Pr. 73. AblNMtMtMs-Ktdingilngen: VbonnemenIZ- Preis pränumerando: vierteljährl. 3,30 Mr., monall. 1,10 MI., wöchentlich 28 Pfg. frei ins Haus. Qltuelne Nummer 6 Psg. TonnIagZ- Nummer mil>l>»Nricr>«r Sonntag!» Beilage„Die Neue Welt" 10 Psg. Post- Nbonnement: l.io Marl pro Monai, eingetragen in der Post- ZeitungS- Preisliste für l00L unter Dr. 7S7». Unter«reu, band für Deutschland und Oesterreich-Ungarn 2 Marl, für da» übrige Ausland z Marl pro Monat. Arscheiul käglich»uster Zvonlag«, Vevlinev VolKsblakk. 19. Iiiifrg. Alt Znftrtwns-GeliNye beträgt für die fechSgefpallene Kolonel« »eile oder deren Raum 40 Pfg., für politische und gewertschaftliche Verein!- und Versammlung!-Anzeigen 20 Psg. „Klein» Knseigen" jede! Wort S Psg. (nur oa! erste Wort setl>. Inserate sür die nächste Nummer müssen MS t Uhr nachmittag! in derExpedilton abgegeben werden. Die Expedition ist an Wochen- tagen bi! 7 Uhr abend!, an Sonn- und Festlagen dt» 8 Uhr vormittag! geössnel. Telegramm-Adreste- »SorilUdemoltrat vrrlin" C�ntralorgan der socialdemokratischen Partei Deutschlands. Nrdalttion: SW. 19, Vench-StraKe 2. kleriifprecher: Amt l, Nr. II;««. Donnerstag, den 27. März 1.90& Expedition: SW. 19, Venth-Strage 3. Keriisprecher: Slmt I, Nr. lilSI. Eine preußische Znchthausstatistik. Das Verbrechen ist eine sociale Krankheitserscheinung, die in ihrer Ziffer steigt und fällt mit der Verschlechterung oder Verbesserung der wirtschaftlichen Lage. Die Statistiken sind bekannt, die schlagend bewiesen haben, wie in den Perioden hoher Getreidepreise und verringerter Erwerbsgelegenheit die Eigentumsvergehen sich erschreckend vermehren. Aber ebenso wenig wie diese erwiesenen Thatsachen das agrarische Volksausbeutcr tum von dem schamlosen Brotwucher zurückzuhalten vermögen, zieht die kapitalistische Gesellschaft aus der Steigemng der Verrechenziffer die rechte Lehre. Sie denkt nicht daran, die socialen Verhältnisse zu bessern, und wenn die Ziffer des Ver brechens sich mehrt, so kommt sie mit ihrer stumpfsinnigen „Abschrecktingstheorie." Der Oberagrarier Oertel schreit nach Knutenprügeln für die Verbrecher. Andre reaktionäre Menschenfreunde finden die Schrecken des Zuchthauses zu milde. Sie bedauern, daß die Unterschiede zwischen Gefängnis und Zuchthaus sich verwischt hätten und, weit entfernt, an eine Milderung des Strafvollzugs in den Gefängnissen zu denken, der sich thatsächlich immer mehr verschärft hat, soll die Zuchthausstrafe verschärft werden. Mit Prügeln ist aber noch nie ein hungriger Magen beruhigt worden und das Zuchthaus kann nicht gut machen, was der Kapitalismus durch seine Eigentumsordnung und seine anarchische Produktionsweise, der Staat durch die Vernachlässigung der Volksschulbildung und den fast völligen Mangel jeder socialen Fürsorge gesündigt haben. Die kurzlich veröffentliche Uebersicht über die Zucht hausgefangenen in Preußen für das Jahr 1900/1901 bleibt mit ihrer Gesamtzahl um etwa 40 Proz. hinter den vor zwanzig Jahren erreichten Ziffern zurück. Im allgemeinen ist in der Periode seit 1869 die Zahl der Zuchthäusler nie so niedrig gewesen, und kapitalistische Blätter, die solche Dinge sogleich tendenziös ausschlachten, verfehlen denn auch nicht, sich die Zahlen in ihrem Sinne zurechtzulegen. Uns jedoch scheint die Gesamtzahl von 22 500 Zucht h a u s g e f a n g e n e n i u Preußen an sich eine furchtbare Anklage gegen die Gesellschaft zu sein. Sie verschärft sich noch, wenn man die Zahlen genauer betrachtet. Im Berichtsjahre haben die preußischen Zuchthäuser einen Zuwachs von 5500 Personen gehabt. In einem einzigen Jahre 5500 neue Verbrechen neben den Vergehen, die durch die Gefängnisse gebüßt werden! Dieser Zuwachs bringt gegen das Vorjahr eine Steigerung, die als eine Folge der verschlechterten wirtschaftlichen Verhältnisse er scheint. 1899 war das Jahr der Hochkonjunktur. 1900 setzte die anhaltende Verschlechterung ein. Die Arbeitslöhne sanken, die Arbeitsgelegenheit nahm ab und ein Massenelend begann sich auszubreiten. Sein Spiegelbild ist die Zunahme der Zucht» haus-Jnsassen im Jahre 1900/1901. Aber nicht nur in dieser Hinsicht sind die Zahlen be- merkenswert. Sie zeigen vielmehr im weiteren, wie not» wendig eine durchgreifende sociale Für» sorge für die Verbrecher und die Bekämpfung der socialen Uebelstände ist, die das Verbrechen hervorrufen. Von den 4743 männlichen Personen, welche 1900/1901 in die preußischen Zuchthäuser eingeliefert wurden, bestand nur etwa der zehnte Teil aus Neulingen in der Verbrecherwelt. Von den übrigen waren etwa 75 Proz. bereits mehr als dreimal vorbestraft. Die Strafen haben sie also nicht„ge- bessert". Und wie könnte das auch möglich sein. Der einmal Gestrauchelte findet bei seinem Wiedereintritt in die Gesell- schaft die gleichen Verhältnisse vor, die ihn auf die Bahn des Verbrechens getrieben haben. Für ihn persönlich hat sich alles noch schlechter gestaltet und so öffnet sich ihm in den meisten Fällen bald das Zuchthaus lvieder, welches er eben verlassen hat. Kennzeichnend ist in dieser Hinsicht insbesondere das Folgende. Seit einigen Jahren herrscht in den preußischen Zuchthäusern die Praxis, für die mehr als dreimal mit Frei- heitsstrafen belegten Personen besondere„Zählkarten" ein- zuführen. Sie geben über Herkunft, Vorleben und die persönlichen Verhältnisse der Sträflinge Auskunft. Auf solche Weise sind seit 1894—1901 die persönlichen Verhältnisse von 31000 Gefangenen festgestellt worden. Rund ein Drittel von ihnen war mehr als elfinal, zwei bis drei Prozent sogar mehr als dreißigmal v o r b e st r a f t! Ist das nicht der schmählichste Bankerott jener Theorie, die da glaubt, durch immer mehr sich verschärfende Strafen einen einmal Gefallenen „bessern" zu können, während sie an den socialen Ursachen des Verbrechens taud und blind vorüber- geht? Der große Teil dieser Zuchthausinsassen sind Verbrecher schon von Jugend an. Die erste Strafthat hat etwa die Hälfte von ihnen bereits vor dem zwanzigsten Lebensjahre begangen, sieben Prozent schon vor dem 14. Lebensjahre. Wie ganz anders würde sich dieses düstere Bild gestalten, wenn Staat und Gesellschaft sich der Proletarierjugend annähmen. Aber der Kapitalisnius zerstört das proletarische Familienleben, er beutet Vater und Mutter aus und macht sie unfähig, sich der Erziehung ihrer Kinder zu widmen. Schon die Kinder zwingt er zur Erwerbsarbcit und während die Volksschule ihre Er ziehuugsaufgaben nur höchst mangelhaft erfüllt, wird der sittliche Halt durch den Kapitalismus oft schon frühzeitig in der Jugend verwüstet. Sehr bezeichnend ist in dieser Hinsicht eine frühere Statisfik der Strafanstalt Plötzensee, welche feststellte, daß der erdrückend größere Teil ihrer jugendlichen Insassen bereits im Kindesalter der Erwerbs arbeit obgelegen hatte. Gerade die Zerrüttung des Familien lebens, der Maugel der Erziehung, im Verein mit den Ge fahren der Eriverbsarbeit der Kinder, ist die Ursache der jugendlichen Verbrecher. Die Zählkarten enthalten auch ein Gutachten der AnstaltS beamten über die Frage, ob bei jenen Zuchthäuslern nach der Entlassung ein Rückfall wahrscheinlich sei. Unter den 31 000 Personen bezeichnen die Beamten mir bei 700 den Rückfall als unwahrscheinlich. Wenn man nun auch gut thut, dieses Gutachten, nach dem ganzen Vorstellungskreise, in welchem sich die beamteten Gutachter bewegen, mit Vorsicht aufzunehmen, so giebt es doch ein Bild von der Nutzlosigkeit des ganzen Kampfes der kapitalistischen Gesellschaft mit dem Verbrechertum.„Gebessert" wird fast niemand, sondern nur sür kürzere oder längere Zeit„unschädlich" gemacht. Aber ist das in Wahrheit noch eine Bekämpfung des Verbrechens als sociale Krankheitserscheinung? Hinsichtlich der Entstehung der Verbrechen, wegen deren sich den Verurteilten die Thorc der Zuchthäuser geöffnet haben, ist noch festgestellt, daß etwa in einem Viertel all' der Fälle die That in Trunkenheit begangen worden ist und daß ein Fünftel aller Zuchthäusler aus Gewohnheitstrinkern besteht Weiter stellt die Vagabundenannee der Landstraße und die Prostituiertenarmee der Großstädte ein großes Teil der Zuchb Haus-Jnsassen. Mithin sind die Verbrecher durchschnittlich bereits auf der tiefsten Stufe des moralischen Verfalles an gelangt, wenn sie Handlungen begehen, die sie ins Zuchthaus bringen. Für die junkerlichen Anwälte der Prügel st r a f e und der Verschärfung des Strafvollzugs, die dafür natürlich immer auf die Großstädte und die Industrie ceutren verweisen, muß die Feststellung der Statistik intcr cssant sein. daß nämlich auch zu den Zuchthausinsassen O st Preußen. Posen und Schlesien— die Dorados der Junker— einen unverhältnismäßig hohen Prozentsatz stellen. Ueberhaupt dort, wo die„Patriarch� lische" Ausbeutung noch mit all ihren Schönheiten besteht und die Volksschule nur geringen Einfluß hat, kommen die meisten späteren Verbrecher her. Von den im Berichtsjahre neu eingelieferten 5500 Zuchthäuslern hatten 300 gar keine Schulbildung, 2500 hatten nur eine ganz mangelhafte Schulbildung genossen. Also bei mehr als der Hälfte fehlte die Durchschnittsbildung der Volksschule! Wie könnte es auch anders sein in einem Lande, in welchem das Junkerpgrlament über die Volksschule wacht, jenes Junkertum, dessen Grundsatz lautet: „Der dümmste Arbeiter ist der beste l" Mehr Schulbildung, mehr Wissen ist eines der besten Mittel im Kampfe gegen das Verbrechen. Selbst wenn man alle jene Fälle wegstreicht, in denen eine von humaneren Grundsätzen geleitete Strafjustiz, anstatt der Zuchthausstrafe nur Gefängnihstrafc verhängen würde, ist diese preußische Znchthausstatistik ein düsteres Bild. Sie zeigt vor allem, daß für den Klassenstaat die Bekämpfung des Ver- brechens eine Aufgabe ist, an der er scheitert. Ihm erscheint die B e st r a f u n g des Verbrechens als einzige Aufgabe, während es doch in erster Linie die Beseitigung der U r fachen des Verbrechens sein sollte. Deshalb ist auch das Geschrei nach Verschärfung des Strafvollzugs eine reaktionäre Thorheit. Hebung der Volksbildung durch die Ausgestaltung der Volksschule, Bekämpfung der kapitalistischen Ausbeutung und der durch sie erzeugten socialen Not, sociale Fürsorge für die Notleidenden und Unterdrückten, Fürsorge nicht zum mindesten auch gerade für die Ausgestoßenen der Gesellschaft— dadurch allein ivird das Verbrechen bekämpft. Weil aber hierzu den herrschenden Klassen selbst der gute Wille mangelt, wird das Verbrechen den Gang der gesell- schaftlichen Entwicklung begleiten, steigen oder fallen mit den zeitweisen Verschlechterungen und Besserungen, aber immer da sein, bis der Socialismus eine bessere Ordnung der Dinge schafft._ politische Mebevflcht. Berlin, den 26. März. Frauen-Jdeale der Zechenbesitzer. Die„Rh.-Westf. Ztg.", das den besonderen Profitinteressen der westfälischen Bergwerks- und Hüttenbesitzer dienende echenblatt fühlt sich wieder mal gedrängt, sür deutsche ildung und deutsche Gesittung in die Schranken zu treten. Meist sind es die durch die wüste socialistische Agitatton ver- hetzten Arbeiter, die es als Beweise sür die Notwendigkeit einer Hebung der Volkssittlichkeit im Sinne der Zechenbesitzer und der Verkehrtheit des den Arbeiter mit dem Unternehmer gleichstellenden jetzigen Neichstags-Wahlrechtes vorführt. Dies- mal aber hat es sich die„Damen"- Deputation(das Wort Damen setzt das Blatt in Gänsefüßchen), die jüngst dem Reichskanzler ihre Wünsche vorgetragen hat. als Demonftrations- öbjekt für seinen eigenartigen Sittlichkeits- und Bildungsbegriff ausersehen. Es schreibt: „... Da ist es nicht besonders ver'.vnnderlich, wenn an der Spitze der an den Reichslmizlcr gerichteten Forderungen die Aufhebung der Ziffer ö des 8 All des deutschen Reichs-Straf- gesetzdnchs verlangt wurde. Mit solchen Dingen fangen also die radikalen Frauenrechtlerinnen ihre„Hebung des FrmienstandcS" an. Die Materie ist zu vielseitig und zu peinlich, um öffentlich diskutiert zn werden. Wir beschränken uns darauf, zu betonen, datz es kaum im Juteresse der Frauen gelegen sei» kann, wenn mit dieser iveiblicheu Klasse die Emaucipation be- ginnt... Das zlveite Verlangen ist die Aufhebung des Verbots einer Teilnahme von Frauen an politischen Versammlungen. Hier ist allerdings insofern ein Mißstand, als das Wort„politisch" zur Zeit zu eng gezogen wird. Wenn Frauen als Gutsbesitzer dem Bunde der Landwirte angehören, so sehen wir gar nicht ein, weS« halb sie an den Hauptversammlungen nicht tciuichinen sollen. Man sollte also das Verbot auf die Teilnahme an . direkt parteipolitischen Versammlungen beschränken. Aber gerade hierauf kommt es den fortschrittliche» Fraueurechllcrinuen an... Das ist nun ivieder einer der Punkte, denen ein hartnäckiger Widerstand entgegengesetzt werden wird und muß. Der Erteilung von politischen' Rechten müssen die politische Fähigkeit und das politische Pflichtbewußtsein vorangehen. Schon i st bei den Männern ein verhängnisvoller Schritt mit der Erteilung des allgemeinen Wahlrechts ge- s ch e h e n. Jeder Bummler und Zlnalphabet hat dasselbe Recht»nie der ehrbare Bürger, jeder Arbeiter das seines Herrn, jeder Parvenü das des gebildeten MaiuieS. Diese Gleichberechtigung hob den Einfluß der politischen Bildung, der politi- scheu Befähigung und des Besitztums in Deutschland nahezu auf: sie ist die Mutter sotvohl des Socialismus ivie des Ultra« montnnrSmns. Zivischen diesen beiden Mühlsteinen wirb die deutsche Bildung seit Jahrzehnten zerrieben. Und der fundamentale Fehler, der mit diesem Wahlrecht gemacht ist, und der dem Reiche möglicherweise die Existenz kostet, soll mm bei den Frauen nochmals gemacht ivcrden." Die Besorgtheit des nationalliberalen Blattes um die zwischen Socialismus und Ultramontanismus zerriebene deutsche Bildung, die selbstverständlich in reinster Güte durch die Zechen- und Hüttcnbesitzer repräsentiert wird, ist herzergreifend. Recht treffend charakterisiert wird sie in ihrer Qualität durch den Vorschlag, daß für die in Begleitung ihrer Gatten und Freunde oder allein nach Berlin zum Genuß der Bundes-Cirkus-Veranstaltungcn und andrer gleichartiger Ainüsements wallfahrenden not- leidenden Gutsbesitzerinnen der Begriff„politisch" erweitert werden soll, für die unter Aufbietung aller Kräfte selbst für ihren Lebensunterhalt schaffende Arbeiterin dagegen nicht. Bedauerlich ist nur, daß die„Rh.-Westf. Zeitung" nicht hinzufügt, was sie unter dem neuen Frauen- Ideal versteht, von dem sie spricht. Wahrscheinlich ist ihr Ideal ein schon recht altes, das„Züchtigwalten der Frau im häus- licheu Kreise"— natürlich auch nur soweit Guts-, Zechen-, Hüttenbesitzcnnnen und„ehrbare Bürgerinnen" in Betracht kommen; lvas die Frau des Arbeiters anbetrifft, so wird das Blatt vielmehr für„ideal" halten, daß sie in der Fabrik kräftig mitarbeitet; und selbst den Arbeiterkindern dürfte eS nach seiner Ansicht nur heilsam sein, wenn diese früh lernen, den Profit der nach Besitz, wenn auch weit weniger nach Bildung maßgebenden Unternehmerschaft zu mehren.— Eine Banernversammlung gegen die Getreidezölle. AuS E l f a ß- L ö i h r i n g e n wird uns geschrieben: Eine äußerst wirksame Demonstratio» gegen die Zolliviicherpläne der Hochagrarier fand nni letzten Sonntag im untcrelsässischen Dorfe Hatten statt. Dort tagte eine ausschließlich von Land« wirten besuchte und vom Bürgermeister des OrtcS geleitete Versammlung, in der der G u l s b e s i tz e r W o l f vom nahe» Hofe Grascrsloch über den Zolltarif unter besonderer Berück- sichtigmig der l a» d Iv i r t s ch a f t l i ch e n Zölle referierte. In seinen mit großem Beifall aufgenommenen Aus- f ü h r n ii g e ii trat er vor allem der von agrarischer Seite beliebte» Behauptung entgegen, als ob d i e L a n d iv i r t s ch a f t in i h r e r Gesamtheit n o t I e i d e u d sei. Ohne den gcriiigste» Wider- spruch zu finden, konstatierte er, daß die Mehrzahl unsrer Bauern, trotz der für die Laiidlvirtschoft nicht gerade günstigen Verhältnisse, doch vorwärts gekommen sei, und führte dann an der Hand statistischen Materials und eigner Erfahrimg den Nachweis, datz eine Erhöhung der Getreidezölle der übergroßen Mehrheit unsrer Landwirte nicht nur ketne»» Nutze» bringen, sondern im Gegenteil empfindlich schaden werde. Ganz besonders aber wandle er sich gegen die Zölle auf Futter niittel, die gerade die kleinen und mittleren Bauern als die Träger unsrer Biehzncht empfindlich schädigen und auch denjenigen, die Getreide verkaufen können, den aus de» erhöhten Getreidezölle» gezogene» Gewinn wieder nehmen würden. Auch die Erhöhimg de» Hopseiizolleö bezeichnete er als ver- wcrflich, weil für den Hopfeubanrr schädlich. Die feinen Sorte» böhmischen Hopfens würden trotz des Zolles eingeführt werden, dagegen würde die Gefahr entstehen, datz insbesondere der elsäsfische Hopfen sein Haupt-Absatzgcbiet nach Belgien nnd Frankreich verlieren Ivürdc, da mit Sicherheit zu erwarten wäre, datz diese Staaten eine Erhöhung»in'reS Hopfenzolles mit einer Erböhung ihres Zolles beantworten würden Die deutschen Hopfen-Pro- dnzenten find aber ans die Anöfuhr angewiesen, was schon aus der Thatsache hervorgeht, daß wir viermal mehr Hopfen ein- als ausführen. Wie die Erhöhimg der Fnttermittel-Zölle, so werde auch die Erhöhung der Zölle auf fast sämtliche laiidwirtscbaftliche Bedarfs- Artikel für den Bauern schädlich wirken. Der Referent faßte seine Ausführungen dahin zusammen, daß die Bauern in ihrem eignen Jntcrcffc gegen die Erhöhung der Zölle«nd für gute, lang- sristige Hgndclövrrträge eintrete» müßten, da daS Wohl und Wehe uusreS Bauernstandes anfS engste verknüpft fei mit dem Wohl oder Wehe der industricllctt Arbeiterbcvölkcrnug, welche die Hauptabnehmerin der landwirtschaftliche» Er- zenguifse ist. Zum Schlich„ahm die Vcesammlmig debattelos und eiu- stimmig die folgende Resolution au:„Die Versamm- luug vermag in dein neuen Zolltarif keine, den Bauernstand nachhaltig fördernde Tendenz zu finden, hält dagegen eine Ver-- tcuerung der Futtermittel, eine Verleuerung sämtlicher landlvirtschafd lichen Bedarfsartikel für verhängnisvoll. Insbesondere protestiert sie gegen jede Hochschutzzollpolitik. Sie erblickt in der Fortführung unsrer bewährten, für das Blühen unsres wirtschaftlichen Lebens notwendigen Handelsvertrags- Politik die Vorbedingung der gedeihlichen Weiterentwicklung des mit der Gesamtheit verknüpften Bauernstandes."— Fricdcusvcthandlunge» und Waffenstillstand. Während„Daily Graphic" berichtet, daß während der Dauer 6er Verhandlungen in Südafrika thatsächlich ein W a f f e n st i l I st a n d bestehe, ist in London ein Bericht Kitcheuers über in den letzten Tagen erfolgte englische Operationen eingetroffen, der au das Gegenteil schließen läßt. Äitchener meldet nämlich aus Pretoria vom 25. d. M.: Mehrere Kolonnen berittener Truppen unternahmen am Abend des 23. März ohne Geschütze oder irgend welches Gepäck kombinierte Bewegungen gegen D ela r e y. Abschließende Berichte über das Resultat derselbe» liegen noch nicht vor. Die Kolonnen slckeivich und General Walter Äitcheuer erbeuteten drei F ü n f z e h n p f ü n d c r und zwei PompomS niachtcn 98 Gefangene und erbeuteten eine Menge Wagen und Vieh. Ein späteres Telegramm des englischen Obcrstkommandierendeu beziffert nach Eingang aller Rapporte über die kombinierte Operation die Gesamtzahl der Gefangenen auf 135. D e I a r e y und seiner Truppe ist also, abgesehen von der angeblichen Zurückeroberung der Geschütze Muthucns, kein besonderer Schaden zugefügt worden, doch belveisen diese Operationen, daß trotz der Unterhandlungen der Krieg ruhig seinen Fortgang nimmt. Ueber die Aussichten der Friedensverhandlungen gehen die Meinungen heute noch genau soweit auseinander, lvie in den letzten Tagen. Während einerseits versichert wird, daß das Friedensbedürfnis der Boeren dem der Engländer begegnet und Lord Wolseley zu dem Zweck nach Südafrika entsandt worden sei. um für England Friedensverhandlungen einzuleiten, meldet„Daily Telegraph" andrerseits aus Kapstadt, daß man sich dort darüber einig sei, daß die Wichtigkeit der gepflogenen Verhandlungen und die ganze Aktion Schalk Bürgers bedeutend überschätzt worden sei, und daß der Frieden aus denselben nicht hervorgehen könne. JnBoerenkreisen versichere man, die Lage der Boeren sei eine viel zu vorteilhafte, um sich den englischen Friedcnsbcdingungen zu unterwerfe».„Daily Mail" weiß denn auch zu berichten, daß Präsident Kruge r nur solche Friedensbedingungen zn unterzeichnen geneigt sei, in denen die Entschädigung f ii r die niedergebrannten Farmen, die Garantie Englands für eine Boere na»leihe und die Erlaubnis zur Unterhaltung einer Armee enthalte» sei. Diese Bedingungen entspräche» im großen und ganzen der Wied e rh e r st eilung des«t-rtuL guo, und auf solche Bedingungen wird sich England schwerlich einlassen. Würden sich aber andrerseits die Boeren eine Entwaffnung gefallen lassen, so käine das trotz aller derartigen Zugeständnisse Englands einer b e d i n g u n g s- losen Unterwerfung der Boeren gleich. Und daß die Boeren sich jetzt schon zu einer solchen bereit finden lassen würden, halten wir für höchst unwahrscheinlich. Es scheint also in der That, als ob die Unterhandlungen Schalk Bürgers zn einer Beendigung des Krieges einstweilen nicht fuhren sollten.— Deutsches Weich. DaS Konsilium der Finanzävzte. Aus Dresden meldet tinS ein Privat-Telegramm: Die Ministcrkouferciiz, der Graf Posadolvsky anwohnte, beschäftigte sich heute mit der Neichöfinanz- reform. Die ins Uitgemesiene gesteigerte Militär-, Marine- und Welt- Politik hat die Reichsfinanzen— trotz der ungeheure» Ausbeutung der Massen durch Zölle und indirekte Steuern— dermaßen gestört, daß auch die Finanzen der Einzelstaatcn in Unordnung geraten sind. Nun sind die weisen„Kasseil"-Nerzte beisammen und Pflegen Rat. wie der Pleite abzuhelfen sei. Es giebt nur eine vernünftige Reichsfinanzreform: Eine progressive direkte R e i ch s- E i n k o m in e n st e u e r.— Prcisanöschrcibrn für Spiritnsvcrwcrtnng. Das Kriegs- Ministerium und das Ministerium für Landwirtschaft, Domänen und Forsten fetzen für die besten in Deutschland hergestellten Vor- fpannm aschinen mit Spiritusmotor Preise von 10(XX), StXX) und 2500 M. aus.— Der Säbel des Lictttenants. Unter der Anklage der Körper» Verletzung mit einer tödliche» Waffe, dem Säbel, halte sich vor dem Kriegsgericht der 9. Division in Glogmi der Lientcnaut v W. von der 2. Batterie des Fcldartilleric-Regiments von Podbiclski Nr. 5 aus Sprottau zn veranttvorte». Der Angeklagte hatte am 3. Fe- bruar dieses Jahres die Aufsicht über das Eyerzieren der Rekruten zu führen und zog, nachdem das Einzelexerziercn durch die Unteroffiziere beendet war, die Mannschaften der Batterie zusammen. Hierbei gab er das Kommando„Augen rechts". Der Rekrut Goldmann hatte nun schon bei dem ersten Wort des Konmiandos die Augen nach rechts gewendet. Hier- über geriet der Lieutenant in eine»laßlose Erregung und ver- gaß sich soweit, den Säbel zn ziehe» und den Kanonier Goldmann damit in die Brnst zu stechen. Der Soldat trug hierbei eine blutende Verletzung in der linton Brnstseite davon; er mußte ins Lazarett gebracht werden»nd hat sich laut ärzt- lichem Attest vis zum 15. Februar dort in Be- Handlung befunden. Nach seiner Entlassung aus dem Lazarett hat der Rekrut glücklicherweise keine schlimmen Folgen dieser unsinnige» Stecherei mehr verspürt DaS wurde denn auch von, Kriegsgericht als mildernd in Be- tracht gezogen, andrerseits aber ertvogen, daß der Kanonier dem Lieutenant nur in geringem Matze Anlaß zu einem Tadel gegeben hatte und der Uebcrgriff im Dienste geschah. Der Lieutenant würde zu vieruudvicrzig Tagen Festungshaft(!) verurteilt. Kommentar wirklich überflüssig! Ein mcnschcnfrcundlichcr Arzt. Aus S t r a b b» r g i. E. schreibt mau uns: Mau mag dem Herr» Doktor R i ck l i n aus Dammerkirch, einem der jüngsten Mitglieder des LaudeSaus- s ch u s s e s für Elsaß-Lothriugeii. vieles vorlvcrfen können, das eine kann man ihm»iclit nachsagen, daß er an allzngroßer Philantropie leide. Er hat kürzlich im Landesausschnß über die staatliche Unfallversicherung Ansichten geäußert, die seinem Herzen als Arzt und Meuscheiifremid wenig Ehre machen. Unter den Nachteilen des genannten Gesetzes habe, so meinte Herr Ricklin, vor allein der Arzt zu leide»! beim„die Unfallversicherten habe» das Bestreben, ihre Beschwerden möglichst zn übertreiben, und sie erwarten vomArzt, daß er aus ihre Beschwerden eingeht(Die Unverschämten!) und ihnen bei Erreichung einer Rente behilflich sein soll." Der Arzt befinde sich da in einein Dilemma, da er sich beim Eingehe» auf die Wünsche der Patienten einer Pflicht- Vergessenheit schuldig, im andern Fall aber die betreffenden Arbeiter zu Feinden mache. Doch hören lvir den Herrn Doktor wörtlich ivcitcr: Zur Schande meines Standes muß ich gestehen, daß eZ Aerzte giebt. die im Rufe stehen, ein weiches Herz zu haben für die Rente nbe Werber, und die infolge- dessen von de» betreffenden Klassen mit Vorliebe aufgesucht werden, zum Nachteil ihrer k o» k n r r i e r e n d e n Kollegen (Aha!), die es mit der Ausstellung von Attesten genauer nehmen.. Ich habe den Eindruck gewonnen, daß jeder, der einer Kranken- lasse oder Versicherung angehört, darauf ausgeht, ni ö g l i ch st bald eine hohe Rcnte zu erhalten, und zwar ist es gar� nicht zu glauben, was alles gelogen, übertriebe» und simuliert iv i r d, um a n S der g e r i n g st e» Verletzung eine Rente zu erhaschen. Wenn»inn früher zu eincm Verletzten gerufen wnrde, so hieß es: Herr Doktor, n-chen Sie mich'möglichst rasch gesund, damit ich wieder arbeitsfähig werde. H c n t e ist dies ganz anders Kommen Sie zu einem solchen Verletzten, so sagt er: Herr Doktor, ich werde mein Leben lang nicht mehr arbeiten können, schreiben Sie nur sofort ein Attest, damit ich die Rente bekounne! Früher hatten wir Mühe, einen solchen Kranken so lange im Bette zu behalten, um ein gutes Resultat zu erzielen Heute ist es ganz anders, wir haben alle Mühe, einen solchen Menschen wieder zur Arbeit zu bringen, und ist er erst so weit, dann sagt er: Ich kann nicht mehr so recht arbeiten, ich muß eine große Rente bekommen,»m den Ausfall in meiner Arbeits fähigkcit zu decken!... Wemr wir die Segnungen der socialen Gesetze um den Preis erkauft haben, daß darunter die Wahr- h e i t s l i e b e und Gewissenhaftigkeit unsres Volkes leidet, so haben wir sie zn teuer erkauft! Wäre die Behauptung des meuscheufreundliche» Herrn Doktor Ricklin, daß den deutschen Arbeitern die„hohen" Rente» der Unfall' Versicherung, bei denen sie mit ihren Familien zum langsamen Huiigcrtodc verurteilt sind, lieber sind als ihre gesunden, arbeits fähigen Glieder, richtig, so wäre das für die heutige kapitalistische ProdliktionSordnung ein derart vernichtendes Urteil, daß wir dem- selben nichts mehr hinzuzufügen brauchen.— Menschenhandel der Laildwirtschaftökammern. Tie„Katto- ivitzer Zeitung" schreibt:„In welch' geivissenloser Weise mit den jetzt lvicder in großer Anzahl nach dem Westen strömenden gali- zischen Landarbeiten! umgegangen wird, konnte mau gestern aus unsrcm Bahnhof beobachten. Ein Trupp von Arbeitern, etwa 60. tvaren von Mysloimtz nach hier gebracht lvorde» und warteten auf den Agenten, welcher sie angeworben hatte. Endlich kam dieser hier gegen 6 Uhr abends mit einem außerfahrplanmäßigen Zuge von MySlowitz an, mit welchem auch die angeworbene» Arbeiter weiter befördert werde» sollten. Der Agent, ein Beamter der LandwirtschaftS- kannuer in Halle a. S.. Namens Karl Wiukler, stieg aus, wählte sich aus dem Trupp 28 Mann, besorgte Fahrkarten für sie und wollte abdampseii, ohne sich um die übrigen zu kümmer». Die armen Leute standen nun da, aller Geldmittel bar und wußte» nicht, was sie anfangen sollten. Es kam zu einer erregten Ans spräche zwischen den Beamten und den Arbeitern; als Wiukler Miene machte, in daS Coups zu steigen, wurde er gepackt nnd von den erregten Leute», nachdem man ihm ziemlich stark mit Schlägen zugesetzt hatte,»ach der Polizcitvache gebracht. Leider läßt sich gegen solches geivifseiiloses Vorgehen nichts inachen; man entließ deshalb de» Beamten wieder, während die zurückgelassenen 34 Arbeiter in Polizeihaft genommen»nd heute nachmittag nach Mysloimtz zurückbefördert wurden.—" Ein anmutiges Bild, daß in dieser Weise Beamte der siaatlichen Landivirtschaftskammcrn den Menschenhandel betreiben.— Internationale Polizeifreundschaft, lieber die Answeisnng der ausländischen polnischcii Studenten aus Berlin tvird dem Krakauer „Naprzod" geschrieben: „Die Uuterfuchung führte der Rat Wienen. Die preußische Polizei war über die persönlichen Verhältnisse und die Ver- gaugenhcit eines jeden der Ausgewiesenen vorzüglich unterrichtet. Denn sie hatte eingehende Berichte von der ö st r e i ch i s ch c n Polizei, besonders von der Krakauer, von der sie detaillierte Angaben erhielt. Die Abschriften der Protokolle der Untersuchung hat die preußische Polizei den russischen Gendarmen zur weiteren Benutzung übergeben." Wenn man das liest, glaubt mau, in Metlernichschen Zeiten zu leben. Die„heilige Alliänce" lebt auf! Wer im obcrschlesischcn Grenzgebiet der drei Kaiserreiche Ivohnt, Iveiß n o ch m a n ch e interefsante Einzelheit über die P o l i z e i- I n t i m i t ä t e n von hüben nnd drüben zn berichten. Es sind bloß die Militär- ' p i o u e, welche internationale Beziehungen Pflegen!...— Ei» polnischer Schnlprozesi. der sehr intereffant werden konnte, ist, lvie l»iS aus Oberschlesien gemeldet wird. nieder- geschlagen worden. Wir berichteten kürzlich von dem ein- zcleiteteu Verfahren gegen den früheren verantwortlichen Redacteur der„Gazeta Rvbotnicza", Genossen Moratvski. Das Blatt hatte über den Tod eines polnischen Schulknaben berichtet, der infolge der Züchtigung i» der Schule, zu Mamlicz Kreis Jnowrazlaw) erfolgt sein sollte. In dem Artikel unsres polnischen Partciblattcs wurde eine Beleidigung erblickt. Als wir über das Verfahren berichteten, stellten wir die Frage, ob die Behörden den Mut hätten. preußische Schulgepflogcnhcitcu in den poluischeu Provinzen vor Gericht— wie im Bromb erger Schillprozeß— noch einmal erörtert zu sehen. Die Antivort ist prompt erfolgt: Der Bentheu er Staatsanwalt hat jetzt das Verfahren eingestellt. Dagegen ist gegen den Lehrer ein Verfahren eröffnet worden. Wir sind a»f den Abschluß dieses Verfahrens sehr gespannt. Socialpolitische Debatten in der Altcuburger Kammer. Ans Alten bürg wird uns berichtet: Nach zehntägiger Arbeit sind misre Landtags-Abgeordiieieii wieder zu ihren heimischen Penaten zurückgekehrt. Der vorletzte Tag brackite eine heftige social- politische Debatte. Man darf ja von einem Landtag, in dem 25 Konservative neben nur vier Socialdcmokraten und einem Freisinnigen sitzen, besonderes socialpolitischcs Verständnis nicht vor- aussetzen, immerhin ist aber die mit fanatischem Haß gegen die 'ocialdemokratischc Arbeiterschaft verbundene Rückständigkeit doch «iiugermrche» auffällig. Nachdem seit einem Jahre für das Herzogtum Sachsen-Altenburg eine Handels- und eine Handwerker- 'aunuer bestehen, hat die Regierung diesmal dein Landtag eine Vorlage unterbreitet betreffend ErriKtiiiig einer Land- wirtschciftskcimmer. Charakteristisch für nnsre Verhältnisse ist es, daß von den 16 606 Besitzern landwirtschaftlicher Betriebe nur etwas über 5006 ein Wahlrecht zur Laiidwirtschastskammcr haben. D i e kleinen Bauern sind damit von ihren M i t- brüdern im Bunde der Landwirte rechtlos gemacht worden und zwar wie man betonte, weil der Kleine erst vom Großen lernen müsse. Bei dieser Gelegenheit fragten nnsre Parteigenossen an, ob nnd wann die Regierung daran denke, eine A r b c i t e r k a n> m c r zn errichte». Diese Äufrage, die von dem Genossen K ä p p I c r begründet wurde, rief sowohl bei der Regierung, als auch bei de» bürgerliche» Abgeordnete» helle E n t r ü st u n g hervor. Vom Regierungstischc aus erklärte ei» Staatsrat,- daß die Gewcrbe-Orduuug keine Möglichkeit biete, eine solche Arbeiterkannner zu errichten und daß der Begriff kammer habe nur dann einen Sinn, wenn ihr eine lkntemehmer- kannner entgegenstiiiide. Der Minister fand damit die Zustimmung des Hauses.' Wenn die alteuburgische Arbeiterschaft sich von der Socialdemokratie abwendet, wenn sie sich einschließt, vor jeder wirk- lichen oder eingebildeten Autorität niederzuknien, dann könnte sie vielleicht eine Arbeiterkannner erhalten. Uusre Arbeiterschaft wird nicht verfehlen, bei den nächsten Reichstagswahlcn der Regierung die gebührende Antwort zu erteilen. �— Arbeiter sehr schwer zu umgrenzen sei. Von andrer Seite ivar man so freundlich, zu behaupten, daß es besondere Arbeiter--Juteressen nicht gebe nnd daß die andren Kammern berufen seien, die Arbeiter-Jutercsjcn mit wahrzunehmen. Der Staatsministcr v. Helldorff, selbst Agrarier, faßte seine Ansicht in die Sätze zusammen: N u r durch die c n t- schiede n st c Bekämpfung der Socialdemokratie kann das Wohl der Arbeiter gefördert werden. So wünschenswert es sein möge, einen sachverständigen Beirat aus Arbeiterkreisen zu haben, so sei das heute nicht möglich, denn so lange die Arbeiterschaft unter socialdcmokratischer Führung steht, sei an ein unparteiisches Urteil in Arbeiterfragen nicht zu denken. Von misrer Seite wurde eine derartige, geradezu unglaubliche Erklärung ans dem«Munde eines Ministers gebührend beantivortet und das veranlaßte den Minister noch zu erklären, eine Arbeiter- Chronik der MajestätsbeleidiguugS- Prozesse. Wegen Majestätsbeleidigung in Verbindung mit einem Vergehen wider die Sittlichkeit wurde vor der Ulmer Straf- k a m m e r der Kaufmanii Bänerle von Rotteuacker zu eine in Jahr Gefängnis verurteilt. Der Angeklagte hat, wie die „Franks. Ztg." meldet, in schlver bezechtem Zustande beleidigende Aeußerunge'n gegen den Kaiser, durch welche zugleich die Sittlichkeit verletzt worden sein soll, in einem politischen Gespräch mit einem Amerikaner gethaii. Das Gericht erkannte trotz der schweren Be- trunkenheit auf die hohe Strafe, weil es annahm, daß der Air- geklagte doch nicht„nnzurechiinngsfähig" gewesen sei!! Die Ver- Handlung fand unter Ausschluß der Oeffeutlichkeit statt. Ausland. Frankreich. Waldeck Rousseau, der wiederhergestellt ist, begab sich zur Wahlgesetzkommissioii des Senats, um zu erklären, daß. trotzdem er im Priucip für die Verlängerung der Legislatur- Periode ist, er dennoch darein willigt, daß die Beratung über die Verlängerung von den andern Beschlüssen der Kammer betreffs de« Wahlgesetzes' abgezweigt wird. Die Seiiatskomünssioii hat sich bereits mit großer Majorität gegen die Legislaturverlängerung ausgesprochen.— Presistimmen über den franko-rnssischcn Ostasicn-Vertrag. Die regierungsfeindliche Presse beiirtcitl das französisch-nissische China-Äbkonniien sehr schwnrzseherisch. So schreibt„Eclair":„Der eiiglisch-japmiische Vertrag wahrte noch eine Friedeiisaussicht, jeder der beiden Vertragschließenden brauchte dem andern nur beizustehen, wenn eine dritte Macht eingriff; durch nnsre Erklärung vom 19. März haben wir dem Recht entsagt, einfache Zuschauer eines etwaigen Kampfes zu bleiben. wir haben der Welt im voraus angekündigt, daß wir gegebenenfalls die eingreifende dritte Macht sein und noch eine vierte hineinziehen würden, wir treiben vergnügten Herzens dem Kriege zu". Achulich äußert sich„Soleil":„Dclcasse hat nicht leugnen köiincn, daß der zweite Absatz der Note uns früher oder später zu gemeinsamem Vorgeben verpflichten kann, wir leisten also Rußland bestimmt eincii neuen Dienst, welchen Gegendienst leistet uns aber Rußland"?— Italien. Gesetz über Frauen- und Kinderarbeit. Die Kammer setzte die Diskujsio» der einzelnen Artikel des Gesetzes über die Arbeit der Frauen und Kinder in den Fabriken fort, und. um vor den Osler- ssricn damit zu Ende zu kommen, wurde am Sonntag eine Plenar- sitzung abgehalten. Das Gesetz wnrde»ach geringen Abäuderinigen mit 186 gegen 50 Stimmen»ach den KonniiissionSbeschlüsseu an- genommen. Der§ 10, der über hygienische Vorschriften in den Fabriken handelt, wnrde entsprechend den Vorschlägen der Socialistcn abgeändert. Ebenso zeigte die Regierung Eiitgegeiikonimcn bei K 14, ivclcher die Strafe festsetzt.— Politischer Verfolgungswahn. Ter klerikale Staatsanwalt von Turin hatte an das Bureau der Kammer das Ersuchen gestellt, zur gerichtlichen Verfolgung des Abgeordneten Morgan wegen Schamvcrletzung die Zustimmung zu erteilen. Der socialistiscbe Ab- geordnete Morgan hatte in seinem Blatte„Scmpre avanti" die Gc- pflogeiiheiten der Sekte„Augelica" von Atta einer wahrheitSgeireucn Besprechung unterzogen, die ivohl eine gerichtliche Verfolgimg gc- rechtfertigt erscheinen läßt, aber nach einer andren Richtung hin. als es der klerikale Herr Staatsanwalt wünschte. Das Bureau hat das Ersuchen abgelehnt und wird der Kammer empfehlen, diesem Beschluß beizutreten.— England. Vei der Parlamcntöwahl in Wakcfield an Stelle des ins Oberhaus berufenen liberalen Unionistcn Lord Milton wurde der Konservative V r o t h e r t o n mit 2960 Stimmen gewählt, während der � p r o g r e s s i st i s ch- s v c i a l i st i s ch c Gegen- kaudidat Snowdcn 1979 Stimmen erhielt. Milton war im Jahre 1900 ohne Gegenkandidaten und im Jahre 1895 inis einer Mehrheit von 699 Stimmen gegenüber dem liberalen Mitbewerber gewählt worden.— Täneniark. Tic LandcövertcidignngS-Kommisfion. DaS Folkcthing hat am Montag neun Mitglieder für die große parlamentarische Landes- vertcidigiings-Rommijsion gewählt. Die Liberalen habe» ausgeprägt radikale Männer ihrer Partei gewählt. Der Vertreter der Social- demokralie in dieser wichtigen Äommission ist K. M. K l a u s e n. Von den ans den beiden Kammern des Reichstags gewählten 18 Mit- gliedern der Kommission gehören 9 der liberalen. 5 der konservativen, 2 der niodcraten Partei an. einer ist uiiabhängig-konservativ nnd einer Socinldemokrnt. Nim hat noch die Regierung ciiien Vorsitzenden und vier nicht stimmberechtigte militärische Mitglieder.— Ruftland. Die Demonstration der Petersburger Akademie der Wissenschasteu. Die Ernennung Maxim Gorkis zum Ehrenmitglied der Akademie in Petersburg hat in allen Kreisen der russischen Gesellschaft das größte Anstehen erregt. Unter den äugen- blicklich obwaltenden Umständeu war das eine Manifestation gegen das antolratische System einer der höchsten Körperschaften der ge- bildeten Welt Rnßlaiids. Es darf nicht vergessen werden, daß Gorki nicht nur offen seine Sympathien für die Bewegung bekundet hat, sondern an ihr auch beteiligt gewesen ist. Er setzte als einer der ersten seinen Nainen unter daS bekannte Protestschreiben der russischen Schriftsteller und Künstler nach der Metzelei im vorigen Jahre an der Kasan- Kathedrale am 11. März. Den Staatsverbrecher, der noch vor wenigen Monaten in einer der Gefäiigniszelleii in Nischui-Nowgorod eingekerkert ivar, zum Ehrenbürger der Akademie zu wählen, das war ein Fanslschlag ins Gesicht der ganzen Hof- und Gendarmerie- Kamarilla. Während in der ganzen russischen Gesellschaft diese Ehrung ihres Lieblings mit Bcgeisternng aufgenomlneu wurde, schrie jene Zcter und Mordio. „Der Triumph Gorkis ist nicht nur sein eigner Triumph, sondern auch der Triumph derjenigen Klaffe, als dessen Vertreter er er- scheint",— schrieb ein unter Präveilliveeusur stehendes Blatt. Jedenfalls hatte der Censor nicht begriffen, daß unter dieser Klasse die Arbeiter gemeiiit sind, aus deren Mitte Gorki bekanntlich entstaniiiit. Ein andres war. versteht sich, das Gesicht der Reptilienpresse. Fürst McschtscherSki. der bekannte Herausgeber des„Graschdaniii" schrieb die folgende Jeremiade:„Als ich heute in den Zeitniigen die Nachricht von der Erneiniinig Maxim Gorkis zum Ehrenmitglied der Akademie, d. h. zum Mitglied der kaiscr- lichen russischen Akademie, las, da wurde es mir dunkel in den Auge ii. Es schien mir. als ob ich dies im Fieberwahn lese und gar nicht das sehe, ivas gedruckt ist. sondern nur meine eignen Fascleiep. Aber im selbigen Augenblick tritt ins Zimmer einer meiner Bekaiiuten; ganz aufgeregt und atemlos spricht er:„Haben Sie gelesen? Man hat es gewagt. Maxini Gorki zum Akademiker zu miemien?" Also ist es kein Fieberwahn— wurde es mir unter tiefem Schmerz in der Seele klar. Das ist— Thatsache. Das ist Wahrheit! Mein Gott, schrie mein Bekannter auf,— wohin gehen wir denn? Maxim Gorki— Ehrenmitglied der Akademie! Sie haben sogar die französische Republik ii b e r t r u m p f t l" Besser kann wohl die Stimmung und das Gekreisch der goldbetreßten Lakaienbrut nicht wiedergegeben werden, wie eS hier durch die Feder eines ihrer bekanntesten Vertreter geschieht. Es war gleich klar, daß alle Hebel in Bewegung gesetzt werden würden, um die Wahl rück- gängig zu machen. Ihr Werk ist auch gelungen, denn die Regierung hat sie ganz einfach für ungültig erklärt.— Asien. � Tic lluruhcn in Tüdchiua. Die bei der Einireibung der Steuern in der Provinz Hönau ausgebrochenen Unruhen haben sich. »ach einer Pekinger Laffan-Meldung. in den Bezirken Manyang und Tungpo zu offenem Sliifrühr entwickelt. Ter italienische Bischof telegraphiert ans Piyang, er werde belagert, die Kirche sei niedergebrannt und fünfzehn chinesische E h r i st e n seien entweder ermordet oder v e r b r a n» t worden; zivei Geistliche hätten sich geflüchtet, einer von ihnen iverde vermißt. Die chinesischen Behörden haben ein Edikt erlassen, daß diese Nachrichten bestätigt und zugleich die Bestrafung der Schuldigen ankündigt. Die Beamten in Pihang sollen degradiert, die in Tungpo anderweitig bestraft und die Thaler selbst sollen ent- hauptet werden.— Mgreß der fmzWen Wilbahiler. Paris, 24. März.(Eig. Ber.). Der 13. Jahreskongreß der„Landcsgetvcrtschaft der Eisenbahn- arbciter Frankreichs und denen Kolonien" tagte in der hiesigen Arbcitsbörse vom 2V. bis 23. März. Er ivnrde beschickt von 52 Delegierten, die insgesamt 71 lokale Abteilungen oder Unter- abteilungen mit 36 000 Mitgliedern. Angestellten oder Arbeitern, ver- traten. Auch die Eisenbahner- Organisation der Insel Korstca war durch einen eignen Delegierren vertreten. Gelegentlich der Mandatsprnstmg wurde beschlossen, daß in Zukunft kein Gciverkschaftsbcamter, der im Lauf des dein 5to»greß voranfgehenden Geschäftsjahres in Thätigkeit ivar, als Delegierter zugelassen werden darf; es soll ihm nur eine beratende Stimme zustehe». Den Hanptgegenstand der Beratung bildete das Schutzgesetz B e r t e a n x- R a b i c r- B o u r r a t, dessen Leidensgeschichte ich sciircr Zeit erzählt habe. Bon der Deputicrtenkamnrer Ende 1897 votiert, vom Senat verballhornt, von der Kammer 1901 wieder in der»irsprünglichen Fassung hergestellt, wurde es neulich von der Senatskonimissio» abermals verballhornt. In der Fassung der Kammer sichert die Reform den Eisenbahnern namentlich den Zchnstnndentag, Verbesserung der Alterspensionen. 15 Tage Ferien jährlich für das Zugpersonal usiv. Die Regierung hatte bekanntlich in der Kammer die Reform bekämpft. Das hat der Seiintskommission ihre arbeiterfeindliche Haltung erleichtert, ungeachtet der von der Kaminer votierten Extra-„Einladung" an die Regierimg, die Reform im Senat zu verteidigen. Regierung und Senat handelten in Uebereiiistiininnng mit den Eiseiibahngesellschasten, deren Organisation die Kosten der Reform auf über 100 Millionen Frank anschlägt. Die Eisenbahncr-Geiverkschaft berechnet hingegen die Mehrkosten auf etwa 29 Millionen Frank. Man begreift, daß der Kongreß einen Antrag ablehnte, der die Regierung auffordern wollte, mit dem Senat wegen der Ltcform event. in Konflikt zu treten. Die Aufforderung wäre ja absolut wirkungslos. Dagegen votierte der Kongreß mit allen gegen 11 Stimmen eine Resolution, die den Entwurf der Seuatskommission verwirft als „eine vollständige Vernichtung aller Vorteile des von der Kammer votierten und voni Personal sämtlicher Eisenbahnlinien einstimmig geforderten Gesetzes". Ferner wird jeder bestimmte Beschluß vertagt bis zum Senatsvotum; aber im wahrscheinlichen Falle der Ab- lehnnng der Reform durch den Senat wied der Gewertschaftsvorstand beauftragt, unverzüglich nach dem Votum des Entwurfes der Senats- lonimission einen neuen Specialkongrcß einzuberufen, der die nötige» Beschlüsse fassen soll zwecks Durchsetzung der Forderungen, die der aus dem beschränkten Wahlrecht hervorgegangene Senat den Eisen- bohnern verweigert." Zugleich wurde einstimmig beschlossen, in der Wahlkampagne zur Depulierteukammer die Kandidaten zu verpflichten, in der Kammer einen Entwurf auf Abschaffung d c s S e n a t s zn beantragen. Ein weiterer Beschluß verpflichtet dieselben Kandidaten aus die Hauptforderungen der Gewerkschaft, worunter der Rückkauf der Eisen- bahnen durch den Staat. Eine besondere, von der Geiverkschaft rechtzeitig vor den Wahlen herauszugebende Broschüre soll die beiden letzteren Beschlüsse ein- gehend auseinandersetzen. Bezüglich des B c f o r d e r n n g s w e s e n S verlangt der Kongreß von den Privatbahnen die Einführung der auf den(in Frankreich sehr beschränkten) StaatSbahuen geltenden Regeln und namentlich die Beseitigung der Vetternwirtschaft in jeder Form. Weiter bestätigte der Kongreß das Gewerkschafts- p r o g r a m in. das auf dem Lyon er Ncgipnalkongreß der Eisenbahner votiert worden war. Hier die wichtigste» Forderungen dieses Programms: Gleicher Lohn für die Angestellten beider Geschlechter, Aufangsgehalt 4Ve Fr. im Tagelohn, 130 Fr. im Monatslohn, Lohn- erhöhung alle drei Jahre, 2 Fr. Tagelohn und Zehnstiindentag für die Bahnwächterinnen, Ersetzung des Tagelohus durch den Monats- lohn, zwei Ruhetage monatlich für die Depot-Angestellten, Bezahlung der Ruhetage und der llrlaubszeit, Abschaffung aller Rang- Herabsetzungen aller und Maßregelungen, die den Lohn vermindern könnten n. a. m. Der Geiverk'chaftsvorstand wurde beauftragt, mit den andren Eisenbahner- Organisationen, die die gleichen Tendenzen Ivie die „Landcsgewcrkschafr" aufstellt, sich zu verständige» zwecks Ber- e i n i g u n g in e i n e r F ö d e r a t i o n. Ferner erhielt der Bor- stand die Erinächtiguug. sich auf dem Kongreß verwandter Gewerkschaften vertreten zu lassen und in Zukunft auch dieselben ziim Besuch des eignen Kongresses einzuladen. In Bezug auf die R e g i o n a I k o n g r e s s c(der einzelnen Eisenbahnlinien) wurde beschtossen. daß der von ihnen gewählte Vorstand erst nach Einholung des Gutachtens des Landesvorstandes handeln darf, und zwar stets im Namen der Landesgewerkschaft und unter persönlicher Mitwirkung eines Mitgliedes dcS Landes- Vorstandes. Ferner dürfen die Regioualbciträge nicht ohne Billigung des Laudeskongresses geändert werden. Ein Autrag aus Erhöhung der Mitgliedsbeiträge auf 50 Cts.<40 Ps.) moiiallich wurde nach lebhafter DiSkuision mit 146 gegen 127 Bertretiingsstkinmen bei sechs Enthaltungen a b- gel e h n t. Endgültig aber soll die Frage durch ein Referendum eiilschiedcu werden. Wird dann die Erhöhung votiert, so soll der Preis dcS GewerkschaftSorganS von 10 auf 5 CtS. hcravgesetzt werden. Die Schaffung von A r b e i t§ a n S s ch ü s s e n auf jeder Eisen- bahnlinie wurde mit allen gegen 2 Stiimneii votiert. Sie sollen zur Hälfte ans gewählten Vertretern der Arbeiter mid auS Vertretern der Eiscnbahii-Verwaltiing bestehen. Ihre Kompetenz soll sich erstrecken ans das Pensionswefe», Unfälle. Maßregelungen und dergleichen. Eine vom Kongreß gewählte Delegation nahm dann Rück- spräche mit dem Minister der öffentlichen Arbeiten über die Arbeiter- ausschiisse. Am dritten SitzimgZtage berichtete die Finanzkommission über den B u d g e t v o r a ns ch l a g für 1902—1903, der in folgender Gestalt votiert wurde: Voraussichtliche Einnahmen: Beiträge neuer Mitglieder 2000 Fr., Beiträge 80 000 Fr., zilfaiiimen 82 0l)0 Fr. Ausgabe» 78600 Fr., somit ein llebcrschnß der voraussichtlichen Einnahmen über die Ausgaben in der Höhe von 3400 Fr. Das Gehalt der Gewcrkschaftsbeamten wurde um 1000 Fr. jährlich erhöht. Die volljährigen Beaintcn sollen vom 1. März 1903 ein Aufangsgehalt von 2100 Fr. beziehen anstatt der bisherigen 1300 Fr.—'_ pstvte i � aiiividjf ett. Gemeindcwahlc». In der Gegend von Magdeburg wurden in den letzten Tagen socialdemokratijche Geineinderats-Mitglicder gewählt in P r e st e r l, in L e g e n d o r f 1, in B i e d e r i tz 2, in Lemsdorf I, in Rothensee 1; in der Gegend von Halle wurde je 1 gewählt in U n t e r w e r s ch e n und Benneckenbeck; in der Gegend von Stettin 2 in Warfow und 1 in F r a u e n- dorf. Toteulisto der Partei. In Stötteritz bei Leipzig starb der Cigarrenniachcr Friedrich Jacob im Alter von 58 Jahren nach langem Krankenlager. Schon frühzeitig stand der Verstorbene in Reih und Glied der kämpfeude» Socialdemokratic. für die er Not und Eiitbchruugeu gar mancher Art durchzukosten hatte. Das Ver- trauen der Genosseii berief ihn in den Stöttcritzer Geincinderat. unter deni Socialistengesetz verfiel er aber gar bald der Ausweijung ans dein Bezirke des kleinen Leipziger Belagcriingsziistaudes. Von sechs, meist noch lleineii Kindern, die mit ihrer Mutter zurückbliebeii, riß ihn daS polizeiliche Machtwort, worauf er eine Zeitlang mit Liebknecht dos Exil in Bolsdorf lcilte. 1889 kehrlc er zurück, worauf er mit Gleichgesinnten den Sivttcritzer Kousinnvereiu gründete, deffen Vorsitzender er von Anfang an war. Etwa fünf Jahre lang, seit 1895 bis vor wenigen Monaten, war Genosse Jacob auch Mitglied des AgitatioiiskomitecS für den 12. und 13. sächsischen RcichStagS-Wah'lkreis, in welcher Stellung er die Kassengeschäfte verwaltete. An allen Parteiarbeiten hat der nun Verstorbene, der bis zum letzten Augenblick für die Sache des arbcileiideu Volles begeistert war, lcbhasteu Anteil gcnommcn. Die Leipziger Socialdemokratic wird den Dahingeichiedcncn in dankbarem Andenken halten! Po» der„Hütte", der nengegrnndeten Jngendzeitschnft, liegt bereits daS erste Heft vor. Das gediegen aiisgestatlcte Heft bringt nach einer kurzen Einfühning zunächst eine Erzählung„Der Sieg des Schwachen". Eine Redaktionsnotizgiebt Aufschluß Über die Bedeutimg und Eigenart des Schriftstellers. Dann folgt ein Aufsatz von Heinrich Schulz über die Frage:„Was heißt lesen?" darinnen gezeigt wird, wie inan mit Gewinn liest. Cnrt Grotletvitz behandelt in leicht- faßlicher Weise die Entstehung der Erde. Den Lehrling im Wandel der Zeiten schildert Adolf Braun in einem iuteresinute», dem Verständnis jüngerer Leser angepaßten wirtschaftsgeschichtlicheii Aufjatze. Den Altar von Pergamon, der im kürzlich eröffneten Berliner Pergamon- Museum aufgestellt ist. beschreibt John Schikoivski. Daran schließt sich ein Artikel Über die Berliner elektrische Hochbahn und eine schnurrige Gespenstergeschichte im sächsischen Dialekt von Ferd. Aw. Den Schluß machen kurze politische Notizen, bestimmt, die jungen Leser in geeigneter Weise in das politische TageSgctriebc einzuführen. Dem Hefte ist ein schönes Knnftblatt beigegeben August Bebel darstellend, der in einer Besprechung der Jugend als nachahmens- iverteS Borbild dargestellt wird. „Die Hütte" erscheint im Verlage von Herm. Wallsisch-DreSden. Zwingerstr. 22, am 1. und 13. jedes Monats, kostet vierteljährlich 1.50 M., die einzelne Rümmer 23 Ps. und ist durch alle Buch- Handlungen und Kolporteure sowie durch die Post unter Nr. 3596 b, 5. Nachtrag, z» bezichen. Alle Arbeiter, die in der Lage sind, für gute Lektüre etwas cnis- zugcbcn, sollten„Die Hütte" abonnieren. Berichtigung. In der Notiz„Spießbürgerliches" in der gestrigen Nummer hat der Druckfehlerteufel(Mittelspalte, dritte Zeile von unten) aus einem nicht u n b e a ch t l i ch e n ein nicht„un- berechtigtes" Hemmnis gemacht. Die Leser wollen das in dieser Weise berichtigen. Socialdeiuokratischer Wahlerfolg in der Schweiz. Im Kreise Ehcnit im Konton Waadt ist am letzten Sonntag unser Genosse Alexis Capt mit 379 gegen 368 Stimmen, die auf seinen „radikalen" Gegenkandidaten fielen, in den Kantonsrat(Landtag) gewählt worden. poliieiliches. Gvrichtlichea usw. — In der„VaMt» Robotnieza" wurde am Dienstag, den 25. März, nacki dem Polnischen Partei-Liederbuch(1901) und den polnischen AgitationSbroschiiren„Ojeisc Szyrnon1' und „Czy teraz nie mapanszczyzny?"(„Vater Simon" und„Haben wir keine Leibeigenschaft mehr?") gchanSsucht. Die Beamten fanden eine groß« Anzahl Liederbücher nud etwa 19 Exem- plare von„Vater Simon". Die Schriften sollen gegen§ 130 des Strafgesetzbuches(Aufreizung zum Klaffenhaß) verstoßen. Aus Andulkriv und Huudrl. Anö dem oberschlcfischcn Judustrtcbezirk wird der„Arbeits- markt-Korrefpondenz" geschrieben: Wenn sich auch die einzelnen Nach- richten vom Arbeitsmarkt im oberschlesischen Industriegebiet noch sehr widersprechen, so läßt sich doch nicht verkennen, daß die bishrrige Vc- lcbung durch Verfchlcchternng im Bergbau augenblicklich ins Stocken geraten ist. Seit Mitte März treten Arbeiterentlnfsimgen und Lohn- hcrabsetzuiigcu stärker ans. Die L o h n k ü r z ii n g c n, die übrigens zum größten Teile nicht' einmal vorher angekündigt wurden, sind solvohl bei Schicht- wie bei G e d i n g e I o h n auffallend groß. Viele, namentlich Unverheiratete, ziehen die Arbeitslosigkeit der Arbeil unter so stark herabgesetztem Lohne vor. Auch biete! sich den Bc- schäftiguiigslosen teilweise in andern Betrieben Ersatz für die verlassene SIclle. In der Hüttenindustrie ivie im Erzbergbau, vereinzelt auch für einzelne Kohlengruben, werden gegenwärtig Arbeitskräfte gesucht; so für Gruben in der Rybnikcr Gegend, auf' den Erzförde- rungcn bei Tarnowitz, von der Jiilicnhütte; eine Grube im Kreise Tarnowitz sucht einheimische Arbeiter als Ersatz für entlassene und zu entlassciide Galizicr. Auch die Julienhütte sticht ausdrücklich ein- heiinifchc Arbeiter. Wenn man das Ergebnis der bisherigen Ent- lafstiiigen Überblickt, so zeigt sich, daß die Gruben- und Hnlten- Verwaltungen den schlechten Geschäftsgang vorwiegend dazu benutzt haben, weniger leistungsfähige Arbeiter abzustoßen; insbesondere ist das auch ini Betriebe der Eisenbahn geschehen. Jüuatre, leistungsfähige Arbeiter, die von Entlassungen bc- troffen wurden,' haben meist wieder in ihrer Branche Beschäftigung gefunden. Eine gewisse Bevorzugung genießen noch i mm e r ausländische Arbciter. Die Italiener, die insbesondere für GesteinSarbcitcn angeworben werden, arbeiten fast überall in sechs- oder achtstündiger Schicht, es sind meist hier an- gefiedelte verheiratete Leute. Die Hüttenwerke, die Galizicr bc- schäftigcn, erlauben diesen vielfach, nach einigen Monaten Arbeit in ihre Heimat zn reise» und nach einigen Wochen Ferien wieder zur Arbeit zurückzukehren. Neuerdings iverden auch Ungarn in großer Zahl hier eingeführt, besonders auf Hüttenwerken. Dasselbe Werk, das kürzlich ausdrücklich einheimische Hochofenarbeiter suchte, nach- dem eS 40 Ungarn entlassen hatte, hat jetzt wieder 200 Nngärii an- genoiiiinen und einheimische Arbciter entlassen; ferner ist bekannt geworden, daß die in der Nähe der Dreikaiserccke gelegene Myslowitzgrnbe ca. 500 Galizicr beschäftigt. Ans die Gestaltinig' der Beschästigiings- und Lohnverhältnisse wirkt diese Aiislnnderverweiidniig sehr schädlich ein, ebenso in Bezug auf die Art der Be- Handlung der Arbeiter. Ein lameradichaftlichcs Verhältnis zwischen einheimischen mid ausländischen Arbeitern ist ausgeschlossen. Der Galizicr ist nichts als Arbciter; er arbeitet und schläft, um wieder zu arbeiten. Ungiinstiger als augenblicklich dürfte sich der ArbeitZmarkt gestalten, wenn die Besserung im Eisengewerbe nachläßt. Der augenblicklich gute Beschäftigungsgrad hängt damit zusammen, daß die Händler noch vor dem 1. April die von alten Abschlüssen rückständigen AnftragSmenwen zugestellt erhalten ivollen. Auf den einzelnen Werken, wo' gegenwärtig Vollbctrieb ist, rechnet man von Mitte April ab aus eine Abschwächung des jetzigen Beschäftigungsgrades. Trifft dann der Niedergang im Bergbau mit einer Stagnation im Eifengewerbe znsaminen, so würde auch der oberschlesische Arbeitsmarkt von einer starken Schicht Arbeitsloser gedrückt iverden. Geschäftsberichte der AttiengefeUs, hasten. A s ch i n g e r B i e r q ii e l l e A.-G. verzeichnet bei ihrem Aktienkapital von 3 Millionen Mark für das Jahr 1901 einen Bruttogewinn von 1056 8o9 M. Nach Zlbschreibungen verbleibt ein Reingewinn von 331 567 M. Die Grundstücke der Gesellschaft stehen mit 4 717 703 M. zü Buch.— Die Deutsche Waggoilanstalt verteilt eine Dividende von 9 Proz.— Die Farbwerke M p h l h e i in vorm. Leonhardt schließen mit einem Fehlbetrag von 1 070 797 M. Zur Deckung deS Fehlbetrages sollen die Reserven von 690 000 M. herangezogen werden, ferner werden 400 OOO M. Aktien vernichtet.— Die Oberbayrische A k t i e n g e s e l l s ch a f t für Kohlenbergbau in Miesbach verteilt 16 Proz. Dividende(im Vorjahre 14 Proz.). Die russische Anleihe, 4 Prozent verzinslich, wird znm Kurse von 97>/z Prozent i» Berlin bei folgenden Banken ausgelegt: Mendelssohn u. Comp., S. Bleichröder, Direktion der Diskonio- Gesellschaft. Berliner Handeis-Gesellschnft. Robert Warschauer u. Comp. Wer an iinsern Chinaschnlden nicht genug hat, kann seine Begeisterung jetzt bei den Rnssen stillen.( Die amerikanische Eisenindustrie berichtet noch immer über eine glänzende Geschäftslage. Die Ileberhänsiiiig der Eisenwerke mit Aufträgen dauert fort. Die Produktion von Roheisen beträgt gegen- wältig IVe Millionen Tons monatlich; trotzdem werden noch große Mengen anö dein AnSlaiide eingeführt.- Der Stahllrnst hat äugen« blicklich Aufträge ans sechs Millionen Tons Schienen und Baumaterial zu vergeben.___ GemeLksözslNliches. Berlin nud llmgegend. Der Streik der LuginowandpliUer ist beendet. Am Dienstag hielten dieselben im GewerkschastShanse enie Bersäminlnng ab. ihn über den Stand des Streiks den Bericht der Verbandsleiiimg entgegeiizunehmen. Der Vorsitzende teilte mit, daß die Kommission mehreremale versucht habe, eine Einigung herbeizuführen, die Verhaiidlimgen hätten jedoch zn keinem Resultat geführt, ihre Fordernugeu seien abgelehnt; der Kampf müsse.nunmehr mit aller Energie weiter geführt iverden. Nach stiindeiilanger Debatte unp »achdeni sich die Plattensetzer mit de» Wandpntzern solidarisch erklärt nnd bereits eine Resolution seitens der Ve'rsatmnlung angenommen war, worin erklärt ivnrde, daß die Arbeiter ihre Forderungen unter allen Umständen aufrecht erhalten würde n, gab der anwesende Bevollmächtigte(Polier) der Unternehmer die Er- klärnng ab, daß er unter diesen Verhältnissen den Auftrag habe, a l l e' F o r d e r n n g e n der W a n d p u tz e r sowohl iv i e der Plattensetzer zu b e tv i l l i g e n.— Der Bertrag darüber ist gestern abgeschlossen und von beiden Seiten unterzeichnet worden.— Die Arbeiter haben eine Erhöhung des Stundenlohnes um 10 Pf. zu verzeichnen beziv. eine Erhöhung des WochenlohneS um 5,40 2'?. erzielt. DenlschrS Reich. Die Zahl der streikenden Schuhmacher in Kiel ist auf 94 zurückgegangen, da 5 von ihnen Arbeit nachgetvicsen werden konnte. Die Unverheirateten sehen sich anderwärts nach Arbeit um. Weitere Betvilligmigeu stehen in Aussicht. Tie Steinarbeiter in Kiel haben ebenfalls am Montag ihre Kündigimg eingereicht. Die Kündigung tritt in Kraft, wenn bis zum 1. April iiicht sämtliche Streitigkeiten geschlichtet sind. Die Meister wollen nur mit Schleifern und.Sieimnetzen gesondert ver- handeln, worauf die Arbeitnehmer nicht eingehen. DaS Porgehen der Polizei gegen daS GewerkschaftSkartell in Halle hat nun die dortige Arbeiterschaft zur M a s s e n einberusung von öffentlichen Versammliingen veranlaßt. Am Montag fanden nicht weniger als zwölf solcher Bersaiiiinlnngen statt, in denen natürlich teilweise die überwachende Polizei die Mehrheit bildete. Trotzdem dauerten die„Verhandlungen" bis spät in die Nacht, wenn sich der überwachende Beamte nicht zur Auflösung entschloß, um dem Elend ein Ende zn machen. Die VersammlnngSleiter vertagten nämlich die Versammlnng nm eine Stunde, nin sie dann wieder zn eröffne», und abermals zn vertagen nnd so fort; alles st r eng im Rahmen des Vereinsgesetzes. Für Dienstag waren 12 Versammlungen nach denselben Lokalen einbernfeii. Die Geiverkschaftler in'Halle tvollen die Polizei durch strenge Gesetzlichkeit zur Gesetzlichkeit erziehen. Im Töpfergewerbe ist eS in Berlin zn einer Einigung ge- kommen. Der Mininial-Lohntarif. welcher im wesentlichen die alten Lohnbedinginigeii beibehält, soll vom 1. April 1902 immer mff die Dauer eines weiteren Jahres gelten, sofern nicht sechs Wochen vor Jahresschluß eine Kündigung erfolgt. Die Textilarbeiter in Krimmitschan haben nach der„Sächs. Arbeiterztg." an den Fabrikantenverein das Ersuchen gestellt, die Mittagspause allgemein ans l'/e Stunden zu bemessen. Ans die Auregnng der Textilarbeiter hin arbeitet jetzt der erwähnte Fnbri- kantenverein einen neuen Lohntarif aus. Falls derselbe den gerechten Wünschen der Arbeiter nickit entgegenkoiiiineii sollte, kann eS zn ernsten Lohnkänipfen lonimen.— Die Lohnbewegung der Textil- arbciter im übrigen Vogtland ist als beendet anzusehen. Manche Unternehmer sind bereits wieder munter dabei, die Löhne— herab« zusetzen. Durch die Lohnbewegung hat ffcdoch der Textilarbeiter- verband allerorts so erheblich an Mitgliedern zugenommen nnd nimmt noch zu, daß den Fabrikanten bei baldiger geeigneter Zeit etwas andres gelehrt iverden wird. Zur SchnrideranSsperrnng in Miinche». Die Scharsmachev im Schneidergeivcrbe haben in ihrem Cirknlär an das Offizier- corps auch zwei Firmen in Verruf erklärt, tveil sie sich nicht an der Aussperrung beteiligten. Dadurch glaubten die Herren die Sympathie der Offiziere zn gcwiiiuen, aber sie haben die Rechnung ohne die Gehilfen gemacht. Denn auch diese haben— wie schon gemeldet— an das Osfizicrcorps ein Cirkiilar abgehen lassen, worin die Behauptungen der Arbeitgeber als eiiie wissentliche Unwahrheit zurückgewiesen und die wahren Gründe der Aicsspemnig eingegeben werden. Mehrere Offiziere habe» sich hierauf bei einer der Firmen erkundigt nnd haben dann, als sie die Behauptungen der Gehilfen bestätigt fanden, dein Firmen- Inhaber erklärt, daß er dadurch, daß er die Gehilfen nicht auch ansspeirtc, nicht nur nach R t, sondern auch a n st ä n d i g gehandelt habe.— Daß die Sympathie der Bevölkerung über- Haupt auf feiten der Ausgesperrten ist, beweist die Thaisache, daß der Lohiikommission von einem Höhereli Beamten der Betrag von 200 M. zur Unterstützung der Ausgesperrten übersendet wurde.— Wie bekannt, haben die Unternehmer bei ihrem brutalen Vorgehen keinerlei Unterschied gemacht und auch die Mitglieder des Verbandes der christlichen Schneider ebenso ausgesperrt wie die übrigen. Viele Mitglieder dieses Verbandes waren bei der Firma Juli n s Braun i» Arbeit. Gestern tpnrhe nun. Herr Brann beob- achtet, ivie er eigenhändig ein Pack ziigcschniitciie Arbeit zum Central« bahnhof schleppte. Dort wurde ihm d i c A r b e i t von einer K l o st e r- N o n n c a b g e n o in in c». Die Nonne bestieg mit der Arbeit einen Eisenbahiiziig. nachdem sie Herr Braun für den andren Tag an die gleiche Slell'e bestellte. Die migcstellio» Recherchen er- gaben, daß die Nonne nach Haspelnroor fuhr. In Haspelmoor befindet sich eine K r e t i n e n a n st a l t, die unter Leitung und Aufsicht von Ordensfranen steht. Daher ist die Vernintinig nicht von der Hand zu weisen, daß diese ariuen Kretinen, so iveit sie arbeitsfähig sind, dem christlichen Unternehmer iinbewiißt Streik- b r e ch c r d i e n st e leisten müsse» und ihm dabei die christlichen Mitschtvestern im Herrn Haiidlangerdienste leisten. Das ist übrigens eine feine Illustration nnsres modernen Christentums, wenn sich Klosterfrauen herbeilassen, an der Seite des profilgicrigcn Unter- iiehiiiertmiis die Gehilfen mit aushimgerii zn Heise». Was den Stand der Aussperrimg'anbelangt, so hat sich die Zahl der Ausgesperrten ans 303 reduziert, da einige Unteriiehmer die Tarife unterzeichneten nnd sehr viele Ledige abgereist sind. Eine überaus stark besuchte Schneiderversaminlimg hat gestern, Mittivoch, beschlossen, über die Erzengnisse der Kleiderfabrik von Isidor Bach so- ivohl in München, als auch den Engros-Verkanf in ganz Deutschland den Boykott zu verhängen. Znm GlaSarbeiterstreik in Fürth wird berichtet, daß die Pönnsche Fabrik über Nacht zwölf Arbeitswillige aus Böhmen eingeschmuggelt habe.— Ob diese RanSreißer die Fabrik retten werden'i Der Mohr hat seine Schuldigkeit getha». In G r e i wimmeln sich die Unternehmer die„Arbeitswilligen" allmählich wieder ab, wie das ja erfahrungsgcinäb mit den sich nicht durch besondere Leistungen auszeichnenden Streikbrechern nach jedem Streik geschieht.— In der Färberei von Schieber, wo die Nahmer u. auch wegen anständiger Behandlung streikten, nimmt sich niemand derjenigen an, Ivelche seiner Zeit diese Forderung nicht unterstützten wenn ihnen von feiten ihrer Vorgesetzten Maulschellen angeboten werden. Den Arbeitern kann mau solch Verhalten nicht verdenken, und bei den Unternehmern sind die Leute jetzt eben nicht mehr„die besonders nützliche» Elenieute". Ausland. _ Der Streik der Herrenschneider in Zürich dauert fort, wahrend die Damenschneider nach kurzem Streik infolge der Vermittelung des Einigungsamtes einen vollen Erfolg erzielten.— Auch in Frauenfeld stehen die Schneider im Streit. Die BäckerauSspcrrnng in Göteborg. Die Bäckereibesitzer haben am Sonnabend in einer Versammlung gegen den von der Arbeiterkommune eröffneten Boykott der, unter Beihilfe ausländischer Arbeitskräfte hergestellten Backwaren protestiert und den Wunsch aus- gesprochen, daß die Arbeiter die Verhandlungen wieder aufnehme» aber auf Grundlage der von den Meistern geniachten Vorschläge Ein Teil der Ausgesperrte» hat bereits eine eigne Bäckerei eröffnet. Wie„Ny Tid" mitteilt, werden andre in nächster Zeit diesem Beispiel folgen.— Die Bediensteten der venetianischen Eisenbahnen drohen. ln einen allgcnicineu Streik einzutreten, falls das versprochene organi satorische Statut nicht eingeführt wird. Surcmles. Socialistischer Schulantrag. Der Gemeiuderat in Straß- bürg i. E. hatte sich am Montag mit dem von seinen socialistische» Mitgliedern Bühle und Brzostewicz eingebrachten Antrag au' unentgeltliche Lieferung der Lehr- und Lern- m i t t e l an den Elementarschulen zu beschäftigen. Obwohl die An- � gelegenheit bei den letzten Gemeindewahlen in den Programmen der bürgerlichen Parteien als Köder für Arbeitcrstimmeu eine graste Rolle gespielt hatte, ging der Gemeinderat jetzt der Entscheidung da durch vorsichtig aus dem Wege, dast er mit 16 gegen 13 Stinunen beschloß, die Sache bis zur nächsten Budgetberatung, das heißt bis nach den Erneueruugswahlen zum Gemeiuderat, zu vertagen. Von amtlicher Seite wurde bei der Beratung festgestellt, daß der bei Durchführung des Antrages der Gemeinde erivachsende Mehraufwand sich— bei einem Budget von rund 10 Millionen— auf nur etwa 36 000 M. belaufen würde. ProduktionSertrag, Lohn und Gewinn. Nach dem Cenfus für 1300 gab es im Jahre 1900 in Groß New Uork 39 777 Betriebe mit zusammen 462 799 Arbeitern. Bei einem Gefamtkapital von 922 126 581 Dollar wurden Produkte Werte von 1 371398 468 Dollar erzeugt. Davon erhielten die SL beiter 245 031 181 Dollar Lohn, die Unternehmer nahmen 254 073 907 Dollar für sich, das übrige entfällt auf Rohstoffe und sonstige Be- triebskosten. Daraus geht hervor, daß die Lohnsummc nur knapp 18 Proz. deS Produktionswertes betrug, dast die Arbeiter durchschnittlich 630 Dollars oder ca. 2200 Mark Lohn erhielten, dast der Unter- nehmer-Gelvinn noch höher ist wie die Lohnsnmme, und daß er über LS Proz. des angelegten Kapitals beträgt. Daran zeigt sich die hohe Entlvickelung der amerikanischen In dustrie. Trotz einem Lohndurchschnitt, der weit über dem deutschen steht, ist doch der Lohnanteil an dem Produktionswerte sehr gering, trotz hoher Löhne aber doch außerordentlich hoher Unternehmer- gewinn. Ein Beweis, daß bei hohen Löhneu und kurzer Arbeitszeit die Industrie nicht nur nicht zu Grunde geht, sondern weit besser gedeiht, wie bei schlechten Löhne» und langer Arbeitszeit. Aus dev Fenurttbriuegung« Das BcrcwSrecht der„Frauenspersonen". Die letzte Versammlung des Socialdemokratischen Verein? in Magdeburg war aufgelöst worden, weil Frauen als ZuHörerinnen anwesend waren, obivohl man eine besondre Abteilung für sie, wie Herr v. Hammerstein gewünscht, reserviert hatte. Ans die dagegen erhobene Beschwerde wurde folgender Bescheid erteilt: Magdeburg, den 20. März 1902. Bescheid auf das Gesuch vom 19. März 1902. Ihre Beschwerde über die Auflösung der Versammlung des Socialdemokratischen Vereins für Magdeburg und Umgegend, welche am 3. März 1902 in der Wirtschaft„Drcikaiserbund" stattgefunden hat, ist unbegründet, tveil dieser Versammlung eines politischen Ver- eins Frauenspersonen beigewohnt haben, und diese auf die Auf- forderung des anwesenden Abgeordneten der Obrigkeit nicht entfernt worden sind(§ 8 des Vereinsgesetzes vom 11. März 1860). Der Polizeipräsident. Kestler. Nur agrarische„Weibsbilder" dürfen an Versamnilungen politischer Vereine teilnehmen._ Die Frauen-Vereittignng der Norwegischen Arbeiterpartei kSocialdcmokratie) hat im Herbst vorigen Jahres eine B i l d u n g S- schule eröffnet, die hauptsächlich den Zweck verfolgt. Redncrinnen für die Arbeiterbewegung und vor allem auch für die Agitation unter den Frauen auszubilden. Uni ein einheitliches Material für den Unterricht zu geivinnen, wurde die GeseNfchaftslchre als grund- legendes-Fach eingeführt. Die Resultate, die in dem ersten Halb- jähr des Bestehens der Schule erzielt wurden, berechtigen zu größeren Hoffnungen für die zukünftige Entwicklung deS Instituts. Dieselbe Frauon-Vereiingung hat vor einiger Zeit an die Schul- Verwaltung Christianias das Gesuch gerichtet,' den I.Mai als Feiertag für die Kinder der Volksschulen einzuftihren, wurde aber damit abgewiesen. Der Niederländische„Nationale Frauenrat" wird am L. und 8. April zu Rotterdam seine» dritten allgemeinen Koiigreß abhalte». Dem»Frauenrat" gehören 32 Organisationen an. den Gemeindenmhlen. Friedrichöfelde. Bei der gestrigen Stichwahl stiegen die social- demokratischen Stimmen von 327 beziehentlich 322 auf 404 Stimmen. Trotzdem unterlagen unsre Genossen, tveil die Zahl der für die bürgerlichen Parteien abgegebeneu Stimineu von 323 auf 433 Stimmen angewachsen tvar. Die Bürgerliche» nutzten ihre wirtschaftliche Uebermacht in der ausgedehntesten Weise ans: von den fiir sie Stimmenden hätten bei geheimer Wahl sicher die Hälfte für unsere Kandidaten gestimmt. Kremser und Automobile wurde» von den Gegnern lebhaft in Betvegung gesetzt, um säumige Wähler heranzuholen. Der starke Stimmenzuwachs unsrer Genossen ist erfreulich. Hoffentlich fällt das nächste Mal den Socialdemokrateu der Sieg zu. Die Wahlen werden wegen verschiedener Unregel- Mäßigkeiten angefochten werden, die Wahlbeteiligung betrug 60 Prozent. Berliner Partei-Angelegenheiten. Zur Lokalliste. Am ersten Osterfeiertage veranstaltet der Schäfersche Gesang- und Musilverei» der„Elfer" ein Konzert in der Neuen Philharmonie sKelter), Köpnickerstr. 97; ferner am 31. März tzweiten Oiterfeiertag) morgens 10 Uhr, der Männergesangvercin„Einigkeit" in den Victoria- Sälen, Leipzige'rstr. 136, eine Morgensprache sFrühschoppen). und abends der Männergefangverei»» M o d e st i a ll" ein Konzert in der Old-Fellow-Loge. Alte Jakobstr. 128. Wo Einladungen an die Parteigenossen von diesen Vereinen ergehe», weise man dieselben zurück, da diese Lokale der Arbeiterschaft zu Versammlungen nicht zur Verfügung stehen. Die Lokal kommisfion. Grünau. Die Parteigenossen Berlins und der Vororte wollen an den bevorstehenden Festtagen bei etlvaigeu Ausflügen, welche unsren Ort berühren, beachten, daß nur das Lokal von G e r k e Köpcnickerstr. 88, zu berücksichtigen ist. Das Lokal von Lindenhayn ist gesperrt._ Sociale Vrichkspflrge. Gegen den Freiherrn v. Wolzogen als den Inhaber des „Bunten Theaters" klagten beim Gewerbegericht zwei Arbeiter auf Gewährung von Lohnentschädigungen wegen un- berechtigter Entlassung. Der Vertreter des Beklagten, Baron v. K ü t t n e r. wandte vor der Kammer VI KiiudigungsauSschlust ein Es ivurde folgendes festgestellt: Die Kläger harten'früher in einer Werkstatt in der Görlitzerstraße für das Bunte Theater ge arbeitet, ohne indessen bei Wolzogen in Beschäftigung zu stehen. Damals war mit ihnen die gesetzliche Kündigungsfrist schriftlich aus geschlossen worden. Später»vurden sie direkt in die Theater- Werkstatt übernommen; ein Kündigungsausschluß erfolgte diesmal nicht, indeffen will der Thcatermeister jenes alte Schriftstück, die Kündigung betreffend, dem Direkter v. W. ausgehändigt haben. Bei Wolzogen' erhielten die Leute zuerst Stundenlohn, dann Monatslohn. Die Kammer VI unter dem Vorsitz des Gelverberichters Wölbling nahm an, daß der frühere Kündigungs- Ausschluß für' das Arbeitsverhältnis zu Herrn v. Wolzogen nicht gelte, und verurteilte den Beklagten, den Klägern die Entschädigungen zu zahlen. Ein S ch n ü r m e i st e r, der ebenfalls gegen Wolzogen an Lohncntschädigung geklagt hatte, sollte nach den Behauptungen des Vertreters des Beklagten mehrmals betrunken gewesen sein und dadurch berechtigten Anlaß zur Entlassung gegeben haben. Die Zeugen be kündeten, daß der Kläger trotz leichter Angetrunkenheit stets seine Arbeit gemacht habe. Daraufhin>vurde Herr v. Wolzogen verurteilt, auch diesem Kläger eine Lohncntschädigung zu gewähren. Ein ge- setzlicher Entlassungsgrund würde hier nur vorliegen, wenn der Kläger unfähig gewesen wäre, die Arbeit fortzusetzen. GevMzks Wegen eines Messer Attentats auf einen Schutzmann hatte sich gestern der 28jährige Schlächterkutscher Gustav F r o b e l, ein bekannter Geivaltsmensch, vor der ersten Strafkammer deS Land gerichls I zu verantworten. Der Angeklagte hat in der Nacht zum 25. Januar vor dem Asyl für Obdachlose einen groben Exceß ver- übt. bei welchem er den Schutzmann Linke durch einen Messerstich verwundete und selbst durch einen Säbelhieb erheblich verwundet worden ist. In der genannten Nacht gegen 1 Uhr erschien der An geklagte vor dem Asyl und begehrte vergeblich Aufnahme. Er wandte sich dann an den diensthabenden Schutzmann Linke und forderte von diesen: kategorisch, daß er ihm Einlaß verschaffe. Da dies um diese Zeit nicht mehr möglich war, ivurde er von dein Schutzmann weggewiesen, leistete dem Gebote aber keine Folge, sondern legte sich' quer vor die Eingangs thüre. Der Beamte versuchte wiederholt, ihn zum Weggehe» zu bewege», und als alles Zureden nichts half, sah er sich genötigt chroffer vorzugehen. Er brachte den widerspenstigen Menschen auf die Beine und schob ihn vor sich her. Plötzlich drehte sich der An- geklagte um und stieß dem Schutzmann die Klinge eines Messers in den Hals. Der hochgeklappte Paletotkragen res Beamten hat glücklicherweise größeres Unheil verhütet, da die Wucht des Stoßes dadurch bedeutend abgefchivächt wurde. Der Kragen wurde glatt durchschnitten, die scharfe Wunde, die der Schutzmann am Halse erhielt, hatte sofort großen Blutverlust zur Folge, war aber un- gefährlich. Er wollte eben nach seinem Säbel greifen, alS der Angeklagte nochmals mit dem Messer auf ihn los' kam. Nun zog der Beamte blank und versetzte damit dem Augeklagten einen scharfen Hieb über den Schädel. An eine Verfolgung des Excedenten konnte er nicht denken, da er seine eigne stark blutende Wunde verbinden mußte. Der Angeklagte suchte die nächste Unfallstation auf und mußte von dort nach der Charits befördert werden, da er eine klaffende Schädelwunde mit Knochenzersplitterung erhalten hatte. Auf Grund der sofort an alle Unfallstationen und Rettungswachen gegebenen Benachrichtigung ist er dann in der Charitö als der Nesserstecher ermittelt worden. Der Gerichtshof verurteilte ihn zu wei Jahren Gefängnis, wobei lediglich der Umstand als Milderungsgrund herangezogen wurde, daß der Angeklagte durch die Matznahmen deS Schutzmannes gereizt sein niochte. Die Betriebsordnung für die Hanpteifcnbahnen Deutsch landS sollte die Witwe Rüdiger durch Hausieren in einem Eisenbahnwagen IV. Klasse übertreten haben. Frau Dietrich hatte zwei Körbe mit Leinenwareu bei sich und zeigte aufVerlangen eines Mitreisenden diesem ein Taschentuch und eine Kinderschürze. welche Gegenstände ihr der Mann da»» abkaufte. Frau D. wurde in zweiter Instanz zu einer Geldstrafe verurteilt, weil ie die Bestimmung der Betriebsordnung übertreten habe. welche das Hausieren in der Bahn' verbietet.— Die Angeklagte legte Revision ei». Der Oberstaatsanwalt am Kammer- zericht schloß sich dem Rechtsmittel an und betonte, daß die R e ch t s g ü I t i g k e i t der Betriebsordnung für die Haupt eiscubahnen DeulschlaudS nicht bedenkenfrei feststehen. Sie bezeichne sich als Polizeiverorduuug, ein Polizei v e r o r d n u ng S- recht stände aber der Betriebsiuspektion der Eisenbahnen gar nicht zu. Höchstens könnte sie eine polizeiliche A u- o r d n u n g erlassen. Wäre die Betriebsordnung eine solche dann müßte», um sie verbindlich zu machen, Abdrucke davon an bestimmten Stelle» der Bahnhöfe ausgehängt werden. Ob dicS geschehen sei. stehe nicht fest und müsse eventuell nachgeprüft werden.— Der Strafsenat des Kammergerichts hob die Vorentscheidung auf und sprach die Angeklagten mit folgender Be- Zündung frei: Die Rechtsgültigkeit der Betriebsordnung könne whingestellt bleiben, den» ein Hausier Handel sei hier überhaupt nicht anzunehmen, Die Angeklagte habe das Taschentuch und die Kinderschürze nur nach vorheriger Aufforderung eines Mitreisenden an diesen verkauft, nicht aber selber andren Waren zum Kauf angeboten, was notwendig zum Begriff des Hausierhandels gehöre. Schon deshalb sei auf Frei- zrechung zu erkennen._ Vevsatnnrlungcn. Nachklänge vom 18. März. Ueber dieses Thema sprach Stadtverordneter Adolf Hoffmann am DicnStag in einer öffentlichen Versammlung, die im Lokale„Urania", Wrangclstraße, tagte. Anknüpfend an den sogenannten Befreiungskrieg und an die Euttäuschuugcn, die darauf folgte», gab der Vortragende eine allgemeine und umfassende Uebcrsicht über den Freiheitskampf des Volkes und über die reaktionären Strömungen und das traurige Ver- halten des Bürgertums, das sich unfähig erwicS, der errungenen Freiheit ein dauerndes Fundament zu schaffen, so daß die Rechte und Freiheiten, die die Vcrfaffung gewährte, zum großen Teil durch zahlreiche Gesetzesparographen wieder ver- uichtet wurden. Die Ideen der Kämpfer vom 18. März leben fort. Unsre Aufgabe ist es, daS Testament der Toten im Friedrichshain zu vollstrecken. Aber nicht durch Anwendung von Gewalt strebt die Socialdcmokratie nach diesem Ziele, daS würde nur den Wünschen ihrer Gegner entsprechen. Gerade ihr gesctz- gemäßes Vorgehen ist es, was sie unüberwindlich macht. Mit der Aufforderung zu unablässiger Agitation und Aufklärungsarbeit schließt der' Redner seine von treffenden satirische» Seitcnhieben durchsetzten Ausführungen, die lebhaften Beifall hervorriefen.— Der Vorsitzende machte zum Schluß noch darauf aufmerksam, daß über 14 Tage wiederum lm vierten Wahlkreise eine öffentliche Versamm- lung stattfindet. Eine Versammlung deS CentralverbandeS der Maurer, die am Freitag im GcwerkschaftShauS stattfand, beschäftigte sich mit den schwebenden Verhandlungen der Maurerorganisation mit dem Bund der Maurerpoliere Berlins. Nachdem eine Sitzung der Gesellen- Vertreter mit den Polieren stattgefunden und eine Generalversamm- lung des„Polierbundes" dem vorgelegten Entwurf eines Vertrages ihre Zustimmung gegeben hatte, beschloß die Verbandsversannnlung, nachfolgendem Vertrage beizutreten: 1. Der„Bund der Maurer- poliere" gilt fiir seiue'Mitglieder, so weit sie als Poliere thätig sind, als maßgebende Organisation. Arbeitet ein Mitglied des Bundes als Geselle, so soll er nicht gehalten sein, in den ersten 13 Wochen Beiträge an die Gesellen- orgauisatiouen zu liefern resp. Mitglied derselben zu werden. Nach Ablauf von 13 Wochen muß er sich jedoch der Gesellen- organisation anschließen. Zwecks Kontrolle seiner Thätigkeit als Geselle hat sich das betreffende BundeSmitglied bei Antritt seiner Arbeit in einem der beiden Bureaus der Gesellen- organisationeu das Datum des Arbeitsautrittes bescheinigen zu lassen. 2. Es wird eine Kommission eingesetzt, ivelche Differenzen zwischen Maurerpolieren und Gesellen zu schlichten hat. Dieselbe besteht aus 8 Mitgliedern, von welchen 4 Mitglieder vom Polier-Buud und je 2 Mitglieder von dem Zweigverein Berlin des Maurer- Verbandes und von dem Verein zur Wahrung der Interessen der Maurer Berlins und Umgegend zu wählen sind. 3. Die Mit- glieder de§ Bundes verpflichten sich, wenn sie als Polier thätig sind, nach ihren Kräften weder Accordmaurer, noch solche Gesellen zu beschäftigen, welche sicb den Forderungen der organisierten Ge- lellen entgegenstellen. 4. Das bestehende Vertragsverhältnis zwischen dem»Verband der Baugeschäfte" und dem„Ceutralverbaud der Maurer" wird als matzgebend betrachtet und verpflichten sich die Poliere, für die strikte Durchführung der Vertragsbestianuuugcn Sorge zu tragen. 5. Bei Streitigkeiten, welche sich aus den Lohn- und Arbeitsverhältnisse» zivischeu Gesellen und Arbeitgebern ergeben, verholten sich die Poliere neutral, d. h. sie enthalten sich jeder Parteinahme für die Arbeitgeber sowohl als für die Arbeitnehmer. 6. Das Baudepnticrteu-System wird von den Polieren anerkannt, und verpflichten sich die Poliere, Eutlassungen wegen Agitation, Vorstclligwerden wegen Abstellung von Mißständen sowie dem June- halten der errungenen Lohn- und Arbeitsbedingungen nicht statt- finden zu lassen. Zu Baudeputierten sind nur erfahrene und tüchtige Geselle» zu wählen. 7. Bei eventuellen Streiks und Bausperren darf kein Polier Maurerarbeiten ausführen, noch sonst dazu beitragen, die Arbeitcrforderuugeu illusorisch zu machen. 3. Als Gesellen arbeitende Bundcsmitgliedcr haben sich mit Ausnahme der i»§ 1 geregelten Angelegenheit den Beschlüssen der Gesellen- organisationeu resp. den maßgebenden Lohn- und Arbeitsbedingungen zu unterordnen. 9. Diese Vereinbarung gilt bis zum 1. April 1903. Wird dieselbe nicht vier Wochen vor Ablauf derselben gekündigt, so verlängert sich die Gültigkeit jedesmal um ein iveitercs Jahr.— Die Versammlung ermächtigte den Vorstand, zu der geplanten Kommission zwei Mitglieder zu stellen. Unter Verschiedenem wurde das Verbandsbuch des Maurers Aug. Voigt, Müllerstraße 7a, für ungültig erklärt, da er es verstanden hatte, durch falsche Angaben seine Mitgliedschaft zu erreichen. Derselbe ivar vor Jahren Mitglied und hat bis vor kurzem auf Accord gearbeitet. Die Bürsten- und Pinselmachcr beschäftigten sich in ihrer Versammlung vom 22. März eingehend mit der Regelung der Arbeitsnachweisfrage. Nach längerer Diskussion ivurde die Koni- Mission beauftragt,' gemeinsam mit dem Gesellcnausschuß der Innung eine» Antrag auf Verschmelzung des Arbeitsnachweises mir dem des Deutschen Holzarbeiter-Verbandes" zu unterbreiten. Ferner sollen die Kollegen das Umschauen in den Werkstätten unterlassen und nur den Arbeitsnachtveis Engelufer 15 benutzen. Nach einer Diskussion über den Extrabeitrng von 50 Pf. ersuchte der Obmann alle Verbands- kollegen, denselben zu entrichten, denn was den Tischlern passiert ist, kann auch den Bürstenmachern passieren. Der Verband deutscher GastwirtSgehilfe»(Ortsverivaltnng Berlin) hielt am 21. März seine Mitgliederversammlung bei Albrecht, Admiralstr. 18o ab. Die Versammlung ehrte das Andenken der verstorbeneu Mitglieder Garbe und R i u g e i s e n in der üblichen Weise. S ch e f f l e r hielt einen Vortrag über die Bedeutung des 18. März. Z e i s k e gab dann einen längeren Bericht über seine Thätigkeit als Gewerkschaftsdelegierter. Nachdem noch einige Anträge aus der Mitte der Versammlung erledigt waren, wurde die Beschlußfassung über den Kontrakt mit dem Wirt des neuen Verkehrs- lokals A u d e r S t a d t b a h n 39. 1. A m t III. N r. 13 13. bis zur nächsten Versammlung vertagt und die gntbesuchte Versammlniig mit einem Hoch auf die moderne Arbeiterbewegung geschloffen. Der Berliner K»»s«mvercin hielt am Sonntag, den 23. März, im Gewcrkschaftshanie seine erste Delegierten- sGenosseuschaflSrats-) Versammlung ab. Wegen Inkrafttretens des neuen Statuts mußte die Vertvaltung neu gewählt sowie die Neueinrichtung deS Ge- noffenschaftsrats-Bureaus vollzogen werden. Alle Anträge, über welche die Delegicrteiiveriaiumluug zu beschließen hat, sind an dieses Bureau zu senden. In das Bureau wurden Oehlking, Reh- dein, Ritschke, Köther und L e w i n gewählt. Nach der Wahl des aus 31 Mitgliedern bestehenden Vcrwaltungsrats wählte dieser seinen Vorstand, bestehend aus: W i l h. La m m(Vor- itzender), M. Steinschneider(Schriftführer), K. M ü n n i ch (Rendant), L i n d n e r und D a h l st e i n(Beisitzer). Der Berein wächst ständig; die Umsätze im laufenden Geschäftsjahre waren 'olgeude: November 34 396 M., Dezember 39 303 M., Januar 41 505 M., Februar 41 720 M. Rixdorf. Der Holzarbeiter-Verband beschäftigte sich in einer Versammlimg am 19. März mit den von den Unternehmern geplanten Eullaffungsscheiiien und deren Arbeitsnachweis. Es sind am Orte 20 Arbeitslose zu verzeichnen. Wegen der von einzelneu Mitgliedern nicht pünktlichen Zahlung der wöchentlichen 50 Pfennig-Beiträge zur Unterstützung der Arbeitslosen wurde beschlossen, den nicht Zahlenden die restiercnden Beiträge bei späteren Uuterstützungsnusprüchen ab- zuziehen. Wegen der sich neukoustituierenden Zwangs-Tischlerinnniig zu Britz soll dortselbst in kürzester Zeit eine Bewegung bervorgenife» tverden, um den Gesellenansschuß in die Hände des Verbandes zu bringen. Zur Feier des 1. Mai waren die Versammelten sich einig, in unverminderter Zahl die Arbeit an diesem Tage ruhen zu lassen, und möglichst in größerem Maße sich an der Feier zu beteiligen. ganz gleich, ob die Unternehmer mit Aussperrung antworten oder nicht.__ Uetzte und Dcpef-cheu. Cecil RhodeS. Kapstadt, 26. März.(W. T. B.) Cecil Rh od es ist heute nachmittag 5 Uhr 57 Min. gestorben. Rhades bekleidete eine großartige Stellung in Süd-Afrika. Er war Premierminister der Kapkolonie. Als Direktor der britischen üdafrikanischen Gesellschaft, der De Bcers-Gruben und der Gold- clder von Südafrika überwachte Rhades eine große Interessen- kombination. Als solcher organisierte und unterstützte er seiner Zeit den bekannten bewaffneten Einfall JamesonS in die südafrikanische Republik._ Bremerhaven, 26. März.(W. T. B.) Mit dem Lloyddampfer Dresden" traf heute Terlinden, begleitet von amerikanischen Polizisten, ein und wurde nach Duisburg weitergeführt. Frankfurt a. M., 26. März.(B. H.) Die„Franks. Ztg." be- richtet aus New Dort: Die Auslieferung Herrles, welcher der Veruiitreuung beim Vorschußverein in LaudShut beschuldigt wird, ist angeordnet worden. Aus Konstantinopcl wird der„Frankfurter Zeitmig' depeschiert: Deutschland ist bisher auf Kreta nur durch ein Wahlkonsulat vertreten. Am 1. April wird dort ein Berufskousulat ein- gerichtet: die Geschäfte desselben sind dem Konsul von Versen über- trage» worden. Sofia, 26. März.(Meldung des Wiener k. k. Telegr.-Korresp.- Bureaus.) ES verlautet, die Reise DanelvS nach Petersburg bezwecke, den maßgebenden Personen über die finanzielle und politische Lage Bulgariens mündlich zu berichten. Hierzu 1 Beilage u. ttnterhaltnngsblakt. Verantworiltchcr Redacteur: Carl Leid in Berlin. Für dm Inseratenteil verantwortlich: Th.«loche in Berlin. Druck und Verlag von Mar Babing in Berlin «19. Inftrpng. Keilllge jles, JOtlUtttlö" Kttlimr AldSlllM. 27. Miil! 1SVS. UostAles. Die Zunahme deö Gasverbrauchs iufolge der Einführung von Automaten ist überraschend stark. Er ist in der Zeit von Mitte September bis Mitte Dezember v. I. gegenüber dem gleichen Zeitraum im Jahre 1900 um nicht weniger als 639 Proz. gestiegen, d. h. von 19 600 Kubikmeter auf über 78 000 Kubikmeter. Diese Zunahme würde noch bedeutender sein, wenn es der Verwaltung möglich wäre, alle vorliegenden Anträge auf sofortige Einrichtung von Gasantomaten gleich zu erledigen. Die Gcsamt-Gasabgabe be- trug in den Monaten von Mitte September bis Mitte Dezember 1901 rund ISVi Millionen Kubikmeter, oder 7 Proz. mehr als im Jahre vorher. Die Gaserzeugung in den städtischen Werken im letzten Vierteljahr Oktober/Dezember 1901 ist um 9,3 Proz., d. h. um 4 633 000 Kubikmeter auf 64 550 000 Kubikmeter gestiegen. Im Jahre 1900 ivurden rund 50 Millionen Kubikmeter im letzten Viertel jähre produziert. Die Einführung der neuen Poftmarken soll nun doch nicht so schroff vor sich gehen, wie eS anfangs verkündet wurde. Die Postbchörde ersucht uns, folgendes bekannt zu geben: Nene Post Wertzeichen mit der Inschrift.Deutsches Reich" werden für das Reichs-Postgcbiet und für Württemberg vom 1. April ab eingeführt. Die bisher im Reichs-Postgebiete gültigen Postwertzeichen mit der Inschrift„Neichspost" iverden mit Ende März 1902 außer Kurs gesetzt. Nach der in den Schalterräumen der Postanstaltcn angebrachten Bekanntmachung solle» die neue n Postivertzeichen, mit deren Verkaufe bereits begonnen worden ist. nicht vor dem I.April, und die alten Post- Wertzeichen nicht mehr nach dem 31. März zur Frankierung verivendet Iverden. Die durch das Postamtsblatt vom 12. März getroffenen Durch- führungs-Vorschriften lauten dahin, daß die an, 1. April de» Brief- kästen entnommenen, mit alten Postwertzeichen frankierten Sendungen ohne Nachtaxe zur Absendnng komnien. Auch sonst sollen die Postanstalten Sendungen mit unrichtige» Postwertzeichen bis auf weiteres nicht in der Beförderung auf- halten und mit Nachtaxe belegen. Immerhin liegt es im Interesse des Publikums, stets die richtigen Postwertzeichen zu benutzen, und nicht mehr zu große Einkäufe alter Freimarken, Post- karten usw. zu machen. Die unverwendet bleibenden alten Post- Wertzeichen werden b i s E n d e I u n i d. I. an den Postschaltern und bei den Landbriefträgcrn gegen neue Postwertzeichen um- getauscht. Zähl, mg der Hausgewerbetreibende». Die Gewerbe deputation des Magistrats erläßt folgende Bekanntmachung: Um im allgemeinen Interesse die Schwankungen in dem Umfange der hiesigen gewerblichen Arbeitsgelegenheiten fortgesetzt zu beobachte». findet diesseits nach Angaben aller hierorts bestehenden Orts-, Be- triebs- und Jnnungs-Krankenkaffen allmonatlich eine Auszählung der Pflichtmitglieder derselben statt. Nach Einführung des Versichcrungs ztvanges für die hiesigen selbständigen Hausgewerbetreibenden vom 1. Jaunac laufenden Jahres ab ist es in hohem Maße Wünschens wert, die Beschäftigungsverhältnisse der Hans gewerbetreibenden im weiteren Sinne, also e i n s ch l i e ß- lich der unselbständigen Heimarbeiter, im Nahmen der bisherigen Feststellungen einer besonderen Be obachtung zu unterziehen. Diesem Unternehmen steht zur Zeit aber ei» Hindernis insofern im Wege, als die hiesigen Arbeit- gcber bisher die fraglichen Personen bei der Anmeldung zu de» Kassen als«Hausgewerbetreibende" bezw.„Heimarbeiter" meist nicht be- zeichnet haben. Um dem abzuhelfen, richten wir hiermit an alle Arbeitgeber Berlins die dringende Aufforderung. Haus- gewerbetreibende und H e i m a rib e i t e r fortan in den Anmeldungen zur Kraukenvcrsichernng stets als Beschäftigte dieser Art kenntlich zu machen. Für die einzelnen Arbeit- geber stellt dies eine geringe Mühewaltung dar. während die Er langung einer Ucbcrsicht über den jeweilige» Stand des Arbeitsl Marktes hinsichtlich der Hausgewcrbe-Betriebe für die Allgemeinheit der Arbeitgeber wie der Arbcitnehnier von großer Bedeutung ist. Wir hoffen deshalb, daß die beteiligten Arbeitgeber dieser gemein »ützigen Zwecken dienenden Aufforderung gern und dauernd entsprechen werden. Weil er im städtischen Obdach Schriften verbreitet hat, welche gegen das Strafgesetzbuch verstoßen sollen und zumeist anarchistischen Inhalts sind, wird sich am 3. April der Schlosser Böhme vor der zweiten Strafkammer des Landgerichts I zu ver- antworten haben. Böhme ist angeklagt, auf der Krankenstation des Obdachs die Druckschriften„An die jungen Leute" vom Fürsten Krapotkin,«Der kommunistische Anarchismus" von Most, sowie das bekannte, dem Anarchismus fernstehende Gedicht„Ein neues Winter- märchen" verbreitet und damit zum Klasscnhaß angereizt zu haben. Die Schrift«Ein neues Wintermärchen" ist seiner Zeit wegen Be- leidigling des Kaisers Wilhelm I. rechtskräftig beschlagnahmt worden. Die Verteidigung des Angeklagten hat Rechtsanwalt Victor F r ä n k l übernommen. Straffenvcrbreiterungcn. Ein bekannter Unternehmer hat dem Magistrat den Plan einer Verbreiterung der 3t o ß st r a ß e auf der Nordscitc von der Breitenstrnße bis zur Roßstraßcnbrücke unter- breitet. Die Tiefban-Deputation hat in ihrer gestrigen Sitzung unter dem Vorsitz des Stadtrats Voigt beschlossen, den Plan dem Magistrat zur Annahme zu empfehlen und unter bestimmten Voraus setzungen de» verlangten Zuschuß von etwa Il/e Millionen Mark zu be willigen. Ferner wurde von derDepntation beschlossen, dem Magistrat zur Verbreiterung der Alexander st raße den Erwerb der alten Alexander-Kaierne mit den andren erforderlichen Grundstücken vor- zuschlagen. Die Kosten sind auf eine Million Mark veranschla'gt. Die Deputation befaßte sich außerdem noch mit dem Landerlverb für den Bau der M a n t e u f f e I- B r ü ck e, doch unterliegen diese Beschlüsse noch sämtlich der Genehmigung des Magistrats. Dieser Brückenbau �dürfte einer der teuersten Berlins werden, selbst dann, wenn die Eigentümer der zu erwerbenden Flächen ihre Forderungen noch weiter ermäßigen. Die Arbeitslosigkeit und die Polizei. Wir haben kürzlich an der Hand der von der Gewerkschaftskommission aufgenommenen Statistik gezeigt, welche Verheerungen die gegenwärtige Krise auf dem Arbeitsniarkte angerichtet hat. An diesen Nachweis hatten wir die Forderung geknüpft, daß Kommune, Staat und Reich ihren socialen Pflichten nachkommen möchten. Leugnete man an diesen Stellen zwar einen außergewöhnlichen Notstand. so fehlte eS doch nicht an Versprechungen, kommunale und staatliche Aufträge mit möglichster Beschleunigung ausführen zu lasten. Wie aber die Be- schleunigung aussieht, mit welcher speciell die Polizei arbeitet, das wollen wir heute an einem Beispiel illustrieren. Ein uns bekannter Baumeister reichte am 6. Januar das Gesuch um Bauerlaubnis, einen größeren Bau betreffend, ein. Woche um Woche und Monat um Monat verging, er erhielt keinen Bescheid. Dann kam der Bau- meister um die provisorische Bauerlaubnis ein. Vier Woche» ver- gingen und eS kam immer noch kein Bescheid an. Das war am 20. März. 11ns wurde versichert, daß mit dem Augenblick des Ein- treffens der Bauerlaubnis eine größere Anzahl Arbeiter sofort Be- schäftigung erhalten würden. DaS ist die»sociale Fürsorge", wie sie von Polizei wegen geübt wird. Eine Magistratsvorlage über den! Neubau des Waisen- Hanfes in der Alten Jakobstr. 33. ist den Stadtverordneten zu- gegangen. Die Kosten sind ans rund 1400 000 M. veranschlagt. Zunächst werden zwei Bauraten von 300 000 M. verlangt. Es ist in den Plänen eine eigne Säuglingsstation im Erdgeschoß und im 1. Stock des Qnergebäudes nach dem Waldeck-Park zu vor- gesehen. Vor diesen Räumen sind offene Halle» angeordnet worden, um die Säuglinge ans den Zimmern leicht in die frische Luft bringen zu können. Der Neubau soll Räume für 296 Betten um- fassen. Der Sicherheit wegen sind vier massive Treppen vom Keller bis zum Dachgeschoß angeordnet. Die Fassaden sollen in einfachster Weise als Putzbau mit sparsamer Verwendung von Werksteinen aus- geführt werden. Der Bahnverkehr Berlin-Stettin soll nach dem zweiten Eni- Wurf des Sommer-Fahrplans umfassende Verbesserungen erfahren. Die Schnellzugverbindungen zwischen Berlin und Stettin werden durch ein neues Zugpaar' vermehrt, ab Berlin 7 tlhr 5 Min. abends, an Stettin 9 Uhr 12 Min.; der Gegenzug verläßt Stettin 10 Uhr 12 Min. vormittags und trifft 12 Uhr 20 Min. in Berlin ein. Die Züge führen 1. bis 3. Klasse. Außerdem werden die zur Be- wältiguug des Ferien- und Badeverkehrs zur Ablassung gc- kommenen Züge wieder befördert. Der Zug ab Berlin 7 Uhr 35 Min. morgens nach Heringsdorf und der Zug von dort 11 Uhr 16 Min. vorm.. an Berlin 3 Uhr 42 Min., werden anstatt vom 1. Juli bereits vom 15. Juni an verkehren. Ferner werden noch zu den Schnellzügen, ab Berlin 3 Uhr 6 Min. morgens und ab Stettin 3 Uhr 26 Min. nachm., ab HeringSdorf 3 Uhr 32 Min. nachm. und 11 Uhr 16 Min. vorm. Vorzüge abgelassen. Außerdem werden drei neue Sommer- Schnellzüge gefahren und zwar ab Stettin 2 Uhr 28 Min., an Berlin 4 Uhr 58 Min. nachm., vom 3. Juli bis 31. August, ab Berlin 11 Uhr 55 Min., an Stettin 2 Uhr 26 Min. vom 1. bis 25. Juli und ab Berlin 10 Uhr 65 Min, an Herings dorf 3 Uhr 9 Min. nachm., ebenfalls vom 1. Juli bis 25. Juli. Zum Milchkrieg. Gestern beschäftigte sich der Verein der Milchhändler Schönebergs und Umgebung mit dem Milchkrieg und der neuen Polizeiverordnung über den Milchhandcl. Man beschloß. im Kampfe gegen Ring und Bolle auszuharren, und protestierte gegen die Polizeiverordnung. Der Vorstand wurde beauftragt, dahin zu wirken, daß den Bolleschen Wagen das Anskliugeln in Schönebcrg untersagt werde und zwar, was uns ein bißchen spanisch vorkommt, auf Grund der Verordnung über den Hausierhandel. Die HandlungS� weise der Meierei Bolle wurde scharf getadelt. Am 1. April wird die Centrale mit 50 Wagen antreten; dieselben waren, wie mit- geteilt wurde, zuerst mit der Firma der Centrale versehen, doch soll diese überlackiert und mit der Bolleschen Firma beschrieben worden sein, so daß mithin die Centrale unter falscher Flagge segelt. Des ferneren wurde darauf hingewiesen, daß der Milchkrieg noch eine ganze Reihe von Ueberraschungen bringen dürste, vor allem aber dürfe man darauf gefaßt sein, daß mit Eintritt der wärmeren JahreS zeit, vielleicht schon im Mai, mit einer Milchknlamität zu rechnen sein werde. Von dem alten Garnison-Friedhof an der Linienstraffe wird mm auch das letzte Stück bebaut. Bei den Ausschachtnngs- arbeiten werden noch zahlreiche Lcichenreste zu Tage gefördert, die gesammelt und auf dem Garnison-Friedhof in der Müllerstraße ver- graben werden. Die Ferusprech-VermittelnngSanstalten lV und IVa werden im Laufe dieser Woche zu einer gemeinsamen Vermittelungsanstalt IV vereinigt. Die Anschlnßmimmern der Teilnehmer bleiben unverändert. In der Bezeichnung der bisherigen Anschlüsse der VermittelungSl anstalt fällt jedoch der Unterscheidmigsbnchstabe a fort. Die Ver einignng ist in der Weise bewirkt worden, daß ein nenes, gcmeiw sameS Amt durch die Finna Siemens u. Halske hergestellt worden ist. Es ist auf nicht weniger als 14 000 Anschlüsse berechnet. Von diesen iverden zunächst etwa 7600, also wenig mehr als die Hälfte. besetzt. BiS zehn Uhr abends dürfen offene Verkaufsstellen heute. Donnerstag, sowie am Sonnabend dieser Woche geöffnet sein. In der nächsten Woche ist der Dienstag der einzige Tag mit Zehnuhr schluß. Die Abstinenzbcweguny greift auch auf die Berliner Kauf- leute über. Auf Anregung einiger Berliner Mitglieder deS Vereins abstinenter K a u f l e n t e in Hamburg wurde am 25. d. M. unter Mitwirkung des„Alkohol-GegnerbundeS. Ortsgruppe Groß-B erlin" und des«Guttempler Ordens" eine Berliner Gesellschaft abstinenter Kaufleute begründet. Das Referat hatte der Vorsitzende des Alkoholgegner-Bundes, Herr Dr. Strecker, übernommen. Die Gesellschaft will eS sich zur Aufgabe machen, auch die Berliner Kaufleute zum Kampfe gegen den Genuß alkoholischer Getränke und die herrschenden Trinksitten aufzufordern, sowie alkoholfreie Wirtschaften zu begründen. Die Versammlung war recht gut besucht. Vorsitzender der Vereinigung ist Herr Bankier Kaupisch, Berlin W. 30, Goltzstr. 45. Ein Irrtum ist uns unterlaufen, als wir mitteilten, daß der Dreschgras P ü ckl e r in der evangelischen Gemeinschaft St. Michael sprechen wolle. Der Graf Pückler, der dort redet, hat mit dem Dreschgrafen gleichen Namen» nichts gemein. Ter erste Tote der Hochbahn. Der 25 Jahre alte Revisions- schlosser Krnttasch, der vorgestern auf dem Untergrund-Bnhnhof Zoologischer Garten verunglückte, ist seinen Verletzungen erlegen. Ein Kindesmord ist vorgestern abend in der Pallisadenstr. 73 entdeckt worden. Der Wächter einer dem Hauseigentümer gehörigen Fabrik sah um 11 Uhr in einer Nische im Thorweg eine Pappschachtel liegen, die wie ei» Postpaket aussah. Darin fand er die Leiche eines neugeborenen Mädchens, dem die Kehle mehrmals durchschnitten war. Die Leiche war zunächst in Papier ein- gewickelt und dann in die Schachtel gelegt. Diese stanmit aus der Versandtschachtelfabrik von F. Lange in Bielefeld und ist 28 Centi- meter lang, 17 Centimeter breit mid 12 Centimeter hoch. Auf dem Deckel der Schachtel steht mit Blei«8 Pfund" geschrieben. Die Vermutung, daß die Mörderin des Kindes ein Krankenhaus auf- gesucht habe, wurde durch die Ermittelungen in allen Anstalten nicht bestätigt.— Eine zweite Kindeslciche. die eines neugeborenen Knaben, wurde vorgestern von einem Arbeiter auS der Spree gelandet. Ob auch in diesem Falle ein Mord vorliegt, wird erst die gerichtsärztliche Leichenöffnung feststellen können. Feuer im Zoologischen Garten alannierte Mittwochnachmittag mehrere Löschzüge. In einem Raum neben dem Bierkeller des Hnuptrestaurants war durch Kurzschluß ein elektrisches Kabel durch- gebrannt, wobei die Schaldecke und Balkenlage ankohlte und weiter« 'chwelte. Allem Anschein nach war der Kurzschluß schon mehrere Stunden vorher erfolgt, da daS Feuer schon weit vorgeschritten war. als es zufällig bemerkt wurde. Angestellte des Gartens machten sich 'ofort daran, den Brand mit der Hausleitung abzulöschen, während gleichzeitig die Feuerwehr herbeigerufen wurde. Wenn nun auch die Gefahr leicht beseitigt werden konnte, so dauerte eS doch längere Zeit, bevor die FeueNvehr die angekohlten Balken freigelegt hatte und wieder abrückte. Die Fra» deö Gastwirts Schilling, die des Versuches be- Schuldigt wurde, ihren Mann durch Leuchtgas nmS Leben zu bringen. ist aus der Untersuchungshaft entlassen worden. Sie ist nicht zu ihrem Mann zurückgekehrt, sondern hat bei verwandten Aufnahme gefunden. Die Ermittelungen der Kriminalpolizei haben den gegen die Frau erhobenen Verdacht nicht bestätigt. Wieder festgenommen wurde der frühere Mitbesitzer einer Lichtheilanstalt Steinbock, der wegen vieler Schwindeleien eine längere Freiheitsstrafe zu verbüßen hat. Steinbock wurde am 5. d. M. in einem Civilprozcß vernommen und fand hierbei Gelegen- heit, zu entkommen. Die Kriminalpolizei vermutete ihn in einem Versteck in der Vlnmenstraße. Auf dem 3iiickwcge zum Gefängnis entkam er den Beamten, trotz besonderer Vorsicht, an der Krantstraße noch einmal. In der Nähe des Alexanderplatzes wurde er jedoch wieder eingeholt und nun ohne Hindernis nach Plötzcnsee zurückgebracht. Ein schrecklicher Unfall stieß gestern abend dem 26 Jahre alten Steinträger Franz Deutsch aus der Neinickendorferstraße 46s zu. Der junge Mann, der von 6 Uhr an zu Hause gewesen war, wollte um 11 Uhr den auf dem Hofe gelegenen Abort aufsuchen. Hierbei stürzte er eine neun Stufen zählende, nicht beleuchtete Holz- treppe hinunter, an deren Fuße sich die mit Glasscheiben versehene Hofthüre befindet. Unwillkürlich streckte er im Sturze die Arme aus, um eine Stütze zu finden. Die Folge war daß er mit den Händen durch die Thürschcibcn fiel und sich beide Pulsadern auf- schnitt. Mit dem Kopfe stieß er außerdem so heftig gegen die Holzteile der Thür, daß er sich einen Schädelbruch zuzog. HanS- genossen, die das Gepolter und das Klirren der zerbrochenen Scheiben hörten, nahmen sich des Schwerverletzten an und sorgten für seine Ueberführung in ein Krankenhaus. SHrbeiter-OldiingSschille, Engel-Ufer 15, Seiteuflügel 3 Tr. Die Kurse sind beendet. Bis zum Wiederbeginn, Mitte April, ist die Bibliothek an jedem Donnerstag abend von 3—9 Uhr gc- öffnet. Diejenigen Mitglieder, welche noch Bücher über die übliche Leihfrist hinaus im Besitze haben, wollen dieselben gefl. umgehend abliefern. Fiinfter Internationaler Kongreß fiir angewandte Chemie. Die Vorarbeiten für diesen Kongreß, welcher in der Pfingstwoche deS Jahres 1903 zu Berlin abgehalten werden wird, sind bereits in vollem Gange. Während die vier vorhergehenden Kongresse in Brüssel(I894i.' Poris(1896), Wien(1898) und Paris(1900) statt- fanden, ist dies der erste seiner Art auf deutschem Boden. Der Kongreß findet im ReichstagS-Gebände statt. Die Arbeiten für den Kongreß werden in einem eignen Bureau, Charlottcuburg, March- straße 21, erledigt._ NnS den Nachbarorte». Die Rixdorfer Gewerbe- Deputation stellte dem Schulrat Anders, dem Leiter der städtischen gewerblichen Fortbildungs- schule, 300 M. zum Ankauf physikalischer Jnstrnnientc zur Verfügung. Wenn sich mindestens 10 Schüler für Physik finden, soll mit dem physikalischen Anschanungsnntcrricht in der Fortbildungsschule be- gönnen werden. AuS Rixdorf. Der hiesige Stadthauptkaffen-Rendant Grantzolv wurde von der Gemeindevertretung in Wilmersdorf einstimmig zum Gemeinde-Kassenrendantcn gewählt.— Ei» frecher Einbruchs- d i e b st�a h I wurde in der letzten Nacht bei dem Schlächtermeister Wilhelm Günther, Rcntcrstr. 25. ausgeführt. Die Diebe drangen durch ein Eisengitter der Ladenthür in den Laden ein und räumten sämtliche Fleisch- und Wurstwaren aus. Bisher fehlt von den Thätcrn noch jede Spur.— Messingdiebe sind seit einigen Tagen wieder in unsrer Stadt thätig. In zahlreichen Häusern haben sie die Treppenstufenschienen, womit Läufer und Linolcumbclag be- festigt zu werden pflegen, abgeschraubt und entwendet, in einigen Fällen auch Messing-Hausthürbcschläge abgebrochen und mitgenommen. Leider konnte noch keiner der Spitzbuben erwischt werden.— Die Stadtgemciude Berlin, welche an den Uferstraßen deS Rixdorfer Stichkanals Grundstücke besitzt, hat sich jetzt bereit erklärt, zu de» Straße nbanko st en beizutragen, und ließ den anteiligen Be» trag bereits an die hiesige Stadthauptkasse einzahlen. Der Rixdorfer Gcwerbedepntation lag am DienStag eine Petition des Ortsvercins lllixdorf des Vereins der deutschen Kauf« leute vor, worin um den Erlaß eines OrtSstalnts ersucht wird, durch das die Beschäftigung von Handlungsgehilfen und Lehrlingen in Fabrik-, Speditions-, Engros- und Bankgeschäften, sowie in Brauereien an Sonn- und Festtagen gänzlich unter- sagt werden soll. Ferner soll die Beschäftigung solcher Angestellten in' offenen Ladengeschäften an Sonn- und Festtagen nur von 7—10 Uhr vormittags dauern und von den Prinzipalen derartig geregelt werden, daß jedem Gehilfen und Lehrling monatlich ein Sonntag vollständig freigegeben wird. An den letzten drei Sonntagen vor Weihnachten soll' nachmittags von 2 bis 8 Uhr ein erweiterter Geschäftsverkehr stattfinden dürfen. Die Deputation lehnte den An- trag ab, weil es Berlin ebenso gemacht hat. �Die socialistischen Mit- glieder behielten sich stillschweigend ihre Stellungnahme für die Plenarsitzung der Stadtverordneten-Versammlung vor. In Stralau schließt der G e in e i n d c- E t a t mit 110 558 M. ab; im vorigen Jahre betrug der Etat 87 712,92 M. Die Gebühren für die K a li a l i s a t i o n s- A u s n u tz n ii g stelle» sich auf 10 Proz. Der Gcmeindevertrcter. Parteigenosse Mütze, beantragte, diese 10 Proz. völlig von den Hausbesitzern zu erheben; die Vertretung hatte in ihrer Mehrheit aber Mitleid mit dieser notleidenden Menschen- gnttung und beschloß, von den Hausbesitzern nur 5 Proz. zu nehmen; die übrigen 5 Proz. sollen dem allgemeinen Stenersäckel entnommen werden.' So kam es denn, daß die Kominnnalstciiern von 110 Proz. auf 120 Proz. erhöht werden mußten. Zur Einverleibungsfrage ist den Meldungen ver- schiedener Blätter gegenüber zu bemerken, daß in der Sitzung der Gemeindevertretung vom 9. Februar e i n st i m m i g der Beschluß gefaßt wurde, den Magistrat von Berlin um die Eiiiverlcibnug zu ersuchen; mit andren Vororten hat Stralau sich in dieser An- gelegenheit nicht in Verbindung gesetzt. Die Verhandlungen schweben; mau hofft am Orte, daß sie zu dem gewünschten Resultat führen. An den Ergänzungs wählen zur Gemeinde- Vertretung, die am 14. März stattfanden, haben die Partei« genossen sich nicht beteiligt, weil ihnen der erforderlich gewesene Hausbesitzer nicht zur Vcrsügnng stand. Wie sehr daS Gcineindelebcn versumpft, wenn die Social- demokratie nicht aktiv auftritt, lehrt so recht die Wahl in Stralau. Dort haben in sämtliches drei Klassen im ganzen 16 Per« sonen 16 Stimmen abgegeben, da ein Wähler in zwei Klassen wählen konnte. In der e r st e n W ä h I e r k l n s s e waren 5 Wähler ein- geschrieben; es wurde hier eine einzige Stimme abgegeben, die auf den bisherigen Vertreter, den Jutespinne'rei- Direktor Hoffmann fiel. In der zweiten Klasse gaben von 7 ein« geschriebenen Wählern 2 ihre Stimme ob, davon erhielt der bisherige Vertreter Bartsch eine Stimme mid der Fabrikbesitzer Gebhard ebenfalls eine Stinime; eS hat also Stichwahl stattzufinden. In der dritten Klasse waren 193 Wähler ciiigcschriebcn, von denen 13 wählten und sämtlich für den bisherigen Vertreter Boots- baumeister Deutsch stimmten. So nimmt daS Bürgertum, weil» es unter sich ist, seine politischen Rechte wahr! Wilmersdorf. Die Gemeindevertretung bewilligte in ihrer letzten Sitzung 2600 M. für notwendig gewordene Schulklassen im Ortsteil Friedenau-Wilmersdorf. Es ist ein dringendes Bedürfnis, amb dort demiiächst ein Schulhaus zu errichten; jetzt werden die Kinder in einer Mietskaserne unterrichtet.— Zur Regulierung einiger Straßen züge wurden 5000 M. bewilligt.— Für Verausgabung von Lehrmitteln an hilfsbedürftige Volksschüler ist eine Etatsübcrschreitung von 425,60 M. zu verzeichnen; die Summe wurde nachbewilligt.— Der schon bestehende Hohenzollernplatz wird demnächst vergrößert werden.— Der Rheingau bezirk erhält zum 1. April ein Polizeibureau, und zwar in der Bingerstr. 1/3.— Einen direkten Verkehrsweg mit dem Osten Berlins erhält Wilmersdorf dadurch, daß die Linie Lichtenberg— Schönebcrg demnächst bis Wilmersdorf verlängert wird. Vevl�mtnluttgen« Wahlvereiii für den sechsten Berliner ReichStagS-Wahl kreis(Schönhauser Vorstadt). Am Dienstag fand im Berliner Prater eine auherordentliche Generalversammlung statt. Vor Ein- tritt in die Tagesordnung ehrte man das Andenken der verstorbene» Genossen Hennig rmb S ch o l t y s s e k in der üblichen Weise Dann erstattete B o r g m a n n Bericht über die V e r h a n d l u n g e» der E i n i g u n g s- K o m m i s s i o n, die unter dem Vorsitz Pfannkuchs stattgefunden haben. B o r g m a n n sagte: In dem andern Wahlverein ist bereits über diese Angelegenheit berichtet worden. Ich habe den Auftrag, von unserem Standpunkt aus Klar- cheit über die Verhandlungen zu geben. Der Bericht, den der „Vorwärts" über die in der Eiskeller-Versammlung gegebenen Darstellung der Komniissionsvcrhnndlungen gebracht hat, stimmt nicht mit den Thatsachcn überein. Der Berichterstatter mutz die Aus- führungen Freythalers wohl nicht richtig wiedergegeben habe», denn so, wie es im„Vorwärts". steht, war der Gang der Kommissions- verhandlung nicht. Wir verlangen vom„Vorwärts", datz er über den Konflikt in unserm Wahlkreise cntlvedcr zutreffend berichtet, oder aber, datz er darüber ganz schweigt, damit nicht die Parteigenossen in den andern Wahlkreisen ein falsches Bild von unfern Angelegen Helten bekommen. (Wie uns unser Berichterstatter mitteilt, entspricht sein Bericht über die Eiskeller- Versammlung durchaus dem, was dort von den wird, über denen eine Centralleitung steht, welche sich aus den Ver- trauensleuten und den Delegierten der einzelnen Wahlvereine des Kreises zusammensetzt." Die Versammlung hofft, datz bei gutem Willen auf dieser Basis eine Einigung möglich ist und dadurch den besonders gearteten Ver- Hältnissen' des Kreises Rechnung getragen wird. Auf diese Weise das Arbeitsgebiet geteilt und doch unter centraler Leitung lvird es möglich sein', dem gcmeinsanien Feinde»och nachdrücklicher entgegen- zutreten, als es bisher der Fall ist. Es wird dadurch möglich sein, die uns Fernstehenden leichter in die Organisation hineinzuziehen, Ivie ja unser Wahlverein, der heut nahezu IvOO Mitglieder zählt, am besten beweist." Ich hoffe, datz unsre Ansichten in den Reihen der Vorurteils- losen Genossen Anklang finden. Der Kreis mutz geteilt werden, das ist das Richtige. Ich halte es für unmöglich, datz�der Konflikt durch eine Urabstimmung beseitigt werden kann. Der.Streit würde unter der Decke weiter geführt werden. Man wird uns von der andren Seite entgegenhalten, wir hätten nicht den guten Willen uns zu einigen. Die Generalversammlung im Eiskeller hat nur den von jener Seite selbst gestellten Antrag angenommen. Das ist kein Entgegenkommen, deshalb müssen wir versuchen, weiter zn ver- handeln. In der Diskussion sprachen M i l i tz, Gräber, Metzle Wünsch. Mars und P h i l i p p s o h n. die sämtlich dem Re- fcrcnten zustimmten. Mars führte noch einige Einzelheiten ans der einzelnen Redner» ausgeführt wurde. Etwas andres konnte er natür- Kommissionsverhandlung an. Unter anderem sagte er: Als Frey- lich auch nicht berichten. Der Vorwurf, datz er nicht„zutreffend be- richtet" und ein„falsches Bild" gäbe, ist also gegen den„Vorwärts" resp. seinen Berichterstatter deplaciert. Red.) Nun zu de» Konimissionsverhandlungen selbst. Nach dem „Vorwärts"-Bericht hat es de» Anschein, als ob P f a n n kn ch aus eigner Initiative oder gar im Namen des Parteivorstandes seinen t h a l e r den Antrag auf Urabstimmung gestellt hatte, sagte Klose, wir mützten uns der Urabstimmung fügen. Daraus bemerkte P f a n n k u ch: nach dem, was in der Verhandlung zum Ausdruck gekommen sei, könne gar keine Äcde von einer Unterwerfung unter die Urabstimmung sei». Es handle sich lediglich um einen Vorschlag zur Einigung.— Im Schlußwort sagte Borgmann: Wenn es Vorschlag gemacht hat. Das ist nicht der Fall. Es wurden anfangs I nicht zur Einigung kommt, dann iverden wir versuchen müssen, unsre von keiner Seite Vorschläge gemacht, so datz keine Diskussion zu I Gedanken über die Organisationsform auch in die andern Vorstädte stände kam. Lediglich üm'eine Diskussion zn schaffen, machte I des Kreises zu tragen. Wir werde» zunächst durch persönliche Aus- Pfannknch den Vorschlag: Auflösung unsres Vereins, spräche im kleinen Kreise unsre Ansichten verbreiten, und Uebertritt in de» andren Verein' und Niederlegung der Aemtcr, damit! dann in öffentlichen Versammlungen für dieselbe Propaganda die Genossen der Schönhauser Vorstadt bei der Neubesetzung ihre! machen. Es wird sich dann zeigen, datz wir ans der Wünsche geltend machen könnten. Pfannknch erklärte ausdrücklich, Minorität, die wir jetzt noch sind, zur Majorität des Kreises werden daß er mit diesem Vorschlage nicht die Meinung des Parteivorstandes Bis jetzt haben wir diesen Weg um des Friedens willen nicht be- vertrete, sondern nur die'Diskifffion in Flntz bringe» wolle. Ich treten. Wenn aber die Einigimg nicht zu stände kommt, dann haben machte dagegen den Vorschlag: Wenn wir unseren Verein auflösen I wir keinen Grund mehr, unsre Organisationsform auf die Schön- sollen, dann müsse auch der andre Verein.sich auflösen und der hauser Vorstadt zu beschränken. Die andren Berliner Kreise sind Znstand, wie er früher bestand, wiederhergestellt werden. Die s hinsichtlich der Organisalivnsform mit uns solidarisch. Daserleichtert Niederlegung der Aemtcr ist keine Konzession an uns, denn bei der Besetzung der Acmter hatten doch die Genossen der einzelnen Vorstädte, von jeher das Vorschlagsrecht. Datz der Parteitag über die Organisationsfrage entscheiden solle, habe, ich nicht gesagt Auch die Vorschlüge, welche Mars in der Kommission machte find falsch berichtet. Er schlug mit Nücksickit auf die eigciiärtigen Verhältnisse des Kreises vor. daß für jede Vorstadt ein besolidcrer Wahlvercin gegründet werden solle, und daß' diese Vereine unter eine genieinsame Centralleitung gestellt werden sollten. Auf diesen Vorschlag legen wir großen Wert. denn er bezeichnet diejenige «Organisationsform, auf deren Schaffung die Konstellation unsres Kreises hindrängt. Iii dem Bericht über die Eiskeller- Versammlung ist nichts davon enthalten, datz W ü n s ch in der Kommission betonte: Berlin sei ein einheitliches Agitations gebiet, und deshalb mützten auch die Vertreter der übrigen Kreise darüber initznentschciden haben, wenn ein einzelner Kreis seine Organisation'ändern will. Unter allen Umständen müssen wir die pciucipiellc Frage im Auge behalten: Die bisherige Or- ganisationsform darf nicht geändert werden, so lange die vom Partei- tag beschlosseiie Resolution 72 nicht aufgehoben oder abgeändert ist. — Eigentümlich berührt es, datz in dem Bericht über die Eiskeller- Versammlung bei den drei bis jetzt genannten Vorschlägen die Namen ihrer Urheber genannt sind, während bei dem Vorschlag,� der die Urabstimmung betrifft, kein Name angegeben ist. Da scheint etwas dahinter zn stecken. Der erste, der in der Kommission von llrabstiinmung sprach, war L e d e b o» r. ■Gr meinte, es wäre wünschenswert, wenn daS Statut für alle wichtigen Fragen, die durch Versaminlnngsbeschlutz nicht mit zwcifel loser Mehrheit entschieden werden können, die Urabstimiunng zin ließe. Diese Ansickn stieß bei den Genossen ans jener Seite zn nächst auf heftigen Widerspruch. Man sagte, solche Vorschläge dürften erst gemacht werden, nachdem sie im Kreise angenommen worden sind. L c d e b o u r hielt aber an seinem Vorschlage fest. Im Laufe der Iveiteren Verhandlungen nahm dann Freyt Haler diesen Gedanke» auf und schlug vor, die vorliegende Angelegenheit durch eine Urabstimmung über den ganzen Kreis entscheiden zn lassen. Wir tonnten uns zwar nicht vorstellen, w i e eine solche Urabstimmung auszuführen, wie sie zu kontrollieren sei'usw., aber wir erklärten doch: Wir nehmen diese» Vorschlag zur Kenntnis und iverden ihn unsre» Genossen unterbreiten.— Wir waren mm sehr verwundert darüber, datz man jetzt ans der andre» Seite diesen Vor- schlag der Urabstimmung als einen Beschlutz der Korn Mission hingestellt und darüber abgestimmt hat. Da die Urabstimmung von der andren Seite beantragt ivorden ist, so kann sie natürlich nicht als ein Zugeständnis an uns betrachtet werden. Die Urabstimmung ist für unser Parteileben etivas Neues. Wir habe» in der Partei noch nie eine Urabstimmung gehabt, und auch die Genossen ans jener Seite, welche jetzt für die Urabstimmniig eintreten, haben sich bei früheren Gelegenheiten dagegen erklärt, mit der Begründlmg, man habe ikeine Rücksicht zn ucbmen ans die, welche nicht in die Versammlungen kommen. Ich zweifle nicht daran, daß jene Seile bei einer Urabstimmung über den vorliegenden Streitfall die Mehrheit erhalten wird. Wenn man das auf jener Seite nicht wüßte, dann würde man auch nichr einen solchen Antrag gestellt haben. Wenn wir aber wissen, datz wir in der Urabstimninng unter liegen werden, dann wäre es doch richtiger, wir unterwerscii uns von vornherein, ohne erst den umständlichen Apparat der Ur abstimmung in Bewegung zn setzen. Uebrigens haben wir. gar keine Garantie dafür, daß die Urabstimmung in cinwandsfrejer Weise vorgenommen werden kann. Die Hauptsache aber' ist die Mit der Urabstimmung würden wir unsren ans die Resolution 72 gestützten principiellen Standpunkt verlassen. Das könne» wir aber nicht, denn die Partditags-Beschlüsse find für uns das höchste Gesetz, dem sich jeder Parteigenosse zu fügen hat.— Wir haben simner die Ansicht vertreten, daß die Organisation im sechsten Wahlkreise mir dann ihre Aufgabe» wirksam erfüllen kann, wenn eine getvisic Decentralisation eintritt, ohne datz die Ccntralisalio» anfgehobni wird. Wir stimmen mit den Genosse» ans der andren Seite darin überein. datz die Organisation des Kreises eine einheitliche sein mutz, aber deshalb kann sie doch eine Form haben, welche den Verhältnissen des Kreises mehr Rechnung trägt, wie die Organisation der Genossen ans der andern Seite.— Im Namen der Bezirkssührer habe ich eine Refo- lution zu empfehlen. Die Annahme derselben soll jedoch keine endgültige Entscheidung über ihre» Inhalt sein, sondern nur aus- drücken, daß die Resolution den Genossen der Bezirke in den Zahl- nbenden vorgelegt und daselbst eingehend besprochen wird. Die entgültige Emscheidnng würde einer späteren Generalversammlnng Vorbehalten bleiben. Die Resolution lautet: „In Erwägung, datz die Einigkeit der Partei nur erhalten bleiben kann, wenn sich die Genossen der einzelnen Kreise den Be- schlüssen der höchsten Parteiinstanz, dem Parteitag, unterordnen: in fernerer Erwägung, datz wir verpflichtet sind, den Grundsätzen unsreS Programms entsprechend die Geschäfte der Partei zu führen, be- schließt die heutige außerordentliche Generalversammlung des Wahl- Vereins für den sechsten Berliner Reichstags-Wahlkreis(Schönhauser Vorstadt): l.„Auf dem pniicipiellen Standpunkt so lange zu verharre», bis der Parteitag seine Beschlüsse abgeändert hat oder denselben eine andre Deklaration giebr." 2.„Unter Festhaltung dieser grundsätzlichen Auffaffnng und unter Anerkennung der Notweiidigkeil, einheitlich im Kreise zu ar- beiten beztv. die Organisation einheitlich zn gestalten, ihre Dele- gierten in der Einigungskommission zu beauftragen, dahin zu wirken, datz für jede der 6 Vorstädte ein selbständiger Wahlverein gebildet unser Vorgehen. Die Versammlung nah m die Resolution e i n st i»i m i g a n und beauftragte die Genossen, welche an der Sitzung der EiuigungZkommissioil teilgenommen haben, auch die weiteren Ver- hai.tdlmigen zu führen. Hieraus macht Wünsch zn den im Versammlimgsbericht in Nr. 53 des„Vorwärts" enthaltenen AnSführnngen Freythalers folgende berichtigende» Bemerkungen: In der anfangs Jairnnr abgehaltenen Sitzung habe ich dem Genossen Freythaler erklärt, ich tvürde lvegen der Deckung des ans unsre Vorstadt entfallenden Teils der Kre'isschulden erst mit den Genossen der Schönhauser Vor stadt Rücksprache nehmen. Darauf sagte Freythaler: Wenn tvir unsren Anteil an den KreiZschnlbcn anerkennen, dann bleibe uns die Art der Deckmig selbst überlassen. In dieser Sitzling ist ivohl Einblick gewährt Ivorden in das Eonto der Kreis- schulden, aber nicht in das der Kreis einnähme n, Datz in der Sitzung am 15. Januar die Abrechnungen der Vertrauensleute und der Kreiskasie vorgelegen haben, ist weder mir, noch de» andren Genossen bekannt, die von nnsrer Seite an der Sitzung teilgenommen habe». Wenn Freythaler behauptet, ich hätte weder am 13. Januar noch früher Auskunft über den Stand der Kreiskasie ver laugt, so ist das nicht richtig. Als ich in dieser Hinsicht Fragen stelllc, da antivortete mir Freythaler:„Wenn Du lein Geld mitgebracht hast, dann haben tvir nichts miteinander zu thnn." Darauf habe ich nochmals erklärt: Nach genauer Fcststellnng des Bestandes der Kreiskasse würden die Genosse» der Schönhauser Bor- stadt ihren Anteil an den Schulden anerkennen und begleiche». Wieder erhielt ich die Antwort:„Wenn Du kein Geld mitgebracht hast, dann haben tvir nicbts mehr miteinander zu thnn". Darauf habe ich im Einverständnis mit, de» Genossen Kunst, Hönisch, H a a s e und L e s k a u erklärt:„Wenn Ihr nichts mit uns zu thnn haben wollt, so liefern wir alles vorhandene Geld. auch die Einnahmen vom Sommerfcst und vom Wahlverein an den Parteivorständ ab." Nach diesen Darlegungen iverden die Genossen verstehen, tvarum tvir nicht abgerechnet haben. Nach dem 15. Januar habe ich keine Anfforderniig zur Abrechnung vom ominerfest mehr erhalten. Vorher war aber die Abrechnung nicht möglich, weil noch eine Anzahl Billets ausstanden. Auch die Ab- rechmmg vom Wahlverein konnte früher nicht stattfinde», so viel ich weiß, ist sie jetzt erfolgt. Im Interesse der Partei liegt es nicht, wenn die Majorität in der hier geschilderten Weise gegen uns vorgeht. K u n st bestätigte die Darlegungen des Genossen W ü»ich. und M a r& führte ans, datz W ü n s ch S'Abrechnungen in der besten Orb- nung sind, wovon sich jeder überzeugen könne. Wevmipltzkes. AuS Löwen wird über eine F e u e r s b r u n st berichtet: Seit gestern mittag lvütct hier eine furchtbare Fenersbrniist. Der Brand wurde veranlaßt durch eine Naphta-Explosion, welche in einem Kolonialwarcn-Lager stattfand. Es wurden sieben Gebäude zerstört; das Postgebäude war stark bedroht. Zwei Personen, welche in dem zum Äolonialwaren-Lager gehörigen Keller beschäftigt waren, sind verbrannt. Ter Besitzer rettete sich nur dadurch, daß er auS dem Fenster herabsprang, desgleichen ein Arbeiter,(welcher schwere Brandwunden davontrug. Die Feuerwehren der umliegenden Orte mutzten ,in Anspruch genommen werden, auch war aus Brüssel ein Spccialzug mit Feuerwehr eingetroffen. ES herrschte große Gefahr in einem Umkreise von 5/z bis'.»>/, llftr abends statt. Martin R. i. B. Z. B. Baien siirt, Heppe, Niederkaufungen. Dann im Königreich Sachsen: Dresden, vereinigte Fabriken zu Bautzen, Einsiedel bei Chemnitz, Freiberg, Schnecberg je.; ferner Cröllwitz bei Halle a. S! usiv. usw. Wette in K. Einwandsfrei der vierte Fall. Osfip. Wir heben die genannten Zeitungen nicht auf, können also Ihre Frage nicht beantworten Sie' wenden sich am besten an die Blätter selbst, die Ihnen gern die gewünschten Nummern senden werden. 91. St. 42. Wir könne» in dieser Sache keinen Rat geben H. S. 2t». DaS Gesetz nennt nicht eine Anzahl bestinimter Sachen, die dein Schuldner als uiwsändbar belassen werden müssen, vielmehr ist die Frage, ob bestimmte Gegelistäiide gepfändet werden können oder als im- entbehrliche dem Schuldner belasse» werden müssen, von Fall zu Fall»liier Berücksichtigung der Anzahl der Fauiilienmitglieder usw zu entscheiden. Gegen die Ansicht des Gerichtsvollziehers ist Beschwerde an das Amtsgericht zulässig. In Ihrem Fall scheint ein Spind und der Spiegel vielleicht Pfändbar zu sein.—«0 9l. M. 1. Ja. 2. und 3. Nein. 4. Ja.— M. 8. 59. In Den öffentlichen Lesehallen liegt sowohl das Buch Specht, die Rcichslags-Wahleii von 1867 bis 1897, wie Schöllfeld, Notizbuch für die Reichstags-Wähler, aus. In einem derselben wollen Sie nachschlagen, wer bei den 10 Wahlakten gewählt ist, über die Sic Auskunft haben wollen. — M.(S. Ja: ob die für einen Vertreter angesetzte» Kosten an- gemessen sind, eutichcidet im Streitsall das Gericht.— R. St. 199. Sie haben den richtigen Weg gewählt. Sie können sich jetzt an das KriegsnilNtsieriuul und, mit einer Pemioii. aji de» Reichstag wenden. — F.' R. 24. Eine Klage hat wenig Aussicht' auf Ersolg, ist aber nicht ganz aussichtslos, wen» Sie beweisen, datz der Arbeitgeber nicht für ge- hörige Unterbringung der Kleldungsstücke, aus denen das Geld gestohlen ist, gesorgt hatte. Zuständig ist das Gewerbegerscht. Bon dein Ausfall Ihrer Klage setzen Sie uns wohl später in Kenntnis.— Abonnent D37. Ihre Pflichten richten sich nach dem Wortlaut des von Ihnen geschloffenen Vertrages. Haben Sie dessen Inhalt richtig mitgeteilt, so hätten Sie ewen Regrehanspruch gegen Ihren Verkäufer.— P. Nansen 1875. Das ist leider gesetzlich zulässig.— H. M. 1. Nein. 2. Die Kostenhöhe richtet sich nach der Höhe der Forderung. 3. Auf dem Eiiiwohuer-Meldcamt, Alexander- platz, erhallen Sie gegen.Zahlnng der Gebühr schriftliche Auskunft; den Geburtstag mühten Sic angeben. 4. Das geht nicht an.— M. H. 1. 1. Ein Erbe kann sich gegen Haftmig für die Nachlahschulden in un- beschränkter Höhe durch Aufgebot der Nachlahgläubiger, Nachlahverwaltimg, Nachlahkonkms oder Jiiventarlegung schützen. Das Nähere finde» Sie S. 87 88 des dem Arbeiterrecht beigeaebeiie» Führers. Das Buch liegt tn den öffentlichen Lesehallen ans. 2. Enie Erhschastsentlagung muß seit dem l. Januar 1900 in gerichtlich oder notariell begiaubiglcr Form innerhalb sechs Wochen dem Nachlahgericht gegenüber erklärt iverden, um gültig zu tein. — 9l. W. Tie Alltragsfrist zur Stellung eines Strafantrags wegen Be- leidigimg beträgt drei Monate, von den: Zeitpunkt ab gerechnet, tu dem die Beleidigung zur KeiiNlnis des Beleidigten gelommen ist. Die BerjährnngS- frist beträgt fünf Jahre: eine erst nach Ablauf von fünf Jahren zur Keimwis des Bcleidtgten gelangte Beleidigung kann also übcrhauptnicht verfolgt werden. — Edm. B. Ihr Mann haftet für Ihre voreheliche» Tchulden nicht, alt» auch nicht für die Miete. Dem Vermieter hasset das in die Mietsräuine Eingebrachte, anch wenn es inzwncheit zum Schein oder im Ernü an Dritte verkmnt ist. Der Pfändung eittzogen. also auch dem Zttriickhaltuilgsrecht des Wirtes entzogen sind die unentbehrlichen Gegenstände. Die diesbezüg- liche» Vorschriften siudcn Sie S. 339, 391 des in den öffentlichen Lesehalleit ausliegenden„Arbciterrcchts". Bestimmte Mööilie» führt das Gesetz nicht an. Es ist vielmehr von Fall zu Fall zu entscheide», welche Gegenstände unpfändbar sind. Kommt eine Einigung hierüber mit dem Wirt nicht zu stände, so kamt der Mieter beiin Amtsgericht klagen.— Ziunotviy. Es ist nur zu einer Eivilllage aus Herausgabe und eventuellen Wettsersatz zu raten. Die Klage hätte■ sich sowohl aus das Anssiener- Versprechen wie aus das spätere Manöver zu stützen. — A. G. 199. Die irrtümliche Bezeichnung des Berufs ist unerheblich. Lehne» Sic die Annahme des Briefes dennoch ab. so gilt sein Inhalt genau so, als ob sie ihn angenommen hätten.- Die Ablehnung der Annahme eines Briefs ist demnach zwecklos.— G. S. 92. Hatte das Mädchen vor drr Geburt Ihres Kindes die andern geboren, so sind Sie nicht zahlungspflichtig, weil Ihr Kind vor dem l. Januar 1900 geboren ist. Sonst haben Sie zu zahlen: Berjöhrung liegt nicht vor.— H. W. 1. Das Gutachten des Reichs-Gesundheitsamts Uber Ratteiivertllgungsniittel(Schwefelkohlenstoff und Piktolin) ist im„Vorwärts" voiu 13. November l90l, 2. Beilage, abgedruckt. De»..B." können Sie in der Expedition einsehe». 2. An die Oberpostdirekiou. T. M. Nein.— Gracchus. 1. Das ist zulässig. 2. Solche Ber- sammlnilge» bezwecken keine Einwirkung aus öffentliche Angelegenheiten und unterliegen deshalb nicht dem Anmeldezwang. 3. Der Vorstand kamt nur in der und durch die Beueralversaniliilung gewählt werden.— Florian. Die gesetzliche Kündigiiiigssrist eines Handlungsgehilfen beträgt 9 Wochen zum Qnartalserften. Der Prinzipal kann ohne Einhaltung der Kmidigmigs- frist die Entlassung aussprechen, wenn ein wichtiger Grund vorliegt. Als wichtiger Grund gilt anhaltende Kranthelt. Für den Fall der Kündigung wegen Krantheit behält der Handlungsgehilie feinen Anspruch aus Gehalt für die Daner voll 6 Wochen, von der KUndignng ab gerechnet. Kranken- gelb ist auf das Gehalt des Haiidlungsgehilseu nicht«nznrechnen.— — 9k. N. 199. Was von dem Einkommen bei der Besteuerung in Abzug gebracht werden kann, ist ausführlich unter„K. 100 Moabit" im Briefkasten vom 26. März angeführt. Miete ist nicht abzngsfähig.— G. Strasburg. Ja.— Neuendorf. 1. Ja, die That ist mit Zuchthausstrafe, hei Annahme mildernder Umstände mit 6 Monaten bis 5 Jahren Gefängnis bedroht. Abgesehen von der strasrechtlichc» Seite ist Abtreibung dein weiblichen Orgnlüsmus sehr schädlich und führt oft zu langem Siechtuur, insbesondere wemi sogenannte Geheimmittel von„klugen" Frallen oder sonstigen gewffsenloseil Personen verschafft sind.— X. f). Nein. Wttteriiiigsiibcrstcht vaui 29. März»992. morgens 8 Uhr. Stationen Swincindr öambnrg Berlin Krauts /M. Münch.» Wien «2 8»- I 749 SSO 751 W 750 W 759SW 790 W 759 W Ihedeckt 2 bedeckt 4 Regen 2 heiter 9 bedeckt 2 heiter 1 I. 4 Haparanda j 752 O Wetter <$£ s � »» s« «5, 4 Petersburg 757® 5 Cork 793 W 4 Aberdeen— I- i v veoeai 4 Paris 1-763® 1;hlb beb '.;{ i Wetter- Proguoic für Donnerstag, den 27. März 1992. Kühl und veränderlich, vorherrschend wolkig mit Nlederschlägen 2,Schiiee 2iNebel 2 heiter -5 frischen westliche» Winden. l c r'l i ii r r 90 e t; und e r b n r e a u. SociaWcinokratJsclicr Wahlverein für den 6. Herl. Reichstags-Wahlkreis. Den Parteigenossen zur Nachricht, daß miser Mitglied, der Colpotteur Louis Eottleld am 24. d M nach langem Kranken- lagcr verstorben ist. Ehre seinem Andenken! Die Bcerdiguiig findet am Freitag- Vormittag 11 Uhr von der Leichen- Halle der jüdischen Gemeinde tWeihen- sce) ans statt. Zahlreiche Beteiligung erwünscht. •247/3 Der Vorstand. Todes-Anzeige. Hierdurch allen Kollegen, Freunden und Bekannten die traurige Nachricht, daß unser licberBruder, dcrElscndreher Joseph Rinke am Sonntag nackits 12 llhr nach kurzen Leiden sankt entschlafen ist. Die Beerdigung findet Freitag, den 28. März, nachmittags 4 Uhr, auf dem Neuen Michaels- Kirchhof in Martendorf statt. 1518b lim stille Teilnahme bitten scinc trauernd.» Brüder tkni-I und Franz Rinke. Deutscher Metallarbeiter- Verband Vermaltungsstelle Berlin. Todesanzeige. Den Kollege» zur Nachricht, daß unser Mitglied, der Maschtneusoimer Theophil Scholtyssek am 23. d.M an der Liiugenentzündung gestorben ist. Ehre seinen! Andenken. Tie Beerdigung findet am 27. d. M., nackmnltags aus dem Central-Fnedho» Friedrichsfelde statt. Rege Beteiligung erwattct 113/14 Die OrtSverwaltnug. Gesangverein Brennabor. Am 32. d. M. verstarb nach längerem Leiden unser langjähriges Mitglied und Sangesbruder, der Güttlcr Rsol Gallien. Die Beerdigung findet am Karfreitag- nachmittag 5 Uhr auf dem Neue» Jakobi-Kirchhof in Rixdors, Hermann- strahe statt. löOSb Der Borstaud. Gommcrt. Danksagung. Für die zahlreichen Beweise nihreii- der Teilnahme an dem herben Verlust meines lieben Mannes, unsres guten Vaters, des Wäfchezuschnelders Hermaim Jannaseh können wir nur auf diesem Wege nvsren tiefgefühlten Dmil aussprechen, Olara Jannascb nebst Kind. Konsum-Verein Charlottenburg. Freitag, 28. März, nachm. 3»Hr. in der Gambrinnsbraucrei. Wallstr. 90: Ceneral-Versaiamlung. Tagesordnung: 1. Wahl eines Geschäftsführers, 2, StatiltenSndernilgcn: KH l, 8, 29, 33, 39, 44, 45, 49, 51, 53, 95, 99, 99, 75, 82, 83, 84 99, 109/U 3. Ersatzwahlen zum Anfftchlsrat, Nur Mitglieder haben Zutritt; die Mitgliedskarte ist mitzubringen, ver Aufaichtsrat des Konsumvereint zu Charlottetiburg.(E. C. m. b. H.) Max Knäfcl, Borfitzender, Karfreitag, früh 7 Uhr, Koltbuier Brücke n. Wen- disch-Buchholz, ca, ZSfan, Nächmittag l'/a Uhr Nach Scknnöckwitz kNoacks. t,- Osterfcicrtag: Gautag in Wilmersdorf, Berlinerftr. 40. Start, früh 9 Uhr n. mittags l Uhr Halleschcs Thor, Es ist Pflicht eines jeden, zu crlcheiilcn,(Abends Konzert mit att- schliehendeiti Ball.) Z.ZFeiertag, 1 Uhr, Koppcnplatz ii. BirlenwcrdersPamdtes- garten). 3. Feiertag, U/z Uhr, Branden- burger Thor». Picbelswerder(Freund), Donnerstag, den 3. April, General- veisantmlUng, Andreasstr. 29, Re- stierende Mitglieder werden auf den § 4 des Statuts hingewiesen.[11/13 ÜMMlMlMMl. V. PohlU, Gcwrrkschaftshaus. 90 Vuken. 10 Miiluten vom Bahnhof Zepernick, eingezäunt(Laube, Brunnen, Klosett, Obstbäume) 1500 M., 500 Anzahlung. Joers, Zepernick, am Bahnhof Patentanwalt Dammanv, Rarltsplat� 57. Auskunft bis abends lieim.[350ZL" Die schönsten Herren- Anzüge. Herrengarderob« in ticti, sowie speciell 35952* Monatsgarderobe von Kavalieren zurückgelegt. Sachen, fast neu, für jede Figur passend, sind in größter Auswahl zu staunend bivige» Preisen stets zu haben. J. Wand, Priitzenstr. 17, /z Ubr. Carl Weih. Geschlossen Friedrich-Wilhclttislädlisches. Geschlossen. lvellc-Zlllianee. Die Dame ans Trvnville. Hierauf' Er. Anfang 'l/s Uhr. Orpheus. Specialitäten-DorsteNung Anfang 8 Ubr. Eharinari. Täglich Vorstellung. Anfang 8 Uhr. Ptrtropnl. Gastspiel deS Theaters deS Westens: Rigvlctto. Anfang Ubr. Apollo. Lebende Lieder. Special!- täieu-Borstcllupg. Ansang 3 Uhr. Passage- Panoptikui». Special!- tiiteu-Borslelliilig. Palast. Specialitiiien-Vorstelluiig. Die Veilchensee. Anfang 8 Ubr. Cashio- Theater. Ihre Familie. Specinlitäten- Vorsicllnng. An- fang 8 Uhr. Acichshnllcu. Stettiuer Sänger. Anfang 8 Ubr. Paslage- Theater. Specialitäten Vorstellung. Anfang uachiuittags ö Uhr. Ilrauia. Taubeustr. 18/10./2 Uhr: Dss sütze Mliidvl. Jeder Besucher erhalt ein elegantes Souvenier. Freitag: Geschlossen. Sonnabend: Tas fiifie Mädel. Thalia- Theater. Trcsdeuerslrasie 78,73. Täglich: Abends 7>/2 Uhr: Seine 5? leine. Grosse AuSftattuttgSpoffe mit Gesang und Tanz in ll Alien. Guido Thielscher, Frist Helmerding, HauS Junkerinaiin. Herbert Paul- uiüllcr, Paula Worm a. Ä.. Gerda Walde. Leonore Boje. Else Wan- novins.„llod'n Sie»lobt äen kleinen Lodn geeeben?" Karfreitag. 28. März, abends 8 Uhr: Klein- Preise. Oratoruim-Aufflihnmg: Sonnabend und folgeudc Tage, 71/2 Uhr: Seine Kleine. Vstskiilij-IkZlks kA8!8iiikIll.lZpki''N'tn8embIe8 äe» pbeoter des Westens. Francesco(i'Andrade a. G. Rigolett«. Oper in 4 Akten von G V e r d i. fieitag, den 28. März 1902: tiesclilosisen. Sonnabend, den 29. März 1902: Mni'tliss. Montag, den 31. März 1902: Zum erstenmal: Die wahre Liebe ist das nicht. Urania. Tauben-Strasse 48/49. Im Theater linl 8 Uhr: Frühlingstage an der Riviera. Um 4 Uhr zu' kleinen Preisen; Von den Alpen zum Vesuv. Schall und Rauch (Kleines Theater) Unter den Linden 44. Donnerstag, den 27. März 1902, abends 8Vz Uhr: Gastspiel von Emanuel Reicher, Gertrud Eysoldt. ScrenisBimna- Xwlschen- spiele. Die Frau des Andern. Liebesträume. Die kleine Fite. Frau Mimi. Castans Panepfam Frledricli-Strasse 165. mit Zwergiii Kinde ihrem eine bishpr in der Welt nicht dagewesene Sehemswürdigkeit Mutter SOcmlToeht. 50cm gross 32 Jahre ält.j• lt Jahre alt. farl Weiss-Theater. E. von Woizogens Huntes. Theater(Ueberbrettl) Utfpnickeristi'. 68. Heute abend 8 Uhr u. a,; Brunnenzauber, Musik vonZepler, Atelier- ipuk(Fantomirae).— Itozenu Brudtiky u. Osknr 8truusts, Max-ccU 8alzer, Bokkcn liiiaaou etc. Grosse Fraiikfiirlcrstr. 138. Bis iullusive Sonnabend gesäilossen, Souutag, den 30. März 1902: Ansang 7l/., Uhr. Zum erstenmal: Große Novität! Hllililtiniillil vom Viehhof und: Der kleine Cohn. Grosse Berliner AusstattungSpoffe mit Gel. in 5 Bildern von Ernst Rittcrfeld. Musil von Albert Wicher. Sonutaguachmittag 3 Uhr: Ilusre Marine oder: Er niuss anfS Land. Kleine Preise.- Montagnachmittag 3 Uhr: Der-Süttenbesister. Kleine Preise. Parkett 60 Pf. Ab. 7» Uhr: Hanneinanu pol» Viehhof' und: Ter kleine Cohn. fipollo- Theater. Crossartigstes Specialitäten- Programm der Saison. 18 hervorragende Nummern. Anfang 8 Uhr. Ostermontag, den 31. März 1902; Zum erstenmal; Sjjsistrata Ausstattungs- Operette in 1 Akt von Bollen-Bäckers. Musik von Paul Lincke. Hierzu das berühmte Luftballett ßpinnlofic" mit der ersten ,,UI tyuirilia Solotänzerin Preciosa Grigolatis. Bill et- Vorverkauf täglich von 10-8 Uhr. Palast-Theater (früher Feen-Pnlast) Vnrgstr. 88. Direktion R. Wlnkler u. W. FrBbel Bis zu den Oster-Festtageu: Kesodlossen. «IN I.. 8. 11. 3. Lssertag: Gr. xestvorstellung. Ntvts Progromm. Zuuucrstcnnial in Berlin! �vai'd. Größte Seufat iou siniui m er der Gegenwart. Ausaug an allen drei Festtage» 7 Uhr. Mittwocli, den 2. April: Si'hluss d. diesjährig. Saison. CirkusAlb.ScIiunianD w Leute Woche! Donnerstag, den 87. März 13V8, abends präc. 7>/z Uhr: SM- Elfte-Abend.-MG Gala- Programm sowie Anftrcten säinilicher neuen Specialitäten. U. a.: Der Amerikaner Hr. ehester mit seiner phänomenalen Dytitle-Todesfahrt' aus einer Höhe von 36 Meter. Frl. Vota Schumann als I-'eovvere lumineuse. Zum Schluß: Ist Feuer». Fläuime». viioh Hall Das neueste amen- TUsU�lZikll. konische Svorlspiel Die anerkanimt unerreicht. daftehSlld/ Original. Dressuren des Dir. Albert Schumann. Die grobe phantastisch-romantische Ausstattungs- Pantomime vom Hof- Ballettmeister A. Siems, ca. 500 Mitwirkende IfkSpIristO-MV Morgen: Keine Vorstellung. An den Osterfeiertagen MM- de 2 Gala- Fest- Vorstellungen. Nachm. 31/2 Uhr und abends 7-/, Uhr. Des kolossalen Andranges wegen sind Billcts schon jetzt an der Cirkus- lasse z» haben. �__ Re ichshalle n. Täglich: Stetüner Säuger. Ansang Wochent. LNhr Sonntags 7 Uhr. W. Noacks Tlteater. Vtiinnenstiaßc 16. flp Geschloffen 5| _ bis X. Qsterfeiertng. Beüe-Äiliance-Thealer. Die Dome üiiö Trouville. Schirank m. Gesang u. Tanz in 3 Akten. Emil Sondermanu a.G. Ferd. Worms. Mizzi Birkner. Rosa Mario». (S,. Pari,. Lebensbild Hlerauf. � Adele Hartwig ll. Leopold Thurnera.G. Karfreitag:«onzrrt vom Bert. Donknnftler.Trchcftcr. Oasino- Theater LotHringcrstr. 37. Trotz des glänz, einzig dasteh. Erfolges nur bis Ende dieses Monats Um 8-. Uhr:%\\Xt WUMt. AufangWocheni. 8 Uhr,Soii»l.7>/zUhr. Pzsssze-Iiiestef. Anfang Sonntags 3 Uhr, Wochentags 5, Ende 11 Uhr. Während der Karwoche besonders gewähltes Programm. Der Bajazzo und sein Kind Eelirwall-Trio.» Rudolfl-Truppe. La bella Tamara.» Amon. Ifi erstkluKHige '« 8i>ecinll(jlten Donnerstag, 27, März, abds.UL Uhr: Grosse VorsiellllNg: fil«udike. Orig.-Pantomime deS Cirkns Busch. Auftrete» der neu engagierten Schul- reiterio Mme. Charlotte Lehinann. An der Spandauer Rrllck« 3. Grösst.Vergnßgungelokal Berlins (nternalionale Konzerte n Specialitäten-Vorstellung Tägl. Anstich des„ürbock" Bockbier-Jubel u.Trubel. Ausschank: Berliner Bock-Brauerei. Bürgerl. Diner, 5 Gänge. Tägl. Matinee von 12-3 Uhr. Saiissonei Kotthuscrstr. 4 a, um Kottbnler Thor. Heute, Donuerstag: llnW,»-»,,»» Norddtiitsllit Ziiilger Der Kesselflicker. Charalterbild mit Gesang. An alle» 3 Osterseierlagen <4>'«»» 6« K x t*• a- Vorstellungen. 1. und 2. Feiertag: Ans. 7 Uhr. 3. Feiertag: Ansang 7:/z Uhr. Köpenieil. Restaufsul. Vahiihofstr. 44. Empfehle meinen Saal Bereine» nnd zu Privat- Festlichkeiten. Zedcu Sonntag Danztritnzchen. Hei'»»«»» täoerleke. DtckiXtNg! SlÄZkUNg! VI. Wahlkreis. Montag, dcu 31. März 1902: Bier großeWalinee« ttrangiert von hen Zotiolhtmowteit i>ts stlhsttil Kreises. Fiir RIvsbiß im Mosditsr UessUsedsttsksvse(peiers), Alt-Moabit 80/81. Unter Mitwirkung de!.Gesangvereins„Vereinte lSangeshrütXer Moabits" sM. d. A.-S.-B) und dcr Bolkssänger Gesellschaft Qenauelou'ski. Für Oranienbiirgei* Vorstadt und Wedding im Eiskeller, Chansseestrasic 88. Unter Mitwirkung der Gesangvereine„Muriln aeht" und„V4�e«l4!nger Hariuoiiie"(M. d. A.-S.-B) und des Hlohelschen Mnsik-KonserpatorinniS.- Für vssundkrunnen m Baiischmieders Kastanienwäldchen, ,_''••• Padsteaffe 1H. ....... iniltr Mitwirknilg des Cesangvereins der Putzer(M. d. A.-T-B) nnd von Miigliedern des Turnvereins„Plehte". Für Rosenthaler und Schönhauser Vorstadt in den Borussia-Sälen, Ackeeftrastc 6.7. Uiilcc Mitwirkung des Gesangvereins„MaiglUokeheu I"(M. d. A.-S.-B.) und dcS THcatervereins„lknke". In alle» Matineen: Grosses Vokal- u. Instrumental-Konzerf. Anfang präeise 18 Uhr. Um zahlreichen Besuch bitten 219/11 v. Serie der Vorstellungen im Liessing- Theuter, Sonntag, den 13. April 1902 und folgend« Sonntage; — Die Hoffnung— (op Hoop vau Zcege») Ein Seestück in 4 Akt. v. Hermann Heyermanns Jr. 5/6. Abteilung im Berliner Theater Sonntag, den 30. März(Ostern) Anfang präcise 8* 4 Uhr: —i Wilhelm Teil, ft- Der Vorstand. X. A.: C. Winkler. JeiilsiherHsljliriieiter-Btrdlilid. Sßf Heute Donnerstag. abends 8> 2 Nhr."MG im..GewerkschaftShaus", Engelirfer lö: Sitzung der Ortsverwaltuug. Xav Beachtung! Nächsten Sonnabend wird auf allen Zahl- stellen des Berbandcs kassiert.__ Sonntag. den lZ. April er., nachmittags 4 Uhr: IJA'smUi-Vorstellung:. —— Bon den Alpe» znm Vesuv.-" _ Billels auf den Zahlstellen und dem Verbandsbnrcau. 81/10 Die Komitees. 7risnon'7he»ler. Coorgenstra,»e, 2 Minuten vom Bahnliof Priedrlchstr. Zum 122. Male; Coralie Jk Co. Anfang 8 Uhr. Parkett 2 M. 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