolut verwerflich aber ist die Kritik übt. Ich kann mich nicht davon überzeugen, daß fann. Seit dem Untergang der Expedition Balewski ist der Art, in welcher der Herr über Herrn v. Soden's persönliche Ber- es richtig war, Herrn Wolf wegen seiner Kritik auszuweisen. Friede dort zwar im allgemeinen gewahrt geblieben, doch hat eine hältnisse sich ausgelassen hat; er schildert ihn als einen geizigen Seit seiner Ausweisung erst ist Herr Wolf eine gewissermaßen Karawane von den Wadigos schwere Belästigungen zu erdulden Mann, der für seine Stellung fürchte. Herr v. Soden, sehr bekannte Persönlichkeit geworden, welche in der öffentlichen gehabt. Das Projekt der Expedition nach dem Süden des oft einer der selbstlosesten Beamten, die wir haben, ein ganz Meinung eine erhöhte Position erlangt hat. Er wurde von der afrikanischen Gebietes scheint vollständig aufgegeben zu sein. unabhängiger Mann, der den Dienst nur deshalb nicht Maßregel getroffen, als er schon auf der Rückreise nach DeutschAngesichts der fast unüberwindlichen Schwierigkeiten, welche dem quittirt, weil er auf seinem schweren Posten ausharren will. land war; er hat dann hier vom Kaiserhof aus alles, was er Transport des Wißmann'schen Dampfers nach dem Seengebiet Herr von Soden bewohnt kein Palais; sein Haus tostet im auf dem Herzen hatte, in einem viel gelesenen Blatt ausfich entgegenstellen, Schwierigkeiten, welche durch den Zweifel Ganzen 63 000 M. und in demselben hat er für sich 6 Stuben. gesprochen und sich dadurch dem Reichskanzler viel unbequemer vermehrt werden, ob, wenn die Seen erreicht sind, man auf ihnen Das weiß Herr Wolf so gut wie wir und hat trotzdem die gemacht, als wenn man ihn hätte feiner Wege ziehen lassen. mit diefem Dampfer wird fahren können, find die Projekte be- Dreistigfeit, zu behaupten, daß Herr von Soden im Wohlleben Will er nach Afrika zurückgehen, so würde er von Sansibar aus züglich des Baues von Eisenbahnen auf diesem Gebiete geradezu praßt. In Kamerun hat Herr von Soden nicht unerheblich von nach wie vor sehr leicht seine Berichte schreiben können, zumal abenteuerlich. Von Emin Pascha, der einst für das non plus feinem Vermögen zugesetzt, um Versuche in Anpflanzungen zu er jegt ein bekannterer Mann geworden ist. Prinzipiell halte ich ultra eines Führers galt, der vom Grafen Arnim vor einigen machen. Herr von Soden erspart nichts, sondern seht zu um es überhaupt nicht für wünschenswerth, wenn man der öffent Monaten so energisch in Schuß genommen wurde, spricht man Deutschlands willen! Für das Verhalten des Herrn Wolf in lichen Kritik gegenüber so sehr empfindlich ist. Die Parallele heute taum noch; jedenfalls befindet er sich nicht mehr im Dienste dieser Richtung fehlt mir der Ausdruck. Herr von Soden kann mit Neuguinea trifft doch nicht zu. Die Kultur der exotischen des Reiches, er ist verschwunden. Vielleicht hat er damit seine sich nicht selbst vertheidigen, ich muß ihn hier aufs Aeußerste ver- Nußpflanzungen ist in hohem Grade prekär; man soll also auch Anschauungen über die Zukunft unserer Rolonieen martiren treten.( Beifall rechts.) Sein letzter Bericht giebt eine zusammen nicht mit dem Tabak so operiren, wie die Herren Arnim und und sagen wollen, daß ihm dort Manches nicht gesund erscheint. fassende Darstellung der gesammten politischen Zustände. An Hammacher gethan. Wißmann ist durch Herrn von Soden abgefekt worden; ich halte einen Aufstand wird nirgends gedacht, gegentheilige Behauptungen Abg. Graf Mirbach( dkonf.): Die Ausweisung des Herrn diese Absetzung im Sinne der Führung einer gemäßigten beruhen auf Unkenntniß der Verhältnisse oder absichtlicher Ent- Wolf ist nach dem, was wir heute vom Reichskanzler gehört Rolonialpolitit, denn die Afrikareisenden, die Entdecker und stellung. Der Häuptling der Wahehe hat erklärt, daß der Ueberfall haben, durchaus berechtigt gewesen. Die Bedeutung des Erports Durchquerer find bei ihrer Neigung ihre Person über die Sache der Expedition Zalewski durch seine Leute ohne sein Wissen er- und Imports wird hier viel zu sehr überschätzt; beide können zu stellen, zur Verwaltung nicht gerade befonders qualifizirt. folgt sei, daß er daran keinen Theil habe, daß er mit den eine Bedeutung für den wirthschaftlichen Werth einer Kolonie Herr von Soden hat nun Herrn Eugen Wolf ausgewiesen; die Deutschen in Frieden leben wolle. Die Wiederholung eines ähn haben, aber ausschlaggebend ist das nicht. Die zivilisatorische Sache ist juristisch wohl nicht angreifbar, hat aber hier und da lichen Unglücks steht danach wohl nicht mehr bevor. Ist das die Mission des Deutschen Reichs und die Ausbreitung des Christenentrüsteten Widerspruch hervorgerufen. Ich sehe keinen Grund, Sprache eines Mannes, der den Kopf wie der Bogel thums find die beiden Gesichtspunkte, die uns zu der Bewilligung hieraus der Verwaltung einen Vorwurf zu machen; immerhin Strauß in den Busch steckt? Ich habe Herrn Wolf nicht der 21/2 Millionen gebieterisch auffordern. Wenn Sie die deutsche aber wäre eine Erklärung der Regierung über diese Maßnahme nur ausgewiesen, sondern bin auch gewillt, die Aus- Nationalität im Aus- und Inlande erhalten wollen, so werden am Plage. Wird sich nun aus unseren Kolonien in absehbarer weisung aufrecht zu erhalten. Der Einzelne, mag er auch Sie eine starke Flotte haben müssen und diefe bedarf der StützBeit etwas entwickeln, was die ungeheueren Opfer lohnt, hart getroffen werden, muß sich dem Ganzen unterordnen. punkte in den Kolonien. Ich erinnere in dieser Beziehung nur die die deutschen Steuerzahler dafür haben bringen müssen? Es ist meine Pflicht, das Wohl der ganzen Kolonie im Auge zu an den Erlaß des Kaisers Friedrich.( Beifall rechts.) Nach dem Jahresbericht des statistischen Amts des Deutschen behalten und danach zu handeln.( Beifall rechts.) Abg. Rickert( dfr.): Diese Rede hätte der Graf Mirbach Reichs beträgt die Gesammtausfuhr Deutschlands nach Ostafrika Abg. Graf Arnim( Rp.): 2/2 Millionen sind das mindeste, vielleicht mit Erfolg vor seinen Wählern gehalten; hier in der 320 000 M., Rückfracht etwas über 400 000 m. Danach geben was wir geben sollten, denn aus dem Bericht ist für mich als großen Arena des Reichstags macht er damit keinen Eindruck. wir 2/2 Millionen Zuschuß und 900 000 M. für Dampfer- Hauptmoment hervorgegangen, daß der Gouverneur mit außer Wir haben doch ein Deutsches Reich als Weltmacht schon fubventionen aus! Dabei hat dieser Handel kaum Aussicht auf ordentlich geringen Mitteln die Verwaltung führen muß. Es gemacht, ehe Jemand an Kolonien dachte. Mit der KolonialZunahme und Ausdehnung. Der größte Theil der Ausfuhr be- läßt sich nicht leugnen, daß durch die Erhebung der Bölle eine schwärmerei wird dem Reiche kein Zuwachs an Macht, sondern fteht noch dazu in Waaren, welche Deutschland für seine eigenen gewiffe Unzufriedenheit hervorgerufen ist. Von Sesam und Erd- nur eine bedenkliche Schwächung gebracht. Im Allgemeinen Kolonialbeamten drüben braucht. Was sind diese winzigen nüffen werden so geringe Erträge an Zöllen erzielt, daß man sie haben sich die hohen Töne, die früher von jener Seite her durch Zahlen im Vergleich zu unserer Gesammtausfuhr, die zwischen lieber zunächst fallen lassen und dadurch die Produktion steigern den Saal brausten, wenn die Kolonialpolitik verhandelt wurde, 3-4 Milliarden Mart sich bewegt! Auch das Plantagenwesen sollte. Der Gouverneur muß aber auf alle Weise Mittel zu ge- erheblich herabgestimmt. wird nichts an dem jezigen Umfang der Ausfuhr aus Deutsch- winnen suchen und so bleiben diese Bölle bestehen. Auch die hier lieber aus dem Spiele. Die Sklavenbefreiung ist schlecht Den Kaiser Friedrich lassen wir Ostafrita ändern. Das einzig lohnende und zahlende in diesem Steuern bringen sehr wenig. Eine Palmensteuer wird überhaupt geeignet, hiermit hineingezogen zu werden; von den 21/ a Millionen Handelsverkehr ist Dasjenige, was der weiteren Ausdehnung des nicht erhoben. Der Wadigo- Aufstand ist auch nicht, wie Herr Mark sollen ganze 80 000 M. zu diesem Zwecke verwendet Sandels selbst im Wege steht, es sind die Ein- und Ausfuhrzölle, Wolf behauptet, wegen der Steuern, sondern aus ganz anderen werden. Was Eugen Wolf anbetrifft, so ist in der Kommission die die deutsch- oftafrikanische Gesellschaft erhoben und die jetzt Gründen ausgebrochen. Gegenüber Herrn Bamberger und seiner festgestellt, daß das Reich erhebt. Und auch dieser Einnahme droht Einbuße, steptischen Auffassung von der kulturellen Zukunft des Landes einen Mann erkannt hatten, der lediglich aus Patriotis verbündeten Regierungen ihn als wenn wirklich Sansibar von den Engländern zum Freihafen erweise ich darauf hin, daß hier und da die aussichtsvollsten An- mus nach Afrika flärt wird. Die goldenen Aussichten, die der Zabat bieten foll, fäße zu Etablissements sich vorfinden, so vor Allem auch die lande zu dienen. Auch Herr Kayser hat das ausgesprochen. gegangen war, um dem Vater sind doch nur Aussichten. England hat bis jetzt feiner oft Plantage Lewa. Der Tabak hat dort ebenso wie die Baum Herr Wolf hat seine Sache mit Uebereifer betrieben. Von denafrikanischen Gesellschaft noch keinen Pfennig gegeben; jetzt zum wolle eine Zukunft; auch von ausgebreiteten Gummiwaldungen jenigen, welche ihm Empfehlungen nach Afrika mitgaben, wurde eriten Mal giebt es 400 000 M. zur Vermessung der von Mom- wird berichtet. Durch die Einzelwirthschaften müssen die schlum: ihm gerathen, auch Berichte an ein größeres Blatt von dort zu baffa nach dem Victoria Nyanza projektirten Eisenbahn; wir mernden Kräfte des Bodens gewonnen werden. Das wird sich senden. Die Veröffentlichung dieser Berichte ist ein Verdienst bagegen haben schon ca. 28 Millionen hingegeben! Daneben allerdings nicht sofort, sondern erst mit der Zeit erreichen der betreffenden Zeitung. Stehen jene Voraussetzungen fest, dann haben wir in den letzten 2 Jahren 2 Anleihen gemacht, England laffen. England würde für die Eisenbahn keinen Zuschuß geben, hätte man andere Formen wählen müſſen, wenn man ihn be hat bagegen feine war berechtigt zu Im Verhältniß hätten wir unserer Gesellschaft nur 500 M. zu uns nichts gefchicht, liegt an Ihnen, meine Herren von der einer Ausweisung. Die Zweckmäßigkeit der Maßregel aber muß geben brauchen; die hätten Sie von uns stets bewilligt erhalten inte i bie Rotonien fo geringſchäßig schilbern; aber ich unbedingt verneinen. Wollte Wolf schädlich wirken, so könnte warten Sie ab, bis die erste Sendung Tabak oder er es jeht mehr als früher. Es ist ein charakteristisches Zeichen dann werden Sie verloren haben! der Zeit. Wir glaubten, wir wären über die Zeit hinweg, wo zunächst zu bemerken, daß Herr v. Wißmann noch heute Beamter Herr Wolf hat sich über die Zivildiktatur des Herrn von Soden die Empfindlichkeit für öffentliche Kritik sich in Prozesse Luft Reichstanzler Graf v. Caprivi: Berichtigend habe ich Baumwolle herkommt; des Deutſchen Reiches ift; er lebt nach seiner schweren Krankheit beklagt. Das ist eine Uebertreibung, aber der Gouverneur sollte machte, im Gegentheil aber zeigt sich diese Empfindlichkeit als in am oberen Nil feiner Wiederherstellung. Ich hoffe, er wird in allerdings nicht durch zu strammes Regiment diejenigen ab rapider Steigerung begriffen. Nothwendig ist für ein konstitu werden. Emin Pascha hat stillschweigend Dstafrika verlassen, legen wollen. Peters würde recht gerne eine größere Aufgabe Kritit. Jedenfalls fönnen wir nicht wünschen, daß solche Dinge der einen oder anderen Weise für die Kolonien wieder verwendbar schrecken, welche ihr Kapital in Rolonisationsversuchen dort an- tionelles Staatswesen Unempfindlichkeit gegenüber der öffentlichen weil es ihm geschienen habe, als ob in den Kolonien Deutsch übernehmen, und ich bin überzeugt, daß man ihm bald eine solche sich wiederholen. Man hat Herrn Wolf nicht einmal feine Auslands etwas nicht gefund sei, meint der Abg. Bamberger; viel übertragen wird. Die Dampferangelegenheit geht uns hier gar weisung, geschweige denn die Gründe zu derselben mitgetheilt. leicht ist auch der Schluß zulässig, daß bei Emin Bascha etwas nichts an; sie ist Privatsache. Der Dampfer wird Berwendung Solches Verfahren ist weder zweckmäßig noch niglich. nicht ganz gefund fei.( Heiterfeit rechts.) Herr v. Soden ist finden, auch wenn er garnicht an den Vittoria- oder Tanganikasee Reichstanzler Graf Caprivi: Hat Herr Wolf aus Patrio Gegenstand heftiger Angriffe feitens des Herrn Eugen Wolf ge- gelangt. Der größte Theil der Nation steht auf einem anderen tismus gehandelt, so war das misverstandener Patriotismus. wesen; dieser ist ausgewiesen worden, aber nicht durch Herrn Standtpunkt als Herr Bamberger; er erwartet eine energische Hat er Empfehlungen erhalten und ist er auch anfangs von die Berantwortung abgenommen und tann meinerseits die Ver- Ostafrika hat eine große Zukunft. Ich bitte Sie, die geforderten das um so mehr Verpflichtungen zur Reserve auferlegen müssen. antwortung und das Odium, das etwa auf diese Maßnahme Mittel zu bewilligen und hoffe, daß die Regierung auch vor Macht Herr Wolf vom Kaiserhof aus weitere Berichte, so werden fällt, leichter tragen. Rechtlich war ich zweifellos dazu befugt. größeren Forderungen nicht zurückschrecken wird, wenn sie sich als sie jedenfalls nicht mehr mit dem Nimbus eines Verfassers umDas Reichs- Juftizamt wie das Gutachten anerkannter Rechts- nothwendig erweisen.( Beifall rechts.) lehrer steht mir dafür zur Seite. Ob es räthlich war, war eine geben sein, der von der Sonne Afrifas gebräunt ist. Die UnAbg. Graf Hoensbroech( 3): Wie fann man in so furzer empfindlichkeit gegen Kritit, die mir Herr Rickert empfahl, werde zweite Frage. Ich habe wir die Sache reiflich überlegt und bin Zeit von den aufgewandten Mitteln schon finanzielle Erfolge er- ich mir auch feiner Aeußerung gegenüber durchaus aneignen, indann zu diesem Schritt gefommen. Unsere Rolonie ist noch zu warten? Dazu gehört Jahre lang angestrengte Thätigkeit. Das fofern als ich gar teine Neue empfinde, Herrn Wolf ausgewiesen jung; sie hat erst jüngst einen schweren Aufstand durchgemacht Zentrum ist auch in Zukunft bereit, mit der Regierung die Wege zu haben. Ich habe meine Untergebenen und die deutsche Sache und ihre Refonvalescenz wurde durch das Auftreten des Herrn einer gemäßigten Kolonialpolitik zu gehen. Auf die Ausweisung hier zu vertreten und das habe ich gethan, ( Heiterkeit.) die Abg. v. Kardorff weist die vom Abg. Rickert gegen die Ausführungen des Grafen Mirbach erhobenen Angriffe zurück. Wer sich für das System Soden interessire, müsse auch die Mittel ool bewilligen. Leider habe die freifinnige Partei das geammte deutsche Philisterthum hinter sich; die Mehrheit des deutschen Volkes bestehe aber nicht aus Philistern und so werde oie Forderung ohne Berkürzung bewilligt werden. Damit schließt die Diskussion. Die Forderung wird entegen dem Antrage Bamberger gegen die Stimmen der linken Geite bewilligt. Schluß 5 Uhr. Nächste Sigung Montag 1 Uhr.( Etat der Schutzgebiete, Uebereinkommen mit den Vereinigten Staaten, betreffend das Urheberrecht.) Lokales. weite Die Untersuchung wider das Köpenicker Mörderpaar, tönne, was er wolle, aber daß er an Räther vierteljährlich nu Steinträger Ruttte und Wäscherin Schütt, ist bereits zum Ab- etwa zwei geliefert habe. Ich nehme gern an, daß die schluß gelangt und wird den Beschuldigten demnächst die Anklage Behauptung ebenso wahrheitsgemäß ist, wie die erſte, aber ein noch zugestellt werden, wenn dies in diesem Augenblick nicht bereits so durchdachtes Sachverständigen- Gutachten des Klausner über seinen geschehen ist. Die Sache wird daher schon in der nächsten stadtkundigen Theaterbillets- Bertrieb berührt nicht die von mir am Schwurgerichtsperiode zur Verhandlung gelangen fönnen. Damit 31. Dezember v. J. im„ Borwärts" aufgestellten Behauptungen, hat die Annahme, daß die Untersuchung mit Rücksicht auf den Ich habe damals gesagt, ich würde das mir gelieferte Beweis schwangeren Zustand der Schütt beschleunigt werden follte, um material über den Billetverkehr zwischen Klausner und Räther eine Hinausschiebung der Hauptverhandlung bis zum Monat vor Gericht produziren, habe dies auch gethan, und wenn das Ollober zu vermeiden, ihre Bestätigung gefunden. Fast gleich selbe in dem vorgeftrigen Termin nicht verhandelt wurde, so lag zeitig ist eine andere vielbesprochene Affäre zu einem vorläufigen dies einzig daran, weil das Gericht die Bernehmung Abschluß gelangt. Die Untersuchung wider den Prediger Harder der betreffenden Personen als unerheblich aus Weißensee ist ebenfalls beendet. ablehnte. In diesem Punkte ist also mein Wahrheitsbeweis nicht gescheitert, sondern- ohne meine Schuld und wider meinen Willen überhaupt nicht oder doch nur insoweit eingeleitet worden, als das Schöffengericht die Aussage des anderweitig in tompromittirten Klausner als erschöpfend und zutreffend anfah der kapitalistischen Theaterbillet- Frage moralisch auf's Tiefste Der Papierfabrikant Adolf Großmann, Koppenstr. 43, part., ersucht uns um die Mittheilung, daß er mit dem Anarchisten Großmann nicht identisch ist. M " Polizeibericht. Am 4. d. M. Vormittags fiel eine Frau auf dem Hofe des Grundstücks Pappel- Allee 27, als sie sich nach Bur Sache selbst gestatten Sie mir, verehrliche Redaktion, Der Efel in der Löwenhaut. Jest nachdem die Wogen dem Heuboden begeben wollte, von der Leiter und erlitt außer für die Freunde, welche ich unter den Lesern des Vorwärts" zu der Berliner Straßentumulte sich verlaufen haben, übt der Muth einem Beinbruch bedeutende Verlegungen am Rücken, so daß sie haben hoffe, noch folgende Bemerkungen. Als ich den Boykott, in der Brust der„ Unabhängigen" feine Spannkraft. In der nach dem Lazarus- Krankenhause gebracht werden mußte. Als mit dem der Aufsichtsrath der„ Bolts- Zeitung" mich zur höheren Nummer ihres Blättchens, welche während der kritischen Periode zu derselben Zeit der Droschkentutscher Auerbach mit seinem Ge- Ehre des Lindau- Ringes um meine Ehre und Existenz zu bringen erschien, beobachteten sie in bewundernswerther Aufopferung fährt das Grundstück Memelerstraße 26 verließ, ging das Pferd suchte, in meiner Schrift„ Kapital und Breffe" aufdecken mußte, ftrenge Burückhaltung und trösteten ihre Leser mit der klassischen durch und lief an der Ecke der Posenerstraße mit dem Wagen war ich gezwungen, zur erschöpfenden Beleuchtung all der Ins Notiz, daß sie in der nächsten Nummer acht Tage später gegen eine Straßenlaterne, so daß der Wagen zertrümmert und triguen und Nichtswürdigkeiten vielfach auch auf Beugenausfagen ,, darauf zurückkommen" würden. Und sie sind darauf zurück- Auerbach vom Bock geschleudert wurde. Er wurde hierbei zurückzugreifen. Die dabei gebotene Vorsicht habe ich sonst gekommen. Sie donnern pathetisch, das sie die Sache der bedeutend verletzt und mußte nach feiner Wohnung gebracht Durch weg beobachtet und nur in dem einen Falle Räther Hungernden" führen würden. Eine Woche ist aber für Leute, werden. Unter dem Eife des Neuen Sees im Thiergarten einem der Volks- Zeitung" nahestehenden Politiker, dem ehes die feine Hungerfünftler à la Succi find, etwas lang, und wurde Bormittags die Leiche eines Packetfahrt Schaffners maligen Stadtverordneten und Vorsitzenden des demokratischen wir fürchten, daß für diese die Hilfe zu spät kommt. Die aufgefunden.- An der Ecke der Schulzendorfer- und Reinicken Vereins, Schiegni, größeren Glauben geschenkt, als derselbe Hilfe, die natürlich in nichts besteht als in Kraftphrasen dorferstraße wurden Nachmittags zwei Klempner von den verdient. Dies ist die einzige Schuld, die mich trifft. Herr und öden Renommistereien. Taß die Herren mit Zuhältern, als Raufbolde bekannten Formern Erhardt und Müller ohne jede Schiegnis hatte mir wiederholt in der positivsten Weise und Dieben und anderen Biedermännern fraternisiren und sie in- Veranlassung überfallen und zu Boden geschlagen. Als ein unter Anführung einer Fülle von an sich glaubwürdigen Details brünstig an ihr Herz drücken, zeugt dafür, daß zwischen jenen Schuhmann die Thäter aufforderte, ihm zur Wache zu folgen, mitgetheilt, daß er als mehrjähriger Flurnachbar des Herrn und diesen eine Wahlverwandtschaft besteht, deren Junigkeit Niemand leisteten sie nicht Folge, griffen vielmehr den Beamten thätlich Räther den Geldgeschäftsbetrieb desselben gekannt habe, und er wundert, welcher Diese oder Jene fennt. Heute wollen fie bei an, so daß er sich mit blanter Waffe vertheidigen mußte. Erst hatte mich, wie gerichtlich festgestellt worden ist, ausdrücklich Lips und in Nixdorf über die offizielle Sozialdemokratie und mit Hilfe eines zweiten herbeigeeilten Beamten gelang es, die autorisirt, seine Mittheilungen in meiner Schrift zu verwerthen. Vor das Lumpenproletariat" verhandeln. Wir wundern uns nur beiden Exzedenten zur Wache zu bringen. Dem zweiten Beamten gestern versuchte Herr Räther zwar, da derweil eine„ Versöhnung" über Eines: Wo waren die" Unabhängigen", die jetzt den wurde hierbei der Daumen verrenft und der Rock zerrissen. zwischen ihm und Herrn Schiegniß zu Stande gekommen ist, mid Mund so weit aufreißen, als ihre Freunde, die Tumultuanten, ihre Zu derfelben Zeit sprang eine Puhmacherin in den Goldfischteich als den eigentlichen Urheber der ihm zugefügten Ehrentränkung Schüßlinge, das„ Lumpenproletariat", trawallirten? Warum ftellten im Thiergarten, wurde jedoch noch lebend aus dem Wasser gezogen hinzustellen, allein der vorsitzende Richter stellte ausdrücklich fest, sie sich nicht an die Spitze? Warum ließen sie die Gelegenheit vor- und nach der Charitee gebracht. Vor dem Hause Templinerstr. 19 Daß Herr Schiegnitz der Urheber derselben sei. In dem Urtheile übergehen, ihren revolutionären Sozialismus" praktisch zu ver- wurde Nachmittags ein vierjähriger Knabe durch einen mit Breß selbst wurden mir durchweg mildernde Umstände zuerkannt und zapfen" durch Wort und That? Vorsicht ist der bessere Theil fohlen beladenen Wagen überfahren und auf der Stelle getödtet. demgemäß nur auf 100 M. Geldbuße erkannt. Gegen dieses der Tapferkeit, und das Löwenfell, das sie heute um ihre Lenden In dem Bäckerladen Blumenstr. 3 wurde Abends die Verkäuferin von Urtheil habe ich nach Lage der Dinge nichts einzuwenden; auf gürten, hing damals hinterm Ofen. Wir fennen die Sorte einem etwa 20 jährigen Mann, als sie sich bückte, um die von die Corona Hermes- Klausner- Elcho schien es dagegen den Ein Köter, die mit heiserem Gebell an ihrer Kette zerren und so gar ihm verlangte Backwvaare einzuwickeln, überfallen und mit einem bruck schmerzlicher Enttäuschung zu machen, dem Herr Elcho gefährlich scheinen. Sind sie der Kette ledig, so stürzen sie sich unter dem Rocke verborgen gehaltenen Hammer auf den Kopf durch dramatische Geberden sittlicher Entrüstung einen sehr an zwar nicht auf den Feind, wohl aber mit eingezogenem Schwanze geschlagen, so daß sie besinnungslos zusammenbrach. Der Thäter ziehenden Ausdruck zu geben wußte. in die Hütte. Unsere Freunde haben, deß sind wir sicher, den raubte alsdann die etwa 7 M. betragende Ladentasse und entBerlin, den 5. März 1892. guten Geschmack, nicht durch ihre Anwesenheit den Windbeuteleien fam. Das Mädchen hat nicht ungefährliche Verlegungen am jener Bramarbaffe Bedeutung zu verleihen. Von Familienfeften, Ropfe erlitten. Ju, der Nacht zum 5. d. M. sprang ein wie sie Ballonmühen und die Unabhängigen feiern, bleibt man Mädchen gegenüber dem Hause Louiſen- Ufer 21 in den Kanal, als Fremder fern. wurde jedoch von seinem Bräutigam aus dem Wasser gezogen und nach seiner Wohnung gebracht. Auf dem Güterbahnhofe ber Nordbahn wurde zu derselben Zeit der Hilfs- Wagenmeister Nöldner von einer Rangir- Lokomotive überfahren und auf der Stelle getödtet. Am 4. d. M. fanden drei Brände statt. Der Kaifer hat, wie der Reichs- Anzeiger" meldet, den Minister des Innern beauftragt, der hiesigen Schuhmannschaft für ihr besonnenes, umsichtiges und energisches Verhalten" bei den in den letzten Tagen des vorigen Monats vorgekommenen Straßenunruhen seine Anerkennung auszusprechen. " ,, Vollständig aus der Luft gegriffen" soll nach der Voltszeitung" die von der Metallarbeiter- Zeitung" gebrachte Nachricht sem, daß bei der Firma Siemens u. Halske in Charlottenburg Lohnherabsetzungen bis zur Höhe von 331/3 pet. ftatt gefunden haben. Unsere Kollegin aus der Lützowstraße hat ihre Erkundigungen bei der genannten Firma direkt eingezogen. Wenn fie sich an die Arbeiter gewendet hätte, so würde die Auskunft etwas anders gelautet haben. Gerichts- Beifung. Franz Mehring. Soziale Mebersicht. In der Träger- Wellblechfabrik von Kammerich, Berlin, Fennstraße 27, haben gestern die dort beschäftigten Schloffer, Schmiede und Hilfsarbeiter, insgesammt 40 Personen, die Arbeit niedergelegt, weil ihnen von Seiten der Firma eine Lohnreduktion von 10 pet. angekündigt wurde. Den Arbeitern erschien diese Maßregel schon deshalb unannehmbar, weil erst vor wenigen Tagen eine Lohnreduktion von 5 pCt. erfolgt ist. Versammlungen. Freireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 6. März, Vormittags 10% uht, Rosenthalerfir. 38. Herr E. Vogtherr: Christenthum und Stlaveret. Priaattheater Vergnügungsverein ,, Elmenhorn" in Oranien- Salon, Oranienftr. 170, Sof 1 Treppe. Sonntag, den 6. März, Nachmittags 4 Uhr: Sigung. Verein Waldrogrün". Geute, Conntag, den 6. d. M., Abends 7 Uhr, Gesellschaftsabend in Nebelin's Restaurant, Langeftr. 108. Freier Diskutirverein. Bersammlung Sonntag, den 6. März, Nachm 4 Uhr, Markgrafenftr. 88. Bortrag: Die Wirkung der Weltgeschichte auf die Gestaltung des sozialen Lebens. Schmiede von Rivdorf und Umgegend. Deffentliche Versammlung am Sonntag, den 6. März, Nachmittags 3 ühr, in Barta's tletnem Saal, Berg ftraße 120. Tagesordnung: Bortrag des Herrn Millarg. Ethische Gesellschaft. Sonntag, den 6. März, Abends 6% Uhr, in Grat well's Bierhallen, Kommandantenstraße. Bortrag des Herrn Bunker, über: unser Blanetenfyftem. Allgemeine Kranken- und Sterbekasse der deutschen Drechsler st 6. März, Vormittags 11 Uhr, Mariannenfir. 31-32: Mitglieder- Bersammlung. ( G. 5. 86. Hamburg.) Dertliche Berwaltungsstelle Berlin B. Sonntag, den Vergnügungsklub sustige Brüder". Sonntag, den 6. März, Nacht. Uhr, Gründungsfest im Restaurant Arminhallen, Kommandanten fir. 20. den 6. März, Nachmittags 6% Uhr, im Restaurant Klein, Schönleinstraße 6. Oeffentliche Versammlung für Männer und Frauen am Sonntag, Bortrag des Stadtverordneten Herrn Otto Klein über„ Die Entwickelung und Bestrebungen des Sozialdemokratie". Jn Königszelt streifen 75 Porzellanmaler, von Wegen Verächtlichmachung von Staatseinrichtungen denen 31 verheirathet sind und insgesammt 65 Kinder besigen. und wegen Beleidigung der Mitglieder des Landgerichte Ein großer Theil der Maler mußte mit dem Arbeitsplatz auch die Chemnin hatte sich gestern der Redakteur unferes Blattes Rein- Wohnung räumen. Glücklicher Weise haben dieselben aber bald hold Cronheim vor der II. Straffammer des Landgerichts I. zu andere Wohnung gefunden, da die Hausbesitzer sich entgegen verantworten. In beiden Anklagen handelt es sich um die Be- tommend zeigten. Die Fürsorge der Kapitalisten für ihre Arbeiter Ein verwegener Mordanfall ist vorgestern Abend kurz sprechung des in Chemnih geführten Prozesses gegen den Redakteur ist, wie diefer Fall wieder beweist, recht zweischneidig, die Herren nach zehn Uhr in dem Hause Blumenstr. 3 verübt worden. Dort der Magdeburger Boltsstimme", den sozialdemokratischen Abrechnen bei Errichtung sogenannter Wohlfahrtseinrichtungen stets unterhält im Erdgeschoß die 54 Jahre alte unverehelichte Henriette geordneten Schmidt, wobei es fich bekanntlich um die Frage der darauf, die Arbeiter möglichst an ihr Geschäft zu fesseln. Wollen Faust seit zehn Jahren einen Berkauf feiner Backwaaren. An Immunität der Reichstags- Abgeordneten während der längeren oder besser können sich die Arbeiter Lohndrückereien nicht mehr Den fleinen von der Straße aus zugänglichen Laden stößt ein Bertagungen handelt. Das Reichsgericht hatinzwischen das Verfahren gefallen laffen, so haben sie neben der Sorge ums tägliche Brot einfenftriges Wohnzimmer, in welchem die Fauft zu schlafen des Chemnitzer Landgerichts für unzulässig erklärt. In Nr. 264 des auch die Sorge um Beschaffung eines Unterkommens zu tragen, pflegt. Sie hatte die Gewohnheit, Abends nach Schluß des Vorwärts" vom 6. November 1891 wurde das Verfahren des also gleich doppelten Kummer, und derartig gefesselte Arbeiter Residenztheaters ihr Geschäft zu schließen und die Kaffe bis auf Chemnitzer Gerichts einer sehr schroffen Kritik unterzogen, dessen entschließen sich nur unter dem Drucke der äußersten Noth zu etwa sieben Mark Wechselgeld in ihr Zimmer mitzunehmen. Die vollständige Verfassungswidrigkeit und Ungefeglichkeit nachgewiesen Forderungen, resp. zur Abwehr von Zumuthungen, letztgenannte Summe blieb in einem Schubtasten, welcher sich an und das Urtheil als ein schnöder Verfassungsbruch" gekennzeichnet der inneren Seite des Ladentifches befindet. Gestern Abend nun und mit dem Urtheil einer beliebigen Ulfgesellschaft" in Parallele war die Faust, nachdem sie in der hergebrachten Weise ihre ftellt. Der Artikel schließt mit der Bemerkung: der Richterstuhl Raffenangelegenheiten besorgt hatte, im Begriff, die Roll- dürfe teine Freistätte für Ungefeßlichkeiten und Ausbrüche des jalousie, welche die Ladenthür nach der Straße zu abschließt, Parteifanatismus sein. Im zweiten Artikel vom 11. November herunterzulaffen. In diesem Augenblicke trat ein etwa 20 Jahre wird im Anschluß an den Chemnißer Vorfall die in Deutschland alter Bursche von außen an den Eingang. Er bat durch herrschende Breßfreiheit einer Erörterung unterzogen und die Thür hindurch, ihm zwei Schnecken zu verabreichen. ausgeführt, daß die Preßfreiheit zwar auf dem Papier stehe, Die Fauft erwiderte: die habe ich nicht," worauf der Unbekannte in Wirklichkeit aber die Presse ganz wirtürlichen Maßregeln zwei Pflastersteine( Pfefferkuchen) forderte. Die Faust öffnete ausgesetzt sei und heutzutage eigentlich kein Redakteur nunmehr die Ladenthür und entnahm einem hinter dem Laden mehr wisse, was Alles als Beleidigung ausgelegt werde. Nach tische angebrachten Spindchen die gewünschte Waare. Als sie im Ansicht des Artikels komme damit Deutschland in einen RechtsBegriffe war, diefelbe in Papier einzuwickeln, und sich hierbei zustand, der an das Niveau des Knutenreiches heranreiche. auf den Ladentisch niederbeugte, erhielt sie plöglich einen wuchtigen Der Angeklagte gab zu, daß der erste Artikel Beleidigungen entHammerschlag auf den Kopf. Sie fant blutüberströmt zu Boden, halte, erklärte aber, daß der zweite Artikel seiner Anschauung blieb zwar beim Bewußtsein, gab aber fein Lebenszeichen von sich, entspreche. Der Staatsanwalt Flickel beantragte eine Geals sie wahrnahm, daß der Eindringling hinter den Ladentisch sammtstrafe von 6 Monaten Gefängniß, indem er getreten war. Diesem Umstande ist es wohl zuzuschreiben, daß namentlich bezüglich des zweiten Artikels, daß die Preßfreiheit Der Mordgefelle nach Ausplünderung der Kaffe nicht nochmals in Preußen verfassungsrichtig garantirt sei und der Anüber sein Opfer herfiel. Der Hammerstiel war dem Burschen geklagte dadurch, daß er durch falsche Behauptungen die Preßbei dem Schlagen abgebrochen, und das abgeschleuderte Eisen hatte freiheit als Staatseinrichtung lächerlich mache, gegen den§ 131 einige Schüffeln auf dem Ladentische völlig zertrümmert, so daß verstoße. R.-A. Freudenthal bat, bezüglich des ersten Ar- 4 die Scherben umherflogen. Der freche Patron suchte nun den titels die Erregung nicht außer Acht zu lassen, welche das mit der zerbrochenen Hammer, reinigte ihn an feiner Kleidung vom Verfassung nicht zu vereinbarende Verfahren des Landgerichts Blute und knöpfte ihn unter feinen Rock. Das, wie gesagt, Chemnik hervorgerufen habe. Bezüglich des zweiten Artikels etwa 7 M. betragende Wechselgeld schüttete er aus der Laden müsse die Freisprechung erfolgen, da nur Raisonnements, aber taffe in seinen But und verließ, diefen in der Hand haltend, un feinerlei Thatsachen" vorliegen. Ju letzterer Beziehung schloß angefochten den Laden. Ein Herr, welcher sich heute der Fauft sich der Gerichtshof der Vertheidigung an, erkannte in diesem vorstellte, dessen Name aber unbekannt geblieben ist, will den Falle auf Freisprechung und verurtheilte im Uebrigen den An: Räuber dem Grünen Weg zueilen gefehen haben. Ein gleichfalls geklagten zu sechs Wochen Gefängniß, als Zusatz nicht festgestellter Maurer hat der Fauft die erste Hilfe geleistet zu einer früher gegen ihn erkannten fünfwöchigen Gefängnißstrafe. und den Dr. Auerbach herbeigeholt. Dieser hat die Erklärung abgegeben, daß der Schlag, welcher sonst leicht den Tod hätte zu: Zu Ihrem gestrigen Berichte über die gegen mich geführte Von Herrn Franz Mehring geht uns folgende Buschrift zur Folge haben können, durch den starken Haarknoten der Ueber- Prozeßverhandlung, der übrigens durchaus loyal abgefaßt ist, gefallenen und durch einige Hornnadeln, welche im Haar steckten, statten Sie mir folgende Ergänzungen. Die Bemerkung, daß der außerhalb des Bettes in ihrer Wohnung. Es ist bisher nicht selbstverständlich nicht dahin aufzufassen, als ob ich den Vergleich gelungen, dem Verbrecher auf die Spur zu kommen. Derfelbe angeboten habe. Der vorsitzende Richter machte vielmehr, wie ist von auffallend kleiner Gestalt mit blaßgelbem Gesicht und hat üblich, die Vergleichsvorschläge, welche naturgemäß zuerst an den ungeordnetes, langes blondes Haar. Bekleidet war er mit weiß- Kläger gerichtet wurden, nach dessen Ablehnung fie ebenso naturgrauem Anzug, wie ihn Bierfahrer zu tragen pflegen. gemäß erledigt waren; ich hatte nicht einmal die Möglichkeit, Welche traurige Folgen die Außerachtlaffung der ge- mich darüber zu äußern. Ebenso wenig habe ich dem Kläger botenen Borsicht haben kann, zeigt folgende Thatsache: Der Heizer eine Ehrenerklärung" gemacht oder behauptet, es gethan zu Stofinsky, welcher in der Louisenstädtischen Badeanstalt, Reichen haben; ich habe einfach um meinetwillen eine Behauptung, bergerstraße, den Dampfteffel zu heizen und die Maschine zu be- burch welche ich dem Kläger Unrecht gethan hatte, öffentlich Industrie beschäftigten Arbeiter. Montag, den 7. März, präzife 9 ubr Fachverein der in Suchbindereien, der Papier- und Lederwaaren dienen hatte, beschwerte öfters das Sicherheitsventil, um mehr zurückgenommen und mich nur hierauf berufen. Weiter zog ich Bereins- Bersammlung in Feuerstein's Salon, Alte Jatobftraße 75. Tagess Dampf zu behalten. Obgleich er von Freunden schon gewarnt meine Widerklage nicht infolge der Zeugenaussage des Herrn Ordnung: Vortrag des Herrn Dr. Wolf: Die Hygiene des Mundes. worden war und auch die Kessel- Inspektion durch Hinaufrücken Klausner zurück, sondern weil der Zeuge Emil Gohn er Verein Berliner Portiers und Berufsgenossen, gegründet 1885. des Gewichts am Hebel die Sache kurz zuvor geordnet hatte, härtete, daß er die inzwischen durch ein zivilgerichtliches Verfahren Bersammlung Montag, den 7. März, Abends 9 Uhr, bet Wetgt, Markgrafens fletterte St. am vorigen Sonnabend wieder auf den Kessel, um als verleumderisch erwiesenen Behauptungen, durch welche der Achtung! Friedrichsberg und Umgegend. Große Versammlung bes am Ventil zu manipuliren. Plöglich hörten die Bademeister das Aufsichtsrath der" Bolts- Zeitung" meine Boykottirung rechtfertigen allgemeinen Arbeiterinnenvereins Berlins und Umgegend. Filtale Friedrich, starke Zischen und Brausen entströmenden Dampfes und als sie wollte, nur mit dem freisinnigen Abgeordneten Hermes, aber berg. Montag, 7. März, bends 8 Uhr, bet Sufott, Frankfurter Allee rete hinzueilten, fanden sie den Heizer in hilflosem Zustande neben ohne zuziehung des Aufsichtsraths- Mitgliedes Räther aus- Arbeiterung: Bortrag des Herrn Silberberg über Stiaventhum und freie dem Keffel liegend vor. Den Verunglückten hatte der heiße Dampf geheckt habe, wodurch die Widerklage gegen den letzteren von selbst Steinbildhauerverein. Montag, den 7. März, Abends 8 Uhr, bel so verbrüht, daß ihm buchstäblich die Fleischfezen vom Leibe hinfällig und demgemäß von mir zurückgenommen wurde. Deutscher Tischler- Verband( Sih Stuttgart), 8ab1ftelle Berlin 78. herabhingen; er wurde schleunigst nach Bethanien gefchafft, wo geden Sonnabent, von 8-10 Uhr werden in folgenden Lokalen Beiträg er aber schon nach 18 Stunden verstarb. Da Stofinsty nicht affirt und neue Mitglieder aufgenommen: Lorenz, Koppenstraße 43 e; Gente, mehr vernehmungsfähig war, hat die Behörde eine nähere Unter36, Ritterftr. 123; Scheuer, Gneisenauftraße 35; Kizing, Bülowftr. 52; Holzbecher, suchung angeordnet. " Was die Zeugenaussage des Klausner anbetrifft, so beeidete derselbe, daß ihm die Freibillets, deren er bekanntlich allein von zwei Bühnen in zwei Jahren mehr als 1100 bezogen hat, von den Theatern freiwillig geliefert würden und daß er damit machen Montag, den 7. März, Abends 8% Uhr, Dresdenerftr. 45. Bortrag des Herrn Freie Vereinigung der Graveure und Biseleure. Bersammlung am Rechtsanwalt Freudenthal: Ueber die zukünftige Gestaltung der gewerblichen Streitigkeiten. Ortsverwaltung Berlin. Bersammlung Montag, ben 7. März, Abends 8 Uhr, Vereinigung der Drechsler und Berufsgenossen Deutschlands. bei Reßner, Annenfir. 16, ( 6.0.1, Braunschweig.) Filiale Berlin. Montag Abends Branken- Unterstükunsbund der Schneider und verwandter 8-10 Uhr, Restauration Seefeldt, Grenadierftr. 33. Arbeiter- Gesangverein Nord. Montag, den 7. b. M., Abends 9 Uhr, rufsgenossen. Monatsversammlung bet Gnadt, Brunnenstr. 38. lauerstr. 57. Montag, den 7. März, Abends» Uhr, Sigung. Verein Souvenir( ehemalige Böglinge des franzöfifchen Hospize), Stra Achtung! Schneider und Schneiderinnen. Große öffentliche Ber fammlung am Montag, den 7. Didrg, Abends 8½ Uhr, im Biftoria- San öfifchen Revolution von 1700 ( Moabit) Berlebergerstr. 13. Tagesordnung: Urfache und Wirkung der fran Verband der in Holzbearbeitungs- Fabriken und auf Solpläten fammlung Montag, den 7. März, Abends 8% Uhr, bet Seeger, Grüner Weg 29, beschäftigten Arbeiter Deutschlands. Filtale Berlin I. Mitglieder- Ber Vortrag. Freie Vereinigung der in der Slumen- und Pubfederbranche und und Umgegend. Montag, den 7. März, Abends 8% Uhr, im Restaurant Reßner, verwandten gerufen beschäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins Annenstr. 16, Mitglieder- Bersammlung. ftraße 87. Müller, Johannisstr. 20. Chmidt, Tresdom- und Diebenhofenerstraßen- Ede; Klein, Schönleinstraße 6; Saafe, Königgrägerstr. 47; Brückner, Bothringerstr. 67 und Golz, Grünauerftraße 8. Das Eintrittsgeld beträgt 30 f.( wofür Statut), ber wöchentliche Beitrag 15 Pf.( intl. Neue Tischler Bettung"). Die Zusendung der Zeitung erfolgt durch Spediteure frei ins Haus, ИНЯЗ Depeschen. ( Wolff's Telegraphen- Bureau.) Paris, 5. März. In dem heute Vormittag stattgehabten Ministerrathe wurde beschlossen, die Munisipalraths Wahlen, welche verfassungsmäßig am ersten Sonntag im Mai stattzufinden haben, in diesem Jahre trotz etwaiger Rundgebungen bereits auf den 1. Mai festzusetzen. Grosse öffentliche Versammlung der Böttcher Berlins Montag, den 7. März, Abends 8 Uhr, bei Heise, Lichtenbergerstr. 21. Tagesordnung: 1. Bortrag. 2. Stellungnahme zum 1. Mai. 8. Verschiedenes. Um recht zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vertrauensmann. 135/9 Allgemeine Versammlung der Briefkaffen der Redaktion. anerkennen, während umgekehrt diese Presse an Herrn Sparr's interessanter Vergangenheit so gar keinen Anstoß nimmt, ist charakteristisch für beide Theile. R. 2. Die Heirathsannonce ist nur infolge eines im Drange der Geschäfte geschehenen Versehens der Expedition aufgenommen worden. Remedur für künftig ist geschaffen. h- h. Beides nicht räthlich. P. B. Sie haben Recht. Der gewesene Winkelkonsulent Sparr( nicht Spahr, wie es in unserer gestrigen Notiz fälschlich heißt) ist derselbe, welcher während des kleinen Belagerungszustandes mehrere Male in sogenannte Anarchistenprozeffe verwickelt war, dann ausgewiesen wurde, später aber sich das Wohlwollen der Polizei wieder in dem Maße erwarb, daß er zurück- M. K., Hollmannstraße. Besten Dank für Ihre Mita tehren durfte. Zur Zeit ist Herr Sparr der hinter den Koulissen theilung. stehende Leiter und spiritus rector der sogenannten Anarchisten, C. K., Burgstraße. Das Manuskript ist für uns nicht über deren Zusammenkünfte und Beschlüsse er dann- pro Beile brauchbar. 5 Pf. für die bürgerlichen Blätter von der" Post" bis zur P. F., Meißen. Es ist schon möglich, daß die Herren Bolts- Beitung" die so hübsch aufgebauschten Berichte über an- irgendwo unter Ausschluß der Deffentlichkeit tagten, wir haben geblich geplante Demonstrationen für den 18. März und 1. Mai" aber keine Veranlassung, für sie Reklame zu machen. und die zu diesem Zwecke bereits jetzt angefertigten rothen Für die Arbeiter Bildungsschule vom Agitationsklab Fahnen" liefert. Daß die Herren Anarchisten einen notorischen für den Osten Berlins 30 m. erhalten. Besten Dant. Sp- altenfüller der bürgerlichen Sensationspresse als ihr Haupt H. Gumpel, Barnimstr. 42. Freie Vereinig. d. Graveure| Central- Kranken- und Sterbeu. Ciseleure. Versammlung am Montag, den 7. März, Abends 8/2 Uhr, Dresdener- Strasse No. 45. Tagesordnung: 1. Geschäftliches. Aufnahme neuer Mitglieder. 2. Vortrag des Herrn Rechtsanwalt Freudenthal über: Die zukünftige Gestaltung der gewerblichen Streitigkeiten". 3. Diskussion. 4. Verschiedenes und Fragetasten. Abeitsnachweis beim Kolleg. Zwirk, Staligerstr. 125. Gäste willkommen. 414/5 Der Vorstand. kasse des D. S. B.( G.§.) Verwaltungsstelle Berlin. Mitglieder- Versammlung am 8. März, im Restaurant Röllig, Neue Friedrichstraße 44. Tagesordnung: Rechnungsbericht pr. 4. Quartal 1891. Neuwahl der Berwaltung, der Krantenbesucher und des Vertrauens- Arztes. 2096L Für die Verwaltung: Paul Möhring. Ortskrankenkasse Bäckerei Arbeiter Kranzbinderei n. Blumenhdlg. Benerat- Bersammlung stattfindet. am Dienstag, den 8. März, Nachm. 8 Uhr, im Lokale Johannisstraße Nr. 20. Tagesordnung: der Messerschmiede 2C. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am 14. d. M. Abends 81,2 Uhr, bei Müller, Dorotheenstr. 3., die Tagesordnung: 1. Rassenbericht. 2. Bericht über die Jahresrechnung und Entlaftung derfelben. 3. Wahl des Rendanten. 4. Verschiedenes. Arbeitgeber, die zuzahlen, sind hiermit eingeladen. 1761 6 Der Vorstand. Aufforderung. steif und weich, Bitte diejenigen Personen, welche für dem mit Kontrollmarken, Schantlokal Bäcker, Frucht und empfiehlt zu reellen, festen Preisen Langestraßen- Ecke, von außen von der Schlägerei etwas gesehen haben, sich zu Adolf Graffert, melben Wrangelſtr. 91, b. Baumgart, Rummelsburg, Türrschmidtst.1. Don J. Meyer, Wienerstr. 1, Berlin. Nur hier in der Ecke bei der Manteuffelstraße. Guirlanden Meter von 15 Pf. au, Bouquets von 1 Mt. per 1. Vortrag des Genoffen Heindorf Dutzend an. Für gute preiswerthe über„ Ronventionelle Lügen". 2. Disaare garantire wie bekannt.[ 1790L tusfion. 3. Verschiedenes. Gäfte willkommen. 1745b] Fernsprecher Amt IX. 9482. b Der Einberufer. Hüte, fejerven u. Stnaben, am 26. Geptember 1691 bei beni Verein Berliner Hausdiener. Mittwoch, den 9. März, Abends 9 Uhr, in den Armin- Hallen, Kommandantenstraße Nr. 20: Außerordentl. Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag über Laiengerichte. Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht. 2. Diskussion. Stempel! * Vereins- Abzeichen. H. GUTTMANN Stempel-, ( Schablonen-, SchilderFabrik Berlin N., Brunnenstr. 9. * Stempel! 2. Quergeb. part. 1760b Künstliche Zähne 2 Mark. Plomben von 1,50 M. an. Schmerzloses Zahnziehen 1 M. Sprechstunden 8-7 Uhr. Zahnarzt Robert Wolf, Chausseestr. 123 am Oranienb. Thor. In meiner 2029L zahnärztlichen Boliflinit, Oranienstr. 55, geöffnet Vormittags v. 8-9, Nachm. 1-3 u. 5-6, werden 3. Aufnahme neuer Mitglieder und Gravirung von Inschriften etc. Bähne unentgeltl. gezogen. Für PlomAusgabe der Billets zu dem am 19. März stattfindenden Maskenball. 4. Vereinsangelegenheiten und Frage taften. Der Vorstand. ( 17626 Verb. d. i. HolzbearbeitungsFabriken u. auf Holzplätzen beschäft. Arbeiter Deutschl. Berlin I. Montag, den 7. März, Abends 81/2 Uhr: Versammlung bei Säger, Grüner Weg 29. Tagesordnung: 1. Vortrag über nationale Religion. ( Referent wird in der Versammlung bekannt gemacht.) 2. Diskussion. 3. Verschiedenes und Fragekasten. Die Mitglieder werden ersucht, ihren Verpflichtungen nachzukommen. 166/14 Freunden und Genoffen empfehle ich mein 1775b Cigarren-, Cigaretten- und Tabak- Lager. Wilhelm Schöning ( früher Otto Jahns), 66 Stalizer- Straße 66. mit kleinen Teppiche Webe- Fehlern à Stück 5, 6, 8, 10, 20-100 t. birungen werden 1 M. und fünstliche Bähne 2 M. gezahlt. Privat- Sprech stunden 9-1 und 3-5. Braft. Zahnarzt J. Semmel. Zahnziehen, Blombiren 19.Falckensteinstr.22. Schmerzloses Kronengarn.[ 2081L Ranarienhähne, fleißig fingend, 4,50, auch Weibchen. Hänflinge 1 M. Alle Arten stets billig in riesiger Auswahl. Tauben, Vogel, Thierhandl. Berlin O, Sophabezug- Reste Stralauer plas 21. 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Die Reform der Krankenkassen- Gesetzgebung, ( Reform und Feststellung der ärztlichen Leistungen.) Referent: Ingenieur Born- Magdeburg. 2. Diskussion. Sämmtliche Reichstags- Abgeordnete sind eingeladen. Die Vorkände and Mitglieder aller Krankenkassen werden dringend gebeten, in dieser Versammlung zu erscheinen. 1747b Der Einberufer: Lothar Volkmar, Rechtsanwalt, Dessauerstr. 31. Sozialdemokratischer Agitations- Klub für den Often Berlins. Sonntag, den 6. März, Abends 62 Uhr: Versammlung für Männer und Frauen in Schneider's Gesellschaftshaus( fr. Neustädter Volksgarten), Proskauerstraße Nr. 37/38. Tagesordnung: Vortrag des Herrn Dr. Pinn über:„ Die sozialen Zustände im Alterthum." Nach der Versammlung: Geselliges Beisammensein, verbunden mit Vorträgen und Tanz. Entree 10 Pf. Herren und Damen als Gäste willkommen. 1729b Unterstützungs- Verein der Maurer im Westen Berlins. Mitglieder- Versammlung am Montag, den 7. März cr., Abends 81/2 Uhr, im Lokale„ Königshof", Bülowstraße Nr. 37. Zagesordnung: 1. Bortrag vom Genossen Herrn D. Antrid über Gleiches Recht für Alle". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Gäste haben Zutritt. Wegen Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Pflicht eines jeden Mitgliedes zu er scheinen. [ 239/18] Der Vorstand. Verband deutscher Zimmerleute Lokalverband Berlin. Versammlung am Mittwoch, den 9. März, Abends 8 Uhr, bei Feuerstein, Alte Jakobstraße 75. Tagesordnung: 1. Bortrag des Herrn Dolinski über: Optimismus und Nessimismus. 2. Wahl eines zweiten Kassirers. 3. Abrechnung vom Sylveftervergnügen. 4. Verschiedenes und Fragen. 359/18 Der Vorstand. Stuckateure! Fachvereins- Versammlung am Montag, den 7. d. M., bei Seefeldt, Grenadierfir. 83. Tages- Ordnung: Infektionskrank1. Vortrag des Herrn Stadtv. Dr. Zadek üher: heiten und Desinfektion". 2. Diskussion. 3. Gewerkschaftliches. Anfang 81/2 Uhr. Gäste willkommen. Aufruf 393/13 an sämtliche gewerblichen Hilfsarbeiter Berlins u. Umgegend. 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Diese haben mittlerweile stattgefunden und in der Kommission hat aber trotzdem den Antrag auf Ungiltigkeit Hauptsache auch die Richtigkeit der Proteftangaben bestätigt; die erklärung der Wahl mit 8 gegen 4 Stimmen abgelehnt, dagegen aber noch weitere Erhebungen beschlossen. Bis diese ein. gehen, vergeht ein weiteres Jahr und so wird Herr v. Colmar wohl Gelegenheit haben, ein Mandat bis zum Ende der Sonntag, den 6. März 1892. 9. Jahrg. Wegen dieses Vorfalls ist in den Atten ca. den Schulzen Gefängniß gewesen wären; diese Strafe würde wie ein ewiger Sauer in Behle bei der Staatsanwaltschaft zu Schneidemüht Matel an uns hasten. Unfere innigfte Bitte geht daher dahin: Anzeige erstattet und schwebt das Ermittelungsverfahren." beraubung des Arbeiters Dessau in Schmielau durch den Schulzen umzuwandeln. Betreffend die behauptete Mißhandlung und Freiheits- die gegen uns erkannte Gefängnißstrafe in eine Geldstrafe Busse und Genossen ist am 10. Oktober 1890 ein gerichtliches Urtheil ergangen und rechtskräftig geworden, wonach 1. der Schulze Helmuth Buffe der Körperverlegung im Amte in zwei Fällen, Indem wir Leumundsatteste unseres Kreis Landraths beifügen, erſterben wir als Gw. Majestät treu ergebenſte Hellmuth Busse, Freischulze. 2. der Müller Julius Albert Vogel der gefährlichen KörperJulius Vogel, verlegung Müller." schuldig und deshalb Buffe zu vierzehn Tagen, Bogel zu einer Auffallend in diesem Gesuche ist die Angabe, daß die Betenten an den Arbeiter Dessau und in die Kosten des Verfahrens verrichtsaften nur von der freifinnigen" Agitation die Rede ist und Woche Gefängniß, sowie zu einer Buße von einhundert Mart einen sozialdemokratischen Agitator geschla. sen zu haben" vorgeben, während in den gesammten Geurtheilt sind. auch nur sein konnte, da in der ganzen Wahlbewegung gerade die Sozialdemokratie fehlt." Soweit der Bericht der Wahlprüfungskommission. Derselbe Ueber die Bemeffung der Strafe ist den Erkenntnißgründen Folgendes zu entnehmen: Das Was die Strajabmessung anbelangt, so find fowohl dem ungiltig hätte erklärt werden müssen. Bei der Art, wie im Reichs. Angeklagten Busse in beiden Fällen, wie dem Angeklagten Bogel mit falschen Angaben operirt haben, denn weder war ein sozialmildernde Umstände bewilligt worden. Denn es ist den tag die Wahlen geprüft werden, wäre dieser Fall nicht der erste, Angeklagten geglaubt, daß ihre Stellung als Grundbesitzer durch demokratischer Wahlkandidat in dem Kreise aufgestellt, noch war der und er ist gewiß auch nicht der letzte. die Agitation für die freisinnige Partei auf dem Lande ArbeiterDeffau einSozialdemokrat. Derselbe hat nur deutschfreisinnige Zur Charakterisirung der Vorgänge in diesem Wahlkreise eine sehr mißliche geworden ist, indem dadurch sowohl die Flugblätter und Stimmzettel für den Kandidaten diefer Partei und um ein kleines Streiflicht darauf zu werfen, wie bei uns Ansprüche ihrer Arbeiter über Gebühr geur Bertheilung gebracht und dafür ist er, wie das gerichtliche fonfervative Wahlen gemacht werden und welche Kräfte vor und steigert als auch die Unbotmäßigkeit und Arbeits- Getenntniß fagt, maßlos mißhandelt worden und zwar von dem nach denselben in Attion treten, möge der nachfolgende wortgetreue un lust derselben sehr befördert sind. Es ist Ortsschulzen, also einer Antsperson, und einem zweiten, ebenfalls Auszug aus dem Bericht der Kommission dienen. Dort heißt es: daher natürlich, daß die Angeklagten Buffe und Bogel Gnadengefuche hatte Erfolg, denn wie wir im Kommissionsbericht mit feiner Rönigstreue" prahlenden Konservativen. Ueber vorgekommene Mißhandlungen und Verhaftungen, über die von Deffau beabsichtigte Agitation, von welcher sie weiter lesen: find nach den Gerichtsakten Busse und Vogel zu welche zu Verfahren bei der Staatsanwaltschaft Veranlassung ge- eine erhebliche Verschlechterung ihrer wirth einer Geldstrafe von 20 und 10 m. beguadigt worden. geben hatten Punkt 11 der Erhebungen hat der Reichstag fchaftlichen Lage zu erwarten hatten, sich sehr die Aften der Staatsanwaltschaft und des Gerichts erbeten. erregt haben. So allein ist die Maltraitirung des Dessau er Die vom Reichstage eingeforderten Atten der StaatsanwaltDie Beschwerdepunkte lauten: flärlich. Mit Rücksicht auf die Maßlosigkeit der Mißschaft find nicht eingereicht worden, was insofern sehr zu be handlungen des Deffau schien es jedoch geboten, an erster bauern ist, als sich aus denselben ergeben würde, aus welchen Stelle eine Freiheitsstrafe, und nicht eine Geldstrafe, bie die An- Gründen die tönigl. Staatsanwaltschaft dem Begnadigungsgesuch geklagten nicht empfindlich, wie es erforderlich war, treffen würde, ihre so erfolgreiche Fürsprache angedeihen ließ. Im Uebrigen bemerfen wir nur, daß der Bericht, dem wir gegen die Angeklagten zu verhängen. Es ist deshalb gegen den Angeklagten Buffe für jede strafbare Handlung eine aus§ 840 Straf die vorliegenden Mittheilungen entnehmen, vom 1. März 1892 datirt ist. Gesetzbuchs bemessene Gefängnißstrafe von zehn Tagen, welche beide Strafen gemäß§ 74 Straf Gefeßbuchs auf eine Gesammtstrafe von vierzehn Tagen Gefängniß festgestellt sind, und gegen den Angeklagten Bogel eine Gefängnißstrafe von einer Woche als angemeffen erkannt worden." " Die Verurtheilten haben alsdann folgendes Gnadengefu ch eingereicht: Schmilau, Kreis Rolmar i. P. ,, den 81. Oftober 1890. Allerdurchlauchtigster, Großmächtigster Raiser! Allergnädigster Kaiser, König und Herr! Boziale Ueberlicht: Achtung, Nigdorf! Den Vorständen von gewerkschaftlichen wie politischen Vereinen zur Nachricht, daß Donnerstag, den 10. b. m., eine öffentliche Voltsversammlung stattfindet, in welcher Stellung zur Feier des 1. Mai genommen werden soll. Der Arbeiter Julius Dessau aus Schneidemühl, der sich behufs Bertheilung von Flugblättern nach dem Drte Schmielau bei Schneidemühl begab, wurde von dem Ortsschulzen Busse in Schmielau, der ihn bei der Vertheilung von Flugblättern betraf, feines Vorrathes an Flugblättern beraubt, demnächst unter Buhilfenahme von zwei anderen Personen niedergeworfen, mit dem Schulzenstock durchgeprügelt, alsdann mit Striden gebunden und, nachdem sich der Schulze Busse auf ein Pferd gefeßt, vor dem Pferde unter den gröblichsten Schimpfreden nach dem Ortsgefängnisse abgeführt. Während des Trans ports fließ der Orteschulze Buffe laute Rufe des Inhalts aus: daß sein Pferd den verfluchten Demokraten todt treten möge." Nach einem einstündigen Aufenthalt im Gefängniß wurde Deffau, die Arme auf dem Rücken gebunden, im offenen Wagen nach Schneidemühl geführt, woselbst in später Nachtstunde von dem Distriktskommissar seine Freilassung verfügt In tiefster Ehrfurcht wagen wir es, die Gnade Ew. Majestät wurde. Dessau war infolge der gröblichen Mißhandlungen anzuflehen! Parteigenoffen! Hauptsächlich kommt es darauf an, daß die mehrere Tage arbeitsunfähig, Es ist wegen diefes Vorkomm Durch Erkenntniß des Königlichen Landgerichts zu Schneide- Demonstration eine dem Tage entsprechende ist und unter zahlnisses das Strafverfahren gegen den Ortsschulzen Busse in mühl vom 10. Oktober 1890 find wir wegen Körperverlegung zu reicher, einheitlicher Betheiligung stattfindet. Deshalb sollen, wie Echmielau und feine Helfershelfer beim Landgericht zu Schneide- 14 Tagen beziehentlich einer Woche Gefängniß rechtskräftig ver- Ihnen durch die Parteipresse schon bekannt sein wird, die Arranmühl eingeleitet. Es wird nun um Avozirung der Aften c/ a. urtheilt worden, weil wir einen sozialdemokratischen gements der Feier von der politischen Partei ausgehen, in der Busse und Genossen von der Staatsanwaltschaft des Land- Agitator, als wir ihn von unserem Dorfe mit Gewalt fern beiter sich derfelben anschließen, wodurch wir einer Zersplitterung Boraussetzung, daß sämmtliche organisirte und zielbewußte Argerichts Schneidemühl gebeten und im Uebrigen auf eidliches halten wollten, geschlagen haben. Bis zu der letzten der Feier vorbeugen und auch der sozialpolitische Charakter derZeugniß des Arbeiters Julius Dessau in Schneidemühl Bezug ge- Reichstagswahl haben wir Eigenthümer in Schmilau mit felben mehr zum Ausdruce fommt. Deshalb ersuche ich fämmtnommmen. Begreiflich ist, daß durch ein derartiges Borkommniß, ins unfern Arbeitern friedlich zufammengelebt, wie wir es von besondere durch die ungefeßliche Mißhandlung und Verhaftung eines unfern Eltern und Großeltern her gewöhnt waren. Wir haben liche Parteigenossen, in dieser Bersammlung zu erscheinen und Stimmzettel Bertheilers durch die Ortsbehörde die zur Ver- unfere politische Ehre darein gesezt, und war uns selbst. Abstand zu nehmen, damit auch wir beweisen, baß wir das von ber Abhaltung anderer Versammlungen an diesem Tage fügung des freifinnigen Wahllomitees stehenden sonstigen Ber- verständlich, daß ein deutscher, tönigstreuer Abgeord fonen mit Schrecken erfüllt worden sind. Die deutschfreisinnige neter aus unserm Wahlkreise in den Reichstag gesandt wurde. Da Wort: Einigkeit macht start!" voll und ganz begriffen haben. Agitation in den Dorfgemeinden ist dadurch in der erheblichsten erschienen plößlich und ungerufen bei uns Herren aus Näheres in der Mittwoch Nummer des Vorwärts" und des Volksblattes". Weise gehemmt worden, weil nur wenige Personen den Muth Berlin, die, obgleich fie offenbar von unsern Verhältnissen" Der Vertrauensmann. hatten, sich der Wiederkehr solcher Borkominisse, die von den nichts verstanden, Alles schlecht machten, was bisher die Regie höheren Behörden offenbar gern gesehen wurden, auszusetzen.rung gethan, und ihr Werkzeug, der sogenannte Arbeiter Deffau Die Arbeitseinstellung der Handschuhmacher ist mit dem Hervorgehoben wird, daß auch in dem Dorfe Behle der aus Schneidemühl, erzählte unfern Arbeitern, daß sie dasselbe heutigen Tage für die Orte Burg, Friedrichshagen, Hameln und Schulze Sauer fich eines ähnlichen gefezwidrigen Verhaltens beanspruchen könnten, wie wir, und nicht mehr bei uns zu Osterwieck beendet. gegen den freifinnigen Stimmzettel Bertheiler, Bigarrenmacher arbeiten brauchten. Die Folge hiervon war, daß unsere Arbeiter Trotz der Ausdauer der Betheiligten und trotz der kräftigen Seidel aus Schönlante, schuldig gemacht hat. Seidel wurde die Arbeit niederlegten und sogenannte Freiheitslieder Unterstüßung seitens der Arbeiterschaft ist der Sieg nicht auf der von dem Schulzen Sauer am 20. Februar 1890, als Ersterer fangen, in denen Alles verhöhnt wurde, was uns als un- Seite der Arbeiter gewesen. Die lang andauernde Krisis sowohl, an Holz Fuhrleute freifinnige Stimmzettel vertheilte, gefragt, antastbar gegolten hatte. Durch diese uns verhaßte wie die zahlreichen Streitbrecher haben uns gezwungen, den Kampf ob er noch mehr von den Betteln habe. Sauer lud auf be- Agitation haben wir uns leider zu einer Uebereilung ver aufzugeben. jahende Antwort des Seidel diesen ein, auf sein Gehöft zu leiten lassen. Als Dessau abermals erschien, um nominell Brandenburg, den 6. März 1892. fommen. Dort angelangt, verschloß der Schulze Sauer die Hof- freisinnige Flugblätter zu vertheilen, in Wahrheit aber Für den Verbands Ausschuß der Handschuhmacher. thür, faßte den p. Seidel an der Brust mit den Worten: Nun für die Sozialdemokratie zu wirken, wollten wir den Gg. Schneider. hab ich Dich, Du Hund, Du sollst mir nicht mehr lebendig vom ungebetenen Gaft nicht weiter bei uns dulden. Wir haben in Hof kommen." Demnächst schlug er mit einem schweren Stock der Annahme, daß er gegen das Gesetz verstieße, wenn er ohne 300 Arbeiter, welche auf der Strecke Meppen Lingen am auf Seidel los, sodaß der durch die verschiedenen Schläge ver- behördliche Erlaubniß Flugblätter vertheile, ihn unserem vor- Dortmund Ems- Kanal beschäftigt waren, sind entwundete Seidel zu Boden fiel. Seidel war durch die erlittenen gefeßten Polizeikommiffar vorgeführt und ihn bei dieser Gelegen- affen worden, weil der Frost die Fortsetzung der Arbeiten Mißhandlungen nicht nur außer Stande, daß ihm aufgetragene heit geschlagen. Wir bedauern unser Bergehen und find bereit, hindert. Geschäft der Stimmzettel Bertheilung weiter zu besorgen: er ist auch 8 Tage nach dem Wahltage arbeitsunfähig gewesen. Beweis: Zeugniß des Bigarrenmachers Seidel in Schönlanke und des Bauern Kuß in Behle. H Größtes Geschäft des Nordens. " " Sühne zu geben, nur möchten wir vor dem Gefängniß bewahrt Die Parquettbodenleger in Bern, Basel, Lausanne bleiben. Wir sind beide noch jung und daher unbesonnen ge- und 3ürich haben die Arbeit eingestellt, weil die Unternehmer wesen, wir sind noch nicht bestraft. Unsere Nachbarn würden die Anerkennung des von den Gehilfen vorgeschlagenen einheit hinfort mit Geringschäßung auf uns herabsehen, wenn wir im lichen Lohntarifs verweigerten. Singer& Co., empfehlen zur Chausseestr. 56, Ecke Liesenstr. Lieferanten verschiedener Vereine, Streng reelle Bedienung. Feste Preise. 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