Mr. 38. Aboimsmtitts-f rtfngnngtn: Vbonnement»-Pre» pränumerando: vierteljährl. 330 ant, monatl. 1,10 SKr, wöchentlich 28 Psg. frei in» Hau«. Simelne Numw'I S Pfg. Sonnlag»- Nummer Mit Illulirlciier Sonntag»- Beilage„Die Neue Welt" 10 Psg. Post- Abonnement: 1,10 Marl pre Mona«, Eingetragen in der Post- Zeitung»- PreWlift« sür 1908 unter Nr. 7878. Unter»reu, band für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, lSr oa» übrige Autland s Marl pro Monat. Trschoinl liglich«uftet Monlog«, 19. Jahrg. De Znftrtiims-GMyt beträgt für die sechSgespaltene Kolonel- »eile oder deren Raum»o Psg., sür poltttsche und gewerlschastlicho Vereins- und Versammlung»- Anzeigen 20 Psg. „Kleine Knietgon" jede» Wort 5 Psg. (nur da» erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen bi» 4 Uhr nachmittag« in derExpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bi« 7 Uhr abend», an Sonn- und Festtagen bi» 3 Uhr vormittag« geöffnet. Vevlinev Volksvlskt. Zelegramm. Adresse: „P»riv ahrhaft er- chreckenden Umfang der Arbeitslosigkeit, von einer Größe der Not, ivie sie selbst die pessimistischten Beurteiler der Lage nicht vermutcthabeuwerdeii. Ist schon dieZiffer der gänzlich Arbeitslosen eine geradezu«ngeheure. so veranschaulicht sie doch bei lveitem nicht die Not der Arbeitslosigkeit in ihrer ganzen fürchterlichen Größe. DaS Eleudsbild wird noch vervollständigt durch die große Zahl derer, die wegen man gel»der Arbeit kürzere Zeit arbeiten und dementsprechend auch einen geringeren Verdienst haben. Diese Er- werbSbeschräukte» sind seither bei statistischen Aufnahme» sowohl, als auch bei Schätzungen der Arbeitslosigkeit ganz unbeachtet geblieben. Auch bezüglich der Kranken wird man annehmen können, daß ein großer Tetl von ihnen sich erst iiifolge von Arbeitslosigkeit wegen eines bereits vorhandenen Leidens krank gemeldet hat, und daß andre durch die Krankheit die seitherige Arbeitsstelle verloren haben. Sehen wir aber von den Kranken ganz ab, so bleibt eine Zahl von 128 630 Personen, die zivar arbeitsfähig sind, aber infolge des Daniederliegens der Geschäfte größtenteils überhaupt keine Arbeit haben, andernteilS aber in der Arbeit und im Vor- dienst gekürzt sind. Bei alledem bleibt noch die große Zahl derjenigen durch die Statistik unberührt, die zwar B e s ch ä f t i- g u n g haben, auch die volle Arbeitszeit in der Werkstatt zu bringen müssen, und deshalb als Vollbeschäftigte gelten, obivohl sie bei Äccordarbeit nicht ausreichend beschäftigt werden, oder bei Zeitlohn sich Abzüge gefallen lassen mußten. Unter Berücksichtigung dieser Umstände erscheint daS Bild des Elends noch düsterer, als es durch die vorstehenden Zahlen gezeichnet wird. Werden diejenigen, welche sich bisher geflissentlich bemühte», den Notstand abzuleugnen, jetzt, Ivo für Berlin und die Bororte das Elend zahlenmäßig festgestellt ist, ihren Irrtum ein- gestehen? Wird man innerhalb der Behörden nnmnehr ein- sehen, daß es eine unabweisbare Pflicht der Allgemeinheit ist. angesichts des nachgewiesenen, von den Arbeitern sicher nicht der- schuldeten Notstandes einzugreifen, um daS Elend soweit als möglich zu mildern? Die Fürsorge in solchen Fällen— sagte Graf Posadowsky im Reichstage— ist Sache der Einzelstaateii und der Kommunen.— Von Reichs wegen ist demnach keine Hilfe zu erwarten, und daß seitens eines Einzelstaatcs etwas in dieser Hinsicht geschehen wäre, hat man auch noch nicht ge- hört. Nicht besser ist es mit der Fürsorge seitens der Kommunen bestellt. Wo man sich, gedrängt durch die Vertreter der Arbeiter, zur Inangriffnahme von Arbeitern veranlaßt gesehen hat, that man eS zögernd, widerstrebend und in uiizurcichcnder Weise. Meistenteils aber geschah von jener Seite überhaupt nichts. Wir geben uns auch nicht der Hoffnung hin, daß man in maß- gebenden Kreisen das bisher Versäumte jetzt nachholen wird. Man ist wohl bereit, den agrarischen Junkern auf Kosten der Allgemein« heit, besonders der arbeitenden Bevölkerung, eine behagliche Existenz, ein genußreiches Lebe» zu garaniieren, aber von socialen Pflichten gegen die Slrbeiterklasse wollen, die in Staat und Gesell- schaft Herrschenden nichts wissen. Die nachgewiesene Größe des Elends der durch die kapitalistische Produltionsweise verschuldeten Arbeitslosigkeit möge die herrschenden Klassen endlich auf- rütteln. Nicht Almosen verlangen die iioileidendcii Arbeiter, sondern die Erfüllung einer socialen Pflicht, und vor allen Dingen volle Bewegungsfreiheit, ungehindertes KoalitionSrccht, dann werden sich die Arbeiter einen großen Teil dessen selbst verschaffen können. was ihnen die Machthaber von heute vorenthalten. Zolltarif- Kommission. Die Donnerstags- Sitzung war ausschließlich dem A 12 des Zolltarif-Gesetzes gewidmet, ohne daß die Beratung zu Ende geführt wurde. ES handelt sich um de» Zeitpunkt des Inkrafttretens des Zolltaris-Gcsetzcs. Von den Mchrheitsparteien, die insgesamt über 20 Stimmen in der Kommission verfügen, liegt ein Antrag Spahn) vor, der dem Absatz 1 des H 12 folgende Fassung geben will: „Dieses Gesetz tritt an einem durch kaiserliche Verordnung mit Zustimmung des Bundesrats festzusetzenden Tage spätestens am 1. Januar 1905 in Kraft. Nur der nationalliberale Abg. Dr. B e u m e r hat den Antrag nicht mituiiterzeichnet. Trotzdem trägt er 20 Unterschriften, weil ein Konservativer, der nicht Mitglied der Kommission ist, der Abgeordnete C r a m e r, seine Unterschrift widerrechtlich unter den Antrag g e s e tz t h a t. In der Diskussion empfiehlt Dr. Beniner die RegiernngS» vorläge. Würde man einen Termin für das Inkrafttreten der Vor- läge einsetze», so würde der Abschluß der Handelsverträge erschwert werden. Frhr. v. Wangenheim(k.) erklärt die Fassung der Ncgierimgs- Vorlage für imannehrnbar. ES sei ein nationales Unglück, wenn das Gesetz nicht so bald als möglich in Kraft trete. Ohne einen bestimmten Termin werde das Inkrafttreten weit hinaus- geschoben iverden. Der Landwirtschaft werden Hoffnungen gemacht, daß am 1. Januar 1904 der neue Tarif Geltung erhalten soll. Staatssekretär Frhr. v. Richthofen giebt die Erklärung ab, das; ofort nach Erledigung der Beratung mit den betreffenden Regierungen in Verhandlinigeii getreten werden solle. Gothci»(frs. Vg.): Eine Festsetzung des Zeitpunktes, wann der Zolltarif in Kraft treten soll, sei zur Zeit unmöglich. Es wäre ein nationales Unglück mit sehr bedenklichen politischen Folgen, die � etzigen Verträge zu kündigen, che ein neuer Vertrag vereinbart sei. Das wichtigste seien die Verhandlungen mit den übrigen Staaten. ES sei recht unwahrscheinlich, daß dieser Reichstag den Zolltarif noch verabschieden werde. Ein Monstrum von 946 Positionen bedürfe langer Beratung. Außerdem seien eS doch gerade die Vertreter der landlvirtschaftlicheii Interessen gewesen, welche imnier behauptet haben, daß die letzten Handelsverträge nicht genügend durchgearbeitet seien. Herold(C.): Ein Termin für das Inkrafttreten deS Gesetzes müsse angesetzt werden. Es gehe nicht an, die Einführung eines so wichtigen Gesetzes in das Ermessen nur eines Faktors der Gesetz-' gebung zu stellen. Am besten würde eS sein, als Zeitpunkt deS Inkrafttretens den 1. April 1904 anzusetzen, als spätester Termin müsse aber der 1. Januar 1905 gelten. Die von Herrn Gothein noch in Aussicht gestellten Anträge auf weitgehende Enqueten hätten verdächtige Aehnlichkeit mit Obstruktionsbestrebungeii. Staatssekretär Grai Posadowsky bekämpft in einstündiger Rede die Niisführimgen der Abgg. v. Wangenheim und Herold auf daS entschiedenste und verteidigt den ß 12 der Vorlage. Die Freunde deS Entwurfs machten sich keine Borstellimg darüber, durch wie viel Stromschnellen und-Wellen daS Schiff der Tarifvorlage und Handelsverträge noch hindurch muß. Ginger(Soc.): Wenn die Regiernng sich den Agrariern gegen- über nicht so schwach gezeigt hätte, dann wäre die Macht der Agrarier etzt nicht so geivachsen, dann hätte die Regierung eine viel günstigere IZosition. Hinter dem Schlagwort, das von Herold, Wangenheim und Genossen ausgegeben werde:„Nicht Handelsverträge um jeden Preis", verberge sich der Gedanke„Handelsverträge um keinen Preis". Die' Gefahr, die dem Zustandekommen des Tarifs von den Agrariern drohe, ist beseitigt. Die Gefahr liege in der Vorlage selbst, deren Ziistniidekommen wir im Interesse des Volkes z» verhindern suchen. Wenn tvir auch gegen den Tarif sind, o sind ivir doch auch gegen die von 19 Mitgliedern beantragte Ab- ändermig, wonach der Tarif spätestens am 1. Januar 1905 in Kraft treten soll. Wir können der Regierung für die Handelsvertrags- Verhandlungen nicht die Hände binden. Durch Kiindiginig der icfeißen Hmidelsliertrnge können technische Schwierigkeiten entstehen. Es bestehe die Gefahr, dast wir in eine„glänzcnde Jsolimmg" kommen, die einem„glänzenden Elend" wie ein Ei dem andren gleicht. Vermutlich freilich ist der Antrag Spahn nur Kanonendonner, der bei der zweiten Lesung nicht mehr ertönen wird. Graf Kanitz(k.): Das ganze Verhalten der Regierung zeige, daß sie die Landwirtschaft wieder zurücksetzen und nur die Interessen der exportierenden Großindustrie schützen wolle. Der Mangel unsrer Handelspolitik bestehe darin, daß wir mit einer Reihe von Staaten Handelsverträge abgeschlossen haben, die Staaten aber, mit denen wir den größten Warenanstausch haben, Amerika, Frankreich und England bei unS zu den Vertragssätzen importieren, ohne uns Vorteile zu gelvähre». Die zoll- technischen Schivierigkeiten beim Uebergang zu neuen Handels- Verträgen werden überschätzt. Einen Zollkrieg fürchte er nicht. Er glaube, daß der Reichstag in diesem Jahre mit dem Gesetz fertig werden könne und daß dann im nächsten Jahre die Handelsverträge mit den beteiligten Staaten abgeschlossen werden könnten. Fischbeck(frs. Vp.): Angesichts des Zolltarifs gehöre wirklich Mut zu der Behauptung des Grafen Kanitz, daß die Regierung kein Wohlwollen für die Landwirtschaft habe. Mit Ausnahme einiger Großindustrien werde« die Industrie und vor allem die Jndustrie-Arbeiter auss schwerste durch den Zolltarif geschädigt. Er freue sich, daß sich jetzt die Regierung zu der Ueberzeugung durch- gerungen habe, daß die Kündigung der bestehenden Handelsverträge vor dem Abschluß neuer eine Ungeheuerlichkeit sei. Das Handels- Vertragssystem sei für Deutschland eine Lebensfrage. Gegen die fortgesetzten Obstruktionsanträge der Mehrheit, und als solchen könne er auch den Antrag Spahn nur bezeichnen, müsse er Protest einlegen. ebenso dagegen, daß ein Nichtmitglied einer Kommission einen Konr- misstonsantrag unterschreibe. Das wird doch hoffentlich nicht Sitte werden. v. Knrdorff(Rp.) polemisiert gegen Fischbeck. Die Landwirt- schaft wolle die Industrie nicht schädigen, sie wolle nur den Inlands- markt kaufkräftiger machen und dadurch den Nationalreichtnm ver- nwhren. In Schutzzollstaaten wie in Fnmkreich ,md Nordamerika ständen sich die Arbeiter besser als bei uns. Im Lande werde man cS vielfach nicht billigen, daß seine Partei sich bereit gefunden habe. den 1. Januar IVOS als spätesten Termin einzusetzen. Wenn kein Termin festgesetzt werde, dann verliere der Tarif für seine Freunde an Interesse. Dr. Paasche(natl.): Die Festsetzung dcS Termin? habe den Zweck, die HandelsvertragS-Vcrhandlnngen zu beschleunigen. Eine Gefahr liege dabei nicht vor, da die übrigen Staaten dasselbe Interesse am Abschluß von Verträgen haben. Gothein(frs. Vg.) weist nach, daß Deutschland als der industriell am meisten entwickelte Staat ein stärkeres Jntcrcffe an Handels- Verträgen habe als die Agrarstaaten, mit denen wir Verträge ab- schließen. Da die deutsche industrielle Ausfuhr etlva dreimal so hoch sei als die industrielle Einfuhr nach Deutschland, so gehe unser Interesse vielmehr auf die Aufrechtcrhaltung der Ausfuhr als auf die Abhaltung der Einfuhr. Er glaube nicht, daß der Antrag Spahn in der zweiten Lesung aufrecht erhalten iverde. Geschehe die« aber, so werde durch ihn die Vorlage angesichts der Stellungnahme der Regierung ernstlich gefährdet. Staatssekretär Graf PosadowSky wendet sich in längeren Ans- führungen Nochmals gegen den Antrag Spahn und weist darauf hin, daß die Annahme dieses Antrages sogar eine Ver- schleppung bedeuten könnte. Wenn die Staaten, mit denen wir Handelsverträge abschließen, wissen, daß sie bis zum l. Januar 1905 Zeit haben, dann läßt sich gar nicht annehmen, daß vorher Verträge zu stände kommen. Damit aber wird ein früheres Inkrafttreten des Tarifs völlig ausgeschlossen. Die näheren Ausführungen des Ministers gelten als vertraulich. Hierauf wird die Weiterberatung auf Freitag 10 Uhr vertagt- polikifche MebevlW. Berlin. den 13. Februar. Post-Etat. Der Reichstag kam dem neuen Postminister, Herrn K r a e t k e, nicht unfreundlich entgegen. Noch weiß man nicht, wie sich unter ihm die Post entwickeln wird. Aber Herr Kraetke verfügt wenigstens über Umgangsformen und steht bereitwillig Rede und Antwort. Von Temperament ist bei diesem Beamtenminister natürlich keine- Rede, und es sieht nicht so aus, als wenn grundstürzende Neuerungen von ihm zu erwarten wären. Die entscheidende Frage seiner Amtszeit wird wohl sein, wie weit er dem Andrängen des Centrums und der Rechten Wideistand zu leisten vermag, die nicht übel Lust zeigen, die angeblichen Liebesgaben wieder zu beseitigen, die die letzten Postreformen dem Handel und Verkehr gebracht haben, und die sich mit Händen und Füßen gegen eine weitere Aufbesserung der Beamtengehälter wehren. Herr Kraetke ging auf diese entscheidenden Fragen heute nicht ein, obwohl ihm die Rede Singers Anlaß dazu hätte bieten können. Singer hatte nnt großer Energie und unter Hinweis auf den drohenden Zolltarif eine baldige Auf- besserung der Gehälter der Unterbeamten und Maßnahmen gegen ihr Wohnungselend verlangt. Herr Kraetke aber be- gnügte sich damit, nur auf die weiteren Beschwerdepunkte in der Rede unsres Genossen einzugehen. Da war es inimer- hin erfreulich, daß er die unsociale Verfügung der Ober-Post- direktion in Hannover mißbilligte, die alle Anträge auf Ver- mehrung der Beamten und Unterbeamten in der Zeit der Krisis ablehnen will, und daß er auch ausdrücklich den Beamten das Petitionsrecht zusprach. Der Leipziger Ober- Postdirektor, der eine unschuldige Petition der Beaniten auf Versetzung der Stadt Leipzig in eine höhere Servisklasse hintertrieb, wird also von seinem Chef nicht ge- deckt werden. Auch das von der Ober-Postdirektion Köln ein- geführte Ueberwachungssystem Kranker wurde von dem Staatssekretär nicht gutgeheißen, wenn er auch auf die wohl- meinenden Absichten dieser Verfügung entschuldigend hinwies. Dagegen nahm er das System der„gehobenen Stellen", die nicht nach dem Alter und nach der Tüchtigkeit an Unter- beanite verliehen werden, in Schutz und verteidigte auch die Ueberwachung der privaten wirtschaftlichen Verhältnisse der Unterbeamten. Von unsrer Seite sprach im weiteren Verlauf der Sitzung noch Genosse Alb recht, der die Ueberlastung Hallescher Briefträger und Lokalbeschwerden aus Orten am Harz zur Sprache brachte. Während die Redner der freisinnigen Volkspartei sich unsrer Forderung auf bessere Stellung und größere Freiheit für die Unterbeamten anschlössen, erörterten die Redner der übrigen Parteien teils agrarische Wünsche, teils behandelten sie in großer Ausführlichkeit die angebliche Oeffnung deutscher Briefe nach den afrikanischen Kolonien durch das schwarze Kabinett, das die Engländer in Kapstadt etabliert haben. Herr Kraetke verwies darauf, daß der deutsche Botschafter in London bereits Beschwerde geführt hätte, und daß aus Vorsicht die deutschen Briefe nach unsren Kolonien in Afrika in besonderem Beutel verschickt werden, der nicht geöffnet werde. Klage geführt wurde ferner über die schlechte Briefbestellung im Verkehr der Berliner Vororte unter einander und besonders zwischen Charlottcnburg und Berlin. Herr Kraetke mußte die unglaubliche Thoffache zugeben, daß ein in Charlottenburg am Sonnabendabend nach Königsberg i. P. gerichteter Brief eher in die Hände des Adressanten gelangt, als ein zu gleicher Stunde nach Berlin gerichteter Brief. Sonnabend wird die Debatte fortgesetzt. Außerdem steht der Pensionsfonds und das Reichs-Militärgericht auf der Tagesordnung.—_ Abgeordnetenhaus. Im Abgeordnetenhause gab am Donnerstag vor Eintritt in die Tagesordnung Staatssekretär Frhr. v. R i ch t h o f e n im Auftrage des Grafen Bülow die Erklärung ab, daß die britische Regierung auf die Eingabe deS deutschen Boerenhilfsbundes geantwortet hat, sie könne die Entsendung einer Hilfs- und Sanitätsexpedition nach den Konzentrationslagern nicht gestatten, weil eine solche Er- laubnis sowohl Engländern wie Ausländern niehrfach bereits abgeschlagen worden sei. Auch finanzielle Hilfe für die Konzentrationslager könne sie nicht befürworten, da die- selbe ohne Nutzen fem würde; dagegsn würden Lebensmittel, Kleidung usw. annehmbar sein. Der Staatssekretär schloß mit der Versicherung, daß das Auswärtige Amt sich voll und ganz in den Dienst der Sache des Boerenhilfsbundes stellen werde. Eine Diskussion konnte sich geschäftsordnungsmäßig an diese Erklärung nicht anschließen. Das Haus setzte hierauf die Beratung des Bergetats fort und bewies dabei von neuem, daß es für die Verbesserung der Lage der Bergarbeiter nichts übrig hat. Abg. Dr. Hirsch (frs. Vp.) wies ans die Notwendigkeit einer Reform des Berggesetzes hin und forderte insbesond-'re die Einführung des allgemeinen, geheimen Wahlrechts für die Knappschaftowahlen. Seinen Antrag auf Vorlegung eines Gesetzentwurfs, in welchem die alten Bestimmungen des Berggesetzes über die Knappschaftsvereine nnt der Reichsgesetzgebnng auf dem Gebiete der Arbeitcrversicherung in Einklang gebracht werden, lehnte das Haus ab, nachdem Blinister Möller erklärt hatte, die Regierung erkenne zwar die Notwendigkeit der Aenderung der Kuappschaftsbestimmungen an, aber da in der nächsten oder übernächsten Session des Reichstags die Novelle zuni Krankenkassen-Gcsetz konimen werde, so empfehle es sich, jetzt keine Aenderungen vorzunehmen. Im weiteren Verlauf der Sitzung machte Abg. Dr. Hirsch auf die Unfälle im Bergbau aufmerksam und fragte die Regierung, wie es mit der von Herrn Brefeld versprochenen Hinzuziehung von Arbeitern in die Bergwerks- inspektionen stehe. Minister Möller mußte zugeben, daß die Zahl der Unfälle bei uns zahlreicher sei. als in andern Ländern; das liege aber an der Beschaffenheit unserer Bergwerke und nicht an der Bergpolizci. lieber die Aufnahme von Arbeitern in die Inspektion konnte er keine Erklärung abgeben; er setzt seine ganze Hoffnung auf die Kommission, die nun schon seit Jahren über die Möglichkeit zur Verminderung der Unfälle brütet, ohne bisher zu einem Resultat gekommen zu sein. Nach Erledigung eines Teils des Bau-Etats vertagte sich das Haus auf Freitag. Neben der Fortsetzung der Etats- beratnng steht die erste Lesung der Vorlage betr. Bewilligung von Mitteln für den Vau von Wohnungen für Staatsarbeiter auf der Tagesordnung. DaS englisch-japanische Biindnis hat begreiflicherweise in der Presse aller Länder ciiigcheude Erörterung gefunden. Ueber die Stellungnahme der russische» Presse liegen noch keine Mitteilungen vor. Die Blätter der übrige» Staaten»reffen dem Vertrage eine außerordentliche Bedeutung bei. Sehr sympathisch äußert sich natürlich die amerikanische Presse. Sie erklärt, die„offene Thür" in China habe von nun an zwei mächtige Wächter. Das Abkomme» werde sich für jede Macht, die von guten Absichten beseelt sei, als sehr nützlich erweisen. Jede Nation dagegen, die sich dein Abkommen wider- setze, Iverde dadurch eingestehen, daß sie sich in China und Korea ausschließliche Vorrechte zum Nachteil der übrigen Welt sichern wolle. Der Vertrag stimme vollständig mit der amerikanischen Politik überein und trage Amerika« Interessen im fernen Osten vollständig Rechnung. Nach einer Washingtoner„Timeö"-Meldnng begrüßt die amerikanische Regierung freudig das abgeschlossene Bündnis. Sie nehine eine neutrale Stellung ein. allein diese Neutralität sei eine tv o h I- wollende, sympathische.— Auch diejenigen Staaten, die an dem imperialistischen Wettbewerb in Ostasien infolge ihrer Schiväche keinen Anteil nehmen können, begrüßen sehr wann das Bündnis. So Oc streich, dessen gesamte Presse den Vertrag für ein weit- geschichtliches Ereignis erklärt, das geeignet sei, das Gleichgelvicht und den Frieden in Ostasien auf voraussichtlich lange Zeit hinaus zu sichern; so auch Italien, dessen Regierungsblätter die Ansicht äußern, daß der Vertrag eine neue Aera eröffne. Zurückhaltender urteilen begreiflicherweise die Blätter derjenigen Staaten, gegen die der Vertrag, tvenn auch erst in zweiter Linie. seine Spitze richtet. Die französische Presse erklärt ztvar auch, daß die Alliance vor allen Dingen gegen Rußland gerichtet sei. allein der„Eclair" bemerkt, daß Frankreich durch den Bertrag insofern in Mitleidenschaft gezogen werden könne, als die französischen Ab- machungen mit Rußland derart unvorsichtig formuliert seien, daß Frankreich verpflichtet sei. Rußland die Solidarität in allen Teile» der Welt zu beweisen. Hoffentlich aber werde das Bündnis den Eifer der Russen i» Ostasien etwas zähme n, o daß Frankreich die Gefahr erspart sei. eines Tages die Lasten eines Krieges zu tragen, der um Interessen gekämpft werde, die Frankreich im Grunde g a r n i ch t S angingen. Andre Blätter geben zu, daß in Südchina direkte Reibungs- lachen mit England vorhanden seien. Die deutsche Presse ist weniger offenherzig; einzelne halboffiziöse Blätter spielen sogar mit einfältiger Miene die Naive. So sagt die „Köln. Zig": „Deutschland hat alle Ursache, mit dem Abschlnffe dieses Vertrages durchaus einverstanden zu sei», denn Deutsch- laud kann nichts lieber sein, als daß in jenen Ländern der K a ni p f um die B e s i tz n a h m e durch die europäischen Mächte und die Vereinigten Staaten von Amerika möglich st lange hinanSgeschobe» wird, und daß. so lange die Erhaltung deS Friedens dort einigermaßen gesichert ist, die Politik d e r o f f e n e n T b ü r sich auch auf dcutiche» Handel und bentscheS Gewerbe erstreckt; Teutschland hat sich zu dieser Politik für daS einzige Schutzgebiet, das es dort besitzt, bekannt. Im Grunde ihres Herzens fühlt die„Köln. Ztg." ganz in:- bedingt, daß der Schutz- und Trntzvertrag sich auch gegen Deutsch- laud richtet, so daß ihre angebliche Genugthnung sehr zweifelhafter Natur sein dürfte. Außerdens kann das Blatt des gepanzerten Welt- fahrertmns sich selbst bei dieser Gelegenheit nicht die Hoffmmg ver- kneifen, daß die Aufteilung des chinesischen Kuchens nur vorläufig verschöbe« werde, und daß das Provisorium der„offenen Thür" nur so lange währe, bis jede der Khakimächte ihre Chinabente i» Sicher- heit bringen kann, um dann die offene Thür lräftig zuzuschlagen. Daß Deutschland j e tz t für K i a u t s ch o u die Thüre noch offen stehen läßt, ist um so belangloser für Deutschlands imperialistische Znknnfts- Pläne, als es ja jetzt kein Mensch für der Mühe wert hält, sich dieses Eingangs zu bedienen. Bemerkenswert ist noch, daß die„Berk. Neueste Nachr." es für nötig befinden, der widersinnige» Mutmaßung eines Sensations- blattcs, Deutschland sei an den Vorverhandlungen des englisch- japanischen Abkommens beteiligt gewesen, ein energisches Dementi entgegenzusetzen. Das Blatt erklärt demgegenüber feierlich: „Nach unsren, an maßgebenden Stellen ein- gezogenen Erkinidignngen ist an diesen Angaben kein wahres Wort. Deutschland ist weder von England noch von Japan vor Abschluß des Vertrages von den Berhandlunge» am!- lich unterrichtet worden. Erst näch Unterzeichnung des Abkommens wurde dieses gleichzeitig von England und von Japan der dentschen Regierung mitgeteilt, wofür letztere den beiden andren genannten Machten' gedankt hat. Hierauf beschränkt sich das Verhältnis zu dem Abkommen." Das Dementi war wirllich überflüssig; kein veniünstlger Mensch Ivürde geglaubt haben, daß England und Japan bei dem weit- politik-wütigen Deutschland eine Neigung zur Unterstützung ihrer Politik der chinesischen Integrität hätte voraussetzen können.— Vielfach begegnet man der Ansicht, daß der neue Zweibund als nächstes Zjel ins Auge gefaßt habe. Rußland wieder aus der Mandschurei zu vertreiben. Daß die beiden Staaten im Verein mit Nordamerika ihr Möglichstes thnn werden, um Rußland in der Mandschurei Knüppel zivischen die Beine zu iverfen, unter- liegt keine»» Zrveifel. Ausgeschlossen rväre es ja auch nicht, daß die drei Mächte den offenen Abschluß des in der Schlvebe befind- lichcu Mandschurei-Vertrages zu verhindern vermöchten. Ader daß sie den russischen Bären tvirklich dazu vermögen könnten, seine Tatzen völlig von dem annektierten Gebiet zurückzuziehen, glauben wir ebenso wenig, wie wir an den äußersten Schritt der Bertragsmächte glauben,«ölige»- falls militärisch gegen Rußland vorzugehen. Das wirtliche Ziel des Bundes dürfte vielmehr sein, Rußland und die andren Mächte an weiteren Aiiiiexioncn zu hindern, tliid dieS löbliche Ziel erscheint uus für das erste auch durchaus erreichbar. Freilich dürfen wir uns deshalb noch lange nicht übertriebenen Friedens- illusionen hingeben. Die Khakimächte iverden vielmehr nur umso stärker rüsten, umso energischere Vorbereitungen für den eutscheidenden Augenblick treffen. Der Militarismus und Marinismus wird durch diese neue FriedenSliga nur ebensosehr einen Ansporn erhalten, wie bisher schon daS Wettrüsten durch jeden neuen Zwei- und Dreibund. Tokio, 12. Febmar. In seiner heute im Parlamente abgegebenen Erklärung bezüglich deS japanisch-englischen Abkommens betonte der Ministerpräsident, daß dasselbe in durchaus friedliebender Absicht abgeschlossen worden sei. Die Mitteilung fand großen Beifall. � � Deutsches Weich. Die Antwort der Schweiz auf de» deutschen Zolltarif. Bern, 13. Februar. Der Bundesrat unterbreitete der B n n d e s- V e r f a m m l u n g den E n t>v u r f eines neuen Zolltarif-Gesetzes, welches als Grundlage für die komurende» Handelsvertrags-llnterhandlmtge» dienen soll. Der nene Zolltarif enthält 1113 Nninmern gegenüber 473 Nummern dcS früheren Tarifs mit einer allgeuieiueu Erhöhung der Zoll- ausätze. Es werden unter andernr vorgesehen, und zrvar für den Doppclcentner: Getreide 30 Cts., Wurstwaren 35 Fr., Zucker- mclasse und Syrup, roh 3 Fr., krystallisicrt 7,50 Fr., in Hüte» und Platten 12 Fr., geschnitten, gepulvert 15 Fr., frisches Fleisch 12 Fr., frische Fische 2,50 Fr., Cigarren 150 Fr.. Cigcrrette» 200 Fr.. Bierhefe 3 Fr., B i e r in Fässern 6 Fr.. Naturlvei» in Fässern 15 Fr., in Flaschen 35 Fr., KalbledcrsO Fr., rohe Baumwolle 30 CtS., rohe Wolle 80 Cts.. Hcrrcnklcidcr auS Baumwolle ISO Fr., aus Wolle SO« Fr., Damcnklrider auS Baumwolle Lvv Fr., auS Wolle»00 Fr., aus Seide 500 Fr.. Kohlen. Cooks und Briketts 2 Cts.. Mctallerze frei Dampfkessel 8 Fr., Lokomotiven 12 Fr. Näh- Maschinen 20 Fr.. Ackergeräte 8 Fr., laudwirt- schaftliche Maschinen 10 Fr., Dynamomaschinen 10 Fr., eiserne Konstruktionen 8 Fr.. Z w e i r S d c r per Stück 25 Fr., Drei- und Mchr-Näder per Stück 35 Fr., Stand- und Wanduhren 70 Fr., Pianos 55 Fr., Saccharin 200 Fr., phannaccutrscbe Präparate 150 Fr.. Petrolemir 1,25 Fr., gewöhnliche Seife 5 Fr.. Toilettcseife 75 Fr., Wichse 25 Fr. Die im Druck ausgezeichneten Positionen kommen besonders für Dentschland in Betracht. Ferner ermächtigt der Gesetzentwurf den Bundesrat zur Er- höhuug der Tarifanfätze gegenüber den Staaten, welche die schweizerische» Erzenguisse mit hohen Zöllen belegen oder sie ungünstiger als Waren andrer Herkunft behandeln.— Tie Politik der Zollkriege. Den Agrariern liegt gar nichts an Handels Verträge», desto mehr an Handelskriegen. Sie ivünschen lediglich eiricn Zolltarif, der ihnen die Sicherheit von Zollkriegen gewährt. Kommt es zu handelspolilische» Konflikten zwischen Dentschland»nd den andren Staate», giebt es ein, zivei Jahre lang so einen frischen, fröhlichen Zollkrieg, dann beherrschen die Agrarier das Feld, sie können für ihre Produkte beliebig hohe Preise diktieren— alles andre ist gleichgültig. Alle Anträge der Agrarier in der Zollkommisston laufen darauf hinaus, Handelsverträge zn vereiteln, die Waffen für den heiß er- sehnten Zollkrieg zu schärfen. So weit aber kann die Regierniig»n- niöglid) komrucn, so gerät diese Regiermig der Mitte»ichr und mehr in die erdrückende Mitte zivischen den Gegnern des Prot- wucherS und den Kämpfern für die Politik dcS Zollkriegs. Die Frage, wann der neue Zolltarif Gesetz iverden soll, wird zu einer Kraftprobe zwischen den Agrarier» und der Regierung. Die große Mehrheit der Kommission will, daß der Entwurf am l. Januar 1903 spälrstcus in Kraft tritt— irr diesem Sinne stellte sie irr der Zollkommission ihre Anträge. Die Regierungsvorlage überläßt den Termin des Inkrafttretens einem Beschlüsse des Bundesrats; d. h. die Regierung will erst dann den neue» Tarif anwenden, wenn die Handelsverträge zu stände gekommen sind. Die Agrarier wollen eine Kündigung der Verträge und unter ollen Umständen von einen, bestilnnrtcn Termin an den Zolltarif in Wirksanrkeit setzen. Gegen diese agrarische Anforderung ivehrte sich oin Donnerstag in der Komulissio» Graf Posadolvskh mit allen» Nachdruck. Wieder einmal lieh die Regierung erklären, bei Annahme des Antrags sei der ganze Entwurf aufs äuherste gefährdet. Auf der andern Seite erklärte wieder die Brotwucher-Mehrheit: Ohne die Fristbcstinnnnng habe der ZoNtarif für sie das Interesse verloren. Daß die Regierung auf das Verlangen der Mehrheit nicht ein- gehen kann, ist klar. Werden sich also die Agrarier unterwerfen und sich wieder mit dem.gemähigteu" Zollwucher begnügen müssen. Sollte aber die Mehrheit fest bleiben, so hat die Regierung nur noch die Wahl zwischen der Ablehnung oder Zurückziehung ihres Entwurfs und einer Politil des Zollkriegs, der Deutschland ruinieren muh.—_ Die Pensionierung dcS Generallieutenants b. Leffel wird von der Preste, die sich nur alle die Cbina-Affaire betreffenden An- gelegeuheiteu herumzudrücken bemüht ist, ebenfalls totgeschwiegen. Nur die„Märkische Volks-Zcitimg" schließt sich im'wesentlichen unsrer Auffassung an und meint, daß unsre Frage, ob vielleicht die ausfallende Verabschiedung des bis vor kurzem anscheinend in hoher Gunst stehenden Generals mit dessen Zeugenaussage im S t u t t- g a r t e r.Hunnen Prozeß zusammenhänge, durchaus be« rcchtigt sei. Das Blatt schreibt:»Diese Auffassung dürste nicht ganz von der Hand zu weifen sein, wenn man sich erinnert, daß die Aussage des Generals über die auf„höher» Befehl" erfolgte Beschlagnahme auch im Reichstag, in der Etatsdcbatte, Erwähnung fand, und daß kurz nach dieser Erwähnung die Verabschiedung deS Generals v. Lesse! bekannt gegeben wurde. Bestände ein Zu- s a m m e n h a n g zwischen diesen Vorgängen, so würde die Jnstrumenten-Affaire in einem neuen, aber um nichts vorteilhafteren Lichte erscheinen und noch dringender den Wunsch wecken, daß die Instrumente niemals den Weg von der Pekinger Mauer durch das rote Meer zu unS gefunden haben möchten."— Die Volksstimmung über den Brotwncher. Während die agrarische Presse immer»och behauptet, die letzten Nachwahlen be- weisen nicht im mindesten, daß die große Mehrheit des deutsche» Volkes gfe g e n" den Brotwncher sei, gestehen jetzt die„deutsch- socialen Blätter" des Herrn v. Lieberinann ein, daß die Niederlage des fGrafen Reventlolv in Schaumburg-Lippe auf sein Eintreten für die agrarischen Forderungen zurückzuführen sei: „Wir halten es nach den Erfahrungen aus dem Wahlkampf in Bückcburg für taktisch unrichtig, Ivenn die der Landwirt- schaft freundlich gesonnenen Zeitungen fortgesetzt behaupten, das B r o t w u ch e r g e s ch r e i sei unwirksam und könne nur auf Dnnnne Eindruck machen." Die sreihändleriscken„Lügen- und Rechcnlunstsiückc" haben—„bei den kleinen Leuten, be- sonders bei den Frauen, uur zu williges Gehör und Glauben" gefunden. Daran allein i st die Kandidatur Revcntlow gescheitert." Das Volk weiß eben sehr gut. daß die«Lügen- und Rechen- kunsisliicke" der Wucherfciiide die Wahrheit sind, während auf die urtentjchcii„Wahrheiten" der Zoll-Manncn niemand hereinfällt!— Ein ohrfeigender Sergeant. Wegen Mißhandlung Unter- gebencr hatte sich vor dem Kriegsgericht der 32. Division in Dresden der Sergeant Hermann Mehnert von der 4. Baltcrie des 28. Feld- Artillerie-Regiments in Pirna zu verantworten. Der Angeklagte Ivar beschuldigt, am 7. Januar d. I. die Rekruten Gärtner,' Kühn, Breudler und Brausedorf vorsätzlich und wiederholt inL Gesicht geschlagen zu haben. Am nächsten Tage hat sich Gärtner, der sechs Ohrfeigen erkalten hatte, ivegen eines Ohrenleidens krank gemeldet. Die ärztliche Untersuchung ergab einen Mittclohrkatarrh und eine Trommelfcllzerrcistuiig. Gärtner mußte sich einer längeren Be- Handlung unterziehen und befindet sich noch im Lazarett, aus dem er erst in nächster Zeit entlassen werden dürfte. Der Angeklagte ist geständig, will sich aber zu den Hand- greislichkeile» nur dadurch habe hinreißen lassen, daß die Leute trotz der bevorstehenden Besichtigung durch den Batterie- chef ihre Sachen schlecht geputzt hätten. Das Gericht nahm nicht als erwicfcn an, daß die Erkrankung des Gärtner auf die Mißhandlung durch den Unteroffizier zurück- zufuhren sei, hielt die vorliegende» Fälle für minder schwere und erkannte wegen Mißhandlung Untergebener in vier Fälle» auf eine Strafe von— fünfundzwanzig Tage» gelinden Arrest.— Vchördliche Vorbereitungen zur NcichStagö Ersatzwahl im 1. schleswig-holsteinischen Wahlkreis. Das„Hämo. Frenidcnbl." meldet: Wiederum ist ein innerhalb der dänischen Partei eine Rolle spielender Mann, der Hofbesitzer Möller aus dem Dorfe Jägerup im Kreise Hadersleben, der bisher als preußischer U n t e r t h a>i galt, von der S t a a t s r e g i e r n n g als dänischer Unterthan erklärt Ivordcn infolge des letzten bekannten Urteils des O b e r- V e r w a l t n n g s g e r i ch t s. Ihm ist dementsprechend auch das Wahlrecht genommen.— HciterrS zur Prtnzrnreise. Der Besuch des Prinzen Heinrich in Amerika scheint nicht ohne mancherlei Etikctte-Schwicngkeit verlaufen zu sollen. Noch lebt in den Uankees ein Rest demokratischen Geistes. Daß sie der Besuch mit dem preußischen System des Per- kehrö sperren bekannt macht, haben sie zwar geduldig hingenommen, aber daß man fünf Dollarfürsleii aus ihren Opernloge» nnsgiiartiereii wollte, um eine Fürstenloge für den hohen Besuch zu improviflcrcn, hat böses Blut erregt. Namentlich einer der Logcnpachler, Thomas Hitchwek, weigerte sich ernstlich, seine Loge abzutreten. De» ihn be- sliirntcnden Reportern gab er folgende Erklärung für seine Hand- lirngsweise:„Ich b i n so gut wie der Prinz n»d sehe nicht ein, warum ich ihm meine Loge abtreten soll? Wegnehmen können sie mir die Loge nicht, davor fiircht' ich mich nicht. Die ganze Geschichte von einer Fürstenloge ist parvenuhaft. Sie ist gegen alle Prineipien der Demokratie. Man könnte den Prinzen ja als Gast eines der Aktionäre in die Oper bringen. Auch der Präsident der V er- einigten Staaten erhält ja keine Hofloge. Ich würde' für einen vernünftigen Zweck meine Loge gern hergeben. Aber für so ein S ch n i tz l e i n K ö n i g s t u in.... Von den Deutschen würden wir am meisten wegen' dieser Parvenuhaftigleit ausgelacht werden." ' Zum Glück hat sich ein andrer Logenpächtcr willfähriger gezeigt, so daß auch diese Schwierigkeit überwunden wurde.— Die Nachricht von einem Duell in Ren-Ulm zwischen einem preußischen Oberiieuleiiant und einem bayrischen Lieutenant ivird in der offiziösen„Verl. Korrcsp." als unwahr bezeichnet.— Ausland. Weihaiwei im englische» Parlament. London, 11. Februar.vir auch für Abstellmig Sorge tragen. Stadtrat Weigert: Die im Reichstag erhobene» Beschuldi- guiigcu sind weit' übertrieben. Das Krankenhaus Moabit hält in dem heutigen Zustande noch immer den Vergleich mit großen staat- lichcn und städtischen Krankenhäusern auS. Seit 15 Jahren sind ivir mit der Erncucrmig beschäftigt. DaS vor 15 Jahren errichtete Leichen- haus soll jetzt wieder umgebaut tverden. Ein OpcratioushauS ist gebaut, das schönste und modernste, daS Berlin hat; ein Gebäude zur Untcrbriiignng der Schwesternschule ist errichtet; eine prächtige Koch- und Waschküche wird in wenige» Wochen im Betriebe sein. ES ivird auch ein Wärter- imd BadehauS gebaut, die Mittel sind bewilligt, aber wegen Ucbcrbttrdniig der Bauverwnltung noch»icht verbraucht. Auch die Baracken werden um- gebaut werden nach modernen Prineipien. Mit dem neuen terra auS der socialdemokrattschen Partei, den Ivir jetzt in die rmikcuhaiiS-DcPntattoil bekoinmc» und mit dem wir gern zu- saimncn arbeiten werden, werden Ivir zusammen eine Inventur- Alifuahnie Über das vornehmen, IvaS von der Stadt geleistet Wörde» ist, bevor der Herr da ivar, damit cS nicht nachher heißt, es sei erst mit der socialdemokratischeil Aera eine Besserung eingetreten. Da« Krankenhclns Moabit erfreut sich mit Recht eines vorziiglichen Rnfcs i» der Acrztc- und Krankenwelt, die StaatSrcgiernng ist mit uns in Vcrbiudnng getreten, um dieses Krankenhaus auch für staatliche Unter- richtszivecke neben der Universität zu eröffnen. Moabit basiert Vorzugs- Iveisc auf Wärtern, aber seit langem besteht der Plan, auch die Schtvesternlhätigkeit dort einzuführen»md zn diesem Zwecke' eine städtische Slbivesternschnle zn begründen, Wir sind nicht Enthusiasten für die Wärter; wir wählen zwar znverläjsige Leute ans, aber im Ganzen ist das Personal ungenügend, man kann wohl sagen schlecht. Nicht tveil ivir es schlecht bezahlen, Ivir bc- zahlen nicht schlecht, fondera weil ihnen die Bcrufsfreudigkcit. der hmnanc Sinn und der Takt fehlt, der dem weiblichen Geschlecht eigen ist, tveil der Wärterbcrnf ftir den Mann nur ein Geschäft ist.(Widersprach.) Wärtcrsckmlcn sind nickt gerade erforderlich, aber dennoch haben wir diese Auf« gäbe nicht von der Hand gewiesen; in Moabit und am Urban iviirdcn solche Schule» eingerichtet, bestanden aber uur einige Tage, tveil die Wärler nickt hinkamen. Von 1398— 1902 sind die Wärter in Moabit von 110 auf 150, die Löhne auf 41700 auf 74 000 M. vermehrt. Die Verwaltung hat also all« Sorgsamkcit be- wiesen; die Wärter bekomme» keine Hungerlöhne, sie haben freie Station, Wohnung und Kleidung, den Leinwandkittel, i» dem sie nun einmal ans hygieinischen Gründen herumgehen müssen. Nach zehnjähriger Thätigkcit sind sie pe»sto»Sberechtigt. Der clou der Rede des Herrn Antrick ivar der Vertrag der Stadt mit den Wärtern, ein jlontralt, in dem vierzchntägige Kündigung und die Unter- ordnnng der Wärler unter die Vorgesetzten sowie die Unterwerfung unter die G e s i n d e- O r d n u n g sich befindet. Seit fast zwei Jahren ist der letztere Passus gestricken und tritt nickt mehr auf. (Hört! hört!) Die KinidigmigSfrist ist in nencstcr Zeit auf drei Tage herabgesetzt worden, aber auch von der KündignngSfrist von 14 Tagen ist so gut wie nie Gebrauch gemacht worden. Herr Antrick sprach von der fürchterlichen Kasernenkost der Kranken! Die Ernährung Ivird ausgeführt mit dem allerbesten Material, nicht in den ersten Hotels Berlins wird besire Ware verwendet. (Gelächter und Rufe: Fricassse!) Besonders die Fleischlieferimg ist ersten Ranges, desgleichen die feinste Tafelbutter; Margarine kommt in die Krankeichäiiser überhaupt nicht hinein. Wir kaufen nur ausgesuchte Eier zn höchsten Marktpreisen. Kann aber für 1200 Per- f ontn immer in gleicher Güte mit Abwechselung gekocht werden? Nein I Man kann schon für hnndcrtMenschennichtindiiii'dualisteren. FürBekösti gung werden ZSOOOOM. ausgegeben. An der Spitze unsrerKrankerchäuser stehen die besten ärztlichen Kräfte, die wir shaben aussuchen können. 'Herr Singer hat im Reichstag gemeint, ein Chefarzt auf 1000 bis 1200 Patienten sei unerhört. Das ist niemals im Krankenhaus dagewesen Früher hatte ein Chefarzt höchstens 300—400 Kranke, und das war uns in der Deputation schon zu viel; jetzt kommen vielleicht 200 Personen auf einen Chefarzt. Die Assistenzärte werden für je 60 Betten ernannt und haben neben sich noch Volontärärzte. Herr Singer will den dirigierenden Aerzten die Konsultativ- Praxis nehmen. Das wäre eine nicht unerhebliche Geldsache aber darüber wäre hinwegzukommen. Von der großen Erfahrung nnsrer Mediziner wollen jedoch auch die profitiercit, die nicht in die Krankenhäuser gehen, und weshalb sollten wir etlvas dagegen haben? Berlin gicbt für sein Krankenhausivesen jährlich über 2 Millionen, für Tag und Kopf des Kranken 2,60 M. aus Damit kaiin Berlin sich sehen lassen. In einer so großen Ver waltung können einzelne Mißstände vorkomnien. Herr Antrick hat aber nicht berechtigte Kritik vorgebracht, sondern Verunglimpfung Herr Antrick war zweimal in Moabit, er ist dort zweimal durch die Behandlung vom Tode errettet worden, er ist wieder zum kräftigen Manne gemacht worden, wie seine Neichstags-Redeleistungen beweisen. Bei seiner Entlassung hat er auf wiederholtes Befragen nur erklärt, daß einmal die Kartoffeln bart und einmal die Brativurst nicht dnrchgebraten gewesen sei I lHciterkeit.) Herr Antrick wäre nicht wieder' gekommen. wenn er die Zustände in Moabit so angesehen hätte, wie er sie im Reichstage geschildert hat. Er hat damit Furcht und Mißtrauen gegen die Verwaltung in die Bevölkerung getragen und direkte Verhetzung betrieben. Er hat der Stadt den schnödesten Un> dank bewiesen. tAndauerndcr, lebhafter Beifall und Händeklatschen. Zischen bei den Soc.) Stadtv. Singer: Der tönende Chorus, der den Schluß der Rede des Herrn Stadtrat begleitet hat, ändert nichts an der Thatsache. daß Herr Weigert peinlich vermieden hat, auch nur mit einem Wort au' die Thatsache einzugehen, ivelche Herr Antrick angeführt hat. Der Stadtrat ist über allgemeine Redctvendungen nicht hinausgekommen (Oho!) Natürlich wird der Magistrat die städtischen Einrichtungen verteidigen; aber es wäre der Stadt besser gedient gewesen. wenn er den Kollegen Antrick der Univahrheit hätte zeihen können Herr Weigert hat die Berliner Krankenhänser glorifiziert, er teilt mit. daß Umänderungen und Erweiterungen geplant sind und damit ist eigentlich schon bewiesen, daß die Zustände nicht die besten sind, sondern von Grund aus umgekrempelt werden inüsfen. Herr Cassel hat mit Emphase festgestellt,' daß die Angriffe auf die Charito, auf Bethanien die städtische Verwaltung nicht angehen. Das ist ganz falsch, denn mit allen diesen Krankenhäusern hat die Stadt Verträge und in alle legt sie Kranke hinein. In das Kinder- Hospital, welches einen städtischen Zuschuß erhält, sind 160 Kinder von der Stadt hingegeben ivorden. Herr Caffel hat sich auf die Revision durch den Geheimrat Kirchner bezogen, das war wohl elivas deplaciert, denn wir verlangen, daß den thntsächlichen Angaben nachgegangen wird und diese' widerlegt werden. Wären die Bauten noch brauchbar, dann würden nicht diese kolossalen Umbaute» nötig sein. Was sollen wir mit der Entstehungsgeschichte des HauseS gegenüber den Thatsachen, Ivelche vor zwei Jahren behauptet wiirden? Mit seiner zlveitcn Rede am 3. Februar d. I. ist Herr Antrick erst gekommen. nachdem inzwischen die„National-Ztg." erklärt hatte, ihm seien seine Ausführungen von vor zwei Jahren bereits als wahrheits- widrige Verleumdungen nachgewiesen worden.(Unnihe.) Der neue Socius in der Krankenhaus- Deputation übernimmt die Erbschaft cum dsBeficio inventarii, er kann für die Schulden der alten Verwaltung nicht in Anspruch genommen werden. lHeiterkcit.) Herr Antrick soll durch seine Mitteilungen zur Verhetzung der Berliner Arbeiterschaft beigetragen haben.'(Sehr richtig!j Das ist doch ein starkes Stück. Herr Weigert leistet sich hier die Rolle eines Staatsanwalts. Herr Antrick hetzt nicht gegen die Krankenbaus- Verwaltung, er will nur die Wahrheit ans Licht ziehen; über solche Verdächtigungen ist er turmhoch erhaben. sAndauernder Lärm.) Die von mir angegebene Zahl der Kranken unter einem Chefarzt ist mir als irrig nachgewiesen worden, ich freue mich darüber.v a ch n n g S s y st e in kranker Beamten einführt. Danach wird dennachgeordneten Stellen aufgegeben, diejenigen Bcamten nnd Unterveainte», die auf Grund einer ärztlichen Anordnung vom Dienste frei bleibe» müsse», zu fragen, ob sie nicht trotz dieser ärztlichen Anordnung sich zum Dienste melde» wollen.(Hört! bei den Socialdemokraten.) Eine solche Verfügung ist nicht nur vom sanitären, sondern auch vom rein finanziellen Standpnnkt aus zu vcrtverfen. Denn diese Be- amten, die krank in den Dienst kommen, tverden bald rückfällig und verursachen dann noch mehr Kosten als vorher.(Sehr richtig I bei den Socialdemokraten) In de» letzten Jahren haben sich die Fälle von Unterschlagungen von Postnnlerbeamten vermehrt. Als Ursache wurden in der Regel zerrüttete Verniögensverhältnisse von den Gerichten angenommen. Die zerrütteten Vermögensverhältuifie kommen von der anßer- ordentlich schlechten Vrzatzlnng der Beamten her. Nun ist eine Verfügung an die Vorsteher der Postämter ergangen, welche besagt, daß die wirtschaftlichen Verhältnisse der Postunterbeainten genau zu prüfen find.EssollcuvonihnenBerichte übcrihre Schulden eingefordert werde» und iver seine Schulden nicht wahrheitsgemäß angiebt, ivird mit Entlassung bedroht. Solche Verfügungen bedeuten nichts iveiter. als ein unberechtigtes Spionagesystem. Ich meine, die Frage nach den Schulden wäre in den höheren Regionen a» g e- b r a ch t e r als gerade bei den untere» Beamten. Wenn die Ver- waltnng auf legalem Wege von den Schulden eines Beamten erfährt. so kann ich es begreifen, daß ein Arrangement versucht ivird, aber dieses hier beliebte Spionagesystem halte ich nicht fürwürdig einei großen Staatsverwaltung. Die Beamten haben das Recht, daß man sie in ihren Privatvcrhällnissen so lange in Ruhe läßt, bis sie nicht einen greif- baren Anlaß zum Einschreiten geben. Die Zufriedenheit wird durch solche Verfügungen nicht erhöht. Wen» sich die Beaniten außer der schlechten Bezahlung noch solche unwürdige Behandlung gefallen lassen müssen, so betrachten sie den Dienst in der Postverwaltung nicht mehr als Ehre und Freude. Bei dieser Gelegenheit möchte ich gleich noch meine Bedenken gegen die Einrichtung der sogenannte» gehobenen Stellen vorbringen. Die Zulagen für diese Stellen stehe» jetzt im Ve- lieben deS Postamtövorstchers und nicht der Aelieste oder Oualifizierlestc ivird mit diesen Zulagen bedacht, nur dem Streber- t u»> wird Vorschub geleistet. Das beweisen die Klagen, die uns aus zahllosen Orten in den verschiedenste» Gegenden darüber zu gehen. Ter Herr Staatssekretär würde sich ein Verdienst ertverben, ivenn er die?Z»lagen nach der Aucieunität und Tücvtigkeit ein- führte nnd sie aus dem Berich der persönlichen Machtvollkouimcnheit der Amtsvorsteher zöge und einer höhren, mehc unparteiischen Stelle die Verfügung darüber überließe.(Sehr richtig I bei de» Soc.) Auw eine Anfbrssernng der Gehälter ivird sicb unabweisbar gellend machen, denn bei der bevorstehenden Verteuerung der Lebensmittel werden die Beamten mit den jetzigen Gehältern nicht itt LMtsrlb" auskommen können. Wird, was ich nicht hoffen will, der neue Zoll- tarif Gesetz, so werden von überall Eingaben auf Gehaltserhöhung kommen. Der Staatssekretär wird gut thun, uns recht bald eine Vorlage nach dieser Richtung zu machen. Auch unter den schlechten Wohnungsverhältuifsrn leide» die Postnnterbeamlen sehr. Eine uns zugegangene Aufstellung über das Budget eines Posttinterbeamten in Charlottenburg zeigt, wie überaus kärglich diese Leute leben müssen. Für Wirtsckaftsausgaben sind nur 64,80 M. eingesetzt, für Miete nur 260 M., für Kleidung nur 120 M. usw. Eine Angelegen- heit, die den Reichstag seit Jahrcn beschäftigt hat, ist nun durch die Entscheidung des Reichsgerichts erledigt worden, die Frage nämlich, welches Einkommen den Militäranwärter» zu zahlen ist. Jahrelang sind die Prozesse gegangen. Im vorigen Jahre hielten die Regierungsvertrctcr die Frage noch immer nicht für erledigt, weil ein sehr feiner Unterschied gemacht wurde, ob die Militär..»Wärter, die in eine Stellung berufen werden, aber noch nicht endgültig angestellt sind, als Beamte zu gellen haben, die täglich beschäftigt werden oder definitiv angestellt sind. Das Reichsgericht hat nun zu Gunsten der auf Nachzahlung klagende» Assistenten entschieden und der Herr Staatssekretär hat sich bei seinen Beamten zweifellos gut eingeführt, als die erste Amtshandlung, die er traf, Zeitungsnachrichten zufolge die Anweisung war, jene Nach- zabluikgcn zu bewerkstelligen. Nun konimt mir zur Kenntnis, daß 131 Hamburger Postassistenten den PostfiskuS verklagt und auf Grund jenes RcichsgerichtSurteilS ihr Geld auch erhalten haben. Nenn Assistenten aber, die sich bereit erklärt hatten. ihre Klagen zurückzuziehen, haben nichts be- kommen. Von einer rechtlichen Verpflichtung der Postverwaltung ifli diese neun nachzuzahlen, kann nicht die Rede sein, aber ich hoffe, nicht vergebens an de» guten Willen des Herrn Staatsekretärs zn appelliere», wenn ich ihn bitte, doch auch jenen neun die Nachzahlung zn gewähren, wenn es richtig ist, daß sie nur aus Furcht vor den Kosten oder auf Grund einer Einwirkung ihre Klage zurückgezogen haben. Hier liegt ztvar keine rechtliche, aber doch eine moralische Pflicht für die Verwaltung vor. Zum Schluß habe ich mich mit dem Petitionsrccht der Beamten zn befassen. Die elsatz-Iothringische Eisenbahnver» altnng war in Streit mit dem Reichstag getonimc», daß sie ihren Beamten das Pctitiousrccht dadurch erschwerte, daß sie Abschriften von de» Petilionstisten be- kam nnd gegen die Petenten dann ans dem Dienstwege vor- ging. Diese Afsaire ist von allen Seiten gemißbilligt ivordcn, ja man ging so weit, der Reichs-Eisenbahnvcrwaltnng seit- dem die Kenntnis der Unterschriften unter den Petitionen grnnd- sätzlich zn entziehen. Leider hat die ReichS-Eisenbahnverwaltnng Schule gemacht. Ich nehme zur Ebre des Herrn Staatssekretärs an, daß das vielleicht ohne sein Wissen geschehen ist, um so nottvendiger ist es. die Angelegenheit hier zur Sprache zu bringen. Auf Anregung der Leipziger Postassistenteu thaten sich eine Anzahl Bcanite in Leipzig zusammen, um gelegentlich der Einbringung des Servisrechts, mit dem sich der Reichstag noch zn beschäftigen haben ivird, die Erhöhung der Servisklasse für Leipzig zn beantragen. Die Bcaniten baben, glaube ich, auch noch de» Kollegen Hasse ersucht, ihre Resolution hier im Plenum zn unterstützen. Ei» Exeinplar dieser Petition liegt mir vor. das ich dem Herrn Staats- sekretär gern zur Verfügung stellen Ivill. Nicht ein Wort ist darin enthaltet!, das auf eine u u b o t m ä ß i g e Haltung deutet. Die Beamten fordern außerordentlich zahin unter Hinweis auf die nn- günstigen Wohnnngsverhältnisse Leipzigs die Erhöhung dieser Servisklasse. Der Herr Ober-Postdireklor R öhrig veranlaßte, als er erfuhr, daß der Postdirektor nicht gestatten wollte, daß im Anitsraum Unterschriften gesammelt wurden, die Herren vom Petitionsausschnß bei ihm zu erscheine» und erklärte ihnen:„Ich wünsche nicht, daß diese Petition abgesandt wird. Ich Iverde sciion selbst meinen Einfluß zn Gunsten der Beamten aufbieten. Diese Petition bedeutet einen M a n g e l an Vertraue» zu mir." In einer Versammlung der Petenten wurde dem indirekten Befehl deS Ober-Postdirektors nachgekommen. Ans Furcht vor Maß- regelungen unterblieb die Absendnng der Petition. Das Verhalten des Herr» Röhrig ist doch das stärkste, was niau sich vorstellen kann. Es bedeutet die Ilnterdrücknng des PetitionSrechteS der Veaniten, die Aufbebung eines den Staatsbürger», und die Beamten sind Staatsbürger, garantierten Rechtes. Die Vorgesetzten sollten sich das Vertrauen ihrer Beamten anders verdienen, als dadurch, daß sie sie etivas zu thun verhindern, was ihnen durchaus zusteht. Auch die Stcllnng des Reichstags wird durch dieses Vorgehen beeinflußt. Wenn ein großer Teil der Bevölkerung, ivie die Beamten es sind, verhindert wird, sein Petitionsreebt geltend zu machen, dann ivird auch der Reichstag verhindert, von den Wünschen und Absichten tv eiterer Jnteressenkreise zu er- fahren, und eine sackigemäße Entscheidung wird ihm unmöglich gemacht. Was würden denn die Herren Agrarier sagen, wenn dem Bund der Landwirte verivehrl tverden sollte, an den Reichstag zu gehen. Im preußiscben Abgeordnetenhause ist die Regierung den L a n d r ä t e n gegenüber, die Kanalgegner waren, konstitutionell, ja überkonslituttonell verfahren, und die unbotmäßigen Beanitcn sind befördert.(Heiterkeit.) Dieses Verhalten sticht vorteilhaft ab von dem hier beliebten. Ich hoffe, daß der Herr Staatssekretär nach Feststellnng des Falles eine Verfügung erlussen tvird, die Herrn Röhrig auf das ungesetzliche seines TbunS auffiierksam macht und daß er Anlaß nebnien wird, eine allgemeine Anweisung an die Poftdirektoren zu erlasse», daß sie Postbeamte, die Staatsbeamte sind, nicht in ihrem Petitionsrecht zu verhinder» habe». Wcun der Herr Staatssekretär ziim Schutze seiner Bcamten in dieser Weise eintritt, dann handelt er viel richtiger, als ivenn er die Ucbcrgriffe der vorgesetzten Beamte» ruhig duldet.(Bravo I bei den Socialdemokraten.) Staatssekretär Kractke: Der Reichs-Posivcrwaltung ist von diesem Vorgehen der Direktion in Leipzig nichts bekannt, ihr liegt nicht daran, das Petitions- recht der Beamten �u beschränke». Es ist ein I r r t u ni, daß an die Militäranwärter nicht gezahlt worden ist, die nicht geklagt haben, wir haben an sämtliche Berechtigten gezahlt.— Was die Geschäftspapiere anlangt, so liegt ein Mißverständnis deS Herrn Vorredners vor. Die Zusage des Herrn v PodbielSki bezog sich mir darauf, daß Krankeul.isten-Büchcr als Geschäflspapicre zugelassen tverden sollten. Davon, daß Geschäftspapiere den Drucksachen gleichgestellt tverden sollen, war nicht die Rede. Die Geschäflspapicre unterliegen den» Miniuialporto für Waren- proben und ich kann nicht in Aussicht stellen, daß darin eine Aenderung eintritt. Ter Satz in der vorgelesenen Verfügung aus Hannover, daß von allen Anträgen auf Eiiistelliing neuer Beamteii abgesehen werden solle, ivird von mir nicht gebilligt. Der b e- treffende Ober-Postdirektor hat sich jedenfalls nur schlecht ausgedrückt. Auch die Verfügung in Köln muß ich als wenig' geeignet bezeichnen. Sie entspringt aber jeden- falls einer ganz ivohlnieinenden Absicht nnd ver Erfahrung. daß thatfächlich kranke Beamte manchmal länger dein Dienste fern bleiben, als notivendig wäre.— Den Erlaß, der die Amtsvorsteher anweist, sich um die wirtschaftlichen Ver- h ä l t ii i s s e d e r B c a in t e» zu kümmern, muß ich dagegen völlig billige». Gerade der Umstand, daß Beanite, die in Schulden geraten, sich nicht decouvrieren, führt nach unkrer Erfahrung nur dazu, daß sie immer mehr in Schulden versinken. Die Amts- Vorsteher müssen doch auch in der Lage sein, zu beurteile». wer eine Unterstützung aus dem Unterstütz», igSfouds nötig hat. Die Klagen einzelner Beamten, daß andre im Avancement zu unrecht vor ihnen bevorzugt seien, tverden nie aufhören, so lange es besser und schlechter situierte Stellen giebt. Ein Exanien würde da auch nichts nützen, denn für die höheren Stellungen kommt eS nicht Fniltiz. 11 Ftbrilttt 1902. so sehr auf das Wissen, als viel mehr die Entschlußfähigkeit und die Umsicht des Betreffenden an. Präsident Graf Pallestrem: Es ist folgende Resolution des Abg. Gröber(C.) ir. Gen. eingegangen: Der Reichskanzler möge dem Reichstage das Uebereinkonimen zwischen der Reichs- Post- vertvaltnng und der königl. württembergischen Postverwaltung, betr. die Einfühning gemeinsamer Postivertzeichen, vorlegen, um dem Reichstage die Prüfung zu ermöglichen, ob dieses Ucbereinkommen eine Abänderung der Bestininiungen der Reichsverfassung enthält. Ferner möge der Reichskanzler'mitteilen, welche Wirkmig dieses Uebereinkommen auf den Betrag der zur Reichskasse fließenden Einnahmen aus Portogcbühren hat. Abg. Gröber(C.)(zur Geschäftsordnung): Ich bitte, diese Resolution der Budgetkommission zur Vorberatung zu überweisen. Es entspricht dies einem Wunsche der Kommission. Das Haus beschließt demgemäß. Abg. Werner(Antis.) wendet sich gegen die weitere Einstellung v o n D a m e n i n d e n P o st d i e n st. Dringend notwendig ist eine Vennehrung der Postassistenten-Stellen und eine bessere Besoldung dieser Beaniten. Vor allem muß auch der Wohnnngsgeld-Zuschuß den veränderten Verhältnissen entsprechend erhöht werden. Abg. Dr. Müller-Sagan(frs. Vp.): ES war ja vorauszusehen, daß auf die Sturm- und Drang- Periode des früheren HusarenofsizierS v. Podbielski zunächst eine Zeit der Ruhe und Sammlung folgen werde. Heute in der Budget- kommission aber schien es, als ob auf den neuen Herrn Staats- sekretär in der Weise eingewirkt iverde, daß man ihm sagte: „Rückwärts, rü ckwärts, Don Rodrigo". Die Bauern haben nämlich in der Kommission ihre Meinung dahin geltend gemacht, daß es den Postassistcnteu heute schon ganz g ut gehe. Natürlich haben dicB-a'.iKi nicht selbst dort gesprochen, sondern durch den Mund des Abg. Prinz Arenberg.(Glocke deS Präsidenten.) Präsident Graf Ballestrcm: Herr Abgeordneter, es ist sonst nicht üblich, ans den Kvminissionsverhandlnngon Sachen anzuführen unter Namensnennung des betreffenden KommissionSinitgliedcS. (Sehr richtig I im Centr.) Ich habe schon früher darauf hingewiesen. daß dadurch der vertrauliche Charakter der Kommissions-Verhand- liingen sehr leiden würde(Sehr richtig! rechts), dessen Erhaltung sehr wünschensivert ist.(Sehr richtig! rechts.) Abg. Dr. Müller-Sagan(fortfahrend): Diese Gepflogenheit wird doch insofern unterbrochen, als schon seit langen Jahren bereits, bevor ich einer Kommission angehörte, über die Kommissions- Verhandlungen öffentlich mit Namensnennung berichtet wird... (Glocke des Präsidenten.) Präsident Graf Ballcstrem: Was die Presse thut, kann ich nicht verhindern, aber ich bin dazu da, um die guten Traditionen des Hauses aufrecht zu erhalten.(Bravo! rechts.) So lange ich an dieser Stelle stehe, werde ich das immer thun den Herren Ab- geordneten gegenüber.(Bravo I rechts.) Abg. Dr. Müller-Sagan(frs. Vp.): Ich werde mich selbstverständlich fügen, b e d a u r e aber, daß nicht eine entsprechende Bestimmung in der Geschäftsordmmg deS Haines enthalten ist. Jedenfalls möchte ich den Staatssekretär darauf aufmerksam machen, daß doch eine Menge von Wünschen vorliegen, die Nc- formen auf dem Gebiete des Personals und des Verkehrs verlangen. Die Verbindung der einzelnen Berliner Vororte unter einander ist noch iminer recht mangelhaft. Der Staatssekretär meinte, im all- gemeinen müsse dieser Verkehr über Berlin geleitet werde»,«ine direkte Verbindung der Vororte untereinander sei nur i»< einzelnen Fällen ratsam. Ich bin andrer Meinung; ich möchte auch darauf hinweisen, daß das Versprechen, das mir der frühere Staatssekretär v. Podbielski im Reichstage gegeben hat, es solle für eine direkte schnelle Verbind n'n g zwischen meinem Wohnort Groß- Lichterfelde und Charlottenburg, dem damaligen Wohnort meines Freundes Richter, gesorgt tverden, immer noch nicht eingelöst worden ist. Inzwischen ist ja mein Freund Richter von Charlottenburg weggezogen.(Heiterkeit.) Abg. Dr. Haffe(natl.): Zunächst die Bemerkung, daß meine Freunde die Bemühungen des Präsidenten unterstützen werden, wonach über die Kommissions- verhandliingen nicht unter Namensnennnng der einzelnen Redner im Plenum gesprochen werden soll, obgleich darüber in unsrer Geschäfts- ordnung nichts enthalten ist.— Zum Postetat selbst möchte ich ersuchen, den ersten Bcstellgang, der sich oft ungebührlich lang« ausdehnt, wesentlich zu beschleunigen. DaS könnte dadurch geschehen, daß von feiten der ReichS-Postverlvaltnng den unter- geordneten Behörden die Genehmigung erteilt würde, da, wo sich das Bedürfnis herausstellt, die Drucksachen von der ersten B e st e l l u n g auszuschließen. Im Interesse der Sonntags- ruhe der Postbeamten sollten ferner die D r u ck s a ch e n von den Sonntags-Bestellnngen völlig ausgeschlossen werde». In(dem vom Abgeordneten Singer angeführten Fall kann ich den Standpunkt des' Ober-Postdircktors nicht beipflichten und hoffe, daß auch der Staatssekretär dessen Anschauung mißbilligt und das Petitionsrecht der Beamten anerkannt. Weiter ninß ich Klage erheben Über die Beförderungsart von Postsendnngen nach nnd über Südafrika. Es ist ja schon bedauerlich, daß Briefe, die nach Kapstadt oder Orten des Kriegsschauplatzes he- stimmt sind, von dem englischen Censor in Kapstadt eröffnet werden und dann unter andrem Verschluß weiterbefördert tverden. Aber hiergegen können sich unsre Klagen nicht richten. Nun hat aber die englische P o st v e r w a l t n n g in Kapstadt sich herans- gciioinmm, ainh solche Briefe zn kontrollieren und sogar zn offnen, die nur transito nach Kapstadt gegangen sind und teils von Deutschland nach Deutsh-Südwestafrika, teils von Dcntsch-Siidivcstafrika nach Deutschland oder andren Gc- bieten Europas bestininit waren. Worauf gründen die eng- tischen Behörden ein solches Censurrecht? Die Belege für nieine Behauptung habe ich in Hände». Ich hatte nugcnoinmen, daß die deutsche Regierung bei der eng- lischen gegen diese unzulässige Einmischiing in den Durchgangs- verkehr protestiert habe. Im englischen Unterhaus hat aber der Unterstantssekretär des Aeußeni behauptet, daß die deutsche Regiernng sich hierüber noch nicht beschwert habe. Ferner sind Sendungen ans Holland, die über Hamburg nach Südafrika bestimmt waren, nicht an ihre Empfänger gelangt. Es ivird von guter Seite behauptet. daß diese Briefe überhaupt nicht befördert tvorden seien. D i e englische S p i o n a g e soll hier ihre Hand im Spiel haben, um den Verkehr zwischen den Boeren in Europa und in Südafrika zu kontrollieren. Staatssekretär des ReichspostamtS Stmette: Im Jahre 1900 wurde bekannt, daß Briefe ans Dentschlaiid nach der Delagoa-Bai und nach Durban geöffnet tvorden seien. Damals nahm unser Botschafter Veranlassung, die englische Regierung zu einer Untersuchung hierüber aufziifordern. Es wurde erwidert, daß diese Oeffnnngen seitens der Regierung nicht angeordnet seien. Später teilte die englische Regierung.mit, man habe die Absicht, der Beförderung der Bpiefe so wenig Hindernisse in den Weg zu legen, ivie eS in einem im Kriegszustände befindlichen Lande möglich ist. Die Ocffnnng sei auf die militärische Censur zurückzuführen, der Fall iverde bc- dauert. In neuerer Zeit ist der Neichs-Postverwaltiing mitgeteilt, daß w i e d e r u ni O c f f n n n g e n st a t t g e f u n d e u hätten von Briefe», die von Berlin nach Dentsch-Südwestnfrika gerichtet seien. Man nahm daraus den Anlaß, iviedertlin eine Beschwerde an die englische Regiernng zu richten. Die deutsche Reichs-Postverivaltuiig hat aber auK schon im vorigen Jahre direkt zu befördernde verschlossene Beutel zwischen Deutschland und unsren Kolonien eingeführt, und diese sind, so viel uns bekannt ist, von der englischen Verwaltung auch nicht geöffnet worden. Es ist weiter bereits offiziös erklärt, daß die Zeitungsnachrichten über ein so- genanntes„Schwarzes Kabinett" in Hamburg natürlich ein Phantom sind. Was die Entlastung der ersten Bestellgänge betrifft, so dürfen in den großen Städten, wo das Bedürfnis vorliegt, schon heute Druck- fachen mit Ausnahme von Zeitungen und Börsenberichten von der ersten Bestellung ausgenommen werde». Mit Bezug auf die Sonntags-Bestc'llungen möchte ich betonen, daß den Inhabern von Isttsr doxss Gelegenheit gegeben ist, alle Briefe, die im Laufe des Sonntagvormittags eingegangen sind, mittags in Empfanz zu nehmen. Abg. Dr. Arendt(Rp.): Mir sind Fälle bekannt geivorden, daß Briese aus deutschen Kolonien mit deutscher Marke nach neutralen Ländern, z. B. nach Holland, von englischen Behörden geöffnet und mit der Aufschrift versehen sind: Geöffnet auf Grund des Kriegsrechts.— Danach scheint das englische Kriegsrecht nur einen Paragraphen zu haben: Geivalt geht vor Recht. Ich erwarte, daß der Herr Staatssekretär energischen Protest einlegt gegen solche Verletzung deutscher Rechte.— Auch meine Freunde wünschen de» vertraulichen Charakter der KommissionS- Verhandlungen n..stecht zu erhalten, wir würden es auch begrüßen, wen» diese Gepflogenheit des Hauses auch auf die Zeitungs- Bcrichst-rstattmig ausgedehnt ivürde. Man fängt ja heute auch in den Kommissionen schon an. mehr zum F e n si er hinaus z ii reden. sSehr richtig I rechts.) Abg. Albrccht(Soc.): In der Behandlung der Geschäftspapiere liegt keine einheitliche Behandlung seitens der einzelnen Postämter vor. Die Krankenkassen Beamten in Berlin helfen sich daher jetzt so, daß sie die Bücher auf den Postämtern aufgeben, die sie als Drucksachen behandeln.— Ich habe Klage zu führen wegen Ueberlastung von Briefträgern im Postamt II in Halle. Dort müssen ani Sonntagniorgen drei Brief träger für denjenigen ihrer Kollegen die Arbeit mit übernehmen, der gerade dienstfrei ist. Die Folge ist, daß erstens die Beamten zwei Stunden länger arbeiten müssen, und zweitens häufig Irrtümer in der Bestellung vorkommen. Ich bitte den Herrn Staatssekretär, hier Remedur z» schaffen. Ferner mache ich den Herrn Staatssekretär darauf aufmerksam, daß die Stadt Harz- q e r o d e durch die Neueinteilung der Postbezirke erheblich gegen den früheren Zustand benachteiligt ist. Die Stadt hatte mit einer Reihe kleinerer Orte früher direkte Verbindung. Durch die Neueinteilung werden die kleinen Geschäftsleute dort, die auf den Nahverkehr an- gewiesen sind, sehr geschädigt. Dadurch, daß der jetzige Postort Gernrode von den kleinen Orten viel weiter entfernt ist als Harz- gerode, erhalten ferner diese Orte ihre Postsachen heute viel später als früher. Schließlich bedarf die Stadt Harzgerode dringend eines Postamts II. Klasse. Ich hoffe, daß der Herr Staatssekretär auch diese Beschwerden prüfen wird. Abg. Eickhoff(frs. Vp.j: Ich halte eS nicht für glücklich, daß die Ober- Postdirektions- sekretäre in Zukunft„Hilfsrefcrcnten" heißen sollen. Man sollte doch dem Wunsche der höheren Postbeamten nachkommen und die Titel „Postreferendare" und„Postassessorcn" einführen. In Bayern � existieren diese Titel bereits. Das höhere Verlvaltnngscxamen der Postsckretäre kann sich dem Reserendarexamcn sehr wohl an die Seite stellen. Ganz unglücklich sind die Sekretäre dran, die das Verwaltungsexamen nicht bestanden haben; sie geraten für ihre ganze weitere Karriere in eine sehr peinliche Zwitterstellung zwischen höheren und niederen Postdienst. Bei einer Verwaltungsreform sollte man diesen Beamten doch eine bessere Stellung anweisen als den ewigen Schalterdienst, den sie häufig nur mit Erbittenmg erfüllen. Was die Assistenten anlangt, so begrüße ich die endlich erfolgte Abänderung der Dienstattersstnfen mit Freuden. Von welchem Termin an sollen die Assistenten „zu den Stellen der Sekretäre zugelassen werden? Meine Freunde haben eine Resolution eingebracht, die eine Weitereinstcllung von IIXX) Assistenten in den Etat verlangt; ich gehe hentefdaranf nicht weiter ein. Ich komme zu den U n t e r b e a m t e n. Abg. Singer hatte durchaus recht mit seiner Forderung, daß die Zulage bei den sog. „gehobenen Stellen" in das Dienstaltersstufcn- System einbezöge» werden müsse. Nach der jetzigen Praxis wird neben das Zuckerbrot die Peitsche gelegt. Der W o h n n n g s g e I d- Z n s ch u ß der Unterbeamten steht namentlich im Rheinland in gar keinem Ber- hältnis zu den hohen Wohnungsmielen. Auch nach der bevor- stehenden neuen Servisklassen-Regelnng sollen ja leider die Wohnungs- geld-Zuschüsse nicht erhöht werden. Noch eine Bemerkung allgemeiner Natur. Der vorige Staats- sekretär des Reichs-Postamts trat an sein Ressort mit frischer Vor- Urteilslosigkeit heran; er hat manchen alten Zopf abgeschnitten. Jetzt haben wir wieder einen bewährten Fachmann an der Spitze der Reichs-Postverwaltung, und ich kann nur wünschen, daß er mit gleicher Vorurteilslosigkeit an seine Aufgaben herantrete wie sein Borgänger. Die Postinspektoren sind gegenwärtig überlastet; viele der ihnen jetzt zugewiesenen Aufgaben könnten sehr wohl von den Postdirektoren erledigt werden. Man darf von dem jetzigen Staats- sekretär, der schon so lange im hohen Reichspostdicnst thätig ist, er- warten, daß er die noch bestehenden Mißstände abstellt. sBravo l links.) Abg. Gaurs»(Rp.): Da? platte Land wird noch vielfach vernachlässigt im Gegensatz besonders zu Berlin. Während die großen Städte durch Ausdehnung des Vorortverkehrs immer mehr begünstigt werden, wird das Land durch Errichtung imnier neuer Postbezirke mit höheren Porto- Ausgaben belastet. Das villigere Ortstaxenporto darf auf dem Lande nicht noch mehr be- schränkt werden; mit der Errichtung jeder Posthilfsstclle in einem Gasthaus usw. wird ein neuer Bezirk gebildet, der aus dem Ortstaxenverkehr der benachbarten Dörfer ausscheidet. Dem Lande müßte wenigstens ein einigermaßen entsprechendes Aequivalent gegeben werden für die großen Vorteile des Vorort- Verkehrs in Berlin. Der Forderung erhöhter Wohnungsgeld-Zuschüsse schließen wir uns namentlich auch für gewisse Orte des platten Landes an. Abg. Dasbach(C.): Der Wohnungsgeld-Zuschuß ist namentlich in den großen Städten, spcciell Berlin, für die unteren Beamten ganz ungenügend. In Berlin sind die Preise für kleine Wohnungen ganz unerschwinglich hoch geivorden. Abg. Dr. Crüger sfrs. Vp.): Die Aeußerungcn des Abg. Dr. Are..dt waren sehr charakteristisch, sowie auf der linken Seite das Wort „Zolltarif" fällt, glaubt ein Herr von der Rechten uns eine große Vorlesung über die Not der Landwirtschast halten zu müssen.(Sehr gut l links.) Seit wann darf man stolz darauf sein, wenn man in seinem Gewerbe nicht vorwärts kommt? Wir wollen mit der Aufbesserung der Postbeamtengehälter nicht warten, bis die Finanzlage eine bessere wird. Was notwendig ist zur notdürftigsten Lebenshaltung, m u ß b e s ch a f f t werden können.(Sehr richtig I links.) Eine weitere Erhöhung der Lebensmittelpreise würde die Härten noch weit empfindlicher machen.— Weiter habe ich Be- schwerden vorzubringen über die unglaublichen Verhältnisse in der Briefbeförderung zwischen Charlottenburg und Berlin. Ein Brief, der abends in' Charlottenburg nach Königsberg i. Pr. aufgegeben wird, gelangt dort früher an den Empfänger als ein Brief, der zur gleichen Zeit abends von Charlottenburg nach Berlin aufgegeben wird.— Redner wünscht des weiteren, daß daS Militär- Dienstjahr auf die Besoldungs- Dienstjahre angerechnet wird und führt Klage darüber, daß die Postassiftenten bei der Zu- lassung zum Reserve-Offizier als Stiefkinder behandelt werden. Abg. v. Trcucnfrlö iHosp. d. Kons.) ivünscht Aufbessenmg der Wohnungsverhältuisse der Postbeamten auf dem Lande. Staatssekretär Kraetke sagt Abstellung der auf diesem Gebiete etwa vorhandenen Mißstände zu. Charlottenburg hat eine Unzahl Postverbindungen nach Berlin. Ein abends 11 Uhr in Charlotten- bürg aufgegebener Brief kommt noch am nächsten Morgen' sogar in Lichterfelde an. Abg. Blcll(frs. Vp.) bringt postalische Mißstände in Rathenow und Saarbrücken zur Sprache. Um das Gedränge in vielen Post- anstalten zu verhindern, wäre es sehr angebracht, ähnlich wie bei der Eisenbahn es so einzurichten, daß zu den Schaltern stets nur eine einzelne Person herankann. Staatssekretär Kraetke: Dem Herrn Abg. Albrecht erwidere ich, daß es bei den Millionen von Drucksachen sehr wohl vorkommen kann, daß auf einzelnen Postämtern auch Krankenkassenbücher, die als Drucksache frankiert waren, nicht beanstandet werden. Diese That- fache beweist nichts dagegen, daß dies im allgemeinen nicht ge- schehen darf. Hierauf vertagt sich das Ha»S. Nächste Sitzung: Freitag 1 Uhr.(Fortsetzung der heutigen Be- ratung. Außerdem: Etat des Allgemeinen PensionSfonds und Etat des Reichs-Militärgerichts.) Schluß 6 Uhr. NarlKmenkÄrifches, Postetat. Die Budgetkommission des Reichstags be schäftigte sich am Donnerstag mit dem P o st e t a t. Zunächst wurden auf Anregung des Abg. Eickhoff(frs. Vp.) Berliner Lokal- schmerzen besprochen,' so die langsame Abfertigung des Publikums im Thorhäuschen am Potsdamer Platz. Staatssekretär Kraetke verspricht, daß in dem Thorhäuschen vis-a-vis eine zweite Abfertigung eingerichtet werden soll. Abg. Bachem/- Uhr, .err Dr. Rudolf P enzig den vierten Bortrag des Cyklus: Bilder aus der Religionsgeschichte. 4. Tierverehrnng. Damen und Herren haben steten Zuritt. Riir den J»I,aIt Vrr Inserate überiiiinnit die Redaktiv» dein Piiblikiim fleneniiber keinerlei _ Nerantwort»»«. Tsienteu. Freitag, 14. Februar. Qpernbans. Carmen. Ans. 7»/, Uhr. Echanspielhaiis. König Richard der Dritte. Anfang 7'/, Uhr. Neues Ddern. Theater. Geschlossen. Schiller. Familie Fourchambault. Anfalig 8 Uhr. Deutsches. Cyrano von Bergerac. Anfang 7«/, Uhr. Berliner. Maria von Schottland. (1. Teil: Daniley.) Anfang 7'/, Uhr. Lessiiig. Das Glück. Anfang Uhr. Nesidenz. Verliebt. Vorher: Furcht vor der Schwiegermutter. An- fang 7'/, Uhr. Neues. Coralie u. Co. Anfang 7>/z Ubr. Weste». Manfred. Anfang 7'/, Uhr. Secessionsbiiline. Detlev Lilien- crons Buntes Brettl. Anfang 8 Ubr. E. v. Wolzogcns Buntes Theater (Ucberbrettl). Anfang 8 Uhr. Schall und Rauch. Vorstellulig vor Serenissimus. Auf. 3l/z Uhr. Trinuo». Lebende Lieder. Kleine Spiele. Anfang 8 Uhr. Central. Uvette Guilbert mit ihrer Gesellschaft. Ansang 7»/, Uhr. Thalia. Seine Kleine. Anfang 7-/, Ubr. Luise». Die Fledermaus. Anfang 7'/, Uhr. Carl Weist. DaS Jungfernstift. Ansang 8 Uhr. Nriedrich-WilheluiftiidtischeS. Die Fledermaus. Auf. 7'/, Uhr. Bclle-Zllliauce. Die Dame aus Trouville. Hierauf: Er. Anfang 7'/, Uhr. OrpheuS. Specialitätm-Vorstellung Ansang 8 Uhr. Charivari. Taglich Vorstellung. Anfang 8 Uhr. wietropol.'ne few« Nummer. Specialitäten- Borstellung. An- fang 8 Uhr Apollo. Gastspiel beS Central- Theaters. DaS süße Mädel. Gpeclalitäten> BorsteNung. An- fang 8 Uhr. »aftn«- Theater. Lustige Brüder. Ehrlos.— Specialitäten- Vor- stellung. Ansang 8 Uhr. Pal ast. Spectalitäten-vorflellung. Die süßen Mädel. Ans. 8 Uhr. Passage- Theater. Specialitäten- BorsteNung. Anfang nachmittag» b Uhr. Passage< Panoptikum. Special!- täten-Borstellung. MetchshaNru. Stettiner Sänger. Ansang 8 Uhr. »lrauia. Taubeustr. 48/4V.(Im Theatersaal.) AbcudS 8 Uhr: Frühlingstage an der Rivtera. guvalidcuftraste 57/63. Täglich: Sternwarte._ SWttÄMttl (Wokluer-Theater). Freitagabend 8 Uhr: Schauspiel in 5 Akten von E. Augier, ans dem Französischen übersetzt von R. Löwenfeld. Sonnabendabend 8 Uhr: ITMiriH« Fourchambault. Sonntag n ach mittag Z Uhr: I-z-Waadcr», lUttdchen. Hierauf: Die KomHdle der Irrnnscn. Sonntagabend 8 Uhr: Die Braut von Bexsina. Reichshallen. Tilellch: Stettiner Sänger. Anfang Wochent. 8 Uhr. Sonntags 7 Uhr. Tauben-Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr; Frülilingslage an derRiviera Invnlldenatr. 57/03. Sternwarte. Castans Panopticum Frledrlch-Strasse 165. Der König der Krafttumer (der stärkste Mann der Welt), der Berliner Alex Meyer hebt 300 Pfund- Soheiben- stange!! Neu!! Tiroler Sänger- u. Schuh- plattler-Gesellschaft aus Insbruck. Passage-Theater. Anfang 5 Uhr. Ant. des Abendprogramms 8 Uhr. Ganz Berlin spricht von der siebenjtthrig/cn Lola Gray in dem erschütternden Mimodrama: DerBajazzonndsein Kind. Der wunderbare Imitator von Otero und Fougere JLa ii zetta. Damcnlnftkampf. 5 Sfsters Wanton. 16 erstklassige Nummern. Schall und Rauch (Kleines Theater) Unter den Linden 44. Freitag, den 14. Februar 1902, abends S'/a Uhr: Vorstellnng vor Serenissimus Neues Programm. E. von Wolzoyens Buntes Theater(Ueberbrettl) KOpnlckerstr. 08. Freitag, 14. Februar, ab. 8 Uhr: u. a.„Zufall", Dialog von Ludw. Fulda.„Napoleon", Historiosteno- drama von Hanns v. Gumppenberg. I.Ina Abarbanell. Sonntag. 16. Februar, nachm. 3 Uhr, Vor- steUnng zu ca. halben Preisen. Casino-Theater. Lothringerstr. 37. Gastspiel Wilhelm Richter in der Gesangsposse»Lustige Brüder". Dazu»Chrlos" und das sensat. neue Programm. Anfang Wochent. 8 Ubr, Sonnt. 7t/z Uhr. Sonntagnachm.4Uhr, bei kl. Preisen: Auf vielfachen Wunsch zum 7. Mal: Muttcrsegen. Cirkus A Schumann. Heute Freitag, den 14. Februar, abends präc.?>/, Uhr: «roste austcrordentl. Vorstellung. Kolossaler Erfolg der neuen Februar- Specialitäten. h'eevföi'e lumineuse? Zum Schluß: In Feuer und Flammen. blons. Edouard Sosmann mit seinem vollständig neuen Sports-Akt. Direktor Alb. Sdiunianns anerkannt»»erreicht dastehenden Originaldreffnren. Zum Schluß zum 16. Male: UM" Mephisto"WS ca. BOO Miiwirkeude. 2 Musikkorps Sonntag: 2 gr. Gala-Vorst. In beiden Vorstellungen älephlsto und die neuen Fcbruar-Specialitäten. Nachm. ein Kind frei. Avis! Donnerstag, 20. Februar, abends präcise 8 Uhr: Große Gala- Sports- Vorstellung zum Besten der Kraukcnküche Bruder- straße 10.— Logcnsitz 15 M., Sperr- sitz 4—6. Reihe IB M. Sperrsitz 1. bis 3. Reihe 3,— M., Tribüne 10 M., Ballon 2,- M., 1. Platz 1,50 M., 2. Platz 1,— M., Galleric 50 Pf. Ckiittal-Tlikatn. Heute Freitag, 14., Anfang 7Vj Uhr, vorletztes Gastspiel Vvetie Guilbert mit ihrer Gesellschaft. Morgen Sonnabend, letztes Last- spiel Vvetie Guilbert. Thalia-Theater. Dresdcuerstraste 78/73. Mit vollständig neuer Ausstattung: Seilte Kleine. Große AuSstattuiigsposse mit Gesang und Tanz in 3 Akten. Paula Worm a. G, Guido Thielscher, Helmerding, Paulmüller. Gerda Walde, Boje, Wannovius, Junker- Schatz. Ansaug 7Vz Uhr. Sonntagnachmittag 3 Uhr, kleine Preise: Der Huttenbesitzer. Belle-Älllance-ThealeF. $if Jrtiiic llliS Trouville. Emil Sondermann a.G. Ferd. Worms. Mizzi Birkner. Rosa Marion. Hieraus: El?. Adele Hartwig u. Leopold Thuruer a.G. _ Anfang 7'/; Uhr. c arl Weiss-Theater. Groste Fraukfurterstr. I3S. Anfang 8 Uhr. Das Jttngfernstift. Operette in 4 Akten von Ernesl Gninot. Musik von Jean Gilbert. Miua Aiichrtti als Gast. Morgen: DaS Jnngfcriisttft. Sonnabendnadimittag 4 Uhr: Toin- röschen. lüetropol-TliGater Thomas, Bender, Josephi. Mit vollständig neuer prachtvoller Ausstattung: Tiß feine Nummer! Burleske Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 1 Vorspiel und 4 Bildern von Julius Freund. Im 4. Bilde; Frauchens Weihnachtstisch. Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Apollo-Theater. >P Nur noch bis Sonnabend: Oastispicl des Central- Theater- EnseinbleH Das süsse Mädel. Ferner: Arvhia Svensson. The Learay-Truppe. Beginn der Specialitäten 7l/i Uhr. Beginn der Operette 8" Uhr. Voranzeige: Sonntag, 16. Februar: Neu einstudiert, mit neuer Ausstattung; Don Jnan in der Hölle und die phänomenalen Specialitäten. Trianon- Theater. Georgenstrasse, Ecke Unlversitätsstr. Madonnenschein, Lebende Lieder. Anf. 8 Uhr. Parkett 2 M. Palast-Theater (friihcr Fctii-Palast) Burgstr. LS. Direktion: Whikler n. Fröbel. Zum 1. Aiale in Berlin k.c« iiclx-sirf<1, Kuust- Radfahrer auf der 30 Fuß hohe» NV-Luft-Tchlvebebahu.'Png Einzig existierende Nummer. Um 9 Uhr! Großer Erfolg Direktor Wilhelm Fröbel in der Ausstattuugs-Operette Die siisien Mädel. Dazu das große glänzende 5edruai''?rogramm. Ausaug 8 Uhr. Eutree 50 Pf. Billet-Vorverkauf v. 11—1 Uhr. UV. Noacks Theater. Brunnenstrabe 16. Bajazzo ii it b seine Familie. Schauspiel tu 5 Akten v. F. Wkttmann. Sonnabend: Beine Vai-sitclIsisiK. Kottbnscriitr. 4 a. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: B o FFs» a n n» Nörddeutsiht Säuger ßiiielljfiitfrproöc. Nach jeder Soiree: TaiiiEki'ttiinchcii. Entree wie gewöhnlich, Tanz frei. Charivari-Theatei'. Alte Jakobüti*. 37. Neues glänzendes Februar- Programm. Pepi Weiss Mizzi Braun Lotte Sebus Albert Kühne Max Reichard u. a. Vs4Uhr Nachm.- Vo rslellung zu halben Preisen. A VjS Uhr Beginn derAbend- _ Vorstellung. Freitag, den 14. Februar, abends U/z Uhr: Große Vorstellung. Klondlke. Orig.-Pantomime des Cirlus Busch und neue großartige Specialitäten. An der Spandauer Brücke 3. Grüsst.VergnUgungslokal Berlins [niernationale Konzerte n.i Specialitäten-Vorstellnnd Tägl. Anstich des„Urbock"J Bockbier-Jubel u.Trubel. Ausschank; Berliner Bock-Brauerei. Bnrgerl. Diner, 5 Gänge. Tägl. Batinee von 12— 2 Uhr. im Exerzierliaus (am Prenzlauer Thor) Lothringerstrafte 1—7. Täglich 3 grobe Vorstellungen. 4. 0 und 8'/- Uhr. Dressur mit Löwe», Tiger», Wölfen u. Hstäuen, sowie Löwen-Ringkampf und Fütterung um 4 u. 8'/- Uhr. Eutree: I.Platz 1 M., II. Pl. 50 Pf., III. Pl. 25 Pf.,»linder unter 10 Jahren und Militär ohne Charge zahlen auf 1. u. 2. Pl. die Hälfte, dem 3. Pl. 15 Pf. Die Direktion: Froese. Apollo-Theater. Rlxdorf, Hermannstr. 49. Jeden Sonntag und Montag Grcht Thetttt-VöMiiilli. Grosser Saal und Garte» zu Vereinsfeftlichkeiten zu vergeben. 3Z7lL» ICIs. ThomaH. Galerle TO Pf. berühmter Frauen in zwanglosen Heften Heft 1 bis 3 durch jede Buch- Handlung zu beziehen, sowie direkt von Goldsteins Verlag, Nowawes b. 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Votsdamer Vlatz... Straiauer Chor nuh Votsdamer Vlatz.. tf ff ff to„ 1«„ 1«„ 15„ 15„ 15„ 15„ 25„ Central-Yeitail d. Maurer Deutschlands (Zahlstelle Berlin II.) Nachruf! Am 8. b§. Mls. starb unser treues Mitglied Wilh. Lauge. Kolonnen- straste 37, im Alter von 27 Jahren an der Proletarierlrankheit, 1Z7/Z «hre seinem Andenke»! Eodrs � Anzeige. Am n. b. n. starb unser Mitglied Karl Lade. Dunckerstr. 3, im Alter von 41 Jahren. Ehre seinem Andenken: Die Beerdigung findet am Sonn- abend, den 15, d. M,, nachm, 3 Uhr, vom Krankenhause am Friedrichshain aus nach dem Gethsemane-Kirchhos in Niederschönhausen statt, _ Die Berbandsleitnng. Am IL, d. Mts, verschied plötzlich mein lieber Mann, der Reftaurateur Richard Dähne. Die Beerdigung findet Sonntag, den Ig, d, Mts,, nachm, IV- Uhr, auf dem Thomas-Kirchhof statt. 481b Lioul«« ntthne. Danksagung, t4736 Für die innige Teilnahme und teichen Kranzspenden bei der Be- erdtgung meines geliebten Mannes, des Steinmetz fien-t eisonaod, sage ich allen, besonders seinen Kostegen, treuen Freunden und Bekannten, welche ihm die letzte Ehre erivtesen halben, meinen herzlichsten Tank, Frau Hsiiwlg Eisenach nebfl Rinbent. Mtimo! VI, Wahlkreis- Mtirnu! Sonntag, den 16. Februar er., mittags IS Uhr: Gr. öffentl. Volksversammlung über in den Germania-Prachtsälen, Chaufseeftraße 103|104. TageS-Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags-Abgeordneten Genossen RuguaH Rsh«I :„Volksherv oder Urhendes 2. Diskussion. Um zahlreiche Beteiligung ersuchen 219/3 Die Bertranensleute de»«. Wahlkreise». Verein zw Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend. Sonntag, den 16. Februar, vormittags 10 Uhr: Generalversammlung in Kellers Festsälen, Koppenstraße Nr. SV. TageS-Ordnung: I. GeschöftS- und RechenschaftS-Bericht deS Vorstandes. 2. Bericht deS Ausschusses, 3, Wahl de» ge- samten Vorstandes, des Ausschusses, der Revisoren, der Hilfskasfierer und Thürcontroleure, 4. Bereins-Angelegen- Helten.— Ohne Mitgliedsbuch kein Einlaß, Der wichtigen Tagesordnung halber ist da» Erscheinen sämtlicher Mitglieder unbedingt erforderlich. ' 129/6__ Der Vorstand. < Wahlkreis. Sonntag, de» 16. Februar, abend» 6 Uhr: Bersammlnng mit Kranen im Apollo-Saal, Scbastianstraße SS. Tages-Ordnung: I. Vortrag deS Genossen V. Philips über: Heinrich Heine. Hierauf: Keseiliges LeisammsüSkw. Entree inN, Garderobe 20 Pf, Ter BertrauenSmaiin. DeutschJetallarlieiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel-Ufer 15. Zimmer 1—5. Fernsprecher! Amt VII, 353. Sonnabend, den 15. Februar er., abends 8V- Uhr: Konferenz der Vertrauensleute für Moadit bei Plseher, Waldstraste 8. 111/13 Zahlreichen Bestich erwartet_ Die Ortsverwaltuug. Freie VereinipM der Bleiglaser und Ciasmaler etc. Sonnabend, den 15. Februar, im„Brandenburger Haus«. Mohrenstraste Nr. 47: Anfang 8>/, Uhr. Um recht zahlreichen Besuch bittet Der Borstand. Laut Bekanntmachung vom 11, d, M, steht unS obigeS Lokal von setzt ab zur Verfügung,_ 476b_ D, O, Deutscher Holzarbeiter-Verband. Zahlstelle Berlin. Heute, Freitagabend 8'/« Uhr, tm GewcrkschaftShauS, Engel-Ufer Nr, 16: StttsamK der Orts- Verwaltung:, Brauche Korbmacher. Sonntag, I«. Februar, vormittags 10 Uhr, im Lokal des Herrn Th. Hnndkc, I.ichtcisherg, Dorfstraste Nr. 13—14 ggsfr i") e v ja m m Ut it»1 Tages-Ordnung: 1, Branchenangelcgenheiten, 2, Verschiedenes, Zu dieser Versammlung sind speciell die Arbeiter der Werkstätten der Herren Bader, Zwerner, Knorr und Specht eingeladen, Um pünktliches und zahlreiches Erscheinen ersucht> Tie Kontrvakonimission der Korbmacher, Die Broschüre:„Von der Notlage der Korbmacher nach statistischen Er- Hebungen im Jahre 1301" gelangt in der Versammlung zur Verteilung; auch lann selbige im Gewerlschaftshaus, Eugel-Nfcr 15, und Dresdener- strahe 82/83 bei Herrn Colberg abgeholt werden. 7S/6 Tonnabend, den 15. Februar, abends«V, Uhr: I$vmtifieiiocvfammUtn0 der Bürsten- und Pinselmacher in«„vewerhsehartshans", Engel• Ufer 15, Saal VIII. Tages-Ordnung: 1. Der Wert und Nutzen der Arbeitsloscii-Unterstützuiig". Referent Kollege"Wiese. 2. Diskussion, 3. Verschiedenes und Verbands- angelcgenheiten. Es ist Pflicht sämtlicher Kollegen, in dieser Versammlung zu erscheinen. Aufnahme neuer Mitglieder und Entgegennahme von Beiträgen. _ Die uranchcnkominisHlon. Töpftrtrilgkr Mrlins u. UmgrgkU Montag, den 17. Februar, abends 7 Uhr. im Lokal de» Herr» Bauer, Rosenthalerstraße 57(Hof): Oeffentliche Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Die Organisationssrage und Aufnahme»euer Mitglieder, 2, Wahl eineS Vertrauensmanns und dessen Stellvertreter, sowie eines Schrift- siihrers. 3, Berichterstattung der Kommisston über die Vorlage des Tarifs, 4, Verschiedenes.' 32/16 Pflicht eines jeden Kollegen ist es, in dieser Versammlung zu erscheinen. _ Per Elnbcrnfcr. juitmig! Banarbciter. MWl Ans dem Bau des Uilternehuiers Nürnberg, Rirdorf, Fuldastrahe, an der Kaiser Friedrichstrahe, sind Lohndifferenzen ausgebrochen; derselbe ist gesperrt. Wir ersuchen dringend, den Zuzug sernzubalten. 32/11 Die Lohnkommission. I, A,: tZeurj; Helnomann. Ärbeiter-Bildungs-Schule. Sonntag, den 16. Februar, abends 7 Uhr, in Feuersteins Festsälen, Alte Jakobstrasse No. 75: Vortrag des Sebrifistellers Oeorg Bernhard über: Bürgerliche Wissenschaft und Arheitcrblldnng. Nach dem Vortrage: 4/7 Oemtttllches Beisammensein and Tanz. Eintritt 20 Pfennig. Garderobe frei Zimmerer. AAmg! Sonntag, de» 16. Februar, vormittag» 16 Uhr: Große Uersammlung des Vereins der Ziimm Berlins und Umgegend in Cohns Feftsäle», Benthstrafte 8v. 1. Tages-Ordnung: 1, Vereiiisangelegeuheiten, 2, Berichterstattung und Beschs., hfaffung über die Verhandlungen der Achtzehncr-Kommssston mit den Arbeitgeber» über die Lohn- und Arbeitsbedingungen für das Jahr 1902, , Mitgliedsbuch legitimiert.— 257/5 Der Borstand. I. A,: widert Juppenlatz. Facliyerejn der Bretterträger und Brettsclineider Berlins und Umgegend. Sonntag, dcn 16. Februar, vormittag» IOV2 Uhr, im Kvnig- stadt Casino, Holzmarktstraste 7S: Mitglieder- Bersammlnug Tages-Ordnung: 1. Abrechnung der Lohnkommission, 2. Neuwahl derselben und der Revisoren, 3, BereinSangelegenheite» und Verschiedenes, Zu dieser Versammlung stnd die Platzdeputiertcn speciell eingeladen. 19/2_ Der Vorstand. rMi'm las« a 9 III" Ix 10 Jallr6 Garantie. � Teileahlung wöchentlich 1 Mark. Vollkommen schmerzloses Zahnziehen 1 Bark. |Plonibenl,50M.Eeparatur. sofort. Umarbeit. sohlechtsitz. Gebisse| Zahn-Arzt Wolt; Leipzigerstr. 130. (Haus Schaarwächter). Spreohst. 9— 7 Uhr.* Herren-yortrag+ Carl BrnckholT, Friedrichstr, 10, über:„Der vierfache Mord in der Oranienstraß« und die sogenannten unheilbaren Männerleiden-, Freitag, den 14, Febr., abends 8«/, Uhr, in Dietrichs Festsälen, Brunncnstraße 34, Rur für Herren! Eintritt ft-i! 4SSb Steinarbeiter! Sonntag, den 16. Februar» nachmittag» 1 Uhr: Oeffentliche Bersammlnug iin„Englischen Garten«. Alexanderstr. 27 e. Tagesordnung: 1. BierteljahrS-Abrechnung. 2. Die neue Tarifvorlage von feiten der Berliner Stetnmetz-Jnmmg. 3, Verschiedenes, Das Erscheinen aller Kollegen erwartet 172/5 Der BertranenSinann. (■reUUekr»!»» saf allen weitaautellnngen. Gegen nicht Rheumatismus, Gallenstein, Leber-, WB Magen-, Nierenleiden, ML Hautunreinigkeiten, MW Fettleibigkeit, h' Blutandrang Ut vielseitig irrtlich empfohlen— ohneBe- mf s störunj— Monhaapts Citroneusaftkar MilitSreffekten-Sattler! Sonnabend, den 15. Februar, abends 8»/- Uhr. IN den„.4,rinln- hallen", Kommando»tcnstrnstc Nr. 20(graste Halle) i FUlllkllll. Isl!lZllBlll!F-.„.»u........... Tages-Ordnung: 1. Neuwahl zur Brandenburger Agitationö-Koinmisfion, 2, Centraline- rung der Berliner Filialen. 3. Verschiedenes, 150/7 Ilm zahlreiches Erscheinen ersucht Der Vorstand. Vit»»tursteüicrUttiuom milde» Citronen* eaft von reifen riffftirnn'*&eB- Citronen als jesch. BtrU» und nächst» Vsrort»»ende i Flasche„Cltromon", d. L Saft tob 2» frischen Citronen, fhr 1 Ük., oder l KiloH d. i. Saft von 80 frischen Citronen, für 3 Ik. frsl Haut. Auswärt« von 4 Mlu an frme»(Ind. Verpsokung) mit Kurplaa und Dankschreiben vieler Geheilten. Täglich frische Pressung.„ P. Monhaupt, Iterlis« r Se�onliau�er Allee 177. Fabrik sanitärer Special itäten, Sonst nirgends welter. Telephon: Amt HL No. 98. Sonntag: gemein, schaftliche Besichtigung des Jnnenbetriebes d. Brauerei Friedrichs- Hain. Treff 9 Uhr vor- mittags pünktlich Königs» thor. Rege Beteiligung wird erwartet. Nachmittags»on 4 Uhr ab: Fidelitas bei BoUsroln, Köp» »ilker Landstraste. Donnerstag: Versamm» hing b, Baabe, Kolbergcrftraste. Tagesordnung: Anträge zum Gau- tag. Nächsten Freitag üben im Rcigensahren._ 11/7 r Die Weltdekanat«"W« Bettfedein-Fabrik oerslndel gegen Ziachnadme garnnt.nene Settseder» d, Psd, 5b Pf,, chinesische ßalbdeunrn d, Psd, M,!,2S, besiere b.Iddrnnen d, Psd, M, t,75,> ! vvrzuglichc Ti'unen d Psd, M, 2,85, — v.« diesen Tenne» genügen ! 5 big« Psnnd zum gropen Oteedett. Bervacknng srei, Preitl,». 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Goldsachen, Zahngebiffe, Silber, Platin, Uhren kaust Brunnen- straße 137, Uhrmacherladen, 452b MetaNbruch aller Art kanst B>o- derick, Oppelnerstraße 16, Naunpn- straße 18,__ 338b* Bereinsziminer, geräumig, Sinreon- straße 23, 978K* Saal mit Bühne 1. Ofterfeiertag frei, Hensel, Jnvalidenstraße la. Luckentvolder werden zur Be- sprechung behusS Gründung eines Vereins Sonnabendabend eingeladen, Restaurant, Grimmstraße 3. 471b Tanzvergnügen. Freunden, Be- kannten und Verbandskollegen zur Nachricht, daß ich die Tanzleitung in den Fortuna- Sälen, Straußbergcr- straße 3, übernommen habe. Die Tanznmsik wird von der beliebten Kapelle des Herrn Paul Kuobloch ausgeführt. Um gütigen Zuspruch bittet Rudolf klement, Tanzu aitre. 2 Vereinszimmer, Kegelbahn empfiehlt Pinzci-, Schiitzenstraße l8, � 75 Pfennige! Eingabengesuche, Raterteilnng, Allcobilligst Schank- fachen, Miütärsachen, Kaufverträge, Zahlungsbeseble, Gerichtsklagcn, Wulkow, Skalcherstraße 141, 479b C'hescheidungs-, Jnterventions-, Ilnfallsachen! Strafsachen, Beru- fungcn! Schanksachen! Stellung- gesuche! Ratertenungen! Linien- straßM'echsui'.ddreißig.__ 137/16 Saal, 70 Personen, Sonnabends sowie etliche Wochentage frei. Neue Königstraße 7. 137/15 Fahrrad, gebrauchtes, laust Werner, Alexandrinenstraße 55. 8/20* Vermietungen.[ Schlafstnllen. Freundliche Schlafstelle sofort, Britt, Kommandaiitmstraße82, 475b �fdeitsmurkt. ltelleiiang<3botn. Stepperinnen im Hause, Schröder, Pankow, Kaiser Friedrichstraße 67. Plätterinnen auf Oberdemden im Haiise verlangen Leinberger n, Graveiihvrst, Wäschefabrit, Greiss- walderstraße 13,_ 137 /14 Straffen verkänfer und Hausierer für leiän verkälistichen gutlohuenden Massenartikel ge ucht, Graupuer u, Co., Werdau in Sachsen. 478b BtsllsngsNnohn. Blinder stnhlflechter bittet um Arbeit, Stühle werden zn dcn billigsten Preisen geflochten, iverdc» abgedolt nnd unentgeltlich zurück- geliefert. Adreffe: Mulackstraße 27, A. Gläser.* Ii» Ardeilsniiirki o»r>h beiandere» Druck herriargeiioben» Anzriae« k»iir,> IN Pf. pro Zeile �eeht»i,g! �tehtnag l psslskMlüIeiilkgsif. Bei der Finna Brndix Sühne, Bau ThomasliiSstrafte, Moabit, Parzelle 28, sowie Bau Prager- und Sptchcrnftraftcn Ecke haben samt- liche Bodeulegcr die Ardelt eingestellt, Ans dem Bui Eharlottenburger GcwcrkschaftShans ivird der Tarif nicht bezahlt. 79?» ziiziig ist scriisiihalttil. Verantwortlicher Rebacteur: Carl Leib in Berlin. Für de» Inseratenteil verantwortlich: Tb. Gloite m Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berim. Kr. 38. ig. mm. z. Deilsge Der nächste internationale socialistifche Kongreß wird im August 1903 in Amsterdam stattfiudcn. Das internationale Bureau fordert die Parteien und wirtschaftlichen Verbände aller Länder auf, auf ihren nächsten Kongressen und Parteitagen zu dem internationalen Arbeiterkongresz Stellung zu nehmen und event. Anträge zur Tages- ordiumg rechtzeitig zu stelle». Alle Zuschriften sind zu adressieren an Victor Servh, Maison du Peuple, Rue Joseph Stevens, Brüssel. Ueber Alois Kiefer, von dessen plötzlichem Tode wir bereits Mitteilung gemacht haben, lesen wir in der„Münchener Post" einige ausführlichere Angaben aus seinem Leben, die wir unfern Lesern noch mitteilen»vollen. Kiefer ivurde iin Jahre 1836 in Mindelheim gebore»». Er kau» als junger Schriftsetzer nach München, absolvierte hier seine Militär- zeit, ging als Sergeant ab und schloß sich der ins Leben tretenden »nodernen Arbeiterbeivegung an. Auch bei der Gründung der social- demokratische» Partei in München»var Kiefer dabei und viele Jahre hindurch stand er mit einem kleinen Häuflein opfer- ui»d kainpf- bereiter Männer an der Spitze der Beivegung. Geramne Zeit vor Erlaß des Socialistengesetzes hat er mit dem Genossen Ernst zu- sannnen eine politische Organisation geschaffei», die in 24 Bezirke eingeteilt, sich über die ganze Stadt erstreckte. U>n der drohenden Auflösung durch die Polizei znvorzukoinmen, löste sich jene Organi- sation nach kurzer Daner jedoch»vieder auf. Im November 1375 übernahm Kiefer die Redaktion deS erste» socialdemokratischen Organs in München:„Der Zeitgeist", und schon im Sommer des nächsten Jahres wurde er wegen Beleidigung des Polizeikoinmissars Gehret(Meineid-Michel) zu 3 Monaten 15 Tagen Gefängnis verurteilt. Wegen„Fluchtverdachts",»veil ihm noch ein andrer Preßprozetz bevorstand, ivurde er an» 24. Juli 1876 verhaftet. Im November kehrte Kiefer aus dem Zellengefängnis zurück und nahin als verantivortlicher Redacteur des„Zeitgeist" erneut den Kainpf auf gegen Reaktion, Ausbeutung und Polizciivillkür. Daß auch die spätere Zeit dem Kämpfer so manche Wmrde schlug, ist klar. Kiefer schrieb auch mehrere Broschüren, darui»ter die bekannte, viel- gelesene Schrift: 200c>(X) Vagabunden. In» Jahre 1878»var Kiefer iin Wahlkreise München II als Reichstagskandidat aufgestellt. Später war er lange Jahre als Schriftsetzer bei der Firma Schuh». Co. und dann in der Druckerei des„Miinchener Fremdcnblaltcs" be- schäftigt. Seit 1890 war Kiefer in der Ernstscheir Offizin und zuletzt als Korrektor in der Offizin der„Miinchener Post" thätig. Bei Gen. Ernst zeichnete Kiefer auch den„Süddeutschen Postillon" und hatte sich in seiner Eigenschaft als verantivortlicher Redacteur»nchrfach vor Gericht zu verantivorten. In einem Prozeß vor dein Mänchener Schivnrgericht wurde Mefer freigesprochen, in einem andren, der in Chemnitz spielte, jedoch zu 2 Monaten Gefängnis verurteilt, die der Veteran iin Gefängnis in Stadelheim verbüßt hat. Ganz. bedeutende Verdienste hat sich Kiefer uin die deutsche Buchdrucker-Bewegung erlvorben. Pulizeilirlies, Gerichklickzes u sin. — Drei Charlottenburger Parteigenossen sollten durch Ver- breitung des Märkischen Volkskalenders in Teupitz die Polizei- Verordnung von 1896 über die So»intagsheilignng übertreten shaben und»vurdcn deshalb in Polizeistrafen von je 5 M. genoninien. Sie beantragten gerichtliche Entscheidung, über die das Schöffengericht Mittenlvalde zu verhandeln hatte. Selbst der Amtsamvalt beantragte die Freisprechung und das Gericht erkannte demgemäß. Wegen Beleidigung durch die Preffc ivurde der Genosse Köllmar in Ilmenau, Vorsitzender der dortige» lokalen Preß- ko»i»niission für die„Erfurter Tribüne" zu 100 M. Geldstrafe verurteilt. Die JImenauer Genosse» hatten für ihren Ort eine be- sondere Agitationsausgabe der„Tribüne" veranstaltet und durch einen darin enthaltene» Artikel sollen Lehrer in Ilmenau beleidigt worden sein. In dem Artikel»var die Thatsache behandelt»vorder», daß die Lehrer dort den Schnlkindern Schulbedarssartikel verkauften und daran die Frage geknüpft, ob die Lehrer davon Vorteile hätten. In dieser Frage ivurde die Beleidigung gesunde», da in der That die Lehrer keine Vorteile von dem Handel halten. Festgestellt Ivurde aber, daß der Einkauf der Schulbedarfsartikel durch die Lehrer zu Groß- preisen erfolgt, während die Kinder die 5tleinverkaupspreise zahlen müssen; der Ueberschuß kommt in eine sogenannte Älassenkasse, ans der dann die Lehrer Tinte, Kreide, Schivämme zc. für Schnlzivecke kaufen, da die Gemeinde diese Artikel nicht liefert, Die als beleidigend angesehene Frage war mir au die falsche Adresse gerichtet; unbegründet»var sie nicht. Köllmar lvurde als Thäter bestraft, — Zu zwei Woche» Gefängnis wurde der Genosse Ernst voin Bauer in Elberfeld verurteilt, weil er in einer Versammlung eiilen Polizisten beleidigt haben soll. SoeiÄlrs. Gegen die Vertrauensärzte. Die vielfach erhobenen Klagen über die schablonenmäßige Behand- lung der Unfallverletzten durch die Vertrauensärzte, die durch den Prozeß Sprengel gegen Blasius das Interesse der großen Oeffcntlichkcit wachgerufen habe», scheinen das Reichs- Versicherungsamt zmn Einschreiten veranlaßt zu haben. Der Präsident erließ ein Rundschreiben an die Vorstände der Landes- Versicherungsäinter und der Berufs- genossenschaften,»vorin sie darauf hingewiesen»verde»», daß es ihre Aufgabe ist, selbständig den Grad der Erlverbsunfähigkeit festzustellen und' sich nicht schablonenmäßig auf die Angaben der ärztlichen Sach- verständigen, soll heißen der Vertrauensärzte, zu verlasse»». Viel helfen wird das allerdings nicht,»veil ja die niederen Rentenfeststellungen nicht eine Folge des Instituts der Vertrauens- ärzte sind, sondern umgekehrt dieses Institut ein Produkt der Berufs- genossenschaften ist, die sich den Vertrauensarzt nur als Mittel zun» Zwe»!, als gefügiges Werkzeug erst geschaffen haben. Die Wurzel des UebelS liegt in der Organisation der Unfallversicherung überhaupt, in dem Vorhandensein der Berufsgenoffenschaften, in der Thatsache, daß sie Richter in eigner Sache sei» dürfen, ein Zustand, der ii» jedem andren Rechtsverhältnisse jedennairn als ungeheuerlich er- scheinen würde, der aber gar nicht auffällt,>vo es sich bloß mn die Interessen ui»d Rechte armer verunglückter Arbeiter handelt. Die KinderanSbeutung auf dem Lande. In Airknüpfung an die Rede des Genossen Peus im Reichstage »Iber die Ausbeutung der Kinder bei der la»d>virtschaftlichen Arbeit veröffentlicht ein Geistlicher, der 32 Jahre Orts-Schulinspektor auf dem Lande»var, seine Erfahrungen über den Gegenstand. Er schreibt: „Der Schulbetrieb in den Landschulen»vird durch die Ueber- biirdung der sogenannten„Dienstkinder" vielfach in der empfindlichsten Weise gehen, n>t und gestört. Diese Kinder befinden sich zumeist im Alter von 11 bis 13 Jahren; sie werden zum Hüten des Viehs und zu den verschieden- artigste» Arbeiten in» Hause, Hofe und Felde verivendet, daneben müssen sie noch auf den Bauerhöfen die Knechte und Mägde be- dienen. Sie sind gelvöhnlich Kinder der Häusler, der Dominial- knechte und der Fabrikarbeiter ans den naheliegenden Industrie- dörferu.... Im Sonnner»verde» diese Kinder früh u»n 4�/z Uhr aus dem Bett gejagt; ohne Frühstück erhalten zu haben, bringen sie eine Koppel Rindvieh auf die Weide»»nd müssen die Tiere am Stricke bis et>va ö'/e Uhr auf der Weide uniherführen. Dann eilen sie nach Hause, frühstücken in Hast und nun geht es im Laufschritt nach der Schule, ivodei viele Kinder bis gVe Kilometer Weg zurück- iltS„Umiw" legen müssen. Ich revidierte eininal drei Tage nach einander i»»» Soinmer meine Schulen und konstatierte, daß zehn Knaben immer »vieder einschliefen. Der Geist»var»villig, aber das Fleisch»var schivach. Die Lehrer lvaren auf dem Platze und niiterrichtetei» frisch und lebendig, die Anivesenheit des Orts-Schnlinspektors trägt auch sonst dazu bei, daß die Kinder aufmerksam sind, aber die Uebermüdung dieser abgehetzten Kinder war so groß, daß sie nicht»vach erhalten'»verde» konnten. Ich schickte der Regierung sogleich einen ausführlichen Bericht über diese» Vorfall ein; in, Jahresberichte wies ich unter An- »vendung von roter Tinte noch einmal darauf hin; ich bat die Regierung, darauf hiuzutvirken, daß das Viehhütei» durch Schulkinder vor der Schulzeit verboten werden solle. Ein Bescheid hierauf ist mir niemals zugekommen; die Jnitiaiivberichte der unteren Be- Hörden scheinen bisiveileu unertvünscht zu sein.... Weiter ist auch zu erivähne», daß diese Dicnstkinder sittlich ge- fährdet sind. Bei den» Zusammensein mit den Knechten und Mägden hören und sehen sie viel Unzüchtiges. Eine Konfirmandin mußte aus ihrem Dienst von den Eltern weggenounne»»verde»,»veil in dem Schlaflokal,»velches das Mädchen mit den Mägden teilte, allnächtlich Knechte mit den Mägden verkehrten. Als es sich dar»»»» handelte, über die Unterbringung von Fürsorglingen zu berate», habe ich mich gerade um solcher Erscheimingeu ivillen ganz entschieden gegen die Unter- bringung»veiblicher' Fürsorglinge auf den Bauernhöfen aus- gesprochen," An diese Darstellung knüpft der Geistliche, der übrigens sonst auch von der Not der Landlvirtschaft redet und darum getviß nicht zu den Unrstürzlern gerechnet»verde»»»vird, die Forderung, daß Be- stimi.iungen gegen die Ausbeutung der Kinder in der Landwirtschaft erlassen»verde» sollen. Die Junkerregiernng»vird sich hüten. Auf solche Beschwerden giebt sie keinen Bescheid. Sie»vill davon überhaupt nichts hören, Deshalb hat»»an ja auch die Junker»nit der Enquete über die Kinderarbeit verschont. Ja,»venu die Junker schrieen, daß sie von Kindern ausgebeutet werden— da hätte die Regierung feine Ohren._ Das Zollwncher-Gesetz lind seine Bedeutung für die städtische» Arbeiter.— Arbeiter- fiirsorge und Mißstände in städtischen Betriebe». Zu einer bedeutende» Demonstration gestaltete sich die Ver- sainnilung der in städtische» Betrieben beschäftigten Arbeiter a» n d U n t e r a n g e st e l I t e n, die an» Mittivoch in» Geiverkschaftshause tagte. Es»var»vohl die größte Versammlung, »velche bisher von diesen Arbeitern abgehalten, in der sie gegen den Lcbensinittelivilchcr protestierten, als auch nnzlveideutig ihr Mißfallen über die voi» den städtischen Behörden beliebte „Arbcitcrfürsorge" zun» Ausdruck brachte». Der große Saal und Galerien»varen, trotzdem die Tische entfernt»uurdc», bis auf den letzten Platz gefüllt. Unter den Versamiiielten befanden sich auch viele Frauen. Von den Stadtverordneten»varen anscheinend nur die socialdeinokratische Fraktion vertreten. Der Magistrat, der ebenfalls eingeladen»var, hat in einen» Schreiben mitgeteilt, daß er bereits am 5, März v. I. in einer Eingabe an das Staatsniinisteriun» gegen die Ehöhung der Zölle auf die notlvendigen Lebensmittel vorstellig geivordcn und folgedcssen davon Abstand nimmt, sich an dieser Ver- sannnlung zu beteiligen. Das' Referat über den ersten Punkt der Tagesordnung: „Das Zollivucher-Gcsetz" hatte ReichStags-Abgeord neter H. M o l k e n b n h r übernommen. Die Ausführungen des Referenten, der den geplante» Raubzug auf die Taschen der Bevölkerung sehr treffend kennzeichnete und die Arbeiterschaft zur Ablvehr gegen das habsüchtige Jnnkertunr aufforderte, lvnrde von den Versaimnelten mit stünnischeu» Beifall aufgenommen. Ohne Diskussion ivurde ein- stimmig eine Resolution beschlossen, in der energischerProtestdagegen er- Hobe»»»vird. daß die deutsche Reichsregierung, dem habsüchtigen Beginne» einer kleinen Anzahl Interessenten Rechnung tragend, durch die enorme Zollerhöhung des Getreides und andrer Lebensmittel und Bedarfsartikel die an und für sich schon schlechte Lebenslage der »verklhäligen Bevölkerung noch elender gestalte»»vill. Die Versanimelten ertvarten von den Parteien des deutschen Reichstags, daß sie, den Willen von Millionen deutscher Staatsbürger respektierend, gegen jedtvede Erhöhung des Zolles und für die Abschließnng den Interessen des Volkes dienender Handelsverträge ihre Stiinme erheben. Iin Falle der Annahnie des Wnchergei'ctzeS müßten die Versanimelten auf eine Er- höhung ihrer Lohnentschädigung dringen und erlvarten von den städtischen Behörden, daß dieselben in Anbetracht der jetzt schon be- deutend gesteigerten LebenSinittel und Bedarfsartikel dieser dann die Zustimmung nicht versagen»verde»». Ueber die Arbeiterfürsorge und Mißstände in den städtische» Be- trieben referierte der V e r b a n d S s c k r e t ä r H, S ch» b c r t. Nach den Ausführungen deS Redners, der mehrere Einzelfälle schilderte, sind in den verschiedenc» Betrieben, insbesondere aber in den Gasanstalten, in der Desinfektionsanstalt und in den Krankenhäusern schivere Miß- stände vorhanden, unter denen die Arbeiter zu leiden haben. Einige Betriebsleiter scheinen dem dadurch abhelfe»» zu»vollen, daß sie ein- fach die»nit den Verhältnissen»inzusriedencn Arbeiter entlasse»». So ist ein Arbeiter,»vie von» Betriebsleiter selbst zugegeben»vnrde, lediglich deshalb entlassen worden,»veil er sich an feine Organisation gelvandt und sich über die ihm zu teil gcivordene Behandlung be- klagt hatte. In längeren Ansführnngen, die niehrmals durch lebhafte Zu- stiimnungSknudgcbnngen nnterbrochen»vurdeii, wciidete sich der Referent gegen die bekannte, in»„Borivärts" veröffentlichte Verfügung deS Magistrats vom 25. Oktober,»velche die Arbeitsverhältnisse der städtischen Arbeiter einheitlich regeln soll. Von dieser Vcrfiigitng hatten die direkt Beteiligten, also die Arbeiter, vor deren Veröffeut- lichung in der Presse gar keine Kenntnis, da ihnen voi»Idem Betriebsleiter hierüber gar nichts»nitgeteilt Ivurde. Mit diesen geringfügige» Zugeständnissen,' die diese Verfügung cuthält, die noch dazu von den Betriebsleitern ganz verschiedenartig und zumeist zu Ungunsten der Arbeiter interpretiert»vird, können sich die Arbeiter durchaus nicht einuer- standen erklären. Durch diese Verfügung ist der Willkür Thür und Thor geöffnet und die Arbeiter sind völlig abhängig von der Gunst diescS oder jenes Vorgesetzten. Der Redner,' der sich sodann iin Ivescntlichen in» Sinne der nachstchendeu Resolution ausspricht, Veriveist auf andre Kommunen, Ivo für die Arbeiter»veit bessere Verhältnisse herrschen, und»vünscht, daß endlich auch der hiesige Magistrat die so berechtigten Forderungen der städtischen Arbeiter und Unterangcstellten berücksichtigt.— An der Diskussion beteiligte sich u. a. auch der Reichs- tags- Abgeordnete F r. Z u b e i l, der mitteilte, daß die social- demokratische Fraktion in der Stadtverordneten- Versammlung bereits beantragt habe, die'von den Arbeitern»nit Recht kritisierte Ver- fügung des Magistrats außer Kraft zu setzen, und der darauf hi'iiivi'eS, daß schon bei der Beratung des Bürgerlichen Gesetzbuches voi» der socialdeinokratische» Partei Bedenken gegen die Fassung des § 616 erhoben und verlangt ivurde, daß die betr. Bestimmungen zivingendcs Recht»Verden, Von den bürgerlichen Parteien sei dmnalS bestritten worden, daß der Staat, die Kommunen und Großbetriebe dicfc Bestiminniigen einfach aufheben»vürden. Wie recht die Social- deniokratie hatte, das hat nun auch der freisinnig sein»vollende Berliner Magistrat beiviescn. Allerdings hat die bürgerliche Presse die Magistratsverfügimg vielfach energisch kritisiert, trotzdem ist es noch recht fraglich, ob die liberale» Vertreter danach handeln und sich der Forderung der Socialdemokraten anschließen »verde». Fast scheint es so, als ob der Magistrat nur den Privat- Unternehmern, die bis jetzt noch nach dem§ 616 gehandelt haben, »nit schlechtem Beispiel vorangehen und sie zinn Erlaß ähnlicher Be- stiminungei» veranlassen»vollte. Am 22. November v, I. hat bereits die Baudeputation gegen diese Verfügung Stellung geuominen. Da »var es aber noch nicht bekannt, daß dieselbe eine generelle»var FnitW, 14. Mm 1902. und der Park- Deputation»var mitgeteilt»vorden, daß es sich bei dieser Verfügung nnr»in die sogenannten Gelegenheitsarbeiter handelte; trotzdem hat sie sich ebenfalls dagegen ausgesprochen. Die Verfügung von» 25. Oktober lautete übrigens nicht so,»vie die jetzige revidierte, denn nach ihr konnte schon am ersten Tage der Arbeitsunfähigkeit eine Lohnkürzung vorgenommen»verde»». Der Redner kritisierte das Vorgehen des Magistrats gegenüber den Arbeitern, er vcrivies auf die Forderungen, die von der Social- dcmokratie gestellt»verde»» und forderte' zu»» festen Zusammenschluß auf,»im durch eine kraftvolle Organisation die städtischen Behörden zur Anerkeniumg der Arbeiterforderungen zu z'.vingen. Durch stürmischen, langanhaltcndcn Beifall bezeugte die Versa»»»»»- lung ihr Einverständnis mit dem Redner. Folgende Resolution, die auch den st ä d t i s ch e n Behörden übermittelt»verde» soll, gelangte einstimmig zur Annahme: „Die heute im Geiverkschaftshause versammelten Arbeiter aller städtische»» Betriebe bedauern anf daS lebhafteste die fortgesetzte Weigerung des Magistrats, die Lohn- und Arbeitsverhältnisse der städiischcn' Arbeiter anläßlich der bestehenden Teuerungsverhällnisse in socialpolitischer Hinsicht ansreichender zu gestalte»». Sie erblicken in der Geivährung einer nnr Vicrtvöchentlichcn Lohnentschädigung bei Krankheiten— die trotz»nagistratlicher Ver- fügung nicht einrnal in allen Betrieben geivährt»vird— und in der Fortzahliing des Lohnes, nach Abzug aller Kompetenzen, bei bis vierzehntägigen Landivehrübungen Zugeständnisse, die auch nicht im entferntesten ausreichen, Not und Elend bei den davon Be- troffenen abznivehren. Auch die Ausschaltung des ß 616 des Bürgerlichen Gesetzbuchs bei einer Kommune von der Größe Berlins, hie vorbildlich allen andre» Genieindeverbänden erscheint, bedeutet eine ivescntliche Härte und ist nicht geeignet, die Achtung vor Reichsgesetzen und sonstige» Bekanntmachungen zu stärken. Weiter ist der von den Leitern der städtischen Betriebe beliebte Weg der definitiven Entlassung a»S den städtischen Diensten bei der' Einberuftmg zu Reservisteiliibuilgen aus»noralischen Gründen strikte zu veriverfei». Jiidein die heute Versammelten von dem gesunden Sinn der städtischen Kollegien eine Aenderung dieser unhaltbaren Zustände baldigst erhoffe»?,»viinschen dieselben des ferneren die schriftliche Bckai'nitgabc aller die Arbeiter angehenden Verfügungen,»vie dies in größeren Betrieben üblich ist, und die Einberufung von Plenar- sitzungcn aller ArbeiteranSschüsse, um die bestehenden Mängel und Mißstände einer eingehenden Besprechung zu unterziehen und Vor- schlage zur Abhilfe festzusetzen. Die Anlvesciiden sind der Ueberzengung. daß die Erfüllung dieser Forderungen dazu angetha» ist. die Existenzbedingunge» der städtischen Arbeiter zu heben und den Gedanken der Schaffung von koinmnnalen Musteranstalten näher zu bringen. Und dieser socialpolitischen Pflicht kann sich die Stadt Berlin nicht entziehen!" Mit einem kräftigen Hoch auf die Organisation der städtischen Arbeiter und die allgemeine nioderne Arbeiterbeivegung erfolgte der Schluß der imposanten Versammlung. Ams dvv Frauen im bayrischen Staatsdienste. Um bei der bayrischen Post die gesegnete Stellung einer Tele- phonistin zu erlangen, muß ein»vcibliches Wesen ledig sein, voll- koinnlen gesund sein,„ungetrübten Leumund" haben, einer achtbaren Familie angehören oder an eine solche Anschluß haben, gute Schul- pildmig besitze» und ein französisches oder englisches Diktat ohne grobe Fehler niederschreiben und übersetzen können. Hat sich ein junges Mädchen, das diese Bedingungen erfüllen zu können glaubt, um eine solche Stellung belvorben, so kommt sie nach Jahren an die Reihe, ihre Fachprllfnng abzulegen und einen Probe- dienst in der Dauer von 6 Wochen abzulegen,»vobei sie einen Tage- lohn von 2 M. erhält. Dann kann sie vorläufig»vieder gehen, bis sie einmal zum Anshifsdienst für 2 M, pro Tag gebraucht»vird und »vird dann später einmal ein Platz dauernd frei, dann kann sie. nach Beibringung eines neuen LeumundzengnisseS, als ständige Telepho'nistin angestellt»verde» für 2,20 Mark pro Tag, »venu sie— nicht unterdessen 25 Jahre alt geworden ist. Dann hört's auf; mit 25 Jahren wirft der Staat die weibliche Arbeitskraft ins alte Eisen, sie»vird von der Liste der Beivcrberinnen gestrichen. Gestrichen»verde»» auch diejenigen, die nach Ablegung der Prüfung und des Probedienstes nicht jederzeit einer Cinbernfnng zum Ai'ifsichtSdienfte Folge leiste»». Das bedeutet also jahrelange Bereitschaft ohiie jeden Erlverb und nach Absolvicrnng dieser einträglichen Bereitschaft Streichung von der Liste der Beiverberinnen wegen— Vcraltnng. Im Verein für Frauen und Mädchen der Arbeiterklasse »vird Montag, den 17. Februar, abends 8Vs Uhr, in den Armin- hallen, Kommandantenstr. 20, die Gewerbe-Jiifpeklions-Assistentin Frl. Reichert einen Vortrag halten. Das Thema lautet:„Die Beschäftigung der Fraueil in Fabriken nach den Erhebungen der Gelverbe-Jnspektionen im Jahre 1399." Gäste sind»villkomnien. _ Der Vorstand. Frauen-Stimmrecht. Die von den bürgerlichen Frauen veranstaltete Versanunlung, die sich an, Mittlvochabend in Cohns Festsälen mit diesem Thema beschäftigte, war von etlva 1000 Personen besucht. Sie nahm folgende Resolution an, die dem Reichstage übergebe»»verde»» soll:„Die an» 12. Februar in Berlin, Bcnthstr. 19/20, tagende Bersamtnlung von Männern und Frauen erklärt, daß die Ausübung des Stimin'rechtS durch die Frauen vom ethischen und»virtschaftlichen, vom politische» und socialen Standpunkt aus eine unbedingte Notwendigkeit ist. Sie rechnen zuversichtlich darauf, daß bei den'nächsten Reichstagsivahlen dieser Punkt von allen Parteien in ihr Prograinm aufgenommen und diese Forderung energisch vertreten»vird." Berliner Partei-Aliigelegenheiten. In Charkotteltdnrg findet heute eine Ersatzwahl zur Stadt- v e r o r d»i e t e>»- V e r s a min l»» i» g im 4. Bezirk statt,»veil der dort von uns geivählte Genosse nicht als Hausbesitzer erachtet Ivurde. Es ist uns aber gelungen, unter den 1944 Hausbesitzern, die Char- lottenburg zählt, und die in der überlviegenden Mehrzahl die Volks« feindlichsten hansagrarischen Interessen' verfolgen, einen Arbeiter zu finden, der sich solidarisch mit seinen Arbeitskollegen fühlt und über dem gelvoimenen Besitz das Gefühl der Zugehörigkeit zu den Arbeitern nicht verloren hat. Daher muß heute jeder Arbeiter im 4. Bezirk seine Stimme für den Genossen Hansbesitzer Maurer Mickler abgeben. Wir dürfen uns nicht darauf verlassen, daß der Sieg unser ist; die Gegner bieten alle Mittel auf,»in» einen der ihrigen dnrchzubringe». Eine Stärkung der reaktionären Mehrheit iin Stadtparlament Nlutz um feden Preis verhindert»verde». Deshalb»miß jeder Arbeiter auf dem Posten sein; er muß selbst seine Stimme abgebe», und anch seine Arbeitskollegen veranlassen, sich nicht anf die andren zn verlassei», sondern sich zu der kleinen That der Stinimabgabc aufzuraffen. Genosse Mickler muß mit überivältigender Majarität qeivählt»verde»». Wahllokale sind für Äbstimmiingsbezirk A: G a n» b r i n n S- b r a u e r e i, Wallstr. 94; Abstimmungsbezirk B: Logen- restaurant, Kaiser Friedrichstr. 87. Steglitz. Sonntag findet eine Flngblatt-Ver- b r e i t u u g statt. Die Parteigenossen werden dringend auf- „efordert, sich rechtzahlreich morgenSVUHrin folgenden Lokalen einzufinden: Schellhose, Ahornstr. 14a; Wolf. Schildhorn- strasze 78; Lemondowöki, Düppelstr. 7; Crainer, Marlsteinstr. 1; Kriiger, Hcesestr. 1. Schöneberg. Heute Freitogobend findet im Obstschen Lokal, Mciiniigerstrake 8. eine öffentliche Versammlung statt, die sich mit der Aufstellung eines Kandidaten im 4. Bezirk bc- fchäftigen wird. Gleichzeitig machen wir darauf aufmerksam, daß am Sonntag früh eine Flugblattverbreitung für diesen Bezirk statt- findet. Eine zahlreiche Beteiligung ist erforderlich. Treffpunkt bei Hoppe, Merseburgerslraße 7. Uosmles. Auö der Stadtverordneten-Versammlung. Eine so langdauernde und bewegte Sitzung, wie gestern, hat eZ in der Stadtverordneten- Versammlung seit vielen Jahren nicht gegeben. Ein anregendes, aber' verhältnisniäßig noch harmloses Vorspiel zu den lärmenden Auftritten, die der letzte Teil der Sitzung brachte, bildete die Debatte über die Verpachtung des Viehhof-Restaurants. Das Drum nnd Dran dieser Angelegenheit mußte den Eindruck erwecken, als solle hier ein bißchen Protektionswirtschaft getrieben werden. Unsre Genossen Pfannkuch und Hoffmann be- leuchteten nach Gebühr das eigenartige Verfahren, das d�r Magistrat beziehungsweise der Stadtverördneten-Ausschuß bei der Vergebung des Restaurants einschlagen wollen. Aufsehe» erregten besonders die Ausführungen Hoffmanns— auch auf der Tribüne. Sie erhielten einen besonderen Reiz dadurch, daß der Angegriffene, der Stadtv. Heilniann, sich hinterher noch selber meldete und sich zu verteidigen suchte.' Es folgte dann die Ehrenrettung der städtischen Krankenhäuser, die von Herrn Cassel und seinen Freunde» aus der„Alten Linken" inscenicrt worden war. Den Anlaß zu diesem Beginnen hatten die Ausführungen gegeben, die unser Genosse Autrick neuerdings im Reichstag'über das städtische Krankenhauswesen Berlins gemacht hatte. Herr Cassel beklagte sich bitter darüber, daß die böse» Socialdeniokraten so gar nicht mit der Berliner Kommunalverwaltung zufrieden sind und daraus selbst im Nieichstage kein Geheimnis machen wollen. Im Namen deS Magistrats suchte Herr Stadtrat Weigert den Nachweis zu führen, daß Antricks Mitteilungen über das Moabiter Krankenhaus teils falsch, teils übertrieben seien. Das Pathos, mit dem er am Schluß seiner Rede unsreni Genossen Antrick Undankbarkeit vorwarf, riß die Mehrheit der Versammlung zu stürmischem Beifall hin. Singer goß eine tüchtige Portion Wasser in den Wein der freisinnigen Begeisterung, indem er darauf hinwies, das Herr Weigert trotz seiner großen Worte thatiächlich nicht mit einer einzigen Silbe widerlegt hatte, was von Antrick gegen die Moabitcr Anstalt vorgebracht worden war. Ans die von Singer an dieser Stelle wiederholten Beschwerden aiitwortete Stadtrat Straß mann und zu seiner Unterstützung Oberbürgermeister K i r s ch u e r. Den Scheinerfolg, den Herr Kirschner mit seineu An- griffen gegen Singer bei der freisinnigen Mehrheit der Versammlung erntete, sollte eine inhaltlose Salbaderei des Herrn M o m m s e n besiegeln, und dann wollte man frohlockend Schluß machen. Als unser Genosse Frendenberg sich zur Wider- legung der Straßmannschen Ausführungen erhob, wurde versucht, ihn niederzuschreien, aber er wußte sich Gehör zu erzwingen. Für einen von freisinniger Seite eingebrachten Schlußantrag setzte Singer. unter lärmendem Widerstand der Freisinnigen, die namentliche Abstimmung durch, die die Bcschlußunfähinkeit der Versammlung ergab und' kurz vor 11 Uhr der erregten Sitzung ein Ende machte. Die Pflege deS HnmorS bester Qualität, nämlich des unfrei- Ivilligen, läßt sich die„ S t a a t S b ü r g e r- Z e i t u n g" auch zur jetzigen Faschingszeit nach Kräften angelegen sein. Sie liefert damit den Beweis, daß eS ihr auch nach der großen Retirade ihres ver- ehrten Chefredacteurs Böckler um die Erhaltung des reinen Deutschtums, wie sie es versteht, zu thun ist. Mit besondrer Herzensfrische tritt dieser unfreiivillige Humor in der Art des Kampfes gegen die Socialdemokratie zu Tage, der von ihr nach wie vor nach Böcklerschem Rezept geführt wird. Vor einige» Tagen wartete das Antisemitenblatt mit der Entdecknng auf, daß der von unsrem Parteigenossen Heimann bewirkte Bau der Stadt- verordneten-Häuser in der Prinzenallee auf eine ganz besonders abgefeimte Art des G r u n d st ü ck s iv n ch e r s hinauslaufe. Heure aber bringt das Blatt einen Leitartikel, worin die Socialdemokratie mit Recht für die Uebel der Zeit, als da sind Unglaube. Begehrlichkeit, Schweinepest, Gesundbeten, Mottenfratz usw. verantwortlich ge- macht wird und worin weiter belviesen wird, daß eine Bessening der Verhältnisse erst eintrete, wenn die„köstliche Blume christlicher, deutscher Ideale" gediehen sei, d. h. die„Staatsbürger- Zeitung" ihren heute sehr schivachen Abonnentenstand verzehn- facht habe. Der Leitartikel, dem wir unsren vollen Beifall zollen, gipfelt aber in dem wörtlich von uns citierten Lehrsatz: „Die Grundbedingungen des Wohles der menschlichen Gesellschaft und des Staates bleiben immer die Gewissen- h a f t i g k e i t und das Pflichtgefühl der Staatsbürger". Die Gewissenhaftigkeit und das Pflichtgefühl der StaatSbnrger- zeitungsmänner natürlich eingeschlossen. Auch diesen antisemitische» Axioma stimmen wir bei und bezeichnen eS als eine Schande. daß Dank den Jntriguen der Socialdemokratie so viele Leute eine so schöne und einwandsfreie Tugendlehre ganz außer Acht lassen. Und dabei schüttelt uns das eigene Gewissen ordentlich• und zwingt uns zu dem Bekenntnis. daß der lvcitreichende Einfluß des in der Socialdemokratie verkörperten bösen PriiicipS derart abgekeimt um sich greift, daß er die eignen Vertreter dieser Partei die Grundbedingungen der menschlichen Ge- sellschast erfüllen läßt, aber auf intrignautenhaften Schleich- wegen, deren Aufdeckung sich verlohnte. gerade die G e g n e r' des Umsturzes zur Todsünde gegen die antisemitiichc Tngendlehre verleitet. Wie wäre es anders erklärlich, daß selbst ein Chefredaeteur der„Staatsbürger-Zeitung" Gewissenhaftigkeit und Pflichtgefühl gegen den Staat schnöde miß- achten und durch eine Flucht, die das Gegenteil von deutschen, Heldenmut bedeutet, sich der ihm von deutschen Richtern zudiktierten Gefängnisstrafe entziehen könnte? Wir erwarten von dem nächsten Leitartikel der„Staatsbürger- Zeitung, daß er L i ch t bringe und mit der Fackel der Wahrheit hineinleuchte in diese von ihr in unbegreiflicher Langmut bisher noch mit keinem Sterbenswort erwähnten Schleichwege socialdemokratischer Kabalen I_ Der erste Etat für das städtische Kaiser»nd Kaiserin Kriedrich-Kinderkrankeuhaliö schließt in Ausgabe mit 270 000 M. ab Der Zuschuß bclrägt bei einer Einnahme von rund 30 000 M. etwas über 240 000 M. Für 1901 wurde ein täglicher DurchschnittS- Krankenbestand von 18ö angenommen. Nur in den Monate» Mai und Juni ist dieser überschritten worden, in den übrigen war er geringer. Für 1902 ist ein Durchschnitt von 190 Kranken an- genommen und eine Vergrößerung der Anstalt in Aussicht ge- nommen. Von Gönnern sind 13 Freidetten gestiftet worden. DaS Kapital dafür in Höhe von rund 9S 000 M. ist in Staatspapieren angelegt.___ ' Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid In Eine Stiftung für uneheliche Kinder. Der 1887 zu Wies- baden verstorbene Rentier Ernst Friedrich Oppermann, Berlin, hat die Stadtgemeinde Berlin zur Erbin seines Nachlasses eingesetzt, mit der Bestimmung, daß die Stadt eine„Oppermann Stiftung" zur Verpflegung. Erziehung, Ausbildung und Unterstützung außer- ehelicher in Berlin geborener Kinder ins Leben rufe. Die Wirksamkeit soll erst beginnen, wenn das Vermögen auf zwei Millionen Mark angewachsen ist, und sänitliche voni Testator ausgesetzte lebenslänglichen Renten erloschen sind. Zur Stiftung ge- hören die Grundstücke Königgrätzerstr. III und Unter den Linden 00. DaS Kapitalvermögen beläuft sich auf rund 200 000 M. und steigt jährlich um rund 40 000 M. ES können also»och 25 Jahre ver- gehen, bis diese fast einzig dastehende Stiftung ihren Zweck erfüllen kann. Betricbscröffnung der elektrische» Hoch- und Untergrund- bahn. Die Betriebsverwaltung der Hochbahn teilt uns mit: Die Eröffnung des Betriebes auf der elektrischen Hoch- und Untergrund- bahn findet am 18. d. Mts. statt. Es wird vorläufig nur die Strecke vom Potsdamer Platz bis zum Stralaner Thor und zurück befahren. Die Züge verkehren fahrplanmäßig in Zwischenräumen von 10 Minuten. Von 10 Uhr vormittags bis 8 Uhr abends werden zwischen dem Stralauer Thor und dem Halleschen Thor besondere Züge ein- gelegt, so daß dann während dieser Stunden auf der letztgenannten Slrecke ein Fünfminutenverkehr nach Maßgabe des im Inseratenteil abgedruckten Fahrplans stattfindet. Da anzunehmen ist, daß die fahr- planmäßigen Fahrten in den ersten Tagen seitens der Bevölkerung mehr zum Zweck der Besichtigung als zu dem der Beförderung werden unternommen werden und ein zu starker Andrang eintreten könnte, so ivird, um diesen zu vermindern, während der ersten zwei Tage(er- forderlichenfnlls auck länger) für jede einzelne Fahrt in der II. Wagen- klaffe ö0 Pf. und in der III. Wagenklasse 30 Pf. Fahrgeld erhoben werden. Das Erträgnis dieser Besichtigungsfahrten wird der zu bildenden U n t e r st ü tz u» g s k a s s.e der B e d i e» st e t e n der Hoch- und Untergrundbahn zugewiesen werden.— Für die weitere Zukunft treten die im Inseratenteil abgedruckten Fahrpreise in Kraft. Börsen-DiSciPlit». Anträge auf Ausschluß von den Börsen- Versammlungen sind nach dein Jahresbericht der Aeltcsten der Kaufmanuschaft im Jahre 1901 nicht weniger als 56 zur Behandlung gelangt; 41 davon betrafen die Z a h I u n g s u n f ä h i g k e i t der betreffenden Börsenbesucher. 11 Beleidigung von Beamten oder Besuchern der Börse, zivei Störung der Ordnung oder des Geschäfts- Verkehrs(durch Lärm, Verletzung des Anstandes, Zuwidcrhandlnng gegen Anordnungen des Vorstandes zc.) und zwei die Verbreitung falscher Gerüchte zc. In 33 Fällen sind die Anträge zurückgenommen. in fünf Fällen abgewiesen und in nenn Fälle» an das Ehrengericht abgegeben worden. Geldstrafen wurden nicht verhängt, dagegen kam es in acht Fällen t b a t s ä ch l i ch zur Ausweisung, die aber meist nur 3 bis 4 Tage aufrecht erhalten z» werden brauchte. In einer der beiden Beschwerde- Sachen entschied der Vorstand zu Gunsten der Verurteilten, in der andern hat das Over- Verwaltungsgericht dahin entschieden, daß die Klage deS Verurteilten abzuweisen sei, weil der Beschluß der A e l t e st e u der Kaufmannschaft endgültig i st. 30 000 Mark hatte gestern eine Rentiere aus Steglitz, die den Straßenvahnwage» Lützowplatz— Charlottenburger Straßenbahn- Hof benutzt hatte, in. Straßenbahnwage» vergessen. Tab Geld, das ans Wntpapiereu bestand, fand der Schaffner des Wagens und übergab das wertvolle Objekt dem Fundburea» der Gesellschaft, tvo es auch bald darauf von der Eigentüinerin reklamiert wurde. Der ehrliche Finder erhielt, wie berichtet wird, eine Belohnung von 300 Mark. Im Schornstein getötet wurde gestern nachmittag der 25 Jahre alte Schornsteinfeger Karl Schätze! auS der Creimnencrstratze. Im Dienst des SchornsteinfegermcisterS R. auS der Krantstr. 15 hatte er in der zweiten Handwerke'rschule, Andrcasstr. 1/2 zu thun. Das Haus wird mit CoakS geheizt, und in dem im Kellergeschoß befind- lichen Kesselraum stehen vier Kessel, von denen zwei angeheißt nnd auf halb gestellt waren, lim IV- Uhr bestieg Schätze! vom Kessel- räum a»S einen Schornstein,'während der Meister unten znrückblieb. Nach 15 Minuten- hätte er zurückkehren rnüffen, war aber um 2 Uhr»och nicht wieder zum Vorschein gekommen. Der Meister wurde ängstlich, stieg dem Gesellen in dem Schornstein nach nnd fand ihn in der Höhe von zlvci Metern über den Kesselraum als Leiche auf. Mit der rechten Hand hielt Schätze! sich noch an einem Stein fest. Der Meister brachte ihn a»S dem verräucherten Schacht hinaus und ließ sofort zivei Aerzte zu Hilfe rufen. Die an- gestellten Wiederbelebungsversuche blieben aber ohne Erfolg. Die Leiche ivurde auf Verfügung der StaatSanivaltschaft beschlagnahmt. Bis zur genaue» Aufklärung des SaäwerhalteS wird angenomnie», daß Schätzel infolge Einatmens von Rauch a» Vergiftnng gestorben ist. Der Geselle war verheiratet und Vater eines Kindes. Bei einem Zusammenstoß zlvischen einer Droschke und einen: Straßenbahnwagen in der Leipzigerstraße kam ein zur Zeit hier weilender Stadtrat aus Elbiug zu Schaden. Vor dem Hanse Leip- zigerslraße 5 wurde die Droschke gegen einen dort haltenden Straßen- bahnwagen geschleudert und unigestnrzt, wobei der Fahrgast, der 72 Jahre alte Stadtrat Georg Ziminermnnn aus Elbiug, auf de» Damm geschlendert und an der rechten Hand so schwer verletzt wurde, daß seine Ilcberführung in ein Krankenhaus angeordnet wurde. Der Kutscher blieb unversehrt. Tie S. städtische Fortbildungsschule für Jünglinge und Männer, Frnchtstr 38, veranstaltet zur Feier ihreö Lö jährigen Bestehens am Freitag, 14. Februar, abends 8 Uhr, in KellerS Festsälcn, Koppeustr. 29, einen Fest- abend, au dem der Vorsitzende deS Kuratoriums, Stadtrat Dr. Münstcrberg und der Dirigent der Anstalt Herr Pagel, Ansprachen halten werden. Allen Freunden»nd inSdelondre den ebeninligen Schülern, stehen Einlaßkarte», soweit der Platz reicht, an der Abendlasse und vorher bei dem Schuldiener, Frnchtstr. 38, zur Verfügung. Fcuerbcricht. Mittlvochabend kurz nach 7 Ilhr wurde die Wehr nach der P.illisadenstr. 95 gerufen, Ivo in einer Küche Wäsche und Linnpcn Feuer gefangen hatten. Gard'inen nnd Kleidungsstücke gingen kurz vorher in der' Sorauerstr. 19 in Flannnen auf, ivährend in der Sckilicmaimstr. 19 ein Brand beseitigt werden mutzte, der den Fußboden und die Balkenlage ergriffen hatte. In der Steglitzerstr. 24 waren Polstcrinöbel in Brand geraten, der indes in kurzer Zeit ab- gelöscht lverdeu konnte. NachnnttagS hatte in derLiegnitzerstr. 12 Spiritus in einem Keller Feuer gefangen, doch gelang eS auch hier, die Flammen bald zu ersticken. Kleinere Wohiinngsbrände beschäftigten die Wehr in der Blimieiistraße 49 und Lortzingstraße 43. Jnvaliden- straße 145 mußte ein Kellerbrand abgelöscht werden, der in der Hauptsache Papier. Stroh und Lumpen einäscherte. Mittlvochabend 8 Nhr ivurde die Wehr nach der Memelerstraße 7 gerufen, weil dort ein Stnbenbrand ausgebrochen war. Als die Thür der Familie Möhr im dritten Stock geöffnet wurde, bot sich ein schauerlicher Anblick. Die 7 jährige Erna Möhr lag ans den, Fußboden vollständig verbrannt. Der Körper ivnr schon angekohlt. Allem Anschein nach hat das Kind in Ab- Wesenheit seiner Eltern mit Streichhölzern gespielt, wobei die Kleider in Brand gerieten. Die Feuerwehr konnte nach Benachrichtigung der Polizei wieder abrücken, da der Fußboden nur etwas angekohlt war. Donnerstag früh 5'� Uhr mußte in der Kronenstr. 8/9 ein Kellerbrand abgelöscht werden, der hanplsächlich Obst und Fleischwarcn beschädigte. Außerdem hatte die Wehr noch drei Alarmiernngen zu verzeichnen, um Pferde aus Gruben herauszuholen, und zwar von Jnvalidenstr. 50, Boyenstr. 37 und Waldemarstr. 14. An» den Wflltitxutirun. Die Charlottenburger Stadtverordneten- Versammlnng hatte am Mittwoch wieder eine überaus reichhaltige Tagesordnung zu erledigen. Dem Antrage deS Ausschusses entsprechend genehmigte sie die Vorlage betr. Ttadtentwässerung deS Stadtteils jenseits der Spree zu einem Kostenanschlag auf 10'/3 Millionen Mark. Ohne Debatte gelangte die Vorlage betr. Herstellung von Brausebädern in einigen Gemeindeschulen zur An- nähme. Dagegen rief die Vorlage betr. Erhebung von Bei- Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb.«locke in Berlin. Dr trägen für st raßen bauliche Veranstaltungen eine lebhafte Erörterung hervor. Nach der Vorlage sollen behufs Deckung von höchstens fünf Sechstel der Kosten für die durch das öffentliche Jntercffe erforderte Herstellung von Vcrbreitermigcn ganzer Straßen- oder einzelner Straßenteilc, sowie von freien Plätzen, ferner von Brücken, Straßenüberführungen nnd Unterführungen (nebst den erforderlichen Rampen und Zugangswegcn), durch ivclche neue Verkehrslvege geschaffen werden, diejenigen Grniideigentiiincr, denen ans solchen Veraiistaltinigeii besondere wirlschaftliche Vorteile erlvachsen, Kostenbeiträge nach Matzgabe dieser Vorteile leisten. DaS Verfahren soll sich im allgemeinen nach§ 9, Abs. 3 ff. des Komimmalabgaben-Gesetzcs besliinmcn. Die Bestimmungeil sollen auf alle diejenigen VeranstnIIlmgeii Anwendung finden, welche am 1. Januar 1902 noch in der Ansfnhrung begriffen sind oder nach diesem Zeitpunkte begonnen lverdeu. Die Vorlage ivurde einem Ausschuß überwiesen, dem auch Stadtv. Dr. B o r ch a r d t angehört.— Das neue Orts- statut für das Gewerbegericht genehmigte die Versammlmig mit einigen Abänderiiiigsanträgen der Social- deniokraten. Diese Anträge beziehen sich auf die Ver- mehrung der Zahl der Beisitzer von 24 auf 36, auf die Einführung ziveijähriger statt dreijähriger Wahlperioden und auf die Bestimmung, daß als Unternehmer auch solche Haus- indlistrielle angesehen werden, die nur einen Arbeiter beschäftigen. In der Debatte priesen die Stadtv. B u k a und v. L i s z t die Vor- züge des Proportional-Wahlsystems, von dem die Vorlage übrigens Abstand nimmt. Genosse Waake, der die socialdemokratifchen Anträge begründete, machte darauf aufmerksam, daß eS außer dem Proportinoal-Wahlihstcm auch andre Wahlgesetze gebe, unter denen die Minoritäten nicht mir zur Geltimg kommen, sondern die Versammlung thatsächlich vollkoinnicn beberrschen. Dieser Hinweis aus die Erbärmlichkcit des Dreiklnssen-Wahlsystcms. das in Charlottenburg die gesamte Ver- ivaltung einer klcincii Clique ausgeliefert hat, wurde von der Linken mit lebhaftem Beifall aufgenommen; von den Majoritätsparteien erfolgte keine Antwort. Nack Erledigung einiger weiterer Vorlagen, darunter die betr. Erweiterung des ElektricitätS werkeS brachte Bürger- mcistcr M a t t i n g den Etat ein. Redner schilderte eingehend die Finanzlage Charlottenburgs nnd schloß mit der Erklärung, daß man keinen Gm»d habe, pessimistisch in die Zukunft zu schauen. Die Stadtbcmduetcn Ströhler, B u k a»nd Markus rieten zur Spmsamkeit in den Ausgaben. Unser Fraktionsredner Gen. Hirsch schloß sich der Mahnung, sparsam zu wirtschaften an, bemerkte aber, daß bei den Ausgaben für komniunal-socialpolitische Zivcckc nicht nur keine Abstriche gemacht, sondern daß die hierfür ausgesetzte» Smnmen noch erhöht werden müßten. Im einzelnen forderte Redner, daß den städtischen Arbeitern ein Rechtsanspruch auf Ruhe- lohn und Hinterbliebenenversorgung gewährt werden müßlc. Unter Hinlveis auf die Erläntcrungen zum Arinenetat forderte er eiicrgische Maßnahmen zur Linderung der Wohnungsnot und Obdachlosigkeit. Des weiteren verlangte er die Ausgestaltung der Volks- schule, die heule nur eine Arnienschule sei, zu einer Volksschule im ivahren Sinne des Wortes, die Einführung des obligatorischen Fort- bildungS-Schiilimterrichts und die Gewährung unentgeltlicher Lehr- mittel für Volksschiiler. I» den Etats-Ausschuß wurden u. a. die Genoffen Baake und Hirsch gewählt. Die socialdeniokratische Interpellation über die Arbeitslosigkeit kommt am nächsten Mittivoch zur Besprechulig. Preußischer Kampf fiir Ordnung, Religion und Sitte. Ans Lichtenberg schreibt man uns: Der Kampf gegei» das Vor- dringen der Socialdemokratie im Kreise Nicderbarnim be- ginnt, wie angedroht worden. Die Mittel aber sind die alten, ver- brauchten. Denr Besitzer des der Arbeiterschaft zur Verfügung stehenden Lokals„Schwarzer Adler" ist die Militärmnfik enlzogen worden, auch wurde über das Lokal der Militärbohkott verhängt. Versaininlüngen verfallen mit Tintritt der Polizeistunde der Auflösung, nnd was dergleichen Schädigungen des Wirtes mehr sind.„Die Sammlung aller nationalen Elemente wird eifrig be- trieben, und schon regt sich der nationale Geist der Niederbarnimer." So verkündet der Landtags-Abgeordnete Dr. Jrmer als dritter im Biuide mit dem Krcisvlatt und dem Landrat, und nun wehe euch Socialdemokraten in Niederbarnim. Die guten Leute scheinen lvirklich noch nicht zu lvissen, daß die berühmten Polizeimittcl nur zur Stärkung nnsrcr Partei beitragen. Ans Rixdorf. Die Wahl der Beisitzer zum Gewerbegericht findet am Freitag, den 28. Februar, für die Arbeitgeber und an: Sonntag, d e n 2. M ä r z, für die Arbeitnehmer statt. ES sind zu wähle» im 1. Bezirk(Wahllokal VereinShauS am Richardplatzj 2 Arbeitnehmer nnd 2 Arbeitgeber, im 2. Bezirk(Wahllokal: Schulhaus Erlstraßc) 1 Arbeitnehmer und 3 Arbeitgeber, im 3. Bezirk (Wahllokal: SchulhauS Mahlolvcrstraße) 3 Arbeitnehmer und 2 Arbeitgeber, ii» 4 Bezirk(Wahllokal: SchulhanS Knefebeckstraße) 3 Arbeilnehmer nnd 3 Arbeitgeber. Die Wahl findet von mittags 12 Uhr bis abends 8 Uhr statt. Ter verhaftete frühere Bankier Eduard McrienS in Potsdam versucht jetzt im UiitersuchlingsgefängniS den„wilden Mann" zu spielen. Mertens iveigert sich, von seinem Bcttlager in seiner Zelle anfzilstehen nnd thut dies nur in de» seltensten Fällen. Infolge seiner Maiiipnlationeii ist er ärztlich beobachtet worden, doch besteht kein Ziveifel, daß er jetzt ebenso Simulant ist wie früher, Ivo er bei andren gegen ihn schivebenden Strafprozessen ähnliche Scenen in: Gefängnis aufgeführt hat. Der Termin zur Verhandlung gegen Mertens ist deshalb bereits vor dem Schlvurgericht für Dienstag, den 25. Februar angesetzt. Ein Berliner Rechtsanwalt wird die Verteidigung des Ängeklagte» übernehmen. Bei einer in der Mertenslchcn Wohnung vorgenoinmenen Haussuchung wurde ein ganzer Sack mit Briefschaften und Coupons zc. beschlagnahmt. Einen Sprung aus dem Fenster des ersten Stockiverks that ein bei einem Bäckernieister in Wiliiiersdorf angestelltes Dienstmädchen. Man schaffte das Mädchen, das sich ein Bein brach. schleimigst in das Gr.-Lichtcrfelder Kreis-Krankenhaus. Es handelt sich um die 21 Jahre alte Hedlvig A.. die bei dem Bäckermeister H. in der Pfalzburgeistraßc bedienslct war. H. und dessen Frau hatte» das Mädchen scharf zur Rede gestellt, lvcil es einige Male von AnS- gängen zu spät znnickgekchrt war. Dabei ließ sich Frau H. hin- reißen, dem Mädchen eine kräftige Ohrfeige zu verabfolgen. Nun suchte das Mädchen, die Tochter eines Satllernieisters bei Stendal, um jeden Preis fortzukoinmen. Sie schaffte heimlich ihren Korbkoffer ans der Wohnung und wollte sich unbemerkt entferne». Der Sohn des Hauses aber verschloß die Thüre, und so unternahm das ge- ängstigte Mädchen den Sprung durch das Fenster. Verinifilsikes, Die Pest. Ans Petersburg ivird berichtet: Da seit dem 22. Januar i» Batum kein pestverdächtiger Krankheitsfall mehr vorgekomnien ist, wurde die gefmidheitspolizeilichc Untersuch, mg der ans Batum in die Häfen des Schwarzen Meeres einlaufenden Fahrzeuge sowie der mit der Bah» aus Batum abreisenden Personen eingestellt, dagegen wird die gcfinidheitSpolizeiliche Besichtigung der anS Batum abgehenden Schiffe noch beibehalten. Weltee-Proaiioie für Freitag, den 14. Februar I90S. Vielfach bciter, Nachts ziemlich strenger, am Tage gelinder Frost bei frischen nordöstlichen Winden; keine erheblichen Niederschlage. Berliner Wetterbureau. Briefkasten der Kedakkimr. B. 36. 1. Gewiß: Sie mühten aber die Thatsachen beweisen. 2. Nein 3. Das hängt von dem Inhalt des zu erlassenden Urteils ab.— N.?i. 74. Ein Anspruch auf Entschädigung steht Ihnen nicht zu. Sie milffen dem Urteil entsprechend zahlen.— S. F. 86. Das Mitglied, dessen Anteil 89 M. beträgt, haftet mit diesem Anteil und überdies nochmals in Höhe von 39 Mark.— N. 05. Wenden Sie fich schriftlich an den Magistrat, Waisenhausverwaltung.— Schvncbcrg. Am 1. April cr.— Mt. 0. Ja. >