Ar. 68. Abonnements-Krdingiingen: rabonncmsntä- Preis pränumerando: Pierteljährl. 3,30 Ml., monall. l.loMl., wöcheullich 2S Psg. trei Ine Haue. Sinrelne N»uun»r s Psg. Sonniagi. Slummer mir»iuNrierier Sonniagi- Beilage„Tie Neue Welt" 10 Psg. Post- '«donnement: l.lv Marl pr» Monat, Eingetragen in der Post- Zeitunge- Preisliste sür l0i)2 unter Dr. 7B78. Unter Nreuzbanv siir Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, siir da» übrige Ausland 3 Marl pro Monat. Trscheml kiiglich»usjer Monlag«. IS. Jahrg. Fit Juftrtions-GMlst beträgt für die sechSgespaltene Kolonel- »eile oder deren Raum 40 Psg., sür politische und gewerlschastltche Vereins- und VersainmIungS- Anzeigen 20 Psg. „Klein- Anieigeu" jedes Wort 5 Pfg. (nur das erste Wort seit). Hnserate siir die nächste Nummer müssen diS 4 Uhr nachmittags in derTxpedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bis 7 Uhr abend», an Sonn- und Festtagen bis s Uhr vormittags geössnet. Vevlinev VolksbleM. Telegramm- Adresser „Socialdeniolirnt ve-lln" Centralorgan der socialdemokratisthen Partei Deutschlands. Kedalikivn: 19. Veuttz-Skrahe 2. Fernsprecher! Anit I, Nr. 1608. Freitag, den 21. März 190Ä. Gxprdillon: sw. 19, Veulh-Sleaste 3. Fernsprecher: Slint I, Nr. 6181. Verkrachte Mittelftandsretterei. Nichts vermag so schlassend die lächerliche Erfolglosigleit der ganzen reaktionären MittelslandSretterei darzuthiin, die mit gesetz steberischen Fallstricken die ökonomische Entivicklnng aufhalten iviss, als das Fiasko der preutzischen Warenhaus- Steuer. Sie ist so recht das Werk jener Reaktionäre, die bald als brotwuchernde Junker, bald als Pncklersche Antisemiten, bald als Zlinftbrüder a la Jacobskötter aus dem Plan erscheinen und den» Kleinproduzenten vorreden, man könne die ganze groh kapitalistische Entivickllmg zu seinen Gunsten lahmlegen durch «utsprechende Gesetze. Die Konservativen, die gelegentlich, wcnn'S ihnen nichts kostet, dem„Mittelstand" gern ihr„volksfreundliches" Herz zeigen, hatten, nachdem bereits 1836 im preußische» Landtage über die Warenhäuser, Bazare, Versandgeschäfte, kurz die ganze groß kapitalistische Entwicklung im Detailhandel Debatten gepflogen worden waren, im Februar 1833 eine Interpellation im preußischen Junker- Parlament eingebracht, welche die Regierung über die Maßnahmen gegen die„großkapitalistischen Unternchimingcn im Detailhandel" befrug. Von den Konservativen bis zum Centrum hinüber legten sich darauf, bei der Besprechung der Interpellation im April, die.Mittelstandsretter iuS Zeug und hatten auch den Erfolg, vom Finanzminister Miguel diese Steuer als gerechtfertigt bezeichnet zu sehen. In den größten Hoffnungeu schwelgte» damals die Mittelstands retter. Der Junker v. B r o ckh a n s e n rief pathetisch, nach Erlaß cinersWarenhaus-Stener werde der gelverbliche Mittelstand,„das'bcstc Bollwerk gegen die Socialdemokratie", Iveiteren Lebensmut fassen, „der landwirtschaftliche und gewerbliche Mittelstand werde sich eng zusammenschließen unter Führung der Staatsregierung zum Schutze von Thron und Altar". Und der agrarische' Hahn krähte zu- versichtlich:„Das einzige Mittel, welches wirklich Erfolg verspricht und wirklich einen Eingriff in die Form der Gestaltung des Handels im Juteresse des Mittelstandes zu bewirken im stände ist, ist die Be- steuerung des Umsatzes." Wirklich wurde dann im Februar 1330 der Jnnkerkammer der preußische Warenhanssteuer- Gesetzentwurf vorgelegt. Er war trotz seiner Schärfen noch immer nicht ganz nach dem Herzen der junkerlichen und fkleinbürgerlichcn Mittelstands� reaktionäre, die ihm deshalb auch in der Kominission noch eine wesentlich verschärfte Gestalt gaben. Ergötzlich ist es gerade jetzt, in dem damaligen Konnnissionsbericht die Angst der Mittelstmidsrelter zu lesen: der Warenhaus- und Bazarpolhp iverde sich in seine einzelnen Bestandteile, nämlich in Spccialgeschäfte, auflösen, und Ivie sie Sorge hatten, ihn nur ja so zu fassen, daß er ihnen nicht entrinnen könne, damit fie ihn diesmal erlegten. Diese groß- kapitalistischen Unternehmungen haben ihre Gestalt natürlich ruhig beibehalten. Die preußischen Mittelstandsretter hatten es so eilig, daß bereits im Mai 1930 da?„Gesetz betreffend die Warenhaus- Steuer" fix und fertig war. Am 18. Juli 1900 wurde es veröffentlicht. Das Gesetz teilt den ganzen Warenhandel in vier Hanptgruppen. Es bestimmt, daß alle solche Unternehmungen, welche den Detailhandel mit mehr als einer solchen Warengruppe betrieben und dabei eine» Gesaintumsatz von mehr als 400 000 M. erzielten, eine Umsatzsteuer zu zahle» hätten, die mit 4000 M. begann, bis 1 Million Mark Umsatz 23 033 M. erreichte und jede» höheren Umsatz mit 2 Proz. traf. Dieses Stcuerciukonnncn sollte den Gemeinden übertviesen werden, die wiederum gehalten sein sollten, es„vorzugsweise im Juteresse der kleineren Gewerbetreibenden zu verwenden." Wie hat nun dieses Gesetz in der Praxis gewirkt? Zunächst zeigte sich, daß der kapitalistische WarenverteilnngS- Prozeß ein viel zu umfangreiches Räderiverk ist, als daß ihn die Zwirnsfäden der reaktionären MittelstandSretterci wirksam einschnüren könnten. Als das Gesetz publicicrt ivar, machten sich eine Menge Ministerialverordnungcn notwendig, nur um Klarheit über die Zu- geHörigkeit bestimmter Waren zu den einzelnen Warengrnppen zu schaffen. Es ivar schließlich ein allgemeines Tohuivabohu, welches 81 Ministerialverordnungcn, die vom 23. Oktober 1933 bis zum 1. Mai 193l, also in 6V» Monaten! erlassen werden mußten, ver- geblich zu klären suchten. Die wirtschaftliche Wirkung der WarenhanS-Stcuer auf den geiverb- lichen Mittelstand war gleich Null. Das Gesetz hat auch nicht einen Konkurs kleiner Geschäfte verhütet, deren Gcsamtziffer die wirtschaftliche Krise so rapide gesteigert hat. Die großkapitalistischen Betriebe, die man in ihrem Wachstum hindern wollte, haben sich auf die Steuer eingerichtet. Zunächst haben sie die Steuer a u f ihre Lieferanten abgewälzt. So haben sich die Stroh« Hut- und Bliinienfabrikanten Sachsens, die an preußische Waren- Häuser liefern, beklagt, daß sie die WarenhauS-Stener tragen müßten. Im FabrikationSbczirke Plauen hat eine Rundfrage festgestellt, daß von 58 Fabrikanten, die an Warenhäuser liefer». 38 die Steuer teils, 20 sie gänzlich tragen müsse». Allgemein müssen, seit Einsllhrung der preußischen Warenhaus-Steuer, die Fabrikanten den Häusern die 2 Proz. Umsatzsteuer als Rabatt gewähren, so daß sie uud ihre Arbeiter die eigentliche» Träger der Steuer sind. Daher ist denn auch die sächsische Regierung nach langen Erwägungen und Schtvaukungen zu den, Entschluß ge- langt, das Experiment des preußischen Wareuhans-Steuergesetzes nicht nachahmen zu tvollen. Seit Jahren bedrängen die konservativen Mittclstandstäuscher die sächsische Regierung um Einführung einer «iuschneidcudeu Steuer gegen die Warenhäuser und besonders gegen die Konsumvereine, deren glänzende und segensreiche Ent- Wickelung den Arbeiterfeinden verhaßt ist. Sie erreichten auch, daß die Regierung seit Jahren sich sympathisch zur Auflage von Umsatz- steuern durch die Gemeinden verhielt, in einer Anzahl von Städten und Landgemeinden wurden die Konsumvereine schwer getroffen. Aber die Lebensmittelverteurer forderten mehr, sie forderten ein entsprechendes Gesetz für das ganze Land und das preußische Bei spiel diente ihnen als Muster, um die sächsische Regierung eifriger denn je zu bedrängen. Diese Regierung hat daher eine Denkschrift ausarbeite» lassen, in der sie nicht nur den W ü n s ch e n, sondern vor allem auch den trügerischen Hoffnungen, mit denen die Mittel staudsleute ihr Publikum narren, unzweideutig entgegentritt. Die mit Sorgfalt ausgearbeitete Denkschrift ist sehr lesensivert, sie be handelt die Frage nach allen Richtungen mit großer Gründlichkeit und kommt zu dem Ergebnis, daß die geforderten Steuern dem Mittelstand nichts nützen, aber die Arbeiter schädigen. Diese Denkschrift ist am Mitttvoch in der Zweite» sächsischen Kammer zur Beratung gelangt und der Minister v. M e tz s ch bestand auf den Anschauungen, die in ihr niedergelegt find. Er erntete dafür den deutlichen Unwillen der Redner der konservativen Partei. die ja in jenem Parlament alleinherrschend ist. Wenn selbst eine so reaktionäre und zu jedem Rettungsmittel für den Mittelstand geneigte Regierung wie die sächsische zu dem Re- sultate gelangt':„es mehren sich die Anzeichen, daß die preußische Warcnhans-Steuer den kleineren Unternehmern Nach teile bereite"— dann ist diese Steuer hiermit vollends gerichtet. Das Gegenteil dessen, ivas die Mittelstandstäuscher versprachen, ist in der Praxis eingetreten l Das Wachstum der Warenhäuser in den Großstädten wirkt Ivie ein Hohn auf die Mittclstandsretterei. In Berlin haben sich die Großbetriebe dieser Art räumlich vergrößert und in der Zahl ver- mehrt. Dasselbe ist in andern Städten der Fall. ES ist unschwer zn erkennen, daß auch im Detailhandel der kapitalistische Großbetrieb Riesenfortschritte macht. Das Fiasko der preußischen Warenhaus-Stener zeigt, ivie aus« sichtslos alle Versuche sind, auf dem Boden des kapitalistischen Systems dem Mittelstand wieder goldne Zeiten schaffen zu wollen.— polikifche Mebev�rchk. Berlin, den 20. März. Die Wähler gegen de» Brotwncher! Im Wahlkreise Breslau- West wurde durch den Tod nnsreS Schoeulank eine Ersatzwahl nötig. Am Mittivoch fiel die Wahl- entschcidung und sie bedeutet eine» glänzenden Triumph der Tocialdenlokratie und eine vernichtende Niederlage der Parteien des Brot Wuchers. Wir erhalten von unsren Brcslauer Freunden das Wahlergebnis in folgenden Ziffern: Eduard Bernstein gewählt mit 14 7VV St. Freisinn.......... 6 428„ Konservativ-klerikales Bündnis.. 4 474„ Antisemit.......... 323„ » Wir begrüßen Bernstein als den 38ten der socialdeniokratischen Reichstagsfraktion, als Kampfgenossen für die Zeit ernstesten poli- tischen Streites, dem die deutsche Socialdemokratie entgegengeht! Gewählt im heißen Ringen der Arbeiterklasse gegen die junkerliche Zollfron wird unser Freund ihr getreuer Anwalt sein in den Kämpfen auf dem parlamentarischen Schlachtfeld I Die Wahl in BreSlau-West reiht sich den früheren Reichstags- Ersatzwahlen an als ein überaus eindringliches Zeugnis Ivider den Brot Wucher und die Parteien, die ihn dem deutschen Volke aufzubürden bestrebt sind. C e n t r n m und Konservative schlössen ein Wahlbündnis in der Hoffnung, in die Stichwahl mit der Socialdemokratie zn gelangen; aber nicht nur erreichten sie nicht dieses Ziel, sondern sie, d i e Parteien des Brot Wuchers, haben die schmählichste Absage durch die Wähler erhalten. Während bei der Wahl im Jahre 1838 die bürgerlichen Parteien, abgesehen von der freisinnigen Volkspartei, noch 7389 Stiinine» erhielten, haben ie jetzt, sofern das uns übermittelte Ergebnis ein endgültiges ist, nur 4757 erreicht. Die reaktionären Parteien bezahlen ihre Wucherpläne mit einem Verlust von SSSS Stimme»? Da- gegen darf die freisinnige Volkspartei als Gegnerin des Zoll- attentats sich eines erheblichen Stimmenzuwachses erfreuen. Besonders günstig ist der Wahlansfall für die Social- d em o kra ti e. Die Socialdemokratie, die entschiedenste Feindin der Brotverteuerung und der junkerlichen Reaktion, hat fast genau die- selbe Stimmenzahl bewahrt, die sie 1393 hatte, obschon bei Nach- ivahlen fast stets eine Verminderung der Stimmen aller Parteien eintritt. In Breslau- West sind aber nur die Stimmen der Gegner der Socialdemokratie erheblich herab- gesunken, nicht aber die socialdemokratischen. Die sän>tlichen der Socialdemokratie gegnerischen Parteien erhielten vor vier Jahren 12 948 Stimmen, bei der jetzigen Wahl nur 11 225, das ist e i n Ausfall von fast 1700 Stimmen! Die deutsche Socialdemokratie dankt den Breslaner Arbeitern ür die tapfere Schlacht, die sie geschlagen! Der Wahlkreis Breslau-West war im ersten Jahrzehnt des Reichs- tagS-WahlrechtS sicherer fortschrittlicher Bestand. ES war der Wahlkreis Franz Zieglers, nach dessen Tode bei der Nachivahl von 1877 Häuel, dann in den folgenden Wahlen Bürgers uud Freund olgten. Daneben stellten die rechts vom Freisinn stehenden Parteien bei jeder Wahl ein ansehnliches Kontingent, ohne je den Sieg zu erringen; bald einigten sie sich dabei auf einen konservativen, bald auf einen freikonservativcn, bald auf einen nationalliberalen Kandidaten. Dazu stellte das Centrum eine Stimmenzahl, die zwischen 1030 und 2303 schwankte. Die Socialdemokratie gelangte bereits 1877 zum ersten- mal in die Stichwahl, in der sie mit 7276 Stimnien gegen 10 422 fortschrittliche Stimmen unterlag. Die Wahl von 1678 brachte der Partei einen Fortschritt' auf 8819 in der Stichwahl, die erste Wahl unter dem Socialistcngesctz aber wieder einen erheblichen Rückgang. Im Jahre 1881 aber eroberte die Socialdemokratie zum erstenmal den Kreis in der Stichwahl. Sie erhielt 3313 Stimmen, der Fortschrittler mir 7893; Kräcker Ivar gewählt und behielt den Wahlkreis bis zu seinem Tode im Jahre 1838. Der Kreis wurde 1884 in der Stichlvahl mit 8936, 1837 mit 10 779 Stimmen be- hauptet. Die Nachwahl von 1889 führte nnsren Parteigenossen Kühn zum Siege mit 9948 gegen 8237 Stiunnen. 1890 ging der Wahlkreis noch einmal an die Fortschrittspartei verloren, indem damals die Konservativen, Nationalliberalen und das Centrum ihre frühere Lauheit bei Stichwahlen zwischen Fortschritt und Socialdemokratie aufgaben und geschlossen für die Freisinnigen eintraten; der freisinnige Kandidat Vollrath erhielt im ersten Wahl- gange 6293 Stimmen, der nationalliberale 5372, das Centrum 1439, der Socialdemokrat 11 459 Stimmen; in der Stichlvahl siegte Vollrath mit 13 599 gegen 13 283 socialdemokratische Stimmen. Seitdem aber sorgte die Tüchtigkeit der Breslaner Arbeiterschaft dafür, daß nnsre Partei sofort im ersten Wahlgange siegreich ivnrdc. 1893 siegte Genosse Schoeulank mit 13 507 Stimmen gegen 5715 Stimmen der freisinnigen Volkspartei, 1370 antiseniitische, 4456 nationalliberalc und 1103 Centrums-Stimmen. Noch glänzender ivar der Sieg von 1898. Genosse Schoenlank erhielt 14 820 Stimmen, die freisinnige Volkspartei 5559, Konser- vative und Antisemiten 562, die Nationalliberalen 4363, das Centrum 2464 Stimmen.—_ Abgeordnetenhaus. Das Abgeordnetenhaus hat in einer ungewöhnlich lange ausgedehnten Sitzung am Donnerstag die S e k u n d ä r b a h n» Vorlage weiter' beraten. Da die Wahlen bevorstehen. sah sich fast jedes zweite Mitglied des Hauses veranlaßt, sich seinen Wählern durch Eintreten für seinen Wahlkreis in empfehlende Erinnerung zu bringen. Es lohnt nicht, über diese Kirchturmspolitik zu berichten. Das einzig erwähnens- werte Ereignis ist, daß sich ein Volksvertreter, Herr v. Pappenheim, während der Sitzung eine Cigarre anzündete. Wir können es ihm nachfühlen, daß er sich lieber diesem be- haglichen Genuß hingiebt, als dem, die langweiligen Reden mit anzuhören. Freitag: Fortsetzung.—_ RcichSkursbnch für Rennpferde und Junkersport. Die Herrenhäusler haben auch am Donnerstag wieder eine große Reihe, teiliveise bedeiltinigsvollcr Gesctzcsvorlagen im Hand« umdrehen erledigt n»d dabei doch noch Zeit gefunden, ihren Special- wünschen Ausdruck zu verleihen. Sehr mit Unrecht haben wir das Herrenhaus iviederholt als ein rückständiges Parlament bezeichnet, das die Bedürfnisse der Zeit nicht kennt. Reumütig nehmen wir diesen Vorwurf zurück, den» die Herren haben in ihrer Sitzung de» Beweis erbracht, daß sie weit vorausschauender sind als andre Sterb» liche,»nid daß sie auf manchen Gebieten, z. B. auf dem des Eisen- bahnwesens, gtcformen anstreben, an die wir in nnsrem beschränkten Unterthaneiiverstand»icmalS gedacht haben. Wohl sind ivir stets eingetreten für die Beseitigung der Thielenschcn Sparsamkeitspolitik, ivohl haben wir eine»lenschenwürdige Beförderung der Passagiere und zu diesem Zwecke die Aufhebung der vierten Wagenklasse verlangt, aber die Schaffung eines besonderen--- Fahrplans für Renn- und Zucht« Pferde, die sich als solche legitimiere» kvinien— wir gestehen es offen ein: eine so revolutionäre Forderung ist uns nie in den Sinn gekommen. Sich dieser armen Tiere anzunehmen haben wir in unsrer Kurzsichtigkeii den Herrenhäusler» überlasse», die allen Ernstes in Verbiudnng mit der Beratung eines Berichtes über die Aus- und Einrangiernug in den Landgestüten die Regiernng auf- forderten, dafür Sorge zn tragen, daß durch das Ministerium der öffentlichen Arbeiten möglichst bald, getrennt von den allgemeinen Fahrplänen für Vichtransporte, ein Fahrplan herausgegeben werde für Nenn- und Zuchlpferde, welche durch den Union-Klub oder die Landwirtschaftskammer als solche legitimiert sind. Also ein Reichs- kursbnch für Pferde! Nach dieser Leistung beschäftigte sich das Haus mit der Vorlage betr. den Erwerb von BergwerkScigeninm im Oberbergamts« bezirk Dortniinid für den Staat, und es nahni die Vorlage, obwohl einige Kommissionsmilglieder darin einen weiteren Schritt-- in den socialdemokratischen Staat erblickten, ohne Debatte an. Aber nicht genug damit, gaben sie auch in einer Resolution der Er« Wartung Ausdruck, daß bei der Einrichtung dieses Bergbaubetriebes im Sinne der Arbeiter-Wohlfahrt die notivendigcn Staatsmittel verwendet, insonderheit auch für die Belegschaft beider christlicher Konfessionen im Bedarfsfall die nötigen kirchlichen Eiurichtungcu getroffen werden.- — In der Beratung dieser Resolution wurde weidlich auf die Social« deniokraten und noch mehr auf die Polen geschimpft. Um seine Polenrede, die er ini Abgeordneteuhaufe ein Dutzendmal gehalten hat und die er sogar beinahe ohne Anstoß hersagen kann, auch im Herrenhanse an den Main» zu bringen, Ivar der Kultus, ninister S t u d t eigens am Regierungstische erschienen. Besonders zeichnet sich Graf und Marquis v. Hoensbroech, der Bruder des Ex- Jesuiten, in der Schilderung der großpolnische» Gefahr aus. I» einer längeren Debatte führte, wie fast alljährlich, der An« trag dcS Grafen Mirbach, die Regierung zu ersuchen, demnächst beiden Häusern des Landtags einen die Herabsetzung des Fidei« kommiß Stempels betreffenden Gesetzentwurf vorzulegen. Die Kommission für den Staatshanshalts-Etot beontrogte die Annahme mit der Aenderung, daß das Wort.demnächst" durch„baldlhunlichst" ersetzt wird. Graf Mirbach und mit ihm die Mehrheit des Hauses will keine organische Reform des Fideikomnnß-Gesetzes, sondern nur eine Herabsetzung des Stempels, die Regierung dagegen will sich nicht darauf einlassen, einseitig den Stempel herabzusetzen, sondern sie will das Fideikommiß-Wesen einheitlich regeln. Ein Gesetzentwurf ist in Vorbereitung. Der Minister Frei- Herr von R h e i n b a b e n erklärte zlvar, daß er dem An- trage Mirbach sympathisch gegenüberstehe, da auch er im Interesse des Nachwuchses u n s r e r Offiziere und Beamten und im Interesse der Erhaltung des Staates, namentlich mit Rücksicht auf den inatcriellen Zug der Zeit und auf das Schwinden der Liebe zrir Scholle, die Befestigung des Grundbesitzes wünsche, er bat aber zu warten, bis das ganze Fideikominiß-Gesetz geregelt würde. Das Haus jedoch, das sehr große Eile hat,»ahm den Antrag unter Streichung des Wortes„baldthunlichst" an. Nur die„Linke", d. h. die Partei der Oberbürgermeister, stimmte dagegen. Am Freitag steht neben kleineren Borlagen das Provinzial- Dotationsgesetz zur Beratung.— Die Antwort auf das englisch-japanifche BiindniS. Der englisch- japanische Ostasienvertrag ist also durch den russisch-franzosischen Trutz- und Schntzvcrtrag für Ostasien bcant- wartet worden. Der rnssisch-französische Zweibund erstreckte sich ja bisher noch nicht auf außereuropäische Verwickliingeii, so daß eine derartige Erweiterung notivendig war. Trotz der friedfertigen, heuchlerischen Einleitung, daß das Pro- granim England und Japans, den Status gno in China aufrecht zu erhalten, nur den wiederholt betonten politischen Grundsätzen Ruß- lands und Frankreichs entspreche, schlägt die Note in ihren Schluß- sätzen einen recht scharfen Ton an. Wenn man feierlichen diplomatischen Erklärungen der Regierungen auch nur das geringste Vertrauen entgegenbringen dürfte, so müßte der Inhalt der Erklärung ganz danach angethan sein, die Gefahr eines internationalen Konfliktes in Ostasien nahezu zu be- seitigen. Denn den zwei Mächten, die unlängst durch ihren Vertrag das Gelöbnis ablegten, mit allen Mitteln die fernere Integrität Chinas aufrecht erhalten zu tvolleir, hätten sich jetzt ztvei Iveitere Großmächte mit einer ganz gleichlautenden Erklärung an- geschlossen. Vier große Mächte: England, Japan, Rußland und Frankreich, hätten sich also zu Schützern Chinas aufgeworfen, so daß, lvie nian meinen sollte, jeder andren Macht die Lust ver- gehen sollte, künftighin noch an dem chinesischen Kuchen herum zu knuspern. Auffallend müßte es in diesem Fall freilich erscheine», daß die beiden letztgenannten Mächte es für notivendig erachteten, einen separaten Schutzverband für China unter sich abzuschließen, statt einfach dem anglo- japanischen Bündnis beizutreten. Schon die Thatsache, daß Rußland und Frankreich separat vorgingen und in ihrer Note erklärte», mit einer eventuellen„aggressiven Aktion" rechne» zu müssen, beiveist, daß die Motive, die die beiden Zweibiinde für ihr Zustandekommeir geltend machten, nur vor- geschobene sind. Beim englisch-japanischcn Zweibuud konnte man allenfalls noch an die Aufrichtigkeit seines Jntegritäts-Princips glauben. Der Wett- belverb der andren Staaten ivar ihnen so unangenehnr geworden, daß sie es schließlich noch fürs beste hielten, vorläufig auch selbst auf Annexionen zu verzichten, sofern sie diese rivalisierenden Mächte nur auch ihrerseits an Gebietserwerbungen verhindern konnte». Dem neuen ostasiatischen Zweibuud steht dagegen die Heuchelei schon an der Stirne geschrieben. Rußland selbst tvar die einzige Macht, die die letzten Wirren zu einer Annexion benutzte. Seine Annexion in erster Linie veranlaßte ja England und Japan, ihren Zweibuud zu schließen. Und da dieser Zweibund unter dem kvabus quo die Herausgabe der Mandschurei versteht und Rußland sich bis jetzt dazu noch nicht hat bequemen können, läßt sich der russisch-französische Ostasienvertrag nur so deuten, daß er R u ß l a n d den Besitz dieser s e i n e r A n n e x i o n sichern soll� Nicht der Integrität Chinas wegen wäre also der neue Zweibund geschlossen worden, sondern der Integrität des russischen Raubes wegen, gegen den allerdings der englisch-japanische Vertrag eine„aggressive Aktion" in Aussicht stellte. Ohne eine Gegenleistung in Siidchina dürfte natürlich Frankreich Rußland den Liebesdienst nicht ertveise». Mit andern Worten: Während der englisch-japanische Zweibund der Annexionspolitik in China Halt gebieten soll, soll der russisch- französische Zweibund die Annexionspolitik gegen ettvaige Jnter- ventionen sichern. Unmittelbare Annexionsabsichten braucht der neue Zweibund damit noch keineswegs zu verfolgen, es mag ihm fürs erste genügen, dem Bedrängen Rußlands in der Mandschureisrage Einhalt zu thun. Möglichertveise wird Rußland zunächst versuchen, Deutschland auf seine Seite zu bringen, wie sich ja England und Japan der anierikanischen Sympathien zu versichern suchten. Daß Deutschlands Politik keine ernstliche Wahrung der chinesischen Integrität verfolgt, beiveist ja sein Verhalten in Tientsin, belveist sein Vorgehen in der sogenannten neutralen Zone unr Riantschon, in der es ganz wie in einem annektierten Distrikte Militär- st a t i o n e n errichtet, während ihm der Kiautschon-Vertrag nur das D u r ch z u g s r e ch t einräumte. Thatsächlich scheint in Rußland ein Werben um Deutschlands Gunst einsetzen zu wollen. Kennzeichnend dafür ist ei» Artikel des„Grashdanin", der für eine deutsch- russische Annäherung warm eintritt. Fürst MetscherSky erklärte darin eine ernste aufrichtige Annäherung Rußlands aus vielen Gründen schon deshalb für vorteilhaft, weil sie für Deutschland ebenso gewinn- bringend sei wie für Rußland. Das Verharren Rußlands in der jetzigen Position des Ziveibnndes und des liebenswürdigen Jn- differentismus gegen Deutschland könne Rußland Schaden bringen. Es würde den Thatsachen nicht entsprechen, wen» nian behaupten wollte, daß durch den russo-frankischen Ostasien-Vertrag die Situation sich weseutlich verschlimmert hätte. Kritisch ivar sie auch ohne- hin schon wegen der unverhüllten Eifersüchtelei der Mächte. Die Scheidung in mehrere Gruppen tvird allerdings die Spannung wahrscheinlich noch vermehren. Jede derselben wird krampfhaft rüsten, um für den Fall kommender Entscheidungen möglichst gut vorbereitet zu sein. Frankreich, das auch die russischen Rüstungen zum Teil wird mitbezahlen müsse», wird seiner Weltmachtpolitik besonders große Opfer zn bringen haben. Kann, weniger auch D e u t s ch l a n d. ohne dessen Dabeisein ja künftig„keine große Entscheidung auf dem Erdball mehr fallen" soll. Die Gefahren und Schäden der imperialistischen Weltmachtpolitik wachsen so ins Uferlose.— Deutsches Weich. Unnötiges Lcisctrcte». Nach Ostern sollte in Berlin eine Kundgebung gegen den Zolltarif durch die Vertreter der deutschen Städte stattfinde». Liberale Zeitungen empfehle» jetzt, wenn auch mit einigem Bedanern, daß die Städtevertreler nicht als offizielle Beauftragte ihrer Stadtverwaltungs-Körper- fchaften zusammenkommen sollen, sondern als Privatpersonen; sie sollen auch von ihren Kommunen keine Tagegelder und Reisekostenvergütung empfangen. Und warum diese Herabminderung der geplanten Kundgebung? Das Ober-Verwaltungs- g e r i ch t soll in der Erörterung der Zollfrage, weil dies eine all- gemeine politische Frage sei, eine Ueberschreitnng der Kompetenzen der städtischen Körperschaften festgestellt haben. Dem müsse man sich fügen. Dies ist eine gänzlich falsche und überflüssig reaktionäre Ans- legung des allerdings genügend reaktionären Urteils des Ober- Vcrlvaltnngsgerichts. Das Oberverwaltungsgericht hat lediglich die Erörterung der Zollsrage in der Art eingeschränkt, daß sie unter Bezugnahme auf die speciellen örtlichen Ver- h ä l t n i s s e und Interessen der einzelnen Koinninnen erfolgen müsse. Von einer allgeincinen Verurteilung der Befässnng mit dem Zolltarif ist keine Rede und es ist geradezu Selbstmord. wenn die Städteverwaltnngen sich freiwillig ihrer wichtigsten Rechte begeben wollen I Der Kampf gegen Amerika. Unter dem Vorwand„gesnnd- heitlicher Rücksichten" sperrt die deutsche Regierung zu Gnnsten der Agrarier immer mehr die Einfuhr ausländischer Lebensmittel ab. Neuerdings hat man die Gefährlichkeit von Borax entdeckt und die Einfuhr von Fleisch Vorboten, das mit Borax konserviert ist. Nun meldet Laffans Bureau aus New Jork, „Gebrüder Arm o u r und andre hervorragende Firnien der Büchsenfleisch-Export-Jndnstrie hatten Erhebungen bezüglich der Verordnung der deutschen Regierung veranstaltet, ivodurch die Einfnhr von Fleisch verboten wird, zn dessen Konservicrimg Lösungen vertvandt iverde», die in irgend einer Form Borax enthalten. Der Bericht über diese Erhebungen ist jetzt erschienen. Er bezeichnet die durch die Verordnung der deutschen Regiernng geschaffenen Schwierigkeiten als Uiinberlvindlich, obgleich in den von der amerikanischen Flcischexport-Jndustrie zur Konservierung verwandten Lösungen nur Proz. Borax enthalten sei. Die Verschiffungen von konscrt'iertem Fleisch von Amerika nach Tcutschland tviirdcn daher mit dem I. Oktober 1S0Ä aufhöre» müssen. Die interessierten Firmen der Fleischexport-Jndustrie erklären es für unmöglich, das Fleisch ohne Anivendnng von Borax genügend zu konservieren. Sie haben an die Regiernng der Bereinigten Staaten eine Denk- schrift gerichtet, tvorin sie ersucht tvird, bei der deutsche» Regierung Einspruch gegen diese Verordnung zu erheben, da sie einem vollständigen Verbot der Einfnhr von konser- viertem Fleisch gleichkomme." Der deutsche Staatsbürger darf unbehelligt schlechtestes Fleisch für teuerste Preise verbrauchen, lvenn es nur„nationalen" Ursprungs ist. Hingegen wird er vor gntcin und billigem Fleisch, das aus de», Ausland kommt, in Gnaden behütet. Lieber nationalen Hundebraken essen, als amerikanisches Rindfleisch.— Zur Diätenfrage wird allerlei gemunkelt. Daß die Ein- sührimg von Reichstagsdiäten, gegen die der Bundesrat nicht ab- geneigt ist, lediglich durch den Widerspruch der preußischen K r o n e verhindert tvird, stellt die„Freisinnige Zeitung" noch- inals fest. In der Frage der besonderen Zolltvilcher- Diäten für die Koni- Mission soll eine Verständigung zwischen dem Reichskanzler und den, Reichstagspräsidenten erzielt worden sein.— Droschkenkutscher«ud Zolltarif. Der Droschkenkutscher ist durch den Zolltarif doppelt bedroht. Einmal leidet er und seine Familie wie jeder andre arbeitende Rcichsbnrgcr unter de» tencrndcn Wirkungen der Zölle ans Nahrungsmittel. Aber auch seinem Droschkenpferd ist der Brotkorb höher gehängt. Belanntlich hat die Zolltariftommiision einen Maiszoll voi, 5 Mark für den Doppel- centner beschlossen. Mais ist ein sehr gutes Kraftfutter für Pferde. So verfutterte beispielsweise die Berliner Pferdebahngesellschaft in, letzten Jahre für 3 Mill. Mark Mais und mir für 300000 M. Hafer. Ein Droschkenkutscher braucht täglich mindestens 6 Kilo Kraftfnttcr— andre Pferde erhalten vis 10 Kilo Kraftfutter. Gegenwärtig wird für den Doppelcentiicr Mais 1.30 M. Zoll erhoben. ES tritt also eine Verteuerung von 3.10 M. für de» Doppelcentncr ein. Will der Droschkeukntscbcr sein Pferd nicht verhungern lassen, dann muß er im Jahre 2190 Kilo Mais verfüttern. E r m n ß t e also jähr- l i ch 74 M. 4 6 P f. mehr für P f e r d e f u t t e r ausgeben. Da seine Einnahmen nicht steigen— eine Liebesgabe für Droschken- kntscher sieht das Gesetz nicht vor—, so steht er vor der Wahl: soll er sein Pferd hungern lassen oder soll er, da er doch sein Pferd als Arbeitsmittel braucht, sich und seiner Familie noch über die Ver- tenerung hinaus, der jeder deutsche Staatsbürger ausgesetzt ist, für 74 M. Entbehrungen auflegen? Die konservätiv-Ilerikalen Zöllner nennen das: Erhäktnng des Mittelstandes.— Die Wahl i» Rasteuburg-Gcrdnueu hat den Brotivucherern begreiflicherweise einen nicht geringen Schreck eingejagt. Die Kon- servativen selbst zwar suchen durch allerlei Flausen die» neue Plebiszit gegen die Brotwiicherpläne abzuschwächen, ihre groß- indnstriellen Verbündeten dagegen' verschließen sich weniger den Thatsachen. So warnt die„Post": „Auch dieser neue Wahlansfall bestärkt uns in der Annahme, daß es unverantwortlich sein würde, wem, die K o>, s e r- vative» nicht alles aufbieten wollten, um zu ver- hindern, daß die Z o l l t a r i f f r a g e» in eine große W a h l b e w e g u n g kommen. Wie die bisher vorgenommenen Einzclwnhlen. werden auch die noch weiter stattfindenden zu er- weisen angethan sein, daß der Arbeit der AufHetzer gegenüber die der Aufklärer den kürzeren zieht." Wenn die„Kreuz-Ztg." sich darüber entrüstet, daß im Wahl- kämpfe im„socialdemokratischen Stile gehetzt" worden sei, so sei den,- gegenüber die v o r n e h in e konservative Kampfcswcise durch folgendes Gedicht charakterisiert, das am 8. März in,„Gerdauer Kreisblatt" abgedruckt wurde: Heran kommt mm die Rcichstagstvahl, Für Manchen eine neue Qnnl— D'ruii» Bauern, Bürger, Arbeitslent' Zu Eurem Besten raten hcnt': Den Dultz wählt nicht, de» Liberalen, Auch Ebhardt nicht, den Socialen! Herr Dultz vertritt das Jndenpack. Die Leut' sinws mit dem vollen Sack! Die ihn gefüllt durch Banenischtveiß. Den'» niemals nur die Stirn' ward heiß; Heraus sie auch nie etivas geben, Denn vom Profitchen muß man leben. Die ftaatsnm'.välzende Partei, Läßt uns doch nicht ganz einerlei— Begünstigt Aufruhr, Raub und Mord. Verherrlicht'S gar durch Schrift und Wort! Und der Partei ihr Kandidat Ist Ebhardt, der Socialdemokrat I Ihr königstrene Männer nun Die Ihr gekänipft für Deutschlands Ruhm In Frankreich und auf Chinas s!) Au'u! Voll Stolz wir alle auf Euch scbaun, Und nun sollt Ihr vermehren gar Des Vaterlandes Feindeschar? Wo steckt der Dreschgras? Der.Niederschlcsische Anzeiger" meldet: Die auf heute angesetzte Verhandlung gegen den Grasen P n ck l e r Klei u-Tschirne wegen Vergehens gegen§ 303 des Reichs- Strafgesetzbuches wurde vertagt, weil Graf P ü ck l e r nicht erschienen war. Der erlassene Haftbefehl war nicht ausführbar, weil der Aufenthalt des Grafen Pückler nicht zu ermitteln war. Es wurde vom Gericht beschlossen, einen neuen Termin erst anziiberaume», wenn Graf Pückler verhaftet und in das Glogauer Landgerichts-Gefängn is eingeliefert i st.— Der tolle Gras niag sich jetzt also vor den„Polizeilerlei," hüten und sie vor ihm I— Hinter verschlossenen Thüren. Der Hanptmanu Curt Ambrosius Krug, der Feldtvebel Hammer und der Sergeant Nierisch, sämtlich vom Infanterieregiment Nr. 178 zu Kamenz, hatten sich vor dem Kriegsgeriäit der 32. Division in Dresden wegen Ungehorsam bezw. Beihilfe zum Ungehorsam, unrichtiger Erstattung einer dienstlichen Meldung und Beleidigung eines Untergebenen zi, verantworten. Alle drei Angeklagte sind wiederholt disciplinarisch vorbestraft. Noch vor Verlesung der Anklageschrift wurde wegen Gefährdung militärischer Dienstintercssen die O e f f e>, t l i ch k e i t ausgeschlossen. Feldwebel Hammer war daneben noch wegen Bestechung und Mißbrauchs der Tienstgeivalt unter Anklage gestellt. wurde aber hierin freigesprochen. In der Hauptsache soll es sich bei der Anklage um«»richtige Führung der Schießbücher »ud Beleidigimg eines Untergebenen handeln. Das Urteil lautete gegen Haiip'tinaini Krug wegen Ungehorsams, unrichtiger Erstattung einer dienstlichen Nieldung und Beleidigung eines Untergebenen auf sechs Monate drei Wochen Gefängnis und Eni- f e r n u n g ans dem Heere, gegen Hammer wegen Beihilfe zum Ungehorsam ans 1 Woche 1 Tag gelinden Arrest, und gegen Nierisch wegen des gleichen Vergehens ans 1 Woche Arrest.— Wehe dem, der gegen Soldntenschinder aussagt! Thorn. 19. März. Am 21. Dezember v. I. machte der Kanonier Gurschnick von der 3. Compaguie des Artillerie-Regiments Ztr. 11 einen Selbst- Mordversuch. Er wurde dabei betroffen, als er sich auf den, Boden der Artillerie-Kaserne in eine,,, Fahrradg�stell niittels eines Hand- tuches und Gewehrriemens erhangen wollte. Als er über den Grund zu der That vernommen wurde, gab er an, daß er die M i ß- Handlungen, welche er erdulden müsse, nicht länger er- tragen könne. Die eingeleitete Untersuchung ergab nun folgendes: Etwa einen Monat nach Eintritt der Rekruten sagte der Unteroffizier Schubert von der 3. Compagnie zu Leuten seiner Korporalschaft, sie möchte» doch den Kanoniere» Gurschnick und Zittlau die„kameradschaftliche Liebe" spüren lassen. Eine ähnliche Aeußerung that danach auch der O b e r g e f r e i t e S ch n i tz I e r von derselben Compaguie den Rekruten gegenüber, drückte sich aber»och deutlicher aus, indem er empfahl, die K l o p f p e i t s ch e z Ii gebrauchen. Darauf haben die Kanoniere Paul Metzkow, Richard Dreetz, Friedrich Muschick und Franz Reddemann nach dem Schlafengehen, wenn das Licht bereits ausgelöscht ivar, die Betten verlassen'»nd gemeinschaftlich die Kanoniere Gurschnick und Zittlau, nachdem sie ihnen das Zndeck fortgezogen, mit Klopfpeitschen so bearbeitet, daß Striemen z u r ü ck b l i e b e>,. Diese Mißhandlungen erfolgten an ztvei verschiedenen Abenden und wurden nach einer kurzen Pause wiederholt. Als dann infolge des Selbst- Mordversuchs des Kanoniers Gurschnick eine Untersuchung drohte, äußerten der Unteroffizier Schubert und der Obergefreite Schnitzler zu den Leuten, sie sollten nichts verraten. Nachdem der Hauptmann die angetretenen Leute aufgefordert, es solle jeder vortreten, der ettvas von den Miß- Handlungen wisse, meldete sich zuerst niemand. Darauf thatei, Schubert und Schnitzler die Aeußerung:„Wehe dem, der vorgetreten wäre!"— Diese Vorgänge brachten die geiiamiteii vier Kanoniere lind den Unteroffizier Schubert und der Obergefreiten Schnitzler ans die Anklagebank des Kriegsgerichts. Ter Obergcfreite Schnitzler wurde wegen Anstistnug zur Mißhandlung unter Mißbrauch der Dicnstgewcilt und wegen Anstiftimg zum Belügen eines Vorgesetzten zn zehn Tagen Gefängnis, der Unterosfizier Schubert tvegen vorschriftswidriger Behandlung Untergebener, Anstiftung zun, Be- lügen eines Vorgesetzte» und Verleitung zur Anstiftung zum Belügen eines Vorgesetzte» unter Mißbrauch der Dienstgewall zu drei Wochen Gefängnis»ud die Kanoniere Metzkow, Dreetz, Muschick ,»id Reddcmann tvegen gemeinschaftlicher gefährlicher Körperverletzung, erstcrer zn zehn Tagen, die andren drei zn je fünf Tagen Gefängnis verurteilt. Derartige Bestrafungen werden Seelenverwandte der beiden Soldatenschindcr kaum von ähnlichen AnSschreitungen abhalten!— Gegen den groben Unfug, der mit der Auwcndnng deS Groben Unfug- Paragraphen getrieben tvird, wendet sich ein Erlaß des bayrischen JiistizininisterinmS. Er hebt hervor, daß die Vorschrift des§ 360 Ziffer 11 des Reichs-Strafgesetzbiichs in der Rechtsprechnng eine Auslegung erfahren habe, nach welcher jede Art von U»- gebühr, die nicht durch andre Vorschriften besonders miter Strafe gestellt ist. als grober Unfug bestraft werden kann. Diese Gesetzes- äuwendung habe zu lebhaften Angriffe» in der Presse und zu wieder- holten, auf Aenderimg der Vorschrift abzielenden Anträgen im Reichs- tage geführt. Die Auslegung des besagten Paragraphen gehe aber auch,' so äußert sich das Justizininisteriun, weiter, über die Absicht d e S G e s e tz g e b e r s>v e i t hinaus. Es iveist des- halb ans die einschlägigen Entscheid»,, gen des Reichsgerichts hin und empfiehlt den Staatsanwälten und Amisanwalten entsprechende Sach- bchnndlimg. Gegen abweichende Entscheidnngen sollen die zulässigen Rechtsmittel angewendet werden.— Ausland. „Hoch und Heil den Hohenzollern!" —5.1— Wien, 19. März. Dieser begeisterte Ruf ist gester» laut getvorden— in, ö st reichische»Abgeordnete»hau sei Der Mann, der so feurigen Byzantinismus ans Distanz betreibt, ist der Abgeordnete Schönerer, der die preußische Dynastie deshalb so heiß liebt, weil er die östreichische nicht leiden mag. Man per- handelte im Hanse das Budgetprovisoriu»,, das ziveite bereits für das laufende Jahr. Bekanntlich hatte Herr v. Koerber zuerst gehofft. das Budget bis Ende des Jahres durchzudringen; als die schöne Hoffnung scheiterte, hatte er sich ei» Provisorium bis Ende März bewilligen lassen, und da im» die Aussicht geschwunden ist, mit der Beratung des Staatsvoranschlages vor Ende April fertigen werden, so»mß die provisorische Bewilligung zur Erhebung der Steuern aus weitere ztvei Monate erstreckt werden. Die ziveite Lesung des Budgetprovisorinms benutzte nun Herr Schönerer, um seinen, angesammelten Uiirnute gegen die deutsche Ob»,ä»»er-Ko»fereiiz Luft zn machen. Diese deutsche Obmänner- Konferenz ist ein Erbstück ans der ObstriiktionSzeit. Ursprünglich nur eine lose Verbindung zn gelegentlichen Abwehnnaßregcln, ist sie. weniger durch die Bedentmig der in ihr vertretenen Parteien als durch die Zerrissenheit des' Parlaments, zu der einflußreichsten parlamentarischen Gruppe geworden. Ihren nationalen Charakter hat sie freilich längst eingebüßt, jonden, ist heute der Kern der Koerberschen Mehrheiten, die ganz zufällig ansschauen, aber sehr regelmäßige sind. Es gehören ihr von den sechs deutschen Parteien des Parlaments vier a»: die Deutsche Volkspartei, die Deutsche Fortschrittspartei, die Christlichsocialcn und die verfnssnngs- treuen Großgrundbesitzer. Auf die Deutschllerikalen, die sich jetzt»ach rcichsdentschem Muster Centrum nennen, ist nicht reflektiert worden, und die Alldeutschen haben sich beizutreten geweigert; teilweise deshalb, weil sie nationaler erscheinen wollen als die übrigen Parteien, teils deshalb, weil sie mit de» Wiener Klerikalen' politische Gemeizischaft nicht halten wollen. Nun haben die Alldeutschen in letzter Zeit, hauptsächlich zu dem Zwecke, um daS durch die Privataffaire des Herrn Wolf so arg ge- schädigte Ansehen zu restaurieren, allerlei„Aktionen" begonnen, zn welchen sie die„dentschfreiheitlichen" Parteien mit Uebergehnng der Obmänne,-Konferenz geladen hatten. Aber die Eingeladene» haben stets refüsiert»nd so sind die„Aktionen" für die deutsche Staats- spräche, gegen den ezechischen Landsmannministcr Rezek und andre immer ins Wasser gefallen. Die Ablehiuing hatte zweierlei Ursachen. Einesteils wollen die„freiheitlichen." Parteien ihre chriftlich-socialen Bundesgenossen nicht vor den Kopf stoßen, und andrerseits bedingt es ihr Verhältnis zur Regierung Koerber. daß die politisch- nationalen Fragen von den Deutschen nicht mutivillig an- geschnitten werden. In, Parlamente gab es mm gestern ein großes Gezänke, wer für die Durchsetzung der deutschen Staats- spräche, bekamitlich des Primtstücks des dentschiintionalen Programms, der sachlichen Möglichkeit»ach aber einer vollständigen Utopie, wer also für die angebliche Hauptforderung der Deutschen in Oestreich — weniger gethan habe. Das Resultat ivar. daß alle deutsche» Parteien zusammen nichts unternommen haben, daß die„Forderung" im Programme steht, aber als niehr denn als ein Aufputz auch von ihren Erfindern nicht erachtet wird. Doch wie kam Herr Schönerer auf den Einfall, seiner Be- gcisterung für das glorreiche Geschlecht der Hohenzollcrn— das ist ein Citat ans dem stenographischen Protokoll der Verhandlungen des östreichischen Abgeordnetenhauses— so lauten Ausdruck zu geben? Es wurden nämlich vorgestern zwei Ordnungsrufe er- teilt ivegen Bemerkungen über den deutschen Kaiser. Der jung- ezechische Abgeordnete S r o z i l wurde gerügt, weil er davon ge- sprachen hatte, Kaiser Wilhelm hätte einen Plan aufgestellt:„Wie die deutschen Truppen in Oestreich enrpfangen werden sollen"; da dieser Ordnungsruf erst nach fünf Tagen erfolgte, so scheint er einer diplomatischen Intervention, mindestens einem Winke des Grafen Goluchowski seinen Ursprung zu danken. Wurde nun der eine Ordnungsruf erteilt ivegen Beleidigung eines Hohenzollern, so galt der zweite der Verherrlichung dieser Dynastie. Der altdeuischc Abgeordnete E i s e n k o l b, bekannt durch eine wahrhaft fanatische Schivärmerei für den Protestantismus, batte nämlich geschrien fer schreit nämlich immer):„Das deutsche Volk ist auf dem besten Wege, zur Weltherrschaft zu kommen unter der Führung des glorreichen Geschlechtes der Hohenzollcrn, und nachdem wir in Oestreich trotz des Lachens der Herren Kleri- kalen ein i n t e g ri e r e n d e r Bestandteil des deutschen Volkes sind, nehmen ivir an dieser Weltherrschaft, ob es den Czechen, Slovenen und Kroaten recht ist oder nicht, A n- t e i I." Diese Zuversicht für die providcntielle Mission der Hohen- zollern ist nun gestern von Herrn Schönerer, dem Führer und Diktator, als ein P r o g ra m m p n n k t der östreichischen All- deutschen erklärt worden. Herr Schönerer beschloß nämlich seine sonst ganz ruhige Rede mit der Pointe:.Hoch undHeil den Hohenzollern!" Wenn Herr Schönerer beabsichtigt hat, mit seinem von parla- mentarischen Gepflogenheiten ziemlich abweichenden Rufe Effekt zu mache»—»ud es wird von dem alte» Koinmödianten nichts andres onzunehnieu sein— so hat er die Absicht erreicht. Die Erklärung wurde von seinen Parteigenossen mit jubelndem Beifall, von den patriotischen Parteien mit dem ganzen Aufwand von Entrüstung auf- geiiomrneii, über die Patrioten jederzeit verfügen. Herr Schönerer erhielt seinen Ordnungsruf, der Berichterstatter, der deutsch-klerikale Abgeordnete K a t h r e i u, sprach ihm„im Namen des ganzen Hauses" die tiefste Entrüstung ans, und auch die deutschen Abgeord- »ete», der Volksparteiler D e r s ch a t t a und der Fortschrittler Funke, beeilten sich, gegen die anti-östreichische Aenßerung Protest einzulegen. Natürlich benutzte Herr Kramarz, der durch seinen lvüteuden Deutscheuhaß bekannte Jungczeche, die willkommene Gelegenheit, um dle deutschen Hochverräter nach oben zu denunzieren. Bei der Empfindlichkeit des Kaisers Franz Joseph ist es gar nicht ausgeschlossen, daß der Zwischenfall noch größere politische Wirkungen hervorrufen kann. Herr Schönerer war übrigens gestern nicht zum erstenmale der Urheber einer �unpatriotischen" Demonstration. Schon im Jahre 1878 gab er seiner Sehnsucht»och des Deutschen Reiches Herrlichkeit mit den Worten Ausdruck:„Immer mehr und mehr hört man in den deutschen Provinzen Oestreichs den Ruf:„Wenn wir nur schon dem Deutschen Reich angehöre» würden!" Nur eine kurze Zeit war Herr Schönerer Hohenzollern verfeindet: damals, als Bismarck gefallen und geächtet war. Denn die Berehrilug Bismarcks ist Herrn Schönerer ein Gottes- dienst; er hat für den Heros die Vertretung als Prophet für Oest- reich übernommen. Die deutschen Arbeiter, die über so vieles im Reich zu klagen habe», werden vielleicht erstaunt sein, zu erfahren, daß das Deutsche Reich preußischer Art in Oestreich so heiß verehrt wird. Aber sie mögen nicht zu stolz werden, denn Oestreichern zu imponieren ist beileibe noch keine Heldenthat!— Oestreich-Nngarn. Ter russische VölkcrrechtSbrnch dementiert. Das„Freniden- Watt" erfährt von„maßgebender Stelle", daß die Nachricht, rnssische Gendarmen seien in das östreichisch- nngrische Konsulargebäude in Warschau eingedrungen, um eine Haussuchung vorzunehmen, au Erfindung beruht.— Belgien. Zur Lage. Die Verweigerung des allgemeinen Stimmrechts ist die Revolution. Dieser Gedanke beherrscht hier die öffentliche Meinung. Der Ministerpräsident hat mit seinen Drohungen vom Blutvergießen, mit denen er die Bewegung einzuschüchtern glaubte, nur Oel ins Feuer gegossen. Die socialistischen Führer dagegen habe» das möglichste gethan, uin die Verfassungsrevision ans güt- lichem Wege durchzuführen. Sie habe» mit Hintenansetzung ihrer Grundsätze sich mit den Liberalen verbündet, die auf ökonomischem Gebiet ihre heftigsten Gegner sind. Sie habe» an Leopold II. ein offenes Schreiben gerichtet, daß er zu Gunsten des allgemeine» Volksivillens seinen Einfluß auf die ividerstrebenden Regierungs- Vertreter geltend machen soll, und beglaubigten Nachrichte» zufolge soll Leopdld H des inneren Friedens willen der Verfassungsrevision geneigt sein. Die Socialiste» wandte» sich auch an die katholische» Arbeiter, indem sie diese daran erinnerten, daß der verstorbene katho- kische Staatsmann Nothomb sich im Jahre 1892 für das allgemeine Wahl- recht ausgesprochen habe. Der Erfolg in dieser Hinsicht ivar ein guter. Die christlich-demokratische Föderation in Brüssel faßte vor einigen Tagen den Beschluß, die Abgeordnete» Reuki», Carton, Wiart und Colfs, die unter ihrer Protektion gewählt wurden und sich dem allgemeinen Stimmrecht gegenüber ablehnend verhalten. aufzufordern. diese Haltung aufzugeben und für das allgemeine Wahlrecht zu stimmen. Die Resolution ist unterschrieben von Mousset, früheres Mitglied der Aepräsentanlenkammer, I. De Coninck, Vorsitzender des demokratischen Verbandes und Stadtverordneter zu Schärbeck, Rcchtsauivalt Teurlings, Stadtverordneter von Schärbeck, Ceutericks, Angestellter des Maison des LuvrierS zu Molenbeck. Magdelyns, Stadtverordneter von Molen- deck und dem Angestellteii Knapen von Saint-Gilles.— Eine Iveitere bemerkenswerte Nachricht kommt aus Brüssel, die darauf hindeutet, daß die Regierung einlenkt. In der Kainmersitzung vom Dienstag näherte sich der Ministerpräsident De Smeet de Naeyer der Bank des Genossen Smeets und erklärte in Gegemvart der De- putierten Warocquö, Verhaegen und Allard, daß, ivenn die Socia- listen nicht seit 2 Jahren obstruiert hätten, die Regierung sich der Revision nicht ividersetzt hätte.„Und," fiijjte er hinzu,„wenn ich heute sicher wäre, daß das parlamentarische Regime gesichert ist, ivürde ich mich auch heute der Verfassungsrevision anschließen". Genosse Smeets gab dem Ministerpräsidenten befriedigende Er- klärungen.— Beratung dcö Kommniialtvahl-Geseycs. Der erste Artikel des Gesetzentwurfs betr. das allgemeine Stimmrecht, welcher in der MiitwochS-Sitzmig der Repräsentantenkammer beraten wurde, lautet: Um Konnnunalwahler zu sein, muß man 1. Belgier sei» oder die gesetzmäßige Naturalisation erlangt habe». 2. 21 Jahre alt sein und 3. in der betreffenden Genieinde seit 6 Monaten ansässig sein. Ein Zusatzantrag schlug vor, nach dem Worte„Äommunalwähler" die Worte„ohne Unterschied des Geschlechts" zu setzen. Das Hans lehnte zunächst diesen Znsatzantrag, dann die einzelnen Paragraphen und damit den ganzen Artikel I ab. Spanien. Gegen die religiösen Orden. In verschiedenen Orten Spaniens, besonders in den Schulen, Iverde» Unterschriften ge- sammelt für eine Bittschrift an die Regentin. daß sie das Dekret gegen die religiösen Orden nicht zur Ausführung gelangen lassen soll. In den Fabriken ließen die Arbeitgeber diese Bittschrift eben- falls unter den Arbeitern kursieren, die sich jedoch iveigerte», zu unterschreibe». Von den Socialiste» und Republikanern dagegen werden in Madrid und in de» Provinzen Massenversammlungen organisiert, welche sich für Ausführung des Dekrets aussprechen sollen. Die Regierung befindet sich diesen Ströniunge» gegenüber in Verlegenheit, denn sie drohen die Ruhe des Landes, welche kaum hergestellt ist, von neuem zu stören. Sie hat mit dem Vatikan Unierhandlungcn angeknüpft, dieser soll die Orden aniveisen, sich nicht gegen das Dekret aufzulehnen. TaS Programm deS neue» Kabinetts umfaßt nachfolgende Punkte: Die Wiedereröffnung der Kammer am I.April, Beratung des Bankgesetz- Entwurfs, Bildung eines besondren_ Arbeits- ministeriums, Reform des Oktrois mit dem Bestreben, dasselbe ganz abzuschaffen, Decentralisation der Verwaltung, Herabininderimg der Zahl der Bischöfe und zivar von 53 auf 49, Untersuchung über die Ordensgesellschafte», Kräftigung der Rechte des Staates gegen die Eingriffe der Kirche. Zlsien. Russisch- chinesische Verhaublnngeu. Ter Pekinger Kor- respondent der„Times" depeschiert, der russische Gesandte habe den Prinzen Tsching zur Uebernahme der Verpflichtung veranlaßt, daß bei den Land- und Seestreitkräften in Nord-China keine Ausländer angestellt werden sollen. Die Verhandlungen mit der russisch- chinesischen Bank ivegen der Geivährnng ausschließlicher Bergwerksrechtc in der Mandschurei seien seit dem Eingänge der amerikanischen Note und des Einspruchs Englands und Japans eingestellt. Die Vcrhand- Inngen wegen Räumung der Mandschurei dauerten fort und ver- schiedene Anzeichen sprächen für eine Lösung dieser Schwierigkeit in nicht ferner Zeit(?). Die Entschädigungssumme, Ivelche China au Rußland für die Ausgaben zahlen solle, die diesem während der Be- setznng der Bahnlinie Schanhaikivau— Niutschivaug erwuchsen, belaufe sich dem Vernehmen nach auf 700 009 Taels.— VoutmunAles. Stadtverordneten- Vcrsannnlung. 12. S i tz u n g v o in D o n n c r S t a g, den 20. März 1902, nachmittags 5 Uhr. Der Vorffteher Dr. Langerhans eröffnet die Sitzung mit einem Nachruf an den verstorbenen Stadtv. S e i b e r t. Für Seibert, der als Beisitzer dem Vorstande angehörte, ist eine Ersatzwahl erforderlich. Dieselbe soll in der geheimen Sitzung vorbereitet werden. Die nächste Sitzung soll Montag stattfinden. Die Borlage wegen Erlverbs eines Grundstücks zum Zwecke der Anlage v o li B r u n n e n für das Wasserwerk Tegel wird angenommen. Die Aenderung des O r t s st a t u t s für die Kanalisation von Berlin ist voni Obcrpräsidenten in einigen Punkten beanstandet worden, wodurch indes an der materiellen Tragweite der Vorlage nichts geändert wird. Der Magistrat hat beschlofsen, den erhobenen Umständen gerecht zu werden. Die Versammlung stimmt ohne Debatte zu. Darauf wird die Etatberatung fortgesetzt bei den Specialetats der Kranken-, Irren-, Bade-, Desinfektionsanstalten und Heimstätten. Referent ist Stadtv. Ullstein. Zum Etat der B a d e a n st a l t e n liegen zwei Eingaben vor, über welche der Etatsansschutz zur Tagesordnung überzugehen vor- schlägt: a) die P e t i t i o n des Vereins der Badeanstalts-Jnhaber von Berlin und den Vororten, um Abschaffung der Abonnements und wesentliche Herabsetzung der Bäderpreise in den Volks- Badeanstalten, b) die Resolution des Grundbesitzer- Vereins der Prenzlauerthor- und angreiizenden Stadtteile, worin ausgedrückt wird, daß bei den städtischen VolkSbadeanstalten der Schiverpunkt auf das Schwimmbad und das Brausebad zu legen sei, und daß alle Bäder einen möglichst billigen Einheitspreis haben sollen oder umsonst verabfolgt' werden; in öffentlichen Volksbadeanstalten v ornchmerc teuere Bäder mit polierten Nickel- wannen, wie sie in der neuesten Volksbadeanstalt zu finden sind, einzurichten, halte der Verein für gänzlich verfehlt. Ohne Diskussion geht die Versammlung über die beiden Ein- gaben zur Tagesordnung über. Das Kuratorium der Heimstätten soll um zwei Stadt- verordnete vermehrt und der Magistrat ersucht werden, für die eimstätte Gütergotz kein eignes Gespann anzuschaffen, sondern die estellung des benötigten Fuhrwerkes der GutSvertvaliung zu über- lassen. Stadtv. Dr. Wehl sSoc.) bringt Ucbelstände zur Sprache, ivelche sich bei der Aufnahme in die Heimstätten eingestellt haben. Die Kranken, welche sich zur Aufnahme melde», erhalten keinen sofortigen Bescheid, ob sie aufgenommeii werden können, sondern müssen oft monatelang warten. Die Kranke», deren Aufnahme abgelehnt wird, bekonmien nach 5—6 Tagen Bescheid, aber ohne Angabe von Gründen. Von tvelchen Gesichtspunkten das Kuratorium geleitet wird bei der Aufnahme oder Ablehnung von Brnstkranken, ist unklar. In dem Aufnahmeforiimlnr wird gefragt, seit wanii der Kranke arbeitsunfähig ist. ES hat sich dadurch der fromme Betrug eingebürgert, daß die Kraulen sich arbeitsunfähig melden, um aufgenommeii zu werden. Neuerdings soll diese Praxis verlassen sein und es soll genügen, daß der Arzt schreibt, der Kranke ist schon längere Zeit krank. Ist man berechtigt, den Kranken zu sagen, daß vorherige Arbeitsunfähigkeit nicht notwendig ist? Zlvischcn Anmeldung und Ausiiahme können bis' zu 130 Tagen vergehen, inzwischen kann bei Lnngenkranken eine ganz erhebliche Verschlinimerung eingetreten sein: die ärztliche Untersuchung sollte also erst bei der Aufnahme staltfinden. Im Jahre 1900 waren die Anstalten ungemein überfüllt. Auch wenn die neuen Heimstätten belegt sein würden, wird die Zahl der Kranken so getvachsen sein. daß dem Bedürfnis noch immer nicht genügt ist.' Inzwischen ist allerdings die neue Ceiitralkomniission der Krankenkassen in Thätig- keit getrete», ivelche vorläufig vier Heimstätten in der Umgebung von Berlin eingerichtet hat. Die Liegehalle in Malchow ist ästhetisch wie hygienisch gänzlich imziireichend. Stadtrat Btarggraff: Mit der Vermehrung der Heimstätten wird der Magistrat natürlich in Zukiinft weiter vorgehen müssen. Das Monituni, daß die Patienten keine Antwort bekommen, muß ich als berechtigt anerkennen, ich werde Nachfrage halten und event. das Kuratorium entsprechend aniveisen. Daß bei Ablehnung keine Gründe angegeben werden, beruht auf Anordnung des Kuratoriums nach den Erfahrungen, welche es bei früherer Angabe von Gründen zemacht hatte. Man kann einem Patienten nicht sagen, sein Zu- stand sei schon so schlimm, daß die Aufnahme keinen Zweck hat, und auch nicht, daß er nicht aufgenommen werde, weil er schon bestraft sei. In de» Aufnahmeforinularen für die Brnstkranken hat die Frage nach der ErtverbSunfähigkeit mehr ein statistisches Interesse: daß eine Ablehiiiing daraufhin erfolgt wäre, ist mir nicht erinnerlich. Daß die Aerzte aus den Krankenhäusern uns Patienten überweisen, die in den Heimstätten nicht mehr aufnahmefähig sind, halten wir für Malsch. Nach meiner persönlichen Ansicht möchte ich eine andre Liege- halle in Malchow haben, sie ist hygienisch gewiß zulässig, aber sie ist nicht schön und nicht am reckten Platz, uanientlich wenn Frauen dort aufgenommen werden. Wir haben im Garten eine bessere Stelle. Stadtv. Sanitätsrat Dr. Nugc: Die Heimstätten der Landes- Versicherungsanstalt geben bei der Äblehnung Gründe an. Die Liege- Halle in Malchow genügt thatsächlich nicht, sie bietet keinen Wind- chutz. Stadtv. Knhlmann(A. L.) tritt für die Annahme der vom Ausschuß abgelehnten Resolution ein, welche für Malchow eine neue Liegehalle fordert. Stadtv. Wcyl: Derlenige. der aufgenommen werden soll, erhält einen derartigen Bescheid allerdings, aber erst zwei oder drei Tage vor der Aufnahme, nachdem er vielleicht vier Monate gewartet hat. Die Liegehalle ist nicht bloß ästhetisch, sondern auch hygienisch sehr ungenügend. Die Resolution betreffend die neue Liegehalle in Malchow wird angenommen. Die vorgenannten Etats werden genehmigt. Eine weitere Anzahl Special-EtatS werden ohne Diskussion ge- nehmigt. Bei dem Etat der Purk- und Gartenverwaltung nimmt das Wort l Stadtv. Singer(Soc.): Im Etat der Park- und Garten- Verwaltung sind für die gärtnerische Verschönerung der Straße Unter � den Linden 70 000 M. ausgeworfen. Ivelche der Etatsausschuß auch � genehmigt hat. Diese Forderung präjudiziert die Hauptforderung für die Regulierung der Linden, welche im Bau-Etat mit 700 000 M. steht.> Wir benutzen die erste Gelegenheit, gegen diese Bewilligung zu protestieren, bevor nicht bestimniie Fordernngen derStadt erfüllt sind, welche' mit dieser Regulierung zusammenhängen, vor allem die Ueberquernng. mit einer Straßenbahn. Das Wort:„Ich kann warten!" sollte sich auch die Versamnilnng zum Master nehmen.(Sehr richtig!) Die Siemens u. Halskesche elektrische Bahn haben wir angekauft!, aller- dings nicht bloß deswegen, weil man die Verbindung der beiden Linien durch die Ueberquerung der Linden im Auge hatte: aber die. Bereitwilligkeit zum Erwerbe wurde erheblich erhöht durch die Mitteilung, daß diese Verbindung zugestanden werden sollte. Jetzt soll es„uiitcndurch" geschehen. DasbedeutetfürdieStadtaußerordentlich erhebliche Ausgaben, wenn man auch von einer absoluten Umnöglichkeit hcnte nicht mehr reden kann, und die Frage, ob dem Verkehrs- bedürfnis dadurch völlig genügt wird, läßt sich doch nicht bestinimt bejahen. Wir brauchen doch die so teuer gekauften Linien, um über- Haupt das geplante städtische Straßeubahnnetz organisch auszu- gestalten: uin so niehr sollte man die Regulierung vertagen, bis diese Pläne greifbare Gestalt angenommen haben. Die Bersamnilimg hat bisher bloß principicll der Regulierung zugestimnit, aber sich nicht gebunden, dieselbe schon jetzt anszuführen. Es ist wunderbar, daß man bei den Klagen über die schlechte Finanzlage so leichter Hand 700000 M. für diese als dringend notwendig nicht iiachgeiviescne Regnlierung übrig hat, zumal wenn man sich andrerseits nicht entschließen konnte, die Viermark-Steuer aufzuheben. Es ist ein Gebot der Selbst- achtung, daß den Wünschen des Kaisers gegenüber die Forderungen der Stadt aufgerechnet werden und der Stadt wenigstens der Vorteil einer Verkehrsverbefferiing an dieser Stelle verschafft wird. Eine weitere Aenßerung erfolgt nicht. Die in Frage stehenden 70 000 M. werden gegen die Stimmen der Socialdemokraten und der meisten Mitglieder der neuen Linken bewilligt. Der Erhöhung des Einheitssatzes von 120 auf 130 M. pro Sitzung für die Aufnahme der Verhandlungen durch die beiden Stenographen unter Garantie von 40 Sitzungen im Fahre wird gleichfalls genehniigi. lieber' die Etats der S t r a ß e n r e i n i g u n g und B e- s p r e n g n n g, deS Abladewesens, der Gemeinde- Friedhöfe und C i V i l st a n d§ ä m t e r, sowie über den Etat für die K a n a l i s a t i o n s w e r k e und Rieselfelder und für die H a u p t k a s s e der st ä d t i s ch e n W-« r k e berichtet Stadtv. Weiß. Zum erstgenannten Etat nimmt die Versammlung die R e- s o I u t i o n an, den Magistrat zu ersuchen um einheitliche Regelung des Präniienwesens nach zurückgelegter 25jähriger Dienstzeit, silbernen und goldenen Hochzeiten-c. bei Arbeitern in allen Verwaltungen der städtischen Werke. Ferner ist vom Ausschuß eine Resolution beantragt, den Magistrat zu ersuchen, in den Krankenhäusern am Friedrichshain lind Moabit Oefen zu erbauen, in tvelchen die Leichenteile verbrannt werden. Auch diese Resolution wird angenommen. Am Kanalisations-Etat hat der Ausschuß den Betrag von 5040 Mark für die Reparatur der Kirche in Bnch gestrichen.da eine Verpflichtung über den Patronatsbeitrag hinaus nicht vorliege: es sei nicht Schuld der Stadt, wenn der Vorbesitzer die Kirche habe verfallen lassen. Stadtvv. Körte(fr. Fr.) und D o v ehiii. zieht zum Vergleich die Stellung des Lehrers i:: Diedersdorf heran, wobei er auf den Widerspruch des Hein: Mommsen stößt, der ihn zur Sache rufen zu müssen glaubt, und giebt der Kirchengemeinde Buch anheini, für die Reparatur ans- zukommen. Stadtbaurat Hoffniann und die Stadtv. Monimsen und Fähndrich»ne des Stadtv. Cassel. Stadtv. Hugo Sachs führt aus, daß die ergangene Ver- ordiiniig den Begriff„Vollniilch" aufhebe und den Begriff „Magermilch" einführe; jene habe 3.2 Prozent, diese nur 2.7 Prozent Fettgehalt. Damit werde zwar den Agrariern genützt, aber znni Schaden der Konsumenten der Begriff der unverfälschten Milch vernichtet. Das widerstreite dem Nahrnngsniittelgesetz, und das Kammergericht werde sicher im Sinne der vom Magistrat gegen die Verordnung vergeblich geltend gemachten Einwände entscheiden. Die aufgeführten Ekats iverden genehmigt. Stadtv. Borgmaiin ist Berichterstatter für die Etats: Vieh- markt, Schlachthof, Fleischschau auf dem Schlachthof, Wassertverke, Markthallen, Hochbau, Straßen- b e l e ii ch t u n g. Der Ausschuß hat zum Etat für den Viehmarlt folgende Resolutionen beschlossen: 1. Den Magistrat zu ersuchen, für die thimlichste Einschränkung der S o n n t a g s- S ch l a ch t u n g e n Sorge zu tragen; 2. dem Magistrat zur Erwägung zu geben, auf dem städtischen Vieh- und Schlachthof ein besonderes Schlachthaus für Pferde zu errichten und der Versammlung baldmöglichst eine bezüglicke Vorlage zugehen zu lassen. Die Schlacktgebiihr für Schweine soll um 20 Pf., von 1,10 auf 1,30 M., die für Fresser(Rinder im Alter von 4 bis 12 Monaten) um 30 Pf., von 1,10 auf 1,40 M. erhöht werden. Der Ausschuß hat sich damit einverstandeii erklärt. Stadtv. Gicse/- bis»>/- Uhr abends statt. 91.765. Die Räumung einer Wohnung muß in Berlin bei aus höchstens zwei Wohnziimnern und Zubehör bestehenden Wuhnungeu am 1., bei aus drei bis vier Wohnzlunnern und Zubehör bestehende» Wohmmgen am 2, April um IL Uhr mittags und bei größere» Wohmmgen am 3, Apül um 12 Uhr mittags beendigt fein. Unter Zubehör sind Alkoven, Küchen, Kammer», Bodenräume, Verschlage und Vorratsieller zu verstehen. Bei Wohnungen, die aus drei Zimmern bestehet,, muß jcdach am 1. April ein Zimmer, bei größeren ztvci Zimmer bereits vollständig geleert und dem einziehenden Mieter zur Berfiignng gestellt werde». Läden rechnen nicht als Wohnzimmer; ebenso wenig Schanlräume. Chiffre 3. Von 23 2S1 abgegebenen StnnMAi erhielt die Social- deniokralic 2690. K> D. Kein höherer Wert. St. U. 1. Die Meldung hat persönlich bei dem Kommandeur des Landwehrbezirks zu ersolgen oder beim Konimaafa) der Schisssjunaw- Abt-llung zu Friedrichsort bei Kiel. 2. In der Regel 16 Jahre, jedoch nicht über 18 Jahre.- Tchöueberg«. Die Geschwister sind in Ihrem Kalte nicht erbberechtigt.- Gesellekens. 1. UntersttttzungSkaisen bedürfen dann keiner Genehmigung, wenn ein klagbares Recht andgoscbtvssen ist. 2. Die Reklamation ist innerhalb einer Frist von vier Wochen nach der Veranlaamia zulaistg.� 3. Im II. Teil des Berliner Adreßbuchs finden Sie eine Angabe der Kauen.— E. P. 100. 1. Beide hasten gemeinsam. 2. Ja. Sie thun ..»•» ll beide beim Amtsgericht zu verklagen. Ihnen steht Gehalt bis 1 April zu.- Frau H. N.. Wcistcnsee. 1. Arbeiterinnen- heim, Brückenstr. 8. 2. Die Berechtigung zur ReichstagSwahl ist von der Steuerzahlung nnabhäligig.— W., Charlottenburg. 1. Ja. 2 Nein 77»• 13- 1 Offenbacher Kranke» lasse 2. Darüber können wir ein Urteil nicht abgeben.- G. B. 6. Ihre Fragen sind aussührlich in der ( Sonntagsnummcr beantwortet. Aus der Antwort wlgt»ä 1 und 2 Nein. - B. K. 100. 1. Wenn Sie von Ihren, Mann fortgehen, verlieren Sie Ihr Recht auf Unterhalt. Das Recht auf Erziehung der Kinder steht dem Manne zu, so lange es ihm nicht wegen Unfähigkeit zur Erziehung im Interesse der Kinder vom Amtsgericht entzogen ist. 2., 3., 5. und 8. Dadurch erledigt.•4. Ja. 6. Nein. 7. Ja. Sie können während der Ehe aus Unterhalt für sich und für Ihre Kinder klagen und, falls besondere Gründe vorliegen— solche führen Sie nicht an— bei dem Amtsgericht beantragen, Ihnen zu gestatten, von Ihrem Manne getrennt zu leben.— Recht 9t. 1. und 2. Leider nein.— N. F> 1870, A. K> 3, Sö. 100 t Ja. - R. R. Ungesähr 3 bis 10 M. Geldstrafe- Bnrwtnkel. 1. B,s am Ib. zum Ersten. 2. Nein. 3. Ja.- 10«. Kinder auf einem Zweirad mit- zuführe», kann wegen der groben Gefährlichkeit untersagt werden.- Gouihetta 22. 1. Ja. 2. Das Ehescheidungsrccht geht verloren, wenn der Ehegatte nicht innerhalb K Monaten seit seiner Kenntnis von dem Ehe- scheidungSgrund klagt.- M. Z. IS. Unerheblicher Fehler, der Vle e®»; zum regulären Militärdienst unfähig macht.— B. B. Am Ersten.— Kuhnert 11«. Kommt eine Einigung nicht zu stände, so kann ein zwangS- weiser Verkauf erbteilungshalber(Subhastation) veranlaßt werden. Die Kosten fallen den Beteiligten zur Last. Das Gericht kümmert sieb um Erb. schnfrssachen Bolljähriger erst, wenn ein Antrag vorliegt. Sache bet Erben wäre es, die Todeserklärung des Berschollenen herbeizuführen Für den Inhalt der Inserate Nbernimmt die Redaktion dem Pnbliknin gegenüber keinerlei Berantwortnng. Thettkev. Freitag, den 21. März. Opernhaus. Mara. Covollsri» rusticana(Bauern- Ehre).— Slavische Brautwerbung. Aiifang 7'/, Uhr. Echanspirlhans. DaS große Licht. Ansang 7-/, Uhr. Neues Oper»- Theater(KroN) Geschlossen. Schiller. König Harlekin. Anfang 8 Uhr. Deutsches. Es lebe das Leben. Anfang?'/, Uhr. verliner. Alt-Heidelberg. Anfang Uhr. Lessing. Das Glück. Anfang 7i/, Uhr. Westen. Gasparone. Anfang 7>/zUkr. Residenz. Verliebt. Borher: Die Wiener in Paris. Ans. 7'/- Uhr. Neues. Champerays Leiden. An- sang 71/3 Uhr. «ecessionSbnhne. Detlev Lilien crons Buntes Brettl. Ansang 8 Uhr. E. v. Wolzogens Buntes Theater (Ueberbrettl). Anfang 8 Uhr. Schall und Ranch. Strindberg- Cyklus. Ans. SVj Uhr. Trianon. Coralie u. Co. Anfang 8 Uhr. Sentral. DaS süße Mädel. Anfang ?'/- Uhr. Thalia. Seine Kleine. Anfang ?-/, Uhr. Luisen. Die Jungfrau von Orleans. Ansang 7,/, Uhr. Earl Weist. Gasparone. Anfang 7'/- Uhr. Friedrich-WilhelmstiidtischeS. Die Fledermaus. Anfang 7Vz Uhr. Belle-Alliance. Die Dame aus Trouvllle. Hierauf: Er. Anfang 7i/, Uhr.. OrphenS. Specialitäten-Vorstellung. Ansang 8 Uhr. Charivari. Täglich Borstellling Anfang 8 Uhr. Metropol.'„e feine Nummer. Specialitäten- Vorstellung. An- sang 8 Uhr Apollo. Don Juan in der Hölle. Specialitäte»- Borstellnng. An- sang 3 Uhr. Passage- Panoptikum. Special! täten-Vorfiellniig. Palast. Specinliläten-Vorstelliuig. Die Veilchenfee. Ansang 8 Uhr. Eafino- Theater. Ihre Familie. Specialitäten- Vorstellung. An- fang 8 Uhr. Reichshalle». Stettiner Sänger Ansang 8 Uhr. Passage- Theater. Specialitäten- VorsteNnng. Anfang nachmittags b Uhr. Urania. Tanbenstr. 48/10.(Im Theatersaal.) Abends 8 Uhr: Frühlingstage an der Riviera. Jnbalidcnstraste 57/02. Täglich: Sternwarte._ Urania. Tauben-Straeee 48/49. Im Theater um 8 Uhr: Frühlingstage an der Riviera. Castaos Panopticum Frtedrlch-Strasse 165. Zwergin � ihrem Klüde eine bisher in der Welt nicht dagewesene Sehengwürdigkeit Mutter 80 cmlTooht. 50om gross 32 Jahre alt.| 9 Jahre alt. Palast-Theater (früher Feen-Palast) Vnigstr. 22. Direktion R. Winkler u. W. FrBbel Das erfolgreiche Speclalltäten- März- Programm! Heute neue Kunstkräfte. Bringes musizierende Hunde. Theodor Lippart, der moderne amüsante Humorist. Benett u. Willy, Matad. am Lyra-Appar. Dazu: Um 8% Uhr: Die Veilchenfee. Bolksstück mit Gesang in 2 Akten von W. Gericke. Anfang 8 Uhr. Entree 30 Pf. Billet-Vorverkauf v. 11—1 Uhr. lÜGtspI-IIlGSlKs Thomas, Bender, Josephi. 'hg SWtt'Thklittt (Wallncr-Thentcr). Freitagabend 8 Uhr: Nvnlx Iliki-Ielcln. Ein Maskenspiel in 4 Aufzügen von Rudolph Lothar. Sonnabendabend 8 Uhr: Vvi» Jonclenr. Sonntag nach mittag 3 Uhr: KOnlg Harlekin. Sonntagabend 8 Uhr: Her Herr Senator. Cklittln-Thralkr. Heute abend 71/, Uhr zum 94. Male: Vss JiiJse ZNiidel. Operette in 3 Akte» von H. Reinhardt Gröstter Erfolg seit Geisha t Hauptdarsteller: FoldI Augustin, Mla Werber, Henny Wlldner, Emil Albes, Rudolf Ander, Ottmar Kose, Slegm. Kunstadt, Karl Schulz. Morgen und folgende Tage: Das süste Mädel. Sonntag, 23. März, nachm. 3 Uhr, zum 794. Male: Hie«elsilia.— Abends 7'/, Uhr: Das süste Mädel. Burleske (Jesan und 4 Anfang 8 Uhr. Rauchen überall gestattet. Vom Palmsonntag, den 23. März, bis inkl. Ostersonntag, 30. März, finden die letzten 7 Aufführungen der Ausstattungsposse 'ne feine Nummer im Theater des Westens statt. Während dieser Zeit im Metropol-Theater Ensemble-Gastspiel desOpern-Theatepd.Westens H'Andrudo, HotlimUhl, Ulbert! als Gäste. MP" Achtung, nur einmaliges Angebot! Aus der Heisegangschen Konkrirsmasse sollen folgende Posten, auch einzeln, zu unten' stehenden festen Preisen schleunigst ausverkauft werden: W. Noacks Theater. Vrnnnenstrahe 16. In der Heimat. Schauspiel in b Akten von Charlotte Birch-Pseiffer. Sonnabend: Halter and Siolia. Belle-Älliance-Tliealer. Die Dinne aus Trouuille. Schirank m. Gesang u. Tanz in 3 Akten Emil Sondermann a.G. Ferd. Worms Mizzi Birkner. Rosa Morton. Hierauf: Er. Adele Hartwig u. Leopold Thurner a.G. Sonntagnachmittag 3 Uhr: Schuldig. Apollo-Theater. Hie grossartigen 10 Specialitäten. Her Kosniograpb: Prinz Heinrich in Amerika. Femer: Kassenerüffnung 7 _ Anfang 8 Uhr. Uhr. E. von Wolzogens Bantes Theater(Ueberbrettl) Kttpnlckerstr. 68. Heute abends Uhru.a.;„Batallloni- topf"(Offiziers-Humoreske).— „Nora-Parodie", Satirisches Schat- tenbänkel.— Bozcna Bradsky u. Oskar Straass, Harcell Salzer etc. Thalia- Theater. Dresdenerstraste 7S/73. Täglich: Abends 7V, Uhr: Seine Kleine. Grobe Ausstattungsposfe mit Gesang und Tanz in 3 Akten. Guido Thielfcher, Paula Worin a. G., Gerda Walde, Helmerding, Paulmllller, Boss, Wannovius.„Nab'n Sie nicht den kleinen Cohn gesehen?" Sonntag, 23. März, nachm. 3 Uhr, kleine Preise: Mathilde. Schau- spiel in 4 Akten. fforl Weiss-Theater. «roste Frankfurters, r. ISS. Gasparone. Operette in 3 Akten von Karl Millöcker. Ansang 8 Uhr. Morgen z. letzten Male: Gasparone. Sonnabendnachm. 4 Uhr: Prinz Diamant. Sonntagnad>m. 3 Uhr kleine Preise: Das Ääthchen von Heilbronn. Abends 8 Uhr: Unsre Marine, oder: Er muft aufs Land. Passage-Theater. Anfang Sonntags 3 Uhr, 1 Wochentags 5, Ende 11 Uhr.| IDer kleine Cohn ist da! Burleske in einem Akt. |Der Bajazzo und sein Kind.) ßeratklasaige- Iß SpeclallttUen lw Mittwoch, den 2. April: Schlnss d. diesjährig. Saison. CirkusAIhSchumann Freitag, den 21. Mörz 1902, abends präc. B/, Uhr: Gr. ansterordentl. Porstrllnng. Allabendlich stürmischer Beifall des sensationelle» Märzprogramms. U. a. Die phänomenale Dulicie-ToiiMhrt des Amerikaners Hr. Che»ter aus einer Höhe von 36 Meter. Wirklich sensationelle Novität WZ?-? She? Das lebende Rätsel. 4 Elemente Feenhafte Licht-Efsekte. 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März 1902, abends 81/, Uhr: Gastspiel von Emanuel Reicher. Serenisislnina- Zwiachen- »plele.— Frau des Andern. Bauernkumedi, Geschichten vom toten Rabbi, Abschiedssouper. Casino- Theater Lothringerstr. 37. Trotz des glänz, einzig dasteh. Er- solges nur bis Ende dieses MonatS Um 8'/« Uhr: Ihxx xamilie. Anfang Wochem. 8 Uhr, Sonnt.?'/, Uhr. Trianon-Tbeater. Georgenstrasee, 2 Minuten vom Bahnhof Frledrlchstr. Zum 116. Male: Coralie 4k Co. Anfang 8 Uhr. Parkett 2 M. An der Spandauer Brllcke 3. CrSsst.VergnOgungslokal Berlins I [uternationale Konzerte u.| Specialitäten-Vorstellnn�,, Tägl. Anstich des„Crbock" Bockbier-Jubel u.Trubel.l Ausschank: Berliner Bock-Brauerei. Bärgerl. Diner, 5 Gänge. Tägl. Hatlnee von 13—2 Uhr. S«ll8lSOHCi Kottbnaeratr. 4 a. Jeden Sonntag, Montag und Donnerstag: Hoff i» a n n m NMeiltschc Sailger Nach jeder Soiree: Taaakrltn-ohoa. Ken! Xen! Der Kesselflicker. Charakterbild mit Gesang in 1 Palmsonntag:„Der(Soldbauew mit dem Berliner Bchausplel-Vereln. 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Mehlbestand_____ 6099111 Errichtet wurde unsre Genossenschaft am 21. Juli 1900 von 33 Mitgliedern Im Laufe des ersten Geschäftsjahres sind neu eingetreten. 197 Mitglieder Am Jahresschlüsse gehörten der Genossenschast an.... 230 Mitglieder Das Geschästsguthaben bezw. die Hastsumme betrug am Schlüsse des' ersten Geschäftsjahres........ 2940,— Mark Berlin, 15. Januar 1902. Bäckerei-Cenossenscliaft„Volksbrot", (Eingetragene Genossenschaft mit beschränkter Haftpflicht). Der Vorstand: Robert Kuhn, P, Schlitz, August Bartow. Hnncker. Ct. Wendling. 13336 M>UvstUaPd Thüringer Rotwurst 55-4 , Fleischwurft 65,' � Hallesch« Ztviebellebertv. 55, fl Brannschw Kalbsleberlv. 75, 2 Mettwurst». Polnische«5, W Brnunschw. Mettwurst 85, J stfptinii"* 95■ jDtlikiMilÄlSUllD- W Schinkenspeck 80. d Paul Klahn, H 27 Chausseestrastc 27. Clzavloktenbttvq. JH. 8chmerbeiag(314ÖO* Wllmersdorfer-Straase 127, Uhrmacher«nd Goldarbeiter. Großes Laaervonlllhrsn and Caldsvaren zu äußerst billigen Preise». 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Herr Max Federmanil, Elisabethstr, 59 b. Herr BesbnreD, Ansbacherstr. 28. Herr G. Zellin, Muskauerstr, 27. Herr B. WagnitZ, Johannistisch 4. Herr H. Scott, Wilhelmstr. xa. Herr Walter Voigt, Winterfeldtstr. 42. Herr Direktor Scbönlank, Johannistisch 1. Herr Alfred Günther, Kgl. Opernsänger, Bellevue- strasse 8. Herr Gemme, Rüdersdorferstr. 60. Herr Adolf Selig, Mitglied des Metropoltheaters, Kochstrasse 56. Herr Egon Müller, Puttkamerstr. 12. Herr Ivanning, Münster i. W. Frl. Jacobs, Lothringerstr. 14. Herr Friedrich Borger, Friedrichstr. 175. Herr Elkan, Elsasserstr. 96. Frl. Sarah Lendt, Saarbrückerstr. 27, I. Diese 16 Personen erwarben daher die echten Diamanten InklnsiTe Fassung zum Preise von 6 Mark das Stück. Vir sind immer noch Oberzeugt, dass niemand im stände ist, die echten Steine von unsren Imitationen herauszufinden, und stellen daher jedem anheim, uns diese echten Diamanten aus unsren Fenstern heraus zum Preise von 6 Mark das Stück wegzukaufen. Sobald ein echter Diamant verkauft ist, wird er sofort durch einen andren ersetzt, so dass es stets 50 Stück bleiben. 6 Mark Ohrrinsre Hark' MM MM Hark das mV Stück. UM ckas Paar. Paar. Postbestellungen uisre Adresse Berlin W., Frlcdrlchstrasse 169, werden prompt nnd sorgraitig ansgefUhrt. Jeder hier abgebildete Gegenstand wird nach Empfang rsi 6,90 Hark flranco, oder gegen Nachnahme von 6,69 Hark versandt.— Hit Jedem verkauften Gegenstand geben wir eine schriftliche Garantie. BSP" Nicht KonTenlerendes wird bereitwilligst kostenlos umgetauscht."MB Illustrierte Preisliste auf Verlangen Gratia und franeo. Caifs Jlmerican Diamond Palace zwischen Behren« und Franzosischestrasse« BERLIii W.9 F riedriciistr. ISB Central- Hotel, JLaden 15 Friedrlclistrasse 181 ■HlBcheji Dorotheen• und Georgenstrasse. zwischen Möhren- und Taabenstrasse. Allen Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daßDiens- tag früh iV, Uhr nichi lieber guter Man», der Restauratmr kinjusi Tripke an seinein St. Geburtstage sanft entschlafen ist 13056 Berlin, 18. Mär» 1902. Dir trauernde Witwe IslntKNiIe VripK«. Die Beerdigung findet am Freitag, den 21. Mär», nachm. 3 Uhr, von der Leichenhalle des St. Hedwigs-Kirchhofs Liefenstrahe 8, aus statt. SocialäenioKiAtiselier �lValilvereill für den 1. Kerl. Reichstags- Wahlkreis. Unser Mitglied, der Restaurateur August Tripke wird heute nachmittag 3 Uhr von der Leichenhalle des St. Hedwigskirchhofs, Liesenstr. 8, aus beerdigt. Um rege Beteiligung bittet 286/5 Der Borstand. Socialdemokr. Wahlverein Gross- Lichterfelde. Am Dienstag starb unser treues Mitglied, der Schlosser Ludwig Wiemer Im 30. Lebensjahre. Die Beerdigung findet heute nach- mittag 4 Uhr auf dem Kirchhof Lange- strahc(Ost) statt. Um zahlreiche Beteiligung ersucht 202/10 Der Yortttand. Sonntag Ä Uhr: Tempelhsfer Feld (Steuerhaus) nach Sich- tcnrade.(N. B. Nächste _ Anzeige fieheDonncrStag) Dr. Simmel, PrlMenstr. SS. Specialarzt für 11/13* Haut- und Harnleiden. 10—2, 5—7. Sonntags 10—12, 2—4. M>m! Ga Wahlkreis. Mtimo! Sonntaq, 28. März, abends evs Uhr, bei Raabe, Kolbergerstr. 23: iNiU'Iisvcrlammt'ttttg TageS-Ordnung: l. Vortrag des Genossen Dr. KuutalF Steiner über:„Sociale Dichter"(mit Recitationen aus den Werken derselben). 2. Diskussion. DM- In Anbetracht des sehr lehrreichen Vortrages ersucht um recht zahlreiche Beteiligung der Partei- genossen und-Genossinnen Her Yertrancnsmann. 219/10 Freitag, 21. März, abends 8>/z Uhr; DemonstratiODS-Vortrag am lehensgrossen anatomischen Modell. + Der Naturhcilkundige W H. H iiiler, Gr Frank- WM furterstr. 87, spricht über W die Hrilbarkeit der Lungenschwindsucht, der Tuberkulose und Krebskrankheiten. Herren und Damen Fintritt frei. Kons« m-Verein Charlottenburg. l�reltax, den 88. Hürz 1908 nachmittags 3 Uhr 1. d. CSainbrinns- Brauerei Wallstrabe 90 Generalversammlung. Tagesordnung: 1. Wahl eines G-schästssuhrers. 2. Statuten-Aenderungen:§§ 1, 8, 29, 33, 39, 44, 45, 46, 61, 53, 65, 66, 69, 75, 82, 83, 84, 96. 3. Ersatzwahlen zum Auffichtsrat Der Aufsichtsrat des Konsum- Vereins zu Charlottenburg. 106/8 E.<0. in. b. H. Max K n ö f e l, Borsitzender. -I- Herren-Vortrag+ Carl BriickhofT, Friedrichstr. 10, über:.Die sogenannten unheilbaren Männerleiden" Freitag, d. 21. März, abends S'/zUhr, in der Kronenbrauerei, � Alt-Moabit 47-49. 11166 Nur für Herren! Eintritt frei! Gentrai-Krankenkasse der Maurer etc. „Ornnd.teln zur Einigkeit". Sonntag, den 23. März, norm. 10 Uhr. im„Gewerkschaftshansc", Cngel-Ufer 13: Außerordentliche Mitglieder-Versammlung. T a g e s- O r d n u u g: 1. Protest gegen die Wahl des Kassierers eventl. Neuwahl. 2. Das Verhältnis der freien Hilsskassen zum Verband Hamburg. 3. Kassen- nngelegcnheitcn. 149/2 Mitgliedsbuch legitimiert. Hie«rtl. Verwaltung. Paul Hoffmann. I« UlllllllUI U1 UUUIUUIIIUIIUUI (Zahlgtelle Berlin.) Rm Gonntag, de» 8». März, vormittags 10 Uhr, in den Rrniinhallen, Kouiiiiaudantenstraßc 80: Mitglieder- Bersammlung. Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen Dr..Aron« über:„Der Schnaps und die Arbeiter". 2. Diskussion. 3. Verbandsangelegenhciten. Die Mitglieder werden dringend ersucht, recht zahlreich und pünktlich zu erscheinen. 254/8 Der Vorztand. Gäste sind willkommen. Neue Mitglieder werden aufgenommen. Verband dar Sattler und verw. Gewerbe. Wale 1: Filiale 2: Mglitder-Versarmltliigeil der Berliner Filialen. Montag, de» 84. März cr., abends 8'/2 Uhr, im Englischen Hof, Nene Rofsstrafte 3. Sonnabend, den 88. März, abend? 8'/Z Uhr, bei Schnlz, Grenadierstraße 33. Diliaso DicnStag, den 83. März er., abends 8'/2 Uhr, tilUIUL 0. im GewerkschaftShaufe, Engel-Ufer 13, Saal 7. Dilials\* Sonnabend, de» 88. März, abends 8�2 Uhr, OulUlC ±. im GetverkschafiShause, Engel-Ufer 15, Saal 7. Tages-Ordnung: 1. Vortrag dcS Reichstags-Abgeordneten �rltz 8IuI»elI. 2. Dis- knssion. 3. Verschiedenes. Filiale Charlottenbnrg: Dö�WaWr�so�' mt' Vortrag des Kollegen 8as»enl»aeli. Die Versammlungen werden pünktlich eröffnet. 156/11_ Die Vorstände. Am Sonntag» den 30. März 1S08(1. Qsterfeiertag), in, Gewerkschaftshans, Engel-Ufer 15: „UsiriS kestvortrag. �smmsrwuslk. vesaug. keeitatiov. Nachdem: ClNOSSSN Ball. Entree inkl Programm SO Pf. Eröffnung 5Vj Uhr. Um rege Beteiligung ersucht Has Vergnfignngs-Komltee. Achtung! Bauarbeiter. AAnng! Verband der Dan-, Erd- und gewerblichen Dilssarbelter Deutschlands. Sonntag, den 83. März, vormittags 10 Uhr, im GewcrkschaftShauS, grober Saal, Engel- Ufer Nr. 15: Gr. kombinierte Mitgliederversammlung aller zum Strelkgebiet Berlin gehörigen Zahlstellen. Tages-Ordnung: 1. Berichterstattung über den Stand der Verhandlungen mit den Ar- beitgebern. 2. Bericht der Delegierten der Gewcrtschaftstommisfion. 3. Neu- wähl der gesamten Lohnkommission und der Revisoren. 4. Neuwahl der Delegierten der Gewerkschaftskommission. 5. Verbandsangelegenheiten. Mitgliedsbuch und Sireikfondskarte legitimiert. Ohne dieselben kein Eintritt. Zahlreichen Besuch erwartet 32/16 Die Lohukommissio». I. A.: Karl Heidemann. Verband des techn. Üoeo-Persenals. Sonnabend, den 38. März, abendS 11 Uhr, Neue Roßstr. 3: ÜT Devsnnttnluttg."HW Tages-Ordnung: 1. Vortrag des Genossen B. Weisse über:„Zweck und Ziele der Organisation." 2. Berbandsangelegenheiten. 3. Verschiedenes. 190/3 Um zahlreiches Erscheinen bittet Der Borstand. Zahlstelle Berlin. Heute, Freitagabend Sy, Uhr, im Gewerkschastshaus, Engel-Ufer Nr. 1b: der Orts- Verwaltung. Sonntag, den 83. März, vormittags 10 Uhr, im Palast- Theater, Burgstrahe Nr. 88: tr rai-i i®" Drechsler! Sonnabend, 88. März, abds. Uhr, im GcwerkschafshauS, Engel-Ufer 15, Zimmer 10: Voinntifstons-Sitzung. Sonnabend, 88. März» abds. 8�/2 Uhr, im Gewerkschaftshaus, Engel-Ufer 15: VrÄNckenoevfmmnlung her Bürsien- unii Pirlstlrirtuher Berlins imii llntgeg. Tages-Ordnung: 1. Unser Arbeitsnachweis resp. der Jnnungsnachweis und Stellung- nähme hierzu. 2. Diskussion. 3. Verschiedenes. 81/6 MW- Es ist Pflicht aller Kollegen, zu erscheinen. Hie Kommlsslou. Acht«««! Ginsetzer! Acht«««! Montag, 84. März, abends 3% Uhr, im GewerkschastshauS, Engel-Ufer 13, Saal Nr. 8: VvonckenVevsslMmlitng. Tages-Ordnung: 1. Unterstützungsfrage des Reservefonds der Einsetzer. 2. Wahl des Vertrauensmanns für Charlottenburg. 3. Branchenangelegenhciten. Hie Hommlsslun. Tischler-Verein zu Berlin.(E. H. 89.) Sonnabend, den 22. März, abends KV- Uhr, Wtelchiorftr. IS: DM" Versammlung."KU Tages-Ordnung: 1. Vortrag. 2. Vereinsangelegenheiten. 196/8 MBT" Ausgabe der Billets zu dem humoristischeu Familieuabcud der beliebten..Vorddentsehen Sänger" am 1. Osterfeiertag tu Herrn Max Kliems grossem Festsaal, Hasenheide 13, zum Besten des Extra-Unterstützungsfonds. Um regen Besuch der Versammlung und Beachtung der ZA 3 und 4 des Statuts ersucht Her Verstand. Ringkie Milch! MO ZmttlMgf"MB Zltferailte» für rt««steie Milch werden den geehrten Hausfrauen und Milch- konsumenten Berlins sofort nachgewiesen durch das Kureau der Milchhändler-Ner- einigung Kerlin v., Klumcustr. 10. lelephan: Vn»t 7 Slo. 4481. Möbel-Fabrik u. Lager kompletter Wohnungs-Einrichtungen zu Fabrikpreisen— Eigne Werkstätten— empfiehlt Jnlins Apelt, Skalitzerstr. 6, am Kottbuser Thor.[3390L* W wZtr£ Zfrä: A KIgiHG ÄnZGWGil* W'- M Wort feit. Worte mit mehr als ff WL M M MM MM M MM M MM M M W W in de y lö Buchstaben zählen doppelt. J8 Jm W b Anzeigen ne'�JZi in den Annahmestellen für Berlin bis 2 Uhr, für die Vororte bis/ Uhr, der Hauptexpedition Beuthstr.3 bis 4- Uhr angenommen. fste J rden M lin ffk mmk Verkäufe. 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Druck und Verlag von Max Vading in Berlin Nr. 68. 19. Jahrgang. 2. Beilage des„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. " vom 30. Januar zeigte indes, daß die unentwegten Verfechter des Berliner Partei- Angelegenheiten. Grundsages Mitraten- mitthaten" nicht nachzugeben gewillt waren. Zur Lokallifte. Wiederholt ist an dieser Stelle darauf hin- Obwohl die Sache längst spruchreif war, bestanden sie darauf, daß gewiesen worden, daß verschiedene Vereine, namentlich Gesang- fie nochmals in einem Ausschuß geprüft werden und daß mit dieser vereine, mit Vorliebe ihre Vergnügungen in Lokalen abhalten, Aufgabe der Etatsausschuß betraut werden sollte. welche der gesamten Arbeiterschaft zu Versammlungen Der Etatsausschus hat jetzt die Erwartungen erfüllt, die die nicht zur Verfügung stehen. Wir ersuchen, nachstehende Ber- Cassel, Wallach und Konsorten von ihm hegten, als sie ihm den gnügungen streng zu meiden: Sonnabend, 22. März, wird Antrag unsrer Genossen überwiesen: er hat sich nach Wunsch als von der Anhaltischen Maschinenfabrik in den hohen Begräbniskommission bewährt. Zwar hat nun erst noch das zollern Sälen, Bandelstraße( Moabit), arrangiert, ferner veranstaltet der Männer- Gesangverein Echo 1869" bei dem Stimmenverhältnis 10 zu 5 ist auch hier kaum auf einen ein Vergnügen Plenum zu sprechen und den endgültigen Beschluß zu fassen, aber am Sonntag, den 23. März, in der Odd Fellow Loge, andren Ausgang zu rechnen. Nach Ansicht der Herren Caffel und Alte Jakobstr. 128, ein Konzert, und am Montag, den 24. März, findet von zwölf Bereinen der Berliner seiner Freunde( vergl. Sigung vom 31. Oftober 1901) liegt es ja in Vereinigung des Märkischen Sängerbundes in den fortschrittlichen Traditionen", daß an der BeKellers Neuer Philharmonie, Köpnickerstr. 97, ein steuerung selbst so geringer Einkommen festgehalten wird. Davon Konzert statt. Man versucht nun, in Arbeitertreisen zu diesen gehen sie nicht ab, auch wenn wie es bei der Viermark- Steuer Vergnügungen Billets abzusetzen. Wo dieses Angebot gemacht der Fall ist für den Stadtsäckel verhältnismäßig sehr wenig dabei wird, weise man es zurück und meide strengstens die Vergnügungen, herauskommt, weil ein erheblicher Teil dieser Steuer überhaupt unda diese Lokale der Arbeiterschaft zu Versammlungen beitreiblich ist und auch die mit Mühe und Not eingetriebenen nicht zur Verfügung stehen. Die Lotaltommission. Beträge noch durch die gerade bei dieser Steuerstufe verhältnismäßig sehr hohen Einziehungskosten bedeutend geschmälert werden. 0 = Nieder Schöneweide. Der Wahlverein hält am Sonnabendabend 8 Uhr, seine regelmäßige Versammlung bei F. Franz, Grünaners straße 5, ab. Genosse Litfin wird einen Vortrag: lleber politische Tagesfragen" halten. Gäste willkommen. Tokales. Freitag, 21. März 1902. stand der Frage näher treten, ob den Prozeßführenden ein Zuschuß aus Vereinsmitteln zu gewähren sein würde. Von Massen lagen und weiteren Petitionen wurde abgeraten, ebenso warnte man davor, die Mieter zur Unterschrift der letzteren heranzuziehen, weil diese dadurch nur noch aufrühre rischer" würden. " Dies zeugt von neuem dafür, daß den Hausbesizern am Wohl der Mieter bei der ganzen Aktion verteufelt wenig gelegen ist. Die Herren wissen sehr wohl, daß die Hochbahn den Wert ihrer GrundStücke beträchtlich hebt, sie wollen aber trogdem von der Direktion dieses Unternehmens noch ein Extraprofitchen zu ergattern suchen. Unternehmerschutz. Vor dem Arbeitsnachweis der Kühne männer, Gartenstraße 160, verteilte gestern ein im Befiz eines Legitimationsscheines befindlicher Parteigenosse Handzettel folgenden Inhalts: Achtung, Metallarbeiter! Bei der Firma Altmann, Motorfahrzeug- Fabrit, haben 230 Mann die Arbeit niederglaubt in der gegenwärtigen Zeit uns alles bieten zu können und Der Unternehmer gelegt. Kollegen, es ist ein Abwehrstreit. rechnet damit, unter den Arbeitslosen Berlins willige Kräfte zu finden. Kollegen! Macht dem Unternehmer einen Strich durch bie Rechnung. Zeigt, daß Ihr, wenn auch arbeitslos und ohne Berdienst, Euch doch nicht als arbeitswillige und gefügige Werkzeuge der Unternehmer gebrauchen laßt. Laßt Euch keinen Schein geben! Hoch die Solidarität! Das Streiffomitee. waren. der fortschrittlichen Traditionen" wird diesmal um so rücksichtsloser Der social rückständige Standpunkt dieser Hüter Die Ordnung" wurde durch die Verteilung dieser Bettel nicht zur Geltung gebracht werden können, weil ja nicht mehr wie im im geringsten gestört; die Arbeitsuchenden nahmen den Hinweis viels vorigen Herbst- Stadtverordnetenwahlen bevorstehen. Am 30. Jantar mehr dankend in Empfang und freuten sich, daß sie durch usern spottete Genosse Bruns, der Antrag sei unter anderm auch deshalb Parteigenossen vor einer schweren Pflichtverlegung bewahrt geblieben so bald wieder eingebracht worden, weil, wenn zu lange gewartet Aus der Stadtverordneten- Versammlung. würde, am Ende viele der freifinnigen Kollegen vergeffen könnten, Die Fortsetzung der Beratung des Stadthaushalts. wie sie am 31. Oktober abgestimmt haben. Wir sind gespannt darEtats für 1902 verlief gestern zunächst ziemlich ruhig. Die Etats auf, bei wie vielen sich die Gedächtnisschwäche nun thatsächlich einder Krankenhäuser Moabit, Urban 2c. wurden ohne Debatte stellen wird. angenommen. Was zum städtischen Krankenpflegewesen gesagt werden mußte, das war in der vorhergehenden Sizung bereits beim Etat des Krankenhauses Friedrichshain von socialdemokratischer Seite vor gebracht worden. Gleichfalls ohne Debatte wurden die Etats der Irrenhäuser, der Badeanstalten und der Desinfektionsanstalt abs gethan, fodaß rasch ein tüchtiges Stück des Pensums erledigt wurde. Beim Heimstätten Etat beleuchtet Dr. Weyl einige Mißstände, die in den städtischen Heimstätten bestehen, vor allem den seit langem beklagten Plazmangel. Nachdem dann die Waisen Etats debattelos genehmigt waren, schien der Park Etat einen Redekampf hervor rufen zu wollen. Genosse Singer forderte Absetzung der für die Lindenverschönerung eingestellten Summe. Die Behandlung, die die Berliner Kommune gerade in der Lindenfrage von der Krone erfahren habe, lasse es angezeigt er scheinen, die Lindenverschönerung wie die ganze Lindenregulierung zu vertagen, bis die leberquerung der Linden durch die städtischen Straßenbahnen genehmigt sei. Da von andrer Seite hierauf nicht weiter eingegangen wurde, so wurde auch dieser Punkt ohne eine längere Aussprache erledigt. Der für die Lindenverschönerung geforderte Betrag wurde mit nicht sehr großer Mehrheit bewilligt. Wieder wurde eine Reihe Etats im Fluge abgethan, bis beim Etat der Kanalisationswerte und Riefelfelder die Eintönigkeit der Verhandlungen durch einen Streit um die Kirche in Buch unterbrochen wurde. Dem vom Magistrat geforderten Betrag für die Reparatur der Kirche hat der Ausschuß gestrichen. Ein von freisinniger Seite eingebrachter Antrag auf Wiedereinstellung in den Etat wurde vom Stadtverordneten Körte unter anderm damit begründet, daß es eine Ehrenpflicht" der Stadt Berlin sei, die Kirche zu erhalten. Borgmann, der für die socialdemokratische Fraktion dagegen sprach, meinte boshaft, die Freisimmigen wollten wohl nach oben hin zeigen, was für artige Kinder sie seien. Die Aeußerung rief ein gewaltiges, aber etwas gemacht" flingendes Halloh hervor. Der Antrag wurde gegen die Stimmen der Socialdemokraten angenommen. Nachher führte ein von Herrn Hugo Sachs unternommener Versuch, im Anschluß an die Frage der Milchwirtschaft auf den Rieselgütern auch den Milchkrieg und die Milchverordnung zur Sprache zu bringen, zu einem erregten Auftritt. Der Vorsteher schnitt dem Redner das Wort ab, Herr Sachs aber wollte sich nicht beruhigen und setzte mit Hilfe seines Kollegen Cassel durch, daß er seine unterbrochene Nede zu Ende führen dürfte. Beim Vieh- und Schlachthof wurde der Vorschlag, ein städtisches Roß- Schlachthaus zu schaffen, vom Stadtv. Gièse dazu benutzt, das Pferdefleisch als Delikatesse zu empfehlen. Singer hielt ihm darauf eine kleine volkswirtschaftliche Vorlesung über die Gründe, aus denen die ärmere Bevölkerung sich zum Genuß des Pferdefleisches herbeiläßt. Unfreiwillige Arbeit für uns. Die Polizeischere hat diesmal bei der Märzfeier weit schärfer geschnitten als in den vorigen Jahren. An dem von den socialdemokratischen Frauen Berlins gestifteten Kranz wurden folgende Verse tonfisciert: " Ihr färbtet rot, Ihr färbtet gut, Ihr färbtet mit dem eignen Blut 8um Freiheitskampf die Fahnen, Die wehn boran Nun Weib und Mann, Die folgen Euren Bahnen. Furchtlos wie Ihr Stets folgen wir-Der Fahne, rot, Zum Sieg zum Tod! Wenn vor dem Sieg wir sterben, Dann bleibt sie unsren Erben." -Trotzdem wurde der Zettelverteiler zweimal innerhalb zehn Minuten von Schußlenten nach der Revierwache in der Invalidenstraße gebracht; ein Beamter drohte dem in Ausübung seiner Pflicht befindlichen Parteigenossen, daß er im grünen Wagen nach dem Alexanderplatz gebracht werde, wenn er sich noch einmal in der Gartenstraße sehen lasse; auch wurde von der Polizei die Ansicht zum besten gegeben, daß die Handzettel einen aufreizenden Inhalt hätten. Mehr Entgegenkommen können die Kühnemänner von der Polizei wahrhaftig nicht verlangen. Natürlich denkt unser Parteigenoffe gar nicht daran, sich in feinem gefeßlichen und notwendigen Wirken beeinträchtigen zu laffen. Er will in Gemütsruhe abwarten, was ihm heute bei der Handzettelverteilung Interessantes begegnen wird. Die nenen Postwertzeichen sind gestern ausgegeben worden. Die nenen Marken unterscheiden sich von den bisherigen Der Kranz des Wahlvereins für den vierten Reichs- hauptsächlich dadurch, daß die Inschrift, die am unteren Stande steht, tag& Wahlkreis trug folgende Verse: = Wir wollen Freiheit, wollen Licht und Recht! Nicht länger sei das Volk das Schaf der Hürde! Nicht länger sei das Volk des Fürsten Knecht! Wir wollen Menschlichkeit und Menschen würde. " " Auch diese Worte wurden für konfiskabel erachtet. Jus Komische fällt es, daß vom Kranze der Eckartschen Fabrik die dreimal wiederholten Worte Troß alledem abgeschnitten wurden. Der von den Arbeitern der Fabrik von F. Buzke in der Ritterstraße gestiftete Kranz hatte die nachstehende für staatsgefährlich gehaltene Inschrift: Was habt Ihr nun errungen, Da Jhr das Leben gab't, Liegt denn der Feind bezwungen, Dem Ihr getrozet habt? Nein, noch grinst bleich die Not, Doch blüht aus unsrem Herzen Als Siegesmal des Märzen Die Rose Blutigrot. Auch der Kranz der Freien Voltsbühne konnte nicht heil auf den Friedhof getragen werden. Die davon konfiscierten Worte lauteten: 1. Nun flog ein Kranz mit rotem Band- Wohl auf des Grabes Mitte; Und als er auf den Hügel fant Da zogen schon die Wächter blank – Der Zucht und frommen Sitle. Henkell, Friedhof.) 2. Hörst Du der Enten wüst Geschrei, Dami wiffe: Die Mitternacht ist vorbei. Sie frächzen und heulen, aufgejagt, Vor Angst, daß bald der Morgen tagt. ( Leopold Jacovi.) Dies sind unter vielen nur einige Proben. Wir müßten uns Gewalt antun, wenn wir sagen sollten, daß es ums un solche Polizeithaten leid wäre. Wenn irgend etwas geeignet ist, die Gemüter zu revolutionieren, dann ist es der bevor mundende Geist, der mit dem bureaukratischen Mechanismus arbeitend, die Rolle der Vorschung zu übernehmen sich berufen fühlt Auch bei grenzenloser Redefreiheit wäre es den besten Männern unsrer Partei unmöglich, so eindringlich wie es bier die Polizeischere thut, das deutsche Volt über seine politischen Pflichten zu belehren. Die kgl. preußische Polizei, die ja beileibe nicht unser stärkster, wohl aber der am markantesten in die Augen fallende Gegner ist, hat ja in unfreiwilligem Wirken für uns schon sehr viel geleistet. Am angenehmsten aber ist sie uns immer mit der Cenfurschere in der Eine sehr lange und interessante Debatte gab es zuletzt noch beim Hochbau Etat über die außeramtliche Bauthätigkeit Hand. der städtischen Baubeamten. Von unsrer Seite wies Singer darauf hin, daß diese sich mit den Interessen der städtischen Ver- Am Sonnabend findet eine außerordentliche Magistrats waltung nicht gut vereinen läßt. Zwei hierauf bezügliche Refolutionen finna zur Erledigung dringender Vorlagen statt und am Montag fanden keine Mehrheit. Die Gleichgültigkeit, die der Magistrat und Dienstag, eventuell auch am Mittwoch sollen außerordentliche in der Frage der Notstandsarbeiten bekundet, wurde von zur Erledigung des unfrem Genoffen Bruns gerügt, aber am Magistratstisch hielt Stadthaushalis Etats abgehalten werden, um eine Sigung am man eine Antwort nicht für nötig. Am Montag wird die Etats- grünen Donnerstag zu vermeiden. beratung in einer außerordentlichen Sigung fortgesetzt. 1 Die ,, fortschrittlichen Traditionen". Stadtverordneten Sizungen " nicht mehr„ Reichspost", sondern Deutsches Reich" lautet. Die neuen Wertzeichen sollen, wie schon mitgeteilt ist, grundsätzlich erst vom 1. April ab Gültigkeit haben, während die bisherigen an diesem Tage ihre Gültigkeit verlieren. Doch hat das Reichspostamt Vorschriften erlassen, die diesen strengen Grundsatz wesentlich zu Gunsten des Publikums abschwächen. Alle am 1. April den Briefkasten entnommenen, mit alten Wertzeichen frantierten Sendungen find ohne Nachtage abzusenden. Im übrigen sollen Sendungen, die vor dem 1. April mit neuen Wertzeichen oder nach dem 1. April mit alten Wertzeichen aufgeliefert werden, wenn thunlich, an die Absender zum Bekleben mit gültigen Wertzeichen Wertzeichen zurückgegeben werden. Wenn dies aber ohne Verzögerung nicht möglich ist, so follen trop Verwendung unrichtiger Postivertzeichen die vor dem 1. April mit neuen Wertzeichen frantierten Sendungen allgemein, die nach dem 31. März mit alten Wertzeichen frantierten Sendungen bis auf weiteres ohne Nachtage abgesandt werden. Wir haben schon darauf hingewiesen, daß diese milde Handhabung der Vorschrift es dem Publikum ermöglicht, die alten Wertzeichen, soweit die Briefe in die Poſtkästen geworfen werden, aufzubrauchen. Im übrigen können von heute ab bis zum Ende Juni die alten Wertzeichen gegen neue umgetauscht werden. Ein jogenanntes Strafporto wird für die mit richtigen Postwertzeichen versehenen Sendungen nicht erhoben; die Bestimmungspostaustalten haben vielmehr alle derartigen Sendungen ohne Er hebung von Porto an die Empfänger auszuhändigen. = durch Charlottenburg, welche, wie bereits mitgeteilt, auf Ueber die Fortführung der Unterpflasterbahn vom Knie" Wunsch der städtischen Behörden auf längere Zeit vertagt worden ist, giebt der soeben erschienene Geschäftsbericht der Gesellschaft für elektrische Hoch- und Untergrundbahnen" in Bestätigung unfrer früheren Meldung die nachfolgenden Aufschlüsse: Die Frage, wie die Untergrundbahn dann vom Knie ab fortzuführen sein wird, ob nach dem Wilhelmsplay in Charlottenburg oder in gerader Richtung bis zum Sophie Charlotte- play, steht im 3nlan der Verlängerung der Bismarckstraße, der fammenhange mit dem neuerdings aufgetretenen Ueberbrückung der Ringbahn und der Aufschließung von Westend für eine umfangreiche Bebauung. Wie erinnerlich, hatte die„ Bolts- 8tg." unfre damalige Meldung ichließlich zwar zugeben müssen, aber kategorisch hinzugefügt, die Bertagung des Bahnbaues habe mit jenem Prachtstraßen- Projekt absolut nichts zu thun. P worden, Das Blumenmedium. Die Voruntersuchung gegen das Medium Frau Anna Rothe dürfte so bald nicht abgeschlossen werden fönnen, da alles aufgeboten wird, um den durch die Angeklagte vers Das Rasseln der Hochbahnzüge wird oft nicht schön tretenen spiritistischen Humbug zur vollen Ueberzeugung aufzudecken, empfunden, dieweil es mit Geräusch verbunden. Namentlich im Osten andrerseits aber Frau Rothe dabei verbleibt, jeden Betrug abzuleugnen soll sich die Plage ärger bemerkbar machen als im Westen. Wie und ihre Experimente als Offenbarungen der vierten Dimension" Der Beschluß in Sachen der Viermart- Steuer, den der den Hausbesizern Berlins nun alle Dinge zum Besten dienen auszugeben. Nach ihren bisherigen Angaben ist sie für ihren Beruf Etatsausschuß der Stadtverordneten- Versammlung( wie wir bereits in müssen, so sucht diese privilegierte Gesellschaft auch aus dem Lärm gewissermaßen erzogen worden, denn als Kind schon ist sie häufig der Donnerstag- Nummer kurz mitgeteilt haben) am Mittwoch gefaßt der Züge Kapital zu schlagen. Eine Anzahl Grundbesigervereine von ihren Eltern um die mitternächtige Stunde auf Kirchhöfe mit all lernen, wie allerlei hat, wird nicht verfehlen, in weiten Streifen der Berliner Bevölkerung waren Mittwochabend zusammengekommen, um über ein Vorgehen hinausgenommen Aufsehen zu erregen. Wunder Hokuspokus ausgeübt wird. Die gegen die Hochbahn- Direktion zu beraten; ihr Vereinssyndikus, Sympathie und Mit 10 gegen 5 Stimmen ist der zu Anfang Justizrat Dr. Stadthagen, hielt auf Grund des§ 906 des Rolle des Mediums will fie gar nicht aus eignem Antriebe dieses Jahres von der socialdemokratischen Frattion Bürgerlichen Gesetzbuches eine Schadensersagtlage für aussichtsvoll. fich ausgewählt haben, vielmehr in diese gewiffermaßen hinein eingebrachte Antrag, die auf jährlich 4 Mark be- Die gegenteilige Ansicht vertrat der Syndikus der Hochbahn- gezwängt worden sein, nachdem erst einmal Eigenschaften sich bei neffene Gemeinde Einkommensteuer für Einkommen von gesellschaft, Rechtsanwalt am Kammergericht Dr. Cornel. Derselbe ihr geäußert hatten, die sie geeignet erscheinen ließen, eine erfolgs 660 bis 900 Mart( 2. Steuerftufe) vom April 1902 ab bermißt den Nachweis, daß die Hochbahngesellschaft ein vorsätzliches oder reiche Vermittlerin zwischen der irdischen Welt und der vierten bis auf weiteres nicht zu erheben. vom Ausschuß ab fahrlässiges Verschulden trifft, ohne welches ein Schadensersatz- Dimension abzugeben. Als dann der Streit über die Wahrhaftiggelehnt worden. Die augenblickliche Finanzlage der Stadt soft anspruch nicht geltend gemacht werden könne. Er verivies auf die feit ihrer Vermittlerdienste entbrannte und Zweifel an ihrer MediumStadtbahn- Prozesse, welche vom Gericht abgewiesen worden wären, qualität auftauchten, sei sie von der zweifelsfreien Partei der es angeblich nicht gestatten, auf die 4 M. zu verzichten. Auch der sowie auf die Klagen über den Lärm der„ Donnerwagen" der Straßen- Spiritisten um so mehr auf den Schild erhoben und ohne ihr von den socialdemokratischen Mitgliedern des Ausschusses gestellte bahn, über den man sich ja allmählich beruhigt habe. Endlich dürfte Wollen immer mehr in den Vordergrund des spiritistischen Eventualantrag, dann vom April 1903 ab die Besteuerung dieser der Nachweis kaum zu erbringen sein, daß ein Grundstück durch den Experimentierens gedrängt worden. Zum Beweise dafür, daß auch Einkommenstufe fallen zu lassen, hat keine Mehrheit gefunden und Hochbahnverfehr eine Wertminderung erfahren habe; über Jahr jetzt ihre Anhänger nicht von ihr lassen, erhält Rechtsanwalt ist mit 9 gegen 6 Stimmen abgelehnt worden. und Tag würden die Aulieger vielmehr froh sein, daß sie die Hoch- Dr. Schwindt, der ihre Verteidigung übernommen, fast täglich Im Herbst vorigen Jahres wurde die Beseitigung der Vier- bahn hätten und demgemäß den Wert ihrer Grundstücke bemessen. mehrere Buschriften von Nah und Fern, in denen sich Personen mark- Steuer, nachdem sie von unsern Genossen seit Jahren gefordert Stadtv. Eßmann teilte mit, daß die Beschwerden der Anwohner zum Zeugnis dafür anbieten, daß Anna Rothe keine Schaumworden war, vom Magistrat selber empfohlen. Das bereits die städtische Verkehrsdeputation beschäftigt ichlägerin, sondern ein wirkliches und wahrhaftiges, mit feltenen Rechtsanwalt Dr. Schwindt mals gelangte der Ausschuß. dem von der Stadtverordneten hätten; Stadtbaurat raufe habe dieserhalb auch mit dem Gaben ausgerüstetes" Medium" sei. Polizeipräsidenten Rücksprache gehalten, welcher indes er- hat jetzt den Antrag gestellt, Frau Rothe auf ihren GeistesVersammlung die Vorlage des Magistrats zur Prüfung überwiesen widert habe, das Unternehmen sei noch zu neu, um wegen des 3ust and untersuchen zu lassen. Er stützt sich dabei auf das vor worden war, zu dem Ergebnis, der Versammlung die Annahme des Lärmes vorgehen zu tönnen; wenn die Schienen und liegende Gutachten eines Leipziger Arztes aus dem vorigen Jahre, Magistratsantrages vorzuschlagen. Das Plenum erklärte sich hinterher Räder fich abgeschliffen hätten, würden die Züge be- wonach Frau Rothe eine start hysterische und somnamallerdings für weitere Beibehaltung der Steuer, aber der Beschluß deutend ruhiger fahren. Die Stadtgemeinde selbst habe bulistisch veranlagte Person sei. Uebrigens sind es jetzt fonnte nur mit einer Zufallsmehrheit von 57 gegen 56 Stimmen vertraglich fein Einspruchsrecht, sie würde sich aber wegen der gerade zehn Jahre her, als ein andres berühmtes" Medium" vor Am 18. März 1892 verurteilte das Schöffengericht durchgedrückt werden. Es mußte unter diesen Umständen als ein vorliegenden Petitionen mit den Aufsichtsbehörden, in erster Linie Gericht stand. Rentier Gniser das damals vielgepriesene Medium Valesca Töpfer zum Ent durchaus dem Polizeipräsidium ins Benehmen setzen. erfolgversprechendes Beginnen erscheinen, daß die socialdemokratische Fraktion der Stadtverordneten- Ver- machte die sensationelle Mitteilung, daß im Osten andre setzen aller ihrer Anhänger wegen ihrer spiritistischen Schwindeleien Schienen verwendet worden seien, als im Westen, und daß zu 2 Jahren Gefängnis und fünfjährigem Ehrverlust. Die fünfte fammlung Anfang Januar dieses Jahres jenen Autrag diese, anstatt, wie versprochen, auf einer mit Asphalt abgedeckten Straftammer als Berufungsinstanz jab den Humbug weitaus milder wieder aufnahm zumal da inzwischen die Zusammen- Kiesschicht direkt auf den Eisenviadukten ruhten. Er beantragt, daß an und wandelte die erkannte Strafe in 6 Wochen Gefängnis um. jezung der Versammlung durch die Neuwahlen geändert der Verein die Prozeßtosten übernehme. Hiermit war Einbruch in der Kaserne. Ein Vorkommnis, das zur Vers worden war. Die Beratung des Antrages in der Sigung die Majorität nicht einverstanden; vielmehr soll zunächst der Bor- Haftung eines Vicefeldwebels führte, hat sich in der Kaserne des dritten Garderegiments in der Wrangelstraße zugetragen. Die Kaffe Jungetreue Angestellte heimlich mitgenommen, um sie einer Freundin des Offizierskafinos und der Kantine für die Mannschaften wurde in zu schenken. Er hatte sie unter seiner Kleidung so befestigt, daß dem Zimmer des Vicefeldwebels G. erbrochen aufgefunden; aus ihr jedes Hofenbein ein Ende verbergen sollte, sich aber in ihrer Länge waren 600 M. in Hundertmarkscheinen und 800 M. in Goldftüden verrechnet. Außer Seide hat der Mann, der gestern verhaftet wurde, entnommen worden. Die Kasse war verschlossen, nur an der im Laufe der drei Jahre alles mögliche gestohlen, um es zu veroberen Kante zeigte sich ein etwa drei Centimeter langer Riß. Das schenken oder zu verkaufen. Es stellte sich heraus, daß er als Jung Bimmer war in größter Unordnung, so daß man annehmen konnte, geselle ein lockeres Leben führte und fast alles, was er redlich und daß Unberechtigte sich Eintritt in dasselbe verschafft hatten. Sofort unredlich erwarb, für Mädchen ausgab. nach Bekanntwerden des Vorfalls wurden die Ermittelungen in der Der Riß der Kassette eine andre Spur. tief hinab. Er erlitt hierbei einen Bruch des linken Beines und schwere innere Verlegungen. Nachdem R. in der Unfallstation XII die erste Hilfe erhalten, wurde er auf seinen Wunsch nach dem Charlottenburger Krankenhaus gebracht. Die hiesige freiwillige Feuerwehr hat jetzt aus städtischen Mitteln eine Dampffprize erhalten, welche am Mittwoch im Beisein des Branddirektors Giers berg geprobt wurde und sich vorzüglich bewährte. Die städtische Schuldeputation hat beschlossen, der Stadtverordneten- Versammlung Der Angelegenheit angestellt. Die Untersuchung selbst leitet Lieutenant bis zur Wrangelstraße wird zur Asphaltierung vom 2. f. M. ab bis zu beschließen. Straßensperrung. Die Cubrystraße von der Schlesischenstraße die Umwandlung des hiesigen Progymnasiums in ein Realgymnasium v. Dewig mit Unterstügung eines vom Polizeipräsidium erbetenen auf weiteres für Fuhrwerke und Reiter gesperrt. Kriminalfommissars. Zwei Tage hindurch fanden Bernehmungen Neu- Weißensee. In der letzten Sigung der Gemeindevertretung statt. Sämtliche Bewohner der dem Zimmer des G. benachbarten Oeffentliche Hygiene- Vorträge der Centralkommiffion der beschlossen. Für die in der letzten Zeit vorgenommenen Grundstückswurde zunächst der Ankauf eines Terrains von ca. 70 Morgen Größe Räume wurden verhört. Der Verdacht fiel zuerst auf einen wach Krankenkaffen. Das Thema der heutigen Vorträge lautet: Schuanläufe sowie für die in allernächster Zeit auszuführende Kläranlage, habenden Unteroffizier, der sich auf eine halbe Stunde während und Pflege des Auges. Für jeden Arbeiter ist die Erhaltung für Heizungsanlagen in Schulen, Erbauung einer Gemeinde- Turudes Dienstes entfernt hatte; die Ermittelungen ergaben indeffen, daß einer normalen Sehkraft von höchster Bedeutung. Kein Organ ist halle und die Anlegung eines Spielplages wurde die Aufnahme einer ein Verschulden seinerseits nicht vorliegen konnte. Durch die so vielen Schädigungen durch die gewerbliche Thätigkeit ausgesetzt genaue Untersuchung der erbrochenen Geldkaffette fand man wie das Auge; kaum irgendwo haben geringfügig erscheinende Ver- Anleihe von 600 000 M. zu 3½ Proz. Berzinsung beschloffen. fchließlich von vier Vertretern gestellte Antrag, durch Ausgabe von Anleihescheinen war nachlässigungen so schwere Nachteile im Gefolge: dauernde Krankheits- die Summe von 41/2 Mill. Mark aufzunehmen, mit der die jetzigen nämlich von der Innenseite aus bewerkstelligt worden, daraus zustände, Herabsetzung der Erwerbsfähigkeit u. a. Die Vorträge teilweise sehr ungünstig abgeschlossenen Anleihen zurückgezahlt und alle folgte, daß die Kassette erst nach der Entnahme des Geldes finden statt heute, Freitag, den 21. März, in den Schulaulen Keibel- teilweise sehr ungünstig abgeschlossenen Anleihen zurückgezahlt und alle wieder geschlossen worden sein mußte. Diese Spur führte zur Ver- straße 31/32. Pantstr. 8, Wrangelstr. 128, Winterfeldtstr. 16 und schwebenden außeretatmäßigen Ausgaben gedeckt werden sollten, wurde Haftung des Vicefeldwebels G. selbst, in dessen Zimmer der Einbruch Charlottenburg, Goethestr. 22; Bortragende: die Herren Doktoren vom Vorsteher als verfrüht bezeichnet, da die in nächster Zeit bevors verübt worden war. G., der mit aller Entschiedenheit jede Schuld W. Seligsohn, Abelsdorff, J. Wurm, Crzelliger und Ernst Heimann.nahme einer Anleihe notwendig machen würde. Schließlich wurde stehende Erlangung der Stadtrechte wiederum die Aufbestreitet, wurde nach mehrstündigem Verhör in das Militärgefängnis Begin präcise 81/2 Uhr abends. Zutritt frei für jedermann ohne Legi dem Vorsteher aufgegeben, mit Bantinstituten zweds späterer Durch der Lehrterstraße abgeführt. Er lebte bisher in durchaus geordneten Verhältnissen und hatte die Kantinen- und Kasinokasse seit etwa führung dieses Antrages in Verbindung zu treten. Das vom Unbekannte Leiche. Vor dem Hause Alexanderstr. 7 brach am Genossen Zubeil im Reichstage gerügte Verhalten des Gemeindefünf Jahren in Verwaltung. Die Verhandlungen werden zur Beit Dienstagnachmittag um 44 Uhr ein unbekannter Mann, anscheinend vorstehers gegenüber der Errichtung des Gewerbegerichts von der Militärbehörde fortgeführt. Ein Sparkassenbuch des G. ist ein Arbeiter, bewußtlos zusammen und starb auf der nächsten Unfall- scheint arg verschnupft zu haben; nur richtete sich in dieser Sigung beschlagnahmt worden. station. Der Mann ist etwa 30 Jahre alt und nicht sehr groß, hat der ganze Groll aus Anlaß dieser Sache komischerweise gegen den dunkelblondes Haar und einen sehr kleinen hellen Schnurrbart und Vorwärts", der in dieser Angelegenheit nun auf einmal trug ein blaues und ein bläulich- graues Jackett, eine blaue Univahres berichtet haben soll. Es dürfte schwer halten, dies zu bes Strickjacke, eine braune Manchesterhose, wie Zimmerleute sie tragen, weisen. ein schwarzes, buntgeblümtes Vorhemd und eisenbeschlagene Schaftstiefel. Die Leiche wurde nach dem Schauhaufe gebracht und ist ort ausgestellt. Zu der Hauptverhandlung in dem Altenbekener Eisenbahn- Unglüc am 20. Dezember v. J., welche heute vor der Straffammer in Paderborn stattfindet, wird mitgeteilt, daß der mitangeklagte Zugführer Wilhelin Peters in Berlin, Rüdersdorfer Straße 3, unmittelbar nach der Katastrophe krank und dienstunfähig geworden ist. Unter dem Eindruck des Schreckens über das furchtbare Ereignis hat sich bei ihm ein von Lähmungserscheinungen begleitetes schweres Nervenleiden entwickelt, durch welches er an der freien Bewegung der oberen Extremitäten behindert ist, so daß er nicht einmal im stande ist, sich ohne Beihilfe feiner Familie an- und auszukleiden. Er muß daher den Termin in Begleitung seines erwachsenen Sohnes wahrnehmen. Der im Dienst ergraute Beamte hatte übrigens vor dem Eintritt der Katastrophe die betreffende Bahnstrecke erst zum zweitenmal durchfahren, und zwar auch nur in Vertretung, da er bis zu diesem Zeitpunkt bestimmungsgemäß die D- Züge auf der Tour bis Frankfurt a. M. begleitete. Peters hofft zubersichtlich auf seine Freisprechung, da er sich, wie er äußerte, von jeder Schuld frei fühle. wird. Einbrecher auf Reisen. Vor nicht langer Zeit wurde in Kiel ein Einbruch verübt, bei dem den Dieben für 8000 M. Goldund Silberwaren in die Hände fielen. Die Festnahme dieser Einbrecher, die jetzt hier in Berlin erfolgte, war mit manchen interessanten Umständen verbunden. Aus der Art, wie der Einbruch in Kiel ausgeführt worden war, schloß die hiesige Kriminalpolizei, daß Berliner Verbrecher ihre Hand im Spiele gehabt hätten. Die Er timation. " Aus den Nachbarorten. " Gerichts- Beitung. Mai einen wollte Theater. Im Metropol Theater, wo am Palmsonntag das bis zum ersten Ostersonntag dauernde Gastspiel des Hofpaurschen Opern Eine sonderbare Diebstahlsgeschichte beschäftigte gestern die Ensemble vom Theater des Westens beginnt, werden vier Opern zur Auf- tveite Straffammer des Landgerichts I. Auf der Anklagebant beführung gelangen. Francesco d'Andrade, der berühmte Barytonist, tritt am fand sich der Hilfsbriefträger Friedrich Dorgaß, welcher seine Gröffnungsabend des Operngastspiels als Don Juan auf und singt am Unschuld beteuerte, von seiner früheren Wirtin, der Witwe Schmidt, Donnerstag den Rigoletto. an den beiden Abenden, an welchen die Jüdin" aber in folgender Weise bezichtigt wurde: Der Angeklagte habe zur Aufführung gelangt, als Gleazar. Um zweiten Osterfesttage kehrt das vom Januar bis zum Juli vorigen Jahres nebst zwei andern jungen femble des Direktors Richard Schulz von feinem Gaſtſpiel aus dem Theater Leuten bei ihr gewohnt. Im April sei ihr aus einer im Küchendes Westens zurück und führt im Metropol- Theater die bereits angekündigte schrank stehenden Tasse ein Dreimarkstück abhanden gekommen. Einen Poffen- Novität" Die wahre Liebe ist das nicht" zum erstenmal auf. m Thalia Theater wird die nächste Zeit mehreren Benefizen ge- Verdacht gegen eine bestimmte Person habe sie nicht gehabt. Die widmet ſein. Das außerordentliche Zugftück Seine kleine" geht Diebstähle hätten sich wiederholt, es handelte sich jedesmal zuerst zum Benefiz für Kapellmeister& inödshofer zur 75. Vorstellung um Beträge von zwei bis sechs Mark. Als der An ( am 3. April) in Scene, der Vorverkauf für die Osterfeiertage hat bereits geklagte Bauarbeiterschuh. Im Februar d. J. erschien unter der Spiz- begonnen. In der am Sonntagnachmittag 3½½ Uhr stattfindenden Vor: Bie Zeugin ihn auf die Probe stellen. dienstfreien Tag hatte, marte Bauarbeiterschutz" im„ Vorwärts" eine Notiz, in der die Ausstellung von„ Mathilde" wird Fräulein Mary Rolf vom Hoftheater fortgehen müsse und der Angeklagte allein in der Wohnung bleibe. Sie erklärte ihm, daß sie führung der Buzarbeit an der Saaldecke im Neubau Spichernstr. 3 in Oldenburg die Titelrolle spielen. Am Charfreitag gelangt das Oratorium kritisiert wurde. Es wurde darauf hingewiesen, daß bei der geradezu Aufführung von„ Nathan der Weise" auf Sonntag, den 24. März, Bett gelegt. Sie habe längere Zeit liegen müssen, dann sei der AnPaulus zur Aufführung. Im Schiller Theater ist die erste Anstatt fortzugehen, habe sie sich unter das in der Küche stehende Leichtfinnig zu nennenden Konstruktion der Rabizdecke ein Unglücks- festgesezt.- Herr Direttor Ferenczy hat eine neue Operette von Victor geklagte erschienen, habe den Küchenschrank geöffnet und in dem fall, ähnlich wie im Leipziger Palmengarten, sich auch hier ereignen olländer, deren Textbuch bon Georg Otontowsty und Geschirr gesucht. müsse. Der zuständigen Ban- Inspektion wurde davon Kenntnis ge- Rudolph Schanzer verfaßt ist, zur Aufführung erworben. Ganz im Hintergrunde des Schrankes, unter Das Tellern und Tassen versteckt, hätten ihre Ersparnisse in Höhe von geben und Untersuchung verlangt. Diese hat auch stattgefunden, Stück wird im Central Theater eine der ersten Novitäten der 250 M. in einem leinenen Beutel gelegen. jedoch kann dabei nicht mit der Gründlichkeit vorgegangen worden nächsten Saison bilden. Der Angeklagte habe den Beutel gefunden und sie habe von ihrem Versted aus fein, die bei einer solchen Sache zu verlangen ist. Am Dienstag, Fenerbericht. Nur wenig. Alarmierungen hatte die Wehr in deutlich gesehen, daß er denselben öffnete und das Geld herausden 18. März, stürzte nämlich, während an der Dede noch emisig den letzten 24 Stunden zu verzeichnen. Donnerstagmittag hatte nahm. Dann habe er sich entfernt und bald darauf die Wohnung vers gearbeitet wurde, ein yon den Puzern gezogenes Stück Profil von Grüner Weg 125 in einem Eisenladen Verpackungsmaterial Feuer laffen. Jetzt erst habe sie sich aus ihrem Versteck hervorgetraut und gewaltiger Länge und Centnerschwere herab und durchschlug die gefangen, das indes in kurzer Zeit abgelöscht werden konnte. Früh festgestellt, daß der Angeklagte ihr 50 M. gestohlen habe. Sie habe Rüstung. Menschenleben sind zum Glück nicht zu beklagen. Welches gegen 1 Uhr waren in der Ackerstr. 48 in einer Brettschneiderei Säge nicht den Mut gehabt, ihm Vorhaltungen zu machen, sondern ihn Unglück wäre aber entstanden, wenn beim Gintreten dieses Falles späne und der Fußboden in Brand geraten, dessen Löschung jedoch nach wie vor als Mieter behalten. Ihr Geld habe sie von diesem der Saal dem Publikum bereits geöffnet gewesen wäre. Dem zu auch bald erfolgen konnte. Mittwochabend kurz nach 6 Uhr wurde Beitpunkt an aber im Wäscheschrank aufbewahrt. Nach längerer Zeit ständigen Baurat ist wiederum Mitteilung zugegangen und es ist zu die Wehr nach der Ecke der Mauer- und Kaiserhofstraße gerufen. Hätten die Diebstähle wieder begonnen und sie habe die Gewißheit erwarten, daß jezt von seiten der Behörde energischer vorgegangen Hier war ein Brauerwagen gegen die Bordschwelle gefahren und gehabt, daß wieder der Angeklagte der Thäter gewesen. Nun habe umgestürzt. Er hatte sich nun quer über die Straße gelegt und da fie ihm die Diebstähle auf den Kopf zugesagt und verlangt, daß er durch eine Verkehrsstörung hervorgerufen. Die Feuerwehr richtete ihr das Geld zurückgeben solle. Dorgaz habe zuerst teine ihn wieder auf und beseitigte das Hindernis. Außerdem erfolgte Morte finden fönnen und dann voller Entrüstung ver noch eine Alarmierung von Arkona- Plazz 38, die jedoch auf„ blinden langt, daß fie einem Schußmann holen laffen solle. Lärm" zurückzuführen war. Der Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Blaschkauer, bezeichnete die ganze Erzählung der Zeugin für ebenso unglaubwürdig, als ihr Verhalten. Er wies auch darauf hin, daß ihre heutige Aussage keineswegs in mittelungen ergaben, daß die bekannten Einbrecher Tapezierer Her- beriet am Mittwoch eine Reihe wichtiger Vorlagen, darunter die be- scholtener Mensch, gegen den weiter keine Verdachtsumstände vorDie Charlottenburger Stadtverordneten- Versammlung Einklang zu bringen sei mit ihren Angaben vor der Polizei. Der Gerichtshof tam ebenfalls zu der Ansicht, daß ein unbemann Kühnlein, Schlosser Karl Mittelstedt und Arbeiter treffend die Abänderung des Vertrages mit der Firma Siemens u. Paul Schäfer, alle drei im Scheunenviertel wohnhaft, um die Halske über den Bau der Untergrundbahn. Nach dem liegen, lediglich auf Grund der Aussage der Zeugin Schmidt nicht Zeit des Einbruches eine Reife gemacht hatten. Stühlein hatte jetzigen Vertrage ist die Strecke Zoologischer Garten- Wilhelmsplatz verurteilt werden könne, es wurde ein freisprechendes Urteil ant 1. Februar in der Mulachstraße Nr. 28 ein Zimmer bis zum 1. April 1904 fertig zu stellen. Mit Rücksicht darauf, daß gefällt. Dorgas ist wegen dieser Sache bereits aus dem Postdienste gemietet, das seine Schwägerin" bezahlte. Er erzählte dem Ver- die Regulierung der Hardenbergstraße, durch die der Tunnel gelegt entlassen worden. mieter, daß er von seiner Frau getrennt lebe. Als er nun fest- werden muß, ein dringendes Bedürfnis ist, hat sich die Firma bereit genommen wurde, fand man bei ihm nichts von der Beute. Es er erklärt, die Strecke bis zum Knie innerhalb sechs Monaten nach Dezember vorigen Jahres gegen den Großschlächtermeister Paul Ju Schlächterkreifen erregte eine Verhandlung, die im gab sich jedoch, daß die angebliche Schwägerin seine Frau war und Ueberweisung des Straßenlandes und nach Erteilung der landes Fadlam und den Kaufmann Friedr. Holate stattfand, Aufs daß er dieser in der Bernauerstraße 30 eine Wohnung gemietet polizeilichen Genehmigung fertig zu stellen und innerhalb weiterer fehen. Die beiden waren beschuldigt, in drei Fällen wissentlich hatte. Hier fand man denn auch einen Teil der gestohlenen Sachen. brei Monate in Betrieb zu setzen. Als Gegenleistung dafür be- falsche eidesstattliche Versicherungen abgegeben zu haben, um den Kühnlein erhängte sich dann in der Isolierzelle des Polizei- ansprucht sie die Hinausschiebung des Termins für die Jubetrieb von Fadlam gestellten Anträgen auf Arrestbelegung des Vermögens gewahrsams an Alexanderplatz. Seinen Mitthäter hatte er ſetzung der Strecke Knie- Wilhelmsplatz bis zum 1. April 1905. Dem feiner Schuldner zu begründen. Die Verhandlung endete mit der ebenso wenig verraten wie den Hehler. Die Kriminalpolizei Antrage des Magistrats entsprechend erklärte sich die Versammlung Freisprechung der Angeklagten in zwei Fällen, während im dritten tam ihnen aber doch auf die Spur." Beamte beobachteten mit dieser Abänderung des Vertrags einverstanden. Zur Annahme Falle Facklam zu vier, Holzke zu drei Monaten Gefängnis verurteilt unausgesezt die Wohnung Kühnleins und sahen schließlich gelangte ferner die Vorlage betr. die Anstellung städtischer wurde. Auf die vom Verteidiger, Rechtsanwalt Dr. Davidsohn, einMittelstedt hineingehen. Run umstellten sie das Haus und ver- Schwestern im Krantenpflege Dienst. Danach sollen gelegte Revision hat nun das Reichsgericht das erste Erkenntnis aufsperrten ihm den Ausgang. Mittelstedt suchte über das Dach zu für die Krankenpflege im städtischen Krankenhause, insbesondere in gehoben und die Sache zur nochmaligen Verhandlung an die Vorentkommen. Die Kriminalbeamten hatten jedoch auch hiermit ge- der neuen Anstalt auf Westend, an Stelle der bisherigen Schwestern instanz zurückgewiesen. rechnet und Vorkehrungen getroffen, so daß sie ihn gleich auf dem des Victoria- Haufes zu Berlin künftig städtische Schwestern verDache in Empfang nehmen konnten. Als nun Schäfer von seinen wendet werden. Zu diesem Zweck wird eine besondere Schwestern- Das Kammergericht hat in einem Streitfalle dahin entschieden: Spießgesellen nichts mehr hörte, wollte er Mittelstedt einmal in schule gefchaffen. Die Schwestern erhalten ein Recht auf Ruhegehalt andlungsgehilfen können ein Abgangszeugnis nicht bloß seiner Wohnung aufsuchen. Die Kriminalpolizei hatte wiederum analog den Beamten. Ihr Gehalt beträgt neben freier Wohnung, über Führung und Leistungen, sondern auch über das eine oder das Haus besetzt. Schäfer versuchte, auf der Treppe einen Beköstigung, Kleidung und ärztlicher Behandlung im Erkrankungs- das andre verlangen. In seinen Urteilsgründen sagt das Kammer Kriminalbeamten über den Haufen zu rennen und über das falle jährlich 360-480 M., das der Oberschwester 500--650 M. und gericht nach den„ Bl. f. Npfl.": Für die Auslegung des§ 73 Geländer hinweg zu entkommen, wurde aber überwältigt und das der Oberin 1000-1450 M. Einem Ausschuß von 15 Mit- Handels- Gesetzbuchs wesentlich ist die Entstehungsgeschichte der Gesetzes ebenfalls dingfest gemacht. Bei ihm fand man den größten gliedern, dem auch die Genossen Hirsch und Baake angehören, vorschrift. Diese stammt aus der Gewerbe- Ordnung, deren§ 113 Teil der Beute, so weit sie noch nicht verschärft" war. überwies die Versammlung die Vorlagen betr. die Neuschaffung bis zur Novelle vom 1. Juni 1891 lautete:" Beim Abgange können Nun fehlte noch der Hehler. Da beobachtete man, daß ein Handels- einer Stelle im Magistrafskollegium für einen die Arbeiter ein Zeugnis über die Art und Dauer ihrer Beschäftigung mann Löwenstein von Frau Kühnlein besucht wurde und sie stämmerer und betreffend Bewilligung bon Mitteln fordern. Dieses Zeugnis ist auf Verlangen der Arbeiter auch auf ihre wieder aufsuchte. Der Zusammenhang wurde bald flar. Frau Kühn zur Einstellung eines gilfsarbeiters für den Führung auszudehnen." Die Novelle sette in den Abfaz 2 des Paragraphen lein hatte sich an den Geschäftsfreund ihres Mannes um Unter- Stadtschulrat. Die Geschäfte des Kämmerers werden jetzt vom die Worte und ihre Leistungen" hinein. Es ist nicht anzunehmen, stüßung gewandt. Löwenstein sagte ihr seine Hilfe zu, zeichnete zweiten Bürgermeister mit besorgt. Dies führt zu großen Un- daß durch diese Einschaltung die Lage des Arbeiters gegenüber dem selbst einen Beitrag und setzte dann in Verbrechertreifen eine zuträglichkeiten, es foll deshalb ein besonderer Kämmerer mit früheren Rechtszustande verschlechtert werden sollte. Eine solche VerSammelliste in Umlauf, da der Mann doch ein Opfer seines Berufes 10 000 bis 13 000 m. Gehalt angestellt werden. Die Hilfsarbeiter schlechterung läge aber vor, wenn der Arbeiter die Ausdehnung des geworden sei. So fand man auch den Hehler der Bande und nahm für den Stadtschulrat will der Magistrat versuchsweise aus der Zahl Zeugnisses nicht mehr, wie früher, auf die Führung allein, sondern ihn ebenfalls fest. Alle Drei sind jetzt geständig. der Gemeindeschul- Rektoren entnehmen. Endlich nahm das Haus nur auf Führung und Leistungen zugleich erlangen könnte. Daß Von einem Radler totgefahren wurde die 39 Jahre alte noch mit großer Mehrheit die beiden Vorlagen betreffend Gewährung die Novelle solches beabsichtigt habe, ist um so weniger anzunehmen, Rentnerin Fräulein Anna Kärger aus der Kirchstr. 19. Auf dem fremdsprachlichen Unterrichts an die tüchtigsten und als sie lediglich im Interesse der Arbeiter erlassen worden ist. Wege zu ihrem in der Dreysestraße wohnenden Bruder wurde sie an würdigsten Schüler der oberen Gemeindeschulklassen und betreffend der Ecke der Wilsnaderstraße von einem Hausdiener, der von der Einführung des Haushaltungsunterrichts an sämtlichen Beusselstraße hergefahren fam, umgestoßen und schlug mit dem Kopf Gemeinde- Mädchenschulen an. In der nächsten Sizung, am 26. März, auf das Straßenpflaster auf. Hierbei zog sie sich eine Gehirn beginnt die zweite Lesung des Etats. erschütterung zu, der sie nach einigen Tagen erlag. " Der Kaufmann Karl Sobel, welcher vor einigen Tagen wegen des raffinierten Betruges mit dem mit Zeitungspapier beschwerten und mit 1900 M. deklarierten Geldbriefe für schuldig befunden und zu einem Jahre Gefängnis verurteilt wurde, hat gegen dies Erfenntnis durch seinen Verteidiger Rechtsanwalt Hugo Sachs Revision einlegen laſſen. Wetter Prognose für Freitag, den 21. März 1902. Ziemlich warm bei starken südwestlichen Winden und zunehmender Bes Berliner Wetterbureau. Aus Lichtenberg schreibt man uns: Berliner Blätter berichten Die verräterische Belzboa. In einem hiesigen großen Hause anscheinend offiziös über Verhandlungen, die im Berliner Magistrat war seit sechs Jahren ein Dekorateur angestellt, der so zur Zu- und Lichtenberg gepflogen seien. An diesem Ort ist von solchen wegen Einverleibung der östlichen Vororte Stralau- Rummelsburg friedenheit seines Chefs arbeitete, daß er bald einen Vertrauensposten bekleidete. Als das Raphaelsche Hehlernest am Monbijouplak Berhandlungen in den Verwaltungskreisen nichts bekannt und unausgenommen wurde, fand man u. a. auch Seidenstoffe, deren Muster willkürlich faucht hier die Frage auf," ob sich das Spiel wiederholen wölkung; nachher Regen und etwas Abfühlung. lange vergeblich gesucht wurden. Endlich fand man sie in jenem getrieben wurde. Wollen interessierte Kreise das Bestreben auf Ansoll, das seiner Zeit bei der v. Donnersmarckschen Terrain- Affaire Hause, und Kriminalbeamte machten sich daran, den Dieb, der mur ein Angestellter sein konnte, zu ermitteln. An alle andren hätte nahme der Städteverfassung für Lichtenberg wieder durchkreuzen? man eher gedacht als an den Dekorateur, auch die Beamten ſtellten Antwort auf die Quertreiberei einer Heinen Intereffengruppe Central- Verband der Zimmerer Deutschlands, Die Lichtenberger Einwohner werden nicht ermangeln, die richtige zu nur allgemeine Beobachtungen an. Dabei machten sie aber vor einigen Tagen eine überraschende Entdeckung. Als der Deforateur geben. Bevor Lichtenberg nicht die Städteverfassung hat, kann von das Haus verließ, um den Heimweg anzutreten, hingen ihm aus den Verhandeln"( im verwegenſten Sinne des Wortes) nicht die Rede sein. Hosenbeinen die Spigen einer schönen Belzboa heraus. Die Kriminalbeamten folgten ihm nun und kamen dahinter, daß der Dekorateur, Aus Rigdorf. Ein bedauerlicher Unfall ereignete sich gestern nach langer Strankheit an der Lungenschwindsucht gestorben ist. der Vertrauensmann des Hauses, schon seit drei Jahren ein Haus- nachmittag auf dem Neubau Hermannstr. 221. Beim Umkanten erdigung findet Sonnabend, den 22. März, nachmittags 2½½ Uhr, vom dieb war. Seine Arbeitgeber wollten es erst nicht glauben, die Er- eines Baltens machte der Zimmergeselle August Radtke, Schillerstr. 8 Strankenhause Bethanien nach dem St. Michael- Kirchhof in Mariendorf statt. mittelungen beseitigten aber jeden Zweifel. Die Belzboa hatte der in Charlottenburg wohnhaft, einen Fehltritt und stürzte zwei Stod Um rege Beteiligung ersucht " Zahlstelle Berlin. Den Mitgliedern zur Nachricht, daß unser Mitglied Julius Heiser Berantwortlicher Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für den Inseratenteil verantwortlich: Th. Glocke in Berlin. Drud und Berlag von May Bading in Berlin. Die Be: Der Vorstand.