Nr. 7. 19. Jahrg. Abonnements- Bedingungen: = Abonnements Preis pränumerando: Vierteljährl. 3,30 Mt., monatl. 1,10 Mt., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Einzelne Nummer 5 Pfg. Sonntags: Nummer mit turierter Sonntages Beilage ,, Die Neue Welt" 10 Pfg. Post: Abonnement: 1,10 Mart pro Monat. Eingetragen in der Poft BeitungsBreisliste für 1902 unter Dr. 7878. Unter Kreuzband für Deutschland und Defterreich Ungarn 2 Mart, für das übrige Ausland 3 Mart pro Monat. Erlicheint täglich außer Montage. Vorwärts Berliner Volksblatt. Die Insertions- Gebaye beträgt für die fechsgespaltene Kolonels zeile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Vereinsund Versammlungs- Anzeigen 20 fg. Kleine Anzeigen" jebes Wort 5 Pfg. ( nur das erste Wort fett). Inferate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr nachmittags in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen= tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und Festtagen bis 8 Uhr vormittags geöffnet. Telegramm Adresse: Socialdemokrat Berlin" Centralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Beuth- Straße 2. Fernsprecher: Amt I, Nr. 1508. Seiner Zeit... Der preußische Landtag ist am Mittwoch mit folgender hronrede vom Grafen Bülow eröffnet worden: Donnerstag, den 9. Januar 1902. Die Expedition: SW. 19, Beuth- Straße 3. Fernsprecher: Amt I, Nr. 5121. des Grafen Bülow will es vermeiden, durch ein Kulturverk die Brotwucher- Einheit der Regierung zu stören. Verhältnisse in den doppelsprachigen Landesteilen des Ostens der Monarchie haben eine Gestalt angenommen, welche die ernsteste Aufmerksamkeit der Regierung erheischt. Es ist eine Frage den Kanal dort zu fordern, wo sie ihn leicht er der Selbsterhaltung für den preußischen Staat, in seinen östlichen Provinzen dem Deutschtum die politische und wirtschaftliche Stellung Erlauchte, edle und geehrte Herren von beiden Häusern des zu erhalten, auf welche es durch seine lange, unter der weisen Landtags! Fürsorge der Hohenzollernschen Fürsten geleistete Kulturarbeit Seine Majestät der Kaiser und König haben mich mit der Er- gerechten Anspruch erworben hat. Die tönigliche Staatsregierung öffnung des Landtags der Monarchie zu beauftragen geruht. wird die Pflichten, welche ihr die Pflege des Deutschtums im Osten Die Abwehr staatsfeindlicher Bestrebungen und die den Landtag der Monarchie für eröffnet. Auf Befehl Seiner Majestät des Kaisers und Königs erkläre ich wirken. Merkwürdig ist es nur, daß die Regierung nicht daran denkt, halten würde, vom Reichstag. Der Bau von Wasserstraßen ist verfassungsmäßig Reichssach e. Es steht nichts im Wege, von der Vertretung des deutschen Voltes zu erlangen, was der preußische Junker weigerte. Daß die Regierung auf diesen Weg verzichtet, beweist, daß sie den Kanal gar nicht ernsthaft will, daß sie ihn im Gegenteil für absolut überflüssig" hält. Unverständlich aber bleibt, warum nicht die am Kanal besonders interessierten Parteien, Ungunft der allgemeinen wirtschaftlichen Verhältnisse hat auf die Gestaltung der Staatsfinanzen im laufenden Etatsjahre zählt dabei auf die wirksame und furchtlose Mitarbeit uitiativautrages im Reichstage oder zweckmäßiger noch hat auf die Gestaltung der Staatsfinanzen im laufenden Etatsjahre auferlegen, mit Festigkeit und Stetigkeit erfüllen. Sie die Rationalliberalen voran, durch Einbringung eines nicht ohne Einfluß bleiben können. - die Regierung zwingen, Farbe zu beWährend die Rechnung für das Vorjahr 1900 noch mit einem der deutschen Bevölkerung in jenen Landesteilen und durch eine Interpellation beträchtlichen Mehrertrag abschloß, ist für das Etatsjahr 1901 nach nicht minder auf die Unterstützung des gesamten Volkes, das ein kennen, indem die Mehrheit des Hauses dann ihre Bereitwilligkeit beträchtlichen Mehrertrag abschloß, ist für das Etatsjahr 1901 nach 8urüd drängen deutscher Sprache und Sitte als erklären könnte, den stanalplan auf das Reich zu übernehmen. Gerade den bisherigen Ergebnissen ein günstiger Abschluß nicht zurückdrängen zu erwarten, indem namentlich die Einnahmen der Staats- einen Angriff auf die nationale Ehre und würde jezt im Zeichen der Krisis würde die Ausführung eines eisenbahnen wesentlich hinter dem Voranschlage zurückbleiben werden. empfindet. Der Entwurf des Staatshaushalts- Etats für 1902 wird Ihnen rechnet auf Ihre verständnisvolle und patriotische Unterstützung bei Meine Herren! Die Regierung Seiner Majestät des Königs weiten Kanalnetzes durch das Reich befruchtend auf die Industrie alsbald vorgelegt werden. In demselben haben die Einnahmen des Lösung dieser wichtigen Aufgaben. Möge die gemeinsame Arbeit in In der Kanalfrage wagt die Regierung des Grafen Bülow kein Staates im Hinblick auf den Rückgang der Ueberschüsse der Staats- der bevorstehenden Tagung Ergebnisse zeitigen, die dem Vaterlande großes Wort mehr. Aber ohne große Worte kann man nicht leben, betriebe besonders vorsichtig und deshalb niedriger als im laufenden und so müssen die Polen es ausbaden, was die Kanalfeinde geEtatsjahre veranschlagt werden müssen. Auch fällt in das Gewicht, zu dauerndem Segen gereichen! daß die Deckungsmittel für den eignen Bedarf Preußens durch die fündigt. Mit derselben Phrasenwucht, mit der man dereinst den ungünstige Gestaltung des finanziellen VerKanalplant als Lebensfrage des deutschen Volkes forderte, trattiert hältnisses zum Reiche eine nicht unerhebliche Schmälerung man jetzt die„ Bolengefahr"; mur baut man zur Abwechseling erleiden. nicht mit nationalem Bombast, sondern zerschmettert mit Die Thronrede bedeutet die völlige Unterwerfung des Ministeriums großen Worten. An den knapp drei Millionen Bolen in Bülow unter den Willen der Agrarkonservativen. Was zuerst von Preußen läßt die Regierung des Grafen Bülow ihren lleberfluß an linksstehenden Organen als Vermutung ausgesprochen, später von heroischen Bedürfnissen aus. Der Mann mit der eventuell" harten konservativen Blättern leise angedeutet und darauf offiziös versichert Sand fündigt den Polen den Kampf bis aufs Meffer an. wurde, ist zur Wahrheit geworden. Die Kanalvorlage, die drei Die Polenpolitik Miquels hat jämmerlich Fiasko gemacht. Graf Jahre lang der inneren Politik Preußens den Stempel aufgedrückt Bülow will fie trotzdem fortsetzen. Die Folgen dieser Gewaltpolitit hat, ist von der Bildfläche verschwunden. Die Regierung erachtet zwar werden sich bald zeigen. Wie es dem Fürsten Bismarck nicht gedie Ausgestaltung unsrer wasserwirtschaftlichen Verhältnisse im lungen ist, durch Ausnahmegeseße die Socialdemokratie zu unterInteresse der Landeskultur und des Verkehrs fortdauernd als ein brüden, so wird auch Graf Bülow im Stampfe gegen die Polen sich dringendes Bedürfnis für alle Teile des Vaterlandes, aber sie wagt Niederlagen auf Niederlagen zuziehen. Und eines Tages, wenn die es nicht, die Konsequenz aus dieser Ueberzeugung zu ziehen. Graf witige Germanisierung die Polonisierung des Oftens gewaltig Bülow weicht als tapferer Held mutig zurück und wird dem Land- gefördert hat, dann wird eine fünftige Thronrede genau wie beim tage erst seiner Beit" eine neue Borlage unterbreiten. Wann Stanal teine stolzen Ankündigungen und gewaltige Drohungen das sein wird, darüber kann man sich keinen Zweifeln mehr hin- mehr enthalten, sondern man wird still versichern, die Regierung hoffe geben. In dieser und der nächsten Session sicherlich nicht, seiner Beit" bestimmt die Germanisierung des Ostens durchund ob die Vorlage nach den Neuwahlen wieder erscheinen führen zu können. wird, ist zum mindesten zweifelhaft. So endet denn die große Aktion, die die Regierung ins Wert gesetzt hat, eine Aktion, für die sich der König wiederholt aufs wärmste ins Beug gelegt hat, mit einem kläglichen Rückzug. Diefelbe Regierung, die vor drei Jahren zu dem verfassungswidrigen Mittel der Beamten maßregelungen gegriffen hat, dieselbe Regierung, die noch vor einem Jahre den Kanalrebellen drohend die Folgen ihrer Abstimmung vor Augen führte, hat sich nun unterworfen und vor den Limburg und Genoffen tapituliert. Die Junkerrevolte hat mit dem völligen Sieg geendigt. Wenn gleichwohl Einnahmen und Ausgaben ohne Rückgriff auf den Staatskredit das Gleichgewicht halten, so ist dies wesentlich dem Umstande zu verdanken, daß durch eine reichliche Bemessung des Extra- Ordinariums in den letzten Jahren eine Reserve für minder günstige Zeiten gewonnen ist. Es ist daher möglich gewesen, nicht nur für die regelmäßig notEs ist daher möglich gewesen, nicht nur für die regelmäßig note wendigen Ausgabeſteigerungen die erforderlichen Mitel verfügbar zu machen, sondern auch auf den verschiedensten Gebieten der Staatsverwaltung neuen Ausgaben gerecht zu werden. Zur Verbesserung der Wohnungsverhältnisse der in staatlichen Betrieben beschäftigten Arbeiter und der gering befoldeten Beamten sind zu wiederholten Malen mit Ihrer Zu stimmung staatliche Mittel bereit gestellt worden. Da ein Fort schreiten auf diesem Wege im Interesse der staatlichen Arbeiter und Beamten dringend erwünscht ist, wird Ihnen alsbald ein Gesetzentwurf vorgelegt werden, in dem höhere Mittel als bisher gleich unter Ausdehnung des Kreises der zu Berück= sichtigenden von Ihnen erbeten werden. 811 An der im Vorjahre angekündigten Absicht, die bisherige Dotation der Provinzialverbände burch Ueberweisung weiterer Staatsrenten zu erhöhen, hält die Staatsregierung ungeachtet der ungünstigeren Gestaltung der Finanzlage fest. Die erhebliche Steigerung der Armen- und Wegelasten läßt namentlich in den wirtschaftlich schwächeren Provinzen und den zugehörigen engeren Kommunalverbänden eine wirksame Erleichterung Durch den Staat geboten erscheinen. Ein entsprechender Gesetzentwurf wird Ihnen unverzüglich zugehen. Infolge der allgemeinen wirtschaftlichen Lage sind die Betriebsleistungen und hiermit die Betriebseinnahmen der Staatseisenbahnen " 黃 Sonst bietet die Thronrede nichts Wesentliches. Die Regierung hat sich auch in der Vorlage betr. die Bildung eines Obera präsidiums für Berlin dem Willen der Konservativen ge fügt. Wir sind die letzten, die dieser in der vorigen Session nicht verabschiedeten Vorlage eine Thräne nachweinen, aber für die Nes gierung ist es charakteristisch, daß sie in ihrer Ohnmacht von einem neuen Versuch von vornherein Abstand nimmt, weil die Konser vativen von diesem Gesetz nichts wissen wollen. Dies feiner Zeit" ist in der That das glücklichste Wort, Die angekündigten Gefeßentwürfe zur Verbesserung der das man zur Kennzeichnung der wirklichen Machtverhältnisse in Wohnungsverhältnisse der in staatlichen Betrieben bePreußen erdenken kann. Am 11. August 1899 erklärte der Kaiser schäftigten Arbeiter und gering besoldeten Beamten sowie betr. die zurückgegangen. Wenn dementsprechend auch der Betriebsaufwand in Dortmund, er und seine Regierung feien ,, feft und unerschütter- Umlegung von Grundstücken in Frankfurt a. M., die sogenannte einzuschränken ist, so wird die Eisenbahnverwaltung dennoch durch lich entschloffen", den Mittellandkanal zu bauen und zur Durch Ley Adices, sind in der vorigen Seffion nicht verabschiedet und Erhöhung der Bauthätigteit vermehrte Arbeitsführung gelegenheit geben und die Gewerbethätigkeit im Lande durchführung zu bringen. Der Kanal sei absolut notwendig". werden von neuem eingebracht. Von einer Wohnungsreform größeren einem Willen ge- Stils will die Regierung nichts wissen, fie giebt sich der Hoffnung Buweifung umfangreicher Aufträge nach Möglichkeit unterstützen. Er sprach von dem starten, geeinten, Die Staatsregierung hofft hierdurch zur Ueberwindung der gegen- horchenden Reich" und diese Macht soll auch für das hin, mit kleinen Mitteln dem Wohnungselend steuern zu können, und wärtigen wirtschaftlichen Schwierigkeiten beizutragen. große Werk mit voller Wucht eingesetzt werden, ist anscheinend stolz darauf, in Bezug auf die Wohnungsfürsorge dafür werde ich stehen!" Der Landtag werde ihn hoffentlich in sich bon allen übrigen Kulturländern übertrumpfen die Lage versetzen noch in diesem Jahre" dem Lande den lassen. Auch die angekündigte Kleinbahn Vorlage ist Segen dieses Kanals zu Nutze werden zu lassen. feine Ueberraschung, da in der vorigen Session ein solches Gesetz gleichfalls nicht zu stande fam. Die Erweiterung des Staatseisenbahnnezes und die Unterstützung des Baues von Kleinbahnen im Lande wird die Bewilligung erheblicher Mittel erfordern. Die Regierung Seiner Majestät des Königs erachtet die Ausgestaltung unsrer wasserwirtschaftlichen Verhältnisse fm Jnteresse der Landeskultur und des Verkehrs fortdauernd als ein dringendes Bedürfnis für alle Teile des Vaterlandes. Sie wird Ihnen feiner Zeit " " zu Die ungünstigen wirtschaftlichen Verhältnisse, auf die die Thronrede hinweist, und die ungünstige Gestaltung des finanziellen Verhältnisses zum Reiche werden natürlich die Freunde der den Landtag beherrschenden Parteien nicht abhalten, im Reichstage Millioneu und Abermillionen für unproduktive Zwecke zu bewilligen. Um so sparsamer wird man in Preußen bei der Erfüllung von Stulturaufgaben sein. Am selbigen Tag forderte Wilhelm II., daß die Kanalgegner die eignen Wünsche und Aspirationen dem Wohle des gesamten Staates unterordnen. Und als nach einer musterhaften Obstruktion der Konfervativen, die Herr v. Bedliß, der Untergebene des Finanzministers, in der Presse der Vorwärts" hat das urkundlich nach gewiesen und im Parlament leitete, der Kanal gefallen und der eine neue Vorlage uuterbreiten. Landtag geschlossen wurde, da bedauerte Fürst Hohenlohe aufs Der Gesezentwurf betreffend die Heranziehung gewerblicher tiefste das Scheitern des Unternehmens, erklärte, daß die ReUnternehmungen zu Vorausleistungen für den gierung des Königs unverbrüchlich an dem großen Werke festhalte So verspricht denn die bevorstehende Session, abgesehen von Wegeban und daß sie das Zustandekommen des Entwurfes bereits in der einigen Polendebatten, recht öde zu verlaufen. Die Arbeiten in nächsten Session erwarte. Preußen werden den Grafen Bülow nicht allzusehr in Anspruch nehmen, so daß er seine ganze, durch die Kanalvorlage für die Resignation geübte Kraft dem Zustandekommen des Wuchertarifes widmen fann. von neuem unterbreitet werden. # tonnte wegen des Schluffes des Landtages im vorigen Jahre nicht mehr vorgelegt werden; er soll alsbald an Sie gelangen. Als dann vor genau einem Jahre die Thronrede den erweiterten Die Gesetzesvorlage betreffend die Umlegung von Grund: stücken in Frankfurt a. M., welche die Linderung der Wohnungs- Kanalplan ankündigte, sprach sie nur noch bescheidentlich die Hoffnot durch Schaffung von Baugelände bezweckt, wird Ihrer Entschließung nung aus, daß die Vorlage die Zustimmung des Landtags finden werde. Graf Bülow fügte in seiner allgemeinen Erklärung hinzu, Die durch die wiederholten Witterungsunbilden hervorgerufene daß die Regierung Seiner Majestät des Königs ein pofitives ErIn der Thronrede wird die Frage, ob dieser oder jener Die tonservative Obstruktion schwierige Lage der Landwirtschaft gebnis mit Zuversicht" erwarte. in den öftlichen Landesteilen, namentlich in den hart betroffenen begann troß dieser Zuversicht sofort wieder ihr Werk- und Graf Herr im Ministerium fige, als gänzlich unwichtig behandelt. Provinzen Posen und Westpreußen, haben das landesväterliche Herz Bülow schickte das Haus plöglich nach Hause, ohne die logische Kon- it feinem Worte wird die seit dem Sessions. schluß erfolgte Umbildung des Ministeriums er Seiner Majestät des Königs mit Sorge und tiefer Teilnahme erfüllt. fequenz einer Auflösung zu wagen. Die Staatsregierung hat die zur Erhaltung zahlreicher, insbesondere Jetzt verschwindet das„ absolut notwendige" große Kulturwert wähnt, obwohl man das in konservativen Streisen bestimmt fleinerer Landwirte im Befiz- und Nahrungsstande notwendigen in einem verlegenen Zwischensaz. Der Kanal wird seiner Zeit" erwartet hatte. Selbst des Todes Miquels wird nicht gedacht, der Maßregeln in Voraussetzung Ihrer Zustimmung ungefäumt zur tommen. Gewiß, die Prophezeiung wird sich erfüllen. Wenn die doch eben noch als Allmächtiger Preußens bewundert und gefürchtet Durchführung gebracht. Socialdemokratie die politische Macht erobert hat, wird sie den Kanal worden ist. Bergänglich ist der Ruhm der Großen dieser preußischen Die neuere Entwicklung der Rechtswissenschaft hat namentlich seit dem Inkrafttreten des Bürgerlichen Gesetzbuches eine Erweites bauen, den durchzusetzen Könige und Minister, Industrielle und Erde. Graf Bülow mag in diesem gleichgültigen Schweigen und rung und Bertiefung des Rechtsstudiums zur Folge gehabt, Finanzherrscher vergeblich sich mühten, weil die preußischen schnellen Vergessen die Zukunft seiner eignen ministeriellen Herrlichfür welche der dieſem bisher zugemessene dreijährige Beitraum nicht Junker nicht wollten. Ueber ein kleines Weilchen verden fich nur noch die mit mehr ausreicht. Eine Vorlage, welche dem Bedürfnisse nach einer Daß gerade in diesem Jahre die preußische Regierung auf die Wiedereinbringung der Vorlage Verzicht leistet, ist um so fläglicher, ganz besonders gutem Gedächtnis Begabten an den Grafen Billow unter gleichzeitiger Abkürzung des juristischen Vorbereitungsdienstes als gerade in der Zeit des wirtschaftlichen, Nieder erinnern, der Politit redete damals seiner Zeit... Rechnung trägt, wird den Gegenstand ihrer Beschlußfaffung bilden. gangs die Kanalvorlage ein vorzügliches Mittel wäre, reichliche Hieran anschließend wird auch die Vorbereitung für den höheren Ver- Arbeitsgelegenheit zu schaffen. Heute wäre der Kanal in der That waltungsdienst eine andere Regelung erfahren. schon aus diesem Grunde abfolut notwendig". Aber die Regierung Verlängerung dee Studiendauer teit erblicken. Politische Nebericht. Berlin, den 8. Januar. Besuch werde wahrscheinlich Ende Januar oder Anfang Februar Igericht vertreten wurde:„ Der Angeklagte zeigt in förperlicher Hin stattfinden, zur Teilnahme an der Gedächtnisfeier anläßlich des ficht zahlreiche Abnormitäten, die auf Degeneration schließen lassen. Jahrestages des Todes der Königin Victoria. Der zweite Besuch In geistiger Beziehung leidet er besonders unter dem Einfluß Der Etat. soll zur Teilnahme an der Feier der Krönung König Eduards er- des Alkohols an Geistesschwäche, so daß er dann Handlungen folgen. begeht, die unerklärlich erscheinen. In sittlicher Beziehung ist er Nichts außer dem Brotwucher vermag jezt die Mehrheitsparteien Vielleicht wird es bei dieser Gelegenheit möglich sein, das äußerst rückständig und ohne jegliche Moralbegriffe, so daß er als des Reichstags zu fesseln. Die beginnende Etatsberatung, in der etwaige Mißbehagen des Herrn Chamberlain ob der Erklärungen moralischer Irrer" bezeichnet werden muß. die Gesamtheit der allgemeinen Reichspolitik vor dem Forum der des Grafen Bülow im Reichstage zu beheben und den britischen kommiſſion iſt deshalb zu dem Resultat gekommen, daß M. uns Volksvertretung beurteilt werden soll, fand am Mittwoch ein leeres Kolonienminister durch einen Schwarzen Adlerorden zu trösten. zurechnungsfähig ist und für seine Thaten straf= Haus. Auch die Tribünen waren nur spärlich besetzt und nur an den Regierungstischen hatte sich in erheblicher Zahl das civile und versammlung der Bündler in Breslau teilte nach der„ Schlej. Ztg." achten imponierte aber dem Kriegsgerichtsrat, der die tann." Kaiser Wilhelm und die Agrarier. In einer Provinzial- rechtlich nicht verantwortlich gemacht werben Dieses unzweideutige und eingehend begründete Gutmilitärische Ministergefolge eingestellt, sich der zu erwartenden An- Freiherr v. 2o en mit, er werde von Sr. Majestät nach Anklage vertrat, und auch dem Kriegsgericht gar nicht. griffe aus dem Hause zu erwehren; darunter erregte Aufmerksamkeit Amerita entsendet, um die dortige Landwirt insbesondere Matthias v. Köller, Specialist für die Germani- fchaft und ihre Nebenzweige zu studieren". Herr Lombrosos, meinte: Der Angeklagte sei zweifellos zurechnungsfähig. Germani- schaft Der Herr Rat, der erklärte, er ſei kein Anhänger der Schule fierning nichtdeutscher Nationalitäten, der seit den Zeiten des v. Loen verabschiedete sich mit einem Hoch auf den„ Bund". Umsturzgesetzes im Reichstag nicht gesehen war und nun wohl Es ist zu vermuten, daß der Kaiser den Agrarier durch ein mir müsse er in eine feste Zucht genommen werden, und das aus Straßburg herbeigecilt ist, um im Spahn- Streit sein fach- Studium der amerikanischen Verhältnisse von der Unsinnigkeit der geschehe am besten, wenn er in die zweite Klasse des Soldatenstandes versetzt werde. Daneben möge das Kriegsgericht auf sechs bündlerischen Zollpolitit überzeugen will. Hoffentlich kehrt Herr Monate Gefängnis erkennen. Das Kriegsgericht that, wie beantragt, männisches Urteil zu bekunden. Auch den Ministerialdirektor v. Loen nach gründlichem Studium zur rechten Zeit zurück, um seinen Althoff fah man, gestärkt vom Schmoller- Liebesmahl und bereit, Freunden in der Zolltarif- Kommission von den Ergebnissen seiner und rechnete 3 Monate der von M. verbüßten Untersuchungshaft auf die Strafe an. Amerikareise zu berichten. die Freiheit der Universitäten zu feiern. stellen will. = Die übliche Einleitung in die Etatsdebatten erstattete des v. Reiches Schatzfefretär in üblicher Art. Freiherr v. Thielmann Donnerstag stattfindenden ersten Sigung nur über die geschäftliche Die Zolltarif- Kommiffion des Reichstage wird in ihrer Militärjuftiz. hat zwar die Reichsfinanzen aus ihrem Gleichgewicht geworfen, aber Behandlung der Vorlage beraten. Der Vorsitzende der Kommission. Angriffs begangen im Felde stand am Dienstag der Wegen Gehorsamsverweigerung und thätlichen die Zerrüttung der Reichsfinanzen störte nicht das Gleichgewicht des Abg. v. Kardorff, beabsichtigt dem Vernehmen nach zunächst eine Pionier Joseph Emde vom ostasiatischen Pionier Schatzsekretärs, der vom heillosen Jammer der Reichskasse in der Entscheidung darüber herbeizuführen, ob zuerst das Zolltarif- Gesez, Bataillon vor dem Kriegsgericht der I. Garde- Infanteriegleichen Erregungslosigkeit des Zahlenmannes berichtete, wie er in das die allgemeinen zolltechnischen Bestimmungen enthält, oder der Division in Berlin. Der Thatbestand war folgender: Am 6. August sonstigen Jahren von ihrem glänzenden Stande berichtet hatte. Der Bolltarif selbst mit seinen annähernd tausend Pofitionen in Angriff v. J. lag die Kompagnie des Angeklagten zur Rückkehr in die Heimat Verwalter des Reichsvermögens mußte bekennen, daß die Finanz- genommen werden soll. Die Linke dürfte aber darauf bestehen, daß bereit in Toufen. Der Angeklagte und 2 Kameraden beschlossen, sich noch fituation höchst unerfreulich sei. Er beklagte die Schwierigkeiten, cine allgemeine Generaldebatte stattfindet. einen lustigen Tag zu machen und gingen gemeinsam aus. Die drei die den Bundesstaaten aus dem Geldmangel des Reiches ers Staatsmittel für die Leutenot. Im preußischen Herren Pioniere franken in verhältnismäßig furzer Zeit zwei Flaschen wachsen, und erklärte die außerordentliche Zuschußanleihe, die hause hat Graf Schlieben mit Interstigung verschiedener Cognac, dann trennte fich E. von seinen Kameraden und zechte mit es war, das Etatsgesetz für laufende Ausgaben fordert, als under- Mitglieder eine Interpellation gestellt, dahingehend, ob es der taumelte der Angeklagte fallend und über und über beschmutzt nach meidliche Notwendigkeit. Auch für die Zukunft vermochte er Staatsregierung bekannt sei, daß seitens vieler Arbeiterfamilien ein seiner Barade. Mit Mühe und Not brachten ihn seine Kameraden nichts Gutes vorherzusagen und, da er an Ersparnisse in den Zuzug von Osten nach Westen stattfindet, dieselben sich aber zurück zu seinem Strohlager. Dort lag Stopf an Stopf mit ihn der Militär- oder Marineaufwendungen nicht denken darf, so beschloß er wünschen, aus Mangel an Mitteln dies aber unterlassen mußten. Unteroffizier Senfenbrenner. Dieser fürchtete, daß durch Emde sein die melancholische Finanzklage mit der nun unverhüllten Ankündigung und ob die Staatsregierung die dazu nötigen Mittel in Bereitschaft Lager beschmutzt werden würde und forderte den Pionier auf, sich zu der Besteuerung von Bier und Tabak. erheben. Dieser aber wurde dadurch gänzlich rabiat; er schimpfte Als erster Redner aus dem Hause sprach der konservative Vice- Als wir vor einiger Zeit die Aufwendung öffentlicher Mittel für und schlug um sich und hörte auf kein Bureden. Als der dienstpräsident des Hauses, Graf v. Stolberg, bei dem sich Graf die Arbeiter- Unterstützungskassen forderten, da erklärte man das Wache zu folgen, riß sich derselbe los und vergriff sich an dem Vorthuende Unteroffizier Georgi den Trunkenen aufforderte, ihm zur Bülow die Anfrage über den Chamberlain: Vorfall bestellt allgemein für unmöglich. Hier fordert ein edler Graf Staatsmittel, gefeßten. Er wurde schließlich gefesselt und in eine chinesische Lehm hatte. Der konservative Redner erklärte sich, wie sich versteht, um die den oſtelbischen Zuständen Entronnenen wieder nach dem hätte gesperrt. Am andren Morgen war Emde höchst verwundert, freudig bereit zur Bewilligung neuer Steuern, denn die Mehr- Paradies der Junker zurückzuschaffen. als er hörte, daß er sich arg vergangen habe und arretiert sei. einnahmen aus dem neuen Zolltarif will er„ für den Fall, daß Wenn der Regierung bekannt sein sollte, daß in der westlichen Die geladenen Zeugen befundeten, Emde sei so stark be derfelbe überhaupt zu stande kommt", wie Graf Stolberg in einer Industrie beschäftigte Familien sich nach dem Osten zurückwünschen, truufen gewesen, daß er sie in diesem Zustande nicht Wendung zur Socialdemokratie meinte nach dem jesuitischen so ist es ihr sicher in weit zahlreicheren Fällen bekannt geworden, geklagten das Bewußtsein, Vorgesetzte vor sich zu haben, völlig wiedererkannt habe. Ihrer Ansicht nach habe dent Ana Centrumsvorschlage socialpolitischen Zwecken weihen. Mit der daß die Landarbeiter- Familien sich aus dem Osten hinwegwünschen, gefehlt. Stameraden des Angeklagten erzählten, er wäre wie cin übrigen Politik der Reichsregierung, der inneren und aus- aus Mangel an Mitteln es aber unterlassen müffen. Wenn man Stiid Vieh gewesen. Der Vertreter der Anklage, Kriegsgerichtsrat wärtigen, ist Graf Stolberg gleichfalls Stolberg gleichfalls allenthalten einDr. Ullmann war der Ansicht, daß dem Angeklagten nicht der Schutz verstanden; er widerlegte den letzten Zweifel des Grafen Bülow des§ 51 zugebilligt werden könne, da sinnlose Trunkenheit nicht an seiner hervorragenden Befähigung zum Leiter des Reiches. nachgewiefen fei. Da am 6. August vorigen Jahres das oftDie Aufmerksamkeit des Hauses erreichte Graf Stolberg erst, als er asiatische Pionier- Bataillon noch nicht demobilisiert gewesen, so die Chamberlain- Anfrage stellte. Herr Hasse, der seit vielen hätte der Angeklagte noch miter dem Kriegsgesetze gestanden. Wochen von alldeutscher Haupt- und Staatsrede Geschwollene, mußte Sein Strafantrag laute auf zehn Jahre und drei Monate erleben, daß der konservative Leisegänger seine eigenste Sache stahl Gefängnis. Der Gerichtshof trat, bevor der Verteidiger, Oberund in staatsmännischer Milde die Meinung der Regierung zur Belieutenant Bohlmann vom Garde- Pionier- Bataillon das Wort ergriff, noch einmal in die Beweisaufnahme, um den Grad der leidigung des deutschen Heeres durch den englischen Minister forderte. Trunkenheit festzustellen. Der Verteidiger machte dann geltend, daß Herr Hasse hätte das ganz anders gemacht. die Führung des Angeklagten nicht nach der Zahl seiner DisciplinarFür den Grafen Bülow war die Chamberlain- Angelegenheit Bestrafungen in China zu bemessen sei. Unter Berufung der Aus die erste Schwierigkeit seit seiner Kanzlerschaft. Für den Kanzler, fagen zweier Offiziere jener Compagnie erklärte er, daß kein dem Politik ein Theaterspiel gilt, als dessen erster Spieler er sich Mann von der ganzen zweiten Compagnie der oftafiatischen fühlt, der tändelnd durch Blut und Leichen, über Kultur und Sittlich Pioniere vom Feldwebel abwärts abwärts unbestraft geblieben feit schreitet, für diesen geschmeidigen Günstling des Hofes war es Der englische Boykott deutscher Fabrikanten. In einer in set; solch' strenges Regiment wäre vorherrschend gewesen! Der fein geringes, in den nicht geringen Gegensätzen zwischen der später Nachtstunde eingelaufenen Depesche in unsrer gestrigen Nummer Verteidiger war der Ansicht, daß der Angeklagte simlos betrunken Volksstimmung und der Hofstimmung das ihm unschädliche Wort wurde behauptet, daß der in einer politischen Notiz der gleichen gewesen sei und plädierte dieserhalb auf Freisprechung. Der Ge Nummer reproduzierte Brief Hamiltons eine My stifitation sei. richtshof fam zu der Ansicht, daß sich der thätliche Angriff nur zu finden. Graf Bülow mußte sich entschließen, mit einiger Auch nach einer der„ Boſſ. Ztg." zugegangenen Witteilung soll der als widerseyung charakterisiere und verurteilte den faffungslos Schärfe den Minister des Staates zurückzuweisen, mit dessen König- Brief in der veröffentlichten Form apokryph sein. Dagegen wird weinenden Angeklagten wegen Gehorsamsverweigerung tum, mit dessen Aristokratie, mit dessen Feldherrn der deutsche zugegeben, daß die in Frage stehenden Thatsachen unzweifel- und Widerjeyung, begangen im Felde zu 2 Jahren und Kaiser in intimister Freundschaft und Ordenshuld verbunden ist. Als haft wahr seien: seit mehreren Monaten würden die Aufträge 6 Monaten Gefängnis unter Anrechnung von 5 Monaten UnterGraf Bülow seine Worte gegen Chamberlain richten mußte, zeigte er der englischen und folonialen Regierungen nicht mehr nach suchungshaft. nichts von jener seichten Jovialität, die seine höchste politische Eigen- Deutschland vergeben, und zwar wegen der Verstimmung, schaft ist, schwer und gequält brachte er dies späte Opfer an die Ente die Deutschlands Haltung in England hervorgerufen habe. rüstung im Bolte, von der Graf Stolberg gesprochen hatte. Erst schafter gerichtete dringende Bitte, doch ja sein Amt im verföhnlichen stattfindende Verhandlung der Gumbinner Tragödie dürfte einen er: Die vom Hamburger Kommerz an den neuen Londoner Bot- Die am Sonnabend vor dem Reichs- Militärgericht nach dieser fauren Leiſtung aufatmend, durfte er nun in einigen Sinne auszuüben, ist wahrscheinlich ein Ergebnis des englischen heblichen Umfang annehmen, wenn es zur Verlesung des Erkennt matten Scherzen vom Dreibund plaudern. Doch brachte der Abschluß Boykotts. dieser Plauderei die politisch auffällige Bemerkung, daß der Dreibund niffes des Ober- Kriegsgerichts tommen sollte. Letzteres füllt einen dicken Aftenband aus. derartige Reisewünsche der Landproletarier also durch Staatshilfe zu erfüllen beabsichtigt, so muß man nicht bloß Gelder für die Rück tehr nach dem Osten, sondern auch für den Wegzug aus dem Often flüssig machen. Uebrigens wollen ja die Agrarier selbst die in der Industrie durch die Socialdemokraten infizierten Landarbeiter nicht wieder zurückhaben. Mit der Herrenhäusler- Interpellation ist die Notwendigkeit, durch Aufwendung allgemeiner Mittel die Arbeitslosigkeit zu mildern, principiell anerkannt worden. Man hat also kein Recht mehr, principiell unsre Forderung zu verwerfen, daß Neich, Staat und Gemeinde den Arbeiterorganisationen helfen, ihre arbeitslosen Mitglieder über Wasser zu halten. heute nicht mehr eine absolute Notwendigkeit, aber Polen- Interpellation. Im Abgeordnetenhause haben doch von großer Wichtigkeit sei. Eine so niedere Bewertung hat die Nationalliberalen im Anschluß an die Erklärungen in der Dreibund bisher noch niemals im amtlichen Deutschland ge- der Thronrede eine Interpellation über die Polenpolitik eingebracht. funden. nach CL verKrosigk Prozek. Den Gerichtshof bilden: Generalmajor v. Kaltenborn- Stachan ( Borfigender), Senatspräsident Professor Dr. Weiffenbach( Verhandlungsleiter), die Majore v. Arnim, v. Heineccius und v. Trotha ( militärische Beisitzende) und die Reichs- Militärgerichtsräte Meng und Twele( juristische Beisiger). Der Angeklagte Marten wird durch den Rechtsanwalt Dr. v. Simson, der Angeklagte Hickel durch den Rechtsanwalt Bieber verteidigt werden. Während noch diese Dreibundsbemerkung des Reichstanzlers im Wieder ein Kriegsgericht, das sich über ärztliche SachHause lebhaft diskutiert wurde, begann unser Parteigenosse verständigen Gutachten hinwegsetzt. Man schreibt uns aus Südekum, Abgeordneter für Nürnberg, seine Rede, in welcher Hamburg: Es machte feiner Zeit großes Aufsehen, als das Oberder gewandte Redner zum erstenmal sich an der größeren Aufgabe friegsgericht in dem Mörchinger Fall des Oberlieutenants einer Etatsbetrachtung versuchte. Südekum setzte ein mit einer Kritit Rüger entgegen den Gutachten der ärztlichen Sachverständigen den Angeklagten für zurechnungsfähig und für strafrechtlich für seine Als neue Absonderlichkeit im Gumbinner Mordprozeß- Verfahren des Etats selbst, dessen weitaus vorwiegend militaristisch unkulturellen That verantwortlich erachtete und zu Strafe verurteilte. Wozu da erfährt die„ National- Zeitung", daß die Staatsanwaltschaft Charakter er kennzeichnete; er ging dann über zur Entrollung eines noch medizinische Sachverständige, wenn ein Kriegsgericht es auf selbst als Hauptgrund für die Revision des den Sergeanten Hickel umfassenden Gesamtbildes der wirtschaftlichen und politischen Situation jeden Fall besser weiß! Jetzt liegt ein zweiter gleicher Fall vor, der elbst als Hauptgrund für die Revision des den Sergeanten Hickel Deutschlands. Er gab eine fenntnisreiche Beurteilung der wirtschaft aber eigentlich noch frasser liegt, da ein bürgerliches Gericht freisprechenden Urteils neben zwei unbedeutenden Ausstellungen -die Ungesehlichkeit der Besetzung des lichen Krise, ihrer Ursachen, ihrer Korruptionssymptome in den Kreisen schon einmal die Frage der Zurechnungsfähigkeit verneint hatte. gegen das Verfahren der Finanzwelt, ihrer verheerenden Wirkungen auf die produktive Vor dem Kriegsgericht der 17. Division zu Altona Gerichts geltend gemacht! Dies ist im September geschehen; Bevölkerung, Er zeigte, wie die Regierung, insbesondere die sächsische, hatte sich dieser Tage der Musketier Johannes Mählmann, ein im August aber hatte dieselbe Staatsanwaltschaft von diesem undie also wirtschaftlich getroffene Arbeiterklasse durch Erschwerung des Bauernsohn aus York im Alten Lande a. d. Elbe, der seit Oktober 1900 gesetzlich besetzten Gerichte die Verurteilung der beiden Angeklagten Koalitionsrechts noch weiter schädige, und behandelte im zweiten Teil bei der 6. Compagnie des 75. Infanterie- Regiments in Bremen verlangt und die des einen auch erreicht! stand, wegen widerrechtlicher Entferming von seinem Truppenteil im Hat der Staatsanwalt, nachdem er die Ungesetzlichkeit erseiner Rede eine Reihe von besonders alarmierenden Vorkommnissen Rückfall zu verantworten. Der Angeklagte lag anfangs September famt hatte, nun auch Revision gegen die von dem ungefeßlich in der Politit, das Vorwalten des abfolutistischen Regiments, den Fall vorigen Jahres im Dorfe Wentorf in Holstein im Quartier, kneipte am zusammengefeßten Gerichtshof ausgesprochene VerFeilitzsch, die Berliner Spigelwirtschaft, die Ausgänge des Chinazuges. Abend des 7. September im Dorffruge mit mehreren Civilisten und urteilung des Marten angemeldet? Bisher ist nur bekannt geObschon nach unfrem Redner zwei Regierungsvertreter, der bayrische ging in der Angetrunkenheit nach der nächsten Bahnstation, worden, daß er die Freisprechung, nicht aber die Verurteilung General Endres und der Staatssekretär Tirpit, das Wort um seiner Heimat 311 fahren. Dort hielt er angefochten hat. Dieses verschiedene Berhalten bei gleicher Sachlage nahmen, vermochte der erstere nur eine Nebensächlichkeit zu berich- sich mehrere Tage auf, versteckte sich aber nicht, sondern ist sehr seltsam. Unseres Erachtens hatte der Staatsanwalt die bis sich ganz ungeniert umher, tigen, der zweite nur die Bestätigung einer angeblich irrigen Behaftet wurde. Dasselbe hatte er schon einmal gemacht, und er Pflicht, Revision auch im Fall Marten anzumelden. Hauptung unsres Redners zu geben. Die lleberfülle des socialwar deswegen mit zwei Monaten Gefängnis bestraft worden. demokratischen Anklagematerials blieb unwiderlegt und ist unwider- während der jetzt wieder gegen ihn geführten Voruntersuchung Niedermehelung Unschuldiger? Auf der Straferpedition, tauchten Bedenken an seiner zurechnungsfähigkeit auf. Eine Am Donnerstag wird die Debatte fortgesetzt; zunächst wird Kommission von Militärärzten wurde deshalb beauftragt, ihn zu Sufel in der Südsee wegen der Ermordung des deutschen Forschers welche der deutsche Kreuzer„ Cormoran" auf der St. Matthias= Abg. Ba ch em für das Centrum sprechen. untersuchen und zu beobachten. Die Kommission zog ein- Insel gehende Erkundigungen Erkundigungen über das Vorleben des Angeklagten Mende im letzten Sommer vornahm, find 81 Jusulaner getötet Und da ergaben sich dann allerhand interessante worden. Wie der Kölnischen Zeitung" aus Samoa ges Beide Häuser des Landtags hielten am Mittwoch kurze feits von einer Familie von notorischen Trinkern abstammte, einen recht großen Teil der Schuld an ihrer Er. Es wurde festgestellt, daß der Angeklagte väterlicher- fchrieben wird, stellte sich heraus, daß Mencke und seine Begleiter geschäftliche Sigungen ab. Die eigentlichen Arbeiten beginnen während in der Familie der Mutter eine ganze Anzahl Geistes- mordung trugen, nicht mir infolge ihrer unbegreifs erst am Donnerstag, und zwar wird im Abgeordnetenhause franke zu verzeichnen waren. Die Folgen einer solchen Abstammung lichen Sorglofigkeit, sondern weil sie die wenigen vorunmittelbar nach der Wahl des Präsidiums der Finanz- machten sich schon früh bei M. bemerkbar. Er war von frühestem handenen Kokospalmen rückhaltlos vernichtet hatten. minister den Etat einbringen, während das Herrenhaus, das Alter zu allerhand Roheiten und Brutalitäten geneigt, am Mittwoch bereits das bisherige Präsidium wiederwählte, fomite selbst durch die äußerste Strenge nicht davon ab äußerste Strenge nicht davon ab- Die Eingeborenen saben sich dadurch in ihren nicht weniger als drei Gesetze, darunter die Lex Adices, ab- gebracht werden. Als er herangewachsen war, hat er mehrfachlichen Rechten bedroht und töteten die Fremden, thun und außerdem noch eine Interpellation des Grafen feine Mutter bedroht und ihr unter Drohungen Geld abgepreßt. Er um ihr Eigentum vor weiteren Verlegungen zu schüßen. stahl Vieh, Korn usw. vom elterlichen Hofe, verkaufte es heimlich Wenn die Darstellung richtig ist, und die kolonialbegeisterte Schlieben betreffend die Förderung der Rückkehr von im Osten und verthat das Geld. Schließlich ist er vom Amtsgericht in Stade,„ Köln. 3tg." würde ja eine aus zweifelhafter Quelle stammenden einheimischen, seiner Zeit nach dem Westen ausgewanderten nachdem durch medizinische Sachverständige seine Unzurechnungs- Mitteilung schwerlich Raum gegeben haben, so hätten die Eingebornen Familien besprechen will. fähigkeit dargethan war, entmündigt worden. Auch während durch die Tötung der Eindringlinge, die ihr wertvollstes Eigentum seiner Dienstzeit hat er sich stets höchst merkwürdig benommen. Sein Handeln ließ stets jede Ueberlegung vermissen. Was seinem frivol zerstörten, nur einen Aft der Notwehr begangen. Die NiederThun folgen könnte, war ihm überall absolut gleichgültig. megelung von 81 Eingebornen müßte dann den Eingebornen nicht Kaiser Wilhelm beabsichtigt, wie der Berliner Berichterstatter Alle diese Thatsachen in Verbindung mit einer eingehenden Unter- als Att gerechter Sühne, sondern als unmenschliche Grausamkeit des„ Standard“ erfahren haben will, sich in nächster Zeit zwei- suchung und Beobachtung brachten das Aerztekollegium dann zu erscheinen. mal zum Besuch nach England zu begeben. Der erste folgendem Gutachten, das von einem Oberstabsarzt vor dem Kriegs- Das ist die Civilisation, die unsre Kolonialpolitiker verbreiten! legbar. Preußischer Landtag. * Deutsches Reich. ein. Dinge. und " natür Der Opfermut der Intellektuellen. " Ides alldeutschen Führers Wolf vorlag und zu der Beschluß-! Das denkbar beschämendste Zeugnis so schreibt man uns faffung gegen Wolf führte. Die Veröffentlichung erfolgt stellt die liberale Straßburger Post" dem Idealismus, dem offenbar, um die Wiederwahl Wolfs in Trautenau zu verhindern, Rechtsgefühl und der opferfrendigen Ueberzeugung des deutschen welche nunmehr allerdings ernstlich gefährdet erscheint. Aus dem Professorentums, wie überhaupt aller Angehörigen unirer Memorandum geht hervor, daß Wolf mit Frl. Tschau, der Tochter fogenannten„ Intelligenz" aus. Gegen die von der Naumannschen seines guten Freundes, ein Verhältnis einging, dessen Zeit" gebrachte Mitteilung, die Mehrheit der Straßburger Universitätsprofefforen sei entschlossen, die weitere Errichtung tatho- intime Beziehungen Folgen zu haben drohten. Wolf versprach dem lischer Lehrstühle an ihrer Hochschule mit sofortiger Amtsnieder- jungen Mädchen, um sie seinen Wünschen gefügig zu machen, an Tegung zu beantworten, führt sie unter andrem den folgenden Grund geblich die Ehe, sobald er die Scheidung von seiner damals ihm noch ins Feld: augetrauten Gattin herbeigeführt habe. Ehe dieses indessen ge„ Der Lehrkörper der Universität Straßburg zählt weit über schehen konnte, fand sich Fräulein Tschau in andren Umhundert Mitglieder, darunter an hundert ordentliche und außer- ständen, und nun überredete Wolf dieselbe, sich rasch ander= ordentliche Professoren, die emeritierten abgerechnet. Die Zeit" be- weit zu verheiraten. Dies führte zur Ehe mit hauptet, die große Mehrzahl davon, also etwa siebzig bis achtzig, werde bei weiterem Einschube streiken. Hat sich das Blatt denn nicht Wolfs eigenem Freunde, Dr. Seidl, ohne flar gemacht, daß das einfach eine wirtschaftliche Un= daß dieser die geringste Ahnung bon dem Verhältnis möglichkeit sein würde? Man nehme hundert Offiziere, seines Freundes zu Fräulein Tschau hatte. Wolf erbot sich, Beamte, Rechtsanwalte, Aerzte, Kaufleute, was Trauzeuge zu sein und später Tanfpate des ersten man will. Niemals werden von diesen hundert siebzig, ja auch Sprossen der Ehe zu werden. Fräulein Tschau indessen vermochte nicht einmal zwanzig oder dreißig in der wirtschaft- die Komödie nicht durchzuführen und gestand bald nach der Hochzeit lichen Lage sein, daß sie einfach auf ihr Amt oder ihre Stellung ihrem Gatten Dr. Seidl und den eignen Eltern die ganze Geverzichten tönnen! Bei den Professoren ist es nicht anders. schichte. Alles in allem genommen: Die Nachricht der Zeit" ist ein Der in seiner Ehre sich tief getränkt fühlende Ehe„ schlechter Wit", nichts weiter." Das heißt also auf gut Deutsch: die deutsche Intelligenz" läßt sich von oben herab alles bieten, wird alle Demütigungen ruhig einstecken, nur unt nicht materiell geschädigt zu werden. Wie hoch erhaben über dieser Selbsteinschägung der moralischen Qualitäten unsrer Bourgeoisie steht die deutsche Arbeiterschaft da, die in Tausenden von praktischen Fällen schon den Beweis dafür erbracht Angriff auf Recht oder Ehre eines Einzelnen oder der ganzen Klasse hat, daß ihr kein materielles Opfer zu groß ist, wenn es gilt, einen abzuwehren! Der Bourgeoisie aber ist es nicht zuzumuten, für ihre Ehre bon irdischem Gut zu opfern. Sie raisonnieren, aber sie ge= horchen! gatte, Der Boeren- Krieg. Die englischen Verlufte. für den Monat Dezember zeigt, daß die Totalsumme noch Die vom englischen Kriegsamt veröffentlichte Verlust liste größer ist als die im Monat November. Außerdem kommen noch 853 Gefangene dazu, von denen 369 am Weihnachtsmorgen fonmen überdies noch Listen der in dieser Schlacht Verwundeten von De Wet bei Tweefontein überrascht wurden. Tagtäglich aber herein, die in der angegebenen Zahl nicht inbegriffen sind. Offiziere Mannschaften Getötet oder an Wunden gestorben Verwundet Vermißte und Gefangene 18 49 6 Total 73 145 421 253 819 Dazu kommen ferner noch Todesfälle infolge von Krankheiten: 351, und infolge von Unglücksfällen: 42. Außerdem wurden 1400 als Invaliden während des Monats nach Hause gesandt. in Südafrika um 83 736 Mann reduziert worden und die gesamten Bis zum Ende des Jahres 1901 ist die gesamte englische Macht Verluste während des Krieges betragen 24 299 Mann. Die englischen Blockhäuser. Dr. Seidl, schrieb nun an Wolf einen beleidigenden damschen Courant" zufolge von ihrem Bruder, der in Südafrika Eine in Vlissingen wohnende Dame hat dem„ Nieuwe RotterBrief und forderte Genugthnung. Wolf antwortete, indem er unter den Engländern dient, folgendes Schreiben erhalten: Dr. Seidl bat, Schweigen zu bewahren, und als dieser das ablehnte, Denke ja nicht, daß wir, die wir in den Blockhäusern dem folgte die bekannte Herausforderung zum Duell. Das liberale Bewachungsdienste obliegen, es besser haben, als die Feldtruppen. Trautenauer Wochenblatt" fordert Wolf auf, wenn irgend eine Einzel- Häufig kommt es vor, daß wir den ganzen Tag über nichts zu heit dieser seiner Veröffentlichung unrichtig sei, das Verdikt eines essen bekommen und was wir dann noch erhalten, ist manchmal unpolitischen Ehrengerichts zu provozieren und dem Herausgeber genießbar. Die Fouragierung wird durch Panzerzüge bewert Wahrheit dieser Darstellung nicht zeifeln könnten. seine Zengen zu senden, da sonst selbst die Freunde Wolfs an der stelligt; aus diesen wird vor jedes Blockhaus der nötige Proviant hingeworfen, worauf wir, untereinem Sugelregen seitens der Boeren, die Packen mit langen haten über die Pallisaden ziehen. Schon manchen von uns hat bei dieser gefährlichen Arbeit die tödliche Kugel getroffen." Verschiffung Boerengefangener. Schweden. weitere 750 kommen heute an. Dieselben werden sämtlich nach 300 Boerengefangene sind gestern in Durban eingetroffen, St. Helena transportiert werden. Verstaatlichung der Telephoubetriebe in Schweden. Die schwedische Telegraphendirektion hat der Regierung den Vorschlag Fastnacht in China, das ist die allerneneste Errungenschaft unterbreitet, einen mit den„ Allgemeinen Telephongeſellſchaften" und bes Hunnenfeldzuges. Im Kaisersaal der Düsseldorfer Ton- mit der„ Balltelephongesellschaft" vereinbarten Staufvertrag zu gehalle hatte, wie man uns von dort berichtet, einer der dortigen nehmigen, wonach das Telephonnez dieser Gesellschaften in Stockholm feineren" Karnevalsvereine eine Sigung veranstaltet, welcher auch gegen eine Kaufsumme von 8 571 680 Str., das Telephonnez in der Hauptmann von Reißenstein und der Oberlieutenant Provinz für 2 068 903 r. und die Gebäude der erstgenannten Rosenbaum als Narren beiwohnten. Obernarre Herchenbach be- Gesellschaft in Stockholm für 954 477 Kr. in den Besitz des Staates Aus Industrie und Handel. grüßte die erst jüngst aus China zurückgekehrten Offiziere- die übergehen sollen. Der Staat soll den Betrieb am 1. Januar Düsseldorfer Fastnachtsjacken rutschen in ekelhafter Weise vor jeder 1903 übernehmen. In der Staatsratssitzung am Sonnabend wurde Ueber Kinderarbeit in der Spielwaren- Industrie bringt der Uniform auf dem Bauche müge und heftete ihnen einen Papierorden an die Heldenbrust. und des dänischen Telegraphenvejens über den Kaufvertrag einzu- tante Borentwurf eines Gesetzes zur Beschränkung der Kinderarbeit und dekorierte sie dann mit Narren- beschlossen, zunächst die Gutachten der Direktoren des norwegischen soeben erschienene Jahresbericht der Handels- und Gewerbetammer Sonneberg bemerkenswerte Mitteilungen. Der bes Hauptmann v. Reigenstein hielt daim eine schneidige Rede und erholen. zählte, daß die deutschen Offiziere den Fastnacht Die Allgemeinen Telephongesellschaften" haben ihren Aktionären war im vergangenen Jahre auch dieser Handelskammer zur Beguts in Peking eingeführt hätten. Sie hätten dort sogar mitgeteilt, daß die Gesellschaft sich, auch wenn der Verkauf zu stande achtung vorgelegt worden. Die Ermittelungen, die auf ihre Vers einen großen Maskenzug veranstaltet, dessen Spize 12 bayrische tommt, nicht auflösen wird, da große Bestellungen auf Telephon- anlassung der Kreisschulinspektur austellte, ergaben, daß die SpielKamele, d. h. 12 Kamele, die den Bayern gehörten, bildeten anlagen in Rußland vorliegen, so daß der Bestand der Gesellschaft warenindustrie, die in diesem Bezirk tonangebend ist, die KinderAuch die andern Nationen, namentlich die Italiener, hätten sich so noch auf längere Zeit gesichert ist. hände in einem Maße in die gewerbliche Arbeit hineinzog, gründlich an diesem Karneval beteiligt, daß es 6 1hr morgens wie dies kaum in irgend welcher andren Industrie der Fall ist. Bon geworden wäre. 12 076 Schulkindern des Bezirks waren 5106 gewerblich beschäftigt, = " Frankreich. England. Deutsch Südwestafrikanischer Export. Nach den Berliner Anträge Frankreichs zur Zuckerkonferenz. Der„ Agence also nicht viel weniger als die Hälfte. Von diesen Neuesten Nachrichten" brachte der Dampfer König" aus Windhoek Nationale" zufolge werden die französischen Delegierten auf der waren 1527 über 12 Jahre alt, die andren jünger bis herab zu folgende Verurteilte nach Hamburg: Ansiedler Raufeisen, ver- Buderkonferenz folgende Vorschläge machen: 1. Bollständige Ab- Jahren. Eine gewerbliche Thätigkeit vor Beginn des Unterrichts urteilt wegen Diebstahl und Unterschlagung zu 20 Monaten, Zoll- fchaffung der Ausfuhrprämien; 2. Festlegung derfelben Einfuhrrechte hatten nicht weniger als 1069 Stinder, d. h. 21 Proz. der gewerblich einnehmer Gansow wegen Unterschlagung von Amtsgeldern zu die innere Gesetzgebung, betreffend die Zuckerindustrie, einheitlich zu Orten dieser Prozentsatz über die Hälfte, ja jogar stellenweis einnehmer Gansow wegen Unterschlagung von Amtsgeldern zu für alle Länder; 3. Verpflichtung feitens der verschiedenen Länder, Ermittelungen veranlagt, und es stellte sich heraus, daß an einigen beschäftigten Kinder überhaupt. Ueber diesen Punkt wurden genauere 1 Jahr, Brummenbauer A bara wegen Falscheid, Bestechung und Diebstahl zu 30 Monaten, Schußtruppenreiter Stöhn wegen Dienst- gestalten. bis auf 64 und 70 Pro3. gestiegen ist. In Lehrervergehens zu 9 Monaten Gefängnis, aus Swakopmund den wegen freisen, mit denen die Handelskammer sich in ummittelDiebstahls zu 1 Jahr Gefängnis verurteilten Matrosen Wagner Das Auwachsen der britischen Einkommensteuer. Das bare Verbindung setzte, erwiesen sich die Klagen als allund den dort festgenommenen Bahnexpediteur Bühler aus Würz- Londoner Schatzamt veröffentlicht einen Bericht über Wesen und gemein, daß die Kinder vielfach schlaff und zur Aufnahme geistiger burg, der wegen Amtsunterschlagung flüchtig und dort gelandet war. Entwickelung der britischen Einkommen in den legten 10 Jahren. Nahrung unfähig zur Schule kommen. Aus diesen Gründen schien der unter den Einnahmen des Vereinigten Königreiches und lieferte 18 Proz. wie sie der Entwurf vorschlägt, zwar für eine Besserung, aber nicht In dem Rechnungsjahr 1899/1900 rangierte diese Steuer an dritter Stelle Handelskammer die Beschränkung der Früharbeit auf 1-2 Stunden, derfelben. Seitdem ist ihre Bedeutung sowohl wie ihr Ertrag für ausreichend, sie bezeichnete vielmehr die vollständige Beseitigung mit 23 Proz. der Gesamteinnahmen an die zweite Stelle unter den geboten. Während sonst vielfach gewünscht wird, daß der Kindererheblich gewachsen. Im Rechnungsjahr 1900/1901 trat die Steuer gewerblicher Kinderarbeit vor dem Frühunterricht als dringend Einkünften. Im Vergleich zu dem Beginn des letzten Decenniums schutz vor den Werkstätten Halt machen möge, in denen Eltern nur hat sich der Ertrag der Stener mehr als verdoppelt; er betrug mit ihren eignen Kindern arbeiten, stellte sich in Sonneberg sofort 1890/91 ca. 134, im Jahre 1900/1901 nahezu 27 Mill. str.= 540 Millionen Mark. heraus, daß dies eine Unterbindung des ganzen Kinderschußes be= deuten würde. Denn abgesehen von 202 Kindern sind sämtliche obengenannten Kinder in den Arbeitsstätten der eigenen Eltern schwerden über fremde Arbeitgeber, dagegen sehr viel von überbeschäftigt; damit stimmt es überein, daß die Lehrer nichts von Bemäßiger Inanspruchnahme der findlichen Arbeitskraft durch die eignen Eltern zu berichten wissen. Die Kammer trat daher auch hier den beschränkenden Maßregeln des Entwurfs nicht nur bei, sondern ging noch erheblich darüber hinaus. Die abendliche Ruhezeit soll nicht Arbeitszeit der eignen Kinder an eine bestimmte tägliche Stundenum 10, sondern bereits um 8 Uhr beginnen. Auch soll die tägliche zahl gebunden werden: sie soll während der Ferien 6, während der Schulzeit 3 Stunden täglich nicht übersteigen. Der polonisierte Vorname und die Befugniffe der Polizei. Der Kaufmann Rafimir Roczwara, der seinen Vornamen in polnischer Art schreibt, erhielt eines Tages eine polizeiliche Verfügung, durch die ihm aufgegeben wurde, bei Bermeidung einer Zwangsstrafe von 15 Mark event. 3 Tagen Haft der Polizeiverwaltung seines Wohnorts temen Taufschein einzureichen behufs Nachweisung der richtigen Schreib weise des Vornamens. St. beschwerte sich vergeblich beim Landvat und beim Regierungspräsidenten. Letterer sagte in seinem Beschwerde: bescheide, die Polizei habe die Pflicht, darüber zu wachen, daß Ramensänderungen nicht unbefugt vorgenommen würden. Sie sei darum auch befugt, Urkunden zwecks Nachweisung der Richtigkeit des geführten Namens einzufordern. St. erhob schließlich Klage beim Ober- Verwaltungsgericht. Der erste Senat des Gerichts erklärte denn auch den Beschwerdebescheid des Regierungs präsidenten für verfehlt und setzte die angegriffene polizeiliche Verfügung außer Kraft. Begründend wurde ausgeführt: „ Die Polizei hat das Recht, eine Auskunft zu verlangen, und sie kann zu diesem Zweck auch eine Urkunde einfordern. Letzteres ist aber nur dann zulässig, wenn es der Polizei unmöglich iſt, fich die Auskunft anderweitig verschaffen, zu durch Einsichtnahme in ein öffentliches Register. Das ist hier möglich gewesen, denn das Taufregister im Heimatorte des Klägers hätte über die Schreibweise seines Namens Auskunft gegeben. Man konnte hier deshalb vom Kläger höchstens verlangen, zu sagen, wo er geboren und getauft sei. Somit ging die Polizei mit ihrem Verfahren zu weit, weshalb ihre Verfügung außer Kraft gefeht werden mußte." etiva Wir haben schon wiederholt darauf hingewiesen, daß die Bourgeofie Bolitik auch selbst einen erheblichen Teil der Kosten aufzubringen, Englands sich wenigstens nicht sträubt, für seine imperialistische während man in Deutschland für die gleichen Zwecke die besiglose Masse durch indirekte Steuern schröpft. Afien. V Koloniale Korruption in Niederländisch Indien. Redacteur des„ Soerabaja- Courant" hat fürzlich in seinem Blatte Der die Vorgänge besprochen, durch die die Expedition nach Djambi ( Sumatra) zu stande gekommen ist, die schon so viel Blutvergießen und Elend sowohl auf seiten der Eingeborenen, als auch auf der der Gegenüber den überaus traurigen Ergebnissen der angestellten Niederländer zur Folge gehabt hat. Als Zweck der Expedition hatte Erhebungen wären die von der Handelskammer empfohlenen Eins die Regierung angegeben: die militärische Macht in der Provinz schränkungen der Kinderarbeit schon immerhin ein beachtlicher Forts Palembang zu verstärken, um endlich Ruhe und Ordnung im schritt, aber es ist auch zugleich dargethan, ein wie dringendes Kammer den Krieg bereits vorausgesagt, und der Soerabaja- arbeit ist. Sultanat Djambi herzustellen". Van Kol hatte in der socialpolitisches Erfordernis das gänzliche Verbot der KinderCourant", der Java Bode" sowie andre indische Blätter hatten davor gewarnt. Neue Anleihen. Die Frage der Begebung neuer Beträge von Wenn die Expedition dennoch Herr W. Giese, Mitglied des Vorstandes der deutschsocialen jüchtige kapitalistische Interessenwirtschaft über das Urteil erfahrener lich schon in allernächster Zeit beschäftigen. Hierbei dürfte es sich stande tam, so ist das so ist das darauf zurückzuführen, daß selbst- deutscher Reichsanleihe und preußischer Konsols wird nach der darauf zurückzuführen, daß selbst-" Frankfurter Zeitung" die maßgebenden Persönlichkeiten voraussichts Reformpartei, hatte uns vor einiger Zeit eine Berichtigung zu einer Leute siegte. Hierbei sollen auch sehr unsaubere Mittel angewandt einstweilen um die Ausgabe derjenigen Beträge allein handeln, für ihn betreffenden Notiz in unsrer Nummer vom 10. Oktober v. I. worden sein." Ist es eine Pflicht der Vaterlandsliebe", schreibt der die sowohl das Reich wie auch Preußen die Kredite schon bewilligt gefendet, die wir abgelehnt haben, weil sie gefeßlich unberechtigt Redacteur des zuerst erwähnten Blattes, die mich zwingen müßte, ivar, wie das Schöffengericht soeben gleichfalls bestätigt hat. Herr jetzt zu schweigen? Ich glaube das nicht. Die so wie so bereits erhielt. Giefe sendet uns jetzt eine neue Berichtigung, die zwar gleichfalls zum Schweigen verurteilte europäische Bevölkerung Indiens glaubt, Zum Konkurs der Gesellschaft für Trebertrocknung teilte dem Preßgesetz unsres Erachtens nicht entspricht und an unsern Mit- daß große Summen Geldes den Stabsoffizieren der der Konkursverivalter, Justizrat Frieß, in teilungen vom 10. Oftober faum das geringste ändert, die wir aber der Gläubigerniederländisch indischen Armee und hochgestellten versammlung, die gestern in Kassel stattfand, mit, daß an baren dennoch nachstehend wiedergeben, um Herrn Giese einen so beharrlich Berwaltungsbeamten angeboten worden sind, wenn der Feldzug ge- Geldern bis jetzt 1245 000 M. eingegangen feien. verfolgten Wunsch nicht zu versagen. Herr Giese schreibt: Mit den lingen würde und die Konzessionen erteilt würden. Ist dieser Glaube 769 457 M. betragenden sicheren Ausständen beläuft sich die Aktiv" In Nummer 237 des Vorwärts" vom 10. Oktober v. I. allein nicht bereits Grund genug, um eine Untersuchung durch die masse auf fast 2 Millionen Mart. Von dieser Summe fordert der findet sich ein Bericht über den Parteitag der Deutschsocialen Regierung zu provozieren, damit kein Rang noch Amit durch falsche Konkursverwalter ein Honorar von 75 000 m. für seine Thätigkeit Reformpartei", der meine Aeußerungen über die für die Beratung Gerüchte besudelt werde, damit, wenn das Gerücht Wahrheit ent- vom 4. Juli bis 31. Dezember 1901. Die Herren des Gläubigerdes Zolltarifentwurfs angekündigte Obstruktion in einer Weise halten sollte, diejenigen zur Verantwortung gezogen werden können, ausschusses machen aus gleichem Grunde eine Honorarforderung von wiedergiebt, die der Berichtigung bedarf. Ich habe der Regierung die ihr Gewiffen für Gold verkauften, und sich 50 000 m. geltend. nicht mein Vertrauen bekundet, sondern der Reichsregierung mit vielfachem Mord belasteten?" Diese Beschuldigung Mangel an Thatkraft vorgeworfen. Ich habe nicht„ Verfassungsbruch und Staatsstreich gefordert", sondern ausgeführt, daß die fortgesette Vergewaltigung der Majorität durch die Wiino rität auf dem Wege der Obstruktion zum Staatsstreich) reizte und die Verfassung, welche ich erhalten zu sehen wünschte, ge= fährdete. W. Giese." besagt also nichts weniger, als daß hohe Offiziere und Regierungsbeamte in Niederländisch- Indien sich haben bestechen laſſen, um einen Strieg anzuzetteln, der selbst vom imperialistischen Gesichtspunkt aus vollkommen unnötig ist. = allgemeinert sich auch. Der Arbeitsmarkt- Korrespondenz" wird aus Die Besserung im Textilgewerbe hält nicht nur an, sie ver den sächsischen Bezirken sowohl als auch aus den mitteldeutschen, bayrischen und württembergischen Orten übereinstimmend berichtet, daß die Webereien reichliche Aufträge erhalten haben, die auf Wochen Ruffisch amerikanische Schlägeteien. Es ist in Niutsch hinaus volle Beschäftigung gewährleisten. J Gera- Greiz find in Berlin, 7. Januar 1902. wang dreimal zu Schlägereien zwischen Matrosen des amerika- den letzten Wochen Aufträge eingegangen. In Glauchaus Diese Berichtigung vermag das Urteil, das wir auf Grund des mischen Kriegsschiffes Vicksburg" und russischen Soldaten gekommen. Meerane sind Spinnereien, Webereien, Appreturen und Färbereien Berichts von Blättern, die Herru Giese sehr nahe stehen, über seine Ein russischer Soldat wurde, wie es heißt, verwundet. Der russische durchweg gut beschäftigt, Blauen hat besonders große AufAusführungen gefällt haben, nicht zu ändern. Herr Giese, das Mit Gesandte Leffar beklagte sich beim amerikanischen Gesandten Conger, träge aus den Vereinigten Staaten erhalten. In Chemniz ist die glied einer angeblich freiheitlichen Partei, hat durch seine Acuße- welcher das Staatsdepartement von dem Vorfall in Kenntnis segte. Strumpffabrikation zu steigenden Preisen beschäftigt, und auch in rungen der Regierung das moralische Recht zuerkannt, zum Staats- Der Sekretär der Marine sandte hierauf dem Kommandanten der der Trikotagenfabrikation ist eine Besserung zu konstatieren. Sogar streich zu verschreiten, wenn die Reichstags- Opposition in sogenannter Vidsburg" ein Telegramm, in welchem er ihn auweist, alles auf das Tuchgeschäft scheint sich einigermaßen zu beleben; in Forst i. 2. Obstruktion ihre verfaffungsmäßigen Rechte gebraucht, um schweres zubieten, um weitere Streitigkeiten zu verhindern. Die„ Vicksburg" find die Fabriken befriedigend beschäftigt. Die günstige Lage der Unheil vom Volke fernzuhalten. Die verhängnisvolle Haltung des liegt im Winterquartier im Dock an der Flußmündung und kann vor Rohstoffmärkte wirkt auf das gesamte Tertilgeschäft anregend. Herrn Giese wurde auch von seinen eignen Parteigenossen alsbald dem Frühling nicht loskommen. erkannt und Herr Zimmermann versuchte freilich vergeblich den üblen Eindruck der reaktionären Ausführungen des Herrn Giese zu beseitigen. Ausland. Destreich- Ungarn. Das Geheimnis des Rücktritts Wolfs. Das deutsch- liberale Trautenauer Wochenblatt" veröffentlicht jenes Memorandum, welches dem Verbande in der Angelegenheit " Amerika. Die chilenische Regierung hat dem Ersuchen der argentinischen Regierung um Aufklärung bezüglich des von dem chilenischen Minister des Auswärtigen Yannez und dem argentinischen Gesandten Portela aufgesezten Protokolls zugestimmt und eingewilligt, daß dasselbe dem Vertrage von 1898 untergeordnet werde. Sie habe auf diese Beife alle Schivierigkeiten aus dem Wege geräumt. Die Vereinigung des Kohlengroßhandels am Nieder- und Oberrhein, über die wir vor kurzem berichteten, richtet ihre Spitze nicht gegen das Kohlensyndikat, wie wir nach den ersten unklaren Meldungen annahmen, sondern steht in enger Fühlung mit dem Kohlensyndikat. Die Bereinigung soll sogar gegen die Quitsider des Kohlensyndikats in Konkurrenz treten und wird hierzu die Unters stügung des Kohlensyndikats erlangen. Das Kohlensyndikat ist so: mit bemüht sein Herrschaftsgebiet auszudehnen. Vorläufig ist der Plan etwas ins Stocken geraten, da zwei größere Firmen die Gefolgschaft abgelehnt haben. Man hofft aber bestimmt auf ein Zut= standekommen der Vereinigung. Schiffahrtstrust. ,, Daily Telegraph" erfährt aus Liverpool, I bürgerlichen Blättern hält es die Firma für zwedmäßig, ihren Von seiten der Socialdemokratie ist bekanntlich gefordert, die Saß die dortigen Reederkreise mit großer Spannung die andauernden Namen nicht anzugeben, sondern nur Lindenau, Anger Handlungsgehilfen mit ihren gewerblichen Streitigkeiten den GeGerüchte von einer geplanten Verschmelzung der American Line, der straße", wahrscheinlich in der Erkenntnis, daß sonst überhaupt werbegerichten zu unterstellen und den Bereich der GewerbeAtlantic Transport Line und der Leyland Line verfolgen. Die Ver- schwerlich jemand hingehen würde. Leider haben sich vier am Streit gerichte entsprechend auszudehnen. Die bürgerlichen Vertreter im schmelzung dieser Gesellschaften würde eine der größten Schiffahrts- Beteiligte gefunden, die den übrigen in den Rücken gefallen find. Reichstage waren dafür jedoch nicht zu haben, weil es dem KlaffenInteressen Bereinigungen im atlantischen Handelsverkehr bedeuten. Zwei davon find ledig. Mit einigen sonstigen Arbeitswilligen find interesse entsprach, eine fünstliche Scheidung zwischen HandlungsMöglicherweise würde dieselbe zu einer Erhöhung der Tarife, nicht gegenwärtig 10 Tischler als Rausreißer bei der Firma thätig. zu einer Ermäßigung derselben führen. Der amerikanische Stahltrust. Der Geschäftsbericht der Steel Corporation für die letzten neun Monate weist einen Bruttogewinn von 84 779 298 Dollar aus. Nach Abschreibungen und Zuweisungen an den Tilgungsfonds beträgt der Ueberschuß 61 420 304 Dollar. Gewerkschaftliches. Berlin und Umgegend. Deutsches Reich. Zur Einführung des Buchdruckertarifs. Der„ Correspondent" der Buchdrucker meldet in durchschossenem Druck: Drechsler. In der Werkstatt von G. Worms in Zeit sind wieder Differenzen ausgebrochen. Diesmal handelt es sich um die Einführung einer Werkstattordnung und der Accordarbeit. Die Werkstattordnung enthält nur Pflichten der Arbeiter und Rechte des Arbeitgebers, von Rechten der Arbeiter ist keine Rede. Die Accord preise sind so gestellt, daß sie einen 20 prozentigen Lohn abzug bedeuten. Eine Berhandlung zwischen der Organisation und Herrn Worms scheiterte. Sämtliche 10 Drechsler find organisiert und haben die Kündigung eingereicht. Ausland. gehilfen und Arbeitern aufrecht zu erhalten. Während nun die Resierung, gleich dem Antrage Bassermann, kaufmännische Schiedsgerichte unter Anlehnung an die Amtsgerichte schaffen will, kommt der Raabsche Antrag unfrem Verlangen entgegen. Er will die faufmännischen Schiedsgerichte unabhängig machen. In solchen Ges meinden, in denen bereits Gewerbegerichte bestehen, sollen deren werden", auch soll dann der Vorsitzende des Gewerbegerichts Vors Einrichtungen für kaufmännische Schiedsgerichte„ nukbar gemacht figender des kaufmännischen Schiedsgerichtes werden. Nachdem also die antisemitischen Handlungsgehilfen sich aus politischem Haffe und aus lächerlichstem Standesdünkel so lange dagegen gesträubt haben, durch Unterstellung unter die Gewerbegerichte mit den Arbeitern in Die Verlängerung des Vertrages im Berliner Maurergewerbe war in legter Zeit Gegenstand der Verhandlungen Auf dem Baierschachte in Pilsen ist wegen einer von der einen Topf geworfen" zu werden, kommen sie jetzt, da sie gezwungen in der Achtzehner- Kommission. Dieselben haben zu dem Resultat Direktion verfügten 5prozentigen Lohnherabsetzung ein Arbeiterstreit sind, ihre Forderungen gefegmäßig zu formulieren, selbst auf das socialdemokratische Verlangen zurück, weil geführt, daß der seitherige Vertrag ohne wesentliche ausgebrochen. es eben doch das beste ist. Denn dieses Raabsche Aenderungen auf ein Jahr verlängert werden Aus Madrid meldet das Bureau Herold" unterm 8 Januar: faufmännische Schiedsgericht" in den Räumen des Gewerbegerichts soll. Insbesondere bleibt der bisherige Lohn bestehen. Gestern abend verließen eine große Anzahl Arbeiter ihre Werkstätten und mit dessen Vorsitzendem ist ja doch nichts andres, als die unt Eine gestern abgehaltene stark besuchte Generalversammlung vor der gewöhnlichen Schlußstunde und warfen Steine in die Fenster gemodelte socialdemokratische Forderung: Unterstellung unter die des Verbandes der Maurer beschloß, unter den von der Achtzehner- der Fabrit. Stavallerie- Patrouillen mußten einschreiten, um die Ar- Gewerbegerichte und, wo dies in größeren Städten notwendig, beStommission festgesezten Bedingungen auf die Verlängerung beiter zu zerstreuen. Mehrere anarchistische Aufrührer sind in Sabadall fondere Spruchkammern für die kaufmännischen Gewerbsstreitigkeiten. des Vertrages auf ein Jahr einzugehen. signalisiert worden. Nur ist die Naabsche Forderung, die dem Standesdünkel der Ges hilfen schmeichelt, eine wesentliche Verschlechterung unsrer Forderung Zweiter Galizischer Gewerkschaftskongres. in der Praxis. In Mittelstädten, in denen Streitigkeiten zwischen Przemysl, 5. und 6. Januar 1902. Arbeitgeber und Gehilfen nicht so zahlreich sind, wie zwischen Arbeit Nach den bis jetzt vorliegenden Nachrichten ist die Einführung Die galizische Gewerkschaftsbewegung ist noch jungen Datums. geber und Arbeiter, hätte der Gehilfe vor dem Gewerbegericht rascher sein des Tarifes in den Großdruckstädten mit Ausnahme von Erst vor acht Jahren hat man mit einer gewerkschaftlichen Agitation Recht als vor dem kaufmännischen Schiedsgericht, welches hier, entLeipzig ziemlich glatt erfolgt. Auch aus verschiedenen begonnen. Die ersten Fachvereine wurden erst 1895 und 1896 ge- sprechend der geringeren Zahl von Streitigkeiten, bei weitem nicht größeren Provinzstädten liegen diesbezügliche befriedigende Mit- gründet. Der erste Landeskongreß, der im Januar 1899 stattfand, so oft tagt als das Gewerbegericht. teilungen vor. Dem Gericht sollen unterstehen alle Handlungsgehilfen und Das bisherige Schmerzenstind des Tarifes, hatte die vornehmste Aufgabe, dem überlebten Lokalismus die Idee Rheinland Westfalen, wird allem Anscheine nach seinen des Centralismus entgegen zu stellen und sprach sich für eine mög- Lehrlinge ohne Unterschied des Gehalts, wenn der 6. Abschnitt im tariflichen Eltern keine Schande machen. Für das Reich lichst große Centralisation der Gewerkschaftsbewegung aus. Die 1. Buche des Handelsgesetzes auf sie Anwendung findet. Die Beisiger sollen zur Hälfte aus Prinzipalen, zur Hälfte aus ist ein abschließendes Urteil jetzt noch nicht möglich und Verhältnisse ließen aber die Durchführung der Centralisation mit bleibt mindestens die zweite Januarwoche noch abzuwarten. den östreichischen Verbänden nicht zu und das Resultat war, daß Gehilfen bestehen. Im übrigen ist das Verfahren bei der Wahl wie Die Beisiger sollen für den Zeitraum Wir können daher nur immer wieder an die Kollegen appellieren, sich mit der Zeit in Galizien die verschiedensten Organi- bei den Gewerbegerichten. fest und einig zusammenzuhalten, um eine allgemeine Tariffationsformen gebildet haben, die eine einheitliche Ent von mindestens einem bis zu höchstens sechs Jahren gewählt werden; durchführung herbeizuführen. In Leipzig wird sich erst in der wicklung der Gewerkschaftsbewegung gehindert haben. Nach dem ein viel zu weit gerechneter Zeitraum. nächsten Woche herausstellen, inwieweit den Gegnern des neuen Bericht des Gewerkschaftssekretärs gehören heute den galizischen Ferner sollen die Gerichte auch als Einigungsämter wirken bei Tarifes das Feld zu behaupten möglich war. 8weifellos Gewerkschaften 6907 Mitglieder an. Hiervon gehören 1620 Lofal- allen Streitigkeiten über die Bedingungen oder Fortsetzung des wird es in dieser Stadt zu einem heftigen vereinen an, 2276 den Landesvereinen, während 3011- hiervon Arbeitsverhältnisses, also bei Streiks. Schließlich sollen die SchiedsKampfe mit den Tarifignoranten tommen, denn 2600 Eisenbahner den östreichischen Centralverbänden angeschlossen gerichte noch Gutachten über handelsgewerbliche Fragen abgeben mit wenig wählerischen Mitteln, zum Teil unter mißbräuchlicher sind. In der angegebenen Gesamtzahl sind auch 1009 Mitglieder können und berechtigt sein, in solchen Fragen Anträge an Behörden Benutzung des Namens des Tarifamtes und feines Prinzipals von 15 Bildungsvereinen enthalten. Der heutige Kongreß hatte die und gesetzgebende Körperschaften zu stellen. vorfizenden wird versucht, den Gehilfen einzureden, daß das sonder Aufgabe, der Organisation eine einheitliche Form zu geben. Am Im ganzen zeigt der Antrag Raab, wie die zunächst bekämpften bündlerische Vorgehen der Leipziger Herren die Billigung der Kongreß, der im Lokale der Przemysler Genossen am 6. und socialdemokratischen Forderungen schließlich auch von unfren Gegnern, obersten Tarifbehörde gefunden habe. Es kann natürlich nur das 7. Januar tagte, nahmen 50 Delegierte aus 17 Orten teil. Außer- wenn auch widerwillig, als richtig anerkannt werden. Aber auch der Gegenteil der Fall sein. Wir haben bisher in die Verhandlungen dem ist Genosse Hueber- Wien als Vertreter der östreichischen Antrag Raab wird nur frommer Wunsch bleiben, da die Regierung zwischen Leipzig und den Tariforganen nicht eingegriffen, weil Gewerkschaftskommission, Genosse Daszynski Krakau als Ver- aus bureaukratischen und arbeiterfeindlichen Gründen die Angliederung vir immer noch auf einen befriedigenden Ausgang treter der Partei- Erefutive und Genoffe a afe Kattowitz in Ver- der Schiedsgerichte an die Amtsgerichte will. deshalb Da ein folcher aber nicht mehr zu tretung der Redaktion der Gazeta Robotnicza" anwesend. Die klassenbewußte Handlungsgehilfenschaft wird. erwarten ift, werden wir demnächst Wer Den Hauptteil der Verhandlungen nehmen die Debatten über energisch fämpfen müssen, um eine wirtliche Reform zu erzielen. anlassung nehmen, mit aller Schärfe die die Organisationsform in Anspruch. Die meisten Redner erklären Leipziger Situation zu kennzeichnen." sich für Landesorganisationen, die durch das Landes- Frauen als Mitglieder von Konsumvereinen. Sächsische Um diese Notiz zu verstehen, muß man folgendes wiffen: Am fefretariat mit der Centrale in Wien in Verbindung stehen sollen. Gerichte hatten entschieden, daß Frauen, soweit sie nicht Handels8. Dezember vorigen Jahres waren die sächsischen Buchdruckerei- Die Redner legen dar, daß eine direkte Verbindung der Filialen frauen feien, zum Eintritt in einen Konsumverein der Genehmigung befizer in Leipzig versammelt, um zur Einführung des neuen mit Wien aus gegenseitiger Unkenntnis der Sprache und der des Ehemannes bedürften. Das Oberlandesgericht, das in diesen Tarifes Stellung zu nehmen. Sie äußerten dabei ihre Unzufriedenheit betreffenden Verhältnisse fortwährenden Mißverständnissen Streitfällen als Revisionsinstanz angerufen wurde, hat nun entmit dem Ausfall der Tarifberatungen im allgemeinen und über die und Schwierigkeiten geführt hat. In der Debatte führt schieden, daß diese Genehmigung nicht erforderlich ist. vom Tarifausschuß festgesetzte Lohnnomierung der im gewissen Geld Genoffe ueber- Wien aus, daß man principiell an der Centralstehenden Gehilfen im besonderen und beauftragten ihren Vorstand organisation festhalten müsse. In der Praxis müssen allerdings geobgleich doch durch den Tarif alle Positionen gewisse Vorbedingungen zum Centralismus gegeben sein, die in Galizien regelt sind, den Mitgliedern eine Vorlage zu machen, die es noch nicht vorhanden find. Im übrigen würden die Wiener Central Lehte Nachrichten und Depeschen. ermöglicht, die älteren Gehilfen mit zu berücksichtigen, was organisationen die galizische Organisation bei jeder Organisations- Lehte selbstverständlich nirgends im Tarif verboten ist. Wie diese Vor- form in jeder Weise unterstützen. rechneten. " " zu Soldaten gegen die Polen. " Posen, 8. Januar. Nach dem Bosener Tageblatt" wird die Bersesung je eines Bataillons Infanterie nach Schrimm und Wreschen erfolgen. Diese Meldung wird von maßgebender Seite mit dem Hinzufügen bestätigt, daß sofort mit der Errichtung von Baraden begonnen wird, und daß nach Fertigstellung derselben voraussichtlich die Verlegung erfolgen dürfte. Wenn das nicht germanisiert! lage" ausgefallen, davon hat bereits die Leipziger Gehilfenschaft In der weiteren Diskussion erklärt Daszynski, daß manche eine Probe zu kosten bekommen. Um die tariflichen Verpflichtungen, Centralorganisationen die galizischen Organisationen gar nicht haben betreffend Erhöhung des Gewißgeldes, zu umgehen, hat man sich wollten. Wir sind zu den Landesorganisationen gedrängt, das Ideal nicht gescheut, Gehilfen, welche am 1. Januar vertragsmäßig eine muß aber die Centrale bleiben. Lohnzulage von 2,32 M. zu beanspruchen haben, a cht Tage Am zweiten Tage wurde das Organisationsstatut angenommen, vor diesem Termin mit 50 Pfennigen und mit einer dessen Grundzüge sind: die Landes organisation soll die maßMark abzufinden. Ihre Fürsorge für die älteren Gehilfen gebende Form werden; die Verbindung mit der Centrale in Wien erblicken die betreffenden Prinzipale darin, daß sie diesen älteren wird durch die galizische Gewerkschaftskommission hergestellt, diese Gehilfen ihr tarifliches Recht durch Kürzung der ihnen vom Tarif- Kommission soll sich ferner um den Abschluß eines Gegenseitigkeitsausschuß garantierten Lohnzulagen schmälern. vertrages mit den östreichischen Centralverbänden bemühen. Die Wegen Spionage 4/2 Jahr schweren Kerker. Aus Braunschweig ist noch nachzutragen, daß die Gehilfen Landesvereine sollen Mitglieder der östreichischen Centralverbände Wien, 8. Januar.( W. T. B.) Der Gerichtshof verurteilte ursprünglich eine Erhöhung des Lokalzuschlages um 71/2 Proz. bean- fein. Die Bildungsvereine dürfen Mitglieder, welche ihren Berufsden ehemaligen Kavallerieoffizier v. Curina wegen tragt hatten. Das Tarifamt setzte die Erhöhung auf 2/2 Broz. fest. organen nicht angehören, nicht aufnehmen. Unter folchen Umständen ist es um so verwerflicher, wenn die Die weiteren Debatten betrafen die Arbeiterbersiche Werbrechens der Ausspähung zu 41/2 Jahren schweren Kerkers, verschärft durch einen Fasttag in jedem ViertelBrinzipale fich weigern, auch diesen geringen Zuschlag zu bezahlen. rung und die Anträge zur Gewerbe- Ordnung. Die Gehilfen sind denn auch fest entschlossen, mit allen gefeglichen Am Schluß der Verhandlung wurde in einer Resolution unter jahr und durch Dunkelstrafe und hartes Lager an jedem Mitteln für die Durchführung des tarifamtlichen Entscheides einzu stürmischem Beifall eine Sympathiekundgebung für die russischen 1. Februar, sowie zu Verlust des Adels und immerivährende Austreten In Wolfenbüttel hat die dort namentlich in Betracht und preußischen Polen angenommen. In einer zweiten Resolution weisung aus Oestreich. Der Verteidiger Carinas meldete die tommende Firma Heckner( Kreisblatt") den allgemeinen sprach der Kongreß den Proletariern, die trotz aller Verfolgungen in Richtigkeitsbeschwerde und Berufung gegen das Strafausmaß an. Erhöhungen des Tarifs zugestimmt, aber den für Wolfen- Rußland den Kampf gegen die Ausbeutung führen, seine Bewundebüttel neu festgesetzten Lokalzuschlag von 21/2 Proz. bis zur rung aus. Daraufhin wurde der Kongreß unter Abfingung der endgültigen Entscheidung des Tarifausschusses gleichfalls Roten Fahne" geschlossen. abgelehnt. Die Gehilfen in Schöningen und Holz= minden haben im allgemeinen eine entsprechende Lohnerhöhung erhalten und wenn auch eine vollständige Anerkennung der neuen tariflichen Bestimmungen noch nicht erzielt wurde, so ist doch in lekteren beiden Orten eine baldige Regelung der noch strittigen Punkte zu Gunsten der Gehilfen zu erwarten. bon " Sociales. Die Betriebsergebnisse der preußischen Staatsbahnen. Französischer Parteiftreit. Paris, 8. Januar.( W. T. V.) Die Vertreter der Alemanistischen Partei sind aus dem Centralkomitee ausgetreten, weil dasselbe den Antrag, den Handelsminister Millerand aus der socialistischen Partei auszuschließen, abgelehnt hat. Eisenbahn- Unglück. New York, 8. Januar.( Meldung des Reuterschen Bureans".) Heute vormittag fand in einem Tunnel der New York Central- Eisenbahn bei der 56. Straße und der Park- Avenue ein Zusammenstoß zwischen einem von Norwalk kommenden Personenzuge der New Vort Newhaven- Hartford- Eisenbahn und einem Lokalzuge der New York- Harlem- Bahn, einer Zweiglinie der Central- Eisenbahn statt. Im Jahre 1900 betrugen die Gesammteinnahmen der preußischen Staatsbahnen nach dem soeben ausgegebenen amtlichen Bericht Die Germaniawerft in Kiel hat bereits die Initiative zur 1 392 335 630 M. Sie vermehrten sich gegen das Jahr 1899 um Lohnbrückerei ergriffen. Einigen von Hamburg zugereisten Schlossern 521/2 Mill. Mark 3,92 Proz. Auf den Kilometer Betriebslänge hat sie schlankweg einen Tagelohn von 2,80 M. angeboten. Die wuchsen die Einnahmen von 44 486 m. auf 44 532 M. Die Steigerung Leute zogen es jedoch vor, auf dieses verlockende Angebot zu ver- der Einnahmen war beim Personenverkehr mit 7,28 Broz. viel größer zichten. Um einer Lohndrückerei von vornherein die Spizze ab- wie beim Güterverkehr mit nur 4,20 Broz. zubrechen, ist es Pflicht der Metallarbeiter allerorts, den Zuzug Die Ueberschüsse betrugen 564 217 527 M. und find somit um Letterer Zug fuhr auf ersteren auf, die Wagen schoben sich invon Schiffbauern, Schlossern sowie überhaupt 799 087 M. höher wie im Jahr 1899. Die Steigerung der Auseinander und die zertrümmerten Wagen gerieten in Brand. VorMetallarbeitern nach Kiel streng ferngaben fällt zum weitaus größten Teile auf die sächlichen Ausgaben, läufig sind 28 Tote gezählt, die fast unerkennbar sind, sowie zahlzuhalten. die sich um über 36 Millionen vermehrten. Die persönlichen Aus- reiche Verwundete aufgefunden worden. Die Polizeibehörde in Apenrade hat sich's überlegt". Be- gaben stiegen nur im Verhältnis der gefteigerten Einnahmen, näm New York, 8. Januar.( W. T. B.) Nach den letzten Berichten kanntlich hat dieselbe von den Gewerkschaften gefordert, diefelben ich um 3,48 Proz. und unter diesen war der Posten Arbeitslöhne, find bei dem heutigen Eisenbahn- Unfall nur 15 Personen innfollten die Ausländer ausschließen, weil mur Preußen das der die geringste Steigerung erfuhr, nämlich nur 2,03 Proz. Recht hätten, sich in Vereinen und Versammlungen zusammenzu 870 705 050 M. betragen, find die einzelnen Wagenklaffen wie folgt An den Einnahmen aus dem Personenverkehr, die insgesamt gekommen. schließen. Die Gewerkschaften weigerten sich, dieser seltsamen Aufforderung nachzukommen. Statt nun in der üblichen Weise die beteiligt: Gewerkschaften wegen dieser Weigerung dem Strafrichter auszuliefern, schreibt ihnen die gutmütige Apenrader Polizei folgenden Schreibebrief: I. Klaffe II. III. " IV. Militärbeförderung.. 86 777 690 142 100 816 115 599 609 17 937 871.= 4,84 Proz. 23,41 " " 8 289 064 - 38,33 31,18 2,24 " Gera, 8. Januar.( B. H.) Gestern nachmittag um 5 Uhr ents gleiste ein Motorwagen der Straßenbahn und fuhr in die abschüssige Bachgasse hinein, wobei ein an der Ecke dieser Straße stehender Dienstmann überfahren und tödlich verlegt wurde. Mehrere Personen, die nicht rechtzeitig zur Seite springen konnten, wurden mehr oder minder schwer verletzt. Die Fahrgäste des Wagens, dessen Bremse versagte, konnten sich durch Abspringen in In gegebener Veranlassung werden Sie hierdurch aufgefordert, innerhalb einer Woche ein Verzeichnis Ihrer Mitglieder, welches dem gegenwärtigen Stande entspricht, hierher einzureichen, oder In den letzten 6 Jahren, den Jahren des wirtschaftlichen Aufdiejenigen Aenderungen mitzuteilen, welche seit der legten schwunges, find bei der preußischen Staatsbahn auch die Arbeiter- Sicherheit bringen. Einreichung der Liste durch Zu- oder Abgang entstanden und bisher Löhne aller Arbeiter und Hilfsbediensteten im untern Dienste zu löhne gestiegen. Die Allerdings in lächerlich geringfügiger Weise. nicht angezeigt worden sind. Die Mitglieder sind mit ihren Vornamen und Standesangabe fammengerechnet, ergiebt sich in diesen 6 Jahren eine Lohnsteigerung derart zu bezeichnen, daß eine Verwechselung mit andren Personen von 2,39 M. auf 2,72 M. täglich. möglichst ausgeschlossen ist. fikt die von dem verstorbenen Privatmann Thomy Thiery dem Paris, 8. Jamiar.( W. T. B.) Mehreren Blättern zufolge be Louvre vermachte Gemäldesammlung, die unter anderm zahlreiche Werte von Corot und Millet enthält, einen Wert von über zehn Millionen Frank. Kaufmännische Schiedsgerichte. Der antisemitische AbIn Zukunft sind alle Aenderungen nach§ 2 des Vereinsgeordnete Raab hat dem Reichstage als Initiativantrag der Wortlaut des Vertrages, welchen König Leopold als Brüffel, 8. Januar.( B. H.) Der„ Soir" veröffentlicht den gefeges binnen drei Tagen hierher pünktlich mitzuteiler. Antisemiten einen Gefeßentwurf, betreffend die taufmännischen Rickmers. Herrscher des Kongostaates in Paris mit der Wahrscheinlich wird sich nun die Apenrader Polizei die Ans- dem bekannten antisemitischen Deutsch- nationalen Handlungsgehilfen- französischen Regierung abgeschlossen hat. Schiedsgerichte, unterbreitet. Der Antrag umfaßt die von Es handelt länder selbst in den Listen aussuchen und sie bitten, aus den Ge- Berband aufgestellten Forderungen. Dem Reichstage liegt bekannt sich darin um die Ein- und Ausfuhr von Waren und Rohmaterial werkschaften auszutreten, die so schnöde auf das Vereinsgesetz lich bereits ein entsprechender nationalliberaler Antung Basser- zwischen beiden Ländern, die sich gegenseitig die Meistbegünstigung darüber zugestanden haben. Der Vertrag ist besonders für den Zu den Differenzen in der Weißmöbel Fabrik von entworf hervorzutreten. Immerhin erscheint der Antrag Naab, als Stongostaat von Nutzen und dehnt sich gleichzeitig auf sämtliche frans Wagner u. Zinkeifen zu Leipzig- Lindenau berichtet die das Verlangen eines großen Teiles der deutschen Handlungsgehilfen zöfifchen Kolonien aus. " Leipziger Volkszeitung", daß die Firma alle Anstrengungen macht, wichtig genug, um seine wesentlichsten Forderungen zu charak- Barcelona, 8. Januar.( W. T. B.) Der Ausstand der Arbeitswillige zu erhalten. In den diesbezüglichen Inseraten in terifieren. Metallarbeiter ist beendet. pochten. mann bor. Auch beabsichtigt die Regierung mit einem GesetzVerantwortlicher Redacteur: Carl Zeid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glode in Berlin. Drud und Verlag von May Bading in Berlin. Hierzu 2 Beilagen u. Unterhaltungsblatt. Br. 7. 19. Jahrgang. 1. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 9. Januar 1902. Reichstag. 112. Sigung vom Mittwoch, 8. Januar 1902, nachmittags 2 hr. Am Bundesratstisch: Freiherr v. Thielmann, Möller, Staatssekretär b. Köller, Graf Posadowsky, Tirpit. Präsident Graf Ballestrem eröffnet die Sigung mit folgenden Worten: Die geehrten Herren Kollegen erlaube ich mir beim Beginn des neuen Jahres herzlich zu begrüßen( Bravo!) und den Wunsch auszusprechen, daß dieses neue Jahr ein glückliches und gejegnetes sei, sowohl für unsre gemeinsamen Arbeiten zum Wohle des Vaterlandes als auch für jeden einzelnen von uns. Dies ist mein aufrichtiger Wunsch.( Bravo!) Wir werden an neue Einnahmen für das Reich denken müssen; jener Teilnehmer am Dreibund in der Isolierung zu stärkeren ich übergehe dabei die Saccharinstener, obgleich ich auch wünsche, militärischen Anstrengungen und Aufwendungen genötigt fein daß diese kommt, und denke besonders an die Mehreinnahmen, die würde als jetzt, wo er Mitglied einer staatlichen Gruppe ist. der neue Zolltarif liefern wird. Wir wissen ja noch nicht, welche Die französisch- italienischen Abmachungen über gewisse MittelmeerTariffäße und welche Handelsverträge wir bekommen werden, aber straßen gehen gar nicht gegen den Dreibund. Sie liegen überhaupt gar wir sind vollkommen einverstanden mit einer Verwendung der Mehr- nicht auf dem Dreibundgebiet. Im übrigen können wir die Weitererträgnisse zur Witwen- und Waisenversorgung. Abg. Frhr. v. Stumm entwicklung der Dinge mit um so größerer Ruhe betrachten, als die hat auch vor längerer Zeit die Witwen- und Waisenversorgung als die Lage doch heute eine wesentlich andre ist als 1879, als damals, wo nächste Etappe der Socialreform bezeichnet. Sollte aber der Zoll- Fürst Bismarck mit dem Grafen Andrassy im deutsch- östreichischen tarif nicht zu stande kommen, so müßten wir uns nach anderweitigen Bertrage die Grundlage zum Dreibund legte. Damals trieben Neichseinnahmen umsehen. ivir doch Hur europäische Politik, die Kombination ging nicht über das Mittelmeer Becken hinaus. Heute 11111= spannt die Politit aller großen Mächte den ganzen Erdball. Ich glaube, daß es kaum eine Zeit in der Geschichte gegeben hat, Die Treibereien gegen den Dreibund, die in legter Zeit sich wo wie jezt, gleichzeitig so viele mächtige Reiche existierten. Daraus bemerkbar gemacht haben, werden hoffentlich keinen Erfolg haben. entwickelt sich, wenn ich mich so ausdrücken darf, ein System der Lebhaft begrüßt haben wir den glücklichen Ansgang des China- Feld Gegengewichte, welches naturgemäß auch ohne besondere Verzuges. Er hat zwar große finanzielle Opfer erfordert, ich hoffe aber, abredungen hinzielt auf die Erhaltung des Weltfriedens. Er giebt mit ja näher in der Budgetkommission beschäftigen fönnen. Den wendet, daß diese sich mit der Zeit verziusen werden. Wir werden uns das keine Macht mehr in Europa, die, wenn sie sich nach einer Seite sich nicht fagen müßte: was geschieht hinter glücklichen Ausgang dieses Feldzuges verdanken wir zunächst unsrer meinem Rücken; überall fann mant schließlich die Augen diplomatischen Tattit, sodann der sehr geschickten militärischen Ober- nicht haben. 1879 waren der große Staatsmann Fürst Bisleitung und dann unsren braven Truppen. Unfre Truppen haben mard und der große Feldherr Graf Moltke darüber einig; lechter gegezeigt, daß sie ebenso auf der Höhe der Situation standen wie 1870/71. daß Deutschland sich einrichten müsse auf die Gefahr, die damals Auf der Tagesordnung steht die erste Lesung des Reichshaushalts Etats. Reichs- Schatsekretär Frhr. v. Thielmann: Als ich im verflossenen Jahre von der Ungunst der Reichsfinanzen sprach, wurde ich vielfach der Schwarzmalerei beschuldigt. Zu meinem Bedauern habe ich aber damals recht gehabt; die Ent wicklung der Verhältnisse hat meine Vorhersage nicht nur bestätigt, staltet, als man vorhersehen konnte. Der Bei der schlechten wirtschaftlichen Lage ist die günstige aus wärtige Lage, um so erfreulicher. Vor allem freuen wir uns über das freundschaftliche Verhältnis zu Rußland. sondern die Lage hat sich sogar ung der( Bravo! rechts.) Die Schnelligkeit, mit der die Expedition formiert vielleicht nahe Gefahr eines großen europäischen Krieges. Heute ist ( Reichskanzler Graf Bülow betritt den Saal.) letzten Jahre des verflossenen Jahrhunderts hat einer De- und abgesandt wurde, war nur dadurch zu erreichen, daß sich zahl- die Situation eine weniger gespannte, das hat verschiedene Ursachen. preffion Plaz gemacht, die in zahlreichen Bankrotten in reiche Freiwillige meldeten. Diese erste Probe, die unsrer Armee Zunächst hat es entschieden beruhigend gewirkt, daß Deutschland ſeit die Erscheinung getreten ist. Solche Ereignisse können natürlich seit 1870 gestellt war, hat sie glänzend bestanden.( Bravo! rechts.) 30 Jahren eine stetige Friedenspolitik getrieben hat. Vor 30 Jahren auch die Reichsfinanzen nicht unberührt lassen. Das lehrt z. B. ein lm so bedauerlicher war es, daß von Jnländern so grobe Be- war die Ansicht noch ziemlich verbreitet, daß das Deutsche Reich, Vergleich der Finanzlage im letzten Jahrfünft vor der Krise mit der schuldigungen gegen unsre Truppen erhoben wurden. Diese Be- welches in großen Striegen zusammengeschweißt war, eine friegerische jezigen Situation. Damals, 1895-96 und in den folgenden Jahren schuldigungen, besonders die bekannten Hunnenbriefe haben sich als Politit treiben würde, ähnlich wie sie das napoleonische Kaiserreich waren die Reichseinnahmen in einem erfreulichen Steigen begriffen, gefälscht, als grobe unwahrheiten und lebertreibungen erwiesen. zweimal getrieben hat. Ju diesem Argwohn, diefem Mißtrauen lag das jetzt nicht in diesem Maße auhalten dürfte. Die Zölle und Ver- Aber auch im Auslande hat man brauchssteuern brachten 1900/01 eine Einnahme von 896 Millionen, grobe Beschuldigungen insofern eine gewisse Striegsgefahr, als sich unversöhnliche Gegner gegen unsre Truppen erhoben, zivar nicht gegen die des Arguments bedienen konnten und wohl auch ab und zu bedient das ist gegen das Borjahr eine Steigerung von mehr als 32 Millionen. des China- Feldzuges, sondern Für das laufende Jahr erwarten vir trog der stattgehabten 1870/71. die gegen Truppen von haben, zu sagen: Wenn wir nicht einen uns passenden Augenblick Der Minister eines fremden Staates, Herr Chamber- benutzen, um das Deutsche Reich anzugreifen, so laufen wir Gefahr, Erhöhung der Steuern nur eine Gesamteinnahme von lain, mit dem wir in Friede und Freundschaft leben, hat es für daß das Deutsche Reich in einem ihm genehmen Moment über uns 909 Millionen. nötig gehalten, gegen das Verhalten unsrer Truppen 1870/71 die herfällt. Dieses Argument läßt sich heute nicht mehr auwenden, denn schwersten Beschuldigungen zu erheben. Im ganzen deutschen Volle, an Gelegenheiten, mehr oder weniger nugbringende Kriege und noch in allen Schichten und Parteien desselben haben diese völlig un- dazu in ganz guter Gesellschaft zu führen, daran hat es uns seit Das unerfreuliche finanzielle Ergebnis beruht zum Teil auf motivierten Beschuldigungen die tiefste Entrüstung hervorgerufen. 30 Jahren nicht gefehlt. Wenn heute irgend jemand von einer kriegseiner vorübergehenden Erscheinung der Reform des Bostwesens, im( Sehr wahr!) Daß diese Entrüstung gerade in Deutsch lustigen Taktik des Deutschen Reichs oder des deutschen Kaisers übrigen ist der Rückgang durch die wirtschaftlichen land zum Ausbruch gekommen ist, ist sehr natürlich, denn sprechen würde, so würde eine solche Verleumdung glatt zu Boden Verhältnisse bedingt. in keinem Lande der Welt ist die Armee und das Volk fallen.( Sehr gut! rechts.) Denn jeder, der sich mit Politik beHätte die durchschnittliche Steigerung der Einnahmen wie in so imig miteinander verbunden wie bei uns.( Bravo! rechts.) schäftigt, weiß, daß wir absolut friedlich sind. den letzten sechs Jahren vorgehalten, so hätten wir für Wenn wir das deutsche Heer das deutsche Volt in Waffen nennen, Dann aber erstrecken sich die Ziele der heutigen Weltpolitik auf 1902 fünfzig Millionen mehr veranschlagen können. so ist das keine leere Redensart, und wer das deutsche Heer beleidigt, An eine Erhöhung der Matrikularbeiträge ist bei der schlechten beleidigt somit auch das deutsche Volt.( Bravo! rechts.) finanziellen Lage der Einzelstaaten nicht zu denken. Sachfen hat Ich komme nun zur geschäftlichen Behandlung des Etats. Wir bereits einen erheblichen Zuschlag zur Einkommensteuer erhoben, be- müssen denselben bis zum 1. April fertig stellen. Geht das nicht, sonders schlecht ist die Lage in den kleinen thüringischen Staaten. so wird ein Provisorium geschaffen und die Verwaltung gebt ruhig Während wir in den letzten Jahren aus den Zöllen und Verbrauchs- weiter als hätten wir den Etat bewilligt. Ein solcher Vorgang, steuern höhere Einnahmen erzielten, als wir geschätzt hatten, haben wenn er sich wiederholt, kann aber nur zu einer Verdunkelung wir für das verflossene Jahr die Schätzung nicht erreicht. Für 1902 unires Bewilligungsrechts führen. ES tönnte scheinen, erwarten wir einen Einnahme- Ausfall auch bei der Zuckersteuer. habe dasselbe als Hur einen dekorativen Charakter. Ich habe Der Ausgleich zwischen Einnahmen und Ausgaben wird sich, da an mich über diesen Bunft mit Mitgliedern mehrerer Fraktionen eine Erhöhung der Matrikularbeiträge nicht zu denken ist, nur durch verständigt und hoffe, daß es zu einer Einigung fommt. Wenn so einen Anleihebedarf von 182 Millionen Mark ermöglichen lassen. viele Etatstitel überwiesen werden sollen wie bisher, so würde die ( Die weiteren Ausführungen des Schatzsekretärs bleiben, da der Kommission ihre besten Kräfte mit der Beratung der einzelnen Etats Redner mit sehr leiser Stimme spricht, auf der Journaliſtentribüne vergeuden und es wäre nachher keine Zeit für die großen finanziellen in ihrem Zusammenhang vollkommen unverständlich. Präsident Graf Fragen. Hoffentlich wird der nächste Etat ein freundlicheres Bild Ballestrem ersucht die Abgeordneten wiederholt um etwas mehr Ruhe zeigen, als der diesjährige.( Beifall rechts.) für den Herrn Schazsekretär".) füllen tann. V " Invalidenfonds Abg. Graf Stolberg- Wernigerode( f.): Da der Etat vor Weihnachten nicht in erster Lesung erledigt worden ist, was sehr gut möglich gewesen wäre, sind wir jegt gezwungen, der Etatsberatung fürzere Zeit zu widmen als sonst. sondern auch Reichskanzler Graf v. Bülow: Gegenden, auf Objekte, die sehr weit entfernt von Deutschlands Grenzen liegen, ich nenne in dieser Beziehung beispielsweise die Nordküste bon Afrika, Persien, Ostasien. Wenn somit der Dreibund für uns nicht mehr eine absolute Notwendigkeit ist, so bleibt er doch im höchsten Grade wertvoll als verstärkte Garantie für den Frieden und für den status quo auch abgesehen davon, daß er ein sehr nützliches Bindemittel zwischen Staaten, die durch ihre geographische Lage, ihre historischen Traditionen darauf angewiesen sind, gute Nachbarschaft zu halten. Wenn das so steht, damit will ich schließen, so müssen wir Deutschland auch weiter so start erhalten, daß, wie jetzt, unsre Freundschaft für jeden wertvoll, unsre Feindschaft für niemand gleichgültig ist.( Bravo! rechts, im Centrum und bei den Nationalliberalen.) Abg. Dr. Südekum( Soc.): ( Die Unruhe im Hause ist nach der Nede des Reichskanzlers so groß, daß die ersten Säße des Redners verloren gehen.) Trotz der Die ungünstige Lage wird verschärft, so führt Redner weiterhin allseitig zugestandenen ungünstigen Finanzlage zeigt der aus, durch die vielfach hervorgetretene Arbeitslosig berührt, die vor einiger Zeit ein englischer Minister über das Verhalten Wenn man sparen will, hier wäre die Gelegenheit zum Sparen. Der Vorreduer hat in seinen Ausführungen eine Aeußerung Militär- und Marine Etat das übliche Wachstum. keit, die bereits eine Anzahl von Kommunalverwaltungen veran- unsres Heeres im deutsch- französischen Kriege gemacht hat. Wir Die durch Bundesstaaten erreichen diesmal den Neichslaßt hat, die in Aussicht genommenen öffentlichen Bauten und Ar- werden alle darüber einig sein, und auch alle verständigen Leute in etat ein Manko von 23 Millionen. beiten in beschleunigtem Tempo ausführen zu lassen. Ein erhöhter England werden darüber einig sein, daß, wenn ein Minister fich ge- die Es ist begreiflich, daß Minister der Einzelstaaten diese Ausgabeposten des vorliegenden Etats betrifft die im Reichstage Einzelstaaten diese finanzielle Unsicher schon erörterte Gehaltsfrage der Postassistenten. lleber die Bezüge ungen sieht, jeine Politit zu rechtfertigen und es tann ja für heit sehr schwer empfinden. Der sächsische Finanzminister hat das der Invaliden wird die bevorstehende Interpellation des Abg. jeden Minister die Notwendigkeit sich ergeben, seine Politik zu recht- eich als lästigen Kostgänger der Einzelstaaten bezeichnet. Nun Dr. Arendt Gelegenheit geben, zu reden; ich habe aber schon in der fertigen, daß er dann wohl daran thut, das Ausland aus dem schäzen wir freilich die Finanz- Bedeutung des Herrn v. Wazdorf verflossenen Tagung erklärt, daß der Spiele zu lassen.( Schr richtig!) Will er aber doch fremdländische nicht besonders hoch ein, und wenn er die sächsischen Agrarier nicht Beispiele herauziehen, dann empfiehlt es sich, mit großer Vorsicht zu als Koftgänger sich groß bankrott ist, weil er die ihm zugedachten Aufgaben nicht er- thun, sonst läuft man Gefahr, nicht nur mißverstanden zu werden, nicht nötig, sich über die erhöhten Kostgänger des Reiches zu gezogen hätte, dann hätte er Das Gesamtbild der finanziellen Lage ist ein so unerfreuliches, will und wie ich annehmen muß, nach dem, was mir ohne es zu wollen, wie nicht ich annehmen beklagten und würde die Klagen Jeremiä über das von Reich anzustimmen haben. Der Vorredner aus dem Hause hat vie es faum im vorigen Jahre zu erwarten war. Wir werden schließlich nicht inhin können, auf neue Einnahmequellen zu sinnen, der andren Seite versichert wird fremde Gefühle zu verlegen darauf hingewiesen, daß durch die erhöhte Inanspruchnahme und sollten diese notwendig werden, so dürften jedenfalls Bier und Das ist aber um so bedauerlicher, wenn es einem Minister passiert die Einzelstaaten durch das Reich die partikularistische Gesinnung Tabak in erster Reihe in Betracht kommen. gegenüber einem Laude, das mit demjenigen, wie Graf Stolberg zunehmen müsse. Nun, der Partikularismus entspringt nicht in mit Recht hervorgehoben hat, stets gute und freundschaftliche Be- erster Linie diesen finanziellen Beschtverungen, er ist eine Reaktion ziehungen unterhalten hat, deren ungetrübte Fortdauer gleichmäßig zum Teil der besten Elemente in den Einzelstaaten gegen die dem Interesse beider Teile entspricht.( Sehr wahr!) Es war preußische Pickel haube, gegen die aus Berlin in die Einzeldurchaus begreiflich und vollkommen in der Ordnung, wenn in einem staaten eindringende Reaktion.( Sehr gut! bei den Soc.) Greifbare Volte, das mit seinent ruhmreichen Heere so innig verwachsen ist, Vorschläge hat der Schatzsekretär nicht gemacht. Er spekuliert offenbar Das wirtschaftliche Leben verläuft stets in einer Wellenbewegung wie das deutsche Volk auch dieses hat mit großem Recht auf die 150-200 millionen lleberschüsse, die aus den erhöhten und es ist erwünscht, daß die einzelnen Wellenberge und Thäler der Herr Vorredner betont, das allgemeine Gefühl sich auf Getreidezöllen regelmäßig in die Taschen des Reiches fließen nicht zu hoch resp. zu tief werden. Der letzte, hinter uns liegende lehnte auch gegen den Versuch und selbst gegen den Schein, den sollen. Denn daß aus diesen Ueberschüssen eine Witiven und Wellenberg war allerdings sehr hoch und dementsprechend ist das heroischen Charakter und die sittliche Grundlage unsrer nationalen Waisenversorgung für die Arbeiter errichtet werden soll, glauben Thal, in dem wir uns jetzt befinden, leider von einer gewissen Einheitsfämpfe zu entstellen. Das deutsche Heer steht aber viel zu die Herren im Centrum doch wohl selbst nicht.( Oho! im Tiefe. Die gegenwärtige wirtschaftliche Krisis hoch und sein Wappenschild ist viel zu blant, als daß dieselben durch Centrum.) Sie können es schon deshalb nicht glauben, weil eine erinnert lebhaft an diejenige im Anfang der schiefe oder ungerechte Urteil berührt werden könnten.( Bravo) solche große socialpolitische Gesetzgebung nicht auf die unsichere Basis 70er Jahre. Fürst Bismard meinte damals, daß die Krisis cine Bon so etwas gilt dasselbe, was Friedrich der Große einmal fagte, schwankender Zollüberschüsse gestellt werden darf.( Sehr richtig! bei den Folge der Freihandelspolitik aus der Mitte der 60er Jahre gewesen als man ihm von einem Manne sprach, der ihn und die preußische Socialdemokraten.) In letzter Zeit hat der Staatsrechtslehrer Laband ja fei, welche den Wohlstand Deutschlands untergraben hätte. Durch Armee angegriffen hatte: Laßt den Mann gewähren und regt auch staatsrechtliche Bedenken in dieser Richtung geltend gemacht. den Milliardenzufluß sei die Krisis damals nur aufgehalten worden. Euch nicht auf, er beißt auf Granit!"( Heiterkeit.) Darauf brauchen wir uns gar nicht einzulassen, das einfach ste Ich will diese Frage auf sich beruhen lassen. Heute haben wir Nun hat aber der Vorredner auch vom Dreibund gesprochen. für uns ist, den Zolltarif abzulehnen und damit auch die. teinen Milliardenzufluß und die jetzige Krisis ist jedenfalls die Folge Er hat mit Recht hervorgehoben, daß es immer gewiffe Leute ge- Erhöhung der Getreidezölle. einer industriellen lleberproduktion. geben habe, die von dem Wunsche erfüllt waren, den Dreibund zu Dem vorjährigen Etat war eine schriftliche Darstellung der wirtDer hinter uns liegende industrielle Aufschwung war zu schnell, begraben. Es hat auch seit lange Leute gegeben, die sich von Zeit schaftlichen Lage vom Schazsekretär beigegeben. Bei dem diesmaligen zu rapide, als daß die Landwirtschaft ihm hätte folgen können. Die zu Zeit gedrungen fühlten, den Dreibund totzusagen. Nun erfreut hat sich der Schatzsekretär auf eine mündliche Darstellung Ungleichmäßigkeit der Entwicklung hat die Arbeitslosigkeit in den fich der Dreibund aber noch immer des besten Wohlseins, und ich beschränkt. Er hatte ja auch einen guten Grund hierfür, Städten und Industriecentren und die Leutenot auf dem Lande be- dente und hoffe: es wird ihm so gehen wie solchen Personen, die denn eine wahrheitsgemäße Darstellung der wirkt. Beiden Teilen wäre geholfen, wenn man jetzt die überflüssigen fälschlich totgesagt werden und nun erst recht lange leben.( Heiterfeit.) Arbeits- und Erwerbsverhältnisse unsres Landes wäre Arbeiter der Industrie auf das Land zurückführen könnte. Ich Ueber die Natur und die Art, das Wesen des Treibundes bestehen ja viel für ihn sehr unangebracht, wenn man daran ist, der Volks= weiß nicht, ob das möglich ist. Die Krisis hat zu einer fach unzutreffende Vorstellungen. Der Dreibund ist nicht eine wirtschaft einen Stoß zu versezen durch höhere Reihe von Baufrotten geführt, besonders zum Strach zahlreicher Eriverbsgenossenschaft, sondern er ist eine Versicherungsgesellschaft. Getreidezölle.( Sehr richtig! bei den Socialdemokraten.) Bantinstitute. Eine Reform der Aktien- Gesetzgebung müßte vor allen Er ist nicht offensiv, sondern defensiv, er ist nicht aggressiv, sondern würde die Regierung eine solche Darstellung der wirtschafts Dingen das Publikum mehr als bisher schützen vor schlechter, leicht- er ist in hohem Grade friedlich. Graf Stolberg hat eben gesagt, der lichen Lage geben, so würde fie uns das beste Profinniger oder erlogener Geschäftsführung der Bantinstitute. Dreibund beruhe nicht auf einer künstlichen Kombination. Das ist pagandamittel gegen ihren Zolltarif in Zolltarif in die Hand geben. Wann die Krisis vorüber sein wird, läßt sich nicht voraussagen, vollkommen richtig, historisch gesprochen; denn der Dreibund ist die Wir würden dafür sorgen, diese Darstellung doch sprechen gewisse Anzeichen dafür, daß wir den Höhepunkt der Versöhnung zwischen den nationalen Errungenschaften, die aus Volke Bu verbreiten so etwas machen wir auch ohne Depression bereits bereits überschritten haben. Natürlich hat die den Kämpfen der 60 er und 70er Jahre hervorgegangen 12 000 Mark Subvention ( Oho! rechts. Sehr gut! Krisis ihren Einfluß in der Aufstellung des Etats geäußert, find, und jenen Principien der Stabilität, die nach Beendigung der bei den Socialdemokraten.). Vielleicht aber hat der Herr Schatzind sie mag Veranlassung geben zu einer erneuten Re- napoleonischen Kriegsstürme auf der Basis der Wiener Verträge sekretär deshalb diese Darstellung nicht gegeben, weil er damit eine gelung des Verhältnisses der Reichsfinanzen zu denjenigen Europa während eines halben Jahrhunderts den Frieden gesichert Art ästhetischer Armeleute seunst getrieben hätte, die Der Einzelstaaten. Eine Erhöhung der Matrikularbeiträge wäre sehr haben. Der Dreibund verbindet die Bergangenheit mit der Gegen- o ben ja nicht sehr beliebt ist.( Heiterkeit links.) bedenklich und könnte höchstens eventuell von Preußen und Bayern wart und sichert die Zukunft. Der Dreibund schließt auch gute Das Jahr 1901 ist so recht eigentlich das Krisenjahr. Wie ertragen werden. Der Etat weist uns auf Ersparnisse hin, und ich Beziehungen seiner Teilnehmer zu andren Mächten nicht aus, haben sich die Herren in ihren Prophezeiungen getäuscht, glaube, daß alle Parteien des Hauses den guten Willen dazu haben, und ich halte es nicht für richtig, wenn in den legten Tagen ein wie hat bei der legten Flottenvorlage der Schatzsekretär noch aber in seinem finanziellen Endeffekt wird auch der größte Wille zu fleiner, übrigens mur ein sehr kleiner Teil der deutschen Bresse anläß- erklärt, daß ihre Kosten aus den regelmäßigen Reichseinnahmen Ersparnissen wenig ausrichten. Die Kreistage und Provinzial- lich der französisch- italienischen Abmachungen eine gewisse Unruhe an den allein gedeckt werden würden, wie haben nicht die Abgg. Bassermann, Landtage sind beim besten Willen kaum in der Lage, größere Tag gelegt hat. In einer glücklichen Ehe muß der Gatte auch nicht Sattler von diesem Aufschwung gesprochen. Für ihre falschen PropheAbstriche zu machen, weil sie nicht in das Getriebe der allgemeinen gleich einen roten Kopf friegen, wenn seine Frau auch mit einem zeiungen haben die Herren ja eine gewisse Entschuldigung, denn geReichs Finanzwirtschaft einzugreifen vermögen; die Ersparnisse müssen andern eine unschuldige Extratour tanzt.( Große Heiterkeit.) Die rade vor einer Krisis beurteilt man die wirtschaftliche Lage immer gemacht werden vom Bundesrat oder besser noch vom Reichs- Schatz- Frau wird ihm nicht durchgehen, wenn sie es bei ihm am besten am günstigsten. Aber die Hypertrophie ist gerade das sicherste Anfekretär im Verein mit dem Reichstag. Bisher aber hat der Meichs hat.( Heiterkeit.) Der Dreibund legt seinen Teilnehmern keinerlei zeichen, wenn man vor einer Krisis steht. Seit den 70er Jahren tag gewöhnlich den Bundesrat zu Mehrausgaben gedrängt. Praktisch Lasten oder Verpflichtungen auf; insbesondere wird durch den Dreis haben wir eine eigentliche Strifis nicht mehr gehabt. Nemundneunzig werden sich im vorliegenden Etat auch schwer Abstriche machen lassen; bund keiner der Teilnehmer verpflichtet, seine Land- oder See- Prozent der Bevölkerung leben in den allerelendesten, schlechtesten selbst die Gegner der Marinevermehrung werden z. B. die Marine: Streitkräfte auf einer bestimmten Höhe zu erhalten. Es steht jedem Verhältnissen. Sie können die producierten Waren nicht auftaufen, forderungen des vorliegenden Etats bewilligen müssen, um nicht Teilnehmer am Dreibund frei, seine militärischen und maritimen während andrerseits die Fabrikanten die in ihren Lägern aufdie Arbeiten aufzuhalten und dadurch die Arbeitslosigkeit zu ver- Streitkräfte zu reduzieren, wann er will und wie er will. Ich gehäuften Waren nicht los werden tönnen. Das find jchärfen. möchte sogar annehmen, daß ohne den Dreibund dieser oder die Widersprüche der tapitalistischen Pro, ganzen buktionsweise. Besitzende und Befizlose stehen sich wie wie es ja auch auf der kaiserlichen Werft in Kiel üblich diese scheute aber die hohen Transportkosten und hat sie uns überlassen. zwei fremde Nationen gegenüber. Der wirtschaftliche Aufschwung, der ist. Eine ich warze Liste der Kieler Werft zählt nicht Jit es schon bedenklich, Kanonen, die zweifellos der Regierung dieser Krise voranging, war so überraschend und so bedeutend, wie weniger als 51 Leute auf, die der Entlassung würdig seien. und nicht den Borern gehört haben, nach Deutschland zu überführen, er noch nie bei einem Volke beobachtet worden ist. Eisenbahnen, Nach dieser Liste soll ein Mann, der dort 27 Jahre beschäftigt so ist die Wegschaffung der kulturhistorischen Instrumente sehr be= Seeschiffahrt, Post und Telegraphie reden in ihren Statistiken war, wegen seines schlechten Augenlichtes entlassen werden.( Hört! flagenswert. Kein Ausdruck für dieses offizielle Hunuentum eine beredte Sprache, der Umsag der Banken ist folossal hört! bei den Socialdemokraten.) Bei andren Arbeitern ist vermerkt: ist zu stark. Ich habe mich in der Seele geschämt und nicht gegestiegen, weil die Inanspruchnahme des Kredits eine" st oft frant"," soll niederträchtig sein" usw. Auch das Wort glaubt, daß unsre verantwortliche Stelle diese Wegnahme gutheißen Kolossale Ausdehnung Ausdehnung erfahren hat. E3 ist vorhin von" Frechheit" spielt eine große Rolle. Das sind Zustände auf einem würde, die uns mit dem napoleanischen Hordentumr den Auswüchsen des Börsenspiels gesprochen worden. Mit Klein- Betriebe, der mustergültig sein sollte! Der Staat sollte im auf eine Stufe stellt. Ich begreife nicht, wie man den lichen reaktionären Maßnahmen werden Sie da nichts erreichen. Interesse einer gesunden Arbeiterpolitik lieber bestrebt sein, die aus- Chinesen zumuten konnte, das, was man ihnen geraubt hatte, auf Freilich, die Staatsaufsicht hat total versagt, sie hat ländischen Arbeiter zum Eintritt in die deutschen Gewerkschaften ihre Kosten zurückzusenden. nur das Publikum in falsche Sicherheit gewiegt.( Sehr zu veranlassen. Dadurch würde die Gefahr der Lohndrückerei, die Graf Bülow hat von dem Dreibund gesprochen, aber nicht richtig! links.) Ich meine, wer die kapitalistische Ordnung will, besonders in den Grenzgebieten den Arbeitern stets von der Kon- davon, daß durch die Zerstörung der wirtschaftlichen Grundder muß auch diese kleinen Börsenauswüchse mit in den Kauf turrenz der Ausländer droht, paralysiert, indem die Lebensansprüche lagen der Dreibund leiden muß. Er hat den Dreibund als eine nehmen. Auch die Defraudanten gehören zur kapita- der ausländischen Gewerkschaftsmitglieder erhöht werden. Das wäre he hingestellt, er ist doch aber nur ein dreiediges Vera listischen Ordnung. Wären die Herren nicht zufällig ge- auch die beste Germanisierungspolitit, die die Regierung gegen hältnis.( Große Heiterkeit.) Daß übrigens mit dem Auslande faßt worden, sie würden weiter als Stügen der über Polen und Dänen betreiben könnte. Von demselben nicht alles so in Ordnung ist, wie Graf Bülow es darstellt, daß Gesellschaft fungieren.( Sehr wahr! links.) reaktionären Geist wvie die Regierung find Großindustrie unsre Beziehungen zu Rußland und Oestreich durch die Wreschener Die Syndika te haben sich als sehr schädlich ertviesen. Das und Handel vielfach gegen die Arbeiter erfüllt. Die Vorgänge getrübt sind, ist allgemein bekannt. Kohlensyndikat hat mit der Hinauftreibung der Preise koloffale Dortmunder Handelskammer schrieb in einer Betrachtung über Was ich vermisse, ist ein Protest unsrer Regierung Volksausbeutung getrieben. Allgemeinen Unwillen hat die Methode die neue Gewerbegesetz- Novelle: Was bei einem Beamten schwere gegen die englischen Unthaten, ein Protest, daß sich der Syndikate erregt, einmal die Förderung einzuschränken, andrer- Disciplinarstrafen und Dienstentlassung nach sich zieht, was beim England einfach über Abmachungen der Haager Friedenskonferenz seits aber den Export weiter zu forcieren. Dieselben Leute, die von Militär mit Erschießen bestraft wird, das sollen die Arbeiter ruhig hinweggesezt hat. England hat fein Recht, sich auf frühere Striege dem Schutz der nationalen Arbeit sprechen und die am liebsten den thun fönnen, sie sollen fernerhin das Recht haben, ihrem Brotherrn zu berufen. Unter Nero sind gewiß noch viel ärgere Grausamkeiten deutschen Arbeiter mit 3 uchthausgesetzen tnebeln möchten, sie vorzuschreiben, unter welchen Bedingungen er sie beschäftigen tann. verübt worden. Wir sind weit entfernt, den Wert guter Beziehungen unterstügen die ausländische Industrie mit billiger Kohlenlieferung Hand in Hand mit diesem ganzen reaktionären Geist geht der zu England zu unterschäßen. Wir verlangen aber vor allem von unsrer und der Staat hilft ihnen auch noch dabei.( Sehr richtig! bei den immer anwachsende Absolutismus. Der überall hervorbricht, ob Regierung eine Stetigteit der durch die Beziehungen unfrer mus geübt, der alles übertrifft, was je Arbeiter an Ausschreitungen den Fall Spahn oder um das Verhältnis des Landesherrn höchsten Kreise zu England in unsrem Volte entstanden ist, hat die geleistet haben. zur Stadt Berlin handelt. Inumer müssen wir in all diesen deutsche Regierung offenbar recht unsicher gemacht. Man könnte es Aehnlich unheilvoll haben gewiffe Elemente der Hoch finanz Fällen fragen: wo bleiben eigentlich die Minister?( Sehr richtig! sonst nicht verstehen, daß sie den Bruch der Neutralität, wie er in gewirkt. Ich erinnere an jenen Herrn, der dem Oberhofmeister der bei den Socialdemokraten.) Der Kadavergehorsam, zu dem die dem Remontenauftauf in Ostpreußen, in der Lieferung von Kanonen Kaiserin, Frhrn. v. Mirbach, nahe stand und an den Wahlspruch: Bourgeoisie unter diesem absolutistischen Geist erzogen wird, hat sich und Draht für die Konzentrationslager zum Ausdruck kommt, „ Ehrlich im Handel, christlich im Wandel!" Allen diesen Leuten ge- so recht in der Affaire des Generals v. Spig gezeigt, vor dem einfach ignoriert. Die Entrüstung gegen die bekannte Chamberlainwährte die korrumpierte bürgerliche Presse Unterstügung. In der die Kriegervereine den Gesinnungskotan machen mußten. Allein Aeußerung ist ja sehr wohlfeil. Den Alldeutschen aber möchte Kommission für das Börsengesetz erklärte ein Redacteur als Emanationen dieses absolutistisch militaristischen Geistes haben ich sagen, wer so gegen Unterdrückung fremder der„ Kreuz- Zeitung", daßregelmäßige Gratifitationen auch die Affairen in Mörchingen, in Insterburg so sehr die öffentliche Nationen ist, der sollte das auch im eignen Lande an die Börsenvertreter der Zeitungen durchaus Meinung erregt. Was verlieh der Gumbinner Affaire ihre Bethun. Socialdemokraten.) Dabei haben die Syndikate einen Terroris es sich um die Statuierung einer höfischen Aesthetit, um vorhanden ist. Der Konflikt, rer Politik, die jetzt nicht 0 gang und gäbe feien. Es war deshalb sehr anerkennenswert, deutung? Die fortgesetzten Verstöße der Militärrichter gegen das Also auch das Bild der auswärtigen Politik ist tein erfreuliches. daß ein Berliner Schriftsteller, Herr Georg Bernhard, sich das Ver- Gesetz. Der militaristische Geist befindet sich eben im Unser Prestige hat gelitten und die treue Freundschaft des Sultans dienst erwarb, bei dieser Gelegenheit gründlich aufzuräumen. Es latenten Kriegszustande mit den bürgerlichen An- und des Fürsten von Monaco ist dafür kein Aequivalent.( Große war sehr schön, daß in Dresden ein Fälschernest ausgenommen schauungen und Gefeßen. Aus diesem Geiste stammen auch die fort: Heiterkeit.) Der Präsident Graf v. Ballestrem hat einmal gesagt, werden konnte wobei die ganze bürgerliche Presse, vom gesetzten Soldatenmißhandlungen. Wie es mit dem militärischen Ehr- die Regierungen haben immer Vernunft.( Heiterkeit.) Es war eine Regierungsblatt, dem ,, Dresdener Journal", bis zu den gefühl, das ja etwas ganz besonderes sein soll, bestellt ist, das hat die An- seiner freundlichen Bemerkungen, die falmierend wirken vie unqualifizierbaren, Dresdener Neuesten Nachrichten", auf einer Linie ftellung des früheren bayrischen Hauptmanns v. Feilitsch in der eine Flasche Selterswasser auf den Aufgeregten. Aber für die der Korruption stand. Diese Dresdener Enthüllungen haben preußischen Armee besonders deutlich gezeigt.( Sehr richtig! bei den ernste Politik hat dieser Satz doch keine Geltung. Ich meine: uns einen Haß eingetragen, der für uns etwas sehr Ehrendes hat Socialdemokraten.) Dieser Mann hatte sich durch fortgefegte unsre Regierung hat nicht immer Vernunft. Unfre innere wie Von einer Verfolgung der bürgerlichen Redacteure aber, die sich Soldatenmißhandlungen in China so unmöglich ge äußere Politik ist ein Gemängsel von Zufälligkeiten, von plöngegen das Börsengefeß vergangen hatten, ist nicht die Rede, sondern macht, daß er nicht mehr wagte, vor seine Compagnie zu treten, lichen Aufwallungen, von hochfahrenden Hand Dampfder Dresdener Staatsanwalt lehnte dies mit einer Begründung ab, weil er mit eignen Ohren hören mußte, daß die nächste Kugel ihm Thaten und in Verfolg davon eine Hänfung von empfindlichen die an Naivetät nichts zu wünschen übrig ließ. Auch darauf, daß gelten solle. Uebrigens ein glänzendes Zeugnis für die Tapfer- Blamagen. Soviel Agitationsstoff, wie uns jetzt die Regierung einer der betreffenden Redacteure Beamtenqualität hatte, wurde nicht feit dieses Herrn. Als nun von Feiligich nach seiner Rück liefert, haben wir noch nie gehabt; aber vom Standpunkt des Allweiter eingegangen. tehr von China wieder in die bayrische Armee ein gemeinwohls bin ich berechtigt, der Regierung unser Mißtraucu Neben der Presse trägt besonders die durch das Aktiengesetz treten wollte, wurde ihm die Wiederaufnahme verweigert. auszusprechen.( Lebhafter Beifall bei den Socialdemokraten.) geschaffene Institution der Aufsichtsräte die Hauptschuld an Der bayrische Kriegsminister von Asch erklärte im Land- Bayrischer Militärbevollmächtigter v. Endres: Der Vordiesen Zuständen. Es hat sich eine förmliche Industrie der tage, er verzichte auf die Dienste dieses Herrn. Das hinderte redner hat gegen einen Offizier den Vorwurf der Feigs Aufsichtsräte herausgebildet; manche Leute scheinen es als ihren aber den preußischen König nicht, Herrn v. Feilitzsch mit dem heit erhoben. Dagegen muß ich entschieden protestieren. Lebensberuf zu betrachten, nur noch Aufsichtsrat zu sein. Einzelne Roten Adlerorden auszuzeichnen, ja noch mehr, vier Wochen Der Vorredner ist noch viel zu jung( Oho! Rufe bei den Socials Herren sind zugleich in 5, 6 großen Bergwerts- Gesellschaften Aufsichts- nach der Debatte im bayrischen Landtage wurde durch Patent vom demokraten), ich sage ist noch viel zu jung. Er hat unsre große Zeit räte. Unter den Birtuosen der Aufsichtsrats- Thätigkeit erreicht 28. November vorigen Jahres Herr v. Feiligsch in der preußischen nicht miterlebt. In der Affaire Feiligsch besteht zwischen der wohl den Rekord ein Herr Kommerzienrat Hahn in Armee als Hauptmann angestellt, und da in Preußen bayrischen und preußischen Regierung eine Differenz, aber bei unsrer Dresden mit einer 24fachen Aufsichtsrats- Thätigkeit. Die die Avancementsverhältnisse günstiger sind als in Bayern, wird er Kameradschaft auf Leben und Tod kann die Verschiedenheit der Ans Tantiemen dieser Herren sind natürlich meist außerordentlich voraussichtlich noch schneller Major werden als es ihm in schauung in einem einzelnen Falle fein größeres Gewicht bes hoch, und es hat einen gewissen haut goût, wenn z. B. bei Schuckert Bayern möglich gewesen wäre. Ein weiterer Ausfluß anspruchen. In der Erziehung der Mannschaft zu Zucht und Sitte sind in Nürnberg die Herren sich Tantiemen bewilligen, bevor des militaristischen Geistes sind ja auch die Duelle. Gegen wir vollständig einig. Wir haben eben bei uns eine gewisse noch eine Dividende festgesezt ist. Besonders bedenklich diese wird mit gelegentlichen Kaiserreden nicht viel aus Freiheit der Anschauingen; unsre Regierungen können in solchen ist die Verquickung von Aufsichtsrats- und politischer Thätigkeit. Es gerichtet. Erst vor kurzem soll ja der Kaiser in Potsdam einzelnen Fragen verschiedener Anschauung sein. Wir bedrohen uns giebt Schuldirektoren, die nicht nur preußische Abgeordnete eine Rede gehalten haben.( Glocke des Präsidenten.) nicht gleich mit dem Hinausfliegen.( Heiterkeit.) Wenn die Socials and Stadtverordnete, sondern auch noch Aufsichtsräte sind; Präsident Graf Ballestrem: Herr Abgeordneter, ich bitte Sie, so denke ich dabei immer an einen Spruch aus der Schulzeit: demokratie der bayrischen Regierung im Fall Feiligsch recht giebt, Mitglieder von Bergbehörden sind zugleich Aufsichtsräte von Privatgesell- Reden Sr. Majestät, die nicht im Staats- Anzeiger" gestanden haben, Quidquid i dest, timeo Danaos, et dona ferendes.( Heiterfeit. schaften. Wie leicht können hier Privatinteressen mit den Interessen des Staates tollidieren! Den Einfluß folcher Herren charakterisiert sehr hier nicht in den Bereich Ihrer Erörterung zu ziehen. Ich fürchte die Danaer, auch wenn sie Geschenke bringen.) gut ein Ausspruch, den mir gegenüber Kollegen, Redacteure in Zwickau und Chemnitz gethan haben: Lieber zweimal den Herrgott und dreimal den deutschen Kaiser beleidigen, als einmal einen Bergwerts Direttor. Ganz anders liegen die Verhältnisse z. B. beim Plagwiger Konsumverein. Dort beziehen die Aufsichtsräte, die jährlich 260 Sigungen mitzumachen haben, dafür die Summe von 400 M. Die Gesetze des Bourgeoisstaates sind natürlich auf solche kapitalistische Auswüchse eingerichtet. Das erklärt das laue Verhalten der Justiz gegenüber den wirtschaftlichen Krachs. Diese Krisen führen, wenn sie auch zunächst zahlreiche Arbeiter schwer schädigen, doch zweifellos zu einer Konzentration des Kapitals. Abg. Dr. Südekum( fortfahrend): Jm„ Staats- Anzeiger" hat diesmal nur das Dementi gestanden, daß diese Rede nicht gehalten worden sei. Nun ist erst neuerdings wieder ein Duell fall in Jena passiert, es war ja zu er warten, daß auch dies System des Militarismus zu seinem Jena tommen mußte. " Staatssekretär v. Tirpitz erklärt gegenüber einer Aeußerung des Abg. Dr. Südekum, daß fein deutscher Panzerplatten- Fabrikant an Amerika Schiffsplatten verkauft habe, daß er also auch an Amerika nicht billiger habe liefern können, wie an Deutschland. Nichtig ist mur, daß amerikanische Fabrikanten, die das Kruppsche Patent erworben haben, der amerikanischen Regierung billiger geliefert haben, als Krupp der deutschen. Der Grund lag in den größeren Aufträgen, die die amerikanische Regierung erteilt hat, und Krupp hat den Preis sofort herabgesetzt, als ihm die deutsche Regierung größere Aufträge garantiert hat. Hierauf wird ein Vertagungsantrag angenommen. Persönlich bemerkt In enger Verbindung mit der Herrschenden Reaktion stehen die Ausschreitungen des Polizeigeistes. Erst vor kurzem haben wir in Berlin wieder fluchwürdige Versuche der Polizei beobachtet, durch Spitzel Verräter zu schaffen und ehrliche Arbeiter zu Schurtenstreichen zu veranlassen. Die Beschlagnahme unsrer Weihnachts Zeitung" ist die neueste That dieses PolizeiDie Bourgeoisie freilich sucht sich in schlechten Zeiten stets auf geistes, die allerdings noch übertrumpft wird durch die eines Abg. Dr. Südekum( Soc.): Es ist bisher unwidersprochen ges andre Weise zu salvieren. Die Steuerveranlagungstichters, der meinte, die Weihnachts- Beitung" müsse unterdrückt blieben, daß der Hauptmann v. Feiligsch von seinem Major den Betommissionen weisen für das letzte Jahr ganz enorme werden, denn in ihr sei eine Agitation gegen die zo II fehl bekommen hat, ein Dorf zu erstürmen und daß er sich geweigert Steuerhinterziehungen nach. In einem Lausitzer Bezirk politischen Maßnahmen der Regierung ent hat, diesen Befehl auszuführen, mit der Bemerkung, er habe mit betrugen diese 35,8 Proz. des ganzen Stenersolls. Der Not halten. Dieser Mann hat allerdings erkannt, wo unsre eigiten Ohren gehört, die erste Kugel sei für ihn bestimmt. der Schuh drückt. am meisten der Arbeiter ist besonders groß in Berlin, Dresden, Regierung so hat es der Hauptmann v. Feiligsch Polizeithaten Ist das richtig, so der That an dem entschlossenen Mut fehlen lassen, Nürnberg und anderwärts. Auch Berliner Pastoren haben und möglichste Knebelung der Presse geht ja inumer Hand in ja anerkannt, daß die Not sehr hoch gestiegen sei, die Fabriken in Hand. An eine Aufhebung des fliegenden Gerichtsstandes, von dem Sie behaupten, daß ihn alle deutschen Offiziere haben. nahmen Arbeiter Entlassungen und Lohn Reduktionen vor. die die große Mehrheit des Reichstages gefordert hat, denkt man Generallieutenant v. Heringen: Der Vorreduer hat den VorGleichzeitig fanden starte Mietssteigerungen statt. heute schon gar nicht mehr. Wie kann auch Wohlwollen gegen die wurf der Feigheit gegen einen attiven preußischen Offizier wiedera Jeht wäre doch für die Regierung die Zeit einer Social- Presse aufkommen, bei einem System, das einen Fall Bredenbeck holt. Ich kann nur nochmals erklären, daß die Behauptung von politik großen Stils gekommen. Graf Bülow hat ja bei der hat entstehen sehen. Dieser Fall hat Entrüstung und Abscheu der Weigerung des Hauptmanns von Feiligsch unrichtig ist und daß Enthüllung des Bismard- Denkmals die dauernden Interessen der in der ganzen Journalistenwelt erregt auch in Kreisen, gegen die Zeitung, die sie zuerst aufgestellt hat, bereits das StrafVolkswirtschaft, die Salus publica, als sein Ziel hingestellt. Jetzt die mit der Socialdemokratie in gar keiner Verbindung stehen. Der verfahren eingeleitet worden ist. Bayrischer Bundesratsbevollmächtigter v. Endres: Jch fami böte sich dazu Gelegenheit, aber die Regierung scheint noch Brief des Redacteurs Bredenbeck, der schildert, wie er gefesselt gleich immer der Meinung des inzwischen ausgeschifften Herrn Brefeld zu einem gemeinen Verbrecher am hellen Tage durch die Straßen und mich dem Vorredner mur anschließen. Ich habe selbst die eins sein, daß die Lage der arbeitenden Klassen mehr als befriedigend schließlich bei seiner Mutter vorbeigeführt wurde, hat kulturhistorische schlägigen Aftenstücke in der Hand gehabt und kann hier nur noch mals erklären, daß dem Hauptmann v. Feiligsch ein derartiger Bes sei. Weit im Rückstande ist sie mit fast allen Aufgaben des Arbeiter- Bedeutung. schutzes, der Arbeitslosenversicherung, dem Bau- und Unfre innere Politik ist mit diesen Thaten genügend gekenn- fehl nie erteilt worden ist. Hauptmann v. Feiligsch wäre Bergarbeiterschuh, der Wohnungsfürsorge, der zeichnet, auch in Bezug auf die auswärtige Politik können wir auch der letzte, der einem Befehl nicht Folge geleistet hätte. Witwen und Waisenversorgung, dem Arbeiternicht im geringsten in das Lob des Grafen Stolberg einstimmen. Wer ihn persönlich kennt, muß das auch für vollkommen ausschuß im Gast- und Schankgewerbe usw. Im vorliegenden Von einem erfreulichen Ausgang des China Abenteuers tann gefchloffen halten. Die ganze Erzählung ist subjektiv und objektiv erlogen. Präsident Graf Ballestrem: Durch die Neden der BundesratsEtat find die Aufwendungen für socialreformerische Zwecke wieder sehr man wirklich nicht sprechen. Mit der dekorativen Ausgestaltung der gering. Der aktuelle Notstand besteht aber fort trotz aller Versicherungen des Rückkehr des Grafen Waldersee war es infolge der Landestrauer auch bevollmächtigten ist die Diskussion wieder eröffnet. Wenn nicht Herrn v. Metzsch. Zu Halle a. S. war ja auch eine Konferenz von nichts. Das China- Abenteuer hat für uns mit einem erheblichen wieder ein Vertagungsantrag gestellt wird, erteile ich das Wort dem hervorragenden Industriellen und Beamten der Provinz Sachfen Deficit abgeschlossen und der Schädigung unsrer Repu Abg. Dr. Bachem. Abg. Bachem stellt in Anbetracht der vorgerüdten Stunde einen unter Herrn v. Bötticher versammelt, um über die Lage zu beraten. tation im Ausland.( Widerspruch rechts.) Dort leugneten alle Beamten den Notstand, während die Die Niederwerfung der Chinesen ist nicht erreicht worden. Die erneuten Vertagungsantrag. Der Präsident beraumt die nächste Sigung auf Donnerstag Industriellen ihn zugaben. Der größte Arbeitgeber des Raiserin ist ja erst in den letzten Tagen wieder in Beting eingezogen. preußischen Staates, Herr v. Thielen, ist sofort bei Gelitten hat unser Prestige durch den ganzen Chinafeldzug, be- 1 Uhr an.( Fortsetzung der heutigen Beratung.) Eintritt Schluß 63/4 Uhr. der Krise der der Löhne sonders auch durch die Sühnemission, bei der Deutschland finkenden Tendenz gefolgt, obschon sich die Eisenbahnbeamten- Löhne schon im eine wahrhaft unglaubliche Blamage erlitten hat, wie allgemeinen unter dem Durchschnitt halten. Reich und man im Vollsmunde sagt, gründlich hineingeschliddert ist.( Große Staat haben sich fast überall gegenüber der Arbeitslosigkeit völlig Heiterfeit.) In Basel stockte die Affaire, der Telegraph spielte nach allen passiv verhalten. Ja, die Einzelstaaten erschweren durch polizeiliche Richtungen, und es fam schließlich heraus, daß die Regierung nachträglich 1. Sitzung vom 8. Januar 1902, nachmittags 24 Uhr Präsident v. Kröcher eröffnet die Sigung mit einem Hoch auf Chikanen entgegen dem Vereins- und Versammlungsgesetz das ganz andre Forderungen an den Sühneprinzen gestellt hatte, als diesem bei Roalitionsbestreben der Arbeiter und damit ihr Streben nach seiner Abreise inẞeting bekannt waren, nämlich den unsterblich gewordenen den König und gedenkt des Todes der Kaiserin Friedrich sowie der socialer Befferung. Selbstverständlich steht auch hier der Kotau. Wer diesen Kotan schließlich gemacht hat, Prinzessin Luise von Preußen. In beiden Fällen hat der Präsident Musterstaat Sachsen erster Linie. Bei dem aus ist freilich eine andre Frage. Der Sühneprinz hat sich im Namen des Hauses dem König das Beileid ausgedrückt. Vom gedehnten Glasarbeiter-Streit erließ der Amtshauptmann von jedenfalls recht gut aus der Affaire gezogen; die Situation für ihn Monarchen sind daraufhin Danktelegramme eingegangen, die der Dresden eine Verfügung, das sog. Streitposten stehen oder war auch recht günstig, denn die Ankunft des garen stand bevor, Präsident dem Hause verliest. Die nächste Sigung findet Donnerstagvormittag um 11 Uhr statt. „ jede dem ähnliche Handlung" sei mit Geldstrafe bis zu 150 M. und so mußte man sich in Berlin entschließen, von den nachträglich oder Gefängnis bis zu 14 Tagen zu bestrafen. Ich glaube nicht, gestellten Forderungen wieder Erhebliches nachzulaffen. Ich bin in Auf der Tagesordnung stehen die Präsidentenwahl und Entgegen des Hofceremoniells nicht so daß der Amtshauptmann diese Verfügung, die der Rechtsprechung die Geheimnisse eingeweiht, nahme von Borlagen der Regierung( Etat). das Maß der Strafe voll zu des Reichsgerichts widerspricht, in dem guten Glauben um an ihre Rechtsgültigkeit erlassen hat, sondern man wollte darin bestand, daß der Prinz zuerst nur turz gegrüßt und erst, die nachdem er entfühnt einfach war, die sociale Bewegung der Arbeiter wurde fchädigen. Dazu kam, Grenadiere vor ihm ins Gewehr tam, daß alsbald in der Fabrit preußischen von Siemens in Dresden ein polizeiliches Ueberwachungsbureau traten. Graf Waldersee hat in China nicht die Rolle gespielt, die eingerichtet wurde. Im vorigen Sommer gab sogar ein höherer ihm von seinen Lobrednern zugeschrieben wurde. Am bedenklichsten erscheint mir die Wegnahme der Bekinger fächsischer Arbeiter mir gegenüber zu, daß ich mit der Kritik der Es ist zugegeben worden, daß sie nicht Verhältnisse im Blauenschen Grunde bei Dresden und in den Juftrumente. Man hat sie auch fächsischen Glasfabriken recht habe. Das System der schwarzen zweifelsfrei erworben wurden. Listen wird in sächsischen Fabriken mit großem Raffinement geübt, schließlich der chinesischen Regierung wieder zur Verfügung gestellt; int würdigen, welche Abgeordnetenhaus. Briefkasten der Redaktion. Die juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnahme des Sonnabends von 7 bis 92 Uhr abends statt. Streitfrage. Das alte American- Theater ist Anfang 1899 geschlossen worden. Im November desselben Jahres wurde dem alten Theater gegenüber, Dresdenerstr. 96, ein Variété unter dem Namen American- Theater eröffnet, doch hielt sich dies Institut, das jetzt den Namen Dresdener Rafino führt, unter dem erwähnten Namen nur furze Zeit. Wolf. Die Zeitschrift Der Bär" ist unsres Wissens eingegangen. Nietschke, Berlin. 1. Ja, für 50 Pf. 2. Ja, für 4 M., beides durch! 1. Der Anspruch wegen des ersten Unfalls in verfährt. Die Berjährungs: Reichenberger. Den Antrag auf Befreiung müffen Sie spätestens bis unsre Buchhandlung zu beziehen. 3. Jn der Königl. Bibliothet. frist beträgt 2 Jahre. 2. Beantragen Sie bei der dortigen Verwaltungs: zum 1. Februar bei der Ersatzkommission einreichen. A. H. 4. Schulden behörde Zahlung bon 10 Mart Rente monatlich auf Grund des find ohne Einfluß auf das Wahlrecht. F. J. 1. Nein. 2. Falls Thre Gesetzes vom 22. Mai 1895. 0.100. Sie müssen zahlen. freie Hilfskaffe den Anforderungen des§ 75 des Krankenkaffengesezes ents F. R. 47. 1. u. 2. Neia. M. B. 100. Jawohl: bieten Sie nochmals spricht, find Sie nicht verpflichtet, der Innungstasse beizutreten. Ob die den Beitrag an und flagen Sie eventuell bei der Gewerbebeputation, freie Hilfskaffe dem§ 75 entspricht, ergiebt das Statut. Stargarder: Stralauerstr. 3-6, auf Anerkenntnis, daß Sie Mitglied der Kasse sind. straße 22. Gegen die Unterstüßung der Frau könnten Sie nichts mit C. A., Rigdorf. Eine Klage hätte keine Aussicht auf Erfolg. N. N. 1 Erfolg unternehmen. W. M., Friedrichstraße. 1. Nein. 2. Nein. P. S. 1. Das wäre eine nach dem Strafgesetzbuch strafbare Unter: schlagung. Den Verpflichtungen des Abzahlungsvertrages müßten Sie auch fernerhin nachkommen. 2. Ja. D. M. 43. 1. Wenn ihr ein Versehen zur Last fällt, fa, sonst nein. 2. Wenn der Dienst durch Schuld des Mädchens auf gehoben wird, ia, nicht aber zum Ersatz des nicht mehr Vorhandenen. Eilt. Wenden Sie sich an das Vormundschaftsgericht. G. N. 100. Für den Inhalt der Inserate übernimmt die Redaktion dem Publikum gegenüber keinerlei Verantwortung. Thraker. ando Donnerstag, 9. Januar. Opernhaus. Cavalleria rusticana. Socialdemokratischer Wahlverein Urania. Berlins grösste Fischhandlung für den 6. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Tauben- Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Frühlingstage an der Riviera Invalidenstr. 57/62. ( Bauern- Ehre.) Bajazzi.( Pagli- Tägl. Sternwarte. acci.) Anfang 72 Uhr. Schauspielhaus. Johannisnacht. Die Komödie der Irrungen. Anfang 72 Uhr. Neues Opern: Theater( Kroll). Geschlossen. Schiller. Die Mütter. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Lebendige Stunden. Anfang 7 Uhr. Berliner. Ueber unsere Kraft. ( 2. Teil.) Anfang 7 1hr. Lessing. Das schwarze Schäflein. Anfang 72 11hr. Residenz. Sein Doppelgänger. Vor: her: English spoken. Anfang 72 Uhr. Nenes. Coralie u. Co. 712 Uhr. Anfang Westen. Der Freischütz. Anfang 71 Uhr. Secessionsbühne. Detlev Liliencrons Buntes Brettl. Anfang 8 Uhr. Castans Panopticum Friedrich- Strasse 165. Grosse Weihnachts- Ausstellung Eine Reise ins Schlaraffenland Marionetten- Theater für die Kinderwelt. Carl Weiss- Theater. Große Frankfurterstr. 132. Gastspiel von Minna Michetti. Größter Opern- Erfolg der Saison! E. v. Wolzogens Buntes Theater Das Jungfernstift. ( Ueberbrettl). Anfang 8 1hr. Schall und Rauch. Vorstellung vor Serenissimus. Anf. 81/2 Uhr. Trianon. Geschlossen. Central. Das süße Mädel. Anfang 71 Uhr. Thalia. Die Badepuppe. Anfang 71/2 Uhr. Operette in 4 Atten von Ernest Guinot. Musik von Jean Gilbert. Anfang 8 Uhr. Sonnabendnachmittag: Max und Morgen: Das Jungfernstift. Morik. Luisen. Schröder u. Comp. Anfang Belle- Alliance- Theater. 8 11hr. Carl Weiß. Das Jungfernftift. Die Dame aus Trouville. Anfang 71/2 Uhr. Friedrich Wilhelmstädtisches. Der rote Kosat. Anfang 72 Uhr. Belle Alliance. Die Dame aus Trouville. Hierauf: Er. Anfang 72 Uhr. Orpheus. Specialitäten Vorstellung. Anfang 7 Uhr. Metropol. ' ne feine Nummer. Specialitäten Vorstellung. Anfang 8 Uhr Apollo. Specialitäten Borstellung. König Aqua. Anfang 8 Uhr. Casino Theater. Weihnachten. Mädchenjäger. Specialitäten. An fang 8 Uhr. Passage Theater. Specialitäten: Borstellung. Anfang nachmittags 5 Uhr. Passage Panoptikum. Speciali täten Vorstellung. Reichshallen. Stettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Palast. Specialitäten- Vorstellung. Großstadtzauber. Anf. 8 Uhr. Urania. Taubenstr. 48/49.( Im Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Frühlingstage an der Riviera. Juvalidenstraße 57/62. Täglich: Sternwarte. Schiller Theater ( Wallner- Theater). Donnerstagabend 8 Uhr: Die Mütter. Schauspiel in 4 Att. v. Georg Hirschfeld. Freitagabend 8 Uhr: Der Revisor. Sonntagabend 8 Uhr: Zum erstenmal: Einsame Mensehen. Schwank m. Gesang u. Tanz i. 3 Aften. Rosa Marten, Ferd. Worms, Werk Emil Sondermann a. G., Mizzi Birkner, meister, Kettner, Olfers, Kohlmezz. Hierauf: ,, Er Bariser Lebensbild in einem Aufzug. 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Schall und Rauch, Unter den Linden 44. Donnerstag, den 9. Januar: Vorstellung vor Serenissimus. Familienidyll. Herbstzauber. Schiffbrüchig. Anfang 82 Uhr. Neu! Die Zillerthaler. Neu! Die Polkaschüßen. Nach jeder Vorstellung: TANZ. Entree 50 und 75 Pf. Wochentags Anfang 8 Uhr, Entree 30 u. 50 Pf. Wochentags Vereinsbillets gültig und Tanz frei. Alle andern Tage bleiben die Säle zu Festlichkeiten und Ver sammlungen frei. empfieh von täglich frischem Fange und täglich frischer Zufuhr in Kühlwaggons frische, geräucherte und marinierte Seefische zu bekannt billigen Preisen. O " 97 • . Schell fische in allen Grössen. 25-35 Pf. pro Pfd. Cabliau( zum Kochen und Braten) 25-30 Pf. Derselbe ohne Kopf im Ausschnitt 30-35 Pf. Seelachs 25-30 Pf., 1. Ausschn. 30-35 Pf. Bratflundern 3 Plund 55-60 Pf., 20-25 Pf. Rotzungen 40-50 Pf., Schollen 35-40 Pf. Knurrhahn 25-30 Pf. pro Pfund. Geräucherte Seefische: B 9 Schellfische, schöner als Bücklinge 30-35 Pf. pro Pfd. 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Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimiert. Beiträge werden entgegen genommen. Der Vorstand. 4/1 Beerdigungsverein Berliner Zimmerleute. Sonntag, den 12. Jaunar, nachmittags 5 1hr: General- Verlammlung im Vereinslokal Grenadier- Straße Nr. 32. Tagesordnung: Der Vorstand, 1. Abrechnung vom 4. Quartal 1901. 2. Wahl des Vorstandes. 3. Sonstige Vereinsangelegenheiten. Um zahlreiches Erscheinen bittet geöffnet. Zur Ausgabe des neuen Statuts ist die Kaffe von 3 Uhr ab 2969b Arbeiter- Bildungs- Schule. Sonntag, den 12. Januar, abends 7 Uhr, im Königstadt- Kasino( Raddatz), Holzmarktstr. 72: Vortrag des Rechtsanwalts Victor Fränkl: ,, Der Teufel Nach dem Vortrage: 4/ 3* Gemütliches Beisammensein und Tanz. Garderobe frei. Eintritt 20 Pfennig. Männer- Vortrag morgen Freitagabend 812 Uhr, in den Arminhallen, Kommandantenstraße 20. Geschlechtskrankheiten, erflärt an gr. Lichtbildern. Referent praft. Naturheilkundiger Grundmann. 20 Pf. Eintritt, 1 Broschüre gratis. Berliner Naturheilverein. 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Druck und Verlag von Max Bading in Berlin Mädchen, welche das Abziehen von Abziehbildern auf Glas und das Auflegen mit Berlmutter gründlich verstehen; des: gleichen folche, welche das Ausmalen auf Glas abgezogener Abziehbilder gut, tönnen. Bevorzugt werden solche, die bereits in ähnlicher Stellung thätig waren. Reisegeld wird bei Engagement vergütet. Off. u. Chiffre ,, R. 1 Grped. d. Bl. Nr. 7. 19. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Donnerstag, 9. Januar 1902. Partei- Nachrichten. Arbeitersekretariate. Nachstehend veröffentlichen wir die Adressen der zitr Zeit in Deutschland errichteten Arbeiterfekretariate. Die Veröffentlichung soll periodisch erfolgen; jedesmal bei Beginn eines neuen Quartals. Wir ersuchen die Interessenten, uns in der Vervollständigung des Verzeichnisses zu unterſtügen und von einer Adressenänderung uns rechtzeitig Kenntnis geben zu wollen. Arbeitersekretariate bestehen in: Altenburg( S.-A.), Interm Schlosse 1. Altona, Große Bergstr. 204 I. Berlin SO., Engel- üfer 15. Beuthen( O.-S.), Schießhausstr. 6. Bremen, Osterthorstr. 26 I. Breslau, Messergasse 18/19 I. Darmstadt, Elisabethstr. 31. Dortmund, 1. Kampftr. 73 I. Frankfurt a. M., Am Schwimmbad 8/10. Freiburg i. B., Engelbergerstr. 9 I. Gera, Hospitalstr. 21 I. Gotha, Erfurterstraße( altes Gerichtsgebäude.) Halle a. S., Geiststr. 21. Hamburg, Pferdemarkt 23 II. Hannover, Leinestr. 17. Hildesheim, Judenstr. 5. Hohenlimburg, Schulstr. 10. Jena, Saalbahnstr. 3. Riel, Gasstr. 24 part. Köln a. Rh., Boststr. 50. Landeshuti. Schl.,„ Gasthof zur Sonne", I. Lübeck, Johannisstr. 46, part. Mannheim, S. 3, 10. Mühlheim a. Main, Wiesenstr. 3. München, Baaderstr. 1 I. Nürnberg, Egydienplatz 22. Posen, Breitenstr. 21. Striegau, Ziganstraße. Stuttgart, Eßlingerstr. 17/19. Tuttlingen, Schaffhäuserstr. 24. Waldenburg, Schl., Töpferstr. 1. Wolgast, Kromviekstr. 4, part. Iints. Würzburg, Tegtorstr. 12. Berlin, den 8. Januar 1902. Der Parteivorstand. Streuzbergstr. 30. Der erste Socialdemokrat wurde in das Bürgervorsteher Kollegium der Stadt Springe gewählt. Er erhielt 168 von 218 abgegebenen Stimmen. können. Der Vorteil dieses Systems besteht in der rationelleren, bedeutend billigeren Wirtschaftsführung und in der Entlastung der steigendem Maße zum Eriverb gezwungen find, und zwar sowohl berufsthätigen Frau. Die Thatsache, daß verheiratete Frauen in in proletarischen wie in bürgerlichen Kreisen, und somit außer stande sind, ihren Haushalt gut zu führen, hat der Bewegung in Deutschland den Anstoß gegeben. Ausfünfte erteilt und Anmeldungen nimmt entgegen der Schatzmeister des Vereins, Herr Dr. Georg Stern, Charlottenburg, Am Lützow 9. dem bestehenden Innungs- Schiedsgericht anhängig zu machen ge- Wohnung abspielt, nicht im mindesten gestört, da selbst wesen. Der Arbeitnehmer wollte aber seine Sache vor dem Ge- die Mahlzeiten im eigenen Zimmer eingenommen werden werbegericht zum Austrag bringen, bestritt daher die Innungspflichtigkeit und beantragte Entscheidung. Die Gewerbebeputation hat in allen diesen Fällen abgelehnt, die beantragte Entscheidung zu treffen, weil nach ihrer Auffassung nur Beteiligte, d. H. die Imnung oder die zur Zwangsinnung heranzuziehende Person, berechtigt find, Ent scheidung zu beantragen. Sobald aber ein Gewerbetreibender seine In nungspflichtigkeit anerkannt habe, so bestehe unter den Beteiligten tein Streit. Die Krankenkasse sei ebenso wie jeder Arbeitnehmer unmittelbar interessiert. Ihre Nechte seien dadurch ausreichend gewahrt, daß sie, wie jeder andre, in der Lage seien, die Wiederausschließung der betreffenden Gewerbetreibenden aus der Innung im Aufsichtswege anzuregen. Zur Vermeidung endloser Streitigkeiten und zur Schaffung einer sicheren Rechtsgrundlage müsse aber die thatsächlich bestehende Innungsmitgliedschaft als maßgebend auch für die Arbeitnehmer des Gewerbetreibenden hinsichtlich der Frage der Kassenzugehörigkeit und der Zuständigkeit des Gerichts in gewerblichen Streitigkeiten erachtet werden. Dieser Auffassung der Gewerbedeputation ist auch der Oberpräsident im Einvernehmen mit dem Handelsminister beigetreten. In Erstickungsgefahr schwebten Personen bei einem Brande, der gestern früh um 5 1hr in der Wohnung des Rentiers Pothmann in der Yorkstr. 76 zum Ausbruch kam. Während sich der Wohnungsinhaber auf einer Reise befindet, hatte seine Frau diese Gelegenheit zum großen Reinmachen benutzt, weshalb die Möbel der Vorderzimmer nach der Berliner Stube geschafft und dort auf ein Weise aus und wurde erst bemerkt, als die von Hige gesprungenen ander gestellt waren. Hier fam mun das Feuer auf nicht ermittelte Fensterscheiben flirrend auf den Hof hinabfielen und die Hausbewohner aus dem Schlafe schreckten. Da sich in den oberen Stockwerken bereits eine starke Berqualmung zeigte, bemächtigte sich der Mieter große Aufregung. Auf die lauten Feuerrufe eilten zwei Schutzleute und zwei vorübergehende Soldaten herbei, welche die Korridorthür sprengten, dann aber durch den Qualm vom weiteren Vordringen Einer der Schuyleute, der das große zurückgehalten wurden. Wohnzimmer zu öffnen versuchte, um durch Einschlagen der Fenster Luft zu schaffen, zog sich eine Rauchvergiftung zu. Frau B. und ihr Dienstmädchen wurden noch rechtzeitig von der Hintertreppe aus befreit. Die Tierwelt im Tiergarten. Die Zahl der TiergartenEnten beträgt gegenwärtig höchstens 400; die Tiere haben sich gegen früher auffällig vermindert. Der Grund dafür liegt zum Teil in den Beunruhigungen durch die umfassenden Holzungen und dem daraus resultierenden Mangel an geeigneten Brutplägen, zum Teil in Nahrungsmangel, der infolge gänzlicher Reinhaltung der Gewässer entstanden ist. Als Ersatz des Unterholzes wurden den Enten an Ein Verbrechen an einem Kinde ist Dienstagabend in den Vogelinseln" Reisighütten errichtet, die sie aber für Nestanlagen Schöneberg verübt worden, in derselben Gegend, in der am völlig ignorierten und jetzt höchstens vereinzelt für Nachtruhe an- 9. Oktober v. J. die Leiche des Arbeiters Eduard Gabriel gefunden nehmen. Die Mehrzahl übernachtet frei an den Inseln; wurde. Die 28itwe Schulz aus der Golzstraße 9 schickte gegen manche Baare verstecken sich unter den Spreebrücken in der 7 1hr die 10 Jahre alte Frieda Knoebel, die seit Jahren Stadt. Spree Enten" wäre eine viel richtigere Bezeichnung bei ihr in Pflege ist, mit einer Gespielin nach dem Winterfür sie; denn ihr Leben verbringen fie auf der Spree feldplatz, um Kaffee zu holen. zur Auf dem Heimwege wurde und zur Erledigung des Brutgeschäfts schweifen sie in noch weitere Frieda Knoebel voit einem Manne gebeten, für ihn eine Ferne. Schwäne sind vier Stück vorhanden, nämlich das alte Bestellung bei einem Fräulein v. B. auszurichten, die in Baar mit seinen zwei Jungen aus dem vorigen Jahre. Die der Hohenstaufenstraße eine Kinder Spielschule hat. Der Iltisse sind vollständig ausgerottet, woraus es sich erklärt, daß Mann begleitete die kleine, ging aber mit ihr an dem Hause dem über ein Schock Kaninchen abgeschossen wurden. Haus- und Fräuleins v. B. vorüber. Als Frieda K. dann umkehren wollte, 30g Steinmarder sind noch vorhanden und treten zuweilen sogar in er einen Revolver und drohte ihr, sie zu erschießen, wenn sie schreie, größerer Zahl aus dem Zoologischen Garten über. Auch die Zahl nahm sie auf den Arm und trug sie durch die verlängerte Hohender Singvögel hat infolge der Lichtungen abgenommen; durch staufenstraße nach der viel genannten Laubenkolonie. Hier erbrach Anlage, neuer Hecken unter den vorhandenen Baumgruppen wird er eine Laube, trug das Kind hinein, bedrohte es mit einem Messer aber ein Ausgleich bewirkt werden. Den„ Rademachern" und und dem Revolver, falls es einen Laut ausstoße, und Bimmerleuten" der Vögel, den Spechten, ist durch Beseitigung verübte dann ant dem bedauernswerten Mädchen ein Ver der alten wurmstichigen Bäume das Handwerk so gründlich brechen. Darauf ging er weg, fagte dem Kinde, es solle gelegt worden, daß sie wandern und alt andren Orten ihm bald nachkommen, und verschwand zwischen den Lauben Siebzig Jahre. Der Parteigenosse Theodor Sust in ihren Unterhalt suchen mußten. Die gesamte Kleinvogel- gängen. Die Kleine irrte dann umher, bis sie nach einigen Chenmig, der auch über Sachsens Grenze hinaus bekannt geworden welt tonzentriert fich Zeit 11111 das Forsthaus beim Stunden weinend an eine Trinkhalle kam, wo ein Herr und eine ist, vollendete am 8. Januar sein siebzigstes Lebensjahr. See. Unser Neuen Hier hat der Förster versuchsweise einen Dame fie fanden. Diese brachten das Kind nach Hause, wo es jetzt Chemnizer Parteiblatt widmet ihm aus diesem Anlaß einen Be Futterapparat aufgestellt, der voraussichtlich im nächsten schwer darniederliegt. Der Verbrecher ist wahrscheinlich ein Bereiter. grüßungsartikel, darin sein Lebensgang und seine Thätigkeit für die Winter durchweg im Tiergarten angewandt wird. Er besteht aus Er wird beschrieben als hagerer Mensch mit einem kleinen SchnurrBartei geschildert wird. Der Jubilar ist in Trachenberg einer meterhohen Holzjäule mit Plattform, auf der das Gestell eines bart, der ein granes Jackett, Reithofen, hohe Reitstiefel mit Sporen in Schlesien als Sohn eines Tischlermeisters geboren großen, oben mit Fichten und Tannenreisig abgeblendeten Käfigs und eine grangestreifte Jockeymüge trug. Dadurch, daß er das und besuchte in Breslau das Gymnasium. Er wandte sich bei- beruht, dessen Holz- und Glaswände bei Schneetreiben der Wind- Fräulein v. V. nannte, hatte er das Vertrauen seines Opfers gezeiten der Journalistik zu und war erst an dem demokratischen richtung entsprechend verschoben werden können. Das Futter wird wonnen, denn die Dame ist als Freundin der Kinder in der ganzen " Bamberger Journal" thätig. Im Jahre 1884 übernahm er dann auf die Plattform gestreut, bleibt trocken und wohlschmeckend und Gegend bekannt. die Redaktion des Glauchauer Beobachters" und war eine Reihe wird Mäusen und Ratten entzogen. Durch das Zimmerfenster beGoldene Medaillen. In unsrer Nr. 285 vom 6. Dezember v. J. von Jahren als Redacteur von sächsischen Barteiblättern thätig. Er obachtet der Förster unbemerkt, welche Vogelarten seine Gäste sind wandte sich dann 1891 der Kassenpraxis zu und ist seit dieser Zeit und richtet das Menu nach ihrem Geschmacke ein. Dem Vogel war in einer mit den Worten„ Goldene Medaillen" beginnenden auf dem Gebiete des Arbeiterversicherungswesens thätig. 8weimal freunde hüpft das Herz vor Freude über das lustige Treiben der Notiz gesagt, daß bei der Ausstellung für Frauenerwerb, die in dieser tandidierte er für die Partei zum Reichstage. Seit er der Partei fidelen gefiederten Zwerge. Daß weder eines der vielen Sämereien Beit stattfand, Diplome und Medaillen nur gegen Zahlung einer angehört, ist er immer in hervorragendem Maße agitatorisch und noch der Mehlwurm fehlt, versteht sich; für die possierlichen Clowns nicht zu gering bemessenen Geldsumme" an die prämiierten Ausorganisatorisch thätig gewesen. Seine Thätigkeit im Dienste der jedoch, die Meisen, wird Kürbiskern und Spedichivarte bereitsteller abgegeben worden wären. Diese Mitteilung ist, wie uns mitgeteilt wird, insofern unrichtig, als für die verteilten Arbeiterbewegung brachte ihm auch verschiedene Gefängnisstrafen ein. gehalten. und Medaillen) nur die Herstellungskosten Seinen siebzigsten Jahrestag beging er noch in voller Rüstigkeit. Zur Förderung des Vogelschutes sind in mehreren Preise( Diplome Um ein ehrenhaftes Begräbnis protestierten die Angehörigen Gemeindeschulen auf den Fluren und Treppen Tafeln mit einem vom Bunde für Frauenerwerb erhoben wurden, nämlich für Diplome Aufruf des Tierschutz- Vereins ausgehängt worden. 5 M. für bronzene Medaillen 5 M., für silberne 15 M. und für Der Aufruf eines Parteigenoffen in Lütgendortmund seit drei Jahren. richtet in längeren Ausführungen an die Kinder die Mahnung, der goldene Medaillen 20 M. Die Bezahlung der Herstellungskosten foll Der Kolporteur Genosse Kramer, der vor drei Jahren dort eines hungernden Vögel zu gedenken. Er trägt außerdem in zollhohen, auch den Gegflogenheiten bei allen derartigen Ausstellungen ent natürlichen Todes starb, wurde auf Veranlassung der Kirchenbehörde weithin sichtbaren und auch für die Kinder der unterſten Klaffen sprechen. Frau Oberstaatsanwalt Henke, die in Verbindung mit einen Prozeß an um Beisetzung in der ordentlichen Reihe, der jetzt bitten um Futter!" und als Umrahmung die bildliche Darstellung anstaltete, und hat mit der Verteilung der Preise nichts zu thun ges in der Reihe der Selbstmörder begraben. Die Angehörigen strengten bequem lesvaren Buchstaben die Ueberschrift" Uns Hungert! Wir dieser Angelegenheit genannt wurde, ist nur Schriftführerin des Deutschen Bundes für Fraueneriverb, der die Ausstellung verin der Revisionsinstanz dahin entschieden wurde, daß die ordent einer Gruppe von hungernden, auf Futter wartenden Vögeln. liche Beisezung nachträglich auf Kosten der Kirchengemeinde vorzuhabt. Der gleichfalls mit genannte Herr Eckhoff ist schon vor Ernehmen ist. öffnung der Ausstellung seines Postens enthoben worden. Berliner Partei- Angelegenheiten. Die Wahlen zur Gewerbesteuer- Einschätzungskommission, Unterausschuß X, auf die wir in Nr. 5 unsres Blattes hingewiesen haben, find auch gestern nicht zu stande gekommen. Mitten in der Wahlhandlung hob der Wahlkommissar die Wahl auf und verDie Generalversammlung des Wahlvereins für den sechsten Der Andrang zur Wahlhandlung war nämlich so start, daß das tündete, daß in nächster Zeit ein neuer Wahltermin angesetzt werde. Berliner Reichstags- Wahlkreis findet hente abend 8 hr gofal bei weitem nicht genügte, um alle erschienenen Wähler aufzu im Gisteller, Chauffeestraße, statt. Angesichts der wichtigen nehmen. Infre Gegner fezen alles in Bewegung, um uns aus Tagesordnung( siehe Inserat) werden die Parteigenossen, insbesondere der Kommission fernzuhalten; ihr geftriger, daraufhin gerichteter auch die der Schönhauser Vorstadt, um recht zahlreichen Besuch ge- Plan ist aber mißglidt. Es kommt nun alles darauf an, daß die in Betracht kommenden Parteigenossen nicht erlahmen und sich Groß- Lichterfelde. Am Sonntag findet die erste Flugbesonders auf eine von den Gegnern versuchte Ueberrumpelung einblattverbreitung zu den Kommunalwahlen statt. richten. Die Parteigenossen werden ersucht, sich zahlreich Sonntag beten. " Schon wieder sind zwei Unfälle durch vorzeitiges Abspringen bon fahrenden Straßenbahnwagen herbeigeführt worden. Gestern Breslauerstr. 17 von einem in voller Fahrt befindlichen Wagen der vormittag versuchte die 23jährige Frieda Weiland vor dem Hause Sie stürzte fo unglücklich zu Boden, daß sie eine schwere Verlegung Straßenbahn- Linie Schlesischer Bahnhof- Charlottenburg abzuspringen. am Hinterkopf erlitt und nach der Unfallstation am Grünen Weg gebracht werden mußte. abends gegen 10 Uhr ereignete fich ein ähnlicher Unfall in der Andreasstraße. Die Witwe Sauer, Koppentraße 94 wohnhaft, versuchte trop der vom Schaffner gegebenen Warnung furz vor der Haltestelle den von ihr benutzten Mingbahnwagen Nr. 1691 zu verlassen. Sie glitt hierbei aus und fiel mit dem Kopf so unglücklich auf das Straßenpflaster, daß fie ebenfalls in der Unfallstation am Grünen Weg behandelt werden mußte. Traurige Folgen hat der Zusammenbruch eines Geschäfts in morgens 7/2 Uhr in folgenden Lokalen einzu- Der Verwaltung des Reiche- Postmuseums ist es gelungen, finden: die Genossen auf der Potsdamer Seite( westlich einige der seltensten Briefmarken, die es überhaupt giebt, und der Baeke) bei Ernst Richter, Chausse estr. 104, die Ge- welche der Sammlung des Museums bisher gefehlt haben, zu bes nossen der Anhalter Seite( öftlich der Baeke) und von schaffen. Diese Marken sind soeben in einem besonderen Wertgelaß der Alexanderstraße gehabt. Der 72 Jahre alte Kaufmann Kastel in der Briefmarkensammlung zur Ausstellung gelangt. Es handelt Markus betrieb seit 40 Jahren eine Strohhut- Großhandlung, früher 2antwit bei Frömming, 2antwigerstraße. sich um die Mauritius zu 1 Benny, ziegelrot, von 1874, mit der Aufschrift Post- Office", während die andren Ausgaben die Be- in der Wall- und Rungestraße und seit zwei Jahren in der Alexanderstraße Nr. 35. Es ging in den letzten Jahren so sehr zeichnung„ Postage" tragen. Von dieser Marte sind überhaupt nur 18 Exemplare im Handel, für welche bis 45 000 m. bezahlt worden zurück, daß sich vor einem halben Jahre Frau Markus im Alter von find. Busammen mit dieser Mauritius find zwei Réunion von 1852, bewohnte seitdem in der Kurzestraße 14 ein möbliertes Bimmer. Er 66 Jahren aus Nahrungsforgen das Leben nahm. blaugrau, zu 15 und 30 Centimes ausgestellt. Diese Marken haben einen Wert von je etwa 15 000 m. Für diese drei Seltenheiten ist suchte das Geschäft noch aufrecht zu erhalten, sab sich aber numittelbar vor der Notwendigkeit, den Konkurs anzumelden. Um den Bu ein besonderes eisernes Wertgelaß hergestellt und in die Wand ein jammenbruch nicht zu überleben, erhängte er sich in der vorlegten gelassen worden. Das Gelaß wird bei Schluß der Besuchszeit Nacht in seinem Comptoir am Fensterriegel. jedesmal besonders geschlossen. Alt- Glienicke. Sonntag hält der Wahlverein Alt- Glienicke" nachmittags 4 Uhr im Lokal H. Saß eine Generalversammlung ab. T.- O.: Kaffenbericht. Vereinsangelegenheit. Ausgabe neuer Mitgliedsbücher. Berschiedenes. Ein jeder muß das alte Mitgliedsbuch mit bringen. Tokales. Der alte Mann Beschwerden wegen Heranziehung zur Zwangsinnung Bei der Arbeit schwer verunglückt ist gestern, Mittwochfind von der Gewerbedeputation im Jahre 1900/01 in Die neue Straße zwischen Prenzlauer Allee und Windgroßer Bohl zu bearbeiten gewesen. Aus dem Jahre 1899/00 waren straße wird, obwohl ihre Regulierung erst im Herbst beendet wurde, vormittag, der 23 Jahre alte Tischler Moris Bothe aus der 117 noch unerledigte Beschwerden dieser Art übernommen worden schon im Laufe dieses Jahres größtenteils bebaut werden. Die der Fehrbellinerstr. 27, der in der Instrumentenfabrit von Frati u. Co. in der Kastanienallee 32 beschäftigt war. Der junge Mann geriet und im Jahre 1900/01 tamen 257 neue hinzu, so daß im ganzen Prenzlauer Allee benachbarte Strecke der Straße ist bereits jetzt auf in das Getriebe der Hebelmaschine, in welchem ihm vier Finger der 374 Beschwerden zu erledigen waren. Allein 186 davon betrafen die beiden Seiten mit zahlreichen Neubauten besetzt, die noch im Spät rechten und zwei der linken Hand zerquetscht wurden. Die RettungsJahresbericht der Gewerbedeputation ausführt, die Beschwerden dadurch genommen worden sind und bei der milden Witterung der legten Tage vor der Hochzeit stand, die erste Hilfe und ließ ihn mit einer Zwangsinnung der Schneider. In vielen Fällen wurden, wie der herbft, sofort nach Beendigung der Straßenregulierung, in Angriff wache in der Kastanienallee leisteten dem Verunglückten, der acht feit anerkannten und mun ihr Personal bei der zuständigen Die Idee der genossenschaftlichen Haushaltungen gewinnt immer Gin Ein verstümmeltes Telegramm und feine Folgen. veranlaßt, daß solchen Arbeitgebern, die ihre Jnnungspflichtig I Wochen rasch gefördert werden konnten. 0 M AmitsDroschte nach der königlichen Klinik bringen. Sauswirtschafts Genossenschaften. Uns wird geschrieben: Blatt hiesiges berichtet: Die Inmungs Krantentaffe anmeldeten, von den Orts Kranten mehr Anhänger. eines Frau In Paris tritt die bekannte Frauenrechtlerin vorstehers aus der weiteren Umgebung Berlins erhielt dieser kassen die Jnnungspflichtigkeit bestritten wurde. Die Orts Madame Jeanne Schmahl dafür ein; in Nordamerika befindet sich Krankenkassen wiesen die Abmeldungen des Personals zurlick und be- Miß Charlotte Berlins Stetson auf einer großen Vortragstournee, nicht ungefährlichen, aber gut verlaufenen Operation unterzogen Tage aus einer hiesigen Klinit, in der ihr Gatte einer drohten die Unterlassung der Beitragszahlung mit Zwangsmaßregeln. um für die Sache Propaganda zu machen, und neuerdings hat sich worden war, folgende Depesche:" Ihr Mann entschlafen. Bitte Auf der andren Seite fündigten die Junung und die Innungs- ihr noch Mistres Colman Studet hinzugefellt. Krankenkasse den betreffenden Arbeitgebern die gleichen Zwangs- Berlin gegründete Verein für Hauswirtschafts Genossenschaften abholen." Die bestürzte Dame legte Trauerkleider an, traf für die Beerdigung Vorkehrungen und fuhr dann eiligst nach Berlin zue Ueber seine Bestrebungen herrscht Klinik, wo sie ihren Gatten wohlgemut als Rekonvalescenten antraf. ließen. Auch dritte Personen suchten gelegentlich Entscheidungen der jedoch die größte Unklarheit. In Kürze zuſammengefaßt, laffen fit Es stellte sich heraus, daß das Telegramm verſtüummelt war und Aufsichtsbehörde über die Innungspflichtigkeit von Arbeitgebern ich folgendermaßen charakterisieren: Er will in Wort und Schrift lauten follte:" Ihr Mann entlaffen. Bitte abholen." herbeizuführen. In einem Falle beantragte ein Arbeitnehmer mieten oder bauen, in denen eine Centralfüche unter der Leitung Straßensperrung. Der Fußweg über die Spreebrücke zwischen eine solche Entscheidung hinsichtlich seines Arbeitgebers, gegen den einer erfahrenen Wirtschafterin die Ernährung der Bewohner der Mühlen- und Köpnickerstraße wird behufs Ausführung einer er wegen einer Lohnforderung flagen wollte. Da der Arbeitgeber übernimmt. Selbstverständlich wird dadurch das individuelle Belastungsprobe der Brücke am 14. d. Mis. von 9 Uhr morgens ab feine Zumungspflichtigkeit anerkannt hatte, wäre die Klage bei Familienleben, das sich nach wie vor in der eigenen abgeschloffenen zeitweise für Fußgänger gesperrt. dafür agitieren, daß Genossenschaften gegründet werden, die Häuser Mittelfener wurde gestern abend 81/2 1hr aus dem Kon- gericht das letzte Wort gesprochen. Dieser Prozeß bildet einen als Grundlage dafür dienen, doch müßte er wesentliche Abänderungen fettionshause Julius Michaelis in der Kurstr. 30 gemeldet. Ausfluß des Kampfes zwischen den großen und kleinen Brauereien. erfahren. Baumeister Lachmann vom Verbande der Baugeschäfte Hier war im ersten Stock des Quergebäudes ein Seidenlager in Das Schöffengericht hatte Herrn Direktor Rösicke zu einer Geld- Berlins gab der Befürchtung Ausbruck, die Annahme des Entwurfs b Brand geraten, dessen Ablöschung trotz vorhandener starker Stauchstrafe von 50 m. verurteilt, das Landgericht als Berufungsinstanz werde einen wesentlichen Rückgang der Bauthätigkeit und damit eine entwicklung fehr bald erfolgte. Der verursachte Schaden dürfte hob jedoch dies Urteil wieder auf und sprach Nöside frei. Das schwere Schädigung der Bauhandwerker zur Folge haben. daher nicht sehr bedeutend sein, auch findet eine Geschäftsstörung am mergericht verivarf die eingelegte Revision. nicht statt. Aus den Nachbarorten. Versammlungen. Sein Verband lehne den Entwurf ab und überlasse es der Regierung, geeignetere Vorschläge zur Bekämpfung des Bauschwindels zu machen. Landtags- Abgeordneter Baumeister Felisch trat diesen Ausführungen entgegen. Wohl seien auch seiner Ansicht nach die beiden und Entwürfe unzureichend unannehm bar, dennoch sei es grundfalsch, sie einfach abzulehnen, Fachleuten über die Urteile von Aus Schöneberg schreibt man uns: Die Stadtverordneten. Der Vorsitzende Bader auf die bevorstehende Arbeitslosenzählung flossenen Jahre. Stattgefunden haben 38 Versammlungen. Die Feuerbericht. Mittwoch kurz nach Mitternacht wurde die Wehr nach der Rheinsbergerstr. 71 gerufen, wo Gardinen Feuer gefangen hatten. Zur selben Zeit brannte in der Kulmstr. 27 der Fußboden und die Balkenlage. Ein ähnlicher Brand mußte Dienstagnachmittag Wahlverein für den vierten Berliner Reichstags- Wahl zumal die Regierung in der Naunynstr. 36 abgelöscht werden. Kurz vorher ging in der kreis( Often). Am Dienstag fand im Lokal„ Königsbank" eine ihre Vorschläge hören wolle. Auf Grund der Entwürfe müßten die Paulstr. 9 ein Korb mit Wäsche und Kleidungsstücken in einem Mädchengelaß in Flamunen auf. Dienstagabend 8 Uhr erfolgte ein gut besuchte Vereinsversammlung statt. Vor Eintritt in die Tages- Interessenten unbedingt in eine Beratung der Materie eintreten und ordnung ehrte man das Andenken des verstorbenen Genossen den Versuch machen, durch geeignete Abänderungsvorschläge denr Ausrücken nach dem Anhalter Güterbahnhof, wo sich ein Waggon Müller in der üblichen Weise. Einige anwesende Frauen mußten, Bauschwindel zu Leibe zu gehen. So sollte z. B. eine Bestimmung mit Preßkohlen entzündet hatte. In der Reichenbergerstr. 142 hatten um den Bestimmungen unsres reaktionären Vereinsgefeßes zu ge- geschaffen werden, welche die sogenannten Zwischenunternehmer, die Späne in einer Tischlerei Feuer gefangen, während Königsberger- nügen, auf Anordnung des überwachenden Beamten den Saal verlassen. vielfach die schlimmsten Bauschwindler ſeien, zur Führung von straße 26 ein kleiner Brand in einem Wlaskengarderobengeschäft abgelöscht nachdem dies geschehen, hielt Genosse Rosenow einen Vortrag Büchern verpflichte, wodurch diese Leute gezwungen würden, die werden mußte. Gardinenbrände beschäftigten die Wehr in der Neuen über das Thema:„ Die Arbeitslosigkeit, ihre Ursachen und ihre Be vorhandenen Baugelder wirklich für die Bauten und nicht zu perHochstr. 4 und Auguststr. 50. In der Wollinerstr. 34 brannten Kleidungsstücke und Immobilien und gleichzeitig in der Georgen- feitigung," Dem mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Vortrage sönlichen Zwecken zu verwenden, wie es heute oft genug zu ge tirchstraße 6 Papier und Tapeten. Ein Kellerbrand rief die Wehr folgte eine kurze Aussprache, an der sich zwei Genossen beteiligten. schehen pflege, da es an jeder Kontrolle fehle. Nach stundenlanger Unter Vereinsangelegenheiten" wurde ein Antrag angenommen, Debatte wurde beschlossen, die Regierungsentwürfe einer genauen Dienstagabend nach 9 Uhr nach der Paukſtr. 32b. Ein großer welcher besagt, daß jedes Mitglied seine Beiträge an den Bezirksführer Prüfung zu unterziehen und das Ergebnis der Beratungen der Bosten Werg wurde hier eingeäschert. Eine Alarmierung nach der desjenigen Bezirks zu entrichten hat, in dem es wohnt. Der Regierung zur Berücksichtigung zu überweisen. Lintstr. 5 betraf einen Brand, der Wäsche und Kleidungsstücke auf Antragsteller begründete seinen Antrag mit einem Hinweis auf den einem Hängeboden zerstörte. Außerdem wurden noch fleinere Der Verein der Bauanschläger hielt seine erste General Fall Karl Schneider im fünften Wahlkreise und meinte, durch versammlung am 5. Januar im Gewerkschaftshause ab. Auf ErBrände von der Elbingerstr. 3 und Gothenstr. 18 gemeldet. die persönliche Bekanntschaft der Bezirksführer mit den Mitgliedern suchen der Gewerkschaftskommission wurden 25 Kollegen zur Hilfeihres Bezirks tönne am besten verhindert werden, daß sich feind leistung bei der Arbeitslosen- Zählung am 2. Februar bestimmt. Der liche Elemente in unsre Reihen einschleichen. Zum Schluß machte Vorstand erstattete sodann Bericht über seine Thätigkeit im verwahlen, die bekanntlich im November begannen, haben sich nun thatMitgliederzahl ist leider von 450 auf 260 zurüdgegangen. Die sächlich ins neue Jahr hinübergezogen. Die verursachte Arbeit und Eine Versammlung der Heimarbeiter und Arbeiterinnen Rassenverhältnisse haben sich seit Beendigung des Streits wieder Es konnten die während des Streiks notdie Opfer für unsre Genossen waren nicht gering und wir können aller Brauchen tagte am Dienstag in den Luna- Sälen. In der bedeutend gehoben. mit dem Erfolg sehr wohl zufrieden sein. Sind doch wiederum vier selben sprach Genosse Tätero w über die Ausdehnung des Kranken- wendig gewordenen 5000 M. Schulden gedeckt werden, und ist. ein Kassenbestand von circa 700 M. unfrer Vertreter ins Stadiparlament eingezogen. Aber noch weitere versicherungs- Zwanges auf die Heimarbeiter und Arbeiterinnen und gegenwärtig wieder Arbeit steht uns bevor. Wie erinnerlich, ist die Wahl unsres bis- den Einfluß desselben auf die Lohn- und Arbeitsverhältniffe. Der vorhanden. Unter diesen Umständen konnte beschlossen werden, die herigen langjährigen Vertreters, des Genossen Obst, der Vortrag, in dem der Referent auch die einzelnen Bestimmungen aus Extrazahlung von täglich 10 Pf. vom 5. Januar ab aufzuheben. Es das Mandat eines Eingesessenen im 9. Bezirk angenommen hatte, führlich erläuterte, wobei er das Verhalten der Unternehmer allen muß in jeder Karte die 19. Woche geflebt sein; die Karten erhalten für ungültig erklärt worden. Im Zusammenhang damit wurde socialen Einrichtungen gegenüber einer herben Kritik unterzog sodann in der nächsten Versammlung den Schlußstempel. Der auch die Wahl des bürgerlichen Kandidaten, des als Mieter aufge- und auf die überaus traurigen Zustände in der Heim- wöchentliche Beitrag von 35 Pf. wurde beibehalten. Bei der Neuwurde hinwies, stellten Dr. Richter, der mit nur wenigen Stimmen über unsren arbeit von den zahlreich zahlreich Versammelten wahl des Vorstandes wurden gewählt: zum 1. Vorsitzenden Otto Kandidaten siegte, fassiert, so daß für diesen 9. Bezirk wiederum eine mit lebhaftem Beifall aufgenommen. In der auf den Schulz, zu dessen Stellvertreter Aug. Schröder, zun Nachwahl stattzufinden hat. Diese Wahl findet am Donnerstag, Vortrag folgenden längeren Diskussion wurden die Aus- 1. Kassierer Pliet, zum 2. Kassierer Paulitat. Die Wahl des den 23. Januar, von vormittags 11 bis abends 7 Uhr, im führungen des Referenten nicht nur im vollen Umfange bestätigt, 1. Schriftführers wurde vertagt, als 2. wurde Donath gewählt. Restaurant Wilhelmshof", Ebersstr. 80, statt. Wir hoffen, daß die sondern auch nachgewiesen, daß die schiverreichen, mit einem toloffalen Die Kollegen Otto Vogel, Brecht, Wilke, Keune und Parteigenoffen des in Frage kommenden Bezirks es sich nicht werden Profit arbeitenden" Konfektionäre, die ja bisher fast von jedweder Larisch werden zu Beisitzern, zu Revisoren Vollbrecht, nehmen lassen, durch rührige Agitation unfrem Kandidaten gleich im Belastung durch die socialen Geseze verschont waren, allerlei Manis Grünberg, Marggraf und Rosenkranz bestimmt. ersten Wahlgange zum Siege zu verhelfen. pulationen versuchen, um die Bestimmungen über die Krankenversicherung ebenfalls illusorisch zu machen. Die vielfachen Mängel Vom Schöneberger Arbeitsnachweis. Die Stellen des Ortsstatuts, die teilweise sehr unklare, komplizierte und in dem bermittelung im Monat Dezember gestaltete sich noch ungünstiger üblichen Bureaukratendeutsch gehaltene Fassung verschiedener Be- Verband deutscher Barbiere, Friseure und Perrückenmacher. als im voraufgegangenen Monat. Wenn auch wohl infolge des ſtimmungen bieten den Unternehmern bei ihrem Vorgehen geeignete( Zweigverein Berlin.) Donnerstag, den- 9. d. M., abends präc. 10 Uhr, Weihnachtsgeschäfts die Zahl der gemeldeten Arbeitsuchenden( und Handhaben. Dadurch, daß die Bestimmungen nur für Berlin, aber nicht bei Sirte, Elisabethstraße Nr. 14: Generalversammlung.- Mitgliedsbuch hier kommt wiederum nur weibliches Personal in Betracht) etwas für die Umgebung, für Groß- Berlin in Betracht kommen, liegt die legitimiert. geringer war, so konnte doch nur etwa die Hälfte der in Betracht Gefahr nahe, daß von den Unternehmern die in den Vororten„ Es werde Licht!" Verein zur Unterhaltung und Belehrung. Heute tommenden Personen Arbeitsgelegenheit erhalten. Offene wohnenden Arbeiter bezwv. Zwischenmeister bevorzugt werden. That- abend 8 Uhr, Dresdenerstraße 45: Versammlung. Vorlesung über„ Kunst Stellen für männliche Arbeitsuchende waren vorhanden 16, für fächlich wird bereits von den Unternehmern versucht und teilweise und Sittlichkeit". Diskuſſion. weibliche 131, zusammen 147( im November waren deren zu- mit Erfolg, die Zwischenmeister zu veranlassen, nach auswärts fammen 178); Arbeitsuchende waren gemeldet 47 männliche, zu ziehen. Es wurde mitgeteilt, daß einzelne Firmen, um 155 weibliche, zusammen 202( im November zusammen 297); beseßt sich der Versicherungspflicht zu entziehen, überhaupt nur an wurden 15 Stellen für männliche und 93 Stellen für weibliche solche Zwischenmeister Arbeit abgeben, die nicht in Berlin Arbeiter, zusammen 108 Stellen. wohnen. In diesem Falle würden allerdings vorläufig die Wir machen wiederholt darauf aufmerksam, daß die Nachweisung betreffenden Zwischenmeister, auch wenn deren Einkommen schienen. Derselbe tritt damit in seinen 21. Jahrgang. von Arbeit im städtischen Arbeitsnachweis, Kaiser weniger als 1500 Mart beträgt, selbst nicht versicherungsWilhelmplatz 3, tostenlos erfolgt, und zwar für ungelernte und pflichtig sein, hingegen müßten sie wohl zweifellos die für sie gelernte Arbeiter und Lehrlinge von 8 bis 1 Uhr und für Ar- thätigen und in Berlin wohnenden Arbeiter versichern. In mehreren beiterinnen und Dienstmädchen von 2 bis 7 Uhr nachmittags. Fällen verlangen die Unternehmer, daß die Arbeiter einer freien " Gerichts- Beitung. Bund deutscher Barbiere, Friseure und Perrückenmacher ( 3weigverein Charlottenburg). Sigung abends 10 Uhr bei Wernice. Bismarckstraße 34. Eingegangene Druckschriften. Die erste Nummer des„ Südd. Postillon“ für das Jahr 1902 ist er Vermischtes. = " Aus Hohennenendorf sendet uns der in der Sonntagsnummer Hilfskaffe angehören oder daß sie sich selbst versichern, indem sie sich Drei Personen verbrannt. In dem Wohnhaus des Rentiers erwähnte Hauswirt Mellin eine Zuschrift, die derart mit Schelt- bei der Krankenkasse selbst anmelden und angeben sollen, daß sie beworten gespickt ist, daß sich der Abdruck verbietet. Herr Wellin beschäftigungslos sind. Daß die Konfektionäre kein Mittel scheuen, die Goerte in Breußisch- Holland ist der Elbinger Zeitung" zufolge ein Drei Personen Hauptet, daß die Frau Hizke bei der Ermission nicht schwer trant verhältnismäßig doch geringen Lasten der Krankenversicherung von Brand ausgebrochen, der dasselbe einäscherte. gewesen und aus der Charité bereits wieder entlassen sei; auch sei sich abzuwälzen, das geht auch daraus hervor, daß die Zwischen werden vermißt. Dieselben sind wahrscheinlich in den Flammen ums Die Familie H. nach seiner, des Hauswirts Auffassung im Befig einer meister und Arbeiter vielfach aufgefordert worden sind, sich gekommen. Gewerbetreibende anzumelden und ihnen dann Wohnung gewesen. Dann erklärt Herr Mellin es für unrichtig, daß als bor- Die deutsche Südpolar Expedition. Dem Staatssekretär H. die Miete immer pünktlich bezahlt habe; die Miete für November geredet wurde, daß sie daß sie selbständige Gewerbetreibende seien sei erst lim Dezember entrichtet worden. Auch sei er für H. zu und die Kosten der Strankenversicherung für die Arbeiter des Innern ist von dem Generalkonsul in Sydney die telegraphische sprechen gewesen; ingleichen habe er die Leute nicht ohne weiteres selbst zu tragen hätten. Trotz der verschiedenen Unklarheiten in Anzeige zugegangen, daß der für die deutsche Südpolar Expedition auf die Straße gesetzt, sondern ihnen vier Wochen vorher gekündigt, den Bestimmungen kann es aber doch keinem Zweifel unterliegen, gecharterte Dampfer des Norddeutschen Lloyd,„ Tanglin", die obgleich er dies nicht nötig gehabt habe, da tägliche Kündigung ver- daß die Anmeldung des Gewerbes den Arbeiter nicht zum Gewerbe- Kerguelen am 21. Dezember verlassen hat, nachdem er alle Ladung einbart gewesen sei. Ferner behauptet Herr Mellin noch, daß am treibenden macht, dem die Verpflichtungen der Versicherung auferlegt gelöscht und die Station in der Observationsbai Royalsund er Orte etwa 15 fleine Wohnungen leer stehen, eine Thatsache, die gar werden können. Allerdings werden die Unternehmer, infolge des richtet ist. Alle Stationsmitglieder sind gesund. Die Nachricht ist nicht von uns bestritten worden ist. Umstandes, daß die Konfektionsarbeiter und Arbeiterinnen wenig nach Sydney von einem englischen Dampfer überbracht worden, organisiert und sich der so schon sehr geringen Rechte nicht bewußt welcher den„ Tanglin" am 21. Dezember unter dem 44. Grad jüdsind, mit diesen Manipulationen vielleicht noch längere Zeit alle Kosten licher Breite und 73 Grad Länge gesprochen hat. An Bord des der Versicherung von sich abwälzen. Seitens der hiesigen OrtsKrankenkasse der Schneider, die hauptsächlich in Betracht kommt, wird" Tanglin" alles wohl. eine strenge Kontrolle geübt werden, und es sind, wie berichtet wurde, Daß der Typus der Banern, wie Zola ihn in seinem Roman Ein gefährlicher Gauner. Mehr als zwanzig Dienstmädchen auch bereits geeignete Maßnahmen getroffen, um die verschieden„ La Terre" darstellt, nicht allein auf Frankreich paßt, lehrt eine erschienen gestern vor der ersten Strafkammer am Landgericht I, artigen Manipulationen möglichst zu verhindern. Im übrigen ist Mitteilung, die den„ M. Neuesten Nachr." aus der Gegend von um gegen den Agenten Paul Giesen, der sich wegen wiederholten auch die Berliner Armendirektion, die ja wissen muß, daß sie ins Schwandorf, dem frömmsten Teil des fromm- katholischen Bayern, Betruges auf der Anklagebank befand, Bengnis abzulegen. Der besondere aus den Kreisen der Heimarbeiter viel in Anspruch ge- zugeht: Der geistesschwache 20 jährige May Graf aus dem Angeklagte ist achtmal vorbestraft, darunter siebenmal wegen Betruges. nommen wird, außerordentlich bei der Sache interessiert und sie hat benachbarten Pfarrdorfe Neukirchen war lange Jahre in der Er ist ein Schwindel- Specialist, denn er verübt seine Betrügereien alle Ursache, dahin zu wirken, daß die Unternehmer ihren Ver- Austalt Reichenbach untergebracht. Obwohl nun Neukirchen die ist und nur wohlfast ausschließlich als Reisender für Photographien. Er hat zulegt pflichtungen den Arbeitern gegenüber nachkommen. In der weiteren reichste Gemeinde des Bezirksamts vegen seiner unreellen Machenschaften auf diesem Gebiete eine drei Diskussion wurde immer wieder auf die miserablen Lohn- und habende Bauern hat, war diesen der zu zahlende jährliche jährige Gefängnisstrafe zu verbüßen gehabt. Kaum aus dem Ge- Arbeitsbedingungen und auf die fortgesetzten Lohnreduzieringen hin- Unterhaltsbeitrag von 200 M. zu hoch, weshalb der arme fängnis entlaffen, fand er wieder Beschäftigung bei hiesigen Photo- gewiesen und wie vom Referenten so auch von mehreren andren Mensch nach Hause befördert wurde. Daheim wurde graphen und grafte, mit deren Reklamekarten versehen, die einzelnen Rednern zum festen Zusammenschluß in der Organisation auf er dann feinem Schidjal überlassen. Keine Lagerstätte, Häuser ab. Er fand seine Kundschaft hauptsächlich bei dem weib- gefordert, wodurch es allein nur möglich wird, der schrankenlosen tein Holz wurde dem im Armenhause Untergebrachten zur Ver= lichen Küchenpersonal. Die Köchinnen und Stubenmädchen ließen Ausbeutung ein Ziel zu fegen und bessere Zustände für die Heim fügung gestellt. Niemand hat sich um den Unglücklichen gefümmert, der vorige Woche tot in einem Winkel des Armenhauses aufsich leicht überreden, gegen Empfangnahme der Reklamekarten, die arbeiter und Arbeiterinnen zu schaffen. wurde. Die Beerdigung war bereits festgesezt, bei späteren Bestellungen als Ausweis dienen und neben tadelloser Die städtischen Laternenanzünder hielten am Montag im gefunden Ausführung der Bilder ausnahmsweise billige Preise herbeiführen sollten, Englischen Garten", Alexanderstraße, eine öffentliche Versammlung als Anzeige bei der Gendarmerie erfolgte. Die durch eine Anzahlungen zu leisten, um die sie der Angeklagte zumeist betrogen hat. ab, in welcher Genosse Schubert über das Aftionsprogramm der Gerichtskommission bestätigte Untersuchung und Obduktion der Manchmal hatten die Mädchen die als Anzahlung geforderten 2 M. neugeschaffenen Centralstelle der vereinigten Verliner Filialen der Leiche, vorgenommen durch Landgerichtsarzt Dr. Mayer aus Amberg nicht bei der Hand, fie vertrauten ihm dann zum Wechseln ein städtischen Arbeiter referierte. Seine Vorschläge in Bezug auf und Dr. Held aus Schwandorf, ergab als Ursache des Todes„ Vergrößeres Geldstück an, der Angeklagte vergaß aber in solchen Fällen den weiteren Ausbau des Verbandes wurde einstimmig gert". Der Magen war leer, in den Gedärmen fanden sich das Wiederkommen. Vielfach führte er sich als angeblicher Lands- gutgeheißen. Eine recht ausgedehnte Diskussion zeiligte die leberreste von Tuch und Getreidekörnern. Die Beine waren er= mann bei den Dienstmädchen ein, in einem Falle benutzte er die Antwort des Berliner Magistrats auf froren, der bis zum Skelett abgemagerte Körper voll von Ungeziefer. Gelegenheit, als das Mädchen auf wenige Minuten von der Herr- Laternenanzünder, ihr minimales Gehalt zu erhöhen, den Dienst- Von dem Schreien des Armen in den letzten Tagen hat niemand schaft abberufen wurde, um aus dem Küchenspind 12 M. zu stehlen. jahren entsprechend eine Lohnskala einzuführen und sonstige, Notiz genommen. Bürgermeister der genannten Gemeinde ist der Der Gerichtshof verurteilte ihn zu drei Jahren Zuchthaus, den Arbeitern andrer Betriebe schon gewährten Bezüge zuzugestehen. frühere Centrums- Abgeordnete Martin Lautenschlager. 1500 M. Geldstrafe und fünf Jahren Ehrverlust. Außer der Gehaltszulage hat der Magistrat keine Forderung berücks In dem Prozesse Scholl und Genossen ist die Beweis- fichtigt. In einer Reſolution wurde dem bestehenden Arbeiter aufnahme gestern zu Ende geführt worden. Der Staatsanwalt ausschuß aufgegeben, die gestellten und durchaus gerechten Ansprüche hielt die Schuld des Hauptangeklagten Scholl in allen Punkten für zu formulieren und sie der zuständigen Stelle zu unterbreiten. erwiesen. Die Angeklagte Margarete Priez sei zwar nur sein Die Berliner Bau, Maurer- und Zimmerermeister Handwerkszeng gewesen, sie habe sich aber auch des Betruges schuldig Innung hat in ihrer letzten Sizung zu den Gesezentwürfen gemacht, Egert aber müsse bestraft werden, weil er geständlich die Annoncen, durch die Schall das Publikum anlockte, verfaßt und verbreitet 3ur Sicherstellung der Bauhandwerker Forderungen Stellung genommen und nach langer Debatte beide von der Rehat. Der Staatsanwalt beantragte, Scholl in 21 Fällen wegen Betruges, gierung veröffentlichten Entwürfe in ihrer gegenwärtigen Form für ferner wegen Beleidigung, Ürkundenfälschung und Veranstaltung unannehmbar erklärt. Von Vertretern des Verbandes der Baueiner Lotterie in Gestalt des Serienlos- Geschäfts zu einer Gesamtstrafe von drei Jahren sechs Monaten Zuchthaus und 3000 M. Geld geschäfte in Berlin und Umgegend sowie des Arbeitgeberbundes für das Baugewerbe wurden Erklärungen abgegeben, die gleichfalls dahin strafe event. noch 100 Tage Zuchthaus, die Angeklagte Priez zu lauteten, daß die vorliegenden Entwürfe nicht Gesez werden könnten, sechs Monaten Gefängnis und 1000 M. Geldstrafe event. 100 Tagen ohne das ganze Baugewerbe auf das empfindlichste zu schädigen. Gefängnis, Egert zu 200 M. Geldstrafe event. 200 Tagen Gefängnis Der Vorsitzende Baumeister Menzel teilte mit, daß ein Ausschuß des Swinembe 768 23 772 WSW 5 bedekt Das Erkenntnis ging dahin, daß der Angeklagte Bundes deutscher Bauhandwerker- Jnnungen, der mit seinen Hamburg 772W 5 bedeckt Scholl mit drei Jahren einem Monat Zuchthaus, fünf 30 000 Mitgliedern das Baugewerbe repräsentiert, in Berlin getagt 2 bedeckt Franti./M. 778 SW jährigem Ehrverlust und 650 M. Geldstrafe, die Angeklagte Margarete und nach langer Beratung beschlossen habe, sich für den Regierungsindhen 779SW 3 hlb.bed. 1 Baris Priez mit 600 M. und der Angeklagte Egert mit 100 M. Geldstrafe entwurf b, der nur die Bauhandwerker, nicht auch die Lieferanten 774 WNW 3 heiter zu belegen feien. in ihren Forderungen schützt, zu erklären. Dies sei lediglich der Wetter- Prognose für Donnerstag, den 9. Januar 1902. In dem Beleidigungsprozeß des Rittergutsbesitzers und Form nach geschehen, dem Inhalte nach müsse ein Gesetz gefordert werden, Ein wenig fälter, vorherrschend wolkig bei ziemlich frischen nordwestBrauereibesitzers Schönbeck gegen den Reichstage- Abgeord- das die Forderungen der Bauhandwerker durch hypothetarische lichen Winden; keine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetterbureau. neten Brauereidirektor Richard Rösicke hat jetzt das Kammer- Eintragungen sicher stellt. Der Entwurf b tönne wohl zu verurteilen. " das Gesuch der Nach Schema F. Die Polizeilente in Brig ersuchten jüngst dis Direktion der Töpliger Bahn um Freikarten zur Fahrt nach Töplitz, um dort am Leichenbegängnis eines Kameraden teilzunehmen. Sia erhielten abschlägigen Bescheid mit der verblüffenden Begründung daß derlei Fälle" acht Tage vorher angemeldet werden müssen. Witterungsübersicht vom 8. Januar 1902, morgens 8 1hr. Stationen Bertin Wien Barometerstand mm WindBunpa Windstärte Wetter Temp. n. G. 4th R. = 909 Stationen Barometerstand mm Wind richtung Windstärke Wetter 4 blb.bed. 5 bedeckt 7 Haparanda 739 23 6 Betersburg 749 7 Sort 6 Aberdeen 1 Schnee 773 SSW 4 bedeckt 779 NNO 1wolfent 6 Temp. n. 6. Hot Dog 1900 1T 8 Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Berlag von May Bading in Berlin.