»r. 63. Abomtment»- KedtNWNlzea: Aoonntmenl!-Prell pränumerando: «i-rl-llährl. Z.so Ml.. monall.I,10Ml., wöchenlltch 28 SBta- frei tnä Hau». Stmclne Numw-r B Psg. Eonntag»- 8!ummer mtt illuNrieiier Sonntag»- Beilage„Tie Reue Welt" to Psg. Post» Pdonnement: l.lv Marl pro Monat, «ingetragen w der Post- Zeitung»» Preizllfte sür lSVL unter»r. 7S7S. Unter»reuzband fitr Teutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für da» ttdrlg« Ausland 8 Marl pro Monat. IS. Jahrg. Dt« zlnstrttons-Vrvllyt beträgt für die sechsgespaltene Kolonel» »eile oder deren Raum so Psg., sur pollttlche und geiverlschaftliche Verein», und Versammlung«-A», einen 20 Psg. „Kleine Anieigru" jedes Wort 5 Psg. (nur das erste Wort sett). Inserats siir die nächste Nummer miissen bis s Uhr nachmittags tn derExpcdition abgegeben werden. Tle Expedition ist an Wochen- tagen dt» 7 Uhr abend», an Sonn- und FesttaAsn bis 8 Uhr vormittag» geöffnet. Srscheiul lilglich«uffer M»»t»g«. Verlinev Volksblatt. Telegramm-Adresse. .Soriaidemostrilt Berlin" Csntralorgcrn der so ci aldemokrati schen Partei Deutschlands. Redaktion: SW. 19, Venth- Strafte 2. Fernsprecher t Slmt I, Nr. 1508. Expedition: sw. 19, Bentft" Strafte 3. Kernsprecher! Amt I, Nr. 51 LI. Offenherzige Militärs. Mit tiefer BekilminermS muh der wahre Patriot bemerken, dah auch im Heere nicht mehr alles so ist, wie es sein sollte. Früher erschien dem Mann in der Uniform die Armee als ei» Ding für sich, das sonst niemand etwas anging und aus dem brenzliche Vorkomni nisse auszuplaudern als ffrohes Verbrechen galt, das sich nur sehr selten ereignete. Diese Geheimniskrämerei war namentlich für jene Vorgesetzten, die Uebcrgriffe liebten, sehr bequem, denn sie brauchten dabei nicht zu fürchten, dah ihr Treiben ans Tageslicht kam. Aber auch die hehrsten und heiligste» Eiiirichtmigen gehen unter dein Gifthanche des modernen Geistes, den besonders die dreimal verfluchte Socialdemokratie auf dem Gewissen hat, zn Grunde und so kommt eS, dah die Fälle sich häufen� Ivo Offiziere, die sich ungerecht behandelt glauben, über ihr Schicksal ganze Broschüren schreiben und diese dann kaltlächelnd in die Oeffentlichkeit werfen. Im letzten Monat sind auf einen Schlag gleich zwei solcher Schriften erschienen und zivar noch dazu in der heiligen Rcichshanptstadt, während früher der Ansgabeort derartiger frevelhafter Werke zumeist Stuttgart war. Die eine Flugschrift heiht:»Mein Ehrenhandel mit dem Ober st und Flügeladjutant v. Schwartzkoppen und de in Ober st und Abteilungschef im General st ab v. Bernhardi" von Hauptmann a. D. Fritz Hönig; die ziveite „Meine Erlebnisse in der Militär-Rcchts- und Offizier« Ehrengerichts- Pflege" von A. Hiiger, preuhischer Oberst a. D.(beide bei Hermann Walther, Berlin). Die erstere, die auch die interessantere ist, beweist wieder ein- mal, ivie herrlich weit es„das Volk der Denker und Kritiker" unter dem Militarismus gebracht hat. Es wird uns hier gezeigt, wie der bekannte dieser Tage gestorbene Militärschriftstcller Fritz Hönig für seine rein wissenschaftlichen Arbeite» kurzerhand mit der Pistole attackiert wurde. Herr Hönig hatte nämlich 18g9 ein ans Grund eingehender Vorarbeite» vcrfahtes Werk„Die Wahrheit über die Schlacht von Vionbille- Mars la Tour" veröffenllichr, in dem der verstorbene General von Schwartzkoppen, der in der genannten Schlackt eine Division kommandierte, nicht günstig, aber durchaus nicht beleidigend beurteilt wurde. Durch diese Kritik fühlte sich jedoch der Sohn des Generals. der nunmehrige Oberst und Flügeladjntaut v. Schlvartzkoppen de- lcidigt. und darum lieh er Herrn Hönig, der, nebenbei envählit, fast blind war, durch den General ä la suite des Kaisers General v. Moltke fordern. Herr v. Schlvartzkoppen scheint also der Meinnng z» sein, dah Geschichte nnter zarter Nücksichtnahine auf die noch lebenden Söhne, Enkel, Vettern und Basen der historischen Persönlichkeiten geschrieben werden muh, während andre Leute freilich sage», dah die Ge- schichte nur die Wahrheit als ihre Richtschnur anerkennen soll. Ferner sei noch erwähnt, dah Herr von Schlvartzkoppen, ob- ivohl er Flügeladjutant des Kaisers ist und sei» Kartellträger ein General a la suite des Kaisers war, die von Wilhelm II. am 1. Januar 1897 erlassene Ducllorder nicht innehielt. Denn entgegen dieser Vorschrift schickte er, noch ehe er sich an den Ehrenrat Ivendete, die Forderung ab. Herr Hönig wies jedoch die letztere zurück, da er ein rein wissenschaftliches Buch ge- schrieben habe und man wissenschaftliche Kämpfe doch nicht mit der Pistole ansfechten könne. „Was ich schreibe," meinte Hönig sehr richtig,„werde ich mit der Feder durchfechten, nicht mit Pistolen. Wenn ich mich in der Beurteilung Schwartzkoppens geirrt haben sollte oder seine Hand- lungen unrichtig dargestellt, so bin ich jederzeit bereit, daS öffentlich zu berichtigen, sobald mir meine Irr- tnmer nachgewiesen sein Iv erden; dies zu thnn, stelle ich dem Oberst von Schwartzkoppen an- heim." Der Oberst von Schlvartzkoppen thnt dies aber wohlweislich nicht, sondern er übergab die Sache dem Ehren- gcricht, das Herrn Hönig nach lange» Verhandlungen die Er- laubnis zum Tragen der Uniform entzog, weil er sich mit Herrn von Schlvartzkoppen nicht geschossen hatte. Wir haben also das schöne Bild vor uns, dah eine staatlich an- erkannte Institution einen Militärhistoriker dafür bestraft, dah er eine rein ivissen schaftliche Streitfrage nicht mit dein Schieheisen anSfechien Ivollte, also eine vom g e s e tz- l i ch e n, m e n s ch I i ch e n u n d wissenschaftlichen Standpunkt aus gleich verwerfliche That nicht beging. In der nämlichen Zeit, in der Herr Hönig sich mit dem Ehren- gericht herumstritt, ivnrde er nochmals mit einer Forderung bedacht, und zivar wieder ivegen seiner publizistischen Thätigkeit. Dieses Mal fühlte sich der Oberst und Abteilniigschef im General- ftab, v. Bernhardi,„beleidigt". Höing hatte nämlich dnS furchtbare Verbreche» begangen, auf einen sehr scharfen, wirklich beleidigenden Angriff seitens Bernhardis scharf zn antworten. Wahrscheinlich hätte er die Vorivürfe des Herrn Obersten in Still- gestanden, die Hände hübsch an der Hosennaht, gehorsamst hin- nehmen sollen. Weil aber Hönig sich entsprechend zu erividern erlaubte, schickte Herr v. Bernhardi dem bejahrten und siechen Haupt- mann eine Forderimg. Hönig lehnte auch diese ab, und zivar mit der Begrüiidmig, dah nicht er, sonderil Bernhardi der Angreifer ge- tvcsen sei. Aber noch einmnl lud Hönig Herrn v. Bernhardis Zorn auf sich, indem er im vorigen Jahre eine Studie über den Prinzen Albrecht(Vater) veröffentlichte, in ivelcher er dem verstorbenen preuhischen General der Kavallerie v. Bernhardi kein günstiges Zeugnis ausstellte. Der oben erivähnte Herr v. Bernhardi lieh daher in der fruniben„Krenz-Zeitung" eine Erklärung loS, dah er Herrn Hönig wegen dieser Beurteilung recht gern fordern würde, wenn Hönig nicht infolge des ehrengerichtlichen Spruches(Ab erkennung der Erlaubnis zum Tragen der Uniform) satissaktions unfähig geworden wäre. Herr v. Bernhardi ist also gerade so wie Herr von Schwartzkoppen der Meinung, dah man dem Historiker mit der Pistole die nötigen Lehren geben dürfe. Und d a b e' ivar Herr v. Bernhardi Chef derAbteilungl fü Kriegsgeschichte des Grohen General st abes! Man kann sich hier einen Vers darauf machen, wie„objektiv" di offizielle preuhische Kriegsgeschichte gehalten sein mutz, wenn ihre Vcrfertiger dabei die Pistole mitreden lassen I! Was nun die zweite Broschüre, also jene de? Herrn Obersten A. Hüger anbelangt, so ist sie ein Unikum, denn ihr Verfasser erzählt hier gröhtenteilS Dinge, die er besser für sich behalten würde. Er giebt, ohne es zu»vollen, geradezu ein Dokument für die Gefährlichkeit des militärischen Beschwerdeweges. Ganz harnilos erzählt er uns wie er selbst einen Hauptman», der sich über ihn beschwert hatte jahrelang verfolgte, ihn ins Gefängnis nndzn- letzt sogar um seine Existenz zu bringen suchte Der Sachverhalt ist kurz folgender: Herr Oberst Hüger hatte 1896 als Kommandeur des ivnrttcmbergischen Feldartillene- Regiments Nr. 13 den Befehl gegeben, dah in diesem Regiment das Pferdegeschirr nicht mehr ini Stall geputzt werden sollte Praktisch bedeutet dies, dah das Geschirr im Freien geputzt werden muhte, was während der kalten Jahres- zeit für die Mannschaften natürlich sehr unangenehm war Am 13. Februar 1897 nun ertappte der Oberst die Batterie des Hauptmanns Schmahl zum zweitenmal dabei, wie sie im Stall das Pferdegeschirr reimgte. Infolge dessen erteilte der Oberst der Batterie in einem Regimentsbefehl, der mich vor den Mannschafte» und Unteroffizieren des Regiments verlesen lvurde, eine Rüge. Der Hallptinann Schmahl fühlte sich dadurch gekränkt und bcschiverte sich Iii der Beschiverdeschrift führte der Hauptinann ans, dah er einen solchen Befehl des Obersten überhaupt nicht kenne, denn der Oberst gebe so viele Anordnungen, dah es unmöglich sei, sich an alle zn erinnern. „Ich erkäre mich," schrieb der Hauptmann,„anher stände, alle die tief in Kleinigkeiten des Bntteriedicnstes eiiischncidciiden Bestim- inungen noch im Gedächtnis zn haben, aber ich kann durch Zeugen beweisen, dah der Herr Oberst gegebenen Falls solche Bestimimmge», welche teils in Parolebcfehlen, Umlaufichreiben, teils auf zur Aendc rnng zurückgegebenen Uebungszetteln, teils mündlich gegeben waren, wiederholt als lediglich Anhaltspunkte, gute Ratschläge ec. nachträglich bezeichnet hat, lvelche gar nicht die eigne Befehls- freiheit des Batteriechefs beschränken sollen." I» diesem zur Begründung der Beschlverde durchaus nötigen Satz, der geivih nicht aggressiv gehalten ist, entdeckte der Oberst aber eine A ch t n u g s v e r l e tz u» g u n d auch noch eine B e- l e i d i g u n g!!„Eine Achtnngsverletzung", meint er,„liegt in den Worten:„tief in die Kleinigkeiten des Batteriedienftcs ein- schneidenden", indem er(nänilich der Hauptmann) sich damit eine abfällige Kritik über meine Befehle erlaubte. Die Beleidigung liegt ausschliehlich in den Worten„gegebenen Falls nachträglich", indem mir damit ein Nichteinstehenwollen für meine Befehle, eine Unlauterkeit, ja eine gelvisse Feigheit gegenüber meinen Untergebenen vorgeworfen wird." Das alles wollte der Oberst natürlich furchtbar bestraft ivissen und so zog er nach und nach alle Register gegen den Haupt mann. Er suchte ihn vor das ordentliche Gericht, dann vor das Ehrengericht zubringen, aber— zur Ehre der mili- tärischen Behörden sei es betont— alles mihlang. Dies regte den Obersten derart ans, dah er durch sein Benehmen zuletzt selbst unter die ehrengerichtlichen Räder geriet und nun eine Broschüre loslieh, die ihn gerade nicht im schönsten Licht erscheine» läht. So viel über die beiden Broschüren. Auch sie sind Symptome dafür, dah der moderne Geist, der den höchsten Gerichtshof in der Oeffentlichkeit, im Volk erblickt, auch in die Armee ein- gedrungen ist. Der preuhische KriegSmiiiister behauptete allerdings iolche Broschüren berührten die Armee nicht im geringsten. Warum aber, Excelleuz, werden sie dann in der Kaserne strengstens verboten, warum suchte man in das Umsturzgesetz einen besonderen Para graphen gegen solche Flugschriften einzusügen? Volikifche Meberffrfzt. Berlin, de» 14. März. Abgeordnetenhaus. Das Wgeordnetenhaus erklärte am Freitag die Wahlen der Abgg. O s i a n d e r(ncitl., 7 Marienwerder) und M i s ch k e(natl., 6 Wiesbaden) für gültig, beschlost dagegen über die Wahl des Abg. v. Alten(kons., 6 Schleswig- Holstein) Beweiserhebungen zu veranstalten. Wie kraß müssen die Wahlbeeinflussungen sein, wenn selbst dieses Haus Beweiserhebungen beschließt I Hierauf begann die Beratung des Kapitels des KultuS- etats„Elenientarschulwese n". In der Debatte der- breitete sich Abg. G e i s l e r(C.) über die Ausbildung der Volksschullehrer, für die nach seinerMeiming die höheren Schulen und Universitäten nicht geeignet sind, sondern wie bisher die Präparandenanstalten und Seminare. Die Abgg. R o e r e n (C.) und Faltin(C.) protestierten, wie bereits in einer früheren Sitzung, gegen die Erteilung des Religionsunterrichts an polnische Kinder in deutscher Sprache. Abg. F a l t i n, der wieder das Verlangen nach einem konfessionellen Volks- schulgesetz auf christlicher Grundlage laut werden liest, übte scharfe Kritik an dem ganzen System des Kampfes der preußischen Regierung gegen die Polen, ein System, das nur radikale Socialdemokraten erzeuge. Herr Faltin, der als Schlesier tiefen Schmerz über die Verdrängung des Pfaffen- elements durch die Socialdemokratie empfindet, scheint von den wirtschaftlichen Ursachen, die mit Naturnotwendigkeit selbst in den dunkelsten Gegenden den Sieg der Social- demokratie vorbereiten, nichts zu verstehen. Die Antwort des Ministers S t u d t bewegte sich in den üblichen Redensarten über die grostpolnische Gefahr. Nachdem noch Abg. W e l l st e i n(C.) gegen die Simultan- schulen gewettert hatte, vertagte das Haus die weitere Be- ratung des Elementarschulwesens auf eine Abendsitzung. Es ist charakterfftisch, daß schon seit Jahren dieses wichtige Kapitel des Kultusetats in Abendsitzungen erledigt wird, in denen erfahrungsgemäß von einer gründlichen Kritik nicht die Rede sein kann.—_ Die Erscheinung einer Mnfscnattswnnderimg über die deutschen Nordseehäfen zeigt sich gegenwärtig als Folge der schlechten Wirtschaftslage in Mitteleuropa. In den Monaten Januar und Februar 1902 sind über Hamburg und Bremen ca. 33 000 Personen ansgelvandert, gegen ca. 23 000 in 1901, ca. 24 000 in 1900, ca. 16 000 in 1899 und ca. 10 000 in 1898. Die Ansivanderer- massen rekrutieren sich fast ausschliehlich aus den Ostprovinzen Deutschlands und den aiigrenzende» slavischen Provinzen Ruhlands und OestreichS. Der Zustrom der Auswanderer nach Bremen ist, wie uns aus Bremerhaven geschrieben wird, zur Zeit der- art groh, dah es dort an U n t e r k u n f t s- R ä u m e n mangelt. Es sind deshalb oirca 1000 der Europamüden in das dortige Parkhaus, weitere Hunderte in den Schützenhof und ähnliche Räume einquartiert worden. Fortgesetzt treffen aber an 900 Auswanderer täglich in Bremen ein, so dah der Norddeutsche Lloyd bereits gezwungen gewesen ist, eine grohe Anzahl der Leute mit Cxiraziigen von Bremen nach Bremerhaven zu befördern, wo sie bis zur Abfahrt der transatlantischen Dampfer teils in der Mannschaftstantine am Kaiserhafen und teils in einer An- zahl Wellblech baracken des Chinakriegs-Lazaretts kampieren. In der Kantine waren am Mittlvoch 260, in den Baracken 300 Mann einquartiert, weitere AuSlvanderermassen werden im Barackcnlazarett erwartet. Am Dienstag hat der„Kaiser Wilhelm der Grohe" anher 300 Kajülspassagieren 700 Zivischendecker nach New Uork mitgenommen, heute, Donnerstag, ist— wie uns aus Bremerhaven gemeldet lvird— die„Crefeld" mit 900 Auswanderern nach dort gefolgt, am Sonnabend wird die„Gera" 1800 Zivischendecker expedieren. Um des gewaltigen SuSwandererandrangS Herr zu werden hat der Nordd. Lloyd die„ B a t a v i a" der Hambnrg-Amerika-Linie ge- chartert, mit der Anfang nächster Woche ca. 2400 Zivischendecker die Weser verlassen sollen. Weiter soll der eben von einer viermonatigen Australreise zurückgekehrte Lloyddampfer„Prinzregent Luit- p o l d", der zu längerer Reparatur auflegen sollte, notdürftig zum AuS- wanderertranSport hergerichtet und nach Ne>v Dork abgefertigt werden. Den Ausfall, den der Norddeutsche Lloyd seit längerem durch die niedrige» Frachtraten erlitten, holt er durch den jetzigen Passagier- andrang wieder ein. Dem Volkswirtschafter ist diese Massen- auSwanderung ein Zeichen bedenklicher ökonomischer Zersetzung. Die Erscheimmg ist— so weit Ostelbie» in Betracht kommt— wohl im wesentlichen darauf zurückzuführen, dah die westdeutsche Industrie gegenwärtig nicht aufnahmefähig ist und der bisherige Abfluh von dem Osten nach dem Westen Deutschlands nun über das Meer ge- leitet wird. Die Agrarphilosophen, die eine Hemmung der Industrie- Entwicklung wünschen, um die„Entvölkerung des Ostens" zn steuern, mögen ans der jetzige» Zunahme der Auswanderung lernen, dah die Bevölkerung des Ostens nur die Wahl hat, in der deutschen Industrie des Westens Ausnahme zu finden oder auswandernd dem deutschen Nationalschatz an Menschen überhaupt verloren zu gehen. Gegen den Abfluh ans dem Osten könnte nur eine Jndustriealisieruug deS Ostens helfen oder eine— allerdings vorläufig nicht zu er- ivartende— völlige Aendernng der politisch-rechtlichen und wirtschaftlichen Verhältnisse des Landproletariats. AuS dem Paradies der Junker strebt eben jeder heraus.— Deutsches Weich. Die jnnkrrlkchc Zolldcmonstratio» im Abgeordiietenhanse soll vor Ostern nicht mehr vor sich gehen. Die konservativen Zolltreiber wollen die Osterferien zu der Ueberlegung nutzen, ivie weit sie die erfolgreiche Taktik der Kanalrebellioii in den Zollkampf einführen 'ollen. Wie eö kommen kann. Der offiziös bediente„Hamburgische Korrespondent" meint— ivir haben diese Ansicht schon des öfteren ansgcsproche»—, dah die Regierung schliehlich ans den neuen Zoll- tarif verzichten lvird und auf Grund des bestehenden Tarifs Handelsverträge abschließen wird. Das Blatt schreibt in diesem Sinne: „Dah es auf dem eingeschlagenen Wege überhaupt geht, dah der Reichskanzler ohne die Basis eines gesetzlich festgelegte» Zoll- tarifs in Handelsvertrags- Verhandlungen mit den auswärtigen Mächten lvird eintreten müssen, um dann schliehlich deinReichstng statt der Frage:„Höhere oder niedere Zölle?" die andre:„Handels- Verträge oder nicht?" vorzulegen— diese Erkenntnis scheint nachgerade auch in den Kreisen der verbündeten Re- gierungen mehr»lud mehr Platz zu greifen. Unter dem Eindruck dieser Thatsache, die an Bedentuiig alle politische» Fragen der letzten Monate iveit überragt, ist der Reichstag heute in die Oster- ferien gegangen." Es kann so kommen! Die Zollopposition aber hat allen Anlatz, auf dieses»kann" nicht zu rechnen, sondern unablässig die grohe drohende Gefahr im Auge zu behalten, daß die Ngrarmehrheit sich schließlich doch noch auf den Rcgierungsentlvnrf v e r st ä n d i g t.— Ucber die geplanten Zollwucherdiiiten teilt die„Rheinisch- Westfälische Zeitung" folgende Einzelheiten mit: Eine außerordentliche Sitzung des Bundesrats war auf Montag anberaumt worden, um über den Antrag betr. Diäten für die Zoll- tarif-Äonimission zu beraten. Der.Reichs-Auzeiger" meldete fälschlich in seiner Mvntags-Ausgabe, daß diese Sitzung stattgefunden habe. Thatsächlich war sie im letzten Augenblick abgesagt worden, denn die Vorlage war ans nicht bekannt getvordenen Gründen noch nicht wieder aus dem kaiserlichen Civilkabinett an den Reichskanzler zurückgelangt. Arn Dienstag wurde dann die Vorlage in einer Viertelstunde kurzerhand erledigt. Es be- stätigt sich, daß darin ein Panschquantum von je 2ÄX) Dt. ans- geworfcii wird, im ganzen also, da die Zolltarif-Koinmission 28 Mit- gliedcr zählt, eine Snmme von 67 200 M. Da die Mitglieder der Zolltarif-Koinmission mehrfach wechseln werden, so soll diese Gesamtsumme dem Reichstags-Präsidenten zur Verteilung an die einzelnen, in den Kommissionen vertretenen Fraktionen überlviesen werden, die sie Iveiter verteilen werden. Die Socialdcmokratie ist sich einig darüber, daß diese Dotierung zur Durchsetzung volksfeindlicher Gesetze unannehmbar ist.— Die Aufhebung des Octrois. Die Dresdener Stadt- verordneten haben sich, wie uns aus Dresden telegraphiert wird, der Zollpetition des Rates an den Reichstag angeschlossen. In der Petition wird gegen den Antrag Fischbeck, der die Auf- bebung der Lebensmittel-Besteuerung für die Gemeinden verlangt, Stellung genommen und der Wunsch ausgesprochen, der Reichstag möge den Antrag ablehnen. Bekanntlich hat die g r o ß e M e h r h e i t der Kommission, Social- deinokraten, Freisinnige und C e n t r u m. die Aufhebung der städti- schen Lebensniittel-Steuern beschlossen.— Ein alter Schwindel. Unter der Ueberschrift„Bauernfänger" finden wir in der„ E I b i n g e r Z e i t u n g" wieder die schöne Erfindung, daß Bebel„ e i n st" in der Kommission über den Antrag Könitz gesagt habe: „Wenn Sie mir sagen, in ztvci Jahren werde die ganze Landivirlschaft kaput sein, so würde das für mich die erfreulichste Aussicht sein." Der Satz stammt allerdings von einem Bauernfänger und zlvar von einein klcrikalei?. Genosse Bebel hat iviederholt den blöden Cciitrumsschwiiidel als Lüge öffentlich gekennzeichnet.— In den Spuren des„korsischen Parvruuö". Da die Pekinger In st r u m e n t e also wirklich in Deutschland bleiben, möchten wir den„maßgebenden Kreisen" die Lektüre des französischen Werkes„Psychologie des Berusssoldaten" von A. Hamon sdeutsch bei Aug. Dieckmann, Leipzig) empfehlen. Wir greifen ans dem Buche folgende Stellen heraus: „Der Diebstahl war reglemcntnrisch und tvurdc von allen so systematisch betrieben, daß Bonaparte am 18. Februar 17V7 an das Direktorium schreiben durfte: Die K u n st k o>n m i s s i o n hat in Ravenna, Rimini, Pesaro, Ancona, Loretto, Perugia eine ausgiebige Beute gemacht, alles das iverde ich Euch senden ... In Bufsarick befindet sich heute noch eine Uhr, welche von Marschall Pclissicr bei der Einnahme von Sebastopol in einer Kirche gestohlen wurde.— Das große Kreitz auf der Sankt Martinskirche in Brest ist e i n g e st o h l e n e s. es stammt eben- falls aus einer Kirche von Sebastopol" uslv. ujw, Wenn Herr Hamon sein Werk in einer neuen Auflage erscheinen läßt, wird er wohl die neuen deutschen Erschcinnngen berücksichtigen. Die vertragswidrige Oecupation Ticntsius wird noch immer nicht aufgehoben. Die„Times" melden auS Peking vom 13. März: Heute hat hier eine Versa in mlung der Ge- sandten Englands, Frankreichs, Deutschlands, Italiens, Japans und Rußlands stattgefunden, deren Vertreter die provisorische Verwaltung von Tientsin bilden, um die Antwort in Erwägung zu ziehen, ivelche au die Depesche des chinesischen Auswärtigen Amtes erteilt werden soll, in der dieses anfragt, wann die ausländische Verlvaltung der Stadt aufgehoben lverden soll. Die Versammlung kam zu keinem Beschluß. Die Gesandten waren außer stände, sich über Tag und Modus der Wiederübergabe der Stadt an die Chinesen zu entscheiden, und be- schlössen, die Frage den die fremden Garnisonen in Tientsin kommandierenden Generalen vorzulegen. Der deutsche Gesandte sprach seine Bereitwilligkeit aus, der Auf- Hebung der ausländischen Verwaltung der Stadt innerhalb a n g e- m e s s e n e r Frist zuzustimmen. Bekanntlich hatten die in Tientsin kommandierenden Generale sich bereits einmal mit der Angelegenheit befaßt, doch war der von englischer Seite ausgehende Vorschlag, die Verwaltung an China zurückzugeben, an dein Widerstand des deutschen Kommandanten gescheitert, der erkärte, daß die Frage eine diplomatische sei. Nachdem sich nunmehr auch die Diplomaten nicht einigen konnten, soll die Angelegenheit wiederum den Generalen unterbreitet werden. Was die diplomatische Lösung der Frage ver- hinderte, ist aus der„Times"-Meldung nicht ersichtlich. Das Resultat der Zurückverweisung an die doch als unzuständig an- gefochtene erste Instanz lvird nichts andres sein, als eine Wer- s ch l e p p u n g der Sache, eine Verlängerung des gegenwärtigen Völkerrechts ividr igen Zustandes.— Eine Preßmine lst in amerikanischeil„gelben" Blättern gegen Deutschland jnst bei der Abreise des Prinzen Heinrich aufgeflogen. Es handelt sich dabei um eine Jntrigue gegen den deutschen Botschafter in N e iv D o r k, v. H o l l e b e n, dem von einem früheren Angestellten der deutschen Botschaft Namens Witte nachgesagt wird, daß er, Witte, die Beweise dafür in Händen habe, daß v. Holleben eine große Anzahl deutscher Spione unterhalte und große Mobilisierungspläne für einen Krieg gegen Amerika aus- gearbeitet habe usw. Witte soll schon früher diese Dokumente amerikanischen Staatsmännern angeboten haben. die es jedoch ab- gelehnt hätten, sich mit ihm irgendwie einzulassen. Es wird be- hauptct, Witte sei ein ganz gewöhnlicher Erpresser und Revolver- jonrnalist, der mit seinen angeblichen Enthüllungen schon seit ge- raumer Zeit ein Geschäft zu machen versucht habe. lieber die Angelegenheit liegen noch folgende Telegranime vor: London, 11. März. Dem„Daily Telegraph" lvird ans New Dort gedrahtet: Die deutsche Botschaft ver- ö f f e n t l i ch t eine amtliche Darlegung betreffs der von Witte gegen den Botschafter v. Holleben gerichteten Anschuldigungen. Der Zwischenfall sei dadurch nach allgemeiner Ansicht beendet, falls keine besseren Beweise als Wittes un bekräftigte Aussagen beigebracht werden.— Nach einem New Dorker Telegramm des„Standard" finden die Anschuldigungen gegen den Botschafter V. Hollcben keinen Glaube ij. In maßgebenden Kreisen glaube uiemand, daß er für die Präsidentschasts-Äandidntnr Bryans intrigiert habe, um eine Marinestation im Karabischen Meer zu erlangen, welcher Plan bei den Republikanern nicht die geringsten Hoffnungen habe. Noch ver- sichtlicher sei die Unterstellnng, der englische Botschafter in Washington Lord Pauncefote habe seinen Einfluß bei dem Staatssekretär Hay gebraucht, um sich an Holleben für dessen Haltung gegenüber Panncefante in der Angelegenheit vom 14. April 1898 �europäische Intervention zwischen Amerika und Spanien) zu rächen. Man müsse sich entschuldigen, daß man diesen Klatsch der Gosse überhaupt erwähne.— Der New Dorker Korrespondent des„Morning Leader" versichert, Witte habe ihm angeblich den Botschafter v. Holleben be- lastende Briefe für 2S Dollar zum Kauf angeboten. Die Preßmine scheint also ziemlich harmlos verpuffen zu sollen. Im schlimmsten Fall wären die Enthüllungen Wittes auch gerade keine aufregenden Sensationen. Daß alle Mächte sich gegen- scitig bespitzeln, dciß sie sich ihre militärischen Schwächen abzulauschen suchen, um bei einem etwaigen Konflikt ihre durch allerlei dunkle Ehrenmänner erlangte Wissenschaft auszunutzen, ist allbekannt. Warum sollte Amerika nicht auch von Deutschland bespitzelt worden sein, ebenso wie Deutschland selbst bespitzelt wird? AuS solchen Spionage-Assairen, die nun einmal zum eisernen Bestand kapitalistisch- militaristischer Staatsweisheit gehören, pflegt man nach inter- nationalem Brauch keine Staatsaktionen zu machen. Man geht erwischten Spitzeln unbarmherzig zu Leibe! über alles andre deckt man den Schleier diplomatischer Diskretion. Selbst wenn Witte Beweise für seine Behauptungen erbringen könnte, würde also Amerika die Sache möglichst zu vertuschen suchen. Wahrscheinlich aber hat Witte alltägliche Dinge gehörig aufgebauscht. Voraussichtlich dürfte also die Mine, voii der Prinz Heinrich vorahnend sprach, keinen be- sonderen Schaden anrichten.—_ Die Vergewaltigung der Polen, denen man durch den Rohrstock ihre Rationalität aiiszublänen sucht, wird von der„Köln. Volks-Ztg." als st a a t s r e ch t s w i d r i g bezeichnet. Das Blatt schreibt:' „Zwar wurden die Polen nach der Teilung des Reiches Unter- thaneu der Teilnngsmächte, aber der Wiener Kongreß bestimmte in Art. III: Die polnischen Unterthanen der vertragschließende» Mächte werden Einrichtungen erhalten, welche die Auf- r e ch t e r h a I t n ii g ihrer Rationalität sichern, entsprechend den Formen politischer Existenz, welche jede der betr. Negierinigen ihnen zu bewilligen für gut befinden wird." Dieses Zugeständnis wurde anerkannt in Art. 1 der Schlußakte des Wiener Kongresses vom 9. Juni 181S:„Die Polen Rußlands. Oestreichs und Preußens werden eine nationale Ver- trctung und nationale E i u r i ch t n n g- erhalten, geregelt nach' dem Modus politischer Existenz, welche die ve- treffenden Regierungen ihnen zu bewilligen für nützlich und angemessen erachten werden." Dieser Vertrag wurde vom König Wilhelm III. genehmigt„für uns und unsre Nach- folger". Friedrich Wilhelm IV. erkannte den Vertrag eben- falls au in einem Erlaß, der von dem damaligen Prinzen von Preußen, späteren Kaiser Wilhelm I. gegen- gezeichnet lvnrde. Mau kann also nicht einfach sagen: Mit dem Wiener Kongreß, das ist schon lange her. Mit Recht erklärt das rheinische Centrumsblatt, daß unter der Sicherung der Nationalität doch in erster Linie die Pflege der Sprache und Sitte verstanden werden müßte. Die Zwangs- germanisimiiig widerspricht also nicht nur der Humanität und einer vernünftigen Politik, sondern auch dem verbrieften formale» Recht!— Kommunale Wahlentrechtnug. Aus S t r a ß b u r g i. E. lvird uns geschrieben: Die reaktionären Parteien des hiesigen Gemeinderats planen einen Anschlag aus das komnimiale Wahlrecht, der in erster Linie die Verdrängung der Socialisten aus der Bürger- Vertretung zur Folge habe» würde. Sie ivolleu nämlich an istelle der bisherigen Wahlen nach lokal abgegrenzten Bezirken die Listen- iv a h l einführen unter Ziigrinidelegung des gesamten Stadtgebietes als eines einzigen Wahlbezirks. Dadurch würde es de» bürgerliche» Parteien natürlich möglich, durch Aufftelliuig einer gemeinsamen Komproinißliste, wie dies bereits bei den letzten Wahlen geschehen, die socialistischcn Wähler vollständig zu majori- sieren und die Arbeitcrvci treter künftig vom Rathanse feriiznhalten. Bereits in früherer Zeit einmal, zu Anfang der 70er Jahre, bildete die Stadt bei den GeMeinderatsivahlen einen einzigen Wahlbezirk. Das änderte sich Mitte der 80er Jahre nach Beciidignng der Siispendierung des Gemeinderats ivegen seiner protestlerische» Haltung. Das Bezirkspräsidiiiin verfügte damals die Einteilung der Stadt in Einzelvezirke, um den eingewanderten alt- dentichen Elementen auch eine Bertretimg im Gcineinderat zu sichern. Jnzivischen ist an die Stelle der nationalistischen die parteipolitische Parole auch bei den Konununallvahleii getreten und die Social- d e rn o k r a t i e hat sich dabei zu einer Machtstelle in der Ge- meinde emporgearbeitet, auf Grund deren sie vor einigen Jahren drei Vertreter auf das Rathans zu entsenden ver- mochte. Die Bezirkseiiiteilnng kam ihr dabei insofern z» statten, als sie in einzelnen Teilen der Stadt die socialistischeu Mehrheiten begünstigte. Immerhin war es infolge der bürgerlichen Kompromißbildnng unstet Partei nicht möglich, eine ihrer zahlen- mäßigen Stärke entsprechende Vertretnng im Gemeinderate zu erkämpfen. Jetzt soll ihnen sogar das Wenige noch genoniuien werden, lvas sie bisher mit vieler Mühe erreicht hatten. Mit 14 gegen 13 Stimmen wurde dieser Tage vom Gemeinderatc die Listenwahl beschlossen, und von der Entscheidung des Bezirks- Präsidenten hängt es ab, ob dem Anschlage der Reaktionäre auf das Wahlrecht der Straßbnrger Arbeiterschaft die behördliche Sankliou erteilt werden wird.— Ausland. Schweiz. Der Nachfolger CurtiS. St. Gallen, 13. März.(Eig. Ber.) Zum Nachfolger des nach Frankfurt a. M. übersiedelndeu Herrn Curti in unsrer Kautoiis- regierung ist Herr Advokat Heinrich Scherrer-St. Gallen ausersehen und er hat die Aniiahnie der Kandidatur bereits zu- gesagt. Herr Schertet steht der Svcialdeniokratie ziemlich nahe; er ivar von 1884 bis 1890 Centralpräsideut des schivcizerischen Grütli- Vereins, um dessen Förderung er sich Verdienste erivarb, er ist auch der Schöpfer des schweizerischen Arbeitersekretariats. Gegenwärtig steht er an der Spitze der Gesellschaft für sociale Reform.— Belgien. Die Socialisten und die Lage in Belgien. Die politische Situation in Belgien spitzt sich immer mehr zu. In einer gcmeiusaineii Sitzung der klerikalen Abgeordneten der Kammer des Senats erklärte Smet de Naeyer, die Regierung iverde unter keinen Um- ständen in die Diskussion über die Verfnffiingsäiideriing eintreten, bevor nicht die jetzige Diskussion über die Einfiibrnng des allgenieinen gleichen Wahlrechts für Provinz und Kommune, und bevor nicht die Budgetberatuiig beendet sei. Wie der Telegroph bereits gemeldet, hat mittlerweile der Minister diese Erklärung in der Kammer abgegeben und sie hat dort einen Sturm der Opposition entfesselt. Die Führung bei der RcvisionSbeivegiuig liegt natürlich in den Händen der Socialisten. Ivelche die Liberalen mit sich fortreißen. In der ueuesten Nummer des„Peuple" machen sie den Liberalen klar, daß es jetzt gelte, das Ziel bis zu Ende zu verfolgen. Alle Anhänger der Versa ssiings- revision müßten zusammenstehen und der Regierung und der Rechten begreiflich innchen, daß man in Belgien nicht gegen den Willen des Landes regieren könne: das Verlangen nach dem allgemeinen gleichen Wahlrecht sei im belgischen Volke ein so starkes, daß nickit eher Ruhe und Frieden hergestellt werde, bis nicht dies Verlangen erfüllt sei. Die jocialislische Föderation von Brüssel hat dieser Tage Stellung zur Lage genommen. Dewimie beantragt, daß den Ver- tretern der Arbeiterpartei in der Konstituantevas selbstverständlich das Publikum aufs äußerste erbitterte. Es flogen Steine und Holzklötze durch die Luft, augenscheinlich gegen de» nupopnlärei, Pvlizei-Assistcnteu gerichtet, der den Befehl zum An griff gegeben hatte. Zuletzt gelang es der Polizei dann, auch den Platz vollständig zu räumen.— Das Schiff konnte um 7 Uhr in See stechen.— Der Bäckerstreik!» Göteborg. Die Verhandlungen, die am Mittwoch unter dem Vorsitz des Landeshauptmanns Lagerbring statt fanden, sind resultatlos verlaufen. Die Vertreter der Arbeit- geber widersetzten sich jedem für die Arbeiter annehm baren Borschlag und lehnten eö auch ab. die Streitpunkte einen, Schiedsgericht zu überweisen. Gleichwohl soll noch ein neuer Einigungsversuch gemacht iverdeu.— Der Streik in Boston scheint trotz der zu seiner Beilegung gemachten Bemühungen vorläufig„och an Ausdehnung zu gewinnen. Tie Streikenden lehnten jeden Vermittelungsvorschlag ab. De» Frachtvcrladern schlössen sich die Schiffsverlader an und es wird be- fürchtet, daß der Streik sich allmählich auf alle Arbeiterkategorien ausdehne» wird. Die Zahl der für diesen Fall in Betracht kommenden Personen tvird auf 90(XX) geschätzt. Die Industrie beginnt bereits unter Kohlenmangcl zu leiden. Sociales. Zur Preissteigerung der Apotheken. Daß die Apotheken- besitzcr mit den Agrariern um die Wette über ihre große Notlage jammern, ist bekannt; nur stimmt es mit diesem Gejammer der Agrarier und Apotheker recht schlecht, daß sie beim Verkauf ihrer Güter und Apotheken immer höhere Preise erzielen. Die„Pharma- zeutische Wochenschrift" berichtet, daß in Danzig eine Apotheke inner- halb eines Monats ziveimal„mit leidlichem Geiviiin" verkauft Ivorden ist. Nach vierzehntägigem Besitz habe ein Apotheker 13 000 M. ver- dient. Innerhalb der letzten zehn Jahre haben von nein, Apotheke» vier dreimal durch Verkauf ihren Besitzer gewechselt. Für die Neu- gartenapotheke wurden 1893 50 000 M. mehr als beim letzten Verkauf bezahlt, beim Verkauf im Jahre 1901 weitere 30 000 M. und bei einem zweiten Verkauf in demselben Jahre nochmals 18 000 M. mehr. Innerhalb zehn Jahren erfolgte also eine Preissteigerung von 93 000 M.I Die Elefantenapotheke wurde 1892 mit einem Mehr von 54 000 M. als bei dem letzten Verkauf und 1895 mit einen, weiteren Mehr von 16 000 M. verkauft. Die Adlerapotheke erzielte beim Verkauf 1894 ein Mehr gegen den letzten Verkauf von 171 000 M., 1899 tvurde sie nochmals um iveitere 35 000 M. höher verkauft. Die Langfuhrer Apotheke tvurde 1891 um 40 000 M. höher als zuvor verkauft. Bei dem Verkauf 1395 erfolgte eine weitere Preissteigerung u», 60 000 M. und beim Verknus 1897 abermals eine solche um 30 000 M. Die„Pharmaz. Wochenschrift" weift nach, daß in 10 Jahren rund 700 000 M. ai, 7 in Danzig verkauften Apotheken verdient wurden. Aber die Neubesitzer drängen dann die Regierung, daß eS durchaus nötig sei, die Arzneitaxe zu erhöhen und den Droguisten keinen Artikel weiter freizugeben. Der Kampf gegen die Konsumvereine. Waldarbeitern des Thareuder Forstreviers tvurde dieser Tage von ihre», Vorgesetzte» erklärt, wenn sie nicht aus dem Konsumverein austräten, müßten sie entlassen iverden; das Ministerium w ii n s che es. Dabei hat das sächsische Ministeriti», mehr als einmal Erklärungen abgegeben, worin es die Ivirtschaftlichcn Vorteile deS Konsumverrine anerkennt. Aus der Isvnnrnbe,vogtttt«. Verein für Frauen und Mädchen der Nrbritcrklaffc. Montag, den 17. März, abends 8V2 Uhr, in den„AriiiiiihaNen", Kommäudanteiistr. 20; Vortrag deS Herrn Dr. Ratkomski über: „Die Ernährung deS gesunden und kranken Menschen." Gäste sehr willkommen. Der Vorstand. Im Schöucberger Frauenderein sprach am Mittwoch in der regelmäßigen Bereinsversammluug Herr Dr. Friedeberg über Frauen- arbeit und Berufskrankheiten. Nach dem mit lebhaftesten Beifall aufgeuonimenen Vortrage wurden Vereiusangelegenheiten behandelt. Dabei teilte die Vorsitzende mit, daß am 19. April daS 3.«liftungs- fest deS Vereins abgehalten wird, an dem sich die Mitglieder recht zahlreich beteiligen möchten. Itt den Geineindenmhlrn. Die Ncucudorfer Stichwahl endigte mit folgendem Resultat: klnscr Genosse Dummernix erhielt 169 Stimmen, der Gegner Schimmel 210 Stimmen. Unsrerseits wird Protest eingelegt iverdeu, weil erstens nach der festgesetzten Wahlzeit noch Wähler zugelassen und außerdem die Vollmachten von der Hauptwahl zur Stichwahl wieder benutzt wurden. AdlerShof. Morgen Sonntag 8 Uhr früh findet eine Flug- b l a t t- V e r b r e i t u n g für den Ort statt: Teilnehmer iverden gewünscht und ivollen sich heut abend bei Löivcnthal, Hackenberg- stratze 3, melden. Aus Grost-Lichterfelde schreibt man ui,S: Als Wahlvorsteher bei den Kommunalwahlen am 13. März fungierte in, ersten Bezirk (Anhalter Seitef Schöffe Lange, in seinem bürgerlichen Beruf Rcdacteur deS Scharfmacher- Organs„Berliner Neueste Nachrichten". Der Herr scheint in der Leitung der Wahlgeschäfte noch ein Neuling zu sein, denn sein Verhalten fordert die schärfste öffentliche Kritik heraus. Ins Wablburea» wurde auch ein Partelgenoffe gewählt. In durchaus höflicher Form ersuchte dieser den Wahlvorsteher, die Nummer und den Ngmen des Wählers deutlich und vernehmbar Mitzuteilen. DaS brachte den Herr», den, das ZusaniMeusein mit einem Socialdemokraten im Wahlbureau das seelische Gleich gewicht zu rauben schien, dermaßen in Erregung, daß er in schroffem Tone erwiderte:„Ich verbitte mir das, Sie haben nichts z» be stimmen, sondern einfach sich lim die Nolierung der Stimmen zu kümmern, das übrige isl»iciue Sache Der Wahlvorsteher nannte nun überhaupt keine Nummer und später auch de» Nainen des Wählers nicht niehr, sondern schob die LegitimationSkarlen den, Gcmeindesekretär Schrapel zu; auf die Bemerkung des Beisitzers, daß er gegen diese VergelvaltignNg protestiere und Beschiverde führen iverde, erklärte Herr Lange:„Das können Sie". Zu letzterem Ausspruch werden Wahlvorsteher nach unsrer Meinung insofern berechtigt, als wir mit ihm bezüglich des Wertes und Erfolges solcher Bcschtverden im Wirkungskreise des Herrn Landrates Stube„rauch durchaus einer Meinnng sein dürften. Leider hat»»ser Parteigenosse, dem im Wahlbureau gesetzlich dasselbe Recht zustand wie dem Herrn Schöffen Lange, ver- gesse», ihm gegenüber diejenigen Mittel auzuwendc», die für Leute von gesvissen Umgangsformen einzig angemessen und ivirksam sind Er beschränkte sich daraus, die Unterzeichnung deS Wahlprotokvlls, indem die Giünde der Weigerung aufgenommen wurden, abzir lehnen. Im w c st I i che n Bezirk des OrteS ist. wie bereits kurz gemeldet, die Wahl nicht zum Abschluß gekommen. Es ivaren zwei Mandate zu besetzen. Bei 903 abgegebenen Stimmen erhielten drei Gegner 363. 308 und 306 Stimme», Genosse Weyker 290 Stimmen. Es muß also Sticktvahl zwischen den vier Kandidaten stattfinden. Unser zlveiter Kandidat, Genosse Lampe, erhielt nur 288 Stimmen, der letzte Kandidat, der bisherige Gemeiudevertrcter, 250. Wenn sich die Gegner, die so er- bittert gegen einander sind, daß sie sich nach Schluß der Wahl im Wahllokale in einer unangemeldeten Versammlung recht derbe Wahrheiten sagten, nicht noch in letzter Stunde einigen, ist es noch nicht ausgeschlossen, unsren Kandidaten durchzubringen. In Wilmersdorf ist die Hoffnung unsrer Parteigenoffen, nun- mehr va i Vertreter im Ortsparlament zu haben, iusoiveit zu nichte geivordcn als der Wahlvorstand die auf unsren Partei- genossen Meyer gefallenen Stimmen für ungültig er- klärt hat, iveil Meyer die nach§ 44, Absatz 4 der Landgemcinde-Ordnnng erforderlichen Abgabenpflichtc» nicht rechtzeitig erfüllt habe. Es kann zur Stunde nicht untersucht werden. ob und iuwieiveit gegen diese Ausfassung Eimväude zu erheben sind; bliebe es bei der Auffassung des Wahlvorstandes, so hätte ztvischen den fünf bürgerlichen Hausbesitzer-Kandidaten der dritten Klasse eine Stichivahl stattzufinden. Johannisthal. Am Donnerstag, den 20. März, finden die Ersatztvahlen zur Gemeindevertretung in, Restaurant Heinilich, früher Lange, Friedrichstr. 61, statt. Die dritte Wähler- klaffe wählt von 4—7 Uhr, die zweite von 7—8, und die erste von 8— 8'/L Uhr. In einer vom hiesigen Grund besitzer-Verei» einberufenen Versammlung, in welcher unsre Genossen in der großen Mehrheit ivaren. wurde von unsrer Seite der Gast- ivirt Hermann Mertins, Roonstr. 2, gegen einzelne Stimmen welche auf einen Herrn Mechaniker Lückcben fielen, aufgestellt. Der letztere hat indes feine Kandidatur zurückgezogen, und es ist infolge- dessen von gegnerischer Seite der Laudivirt Wilhelm Bausemer gegen unser» Genossen Mertins aufgestellt. In der ziveilen Abteilung belvirbt sich außer dem bisherigen Vertreter, den Gastwirt Kahlenberg, der Freiherr Trützschler von Falkenstein, der größte Grundbesitzer im Orte, um das Mandat. In der ersten Abteilung, in welcher 11 Wähler das Stimmrecht haben, macht der Anhang des Herrn Knape die vcrzlvcifeltste Anstrengung, um das Mandat den, bisherige» Inhaber, dem Arckitekten Schmidt, gegen den der Regierungs- Baumeister Posseck aller Voraussicht nach mit Erfolg kandidiert, zu sichern. Pflicht der Genossen ist eS nun, die Zeit bis zum Wahltage nach Kräften zur Agitation auszunutzen, damit am Tage der Wahl den 100 gegnerischen Stimmen, welche die Gegner erklären bereits sicher zu haben, mindestens die doppelte Anzahl social- demokratischer Stimmen gegen über st ehe» und der Genosse Mertins gewählt lvird. Johannisthal. Die Parteigenossen wollen sich am Sonntag- morgen 8�s Uhr im Lokal von Mertins zur Flugblatt- Verbreitung zahlreich einfinden. RuinmclSbnrg. Bei dem überraschenden Ausfall der G e- rn e i» d e r a t s iv a h l in der dritten Abteilung des dritten Bezirks war es mir z» bedauern, daß im ersten Bezirk kein Hansbesitzer als Kandidat zur Verfügung stand; hier wurde als alleiniger Kandidat der linksliberale Eigcnthümcr W e r t h e r gewählt. Zu einer Katzbalgerei kam es in der zweiten Abteilung zwischen der sogenannteii Schlichtpartei und dem Grundbesitzer- verein. Ei» Kandidat der elfteren, Herr Königshagen, wurde mit 27 Stinmicn gewählt, wahrend zlvische» Herrn Direktor Hart- m a 11 11 und Herrn Gastwirt Peters eine Slichwahl stattfinden muß. In der 1. Abteilung wurden, wie schon mitgeteilt, von drei Wählern die Herren Kaufmann Riedel, Klempnermeister Konrad und Gastlvirt K l u g m a n u zu Geineindevertretern ernaimt. Trcptow-Bauinschulcnweg. Die Gemeindevertreter-Wahl der 3. Klasse findet am Mittwoch, den 19. März d. I.. nachmittags von 4 bis 8 Uhr, im Restaurant Paradiesgarten, Treptower Chaussee 3V. statt. Der Kandidat unsrer Partei ist der Tischler Franz Karoiv. Von den Grundbesitzern ist der Gärtuereibefitzcr Nickel und voni Bürgervereiii der Privatier Schirmer. welcher auch vom Freisinnigen Bolksverein unterstützt wird, aufgestellt. Von den Gegnern werden wieder alle Mittel angewandt, um ins Gemeinde- Parlament ziehen zu können. Hundert Papierwähler, genannt Forensen, sollen sich schon in ihren Taschen befinden. Darum Ihne ei» jeder Parteigenosse seine Pflicht, rüttele die Säumigen auf und bringe die unS noch fernstehenden Wähler an den Wahltisch, damit unser Kandidat gleich im er st e 11 Wahl- gange die Mehrheit erhält. Morgen, Sonntag, findet eine Flugblattverbreitung statt, zu ivelchcr sich die Parteigenosse» zahlreich einzufinden haben. Treffpunkt früh 8 Uhr im Restaurant S t a f f e l d, Baumschulen- Ilraße 84. Niedcr-Schöiiewcide. Die hier am Donnerstag stattgefundenen GemeinderatSwahleii hatten das Nefultat, daß unser Genosse, der Eigentümer S te i nfe ld, gegen den bürgerlichen Mischmasch-Kaudidaten Schankivirt G e s ch k e unterlag. Ist dies nun an sich vielleicht kein ermutigendes Zeichen, so haben ivir dennoch keinen Anlaß, im- zufrieden zu sein, um so weniger, als die Umstände es uns erst ani Abend vor dem Wahltag gestalteten, einen Kandidaten auf« zustellen, während die Gegner schon tagelang vorher in privaten Kouventikelii ihren Fcldzugsplan entivorfen hatten. Doch, wie schon gesagt, wir brauchen nicht unzufrieden zu sein, haben wir es doch erreicht, daß Ulis unsre Gegner, ohne daß wir dabei einen Pfennig ausgeben brauchten, zu einer elleuen Erscheinung hierorts,— nämlich zu einer öffentlichen Versammlung verhalfen. Mit dem Verlauf derselben können wir wohl zufrieden sein; die zahlreich anwesenden Gegner bekamen von unsreu Genossen Litfiu, Krone und D ü s i n g in der äußerst lebhaften Diskussion manche unangenehme Wahrheiten zu hören. Besonders ersterer tadelte auf das euergischte die so uilpaffeiid angesetzte Mahlzeit von 9—11 Uhr, unterzog die Bestimniuugen der Landgemeinde-Ordnung einer scharfen Kritik und bewies darin, wie dies Gesetz de» größten Teil der Bevölkenmg in den Geineiiiden als Stiefkinder behandelt. Als Herr Fricke dies zurückivciseii ivollte und dabei betoute, daß er als Gemeiudcvertreter tetS mutig und frei die Interessen der 3. Klaffe vertreten habe, fragte Genosse Litfin ihn sowohl wie Herrn Geschke, ob die Herren ihren erklärte:„Man wirft uns fließen zu lassen. Kein geäußert. Der Abgeordnete Mut nicht auch insofem beweisen möchten, als sie sich bemühten, daß der Arbeiterschaft ihre Säle(Loreley und Neptunshaiiff zu Ver« sammlimgeu zur Verfügung gestellt würden. Leider blieben die beiden Herren darauf die Antwort schuldig, so daß sich Litfin ge- nötigt sah, dies Verhalten als nicht besonders mutig zu bezeichnen. Zum Schluß wurde eine Nesolutio». in welcher Steinfeld als Kandidat der dritten Klasse bezeichnet war, mit großer Majorität angenommen. In Zchleudors haben sich die Parteigenossen vorgestern zum erstemnal an den Wahlen beteiligt; dies Begiuneii brachte das Bürgertum ganz aus der Fassung. Der rote Lappen wurde aus- gezogen und so strömten de»» die Braven, allen Hader vergessend, unr Zehlendorf vor dem Untergänge zu beivahren. zur Wahl. Noch nie war eine so starke Beteiligung. 50 Prozent der Wahlberechtigten übten ihr Wahlrecht aus. Da mußten nnlürlich die Arbeiter unter- liegen. Mit ganz vereinzelten Ausnahmen stimmten sämtliche kleinen Geschäftsleute sogar gegen uns, so sehr halte das rote Gespenst geivirkt. Vielen Spatz machte de» Genossen der Omnibus, welcher als Retlamewagen immer hin und her fuhr, um alle Schäfchen zur Wahl einzuladen. Die Herren dürfen versichert sein, die Bresche ist geschlagen und über zivei Jahre treten die Parteigeuosseii von neuem an den Wahltisch. Ganz unverständlich ivar bei der Wahl die Haltung des Wahloorstandes Obivohl es i» der amtlichen Bekaniilmachung heißt, daß Vollmachten einer Stempel- steuer von 1,50 M. uulerliegen, so ließ der Vorsteher doch im- gestempelte Vollmachten zur Wahl zu Auf unsren Protest hin er- klärte der Herr, die Steuer ivücde später bezahlt iverden. Wir werden hierüber Beschiverde erheben und sehen, ob die Herren in ihrem Rechte sind._ Vehte Utarfjtkidifett und DepeMen. AbgeordneteuhauS. Wien, 14 März.(W. T. B.) Der Abg. Schachinger wendete sich gegen die Aeußeruugen Eiseukolbs über die Hohen- zollern und sagte, man Muffe mit aller Eutschiedcnheil dagegen protestieren, daß ein Redner von Oestreichcrn verlange, sie sollten sich unter die Führung eines fremden Herrschers stellen und ihni die- selbe Liebe und Achtung entgegenbriug«», dle sie dem Hause Habs- bürg schuldig find und auch jederzeit geleistet haben. Repräseutanten-Kammer. Brüffel, 14. März.(©. H.) Bei Eröffnung der heutigen Kamniersitzuug erklärte der Präsident, daß die Worte des Ministers nicht gegen die dem Parlament schuldige Achtung verstoßen haben. Hierauf entsteht neuer Tumult. Der socialistische Abgeordnete D e m b l 0 n ruft:„Das ist zu stark!" Abgeordneter F 0 u r 11 e- in 0 n t bemerkt:„Das ist eine Lüge I" Der Vorsitzende fährt fort und erklärt, der Minister habe nur die Haltung der Socialisten qualifiziert und zwar als Autwort auf die Drohungen, ivelchc gegen ihn ausgestoßen worden seien. Er stelle fest, daß ein Mitglied der Linken gegen die ihm schuldige Achtung verstoßen habe und ersuche den Abgeordneten Fournemont. seine Aeußeruugen zurückzuziehen. Fournemont sckreit:„Beweisen Sie, daß die Linke gestern Drohungen ausgestoßen hat". Der Vorsitzende erteilt hierauf dem Filiaiizmimster das Wort zur Rechtfertigung. Der M i u i st e r vor. gesagt zu haben, das Blut Minister hat aber solche Worte Demblon dagegen hat die gesamte Rechte und die Minister als Mörder bezeichnet. Ich habe gesagt, daß die äußerste Linke das allgemeine Slinimrecht mit Mitteln zu erlangen droht, wie es Wegelagerer lhnn; ich habe hierdurch nur eine Haltung qualifiziert."— Die Worte des KabinettSchcfS Ivurden von der Rechten mit Beifall aus- geuommen, während die Socialisten erklärten, der Minister müsse seine Aeußeruugen unbedingt zurückziehen. Nach ciingen weiteren Bemerkungen verschiedener Abgeordneten wurde der Zwischenfall für beendet erklärt und die Debatte über das allgemeine und gleiche Stimmrecht fortgesetzt.__ Unterhaus. London, 14. März.(W. T. B.) H e a I y fragt an. ob Delareys Farm von Engländern niedergebrannt worden sei. Kriegsminister Brodrick erklärt, er habe hierüber keine Mitteilungen.— r a n t fragt an. unter welchen Bedingungen Methuen von den gzoeren freigelassen worden sei. B r 0 d r i ck antwortet, er habe leine Information, die über daS hinausgehe, waS bereits bekannt gegeben sei._ Prograiiilnrcde GiolittiS. Rom, 14. März.(W. T. B.) Deputiertenkammer. Nachdem Maggiorino Ferraris gegen und Sacchi für die Erklärung der Re- gierung sich ausgesprocheu, wendet sich der M i n i st e r des Innern, G i 0 t i t t i. in längerer Rede gegen die hinsichtlich 'einer Amtsführung gegen ihn erhobenen Vorwürfe. Er ivirft zunächst einen Rückblick auf die A u S st S n d e der ländlichen Arbeiter im Juni 1901 und erklärt, da- mals, wie jetzt, habe man gefürchtet, daß eS zu weiteren Rnbestörungen kommen werde, ohne daß sich diese Befürchtung bewahrheitet hätten. Nichtig sei, daß die Ausstände wieder begonnen hätten, aber das komme daher, daß man vor einer großen socialen Beivegung aller Klaffen des Proletariats stehe. Dieselbe» verlangten einfach bessere Lebensbedingungen und sie hätte n Recht, keine ihrer Forderungen hätte einen politischen Charakter. Lebhafter Beifall links.) Eine solche Bewegung iverde nur dann gefährlich und drohend iverden. wenn die Regierung glaube, sie mit Gewalt unterdrücken zu sollen. Die Pflicht der Stegierung sei, unparteiisch zu bleiben und die Rechte Aller zu achten. Daher müsse die Rc- gierung das Recht, in den Ausstand zu treten und die Be- rechtigung, für dieses Recht Propaganda zu machen, so lange achte», als keine Gewalthätigkeiten damit verbunden seien und ebenso müsse «die Freiheit der Arbeit gewährleisten. Auch glaube er, daß, 'oweit nicht obligatorische Schiedsgerickte gesetzlich eingeführt seien, die Regierung das Recht und die Pflicht habe, ihre von beiden Parteien angerufenen Vertreter eingreifen zu lassen, um eine fried- liche Lösung von Streitigkeilen herbeizuführen. Im weiteren Verlauf seiner Rede betont Giolitti, daß gegen- wärtig Ausstände bei öffentlichen Verkehrsaustalten, wie auch bei Ausständen, die ivichtige Interessen der Allgemeinheit nahe berühren. wie Bäckerausständen, die Regierung sich zum Einschreiten berechtigt halte uud stets nach dem Grundsatz handle, daß Ausstände bei öffentlichen Betrieben die Aufhebung des staatlichen Lebens, die Anarchie bedeuten sBeifall links) und die Teilnahme daran für jeden öffentlichen Beamten ein Verbrechen ist. Es sei das große Ergebnis des Friedensiverkes der Regierung, daß sie voni Proletariat nicht als Feind betrachtet iverde. Jene, die verlangen, daß die Regierung ich nicht auf die meistbclastete» Klassen stütze, könnten sich mm ans die Ultrakonservativen und Klerikalen stützen.(Lebhafter Beifall links.) Giolitti schließt mit der Erklärung, sein Programm sei sorg« ältiger Schutz der Ordnung und vollkommene Achtung der Freiheit; wenn er weiter in der Regicrung bleiben solle, werde er diesem Programm treu bleiben.(Lebhafter Beifall links.) Der Minister wird von vielen Abgeordneten am Schlüsse seiner Rede beglückwünscht. Darauf wird die Sitzung aufgehoben. Das Reichsgerickit verwarf gestern die Revision deS Rcdacteur« der„Staatsb. Ztg." Otto Heinrich Böckler, der am 19. Oktober 1901 vom Landgericht I Berlin wegen Beleidigung des Rechtsanwalts und Notars Justizrat Cassel in Berlin zu 6 Monaten Gefängnis ver- urteilt worden war. Koustantiuopel, 13. März.(W. T. B.) In Medina find in der feit vom 6. bis zum 9. d. Miß. 153 Todesfälle, in Mekka in der jeit vom 8. bis zum 10. d. Mts. 13 Todesfälle, in Djeddah am 0. d. Mts. ein Todesfall an Cholera vorgekommen. Verantwortlicher Redacteur: Carl Leid w Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Tb.«locke in Berlin. Druck und Verlag von Max Babing to Berlin. Hierzu S Beilage». »t. 68. 19. 1. KcilHe»es„Kmilck" KMn WsblM.-.».»»«.k»-«>» Wirtschaftlicher Wochenbericht. Berlin, den 14. März 1902. �.ie Ziirückhaltnng der Börse hat in der vergangenen Woche noch weiter nm sich gegriffen. Immer träger gestaltete sich der Verkehr, so dag in den letzte» Tagen mehrfach selbst für die wichtigste» Speku- latiouspapiere infolge des Fehlens jeglichen Umsatzes keine Anfangs- knrse festgesetzt zu werden vermochten. Auf den Montanmarkt drückte Vornehmlich neben den allgemeinen ungünstigen Berichten aus den Kohlenrevieren der Jahresabschluß des Härder Hütten- und Berg- Werksvereins und vielleicht noch mehr die Betriebsein- schränkung der Bergwcrksgesellschaft Hibernia, da deren Ver- ringerung der Belegschaft als Beweis dafür gelten kann, daß die Verwaltung dieses Unternehmens die Absatzabnahme nicht als eine nur momentane, bald wieder vorübergehende auffaßt, sondern mit einem längeren Andmicrn der jetzige» Geschäftslage rechnet. Wenn auch von der Spekulation noch immer mit Vorliebe zur Begründung ihres Vorgehens auf die in letzter Zeit wiederum von verschiedenen Verbänden der Eisenindustrie beschlossenen Preisheraussetzungc» ver- wiesen wird, bricht sich doch mehr und mehr die Ansicht Bahn, daß diese Preiserhöhungen als ein Faktor für die Beurteilung der Lage des Eiseninarktes nicht gelten können, da sie nicht der Wechsel- Wirkimg von Angebot und Nachfrage entspringen, sondern nur einseitige Maßnahmen der Produzenten sind, um ein erneutes Ein- setzen der industriellen Aufivärtsbeivcgnng als Thatsache erscheinen zu lassen und die Händler zum Aufgeben ihrer Zurückhaltung zu veranlassen. Vorläufig bietet sich noch immer wenig Aussicht für eine Wieder- belebung des Eisengcschäfts. Auf eine starke Zunahme des Exports ist nicht zu rechnen trotz der höheren Notierungen in Middlesbrough und der aus Amerika gemeldeten Knappheit an Rohmaterialien, die nicht durch steigenden Mehrbedarf, vielmehr durch Transport- schivierigkeiten und Spekulationskäuse hervorgerufen ist. Und was den Konsum des Inlandsmarktes betrifft, so ist erst dann eine wesentliche Zunahme des Bedarfs zu erwarten, ivenn wieder eine allgemeine Aufnahme der Bauthätigkcit erfolgt. Bisher aber besteht *— nach dem Interesse für Terrainverkäufe zu urteilen— für eine solche Wiederaufnahme nur in wenigen Großstädte eine einigerinaßen günstige Aussicht. Selbst auf dem Bankaklienmarkt, auf dem zu Anfang der letzten Berichtsivoche nur allein noch ein regerer Verkehr stattfnnd, hat sich in den letzten beiden Tagen eine gewisse Schläfrigkcit eingestellt. In den ersten Tagen empfing er noch durch eine Meldung einer bevor- stehenden Erhöhung des Kapitals der Disconto-Gesellschaft um 20 Millionen Mark, der Fusion der Breslauer Discontobank mit der Darntslädtcr Bank, soivie durch die Sicherung der ungrischen Konvertierung und Gerüchte über eine neue russische Anleihe' in der Hohe von 400 Millionen �rank, niehrfache Anregungen, nun hat die Ermattung auch diesen Teil des Geschäftsverkehrs neu erfaßt. Dennoch, trotz der Gcschäftsstille. war im ganze» die Tendenz fest. Weder die enttäuschende» Jahresberichte verschiedener Banken und industrieller Gesellschaften, noch die Rückwirkung der jüngsten Niederlage Englands auf die Lage des Minenmarktes, noch die lleberspannrnig des amerikanischen Geldmarktes und die unsichere Haltung der New Uorker Fondsbörse vermochten das Kurs- niveau herabzudrückeu. Trat zeitweilig eine Abschivächung«in, wich sie, sobald sich am wirtschaftlichen Horizont nur ein einigermaßen günstig aussehendes Wctterzeichcn zeigte, sofort' ivicder festerer Haltung. Hinter den Kursen steht, den Druck der eingetretenen Reaktion hemmend, mit ihrem Gewicht die Hochfinanz und stärkt der Spekulation das Rückgrat. Nach den Banken schicken sich nun auch die großen Reedereien zur Veröffentlichung ihrer Jahresberichte an. Einige dieser Berichte sind bereits erschiene». Darunter der Jahresbericht und-Abschluß der Hamburg-Amerika-Liiiie. der diesmal mit besonderem Interesse er- wartet wurde. Er bestätigt, tvaS schon im Herbst vorigen Jahres im „Vorwärts� ausgeführt wurde, daß, wenn auch natürlich die Verringerung der Frachten und Frachtraten den Gewinn herabdrücken würde, doch das Passagiergeschäft dermaßen ausgefallen sein müsse, daß die damaligen forcierten Baisse-Treibercieu mit den Aktien dieser Linie an der Berliner und Hamburger Börse wenig Berechtigung hätten. Die Abrechnung crgicbt diesmal einen Betriebsgewinn von 20 348 314 M., im Vorjahre 24 376 924 M., wobei indes in Betracht kommt, daß infolge der Erhöhung der PrioritätS-Anleihcn im vorigen Jahre um 27V, Millionen Mark für 1901-=- 993 793 M. Zinsen in Abzug kommen, für 1900 dagegen nur 510 000 M. Die Abschreibung vom Wert der Schiffe und die Ueberweisungen an die Reserveconten betragen diesmal 14 429 453 M. gegen 15 449 532 M. im Borjahre, so daß für die Verteilung der Dividende nur 4,8 Millionen Mark übrig bleiben(im Vorjahr 8 Millionen Mark). Die Dividende stellt sich für das 80 Millionen Mark betragende Aklienkapital denn auch nur auf 6 Prvz., gegen 10 Proz. im Vorjahr und 3 Proz. in 1899. Als Grund wird für den Gcwinnausfall der plötzliche Rückgang de? Frachtgeschäfts im Herbst vorigen Jahres angeführt.„Die Ursache dieses, zeitlich mit dem Zusammenbruch verschiedener industrieller Unternehmungen und Bankinstitute in Deutschland zusammen fallende» Umschwungs", heißt es im Bericht,„ist in erster Linie in der in den Vereinigte» Staaten in Bezug auf Mais eingetretenen Mißernte zu erblicken, infolge deren sehr viel geringere Mengen dieses wichtigen Exportartikels zur Ausfuhr gelangten als in den Vorjahren. Dieser Aussall machte sich umso mehr bemerkbar, als auch der Export amerikanischer Judustrieprodnkte durch den Umstand ungünstig beeinflußt wurde, daß infolge des in den Vereinigten Staaten auf fast allen Gebieten des ivirtschafllichen Lebens eingetretenen rapiden Aufschwunges die dortigen Fabriken durch Lieferungen für den einheimischen Markt so in Anspruch genommen waren, daß sie kaum Veranlassung hatte», dem Export ihrer Produkte besondre Aufmerksamkeit zuzuwenden." Ausgeglichen worden ist, wie dann ivciter dargelegt ivird, dieses Resultat zum Teil durch die guten Ergebnisse des Passagiergeschäfts: „Wenn es trotzdem gelungen ist, neben sehr erheblichen Abschreibungen und Rückstellungen' eine immerhin befriedigende Verzinsung deS Aktienkapitals zu erreichen, so ist dies hauptsächlich dem Umstand zu verdanken, daß der Personenverkehr, insbesondere der Aus- wandererverkehr, während des ganzen Jahres ein recht lebhafter gc- Wesen ist." Verglichen mit den Abrechnungen so mancher Banken ist das Gefcliäflsergebnis immerhin noch ein recht gutes zu nennen, be- sonders ivenn man in Betracht zieht, daß einzelne Banken, um nur überhaupt zu einer Dividende zu gelangen, ihre Special-Reserve- fonds mit in Anspruch nehmen mußten und ihre Abschreibungen auf Effekten- und Konsortialeonto sich teiliveise noch als zu niedrig herausstellen dürften. Die Homburg- Amerika- Linie schreibt beinahe dieselbe Summe ab, wie im Vorjahre; und Ivährend das Rescrveconto(8 234 830 M.) und das Kessel- und Rcvaraturencouto<2000 000 M.) ihren Stand bewahren, hat der Bestand des Reserve-Asseknranz-Contos<10 677 670 M.) sich um 536 000 M. erhöhl. Dabei kommt in Betracht, daß aus diesem Conto im letzten Jahr größtenteils die Verluste aus den drei- ver- loren gegangenen Dampfern„Asluria",„Francia" und„Australia" bestritten wurde. Die Abschreibung auf dem Schisssconto erreichte allerdings nicht die Höhe der vorjährigen; sie be- trägt zwar 11829 695, im Vorjahre nur 11556 348 M., doch stellte sich Ende 1900 der Buchlvert der Seedampfer erst auf 108,8 Millionen, Ende vorigen Jahres auf 136,3 Millionen Mark. Indes sind in den drei letzten Jahren gerade die Ab« schreibnngen auf dem Schiffsconto so reichlich bemessene gewesen, daß nicht« gegen diese Einschränkung einzuwenden ist; die Ab- schreibung ist immer noch relativ höher, ivie die der großen englischen Reedereien. Bedenklicher ist das überschnelle Anwachsen des Schiffsbestandes. Nachdem erst im vorigen Jahre der Prioritätsanleihe von 12 Millionen Mark eine lveitere von 27Vz Millionen Mark hinzugefügt worden ist, soll jetzt wieder das Aktienkapital nm 20 Millionen Mark erhöht werden. Zugleich ist seit 1899 die Zahl der Oceandampfer allein von 78 auf 117<11 weitere befinden sich im Bau), die Zahl der Brntto-Register-Tons von 515 623 auf 630 091 gestiegen. Im letzten Jahr hat wiederum die Gesellschaft 14 große Dampfer hinzu- gekauft und 8 neue erbauen lassen; zur Zeit befinden sich, wie schon bemerkt, nochweitere llim Bau. Ob diese stetige Vermehrung des Aktien- kapitals, der Anleihen und des Schiffsbestandes nicht eine über die gegebene» Verhältnisse weit hinausgehende ist, ob hier nicht un- angebrachter überschwenglicher RivalitätSeifer und eine gnte Dosis Größensucht mitspricht, dürfte denn doch eine berechtigte Frage sein. Die Rentabilitätsaussichten sind keineswegs so glänzende; der Norddeutsche Lloyd baut in ähnlicher Weise wie die Amerika- Linie, England vergrößert seine Handelsflotte, die Ver- einigten Staaten arbeiten mit größter Anstrengung, ihren Schiffbestand zu vermehren. Wo sollen schließlich die Passagiere und Güter für de» Transport herkommen? Noch mehr wie auf andren Gebieten bereitet sich hier eine gewaltige Ueberprodnktion vor. Und dazu kommt noch ein weiteres Bedenken. Die meisten dieser im letzten Jahr übernommenen neuen Oceandampfer sind ebenso wie die noch im Bon befindlichen in den Jahren 1399/1900 bestellt, als die Materialpreise einen außergewöhnlich hohen Stand erreicht hatten und dementsprechend auch der Preis der Schiffe ein außer- gewöhnlicher war; wie stellen sich diese Preise zu den jetzigen und den zu erwartenden des nächsten Jahres? Wie schnell die Occandampfcrflotte der Hainbnrg-Aincrika-Linie gewachsen ist, zeigen folgende Zahlen: Die Zahl Die Zahl Im Jahre der Ocean« der dampfer Rcgisier-Tons 1890 41 122 883 1895 51 173 985 1899 69 515 628 1900 83 585 123 1901 117 630091 Mit den Flußdampfschiffen, Seeleichtern. Schaluppen ec. stellte sich Ende vorigen Jahres der gesamte Rauminhalt der Flotte auf 661 355 Brntto-Register-Tons. Die Dampferflotte dieser einen Ge- sellschaft ist also beinahe ebenso groß wie die ganz Italiens oder Spaniens und größer als die Rußlands. Die Gesamtbesatzung der Flotte der Hamburg-Amerika-Linie bestand aus 3667 Personen, zu denen noch eine annähernd gleiche Zahl von Arbeitern und An- gestellten kommt, welche die Gesellschaft am Lande beschäftigt. _ Tat. Der Mordprozetz Fischer. AnS Weimar Ivird uns berichtet: Der Student der Rechte, Walter Fischer ans Berlin, der im Frühjahr vorigen Jahres seine Geliebte Martha Amberg, ein bildschönes junges Mädchen, aus Eifersucht auf offener Land- straße niederschoß und sich dann selbst der Polizei stellte, hat sich wegen dieser Strafthat heute vor dem Schwurgericht in Weimar zu verantworten. Fischer war, wie bereits erwähnt, vom Schwurgericht in Gotha wegen desselben Falles zu zehn Jahren Zuchthaus verurteilt, die dagegen eingelegte Revision hatte Erfolg. Das Reichsgericht wies die Sache zur nochmaligen Ver- Handlung zurück. Diesmal ist es nicht das Schwurgericht in Gotha, sondern das in Weimar, das über Schuld oder Nichtschnld deS Angeklagten zu befinden hat. Der sehr jugendlich aussehende Angeklagte wird kurz vor der Eröffnung der Sitzung auf die Anklagebank geführt. Er sieht heule besser aus, als bei der ersten Verhandlung. Er ist anscheinend viel ruhiger, gleichmütiger, blickt aber unablässig zu Boden. Von Zeit zu Zeit richtet er einige Fragen an seinen Ver- tcidiger, den Rechtsanwalt Christ- Gotha. Bei der Auslosung der Geschwornen macht sowohl der Erste Staatsanwalt wie der Ver- teidiger, namentlich aber der erster«, von dem Rechte der Ablehnung einzelner Geschwornen weitgehende» Gebrauch. Unter den Zeugen befinden sich die Witwe Amberg, die Mutter der Ermordeten, ferner der Oberlehrer Fischer, der Vater des Angeklagten, soivie mehrere Lehrer und Kommilitonen desselben. Als Sachverständige sind fünf Mediziner geladen. Die Zlmbcrg. Der Angeklagte ist im Jahre 1873 geboren, er befindet sich seit dem 29. Mai vorigen Jahres in Haft. Er bestreitet im Verhör cnt- schieden, mit dem Mädchen intimen Umgang gehabt zu haben; auch habe er seiner Geliebten nie ein unziemliches Ansinnen gestellt. Als ihm dann in einem anonymen Briefe die Nachricht zugegangen sei, daß ein Förster in intime Beziehung zur Arnberg gestanden habe, sei er von Verzweiflung ergriffen worden. Am 21. Mai sei er nach Eisenach gekommen, dort habe er erregte Auftritte mit seiner Braut gehabt. Weiter erzählt der Angeklagte: Es ist immer zu Anseinandersetzniigen gekommen, sie gab mir zu. daß sie mit einem Förster verkehrt habe und sagte, daß von einer Heirat keine Rede sein könne. Das brachte mich zu dem Entschluß, das Mädchen zu töten, und ich habe die Waffe gekauft. Ein klares Bild kann ich aber nicht geben, ich bin mir nicht klar, was ich damals dachte. Ick habe die Waffe gekauft, de» Spaziergang gemacht, und das Mädchen erschossen. Ich bin früh aus der Wohmmg meiner Eltern ohne Kaffee weggegangen und holte das Mädchen ab.— Präs.: Hatten Sie dabei schon den Gedanken, das Mädchen zu töten oder auch sich?— A n g e k l.: Ich weiß nicht, ob ich die Absicht hatte, mick mit zu töten. Wenn ich das beabsichtigte, so mag es ans Sckrcck unterblieben sei», ich mag vielleicht auch zu feige gewesen sein.— Präs.: Wie war es bei der Ausführung der That? Erzählen Sie uns das?— A n g e t l.: Herr Präsident, ich habe über diesen Vorfall vor Gericht schon drei- oder viermal Aus kunft gegeben, ich kann es nicht wiederholen. lieber seinen Bildungsgang und sein Leben als Student giebt Fischer folgende Auskunft: Präs.: Sie haben sich schon frühzeitig mit Philosophie be schäftigt?— A n g e k l.: Ja. schon als Obertertianer. Ich laS Renan, Strauß und vor allem Nietzsche und Schopenhauer.— Präs.: Haben Sie auch nach dieser Richtung Kollegs ge« hört?— A n g e k l.: Nein.— Präs.: In Jena waren Sie aktiv?— A ii g e k l.: Ja, bei den Saliern.— Präs.: Sie sind aber nicht' lange dabei geblieben; weshalb nicht?— A n g e k l.: Weil ich fürchtete. daß ich zum Couleurstudenten nicht passe, ich hatte auch gar nicht die Absicht, aktiv zu werden, aber der Student Kühn redete mir zu, ick müßte ein andrer Mensch werden. Auch als Student hatte ich viel Spott zu erleiden wegen meines großen Kopfes. Ich schied ans, später aber suchten mich die Kommililonen wieder auf, es waren auch liebe Menschen drunter, und ich trat nochmals ein, bald aber wieder aus.— Präs.: Sind Sic auch auf Mensur gegangen?— A n g e k l.: Ja. zweimal.— Präs.: In Jena haben Sie viel Bier und Schnaps getrunken, namentlich da« letztere?— A n g e k l.: Ja, vorwiegend Absynlh. 10 auch 14 Gläser am Tage. Ich hatte viel Kopfschmerzen und wollte meinen Schmerz wegen der ewigen Verspottung betäuben. Schon auf dem Gymnasinm wurde ich verspottet, sogar von einzelnen Lehrern.— P r ä s.: Einer derselben ist ja als Zeuge geladen. Sic haben Schulden in Jena gemacht?— A n g e k l.: Ich hatte, als ich von Jena fortging, etwa 200 M. Schulden, mein Monatswechsel be- trug 100—120 M., in Berlin 120 M. Die Schulden habe ich in Berlin davon bezahlt, indem ich nur selten zu Mittag aß.— P r ä s.: Es wird behauptet, daß' Sie hinter de» Mädchen viel hergelaufen sind?— A n g e k l.: DaS ist nicht wahr.— P r ä f.: ES wird auch behauptet, daß Sie in Ihrer Wohnung die Spiegel verhängt gehabt hätten.— Angekl.: Ja, ich konnte nie in einen Spiegel sehen, auch in meiner Jugend nicht stveinend), wenn man von Jugend auf wegen eines körperlichen Gebrechens gehänselt wird, so ist das doch kein Wunder.— Präs.: Sie behaupten, daß Ihr Verhältnis zu der Martha Amberg ein ideales gc- wesen sei. Wie kommt es, daß Sie ihr unanständige Post- karten geschickt haben?— Angekl.: Ich bestreite, daß dies eine unsittliche Postkarte war.— Präs.: Hier ist auf einer Postkarte eine wenig bekleidete Frauensperson, darunter steht: „Meine liebe kleine Martha I Das Weib ist gewiß schön, ob sie aber auch tugendhaft ist, weiß ich nicht. Es giebt Dutzende solcher Weiber in Berlin, jede ist käuflich, aber nicht für eine» Sechser."— A n- geklagter: Das hätte ich auch an meine Schwester schreiben können.— Präs.: Das ist Auffassungssache. Der Angeklagte teilt dann mit, daß er seine Geliebte ans dem Spazier- gange im Walde durch mehrere Revolverschüsse getötet habe. Er giebt z», daß er nur halb bekleidet hernmgeirrt sei, er habe die Kleider und die Waffe von sich geworfen. Als er zu der Getöteten zurückkam. habe er Blumen über die Leiche gestreut und sei dann, wie es dunkel wurde, zur Polizei gelaufen und habe sich gestellt. Weiter giebt er an, daß er am Tage vor der That bei Tisch ein philosophisches Ge- spräch geführt, die Existenz Gottes geleugnet und jede Form von Liebe, auch die Mutterliebe, als Ausfluß von menschlichem Egoismus bezeichnet habe. Mit dem Gemiß von Alkohol hat er an- gefangen, als er Obertertianer war. Auf Befragen der Sach- verständigen giebt er an, schlafen habe er nur können, wenn der Kopf zum Bett hinaushing und der Blutandrang zum Kopf ging. Er giebt dann weiter an, daß er in der Nacht vor der That eine Flasche Cognac getrunken habe.— Präs.: Davon haben Sie bei der vorigen Ver- Handlung nichts gesagt.— Angekl.: Ja, da habe ich auch gc- leugnet, daß ich Schnaps getrunken habe. Nach einigen weiteren Fragen der Sachverständigen ist die Vernehmung des Angeklagten beendet. Die Sachverständigen haben nichts von besonderem Belang zu bekunden, ebenso bietet die Aussage der vernommene» Zeugen keine neuen Züge. Unter allgemeiner Spannung der Zuhörer wird die nennnnd- fünfzigjährige Mutter der Ermordeten, Witwe A m b e r g, ver- nonnnen. Zeugin erscheint in schwarzer Kleidung und spricht mit leiser Stimme. Präsident fragt, ob die Tochter bei ihr im Hause gewohnt habe, was bejaht wird. Die Frage des Präsidenten, ob die Tochter im besonder» Verrüfe gestanden habe, verneint die Zeugin. Sic erklärt weiter, daß sie von dem Verhältnisse ihrer Tochter gewußt, dasselbe aber für harmlos gehalten habe. Nur halb ini Scherze habe ihre Tochter von einer Heirat gesprochen. Sie habe F. für einen sehr anständigen Herren gehalten. Von dem Verkehr ihrer Tochter mit dem Forstmann Schlicht habe sie Kenntnis gehabt. Sie glaube nicht, daß ihre Tochter den Fischer wirklich geliebt habe. Das habe sie wohl noch gar nicht verstanden; denn sie sei ja fast noch 5iind gewesen. Fischer habe sie. Zeugin, nicht gekannt, von einem Verkehr ihrer Tochter mit Einjährigen habe sie nichts gewußt. Auf die Frage, ob ihre Tochter wirklich ein so unbefangenes Mädchen ge- tvefe» sei, wiederholt sie, daß Martha ja fast noch ei» Kind gewesen sei. Student W ü r z in a n n giebt zu, daß der große Kopf des An- geklagten zu scherzhasten Bemerkungen bei den Verbindungen Anlaß gegeben haben mag. Von einem Hänseln könne aber keine Rede sein. Der Rechiskandidat Huhn spricht sich im Sinne des ver- noiiimeuen Zeugen ans. Der Angeklagte habe erzählt, daß er den Kopf aus dem Bette hängen lassen' müsse, um einschlafen zu können. Frau LnudgcrichtS-Direktor Huhn ans Jena bekundet, daß der Au- geklagte drei Semester lang bei ihr gewohnt und sich anständig be- tragen habe. Die Berliner Wirtin sagt auS, daß Angeklagter im Jahre 1900 bei ihr gewohnt habe. Den Spiegel habe Angeklagter nicht verdauen tömien, weil er sich für zu häßlich gehalten habe. Angeklagter habe sie einmal gefragt, � ob sie wohl einen Revolver bekommen könne. Nach Eingang eines anonymen Briefes sei Fischer mehrmals ohne Hut auf' die Straße gelaufen. Als er von seiner Braut gesprochen, hat ihm Zeugin gesagt, heiraten könne er das Mädchen doch nicht, worauf er erwiderte, daß sich das doch ivohl später machen lassen würde. Als neuer Zeuge erklärt der frühere Lehrer des Angeklagten in verschiedenen Fächern von den unteren bis zu den höheren Klassen des Eisenacher Gymnasiums, Dr. Sigismund, jetzt in Weimar, daß Fleiß und Leistungen Fischers als mittelmäßig zu bezeichnen gewesen seien. Faul sei er nicht gewesen, jedoch hätte er immer an- getrieben werden müssen. Auf Befragen erklärt Zeuge, daß ihm von einer Verspottung des Fischer auf der Schule nichts zu Ohre» ge- kommen sei. Der Angeklagte erwidert hierauf, er müffe gegen- über einer durch die Eisenacher Lehrerschaft wegen gewisser Acnßerungen angestrengten Beleidigungsklage die vor dem Unter« suchnngSrichter gemachten Angaben wiederholen. Mit Dr. Sigismund hatten wir in der Sexta Ausflüge gemacht; er erzählte uns mit Vorliebe Märchen aus„Tausend und eine Nacht", Es war da von einem Zwerge die Rede, der krunime Beine hat. Dr. Sigismund spielte dabei direkt auf mich an, so daß meine Mit- schüler in ein lautes Gelächter ausbrachen. In Unter- terlia habe ich mehrmals den Satz:„Fischer hat einen großen Kopf",' ins Griechische übersetzen müssen.— Zeuge Sigismund stellte entschieden in Abrede, Märchen auS Tausend und eine Nacht erzählt zu haben. Die Angabe des Angeklagten könne schon nm deshalb nicht stimmen, weil im Griechischen das Wort Fischer nicht vorkomme. — Angekl. beruft sich auf das Zeugnis seines Vaters.— Zeuge Sigismund: Ich habe nie auf körperliche Leiden angespielt. Der Direktor des Eisenacher Gymnasiums, Hokrat Apelt, erklärt, am Angeklagten habe in erheblichem Maße die frische Offenheit der Jugend gefehlt. Zeuge nimmt die Eisenacher Lehrerschaft gegen die erhobenen Angriffe energisch in Schutz, bedauert auch die besonders herbe Kritik der Zeitungen. Sämtliche Herren hätten auf amtliche Anfrage die Verspottung verneint. Lebhaftes Interesse erregt die nunmehr folgende Aufrnfnng de» Vaters des Angeklagten. Der Angeklagt« wird beim An- blick des Vaters leichenblaß und trinkt häuffg Wasser. Zeug» bekennt sich, laut aufstöhnend, als Vater des Angeklagten. Die Frage des Präsidenten, ob er von dem Recht der Zeugnisverweigerung Gebrauch machen wollte, verneint er mit der Begründung, daß er als Vater wohl am besten seinen Sohn beobachtet habe. � Sein Sohn sei streng, aber liebevoll erzogen; von philosophischen Studien desselben wisse er, Zeuge, nichts. Zögernd und mit bewegter Stimme schildert er den Entwicklungsgang des Angeklagten. Wegen seiner scheuen Zurückhaltung habe' er ihm vorgeschlagen, Verbiiidmigs- Student zu werden. Nach Weih- nachten 1900 habe sich sein Wesen völlig verändert. Zeuge fürchtete, daß sein Sohn bei seiner Reizbarkeit Hand an sich legen könnte. Bei der mit zitternder Stimme abgegebenen Erklärung des Zeugen, daß sein Sohn nach dem Streite niit dem Mädchen ins Wasser gehen Ivollte, geht eine große Be» wegnug durch den Zuschauerraum. Der unvereidet gebliebene teuge wird darauf entlassen. Der Sachverständige 'it. G a u s e r fragt den Angeklagten, ob er denn wirklich glaube, daß er Mißgestalten sei, Angeklagter bejaht dieses, es sei ihm das ja von allen Seiten gesagt worden. Auf die Aeußermig des Sachverständigen, daß andre unschöne Leute etwnS zu leisten und sich damit abzufinden suchen, entgegnet Angeklagter, daß gewisse Menschen durch ihre Korperbildung von den Äimehmlich- keite» des Lebens ausgeschlossen seien; bei jedem Blick in den Spiegel habe er gemerkt, wie die Sache stehe. Der Mensch müsse wenigsten» einigennaßen normal gebaut sein und dürfe ein gewisses Miß- Verhältnis nicht überschreiten. Die Zeugen wurden hierauf entlassen, ausgenommen die Sachverständige», deren Vernehmung Sonnabend- vormittag 9 Uhr beginnt. VoktAles. Das Ende vom Licde. Die Aktion des„Vorwärts" gegen das städtische Obdach hat in der letzten Stadtverordneten-Sitznng bei Gelegen- heit der Etatberatung einen Abschluß gefunden, wie ihn mancher nicht erlvartct haben dürfte. Unsre Leser wissen bereits ans unsren früheren Mitteilungen, daß die Beschwerden, die wir im vorigen Jahre gegen diese Anstalt vorbringen mußten, durch die von, Magistrat ein- geleitete Untersuchung in allein Wesentlichen als begründet erwiesen worden sind, und daß die Verwaltung einige der von unS genügten Mißstände sofort beseitigt hat, für einige andre aber baldige Abhilfe in Aussicht genommen und nur Bewilligung der dazu erforderlichen Mittel durch den Etat ersucht hat. Auch in der Affaire Hoffmann hat die Untersuchung in allen denjenigen Punkten, auf die es an- kommt, die Richtigkeil der von Hoffmann gemachten Angaben er- geben, und die Dienstentlassung der überführten Angestellten des Obdachs ist daraufhin bereits erfolgt. Es konnte mithin darauf verzichtet werden, bei der Etatberatung auf jeuen Obdachstreit zurückzukommen und die Verhältnisse des Obdachs noch einmal ausführlich zu erörtern. Nur e i n Punkt erschien noch der Aufklärung bedürftig. Um die Obdachverwaltung zu entlasten, hatte die bürgerliche Presse im vorigen Jahre nicht nur die gegen die Leitung der Anstalt er hobcnen Vor-würfe als völlig unbegründet hinzustellen versucht. sondern sie hatte noch ein übriges gethan und noch bis in die letzten Wochen hinein allerlei Gcschichtchen über die Obdachinsasscn verbreitet. aus denen hervorgehen sollte, mit wie großen Schwierigkeiten die Anstaltsleitung gegenüber diesen« Menschen Material zu kämpfen habe. Einzelne der Schauergeschichten die nian da zu lesen bekam, waren so ungeheuerlich, daß sie sich ohne Iveiteres als dreiste Erfindung kennzeichneten. Sie mußten aber den Verdacht erlvecken, daß ihre Quelle im Obdach selber, und zwar nicht unter den Obdachlosen, zu suchen sei. Genosse Hoffmann ersuchte am letzten Donnerstag bei der Bcr»tung des Obdachetats den Magistrat um Auskunft darüber, ob man sich bemüht habe, diese Quelle aufzudecken. Er nannte zwei Blätter, die sich in der Vcr Leitung der erwähnten Schauergeschichten besonders hcrvorgethan hatten, die„Berliner Morgenpost" und das„Deutsche Blatt", und verlas als Probe das tollste jener Phantasiestücke.(Der betreffende Teil des Sitzungsberichts hat in unsrcr FrcitagSnunnner aus Raum mangel leider ivegfallen niüssen.) Was erwiderte darauf der Magistrat? Es hätten sich im Obdach Auftritte, wie sie in jenen Schauergeschichten geschildert wurden, niemals ereignet. Der Magistrat habe aber auch keinen Anlaß gesehe», auf Grund der Mitteilungen„irgend eines ganz unbedeutende» Blattes" eine Unter- suchuiig einzuleiten. Wir sind nun keineswegs der Ansicht, daß alles das. was dem Magistrat nicht bekannt geworden ist und daher nicht in den Akten steht, hiermit sofort als unwahr oder nicht vorhanden erwiesen fei. Schon mancher Stadtrat ist in blinder AhnungSlosigkeit vor die Stadtverordneten- Versammlung hiir getreten und hat in seines Herzens Unschuld den Beweis erbracht. daß er nicht weiß, was in seinem Ressort passiert. Aber die Frage. ob ein Mitglied dcS MngistratSkollegiums gut oder sckzlecht unter- richtet ist, interessiert unS im Augenblick weniger als die erheiternde Thatsache, daß der Magistrat jetzt selber die lächer- liche Schutzgarde der Obdachleitung prciSgiebt. Den Lobrednern dcS Obdachs wird dieser Ausgang eine recht schmerzliche Ucbcrraschung sein. Ja. das hat man nun davon! Sich für alle Mühe und allen Eifer mit e i n e in F ir ß- tritt bedankt zu sehen— soll d a S das Ende vom Liede sein?! Vierter Wahlkreis, Südost. Nraniabillets zum 16. März sind noch bei T o l k S d o r f, Görlitzerstr. 53. zu haben, ebenso am Tage der Vorstellung in der Urania. Gegeben wird„Von den Alpen zum Vesuv". R»S der gestrigen Magistratssitznng. Ein Verein in Köpenick halte sich mit der Bitte an den Magistrat gewandt, zum Bau einer Warte auf den M ü g g e I b e r g e n und zivar auf dem höchsten und schönsten Punkte, nach Osten zu. eine Beihilfe zu ge- währen. Die in der Nähe liegenden Orte hätten sibo» nach Kräften sich an der Sammlung für die Verwirklichung dieses Planes be- teiligt. Die Kosten dieser monumentalen Warte sind auf 3Ü0 M. veranschlagt. Der Verein begründete seine Bitte mit dem HiiNveis auf die Nähe Berlins und das große Interesse der Stadt an der Ver- schönerung der Umgegend von Berlin, das jährlich Hunderttausende seiner Betvohner zur Erholimg und Erquickmig nach den Müggcl- bergen und den dortigen Seen entsende. Der Magistrat hat be- schlössen, dem Verein eine» Beitrag von 3000 M. vorbehaltlich der Zustimmung der Stadtverordnctcn-Versauimlung zu gewähren, falls vorher noch der Nachweis geführt werde, daß die Ausführmig der Warte nach den vorliegenden Plänen gesichert ist. Ferner beschloß das Kollegium, die' Summe von 800 000 M. zur Verbreiterung der ll ii i V e r s i t ä t s st r a ß e nach den Plänen des Stadtbaurats Krause und den Anträgen der Baudeputalion l zu bewilligeii und den Stadtverordneten eine besondere Vorlage zukommen zu lassen. Vom eignen Heim. Achtundsechzig 16 jährige„Herren" vcr- mag Berlin anfzuweise». welche einen selbständigen Hanshalt führen. »nd 17 Jahre alte HaushaltungS-Vorstäude giebt eS sogar 00 nach den Feststellungen der von der Berliner G e>v e r k s ch n f ts- kommission bei der Herstellung der Arbeitsloscn-Statistik ge- machten Erfahrungen. Von 106 Hanshaltnngs-Borständcn im Atter von 18 Jahren können sich drei„Papa" nennen. Die Mehrzahl der Hanshaltungs-Aorständc steht inr Alter von 26— 30 Jahren. Sie hält sich auf ziemlich hoher Stufe bis zu den AlterSkrcise» von 40—50 Jahren, iiiii dann rapid wieder zn sinken. Wenig über- raschen kann die Feststellung, daß die größte Zahl der im Alter inilcr 16 Jahren stehenden Kinder sich bei den Alterskreisen von 30 bis 40 Jahren befindet. Ihm zunächst kommen die Altersklassen von 31— 35 und 41— 45 Jahren. Von Hanshaltiings-Vorständen, welche über 70 Jahre alt sind, haben noch immer 00 Kinder unter 16 Jahren zu ernähren. Benierkenswert ist, daß die Zahl der jugendlichen HauShaltnngs-Borstände iveiblichen Geschlechts erheblich geringer ist, als bei den männlichen. Sechzehnjährige Mädchen und Witiven mit eignem Haushalt giebt es 42, darunter nur eine, welche Mutter ist. Siebzehnjährige weibliche Haushaltungs-Vorstände sind sogar nur 39 und 18jährige 51 festgestellt worden. Bei Franen von über 70 Jahren ist die Zahl der zn ernährenden Kinder von unter 16 Jahren erheblich geringer als bei den Männer»; sie beträgt nach den Festftellniigen der GewerlschaftSkommissioii 8. Sieuc Schntivorrichtung für die Strasienbal»,. Die Schutz- borrichtimge». welche die Große Berliner«lraßenbahn zuerst versuchsweise an 54 ihrer Wagen angebracht hat. bestehen bekanntlich aus einer Fedcrwesle, die an der„Wagenbrust", d. h. an den Schutz- blechen der Plattformen angebracht ist. und aus der„Fangninlde", die bei der Anwendung der Notbremsung aus die Erde niedergeht. Diese Fangmulde hat sich nicht immer bewährt und die Straßenbahn hat deshalb, ivie ein Berichterstatter meldet, im Einvernehmen niit säintlichcn zuständigen Behörden eine neue Art Schutzvorrichtung eingeführt, bei denen die Fangmulde ganz in Wegfall kommt. Mit der neuen Schutzvorrichtung werden weitere 50 Wagen ausgerüstet, so daß sich dann einschließlich der vorhandenen Vorrichtungen 104 im Betrieb befinden. Die diesjährigen Frühjnhrs-Kontrollversammlungen in den Landwchrbezirkeii Berlins finden in den Tagen vorn 16. bis 29. April im I. nnd II., vom 2. bis 12. April im III. und IV. Be- zirk auf dem Hofe der neuen Landwehr-Dienstgebäude zu Schöne- berg(General Papestraße) statt. Näheres werden öffentliche Be kanntmachungeii an den Anschlagsäulen am 27. März, 1. und 10. April besagen. Der Stadtverordnete Rentner W. Seibcrt, einer der ältesten Berlins, ist plötzlich nach kurzem Krankenlager an Limgencntzi'mdiing in der letzten Nacht g e st o r b e n. Seiberl gehört seit 1865 der Stadtverordiieten-Veisainmlmig an, er vertrat die 2. Abteilung des 12. Genicindewahlbczirks. Die Zl.beiterpertrrtnng der Jalousirfabrik von Heinrich Frcrse in Berlin hat jetzt ihren Geschäftsbericht für das Jahr 1901 herausgegeben. In der Fabrik ist der Arbeiterschaft bekanntlich ein Anteil am Geschäflsgewin» zugesichert. Der Gewiiinant'eil der Arbeiterschaft für 1900 betrug 4.78 Proz des Arbeitslohnes gegen 4 07 Proz. iin Vorjahre. Davon kamen V zur Allszahlung, während 0z der Ilnteistützungskasse zufiel. Im einzelnen betrugen die Gewimianleile der B e a m t e n der A c b e t t e c in der Berliner Fabrik 14,80 Proz. 4,78 Proz. des Einkommens .„ Breslauer„ 8,52, 2,47,,„ „« Hamburger„ 5,22, 1,29,,, „, Leipziger„ 2,65, 0,80,„, In derselben Sitzung wurden die Lohnergebnisse de? Jahres 1900 bekannt gegeben. Es verdienten im Dnrchschiiitt die Woche: 1. Falonsiearbeitcr 31,23 M., 2. Einsetzer 30,87 M., 3. Tischler 32,24 M.. 4. Maler nnd Anstreicher 26,30 M.. 5. Schlosser 29.63 M. 6. Maschinenarbeiter 29,81 M., 7. Näherinnen 13,13 M., 8. Vor arbciter 26,19 M.. 9. Streicher 22.96 M.. 10. Pflasterer 19,74 M. Kindcrnntrrschiebung? Das Polizeipräsidium teilt mit: Am 26. Februar 1898 ist ans dem Hause Nostizstraße 25 der am 31. Januar 1893 in Berlin geborene Knabe Richard Ernst Hampel von einer ilnbekanntc», in mittleren Jahren stehenden, fein gekleideten Dame von großer Statur abgeholt worden. Der Verbleib des Kindes ist nnbekailnt. Die fragliche Dame, welche sich durch einen schwarzen Schleier unkcnntlich gemacht hatte, nannte ihren Namen nicht und gab an, mit dein Kinde nach Hamburg reisen zu wollen Da der Knabe zu einer Kiirdesiinterschiebung benutzt sein dürfte. iverden alle Personen, ivelche zur Sache zweckdienliche Angaben machen könne», ersucht, sich in den Vorniittngsstimden im königlichen Polizeipräsidium, Zimmer Nr. 244, zu melden. Schriftliche Angaben werden an die Kriininalpolizei zum Aktenzeichen 1882 1V/1Ö. 02 erbeten. Tic vor einigen Tagen in ihrer Wohnung Lützoivstr. 86s verhaftete„Manirure" B l a n k e- Dona, gegen die der dringende Verdacht vorliegt, ihre Wohnnng zu kupplerischen Zivecken hergegeben zu haben, bestreitet fortgesetzt jede Schuld. Sie behauptet, in London Gehilfin eines Arztes gewesen und von diesen» in der Kunst der Handpflege untcriviesen ivorden zu sein. Sie will hier in Berlin nur dieseur ihrem Berufe obgelegen haben nnd dunkle Nebemvege nicht gegangen sein; namentlich bestreitet sie, mit der milverhaftelen Hebamme Schivant ei» schimpfliches Geivcrbe betrieben zu haben. Si? hat jetzt durch Rechtsanwalt Dr. S ch w i n d t, der ihre Ver- teidignng übernommen, einen Antrag auf Haftentlassung gestellt. Eii»e grössere VcrkehrSstörnng hat sich auf der Hoch- nnd Iliiterpflaflerbah» Donnerstag gegen 8 Uhr abends ereignet. An» Wagen 36 der Strecke Zoologischer Garten— Potsdamer Bahnhof brannte, als er gerade das GcleiSdrcicck hinter dem Hafenplatz passiert halte, um nach dem Potsdamer Bahnhof einzubiegen, die Ankerversichernng durch. Der Zug blieb auf der Strecke stehen nnd verursachte eine Stockung des gesamten Verkehrs auf den Linien von. Zoologischen Garten wie' vom Stralaner Thor nach dein Potsdamer Bahnhof. Erst nach 15 Minuten war der Schaden ge hoben. Da es kurz vor Theatrrbcginn war. zählte die Hochbahn zahlreiche Theaterbesucher zu ihren Fahrgästen, die sich unwillig darin fügen mußten, verspätet zur Vorstellung zu kommen. Der Verkehr auf der Hochbahn ivar übrigens gestern so stark, daß an telle dcS fahrplanmäßigen Zehnniinuten- Verkehrs auf der Linie Zoologischer Garten— Potsdamer Bahnhof die Wagen alle dreiein halb Minute» verkehren mußten. Im Untersnchnngsgefängniö erhängt hat sich der 25 Jahre alte, aus Prenzlau gebürtige Sattler Ludwig L a e n g e r aus der Kanlstr. 39. Der Selbstmord hängt mit Ansschreitungen in der Silvesternacht zusammen, bei denen ei» Schutzmann, der in einer Gastivirtschaft in der Grünthalcrstraße wegen wüsten Lärnis Feier abend gebot, thätlich angegriffen wurde. Der Beamte mußte sich mit dem Säbel wehren stind verivnndele'.seinen Angreifer am Kopfe, o daß er einem Krankenhause zugeführt werden mußte. Ilm dafür Rache zn nehmen, rotteten sich, wie wir seiner Zeit mitteilten, in der Nacht zum Sonntag, den 12. Januar, gegen 60 bis 70 Burschen znsäniuien und versuchte», in die Ltänme des 0. Polizeireviers in der Grüuthalerstratze einzudringen, niu den Beamten hernnszuhole». AuS der Menge, die auf 200 Personen anivnchs, wurden schließlich 15 Personen festgenominen, acht von ihne», darunter Laenger, nach Moabit in das llntersiichungsgefäiigiiis gebracht. Im Anschluß an diese Borkoinmnisse fanden auch später noch Zusanimenrottuiigen tatt i besonders ivieder in der Nacht zum 8. Februar, i» der noch vier Personen verhaftet wurden. Die Festgeiloinnieiien iverden sich demnächst ivegen Landfriedensbruchs zu verantworte» haben. Aus Furcht vor Strafe ist der 13 Jahre alte Schüler Erich Nchriiig aus der Bendlcrstr. 12 verschwunden. Der Knabe besuchte die Quarta des Falk-Realgyiiinasiuins und eutwcndete am Montag, den 3. d. M. in der Anstalt drei Quintaner» aus den Ueberzieher» 6, 8 und 12 M., die ihnen die Eltern niitgegebe» hatten, um Klavicnniterrichl zu bezahlen. Nehring lenkte de» Verdacht, diese Diebstähle verübt zu haben, dadurch ans sich, daß er sehr viel üßigkeite» kaufte. Zur Rede gestellt, legte er ein Geständnis ab. Sofort von der Anstalt entlasien, wagte er nicht mehr nach Hanse zurückzugehen. Bald darauf fand man am Oberbaum seine Schulmappe i» der Spree treiben. Es ist jedoch nicht wahrscheinlich, daß der Knabe Selbstmord begangen habe; vielmehr wird vermutet, daß er sich in der Stadt umhertreibe und die Schulmappe mir in die Spree gelvorfc» habe, um den Anschein zu erwecken, als ob er ins Wasser gegangen sei. Der Vermißte, der dunkelblondes Haar hat imd kräftig euiwickelt ist, trägt eine blaiigeftrcifte Bluse, kurze schwarze Beinkleider und Strümpfe und einen schwarzen Hut. Lebensgefährliche Braudiviindcn trug in der Nacht zn gestern die Ehefrau Berguiailii bei eiueni Brande davon, der gegen 2Ve Uhr in der Ufedomstr. 17 durch Unvorsichtigkeit entstand. In deren Wohnung geriet eine Portiere dadurch in Brand, daß eine brennende Lampe nahe dieser aufgcstcllr ivorden ivar. Bei den» Bemühen, die Flrnnnie zu löschen, geriete» die Kleider der Frau in Vraud, wobei sie Braiidwundeu am ganze» Körper erlitt. Auch der Ehenranil, Direktor Bergmann, erlitt leichtere Brandwunde», die ihm von Saniantern der Feuerwehr verbuiiden wurden. Die schwer verletzte Frau wurde von der Wehr mit ihrem Wagen»ach dem Lazarus-Kranlciihaiise in der Bernauerstraße befördert und dort ver- buiide». Jbr Zustand war gesterii früh sehr bedenklich. Etivas später ivnrde die Feuerivchr infolge eines b ö s w i l I i g e» Alarms nach der Chorinerstraße gerufen. Der Thäter ist leider uuermittelt ent- kommen. Harmlose Leute sind die drei Männer, die iii der Linkstraße als„Mitglieder einer Falschmüiizerbaiide" festgeiionime» wurden. Es sind Arbeitslose, von denen einer seine letzten Habseligkeiten verkauft hatle, ei» Qestreicher und zwei Berliner. In einer Art Galgenhumor verliieipten sie eine» Teil vom Erlös des Verkaufsgeichäftes und teilten den Rest unter sich im Straßenbahnwagen. Etwas angeheitert, zeigte einer vo» ihuen beim Wechseln einer Mark in der Liukstraße auch sein Taschenspielertalent. Nach Anfkläriing des Sachverhalts wurden alle drei vo» der Krimiualpolizei wieder eutlaffen. Mit Falschmünzerei haben sie nichts zu thun. Stille Teilhaber, die flott verkauften, ohne etivas einzubringen, hatte ohne sein Wissen der Tuchgroßhändler Koste in der Prenzlauer- straße 36. Obwohl das Geschäft in der flaue» Zeit keineswegs be- sonders gut ging, sah Koste zu seiner Berwnndernng, daß seine Lager sich leerten wie in der besten Geschäftszeit. In kurzer Zeit verschwanden Tuchballen im Werte von 3000 M. Die Jnbentlir ließ keinen Zweifel darüber, daß sie gestohlen wareil. Man dachte mm darüber nach, wer Ivohl der Dieb sein könnte, und kam auf die früher in dem Geschäft angestellt gewesenen Haiisdiener Wilhelm Wolf nnd Hermami Debet. Beobachtungen bestätigten diesen Verdacht. Die beiden ehemaligen Hausdiener hatten den sonst sehr bissigen Hofhuiid. der sie kannte, vergiftet. Nnn komilen sie sich ungehindert bewegen und nachts am Hofe die Rollläden hochheben und stehlen, was ihnen am nächsten lag. So ivar es auch erklärlich, daß die beiden Männer irotz ihrer Arbeitslosigkeit immer guter Dinge waren. Die Kriminalpolizei ließ sie noch ein Weilchen ge- währen. um auch ihre Hehler zu fassen. Auch das gelaug. Ein Kriuiinalbcainler folgte ihnen unbemerkt. als sie mit einem Ballen Tuch Berlin verließen. Die Reise ging nack Nowalves zu einem Handelsmaiin Hans Borchers. Da man ver- mutcle, daß dieser ivieder eine» bejonderen Abnehmer habe, jo wurde auch er bei alle» seinen Bewegungen von einem Kriminalbeamten beobachtet. Es stellte sich aber heraus, daß er„direkt an Privat- kimdschaft" verkaufte. Als Weber aus RowaweS ging er anstandslos hausieren»ud hatte sein Haupt-Absatzgebiet im Gesulldbrnnnen- Viertel. Nach dieser Feftstcllimg griff die Kriminalpolizei zu und sperrte die ganze Gesellschaft ein. Ter letzte diesjährige Vortragsabend des BereüiS Berliner Presse findet am 10. April im Architektenhauje statt. An diesem Abend werden Frau Anna Ritter und F r a u K I a r a V i e b i g neue Dichtungen lesen Eintrittskarten sind vom Sonnabend, den 15, d. Mts., ab in den Buchhandlungen von Amelang, Potsdamerstr, 123; Lazarus, griedrich- strage 66; Speyer u. Peters, Unter den Liiiden 43; Woyte, Potsdamer- strahe 13, m>d im Berliner Presscklub, Charlottenstr. 37(Fahrstuhl) zu haben. Abonnements haben keine Gültigleit. Feuerbericht. Zweimal böswillig alarmiert ivnrde die Feuer- wehr in der Nacht zi»» Freitag und ztvar nach der Choriiiersiraße und nach der Spandanerbrllcke. I» beiden Fällen gelang es leider wieder nicht, der Thäter habhakt zu iverden. Freitag früh kurz nach Uhr, mußte in der Elsafferstr. 27 in einer Küche ein Brand ab- gelöscht werden, der den Fußboden nnd die Balkenlage ergriffeu hatte. Donnerstagabend gegen 7 Uhr ivar Elisabethlifer23 i» einer Wohnung durch eine umgefallene Petroleumlampe Feuer entstanden, dessen Ablöschung indes in kurzer Zeit erfolgen konnte. Kurz vorher gingen in der Liiiienstr, 102 in einer Schlafstube Betten und KleidnngS- stücke in Flammen auf, während in der Chansscestr. 28 Papier, Lumpen und anderes in einem Klosett Feuer gcfangei» hatte. Freitagmittag hatte die Wehr über eine Stmide zu thun, um einen Balkenlagerbrand in der Frnchtstr. 56 zu beseitige». Nach der Ecke der Waßmaim- und Landsbergerstraße wurde die Wehr außerdein nach gerufen, iveil dort durch ein gestürztes Droschkenpferd die Passage gehemmt ivnrde. Der Kutscher wurde dabei vom Bock ge- chlcudert und leicht verletzt. Die Feuerwehr beseitigte das Verkehrs- Hindernis._ SluS den Rnchbnrvrke». Wilmersdorf. Die am Montag bei der Wahl zum G e- Iv e r b e q c r i ch t erforderliche» A u S w e i s s ch e i» e zur Wahl- bercchtiglmg werden auf den znstäiidigen Polizeirevieren in den Polizeislimdeii gegen Legitimation auch An gehörigen ausgestellt. Bcrsäilme uieiuand die Beschaffimg derselben. Da auch Gegner bei der Wahl kandidiere», ist' es dringend erforderlich, daß die Parteigenossen am Platze sind. Der Kreistag für Rieder-Baruim tritt a», 24, März in Berlin znsamnien. Hailptgegenstand der Beralimg ist der Kreis- Ha»shalts-Eiat, Dieser balanciert auf Grund des Pcranscblages mit 1 055 820 M. in Eiiinahme und Ausgabe gegen 1020 000 M. im Vorjahre. Die Eiiinahme» setzen sich' wie folgt znsammcii: Kreis- vermögen 8877 M.. Gebühren 12 000 M., Dotationen 36 611 M.. Kreissteiier» 812 000 M.(gegen das Vorjahr 36 000 M. mehr). Feiner komme» i» Betracht Beitröge der Ortsarmen-Verbände 21 304 M.. Zu- schliffe zu de» Verivaltungsiiiilosten 30 200 M.. von den Chansieen 65 037 M. An Kreissteueni sollen 30 Proz. gegen 33 Proz. im Vorjahre in Ansatz gebracht werden. Die hauptsächlichsten Ausgaben sind: Ver- Wallung des Kreises 1 03 720 M.. Lasten des Kreises 126 238 M.. Leistungen an de» Staat imd für die Provinz 337 040 M.(gegen das Vorjahr 37 380 M. mehr), Lcistniigen fiir die örtliche» Verwaltungen 43 720 Mark, zn milden Zivecken' 10 650 91?., für das Sanitätswesen 31520 Mark(gegen das Vorjahr 10 300 M. mehr), für Chailssecn und Wege 363 052 M.(gegen das Vorjahr 27 400 M. iveniger). Vom städtischen Zlrbcitsnachwcis in Rixdorf wurde» im Monat Februar d. I. vo» 60 Arbeitgeber» insgesamt 03 Personen zur Bcschäftigmig gesucht, nämlich 13 Handwerker, 2 Fabrikarbeiter, 36 ungelernte Arbeiter, 15 Dienstmädchen, 13 Fabrikarbeiterin»«», 9 lmgelernte Aibeiterimien»nd 5 jugendliche Arbeiter unlet 16 Jahren. Beschäftig»»!» suchten 475 Personen,»nd zwar 67 Hand- iverker, 35 Fabrikarbeiter, 205 Uligelernte Arbeiter, 8 Dienst- Mädchen, 15 Fabrikarbeiterinnen. 11 ungeleriile Arbeite- riimcli und 44 jugendliche Arbeiter unter � 16 Jahren. Von diesen erhielten nur 84 Personell Beschäftigung»ach- gewiesen, nämlich 13 Handwerker, 2 Fabrikarbeiter, 35 inigelenitt Arbeiter, 8 Dieiistmädchen. 13 Fabrikarbeiterinnen, 9 ungelernte Arbeiterinnen und 4 jugendliche Arbeiter imter 16 Jahre». Telephonischc Gespräche fanden 112 statt. Nach siebenjährigem Streite hat die Gemeinde Adlershof einen Prozeß verloren, der durch den niittleriveile verstorbenen AmtSvorsteher v. Oppen verursacht ist lind ihr ziemlich teuer zn 'tehcn kommt. In seiner Eigenschaft als Polizeiverivalter hatte Oppen im Jahre 1894 von dcii� Besitzern einer Privatstraße m Adlershof, dem RatSmallrernieister Scegers m Berlin und dem Kauf- mann Ohms die Sunuue von 15 000 M. zivangSwcise eintreiben lasten »nd dieselbe gegen den Widerspruch der Genannten zur Pflasterung der Privatstraße verwendet. Hieraus entspann sich ein Prozeß, der nun vom Kannnergericht zu Gunsten der Kläger. Vcziv., da auch QhmS mittlerweile verstorben ist, der Erben entschieden ivorden ist. Den- selben ist ein EiitschädiglingSanspnich in Höhe von 14 100 M. liebst Zinsen vom 1. Oktober 1894 ab zugesprochen worden, da nach dem Sachverstäiidigeii-Urteil eines Berliner BanraiS seiner Zeit dw Auf- ivendimg von 900 M. zur ordmmgsniäßige» Herstellnng der Straße genügt hätte. Die aufgelanfeileii Zinsen betragen etwa 5000 M., und ebensoviel dürften die Gerichtskosten betragen, welche die Ge? mciiidc außerdem zu decke» hat. Teilung. Ans der Ncberbrettl- Sturm- und Trangperiode datiert eine Privatklage, zn deren Verhandlung gestern Termin vor dem hiesigen Schöffengericht anstand. Als Kläger trat der„lustige Ehe- mann", Sänger und Schauspieler Koppel gegen Herrn Ernst W o l z o g e n ans. Ersterer wurde durch Rechtsamvalt Dr. Hugo M a r c u f e, letzterer durch Jnftizrat Paul Jonas ver- trete». Herr Koppel gehörte zu denjenigen, die seiiier Zeit Herrn v. Wolzogcn uulreu iviirden, er ist zu diesem auch nicht wieder zurückgekehrt. In der damaligen Spaiuiling hatle v. W. dem Privatkläger einen Brief geschrieben, der nun Gegen- tand der Beleidigungsklage geivordcn ist, da er in derben uild sehr deutlichen Worten dem Privatkläger die Mißachtung v. W's. zu er- kennen giebt. Beim Ausruf der Sache war der Angeklagte v. Wolzogen nicht zur Stelle, ohne daß irgend eine Kundgebiing von ihm bei Gericht eingelaufen ivar. Wie sein Geschäftsführer mitteilte, der Angeklagte in Italien durch Erkrankung znrückgehaltei,. Privalkläger erklärte auf Befragen, daß er einen Antrag polizeilicbe Vorführung des Angeklagten zu einem nächsten Termin nicht siellen ivolle, sondern mit der einfachen Vertagung ein- verstanden sei, zumal auch die Zeugin Frl. d'Estrse nicht erschienen war. Der Gerichtshof beschloß die Verragung, da die Anregung des Vorsitzenden, die Sache durch Vergleich ans der Welt zu schaffen, von den Parteien nicht aufgegriffen wurde. Der nächste Termin soll vor der am 6. April beginnenden Tournee des Wolzozenschen UeberbrettlS durch Rußland stattfinden. Der auf VevpKmmIungen. Die Vertraueusmiinner deS Holzarbeiterverbandes waren am Donnerstag ungewöhnlich zahlreich im groszen Saale des GeWerk- schaftshauses versammelt, rpu die Situation zu besprechen, Ivelche durch das Aufzwinge» des Arbeitsnachweises der Innung und die Einführung der Entlassungsscheine geschaffen ist. Glocke, der den Situotionsbericht erstattete, sagte unter andrem: Es sei kein Zweifel, daß der Nachweis der Innung von den Arbeitern, vielleicht auch von einem Teil der Verbandsmitglieder, in Anspruch genommen werde. Von einer ausschlieszlichen Benutzung des Nach- weises durch die Arbeitgeber sei jedoch gar keine Rede. Der Arbeitsnachweis des Holzarbeiter-Verbandes werde sogar in viel stärkerem Maße als sonst von den Arbeitgebern in Anspruch gc- nonimen, namentlich wen» tüchtige Arbeitskräfte verlaugt werden, die der Nachlvcis der Innung zu vermitteln nicht in der Lage sei. Bis jetzt habe» sich nur Arbeitslose für die beschlossene Unter- stützung gemeldet, von denen 62 durch den Arbeitsnachiveis des Ver- dandes in Arbeit gebracht sind. Es müsse nun streng darauf ge- halten werden, daß die Kollegen den Nachweis der Innung meiden und die Entlassungsscheine zurückweisen. Die Vertrauensleute, in deren Werkstatt jemand durch den Jnnungsnachweis eingestellt wird, müßten dies dem Verbandsbnreau mitteilen, damit die weiteren Maßnahmen danach getroffen werden könne». Insbesondere solle aber dem Verbandsbureau Mitteilung gemacht werden von allen Fälle», wo eine Stelle zu besetze» ist, damit die Besetzung durch Vcrmittelung des� Verbandes erfolgen kann. M o n i n berichtete als Mitglied des Gcscllennusscknlsses über die Verhandlunge», welche dieser mit dem Jnnungsvorstand gehabt hat. In Verhandlungen über den Arbeits- Nachweis will der Jnnungsvorstand nicht eher eintrete», als bis die seitens der Arbeitnehmer an die Gelverbedeputation gerichtete Bc- schlvcrde betreffs der obligatorischen Einführung des Jnnungs- Nachweises zurückgezogen ist. Darauf geht aber der Gesellen- misschnß nicht ein. Er will eine principielle Entscheidung der Gewerbcdeputation erlangen. Der Jnnungsvorstand hat sich bereit erklärt, dem Gesellenausschntz eine beratende Stimme ili der Verivaltung einzuräumen. Auch damit sind die Arbeitnehmer nicht zufrieden, sie verlangen volle Parität.— In der Diskilssion traten sämtliche Redner für energische Bekämpfung der Maßnahnien der Ardeitgeber ein. Es wurde beschlossen, die festgesetzte Unter- stützung nicht nur den arbeitslosen Tischlern, sondern auch den Arbeitslosen der andren zum Verbände gehörende» Branchen, die durch den Nachiveis der Innung betroffen werden, zu gewähren. Die zur Zeit streikenden Kollegen sollen die statutenmäßige Streikunter- stützung erhalten. Die Gteinbildhatier hielten am 16. März im Gelverkichafts- Hause eine öffentliche gut besuchte Vcrsannnluug ab, welche sich mit den getroffenen Bestimmungen über ihre Arbeitszeit im Sonimer, sowie die hierdurch bedingte Lohnerhöhung beschäftigte. Laut dem zivischen der Steiumetz-Jnnung und den Gehilfen vereinbarten Ver- trag isl� die Arbeitszeit vom 1. März ab eine VVestirndige und ist demgemäß von diesem Tage an der volle Lohn zu zahlen. Durch die bekanntgegebene Statistik ergab sich, daß im Gegensatz zu andren in Betracht kommenden Geschäften die Finna P. Wimniel, königl. Hof- Steinmctzmeister, die getroffenen Vereinbariingen nicht innegehalten hat. Die Versannnlung verpflichtete die bei dieser Finna bcschäf- rigte» Bildhauer, sobald als möglich durch eine Kommission den Vertragsbestimmungen zum Recht zu verhelfen und das Resultat der Verhandlungen sofort der Steinbildhauer- Kommission mitzuteilen. Sollte der zur Zeit abwesende Vertreter der Finna in der von dem Polier derselben angegebenen Zeit nicht zurück sein, so hat die Kommission schriftlich mit demselben in Verbindung zu trete». Weiter erwartete die Versammlung von den Bildhauern der Firma W i ni m e l, daß sie, soweit dieselben seit 1. März 7>/s Stunden gearbeitet, die nicht ausbezahlte Zeit»achfordern. Der Nrbcitcrvertrrtcr-Verei» hielt am Donnerstag seine MonatSversamnilmig im Gewerkschaftshause ab. in der die Statuten für die geplante Verbandsorgnnisatiou zur Beratung standen. Zu dem von S i m a» o iv s k i ausgearbeiteten Entwurf,' der die straffe Eentrnlisation zur Grundlage hat, lagen Abändern» gsanträgc vor. welche die lose Centralisation bezweckten. Die Diskussion Ivar eine sehr lebhafte. Mit Ausnahme von SimanowSki, der darauf hinwies, daß für den Verband, die Krankenkassenvertreter niit eingerechnet, über 113 066 Personen in Betracht kämen, und der Meinung Ausdruck gab, daß neben der politischen und gewerkschaft- liche» Organisation eine solche geschaffen werde» müsse, die sich ausschließlich mit der socialpolitischen Gesetzgebung und deren Ein- richtungen zu befaffc» hat. sprachen sich die übrigen Redner für die lose Centralisation und teilweise mit bestimmten Voraussetzungen überhaupt gegen die VerbandSgründnng aus. Von diesen Rednern wurde unter andrem angeführt, daß man den Gewerkschaften, als den Trägern der ganzen Arbeiterversichernng, dieses Gebiet über- lassen müsse, und höchstens eine lose Centralisation in Anlehnung a» die Gewcrkschaftskartelle schaffen dürfe, um den einzelnen Arbeiter- Vertrcter-Vcrcinigungen die notwendige Bewegungsfreiheit zu delassen. Bei den Wahle» und sonstigen Gelegenheiten müßten sich die Arbeitervertreter-Vereine mit den örtlichen Kartelle» und mit de» Gewerkschaften, welche auch die Koste» zu tragen haben und aus denc» die Arbeitervertreter hervorgehen, verständigen, schon um eine Kollision zwischen de» verschiedenen Organisationen z» verhüten.— Nach einer längeren Generaldiskussion wurde die Beschlußfassung, auch die principielle: ob straffe oder lose Centralisation. vertagt und der Vorstand beauftragt, in nächster Zeit eine außerordentliche Versammlung einzuberufen, in der die Diskussion fortgesetzt wird. Nachdem sich der Verein über den Entwurf verständigt haben wird, soll derselbe, entsprechend den getroffenen Vereinbarungen. der Generalkommission übermittelt und von dieser dem nächsten GewerkschaftS-Kongreß zur endgültigen Beschlußfassung unterbreitet werden. Von der Neuwahl eines ersten Vorsitzenden konnte Abstand ge- »ommen werden, nachdem sich Simanoivski auf Wunsch der Ver- sainmlnng bereit erklärt hatte, diesen Posten weiter zu behalten.— Unter„Verschiedenem" wurde die Gcschäftshandhabung des neuen Vorsitzenden beim Schiedsgericht, Herrn Assessor Franke, kritisiert und behauptet, daß durch dessen Verhalten die Rechte der Arbeit- nehmer-Beisitzer und schließlich auch die der Verletzten beeinträchtigt würden. Eine spätere Versammlung soll auch hierzu noch weitere Stellung nehmen. Wciffcnsoe. Am 12. Februar fand in Weißensee eine außer- ordentliche Generalversammlung des Deutschen Holzarbeiterverbandes statt. Der Referent Schröder gab in langen Umrissen ein Bild von den Machinationen der Arbeitgeber resp. der Holzindustrielle». Er teilte mit, daß sich auch die Hirsch-Dunckerschen dem Beschluß der Berliner Zahlstelle angeschlossen haben. In der Diskussion wurden von einigen Kollegen die Entlassungsscheine mit den Fremdzetteln verglichen. Der größte Teil wies dieselben mit Entrüstung zurück und wurde dringend empfohlen, den Berliner Beschluß in seiner gesamten Fassung anzunehmen. Das geschah denn auch in einer Resolution. Zpreireligiöse Gemeinde. Sonntag, den 16. März, varmittags 83/, Uhr, in der Aula der 69. Gemeindeschule, Kleine Frankfurter- strave 6: Versauwilung.„Freireligiöse Vorlesung". Um 103/, Uhr vormittags ebendaselbst: Bortrag des Herrn E. Vogtherr-Stettin:„Der Geister-Aberglaube." Vor- und Nachspiel auf dem Pariser Mnstel-Hnrmoniuui. Gäste, Damen und Herren, sehr willkonunen. — Montag, den 17. März, abends 8>/z Uhr, im unteren Saale des Engli- scheu Gartens, A l e x a n d e r st r. 21 c: Beschließende Versammlung. Weiße Quittung legitimiert. Vereinsnachrichten. Die Döpfcrträger werden auf die Versammlung am Sonntag, den 16. März, aufmerksam gemacht. Die Tagesordnung ist im Anzeigenteil bekanntgegeben. ZUlgemeinc Kranken und Sterbekafse der Metallarbeiter(E. H 29, Hamburg). Filiale Berlin 2. Sonntag, den 16. März, vormittags IG/, Uhr, im Märkischen Hos, Admiralstratze 13a: Statutenberatung.— Filiale Berlin 3. Sonnabend, den lö. März, abends 3 Uhr, beiBergener, Reichenbergerstraße 157, Mitgliederversammlung.— Filiale Berlin 4. Sonnabend, den 15. März, abends 9 Uhr, bei Merkowski, Andreasstr. 26, Mitgliederversammlung._ Brieskasten der Redaktion. Tie juristische Spicchsinudc finde» täglich mit Ansuahme des So»»nbc»ds von?>/, bis'.»'/, Uhr abends statt. Maikäfer. 3 bis 5 Jahre. E. B. 10. Nein. K. 100. 1 Wenn nicht etwa seit dem 1. Januar 1899 ein An- erkeuntnis Ihrerseits ersolgt ist, so liegt Verjährung vor. 2. Der Ehemann hastet nicht sür voreheliche Schulden seiner Frau. Das Eigentum der Frau ist Hasidar.— Kopli» Steuer. Leider ja.— R. W. 109. Beide Fragen sind zu bejahen— L. R. Leider sind die ersolgten Abzüge be- rechtigt, wenn die Kündigung durch das Verhalten Ihrer Nichte veranlaßt war. War dieS nicht der Fäll, so kann Ihre Nichte beim Amtsgericht ans Zahlung des Lohnes und Rückgabe der Geschenke klagen.— T. H. Eine Klage wäre nicht völlig aussichtslos Es ist aber zweckmäßig, diese Klage nicht ohne Erteilung des ArmenrechtS anzustellen.— IS G. S. Für den Fall der Invalidität ja.— Ludwig R., Bernau. Etwa 20 bis 33>/z Proz. erachtet das Reichs-Versicherungsamt in solchem Fall sür angeuiesseii. Maß- gebende Tabellen sür bestimmte Arten von Uufälleii(Verlust eines Fingers, einer Hand, eines Auges u. dgl) gicbt es nicht. Es ist in jedem Einzelfall unter Berücksichtlgllng aller individiiclicn Verhältnisse zu urteilen. — Edt». L. Wcuu Sie aus der Landeskirche austreten wollen, so teilen Sie Ihre Absicht dem Aintsgericht des VeziriS mit, i» dem Sie wohnen, begeben sich sodann innerhalb 4-6 Wochen nack Eingang Ihrer Mitieilnug ans das Aintsgericht und erklären dort Ihren Anstritt. Formulare können Sie durch Hosimann, Blumenslr. 20, erhalten.— 2.. Pösineck. Wenn die Klebekarte nicht innerhalb zwei Jahren uuigetauscht wird, so ist sie ungültig. Darauf haben wir häung hiugewieseu. Ein Ersatzanspruch gegenüber dem Arbeitgeber entsteht in solchem Falle nicht.— Gotheustr. 10. Verjährung liegt vor. Ein Antrag ist nicht erforderlich.— L. D. 100. Soweit er- sichtlich, könnte Ihr Bruder noch zum Militär heraugezogeu werden.— R. S. 75. Sie sind zur Zablung verpflichtet, der Verkäufer kann nicht gezwnngeu werden, auf Ihren Wunsch eiilzugehcn.— F. 10. Waren Sic bei Unterschrist des Reverses volljährig, so sind Sie au seinen Inhalt gebunden und würden mit Aussicht auf Erfolg angeklagt werden können. — M. Z. Durch die Gewerbe-Ordnung vom 21. Juni 1869.— Ebouisch. Ja, oilf Ihren Antrag wird Ihnen aber ein Teil gewährt.— St. Louis. Sie brauchen keinerlei Papiere, ihnn aber gilt, sich von der Polizeibehörde einen Hciniaisscheili und Paß ausstellen zu lassen.— H. C. 100. Leider kann sich ihr Bruder nur an die Gemenide des Ortes, wo der Unfall statt- fand lnid an die landwirtschaftliche Berussgenosietzschast wenden. Die Arbeil- gebcr wurden in dem von Ihnen dargelegten Fall nicht haste».— 0. 1. 3. Ihre Rechte richten sich nach dem uns unbekannten Inhalt des Statuts und der Pulice der Privat- Versicherungsgesellschaft. — BS.<£. 98. Sie bleiben Ersatzrescrve.— 3 Streitende 100. Die Vorschriften für Etigros-Eeschästc sind dieselben wie die sür andre Geschäfte: Ladenschluß 9 Uhr, Sonntags die örtlich polizeilich festgesetzte Verkaufszeit, Vorschriften über die Beschäftigung von Lehrlingen oder Gehilfen über die Verkaufszeit hinaus bestehen nur soweit, als eine Minimal-Rnhczcit von 10 Sinnden vorgeschrieben ist. Die gesetzlichen Vorschriften finden Sie S. 105 bis 103 des in de» öffentlichen Lesehallen ausliegenden Ersten Nachtrags zum Arbeitcrrecht.— BS. G. 78. Erbe» sind das Kind und der Vater.— F. N. 60. Zur Zahlung der Arzikosten sind Sie verpflichtet. — E. L. 100. 1. Darüber besteht Streit. Die Mehrzahl beiaht Ihre Frage. 2. Die Adressen der Konsuuivereiue finden Sie im zweiten Teil des Adreßkalenders. 3. Nein. 4. Ja, den ganzen Tag hindurch. 5. Nein. 6. Wende» Sie sich an Ihre Spedition.— Sch., Krnmmestr. 09. 1. Der Antrag ist an de» Regiermigspräsidenteil in Potsdam zu richten. Ein Formülar sür solchen Antrag a»f Aufnahme in den preußischen SiaatS- verband erhallen Sie in der Bnchhaiidlnng Vorwärts oder durch de» Vorsitzenden Ihres Wahlvereins. Auch nach der Aufnahme in den preußischen Siaaisverband bleiben Sie Württemberger 2. Dafür besteht keine Frist. 3. Sie könnten lediglich eine Eiviltlage ans Zahlung der Miete beim Amts- gericht anstrenget:.- G. K. 17. I. Die Eltern sind pflichiteilbercchtigt. 2. Beispiele für ei» eigenhändig ge- und unterschriebenes Testament finden Sie S. 238, 239 des dem Arbeiierrecht beigefügten Führers. Das Buch liegt in den öffentlichen LcschaNen ans. Eine Niederlegniig des Testaments ist nicht ersorderlich. Die Kosten richten sich nach der Höhe des Objekts. — H. I. Q. 100. Wiederholen sne Ihre Anfragen.— R. 17. Wie seiner Zeit mitgeteili, sind Molkenbuhr und Stadthagcu als ständige Mit- glieder in die Tariskommissto» delegiert. Die beiden andren Mitglieder wechseln ie nach dem Inhalt der Vorlage, so daß sür jede Position besonders tnsormierle Fraktionsmilglieder an den Arbeiten der Fraktion teilnehmen. — Konzessio». 1. Die Diebstahlsstrose kann zur Verweigerung führen. Es ist das aber uilwahrscheinlich. 2. Nein.— Zl. W. Mord(vorsätzliche Tötung mit Ueberlcgnngi wird mit dem Tode, Totschlag(vorsätzliche Tötung ohne Ueberlcgmig) mit Zuchthaus nicht unter 5 Jahren bedroht. War der Totschläger ohne eigne Schuld durch eine ihm oder einem Angehörigen zu- gesügte Mißhandlung oder schwere Beleidigung von dem Getöteten zum Zorn gereizt und hierdurch aui der Stelle zur That hingerissen oder sind andre mildernde Umstände vorhanden, so ist a»f Gefängnis zwischen 6 Monaten und 5 Jahren zu erkennen.— F. R. Schmargendorf. Nein. — H. Sparman». Die Ehefrau hat das Recht, ihre Aussage zu ver- weigern und wird ans dieses Recht aufmerksam gemacht. Aus der Verweigerung des Zeugnisies kann aber das Gericht ungünstige Schlnffe ziehen. Zeugen, auch Ehefrauen, können vor dem Gewerbegerichi eidlich vernommen werden. Benifimgen gegen Urteile des Gewerbegerichts sind nur donn zu- lästig, wenn das Objekt 100 M. übersteigt. Die Berufung ist durch einen Rechisanwali beim Landgericht einzulegen.— R. SP. Düsseldorf. 1. und 2. Nein. Ei» Recht auf Krankengeld steht dem Erwersnnfähigen, in einer Heilanstalt Ausgenoinmenen nicht zu. Das Recht auf Krankengeld eines Ertverbsuufähigen geht ans die Hciiailstali über. Jedoch ist durch Uebereinkomuteu vielfach festgesetzt, daß die Heilanstalt dennoch einen Teil des Kraiikengeldes an den Kranke», von ihr Anfgeiiommenen, zahlt. Sie kömiie» sich also nur an die Heilanstalt wenden.— E. B. 31. Nein. — Frau I. i. Solches Stück hat nur einen Wert von 20 Mark. 2. Ans der Handschrift kann man indes auf den Charakter schließen. Die Angebote, das zu ihn», beruhen aus Einbildung.— H., Tegel. Mindestens Zwei- drittel der Mitglieder der Gemeiiideveriretung müssen Angesessene sein. Die hiernach zulässige Zahl der nichtangesesicnen Gcmeiiideverordneien wird aus die 3 Klassen gleichmäßig verteilt. Es ist also lediglich die Mindestzahl Angesessener festgelegt, leineSwegs m u ß ein Teil der Gemeindcverordiieicn n i ch t angesessen sein. Wie viel Angesesseue gewählt werden müssen, läßt sich nur bei der Festsetzung der Wahl ermessen. Ein Angesessener, der wäh- rend der Dauer seiner Gemeindeverordncienschaft Nichiangesessener wird, bleibt im Amie.- H. 40. 81. 1. 01. 1. und 2. Ja. 3. und 4. Nein. 5. Ja. 6. bis 8. Nein. 9. Ja. 10.»nd 11. Nein.- Th. Kl. 106. Nein. — Paul Danzigerstrasie. Wenn in Ihrem Vertrage nicht ciwa andere Abreden stehen, so habe» Sie erst zum Oktober zu räumen. Verlangen Sie vom Verpächter, daß er dies anerkennt, und verklagen Sic ihn eventuell beim Amisgericht.— Rothenburg. 1»nd 2. Nein. P. H. 10. Die Leistungen der Kasse richten sich nach dem Statut. Im Gesetz sind nur die Mindestleistungen vorgeschrieben. Jedes Mitglied Hai ein Slatut. Eventuell fragen Sie auf der Gewerbedepniaüo», Stralauerstr. 3—6, au. — Brandenburg 800. Die Berwaltung bleibt bis zur Volliährigleit oder bis zur BoNjAhrigkciis-Erklärimg dem Vater, beziehentlich dem Vor- inund. Die Nutznießung geht auf den Ehemann über. Es empfiehlt sich jedoch, durch Vertrag die Dcrtvaltnng ii»d Nutznießung des Ehemanns auszuschließen. — H. I. 100. Sie können entweder eine besondere Eivilklage ansiellen oder der öffentlichen Anklage als Nebenkläger sich anschließen und in diesem Strafverfahren Bube beantragen. Das letztere Verfahre» ist einfacher. Ein Beispiel sür den Anschluß an eine Strafklage und sür den Antrag ans Zu- crkeinntng einer Buße findeil Sie S. 405, Nr. 30 des„Arbeiterrechis".— B. B.(31. K.) Die Psandbriesc sind ein sicheres Papier. Wollen Sie sie aber dennoch verkansen, so verkauft sie Ihnen jeder Bankier zum Tages- liirs.— F. B. 150. Die Gesellschaft kann klagen, kann aber weder an die Nnfallrente noch an die nnpsändbaren Mobilien heran: wo nichts ist, da hat der Kläger zwar nicht sei» Recht, aber die Möglichleit verloren, es zur Geltung zu bringen.— 3l. N. Ihre Rente unterliegt wie jedes Ein- komme» der Besteller»««.— M. W., Nieder Schönhause». Zweifellos. — Schnitze. Die Vorschrift über Anbringiliig des Namens am Geschäfts- lokal geht dahin: G e>v c r b c t r e i b e» d e. die eine» offnen Laden haben oder Gast- oder Schanlioivtschast betreiben, sind verpflichtet, ihren Familien- naiuen mit»lindestens cinci» ausgeschriebenen Vornamen a» der Außenseite deö Ladens oder der Wirischasi in deutlich lesbarer Schrift anzubringen. K a n i l e n t c, die eine Handeissirma führen, haben zugleich die Firma in dieser Weise an dem Laden oder der Wirtschaft anznbringen. Ist aus der Firma der Familienname und ein anSgeschriedener Vvrname des Geschäftsinhabers zu ersehen, so genügt die Einbringung der Firma. Offene Handclsgesellschasten, Kommonditgcsellscha steil und Kommandit- gesell'chasten auf Aktien müssen die Namen der persönlich haftenden Gcsellschaster an der Außenscite ihres Ladens anbringen. Sind mehr als zwei Beteiligte vorhanden, so genügt die Angabe von zwei Namen mit einem das Vorbandensein weiterer Beteiligter andeutende» Zusatz. Die Polizeibehörde kniiu jedoch im Einzelfall die Angabe der Name» aller Beteiligten verlangen. Ob das Geschäsi ein Engros- oder ein Endetail- geschäft ist, ist gleichgültig. Es kommt nur darauf an, ob ein offener Laden vorhanden ist oder Gast- oder Schankwirtschasi betrieben wird. Welter- Prognose für Sonnabend, de» 16. März 1908. Eitvas gelinder, zeiNveise wolkig bei ziemlich frischen südlichen Winden, keine erheblichen Niederschläge. Berliner Wetierbureau. Für de» Inhalt der Jnscratc übernimmt die Redaktion den, Publik»»! gegenüber keinerlei _ Beraiilworliiuq. im in iiiiui wui ii Cljcsttcu. Sonnabend, den 15. März. Opernhaus. Der Ring des Nibe- liingen. Götierdäinnierung. Au- sang d'/j llhr. SchaitspielhiniS. Das große Licht. An'ang?>/„ Ubr. Neues Otzrrii- Theater(Kroll). Geichlosse». Schiller. Der Probekandidai. Ansang 8 Ii Hr. Deutsches. Es lebe das Leben. Anfang 7>/z iibr. Berliner. Alt-Heidelberg. Anfang 7i/., Uhr. L'ssiug. Nora. Anfang?>/, Uhr. Weste». Zar und Zimmerniann. Ankäiig 71/, Uhr. Residenz. Eni galanter Richter. Vorher: Verbotene Frucht. An- sang 7l/j Uhr. Neues. Chauiperays Leiden. An- sang 7i/„ llhr. SeecssioiiSbühnc. Detlev Lilien- crons Buntes Brettl. Ansang 8 Uhr. E. v. Woizogens Bnnics Theater (Ueberbrettl). Anfang 8 Uhr. Schall und Rauch. Serenisninns- Zwischensviele. Ans. 8>/z Uhr. Driauo». Coralie u. Co. Anfang 8 Uhr. Central. DaS fliße Mädel. Anfang 71/- Uhr. Thalia. Seine Kleine. Anfang 71/, Ubr. Luise». Der Pfarrer von Kirchfeld. ' Ansang 7>/, ltbr. Carl Weist. Das Jungfemstift. Anfang 8 Uhr. Nachm. 4 Uhr: Kindervorstellung: Klein-Däumltng. Friedrich Wilhelinstädtisches. Der Beticlstudent. Ans. ll/2 Uhr. Belle-SIlliance. Die Dame aus Tronville. Hierauf: Er. Anfang 71/, Uhr. Orpheus. Specialitäten-Vorstellung. Ansang 8 Uhr. Eharivari. Täglich Vorstellung. Anfang 8 llhr. Metropol. stie feine Nummer. Svecialitäien- Vorstellung. An- sang 8 llhr 3lpo»o. Do» Juan in der Hölle. Specialitäle»- Vorslelluiig. An- fang 8 Uhr. Easino- Theater. Ihre Familie. Specialttälen- Vorstellung. An- fang 8 Uhr. Reichol, allen. SIettiner Sänger. Anfang 8 Uhr. Passage- Theater. Specialitäteu- VorsleNung. Anfang nachniittags 5 Uhr. Passage- Panoptikum. Specialis tüten-Vorstellung. Palast. Spceialiläten-Vorstelliing. Die Veilchenfee. Ansang 8 Uhr. »rani». Taiibenstr. 18/10.(Im Thealersaal.) Abends 8 Uhr: Frühlingstage an der Riviera. Jnvalidenstraste 67/08. Täglich. Sternwarie. x-ifl Weiss-Theater. Grosse Frautfurterflr. 138. Nachmittags 4 Uhr: Klein Diininliii"-. Kl. Preise. Abends 8 Uhr: Letztes Gastspiel von dllnna Hichetti. Gr. Festvorstellung. Zum 80. Mole: Das Jtttigfernstift. Operette in 4 Alte» von Ernest Guinoi. Musik von Jean Gilbert. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Othello, der Mohr von Venedig. Abends 7V- Ubr: Das Kathche» von Heil- bron». Schilltl'TIitlllel' (Wallner-Theatcr). Sonnabendabend 8 Uhr: vei> Probeltaiulidnl. Schauspiel in 4 Aufz. v. Max Dreyer. S 0 n n t a g n a ch m i t t a g 3 II h r: Hie Braut von BcsMiiia. Sonntagabend 8 Uhr: Heimat. M ontagabend 8 11 h r: Familie Fonreliambault. Abends 71/, Uhr: DAS sützo MlÄvel. Operette in 3 Alten von H. Reinhardt. Mvrgen und folgende Tage: Das fttste Mädel. Sonntag, den 16. März, nachmittags 3 Uhr, halbe Preise: Bie tieiuba."TJchi Operette in 3 Akten von Siduei, Jones Abends: Das süste Nkädel. Urania. Tauben-Strasse 48/49. Im Theater um 8 Uhr; Früliliiigslage an der Riviera liivalitlenatr. 67 08 Tägl. Sternwarte. Apollo-Theater. Kolossaler Erfolg der nenen Specialitäteu! The 3 Bilou» Martin Kettner Mllly Capell 3 Avolo« Willi 8am Elton Waiden The I, e a in y- T r o u 1» e Der Kosmograph. Vorher: Kasseneröffnung 7 Uhr. Anfang 8 Uhr. Castans Panopticum Frledricli-Strasse 165. Voranzeige!!-"> � Xim'tjhi n»b-W« ihrem KilldG eine bisher in der Welt nicht j dagewesene Sehenswürdigkeit[ Mutter 80 cmTocht. 50cm gross 32 Jahre alt.i 9.lahre alt. E. von Woizogens UnntCH Theater(Ueberbrettl) KOiinlckeratr. G8. Heute abend 8 Uhru. a.:„Bataillons- topf" fOffiziers-Humoreske).— „Nora-Parodie", Satirisches Schat- tenbänkel.— Bo/.cna BratlHky u. Oskar KtraiDs»,.Unreell 8alxcr etc. W. Noacks Theater. Brnnnenstraße IN. Wegen Privatfestlichkeit keine Borftellnng. Sonntag: SchUtzenlleis'l. Thalia- Theater. Dresdeners, raste 78/73. Abends 71/3 Uhr: Seine Kleine. Große Aitsstatiungsvoffe mit Gesang und Ta»z i» 3 Akten. Paula Worin a. G., Guido Thielscher, Gerda Walde. Helmerding. Paulmttller, Boje, WannovinS.„Uab'n Sie nicht den kleinen Cohn gesehen?" Sonntag, 16. März, nachm. 3 Uhr, kleine Preise: Trilbtz. Schauspiel in 5 Akten. Passage-Thealer Anfang Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5, Ende 11 Uhr. Der kleine Cohn ist da! Burleske in einem Akt. Der Bajazzo und sein Kind. IC eratklauHige 8pecialitätcn Belle-Alliance- Thealer. Die Dime ans Tronville. Schirank m. Gesang u. Tanz in 3 Akte». Emil Sondermann a.G. Fcrd. Worms. Mizzi Birkner. Rosa Mario». 47S.. Lebensbild in Hier ans, j Ade(e Hartwig n. Leopold Thurner a.G. Auf. 7r/, Uhr. Morgen: Dieselbe Borst. Zelmll und Rauch (Kleines Theater) Unter den Linden 44. Heute, den 15. März, ahds. S'/.Uhr: Gastspiel von Eman. Reicher. Die kleine Fite.— Geschichten vom toten Rabbi.— 8ercnlMNimat>- Zwisclienupiclc.— Bauern- kumedi.— Absohiedssouper. Trianon-Theater. Georgenstrasse, 2 Minuten vom Bahnhof Friedrichstr. Zum III. Male: Coralie dt Co. Anfang 8 Uhr. Parkett 2 M. Re ichshalle n. Tilgllcli: � Stetliner Siiiigcr. Ansang Wochenl. 8 Uhr. Sonnabend, 15. März, abends 7»/., Uhr: Gr. Vorstellung. Rloiullke. Oritz.- Pantomime des Cirlns Busch und die ncuengagierien Specialiiäien. Wer ein Clgarrea-ti cschliCt eröffnen will, wende«leb zuvor an Adolf Adler, Belforterotraase 85. Verkauf nur an Clgarren-ltiindler und Orosaloten.[2581 L* freie UoiKMne. ~®(5~ Keste Ssnnllbe«!», 13. Marz, abeilds Uhr— Krauerei Friedvichshain K Mer- und Dalladen-Abeud � �Lar.tfett Nach d-m Konzert: F-ePt-Dsll. f Festmarke» a SO Pf. in allen Zahlstellen. Reservleren von Stühlen untersagt. Der Vorstand. I. Sl.: G Winkler. Palast-Theater (früher Feen-Palast) Bnrgstr. LS. Direktion N. Winkler u. W. FrBbel DaS brillante neue H a r«- Programm! Kolossal-Nummern. Um 8»/4 Uhr: Grober Erfolg: Die Beilchenfee. Berliner BolkSstiick mit Gesang. Ansang 8 Uhr. Entree 50 Pf. Billet-Vorv erkauf v. 11—1 Uhr. Kottbneeititr. 4 a. Jeden Sonntag, Montag �und Donnerstag: Korddeutsche Sailger Nach jeder Soiree: Tanakrlin k chcn. Sonntag, den 16. März: Oer Kesselflicker. Charakterbild mit Gesang in t Akt. Palmsonntag:„Der Goldbauer" mit dem Berliner Schausptel-Vereln. DeoUe Kwizerttiallen An der Spandauer Brücke 3. Oröast.Vergnügungalokal Berlin«! [niernationale Konzerte u.j Hpecialitäten-Vorstellan�l Tägl. Anstich des„Urbock" Bockbier-Jubel U.Trubel Ausschank: Berliner Bock-Brauerei. Bürgerl. Diner, 5 Gänge. Tägl. üatlnee von 12—2 Uhr. Casino-Theater. Lothringerstr. 37. um 9 Uhr: Ahre Familie von Engels und Stinde. Mit beOsutvnden Oitisten. Gorher das großartige Specialitäten- Programm. Anfang Wochent. 3 Uhr.Sonnt.?'/« Uhr. Sonntagnachm. 4 Uhr:„Lieder deö Mnsitanten"._ Deutsch. ßSetaliarbeiterverband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel-Ufer 13, Zimmer 1—3. Fernsprecher: Amt VII, 5133. Sonntag, den 16. März 1902, vormittags 10 Uhr: KMerordenUtche General- Versammlung bei Buggenkagen, am Moritzplatz. TageS-Ordnun g: 1. SteNungnahme zur Maifeier. 2. Wahl etneS Bibliothekars. Zu dieser Versammlung werden keine Laufzettel verschickt. Ohne Mitgliedsbuch kein Zutritt. Zahlreichen Besuch erwartet___ IMe OrtgTcrwaltnng. 112/15 Mfitropol-Tlifiater Thomas, Bender, Joseph!. Mit vollständig neuer prachtvoller Ausstattung: 'Bfi Burleske Ausstattungsposse mit Gesang und Tanz in 1 Vorspiel und 4 Bildern von Julius Freund. Im 4. Bilde: Francliens Gelmrtstagstiscli Anfang 8 Uhr. Bauchen übe rall gestattet. bc! DerCIrkus bleibt nur noch kurze Zelt! CirkssAtfe Sekmani Heute, den 1b.März,abdS.prac.7>/zUhr: XXIV. Grande Solree High-Lite. Gala- Programm und neue Debilts. Außerdem: Die großartigen März- Specialitäten. ll. a.: Neu! Zum 6. Mal: Die phänomenale lytlcle-Trkppenfahrt Amerikaners Mr. ehester aus einer Höhe von 36 Meter. Sensationelle Novität! ? She?"HSF Das lebende Rätsel. Neu! Darstellung der 4 Elemente mit seenhastcn Licht-Effekten L'ecQyere lumiueuse/r Frl. Bora Schumann. Zum Schluß: Der Ritt durch Feuer und Flammen Puch. Rall Das neueste hoch- 1 U»ll»tili, interessante am erb kantsche SporlSspicl, anSgeführl von 12 Ameriknnerinnen und l0 Herren. Zum Schluß: Die große phantastisch- romantische AnsstatMiigs-Pantomime i»- Mephisto-wb Ca. bVQ Mitwirkende. Reue Einlagen. Cirkus Renz-Konzert-Tunnel Karl.trnttse. Wochentags 7 Nhr. Nur erstklasstge Direktion: Sonntags 5 Uhr. kpSClulldädSN. 4. M. Iltitt. leden Sonnabend nach der Vorstellung: Vanz ohne Nachzahlung "" Scllinöckwitz caslhaus zur Palrae w w Ii in w Witwe itb(ElldstMlon der||$tern"-Dampfer) Inhaber: Dermann Peter.®r««Ä; Empfehle mein allbekanntes, herrlich an Wald und Wasser belegenes Lokal den geehrten Gereinen und Gesellschaften zu Ausflügen. Ausspannung und Dampferstege, Kegelbahnen, große Kafseewche. Gute Küche und bestgepflegte Biere zu soliden Preisen. s3S77L» Restaurant„Neuer Krag". ee, Bahnstation che», für gröstere Bereine und Gesellschaften bis 3o21L* Fritz Pomnlng, Gastwirt. an der Obersprer zwischen'Miiggel- und Ditmeristsl Reu Rahnsdorf, in 10 Minuten zu erreirl empfiehlt sein Lokal ZOGG Personen. Schloßpark Wilhelinineiihof, Stadtbahn Station Rieder-Schönewetde. Jeden Sonntag: 4!>i:«»»i«v»»««kfvwt, I4.<»nzvi-t anck Hall. Ausschank Original- Urbock. NB. Vereinen zu Sommersesten bestens empfohlen. — Telephon: Amt Nieder-Schöneweide Nr. 23. 345 OL« Ssidon- Hut" Fabrik von 36182* Carl ReiiK, 3. Oranien- Strasse 3. Grosnew Selilrmlajcer. Heelle Bedlennng. zu reparieren und reinige» kostet bei mir unter Garantie des Gutgeheits nur 1 Mit» 30 außer Bruch, kleine Reparaturen billiger. Großes Lager in Uhren, Goidwaren. Kette» zu erstaunlich billigen Preisen. Dutaten-Tranring, LOG gest..!>/, Dukaten 15,50, 2 Dukaten 20,60. Für sämtliche Waren schriftliche Garantie. Echt Rathenower Brillen Pincenez, Operngläser. 3358L* T. Slolz, Ghausseestr. 78, p. stoi«,«adstr. 57. Httttühntt üöii 1,50 Kiiabtilhüte„ 0,75 an ff U/IU ff Grösttes Lager in Strohhüten von den einfachsten bis zu den feinsten Genres? ScbU-m« zu außergewöhnlich billigen Preisen. Mühen. Kraioatten. �g34L* Dresdenerstr. 2, Ecke Skalttzerstrahe. Otto Cerholdt, ÄMmig! Kleiber. Mmih! Sonntag, den Ik. März, mittags 1 Uhr. bei lannaschk, Jnselftr. IG: Große öffentliche Versammlung ktllrv Vlebvv Nrrlin-s u. MmZegend Tages-Ordnung: 1. Der Erfolg des Streiks und unsere fernere Taktik. 2. DiSkusston. Der wichtigen Tagesordnung halber ist es Pflicht etneS jeden KleberS, in dieser Versaminlung zu erscheinen. Vis 1.oiinko»iiiiiMBlon der Kleber Berlins and Umg. Vis Siektioiieilcitiing: der Kleber den Verbandes. 177/14_ I. A.: Jack Uessem, Skalitzerstr. 116._ Deutsch. Metallarbeiter-Verband Verwaltungsstelle Berlin. Bureau: Engel.ttfer 15, Zimmer 1-5. Fernsprecher: Amt VII, 353. Sonnabeud, den 15. März, abends 8'/« Uhr: Konferenz der Verlraoensleute d. Nordens bei Dicke, Ackerstraste 123. UM- Die BezirkSvcrsammlung für Charlottenburg fällt auS wegen der Generalversammlung. Ebenso die Versammlung der Fräser, Hobler und Bohrer. 112/16 Die Ortsverwaltung. Verband der Fabrik-, Land-, Hilfsarbeiter und Arbeiterinnen Deutschlands. Zahlstelle Berlin. Sonntag, den 16. Marz, nachmittags 6 Nhr. im Lokale des Herr» Baabe, Kolbergerftraste 23: Große öffctttliche Versammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Herrn 1!. Belli», nun über: Neutrale oder parteiische Gewerischaften 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.— Nach der Versammlung: DW- Geselliges Beisantniensein mit Tanz."Wlg 64/6 Zahlreichen Beiuch erwartet_ Tie Ortsverwaltung. | UUIIU 9 und Arbeiterinnen Deutschlands.(Zahlstelle Rudorf.) Montag, den 17. März 1902, abends 8 Uhr, im Lokal des Herrn Bereler, RixdorC, Steinnietzstr. IIS: Gr. öffentliche Bersammlnng alltr in der Giilum-, Aaoltilm-, Tveise-M- mib Tpnt-Fabrik. besdjäst. Arbtitttii.Arbtiteriillltn Rixborss. Tages-Ordnung: 1.„Was lebrt uns die gegenwärtige wirschaitliche Krise?" Referent: Genosse Oblt-Schöneberg. 2. Diskussion. 3. Verschiedene». Pflicht der Arbeiter und Arbelterinnen Ist es, In dieser Versannnlnn j- zu erscheinen. 64/5_ Der Ciub c«ifer. I. A.: E. Bennewitz. Verband der Möbelpolierer. Berxen, Sonntag, vormittags 10 Uhr, bei Keller, Koppenstr. 29: mwlick kMsi-VmmmlU. Tages-Ordnung: 1. Welche Folgen haben wir durch den Arbeitsnachweis der Jnnungen zu gewärtigen und wie können wir denselben bekämpfen? 2. Wie feteric wir den I Mai? 3. Verschiedenes. 145/12 Pkllcht eines Jeden Kollegen let ei, daselbst zu ertcbelnea. Bant.»«, den 17. März, abends 8 Uhr, BGIke-Strasse 20; Oeffentliche Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Genossen Karow über„Berufskrankheiten". 2. Diskussion. 3. Verschiedenes.— Die Rtitglirder nebst Frauen von IVelssensee werde» ge bete II. zu er sch einen._ Der Vorsts nd. Verband der Hascbinisten und Heizer, sowie Berofsgenoseen Deutschlands (Verwaltungsstelle Berlin und Pingregend). Am Sonlitag, den I«. März, nachmittags 3 Uhr, in Cohns Festfälen, Beuthstr. ÄO: pW- p e r)° a m m i u n a'ffig Tages-Ordnung: Bortrag des Herrn Jng. Rlatthes über: Die neuesten Erscheinungen auf dem Gebiet der Elektrotechnik in Bezug auf /Straßenbahnen, Hoch- und Schnellbahnen. 138/6 _____ Die OrtsTerwattnng. Kufe he8 BESTE NAHRUNG FÜR gesunde& darmkranke Kinder Kindervuehl Die Bestände deS Uhreulagers des vrrsiorbeur» I1054V llhi'machci'8 Vöhii,S,Ialibeli8ti'.4Z., sollen in kürzester Zeit geräumt sei». Vorteilhaftester Einkauf von besseren Uhren, astronomischen Pendeluhren, Regulatoren, goldenen oder silbernen Taschenuhren K. Ganz besonders günstige Gelegenheit ftlr Binsesnungs-Geschenke. Silb. Knabenuhren von 10 M., gold. Damenuhren von 15 M. an. Hiermit alle» Verwandten, Freun- den und Kollegen zur Nachricht, daß niein lieber Mann und Vater, der Putzer Fritz Kugel verschieden ist. Die trauernden Hinterbliebenen. Die Beerdigung findet Sonntag- nachmittag 4 Uhr von der Leichen- halle des Dankes-Kirchhoss aus statt. �piringe hiermit die traurig« Nachricht, � daß meine liebe Frau, unsre gute Mutter und Tochter l-onlse Böhm geb. Kraus e am Donnerstag, den 13. März verstorben ist. 1172b Die Beerdigung findet Sonntag- nachmittag 3 Uhr, von Woltersdorfer Schleuse, Werderstr. 34 aus statt. Tie trauernden Hinterbliebene». kreio Voroinignng d. Asphal- teure, Pappdachdecker und verw. Üerufsgenossen Berlins und Pnijgegend. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß das Mitglied llS7b Gnftav Henbattm am 5. März durch Sturz vom Dach verunglückie und seinen Verletzungen erlegen ist. Die Beerdigung findet am Sonntag, den 16. März, nachmittags 4 Uhr, von der Leichenhalle des Kirchhofs der Heilandsgemeinde, Plötzensee, aus statt. Um rege Beleiligung ersucht Der Verstand. I. A.: 1. Welglln, Rostockerstr. 27. ?>ür die vielen Beweise herzlicher O Teilnahme und Kranzivcnden bel der Beerdigung meiner lieben unser- geblichen Frau Clara Röhl geb. Fechner sagen wir alle» Beteiligten hierdurch unscm herzlichsten Daut. 1171b Die tlethetrlldten Hinterbliebenen. Orts-Krankenkaffe der Ntöbelpo tierer. Ordentliche General Nersammtmig am 23. März, nachm. 2 Uhr, bei MerkowSki. ZlndreaSstr. 26. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Bericht der Revisoren(Dccharge-Erteilung). 3. Be- richt deS Vorstandes. 4. Anträge. Verschiedenes. 271/1 Berlin, 15. März 1902. Der Verstand. SPECXALITÄT: Solide 3606L* bürgert. Einrichtungen von 150-3000 Mark. Bar oder Teilzalilg. Keine Ladenmiete, Geringe Unkosten, Grosser Umsatz daher Boele Ware, Niedrige Preise, Coul. Bedingungen. Wilh. Misch Berlin NO., Gr.Frankfurterstr.45-46I Kein Kaufzwang. Sinderwag., Sport-, Kasten-, Leiter- u. Ziegenbockwagen, Eiserne Beitstellen u Kran- lemvagen für Er- wachsen« u. Ktn< der. Preise bill. Auch Teilzahlg. A.W. Schulz kl. Brunnenst. 95 a. Bhs.Gesundbr. Femsp. III. 1767 T' t « 5 Herrn M. Samolewitz Fehrbellinerftrafte 30 -.ratulieren zu seinem 25jährigen M GeschästSjubilSum aufs herz � lichste! B.®., W. F.. B. B.. I. G Nehme hiermit die Beleidigung gegen Herrn G. Schröder zurück. Frau Netzeband, Fennstr: 47. Btgene Confection. Blegrant« i ostümröcke a[3572L* enorm billig in Tuch. Zibeline, Kammgarn nnd Homespun. 6 M. 7 M.. IG M.. 12 M.. I5M.,«eidendamast 25 M., Alpacca 4.5G M., 6 M., bis 3G M., weiss Ghevict und Piqud 3, 5, 7—15 M. iaketkleider elegante Faiyons. Saccokleidep Blusenkleider letzte Neuheit in Zibeline, Reverfibel. Cheviot, Homespun. Eovereoat und 15 M., 2G M., 25 M. EinnegnungaklnidSr 15 M.. 18 M., 2G M. S»idenbla»Sn 6,b0 M., 8 M.. IG M.. 15 M. Bluseuhemde» 1.75 M., 2.5G M. Goltenpes 6 m., s m., ig m. Schwarze, glatte». bestickte Lap«n und Krngnn 12 M.. 15 M. Pakets, SavkpaletoKs, moderne Fa�ons in vorzüglichem Sitz und tadel- loser Verarbeitung IG M., 12 M., 15 M.. 2G M. Sjelmann&Rosenbera Kommandantenstraffe. Ecke Lindenstraffe. «SS58S0sei'tlgU0g. Sut-rngroz-LesebSkt 2G— 3G Frazent billiger als l.adengresebiifte. Gr. Sortiment d. Hntbranclie Weich« oder steife Herrenhüie 1 M. Eleganter weicher oder von fl 25 steifer Herrenhut, in M. an marengo, schwarz oder diS O couleurt..... M. 0,°" in ca. 20 verschied. Formen. Eleganter Chapeau- Claque 7 SO von........ 1, an Eleganter Cylinder von M. 7,�� Eleganter Wiener oder"spj1 55 an OO 5,50 Italiener Herrenhut, weich oder steif..- M Konfirmanden-Hüte in vielen 1 3G Formen von.... M. I, an Bei Slorzeigung diese» SlnsschnittS gewähre 1 Prozent. ZUvin Sussmann, Holzmarktitr. 38, parterre. Nach außerhalb gegen Nachnahm« und _ Portoberechnung.[3848L* Die schönsten Herren- Anzüge. Herrengarderobe in neu. sowie speciell 3595 L* Ni onatsgarderobe von Kavalieren zurückgelegt. Sachen, fast neu, für jede Figur passend, sind in größter Auswahl zu staunend billige» Preisen stetö zu haben. J. Wand, Prniztnstr. 17, Ecke Wasscrthorsirafte. Verantwortlicher Redaeteur: Carl Leid tn Berlin. Für de» Jnieratentetl verantwortlich: Tb.«locke in«erlln. Druck und Verlag von Mar Beding in Berlin. Uen Canlerobe von Carl Ernst, Köpnickerstr. 126, 1 Tr. Gröstte Auswahl? Billigste Preise! Vorzeiger dieser Aiinonce erh. 10°/, Preisermäßigung ?t.63. 19. law 2. Aeilllje des JormW Kerlimr WldsblM. Wilhelm n. imb die anierikanische Presse. Daniber, weshalb wohl Wilhelm II. die amerikanischen Fournalisteu als halbe oder qanze Generale einrangiert hat', während er in den dentschen Ncdactcuren seiner Zeit mir die„verkommenen Gymnasiasten" sah. ist jetzt genug geschrieben und gesagt worden. Auch erstaunt diese Vcrschiedenartigkeit der Beurteilung uns vaterlandslose Gesellen wohl am Wenigsten. Aber eine andke Seite der Sache blieb bisher ganz unbesprochen, obivohl sie viel interessanter ist als Spekulationen auf die plötzliche Hochachtung des Kaisers vor der großen Presse. Die amerikanischen Preßgenerale sind doch nicht als solche geboren gewesen. Sie haben erst nach und nach L sfiziere von solchem Nang werden müssen, und iv i e sie es geworden find, geworden im rücksichtslosesten und lärmendste» Konkurreuzkmnpf, wie er Amerika eigentümlich ist, verdient schon deshalb eine nähere Betrachtung, weil es bekanntlich in Preußen schon sehr vielen reichen Leute» vorbei gelungen ist, in die hosfähigen Kreise einzudringen, geschweige dci'm „beinahe kommandierende Generale" zu werden. Sind denn nun die GcschäftStitel der amerikanischen Preßkrösusse so zwciselssreier und repntierlicher Art, daß sie ihr Einrücken in die höfische Nanguste er- klären? Wir haben xzewiß keine allzugroße lNeinung vom bürgerlichen und ordnungspatriotischen deutschen Preßvolk, aber bei einem Ver« gleich mit den„beinahe im Range kommandierender preußischer Generale" stehenden amerikanische» Preßinachern brauchen demnach weder Scherl noch Sonnemann noch Masse zu erröten. Hätte» wir in Preußen-Deutschland dieselbe bürgerliche Prcßfrciheit, die in Amerika der großen Leitung erlaubt, in jedes amtliche Bureau und jedes Gericht cinzubringen, das Staatsoberhaupt so gut wie den letzten Polizeibcamten, den öffentlichen F""llionär so gut wie den Privatmann zu beobachten und zu kritisieren,. ivie in Amerika, so zählten wir wohl hüben dieselben mächtigen Zeituugs- Millionäre im Rang komniandiercnder Generale, wie drüben. Und insofern liegt ja allerdings eine sehr verdiente Lektion für das deutsche Bürgertum in den Worten Wilhelms II., als es einmal sogar von seinem Monarchen gesagt bekommt, wie sammer- lich es sich seit 1843 seine bürgerlichen Freiheiten hat»ehme» lassen, auch die Prcßfreiheit, die Leiter zum politischen und ivirtschaftlichen Erfolg, auf der amerikanische Zeitungsmaeber zu schwindelnder Machthöhe stiege» I Unrecht aber bleibt eS. anzunehmen, die kommandierenden Generale der amerikanischen Presse hätten im übrigen niehr Geist oder Energie anftvende» müssen, mir das zu werden, was sie drüben sind. Jniiies Gordon Bennct der Vater, der 1872 seinem Sohne den„New Uort Herald" als„bedeutendste" amerikanische Zeitung mit einem Riesenvcrmögen hinterließ, baute dieses auf, weil er als erster die journalistische Geheimmittel-Reklame in der skrupellosesten und ungenierteste» Weise zu organisieren verstand. Man weiß, daß die Reklamegcmeinschaft, die er in den vierziger Jahren mit einem Schwindelapotheker einging, den Grund zu seinen Millionen legte. Sein Sohn verstand dann, die.öffentliche Meinung" als internationalen Handelsartikel zum erftemnnle riefen- Haft auszunutzen. Er gründete eine britiich-nationale Londoner AuS- gäbe des„Herald" und eine solche für Paris, in welcher er alles poussieren ließ, Iva« in Frankreich Sympathien hatte. Die letztere machte ebenso fanatisch in Deutschenhaß, wie das New Uvrker Mntterblatt deutschfreundlich ivnr. Gegen solche Riesen- speknlanten in politischen Ansichten war allerdings der Königsberger Konunerzienrat ein armer Schacher, der das freisinnige und das konservative Blatt seiner Stadt gleich- zeitig besaß und dessen Geschäfte tinmer gut gehen mußten, ob mm konservativ oder freisinnig gerade Trumpf tvar l Und auch das Berliner Scherl-Kousortium, das vom Kriegervereiusorgan bis zum radikal-demokratischcn Lärmblatt alle Bedürfnisse und Schattierungen der öffentlichen Meinung befriedigt und finanziell ausbeutet, ist noch nicht auf der Höhe amerikanischer Preßgeschäfte angelangt. Andrerseits gebührt das Verdienst, ans der niedrigsten Speku- lation auf die gelvvhiilichste» Jifftmktc der Masse den raffiniertesten Gewinn gezogen zu haben, einem andreii amerikanischen Preßkönig. Der aus Oestreich eingewanderte Jude Josef Pulitzer hat die Neiv Aorker„World" vom Beginn der achtziger Jahre ab zn einem Milliardcnunternehmcu dadurch gemacht, daß ihm alle Mittel heilig wären,»m Sensation zu machen. Er ist der Schöpfer der so- genannten„gelben" Blätter, die sich in drei- und sechsmaligen täg- lichen Extra-Ausgabeu mit Rieseuanflagcn und schreiendster Reklame überstürzen, er hat die tolle Jagd nach Aufsehen erregenden Nach- richten um jeden Preis, die Aussendung eigner Bahnzüge. Schiffe. Forschungscxpeditionen usw. nicht zn ernsten, sondern zu Reklame- Zwecken auf die schwindelhafte Spitze getrieben, die sie vor einem Jahrzehnt in Amerika erreichte. Seine Unleruchmen meinten ernstere und kleinere amerikanische Blätter, als sie von einem„Fluch der Verivilderung" sprachen, der zwar die Taschen des Arrangeurs fülle, aber eine Geißel der jungen Generation sei. In der bekannten amerischcn Revue„The Forum" hat ein aufmerksamer Beobachter dein Pulitzer vor Jahren statistisch nachgewiesen, wie dieser gewandte Abkömmling aus dem Geschlecht der Schmocks durch die treibhaus« artige Pstege der persönlichen Klalschrnbriken sein Blatt zur Blüte und die Konkurrenten ebenfalls zur Nachahmung und Verwilderung zwang, so daß der Raum für ernsthafte politische und litterarische Besprechungen zusammenschmolz wie Butter an der Sonne. Man nehme hinzu, ivelchcs mächtige Mittel siir das Emporkommen amerikanischer Preßleute ihre politische und geschäftliche Käuflichkeit in der ausgebildetsten Bourgeoisrepublii der Welt lvar und ist, ivie nebenbei die größten deutsch-anierikauischeu Blätter seit Jahrzehnten ungestraft vom massenhaften Raub an? der modernen dentschen Littcratur leben, ivcil sie kein Schutzvertrng zlvischen Amerika und Deutschland daran hindert— und man hat ein Bild von der furcht- baren kapitalistischen Korruption, auf tvelche sich die„Größe" der amerikanischen Preßleute gründet, denen Prinz Heinrich die Grüße seines kaiserlichen Bruders ausrichtete. Welche Waisenknaben sind die„verkommensten" dentschen Journalisten gegen die„kommandierenden Generale" der amerikanischen Presse I Womit ivir natürlich keinen einzige» preußische» kommandierenden General zum Protest aufreizen wollen I Im Gegenteil! Wir gönnen es de» preußischen Junkern von Herzen, daß ihnen auch anf diesem Umtvege Respekt vor den zivar etwas madigen, aber äußerlich an- sehnlichen Früchten beigebracht wird, die in den höchsten Zweigen groß- kapitalistischer Ricsenbäume hängen. Die„Kreuz-Zeitung" hat zwar schon den Versuch gemacht, sich dieser Belehrung böswillig zu enl- ziehen, indem sie meinte, Wilhelm II. habe offenbar lediglich auf die gute Honorierung amerikanischer Journalisten anspielen wollen. Dem widerspricht aber die ganze Rede des Prinzen Heinrich mit dem hochachtungsvollen Gruß Wilhelms II. an die Emporkömmlinge der amerikanischen Preßkorruption gründlich. Es bleibt dabei, daß ein patriotisches prenßisch-deutsches Gemüt jetzt jene Preßleute nehmen muß wie sie wurden und wie sie sind, als Faktoren, die Wilhelm II. Achtung eingeflößt haben, was eine tröst- liche Aussicht für alle eröffnet, die sich bemühe», in den schönen Spuren Scherls auch diesseits deS Oceans zu wandeln. Wie auf dem Gebiete der Kunst, so sehen wir auch auf demjenigen deS preußisch-deutschen Preßwesens einer„herrlichen Blüte" entgegen... SCHÖrteßERG •I51Haupfsfrl51 Spveieil�eius gröMen MnMnbes. Lslisn günstige Kaufgelegenheit T 51117 L Frölijahrs-Änzüge, neueste formen, viele neue Muster IQ-w-i, jcivt 18,-, 16,-, 12 � Frühjahrs-Änzüge, nur soüde«u-ru. täten, hervorras-ende Neuheiten IQ jetzt 30.-, 27.-, 23.- 10 Mt Frühjahrs-Anzllge, Ersetz für Mass- arbeit... jetzt 3ö.—, 30.—, 24 Rock- o. Gebroek-Änztlge, schwarz, in den jetzt blau u. in den neuest. Melanien f)| 36—, 30.—, 27.— ZI Mk- Vornehme Mass-Anfertigung! H0Sen naehMass i5_ i2_| � � Anzüge ���-.so- 22.oo Mk. Paletots o. Raglans nach Mass 40.-, 38-, 25-, 20.OO Mk. -— �xS~ Feste Preise.— Mar eignes Fabrikat n. ausschliesslich solide Schneiderarbeit. FrühjahrS-PaletOtS, ganz neue Schnitt formen, jetzt 18—, 16—, 14.00 Mk Frühjahrs Paletots, Ersatz für Mass strenar reell u. neueste Muster IQ jetst 26—, 20—, 10. 00 Mk Frühjahrs- Beinkleider, neue Muster, jetst 9—, 7—, 3.30 Jünglings- und Knaben-Anzüge, neue Modelle, feste Stoffe, Q 12—, 9—, 6—| 0.30 Mk tNsegmmgs-Anzüge neueste Fa�ons in bln» nnd schwarz Kammgarn n. Cheviot. Julius Lindenbaum, Große Frankfnrtcrstraye Nr. I4t, Ecke Fruchtstraße. 34762* Vereine! 1. Msemtng: Saal frei geworden. 1084b* Klubhaus, 72 Treptow. Köpnieker Landstr. 27. empfiehlt seinen kleinen Saal, SSO— 300 Personen fassend, zu jeder Art von Festlichkeiten. Jeden Sonntag Grotzer Ball. GlaS vier 10 Pfi. Arohe Weihe 26 Pf. Relebbaltl|;edlpel«enharte zu sehr solide» Preisen. 636b* H. Hohl wein. StMUd-MMUt Müggelsee zwisch Müggelichlob u. Aussichtsturm. Empfehle Fabriken, Vereinen und Korporationen für Sommervergnügen u. Ausflüge mein grobnrtig gelegenes Lokal. Saal für ca. 3000 Personen, Hallen, genügende Nebenräumc. Be- lustigungen aller Art. Coulante Preise. 3öl3L' Degebrodt, „Ttrandschtoft-, Köpenlrk. l£ell,(jrät'rath' oei Solingen. aeuepwö am Platze.— Gegründet 1876. litt* SHttftrht versenden wir franko prima Nickeluhrkette Nr. S65 � genau wie Zeichnung 27 cm lang nach Wunsch mit Quaste oder Kompaß-Auhänger, damit sich Jeder ohne Risiko von der Ouatität und Aussiih- rung überzeugen kann. Besteller verpflichtet stch, in angegebener Zeit die Kette zu retour- nieren oder den Betrag von KU- nnr Mark 1,50"*• einzusenden. Sollte aufgeführte Stummer Ihrem Wunsche nicht entsprechen, so verlange man neuesten Hauptratalog für's Jahr 1S02(ohne Kaufzwang) gratis u. franro. Derselbe enthält außer aufgeführter Nr.»och ca. 80 verschiedenartige Herrenketten, ferner große Aus- wähl in Damenuhr- u. Halsketten, Broschen, Ringen, Taschenuhren, Regulateure, Wecker, Portemonnaies, Pfeifen, Spazierstöcke, Fernrohre, Feldstecher, Schuß» u. Stichwaffen, Waagen, Sensen, Reben- oder Gartenscheeren, Gärtnermesser, Brod-, Schlacht-, Gemüse-, Hack- u. Wiegemesser, Taschenmesser, Rasier« messer, Tafelmesser und Gabel, Damen-, Haar- und Schneid'»!- scheeren, Haarmaschinen, Rafierutenstlien, Musikinstrumente und sonstige Schmuck- Haushaltungsartikel f Mehr wie«in Stitik mir gcaea Nach- J nähme. Witten genau' auf unser« Klrma tu achten. Cntnlog enthält Neuheiten tu Handwerker- llhrketten für Gchufter, Zimmer« leute, Maurer, Metzger, Klempner, Böttcher, Schlosser, Bäcker, Schreiner, Dachdecker» Schmiede und Bergleute. 30 Mark hochfeine Somincrpaletots. »0 Mark hochelegante HerrcnnnzUge. IS Murk hochelegante Beinkleider. Anferiigmig nur»ach Mast. Guter Stoff, tadelloser Sitz. f3SlvI,« 14 Krauscnstrahe 14, 1 Tr.. Tel.-Amt I Nr. 3708. 1 Tr. „Teufelssee" Müggelberge». ,,3??Ul?ieUluf�» Inhaber: C. Mtrelchbabn. Empfehle beide Lokale nitt grohen Sälen und Gärten, ledeS circa 3000 Personen fassend, mit Tauipfcrbrücke». Stallungen für 40 Pferde-c. Schmöckwitz. � Restaurant„Seddin-See" empfiehlt(ein schön gelegenes Lokal zu Dampferpartien, Ruderern und Radfahrern. Grober schöner Garten für 2000 Personen. Zwei groste Säte, Kegelbahnen tc.— Stelle die billigsten Dampfer zur Verfügung. Für gute Speise» und Getränke ist bestens gesorgt. sZö7bL* Fienndlichst ludet ein Aug. Kdack. KriiMwIM» F. Jacobitz,* �rös""/ Hutbazar empfiehlt sein enormes Lager in rils- und Beiden[* Hilten. Prima Qualität, neueste Fasans, elegante Ausstattung. Jeder Fitzhut3Mark. «1. Potsdamerstraste«1. vr. Simmel, Prlosenstr. 59. Specialarzt für 11/13* Haut- und Harnleiden. 10-2, B— 7. Sonntags 10-12, 2-4. Hüte mich man beim .�ntmacher raufe«. Größere Auswahl und ttlltgere Preise wie in Warenhäusern und Bazaren. Größte Garantie für fehfersreie Ware selbst in den biNigsten Qualitäten. Pafiendmachen der Cylindcr und steifer gtlzhüte für empfindliche Köpfe sofort mit der Maschine(Convermateur). Reparaturen an de» von mir gekaufte» Hüten äußerst billig. Kleine Repara- turen gratis in eigner Werkstatt. Steife u. welche Fllzhüte v.M. 1,90 an Echte Velourhltta..„„ 7,30„ Imlt. Velourhüte..„„ 3,B0„ Cyllnder....... 4,30„ Chapeaux claquea..„„ 7,70„ M. Radtke, Hutmachermstr.. Herlln O., Stwntslt. 50,«ÄÄ,,. Jeder Käufer erhält eine reizende Wandtasche mit Abreißkalender gratis. l!e»etil. er). Serlen-Loae Abwechs. Haupttreffer i. Mark 300000 >7«»00, 135 000, 13« 000 rc.| „Jedes Los ein Treffer." Nächste Ziehung 1. April. Monatl. Beitrag M. 3— u. 6.50. s 1. lohannaen, Apenrade 33. Dnerreicht billig Unerreicht elegant Unerreicht haltbar Unerreicht sauber gearbeitet Unerreicht gut sitzend Unerreicht sich tragend sind meine Ich empfehle dieselben in Satin-Kammgarn von Ii Mk., von Piqud-Chewiot von II Mk., von Rips- oder Diagonal-Kammgarn von 15 Mk., von Diagonal-Chevlot Von 14 Mk., von schwerem Kammgarn oder angliaohem Cheviot von 20 Mk. bis zu den feinsten Qualitäten. 8504L* Die Preise richten sich nach der Grösse nnd sind streng fest. Carl Stier, Berlin, Oranien-Strasse Mo, 166, Potsdam, zwlachan Oranienplatz und AdalberUtraase. Naueneratr. 23. ■B— w—wwiwüiw wwwiii i ia für Hüte auZzugeben. man erhält auch zu billigen Preisen gute Sachen� wenn man die richtige Bezugs- ouelle kennt.[ZalSL* Knabenfilzhüte 0,75—3 M, Herrenfilzhilte, weich 1,75-5,25„ steif 2,00-5,25. Cyllnderhüte 4,00-12,00„ Chapeaux claques 7,00-10,00., im Einzelverkauf bei �rvoia Sc Eggert Hut-Engras-Gcschäst Waldcmarftr. 44, Part., lieln lepplede, Portieren, Ksrliiveii. DivsMiseli-, Reise- md Steppdecken, Läufersloffe, Möbelstoffe nna Plüsche. Teppichhaus Adler& Co., Könlg-strasse 20/21. Diese Woche«in«ro�er po.ten schwerer Tüli- Gardinen ond Stores zu erstaunlich billigen Preisen. Peek Sf Cloppenburg Gertraudtenstr. 26/27. Neues Geschäftshans für Herren- und Knaben-Konfektion. Verkauf nur gegen Bar zu festen Serienpreisen. Im I. Stock: Räumlich gesonderte Abteilung für Massschneiderei. ■''i'sT''■■■•' / i«fn.'i.itrt-Mrfc-J-aiywv' Genauigkeit Schönheit wind die grössten Vor- zü�e einer Zeichnung. Beide find aber nur unter Zuhilfenahme eines guten Reisszeuges au erreichen. Eine ganz vorzügliche Auav/abl in Beisszeugen findet man in dem altbekannten Institut für Präcisions-Optik von Ernst Riek, inh. Carl Buttendorf, Weinbergsweg 15b, zweites Geschäft vom Bosentbaler Thor. Bitte genau auf Firma u. Haus Nr. 15 b zu achten. , f. Sc hü le r z. M. 1.26, 2.00, 8.00, 4.00 bi s8,0ü % f. Technik.„ w 6.00.6.00,8.00, 10,00,12.00 ___ 16.00, 20,00 bis 40.00. In dem oben genannten Institut werden ausserdem für jedes Auge die richtig passenden Gläser ausprobirt und grösste Sorgfalt auf den genauen Sitz der Brille oder des Pincenez verwendet. Brillen Plncenex von Mk. l.OO an. von Mk. 1.25 an. Sacco-Anzflge nach Mass Roch-„. ff Gehrock-„„„ M. 36.- .. 40.- » 56." DM- Speclalitat unares Hauses i"TpQ Anzug aus echt englischem Stoff lyDumfries Make11 M. 50.—. Zweiggeschäfte in; imsterdam, Haag, Düsseldorf, Raariem, Nymwegen, Leiden, Rotterdam, Utrecht, Groningen, Irnheim, Leuwarden, Breda. Jeder Arbeiter Jeder Handwerker sollte zur Arbeit die Lederhose lAsrlcuIe» tragen, Allein-Verkauf, Sehr starke Ware in praktischen grauen u, braunen Streifen. Hinten u. vorn am Bund aus einem Stück gearbeitet, Nietknöpfe u. Kapp- nahte. Feste Leder- Pilot- Taschen, Grobe Flicken umsonst. Die Hose I dcl Entnatiuie vonl /§ 01} f~n j 6 Stück 26 Mk| � Ml. j0 Echt blaues Monteur-Jackett IM, 9v Echt blaue Monteur-Hose.. I, M, 50 Echt blaues Monteur-Jackett Priuia Köpcr-Gewebe.. 2 M, 50 Echt blaue Monteur-Hofe Prima Köper-Gewebe.. 2 M. 10 Prima Manchester Hose 9,—, 5,50, 4,25 Gefüttert, Manchest-Jackett 14,— 9,— Operatians-Mantel f, Aerzte 4,35, 3,60, Z M, 40 Maler-Kittel..... 3,-, 2,50, 2 M. Mechaniker-Kittel(braun) 3,—, 2 M. 40 Weibes Leder-Jackett, 2rcihig gefüttert.......... 7 M. 50 Weibe Lederhose, Prima Ware lt M, 75 Baer l�olin En gros. Export. En detail. Cha»ssccstr 24» 23. Brückeustr ll. Gr. Frankfiirterstr. 20. Die 18, Preisliste der Saison 1901/1902 über gesamte Herren- und Knaben-Bc- kleidung(Auslage 1 Million) ivird kostenlos und portofrei zugesandt. Bersand van 20 M. an srauco,— Bei Bestellung genügt Angabe der Brust- u. Bundweise u. Schrittlänge. Obige Preise gellen für iivrwüle Gröben, 32050- Zahne 2 M. 10 Jahre Garantie. Vollkommen schmerzlos. Zahn- ziehen 1 M. Plomben 1,50 M. Teilzahl, wöchentl. X M. Zahnarzt Wolf, Leipzigerstr, 130. Spr, 9—7. vmcpmuci■HsHi üciooien: «all MbW XN ab meinem Lagerplatz: 100 Stück« Zoll lang,,,. 0.33. 100„ 7.. Riesenkohle, 0,03. 100., Ilse 7„. 0,75, Bruchkoblen, Ccntner nur... 0,00. Henkel» Werke-Srlquett», imgepackt. das Beste auf d, Marite, Ctr, nur 0,70. ins Haus 1000 Stück 1,25 M, uiehr, Josef Flacher, Brotnberger- 3170L' s, raste 10-21. Unverfälscht, deutschen ? Bieiienhonig. schöne helle Tafelware, oers. die 10 Psunddose zu 6,50 M,, 5 Pkd, 4 M, franko, Garant, Rückn, Reelle Bedienung zugesichert, 3566L* EDnil Xordloh, Bahnhof, • Reil, Augustsehn Oldenbg, PAGLIANO-SYRDP Blutreinig;nng;isnilttel Hergestellt seit dem Jahre 1838 von Prof. Girolano Pagliano, Florenz, via Pandolfini(Italien). Niederlage für Deutschland: Karl Hnnnins, Mönchen, Jede Flasche soll unsre Fabrikmarke mit dem Namenszug des Prof. Girolamo Pagliano tragen,. r__ j Mo ftelche seit dem 12. Dezember 1696 beim Kaiserlichen Patentamte in Berlin eingetragen ist. 7/5» Vor ralschungen und Nachahmungen Wird gewarnt. w w'rir 5 A Kleine Anzeiuen* W-- BT Wort fett. Worte mit mehr ata ßf Kk JK WW M Jt JM M Jlaf Bbä M W>M M JK 0 W iß Buchstaben zählen doppelt. Jhi Jg J b Anzeigen in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis/ Uhr, in der Hauptexpedition Beuihstr,3 bis 4 Uhr angenommen. mte � rden jM lin JB m Verkäufe. Restauration strabe 68. verkaust Wraogel- 11376 Gelegenheitskauf für Ansänger, Tischlerei, seit 10 Jahren bestehend, wegen Uebernahme einer Schankwtrt- schaft billig zu verkausen Nollcndors- sttaße 20, Oestcrle,-fl25* Garderobeichaus Achilles, Grobe Frankfurlerstrabe 16, Elegante Herren- und Knaben-Garderoben, Sport- und Berufsbekleidung, verbunden mit eleganter Mabansertigung, August Achilles, 1052,� Einsegnungs- Anzüge, elegant fertig und nach Mab, Garderoben- Haus Achilles, Grobe Frankfurlerstrabe 16. 1053K» Vorjährige elegante Herrenhosen aus feinsten Stoffen 9—12 Mark, Verkauf Sonnabend»nd Sonntag, Versandhaus Germania, Unter den Linden 21, IX,_ 1030ft* Vorjährige elegante Herrenanzüge und Paletots aus feinsten Stoffen verkauft von 25,00 Mark all, B, Lcwkowitz, Alcpanderstrabe 22._ Anzüge und Paletots nach Mab von 30,00 Mark an, wer Stoff hat 25,00 Mark, B, Lewkowitz, Alexander- strabe 22,_ IQUft* Handel» Sie gern, wenn Sie etwas kaufen? Nein! Aber bei Herrenanzügeo, EinsegnungSauzügen, Knabeilanzügc», handeln Sic da auch nicht? Ja, da muh man ja handeln, in diesen Gefchäfle» umb man sogar tüchtig handeln unb dann fällt man auch noch rein. Möchten Sie ein.Geschäft wissen, wo feste Preise sind und Sie sehr gut taufen? Ja gcwib, gern, wo ist denn das? Turmstrabe 85, Hermann Schlesinger, Kann man sich auch wirklich darauf verlassen, wird niemandeui etwas ab- gelassen, giebsss auch gute Sachen? Es giebt da absolut nichts abzuziehen und die Waren sind sehr gut,[IQSOfl* Teppiche 1(fehlerhuste) in allen Gröben für die Halste des Wertes im Tcppichlager Brünn, HackefcherMarlt 4, Bahuyöf Börse, 1U/7* Gardiueiihauö Grobe Franksiirtcr- strabe 9, parterre,+37' Nähmuschinen, preiswerteste Bezugsquelle, ohne Slnzahlung, Woche 1,00, Licferling nach allen Staditeilen sofort, Postkarte genügt, Lands- bergerstrabe„82". Köpenickerstrahe Nr. 60/61.+89* Teppiche, Betten, Steppdecken, Gardinen, Remontoiruhren, Regula- toren, spottbillig, Leihhaus Neander- strabe 6. Teilzahlungen gestattet, s* Bette», zwei gute Stand, Ge- lcgenheit, a 30 Mark, sofort Adalbertstrabe 78, I rechts. 1134b* Möbelmagazin liefert Möbel, Tcppiche, Gardinen aus Teilzahlung unter sehr coulanten Bedingungen. Abzahlungen aus Jahre hinaus per- teilt. Meyer, Jnvalldenstrahe 38, an der Ehaussccstrahe, 1160b Tische, Spinden, Bettstellen ver- kauft billig Nollendorfstrabe20, Oesterle Nustbaummöbel und Küchen- eiiiricbtung spottbillig Gartenstrabe Nr. 148, I links. Vorderhaus, �137* Möbelverkauf, neue imd ge- brauchte, Römer, Sebastianstr, 81. Teppiche mit Farbenfehlem Fabriluiederlagc Grobe Frankfurter. strabe 9, parterre. f37' Bettfedern. Psund von 45 Pf, au, echt chinesische Mandariliendaunen, Pfund 1,90, Fabriklager Londsberger- Allce 37, I,_ 988K* Musikwerke mit auswechselbaren Natenscheiben, fürRestaurateur« Musikautomaten, geringe Teilzahlung, Kurzberg, Landsbergerstrab« 13,{* Steppdecke» billigst Fabril Grobe Frankfurlerstrabe 9, parterre,-f37* Landparzellcn. gesundeste Logs, kein Bauzwang, 600 Mark, günstige Zahlungsbediugung, verkaust die Hausverwaltung Brnnuenstrabe 151, Umzugshalber gute gebrauchte Mahagoni- Klciderspindcn, Wäsche- spinden, Cylinderbureau, Komoden, Spiegel, Eck-Deftillation Görlitzer- strahe 40,_+24* Kolonial-. Obst-, Gemüsegeschäst mit Rolle, billige Miete, 2 Jahre Kontratt, verlaust billig Glogauer- strabe 31. 11636 1 Ausziehtisch, 2 mahagonie Klcider- spindeu zu verkausen, Alexandrinen- strahe 122 bei Schmidt,_ 11666 Kaiiarienroller, Ausioahl Brandt, Holzmarktstrahe 9,_ 11456* (i!u»liiiikr»»z für Kranke, Kinder- lanfstuftl verkaust Schöne, Grünauer- strabe 12�_ 1174b Cigarrengeschäft sofort verkäuflich (250 Mark) Pücklerstrahe 19. 11616 Barbiergeschäft, existenzfähig (Mark 550), sofort verkäuflich, Paeschke, Berlin O.. Kronprinzcnstrabe 59* Tandem, Damenrad, billig, Hcinze, Briickciistrabe 6b, 1058K* Teppiche, gute Qualität, kleine Webfehler, alle Gröben, spottbillig, Fritz Stoehr, Münzstrabe 17. Fahrräder, verfallene, grobartige Auvivahl in säuitlidie» Marken und Systemen, Brennaborräder, Herkules- räfter, gebrauchte und neu, Opelrädcr, Adlerrader. also Qualitätsmaschincn ersten Ranges, Rennräder, leichte Strabenrenner in schneidigster Aus- sührung, Nickelräder, Damenräder, einige Luxusmodelle, alles spottbillig verkäuflich, Fahrräderleihhaus, Neue Schönhauserstrabe XI. XX4/I0 Vermischte inzeigen. RechtSbnrea» Fabisch, Audreas- ftrahe dreiiindsechzig. Rechtshilfe, Raterteilung.__ 1097b lliifnllfachen, Klagen, Eingaben, Reklamationen Putzger, Steglitzex- strahe 65. 8X0b Hilfe im Rechtsbureau, Klagen, (Aewerbesachen, Xlnsall-, Jnvaliditats-, .Steuerlachen, Rat in Civil- und Strasjacheu, gewissenhaft, billig. Ber- tretungen Amtsgericht I und II,— Xlebersetzungen, George, Redocteur, Fichtestrabe 2, Sprechstunden 1 bis 9 abends, 10SXK* Kostenfreie zahnärztliche Bestand- lung, Zahnziehen, Zahnärztliche Poli- tlimk, Chausseestrabe la. 1029L* Iluisoiift Zahnziehen, Brunnen- strahe 42. Jährlich 9000 verschiedene Patienten. Dr. dental surgery Ftlchler, 441b Achtung k Jeder Käufer erhält auf 1 Pfund Margarine, Kaffee oder Kakao ein Geschenk zu Müllerstrahe 12, Ecke Liudowerstrahe, 1066K* Vivisektion! Wer sich über dieie ruchloseste Grausamkeit untrer Zeit nnterrichic» will, verlange die Flugblätter des Weitbundes gegen Vivi- sektion, welche unentgeltlich versendet werden vom Tieriduitzvereiu Berlin, Königgrätzerstrabe 108, Daselbst können auch Referenteil für Vorträge in Arbeitervereineli über Vivisektion be- stellt werde». Um gütige» Abdruck wird gebeten,_ 161b* Vücherankauf zu höchsten Preisen, Epstein, Markgrasenftrahe 101,[130/1* Schlafsvfas, alte Möbel lauft Lazanrs, Audreasstr, 57, fl027K* Gold-, Silbersacheu, Zahngebiffe, Platin kauft Schmelzerei Brunnen- strabe 137. 1107b Hochbahnftotion Oranienstrabe Parteigenoffen empfohlen Restaurant Euiil Golm, Wtenerstrahe 7, gegenüber Bahnhof._+24* Säle zu Hochzeiten und Festlich- keitcu, 80, 100 bis 500 Personell fassend, Wernau, Schwedterstrahe 23/24. Saal mit Bühne, 300 Personen fassend, zu vergeben, auch Sonntags, Oraiiienstrabe 180._ 1056S* Zwei grobe schön« Veretnszimmer mit Pianiuo empfiehlt Paul Litstn, Warschauerstrabc 61, ff4v* Steuerberufungk Ehescheidungs-, Jntcrventions-, llnfallsachen! Slel- InngSgesuche, Ratertcilunge»! Linien- stratze 36, Sonntags, Wochentags. Vermietunxen. Gesucht Neinen Arbeitsraum oder Platz zum arbeiten abzumieten, Adressen A. B., Spedition, Lausitzer Platz 14/15.+24 Zimmer. Möblierte» Zimmer, 1 Herrn, Schmidt, Reichcnbergerstraße 148, vor» 3 Treppen rechts,-f24* Seklafatelien. Gut möblierte Schlafstelle für zwei Herren, Grobe Franlsurterstrabe 75, parterre links, bei Lilienlhal, 11705 Freundliche Schlafstelle, Jakobstrabe 20, Schmidt, Alte 1158b Freundliche Schlasstslle, Adalbert- strabe 84, IV, Frau Aitmann, �1164b Freundliche Schlafstelle vermietet Hoppe, Köiiigsdergerstrabe 1, 1165b �rbeltsmarkt. Stellen gSGuoke. Blinder Stuhlflechtcr bittet um Arbeit, Stühle werden zu den billigsten Preisen geflochten, werden abgeholt und unentgeltlich zurück- geiieserl. Adresse: Mulactfivabe 27, A. Gläser,* Stelienangedote. Dirigenten für Donnerstag sucht Mäniier-Gesangverein, Paul Arnold, Mehnerstrabe 6/7.-füg SV Maurer und 10 Ztmnierleute werden sogleich eingefteUt. Bruder- strahe 15, Tcchunches Bureau. 1173b Tüchtigen Reisenden für neu- patentierten Specialartikel. Offerten unter N, D. 25, Expedition des„Vor- wärts", Salzwedelerstr. 8._ 182 Bilderrahmeuuiacher Wafferthorstrab« 23. verlangt, 1159b Formerlehrliiig zum X. April verlangt, Silberwarensabrik, Prin- zessinuetlstrabe X6.>1566 Fertigmacher und Nuheinsetzer gesucht Piano-Mcchaniksabrik Blunten- strahe 77._ 13/7 Bessere Knabcnblusen, gefütterte Leibchenhosen, Arbeiterin, Hohe Ar- beitslöhne, Garniererin verlangt Freitag, Königsbergerstrabe 21a.* WefteniiäHeri» Kiirzestraße 7. verlangt Feist, 139/13* Mamsells auf bessere Dainen- jacketts verlangt Rosenthal, Kürstcn- walderstrabe 9. 13/3* Knabenbluseu Arbeiterinnen verlangt Swarsensky, Schöneberg, Grilnewaldstrabe 128, Hof 11. 1143b* Im ArbeitSinartt durch besonder«» Druck heruorgrhobene Anzrige» koste» 10 Pf. pro Zeile Grob«€!«MIeI«tenfl»I»riIe sucht einen[13/8* tüchtigen Beleger, der ihre Belegerei in E n t r e p r i s e Überntmlilt Offerten unter J. JI. 7705 an Rudolf Masse, Berlin SW. erbeten. Techniker, mit der SPiralbohrer-Fadrikation verir., zu bald. Eintr. in s e l b st- staudige, dauernde Stellung g e s. Off. snb F. Z. C. 253 au Rudolf Moese, Cöln a. Rh. 13/14 Aclitnns: Achtung! üllodelltischler! Von der Union, Elektrlcitlits- Ciescllschaft, Moabit, sowie von der Firma liudwiic I-bwe, Maschinenbau, Eckert, Fabrik landwirtschaftlicher Maschine«. Friedrichsberg, und btcbccpp, Berliner Modellfabrik. Kastaiiteu- Allee, dlncbninnn, Eifeugieftcrei, verlängerte Huttenstrabe, sind säiut- liche Modelltischler ausgesperrt. Den Modelltischlereien Zinmsliol«, Oranienstr, 25, Dietrich, Ehaussee- strabe 52, und tiarbe, Wasserthor- ftrabe 30, sind Aufträge aus der „Union* zugegangen. Zuzug fernhalten! Verantwortlicher Redocteur:«arl Leid in Berlin Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke i» Berlin. Druck und Verlag von Mar Babing t» Berlin