Nr. 64. Grscheint täglich außer Montags. Abonnements Preis für Berlin: Bierteljährlich 3,30 Mt., monatlich 1,10 Mt, wöchentlich 28 Pfg. fret in's Haus. Einzelne Nummer Pig. Sonntags- Nummer mit illuftr. Sonntags- Beilage Neue Welt" 10 Pfg. Post- Abonnement: 3,30 Mt.pro Quartal. Unter Kreuzband: Deutschland u. DesterreichUngarn 2 Mt., für das übrige Ausland 3 Mt.pr.Monat. Eingetr. In der Post- Beitungs- Preisliste für 1892 unter Nr. 6652. Tags 9. Jahrg. Vorwärts Insertions- Gebühr beträgt für die fünfgespaltene Petitzeile oder deren Raum 40 Pfg., für Vereins- und Versammlungs Anzeigen 20 Pfg Inserate für die nächste Nummer müssen bis 4 Uhr Nachmittags in der Expedition abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochentagen bis 7 Uhr Abends, an Sonnund Festtagen bis 9 Uhr Bormittags geöffnet. Fern sprech- Anschink: Amt I, Nr. 4186. Berliner Bolksblatt. Zentralorgan der sozialdemokratischen Partei Deutschlands. Redaktion: Beuth- Straße 2. Lackirer Bahn. Die Adresse lautet wie folgt: Mittwoch, den 16. März 1892. Expedition: Beuth- Straße 3. auf Kommando wählen, auf Kommando Adressen unter- Der Mächtigste ist ein Produkt der Verhältnisse, sein schreiben, das ist das Jdealbild der bureaukratischen Heils- Wollen und Handeln ist abhängig von den Zuständen, An hervorragender Stelle bringt der Reichs- Anzeiger" politik. Wer fommandirt zur Wahl? Ei, Herr Bahn. unter denen er lebt. Wer den ersten Anlauf der kaiserDom 15. März folgende Mittheilung aus Posen:. Wer kommandirt, wie gewählt wird? Natürlich Herr lichen Erlasse vom Febrnar 1890 vergleicht mit der Ents In der hiesigen Königlichen Eisenbahn- Haupt- Werkstätte Bahn. Wer kommandirt, daß Adressen verfaßt werden? wickelung des gesetzlichen Arbeiterschußes in Deutschland, fand am Sonnabend die Wahl des in Gemäßheit des§ 134 h Wieder Herr Zahn, der die Adresse fein säuberlich bereits der erkennt, daß die bedeutsamen ökonomischen und sozialen Abs. 4 des Gesetzes vom 1. Juni 1891 zu bildenden Arbeiter in der Tasche trägt. Wer ist Herr Zahn? Der Lacirer, Faktoren der bürgerlichen Gesellschaft ihre rastlose Wirksam ausschusses statt. Kurz vor Beginn der Wahl er bat sich, wie der wackere Lackirer Herr Zahn, der nicht blos feit nicht einstellen, nicht einstellen können, mag auch das" Pos. Tagebl." mittheilt, der Lactirer Zahn das Wort, um lackirt, sondern auch kommandirt, proponirt, resolvirt, ein Einzelner sich energisch ihnen entgegenstellen. Der die erschienenen Wähler zu bitten, den Dank für das Vertrauen, adressirt, tein hohler Zahn, sondern ein Zahn, Kampf der Klassen ist die Tagesordnung unserer Periode, das die Königliche Staatsregierung ihnen durch Einrichtung der Haare auf den Zähnen hat, im wahren Sinne gerade wie die moderne Fechtweise die Maffen gegen eines Arbeiterausschusses entgegenbringe, durch eine ein- des Wortes der Zahn der Zeit, unserer Zeit, der Zeit der einander wirft und die aufgelöste Schützenlinie den Einzelmüthige Wahl unter Vermeidung jeder Bersplitterung Gesinnungstüchtigkeit, des militärischen Gehorsams, der Kampf der Heroenzeit verdrängt hat. der Stimmen zu beweisen. Wenn auch noch nicht feststehe, auf wen die Wahl in den einzelnen Gruppen fallen Loyalität, der Sozialreform von Oben. Die deutsche Arbeiterbewegung übt ihre grundsätzliche werde, so hoffe er doch, daß jeder Gewählte das Wohl des So ist der Lackiver Zahn eine typische Gestalt, welche Kritik an den Thatsachen ohne Haß und ohne Neigung. Königlichen Dienstes und das seiner Arbeitskollegen im Inter- von den Anhängern und Bewunderern der heutigen Zu fühl und unbefangen. Wohlwollen und unermüdliche Fürs esse des Ganzen im Auge haben werde. Der Redner bat ferner stände verdient in Gold gefaßt oder doch damit plombirt sorge für das Wohl des Arbeiterstandes" sezen patriarchalische die sämmtlichen Arbeiter, nach Beendigung der Wahl noch auf zu werden. Nicht der wirthschaftliche Druck, nicht die Verhältnisse voraus, die heute nicht mehr bestehen. Diese Turze Zeit im Wahllokale versammelt zu bleiben, da er ihnen straffe Unterordnung, die zum Bariren zwingt, wenn anders Tendenzen seien unbestritten! Aber die soziale Gesetzgebung noch etwas Wichtiges zur Beschlußfassung vorlegen wolle. Die die Arbeitslosigkeit vermieden werden soll, nicht die gesell- des Deutschen Reichs, das Reich, der Staat als UnterBetheiligung an der Wahl war eine sehr rege. Nach vollzogener Wahl nahm der Lacirer Zahn nochmals das Wort: Schaftlichen Zustände sind es, welche solche Vorgänge er- nehmer, fie halten nicht Stich vor dem tiefgründigen Urtheil deren Weltanschauung im um Seiner Majestät dem Kaiser und Könige den aller möglichen. Beileibe nicht, der Retter in der Noth ist der einer aufstrebenden Klasse, unterthänigsten Dank auszusprechen für das fortgesetzte Wohl- Lackirer Zahn. Und Wildenbruch, der Marsyas, dem es kontradiktorischen Gegensate steht zu dem Dogma jenes wollen, welches Er dem Arbeiterstande zuwende, und diesen gelungen, Apoll, den Gott der Dichtkunst zu schinden, Individualismus, welcher die Einzelpersönlichkeit zum Herrn Dant in einer noch heute abzusendenden Depesche zum Ausdruck wird mit brennendem Schmerze sehen, daß der Lackirer der Welt, statt zum Erzeugniß der geschichtlichen Ent zu bringen." Zahn in dem Heiligen Lachen" fehlt, in diesem Kasernen- wickelung macht. Jene Romantiker, welche in der souvedrama, das die verherrlicht, welche blißschnell und ohne Banken ränen Fronie des Subjekts, des selbstherrlichen Jchs den Posen, den 12. März, vor dem Prinzipal der Weltapotheke" sich beugen. Doch Gipfelpunkt des Erkennens erblickten, find in Kunst und An Seine Majestät den Deutschen Kaiser in Berlin. vielleicht wird Wildenbruch dem dramatischen Stiefel des Leben gescheitert an dem Felsenriff der realen Welt. Allerdurchlauchtigster, großmächtigster Raiser! " Heiligen Lachens" den fehlenden Riester noch aufsetzen und Die Ziele, welche die Arbeiterklasse sich gesteckt hat, Allgnädigster Kaiser, König und Herr! Gure Raiserliche und Königliche Majestät bitten die Unter dem endlosen Rollenverzeichniß die jüngste Rolle hinzufügen: find mit eherner Nothwendigkeit vorgezeichnet. Das Prozeichneten, in Beranlassung der Wahl eines Arbeiter- Ausschusses Lackirer Zahn.... letariat führt, auf sich vertrauend, seinen Kampf, nur durch auf Grund der neuen Gewerbeordnung, für Allerhöchstdero Kaum hat der Reichs- Anzeiger"( 2. März d. J.) über eigene Kraft wird es befreit. Wohlwollen und unermüdliche Fürsorge für das Wohl des die Rundgebungen aus Arbeiterkreisen" zum Ausritt des Das Bedürfniß, eine Uebereinstimmung der Arbeiter Arbeiterstandes ihren tiefgefühltesten Dant aussprechen und Kaisers berichtet, so weiß er von anderen Dokumenten zu mit der Politik der herrschenden Klassen darzuthun und geloben zu dürfen, in alle Zukunft treu und fest zu stehen zu reden. Es versteht sich am Rande, daß all dies in guten erfreuliche Erempel zu ftatuiren, ist geradezu symptomatisch Raifer und Reich. Eurer Majestät allerunterthänigste Handwerker und Arbeiter Treuen geschieht, daß all dies in guten Treuen auf- für die Berfegung des Bestehenden, für die Berschärfung der ber Königlichen Eisenbahn- Hauptwerkstätte zu Posen. Ist Derjenige, an welchen solche Manifeste geschickt Der ehrliche Glaube an diese Exempel ist ein schöner Der neugewählte Arbeiter- Ausschuß." werden, ist der Regent, dessen temperamentvolles Wesen Irrthum, verständlich durch die Sachlage, trotzdem aber ein Die Adresse wurde einstimmig angenommen und der Freude und dessen lebendiges Interesse für die sozialen und poli- Wahn. Die dazu Berufenen hätten allen Anlaß, die darüber, daß sie zum Abgange komme, in einem dreifachen Hoch tischen Zustände unbestritten sind, der Ansicht, daß diese Dinge so zu sehen, wie sie sind. Es giebt aber Trübungen auf den Kaiser Ausdruck gegeben." Rundgebungen die Willensmeinung der Arbeiterschaft aus der sozialen Netzhaut, welche aus der Situation sich folgerichtig Wir wissen nicht, wer dieser Lackirer Zahn ist, der drücken, glaubt er, daß die klassenbewußten Arbeiter, ergeben. mit martialischer Strammheit den Eisenbahnarbeitern kurz die 1890 über eine Million sozialdemokratischer Das gesellschaftliche Drama der bürgerlichen Welt ist die und bündig heraussagt, wie sie zu wählen haben. Heißt Stimmzettel abgegeben haben, die Auffassung jener Tragikomödie. Während die komische Person des Lackirers es nicht den besten Gebrauch von dem Wahlrecht machen, Posener Arbeiter theilen? Hier ist der springende Bahn über die Bühne geht, ertönt der tragische Chor: wenn man durch seine Ausübung der Staatsregierung den Punkt. Wird eine solche Kundgebung nicht höher beheißen Dank dafür ausdrückt, daß selbige Regierung den werthet, als sie es verdient, wird sie als Ausdruck der in Wählern vertrauensvoll die Erlaubniß gegeben hat, so zu gewissen Kreisen herrschenden Anschauung betrachtet, gut, wählen, wie es Einer Hohen Regierung lieb und ge- so mögen die Manifestanten die Sache unter sich austragen. Wenn aber die Räthe der Krone, dem Herrscher gegenüber die Vorstellung verträten, daß eine solche Adresse ein getreues Spiegelbild der in der Arbeiterschaft herrschenden Ideen sei, so wäre das ein verhängnißvoller Frrthum. nehm ist? Im Auftrage: Das innerste Wesen der Arbeiterausschüsse in seiner vollendeten Nuglosigkeit für die Arbeiter ist wieder einmal gar herrlich offenbart worden. Auf Kommando zur Wahl, Feuilleton. Nachdrud verboten.) [ 64 Am Webstuhl der Zeit. Beitgenössischer Roman in 3 Büchern von A. Otto Walster. fanguinischer Aufregungen hinaus; er hatte die großen BeDer Chef der Polizei war schon längst aus der Periode der vollkommenſten Seelenruhe das Blatt in Empfang, indem er mit wohlwollendem Lächeln meinte: genommen wird. Augenblicke von sich geworfen hatten, suchten es jetzt wieder auf, weil es eine historische Bedeutung in ihren Augen erlangt hatte, oder zu gewinnen versprach. zum Durchbruch kommen. " Klaffengegensätze. Viel Gewaltiges giebt es, Nichts aber ist gewaltiger als der Mensch..." Der Mensch, der für Freiheit, Brot und Bildung streitet, die Arbeiterklasse, die berufene Erbin der heutigen Periode. 11 " Renommee, und die Polizei handelt ganz unverantwortlich, indem sie so etwas ungehindert passiren läßt." " Das ist wahr," bemerkte Dr. Raffmaus, der bei den Die höchste Aufregung und Bestürzung herrschte indessen letzten Worten, gefolgt von dem Kaufmann Rollman, an diesem Tage in dem Redaktionslokal der Allgemeinen in's Bimmer getreten war. ,, Aber beruhigen Sie sich, Beitung". ich habe dem Polizeipräsidenten einen Wink zukommen Bei Professor Birnenmann, dem Hauptredakteur, ließen lassen, welcher fruchten wird, da dieser Herr seinen allerdings die Selbstzufriedenheit und der Stolz auf die Posten auch unter einem anderen Ministerium zu behalten 20 000 Abonnenten seiner Zeitung erhebliche Aufregung nicht wünscht." Es kommt zu spät!" jammerte Wehrhahn:„ kein " Seifenblasen," hatte er Herrn Wehrhahn lächelnd Exemplar von diesem Schandblatte hätte herauskommen angerufen, als dieser zum ersten Male mit dem Blatte, das dürfen. Wir sind blamirt, Doktor, schändlich blamixt!" er noch gar nicht gelesen, zu ihm ins Kabinet gestürzt kam. Die angekündigte Zeitung darf auf keinen Fall herausHerr Wehrhahn kam noch einige Male hineingestürmt, fommen," rief Rollmann mit unruhiger Stimme, das Blatt nämlich jedesmal wenn er einen neuen Abschnitt gelesen geht von denselben Leuten aus, die schon neulich in der die müssen Sie sich in dieser Stellung ganz vom Halfe zu sein Ohr schlug. aufregende Bemerkung von außen an Bolksversammlung gegen alle bestehende Ordnung aufNenerdings erschien er mit hoch getreten sind. Das Heiligste ist nicht mehr sicher vor den schaffen suchen. Das Staatsgebäude ist kein Kartenhaus, geröthetem Gesichte, es war bereits zum siebenten Male, in Angriffen pöbelhafter Literatenbnben, wenn ihnen freier Lauf wird; ich habe es in ganz anderen Stürmen feststehen der Faust ein ganzes Bündel dieser Blätter zusammen- gelassen wird." fehen." Unter dem Heiligsten" verstand Rollmann immer sich, Was meinen Sie, Herr Professor, was ich entdecken das Kapital und die kapitalistischen Institutionen und Als aber später einige hochstehende Beamte, einige Stadträthe und selbst einige liberale Fabrikanten auf dem muß schrie er schon von der Thür her mit halb vor Zorn Gesetze. Polizeibureau erschienen und polizeiliches Einschreiten an- erstickter Stimme.„ Ein ganzes Bündel von diesen ver-" Haben Sie schon gehört?" rief der Möbelfabrikant regten, als einer von ihnen sogar erzählte, daß auch Doktor dammten Wischen hat man sogar in mein Drucklokal zu werfen Rollfuß, welcher nun auch wie eine Bombe ins Zimmer Staffmaus sein Erstaunen darüber geäußert, wie man ein gewagt. Ich habe sie den Leuten, welche bereits angefangen stürzte. folch aufreizendes Flugblatt so ganz ungehindert könne ver- batten, fie unter fich zu vertheilen, bei Strafe der sofortigen Was denn? was denn?" fragte man von allen Seiten. breiten lassen, da wurde auch der Chef der Polizei bedent Entlassung abgefordert. Hier sind sie! Die ganze Stadt gefährliche Blatt überall wegnehmen und den noch unver- von hunderttausend Exemplaren!" theilten Borrath mit Beschlag belegen zu lassen. Natürlich verliches, und selbst diejenigen, welche das Blatt im ersten gefnäult haltend. " Hunderttausend Exemplare!" rief der Professor, die Feder weglegend. Die Sache wird mir auffällig. „ Es ist himmelschreiend, es untergräbt mein ganzes " Ein Flugblatt ist ausgegeben worden, welches zur offenen Revolution auffordert. Am Benedittusmarkt soll man schon das Straßenpflaster aufreißen." " Nicht möglich, Herr Rollfuß", rief Nollmann er blaffend, da will ich nur vor allen Dingen meinen Laden schließen lassen." Wem gehörk der Welfenfonds? . " Trotzdem blieb der Welfenfonds bestehen. Das Abkommen zwischen Preußen und dem Herzog von Cumber land, dem Sohne Georg V., drängt zu der Frage: Was wird aus dem Welfenfonds? " Preußen schuldete dem enthronten hannoverschen König nach der ausdrücklichen Erklärung aller Vertreter der Res gierung feinen Pfennig Entschädigung. Trotzdem wurde eine Entschädigung bewilligt. Der beabsichtigte oder an gegebene Zweck dieser Entschädigung wurde sofort vereitelt durch die Beschlagnahme der vereinbarten Abfindung. Auf allen Seiten wurde zugegeben, daß dieselbe einen Theil des preußischen Staatsvermögens bilde. Der Vertrag vom 29. September 1867 ist durch die Beschlagnahme- Berordnung vom 2. März 1868 zerrissen, er ist zu einem ungiltigen Stück Matulatur geworden. Dieser Verordnung hatte der Landtag ein Gesetz beigefügt, nach welchem die Wiederaufhebung der Beschlagnahme britten gutgläubigen Erwerbern und Bessionarien gegenüber durch königliche Anordnung, in allen übrigen Fällen nur durch Gesetz erfolgen könne. Ein solcher Gesezentwurf wird also demnächst dem Landtage vorgelegt werden müssen. Ist die Konfiskation gesetzlich beseitigt, so ist der Welfenfonds aus dem freien Verfügungsfonds der Regierung ein budgetmäßiges Stück des Staatsvermögens geworden, der Staat hat es anzusprechen und für seine durch das Parlament zu kontrollirenden Bedürfnisse zu vernüßen. Luftspiegelung. Bereits im Sommer 1870 hatte Bismard| gejagter König darauf, nach seiner Krone zu frähen. Und sich entschlossen, das dem Stieber unterstellte, aus dem im Herrenhause sagte Bismard:„ Eine Verpflichtung Welfenfonds unterhaltene„ Zentral- Nachrichten- Bureau", das dem König Georg irgendetwas zu gewähren, zur Ueberwachung der welfischen Bestrebungen" gegründet hat überhaupt nicht bestanden." Als Georg V. von Hannover durch die Ereignisse des war, eingehen zu lassen. Zu diesen Umtrieben" gehörte Am 18. Februar 1869 sagte Bismarck in einer Sitzung Jahres 1866 ein König ohne Land geworden war, bemühte doch auch die famose„ welfische Legion", organisirt von zwei des Herrenhauses: Schuldig waren wir dem König Georg fich Bismarck, stets freigebig wenn er aus dem öffentlichen Hannoverschen Junkern, den Herren von Meding und nicht 3." Dieselbe Auffassung vertrat der bekannte Kons Säckel spenden durfte, dem blinden Welfen die harten von Holle, die beide später vom Fürsten Bismarck eine ſervative Senfft von Piljach, der aus der Geschichte eine Treppen der Verbannung bequemer zu machen. Pension erhalten haben. Der geniale Staatsmann", der Reihe von Fällen anführte, in denen entthronte FürstenOber er that doch so. In einem vertragsmäßigen 1866 die Ungarn gegen den Kaiser von Desterreich insurgiren häuser sehr geringschäßig behandelt wurden". Abkommen vom 29. September 1867 wurden Georg V. wollte, ist natürlich über den Verdacht erhaben, daß solche zur Ausgleichung der anderweitig nicht gedeckten Umtriebe" eine von ihm bestellte Arbeit gewesen seien. Einnahmen aus den Domänen und Forsten, sowie aus den oberlehnsherrlichen Rechten, den heimgefallenen Lehen und dem Lehn- Allodifikationsfonds", ingleichen als Ersatz für die Schlösser, Güter und alles sonstige Grundeigenthum die Summe von 11 Millionen Thaler Kurant in 4/ aprozentigen preußischen Staatspapieren nach dem Nenn- Darf der Welfenfonds an Ernst August ausgeliefert werth und in 5 Millionen Thaler Kurant baar" zugebilligt. Die werden? Wir haben vor Jahr und Tag und jezt, als preußische Regierung ging dabei von der Erwartung aus, wir die letzten Aftenstücke zum Welfenfonds veröffentlichten, in einer vertragsmäßigen Einigung mit dem depoffedirten ausdrücklich gesagt: Nein! Souverän auch ohne ausdrückliche Entsagung der Regierungs- War Preußen dazu verpflichtet, dem gestürzten König gewalt die Anerkennung des veränderten Rechtszustandes von Hannover sechszehn Millionen Thaler zu gewähren von ihm zu erhalten." Aller Welt sollte klar gemacht Nach der Auffassung, wie sie Windthorst, der thatkräftigste werden, daß Preußen den depoffedirten Fürsten keinesfalls und geistvollste Fürsprech der welfischen Interessen stets vermehr Nachtheil zufügen wolle, als die Sicherstellung der treten hat, handelte es sich um die Entschädigung für den bie nationalen Gesammtpolitik bedinge." Verlust der Domänen. Windthorst ging von der Fiktion Dieser Betrag von sechzehn Millionen war weit aus, daß das Dominialgut der Fürsten das Fideikommißhöher, als das frühere Einkommen des hannoverschen gut der Häuser ist." Während Bismarck hervorhob, daß Königs. Jedoch der preußische Landtag genehmigte Georg's V. eine viel größere Summe, als seine früheren Einden geforderten Kredit, und am 2. März 1868 wurde fünfte ausgemacht hatten, angenommen habe, erklärte die das Gesetz Gesetz vom kleine Exzellenz, die sechszehn Millionen seien nur eine anim Staats28. Februar 1868 Anzeiger" veröffentlicht. Aber der hinkende Bote" tam an gemessene Schadloshaltung für das reine Privatvermögen So ist der Welfenfonds der Bestimmung zuzuführen, des Königs Georg". demselben Tage noch nach. Denn auf Grund des Nothstandswelcher er bis heute vorenthalten wird, für öffentliche Paragraphen wurde sogleich nach dem Auseinandergehen des Mit vollem Recht aber betonte im Landtage der alte Zwecke des preußischen Gemeinwesens verwendet, offen als Landtags die bekannte königliche Verordnung erlassen, in Demokrat Waldeck, zugleich einer der bedeutendsten Rechts- Bestandtheil des preußischen Staatswesens deklarirt und der welcher es heißt: gelehrten Preußens, daß es sich nicht um den Besit verfassungsmäßigen Kontrolle des Landtags unterstellt zu Sämmtliche nicht dem Staate Preußen verbliebene Werth- Georg V., sondern um preußisches Staatsverwerden.: objette, welche der Vertrag über die Vermögensverhältnisse des mögen handle. Die sechszehn Millionen Thaler seien ein Man forsche doch nach den Absichten des Gesetzgebers Rönigs Georg vom 29. September 1867 zum Gegenstande bat, gauz überflüssiges Aequivalent für preußische Domänen, die und des Schöpfers der Uebereinkunft von 1867! Für Bismard nebst den noch in Händen der preußischen Staatsregierung be- nicht dem König, sondern dem Volke gehandelte es sich um einen Dispositionsfonds, den er aus findlichen Auffünften davon, insbesondere den fälligen, bisher hören.„ Es ist ganz gleich, ob eine Revolution von Staatsmitteln auf dem nicht ganz gewöhnlichen Wege jener nicht berichtigten, sowie den fünftig fällig werdenden Zinsen werden einem König vollzogen wird," rief er aus, oder von einem Vertragskomödie sich erobert hat. Die Winkelzüge des ver hierdurch mit Beschlag belegt: ingleichen das hierunter nicht Bolt." Der König Georg sei verjagt, wie einst das Bolt schlagenen Diplomaten, der in Einem Athemzuge foutrahirt, mitbegriffene, innerhalb des preußischen Staatsgebiets befind- 1830 den braunschweigischen Diamantenherzog verjagt habe. und den Kontrakt aufhebt, dürfen nicht irreführen. Fest liche Vermögen des Königs Georg, und zwar ohne Unterschied, ob über die hier bezeichneten Objekte seit dem 29. September und das Eine ist so gut wie das Andere, wenn das Volk steht das Eine, daß es öffentliche Mittel sind, mit denen 1867 bereits Verfügungen des Königs Georg, namentlich Ber- es genehmigt." Er wies mit Schärfe darauf hin, daß nach operirt wurde. äußerungen oder Beffionen an Dritte stattgefunden haben oder hannoverschem Recht und hannoverscher Verfassung die Dem Herzog von Cumberland keinen Pfennig vom nicht..... Aus den in Beschlag genommenen Objetten und Domänen nicht zum Privatvermögen der Fürsten ge- Welfenfonds, die vierzig Millionen auf Heller und Pfennig deren Revenuen sind mit Ausschließung der Rechnungslegung hören." Er führte u. a. aus: den preußischen Steuerzahlern! an den König Georg die Kosten der Beschlagnahme und der Verwaltung, sowie der Maßregeln zur Ueberwachung und Abwehr der gegen Preußen gerichteten Unternehmungen des Königs Georg und seiner Agenten zu bestreiten. Verbleibende Ueberschüsse sind dem Vermögensbestande zuzuführen." Nach dem vom Landtags- Abgeordneten Lant erstatteten Bericht vom 13. Januar 1869 gab die Regierung damals den Werth des unter preußischer Verwaltung stehenden Vermögens des Königs Georg, nicht eingerechnet das werthvolle Inventar der Schlöffer, auf rund 13 382 000 Thaler an, die in 4/ aprozentigen preußischen Staatspapieren angelegt einen jährlichen Zinsertrag von etwa 598 000 Thlr. lieferten. Die Kosten der Verwaltung, welche dem jedesmaligen Oberpräsidenten von Hannover, obliegt, betrugen 180 000 Thaler. " " Ueberall, wo Domänen existirten und der Fürst nach Der preußische Landtag freilich wird, wie die Mehrheit alten legitimistischen Ideen sich als Eigenthümer des ganzen der bürgerlichen Preßorgane schon jetzt offen eingesteht, Landes ansah, und deshalb auch als Eigenthümer der Domänen, kläglich umfallen, er wird über den Stock springen und da wurde das schon von den alten Landständen bestritten. dem preußischen Volke ein Vermögen entfremden, auf das Aber in allen modernen Verfassungen wurde diese Anschauung nur das Volk und das Volt allein Anspruch hat. ausdrücklich ausgemerzt, und die frühere hannoversche Regierung ist damit zufrieden gewesen, daß man diese Ansicht ausgelöscht hat. Es find nur gewiffe Rechte, die der jeweilige Landesherr an den Domänen hat; er fann das Domänengut zu seiner Hoshaltung und zu sonstigen Zwecken des Staates benutzen, das Uebrige aber gehört nur dem Staate, und der Fürst ist nach deutschen Begriffen und nach deutſchem Staatsrecht Politische Uebersicht. untrennbar vom Staate Als Hannover durch das Annexionsgefeh mit uns vereinigt wurde,..... bekam es die preußische Verfassung, und in Preußen sind seit undenk Berlin, den 15. März. licher Zeit die Domänen nicht als Privateigenthum des Fürsten schlußfähig! So mochte sich Herr von Levehow gedacht Aus dem Reichstage. Endlich einmal bes angesehen worden. Diese Rechtsanschauung ging auf die hannoverschen Domänen über, und daß sie übergingen, zeigte haben, als heute bei der Abstimmung über die Frage, ob das Budget, was die Regierung 1867 oktronirt hat, denn nur approbirte Aerzte die Krankenkassen- Mitglieder behandeln in diesem Budget stehen die hannoverschen Domänen. Ein dürfen, oder ob den Kassen das Recht zustehen soll, auch vollkommeneres Recht darauf, als wir auf diese Domänen sogenannte Naturärzte anzustellen, ergab, daß 209 Mits haben, kann man nicht haben." glieder im Hause anwesend waren. Von den Abgeordneten Es stand also bis heute der preußischen Regierung ein Geheimer Fonds, eben der Welfenfonds, mit einem Betrage von mindestens einer Million Mark jährlich zur Verfügung. Zu welchen Zwecken der Welfenfonds benutt worden ist, braucht des Näheren nicht erst dargelegt zu werden. Er war der stets frisch gefüllte Futtertrog der Die Regierung verkündete durch den Mund ihres Rom- selbst wurde die Mittheilung, daß das deutsche Parlament Reptilien, der„ Sauhirten", welche im Solde der preußisch- missars, des Ober- Finanzraths Wollny und durch Bismarck nach langen Wochen endlich wieder einmal in beschlußfähiger deutschen Regierung die öffentliche Meinung künstlich be- selber, die sechszehn Millionen Thaler seien keineswegs eine Bahl versammelt sei, mit lauten Bravo's begrüßt. einflußten, er lieferte Unterstützungen für hohe Beamte und Entschädigung für das verlorene Vermögen des Hauses den Streitpunkt betrifft, welcher durch Hammelsprung ent ihre bedrängten Verwandten, er gestattete dem schäbigsten Hannover. Im Abgeordnetenhause erklärte der Minister- schieden werden mußte, so hatte die Kommission und das Plenum aller Mouchards, Polizeirath Stieber, Luftreisen in die präsident: Der alleinige politische Zweck, den wir erstrebt an dem bisherigen Zustande, wonach den Kassen die Möglichkeit Schweiz, er alimentirte die politische Späherei und haben, ist gewesen, eine annehmbare Existenz für die ge- gegeben ist, auch nicht approbirte Aerzte anzustellen, nichts Spitzelei, furz er war ein Springquell der fallene Dynastie zu finden, in der sie der Versuchung über- geändert. Was Brunnenvergiftung, der Sittenlosigkeit, der Kor- hoben sind, die Nuhe eines großen Landes durch dynastische Das hatte nun den großen Merger der Bünftler unter ruption. Der angebliche Zweck, für den er aus Bestrebungen zu stören." D. h. in's allgemein- Lehrspruch- den Aerzten erregt, und ein konservativer Junker, der Graf ersehen war, erwies sich im Handumdrehen als eine artige überseht: Für 16 Millionen Thaler verzichtet ein fort- von Schulenburg, hatte es übernommen, den Antrag zu Haben Sie denn das Flugblatt schon gelesen, Herr Rollfuß?" fragte Raffmaus mit zweideutigem Lächeln. Nein, gelesen habe ich es nicht, aber, was noch besser ist, ich habe es mitgebracht, hier ist es." Ach, das ist ja das bekannte Blatt", meinte der Advokat, davon haben wir eine ganze Menge hier vor räthig; denn die Herren aus der Barth'schen Druckerei haben mir gleich 100 Stück mit der Bitte um Bertheilung zu gesendet. Ich weiß nicht, ob das Ironie oder Dummheit ist, aber ich will die Eremplare unter Sie vertheilen." Damit zog der Advokat in der That ein Packet Blätter heraus und wollte sie wirklich vertheilen, wurde aber von Allen damit zurückgewiesen. " Ich muß doch auch einen Augenblick hereinsehen", rief jetzt der behäbige Weinhändler Tieftrunk, der die Thüre halb geöffnet hatte und die Anderen freundlich angrinste. „ Herr Zieftrunt, haben Sie schon gehört von diesem Attentat auf die öffentliche Ordnung?" rief Rollfuß, den nuumehr Eintretenden das fragliche Blatt entgegenhaltend. Allerdings, allerdings," meinte der Weinhändler, sich auf dem Sopha behaglich ausstreckend. Dieser Tag bringt mir wenigstens tausend Thaler ein." " Herr Tieftrunt, Sie find des Teufels," schnaubte Wehrhahn, dieser Tag kostet mich wenigstens zehntausend Thaler." munismus hinausläuft und daß dann Ihr Geld so gut getheilt wird, wie unseres?" schrie der Möbelfabrikant. Alle Wetter!" rief der Weinhändler aufspringend, ist das wahr? und die Polizei duldet so etwas? Da gilt es schnelles Handeln, meine Herren; die liberale Partei muß in einem solchen Falle zusammenstehen wie ein Mann!" Das sollte sie allerdings," bemerkte Dr. Raffmaus giftig; aber mit Leuten, wie Sie sind, Herr Tieftrunk, ist nicht viel auszurichten. Beim ersten Schein von Vortheil haben Sie nichts weiter im Auge als diesen, fallen Sie ab und beleidigen Sie unsere besten Leute. Sie würden am Besten thun, aus der Partei zu treten und sich den Komunisten anzuschließen." aufzuheben; aber es ist mir gelungen, ihn von der Noth wendigkeit der Aufrechterhaltung derselben zu überzeugen. Heute Abend habe ich Vortrag im Arbeiter- Bildungsverein, da will ich die Leute gehörig warnen." " Sie sind ein wahres Kleinod unserer Partei, Hert Bahler," bemerkte Raffmaus mit beifälliger Miene. " Ach ja, meine Herren," seufzte Zahler; ich thue Alles, was ich kann, und möchte noch mehr thun, aber meine Mittel und meine Zeit sind äußerst beschränkt, meine Familie kostet mich zu viel." Wir werden die Verbesserung Ihrer Lage nunmehr ernstlich in's Auge faffen," tröstete Haffmaus, und Sie sollen dieser Tage aus der Vereinskaffe, die jetzt ziemlich gefüllt ist, hundert Thaler für Ihre außerordentlichen Bes mühungen ausgezahlt bekommen. Herr Doktor, wie Sie so etwas sagen können; habe ich nicht jeder Zeit den besten Wein für unsere Parteiversammlungen gratis geliefert?" dern" weil wir Ihnen durch unsere Empfehlungen eine gute " Das haben Sie; aber nicht aus Opferfreudigkeit, son- Wort, ein Mann", fügte Tieftrunk hinzu. Anzahl vortheilhafter Lieferungen verschafft haben." Und von mir erhalten Sie ein Dutzend Lafitte. Ein O nicht deshalb; doch damit Sie sehen, daß ich meine schnellen Worte bereue, so gebe ich Ihnen, Herr Wehrhahn, ein halbes Jahr länger Kredit und ein Dutzend echten Non- Mousseux als Sühnegeld." ein neuer Ankömmling, der Inspektor Zahler, ein Mann, Guten Tag, meine verehrten Herrschaften," rief jetzt in dessen weichen Zügen und vorgeschobenen Kinnladen man den Freund des behaglichen Lebensgenusses deutlich erkennen Alle Wetter, Herr Wehrhan, und Sie schulden mir für Wein an die 800 Thaler, die zuletzt bestellte Lieferung tonnte. noch nicht einmal eingerechnet." " Ah, der Herr Zahler," rief der Weinhändler, freundErgebener Diener, meine Herren," ließ sich eine neue, durch eine schnarrende Stimme fich auszeichnende Persön lichkeit vernehmen, und ein ziemlich beleibter Herr mit rothem Bart und goldener Brille trat in das Zimmer. Ah, Herr Dr. Beißer," rief Wehrhahn, auf den Ans fömmling zuschreitend. Sie kommen eben zur rechten Zeit; weltszerbeißer." Sie haben uns eine schöne Geschichte angerichtet, Sie Allerwas habe ich denn angerichtet?" ch?" rief der so unzeremoniell Begrüßte erstaunt, " Ihr giftiger Artikel ist Schuld an dem Flugblatte und an der Konkurrenz, die mir entsteht." " Sie können Ihr Geld bekommen, Herr Tieftrunk, schaftlich dem Ankömmling die Hand drückend, haben Sie Mein giftiger Artikel, Herr Wehrhahn? Ich muß schicken Sie mir heute noch die Rechnung. Auf Ihre benn auch schon von dem nichtswürdigen Schandblatte ge- mich sehr dagegen verwahren; ich wasche meine Hände in ferneren Zusendungen verzichte ich unter solchen Umständen lesen?" Unschuld. Welcher meiner Artikel soll denn daran schuld ein für alle Mal." Wein trinken." " Ja, meine Herren, zu meinem größten Entsetzen. sein?" Mir auch recht," erwiderte der Weinhändler ruhig," Wohin soll es kommen, wenn solche Sachen gedruckt werden" Ihr Artikel über die letzte Volksversammlung, der die Sie werden, wenn es so steht, so wie so nicht mehr viel dürfen? Das überschreitet alles Maß einer anständigen Leute auf's Aeußerste gereizt hat und mir diese Konkurrens Opposition. Das Blatt ist übrigens von der Polizei kon- zuzieht." fiszirt worden, und ich komme eben von dem Herrn Staatsanwalt, der mir viele Komplimente wegen der lebenden Bilder machte, die meine Töchter dargestellt haben. Er schien mir einige Neigung zu haben, die polizeiliche Beschlagnahme wieder " Sie sind ein Egoist, Herr Tieftrunt," rief Rollmann Atrüftet. Wer sagt mir denn das?" fragte Tieftrunk sarkastisch. " Begreifen Sie denn nicht, daß das Ganze auf Rome ( Fortsetzung folgt.) tellen, daß nur für ganz besondere Ausnahmefälle die Heranziehung eines nicht mit dem zünftigen Befähigungsnachweis versehenen Heilkundigen zulässig und von den Rassen zu honoriren sei. dem gleichen versöhnlichen Geiste erfolgen wird, von welchem sie gesetzlichen Zwang, beim Ausbringen eines Hochs auf den fich dabei dem Allerhöchsten Willen und Wunsche entsprechend Landesherrn sich zu erheben, ist nur noch ein Schritt zum selbst hat leiten lassen, und daß auf diese Weise etwa noch vor: Bwang, den Geßlerhut zu grüßen." Die Münchener„ Allhandene, aus den historischen Ereignissen entsprungene Schwierig gemeine Beitung" hat ja vollständig Recht, aber warum keiten in der Provinz Hannover vollends werden beseitigt werden. Nach erfolgter Zustimmung des Landtages werden ging ihr diese Einsicht nicht früher auf, wo doch seit einer unmittelbar Verhandlungen wegen der für die Auseinander- Reihe von Jahren viele Arbeiter schwere Gefängnißstrafen fegung maßgebenden Gesichtspunkte und wegen der Aus- erleiden mußten, weil sie bei Hochs auf ihrem Blaze sitzen führung des noch nicht erfüllten Theils des Vertrages vom blieben? Das ist der Rechtssinn unserer liberalen Presse, 29. September 1867 mit dem Herzoge von Cumberland ein- der nur aufschreit, wenn es ihr selbst an den Kragen geht. geleitet und die erforderlichen vorbereitenden Schritte zur Aufhebung der Beschlagnahme gethan werden." Knallerbsen, oder Du sollst und mußt lachen. " Dieser durchaus reaktionäre Antrag, welcher für zahlreiche Kaffenmitglieder in gewissen Gegenden, wo das Natur heilverfahren in hohem Ansehen steht, gleichbedeutend wäre mit der Verweigerung ärztlicher Hilfe überhaupt, wurde mit besonderer Wärme vertreten von den freisinnigen Rednern Eberty und Virchow. Letzterer machte dabei den Versuch, die sozialdemokratische Partei als solidarisch mit der sogenannten Naturheilbewegung hinzustellen; ein neuer Die Vorlage will demnach nicht, daß die Aufhebung Wolff's Telegraphenbureau drahtet folgende Schauermär Beweis dafür, wie wenig vertraut der viel gefeierte Gelehrte der Beschlagnahme direkt durch das Gesetz erfolgt; durch aus Baris: Am 15. März, Nachts 2 Uhr, fand in der mit den wirklichen Vorgängen innerhalb unserer Partei ist. das Gesetz soll nur die Vollmacht zur Aufhebung ertheilt ehemaligen Loblaufaserne, welche gegenwärtig für Zwecke der Naturheilverfahren und Sozialdemokratie sind so wenig werden. Weshalb dieses indirekte Verfahren beliebt wird, städtischen Verwaltung benutzt wird, eine Explosion statt, identisch, wie Freireligiosität und Sozialdemokratie. Wir liegt auf der Hand. Eine neue Bresche wird in das welche durch Dynamit hervorgerufen zu sein scheint. Die haben Anhänger unter den Naturheilfreunden, wie wir bröckelnde, windschiefe Mauerwerk des preußischen Ron Detonation war außerordentlich heftig, indessen beschränkt fie unter den Freireligiösen haben. Aber die Partei als stitutionalismus geschossen, die Machtbefugnisse der Regierung sich der angerichtete Schaden auf zersprengte Fensterscheiben." solche ist noch nie auf den„ nassen Strumpf" eingeschworen werden auf Kosten des Landtages verstärkt und erweitert. Der Polizei tosten diese Explosionsscherze ein hübsches Stück worden und wird sich auch nie darauf einschwören lassen. Die Regierung will, daß der Landtag das ihm durch das Geld. Und die Regierung bereitet bereits ein Dyna mitEine bezügliche Erklärung hat auch der Abg. Wurm am Gesez vom 15. Februar 1869 verbürgte Recht wieder an gesetz vor. Das französische Straf- Gesetzbuch weist nämSchluffe der Sigung in Form einer persönlichen Bemerkung ab- die Krone abtritt. Im Uebrigen sei auf den heutigen Artikel: lich in Hinblick auf Dynamitattentate angeblich eine„ Lücke" gegeben, nachdem durch den Schluß der Debatte nach Virchow's" Wem gehört der Welfenfonds?" verwiesen. auf. Art. 434 bestimmt: Wer freiwillig Feuer gelegt hat Rede die Möglichkeit abgeschnitten war, die falschen Unteran Gebäude, Schiffe und überhaupt an Orte, welche wird Zum Gesetzentwurf über Bahnen unterster bewohnt sind oder zur Bewohnung dienen, stellungen dieses Redners richtig zu stellen. Die sozialdemokratische Fraktion stimmte gegen das Aerzteprivilegium, Ordnung. Dem preußischen Herrenhause ist eine Vorlage mit dem Tode bestraft." Art. 435 diktivt dieselbe Strafe wie es der Antrag Schulenburg herbeiführen wollte, weil zugegangen, welche die Frage der Tertiärbahnen, in deren demjenigen zu, welcher die Zerstörung der angeführten damit thatsächlich für große Kreise von Krankenkassen- System auch die Pferdebahnen einbezogen sind, zu regeln Kategorie von Baulichkeiten mittelst einer Mine" unterMitgliedern ein geradezuzunerträglicher Zwangszustand ge- Gegenstandes in dem Entwurf nicht die Rede. Unser aber, nach einstimmiger Rechtsanschauung, weder als BrandMitgliedern ein geradezuzunerträglicher Zwangszustand ges unternimmt. Natürlich ist von der sozialen Seite des nommen hat. Die Entzündung einer Dynamitpatrone ist schaffen worden wäre. Den Krankenkassen soll die Möglich- Gegenstandes teit gewahrt bleiben event. auch Aerzte, welche dem Natur- Eisenbahnwesen hat keine Gesetzgebung, welche die Arbeiter stiftung noch als Legung einer Mine zu betrachten. Das heilverfahren huldigen, anzustellen. Dieser Standpunkt, zustände, die Arbeitszeit, den Schutz vor Gefahren, die Dynamitattentat kann„ lediglich nach Art. 487 abgeurtheilt welcher schließlich ja auch die Majorität des Hauses fand, Lohnverhältnisse u. s. w. behandelt und etwa ein Eisenbahn- werden, welcher besagt:„ Wer freiwillig, durch welches allerdings nur mit einer Stimme Mehrheit 105 inspektorat schafft, das sich mit sozialpolitischen Angelegen Mittel immer, Zerstörung oder Einsturz von Baulichkeiten Nein gegen den Schulenburg'schen Antrag und 104 Ja, für beiten befaßt. Derlei Dinge find für die Ueberschußpolitik verursacht hat, von denen er wußte, daß sie einem Anderen denselben, er hat mit einer Feindseligkeit oder gar Ver- unserer Eisenbahnminister nicht da, der Eisenbahnfistus hat gehören, wird mit Zuchthaus und Geldbuẞe bestraft. Ist achtung der medizinischen Wissenschaft, wie Herr die Aufgabe, viel Geld für das Heerwesen herauszuwirth dabei ein Mensch getödtet oder verwundet worden, so wird Virchow es darzustellen beliebte, nicht das geringste schaften. Aber daß wir nicht zu hart urtheilen! Soweit der Schuldige im ersten Falle mit dem Tode, im zweiten zu thun. Wir möchten dem greisen Gelehrten nicht nahe der Militarismus und die Versorgung der im Heeresdienst mit Zwangsarbeit auf Lebenszeit bestraft."" In diesem treten, aber die Art, wie er es für nothwendig hielt, auf aufgebrauchten Subalternen in Frage kommt, treibt auch Falle also", schreibt man der Frankfurter Zeitung" aus die sachlichen Ausführungen des Abg. Wurm zu antworten, Herr Thielen soziale Politik. Die Bahnen, auch die Pferde Paris, tritt die Todesstrafe nur ein, wenn ein Mensch zeugte für einen so hohen Grad von Gereiztheit, wie wir bahnen, sollen verpflichtet sein, hinsichtlich der Besetzung der getödtet worden ist, während in dem Falle der beiden erst ihn sonst nur bei einem Theil der Anti- Impfer und der Subaltern- und Unterbeamtenstellen für die Militär- erwähnten Artikel schon das Attentat auf ein bewohntes " Naturheil Borkämpfer gewohnt sind, welche, nach unserer anwärter, insoweit dieselben das vierzigste Lebensjahr oder auch nur zur Bewohnung dienendes Gebäude genügt, subjektiven Ueberzeugung, durch ihre Polterei allerdings noch nicht zurückgelegt haben, die für den Staats- um die Todesstrafe anzuwenden." Herr Carnot hat denn ihrer Sache mehr schaden als nügen. Daß der blinde Eisenbahndienst in dieser Beziehung bestehenden und noch auch am 15. März einen Gefeßentwurf unterzeichnet, der Glaube an die Unfehlbarkeit der approbirten Jünger esku- zu erlassenden Vorschriften zur Anwendung zu bringen. In auf die Zerstörung fremden Eigenthums durch Sprengstoffe - das Eigenthum ist in Gefahr! den Tod seßt. Es laps, wie ihn Virchow forderte, in weiten Kreisen nicht vor der Begründung dieser Bestimmung heißt es, daß die hier handen ist, das hat dem Herrn Professor schließlich die Ab- den Kleinbahnen auferlegte Verpflichtung ihre Entwickelung wird noch nicht genug getöpft, das Fallbeil muß mehr ftimmung gezeigt, in welcher sogar die gute Hälfte seiner nicht in erheblichem Maße beeinträchtigen wird, während Futter haben. Daß Dynamitgefeße ein Schlag ins Wasser eigenen Parteigenossen gegen ihn votirte. im militärischen Interesse bei der zu erhoffenden erheblichen sind, zeigen die mit dem deutschen Dynamitgesetze gemachten Im Uebrigen wurde die Vorlage mit den Aende- Vermehrung dieser Bahnen auf die Möglichkeit der Unter Erfahrungen. Durchgängig sind harmlose Leute wegen ihrer rungen, wie sie die sogenannte freie Kommission für die bringung von Militäranwärtern bei denselben entschiedenes Nachlässigkeit oder Ignoranz schwer bestraft worden. Aber dritte Lesung in Vorschlag bringt, bis zu§ 6 angenommen. Gewicht zu legen ist." Was aus den steuerzahlenden Zivi- auch in Frankreich braucht die Bourgeoisie ihren Popanz. Der freifinnig- nationalliberale Verfuch, den Versicherungs- listen wird, welche durch die Militäranwärter außer Brot Der 1. Mai steht vor der Thür.- Neme 3wang für die Raufleute wieder aus dem Gesetz hinaus zu kommen, ist Nebensache. Der Klassenstaat aber schafft sich Die Londoner Polizei Anarchisten haben sich estamotiren, mißlang. Ebenso wurde der Antrag abgelehnt, eine zum blinden Gehorsam gedrillte, im politischen Leben das Gefinde, auf dem Wege ortsstatuarischer Bestimmungen als Wähler u. f. w. wuchtig aufbrückende Gefolgschaft. natürlich auch in den Streit der Kohlenarbeiter unter das Gesetz zu bringen. Wie lange freilich diese Hintersaffen Heeresfolge leisten gemischt und einen Aufruf erlassen; derselbe schließt mit werden, das steht auf einem anderen Blatte. Die schlechte den Worten: Die Arbeit einstellen, ist gut, dem SklavenDie Welfenfonds- Vorlage. Im Abgeordnetenhause Bezahlung, die schweren Arbeitsbedingungen die schweren Arbeitsbedingungen werben treiber und Räuber die Arbeit verweigern, ist ein edler Att ist heute der„ Entwurf eines Gesetzes, betreffend die Auf- wirkungsvoll auch unter diesen Getreuen für die Arbeiter der Revolte. Aber mehr ist nöthig, damit Ihr Euch von hebung der durch die Verordnung vom 2. März 1868 ver- fache. ihrer Tyrannei befreit. Der Reichthum, den Ihr erzeugt hängten Beschlagnahme des Vermögens König Georgs" einhabt, und der Euer rechtmäßiges Eigenthum ist, liegt im gegangen; er lautet: Chauvinistische Lügen. Eine französische Monats. Bereich Eurer Hände. Nehmt den Reichthum, Einziger Artikel. Das Gesetz vom 15. Februar 1869( Gesetz schrift, die Revue der Revuen"( Revue des Revues) beben Ihr geschaffen habt. Und mehr! Die vollfamml. S. 822), betreffend eine Abänderung der Beschlagnahme- schäftigt sich in einem längeren Artikel mit dem Verhältniß tommene Befreiung der Arbeit tann nicht eher zur WahrVerordnung vom 2. März 1868, wird dahin abgeändert, zwischen Russen und Deutschen, und kommt zu dem wunder- heit werden, als bis die Grube dem Grubenarbeiter, das daß die Wiederaufhebung der durch diese Verordnung vom 2. März 1868( Gesezſamml. S. 166) über das Vermögen des worden seien- nicht nur in der inneren, sondern auch in thums und der Arbeitsmittel allen Denen gehört, 2. März 1868( Gesezsamml. S. 166) über das Vermögen des lichen Schluß, daß die Ruffen zu allen Zeiten unterdrückt Land dem Landarbeiter, und die Gesammtheit des ReichKönigs Georg verhängten Beschlagnahme königlicher ber äußeren Politik. Die russische Politik sei stets von die zu arbeiten bereit find. Darum nehmt alles Verordnung vorbehalten bleibt. Deutschland und von Deutschen beherrscht worden, Rußland Land und alles Kapital. Alles ist Euer. Neh mi Die Begründung lautet: Die vom Landtage unterm 15. Februar 1869 genehmigte ftets auch in seinem Handel und seinem Grenzverkehr den Reichthum, den Ihr geschaffen habt, und fönigliche Verordnung vom 2. März 1868 verhängte die Be- von Deutschland vergewaltigt worden. Eine groteskere Um- wenn die Tyrannen sich widersehen, wenn sie Euch Schlagnahme über die Vermögenswerthe, welche der mit dem drehung der Wahrheit ist niemals vorgekommen; und wenn niederschießen wie Hunde, dann erinnert Euch der Rönig Georg geschlossene Bertrag vom 29. September 1867 ein sonst vernünftiges Blatt, wie der" Temps", derartigen, legten Waffen der Elenden. Die Brandfackel und die zum Gegenstand hat, sowie über den hierunter nicht mit den offenkundigsten Thatsachen ins Gesicht schlagenden Bombe werden Euch von Euren Feinden für immer bebegriffenen, innerhalb des preußischen Staatsgebietes befind- Lügen in seinen Spalten weitere Verbreitung giebt, freien!" Die gesperrten Stellen sind im Original gesperrt. lichen Theil des Allodialvermögens des Königs Georg. dann muß die geistige Degeneration( Entartung) der fran- Der Rest des Aufrufes entspricht genau dem Schluß. Er Jm§ 2 Absatz 3 der Verordnung ist bestimmt, daß aus zösischen Bourgeoisie allerdings bedenkliche Fortschritte wird von dem nämlichen anarchistisch- kommunistischben beschlagnahmten Vermögenswerthen und aus beren gemacht haben. Von Allem ist genau das Gegentheil wahr. revolutionären" Winkelblättchen veröffentlicht, das uns Erträgnissen die Kosten der Beschlagnahme und der Verwaltung, Bis nach dem Jahre 1848, das den Bauber noch nicht zu jüngst das famose anarchistische Polizeirezept mittheilte und fowie der Maßregeln zur Ueberwachung und Abwehr der gegen Preußen gerichteten Unternehmungen König Georgs und seiner brechen vermochte, stand die innere Politik Deutschlands so that als ob er davor warnen wollte. Natürlich werden Agenten zu bestreiten, und daß verbleibende Ueberschüsse der nicht blos unter russischem Einfluß, sondern unter russischer die streikenden Kohlenarbeiter sich um den Wisch nicht Bermögensbestande zuzuführen sind. Botmäßigkeit. Wir erinnern nur an die Verehrung, die dem kümmern, der seinen Ursprung auf tausend Schritte Wegs Die gegenwärtigen Verhältnisse lassen es nunmehr als zu- BarNikolaus, besonders von preußischer Seite erwiesen ward, weit erkennen läßt. Aber wir wollen Beispiels halber einlässig und angezeigt erscheinen, die Wiederaufhebung der Be- und an die lange Reihe von Demüthigungen bis zu dem mal annehmen, sie befolgten das Rezept. Was fchlagnahme des Vermögens weiland König Georgs eintreten Gange nach Dlmüz, den nur der Bismarck'sche Gang nach wäre die Folge? Die Zerstörung der Kohlenau laffen. Die Zustände der Provinz Hannover find gegen: Ranoffa übertroffen hat. Wenn der Bar nach Berlin tam, gruben, so daß Monate erforderlich wären, um wärtig so beruhigt und befestigt, daß es besonderer Mittel zur wurde er verehrt als der Herr der Herren; und wie Deutsch- fie wieder in Betrieb 311 setzen. Ein paar Abwehr etwaiger gegen die Zusammengehörigkeit der Proving mit dem preußischen Staate gerichteter Agitationen nicht mehr lands Fürsten um die Ehre buhlten, ihre Töchter in die Dutzend" Tyrannen" und ein paar Hundert Arbeiter gebedürfen wird. Barenfamilie zu verheirathen, obgleich dies den Verzicht auf tödtet, die Gefängnisse mit Arbeitern gefüllt, als Finale Seine Majestät der Kaiser und König haben daher in der die angeblich über alle anderen Güter geschäßte Religion die Rädelsführer" gehenkt, die Kohlenarbeiter- Organisation Absicht, der Bevölkerung dieser Provinz einen Beweis Aller- bedeutete, das ist in allen Geschichtsbüchern zu lesen. auf Jahre hinaus vernichtet, die Sache der Arbeiter in höchst Seines vollen Vertrauens zu geben und in dem Wunsche, Was aber die behauptete Unterdrückung Rußlands auf schlechten Ruf gebracht, die gesammte Arbeiterbewegung um badurch zur weiteren Beruhigung beizutragen, Allerhöchst Seine dem Handelsgebiete angeht, so braucht man nur die Be Jahre zurückgeworfen! Und diese Folgen liegen für jeden geben geruhet, daß die Beschlagnahme der fraglichen Revenüen wohner unserer Ostprovinzen zu fragen und sie werden uns vernünftigen Menschen so klar auf der Hand, daß es einfach nicht weiter aufrecht zu erhalten, vielmehr wegen der Aus- eine fünfzigjährige Leidensgeschichte erzählen, die da sagt, unmöglich ist, an der Zurechnungsfähigkeit der Urheber führung des Vertrages vom 29. September 1867, soweit diefelbe mer unterdrückt worden ist und unterdrückt wird. Die solchen Raths zu glauben, wenn sie ehrlich sind, oder an überhaupt noch aussteht, die entsprechenden Schritte zu thun Wahrheit ist: in ihrem Vasallenverhältniß zu Rußland ihre Ehrlichkeit, wenn sie zurechnungsfähig find. Im Fall feien, falls Seine Königliche Hoheit der Herzog von Cumber- haben die deutschen Regierungen, hat namentlich die des Einen ist das Andere ausgeschlossen. land vorher die Zusicherung ertheilen würde, die Höchstdemselben preußische Regierung die wirthschaftlichen Interessen Deutschdann zufließenden oder sonst zustehenden Mittel nicht zu feind lands den russischen geopfert. Das ist bis in die neueste Kammer gab es heftige Debatten. Der zukünftige Berliner Italienischer Parlamentszank. In der italienischen feligen Unternehmungen gegen Seine Majestät den Kaiser und König oder gegen den Preußischen Staat verwenden zu wollen. Beit geschehen, und wirkt fort bis auf den heutigen Tag. Botschafter, Taberna, hat sich von dem Berichterstatter eines Diefe Buficherung ist durch das anliegende, an Seine Majestät Vom Nothstand der großen Landwirthschaft. Die sensationslüsternen Berliner Blattes interviewen lassen und den Kaiser und König gerichtete Schreiben Seiner Königlichen Pacht- Erträge der braunschweigischen Kammer- und Kloster angeblich sich gegen Frankreich ausgesprochen. Deshalb Hoheit des Herzogs von Cumberlano vom 10. März 1892 gegeben Domänen sind von rund 663 000 m. im Jahre 1832, auf Tratsch und Klatsch in der Kammer, welcher die politische worden.( Es ist das vom Reichs- Anzeiger" veröffentlichte Schreiben.) In§ 4 der Beschlagnahme Verordnung war die 1198 000 M. im Jahre 1875 und 1445 000 M. im Jahre Bedeutungslosigkeit der in Münchhauseniaden schwelgenden Wiederaufhebung der Beschlagnahme der töniglichen Ver- 1890 gestiegen. Seitdem hat sich die Steigerung noch er- Beitung offenbar unbekannt ist. Es tam ferner zu einem ordnung vorbehalten. Durch Gesetz vom 15. Februar 1869 ist höht. Welches Glück für die hungernden Bächter, daß am Redezweikampf zwischen dem gestürzten und dem augenindessen abändernd bestimmt worden, daß die Wiederaufhebung 12. März der Landtag, in welchem so wackere Vertreter der blicklichen Premierminister, zwischen Crispi und di Rudini, der Beschlagnahme auf diesem Wege nur dritten gutgläubigen Junker- und Großpächter Interessen figen, einstimmig wegen des Verbleibs von Geldern. Wer die am wenigsten Erwerbern und Beffionarien gegenüber, in allen übrigen Fällen 780 000 M. für den Bau von Arbeiter- Familienwohnungen reinen Hände hatte, war nicht zu ermitteln. aber nur durch Gefeß erfolgen solle. Infolge dessen haben auf den Domänen bewilligt hat! Seine Majestät dem Staatsministerium Allerhöchst die Ermäch Wahlen in Japan. Aus Yokohama wird gemeldet, tigung zu ertheilen geruht, dem Landtage der Monarchie den Wenn zwei dasselbe thun, ist es nicht daffelbe. Müssen daß die Parlamentswahlen in Japan beendet seien und vorstehenden Gesetzentwurf zur verfassungsmäßigen Zustimmung die Herren aus derselben Schüffel essen wie das Bolt, will ihnen daß dieselben den Regierungsorganen zufolge eine Mehr vorzulegen. Durch das Gefeß soll das grundsäßliche Ein- das, was ihnen so schmackhaft erschien, nicht recht verdaulich er heit von 20 Stimmen für die Regierung ergeben hätten. verfiändniß des Landtages mit der Wiederaufhebung der scheinen. Jetzt, wo einzelne Bourgeoisblätter auch Majestäts- Es sei während der Wahlen mehrfach zu„ Ruheſtörungen" Beschlagnahme an sich zum Ausdruck gebracht und die Möglichkeit gewährt werden, die Wiederaufhebung der beleidigungsprozesse zu kosten bekommen, finden sie plößlich gekommen, dabei seien mehrere Personen getödtet worden, Beschlagnahme durch königliche Berordnung auszusprechen. ein Haar in der" byzantinischen" Auslegung des Be- eine größere Anzahl sei verwundet. Diese Mehrheit ist Die Staatsregierung giebt sich der Hoffnung hin, daß bie Beleidigungsbegriffs, wo es sich um Fürsten handelt. Jezt lächerlich gering, wenn man bedenkt, daß amtliche WahlSchlußfaffung der Landesvertretung über diesen Gesezentwurf in ruft sogar die Münchener Allgemeine Zeitung" aus: Bom beeinflussungs- Maschinerie unter Hochdruck gearbeitet hat. Theater. Mittwoch, den 16. März. Opernhaus. Lohengrin. Schauspielhaus. Der zerbrochene Krug. Der eingebildete Kranke. Deutsches Theater. Gyges und fein Ring. Leffing Theater. Paragraph 330. Fünf Dichter. Berliner Theater. Schlimme Saat. Residenz Theater. Riquette( Ma Cousine). Wallner Theater. Sein bester Freund. Friedrich- Wilhelmstädt. Theater. Das Sonntagskind. Thomas- Theater. Die Hochzeit des Reservisten. Bellealliance Theater. Bräfig. Sättingen. B Adolph Ernst Theater. Tanzteufel. Der Circus Renz.| Karlstraße. Donnerstag, den 24. März: Abschieds- Vorstellung. Grosse öffentlichnere Gealversammlung ber Maurer Berlins und Umgegend Mittwoch, den 16. März 1892, Circus G. Schumann. Abends 74 Uhr: ,, Auf Helgoland", Friedrich- Karl- Ufer, Edie Karlstr. ober: Ebbe und Fluth. Große hyHeute Abend 72 Uhr: Große drologische Ausstattungs- Pantomime sport- und Gentlemen- Vor- am Sonntag, den 20. März, Vormittags 10 Uhr, im Böhmiſchen in 2 Abtheilungen vom Direktor E. Stellung zum Benefis für Herrn Brauhause, Landsberger Allee Nr. 11-13. Renz. National- Tänze( 65 Damen) 2c. Erust Schumann. Borzüglich aus- Tagesordnung: 1. Abrechnung der Vertrauensmänner über die Einlage: Tscherkelsen ete. Dampf gewähltes Programm. Elsa, unga- Verwaltung des Generalfonds der Maurer Berlins und Umgegend von schiff- und Bootfahrten, neue über- rische Bollblutstute, vom Benefizianten 12. März 1891 bis 1. März 1892. 2. Diskussion. 3. Neuwahl der Vertrauen, raschende Licht- und Feuereffekte. 80 Fuss hohe Riesenfontaine. Außer- in 10 Tagen dressirt und in Frei- männer und Revisoren. 4. Berichterstattung vom Halberstädter Gewerkschafts80 Fuss hohe Riesenfontaine. Außerheit vorgeführt. Eigenthum des Herrn Kongreß. dem: Auftreten der Gebrüder Rasso. Gustav Eichler. Potpourry mit Die Versammlung wird pünktlich eröffnet. Zu zahlreichem Besuch Zum 1. Male in Berlin. 1. Heben 6 Pferden und 3fache Spring- Fahr dieser äußerst wichtigen Versammlung laden ein eines Orchesters von 12 Mann. Schule vom Benefizianten. 2. Trägt Ferdinand Rasso ein Klavier schule vom Benefizianten. Auftreten des berühmten anerkannt sammt Pianist, Flötist u. Violinist, besten Schulreiters der Gegenwart welche schwebend eine Konzertpièce Mr. James Fillis, Wo speisen Sie? 6 381/18 Die Vertrauensmänner der Berliner Maurer. J. A.: W. Harnisch, Wollinerstr. 5. Ausserordentliche Generalversammlung Allgemeinen Unterstützungskasse der Lederzurichter im Polizeibezirk Berlin( E.§. Nr. 50) am Donnerstag, den 31. März, Abends 8 Uhr, Weinstr. 11 bei Herrn Feind. Tages- Ordnung: Abänderung des§ 6 des Statuts. Ontel vortragen. 4 hohe Schulen, geritten das Schulpferd„ Germinal" reitend. von 4 Damen. Zyszka, Zante, DuOftend- Theater. Der Trompeter von bocz und Bravo, arabische Vollblut- stellung mit neuem Programm. Zum Donnerstag, den 17. März, gr. Vor der Schimmelhengste, zusammen in Frei- 2. Male: Der Krieg im Zululande. heit vorgeführt von Herrn Fr. Renz. Große historische Kriegs- Pantomime. 6 Trakehner Rapphengste in ganz Mr. James Fillis mit Markir. Feenpalast. Spezialitäten- Vorstellung. neuer Art dressirt und vorgeführt von Gebrüder Richter's Variété. Spe- Herrn Franz Renz. Sisters Lawerence zialitäten- Borstellung. am flieg. Trapez. 3 Gebr. Briatore, Winter- Garten. Spezialitäten- Vor- Akrobaten. Auftreten der Jockeystellung. reiterin Miss Edith, sowie d. SaltoKaufmann's Variété. Spezialitäten- mortalesreiter Mr. Alex. Briatore. Vorstellung. Komische Entrees von sämmtlichen Konkordia- Palast- Theater. Spe- Klowns 2c. zialitäten Vorstellung. American Theater. SpezialitätenVorstellung. PassagePanopticum. Frauengestalten in 7 lebend. Bildern dargestellt von Berliner Modellen. BOhne Extra- Entrée. am 30. März. Täglich ,, Auf Helgoland." Sonnabend Equestrische Gala- Vorstellung zum Benefiz für Herrn Franz Renz. Sonntag 2 Vorstellungen. E. Renz, Direktor. In der alt. pommer schen Küche, Dranienstr 181, Hof pt. bei Klein! Frühst. 30 Bf., Mittagstisch mit Bier 50 Pf., Abendtisch von 30 bis 50 Pf, nach Auswahl. 18962 KRONENGARN. Sozialdemokratischer Wahlverein für den 1. Berliner Reichstags- Wahlkreis. Freitag, den 18. März, Abends 8 Uhr, in den ,, Armin Hallen", Kommandanten- Straße Nr. 20: Versammlung. Tagesordnung: 1. Die Bedeutung des 18. März. Referent siehe in der Freitagsnummer. 2. Diskussion. 3. Vereinsangelegenheiten. Die Zahlstellen des Wahlvereins sind folgende: P. Salzwedel, Klosterstraße 88; Wernau, Rosenstr. 30, Meklenburg, Oberwasserstr. 12. Der Vorstand. 343/19 Präuscher's anat. Museum. Schluss unwiderruflich und vieles andere des Influenza ten! Täglich für erwachsene Damen- Tag jeb. Dienstag Herren. und Freitag. Castan's Panopticum Friedrichstr. 165a, Ecfe Behrenstr. Interesanteste Völkerschaft Juner- Afrikas: Schuli b. Emin Pascha- Reich. 30 Personen, Männer, Frauen, Kinder. Vorstellungen: 11, 12 u. 1 Uhr Voramittags, 4, 5, 6, 7, 8 und 9 Uhr Fachmittags. Entree 50 Pf. Kinder 25 Pf. Geöffnet von 9 Uhr früh bis 10 Uhr Ab. Gratweil'sche Bierhallen Kommandantenstrasse 77-79. Heute, sowie täglich: Gr. Freikonzert. Anfang Wochentags 71/2 Uhr, Sonntags 20 Pf. Entree. Anfang 6 Uhr. Empfehle meinen berühmten Mittagstisch à la Duval. Diner à 1 Mark. 3 Regelbahnen, 6 Billards, 2 Säle. 1169L Sowie täglich: Deffentliche Volksversammlung dritten Berliner Reichstags- Wahlkreises Mittwoch, den 16. März er., Abends 8 Uhr, int ,, Sanssouci, Rottbuserstraße Nr. 4a. Tagesordnung: 1. Vortrag des Reichstags- Abgeordneten A. Bebel. 2. Diskussion. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Achtung! Der Vorstand. J. A.: G. Busse. Maler und Anstreicher! Donnerstag, den 17. März, Abends 8 Uhr, in Gratweil's Bierhallen, Kommandantenstraße Nr. 77-79: Kombinirte Versammlung sämmtlicher Filialen Berlins Tagesordnung: 1. Der Arbeitsnachweis. 2. Verschiedenes. Mitgliedsbuch legitimirt. Der Einberufer. Gustav Kölln, Brizerstr. 11. 211/20 Achtung, Spediteure! Die rothe Märznummer der„ Berliner Volks- Tribüne" wird Donnerstag, den 17. März früh ausgegeben. Achtung! 21271 Allgemeine Kranken- und Gürtler, Dreher! Sterbefasse der Metallarbeiter Allen Kollegen zur Nachricht, daß 380/12 der Streit bei Krüger, Artilleriestraße Der Vertrauensmann. ( G.. 29, 89) Filiale II. Grosse Nr. 28, unverändert fortdauert. Seber Mitgliederversammlung zielbewußte Arbeiter wird uns in Große Achtung! biefem Stampfe unterſtützen. Kommunalwähler- Bersammlung für den 22. Kommunalwahl- Bezirk am Mittwoch, den 16. März, Abends 8/2 Uhr, in Haase's Salon, Große Frankfurterstraße 117. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Reichstags- Abgeordneten 1869b Die gegen Frau Richter gemachte in Aeußerung nehme ich hiermit zurück und erkläre selbige als eine ehrenhafte Frau. Frau Winterscheidt. Die rühmlichst bekannte Paul Singer. 2. Diskussion. 3. Ausstellung eines Kandidaten.[ 430/6 Betten- Fabrik Um zahlreichen Besuch bittet Das Komitee. von 2084 2 Filiale der Weber und Weberinnen. R. Kirschberg Sonnabend, den 19. März 1892, Abends 8½ Uhr, in Heise's Salon, Lichtenbergerstr. 21: 1 Grosse Versammlung. Tagesordnung: 1. Vortrag des Herrn Bähr aus Gera. 2. Disfuffion. 3. Wahl eines Delegirten zur Generalversammlung. 4. Verschiedenes. Nach der Versammlung gemüthliches Beisammensein mit Tanz. Aufnahme 348/3 neuer Mitglieder. Um zahlreiches Erscheinen ersucht Der Bevollmächtigte. Orts- Krankenkasse der Möbelpolirer. General- Versammlung Sonntag, den 20. März, Vormittags 10 Uhr, Andrenstraße 26. Tagesordnung: 1. Jahresbericht. 2. Rechnungslegung und Decharge. 3. Feststellung des Kontrakts mit dem Rendanten. 4. Anträge Suitner, AbGr. Bock- Ausschank anderung des§ 60 betr. 5. Ergänzungswahl für einen Arbeitgeber. 6. Bericht aus der Berliner Bock- Brauerei. über den Antrag betreffs der freien Aerztewahl. Gustav Reuter, Borjißender. Heinrich Schulz, Schriftführer. 1185b Bahnärztlige Bolitlinit. Große öffentliche Volks- Versammlung ZahnarztMaschke, Markgrafenstr.78, II. Sprechst.: 8-9, 5-612 Uhr.[ 1403b Künstliche Zähne 2 Mark. für Schöneberg am Donnerstag, den 17. März 1892, Abends 8½ Uhr, Plomben von 1,50 M. an. Schmerz- im Saale der Schloss- Brauerei, Hauptstrasse No. 60-63. loses Zahnziehen 1 M. Sprechstunden 8-7 Uhr. Zahnarzt Robert Wolf, Chausseestr. 123, am Oranienb. Thor. Dr. Hoesch, homöopath. 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Deutscher Reichstag. 194. Sigung vom 15. März. 12 Uhr. Am Tische des Bundesrathes Lohmann. Die dritte Berathung der Krankentassen Novelle wird fortgesetzt. Die Generaldiskussion war gestern beendet worden; das Haus tritt heute in die Spezialdiskussion des Gesetzes ein. Die Zahl der vorliegenden Anträge hat sich noch um vier Dermehrt. Mittwoch, den 16. März 1892. vorigen Jahre. Noch in einer am letzten Sonntag in Eisenach stattgehabten Vorstandssigung des Verbands kaufmännischer Vereine ist das ausdrücklich ausgesprochen worden. Ich muß also dabei bleiben, daß die Mehrheit der deutschen Handlungsgehilfen selbst für den Zwang sich erklärt hat. Abg. Möller( nl.) erklärt sich gegen den Antrag Höffel, welcher für alle diejenigen, welche über 2000 M. Lohn oder Gehalt beziehen, aber zur Zeit versichert sind, sehr häßliche Folgen nach sich ziehen würden. 9. Jahrg. Der Antrag Graf Holstein wird gegen eine Minderheit, bestehend aus den Sozialdemokraten und etwa der Hälfte der Deutschkonservativen und Nationalliberalen, abgelehnt.§ 2 wird im wesentlichen unverändert angenommen. Die§§ 2a, 2b, 3, 3a, 3b, 4. 5a werden ohne Debatte mit einer Reihe lediglich redattioneller Amendements der Abgg. Gutfleisch und Gen. an genommen. Nach§ 6 ist als Krankenunterstüßung freie ärztliche Hilfe und Arzenei, sowie ein Krantengeld zu gewähren. Abg. v. d. Schulenburg beantragt folgende Einschaltung in den§ 6: Abg. Eberty( dfr.): Jm Art. 60 des Handelsgesetzbuchs ist fonderrechtlich die Frage für die Handlungsgehilfen, anschließend § 1 des Gesetzes feht fest, welche Kreise von Personen der an das als vorhanden anerkannte mehr familiäre Verhältniß" Die Hilfe von Nichtärzten ist von der Kasse zu bezahlen, Verpflichtung zur Versicherung gegen Krankheit unterliegen zwischen Prinzipal und Gehilfen geordnet. Der Reichstag wenn diese Hilfe in Nothfällen hat angerufen werden müssen. sollen; durch die Novelle wird diese Verpflichtung auf alle im handelt ungerecht, wenn er den Handlungsgehilfen dieses Recht Im Zweifel entscheidet dieserhalb die Aufsichtsbehörde." Handelsgewerbe gegen Gehalt oder Lohn beschäftigten Personen einfach nimmt und ein bloßes Versicherungsverhältniß an seine Der Antragsteller befürwortet die Annahme dieser Einausgedehnt. Stelle feßt. Im Interesse einfacher Gerechtigkeit empfehle ich schaltung unter Bezugnahme auf die über die Zulassung von Die Abgg. Buhl und Gutfleisch beantragen dagegen dem Reichstage daher die Annahme des Antrages Buhl- Gutfleisch. Nichtärzten in der zweiten Lesung stattgehabten Debatte. Der die Einschaltung folgenden Zusatzes im§ 1: Handlungsgehilfen Abg. v. Stumm( Rp.) spricht sich für den Antrag Buhl Versicherte tann unter allen Umständen ärztliche Hilfe verlangen; und Lehrlinge unterliegen der Versicherungspflicht nur, sofern Gutfleisch aus. In den Handelskreisen, denen er nahe ſtehe, auch in den entlegensten Gegenden muß die Beschaffung eines durch Vertrag die ihnen nach Art. 60 des deutschen Handels- habe er bei den Handlungsgehilfen eine lebhafte Abneigung da- Arztes möglich sein. Der Staat hat also zunächst für Vermehgesetzbuches zustehenden Rechte aufgehoben oder beschränkt sind." gegen wahrgenommen, sich unter das Gesetz stellen zu lassen und rung der Aerzte zu sorgen. Nur in Nothfällen sollte die Hilfe Abg. Goldschmidt( dfr.): Unfern Antrag in zweiter Lesung, an ihrer gesellschaftlichen Respektabilität zu verlieren, wenn ihnen sogenannter Naturärzte in Anspruch genommen werden und nur die Handlungsgehilfen nicht unter den Zwang zu stellen, wieder das Vorrecht des Art. 60 auf diesem Wege entzogen würde. in solchen Fällen soll die Kasse für die Bezahlung aufkommen. holen wir heute wegen seiner Aussichtslosigkeit nicht. Wir bitten Eventuell würde er sich auch mit dem Antrage des Zentrums zu würde die Raſſe in einer sehr unerwünschten Weise beschränken. Ministerialdirektor Lohmann: Die Annahme des Antrags Gie aber, dem Antrag Buhl- Gutfleisch zuzustimmen. Es ist§ 3 begnügen können. 3u berücksichtigen, daß die Erkrankungen in den Reihen der Abg. Singer( Soz.): Die Gehilfen, bei denen eine Ab- Weshalb soll die Kaffe nicht ihre Kranten in bestimmten Fällen, Handlungsgehilfen, deren Mehrzahl sich in jungen Jahren be- neigung gegen den Krankenkassenzwang besteht, werden fich wahr- welche nur gewisse äußere Hilfeleistungen erfordern, durch Heilfindet, meistens von kurzer Dauer sind, und unzweifelhaft scheinlich in guten Stellungen befinden und an ihrem eigenen gehilfen oder Masseure behandeln lassen? Die Frage außerdem, sind diejenigen besser daran, die im Falle der Erkrankung Leibe nicht die Nothwendigkeit der Versicherung spüren. Aber ob ein Nothfall vorliegt, zur Entscheidung in die Hände der Aufdas Recht auf den Fortbezug des Gehalts zusteht. Das der Gesetzgeber muß doch mit der großen Masse eines Standes fichtsbehörde zu legen, empfiehlt sich nicht. Lehnen Sie den Krankengeld beträgt 1,50 bis 2 M. Bei einem Minimalgehalt rechnen, nicht mit einzelnen Kreisen desselben. Die große Masse Antrag ab oder streichen Sie wenigstens den zweiten Saz. Auf des Handlungsgehilfen von 900 M. erhält er für sechs Wochen der Gehilfen, welche oft stellungslos sind und einem fortwähren- die Frage, ob unter ärztlicher Behandlung nur die Behandlung immer noch mehr als ihm die Krankenkasse bieten kann. Mit den Wechsel ihrer Einnahmen unterworfen sind, spricht sich für durch einen approbirten Arzt zu verstehen ist, will ich mich hier den Beschlüssen zweiter Lesung versehen Sie den freien Ver- das Gesetz aus. Der Abg. Hirsch hat mich mißverstanden, wenn nicht einlaffen. einigungen einen Stoß, obwohl diese gerade in den traurigsten er glaubt, wir hätten die Gehilfen auf die freien Hilfskaffen ver- Abg. Buhl: Ich stehe auf dem Standpunkte, daß unter ärztFällen, wo das Gefeß versagt, eine offene Hand und ein weites tröstet. Ich habe nur gesagt, daß, wenn den freien licher Behandlung allerdings nur die durch einen approbírten Herz gezeigt haben. Nur in den seltensten Fällen hat sich ein Hilfskaffen nach diesem Gesetz das Leben noch möglich Arzt verstanden werden kann und beziehe mich dafür auf die Prinzipal die sofortige Entlassung des Gehilfen im Krankheits- sein wird, dann auch die Handlungsgehilfen sich ihrer Aeußerungen des Herrn v. Bötticher in der zweiten Lesung. Die falle ausbedungen. bedienen können. Bei aller Sympathie für die freie Arztwahl Thätigkeit der Kurpfuscher und Naturärzte hat besonders bei den Abg. Buhl( natl.) empfiehlt ebenfalls die Annahme des An- innerhalb des Kassenzwanges müssen wir uns doch sagen, daß Krankenkaffen im Königreich Sachsen einen erschreckenden Umtrags als einer geeigneten Vermittelung zwischen den entgegen die Aerzte der Menschen wegen da sind, und nicht umgekehrt. fang angenommen und wird noch weiter ausgedehnt werden, wenn ftehenden Auffaffungen. Auf die Brücke des Ortsstatuts treten wir nicht mehr, nachdem§ 6 unverändert bleibt. Ich empfehle die Annahme des Antrags Abg. Singer( Soz.): Auch für die Handlungsgehilfen ist der wir z. B. bei der Sonntagsruhe den Gebrauch gesehen haben, den v. d. Schulenburg. Versicherungszwang durchaus nothwendig; sie bekommen auch die Gemeinden von der ihnen übertragenen Befugniß machen. Abg. Höffel ist über die Einbringung dieses Antrags, der nicht, wie der Antrag Buhl voraussetzt, in sechs Wochen an Ge- Seit Jahren ist von den Gehilfen die Nothwendigkeit der Zwangs- dem berechtigten Interesse des ärztlichen Standes entgegenkomme balt mehr als in 18 Wochen von der Zwangskaffe, denn ihr versicherung sehr stark betont worden, infolge der grenzenlofen und ein träftiges Borgehen gegen die Kurpfuscher ermögliche, ſehr Minimalgehalt ist sehr häufig weniger als 900 M. Sie sind nach Noth, in der sie sich in Krankheitsfällen befinden. Dem Abg. befriedigt. Er beantragt, die einleitenden Worte des Antrages der Entwickelung des Handelsgewerbes meist nur noch gewerb Gutfleisch gegenüber stelle ich fest, daß der thatsächliche Zustand wie folgt zu fassen:„ Die Hilfe von Nichtärzten ist von der Kaffe liche Hilfsarbeiter, und die Möglichkeit der Gründung eines bis zum Erlaß der Gewerbe- Ordnungs- Novelle der war, daß nur nur dann zu bezahlen, wenn" 2c. eigenen fleinen Geschäfts schwindet ihnen mehr und mehr. Würde ein absolut verschwindender Theil der Unternehmer von dem Sächsischer Bevollmächtigter Geheimrath Vodel erklärt, daß der Antrag Buhl Gefeß, so würde er für die Unternehmer nur Recht der Kautions- und Lohneinbehaltung Gebrauch gemacht der fächsischen Regierung nichts davon bekannt sei, daß die einen Anhalt bieten, durch Umgehung der sechswöchentlichen hat. Erst die sogenannte Verschlechterungskommission Gutfleisch Krankenkassen in Sachsen die Kurpfuscher in Menge zu ärztlichen Kündigungsfrist der Pflicht enthoben zu sein, ihren Gehilfen im und Gen. hat dies Recht in der Gewerbe Ordnungs- Novelle Hilfeleistungen heranziehen. Sie werde Erkundigungen einziehen Falle der Erkrankung während 6 Wochen das Gehalt zu zahlen. gefeßlich festgelegt. Wir halten solche Lohneinbehaltungen und eventuell diesem Treiben entgegentreten. Aber selbst, wenn die Leistung für 6 Wochen größer wäre, als überhaupt für verwerflich. Wir fordern in Bezug auf solche Abg. Eberty spricht seine Genugthuung über diese Erklärung das Krankengeld für 13, was ich bestreite, so ist es doch wohl Gesetze wie dieses nur dasjenige, was überhaupt erfüllbar aus und erklärt, dem Antrage v. d. Schulenburg beistimmen zu richtiger, den Gehilfen für 13 als für 6 Wochen zu versichern. ist, und muthen Ihnen auch nicht zu, Gesetze zu machen nach tönnen. Es sei sehr anerkennenswerth, daß der Antragsteller Die Nothlage der Handlungsgehilfen ist in vielen Fällen eine unferer Ueberzeugung. Aber wir wollen nicht, daß durch Aus eine Faffung gefunden habe, auf die sich die große Mehrheit größere als die der Arbeiter. Sie sind der schrankenlosen Ausnahmebestimmungen auch noch der lezte Rest dessen, was man des Reichstages vereinigen fönne. Auch die Aerzte könnten mit beutung ihrer Prinzipale ebenso ausgesetzt wie die Arbeiter. Alle prinzipiell zugesteht, beseitigt wird. Der Versicherungszwang ist diesem Abschluß des unerquicklichen Streites zufrieden sein. Achtung vor der freien Hilfsthätigkeit einiger faufmännischer Vereine Wohlthat für die Handlungsgehilfen, welche in schlechten Ministerialdirektor Lohmann bemerkt gegen den Abg. Buhl, bände für ihre Mitglieder, aber diese Verbände umfassen doch Verhältnissen leben, und wir werden daher gegen den Antrag daß er sich mit dem Minister v. Bötticher nicht im Widerspruch nur einen kleinen Theil der Handlungsgehilfen. Darum wollen Buhl- Gutfleisch stimmen. befinde. wir den staatlichen Versicherungszwang auch für sie tonstituiren. Wir lieben reinen Tisch auf dem Gebiete der Gesetzgebung und werden daher gegen die Anträge Buhl- Hiße, aber für den des Grafen Holstein stimmen; denn wir wünschen, daß alle Arbeiter, auch die Dienstboten, versichert werden. 9 A Abg. Gutfleisch verwahrt sich gegen die letztere Ausführung, deren Verbreitung sich allerdings die Sozialdemokratie zu einer Hauptaufgabe gemacht zu haben scheine. Abg. Graf Holstein beantragt die Ausdehnung der Fakultät auf die Dienstboten und das Gesinde und hat diesem Prinzi palantrage entsprechend eine Reihe weiterer Anträge vorgelegt, welche das Gesetz mit dieser Erweiterung in allen seinen Einzelheiten in Einklang bringen sollten. Abg. v. d. Schulenburg: Heilgehilfen und Masseure mögen immerhin verwendet werden, aber alles dieses soll nur auf Anordnung eines Arztes geschehen. Den zweiten Satz meines An trages ziehe ich zurück. Abg. Wurm( Soz.): Der Antrag von der Schulenburg und seine Begründung stellen die Sachlage vollständig auf den Kopf. Wir machen doch hier kein Gesetz für die Aerzte, sondern für die Kranken. Im Namen der Naturärzte lege ich gegen die Damit schließt die Diskussion. Der Antrag Buhl- Gutfleisch wird von einer aus den Freisinnigen, der Reichspartei und einigen Abg. Site( 3.) befürwortet einen zu§ 3 gestellten Antrag, Nationalliberalen, Deutschkonservativen und Zentrumsmitgliedern wonach Handlungsgehilfen und Lehrlinge, auf welche die Voraus bestehenden geringen Mehrheit angenommen; mit dieser Aenderung segungen des Antrags Gutfleisch Buhl nicht zutreffen, auf gelangt§ 1 darauf fast einstimmig zur Annahme. ihren Antrag von der Versicherungspflicht zu befreien sind.§ 2 statuirt die Befugniß der Gemeinden und weiteren Bezeichnung derselben als Kurpfuscher Protest ein. Die NaturDie Ausführungen des Abg. Singer passen nur auf die Ver- Kommunalverbände, durch Statut die Geltung des Gesetzes auf heilkunde hat ihre wissenschaftliche Begründung und zahlreiche hältnisse der Großstadt; dort sei vielfach der Stand der Handlungs- Kommunalbeamte, soweit deren Arbeitsverdienst an Gehalt oder Professoren der Medizin haben die günstigsten Urtheile über gehilfen bereits ein proletarischer. In den kleineren Städten, Lohn 62/3 Mark für den Arbeitstag nicht übersteigt, auf sie und ihre Vertreter gefällt. Auch die Rezeptverschreiber auf dem Lande und auch in den Mittelstädten sei faktisch noch Familien der Versicherten, auf die Hausindustriellen und auf verdienen oft den Namen Kurpfuscher, wenn sie 80 bis der Gehilfenstand ein Uebergangsstand zur Selbständigkeit, dort die land- und forstwirthschaftlichen Arbeiter auszudehnen. 40 Patienten in einer einzigen Sprechstunde behandeln. Uebri beständen noch familiäre Beziehungen zwischen Prinzipal und Die Abgeordneten Gutfleisch, Merbach, Möller, gens betrachten auch Kaffenmitglieder die Medizinärzte" ebenso Gehilfen. In diese Verhältnisse würde man störend eingreisen, v. d. Schulenburg und v. Strombeck( freie Kommiffion) als Kurpfuscher, wie Sie die Naturärzte. Es kommt bei der wenn die absolute Kranken Versicherungspflicht ausgesprochen beantragen, in Ansehung der Kommunalbeamten die Einschränkung Heilung eben wesentlich auf das Vertrauen an, und das haben würde. soweit ihr Arbeitsverdienst nicht mehr als 62/3 M. für den nicht alle Arbeiter zu den studirten Aerzten. Den Wohlhabenden Ministerialdirektor Lohmann: Die Annahme, daß das Arbeitstag beträgt" zu beseitigen. gestattet man, sich einen Arzt ihres Vertrauens zu wählen, z. B. Minimalgehalt eines Handlungsgehilfen 900 M. fei, entspricht den Pfarrer Kneipp, die Arbeiter sollen aber auch hier wieder einer rosigen Auffassung der heutigen Lage diefer Leute. Die bevormundet werden. Für Sie handelt es sich nur darum, den Majorität derselben steht nicht anders da als gewerbliche Arapprobirten Aerzten die täglich fühlbarer werdende Konkurrenz beiter, und ihr Einkommen ist ein ganz erheblich geringeres. Es der Naturärzte abzunehmen, während doch sonst die Deutschmuß daher der beantragten Aenderung widersprochen werden; freifinnigen immer für freie Konkurrenz sind. Jm Dienste ber es würde dadurch nur eine neue Ungleichheit geschaffen. Der Ministerialdirektor Rohmann erkennt an, daß diese Anträge Gesammtheit wirken unsere Aerzte heute durchaus nicht, sie sind Antrag Hike wird ebenso wenig erreichen, was die Antragsteller mit großer Sorgfalt ausgearbeitet sind, hegt aber doch Zweifel einfach Gewerbetreibende, und das geben sie zu erkennen, indem erstreben, denn dem Prinzipal wird es fehr leicht werden, den daran, daß dieselben für alle denkbaren Möglichkeiten Für sie nächtliche Krankenbesuche ablehnen, wo die Honorirung nicht Gehilfen vertragsmäßig zum Verzicht auf den nach dem Handels: forge treffen, und hält es überhaupt für mißlich, in dritter sicher ist. Im öffentlichen Interesse werden die Aerzte erst dann gesetzbuch ihm zustehenden Anspruch auf Fortbezug des Gehalts Lesung eine so wesentliche Abänderung des Gesetzes vorzunehmen. wirken, wenn unser Streben nach Verstaatlichung der Aerzte erfüllt sein während 6 Wochen im Falle der Erkrankung zu bewegen. Wenn es sich auch nur um ein Statut handele, das ja der Ge- wird; dann wird alle Reklame der Aerzte verschwinden, dann Abg. Gutfleisch: Für mich ist das Hauptmoment für den nehmigung bedürfe, ehe es in Kraft treten tönne, so sei es doch wird auch ein wirklicher fester Unterschied zwischen Aerzten und Antrag, daß man bei der absoluten Unterstellung der Handlungs- auch unter dieser Voraussetzung mehr als bedenklich, eine Aus- Kurpfuschern sich von selbst herausbilden und die Frage von gehilfen und jungen Kaufleute unter das Gesetz die rechtliche dehnung des Geltungsbereichs des Gesetzes so gelegentlich vor- selbst gelöst sein. Durch Annahme des Antrages v. d. SchulenStellung derfelben gegen den jetzigen Zustand erheblich ver- zunehmen. Allerdings könne er ebenso wenig den Antrag als burg würden auch die weiblichen Aerzte von den Krantentassen schlechtern würde. Praktisch wird die Aufrechterhaltung des Be- unamnehmbar bezeichnen, da der Bundesrath über denselben sich ausgeschlossen sein, während sie doch anerkanntermaßen bei Beschlusses zweiter Lesung, die Aufhebung des Art. 60 des Handels- noch nicht schlüssig gemacht habe. handlung von Frauenkrankheiten wesentliche Vorzüge haben. So Gesetzbuchs zur Folge haben. Mir ist es lieber, der kaufmännische Die Abgg. Eberty und Hirsch beantragen, die Anträge lange also die Aerzte noch nicht staatlich angestellt sind, bitte ich Gehilfe bekommt für 6 Wochen sein volles Gehalt aus der Tasche Graf Holstein in die Kommission zurück zu verweisen. Sie, den Antrag v. d. Schulenburg abzulehnen. des Prinzipals, als daß er 13 Wochen lang das Krankengelo, Der Antrag wird abgelehnt. Abg. Hihe: Die Krankenkasse hat das Recht, die Behandlung aber fein Gehalt bekommt. Ich sehe die Krankenversicherung Abg. Eberty: Wir können unmöglich an dieser Stelle, in des Patienten einem approbirten Arzt zuzuwenden und der lediglich als etwas Subsidiäres an. dritter Lesung, einen Antrag von so weitgreifenden Folgen hier Kranke hat das Recht, von einem approbirten Arzt behandelt zu im Plenum erledigen. In Württemberg und Bayern ist die werden. Bleiben also nur die Fälle, wo Batient und Kaffe über Krankenversicherung der Dienstboten landesgefeßlich geregelt. die Heranziehung eines Arztes einig sind. Da auch sonst von Sezen wir hier die ortsstatutarische Regelung fest, so würden einer mißbräuchlichen Ausdehnung der Thätigkeit der Nichtärzte wir den bestehenden Zustand theilweise verschlechtern, eine nichts bewiesen ist, so belassen wir es am besten bei der bisMenge von Sozial- und Landesgesetzen dem Sic volo, sic jubeo herigen Gefeßgebung, die sich bewährt hat und lehnen den Antrag eines beliebigen Kreisausschusses ausliefern. Schulenburg ab. Abg. Höffel( Rp.) will in§ 1 ausdrücklich ausgesprochen wissen, daß die Versicherungspflicht sich nur auf solche Per fonen erstrecken soll, deren Jahreseinkommen 2000 Mart nicht übersteigt. Abg. v. d. Schulenburg- Veekendorf( dk.) hält diesen Antrag für überflüssig und erklärt sich im Uebrigen gegen den zu §2 eingebrachten Antrag seines Fraktionsgenossen Graf Holstein, wonach die Krankenversicherung der Dienstboten fakultativ durch Ortsstatut eingeführt werden kann. Abg. Möller: Die höhere Verwaltungsbehörde hat die Statuten zu genehmigen, fie liegen also nicht in der Willtür der Kreisausschüsse. Der Widerstand von links und die Ausführungen des Regierungsvertreters lassen es mir allerdings zweifelhaft er scheinen, ob die Sache jetzt zu Stande gebracht werden kann. Vielleicht wäre es besser, der Antrag würde zurückgezogen und dafür eine entsprechende Resolution angenommen. Abg. Hirsch erklärt gegenüber dem Abg. Singer, daß durch eine geschickte Agitation allerdings die Neigung zur Unterstellung unter das Krankenkassen- Gesetz bei den Handlungsgehilfen fünftlich erzeugt worden war, daß aber die Ernüchterung schnell er folgt ist und daß man in diesen Kreisen jetzt nichts mehr davon Abg. Molkenbuhr( Soz.) befürwortet die Annahme des wissen will. Es stände schlimm um unseren Kaufmannsstand, Antrages; mit Ausnahme von Hamburg seien die Dienstboten wenn der Regierungsvertreter Recht hätte mit seiner Behauptung, im ganzen Deutschen Reiche schlechter gestellt, als sie es unter daß die Mehrzahl nicht besser daran sei als gewerbliche Arbeiter. dem Krankenkassen- Gesetz sein würden. Mit dem Anspruch auf Gehalt für 6 Wochen im Falle der ErAnspruch auf Grund des Krankenkassen- Gesetzes. Minifterial- Direktor Lohmann: Der Standpunkt der großen Bereinigungen der jungen Kaufleute zu Gunsten der Einbeziehung in den Bereich des Gesetzes ist unverändert derselbe, wie im Abg. Virchow wendet sich gegen die Ausführungen des Abg. Wurm, indem er ausführlich auf die große Menge der Fälle hinweist, in welchen von sogenannten Naturärzten das schlimmste Unheil angerichtet worden ist. Würde der NaturheilArzt auch noch von den Krankenkassen als der berufene Mediziner anerkannt, so würde das einem großen Bann für den approbirten Arzt gleichkommen. Die letzteren wollten nichts weiter als die Aufrechterhaltung des bestehenden Rechts. In einer persönlichen Bemerkung erklärt Abg. Wurm, daß die sozialdemokratische Partei nicht mit den Anschauungen der Naturheilkunde zu identifiziren sei, vielmehr gebe es in der Die Abgg. Hiße und v. Stumm richten mit Rücksicht auf Partei auch Gegner derfelben. Aber alle sind darin einig, die Geschäftslage des Hauses und auf die Schwierigkeit der daß die Krankenkassen das Recht haben sollen, unbeschränkt Materie an den Grafen Holstein das Ersuchen, den Antrag für diejenigen Aerzte zu wählen, die sie wollen. Auch habe ich nicht jetzt zurückzuziehen und entweder eine Resolution gleichen Inhalts gefagt, was Profeffor Virchow gehört haben will, sondern, daß einzubringen oder die Regelung der Krankenversicherung der vor allem auch Vertrauen des Patienten zum Arzt noth Dienstboten bei den einzelnen Regierungen anzuregen. wendig ist. Abgeordnetenhaus. 82. Sigung vom 15. März. 11 Uhr. Am Ministertische: Miquel, Graf 8edlitz und Kommiffarien. Eingegangen ist 1. ein Gefeßentwurf, betreffend die Aufhebung der durch Verordnung vom 2. März 1868 verhängten Beschlagnahme des Vermögens Königs Georgs; 2. ein Gesetzentwurf zur Ergänzung der Gefeße, betreffend das Ruhgehalt der emeritirten Geistlichen vom 15. März 1880, und betreffend die Fürsorge für die Wittwen und Waisen der Geistlichen der evangelischen Landestirche in den 9 älteren Provinzen der Monarchie vom 15. Juli 1884; 3. ein Gefeßentwurf, betreffend die Sterbe und Gnadenzeit bei Pfarrstellen, sowie die firchliche Aufsicht über die Vermögensverwaltung der Kirchengemeinden innerhalb der evangelischen Landeskirche der älteren Provinzen der Monarchie. W Die zweite Berathung des Staatshaushalts Etats für 1892-98 wird fortgesetzt beim Kultusetat und zwar beim Kapitel„ Kunst und Wissenschaft". Die Ausgaben werden bewilligt, der Antrag des Grafen Kanis wird, da er eine Mehrforderung enthält, der Budgettommission zur Vorberathung überwiesen. Neu gefordert werden 88 000 M. für die Einrichtung einer biologischen Anstalt auf Helgoland. Die Debatte wird geschlossen. Abg. v. d. Schulenburg nimmt zu hoch geschäßt war. Dies Lettere erwies sich denn auch| organe kleidete, verliere er fein Wort. Diese war mitunter eine den Antrag Höffel in feinen Antrag auf und ändert außerdem aus einer Statistit, für welche die Fragebogen gleichzeitig mit solche, daß er sich sagen mußte, wer glaube, in dieser Weise den den Wortlaut dahin, daß die untergeordneten Hilfeleistungen den erwähnten Birkular verfandt wurden. Auch diese Arbeitern zu nüßen, müsse ganz von selbst abwirthschaften. Erst nicht unter die Vorschrift fallen sollen. Die Abstimmung bleibt statistischen Bogen fonnten von einzelnen Gewerkschaften nur in jüngster Zeit habe sich ein Gewerkschaftsorgan in einer Weise zweifelhaft. Für den Antrag stimmen die beiden Parteien ber nach wiederholter Aufforderung zurückerlangt werden, wodurch gegen die Generalfommiffion ausgesprochen, daß er gerne jeden Rechten, die Nationalliberalen und ein Theil der Freisinnigen; die Thätigkeit der Kommission wiederum erschwert wurde. Das Delegirten eine Nummer dieses Blattes eingehändigt hätte, wenn gegen den Antrag die übrigen Anwesenden. Die Zählung Resultat der Statistik ergab, daß in Deutschland Ende 1890 er sie hätte haben können. Die betreffende Organisation sei hier ergiebt die Ablehnung des Antrags mit 105 gegen 53 Sentralvereine mit 3150 3weigvereinen und 227 788 Mit nicht vertreten, beffer wäre es gewesen, hier mitzuwirken und ben 104 Stimmen. gliedern bestanden. Ferner gab es 5 Organisationen, die durch Mitgliedern der Generalfommission offen entgegen zu treten, Die Berathung wird hierauf abgebrochen. ein Vertrauensmännersystem zentralisirt waren und in 712 Städten anstatt sie hinterrücks anzugreifen. Vielfach habe man gefagt, Schluß 3½½ Uhr. Nächste Sigung Mittwoch 12 Uhr. 73 467 Mitglieder besaßen. Die Gesammtzahl der gewerkschaftlich die Generalfommission sei überflüssig, in der That ſei aber durch ( Fortsetzung der Berathung.) organisirten Arbeiter betrug inkl. der in einzelnen Orten vor dieselbe die Gewerkschaftsbewegung in Deutschland erst kultivirt handenen Fachvereine etwa 350 000. worden. Keiner von den Vertretern konnte noch vor Jahresfrist Mittlerweile hat sich dieses Verhältniß wesentlich geändert. fagen, wie viel Arbeiter in dem Beruf beschäftigt seien, die Ge Es sind weitere Zentralvereine neu gegründet worden und auch neralfommission hat die erforderlichen statistischen Grundlagen die Mitgliederzahl in den Organisationen dürfte sich wesentlich hergestellt. Das Korrespondenzblatt" sei vielfach als überflüssig verschoben haben. Eine Statistit, welche im Februar dieses bezeichnet worden, dasselbe sei jedoch im Interesse einer raschen Jahres aufgenommen werden sollte und zu der die Fragebogen und sicheren Vermittelung der Nachrichten unter den einzelnen Ende Januar versandt wurden, fonnte nicht fertig gestellt werden, Drganisationen nothwendig. Die Generalfommission hat ver weil wenig mehr als die Hälfte der bestehenden Zentralvereine die sucht, mit den Organisationen anderer Länder Fühlung zu nehmen Gleichzeitig mit dieser und war infolge dessen in der Lage, eine Reihe interessanter Bogen rechtzeitig eingesandt hatte. und Leben ausländischer ArStatistik sollte auch eine solche über die in den letzten zwei Mittheilungen über Bau Jahren vorgekommenen Streits aufgenommen werden, doch wird beiterorganisationen zu machen und auch diese über den Man habe hier tein positives Resultat erzielt werden, da nur wenige Or Stand unserer Bewegung zu informiren. ganifationen über die Streits statistische Daten geführt haben der Generalfommission den Vorwurf gemacht, daß sie den größten dürften. Es wird diese Umfrage deshalb wohl dazu dienen, die Theil der Einnahmen für Hamburg verwendet habe, die Statistik Vorstände der Organisationen anzuregen, solche Daten zu führen. zeige, daß dort die meisten und hartnäckigsten Ausstände statt Die Ergebnisse dieser Statistiken werden, sobald ihre Zusammengefunden haben. Vielfach gerügt wurde auch, daß die General fommission Darlehen aufgenommen habe, man konnte sich aber stellung erfolgen tann, veröffentlicht werden. Während auf der einen Seite die Organisationen ihre Ver- nicht anders helfen, denn die Streifenden konnten nicht von der pflichtungen der Kommission gegenüber nur äußerst mangelhaft Luft leben. Die Generalkommission sei sich bewußt, ihre Pflicht erfüllten, wurden andererseits große Anforderungen an dieselbe gewissenhaft erfüllt zu haben; wenn nicht Alles erreicht wurde, gestellt. Schon die Berliner Gewerkschaftskonferenz übertrug der was vielfach erwartet worden, so liege dieses in der Hauptsache Kommission die Verpflichtung, die Ausstände in Kirchhain i. 2., an den Gewerkschaften selbst, die ihre Pflicht gegen die Kom Erfurt, Bergedorf und Ottensen zu unterstützen. Um dieses mission nicht erfüllt haben. Die Generalfommission stehe gerne möglich machen zu können, wandte sich die Kommission in ver- Rede und Antwort, man möge sich durch keinerlei Rücksicht auf schiedenen Aufrufen an die deutschen Arbeiter, diese zu freiwilligen Personen leiten lassen, sondern, ohne mit seinen Meinungen Beiträgen zur Unterstützung der Streits auffordernd. Diese frei- hinter dem Berge zu halten, ungeschminkteste Kritik üben, dabei willigen Leistungen ergaben bis zum 1. März 1892 wohl die aber im Auge behalten, daß dieser Körperschaft von der Berliner Summe von 106 504,86 m., jedoch waren die Gelder zu der Konferenz eine Aufgabe gestellt wurde, worüber sich die Auftrag Beit, als sie gebraucht wurden, nicht zur Stelle. Die Kommission geber selbst nicht vollkommen klar waren. Nach einer persönlichen Bemerkung von Grenz- Chemniz glaubte, auf Grund der Berliner Resolution ein Recht zu haben, zur Unterstützung der Ausstände Anleihen machen zu dürfen. ergreift Me ßger- Hamburg das Wort, welcher ausführt, daß Es konnten diese Darlehn bei prozentualer Vertheilung auf alle die Generalfommiffion unbestreitbar ihre Befugnisse überschritten Organisationen gedeckt werden. Die über die Leistungsfähigkeit hat. Die Berliner Konferenz hat der Generalfommission nicht Es folgt das Kapitel: Technisches Unterrichtswesen". der Gewerkschaften aufgenommene Statistit zeigte jedoch, daß das Recht ertheilt, alle Streits zu unterstüßen und Darlehen in Der Vorschlag der Regierung wird mit 126 gegen diese bei dem gegenwärtigen Stande der Kassen nicht in der Lage beliebiger Höhe aufzunehmen. Der Kommission fehlt jede Grund111 Stimmen augenommen, der Antrag der Budget- sein würden, die gedachten Darlehn zu decken. Einmal, um nach lage zur Deckung der Darlehen, da sie gar nicht wußte, mit mit welcher Mitgliederzahl sie tommission verworfen. dieser Richtung hin gedeckt, andererseits aber, um für spätere welchen Organisationen, Es folgt Kapitel 124: Rultus und Unterricht gemeinsam". Kämpfe gerüstet zu sein, schrieb die Kommission die Sammlung rechnen kann. Wenn die Mittel der Kommission zu Ende Bei den Ausgaben: Zur Verbesserung der äußeren Lage der Geist zum Waifonds aus. Der Ertrag derselben blieb, trotz seiner, waren, dann mußte sie vor die Arbeiter treten und diese über lichen aller Bekenntniffe, 5 474 800 m., beantragt Abgeordneter in Anbetracht der ungünstigen wirthschaftlichen Verhältnisse die Verhältnisse informiren; statt dessen habe man, z. B. beim von Strombeck 1. Die Zulagen zu gewähren, nicht nach einer enormen Höhe, hinter den Erwartungen, die darauf gefeßt waren, Tabatarbeiter- Streit, von einer Woche zur anderen auf Beenweiteren Dienstzeit im Pfarramte", sondern im Amte"; zurück. Die eingegangenen Summen genügten nicht einmal, die digung gewartet und immer neue Darlehne aufgenommen. Wenn 2. die Regierung aufzufordern, diesen Titel im nächsten Etat Verpflichtungen der Kommission erfüllen zu können, vielweniger da sich eine Mißstimmung geltend machte, dürfe man sich nicht auszudehnen auf die staatlich anerkannten Missionspfarren. noch war es möglich, einen festen Fonds zu bilden. Die von so sehr wundern. Er wisse sich frei von jeder persönlichen Der Titel wird genehmigt, der erste Antrag von Strombeck einigen Seiten ausgesprochene Meinung, die Kommission hätte die Animosität gegen die Kommission, er sei der festen Ueberzeugung, gegen die Stimmen des Zentrums und der Polen abgelehnt. deutschen Arbeiter irregeführt, weil sie erklärte, der Maifonds daß die Mitglieder derselben nach bestem Gewissen gehandelt Um 42 Uhr wird die weitere Berathung des Etats bis folle ein fester Fonds werden und hinterher die eingegangenen haben, aber die Wege, welche die Kommission beschritten, waren Mittwoch 11 Uhr vertagt. Summen zur Deckung der Schulden verwandte, ist nicht richtig. nicht die richtigen. Das muß gesagt werden, damit in Zukunft Die Kommission hatte die feste Absicht, einen solchen Fonds zu solche Mißgriffe nicht gemacht werden. Die Nothwendigkeit des bilden. Ueberbies kann derfelbe jeder Beit festgelegt werden, so- Korrespondenzblattes" bestreite er, der Generalfommission ständen bald die Gewertschaften entsprechend der Berliner Resolution alle Gewerkschaftsblätter und auch die politische Preise für ihre prozentual die Ausgaben für die Abwehrstreits decken. Die Bekanntmachungen offen. Durch die Schreibereien im Rorre Kommission hatte die Verpflichtung, diese Streits zu unterstützen, spondenzblatt" fei die Einigkeit nicht gefördert worden. Für und konnte nicht anders handeln. die Zukunft müssen die Befugnisse der Kommission genau abs deutscher Gewerkschaftskongreß. Aufzeichnungen gemacht worden und waren die Ausstandsorte, ber Vorwurf gemacht, die Hamburger haben die Gelder verausgabi, die Ausstände sind seitens der Kommission genaue gegrenzt werden. Meier, Hamburg. Der Generalfommission wird 2. Sigung, Montag, den 14. März, Nachmittags falls sie auf Unterſtüßung Anspruch machen wollten, verpflichtet, die Majorität der Kommission ist gar nicht in Hamburg; er ist der wöchentlich Berichte über die Lage am Orte an die Kommission festen Ueberzeugung, daß Kloß- Stuttgart, Glocke- Berlin, Frau Die Sigung wurde um 8 Uhr mit Verlesung verschiedener einzusenden. Ihrer u. 1. w., auch ihre Zustimmung zur Beschaffung der Dar Telegramme durch den provisorischen Vorsitzenden Legien er- Bom November 1890 bis September 1891 wurde von der lehne gegeben haben. Dammann( Witglied der General- Rom öffnet. Es folgt der Bericht ber Mandats- Prüfungskommiffion, Rommission über 82 Ausstände Statistik geführt. Von diesen mission). Die Gewerkschaften haben nicht nur nach der Berliner in deren Auftrag Walder Berlin referirt. Derselbe konstatirt wurden 31 petuniär unterstüßt, während bei 6 Ausständen eine Konferenz, sondern wie ein Blick auf die Abrechnung zeigt, die Anwesenheit von 208 Delegirten, welche 211 645 Arbeiter ver- folche Unterstügung abgelehnt wurde, weil es sich nach Ansicht auch nach der Halberstädter Konferenz, ihre Pflichten gegen treten. Nach Professionen vertheilt, entfallen auf das Baugewerbe der Kommission nicht um Abwehrstreits handelte. Nachdem die die Generaltommission nicht erfüllt. Als Kosten für die Bewachung und Unterhaltung von Dentmälern und Alterthümern sind 14 523 M. ausgesetzt und zwar 2400 M. mehr zu Bergütungen für Reisekosten und Auslagen an die Provinziallonservatoren der Provinzen Schlesien und West falen. Die Ausgaben werden bewilligt. Allgemeiner Daß die General 88 Delegirte, 89 829 Arbeiter; Bekleidungsindustrie 27 Delegirte, Salberstädter Konferenz durch Annahme der bekannten Resolution tommission diese Darlehen aufgenommen, war fein guter Zug, fie 28 250 Arbeiter; Textilindustrie 7 Delegirte, 6080 Arbeiter; die Grenzen für die Unterstüßung der Streits wesentlich enger habe eben auf die Solidarität der Arbeiter, welche sich im Jahre Metallindustrie 86 Delegirte, 40 618 Arbeiter; Holzindustrie gezogen hatte, und nach der Konferenz auch keine Ausstände mehr vorher fo mächtig gezeigt hat, gerechnet. Die Arbeiter ließen die 29 Delegirte, 35 510 Arbeiter; Gastwirthsgewerbe 2 Delegirte, unterstügt wurden, unterblieb von den Ausstandsorten auch die Kommission nach dem Zabatarbeiterstreit im Stich. Das Corres 1760 Arbeiter; Industrie der Nahrungs- und Genußmittel 28 Dele Berichterstattung oder beschränkte sich nur auf kurze Mittheilungen, spondenzblatt" sei nothwendig, es habe die deutschen Gewerkgirte, 20 145 Arbeiter; Verkehrs- und See- Arbeiter 1 Delegirte, so daß seit dieser Zeit feine Statistit geführt werden konnte. schaften erst zusammengeführt. 10 748 Arbeiter; Keramische Industrie 2 Delegirte; Graphische Die 31 unterstützten Ausstände, an welchen insgesammt Behrend Berlin. Die Generalfommission mußte von Gewerbe 22 Delegirte, 24 860 Arbeiter; Bergarbeiter 6 Delegirte; 6600 Personen 225 2Wochen betheiligt waren, erforderten eine vorneherein als todtgeborenes Kind betrachtet werden, das geht Nichtgewerbliche und Hilfsarbeiter 7 Delegirte, 4400 Arbeiter, Ausgabe von 184 396 M. In diese Summe sind nur die Be- schon daraus hervor, daß sie so wenig Entgegenkommen fand. darunter 8 Frauen. Bon mehreren Delegirten fonnte die Bahl träge eingerechnet, welche direkt als Streitunterſtügung seitens Die Maifondsgelder wurden nicht richtig verwendet, kein Mensch der Mandanten nicht festgestellt werden. Beanstandet wurde eine der Kommission in Deutschland gewährt wurden. Nicht ein hat der Kommission das Recht gegeben, damit Darlehen zurück einzige Bollmacht, welche von dem Kongreß nach furzer Debatte gerechnet sind 2000 M., die nach Bremerhaven, und 100 m., zuzahlen oder solche überhaupt aufzunehmen. Wenn auf diesem für giltig erklärt wurde. Hierauf wurde zur definitiven Wahl bie nach Fürth als Vorschuß gesandt und von dort wieder zurück Kongreß so wenig Lokalorganisationen vertreten sind, so ist daran des Bureaus geschritten und die Herren Legien Hamburg, gezahlt worden sind. Ferner 1000 m., die zur Unterstützung des lediglich die Form der Einladung Schuld. Kloß Stuttgart und Deisinger- Hamburg, als Borsigende, Ausstandes der Buchdrucker in Wien bewilligt, sowie 3600 M., Legien( Vorsitzender der Generalfommission). Die Berlines zu Schriftführern die Herren& cf stein, Gewehr, Gerbert, die zum deutschen Buchdruckerausstand als Darlehen gegeben Konferenz hat der Generalfommission den Auftrag ertheilt, AbSabat, Demmin, Theiß, Diedrich und Eisinger wurden. Sodann auch 1600 M., die während des Ausstandes wehrstreits zu unterstützen, woher fie dazu die Mittel nehmen gewählt. Bum zweiten Führer der Rednerliste wird Stahl- der Tabalarbeiter aus Antwerpen zur Verfügung gestellt und solle, wurde nicht gesagt. Unter solchen Verhältnissen mußten Augsburg bestimmt. Der Borsigende macht den Vorschlag, die dann von der Kommission zurückgezahlt wurden. Für agitatorische eben Darlehen aufgenommen werden, denn die Streifenden ver Revisionstommiffion, welche die Raffenführung der General- Rom- Bwede fonnten unter diesen Umständen nur geringe Mittel verlangten auf Grund der Berliner Resolution einfach unterstügung. mission zu prüfen hat, sofort zu ernennen; dazu werden die wandt werden. Es wurde Agitation unter den Ziegelei- Arbeitern Daß man auf die Gewerkschaften vertrauen konnte, bewiefen die Leute, Herren Barth, Diemer, Seube, Besteck und Brint- in Lippe- Detmold betrieben und ein Zuschuß zu einer Agitations- welche die Darlehen gaben. Daß die Generalkommission kein mann bestimmt. Der Vorsitzende der Generalfommission er tour, welche die Bau- Arbeitsleute nach Ost- und Westpreußen todtgeborenes Kind ist, beweist ihre Thätigkeit. Mit den aus stattet hierauf Bericht über die Thätigkeit dieser Körperschaft in veranstalteten, gegeben. Im Uebrigen mußte die Kommission sich ländischen Arbeiterorganisationen muß heutzutage Fühlung ge der Zeit vom 17. November 1890 bis zum 1. März 1892, dem barauf beschränken, durch Zusammenstellung von Adressen den sucht werden, um den Arbeitsmarkt überblicken zu können. Das wir Folgendes entnehmen: Die auf Veranlassung der Ber- einzelnen Organisationen bei der Agitation behilflich zu sein. Korrespondensblatt" toftet pro Nummer 26 M., ein Betrag trauensmänner der Metallarbeiter nach Berlin einberufene Ge- Durch Anlegung eines Städteverzeichnisses mit den in den ber finanziell nicht ins Gewicht fällt, wenn man die Vortheile wertschafts- Ronferens stellte der dafelbft ernannten General- Kom- einzelnen Orten vorhandenen Berbindungsadressen ist die Kom- dieses Organs ins Auge faßt. Ohne die Generalfommission mission folgende Aufgabe: mission in der Lage, jederzeit über solche Adressen Auskunft geben würde die Gewerkschaftsbewegung nicht die Fortschritte zu vers Dant fagen. Wenn die Angriffe gegen die Kommission in dieser Weise fortgesetzt werden, wird sich in Zukunft Niemand mehr in. die Kommission wählen lassen. Wenn jede Zentralisation ein Blatt hat, warum soll sich dann die Generalfommission tein solches leisten? Die Distusfion wurde hier abgebrochen und die nächste Sigung auf Dienstag Vormittag 8 Uhr anberaumt. Die Kommission hat einen allgemeinen Gewerkschaftskongreß zu können. Nach dieser Richtung hin wurde die Kommission zeichnen haben, die wir jetzt konstatiren tönnen. Der jezige Ge einzuberufen und eine Vorlage für bie Organisation der deutschen auch von einer Reihe Organisationen in Anspruch genommen. wertschaftskongreß wäre ohne Generalfommission nicht möglich Gewerkschaften auszuarbeiten. Ferner allen Angriffen der Unter- Ferner erwies fich die Einrichtung einer solchen Zentralstelle, wie gewesen. Darlehen aufzunehmen würde sich die Kommission in nehmer auf das Organisationsrecht der Arbeiter, gleichviel welcher fie in der Kommiffion gegeben ist, als durchaus praktisch, weil Bukunft hüten. Branche, energisch entgegenzutreten bezw. jeden Widerstand der eine ganze Anzahl von Orten, in denen lokale Vereinigungen oder Heismann Flensburg bedauert, daß die General Cingelorganifationen thatträftig zu unterstützen. Sodann für Gewerkschaftskartelle bestehen, sich von der Kommission über die kommission solchen Angriffen ausgesetzt ist; man müsse derselben Organisirung der wirthschaftlich zu schwach gestellten Arbeiter verschiedensten Fragen Auskunft holte. einzutreten und deren Organisation thatträftig zu unterstügen, Um die Meldungen von Ausständen, sowie die Mittheilungen sowie die Agitation zur Verbreitung der Organisation in den und Aufrufe der Kommission in die Presse zu bringen, sowie die unorganisirten Landestheilen zu leiten." Leiter der Organisationen stets über alle Vorgänge unterrichtet zu Die Mittel für die Thätigkeit der Kommission sollten von halten, wurde von der Kommission ein Blatt, das„ Korrespondenz allen Gewerkschaften nach Maßgabe der Mitgliederzahl aufgeblatt", herausgegeben. Diese Einrichtung erwies sich besonders bracht werden. bei der Diskussion über die Organisationsfrage als sehr vortheilDiese ihr gestellte Aufgabe suchte die Kommission nach besten haft. Das Blatt wurde an die Vertrauensleute der Gewerk Kräften zu erfüllen. Bei ihrer Einsegung war über die Stärke schaften und die Nedaktionen der Arbeiterzeitungen gratis ab- Die Generalfommission der Gewerkschaften und Leistungsfähigkeit der in Deutschland bestehenden Gewertschafts- gegeben. Es wurde in letter Beit in nahezu 400 Exemplaren Deutschlands hat bezüglich der Organisationsform den organisationen feinerlei statistisches Material vorhanden. Die regelmäßig versandt. Rongreß folgende neue Resolution unterbreitet: Mitglieder der Kommission schäßten die Zahl der in Deutsch- Am 25. April 1891 wurde der von der Kommission aus- Der Gewerkschafts- Kongreß erkennt die in dem Organisations land organisirten Arbeiter auf etwa 600 000. Bei dieser Zahl, gearbeitete Organisationsplan veröffentlicht. Ueber die Frage, in entwurf der Generalfommission ausgesprochenen Grundsäße: die und wenn alle Organisationen die in der Resolution der Berliner welcher Form die Gewerkschaften sich näher verbinden sollten, Zentralvereine der verwandten Berufszweige unter einheitlicher Ronferenz gegebenen Bestimmungen erfüllten, glaubte die Kom entspann sich nunmehr in der Gewerkschaftspresse eine rege Dis- Leitung zu Gruppenorganisationen zu verbinden, um dadurch eine miffion mit einem ganz geringen Beitrag der einzelnen Organi tuffion. Diese nahm jedoch nach kurzer Zeit eine Form an, daß größere Konzentration der Kräfte im wirthschaftlichen Kampf fationen zu den Verwaltungskosten der Rommission auskommen es nothwendig erschien, in einer Zusammenkunft der Leiter der herbeizuführen, als richtig an und empfiehlt sämmtlichen Ges zu tönnen. Sie wandte sich daher im Dezember 1890 in einem Bentralorganisationen die Meinungen zu klären. Diese Bu- werken, in welchen dieses ohne Schwierigkeiten für die bestehen Birtular an die Vorstände und Vertrauensleute der Gewerkschaften sammenkunft fand am 7. und 8. September in Halberstadt statt. den Organisationen praktisch durchführbar ist, die Unionsbildung mit dem Ersuchen, zur Deckung der Verwaltungskosten pro Mit Hier erklärte sich die Mehrzahl der anwesenden Vertreter der vorzunehmen resp. dieselbe durch zu fassende Beschlüsse auf den glied der Organisation 1 Pf. an die Kommission au zahlen. Diefe Organisationen für den Vorschlag der Generalfommission. Nach einzelnen Gewerkschaftskongressen vorzubereiten. Beiträge liefen jedoch äußerst mangelhaft ein. Sie ergaben nur dieser Konferenz nahm die Diskussion bestimmtere Formen an In Erwägung, daß nach den statistischen Erhebungen der und wurden auch von verschiedenen Seiten andere Borschläge für Generalfommission sich ergeben hat, daß die einzelnen Bentrali die Summe von 1208 m. Diefer geringe Erfolg zeigte, daß ein Theil der Gewerkschaften die Verbindung der Gewerkschaften gemacht. Alle diese Vorfationen in ihrer Entwickelung, ihren Einrichtungen und ihrer nicht gewillt war, die Verpflichtungen, welche die Berliner Res schläge liegen nunmehr dem Kongreß zur Entscheidung vor." Leistungsfähigkeit noch zu sehr differiren und demnach die Bor folution von ihnen verlangte, einzugehen, ferner aber, daß die Ueber die Form, in welche sich die Diskussion des Organisations bedingungen für eine Unionsbildung noch nicht gegeben sind; Bahl der in Deutschland gewerkschaftlich organisirten Arbeiter vorschlages der Generalfommission in manchem Gewerkschafts- ein einheitliches Wirken im Interesse träftiger Entwickelung der binden. Diese Verträge sind dahin abzuschließen, daß die verwandten Berufe 1. bei Streits und Aussperrungen gemeinsame Beschlüsse faffen und sich gegenseitig finanziell unterstüßen; 2. ihre auf der Reise befindlichen Mitglieder gegenseitig unterstützen; 3. die Agitation möglichst gleichmäßig und auf gemeinschaftliche Kosten betreiben; 4. statistische Erhebungen gemeinsam veranstalten; 5. Herberge und Arbeitsnachweise zentralisiren, sowie 6. das Preßwesen regeln. verbunden waren. machten. Gerichts- Beitung. Organisationen aber schon heute nothwendig erscheint, empfiehlt| Es ist einfach bewiesen worden, daß Frau Lina Morgenstern| Schneiders Albert Fuchs der muthmaßliche Räuber festgenommen der Kongreß, um für die Zukunft die Unionen anzubahnen, daß mit ihren Volkswohl"-Bestrebungen und diesbezüglichen Schriften und von Herrn H. auch mit Bestimmtheit wieder erkannt worden. fich die zunächst verwandten Gewerbe durch Kartellverträge ver- am Ende Soch nicht überflüssig ist, sondern Beachtung und Be- Fuchs hat früher bei den Garde- Ulanen gedient. Er behauptet rücksichtigung verdient. Die Wohlthätigkeit" ist für die Bour- allerdings, seine Uniform schon vor zwei Jahren verkauft zu geoisie ein Beitvertreib, ein Mittel zur Befriedigung der Eitelkeit haben, da er aber viel für Garde- Ulanen zu arbeiten pflegte, ist oder auch Geschäftssache. es ihm schon möglich gewesen, sich in den Besitz der Ulanen= Ein Patentschwindler ist gestern in der Person des uniform zu sehen und eine solche bei Ausführung verbrecherischer Thaten zu benutzen. Ingenieurs Hermann Leifener, in Charlottenburg, am Spandauer Berg 8 wohnhaft, verhaftet worden. Im Jahre 1890 meldete Der Gemeindevorsteher von Qualen hat sich vor einigen 2. ein Patent an auf elektrische Anzündvorrichtungen für Petroleum- Tagen von dort nach Berlin begeben und hier erschossen. Es und Gas- Intensivlampen, wurde damit aber zurückgewiesen und hat sich jetzt herausgestellt, daß er der ihm unterstellt gewesenen betrat den Beschwerdeweg bei dem Patentamt. Er hatte aber Gemeindekasse erhebliche Beträge entnommen und in seinem Nutzen auch damit keinen Erfolg. Anfang vorigen Jahres ließ er nun verwendet hat; auch die Sparkasse der Gemeinde Travemünde feine Erfindung dem Dr. Pietschke, Leibnizftr. 23 zu Charlotten- ist von ihm geschädigt worden. Die unterschlagenen Beträge beDa angesichts des gegenwärtigen Standes der wirthschaft burg, anbieten, und diefer zahlte ihm die Summe von achttausend siffern sich auf ungefähr 35000 m. lichen Entwickelung, bei Errichtung von Industrieverbänden die Mart dafür. Das Batent wurde indeß wieder zurückgewiesen. Heranziehung der den Organisationen noch indifferent gegenüber- Obgleich nunmehr die Erfindung dem Dr. Pietschke gehörte, ein Schlosser in seiner Wohnung, in der Beuffelstraße, sich zu Polizeibericht. In der Nacht zum 14. b. Mts. versuchte stehenden Arbeitermassen voraussichtlich sehr erschwert wird, diese Leifener also kein Verfügungsrecht mehr darüber hatte, verkaufte vergiften. Er wurde noch lebend nach der Charitee gebracht. vielmehr bei Organisationen in Berufsverbänden in ungleich dieser dem Fabrikanten Mogge in Berlin die elektrische An- Am 14. d. M. Morgens fiel ein Maler auf dem Neubau, Unter höherem Maße zu erwarten steht, kann die Bildung von Industrie- zündvorrichtung noch einmal für 10 000 Mart. Gleich den Linden 67, von einer Leiter und brach ein Bein, so daß verbänden gegenwärtig allgemein nicht empfohlen werden. zeitig mußte Fabrikant Mogge für eine iit Der Als Grundlage der Organisation betrachtet der Kongreß Magazinstraße zu errichtende Fabrik bezw. für anzuschaffende der Wohnung ihrer früheren Wirthin, in der Sellerstraße, wurde feine Ueberführung nach der Charitee erforderlich wurde. In vielmehr die in Verbänden zentralisirten Berufsorganisationen Maschinen noch 5000 m. hergeben. Ju vorigen Monat begab Vormittage eine unter fittenpolizeilicher Aufsicht stehende und empfiehlt fämmtlichen Arbeitern, sich den bestehenden Zentrali- sich Leiſener ferner nach Hamburg und fand dort in dem Kauf- Frauensperson erhängt vorgefunden. Vor dem Stettiner fationen anzuschließen resp. solche zu bilden in Gewerken, welche mann Waßmuth einen britten Käufer. Dieser zahlte 12 500 M. Bahnhof wurde Nachmittags eine Frau von einem Geschäftsbis jetzt lokal organisirt, oder durch ein Vertrauensmäner- System baar an und L., der seine Erfindung als bereits patentirt beIn der wagen überfahren und am Kopfe bedeutend verlegt. zeichnet hatte, follte später noch eine ebenso hohe Summe felben Zeit fiel ein zehnjähriges Mädchen in dem Hause Große Jeder dieser Zentralvereine( Verbände) hat in allen Orten, empfangen, auch wurden ihm noch 30 pet. des Reingewinnes Frankfurterstr. 88 beim Spielen eine Rellertreppe hinab und erlitt wo eine genügende Anzahl Berufsgenossen vorhanden und feine zugesichert. Nun kam 2. damit heraus, daß er noch kein Patent einen Bruch des Vorderarms. Es wurde nach dem Krankenhause gefehlichen Hindernisse im Wege stehen, Zahlstellen zu errichten. befiße und überredete den Waßmuth, bei dem Patentbureau von am Friedrichshain gebracht. Vor dem Hause Belleallianceo solche Hindernisse bestehen, ist den Arbeitern zu empfehlen, M. Rotten am Schiffbauerdamm 6000 m. einzuzahlen. Straße 7/8 wurde Abends eine Frau von einer Kutsche überfahren als Einzelmitglieder den Zentralvereinen beizutreten und sich hierbei machte er sich den Umstand zu Nuze, daß Rotten selbst, und an der Hüfte bedeutend verletzt. An der Ede der Brenzdurch gewählte Vertrauensmänner eine stete Vertretung und welcher von der Zurückweisung des nachgesuchten Batentes lauer Allee und Friedenstraße wurde zu derselben Zeit ein Arbeiter Berbindung mit der Gesammtorganisation zu schaffen. Dieses Kenntniß hatte, gestorben war und der Geschäftsführer, Namens von einem Pferdebahnwagen überfahren und erlitt bedeutende Bertrauensmänner- System ist so zu gestalten, daß es gleichzeitig Aulich, die Vorgänge nicht kannte. Die vereinnahmten 30 000 M. Verlegungen am Kopf und an der Schulter, die seine Uebereine Vertretung der Gesammtheit der Berufsgenossen an den soll Leifener verschwendet haben. Waßmuth dürfte noch einen Drten bildet, wo für die Zentralvereine als solche Schwierigkeiten Theil feines Geldes retten, ba 3000 M. bei der Ottenser Bant führung nach dem Krankenhause am Friedrichshain erforderlich mit Beschlag belegt sind und der Frau Leisener eine Summe an der Schillingsbrücke in die Spree, wurde jedoch noch lebend In der Nacht zum 15. d. M. sprang ein Arbeiter Außerdem können an solchen Orten lokale Vereine eventuell von 1600 9. abgenommen worden ist. Der Schwindler selbst aus dem Wasser gezogen und nach dem Krankenhause am Friedrichs in Berbindung mit verwandten Berufszweigen geschaffen werden. war bei seiner Festnahme im Besige von nur noch 82,60 m. Die Verbindung der einzelnen Bentralisationen zum gemein hain gebracht. samen Handeln in Fällen, bei welchen Alle gleichmäßig intereffirt berichtet, am 7. April d. I. sein Zeugniß vor dem hiesigen LandEin dreijähriger Zeuge hat, wie eine Lokalforrespondenz sind, wird durch eine auf jeden stattfindenden Gewerkschafts- gericht II abzulegen. Es ist dies der Knabe Karl St., der drei tongreß zu erwählende Generalfommission herbeigeführt. Die Aufgaben der Generalfommission. Jahre alte Sohn eines Kriminal- Schußmannes. Im Juli v. J. 1. die Betreibung der Agitation in denjenigen Gegenden, wurde auf der Chauffee nach Saatwinkel der Möbelhändler H. Industrien und Berufen, deren Arbeiter noch nicht organisirt sind; aus der Linienstraße, welcher mit der Familie des Kriminalbeamten auf einem Break einen Ausflug gemacht hatte, von 2. die von den einzelnen Zentralvereinen aufgenommenen Beachtungswerth für die Arbeiterschaft ist ein am MonStatistiken zu einer einheitlichen für die gesammte Arbeiterschaft Strolchen überfallen und arg mißhandelt. Zu den Theilnehmern tag gefälltes Urtheil des Schöffengerichts gegen die Schriftgießer zu gestalten und eventuell zusammenzustellen; jenes Ausfluges gehörte auch der fleine St., den einer der An- ugo Schönfeld, Dito Bolde und Schriftsetzer zeitig durch Frau H. parirt. Der Schläger ist mittlerweile ver- Durch Sammellisten für bie streitenden Buch. greifer mit einer Eisenstange bedrohte; der Schlag wurde recht-. Faber, erstere wegen unerlaubten Kollettirens baftet worden und soll, da er die That leugnet, u. a. durch den drucker, Hilfsarbeiter und Hilfsarbeiterinnen, letterer wegen Dreijährigen Knaben überführt werden. Anstiftens hierzu. Schönfeld hatte sich eine solche Sammelliste durch das Mitglied der Streiffommisfion der Buchdrucker, gegangenen amtlichen Meldung zufolge, dringend gewarnt. Der Angeklagten Sch. und B. auch in das Schanklokal Klose, LauVor einem Checkfälscher wird, einer foeben hier ein- A. Faber, gefordert, um zu sammeln, bei dieser Gelegenheit kamen die felbe, ein angeblicher Geschäftsreisender der Workington- Gifen- fiber Play 8-9, tranten daselbst ein Glas Bier und fragen beim werke in England, Namens J. R. Bentheim, hat in der Rhein- Fortgehen Klose, ob er event. gewillt fei, auch eine Kleinigkeit gegend, welche er im Auftrage feiner Firma zu bereifen vorgiebt, für die Streifenden zu geben. Klose erwiderte, daß er dazu nichts feiner Rechnungen werthlose Checks verabfolgt. Bisher glückten lose für richtig befunden, das in diesem Hause befindliche namentlich Hoteliers geprellt, indem er ihnen zur Begleichung gebe, er müsse ja auch arbeiten; nach dieser Antwort hat es Nach von ihm gemachten Aeußerungen dürfte er demnächst auch die ihm derartige betrügerische Manipulationen in allen Fällen. Polizeibureau sofort zu benachrichtigen und erreichte, daß Berlin mit seinem Besuch beglücken. B. ist ca. 30 Jahre alt, zu je 20 Mart für die Schriftgießer und beiden Schriftgießer fiftirt wurden. Strafmandate 30 Mart mittelgroß, hat dunkelblondes Haar, hellbraunen Schnurrbart, für Faber Schlante Statur, gesunde Gesichtsfarbe und elegantes Auftreten. Hiergegen wurde waren die Folgen diefer Denunziation. Er ist ganz nach englischer Mode gekleidet. Uebrigens ist gegen und Rechtsanwalt Wreschner mit der Vertretung der AnBerufung beim Amtsgericht eingelegt befehl erlaffen. B. feitens des Polizeipräsidiums in Frankfurt a. M. ein Haft getlagten betraut. Bei der Berhandlung selbst wurde festgestellt, daß nur Bolde dem Schankwirth Klose die Sammelliste behufs Zeichnung offerirte, während Schönfeld nur gesellschaftlich hierbei zugegen war. Faber fonstatirte, daß er als Mitglied der Streif kommission dem Schönfeld auf seinen Wunsch eine Sammelliste übergab. Der Amtsanwalt führte aus, daß hier ein öffentliches Rollettiren von Person zu Person vorliege, welches der Erlaubniß des Oberpräsidenten bedurfte und beantragte gegen Faber wegen Anstiftung öffentlichen Rollettirens eine Strafe von 80 M., gegen Sch. und B. Diejenigen Gewerkschaften, welche ihren Verpflichtungen Die bejahrte Verkäuferin, welche beinahe ein Opfer des je 20 Mark, da die That der Letteren eine gemeingegenüber der Generalfommission bez. Zahlung der Beiträge nicht Raubanfalls in der Blumenstraße geworden wäre, befindet sich verletzung bei Bolde wohl als möglich, die jedoch nur minimal fame sei. Rechtsanwalt Wreschner hielt eine Gesetzesnachkommen, haben keinerlei Anspruch auf moralische oder petuniäre auf dem Wege der Genesung. Die durch den Hammerschlag bestraft werden könnte, während er Schönfeld freizusprechen Unterstützung; desgleichen verlieren diefelben Siz und Stimme hervorgebrachte 5 cm lange und 1 cm tiefe Kopfwunde ist nahezu beantragte und der Angeklagte Faber als Auftifter ganz auf den von der Generalfommission einberufenen allgemeinen geheilt. In den ersten Tagen nach dem Ueberfall war die Auf- felbstverständlich freigesprochen werden müsse, Gewerkschaftstongreffen. regung der Kranken äußerst beunruhigend. Beim Eintritt jeder ba derfelbe Niemanden zum Sammeln aufgefordert hätte. Der Ueber Beginn, Weiterentwickelung, Beendigung und Erfolg Person in das Krankenzimmer schrat sie zusammen und zitterte Gerichtshof hatte hierüber eine längere Berathung, nach welcher von Streits ist der Generalfommission regelmäßig Bericht zu heftig. Der Schlaf blieb vollständig aus. Die Patientin fab der Vorsitzende verkündigte: daß bei dem Buch drudererstatten desgleichen müssen derselben die von den einzelnen fortwährend die Gestalt des Berbrechers vor sich, wie er brohend streit Gewaltthätigkeiten und Bebrohungen Gewerkschaften aufgenommenen statistischen Erhebungen zur Ver- mit erhobener Waffe auf sie losging. fügung gestellt werden. in dem Kampfe gegen die Arbeitgeber nicht Die Einberufung des nächsten Kongresses bleibt der General- Die fremde Frau, welche, wie feiner Zeit berichtet, am portamen, daß die Angeklagten unbestraft feien, denen antommiffion unter Zustimmung der Mehrzahl der Zentralvorstände 8. d. M. im Hotel„ Rostocker Hof" in der Eichendorffstraße ein- gesichts diefer Thatsachen nur eine milde Strafabmessung zuzuüberlaffen. gelehrt war und am Donnerstag einen Selbstmordversuch machte, billigen sei. Demnach wurden die Angeklagten Sch. und B. heißt nicht, wie sie angab, Rosa Meyer aus Danzig, sondern ist wegen gemeinsamen Kollektirens zu je 10 M. und Faber wegen In Erwägung, daß thatkräftige Organisationen das beste Mittel die Frau eines Handwerkers Mahnkopf aus Spandau. Sie ist Anstiftens hierzu ebenfalls zu 10 m. verurtheilt. Gegen zur erfolgreichen Durchführung von Streits wie zur Berhinderung Sonnabend Morgen an den Folgen des genossenen Giftes in der das Urtheil Schönfeldt und Faber wird Berufung eingelegt Charitee gestorben. Die Frau ist durch eine unheilbare Krant werden. aussichtsloser Streits ist, die Leistungsfähigkeit aber in der Aufklärung der Mitglieder, der Disziplin und der Höhe der Fonds erblickt heit in den Tod getrieben worden. werden muß; welche Borbedingungen jedoch durch die heute fast allgemein niedrigen Beiträge nicht erfüllt werden können, empfiehlt der Rongreß zum Zweck wirksamer Agitation und Anfammlung Don Fonds die Beiträge entsprechend zu erhöhen. 8. statistische Aufzeichnungen über sämmtliche Streits zu führen und periodisch zu veröffentlichen; 4. ein Blatt herauszugeben, welches die Verbindung sämmtlicher Gewerkschaften mit zu unterhalten, die nöthigen Bekannt. machungen zu veröffentlichen und soweit geboten, deren rechtzeitige Bekanntmachung in der Tagespresse herbeizuführen hat, und 5. in geeigneten Fällen und unter Zustimmung der Mehr heit der Zentralvereins Vorstände aus dem vorhandenen Fonds Darlehen an einzelne Gewerkschaften zur Unterstützung von Streits zu gewähren. Die Pflichten der einzelnen Zentralvereine der Generalfommiffion gegenüber. Jebe zentralisirte Gewerkschaft hat pro Mitglied und Quartal 10 Pfennig an die Generalfommission zu leisten. Diese Beiträge können aus den Kassen der Gewerkschaften gezahlt, oder durch von der Generalfommission auszugebende Marken von den Mit gliedern der Organisationen erhoben werden. Diese Marken tönnen auch an nichtorganisirte Arbeiter abgegeben werden. Aus dieser Einnahme der Generalfommission sind zunächst die Kosten für die Verwaltung und Agitation zu decken. Der Reft wird zur Ansammlung der unter Biffer 5 genannten Fonds benutzt. Darlehen aus diesen Fonds dürfen erst dann gegeben werden, wenn derselbe die Höhe von 100 000 m. erreicht hat. Der Fonds ist auf dieser Höhe zu erhalten und sind zu feiner Ergänzung eventuell nach Berständigung mit den Zentralvorständen der Organisationen die Marken der General tommission in furzen Zwischenräumen an die Mitglieder zu verabfolgen. Lokales. Wegen schwerer Urkundenfälschung in 27 Fällen ist der erst 14 Jahre alte Kaufmanns- Lehrling K. verhaftet worden. Er hatte für seinen Prinzipal die Postfachen vom Bostamt abzu holen und sich dabei in den Besitz von Postanweisungen gefeßt, auf denen er die Quittungen fälschte. Er hat sich auf diese Weise 2600 m. verschafft und in Gemeinschaft mit Altersgenoffen verpraßt. Durch welches nuberechenbare Zusammentreffen von Bufällen und Umständen bisweilen Eisenbahn- Zusammender Hedwig Nitsche, die noch immer eifrig betrieben werden, welche gestern die ganze Sigung der ersten Straffammer des Im Laufe ihrer Nachforschungen nach dem Mörder Stöße herbeigeführt werden können, lehrte eine Verhandlung, sind die Behörden auf eine neue Spur gekommen. Es erscheint Landgerichts 1. in Anspruch nahm. Auf der Anklagebank beim Zusammenhang mit der Ermordung der Nitsche von Wichtig: fanden sich folgende Personen: der Stationsassistent Hermann feit, festzustellen, ob der Maschinengehilfe Franz Kubitschek, ge- Suth, der Weichensteller Albert Haupt, der Lokomotivführer boren am 7. Juni 1872 in Statlersdorf in Desterreich, im Oktober vorigen Jahres in Berlin anwesend gewesen ist. Rubitschet, Reinhold und Karl Schröter. Die Genannten sollen Oleslaf Bronowski und die beiden Bremser Hermann der sich augenblicklich in Hirschberg wegen Diebstahls in Haft durch Außerachtlaffung der ihnen obliegenden Pflichten einen befindet, hat sich im Mai vorigen Jahres von Kunersdorf bei Eisenbahn- Transport gefährdet haben. Die Verhandlung ergab Die Berliner Volksküchen blühen, je mehr die Noth des Hirschberg nach Berlin abmelden lassen, ist hier aber nicht an folgenden Sachverhalt: In der Nacht zum 15. März vorigen gemeldet worden. Boltes wächst, desto fröhlicher empor. In den 15 Küchen wurden Jahres gegen drei Uhr lief ein vom Angeklagten Broim Ganzen im Jahre 1890 2724 819, im Jahre 1891 Ueberfallen und beraubt wurde, wie gemeldet, vor einigen nowsti geführter Güterzug in den Bahnhof Friedrichsberg 2 856 098 Portionen verabreicht. Die Zunahme betrug also im Tagen der Bürstenmacher Kräme, als er Abends von Wilhelms- ein. Nach einigem Aufenthalte, den Bronowski dazu benußte, letzten Jahre 131 279 Portionen, d. h. beinahe 5 pet., während berg nach der Landsberger Allee ging. Er gab an, von un- sich im Backwagen mit den nöthigen Schreibereien zu beschäftigen, die Gesammtbevölkerung Berlins fich pro Jahr etwa um 3/2 pet. bekannten Männern mit Messern bearbeitet worden zu sein, hörte er die in befehlenden Tone gegebenen Worte:„ Nu man vermehrt. In den letzten 3 Jahren betrug die Zunahme wurde nach dem Krankenhause am Friedrichshain gebracht, dort vorwärts!" Er blickte zum Wagen hinaus und fah vor dem 782 447 Portionen, d. h. über 34 pet., während sich die Gesammt jedoch nicht als erheblich verlegt erachtet. Er ist noch einmal Stationsgebäude einen Beamten in Uniform stehen, den er für bevölkerung Berlins in demselben Zeitraum um etwa 11 pet. über den Sergang befragt worden, hat aber bestimmte Auskunft den diensthabenden Stationsbeamten hielt, ein genaues Erkennen vermehrt hat. Obige Bahlen beweisen, daß die Proletarisirung nicht geben können, da er an dem betreffenden Abende angetrunken sei bei der mangelhaften Beleuchtung nicht möglich gewesen. Er der Maffen reißende Fortschritte macht. Frau Lina Morgenstern gewesen sei, seine Angreifer gar nicht gesehen habe und nicht feste darauf den Bug wieder in Bewegung und dampfte in der betrachtet die Sache jedoch mit anderem Auge. Im Jahresbericht wisse, ob es zwei oder mehrere gewesen seien. Sein Bustand Richtung nach Rummelsburg davon. Beim Anziehen der Maschine über 1889 hieß es:„ Als ein sehr günstiges Beichen für die zeit hat sich verschlimmert; er ist operirt worden und an den Ver- riß der aus 63 Achsen bestehende Zug, 20 Achsen blieben auf gemäße Befriedigung der Bedürfnißfrage durch die Volts legungen jest verstorben. Die Aerzte haben als Todesursache dem Geleise vor dem Friedrichsberger Stationshause stehen. tüchen tönnen wir die Benugung die Benugung derfelben durch das einen tomplizirten Schädelbruch angegeben, wonach es zweifel- Auf den stehen gebliebenen Wagen befanden sich die Speisende Publikum der Konfum betrug im haft erscheint, ob er wirklich mit Messern gestochen wurde oder Angeklagten Reinhold und Schröter als Bremser. Sie hatten Jahre 1889 im Ganzen 2426 620 Portionen, fage zwei ob die Wunden von einem Falle herrühren. Dies wird durch von dem Reißen des Zuges nichts bemerkt, wollen geglaubt Millionen vierhundert sechs und zwanzig tausend, sechshundert die Obduktion festgestellt werden müssen. haben, daß der Zugführer erst noch andere Wagen einreihen zwanzig Portionen u. f. w.", und der Jahresbericht über das wollte und sprangen deshalb von ihren Sigen herab, um sich die Jubiläumsjahr 1890 frohlockte:" In der That können wir auf| Ende November wurde eine dunkele Geschichte der Beine zu vertreten. Derjenige Beamte, der den Abfahrtsbefehl das Polizei zur Anzeige gebracht. Ein Kaufmann 5. melbete, baß er ertheilte, war nicht der Stationsassistent Huth, der allein hierzu friedigung bliden, da in demselben der bis jetzt höchste Konsum am 28. November auf dem Ererzierplatz hinter der Garde verpflichtet und berechtigt war, sondern der zweite Angeklagte, erreicht worden ist, nämlich also zwei Millionen Ulanentaferne am späten Abend von einem Ulanen angesprochen der Weichensteller Haupt. Auch ihm war das Berreißen des ſiebenhundertvierundzwanzig tausend, achthundert und neunzehn worden sei, der ihn um Gelb gebeten und ihn nach einer ab- Buges entgangen, er ging zum nächsten Block und gab einem Bortionen." Wer in Wohlthätigkeits"-Angelegenheiten noch un- schlägigen Antwort überfallen, zu Boden geworfen und um von der Richtung Schönhauser- Allee herkommenden anderen Güterdiefe Aeußerungen lieft. befangen ist, wird vielleicht starr werden vor Staunen, wenn er 130 m. beraubt habe. Mehrere Ulanen, auf welche sich der Verzuge das Einfahrtssignal. Nach wenigen Minuten lief dieser Zug ein, Es ist jedoch weder Frivolität noch dacht der Thäterschaft infolge der Beschreibung lenkte, die der als aber die Kurve, die sich dicht vor dem Bahnhofe befindet, durcheiner gewiffen Genugthuung darauf Kaufmann von seinem Angreifer entwarf, wurden ihm vorgeführt, messen war, sah der Führer zu seinem Schrecken, daß das Geleise hingewiefen wird, wie groß das Glend war, welches man ge- doch der Beraubte sab sich zu der Erklärung genöthigt, daß keiner nicht frei war. Troy Unwendung aller ihm zu Gebote stehenden lindert hat. Gs ist weiter nichts als reklamenhafte Brahlerei. von ihnen der gesuchte Räuber war. Jezt ist in der Person des Hemmapparate fuhr sein Zug mit ziemlicher Heftigkeit auf die die Weinstr. 11 bei Feind. Freiheit, Offenbacher Sänger Bergißmein nicht, Schulstr. 29, im Wedding Freies Lied 1, Gr. Frankfurterstr. 81 bei Weiß.- Echo 3, in Brandenburger Männer Gefangverein in Brandenburg, Mengert's Bolksgarten. Mannesmuth, Mauerstraße 3, bei Ramm. 1 Theater Rauch Geselliger Theater- und Bervom vorher passirten Zuge stehengebliebenen 20 Achsen. Da die auf einer Verlegung des Gesezes beruhend anzusehen sei, wenn bei Flöter'scher Gefangverein, Landsbergerstr. 31, bei Musehold. Nütli, Angeklagten Reinhold und Schröter zum Glück ihre Size ver- dem Urtheile ein Richter, Geschworener oder Schöffe mitgewirkt Friedenau im Kurhaus.- Vorwärts 5, Friedrichshagen, Rundtheil, bei Lerche. Freundestreue( Gemischter Chor), Jüdenstr. 55, bei Triesch laffen hatten, so sind Personen nicht verlegt worden, sondern es hat, welcher von der Ausübung des Richteramts kraft des Ge- mann. Lorbeerfranz, Landsberger Play 5, bei Müller.- Südost 1, ist nur ein nicht unbeträchtlicher Schaden an Material entstanden. setzes ausgeschlossen war. Die Vertheidigung behauptete ferner, Röpnickerstr. 191, Restaurant. Hoffnung 1, Friedrichsberg, Friedrich Rothe Nelte, Schöneberg, Golzftr. 43, Es stellte sich heraus, daß die Verkuppelung des von Bronowsti baß§ 173 des Gerichtsverfassungs- Gesetzes, betr. den Ausschluß Karlstraße 34, bei Schulze. bei Siegeler. Freiheit 1, Kulmfir. 36, bei Raumann. geführten Zuges deshalb gerissen war, weil die die letzten der Deffentlichkeit, verlegt sei. Sie stützte sich in dieser Beziehung mo a bit, Kronenbraueret, Alt- Moabit 47-49.- Steinfeger- Sänger zwanzig Achsen bedienenden Bremser ihre Bremsen nicht gelöst auf den Wortlaut. des Sigungsprotokolls, daß während der Veror, Kastanien- Allee 28 bet Maiwald. hatten und hierdurch sollen die Angeklagten Reinhold und Schröter nehmung" des Herrn Dr. Prager die Deffentlichkeit" aus- ra nz, Dranienftr. 153, bet Göze.- Gefangverein der Kupferfchmiebe. ihre Pflicht vernachlässigt haben. Der Weichensteller Haupt hatte gefchloffen worden fei. Thatsächlich handle es fich Rafino. nicht den Stationsassistenten Huth, der sich nach fast aber nicht um die nackte Vernehmung des Dr. Prager Behlendorf, Stunde in Friedenau( Kurhaus). zwanzigstündiger Dienstzeit(!!!) in seinen Lehnstuhl zur Thatfrage, sondern darum gruppirten fich gefeht hatte und eingeschlafen war, geweckt, wie Huth es ihm in Fragen nach seinen Personalien, Zwischenfragen des Staats- Bund der geselligen Arbeitervereine Berlins und Umgegend. folchen Fällen befohlen hatte, sondern Haupt hatte aus Rücksicht anwalts und der Vertheidiger 2c. Dies sei ein Theil der Ver- Mittwoch: Verein Fridolin, bei Wolff, Brunnenstr. 35a. und Vergnügungsverein Vultania, bet Jäger, Gartenstraße 37/38. gegen seinen Vorgesetzten nach eigenem Ermessen gehandelt. Der handlung, nicht aber der Vernehmung und das Gesetz Rauchflub Hellblau, Alte Jatobftr. 18/19, Reſtaurant A. Seele. Gerichtshof hielt die Handlungsweise des angeklagten Lokomotiv fenne im§ 173 nur den Ausschluß der Deffentlichkeit während flub kreuzfidel, bet Gumlich, Reichenbergerstraße 149. führers Bronowski nach keiner Richtung hin für inkorrekt und der ganzen Verhandlung, oder während eines Theiles der Ver- Berein Waldesgrün, bei Mebelin, Langeſtr. 108. sprach denselben frei. Auch die Angeklagten Reinhold und handlung", nicht aber während einer Vernehmung allein. gnügungsverein Durch Nacht zum Eicht, bei Zubeil, Naunynftr. 86. Humoristischer Verein Pipifax, bet Möhring, Admiralstraße Nr. 18 c. Schröter wurden freigesprochen, trotzdem das Zerreißen der Ver- Weitere Einwendungen der Vertheidigung bezogen sich auf Gesang, Turn- und gesellige Vereine. Mittwoch. Gesangverein tuppelung ihrem Verschulden zuzuschreiben sei. Aber so mehrere Punkte des Protokolls und waren formeller Natur. Knospe, Abends 9 Uhr, im Restaurant Wahlstatt, Belle- Alliancestraße. führte der Vorsitzende, Landgerichts Direktor Schmidt aus Unter anderem wurde das Protokoll über die Vernehmung des Musikverein Borwärts, Abends 8 bis 10% Uhr, Große Frankfurterstraße 99, 1 Tr. es sei die Behauptung dieser beiden Angeklagten, daß sie Sachverständigen Hof Büchsenmachers Barella beanstandet Turnverein Hoffnung, Abends 9 Uhr, im Restaurant Schröder, Manzu jener Zeit, bereits 23 Stunden Dienst ge- und darin eine Verlegung des§ 79 ad 2 der Straf- teuffelftr. 9. than, durch die Beweisaufnahme für er Prozeßordnung erblickt, worin es heißt: Ist der Sachverständige Gefelliger Vergnügungsverein Regia, Abends 9 Uhr, im Restaurant Sommer, Grünstraße 21.- Humoristischer Verein Arminia, Dresdener wiesen erachtet worden. Dann konnten sie wohl in für die Erstattung von Gutachten der betreffenden Art Garten, Dresdenerstraße 45. Kreuzfidel, bet Gumlich, Reichenberger Pollac einem solchen Zustunde von Uebermüdung sein, daß sie das im Allgemeinen beeidigt, so genügt die Berufung auf den ge- ftraße 149. Fidele Brüder, bet 5. Mroſe, Bachmannstr. 5. Abfahrtssignal des Zugführers überhört hätten und dies fönne leisteten Eid." Das Reichsgericht habe sich stets auf den Stand- Klub Lustige Brüder, Abends 8½ bis 10% Uhr, Restaurant ziemas Azalie, Abends 9 Uhr Andreasstr. 56, Noad's ihnen dann unter diesen Umständen nicht als eine Pflicht punkt gestellt, daß der Richter, um die Bestimmung dieses Ab- Restaurant. versäumniß angerechnet werden. Bei den anßerordentlichen An- fates 2 anwenden zu können, die Thatsache der erfolgten Be- Rauchflub Roochloch, Abends 9 Uhr, bei Kierstein, Admiralstr. 33. Rauchflub sprüchen, die an die Leistungsfähigkeit des Angeklagten Huth eidigung feststellen und erkennen lassen muß, wofür der Gut- Rauchlub& affalle, Abends, bei Lock, Friedrichsbergerſtr. 11. Rothe Melte, bei Steuer, Weinstr. 22.- Humoristischer Rauch gestellt worden seien, müsse man ihn auch außerordentlich milde achter als Sachverständiger beeidigt und worüber er gehört tub, abends 9 Uhr, bei A. Niemann, Görlizerstr. 42. Rauch flub Sans: beurtheilen, es sei eine Gefängnißstrafe von einem Tage für eine worden ist. In vorliegendem Falle sei nun ganz und gar nicht fouci, Boechstraße 51. Rauchtlub Vorwärts Südost, bei Bogel, ausreichende Sühne erachtet worden. Am schwersten sei der An- erkennbar, für welche Art von Gutachten Herr Barella im All. Sorauerstraße i Rauchflub Eiserne Pfeife, Abends 9 Uhr, bet Hoffmann, Triftstr. 1. Rauchklub Ohne 8wang, Abends 9 Uhr, bei getlagte Haupt belastet, der seinen Vorgesezten wecken mußte, gemeinen beeidigt sei. Schließlich wurde auch bemängelt, daß Späth, Weinstr. 28. Rauchklub Grüne Quaste, Abends 9 Uhr, bei anstatt selbständig zu handeln; gegen ihn habe das Gericht auf der Vorsitzende, Landgerichtsdirektor Brausewetter, bei seiner Schlüter, Kleine Markusstr. 10. 2 Wochen Gefängniß erkannt. Rechtsbelehrung mehrmals direkt in die Würdigung der Beweise eingetreten sei. Reichsanwalt Galli beantragte Verwerfung der Revision. Das Urtheil wird am 22. März verkündet. = Unter Ausschluß der Oeffentlichkeit fand vor der Straftammer III des Landgerichts II eine Verhandlung gegen die Ge noffen Sievers, Stabernack und Neuhaus wegen Gotteslästerung statt. Gegen Sievers, der sich augenblicklich in Spanien aufhält, konnte nicht verhandelt werden, dagegen wurden die beiden anderen Genossen, Neuhaus zu vier und Stabernack zu zwei Wochen Gefängniß, verurtheilt. Revision ist eingelegt. Das Schwurgericht des Landgerichts hatte sich heute in einer Antlage wegen räuberischen Diebstahls zu be schäftigen, die sich gegen den Lithographengehilfen Heinrich Ruhlandt richtete. Am Abende des 7. Juni v. J. lernte der Angeflagte in einem Lokale in der Weißenburgerstraße den Handlungsreisenden Sch. kennen. Er zechte und spielte Billard mit Unwillkürlich Manteuffelstr. 46. GHISA -A Statflab Buschelgrün, Abends& Uhr, Reichenberger- und ManteuffelStattlub Treff, Abends 8% Uhr, bet Otto Zabel, Frankfurter Allee 90. Straßen- Ece, bet Fürstenau. Bühnenverband Othello, Abends 9 Uhr, Restaurant Lothringer straße 101.- Theaterverein Bultania, heute Abend Sigung in Jäger's Gesellschaftshaus, Gartenstr. 13-14. Vermischtes: % Für Zeitungsmarder! In Hannover wurde ein Gaft, welcher in einer Wirthschaft eine Zeitung hatte mitgehen heißen, die dem Wirth gehörte und zur Benutzung der Gäste auss gelegt war, zu 1 Tage Gefängniß und zur Tragung der Kosten verurtheilt. Der Amtsblatt Drucker J. H. Pickenhahn aus Der Prozeß Schweitzer- Prager gelangte gestern, Dienstag, ihm. Sch. ging in angetrunkenem Zustande gegen elf Uhr fort, GI au chau wurde von der Zwickauer Straftammer zu 215 M. in der Revisionsinstanz vor dem Reichsgericht zur Verhandlung. bald nach ihm verließ auch Ruhlandt das Lotal. Sch. erschien Geldstrafe verurtheilt, weil er Schriftseger- Lehrlinge Das Schwurgericht hatte bekanntlich am 19. Januar den Hand- nach etwa einer halben Stunde auf dem Polizeibureau und vorschriftswidrig beschäftigt und sich dadurch gegen lungsgehilfen Max Schweißer wegen versuchten Todtschlages machte folgende Anzeige: Als er auf seinem Heimwege den die§§ 135 und 136 der Gewerbe- Ordnung und gegen unter Ausschluß mildernder Umstände zu 5 Jahren Bucht- Wörther- Platz erreicht hatte, sei er von einem Manne eingeholt§ 8 Biffer 2 der Sonn- und Feiertagsordnung vom 10. Sept. 1870 haus und 10 Jahren Ehrverlust, die Frau Eugenie Prager worden, der ihn in anscheinend erregtem Zustand gefragt habe: in Verbindung mit§ 366,1 des Straf- Gesetzbuches vergangen aber wegen Anstiftung zu dem Verbrechen ihres Bruders, eben- Haben Sie nicht aus Versehen mein Portemonnaie in hatte. Für den Drucker eines Amtsblattes, das natürlich mit falls unter Ausschluß mildernder Umstände, zu 6 Jahren dem L.'schen Lokale eingesteckt?" habe er, vollen Backen die bürgerliche Ordnung" lobpreisen wird, ist Zuchthaus und Ehrverlust auf die Dauer von 10 Jahren der Gefragte, in die Tasche gefaßt, sein Portemonnaie hervorenes Sündenregister lang genug. verurtheilt. Beide Angeklagte hatten gegen das Urtheil das geholt und es dem Manne mit den Worten gezeigt: Nein, sehen Antisemitische Tapferkeit. In Bruchsal sollte neulich Rechtsmittel der Revision eingelegt, welche von den Rechtsanwälten Sie, ich habe das meinige." Da habe der Mann ihm mit einem eine antisemitische Versammlung stattfinden. Vor der Eröffnung Mundel und Dr. Fr. Friedmann vor dem Reichsgericht plötzlichen Griff das Portemonnaie aus der Hand geriffen, ihm erklärte jedoch ein Antisemit, daß die Versammlung nicht ab vertreten und begründet wurde. Die Revision behauptete dann ebenso schnell einen gewaltigen Hieb auf den Zylinderhut gehalten werde, weil zu viele Juden im Saale wären und dann Verlegung der§§ 212a, 43, 44, in Verbindung mit§§ 48 des gegeben, daß derselbe ihm über die Augen fant und ihm dann auch die Sozialdemokraten ihre besten Redner gesandt hätten. Strafgesetzbuches, ferner der§§ 32 und 45, sodann der§§ 280 noch einen Stoß versetzt, daß er zu Boden fiel. Der Räuber habe unter allgemeinem Gelächter tonzentrirten sich die heldenhaften SS$$ und 232 Str.-G.-B., lezteres auch in Verbindung mit§ 296 der dann mit der Beute die Flucht ergriffen. Der Beraubte glaubte in dem Judenschmorer rückwärts. Straf- Prozeßordnung, ferner in formeller Beziehung Berlegung Thäter denselben Menschen wiedererkannt zu haben, mit dem er des§ 266 Str.-Pr.-D., des§ 84 Ger.- Verf.- Ges, sowie des§ 377 furz zuvor Billard gespielt. Ruhland wurde ermittelt und fest sub 2 Str.-Pr.-D., ferner des§ 173 Ger.- Verf.- Gef. c. Die Ver genommen. Er bestritt mit aller Entschiedenheit seine Schuld theidiger führten u. A. aus, daß die von dem Rechtsanwalt und wollte das Opfer einer Personenverwechselung sein. Hierbei Gohn I beantragte Hilfsfrage aus§ 230 Str.-G.-B.( Fahr- blieb er auch in der Hauptverhandlung. Er stellte unter Beweis, lässigkeit) zu Unrecht vom Gerichtshofe abgelehnt und daß er noch am folgenden Tage nicht im Besize von Geldmitteln Der bayerische Fiskus hat der bei dem Vaihinger Eifen zu Unrecht damit begründet sei, daß der zur Ver- gewesen sein. Da der Beraubte in Betreff des Wiedererkennens bahn- Unglüd am 30. September 1889 schwer verletzten Frau folgung eines Vergehens nach§ 230 erforderliche Straf- des Angeklagten höchst unsicher auftrat, so plaidirte der Ver- Würster aus Donaueschingen laut Urtheil des Ober- Landesgerichts antrag feble. Ein solcher Strafantrag ist aber, wie die theidiger, Rechtsanwalt Dr. Schwindt, mit Erfolg für die Nicht zu zahlen: außer den bereits geleisteten Beträgen noch 512 M Bertheidiger ausführten, nur für§ 23c Abs. 1 erforderlich, nicht schuld des Angeklagten, denn die Geschworenen gaben ihren und seit 18. Februar 1891 eine jährliche Rente von 1350 M., aber für 230 Abs. 2, und da sich der ganz allgemein gehaltene Spruch im Sinne des Vertheidigers ab. Der Freigesprochene, der die vom 65. Lebensjahre an auf 800 m. vermindert wird, erhält. Antrag des R.-A. Cohn auch auf diesen Absatz mit richtete, so fich über 6 Monate in Untersuchungshaft befindet, wurde sofort Die Kosten des Prozesses treffen zu zwei Drittel den Staat, zu sei durch die Ablehnung der§ 296 St.-Pr.-D. verlegt, welcher auf freien Fuß gesetzt. einem Drittel die Klägerin. lautet: Wird die Vorlegung von Hilfs- oder Nebenfragen beDas große Baukhaus J. E. Günzburg in Petersburg Würzburg, 15. März. Das Militärgericht verurtheilte, antragt, so kann sie nur aus Rechtsgründen abgelehnt werden." wie die„ Vossische Zeitung" meldet, den Lieutenant Rieser aus hat seine Bahlungen eingestellt. Verschiedene Banken und Bank Die gerügte Verlegung des§ 84 des Gerichtsverfassungsgefeßes, Zweibrücken wegen Fahnenflucht und Widerstandes gegen die häuser werden hierdurch stark in Mitleidenschaft gezogen. wonach das Amt eines Geschworenen nur von einem Deutschen Staatsgewalt in contumaciam zu 13 Monaten Gefängniß. versehen werden kann, bezieht sich auf die Mitwirkung des Kiefer entsprang gewaltsam aus der Untersuchungshaft, in der er Geschworenen Hans Don Roze, von welchem Die wegen Nothzucht faß. Da der Brave entronnen ist, wird ihn Vertheidiger behaupteten, behaupteten, daß derselbe nicht deutscher, das Urtheil wenig fümmern. sondern österreichischer Staatsangehöriger sei. Zur Be gründung dieser Ansicht wurde im Wesentlichen Folgendes ausgeführt. Der Vater dieses Geschworenen, s. 3. preußischer Rittmeister a. D. und Landrath zu Oschersleben, habe im Jahre 1858 oder 1859 seinen Sohn Hans in österreichische Militärdienste übergeführt und zu diesem Zweck die Entlassung aus dem preußischen Unterthanenverbande nachgesucht und auch erhalten. Durch den Eintritt in den österreichischen Militärver- fand am 8. März statt. In derselben hielt Herr D. Heindorf band und die dort erfolgte Naturalisation sei Herr Hans von einen mit lebhaftem Beifall aufgenommenen Bortrag über schlesischen Grenzbistritten graffirt weiter. Bis jetzt sind 21 Gr Roze österreichischer Unterthan geworden. Derselbe sei in Konventionelle Lügen". An demselben schloß sich eine sehr leb- trankungsfälle tonstatirt. Von diesen endeten zwei mit Tod, der österreichischen Armee zum Oberlieutenant avancirt, habe aber hafte Debatte, an welcher die Herren Schmidt, Scholz, wei mit Genesung. Dem Beuthener Militär ist der Besuch der bei Beginn des deutsch- französischen Krieges sich an den Kämpfen Pfeiffer, Dr. Pinn, Schlüter, Milde, Most und hiesigen Stadt verboten. Auf Anordnung der Regierung bereift seines früheren Vaterlandes gegen Frankreich betheiligt. Der Münchow Theil nahmen. Die Versammlung erklärte sich felbe sei in die Reserve der preußischen Armee eingetreten, habe dann mit dem Vortrage in einer Resolution einverstanden und Medizinalrath Dr. Schmidtmann die von der Epidemie heims den Feldzug im 4. Ulanenregiment mitgemacht und sei dann verpflichtete sich, im Sinne der Sozialdemokratie zu wirken. gesuchten Bezirke. München, 15. März. Durch die Nachgiebigkeit des Finanz während des Krieges Reserve- Offizier geworden, ohne ein be- Sierauf berichtete Herr Pfeiffer über die Thätigkeit der Streit ministers bei einzelnen erweiterten Forderungen in den geftrigen sonderes Patent zu erhalten. Später sei er als Reserve- Offizier Kontrollkommission, speziell deren Stellungnahme zur Unter- Borbesprechungen des Finanzausschusses ist die Majorität für wieder aus der Armee ausgeschieden, sei dann in Deutschland stützung der Bäcker in ihrem Streben nach Beseitigung der die Annahme der Gehaltsaufbesserungs- Vorlage gesichert. Der verblieben und lebe hier in Berlin in derselben Art wie zahl traurigen Arbeitsverhältnisse hervorhebend. Herr Moſt äußerte Anfangsgehalt der Lehrer soll auf 1000 m. erhöht werden. reiche andere Desterreicher, ohne von der Behörde nach hierzu, daß die Streit- Kontrollkommission durchaus nicht den Er( Wolff's Telegraphen- Bureau.) " Versammlungen. Eine öffentliche Versammlung der Bäckerei- Arbeiter Depeschen. ( Privat- Telegramm des Vorwärts".) M Reichenbach i. V., 15. März. Bei der heute stattgehabten Reichstags Wahl im Wahlkreise Kirchberg Auerbach erhielt Hofmann( Soz.) 9249, Cramer( fonf.) 6192, Förster( Antisemit) 1625 Stimmen. ( Depeschen des Bureau Herold.) Königshütte, 15. März. Die Pockenepidemie in den obers Briefkaffen der Redaktion. F. W., Gr. Frankfurterstraße. Zu mündlicher Aus funft find wir bereit. Die Angelegenheit läßt sich im Briefkasten nicht erledigen. M. S. 200. Wenn Sie nicht einmal den Muth haben, Ihre Angaben mit Ihrem Namen zu decken, tönnen wir uns mit Ihnen überhaupt nicht abgeben. E. D. 100. Wenn Sie nach Ihren Vorstrafen gefragt werden, müssen Sie dieselben natürlich angeben. Eine solche Borstrafe ist ja nicht schlimm. seiner Unterthanenstellung befragt worden zu sein. Dadurch sei wartungen entspreche, die man bei ihrer Gründung gehegt habe. vielleicht das Versehen entstanden, daß Herr v. K. Seitens der Den Bäckern tönne fie in ihrem Streben nach Besserung nichts Paris, 15. März. In dem heutigen Ministerrath unter städtischen Behörden als Geschworener präsentirt und in die Liste nügen. Die bekannte Boykottresolution hätten die Bäder den zeichnete der Präsident Carnot ferner einen Gesetzentwurf, nach der Geschworenen eingetragen worden fei. Nach Ansicht der verschiedenen Gewerkschaften auch ohne Bermittelung der Rom- welchem für gewisse aus den Vereinigten Staaten eingeführte Bertheidiger würde, selbst wenn es richtig sein würde, daß die mission zur Diskussion übermitteln können. Redner zog jedoch Waaren die Bergünstigung des französischen Minimaltarifs An Stellung als Offizier im Sinne des§ 9 des Indigenatsgesetzes nach einigen Aeußerungen Pfeiffer's gegen seine Ansichten den wendung finden soll, wogegen Seitens der nordamerikanischen vom 1. Juni 1870 ein Staatsamt sei und als solches die von ihm genellten Antrag zurück, daß fein Delegirter mehr in die Union Bollfreiheit gewährt wird für Rohstoffe, welche Seiteng Naturalisation erfeßen, dennoch ein anderer Gesichtspunkt aus Streit- Kontrollkommission entfandt werde. Der von Schlüter Frankreichs nach den Vereinigten Staaten exportirt werden und Schlaggebend sein. Es würde nämlich alsdann die Bestimmung wieder aufgenommene Antrag wurde abgelehnt und Pfeiffer wie sie im Artifel 3 der Mac Kinley- Bill angeführt sind. Der Verträge zwischen Desterreich und Preußen aus dem als Delegirter wieder bestätigt. Zum Schluß beauftragte man Jahre 1864, welche in der späteren Konvention vom Jahre die Agitationskommission mit dem Niederlegen eines Kranzes auf 1879 aufrecht erhalten wurden, Platz greifen, wonach den Gräbern der Märzgefallenen. eine Naturalisation aus dem einen oder dem an= Freie Vereinigung fämmtlicher in der Papierindustrie beDeren Unterthanen- Verbande nicht eher erfolgen fönnte, rhäftigten Arbeiter und Arbeiterinnen Berlins und Umgegend. bevor die Entlassung aus dem Unterthanenverbande des anderen Bersammlung heute Abend Uhr in Scheffer's Salon, Inselstraße 10. Staates nachgewiesen worden sei. Dies sei bei Herrn v. Koße Vortrag des Herrn Willy Wach über: Das heutige Lumpenproletariat". Branken- und Sterbe- Unterstützungskaffe der Berliner Hausnicht geschehen. Die Bertheidiger bestritten aber auch, daß im diener. Kaffenlotal Neue Friedrichstr. 44 bet Röllig. Sigung jeden Allgemeinen jedes Offizierspatent die Naturalisation erfetze. Mittwoch Abend 8% Uhr. Auflage. Aufnahme neuer Mitglieder. Sie gaben zu, daß in miniseriellen Verfügungen einzelner deutscher muß wegen Seiferteit des Bortragenden ausfallen. Es werden noch etwa Arbeiter- Bildungsschule. Der für heute angekündigte Zyklus- Bortrag Staaten hin und wieder eine derartige Anschauung ausgedrückt 4 Borträge folgen. worden sei, beriefen sich aber auf eine ganze Reihe von gericht- Homöopathischer Verein Hahnemann, Brunnenstr. 9, Abends 8 Uhr, lichen Erkenntniffen zum Beweise, daß überall, wo sich Gerichts- Bortrag bes Herrn Dr. Arthur Luze über Augenkrankheiten( mit Erhöfe mit dieser Frage zu beschäftigen hatten, dieselbe in dem Sinne beantwortet worden sei, daß das Offizierspatent die Naturalisation nicht erfeyze. Zu diesen Gerichtshöfen gehöre u. A. auch das Ober- Verwaltungsgericht. Sollte man aber selbst der Ansicht zuneigen, daß das Patent als Offizier die Beamtenqualität verleihe, so machte die Vertheidigung doch geltend, daß ſtunde Abends 9 Uhr, Aufnahme von Mitgliedern. Arbeiter Sänger- Bund Berlins und Umgegend. Mittwochy. Uebungsbisher weder von irgend einem Gericht, noch von irgend welcher Blumenstraße 38, bei Sente. Freya( Gem. Chor), Alte Schönhauser J. S. 1. Luther hatte zuerst die Forderungen der Bauern Silaritas, Hochftraße 32 a, bei für gerecht erklärt; aber als sie zur Selbsthilfe griffen, hat er Behörde diese Ansicht auf Reserve Offiziere jemals Straße 22-23, Boßow's Brauerei. Wilte. Deutsche Eiche, Blumenstraße 46, bet Went. Echo 1, übertragen worden sei. Auch hier konnten sich die Vertheidiger Bantow, Schulzefir. 27.-Lerche, Bernauerstr. 72, Restaurant zum Bett mit mehr als uninenschlicher Wuth gegen sie gehegt, geradezu auf einschlägige Erkenntnisse berufen und darauf hinweisen, daß geift". Gefangverein der Steinmegen, Johannisstr. 20, bet Muller. aufgefordert, die aufständischen Bauern wie tolle Hunde todtzu in einer sehr großen Reihe von Fällen Ausweisungen von Männer- Gefangverein der Kürschner, D. B. D. Br. Berlin, Neue Friedrich- schlagen, und es sogar als ein gottgefälliges Werk gerühmt, durch Sanges: Das man den Himmel verdienen könne. 2. Luther hat allerdings polnischen Rittergutsbesitzern und Gutsbesizern stattgefunden fraße 44, bet Röllig.-Südoft 2, Guvryftraße 16, bei Ziemer. Lust, Bülowstr. 69, bei Gründer. Steinnette, Röslinerstr. 17, bei haben, trotzdem die Betreffenden preußische Reserve- Offiziere Wendt. Lyra 1, Raupachstr. 6, bei Stachel. Hand in Hand 1, Mariannenstr. 31-32, bei wurde übrigens Ende des vorigen Jahrhunderts vom preußischen Euphonia, Annen- einem hessischen Fürsten die Doppelehe gestattet. Sein Beispiel waren. Die Mitwirkung des Herrn v. Roze müsse also ftraße 16, bei Reßner. die Aufhebung des schwurgerichtlichen Erkenntnisses zur Folge oberstetit. haben, da nach§ 377 der Straf- Prozeßordnung ein Urtheil als Glafer. unverdroffen, abends 8 Uhr, bet Sachs, Lindowerstr. 26. die Doppelehe gestattete. Verantwortlicher Redakteur August Enders in Berlin Druck und Verlag von Mag Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. perimenten). Lese- und Diskutirklubs. Mittwoch. Vereinte raft, Abends Johann Jacoby, bei Otto 8½ Uhr, bet lein, Schönleinstraße 6. Thierbach, Schwebterstr. 44. Gesund - Gleich jeben Monats, Abends 8% uhr, bei Bechlin, Hornstr. 9. Seine, jeden Mittwoch vor dem 1. und 15. brunnen, Abends 8% uhr, bei Haferland, Bellermannstr. 87. beit, abends 8% Uhr bei schönemann, Stalizerstr. 7. 1 Liebesfreiheit, F. N., Greifswalderstr. 72. Nicht geeignet. 2. S. 1. Das Erste wissen wir augenblicklich nicht. Das 3weite fand im Jahre 1847 statt. Stettin M. G. Reichstags- Abgeordnete erhalten feine Diäten, wohl aber die preußischen Landtags- Abgeordneten. Brunnenstr. 11. Nein. 2. Beilage zum„ Vorwärts" Berliner Volksblatt. Nr. 64. Der Vorstand Mittwoch, den 16. März 1892. 9. Jahrg. Es sollen gemischte Abstimmungen stattfinden, Unternehmer und schlacht hervorgehen. Laßt Euch nicht einschüchtern oder von Arbeitervertreter unter- und gegeneinander ihre Stimmen erheben Guren Vorgesezten Stimmzettel in die Hand drücken, sondern fönnen. Das bedingt aber auch die Regelung der Abstimmung nach tretet mit Einmüthigkeit und Entschlossenheit für die aufgestellten das den Unternehmern bei einer Leistung, die vierfünftel von den Euch Rechenschaft über ihre Thätigkeit ablegen, sie werden wichtige knappschaftsfragen vorher mit Euch berathen und Gure Wünsche mit aller Entschiedenheit vertreten. und die Vertrauensmänner des dem Verhältniß der eingezahlten Beiträge, die Verwerfung eines Verbandsgenossen ein. Sie werden Eure Rechte wahren, sie wer Verbandes deutscher Berglente", was die versicherten Arbeiter zu tragen haben, ausmacht, das in Rheinland- Westfalen erlassen einen Aufruf zur Wahr vier, fechs, ja nach der neuen Sprengeleintheilung sogar neun fache Stimmrecht und bei Gegenüberstellung der Entschließungen Der knappschafts- eltesten, in welchem u. A. dagegen beider Theile volle Gleichberechtigung gegenüber den Leyteren Protest erhoben wird, daß die Wahlen der Knappschafts- Aeltesten für das Jahr 1893 schon in diesem Frühjahr ausgeschrieben werden; daß die Bekanntmachungen nicht in den von den Bergleuten vorzugsweise gelesenen Tagesblättern oder Zeitschriften zur Kenntniß der besonders dabei interesfirten versicherten Mitglieder gebracht werden, sondern daß dazu meistens der von den BechenBerwaltungen benutzte Weg sogenannter Rauenanschläge benuzt wird; daß bei der jetzt getroffenen Eintheilung von Sprengeln die im Knappschafts- Statut§ 200 vorgesehene Bahl von 4-600 Mitgliedern theilweise überschritten ist, da sogar Sprengel bis zu 900 Mitgliedern und darüber vorkommen. einräumt. Auf Kameraden, wählt feine Hafenherzen und Feiglinge, sondern wählt Männer, die im Kampfe für Freiheit und Brot bewährt find. Erst dann werdet Ihr selbst die Schmiede Eures Glückes, Eurer Wohlfahrt sein. Beherzigt das und handelt das uach zum Heil des gesammten Bergmannstandes! Glück auf!" PE Parteinachrichten. Nicht minder begründet wie die vorherigen Forderungen ist auch die letzte. Schon in einer Petition im September 1888 war bach erklärte sich in seinem Bescheid ebenfalls in ganz deutlicher dieselbe ausgesprochen. Der damalige Arbeitsminister von MayWeise für dieselbe. Trotzdem aber stimmten man höre Die Arbeitervertreter, die Aeltesten ihrer Majorität nach dagegen. Wenn irgend etwas fo vermag gerade diese Thatsache die den Handlungsweise der Arbeitervertreter in das richtige Licht zu stellen und jeder Bergmann müßte hier seinen Unwillen und Tadel dadurch bekunden, daß er nur Männern, Leuten, die im Das preußische Ministerium machen wir hiermit auf Kampfe für unsere Rechte und Beſſerſtellung fämpfen, feine folgende Schilderung aufmerksam, welche die Elberfelder„ Freie Stimme bei der diesmaligen Wahl der Knappschafts- Presse" von der Behandlung des sozialdemokra Der Aufruf schlägt vor, nur solche Kandidaten bei der Wahl Weltesten giebt. tischen Redakteurs Grimpe im Elberfelder Ge au Knappschafts- Aeltesten zu unterstützen, welche dem Ver- Wohl sind wir uns vollkommen bewußt, mit diesen Ver- fängniß entwirft. Dies Blatt sagt:" Genoffe Grimpe sist bande deutscher Bergleute angehören, das Vertrauen ihrer besserungen bei weitem nicht alle Mißstände, die das Knappschafts- dort wegen verschiedener Preßvergehen den Reſt ſeiner Strafe von Rameraden genießen, und den zu diesem Posten nöthigen wesen vor allen anderen-selbst staatlichen Versicherungs- drei Monaten ab, die er sich als Verantwortlicher der Freien Muth und die erforderlichen Renntnisse besitzen. Die instituten, in durchaus nachtheiliger Weise auszeichnen, getroffen Preffe" zugezogen. Die Behandlung, die ihm jetzt zu Theil wird, Kameraden sollen zu bewirken suchen, daß die Knapp zu haben. Es würde den Rahmen dieses Mahnrufes weit über- sticht wesentlich ab von der, die man ihm im vorigen Jahre hat schaftskaffe bei der bevorstehenden Revision des allgemeinen schreiten, wollte man alles anführen. Immerhin dürften folgende angedeihen laffen. Im Allgemeinen herrscht die Auffassung, daß preußischen Berggesetzes dahin berücksichtigt wird, und daß Punkte, die uns gegenwärtig am meisten von Wichtigkeit sind, bei Strafvollzug die verhängte Einzelhaft als strafverschärfend der Knappschaftsvorstand nicht wie bisher zu gleichen Theilen nachstehend nähere Betrachtung erfahren. gilt. Grimpe wird nun streng in Einzelhaft gehalten. Er sist aus Vertretern der Werksbefizer und Vertretern der Arbeiter be Einer der einschneidendsten ist entschieden die Entziehung der den ganzen Tag allein und darf mit Niemand sprechen, es ist steht, sondern daß seine Zusammensetzung nach dem Verhältniß Gleichberechtigung bei Mitgliedern der zweiten Arbeiterklaffe. ihm dies bei Strafe verboten worden. Die Durchführung der der zu zahlenden Beiträge bestimmt wird. Ferner follen die zu Die klassifizirung an und für sich ist nicht im Stande, volle Be Einzelhaft geht so weit, daß Grimpe seine Zelle nicht einmal wählenden Knappschafts- Weltesten von ihren Wählern dahin ver- friedigung bei den Versicherten hervorzurufen und gerade besonders verlassen darf, um seine natürlichen Bedürfnisse zu verrichten, pflichtet werden, dafür Sorge zu tragen, daß die freie Wahl beswegen nicht, weil neben verschiedenen Klassenleistungen auch während die anderen Gefangenen nach dem gemeinsamen ärztlicher Behandlung, sowie für die Familienmitglieder die verschiedene Rechte existiren. Abort geführt werden. In seiner Belle ist ein Zink Hälfte der Arzneitosten aus der Kaffe, wie diese bereis in der Petition vom September 1888 an ben damaligen Arbeitsminister zum Ausdruck gekommen ist, gewährt wird. Zur zweiten Klasse gehören alle Arbeiter vom vollendeten eimer aufgestellt, der alle Tage einmal geleert wird. 16. Lebensjahre ab, welche als Mitglied in den Berein auf Da hinein wandern tagsüber alle Extremente genommen sind und die im§ 27 vorgeschriebenen Bedingungen Grimpe muß in derselben Zelle arbeiten, essen und schlafen. Der Protest wird u. A. wie folgt begründet: Die Sprengel- für die erste Klasse nicht erfüllen können. Diese bestehen darin, Während nun die Miasmen in der engen Belle sich verbreiten eintheilung, wie sie diesmal getroffen wurde, widerspricht den Be- daß das Knappschaftsmitglied 1. ein Jahr ununterbrochen der und die Luft verpesten, muß er sein farges Gefängnißmahl einstimmungen des Statuts; denn im§ 200 heißt es unter Anderem: 2. Arbeiterklasse angehört, 2. nicht unter 16 und nicht über nehmen. Der Antrag, ihn doch von der ungefunden, durch die Die Zahl der Weltesten ist so zu bestimmen, daß in der Regel auf je 400 30 Jahre alt ist, 3. nach ärztlicher Untersuchung weder mit Ausströmung der Miasmen verpefteten Luft zu befreien, wurde Heltefter entfällt." Werden nun Sprengel von größerer Aus- sonstigen Krankheit behaftet ist, welche ein vorzeitiges Absterben Sache der Deffentlichkeit übergeben, werden wir ja seben, ob die dehnung angenommen, so ergiebt sich für die Arbeiter eine be- oder Arbeitsunfähigkeit erwarten lassen, und 4. sich im Besize der Regierung mit einer derartigen Behandlung politischer Ge dentliche Schmälerung der Rechte, denn während bei 1800 Mitbürgerlichen Ehrenrechte befindet. fangener einverstanden ist, oder ob Remedur eintritt, eventuell gliedern nach dem höchsten Maß, welches das Statut zuläßt, Es erhellt aus diesen Bestimmungen, daß die Zahl der wird die Sache im Reichstage zur Sprache gebracht werden 3 Bertreter aufgestellt werden, werden durch die Festsetzung zur 2. Arbeiterklasse gehörenden Mitglieder unter Umständen können. Wir sagten zuvor, daß Genosse Grimpe in ſtrengster eines Sprengels auf 900 Mitglieder nur 2 Aelteste zulässig recht erheblich sein kann. Diese alle haben nun teine Berechti- Ginzelhaft gehalten wird und ihm jede Gelegenheit, mit irgend sein und das macht bei richtiger Durchführung dieses gung an der Wahl der Knappschafts- Weltesten theilzunehmen. einem Menschen ein Wort zu sprechen, genommen ist. Diefe Berfahrens einen ganz erheblichen Rückgang in der Bahl Andererseits können sie auch nicht gewählt werden und sind des strenge Jfolirung dehnt sich auch auf die Spaziergänge aus, die der Vertreter aus. Ferner haben die bisherigen Knapp- Rechtes, bei der Verwaltung des Knappschaftsvereins sowie bei in der Dauer von kaum dreiviertel Stunde täglich stattfinden schafts. Heltesten mit geringen Ausnahmen die wünschens der Verwendung der Gelder, die sie aufbringen helfen müssen, von und zwar ebenfalls unter strenger Aufsicht auf einem kleinen abwerthe Vertretung der Rechte ihrer Wähler nicht bewiesen. vornherein verlustig. gegrenzten Theil des Gefängnißhofes. Nach einigen Tagen hatte Ihnen gegenüber bieten Leute, deren Klassenbewußtsein sie in Aehnlich ergeht es den sogenannten beurlaubten Mitgliedern. man unserm Genossen während des Spazierganges einen Menschen die Reihen des Verbandes deutscher Bergleute geführt hat, schon Ihnen hat man erlaubt, ein Feierschichtengeld von 2 M. monat- zugefellt, der auf einem andern Theil des Hofes spazieren geht, dadurch eine sichere Gewähr für vorurtheilsfreie und gerechte lich zu entrichten. Dieser hochherzigen Konzession" steht dann und zwar einen wegen Meuchelmords an feiner eigenen Frau Wahrung der Rechte ihrer Wähler, und solche, welche feit der folgende beispiellofe Rechtlosigkeit gegenüber, welche durch den in Untersuchung befindlichen Gefangenen aus Remscheid." 89er Bewegung offen und unentwegt für das Grubenproletariat ersten Satz des§ 41 in beachtenswerther Weise festgestellt wird. gekämpft und gerungen haben, verdienen unzweifelhaft den Vorzug. Es heißt da:" Für die Dauer der Beurlaubung ruhen alle Gegen den Volksschulgeset Entwurf erklärte sich in Aber ist es denn wirklich möglich, auch bei energischen Ver- Rechte und Ansprüche an den Verein 2c." Diese inhaltschweren Stettin einstimmig eine von ca. 2000 Personen besucht ge= tretern der Arbeiter faktisch größere nußbringende Reformen im Worte verhindern also, daß gemaßregelte oder sonst nicht in wesene sozialdemokratische Wolksversammlung, in welcher Theodor Knappschaftswesen zu erzielen? Der Aufruf verneint diese Frage. ihrem Berufe thätige Bergleute, die jedenfalls muthig und un- Metzner aus Berlin referirt hatte. Aus der Rede desselben, Es ist schier unmöglich, etwas tiefer einschneidende, die Ar- erschrocken, gleichzeitig aber auch unparteiisch urtheilen und die stürmisch applaudirt wurde, sei folgende Stelle hervorgehoben: beiter entlastende und den Unternehmer stärker in Anspruch handeln würden, an den Verwaltungsgeschäften und Be- Es wäre viel rathsamer, wenn die Leibesärzte aus allgemeinen nehmende Verbesserungen einzuführen. Der Geldfact duldet das rathungen theilnehmen können. Ueberhaupt weist das Statut Mitteln bezahlt würden; den Seelenarzt könne Jeder, der einen nicht und gerade dieser hat hier ein gewichtiges Wort mit in seinen Bestimmungen, die die Weltesten der Knapp braucht, selber bezahlen. Sehr richtig! zureden. In der That, es ist eine herrliche Institution schafts- Kaffe betreffen, eine stattliche Reihe von Ausnahmen 40 die dieses Knappschaftswesen. Der Name deutet darauf hin, auf. Es ist gewissermaßen eine chinesische Mauer, die die Aufgehetzte Dörfler hatten, wie wir seinerzeit berichteten, daß nur Bergknappen, oder solche, die es gewesen sind, dort rändigen Schafe von den frommen Lämmern sondern soll. Um im Gasthof zu Reichenbach bei Bürgel mehrere Sozialversichert und vertreten wären. Aber der Schein trägt. Man laffe uns feiner Unterlassungsfünde schuldig zu machen, mögen sie demokraten mißhandelt, lediglich weil diefelben für die fich nicht täuschen! Der Begriff„ Knappe" ist dehnbar. Wir daher an dieser Stelle Beröffentlichung finden: finden da jene wohlbeleibten, behäbigen Herren, deren Sorgen im Die Wahl der Knappschafts- Aeltesten erfolgt durch die Champagnertrinken bestehen und deren üble Laune die ambrosischen arbeitenden und invaliden Mitglieder I. Klasse und der Beamten Düfte einer extrafeinen Havannazigarre dämpfen, wir finden da Abtheilungen. Das Wahlrecht kann nur persönlich ausgeübt jene Feinschmecker, die in Austern und Pasteten die herrlichste werden. Auswahl zu treffen wissen und sich in füßem Nichtsthun und Wählbar sind nur Mitglieder, welche: 1. innerhalb des bitterer Unersättlichkeit den Gewinn, den die schwielige Hand des Aeltestensprengels wohnen, 2. mindestens 30 Jahre alt, 3. unbe- Staatsanwaltschaft zu Jena angerufen werden. Bergmannes mit der Keilhacke und dem Schlägel hervorbringen fcholten und nicht dem Trunke ergeben sind, 4. der ersten Klasse lich abhängig macht. Thüringer Tribüne" agitirt hatten. Einer der Mißhandelten beantragte bei der Altenburger der Altenburger Staatsanwaltschaft Erhebung der öffentlichen Klage gegen die Uebelthäter, die Staatsanwaltschaft verwies den Genossen jedoch auf den Weg der Privatklage. Die Sache läge nicht im öffentlichen Interesse, zumal tein Thäter ermittelt worden sei. Es wird nun die Ober " muß, in den Schooß fallen lassen. Wahrlich, wundersame Knappen oder den Beamtenabtheilungen als aktives oder invalides Mit- Aus Leipzig schreibt man uns unterm 14. März: Das find es, deren Pferde oft in besseren Ställen untergebracht sind, glied angehören, 5. frei von körperlichen Gebrechen sind, welche Sozialistengefeß, das von Rechtswegen mit dem 1. Dktober zu als die Bergleute, die Schöpfer unermeßlichen Reichthums, fie an der Ausübung der Geschäfte eines Knappschafts- elteften Ende gegangen fein foll, ist hier im vollen Schwange. Nur Wohnungen inne haben. Ja, das Schlimmste an alledem ist, daß hindern würden, 6. geläufig lesen, schreiben und rechnen fönnen, heißt es nicht mehr:" Gesetz 2c. vom 21. Oktober 1878", sondern noch das Stimmrecht in unverantwortlich ungerechtfertigter Weise 7. keine Gost- und Schentwirthschaft und fein sonstiges Geschäft Gefeß betreffend das Vereins- und Versammlungsrecht" 2c. pertheilt ist. Ein jeder wird befteuert nach Vermögen," aber nicht betreiben, welches sie von der Gunst des Publikuns wirthschaft Dieses Gesetz bietet den Behörden gegen die Arbeiterbewegung jeder hat Vermögen nach den von ihm bezahlten Steuern. So Handhaben in Hülle und Fülle, so daß sie des Gesetzes vom ift es auch hier. Die Werksbesitzer werden erstens durch den Der Verlust des Amtes kann durch Beschluß des Vorstandes 21. Oftober 1878 wirklich gar nicht bedurft hätten. Früher find § 102 in folgender Weise begünstigt: ausgesprochen werden, wenn nachträglich der Aelteste den An- die Perlen des Vereinsgesetzes nur nicht fo geschätzt worden. Am " Bom 1. Januar 1892 vermindern sich die bisherigen Bei- forderungen des§ 202 nicht mehr genügt oder demselben wieder Sonnabend und Sonntag sollte der Landtags- Abgeordnete für träge der Werksbefizer auf 80 pet. und vom 1. Januar 1894 ab holt Verlegungen der Vorschristen des Statuts und Vernach Leipzig- Land, Genosse Goldstein, in Schönefeld bezw Stötterit auf 75 pet. der Beiträge der Vereinsmitglieder." lässigung seine Dienstpflicht nachgewiesen werden. über die Thätigteit des Landtags referiren; die AmtsDieser geringen Steuer der Unternehmer gegenüber stehen Soweit die wichtigsten Bestimmungen des Statuts, die hauptmannschaft duldete das nicht. Es sei Gefahr vorhanden, dann -begreife wer es will folgende außerordentlich Knappschafts- Aeltesten betreffend. Es ist eine reichhaltige Aus- daß sich die Arbeiter Ausschreitungen zu Schulden tommen ließen, mäßigen Rechte. Der§ 172 behandelt nämlich u. A. die lefe von Begünstigungen des Vorstandes, in dessen Machtkreis da in lehter Zeit mehrfach Arbeitslosenversammlungen Art und Weise der Abstimmung bei Generalversammlungen und die wichtigsten Entscheidungen über die Zulässigkeit der Weltesten stattgefunden hätten. So geht's in Leipzig- Land! In Leipzig- Stadt liegen. Ihrem größten Bestandtheile nach sind sie allesammt ist es nicht besser. Am 16. März sollte Genosse Liebknecht Bei den Abstimmungen der Werksbesitzer hat der Vertreter werth, ausgemerzt zu werden, wie überhaupt das Statut fich im Pantheon" über„ Die geschichtliche Bedeutung des 18. März" eines Wertes mit einer Belegschaft bis einschließlich 100 Mann einer wesentlichen Abkürzung zu erfreuen haben sollte. Auch sprechen. Das Polizei- Amt verbot die Bersammlung mit folgender Arbeiter 1 Stimme, mit einer Belegschaft von über 100 bis ein- die Dauer der Amtsperiode( 6 Jahre) ist viel zu lang be- Begründung: Schließlich 200 Mann Arbeiter 2 Stimmen u. s. w. auf jedes an- messen. Die Wahl zu Knappschafts- Aeltesten müßte alle zwei gefangene Hundert 1 Stimme mehr." Jahre erfolgen und den Wählern das Recht zustehen, fäumige, Nun ist bei diesem für die Unternehmer günstigen Stimm die Interessen ihrer Mandatgeber vernachlässigende Aelteste von verhältniß denn man bedente, daß ein Sprengel au 400 bis ihrem Amte abzuberufen und durch entsprechende Neuwahl zu 600 Mitgliedern, einschl. der Invaliden, also Arbeiter, einen ersetzen. Aeltesten und somit eine Stimme hat, der Unternehmer aber bei einer Belegschaft von 400-600 Arbeitern über 4-6 Stimmen verfügen fann vorgesehen, daß beide Bertretungen unter sich abstimmen. Ist eine Uebereinstimmung zwischen beiden Theilen nicht zu erzielen, so bleibt es eben beim Alten. Tautet: " Die Versammlung, in welcher Herr Wilhelm Liebknecht über Die geschichtliche Bedeutung des 18. März" einen Vortrag halten will, bezweckt nichts anderes, als eine Verherrlichung der Pariser Kommune. Seit Jahren bereits wird seitens der sozialistischen Partei der 18. März als Gedenktag der Pariser Kommune be Ferner müßten alle Mitglieder, gleichviel ob 1. oder 2. Ar sonders gefeiert. Daß in diesem Jahre diese Feier in Sachsen beiterklaffe, ob invalid oder beurlaubt, zur Ausübung der Wahl nicht am 18. März felbft stattfindet, hat seinen Grund offenbar berechtigt und auch wählbar fein. Ebenso wäre es wünschens nur darin, daß auf diesen Tag der sächsische Bußtag fällt und werth, daß die Altersgrenze für die passive Wahlberechtigung an diesem Tage öffentliche Versammlungen gesetzlich verboten herabgesetzt wird. find. Sowohl das gewählte Thema als die Person des Snappschaften sollen aber nur von Knappen gebildet und Wiewohl unseres Erachtens die einfache Volljährigkeit aus- Referenten laffen darüber keinen Zweifel, daß die umstehend an verwaltet werden. Der Unternehmer hat durchaus in solchen reichend wäre, so würden wir immerhin eine wesentliche Ver- gemeldete Versammlung die eigentlich für den 18. März selbst Dingen nicht mitzusprechen; denn die Beiträge, die er entrichtet, befferung darin erblicken, wenn das Alter auf 25 Jahre, das geplante Feier ersehen soll. Eine Versammlung aber, deren Zwed werden durch den Schweiß seiner Arbeiter aufgebracht, was er be- auch für die Wahlen zu den Schiedsgerichten bei der Unfall-, es ist, den Pariser Kommune- Aufstand zu verherrlichen und als zahlt, ist der Extrakt aus den Knochen und Muskeln der Bergleute. Wie- Invaliditäts- und Altersversicherung als angemessen befunden eine lobens und nachahmenswerthe geschichtliche Thatsache hinwohl nun die Berechtigung zur Fernhaltung der Unternehmer von wurde und fich dort trefflich bewährt hatte, festgesetzt würde. zustellen, fällt unter§ 5 des sächsischen Vereinsgesetzes, insofern Knappschaftssachen durchaus erwiesen und gerechtfertigt ist, so Möge diese furze Stizze einzelner gegenwärtig hochwichtiger es ihr 3wed ist, die Theilnehmer zu Gesezes. wollen wir dennoch, da wir ja mit den bestehenden Verhältnissen Mißstände ausreichen, um die wahlfähigen Bergleute aufzurütteln. übertretungen geneigt au machen. Es ist deshalb uns abfinden müffen und nur auf dem Boden der heutigen Mögen fie daraus die Lehre schöpfen, daß es einer energifchen, diese Versammlung auf Grund der obengedachten gesetzlichen Be Birthschafts- und Gesellschaftsordnung uns bewegen fönnen, aufopfernden Agitation bedarf, um hier einige Werbefferungen ftimmung, wie hiermit geschieht, zu verbieten. Außerdem rechtForderungen stellen, die weit hinter dem vorher Ansgeführten durchzusetzen. fertigt sich ein solches Verbot aber auch aus§ 12 des VereinsKameraden, die Zeit drängt, laßt sie nicht vergeblich ver- gefeßes, da mit Rücksicht auf die Persönlichkeit des gewählten Wir verlangen daher, daß jeder nach seinen Steuern Rechte ftreichen. Bereits am 26. März wird gewählt. Stellt hierzu in Referenten der Andrang zur fraglichen Bersammlung ein ganz erhält und diese bestehen in diesem Falle darin, daß seitens der jedem Sprengel drei zielbewußte, Klardenkende und unerschrockene außerordentlicher sein und die Gefahr sehr nahe liegen würde, gefeßgebenden Körperschaft( preußischer Landtag) das Stimmen Männer auf, fuchet sie aus den Reihen unserer eigenen Organi- daß gerade die Besprechung des in Rede stehenden Themas eine berhältniß in oben bezeichneter Weise gesetzlich festgelegt wird. fation aus und sorgt dafür, daß sie als Sieger aus der Wahl- vielleicht nach Tausenden zählende Bersammlung dazu ver zurückbleiben. anlaffen tönnte, in irgend welcher Weise die öffent- I guten Erfolg und waren daher sehr enttäuscht, als uns der Wirth| Arbeitslosigkeit im Bremer Malergewerbe aufzunehmen. Ber liche Ruhe und Ordnung zu stören. Das Polizei- Amt der Stadt Leipzig. ( ges.) Bretschneider. in unzusammenhängender, verlegener Rede erklärte, die Bevölle anlassung gab hierzu ein Schreiben der Meister vom 23. v. M., rung wolle nicht, daß gesprochen werde und er gäbe seinen Saal in welchem unter Anderem verlangt wurde, die Zahlung des dazu nicht her. Daß das eine offenbare unwahrheit war, be- Lohnaufschlags von 50 pet. für die erste Feierabendstunde, was wies die erregte Stimmung der Erlenbacher und Moorlauterer, im bisherigen gemeinschaftlich aufgestellten Tarif festgesetzt ist, Früher, zur Zeit des Gesetzes vom 21. Oktober 1878, war die auf den BVortrag sehr gespannt gewesen waren, und der Eifer, fallen zu lassen. Die Gehilfen erblicken in dem Wegfall der man türzer, jezt wird eine ausführliche Begründung gegeben, mit dem die„ Boltsstimme" angenommen und ſtudirt wurde. Prozente für besagte Ueberstunde die Wiedereinführung der zehnaber der Endzweck ist der gleiche. Und für die Behörde ist das wir wissen ganz genau, von welcher Seite die Beeinflussung und stündigen Arbeitszeit. Die Statistik, welche den Zeitraum von Vortheilhafte dabei, daß man kein Ausnahmegesez mehr braucht, alles geht auf Grund des gemeinen„ Rechts". Diese Vorkomm- Einschüchterung des Wirthes herstammt; wir wissen aber auch, 1. Oktober 1891 bis 1. März 1892 umfaßt, ergab nun Folgendes. niffe laffen ahnen, wie man sich der Maifeier gegenüber ver- daß uns der nichtgehaltene Vortrag mehr genügt hat, als wenn Eingelaufen sind 281 Fragebogen von ca. 450 am Orte an halten wird, zumal die tapferen Gegner, die nichts weiter zu wesenden Malergehilfen. Davon haben 66 232 pet. voll er zu Stande gekommen wäre." gearbeitet; 212 751/2 pбt. feierten zusammen 11 340 Wochenfürchten vorgeben als Gott, zweifellos in der Presse wieder die tage, durchschnittlich jeder 531/2 Tag; 3= 1 pet. waren zu „ Hydra der Revolution" bei den Haaren heranziehen werden, um sammen 149 Tage frank. Die kürzeste Feierzeit betrug 1/9 Tag, den Philister in Angst zu jagen. Wir werden aber den Gegnern die längste 162 Tage; bei letterer fiel der Beginn der Arbeitsdann den Dank- und Anerkennungsbrief, welchen der Amtshauptmann Plazmann seinerzeit an das Maifeier- Komitee richtete, unter lofigkeit schon vor den 1. Oktober. Die Statistik beweist zweifellos, daß die Bremer Malergehilfen an ihrer bisherigen Arbeitsdie Nase halten und dieses Beruhigungspflaster wird hoffentlich, zeit( 9 Stunden) unbedingt festhalten müssen, wenn ihre Lage weil amtlich und folglich für die" tapferen" Patrioten zuvernicht noch übler werden soll. lässig, seine Wirkung nicht versagen. Jedenfalls sind die Leipziger Sozialdemokraten nicht die Leute, die sich durch die Machinationen der Gegner aus der Fassung bringen lassen. Die Erfurter Sozialdemokraten haben beschlossen, sich an den Erfahwahlen für das Stadtverordneten- Kollegium zu betheiligen. " * Todtenliste der Partei. In Meißen ist der Schuhmacher Graf gestorben, welcher schon an der 1848 er Bewegung mannhaft Antheil genommen hatte und sich dann der Sozialdemokratie zu wandte, der er bis zum letzten Tage feines Lebens treu geblieben. In Brünn verschied am 4. März der Stud. mech. Paul wilda, von Geburt Bourgeois, durch Erkenntniß Sozial demokrat. Zum Nothstand. Die Deputation der Bielefelder Polizeiliches, Gerichtliches 2c. Arbeitslofen hat vom Magistrat folgenden Bescheid er -Wegen fahrlässiger Verächtlich machung von Staatseinrichtungen wurde der Redakteur Dr. halten: Die verheiratheten Arbeiter sollen durch städtische MaßG. Gradnauer von der Sächs. Arb.- 3tg." zu einem Monat nahmen Arbeit erhalten; für diejenigen, welche in großer Noth Gefängniß verurtheilt. Es handelte sich in dem betr. Artikel um leben, sollen Kohlen- und Suppenmarken auf städtische Kosten Die Kritik einer von Seiten der preußischen Regierung an die ausgegeben werden; diese Unterstützung zieht den Verlust der Ueber die Saalabtreiberei auf dem Lande geht der Unterbehörden ergangenen Anweisung, Erhebungen über die politischen Nechte nicht nach sich. Mannheimer, Boltsstimme" aus Kaiserslautern ein amüsanter nahme minderjähriger Arbeiter und des Einflusses der Sozial- haben die Frage, ob in Engrosgeschäften, Fabriken, Banken 2c. Streits anzustellen, mit besonderer Berücksichtigung der Theil- Zur Sonntagsruhe. Die Handlungsgehilfen Stuttgarts Bericht zu. Der Verfasser desselben schreibt: " Da die Wahlen für die„ Gewerbegerichte" dicht vor der demokratie. Diese Art statistischer Erhebungen ist in dem Artikel das Personal am Sonntag beschäftigt werden soll, und ebenso Thüre stehen, so machten wir uns am Sonntag vor 14 Tagen scharf getadelt; es ist auseinandergesetzt, wie eine richtige das Offenhalten der Detailgeschäfte und die Beschäftigung des nach den naheliegenden Dörfern Moorlautern und Erlen- Statistik gemacht werden müßte, daß insbesondere die Regierung Personals in denselben an Sonntagen verneint. Eine starke bach auf, um dort Lokale zu bekommen, in welchen Genoffe die Ursachen der Streiks untersuchen sollte; die Art und Weise, Minderheit war jedoch für Offenhaltung der Geschäfte bis zum Klement der dortigen Bevölkerung die Wichtigkeit der Gewerbe- wie es die Regierung anfange, lasse die Vermuthung aufkommen, Gottesdienst. Die Frage: Sollen für die Weihnachtszeit Ausgerichte für die Arbeiter auseinandersehen wollte. Es ging alles als wolle fie fich durch ihre Polizei- Organe ein neues Material nahmen zugelassen werden? wurde bejaht, ebenso die Frage: liefern lassen, um die Arbeiterbewegung noch mehr ein- Sollen die Ausnahmen für die Weihnachtszeit in der Weise ganz schön und glatt und voll froher Hoffnungen gingen wir nach Die Beweis Bertheilung der Boltsstimme" wieder heimwärts. Als ich aber zudämmen als bisher bereits geschehen 2c. geregelt werden, daß an 2 Sonntagen vor Weihnachten die Offens ergab, daß der Angeklagte die betreffende nach einigen Tagen nach Moorlautern tam, um von dem Wirthe aufnahme die Unterschrift für die Ueberlassung seines Saales abzuholen, laute nicht gekannt hat, da dieselbe eine geheime gewesen Anordnung Der Regierung in ihrem wirklichen Wort haltung der Läden und die Beschäftigung des Personals bis Nach mittags 5 Uhr gestattet wird? machte sich der ängstliche Herr dünne, dafür erschien feine faute nicht gekannt hat, da dieselbe eine geheime gewesen ist; er fannte von der betreffenden Anordnung nur einige Gemahlin auf der Bildfläche und erklärte mir energisch, Bunkte, die eine Notiz der„ Dresdener Nachrichten" vom Armaturenfabrik Zum Kapitel der Hausordnungen. Die Leitung der von Schäffer Hand- Punkte, daß der Saal, den wir vom Wirthe mit Wort und Hand- 18. September mitgetheilt hatte." Obwohl also eine wiffentliche Magdeburg- Buda u erließ am 24. Februar einen Nachtrag u. Budenberg in schlag vor Zeugen für den Sonntag zugesichert erhalten hatten, für die Turner refervirt werden müßte. Auf meine Anfrage, Entstellung der Regierungsanordnung nicht vorlag, so beantragte zu ihrer alten Hausordnung, der u. A. folgendes besagt: Es wird bestraft: ob wir dann den nächsten Sonntag den Saal bekommen der Vertreter der Staatsanwaltschaft doch, den Angeklagten wegen Bergehens gegen§ 131 Str.-G.-B. zu verurtheilen; A. Mit Geldstrafe bis zur Hälfte des durchkönnten, sagte die Wirthin, die anscheinend die Hosen im Hause eventuell sei der§ 21 des Preßgesezes anzuwenden, wonach der schnittlichen Tages- Arbeitsverdienstes: 3. wer anhat: Hier werden überhaupt keine Versammlungen abgehalten, die Weiber im Dorfe wollen das nicht!" Die Be- Redakteur für einen Artikel, deffen Inhalt den Thatbestand einer Branntwein in die Fabrif einführt; 4. wer, ohne dazu die Er völkerung von Moorlautern( sowie die von Erlenbach) besteht nun strafbaren Handlung begründet, sofern er nicht als Thäter oder faubniß erhalten zu haben, solche Biere in die Fabrik einführt, zum großen Theil aus Arbeitern, welche in Kaiserslautern Theilnehmer zu bestrafen ist, doch wegen Fahrlässigkeit zur Strafe welche nach bayerischer Art gebraut sind; 5. wer während der arbeiten und deshalb wahlberechtigt für die Gewerbegerichte find. gezogen werden soll. Die Strafkammer verurtheilte Dr. Grad- Arbeitszeit schläft oder in betrunkenem Zustande betroffen wird Die ganze Arbeiterschaft hatte sich deshalb schon auf eine Er- nauer auf Grund des§ 21 des Preßgefezes; wegen der mannig oder innerhalb der Fabrifräume lärmt, pfeift oder singt; 7. wer das Interesse der Fabrik oder seiner Mitarbeiter schädigt; wer tlärung dieser wichtigen Einrichtung gefreut und nun wurde durch fachen Vorstrafen desselben sei die Strafe so hoch zu bemessen. die Arbeitszeit nicht pünktlich innehält, z. B. sich eine Frühstücksdas Geschrei einiger bigotter Frauen ihnen die Gelegenheit ge und Vesperpause gewährt. stohlen, sich genau zu unterrichten. Betrübt ging ich von dannen; doch mir blieb ja noch Erlenbach. Der betreffende Wirth daselbst unterschrieb ohne langes Besinnen. Schwieriger war aber die Unterschrift des regierenden Adjunkten von Erlenbach zu erhalten. Als ich den Herrn bat, mir eine Anmeldungsbescheinigung auszustellen, gerieth er in große Verlegenheit; er Die Schuhmacher in Altenburg und Güstrow stehen hatte wohl noch nie etwas von Gewerbegerichten gehört! in einer Lohnbewegung. In beiden Orten handelt es sich um die Nach langen Verhandlungen erklärte er sich endlich Vertheidigung des Gehilfentarifs. bereit; als er aber unter der Anmeldung die Worte Die Schreinergewerkschaft zu Lansanne steht mit den las: Im Auftrage des sozialdemokratischen Agitations- Komitees", da brach er in die denkwürdigen Worte aus: Das Meistern in Unterhandlung und ersucht deshalb sämmtliche Fachgeht ja von den Sozialisten aus; die dürfen ja gar genossen, den 3uzug, fern zu halten Die Fabrik Heer- fuge entgegenzutreten. Anstatt dessen herrschen in den Staatsteine Versammlungen abhalten." Erst als ich ihm das bayrische ramer u. Gie. hat bereits mehrere Kollegen gemaßregelt Vereinsgesetz vorhielt, gab er seine Unterschrift und froh zog ich und auswärtige Arbeiter zu engagiren ersucht. von dannen. Der ersehnte Sonntag, 7. März, kam heran, und der Referent nebst drei Begleitern wanderten nach Erlenbach. In der betreffenden Wirthschaft saßen zwei Polizisten und zwei Gendarmen, feldmarschmäßig mit Bayonetten und Patronen taschen. Die Wirthschaftsräume waren gedrängt voll von den Die Malergehilfen Bremens beschlossen in einer öffent wißbegierigen Dorfbewohnern. Wir versprachen uns deshalb sehr lichen Versammlung am 26. Februar d. J., eine Statistik über die " Soziale Uebersicht. Alle arbeiterfreundliche Blätter wollen davon Notiz nehmen. Ein Kongres fächsischer Tischler und verwandter Berufsgenossen tritt am 6. Juni in Dresden zusammen. D B. Mit Geldstrafe bis zum vollen Betrage des durchschnittlichen Tages Arbeitsverdienstes: 1. wer sich Thälichkeiten gegen seine Mitarbeiter zu Schulden tommen läßt; 2. wer erheblich gegen die guten Sitten verstößt. C. Mit sofortiger Entlassung: 5. wer einer Ber bindung angehört, welche die staatliche oder gesellschaftliche Ord nung bedroht, und wer eine solche Verbindung unterstützt, 6. ver in den Fabrikräumen politische Zeitschriften verbreitet. Aufgabe einer weifen Staatsregierung wäre es, solchem Unbetrieben ähnliche Zustände, wie sie in jenem Privatbetrieb eingeführt sind. Trotz alledem behauptet man, daß die unter den Arbeitern herrschende Unzufriedenheit ein künstliches Produkt, ein Produkt fozialdemokratischer Verhetzung sei. Mit wie wenig Recht, das beweist jener Hausordnungsnachtrag wieder aufs einleuchtendste. Geschäfts- Auflösung! Wegen vollständiger Auflösung unseres seit über 12 Jahren bestehenden Geschäfts in der tommen vom 1. 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Verantwortlicher Redakteur August Enders in Berlin Druck und Verlag von Max Bading in Berlin SW., Beuthstraße 2. 2123L