Nv. 33. iiiiii_i i ir Abonnemenis-Dedingungtn: Abonnements-PreiZ pränumerando: viertetjädrl. Z,Z0 Mb, monall.l.loMk., wöchexlltch LS Psg> frei in» Haus. Einzelne Numm'r 5 Pfg. Sonntag«! Nummer mir tuunttctter Sonntag«« Beilage»Tie Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 1,10 Mark prr Mona«. Singetragen in der Post- ZeitungS« PreiZliste für IVOS unter Dr. 7878. Unter tlreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für da» übrige Ausland S Mark pro Monat. 19. Jahrg. Die Iifsertions-Gkliliyt beträgt für die fechSgefpallene SoloncT» jeilc oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewerkschaftliche BereinS« und Versammlung«-Anzeigen 20 Psg. „Kleine Auleigeu" jede« Wort 5 Psg. (nur da« erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bi« 4 Uhr nachmittag« in dertixpedilion abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bi« 7 Uhr abend«, an Sonn- und FestlaAen bi« 8 Uhr rwrmittag« geöffnet, Erfcheint täglich«itzer Moakag». Devliner Volksblskk. Telegramm- Adresse t »SorialdrmoKrat Srrlin" Csntrawrgan der socirrldemokratisthen Partei Deutschtands. Kedalttion: SV7. 19. Beuch-Strahe 2. Fernfprechtt: Sluit I. Nr. 1508. Dienstag, den 38. Januar 1903. Expedition: sw. 19, Beuch- Swche 3. Fernsprecher: Ruit I, Nr. 5131. Ans England. London, 2V. Januar. Das Resultat der Adretzdebatte. Durch die Schiväche fyer Opposition wurde die Adrehdebatte zu einer Farce. Das offizielle liberale Amendement erwies sich als ei» arger Misjerfolg. Es war zu weit gefaßt. Es ivollte allen Schattie rnugen des Liberalismus gefallen und befriedigte deshalb nur wenige. Das ist gewöhnlich das Schicksal aller Weitherzigleit in der Politik. Der schärfste Einspruch kam von Lloyd George, dem radikalen Abgeordneter aus Wales. Er meinte, Sir Campbell-Bannerman be handelte die liberale Partei ganz so wie die Boeren die britischen Gefangenen: man entkleidet sie und läßt sie laufen. Das Nmendement sei eine Entkleidung der Partei von allen liberalen Grundsätzen. Dagegen wurde Channings Antrag respektvoll be- handelt. Chamberlain nannte ihn„offenherzig und ehrlich". Die Frage über den persischen Meerbusen tvurde in einem fast leeren Hause verhandelt. Während der Debatte waren vielleicht einige dreißig Abgeordnete anwesend. In der deutschen Presse wurde diese Diskussion als ein Ereignis von der größten Be- deutnng betrachtet. Jedoch scheint ihr das Wichtigste entgangen zu sein. Der liberal-imperialistische Abgeordnete Henry Norman, der mit seinem Parteigenossen Sir E. Grey für ein anglo-russischcs Einvernehmen eintritt, beteiligte sich an dieser Debatte und sagte: »... ES ist bekannt, daß in Bezug auf den persischen Meerbusen ein geheimer Vertrag zwischen England und Deutschland existiere. Der Staatssekretär deS Aeußern hat es nicht abgeleugnet.. Lord Cran dorne:„Verzeihen Sie, daß ich Sie unter breche. Wollte man dementieren, daß dieser oder jener geheime Vertrag existiere, so wäre es mit dem geheimen Vertrag bald zu Ende." Mr. Norman:„Ich wiederhole nur eine allgemeine be- kannte Ansicht, es seien Gründe zur Befürchtung vorhanden, daß ein solcher Vertrag existiere..." Das war ohne Zweifel ein lehrreicher Zwischenfall. Es dürfte wohl gestattet sein, aus ihm den Schluß zu ziehen, daß ein anglo- deutscher Vertrag in Bezug auf den persischen Meerbusen thatsächlich abgeschlossen wurde, höchstwahrscheinlich zu Anfang des südafrikanischen Kriege«. Die Bagdadbahn kontra Boerenrepnblikenl Das Gespräch Dr. v. Siemens, des Vaters der Vagdadbahn, mit Kaiser Wilhelm II. über die Sympathie der Frauen und Kinder Deutschlands mit den Boeren dürfte wohl bald nach der Rückkehr des Kaisers von seiner Londoner Reise stattgefunden haben.— Die Adreßdebatte hat auch eine irische Resolution gebracht, die den zwangStv eisen Auskauf der Grundherren und die Abschaffung aller Ausnahmegesetze verlangt. Von Homerule spricht sie merkwürdigerweise gar nicht. Schließlich ist noch zu erwähnen, daß der Abgeordnete Sir Joseph Dimsdale fLord Mayor. der inneren Stadt von London) eine» Antrag bezüglich des an dieser Stelle bereits besprochenen Telephonhandels einbrachte. Der Antrag ist indes in ganz mysteriöser Weise von der Liste ver- s ch iv u» d e n. So geht man in Eugland der Korruption zu Leibe.— Die Ersatzwahl in Dclvsbury. Die Vorgänge in Dewsbury werden hier mit vieler Anfmerk- samkeit verfolgt. Das Eintreten des socialistischcn Kandidaten in den Kampf gab dieser Ersatzwahl ein Interesse, daS ihr sonst gar nicht zugekommen wäre. Bei den letzten Hauptwahlen im Jahre 1900 standen sich in Dewsbury die zwei traditionellen Kandidaten gegenüber. Mr. Mark Oldroyd(lib.) erhielt 6045 Stimmen, Mr. Morrow lkons.) nur 3897. Der Liberale wurde somit gewählt. Oldroyd ist eine Art Schlumberger und ihm gaben die Arbeiter von Dewsbury eine so bedentcnde Mehrheit. Nach einem Jahre zog er sich indes von« politischen Leben zurück und eine Ersatzwahl wurde deshalb notwendig. Unmittelbar vor seinem Rücktritt beschlossen die Socialdemokraten von Dewsbury H. Qnelch, den Redacteur der „Justice", als Kandidaten aufzustellen. Dieser fuhr nach Dewsbury ,l»d wurde in einer öffentlichen Versammlung zum Kandidaten ernannt. Die dortigen Genossen glaubten, die Sache leide keinen Verzug, da ihnen sonst irgend ein Libcral-Labonr, d. h. ein liberaler Arbciterkandidat zuvorkommen würde. Mit diesem übereilten Vorgehen war die I. L. P. �Unabhängige Arbeiterpartei), deren Führer Keir Hardie ist. nicht einverstanden. Die Führer dieser socialistische» Organisation wollten mir den Arbeitern zusammengehen, um einem Mitglied- der L- L. P. die Kandidatur zu verschaffen. Dieses Mitglied war Genosse Hartley, der ohne Zweifel ein Vorrecht auf Dewsbury hat, da er in diesem Wahlkreise vor einigen Jahren kandidiert hatte. Die beiden socialistischcn Organisationen: die S. D. F.(Social- dcmolratische Föderation) und die I. L. P.. süc deren Vereinigung in den letzten Monaten viel gethan wurde, schiene» durch diese Kandidatur sich feindlicher denn je zu werden. Glücklicherweis« besitzt Hartley«in großes socialistischcS Solidaritätsgefühl. Er erschien in einer Wahlversammlung, in der Queich sprechen sollte, und erklärte von der Tribüne herab, er sei mit ganzem Herze» bereit, für Qnelch zu agitiere», der iviirdiger sei, den Wahlkreis zu vertreten. Noch mehr: in einem Briefe an die „Elarion" beschuldigte er die Führer seiner eigenen Partei, Keir Hardie, Bruce Glasier und I. R. Macdonald, daß ihre Agitation gegen die S. D. F. n»r eine gemeine Jntrigue sei. Dieses Auf- treten Hartleys machte Eindruck. Eine ganze Anzahl von Zweig- vereinen der I. L. P. faßten Sympathiebeschlllsse für Queich und brachte» dadurch die Führer der I. L. P. zum Schweigen. Trotz dieser günstigen Wendung haben die Parleiftreitigkeiten der Kandidatur Qnelch geschadet. Es ist fraglich, ob die S. D. F. gut beraten war, als sie aus ihrer Mitte einen Kandidaten für Dewsbury aufstellte. An irgend welchen Erfolg, auch nur auf den sogenannten moralischen Sieg ist nicht zu rechnen. Wie bekannt, kandidieren dort Mr. Run eima»(liberaler Imperialist) und Mr. Haley(kons.). Es ist höchst wahrscheinlich, daß Runciman an die 5000 Stimmen erhalten und somit gewählt wird. Wenn Qnelch 800—1000 Stimmen erhält, so würde die S. D. F. alle Ursache haben, sich zu beglückwünschen. Das dürfte wohl das Maximum sein. Und doch wäre ein Socialdemo krat wie Queich in irgend einem andren konstitutionellen Lande Europas schon längst im Parlament. Er begann als gewöhnlicher Proletarier, als ein uakilleä lsboursr, arbeitete sich durch Selbst- stndium zu einer bedeutenden Kenntnis der politischen Oekonomie herauf, lernte Französisch und Deutsch, so daß er Marxens „Elend der Philosophie" aus dem Französischen in? Englische übersetzte. Und die Ucbersctzung ist eine ausgezeichnete. Zusammen mit Bax verfaßte er einen„Socialistischen Katechismus". Er redigiert die„Justice", ist ein guter humorvoller Redner und ein eifriger gewerkschaftlicher Organisator. Nichts desto weniger wird er, wie ich fürchte, eine schlimme Niederlage erleiden, da er gegen den Krieg spricht nnd schreibt und überdies ein revolutionärer Socialdemokrat ist. Aber eines ist sicher: die Stimmen, die auf ihn entfallen, werden von wirklichen Socialdemokraten kommen.— Irische G e m e i n d e w a h l e n. Mit den politischen und wirtschaftlichen Fortschritten, die Jr laud in den letzten Jahren erlebte, erwacht auch der Klassenkamp In den Konferenzen der Nationalisten erscheinen auch Vertreter des Landproletariats, aber nicht mehr als Nachläufer, sondern als Gegner der Pächter nnd Eigentümer, die die Arbeiter schlecht behandeln. Als ein weiterer Beweis des Klassenkampfes innerhalb des irischen Volkes sind die Gemeindewahlen zu betrachten die vor wenigen Tagen in Dublin stattfanden und folgende Resultate ergaben: Als Stadtrat. Hcnncssy(Homeruler).... 751 Stimmen Stewart(Soc.)...... 267, Als Stadtverordnete. White(Homeruler)..... 530 Stimmen M'Laughlie(Soc.)..... 371, Allen(Hansbesitzerverein)... 161, M'ffall(Homeruler)..... 1424„ Connvlly(Soc.)...... 431, Bcardwvod(Hausbesitzer)... 191„ Unsre Genossen erhielte» also über 25 Prozent aller abgegebenen Stimmen. Wie bekannt, besteht die irische Socialdemokratie erst seit zwei Jahren. Sie verfügt über eine ganz kleine Monatsschrift „Die irische Arbeiterrepublik", die oft ganze Abschnitte aus dem ersten Bande von Marx„Kapital" zum Abdruck bringt. Es muß ferner hervorgehoben werden, daß unsre Genossen von den katholischen Priestern mit großer Heftigkeit als Atheisten nnd Revolutionäre be> kämpft werden. Während der Gcmeindewahl-Agitation erklärten die Priester, daß alle Mäaner und Frauen, die den Socialdemokraten ihre Stimme gäben, von der Kirche nicht mehr anerkannt würden Die in Dublin für unsre Genossen abgegebenen 1033 Stimmen haben deshalb eine große Bedeutung.— Januar. politische Mebeestchk. Aerlin, den 27. DaS KoalitiouSrccht als— Erpressung. Zu unsrem Leitartikel über die Verurteilung niehrerer Zimmer lente wegen Erpressung wird uns aus juristischen Kreisen noch ge schrieben: Socialdemokraten erachten es für die Pflicht jeden Arbeiters und jeder Arbeiterin, einer Organisation belzntreten, die im Gegen- satze zu der völlig unzulänglichen Kraft des Einzelnen, zumal inner- halb der unterdrückten Klasle, durch die Znsanlmcnfassnng der Kräfte zu höheren Zielen zu verhelfen vermag. Wenn in dem vor liegenden Fall das Gericht dies- im höchsten Grade sittliche, kulwr erhaltende und knlturfördernde Snschaining geteilt oder doch für bei rechtigt angesehen hätte, so hätte es die Erklärung der Zimmer- lcute, daß sie mit einem ihrer Organisation Widerstrebenden das Zusanimenarbeiten verweigern, für mannhaft nnd pflichttreu, keines� wegs aber für strafbar erachten müssen. Folgt man nun aber selbst dem Gericht auf den entgegew gesetzten Standpunkt und setzt man sich auch weiter über den Grunde satz hinweg, daß eine an sich ehrenwerte oder doch straffreie Handlung nicht durch ihre Motive zu einer strafbaren werden kann, so bleibt das Erkenntnis doch juristisch völlig unhaltbar. Die Zimmer- lcute sollen bei der gedachten Erklärung, die sie ihren« Arbeitgeber gegenüber abgaben, von dem Motiv geleitet worden sein, dadurch de» Nichtorganisierten zum Eintritt in die Gewerkschaft zu bestinnnen. So unterstellten die Richter den Zimmerleuten. Letztere konnten doch aber ebenso gut schließlich nnr den Wunsch gehabt haben, daß der Nichtorganisierte irgendwo anders, nur nicht in ihrer Mitte arbeitel Ja, es ist nicht einmal anzunehmen, daß die Zimmerleute, nachdem sie erst nacki den verschiedenen Vorgängen gesehen hatten, mit wem sie es zu thnn hatte», überhaupt bereit geivesen wären, den Mann in ihre Organisation aufzunehmen, geschweige denn, daß gerade dieser Wunsch sie geleitet hätte. Aber weiter! Der— angeblich— von ihnen gewünschte Eintritt deS andern in die Gewerkschaft hätte dieser— so führt das Urteil aus— einen rechtswidrigen Vernivgeiisvorteil in Form des inonat- lichen Beitrages gebracht. Dies Moment mußte vom Gericht an- genommen werden, denn ohne dies keine Erpressung.(§253St.G.B.) Diese Ausführung aber ist unlogisch, unjuristisch imd widerstreitet den Lebensverhältnissen. Eine Gewerkschaft» i m in t doch nicht bloß— wäre dies der Fall, so würde sie ja gerade zum Gegenteil ihres Zweckes werden—. sie giebt doch auch. Und zwar gicbt sie den einzelnen Mitgliedern mehr, als diese ihr geben, denn darauf be- ruht gerade das Princip der Zusammenfassung der Kräfte. � Gegen Mitglieder gewährt die monatlichen Beiträge der schaft die Vorteile der Organisation, die jedem Arbeiter und jedem im Leben Stehenden genügend bekannt sind. Es kommt hinzu, daß die Gewerkschaften, dank der reaktionäre» Gesetzgebung, keine Rechtspersonen(Korporationen) sind, mithin kein von dem Vermögen der einzelnen Mitglieder gesondertes Vermögen besitzen. Wenn man also auch mit dem Gericht in dem Beitrag des einzelnen Mitgliedes einen Vermögensvorteil, eine Bereicherung der Gewerkschaft erblicken sollte, so könnten durch denselben nur die einzelnen Mitglieder bereichert werden. Da nun aber alle Mitglieder den gleichen Beitrag zu zahlen haben, so würde der Neueintretende in gleicher Weise durch die Beiträge der übrigen bereichert werden, so daß sich der angebliche Vermögensvorteil der übrigen schon rechnungsmäßig aufheben würde. Ja, da in der Regel die übrigen Mitglieder bereits ein Gewerkschaftskapital gesammelt habe», an welchem auch der Neueintretende teil hat, so würde ein Bermögens- vorteil nur ans seiner Seite liegen. Hierbei ist freilich nur die eigne utopistische Auffassung des Gerichts von dem schon in dem Beitrage liegenden Verniögensvorteil zu Grunde gelegt. Endlich würde auch das zur Erpressung gesetzlich notwendige Moment der„Rechtswidrigkeit" des Vorteils fehlen. Eher könnte man wohl umgekehrt annehmen, daß der rechtswidrige Ver- mögenSvorteil auf feite gerade des Nichtorganisierten Arbeiters liegt, der, ohne selber pflichtgemäß beizutreten nnd beizusteuern, dennoch die Vorteile hinnimmt, die durch die Organisiermig der übrigen auch ihni zufallest, z. B. den dadurch erzielten höheren Lohn I—' ihnen die Gewerk- � Z«m Fall Stietencron liegt jetzt die Begründung deS niit dem Erkenntnis des Militär- gerichts in direktem Widerspruch stehenden Urteils der Civil- kämm er des Landgerichts Zaber» im Elsaß vor. Rittmeister z. D. v. Stietencron war bekanntlich verurteilt worden, an die Mutter, sowie den Großvater des von ihm erschossenen italienischen Arbeiters Fazzi bis zu ihrem Tode je eine vierteljährliche Rente von 30 Mark als Entschädigung zu zahlen. In den entscheidenden Stellen lautet diese überaus bemerkenswerte Begründung: Es geht aus dem kriegsgerichtlichen Erkenntnis und den ihm zu Grunde liegenden Zeugenaussagen niit Sicherheit hervor, daß Stietencron den tödlichen Schuß auf Fazzi abgegeben hat, als dieser ihn niit erhobener Schippe bedrohte, daß also Herr v. Stietencron lediglich, um sich gegen einen Angriff Fazzis zu verteidigen, diesen getötet hat. Zugleich aber kann es nach demselben Urteil einem Zweifel nicht unterliegen, das« die Tötung Fazzis zur Abwendung deS fraglichen Angriffs nicht notwendig war." Nach den Grundsätzen des bürgerlichen Rechts habe Stietencron die Flinte zwar als Berteidigungsmittel, nicht aber als Schußwaffe benutzen dürfen. Er konnte den Schlag, zu deni Fazzi mit der Schippe ausgeholt, sehr wohl mit dem Flinten lauf auffangen und unschädlich machen. Zu dieser Beschränkung seiner Verteidigung sei er als f r ü h e r e r Soldat, der zu F» r ch t l o s i g k e i t und Besonnenheit erzogen sei, verpflichtet gewesen. Vielleicht hätte er die Not« wehr auch noch nicht überschritten, ivenn er Fazzi durch einen Schuß ins Bein kampfunfähig gemacht hätte.„Zur Tötung Fazzis lag kein genügender Anlaß vor, zumal die übrigen Arbeiter sich ruhig verhielten nnd keine Miene machte», Fazzi zu unterstützen. Herr v. Sticten- cron hat sonach in fahrlässiger Ueberschreitnng der Not>v ehr den Italiener Joseph Fazzi getötet und ist daher verpflichtet, der Mutter sowie dein Großvater Fazzis Schadensersatz, und zwar durch Entrichtung einer Geldrente zu leisten." Aus der Urteilsbegründung geht herbor, daß daS Landgericht Zaber» eine n o ch m a l i g e K I a r st e l l u n g des Vorfalles durch Zeugenvernchmnngcn nicht für notwendig gehalten hat, sondern seinen Urteilsspruch auf dem kriegsgerichtlichen Er« keimtniS aufbaute, das Stietencron bekanntlich freisprach. Es ist das schon deshalb sehr zu bedanern, weil eine nochmalige Znigen- und Sachverständigen Vernehmung mög- licherweife zu ganz andren gerichtlichen Feststellunge» geführt hätle, als diejenigen es sind, zu denen das Kriegsgericht gelangte. ES wäre eine derartige nochmalige Verhandlung des Falles um so mehr zu wünschen gewesen, als anffallenderweise der Ver- treter der Anklage vor dem Kriegsgericht, KriegsgerichtSrat Oden, anfeinc Berufung an das Oberkriegsgericht verzichtete, obwohl er die Handlung Stietencrons als Totschlag qualifizieren zu müssen geglaubt nnd demgemäß drei Jahre Gefängnis gegen de» Angeklagten beantragt hatte I Andrerseits ist es freilich um so bemerkenswerter, daß daS Landgericht zu Zaber» zu der Auffassung gelangte, daß Stietencron die Notwehr überschritte« habe, obwohl es bei seiner Beurteilung der That lediglich von den Feststellungen ausging, die in dem Kriegs- gerichtserkenntnis niedergelegt waren. Immerhin gelangte das Land- gericht auf Grund der„Feststellungen" des Kriegsgerichts zu einer derartig niilden Auffaffnng der That Stietencrons, daß die Stietencron auferlegte Geldbuße derartig geringfügig nnsficl. daß sie in der italienischen Presse als dürftiges Almosen bezeichnet werden konnte. Wäre der Fall Stietencron nochmals zum Gegen. stand einer gerichtlichen Untersuchung genincht worden, so wäre das Landgericht»ivglicherlvcise, ja man darf wohl sagen: wahrscheinlich, dahin gekommen, die Frage, ob Not- wehr vorgelegen habe, überhaupt zn verneinen. Den» von den zahlreichen Zeugen, die unter ihrem Eide b e- t r i t t e n, daß Fazzi Stietencron irgendwie bedroht habe, wäre das Landgericht wohl auch z» einer andren Würdigung er Gutachten der medizinischen S a ch v e r st ä n- igen gelangt, von denen zwei erklärten, daß der Schuß Fazzi höchstwahrscheinlich in den Rücken go- roffen habe, während der dritte medizinische Sachverständige, Stabsarzt Dr. Reps-Saarburg. sogar erklärt hatte, daß es für ihn zweifellos sei, daß der Schuß in den Rücke» des Getöteten ab- gegeben worden sei I Trotz dieser Gutachten hatte das Kriegsgericht bekanntlich angenommen, daß Stietencron, wie er behauptete, den Schuß von vorn in den Hals Fazzis abgegeben habe. Nichlsdcstoweniger stellte sich das Landgericht Zaber» auf den Standpunkt, daß Stietencron durch das Abfeuern des Schusses seine Besonnenheit und Kaltblütigkeit habe vermissen lassen, die ein ehemaliger Offizier habe beweisen müssen. Insofern entschied das Landgericht gegen das Kriegsgericht, erklärte es dessen Folgerungen aus den Feststellungen für j u r i st i s ch unhaltbar. Wichtiger wäre es freilich gewesen, die F e st st e l l u n g e n selbst einer nochmaligen Prüfung zu unterziehen.— * Deutsches Weich. Rede». Gelegentlich des Geburtstags Wilhclm.s II. hat der K a is e r mit dem Prinzen von Wales Ansprachen gewechselt, die in dem übliche» wärmsten, aber höchst unpolitischen Ton gehalten sind. Her- vorzuheben ist aus der Rede Wilhelms II. die folgende Verherrlichung des britischen Weltreichs: „Als Eure königliche Hoheit sich kaum erholt(von einer Krank- hert) hatten, sandte Sie Ihr königlicher Vater in, Dienste Ihres Vaterlandes auf die große Wellreise zu den britischen Unter- thanen jenseit der Meere. Auf einer Strecke von über 40(XX) Meilen haben Euere königliche Hoheit nur britischen Boden betreten und durch Ihr gelvinncndes Wesen die entfernteren Teile des britischen Reiches und ihre loyale Bevölkerung zu- saminenfassen und fügen helfen zu jenem Imperium Britanicum, von bem_ auch gesagt werden kann. daß in seinen Grenzen die Sonne nicht untergeht. Kaum heimgekehrt, sind Eure königliche Hoheit, dem Rufe Ihres Vaters folgend, hierher geeilt, um als gern gesehenes Fa- m i l i e n m i t g l i e d meinen Geburtstag im Kreise der Meinen zu begehen." Dieser Hhnmus ans das britische Imperium wird ja den All- deutschen, die über die Granitbeißerci BiilowS so überschtvänglich erfreut lvaren, nicht sehr lieblich in die Ohren klingen. Sie bc- weisen auch, wie viel Wert Wilhelm II. auf die englische Freund- schuft legt, aber auf die wirkliche politische Entwicklung sind derlei Tischreden ohne Bedeutung. In seiner inhaltlosen Antwort versicherte der englische Thron- folger, daß es ihm zur„größten Freude" gereicht hättet„nach Berlin haben kommen zu dürfen", und er bedankte sich„für den sehr freund- lichen Empfang". Das entsprechende Lob auf das deutsche Imperium flocht er nicht ein. Die englische Presse— wie die„Times"— betrachten die Reise des Prinzen von Wales als eine Sache rein persönlichen Familien- interesses, die der politischen Bedeutung gänzlich entbehre. Mit Reisen und Reden wird in' der That keine Politik ge- macht.—_ Eine große Unitanfe der Armee hat der Kaiser zu Ehren seines Geburtstags vollzogen. Mehr als hundert Regimenter haben altlandschaftliche Namen erhalten. Es gieb't hinfort u. a. masnrische, kurmärkische, altniärkische, clevesche, liiedersächsische, kur- hessische, samländische usw. Regimenter. Der Kaiser begründet diese Neu-Tanfe niit der Nottvendigkeit der individuellen Entwicklung der einzelnen Teile;„nur im Wetteifer derselben"— so heißt es in dem Armeebefehl—„werden die Eigen- schaften und Kräfte lebendig, ivelche das Ganze auf eine höhere Stufe der Leistung zn bringen geeignet sind." Und er hofft, daß die neuen Namen„das Betvußffein lebendig erhalten, daß unser Deutsches Reich geschaffen ist durch die Tüchtigkeit der einzelnen Glieder seines Volkes, und daß es die Pflicht jedes Angehörigen meines Heeres ist, seinen Stamm, seine Heimat im Wetteifer mit den andren zu Ehren zu bringen." Eine HeereSreform, die große Dinge leisten soll und wenigstens nichts kostet!-_ Klinckowström. Nach längerem Leiden ist der konservative Neichstagsabgeordnete und Mitglied des Herrenhauses Graf Klinckowström gestorben, im Alter von 56 Jahren. Graf Kliiikowström bedeutete für das Junkertum ungefähr das, was Stumm für die Industrie. Er lvar einer der wildesten Scharfniacher gegen die Industrie. Ohne das mindeste Verständnis für die socialistische Bewegung sah er im brutalen Niederschlagen alles Heil.f In seinem ostpreutzischen Kreise schaltete er mit dem schlimmsten Terrorismus, jede politische Regung niederdrückend. Gegen die social- demokratische Agitation rief er unermüdlich nach Polizei und Staats- anwalt. Er schwärmte auch für die Prozessierung von social- demokratischen Zeitungen, weil durch die hohen Geldstrafen und Gerichtskoften die Finanzen der Partei ruiniert würden:„Solch ein Spaß." so ein Prozeß, erklärte der Edle einmal im Herrenhaus, «kostet immer gegen 1000 M., selbst wenn die Strafe ganz ge- ring ist." Je ungestümer Graf Klinckowström gegen den Umsturz kämpfte, nmsomehr ebnete er die Wege der Socialdemokratie. Gerade fein Wahl- kreis Raftenburg-Gerdauen-Friedland gehörte zu den Kreisen des Ostens, in denen die letzten Wahlen eine ganz überraschende Vermehrung der socialdemokratischeu Stimmen ergaben. 1890 wurden in dem Kreise zum erstenmale socialdcmokratische Stimmen abgegeben, 637, die bei der Nachwahl 1891 auf 453 heruntergingen. 1893 brachten wir es auch nur auf 675 Stimmen. Plötzlich, bei den 98er Wahlen stieg die Zahl auf 3263 gegen 9131 konservative und 2845 freisinnige Stimmen. Der Wahlkreis ist immer konservativ vertreten gewesen, nur 1874 entsandte er einen nationalliberalen und 1881 einen fort- schrittlichen Kandidaten. Es ist nicht ausgeschlossen, daß es diesmal zur Stichwahl kommen wird. Auch dieser Wahlkampf wird unter dem Zeichen des Brotwnchers vor sich gehen.— Graf Klinckowström war über den jähen socialdemokratischeu Aufschwung sehr aufgeregt und organi- sierte dann sich zum Trost karnevalistische Kundgebungen gegen den Umsturz. Als Agrarier betrieb Klinckowström mit Vorliebe den politischen Kuhhandel. Er lvar ein Mann der mittleren Linie und des Aus- gleichs und wurde wegen seiner Kompromisse von den reinen Bündlern gelegentlich nnßtrauisch betrachtet. Indessen er that redlich alles, was möglich lvar, um den Junkern auf Kosten des Volkes Vorteile zuzuschanzen.—_ PosadowSky als ,,Nmstürzler". Stark unzufrieden sind einige Blätter mit dem Grafen Posadolvskh, weil er der Social- demokrntie bei den letzten ReichStagsdebatten nicht schneidig genug entgegengetreten sei. Die„ K r e n z- Z e i t u n g" meint,' Graf Posadolvskh hätte in der Arbeitslosendebalte statt sachlichen Eingehens „die Anfrage, deren frivoler(!) Zweck auf der Hand lag, w e n n überhaupt, kurz dahin zn beantworten, daß die Regierung das nach Maßgabe der Umstände Mögliche ihn» werde,' um den Arbeitslosen Beschäftigung zu verschaffen, sich aber auf allgemeine Auseinandersetzungen über die Ursachen und den Umfang des Uebels nicht einlassen könne." Und die„Berliner Neuesten Nachrichten" erbosen sich, weil der unglückliche Graf in einem schwachen Augenblick die Socialdemokratie als Arbeiterpartei anerkannt habe. Diese Angriffe wären ja an sich ehrenvoll, indessen den Minister der„geduldigen" Socialreform lverden sie leider in u n s r e in Sinne nicht bessern.— Konservativer Wahlrechtshaff. Während Herr Oertcl neulich biedernianilisch beteuerte, kein Konservativer sei für die Be- seitigung des ReichStags-Wahlrechts, begründet die„Kreuz- Zeitung" in ihrer Sonntagsnummer die Nicht-Notwendigkeit, das verfassungsmäßige Recht des Wahlgeheimnisses zu schützen, mit folgendem deutlichen Satz: „Das Reich hat keine Veranlassung, die grnndstürzen- den Bestrebungen, die unter dem SchuNe dcö allgemeinen Stimmrechts blühen, von Amts wegen unter seine Flügel zn nehmen." Das heißt, das Reich darf unter keinen Umständen die Ver- fassnng wahren und das Wahlgeheimnis schützen. Die Konservativen erklären sich höchstens mit einem durch gesetzwidrige Wahl- b e e i n f l u s s u n g e n gefälschten und verstümmelten Wahlrecht allenfalls einverstanden. Hat der Graf Bülow das auch insgeheim gedacht, als er ohne jeden Grund den Schutz des Wahlrechts ablehnte?"— Von nnsrem Platz an der Sonne. Der„Kölnischen Volkszeilung" wird in einer Zuschrift ans Tsingtau vom 6. Dezember vor. Is. der llmstand als besorgnis- erregend bezeichnet, daß A u a n seine wohldiscipli- liierten, zuverlässigen Soldaten aus Schau tung nach Tschili zieht. Außer in der Nähe von Weihsien ist von den Truppen des Duan in Schantung wenig mehr zu sehen. Dnan wird dieselben in dem von Räubern und Marodeuren schrecklich heimgesuchten Tschili wohl gebrauchen können. Schon jetzt hört man, daß er mit eiserner Hand Ordnung schaffe, aber Schantung kann auch einer schweren militärischen Faust nicht entbehren. Das Räuberun wesen schießt bei jeder Ver- Minderung des Druckes sofort ins Kraut. Der Artikel fährt fort: Im übrige n ist es jetzt in Schantung recht ruhig u»d friedlich. Der Eisenbahnbau macht mächtige Fortschritte, die Erdarbeiten für den Dann» sind schon bis Tsinanfu vergeben. Die am 1. Dezember eröffnete Eisenbahnstrecke Kanmi— Tschaugliug ist schon über die 90 5lilometergrenzc in das eigentliche selbständige Schantung vorgedrungen. Seitdem ist eine vierte Klasse eingestellt worden. Die Eisenbahn wird auch von Chinesen in ziem- lich' großer Zahl benutzt. Der Handelsverkehr nach Tsingtau i st noch recht flau. Die K a u f l e n t e im Innern haben m e i st noch keine Geschäftsverbindung mit Tsingtau angeknüpft. Infolgedessen hört man auch in Tfingta« Geschäftsleute klagen. In Kanmi, dem änsiersten vorgeschobene» Posten der deutschen Interessensphäre, wird eine Kaserne gebaut; das ist ein offenes Zeiche», l daß man die Interessensphäre deutscherseits ernst nimmt. Bisher sind die Truppen in K a n in i in der P r ü f u n g s h a I l e untergebracht. Die geschäftliche Lage unsrer ostasiatischen Kolonie ist also noch immer eine äußerst schlechte. Der Handelsverkehr Tsingtans mit dem Hinterland ist noch gleich Null. Die Geschäftsleute in der Hauptstadt des deutschen Pachtgntes klagen. Der Eisenbahn- bau hat an diesen trostlosen Zuständen noch nichts verändert, wenn auch die Chinesen die Bahn als bequeme Gelegenheit zur Personen- befördernng benutzen. Besonders interessant ist aber, daß Deutschland frisch-fröhlich daran geht, auch außerhalb unsres Pachtgntes, innnerhalb der „Interessensphäre", Kasernen anzulegen, als ob diese Jnter- effensphäre dem Pachtgnt bereits in aller Form einverleibt wäre! Wozu hat man denn durch einen„Vertrag" vom 6. März 1898 die Grenzen des Pachtgntes abgesteckt, wenn man auch weit jenseits dieser Grenzen Kasernen baut, kurz, den Herrn des Landes spielt? Daß die dcntschen Soldaten innerhalb dieser Interessensphäre zu Zeiten innerer Unruhen zur Aufrecht- erhaltung der„Ordnung" Streifzüge unternahmen, mag noch hin- gehen; daß sich Deutschland dort aber dauernd militärisch festsetzt, verstößt entschieden gegen den Pachtvertrag, der aus- drücklich nur das 540 Quadratkilometer große„Gouvernement Kiautschou" als deutschen Besitz reklamierte. Man sieht aber jetzt ganz deutlich. wozu von der Regierung die Truppen- Vermehrungen für Kiautschou verlangt werden: man will überall in der Interessensphäre Militärstationen errichten, um dann eines schönen Tages dies chinesische Gebiet dem„ge- pachteten" Gouvernement einzuverleiben, mit oder auch ohne neuen Pachtvertrag. Ist man sotveit. so wird man dann die ganze Provinz Schantung' als neue. Interessensphäre" in Anspruch nehmen. Auf diese Weise gedenkt man sich in aller Gemütsruhe in das Gebiet des Ricsenreichs hineinzufressen. Der China-Krenzzug scheint, statt abzuschrecken, unsere Weltpolitikcr mir zu neuen völkerrechtswidrigen Annektioncn angereizt zu haben.— Aus der Zolltarifkommissio» ausgetreten ist nach dem „Pfalz. Courier" der uationallibcrale Abgeordnete Freiherr H e y I zu Herrnsheim. Als Grund des Austritts wird angegeben, daß die uationalliberale Fraktion seine weitergehenden Wünsche für den Schutz der Landivirtschaft nicht genügend unterstütze. Thatsächlich ist Herr v. Hehl in der Zollkommission als einer der l extremsten Hochschutzzöllner aufgetreten. Seine Stelle in der Kommission soll fortan Abg. Sieg einnehmen.— „Vom taktischen Standpunkt". Die„Deutsche TageSztg." wendet sich gegen den„Westfalen", das Organ des westfälischen Baueruvereins, ivcil dieses Blatt erklärt hat: die Vertreter des Bundes der Landwirte würden unrecht thu», wenn sie bei der ein- tretenden Nottvendigkeit, höhere Zollsätze als die des Regiernngs- entwnrfeS zu erreichen, das ganze Werk der Tarifrevision zum Scheitern bringen wollten; denn den jetzigen Zöllen gegenüber bedeuten die Zollsätze der Vorlage e i n e s o w e s e u t I i ch e V e r b e s s e r u u g. daß eine solche unter keinen Umständen zurückgewiesen werden dürfe. Die„Deutsche Tageszeitung" ruft geärgert ans: «Wie u n-g I a u b l i ch ungeschickt est vom taktischen Standpunkte ans diese Aenßerung des westfälischen Blattes! Sieht es den» wahrhaftig nicht ein, daß es durch solche Aenßernngcn auch das gefährdet, was es im äußersten Notfalle erreichen, womit es sich begnügen will?" Die Klage über das Ungeschick des„Westfalen" bestätigt nur, was ivir stets betont haben, daß die Ueberzölle der Bündler nicht ernst gemeint sind, sondern nur der Taktik entspringen, möglichst nuverfchämt zu fordern, um bei einer Herabsetzung des Geforderten immer noch das eigentlich Gewollte zu erreichen. Aber„lvie unglaublich ungeschickt vom taktischen Standpunkt" ist es doch, daß die„Dcnlsche Tageszeitung", die sonst gern eine „wissenschaftliche Errechnung" ihren Zollsätzen»achrühmt, sich im Eifer gegen das Ungeschick des„Westfalen" zu dem Geständnis verleiten' läßt, daß' ihre agrarischen Forderungen eben nur „Taktik" sind!— Zwangserziehung Minderjähriger. Dem sächsischen Landtag ist ein Gesetzentwurf über die Zwangserziehung Minderjähriger zugegangen, dessen„Begründung" ei» Schreckensbild von der Ver- rohu'ng' der Jugend entwirft. Die Jugend würde früher als zuvor selbständig und damit verdorben: „Haltlose Naturen ergeben sich zügellos dem Genuß und schrecken, wenn die Mittel dazu fehlen, vor Diebstahl, Betrug, Unterschlagungen und wie die jüngste Zeit wieder gelehrt hat, selbst vor Raub und Mord nicht zurück. Von Jugendlichen begangene Sachbeschädigung. Körperverletzung. Nötigimg und Bedrohung sind nur zn häufig, und bei öffentlichen Unruhen stellen halbwüchsige Burschen die frechsten N ii he st ü r e r u n d die g e>v a l t t h ä t i g st e n An- greiser. Von der weiblichen Jugend verfällt aber leider ein nnr zu großer Teil, kaum der Schule ent- wachsen, der gewerbsmäßigen Unzucht, ohne daß zur Zeit eine Handhabe gegeben wäre, sie deni imsitllichcn Leben eher zu entziehen, als bis sie so weit gesunken sind, daß sie der korreklioncllen Nachhaft überwiesen werden können." Diese Klagen sind zn erheblichem Teile Uebertreibiiiigen sächsischer Reaktionsgemiiter. Mit ZwangSerziehniigcii und Korrektionsinitteln lasse» sich aber überhaupt die Folgen der socialen Mißstände nicht bessern. Das beste Mittel gegen Verrohung ist die sociale Hebung nnd die socialdemokratische Aufklärung, welche allein fähig ist. das Interesse für große Fragen zu erweitern und den kämpffrohen Jdealisnuis für die heiligste» Güter der Menschheit zu befeucni. Wie stellt sich aber die sächsische Regierung zu der entsetzlichen Verrohung der„gebildeten und besitzenden" Jugend, wie sie in Studenten- und Harmloscn-Kreisen grassiert? Auch der Jüngling Falkeichagen, der den Landrat v. Bennigsen ermordete, gehörte in diese Gattung._ Ter Kampf gegen die Socialdemokratie in Bade». lieber die politische Lage in Baden wird uns von dort geschrieben: Die neuen Rcgicrungsmänner haben ihre programmatischen Erklärungen abgegeben und die verschiedenen Parteien haben in Par- lament und Presse Stellung genoinme». Bezeichnend für die Lage ist, daß eigentlich nur die Klerikalen dem Ministerium in hlanco das Vertrauen votiert haben, und daß ihr sonst so nüchtern urteilender und kühl abwägender Führer Wacker sich niit einer Wärme für dasselbe ausgesprochen hat, die im Karlsruher Rondell. der klassischen Stätte' des Knltnrkampfes, doppelt überraschend wirken mußte. Es ist deshalb nicht gerade zu verwundern, wenn die Ver- treter des badischen L i b e r ä li s m n s der nenen Situation mit sehr gemischteii Gefühle» gegenüberstehen. Das nationalliberale Haupt- orga'n, die Karlsruher„Bad. Landesztg.", verrät einen gewissen Unmut über die dilatorische Behandlung, die das neue Ministerium besonders der wichtigen Frage der Wahlrechtsreform angedeihen lasse. Etivas deutlicher wird der Karlsruher Korrespondent der„Münch. Neuesten Nachrichten", der die Regierung tadelt, weil sie sich scheut, die Führung der liberalen G c g e u b e w e g n n g gegen den Klerikalismus zu übernehmen, der in den Einzellandtagen jetzt mit Vorliebe kulturelle Fragen aufrolle, weil ihm bei der Socio- l i st e» f u r ch t der R e g i e r u n g e» der Kamm schwelle. Was die Stellung der S o c i a l d e m o k r n t i e zur neuen Re- giernng betrifft, so hat unsre Partei keinen Zweifel darüber gelassen, daß der Kampf gegen die neue» Männer an Entschiedenheit und Schärfe dem gegen das frühere Ministcrium Nokke- Eisenlohr ge- führten nichts nachgeben wird. Diese Stellung ist schon gegeben durch die Erklärung, in der der neue Minister deS Innern, Herr Schenkel, dieser Tage feine Anffassnng von den Aufgaben der Polizeigewalt gegenüber unfern BeftrebnM;cn darlegte, indem er in der Kammer ausführte: „So lange die Socialdemokratie im Rahmen Her bürgerlichen Gesellschaft ihre Zwecke zu Gnnsle» der Arbeiter verfolgt, wird die Regierung sie behandeln lvie andere Parteien. Sobald sie aber in ihren Versammlungen Pro- paganda macht für ihre letzten Ziele, das heißt für die Verstaut- lirhiing des Eigentums oder auch nnr der Produktionsmittel, sobald sie gegen die monarchische Staatsgestaltnng und gegen die Religion öffentlich arbeitet, wird die Regierung unter An- Wendung aller zn Gebote stehenden Mittel ihr Anfsichts- und Verbictnngsrecht ausüben." Die badische Socialdemokratie weiß also, woran sie ist, nnd ihr Sprecher in der gestrigen Finanzdebatte der Zweiten Kammer, nnscr Abgeordneter Eich hörn, hat ihr nnziveidentig erklärt, daß sie bereit ist, den ihr hingeworfenen Fehdehandschuh aufzunehmen.— Wie Brotwticher-Petitioucn zu stände kommen. In agrarischen Kreisen lvird der Versuch untenlomnien, eine Gegen- Petition gegen den großen socialdemokratischeu Protest zu stände zn bringen. Der Versuch ist bisher bemitleidenswert dürftig gebliebe» und ivie mau im Agrarierland Petitionsiuiterschriften erhält, das zeigt nns eine kleine Zuschrift ans Ostpreußen, in der es u. a. heißt: Solche Petitionen sind auch auf de» S ch u l z e n ä m t e r n ausgckegt. In einciii Dorfe ließ der G e»i e i» d e v o r st e h e r, wie ein Parteigenosse mitteilt, die Besitzer durch einen Boten nach dem S ch» l z e» a ,» t laden, mit der Mitleilnng, es sei ein Schreiben vom Amtsvorstcher eingelaufen. Auf dem Amt wurde den Leuten dann die Petition zur Unterschrift vorgelegt. Daß Unterschriften, die auf solche Art zusammengebracht lverden, von sehr geringer Bc- deutnng sind, ist selbstverständlich.— Ausland. Einfuener Streich der agrarischen Reaktion in der Schweiz. Ans der Schweiz wird uns geschrieben: Der Chauvinismus und Fremdenhaß, von seinen Trägern mit belviißtsr Falschmünzerei als Patriotisnnis ausgegeben, beabsichligt in der Schweiz eine große politische Altion. Agrarier und Födera- listen, in der Regel identische Begriffe, sind am Werke, die ans- l ä n d i s ch e B c v ö l k e r n n g in d c r S ch w e i z sozusagen mit einem Federstrich auszutilgen, nni ihre politische Machtstellung in der Eidgenossenschaft zu stärken und diejenige der städtischen nnd industriellen Bevölkerung entsprechend zn schwächen. Der agrarisch-föderalistische Weinbauer und Wcinhändler Fo.njallaz, Nationalrat in Eppesses(Kauton Waadt), der nltramoiitane Bauer und Rationalrat Hoch- straßer in Sursce(Kanton Lnzeril) nnd der frühere Bauernknecht und jetzige bäneriibündlerische Rcdactenr B o p p in Bülach(Kanton Zürich) haben nämlich folgendes Jnitiativbegehren be- treffend die Aenderung der Bundesverfassung aufgestellt: Art. 72 der Bnndesverfaffnng ist aufgehoben nnd wird durch 'olgendcu Artikel ersetzt: „Der Nationalrat lvird ans Abgeordnetcn des schweizerischen Volkes gebildet. Auf je 20 000 Seelen der fchweizer-biirgerlichen Bevölkerung wird ein Mitglied erwählt. Eine Bruchzahl über 10 000 Seelen wird für 20 000 Seelen berechnet. Jeder Kanton und bei geteilten Kantonen jeder der beiden Landesteile hat wenigstens ein Mitglied zn wählen." In der„Begründung" dieser Initiative lvird ausgeführt, daß der Nationalrat aus Vertretern des Schweizervolkcs zusammengesetzt sein plle, nicht aber ans„Abgeordneten oder Vertretern der in der Schweiz wohnenden Ausländer".„Es gicbt Städtekreise," heißt es dann weiter in der Begründung,„in welchen schon heute die ans- ländische Bevölkerung der schweizerischen fast die Wage hält. Wohl lvissen lvir ,' daß auch in diesen Kreisen nur die Schweizerbürger wahlberechtigt sind. Das ändert aber nichts daran, daß ein großer Teil der Gewählten in That und Wahrheit nicht Abgeordnete und Vertreter des Schlvcizervolks, sondern Abgeordnete und Vertreter von Ansländern sind, von Deutschen, Franzosen, Italienern usw. Das ist nicht am Platze, es entspricht dem Sinne nnd Geiste der Verfassung, dem Willen nnd Interesse des Schweizervolkes nicht und darum möchten wir cs geändert wissen. Daber, werte Mitbürger, empfehlen lvir Euch eindringlich nnsren Vorschlag. Wer will, daß der Nationalrat in That und Wahrheit und ganz nur eine Vertretung des Schweizervolkcs sein soll, der unterschreibe die Bogen! Die Schweiz den Schlveizern!" Also für die Bestellung des Nationalrates soll nnr noch die schweizerische Bevölkerung in Betracht kommen nnd die im De- zember 1900 gezählten 318 000 Ausländer sollen ausgeschaltet werden; sie sollen in Znknnft Luft sein, trotzdem sie alle Steuern ebenso ivie die einheimische Bevölkerung tragen, die Fenerivehrpflicht erfüllen müssen nnd trotzdem sie ebenfalls für dieselben Agrarier au- gebettelt lverden. wenn Ueberschlveniimnig, Frost oder Hagelschlag ihnen Schaden zugefügt haben. Der Haß gegen diese Ausländer vermengt sich mit dem Hasse gegen die Städte nnd gegen die Socialdemokratie, er ist ein sehr berechneter nnd zweck- mäßiger Haß, der sich gerade jetzt zn einer hochpolitische» Aktion verdichtet, da die Vorbereitungen für die Reueinteilnng der NationnlratS-Wahlkrcisc getroffen werden sollen nnd da fürdciiHcrbst die Neuwahl des Nationalratcs in nicht ferner Aussicht steht. Die städtischen nnd indnftriellcn Wahlkreise, ans deren Steuergeldern Jahr für Jabr die Agrarier ihre enormen Millioncn-Subventioneii erhalten, die sie in raffinierter Weife unter allen möglichen Titeln nnd für jeden Schweinestall zu erlangen wissen, sollen um die ihnen gebührende stärkere Vertretung im Nationalrat betrogen werden, die Social- dcmokratie soll nach lvie vor auf eine numerisch bedeutinigSlose Ver- tretung beschränkt bleiben. Die Kantone Zürich, Genf nnd Basel sollen für ihre blühende Entlvickliing bestraft werden durch Schwächung ihrcS politischen Einflusses! Diese Bornierte, engherzige, BcuteniBftnMcrifdh- chauvinistische Volilik ist ein famoser Dank an die bürgerlichen Parteien, die � sich nicht genug thun konnten in der demagogischen Ilmschmeichekung nnsrer brave» Bauern, die innn mit Staats- ivohlthaten überschüttete, um sie desto Ivirksamer als Sturmbock gegen die emporstrebende socialdemokratische Arbeiterschaft ausspielen zu können. Der„Dank" ist ihnen zu gönnen— die Socialdemokraten werden trotz alledem vorwärts marschieren. Immerhin müssen für das �»iimtivbegehren erst 50 000 Unterschriften gesammelt, es muß erst von den Bnndesbehörden beraten lverdeil, ivorauf es zur Volksabstimmnng gelangt, wobei nicht blosi die Stimmenmehrheit, sondern auch die Mehrheit der Kantone er- forderlich ist. Die Agrarier Haben die Frucht ihres unverschämten Beutezuges noch nicht gesichert und sie werden voraussichtlich auch nicht hindern können, daß die Neueinteilung der Nationalrats-Wahl- kreise unter Berücksichtigung der Ausländer' erfolgt und ebenso im Herbst die Nationalratslvahl.— Rußland. Socialistenverfolgungen in Rnsstsch-Pole». Aus der geheimen Druckerei der soeialistischen Partei fRussisch-) Polens ist dieser Tage die Nr. 43 des Parteiorgans„Robotnik"(„Der Arbeiter") erschienen. Die Nunnncr bringt zahlreiche Artikel und Korrespondenzen aus dem Wirkungsfeld, nach denen wir einige Einzelheiten wieder- geben. Wir berichteten zuletzt über die politischen Gefangene» der Warschauer Citadelle. Von diesen sind bis zum 22. Dezember 1901 folgende Gefangene entlassen worden: Zielinsli, Nowacki, BrzozowSki, Hazarowiez, Wyeozembski, Libnda. Benkowski, LipinSki. In die Citadelle wurden inzwischen eingeliefert: Marja Babicka, Leon Brodaki, Mieozhslaus Freukel, Witold Lewanda, Adolf Lewanda, Stanislaus Piatkowski. In dem S i e d l c e r Gefängnis sind jetzt folgende politische Gefangene eingeschossen: von der Zyrardolver Angelegenheit verhästet am 12. Dezember 1900 Heinrich Banek, HeinrichHoffman», AndreBirger- Gerber; Celestin Dzienciodowski, Maschinist der Zyrardolver Akt.-lÜes.; Stanislaus BartoszewSki, Arbeiter derselbe»! an demselben Tage in Warschan verhastet der Gerber Edmund Schräder; im Mai 1901 verhaftet Franz Pogorzclski, Gerber. I u der Angelegenheit der geheimen Druckerei des„Robotnik"-in Lodz. Alexander Maliuowski, In- genienr, verhaftet am 22. Februar 1900 am Bahnhof i» Lodz, und Kasimir Noznotvski. Naturforscher, verhaftet in Wilna am 20. Februar 1900. Angeklagt des Schlage ns von Spitzel» und Transportierung d e r G e» o s s e n über die Grenze: Roma» Sawicki, Tischler, verhaftet im November 1900. Angeklagt wegen Zugehörigkeit zur national- demokratischen Partei: Heinrich Diuszate, Arzt, verhaftet im Januar 1901. Angeklagt wegen Zugehörigkeit zu r polnisch- s o e i a l i st i s ch e n P a r t e i: Esidor Alpert, verhaftet am 5. April 1901 in Warschau; Szyja Krol, Schlosser, verhaftet am 9. April 1901 in Warschau; Solomon Chomeutowski, verhaftet am 27. April 1901 i» Lodz; Feliks Dzierzyuski, verhaftet am 4. Februar 1900 bei einer Arbeiterversammlung, ist verurteilt zu 5 Jahren Vcr- bniimmg nach dem östlichen Sibirien; Romueld Kure und Adalbert Poradotvsky, Tischler, verhaftet am 25. April 1900; sind verurteilt zu je 3 Jahren Verbannung; Marie Cotudzka. verhaftet 14. April 1900; Maliuowski Stanislaus, Tischler, verhaftet im Februar 1900. nach 11 Monaten herausgelassen, ist verurteilt zu sechs Monaten Gefängnis und 1 Jahr Polizci-Anfsicht. V o n d e» a n d e r V e r s a ni>n l n n g am 3. Aug u st 1901 Verhafteten: Chaim Zakeu, Handschuhmacher; Veruch; Tuch- tznajder; Bcrko Sapir, Fajwel Himmelfarb, Abraham Jgielnik. Israel Nhdler, Szmul Chur, Wolf Faju. Szloma Brajtmann, Lcjzor Goldszlaju, Chaim Kenigsberg. Chaim Lewkowicz, Ajzyk Melwerger, Moszek Fajersztaj», Szewach Goldsztaju, Jaukiel Noterrnann, Simon Buklinski, Szmul, Schneider; Moszek Brajtmann, Schuhmacher; Fiszel Lustgarten. Jankiel Kalensztajn, Tischler; Jankiel Drewniak, Glasarbeiter; Nuchem Fajuajzen, Spitzcu- macher; Szmul Kenigsberg, Schneider; Berel Bejrach, Hntmachcr; Rosa Placsynska, Hudes Buliez, Nebcka Bryla und Chaja Bialotycka.— Ferner wird gemeldet, dasi im littauischen Städtchen S m o r g o» der Gouverneur von Wilua'Wahl den streikende» Gerbern' mit Prügelstrafe gedroht hat. Bei dem Streik, der durch die beispiellose Brutalität des Gouverneurs niedergeschlagen wurde, sind über hundert Arbeiter verhaftet worden; einige hat man sofort nach Sibirien gesandt. Jetzt sind die Arbeitsbedingungen noch schlimmer als vor dem Streik.— 31 steil. Unruhe» im Amurgebiet. Nach Londoner Meldungen ans Petersburg wurde über das Amurgebiet der B e l a g e r u n g s- z u st a n d verhängt.— Die Reorgnuisiernng der chinesische» Armee. Wie aus Peking gemeldet wird, wies der Hof I n a n s ch i k a i einen jährliche» Kredit von 5 Millionen Taels zur Unterhaltung einer Armee von 100000 Mann in Petschli an. Juauschikai, welcher thatsächlich die Kontrolle über die Armee und die Marine ausübt, beantragte, England um I n st r n k t e n r e für die Marine und Japan um solche für das Heer zu ersuchen. 40 japanische Offiziere sind bereits in amtlichen Stellungen bei dem chinesischen Heere. Die Behörde» fanden den Schatz von mehr als 100 Millionen Taels in Gold und Silber, welchen man im Palais vor der Flucht versteckt hatte, unversehrt wieder vor; es vergingen mehrere Tage, bis mau ihn ausgegraben hatte.— Amerika. Eine Niederlage der colnmbischen Aufständischen. Einem Telegramm des„New Jork Herald" aus Bogota zufolge hat vor einigen Tagen bei F a c a t a t l v a. 20 Meilen von Bogota, ei» ernstes Gefecht stattgefunden, in tvelchem die Aufständische n geschlagen wurde»; sie hatten 300 Tote. Die RegieruugStruppe» verloren 90 Mann. Aus Antioqnia und andren Departements werden Truppen abgesandt. Die Fremden, sagt das Blatt weiter, leben in voller Sicherheit, die Geschäfte stocken jedoch.— PavIamcnfaviTrftcö, Arbeitslosenversichcrung. Nachstehende Resolution zur ziveiten Beratnug des Neichshaushaltsetats haben die Abgeordneten Dr. P a ch» i ck e, Dr. Hitze, B a s s e r m a u» und R ö s i ck e- Dessau im Reichstag eingebracht:„Der Reichstag wolle be- schliefen, den Herrn Reichskanzler zu ersuchen. eine aus Vertretern der verbündeten Regierungen, aus Mitgliedern des Reichstags und sonstigen aus diesem Gebiet erfahrenen Männern bestehende Koni- missio» zu bilden, tvelche die Aufgabe hat, die bisher seitens der Benissvereine, einzelner Unternehmer und Gemeinden gegen die Folgen der Arbeitslosigkeit getroffene» Ver- s i ch e r u» g s- E i n r i ch t u n g c u zu prüfen und Vorschläge über eine zweckniätzige Ausgestaltuiig dieses Zweiges der Persichernng zu machen." Die Santo nnanco im Herrenhaus. Herr Ernst von Mendels- sohn-Bartholdy, Mitinhaber des Bankhauses Mendelssohn u. Co., ist in das Herrenhaus berufen worden. Dev Boereu- Krieg. Erfolge der Boeren. Die amtlichen Verlustlisten melden, daß in einem am 21. �aiiuar bei Trenafontein stattgehabten Gefecht sieben Mann a e- fallen u n d 25 Mann verwundet worden seien. Die Ver- lüfte beträfen zumeist die Ieonianry. Von diesem Gefechte liegt weiter keine Meldung vor.— Der B o e r e n k o ni in a n d a n t Beyers, welcher sich seit einiger Zeit in der Nähe von Pietersburg befand, drang am 22. d. Mts. in ein Konzentrationslager ein und nahm ciue große Anzahl von dort untergebrachten BurgherS mit sich. Am Freitag früh griff derselbe Pietersburg an, offenbar in der Absicht, für seine neu gewonnenen Mannschaften sich Gewehre und Pferde zu verschaffen. Er wurde jedoch mit einem Verlust von 3 Toten und 3 Verwundeten zurückgeschlagen. Am Donnerstag versuchten die Boereu einen Eiseubahnzug bei Pietersburg in die Lust zu sprenge», das Sprenggeschotz richtete jedoch keinen Schaden au. viljoeu gefangen genommen. In der vergangeueu Nacht begaben sich mehrere Agenten des Nachiichtenbureaiis in eine bei Lydenburg belegene Form, in der Hoffnnng. dort den als Zerstörer von Eisenbahnzügen bekannten Hindon zu fangen. Hindon war jedoch abwesend, es wurden aber Ben V i I j o e n u n d zwei seiner Adjutanten g e- fangen aenommen.— In derselben Nacht machte Oberst Wilson bei Skrydom 20 Gefangene, welche jedoch am folgenden Morgen, als Wilson von einer starken B o e r e ii macht unter Alberts n n d R o ß angegriffen wurde, während des Kampfes, mit Ausnahme von dreien wieder entkamen oder erschossen wurde n. Die Boeren wurden zurückgeschlagen und verloren 10 Tote und erbaten nachher ärztliche Hilfe. Die Verluste der Engländer betrugen 3 Tote und 5 Ver- winidete.— Bruce Hamilton machte am 24. d. M. bei Boschmans- fontein 12 Gefangene, 12 bewaffnete Boeren ergaben sich an dem- selben Tage bei Irene. -* Wie ans Middelburg gemeldet wird, überschritt eine Abteilung Boeren die Eisenbahn bei Graafreinet und beschädigte die Eisenbahnstation Bethelsroad.— Von B o in b a y sind zwei B a t a'i l l o n e indischer Truppen nach Südafrika i n S e e g e g a N g e n.— ♦ Boereiircuegateu. AuS Johannesburg wird gemeldet: Von dem Wunsche geleitet, den Krieg bald beendet zu sehen, hat General Vilouel, welcher Wyn- bürg befehligt und sich im Jahre 1900 ergeben hatte, vanKitcheiier die Erlanbiiis erbeten, ein Corps von 1500 Burghers für England anwerben zu dürfen. Kitcheuer gab seine Geuehmigimg und Vilouel schrieb daraus an Steju, da letzterer hartnäckig darauf bestehe, den Ver- zweifluiigskaiupf fortzusetzen, werde jetzt der Bürgerkrieg im Oranje- Freistaat begiuueu. Vilouel ist gegenwärtig mit der Anwerbung von Burghe'rs beschäftigt; es scheint, dasi er die erforderlichen Manu- schafteu zusammenbringen wird. Z�Ävkei-MAlchvi�zken. Der Parteitag für den Ricdcrrhcin fand am Sonntag in Gerresheim statt. Anwesend waren 80 Delegierte aus 48 Orten, 5 Vertreter der»iederrheinischeu Parteipresse sowie 2 Reichstags- kaudidaten und das Agitatioiiskomitee; der Parteivorstand war durch Geiiosscu G e r i s ch vertreten. Der Geschäftsbericht, aus dem wir das Wesentlichste schon mit- geteilt haben, veranlagte eine ziemlich lebhafte Debatte, die mit der Annahme mehrerer Anträge in Beziehung auf die Thätigkeit der Agiwtionskommissiou endete. Nach einem Referat des Genossen Haberland- Barmen über den Zollwncher winde eine Protestresolution aiigeiiommen, durch die zugleich die Agitationskomiiiission aufgefordert wird, seiner Zeit ein mi'fkärendes Flugblatt über die vom Reichs-Schatzsekretär angedeuteten Bier« und Tabaksstenerpläne herausziigebeu. Es wurde sodann in die Diskussion über den Puult„Presse" eingetreten. Lang und breit gestaltete sich dieselbe in erster Linie mit Bezug auf die Gründung der„Düsseldorfer VolkSzeitniig". Man warf den Düsseldorfer Genossen Diseipliiibrnch gegenüber dem Parteivorstand und dem Agitatioiiskomitee vor, was die Düsseldorfer damit veautwortete», das; sie das Blatt hätten gründen müssen, tveil die Elberfelder„Freie Presse", welche die Düsseldorfer bis ziim 1. April 1901 alsKopfblatt bezogen, den Düsseldorfern getoisseriiiasjendie Pistole auf die Brust gesetzt hätte: Ihr iniitzt jetzt mehr zahlen, denn wir erscheinen jetzt sechsseitig. Auerkaiiut wurde, das; die„Düsseldorfer Volkszeitnug" seit 3/i Jahr über 2000 Aboimeuten mehr bekommen hat, als sie unter dem Kopfblatt- System hatte. Es wird schließlich folgender Antrag mit großer Majorität angenommen: „In Anbetracht des IlmstandeS. daß die Eutwickung der Partei in den industriell hocheutwickelteu NiederrhCiu-Kreisen Düsseldorf Krefeld, Mülheim- Duisburg. Essen in schroffem Gegensatz zu letzterem steht, empfiehlt der Parteitag der Parteileitung, den Preß- lliitcriiehmuiigeii der Partei im dortigen Bezirk größere Aufmerksam- keit eventuell Iliiterstütziliig angcdeihcii zu lassen." Der Sitz des ÄgitatiouStomitees wird wieder nach Elberfeld verlegt. Der kommende Parteitag findet in Müuchen-Gladbach statt. Aus den Organisntioncn. Der socialdemokratische Verein in Breslau Hai in den letzten drei Jahren eine erhebliche Verstärkung erfahren. Die Mitgliederzahl stieg von 379 im Jahre 1899 auf 1310 im Jahre 1901. Die Eiuuahmcii' beliefen sich im Jahre 1901 aus 4875 M. Davon wurden 650 M. dem Parteivorstand überwiesen. Außer 18 öffentlichen Versammlungen fanden 33 Vereins- Versammlungen statt. Es wurde 1 Fingblatt in der Stadt imd 1 im Landbezirk verteilt. Die Bildimgsbestrebuiigen der Mitglieder finden gute Pflege durch die reichhaltige Bibliothek, die 1449 Ansleihuiigeii zu verzeichnen hatten, lleberdies veranstaltete der Verein für seine Mitglieder 14 billige Vorstellungen in einem dortigen Theater, in denen meist gute Stücke aufgeführt wurden. Der socialdemokratische Verein in Barmen hatte im ver- flosteiieii Jahre eine Einnahme von 3971 M. Er veranstaltete 9 öffentliche und 22 Mitgliederversaiiimlungeu und verbreitete 4 Flugblätter. Die Hauptthätigkeit des Vereins bezog sich auf die Stadtratswahl und der Eifer der Parteigenossen wurde durch einen erheblichen Stimmeiizutvachs sowie die Wahl eines Parteigenossen in den Stadtrat belohnt. Der Dresdner socialdemokratische Verein hielt am Freitag seine Generalversamnilimg ab. Aus der Jahresübersicht geht hervor, daß die Eiimahmen des Vereins gegen das Vorjahr gestiegen sind, trotzdem die Krise Dresden besonders arg heiiiigesncht hat. Die Mitgliederzahl beträgt fast 1200. ES wurden 26 Votksversaiiiiiilimgen gegen den Brotwucher, 6 Partei- und 2 VereinSversammluugen abgehalten. Zur Auftläning über Brotwucher. Landtags- und Stadt- verorduetenwahleu sowie zur Erwerbung neuer Mitglieder sind 187 000 Flugblätter verbreitet worden. Die Maifeier verlies groß- artig. Die Dresdener Richter verhängten über maiseiernde Arbeiter hohe Geldstrafen und Gefängnis. Einschließlich der Gerichtskosteu werden die Arbeiter 2600 M. bezahlt haben. Zum ersten Male wurden 3600 M. zur Landagitation ausgegeben. Die General- Versammlung beschloß auch, um die Empörmig über das Landtags- Wahlrecht rege zu halten, jedem Landtage eine Wahlreform- Petitionen zuzusenden. Der socialdemokratische Verein in M ü n ch e n hatte im Jahre 1901 eine Eiiiuahme von 17732 M., allerdings einschließlich der Ein- nahmen aus Festlichkeiten, die auch Unkosten verursachten. An Mit- gliederbeiträgen und Eintrittsgelder» gingen 5536 M. ein. Die Thätigkeit des Vereins war sehr lebhaft.' Nicht Iveniger wie 32 öffentliche und 164 größere BezirkSversammlungeu wurden neben 3 Gc- iieralversamiiilüiigeii abgehalten. Außerdem wurde» 5 Flugblätter in großer Auflage verbreitet und noch eine besondere Agitation zur Gewinnung von' Abonnenten auf die„Miinchener Post" betrieben. Der badische Parteitag ist verschoben worden; er findet nun erst am 1. und 2. März statt. Ein Denkmal wollen die belgischen Genossen dem jüngst ver- torbeuen Alfred Defuisseaux setzen. Dasselbe soll auf dem Stadt- platz van Framerie errichtet werden. Die Skizze, angefertigt vom Bildhauer Cabaert, ist bereits fertiggestellt; sie stellt den Volks- tribim aufrecht stehend dar, eine Ansprache haltend und mit der linken Hand sein Werk„BolkSkatechiSmus" umfassend- Poltzeiliches, Gerichtliches usw. — Wegen Beleidigung des Stadtrats in Radeberg wurde der Redaeteur des sächsischen„Volksfreund", Genosse F l e i ß n e r in Dresden, zu 200 M. Geldstrafe verurteilt. Er hatte auf Grund einer Zuschrift des Kranlenhausverwalters in Nadeberg cm den dortigen Stadtrat das System der Bezahlung dieses Beamten kritisch behandelt. In der Verhandlung Ivurde festgestellt, daß dieses Schreiben zwar die von Fleißner geübte Kritik zulasse, daß aber in Wirklichkeit andre Verhältnisse beständen. In dem Urteil beißt es. daß Flcißner zwar den wirklichen Sachverhalr nicht gerade wissen mußte, aber er habe ihn sicher geahnt.__ Aus IndulkLie und Huudel. Die Bagdadbahn. Das große Balmprojekt in Kleinäsien, für das deutsche Finanziers von der türkischen Regierung die Konzession erworben haben, ist nuumehr im eiuzelueii fest vereinbart. Die Bahn soll die Fort- setzuug der auatolischeu Bahn bilden, die bisher von der Küste Klein- asiens, dem Hafen von Smyrua, bis Konia gebaut und in Betrieb war. Bon hier soll mm die Bah» in einem Bogen abermals bis imniittelbar an das Mittelländische Meer geleitet werden; sie er- reicht in Adana den der Insel Eypem gegenüberliegenden Küstenstrich und tvendet sich dann lveiter nach Osten, die fruchtbaren Gebiete Mesopotamiens durchschneidend,»m dann, in das ehemalige babylonische Reich eindringend, über Bagdad durch die ertragsreiche Tiefebene des Enphrat und Tigris den persischen Meerbusen zu gc- Winnen. Für den Bau der Bahn sind acht Jahre vorgesehen, und ist die Konzession von der türkischen Negierimg auf 99 Jahre erteilt. Die türkische Regierung garantiert den Konzessionären jährlich 12 000 Fr. per Kilometer zur Verzinsung und Amortisation des Baukapitals, ferner eine Summe von 4500 Frank pro Kilometer und Jahr ä konäs perdn zu den Betriebskosten. Die Kiloineter-Brntto-Einnahmen fallen bis zur Höhe van 10 000 Frank der türkischen Regierung zu; der etwa über diese Siiiimie erzielte Ueberschntz geht zu 60 Proz. an die türkische Regierinig mid zu 40 Proz. an die Konzessionäre. Die gesamte Bahnlinie einschließinb der Zweiglinien ist in Sektionen von je 200 Kilometer geteilt. 18 Monate nach Festsetzung der obigen Bestiiniiiiingen und Bestellung der Zahlinigsgaraiitien sind die endgültigen Pläne der ersten Seltion der Regierung zu unterbreiten. Die Arbeiten haben 3 Monate nach Unterbreitung der Pläne und Eni- würfe der I.Sektion zu beginnen und find in ihrer Gesamtheit innerhalb 8 Jahren zu beenden, unbeschadet und ousgenominen gewaltsamer Verhinderungen(törce majeur). Sollten die Konzessionsinhaber ihren Verpflichtungen nicht prompt nachkommen, so wird sie die türkische Regierung ein erstes Mal anfiordern. Kommen sie dieser Aiifforderniig innerhalb 18 Monaten nicht nach. so ver- fallen alle ihre Rechte für diejenige Sektion der Gesamt- linie, für deren Van sie ihren Verpflichlnngen nicht nachgekommen sind. Indessen soll der Verlust dieser Rechte ans eine Sektion der Bahnlinie die übrigen Rechte der Koiizessionsinhaber auf die weiteren Sektionen der Gesamtbahn nicht tangieren. Die Linie Konia-Bagdad muß so gebaut werden, daß sie das Laufen von Expreßzügen gestattet, und die Konzessionäre verpflichten sich deshalv gegen eine genügende Entschädigimg, welche ihnen die kaiserliche Regierimg dafür garantiert, auch die Bahnlinie Haidar Pascha-ESkiehehar-Konia derart zu verstärken, daß Expreßziige auf der ganzen Linie von Haidar Pascha bis Bagdad ohne jede Gefahr kaufen können und deren regelmäßiger Verkehr garantiert ist. Die Gesamtbahn innß normalspurig gebaut werden und zwar ist der Bau vorläufig nur eingeleisig vorgesehen. Dagegen werden die Expropriationen derart vorgenominen werden, daß von vornherein Naiim für ein zweites Geleise gegeben ist. Die Konzessionäre haben das Recht, selbst oder durch ihre Bevollmächtigten bis zu einer Ent- feiniiiig von 26 Kilometer zu beiden Seiten des Bahngeleises ent- deckte Kohlen- und Minerallagcr jeder Art aiiszubcutcn, wie der Bahugesellschaft gleicherweise das Recht zusteht, in gleicher Ent- ferniina und zu beiden Seiten der Gesamtlime Ziegeleien und Brikettfabrike» zu errichten. Die Erwerbung der Bahnkonzession war die letzte größere Finanz- leistnng des verstorbenen Dr. Siemens, der als ehemaliger Direktor der Deutschen Bank dem Unternehmen reges Interesse ent- gegenbrachte und ihre Bedeutung auch vom Standpunkt der Volks- Wirtschaft hoch einschätzte. In der That tverden wir der Bahn nach der Richtung eine Be- deiitiilig nicht absprechen können, wie ja überhaupt Mir von diesem Gesichtspunkt aus betrachtet das Interesse deutschen Kapitals wach- gerufen tverden tonnte. Da min auch die Zinsgarantien bis zu einer gewissen Höhe von der türkischen Regierung geleistet werden, vestäude auch für die Kapitalanlage kein Risiko, wenn nicht die türkische Re- gierung ein sehr unsicherer Gläubiger wäre. Die tvirtschaftspolitische Bedeutung der Bahn ist vor allem auch van geordneten, ruhigen politischen Verhältnissen abhängig, die jetzt nicht vorhanden sind und für deren Herbeiführung die Türkei nur schlechte Garantien bietet. Unstreitig tverden hier große fruchtbare Gebiete dem modernen Ver- kehr erschlossen. Wir tverden ein neues ertragSreicheS Land für Weizenzufiihr dem europäischen Bedarf näher rücken und Indien mit seinem Weizeiiimport zurückdrängen. Es läßt sich auch annehmen, daß im TanruS, dem Gebirge, welches die Bahn durchschneidet, Schätze an Kohlen und Mineralien vorhanden sind, die erst durch die Bahn gehoben werde». Für die erste Zeit sind solche Unternehmen inimer auf spekulativer Grundlage gebaut, sicheres Prosperieren kann nie vorausgesagt werden. Aber ein ver- dieuslvolles Werk bleibt der Bau der Bahn schon insofern, als er uns die Stätte einer alten nutergegaiigeueii Kultur erschließt und näher bringt._ Die Marktlage tut Kohlenbergbau gestaltet sich fortgesetzt imgüiistig. Wie aus Breslau berichtet lvird, haben am Sonn- abend aiich die Rudaer Gruben zum erstenmal völlig gefeiert. Nun« mehr sind auf allen oberschlesischen Gruben Feierschichten eingelegt, die sich zum Teil auf ein. zwei und drei Tage wöchentlich aus- dehucn. Die gegenwärtige Berminderuiig der Förderung im ober« schlesischen Kohlenrevier wird in beteiligten Kreisen ans etwa 25 bis 36 Proz. eingeschätzt. Aus dem Ruhrgebict wird der„Kölnischen Volkszeitimg" gc- meldet: „Die Feierschichten, ivelche von den Zechen behufs Eiuschrälikimg der Förderung alltuöcheutlich eingelegt werden, reichen zu diesem Zwecke nicht mehr ans, so daß einzelne Zechen bereits dazu über- gegangen sind, die Zahl ihrer Arbeiter zu verringern. So wurde am 15. d. M. auf mehreren Zechen bei Essen, Bochum und Dortmund zahlreichen Arbeitern zu Ende Januar gc- kündigt. Wenn man bedenkt, wie schiver die Zechenverwal- tungen im allgemeinen zu Arbeiterentlassnugeii sich zu entschließen pflegen, so darf diese Maßnahme wohl als ei» sicheres Zeichen dafür angesehen werden, daß die nächsten Aussichten auf eine Belebung des Kohleiimarktes gegenwärtig äußerst gering sind. Ans vielen Zechen standen in der letzten Zeit die Ladegcleise voll beladener Kohlenwagen, die wegen Mangels an Abnehmern nicht abgesandt werden komiten. Die Eiseiibahnstatioiieii weigerten sich unter diesen Verhältnissen, vor Abseiidung der beladenen noch weitere leere Wagen den Zechen zuzustellen. In vielen Fällen würde dies auch zwecklos sein, da es in den Zechenbahnhöfen an dem nötigen Raiiin zur Änfstellung der Wagen fehlt. Obwohl die Eisenbahn« Verwaltung in Bezug auf die rechtzeitige Beladung der Wagen seitens der � Zechen große Nachsicht übt, erwachsen den letzteren dennoch vielfach bedeutende Unkosten durch die zu zahlenden Wagenmieten. AuS Vorsteheiidein erhellt Ivohl zur Genüge die mißliche Lage, in welcher die Richrtohleiizcchen zur Zeit sich befinden; daher ist es sehr begreiflich, daß die Stiiiimung in den Kreisen der Kohlenbergbau- treibenden augenblicklich ziemlich gedrückt ist, zniiial da der Ausblick in die nächste Zukunft gleichfalls nicht erfreulich ist. Noch viel trüber ist selbstverständlich die Stiiiiiiimig iiutcr den Bergarbeitern, da dieselben nicht nur mit verminderter Arbeitsgelegenheit, sondern auch mit sinkenden Löhnen stark zu rechnen haben. Nichts desto- weniger ist von gröberer Unznfriedenheit unter ihnen bis jetzt nichts zu verspüren." Die größere Unziifriebeicheit ist unter den Bergarbeiter» wohl Vorhände», nur dringt sie nicht an die Ocffentlichkeit, weil sich die Arbeiter sagen, daß bei der Geschäftslage ein erfolgreicher Widerstand gegen die Lohndrückerei nicht zn leiste» ist. Jni Gegensatz zu diesen trüben Berichten teilt die„Rheinisch Weslf. Ztg." mit, daß das Coakssyndikat seine Einschränkung der Prodnkliön von 43 auf 38 Prozent herabsetzen ivill. Ein schwacher Trost l Eine Ailsdehnuilg deS amerikanische» TtahltrnstS. Die „Chicago Tribüne" meldet: Gary, der Vorstand des Direktoriums der United States Steel Corporation, ist zum Vorstand des Direk toriunis der AlliS-Chaliners-Conipany. der größten Maschincnfadrit der Welt mit einem Kapital von LS Millionen, geivählt worden. Die Nachricht hat in Handels- und Finanzkreisen Aufsehen erregt, da man daraus schließt, daß die Stahlgesellschnft beabsichtigt, einen weitere» Geschäftszweig in ihren Betrieb aufzunehmen. Die Wahl Garys bedeutet thatsächlich das Aufgehen der Allis-Chalmers-Company in die Stahlgesellschaft. Ei» Ehrengerichts Verfahren ist vonr Vorstand der Berliner Börse gegen Georg Bernhard, den Handclsredactenr der.Berliner Morgenpost" eingeleitet. Das Vergeben soll durch eine Mitteilung über die Finanzlage der Dresdener Bank begangen sein. Bernhard kann sich auf eine sehr umfangreiche Information bcrnfe», so daß selbst, wenn die Notiz unrichtig sein sollte, unmöglich ihm eine ehren rührige Handlung nachgesagt werden kann. Ucbrigens wäre es eine viel verdienstvollere Aufgabe des Börsenvorstandes, wenn er de» falschen Gerüchten über die Verstaatlichung der Gelsenkirchener Berg werke nachspüren würde, um die Schuldigen zur Verantwortung z» ziehen. Eine neue SchisfahrtSgrüudnng wird ans Italien gemeldet. Danach soll die Gründung einer große» italienischen Schiffahrts gesellschaft, welche den Handel zlvische» Italien und den» äußersten Osten vermitteln will, unmittelbar bevorstehen. Die Regierung hat bereits jede Föderung des Unternehmens zugesagt. GeivevltJiszAftliriies. Deutsches Reich. Die ausgesperrten Möhlauer Töpfer führen mit wahrem Heldenmute de» Kampf weiter. Noch nicht ein einziger ist während der langen Zeit der Aussperrung zum Verräter an der Sache getvorden und so lange der Kampf auch noch dauern tvird von den Ausgesperrten verläßt keiner die Fahne. 43 Töpfer sind in den Kampf eingetreten, von diesen sind bereits 24— auch ein Teil Verheirateter— abgereist. Von den Ans gesperrten war den Fabrikanten die Mitteilung gemacht loorden, daß noch eine Anzahl Töpfer abreisen ivollte. Vor der Abreise jedoch wollten sie nochmals die Hand zum Frieden bieten, da es doch de» Fabrikanten unmöglich gleichgültig sein kann, wenn ihre langjährigen eingeübten Leute einer nach dem andern mit ihre» Familien den Ort verlassen. Die Antwort der Fabrikanten aber war: Es bleibt beim Alten! Für die Arbeiter wird eö auch beim Alten bleibe», sie kämpfen unentwegt weiter. Die wenigeii Streikbrecher, die sich die Fabrikanten von außerhalb geholt haben, sind nicht im stände, an der Situation das Geringste zu ändern. Der Kampf wird nur dann enden, wenn die Fabrikanten das Unhaltbare ihrer Starr köpfigkeit einsehen. Der Streik auf dem Emaillierwerk Robert Jauseu in Müncheu-Gladbach, welcher schon zehn Wochen währt, steht»ock auf dem alten Fleck. Alle Versuche der Firma, Streikbrecher heran- zuziehen, sind gescheitert. Gelang es bin und ivieder der Firma. Metallarbeiter unter Vorspiegelung falscher Tbatsachen bis nach M.-Gladbach zu lotsen, so verließen dieselben die Stadt sofort wieder, wenn sie den Ivahrcn Sachverhalt crfnbren. Die Bcförde- rung dieser Arbeiter geschah aus Kosten der Finna und zwar fuhren sie zweiter Klasse, in Gladbach angekommen wurden, sie sofort per Droschke unter Begleitung von Kriminalbeamten zur Fabrik ge- schafft. Doch tvar, ivie bemerkt, alle Liebesmüh vergebens. Die Polizei, welche sehr schneidig vorgeht und die Streikenden von der Straße fort verhaftete, erhielt dieser Tage vom Schöffengericht einen Nasenstüber. Das Gericht sprach nämlich die Angeklagten frei, iveil Streikpostenstehen nicht verboten iverde» dürfe. Einige der Streikenden, welche ohne Grund verhaftet und nichrere Stunden in- hnftiert blieben, haben Anzeige gegen die betreffenden Beamten wegen Mißbrauch der Amtsgewalt erstattet. Im Vorstand des deutschen Verg- und Hüttenarbeiter- Verbandes tritt demnächst eine Veränderung ein. Der Vorsitzende H. Möller hat wegen schtverer Erkrankung sein Amt niedergelegt und gedenkt in den nächsten Tagen sich von Bochum wegzuwenden. Sein Posten wird jedenfalls erst definitiv von der diesjährigen Generalversammlung, welche im Rnhrrevier abgehalten wird, neu besetzt. Gegenivärtig leitet sein Stellvertreter L. Schröder die Ver- bandSgeschäste. Ausland. Der Streik der dänischen Dampfschiffheizer. Die sechs ver- hafteten englischen Heizer sind am Sonnabend, nachdem der „Dänische Dnmpfschiffhcizer-Verband" die strittigen 126 Kronen für sie bezahlt hatte, ans der Haft entlaffcn worden. Conley und seine Kameraden wollen gegen„Dct forenedc Danipskibselskab" Anklage er« heben. Conley beklagte sich bitter über das Verhalte» des englischen Konsuls in Kopenhagen, der am vorigen Montag ausdrücklich das Versprechen gab, für die englische» Heizer nach besten Kräften ein- zutreten, dann aber nicht das geringste, selbst nicht nach der Verhaftung, zu Gunsten seiner Landslente gcthan hat. Conley ivill es in England scharf hervorheben, daß nicht der englische Konsul, sondern die dänischen streikenden Heizer es waren, die ihn und seine Kameraden aus dem Gefängnis heraushalfen.— Nachdem der„Gesamtverband der Gewerkschaften" am 21. Januar der„dänischen Arbeitgeber- Vereinigung" eine genieinsame Besprechung zwecks Beilegung des Streiks vorgeschlagen hat, tvird vorläufig von einer Ausdehnung des Heizerstreiks auf die Seeleute und Hafenarbeiter Abstand ge- nommen. Die zusammenhängende Arbeitszeit(18, 16, 17 Stunden) darf sechzigmal im Jahre länger sein ohne jede Begrenzung. Doch müssen auch dabei die 7 Ruhezeiten in der Woche in der vorgeschriebenen Daner geivählt werde». Aber damit ist die Fürsorge ftir die armen Sklaven des Gast ivirtsgewepbeS noch nicht erschöpft. Es tvird sogar ein ganzer Rnhe> tag von 24 Stunden in jeder ziveitcn Woche, für Orte mit nicht mehr wie 20 000 Einwohnern in jeder dritten Woche vorgeschrieben In dieser Woche fallen aber die 7 Ruhezeiten hinlveg, hingegen ist in den Zwischenzeiten noch-eine Extra Ruhezeit von 6 Stunden in der Nacht— jede Woche einmal— zu gewähren. Also jede zweite Woche 144 Arbeitsstunden und die andre Woche IVA Arbeitsstnuden! Und das nennt sich Socialreform, das nennt sich Arbeiterschutz so etivaS Ivagt man noch zn verordnen! Welcher Mensch ist denn überhaupt im stände, ärgere Plackerei als wie fie hier unter dem Namen Arbeiterschntz zugelassen wird, auszuhalten I Dabei gilt das nur für Oeberkellner, Kellner, Köche, für Leute am Büffctt oder bei der Herrichtung kalter Speisen. Das ganze übrige Personal, Ivie Küchen-, Herd- und Hausmädchen, Hausdiener. Kutscher, Zimmermädchen und alles sonstige WirlschaftSpersonal ist davon ausgenommen. Die Wünsche der Angestellten find also nicht im geringsten berücksichtigt worden. Nicht einmal das lächerliche und doch so gesundheitsschädliche Sitzverbot, das in sehr vielen Wirtschaften be steht, wird aufgehoben. Diese Verordnung ist die lächerlichste Mißgeburt einer Social reforni, die man nur ersinnen kann. Als Zeitpunkt des Inkrafttretens ist der 1. April dieses Jahres bestimmt._ Ans dev Isrttnenbemegtttta. Achtung! Das Stiftungsfest des Vereins für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse, bei welchem August Bebel die Festrede hält, findet am Sonntag, den S. Februar, statt und nicht am S. März, wie irrtümlich in der SonntagSnummer stand. Verliner Partei-Attgelegettheiie«. Zweiter Wahlkreis. Die Parteigenossinnen und Genoffen lverden auf die am Mittwoch, den 29. d. M., abends 8 Uhr, in Habels Brauerei, Berginannstr. S/7, stattfindende ö f f e n t- liche Parteiversammlung aufmerksam gemacht. Reichs- tags- Abgeordneter Dreesbach-Mannheim hat daS Referat übernommen. Alles Nähere am Dienstag in der Annonce und an den Anschlagsäulen. Um recht zahlreichen' Besuch ersuchen Die Vertrauensleute. Ter Wahlverein für den 6. Berliner RcichStagS-Wahl- kreis hält am Dienstagabend �s9 Uhr im Prater, Kastanien-ANee Nr. 7/8 eine Versammlung mit folgender Tagesordnung ab: 1. Vor- trag deS Reichstags. Abgeordneten Zubeil:„Welche Aufgaben stellt uns die Beteiligung an der Landtagswahl? 2. Diskussion. 3. Be- kanntgabe des Schiedsspruchs der Kontrollkommission. 4. Diskussion. ö. Verschiedenes. Socialdrmokratischcr Wahlverein für den VI. Berliner ReichStagS-WahlkreiS, Schönhauser Vorstadt. Dienstag, abends 8�s Uhr, außerordentliche Mitglieder-Versammlung in Puhl- mannS Vnudeville-Theater, Schöuhnuser-Allee 148. Tagesordnung: Das neue Ortsstatut der Stadt Berlin behufs Ausdehnung der Kranke» vcrstcherniig auf die Hausindustrie. Referent: Stadtverordneter Borgnianu. 2. Diskussion. 3. Bericht über den Schiedsspruch der P a r I e i« C o n t r o l e u r e. 4. Diskussion. Zahlreiches Erscheinen erforderlich. Der Vorstand. Treptow-Banmschnlcnwrg. Die Gemeinde-Wählerliste liegt etzt auch beim Parteigenossen Karow. Ecke der Kiefholz- und Baum- 'chnlcustraße, zur Einsicht ans. Sociales. Die 16 stündige Normal-ArbeitSzeit für GastwirtSgehilfen. Der„Reichs-Anzeiger veröffentlicht eine auf denve. Welsch ein. thatsächlich ivar er aber Teilhaber und schaltete als sei er alleiniger Inhaber des Geschäfts. Dasselbe ging recht flott. Im Jahre 1899 wurde ein Umsatz von über 100 000 M erzielt. Trotzdem erfolgte im März v. I. die Zahlungseinstellung. Die beiden Augeklagte» hielten sich längere Zeit verborgen. Dem Bücherrevisor Dörck wg eine böse Arbeit ob. Da weder Bilanzen»och ordnungsmäßig ge- iihrle Bücher vorhanden waren, so war ei nicht möglich eine lieber« icht über den Vermögensstand der Schuldner zu gewinnen. Es tellte sich int Laufe des Konkursverfahrens heraus, daß Pohl solvohl niit gefälschten wie mit„Kellerwechseln" operiert habe. Die erster«! hatte seine scknvachsinnige Tocbter mit dem fremden Namen unterzeichnen müsse»; in einigen Fällen soll auch die Angeklagte Welsch dabei zugegen gewesen sein, so daß angenommen wird, sie habe von den Fälschungen gewußt. Eine Anzahl anderer Wechsel trugen den Annahmevermerk eines gewissen Lein, der nach Angabe deS Angeklagten Pohl ei» sehr tüchtiger und wohlhabender Kaufmann sei» sollte. Später stellte sich heraus, daß die Wechsel ivertlos waren, Acceptantin war die inzwischen ver- storbene Almosenempsängerin Frau Lein.— Im Januar vorigen Jahre» suchte die Angeklagte Frau Welsch durch die Zeitungen einen stillen Gesellschafter. Es nieldete sich der Kaufmann Weller, dem die Angeklagte versicherte, daß sie gegen 16 000 M. im Geschäft stecken und keine Schulden habe. Welter ließ sich daraufhin herbei, erst 1000 und später noch einmal 2000 M zu opfern. Er hat seine ganze Einlage verloren. Die Angeklagte Welsch verficherte, daß fie mit den Wechseln nicht das geringste zu thun gehabt und der von ihren, Verteidiger. Rechtsanwalt Davidsohn, angetreten- EiitlastnngS- beweis hatte nach dieser Richtung hin auch Erfolg. Der Gerichtshof venirteilte sie nur zn einer dreimonatige» Gefängnis- strafe, die dnrch die erlittene Untersuchungshaft für verbüßt erarbtet wurde. Dagegen wurde angenommen, daß der Angeklagte Pohl die treibende Kraft de« ganzen schwindelhaften Treibens gewesen sei, und er deshalb zu anderthalb Jahren Ge- f ä n g n i S und öjährigen Ehrverlust verurteilt. Auch ihm wurden 3 Monate durch die erlittene Untersuchungshaft als verbüßt ab- gerechnet.__ VevsÄurmlunZen. Die Generalversamuilung deS Verbandes der Hafenarbeiter Deutschlands trat am Sonntag im„Holsteinischen Hanse" zu Hamburg zu« sammen. Außer den Mitglieder» des CentralvorstandeS und je einem Mitglied des Ausschusses und der RevifionSkommisfion sind 23 Delegierte anwesend. Zehn Delegierte kommen auf die Hamburger Mitgliedschaften, drei auf die Altonaer. je zwei auf die Stettiner und Lübecker, die übrigen Delegierten verteilen sich auf die Hafenorte Bremen. Bremerhaven, Danzig, Meine!, Magdeburg, Ludwigs- Hafen, Breslau und Zantoch. Eine Anzahl Delegierte haben jedoch eine Reihe weiterer Hafcnorte zu vertreten, da stets eine Reihe Neinerer Orte zu einer Wahlabteilung vereinigt find. Der vom Centralvorsitzendcn Döring- Hamburg erstattete Jahre?« bericht umfaßt l'/z Jahre. Zn Beginn dieser Periode war die all- gemeine Arbeitslage eine sehr gute. Die Schiffahrt bewegte sich in aufsteigender Richtung, so daß die Arbeitsgclegen- heit für alle Hafcnorte eine gute lvar. Aber bereits im Winter 1900/01 wurde die Arbeitsgelegenheit erheblich herab- gemindert. DaS Frühjahr brachte noch einen kurzen Aufschwung, aber bald folgte eine allgemeine Depression, die in allen Hafen- städtcn große Arbeitslosigkeit zeitigte, ganz besonders in den Häfen der Ostsee. Zur Zeit macht sich jedoch wieder ein. freilich gering- fügiger, Ausschwung in der Schiffahrt bemerkbar. Trotz solcher im ganzen»icht gerade guter Arbeitsverhältnisse hat der Verband Fort- schritte gemacht, äußerlich und innerlich. Nicht nur ist die Fluklnation unter den Mitgliedern eine geringere gewefen und Abbröckelungcn sind nicht zu verzeichnen, sondern eine große Anzahl neuer Mitgliedschaften sind gegründet und die alten haben an Mitgliederzahl zugenommen. Es sind neue Mitgliedschaften gegründet in: Meincl, Straßbnrg i. E., Stralsund, Passau, Gnstavsbnrg, Posen, Dessau, Emden. Brake, Eckernförde. Weiter sind die Binnenschiffer der Weser und die Flößer der Netzedistrikte gewonnen. Zahlstellen der erstcrcn befinden sich in Hameln und Bremen, der letzteren in Zantoch a. W., Nakel a. W., Pollychen und Bergkolonic. Schließlich sind die Lokalvereine in Danzig und Stettin in den Verband übergetreten. Damit sind die letzten Lokalorganisationen im Hase»arbeiter-Ge werbe geschwunden. Aufgelöst habe» sich die bisherige» Mitgliedschaften in Warnemünde, Swinemünde, Wittenberge und Neuß a. Rh.� Die Gesamtmitgliederzahl betrug am Schlüsse des Jahres 1901 17 472. Im Vorjahre waren es 14 186 und 1899 10 093. Analog diesem Anwachsen der Mitgliederzahl sind auch die Kasscnverhältnisse stetig günstiger geworden. Im Jahre 1901 hatte die Centraikasse eine Einnahme von 117 40S M., der eine Ausgabe von 88 116 M. gegenübersteht. Von de» Ausgaben sind die wesentlichen Posten folgende: 41 044 M. an die Lokalkasscn der Mitgliedschaften, 3891 M. für Agitation. 2690 M. für die Presse, Streikunterstützung innerhalb deS Verbandes 17 367,55 M., dito an andre Gewerkichaften 4683,59 M., Sterbegeld 4140 M., Beitrag an die Generalkomnnsjion 1S98 M., für Gehälter 3750 M. Das Vermögen des Ver- bandcs ist seit dem großen Hafenarbeitcrstrcik 1895/96 in Ham- bürg stetig gewachsen. Als der Streik beendet war, war nicht nur kein Pfennig in der Kasse, sondern große Schulden- summen waren abzutragen. I», Juni 1897. waren schon 5003,86 M. augesammelt. Im Juni 1893 11 509.09 M., 1900 40 733,05 M. und Ende Dezember 1901 schon 81 862,71 M. Dazn kommen noch 20 731,36 M., die sich in den Lokalkasscn befinden, so daß der Verband Ende 1901 über ein Vermögen von insgesamt 102 594,07 M. verfügte. Ter Arbeiter-Sängerbuud hielt am Sonntag, den 19. Januar, in der Brauerei Friedrichsain eine Ausschußfitzug ab.— Die Vereine„Trebbin"(Trebbin),„Maiblume"(Luckenwalde).„Karlshorst" (Karlshorst) und„Lerche-Sang"(Berlin) hatten sich zur Aufnahnie gemeldet und wurden anfgenommen. In Zukunft soll aber eine chärfere Kontrolle ausgeübt werden betreffs der Aufnahme von Vereinen, denn es melden sich Vereine, vegitieren eine Zeit lang, und sind nicht lebensfähig. Die betreffenden Sänger nn'iffen in erster Linie die schon bestehenden und aufgenommenen Vereine in ihren Orten unterstützen und ver- größern helfen und nicht ein Vcreinchen bilden, welches sich so schnell wie möglich wieder auflösen muß.— Beim Sängerfcst ist eine Einnahme von 4330,46 M. und eine Ausgabe von 2111,55 M. gemacht worden, mithin blieb ein Ueberschuß von 2218,91 M. Dem Kassierer H. Raetebusch ist hierauf Decharge erteilt worden.— Znr Märzfeier am 17. März wird das Oratorium für Männerchöce: „Frilhjof" von den Bereinen„Kreuzberger Harmonie",„Norddeutsche schleife" und„Sorgenfrei" aufgeführt.— Die diesjährige Generalversammlung findet an, Sonntag, den 16. Februar, statt. I» einer andren Angelegenbeil ist der Vorschlag angenommen, in diesem Jabre das Provinzial-Sängerfest in Ebersivaldc abzuhalten.— I» Sachen der Adlcrshofer Vereine ist der Ausschuß mcht der Ansicht, daß der Brief von„Frohsinn" contra„Freiheit" als Denunziation anfzufasscn ist. Verein Berliner WolnitingSniIeter. Oeffentliche Mieterversauim- lnng Dienstag, 28. Januar, abends 8,/, Uhr, in der Brauerei Könizsiadt, Schönhaufer Allee 19/11. Vortrag von Redakteur R. Gnmwald über„Die Stadt Berlin und die Wohnungssragc". Vehke Ltailzvirfiken und Depeschen. Teputierteukannner. Paris, 27. Januar.(W. T. B.) Zur Beratung steht ein Gesetz- entwnrf betreffend die Ausführung einer Anzahl schiffbarer W c g e und die V e r b e s s e r u n g von K a u ä l e n u n d F I ü s s e». Die Gesamtsumme der Arbeite» wird auf 663 Millionen ver- anschlagt. Eodet beantragt die Vertagung der Becatung, die von der Sic- giernng und derKommission bekämpft wird. DicVcrtagnng wird hierauf mit 477 gegen 85 Stimmen abgelehnt. Nachdem die Generalberatung geschlossen und die Dringlichkeit erklärt war, verteidigt der Bericht- erstatter in der Spccialberaimig Artikel 1 des Entwurfs, welcher die einzelnen auszuführenden Arbeiten sowie die Gesamtkostc» angiebt. Contant verlangt die Eröffnung des Kanals der beide» Meere, um das Monopol zu zerstöre», welches„Gibraltar den Engländern" heiße.(Heiterkeit.) Marnsjouls erividert. daß die Frage des Kanals der beiden Meere der besonderen Kommission unterbreitet ist. Haniburg, 27. Januar.(W. T. B.) Der„Hambnrgische Korrespondent" meldet: In dem gestrigen schiveren Sturm in der Nordsee ist die russische Bark„Hansa", die sich auf der Fahrt von Leith nach Hamburg befand, etwa 30 Seemeilen westlich von Helgo- land untergegangen. Dem englische» Dampfer„Ko r s i k a". der ans das Notsignal der„Hans a" herbeieilte, gelang es, drei Mann der Besatzung, nämlich den erste» Steuermann, einen Matrosen und einen Schiffsjungen, die an Planken und Spieren in den Wogen trieben, mittels langer Haken an Bord zn ziehen. Die übrige Be- satzuug ist ertrunken; der Schiffsjunge, der besinnungslos ivar, starb bald nach der Rettung. Die„Korsika" konnte wegen des schweren Sturmes kein Boot aussetzen. Hamburg, 27. Januar.(W T. B.) Ter Fischerkutter„1k.?. 210" (Eigentümer der Finkenwärder Fischer Peter Horstmann) ist von dem englischen Dampfer„Peregrina" bei Nebel in der Elbmündung überrauut worden. Der Dampfer hat den Schiffer und die beiden Bootsleute gerettet und heute Nachmittag hier gelandet. Hamburg, 27. Januar. lW.T.B.) lieber de» Untergang der nissischen Barl„Hansa" bei Helgoland hat der Berichterstatter der „Hnmbnrgischen Börsenholle" von dem geretteten Steuermann Frithjof erfahren, daß die gesamte Mannschaft der Bark in der Nacht von Sonnobend auf Sonntag vergebens die größten Anstrengungen machte, das Schiff zu retten. Be, de», Untergang, der sich binnen zehn Sclnndci, vollzog, platzte das Deck. und die elf Mai», der Besatzung schwammen i» einem Chaos von Trümmern. Der Steuermau» selbst wurde»ach einer Biertelstnnde gerettet. Ter englischeDampscr„Corsica" schwebte selbst indergrößtenGe- fahr, da die Sturzseen über ihn hinweg gehe». Der Name des geretteten Matrose» ist Kran,, er stammt ans Kurland. E r t rn» k c n sind K a p i t ä n Hamberg, der zweite Steuermann Jansoi,. der Koch Karlson. Zimmerniam, H a p a n a, Boolsman» M i ch e l s o n, die Matrosen G u st a v s o n und H o e g l u>, d und DcckSjniige T a e h t i, sämtlich anS Aebo. Ter zuuächst gerettete Schiffssimge Pen, nun aus Aebo ist ebenfalls gestorben. Köln a. Rh., 27. Ja, mar.(B. H.) Der„Köln. Ztg." wird aus Madrid telegraphiert: Außer dem öftreichifchc» Kreuzer. der eine Gesandtschaft nach Rabat befördert, riistc» sich au» fran- z v s i s ch e und deutsche Kriegsschiffe zur Abreise»ach Rabat, Ivo die e»glischc» Kriegsschiffe bereits eingetroffen find. Antwerpen, 27. Januar.(W. T. B.) Ter Dampfer.«„stral i an" der Hamburg-Anierika-Linie, von Ha», bürg kommend, ,st,»folge hohen Seeganges bei Doel, drei Meilen von hier, gestrandet. Schleppdampfer sind zur Hilfe abgegangen._ Verantwortlicher Rebaewur: Carl Leid in Berlin. Für dm Jnleratmleil verantwortlich:»h.«locke tu Berlin. Druck und Berlag von Max Babing in Berlin. Hierzu 1 Beilage». ttnterhaltniigSblatt. st. 23. i9. mrm. Keiltzt iles„DttViilts" Kerlmn WIKsdlM. Simw. 28. IM. Pavteigenosseu in den Vororten! Nur noch wenige Tage liegen die Wählerliften zn den Gemeindewahlen öffentlich ans. Wer sich noch nicht davon überzeugt hat, daß sein Name richtig in der Liste verzeichnet steht, möge jetzt das Acrsänmte selber nachholen oder sich an eine» der am Sonntag in der 4. Beilage deS„Vorwärts" bekanntgegebenen Parteigenossen wenden. ZlokAles. Die Atbcitölosenziihlmig. Arbeitslos! Wos dos heißt, kann eigentlich nur der Arbeiter allein ermesse». Für den Kapitalisten, den Bürger, den Beamten existiert eutlveder die Arbeitslosigkeit gar nicht oder sie ist ihm„ein sociales Problem", das je nach seiner Charakterveranlagnng sentimentale Regungen in ihm wachruft oder aber mit allgemeinen Redensarten als unbequem beiseite geschoben wird. Für den Arbeitslosen freilich handelt es sich um eine bitter ernste Sache, ganz gleich, ob die Arbcitslosig- kcit eine vorübergehende Erscheinung der toten Saison oder das dauernde Symptom einer chronisch gewordenen Krise ist, ob er allein davon betroffen wurde oder mit ihm Tausende von Kameraden. Arbeitslosigkeit bedeutet eine Unsumme von Not und Entbehrung, von ängstlicher Sorge um das eigne und das Wohl der Angehörigen, von moralischer Demütigung und physischem Verfall. Wenn der Einzelne einem solchen Schicksal entgegengeht, ist das schlimm; tvenil Taufende und Abertausende ihm verfallen sind, so dedeutet es den Bankrott der Gesellschaft, ja führt zur Degeneration der Menschheit. Da ist es Sache der verantwortlichen Personen und Behörden in Staat und Stadt, einzuschreiten; auch die moderne Gesellschaft kann sich wenigstens der Pflicht nicht entziehen, gegen das schlimmstc Elend Schritte zu versuche», wenn sie es völlig auch nicht beseitigen kann. Den Behörden da? Gewissen zu schärfen, sie mit der ganzen Unsumme deS vorhandenen Elends bekannt zn machen, dazu sollte die A r b e i t s l o s e n z ä h l u» g dienen, zu der am Sonntag die Karte» verteilt worden sind. Zu der schwierigen Aufgabe hatte sich die GelvcrkschaflSkommission mit der socialdemokratischeu Partei verbunden, die allein in Berlin über eine Organisation verfügt, die eS erlaubt, die Nies-ustadt in wenige» Stunden, wie sonst mit Flugblättern, mit den Zählkarten zu überschwemmen. Beinahe 600 000 Karte» waren für die Ver- teilnng hergestellt, schätzungsweise haben sich an der Arbeit 15 000 Personen beteiligt, von denen ellva 0000 von der Partei- Organisation gestellt waren. Die Angehörigen der Partei-Organisntion versammelten sich in ihren Zahlstellen, von wo aus die zu derselben gehörigen Häuser belegt werden. Für die Gewerkschaften waren 30 Lokale bekannt gegeben, von wo aus die Leute truppweise nach den Bezirken dirigiert wurde», wo Hilfskräfte am nvligstcn erschienen. Alle Lokale befanden sich in ständigem Kontakt mit der Centrale des ganzen Unternehmens, dem Bureau der Gewerkschaftskoinmission. Im großen und ganzen funktionierte der umfangreiche Apparat vorzüglich. In den direkten Arbeitervierteln waren Hilfskräfte in Menge übrig; dort hatte jeder Zähler nur ein Haus zu besorgen. Schwieriger gestaltete die Sache sich im Innern der Stadt; dort niußte ein Mann stellenweise 3—4 Häuser belegen. Den Vororten konnten Hunderte von Hilfskräften zur Seite gestellt werde», so daß auch dort daS schwierige Geschäft zur Zufriedenheit erledigt werden koimte. In den Zähllokaken herrschte eine stille emsige Thätigkeit. ES war interessant, den Eifer zu beobachten, nnt der jeder einzelne sich der zugeteilten Aufgabe hingab; eS war auch erfreulich, die Intelligenz zu beobachten, mit iit daS organisierte Proletariat an die Bewältigung der immerhin»och völlig ungewohnten Thätigkeit ging. Was hat unsre Bewegung ans den schmutzigen und berußten Menschen zn niachen vermocht, die noch vor 20 Jahren die Mehrheit der Arbeiterschaft bildeten! Diese sauberen, adretten Menschen zeigen schon durch ihr Aenßercs, daß sie sich gleichberechtigt f ü h l c n nnt jedem in der heutigen Ge- scllschaft, und sie werden in zähem Kanipfe für die wirkliche Durch- führung dieser Gleichberechtigung Sorge tragen. Wer organisierte, zielbewußte Arveiter kennen lernen will, muß sie bei ihrer Thätigkeit für Partei und Gewerkschaft aufsuchen. Fast jeder ein Charakter- köpf! Da kamen sie in buntem Gedränge: Der starke Bau- Arbeiter, der Maurer, mit den von der Lust und dem Kallstaub ge- röteten Lidern, der zähe Metallarbeiter, der Brauer mit der hoch- gewölbten Brust und der Tischler, hager und sehnig, dazwischen sah man einzelne Schneider und bebrillte Schriftsetzer, hin und wieder auch einen Kausmaim. Wo die Arbeit sich glatt erledigte, war sie nieist bis 10 tthr erledigt; in einzelnen Bezirken zog sie sich bis zwölf Uhr hin. Jeder Zähler fand sich nach vollbrachter Arbeit wieder bei seinem Bezirksführer ein, von dem der Name des Zählers und das Haus oder die Häuser protokollarisch vermerkt wurden, die von diesen belegt waren. Es soll so ermöglicht werden, daß am Sonntag, wo ja das eigentliche Zählgeschäft vor sich geht. jeder der Beteiligten wieder dieselben Wohnungen aufsucht, in denen er am Sonntag die Zählkarten abgab.' Von der Bevölkerung Berlins wurden die Zähler allgemeiir sympathisch aufgenommen. Es muß dies bewerkt werden, weil bei gewöhnlichen Flugblattverbreilungen sehr oft Gegner nnsrer Partei den Flugblattverbreilern alle möglichen Schwierigkeiten in den Weg legen und ihnen bissige Liebenswürdigkeiten sagen. Am Sonntag war dies nirgends der Fall. Warum wohl nicht? Wußte man in der Bevölkerung nicht, daß die Arbeitslosenzählung ein Werk des organisierten Proletariats sei? Doch wohl kaum! Die Erklärung muß eine andre sein. Sie liegt darin, daß man in allen Kreisen der Bevölkerung gleichniäßig von derR o t w c n d i g k c i t des unter- nommencn Werkes überzeugt ist. Nicht nur die Arbeiterschaft, nicht nur die socialdemokratische Partei steht mit der Forderung der Arbeitslosenzählung im Gegensatz zu den„zuständigen" Behörden, sondern die gesamte Berliner Bevölkerung hat durch ihr Verhalten gezeigt, für wie notwendig sie das von der Arbeiter- schaft uiiternomnlene Werk hält, für das die Behörden nicht den Finger rührten. So ist die am Sonntag begonnene Zählarbeit nicht nur ein bc- wundernsivürdigeS Werk der Organisation und Präcision, sondern auch ein starker moralischer Erfolg der Berliner Arbeiterschaft, die bewiesen hat. daß sie da Fruchtbares zu leisten vermag, wo die Thätigkeit der Behörden versagt. Achtung, Arbeitslosenzählung? Vom Bureau der Gelvcrk- schafts-Kommission werden wir gebeten mitzuteilen, daß auch die- j e n i g e n Haushaltungsvorstände, in deren HauShalt Arbeitslose nicht vorhanden sind, die abgegebenen Zählkarten ausfüllen müssen. Es handelt sich darum, durch das Verhältnis der gezählten Arbeits- losen zur Gesamtzahl der eingegangenen Antworten den Prozentsatz der Arbeitslosen zur Gesamtbevölkerung festzustellen. Der Magistrat hat die Einstellung von 27 800 M. zur Ein- richtung und Unterhaltung von Spielplätzen für die Jugend genehmigt. Im verflossenen Sommer lvar der Versuch gemacht worden, slO geeignete Schulhöfe unsrer Gemcindeschulen in den großen Ferien als Spielplätze einzurichten, 5 für Knaben und 5 für Mädchen. Die Leitung der wochentäglich von 10 Uhr früh bis 3 Uhr abends stattfindenden Spiele war je 2 Lehrern beziehungs- weise Lehrerinnen anvertraut, denen ein Honorar von insgesamt 180 bezw. 150 M. gewährt wurde; dazu treten noch Kosten für Be- sprengung, Anschaffung von Spielgeräten usw. Die Mittel zu Aus- flögen wurden durch Sammlungen beschafft. Dieser Versuch ist als geglückt anzusehen; es soll deshalb dieser Weg weiter beschritten werden. Im nächsten Sommer soll der Versuch auf weitere 10 Schulhöfe beziehungsweise Spielplätze, im ganzen also 20, aus- gedehnt werden. Die Kosten betragen für jeden Schulhof 500 M. Ei» Zeichen der Zeit. In dem Arbeitsnachweis des Vereins der Brauereien Berlins und der Umgegend hängt seit einigen Tagen folgendes Schreiben aus: Berlin, den 21. Januar 1902. Bekanntmachung I Der Obmann deS Kuratoriums des Arbeitsnachweises, Herr Dr. jur. R. Freund, hat mich beauftragt, bekannt zu geben, daß bis auf weiteres llnterstützungsgesuche nicht mehr berücksichtigt werden können, da der Unterstützungsfouds erschöpft ist, und daher Mittel zur Gewährung von Unterstützungen an Arbeitslose nicht mehr ver- fügbar sind. Der Arbeitsnachweis. I. Sl.: Schwarzer. Für einige der städtischen VerlvaltnngSdcPntationc» wünscht die Stadtverordneten-Versammlung eine Vermehrung der aus ihrer Mitte zu wählenden Mitglieder. Bei Gelegenheit der Neuwahlen für die Deputationen ist in der letzten geheimen Sitzung von den Sladtverorducten beschlossen worden, den Magistrat um sein Einverständnis damit zu ersuchen, daß die Mitgliedcrzahl der Grundeigenlums-Dcpntation uni 2 Stadtverordnete, der Deputation für die Gastverke um 2 Stadtverordnete, der Tetzutatio» für die Wasserwerke um 1 Stadtverordneten vermehrt wird. Bisher saßen in der Grundeigeuiums-Deputation 10 Stadtverordnete, in der De- putation für die Gaswerke 6 Stadtverordnete, in der Deputation für die Wasserwerke 4 Stadtverordnete. lieber de» Umfang der Fttrsorge-Erziehnng in Berlin liegen die Berichte jetzt bis zum Ende des ersten Halbjahres vor. Das erste Vierteljahr hatte mit einem Bestand von znuächst 52 Für- sorgezögliugen abgeschlossen. Bis zum Ende des zweiten Viertel- jahres stieg die Zahl der Fürsorgezöglinge rasch auf 175; darunter waren 99 Knabe» und 76 Mädchen. Untergebracht waren von den Knaben inr städlische» Erzichungshause Lichtenberg 70, in privaten Anstalten 13, in Familien 11 usw., von de» Mädchen in privaten Anstalten 44, in Familien 11, im städtischen Erzichungshause Kleiubeercn 6 usw. Tie Einnahmen der Gemeinde Berlin aus der Hunde- st euer Häven betragen: 1898: 511 649 M., 1900: 578 205 M. und im verflossenen Jahre 590 000 M. Die Steuer ist also wieder in dauernder Steigung begriffen. I» den Etat für 1902 hat des- halb der Magistrat eine Summe von 622 000 M. aus der Hunde- sleuer eingesetzt. Vorzeitige Frühlingsbote». lUiter de» Sträuchen am Opern- hauS-Piaye. im Lustgarleu und au andern Orten slchen die Seidel- baste in voller Biiile und die Knospen der japanischen Quitten sind überall bis zum Platzen geschwollen, ja ini Universttäts-Borgarten stellenweise sogar schon aufgebrochen. Dasselbe gilt von den Horn- lirschen, Espen. Erlen und Haseln, besonders soweit sie an Gewässern stehen, und von den Aprikosen- und andren Steinobstbäumeii in de» geschützt liegenden Beamtengärtcheu um das Moabitcr Strafgefängnis, daS sogenannte„Berliner rauhe Haus". Auch die Blüten der Rüstern drängen mächtig zur Enifaltung. An der westlichen Mauer des alten srauzösischen FriedhosS vor dem Oranienburger Thor wurden blühende Veilchen gepflückt und die wirklichen Maßliebchen blühe» auf Grabhügeln und Grasplätzen. In den Vorgärten treibe» die Zwiebel» von Krokus, Hyazinthen und Tulpen ins Kraut und im reichen Westen sieht mau Beete blau und goldig blühender Stief- Mütterchen. Die Wiesen und Saatfelder leuchten frischgrün und in den Zweigen der Bäume und Sträucher stellen— die Raupen bereits Marschübuugen an. Gegen die Lieferanten, weNie die Geschäfte der Milch- Centrale mit Waren aller Art versorgen, gehen die Milchhändler jetzt energischer vor. Sie stellen diese Lieferanten, welche auch ihnen Nebennrtikel liesern, vor die Wahl, entweder auf die Kundschaft des Ringes oder auf die der Händler zu verzichten. Eine große Brauerei ist durch die Vorstellungen der Milchhändler veranlaßt worden, die Lieferung von Flaschenbier an die Läden der Centrale einzustellen. Auch die Bäckereien, welche den Lüden Gebäck liefern, und ihnen auch den üblichen Rabatt gewähren, sollen zum Aufgeben aller Geschäfts- Verbindungen mit der Centrale veranlaßt werden. Ter Mensch muß sich zu helfen wisse». Ein Leser schreibt uns: Eine merkwürdige Einrichtung übte dieser Tage in einem Restaurationslokal in der Michaclkirchstraßc große Zugkraft auf das Publikum aus. Vormittags waren zwei Vertreter einer Brauerei mit einem Gerichtsvollzieher erschienen; die braven Leute hatten sämtliches Inventar weggenommen. Mit schnellem Entschluß nahm sich der Schiffer G. nunmehr des Bedrängten an. Der Schiffer handelt von seinem Kahn aus mit Preß- kohle» und von diesem Brennmaterial ward binnen einer halben Stunde ein Repositorium und ein Lade n t i s ch hergerichtet, wie es eleganter in seiner Art in Berlin noch nicht dagewesen ist. Für Tische und Stühle aber sorgte die gesamte Nachbarschaft. Diese Hilfe erwies sich für den Nestauratcur so erfolgreich, daß daS Lokal bald bis auf den letzten Platz von Neugierigen gefüllt war und der Wirt am Abend dem Schiffer mit der Versicherung die Hand drückte. daß er jetzt zum erstenmal ein gutes Geschäft gemacht habe. Das Verdienst wahrer Patrioten ist auch gester» nach Gebühr belohnt worden. So erhielt Kanunerherr v. Kotze, der vor sechs Jahren durch die bekaunte Skaudalaffaire so zu sagen berühmt ge- worden ist, den Roten Adlerorden dritter Klasse mit der Schleife. Dieselbe Auszeichnung wird Herrn August Scherl zu teil, der voriges Jahr bereits den Orden ohne Schleife erhalten hat. Herrn Scherls Verdienste um die preußische Monarchie stehen so offenkundig da, daß auch die neueste Auszeichnung zu begreifen ist. Zur Verhütung von Explosious- und VergiftnngSgefahren durch Ausströmen von Leuchtgas bei Benutzung von transportablen Gaskochern und Gaslampen wird das Publikunr dringend davor ge- warnt, nach dem Gebrauche lediglich den am Apparate selbst befind- lichen Gashahn anstatt des an der Wand befindlichen Znführungs- Hahnes zu schließen. Andernfalls gleiten, zumal in der Nacht, nur zu leicht die verbindenden Gummischläuche ab, werden auch mit der Zeit oft undicht und lassen so GaS ausströmen. Zmeckmäßiger ist es daher überhaupt, die Verbindung zwischen Gasrohr und Gaskocher oder dem Apparate durch in Gewinden festschraubbare Metallschläuche herzustellen. Der Geburtstag der Kaisers gab ivie früher so auch gestern den Herren Hoflieferanten und solchen Geschästsleuten, die zu diesem Range emporsteige» möchten, willkonimenen Anlaß, ihren Patriotismus mit weitlenchtendcr Inbrunst dem Publikum zu offenbaren. Selbst die Warenhäuser, die vor zwei Jahren wegen der Steuer, mit der sie besonders belastet wurden, zum Teil bei der Illumination streikten, suchten gestern das damals Versäumte nachzuholen. Auch dies Stück Patriotismus giebt unsrer Ausfassung Recht, daß die Warenhaussteuer denen, die von ihr getroffen werden sollen, keinerlei Schaden zufügt. Einen Anflanf erregte Montagvormittag um lO'/e llhr ein Soldat, der sich auf dem Älcxanderplatz, an der Ecke der Neuen Königstraße zu entkleiden und zu töten versuchte. Der Mann riß sich Rock und Weste vom Leibe und warf sich vor einen Straßen- bahnwagen. Ein Schutzmann vom 16. Revier sprang rasch hinzu und riß den Lebensmüden von den Schienen, so daß er unversehrt blieb. Der Gerettete wehrte sich aus Leibeskräften. Man erkannte bald, daß man es mit einem Geisteskranken zu thun hatte und man brachte ihn durch die Unfallstation X in der Alten Schützcnstraße mit einem Krankenwagen nach dem Garnisonlazarett I in der Scharnhorststraße. Es war der Kanonier S ch m a l I vom Fuß- artillerie-Regiment in Graudenz, der sich vor sechs Tagen von seinem Truppenteil entfernt hat. Er stammt aus Weißensee und dient im ersten Jahre. Im Nuftrage des Handelsministers Möller ist die Fach- schule der Berliner Bäcker-Innung Konkordia von einem kgl. Schul« rat inspiciert worden. Es handelte sich dabei Material für die Ent- scheidnng einer wichtigen Streitfrage zu gewinnen, ob nämlich die JnmingSfachschuke einer Fortbildimgsschnlc gleichwertig zu erachte» sei und mithin, wie es namentlich die in den Bororten wohnenden Jimimgsmitglieder behaupteten, den Lehrlingen vollen Ersatz für eine Fortbildungsschule biete. Da viele Vororts- Bäckermeister ihre Lehrlinge von der obligatorischen Fortbildungsschule fernhielten und sie nach Berlin in die Fachschule schickten, gab es zahlreiche Strafmandate, Berichte an die vorgesetzten Behörden usw. bis schließ- lich der Minister durch den Obcrpräsidentcil davon benachrichtigt wurde. Der Minister ordnete daraufhin die Jnspicierung der Fach- schule durch einen königlichen Schnlrat an. Der Jnnungs- und Schulvorstand wäre» erschienen, der Unterricht wurde wie gewöhnlich unter Leitung des Obermeisters Gemeinhardt erteilt. Der Schnlrat erklärte, er sei mit den Leistungen im allgemeinen zufrieden, könne aber wegen der weit geringeren Schnlstundcnzahl die Fachschule nicht als ausreichenden Ersatz für die obligatorische Fortbildungsschule an- fehen. Für den Streit, ob Fach- oder Fortbildungsschule, ist dieser Bescheid von principiellcr Bcdentnng. Professor VirchowS Befinde» war gestern zufriedenstellend. Der Patient konnte zeitweise das Bett verlassen und wurde in einem eigens für ihn hergestellten Krankenstuhl im Zimmer nmhergefahren, Die Nachtruhe war besser und die Nahnnigszuuahme leidlich gut, auch die Depressionen weniger bemerkbar als vor einigen Tagen. Mit amtlichen Gelder» und der Mitgift seiner Fran durchgebrannt ist der 31 Jahre alte, aus Seehauscu im Kreise Sternberg gebürtige Postsekretär Paul W i e s i u g aus der Lützcn- strahe 2 zu H n l e u s e e. Wiesing war auf dem Hauptfernsprcchamt in der Französischcustraße beschäftigt und hatte amtliche Gelder z» verwalten. Er stand vor der Prüfung für die höhere Laufbahn. Schon ehe er vor zwei Jahren die Tochter eines Apothekers in Halcnsee heiratete, unterschlug er, wie sich erst jetzt herausstellte, kleine Betrage, die er ebenso wie später die größeren Posten durch Fälschung der Beläge und der Bücher bei den Revisionen ans- glich. Nachdem er in den letzten Tagen die 17 000 M. betragende Mitgift seiner Frau an sich zn bringen gewußt und heim- lich einen früher bei Bcrgreiien benutzten Rucksack gepackt hatte, nahm er am 20. d. M. fünf Tage Urlaub. Nach Beendigung des Dienstes kam er nach Hanse, ging unter einem Vorwandc bald wieder weg und kehrte nicht mehr zurück. Seine Frau glaubte, daß ihm ein Unfall zugestoßen sei oder daß er unerwartet dienstlich fest- gehalten wäre, und fragte daher am andren Tage bei der Post- behörde an. Diese nahm nun, als Wiesing vom Urlaub nicht zurück« kam. eine Revision vor und entdeckte einen Fehlbetrag von 8000 M. Die Nachforschungen nach dein Verbleib des Flüchtigen hatten keinen Erfolg. Er ist wahrscheinlich schon ins Ausland entkommen und wird jetzt steckbrieflich verfolgt. Die bedauernswerte Fran, die der Ungetreue mit einem dreiviertel Jahre alten Töchterchen im Stich gelassen hat, ist zu ihren Eltern zurückgekehrt. Ein sehr gefährlicher Fabrikbrand, der eine Panik des Personals im Gefolge hatte, vcranlaßte Montagnachmittag die Alarmierung von 1/2 Dutzend Lvschzügen nach A 11 n e n st r a ß e 40. Hier ist in den Parterreräumen das Postamt 14 untergebracht, während sich im ersten Stock die Papier-Galanteriewaren-Fabrik von C. Bleu! befindet. Während nun der Geschäftsinhaber in dem nach der Straße hin belegenen Saale eine harzige Masse erwärmte, schlug jedenfalls infolge eines Luftzuges ein Funke aus dem Ofen und erfaßte die i» der Nähe liegenden Cellnloidwaren. Im Nu loderten hohe Flammen empor, so daß die anwesenden Personen kaum den Aus- gang gewinnen konnten. Einer Arbeiterin wurde durch Stichflammen das Kopfhaar versengt. Eine völlige Panik aber bemächtigte sich auf die Feiicrrnfe hin der in einem Nebensaale arbeitenden zwanzig Mädchen. In wilder Hast eilten sie durch einen Ausgang nach dein Seitenflügel, wurden aber hier von starkem Qualm belästigt, so daß einzelne'Aiiflalten trafen, um auf den Hof hcrabziispriiigen. Hansbewohner schleppten Leitern herbe!, die sich aber als zn kurz erwiesen. An die Löschung des Feuers machte sich in der allgemeinen Verwirrung fast allein der auf der Nachbarschaft wohnende dienstfreie Feuenvehrmann Zahn, der trotz Hitze und Qualm das ihm zugetragene Wasser zum Brandherde bc- förderte. Infolge der Hitze flogen drei große Ladenfcnsicr ans fingerdickem Glcis auf die Straße hinab, ohne glücklicherweise Ver- letznnge» herbeizuführen. Der Feuerwehr gelang eS zivar bald, die Flammen zu ersticken, bevor sie die im zlveiten Stock befindliche Knopffabrik von Rosenbrmd erfaßten, doch sind große Posten fertiger n»d unfertiger Galanteriewaren sowie auch Regale und die Geschäfts- bücher vernichtet. Da»och andre Fabrikräunre zur Verfügung stehen. tritt keine Betriebsstörung ein.— Kurstr. 51 ging nachmittags 4 Uhr ein Teil des Dachstnhls i» Flammen auf. Zeugen gesucht. Am 3. August v. IS. wurde i» der Belle- SlNiancestraße zwischen Baruther- und Tcltowcrstraße der 52 Jahre alte Kaiismann Vogel von einem elektrischen Straßenbährttvagen Überfahren und tödlich verletzt. Personen, die den Norfall nnt an- gesehen, insbesondre ein Herr, welcher dem Ucberfahrenen seinen Schirm hinreichte, sowie der Omnibuskutscher, welcher den Vorgang genau gesehen hat, werden gebeten ihre Adresse bei Frau Vogel, Barntherstr. 12 1. abzugeben. Zwei Unfälle durch unvorsichtiges Abspringe» von Straßenbahnwagen werde» vom gestrigen Tage gemeldet. Gegen 9 Uhr morgens sprang die 30jährige Therese Meyer in der Wicnerstraße trotz Warnung des Schaffners vom Hinterperron des Alihängewagens 283 der Linie Moabit— Görlitzer Bahnhof ab, kam dabei zu Fall und blieb besinmingslos liegen. Am Nachmittag gegen 3 Uhr verließ vor dem Hanse Leipzigcrstr. 43 der in der Teltöwer- straße 60 wohnhafte Kclliicr Ltlo G u n d s l a ch den Hinterperron des Anbängcwagens 324 der Linie Gruneivaldstrahe— Frankfurter Allee. G. fiel auf den Asphalt nnd trug eine klaffende Wunde an der Stirne davon. Die beiden verletzten Personen erhielten die erste Hilfe in den in der Nähe belegenen Unfallstationen. Feucrbericht. Montagnachmittag 4 Uhr wurde die Wehr nach K u r st r a ß e 51 gerufen, wo ein Teil der Dachkoiistrnktion in Flammen stand. Es gelang indes den Brand mit einem Rohr in kurzer Zeit abzulöschen. Sonntagabend 9 Uhr hatten in der S t e g I i tz e r st r a ß e 11 in einer Buchdruckerei Werkzeuge, Papier, der Fußboden und Regale Feuer gefangen, das jedoch eben- fiiE5 bald beseitigt werden konnte. Kurz darauf brannte in der Reichenberg c'r st raße 113s. auf deni dritten Hof eine Kessel- schmiede. Nach längerem Wassergcben gelang es auch hier den Brand auf die Schmiede zu beschränken. Sonntagmittag erfolgte eine Alarmierung»ach der O r a n i c n b n r g e r st r a h e 64, wo in einen, Vetsaal der jüdischen Gemeinde ein Betstuhl, Wandschrank und der Fußboden Feuer gefangen hatte. Die Wehr hatte hier längere Zeit Wasser zu geben, um die Flammen zu ersticken. Kleincrc Brände wurden außerdem noch von Acker st raße 23. Skalitzcr- st r a tz e 15, M c tz e r st r a ß e 8 und I c r u s a I e nr e r st r a ß e 15 gemeldet. Freie Volksbühne. Die Generalversammlung dieses Quartals wird am Donnerstag, den 30. Januar, abends 3 Uhr, in den Armin- hallen abgehalten. Auf der Tagesordnung steht ein Vortrag des Herrn Wilhelm S p o h r über M u l t ä t u I i, der freie Denker und Dichter smit Recitationen aus seinen Werken). Ferner Ge- schäfts-, Kassen- und RcvisionSbericht, Diskussion. Neuwahl eines Revisors und Verschiedenes. Der Zutritt ist nur Mitgliedern gegen Vorzeigung der Mitgliedskarte gestattet. Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Vorstand Der Lchrlingsnachweis des Vereins für das Wohl der aus der Schule entlassenen Jugend nimmt seinen Anfang am l. Februar d. I. Handwerker, Gewerbetreibende und Kaufleute, welche zum 1. April l'chr- linge einzustellen wünschen, wollen ihre Anträge an die ihnen zunächst ge- legene der folgenden Unterbringungsstellen richten: Für den Süden an Herrn Seibke, Berlin 80. 36, Reichenbergerstr. 44/45; für den Norden an Herrn Brüggemann, 1�. 39, Ravenestr. 4; für den Nordosten an Herrn Rektor Luhenberger,!N0. 55, Heinersdorferslr. 18; für den Westen an Herrn Rektor Haumann, IV. 35, Derfflingerstr. 18a; für den Nordwesten an Herrn Sadowsky, NW. 21, Turmstr. 80; für den gesamten übrigen Teil der Stadt an Herrn Drchmann 0. 2, Hinter der Garnisonktrche 2, sowie an Herrn Lehrer Battre, NO. 55, Rykestr. 15/16. Im Verein für volkstümliche Kurse von Berliner Hochschul- lehrern beginnt am DienStag, den 28. d. Mts., abends O'/z Uhr, im Friedrich-Werderschen Gymnasium, Dorotheenstr. 13/14, Herr Geheimer Regierungsrat Professor K o n r a d Hartman», Senatsvorsthendcr im Reichs-Versichernngsanit, feinen Vorkagsknrsiis über„Unfallverhütung". Er wird an, erste» Abend über die Unfallversicherung, Unfallstatistik, die Berordnungen und die Vorschriften über Unfallverhütung und ihre Durch- führung»nd die Ueberwachung der Betriebe sprechen. Eintrittskarten zum Preise von 1 M. für de» 6 Abende van je u/z Stunden umfassenden Kursus sind zu haben bei: Georg Belling, W., Leipzigcrflr. 130; A. Schütz. 0, Holzmarktstr. 00; Chr. Tischendvrser, 0., Sophieustr. 20; F. E. Lederer, W., Kurfürstenstr. 70; Bernhard Staar, SW., Friedrich- flroste 250; Centraistelle für Arbeiter-Wohlfahrtscinrichiungen, w., Köthener- straße 23. ....���bopädischcs Institut. Uns wird mitgeteilt, daß in dem ortho- pädischcn Institut für M i h b i l d n n g c n und V e r k r ü m m u n g e n des kindlichen Alters von Dr. L. Bernhard und Dr. M. Blumeuthal, Alexander st r. 3 3, I(am Alexanderplatz), wochcntäglich von 11 Va bis l-Va, Uhr für Unbemittelte eine poliklinische Sprech ft u n d e stattftndet und daß auch die erforderliche Behandlung(Operationen, Massage, Heilgymnastik u. s. f.) für solche eine unentgeltliche ist. Theater.„Amor im Exil", die neue Operette von Paul Lincke und B v l t e n- B ä ck e rs, ist laut mit den Autoren abgeschlossenem Vertrag bereits im vergangenen Jahre in den Besitz des A p o l l o- T h e a i e r s übergegangen und wird demnächst an genannter Bühne ihre Erstaufführung erleben. In der Urania sprach vorgestern Herr Walter W e n s k y. der Konsul des Deutschen Reichs, für das Unkon-Territoriunt über die Goldfelder Alaskas im Klondikc-Gcbiet. Der Vortrag war außer- ordentlich interessant und gab ein fesselndes Bild vom Wesen lmd den Fährlichkeiten moderner Argonautenfahrten. Wären die fühlbaren Strapazen, denen die Goldsucher ans der Reise in die arktische Region apsgesetzt sind, nicht durch die untrügliche Photographie vcr anschanlicht worden, so würde ninn giaubcn, Märchen von Sindbad dem Seefahrer und ähnlichen Helden zu vernehmen. Die Reise durch die Eisregionen imißte bis dahin zu einer Jahreszeit angetreten iverden, Ivo der Polarwiijter sich noch in seiner ganze» Furchtbarkeit zeigt, und dennoch unternehmen Hundert- tanseiide es, mit Einsetzung ihres Lebens über gefährliche Pässe und reißende Stromschnellen dem Ziele cntgegenznsteucrn. Der Weg ins nordische Goldland kann»nr von Leuten beschritten werden, denen einige tanscnd Mark zur.Verfügung stehen, denn die Ausgaben für Proviant, Ausrüstung, Transport u.s.w. sind geradezu ungeheuerlich. So verlangt die kanadische Regierung, um einer Hungersnot vorzubeugen, daß jeder Reisende tausend Pfund an Lebensmittel» mitbringt, und dies Päckchen muß der Wandrer mit aller übrigen Ausrüstung allein vorwärts schaffen. Meist werden Hunde»nd Pferde als Zugtiere benutzt; die Goldsucher strengen die arme» Geschöpfe jedoch so rück- sichtslos an, daß der schwierige Weg über den Chilkotpatz völlig mit den Kadavern der zu Grunde gerichtete» Tiere bedeckt ist. Erst neuerdings ist durch Bahnbaiiten und sonstige Einrichtungen die Reise nach Klondike erleichtert und auch etwas verbilligt worden. In der Goldstadt Dalvson-City selbst herrschen dank dem vortreff- licheu Wirken der kanadischen Polizei übrigens völlig geordnete Zu- stände und selbst das Spiel ist. seitdem ein Verbot ergangen, seltener geworden._ AuS de» tltachbarviten. Tie Charlottenburger Stadtverordneten- Versammlung wird sich in ihrer nächsten Sitzung u. a. mit einer Vorlage betr. Er- höhung der U ni s a tz st e u e r beim Verkauf von Grundstücken zu bc- fassen haben. Die Steuer beträgt zur Zeit für bebaute Gnindstücke 1'2 Proz., für unbebaute 1 Proz., sie soll in Zukunft gleichmäßig auf 1 Proz. bemessen iverden. Der Magistrat begründet diese Er- höhiing mit dem Hinweis darauf, daß sich die Wirkungen des all- gemeinen lvirtschaftlichen Druckes auch in der Charlotten- vurger Verwaltung fühlbar machen und entsprechende Vor- kehrungen fordern. Es sei deshalb notweiidig gewesen, die Frage der Eröffnung neuer Stcnereinnahmen zum Gegen- stände eingehender Erwägungen zu machen, nm die Mittel für die Fortführung der Verwaltung in dem bisher üblichen Umfang auch weiterhin zur Verfügung stellen zu können. Eine solche neue Stcuerguelle erblickt der Magistrat in der Erhöhung der Umsatzsteuer für unbebaute Grundstücke; die Mehreinnahmen berechnet der Magistrat ans Grund der Verkäufe der letzten Jahre auf 352 00t) M. Der Befürchtung, daß eine Erhöhung der Abgabe für bebaute Grund- stücke einen nachteiligen Einfluß auf den gesunden Grnndstücksverkehr ausüben könnte, tritt der Magistrat mit dem Hinweis auf Wilmersdorf und Schöneberg entgegen, welche seit Jahre» durchweg eine Steuer von 1 Proz. erheben und sich dabei einer Entwicklung erfreueit, Ivelche der von Charlottenburg nicht nachsteht. Ferner be- antragt der Magistrat, in Zukunft auch eine Bestellet ung der Zwischen- geschäfte durch Einfügung eines ncnen ß 1s in die Steuerordnnng, wonach, weil» die Anflassnng eines Grundstücks ans Grund mehrerer ans einander folgender znsamincngefaßter BeräntzeningSanträge von dem ersten V ermiß«« an den letzten Erwerber erfolgt, die Steuer von der Smiune der Werte des Grundstücks zur Zeit der einzelnen Vcräiißerungsgeschäftc zu entrichten ist. StegliN. Ans der letzten Sitzung der Gemcindeverlretnng sei noch einiges erwähnt: Der Gartenbanverein, welcher alljährlich den Schulkindern Pflanzen in Pflege giebt und Prämien verteilte, beantragte eine jährliche Beihilfe. Dieser Antrag fand Annahme durch Belvilligimg von 100 M. und gab dem Gemeindevorsteher Veranlassung'zu der Behmiptnng, daß die Beschäftigung mit Pflanzen in den Kindern nicht mir die Lieve zu Natur und Wissenschaft, sondern auch die—— Frömmigkeit fördere; nur ein religiöser Mensch habe Freude an der Natur!!— Alle Achtung!— Auch Herr Manke machte einen Witz, als bei einem Titel der entlassene Gemeinde- Arbeiter wieder erwähnt wurde. Er meinte, der Mann sei wohlhabend und habe die Arbeitslosigkeit nicht sehr empfunden; es sei ein Skandal, daß solche Sachen im„Vorwärts" so breit behandelt würden. Genosse Rapp erwiderte, daß die Gemeindeverwaltung durch ihre Maßnahmen diesen Skandal verursacht habe, was ihm eine Rüge seitens des Vorstehers eintrug. Die Kritik im„Vor- Ivärts" hat übrigens ihren Zweck erfüllt, denn Herr. Schöffe Mauke teilte mit, daß der A r b e i t c r wieder e i n g e st c l l t sei. Am Ende nahmen sich die Kollegen des letzteren vor, nicht zu sparsam zu sein, damit sie nicht auch schließlich wegen„Wohlhabenheit" ent- lassen werden. AnS Rummelsbnrg schreibt man uns: Eine wichtige Tages- ordnimg beschäftigte die Geincindevertretnng in ihrer letzten Sitzung. Es handelte sich zunächst um Erweiterung der hiesigen Friedhofs- Anlage; zum Kauf der hierzu nötigen Grundstücke beschloß die Vertretung die Aufnahme einer Anleihe von 100 000 M. bei der Kreis-Sparkasse. Ein Antrag des hiesigen Grnndbesitzer-Vcreins ans Vermehrung der Zahl, der G c m e i n d c v c r t r e t e r von 15 ans 13 veranlaßteZ den Herrn Amtsvorstehcr zu der Aenßernng, daß es jetzt schon schlver halte, geeignete Per- s o n e n als Vertreter zu finden. Demgegenüber war unser Partei- genösse Ritter der Meinung, daß es bei der bevorstehenden Ver- größerung des Ortes sogar notwendig sei, die Zahl der Vertreter später ans 24 zu erhöhen. Die Frage soll bis nach der oollständigcii Bebauung Boxhagcns eine offene bleiben. Eine leb- hafte Debatte entspann sich über den Etat der hiesigen Fort- b i l d n n g s s ch n l e. Die Schule, welche vor zwei Jahren Haupt- sächlich aiis Anregung der Regierung obligalonsch errichtet wurde. zählte zu Anfang 30 Schüler. Diese Zahl ist jetzt auf nahezu 300 gestiegen, und wird zu Oktober d. I. über 400 betragen, so daß eine Vermehrung der Lehrkräfte sich notwendig macht. Die Kosten der Schule werden sich dann ans 9000—10 000 M. jährlich belaufen, wozu von der Regierung ein Zuschuß von 1600 M. geleistet wird. Herr Baurat E n d e r s sowie Gemeinde- Vertreter Direktor Frey versuchten, ouS der Höhe der Kosten die U n d n r ch f ü h r b a r k e i t des obligatorischen Unterrichts nachzuweisen, und verlangten statt dessen fakultative» Unterricht. Von andrer Seite wurde eine Vermehrung der S ch ü l e r z a h l der einzelnen Klassen vorgeschlagen, so könne man Lehrkräfte sparen. Heute bat die Schule vier Lehrer für den all- gemeinen und zwei für den Zeichenniitmicht. Genosse Ritter wandte sich ganz entschieden gegen diese Vorschläge, welche das Bc- stehen der Schule geradezu in Frage stellten. Beschlossen wurde eine Eingabe an die Regierung, worin um Erhöhung des Zuschusses bis zur Hälfte der'Kosten ersucht werden soll. Betreffs der in der hiesigen Volksschule neu zu errichtenden Klassen für m i n d e r b e f ä h i g t e Kinder ist von der Regierung die Genehmigling eingegangen. Die Regierung bringt dieser Einrichtung hohes Interesse entgegen und macht den Vorschlag, die in der Schule nnterzubriiigciiden Kinder durch Schulärzte nntersnchcn z» lassen. Zu dieser Höhe der pädagogischen Auffassiing konnte sich der Ge- ineindevorsland leider nicht erheben; der Herr Amtsvorstrher er- klärte, daß ja I d i o t e» n n d G e i st e s schwache in der Schule nicht vorhanden seien. Genosse Ritter ivics daraus hin, daß die schwache Begabung der meisten Kinder auf krankhafte Veranlagung zurückzuführen sei und hier eine ärztliche Untersuchung vor allem am Platze tväre. Die Sache ivird dem Orts-Schulinspektor Pfarrer Schläger zur Regelung überwiesen. Zum Schluß tvics der Vorsitzende nnf die Gefahr hin, ivelche dem Ort durch den Berlnst seiner bedeutendsten Eiiinahnieqnclle droht. Ein Konsortium, an dessen Spitze ein bekannter Agrarier steht, beabsichtigt nämlich, in Friedrichsfelde einen Magervieh markt zu errichten, welchem Projekt angeblich die Unterstützung der Regiening mit be- deutenden Summen zugesichert sei. Die Verhandlung über diesen Punkt lvurdc leider unter Ausschluß der Oesientlichkeit geführt, ob- gleich gerade an diesem Projekt, welches ivahrjcheinlich zur Monopolisierung des Viehhandels führen ivird, die weitesten Volkskreise inter- esstert sind. Lichtenberg. Die Gespanne für die S t r a ß c n r e i n i g u n g. die Sprengwagen und die Feiierwehr sollen künftig nicht mehr wie bisher durch Privatunternehmer gestellt werden. Mit der Erbamiilg eines Straßcnreinigmigs- Depots ivird die Gemeinde auch das er- forderliche Pferdeniatcrial anschaffen. Den Straßenreinigern ist gleich den Gasnrbeitern eine L o h ir e r h ö h u n g zugebilligt worden; Regenpelleriiien sollen ihre Uniform vervollständigen. Infolge der durch die Grundbesitzer erslrittenen Unterhaltimgspflicht der Bürge r st e i g e durch die Gemeinde wird der Etat für Unterhaltmig. des Slraßenpflasters um 13 000 Mark höher zu veranschlagen sein. Nicht einbegriffen sind hier- bei die Kosten der Entschädigiingsansprüche der notleidenden Hausbesitzer.— Eine Volksbibliothck ivird am 28. Januar der Benutzung übergeben werden: 1400 Bände stehen zur Verfügung. Die BncheranSgabe soll an jedem Freitag von 5—7 erfolgen. Der Bibliothekar, Herr Lehrer G l ö d e n, wird in dieser Zeit i» dem Schulgcbände, Dorsstratze(mittlerer Eingang) an jedermann, der in Lichtenberg eine eigne l!) Wohnung besitzt oder dem BibliothekS- Verwalter als zuverlässig(!) bekannt ist, oder sich durch einen Empsehlmigsschein ausweist, Bücher ans der Bibliothek unentgeltlich verabfolgen. In beschränktem Maße ist auch für Schulkinder geeignete Lektüre vorhaiideil. Selbstmord oder Unfall? Das Verschwinden des Gerichts- nssessvrs a. D. Richard Schmidt ans Schöneberg. Stnbenrauch- straße 4, der am 5. November v. I. in einem Anfall von Geistes- gcstörthcit seine Wohnung verlassen hat und dahin nicht wieder zurückgekehrt ist, ist nunmehr aufgeklart. Schmidt ivar, wie nnnmehr festgestellt ist, an dem betreffenden Tage nach Tegel gefahren und ist von dort durch den Wald nach dem Heiligcnsee gewandert. Unter- lvegs unterhielt er sich mit verschiedenen Spaziergängern und er- zählte einem, daß er ein Bad im See nehmen werde und daß er ein vortrefflicher Schwimmer sei. Der Assessor ist auch später noch an demselben Tage in einer Gastwirtschaft„Zum Sandhausen" eingekehrt. Von da ab fehlte jede Spur von ihm. Man fand nur seine Kleidungsstücke im Walde bei Konradshöhe in ziemlicher Ent- fernung vom Wasser. Am Sonnabendvormittag bemerkten nun Schul- linder eine auf dem Heiligensee treibende Leiche, die alsbald ge- landet wurde. In dem noch ivohlerhaltenen Toten wurde der ver- mißte Schmidt rekognosziert und seine Angehörigen benachrichtigt. Marklpreise von vcrlin on> 25. Jannar 190S nach Eriiiittliiiigen des tgl. Polizeipräsidiums. Welzen, gut D. miilel „ gerilig Nvggc», gut millel „ gering «lversle, gut „ mittel „ gering *Hafer, gut millel gering Nlchlsiroh Hell Eitlen Kpeisetchneii Linien Clr. 17,40 17,32 17,24 14,55 14,51 14,47 14,50 13,90 13,30 17,20 16,50 15,90 7,50 8,60 40,- 50,- 60- 17,36 17,28 17,20 14,53 14,40 14,45 14,- 13,40 12,80 16,70 16,— 15,40 7- 6,- 25,- 25,— 20,- KarloffeIii,iieue,D-Clr. Riudsleisch, Keule 1 kg do Bauch„ Schiveiiiesleisch, Kalbfleisch Hammelfleljch. Butter Eier Karpfen Aale Zander Hechle Barsch« Schlei« Bleie «rebie 60 SliUt Xkg per Schal 6- 1,60 1,40 1,7» 1,80 1.60 2,60 5 20 2,20 260 260 220 1P0 300 1,20 15— 4- 1,20 1- I 30 I,— 1,- 2,- 2,80 1,20 1,40 1,20 I 20 0,80 I 20 0,80 3,- frei Wagen und ab Bahn. Produkleumarkt vom 27. Januar. Die ge treibe war heute nicht einheitlich. Weizen� Tendenz für Brot, verkehrte in schwächerer Haltung ans mattes Nordamerika und vielfaches Warenangebot, namentlich in Kansas und Walla-Walla. Höheres Oestreich-Ungarn hatte lernen Ein- rlu6 auf den hiesigen Markt und auch das kältere Wetter verfehlte seine Wirkung, da schon für morgen wieder höhere Temperatur in Aussicht steht. Roggen lag dagegen gut behauptet, eher etwas fester. Die � Mühlen sind Käufer für sndnlifisches Produkt, obwohl solches sehr teuer ist, da billigere Inlandsware nicht zu haben ist. Der Verkehr in Weizen sowie Roggen war zeitweilig einigermaßen lebhaft. Mehl gab bei nihigem Geschäft 5 Pf. nach. Am Futtermarktc blieb Mais still und unverändert, während Hafer infolge vermehrten Angebotes bei fehlender Nachfrage 3/« M. im Piene zurückging. Rüböl wurdejast gar nicht gehandelt.—�Schluß für Getreide gestern. Spiritus gab 20 Pf.»ach, lO er toco 33,50 M. Briefkasten der Redaktion. Tie juristische Sprechstunde findet täglich mit Ausnähme deS Souuabends von TVj bis JU/j Uhr abends statt. Kb. Barmen. Sie sind im Irrtum. Das Wort„für" im Gefetze ist gerade entgegen dem ursprünglich beantragten„in" gewählt worden, nm das zu ermöglichen, was Sic beanstanden. Es geht also nicht an, die Ent- scheidung des Regierungspräsidenten als unzulässig zu bezeichnen. Der Vor- gang hat sich schon in der Kommission abgespielt, weshalb er Ihnen un- bekannt geblieben ist. G. ti. Sie meinen wahrscheinlich die der städtischen Gewerbedepntation »nlerflehende Baugewcrkschule, Kursnrsiciistr. 141. Das Schulgeld beträgt hier halbjährlich 100 Mark, doch sind ganze und halbe Freistellen vorhanden. H. I. 48. Ein städtischer Laternenwächter erhält gegenwärtig pro Monat 60—75 M.; vom 1. April 1902 ab sind 66—80 M. veviprachen. Man meldet sich Klosterstiasie 68, auch Görlitzer Ufer 25. H. B. 155. Ihre Frage ist ohne Einsicht in die Police und die Stainleu nicht zu beantworten.— F. R. 4975. Beschweren Sic sich wegen Weigerung der Eintragiinz des Vornaniens bei dem Amtsgericht und beantragen Sie, den Standesbeamten anzuhalten, die von Ihnen ge- wähltest Vornamen einzutragen. Hat der Standesbeamte nur abgelehnt, die Vornamen so zu schreiben, wie Sie wünsche», also Wladislaw mit y statt mit i, so hätte eine Beschwerde keine Aussicht ans Erfolg.— A. W. Wenden Sie sich unter Darlegung des Sachverhalts an das Amtsgericht und an die Polizeibehörde in Stralsund.— P. G. 4. 1. und 2.:.Ja.— H. M. 1. und 2.: Nein. Sie können lediglich aus Rückgabe gegen Ruck- zahlimg des Empfangenen wegen Ungültigkeit des Kaufs beim Amtsgericht klagen.—(?. K. 54. Als Erbe Ihres«ohncs hätten Sie freilich dessen Schulden zu bezahlen, da zu dem'.iachlnsi auch die Schulden gehören, falls die Erbschaft nicht der Rechtswohlthat des Inventars angetreten ist. Die von Ihnen verlangte Forderung ist jedoch nicht zu bezahlen, weil sie, wenn sie überhaupt entstanden war,, jedenfalls schon zu Lebzeiten Ihres Sohnes verjährt war.— Rene Tchönhimseuerstraste. 1. bis 3.: Nein. 4.: Ja. — B. A. 32. Können Sic nachweisen, daß der Zusatz, durch den die selbstichuldnerifche Bürgschaft übernommen ist, tu der That erst später zu- gesetzl ist, so würde der Gläubiger gegen Sie nichts ausrichten können und Sic würden mit einer Jntcrvcntimisk'.agc durchdringen. Daß Ihnen der Nachweis gelingt, ja, daß in der That Sie sich nicht irren, ist aber sehr wenig wahrscheinlich, zumal der Gläubiger als ein in allen Kniffen be- wnnderter Mann bekannt ist. Leider scheinen Sie den au dieser und andren Stellen u n s r e s Blattes so oft erteilten R a t n i ch t b e s o l g t zu haben, k e i n S ch r i f t st ü ck zu unter- s ch r e i b e n, b e v o r S i e e s g e n a u durchgesehen, über seine Tragweite sich i n f o r m i e r t' u u d Abschrift des Schrift- st ü ck s g e ii o m m m c ii habe n. Jetzt bleibt nur der Rat: versuchen Sie eine Einigung.—'A. L.. Gros» Lichtericide. Frage nnverständlich. — M. BS. 150(1. Die nach dem 31. Dezember 1899 entstandenen Ge- dühren der Aerzte, Hebamme», Lehrer, Rechtsanwälte,.Erzieher usw. ver- jähren in 2 Jahren. Diese Frist beginnt mit dem Schluß des Jahres, in dem die Forderung entstanden oder in dem eine etwa bewilligte Zahlungs- srist abgelaufen ist. Die Verjährungsfrist wird unterbrochen, läuft also auss neue, wenn der Schuldner durch Abichlagszahlung, Zinszahlung, Sicherheits- leislung oder i» andrer Weise die Forderung auerkennt, serner durch Klageziiftelluiig, Zustellung eines Zahlungsbesehls, Anmeldung zum Konkurs. Eine im Jahre 1900 emstandene Arztforderung ist mithin in der Regel mit Ablauf des Jahres 1S02 verjährt. Sie verjährt aber erst, mit Ablauf des Jahres 1903, wenn sie irgendwie im Jahre 1901 anerkannt wurde.— BS. St., Eharlottcnlmrg. Ihr Bruder ist im Recht: §K 917, 114—225 des Bürgerlichen Gesetzbuchs, S. 198, 131—135 des dem„Arbeiterrecht" beigefügten Führers.— A. A. Nein. tan»ÄSMlSt. Gast- und SctiaiMite Berlins und Umgegend. Am Sonntag starb nach lange» Leiden unser Mitglied. Kollege Joseplt Thenee. Die Beerdigung findet Mittwoch nachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle der Eharile nach dem Charite-Kirch- hof, Müllerstratze, statt. Ilm rege Beteiligung ersucht 69/3 44<->' Vofslu n cl Danksagung! Hierdurch sage allen Verwandten, Freunden, Bekannten für die vielen Beweise der Teilnahme an der Bc- erdigung meiner lieben Frau Agnes Feiftel. geb. Ribo, insbesondere den Bundeskollegcii der Maurerpoliere Berlins und dem Bau Usedom meinen verbindlichsten Dank. 182 b iugust Feisiel. Turn-Vereii)„Ficlite". Allen Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Turiigenosse 184b Lrllsk kasde am 25 Januar vcrstorbeu ist. Die Beerdigung findet Dienstag- nachmittag 3 Uhr vom Trauerhause Stralsunderstraße 42 aus statt. Rege Betciligniig erwartet Die V. Jugend-Abteiliing. Danksagnttg. Für die liebevolle Teilnahme und die schönen Kranzspenden bei der Be- erdigung meines imiiggeliebten Sohnes, Bruders und Schwagers Carl Itettin unfren herzlichsten Dank. Tie trauernden Hinterbliebenen. Allen Verwandten, Freunden und Kollege» herzlichen Dank für Teil- nähme und Kranzspenden bei der Bc- erdigung meiner lieben Frau. 180b August Jänicke, Maurer, Gr. Franksurterstr. 77. Danksagung. Allen Freunden und Bekannten, so- wie den werten Kollegen und dem Gesangverein„Typographia" sagen wir für die zolflreiche Beteiligung und reichen Kranzspenden bei der Beerdigung meines lieben Mannes und guten Vaters hierdurch unfern herz- lichen Dank. iSlb Die trauernde Witwe Luise Lösch nebst Tochter. Kranz- nlld Allulieitduiherei höh Roberl Meyer, mir Mrmm-Swjt 2. Vereins-Kränze, Palmen- u. Blumen- Arrangements. Bouqncis, Guirlanden usw. werden fein u. preiswert geliefert. Unversälscht. deutschen Bieneiilioittg, beste * Qual, vers 3 Pfd. netto zu 6,50 2)1., 5 Pfd. 4M. franko Nach». Garant. Rückn. 14.«cli, XoimI- loli, Bahnhof Augustfehn Oldeubg. Central- Verband der Maurer Bezirk Osten. Sonnabend, den 1. Febrnar, in Scholz' ßallsaIon(fi'. Breuer) Grosse Frankfurterstrasse 74: Grosser Wiener Hasken- Ball. Anfang 8 Uhr. 136/17 Um zahlreiches Erscheine» ersucht Billet a 50 Pf. Da« Komitee, Centralvereiii der Bildhauer Deutschlands ■Verwaltungsstelle Berlin. Ticnstag, den S8. Jannar, abends S1/? Uhr. im grossen Saale des Gewerkschaftshanses. Cngel-ttfer 15: Hucitaindsud der Diciiterin Frl. Klara Her. Gäste, Herren und Damen, willkommen. Eintritt frei. Eröffnung 8 Uhr. fltachher: Ocmütliclics Beisammensein. Dienstag, den 4. Februar: AlißerordenNichc Geiiergl-Nersainnlllilig betreffs Erhöhung des Beitrages. 20/l*J Der Vorstand. Vikla-BSA»S IstFIr 10 Jahre Garantie. j&fiMMlt'L-'<45 Teilzahlung wöchentlich 1 Mark. _ Vollkomnieii schmerzloses Zahnziehen 4 Bark. ■Plomben 1,50 M.Reparatur, sofort. Uraarbeit. schleehtsitz. Gebisse Zahn-Arzt Wolf, Leipzigerstr. ISO. (Haus Schaahvächter). Sprechst. 9—7 Uhr.* K'ir bcu Inhalt der Inserate oberuiiiiittt die Ncdattiv» dem Pnblikuui pegeiliider keinerlei NernntNiartiina Ttlvofvv. Dienstag, 28. I a n u a r. Opernhaus. Heilmar. Aufaitg -V-»Hr. Schauspillhaus. Das grobe Licht. Anfang 7'/., llhr. Sicncs Opern- Theater(Kral». Geschlossen. Schiller. Die Mütter. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Lebendige Stunden. An- fang 71,2 Uhr. Arrliner. lieber unsre Kraft. (2. Teil.) Anfang 7Vz Uhr. Lessing. Flachsmann als Erzieher. Anfang H/z Uhr. Residenz. Die japanische Base. Bor- her: Eiisssez-Grois«�. Anfang 'Va Uhr. Weites. Coralie u. Co. Ansana 7>/2 Uhr. ZAcste». Wiener Blut. Anfang 7'/-»Hr. Seressionsbühne. Detlev Lilien- cronS Büntes Brettl. Anfang 8 Uhr. E. v. Wolzogens Buntes Theater . �Ueberbrettl). Anfang 8 Uhr. Schall und Rauch. Borstellung vor Screnissmius.?lnf. Sl/2 Uhr. Trianon. Lebende Lieder. Kleine ..spiele. Anfang 8 Uhr. Zentral. Das süße Mädel. Anfang 7>/z Uhr. Thalia. Seine Kleine. Anfang 7>/, Uhr. Luisen. Dorf und Stadt. Ansang 8 Uhr. (Tarl Weih. Das Jungfernstist. Anfang 8 Uhr. Yriedrich-Wilhelmstlidtisches. Der rote Kosak. Ansang 7i/2 Uhr. Bellc-Zllliance. Die Daine aus Trouvillc. Hieraus: Er. Anfang 7>/2»hr. Orphens.«pecialitäten-Vorstellung. Anfang 8 Uhr. Hfharivari-Brettl. Täglich Bor- steNtlna. Anfang 8 Uhr. Btetrvpol.'ne seine Nmnmer. Specialitätcn- Borstcllung. An- sang 8 Uhr Apollo. Specialitaten- WorsleNnng. König Aqua. Ansang 8 Uhr. Casino- Theater. Weihnachten. Mädchenjäger. Spccialitäten-Bor- stellung. Anfang 8 Uhr. Passage- Theater. Specialitäten- Barstcllnng. Zlnfangnachmittags ö Uhr. Passage- Panoptiknln. Sl'eciali- läten-Borstellinig. Reichshnlle». Stcttincr Sällger. Ansaug. 8 Uhr. Paläst. Specialiläten-Borstellniig. Grohstadtzauber. Ans. 8 Uhr. Urania. Tanbenstr. 48j/llll.(Jin Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Frühlingstage an der Niviera. Im Hörsaal. Abends 8 Uhr: ..Bau uud Entstehung der Ge- btrae'. Jnvalidcnstraste S7//, Uhr: Das sütze Mädel. Operette in ll Akten von H. Reinbardt. Mittwoch. Donnerstag». Freitag, abends 7>/z Uhr: Das snstc Mädel. Soniiabendnachmittag 4 Uhr, halbe Preise, jeder Erwachsene hat ein Kind jrci: Schncclvittche» bei den sieben Zwerge».— Abends 7l/z Uhr: Das su�e Mädel.— Sonntagnachmittag 8 Uhr: Der Seekadrtt. 'rdalis-'I'livster. Dresdenerstrasee 7S 72. Heute und folgende Tage mit voll- ständig Neuer AuSstatlnng: Seine Kleine. Grone Berliner AusstatiiingSposse mit Gesang und Tanz in 8 Alten. Paula Worm a. G, Guido Thicljcher, Helmerding, Junkermqnn.Paulmllller. Gerda Walde, Boje, Wannovius, Iunker-Schatz. Ansang 7>/., Ubr. c tili>Vei88»I!>eate!'. Groste Fraukfnrlerstr. IZS. Anfang 8 Uhr: Das Jnngfernftift. Operette in 4 Akten nach einer Idee des Paul de Kock von Erliest Guinot. Musik von Jean Gilbert. Minna MIehettl als Gast. Morgen: Das Jnngfernstift. ipoHo-Mer. L-etzte Woche: König Aqua ferner die vorzüglich. Specialitäten. Anfang 8 Uhr. Voranzeige. ' Montag, den 3. Februar 1902: Erste» Gastspiel des ges. Ensembles vom Berliner Centrai-Theater Das süsse Mädel. Urania. Tauben-Strasse 48 49. Im Theater um 8 Uhr: Frühlingstage an der Riviera Im Hörsaal um S Uhr: Bau und Entstehung der Gebirge. Invaliilciisitr. 57/62. Sternwarte. Friedrich-Strasse 165. -Veuü Der bedeutendste. PF" KFafllunier der Welt, der Berliner Alex Meyer"WW Phänomenale Muskulatur! ißtropol-Tlißater Thomas, Bender, Josephi. Mit vollständig neuer prachtvoller Ausstattung: 'nfi feine Nummer! Burleske Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 1 Vorspiel und 4 Bildern von Julius Freund. Im 4. Bilde: Frauchens Weihnachtstisch. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. E. von Wolzogens üiinteM Theater(Ueberbrettl) Köpnickerstr. 68. Dienstag, den 28. Januar 1902: Idna Abarbanell. Bozena Bratlsky u. Oskar Strauss. U. a.;„Maientanz". Musik von Schindler.„Steppke", von John Lehmann.— Anfang 8 Uhr. Schall und Rauch, (Kleines Theater) Unter den Linden 44. Dienstag, den 28. Januar 1902, abends S'/a Uhr: Vorstellung vor Serenissimus. _ Familienidyll etc. Belle-Alllance-Theater. Sie Sinne alis Ttmille. schwank m. Gesang«. Tanz i. 3 Akten. Emil Sondermaun. Ferd. Worms. Mizzi Birkner. Rosa Marion. fiOi nnf- fi5!» Pariser Lebensbild Hierauf' in einem Aufzug. Tilly Dellou. Danny Gürtler. Morgen u.solg. Tage: Dieselbe Borst. Passoge-Wer. Anf. Sonnt. 3, Wochent. 6, Ende II. Damen-Luftkampf ausgeführt von 12 jungen Damen. Neu! Ds�sr imon in seinen Zwerchfell erschütternden Bauerntypen. Neu! Schindler, der phänomenale Mundharmonika-Virtuose. Michel Mayer, der stärkste Mann der Welt, zahlt lOUO Mk. dem, der seine Hanteln naohhebt. 16 erstkl. Xumiiicrii. Palast-Theater (früher Fccu-Pnlastj Burgsir. SS. Direktion: Wlnüler n. Frbbel. OST" Nur noch bis Freitag-ME die vis jetzt einzig dastehende Ansstattungs-Gesangs-Biirleske Grohstadtzauber. Hugo Luftig; Dir. R. Wmller. Freitag, den 31. Januar: Sommerfeld-Kenefiz. vir. Wilh. Fröbel in der Operette Die süßen Mädel. Abi'chieds-Anftrctcn der gesamten Kunst- Speeialitäten Ansang 8 Uhr. Eiitrcc 59 Pf. Zonnabend: Wegen Privatsestlich keit äW geschlossen. £»Aiiis�oiici Kotlhnsersf r. 4 u. Jeden Sonntag, Montag »ud DonnerStag: B«» IT in"« ii« Ncrddeiitslhe Z'mn Xeu! Die Killerthaler. Ken! Die Pelkaschütze». Nach jeder Vorst. TAKZL. Entree 56 u. 75 Pf. Wochent. Anfang 8 Uhr, Entree 3« u. 50 Pf. Wochent. Vereinsbillets gültig und Tanz frei. Ihuii, An der Spandauer Brücke 3. 1 Grösst.VergnUgungsIokal Berlins ■[uleruatiouale Kouzertcu. ■SpeciaBläten-Vorstellung Ausschank: Berliner Book-Brauerei. Bürgerl. Diner, 5 Gänge. | Tägl. Matinee von 12— 2 Uhr. Oekonom: Gustav Preilipper W. Koacks Theater. BrNiMklistrahc IG. D i e Ehre eines arme» Mädchens. Schauspiel in 5 Akte» von E. Cicseld. Heute: Tsnzkranzchsn. Mittwoch; Litbestl'UM iiiili tarfifii. Cbarivari- Brett'l Alte Jakobstr. 37. Pepi Weiss Helena Dyas Stella Ruth Albert Kühne 4 Preise 1,00,2,00, 3,00 Mk. Casino-Theater. Lothringerstr. 37. Nur noch bis Freitag das einzig dastehende Januar-Programm. Nur noch bis Freitag: W e i h n a ch t e«. Anfang Wochent. 8 Uhr, Sonnt. 7'/. Uhr Dienstag, 28, Januar, abends Uhr Gr. Vorstellung. KlonUlke. Örig Pantomime des Cirkus Busch. Die rätselhafte Oonitesse X. Reichshalle n. Täglich: Stettiner Sänger. Ansang Wochent. 8»Hr. Sonntags 7 Uhr. Orosise lodisßiiß inagßriß im Exerzicrhaus (am Prenzlauer Thor) Lothringerstrasie 1—7. Täglich 3 grobe Borstelliliigen. 4. 6 und 8>/z Uhr. Dressur mit Löwen, Tigern, Wölfen n. Hyänen, sowie Löwen-Nittgka««lpf und Fütterung um i u. S'/a Uhr. Entree: I.Platz l M., II. Pl. äO Pf., III. Pl. 25 Pf., Kinder unter 10 Jahren und Militär ohne Charge zahlen auf 1. U, 2. Pl. die Hälfte, dem 3. Pl. 15 Pf. Die Direktion: Froese. Trianoai-Theater Georgenstr., am Bahnhof Frledrlchstr. zwlsch. Charlotten- u. Universitätsstr. I.eliciule Lieder und kleine Spiele. Sonntagnaohm. 4 Uhr; Neues Kinder-Theater(früh. Künstlerhaus) Tierspiele, Kinder-Quartett. Cirkus A. Schumann. Dienstag, den S8. Januar, abends präcife l1/* Uhr: Grosse ansMerordcntlichc Gala-Torntcllung. Nur n od) einige Tage die Sensation des neuen Jahrhunderts Mm Golem-Truppe. Neu! Persisch- kaukasische Karawane. Neu! Selima, der beste wcibl. Springer d.Welt. Heute Tandem-Entscheidungs- Ronnen der Original- Byciele Stenn; Truppe, besteh, aus-den besten Fahrern Amerikas und Englands. Neu! Orig. BIm-Bom, miisikalischc Elowns. Dir. Alb. Schumanns anerkannt unerreicht dastehende Nriginal-Dxessureii. Ferner das übrige vorzügliche Programm. Zum Schi# zum 116. Male, allabendlich stürmischer Beifall,.das größte und glänzendste Manegen-Schanstück in 8 Alten innliurdi Purist. Wriottknlimg. F. Kunslmann, Wallslr. 1. Uliren uuil Coldwaren! Grossartige Ansvvahl! Billigste Preise! Reerfe Garantie t von Cau*! Ernst, Köpmckerstr. 1"26, 1 Ti. Grösitc Auswahl! Pilligstc Preise! Borzeiger dieser Annonce crh. 10» Preiseruiästign ni Bruch-Manu empfiehlt sein Lager in Bruchbandagen, Leibbinden, Ceradehaltern, Spritzen, Suspensors, sowie sämll. Artikel zur Krankenpflege, g®"" jiigene Werkstatt. Lieferant f.Orts- u. Hilfs-Krankeiikasseii Berlin C.,[31731;* 30. Weil-Araht 30. Ball- und Cottillon- Artikel. Zämtlichcr Fcstlichkeitsbedarf für Vereine. Masken-, Dckorntions-, Scherz-, Zauber-, Eottillon-Artikcl in groster Auswahl. Billige Preise. Panl Schimlick, Berlin, Friedrichstr. 235. Tel. Via Nr, 11 873.[3347C* Qli sVlIf elegante Wlntcr- OU«Vll. Paletots. 30 Mk. 5Dd" Anzügcl;en' » sV'i tf schwere Winter »Vit. Beinkleider. Auferiigiing nur nach Mast. Guter Stoff, tadelloser Sitz.[iVtlh- 14 Kransenftr. 14, 1 Tr., kein l aden. 1 Tr. i'L iliUioittu mit. sind mit einem Los zu gewinnen. Jedes Los iniiidestenS ein Ge- winn. Der kleinstc Treffer be- trägt mehr wie der Einsatz, daher bei Auslosung kein Risiko. Keine Klassenlotterie, keine Serien- oder Ratenlose. Gesetzt. erlaubt! Kein Schwindel! Jeder überzeuge sich erst und verlange Prospelt. S/K» P. 8eideiiradcn, Miihlhairsen 181(Thüringen). .72 Pslittl» Brot 50% ' Bacli wsir e 0 Stück für 10 Pf. Albrcelits Btlckcreien: Wrangelstrasie 9, Krautstrastc 19, Falkeusteinstr. 2S, Lausitzerstr. 2. Dr. Simmel, Prinzenstr. 59. Specialarzt für 3/18* Haut- und Harnleiden. 10—2, 5—7. Sonntags 10—12, 2—4. Dr. med. Schaper homöop. Arzt u. Spez.-Arzt f. Haut' u. Harnleiden, Frauenkrankh eilen. Königgrätzerstr. 27. Spr. 9-1. 4-7. Dr. Scliünemann, Specialarzt für Haut-. Harn- und Fraiieiileidc», 8e>delstr. 6. soreckiffiinden: 1'A2— 1 vi i/..ß—'/,S. PrelsgehröBt anf nlten vveitansstellnntcn. Gegen picht Rheumatismus, Gallenstein, Leier-, ■ Magen-, Nierenleiden, Hautunreinigkeiten, AW Fettleibigkeit, Zuckerkrankh. Blutandrang ist vielseitig ärztlich empfohlen— ohne Be- rufüßtörung— Monhanpts Citronensaftknr mit naturheilkrSftlflom mildes Citronen- saft von reifen PeB- Citronen aia„UllüUJÜU gesch. Berlin und nftchsta Vororte sende l Flasche„Cltromon", d. i. ßaft von 20 frischen Citronen, für 1 Mk., oder l Kilofl. d. i. Saft von 80 frischen Citronen, für 3 Mk. frei Haut. Auswärts von 4 Mk. an franco(incl. Verpackung) mit Kurplaa and Dankschreiben vieler Geheilten. Täglich frische Pressung.— P. Montiaupt« Berlin* Schöiilinnncr Allee 177. Fabrik sanitärer Specialitäten. Sonst nirgends weiter. Telephon; Amt III. No. 98. Sonntag, den 3. I�ebrnar iiaclmiittags � ,2 tlinv im Fricdrich-Wtlhelinstädtische» Theater: DSU Bsitslstucisrit. Operette von Millöcler. Haiden ä 1 Mark(für Mitglieder uud Gäste) sind in nach- stchciideu Zayistellcii zu haben:' Norden: Knapp. Rest.) Grüuthaleichr. 5. Gradhandt, Prenzlauer Allee 215. Adolf Lohr, Ackerstraste 38, 11. Nord-vst:.peiiirich Nest, Georgenkirchftr. 47, Hof 1. Nord-Weet: Hermann Becker, Cigarrengeschcht, Gotzkowskhstrasze 9. Siid-Weet: F. Pech, Schuhgeschält, Möckern Matze 120. Lüden: Hermann Bobsien, Cigarrengeschäst, Komulandattienstraße 6-. 8un- Ost: Th. Stampchl, Eigarrcngefchäft. Mariannenstr. 20. H. Sucht, Ren, Naullynstr. 83. H. Kanfyold, Wrangelstr. 52. Osten: P. Gees, chech, Nüdersdorferstrastc 13(Ecke der Koppeustr.). Herrn. Hirsch, Mattcrnstratze... Stfl. III. Schöneberg: P.'Arendt, Eheruslerstr, 2. Friedenau: Carl Danz, Kirchstr. 15, Stfl, III. «vnntng. den S. Februar, nachm. ä'/o Bin*. im Bellcalliance Theater, Vorstellung für die l. Aütctlungt Oie fi�apEsschtlSePn Schauspiel in 5 Akten von Heinrich Laube. Die Vorstellung für die II. Slbteiliing, zu der noch Mitglieder anfgeiiommeii werden, findet am 1«. Februar statt. Mitglieder- anmeldmigen werden tu obigen Zahlstellen entgegengenommen. I»er Vorstand. Cirkus Renz-Konzert-Tunnel Kurlstrasse. Wocheniags 7 Uhr. Nur erstklassige Direktion: Sountags 5 Uhr. S p S 0 1 Ä 1 1 l Ä i,« n..1. M. H u 1 1. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tanz ohne Nachzahlung Koppeustr. 29. Jeden Dienstag: (Fuhrmann, Horst, Walde). Anfang 8 Uhr. Entree 50 Pf. 52328*' Nach jeder Soiree: » Familien- Kränzchen. _ Bons haben Gültigkeit.— Jeden Mittwoch: Berliner Frater, Kastanien-Allee._ >■■■«■■■■■«■■■■■■ iiii ii ssi iliiiiiiiiiioiiiiiii in nil 5? Grösste Heizkraft Geringster Aschengehalt Kein Sehlacken-Rückstand! sind die von altersher bewährten Vorzüge «MARIEN� henckeLs WERKE Daher stellen sich diese CCilt SßllfICilIjöriJßr Henckels Brikets thatsächlich � �"cn viel billiger als andere durch Reklame angepriesene Marken. Alleiniger engros Vertrieb der Henckels-Biikets durch Ualiliuaim& Co., Berlin NW., Holsteiner Ufer No. 8. Zu beziehen durch alle renommierten Kohlengescliäfte. *0 Das beste Ceoossmittel für den igen und unentbehrlich für jede Haushaltung ist Nur echt mit vollem Stauiciiszug Dr. med. Voerlein», prakt. Arzt. Dr.nriedrWoerle rf' /■ Ki MAAy! u' Magen tra- it Mk. 1-, 1,50, 3,- — per Flasche.— Ferner»ach dessen Borschrist: Thees. Fabrikant: Jean Becker, Ludwigehafen a. Rh. Erhältlich in Berlin in Apotheken und Drogerien. 3214L* Hodmisekes Hrsudalls, unf« Bockbier� Ausstoss Ä gUSÜT sm Montag, den 27. Januar er. Legönuen.'HM M Ebenso cinpfehleu wir uiiscr und dunkles TafelMer, Craiubrinus Bräu, nach MOnchener Art und Böhmlselies Pllseuer 33438* in Fässern und Flaschen ohne l'faud. 1 Telcphou-Amt VII 5088 für Bestellungen in Fässern. do. VII 107O„» in Flaschen. Mm Socialtlemokratischer Wahlverein mimi lür den VI. Mmi iefttsis-iiffiis. Heute, Dienstag, den 28. Januar, abends 8� Uhr: Versammlung inr Vevliner Vvaker. KulkÄNien-Nlleo Nv. 7i8. Tages-Ordnung: 1. Welche Aufgaben stellt uns die Beteiligung an der Landtagswahl? Referent: Genosse Reichstags-Abgeordneter 2ube!I. 2. Diskussion. 3. Be- kanntgabe des Schiedsspruchs der Kontroll- Kommission. 4. Diskussion. 5. Verschiedenes. Um zahlreiches Erscheinen ersucht __ Der Vorstand. I. A.: Wilhelm Freythaler, Garten-Platz 1. MM! Soeialdemokrat. Wahlverein miümj für den VI. Berliner Reichstags-Wahlkreis (Schönhauser Vorstadt). Dienstag, den Ä8. Januar, abends 8'/» Uhr, in Puhlmanns Vaudevillc Theater, Schönhanscr Allee 148: Außerordentliche Mitgliederversammlung. Tages- Ordnung: I. Das neue Ortsstatut der Siadt Berlin behufs Ausdehnung der Krankenversicherung aus die Hausindustrie. Reserent: Stadtv. Borgmann. 2. Diskussion. 3. Bericht über den Schiedsspruch der Partei- Controleure. 4. Dislussion. 24(5/13 Zahlreiches Erscheinen erforderlich._ Der Vorstand. I. A.: Kari Mars. ©Alle ehemaligen und jetzt auf der Entlassungsliste stehenden Angestellten des Warenhauses Hermann Tietz werden zu einem Besuch in der Auskunft- und Beschwerdestelle, Alte Jakobstr, 102, I. Etage, abends von 8 Uhr an, eingeladen. Gentral-Verband der Handlungsgehilfen und Ge- hilfinnen Deutschlands. Versamnilnng jeden Mittwoch, abends 9 Uhr, in denArmlnhallen, Kommandantenstr.20. \ Stempel- Fabrik O. � von[32161!" Hecht, Berlin S., Lranienstr. 148, liefert schnell und billig alle Arten Stempel in bester «iisführun«. Kautschuk-Typen„Perfekt" zun: Zusammensetzen einzelner Wörter sowie ganzer Sätze von 1,50 M. an Patentanwalt Dammann, Moritzplatz 57. Auskilnft bis abends neun.[32340* Konsum- und Produktiv- Eenossenscliaft Berlin— Rixdorf.(E. G. m. b. H) Dienstag, den 4. Februar 1902, abends SVa Uhr, in Cohns Festsäle«, Bcuthstraße 20 22: rai-i TageS-Ordnung: 1. Bericht deS AufsichtsrateS über die seitens des Verbandörevisors vorgenommene Reviston. Bericht der Revisionskommiisiou. Antrüge der Berwaltung hierzu. 2. Ersatzwahlen zum Vorstands. 3. Anträge: s.) An- trag der Berwaltung aus Aenderung des§ 42 des Statuts, b) Antrag des Genossen Beiner. c) Antrag der Steglitzer Genosten, d) Antrag der Johanntsthaler Genosten, e) Antrag des früheren Geschäitsfübrers Hüde. Der Vorstand. Der ilaffelelltsrat. Ohne Legitimatiouskarte kein Zutritt. Falls die Tagesordnung nicht erledigt werden kann, stndet die Fort- setzung der Versammlung 8 Tage später statt.__ Deutscher Buchbinder- Verband. Zahlstelle Berlin. Mrgtu, Mittmch, den Alliiiiiir, aheilds U|c: LideiillilhtGtiitllilijtlsliiüiiiIiiiig im groste» Saal des Gcwerkschastöhauscs, Exgel-Ufer IS. Tages- Ordnung: 1. Geschäfts- und Kastenbericht. 2. Neuwahl der Ortsverwaltnng. 3. Anträge der Ortsverwaltung. 4. Verbandsangelegenhciten und Ver- schicdenes. 23 5 Vollzähliges und pünktliches Erscheinen aller Mitglieder ist dringend Notwendig. Mitgliedsbuch legitimiert. Die Ortsvenvaltnng. Deutscher Holzarbeiter-Verband. Mittwoch, de» 29. Januar, abends 8'/4 Uhr, bei HaHor, Koppcnstr. 29: General-Versammlung. TageS-Ordnung: 1. Kassenbericht vom 4. Quartal, Bericht deS Vorstandes, der Werkstatt- koiitrollkommiisto» und deS Arbeitsvermittlers. 2. Ersatzwahl zur Orts- Verwaltung. 3. Bericht des Gallvorstandes und Wahl desselben. 4. Ans- slelluug der Delegierten zum Berbaudstag und Geioerkschaftskougrest. ö. Anträge. 73/3 MM- Die Bersammlung wird pünktlich eröffnet. Die Kouegen werden ersucht, zahlreich und pallktlich.zu erscheinen. AG- Eintritt nllr mit Mitgliedsbuch,"VV Die Drtsver«'altang. «. Wahlkreis. Mittw och, den 29. Januar er., abends 8 Uhr, in„Rädels Brauerei", Vergmannstr. 5/8: Uolks-Nersammlnng. TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags-Abg. Dreesbach-Mannheim über: .Hie Krijis und der ZoUtarif" 2. Diskussion. 2.10/1* UV- Um recht zahlreichen Besuch dieser Versammlung werden die Parteigcnosstniien und Genosten ersucht_ Die Vertrauensleute. Zahlstellen Berlins nnd der Vororte. Mittwoch, de» 29. d. M.. abends 8 Uhr, i» den dtrialahalleii, Konininndaittenstr. 20: Ausserordentliclie General-Versammlung. TageS-Ordnung: Berichterstattung und Beschluhfassung über die Verhandlungen der Achtzehn erkoinmission. Die Wichtigkeit der Tagesordnung erfordert eS, daß die Mit- glieder recht zahlreich und pünktlich erscheinen, und die der Vororte werden hiermit ganz besonders eingeladen. S3j(f- Mitgliedsbuch legitimiert."TSSQ Der Vorstand. I 51.: H. KnOpfer. Achtung! Achtung! Verein znr Wetining der Interessen der Manrer Berlins und Umgegend. MlttivH, heil tl SflRiinc IM, lidenhs Uhr, ill Mus zestsiiltil, Beilthsii'iiht Nr. M Mitgliedcr-Acrsammluiig. TageS- Ordnung: 1. Vortrag des Genosten Kalishe über:„Lninpenproletartat u»d Arbkitslostgtrit." 2. Disknssio». 3. Wahl der Delegierten zu dtt am I 9. Februar stattstiidende» Kouserenz. 4. Verschiedenes. 1 j In Anbetracht der wichtige» Tagesordnung ist zahlreiches Erscheinen notwendig. 129/3 Der Vorstand. PabenhoferBock! Der Ansstos« nnsres dicsjttlirlgcn Bockbieres hat begonnen. Pafzenhofer Brauerei Spandan Berlin Fttrstenwalde MBF Jeäe7 mBT Wort: W Wort fett. H y IS Buchstaben Pfennig. _ Nur das erste Wort fett. Worte mit tue Ar als Buchstaben sählen doppelt. JCIeine /inzeigen.% Anzeigen in den An nah vierteilen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis 1 Uhr, in der Uauptexpedition Heuthstr.S bis 4 Uhr angenommen. rden A Hn JB m Verkäufe. Gckrestanra»», großes Vereins- ziiiiiner, gute Gegend, sichere Existenz. billig zu verkaufen. Näheres Schani- berg, Charlottenburg, Sesenheimer- praße 1. 2115b Restaurant Bergstraße 62. verkäuflich. Rtrdors, �133* Altes Materialwaren-Geschäst, Roste verkaust Urbanstrabe 33._ t2Q* Oftbnhnvorort, 80 Qundratniten im genehmigten Bebauungsplan, sehr gesunde Lage, verlaust Hausverwaltung Brunnenstra7e 151._ 776* �vlardinenhauS Grobe strauksnrier- stmlie 9, parterre_ t37* Vorjährige elegante Hcrreiihasen aus feinsten Sioffe» 9—12 Mark Verlauf Soiuiabeud und Sonntag Dersandhans Germania, Unter ben Linden 21, II. 974K* Teppiche I(sehlcrhafte) in alten Größe» für die Hälfte des Wertes im Tcppichlager Brünn, HackescherMarkt 4, Bahnhos Börle_ 111/7* Möbel, mehrere Zimmer, verkaufe bistig, auch einzeln, Brautleuten beste Gelegenheit. Muschelvertito, Muschel- schranl 26.00, Paneeliofa. Taschensofa 50,00, Säulentrunieau 35,00, Schlagregulator 15,00, Teppich 8,00, Oelgemälde 3,00. Buffett, vevschiedenc Bettstcsten. Tische, Stühle, mehrere noch neue Nußbaummöbel, nnch Küchen- ctnrichtung. Garteiistraße 148, vor» I links._ tl37* Teppiche, Betten, Steppdecken, Gardinen, Renloutoiruhreu, Regula- toren spottbillig Leihhaus Rcauder- Krabe 6. Teilzahlungen gestattet.[6/7* Vorjährige elegante Herreu-Wintcr- paletots und Anzüge ans fehlsten Stoffen 25— 40 Mark. Verlauf Sonn- abend und Sonntag. Versandhaus Germania, Unter den Linden 21, II. Restaiiration mit DeftiNalion, VereinSzimnier.vcrkaustbistigMattern- ftrnße 16. 91b* Gelegenheit l In meinem großen Möbellpetcher mit eigner Tapezier- Werkstatt verlaufe zu spottbillige» Preisen: TriimeanS. Kstcheneinrich- tunge», Mufchelbettstelle mit Feder- niatratzc 52, TaichensofaS 55, Rübe- betten 18, Schiassofas 40, Gobelin- ganiitur 100. Komplclte Zimmer- einrichtungen in jeder Preislage. M. Rosenkranz, Möbclspcicher, Stall- sdireiberslraße 5. 984K* Räiimniigshalber verlause zu Spottpreisen: Kstcheneinrichtililge», Kleiderschränke, Vertikows, Schlaf- sosas 42, Trumeaus, Taschcnsofas 50, Schreibtische, Beltstesten mit Feder- Matratze, Pnileeliofas 80, Gobelin- garniturcn 100. Pllischgarnitureil 85, niir allein beim Fabrilanten. Händler 5 Prozent Ermäßigung. M. Rosen- kränz. Schönhauser Allee 171. s983K* Teppiche nlit Farbensehle,» Kabrikniederlage Große ssrankinrter- slraße 9. parterre. H37* Musikwerk« mit auswechselbaren Rotenscheiben, geringe Teilzahlung. I Knrzberg, Landsbergerstraße 13. Molzkroftbier. blutbildend, für Blutnime. Bruftlrankc. Schwächliche. Gewichtszunahme. bessere Gesichts- sarbe. überraschend, 14 glaschen 3 Mark, Vi« Toune 3,50 exklusive. Nicht Flaschenzahl, Onalttät ent- scheidet. Purlerkelterei Ringier, Bcriiauexstraße 119. 111/6* Brennholz vom Abbruch sowie sämtliche Baumaterialien, Charlottenburg, Bisniarckstraße 89, Platz. 59b Steppdecken billigst Fabrik Große Fraliliimerslraße 9, parterre. t37* Koiiarieiiroller, Heckweibchen, ver- kaust Brandt, Holzuiarltftraße 9. 65b Kaunrieuhähur. Weibchen, Heck- bauer billig. Kleebaum, Dresdener- slraße 40. LlZb* Rähniaschiur», preiswerteste Be- zngöoiieste.ohiieAiizaliliiiig. Woche 1.00, Lieferiliig nach asten Stadlteilen lo- iort, Landsbergerstraße.82", Köpiiicker- straß?«0 ill___ t88* Bett, prachtvolles 17,00. Michel, I!l6l> prachtvolles Kllpiiickerltr. 26. Kolonialivaren, Obst, Geatüle mit Rolle ist wegen aiidaneruder Krankheit zu verlaufen Gloganer- straß- 31.__ 1886 Gelegenheit. Metallbetten, Musikwerke, Vogelbauer, Tischchen spott- billig Pflugstraße 17, Quergebäude II. gera dezu._ Mnskcntostüine. darunter Frei- heitsgöttin, Perrücken, Wachsköpfe, Hntständer, Büsten, großes Musikwerk, Accnmulatoren sofort billig. Letzei, Kommandantenstraße 16. 179h Ünizugshalber preiswert vcrkäuf- lich Kleideripind, Nußbanm-Wasch- kouimode, Mnruiorplattc, Photograph. Apparat, Zubehör. Wittler, Grüne- waldstraße 27, Hof II._ 1976 Lkanarienroller, slraße 31. 4,00, Schintd- 7/4 Hokblnontierte elektrische Miniatiir- glocien(zweispulig, Platin. Seiden- draht) bistigst abzugebe». Geldschrank- sabrik, Neue Schölihauserslraße 14. Vermischte zvielge». Ilnfallsachen, Klagen, Eingaben, Reklamationen Putzger, Sieglitzcr- strafet 65._ 42b* Rechtsburcau„Moabit" strafet 118._ Quitzow- 82b* Rechtsburcau.Westen", PotS- damerstraße 26b, bestempsoHIen. Schriftsätze�_ 24b* Rcchtsbnreau, Teltowerstraße süiisundvierzig. Eingabeugesuche. Rat- erteilung. 991K* Kostenfreie zahnärztliche BeHand- liittg, Zahnziehen. Zahnärztttche Poli- klinik, Tbausseestraße la.. 999K* Knnftsiopferei von Frau Kokosk», Steinmetzstraße 48, Ouergebände hoch- parterre. Masken- Verleih- Institut Ferdi- »and Henke, Berlin W., Denuewitz- straße 1, voui parttvie. 2150b Knoptlöcher sür Äonsektion, neues Spstei». Koppenstraße 28 Hof. I44b» Vivisektion k Wer stch über diese ruchloseste Gransainleil unsrer Zeit linterrichlen will, verlange die Flug- blätter deS WelibnndcS gegen Vivl- sektion, welche unentgeltlich verlendet werden vom Tierichutzverein Berlin, Köiiiggrätzerstraße 108. Daselbst können auch Resereiiten für Vorträge in Arbeitervereinen über Vivisektion be- stellt tverdc». Um gütigen Abdruck wird gebeten. 161b* Meyerlexikon, Brockhaus und alle andren Bücher tauft, beleiht Hanneuiami, Kochstraße 56, I. Amt VI, 3397._ 982K* Bncherailkauf zu höchsten Preisen. Epstein, Markgrasenstraße 101.[130/1* Altes Gold, Silber kauft Brunnen- straßc 137, Uhrniacherladen. 78b» Wer Stoff hat? Fertige Herren- anzüg« niit Futterfachen>5 Mark. Wagner, Schneidermeister, Frank- furterstra ße�59, III. 1 89b Strafsache», Berufungen, Gnaden- gcsuche, Unfastsachen, Schanksachen, Verträge. Klagen, Zahlungsbefehle, Raterteilung billigst. RechtSburean Wulkow, Skalitzerstraße 141. 199b RechtSburean, Rechtshilfe, Ein- gabengeluche, Ratertciluug. Andr'as- siraße dreiundscchzig._ 1946 Kanarienvögel, Preisangabe, kauft Schmidstraße 31._ 7/3 Bücher jeder Art kauft Buchhand- lnirg Streisaild, Angsburgerslraße 53. Auch schriftliche Offerten. 1008K* Vermietungen. Slmmsr. Freuubliche leere Stube zum I. Februar. Skalitzerstraße 12, vor» II. links. 151* Solrlalat«»!!«»». Möblierte Schlafstelle Manteuffel- straße 5. Näheres beim Verwalter. Möblierte Schlafstelle für Herren Gräfestraße 35 bei Hinz.* (Möblierte ieparate Herren-Schlafstelle zum Ersten vermietbar. König. Fehrbcllinerslraße 47, III vom. 183b Ntöblicrtc Schlassteste sür Herren bei Wiechert, Jerusalemerstraßa 3/4, IV. Schlafstelle» aNein, 7 Mark, Winkler, Melchiorstraße 8, Hof links IV. 187b Möblierte Schlafstelle für zwei crren zu vermieten Waldemar- aße 25 I. bei Kordes. 200b Hlstsgeauoli«. Möbliertes Zimmer bis 15,00 inklusive gesucht. Offerten R 776, Aunoucenbureau Kleine Franksurter- straße 24. 19bb �rbeitsmarkt. Stsll«rigs»uoliv. Volkssnuger-Gesellschast Lewa»- dmoöky, Sickingenstraßc 4.+80* Blinder Stuhlflcchter bittet um Arbeit. Stühle werden zu den billigsten Preise» geflochten, werden abgeholt und uuentgeltlich zurück- geliefert. Adreste: Mulackslraße 27, A. Gläser.__• Vertrauens. Stellung, Verwaltung, Kassenbotcn- Stellung sucht Reuter, Wilhelmsruh(Nordbahn), Niederstraße 16. Kaution vorhanden. Stell«nangelrot«. Nebenverdienst leicht, für Männer und Haussraucn weist sofort nach unter D. 2 Expedition dieser Zeitung. Hausierer, welche Fuhrherrc» x. besuchen, finden lohnende Artikel bei Lucas, Bernburgerslraße 8. 135b lliiterrock» Garniercrin verlangt Kottbuser Ufer 63, III rechts. 198b Blusen-, Kostüm-, Rockarbetterinnen verlangt in und außer dem Hause Mistcrkowski, Badstraße 61. 185b Hosen. Arbeiterinnen, gefüttert 1—6: Weier. Demmtnerstraße 36.[1866* Mamsells. 1,75 bis 2,25 Mark Arbeitslohn. Fritz, Grenzstraßc III ManiseNS auf bestere Jacketts ver- langt Weise, Pücklerstraßc 22. 94b* Mamsells ans Sacco- PalctötS verlangt Küpnickerslraße 8, III rechts, Bruch. 96b* Im Arbeitsmarkt durch besonderen Drnrt beruorgrtivbe»« Anzrigen kosten 10 Ps. pro Zrile Für eine große Berliner Spritsabrik wird ein erfahrener Apparat- führer, der an selbständiges Arbeiten gewöhnt ist, zum baldigeu Antritt bei gutem Gehalt gesucht. Offerten unter V. 0. 3894 au Rudolk Mosse, Berlin O., Königstr. 56. 7/ Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke in Berlin. Druck und Verlag von Mar Vadina m Berlin