Nr. 46. Abomumeitts-Kcdwgungen: DbonnemintS-PretZ pränumerando: vierleljährl- SLV Md, monail. l.loMI.» wöchentttch 28 Pfg. frei ins Hau». Siruelne Numm-r S Pfg. Sonnlag«. Nummer mir«lunrierier SonniagZ» Beilage„Die Neue Welt" 10 Pfg. Polt» «lbonnemenl: I.lll Mark pro Mona«, qingeiragen in der Post- ZeitungS» Preisliste für 1902 unter Hr. 7878. Unter Kreuzband für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für das übrige Ausland S Marl pro Monat. Erscheint täglich»uster Montag». Vevlinev Volksblstt. 19. Jahrg. Die Instrtions-GMyr beträgt für die fechSgespallene Koloned» zeile oder deren Raum so Pfg., für politische und gewerlschastltche Vereins- und BersammlungS- Anzeigen 20 Pfg. „Kleine Knieigen" jedes Wort 0 Psg. tnur daS erste Wort fett). Inserate für die nächste Nummer müssen btS 4 Uhr nachmittags in derExpeditton abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abends, an Sonn- und ZestiaKen btS 3 Uhr vormitlagZ geöffnet. lelegramm- Adresse: »Sortaldemokrat Berlin" Gentralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: L�v. 19, Beuth-StraKe 2. Ferusprechert Amt I, Nr. 1508. Sonntag, den£3. Februar i90£. Gxpedttion: sw. 19. Veuth-Strahe 3. Fernsprecher: Amt l, Nr. 5121. Hetzer! Im preußischen Abgeordnetenhause spielen sich zur Zeit lebhafte Debatten ab, die an vergangene Zeiten erinnern. Die Linke des Hauses, Freisinnige und selbst Nationailiberale, kämpfen mit großer Erbitterung gegen die Konservativen, als deren berufene Wortführer sich die— M i n i st e r fühlen. Die Stimmungen aus der Epoche der„Reichsfcinde" scheinen wiedergekehrt: Hier die loyalen, kon- servativen Vertreter der Regierungspolitik, dort die wüste Opposition, die jeder Hüter der Autorität, vom Schutzmann bis zum Landrat und Minister bekämpfen und zu Tode zu chikanieren verpflichtet ist. Diese Renaissance der Rcichsfcindzeiten ist nicht uninteressant. Sie zeigt, daß die zwölf Jahre des neuen Kurses für die bürgerlichen Parteiverhältnisse im Lande fast spurlos vorüber- gegangen sind, all die heftigen Eingebungen und plötzlichen Umschwünge des nenen Regiments haben imr die Oberfläche gekräuselt. Der ganze Verwaltungsapparat wirkt noch in der Bismarckschen Tradition, die Junkerschaft ist noch immer die bevorrechtete Regierungstruppe, der alte Kurs wird draußen munter weiter gesteuert, und die vorübergehenden Erscheinungen der modischen Minister sind zur Ohnmacht verurteilt und haben nichts zu sagen— wer nicht konservativ ist, bleibt in Preußen Reichsfeindl Die Konservativen haben die alte Stellung behauptet, sie er- freuen sich der Gunst der Staatsgeivalt, obwohl sie inzlvischen zur rabiaten Opposition übergegangen sind. Die agrarische Opposition leistet an„Verhetzung" gegen die Negierung das menschenmögliche. Man stimmt die Lieblingsvorlagen der Regierung, wie die Kanal- Vorlage, gelassen nieder, obivohl sich die Krone selbst auf sie vcr- pflichtete. Man höhnt die in Berlin Regierenden— und dennoch bleiben sie die treue» Stützen der Autorität und maßen sich an, die andren Parteien als staats- und reichsfeindlich zu präskribieren. In der That hat sich i» den Machtverhältnissen im Lande gar nichts verändert. Mögen die zufälligen Berliner Minister eine Politik treiben welche sie lvollen, Junkerschaft und Agraricrtum ver- fügen nach wie vor über den durch intime Versippung an ihre Jnteressen geketteten Verwaltungsapparat.>vie auch über das Heer; auf diese Macht pochen sie, kraft dieser Traditionen bleiben sie die Gutgesinnten, auch wenn sie die Berliner Politik hartnäckig und er- folgrcich bekänipfen und der Regierung eine Niederlage nach der andren bereiten. Das organisierte Klassenintcresse des Junkertinns istun- endlich zäh imZusanimenhalt undist weit stärker als die verantwortliche Ministergewalt und auch als die Krone von Gottes Gnaden. Der- maßen dürfen sich die Rebellen der agrarischen Opposition noch immer erlauben, sich als die trcuestcn Hüter des Thrones und der Regierung zu gebcrden, und jede Partei, die ihre Pläne durchkreuzt, als revolutionär und gemcinschädlich zu denunzieren. Da ist schließlich auch den Ministem in Preußen nichts andres übrig geblieben, als sich demütig zu unterwerfen. Früher Ivagtcn sie gelegentlich noch ein Wort der Auflehnung gegen die junkerliche Opposition. Jetzt preisen sie sich glücklich, wenn sie, wie der neue Polizeiminister, den geliebten Konservativen ihre bescheidene Hilfe im Kampfe gegen die Reichsfeinde und Hetzer leihen dürfen. Auf der andern Seite hat die bürgerliche Opposition keine größere Sehnsucht, als ihre alten Sünden vergessen zu machen. Die heftigenKatzbalgereienim Abgeordnetenhaus liefen im wesentliche» darauf hinaus, daß man sich gegenseitig der ReichSfcindschaft be- schuldigte. Die Konservativen sagten den Freisinnigen nach, daß sie schlimme Hetzer und verdächtig in ihrem Monarchismus seien, ja so- gar mit den Socialdemokraten liebäugelten. Hinwiederinn bekundeten die Herren von der Linken, daß sie sich an monarchischem Gefühl von niemand übertreffen ließen, und daß die Agrarier bösartiger seien als die Socialdemokraten. Es war im Grunde ein ividerliches Buhlen um die Gunst der Krone, der jeder sich nach Kräften empfahl, während er den Gegnerbci ihr anzuschwärzen suchte. Niemand nahm den Schimpf des„Hetzers" als stolzen Ehrentitel auf sich, man überbot sich vielmehr in Loyalitätskundgebnngen. und statt auf trotzige Selbständigkeit zu pochen, umwarb man die„Maßgebenden". Nie- mand wehrte auch mit der nötigen Entschiedenheit das freche Wort ab, daß es eine Beleidigung sei, von jemand zu behaupten, daß er social demokratisch angekränkelt sei. Gewiß fanden die Freisinnigen recht schroffe und treffende Wendungen über die konservativ-agrarische Landratspolitik alten Stils, der anch der jetzige Minister des Innern unbedingt huldigt, aber sie reden doch eben nur so, tveil sie an dieser Stelle in der Minderheit sind, weil ihnen das Los der Unterdrückten bcschicden ist. Wo jedoch der Freisinn in der Macht ist, da handelt er genau so landrätlich und polizeiministcrlich und junkerlich ivie der Allgewaltige von Grimmen-Greifsivald, wie Herr v. Hammerstcin, wie die Zedlitz und Limburg-Stirum. Ein eigener Zufall hat es gewollt, daß un- mittelbar vor den bewegten Landtagsdebattcn in der Berliner Stadtverordneten-Verfammlung Erörterungen ge- pflogen wurden, die ganz auf den Ton von Hinterpommern gestimmt waren. Nur war es der freisinnige Oberbürgermeister, der hier die Nolle einer Art Gcmcindc-Landrals spielte, war es die freisinnige Mehrheit, die als Chor der Junker, im Namen der Autorität der Stadtregierung die„Hetzer und Reichöfcinde" zur Ordnung rief, will sagen die Socialdemokraten. Die kompakte liberale Majorität im Berliner Stadthause ist der Svcialdemokratie gegenüber sogar noch erheblich anmaßender aufgetreten als die Konservativen i», Abgeordnetcnhause gegenüber den Freisinnigen. Herr Kirschncr ist sicher nicht hinter den Hammerstcin und Falkcnhayn zurückgeblieben. Die Liberalen wollen eben nur deshalb selber keine„Hetzer" sein, um andre der Hetzerei bezichtigen zu können. Das allseitige Betonen der eignen Loyalität entspricht durchaus dem illoyalen Verhalten gegenüber den Minderheiten. Der Freisinn ist in dieser Hinsicht um keinen Deut besser als die Jimkerschaft, die er in der Heuchelei vielleicht noch übertrifft. Man muß den Mut haben, H e tz e r zu heißen! ** « lieber die Sitzung selbst wird uns berichtet: Das Abgeordnetenhaus setzte am Sonnabend die Generaldebatte zum Etat des Ministeriums des Innern fort. Ein wie lebhaftes Interesse die Ocffentlichkcit den Vorgängen aus dem Ressort des Polizeiministers entgegenbringt, beweist die Thatsache, daß die Tribünen des Hauses, auf denen sich sonst»ur selten ein vereinzelter Zuhörer blicken läßt, bereits lange vor Beginn der Sitzung über- füllt ivaren. In der Hauptsache machte es wohl die angekündigte Abrechnung Eugen Richters mit der Regierung sein, die das Publikum in hellen Scharen angelockt hatte. Und die Zuhörer kamen auf ihre Kosten. Allerdings mußten sie erst eine langiveilige Rede des Abg. Kirsch(C.) über sich ergehen lassen, der sich für die Bestätigung Kauffmanns aussprach, aber zugleich seine Wiederwahl bedauerte und im übrigen ein Klagelied darüber anstimmte, daß seine Freunde im Rheinland von den Nationalliberalen bei der Bildung der Wählerabteilungen für die Kommunalwahlen übers Ohr gehauen werden, ohne daß die Regierung dagegen einschreitet. Etwas lebhafter wurde es schon, als Abg. v. E y n e r n(natl.), der sich zur Abwechslung radikal geberdete, gegen die Verhetzungen des Bundes der Landwirte donnerte, dessen Agitation viel wüster sei als die der Socialdemokraten, dessen Versammlungen aber trotzdem nicht als politische angesehen zu werden scheinen. Auch dem Minister versetzte Herr v. Eynern einen Hieb, indem er darauf hintvies, wie lächerlich es sei, von einer Machtprobe zwischen der Berliner Stadtvertretung und der Krone zu sprechen; eine Machtprobe hätten vielmehr die Kanalrebellen mit der Krone versucht. Die Freundschaft der Nationalliberalen mit den Konservativen ist über die Zollpolitik in die Brüche gegangen; das klang ans EynernS Rede deutlich hervor. Und die Nationalliberalcn haben ihrerseits nicht übel Lust, die konservative Erbschaft der Regierungs- fähigkcit anzutreten. Darum bemühen sie sich, das Treiben der Agrarier möglichst schlvarz zu schildern; vielleicht daß es des Königs Herz rühre! Nachdem sich die Erregung, die die Rede des Abg. Eynern bei den Konservativen hervorgerufen, gelegt hatte, kam Eugen Richter zu Worte, um den Fall Kauffmann einer scharfen Kritik zu unterziehen. Seine pointenreiche, von kräftigem Humor ermunterte Rede bedeutet eine Abrechnung nicht nur mit dem Minister des Inner», sondern mit unsrer ganzen Regierungspolitik, mit den immer mehr in die Erscheinung tretenden„Plötzlichkeiten" und dem deutlichen Streben, eine Kabinettsregierung zu bilden. Treffend ironisierte er die Civilminister, die monatelang nicht Vortrag beim Könige halten dürften, aber doch für alles ohne ein Wort des Widerspruchs die Verantwortung übernehmen müßten, und deren Stellung im Grunde genommen genau so untergeordnet sei ivie die der Kanzleibeamten, die lediglich die Uebereinstimmung des Konzepts mit der Reinschrift zu bescheinigen hätten. Es ivar für den Abg. Richter ein leichtes, dem Minister Freiherrn v. Hammerstein die zahlreichen Widersprüche in seiner Rede vor Augen zu führen und ihm nachzuweisen, daß er noch viel reaktionärer sei, als sein Amts- Vorgänger Frhr. v. Rhembabe», den doch niemand eines übertriebenen Liberalismus beschuldigen könne. In der That ist die Haltung des Herrn v. Rheinbaben lange nicht so reaktionär geivesen, ivie die des jetzigen Ministers, da er in fast allen Fällen, Ivo eine Bestätigung versagt war. die Gründe hierfür angab, während Herr v. Hammer- stein nicht einmal das für nötig hält. Ein Irrtum ist es übrigens, wenn Herr Richter die geivaltige Zunahme der socialdemokratischen Stimmen bei den letzten Stadtverorduetenwahlen dem Mißmut über die Nichtbestätigung Kanffmanns zuschreibt. In erster Linie ist die socialpolitische Rückständigkeit des Berliner Kommunalfreisinns von bestimmendem Einfluß gewesen. Ueberaus kläglich war die Antwort des M i ni st er S, in der er sich gegen die wuchtige Anklage Richters zu verteidigen suchte. Wohl noch nie hat ein Minister einen so mitleidige» Eindruck eriveckt. Herr v. d. Recke seligen Angedenkens hätte ja in solchem Fall sicher auch recht schlecht abgeschnitten, aber etwas geschickter hätte selbst er sich aus der Affaire zu ziehen gewußt. Ein Minister, der sich, wie Frhr. v. Hammerstein, als parlamentarischer Neuling vorstellt, um Gnade bittet und sich, nachdem er gesagt hat, daß er eigentlich nichts zu sagen hat. wieder setzt, spielt wirklich cine höchst komische Rolle. Die Linke erwartete von ihm wenigstens eine schivache Verteidigung; als er geendet hatte, herrschte zuerst etiva eine. Minute lang eisiges Schiveigen; erst dann brach die Linke, die sich von ihrem Erstaunen kaum erholen konnte, in schallendes Gelächter aus. Verteidigerjerstandcn dem Minister in den Konservativen Freiherrn v. Heydebrand und Graf Limburg-Stirum, die ihrer Freude über sein Auftreten Ausdruck gaben und sich auf den Stand- Punkt stellten, daß kein Minister verpflichtet sei, die Gründe für die Nichtbestätigung anzugeben. Offenbar haben die Herren bereits vergessen, daß sie selbst eS waren, die vor noch nicht allzulanger Zeit ein sehr deutliches Wort mit der Regierung redeten, ivcil ihnen die Gründe für die Maßregelung der Kanalrebellen nicht mitgeteilt ivaren. Heute drücken die Junker nur deshalb dem Minister ihr Vertrauen aus, weil er der Mann ist, den sie sich wünschen, der Mann, mit dem sie schalten und walten können, wie es ihnen beliebt. Imponiert hat der Minister den Konservativen sicher nicht. Imponiert hat er nicht einmal seinen eigenen Räten, die staunend dabei saßen, und, um ihm zu zeigen, wie ein echter Polizeiministcr aufzutreten hat, den jüngsten von ihnen, einen Hern v. Fallen Hayn, vorschickten, der mit edler Schneidigkcit den Berliner Stadt- verordneten vorlvarf, sie hätten Herrn Kauffmann nur aus Laune wiedergewählt. Der alte L a n g e r h a n s gab die Erklärung ab, daß die Berliner Stadtverordneten sich an die Wahl Kauffmanns so lange gebunden halten, bis der König über die Bestätigung oder Nichtbestätigung ent- schieden hat. Wenn der Minister keine Entscheidung herbeiführe, ver- stoße er gegen das Recht der Krone. Nachdem noch die Abgeordneten Dr. Friedberg(uatl.) und Dr. Barth sfrs. Vg.) gesprochen, wurde die Debatte auf Montag vertagt._ Volikifche Berlin, den 22. Februar. Der Reichstag hielt am Sonnabend cine kurze Sitzung ab, in der zunächst der Rest des Militär- Etats erledigt wurde. Herr Bachern benutzte als Referent die Gelegenheit, dem ver-. flossenen sächsischen Finanzminister von Watzdorf einige Wahr- heiten nachzurufen. Herr von Watzdorf hatte in einer Denk-' schrift an die sächsische erste Kammer die ungereimte Vchaup- tung aufgestellt, daß der Reichstag es sei, der durch seine Finanzpolitik die Einzelstaaten belaste. Das Gegenteil ist un- gefähr richtig. Der Reichstag hat gebremst, während der Bundesrat, dessen Mitglied Herr v. Watzdorf war, noch Millionen über Millionen mehr für Heer und Flotte verlangte. Freilich hätte der Reichstag noch viel mehr bremsen sollen, und es liegt lediglich am militär- und flottenfrommen Centrum, wenn die Finanzklemme des Reiches und der Einzelstaaten so rapid gewachsen ist. Aber Herr v. Watzdorf ist in der That der letzte, der ein Recht hätte, sich darüber zu beschweren. Der sächsische Bundesbevollmächtigte, Graf Hohen- t h a l machte nicht den Mund auf, um seinem früheren Kollegen beizuspringen. Gestürzte Minister sind sehr uninter- essante Persönlichkeiten auch für ihre Freunde, die im Amt geblieben sind. Unsre Interpellation über den gesetzwidrigen Versuch der Beuthener Anklagebehörden, unsren Genossen Dr. Winter als Winkelkonsulenten zu behandeln, fand durch die befriedi- gende Erklärung des Grafen Posadowsky ihre rasche Er- ledigung. Man wird nun in Beuthen nicht mehr sagen können:„Das machen wir hier s o", sondern man wird es anders machen müssen. Bewl Etat des Reichs- Invalidenfonds gab der S ch a tz- sekretär die Erklärung ab, daß der Wunsch des Reichs- tags, die für bedürftige Kriegsteilnehmer bereit gestellte Summe von 6 200 000 M. auf 7 300 000 M. zu erhöhen, auf Erfüllung rechnen kann. Am Montag steht der Etat der Zölle und Ver- b r a u ch s st e u e r n auf der Tagesordnung.— Tie Demission des italienischen Kabinetts ist seh r überraschend gekommen. Daß die Rechte dem Ministerium ein Bcin zu stellen suchte, ist weniger auffallend, als daß dic Socia- listen das Ministerium kaltblütig fallen ließen. Die socialdemo- kratische Fraktion gab sich zwar darüber längst keinen Täuschungen mehr hin, daß von dem Kabinett Zanardelli ernsthafte Thaten auf dem Gebiete der Socialreform oder des Steuerwesens nicht zu erwarten seien, allein sie glaubte doch dem Kabinet deshalb seine lliiterstützung, wenn auch nur von Fall zu Fall, nicht versagen zu sollen, weil es sich wenigstens in Bezug auf die freie Bethätigung der Arbeiterorganisationen sehr vorteilhaft von der infamen Knebeliuigs- und Büttelpolitik des Kabinets Saracco unterschied. Das Verhalten der Socialisten bei der Stichwahl läßt aber kaum eine andre Auslegung zu, als daß man es nicht mehr der Mühe wert erachtet, das liberale Ministerium vor dem Sturze zu bewahren. Der Stnrmlauf der Rechten läßt sich aus verschiedenen Gründen erklären. Abgesehen davon, daß der RegierungS-Kandidat für daS Kammerpräsidium, Villa, der klerikalen Reaktion als Vorkämpfer des Ehescheidungsgesetzes wenig sympathisch war, erklärt schon das Eintreten des Ministeriums für dies Gesetz die Haltung der reaktionären Opposition. Zwar soll G i o l i t t i, der Minister des Innern, vor wenigen Tagen erst eine Aeußenmg gethan haben, die annehnien ließ, daß das Kabinet selbst sich keineswegs auf dies Gesetz versteife, allein inzwischen hat die Thronrede sich ge- wissermaßen für die Schaffung desselben verbürgt. Ferner ist der Rechten selbst das bischen Steuer- und Socialreform, daS die Regierung in Aussicht stellt, ein Dorn im Auge. Durch die Ermäßigung des Salzpreises würde im Staatshaushalt ein Ausfall von 16 Millionen entstehen, der durch neue Steuern, und zwar wahrscheinlich direkte, gedeckt werden müßte, eine Aussicht, die die besitzenden Schichten natürlich in Aufregung versetzt. Anch die Toleranz gegenüber den Arbeiterorganisationen wird höchst im- angenehm empfunden. Man hoffte deshalb durch die Abstimmung bei den Präsidialwahlen dem Ministerium zum mindesten die ernst- liche Verwarnung zu geben, künftighin die Interessen der Bourgeoisie mehr als bisher zu berücksichtigen. Das Schicksal des Kabinetts Zanardelli ist übrigens noch nicht definitiv besiegelt. In der h e u t i g e n Kammersitzung teilte Zanardelli den Rücktritt des Kabinetts mit und erklärt, daß der König sich Bedenkzeit vorbehalten habe. Auf Zureden Zanardellis vertagte sich hierauf die Kammer auf unbestimmte Zeit. Es ist nicht unwahrscheinlich, daß Zanardelli sich doch noch vc- reit erklärt, ein neues Ministerium zu bilden, daß heißt ein solches durch cine Umbildung des gegenwärtigen Kabinetts zustande zu bringen. Nach Meldunqcn aus Rom beschlossen nämlich die Führer der oppositionellen Rechten, dciss von einer Uebernahme der Geschäfte durch ein von der Rechten zn bildendes Kabinett unter den g e g e n lv ä r t i g e n u n g ü n st i I e n ll in st ä n d c n keine Rede sein könne, das; man es vielmehr Zmiardclli und seinen Freunden überlassen müsse, zuerst die Lage zu klären und die soeben erst wieder— in der Thronrede— gegebenen Zusicherungen der Regierung zu erfüllen. Die Opposition hält also einen Systemwechsel für aus- geschlossen und will sich mit einer Reorganisation des Kabinetts, einer halben Schwenkung nach rechts, begnügen. Man erstrebt eine „Politik der Sammlung", eine„Zusammenfassung aller staats- erhaltenden Elemente" wie der„Popolo Romano"— der reaktionäre Jargon ist überall der gleiche— sich ausdrückt. Und Zanardelli scheint dieser durchsichtig verschleierten Reaktionspolitik auch gar nicht abgeneigt zu sein; läsit sich doch das„Berl. Tngebl." melden, daß ein zu Zarnadeliis Intimen gehöriges Glied der Regierung erklärt habe: Gott sei Dank, daß wir die Sklavenkette der äußersten Linken los sind I Jetzt können wir wenigstens wieder mal aufatmen." Wahrscheinlich wird also ein Kompromißkabinelt zustande kommen, da? sich von dem bisherigen Kompromißkabinett durch die reaktionäre Nuance unterscheidet. A» socialer Sterilität wird dieses Kabinett das verflossene kaum wesentlich übertreffen, höchstens wird es sachte wieder in die Bahnen des polizeilichen Arbeilertnitzes einlenken. Dem Proletariat wird daS kauni etwas schade», seine Organisationen sind derartig gekräftigt, daß sie den bösartigsten Chikanen schon einigermaßen zu trotzen vermögen. Und über kurz oder lang wäre die Reaktion doch hereingebrochen. Die Partei hätte aber eincin solchen Kabinett gegenüber die erfrischende Möglichkeit, jederzeit ohne jegliche Rücksichtnahme energische und principielle Kritik üben zu können. » NuS Turin wird vom Sonnabend gemeldet: Während der Nacht fanden eine Anzahl Versammlungen statt, in denen die Redner die anwesenden Arbeiter zum Eintritt in den Generalstreik aufforderten. Der Verband der Industriellen und Groß- kanfleutc telegraphierte deshalb an Zanardelli und protestierte gegen die nachlässige Haltung der Regierung, die durch ihr ganzes System Handel und Industrie bereits auf das Schärfste geschädigt hätte. Die Großindustriellen und die Kaufmannschaft hätte deshalb bc- schlössen, die Verteidigung ihrer Interessen in die eigne Hand zn nehmen. Auch in Palermo, Cascrta und andern Stsidten fanden nachts Streikversamnilmigen statt, in denen ebenso zum allgemeinen Ausstand anfgefordert wurde. Heute wurden aus den verschiedensten Teilen des Königreichs große Umzüge von Streikenden angeliindigt. Die Führer versuchen besonders auch die Bäcker, Fleischer und Gas- arbciter überall in den Ausstand hineinzuziehen, inn ans die Weise den Druck auf die Regierung zu verschärfen.— *•* Deutsches Weich. Der Prinzenempfang in New Vork, der programmmäßig heute stattfinden sollte, scheint eine Verzögerung erleiden zu sollen, da der„Kronprinz Wilhelm" infolge ungünstiger Witterung tvahrscheinlich verspätet eintreffen dürfte. Die bürger- liche Presse erhebt deshalb bereits ein rührendes Lamentieren, nicht der vom Sturme geschüttelten Reisenden und der Seekrankheit der armen Specialkorrespondenten wegen, sondern wegen des möglicher- weise ins Wasser fallenden EinpfangcS: Nach einer telcgraphischen Meldung aus New Jork würde bereits eine Verspätung von fünf bis sechs Stunden genügen, um die Aufstellung eines gänzlich neuen Programms nötig zu machen, was namentlich für die Stadt Netv Uork eine große Enttäuschung bedeuten würde, da der Empfang des Prinzen Heinrich ihre» Hauptanteil an den Festlichkeiten bildet. Sollte sich eine Landung des Prinzen bis Sonntag nicht ermöglichen lassen, so wird er vielleicht ohne feierlichen Empfang im Boot an Land gehen; die Vertreter der Stadt ivürden sich ihm dann in ihrer amtlichen Funktion erst am Tage des Stapellanfs der Dacht vorstellen." Welches nationale Mißgeschick! Trenloscr Aegir! Am Lande werden sich die Reisenden um so sorgsamer Obhut er- freuen können. Für die Sicherheit dcö Prinzen Heinrich von Preußen auf amerikanischem Boden sind umfangreiche Vorsichtsmaßregeln ge- troffen worden. Wenn attch, Ivie eine Korrespondenz mitteilt, offiziell die Befürchtungen nicht gehegt tverdcn, sondern g e glaubt wird, daß Prinz Heinrich ohne jeglichc Gefahr überall hingehen kann, so wird doch dem« ch u tz c der Person des Prinzen besondere Anfmcrksamreit geschenkt tverdcn. Die Goilvcrncnicnts-Sicherheitsbehörden in Amerika stellen zum Schutze des Prinzen zahlreiche Detektivs, welche auch an der Eisenbahnfahrt des Prinzen durchs Land teilnehmen. In Neiv Jork, Chicago, Philadelphia, Millvaukee, kurz, in allen Städten, die der Prinz besucht, sind die Polizeibehörden schon jetzt angelviesen. strengste Observation über die n c u Z u g e r e i st e n z» halten und Verdächtige in Haft zu nehmen. Auch sollen deutsche Kriininalbeamte schon vor einigen Woche» nach Amerika entsandt worden sein, um dort daS Terrain z» sondieren.—_ Prinz Heinrich und Dewey. Man schreibt uns aus London: Es ist nicht der mindeste Grund vorhanden, die Washingtoner Nachricht des New Dorker„Herald" in Zweifel zu ziehen. Englische Jntrigue» können da nicht vorliegen, da der„Herald" antienglisch ist. Wer nur einigermaßen mit den Verhältnissen der englischen und amerikanischen Presse bekannt ist, Iveiß, daß der„Herald" in russischen Diensten steht, um Englands Einfluß in den Vereinigten Staaten zu schädigen. Der Washingtoner Korrespondent der«National Reviciv" hat zu Beginn des Jahres 1901 diese An- klage gegen den„Herald" öffentlich erhoben, aber der„Herald" war nicht im stände, diese Beschuldigung auch nur mit einem Worte ab- zuschwächen. UebrigenS wurde die Nachricht über den Prinz- lichon Brief auch durch eine Depesche des New gorker Zeitungsbureans„Associated Preß" bestätigt. Daran ist also gar nicht zu rütteln. Eine Entschuldigung gegenüber den Bereinigten Staaten war wohl am Platze, nur ivar sie an die unrichtige Adresse gerichtet. Sie sollte jene» tüchtigen deutschen Elementen gelten, ivie Schurz, Sorge usw., die der preußische Absolutismus im Jahre 1848 ans Deutschland verjagte und die zur Größe Amerikas soviel beigetragen haben. Gegen einen solchen Brief hätten wir nichts einzuwenden.— Der demokratische Abg. W h e e I e r an? Kentucky hat zahlreiche Briefe, Depeschen und Kabeltclegramme erhalten, die ihn zu seiner Rede beglückwünschten. �_ Ein Arbeiter-,,?» cund". In den ersten Tagen des Februars d. Js. hat sich in der Geschichte der S o c i a l d e n» o k r n t i e i» aller Stille eine entscheidende, ja erschütternde Wendung vollzogen. Nachdem sie bis dahin in erfolgreichster Weise für die Interessen der Arbeiterschaft eingetreten war, wurde die Socialdemokratic plötzlich zu einem„Bleigewicht", das an der Arbeiterbewegung hängt und ihre„gesamte Entwicklung" hemmt;„zu dieser Erkenntnis kommen die Arbeiter immer mehr und die gcgegenlvärtig starke Strömung für eine Neutra liste nmg der Gewerkschaft, d. h. für die völlige Loslösmig der Arbeiterbewegung von einseitigen unfruchtbaren Parteibestrebungen wird zweifellos in absehbarer Zeit die Oberhand gewinnen." ferner hat kich an diesem unheilvollen Febniartage heraus- t, daß die„Socialdemokratic die Arbeiterbewegung dislreditiert": „Die Arbeiter werden dies allmählich begreifen, sie werden begreifen, daß die Verquicknng ihrer berechtigten Bestrebungen zur Hebung ihrer wirtschastlichen Lage mit unfruchtbaren utopistischen Parteibestrebnngen sie von der Erreichung ihres Zieles iveit ab- treibt. Die Arbeiter müssen aber auch begreifen, daß die Ver- folgung ihrer Interessen nicht identisch sein kann mit dem rücksichtslosen Kampf gegen die Arbeitgeber und deren Interessen. Es ist widersinnig und selbstmörderisch, Forde- ruilgen aufzustellen, welche unerfüllbar sind, welche de» Arbeit- gebcr an der Fortführung und Weiterentwicklung seines Betriebes auf daS empfindlichste zu schädigen geeignet sind: Die Jntcr- essen der Arbeitgeber„ud Arbeitnehmer sind hier identisch." So Ivörtlich zn lesen in einem langen Artikel des Dr. jnr. Richard Freund, durch den er die einst ernsthafte„Sociale Praxis" auf dm Kurs der Treberaktien zubringen mit Erfolg bemüht ist. Und warum hat sich diese entsetzliche Erkenntnis dem braven Dr. Freund aufgedrängt? Warum ist die Socialdemokratie plötzlich zum Feind der Arbeiter geivorden, nachdem sie sich— Ivie Herr Freund anzuerkennen geruht—. die größte» Verdienste um das Proletariat erworben? Weil— man denke— die social- demokratische Fraktion nicht für die Resolution P a ch n i ck e- Rösicke gestimmt hat! Herr Freund gehört zu der nicht mehr seltenen Gattung listiger Arbeitergönncr, die durch scheinbares Wohlivollen und Entgegen« kommen das zum Klasscnbcwnßtsein ertvachte Proletariat wieder einschläfern und seinen Interessen abwendig zu machen suchen. Anfangs pflegen diese Herren nicht nur der Arbeiterschaft Sympathie zu zeigen, sonder» auch— wenn auch mit Vorbehalt— der' Socialdemokratie. Allmählich müssen sie erkennen, daß ihre Betriebsamkeit erfolglos bleibt, dann werden sie ungemütlich und bemühen sich. Mißtrauen und Zwietracht ztvischen Arbeitern und Partei zu säen. Wenn sie zugleich die Hoff- nung treibt, daßs ihre„schlauen" Angriffe gegen unsre Partei „oben" gern gesehen und vielleicht belohnt ivürden, so steigert das die gereizte Sinnlosigkeit und Arglist ihrer„wohlivollenden" Polemik. Allerdings verfahren nickt alle Vertreter dieser moralisch und intellcktncll unangenehmen Richtung so plump ivie Herr Dr. zur. Freund, der es fertig bringt, gleich bis zur Ver- brüdennig der berühmten Jnteresienharmonie ztvischen Unternehmern und Arbeitern vorzudringen. Er hat es aber auch nicht mehr nötig, sich um das Vertrauen der Arbeiter zu bemühen, tvcil er sehr gut weiß, daß er es längst verloren hat. Die Berliner Arbeiter, so iveit sie mit ihm in Beziehungen trete» müssen, haben ihr anfäng- lichcs Vertrauen seit geraumer Zeit verloren. Um so putziger ist es, daß er sich in dem' Artikel gleichsam als Wortführer der Berliner Arbeiter anfspielt. Mag er das Vertraue», das ihm die Arbeiter entzogen haben, bei oen Unternehmern und— anderswo wiederfinden I Es fällt nnS nicht ein, den krausen Unsinn des Freimdschen Artikels im Einzelnen zn tviderlcgen. Ein Wort sei nur gesagt gegen die humorvolle Meinung, als hätte die socialdemokratische Fraktion durch ihre Ablehnung der Resolution Rösicke- Pachnicke irgendivie Arbeitcrintcressen verletzt. Wir haben bereits in unsror Nummer vom 4. Februar auf die Wertlosigkeit der Nesolntio» hingewiesen. Für Herrn Dr. Frernid ist dies aber ein Grund,„so gänzlich, unzulänglich, daß es sich nicht verlohnt, darauf hinzuweisen". That- sächlich hängt natürlich die Beurteilung der Angelegenheit einzig und allein davon ab, ob die Annahme der Resolution Nutzen bringen kann oder nicht. Die socialdemokratische Fraktion stimmte gegen die Resolutton, tveil die Annahme derselben eine wirkliche Förderung des Arbeits- vermittlnngsproblenis nicht bringen kann, wie z. B. auch Herr Dr. Jastrow, sicherlich ein Sachkenner auf diesem Gebiete, aus- zefnhrt hat. Die Fraktion ist hier nicht von ihrem oft geübten Ver- fahren abgelvichcn, auch geringen socialpolittschen Verhessernngen zn- znstimine», ivenn die lvcitergehenden Anträge abgelehnt sind. Noch niemals aber hat sie leeren Scheinreformen zugestimmt, deren An- »ahme dazu führen würde, daß die ernsten Reformen der Socialdemokratie dann nachträglich leicht abgelehnt tverdcn könnten unter dem Vorwand. die Socialdemokratie habe selbst schon für jene bis zur Wertlosigkeit unzulängliche Scheinreform ihre Zustimmung und Billigung gegeben. Der social- demokratische Gesetzentivurf betreffs Einführung von Arbeitsämtern fordert eine umfassende paritätische Regelung des Arbeitsnachtveis- ivesens für das Reich von Gesctzcsivcgen. Diesem Antrag gegenüber bedeutet die Resolution Rösicke-Pachiiicke eine absolute Nichtigkeit; kellt sie eS doch in da« Belieben der Regierung eines Herrn Möller, ob sie in solchen Orten die Einsührung eines kommunalen ArbeitSnachlvciscs veranlassen ivill, in denen ei» Teil der Unter- nehmer einen solchen gefordert hat. Die socialdemokratische Fraktion hatte nmsotveniger Anlaß, dieser völlig verwässerten Schein-Socialpolilik der freisinnig-vereinigten Wasserpolitiker zuznstiinmen, als der social- demokrattsche Gesetzentivurf sicherlich eher zur Beratung im Reichs- tag gelangen wird, als der in der Resolution geforderte Regiernngs- entwurf. Kommt unser Antrag zur Verhandlung, so wird eS sich zeige», ob die socialpolitisch beflissenen Parteien, die für die Resolution stimmten, für eine ernstliche Förderung der Arbeitsnachtveis- Frage und damit der Arbeiterinteresien zu haben sein werden.— Wocdtke. Der Wirkliche Geheime Ober- Regierungsrat Dr. v. Woedtke ist heute verstorben. Woedtke. ein Bnreankrat reaktiomim Färbung, wurde breiteren Kreisen bekannt durch die 12 000 Mark-Affaire, in der bekanntlich die Verantwortimg für den politisch unfairen Handel auf ihn als den damaligen Direktor des Rcichsamts des Innern geivälzt wurde. Wocdtke wurde infolge- dessen anck alS Sündcnbock als Präsident des»cngcschaffencn ReichS-Ansstchtsamts für das Privnt-VersicheningSivesen in die Straf- Verbannung geschickt.— Deutschland und die Integrität Chinas. Das Berliner Krnpp-Organ fühlt sich veranlaßt, der englischen„Legcndcnbildnng" entgegenzutreten, daß die deutsche Regierung den Protest A m e r i t a s gegen die russischen Absichten ans die Mandschurei' gebilligt habe. Deutschland habe mir informatorische Kenntnis von dieser diplomatischen Aklion der Union erhalten, ohne sich jedoch zu irgend einer Begutachtung veranlaßt zu fühlen. Wir bemerken wiederholt, daß kein normaler Mensch annehmen kann, daß Deutschland in China eine Politik der chinesischen Integrität beobachte.— Von der preußische» Preßfreiheit. Vor der Thonier Straf- kammer fand ein eigenartiger Preßprozcß statt. Der leitende Redacteur der polnischen. Gazeta Torunska"/ Vrcjski, und ihr Verleger BuSzczynSki ivurde» unter Anklage gestellt, weil sie nach der Behauptung der Staatsanwaltschaft Personen als verantwortliche Redactcnre zeichnen ließen, ivclche die nötige Befähigung hierfür nicht besitzen, um sich selbst vor gerichtlichen Strafen zn schützen. Die Bornntersuchung ivar eine umfangreiche. Die Staatsanwalt- schaft ließ das gesamte Druckereipersonal' des Blattes darüber ver- nehmen,>ver die Handschriften zum Druck brachte, wer die Leitartikel schreibe nstv. Die früheren vccautivortlicheu Redacteure des Blattes habe» eidlich ausgesagt, daß o h n e ihrWissenund Wollen k e i n M a n n s k r i p t in die Druckerei ging, daß ihnen auch das Recht zustand, die M a n n s kr i p t e abzuändern und daß sie hiervon öfters Gebraiich gemacht haben. Einer der Redacteure sagte anS, daß er daS Gymnasium absolviert und tbätigeS Mitglied der Redaklion gewesen sei. Trotzdem behauptet« der Staätsanivalt, daß der Herr nur Sitzredactenr gewesen sei. Herr Brcjski wies noch darauf hin. daß er öfters längere A g i t a t i o» s r e i s e n mache und daß dann die Kollegen, welche jetzt als Sitzredactenre bezeichnet iverden, die Redaktion selb st- ständig erledigKhaben. Trotz solcher Beweise beantragt der Staatsanwalt die höchst zulässige Strafe von 6 Monaten Gefängnis gegen Brcjskj. Das Urteil lautete: Brcjski 1 Monat Gefängnis, BuSzczynSki 100 M. Geldstrafe. DaS Urteil ist so unverständlich, daß man die Hoffnung ans- sprechen darf, daß die gesamte Presse— ohne Unterschied der Partei- richtmig— im eignen Interesse gegen das Urteil protestiert.— Schutz vor Schutzleuten. Wegen roher Mißhandlung eines zu Unrecht ver- hafteten Arbeiters und Ivcgcn Verleitung zum Meineide wurde der Schutzmann Reiß in Danzig von der Strafkammer des dortigen Landgerichts z n einem Jahr nenn Monaten Z u ch t h a u s ,'zwei Jahren Ehrverlust und dem Verlust der Fähig- kcit zur Bekleidung öffentlicher Aemter ans die Dauer von fünf Jahren verurteilt. Reiß, der beim 1. Garde- Regiment zu Fuß gedient hat. erfuhr von seinem Sohne, daß der Maurergeselle Lietdke in der Trunkenheit die Frau Reiß und den Jungen geschlagen hatte. Er suchte in großer Aufregung sofort de» Liedtke auf, packte ihn am Genick, schlug ihm ins Gesicht und führte ihn in die Haft ab. Ilntertvcgs schlug er den ruhig initgehendcn Arrestanteii wiederholt dermaßen ins Gesicht, daß jener z u s a m in e n- brach. Im Gefängiiitz angelangt, prügelte Reiß den Liedtke m i t einem Ochsenziemer und einem G u ni in i s ch l a u ch dermaßen, daß der G e m i ß h a n d e l t e sich vor Schmerzen am Boden k r ü in m t e. I» der Zelle miß- handelte und schlug er den in einer Ecke Zusammen- gesunkenen noch dreimal. Als Liedtke gänzlich erschöpft und blutrünstig am Boden lag, ließ er von ihm ab. kam aber am nächsten Tage, einem Sonntage, mit seinen» Knaben nochmals wieder und schlug abermals in brutalster Weise auf Liedtke ein,' so daß selbst der Junge seinen Vater bat, er solle den Häftling nicht so schlagen. Liedtke Ivurde dann eiitlnsscn und ging sofort zum Arzt. Dieser stellte fest, daß das eine Auge dick blutunterlaufen, der ganze Körper von den Armen bis zu den Schenkeln mit dicken Schrunden u n d Striemen bedeckt Ivar, und daß die Schultern überhaupt nur eine einzige grün und blau gefärbte Stelle dar- stellten. Der Schutzmann hat dann versucht, einige Zeugen zn falscher Aussage zn verleiten und sich geäußert, er werde es den Zeugen, die nicht nach seinem Wunsche aussagten, schon besorgen. Das Gericht bezeichnete die Ausschreitungen des Angeklagten als bestialisch, roh und geradezu feige. Besonders erschlverend wurde in Betracht gezogen, daß es sich um einen Beamten handelt, d e r g e r a d e bestimmt i st, über Recht und Gerechtigkeit zu >v a ch e n.—_ Kriegsgericht. Jnsterburg, den 22. Februar. Das Kriegs- gencht der ziveitcn Division verurteilte den Musketier Martin S ch in ii s e r von der ersten Kompagnie des masurischen Infanterie- Regiments 147 Ivcgen Fahnenflucht, U n t e r s ch l a g u n g und schweren D i c b st a h l s zu fünf Jahren Zuchthaus, fünf Jahren Ehrverlust, Ausstoßung ans dem Heere, Versetzung in die zweite Klasse des Soldatcnstandcs und Stellung unter Polizei-Aiifsicht. Kiel. 28. Februar. Wegen ganz bedeutender Metall- dieb stähle auf der kaiserlichen Werft venirtcilte das Kriegsgericht den Obersteuermannsmaat BalkowSki zu zwei Jahren Gefängnis und Ausstoßmig aus der Marine; den O b e r f e u e r>v e h r s in a a t Ihlow zu 13 Monaten Gefängnis, den Heizer R u st zu 9 Monaten Gefängnis. Alle drei wurden degradiert und in die zweite Klasse des SoldatenstandcS ' StX'!V{� Ei» geuiaßregclter RegimentSchrf. In militärischen Kreisen erregt, wie dem„Mainzer Journal" aus Darmstadt geschrieben wird, die Aberkciinnng der geschiedenen G r o ß h e r z o g i n als Chef des 117. Infanterie- Regiments einigermaßen Aufsehen. ES ist wohl der erste Fall in der Geschichte der preußisch- deutschen Armee, daß ein Regimeiitsinhaber bei Lebzeiten von seiner Stellung zum Regiment zurücktritt. König Georg von Hannover solvie der letzte Kurfürst von Hessen, odtvohl landeSv eriviefen. >v a r e Ii Chefs ihrer preußischen Regimenter und empfingen den monatlichen Rapport. Man vermutet, daß eine bevorstehende Heirat der Großherzogiu dabei im Spiele ist. Bei dieser Gelegenheit sei erwähnt, daß die hessische Kammer den Wunsch ausgesprochen hat, daß ihr die Gründe der grobherzoglichen Ehescheidung mitgeteilt würden. Ihrem ei» wenig indiskreten Wunsche soll auch gewillfahrt werden, freilich in geheimer Sitzung. Man sag- min noch, daß ge- krönten Häuptern die Ehescheidung besonders �icht gemacht sei.— Chronik de»' MasestätSbeleidigungS- Prozesse. I Vor etwa Jahresfrist erhielten der Geh. Rat deS Tivilkabinetts v. Lukaiius, sowie der Oberbürgermeister Lentze in Barmen, des- gleichen auch Krnpp in Essen, anonyme Briefe, die von Beleidigungen strotzten lind auch Beleidigungen deS deutschen Kaisers enthielten. Nack langen Nachforschungen glaubte man in dem Kanstnann Jakob Stock in Barmen den �Thäter gefunden zu haben. Es wurde zweimal gegen Stock verhandelt. weil der- selbe inzwischen auf seinen Geisteszustand untersucht und für geistig normal befunden worden war. Stock ivurde schließlich, trotzdem er seine Unschuld beteuerte, vor einigen Monaten zn sechs Monaten Gefängnis verurteilt, weil man ihn ans Grund der Gutachten der S ch r e i b s a ch v e r st ä n- d i g e ii für den Bricfschreiber hielt. Nachdem Stock zur Berbüßnng seiner Strafe eingezogen war, erhielt Oberbürgermeister Lentze in Bannen wiederum einen Brief ähnlichen Inhalts und anicheincnd auch mit denselben S ch r i f t z e i ch e n der früheren Briefe. Diesmal konnte der im Gefängnis'sitzende St. nicht der Briefschreiber gewesen sein. Man leitete nunmehr gegen eine andre verdächtige Person das EnnittelnngSverfahren ein, konnte dasselbe aber nickt durchführen, weil der betreffende zum Aerger der preußischen Justiz das Zeitliche segnete. Das von St. nunmehr beantragte und durchgeführte Wiederanfnahme-Aerfahren führte dazu, daß derselbe in der am AZ.Febrnar vor derl.Strafknmnier ziiElbcrfeld statt- gefnndeneii Verhandlung freigesprochen tvurde.— Ganz abgesehen von den recht beträchtlichen Gerichtslostcn in dieser Affaire ist wohl die Fratze sehr naheliegend, welche Gen ugthuuug man dem jetzt Freigesprochenen für all die erlittene Unbill, für die physische und moralische Folter der UnlersnchnngShaft und der zum Teil ver- büßten Strafe geben tvird, die für den Betroffenen um so euipfiiid- licher war,«veil sich derselbe schon im vorgeschritten enAlter befand.—_ Druckfchler-Bctichtigung. Im gestrigen ReichStagS-Entrefilet muß es statt„Reitgeist"—„Reitergeist". statt„Schlange der Social- demokratie"—„Schlange Socialdemokratie", statt„Schanzen"— „Schlangen", und statt„Regimciilspferde"—»Remonlepferde" heißen.— Austilttd. Die Straßcukämpfe in Barcelonc», Uebcr das Vorspiel des blutigen Dramas in der Hafenstadt CatalonienS wird der«Franks. Ztg." von ihrem Madrider Kor- respondenten gemeldet: Die Barcclonacr Arbeiterschaft hat früher bereits wiederholt den allgemeinen Streik beabsichtigt, so z. B. als die Agitation für die Revision des Montjuich-Prozesics in vollem Gange ivar; später, in» Herbste des Jahres 1900. als die Spinner und Weber des Ter-Thales die Arbeit einstellten, sodann im Herbst 1901, als die Kärrner und Straßenbahn- Bediensteten in Barcelona in den Ausstand traten. Auch in andren Städten, wie Coruiin, Gijin und Sevilla, sind im vorigen Jahre Ausstände ausgebrochen, die beinabe in eine all- gemeine Arbeitseinstellung ausliefen. Die jetzt in Barcelona zum Änsbrnch gekommene Bewegung ist unstreitig die a n s g e d e h n- teste u n d furchtbarste, die je in Spanien verzeichnet tvorde» ist. Nicht nur die Arbeiter sämtlicher Fabriken und Wcrkstätteiz sonder» mich, wie ich bereits telegraphisch mitgeteilt Hobe, alle Ladcnbettienstcten. Apothekergchilfen. Handwerks- d urschen, Träger, St r ajze n bah>i bedien st eten, Kutscher, Pförtner, Hausdiener. Anzünder usiv., die gesamten Streitkräfte des Arbeiterproletariats haben sidb dein zuerst durch die Hiiitenlcute erklärten Streik ange« schlössen. Die H ii t t e n l e u t e, etiva 10 000 an der 5,ahl, verlangten den N e u n st u n d e n t a g, und wenn dieser ihnen beivilligt worden wäre, so wäre wahrscheinlich der allgenieine Streik verhütet worden. Die Arbeitgeber, die grogen Werke .Asguinist» dlaritim» y Teirestre", die einigennaßer nntcr der Kontrolle des Staates stehen, an der Spitze, zeigte» sich jedoch unnachgiebig, und so ist denn das Unheil herein- gebrochen. Delegationen der Bareclonaer AuSständischcn durchzogen ganz Spanie»,»in Unterstützung bei den übrigen Arbeitercentrcn zu suche». Es hcistt, sie hätten ini große» Ganzen seine bedeutenden Geldbeträge erzielt, aber jedenfalls sind sie zum Ausharren ermuntert worden. Am letzten Sonntag haben in Madrid. Bilbao, Saragossa, Sevilla und andren Städten Arbeiterversammlungen stattgesunden, auf denen mit großer Begeisterung Zustimmungsadresse» an die katalynischen Genossen beschlossen wurde», �n Barcelona selbst fanden nickt iveniger als 14 Meetings statt, um die Parole zum allgemeinen Streik aus- zugebe». In unzähligen Exemplaren Ivnrde unter den Arbeiter» aller Gattung ein Aufruf verteilt, der wie folgt lautet: „Genossen! Nun ist der Karneval vorüber, die schnöde Schau- stellung des Luxus und der Verschivcndung, die unsre Ausbeuter jedes Jahr veranstalten, um verstärkt unscrm Elend und unserem Hunger Hohn zn sprechen. Während auf der Straße in Maskenanzügen, Blumenschlachten und Kavalkaden, auf Bällen, in Cafös und Restaurants das Gold in Haufen cirkulierte und der Sekt in Strömen floß, hatten Tnuscnde und abermals Tausende von Arbeitern weder Nahrung noch Kleidung und sahen sich den bittersten Entbehrungen preisgegeben. Also der Karneval an der Straße ist vorüber und nun beginnt der Karneval der Kirche, nämlich die Fasteuzeit, das heißt für die, die keine» Dispens kaufen können. Wir erachten, daß der ganze Mummenschanz lange genug gedauert hat. Es ist zu Ende mit unsrcr Geduld, nnscn» Bitteil und unser», maßvollcu Bcuebmen I Der Augenblick ist gekommen, wo tvir fest und energisch auftreten müssen, um die Bcmühungeu der ungliicklickeu Hüttenarbeiter, die seit zehn Wochen streiken, wirksam zu unterstützen. Bisher sind unsere Ausbeuter so nunachgiebig und herausfordernd gcivesen, weil sie das einmütige Zusamniengeheu aller Arbeiter für unmöglich halten. Auf. Genossen und ehrsames Volk! Laßt uns alle die Arbeit niederlegen, vom Straßenkehrer bis zum Maschinenführer, vom Hausknecht bis zum Schriftsetzer, von, AuSladcr bis zun, LadenkonimiS, alle, niit einem Wort, die arbeiten. Keiner rühre mehr die Hand! Als Antwort auf die Weigerung der besitzenden Blutsauger diene die Leere, das Sckivcigcn.' der Hunger für alle I Ohne Nahrung, ohne Trank, ohne Licht und ohne Wäsche iverden unsre Feinde kapitulieren! ES lebe der allgemeine Ausstand!" Die„Franks. Ztg." giebt des weiteren eine Anzahl englischer Meldungen wieder, nach denen wahre S t r a ß e n s ch l a ch t e» ge- schlagen wurden, bei denen die Artillerie in der umfangreichsten Weise mitwirkte und i» denen Hunderte von Menschen auf dem Platze gebliebe» sein sollen. Die neuesten Telegramme lauten beruhigender: Barcelona, LI. Februar. Heute abend war die Stadt etwas belebter, da auf Anordnung die öffentlichen Gebäude wieder geöffnet wurde» und die Straßenbahnen verkehrten. Die Setzer weigern sich noch immer, z u a r b e i t e n, so daß die Zeitungen nicht erscheinen konnten. Der Generalkapitän gestaltete den Zeitungsbesitzern, Setzer aus andern Städten kommen zu lasten. Es kam im Laufe des Abends zu vereinzelten Z u s a m ni e n- st ö ß e n zivischeu Ausständigen und der Polizei, bei welche» fünf Personen verwundet Ivnrde n. Nack Meldungen, die hier ans den benachbarten Jndustrie-Ortcn eingelaufen sind, hat sich die Lage dort_frheblich verschlimmert. Madrid. 22. Februar. Aus Valencia, Balladolid, Tarragoua und Sevilla wird gemeldet, daß dort N n h c herrscht. Auch in Barcelona hat sich die Lage seit der Verhaftung der Auarchistenführer gebessert.— Tünemark. Der tverkanf der westindischen Insel». Aus Washington wird weiter gemeldet: Es wird nicht notwendig sein, den Znsammentritt des Kongresses und dessen Approbation des Kaufes der däuisch- westindischen Inseln abzuwarte». Sobald die Rntifikationeu des Traktats ausgewechselt sind, wird die Flagge der Bereinigten Staaten auf den Inseln gehißt und die ü Millionen Dollar iverden, wenn sie nicht schon bewilligt sind, als Staatsschuld der Vereinigten Staaten aufgeführt.— Der Unterhändler W. Christmas hat durch„Ritzauö Bureau" eine Erklärung an die Zeitungen versandt, worin er an Eidesstalt versichert, daß kein Mitglied der gesetzgebenden Bersamm- l u u g der Vereinigten Staaten, soweit ihm bekannt sei, direkt oder in- direkt an dem Jnselkauf pekuniär interessiert sei.— In seinem umfangreichen Geheimerlaß ist aber Seite für Seite von Bestechungen die Rede und Christmas faßt hier die Geschichte seiner Thätigkeit wie folgt zusammen:„Ich habe»ach besten Kräften für die Sache gearbeitet. Ich habe mit viele» Hundertc» von Personen gesprochen, eine Unzahl von Zeitungsartikeln geschrieben, konferiert, überredet, b e st o ch e n, Diners und Soupers gegeben, alle meine Gelder gc- braucht, viel Geld geliehen und wieder verbraucht.— Ich habe®cr» pflichlungen den Personen gegenüber, die mich so eifrig sowohl im Kongreß als auch in' der Presse unterstützt habe». Und diese Personen würden unzweifelhaft, wen» sie um ihre Forderungen getäuscht würden und ihre Interesse» bedroht wären, mit eben so großem Eiser gegen die Sache arbeiten, wie sie bis jetzt dafür gearbeitet haben."— Wie das Linken-Ministcrinm die Interesse» der Reeder wahrnimmt. Nach dänischem Gesetz haben sich die angemusterten Schiffsmannschnften dem staatlichen MustcrungSbeamten auf dessen Bureau vorzustellen, andernfalls dürfe» sie nicht von den Reedern in Dienst genommen werde». Anläßlich des Heizerstreiks hat, wie verlautet, der Minister des Innern diese Bestimmung außer Kraft gesetzt und der Beamte hat nun selbst auf dem Streik- brechcr-Schiff zu erscheinen, um die Angemusterten in Augenschein zu nehmen.-- Tchweden. Revision des Tesches zum Schnh gegen BernfSgefahrcn. Der Abgeordnete Bergstrvm hatte in der zweiten Kammer einen Antrag zwecks Herbcisühruiig einer Revision der veralteten Arbeiter» schutz-Bcstimnningen des obengenannten Gesetzes eingebracht. ES handelt sich hierbei auch besonders darum, daß eine Uebereinstimmmig herbeigesührt wird zwischen dem Berufsgcsahren-Gesetz und dem Unfallversicherungs-Gesetz. Diesem letztgenannte», neuen Gesetz sind eine Anzahl Erwerbszweige unterworfen, auf die die Schutz- Vorschriften keine Anwendung finden. Seit der Revision des Gesetzes über die Frauen- und Kinderarbeit und seit der Einführung der Unfallversicherungs-Pflicht herrscht bei den Fabriliuspcktorcn und deren vorgesetzter Behörde große llnklarheit darüber, welche Betriebe der Inspektion unterstellt sind, welche nickt. Der Antrag BergströmS, der eine Besserung dieser Zustände bezweckt, war von der Reichstags- Kommission. die sich mit seiner Prüfung befaßte, verworfen worden und die erste Kammer lehnte ihn ebenfalls ab. In der zweiten Kammer wurde er aber»ach lebhafter Debatte mit 10S gegen 93 Stimmen angeuommen.— England. Die Socinlreform der LordS. London, 20. Februar.(Eig. Ber.) Gegen Ende�Cktober 1901 gaben wir au dieser Stelle einen längeren Bericht über die Untersuchungen der Specialkommission des Oberhauses betreffend den frühzeitigen Ladenschluß. Neunzig Prozent der vernommenen Zeugen sprachen sich für diese soclnlpolitische Maßregel aus. Letzten Mittwoch beantragte Lord Aveburh— unter diesem Namen ist jetzt der frühere Sir John Lubbock, Bankier, Naturforscher und Schriftsteller bekannt— die zweite Lesung der Bill. Nach einer Debatte, die sich fast ganz im manchesterlichen Fahrwasser bewegte, wurde die Bill mit hl gegen 26 Stimme» verworfen. Graf von Wemyß. ein anarchistischer Aristokrat, protestierte im Namen der persönlichen Freiheit gegen die Tyrannei der Majorität und dieser Protest war ausschlaggebend gegen eine Bill, die bestimmt war. Hunderttausendcn von jungen Männern und Frauen die llstündige Arbeitszeit um etwa zwei Stunden zu verkürzen.-- Belgien. Zuckerkonferenz. In der Sonnabend-Sitzung, welche unter dem Vorsitze des Ministerpräsidenten � de Smet de Naeyer stattfand, nahm die Zuckerkonferenz die Beratung über die Fassung wieder aus, welche den in die eventuelle Konvention aufzunehmenden Be- stimmungen zu geben ist, über welche ein Einvernehmen bereits er« zielt ist.' Es handelt sich namentlich um den Grundsatz der Unter- drückung der Prämien, um die nähere Bestimmung der verschiedenen Kategorien der Prämien und um das Princip der Maßregeln, die gegenüber denjenigen Ländern zu ergreifen wären, welche der Kon- veution nicht beitreten, sonne um ein besonderes Verfahren gegen- über denjenigen Ländern, welche keinen Zucker ausführen. Nächste Sitzung Montag.—_ Der Boercu- Krieg. De Wct abermals entkommen. London, 21. Februar. Der„Standard" nieldet ans Pretoria vom 21. Februar; De Wet bat in der Nacht vom 10. Februar mit 400 Mann die BlockhauSlime, 10 Meilen Ivestlich von Lindlcy entfernt, durchbrochen und ist nordwärts weiter gegangen. Einige Mann seiner Abteilung durchschnitten in aller Ruhe den Stacheldrahtzann an dem erwähnten Punkt und machten auf diese Weise den Weg für das ganze Kommando frei. Wie dem„Reuterschen Bureau" aus Heilbronn von vor- gestern gemeldet wird, lauten die letzten Meldungen dahin, daß De Wet sich nördlich von Reitz in seinen allen Schlupfivinkeln längs des Liebcubergvlei-FliisseS befinde. K i t ch e n e r meldet aus Pretoria, den 21. d. MtS.: Oberst Park überraschte an der Spitze einer Abteilung, bestehend aus bc- rittenen Mannschaften und 300 National Scout«, in den Bergen bei Nooitgcdacht eine Boercntruppe, nahm 164 Boeren gefangen und erbeulete sämtliche Wagen, Maultiere usw. Unter den Gefangenen befinden sich Feldkornet Dntoit, G. Jonbert, H. Dejngcr und Lieutenant Viljoen. Auf englischer Seite waren keine Verluste. GemevKsfsZÄfklichrs« Berlin nnd Umgegend. Der Gan Berlin des EentralverbandeS der Manrer giebt in feinem Rechenschaftsbericht vom März bis Ende Dezember 1901 einen. Ueberblick der Entwicklung der Organisation und ihrer Thätig- keit. Der Gau umfaßt die Provinz Bräiideubnrg. eine» Teil Poscus und 7 Zweigvereiue in Mcckleiiburg-Strelitz mit 433 Mitglieder». Beachteusivert ist die schnelle Zunahme der Mitglieder in diesen Distrikten. 1896 zählte der Verband hier 6658 Mitglieder, 1901 stieg die Mitgliederzahl auf 21 108. Die in der Provinz Brandenburg ansässige» Maurer dürften zn 80 Prozent organisiert sein. In 62 Zweigvereinen stellte die Organisation im vorigen Jahre Lohnforderungen, tvobei sich die Unternehmer in 42 Fällen z» Verhandlungen bereit erklärten, nnd in 80 Fällen kam es zur Einigung. In 20 Fällen lehnten die Unternehmer die Unterhandlungen ab. in zwei Fällen bewilligten sie nachträglich stillschweigend. Der Bericht besagt, daß das Entgegen- komme» der Unternehmer resp. die Behandlniig, die sie den Organi- iations-Vertretern bei Unterhandlungen zu teil iverden lasse», von Jabr zu Jahr besser geworden ist, und kann beute konstotiert iverden, daß die Beanftragteu nur in eiingeu Fällen zurückgewiesen wurden, in de» übrige» Orten hat man sich gewöhnt, die entsandte» Kollege» als die legitimen Vertreter der Maurer zu betrachten. In 63 ZweigvereiuS-Bezirken bestehen Vereinbarungen und Vcr- träge über Lohn- und Arbeitsbedingungen zwischen de» Unternehmern und der Organisation. In einige» ZweigvereiiiS-Bezirkeu sind die Vcrcilibarnugeu mit den Gesellenausichüsseu getroffen, diese setzen sich aber aus orgaiiisierten Kollege» zusammen. Mitgliedschaften des Arboitgeber-BmidcS für das Baiigewerbe bestehen 21 im Gau, Zwangs- sowie freie Jnnunge» 34. JnnungS« gcsellcn-Ansschiissc sind bei 28 Jmmngen vorhanden und auS organisierte» Gesellen zusammengesetzt; sechs Ausschüsse bestehen aus Unorganisierten nnd Poliere». Außer den obige» Innungen giebt es»och solche, die dem JmningSverband nicht angeschlossen sind; bei diesen sind ebenfalls in elf Fällen die Ausschüsse von Organi- sicrten und in drei Fälle» von Unorganisierten besetzt. Handwerks- kammern sind drei im Ga»: 1. Für de» Regiernngsbezirk Potsdam; 2. für den Regierungsbezirk Frankfurt a. O. n»d 3. für den Re- gierungsbezirk Posen. An den erste» beiden sind die Gesellenaus- schiisse durch organisierte Arbeiter besetzt. Polizciverordnmigen über Banarbciterschntz bestehen in 16 Orte» nnd Bezirken. Besonders betont muß aber werde», daß sie fast alle erst erlasse» sind. nachdem die Bauarbeiter durch ihre Vertreter tm Reichstage energisch darauf drängten, also»ach 1898. Die Verordnung für die Vororte Berlins vom Potsdamer RegienmgSprSfldenten umfaßt 63 politische Gemeinden nnd 17 Gutsbezirke; diese Verordnung erstreckt sich ans 17 Zweigvereins- bezirke des Berliner LohngebietS und auf 16 ZweigvercinSbezirke außerhalb desselben. B a u a r b e i t e r s ch u tz- K o ni m i s s i o u e n bestehen in 16 Orten. Ueber ihre Beobachtungen enthält der Bericht folgendes:„Die Buden und Aborte, wenn überhaupt solche vorhanden sind, spotten, besonders auf dem Lande, aller Beschreibung, dieser Zustand wird um so schlimmer, je weiter man den Blick nach Osten in die Heimat- lichen Gefilde nnjrer Brotwucherer richtet. In diesem Punkt sind unsere Kollegen an eine verblüffende Bedürfnislosigkeit gewöhnt. Aber die Wertschätzung eines Maurers wird doch am besten charakterisiert durch das Logiswesen. Gegen 5V Proz.»nsrer in ländlichen Bezirken be- schäftigten Kollegen gehen MontagS, ausgerüstet mit den LebenS- Mitteln ftir die ganze Woche, zum größten Teil bestehend ans Brot, Butter, Quark oder Schmalz, zur meilenweit entfernten Arbeits- ftätte. Hier müssen sie, da sie Wohnungen von ihrem kargen Lohn nicht bezahlen können, in Räumen übernachten, die ihnen der Bauherr zur Verfügiuig stellt oder der Unternehmer mietet. Diese Selbstverständlichkeit wird nun seitens des Bauherrn oder Meisters als eine Gnade betrachtet, die von ihnen den Arbeitern erwiesen wird. Die Räume sind i» der Regel zu klein, ohne genügend Luft und Licht, in vielen Fallen ist es der Heu- bodeu oder die Scheune. Auch wird in diesen Räumen noch gekocht. DaS Lager bildet eine Strohschüttung, ans welcher der Arbeiter in seine» Kleidern schläft und sich mit Kleidungsstücken zudeckt. Im Lohnbezirk Dt.-Krone, der östlichen Ecke unfrei Gaues, trug sich nlgendes zu: Ein Kollege ging zum Gutsinspcktor, um von diesem einige Bund Stroh zu erbitten, das alte war vom vielen Gebrauch zu Häcksel geworden und voller Flöhe. Bor ihm, aber kurz zuvor irnd in Gegenwart des Kollegen verhandelte der Gutsgewaltige mit der Schwcinemagd. Er machte dieser bittere Vorwürfe und drohte mit Entlassung. weil sie am Tage vorher den Schweinen nicht gut gestreut habe. Nun trug unser Kollege seine Bitte bor. Der Inspektor fuhr ihn an und rief: „Was, Ihr habt daS Stroh schon wieder versaut I"— und wies ihn mit seiner Bitte ab. In Mirow in Mecklenburg haben im vorigen Jahre, uusres Wissens der erste Bezirk i» unsrem Gau. unsre Kollegen erreicht, daß ihnen der Unternehmer neben einem guten Strohlager auch eine wollene Decke liefern muß. Unser Ziel aber muß seiiy daß jeder Maurer, wenn er übernachte» muß bei Landarbeit, eine menschenwürdige Wohnimg und ein Bett in gutem Zustande sowie Waschgelegeuhcit auf Kosten des Unternehmers erhält." Bemühen sich die Maurer weiter in so eifriger Weise um den Fortschritt ihrer Organisation, dann dürfte ihr Verlangen bald er- füllt werden. Achtung, Kleber! Trotz des JnimngsbeschlusseS vom 17. d. M.. die Tarife nicht durch Unterschriften anzuerkennen, haben bis jetzt folgende Firmen bewilligt: Emil Minuth, Orantenstr. 131; F. R a n d o w. Charlotten- bürg, Goethestr. 14; Ad. Dannies, Mariannenstr. 7a; Rich. B o l l i g k e. Oranienstr. 19; S t e e g e r u. Helm, Putbuser- straße; Hagedorn, Lützow-Ufcr 13; Franz F i tz o n, Sebastian- straße 29; K. Hunger. Merseburgerstr. 1; R. G n e w i k o w, Altonacrstr. 3; G. R e i n h o l d. Ackerstr. 36; C. B o s e, Uorl- straße 73; Karl Schmidt. Charlottenburg. Lconhardstr. 23; Georg Lange, Gothenstr. 60; Otto Dornbusch. Rixdorf; Hermann Eibers, Friedenau; Herm. Palm, Rummelsburg. Schillcr- siraße; Karl R a u e, Friedenau; Karl W ö r m a n n, Rixdorf; C. G e h r k e, Reichenbergerstr. 147; Ph. W a h l, Waidmannslust; E. Kraft. Schcllingstr. 3; Rich. Ren m a n n, Courbiörestr. 16; Lina Gronau, Marburgerstr. 3; Martin Gabler, Wienerstr. 66; Max Kolbe, Charlottenburg, Wilmersdorferstr. 83; W. G r a b e r t, Mauteuffelstr. 6; Otto Beetz, Rixdorf, Jägerstr. 5; Jul. F a y, Zossenerstr. 46; S p a n g e n b e r g, Adalbertstr. 66; Schröder. Tegel, Berlinerstr. 10; A. S t o y a, Großbeerenstr. 71; Max Berend, Rixdorf, Prinz Handjerhstr. 88; Busse. Paffauerstr. 38; R ü t e. Tempelhof, Berlinerstr. 116; Kruse. Pfalzburgerstr. 66; Trott, Wollinersiraße; S ch öp e. Seydelstr. 11; Alb. Claude. Heiligegeiststr. 46; R. W e n z l y. Gr. Frankfurterstr. 86; A. Masche. Kastanien-Allee; L. B u s s e. Paffauerstr. 38; Emil H e i n z e l, Kl. Alcxauderstr. 3; Franz B l ä s ch k e, Pankow. Flora- straße 39. Nicht beivilligt haben und daher gesperrt sind folgende Finnen: S.Feder, Lcssiugstr. 6; Auhagen, Kronenstr. 11; Schnitz Sohn, Friedrichstr. 37»; Schwarzer, Linienstr. 103; S ch in a l i a n. Nene Winterfeldstr. 21; H a r m u t h, Rykestr. 28; Zander, Charlottenburg, Spreestraße; W o l s f n. Sohn, Char- lotteuburg, Grolmaimstr. 59; Stiller, Strclitzerstraße; Keller, Bülowstr. 104; Daniel, Kastanien-Allee 86; Schöpf. Beusscl- ftraße 44a; Bautz, Charloitenbnrg, Wilmersdorferstr. 162; K r e n z k e. Oranieuburgcrstr. 12; Carl M e l z h e i m e r, PotS- damerstr. 70 a; Brandenburg, Ramlerstr. 23; Achilles, Jfflaudstr. 4; Stein born, DreSdeuerstr. 34; W e i m a n n, Lichtenberg, Dorfstraße. Bauhandwerker I Unterstützt«nS in Unsen» Kampfe, fragt alle Kleber nach der ArbeitSbcrcchtiguiigS-Karte und schickt alle, die nicht im Besitze einer solchen find, nach dem Streikbureau der Kleber, «chiitzcnftr. 18/19. Die Lohnkommission der Kleber Berlins und Umgegend. Achtung, Tischler i Die Differenzen in der Werkstatt Fritz Wolter. Büschingstr. 7, sind durch Einigung beigelegt. Die Werkstatt E q u i tz, Gr. Fraukfuvterstr. 123, ist gesperrt, weil dort Abzüge bis zu 16 Proz. vorgenommen wurden. Fachvercin der Tischler Berlins nnd Umgegend. Deutsche» Reich. Die Zahl der ausgesperrten Weber in Greiz ist immnchr durch die Kommission festgestellt. ES kommen im ganzen SIVS Personen in Betracht. Darunter sind 1166 männlich« und 938 w e i b li ch e Personen. Verheiratet sind 1274, die zusammen Kinder zu ernähren haben. ES ist zu bemerken, daß eine Anzahl bereits anderweit Arbeit erhalten, ein Teil abgereist und ein weiterer Teil sich nicht angemeldet hat, die also der Zahl der Streikenden bezw. Ausgesperrte» zugezählt werde» müssen. Oega- nifte.'t sind circa 1000 Personen. Dieselben erhalten Unter- stützung vom Verband, während die übrigen durch freiwillige Zuwendungen unterstützt werden müssen. I» den Dpiegelschleifereien zu Fürth versuchen die Unter- nehmer die Löhne zn reduzieren. In dem P ö n n scheu Betriebe, der als Stnnnbock vorgeschoben war. haben aus diesem Grunde sänitliche Arbeiter die Arbeit bereits niedergelegt. Streikbrecher werden sich wenig finden, da von den 600 Glasschleifern, die in Nürnberg- Fürth beschäftigt sind, über 450 organisiert sind, nur ist es notwendig, daß der Zuzug von auswärts ferngehalten wird. Ein Teil der Arbeiter in der Spiegelrahmen- brauche hat. der uiiansgesctzten Plackereien mit den Unternehmern müde, sich mit kapitalkrästigcu Kaufleutcn in Verbindung gesetzt, um ein Etablissement zu erwerben und die Fabrikation auf genossen- schaftlickc»! Wege zu betreiben. ES ist in Aussicht genommen, 200 bis 300 Arbeiter bei 64stündiger Arbeitszeit pro Woche zu be- schäfligen.___ Ans dev Frttttrnbetvvgnng. Die Fra» in der Fabrik. Eine besonders interessante Bersarnnilung fand Montag, den 17. Februar, im Verein der Franc» und Mädchen der Arbeiterflasse statt; die Gcwerbc-Juspektiviisassistcntin Fräulein R« i ch e l t sprach über die Ergebnisse der Enquete der Gewerbe- Inspektoren vom Jahre 1899, die Fabrikarbeit verheirateter Frauen betreffend. DaS Resultat der Enquete beslätigte bekanntlich in vollem Umfange die von allen wirkliche» Kenner» misrer wirtschaftlichen Zustände stets verlretene Anschaming. daß das vom Centnini vorgeschlagene Verbot der Fabrikarbeit verheirateter Frauen eine äußerst inigliick- liche und nach Lage der Verhältnisse unmögliche Maßregel ge- Wesen wäre. Fräulein Rcichelt entwickelte zunächst die Gründe, die die ver- heiratete Fra» in so zahlreichen Fällen zur Fabriknrbeit treiben. Bon den in Berlin befragten Frauen gab ungefähr ein Drittel an, daß sie ganz ohne männliche» Ernährer seien. Bei den übrigen reichte der Verdienst deS Mannes. der im Durchschnitt etwa 19,50 Mark wöchentlich betrug, nicht hin. den notwendigsten Lebensunterhalt der Familie zu decken. Besonders in kinderreichen Familien ist die Ehefrau direkt gezwungen, zum Unierhalt derselben durch eigne Arbeit beizutragen. Ein erheblicher Teil des Lohnes wird in der Großstadt allein durch die iviiete verschlungen.*) Daß die Arbeiterfrauen vielfach der Fabrikarbeit so unbedingt vor der Heimarbeit de» Vorzug geben, erklärte die Vor- tragende auS mehrfachen Gründen. Die Frau habe in der Fabrik meist nur leichte Arbeit zn leisten, während der Lohn der Fabrik- arbeiten» ein wesentlich höherer sei als der der heim- arbeitenden Fra». Bei 9— lOstündiger Arbeitszeit habe sich ein Verdienst von 8—24 M., ein durchschnittlicher Lohn von 12 M. wöchentlich ergeben; in vielen Fälle» werde über- hanpt der gesetzliche Arbeitstag von 11 Stunden für Frauen nicht voll ansgeuutzt, sondern nur 10 Stunden gearbeitet. ES habe sich gezeigt, daß die Ehefrauen im allgemeinen stets für kurze Arbeitspausen lind einen frühen Scklnß der Arbeit einzutreten pflegen, um nach ihrer Heimkehr noch Zeit für Haus und Familie zu gewinnen; die Gewerbe-Jnspeltion mache es sich zur Aufgabe, eine solche Zeiteinteilung da. wo sie gewünscht werde, stets zu befürworten. Gegenüber der maßlos ausgedehnten Arbeitszeit m der Heimarbeit gewähre die Thätigkeit in der Fabrik somit der Ehefrau schon in dieseniPunkte große Vorteile. EbeiisoseiendiesanitärenZustände in den Fabriken meist unvergleichlich besser als in der Wohnung der Arbeiterfrau. Es ständen ihr dort große, helle und gut ventilierte Räume zur Verfügung und sie vermeide eS zudem, die eigne Woh- iiinig durch die Arbeitsinaterialien z» vcnmreinigen. Besondere sittliche Gefahren der Fabrikarbeit seien für die ver- heiratete Arbeiterin nicht vorhanden; es wurde im Gegen- *) In der Diskussion stellten die anwesenden Arbeiterfrauen fest. daß für Berlin gegenwärtig mindestens 20—24 M. monatlich auf Miete aufgehe. teil oft hervorgehoben, dafz diese einen sittlich erzieherischen Eiiiflnfc ous die jungen Arbeiterinnen übe. Allerdings böte die Fabrikarbcit»ach andrer Richtung hin auch schwere Nachteile für die verheiratete Frau. Die kleinen Kinder bleiben zu Hause oft sich selbst überlassen oder sie werden der nicht immer genügenden Obhut von Verwandten und Bekannten anvertraut, die Kleinen »auch häufig während der Abwesenheit der Mutter in eine der bestehenden Krippen gegeben, deren Zahl für das vor- handene Bedürfnis aber bei weitem nickt ausreicht. Die Ernährung der Familie ist ungenügend; sie muß den Tag über sich mit Kaffee und Brot bchclfen. um dann erst abends eine wanne, oft auch nicht hinreichend kräftige Mahlzeit zu verzehre». Die Ev ziehung der Kinder wird verwahrlost. Die Arbeit in einer Anzahl von Industrien bringt ferner schwere Gesundheitsschädigungen für die Frau mit sich, insbesondere in allen den Industrien, die metallische Gifte verwenden, ferner in der Tabak- fabritation, die Nikotinvergiftung erzeugt, und andren mehr. Auch die Schwindsucht fordere unter den doppelt überlasteten Frauen zahl- reiche Opfer. Um ein Verbot der Fabrikarbeit verheirateter Frauen könne es sich indessen nach den Ergebnissen der Enquete keinesfalls handeln. Da die Frauen, wie sich erwiesen habe, nur unter dem Zivange der Not zur beruflichen Arbeit zu greifen Pflegen, so müßte «in solches Verbot sie in Scharen der Heimarbeit mit ihren viel größeren wirtschaftlichen Gefahren in die Arme treiben und ihre Lage somit noch verschlechtern. Auch könnte für viele junge Arbeiter, die die Mitarbeit der Frau bei ihren Einkünften jetzt in Rechnung ziehen, ein derartiges Gesetz zu einem direkten Ehehindernis werden. Vielmehr sei es nötig, um die Gefahren der Fabrikarbeit für die Frau zu mindern, auf eine allgemeine Verkürzung der Arbeitszeit hinzuwirken, ebenso auf den gesetzlichen Ausschluß der Frauen aus allen gesundheitsschädlichen Betrieben und daneben durch Ausbildung der Mädchen in den Hanshaltungsarbeiten die Wirtschaftsführung der Arbeiterfrauen zu verbessern und die Er- nährung der Familie dadurch zu heben. Die Ausführungen der Referentin ergänzte»och Herr G e- werberat Hartmann. Er betonte, daß die von Frl. Reichelt dargelegten Schlußfolgerungen sich notwendig aus den durch die Enquete festgestellten Thatsachen ergeben hätten. Es seien von den ca. 8000 verheirateten Arbeiterinnen in Berlin über 3000 befragt worden. Ein Vorzug der Fabrikarbeit, der ebenfalls sehr zu beachten bliebe, sei die Stetigkeit der Fabrikbcschäftigung der Frauen gegenüber den starken Schwankungen, die sich aus deni Saisoncharakter vieler Heimindustrien ergeben. Er- freulicherweise habe sich z. B. auch bei der gegenwärtig herrschenden Arbeitslosigkeit gezeigt, daß die Schwankungen der Frauenarbeit weit geringere feie», als die der Männerarbeit. Die sanitären Zustände in den Fabriken hätte» sich seit 20 Jahren sehr erheblich gebessert; in vielen Betrieben sei durch Einführung der englischen' Tischzeit auch heute schon der achtstündige Arbeitstag für Frauen durchgeführt. In der lebhaften Diskussion, die nun folgte,»ahm zuerst Frau Ihrer zu längeren Ausführungen das Wort. Als bei Gelegenheit der Enquete sie und andre Vertretcriunen der weiblichen Arbeiterschaft über die Fabrikarbcit verheirateter Frauen befragt wurde», habe sich zu ihrer Freude eine überraschende Uebereinstünmung ihrer Anschauungen mit denen aller Kenner der einschlägigen Verhältnisse ergeben. Wenn wie in Berlin, von allen befragten Frauen über ö0 Proz. direkte Not oder Erwerbsunfähigkeit des Mannes als Grund ihrer Mitarbeit angeben, sei es von vornherein klar, daß sich ein Verbot der Fabrikarbeit als ausgeschlossen erweise. Um die gesund- heitsschädigenden Folge» desselben für die Frauen einzuschränken, sei dagegen ei» gesetzliches Verbot jeder Fabrikarbcit für Mädchen unter 16 Jahren dringend erwünscht, da gerade der jugendlich entwickelte Organismus der schweren Arbeit nicht gewachsen sei; ferner müßte der Wöchnerinnenschutz ausnahmslos auf 6 Wochen ausgedehnt und für diese Zeit der Frau durch die Krankenkassen eine ausreichende Krankenunterstützung gesichert werden. Der Behauptung der Referentin, daß die Arbeit der Frauen in der Fabrik ineist eine leichte sei, ividersprach F-au Ihrer. In einzelnen Industrien Iverdcii Frauen sogar zum Schleppen schwerer Lasten herangezogen; auch dies sei gesetzlich zu verbieten. Ebenso könne sie sich nicht der Meinung anschließen, daß die Fabrikarbeit keine sittlichen Gefahren für die Frau mit sich bringe. In einzelnen Betrieben, besonders dort, Ivo, wie z. B. in der Cigarettenfabrikation, der Teppichweberei usiv. zahlreiche Mädchen nur einen» Meister nnterstellt sind, herrsche eine wahre Paschawirtschaft; in vielen andern führe der Mangel.an gesonderten Au- kleideräumen für Frauen zu argen Mißständen. Ei» Durchschnittslohn von 12 M.. ivie ihn die Vortragende an- gab. sei zu hoch gegriffen. In den Teppichwebereien werden durchschnittlich 5—6 W. wöchcutlich verdient, bei den Blumen- und Federnarbeiterinnen durchschnittlich monatlich 80 M. bei solchen Hiingcrlöhnen sei eine Organsieruug der Arbeiterinnen beinahe un- möglich. Um der Verwahrlosung besonders der kleinen Kinder der arbeitenden Frauen vorzubeugen, müßte für eine Errichtung von Krippen in ausreichendem Maße agitiert tvcrden. Frau T i e tz weist darauf hin, daß im Centrnm der Stadt vielfach frühere Privativohnunge», die unvermietbar geworden, zu Fabrikrännien benutzt tverden, obwohl sie sanitär dazu durchaus ungeeignet sind. Herr Geivcrbcrat Hartmann habe die geringeren Schwankungen der Frauenarbeit gegenüber der Männerarbeit'hervorgehoben. Diese Erscheinung finde aber darin ihre Erklärung, daß eben in Zeilen ausgedehnter Arbeitslosigkeit die Frau an Stelle des Mannes den Unterhalt schaffen müsse. Frauen über- nehmen dann sogar vielfach direkt die früher von Männern geleistete Arbeit nur für einen sehr viel geringeren, in einzelnen konstatierten Fällen für t/z des früher gezahlten Lohnes. Wenn die gesetzliche Arbeitszeit der Frauen zutvcilen nicht voll ausgenutzt lverde, so herrsche auf der andern Seite ein Entgegen- kommen der Behörden in Bezug auf die Gewährung von Ueberstnnden, das zu einer gefährlichen Ausbeutung der weiblichen Arbeitskräste führe. Ebenso werde durch die Schul- behörde viel zu häufig Dispens der Kinder vom Schulbesuch vom dreizehnten Jahre an gewährt; die Arbeitskraft dieser Kinder lverde dann fast regelmäßig in der Heimarbeit ausgebeutet. In Bezug auf unsre hiesige Geiverbc-Jnspektion meinte Frau Tietz, es sei das licbensivürdige Eutgcgenkoinincn der Aisistentin de» Wünschen»nd Beschwerde» der Arbeiterinnen gegenüber dankend anzuerkennen; doch wäre es wüuschenstvert, den Vertreterinnen der iveiblichen Arbeiterschaft auf irgend einem Wege auch eine pcrsön- liche Rücksprache mit Fräulein Reichert zu ermöglichen. Herr Gewerbe rat Hartman» entgegnet darauf, daß regelmäßige Sprechstunden von Fräulein Reichert abgehalten werden, in denen sie für jedermann zu spreche» sei; die Geiverbe- Inspektion wünsche selbst durchaus einen persönlichen Verkehr der Arbeiterinnen mit der Assistentin; auch bahne sich in letzter Zeit ein solcher erfrcuerlicher Weise immer mehr an Sämtliche Mängel im Fabrikbetriebe aufzudecken, sei bei der Fülle der Arbeit und dem häufigen Wechsel mancher Betriebe der Fabrikinspektion allerdings unmöglich; auf die Löhne, deren Niedrigkeit in verschiedenen Industrien mehrfach hervorgehoben winde, habe das Gewerbe- Jnspeklorat ja nicht den mindesten Einfluß. Es beteiligten sich ferner an der Dislussion Frl. G r ü n b e r g, die in Bezug auf die Heimarbeit den Standpunkt des Schneider- Verbandes vertrat. Frl. Baader, die darauf hinwies, daß auch die Arbeiterinnen selbst die Ausgabe der Assistentin erleichtern könnten, indem sie sie auf vorhandene Mißstände auf- merksam»lachten und Frl. Simon. Am Schluß der Versammlung teilte der Vorsitzende noch mit, daß am nächsten Vereiusabend Fräulein Helene Simon über Robert Owen referieren werde. verständlich keinen Anlaß, uns mit der Besprechung zu beschäftigen. Nur einige beiläufige Bemerkungen darin geben uns Gelegenheit zur Jllustrierung der Professorenweisheit, die auch Herrn Herkner als Maßstab für die Qualität einer wisfenschaftlichenLeistung dient. Herr Herkner läßt nämlich die Hausgenossenschaft, für die Lily Braun bekanntlich mit Wärme Propaganda macht, scheitern an— der gemeinsamen Bade wanne. Er schreibt: „Wie gering aber auch innerhalb unsrer modernen industriellen Arbeiterschüft die Disposition für gemeinsame häusliche Ein richtungen ist. zeigt mir folgende Erfahrung. Eine Baugenossen schaft richtete in ihren nur mäßig großen, etwa sechs Familien beherbergenden Hänsern ein allen Hausbewohnern ge m einsam es Badezimmer ein. Und der Erfolg? Er' vielfacher Streit über die Art der Benutzung, schließlich voll kommener Verzicht darauf." Das soll nun beweisen, daß die genosienschaftliche Hausivirtschaft keine Zukunft habe. Solche Professorale wijsenschaftliche Gründlich keit braucht allerdings nicht zu wundern bei einem Manne, der da? Buch von Engels über den Ursprung der Familie ein oberflächliches und unsauberes Machwerk nennt und gleichzeitig die hauptsächlichste Ursache für den Zerfall der russischen und füdslavischen Haus gemcinschasten in dem Umstände findet, daß sich— die Weiber darin zanken. Herr Herkner würde es vermutlich auch als einen Beweis gegen die Möglichkeit der genossenschaftlichen Hauswirtschaft ansehen, wenn sich die' sechs Familien seiner Baugenossenschaft anstatt über die gemeinsame Badewanne, über— das gemeinsame B e t entzweit und dann aus die Benutzung verzichtet hätten. Ein Beweis gegen die HanSgcnossenschaft. In der„Zukunft" bespricht Professor Dr. H e r k n e r das Buch der Genossin Braun über die Franenfrage. Die Besprechung ist im allgemeinen sehr günstig; aber auch daS Gegenteil böte»ins selbst- Pankow. An die Zeit des seligen SocialistengesetzeS er- innerte eine Volksversammlung, die am Sonntagnachmittag hier stattfand und in der Genossin Fanny Jmle über„die' wirb sckaftliche Notlage" sprach. Dem mit Beifall aufgeiionimenen Vortrage folgte der Geschäfts- und Kassenbericht der bis herigen Vcrtrauensperson Genossin Werner. Für eine um fangreiche Propaganda unter den Frauen sei Pankow insofern wenig geeignet, weil nur Ivenig Fabrikarbeiterinnen vorhanden seien; es haben daher auch' nur zivei öffentliche Versammlungen unter ihrer Leitung stattgefunden, in denen„die Wohnung� not" und„der Wert der Konsumvereine" erörtert wurden. Für das ganze Jahr betrug dementsprechend ihre Einnahme 20,45 M.. der eine Ausgabe von 20,15 M. gegenübersteht, wonach ein Ueber schuß von 30 Pf. verbleibt. Bon der Wiederwahl einer Vertrauens person am Ort rate sie den Genossinnen ab, empfehle dagegen eine Kreis-Vertrauenspcrson zu wählen. Gegen den Vorschlag wurde kein Einwand erhoben. Die Vor sitzende erinnerte an die'bevorstehenden Koininunalwahlcn, bei denen auch die Frauen ihr Interesse bekunden könnten, indem sie für die Wahl von Socialdemokraten für die dritte Wählcrklasse agitieren und vor allem auch die demnächst statlfindendcn Versammlungen besuchen, in denen alle zum Wohle der Gemeinde nötigen Verbcsse- rungcn besprochen werden sollen, zu denen gerade auch die Frauer Vorschläge zu machen haben, besonders auf dem Gebiete des Schul- Wesens; wie auch die slrankeiiversicherimg für Heimarbeiterinnen bc antragt iverden müsse. Genosse Kranfeld wies dann auf die Vorzüge der Konsiiiir vereine hin im Gegensatz zu den Nabatt-Sparvcrciuen und legte den Frauen den Beitritt nahe, damit man in absehbarer Zeit dazu komme, in Pankow eine Verkaufsstelle einzurichten. Der Ueberivachende erinnerte nun daran, daß laut Weisung des Amtsvorstehers auf der Anmeldcbescheniigung,„die V e r s a m m l u n g während des um sechs Uhr beginnenden N a ch m i t t a g s- G o t t e s d i e n st c s nicht tagen dürfe." Im Einberstäiidnis mit den Versainmelten erklärte die Vorsitzende, daß auf Grund des Vercinsgesctzcs eine solche Beschränkung nicht verfügt iverden könne und die Versammlung sich das Recht iveiter zu tagen nicht nehmen lasse, zudem Tanz als Störung nicht angesehen werde und überall während der fraglichen Zeit statt- finden können. Darauf löste der Ueberivachende die Versammliiiig auf, wogegen von den Einberufern Beschwerde geführt iverden ivird. Ter Verein für Frauen und Mädchen Schönebergs und Umgegend hält am Sonntag de» 23. Februar 1902 in Obst's Fest- sälen, Meiningerstr. 8, seine halbjährliche Genernl-Versaminluiig ab. Tages-Ordimug: Halbjährlicher Bericht, Abrechnung vom Weihnachts- fest und vom Maskenball, Diskussion. Nach der Versammlung ge- mütliches Beisammeiisein mit Tanz. Sociales. hat sich gegenüber die Höhe des vor- von den Gciverk« Der englische Arbeitömarkt im Januar dem Dezember etwas gehoben, hat aber nicht jährigen Januar erreicht. Der Prozentsatz der schaften dem englischen Arbeitsamt gemeldeten Arbeitslosen war am Ende des Januar höher als ini Vorjahre, aber niedriger als der Durchschnitt des gleichen Monats in den letzten 10 Jahren.— In den 151 Gewerkichaften mit einer Mitgliederschast von 553 213, von denen Berichte im englischen Arbeitsamt eingiiigen, wurden 24 470 oder 4,4 Proz. als arbeitslos gemeldet. Im Dezember 1901 wurden 4,6 Proz., im Januar des Vorjahres jedoch nur 4 Proz. als arbeitslos ermittelt, während der durchschnittliche Prozentsatz der Arbeitslosen ini Januar- mouat der letzten zehn Jahre von 1892—1901 5.3 Proz. betrug.— An Veränderungen der Lohnhöhe im Laufe des Januar waren 156 678 Personen beteiligt, das Netto- Resultat war eine Lohn- Verminderung von durchschnittlich 46 Pf. pro Woche und Kopf. Eine Erhöhung erlangten nur 2783 Personen. Von den Lohnherabsctzuugcn entfällt der Hauptteil auf die Kohlengräber vou Süd-Walcs, denen in der Zahl vou 135 000 auf Grund der gleitenden Lohnskala Lohn- abzöge gemacht wurden. Gevi»s;kS"�eilttNg. Ein Strafverfahren gegen den früheren ReichstagS-Abgeord- neten Freiherrn v. Münch ist dem Bernehmen nach beim Land- gericht 1 Berlin anhängig gemacht worden. Es handelt sich hierbei um angebliche Beleidigungen des tvürttembergischen Ministers des Innern Dr. v. Pischek, des Medizinalrats Dr. Dietz und des O. A. M. Stiefenhofer in Horb. Die Klage richtet sich gegen die jüngst von Freiherr» v. Münch veröffentlichte, in einem Berliner Verlage erschienene Schrift„Württembergische Rechtspflege und Vcr- waltung". Deutsche Kulturthateu in Preußisch-Polen. Aus Bromberg ivird berichtet: Ein Seitenstück zum Wreschener Schulkrawall- Prozeß bildet die Verhandlung, die am Dienstag vor der Straf- kanimer des hiesigen königl. Landgerichts beginnt. Im Dorfe Oja- zanotvo bei Labischin hatten etwa 20 Familienväter an die königliche Regierung zu Bromberg eine Beschwerde gerichtet, in der u. a. be- merkt wurde:„Seitdem der Lehrer Kühn als ztveiter Lehrer angestellt ist, werden die Schulkinder von diesem in furchtbarer Weise mißhandelt. Die Zustände in der Schule sind infolgedessen geradezu unhaltbar". An der Spitze dieser Beschwerde stand der G e m e i n d e v o r st e h e r Albert Ormina. Dieser hatte ettoa 14 Tage später eine neue Eingabe an die hiesige königliche Bezirks-Rcgierung mit der Bitte gerichtet, ihn in der Untersuchung gegen Kühn als Zeugen vernehmen zu lassen. Die Beschuldigungen gegen den Lehrer Kühn sollen sich zedoch nicht bewahrheitet haben. Die Schulbehörde ist vielmehr der Ansicht, Ormina fei der Urheber der ersten Beschwerde; er habe sie verfaßt und abgesandt und die Unterzeichner zur Unterschrift aufgefordert, und zwar um den deutschen Lehrer Kühn aus seiner Stellung zu entfernen und einen Lehrer polnischer Nationalität zu bekommen. Da die Eingabe geeignet fein soll, den Lehrer Kühn verächtlich zu machen und ihn in der öffentlichen Meinung herabzusetzen, so ist von der vorgesetzten Be- Hörde des Lehrers' Kühn gegen Onnina der Strafantrag wegen Beleidigung gestellt worden. Ormina wird sich daher am Dienstag vor eingangs bezeichnetem Gerichtshofe wegen Behauptung niSir erweislich wahrer Thatsachen auf Grund der 8§ 135, 186 und 196 des Strafgesetzbuches zu verantworten haben. Der angeklagte Gemeindevorsteher will den Beweis der Wahrheit in vollem Umfange führen. Er hat deshalb die gezüchtigten Kinder und d esr e» Eltern als Zeugen laden lassen. Von der Staatsanwaltschaft sind Kreisschulinspektor Kempf aus Bartschin und der interessierte Lehrer Richard Kühn als Zeugen geladen. Die Ver- teidigung wird Justizrat Wolinski-Posen führen. Wegen Verbreitung einer unzüchtigen Schrift verurteilte gestern die zweite Strafkammer des Landgerichts I den Schriftsteller Hugo Cohn zu 30 M. Geldstrafe. Der Angeklagte hatte ein kleines Buch unter dem Titel„Der Wagehals" erscheinen lassen, und dieses Buch hat die Strafkammer als einen Verstoß gegen die guten Sitten erachtet.— Eine gleichlautende Anklage hatte die neunte Strafkammer gegen den Herausgeber des„Satyr", Eduard Rentzel. zu verhandeln. Dieser wurde freigesprochen. Eine Anklage wegen Diebstahls und Verletzung des Brief- g e h e i m ni ss e s führte gestern den 22jährigen Handlungsgehilfen Walter B. vor die 136. Abteilg. des Schöffengerichts. Der Angeklagte hatte bei einem Kolonial wäre»-Händler in Stellung gc- standen und sich treu und ehrlich geführt. Es war ihm aber gc- kündigt worden, weil er sich den Anordnungen seines Prinzipals nicht' hatte fügen wollen. Der Angeschuldigte hatte sich um eine neue Stellung in Potsdam beworben. Bevor er Antwort auf sein Gesuch erhielt, lief an seinen Prinzipal aus Potsdam ein Schreiben ein. Der Angeklagte folgerte ganz richtig, daß Er- kundigungcu über ihn eingezogen würden. und um zu verhüten, daß sein Prinzipal eine schlechte Auskunft über ihn erteile, nahm er erst Kenntnis von dem Inhalte des Briefes und vernichtete dann denselben. Einige Tage später sprach der Potsdamer Kaufmann persönlich bei dem Prinzipal des Angeklagten vor, wodurch die Handlungsweise des letzteren entdeckt wurde, welcher dadurch nicht nur der neuen Stellung verlustig ging, sondern noch obige Anklage erhielt. Der Gerichtshof nahm zu Gunsten des bisher uubescholteuen Angeklagten an, daß nicht Diebstahl, sondern nur Unterschlagung vorliege und erkannte auf eine Gesamtstrafe von 20 M. Die Verhandlung wegen des Altenbekener Eisenbahn- Unglücks findet am 21. März vor dem Landgericht Paderborn statt. Angeklagt sind die Blockwärter Meyer und Kleinhans-Altenbeken und der Zugführer Peters-Berlin. Urtzke Mstrszvirtzken unv DspvPäivn. Ein graneuhafieS Verbrechen wird uns durch ein Privattelegramm aus Löbtau in Sachson gc- meldet. Die Polizei ermittelte, daß der Straßeubahuführer L e r ch den bei ihm wohnenden Fabrikwächter Pratsch am 1. Januar 1900 erwürgte und ihm seine Ersparnisse im Betrage von 2500 M. raubte. Dem Leichnam hatte Lerch Beine und Kopf abgehackt und in die Elbe geworfen. Lerch ist mit seiner Ehefrau, die schon ein Geständnis abgelegt haben soll, verhaftet worden. Zu der LöhtauerMordaffaire wird der„Chemnitzer Allg. Ztg." noch gemeldet: Unter den Habseligkeiten deS Ermordeten befand sich auch ein Ring, den die Frau Lerch trug. Obwohl die- selbe bei der Ermordung des Pratsch zugegen war, kam erst durch diesen Ring das Verbrechen an den Tag' Die württembergische Regierung n»d der KompromiSantrag zum Zolltarif. Stuttgart, 22. Februar.(W. T. B.) In einer längeren Bettachtung über den Ko m pro mißan trag zum Zolltarif erklärt der„ S t a a t s a n z e i g e r für Württemberg", die Erklärung des Staatssekretärs Grafen v. Posadowskh lverde auch bei denjenigen, die in den bisherigen Regierungs- erklärnngen immer noch eine für Zollerhöhungen' benutz- bare Hinterthüre finden zu können glaubten, die letzten Zweifel beseitigen. Wie bei dem Gerstenzollsatze des Kompromisses ein befriedigender Handelsvertrag mit Oestreich- Ungarn möglich sein sollte, sei nicht abzusehen. Die württembergische Regicmng glaube die Grenze des Möglichen und Erträglichen bei den Sätzen des Entwurfs erreicht zu haben. Mit diesen Anschauungen habe sie im Bundesrat nicht allein ge- standen und die nniiinehrige Erklärung des Grafen v. Posadowsky zeige, daß die Reichsregierung auf dem gleichen Boden stehe. Es' sei zu hoffen, die Landwirte werden sich davon überzeugen, daß derjenige, welcher der Landwirtschaft mäßige, aber erreichbare Vor- teile zu verschaffen suche, ihre Interessen besser wahre, als derjenige, her ihr goldene Schätze zeige, die nicht gehoben werden können. General Botha über die Kriegslage. Brüssel, 22. Februar.(B. H.) Der vom Kriegsschauplatz hier eitlgelroffcue Dr. Albrecht, welcher Briefe des Generals Botha nach Europa gebracht hat, bezeichnet die gegenwärtige Lage günstiger als zu Beginn des Krieges. Mehr als 20 000 kriegstüchtige Boeren- tänden im Felde, die Blockhäuser seien nur ein imbedeuteudes Hindernis. Die Engländer feien demoralisiert. Die jüngsten Er- olge der Boercn seien in einem um so günstigeren Augenblick erzielt, als Kilchener sich anschickte, demnächst im Anschluß an die holländische Friedensaktion mit den Bocrcnsührern Unterhandlungen anzuknüpfen Hotelbrand. Netv Bork, 22. Februar. sW. T. B.) Bei der Feuers- b r u n st im Parkavenue- Hotel sind sünfzehn Personen umge- komme», etwa fünfzig erlitten Verletzungen. ES herrichte Sturm mit Regen und Hagel. Das Feuer brach kurz nach 1 Uhr nackits im Dache des Milizarsenals aus. Die Polizei richtete zunächst ihr Augenmerk darauf, die Bewohner der benachbarten Häuser zu rette». Gegen 2 Uhr sah man die Flamme» die Fenster des fünfte» Stockiuerks des Parkavenuc-Holels umzüngel»; alshald erschienen die überraschten Bewohner um Hilfe schreiend an den Fenstern. Die Feuerwehrleute legte» Leiter» a» und retteten zahlreiche Personen, verschiedene Frauen stürzte» sich jedoch von der Höhe des üuften Stockwerks auf die Straße hinah. Andre Bewohner erstickten in dem Rauch.__ Schneesturm. New Dork, 22. Februar, 21/a Uhr nachmittags.(W. T. B.) Seit 24 Stunde» herrscht hier ein Schneesturn», wie er seit dem Jahre 1888 hier nicht schlimmer vorgekommen ist. Alles ist mit chnee und Eis bedeckt. Die Straßen befinden sich in einem uu- beschrciblichen Zustande.__ Frankfurt a. M., 22. Februar.(B. H.) Nach einer Meldung „Frkf. Ztg." aus Barcelona ist das dortige Zollamt lahmgelegt. Zahl der bisher Verhafteten beträgt 300. Tie Polizei fand vorgenomnienen Haiissuchunge» bei dem Herausgeber eiueS Anarchistenblattcs ei» Verzeichnis sämtlicher Anarchisten Europas. Rom, 22. Februar.(W. T. B.) Die Mehrheit der Arbeiter hat ich hier durch Abstimmuug in der ArbeitSkamincr gegen de» allgemeinen Ausstand ausgesprochen. Durin, 22. Februar. sW. T. B.) Seit einigen Tagen herrscht hier in Arbeiterkreisen Aufregung wegen eines Ausstandes der Gasarbeiter. Da die Gasgesellschaftcn sich einein Schieds«) gericht nicht unterwerfen wollten, beschloß die Arbeits- Kammer den allgemeinen Ausstand, doch riet sie gleichzeitig, jede Gcwaltthätigkeit zu vermeiden. Die große Mehrheit der Arbeiter ist indessen gegen den Ausstand und thatsächlich sind bis jetzt nur einige tausend Arbeiter in den Ausstand getreten. der Die bei Luamworllicher Redacteur-«arl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th.«locke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin. Hierzu 4 Beilage» n. Unterhaltimgsblatt. at. 46.(9. mtmi. i. Ktilllgt lies LomMs" KMtt Mlksbilli?. s«".,. 2z.Mmrls°s. Reichstag. 160. Sitzung vom Sonnabend, 22. Februar 1902, nachmittags 1 Uhr. Am BundeSratstische: v. G o ß l e r. Die ziveite Berat ling des Militiir-EtatA wird fortgesetzt bei den„ E i n ni a I i g e n Ausgabe n". Gemäg den Beschlüssen der Kommission werden gestrichen 600 M. von 10 550 M. für Veschafsung von Turn- und Fechl geraten usw.. 860 M von 7310 M. für Beschaffung von Armeefahrrädern, 45 000 M. von 130 000 M.) zur weiteren Beschaffung von Geräten für Luftschiffcr-Abteilungen. Zinn Neubau eines Geschäftshauses für das Militärlabinett mit der geheimen Kriegskanzlei Iverden 25 000 M. als erste Rate für den Entwurf verlangt. Die Kommission beantragt, den Titel zu st r e i ch e n. Das Haus beschließt demgemäß. Weiter werden gestrichen: 200 000 M. zur Beschaffung eines Garnison-Exerzierplatzes in Fulda. 200 000 M. von 800 000 M. zur Ausstattungsergänzung einer Kaserne in Mainz. 21 250 M. von 8S 500 M. zur Gcräte-AuSstattung für verschiedene Kasernen. 15 000 M. für den Neubau einer militär> technischen Hochschule in Charlottenburg. 110 896 M. von 2 240 870 M. zur Beschaffung von Handwaffen zc 1000 000 M. von 2 000 000 M. zur Beschaffung von Material und Mnuition für die Feldartillcrie. 2 000 000 M. von 10 000 000 M. zu weiteren Beschaffungen für Zwecke der Fußartillerie. 4000 M. zum Neubau eineS DicnstgebändeS in Spandau. 100 000 M. von 200 000 M. zur Vergrößerung des Schießplatzes bei CummcrSdorf. 120 000 M. für artilleristische Einrichtungen auf dem Truppen- Übungsplatz Neuhammer. 24 000 M. von 150 000 M. zur Herstellung von NnterbringungS Räumen für Fußartillerie-Material. 500 000 M. von 1000 000 M. zur Beschaffung von Feldbahn- Material. 10188 000 M. von 19 728 000 M. zur Vervollständigung der wichtigeren FestungSanlagen. Neu bewilligt iverden dagegen auf Antrag der Kom- Mission: 4 728 000 M. zur Umgestaltung der minder wichtigen Festungen und 1500 000 M. zu Befestigungen am Oberrhein. Weiter iverden g e st r i ch e n: 15 000 M. von 50 000 M. zum Neubau von Magazinanlagen in Würzen. 161 000 M. von 261 000 M. zu Erweiterungsbauten in Bautzen. 30000 M. von 160 000 M. für Neu- und Erweiterungsbauten in Dresden. 100 000 M. von 900 000 M. für Neubauten von Kasernen in llheiunitz und Würzen. Im Etat für Sachsen hat die Kommission ans etatsrechtlichen Gründen eine Position aus den einmaligen Ausgaben des ordent- licheu Etats in die einmaligen Ausgaben des außerordentlichen Etats gebracht. Bei dieser Gelegenheit hat die Kommission in scharfer Weise zu den Ausführungen einer von dem früheren Fiiianzniiuister v. Watzdorf der sächsischen Ständekaninier vorgelegten Denkschrift Stcllniig genommen. Berichterstatter Dr. Bache»!(C.) führt hierüber auS: In der Denkschrift wird dem Reichslag ein Vorwurf gemacht wegen des Nichtzusiaiidckommeus einer Rcichs-Finauzreform und es heißt da: „man" habe kein Verständnis für die Finanzlage und„man" habe sich nicht gescheut, in immer steigendem Maße Lasten aus die Bundesstaaten zu legen. Es wäre angebrachter gewesen, daß der sächsische Fiuanzminister mit einer solchen Kritik im Reichstag erschienen wäre, dann hätte im kontradiktorischen Verfahren sein Vcr- ständnis der Finanzgebahrung des Reichstags sich erweitern lassen. Dieses„man" trifft in erster Linie auf den Bundesrat zu. dessen stinimberechtigtcs Mitglied Herr von Watzdorf war. Die Lasten, die aus Forderungen des Reichstages sich ergeben haben, z. B. für die Kriegsinvaliden oder Postassistcnten, reichen nicht entfernt an die Mehrforderungm auf militärischem und Flottengebiet, die zum Teil in schärfstem Kampf mit dem Reichstag und mit starke» Abstrichen durchgeführt worden sind. DaS Bestreben, eine ver- nünftige Rücksicht auf die. Finanzlage walten zn lassen, ist beim Reichstag ein erheblich größeres gewesen, als in erkennbarer Weise bisher beim Bundesrat. Auf die falsche Auffassung der Denkschrift von der Finanzgebahrung des Reichstags verlohne sich nicht mehr einzugehen, da Herr von Watzdorf jetzt Finanz- minister a. D. ist. Es folgt die Beratung der Interpellation Albrecht(Soc.): Ist dem Herrn Reichskanzler bekannt, daß, im Widerspruch mit dem klaren Wortlaut des ß 35 der Gewerbe-Ordnung und mit der Erklärung, welche der Staatssekretär Gras Posadowsky im Reichs- tage in der Sitzung vom 23. November 1899 abgegeben hat, die Polizeibehörde zu Beuthen den dortigen Arbeiter- sekretär Herrn Dr. Winter, weil dieser angeblich fremde RechtSangelegenheitcn gewerbsmäßig be- sorge, zur Anmeldung des Arbeitersekrctariats als eines Ge- werbrbrtriebeS durch Geldstrafen zu zwingen sticht? Und was gedcnkl der Herr Reichskanzler dagegen zu thu»? Staatssekretär Graf Posadotvöky erklärt sich bereit, die Jnter- pellation sofort zu beantworteil. Zur Begründung der Interpellation erhält daS Wort Abg. Hoch(Soc.): ß 35 der Gewerbe-Ordnung handelt von der gewerb Smäßigen Besorgung fremder RechtSangelegenheitcn und bestimmt, daß Per- soiieu, die dies Gewerbe betreiben, die Eröffnuiig ihres Betriebes der Polizei mitzuteilen haben. In den Motiven wird gesagt. daß diese Maßnahme sich vor allein gegen die Winkeladvokaten richten solle, durch die häufig die Arbeiter übervorteilt werden. Nun sind aber die Arbeitersekretariate gegründet worden. »in den Arbeitern die nötigen Nechtöbclehrungen s a ch- gemäß und«»entgeltlich zu geben. Es ist also widersiiniig. auf sie die Bestinimung anzuivendeil. die sich gegen die Winkel- konsulenten richtet. Außerdem hat aber Graf P o s a d o iv s k y bei der ziveiten Beratung der letzte» Novelle zur Gewerbe-Ordnung auf eine Anfrage meines Parteigenossen Bebel auödriirklich erklärt, daß A r b e i t e r s e k r e t ä r e nicht als Personen angesehen werde» könnte», die gewerbsfiiäßig in Rechtsangelegenheiten Rat erteile». Es sei zu nuterscheideii zivisäie» geschnstsiuäßigem und gewerbsmäßigem Betrieb. Trotz alledem ist bekanntlich im letzten Jahre der Arbeitersekretär Winter in Benthe» vom dortigen Landgericht und vom Ober-LandeSgericht in Breslau zu einer Geld- strafe verurteilt worden, weil er seinen Betrieb nicht angemeldet habe. Es ivurde in dem Urteil zwar anerkannt, daß Winter selbst von der Natserteilung direkt keinen mate- riellen Gewinn habe, und daß durch das Sekretariat die ärmeren Bevölkerliiigsschichlen vor gewisseiilosen Winkelkousulente» geschützt würden, andrerseits aber ivurde betont, daß Winter von der Generalkonimission der Gewerkschaften in Hamburg sein Gehalt beziehe und daß diese durch die Stärkung der Gewerk- s ch a f t e n in Beuthen auch einen materiellen Gewinn ans dem Arbeitersekretariat habe. Infolge dieses Urteils hat die Polizei in Beuchen bereits drei Strafbcfchle in Höhe von 150 M. gegen Winter erlassen. Ich erwarte, daß der Herr Staatssekretär alles thun wird, um dem klaren Wortlaut des Gesetzes Achtung zu ver schaffen.(Bravo! bei den Socialdemokraten.) Staatssekretär Graf PosadowSky: Als ich 1899 meine Erklärung abgab, habe ich geglaubt, dieselbe so klar zu fassen, daß über die Aiilvenduug dos Gesetzes kein Zlveifcl ist, was mit diesem Paragraphen der Gewerbc-Ordumig gemeint sei. Ich habe meiner Auffassung auch Ausdruck gegeben in einem Schreiben, das ich auf eine Anfrage namens der verbündeten Rcgieriiiigen an eine Bimdesregieriiiig gerichtet habe. In diesem Schreiben, datiert vom 4. Dezember 1801, heißt eS:„Die Frage, ob die Vorschriften des Z 35 der Gewerbe- Ordnung au S ekretäre eines Gcwcrkschaftskartells miwendbar sind, glmibc ich verneinen z» müssen. Zur Erfüllung des ThatbestandeS des§ 35 muß die Thätigkeit gewerbsmäßig ausgeübt werden. Daß das Gewerkschaftskartell als solches ei» Gewerbe nicht betreibt, erscheint ii»zweifelhaft, denn dazu gehört, daß es sich aus der geschäftlichen Thätigkeit eine dauernde Eiiiiiahme verschafft. Das ist aber nicht erfolgt. Weder das Kartell, noch seine Mitglieder wollen eine Einnahme beziehen, sondern der Sekretär ist verpflichtet, allen, die sich an ihn wenden, seine Dienste zu leisten. Ebenso wenig ist der Sekretär als Gewerbetreibender anzusehen Er ist nicht auf eigne Rechmnig, sondern nur als ein Angestellter thätig. Die Selbständigkeit des Betriebes ist aber für die Er- füllimg des Z 35 der Gewerbc-Ordming unbedingt erforderlich." Als ich von den Vorgängen in Beuthen Kenntnis er- halten habe, habe ich mich sofort an den preußischen I u st i z in i n i st e r gewandt, der dann auch sofort die Beuthen er Anklagebehörde anwies, von einer Straf- Verfolgung abzusehen. Der Juslizminister hat weiter unter dem 15. Januar 1902 an sämtliche Staatsanwälte eine Anweisung dahin erlassen, daß die von den Gcwerkichaftsknricllen errichteten Arbeitersekretariate nicht als gewerbsmäßige Betriebe anzusehen sind und daher nicht dein Z 35 der Gelvcrbc-Ordiniiig unterliegen. Ich habe heute Nacht erst die Nachricht erhalten, daß die Jnter- pellation heute auf der Tagesordnung steht, deshalb habe ich die Akten nicht zur Stelle. Im Nvvcmbcr 1801 habe ich sie zum letztenmal eingesehen. Es stand darin, daß Herr Dr. Winter für die Anfertigung eines Schrift- stiickeS einmal 5 0 P f e nsn i g und ein andres Mal eine Mark be- zahlt erhalten hat. Würde Herr Dr. Winter eine solckie Ver- gütung angenommen haben, um sie an daS Vnrrau abznfiihrcn, dann würde nach meiner Meinung in diesem Falle Z 36 der Gc- Iverbe-Ordnung nicht zur Anwendung kommen können. Würde er dagegen persönlich eine Vergütung für die Anfertigung eines Schrift- stücke» angenommen haben, dann läge der Fall anders. Die'zuständigen Polizeibehörden sind vom preußischen Justiz- minister angewiesen worden, nach dieser meiner Anffassung zu ver- fahren.(Beifall.) Abg. Singer(Soc., zur Geschäftsordnung): Im Namen meiner Freunde kann ich erklären, daß wir, da wir durch die Antwort des Herrn Staatssekretärs befriedigt sind, von einer Besprechung der Interpellation Abstand nehmen. Es folgt der Etat des Neichs-JnvalidenfondS. Einige Titel werden debattcloS erledigt. Im Kap. 83, Tit. 4. werden zur Gewährung von Bei- Hilfen an hilfsbedürftige Kriegsteilnehmer 6 200 000 M. verlangt. Die Kommission beantragt, den Titel vorläufig zu bewilligen. aber in einer Resolution die verbündeten Regicrungeii zu ersuchen, den Titel auf 7 500 000 M, zu erhöhen und ihre Bereitwilligkeit dazu bis zur dritten Lesung zu erklären. Rcichsschatzsckrelär Frhr. v. Thiclmann: Ein Beschluß des Bundesrats liegt noch nicht vor. ich kann aber heute schon crtlärcii. daß einige größere Bundesregierungen sich mit dem Wunsche des Reichstags einverstmideii erklärt haben.(Bravo l) Der Titel wird bewilligt und der Rest des Etats debattelos erledigt. Damit ist die Tagesordnung erschöpft. Nächste Sitzung Montag 1 Uhr(Etat der Zölle und Verbrauchs- steuern. Schluß 33/* Uhr. AbgeovvnekenhÄNS. 83. Sitzung vom 22. Februar, 11 Uhr. Am Regiemngstisch: Frhr. v. Hammer st ein. Die zweite Beratung des Etatö dcö Ministeriums des Inner» wird fortgesetzt beim Titel„Ministergehalt". Abg. Kirsch(C.): WaS die Nichtbestätigiing KmiffmannS anlangt, so steht hier offenbar der Krone das Bestätigungsrecht zu. Auch ist der Minister zweifellos nicht verpflichtet, für die Vcrsagung einer Bestätigung Gründe anzugeben. Er kann aber nicht verhindern, daß in der Presse nach den Gründen für die Nichtbestätigiing geforscht wird und daß dabei Gründe vermutet werden, durch die daS Ansehen der Krone nicht gewinnt, sondern leidet. ES»miß dahingestellt bleiben, ob die freisinnige Gesinming KauffmannS das Mvtiv war,»m ibm die Bestätigung zu versagen. Jedenfalls konnte gegen seine persönliche Ehrenhaftigkeit und seine Tüchtigkeit nichts eingewendet werden. Herr Kauffmami bleibt nach wie vor ein hoch- geachtetes Mitglied des deutschen Reichstags. Meine politischen Freunde sind der Ansicht, daß es angezeigt gewesen wäre, Herrn Kauffnianii die Bestälignng nicht z» versagen. Ebenso u n t l u g aber war auch das weitere Verhalten der Berliner Stadtverordneten- Versammlung. Sie hätte anders verfahren müssen, um ihr Ziel zu erreichen. Abg. v. Eyuern(natl.): lieber den Fall Kauffmnnn dürften die Akten geschlossen sein. Die Regierung siebt auf einein Rechtsstandpuiikt, den wir nicht er- -chüttern können. Was den Fall in Grimmen betrifft, so habe ich mich sehr amüsiert über die zartbesaiteten landrätlichen Gemiiter des Ostens(Heiterkeit), die sich so über das Lied aufregten, das teilweise recht albern, teilweise aber' auch recht hübsch (Heiterkeit), besonders die Stelle von dem Miitellandkanal (Heiterkeit.) Ich komme nun zn meinem eigentlichen Thema, dem preußischen VereinSgcsch. Wenn das Vereinsgesetz des Herrn von der Recke seiner Zeit Gesetz geworden wäre, so wäre der Bund der Landwirte längst anfgchobe».(Heiterkeit nnd Sehr richtig I links.) Aber auch das jetzige Gesetz ist für den Bund der Landwirte, wie es 'chciiit, nicht vorhanden. Zweifellos ist er ein politischer Verein, trotzdem aber waren ans der Versammlung im CirknS Busch Frauen und Militärpcrsonen anwesend, was gegen Z8 dcsVereinsgesetzcs verstößt. Jedenfalls brauchen die leicht entzündbaren Gemüter der Herren vom Bunde der Landwirte den Anblick der Frauen zur Anregung für ihre Reden.(Heiterkeit.) Für die Svrache, die jene Herren gegen Minister iihren, ist bezeichnend ihre Stellung gegen das Börsengesetz. Es wurde gesagt, das Volk werde zu wähle» haben zwischen der Börsenreform des Herrn v. Wangeuheim und der des Herrn Möller, der die Unterstützung der Socialdemokratie, der Börsen-Schntziruppe derer um Singer kaum verdient habe.(Hört! hört l links.) Neben Herrn von Wangeuheim mögen die durch das Börscnspiel ruinierten Edelsten der Nation stehen. Auf der andren Seite steht neben dem Minister Möller der gesamte Handel und die Preußische Regierung. Der Referent im Eirkus Busch hat durch seine Beleidigung des arbeitenden PolkeS eine wüste Erregung im Lande hervorgerufen. Es ist be- dauerlich, daß der Führer der Konservativ»» hier im Landtag, Graf Limburg-Stirnm, nicht mit einem einzigen Wort die Beleidigung zurückgewiesen hat.(Lärm rechts.) Nicht nur im Cirkus Busch, sondern auch in der Provinz wird von feiten der be- zahlten Agitatoren des Bundes der Landwirte eine Agitation betrieben, iuie sie tum keiner Partei, auch nicht vou den Social- dcmokratc», erreicht wird.(Lebhafte Zustimmung links, Lärm rechts.) Ist der schweinische Ausdruck des Herrn Diest-Daber jemals mit Eiitrüstuiig von dem Vorstand des Bundes der Landwirte zurück- gewiesen worden? Ein Führer des Bundes sprach offen aus:„Die Aufgabe des Bundes sei es, die Bauern aufzuhetzen."(Hört! hört! links.) Der Vorsitzende des Bundes in Niederschlesicn, Freiherr von Loön, führte in einer Rede aus:„Will die Regierung dieLandwide auf den socialdemokratischeu Zilkiiiiftsstacit vertrösten?" „Sollen wir lvarten, bis unser Heer nur noch aus bleichen ent- nervten Fabrikarbeitern besteht und aus Offizieren von der Lauts tmanoo mit krummen Nasen und platten Füßen?"(Große Heilerkeit links.) In diesem Stile geht das Zeug weiter. Der Bund der Landwirte operiert so gern mit Ausdrücken wie Gott und Köuigßtmie. Wer aber hat vou der grüßlichen Flotte gesprochen? Wer hat gesagt, ohne Könitz keine Kähne? Und im betreibt eine Politik der Verkchrsfeindlichkeit schlimmster Art? Herr von Zedlitz warf gestern der Berliner Stadtverordneten- Bersaminlung sehr mit Unrecht vor, sie Ivolle eine Machtprobe gegen die Krone ausüben. Nun, leider haben auch ähnliche Anschauungen mit Bezug ans die Kanalpolitik der Konservativen Glauben ge- fundon!(Großer Lärm rechts.) Man glaubt, daß Sie damit die Macht gegen die Krone zur Anwendung bringen wollten, um zu zeigen, wer eigentlich im Staate herrsche.(Großer Lärm rechts.) Im Cirkus Busch äußerte ein agrarischer Führer:„Wenn die Minister Seiner Majestät des Kaisers Herde»weise aufircten, so nennt man das B u 11 d e s ra t. Dieser sagt, wir wollen alles für Euch thun, aber verlangt nnr nicht das, was Ihr braucht." Das ist der Respekt und die Achtung vor den Autoritäten bei den Herren auf der Rechten! Die Bauern müssen glauben, daß man sie nur nach Bediu führe, um den König vou seinen Ministern zu befreien. In weiten Kreisen des Volkes ist man der Ansicht, daß durch den Einfluß dcS Bundes der Landwirte bei den Beratungen des Zolltarifs immer höhere Sätze gefordert werden, als sie die Regierungsvorlage enthält und dadurch ein Zustandekommen der Vorlage unmöglich gemacht wird. Gestern wurde Herr v. Zedlitz zur Ordiiniig gerufen, weil er behauptete, Dr. Barth sei von der Socialdemokratie angekränkelt. Viele Tansenbe in nnsrem Volke ober werden in einer Stichwahl einem Socialdemo- kraten vor dem Führer deS Bundes der Landwirte, Dr. Dietnch Hahn, den Vorzug geben, weil sie glauben, daß der Socialdemokrat der gemäßigtere ist.(Große Heiterkeit link». Lärm rechts.) Das ist die Lage in Deutschland, das Versamnilimgs- und Vcreinsrecht wird mißbraucht, die mit der Gestaltung neuer Handels- vertrüge ziisaimiieuhäiigeiide Wohlfahrt des Landes ivird durch die wüste Agitation eines kleinen Häufleins aufs ärgste ge- fährdet, in den wild aufgeregten Wogen dieser Agitation steuern wir iuS uferlose Meer. Mit atemloser, banger Spannung sieht die Nation ans die Beratungen der Zolltarif- Kommission. Dem neuen Minister erwächst die große Aufgabe, die Wogen zn glätten, am guten Willen dazu wird es ihm nicht fehlen, sonst wäre er nicht berufen; hoffen wir, daß er auch die Kraft dazu hat.(Bravo! links. Zischen rechts, erneutes lebhaftes Bravo? links, wiederholtes Zischen der Rechte», daö die Linke mit anhaltendem Bravo? erwidert.) Abg. Richter(frs. Vp.): Mit Rücksicht ans die große Zahl der nach mir noch eingetragenen Redner, werde ich mich darauf beschränken, auf daS, was mir am nächsten liegt, die Nichtbcstätignng KauffmannS» einzugehen. Herr v. Hailunerstein hat sich gestern in aiifsallcndcin Gegensatz icinem Anitsvorgäiiger Herrn v. Nheinhabeii gesetzt. Dieser hat, als Ivir im vorigen Jahr eine Reihe von Nichtbestätigungsfälle» vorbrachten, uns in jedem Falle die Gründe der Regierung angegeben. Wenn nun jetzt sein Nachfolger eine entgegengesetzte Taktik einschlägt, so läßt sich das nur daraus erklären, daß inän im vorigen Jahre schlecht abgeschnitten hat. (Sehr gut I links.) Herr Hammerstein meinte, es sei mißlich, die Gründe anzugeben. Herr Kanffmaim ist eine notorische Person, dessen Pri- vatcharakler für jedermann klar liegt. Man weiß, daß sein öffentliches Verhalten der Grund der Nichtbcstätigung gewesen ist, nnd dieses kann die Beleuchtung von jedem politischen Standpunkt aus vertragen.(Sehr richtig I links.) Herr von Hammerstein sagt: Die Stadtverordneten sagen mir ja auch nicht die Gründe, weshalb sie jemand wählen." Es handelt sich hier aber nicht um Stadt- verordnete und Minister, sondern um Landtag und Minister.(Sehr richtig! links.) Und dem Landtage gegenüber ist der Minister verfaffnngsmäfjig verpflichtet, seine Regiernngsmaßnahmc» zu verantworte». Die Verantwortlichkeit besteht doch nicht darin, daß man nicht antwortet.(Große Heiterkeit. Sehr gut l links.) Dazu kommt, daß der Minister selbst die Bestätigung beantragt hat. Er wagt es gar nicht, da» zu bestreiten, er sucht es nur zu verschleiern und spricht von dem ausführlichen Bericht, den er er- stattet hat. Hat er da vielleicht zur Auswahl einen Antrag aus Bestätigung nnd Nichtbestätignng gestellt?(Sehr gut! und Heilerkcil links.) Er sprach von schwerwiegenden Gründen. In demselben Atemzuge sagt er aber, man kann den Fall milde und- man kann ihn schärfer beurteilen. Ja, wenn sich die milde und scharfe Beurteilung die Wagschale hält, dann kann man doch nicht von schwerwiegenden Gründen sprechen. Er agt, er habe sein Gewissen geprüft, wir sollten ihm vertrauen. Wann hat er denn sein Gewissen geprüft? Als er die Bestätigung beantragte, oder als er nachher die Verantwortlichkeit für die Nichtbestätigiing übernahm? Und zu wem sollen wir Vertrauen haben? Zn einer ersten Ansicht oder darauf, daß er sie nun wie einen Handschuh umgekehrt hat. Gerade weil der Autrag der Nichtbestätignng nicht von ihm ausgegangen ist, inüßte er sich für verpflichtet hatten, die Gründe anzugeben. Entweder kennt er clbst nicht die Gründe, die für die Krone maßgebend waren, oder er hält sie nicht für präscntabrl.(Sehr gut I links.) Es ist nicht nur konstitutionell, daß Minister die Verantwortung für die Entschließungeil der Krone übernehmen, sondern eine altprenßische Tradition aus der Zeit, wo noch gar keine Verfassung bestand. Schon König Friedrich Wilhelm 1. verfügte 1722:„Man solle die Sache dergestalt formulieren, daß ein etwa entstehendes Odium auf die Regierung oder ein andres Mcmbrum der Behörden, nie- inals aber auf den Monarchen fällt!" Ebenso verfügte der Mark- gras Albrecht,„daß das nicht aus der Kauzlei gehen solle, was dem Lande zum Schaden gereiche. Wenn aber dergleichen erfolgen soll, dann soll der Kanzlist oder Sekretär dafür der Verantwortliche sein." Herr v. Haminerstcin lehnt jetzt ebenso die Beraiit- wortnng ab, wie sein LapdSiiian» Graf BUlow auf einem andren Gebiete. Dieses Vorgehen scheint also mccklcnburgtschee Anffassung zn ciitsprcchcii.(Große Heiterkeit und Sehr gut! links.) Der Fall Kauffman» ist nach mehrfacher Richtung von grundsätzlicher Bedeutung. Gewiß, es ist ihm persönlich Ilnrecht geschehen, das wird anerkannt weit über unsre Partei hinaus, aber was kommt schließlich ans die Nichtbestätignng eines Oberbürgermeisters an. Ich bin a auch ein nichtbestätigtcr Biirgcrmristcr.(Stürmische Heiterkeit.) Die griuidsätzliche Frage liegt darin, daß man Dinge für die Nichtbesintigniig heranzieht, die 20 Jahre zurückliegen. Ich erinnere Sie an nnsren früheren Kollegen Hermann Becker, der in einem Kommuiiistenprozeß verurteilt wurde, mehrere Jahre ans der Festung saß nnd dann doch Oberbürgermeisicr erst von Dortmund und dann von Köln wurde, von derselben Stadt, in der das Ministerium auS sichcrheitspolizeilichen Gründen ihm den Anfcnlhalt untersagt hatte. Und tvie ist es erst mit Miguel?(Heiterkeit links, Unruhe rechts), der Ivar ja noch viel röter, der war ja ein direkter Revolutionär, der mit Marx und Engels korrespondierte, und den Bcnieriiaussicmd oiflonificrcn ivoNle,— der war ja noch diel schlimmer, als der Bund der Landwirte. jSiiirniische Heiterkeit Iiiu5. Grobe llnriche rechts.) Trobdcni hat es Miqucl tiis zum Vicepräsidcntcn des Ministeriums und Ritter des schivarzeu Adler- ord uS gebracht. Herr Kauffinanu hat seine politische Gesinuung niem.ils geändert, er vertritt noch heute denselben Standpunkt, der die Regierung nicht abgehalten hat. dem Oberbürgermeister Zelle und dem Bürgermeister Brinkmann die Bestätignng zu erteilen. Rudolf v. Gneist, der von dem Kainszeichen gesprochen hat, dast der Militärorganisatio» ans die Stirn geschrieben sei, wnrde geadelt und erhielt den Titel Excellenz. Sie wagen nicht zn bestreiten, das die Militäraffaire der Grnnd der Nichtbeftätigung ist. Das ehrengerichtliche Verfahren ist aber danrals nicht einmal rechtskräftig geworden, weil es der König nicht bestätigt hat. Das Ehrengericht schlug vor, Kanffmami mit schlichtem Abschied zu entlasse», es wurde ihm aber einfach der Ab- schied erteilt,»nd er darf noch heute den Titel Offizier führen. Der Verein Waldcck, den Kauffmaim leitete, war ein Politischer Verein wie jeder andre. Außer Kauffmaim selbst haben Zelle, Langerhans, Munckel, Träger, ich selbst und viele andre dort vorgetragen. Allerdings hat sich der Verein besonders scharf gegen die antisemitische Bewegung gewendet, aber hat nicht Kaiser Friedrich gesagt, dah die antisemitische Beivegnng jener Zeit Deutschland zur Schmach gereicht habe?(Sehr gut! links.) Es sind hier nach unsrer Auffassung nnverantwortliche Einflüsse mit maßgebend gewesen. (Sehr richtig I links.) Wir haben als Kenner der preußischen Geschichte aste Ursache,»ms dagegen z»l verwahre», daß eine Kabiiicttsrrgicrnng irgend einer Form sich ausbilde! iSehr richtig I links.) Wir verübeln es den jetzigen Eivilministern, daß sie nicht genug persönliche Fühlung mit dem Träger der Krone zu nehmen verstehen. Graf Biilow, der Kriegsminister. der Marine- minister, sie alle halten Vorträge, aber wie selten kommt es vor, daß einer der übrigen Minister persönlich Vortrag beim Kaiser hält? Darüber vergehen Monate, oft Jahre. Wenn die Minister so die persönliche Fühlung mit dem Träger der Krone verlieren, dürfen Sie sich' nicht über allerlei Plötzlichkeiten wundern. So ivar es bei den beide» Berliner Straßenbahnlinien, die von der Stadt Berlin für viele Millionen erworben wurden, weil man darauf vertraute, die Linden im Zuge der Nenstädtische» Kirchstraße durch- queren zu dürfe». Da hieß eS auf einmal unten durch. Damit wurde eine unerfüllbare Forderung an die Stadt gestellt. Wenn die Minister keinen persönlichen Vortrag halte» dürfe», dann bc- deuten sie ja»och weniger dem Könige gegenüber, als� ihnen selbst gegenüber die vortragenden Räte.' Jeder Flügcladjntant kann doch wenigstens persönlich seine Meinung ausspreche»«. Wenn der Minister mir die fallenden Eni- scheidimgeu zu coutrastguieren hat, um die Verantwortung zu übernehmen, wodurch»mterschridcu sie sich dann»och von einem Kanzleirat, der auch nur die Schriftstücke zu unterzeichnen hat. lGroße Heiterkeit links. Unruhe rechts.) Es ist von keiner Seite bestritte» ivorden, daß die Stadtverordneten-Versammlung das Recht hatte, Kauffmann wiederzuwählen. Nu» wird in zwei Reskripten des Oberpräsidenten und des Ministers die Ansicht vertreten, daß nach§ 33 der Städte-Ordnung es dem Minister ver- wehrt ist, im Fall der Wicdertvahl derselben Persönlicbkeit eine noch- malige allerhöchste Entscheidung herbeizuführen. Gestern aber ver- trat der Minister z» unsrer großen Ueberraschnng einen ganz andren Standpunkt. Er sagte, er sei berechtigt gewesen,»ach 8 33 die Akten nicht weiter zu geben. aber nicht dazu verpflichtet. Das steht in direktem Widerspruch mit den beiden genannten Ent- scheidungeii. Das eifrige Studium des 8 33, von dem der Minister sprach, muß nach dem Erlaß seines Reskriptes vom 21. Dezember 1901 gelegen haben.(Sehr gut I links.) Der Minister hat selbst gesagt, daß er in einem andern Fall eine Wiederwahl zur Bc- stätignug vorgelegt habe, allerdings seien seit der Wahl zwei Jahre verflossen geivesen. Wollen Sie nun, daß auch die Stadt Berlin zwei Jahre mit derWahl wartet? Warten gelernt haben Sie doch schon genug! sGroße Heiterkeit.) Der Minister bezeichnete es als„ungebührlich", die Wiederwahl einige Tage nach der Nichtbestätignng dem König wieder vorzulegen. Der Kalender des Ministers muß eigentümlich aussehen. sHeiterkeit.) Es waren in Wirklichkeit S— 3 Monate. Der Minister meinte lveiter, die Stadtverordnete»- Versammlung hätte doch im Wege eines Immediatgesuches eine Entscheidung herbei- führen sollen. Wäre daS etwa weniger eine Ungebühr im Sinne des Ministers geivesen?(Heiterkeit.) Herr Minister, Sie wider- spreche» sich gar zu oft in Ihren Sätze»! Das ist mehr als für gewöhn- lich selbst Minister sich widersprechen.(Große Heiterkeit und Beifall links.) Der Minister sagte, die Berliner Stadtverordneten wollten eine Machtprobe mit der Krone machen. Keineswegs, die Empfindung in der Berliner Bürgerschaft war allgemein die, daß die Kommune Berlin in unerhörter Weise brüskiert»vorden ist. Der Minister sagte, die Berliner Stadtverwaltung wollte der Krone ihre Politik anfzwingen, aber Gott sei Dank, so iveit sind wir noch nicht. Eott sei Tank, daß Zvir einen so tapferen Minister habe» (Stürmische Heiterkeit), der die Revolution in ihren Anfängen erstickt.(Erneute Heiterkeit.) Der Minister sprach von Partei- unterschieden. Die giebt es kaum innerhalb der Mehrheit der Berliner Kommnnalverwaltung. Der Gegenkandidat des Herrn Kaufmann, Herr Dove, gehörte der freisinnigen Vereinigung au. Ausschlaggebend für die Nichtwahl Daves ivar, daß er noch nie in der Kommunal- Verwaltung thätig ivar. Bei der zweiten Wahl haben auch die An- Hänger Daves für Kauffmann gestimmt. Der Minister meinte, die Stadt wollte ihre Macht zeigen. Das wäre bei dieser Gelegenheit lächerlich. Die Konservativen können wohl den Kaualbau ver- hinder»», aber die Stadt kann nie eine Bestätignng erzwingen. (Sehr richtig I links.) Politisch ist die Sache höchstens von der Socialdemokratie ausgenützt worden. Sie hat die Beschwerde über den Oberpräsideutcn beim Minister nicht gebilligt und Herr Singer bat von einem Kotau gesprochen. Gerade ans der maßvolle» Haltung der Mehrheit hat die Socialdemokratie AgitatiouSstoff herzuleiten versucht. Der Minister sagte, er wisse es nicht, aber er wolle es andeute», daß in der Stadt eine politische Wahlprobe versucht worden ist. Herr Minister, wenn Sie's nicht »vissen, warum sagen Sie es denn?(Lebhafte Ziistiinmung links.) Sehr schön nimmt es sich nicht ans, wenn ein Minister, obwohl er nichts Sicheres weist, Verdächtignugcn ausspricht.(Erneute Zustimmung.) Der Minister sprach von der linksliberaleu Presse. Aber gerade von der konservativen Presse ist die zweite Wahl sofort als eine Auflehnung gegen die Krone gekennzeichnet worden. Der Minister scheint nur diese Presse zu lesen, dann soll er sie aber nicht mit der linksliberaleu verwechseln.(Heiterkeit.) Herr v. Zedlitz stellte eS so dar, als sei die Berliner Stadtverordneten- Versammlung im allgemeinen geneigt, sich über die Schranken des Gesetzes hinwegzusetzen. Er führte auch zwei Fälle an, die März- gefallenen-Affai're und die Petition gegen das Umsturzgcsetz im Jahre 1895. In der Märzgefallenen-Frage hat sich die Rc- gicruug so kleinlich benommen, daß bei jeder Erörterung der Frage sie den Schaden hat. Bei dem andren Vorkommnis handelt es sich um die alte Streitfrage über das Petitionsrecht von Koin- »mmalverwaltuugen. Ich behaupte, vom Obcr-VcrwaltnugS- gericht ist das Berliner Polizeipräsidium viel öfter i» die gesetzlichen Schranken zurückgewiesen worden und das Mini- stcrillm deS Innern»och öfter(Heiterkeit) als die Stadt Berlin. Ich frage Sic, wie viel Geduld muß der Berliner Ober- Bürgermeister habe» gegenüber Einmischungen von oben. Da kam nun in letzter Zeit die plötzliche Eiiimisckmng Ivegen der Dnrchqnernng der Linde», die plötzliche Einmischung ivcgc» des Feucrwchr-Denkmals. die plötzliche Einmischung wegen der Mantenffelbrücke und schließlich die Märchenbrnnuen-Affaire. wo es sich um einen umfriedigten Platz handelt, also die Polizei gar nichts hineinzureden hat.(Sehr richtig! links.) Ma>« will der Stadt nicht nur eine besondere Kunstrichtung anfoctro»iicren, ne,,, sogar einen ganz individuellen Geschmack, ja spccielle Künstler. (Lebhafte Zustimmung.) Herr Trimbor» nickt mir zu. Er hat ähnliche Dinge in Köln erfahren.(Sehr richtig I im Centrum.) Die Zustände erinnern an die Zeit des Baters des Grasten Kurfürsten, der sich auch fortwährend tu die Berliner Ba>tthätigkeit einmischte. Die Lust an der Selbstver- waltung wird durch solche Dinge gelähmt.(Sehr richtig links.) Den Vorteil haben nur die Socialdcmvkratcn, sie haben ihre Sitze bei den Wahlen auf 28 erhöht. Herr Singer hat es deutlich aus- gesprochen, daß der Unmut über die Behandlung der Stadt von oben viele Wähler ins socialdemokratische Lager geführt hat.(Sehr wahr! links.) Die inncre Politik ist nur geeignet, Wasser auf die Mühle der Socialdemokratie zu führen.(Erneute Zustimmung links.) Man solle es sich doppelt überlegen, ob man eins der wichtigste» Fundamente unsres Staatslebens, die Selbstverwaltung ohne zwinggende Gründe erschüttert.(Lebhafter, stürmischer Beifall links.) Minister Frhr. v. Hammerstein: Als parlamentarischer Neuling fühle ich mich der altgewohnten Beredsamkeit des Abg. Richter nicht gewachsen. Seine Rede erinnerte mich an de» bekannten Ausspruch: Gebt mir drei Worte meines Gegners und ich bringe ihn aufs Schafott. Herr Richter hat meine gestrigen Worte zerpflückt. Zusammengehöriges zerrissen, nicht Zusammengehöriges aneinander gereiht. Alle Verlockungen des Abg. Richter werde» mich aber nicht aus der Reserve herausbringe«, die ich schon gestern als meine Richtschnur bezeichnete.(Bravo rechts.) Ich bin dem Abg. Richter gewissermaßen dankbar für die guten Ratschläge, die er mir erteilt hat über das,>vas ich als Minister thmi soll und was nicht. Ich weiß nur nicht, ob ich in der Lage sei» werde, davon Gebrauch zu machen. Ich kann Herrn Richter nicht als Nichter anerkennen über die königlichen Be- fugnisse. Aber das Odium königlicher Entscheidungen nehme ich in vollem Umfange auf mich.(Bravo I rechts.) Ich überlasse es dem Hanse, über mich zu urteilen. Dem Urteil des Einzelnen steht aber mein Urteil gleichwertig gegenüber.(Schwaches Bravo rechts, lebhaftes Lachen links. Rufe links: Einen solchen Minister haben wir noch ,»icht gehabt! Ernentes Lachen links.) Abg. Dr. v. Hcydebrand und der Lasa(k.): Abg. v. Ehnern hat sich mit dem Bunde der Landwirte be- schäftigt. Wie gehört das zum Ministerium des Innern? Er gehört doch nicht zu den Gründern des Bundes.(Lachen links.)' Herr v. Ehnern hatte aber doch thatsächlich verdammt wenig gegen den Bund vorgebracht. Er konnte nur ei» paar Redensarten aus dem Cirkus Busch citieren, die allerdings unpassend geivesen sein mögen und die über das Ziel Hinausschossen.(Aha! links.) Die In- dnstriellen vereinen sich doch auch zu großen Interessenvertretungen. Warum soll eS die Landivirtschaft nicht dürfen? Wo bleibt da die Gerechtigkeit und der Liberalismus?(Sehr gut I rechts.) Ich erinnere gegenüber Ihrer Kritik unsrer Opposition nur an die liberale Opposition gegen den Zedlitzschen Schulgesetz- Entwurf und die damaligen Artikel der„Kölnischen Zeitung". Graf Limburg-Stirum hatte zu viel Takt, um den Korrektor auf jener Versammlung des Bundes der Landwirte zu spielen, wie Herr v. Ehnern es verlangte. Unsre Partei versteht die Bewegung des Bundes der Landwirte, aber sie läßt sich nicht von ihr ins'Schlepp- tau nehmen. Jck> komme auf den Fall im Kreise Greifswald-Griunnen. Herr Golhein hätte etivas weniger aufgeregt pro domo sprechen solle». Ich habe keinen Anlaß, auf seine Rede einzugehen. Sehr viel erheblicher ist für uns die Rede des national- liberalen Abg. Dr. Fricdbcrg. Auch dieser läßt sich ja nicht so gern eine Gelegenheit entgehen, um den Konservativen vor dem Lande etwas am Zeuge zu flicke». Die Angelegenheit der„Bvykoiticrung" des Gasthauses zum„Preußischen Hos" ist von dem Minister ge- niigend klargestellt worden.(Oho! links.) Der Landrat hat voll- kommen korrekt gehandelt. Abg. Dr. Barth hat ja»och ein paar andre Fälle vorgebracht; wie sollen aber Ivir darüber hier urteilen? Wir kennen die Akten nicht. Noch ein Wort über den Fall Kanffniann. Diese Frage ist für das ganze Land von der allergrößten Bedeutung. lieber die formelle Frage, ob der Oberpräsidcnt die Wieder- wähl dem König hätte unterbreiten müsse», kau» man ver- schiedener Meinung sein. Der Wortlaut des 8 33 ist nicht glücklich; jedenfalls halte die Auffassung des Oberpräsidenten manches für sich. Ich kann nicht finden, daß er das Gesetz verletzt hätte. Viel wichtiger ist die Frage, ob die Bestätignng hätte erfolgen müssen. Preußen ist ein Rechtsstaat; aber es giebt kein Recht irgend eines gewählten Beamten auf Bestätigung. Auch von einem Recht der Kommune auf Bestätignng kann keine Rede sei». Die Entscheidung fällt der König und der Minister hat diese Entscheidung mit seiner Verantivortung zu decken. Abg. Nichter hat sich nun damit beschäftigt, welche Gründe den Minister zu seiner Stellungnahme bewogen habe» mögt». Herr Richter, überlassen Sie das doch dem Herrn Minister!(Heiterkeit rechts.) Der Minister hat ja selbst er- klärt, daß die politische Stellung des Gewählten keinen Grund gegen die Bestätigung abgegeben habe. Damit hätten Sie sich doch be- ruhigen sollen. Wenn Sie, Herr Richter, einmal gelvählt ivcrdc», habe» Sic also auch Aussicht, bestätigt zu werden.(Große Heiterkeit.) Für uns das wichtigste aber ist. daß der Ministee»vedce bc- rcchtigt noch verpflichtet ist. Gründe für eiuc Bestätigung oder Nichtbestätignng anzugeben. Ueber diese klare Stellung- »ahme des Ministers sind meine politischen Freimdc besonders er- freut, zumal frühere Minister nicht immer auf diesen Standpunkt standen. Die Linke setzt ihr eignes Urteil und ibre eignen Wünsche an die Stelle des unumschränkten Bestätignngs- rechtes der Krone, aber wir»verde»» es niemals dulden, daß dieS Recht irgendwie beschränkt wird! Vor der Bedeutung und Sachkenntnis des Abg. Nickitcr hege ich für meine Person die aller- größte Hochachtung; aber so schlvach wie heute hat Herr Richter»och nie gesprochen.(Lachen links.) Das Thpische seiner Rede waren persönliche Angriffe, eine gewisse Maßlosigkeit und Erregtheit, die über de» Mangel an sachlichem Material hinwegtäusche» sollte. Wir wünsche» nur, daß sich„ienials ein Minister finden möge, der anders handelt,»vir der heutige Minister deS Innern!(Leb- haftcr Beifall rechts, Zischen links.) Abg. Faltiu(C.) führt Beschwerde über die Handhabung des Vereins-«ud Ver- sammluugsrcchtcs in Oberschlcsien. Mau behandle dort vielfach gesellige, sportliche und Turnvereine der Pole» als politische, ver- biete ihre Versammlungen in letzter Stunde usw. Sogar eine» Bienenzüchter- Verein habe man als politischen Verein be- trachtet.(Hört! hört! im Centrum.) Es war früher anders; erst mit Gründung des Hakatistenvereius ist man mit dieser Schärfe vorgegangen.' Die Hakatistc» sind mit Recht mit den Boxer» vergliche» worden; sie werde» nicht direkt von der Negierung unterstützt, aber sie bilden die Avantgarde der Negierung in Bezug auf die Bekämpfung der Polen.(Sehr richtig! im Centrum.) Durch die ewigen polizeilichen Nadelstiche wird lediglich die Tocialdemo- kratie, die lawinenartig in Oberschlcsien angewachsen ist, groß- gezogen. Bei den nächsten Wahlen wird die Regierung die Quittung für ihr Verhalte» bekommen. Ganz Obcrschlcsieu»vird noch socialdeiuokratisch werden; der Klerus ist vrrzlvrisclt und bc- ginnt die Verhältnisse für irreparabel zu halten. Das Vorgehen der Polizei verstößt gegen das Gesetz; es wäre die Pflicht und Schuldig- kcit der Regierung/ ihre Beamten z» instruieren, wie sie sich z» benehme» habe». Möge die Regierung endlich für Ruhe und Frieden i» Oberschlesicu sorgen.(Beifall im Centrum und bei de» Polen.) Ein Regierungskommissar: Ich hätte gewünscht, daß der Abg. Faltin die von ihm be- rührte» Fälle der Regierung vorher mitgeteilt hätte; dann wäre, falls Versehen vorgekommen sind, für die nötige Nemedur gesorgt worden. Abg. Dr. Friedberg(natl.): Ich bedauere, daß der Minister sich nicht veranlaßt gesehen hat, eine Antwort zu gebe» auf die Aenßerungeii mciiics Freundes von Ehnern iiber die Ncbertrctnngcn deS Vereins- und Ver- sammlnngsrechts bei der Versainnilnng im Cirkus Busch. Die Agitation des Bundes der Landivirte geht vor sich unter Nicht- achtimg der Interessen aller übrigen Erwerbsstände.(Große llnruhe rechts.) Die Stellung, die der Bund der Landwirte zum Zolltarif einnimmt, ist schädlich für die Interessen der Landwirtschaft und der ge- samteuVolkswirtschaft,(Lärm recht».) Wenn dieZolltarifvorlagc scheiterte. werdeil wir im Lande sehen, wer das größere Verständnis für daS Wohl der Landwirtschaft hat, ivir oder Sie.(Sehr gut! bei den National- liberalen.) Ich hoffe, daß die Leiter des Bundes der Landivirte iw Zukunft ihre Ansschreilungcu vermeiden verde». Ich komme auf den Fall Greifs ivald-Grii»»>cn zurück. Ich muß den Vorivurf des Abg. Dr. v. Hehdebrand aufs entschiedenste zurückweisen, daß ich de» Landrätcn gern etwas anhänge. Aber die Verhältnisse in Hannover haben»lieh allerdings mit veranlaßt, diese Frage zur Sprache zu bringen. Wir werde»» nns die einseitige Stellungnahme der Landräte in der Provinz Hannover zn Gunsten der Konservativen»licht länger gefallen lassen! Das mögen sich die Herren gesagt sei» lassen! Wir verlangen als gleich- berechtigte Partei behandelt zu werden.(Sehr richtig! bei dew Natiouallibcrale».) Ich bedauere lebhaft die Antwort, die der Minister über die Grimmer Angelegenheit abgegeben hat. Er scheint falsch informiert gewesen zu sein.' Nach einem mir heute zugegangenen Telegramm ist in Grimmen seit 1896 keine socialdemokratische Versamm- lung abgehalten ivorden. Von einem socialdemokratischen Verkehr im„Preußischen Hok" ist auch nach meinen Informationen keine Rede geivesen. Der Landrat hat nun, wie ich zu- gebe, besonderes Pech gehabt, das war die Verteidigung deS Herrn v. Brockhanseii. �(Große Heiterkeit links.) Es scheint sich um eine politische Ranküne zu handeln gegen alle, die den Sieg des Abgeordneten Golhein herbeigeführt haben.(Sehr gut! links.) Wir wünschen, daß eine starke Krone, der die Verantwortlichkeit der Minister zur Seite steht, über den Parteien stehe, daß die Rc- gicruug ohne politische Tendenz allen Parteien gegenüberstehe. Der Minister hat uns aufgefordert. Vertrauen zu ihm zu haben. Er wird»mser Vertrauen nur gewinnen, wenn er die Verwaltung in diesem Sinne führt. Die Bestätigung oder Nichtbestätignng einer Wahl ist ein Regierungsakt, für den die Minister verantivortlich sind, und ich halte es für vollkommen inkorrekt, ivenn als Priucip aufgestellt wird, daß über den Grund der Bestätigung oder Nichtbestätigung die Auskunft in jedem Fall zu verweigern ist. Im allgemeinen ist uns der Minister über die Gründe der Bestätigung oder Nichtbestätigung Rechenschaft schuldig.(Bravo! links.) Minister Freiherr v. Hammerstein: Ueber die Handhabung des Vereins- und Versammlungsgesetzes seitens des Berliner Polizeipräsidiums bei der Versammlung im Cirkus Busch ist bisher keine Beschwerde an mich er-. gangen. Ich weiß darüber nur das, was ich jetzt im Hause gehört habe. Die Angelegenheit in Grimmen scheint mir so unbedeutend zu sein, daß ich bedauere, daß überhaupt hier darüber gesprochen worden ist.(Unruhe links.) Die gestrige Erregung mehrerer Redner aus dem Hause zeigte am besten, wie sehr ich mit meiner Behauptung recht hatte, daß im Wahlkreis Grcifslvald- Grimmen die Erregung aufs höchste gestiegen ijt. (Lachen links.) Herr Gotheiu wird im Wahlkreis selbst gewiß nicht gemäßigter gesprochen haben, als hier.> Ich kann daS Verfahren deS Landrats nicht tadeln.(Beifall rechts.) Abg. Graf Limburg-Stinnn(k.): Meine politischen Freunde teilen die AnsführungendeS Abg. v. Heyde- brand vollkommen in ihrer Gesamtheit. Die Regierung, ist nicht ver- pflichtet, über den einzelnen Fall einer Nichtbcstätiguug Reche»«- schaft abzulegen. Es handelt sich hier darum, wo liegt der Schwer- Punkt der Macht: bei der Krone oder bei den Parlamente»? Alle diese Versuche der Linke» sollen nur dazu dienen, um den Schwer- Punkt der Macht in die Parlamente zu verlegen.(Unruhe links.) Wenn die Linke die Krone für verpflichtet hält, für jede Bestätignng oder Nichtbestätigung Gründe anzugeben, so könnte sie schließlich ja auch für jede Ernennung oder Verabschiedung eines Oberpräsidenten eine besondere Begründung verlange». (Lachen links.) Ich habe nochmals das Wort ergriffen, um den Standpunkt unsrer Partei mit aller Präcision festzulegen. Abg. Dr. Langerhans(frs. Vp.): Die Berliner Stadtverordueten-Versammlung hält sich an die erfolgte Wiederwahl Kauffmanns für gebunden, weil sie den 8 33 der Städte- Ordnung für gültiges Gesetz hält und das Gesetz befolgen will' Bevor nicht zum zweitenmal eine Bestätigung oder Nichtbestätigung erfolgt, sind ivir nicht in der Lage,' einen neuen Bürgermeister zu wählen. Die Fassung des 8 33 ist ganz klar; es hat danach der König allein das Bestätignngs- oder Nichtbeftätigungs-Reckit, nicht der Herr Minister. Wir verlangen jetzt, daß die zlvcile Wahl entweder bestätigt oder nicht bestätigt wird. Die Sache liegt ganz einfach,— von irgend welche» revolutionären Tendenzen der Stadtverordneten-Versammlung kann gar keine Rede sein. Die ziveite Wahl muß dem König zur Ent- schlicßung vorgelegt weiden. Thut der Minister das nicht, so schmälert er die Rechte des Königs.(Lebh. Beifall links.) Geh. Oberregiemugsrat v. Falkenhayn: Das Sclbstverwaltungsrecht der Kommunen besteht nicht darin, daß die Kommunen über die ihnen verfassungsmäßig zustehenden Rechte hinansgreifcn und daß Rechte, die ohne Ziveifel der Exekutive zustehe», zurücktreten hinter der Lanue und Willkür der Kommune. (Oho I links.) Ich bezeichne die Wiederwahl des Herrn Kauffmann als eine Laune derjenige» Partei, die in der Stadt- Verordneten-Versammlung die Macht hat!(Große Unruhe links.— Glocke des Präsidenten.) Präsident v. Kröchcr(unterbrechend): Abg. Dr. Langerhans führt Beschwerde darüber, daß der Re- giernngskommiffar gesagt hat, es sei eine Lanne. Ich halte eS für keine Beleidigung, wen» man von jemand sagt, er habe eine Lanne, er spreche' oder er sei launig.(Abg. Dr. Langerhans bittet ums Wort.) Ich werde Ihnen nachher das Wort geben. Geh. Oberregierungsrat v. Falkenhayn: Die Regierung war nach dem Vorgehen der Stadtverordneten- Versckinnilung ohne weiteres berechtigt, einen Kommissar zu ernennen. Wen» nun der Stadtverordneten-Vorstcher von Berlin sich hier hin- stellt und sagt: Wir Stadtverordneten sind nicht i» der Lage, eine Wiederwahl zu vollziehe», weil Sc. Majestät der König mit dem Erkorenen»nsrcS Herzens nicht einverstanden ist, und wir erwarten, daß der König eine Entschließung faßt über unsre Wicdertvahl, so muß ich Ihnen erklären,»venn Sic darauf warten, so»verde» Sic bis zu», Nimmermehrstag»vartc»! Davon ist gar keine Rede!(Unruhe und Gelächter links.) Abg. Dr. LangcrhanS; Der Kommissar der Regierung wagt es hier zu sage»,„die Stadtvcrordnetcu-Versamnilung von Berlin habe zum zweitenmal Herrn Kanffmaim gewählt, diese Lanne kann sich die Regierung nicht gefalle» lassen."(Hört! hört! links.) Ich bin der Meinung, daß kein Kommissar der Regierung das Recht zu einer solchen Aeußernng hat. Vo» einem Minister nehme ich von vornherein nicht an, daß er solche Ausdrücke gebraucht.(Beifall links.) Präsident v. Kröchcr: Nach meiner Erinnerung hat der Kommissar gesagt:„Die Majorität oder eine Partei der Stadtverordneten-Versammlung hat die Wahl aus Lanne vollzogen".(Zurufe links: Das ist dasselbe I) Die Anfrcchtcrhaltung der Ordnung in oiescm Hause und das Recht, Ordnungsrufe zu erteilen, ist»ach der Geschäftsordnung ein dnrch- aus subjektives Recht des Präsidenten, das liegt naturgemäß in der subjektiven Auffassung des Präsidenten, und da kann ich nur sage», nach meiner subjektiven Auffassung ivar dies Wort für niemand beleidigend; objektiv könnte man ja sage», daß eS vielleicht beleidigend ist, wenn man von einer bestimmten Partei sagt, sie übe eine Laune aus, aber ich glaube, so streng ist doch die Ordnung hier nie anfrechterhalten worden. Es ist vielleicht auch schon vorgekommc», daß mau selbst einem Minister vorgeworfen hat, er habe nach Laune gehandelt. Legen Sie doch alle die Hand aufs Herz, ob Sie nicht schon alle einmal von einer Partei gesagt habe», sie sei einer Lanne gefolgt. Abg. v. Eyueru(natl.)(zur Geschäftsordnung): Ich möchte dem Abg. Dr. Langerhans bestätigen, daß ivir derartgie Ausdrücke «och nie von einem NcgicrungSkommIssar gehört habe«.(Sehr richtig! links.) Abg. Dr. Heisig(C.) führt Beschwerde über die Handhnbung des Bereinö- und Versammlungsrechts in Obrrschlesien, be- sonders gegenüber dein kotholiscken Arbcitverein in Gleiwitz, sowie über Massenansiveismigen galizischer Arbeiter. Minister Frhr. v. Hamnicrstcin: Ich gönne jedem Verein seine Existenz, auch wenn er nicht mit meinen politischen Anschauungen übereinstimmt. Ich verurteile die sogenannte Politik der Nadelstiche. Dem katholischen Arbeiterverein i» Gleiwitz ist aber mit Recht die Abhaltung eines UmzugS unter- sagt worden. Dieser Verein hat leider seine frühere Richtung mehr und niehr aufgegeben und sich zu einem polnischen Verein ans- gebildet. Dem Wunsche, den Zuzug polnischer und galizischer Arbeiter in keiner Weise zu beschränken, bin ich nicht in der Lage nachzukommen. Wir habe» kein Interesse daran, die Zahl der nicht deutsch sprechenden Personen im Jnlande noch mehr auszudehnen. Besonders in der Zeit der Arbeitslosigkeit ist es be- denklich, ldie ausländischen Arbeiter unumschränkt nach Deutschland hineinzulassen. Abg. Dr. Barth(fr. Vg.): Herr von Zedlitz liebt es. mit besonderer Emphase auf die � angebliche Verwandtschaft der linken Seite dieses Hauses mit der Socialdemokratie hinznweisen. Man sucht den Glauben zu erwecken, als wenn man auch in diesem Hause in Ermangelung eines wirklichen Socialdcmokraten doch wenigstens Leute hat, die einigermaßen als Social- demokraten gelten können. In diesen immer wiederholten Ausführungen des Herr» von Zedlitz erblicke ich ein ivohl überlegtes System. Er wünscht für eine andre wesentlich einflußreichere Stelle die Anffafsnng zu er- wecken, alS ob die ganze linke Seite dieses Hanfes, die Frei- finnigen, nicht» andres feien, als verkappte Sorialdcmo- kraten. Solche Vorwürfe, die Liberalen als Revolutionäre zu verdächtigen, sind ja alt und gehören zum System aller reaktionäre» Parteien. Herr v. Zedlitz kann mir aus keiner meiner Reden und Schriften eine Verteidigung spedfisch socialdcmokratischer Grundsätze nachweisen. Früher bezeichnete man uns immer als Manchesterleutc, wie� vereint sich das mit diesem Vor- Wurf. Meine Erklärung, daß ich einem Socialdcmokraten vor eincni Bttndler den Vorzug gebe, halte ich aufrecht. Der Bund der Landwirte ivird nie mit der Regierung zusammen- gehen können in irgend einer wichtigen Frage. Der Bund der Landwirte ist eine geborene Oppositionspartei. Das wird so bleiben, selbst wenn Herr von Zedlitz Reichskanzler werden sollte. lHeiterkcit links.) Die Socialdemokratie aber hat schon oft die Regierung wirkungsvoll unterstützt, z. B. bei der Hnndclsvertragspolitik. Wenn wir vielleicht bei den nächsten Wahlen Soctaldemvkraten hier im Honse bekommen, so werden wir ja ivahrscheinlich erleben, daß diese bei der wichtigsten politischen Frage der nächsten Zeit die Regierung unterstützen wird, während Herr v. Zedlitz in der Opposition zur Regierung steht. So kann die Regierung unter Umständen auf die Socialdemokratie rechnen, aber nie auf den Bund der Landivirte.(Gelächter rechts.) In einem Beleidignngsprozeß in Halle a. S. wmrde festgestellt, daß der Land- rat des Halleschen Kreises in einein konservativen Wahlvcrein ge- äußert hat. er Ivürde im Falle einer Stichwahl zwischen dem Freisinnigen Schmidt und den: Socialdcnwkrate» Kunert für den Social- demokraten stimmen.(Hört! hört! links.) Herr Kunert gehört doch wahrlich nicht zu den mildesten Mitgliedern seiner Partei. Wie furchtbar muß in den Augen deS Freiherr» v. Zedlitz das Verbreche» dieses Laiidrnts sein. Der Minister des Innern hat heute den Grimmer Fall als recht unbedeutend bezeichnet. Es ist allerdings mit sehr kleinlichen Mitteln vorgegangen, aber die Sache selbst ist durchaus nicht kleinlich.(Sehr richtig! links.) Sie zeigt, daß in vielen Kreisen Preußens die Vertvaltnug nicht unparteiisch ist, sondern sich in den Dienst einer Partei stellt. Was den Fall Kausfmann anlangt, so hat ja ziveifelloS der Träger der Krone das Recht zu entscheiden, ob er einen Bürgermeister bestätigen will oder nicht, aber in einem konstitutiviiellen Staate handelt der Träger der Krone doch nicht aus seinem persönlichen Enipstnden heraus, sondern aus sachlichen Gründen. Er muß sich daher der Informationen und Ratschläge des vcrantivortliche» Ministers des Innern bedienen. Falls der Minister den Träger der Krone nicht über- zeugen kann, so hat er in einem konstitutionellen Staate daraus seine Folgen zu ziehen. Wen» der Minister uns die Gründe für sein Verhalten angegeben hätte, so hätten ivir daraus schon uusre Schlüsse gezogeil auch ohne die Mitwirkimg des Geheimrats von Falkenhayn, der ja heute dem Minister so außer- ordentlich wirkungsvoll beigesprungcn ist.(Heiterkeit links.) Herr von Falkenhayn hat uns gesagt, ivenn wir auf den Entscheid des Königs Ivarten, niüßten wir warten bis zum Nimmermehrstag. Eine solche Aeiißernng ivürde schon sehr gewagt sein im Munde eines Ministers, höchstens ein Mniisterpräsidelit rönnte eine solche Erklärung abgeben, aber daß ein Gcheimrat diese außerordentliche Autorität uns gegenüber in Anspruch nimmt, ist doch zumindest ungeivöhnlich und das Haus ist wohl nicht geneigt, solche Versichcrimgeii als sehr bedeutsame anzusehe».(Zustimmung links.) Soivohl das, was von unsrer Seite, als das, was von der Rechten des Hauses gesagt ist, spricht für sich selbst. Auch das, was der Minister verschniiegeu hat, war außerordentlich beredt, und vielleicht das Beredteste, ivas überhaupt gesagt worden ist.(Heiterkeit und lebhafter Beifall links.) Darauf vertagt sich das Haus. Nächste Sitzung Montag 11 Uhr; Fortsetzung der heutigen Beratung._ VÄvkei�MaÄzvikszken. Ein rllckgratscstcr Grmeindcrat. In Bant(Oldenburg) war der Genosse Hug wiederholt als Beigeordneter gewählt worden, hatte aber von der Regierung nicht die erforderliche Bestätigung erhalten. Am Donnerstag sollte abermals eine Neuwahl vor- genommen Iverden. Dabei gaben sämtliche anwesenden Gemeinderatsmitglieder weiße Zettel ab. Vevsa tnntlunüett. TaS Gewerkschafts- Kartell für Berlin und Umgegend hielt am Freitag eine Delegiertenversammlung ab. Ein auf der Tagesordnung stehender Vortrag des Genossen Borginann konnte nicht gehalten Iverden, weil der Referent nicht erschienen war. Es wurde nun zunächst die Angelegenheit des Kellnervereins behandelt. Wie der Referenl Areudsce ausführte, hat der Verband der Gastwirts- gchilfen de» Kellnerverein beschuldigt, durch seinen Arbeitsnachweis Stelle» besetzt zu haben, welche unter dem von der Fachkommissio» der Gastivirtsgehilfen Dcutschlauds festgesetzten Tarif entlohnt werden. Neuerdings hat der Ausschuß des Kartells einen Fall dieser Art unter- sucht, und dabei festgestellt, daß der Vorivurf begründet ist. Da der Kellnerverein f>üher' versprochen hat, bei seiner Arbeitsvermittelnug den Tarif einzuhalten, nunmehr aber bewiesen ist. daß er dies Vcr- sprechen nicht gehalten hat, und da eS als Pflicht der Arbeiter- organisationen betrachtet werden muß. bei ihrer Stellenvermittelung den bestehenden Tarif nicht zu durchbrechen, so empfiehlt der Referent unter Berufung auf eine früher angenommene Resolution, den Kellnerverein von, Gewerkschaftslartell auszuschließen. Polter, der Vertreter des Kellnervereins, suchte in längere» Ausführungen die ArbeitSvermitlelung seines Vereins zu rechtfertigen. Er bemerkte, von allen der Fachkonimission an- geschlossenen Kcllnervcreinig, ingen sei der Verband der Gastwirts- Gehilfen fast die einzige, welche zu tarifmäßigen Löhnen Stellen vermittelt. Von den Mitgliedern des Verbandes arbeiten sehr viele — allerdings mit llmgehung deS Nachweises— unter dem Tarif. Der Kellnerverein habe nur solche Stellen unter dem Tarif vermittelt, die vorher durch Prinzipalsnachiveise zu»och niedrigeren Löhnen besetzt wurde». Wo tarifmäßige Löhne bereits errungen waren, da habe auch der Kellnerverein den Tarif hochgehalten. Im weiteren Verlauf der Debatte wies Arendsce daraus hin, daß der Arbeitsvermittler des Kcllnervereins zugegeben habe, es sei eine Lebensfrage für den Verein, auch solche Stellen zu besetzen, die nicht tarifmäßig entlohnt werden. In namentlicher Abstimmung wurde der Ausschluß des Kcllnerveins mit 13 gegen 7 Stimmen beschlossen. Die Delegierten der Bauarbeiter, Bäcker und Hausdiener waren bei der Abstimmung nicht anwesend. Der Vorsitzende Th. Fischer be- merkte, wenn die gerügten Zustände im Kellnerverein sich gebessert haben, könne der Anschluß desselben an das Kartell aufs neue bewirkt werden. Hierauf berichteten llcssem und Strasser über die Lohnbewegung der Kleber. Sie ersuchen um moralische und materielle Unterstützung des Streiks. Unter auderm bemerkte Strasser. auch der Tapezierer- Verband habe am Dienstag den Kleberstreik beschlossen. Das iei bis jetzt im„Vorwärts" noch nicht mitgeteilt und deshalb nicht allgen,ein bekannt, weshalb sich ein Teil der Kleber unter Berufung darauf, daß der Verband den Streik noch nicht beschlossen habe, weigere, in die Lohnbewegung einzutreten. Durch einstimmigen Beschluß wurde die nachgesuchte Anerkennung des Streiks ausgesprochen.— Gemäß dem in einer Besprechung von Vertretern der politischen Partei und der Gewerkschaften geäußerten Wunsch wurde beschlossen, den Gewerkschaften zu empfehlen, daß sie den Dienstag und Donnerstag für die Versammlungen der politischen Partei freihalten. In der Kleber-Versammlung am Dienstag, den 18. d. M., erstattete zunächst Wels als Altgehilfe den Bericht des Gehilfen- Ausschusses über den Versuch desselben, mit der Innung eine Ver- ständig, mg bezüglich des Klebcr-Tarifes zu erreichen. Obgleich der Obermeister dem Altgehilfe» auf Handschlag versichert hatte, daß derselbe zu der Vorftandssitznng, in welcher über die Verlängerung der Verträge verhandelt werden sollte, zugezogen werden solle, hat man es unterlasse», dies zu thu», obgleich laut Statut und Gesetz der Jnnungsvorstand dazu verpflichtet wäre; ja, man hatte es dem Gehilf'cnansschuß sogar verweigert, der Jnnnngs- Versammlung am Montag beizuwohnen. Wie wir nun erfahren haben, hat die Versammlung beschlossen, Verträge mit der Gehilfenschaft nicht mehr abzuschließen. Was die Stellung des GchilfenanSschusseS zu der Behandlung durch die Arbeitgeber angelangt, so werde» die Mitglieder derselben in öffentlichen Versammlungen, die im März einberufen werden, voraussichtlich ihre Mandate niederlege», da die- selben keine Lust haben, als Dekorationsstücke der Innung zu gelten. Der Beifall und die Diskussion zeigten, daß die gut besuchte Versammlung mit dieser Stellungnahme einverstanden war.— Leo Schmidt gab sodann den SitnationSbericht über den Stand der Bewegung. Er empfiehlt eine Resolution, welche alle Kleber und Knndenarbeiter verpflichtet, den Tarif zur Unterschrift vor« zulegen und. Ivo derselbe nicht bewilligt tvird, die Arbeit niederzulegen. Das Strcikbureau für die im Verbände organisierten Kollegen befindet sich Beulhstraße 21. Daselbst sind auch für die zu den neuen Vedinguugeu arbeitenden Kollegen die Arbeits- Bercchtigungskarten in Empfang zu nehmen. Ein Antrag Straffer, ein Mitglied des Verbandes in die Lohnkonimission des Lokalvcreins zu ivählen und das Streikbureau in der Schützen- straße als gemeinsames Streikburean zu erklären, wurde nach längerer Debatte abgelehnt, dagegen ein Antrag L. S ch ni i d t an- genommen, welcher besagt, daß die Streikbureaus getrennt zu halten sind, dagegen die Bankontrolle und die Einberufung von öffentlichen Versanimlnngen gemeinsam zu geschehen hat. Allgemeine Famtliru-Stcrbe-Kasse. Heute Zahltag: Ackerstr. 123 bei Diele und Mariannenpr. 48 bei Liebchcnschcl von 3—6 Uhr. Saiuariterkiirsiiö für Arbeiter und Arbetteriiiuen. Wir machen nochmals auf die heute nachm.£»/, Uhr im Dereinslolal, Dresdeuerstr. 45, stattfindende Tersamuilung ausuicrtsam, in weicher Herr Dr. Christeller einen Vortrag über die Entwickeliiiigsgeschichte der Heiltunde halte» wird. Nachher gemütliches Betsammeusei». Morgen Montagabend 9 Uhr in der Filiale Bruniicnftr. IlO Vortrag über gefahrdrohende Kraiilheitszustäude.— Fichte- lurfus Dresdeuerstr. 45 Vortrag über Ertrinken, Ersticken, verschiedene Forme» der Bewusttlvsigkett. Nachher praktische Uebuugen. Gäste sind will- kommen. Neue Teilnehmer können jederzeit eintreten. In Slicheit„Vorwärts" gtgtll„Carja". Wir erhalten folgende Zuschrift: Geehrte Redaktion l In Nr. 1 des„Vortvärts" in einer Notiz unter dem Titel„Ab- wehr" citieren Sie eine Stelle aus meinem Artikel in der„Sarja" (Morgenröte) über de» Lübecker Parteitag und versuchen,„die An- schuldigniigen zurückzuweisen, ivelche die„Sarja" gegen uusem Kor- respondentcn, Genossen KritschewSky, erhebt". Der in Nr. 4 des„Vorwärts" erschienene Brief des Genossen Kautsky, der Ihre Aufmerksamkeit auf ein Mißverständnis in Ihrer Notiz lenkte, vcranlaßte mich, mit meiner Replik abzuwarten. Ich hegte die Hoffnung, daß es dem Eingreifen des Genossen Kautsky gelingen ivürde. aus unsrer Auseinandersetzung alles zu beseitigen, was irgend welche Mißdeutnngeij hervorrufen könnte. Leider hat tveder der erste, noch der zweite Brief(Nr. 0.) des Genossen Kautsky dieses Ziel erreicht und„Vorwärts" will nicht die Nichtigkeit der Kaulskyschcn Dentung aiierkeniien, d. h. daß ich mit meinen Worten betr.„Krilschewskys, des französischen Poisibilismus" nur gesagt habe, ihr Korrespondent stehe in de» französischen Partei streitigkciten auf jener Seite, auf tvelcher auch die Gruppen sich befinden, die seiner Zeit die inkriminierte Beschuldigung der Käuflichicit gegen die Gucsdisten erhoben halten. Und nun zur Sache selbst. Ihren Korrespondenten Kritschewsky habe ich beschuldigt, im „Vorwärts* systematische Propaganda für den Millcrandismus und Jaurösismus gemacht zu haben. Darauf erivideru Sie mir:„Es ist unwahr-, daß Kritschewsly im„Vorwärts* zu Gunsten der„ucnen Methode" der Herren Janrös und Millcrand eine systematische Propaganda betrieben habe. Vielmehr hat er schon im ersten Stadium der Millerand-Frage Angriffe gegen MillerandS Minister- sckiaft gerichtet, ohne allerdings diese Frage, über die in den socia- listischen Parteien aller Länder die Ausichte» gespalten waren, durch Prüfungsloses Verurteilen lösen zu ivollen. Leider sind Sie im Irrtum. Folgende Citate auS den Korrespondenzen von Kritschewsky iverden seine Haltung Millerand gegenüber bezeichnen:„... Millerand ist nicht mir ein zum Minister gewordener Socialist, er hat sich als ein socinlistischer Minister bewährt____ Niemand kann auch den wohlthätigen(1) Einfluß des socinlistischen Ministers auf die allgemeine Haltung des Kabinetts gegenüber dem Proletariat verkennen."(2S. Ott. 1899.) „Was die Haltung der Reälerung in den Streiks betrifft, so weiß jeder Beobachter der französischen Verhältnisse, daß keine frühere Regierung sich so neutral, meist wohlwollend neutral gegenüber den Streikenden verhielt, wie das Kabinett Waldeck-Millerand. Diese fest- stehende allgemeine Thatsache kann nicht durch vom Gen. Bomiier angeführte Einzelfälle erschüttert werden, in denen es zu geivalt« Ihäligen oder nrörderische» Uebergriffen der Lokalbchörden oder subalternen Agenten kam. die mitunter zweifellos aus bewußter Feindseligkeit gegen das ihnen verhaßte Kabinett handelten." (9. Juni 1900.)' Diese letzten Zeilen wurden geschrieben, nachdem die Arbeiter- frenndlichkcil des Ministeriums schön durch einige Fälle von„gewalt- thätige» und mörderischen Uebergriffen" handgreifliche Illustration erhalten hatte. Sollten die angeführten Stellen nicht genügen, um zu beweisen, daß Kritschewsky in 1899— 1900 Partei für Millerand nahm, so werde ich noch mehrere Belege anS seinen Artikeln bringen. Und nicht nur für Millcrand und Janrös, sondern auch für— Galliffet nahm KritscheivSky das Wort. Da Millerand„zur Ver- teidigung der Republik" in ein Bündnis niit dem General Galliffet trat, welcher durch seine Metzeleien von Republikanern und Socia- listen weltberühmt war, so sahen sich die Anhänger der„neuen Methode" gezwungen, die nicht gerade rühmliche Aufgabe auf sich zn nehmen, diesen General von de» Blutflecken zu reinigen, die seinen Ruhm bedeckten. So schrieb Kritschewsky am 5. Aiigiist 1899, also „schon im ersten Stadium der Millerand-Frage": „Es sei nur upch die enorme polemische Uebertreibung gekenn- zeichnet, die anS Galliffet den Kommuncjchlächter xar excellence den„Schlächter von 35 000 Socialisten* machen möchte... � Er war ein einfacher Brigadcgeneral und als solcher ausschließlich für die Blutbade einer einzigen Brigade verantwortlich. Der Kommuneschlächter war Thiers und den Oberbefehl über die Versailler Armee führte Mac Mahon. Galliffet war eines der sehr zahl- reichen untergeordneten Werkzeuge der Oberschlächtcr Thier? und Mac Mahon, wenn auch vielleicht(dieses„vielleicht" ist unbezahlbar) das blutigste Werkzeug, aber nicht der Zahl seiner Opfer nach, sondern nur(!) seiner Abschlachtungsmethode nach." Also— nach der Anffassnng Ihres Korrespondenten— sind für die Niedermetzelung von Proletariern auf der Insel Martinique, in Chülons usw. nicht Millcrand und seine Kollegen, sondern nur die „subalternen" Schlächter, die„zahlreichen untergeordneten Werk- zeuge" verantwortlich, dagegen für die an den Pariser Kommunarden begangenen Grausamkeiten' tragen die Verantwortung die„Ober- schlächter" allein, nur nicht das arme untergeordnete, wenn auch nach seiner eignen„Abschlachtungsmethode" blutdürstige„Werkzeug" Galliffet. Zur Charakteristik der Jnformationsmethode Kritschewskhs sei auf die Thatsache hingewiesen, daß er die neueste Evolution von JanröS verschwiegen hat, nämlich daß dieser in seinem Opportmiisnms so weit gekommen ist, daß selbst die bürgerlichen Radikalen sich darüber cnt- rüsten(so z.B. in Bezug ans die Kolonialpolitik, auf dieEntschädiguna der Missionare in China usw.). Ebenso verschwieg er die skandalöse Haltung Jaurös in der Frage des Generalstreiks. Auch in seinen Korrespondenzen über„sociale Reformen" von Millcrand berichtete Kritschewsky über die Sympnthieknndgebnngcii seitens des Pro- letariats f ü r diese Reformen und verschwieg voll st ä» big den Protest des Kongresses der Gewerkschaften u ii dArbeiterbörsengege n dieselben. Und nun zu meinem letzten Vorwurf gegen Kritschewsky. nämlich, daß er die Gucsdisten„mit Kot beworfen hatte". Die Frage ist die: Hat sich Kritschewsky wirklich über die Guesdisten als politische Partei in beleidigender Weise geäußert? In Nr. 4 Ihres Blattes sagen Sie, daß, obwohl Kritschewsky die taktischen Ansichten der GneSdistcn oft kritisierte, er sie doch„stets als Parteigenossen und Menschen hoch gewürdigt hat". Dem stelle ich folgende Aenßerungen von Kritschewsky gegen- über: „Unzweifelhaft haben opportunistische Rücksichten auf die chauvinistische Stimmung der verhetzten Masse in hohem Grade die Euihaltungstaktik(der' Guesdisten in der Dreyfns-Affaire) mit diktiert. Opportunistische Rücksichten im schlimmsten Sinne deS Wortes, denn" usw.(ö. August 1399). Weil die Guesdisten und Blanqnistcn eine„Einigung" nicht wollten, welche das Abweichen von den revolutionären Principien bedeuten mußte, schrieb Kritschewsky(in Nr. 179 1899 I.): „Hoffentlich werden die wuchtigen Einiguugskundgebungen der organisierten Masse über die Privatliebhabereiender Scktenführer triumphieren." Wie man sieht, ist für Kritschewsky der?arti ouvrior fianqais nichts mehr als eine„Sekte", deren Politik durch„die Privat- liebhabcrcien der Sektenführer" bestimmt wird. Jetzt kann ich Kritschewsky verlassen und zur Beschuldigung de? „Vorwärts" übergehen, ols ob ich behauptet hätte, daß„die social- demokratische Provinzpresse in der Behandlung von Parteifragen ohne die Stimme der Redaktion(des„Vorwärts") rcltnngsloscr Hilflosigkeit verfallen müßte." Weder sagte,»och dachte ich etwas ähnliches. Ein solcher Gc- danke liegt mir vollständig ferst. Nur glaube ich, daß das Central- organ einen gewissen Einfluß auf die Provinzprcsse ausübt und daß diese Stellung des Centralorgans ihm entsprechende Pflichten auf- erlegt,„ksoblesse obligs". Sollte es ganz ohne Einfluß auf die Provinzpresse sein, so wäre seine Existenz überhaupt zwecklos. Zum Schluß sei mir gestattet, dem„Vorwärts" meinen Dank auszusprechen. Vor 1—2 Jahren waren uusre Freunde voin„Parti ouvrior franifais" fast zur Isoliertheit in der internationalen Social- dcmokratie verurteilt. Das ist jetzt ersreulicherweise anders! I g n o t u s. *• * Bemerkung der Redaktion: Genosse Kritschewsky. den» wir den obigen Rechtfertigungsversuch von Jgnvtns zugesandt haben, hat uns bereits eine ausführliche Widerlegung der Irrtümer seines Widersachers übermittelt, die Ivir denmäcyst zum Abdruck bringen werden. Es ivird sich zeigen, daß die Citate des Ge- Nossen Jgnotus, aus dem Zusammenhang gerissen und bunt zusaimnengeiviirfelt aus de» verschiedensten Stadien der Entwicklung der französischen Parteibewegung. in keiner Weise die von ihm er- hobenen Anschuldigungen rechtfertigen. Für u»S erübrigen sich einige wenige Worte zu den den„Vorw." betreffenden Acußerungen von Jgnotus. Es kennzeichnet die Polemik des Genossen Jgnotus, wie er unsrer Abivehr seiner Charakteristik des Verhältnisses zwischen dem „Vorwärts" und der übrigen deutschen Parteipresse zu begegnen versucht. Jgnotus schrieb in der„Sarja"! „Man kann sich leicht vorstellen, welchen Wirrwarr all' diese Umstände(nämlich den Vortrag Bernsteins über den wissenschast- lichen Socialismns und das„verlegene Schweigen des Central- organS der Partei, des„Vorwärts" über diesen Vortrag") in der Partei angerichtet haben. Die socialdeniok ratische P r o v i n z p r e s s«, die stets auf die Stimme des Centralorgans lauscht, wußte nicht, welche Stellung sie gegenüber d e n„n e u c n St r ö m u n g e n" einnehmen soll." Also eine unzweideutige Bezichtigung der Provinzprcsse, in völliger, durch den„Vorwärts" verursachter Ratlosigkeit gegenüber den Streit- fragen der Partei gestanden zu haben. Jetzt sagt Jgnotus: Der „Vorwärts" macht mir eine falsche Unterstellnng, ich habe gar nichts Unberechtigtes gegen die Provinzpresse gesagt, ich habe nur von einem„gewissen Einfluß" gesprochen. Anstatt die Maßlosigkeit seiner Uebertreibungen und die Unrichtigkeit seiner Behauptungen ehrlich zuzugestehen, versucht Jgnotus durch Verdrehung des Thatbeftandcs sein Unrecht hartnäckig zu beschönigen. Und aus solcherlei Manövern besteht das ganze polemische Verfahren de? Mitarbeiters der„Sarja". Besonders minngenehm ist sein Versuch, seinen bösartigen Vorivurf zu rechtfertigen, daß die Guesdisten„von den Kritsckiewskys des französischen Possibilismus stets beschuldigt wurden, sich den Deutschen verkauft zu haben". JgnotuS meint, er' habe ja„nur gesagt", Kritschewsky stehe auf jener Seite, auf welcher auch die Gruppen sich befinden usw.! Der harmlose Jgnotus! Thatsächlich hat Kritschewsky weder auf der Seite dieser„Gruppen" gestanden, noch ist er überhaupt in Frankreich gewesen, als jene Beschuldigung erhoben wurde; endlich giebt es, wie wir uns mittlerweile überzeugt haben, überhaupt keine G r u p p e. die solche Beschuldigungen er- hoben hat, vielmehr hat vor sehr vielen Jahren einmal eine einzelne, keineswegs unter den damaligen Possibilisten anerkaimte Person jene lächerliche Beschuldigung geäußert. Trotz alledem hat Jgnotus „nur gesagt"... I Wir hatten erwartet, Genosse Jgnotus würde bereit sein, wie wir es ihm persönlich anboten, uns die Hand zu reichen zur Partei- geuössischcn Begleichung dieses häßlichen und kleinlichen Disputes. Es hätte ihm ein leichtes sein sollen zuzugestehen, daß er sich im Eifer seines Angriffes übereilt habe. Wenn Jgnotus vorgezogen hat, seine ungerechten Anschuldigungen fortzuführen, so schädigt er damit nur sich selbst sowie den Ansichten und der Partei, die er vertritt. Schriften-Eittgailg. Jean Janvfes, Etndca aoclallate«(Socialistische Studien). Paris 1902(Paul ONcndorff).— Enthält gesammelte Zeitungsartikel aus der letzten Zeit, u. a. die Betrachtungen über die vom„Vorwärts" ver- öffentlichten Fragmente anS dem Nachlaß Liebknechts. ll-'nevee de Millerund. Un Mimst ro socialiäte(Juin 1899— Janvier 11)02). Faits et Documonts.!'u- A. L avv. Paris 1902 (Georges Bellais).— Das Werk Millcrands. Ein socialistischer Minister. Thatsachen und Dokumente. K'ir de» Jnlmlt der Juseratc ubermmmt die Reduktion dein Publikiiui gegenüber keinerlei _ Nerontwortnng. Thvsttrr. Sonntag, 23. Februar. Freie Bolksbiihne. C a r l W e i K- Theater. 12. Abteilung: Dantons Tod. Anfang S'/tUfir. Lessing- Theater. 6. Ab- teilnng und 7. Abieilung: HauS Nosenhagcn. Anfang 23/, Nhr. Operiihans. Tannbäuser und der Sängerkrieg ans Wartbur». An- fang?>/, Nhr. Montag: Zar und Zimmermann. Schauspielhaus. Miß HobbS. Anfang?»/- Nbr. Montag: Das große Licht. Neues Oper»- Theater tKroll). Das große Licht. Ans. 7V, Uhr. Montag: Geschlossen. Schiller. Familie Fourchambault. Anfang 8 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Revisor. Montag: Einsame Menschen. Deutsches. Es lebe das Leben. Anfang 7Vj Uhr. Nachm. L'/z Uhr: Roscnmontag. Montag: Es lebe daS Leben, t verliurr. All-Heidelberg. Anfang ■ZV, Uhr. Nachm. 21/, Uhr: Ueber unsre Krast. (l. Teil.) Montag: Nlt-Heidelberg. Lesslug. Ueber den Wassern. Ansang 7'/, Uhr. Montag: Die Fee Caprice. Residenz. Sein Doppelgänger.— Vorher: Die Vergangenheit. An- fang 71/2 Uhr. Nachm. 3 Uhr: Nora. Montag: Sein Doppelgänger.— Borher: Die Vergangenheit. Neues. Untreu.— Colombin». Au- sang 7>/, Nhr. Nachm. 3 Uhr: Der Beilchenfresser. Montag: Nntreu.— Colombin«. Weste». Wiener Blut. Anfang 7-/- Uhr. Nachmittags zu halben Preisen: Martha. Montag(Schüler- Borstellung): Der Troubadour. Seeessionsbiihue. Detlev Lilien- crous Biinles Brettl. Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. tt. v. WolzogenS Buntes Theater (Ueberbretil). Anfang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Schall und Rauch. SerenisstniuS. Zivischcnspiele. Ans. 8-/2 Uhr. Nachmittags 3'/, Uhr: Vorstellung zu crntäßigtcn Preisen. Montag: Serenissimus. Zwischen- spiele. Triauon. Coralie u. Co. Ansang 8 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Central. Das süße Mädel. Attfang 7Vz Uhr. Nachmittags 3 Uhr: Der See- kadert. Montag: Das süße Mädel. Thalia. Seine Kleine. Anfang 7»/- Uhr. Montag: Dieselbe Borstellung. Luisen. Der Pfarrer von Kirchfeld. Anfang 7r/z Uhr. Nachmittag« 3 Uhr: Liefe«rubener. Montag: Der Psarrer von Kirch- feld. Cor> Weift. Othello, der Mohr von Venedig. Anfang 7-/- Uhr. Montag: DaS Jungfernsttft. Frledrich-Wil hei», städtisches. Die Fledermaus. Ans. 7»/, Uhr. Nachm. 3 Uhr: Der Bettelstudeut. Montag: Der Obersteiger. ivelle-Sllliauce. Die Dam« auS Trouville. Hierauf: Er. Anfang 7V, Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Orpheus. Specialttäten-Borstellung. Anfang 8 Uhr. Charivari. Täglich Borstellung. Anfang 7-/, Uhr. Nachm. 3>/, Uhr: Vorstellung zu halben Preisen. jlMetropol.'ne feine Stummer. Specialttäten- Vorstellung. Au- fang TV- Uhr Montag: Dieselbe Vorstellung. Mpollo. Don Juan in der Hölle. Epecialitätc»- Vorstellnug. An- fang?:/, Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Casino- Theater. Lustige Brüder. Ehrlos.— Specialttäten- Bor- stellung. Ansang Uhr. Nachm. 4 Uhr: Muttersegen. Montag: Lustige Brüder. EhrloS. Specialttäten. Palast. Specialitälen-Borstellung. Die süßen Mädel. Ans. 7 Uhr. Montag: Dieselbe Vorstellung. Passage- Theater. Spectaliläten- Vorstellung. Anfang nachmittags 3 Uhr. Passage< Panoptikum. Special!- tälen-Vorstellung. Reichshallen. Stettiner Sänger. Ansang? Uhr. Urania. Tanbenstr. 48/4».(Im Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Frühlingstage an der Riviera. Montag: Dieselbe Vorstellung. Jnvalidenstraste S7/V2. Täglich: Sternwarte. MiioI'Mss Thomas, Bender, Josephi. Mit yollständig neuer prachtvoller Ausstattung: 'üß Burleske Ausstattungspossa mit Gesang und Tanz in 1 Vorspiel und 4 Bildern von Julius Freund Im 4. Bilde: Francliens Gelmrtstagstiscli. Anfang 7V, Uhr. Bauchen überall gestattet. SMMjtckl' (Wallner-Thcater). Sonntagnachmittag 3Uhr: ltor Nevteoi». Lustspiel in 5 Akten v. Nikolaus Gogol. Deutsch von E. v. SchabelSky. Sonntagabend 8 Uhr: Familie Foovcli ambanlt. Schauspiel in 5 Akten von E. Augier, a. d. Französ. übers, von R. Löwenfeld. Montagabend 8 Nhr: Fli»»»ine Ileniichen. Dienstagabend 8 Uhr: Familie Fonrchambaiilt, SrntM-TlMter. Heute Sonntag, nachmittags 3 Uhr, halbe Preise: Iber Steeltadett. Operette in 3 Alten von R. Geuse. Abends?>/, Uhr: Dks süHv Miidel. Operette in 3 Akten von H. Reinhardt. Montag und folgende Tage: DaS füfte Mädel. rtmlia-Tdeater. Dresdenrrstrafte 72/73. Heute Sonntag, nachmittags 3 Uhr: Der Raub der Sabiueriunen. AbeudS 7l/z Uhr: Mit vollständig neuer Ausstattung: Seine Klein e. Große Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 3 Akten. Paula Worm a. G., Guido Thielscher, Helmerding, Paulmüller. Gerda Walde, Boss, Wannovius, Junler- Schah. pari Weiss-Theater. Gräfte yrankfurterstr. 182. _ Anfang 7i/a Uhr._ SV Einmalige Aufführung:-MM Othrllo der Mohr von Penedig. Trauerspiel in ö Akten v. Shakespeare. Morgen und folgende Tage: Das Jungseriistift.— Sonnabcndnach- mittag: Hans Hnckebetn._ Apollo-Theater. Anfang?»/, Uhr: ! Das ptiänomenala Speciaüläteii-Progr. Passase-Beater. Ganz Berlin spricht von der 7 jährigen Lola Gray in dem Mimodrama I>er Bajazzo und sein Kind. Tttfflich ansverkaaft! In Vorbereitung: Der kleine Cohn ist da!! Burleske in einem Akt von Kobert Breitenbaoh. E. von Wolzogens Bnntea Theater(Ueberbrettl) KOpnlckeratr. 08. Sonntag, 23. Februar, nachmittags 3 Uhr zu ermässigton Preisen, und abends 8 Uhr: Lilna Abarbanell. Unt. and.„Nora-Parodie",„Zufall", „Schatten-Bänkel",„Atellerspuk". Schall und Rauch (Kleines Theater) Unter den Linden 44. Sonntag, 23. Febr., nachm. N/z Uhr bei kleinen Preisen: Vorstellung vor Serenissimus. Schiffbrüchig, Herbstzaubor, humor. Vorträge. Abends 8 Uhr: Gastspiel von Kilian. Reicher:.Die Frau des andern", ScrcnisBlmns- Zwischcnaplele, Bauern- komBdie, Abschiedssouper. Palast-Theater (friihcr Feen-Palast) Bnrgstr. 22. Direktion: IVinkler«. Frbbel. Sonntag, den 23. Februar lSl>2! Das glänzende erfolgreiche rsdnwr-PMgramin! Donnerstag zum letztenmal Dir. Wilhelm Fröbel w der lustigen AuSstatmngS-Operette Di- süßen Mädel. Ansang 7 Uhr. Ermäßigte Preise. Entree 30 Pf. Parterre 30 Pf. Billct-Vorverkauf v. 11—1 Uhr. Freitag, den 28. Februar: MP Gr. Festvorstellung.'9CI Robert IMIl-Bencfls. Trlanon-Theater. Georgenstrasse, 2 Minuten vom Bahnhof Frledrlchstr. Zum 93. Male: Coralie A, Co. Anfang 8 Uhr. Parkett 2 M. Urania. Tauhen-Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr; Frtihlingsiage an der Riviera Invalldenstr. 57/02. Tägl. Sternwarte. Castans Panoptlcum Frledrlch-Strasse 165. Neu! Der Boerenkrieg I Vorst. 11-1 vormu. 4-10 nachm. Neu! CSutenberg und die Buchdruckkunst. Konzert und Vorträge. Entree 50 Pf., Kinder u. Militär ohne Charge 25 Pf. Toranzelge! Am 1. März Boerenl'est. Anfang 8 Uhr abends. Billets a 1 M. im Vorverkauf und a. d. Hauptkasse. riii Unter den Clnden 08a. Fingang Schadowstr. 14. Heute Sonntag Eintrittspreis: MM- 25 Pf.-WS Ileichh altigste Ausstellung der Welt an lebenden Seotieren, Reptilien eto. Belle-Ällianee-Theater. Die Dam anß Trouiiille. Emil Sondermann a. G. Ferd. WormS. Mizzt Btrkner. Rosa Mario». Hierauf: Er. �-nsbild in Adele Hartwig». Leopold Thuruer a.G. Heute nachmittag 3 Uhr: Bon Stufe zu Stufe. Casino-Theater. Lothringerstr. 37. Glänzender Erfolg! Allabendlich ausverkauft! W. Richter in„Lustige Brüder". Hans Berg tu„Ehrlos" K. i£. Ansang Wocheiu.8 Uhr,Sonnl.7r/, Uhr. Heute nachmittag 4 Uhr bei kleinen Preisen: Muttcrsegen._ W. Noacks Theater. Brilunenstraße 16. Bajazzo imH feine Familie. Schauspiel in 5 Akten v. F. Wttttnann. Heute: Tanzkranzohen. Montag: fiopfcnrntlis erbt». Ii Sonntag, 23. Februar: 2 Vorstellungen. Nachm. 4 Uhr: Hie guet Brandenburg allewege. Abends 7Vz Uhr: Klondlhe, Ortg.-Pantomime des Cirlus Busch. SCirkus chumanu. Heute Sonntag. 23. Februar: »grofte auftrroi deutliche»> Gala-Vorstellungen.™ Nachm. 3Vj Uhr und abends 7Vi Uhr. Besonders gewähltes Programm. Up,,! Zum erstenmal Up,,) Woll. am Kontinent! In beiden Vorstellungen Pusk-SsII Amerikanisches Sports-Spiel. u Amerikanerinnen IL I/�cnA'bre Inmlnense! jgglT in Feuer und Flammen ausgeführt von Frl. Oora Schumann. Möns. Sosmann m. seinem Sports-Akt. Dir. Alb. Schumann mit seinen unerreicht dastehend. OAPual-Dressuren. Nochmittags auf alle» Plätze» ohne Ausnahme ein Kind frei.— An beiden Vorstellungen: Di- große Ausstattungs-Pantomime öor Mephisto-wo ca. 500 Mitwirkende. 2 MnsikcorpZ. vom Hofballettmeister A. Siems. Montag, 24. Februar: Wiederholung der mit so großem Beifall aufgcnom- menen Gala- Fest- Vorstellung zum Besten der Krankenlllche. Gr. außer- ordentliches Sports-Programm. Crosse m im Exemerhans (am Prenzlauer Thor) Lothringerstrafte 1—7. Täglich 3 große Vorstellungen. 4. 6 und Uhr. Dressur mit Löwen. Tigern, Wölfe» u. Hyäne», sowie ööwen-Rii»gkate»pf und Fütterung NM 4 u. 8>/» Uhr. Eiuree: I. Platz 1 M, II. PI. 50 Pf., III. PI. 25 Pf,, Linder unter 10 Jahren mib Militär ohne Charge zahlen ans 1. U. 2. Pl. die Hälft-, dem 3. Pl. 15 Ps. Die Direktion: Proese. Gefellschaftshems Swittemüudcrstr. 12. Tägl. Theater- u. Specialttäten- Vorstellung. Jeden Sonntag: Ball Säle für Gesellschaften, V V/o amüsiert man sich errossartlg? In Schnegelsbergs Festsälen Inhaber: Max Schindler Hasenheide 21 und Jabnatrasse 8. Heute: Gvotzev Nnl!"TW verbunden mit Cigarre»-. Bonbon-Regen und diversen j Ueberraschnngen. Entrre: Rlttnocbs kt-cl,«onntngs IS Pt. Täglich: 8peciallt&tcn-Voratelln»g. Entree frei. 23252* Jlax Scbindlec. Cirkns Renz-Konzert-Tunnel Karlstrassc. Wochentag« 7 Uhr. Nur erstklassige Direktion: Sonntags 5 Uhr. S PS C 1 a 1 1 1 SU SU. J. 91. Htttt. Jeden Sonnabend nach der Vorstellung: Tan» ohne Nachzahlung konlant zu vergeben. Berein«, 131898* (BevmmtisvJH'sidjträlc Chansscestr. 103. Arnold Scholz. — Jeden Sonntag und Mittwoch:— Hambar�er Sänger. 34240 g Granmann8 Fesisäle(frOher Renz) Naunyn- Strasse 27. sisos* Empfehle meine Säle, 900 Personen fassend(auch mit Bühne), zu allen Festltchkriten und Versammlungen.— Sonnabende nud Sonntag« im April und Mai noch frei und an Vereine zu vergeben. Gustav Granmann. Soiinllbevd, der März, frei geworden! „Zum Sporthans" idyllisch am Krossiufee bei Nieder-Lehme gelegen, mit Tampsersteg, großem Tanzsaal. KegelbahucN, geräumtgen Hallen, circa 2000 Personen fassend! herrliche Fußtour von Schmöltwift über Rauchfanglverder. Vorzügliche Dahle d'bötc für Vereine von 1 Mk. an. Gut gepflegte Bicre, ff. Weißbier. 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Preis: gehefiet 1 Mark, gebunden 2 Mark. ' Diese Schritt des bekannten Hutors dQrtte aus drei Gründen besonderes Snferesse erregen: 1. Sie unferscheldel sich von der Hochflut der Boerenlltterafur durdi Ihre wissenschaftlich'hisioriscfie Methode. 2. Sie Ist die einzige von einem Socidllsfen herrührende Schritt über diesen Gegenstand. 3. Sie bringt ein ungemein reiches und viellach neues Illoferlal und Ist von einem eigenartigen Siandpuncte aus geschrieben. niemand, der ein unabhängiges Urteil Ober den Boerenkrieg gewinnen will, versäume diese Schritt zu lesen I Zu beziehen durch|ede Buchhandlung, Dr. John Edel heim Verlag, Berlin W. 35. 1 Sin kluger Kopf bereitet sich Gognac, ium, Ciquenre lelbll und verwendet nur die allein echten Original- Reichel-GIIenzen mit der Marke flichtherz». Otto Reichel, 6ffenzenfabrlk, Berlin SO., Eilenbahnitr.». WM- Mehr als 700 niederlogen, kenntlich durch meine Piakate.-WM Wo keine niedertagen, hier Ire! Haus durch meine Gelpanne. 4. Man achte genau auf Hausnummer 4. Utberzetgen SU sich durcl) einen Yersuci: ein alter Fachmann schreib! aus eigener Ueberzeugunj Sie haben Tausende Danksagungen und Zeugnisse Ihrer Kunden über ihre vorzüglichen Fabrikate von Essenzen, und des- halb will ick mir die Ehre geben, auch als Sach verständiger zu loben, was nur zu loben ist. Als alter erprobter istsUUatear, denn über 40 Jahre habe ich persönlich fabriäri, war ich stets ein Feind von gemischten Essenzen und parfiimirten Eulen, die uns Fabrikanten ins Handwerk vfuschten und den Privaten rin Zeug aurr eckten, welches nichts werth war. Ich habe aber Gelegenheit, Ihre Fabrikate zu prüjen, und gestehe gern, dieselben sind in Jeder Beziehung vorzüglich. Es giebt ja auch Leute, welche in ein Oeschäji gehen können, eine Flasche Cognnc für 6 Mk, Liqueur ä 3 Mk. kaufen, und dieses kann>a auch sein, aber die Majorität kann sich durch Ihr Fabrikat ein schönes, gesundes, spottbilliges Getränk herstellen, und wenn bie auch bereits einen grossen Umsatz erzielen, so mässte dieser sich co Lassa l vergrössern, wenn Vielen bekannt wäre, wie leicht und billig man sich eine Punsch-Essenz, Rum oder Liqueur herstellen kann. Es würde mich freuen, wenn diese Zeilen dazu beitragen würden, und besonders möchte ich Ihren werihen Runden empfehlen, nicht Pfennige zu sparen und nur guten Sprit, feinste reciificirie Haare zu verwenden,——-- Charlottenburg, den 9. II. 1902. Alfred L Versand naen auswürts gagen Voreinsendung oder Nachnahme. Jeder verlange koetenirei: Pia Destitlatio?! Im Haushalta. Hüten Sie«Ich vor künsllleheai« so�andhritaseliHdllelieii Exu-acteu unter Bhnliehen Snmeu. die oft nirhte weiter als rohe imitatlenen sind. Verautworilicher Nedacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb. Glocke tu Berlin. Druck und Verlag von Max Vading in Berlilt. Sr.46. IS. J-dtMg. 2. Heüllge Der Stadthattshalts-Etat für Der vom Moqistrnt dlirchbcratene Entwurf des Stadthaus- Halts-Etats für 19Q2 ist jetzt der Stadtverordnete u-Ver- s a m n« l u n g z u g e c; a u g e n. Die wichtige Aufgabe der Prüfung dieses Entwurfes und der endgültige» Feststellung des EtatS wird die Stadtverordneten die nächsten Wochen hindurch beschäftigen. Die Etatsberatung wird diesmal etwas früher be- ginnen als im vorigen Jahre, wo die erste Lesung erst am 7. März staltfinde» konnte. Im vorigen Jahre machte es den Eindruck, als ob die bürgerlichen Fraktionen der Stadtverordneten-Vcrsammlung im Hinblick auf: die Kürze der für die Etatsberatnng zu Verfügung stehenden Zeit sich in der Debatte eine gewisse Beschränkung ans- erlegten. Dagegen ließ sich die s o c i a l d e m o k r a t i s ch e Fraktion auch durch die Verzögerung der Einbringung des Etats nicht im geringsten abhalten, die vom Magistrat gelieferte Arbeit, Ivie immer, gründlich zu prüfen u n d eindringend zu kritisieren. Der Magistrat und sein Anhang in der Stadt- vcrordnetenversamnrlnng dürften daraus die Lehre' gezogen haben, daß sie leicht selber zu kurz kommen können, wenn der Etat gar zu spät an die Versammlung gelangt. Der Wunsch freilich, daß das spätestens Anfang Februar geschehen soll, ist trotz der bei der vorjährigen Etatsberatnng beschlossenen Resolution auch diesmal nicht erfüllt »vorden. Der Magistrat versichert, es sei nicht niöglich gelvesc». Der Etat siir 1902 schließt in Einnahme und Ausgabe mit 112 839 112 M. ab. das ist 3 605 191 M. mehr als in, vorigen Jahre. Dabei sind die Etats der städtische» Werke(GaS- werke, Wasserwerke, Vieh- und Schlachthof, Markthallen usw.) noch nicht mitgerechnet. Diese belaufen sich zusanimen auf weitere 87 134 307 M. Dem freisinnigen Berliner Spießbürger imponieren solche Summen ganz gewaltig. Als vor drei Jahren der StadthauShalts- Etat zum erstenmale die 100. Million überschritt(ohne die Werks- Etats), da erhob sich in der Freisinnsprcsfc Berlins und in den frei- sinnigen Bezirksvereinen ei» Jnbelgcschrei darüber, tvie wir'S so h e r r l i ch w e i t gebracht. Inzwischen ist fast schon die 113. Million erreicht worden— man denke! Den, üblichen Vergleich»nt den deutschen Bundesstaaten, die außer Preußen und Bayern sänitlich eiiicn kleineren Etat habe», begegnen wir auch diesmal tviedcr '» der von Stolz erfiillten freisinnigen Presse. Dabei wird aber geflissentlich übersehen, daß Berlin doch ivohl allmählich eine G r o ß st o d t gtvordcn ist und auch an Einwohnerzahl bereits die Mehrzahl der deutschen Bundesstaaten übertrifft. Auch darüber wird mit vorsichtigem Stillschweigen hinweggegangen, daß trotz dieses „Riesenctats" noch mancherlei sehr wichtige Ausgaben inmier wieder— gespart werden. Die Hauptzahlcn der einzelne» Einnahme- und AnSgabckapitel sind bereits in der Freitagnummer von u»S mitgeteilt worden. Auf eine ausführliche Wiederholung kann verzichtet werde». Nur das sei hier hervorgehoben, daß die Ueber schösse aus der Kämmerci, den Werken usw.»in ziemlich zwei Millionen niedriger als im Vorjahre angesetzt sind, während aus den Steuern ein Mehr von über drei Millionen erwartet wird. Wir fürchten, daß der Herr Stadtkämmerer, ein so guter Rechner er sonst ist, sich in dieser Erivartung täuschen ivied. Die wirtschaftliche De- Pression, die noch iinmer andauert, der Arbeitsinangel, unter dem ein jchr großer Teil der Berliner Arbeiterbevölkernng leidet, der Einnahine-AuSfall, der sich aus der Verminderung des Konsums auch für die kleinen und mittleren Handel- und Gewerbetreibenden ergiebt, dürften das Ergebnis der Steuereinziehung diesmal recht un- günstig beeinflussen. In solchen Zeiten zeigt eS sich mit besonderer Deutlichkeit, wie mißlich es ist, ivem, einer Kommune zur Be- strcitung ihrer Ausgaben im ivesentlichen leine andren Einnahinequellen als die Steuern zur Verfügung stehen. Im ganzen sollen 65 673 040 M. durch Steuern aufgebracht »verde». 32 500 000 M. durch die Einkommenstcuer. 20 300 000 M. durch die Grundsteuer, 8 500 000 M. durch die Gciverbesteuer, der Rest durch mehrere kleinere Steuern Ausgaben: Für Vorjahre 1000 M., Gemeinde-, Amts- und Standesamts- Verwaltung 48 043,57 M., für die Volksschulen- 93 317 M.. für die höheren Schulen 18 159,50 M., Straßeupflasterung und Belenchtung 23 665,75 M.. Gesundheits- und Armenpflege 16 703 M., Feuerlöschwesen 3560 M.. Baupolizei-Verwaltung 1200 M.. für Gemeinde- Grundstücke 1380 M., gewerbliche Unternehinungen 28 100 M., Kurpark-Verwaltung 2255 M., Verzinsung und Tilgung der Gcincindeschnlden 19 814,25 M., Kreissteucrn 39 000 M., ins- gemein 3301,93 M. Nicht»vähreud der Fahrt absteigen! Diese auf der Straßenbahn immer noch nicht genügend beachtete Warnung wirb, von den Behörden durch Dienstbefehle den Beamten eingeschärft.! Die Schutzleute sind angewiesen worden, Straßenbahnwagen nur an Haltestellen zu besteigen oder zu verlassen. Ein ähnlicher Dienst-' befehl ist den hiesigen Angestellten der ReichSpost schon vcu-■ einiger Zeit zugegangen. Postbeamte, welche bei Dieiistfahrten die. Straßelibah» bcnützen und sich gegen die obige Bestimmung vergehen, können mit zulässigen Strafen belegt werden. Den Angestellte» der Straßenbahn selbst ist das Besteigen und Ver- lassen der Wagen außerhalb der Haltestellen schon vor längerer Zeit verboten worden. Dem Vernehmen nach wird ein entsprechender Dienstbcfehl in den nächsten Tagen auch für das hiesige Militär sowie an die den Militärbehörden unterstellten Beamten erlassen werden. Bemerkt sei noch, daß auch in einzelnen Schulen die Lehrer auf die Gefahren deS Auf- und Absteigens bei Straßen- bahmvagen, wie auch bei achtlosem Ucberschreiten der Fahrdämme' hinweisen. AuS der Stadt der Intelligenz. Der materialisierte Regenschirm— das ist eine der neueren Erscheinnngei, aus dem' Gebiete des praktischen Spiritismus. Zinn Tröste für zerstreute Gelehrte und einkaufende Damen, denen ofl im Gedanken ein Regen- schirm stehe» bleibe» soll, wollen wir die Geschichte erzählen, die gestern Herr Krüger in einer Spiritistenversammlung zum Besten gab. Es handelte sich darum, das bisher„entlarvte" Medium Anna Rothe zu rehabilitieren, ein Streben, welches Herrn Dr. Egbert Müller zu großen Thatcn angespornt hat. Herr Krüger will die Geschichte von dem Regenschirm im Notfalle beschwören. Wie er also gestern erzählte, machte er am 14. Novenibcr vorigen Jahres eine Geschäftsreise und spricht bei dieser Gelegenheit auch' bei Frau Rothe vor. Es ist ihm äußerst fatal, daß er auf seinem Rundgange in irgend einem Geschäfte seinen Regen- schirm stehen gelassen hat, auch weiß er nickt wo. DaS geniert aber. Frau Rothe nicht, denn sie wird den Schirm bald herbeischaffen. Und richtig, nach kurzem Plaudern sieht Herr Krüger, wie ein Schein durchs Fenster hereinzieht, der sich in der Hand des Mediums zu seinem stehen gelassenen Regenschirm materialisiert.(Ruf: Wie viel Töpfchen hatten Sie fchon hinter der Binde?) Er fragt dann als/ gewissenhafter Man» auf dem Rückwege bei allen vorhin besuchten Geschäfte» nach seinem Regenschirn, nach, un, der Sache auf den Grund zu kommen und erfährt schließlich im letzten Laden, daß eine Dame, die schattenhaft eingetreten und auch ebenso wieder verschwunden sei, den Schirm abgeholt habe. Die durch dieses Bekennttii« in der Versammlung hervorgerufene Ulkstim»,»ng schien Herrn Dr. Egbert Müller nicht zu behagen, denn er kleidete sei» Schlußwort in de» einen Satz:„Diejenigen, die über so ernste Dinge lachen, sind in Wahrheit die dummen Auguste I" Also bitte: ernst bleiben I Die verkrachte Volks-Krankenrasse. DaS Polizeipräsidium teilt mit: In Bezug auf Bekanntinachnngen von, 7. Juli und 31. August 1900 bringt das Polizeipräsidium zur Kenntnis, daß die Liquidatoren der„Allgemeinen Volls-Krankenkasse zu Berlin(E. H. Nr. 126)" beabsichtigen, eine Abschlagszahlung von 10 Proz. auf die anerkannten Ansprüche an die Berechtigten zu verteilen. Kassen- niitglieder, die seit Enipfang deS Anerkennungsschreibens der Liquidatoren ihren Aufenthait oder Wohnung gewechselt haben. werden gut thun, den Liquidatoren ihre Adresse anzugeben. Ein angeklagter Frauenarzt. Eine Anklage, die daS höchste Interesse medizinischer Kreise erregt, wird am 5. März vor der ersten Strafkammer deS Landgerichts I zur Verhandlung komme». Die Anklage richtet sich gegen einen als Operateur und Specialist für Frauenkrankheiten angesehenen Arzt und Professor, dessen Klientel sich vielfach aus Damen höherer Stände zusammensetzt. Ihm wird zur Last gelegt, bei einer schwierigen Operation einen Kunstsehler begangen und dadurch de» Tod einer Patientin verursacht zu haben. Die Verhandlung, die im kleinen Schwurgerichtssaal ftattfiiiden wird. dürfte einen großen Umfang annehmen, da außer zahlreichen Zeugen auch eine große Reihe niedizinischer Kapazitäten aus Deutschland und Ocstreich als Sachverständige geladen sind. De» Vorsitz deS Gerichtshofes wird Landgerichtsdirektor Tackmanu führen. Der Arbeiter und Athlet Prahm, der am Donnerstag eine so arge Ausschreitung vor der neunten Strafkammer verübt hat. wurde gestern derselben Strafkammer zur Erlegung einer Nachtrags- nnflciße wieder vorgeführt. Diesmal wurde er durch zwei Schutzleute transportiert, die auch im Gcrichtssaale neben ihm Posta faßten. Der rabiate Mensch scheint sich inzwischen abgekühlt zu haben, denn er betrug sich bei der Verhandlung, die mit Vertagung endete, sehr manierlich, war sehr kleinlaut und erklärte sich zum Autritt der ihm am Donnerstag zndittjcrtcn Strafe bereit, DaS„Gcincindeblatt" und die städtischen Drucksache» wurden visher von der Firma W. u. S. Läwcnthal hergestellt. Der Vertrag mit dieser Finna wurde im Jahre 1892 geschlossen; vorher lieferten die Gebrüder Grnnert, Junkerstraße, die städtischen Drucksachen. Gebr. Lvwenthal unterboten die letztere Firma damals bei der Ver» gcbung der Arbeiten. Bei der kürzlich erfolgten Ausschreibung der Drucklieferung war die Firma Wilh. Greve(Inhaber Max Pasch) die Mindestfordcrnde. Der Magistrat hat beschlossen, dieser Firma die Druckherstellung deS„GeincindeblatteS" und aller übrigen städtischen Drucksachen, vorbehaltlich der Zustimmung der Stadt« verordneten-VersammUmg, zu übertragen. Der Stadtverordneten- Bersammlnng ivird eine Vorlage hierüber zugehen. DaS Vefinden Rudolf Virchows hat, wie die„Berk. Klin. Wochenschr." meldet, in de» letzten Tagen regelmäßige Fortschritte gemacht. Am 1ö. Februar— sechs Wochen nach dem Unfall— hat er die ersten, recht mühevollen Gehversuche mit geeigneter Unter» ftütznng unternommen, und sie seitdem mit der ihm eignen Energie fortgesetzt. Er vernrag zur Zeit mit Hilfe einer Gehbank einige Schritte zurückzulegen, sowie aktive und passive Bewegungen mit dem verletzten Bein vorzunehmen. Sein körperliches Befinden ist als ein gutes zu bezeichnen, und es steht zu hossen, daß der Patient all- mählich den Gebrauch des verletzten Gliedes, mit einigeu durch seine Jahre und die Schwere der Verletzung bedingten Einbußen, wieder erlangen wird. Der nächste Kursus in der Hnsbeschlagöschmiede in Ehar- lottenburg beginnt am 1. April, vormittags 8 Uhr. Meldungen zur Teilnahme find an den Borsteher, Ober-Roßarzt a. D. Herrn Brandt. Charlotte nburg, Spreestr. 42, zu richten. Zur Aufnahme sind erforderlich: Der Nachweis über die Erlernung deS Schmicdehandwerks mnd ein polizeiliches Führungsattest. Unbemittelte erhalten freie Äiisbildung und haben keinerlei Prüfungsgebühren zu entrichten. Eiu Schlafstcllcndicb, der mehrere seiner Zimmergenossen vcstohlen hat und der Kriminal-Polizei In die Hände fiel, giebt sich für den 24 Jahre alten Mechaniker Franz Lchniug aus. Er will sich bis jetzt im Krankenhaus befunden haben, nachdem er beim Mililär in Strnßburg einen Beinbruch erlitten hatte. Diesen Angaben ficht die Polizei mißtrauisch gegenüber. Erwünscht soncn melden möchten, die nähere Angaben angebliche Lehning ist 1,71 Meter groß, hat frisches Gesicht und trägt eine braune Joppe. wäre, wenn sich Per- machen können. Der hellblondes Haar, ein Nach dem in der gestrige» dritten JahreSversammlnng des Vereins zum Schutze der Kinder vor Ausnutzung und Miß- handlimg erstatteten Bericht hat sich die Mitgliederzahl. im letzten Jahre von 2914 ans 8297 vermehrt. Nene Zweigvereine sind in Dresden, Württemberg und Ballcnstedt begründet' worden. Der Gerein hat im letzten Jahre in 279 Fällen seine Hilfe eintreten lassen, welche 882 Kindern zu gute kam. 237 der Fälle entfielen aus Berlin und die Bororte. In 99 Fällen war Trunksucht der Mutter Grund für die Mißhandlung der Kinder getvesen. In 37 Fällen führte dos Eingreifen deS Vereins zn einer gerichtlichen Bestrafung der Schuldigen. In dem Asyl in Zossen, daS für die Pfleglinge zimieist als Durchgangs- station dient, find bis jetzt 2353 Pflegetage gewährt worden. Die Einnahmen betrugen mit Einschluß von 4119 M. 17 404 M., die Ausgaben 19 692 M. 9999 M. wurden kapitalisiert. 992 M. blieben als Bestand. Franz v. Mendelssoh» hat dem Verein 29 999 M. zur Verfügung gestellt. Die Summe soll mit andern Gaben zu einem Asylfonds verwandt werden. Der Vorstand wurde iviedergewählt, neu in den Beirat traten Superintendent Schmidt-Zossen und Frau Dr. Bartels-Ballenstedt. Verschwunden ist die 81 Jahre'alte Frau Selma v. Albert, deren Schwester, die Gattin deS Försters Börte in der Krautstr. 44, folgend« Angaben macht: Frau v. Albert ist eine Tochter des Kaufmanns Seißte in Breslau, wo sie ihren Mann, der Hauptmann a. D. ist. vor acht Jahren kennen lernte. Es sind zwei Kinder, ein sechs- jähriger Sohn und eine zweijährige Tochter vorhanden. Frau v. A. wurde am 1. Juni v. I. von ihrem Mann einer Nerven-Heilanstalt in Charlottenburg zugeführt. Nach vier Monatew entlief sie aus der Anstalt und fand Aufnahme bei der Schwester, da zwei Acrzte ihren geistigen Znstand als normal festgestellt haben sollen. Der Bater zog mm mit dem Knaben zu seiner Mutter und brachte das jüngste Kind bei einem Briefträger unter. Frau v, A. verließ am 12. d. M., vormittags um 11 Uhr, ihre Wohnung, um ihre Kinder zu sehen, ist aber nicht zurückgekehrt. Sie trug beim Fortgehen 299 M. in Gold bei sich und war im Besitz eines Siegelringes mit dem Zeichen S. v. A. In dein Stein ist das Familieinvappcn eingeschnitten. Iran v. A. ist blond und sehr groß: sie trug ein gramvolleues Kleid, ein dunkles Jackett mit Sommettrageii und einen schwarzen Kapothut. Zu dem Tode des Färbers Schulz ivird uns von den Kollegen des Verunglückten mitgeteilt, daß sein Absturz infolge eine? Krampf- anfalles erfolgt ist und von den Folgen einer Neckerei nicht die Rede fein kann. DaS Fraueubad unterhalb dcr.Lessmgbrücke, das 1898 wegen des Brückenbaues abgebrochen iverden mußte, soll in diesem Frühjahr wieder errichtet und in Betrieb genoninicn iverden. Der Magistrat berechnet die Kosten auf rund 19099 M. für dieses Flußbad imd ersucht die Stadtverordneten um deren Zustimmung. CirkuS A. Schumann werden einige neue Neiterstücke aufgeführt: Eine reizende Dogccart-Onadrille.'gefahren von 3 als Blumen kostümierten Damen, sotvie ein von 16 Damen gerittenes Manöver und eine Springkonkurrenz von Vollblutpferden, geritten von den Herren Zehn, Jimgermann und Schnapka. Ganz neu ist ferner auch der„Pusch Bali", eine amerikanisches Sportspiel, bei welchem 12 junge Amerikanerinnen, i» zwei Parteien geteilt, einen Riesenball über ein abgestecktes Ziel zn stoßen suchen. Heute, Sonn- tag. wird die Pantomime„Mephisto" sowohl in der Nachmittagsais in der Abendvorstellung gegeben werden. Feuerbericht. Im Laufe des Sonnabend hatte die Wehr nur wenige Alarinierimgen zu verzeichnen. Früh kurz nach 8 Uhr Ivnrde sie nach der Oranienstraße 179 gerufen, Ivo in einem Keller die Strohverpackung an einem Gasmesfer Feuer gefangen hatte. Es gelang Indes, die Flammen schnell zn ersticke», so daß größerer Schade» nicht eiitstandeii ist. Kurz vorher gingen in der Zcnghof- straße 11 auf einem Hängeboden Wäsche»nd Kleidungsstücke sin Flammen auf, dessen Avlöschung ebenfalls leicht erfolgte. In der Dieffenbachstr. 37 war in einer Wohnung die Klosettverpackung auf einem Hängeboden in Brand gerate». Außerdem war noch in der Rostockerstr. 26 durch übergekochtes Fett ei» kleiner Brand entstanden, der jedoch noch im Keime' erstickt werden konnte. RuS den Raitidarorien. Die Genieindevertretmig in Schmargendorf bewilligte am 21. d, M, die Mittel zur Anstellung einer VolkSschullehrerin, ferner die Erhöhung des Schnldiener-Gehnlts von 699 M. ans 729 M. Die dann stattfindende E t a t s b e r a t n n g für l902 zeigte, niit welcher„Gründlichkeit" die Gemeindevertretung arbeitet. Vor Be- ginn der Sitzung wünschte der Genieindcvorfteher, daß die Etats- beratung kurz gemacht werde. Der Voranschlag zum Etat ist den G-meindevertreiern in diesem Jahr nicht zugegangen. Ein Vertreter rügte das und beantragte, zwei Lesungen stattfinden zu lassen. Der Aiitraq wurde abgelehnt, weil er ein„Mißtrauen gegen die Rechnimgskommission" bedeute. Die Nichtzustellmig wurde damit motiviert, daß die Vertreter durch Drucklegung des Etats nicht „vergewaltigt" werden sollten. Der„künstlich balancierte" Etat i-schließt in Einnahme und Ausgabe mit 323 999 M. Die„Beratung» bestand in einer dreiviertelstündigen Verlesung der Positionen, die unverändert angenommen wurden. Wie wenig gründlich der Etat aufgestellt ist, beweist der Umstand, daß die Mittel für die erwähnte Lehrerinnenanstellnng darin fehlten. Für die Einrichtung der Amts räume und deS Sitzungssaales wurden 19999 M. bewilligt. Steglitz. Die Gemeindevertretung nahm in ihrer letzten Sitzung zunächst endgültig das GewerbegerichtS-Statut mit einigen Aendcrungen an. Betreffs der Zuzichnng der Beisitzer nach Belieben des Vorsitzenden, was wir im vorige» Bericht als ungesetzlich be� zeichnete», hatte die Kommission eine andre Fassmig vorgeschlagen, tvelche angenommen wurde. Da die einzelnen Paragraphen nicht verlesen wurden, können wir nicht berichten, wie der Passus jetzt lautet.— Bei Gelegenheit der Abnahme von Rechnungen über S t r a ß e n p f l a st c r' rügte Rapp die Sänmiqkeit der Gemeinde Verwaltung in diesen Punkten. Uebcr Pflasterungen, die vor drei, vier und fünf Jahren anSgefiihrt wurden, lagen jetzt endlich die Nechnnngen vor. Da nach dem Ortsstatut die an- liegenden Hausbesitzer die Hälfte der Kosten zu tragen haben. so sind nach einer Berechnung RappS der Gemeinde ca. 16 990 M. ZinSverluste entstanden zu Gunsten der betreffenden Hansbesitzer. Der für die Vertretung deS Gemeindevorstehers mit 4999 M, entschädigte Schöffe Manke war sehr entrüstet über die Vorwürfe gegen' die Verwaltung und verschanzte sich hinter den früheren Bor stehet Zimmermann. Herrn Direktor Stein thal aber war cS vorbehalten, die Debatte auf daS richtige Niveau zu bringen. Er warf unsrem Genossen Rapp nämlich vor. daß er bewußt Unwahr Heiken unter die Massen werfe, um seinen Beruf als Hetzer zn erfüllen und die Massen zu betören. Dieser Ausfall veranlaßte de» Vor sicher, unsren Vertreter in Schutz zu nehmen. Genosse Rapp forderte Herrn Steinthal auf, falls er als Ehrenmann gelten wolle, entweder die Beweise für seine Behauptungen anzutreten oder zu widerrufen. Wir sind gespannt, wie weit die„Bildung" dieses Herrn geht.— Ferner wurde noch beschlossen, dagegen zu protestieren, daß die biologische Versuchsstation auf der Domäne Dahlem an der Steglitzer Grenze errichtet werde; der Gemcindevorstand befürchtet, daß dadurch der„Fichteberg" in„üblen Geruch" kommt. Aus Reinickendorf wird uns berichtet: Bei dem Umbau des Schönholzer Bahnhofes an der Nordbahn hat der Unternehmer Werncr-Lichterfelde die Ausschacktniigs- und AnffüllnngSarbeiten des einen(östlichen) Teils übernommen. Der Boden wird dem Terrain der Schönholzer Heide entnommen. Die Abholzung geschah ini Oktober 1991. Zur Bodenbewegung werden 2 Lokomotiven nebst 30 Lowryö benutzt und sind circa 199 Arbeiter thätig. Die Arbeitszeit der Schachter ist von tt-7 Uhr früh bis 6 Uhr abends, die der Kipper von 6 Uhr früh bis ö'/e abends mit einer stündigen Frühstücks- und einer stündigen Mittagspause. An Lohn erhalten die Leute 22 bis 30 Pfg. pro Stunde. Wohl ist ein Schuppen auf dem Bauplatz vorhanden, worin die Scharwcrker und Schmiede Ihre Obliegenheiten verrichten. das Werkzeug aufbelvahrt wird und die Maschinen eingestellt werden, aber Sitzgelegenheit befindet sich nicht darin.' Ein besonderer Schuppen' mit Sitzgelegenheit für die Arbeiter, in dem sie in den Pausen ihr'Frühstück oder Mittagsmahl zu sich nehmen, oder worin sie Zuflucht vor den Unbilden des Wetters nehmen lömieii, ist nicht vorhanden. Ebenso fehlt ein Abort. Dagegen hat der Unternehmer Maurermeister T.. Berlin, Holsteiner Ufer, der die Ansschachtuiig und die Erhöhung des westlichen Teils des Bahn- Hofs übernommen hat. für seine Leute in diesen» Punkte bester vor- gesorgt. ES besteht dort ein Schuppen mit Heizvorrlchlung, in dem 'dje Arbeiter einen warmen Raum mit Tischen und Bänken für die Frühstücks- und Mittagspause vorfinden. Auch für einen Abort ist gesorgt. Hier währt die Arbeitszeit von>/»8 Uhr früh bis 2 Uhr abends mit einer'/»-stündigen Frühstücks- und einer Ve-stüiidigcii Mittagspause. An Lohn erhalten die Leute hier 49 Pfennige die Stunde. Schwer verletzt wurde vorgestern der Arbeiter Sauerberg auf dem Bahnhofsgebäude der Charlottenburger Straßenbahn- Gesellschaft. Beim Hinansschieben eines Motorwagens geriet er zwischen den Wagen und einen Mauerpfeiler und erlitt gefährliche Onctschungen. Dieser Unfall im Betriebe soll bereits der dritte seiner Art sein.__ Vermifitztesa Grubenunglück. Auf der Concordia- Grube bei Zabrze wurden gestern infolge eines Pfeilerbruches zwei Heuer verschüttet. Einer derselben wurde sofort erschlagen, während der andre seinen Verletzungen kurz nach seiner Einlicfcrnng in das Lazarett erlag. Iu Loudo» ist der frühere Kommis der Liverpooler Bank, 0» die, der die Bank durch Wcchselsälschimgen um 170 990 Pfnnd geschädigt hat, gestern vom Central- Strasgcrichtshof zn 19 Jahren Zuchthaus verurteilt worden. Von drei Spießgesellen deS Gondie, die seinen Raub teilten und ihn ihrerseits wieder betrogen, erhielten einer 19, die beiden andren je 2 Jahre Zuchthaus. Leichcnschüudnug. vnf.dem Friedhof Lainate bei Mailand ist, wie da»„Berliner Tageblatt" meldet, der Leichnam einer 34 jährigen Zrau ans dem Grabe gerissen, geschändet und nackt znrückgelasjcii worden. Die Verbrecher sind auch in die Fricdhofskapelle ein- gebrochen, die sie ausraubten. DieS ist schon der zehnte Fall von Leichenschändung auf Friedhöfen in der Umgegend Mailands. Die Thäter sind nicht entdeckt worden. Explosion in New York. In der Nacht zu gestern ist die an der Ecke der Parkavenne und 34. Straße gelegene Waffen- Halle des 71. MilizregimentS niedergebrannt. Eine große Menge von Patronen, die daselbst lagerten, find explodiert; die Äugeln flogen nach allen Richtungen. Die Flammen sprangen in die benachbarten Straßenbahnschuppen und i» das mit Gästen dicht besetzte Parkavenue- Hotel üver. wo eine große Panik entstond. Um 3 Uhr morgens sprang eine Anzahl der Bewohner des Hotels aus den Fenstern auf die Straße, wo sie mit gebrochenen Gliedern aufgehoben wurde». Der Bundesoberst Pfeffer und die Frau des Hotelbesitzers R c e d sind tot. Admiral Müller ist tödlich verletzt. Eine Mauer des Hotels und der Turm sind eingestürzt; wieviel Personen noch nnicr den Trümmern liegen, ist unbekannt. Die Polizei ließ die Nachbar- Häuser räumen, viele Familien sind einstweilen in Stallungen untergebracht. Nach 4 Uhr morgens gelang cS, des Feuers Herr zu werden._ «SltiermigSüberslcht vom 33. Februar 1903. morgens 8 Uhr. «Setter-Progiiose für«ountas, de» 83. Februar iy«S. Etwas wärmer Bei lebhaften südlichen Winden und zmiehmender Be- wolkmig; leine erheblichen Niederschläge. Berliner Wettcrburcau. Schriften-Eittgang. des und des Arbeiterschub in Gast- und Schankwirtschaften. Referat Profeffor Dr. K. Oldenburg in der Gesellschaft für sociale Reform Sorrescrat von Gustav Staate, Geschäitölührcr der Sektion Berlin deutschen Kellnerbundes. Jena, Gustav Fischer. 50 Pf._ Proccedinp;« of first Annual Convention District 16, United Mine"VVorkers of America. Abgehalten in Trinidad, Colorado, am 7. bis 9. Oktober 1901. Bade, Tr.<».. Bögcl in der Gefaugenschaft. Teil I. Heimische Käfigvögel. Mit 16�29 Tafeln in Photographiedruck nach Ortgwal- Auf- i, ahmen lebender Vögel und vielen Textabbildungen. Vollständig in zehn Lieferungen a 50 Pst Verlag von Fritz Pfenningstorff, Berlin W. Republikanische»üandelbilder nud Porträts von Dr. Friedrich Loche r. Zürich. Preis 3 M. Th. Schröter, Verlag.— Jahrbuch des Handelsvertrags-VereinS für das Jahr 1961. Herausgegeben von Dr. W. BorgtuS. Berlin 1992.(Lievheit u. Tbiefsen.) Jahreobcricht des Arbeitersekretariatö Frankfurt a. M. für das Jahr 1991. Nebst Jahresbericht des GewertfchastSsekrctärS. Das Kleingewerbe, insonderheit das Bäcker-, Konditor- und Fleischer- gewcrbe. Bon Friedrich Cchouierus. Stuttgart. W. Kohlhaniincr. Vlarktprets« von Berlin am 22. Februar 1802 nach ikrmittlnngen des tgl. Polizeiprästdium». fäßeljeu, gut D.-lltr . iniilel „ gering tlloggcu. gut „ imltcl „ gering •Gerge, gut „ mittel , gering «Hase», gm . miiiel gering Ri ch ist roh Etu rbse» Sieifetahne» Linken j» ab Bah». • frei Wagen und ab Bahn. Prodnkienmarkt vom 22. Februar. �. bekundete fest« Tendenz. Mittags machte sich ein leichter Rückschlag eettcnd. Die Bedarfskragc für Weizen und Roggen war weniger dringlich als bis- her; Känicr bewahrten die an Sonnabenden übliche Zmückhaltuug. und überwiegend schivache Preismel dünge» von den ausländtschm Börsen ver- anlassen Ncaliiationen. bei denen beide Brotfrüchte M. nachgaben. Man ntunnt an, dab oenmächst wärmeres Wetter eintreten dürfte nnd damit eine Steigerung der Warenzufnhr zu erwarten sei. Mehl behauptete seine gestrigen Preise. Futterartikel biicbe» im Locohandel unverändert. Hafer ist aus Pommern und Schlesien offeriert, aber sehr teuer. Im Liescrnngsgeschäst ging Haser auf Platzvertäuse'U M. zurück, auch Mais war abgeschwächt und aus mattes Nordamerita»nd reichliches Angebot aus Ziußland und den Donauländern. Rüböl notierte etwas sefter. Spiritus war um 49 Pf. erholt, 79cr loco 34,69 M. Städtischer Schlachtvte hmarkt. Berlin, 22. Februar 1992. Avil- lichcr Bericht der Direktion. Zinn Verkauf standen: 5189 Rinder, 1946 Kälber. 11152 Swasc. 6891 Schweine. Bezahlt wurden siir 199 Pfund ober 59 Ktlogramm Schlachtgewicht in Mark(bcziehmigSweise siir 1 Pfund in Pfennigen): Ochsen: a) vollfleis chige, aiiögeiuäftcie. höchste» Schlacht- wertes, höchstens 7 Jahre alt»1—65, Ii) imige fleischige, nicht ans- gcuwstete nud ältere ausgcmäsielc 58-69; o) mästig«euährte jung« mid gut genährte älter« 55-57; tl) gering genährte jeden Alters 59-53.- Bullen: et) vvllfleischtge höchsten Schlachtwcrts 58—62; b)»lätzig genährte iüiigcve mib gut genährte ältere 53—57; c) gering genährte 49—53.— Färsen und Kühe: a) voNfteischige, anSgemäfiete Färsen höchste» Schlachtwerts 99—99; h) vvltftcischige, aiisgcninslcte Kühe höchsten SchlnchtwertS bis zn 7 Jahre» 53—55; et ältere»nSgemästete Kühe imd wenig gilt entwickelt« jünger« Kühe nnd Färsen 59-62; s) mählg genährte Küh« nnd Färsen 47-48; e) gering genährte Mühe und Färjen 42—46.— Kälber: a) seinsl« Mast: kälbcr(Vollmilchmast) und beste Saugkälber 73— 76, b) mittlere Maft- und gute Sanakälber 62— 66, c) geringe Saugkälber 46—52, d) ältere, gcring genährte lFresicr) 43-48.— Schafe: a) Masilämmer und jüngere Plast- Hammel 56—58, b) ältere Maslbamniel 46—52, c), nähig geuährie Onmincl»nd Schafe(Merzschasc) 49- 46, d) Holsteiner NicdenmgS» fchrtfe(Lebendgewicht) 99—09.— Schweine: a) vollfleischige, der feinere» Rassen nnd deren«reuzmigen tm Atter bis zu W- Jahren 229—289 Pfnnd schwer, 63; b) schwere, 280 Pkund und darüber(Käser) 99; o) fleilchige gü-gg- d) gering entwickelte 57—00; e) Saue» 69—60. Für 100 Pfnirb mit 20 Proz. Tara. Verlans und Tendenz. Das Rindergeschäft wickelte sich ruhig ab. es bleibt nur mäßiger Ueberstand; der Kälberhandel gestaltete sich ruhig; bei den Schafen war der Geschäftsgang langsam. eS bleibt ettvaS Ueber- stand. Der Schieetnemartt verlies ruhig und wurde gerämnt. betreibe. Der Frühmarkt Deutsches Theater. Alle Abende: bis Donnerstag: Sein Doppclgänger. Borher:_ Es lebe das Leben. Nur Mittwoch: Lebendige Stunden.— Siesidenz-Dheater. Sonntagabend Di« Vergangenheit. Von Freitag an täglich: Ein galanter Richter. Vorher: Mein Schneider.— Neues Theater. Sonntagabend bis Freitag: Gastspiel Helene Odilon: Unken. Zum Schlub: Colonibine. Solinabend und Sonntag: Unbestimmt. — Thalia- Theater. Alle Abende: Seine Kletnc. Central- Theater. Alle Abende: DaS füge Mädel.— Ernst v. Wolzogens BunteS Theater. Alle Abende: Wechselndes Ucberbrettl-Programm.— Schall nnd Rauch. Alle Abende: Vorstellung vor Serenissimus.— Trianon- Theater. Alle Abende: Coralte u. Co.— Metropol-Theater. Alle Abende: Ne ferne Zlummer.— Srcessivns-Theater. Alle Abende: Detlev v Llliencrons BunteS Brettl.— Belle-Alliauee-Theater. Alle Abende: Die Dame aus Trouville. Hierauf: Er.— Carl Weist- Theater. Sonntag: Othello. Montag bis Sonnabend: Das Jnngfemstrst. Sonntagabend: Preciosa.— Urania. Alle Abende: Frühlingstage an der Rrvtera. — Apoko-Theater. Alle Abende: Don Juan in der Hölle. Einsegnungs aueserordentiich peiehhaltige Aua« wähl in Satin, Cheviot, Coating, Eipsgarn, Tnchkammgam, Drapes u. s. w., je nach Grösse und Qualität 33,— SO,— 27,— Am sl m ä® 84,_ 2,,~ i2>~ s» � UM»A � Jeder Käufer eines Einseputifls-Anzufles erhält reizende Beigaben umsonst. I�awa-�ennis- �nzüga fttr Costümtesle 6 Mk. — S�- creme papler-�nzöge für Costümfeste 12 Mk. I Herren-Aazüse nach Maass Moderner Schnitt. Elegante Verarbeitung 70.— CO.— 50.— 40.- 30.- 24 Mk. HerreD-KoseD nacli Maass Moderner Schnitt. 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Februar, abends VsG Uhr: Uollts- Uersammlmtg im Kolberger Salon, Kolbergcrstr. 33. Tagesordnung: I. Vortrag des Stadtverordneten Dr. Wey! über: Streiflichter aus beut roten Hause. 2. Diskussion. 210/5 Nach der Versaminlung: C!«svUIaos Beisammensein. Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Vertrauensiiiann. VI. Wahlkreis. Moabit! Dollnerstag, he» 27. zebruar, n&ciitö Sii Uhr: Volks-Versammlung im„Moabiter GeMihllftshMs"(Peterö), Nlt-Moabit Nr. 80/81. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags-Abgeordneten Genossen Förster(Hamburg) über: Die Ursachen der Arbeitslosigkeit. 2. Dis- kufsion. 3. Verschiedenes. 210/7 Um zahlreiche Beteiligung ersucht Der Bertraneusman». Schlliiebersis Dienstag, den 25. Februar er., abends 8� Uhr, bei Obst, Aieiningcrstrasje S: Ilimg. i- Vortrag hrs Rtichttagö-Mgeorhnckil L Bebel über: „Der Maris linh hie Vrbeiterklasje." 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 202/5 Um zahlreiches Erscheinen bittet Die Bertrauensperson Melier Holzarbeiter-Verband. Modeil- u. MMMler smie Modeiidrechsler. BUttwoch. äö. Februar, im Wedding Park, Müllerstr. 178: HäMT" Branchen- Versammlimg. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Wieseuthal: Was lernen wir von dem Verhalten der Unternehmer während der Krise? 2. Diskussion. 3. Werk- pattdifferenzen. 4. Verschiedenes. 70/17 Zahlreichen Besuch erwartet_ Die Kommission. Branche Korbmacher. Montag, den Sl. Februar, abends 7 Uhr. im Gewerrschaftshause, Saal TU. Engel-llfer 13! VT" VovlÄiniulung."TS Tages-Ordnung: 1. Bericht der Tariskoiiimission. 2. Erläuterungen über die Broschüre. 8. Wahl von zwei Revisoren. 4. Verschiedenes. 70/17 In Anbetracht der Wichtigkeit der Tagesordnung erwartet zahlreiches und pünktliches Erscheinen _ Die Kontrollkommission der Korbmacher. Oentaeb. Metallarbeiter-Verband TcrwaUnnsssteile Berlin. Bureau: Engel-Ufer IS, Zimmer 1— S. Fernsprecher: Amt TIA, ZSZ. Montag, den 34. Februar, abcndö 8� Uhr: Bezirks-Versammlung für den Osten bei Höflich, Frirdrichöberg. Frankfurter Chaussee 120, Tagesordnung: 1. Wie agitieren wir am besten während der Krise? Referent Kollege Wlesentlial. 2. Diskussion. 3. Wahl einer Bezirksleitung für Friedrichsberg-Lichtenberg._ DienStag, den 35. Februar, abends 8V2 Uhr, im Dresdener Garte», DreSdeuerstr. 45: "VE her Colh- unh Silberarbtiter uilh um, Berufsgell. Tages-Ordnung: 1. Vortrag deS Stadtv. Iii. BeOmer über:„Die Krisen, ihre Ur- fachen und Wirkungen". 2. Diskussion. 3. Berbandsangelegenheiten. Um zahlreiches und pünktliches Erscheinen ersucht 112/2 __ Die Ortsvcrwaltnng. Achtung! Portefeuiller. AWls! Verbanh her Porteseuiller unh Ledergiillluterie-Arbeiter uuh Arbeiteriuueu. iZahlstelle Verliu.) DieuStag, de» SS. Februar isvs. abends 8>/z Uhr. in Graumanns Festsälen, Raiiuynstrahe S7: Mitglieder-Berfammlung. Tagesordnung: 1. Bortrag.(Referent wird in der Versammlung bekannt gegeben.) 2. Urabstiiliinuiig. 3. Verlegung des Versammlungstages. 4. Verbandsangelegenheit und Verschiedenes. SV Gäste willtommen 7WG 100/2 Um zahlreiches und pünttlichco Erscheinen bittet Tie Ortsverwaltiing. Ceiitralverbailh her Mtinrer u, Zahlstelle Friedrichsberg. Sonntag, den 33. Februar, vormittags 10 Uhr, bei Höflich, Frankfurter Chaussee ISO: ÜBT Mitglieder-Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag von Frl. Imie. 2. Geschäftsbericht und Abrechnung vom Jahre 1001. 3. Wahl des Zweigvereinsvorstandeö. 4. Verschiedenes. Guten Besuch erwartet 137/8_ Die»rtliche Terwaltnng. 1 Berliner Konsum-Verein. AilKerlirdenNiche Gkiikral-iiersammlung am Dienstag, de» LS. Februar, abends 8V2 Uhr, in den„Armin- hallen", Kommaudanteustr. 30. TaaeS-Ordnung: Fortsetzung der Statutenberatung Der Vorstand. TorkanUsstelien k Achtung! Achtung k Alle im Massafe-, Bade- uirankenpllefe-Benife beschäftigten Personen. Mittwoch, 36. Frbrnar, abends SVa Uhr, in den Arminhallen, Kommaiidautenstr. SO- Große össentilche VersammlnU. Tagesordnung: 1. Herr Stadtrat Weigert und die schlechten Krankenwärter. Referent Reichstags-Abgeordncter O. Antrlck. 2. Diskussion. 286/10 Bei der großen Wichtigkeit der Tagesordnung ist es Ehrenpflicht eines jeden einzelnen Berusölollegcn, zu erscheinen.! Oer Etnberufer." Orts-Krankenkasse für das Bucbdruckergewerbe zuBerlin. ) Auf Grund des§ 62 des Kassenstatuts teilen wir mit, dass der Vorstand sich für das Jahr 1002 folgendermassen konstituiert hat: Vorsitzender: Herr Johannes Bienz, Zossenerstr. 44. Stellvertreter:„ Onstav I.ehniunn, Bergmannstr. 27. Schriftführer:„ Otto Wonitzkl, Eeiohenbergerstr. 28. Stellvertreter: Frl. Ocrlrud Hanna, Straussbergerstr. 45. Kassenoontroleure: Herr F. F. Kmli Schmidt, Hasenhaide „ Paul I.and, Falckstr. 6 zu Rixdorf. Beisitzer: Herren Buchdruckereibesitzer Hermann IHltscIiIng;, Bernauerstrasse 43; W. llöwcv. Elsasserstr. 5; Arthnr Scholcm, Rossstr. 3. Gleichzeitig bringen wir zur Kenntnis, dass die in der ausserordentlichen Generalversammlung vom 13. Oktober 1001 beschlossene 7. Abänderung des Rassenstatuts vom Bezirks-Ausschuss genehmigt worden ist und mit dem 3. März d. J. in Kraft tritt. Nach dieser Abänderung müssen die im§ 4 und§ 7 vorgeschriebenen Anmeldungen ausser Vor- und Zunamen, Geburtsort und Geburtstag des Anzumeldenden und dessen Beschäftigungsart, sowie seinem Eintritt in die Beschäftigung noch die HBhe des Arbeltsverdienstes, tage- oder wochenweise berechnet, und die Nummer des Quittungsbuches, sofern der Anzumeldende bereits Mitglied der Kasse war, enthalten, Verändert sich dieser Arbeitsverdienst derart, dass hierdurch eine Versetzung in eine andre Mitgliederklasse stattfindet, so Ist dies vom Arbeltgeber spätestens am dritten Tage nach dieser Veränderung dem Kassenrcndanten ebenfalls anzuzeigen. Die im§ 0 vorgesehenen Lohnsätze und die dadurch bedingte Klasseneinteilung der Mitglieder, sowie die in§ 26 angegebene Höhe der Wochenbeiträge ist jetzt folgendermassen festgesetzt: Für Kassenmitglieder, deren täglicher Arbeitsverdienst über ' r">•••---___- O fl"AT a-rrl-wQ-t fr-o /v Qrt TP'f 3,00 M. beträgt: 1. Klasse— 3,50 M. Wochenbeitrag 00 Pf. Für Kassenmitglieder, deren täglicher Arbeitsverdienst 2,0t M. bis einschliesslich 3,00 M. beträgt: 2. Klasse— 2,50 M. Wochenbeitrag 63 Pf. Für Kassenmitglieder, deren täglicher Arbeitsverdienst 1,01 M. bis einschliesslich 2,00 M. beträgt; 3. Klasse— 1,50 M. Wochenbeitrag 39 Pf. Für Kassenmitglieder, deren täglicher Arbeitsverdienst 1,00 M. und weniger beträgt: 4. Klasse= 1,00 M. Wochenbeitrag 24 Pf. Versetzungen in eine andre Lohnklasse finden nur von Vierteljahr zu Vierteljahr statt. Besehwerden der Mitglieder gegen die Festsetzung der Klasse werden von der Aufsichtsbehörde entschieden. In§ 10 wird die Höhe des Krankengeldes unter Beibehaltung, der übrigen Bestimmungen auf die Hälft# des durchschnittlichen Tage- lohnes, im§ 17 die Höhe des Begräbnisgeldes auf den 3&fachen Betrag desselben festgesetzt. § 18 bestimmt, dass in Unterstützungsfällen, welche innerhalb der ersten 26 Wochen der Mitgliedschaft eintreten, die Kranken- Unterstützung und das Krankengeld bis zur Dauer von nur 13 Wochen, das Begräbnisgeld nur im 20fachen Betrage des durchschnittlichen Tagelohnes gewährt werden. Nach§ 44 bilden nunmehr die Mitglieder jeder Klasse eine Abteilung. 737b Berlin, den 15. Februar 1002. Der Vorstand. Johannes Blenz, Vorsitzender. Otto Wonitzki, Schriftführer Acht».,»:-�® aar Achtung! Maarer Charlottenbnrgs! Dicnötag, den 35. Februar» abends 8 Uhr, im Lokale dcö Herr» A. Bauer» Berlinerstraflc 86: Arasrtnlücltö Mitflieiler-Versaiiiinlunf der Zahlstelle Charlottenburg des Ccntralverbaudes deutscher Bunrer. Tagesordnung: 1. Bortrag desf Genossen AValdeek lüanassc über: Ter Kampf ums Dasein. 2. Wahl des Zweigvereins-Vorstandes respektive der Verbandsleitung. 3. Verschiedenes. NB. Der wichtigen Tagesordnung wegen imiß cS Pflicht eines jeden Kollegen sein, die Versainmliiiig zu besuchen. Ben» Eintritt erhält jeder Kollege einen Stiiuinzettel eingehändigt. 137/0 Zahlreichen Besuch erwartet Die örtliche Verwaltung. Achtung!"WS 3®- Achtung! Weiter ElMlMnInirgs. DienStag, 35. Februar, abends 8 Uhr, in der GambrinnS- Brauerei, Wallstrahe 96: Cr. oMIIclie Yenmlunf der Geweteliaften, Tages-Orduung: 1. Die Arbeitslosen-Zählung. Referent Stadtv. Dr. Borcbard. 2. Diskusflon. 3. Verschiedenes. 202/4 __ I. 91.: W. Grlx. 4» Ilerren-Tortrajt Freitag, den 28. Februar 1902, abeuds S1/: Ohr, im Deutschen Klubhaus, Badstrahe 58. Karl Bruckhoff, Friedrichstr. 10 über: Die sogen, um1 heilbaren Männerleiden. Rur f. Herren! Eintritt frei! 4» Rum Bio. 3 Fatzon ca. 50 Proz. stark, a Literflasche 1,10 M, 10 Literfl. 10 M. inkl. 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Februar, abends Punkt 8 Uhr, findet Engel- Ufer 15 die Ergänzuiigswahl des Gesellen-Ansschusies» um 0>/, Uhr die Wahl der Beisitzer zum Jniiuiigs-Schiedsgericht statt. Als Legitimation dient das Kraukenkassenbuch oder eine Bescheinigung des Arbeitgebers. 286/8 Alles Nähere siehe Säulciianschlag am Montag."VZ _ C. Rghardt, Obermeister. Verband der Tapezierer. Montag, den 84. Februar, abends 8V-Uhr, im GewerkschaftShanse. Engel Ilfer 15: NIUgneÄer-VerssimiaUuig. Tages-Ordnung: 1. Dortrag. 2. Diskussion. 3. Berbandsangelegenheiten. 177/8 Die Verbandsleitnng. Berliner Konsum-Verein. Abteiinng Rmnnielsbavs and Stralau. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß am Donnerstag, den S7. d.M., abends 8Va Uhr, im Cafe Bcllevne eine Versammlung stattfindet. Auf der Tagesordnung steht: 1. Vortrag des Genossen Waldeck Manasse über das Thema: Der Kampf ums Dasein. 2. Bericht- erstattung von der Generalversanimlung vom 16. d. M. und Delegierten- wählen. 3. Verschiedenes und Ausnahme neuer Mitglieder. NB. Wegen der Wichtigkeit des zweiten Punktes der Tagesordnung betr. Delegiertenwahle» ist es Pflicht jedes Mitgliedes, pünktlich zu erscheinen.— Das neue Vereinsstatut gelangt zur Ausgabe. Gäste sind herzlich willkommen. Zahlreichen Besuch erwartet 105/15 Der Abteilnngs-Vorstand. Achtung! I&ixClDvf« Achtung! Deutscher Kolzarveiter-Nerbands. Dirnstag, den 85. Februar, abcndö 8r/z Uhr, in HoffmannS Feftsälcn, Inhaber H. Thiel, Bergstraße 151/152: Außerordentliche Generalversammlung. Tages-Ordnung: 1. Bericht vom Gautage. 2. Anträge zum VcrbandStaae. 3. Wahl eines Delegierten zum Vcrbandstage und zum Gewerkschasts-Kongrcß. 4. Berbands-Angelegenheiten._ 79/19 SV Mitgliedsbuch legitimiert. Das Erscheinen jedes Einzelnen erwartet Die Ortsverwaltung. Zwei große öffentliche Schnhmncher-Bersammlnngen Bontngr, den 84. Februar, abends SVa Uhr, in folgenden zwei Lokalen: 1. im Gewerbscbaftshans, Engel-Ufer 15, 2, bei NU mann, B ruiliienstraße 188. Tages-Ordnung: 1. Die Lolinbewegun« zum Frühjahr 1908. und unter welchen Voraussetzungen ist dieselbe siegreich durchzuführen? 2. Diskussion.' 3. Verschiedenes.- _ Die Einberufer. Montag, den 84. Februar, abends 8»/, Uhr, bei MerkowSki, Andreasstraße 26: BwlchcilversaMlfi. I BaMDalher«. ReWllharbtiter 169/4 Wahl der Brancheuvertretnng. Die Ortsverwaltung. Montag, den 24. Februar 1902, abends 8 Uhr: Leffentliche Bersammlnug aller in der �chvaubeolbraiiche beschäftigten Personen bei Granmann, Naunynstratze Nr. 87. Tages-Ordnung: 1. Dorttag deS Genossen Kaliski über:„Arbeitslosigkeit und Bürgertum". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 112/1 Zahlreichen Besuch erwartet Der Einbernfer. Mtiiilg! Kistenmacher.-Muug i Montag, den 84. Februar, abends S'/z llhr, im Gewerkschaftshans, Eiigel-llfer 15, Saal T:_ Versammlung. Tages-Ordnung: I. Die letzten Differenzen in einzelnen Fabriken und wie gedenkt die Gewerkschaft denselben entgegen zu trete»? 2. Wahl von Mitgliedern zur Lohnkoinmission. 3. Verschiedenes. 103/7 Der wichtigen Tagesordnung halber ist das Erscheinen sämtlicher Kollegen notwendig._ Der Torstand. Herren- it. Knabenkonsektiotts-Schneider it. Schneiderimten. Montag, 34. Februar, abcndö SVi Uhr, in Büß' Salon, Grosse Fraiikfurterstr. 85: Oeffentliche Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Der Einfluß der sogenannten Maßkonfektion auf die Leistungen und den Lohn der in der Herrenkonsektion Beschästigten. Referent Kollege Ritter. 2. Disluiston. 3. Verschiedenes. 162 5 Die in der Herrenkonsektion beschäftigte» Kollegen und Kolleginnen werden ersucht, zahlreich und pünktlich zu erscheinen, sowie für einen guten Besuch der Versammlung Sorge zu tragen. Der Vertranensmauii. Jalousie-Arbeiter und Berufsgenossen DienStag, 35. Februar, abends 8' e Uhr, im Märkischen Hof, Admiralstr. l« c: Große öffentliche Nersnmmlnng. Tages- Ordnung: 1. Vortrag des Reichstags-Abgeordneten Genossen FmU Bosenow über: Die wirtschaftliche Lage und die Aufgaben der Arbeiterorganisationen. 2. Diskussion. 70/20 3. Wahl einer Agitationskommisflon für die Branche. 4. Verschiedenes. ES wird jedem einzelnen Jalousicarbeiter, ob er Tischler. Maschinen- arbeiter, Maler, Anschläger oder sonstiger Arbeiter ist, zur Pflicht gemacht, in dieser Versammlung zu erscheinen. Die Arbeiterinnen dieser Braucbe sind hiermit ganz besonders«ingeladen, Verantwortlicher Redaeteur: Carl Leid w Berlin Für den Inseratenteil verantwortlich: Dh.«locke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing in Berlin i.,.« i«. m.,..,, 3. KcilM>rs Joralrts" Strlinct WksM--»w» w«- Nns Indttstvie und Handel. AuS Amerika. New Bor?. S. Februar.(Eig. Ber.) Nachdem im Verlauf der letzte» Mouate seitens des buudesstaatlichen Ceususbureaus Bulletins über den Staub der Industrie in einer Anzahl Staaten heraus- gegebe» worden sind, ist nun ein solches über die Gesamt-Jndustrie (1900) erschienen, zugleich die Zahlen deS CensuS von 1890 enthaltend. Die Aufstellung lautet: 1900 1890 512 586 855 415 44,2 9 853 630 789 Doli. 6 525 156 486 Doll. 51.0 5 810 598 4 251 613 2 323 407 257 Doll. 1 891 228 321 Doll. 631 225 035, 6 162 044 076. Etablissements Kapital.... Zahl der Arbeiter Gcsamtlohn Verschiedene Ausgaben 1 028 550 053 Kosten des Materials 7 349 916 030 13019 251 614 9 372 437 233 24.9 22.9 62,9 42.4 28,9 Wert des Produkts Nicht enthalten sind hierin die Etablissements mit weniger als 500 Doll. Jahresproduktion, die Negiernngswerkstätten und die Lehr- anstalten(deren Swüler hier und da, z. B. beim Generalstreik der Maschinenschlosser, als.Scabs" fungierten und die also ebenfalls an den Löhnen partizipierten).— Nach Obigem wäre das Jahreseinkommen des Arbeiters 473 Doll. Aber obwohl auch dieses kein Einkommen wäre, welches dem Ar- beiter viel mehr böte, als eine sehr bescheidene Fristnng des Daseins, so würde man sich doch einer sehr großen Täuschung hingeben, wenn man annähme, daß jeder Arbeiter diesen„Durch- schnittslohn' erhalte. Da ist zunächst in Betracht zu ziehen, daß sich unter den als „Gesamtlöhne" aufgeführten Posten ein gewisser Prozentsatz der hohen Beamtengehälter befindet, wenn auch nicht in dem Maße, wie beini Census von 1890, was aus der unverhältnismäßig starke» Steigerung (62,9 Proz.) der verschiedenen Ausgaben hervorgeht. Und wenn ancv der Präsident der U. S. Steel Corp., Schwab, mit seinen 800 000 Doll. Jahresgehalt einzig dasteht, so dürften die von 5000 bis 50 000 Dollar und dariiber betragenden Gehälter der Präsidenten, Betriebsleiter ze. der einzelnen Firmen und Etablissements doch ein ganz respektables Sümmchen ausniachen. Ferner sind in jener Summe die— in manchen Industrien sehr hohen— Löhne der Vorleute(vulgo Sklaventreiber) und sonstiger Unterbeamten enthalten; und schlicßlicb kommt in Betracht, daß in jeder der Industrien— mit vereinzelten Ausnahmen— eine verschieden große Anzahl„»Irillsäladorers-beschäftigt ist, welche bedeutend höhere Löhne beziehe», wie die ungelernten Arbeiter Officielle Zahlen sind hierüber nicht vorhanden; so weiß man aber z. B.. daß es in der FeusterglaS-Jndustrie etwa 2500 qualifizierte Arbeiter giebt, deren Unionlohn 36 Doll. per Woche beträgt(der aber während der heißesten Sommermonate aussälll, da daim alle Werke still stehen), während die Zahl der unqualifizierten Arbeiter das sechsfache betrage» dürfte. I» der Eisen- und Stablindustrie. deren qualifizierte Arbeiter— Pnddler, Roller, Fuusher— von 3,50 bis 5,00 Doll. täglich bezichen(im Censusjahr 1890. also vor Einführung der neuen Maschinen und Produktions- Methoden, die nach dem blutig niedergeworfenen Streik in den Carnegie'schcn Werken zu Homestead ihren Anfang nahm, verdiente» dieselben bis zu 100 Doll. wöchentlich), dürfte das Verhältnis 1 zn 10 sein, doch giebt es darüber keine sicheren Angade». Zum Schluß ist noch eins zu erwähnen. Carnegie behauptete kürzlich in einer Versanuulung des Vereins„christlicher Jünglinge" (crtvachsene, erfahrene Leute scheint er überhaupt uicht gern als Zu- Hörer zu haben),„die Tendenz der Zeit ziele aus ein Steigen der Arbeitslöhne und Berbillignng aller Notwendigkeiten des Lebens hin."— WaS nun das erstere betrifft, so weisen schon die Zahlen deS— doch sicher in dieser Hinsicht für die kapitalistische Wirtschaftsordnung günstig gearbeiteten— Census eine Erniedrigung der Löhne um zwei Prozent auf, und im Uebrigen weiß Jedermann(und wohl auch selbst mancher der„christlichen Jünglinge"), daß die„Tendenz der Zeit" dahingeht, die qualifizierten Arbeiter immer mehr überflüssig zu machen, resp. ihre Thätigkeit zu vereinfachen, so daß sie von weniger geübten Arbeitern bei weniger Lohn verrichtet werden kann. Und was die Verbilligung der Lebens- mittel betrifft, so hat der Arbcitcrstatistiker des Staates New Uork in seinem Jahresbericht eine Steigerung der Preise derselben um 26 Prozent herausgerechnet. Und in„Dunn Review" wird sogar— unter Aufzählung einer Reihe Artikel— eine solche von 40 Prozent konstatiert l Der NeorganisationSpla» der Allgemesnen deutschen Klcilrbahngesellschaft, wie er jetzt bekannt wird, stellt an die Interessenten sehr harte Anforderungen. Den Obligationsinhabcrn werden zwei Vorschläge unterbreitet. Nach dem einen sollen die Obligationäre 12 Jahre auf jede Verzinsung verzichten. Der ztveile Vorschlag will, daß von den 4'/sprozentigen Obligationen der Be- sitzer freiwillig 15 Proz. kürzen läßt; von den übrigbleibenden 85 Proz. sollen 60 Proz. in 3prozentigen Obligationen und 25 Proz. in Aktie» verwandelt werden. Die 4prozeutige» Obligationen sollen um 20 Proz. gekürzt werden und von den 80 Proz. Rest sollen 60 Proz. in 3proze»tigen Obligationen und 20 Proz. in Aktien um- geivandelt werden. Die 7�» Millionen Aktien werden biS zu 1'/« Millionen zusammengelegt. Geschäftsberichte der Aktiengesellschnften. Die Süd- deutsche Bodenkreditbank in München verzeichnet im ver- flosscnen Geschäftsjahr, einen Reingewinn von 136 000 M. Dividende 7ll» Proz.— Die B a h r i s ch e Vereinsbank erzielte einen Reingewinn von 4448085 M.(4412 306 M.), Dividende 9 Proz.— Die Vereinsbank in Nürnberg giebt ihren Reingewinn aus 2 145 570 M. an. Dividende 10 Proz.— Der Auf- sicktsrat dcsDresdenerBaukvereins schlägt vor, ohne Jnan- spruchnahme der Reserven eine Dividende von 5'/e Proz. zur Verteilung zu bringen, gegen 8 Proz. im Vorjahre. Der Gelvinn betrug 1598 702 M. Die Thüringer Maschinen« u n d F a h r r a d- F a b r i k in Müblhansen i. Thür., die ihr Aktienkapital schon einmal von 1 000 000 auf die Hälfte reducierte, beruft abermals eine General- Versammlung ein, um die Beschaffung von 200 000 M. Betriebs- Mitteln zu erlangen.— Die Annnburgcr Steingut- Fabrik fabrizierte im ersten Semester mit einem Verlust von 5140 M.— Die Porzella nfabrik in Kahla hatte einen Reingewinn von 921 774 M.(792 711 M. im Vorjahre), Dividende 30 Prozent.— Der Aussichtsrat der H a l I e s ch e n Maschinenfabrik beschloß eine Dividende von 28 Proz.(36 Proz.) in Vorschlag zn bringen.— Die B r a u n s ch w e i g r s ch e n Kohlenbergwerke in Helm- sledt verzeichnen einen Reingewinn von 751 336 M., Dividende 10 Prozent.— Der Bremer Vulkan giebt seinen Reingewinn auf 536 786 M. an. Dividende 12 Proz.— Die Magdeburger Straßenbahn ivirft 6 Proz.(9 Proz.) Dividende ab.— Amerikanische Metallproduktion. Jni Jahre 1901 wurden in den Bereinigten Staaten 15 878 354 Tonnen Roheisen produziert gegen 13 789 242 Tonnen in 1900. In der Zeit vom 31. Dezember 1900 bis 31. Dezember 1901 gingen die Vorräte von 442 370 Tonnen nnf 70 647 Tonnen herab. Gegenwärtig sind die Lager fast ganz leer. Die Produktion von Beffcmereisen stellt sich auf 9 596 793 Tonnen und die von basischem Eisen auf 1 448 850 Tonnen.— Die Blei- produktion betrug in 1901 265000 Tonnen, im Vorjahr 276000 Tonnen. Briefkasten der Redaktion. Die Iniistische GPrcchstunde findet täglich mit Ausnahme bei Sonnabends von?>/- bis 9V-»br abends statt. P. St., Spandau. 1. Auf dem Hofe. 2. Die Nummern entsprechen dem Kursbuch der Gesellschaft»nd werden allgemein eingeführt zur besseren Orientierung des fahrenden Publikums. K. Dreher. Wenden Sie sich wegen der Beschwerde an die in Be- tracht kommende Gewerkschaftsorganisation, den Mctallarbciterverband. Wir veröffentlichen Beschwerden über Mißstände in Fabriken usw. nur, wcim sie uns von der Organisation zugehen. —x— In Ordnung.— W. St. 15. Die Verwaltung befindet sich Poftstr. IS. — W. Vi. S. Es müßte erst Klage erfolgen.— M. L8. Nein. Wenden Sie sich an die Offenbacher Frauen- Krankenkaffe.— K. L. 54. Kriegs- mintsterium.— Delikateffc». Ihre Anfrage ist unvollfländig; Sie mußten darlegen, ob oder welche Abreden bezüglich der Nichtaufnahme eines zweiten Delikateßwaren-Geschäfts getroffen sind.— A. T. 61. Ihre Frau sollte sclilennigst— bei der Gewerbedeputation, Stralauerstr. 3—6— klagen.— N. W. L Stein. 2. Ja.- P. B. 300. 1. Ja. 2. An den Beklagten. 3. Etwa 20 M. 4. 31. Dezember 1902.- Sl. L. 100. 1. und 2. Nein. — H. D. 35. Ja. Das mit Rechlskrast versehene Urteil müßten Sie vorlegen,— S. St. 20. 1. Ja. 2. Drei Jahre.— F. S. N. Zwei- hundert Marken uiüffcn geklebt sein, also etwa vier volle Karten.— U. 100. 1. und 2. Nein.— T. G. I. 1. Ja, ausführlicher ist die Frage zuletzt im„Vorwärts" vom 22. Februar behandelt. 2. Nein, es niub gekündigt werden. 3. Ja.— di. D. 22. Sie sind zur Zahlung verpflichtet. — Ztveifel. Ja.— 100. G. F. Eine Acuderung bczüglick der Höhe der Miete kann nur unter Zustimmung beider Parteien ersolgen.— C. P. 33. 1. In der Regel nein. 2. Ja. 3. In tO Jahren.— K. S. Ihre Frau würde ein Viertel, Ihre Kinder den Rest erben. Andre Vor- schriften können Sie durch Testament ermöglichen.— G. L. 1000. Tragen Sie den Fall der Eivilbchörde(Polizeipräsident in Berlin, Landrat auf dem Lande) vor,— P. Sch. 100. Die Kündigung ist rechtsgültig.— Straften- abonnent. Zuständig ist das Gericht, in dessen Bezirk der Beklagte wohnt. Die Berufung gegen ei» Civilurteil des Amtsgerichts ist innerhalb eines Monats nach der Zustellung durch einen Rechisanwalt beim Landgericht einzulegen. Die Kostenhöhe richtet sich nach der Höhe des Streitgegen- standes.— E. G. 100. 1. Glaubt die Witwe zu hoch eingeschätzt zu sein, so soll sie Niederschlagung der Steuer oder Ermäßigung bei der Stcucr- deputation in Antrag bringen. 2. Die Mutter tritt an Vaters Stelle; eine Vormundschaft tritt nicht ein.— Wohnung Rixdorf. Ohne Gc- nehmignug dürfen Sie die MictSwohiiung andren nicht überlasten. P. D. 50. Schadensersatz können Sic veanspnlchen; Rückgängig- machung hätte weniger Aussicht aus Erfolg.— W. Ä. 5. Wenn Ihr Vorgänger bereits gezahlt hatte, haben Sie 50 Pf,, sonst 1 M. zu zahlen. Ob gezahlt war, ergicbt stw aus dem Verzeichnis, das der Wirt hat.— H. Rappenau. DaS uneheliche Kind beerbt seine Mutter und seinen Großvater inütterlicherseits wie ein eheliches. Seinen außerehelichen Vater beerbt es nicht.— W. G. 28. Ihre Anfrage ist nicht ganz verständlich. Ergänzen Sie dieselbe: Handelt es sich um ein Ihnen und Ihrer Frau völlig fremdes Kind? Oder um ei» in die Ehe gebrachtes Kind Ihrer Frau? Oder um ein Kind, das Sie adoptieren wollen.— X. Z. Nein. -(S. S. Nein.- Zossen S. 1. und 2., N. W. 87: Ja.- K. X. 100. 1. und 3. Als Baper lönnen Sic die Ausnahme in den preußischen Staatsverband jederzeit vomehmen. Der Antrag ist in Berlin an da» Polizciprästdium, in der Provinz an de» Regierungspräsidenten zu richten. Foiuinlare hierzu können Sie in der Buchhandlnng Vorwärts erhalten. 2. Wenn Sie als Bayer sich verheiraten und nicht vor dem Aufgebot aus dem bayrischen Stantsvcrband austrete» wollen, so bedürfen Sie zur Heirat der Bescheinigung Ihrer Hcimatsbehörde, daß ihrer Heirat nichts im Wege steht.— I. R. Stockheil». 1. Zum Wahlkreis Niederbaruim. 2. In der Regel trifft Ihre Ansicht zu; die Frage ist aber von Fall zu Fall nach Maßgabe des jeweiligen Slnttiis z» entscheiden.— Oskar»nd Paul. 1. Das kann als intellektuelle Urkunden- fälschiiiig mit Zuchihans bestraft werden. 2. Ja.— Müller. Ja. —(£. Runge. Die MictSstempelsteilcr ist für die Zeit vom 1. Januar zum 1. Januar zu zahten. Da Sie nicht angegeben haben, wie hoch Ihre Miete ist, läßt sich nicht beantworten, ob zu viel von Ihnen gefordert ist. Iheotlor Büsiiifl Slfrifllljöitö siir Dmm- it. Maiitii-Gariimbt. Srijukutomi siir Um». Kmn«. Kindn An der Spandaner Drucke 2 Uahe Kahuhaf Korse«nd Hackescher Markt. 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Tie Vetcill�iiiifl der Frauen und der Juxiendlichen an der Gesaiulziffer der Betncd§i>i»älle ist ein sehr ernstes Kapilel, welches uns dcullich die Mangelhaftigkeit des Arbeiter« schuh es zeigt. Auch aus den Nachwcisungcn der Rcchniings« ergednisse der dcntsche» BcrufSgenassenschaften fiir das Fahr isoo geht dies wiedeiunt hervor. Leider is! diese Statistik höchst mangel« Haft und deshalb das gewonnene Zahlenmaterial nicht vollständig. Einmal siöstl die Fesistellmig der BclriebSnnfnlle Überhaupt auf Schwierigkeiten, weil, wie die anitlichcn Vorbcmerknugen der Statistik selbst sagen, viele Nuternehnier fortgesetzt wider die Nnzeigepfltcht verstoßen. Sie teilen da? Duplikat der Unfallanzeige den Verufs- genosseiischitsten einfach nicht mit. weshalb die Zahtenangabcn der gemeldeten nicht entschädignugSpflichtigcn Nufälle„nur als annähernd zntrestend zu erachten sind' und, obgleich sich eine„zunehmend bessere Eifullung der Anzeigepslicht erkennen' liitzt, die Zahlen„auch jetzt noch hinter der Whklichkeit zurückbleiben�. Zu diesem durch die Praktilen des llmcrnehmeUuniS verursachten Mangel gesellt sich dann der weitere, daß die Statistik die Zahl der zur Änzetge gekommenen lliisälke iusgeiamt wicdergiebt, anstatt die Verletzten nach Geschlecht und Alter zu trennen. Dies geschieht mir bei der AnsüHrnng der llnsälle, für welche im Laufe des Mcchimiigsjabres Enlichädionngen feslgcsetzl wurden. Ueber die Art der Berungliickimg aber schweigt sich die Statistik wieder aus. Bei den angeführten Eiegcnständeii und Bor« gängen im Betrieb, durch welche sich Unfälle ereigneten, wird in den jährlichen Nachweisnngen mir die Zahl der Beniiigliickte» angegeben, keine Sondenmg nach Alter und Geschlecht gemacht. Tie Ttatistik tveiß wohl, warum sie so verfährt. Sie würde damit uns bei nnsren socialpolitischeii Fordenmgen wichtiges Material in die Hände spielen, denn solche Spedaiisierniig würde zeigen, wie heute das ausbeuterische Uiiteniehmertiim Frauen und Jugendliche z» Arbeiten und an Maschinen veriuendet, zu denen sie sich gar nicht qualifizieren. Entsprechend ihrer geringeren Kraft und Ersahnnig besteht für Frauen und Jngendlichc bei gewissen Arbeite» eine weit h v h e r e U n s a l l g e f a h r alS für de» erwachsene» männlichen Arbeiter. Eine Speeialisiermig nach Alter»nd Geschlecht bei den»iiizelnen BerimglückmigSarten winde dies sicher ergeben. Die Folge aber iväre dann, daß dir Gesetzgebung dazu vcrschreiten mÜßilc, die Verwendung von Frauen und Jiigendlichen bei gewisse» Arbeiten in den Velriebe» weiter einzuschränken. Immerhin reden auch in ihrer Unvollkomnienheit die Ziffern «ine lebendige Sprache über die Art. wie bei uns das Unternehmer- tum die AnSbeuinng der Schwachen betreibt und zivar find sich dabei Industrie und Landwirtschaft durchaus ebenbürtig. So sind von entschädigungspflichtigen, also schwerere» Unfällen im Jahre lvOtl in den gewerblichen Verufsgenosscnschaften allein tSOS Frauen n»d l7ö2 Jugendliche betroffen worden. An der Spitze marschieren hier die Gewerbe, in denen die Frauen und Jugendlichen besonders zahlreich beschäftigt sind. In de» Vc- trieben der deutschen Textilindustrie wnrden von den schwerere» Unfälle» 700 Frauen und 166 Jugendliche betroffen. Ihre Höchslzifscr er- reichten dies» Unfälle in den sächsischen T e x t i l v e t r i e b e u, in denen der Unternehmer am schrankenlosesten mit der Arbeitskraft der Schwachen umspringt; neben 616 erwachse»«» männlichen Ardeitern verunglückten hier 28t Frauen und 61 Jugendliche. In de» norddeutschen Textilbetrieben verunglückten neben 252 erwachsenen Männlichen. 143 Frauen und 19 Jugendliche, in den schlcsische» Bc- trieben neben 110 Männern, 89 Frauen»nd 14 Jugendliche. Dann sola» die deutsche Eisenindustrie mit namentlich hohen VmiiiglücknngS zisfern der Jugendlichen. Die süddeutsche Eis»»- und Stabt-BerusS genost'enschast hat unter 1410 Verunglückten 114 Jugendliche, die westfälische Maschinenbau» und Kleiueiien-Berufsgenossenschaft unter 1440 vminglückten 109 Jugendliche. Emen starken Prozentsatz bat die Papierberarbeitimgs-Jiidnstrie. Bon 847 schwerree» Unfällen betrafenllO Frauen und 47 Jugendliche. In derBekleiduiigSiiidnstrie verunglückten neben 397 Männern 115 Frauen und 34 Jugendliche. Noch eine ganze Anzahl Berufe, auch solche, in denen man Frauen und Jugendliche nur in geringem Maße vermutet, zeigen durch die Höhe der pro- zentualen Beteiligung derselben an den Betricbsluifällen, wie aus- gedehnt Frauenarbeit und Arbeit Jugendlicher dort ist. Da» Bild einer geradezu zügellosen Ausbeutung der Srauen und Kinder aber entrollt sich erst bei der Belrachtnng er Zahlen der landwirtschaftlichen Bernfsgenosseuschaften. Wir bringen nur die Hauptzahlen und bemerlen ausdrücklich, daß eS sich hierbei auch nur um die entschädigungspflichtige» Unfälle, nicht»m die Unfälle überhaupt handelt. Di« landwirtschaftliche Berufs- genoflenschaft für Ost» und Wcstprenßen weist nebe» ca. 3100 erwachsenen Männlichen, 850 Kranen, 161 Jugendliche auf. die durch Unfälle zu Schaden gekommen find. Brandenburg: 2100 Männer, 882 Frauen, 107 Jugendliche. Schlesien: 2800 Männer, 1839 Frauen, 9V Jugendliche. Hannover: 810 grauen und 76 Jugendlich». Hessen- Rassan: 898 Frauen, 63 Jugendliche. Rheinland: 966 Frauen, 109 Jugendliche. Bayern einschließlich Pialz und Franken: 2623 Frauen, 360 Jugendliche. Königreich Sachsen! 610 Kranen, 109 Jugendliche. Baden: 656 Frauen, 47 Jugendliche. Die Zahlen zeigen wieder, wie notwendig die Verschärfung des reichsgesetzlichen ArbeiterschntzeS ist und wie namentlich darauf hin- gewirkt werden muß. daß der Schutz der Frauen und Jugendlichen vor den Gefahren de» Maschinenbetriebes wirksamer gestaltet werde. Vrvftuninlungett. Im Wahlverein für de» ersten«erliner Reichstags- Wahlkreis sprach am Donnerölag Reichslags-Abgeordneter Dr. H e r z s e l d zu einer gut besuchten Versammlung in den Kurballen am Bahnhof Bellevue über die Politik der Socialdemo- k r a t i e. Redner bebt zum Schluß scharf hervor, daß die Taktik der Partei die des Klassenlanipses. unser Ziel die Eroberung der politi- scheu Macht und die Einrichtung deS Staats»ach unsre» Grundsätze» ist.— An den mit sehr lebhaftem Beifall ausgenommcueli Vortrag schloß sich eine recht rege Diskussion, tu der gegnerische Meinungen nicht laut wnrden. Genosse S ch ä sc r, der frühere Sprecher der hwnanistischen Gemeinde, ertlürtc, daß er sich nun. nach- dem er wirlschafllich unabhängig geworden sei, dem Wahlverein an- geschlossen habe, innerlich aber schon lange der Partei zugctha» ge« wescn sei. Herr Eddenburg stellte sich als FriedenSliguist vor und bot sich zu Vorträgen und Reeitatione» aus Bertha v. SnttiicrS Schriften an. Er wurde vom Referenten in dessen Schlußivort dar- auf aufmerksam gemacht, daß die einzige Partei, die konsequent für de» Weltfrieden kämpft, die Socialdemolratie ist, und durch An- schluß an diese Partei am besten für dieses Ziel gewirkt wird. Ge- nasse Oppel wies noch auf die am 26. Februar staltfindende Ber- sannnlmig, in der Genossin Luxemburg referiert, hin.— Im Wahlverein für de« zweiten Berliner ReichStagS« Wahlkreis ipiach am DlenStag ReichstagS-Abgeordneter Zu b eil über: Die Bedeutung der preußischen Landtags- wählen. Redner wendet sich gegen die vom Genossen Dr.«ron» im„Vorwärts" vertretene Ansicht, daß cS deutbar und möglich sei, daß das Wahlreglement, vielleicht durch nnnisterielle Verfügung, zu nusern Gnusien abgeändert würde, und erklärt schließlich, daß er, als Gegner der Schachcrpolitik, nicht glaube» daß auch nur ein einziger Socialdemokrat seinen Einzug in da? preußische AbgeordiietenhanS halten werde und daß da» erste Mal unirer Wählbetrilignng wahrscheinlich auch das letzte Mal sein werde.— Dem beifällig aufgenommenen Vortrag folgte eine, wegen der vorgeschrittenen Zeit nur kurze Diskusston. Füll« er- klärt, daß er früher Gegner der Beteiligung an den Landtngswahlen gewesen sei, nachdem aber der Parteitag die Beteiligung beschlossen habe, müsse mit oller Kraft für dieselbe eingelreten werden und dürfe man nicht immer mir die Punkte hervorheben, die den Ge nostcn dke Beteiligung verekeln, sondern müsse auf die hinweisen, die sie damit befreunden können. Der Redner weist ferner ans die Ans- fühnmgcn hin. die Genosse Arons in einem Vortrage über dieses Thema gemacht hat. durch welche die Wahlbeteiligung in einem günstigeren Lichte erscheint. In ähnlichem Sinne äußert sich Wolder Ski, der besonders auch die agitatorische Wirlnng der Wahlbeteiligung hervorhebt.— Z» b e i l betont in seinem Schluß wort nochmals seinen oben gekcimzeichnelen Standpunkt, erklärt aber. daß, da Betciltgunq mm mal vom Parteitag beschlossen sei, eS auch selbstverständlich Pflicht jedes Parteigenossen sei, diesem Beschlüsse nachzukommen.— Es wurde bedauert, daß der Geiiosle Dr. Arons durch Krankheit derhindert war, an der Versammlung teilzunehmen. Ter socialdenioiratislhe Wahlverei» für de» 4. Berliner NcichStogS- Wahlkreis tSüdost) hielt am Dienstag eine anßer ordenllich stark besuchte Versammlung be! Graumann ab. Vor Eiw tritt in die Tagesordnung ehrte die Versammlung das Andenken der verstorbenen Mitglieder Sporn und Göritz in der üblichen Weise. Hierauf referierte Reichstags-Abgeordncter M o l k e n b» h r über dir erste Lesung des Zolltarif- Gesetzes in der Kommiision. Der Referent, der ei» umfassendes Bild von dem bisherigen Verlauf der Verhandlungen entrollte und hierbei in großen Zügen die gesamte Materie der Zollgesetzgebung behandelte. kciiiizeichiiete in tressender Weise das Gebahren der Agrarier sowie das der verschiedenen Parteien, namentlich der Centrumsparlci, die de» Wucherplänen der Krautjunker den größt- möglichsten Vorschub leisten. Der interessant» Vortrag, dem sich eine kurze Diskussion anschloß, wurde von der Versammlung mit vielem Beifall anfgcnommcn. Unter Vcreinsangelrgenheiten ivurde von, Genossen Peter bemängelt, daß der„Vorwärts" nicht über die Verhandlungen im AbgeordNeteiihause berichlct. Ein Antrag, die Redaktion zu d-rclnlassclt» über diese Verhandlungen z» berichten, wurde abgelchnt. Der Verband der Ba»-, Erd- und gewerblichen HilfS arbettrr hielt am Sonntag bei Buggenhng-n eine zalilreich besuchte tambinicrtc Mitgtiederversammlimg' aller zum Streikgebiet Berlins gehörige» Verbands-Zahlstelleii ab. Die Lohntommiisioii erstattete znnäckist ihren Geichäslö- und Kassenbericht für das Geschäftsjahr 1901. ANS dem Geschäftsbericht ist hervorzuheben: Die Kommifsio» wurde im Lauf des Jahres insgesamt 797 mal in Anspruch genommen. Davon betrafen LSO Fälle Recherchen ans Baute», 257 Lohnsorderniige», 223 Maßregelungen. Bei der lürzesteu Sperre wurde llnterstlitznNg nicht gezablt, bei der Iniiftsten von 31 Tagen wurde» 2368.15 M. a» Unlerstiitznngcn gewährt. Bon de» 290 Recherchen wurden ver- anlaßt 71 durch die Lohnsragr, 66 durch Organisationssrngen. 59 durch mangelhafte SchntzvorrickNimgen, 19 durch daS Fehle» von Bau linden; 76 gingen einer Lohnfordennig voraiif. Von de» 257 Loh» fordernngen wurden erledigt 156 durch Vermittlung der Koni- Mission, 11 ans dein Klagewcge, 37 wurden bewilligt iiisolge Arbeitsniederlegung. Zurückgezogen wurde» 32 Loh»- fordernngen, 13 gingen verloren trotz Streiks und 8 wurde» infolge Streiks teilweise bewilligt.— Von 223 als Maßregelung gemeldete» Entlassimgeii erkannte dir Kommisston 55 nicht alS Maßregelungen an. 46 wurden infolge Vcrmittelnng der Kommission und 4 Infolge Streiks zurückgezogen. Nicht zurückgezogen wnrden 106, auf dem KIngclvcge(§122 der Gewerbe-Ordninig) erledigt 12. � Bon den 45 Banspcrren betrafen 35 Lohnfordenmgen, 2 Lohnredneiernngen, 7 Maßregelungen und die Entfeniuiig einer mißliebigen Person. Erfolg hallen 20, teilweisen Erfolg 3, erfolglos bliebe« 22.-- Die Jahrrsciimahme betrug 46 963,70 M., wozu vom Vorjahr«in Bestand von 46972.11 M. hinzukam. Dei Gesamtsumme von 93 865.81 M. steht eine Ausgabe pro 1901 von 33 890,79 M. gegen Ii ver. so daß Anfangs 1902 ei» Bestand von 59 945 02 M. als ösfent liiver Fonds vervlieb.-- Die Vcrsnmmlnug erteilte nach längerer Debatte der Lotmkommiision»nd ipccicll dem Kassierer D e ch a r g e und beschloß, ans dem öffentlichen Fonds der Bauarbeiter Berlins dem Hanplkassierer des Verbandes 5000M, zu überweisen. Dann ve, handelte man über de» Vorschlag des Arbeitgeberbniides, mit ihm»inen Tarif- vertrag abzuschließen. H einem an», der referierle, erklärte den Abschluß etneS solchen Vertrages an sich für»iitzlich, meinte aber. daß man den Vertragsentwnrf nicht miliehmsn könne, den die Unter- nehmcr den Vertretern der Arbeiter in einer gemeinsamen Sitzung nntrrvrcitrt hätten. Dir Lohnloniniissio» wolle deSbalb dem Bunde einen ander» Entwurf unterbreitcn. Redner verlas beide Eni- würfe. Der der Lohnkommiision sieht unter nndenn vor: Slnnden- lohn für gcwöhnüche Bauarbeiter 45 Pfennig(Unternehmer- Vorschlag 40 Vf.), Sinndciilohn für Wasserträger, Kallschläger und die beim Rüsten sowie bei den Hebevorrichtungen veschäfligtcn Arbeiter 50 Pf.(linternchmervorschlag 45 Pf.), für daS nnsschließ- liche Tragen von Steinen und Kall 60 Pf. stlnternekmervorschlag 50—60 Pf. je nach Leistung), Tagelohn der Piitzcrträger dei neun- stündiger Arbeitszeit 7 M. Als Accordiatz für das Tragen von 1000 Steinen n»d des dazu gebvrige» MönelS bis zur Mauerwcrks- höhe 0.55 Meter über Tcrrainhvhc sind 2,50 M. borgcschcn. Di« Zuschläge für jedes Stockwerk sollen»ach eitlem be- silmnilcn System berechnet werde», miisse» indessen per Etage mindestens 1 Mark betragen nnd für das Dach- gcschoß resp. für alles über die Dachgleiche liegende Maner- werk soll eine Zulage von 1.50 M berechnet werden. Bei diesen Preisen wird vorausgesetzt eine Eiitferiinng vis z» 20 Metern (llnterncbmcr-Vorschlag 30 Meter) vom Lagerplatz bis z»m Leiler- gang. Für jede weiteren 10 Meier Entferiiimg ist eine Erböbniig des Grundpreise» um 50 Pf. gedacht. Für daS Hcranschasien vo» Kalksteinen und Mörtel zu 1 Kubiliilttcr fertigen Mauerwerks soll 1 M. gezahlt werden. Besondere Specialarbeiten find noch besonders be- bandelt worden. Der allgemelne Teil des Vertragsentivinfs entspricht im wesentlichen den Verträge» der Maurer und Zimmerer. Arbeits- daner und Arbeitszeit soll der für Maurer und Zimmerer festgesetzten möglichst angepaßt iverdeu,-- SS entspann sich eine lange und eingeheiide Debatte. Mehrere Redner sprachen sich gegen jede» Ver- tragsschluß auS, iveil durch eineil Vertrag den Arbeitern die Ve- ivegnngsfreiheit genommen würde. Andre waren für einen Vertrag. hatten' aber an den vorgeschlagenen Einzelheiten»och mancherlei auszuietze». ES iimrde beschlosscii, daß die Kommission in de» Unter» hanblnilgcn mit den Arbeitgeber» fortzufahren und alSbald das Er- gebnis de» Zahlstelle» deS StreikgebietS zur Durchberatniig zu uiilcr- breiten habe. Die endgültige Beichlußfassung hat eine spätere kombinierte Versammlung zu vollziehe». Der Centralverband der Maurer Teutschlands(Zweig- verein Berlin) hielt amDoimersiag im große» Saale des Geioerkschafts- Hauses seine Eencralversammlniig ab. Der Geschästsbericht der Verbandsleituna. der gedruckt vorlag und au» den, wir die wesent- lichsten Daten in der Nr. 39 verössciitlichten. wurde vom Vorsitzenden C Panier noch»ach verschiedene» Richtungen hin ergänzt. Obgleich die Bmiibätigleit im verflossenen Jahre in Berlin und den Vororten eine recht rege war und die Zahl der Beschäftigte» keinen Rückgang ans- wies, war doch infvlge des Umstände», daß in den Jndustriecentren die Konjunktur erheblich zurückgegangen ist und der Zuzug aus diesen Orten ein sehr starker war, eine große Arbeitslosigkeit vorhanden. In den Monaten März und April halten sich durchschnittlich 750 bis 800 arbeitslose Verbandskollegen ziveckS Abstempelung der Sammel- karten gemeldet. Die wirkliche Zahl der Arbeitslosen war aber eine bedeutend höhere, denn abgesehen von denjenigen, die zugezogen. n»d nachdem sie keine Arbeit fanden, fich bald wieder entfernte», nnter« zogen sich nicht alle Kollegen der Kontrolle. Nach der aufgenommene» Statistik betrug die Zahl der arbeitslosen Maurer im Monat April 8.82 Proz., im März 13.85 rfpro,. Bi» ultimo 1901 wurden 5106 SlreikfondSkarten mit den Schlußftempek»ersehen und dabei fest- gestellt, daß 2304 Kollegen 8367 Wochen arbeitslos, 322 Kollegen 1972 Wochen krank und nur 265« weder krank noch arbeitslos ge- wescn sind. Es wird nun erwartet, daß infolge der großen Wohnnngs- not im ganzen Reiche ein baldiger Ausschlvnng des Baugewerbes eintreten wird, zumal Rnssicht vorhanden ist. daß daS für die Industrie brachliegende' Kapital sich mehr wie bisher dem Hypoihekenmarkt zu- wenden' nnd damit den Banmnrkt beleben wird. Dem Bericht, den der Redner über die OrganisationZverhällnisse erstattete, war zu entnehmen, daß der Verband im Geschäftsjahre keine Fortschriite gemacht und sogar eine Mitgliederabnahme imd eine Mindereimiahme im Vergleiche zum Vorjahre z» verzeichnen hat. Dieser bedauerliche Umstand resuliiert zum Teil aus den Arbeitsverhältnissen, wesentlich aber auch daraus, daß teilweise die Thätigkeit für die Organisation nicht mit dem notivendigen Eifer entfallet iuurde und bei einem Teil der Kollegen leider eine gewisse Lauheit Platz gegrissen hat. Auch in den einzelnen Vierteln war die Thätigkeit eine sehr verschiedene, indem z. B. in einem Viertel 23 Versainmlnngcn abgehalten wurden, begnügte man sich in einem andren mit 5 Versammlungen. Die Thätigkeit der Verbands- leilmig war aucki im verflossenen Jahre eine sehr umfangreiche. Sie wurde von de» Mitglieder» 579 mal nach den Baute» gerufen. In 186 Fälle» handelte eS sich um Maßregelungen, in 98 Fällen lim Nickitinuehaltung der festgelegten Arbeitszeit, in 13 wegen Loh»- streitigkeiten nnd in 114 Fällen um Abstellung von Mißsländen anf den Bauten. Von den letzteren wnrden 103 sofort und 8 Fälle dittch die Achtzchner-Kommission erledigt. Außerdem handelte eS sich um Mahnahmen gegen die Accordarbeit,»in Organisationsstreitigkeiten um Streit? andrer Beruft usio. Unfälle wnrden der VerbandSlcitung 16 gemeldet und mehr wie früher wnrde sie in Unfall-, JnvaliditätS- und Alter°v«rstcherung?-A»gelegenheite» in Anspruch genommen. Eine umfailgreiche Arbeit hat auch da» VertragSverhältiiiS erfordert. Nach dem Kassenbericht, den Lehmann erstattete, betrugen die Einnahmen für den Streikfonds im verflossenen Jahre inkl. des alten Bestandes von 109 252.70 M., nisacsamt 211 723.85 M.» die Ausgaben 146 770,61 SU., so baß ein Bestand von 64 953.24 M. verbleibt. Unter den Ausgaben befinden sich Mlter andrem 97 216,— M. au de» Hanptvorstaiid. 36 480,65 M. für Streiks, Banspcrren und Maßregelungen, 3550 M. für Unterstützung der Streik» andrer Bernse, 596.80 M. an die Gewcrlschaftskartelle und 504,65 M. an die Bauardeiterschntz- Kommission. Die Einnahmen der Verbands- lasse in der Zahlstelle II betrugen 47 501,43 M.. die Ausgaben 40 966,33 M., der Kassenbestand 6594,60 M. Die Abrechnung wurde von den Revisoren als richtig bestätigt nnd auf deren Antrag der Kassierer entlastet. Ueber den GesibästSbericht fand eine längere DiSkiissio» statt, in der von allen Rednern zu einer Be- thätigmig für de» Verband aufgefordert ivurde. Die hierauf vorgeiionnnen« Nsnwahl des ZwcigvcrcmS-AorstandeS ergab folgendes Resiilial: C. P a n s e r, erster, F r i t f ch, zweiter Vorsitzender. C. Leb in an», erster, Busse, zweiter Kassierer, W. Schulz. Schriftführer, Lemm. Beisitzer. Außerdem wurden als Bertretcr I» der Achtzehner- Kommission hiiizngcwählt: Silberschmidt, � a» k e nnd M a t s cki« n S, und als Ersatzmänner: Bömelburg, t r a n ß nnd O. Le h in a n n, als Beschiverdc-Kommission: Wohde, Mond, Cemcntierer Heese, Putzer Richter und Rabitzpntzcr M ii 1 1 c r. AIS Revisoren wurden ThönS, Poschel und A. Bogel gewählt, als HilfSkaisierer für den Westen: Röhr, Südwesten: V i e r r a d, Süden: Conrad, Norden: Paschte, Osten: Beyer, Nordosten: Eichberg, Südosten: Kohl- s ch r e i l> e r, Moabit: G a r e i S, Wedding: W a r t e u b e r g, Oraiiienbiirger Vorstadt: N i e o 1 a u S.— Zu der am 9. März statt- findenden Landeskonferenz wurden Anton, Henkel, Moder. P a n s c r nnd R. Winzler delegiert. Verein der Zimmerer Berlins»nd Nnigegeiid. In der am Sonntag abgehaltenen Gencralversanimlimg wnrden zunächst eine Reihe von Vereinsangelegeiiheitcn erledigt. Dam, erstattete Hturichsen Bericht über die Verhaiidlimge», welche weg?,, der Berlängermig deS Tarifvertrages in der Achtzchnerlommission statt- gefnndcii habe». DaS Ergebnis der Verhandlniigttn ist belannt. Der Redner faßte sein« Ansicht über dasselbe dahin'zusammen: Eine Verschlechterung deS Vertrages sei nicht eingetreten, er sei vielmehr im großen und ganzen derselbe geblieben. Eine Lohnerhöhung habe unter den gegenwärtigen Verhältnisien nicht durchgesetzt werden könne».— In der DiSlnssio» wurde nnter anderm erwähnt, daß in den über diele Angelegenheit vom Ccittral-Verband veröffentlichten Bericht ei» Irrtum sei betreffs der Ucbcislnndcn bei Jnstallntionsarbciten in Theatern. Richtig sei, daß solche Uebrrstimdc» als zulässig erklärt sind, aber selbstverständlich unter dem übliche» Aufschlag.— Nach kurzer Dis- knlstokt wurde folgende vom Rcscrenten empfohlene Resolution an- genvmmc»: Die Griieralversammlmig nimmt KcmitniS von dem Ergebnis der iimerhalb der Achizchiicr-Kvmniission gepflogenen Verhandlimgeil. Die gelrossenc Regelung der Arbeitseinteilung, so- wie die Frage der Fahrgeld-Entichädigimg sind als annehmbar anznei kenne». Daß aber der Antrag der Arbeitnehmcr-Vertreter ziiin§ 1, betreffend den Lohnzuschlag für Arbeiten mit imprägniertem Holz, ans dem Grunde abgelehnt Ivurde, NM einer versieckien Lohn- erhöhnng vorzuvengen, tveist die Versammlung entschieden zurück. Alle Anwesenden erliären sich mit der Verlängerung des Vertrages, wie in der Konnnission festgelegt, bis zum 31. März 1903 ein- verstand»» und erwarten, daß der§4 Abs. 3 seine bisherige Fassung beibehält, da derselbe zu keinen Beschwerden Veranlassmig gc- geben hat. In der Versammlnug der Kravcnre und Ctsekcure vom 13. Fcvruar 1902 hielt W i e s e n 1 h a l einen Vortrag über das Thema:„Beitrag zur Geschichte der GotteLidee", wofür er lebhaften Bciia ll erntete. Zm» Geschäftlichen teilte der Vorsitzende mit, daß der OrtS- znichlag vom 1. April an erhoben Iverdcn soll; vom 1. Mai ab müssen sämtliche restierende Wochenbeiträge mit 35 Pf. entrichtet werden. Außer den VertranenSmämicr-Sitzungcn finden von jetzt ab noch 2 Znhlabcnde im Monat statt. A'.Zdaini folgte der Bericht der fünfglicdi'ige» RevislanSkommissioii. R ö w c r t wurde als Kassierer»viedergeivählt. Im Verschiedenen wurde» noch einige interne Aiigclegcnhesten erledigt. Anwesend waren 120 Kollegen. Tie Knpfcrschmiede hielten ain 15. Februar im GewerlschaflS- Hanse ihre Monittsversammlnng ab, in welcher der Vorsitzende Korbowiez den Bericht über die Thätigkeit deS Vorstandeö im verflosseiieii Jahre gab. Roch demselben fanden 16 Vorstands-, 4 Werlstatlsitzmigen nnd 14 Versammlungen statt. Von der in Ansicht genommeiieii Erhöhung deS MininmllohneS von 47'/, anf 50 Pf. die Slmide mußte wegen der silh fortwährend verschlcchleniden Geschäftskonjimklur und des durch die Maifeier veranlaßten Hani- bnrger Streiks Abstand genommen werden. Eine Lohndiffereuz bei der Finna Hekmami, Görlitzer Ufer 9, wegen Nicht- zahlen des MininiallohiieS konnte trotz vieler Bemühungen nicht beigelegt werden und legte» deshalb die Vereins- Mitglieder die Arbeit nieder. Ans dein Bericht des Kassierers ist zu ersehen, daß die JahreSeimiahme für die Eentralkasse 10187.79 M.. die Ausgaben 10 087,65 M., der Bestand 100,14 M. betrugen. Unter de» Ausgaben sind hervorzuheben: 6849 ivh Arbeitsloseii-Unterstützmig. 1153.95 M. Reise-Unterst ützimg, 297 Bt. FeicrtogS-Unterstütznng, 45 M. Extra-Untersintzimg, 125,63 M. für Rechisschntz, 800 M. Sterbegeld. Die Filialkasse hatte inklusive eines Bestandes von 396.96 M. eine Gesamteiimnhme von 2971,53 M. und eine Ansgabe von 2247,86 M., bleibt ein Bestand von 723.67 M. Die Filiale zählte am 1. Januar 1901 391 Mitglieder, am 1. Januar 1902 415.— Zu Punkt 2 der Tagesordming, die Konferenz des 3. nnd 4. Agitationsbezirks, wurde beschlossen, dieselbe in Frank- nrt a. O. abzuhalten und wurde W. Kühne mit der Vertretung der Filiale betraut. Ein Rechtsschutzgesnch des Kollegen R> cht e r gegen die Firma Gebauer beschloß die Versammlung beim Eentralvorstaiid zu befürworten. Nach der Abrechnung vom Harn- bnrger Streik betrugen die Einnahmen vom 1. Mai bis 31. Dezember 1901: Von der Centrale 34 245,45 M., leihiveise erhallen 2664,55 St., laufende Mitgliederbeiträge verwendet 1010,06' M.. Beiträge der in Arbeit stehenden Kollegen 26g7,7a M., aus den Filiale» 11004,70 M. s ch e r. Als Revisoren wählte die Versammlung k i e s ch e, Marggraf und Straube. Der Centralverband der Civilmnsiker hielt am 18. Februar seine erste ordentliche Mitgliederversammlung ob. In derselben wurde Kollege I r r g a n g zum Gewerkschaftsvertreter gewählt. Ilm die Ausgaben zu beschränke», wurde beschloffen, ein Exemplar der „Oestrcichischcn Mnsikerzeitung" abzubestellen. Die„Deutsche Mnsikcr- zcitung" wird in zwei Exemplaren beibehalten. Nach Erledigung interner Angelegenhciien macht der erste Vorsitzende bekannt, daß in nächster Zeit eine Mitgliederversammlung mit der Tagesordnung: „Die Dikierenzen zwischen den Musikern und der Arbeiterschaft Berlins" stattfindet, zu welcher der Verbandsvorsitzende F a u t h aus Hamburg erscheinen wird. Eine öffentliche Bersammlung der Ardeiter der Geld- schraukfabrik I. S. Aruhrim, die von der Metallarbeiter- Gewerkschaft einberufen war, beschäftigte sich mit Accordabzüqen, welche innerhalb der letzten Zeit in obengenanntem Betriebe vor« genommen sind. Es sind auf Geldschränke, jwosür früher 60 und 55 M. bezahlt wurden, den Arbeitern nur nach 35 M. bezahlt worden. Auf eine größere Sorte Schränke, für welche früher 175 M. bezahlt wurden, werden nnr noch 135 M. bezahlt usw. Auch bei neuen Arbeiten werden die Kalkulationen derartig niedrig angesetzt, daß die Arbeiter nicht zu ihrem Stundenlohn gelangen. Beispielsweise war dies bei den Fensterläden für die Reichsbank der Fall. Daß Arbeiter, nachdem sie Lohn- abschlag erhalten haben, die Woche mit 5 M., 7,80 M. oder, wie es schon der Fall war, mit leeren Händen»ach Hause gehen mußten, ist keine Seltenheit. Eine derartige Entlohnung seitens der Firma ist um so mehr zu verurteilen, als sie ihre Arbeiten sehr teuer bezahlt erhält, da viele Arbeiten für Reich und Kommunen angefertigt werden. Die versammelten Arbeiter verpflichteten sich an: Schluß der Versammlung in einer Resolution, durch Anschluß an die Organisation alles zu thun, um sich menschenwürdige Zustände zu schaffen. Die Töpfertriiger hielten am Montag eine zahlreich besuchte Versammlimg bei Bauer in der Roscnthalerstraße ab, um über ihre Organifationsfrage nochmals zu beraten und auf die Aufnahme neuer Mitglieder in den Centralverband der Bau- und Erdarbeiter DeuffchlandS hinzuwirken. Als Vertrauensmann zur Gruppen- Versammlung wurde gewählt: Beutler, als Stellvertreter: Stark, als Schriftführer: Dauer. Die Kommission, die zur Ausarbeitung des Lohntarifs gewählt war, unterbreitete jedem Kollegen einen Abzug des Lohntarifs zur Einsicht. Der Entwurf wurde mit großer Majorität angenommen. Die Gruppeuversamm- lnngen finden jede» zweiten Montag nach dem Ersten bei Bauer, Rosenthalerstraße 57, statt. Eine Pom Gewerkverein der Konditoren(Hirsch-Dnnckersche Richtung) einberufene öffentliche Versammlung nahm, entgegen der Aufsordernng des Referenten, dem Gewerkverein beizutreten, folgende Resolution an: Die im Bclle-Alliance-Kasiuo versammelten Kon- ditore» erachten es als ihre Pflicht, nicht»ach der Aufforderung des Referenten dem Gewerkverein beizutreten, sondern sehen als einzige- Mittel, die im Berufe herrschende» Mißstände zu beseitigen, den Än- schluß an den Centralverband der Konditoren an. Der Arbeiter-Sängcrbund hielt am Sonntag. 16. Februar, in der Brauerei Friedrichshai» die zwölfte Generalversammlung ab. Rechenschaftsbericht sowie Kassenbericht für das Jahr 1301 lagen gedruckt vor. Aus den Berichten ist hervorzuheben: Dem Bunde gehören an 202 Vereine, bestehend aus 197 Männcrchörcn, 4 gemischten Chören und 1 Damenchor. 118 Vereine domizilieren i» Berlin, 84 in der Umgegend. Aufgenommen wurden 15 Vereine, ausgetreten resp. aufgelöst sind 10 Vereine.— Der Kassenbericht verzeichnet eine Besanileiunahme von 4541,53 M., eine AuSgabe von 3661,83 M., somit einen Bestand von 879,69 M. Ein Antrag: Die Generalversammlung 6 Wochen vorher bekannt zu mache», wird angenommen. Der Ausschuß wurde ferner er- mächtigt, falls durch irgend eine» Grund ein Vorstandsmitglied aus« scheidet, eine Ergäuzungswahl vorzunehmen. Um bei der Märzfeier die Uukosten etwa? zu mindern, wird beschlossen, die Programme mit 20 Pf. zu berechnen.— Als Vorstandsmitglieder werden ge- wählt: I u l. M e y e r. 1. Vorsitzender; A d. H ü b n e r, 2. Vor- sitzender; Aug. Scikrit, 1. Kassierer; H erm. N ä t e b u s ch�. 2. Kassierer; Wilh. Trippens, 1. Schriftführer; Fr. Kor tum, 2. Schriftführer. Schöncberg. Der socialdcmokratische Wahlverein für Schone- bcrg hielt am 18. d. M. seine �Mitgliederversammlung im Obstschen Lokal ab. Genosse G rem p e sprach über technische Fortschritte im Beleuchtungswesen. Der iutercssante Vortrag, welcher von ver- schiedene» Demonstrationen begleitet war, wurde mit Aufmerksamkeit entgegen genommen und erntete der Referent reichen Beifall. Unter VereinSaiigelegcnheiten wurde beschlossen, Zahlstellen des Vereins einzurichten und dem Vorstand die Angelegenheit zur Erledigung überweisen. Zehleudorf. Am Donnerstag voriger Woche tagte hier eine große Wählerverfammlung, in der von bürgerlicher Seite drei Kandidaten(natürlich alle drei Hausbesitzer) nominiert werden sollten. Da sich unsr« Genossen sehr stark an der Debatte beteiligten, kam es. daß man nachts um IVe Uhr überhaupt vergaß, über die Kandidaten abstimmen zu lassen. Die Debatte wurde zur Socialisten- debatte; und natürlich wurde die Socialdemokratie wieder einmal vernichtet. Genosse G ö h r e wurde u. a. als„Conponabschneider" hingestellt. Dieser Ton war selbst unsren Gegnern widerwärtig, und nur ein ganz kleines Häuflein wagte es, diesen Ausführungen wiehernden Beifall zu spenden.— Es fand nun am Sonntag eine von uns einberufene, auch von Frauen sehr stark besuchte Ver- sanunlung statt. Genosse K ö st c r sprach über unsrc Forderungen an die Kommune. Seine Ausführungen sowie die des Genossen G ö h r e lvurden zustimmend von den Teilnehmern aufgenommen. Als Kandidaten für die dritte Klasse wurden Gehricke. Göhre und K ö st e r aufgestellt. Mit einem Appell an die Anwesenden zu. rühriger Agitation für die Wahl wurde die Versamnilung geschlossen Steglitz. In der zum Montagabend nach dem„Gambrinus" einberufenen Gemeindewähler-Versammliing, welche sich eines guten Besuches erfreute, erstattete unser Gemeindeverordnete Genosse R a p p Bericht über seine zweijährige Thätigkeit in hiesiger Gemeindevertretung. Hierauf wurde» als Kandidaten für die Neu- Wahlen die Genossen S ch e I l h a se(Hausbesitzer) für den ersten Be- zirk und W i e l o ch(Mieter) für den zweiten Bezirk vorgeschlagen und einstimmig acceptiert. In der lebhaften Diskussion wurde zur regen Agitation ftir die beiden Kandidaten aufgefordert. Genosse Wie! och nahm noch Gelegenheit, das Re su lt a t der hiesigen Arbeitslofenzählung bekannt zugeben. Arbeitslos waren 334, beschränkte Arbeitszeit hatten 245, und als krank gemeldet waren 52. Lichtenberg. In einer Volksversammlung sprach am 18. d. M. Genosse H. S t r ö b e l über„die Bestenerung des Hungers und die Forderungen für Heer und Marine" und erntete lebhafte» Beifall mit seinem Aufruf zum unablässigen und nachdrücklichen Protest gegen die Auspowerung der Massen. Gemeindeberordneter Grauer berichtete dann über die Thätigkeit der Socialdemokeaten in der Gemeindevertretung von Lichtenberg. Auch hier gab die Versamm- lnng durch lebhaften Beifall ihre Zufriedenheit mit der Thätigkeit der'Socialdemökraten Ausdruck. Köprnlch. Auch hier fand am 18. d. Mts. eine öffentliche Arbeitslosen-Versammlung statt, welche sehr gut besucht war. Ob- gleicki die Norddeutschen Eiswerke augenblicklich' drei- bis vierhundert Menschen beschäftigen, fanden sich doch über dreihundert Personen der verschiedenste» Berufe ein. Der Referent W i e s e n t h a l er- ledigte sich seiner Aufgabe in sehr zufriedenstellender Weise und fand in der Bersammlung reichen Beifall. Es wurde auch eine«nt« sprechende Resolution angenommen, die durch unsre Stadtverordneten dem Magistrat vorgelegt werden soll mit der Frage, was er gegen die Arbeitslosigkeit zu thun gedenke. FriedrichShagen. Der hiesige Arbeiter-BildungSverein hielt hier am 15. Februar seine ordentliche Mitgliederversammlung ab, in welcher Reichstagsabgeordneter R o s e n o w einen mit Beifall auf- genommene» Vortrag über„Der deutsche Bauernkrieg im Jahre 1525" hielt. Die Mitglieder werden aufgefordert, sich recht zahlreich an der Agitation für die Gemeindewahlen zu beteiligen, da die Gegner sich in ihren Kandidaten, welche vorläufig noch geheim ge- halten werden, geeinigt haben. Es wurde noch beschlossen, vom I. April ab ein neues Vereinslokal zu suchen und dies alle Jahre zu wiederholen, damit bei jedem Wirt mal Versammlungen abge- halten werden können. 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